« Back to single view Compare: German ⇄ 4 parallels
German — Briefe und Botschaften.txt
Briefe und Botschaften á ‘Abdu’l-Bahá á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 4.01 (O-2021-09-29)

Briefe und Botschaften
‘Abdu’l-Bahá

Vorwort

‘Abdu’l-Bahás Darstellung der Bahá’í-Offenbarung findet sich in Seinen Schriften, in zahlreichen Zusammenstellungen Seiner Reden und Gespräche sowie in Seinen Briefen. Die schriftlichen Werke wie Geheimnis göttlicher Kultur, A Traveller’s Narrative sowie Wille und Testament sind in abendländische Sprachen übersetzt, ebenso Sammlungen Seiner Reden wie Beantwortete Fragen, Vorbilder der Treue, Ansprachen in Paris und Promulgation of Universal Peace. Dagegen wurde in den letzten 70 Jahren keine größere Zusammenstellung aus Seinen unzähligen Briefen in europäischen Sprachen vorgelegt. Die drei Bände Tablets of ‘Abdu’l-Bahá, die in den Vereinigten Staaten zwischen 1909 und 1916 veröffentlicht und 1930 ein zweites Mal aufgelegt wurden, sind längst vergriffen.
Die Auswahl der vorliegenden Zusammenstellung ist viel breiter angelegt als die der früheren Bände; sie zeigt das weitgefächerte Spektrum der Themen, mit denen sich der Meister in Seinen Briefen befasste. Aufgenommen wurden einige Sendbriefe, die ein Ausschuss im Weltzentrum übersetzte; dabei wurden Entwürfe benutzt, die Shoghi Effendi noch zu Lebzeiten ‘Abdu’l-Bahás machte. Viele Briefe hat Marzieh Gail übersetzt; die Auswahl dieser Briefe war ihr aus der 19.000 Originale und bestätigte Kopien umfassenden Sammlung des Weltzentrums zugegangen. Bekannte Sendschreiben wie der Brief an August Forel oder der größere Teil des Sendschreibens nach Den Haag wurden weggelassen, weil sie bereits in gesonderten Veröffentlichungen zugänglich sind.
Die glücklichen, gesegneten Empfänger der meisten hier zusammengetragenen Sendbriefe waren frühe Gläubige in Ost und West: einzelne Gläubige, Gruppen, Ausschüsse oder Versammlungen der Freunde. Die Bedeutung dieser Botschaften für die eben erst entstehenden Gemeinden des Westens zu einer Zeit, als noch kaum Bahá’í-Literatur in europäischen Sprachen zugänglich war, kann nicht überschätzt werden.
Sicherlich wird die Veröffentlichung dieser Schriften des Meisters alle, die Ihn lieben, in ihrem Eifer bestärken, auf Seinen Ruf zu antworten, und wird ihnen ein Gespür für den wundervollen Zusammenklang von Menschlichem und Göttlichem geben, den Er, das Geheimnis Gottes, so vollkommen verkörperte.
Versangaben bei Qur’án-Zitaten erfolgen nach der kufischen Zählung. Bei Qur’án-Ausgaben mit anderer Zählweise können sich geringfügige Verschiebungen ergeben.

Einführung

‘Abdu’l-Bahá (23. Mai 1844 – 28 November 1921) war der älteste überlebende Sohn und ernannte Nachfolger Bahá’u’lláhs, des prophetischen Gründers des Bahá’í-Glaubens. Obgleich er außerhalb der Bahá’í-Gemeinde als ›‘Abbás Effendi‹ bekannt war, bezeichnen die Bahá’í ihn oft als den »Größten Ast«, »das Geheimnis Gottes« und den »Meister« – Titel, die ihm von Bahá’u’lláh verliehen worden waren. Nach dem Hinscheiden Bahá’u’lláhs im Jahre 1892, nannte er sich selbst »‘Abdu’l-Bahá«, den ›Diener Bahás‹.
Der Bahá’í-Glaube stammt aus dem Írán der Mitte des 19. Jahrhunderts und verdankt seinen Ursprung den Bemühungen zweier aufeinanderfolgender Gründerpropheten: des Báb and Bahá’u’lláhs. Wie der erste von ihnen verkündete, bestand seine Mission darin, den Weg zu bereiten für »Den, den Gott offenbaren wird«, dem von den Anhängern aller Glaubensrichtungen erwarteten Offenbarer Gottes. Während der wiederholten, auf diese Verkündigung antwortenden Verfolgungswellen, die das Leben des Báb, sowie etlicher Tausend Seiner Anhänger forderten, erklärte Bahá’u’lláh sich selbst als die Erfüllung dieses göttlichen Versprechens.
‘Abdu’l-Bahá erkannte als Kind die spirituelle Stufe seines Vaters, noch bevor diese öffentlich bekannt gegeben wurde und begleitete Bahá’u’lláh vom 8. Lebensjahr an in Exils und die Verbannung. ‘Abdu’l-Bahá vertrat seinen Vater oft beim Umgang mit Behörden und der Öffentlichkeit. Nach Bahá’u’lláh’s Hinscheiden im Jahre 1892, wurde ‘Abdu’l-Bahá in Übereinstimmung mit in den Schriften Bahá’u’lláhs getroffenen Vorkehrungen das Oberhaupt des Bahá’í-Glaubens.
Als Bahá’u’lláh’s Nachfolger und ernannter Interpret Seiner Schriften kommt ‘Abdu’l-Bahá eine eigene spirituelle Stufe zu. Die Bahá’í betrachten ihn als die vollkommene Verkörperung des Bahá’í-Glaubens, und als mit göttlichem Wissen ausgestattet, nicht jedoch als Propheten.
Während seiner bemerkenswerten Amtszeit korrespondierte ‘Abdu’l-Bahá mit Bahá’ís aus der ganzen Welt und versorgte sie mit einer Fülle praktischer und spiritueller Führung. Obgleich viele der in diesem Band zusammengestellten Briefe an Einzelpersonen addressiert waren und Antworten auf spezifische Fragen darstellen, enthält die in ihnen vermittelte Führung universelle Wahrheiten, die es wert sind von allen studiert zu werden. Die hier zusammengetragene Korrespondenz und schriftlichen Äußerungen decken ein weites Themenfeld ab und enthalten tiefe spirituelle Weisheit, die heute ebenso maßgeblich und unerläßlich ist, wie als sie zu Papier gebracht wurde.

1A1

O Völker der Erde! Die Sonne der Wahrheit ist aufgegangen, um die ganze Welt zu erleuchten und die Gesellschaft der Menschen zu vergeistigen. Lobenswert sind die Ergebnisse und Früchte, reichhaltig die heiligen Beweise, die aus dieser Gnade fließen. Dies bedeutet echte Barmherzigkeit und reinste Großmut, Licht für die Welt und alle ihre Völker, Harmonie und Brüderlichkeit, Liebe und Solidarität; ja es bedeutet Mitleid und Einigkeit und das Ende von Entfremdung, es bedeutet, eins zu sein mit allen auf Erden in vollkommener Würde und Freiheit.
Die Gesegnete Schönheit spricht: »Ihr seid alle die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges.«Q1 Er hat diese Welt des Seins mit einem einzigen Baum verglichen und alle ihre Völker mit dessen Blättern, Blüten und Früchten. Der Zweig muss zum Blühen kommen, Blatt und Frucht müssen wachsen; das Gedeihen von Blatt und Blüte und die Süße der Frucht hängen von der innigen Verbundenheit aller Teile des Weltenbaumes ab.
Deshalb müssen alle Menschen sich gegenseitig äußerst wirksam unterstützen, alle müssen nach dem ewigen Leben trachten; und aus demselben Grunde müssen die, die Gott lieben, in dieser Welt des Zufalls zu Gnadengaben und Segnungen werden, die durch den milden König der sichtbaren und unsichtbaren Reiche ausgestrahlt wurden. Sie sollten ihren Blick läutern und die ganze Menschheit als Blätter, Blüten und Früchte am Baume des Seins erkennen. Sie sollten zu allen Zeiten danach trachten, eine gute Tat für einen Mitmenschen zu tun und ihm Liebe, Beachtung und fürsorgliche Hilfe zu erweisen. Niemanden sollten sie als ihren Feind betrachten noch jemandem etwas Böses wünschen, sondern in jedem Menschen den Freund sehen, den Fremden als Vertrauten, den Unbekannten als Weggefährten betrachten, frei von Vorurteil und ohne Grenzen.
Heute ist der ein Begünstigter an der Schwelle des Herrn, der den Becher der Treue weiterreicht, der den Edelstein der Freigebigkeit sogar seinen Feinden gewährt und selbst seinem gestrauchelten Unterdrücker eine helfende Hand reicht. Er ist selbst seinem erbittertsten Feind ein liebevoller Freund. Dies sind die Lehren der Gesegneten Schönheit, dies die Ratschläge des Größten Namens.
O ihr geliebten Freunde! In der Welt herrscht Krieg, das Menschengeschlecht liegt in Wehen und tödlichem Kampf. Die finstere Nacht des Hasses hat die Überhand gewonnen, das Licht der Vertrauenswürdigkeit ist erloschen. Die Völker und Geschlechter der Erde haben ihre Klauen geschärft und stürzen sich im Kampf aufeinander. Die Menschheit zerstört ihre eigenen Lebensgrundlagen. Tausende von Familien sind ihrer Habe beraubt und irren umher, und jedes Jahr sieht Tausende und Abertausende von Menschen sich auf staubigen Schlachtfeldern in ihrem Blute wälzen. Die Zelte des Lebens und der Freude sind abgebrochen. Generäle üben sich in ihrer Feldherrnkunst, rühmen sich des Blutes, das sie vergießen, und wetteifern miteinander im Anstacheln zu Gewalttaten. »Mit diesem Schwert«, sagt einer von ihnen, »habe ich ein Volk enthauptet!« Und ein anderer sagt: »Ich stürzte eine Nation zu Boden!« Und ein weiterer: »Ich habe eine Regierung zu Fall gebracht!« Solcher Dinge rühmen sich die Menschen, auf solche Dinge sind sie stolz! Liebe – Rechtschaffenheit – überall werden sie gerügt, und Eintracht und Hingabe an die Wahrheit werden verachtet.
Der Glaube der Gesegneten Schönheit ruft die Menschheit auf zu Sicherheit und Liebe, zu Freundschaft und Frieden. Er hat seine Stiftshütte auf den Höhen der Erde errichtet und lässt seinen Ruf an alle Völker ergehen. Seid euch daher des Wertes dieses kostbaren Glaubens bewusst, o ihr, die ihr Gott liebt. Gehorcht seinen Geboten, wandelt auf seinen Wegen, die gerade sind, und weist die Menschheit darauf hin. Erhebt eure Stimme und singt das Lied des Königreiches. Verbreitet die Lehren und Gebote des liebenden Herrn in allen Landen, auf dass diese Welt in eine andere verwandelt und diese dunkle Erde mit Licht überflutet werde und der tote Leib der Menschheit auferstehe und lebe, auf dass jede Seele nach Unsterblichkeit trachte durch den heiligen Odem Gottes.
Bald werden eure schnell dahinfliegenden Tage vergangen sein, und Ruf und Reichtum, Bequemlichkeit und Freude, die dieser Schutthaufen von Welt bereitet hat, werden spurlos verschwunden sein. Ruft deshalb die Menschheit vor Gott und ladet sie ein, dem Beispiel der himmlischen Heerscharen zu folgen. Seid der Waise ein liebevoller Vater, eine Zuflucht dem Hilflosen, ein Schatz dem Armen, dem Kranken Heilung. Seid jedem Opfer der Unterdrückung ein Helfer, ein Beschützer dem Beladenen. Denkt zu allen Zeiten daran, wie ihr jedem Glied der Menschheit einen Dienst erweisen könnt. Schenkt Abneigung und Zurückweisung, Geringschätzung, Feindseligkeit und Ungerechtigkeit keine Beachtung: Tut das Gegenteil. Seid aufrichtig freundlich, nicht nur dem Anschein nach. Jeder der Geliebten Gottes sollte seine Aufmerksamkeit auf das Folgende richten: des Herrn Segen für die Menschen, des Herrn Gnade zu sein. Er sollte jedem, dem er begegnet, einen guten Dienst erweisen und ihm von Nutzen sein. Er sollte jedermanns Charakter veredeln und den Gedanken der Menschen eine neue Richtung geben. So wird das Licht der göttlichen Führung leuchten und der Segen Gottes die ganze Menschheit umfangen, denn Liebe ist Licht, wo immer sie wohnt, und Hass ist Finsternis, wo immer er nistet. O Freunde Gottes! Möge das verborgene Mysterium offenbart und das geheime Wesen aller Dinge enthüllt werden. Strebet danach, das Dunkel auf immer und ewig zu bannen.

2

O mein Herr! Dir habe ich mich zugewandt, mitten in dieser finsteren Nacht, und Dir vertraue ich mich an mit der Sprache meines Herzens; ich erbebe vor Freude bei den süßen Düften, die aus Deinem allherrlichen Reich her wehen; ich rufe Dich an und spreche:
O mein Herr, ich finde keine Worte, Dich zu verherrlichen; ich sehe keinen Weg für den Vogel meines Geistes, in Dein Königreich der Heiligkeit aufzusteigen; denn Du bist in Deinem innersten Sein geheiligt über alle Huldigung, Du bist in Deinem innersten Wesen unerreichbar für allen Lobpreis, Dir dargebracht von dem Volke, das Du erschaffen hast. In Deines Wesens Heiligkeit warst Du immer erhaben über das Verständnis der Gelehrten aus den himmlischen Heerscharen, und ewig wirst Du verhüllt bleiben in der Heiligkeit Deiner eigenen Wirklichkeit, unerreicht vom Wissen derer, die in Deinem hehren Königreich wohnen und Deinen Namen verherrlichen.
O Gott, mein Gott! Wie kann ich Dich verherrlichen, wie Dich beschreiben, der Du unerreichbar bist? Unermesslich erhaben und geheiligt bist Du über Beschreibung und Lobpreis.
O Gott, mein Gott! So habe denn Erbarmen mit meiner Hilflosigkeit, meiner Armut, meiner Not, meiner Erniedrigung! Gib mir zu trinken aus dem vollen Kelch Deiner Gnade und Vergebung, erwecke mich mit den süßen Düften Deiner Liebe, weite mir die Brust mit dem Lichte Deiner Erkenntnis, läutere meine Seele mit den Mysterien Deiner Einheit, rufe mich zum Leben mit der sanften Brise aus dem Garten Deiner Barmherzigkeit – bis ich mich löse von allem außer Dir, mich festhalte am Saum des Gewandes Deiner Erhabenheit, bis ich alles, was Du nicht bist, vergesse, ganz umgeben von dem süßen Odem, der Deine Tage durchweht, bis ich Treue erwerbe an der Schwelle Deiner Heiligkeit, bis ich mich erhebe, Deiner Sache zu dienen, bescheiden vor Deinen Geliebten und in der Gegenwart Deiner Begünstigten ein völliges Nichts.
Du wahrlich bist der Helfer, der Erhalter, der Erhabene, der Freigebigste.
O Gott, mein Gott! Ich flehe Dich an beim Morgenlicht Deiner Schönheit, das die ganze Erde erleuchtet, beim Augenlicht Deines göttlichen Erbarmens, das auf allen Dingen ruht, bei der brandenden See Deiner Gnadengaben, in die alle Dinge eingetaucht sind, bei Deinen strömenden Wolken der Großmut, die auf das Wesen alles Erschaffenen ihren Segen herabregnen, und beim Strahlenglanz Deiner Barmherzigkeit, die da war, ehe denn die Welt war: Hilf Deinen Erwählten, treu zu sein, stehe Deinen Geliebten bei, an Deiner erhabenen Schwelle zu dienen, lasse sie siegen durch die Bataillone Deiner alles überwindenden Macht und stärke sie durch zahllose Kämpfer aus den himmlischen Heerscharen.
O mein Herr! Sie sind schwache Seelen vor Deiner Tür, Bettler an Deinem Hof, die nach Deiner Gnade dürsten, verzweifelt Deiner Hilfe bedürfen, ihr Angesicht dem Reiche Deiner Einheit zuwenden und nach Deinen Gnadengaben schmachten. O mein Herr! Gieße Dein heiliges Licht über ihre Seelen aus, läutere ihre Herzen mit der Gunst Deiner Hilfe; weite ihnen die Brust mit dem Duft des Entzückens, der heranweht von Deinen Himmelsscharen; lasse ihre Augen leuchten, wenn sie auf die Zeichen und Beweise Deiner Macht blicken; lasse sie Standarten der Reinheit sein, Banner der Heiligkeit, die hoch über allen Geschöpfen auf den Gipfeln der Erde wehen; lasse ihre Worte Herzen, so hart wie Stein, bewegen. Lasse sie sich erheben, Dir zu dienen, hingegeben an das Königreich Deiner Göttlichkeit; lasse sie ihr Angesicht auf die Höhen Deines Selbstbestehens richten und Deine Zeichen überallhin verbreiten; erleuchte sie mit Deiner Lichtflut; lasse sie Deine verborgenen Geheimnisse enthüllen. Gib, dass sie Deine Diener zu sanften Wassern führen, zum Springquell Deiner Barmherzigkeit, der mitten im Himmel Deiner Einheit wallt und sprudelt. Gib, dass sie auf der Arche des Heils das Segel der Loslösung setzen und über das Meer Deiner Erkenntnis fahren; gib, dass sie die Schwingen der Einigkeit ausbreiten und aufsteigen in das Königreich Deiner Einzigkeit, um Diener zu werden, die das Lob der himmlischen Heerscharen und den Preis der Bewohner Deines allherrlichen Reiches erwerben; lasse sie den Boten der unsichtbaren Welt lauschen, wenn sie den Ruf der mächtigsten frohen Botschaft erheben; gib, dass sie in ihrer Sehnsucht, Dir zu begegnen, zu Dir rufen und flehen, wundersame Gebete im Morgenlicht auf den Lippen – o mein Herr, der Du alle Dinge lenkst – unter Tränen am Morgen und am Abend, voll Verlangen, unter den Schatten Deiner unendlichen Barmherzigkeit zu treten.
Hilf ihnen unter allen Umständen, o mein Herr; stehe ihnen jederzeit bei mit Deinen Engeln der Heiligkeit, die Deine unsichtbaren Heerscharen sind, Deine himmlischen Bataillone, welche die vereinte Streitmacht dieser niederen Welt besiegen.
Wahrlich, Du bist der Mächtige, der Kraftvolle, der Starke, der Allumfassende, der höchste Herr über alles, was ist.
O heiliger Herr! O Herr liebender Gnade! Wir irren um Deinen Wohnsitz, sehnen uns, Deine Schönheit zu schauen, voll Liebe zu all Deinen Wegen. Wir sind unglücklich, gering und bedeutungslos. Wir sind arm; erweise uns Barmherzigkeit und Großmut; sieh nicht auf unsere Verfehlungen, verbirg unsere fortgesetzten Sünden. Was wir auch sind, wir sind immer Dein; was wir sprechen und hören, ist Dein Lobpreis; Dein Antlitz suchen wir, Deinem Pfad folgen wir. Du bist der Herr liebender Gnade, wir sind verirrte Sünder fern unserer Heimat. So spende uns ein paar Regentropfen, Du Wolke der Barmherzigkeit. Sende uns Deinen duftenden Windhauch, Du Blumenbeet der Gnade. Überflute uns mit einer mächtigen Woge, Du Meer aller Güte. Sende einen Lichtstrahl auf uns hernieder, Du Sonne der Freigebigkeit. Hab Erbarmen mit uns, gewähre uns Gnade. Bei Deiner Schönheit, wir kommen mit nichts als unseren Sünden, mit keinen nennenswerten guten Taten, nur Hoffnungen. Wenn Dein verhüllender Schleier uns nicht bedeckt, Dein Schutz uns nicht schirmt und hegt, welche Kraft haben wir hilflosen Seelen, uns zu erheben und Dir zu dienen; wie können wir Elenden uns tapfer erweisen? Du, der Du der Mächtige bist, der Allgewaltige, hilf uns, begünstige uns. Wir sind verdorrt; belebe uns mit Regenschauern aus Deinen Wolken der Gnade. Gering sind wir; erleuchte uns mit den hellen Sonnenstrahlen Deiner Einheit. Wirf diesen dürstenden Fisch in das Meer Deiner Barmherzigkeit, führe diese verlorene Karawane unter das Obdach Deiner Einzigkeit. Zum Brunnquell der Führung leite Du die verirrten Wanderer und gewähre denen, die den Pfad verfehlten, Zuflucht in der Freistatt Deiner Macht. Setze an diese ausgedörrten Lippen die reichen, sanftfließenden Wasser des Himmels, erwecke diese Toten zu ewigem Leben. Gib den Blinden sehende Augen. Lasse die Tauben hören, die Stummen sprechen. Entflamme die Entmutigten, mache die Unbekümmerten achtsam, warne die Hochmütigen, erwecke die Schläfer.
Du bist der Mächtige, Du bist der Schenkende, Du bist der Liebende. Wahrlich, Du bist der Wohltätige, der Erhabenste.
O ihr Geliebten Gottes, ihr Helfer dieses dahinschwindenden Dieners! Als die Sonne der Wirklichkeit ihre unendlichen Gaben vom Aufgangsort aller Sehnsucht ausströmte, als dieses heilige Licht die Welt des Seins von Pol zu Pol erleuchtete, da warf diese Sonne ihre Strahlen mit solcher Kraft hernieder, dass sie das schauerliche Dunkel für alle Zeit tilgte. So wurde unsere Welt des Staubes zum Neid der himmlischen Sphären; dieser niedrige Ort nahm die Pracht und den Schmuck des überirdischen Reiches an. Der Heiligkeit sanfte Lüfte wehten darüber hin und verbreiteten süßen Duft. Die himmlischen Frühlingswinde umfächelten sie. Aus dem Quell aller Segensgaben strömten befruchtende Brisen und brachten grenzenlose Gnade. Dann brach der strahlende Morgen an, und mit ihm kam die Botschaft großer Freude. Die göttliche Frühlingszeit errichtete ihre Zelte in dieser bedingten Welt, so dass alle Schöpfung hüpfte und tanzte. Die welke Erde brachte unsterbliche Blüten hervor. Der tote Staub erwachte zu ewigem Leben. Der Erde entsprossen Blumen mystischer Gelehrsamkeit und frisches Grün voll der Erkenntnis Gottes. Die bedingte Welt offenbarte Gottes großmütige Gaben, die sichtbare Welt spiegelte die ganze Herrlichkeit der Reiche, die den Augen verborgen sind. Gottes Ruf ward verkündet, die Tafel des Ewigen Bündnisses bereitet; der Kelch des Testamentes ging von Hand zu Hand, die Ladung an alle war verkündet. Da ließen sich einige aus dem Volk vom himmlischen Wein entflammen; andere hatten keinen Anteil an diesem größten Geschenk. Sicht und Einsicht einiger wurden erleuchtet vom Licht der Gnade; manche hörten die Hymnen der Einheit und hüpften vor Freude. Vögel stimmten in den Gärten der Heiligkeit ihr Jubellied an, und Nachtigallen sangen in den himmlischen Rosenzweigen ihre wehmütigen Lieder. Sowohl das Reich der Höhe als auch die Erde hienieden waren aufs Schönste geschmückt, und der hohe Himmel beneidete diese Welt. Aber ach, noch immer verharren die Achtlosen unbekümmert in festem Schlaf, und die Narren weisen diesen heiligsten Segen von sich. Die Blinden bleiben in ihre Schleier gehüllt, die Tauben haben keinen Anteil an dem, was vorgegangen ist. Die Toten sind ohne Hoffnung, etwas davon zu erlangen, wie Er sagt: »Sie verzweifeln an dem zukünftigen Leben ebenso, wie die Ungläubigen an der Auferstehung derer verzweifeln, die in den Gräbern liegen.«Q2
Zu euch, o ihr Geliebten Gottes! Löst eure Zunge und bringt Ihm Dank dar, preist und verherrlicht die Schönheit des Angebeteten; denn ihr habt aus diesem reinsten Kelch getrunken, ihr seid begeistert und entflammt von diesem Wein. Ihr habt den süßen Duft der Heiligkeit entdeckt, ihr atmet den Moschus der Treue aus Josefs Gewand. Ihr nährt euch vom Honigtau der Ergebenheit aus der Hand des Einziggeliebten, ihr labt euch an unsterblicher Speise von der üppigen Festtafel des Herrn. Dieser Überfluss ist eine besondere Gunst, die ein liebender Gott euch schenkt; das sind Segnungen und seltene Gaben, die aus Seiner Gnade kommen. Im Evangelium sagt Er: »Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.«Q3 Das bedeutet: Vielen wurde es angetragen, aber nur wenige Seelen sind erwählt, die große Gabe der Führung zu empfangen. »So ist Gottes Großmut: Wem Er geben will, dem gibt Er, und Gott ist von unermesslicher Großmut.«Q4
O ihr Geliebten Gottes! Von den Völkern der Welt stürmen die Winde der Uneinigkeit gegen die Kerze des Bündnisses. Raben des Hasses gleich, setzen Abtrünnige der Nachtigall der Treue zu. Hart bedrängen geistlose Nachtvögel die Taube des Gottesgedenkens, und beutegierige Bestien hetzen die Gazelle, die in den Auen der Gottesliebe wohnt. Tödlich ist die Gefahr, qualvoll der Schmerz.
Die Geliebten des Herrn müssen fest wie Berge sein, standhaft wie unüberwindliche Festungsmauern. Unerschütterlich müssen sie auch in bitterer Not bleiben, unbekümmert auch im schlimmsten Unheil: Lasst sie festhalten am Saum des allmächtigen Gottes, verankert im Glauben an die Schönheit des Allerhöchsten; lasst sie auf die unfehlbare Hilfe aus dem Urewigen Königreich bauen und sich stützen auf die schützende Fürsorge des großmütigen Herrn. Lasst sie allezeit sich erfrischen mit den Tautropfen himmlischer Gnade und sich durch den Odem des Heiligen Geistes in jedem Augenblick wiederbeleben. Lasst sie aufstehen zum Dienste an ihrem Herrn und alles in ihrer Macht Stehende tun, Seine Düfte der Heiligkeit allüberall zu verbreiten. Lasst sie ein mächtiges Bollwerk sein, Seinen Glauben zu verteidigen, eine uneinnehmbare Feste für die Heerscharen der Urewigen Schönheit. Lasst sie über den Bau der Sache Gottes von allen Seiten sorgsam wachen; lasst sie strahlende Sterne werden an Seinen leuchtenden Himmeln. Denn die Horden der Finsternis bestürmen diese Sache von allen Seiten, und die Völker der Erde wollen dieses offenbare Licht ersticken. Und wenn alle Geschlechter der Welt zum Angriff rüsten, wie können wir da unsere Aufmerksamkeit auch nur für einen Augenblick schweifen lassen? Wisst um diese Dinge mit Sicherheit, seid wachsam und beschützt die Sache Gottes.
Eure wichtigste Pflicht ist heute, euren Charakter zu veredeln, eure Sitten zu bessern und euer Verhalten zu ordnen. Die Geliebten Gottes müssen unter Seinen Geschöpfen mit einem Charakter und einem Verhalten hervortreten, dass der Duft ihrer Heiligkeit die ganze Welt umfängt und den toten Seelen das Leben wiedergibt, hat doch die Manifestation Gottes, das grenzenlose Morgenlicht aus dem Unsichtbaren, den Zweck, jeden lebenden Menschen seelisch zu erziehen und seinen Charakter zu läutern – so dass gesegnete Wesen erstehen, losgelöst vom Dunkel der tierischen Welt, mit Eigenschaften, die des Menschen Wirklichkeit zieren. Ziel ist, die Erdenmenschen in das Volk des Himmels zu verwandeln, die Wanderer aus der Finsternis ins Licht zu führen, die Ausgestoßenen in den innersten Kreis des Königreiches treten zu lassen, die Nichtswürdigen zu Vertrauten der ewigen Herrlichkeit zu machen. Die Mittellosen sollen ihren Anteil an der endlosen See erhalten, die Unwissenden sich satt trinken am Lebensquell der Erkenntnis, die Blutdürstigen ihre Barbarei aufgeben. Alle, die ihre Klauen zeigen, sollen freundlich und nachsichtig werden; alle, die den Krieg lieben, sollen wahre Versöhnung suchen; die Unmenschlichen mit messerscharfen Krallen sollen sich der Wohltat dauerhaften Friedens erfreuen; die Unreinen sollen erfahren, dass es ein Reich der Reinheit gibt, die Verderbten ihren Weg finden zu den Strömen der Heiligkeit.
Ehe sich dieser Gottessegen nicht im Wesenskern der Menschlichkeit offenbart, erweist sich die Gabenfülle der Manifestation Gottes als unfruchtbar, und die Sonne der Wahrheit mit all ihrem Strahlenglanz bleibt wirkungslos.
Deshalb bemüht euch mit ganzem Herzen und ganzer Seele, o ihr Geliebten des Herrn, an Seinen himmlischen Eigenschaften teilzuhaben und an den Wohltaten Seiner Heiligkeit euren Anteil zu empfangen, damit ihr Merkmale der Einigkeit und Banner der Einzigkeit werdet, damit ihr die Bedeutung der Einheit erforscht, im Garten Gottes eure Stimme erhebt und selige Hymnen des Geistes singt. Werdet wie die Vögel, die Ihm ihren Dank darbringen, und singt in den blühenden Lauben des Lebens Lieder, welche die Gemüter der Wissenden berücken. Hisst auf den höchsten Gipfeln der Welt die Fahne der Gunst Gottes, damit sie hoch in den Lüften Seiner Gnade flattere und wehe; pflanzt auf dem Felde des Lebens, inmitten der Rosen der sichtbaren Welt, einen Baum, der frische, süße Früchte hervorbringt.
Ich schwöre bei dem wahren Lehrer: Wenn ihr nach den Ermahnungen Gottes handelt, wie sie in Seinen erleuchteten Sendschreiben offenbart sind, dann wird dieser dunkle Staub das Himmelreich widerspiegeln, diese niedere Welt das Reich des Allherrlichen.
O ihr Geliebten des Herrn! Preis sei Ihm, dem Unsichtbaren! Die Sonne der Wahrheit umfängt euch mit überströmenden Gnadengaben, und die Tore Seiner Barmherzigkeit stehen auf allen Seiten offen. Jetzt ist es an der Zeit, diesen Segen anzuwenden und zu nutzen. Seid euch des Wertes dieser Zeit bewusst, lasst euch die Gelegenheit nicht entgehen. Bleibt völlig frei von den Belangen dieser dunklen Welt, zeichnet euch durch solche Wesenszüge aus, die dem Reiche Gottes innewohnen. Dann werdet ihr sehen, wie herrlich das himmlische Tagesgestirn strahlt, wie blendend hell die Zeichen der Großmut sind, die aus dem unsichtbaren Reich erscheinen.

3

O ihr Geliebten Gottes! O ihr Kinder Seines Königreiches! Wahrlich, wahrlich, der neue Himmel und die neue Erde sind erschienen. Die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, ist aus der Höhe herniedergestiegen in Gestalt einer himmlischen Jungfrau, verschleiert, wunderschön, einzigartig und bereit, sich mit ihren Liebenden auf Erden zu vereinen. Die Engel der himmlischen Heerscharen stimmen ein in den Ruf, der durch das ganze Weltall schallt. Alle künden laut und machtvoll: »Dies ist die Stadt Gottes und Seine Stätte, darin die Reinen und Heiligen unter Seinen Dienern wohnen sollen. Er wird mit ihnen leben, denn sie sind Sein Volk, und Er ist ihr Herr.«
Er trocknet ihre Tränen, entzündet ihr Licht, erfreut ihre Herzen und entflammt ihre Seelen. Der Tod wird ihnen nichts mehr anhaben, noch werden Kummer, Tränen oder Leid sie betrüben. Gott, der Herr, der Allmächtige hat in Seinem Reich den Thron bestiegen und macht alles neu. Dies ist die Wahrheit, und welche Wahrheit kann größer sein als die Wahrheit, die der heilige Johannes in seiner Offenbarung kündete?
Er ist Alpha und Omega. Er reicht dem Dürstenden das Wasser des Lebens, dem Kranken die Arznei wahrer Erlösung. Wem solche Gnade zuteil wird, der empfängt wahrlich das herrlichste Vermächtnis von Gottes Propheten und Heiligen. Der Herr wird sein Gott sein, und er Sein zärtlich geliebter Sohn.
Frohlocket, o ihr Geliebten des Herrn, ihr Seine Erwählten, ihr Kinder Gottes und Sein Volk. Erhebt eure Stimmen, den höchsten Herrn zu preisen und zu verherrlichen; denn Sein Licht erstrahlt, Seine Zeichen sind offenbar und die Wogen Seiner brandenden See tragen jedem Ufer kostbare Perlen zu.

4

Gelobt sei Er, der die Welt des Daseins erschuf und allem Gestalt gab, Er, der die Aufrichtigen zu einer Stufe der Ehre erhobA2 und die unsichtbare Welt auf der Ebene der sichtbaren erscheinen ließ. – Doch noch immer wandeln die Menschen in trunkenem StumpfsinnA3 und gehen in die Irre.
Er legt die Grundmauern für die hohe Burg, Er leitet den Zyklus der Herrlichkeit ein, Er lässt eine neue Schöpfung erstehen an diesem Tag, der eindeutig der Tag des Gerichts ist – und noch immer verharren die Achtlosen in trunkenem Schlaf.
Die PosauneA4 ertönt, die TrompeteA5 wird geblasen, der Ausrufer lässt seinen Ruf erschallen, allen auf Erden schwinden die Sinne – aber noch immer schlafen die Toten in den Gräbern ihrer Leiber.
Und der zweite TrompetenschallA6 ertönt, der zweite Posaunenstoß folgt dem erstenA7, das gefürchtete Weh tritt ein, jede stillende Mutter vergisst das Kind an ihrer BrustA8 – und dennoch achten die Menschen in ihrer Verwirrung nicht darauf.
Der Tag der Auferstehung ist angebrochen, die Stunde hat geschlagen, der Pfad ist geebnet, die Waage ist aufgestellt und alle auf Erden sind versammeltA9 – aber noch immer sehen die Menschen vom Weg keine Spur.
Das Licht scheint hell, Strahlenglanz umflutet den Berg Sinai, ein zarter Wind weht aus den Gärten des immervergebenden Herrn, der sanfte Hauch des Geistes streift vorbei und die Toten stehen aus ihren Gräbern auf – doch immer noch schlummern die Achtlosen in ihrer Gruft.
Die Flammen der Hölle sind angefacht, der Himmel ist nahe, die Himmelsgärten stehen in Blüte, frische Wasser quellen über, das Paradies erstrahlt in voller Schönheit – aber die Unwissenden sind noch immer versunken im Sumpf ihrer leeren Träume.
Der Schleier ist gefallen, der Vorhang gehoben, die Wolken sind zerteilt, der Herr der Herren ist offenbar – doch den Sündern ist alles entgangen.
Er hat die neue Schöpfung für euch erschaffenA10 und das LeidA11 gebracht, das alles andere Leid übersteigt. Er hat die Heiligen im Reich der Höhe versammelt. Wahrlich, in all dem liegen Zeichen für alle, die Augen haben zu sehen.
Zu Seinen Zeichen gehört das Erscheinen von Vorzeichen und frohen Verheißungen, Andeutungen und Fingerzeigen, die Verbreitung vieler verschiedener Botschaften und die Vorahnungen der Rechtschaffenen, die nunmehr ihr Ziel erreicht haben.
Und zu Seinen Zeichen gehört Sein Strahlenglanz über dem Horizont der Einheit, Sein Licht vom Tagesanbruch der Macht, die Verkündigung der größten frohen Botschaften durch Seinen Herold, den Einen, den Unvergleichlichen. Wahrlich, darin liegt ein leuchtender Beweis für die Schar der Wissenden.
Zu Seinen Zeichen gehört Sein Offenbarsein, Seine Sichtbarkeit für alle, Sein Beweis durch sich selbst, Sein Auftreten vor Zeugen allüberall, unter Völkern, die wie Wölfe über Ihn herfielen und Ihn von allen Seiten umringten.
Zu Seinen Zeichen gehört Sein Widerstand gegen mächtige Nationen und siegreiche Staaten, gegen ein Heer von Feinden, die nach Seinem Blute lechzten und Ihn unablässig zu vernichten suchten, wo immer Er auch weilte. Wahrlich, diese Tatsache verdient die genaue Prüfung derer, die über die Zeichen und Beweise Gottes nachdenken.
Ein weiteres Seiner Zeichen ist das Wunder Seiner Abhandlungen, der Fluss Seiner Rede, die Schnelligkeit, mit der Seine Schriften offenbart wurden, Seine Worte der Weisheit, Seine Verse, Seine Sendschreiben, Seine Andachten, Seine Auslegungen des Qur’áns, der schwerverständlichen wie der klaren Verse. Bei deinem Leben! Das alles ist klar wie der helle Tag für jeden, der es mit dem Auge der Gerechtigkeit betrachtet.
Ferner gehört zu Seinen Zeichen die Morgensonne Seines Wissens, der aufsteigende Mond Seiner Künste und Fähigkeiten, die Art, wie Er auf allen Seinen Wegen Vollkommenheit zeigt. Das wird von den Gelehrten und Gebildeten vieler Nationen bezeugt.
Und weiterhin gehört zu Seinen Zeichen die Tatsache, dass Seine Schönheit unversehrt blieb und Sein menschlicher Tempel geschützt war, da Er Seinen Strahlenglanz offenbarte, trotz der massiven Angriffe Seiner Feinde, die zu Tausenden mit ihren spitzen Pfeilen, Speeren und Schwertern auf Ihn einstürmten. Das ist wahrlich ein Wunder und eine Mahnung für alle, die gerecht urteilen.
Und zu Seinen Zeichen gehört Seine Langmut, Seine Leiden und Schmerzen, Seine Pein in Ketten und Banden, und Sein Ruf zu jeder Stunde: »Kommt zu Mir, kommt zu Mir, ihr Rechtschaffenen! Kommt zu Mir, kommt zu Mir, die ihr das Gute liebt! Kommt zu Mir, kommt zu Mir, ihr Aufgangsorte des Lichtes!« Wahrlich, die Tore des Mysteriums sind weit geöffnet – aber immer noch ergötzen sich die Frevler an ihren sinnlosen Kritteleien.A12
Ein anderes Seiner Zeichen ist die Verkündigung Seines Buches, Sein eindeutiger heiliger Text, darin Er die Könige tadelt, und Seine unheilverkündende Warnung an denA13, dessen mächtige Herrschaft in aller Welt zu spüren war – und dessen hochragender Thron in wenigen Tagen stürzte. Diese Tatsache ist eindeutig bewiesen und weithin bekannt.
Und zu Seinen Zeichen gehören Seine hehre Würde, Seine hohe Stufe, Seine alles überragende Herrlichkeit und die Ausstrahlung Seiner Schönheit hoch über das Gefängnis hinaus, so dass sich die Häupter vor Ihm beugten, die Stimmen sich senkten und nur demütige Gesichter Seinen Weg kreuzten. Das ist ein Beweis, wie er in vorangegangenen Zeitaltern niemals erbracht wurde.
Und weiter gehören zu Seinen Zeichen die fortwährenden, außergewöhnlichen Taten, die vollbrachten Wunder, die Wundertaten, die ohne Unterbrechung von Ihm ausgingen, wie der Regen aus Seinen Wolken fällt – und die Bestätigung Seines gewaltigen Lichtes selbst durch Ungläubige. Bei Seinem Leben! Das ist eindeutig nachgewiesen. Es zeigte sich den Angehörigen jedweder Überzeugung, die in die Gegenwart des lebendigen, des selbstbestehenden Herrn gelangten.
Und schließlich gehören zu Seinen Zeichen die Sonne Seiner Ära mit ihren weitreichenden Strahlen, der aufgehende Mond Seiner Epoche am Himmel aller Zeitalter; Sein Tag, der im Zenit aller Tage steht, was Rang und Macht, allumfassende Wissenschaften und Künste anbelangt, welche die Welt verblüffen und den Geist der Menschen in Erstaunen versetzen.
Wahrlich, dies ist eine Tatsache, die für alle Zeiten unumstößlich feststeht.

5

Das große Licht der Welt, das die ganze Menschheit erhellte, ist untergegangen, um ewig vom Horizont Abhá, Seinem Reich unvergänglicher Herrlichkeit, zu strahlen, Seine Pracht aus der Höhe über Seine Geliebten zu ergießen und ihren Herzen und Seelen den Odem ewigen Lebens einzuflößen.
Denket nach in Eurem Herzen über das, was Er in Seinem weltweit verbreiteten Sendbrief von der göttlichen Schau vorausgesagt hat. Er spricht darin: »Daraufhin klagte sie und rief: ›Möge die Welt mit allem darin ein Lösegeld sein für Deine Leiden. O Du Herrscher über Himmel und Erde! Warum hast Du Dich den Bewohnern dieser Gefängnisstadt ‘Akká in die Hände gegeben? Eile in andere Herrschaftsgebiete, zu Deinen überirdischen Zufluchtsorten, die das Volk der Namen noch nie geschaut hat.‹ Wir lächelten und schwiegen. Denke nach über diese höchsterhabenen Worte und begreife den Sinn dieses verborgenen, heiligen Mysteriums.«
O ihr Geliebten des Herrn! Hütet euch, hütet euch, dass ihr weder zögert noch schwankt. Lasst nicht zu, dass Furcht euch ergreift, Unruhe oder Verzweiflung über euch kommt. Nehmt euch in Acht, dass dieser verhängnisvolle Tag nicht die Flammen eurer Begeisterung lösche und eure zarten Hoffnungen ersticke. Heute ist der Tag der Standhaftigkeit und der Treue. Selig sind, die fest und unerschütterlich bleiben wie der Fels, die dem Sturm und Druck dieser aufwühlenden Stunde mutig entgegentreten. Sie werden wahrlich Gottes Gnade empfangen; sie werden wahrlich Seinen göttlichen Beistand erlangen und wahrhaft siegreich sein. Sie werden unter den Menschen mit solchem Glanz aufleuchten, dass die Bewohner des Zeltes der Herrlichkeit sie preisen und rühmen. Ihnen ward dieser himmlische Ruf verkündet, der in Seinem Heiligsten BuchA14 offenbart ist: »Seid nicht verstört im Herzen, o Menschen, wenn die Herrlichkeit Meiner Gegenwart entschwunden und das Meer Meiner Äußerung verebbt sein wird. In Meiner Gegenwart unter euch liegt eine Weisheit, und in Meinem Fernsein liegt eine andere, unergründlich für alle außer Gott, dem Unvergleichlichen, dem Allwissenden. Wahrlich, von Unserem Reiche der Herrlichkeit aus schauen Wir auf euch und werden jedem, der sich für den Sieg Unserer Sache erhebt, mit den himmlischen Heerscharen und einer Schar Unserer begünstigten Engel beistehen.«Q5
Die Sonne der Wahrheit, dieses Größte Licht, ging am Horizont der Welt unter, um mit unsterblichem Glanz über dem Reich des Grenzenlosen aufzugehen. In Seinem Heiligsten Buch ruft Er den Festen und Standhaften unter Seinen Freunden zu: »Seid nicht verzagt, o Völker der Welt, wenn die Sonne Meiner Schönheit untergegangen und der Himmel Meines Heiligtums vor eueren Augen verhüllt sein wird. Erhebt euch, um Meine Sache weiterzutragen und Mein Wort unter den Menschen zu erhöhen.«Q6

6

O ihr Völker des Königreiches! Wie viele Seelen verbrachten ihr ganzes Leben in Anbetung, ertrugen die Kasteiung des Fleisches, sehnten sich nach Zutritt zum Reich Gottes und scheiterten dennoch. Ihr aber habt dieses Ziel ohne Mühe, Qual oder Selbstverleugnung erreicht und das Reich betreten.
Es ist wie zur Zeit des Messias, als die Pharisäer und die Frommen leer ausgingen, während Petrus, Johannes und Andreas, die sich weder der frommen Anbetung noch der Askese hingaben, den Sieg davontrugen. Darum danket Gott, dass Er euch die Krone ewiger Herrlichkeit aufs Haupt drückte und euch diese unermessliche Gnade gewährte.
Es ist an der Zeit, dass ihr aus Dankbarkeit für diese Gnadengabe Tag für Tag an Glauben und Standhaftigkeit wachset. Ihr solltet dem Herrn, eurem Gott, immer näher kommen und in solchem Maße angezogen und entflammt werden, dass eure heiligen Melodien zum Lobe des Geliebten die Scharen der Höhe erreichen, dass jeder von euch gleich einer Nachtigall in diesem Rosengarten Gottes den Herrn der Heerscharen verherrliche und zum Lehrer werde für alle, die auf Erden wohnen.

7

O ihr geistigen Freunde ‘Abdu’l-Bahás! Ein vertrauter Bote ist angekommen und hat in der Welt des Geistes eine Botschaft von Gottes Geliebten überbracht. Dieser glückverheißende Bote trägt den Duft der Inbrunst und Begeisterung, den Lebenshauch der Liebe Gottes. Er lässt die Herzen vor Freude tanzen und erfüllt die Seelen mit Entzücken und mit überströmender Liebe. So stark hat die Herrlichkeit göttlicher Einheit Herzen und Seelen durchdrungen, dass sie nun alle durch himmlische Bande verbunden sind, ein Herz und eine Seele. So spiegeln sie jetzt aus tiefem Herzensgrund klar und deutlich den Abglanz des Geistigen und den Eindruck des Göttlichen. Ich erbitte von Gott, dass Er diese geistigen Bande Tag für Tag festige und diese mystische Einheit immer heller strahlen lasse, bis schließlich alle zu Heerscharen werden, gesammelt unter dem Banner des Bündnisses, unter dem Schutz und Schirm des Wortes Gottes; dass sie mit ganzer Kraft nach allumfassender, enger, herzlicher Freundschaft streben, und dass echte Liebe und geistige Verbundenheit alle Herzen in der Welt zusammenschmieden. Dann wird die ganze Menschheit durch diese neue hellstrahlende Gnadengabe in einem einzigen Heimatland versammelt. Dann werden Kampf und Streit von der Erdoberfläche verschwinden; dann wird die Menschheit in der Liebe zur Schönheit des Allherrlichen geborgen sein. Missklang wird sich in Einklang wandeln, Streit in Übereinstimmung. Die Wurzeln aller Bosheit werden ausgerissen, die Grundlagen der Angriffswut vernichtet werden. Die hellen Strahlen der Vereinigung werden das Dunkel der Grenzen verscheuchen, und himmlischer Glanz wird das menschliche Herz zu einem Schatzberg machen, der von der Liebe Gottes wie von Goldadern durchzogen ist.
O ihr Geliebten des Herrn! Dies ist die Stunde, da ihr euch mit allen Völkern der Erde in höchster Güte und Liebe verbinden sollt, da ihr die Zeichen und Merkmale von Gottes unermesslicher Barmherzigkeit für sie sein sollt. Ihr müsst die wahre Seele der Welt werden, der Lebenshauch im Leib der Menschenkinder. In diesem wundervollen Zeitalter, da die Urewige Schönheit, der Größte Name mit zahllosen Gaben am Horizont der Welt erschienen ist, flößt Gott durch Sein Wort dem innersten Wesenskern der Menschheit solche erstaunlichen Kräfte ein, dass Er menschlichen Eigenschaften alle Wirkung nimmt und die Völker mit Seiner allbezwingenden Macht in einem weiten Meer der Einheit zusammenführt.
Jetzt ist es Zeit für die Geliebten Gottes, das Banner der Einheit hochzurecken, in den Versammlungen der Welt die Lieder der Liebe und Freundschaft anzustimmen und allen zu zeigen, dass Gottes Gnade einzig ist. Dann werden die Tabernakel der Heiligkeit auf den Gipfeln der Erde errichtet, und alle Völker werden im schützenden Schatten des Wortes der Einheit versammelt. Dieser große Segen wird über der Welt aufgehen, wenn die Geliebten Gottes sich erheben, Seine Lehren auszuführen und den frischen, süßen Duft weltumspannender Liebe nah und fern zu verbreiten.
Das Gebot der Liebe und Freundschaft galt in jeder Sendung; aber dieses Gebot war begrenzt auf die Gemeinschaft derer, die miteinander einig waren. Es galt nicht gegenüber andersdenkenden Feinden. Gelobt sei Gott, denn in diesem wundervollen Zeitalter sind Gottes Gebote nicht abgegrenzt oder auf eine bestimmte Gruppe beschränkt. Vielmehr ist allen Freunden zur Pflicht gemacht, jeder Gemeinschaft auf Erden Liebe und Freundschaft, Rücksicht, Großmut und Wohlwollen entgegenzubringen. Jetzt müssen sich die Geliebten Gottes erheben, Seine Gebote in die Tat umzusetzen: Lasst sie den Menschenkindern gütige Väter sein, der Jugend mitfühlende Brüder, den vom Alter Gebeugten selbstlose Nachkommen. Das bedeutet, dass ihr jedem menschlichen Wesen zarte Liebe erzeigt, selbst euren Feinden, und dass ihr sie alle mit ungetrübter Freundschaft, mit Frohsinn und Güte willkommen heißt. Sollte euch jemand grausam verfolgen, so haltet ihm die Treue. Sollte Bosheit euren Weg kreuzen, so antwortet mit freundlichem Herzen. Wenn Speere und Pfeile auf euch regnen, so bietet eure Brust als spiegelblanke Zielscheibe; und als Antwort auf Fluch, Spott und böse Worte erzeigt überströmende Liebe. So werden alle Völker die Kraft des Größten Namens bezeugen; jedes Volk wird die Macht der Urewigen Schönheit anerkennen und sehen, wie Er die Mauern der Zwietracht niederreißt, wie sicher Er alle Völker auf Erden zur Einheit führt, wie Er die Menschenwelt erleuchtet und diese staubige Erde Lichtströme ausstrahlen lässt.
Diese menschlichen Wesen sind wie Kinder: frech und unbekümmert. Solche Kinder müssen erzogen werden mit grenzenloser Liebe und Fürsorge; sie müssen gütig gehegt werden in den Armen der Gnade, so dass sie die Liebe Gottes in ihrer geistigen Honigsüße kosten, dass sie zu Kerzen werden, die ihre Strahlen in diese finstere Welt ergießen, und deutlich erkennen, welche Flammenkronen der Herrlichkeit Er, der Größte Name, die Urewige Schönheit, Seinen Geliebten auf die Stirne setzt, welche reichen Gaben Er denen, die Er liebt, ins Herz legt, welche Liebe Er der Menschheit in die Brust pflanzt und welche Schätze an Freundschaft Er unter allen Menschen zum Vorschein bringt.
O Gott, mein Gott! Stehe Deinen vertrauten Dienern bei, dass sie liebevolle, empfindsame Herzen haben. Hilf ihnen, der Führung Licht, das von den himmlischen Heerscharen ausgeht, unter allen Erdenvölkern zu verbreiten. Wahrlich, Du bist der Starke, der Gewaltige, der Mächtige, der Allunterwerfende, der Immervergebende. Wahrlich, Du bist der Freigebige, der Sanfte, der Empfindsame, der Großmütigste.

8

O ihr Geliebten ‘Abdu’l-Bahás und ihr Dienerinnen des Barmherzigen! Es ist früh am Morgen, die belebenden Winde des Paradieses Abhá wehen über die ganze Schöpfung. Aber sie können nur jene bewegen, die reinen Herzens sind; nur der reine Sinn kann ihren Duft wahrnehmen. Nur das erkennende Auge erblickt die Sonnenstrahlen; nur das hörende Ohr kann dem Gesang der himmlischen Heerscharen lauschen. Zwar ergießt sich ergiebiger Frühlingsregen, der Segen des Himmels, auf alle Dinge; doch nur gute Erde kann er fruchtbar machen; den versalzenen Boden, auf dem alle Freigebigkeit keine Wirkung hervorbringen kann, den liebt er nicht.
Heute weht der sanfte, heilige Lufthauch des Reiches Abhá über alle Lande, aber nur, die reinen Herzens sind, kommen ihm nahe und können ihn nutzen. Diese unrecht behandelte Seele hofft, dass die Gnade des Selbstbestehenden und die offenbare Kraft des Wortes Gottes die Köpfe der Gedankenlosen freimachen, so dass sie den süßen Duft wahrnehmen, der aus den verborgenen Rosenbeeten des Geistes weht.
O ihr Freunde Gottes! Wahre Freunde sind wie erfahrene Ärzte, und Gottes Lehren sind wie heilender Balsam für das Bewusstsein des Menschen. Sie machen den Kopf klar, so dass der Mensch sie einatmen und sich an ihrem süßen Duft erfreuen kann. Sie erwecken die Schläfer. Sie machen die Achtlosen bewusst, schenken den Ausgestoßenen ihren Anteil und den Entmutigten Hoffnung.
Wenn an diesem Tag ein Mensch in Übereinstimmung mit Gottes Geboten und Ratschlägen handelt, wird er der Menschheit als göttlicher Arzt dienen, und wie die Posaune IsráfílsA15 wird er die Toten dieser bedingten Welt zum Leben rufen. Denn die Bestätigungen des Reiches Abhá strömen ununterbrochen, und eine Seele von solcher Tugend hat die unfehlbare Hilfe der himmlischen Heerscharen zum Beistand. So wird eine winzige Mücke zum machtvollen Adler, ein armseliger Spatz wandelt sich zu einem königlichen Falken in den Höhen urewiger Herrlichkeit.
Schaut deshalb nicht auf eure beschränkten Fähigkeiten, fragt nicht, ob ihr der Aufgabe würdig seid: Setzt eure Hoffnungen auf die Hilfe und Güte, die Gaben und Segnungen Bahá’u’lláhs – möge meine Seele ein Opfer für Seine Freunde sein! Jagt auf dem Kampfross hehren Strebens über das Schlachtfeld des Opfers, traget aus dieser weiten Kampfbahn den Preis göttlicher Güte von dannen.
O ihr Dienerinnen des barmherzigen Herrn! Wieviele Königinnen dieser Welt legten ihr Haupt auf ein Kissen aus Staub und schwanden dahin. Keine Frucht, keine Spur, kein Zeichen, nicht einmal ihre Namen ließen sie zurück. Für sie gibt es keinen Segen, ja kein Leben mehr. Nicht so die Dienerinnen an der Schwelle Gottes! Hell wie glitzernde Sterne leuchten sie an den Himmeln urewiger Herrlichkeit und verströmen ihren Glanz über alle Zeit. Sie haben ihre tiefsten Hoffnungen im Paradies Abhá erfüllt, sie haben den Honig der Wiedervereinigung in der Gemeinde des Herrn gekostet. Seelen wie diese nutzten ihr Erdendasein: Sie pflückten die Frucht des Lebens. Und die anderen? »Über sie brach wahrlich eine Zeit herein, da sie vergessen waren.«
O ihr Geliebten dieses Unterdrückten! Wischt euch die Augen, dass ihr keinen Menschen anders betrachtet als euch selbst. Seht keine Fremden, seht vielmehr alle Menschen als Freunde; denn Liebe und Einheit fallen schwer, wenn ihr den Blick auf das Andersartige heftet. Und in diesem neuen, wunderbaren Zeitalter lehren uns die heiligen Schriften, dass wir mit jedem Volk eins sein müssen, dass wir weder Grobheit noch Unrecht, weder bösen Willen noch Feindschaft oder Hass beachten dürfen. Vielmehr müssen wir unsere Augen auf den Himmel urewiger Herrlichkeit richten; denn jedes Geschöpf ist ein Zeichen Gottes, es kam durch die Gnade des Herrn und durch Seine Macht in die Welt. Deshalb ist keiner ein Fremder, jeder gehört zur Familie. Keiner ist Ausländer, jeder ein Freund, und jeder muss als Freund behandelt werden.
So müssen sich die Geliebten Gottes in herzlicher Verbundenheit Fremden wie Freunden gleicherweise zuwenden und allen das höchste Maß an Wohlwollen entgegenbringen. Dabei dürfen sie nicht auf ihre beschränkten Möglichkeiten achten und niemals fragen, ob es die anderen verdienen, geliebt zu werden. Lasst die Freunde in jedem Fall rücksichtsvoll und unendlich gütig sein. Lasst sie nie den Mut verlieren wegen der Bosheit der Leute, ihrer Angriffslust und ihrem Hass, wie schlimm das auch sei. Wenn andere ihre Speere nach euch schleudern, so bietet ihnen Milch und Honig als Gegengabe. Wenn sie euch das Leben vergiften, versüßt ihnen die Seele. Wenn sie euch schaden, lehrt sie, wie man getröstet wird. Wenn sie euch eine Wunde schlagen, seid Balsam für ihre Schmerzen. Wenn sie nach euch stechen, setzt ihnen einen erfrischenden Becher an die Lippen.
O Gott, mein Gott! Dies sind Deine schwachen Diener, Deine ergebenen Knechte und Mägde, die sich niederbeugen vor Deinem erhabenen Wort, sich demütigen an Deiner strahlenden Schwelle und Deine Einheit bezeugen, welche die Sonne in ihrem Mittagsglanz erstrahlen ließ. Sie lauschen dem Ruf, den Du aus Deinem verborgenen Reich erhebst, und bebenden Herzens, voll Liebe und Entzücken antworten sie darauf.
O Herr, lasse auf sie alle die Schauer Deines Erbarmens, die Wasser Deiner Gnade herabregnen. Lasse sie zu herrlichen Pflanzen des Himmelsgartens heranwachsen. Gib, dass dieser Garten unter den reichen Wolken Deiner Gnadengaben und aus den tiefen Wassern Deiner unendlichen Güte allezeit frisch und prächtig grüne und blühe.
Du bist wahrlich der Mächtige, der Erhabene, der Gewaltige, der allein in den Himmeln und auf Erden unverwandelt bleibt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Herrn offenbarer Zeichen und Beweise.

9

O du, dessen Herz überfließt vor Liebe zum Herrn! Ich wende mich dir zu an diesem geweihten Ort, um dein Herz mit meinem Sendbrief zu erfreuen; denn dieser Brief lässt das Herz dessen, der an die Einheit Gottes glaubt, seinen Flug zu den Gipfeln der Seligkeit nehmen.
Danke Gott, dass Er dich fähig macht, in Sein Reich der Macht einzutreten. Bald werden die Wohltaten deines Herrn in steter Folge über dich kommen, bald wird Er dich zum Zeichen machen für jeden Wahrheitssucher.
Halte dich fest an das Bündnis deines Herrn, und mit jedem Tag lasse deinen Vorrat an Liebe für Seine Geliebten wachsen. Wende dich in Güte den Dienern des Allbarmherzigen zu, um auf der Arche des Friedens, die über die Meere des Lebens fährt, das Segel der Liebe zu setzen. Lasse dich von nichts betrüben, ärgere dich über niemanden. Dir geziemt es, dem Willen Gottes ergeben allen Völkern auf Erden ohne Ausnahme ein wahrer, liebender, vertrauter Freund zu sein. Dies ist die Tugend der Aufrichtigen, die Art der Heiligen, das Zeichen derer, die an Gottes Einheit glauben, das Gewand des Volkes Bahá.
Danke dem Herrn und preise Ihn, dass Er dir gestattete, Ihm das Recht GottesA16 darzubringen. Das ist wahrlich eine besondere Gunst von Ihm für dich; so preise Ihn für dies Gebot, das in den Schriften deines Herrn niedergelegt wurde vom Altehrwürdigen der Tage.
Er ist wahrlich der Liebende, der Zarte, der Immerschenkende.

10

O du liebe Dienerin Gottes! Deinen Brief habe ich erhalten und seinen Inhalt zur Kenntnis genommen. Du bittest um eine Regel, nach der du dein Leben ausrichten sollst.
Glaube an Gott und richte dein Angesicht auf Sein hehres Reich. Sei verliebt in die Schönheit Abhá, stehe fest im Bündnis, sehne dich danach, zum Himmel allumfassenden Lichts aufzusteigen. Löse dich von dieser Welt und werde wiedergeboren durch den süßen Duft der Heiligkeit, der aus dem Reich des Höchsten weht. Rufe die Menschen zur Liebe, sei gütig zum ganzen Menschengeschlecht. Liebe die Menschenkinder, nimm Anteil an ihrem Leid. Gehöre zu denen, die Frieden stiften. Biete deine Freundschaft an und sei vertrauenswürdig. Sei Balsam für jede Wunde, Arznei für jedes Übel. Bringe die Seelen zusammen. Singe die Verse der Führung. Bete zu deinem Herrn, erhebe dich und führe die Menschen auf den rechten Pfad. Löse deine Zunge, lehre und lasse aus deinem Angesicht das Feuer der Liebe Gottes leuchten. Halte keinen Augenblick inne, suche keinen Atemzug der Ruhe. So wirst du zum Zeichen und Symbol der Liebe Gottes, zum Banner Seiner Gnade.

11

Den Freunden dienen heißt, dem Reiche Gottes dienen, und den Armen Beachtung schenken, ist eine der bedeutendsten Lehren Gottes.

12

Erkenne mit Gewissheit: Liebe ist das Geheimnis von Gottes heiliger Sendung, die Offenbarung des Allbarmherzigen, der Quell geistiger Ausgießung. Liebe ist des Himmels gütiges Licht, ewiger Odem des Heiligen Geistes, der die Menschenseele belebt. Liebe ist der Grund, warum sich Gott dem Menschen offenbart; sie ist im Einklang mit der göttlichen Schöpfung das Lebensband in den Wirklichkeiten der Dinge. Liebe sichert als einziges Mittel echtes Glück in dieser und der zukünftigen Welt. Liebe ist das Licht, das durchs Dunkel führt, das lebendige Bindeglied, das Gott mit dem Menschen vereint und den Fortschritt jeder erleuchteten Seele verbürgt. Liebe ist das größte Gesetz, das diesen mächtigen, himmlischen Zyklus regiert, die einzigartige Kraft, welche die verschiedenen Elemente der stofflichen Welt zusammenhält, die höchste Anziehungskraft, welche die Bewegung der Sphären in den Himmelsreichen regiert. Liebe enthüllt mit unfehlbarer, grenzenloser Kraft die verborgenen Geheimnisse des Weltalls. Liebe ist der Geist des Lebens für den geschmückten Leib der Menschheit. Sie errichtet in dieser vergänglichen Welt wahre Kultur und verströmt unvergänglichen Ruhm über jede Rasse und Nation, die hohe Ziele anstrebt.
Den Namen jedes Volkes, das Gott gnädiglich mit Liebe beschenkt, werden die himmlischen Heerscharen, die Schar der Engel und die Bewohner des Reiches Abhá gewiss preisen und verherrlichen. Jedes Volk jedoch, das sein Herz von dieser göttlichen Liebe, dieser Offenbarung des Barmherzigen, abkehrt, wird in schweren Irrtum absinken, verzweifeln und völlig zerfallen. Dieses Volk wird nirgends mehr Schutz finden; es wird den gemeinsten Kreaturen dieser Erde gleich werden, ein Opfer der Erniedrigung und der Schande.
O ihr Geliebten des Herrn! Bemüht euch, Offenbarungen der Liebe Gottes zu werden, Leuchten göttlicher Führung, die unter allen Geschlechtern auf Erden mit dem Licht der Liebe und Eintracht strahlen.
Heil sei den Offenbarern dieses herrlichen Lichtes!

13

O du Tochter des Königreiches! Dein Brief vom 5. Dezember 1918 erreichte mich. Er enthielt die gute Nachricht, dass die Freunde Gottes und die Dienerinnen des Barmherzigen im Sommer in Green Acre zusammengekommen sind, dass sie Tag und Nacht im Gedenken Gottes zubrachten, der Einheit der Menschenwelt dienten, allen Religionen Liebe bezeigten, frei blieben von jedem religiösen Vorurteil und gütig zu allen Menschen waren. Die göttlichen Religionen müssen Einheit unter den Menschen bewirken, als Mittel zu Einigkeit und Liebe dienen. Sie müssen den Weltfrieden verkünden, den Menschen von allen Vorurteilen befreien, Freude und Frohsinn spenden, Güte gegenüber allen Menschen einüben und alle Unterschiede beiseite räumen. So sagte Bahá’u’lláh, an die Menschenwelt gewandt: »O Menschen! Ihr seid die Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges.«Q7 Allenfalls ist es so, dass einige Seelen unwissend sind; sie müssen erzogen werden. Manche sind krank; sie müssen geheilt werden. Einige sind noch wie Kinder; wir müssen ihnen helfen, die Reife zu erreichen, und müssen ihnen gegenüber besonders gütig sein. So verhält sich das Volk Bahás.
Ich hoffe, deine Brüder und Schwestern werden alle zu Förderern der Menschheit werden.

14

O ihr beiden gesegneten Seelen! Eure Briefe sind angekommen. Sie zeigten, dass ihr nach der Wahrheit forscht und euch freigemacht habt von Nachahmung und Aberglauben, dass ihr mit eigenen und nicht mit fremden Augen schaut, mit eigenen und nicht mit fremden Ohren hört, dass ihr Geheimnisse mit eigenem und nicht mit fremdem Bewusstsein entdeckt. Wer nachahmt, sagt: Dieser Mensch hat etwas gesehen, dieser Mensch hat etwas gehört, dieser Mensch hat etwas entdeckt. Mit anderen Worten, er hängt von der Sicht, dem Gehör und dem Bewusstsein anderer ab und besitzt keinen eigenen Willen.
Preis sei Gott, denn ihr habt Willenskraft bewiesen und euch der Sonne der Wahrheit zugewandt. Die Gefilde eurer Herzen hat der Herr mit dem Licht des Königreichs erleuchtet; ihr wurdet auf den geraden Pfad geführt und geht die Straße, die zum Reich Gottes führt. Ihr habt das Paradies Abhá betreten und euren Anteil erlangt an der Frucht vom Baum des Lebens.
Selig seid ihr. Eine herrliche Wohnstatt erwartet euch. Gruß und Preis seien mit euch!

15

O du Gefangene der Liebe Gottes!A17 Der Brief, den du bei deiner Abreise geschrieben hast, hat mich erreicht und sehr erfreut. Ich hoffe, dass dir dein inneres Auge weit geöffnet wird, so dass sich dir der Kern göttlicher Geheimnisse erschließt.
Du begannst deinen Brief mit einem gesegneten Satz: »Ich bin Christin.« O wenn doch alle wahre Christen wären! Es ist einfach, sich als Christ zu bekennen; aber ein wirklicher Christ zu sein, ist schwierig. Heute sind etwa fünfhundert Millionen Seelen Christen; aber der wahre Christ ist selten: Er ist die Seele, aus deren anmutigem Gesicht Christi Herrlichkeit strahlt, die Seele, welche die Vollkommenheiten des Königreiches offenbart. Das ist sehr wichtig, denn Christ zu sein, heißt jede vorhandene Vollkommenheit verkörpern. Ich hoffe, dass auch du eine wahre Christin wirst. Danke Gott, dass du durch die göttlichen Lehren zu guter Letzt in höchstem Maße beides erhalten hast, das äußere wie das innere Auge, dass du fest in der Gewissheit und im Glauben wurzelst. Ich hoffe sehr, dass auch andere erleuchtete Augen, hörende Ohren und ewiges Leben erlangen, dass diese vielen Flüsse aus den verschiedenen, verstreuten Flussbetten ihren Weg heimfinden in das alles umspülende Meer, dass sie zusammenfließen und sich zu einer einzigen Woge brandender Einheit erheben, dass die einende Wahrheit durch die Macht Gottes alle eingebildeten Unterschiede verschwinden lasse. Dies ist das einzig Wesentliche; denn wenn Einheit erreicht ist, verschwinden alle anderen Probleme von selbst.
O verehrte Dame! Nach den göttlichen Lehren in dieser ruhmreichen Sendung sollten wir keinen herabsetzen oder unwissend nennen mit den Worten: »Du weißt es nicht, ich aber weiß es.« Vielmehr sollten wir anderen mit Achtung begegnen, und wenn wir etwas erklären und zeigen möchten, sollten wir wie Wahrheitssucher sagen: »Hier liegen uns diese Dinge vor. Lasst uns forschen, damit wir entscheiden können, wo und in welcher Gestalt die Wahrheit zu finden ist.« Der Lehrer darf nicht sich selbst als wissend und die anderen als unwissend betrachten. Solche Gedanken erzeugen nur Stolz, und der Stolz trägt nicht dazu bei, andere zu beeinflussen. Der Lehrer darf sich in keiner Weise als überlegen ansehen. Er muss äußerst freundlich, bescheiden und demütig sprechen; denn diese Sprechweise übt Einfluss aus und erzieht die Seelen.
O verehrte Dame! Alle Propheten wurden nur zu einem einzigen Zweck zur Erde herniedergesandt. Christus wurde zu diesem Zweck offenbart, Bahá’u’lláh erhob dafür den Ruf des Herrn: dass die Menschenwelt zur Welt Gottes werde, diese niedere Welt zum Reich Gottes, dieses Dunkel zu Licht, diese satanische Bosheit zum Kanon himmlischer Tugenden; ferner dass Einheit, Freundschaft und Liebe für das ganze Menschengeschlecht errungen werden, dass organische Einheit wieder erscheine, die Grundlagen der Uneinigkeit zerstört werden und die Menschheit ewiges Leben und ewige Gnade ernte.
O verehrte Dame! Schau dich um in der Welt! Einheit, gegenseitige Anziehung, Zusammensein verursachen Leben; aber Uneinigkeit und Missklang bedeuten Tod. Wenn du alle Erscheinungen bedenkst, wirst du erkennen, wie jedes erschaffene Ding durch die Vermischung vieler Elemente entsteht. Wenn diese Gesamtheit der Elemente aufgelöst wird, wenn der Einklang der Elemente aufgehoben wird, ist damit das Leben in dieser Erscheinungsform ausgelöscht.
O verehrte Dame! Obwohl in vergangenen Religionszyklen Einklang begründet wurde, war in Ermangelung der Mittel die Einheit der Menschheit unerreichbar. Die Kontinente blieben weit voneinander getrennt, ja sogar unter den Völkern ein und desselben Kontinents waren Verbindung und Austausch nahezu unmöglich. Infolgedessen waren Umgang, Verständigung und Einheit zwischen allen Völkern und Geschlechtern der Erde unerreichbar. Heute jedoch haben sich die Kommunikationsmittel vervielfacht, und die fünf Kontinente der Erde sind im Grunde genommen zu einem Ganzen verschmolzen. Jedem Menschen fällt es heute leicht, überallhin zu reisen, mit anderen Völkern zusammenzukommen und Meinungen auszutauschen oder sich durch Veröffentlichungen mit den Lebensbedingungen, Glaubensvorstellungen und Gedanken aller Menschen vertraut zu machen. Ebenso sind alle Glieder der menschlichen Familie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, in steigendem Maße voneinander abhängig geworden. Keiner kann mehr in Selbstgenügsamkeit leben, weil politische Bindungen alle Völker und Nationen vereinen, die Bande des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft und des Bildungswesens Tag für Tag stärker werden. Folglich ist die Einheit der ganzen Menschheit heutzutage erreichbar geworden. Wahrlich, dies ist nur eines der Wunder dieses wunderbaren Zeitalters, dieses ruhmreichen Jahrhunderts. Die vergangenen Zeitalter waren all dessen beraubt, denn dieses Jahrhundert – das Jahrhundert des Lichtes – ist mit einzigartiger, unvergleichlicher Herrlichkeit, mit Macht und Erleuchtung ausgestattet worden. Darum entfaltet sich mit jedem Tag ein ungeschautes, erstaunliches Wunder. Schließlich wird man sehen, wie hell seine Lichtstrahlen in der Gemeinschaft der Menschen leuchten werden.
Sieh, wie dieses Licht nun am dunklen Horizont der Welt zu dämmern beginnt! Der erste Lichtstrahl ist die Einheit im politischen Bereich; der allererste Schimmer davon lässt sich nunmehr erkennen. Der zweite Lichtstrahl ist die Einheit des Denkens in weltweiten Unternehmungen, die bald vollzogen werden wird. Der dritte Lichtstrahl ist die Einheit in der Freiheit, die sicherlich eintreten wird. Der vierte Lichtstrahl ist die Einheit in der Religion, der Eckstein, auf dem die Grundlage ruht; auch sie wird durch die Macht Gottes in ihrer ganzen Strahlenfülle offenbar werden. Der fünfte Lichtstrahl ist die Einheit der Nationen – eine Einheit, die in diesem Jahrhundert sicher begründet werden wird, so dass sich alle Völker der Welt als Bürger eines gemeinsamen Vaterlandes betrachten. Der sechste Lichtstrahl ist die Einheit der Rassen, die alle Erdenbewohner zu Völkern und Geschlechtern einer Rasse macht. Der siebte Lichtstrahl ist die Einheit der Sprache, das heißt die Wahl einer universalen Sprache, in der alle Menschen unterrichtet werden und miteinander verkehren. All dies wird unausweichlich eintreten, weil die Macht des Reiches Gottes seine Verwirklichung fördern und unterstützen wird.

16

O ihr erleuchteten Geliebten und ihr Dienerinnen des Barmherzigen! Zu einer Zeit, da die finstere Nacht der Unwissenheit, der Missachtung des Göttlichen und die von Gott trennenden Schleier die Erde umhüllten, dämmerte ein strahlender Morgen, und ein Licht stieg am östlichen Himmel empor. Dann erschien die Sonne der Wahrheit, und der strahlende Glanz des Reiches Gottes ergoss sich über Ost und West. Die Augen hatten zu sehen, erfreuten sich der frohen Botschaft und riefen: »O selig, selig sind wir!« Und sie erkannten die geistige Wirklichkeit aller Dinge und entdeckten die Geheimnisse des Gottesreiches. Von ihren Einbildungen und Zweifeln erlöst, schauten sie das Licht der Wahrheit. Sie tranken den Kelch der Liebe Gottes bis zur Neige und wurden so begeistert, dass sie die Welt und ihr eigenes Selbst gänzlich vergaßen. In jauchzender Freude eilten sie zur Stätte ihres Martyriums, und wo die Menschen aus Liebe sterben, da warfen sie Haupt und Herz von sich.
Die aber, deren Augen nicht sahen, wunderten sich über diese Erregung und riefen: »Wo ist denn das Licht?« und wiederum: »Wir sehen kein Licht! Wir sehen keine Sonne aufgehen! Hier gibt es keine Wahrheit. Das ist nur Einbildung und sonst nichts.« Wie Fledermäuse flohen sie ins verborgene Dunkel und fanden dort, wie sie meinten, ein gewisses Maß an Sicherheit und Frieden.
All das ist jedoch erst der Beginn der Morgendämmerung; die Glut der aufgehenden Sonne der Wahrheit ist noch nicht auf dem Höhepunkt ihrer Kraft. Wenn aber die Sonne im Zenit steht, wird sie so heiß brennen, dass sie sogar das Gewürm in der Erde aufschreckt. Und obwohl es kein Licht sehen kann, wird es dennoch durch diese Hitze in rasende Bewegung versetzt.
Darum, o ihr Geliebten Gottes, seid dankbar, dass ihr am Tage der Morgendämmerung euer Angesicht dem Lichte der Welt zuwendet und seine Herrlichkeit schaut. Ihr habt einen Anteil am Lichte der Wahrheit empfangen; ihr erfreut euch einer Vielzahl von Segnungen, die ewig währen. Darum sollt ihr als Dankesgabe für diese Gnade keinen Augenblick ruhen noch rasten. Bringt den Menschen die frohe Botschaft vom Reiche Gottes, verbreitet überall Gottes Wort.
Handelt im Einklang mit dem Willen des Herrn: Erhebt euch also in solcher Weise und mit solchen Tugenden, dass dem Körper dieser Welt eine lebendige Seele geschenkt wird, und bringt dieses zarte Kind, die Menschheit, zur Stufe der Reife. Entzündet, wann immer ihr könnt, bei jeder Begegnung eine Kerze der Liebe, erfreut und ermutigt mitfühlend jedes Herz. Sorgt euch um den Fremden wie um einen der euren, zeigt Ausländern die gleiche Liebe und Güte wie euren treuen Freunden. Sollte jemand Streit mit euch suchen, trachtet danach, ihn zum Freunde zu gewinnen. Sollte jemand euch bis ins Innerste verletzen, seid ein heilender Balsam für seine Wunden. Sollte euch jemand verspotten und verhöhnen, begegnet ihm mit Liebe. Sollte jemand seine Schuld auf euch abwälzen, lobt ihn. Sollte er euch tödliches Gift anbieten, so gebt ihm dafür den besten Honig; und sollte er euer Leben bedrohen, so gewährt ihm eine Arznei, die ihn für immer heilen wird. Sollte er die Qual selbst sein, so seid ihr seine Medizin. Sollte er wie Dornen sein, seid ihr seine Rosen und süßen Kräuter. Vielleicht werden solche Taten und Worte von euch diese finstere Welt schließlich hell erstrahlen lassen, diese staubige Erde himmlisch machen, diesen höllischen Kerker in einen Königspalast des Herrn verwandeln – so dass Krieg und Hader verschwinden und nicht mehr sind, Liebe und Vertrauen ihre Zelte auf den Gipfeln der Welt errichten. Das ist der Wesenskern der Ermahnungen Gottes. Das sind – mit wenigen Worten – die Lehren der Sendung Bahás.

17

O ihr Erwählten des Reiches Abhá! Lobet den Herrn der Heerscharen; denn auf den Wolken schwebend ist Er aus dem Himmel des unsichtbaren Reiches in diese Welt herabgekommen, um Ost und West durch die herrliche Sonne der Wahrheit zu erleuchten. Der Ruf des Königreiches erscholl, die Boten aus den Sphären der Höhe sangen nach den Weisen der himmlischen Heerscharen die frohe Botschaft Seines Kommens. Da erzitterte die ganze Welt des Seins vor Freude, doch die Menschen schliefen weiter, wie es der Messias voraussagte; denn der Tag der Manifestation, da der Herr der Heerscharen herabstieg, fand sie verhüllt in den Schlaf der Unwissenheit. Wie Er im Evangelium sagte: »Mein Kommen geschieht, wie wenn der Dieb im Hause ist, und der Hausherr ist nicht auf der Hut.«Q8
Vor allen Menschen hat Er euch erwählt. Eure Augen wurden dem Lichte der Führung eröffnet, eure Ohren auf die Musik der himmlischen Heerscharen eingestimmt. Ihr wurdet mit großer Gnade gesegnet, denn eure Herzen und Seelen sind zu neuem Leben wiedergeboren. Danket und preiset Gott, dass die Hand unermesslicher Segnungen euch diese edelsteinbesetzte Krone aufs Haupt gedrückt hat – eine Krone, deren leuchtende Juwelen bis in alle Ewigkeit glitzern und strahlen werden.
Bemüht euch nach Kräften und erwählt euch ein erhabenes Ziel, um Ihm für all das zu danken. Gehorcht den Lehren Gottes durch die Macht des Glaubens, und lasst all eure Taten mit Seinen Geboten in Einklang sein. Lest die Verborgenen Worte, denkt über ihre innere Bedeutung nach und handelt danach. Lest mit größter Aufmerksamkeit die Sendschreiben ṬarázátA18, KalimátA19, TajallíyátA20, IshráqátA21 und BishárátA22 und erhebt euch, wie in den himmlischen Lehren geboten. So sei jeder von euch wie eine leuchtende Kerze der Anziehungspunkt, wo immer Menschen zusammenkommen, und wie ein Blumenbeet sollt ihr süßen Duft verbreiten.
Tost wie das brüllende Meer, und wie eine schwere Wolke regnet die Gnade des Himmels nieder. Erhebt eure Stimme und singt die Weisen vom Reiche Abhá. Erstickt die Flammen des Krieges, hisst hoch die Banner des Friedens, arbeitet für die Einheit der Menschheit und denkt daran, dass Religion ein Kanal der Liebe zu allen Völkern ist. Wisst, dass die Menschenkinder Gottes Schafe sind und Er ihr liebender Hirte, dass Er zärtlich all Seine Schafe umsorgt, sie auf Seinen grünen Auen der Gnade weidet und sie aus dem Brunnquell des Lebens tränkt. So handelt der Herr. Das sind Seine Segnungen. Das ist aus Seinen Lehren Sein Gebot für die Einheit der Menschheit.
Die Tore Seines Segens sind weit geöffnet, Seine Zeichen sind überall kundgetan, hell leuchtet die Wahrheit in ihrer Herrlichkeit. Gottes Segen ist unerschöpflich. Erkennt den Wert dieser Zeit. Strebet aus ganzem Herzen, erhebt eure Stimme und rufet laut, bis diese dunkle Welt sich mit Licht erfüllt, bis diese enge Schattengruft sich weitet, bis dieser flüchtige Haufen Staub sich in einen Spiegel der ewigen Himmelsgärten verwandelt und dieser Erdball seinen Teil an der himmlischen Gnade erhält.
Dann wird die Angriffslust verpuffen; was zu Uneinigkeit führt, wird ausgerottet, und der Bau der Einheit wird errichtet – auf dass der Gesegnete Baum seinen Schatten über Ost und West breite, die Stiftshütte der Einzigkeit des Menschen auf den höchsten Gipfeln errichtet werde, die Flaggen der Liebe und Freundschaft rund um die Welt an ihren Masten flattern, bis das Meer der Wahrheit hoch aufbraust, die Erde die Rosen und würzigen Kräuter immerwährender Segnungen hervorbringt und von Pol zu Pol zum Paradies Abhá wird.
Dies ist ‘Abdu’l-Bahás Rat. Ich hoffe, dass ihr mit dem Segen des Herrn der Heerscharen zur geistigen Substanz, zum Strahlenglanz des Menschengeschlechts werdet und alle Herzen mit dem Bande der Liebe vereint; dass ihr durch die Macht des Wortes Gottes die Toten zum Leben erweckt, die jetzt in den Gräbern ihrer sinnlichen Wünsche liegen, dass ihr mit den Sonnenstrahlen der Wahrheit denen die Sicht wiedergebt, deren inneres Auge erblindet ist, dass ihr den geistig Kranken geistige Heilung bringt. Auf all das aus den Segnungen und Gnadengaben des Geliebten hoffe ich.
Zu allen Zeiten spreche ich von euch und denke an euch. Ich bete zum Herrn, und unter Tränen flehe ich Ihn an, dass Er all diese Segnungen über euch ausschütte, eure Herzen erfreue, eure Seelen entzücke und euch unermessliche Freude und himmlische Wonne schenke …
O Du liebender Versorger! Diese Seelen hören auf den Ruf des Königreiches und schauen die Sonne der Wahrheit in ihrer Herrlichkeit. Sie erheben sich in die frischen Himmel der Liebe, fühlen sich hingezogen zu Deinem Wesen und beten Deine Schönheit an. Dir wenden sie sich zu, sprechen miteinander von Dir, suchen nach Deiner Wohnstatt und dürsten nach den Wasserläufen Deines himmlischen Reiches.
Du bist der Geber, der Verleiher, der Ewig-Liebende.

18

O du, der du ein sehendes Herz hast! Zwar bist du körperlich des Augenlichtes beraubt, doch hast du, gepriesen sei Gott, geistige Einsicht. Dein Herz sieht, dein Geist hört. Das Augenlicht unterliegt tausend Krankheiten und geht schließlich mit Sicherheit verloren. Deshalb sollte ihm keine Bedeutung beigemessen werden. Aber das Auge des Herzens ist erleuchtet. Es entdeckt und erforscht das Gottesreich. Es besteht immer und ewig. So preise Gott, dass deines Herzens Auge erleuchtet ist und deines Geistes Ohr empfänglich.
Jede Zusammenkunft, die ihr organisiert, darin ihr himmlische Regungen fühlt, Wirklichkeiten und Bedeutungen erfasst, ist wie das Sternenzelt, und die Seelen dort sind strahlende Sterne, die mit dem Licht der Führung leuchten.
Glücklich die Seele, die in diesem herrlichen Zeitalter himmlische Lehren sucht, und selig das Herz, das von der Liebe Gottes bewegt und angezogen wird.

19

Preis sei Ihm, in Dessen Herrlichkeit Erde und Himmel erglühen, in Dessen Dufthauch die Gärten der Heiligkeit, welche die Herzen der Auserwählten schmücken, vor Freude erzittern. Preis sei Ihm, der Sein Licht verströmt und das Angesicht des Firmaments erhellt. Wahrlich, strahlende, feurige Sterne sind erschienen; sie funkeln, leuchten und senden ihre Strahlen dem höchsten Horizont entgegen. Ihre Anmut und Pracht empfingen sie aus den Gnadengaben des Reiches Abhá. Zu Sternen der Führung geworden, ergossen sie ihr Licht auf diese Erde.
Preis sei Ihm, der diese neue Ära, dieses Zeitalter höchster Würde, gestaltet hat wie ein Festspiel, das aller Dinge Wirklichkeit den Augen enthüllt. Nun regnen die Wolken der Freigebigkeit hernieder, die Gaben des liebenden Herrn sind offenbar; denn die sichtbare wie die unsichtbare Welt wurden erleuchtet, der Verheißene kam zur Erde, die Schönheit des Angebeteten erstrahlte.
Gruß, Segen und Willkomm seien dieser Umfassenden Wirklichkeit, diesem Vollkommenen Wort, diesem Offenbaren Buch, diesem Strahlenglanz, der am höchsten Himmel anbrach, diesem Führer aller Nationen, diesem Licht der Welt – Dessen überströmende Gnade, einem wogenden Meere gleich, die ganze Schöpfung überflutete, so dass seine Wellen schimmernde Perlen an die Gestade der sichtbaren Welt spülten. Jetzt ist die Wahrheit erschienen und die Falschheit geflohen. Jetzt ist der Tag angebrochen, und alles jauchzt. Die Seelen der Menschen werden geheiligt, ihr Geist geläutert, ihr Herz beglückt, ihr Verstand geklärt, ihre geheimen Gedanken gesunden, ihr Gewissen wird reingewaschen, ihr innerstes Selbst geheiligt; denn der Tag der Auferstehung ist gekommen, und die Segnungen deines Herrn, des Vergebenden, umfassen alle Dinge. Heil und Preis seien den glänzenden, prangenden Sternen, die ihre Strahlen aus dem höchsten Himmel herniedersenden, diesen Sternbildern im umgürtenden Tierkreis des Reiches Abhá. Ruhm sei mit ihnen.
Und nun, o du verehrter Freund, der du die Große Verkündigung vernommen hast, erhebe dich, der Sache Gottes zu dienen mit der unwiderstehlichen Macht des Reiches Abhá und mit dem Odem, der aus dem Geiste der himmlischen Heerscharen weht. Sei nicht bekümmert über das, was die Pharisäer und die Gerüchteköche unter den Zeitungsleuten über Bahá sagen. Rufe dir die Tage Christi ins Gedächtnis und die Leiden, mit denen das Volk Ihn überschüttete, und all die Qual und Trübsal, die man Seinen Jüngern zufügte. Da ihr Liebende der Schönheit Abhá seid, müsst auch ihr um Seiner Liebe willen die Schmach der Völker auf euch laden; alles, was den Jüngern einst widerfuhr, muss auch euch treffen. Dann werden die Angesichter der Auserwählten strahlen im Glanz des Gottesreiches in allen Zeitaltern, ja in allen Zyklen der Zukunft. Die Leugner aber verharren in offenkundigem Verlust. Es wird sein, wie es Christus, der Herr, voraussagte: »Sie werden euch verfolgen um Meines Namens willen.«Q9
Rufe ihnen diese Worte ins Gedächtnis und sprich: »Wahrlich, die Pharisäer erhoben sich gegen den Messias, trotz der leuchtenden Schönheit Seines Antlitzes und all Seiner Anmut, und sie schrien, Er sei nicht der Messias,A23 sondern ein UnholdA24 weil Er behauptete, der allmächtige Gott, der unumschränkte Herr über alle zu sein. Und Er sagte ihnen: ›Ich bin Gottes Sohn, und wahrlich, im innersten Sein des einzigen Sohnes, Seines mächtigen Schützlings, stehet der Vater, deutlich offenbart mit allen Seinen Eigenschaften und Vollkommenheiten.‹ Das sei, so sagten sie, nach den klaren, unwiderleglichen Texten des Alten Testaments offene Gotteslästerung und eine Verleumdung des Herrn. Deshalb fällten. sie das Urteil gegen Ihn, bestimmten, dass Sein Blut vergossen werde, und hängten Ihn ans Kreuz, wo Er ausrief: ›O Mein geliebter Herr, wie lange willst Du Mich ihnen überlassen? Erhebe Mich zu Dir, schütze Mich bei Dir, gib Mir eine Wohnstatt bei Deinem Thron der Herrlichkeit. Wahrlich, Du bist der Erhörer der Gebete, und Du bist der Gütige, der Barmherzige. O Mein Herr! Wahrlich, diese weite Welt ist zu klein für Mich; Ich liebe dieses Kreuz aus Liebe zu Deiner Schönheit, aus Sehnsucht nach Deinem Reich der Höhe und um des Feuers willen, das, von den Windstößen Deiner Heiligkeit entfacht, in Meinem Herzen lodert. Hilf Mir, o Herr, zu Dir aufzusteigen, stehe Mir bei, Deine Heilige Schwelle zu erreichen, o Mein liebender Herr! Wahrlich, Du bist der Barmherzige, der Besitzer großer Gabenfülle! Wahrlich, Du bist der Großmütige! Wahrlich, Du bist der Mitleidvolle! Wahrlich, Du bist der Allwissende! Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Mächtigen, dem Kraftvollen!‹«
Nur aus Unwissenheit über den tiefsten Kern der Geheimnisse, nur weil sie Seinen Strahlenglanz nicht schauten und Seine Beweise nicht beachteten, erkühnten sich die Pharisäer, Ihn zu verleumden und dieser schweren Sünde zu beschuldigen. Sonst hätten sie Seine Worte anerkannt und für die von Ihm offenbarten Verse Zeugnis abgelegt. Sie hätten die Wahrheit Seiner Äußerungen bekannt, im schirmenden Schatten Seines Banners Schutz gesucht, von Seinen Zeichen und Beweisen gelernt und über Seine glückselige Botschaft frohlockt.
Wisse, dass Gott in Seinem Wesen – wenn man Ihn den Unsichtbaren des Unsichtbaren nennt, unbeschreiblich und jenseits menschlicher Fassungskraft – erhaben ist über jede Erwähnung oder Begriffsbestimmung, jede Andeutung oder Anspielung, jeden Beifall oder Lobpreis. In dem Sinn, dass Er ist, der Er ist, kann der Verstand Ihn niemals begreifen, und die Seele, die Seine Erkenntnis sucht, ist nur ein Wanderer in der Wüste, weit in die Irre gegangen. »Keine Schau kann Ihn umfassen, aber Er umfasst alle Schau. Er ist der Sinnreiche, der Allwissende.«Q10
Wenn du aber über das innerste Wesen aller Dinge und über die Eigenart eines jeden nachsinnst, wirst du die Zeichen für die Gnade deines Herrn in allem Erschaffenen erblicken und schauen, wie sich Seine Namen und Eigenschaften strahlengleich über das ganze Reich des Seins verbreiten mit Beweisen, die nur die Eigensinnigen und die Achtlosen leugnen können. So wirst du das Weltall als eine Schriftrolle begreifen, die Seine auf wohlbehüteter Tafel verwahrten verborgenen Geheimnisse offenlegt. Und es gibt kein Atom unter allen Atomen, kein Geschöpf unter allen Geschöpfen, das nicht Sein Lob sänge, Seine Namen und Eigenschaften kündete, die Herrlichkeit Seiner Macht offenbarte und den Weg wiese zu Seiner Einheit und Gnade. Niemand mit Ohren zu hören, Augen zu sehen und einem gesunden Menschenverstand wird das leugnen.
Und wenn du auf die Schöpfung als Ganzes blickst und die Atome darin betrachtest, wirst du erkennen, dass die Sonne der Wahrheit ihre Strahlen auf alle Dinge ergießt, in allen Dingen leuchtet und durch alle Dinge ihren Glanz, ihre Geheimnisse und ihre Lichtfülle verkündet. Schaue die Bäume, die Blüten und Früchte, ja selbst die Steine. Überall siehst du, wie sich die Sonnenstrahlen über die Dinge ergießen, in ihnen deutlich sichtbar sind und durch sie sich offenbaren.
Wenn du aber deinen Blick auf einen hell glänzenden, makellos reinen Spiegel richtest, der die göttliche Schönheit wiedergibt, so siehst du darin die Sonne mit ihren Strahlen, ihrer Wärme, ihrer Scheibe, ihrer ganzen erhabenen Gestalt. Jedes einzelne Wesen besitzt den ihm zugemessenen Anteil am Sonnenlicht und kündet von der Sonne; aber jene allumfassende Wirklichkeit in ihrer ganzen Herrlichkeit, jener makellose Spiegel, dessen Eigenschaften denen der darin offenbarten Sonne entsprechen, drückt den Ursprung der Herrlichkeit mit all seinen Merkmalen aus. Und diese universale Wirklichkeit ist Mensch, göttliches Sein, immerwährendes Wesen. »Sprich: Rufet Gott an oder ruft den Allbarmherzigen an; wie ihr Ihn auch anrufet, überaus herrlich sind Seine Namen.«Q11
Das ist die Bedeutung der Worte des Messias, dass der Vater im Sohne ist.A25 Erkennst du es nicht? Sollte ein makelloser Spiegel verkünden: »Wahrlich, die Sonne mit allen ihren Eigenschaften, Beweisen und Zeichen scheint in mir«, so wäre des Spiegels Rede weder irreführend noch falsch. Nein, bei Dem, der den Spiegel erschuf, ihn formte, ihm Gestalt gab und ihn zu einem Wesen machte, das den ihm innewohnenden Merkmalen der Herrlichkeit entspricht! Gelobt sei Er, der ihn erschuf! Gelobt sei Er, der ihm Gestalt gab! Gelobt sei Er, der ihn offenbarte!
Das waren die Worte aus dem Munde Christi. Und wegen dieser Worte wurde Er von ihnen kritisiert und angegriffen, als Er zu ihnen sagte: »Wahrlich, der Sohn ist im Vater und der Vater ist im Sohn.«Q12 Lasse dich darüber belehren und erkenne die Geheimnisse deines Herrn. Die Leugner indes sind durch Schleier von Gott getrennt: Sie sehen nichts, sie hören nichts und verstehen nichts. »Überlass sie dem müßigen Umgang mit ihren Spitzfindigkeiten.«Q13 Überlass sie ihren Wanderungen an Flussbetten, darin kein Wasser fließt. Wie das Vieh auf der Weide können sie buntes Glas nicht von Perlen unterscheiden. Sind sie nicht ausgeschlossen von den Geheimnissen deines Herrn, des Gütigen, des Gnädigen?
Du aber erfreue dich dieser schönsten aller frohen Botschaften! Erhebe dich, Gottes Wort zu preisen und Seinen süßen Duft in jenem weiten, mächtigen Land zu verbreiten. Wisse mit Gewissheit, dein Herr wird dir zu Hilfe eilen mit einer Streitmacht der himmlischen Heerscharen aus dem Reich Abhá. Sie werden zum Angriff übergehen und mit Ungestüm über die Scharen der Unwissenden und Blinden hereinbrechen. Binnen kurzem wirst du sehen, wie die Dämmerröte aus dem erhabensten Reich hervorbricht und das Morgenlicht alle Gebiete umfängt. Es wird das Dunkel in die Flucht schlagen, die Düsternis der Nacht wird vergehen, strahlend wird der Glaube die Stirn erheben, die Sonne wird aufsteigen und die Welt erleuchten. An jenem Tage werden die Getreuen frohlocken und die Standhaften glückselig sein. Dann werden sich die Verleumder aus dem Staub machen; die Unentschlossenen werden ausgelöscht, selbst die dunkelsten Schatten vergehen, wenn das erste Morgenlicht anbricht.
Gegrüßt und gepriesen seiest du.
O Gott, mein Gott! Hier ist Dein strahlender Diener, Dein geistiger Knecht, der sich Dir zukehrt und sich Deiner Gegenwart nähert. Dir wendet er sein Angesicht zu und bekennt Deine Einheit und Einzigkeit. In Deinem Namen ruft er die Völker und führt die Menschen zu den strömenden Wassern Deines Erbarmens, o Du großmütigster Herr! Denen, die darum bitten, gibt er zu trinken aus der Führung Kelch, der überfließt vom Weine Deiner unermesslichen Gnade.
O Herr, stehe ihm bei in jeder Lage, lasse ihn Deine wohlgehüteten Geheimnisse erfahren und regne Deine verborgenen Perlen auf ihn nieder. Mache ihn zu einem Banner, das von des Turmes Zinnen im Winde Deines himmlischen Beistands weht. Mache ihn zu einem Quell kristallklaren Wassers.
O mein vergebender Herr! Erhelle die Herzen mit einer leuchtenden Lampe, die weithin scheint und denen in Deinem Volke, die Du großmütig begünstigst, aller Dinge Wirklichkeit enthüllt.
Wahrlich, Du bist der Mächtige, der Gewaltige, der Beschützer, der Starke, der Wohltäter! Wahrlich, Du bist der Herr allen Erbarmens.

20A26

Obgleich die Juden, als Christus vor zwanzig Jahrhunderten erschien, sehnlichst Sein Kommen erwarteten und jeden Tag unter Tränen beteten und flehten: »O Gott, beschleunige die Offenbarung des Messias«, verleugneten sie Ihn doch, als die Sonne der Wahrheit dämmerte, und erhoben sich gegen Ihn in größter Feindschaft. Schließlich kreuzigten sie diesen göttlichen Geist, das Wort Gottes, und nannten Ihn Beelzebub, den Bösen, wie es das Evangelium berichtet. Der Grund war, dass sie sagten: »Die Offenbarung Christi wird nach dem klaren Text der Thora durch gewisse Zeichen bezeugt werden, und solange diese Zeichen nicht erschienen sind, ist jeder ein Betrüger, der beansprucht, ein Messias zu sein. Eines dieser Zeichen ist, dass der Messias von einem unbekannten Ort kommen wird; wir alle aber kennen dieses Mannes Haus in Nazareth, und was kann von Nazareth Gutes kommen? Das zweite Zeichen ist, dass Er herrschen wird mit einem Stab aus Eisen, das heißt, dass Er mit dem Schwerte Taten verrichten wird. Dieser Messias aber hat nicht einmal einen hölzernen Stab. Eine andere Bedingung und ein anderes Zeichen sind: Er muss sitzen auf dem Throne Davids und Davids Herrschaft aufrichten. Nun aber hat dieser Mann, weit davon entfernt, auf einem Thron zu sitzen, nicht einmal eine Matte, auf der er sich niederlassen könnte. Eine andere Bedingung ist die Verkündigung aller Gesetze der Thora. Dieser Mann aber hat diese Gesetze abgeschafft und sogar den Sabbat gebrochen, obgleich der klare Text der Thora bestimmt, dass, wer den Anspruch erhebt, ein Prophet zu sein, und Wunder tut, aber den Sabbat bricht, getötet werden müsse. Ein anderes Zeichen ist, dass unter Seiner Regierung die Gerechtigkeit so fortgeschritten sein wird, dass rechter Sinn und rechte Tat sich von der menschlichen Welt sogar auf die Tierwelt ausbreiten. Schlange und Maus werden ein Loch miteinander teilen, Adler und Rebhuhn ein Nest. Löwe und Gazelle werden auf einer Wiese weiden, Wolf und Lamm werden trinken aus einem Quell. Nun haben aber zu seiner Zeit Ungerechtigkeit und Tyrannei so überhandgenommen, dass sie ihn gekreuzigt haben. Eine andere Bedingung ist, dass in den Tagen des Messias die Juden zu Wohlstand kommen und über alle Völker der Welt triumphieren werden. Heute aber leben sie in äußerster Erniedrigung und in der Knechtschaft des Römerreiches. Wie kann dieser Mann der in der Thora verheißene Messias sein?«
So verwarfen sie die Sonne der Wahrheit, obgleich dieser Geist Gottes wirklich der in der Thora Verheißene war. Weil sie aber die Bedeutung der Zeichen nicht verstanden, kreuzigten sie das Wort Gottes. Die Bahá’í sind der Ansicht, dass die überlieferten Zeichen in der Manifestation Christi verwirklicht sind, wenn auch nicht in dem Sinne, wie es die Juden verstanden; denn die Beschreibung in der Thora ist sinnbildlich aufzufassen. So ist zum Beispiel eines der Zeichen das der Herrschaft. Die Bahá’í sagen, dass die Herrschaft Christi eine himmlische, göttliche, ewige Herrschaft sei, nicht eine napoleonische, die nur kurze Zeit währt. Denn vor nahezu zwei Jahrtausenden wurde Christi Herrschaft errichtet und dauert noch an, und für alle Ewigkeit wird dieses heilige Wesen erhöht sein auf einem ewigen Throne.
Ebenso sind die anderen Zeichen alle offenbar geworden, aber die Juden verstanden sie nicht. Obgleich nahezu zwanzig Jahrhunderte verflossen sind, seit Christus in göttlichem Glanze erschien, erwarten die Juden noch immer das Kommen des Messias, dünken sich selbst im Recht und halten Christus für einen falschen Propheten.

21

O du verehrter Würdenträger, du Sucher nach Wahrheit! Dein Brief vom 4. April 1921 wurde mit Liebe gelesen.
Dass es das Göttliche Wesen gibt, ist durch logische Beweise überzeugend begründet; aber die Wirklichkeit Gottes übersteigt die Fassungskraft des Verstandes. Wenn du darüber sorgsam nachdenkst, wirst du erkennen, dass eine niedrigere Stufe niemals die höhere erfassen kann. Dem Mineralreich, das niedriger ist, ist es beispielsweise versagt, das Pflanzenreich zu erfassen; dem Mineral wäre jedes derartige Verständnis ganz unmöglich. Ebenso erlangt das Pflanzenreich, wie weit es sich auch entwickeln mag, keine Vorstellung vom Tierreich, und jedes derartige Verständnis wäre auf seiner Stufe undenkbar; denn das Tier steht eine Stufe höher als die Pflanze: Dieser Baum hat keine Vorstellung von Hören und Sehen. Das Tierreich, wie weit es sich auch entwickeln mag, begreift niemals die Wirklichkeit des Verstandes, der das innere Wesen aller Dinge entdeckt und unsichtbare Wirklichkeiten erfasst; denn verglichen mit der des Tieres, ist die Stufe des Menschen sehr hoch. Auch wenn all diese Wesen in der bedingten Welt nebeneinander bestehen, verhindert die Verschiedenheit ihrer Stufen, dass sie das Ganze begreifen; denn keine niedrigere Stufe kann eine höhere verstehen. Solches Verständnis ist unmöglich.
Die höhere Stufe aber versteht die niedrigere. Das Tier erfasst zum Beispiel das Mineral und die Pflanze, der Mensch versteht die Stufen des Tieres, der Pflanze und des Minerals. Das Mineral indes kann keinesfalls die Reiche des Menschen verstehen. Und trotz der Tatsache, dass alle diese Wesenheiten in der Welt der Erscheinung nebeneinander bestehen, kann keine niedrigere Stufe jemals eine höhere erfassen.
Wie könnte es da einer bedingten Wirklichkeit – und das ist der Mensch – möglich sein, das präexistente Sein, das Göttliche dem Wesen nach zu verstehen? Der Stufenunterschied zwischen dem Menschen und der göttlichen Wirklichkeit ist abertausendmal größer als der Unterschied zwischen Pflanze und Tier. Und was der Mensch in seinem Geist heraufbeschwören kann, ist nur das ausgeschmückte Phantasiebild seiner menschlichen Beschaffenheit; es umfasst nicht Gottes Wirklichkeit, sondern wird von ihr umfasst. Das heißt, der Mensch begreift seine eigenen Einbildungen, aber die Wirklichkeit des Göttlichen kann niemals begriffen werden. Sie umfasst ihrerseits alles Erschaffene, und alles Erschaffene liegt in ihrer Hand. Das Göttliche, das sich der Mensch vorstellt, besteht nur in seiner Vorstellung, nicht in Wirklichkeit; der Mensch jedoch besteht sowohl in seiner Vorstellung als auch in Wahrheit. Folglich ist der Mensch größer als die eingebildete Wirklichkeit, die er sich vorstellen kann.
Dies sind die äußersten Grenzen für diesen tönernen Vogel: Er kann eine kurze Strecke in die endlose Weite flattern, aber er kann sich niemals hoch in die Himmel zur Sonne emporschwingen. Dennoch müssen wir vernünftige oder inspirierte Beweise für die Existenz des Göttlichen dartun, das heißt Beweise, die dem Verständnis des Menschen entsprechen.
Offensichtlich sind alle erschaffenen Dinge durch vollständige, vollkommene Verknüpfung miteinander verbunden, wie zum Beispiel die Glieder des menschlichen Körpers. Beachte, wie alle Glieder und Bestandteile des Leibes miteinander verbunden sind. Genauso sind alle Teile des endlosen Weltalls miteinander verknüpft. Fuß und Schritt beispielsweise sind mit dem Ohr und dem Auge verbunden. Das Auge muss vorwärts schauen, bevor der Schritt getan wird. Das Ohr muss hören, bevor das Auge genau hinschaut. Und jedes Glied des menschlichen Körpers, das nicht in Ordnung ist, schwächt die anderen Glieder. Das Gehirn ist mit Herz und Magen verbunden, die Lungen mit allen Gliedern. So ist es auch mit den anderen Gliedern des Leibes.
Jedes dieser Glieder hat seine eigene, besondere Aufgabe. Die Kraft des Geistes – einerlei, ob wir sie präexistent oder abhängig nennen – regelt und steuert alle Glieder des Körpers und achtet darauf, dass jedes Teil, jedes Glied seine ihm eigene besondere Aufgabe ordnungsgemäß verrichtet. Wird die Kraft des Geistes jedoch irgendwie unterbrochen, so sind die Glieder nicht mehr in der Lage, ihre eigentlichen Aufgaben auszuführen. Im Körper und im Zusammenwirken seiner Glieder treten Störungen auf; seine Kraft erweist sich als wirkungslos.
Genauso ist das endlose Weltall zu sehen: Auch dort herrscht unausweichlich eine allumfassende Kraft, die alle Teile dieser unendlichen Schöpfung regelt und steuert. Gäbe es diesen Regler und Steuerer nicht, wäre das Weltall voller Mängel und Fehler. Es wäre irrsinnig, während ihr doch erkennt, dass die unendliche Schöpfung ihre Abläufe in vollkommener Ordnung abwickelt, dass jedes Einzelteil seine Aufgaben ganz zuverlässig ausführt. Kein Fehler lässt sich in dem gesamten Ablauf finden. Deshalb ist klar, dass eine allumfassende Kraft herrscht, die dieses unendliche Weltall regelt und steuert. Jeder vernünftige Geist kann diese Tatsache begreifen.
Alle erschaffenen Dinge wachsen und entwickeln sich, sind aber äußeren Einwirkungen ausgesetzt. So gibt die Sonne beispielsweise Wärme, der Regen nährt, der Wind bringt Leben, damit der Mensch sich entwickeln und wachsen kann. Es ist klar, dass der menschliche Körper unter äußeren Einwirkungen steht und ohne solche Einwirkungen nicht wachsen könnte. Und genauso sind jene äußeren Einwirkungen ihrerseits anderen Einwirkungen ausgesetzt. Beispielsweise ist das Wachstum und die Entwicklung eines Menschen von Wasser abhängig; das Wasser kommt vom Regen, der Regen kommt von den Wolken, die Wolken von der Sonne, die Land und Meer Dampf hervorbringen lässt, der sich zu Wolken verdichtet. So übt jede dieser Wesenheiten ihren Einfluss aus und wird ihrerseits beeinflusst. Dieser Prozess führt unausweichlich zu Einem, der alles beeinflusst, selbst aber durch nichts beeinflusst wird und so die Kette durchtrennt. Die innere Wirklichkeit dieses Wesens jedoch ist unbekannt, obwohl Seine Wirkungen klar und augenscheinlich sind.
Weiter sind alle erschaffenen Wesen begrenzt, und gerade diese Begrenzung alles Erschaffenen beweist die Wirklichkeit des Unbegrenzten; denn das Dasein eines begrenzten Wesens zeigt das Dasein eines Unbegrenzten.
Zusammenfassend sei gesagt: Es gibt viele Beweise, die das Dasein der allumfassenden Wirklichkeit begründen. Da diese Wirklichkeit präexistent ist, wird sie von den Verhältnissen der Erscheinungen nicht berührt; denn jede von Umständen und vom Zusammenspiel der Ereignisse abhängige Wesenheit, ist kontingent und nicht präexistent. Deshalb wisse: Die Gottheit, die andere Gemeinschaften und Völker heraufbeschworen haben, bleibt im Rahmen ihres Vorstellungsvermögens und geht nicht darüber hinaus; die Wirklichkeit der Gottheit aber ist jenseits aller Vorstellung.
Was die heiligen Manifestationen Gottes betrifft, so sind sie die Brennpunkte, worin die Zeichen, Beweise und Vollkommenheiten jener heiligen, präexistenten Wirklichkeit in vollem Glanz erscheinen. Sie sind immerwährende Gnade, himmlische Herrlichkeit; von ihnen hängt das ewige Leben der Menschheit ab. Zur Veranschaulichung: Die Sonne der Wahrheit wohnt in einem Himmel, zu dem keine Seele Zugang hat und den kein Geist erreichen kann, und Er ist weit über dem Begriffsvermögen aller Kreaturen. Die Manifestationen Gottes sind wie ein reiner, fleckenloser Spiegel, der die Lichtströme jener Sonne bündelt und dann diese Herrlichkeit auf die übrige Schöpfung ausstrahlt. In diesem reinen Spiegel ist die Sonne mit ihrer ganzen Majestät offenbar. Sollte deshalb die Sonne im Spiegel verkünden »Ich bin die Sonne!« so ist das die Wahrheit; und sollte sie rufen »Ich bin nicht die Sonne!« so ist das gleichfalls die Wahrheit. Und obgleich die Sonne mit all ihrer Herrlichkeit, Schönheit und Vollkommenheit in jenem fleckenlosen Spiegel klar zu sehen ist, ist sie doch von ihrer erhabenen Stufe in den Reichen der Höhe nicht herabgestiegen. Sie ist nicht in den Spiegel eingetreten, sondern sie wird weiterhin bis in alle Ewigkeit in den erhabenen Höhen ihrer Heiligkeit wohnen.
Auch bedürfen alle irdischen Geschöpfe der Sonne und ihrer Wohltaten, denn ihr ganzes Sein ist von der Sonne Licht und Wärme abhängig. Würde ihnen die Sonne entzogen, so wären sie ausgelöscht. Das ist das ›bei Gott sein‹, das die Heiligen Bücher meinen: Der Mensch muss bei seinem Herrn sein.
Daher ist klar, dass die wesenhafte Wirklichkeit Gottes in Seinen Vollkommenheiten offenbar wird; die mit ihren Vollkommenheiten im Spiegel widergespiegelte Sonne ist eine sichtbare Wesenheit, die Gottes Güte klar zum Ausdruck bringt.
Ich hoffe, dass du dir ein scharfes Auge, ein vernehmendes Ohr erwirbst und dass die Schleier vor deinem Auge entfernt werden.

22

O du, der du dein Angesicht Gott zuwendest! Schließe deine Augen für alles andere und öffne sie dem Reiche des Allherrlichen. Nur von Ihm erbitte, was immer du wünschst, nur bei Ihm suche, was immer du suchst. Mit einem Blick erhört Er hunderttausend Hoffnungen, mit einem Lichtstrahl heilt Er hunderttausend unheilbare Krankheiten, mit einem Nicken legt Er Balsam auf jede Wunde, mit einem Augenaufschlag befreit Er die Herzen aus den Ketten des Leids. Er tut, was Er tut, und welche Zuflucht bleibt uns? Er vollzieht Seinen Willen. Er verordnet, was Ihm beliebt. So ist es besser für dich, dein Haupt in Ergebenheit zu beugen und dein Vertrauen in den allbarmherzigen Herrn zu setzen.

23

O du, der du nach Wahrheit suchst! Dein Brief vom 13. Dezember 1920 ist angekommen.
Seit den Tagen Adams bis heute wurden die Religionen Gottes offenbart; eine folgte der andern, und jede erfüllte ihre Aufgabe, belebte die Menschheit, gab ihr Erziehung und Erleuchtung. Sie erlösten das Volk aus dem Dunkel der stofflichen Welt und führten es in den Glanz des Gottesreiches. Jeder nachfolgende Glaube, jedes neu offenbarte Gesetz blieb jahrhundertelang ein überaus fruchtbarer Baum, dem das Glück der Menschheit anvertraut war. Aber im Laufe der Jahrhunderte alterte er, blühte nicht mehr und brachte keine Frucht mehr hervor. Deshalb wurde er wieder verjüngt.
Gottes Religion ist eine einzige Religion, aber sie muss immer wieder erneuert werden. Moses zum Beispiel wurde zu den Menschen gesandt; Er gab ein Gesetz, und durch dieses Mosaische Gesetz wurden die Kinder Israels aus ihrer Unwissenheit befreit und ins Licht geführt. Sie wurden aus ihrem Elend emporgehoben und erlangten unvergängliche Herrlichkeit. Und doch, als die langen Jahre vergingen, verblasste dieser Glanz, die Pracht verschwand, der helle Tag wurde zur Nacht, und als die Nacht stockdunkel war, ging der Stern des Messias auf, so dass wieder eine Herrlichkeit über der Welt leuchtete.
Was wir sagen wollen, ist folgendes: Es gibt nur eine Religion Gottes. Sie ist die Erzieherin der Menschheit, aber sie muss erneuert werden. Wenn du einen Baum pflanzt, wächst er Tag für Tag. Er blüht, bekommt Blätter und saftige Früchte. Nach langer Zeit aber wird er alt und trägt keine Frucht mehr. Dann nimmt der Gärtner der Wahrheit Samen von ebendiesem Baum und legt ihn in unverbrauchte Erde. Und siehe! Bald steht da der erste Baum, genauso wie er vordem war.
Bedenke sorgfältig, dass in dieser Welt des Seins alle Dinge immer wieder erneuert werden müssen. Schau dich um in der stofflichen Welt, sieh, wie sie jetzt erneuert wird. Die Gedankenwelt verändert sich, die Lebensweise wandelt sich, Wissenschaften und Künste zeigen neue Kraft, Entdeckungen und Erfindungen werden gemacht, neue Erkenntnisse gewonnen. Wie könnte da eine so lebensnotwendige Kraft wie die Religion – die Garantin für die großen Fortschritte der Menschheit, das Mittel zur Erlangung ewigen Lebens, die Hebamme unbegrenzter Vollkommenheit, das Licht beider Welten – nicht erneuert werden? Das wäre mit der Gnade und Barmherzigkeit des Herrn unvereinbar.
Religion ist im Übrigen keine Ansammlung von Glaubenssätzen oder Bräuchen; Religion ist die Lehre Gottes, des Herrn, eine Lehre, die das Leben der Menschheit begründet, dem Verstand erhabene Gedanken eingibt, den Charakter veredelt und den Grundstock legt für des Menschen ewige Ehre.
Denke darüber nach: Können diese Fieberschauer in der Welt der Gedanken, diese Feuerstürme des Krieges und des Hasses, der Empörung und Bosheit unter den Nationen, diese gegenseitigen Angriffe der Völker, welche die Ruhe der ganzen Welt zerstören, jemals mit einem anderen Mittel beseitigt werden als mit den Lebenswassern der Lehren Gottes? Nein, niemals!
Und das ist klar: Eine Kraft, hoch über den Naturkräften, muss notwendigerweise wirksam werden, damit dieses schwarze Dunkel in Licht, dieser Hass und diese Bosheit, dieser Neid und Groll, diese endlosen Kämpfe und Kriege in Freundschaft und Liebe unter den Völkern der Erde verwandelt werden. Solche Kraft ist nichts anderes als der Odem des Heiligen Geistes und der mächtige Zustrom von Gottes Wort.

24

O du geistiger Jüngling! Preise Gott, dass du den Weg zum Reich des Strahlenglanzes gefunden, den Schleier leeren Wahns zerrissen und den Kern des verborgenen Geheimnisses erkannt hast.
Das ganze Erdenvolk hat sich im Reich des Verstandes einen eigenen Gott ausgemalt, und dieses selbstgemachte Bildnis beten sie an. Aber dieses Bildnis wird begriffen; der menschliche Verstand begreift es, und gewiss ist das Begreifende größer als das, was in seinem Begriffsvermögen liegt; denn das Vorstellungsvermögen ist nur der Ast, der Verstand aber die Wurzel, und die Wurzel ist wahrlich bedeutender als der Ast. Bedenke, wie alle Völker der Welt das Knie beugen vor einem Trugbild, das sie selbst ersonnen haben, wie sie in ihrem eigenen Verstand einen Schöpfer geschaffen haben, den sie Gestalter alles Seienden nennen; in Wahrheit ist er bloße Einbildung. So beten die Menschen nur eine irrige Wahrnehmung an.
Aber jenes Wesen aller Wesen, jener Unsichtbarste aller Unsichtbaren ist geheiligt über alle menschliche Spekulation und kann niemals vom Verstand des Menschen erreicht werden. Niemals wird diese urewige Wirklichkeit in der Sphäre eines abhängigen Wesens wohnen. Sein ist ein anderes Reich, und dieses Reich kann keiner begreifen. Keinen Zugang gibt es; jeglicher Eintritt ist verboten. Als Äußerstes kann man sagen, dass Seine Existenz beweisbar ist, aber die Bedingungen Seines Daseins sind unbekannt.
Dass es ein solches Wesen gibt, haben die Philosophen und Gelehrten allesamt erkannt; aber wenn sie versuchten, etwas über Sein Wesen zu erfahren, wurden sie bestürzt und entmutigt, um schließlich hoffnungslos verzweifelt ihrer Wege zu gehen und aus diesem Leben zu scheiden. Denn um den Zustand und das innere Mysterium dieses Wesens aller Wesen, dieses geheimsten aller Geheimnisse zu begreifen, muss man andere Kräfte und Fähigkeiten besitzen. Solche Kräfte und Fähigkeiten wären mehr, als das Menschengeschlecht tragen könnte. Deshalb kann kein Wort von Ihm zu den Menschen gelangen.
Wenn beispielsweise jemandem die Sinne des Gehörs, Geschmacks, Geruchs und Gefühls verliehen sind, ihm aber das Augenlicht fehlt, wird es ihm nicht möglich sein umherzublicken. Denn man kann nicht sehen, indem man hört oder schmeckt, riecht oder tastet. So ist es auch dem Menschen mit seinen Fähigkeiten unmöglich, die unsichtbare Wirklichkeit zu begreifen, die heilig und erhaben ist über alle Zweifel der Skeptiker. Dafür sind andere Fähigkeiten, andere Sinne vonnöten. Wenn der Mensch solche Kräfte erlangt, kann er von jener Welt Kenntnisse erhalten, andernfalls nie.

25

O du Dienerin Gottes! Die östliche Geschichtsschreibung berichtet, dass Sokrates Palästina und Syrien bereiste und sich dort von gotteskundigen Männern bestimmte geistige Wahrheiten aneignete; nach Griechenland zurückgekehrt, verkündete er zwei Glaubenswahrheiten: zum einen die Einheit Gottes, zum anderen die Unsterblichkeit der Seele nach ihrer Trennung vom Leibe. Wie weiter berichtet wird, waren diese Vorstellungen den Griechen und ihrer Gedankenwelt so fremd, dass große Verwirrung entstand, bis sie ihm schließlich Gift gaben und ihn töteten.
Das ist authentisch; denn die Griechen glaubten an viele Götter. Sokrates wies nach, dass Gott einzig ist, und das stand offensichtlich in Widerspruch zu griechischen Glaubenslehren.
Der Begründer des Monotheismus war Abraham. Bis zu Ihm kann diese Vorstellung zurückverfolgt werden, und der Glaube daran herrschte unter den Kindern Israels auch in den Tagen des Sokrates.
Diese Ausführungen finden sich jedoch nicht in den jüdischen Geschichtsquellen; es gibt viele Tatsachen, die die jüdische Geschichte nicht wiedergibt. Nicht alle Ereignisse aus dem Leben Christi sind in der Chronik des Juden JosephusA27 dargestellt, obwohl er die Geschichte der Zeit Christi niederschrieb. Deshalb kann man es aber nicht ablehnen, die Ereignisse in den Tagen Christi für wahr zu halten, mit der Begründung, dass sie in der Darstellung des Josephus nicht erwähnt werden.
Östliche Geschichtswerke führen auch aus, dass Hippokrates lange Zeit in Tyrus, einer Stadt in Syrien, weilte.

26

O du, der du das Himmelreich suchst! Dein Brief ist angekommen, sein Inhalt wurde zur Kenntnis genommen.
Die heiligen Manifestationen Gottes nehmen zwei Stufen ein: Die eine ist ihre leibliche Stufe, die andere ihre geistige. Mit anderen Worten, eine Stufe ist die eines menschlichen Wesens, die andere die der göttlichen Wirklichkeit. Wenn die Manifestationen Prüfungen unterworfen sind, betrifft das nur ihre menschliche Stufe, nicht den Glanz ihrer göttlichen Wirklichkeit.
Auch handelt es sich nur aus dem Blickwinkel der Menschen um Prüfungen. Das heißt, dem äußeren Anschein nach ist das Menschliche der heiligen Manifestation Prüfungen ausgesetzt, und wenn dadurch ihre Stärke und Ausdauer in aller Kraftfülle offenbar werden, ziehen andere Menschen daraus Lehren; es wird ihnen bewusst, wie groß ihre eigene Standfestigkeit und ihre Geduld in Prüfungen und Drangsalen sein müssen. Denn der göttliche Erzieher muss durch Wort und Tat lehren, um allen den geraden Pfad der Wahrheit vor Augen zu führen.
Was meine Stufe betrifft, ist es die des Dieners Bahás: ‘Abdu’l-Bahá, der sichtbare Ausdruck der Dienstbarkeit an der Schwelle der Schönheit Abhá.

27

In den vergangenen Zyklen hatte jede Manifestation Gottes in der Welt des Daseins ihren eigenen Rang; jede vertrat eine Stufe der Menschheitsentwicklung. Die Manifestation des Größten Namens jedoch – möge mein Leben ein Opfer für Seine Geliebten sein – war Ausdruck für das Mündigwerden, die Reife der innersten Wirklichkeit des Menschen in dieser Welt des Seins, ist doch die Sonne Quell und Ursprung von Licht und Wärme, Brennpunkt des Strahlenglanzes, umfasst sie doch alle Vollkommenheiten der anderen über der Welt aufgegangenen Sterne. Bemühe dich, deinen Platz unter der Sonne einzunehmen und reichen Anteil an ihrem blendenden Lichte zu empfangen. Wahrlich, ich sage dir: Hast du diese Stufe erreicht, so wirst du die Heiligen schauen, wie sie ihr Haupt voll Demut vor Ihm beugen. Eile zum Leben, bevor der Tod kommt, eile dem Frühling entgegen, bevor der Herbst einzieht, und bevor die Krankheit zuschlägt, eile du zur Heilkunst – auf dass du ein Arzt des Geistes werdest, der in diesem gepriesenen, diesem herrlichen Zeitalter alle Arten von Krankheiten mit dem Odem des Heiligen Geistes heilt.

28

O du Blatt am Baume des Lebens! Der in der Bibel erwähnte Baum des Lebens ist Bahá’u’lláh, und die Töchter des Königreiches sind die Blätter an diesem gesegneten Baum. Darum danke Gott, dass du mit diesem Baum verbunden bist und zart und frisch heranwächst.
Weit stehen die Tore des Königreiches offen; jede begnadete Seele sitzt an der Festtafel des Herrn und empfängt ihren Anteil an dem himmlischen Festmahl. Gelobt sei Gott, auch du bist an dieser Tafel zugegen und nimmst deinen Anteil von der gnadenreichen Speise des Himmels. Du dienst dem Reiche Gottes und bist wohl vertraut mit den süßen Düften des Paradieses Abhá.
So strebe denn mit aller Kraft danach, die Menschen zu führen, und iss vom Brot, das vom Himmel herabkam. Denn dies ist die Bedeutung der Worte Christi: »Ich bin das lebendige Brot, welches herabkam vom Himmel…; wer von diesem Brote isst, wird ewig leben.«Q14

29

O du, den die Wahrheit fesselt und das Himmelreich wie ein Magnet anzieht! Dein langer Brief kam an und brachte große Freude, weil er deine eifrigen Bemühungen und hohen Absichten klar zum Ausdruck bringt. Preis sei Gott, du wünschst den Menschen Gutes, verlangst nach dem Reiche Bahás und sehnst dich, das Menschengeschlecht vorwärtsdrängen zu sehen. Ich hoffe, du wirst durch diese hohen Ideale, diese edlen Regungen des Herzens und diese frohen Botschaften des Himmels so hell erstrahlen, dass deine Liebe zu Gott durch alle Zeitalter hindurch das Licht ihrer Herrlichkeit verströmen wird.
Du hast dich als Schüler in der Schule geistigen Fortschritts bezeichnet. Wie glücklich bist du! Wenn diese Schulen des Fortschritts zur Universität des Himmels hinführen, dann werden Wissenszweige entwickelt, die der Menschheit die Tafel des Seins als eine sich endlos entfaltende Schriftrolle enthüllen werden. Und alle erschaffenen Dinge werden auf dieser Rolle als Buchstaben und Wörter erscheinen. Dann werden die verschiedenen Ebenen der Bedeutung erlernt; in jedem Atom des Weltalls werden die Zeichen der Einheit Gottes bezeugt. Dann wird der Mensch den Herrn des Königreiches rufen hören und erfahren, wie die Bestätigungen des Heiligen Geistes ihm zu Hilfe eilen. Dann wird er solche Seligkeit fühlen, solches Entzücken, dass ihn die große, weite Welt nicht länger fassen kann; er wird sich vielmehr aufmachen in das Reich Gottes und zu den Gefilden des Geistes eilen. Denn wenn einem Vogel die Flügel gewachsen sind, bleibt er nicht länger auf dem Boden sitzen, sondern schwingt sich auf in den hohen Himmel – ausgenommen die Vögel, die am Bein festgebunden sind, deren Flügel gebrochen oder mit Schlamm besudelt sind.
O du Wahrheitssucher! Die Welt des Königreiches ist nur eine Welt. Der einzige Unterschied ist, dass der Frühling immer wiederkehrt und bei allem Erschaffenen eine große neue Erregung bewirkt. Dann beleben sich Ebenen und Hügel, die Bäume grünen zart, Blätter, Blüten und Früchte kommen in ihrer Schönheit zum Vorschein, in unendlicher Fülle und Feinheit. So sind die Sendungen vergangener Zeitalter eng verbunden mit denen, die ihnen folgen: Sie sind in der Tat ein und dieselbe. Aber wie die Welt wächst, so wächst auch das Licht und der Regenguss himmlischer Gnade; und dann scheint die Sonne im mittäglichen Glanz.
O du Sucher nach dem Königreich! Jede göttliche Manifestation ist das Leben der Welt, der erfahrene Arzt jeder leidenden Seele. Die Menschenwelt ist krank, der tüchtige Arzt kennt das Heilmittel. Er erscheint mit Ratschlägen, Lehren und Ermahnungen – Arznei für jedes Leiden, heilender Balsam für jede Wunde. Gewiss kann der weise Arzt die Nöte seines Patienten zu jeder Jahreszeit erkennen und das Heilverfahren anwenden. Deshalb setze die Lehren der Schönheit Abhá in Beziehung zu den dringenden Bedürfnissen des heutigen Tages. Du wirst sehen, sie bieten das sofort wirkende Heilmittel für den leidenden Körper der Welt. Sie sind wahrlich das Elixier, das ewiges Heil bringt.
Die weisen Ärzte der Vergangenheit und diejenigen, die ihnen folgten, haben nicht ein und dieselbe Behandlung verordnet. Die Behandlung hängt vielmehr davon ab, was dem Patienten fehlt. Mag auch das Heilmittel anders sein, ist doch das Ziel immer, den Patienten wieder gesunden zu lassen. In den vorangegangenen Sendungen konnte der schwache Körper der Welt keine strenge, gewaltige Kur ertragen. Aus diesem Grund sagte Christus: »Ich habe euch noch viel zu sagen, was gesagt werden muss; aber ihr könnt es jetzt noch nicht tragen. Wenn aber jener Geist der Wahrheit kommt, den der Vater senden wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten.«Q15
Deshalb sind in diesem Zeitalter des Strahlenglanzes die Lehren, die früher nur den wenigen galten, allen zugänglich gemacht, damit die Gnade des Herrn Osten und Westen umfange, die Einheit der Menschenwelt in ihrer ganzen Schönheit aufleuchte und die hellen Strahlen der Wirklichkeit das Reich des Verstandes mit Licht überfluten.
Die Herabkunft des Neuen Jerusalem bezeichnet ein himmlisches Gesetz, das Gesetz, das die Gewähr für menschliches Glück bietet und aus der Welt Gottes hervorleuchtet.
EmmanuelA28 war tatsächlich der Vorläufer des zweiten Kommens Christi, ein Rufer zum Pfade des Königreiches. Es ist offenkundig, dass der Buchstabe ein Teil des Wortes ist, und dieser Anteil am Wort bedeutet, dass der Buchstabe in seinem Wert vom Worte abhängt. Das heißt, er bezieht seine Gnade vom Wort; er hat eine geistige Verwandtschaft mit dem Wort und ist als wesentlicher Teil des Wortes anzusehen. Die Apostel waren wie Buchstaben, Christus war das Wesen des Wortes. Die Bedeutung des Wortes, nämlich ewige Gnade, wirft einen Glanz auf jene Buchstaben. Noch einmal: Weil der Buchstabe Teil des Wortes ist, steht er in seiner inneren Bedeutung in Einklang mit dem Wort.
Wir hoffen, dass du dich an diesem Tage erheben wirst, um das voranzutragen, was Emmanuel vorhersagte. Wisse mit Sicherheit, dass du damit Erfolg haben wirst, denn die Bestätigungen des Heiligen Geistes steigen ständig hernieder, und die Kraft des Wortes übt solchen Einfluss aus, dass der Buchstabe zum Spiegel wird, der die herrliche Sonne – das Wort selbst – widerspiegelt, und die Gnade und Herrlichkeit des Wortes werden die ganze Erde erleuchten.
Das himmlische Jerusalem aber, das herabkam auf die Gipfel der Welt, und Gottes Allerheiligstes, dessen Banner jetzt hoch in den Lüften schwebt, umfassen alle Vollkommenheiten, alle Erkenntnis der vorangegangenen Sendungen. Darüber hinaus verkündet es die Einheit der Menschenkinder. Es ist das Banner des Weltfriedens, der Geist ewigen Lebens; es ist die Herrlichkeit der Vollkommenheiten Gottes, die umfassende Gnade für alles Sein, der alles Erschaffene zierende Schmuck, der Quell innerer Ruhe für die ganze Menschheit.
Richte deine Aufmerksamkeit auf die heiligen Sendschreiben. Lies Ishráqát, Tajallíyát, die Worte des Paradieses, die Frohen Botschaften, Ṭarázát, das Heiligste Buch. Dann wirst du sehen, dass diese himmlischen Lehren heutzutage das Heilmittel für eine kranke, leidende Welt, heilender Balsam für die Wunden am Körper der Menschheit sind. Sie sind der Geist des Lebens, die Arche der Erlösung, der Magnet, der ewige Herrlichkeit anzieht, die bewegende Kraft des Ansporns für des Menschen innerstes Wesen.

30

Das Sein ist von zweierlei Art: Die eine ist das Sein Gottes; es übersteigt des Menschen Verständnis. Ihm, dem Unsichtbaren, Erhabenen, Unfassbaren, geht keine Ursache voraus. Er ist selbst Urheber der Ursache aller Ursachen. Er, der Urewige, hatte keinen Anfang und ist der All-Unabhängige. Die zweite Art des Seins ist das menschliche Sein. Es ist gewöhnliches Sein, dem menschlichen Verstand begreifbar. Es ist nicht urewig, es ist abhängig und hat eine Ursache. Die sterbliche Substanz wird nicht ewig und umgekehrt. Das Menschengeschlecht wird nicht Schöpfer und umgekehrt. Die Wandlung der angeborenen Substanz ist unmöglich.
In der Welt des Seins – der begreiflichen Welt – gibt es Stufen der Vergänglichkeit: die erste Stufe ist die Mineralwelt, die nächste die Pflanzenwelt. Darin ist das Mineral vorhanden, aber in einer besonderen, den Pflanzen eigenen Art. So ist es auch in der Tierwelt: Die Eigenschaften des Minerals und der Pflanze sind darin vorhanden und darüber hinaus die besonderen Eigenschaften der Tierwelt, die Fähigkeiten des Hörens und des Sehens. In der Menschenwelt sind die Eigenschaften der Mineral-, Pflanzen- und Tierwelt zu finden und darüber hinaus die der menschlichen Gattung, nämlich die Eigenschaft des Verstandes, der die Wirklichkeiten der Dinge entdeckt und allgemeingültige Prinzipien erfasst.
Der Mensch ist deshalb auf der Ebene der bedingten Welt das vollkommenste Wesen. ›Mensch‹ bedeutet hier das vollkommene Individuum: Es ist wie ein Spiegel, der die göttlichen Vollkommenheiten offenbart und widerspiegelt. Zwar steigt die Sonne von den Höhen ihrer Heiligkeit nicht herab, um in den Spiegel einzutreten. Ist aber der Spiegel gereinigt und der Sonne der Wahrheit zugewandt, so reflektieren und offenbaren sich in diesem Spiegel die Vollkommenheiten der Sonne, Licht und Wärme. Solche Seelen sind die Manifestationen Gottes.

31

O du geliebter, weiser Freund! Dein Brief vom 27. Mai 1906 ist angekommen. Sein Inhalt hat sehr gefallen und große Freude gebracht.
Du fragst, ob diese Sache, diese neue, lebensprühende Sache, an die Stelle der toten religiösen Riten und Zeremonien Englands treten könne, ob diese neue Sache jetzt, da vielerlei Gruppen auftreten, zu denen hochstehende Geistliche und Theologen zählen, die weit befähigter sind als in der Vergangenheit, die Mitglieder solcher Gruppen derart beeindrucken könne, dass sie und alle anderen sich in ihrem allbeschützenden Schatten vereinen.
O du lieber Freund! Wisse, dass Er, die überragende Persönlichkeit, zu allen Zeiten mit den Vollkommenheiten Seines jeweiligen Zeitalters begabt ist. Er stand in vergangenen Zeiten über Seinen Mitmenschen und besaß Gaben entsprechend den Tugenden Seiner Zeit. Aber in diesem Zeitalter des Strahlenglanzes, in dieser Ära Gottes, wird die überragende Persönlichkeit, das leuchtende Gestirn, der Auserwählte, mit solchen Vollkommenheiten und solcher Kraft strahlen, dass der Geist jeder Gemeinschaft und Gruppe am Ende geblendet ist. Und weil Er an geistigen Vollkommenheiten und himmlischen Errungenschaften allen anderen überlegen ist, weil Er fürwahr der Brennpunkt göttlicher Segnungen, die Achse des Lichtkreises ist, wird Er alle anderen umfassen. Ohne jeden Zweifel wird Er mit solcher Macht aufleuchten, dass Er alle Seelen in Seinem schützenden Schatten versammeln wird.
Wenn du dies alles sorgfältig bedenkst, stellst du fest, dass hier ein allumfassendes Gesetz waltet, das man in allen Dingen vorfindet: Das Ganze zieht den Teil an, und in einem Kreis dreht sich alles um die Achse. Denke über den GeistA29 nach: Weil Er der Brennpunkt geistiger Kraft war, der Quell geistiger Gnadengaben, gelang es Ihm, unter dem schützenden Tabernakel des Christentums alle widerstreitenden Sekten zu vereinen, obgleich Er am Anfang nur ein paar Seelen um sich scharte. Das geschah durch die Ihm gegebene allunterwerfende Kraft. Vergleiche Gegenwart und Vergangenheit und beachte den großen Unterschied; so kannst du Wahrheit und Gewissheit erlangen.
Die Unterschiede zwischen den Religionen der Welt sind auf die unterschiedlichen Geisteshaltungen zurückzuführen. Solange sich die Geisteskräfte unterscheiden, werden mit Sicherheit auch die Urteile und Meinungen der Menschen auseinandergehen. Wird aber eine einzige, allumfassende Wahrnehmungskraft eingebracht, eine Kraft, die alles andere einschließt, so werden diese unterschiedlichen Meinungen verschmelzen; geistige Harmonie und Einheit werden sichtbar werden. Als beispielsweise Christus offenbart wurde, standen die verschiedenen Völker der damaligen Zeit – Römer, Griechen, Syrer, Israeliten und andere – mit ihren Ansichten und Gefühlsregungen im Widerspruch zueinander. Sobald jedoch Seine allumfassende Kraft zum Tragen kam, gelang es ihr im Laufe von dreihundert Jahren allmählich, alle diese auseinanderstrebenden Geister unter dem Schutz und der Herrschaft eines Sammelpunktes zusammenzuführen, und alle hegten die gleichen geistigen Gefühle im Herzen.
Um mit einem Gleichnis zu sprechen: Wenn eine Armee verschiedenen Befehlshabern unterstellt wird, von denen jeder seinen eigenen Kriegsplan verfolgt, werden diese Befehlshaber sicherlich mit ihren Gefechtslinien und Truppenbewegungen voneinander abweichen. Sobald aber der oberste Heerführer, der die Kriegskunst gründlich beherrscht, die Führung übernimmt, werden die anderen Pläne verschwinden, denn der besonders befähigte Feldmarschall wird die gesamte Armee unter seine Kontrolle bringen. Das soll nur ein Gleichnis sein, kein genaues Abbild. Wolltest du nun sagen, alle anderen Generäle seien in der Kriegskunst ebenfalls bewandert, erprobt und erfahren, und würden sich deshalb nicht der Befehlsgewalt eines einzelnen unterstellen, wie unbeschreiblich groß er auch sei, so ist deine Behauptung unhaltbar; denn was oben geschildert ist, wird genauso geschehen, daran gibt es keinen Zweifel.
So verhält es sich auch mit den heiligen Manifestationen Gottes, im Besonderen mit der göttlichen Wirklichkeit des Größten Namens, der Schönheit Abhá. Ist Er erst einmal vor den versammelten Völkern der Welt offenbar, erscheint Er mit solcher Schönheit, solchem Zauber, so anziehend wie ein Josef im Ägypten des Geistes, dann schlägt Er alle Liebenden auf Erden in Seinen Bann.
Wenn Seelen als vergeistigte, strahlende Wesen in dieses Leben geboren werden, dann aber durch Belastungen und Versuchungen wahrhafter Vorzüge verlustig gehen und schließlich die Welt verlassen, ohne ihr Leben ausgeschöpft zu haben, so ist dies wahrlich ein Grund, traurig zu sein. Die allumfassenden Manifestationen Gottes enthüllen dem Menschen ihr Antlitz, nehmen jedes Elend, jede Heimsuchung auf sich und bringen ihr Leben zum Opfer, damit gerade diese vorbereiteten, aufnahmefähigen Menschen zu Aufgangsorten des Lichtes werden und das unvergängliche Leben erlangen. Das ist das wahre Opfer: sich selbst hinzugeben, wie es Christus tat, als ein Lösegeld für das Leben der Welt.
Der Einfluss heiliger Wesen und die Fortdauer ihrer Gnade für die Menschheit, nachdem sie die menschliche Hülle abgelegt haben, ist für die Bahá’í eine unumstößliche Tatsache, erscheinen doch die überflutenden Gnadengaben, die strömenden Segnungen der heiligen Manifestationen erst nach ihrem Aufstieg aus dieser Welt. Die Erhöhung des Wortes, die Enthüllung der Macht Gottes, die Bekehrung gottesfürchtiger Seelen, die Verleihung ewigen Lebens – all dies wuchs verstärkt nach dem Martyrium des Messias. So mehrten sich auch nach dem Hinscheiden der Gesegneten Schönheit die Gnadengaben, das Licht breitete sich noch strahlender aus, die Zeichen des Herrn und Seiner Macht wurden noch kraftvoller, der Einfluss des Wortes ist viel stärker, und es währt nicht mehr lange, bis die Sonne Seiner Wirklichkeit die ganze Erde mit ihrem Antrieb, ihrer Glut, ihrem Glanz und Segen umfassen wird.
Sei nicht traurig über den langsamen Fortschritt der Bahá’í-Sache dortzulande. Heute ist erst die frühe Morgendämmerung. Bedenke, wie in der Sache Christi dreihundert Jahre vergehen mussten, ehe ihr großer Einfluss offenkundig wurde. Heute, knapp sechzig Jahre nach seiner Geburt, ist das Licht dieses Glaubens bereits über den Planeten verbreitet.
Wenn die Gesundheitsorganisation, deren Mitglied du bist, unter den Schutz dieses Glaubens kommt, wird ihr Einfluss hundertfach zunehmen.
Du siehst, dass die Liebe unter den Bahá’í sehr groß ist, und diese Liebe ist die Hauptsache. Wie die Kraft der Liebe unter den Bahá’í in so hohem Maß entwickelt wurde und viel stärker ist als unter den Angehörigen anderer Religionen, so ist es mit allem anderen; denn die Liebe ist die Grundlage aller Dinge.
Was die Übersetzung der Bücher und Sendbriefe der Gesegneten Schönheit angeht, werden sie bald in jede Sprache mit Kraft, Klarheit und Anmut übersetzt werden. Sobald sie den Originalen entsprechend übersetzt sind, mit ihrer ganzen Kraft und der Anmut ihres Stils, wird der Strahlenglanz ihrer inneren Bedeutungen sich allenthalben verbreiten und die Augen der ganzen Menschheit erleuchten. Gib dein Bestes, um sicherzustellen, dass die Übersetzung dem Original entspricht.
Die Gesegnete Schönheit begab sich zu vielen Gelegenheiten nach Haifa. Du hast Ihn dort gesehen, aber du hast Ihn damals noch nicht erkannt. Ich hoffe, du erreichst die wahre Begegnung mit Ihm. Das bedeutet, Ihn mit dem inneren, nicht mit dem äußeren Auge zu sehen.
Das Wesen der Lehre Bahá’u’lláhs ist allumfassende Liebe; denn die Liebe begreift jede Vortrefflichkeit des Menschengeschlechtes in sich. Sie bewirkt, dass jede Seele voranschreitet. Sie schenkt jedem Menschen als Erbgut das ewige Leben. Bald wirst du Zeuge sein, dass Seine himmlischen Lehren, die Wahrheit in ihrer größten Herrlichkeit, die Himmel dieser Welt erhellen.
Das kurze Gebet, das du an den Schluss deines Briefes setztest, war in der Tat unverwechselbar, bewegend und schön. Sprich dieses Gebet zu allen Zeiten.

32

O ihr Dienerinnen des Herrn! In diesem Jahrhundert, dem Jahrhundert des allmächtigen Herrn, scheint die Sonne aus den Reichen der Höhe, das Licht der Wahrheit, in ihrem Mittagsglanz, und ihre Strahlen erleuchten alle Gefilde, denn heute ist das Zeitalter der Urewigen Schönheit, der Tag der Offenbarung des Größten Namens in all seiner Kraft und Macht – möge mein Leben Seinen Geliebten zum Opfer gebracht sein.
Wenn sich auch die Sache Gottes in den kommenden Zeitaltern entfalten und zur hundertfachen Stärke anwachsen wird, wenn auch der Sadratu’l-MuntaháA30 der ganzen Menschheit in seinem Schatten Schutz bieten wird, bleibt doch dieses gegenwärtige Jahrhundert unerreicht; denn es war Zeuge, wie dieser Morgen angebrochen und diese Sonne aufgegangen ist. Dieses Jahrhundert ist wahrlich der Quell Seines Lichtes, der Tagesanbruch Seiner Offenbarung. Künftige Zeitalter und Geschlechter werden die Verbreitung seines Glanzes und die Offenbarungen seiner Zeichen schauen.
Bemüht euch deshalb, dass ihr euren vollen Anteil an Seinen Segnungen erlangt.

33

O Diener Gottes! Wir haben zur Kenntnis genommen, was du an Jináb-i-ibn-i-Abhar geschrieben hast, ebenso deine Frage zu dem Vers: »Wer vor Ablauf eines vollen Jahrtausends den Anspruch auf eine unmittelbare Offenbarung von Gott erhebt, ist gewiss ein Lügner und Betrüger.«Q16
Dies bedeutet, dass jeder, der vor Ablauf eines vollen Jahrtausends – tausend Jahre wie bekannt, durch allgemeinen Brauch eindeutig festgelegt und keiner Erläuterung bedürftig – den Anspruch auf eine Offenbarung unmittelbar von Gott erhebt, mit Sicherheit falsch und ein Betrüger ist, selbst wenn er bestimmte Zeichen kundtut.
Dies bezieht sich nicht auf die Universale Manifestation; denn in den Heiligen Schriften ist deutlich dargelegt, dass Jahrhunderte, nein Jahrtausende sich vollenden müssen, ehe eine Manifestation wie diese wieder erscheint.
Es ist zwar möglich, dass nach Ablauf eines vollen Jahrtausends heilige Wesen ermächtigt werden, eine Offenbarung mitzuteilen; dies wird aber nicht durch eine Universale Manifestation geschehen. Deshalb entspricht jeder Tag im Zyklus der Gesegneten Schönheit in Wirklichkeit einem Jahr und jedes Jahr einem Jahrtausend.
Betrachte zum Beispiel die Sonne: Ihr Übergang von einem Tierkreiszeichen zum nächsten vollzieht sich in einer kurzen Zeitspanne, doch erst nach einer langen Zeit erreicht sie die ganze Fülle ihres Glanzes, ihrer Hitze und Pracht im Zeichen des Löwen. Sie muss den ganzen Umlauf durch die anderen Sternbilder vollenden, ehe sie wieder ins Zeichen des Löwen eintritt, um in vollem Glanz zu leuchten. In den anderen Häusern zeigt sie nicht die Fülle ihrer Hitze und ihres Lichtes.
Kern der Aussage ist, dass vor Ablauf von tausend Jahren kein Mensch sich erkühnen kann, auch nur ein Wort davon zu erwähnen. Alle müssen sich zur Klasse der Untertanen rechnen, den Geboten Gottes und den Gesetzen des Hauses der Gerechtigkeit ergeben und gehorsam. Sollte jemand auch nur um Haaresbreite von den Verordnungen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit abweichen oder in seiner Ergebenheit zu ihm schwanken, so gehört er zu den Ausgestoßenen und Verworfenen.
Was den Zyklus der Gesegneten Schönheit betrifft, das Zeitalter des Größten Namens, so ist es nicht auf tausend oder zweitausend Jahre beschränkt…
Wenn gesagt wird, dass die Zeitspanne von tausend Jahren mit der Offenbarung der Gesegneten Schönheit beginnt und jeder Tag dieser Zeit tausend Jahre währt, soll sich dies auf den Zyklus der Gesegneten Schönheit beziehen, der sich in diesem Sinn über viele Zeitalter in die noch ungeborene Zukunft hinein erstrecken wird.

34

O du, der du der Menschenwelt dienst! Dein Brief ist angekommen, und sein Inhalt machte uns außerordentlich froh. Er war ein schlüssiger Beweis, ein prachtvolles Zeugnis. Es ist angemessen und richtig, dass wir in diesem erleuchteten Zeitalter – dem Zeitalter des Fortschritts der Menschenwelt – uns aufopfern und dem Menschengeschlecht dienen sollen. Jede allumfassende Sache ist göttlich, jede begrenzte ist zeitlich. Die Grundsätze der heiligen Manifestationen Gottes waren demnach allumfassend und allumschließend.
Die unvollkommene Seele ist ichsüchtig und denkt nur an ihr eigenes Wohl. Aber wenn sich ihre Gedanken ein bisschen weiten, beginnt sie, an das Wohl und die Bequemlichkeit ihrer Familie zu denken. Wenn die Vorstellungen noch weiter gerichtet sind, kümmert sich der Mensch um das Glück seiner Mitbürger. Und wenn er noch weiter denkt, hat er den Ruhm seines Landes und seiner Rasse im Sinn. Wenn jedoch die Gedanken und Einsichten sich im höchsten Grade weiten, die Stufe der Vollkommenheit erreichen, wird sich der Mensch die Erhöhung des Menschengeschlechts angelegen sein lassen. Er wünscht dann allen Menschen das Beste und müht sich um Wohlergehen und Wohlfahrt aller Länder. Das ist ein Zeichen der Vollkommenheit.
So hatten die heiligen Manifestationen Gottes einen umfassenden, allumschließenden Plan. Sie mühten sich um das Leben eines jeden und stellten sich in den Dienst allgemeiner Erziehung. Ihr Betätigungsfeld war nicht begrenzt, nein, es war weit und allumfassend.
Deshalb musst auch du an alle denken, damit die Menschheit erzogen werde, ihr Charakter sich mäßige und diese Welt sich in einen Garten Eden verwandle.
Liebe alle Religionen und alle Rassen mit wahrer, aufrichtiger Liebe und zeige diese Liebe durch Taten, nicht durch Worte; denn letztere sind unbedeutend, da die meisten Menschen dem Wort nach schon Menschenfreunde sind. Die Tat aber ist das Beste.

35

O Heerschar Gottes! Ein Brief, von euch allen unterschrieben, ist angekommen. Er war sehr beredt und voll Duft; es war eine Freude, ihn zu lesen.
Ihr schreibt über den Fastenmonat. Glücklich seid ihr, dass ihr dem Gebote Gottes gehorcht und das Fasten in der heiligen Zeit gehalten habt; denn körperliches Fasten ist äußeres Zeichen geistigen Fastens, es ist ein Symbol für Selbstzucht, dafür, dass man sich aller Triebe des Selbstes enthält, die Merkmale des Geistes annimmt, vom Himmelsodem weggetragen wird und an der Liebe Gottes Feuer fängt.
Euer Brief zeigt auch eure Einheit und Herzensverbundenheit. Ich hoffe, dass der Westen durch die grenzenlose Gnade, die Gott in diesem Zeitalter vergießt, zum Osten wird, zum Aufgangsort für die Sonne der Wahrheit, und dass die westlichen Gläubigen Morgenlichter werden, Offenbarer der Zeichen Gottes, dass sie vor den Zweifeln der Achtlosen beschützt bleiben, fest und unverrückbar im Bund und Testament; dass sie sich Tag und Nacht mühen, bis sie die Schlafenden erwecken, die Ahnungslosen achtsam machen, die Verstoßenen als vertraute Freunde in den engsten Kreis einbeziehen und den Mittellosen ihren Anteil an der ewigen Gnade geben. Lasst sie Rufer des Königreiches sein, laut die Bewohner dieser niederen Welt herbeirufen und zum Eintritt in das Reich der Höhe auffordern.
O Heerschar Gottes! In dieser Welt irrt jedes Volk durch seine eigene Wüste, kreuz und quer, wie es ihm Wahn und Launen eingeben, jeder seiner eigenen Grille folgend. Im Menschengewimmel der Erde ist allein die Gemeinde des Größten Namens los und frei von menschlichen Ränken; nur sie verfolgt keine eigennützigen Zwecke. Allein dieses Volk hat sich vor allen anderen mit Vorsätzen erhoben, die von der Selbstsucht gereinigt sind. So folgt es den Lehren Gottes, so schafft es und müht sich um das eine Ziel: diesen niedrigen Staub in den höchsten Himmel zu verwandeln, diese Welt zum Spiegel des Gottesreiches zu machen, sie zu verändern in eine andere Welt, damit die ganze Menschheit den Pfad der Rechtschaffenheit wandle und sich eine neue Lebensart zu eigen mache.
O Heerschar Gottes! Unter dem Schutz und mit der Hilfe der Gesegneten Schönheit – möge mein Leben ein Opfer für Seine Geliebten sein – sollt ihr euch so verhalten, dass ihr vornehm und leuchtend wie die Sonne unter den Menschenseelen hervorragt. Wenn einer von euch in eine Stadt kommt, soll er durch seine Aufrichtigkeit, seine Lauterkeit und Liebe, seine Ehrlichkeit und Treue, seine Wahrheitsliebe und Güte gegenüber allen Völkern der Welt zu einem Brennpunkt der Anziehungskraft werden, so dass die Menschen dieser Stadt ausrufen und sagen: »Dieser Mann ist ohne Zweifel ein Bahá’í, denn sein Benehmen, seine Haltung, seine Lebensweise, seine Sitten, seine Art und sein Wesen spiegeln die Eigenschaften der Bahá’í wider.« Bevor ihr diese Stufe erreicht, kann man nicht sagen, dass ihr dem Bund und Testament Gottes treu ergeben seid. Denn Er ist mit uns allen in unwiderleglichen Texten ein festes Bündnis eingegangen; es fordert von uns, dass wir nach Seinen heiligen Geboten und Ratschlägen handeln.
O Heerschar Gottes! Jetzt ist die Zeit, die Wirkungen und Vollkommenheiten des Größten Namens in diesem herrlichen Zeitalter offenbar zu machen, um über alle Zweifel erhaben zu beweisen, dass dies das Zeitalter Bahá’u’lláhs ist, vor allen anderen Zeitaltern ausgezeichnet.
O Heerschar Gottes! Wenn ihr einen Menschen seht, dessen ganze Aufmerksamkeit auf die Sache Gottes gerichtet ist, dessen einziges Bestreben es ist, dem Worte Gottes zur Wirkung zu verhelfen, der Tag und Nacht aus reiner Absicht der Sache Gottes dient, in dessen Verhalten nicht die geringste Spur von Egoismus oder eigensüchtigen Motiven zu erkennen ist, der vielmehr wie von Sinnen durch die Wildnis der Liebe Gottes wandert, nur aus dem Kelch der Gotterkenntnis trinkt und völlig darin aufgeht, Gottes süße Düfte zu verbreiten, verliebt in die heiligen Verse des Gottesreiches – so wisset fürwahr, dass dieser Mensch den Beistand und die Kraft des Himmels erhalten wird. Wie der Morgenstern wird er immerdar hell vom Firmament ewiger Gnade leuchten. Aber wenn er auch nur den geringsten Anflug von selbstischen Wünschen und Eigenliebe zeigt, werden seine ganzen Anstrengungen zunichte; er wird zerstört und bleibt hoffnungslos zurück.
O Heerschar Gottes! Preis sei Gott! Bahá’u’lláh löst der Menschheit die Ketten vom Nacken. Er befreit den Menschen von allem, was ihn fesselte, und sagt ihm: Ihr seid alle die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Seid mitleidsvoll und gütig zum ganzen Menschengeschlecht! Behandelt Fremde wie Freunde! Haltet andere so lieb wie euer eigen Fleisch und Blut! Betrachtet Feinde als Freunde, Dämonen als Engel! Bezeugt dem Tyrannen die gleiche große Liebe wie den Ergebenen und Getreuen, und wie Gazellen aus den duftenden Städten Khaṭá und KhutanA31 bietet dem reißenden Wolf süßen Moschus. Seid den Furchtsamen eine Zuflucht, bringt den Verstörten Ruhe und Frieden, versorgt die Mittellosen, seid eine volle Schatzkammer für die Armen, eine Arznei für die Leidenden, Arzt und Pfleger für die Gebrechlichen, fördert Freundschaft, Ehre, Aussöhnung und Hingabe an Gott in dieser nichtigen Welt.
O Heerschar Gottes! Strengt euch mächtig an; dann könnt ihr diese Erde so mit Licht überfluten, dass diese Lehmhütte, die Welt, zum Paradies Abhá wird. Dunkel hat sich ausgebreitet, tierische Triebe gewinnen die Oberhand. Die Menschenwelt ist jetzt eine Kampfbahn wilder Bestien, ein Schlachtfeld, auf dem die Unwissenden und die Achtlosen ihre Gelegenheit ergreifen. Die Menschenseelen sind reißende Wölfe, Tiere mit verblendeten Augen; sie sind tödliches Gift oder nutzloses Unkraut – bis auf ganz wenige, die tatsächlich selbstlose Ziele und Pläne für das Wohl ihrer Mitmenschen hegen. Ihr aber müsst in dieser Sache, im Dienst an der Menschheit, euer ganzes Leben opfern, und wenn ihr euch so hingebt, müsst ihr frohlocken.
O Heerschar Gottes! Der Erhabene, der Báb, gab Sein Leben hin. Bahá’u’lláh, die Gesegnete Vollkommenheit, gab hundert Leben hin mit jedem Atemzug. Er trug Elend, Er litt Qualen, Er war eingekerkert, Er lag in Ketten. Er verlor Sein Heim und wurde in ferne Länder verbannt. Schließlich lebte Er bis ans Ende Seiner Tage im Größten Gefängnis. Ebenso hat eine große Anzahl der Geliebten Gottes, die Seinem Wege folgten, den Honig des Martyriums gekostet. Sie gaben alles hin: Leben, Besitz, Verwandtschaft, alles, was sie hatten. Wie viele Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht, wie viele Wohnungen wurden aufgebrochen und ausgeraubt, wie viele herrliche Gebäude liegen in Schutt und Asche, wie viele Paläste wurden zu Gräbern zerschlagen! Und all dies geschah, damit die Menschheit erleuchtet werde, damit Unwissenheit der Erkenntnis weiche, damit die Erdenmenschen zu Himmelsmenschen werden, Zwietracht und Uneinigkeit mit den Wurzeln ausgerissen werden, das Reich des Friedens auf der ganzen Welt errichtet werde. Nun strebet danach, dass diese Segensgabe sich zeige und diese höchste aller Hoffnungen in der Gemeinschaft aller Menschen glanzvoll verwirklicht werde.
O Heerschar Gottes! Hütet euch, eine Seele zu kränken, ein Herz zu betrüben oder einen Menschen mit euren Worten zu verletzen, sei er euer Bekannter oder ein Fremdling, Freund oder Feind. Betet für alle; bittet, dass alle selig werden und Vergebung finden. Hütet euch, hütet euch, Rache zu nehmen, selbst dann, wenn jemand nach eurem Blut dürstet. Hütet euch, hütet euch, die Gefühle eines anderen zu verletzen, auch wenn er ein Übeltäter ist und euch Böses wünscht. Schaut nicht auf die Geschöpfe, wendet euch ihrem Schöpfer zu. Überseht die nichtsnutzigen Leute, seht nur den Herrn der Heerscharen. Starrt nicht nieder in den Staub, schauet empor zur strahlenden Sonne, die jeden Flecken dunkler Erde im Lichte glühen lässt.
O Heerschar Gottes! Widerfährt euch Unheil, so seid geduldig und gelassen. Wie quälend euer Leid auch sei, bleibt ruhig, und mit vollkommenem Vertrauen auf Gottes überströmende Gnade trotzet dem Sturm der Trübsal und des feurigen Gottesgerichts.
Im vergangenen Jahr brachte eine Anzahl Ungläubiger von drinnen und draußen, altbekannte und fremde, vor dem Sultan der Türkei Verleumdungen gegen uns heimatlos Verbannte vor, schwere Anschuldigungen ohne jede Grundlage. Nach den Regeln der Klugheit entschloss sich die Regierung, diese Vorwürfe zu prüfen, und entsandte eine Untersuchungskommission in unsere Stadt. Es ist offenkundig, welche Möglichkeit sich damit den uns übel Gesinnten bot und welchen Sturm sie entfesselten; all dies übersteigt jede Schilderung durch die Zunge oder die Feder. Nur ein Augenzeuge kann wissen, welchen Aufruhr sie entfesselten, welches Erdbeben an Schmerzen die Folge war. Aber trotz alledem war die Antwort, sich ganz auf Gott zu verlassen und gelassen, vertrauensvoll, langmütig und ungestört in solchem Maße zu bleiben, dass ein Uneingeweihter uns für behaglich an Leib und Seele, vollkommen glücklich, blühend und friedevoll gehalten hätte.
Dann kam es soweit, dass die Denunzianten selbst, welche die verleumderischen Behauptungen gegen uns vorgebracht hatten, mit den Kommissionsmitgliedern gemeinsame Sache machten, um die Beschuldigungen zu ermitteln, so dass Kläger, Zeugen und Richter alle dieselben waren und das Ergebnis von vornherein ausgemacht war. Dennoch muss fairerweise festgestellt werden, dass bis jetzt Seine Majestät der Sultan der Türkei diesen falschen Anschuldigungen, dieser üblen Nachrede, dieser Schmach, diesen Fabeln und Verleumdungen keine Beachtung geschenkt und mit Gerechtigkeit gehandelt hat…
O Du unser Versorger! Du hast über die Freunde im Westen die Düfte des Heiligen Geistes gehaucht und den Himmel im Westen mit dem Lichte göttlicher Führung erleuchtet. Du hast zu Dir hingezogen, die einstmals fern von Dir waren. Fremde hast Du in liebreiche Freunde verwandelt, die Schlafenden erweckt und die Nachlässigen achtsam gemacht.
O Du unser Versorger! Steh diesen edlen Freunden bei, Dein Wohlgefallen zu gewinnen und Fremden wie Freunden wohlgesonnen zu sein. Geleite sie in die ewige Welt, lasse sie himmlischer Gnade teilhaftig sein und wirkliche Bahá’í werden, aufrichtig vor Gott. Bewahre sie vor Äußerlichkeit, gründe sie fest in der Wahrheit. Mache sie zu Zeichen und Beweisen für Dein Reich, zu funkelnden Sternen hoch über den Niederungen dieses Lebens. Lasse sie Hilfe und Trost für die Menschheit, Diener des Weltfriedens sein. Entzücke sie mit dem Wein Deines Ratschlusses und gib, dass sie alle auf dem Pfade Deiner Gebote wandeln.
O Du unser Versorger! Es ist dieses Dieners Herzenswunsch an Deiner Schwelle, die Freunde des Westens und des Ostens in fester Umarmung zu schauen, alle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft voll Liebe in einer großen Gemeinde vereint zu sehen, wie die in einem mächtigen Meere versammelten Tropfen, wie die Vögel eines einzigen Rosengartens, die Perlen eines Ozeans, die Blätter eines Baumes, die Strahlen einer Sonne.
Du bist der Mächtige, der Gewaltige, und Du bist der Gott der Stärke, der Allmächtige, der Allsehende.

36

O ihr beiden begünstigten Mägde des Herrn! Der Brief von Mutter Beecher ist eingetroffen. Er spricht in Wahrheit für euch beide. Deshalb schreibe ich euch beiden zusammen. Das ist für mich wundervoll; denn ihr beiden reinen Wesen seid wie ein einziger wertvoller Juwel, ihr seid zwei Zweige desselben Baumes, ihr betet beide denselben Geliebten an, ihr sehnt euch beide nach derselben strahlenden Sonne.
Es ist meine Hoffnung, dass sich alle Mägde Gottes dortzulande vereinen wie die Wellen einer unendlichen See. Der Wind bewegt sie nach seinem Belieben, jede ist von den andern getrennt, aber in Wahrheit sind sie alle eins mit der grenzenlosen Tiefe.
Wie gut ist es doch, wenn die Freunde sich so nahe sind wie ein Bündel Strahlen, wenn sie Seite an Seite stehen in einer starken, ungebrochenen Front. Denn jetzt vereint die Sonne der Welt des Seins mit ihren Strahlen der Wirklichkeit alle, die dieses Licht anbeten; in unendlicher Gnade sammeln diese Strahlen alle Völker unter diesem breiten Obdach. Deshalb müssen alle Seelen wie eine einzige Seele werden, alle Herzen wie ein Herz. Lasst alle frei werden von den vielfältigen Eigenarten, die aus Lust und Leidenschaft geboren sind, und lasst sie in der Einheit ihrer Liebe zu Gott eine neue Lebensbahn finden.
O ihr beiden Mägde Gottes! Jetzt ist es Zeit für euch, dass ihr segenspendende Kelche werdet, gefüllt bis zum Rand, belebende Winde aus dem Paradies Abhá, Moschusduft über euer Land verbreitend. Macht euch frei vom Leben dieser Welt. Sehnt euch auf jeder Stufe nach dem Nichtsein; denn wenn der Strahl zur Sonne zurückkehrt, wird er ausgelöscht; wenn der Tropfen zum Meer zurückkommt, verschwindet er, und wenn der aufrichtig Liebende seinen Geliebten findet, gibt er seine Seele auf.
Solange ein Wesen seinen Fuß nicht auf das Feld des Opfers setzt, ist es jeder Gunst und Gnade beraubt. Das Feld des Opfers aber ist der Zustand, da das Selbst stirbt, damit der strahlende Glanz des lebendigen Gottes hervorbrechen kann. Das Feld des Martyriums ist der Ort der Loslösung vom Selbst, der Ort, wo die Hymnen der Ewigkeit emporsteigen können. Tut, was ihr vermögt, um eures Selbstes völlig überdrüssig zu werden, und bindet euch an jenes strahlende Antlitz. Sowie ihr diese Höhen der Dienstbarkeit erreicht habt, werdet ihr alle erschaffenen Dinge in eurem Schatten versammelt finden. Das ist grenzenlose Gnade; das ist die höchste Souveränität. Das ist das Leben, das nicht vergeht. Alles andere ist letztlich nur offenbare Verdammnis und schlimmer Verlust.
Preis sei Gott, das Tor grenzenloser Gnade ist weit geöffnet, die himmlische Tafel ist gedeckt, die Diener des Barmherzigen und Seine Mägde sind zum Fest versammelt. Strebt danach, euren Anteil an diesem ewigen Mahl zu erhalten, damit ihr in dieser und der zukünftigen Welt geliebt und geachtet seid.

37

O ihr lieben Freunde ‘Abdu’l-Bahás! Ein gesegneter Brief von euch ist eingegangen; er berichtet über die Wahl eines Geistigen Rates. Mein Herz wurde sehr froh, als ich hörte, dass die Freunde jenes Gebietes – gelobt sei Gott – in vollkommener Einheit, Freundschaft und Liebe die neue Wahl abgehalten haben und dass es ihnen gelungen ist, Seelen zu wählen, die geheiligt sind, begünstigt an der Heiligen Schwelle, bekannt unter den Freunden für ihre Standhaftigkeit und Festigkeit im Bündnis.
Jetzt müssen sich diese gewählten Vertreter erheben, in Geistigkeit und Freude zu dienen, in reiner Absicht, stark angezogen vom Duft des Allmächtigen, kraftvoll gestützt vom Heiligen Geist. Lasst sie das Banner der Führung hissen, und als Soldaten der himmlischen Heerscharen lasst sie Gottes Wort erhöhen, Seinen süßen Duft verbreiten, die Menschenseelen erziehen und den Größten Frieden fördern.
Wahrlich, es wurden gesegnete Seelen gewählt. Im Augenblick, als ich ihre Namen las, überlief mich ein Schauer geistiger Freude, weil ich erkannte, dass dortzulande – gelobt sei Gott – Menschen erweckt wurden, welche Diener des Königreiches und bereit sind, ihr Leben für Ihn, der Seinesgleichen nicht hat, hinzugeben.
O meine lieben Freunde! Erleuchtet diesen Rat mit dem Glanz der Gottesliebe. Lasst ihn laut die freudigen Weisen der Himmelssphären anstimmen. Lasst ihn gedeihen durch die Speisen beim Abendmahl des Herrn, an der himmlischen Festtafel Gottes. Versammelt euch in ungetrübter Freude und sprecht zu Beginn eurer Zusammenkunft dieses Gebet:
O Du Herr des Königreiches! Leiblich sind wir hier versammelt, doch unsere verzückten Herzen sind von Deiner Liebe fortgetragen. Hingerissen sind wir vom Strahlenglanz Deines Antlitzes. Schwach, wie wir sind, harren wir der Offenbarungen Deiner Macht und Gewalt. Arm sind wir und mittellos, doch aus Deines Reiches Schatzkammern erhalten wir Wohlstand die Fülle. Nur Tropfen sind wir, doch speisen wir uns aus den Tiefen Deines Meeres. Nur Staubkörner sind wir, doch leuchten wir in Deiner Sonne herrlichem Strahlenglanz.
O Du unser Versorger! Sende Deine Hilfe auf uns nieder, so dass jeder von uns hier eine leuchtende Kerze werde, ein Anziehungspunkt, ein Bote, der zu Deinen himmlischen Reichen ruft, bis wir schließlich die Welt hienieden zum Spiegelbild Deines Paradieses machen.
O ihr meine lieben Freunde! Es ist die Pflicht der Räte jener Gebiete, miteinander in Verbindung und Briefverkehr zu stehen. Auch sollen sie sich mit den Räten im Osten austauschen, so dass sie Mittler für die Vereinigung der ganzen Welt werden.
O ihr geistigen Freunde! Eure Standhaftigkeit muss so groß sein, dass – sollten die Böswilligen alle Gläubigen töten und nur einen einzigen übrig lassen – der letzte Überlebende allein allen Völkern der Erde widerstünde und weiterhin nah und fern die heiligen Düfte Gottes verbreitete. Wenn euch eine Schreckensnachricht, ein Wort über schlimme Begebenheiten aus dem Heiligen Land erreicht, so sorgt dafür, dass ihr nicht wankt; seid nicht niedergeschlagen vor Kummer, seid nicht erschüttert. Vielmehr erhebt euch sofort mit eiserner Entschlossenheit und dient dem Reiche Gottes.
Dieser Diener an der Schwelle des Herrn war stets in Gefahr. Er ist auch jetzt in Gefahr. Zu keiner Zeit gab es für mich die geringste Hoffnung auf Sicherheit. Mein höchster Wunsch ist, aus dem gnadenreichen, randvollen Becher des Martyriums zu trinken, auf dem Feld des Opfers sterben zu dürfen und mich an jenem Wein zu laben, der das kostbarste Geschenk Gottes ist. Dies ist meine höchste Hoffnung, mein innigstes Sehnen.
Wir hören, dass die Sendschreiben IshráqátA32, ṬarázátA33, BishárátA34, TajallíyátA35 und KalimátA36 übersetzt und dortzulande veröffentlicht worden sind. In diesen Sendschreiben findet ihr ein Modell dafür, wie man sein und wie man leben soll.

38

O Dienerin Gottes, die du dich wie ein frischer, zarter Zweig im Windhauch der Liebe Gottes bewegst! Ich habe deinen Brief gelesen, der von deiner grenzenlosen Liebe, deiner tiefen Ergebenheit und deinem steten Gedenken an deinen Herrn kündet.
Verlasse dich auf Gott. Gib deinen eigenen Willen auf und halte an dem Seinen fest, lasse deine Wünsche beiseite und nimm die Seinen an, auf dass du Seinen Dienerinnen ein heiliges, geistiges Vorbild aus Gottes Reich werdest.
Wisse, o Dienerin, dass vor dem Antlitz Bahás die Frauen so viel gelten wie die Männer und dass Gott die ganze Menschheit nach Seinem Ebenbild erschaffen hat. Dies bedeutet, dass Männer und Frauen gleichermaßen die Verkünder Seiner Namen und Eigenschaften sind und vom geistigen Standpunkt aus keinen Unterschied zwischen ihnen besteht. Wer sich Gott nähert, ob Mann oder Frau, hat die größte Gunst erlangt. Wie viele glühend ergebene Dienerinnen haben sich im schützenden Schatten Bahás den Männern überlegen erwiesen und selbst die Berühmten der Erde überflügelt.
Das Haus der Gerechtigkeit jedoch ist gemäß dem ausdrücklichen Text des Gesetzes Gottes nur für Männer bestimmt; dies ist eine der Weisheiten Gottes, des Herrn, welche in absehbarer Zeit so klar wie die Sonne am Mittag offenbar werden wird.
Was nun euch betrifft, o ihr anderen Dienerinnen, die ihr die himmlischen Düfte liebt, haltet heilige Versammlungen ab und gründet Geistige Räte, denn sie sind die Grundlage für die Verbreitung der süßen Düfte Gottes; sie erhöhen Sein Wort, halten die Lampe Seiner Gnade hoch, verkünden Seine Religion und verbreiten Seine Lehren – und welche Gnade ist größer als diese? Diese Geistigen Räte werden vom Geist Gottes unterstützt. Ihr Verteidiger ist ‘Abdu’l-Bahá. Über sie breitet Er Seine Flügel aus. Welche Gnade ist größer als diese? Diese Geistigen Räte sind strahlende Leuchten und himmlische Gärten, aus denen die Düfte der Heiligkeit über alle Regionen wehen und die Leuchten der Erkenntnis über alles Erschaffene strahlen. Von ihnen strömt der Geist des Lebens nach allen Richtungen. Sie sind wahrlich zu allen Zeiten und unter allen Umständen die mächtigen Quellen des Fortschritts für den Menschen. Welche Gnade ist größer als diese?

39

O Magd Gottes! Dein Brief ist angekommen mit der Nachricht, dass in jener Stadt ein Rat errichtet wurde.
Schaut nicht auf eure geringe Zahl, sucht vielmehr nach Herzen, die rein sind. Eine geheiligte Seele ist tausend anderen Seelen vorzuziehen. Wenn eine Handvoll Menschen sich in Liebe, in völliger Reinheit und Heiligkeit mit von der Welt gelösten Herzen versammelt, wenn sie dabei die Empfindungen des Königreiches und die machtvoll anziehende Kraft des Göttlichen verspürt, wenn sie eins ist in froher Gemeinschaft, so wird diese Versammlung ihren Einfluss über die ganze Erde breiten. Das Wesen dieser Menschen, die Worte, die sie sprechen, die Taten, die sie tun, setzen die Segnungen des Himmels frei und lassen einen Schimmer der ewigen Seligkeit ahnen. Die himmlischen Heerscharen werden sie verteidigen, die Engel des Paradieses Abhá werden ohne Unterlass zu ihrer Hilfe herabsteigen.
»Engel« bedeuten die Bestätigungen Gottes und Seine himmlischen Kräfte. Auch sind Engel gesegnete Wesen, die alle Bindungen zur niederen Welt gelöst haben, befreit von den Ketten des Selbstes und den Wünschen des Fleisches, die Herzen verankert in den himmlischen Gefilden des Herrn. Sie sind aus dem Königreich und himmlisch, sie sind von Gott und geistig, sie offenbaren Gottes reiche Gnade, sie sind Aufgangsorte Seiner geistigen Segnungen.
O Dienerin Gottes! Gepriesen sei Gott, dein lieber Mann verspürt die süßen Düfte, die aus den Gärten des Himmels wehen. Nun musst du ihn Tag für Tag durch die Liebe Gottes und deine guten Taten immer näher zum Glauben hinziehen.
Das waren wahrhaftig schreckliche Geschehnisse in San Franzisko.A37 Katastrophen dieser Art sollen dazu dienen, die Menschen wachzurütteln und die Liebe ihrer Herzen zu dieser unbeständigen Welt zu schwächen. Nur in dieser niederen Welt geschehen so tragische Dinge: Dies ist der Becher, der bitteren Wein bietet.

40

O ihr Geliebten ‘Abdu’l-Bahás! Ich habe eure Berichte mit großer Freude gelesen; sie sind von einer Art, die das Herz ermuntert und erfrischt, die Seele glücklich macht. Wenn euer Rat durch den heiligen Hauch des Allbarmherzigen und durch Seine göttlichen Bestätigungen beharrlich, fest und standhaft bleibt, wird er beachtliche Ergebnisse hervorbringen und mit Unternehmungen von großer Tragweite Erfolg haben.
Die Geistigen Räte, die in diesem Zeitalter Gottes, in diesem heiligen Jahrhundert, zu errichten sind, hatten unbestreitbar nicht ihresgleichen in den vergangenen Zyklen, waren doch Ratsversammlungen, die Macht ausübten, bisher auf die Unterstützung kraftvoller Führerpersönlichkeiten angewiesen, während diese Räte auf die Hilfe der Schönheit Abhá gegründet sind. Verteidiger und Schutzherr jener anderen Ratsversammlungen war ein Fürst, ein König, ein Hohepriester oder die Masse des Volkes. Doch diese Geistigen Räte haben als Beschützer, Erhalter, Helfer und Beleber den allgewaltigen Herrn.
Schaut nicht auf die Gegenwart. Richtet euren Blick auf künftige Zeiten. Wie klein ist der Same zu Beginn, aber am Ende ist er ein mächtiger Baum. Schaut nicht auf den Samen, schaut auf den Baum, auf seine Blüten, Blätter und Früchte. Denkt an die Zeit Christi, als nur ein kleines Häuflein Ihm nachfolgte, und seht, was für ein mächtiger Baum aus diesem Samen wurde, seht seine Früchte. Nun werden noch größere Ereignisse eintreten; denn dies ist die Vorladung des Herrn der Heerscharen, dies ist der Posaunenstoß des lebendigen Herrn, dies ist die Hymne des Weltfriedens, dies ist das Banner der Redlichkeit, des Vertrauens und der Verständigung, aufgepflanzt inmitten all der vielfarbigen Völker des Erdballs. Dies ist die Sonne der Wahrheit mit ihrem Strahlenglanz; dies ist der Geist Gottes in all Seiner Heiligkeit. Diese mächtigste Sendung wird die ganze Erde umspannen; unter ihrem Banner werden sich alle Völker versammeln und Schutz finden. Deshalb wisset um die lebensnotwendige Bedeutung dieses zarten Samens, den der wahre Landmann mit den Händen Seines Erbarmens in die gepflügten Felder des Herrn säte und mit den Schauern der Segnungen und Gnadengaben wässerte; nun lässt Er ihn wachsen und gedeihen in der Wärme und im Lichte der Sonne der Wahrheit.
Deshalb, o ihr Geliebten Gottes, bringt Ihm euren Dank dar, denn Er lässt euch solchen Segen zukommen, solche Gaben empfangen. Selig seid ihr, mit dieser reichen Gnade wird euch frohe Botschaft zuteil.

41

O du, der du treu und standhaft im Bündnis bist! Der Brief, den du geschrieben hast,… wurde mir gezeigt; die darin ausgedrückten Ansichten sind sehr lobenswert. Es ist die Pflicht des Geistigen Beratungsgremiums von New York, mit dem von Chikago voll übereinzustimmen. Beide Beratungsgremien müssen gemeinsam gutheißen, was sie für die Veröffentlichung und Verteilung geeignet finden. Anschließend mögen sie eine Kopie nach ‘Akká schicken, damit es auch hier gebilligt werde. Sodann wird das Material zurückgeschickt, damit es veröffentlicht und verbreitet werden kann.
Die Frage des Zusammenwirkens und der Übereinkunft der beiden Geistigen Räte von Chikago und New York ist von allergrößter Wichtigkeit, und sobald in Washington ordnungsgemäß ein Geistiger Rat gebildet ist, sollten jene beiden Räte auch zu diesem Geistigen Rat Bande der Einheit knüpfen. Zusammengefasst: Es ist der Wunsch Gottes, des Herrn, dass die Geliebten Gottes und die Dienerinnen des Barmherzigen im Westen Tag für Tag in Harmonie und Einheit enger zusammenkommen. Solange das nicht erreicht ist, wird die Arbeit nicht voranschreiten. Die Geistigen Räte sind vereint das wirksamste Werkzeug, um Einheit und Harmonie zu bewirken. Diese Angelegenheit hat höchste Bedeutung; dies ist der Magnet, der die Bestätigungen Gottes anzieht. Wenn dereinst die Einheit zwischen den Freunden – diese göttliche Geliebte – in all ihrer Schönheit mit dem Schmuck des Reiches Abhá angetan ist, werden jene Länder sicherlich in kurzer Zeit zum Paradies des Allherrlichen werden, und vom Westen her wird der Strahlenglanz der Einheit sein helles Licht auf die ganze Erde werfen.
Wir bemühen uns mit Herz und Seele, ohne Rast bei Tag und Nacht, ohne auch nur einen Augenblick der Ruhe, die Menschenwelt zum Spiegel der Einheit Gottes zu machen. Wie viel mehr müssen also die Geliebten des Herrn diese Einheit widerspiegeln? Und diese sehnliche Hoffnung, dieser unser brennender Wunsch wird erst dann sichtbar erfüllt sein, wenn sich die wahren Freunde Gottes erheben, die Lehren der Schönheit Abhá – möge mein Leben ein Lösegeld für Seine Geliebten sein – in die Tat umzusetzen. Eine Seiner Lehren lautet, dass Liebe und gute Absicht das Menschenherz so beherrschen müssen, dass die Menschen den Fremden als vertrauten Freund sehen, den Übeltäter als einen der ihren, den Ausländer als einen Angehörigen, den Feind als einen teuren, engen Gefährten. Wer sie tötet, den werden sie einen Lebensspender nennen; wer sich von ihnen abwendet, dem werden sie begegnen, als kehrte er sich ihnen zu; wer ihre Botschaft ablehnt, den werden sie betrachten, als anerkenne er die Wahrheit. Das bedeutet, sie müssen die ganze Menschheit so behandeln, wie sie die ihnen Wohlgesonnenen behandeln, ihre Mitgläubigen, ihre Angehörigen und ihre vertrauten Freunde.
Sollte diese Fackel die Weltgemeinschaft erleuchten, so werdet ihr bemerken, dass die ganze Erde einen Duft hervorbringt, dass sie ein wonnevolles Paradies geworden ist, dass ihre Oberfläche des höchsten Himmels Ebenbild ist. Dann wird die ganze Welt ein einziges Heimatland, ihre verschiedenen Völker ein einziges Geschlecht, die Nationen des Ostens und des Westens eine Hausgemeinschaft.
Ich hoffe sehr, dass dieser Tag kommen wird, dass dieser Glanz aufleuchtet, dass diese Schau in ihrer ganzen Schönheit enthüllt wird.

42

O ihr Mitarbeiter, gestützt von Heerscharen aus dem Reich des Allherrlichen! Selig seid ihr, denn ihr seid im schützenden Schatten des Wortes Gottes zusammengekommen und habt Zuflucht gefunden in der Grotte Seines Bundes; ihr habt euren Herzen Frieden gebracht, indem ihr euch im Paradiese Abhá eingerichtet habt und von den sanften Winden aus dem Quell Seiner Güte wiegen lasset. Ihr habt euch erhoben, der Sache Gottes zu dienen, Seinen Glauben nah und fern zu verbreiten, Sein Wort zu künden und hoch die Banner der Heiligkeit aufzurichten in allen jenen Landen.
Beim Leben Bahás! Wahrlich, die vollkommene Kraft der Göttlichen Wirklichkeit wird euch die Segnungen des Heiligen Geistes einhauchen und euch helfen, eine Heldentat zu vollbringen, wie sie das Auge der Schöpfung noch nie geschaut hat.
O Gemeinschaft des Bundes! Wahrlich, die Schönheit Abhá gab den im Bündnis standhaften Geliebten das Versprechen, dass Er ihre Bestrebungen stärke mit dem stärksten Beistand und ihnen helfe mit Seiner siegreichen Macht. In kurzer Zeit werdet ihr sehen, wie eure erleuchtete Versammlung deutliche Zeichen und Merkmale in die Herzen und Seelen der Menschen prägt. Fasst Gottes Gewand fest am Saum und lenkt all euren Eifer darauf, Seinen Bund zu fördern und im Feuer Seiner Liebe immer heller zu lodern, auf dass eure Herzen vor Freude tanzen im Odem der Dienstbarkeit, der ‘Abdu’l-Bahás Brust entströmt. Sammelt eure Herzen, macht eure Schritte fest, vertraut auf die nie endenden Segensgaben, die eine nach der anderen aus dem Reich Abhá über euch kommen. Wann immer ihr in dieser strahlenden Versammlung zusammenkommt, seid gewiss, dass Bahás Strahlenglanz über euch leuchtet. Ihr müsst Übereinstimmung suchen und einig sein; ihr müsst in enger Verbindung zueinander stehen, eins sein mit Leib und Seele, bis ihr den Plejaden gleicht oder einer Kette glänzender Perlen. So werdet ihr fest stehen, so wird euer Wort gelten, euer Stern wird strahlen, und eure Herzen werden getröstet sein…
Wenn ihr den Beratungsraum betretet, sprecht dieses Gebet mit einem Herzen, das pocht aus Liebe zu Gott, und mit einer Zunge, die geläutert ist von allem außer Seinem Gedenken, auf dass der Allmächtige euch gnädiglich helfe, den höchsten Sieg zu erringen:
O Gott, mein Gott! Wir sind Deine Diener, die sich in Ergebenheit Deinem heiligen Antlitz zuwenden und sich an diesem herrlichen Tag von allem außer Dir loslösen. Wir sind zusammengekommen in diesem Geistigen Rat, einig in unseren Ansichten und Gedanken, und wir stimmen überein in dem Vorsatz, Dein Wort vor aller Menschheit zu erhöhen. O Herr, unser Gott! Mache uns zu Zeichen Deiner göttlichen Führung, zu Bannern Deines erhabenen Glaubens unter den Menschen, zu Dienern Deines mächtigen Bündnisses, o Du unser höchster Herr, zu Offenbarungen Deiner göttlichen Einheit in Deinem Reich Abhá und zu strahlenden Sternen, die über alle Regionen scheinen. Herr, hilf uns, dass wir Meeren gleichen, die in den Wogen Deiner wundersamen Gnade branden, Wassern, die von Deinen allherrlichen Höhen fließen, guten Früchten am Baume Deiner himmlischen Sache, Bäumen, die der Windhauch Deiner Großmut in Deinem himmlischen Weinberg bewegt. O Gott, lasse unsere Seelen dürsten nach den Versen Deiner göttlichen Einheit, unsere Herzen fröhlich sein durch den Strom Deiner Gnade, damit wir zusammenfließen wie die Wellen eines Meeres und ineinanderschmelzen wie die Strahlen Deines glänzenden Lichtes, bis unsere Gedanken, unsere Ansichten, unsere Gefühle eine Wirklichkeit werden, die den Geist der Eintracht über die ganze Welt hin kündet! Du bist der Gnädige, der Gütige, der Schenkende, der Allmächtige, der Barmherzige, der Mitleidvolle.

43

Die Haupterfordernisse für jene, die miteinander beraten, sind Reinheit des Beweggrundes, strahlender Geist, Loslösung von allem außer Gott, Hingezogensein zu Seinen göttlichen Düften, Bescheidenheit und Demut vor Seinen Geliebten, Geduld und Langmut in Schwierigkeiten, Dienstbarkeit an Seiner erhabenen Schwelle. Wenn sie mit gnädigem Beistand diese Eigenschaften erlangen, wird ihnen vom unsichtbaren Reiche Bahás der Sieg gewährt.

44

Seine MitgliederA38 müssen so miteinander beraten, dass sich kein Anlass für Unmut oder Zwietracht ergibt. Dies ist erreichbar, wenn jedes Mitglied in vollkommener Freiheit seine Meinung äußert und seine Argumente vorbringt. Es darf sich, sollte jemand widersprechen, auf keinen Fall verletzt fühlen; denn erst wenn eine Angelegenheit vollständig erörtert ist, kann sich der richtige Weg zeigen. Der zündende Funke der Wahrheit erscheint erst nach dem Zusammenprall verschiedener Meinungen. Wenn nach der Beratung ein Beschluss einstimmig gefasst wird, ist dies schön und gut; sollten aber, was der Herr verhüten möge, voneinander abweichende Meinungen bestehen bleiben, muss die Stimmenmehrheit gelten.

45

Die erste Bedingung ist vollkommene Liebe und Harmonie unter den Mitgliedern des Rates. Sie müssen völlig frei sein von Entfremdung und in sich selbst Gottes Einheit offenbaren, denn sie sind die Wellen eines Meeres, die Tropfen eines Stromes, die Sterne eines Himmels, die Strahlen einer Sonne, die Bäume eines Obsthains, die Blumen eines Gartens. So keine Harmonie im Denken, keine vollkommene Einheit herrschen, wird jene Versammlung sich auflösen und jener Rat scheitern. Die zweite Bedingung ist, dass die Mitglieder des Rates vereint einen Vorsitzenden wählen und Richtlinien sowie eine Satzung für ihre Zusammenkünfte und Beratungen aufstellen. Der Vorsitzende soll für die Beachtung solcher Regeln und Bestimmungen sorgen, sie schützen und durchsetzen. Die anderen Mitglieder sollten ihnen Gehorsam leisten; sie sollten es unterlassen, sich über nebensächliche, nicht zur Sache gehörende Dinge zu unterhalten. Sie müssen, wenn sie zusammenkommen, ihr Angesicht dem Königreich der Höhe zuwenden und Hilfe erbitten aus dem Reiche der Herrlichkeit. Dann müssen sie mit höchster Hingabe, Höflichkeit, Würde, Sorgfalt und Mäßigung ihre Ansichten vortragen. Sie müssen in jeder Angelegenheit die Wahrheit erforschen und dürfen nicht auf ihrer eigenen Meinung bestehen; denn Starrsinn und Beharren auf der eigenen Ansicht führen schließlich zu Zank und Streit; die Wahrheit aber bleibt verborgen. Die verehrten Mitglieder müssen in aller Freiheit ihre eigenen Gedanken ausdrücken; es ist in keiner Weise erlaubt, dass einer die Gedanken des anderen herabsetzt. Nein, er muss die Wahrheit mit Augenmaß darlegen, und sollten sich Meinungsverschiedenheiten ergeben, so muss die Stimmenmehrheit gelten; alle müssen dann gehorchen und sich der Mehrheit fügen. Es ist auch nicht erlaubt, dass eines der verehrten Mitglieder innerhalb oder außerhalb der Sitzung gegen eine zuvor getroffene Entscheidung Einwände erhebt oder sie tadelt, selbst wenn die Entscheidung falsch wäre; denn solche Kritik würde verhindern, dass irgendeine Entscheidung in Kraft tritt. Kurz gesagt, was immer in Harmonie, Liebe und reiner Absicht getan wird, bewirkt Licht; wenn aber die geringste Spur von Entfremdung herrscht, wird das in schwarzes Dunkel führen… Wird dies beachtet, so ist jener Rat von Gott; andernfalls führt er zu Kälte und Entfremdung, die vom Bösen ausgehen… Wenn sie sich bemühen, diese Bedingungen zu erfüllen, wird ihnen die Gnade des Heiligen Geistes gewährt, und jener Rat wird zum Mittelpunkt göttlichen Segens. Die Heerscharen göttlicher Bestätigung werden seinen Mitgliedern zu Hilfe kommen, und Tag für Tag werden sie eine neue Ausgießung des Geistes erfahren.

46

O ihr, die ihr fest im Bündnis steht! ‘Abdu’l-Bahá ist ständig in gedanklicher Verbindung mit jedem Geistigen Rat, der durch die göttliche Großmut errichtet ward, dessen Mitglieder sich in völliger Hingabe zum göttlichen Königreich wenden und fest im Bündnis sind. Ihnen ist er aus ganzem Herzen zugetan, verbunden durch unvergängliche Bande. So ist der Austausch mit jener Versammlung aufrichtig, dauerhaft und ununterbrochen.
In jedem Augenblick bitte ich für euch um Hilfe, Gnade, neue Gunst und neuen Segen, damit Bahá’u’lláhs Bestätigungen wie ein Meer immerfort branden, das Sonnenlicht der Wahrheit über euch leuchte und ihr, gefestigt in eurem Dienst, Offenbarungen göttlicher Gabenfülle werdet, jeder zur Morgendämmerung dem Heiligen Lande zugewandt, zutiefst bewegt durch geistige Erfahrung.

47

O ihr wahren Freunde! Euer Brief kam an und brachte große Freude. Preis sei Gott, ihr habt Freunde bewirtet und das Fest eingeführt, das alle neunzehn Tage abgehalten werden soll. Wenn eine Versammlung mit größter Liebe vorbereitet wird, wenn die Anwesenden ihr Angesicht dem Reiche Gottes zuwenden, wenn das Gespräch die Lehren Gottes betrifft und die Anwesenden Fortschritte machen lässt – dann ist dies eine Versammlung des Herrn, und die festliche Tafel kommt vom Himmel hernieder.
Ich hoffe, dieses Fest wird alle neunzehn Tage gefeiert, denn es bringt euch enger zusammen; es ist der wahre Quell der Einheit und der Herzensgüte.
Ihr seht, in welchem Maße die Welt ständigen Unruhen und Kämpfen ausgesetzt ist und wie sich die Lage ihrer Völker zuspitzt. Hoffentlich gelingt es den Geliebten Gottes, das Banner menschlicher Einheit zu hissen, so dass das einfarbige Thronzelt des Himmelreichs seine schützenden Schatten über die ganze Erde wirft, dass die Missverständnisse zwischen den Völkern der Erde verschwinden, dass alle Nationen sich vermischen und einander behandeln wie Liebende.
Es ist eure Pflicht, zu jedem menschlichen Wesen überaus freundlich zu sein und jedem Gutes zu wünschen, für die geistige Erneuerung der Gesellschaft zu arbeiten, den Toten den Odem des Lebens einzuhauchen, nach den Geboten Bahá’u’lláhs zu handeln und auf Seinem Pfade zu wandeln – bis ihr die Welt des Menschen in die Welt Gottes verwandelt habt.

48

O ihr getreuen Diener der Urewigen Schönheit! In jedem Zyklus, in jeder Sendung war das Fest etwas Hochgeschätztes und Geliebtes. Denen, die Gott lieben, den Tisch zu bereiten, galt als löblich. Heute, in dieser unvergleichlichen Sendung, diesem Zeitalter der Großmut, trifft dies besonders zu. Heute wird ein Fest jubelnd begrüßt, denn es gehört wahrlich zu den Versammlungen, die dem Lobe Gottes und Seiner Verherrlichung dienen. Hier werden die heiligen Verse, die himmlischen Oden und Lobgesänge angestimmt, das Herz wird belebt und über sich selbst emporgehoben.
Die vornehmste Absicht ist, diese geistigen Regungen zu entflammen; aber zugleich ergibt es sich ganz natürlich, dass die Anwesenden zusammen etwas essen, so dass die Welt des Leibes die geistige Welt widerspiegelt und das Fleisch die Merkmale der Seele annimmt. Wie es hier geistige Freuden in Fülle gibt, so gibt es auch stoffliche Freuden.
Glücklich seid ihr, die ihr dieser Regel mit all ihrer mystischen Bedeutung folgt. So haltet ihr die Freunde Gottes munter und achtsam; ihr bringt ihnen Seelenfrieden und Freude.

49

Dein Brief ist eingetroffen. Du schreibst über das Neunzehntagefest, und das erfreut mein Herz. Diese Versammlungen lassen die göttliche Tafel vom Himmel herniederkommen und ziehen die Bestätigungen des Allerbarmers an. Ich hoffe, der Odem des Heiligen Geistes weht über sie hin, und jeder Anwesende schickt sich an, in großen Versammlungen mit beredter Zunge, mit einem vor Gottesliebe überströmenden Herzen den Sonnenaufgang der Wahrheit, das Morgenlicht des die ganze Welt erleuchtenden Tagesgestirns zu verkünden.

50

Ihr habt nach dem Fest in jedem Bahá’í-Monat gefragt. Dieses Fest wird gefeiert, Freundschaft und Liebe zu fördern, Gottes zu gedenken, Ihn mit bußfertigem Herzen anzuflehen und wohltätige Unternehmungen anzuregen.
Das heißt, die Freunde sollten dort bei Gott verweilen und Ihn verherrlichen, die Gebete und heiligen Verse lesen und einander in äußerster Zuneigung und Liebe begegnen.

51

Was das Neunzehntagefest betrifft, so erfreut es Geist und Herz. Wird dieses Fest angemessen gefeiert, so werden sich die Freunde alle neunzehn Tage einmal geistig erneuert finden, begabt mit einer Macht, die nicht von dieser Welt ist.

52

O Diener des einen wahren Gottes! Gepriesen sei der Herr! In jedem Land gibt es die Geliebten Gottes, und allesamt stehen sie im Schatten des Lebensbaumes, im Schutze Seiner Vorsehung. Seine Fürsorge und Gnade branden wie die ewigen Wogen der See, Seine Segnungen regnen ohne Unterlass aus Seinem ewigen Reich.
Wir sollten darum beten, dass Sein Segen uns in noch größerem Überfluss gewährt wird, und uns an den Mitteln festhalten, die eine noch mächtigere Ausgießung Seiner Gnade, ein noch volleres Maß Seines göttlichen Beistandes sichern.
Eines der wichtigsten Mittel ist der Geist wahrer Zusammengehörigkeit und liebevoller Gemeinschaft unter den Freunden. Erinnert euch des Wortes: »Von allen Pilgerfahrten die größte ist, ein sorgenbeladenes Herz zu erleichtern.«

53

Wahrlich, ‘Abdu’l-Bahá atmet den Duft der Liebe Gottes von jedem Versammlungsort, wo das Wort Gottes verkündet und schlüssige Beweise vorgebracht werden, die ihre Strahlen über die ganze Welt verbreiten, und wo über ‘Abdu’l-Bahás Not und Leid in den bösen Händen der Bündnisbrecher berichtet wird.
O Dienerin des Herrn! Sprich kein Wort über Politik; deine Aufgabe betrifft das Leben der Seele; denn dies führt wahrlich zur Freude des Menschen in Gottes Welt. Erwähne die Könige der Erde und die weltlichen Regierungen nur, um Gutes über sie zu sagen. Beschränke deine Rede darauf, die frohe Botschaft vom Reiche Gottes zu verbreiten, den Einfluss des Wortes Gottes und die Heiligkeit der Sache Gottes darzutun. Sprich über ewige Freude, geistiges Ergötzen und göttliche Eigenschaften; sprich darüber, wie die Sonne der Wahrheit über den Horizonten der Erde aufstrahlt und wie dem Körper der Welt der Geist des Lebens eingehaucht wird.

54

Ihr schreibt über die Zusammenkünfte der Freunde, und wie sie voll Friede und Freude sind. Natürlich ist das so, denn wo sich die geistig Gesinnten auch versammeln, regiert Bahá’u’lláh in all Seiner Schönheit. Deshalb bringen solche Begegnungen gewisslich grenzenloses Glück und Frieden hervor.
Heute ziemt es allen, nichts anderes mehr zu erwähnen und alle Dinge außer Acht zu lassen. Ihre Rede, ihr innerer Zustand seien zusammengefasst in den Worten: »Lasse alle meine Worte des Gebetes und des Lobpreises auf einen einzigen Kehrreim beschränkt sein; lasse mein ganzes Leben nur Dienst an Dir sein.« Das bedeutet: Lasst sie alle ihre Gedanken und Worte darauf konzentrieren, dass sie die Sache Gottes lehren, den Glauben Gottes verbreiten und alle dafür begeistern, sich mit den Eigenschaften Gottes auszuzeichnen; dass sie die Menschheit lieben, dass sie in jeder Hinsicht rein und heilig seien, makellos in ihrem öffentlichen und privaten Leben; dass sie aufrecht und losgelöst seien, voller Inbrunst und Glut. Alles muss aufgegeben werden außer dem Gedenken Gottes. Alles muss gering geachtet werden außer Seinem Lobpreis. Zu dieser Melodie der himmlischen Heerscharen will die Welt heute springen und tanzen: »Herrlichkeit sei meinem Herrn, dem Allherrlichen!« Aber wisset: Außer diesem Gesang Gottes wird kein Gesang die Welt aufrütteln, außer diesem Nachtigallenruf der Wahrheit aus dem Garten Gottes wird keine Melodie das Herz bezaubern. »Woher kommt dieser Sänger, der den Geliebten beim Namen nennt?«

55

Es ziemt den Freunden, ein Treffen abzuhalten, eine Versammlung, in der sie Gott verherrlichen, ihr Herz an Ihn binden, die heiligen Schriften der Gesegneten Schönheit lesen und vortragen – möge meine Seele das Lösegeld für Seine Liebenden sein! Das Licht aus dem allherrlichen Reich, die Strahlen des höchsten Horizontes ergießen sich über solch leuchtende Versammlungen; denn sie sind nichts anderes als die Mashriqu’l-Adhkár, die Aufgangsorte der Erwähnung Gottes, die nach dem Gebot der Erhabensten Feder in jedem Dorf und jeder Stadt errichtet werden müssen… Mit der höchsten Reinheit und Weihe müssen diese geistigen Versammlungen abgehalten werden, so dass der Versammlungsort, seine Erde und die Luft um ihn her den duftenden Hauch des Heiligen Geistes verströmen.

56

Wann immer eine Gruppe Menschen an einem Versammlungsort zusammenkommt, Gott zu verherrlichen, wann immer sie über die Geheimnisse Gottes sprechen, wird ohne Zweifel der Odem des Heiligen Geistes sanft über sie wehen, und jeder wird sein Teil davon empfangen.

57

Wir hören von deiner Absicht, dein Haus von Zeit zu Zeit mit einem Treffen von Bahá’í zu zieren, wobei einige den Allherrlichen Herrn verherrlichen werden… Wisse: Wenn du dies zustande bringst, wird jenes irdische Haus ein Haus des Himmels, dieser Haufen Steine ein Versammlungsort des Geistes.

58

Du fragst nach den Stätten der Andacht und ihrem tieferen Sinn. Die Weisheit der Errichtung solcher Bauwerke liegt darin, dass das Volk wissen soll: Zu einer bestimmten Stunde ist es Zeit, sich zu versammeln. Alle sollten dann zusammenkommen und sich, einträchtig aufeinander eingestimmt, im Gebet vertiefen, mit dem Ergebnis, dass aus dieser Versammlung Einheit und Liebe in den Menschenherzen wachsen und blühen.

59

‘Abdu’l-Bahá hegt seit langem den Wunsch, dass dortzulande ein Mashriqu’l-Adhkár errichtet wird. Preis sei Gott, dank der tatkräftigen Bemühungen der Freunde ist vor kurzem die glückliche Nachricht darüber eingegangen. Dieser Dienst wird an der Schwelle Gottes hoch geschätzt; denn der Mashriqu’l-Adhkár begeistert die Liebenden Gottes, erleuchtet ihre Herzen und lässt sie fest und standhaft werden.
Die Sache hat größte Bedeutung. Wenn die Errichtung des Hauses der Andacht an einem öffentlichen Platz die Feindseligkeit von Übeltätern wachruft, muss die Versammlung dort an einem verborgenen Platz abgehalten werden. Selbst in jedem Dorf muss ein Platz als Mashriqu’l-Adhkár vorgesehen werden, sogar dann, wenn er unter der Erde läge.
Gelobt sei Gott! Euch war Erfolg beschieden. So gedenket Gottes zur Morgendämmerung; erhebt euch, Ihn zu preisen und zu verherrlichen. Selig seid ihr, und Freude sei mit euch, o ihr Rechtschaffenen, weil ihr den Aufgangsort des Lobpreises Gottes errichtet habt. Wahrlich, ich bitte den Herrn, dass Er euch zu Standarten des Heils, zu Bannern der Erlösung mache, hoch im Wind über Berg und Tal.

60

Obwohl der Mashriqu’l-Adhkár, äußerlich betrachtet, ein stoffliches Gefüge ist, hat er geistige Wirkung. Er schmiedet Bande der Einheit von Herz zu Herz; er ist ein Sammelpunkt für die Menschenseelen. Jede Stadt, wo in den Tagen der Manifestation ein Tempel errichtet ward, hat Sicherheit, Beständigkeit und Frieden verbreitet; denn diese Gebäude waren der immerwährenden Verherrlichung Gottes geweiht, und nur im Gedenken Gottes kann das Herz Ruhe finden. Gütiger Gott! Der Bau des Hauses der Andacht hat gewaltigen Einfluss auf jeden Lebensabschnitt. Erfahrungen im Osten haben dies zur Tatsache gemacht. Selbst wenn in einem kleinen Dorf ein Haus zum Mashriqu’l-Adhkár bestimmt wurde, brachte es eine deutliche Wirkung hervor. Wie viel größer ist der Einfluss, wenn ein Mashriqu’l-Adhkár eigens erbaut wird!

61

O Herr, der Du alle segnest, die fest im Bündnis stehen, indem Du sie fähig machst, aus Liebe zum Licht der Welt all ihren Besitz als Opfer hinzugeben für den Mashriqu’l-Adhkár, den Tagesanbruch Deines weitreichenden Lichtes und Verkünder Deiner Zeugnisse! Hilf Du diesen Gerechten, diesen Aufrichtigen und Gottesfürchtigen in dieser und der künftigen Welt, dass sie Deiner heiligen Schwelle immer näher kommen, und erleuchte ihre Angesichter mit Deinem Strahlenglanz.
Wahrlich, Du bist der Großmütige, der Ewig-Schenkende.

62

O meine inniggeliebte Tochter im Königreich! Dr. Esslemont hat deinen Brief an ihn ins Land der SehnsuchtA39 weitergereicht. Ich las ihn mit größter Aufmerksamkeit vom Anfang bis zum Ende. Einerseits war ich zutiefst gerührt, weil du deine schönen Locken abgeschnitten hast mit der Schere der Loslösung von dieser Welt und der Selbstopferung auf dem Pfade des Königreiches. Andererseits war ich hoch erfreut; denn diese inniggeliebte Tochter hat einen solchen Geist der Selbsthingabe bewiesen, dass sie einen so teuren Teil ihres Leibes auf dem Pfade der Sache Gottes darbrachte. Hättest du mich gefragt, so wäre ich auf keinen Fall damit einverstanden gewesen, dass du auch nur ein einziges Haar deiner anmutigen Lockenpracht abgeschnitten hättest; nein, ich selbst hätte in deinem Namen für den Mashriqu’l-Adhkár gespendet. Deine Tat ist jedoch ein beredtes Zeugnis für deinen hehren Geist der Selbsthingabe. Du hast wahrlich dein Leben geopfert, und groß werden die geistigen Wirkungen für dich selber sein. Vertraue allezeit darauf, dass du Tag für Tag fortschreiten und weiter an Festigkeit und Beständigkeit wachsen wirst. Bahá’u’lláhs Gnadengaben werden dich umfangen, die frohe Botschaft aus der Höhe wird dir immer neu zuteil werden. Ist es auch dein Haar, das du geopfert hast, so wirst du doch vom Geist erfüllt sein, und ist es auch dieses vergängliche Stück deines Leibes, das du auf dem Pfade Gottes hingegeben hast, so wirst du doch die Gottesgabe entdecken, die himmlische Schönheit schauen, unvergängliche Herrlichkeit erwerben und ewiges Leben erlangen.

63

O ihr gesegneten Seelen!A40 Euer Brief an Raḥmatu’lláh wurde zur Kenntnis genommen. Er enthielt vielerlei frohe Botschaften, vor allem die, dass durch die Kraft des Glaubens und die Beständigkeit im Bündnis zahlreiche Zusammenkünfte einberufen wurden und dass die Geliebten überall rege und aktiv sind.
Es war immer ‘Abdu’l-Bahás brennender Wunsch, dass die Gefilde jenes geheiligten Ortes, bereits in den frühesten Tagen der Sache Gottes neu belebt und grünend unter den Frühlingsschauern der Gnade, immerfort so leuchten und blühen, dass jedes Herz sich mit Freude füllt.
Gepriesen sei der Herr! Überall in Ost und West wurde Gottes Sache so verkündet und vorangetragen, dass sich niemand je vorstellen konnte, wie rasch der süße Duft des Herrn alle Bereiche durchdringt. Dies geschah wahrlich nur durch die vollendeten Gnadengaben der ewiggesegneten Schönheit, deren Gunst und siegreiche Macht immer wieder in überreichem Maß empfangen ward.
Eines der wunderbaren Ereignisse, das erst kürzlich eintrat, ist die Errichtung des Mashriqu’l-Adhkár im Herzen des amerikanischen Kontinents sowie die Tatsache, dass zahllose Seelen im Umkreis für die Errichtung dieses heiligen Tempels spenden. Unter ihnen ist eine hochgeschätzte Dame aus der Stadt Manchester, die auch gerne ihren Beitrag leisten wollte.
Da sie weder Gut noch Geld besaß, schnitt sie mit eigener Hand die schönen, langen, kostbaren Locken ab, die ihr Haupt anmutig zierten, und bot sie zum Verkauf an, um mit dem Erlös das Vorhaben des Mashriqu’l-Adhkár zu unterstützen.
Bedenkt: Obwohl in den Augen der Frauen nichts kostbarer ist als volles, langes, lockiges Haar, hat diese hochverehrte Dame dessen ungeachtet einen so seltenen, wundervollen Geist der Selbstaufopferung bekundet.
Und obgleich diese Tat nicht verlangt war und ‘Abdu’l-Bahá ihr nicht zugestimmt hätte, zeigt sie doch einen so hehren, edlen Geist der Hingabe, dass er zutiefst gerührt war. Wie kostbar das Haar in den Augen westlicher Frauen auch sei, kostbarer selbst als das Leben, gab sie es hin als ein Opfer für die Sache des Mashriqu’l-Adhkár!
Wie berichtet wird, tat einst der Gesandte GottesA41 Seinen Wunsch kund, dass eine Streitmacht in eine bestimmte Richtung vorstoßen solle. Den Gläubigen wurde die Erlaubnis gewährt, für den heiligen Krieg Beiträge einzuziehen. Unter den vielen Spendern war ein Mann, der tausend Kamele gab, jedes beladen mit Getreide, ein anderer stiftete die Hälfte seines Vermögens, wieder einer bot alles, was er hatte. Aber eine hochbetagte Frau, deren ganzer Besitz eine Handvoll Datteln war, kam zum Gesandten und legte Ihm ihren bescheidenen Beitrag zu Füßen. Daraufhin befahl der Prophet Gottes – möge mein Leben ein Opfer für Ihn sein –, dass diese Handvoll Datteln zuoberst auf alle gesammelten Spenden gelegt werde, damit ihr Wert und Vorrang vor allem anderen zum Ausdruck komme. Dies geschah, weil die alte Frau keinen anderen irdischen Besitz hatte.
In ähnlicher Weise hatte diese geschätzte Dame nichts zu geben als ihre kostbaren Locken, die sie ruhmreich für die Sache des Mashriqu’l-Adhkár opferte.
Denkt darüber nach, wie mächtig und stark die Sache Gottes geworden ist! Eine Frau aus dem Westen gibt ihr Haar für die Herrlichkeit des Mashriqu’l-Adhkár.
Das ist wahrlich eine Lektion für diejenigen, die begreifen.
Ich möchte noch sagen, ich bin sehr zufrieden mit den Geliebten in Najaf-Ábád; denn sie haben vom ersten Dämmerlicht der Sache Gottes bis zum heutigen Tage ausnahmslos unter allen Bedingungen einen großartigen Geist der Selbsthingabe bewiesen.
Zaynu’l-Muqarrabín hat sein Leben lang mit der ganzen Aufrichtigkeit seiner makellosen Seele für die Gläubigen in Najaf-Ábád gebetet und Gottes Gnade und Seine göttliche Bestätigung für sie erfleht.
Dem Herrn sei Dank, dass die Gebete dieser gütigen Seele erhört wurden; die Wirkungen sind überall offenkundig.

64

Der Mashriqu’l-Adhkár ist eine der wichtigsten Institutionen auf der Welt. Er hat viele ergänzende Einrichtungen. Zwar ist er ein Haus der Andacht, ihm sind aber ein Krankenhaus, eine Apotheke, ein Hospiz für Reisende, eine Schule für Waisen und eine Universität für fortgeschrittene Studien angeschlossen. Zu jedem Mashriqu’l-Adhkár gehören diese fünf Dinge. Es ist meine Hoffnung, dass in Amerika jetzt der Mashriqu’l-Adhkár errichtet werde und dass dann allmählich das Krankenhaus, die Schule, die Universität, die Apotheke und das Hospiz folgen werden, alle nach dem wirksamsten, zweckmäßigsten Verfahren arbeitend. Macht dies alles unter den Geliebten des Herrn bekannt, so dass sie verstehen, wie überragend groß die Bedeutung dieses ›Aufgangsortes des Gedenkens Gottes‹ ist. Der Tempel ist nicht nur ein Ort der Anbetung. Er ist vielmehr in jeder Hinsicht ein umfassendes Ganzes.
O du liebe Magd Gottes! Wenn du nur erkennen könntest, welch hohe Stufe denjenigen Seelen bestimmt ist, die sich von der Welt lösen, mit aller Macht zum Glauben hingezogen sind und unter dem schützenden Schatten Bahá’u’lláhs lehren! Wie würdest du jubeln, wie würdest du voll Begeisterung und Entzücken die Flügel breiten und himmelwärts steigen – weil du ein Jünger auf diesem Pfad, ein Wanderer zu diesem Königreich bist.
Die Bedeutung der Worte, die ich in meinem Brief gebrauchte, als ich dich hieß, dich dem Dienst an der Sache Gottes zu weihen, ist: Richte deine Gedanken allein auf das Lehren des Glaubens. Handle Tag und Nacht nach den Lehren, Ratschlägen und Ermahnungen Bahá’u’lláhs. Das schließt eine Ehe nicht aus. Du kannst dir einen Mann nehmen und zugleich der Sache Gottes dienen; das eine schließt das andere nicht aus. Erkenne den Wert dieser Tage; lasse diese Gelegenheit nicht verstreichen. Bitte Gott, dich zu einer leuchtenden Kerze zu machen, damit du eine große Schar durch diese dunkle Welt führest.

65

O du begünstigte Magd des Himmelreiches! Dein Brief ist eingetroffen. Er zeigt hohes Streben und edle Ziele, denn du möchtest eine Reise in den Fernen Osten unternehmen und bist bereit, große Mühsal auf dich zu laden, um die Seelen zu führen und weit und breit die frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden. Dieses Vorhaben zeigt, dass du, liebe Magd Gottes, das edelste aller Ziele im Herzen trägst.
Wenn du die frohe Botschaft überbringst, sprich gerade heraus und sage: Der Verheißene aller Völker der Welt ist jetzt offenbar. Denn alle Völker und Religionen erwarten einen Verheißenen, und Bahá’u’lláh ist der Eine, den alle erwarten; deshalb wird die Sache Bahá’u’lláhs die Einheit der Menschheit zustande bringen. Das Thronzelt der Einheit wird auf den Höhen der Welt errichtet werden, die Fahnen der einen Menschheit werden auf den Gipfeln der Erde gehisst. Wenn du deine Zunge lösest, diese große, frohe Botschaft zu künden, ist dies das Mittel, die Menschen zu lehren.
Deine geplante Reise geht allerdings in ein sehr fernes Land, und wenn nicht eine ganze Gruppe Menschen zur Verfügung steht, werden die frohen Botschaften dort nicht viel bewirken. Wenn du es für das beste hältst, reise stattdessen nach Persien und nimm den Rückweg über Japan und China. Dies scheint viel besser zu sein und weit vergnüglicher. In jedem Fall tu, was möglich erscheint, und es wird gutgeheißen.

66

O du, der du Erleuchtung suchst beim Licht der Führung! Preise Gott, dass Er dich zum Licht der Wahrheit leitet und dich einlädt, das Reich Abhá zu betreten. Dein Blick ward erleuchtet, dein Herz in einen Rosengarten verwandelt. Ich bete für dich, dass du immerdar an Glauben und Gewissheit wachsest, einer Fackel gleich in den Versammlungen strahlest und ihnen das Licht der Führung spendest.
Sooft die Freunde Gottes zu einer erleuchteten Versammlung zusammentreten, ist ‘Abdu’l-Bahá, obzwar körperlich abwesend, mit Geist und Seele dabei. Ich bin immer auf der Reise nach Amerika und gewisslich mit durchgeistigten, erleuchteten Freunden vereint. Die Entfernung ist aufgehoben. Sie kann die enge, innige Verbindung zweier Seelen, die sich von Herzen nah sind, selbst dann nicht verhindern, wenn sie in zwei verschiedenen Ländern sind. So bin ich dein enger Gefährte, ganz auf dich eingestimmt und im Einklang mit deiner Seele.

67

O du Herrin des Königreiches! Dein Brief aus New York ist angekommen. Sein Inhalt schenkt Freude und Glück, denn er zeigt, dass du mit festem Sinn und reiner Absicht entschlossen bist, nach Paris zu reisen, damit du in dieser stummen Stadt das Feuer der Liebe Gottes entzündest und mitten im Dunkel der stofflichen Welt wie eine strahlende Kerze leuchtest. Diese Reise ist sehr lobenswert und angebracht. Wenn du Paris erreichst, musst du dich bemühen, wie klein die Anzahl der Freunde auch sei, die Versammlung des Bündnisses zu errichten und die Seelen durch die Macht des Bündnisses zu beleben.
Paris ist tief entmutigt, in einem Zustand der Starre und bis jetzt nicht entflammt, obwohl die französische Nation aktiv und lebhaft ist. Die Stoffwelt hat Paris mit ihrem großen Zelt zugedeckt und religiöse Empfindungen beseitigt. Aber die Kraft des Bündnisses wird jede fröstelnde Seele erwärmen, wird auf alles Dunkle Licht verströmen und dem Gefangenen in den Klauen der stofflichen Welt Gottes Reich mit seiner wahren Freiheit bringen.
Erhebe dich jetzt in Paris mit der Kraft des Königreiches, mit göttlicher Bestätigung, mit echtem Eifer und Inbrunst, mit der Flamme der Liebe Gottes. Brülle wie eine Löwin, zeige solche Begeisterung und Liebe unter diesen wenigen Seelen, dass dir der Preis und Ruhm aus dem Gottesreich ständig zufließe und machtvolle Bestätigung auf dich herniederkomme. Bleibe gewiss! Wenn du entsprechend handelst und das Banner des Bündnisses hissest, wird Paris in Flammen stehen. Halte dich ständig an die Bestätigungen Bahá’u’lláhs und suche sie immerdar; denn sie verwandeln den Tropfen in ein Meer, die Mücke in einen Adler.

68

O ihr, die ihr fest seid im Bund und Testament! Euer Brief kam an, und jeder eurer gesegneter Namen wurde zur Kenntnis genommen. Dieser Brief hatte göttliche Eingebungen und offenbare Gnadengaben zum Inhalt, denn er zeigte die Einheit der Freunde und den Einklang aller Herzen.
Heute kreist Gottes ganz besondere Gunst um Einheit und Einklang unter den Freunden, auf dass diese Einheit und dieser Einklang die Einheit der Menschenwelt verkünden, die Erde aus dem tiefen Dunkel des Hasses und der Feindschaft befreien und die Sonne der Wahrheit in hellem, vollkommenem Mittagsglanz erstrahlen lassen.
Alle Völker der Welt geben sich heute dem Eigennutz hin und bieten alles auf, ihre materiellen Interessen voranzutreiben. Sie beten sich selbst an, statt die göttliche Wirklichkeit und die Welt der Menschheit anzubeten. Mit Bedacht suchen sie ihren eigenen Vorteil und nicht das Gemeinwohl; denn sie sind Gefangene der stofflichen Welt, ohne Bewusstsein für die göttlichen Lehren, die Gaben des Königreiches und die Sonne der Wahrheit. Ihr aber, Preis sei Gott, seid derzeit mit dieser Gabenfülle besonders gesegnet: Ihr seid unter die Erwählten aufgenommen, ihr seid über den himmlischen Befehl im Bilde, ihr habt Einlass ins Reich Gottes erlangt, ihr wurdet Empfänger grenzenlosen Segens, getauft mit dem Wasser des Lebens, dem Feuer der Liebe Gottes und dem Heiligen Geist.
Strebet deshalb mit Herz und Seele danach, brennende Kerzen in der Versammlung der Welt zu werden, funkelnde Sterne am Horizont der Wahrheit, Sprachrohre für die Verkündigung des strahlenden Gottesreiches, damit die Menschenwelt verwandelt werde in ein Reich des Himmels, die niedere Welt in die Welt der Höhe, damit die Liebe Gottes und die Gnade des Herrn ihren Baldachin hoch über der Welt aufrichten, die Menschenseelen zu Meereswellen der Wahrheit werden, die Welt der Menschheit zu einem gesegneten Baum zusammenwachse, die Verse der Einheit erklingen und die Lieder der Heiligkeit bis zu den himmlischen Heerscharen aufsteigen.
Tag und Nacht flehe ich demütig zum Reiche Gottes und erbitte für euch grenzenlosen Beistand und Bestätigung. Schaut nicht auf eure eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, sondern richtet euren Blick auf die vollendete Gnade, die göttlichen Segnungen und die Macht des Heiligen Geistes – die Macht, die den Tropfen zur See, den Stern zur Sonne werden lässt.
Preis sei Gott, die himmlischen Heerscharen sichern den Sieg, die Macht des Königreiches ist bereit zu helfen und beizustehen. Wolltet ihr jeden Augenblick eure Zunge lösen, um Dank zu sagen, ihr wäret dennoch unfähig, eurer Dankespflicht für diese Gaben gerecht zu werden.
Bedenkt: Wichtige Persönlichkeiten, deren Ruf über die ganze Welt verbreitet ist, werden binnen kurzem zu völliger Bedeutungslosigkeit dahinwelken, weil sie von dieser himmlischen Gabenfülle ausgeschlossen sind. Weder Ruf noch Namen lassen sie zurück, keine Frucht und keine Spur wird von ihnen bleiben. Aber über euch ist die Sonne der Wahrheit mit all ihrem Glanz aufgegangen, ihr habt ewiges Leben erlangt, ihr werdet immerdar am Horizont des Seins funkeln und strahlen.
Petrus war ein Fischer, Maria Magdalena eine Bäuerin. Aber weil ihnen Christi Segen zuteil ward, erstrahlte der Horizont ihres Glaubens, und sie leuchten bis zum heutigen Tage vom Himmel ewigwährender Herrlichkeit. Auf dieser Stufe zählen Verdienste und Fähigkeiten nicht. Nein, die Sonne der Wahrheit muss mit ihrem Strahlenglanz, der diese Spiegel erleuchtet, in Betracht gezogen werden.
Ihr ladet mich nach Amerika ein. Ich sehne mich selbst danach, dort in die strahlenden Angesichter zu schauen, mich mit den treuen Freunden zu unterhalten und mit ihnen zusammen zu sein. Aber die Magnetkraft, die mich an jene Gestade ziehen wird, ist die Einheit und Eintracht der Freunde, ihr Verhalten und Betragen im Einklang mit den Lehren Gottes, ihrer aller Standhaftigkeit im Bund und Testament.
O göttliche Vorsehung! Diese Versammlung Deiner Freunde ist von Deiner Schönheit angezogen und vom Feuer Deiner Liebe entflammt. Mache aus diesen Seelen himmlische Engel, erwecke sie zu neuem Leben durch den Odem Deines Heiligen Geistes, verleihe ihnen beredte Zungen und mutige Herzen, gib ihnen himmlische Kraft und barmherzige Empfindsamkeit. Mache sie zu Wegbereitern für die Einheit der Menschheit, zur Wirkkraft der Liebe und Eintracht in der Menschenwelt, so dass die gefährliche Finsternis dummer Vorurteile dem Sonnenlicht der Wahrheit weiche, diese düstere Welt erleuchtet werde, das stoffliche Reich die Strahlen der Geisteswelt aufnehme, die Farbenvielfalt zu einer Farbe verschmelze und das Loblied sich erhebe im Königreich Deiner Heiligkeit.
Wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Allgewaltige!

69

Du schreibst über Organisation. Bahá’u’lláhs göttliche Lehren, Warnungen und Ermahnungen sind offenkundig und klar. Sie bilden die Organisation des Gottesreiches, ihre Anwendung ist Pflicht. Die geringste Abweichung davon ist völliger Irrtum.
Du schreibst über meine Reise nach Amerika. Könntest du sehen, wie die Wogen der Arbeit ständig branden, so wüsstest du, dass die Zeit zum Reisen einfach nicht da ist. Selbst zu Zeiten eines festen Wohnsitzes ist stundenweise Ruhe fast unmöglich. So Gott will, hoffe ich, dass ich mich durch Bahá’u’lláhs Segen zur Reise entschließen kann, sobald Möglichkeiten vorhanden sind, Sinn und Herz zu beruhigen. Ich werde dir dann Nachricht geben.

70

O du entzündete Kerze! Dein Brief ist angekommen. Sein Inhalt brachte geistige Freude, denn er war erfüllt von geistigen Gefühlen und zeigte, wie hingezogen dein Herz ist, wie hingegeben an das Reich Gottes und die Liebe zu Seinen göttlichen Lehren.
Wahrlich, du zeigst hehres Mühen, hast reine, heilige Vorsätze, wünschst nichts als Gottes Wohlgefallen, suchst nur grenzenlose Gnadengaben zu erreichen und bist bemüht, die göttlichen Lehren zu verbreiten und schwierige metaphysische Fragen zu erklären. Ich hoffe, dass du und deine verehrte Gemahlin durch die Gunst Bahá’u’lláhs täglich an Festigkeit und Standhaftigkeit wachsen werden, bis ihr in jenem gepriesenen Land zwei hoch flatternde Fahnen und zwei strahlende Leuchten werdet.
Ausgedehnte Reisen im Oktober nach Norden, Süden, Osten und Westen in Begleitung von Frau Maxwell, jener Kerze der Liebe Gottes, wären sehr zu begrüßen. Ich hoffe, dass sie sich vollständig erholen wird. Diese geliebte Dienerin Gottes gleicht einer Feuerflamme; Tag und Nacht denkt sie nur daran, Gott zu dienen. Einstweilen reist durch die nördlichen Staaten, und im Winter eilt in die Staaten des Südens. Euer Dienst sollte in beredten Vorträgen bei Versammlungen bestehen, in denen ihr die göttlichen Lehren verkündigt. Wenn möglich, unternehmt irgendwann eine Reise auf die Hawaii-Inseln.
Die Ereignisse, die bekannt geworden sind, wurden alle vor fünfzig Jahren aufgezeichnet in Bahá’u’lláhs Sendschreiben, die gedruckt, veröffentlicht und in aller Welt verbreitet wurden. Bahá’u’lláhs Lehren sind das Licht des Zeitalters und der Geist des Jahrhunderts. Erklärt sie einzeln bei jeder Zusammenkunft. Die erste ist das Suchen nach Wahrheit, die zweite die Einheit der Menschheit, die dritte der Weltfrieden, die vierte die Übereinstimmung zwischen Wissenschaft und göttlicher Offenbarung, die fünfte das Ablegen rassischer, religiöser, weltlicher und politischer Vorurteile, welche die Grundlage der Menschheit zerstören, die sechste ist Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit, die siebte ist die Hebung der Sittlichkeit und himmlische Erziehung, die achte ist die Gleichwertigkeit der beiden Geschlechter, die neunte ist die Verbreitung von Wissen und Erziehung, die zehnte betrifft wirtschaftliche Fragen und so weiter und so fort. Strebet danach, dass die Seelen zum Lichte der Führung gelangen und sich an den Saum Bahá’u’lláhs klammern.
Der Brief, den du beigelegt hast, wurde durchgelesen. Wenn des Menschen Seele geläutert und gereinigt ist, werden geistige Bande geknüpft, und von diesen Banden kommen Empfindungen, die das Herz fühlt. Das Herz des Menschen gleicht einem Spiegel. Ist der Spiegel rein, so stellen sich die Herzen aufeinander ein und spiegeln sich gegenseitig; so werden geistige Gefühle erzeugt. Das ist wie in der Traumwelt, wenn der Mensch vom Greifbaren gelöst ist und Geistiges erfährt. Was für erstaunliche Gesetze wirken da, was für einzigartige Entdeckungen werden gemacht! Es kann sogar sein, dass ausführliche Botschaften empfangen werden…
Zum Schluss hoffe ich, dass die Freunde in Chikago vereint werden und jene Stadt erleuchten; denn in ihr ist das erste Morgenlicht der Sache Gottes erschienen, und darin liegt ihr Vorzug vor anderen Städten. Deshalb gebührt ihr besondere Achtung; vielleicht kann sie – so Gott will – von aller geistigen Not befreit werden, vollkommene Gesundheit erlangen und für Bund und Testament ein Mittelpunkt sein.

71

O du geliebte Dienerin Gottes! Dein Brief ist angekommen. Sein Inhalt belegt die Tatsache, dass die Freunde sich mit vollendeter Ausdauer und Lebenskraft um die Verbreitung der himmlischen Lehren mühen. Diese Nachricht macht sehr froh und glücklich, hat doch jedes Zeitalter einen besonderen Geist, und liegt doch der Geist dieses erleuchteten Zeitalters in den Lehren Bahá’u’lláhs; denn sie begründen die Einheit der Menschenwelt und verbreiten weltumspannende Brüderschaft. Sie beruhen auf der Einheit von Wissenschaft und Religion sowie auf dem Forschen nach Wahrheit. Sie vertreten den Grundsatz, dass die Religion Freundschaft, Einheit und Einklang unter den Menschen bewirken muss. Sie begründen die Gleichwertigkeit beider Geschlechter und vertreten wirtschaftliche Grundsätze für das Glück jedes Menschen. Sie verbreiten Erziehung, so dass jede Seele möglichst hohen Anteil am Wissen hat. Sie tilgen und beseitigen Vorurteile religiöser, rassischer, politischer, patriotischer, wirtschaftlicher und anderer Art. Diese Lehren sind überall in den Schriften und Sendschreiben zu finden; sie bringen der Menschenwelt Erleuchtung und Leben. Wer sie verbreitet, dem steht wahrlich das Reich Gottes bei.
Der Präsident der Republik, Dr. Wilson, dient in der Tat dem Reich Gottes, denn er gönnt sich keine Ruhe und bemüht sich Tag und Nacht darum, dass die Rechte aller Menschen gewahrt und gesichert seien, dass die kleinen Nationen wie die größeren in Frieden und Wohlfahrt unter dem Schutz von Recht und Gerechtigkeit leben. Dies ist in der Tat eine edle Absicht. Ich vertraue darauf, dass die unvergleichliche Vorsehung solche Seelen in jeder Lage unterstützt und bestätigt.

72

O du wahrer Freund! Lies in der Schule Gottes die Lektionen des Geistes und lerne vom Lehrer der Liebe die tiefsten Wahrheiten. Suche nach den Geheimnissen des Himmels und sprich über Gottes überströmende Gunst und Gnade.
Zwar bedeutet es den höchsten Ruhm der Menschheit, Wissenschaften und Künste zu erwerben, aber nur unter der Bedingung, dass des Menschen Strom in die mächtige See mündet und aus Gottes urewigem Quell Gottes Eingebung schöpft. Sobald das geschieht, ist jeder Lehrer ein uferloses Meer, jeder Schüler ein üppiger Springquell des Wissens. Wenn so das Streben nach Wissen zur Schönheit Dessen führt, der das Ziel allen Wissens ist, wie wunderbar ist dann die Absicht! Andernfalls mag vielleicht ein winziger Tropfen den Menschen vom Strom der Gnade fernhalten, denn mit Gelehrsamkeit gehen Hochmut und Stolz einher; das aber führt zu Irrtum und Gleichgültigkeit gegen Gott.
Die Wissenschaften von heute sind Brücken zur Wirklichkeit. Wenn sie also nicht zur Wirklichkeit führen, bleibt nur nutzlose Einbildung. Bei dem einen wahren Gott! Wenn Wissenserwerb nicht den Zugang bahnt zu Ihm, dem Alloffenbarsten, ist er nur offensichtlicher Verlust.
Es ist deine Pflicht, dir die verschiedenen Wissenszweige anzueignen und dein Antlitz der offenbaren Schönheit zuzuwenden, auf dass du ein Zeichen rettender Führung unter den Völkern der Welt seist, ein Brennpunkt des Verstehens in dieser Sphäre, von der die Weisen mit all ihrer Weisheit ausgeschlossen sind, außer denen, die das Reich des Lichtes betreten und Kunde erhalten von dem verschleierten, verborgenen Mysterium, dem wohlgehüteten Geheimnis.

73

O Tochter des Gottesreiches! Dein Brief ist angekommen. Er zeigt, dass du alle deine Gedanken darauf richtest, Licht aus den Reichen des Geheimnisses zu empfangen. Solange der Mensch seine Gedanken verzettelt, erreicht er nichts; wenn sich aber sein Denken auf einen Punkt konzentriert, werden die Früchte wundervoll sein.
Die volle Kraft des Sonnenlichts kann man nicht erhalten, wenn es auf einen flachen Spiegel fällt. Scheint die Sonne aber auf einen konkaven Spiegel oder auf eine konvexe Linse, wird ihre ganze Hitze auf einen einzigen Punkt konzentriert, und dieser eine Punkt wird am heißesten brennen. So ist es auch notwendig, unser Denken auf einen Brennpunkt zu richten, damit es zu einer wirksamen Kraft wird.
Du möchtest den Riḍván-Tag mit einem Fest begehen und die Anwesenden in Frohsinn und Freude Sendschreiben vortragen lassen. Du bittest mich, dir einen Brief zu senden, der an diesem Tag verlesen werden soll. Hier ist mein Brief:
O ihr Geliebten und ihr Dienerinnen des Gnadenvollen! Dies ist der Tag, da die Sonne der Wahrheit am Horizont des Lebens aufging, ihre Herrlichkeit verbreitete und ihren Glanz mit solcher Macht verströmte, dass sie die dichten, hochgetürmten Wolken spaltete und an den Himmeln der Welt in ihrer ganzen Lichtfülle emporstieg. So seid ihr Zeugen, wie alles Erschaffene neu sich regt.
Seht, wie an diesem Tag Wissenschaften und Künste ihren Wirkkreis ausdehnen, welche wunderbaren technischen Fortschritte gemacht werden, zu welcher Höhe sich die Verstandeskräfte erheben und was für erstaunliche Erfindungen erscheinen.
Dieses Zeitalter ist in der Tat wie hundert andere Zeitalter zusammengenommen. Wenn ihr den Gewinn von hundert Zeitaltern zusammentragt und das Gesamtergebnis unserer Zeit dagegensetzt, wird der Gewinn dieses einen Zeitalters sich größer erweisen als der von hundert vergangenen. Nehmt zum Beispiel alle Bücher zusammen, die in vergangenen Zeitaltern geschrieben wurden, und vergleicht sie mit den Büchern und Abhandlungen unserer Zeit: Die Bücher, die allein in unseren Tagen geschrieben werden, übersteigen bei weitem die Gesamtzahl der Bände aller Jahrhunderte. Seht, welch mächtigen Einfluss die Sonne der Welt auf das innerste Wesen alles Erschaffenen ausübt.
Aber weh und ach, tausendmal weh und ach! Die Augen sehen es nicht, die Ohren sind taub, die Herzen und Gemüter vergessen diese höchste Gnadengabe. Strebt mit ganzem Herzen und ganzer Seele danach, die Schlafenden zu erwecken, die Blinden sehen und die Toten auferstehen zu lassen.

74

O du Vöglein, das so lieblich die Schönheit Abhá besingt! In dieser neuen, wunderbaren Sendung wurden die Schleier des Aberglaubens zerrissen und die Vorurteile der östlichen Völker missbilligt. Die Musik wurde bei einigen östlichen Völkern als verwerflich angesehen, aber in diesem neuen Zeitalter hat das Licht der Offenbarung in Seinen heiligen Sendbriefen besonders dargelegt, dass Musik, gesungen oder gespielt, geistige Nahrung für Herz und Seele ist.
Die Musik gehört zu den Künsten, die höchstes Lob verdienen. Sie bewegt alle Herzen, die traurig sind. O Shahnáz,A42 spiele und singe darum die heiligen Worte Gottes in den Versammlungen der Freunde mit herrlichen Tönen, so dass die Ketten des Kummers und der Sorge von den Hörern abfallen, ihre Seelen sich vor Freude erheben und sich demütig im Gebet dem Reiche der Herrlichkeit zuwenden.

75

Strebe mit Herz und Seele danach, Einigkeit und Harmonie zwischen Schwarz und Weiß zu schaffen; zeige damit die Einheit der Bahá’í-Welt, in der es keine Unterscheidung nach Rassen gibt, sondern nur auf die Herzen geachtet wird. Preis sei Gott, denn die Herzen der Freunde sind vereint und miteinander verbunden, seien sie vom Osten oder Westen, Norden oder Süden, seien sie Deutsche, Franzosen, Japaner oder Amerikaner, gehören sie der weißen, schwarzen, roten, gelben oder braunen Rasse an. Unterschiede der Hautfarbe, der Herkunft oder Rasse haben in der Bahá’í-Religion keine Bedeutung, im Gegenteil, die Bahá’í-Einheit überwindet sie alle und lässt all diese Einbildungen verschwinden.

76

O du, der du ein erleuchtetes Herz besitzt! Du bist wie die Pupille des Auges, der wirkliche Quell des Lichtes, denn Gottes Liebe hat ihre Strahlen auf dein innerstes Sein gerichtet, und du hast dein Antlitz dem Reich deines Herrn zugewandt.
Der Hass zwischen Schwarz und Weiß sitzt in Amerika sehr tief, aber ich hoffe, dass die Macht des Königreiches diese beiden Rassen in Freundschaft verbinden und ihnen als heilender Balsam dienen wird.
Führt sie dazu, nicht auf die Hautfarbe eines Menschen zu achten, sondern auf sein Herz. Ist des Menschen Herz von Licht erfüllt, so ist er der Schwelle seines Herrn nahe, wenn nicht, ist er seinem Herrn gegenüber gleichgültig, sei er weiß oder schwarz.

77

O du verehrte Dienerin Gottes! Dein Brief aus Los Angeles ist angekommen. Danke der göttlichen Vorsehung, dass du im Dienen Beistand fandest und die Einheit der Menschenwelt verkünden konntest, so dass die düsteren Unterschiede zwischen den Menschen verschwinden und die Einheit der Nationen wie ein Festzelt alle Bereiche überschattet. Ohne diese Einheit sind Ruhe und Behagen, Frieden und weltweite Aussöhnung unerreichbar. Unser erleuchtetes Jahrhundert braucht diese Erfüllung und verlangt danach. In jedem Jahrhundert wird nach den Bedürfnissen der Zeit ein besonderes, zentrales Thema von Gott bestätigt. In unserem erleuchteten Zeitalter ist es die Einheit der Menschenwelt. Jede Seele, die dieser Einheit dient, wird zweifelsohne unterstützt und bestätigt.
Ich hoffe, dass du in den Versammlungen mit einer süßen Melodie Lobpreisungen singen und allen damit Glück und Freude bringen wirst.

78

O du, der du reinen Herzens, geheiligten Geistes, unvergleichlichen Charakters und strahlenden Antlitzes bist! Dein Lichtbild ist angekommen und zeigt deine leibliche Gestalt in höchster Anmut und vollendeter Erscheinung. Du bist dunkel im Angesicht und hell im Charakter. Du bist wie die Pupille des Auges: dunkel an Farbe und doch Urquell des Lichtes und Offenbarer der abhängigen Welt.
Ich habe dich nicht vergessen, noch werde ich dich je vergessen. Ich flehe zu Gott, Er möge dich in Seiner Gnade zum Zeichen Seiner Gaben unter der Menschheit machen, dein Antlitz erleuchten mit dem Lichte solcher Segnungen, wie sie der barmherzige Herr verleiht, und dich damit für Seine Liebe auswählen in dieser Zeit, die vor allen vergangenen Jahrhunderten und Zeitaltern ausgezeichnet ist.

79

O verehrte Persönlichkeit! Ich habe Ihr Werk The Gospel of WealthA43 gelesen und darin sehr zutreffende, vernünftige Empfehlungen gefunden.
Um es kurz zu fassen: Die Lehren Bahá’u’lláhs empfehlen freiwilliges Teilen, und das bedeutet mehr als den Ausgleich des Wohlstands; denn der Ausgleich muss von außen auferlegt werden, Teilen aber ist Sache der freien Wahl.
Der Mensch vervollkommnet sich durch gute Taten, die er freiwillig ausführt, nicht durch gute Taten, zu denen er gezwungen wird. Teilen ist ein persönlich gewählter Akt der Gerechtigkeit. Das heißt, die Reichen sollten den Armen Hilfe gewähren, sollten ihre Mittel für die Armen ausgeben, aber aus freien Stücken und nicht deshalb, weil die Armen dieses Ziel durch Gewalt erreichen. Denn die Ernte der Gewalt ist Aufruhr und der Zerfall der Gesellschaftsordnung. Andererseits führt freiwilliges Teilen, die frei gewählte Ausgabe der eigenen Mittel, zu Wohlfahrt und Frieden der Gesellschaft. Es erleuchtet die Welt; es verleiht der Menschheit Ehre.
Ich habe die edlen Wirkungen Ihrer Menschenfreundlichkeit in Amerika an verschiedenen Universitäten, in Friedensversammlungen und Vereinigungen zur Bildungsförderung gesehen, als ich dort von Stadt zu Stadt reiste. Deshalb bete ich für Sie, dass Sie allezeit von den Gnadengaben und Segnungen des Himmels umfangen sein mögen, um viele menschendienliche Werke in Ost und West zu vollbringen. Mögen Sie wie eine flammende Kerze im Reiche Gottes leuchten, mögen Sie Ehre und ewiges Leben erlangen, strahlend wie ein heller Stern am Horizonte der Ewigkeit.

80

O du, der du dein Angesicht Gott zuwendest! Dein Brief ist angekommen. Seinem Inhalt entnehme ich, dass du den Armen zu dienen wünschst. Welcher Wunsch könnte edler sein! Seelen, die aus dem Reich Gottes stammen, wünschen sich sehnsüchtig, den Armen dienen zu können, mit ihnen zu fühlen, freundlich zu den Unglücklichen zu sein und ihr Leben fruchtbar zu machen. Glücklich bist du, dass du diesen Wunsch hegst.
Übermittle deinen beiden Kindern meine innige Liebe und Güte. Ihre Briefe sind angekommen, aber weil ich keine Zeit habe, kann ich keine besonderen Briefe schreiben. Zeige ihnen in meinem Namen höchste Güte.

81

Die Dienste der Seelen, die während des Krieges für die Armen sorgten und in der Rot-Kreuz-Mission tätig waren, werden im Reiche Gottes angenommen und verhelfen ihnen zu ewigem Leben. Übermittle ihnen diese frohe Botschaft.

82

O du, der du fest im Bündnis stehst! Dein Brief ist angekommen. Du hast dir um jenen Gefangenen große Mühe gemacht, vielleicht trägt das Früchte. Sage ihm aber: »Die Bewohner dieser Welt sind eingesperrt im Gefängnis der Natur – einem Gefängnis, das immer währt und ewig ist. Wenn du derzeit in einem vergänglichen Gefängnis festgehalten wirst, sei nicht bekümmert. Es ist meine Hoffnung, dass du aus dem Gefängnis der Natur befreit werdest und zum Hofe des ewigen Lebens gelangest. Bete Tag und Nacht zu Gott, bitte um Vergebung und Verzeihung. Die Allmacht Gottes wird jede Schwierigkeit lösen.«

83

Übermittle im Namen ‘Abdu’l-Bahás deiner verehrten Frau meine Abhá-Grüße und sage ihr: »Güte, Ausbildung und Erziehung für die Gefangenen sind äußerst wichtig. Du hast dich bemüht, hast einige von ihnen erweckt und veranlasst, ihr Angesicht dem Reiche Gottes zuzuwenden. Diese edle Tat ist höchst annehmbar. Fahre voller Zuversicht damit fort. Übermittle den beiden Gefangenen in San Quentin meine freundlichsten Grüße und sage ihnen: ›Dieses Gefängnis ist in den Augen weiser Seelen eine Schule der Übung und der Entwicklung. Ihr müsst mit Herz und Seele danach streben, dass ihr für euren Charakter und eure Erkenntnis berühmt werdet.‹«

84

O du geliebte Magd Gottes! Dein Brief kam an und sein Inhalt wurde zur Kenntnis genommen.
Für die Masse des Volkes ist die Ehe ein leibliches Band, und diese Verbindung kann nur vorübergehend sein, weil sie von vornherein dazu verurteilt ist, in einer körperlichen Trennung zu enden.
Unter dem Volk Bahás jedoch muss die Ehe sowohl eine leibliche als auch eine geistige Verbindung sein, da Mann und Frau vom selben Weine berauscht sind. Beide sind vom selben unvergleichlichen Antlitz bezaubert, beide leben und entwickeln sich durch den gleichen Geist, beide werden von der gleichen Herrlichkeit erleuchtet. Diese Verbindung ist geistiger Natur, und darum wird dieser Bund ewig bestehen. Ebenso werden sie sich in der stofflichen Welt einer starken, dauerhaften Verbindung erfreuen; denn wenn die Ehe auf Geist und Leib gegründet ist, ist sie eine echte Vereinigung, die überdauern wird. Ist die Verbindung jedoch nur eine leibliche, so ist sie gewiss nur vorübergehend und muss unvermeidlich zur Trennung führen.
Wenn daher das Volk Bahás zu heiraten gedenkt, muss dieser Bund eine echte Beziehung, ein geistiges wie körperliches Zusammenfinden sein, so dass diese Verbindung in allen Lebensabschnitten und Welten Gottes fortdauert, denn diese wahre Einheit ist ein Lichtstrahl der Liebe Gottes.
Ebenso werden die Seelen, wenn sie zu wahren Gläubigen heranwachsen, geistige Verwandtschaft erlangen und eine Zartheit aufweisen, die nicht von dieser Welt ist. Alle werden sie durch einen Hauch der göttlichen Liebe erhoben, und ihre Vereinigung, ihre Verbindung wird ebenfalls ewig bestehen. Seelen, die ihr Selbst dem Vergessen preisgeben, die menschliche Schwächen ablegen und sich von irdischen Bindungen lösen, werden zweifellos mit dem himmlischen Glanz der Einheit erleuchtet und in der unvergänglichen Welt alle zur wahren Vereinigung gelangen.

85

Was die Frage der Heirat im Einklang mit dem Gesetz Gottes betrifft: Zunächst musst du jemanden finden, der dir gefällt, und dann unterliegt die Sache der Zustimmung von Vater und Mutter. Ehe du nicht gewählt hast, haben sie kein Recht, sich einzumischen.

86

Bahá’í-Ehe bedeutet die Bindung zweier Partner aneinander, ihre gegenseitige Zuneigung mit Kopf und Herz. Jeder von beiden muss sich jedoch voller Sorgfalt bemühen, mit der Wesensart des anderen gründlich vertraut zu werden, so dass der feste Bund zwischen ihnen eine ewige Bindung werde. Ihr Bestreben muss sein, liebevolle Gefährten und für immer und ewig miteinander eins zu sein…
Die wahre Bahá’í-Ehe bedeutet, dass Mann und Frau leiblich und geistig eins sein sollen, dass sie einander ständig in ihrem geistigen Leben vervollkommnen und sich in allen Welten Gottes ewiger Einheit erfreuen. Dies ist die Bahá’í-Ehe.

87

O du Zeichen der Erinnerung an den, der für die Gesegnete Schönheit starb! Kürzlich kam die glückliche Nachricht deiner Vermählung mit jenem leuchtenden Blatt und hat die Herzen des Volkes Gottes ungemein erfreut. Voller Bescheidenheit wurden Fürbitten an der Heiligen Schwelle dargebracht, dass diese Ehe den Freunden ein Freudenbote sei, dass sie ein Liebesband werde für alle Ewigkeit, dass sie ewigwährende Gaben und Früchte hervorbringe.
Aus der Trennung kommt alle Art Schaden und Leid, aber die Vereinigung von Erschaffenem führt zu höchst löblichen Ergebnissen. In der Paarung selbst der kleinsten Teilchen aus der Welt des Seins offenbart sich Gottes Güte und Gnade, und je höher die Stufe, umso bedeutender ist die Vereinigung. »Ehre sei Ihm, der alle Paare erschaffen hat aus den Dingen, welche die Erde hervorbringt, aus den Menschen selbst und aus den Dingen jenseits ihres Gesichtskreises.«Q17 Und erhaben über jede andere Verbindung ist die Verbindung der Menschen miteinander, besonders wenn sie in der Liebe Gottes zustande kommt. So wird die Ureinheit sichtbar, so wird die Grundlage der Liebe im Geiste gelegt. Es ist gewiss, dass eine Heirat wie die eure zur Offenbarung göttlichen Segens führt. So wünschen wir euch Glück und himmlischen Segen und bitten Ihn, die Gesegnete Schönheit, durch Seine Hilfe und Gnade dieses Hochzeitsfest zu einer großen Freude für alle zu machen und es mit der Harmonie des Himmels zu schmücken.
O mein Herr, o mein Herr! Diese beiden hellen Gestirne sind in Deiner Liebe vermählt, vereint in der Dienstbarkeit an Deiner heiligen Schwelle, in der Arbeit für Deine Sache. Mache diese Ehe zum Leitstern Deiner überreichen Gnade, o mein Herr, Du Allbarmherziger, und zum leuchtenden Strahl Deines Segens, Du Wohltäter, Du Immergebender, auf dass von diesem großen Baum Zweige sprießen, die grünen und blühen durch die Gaben, die wie der Regen aus den Wolken Deiner Gnade fallen.
Wahrlich, Du bist der Freigebige, wahrlich, Du bist der Allmächtige, wahrlich, Du bist der Mitleidvolle, der Allbarmherzige.

88

O meine beiden geliebten Kinder! Als mich die Nachricht eurer Verbindung erreichte, brachte sie mir große Freude und Dankbarkeit. Preis sei Gott, diese beiden treuen Vögel suchen Schutz im gleichen Nest. Ich flehe zu Gott, dass Er sie befähige, eine ehrbare Familie zu gründen, denn die Bedeutung der Ehe liegt darin, eine reich gesegnete Familie aufzuziehen, damit sie voller Freude wie Kerzen die Welt erleuchte. Denn die Erleuchtung der Welt hängt von des Menschen Dasein ab. Gäbe es in dieser Welt den Menschen nicht, so wäre sie ein Baum ohne Frucht. Ich hoffe, dass ihr beide wie ein Baum werdet, anmutig frisch durch den Regen aus der Wolke der Güte, blühend und fruchtbar, so dass euer Geschlecht ewig fortdauert.
Auf euch sei die Herrlichkeit des Allherrlichen.

89

O du, der du standhaft im Bündnis bist! Dein Brief vom 2. Mai 1919 ist eingetroffen. Danke Gott, dass du in Prüfungen fest und standhaft bist und dich an das Reich Abhá hältst. Keine Betrübnis kann dich wankend machen, kein Unheil dich verwirren. Erst wenn der Mensch geprüft wird, trennt sich das reine Gold deutlich von der Schlacke. Schmerzenspein ist das Feuer der Prüfung, darin das reine Gold prächtig glänzt, alles Unreine jedoch schwarz wird und verbrennt. Du bist jetzt, Dank sei Gott, fest und standhaft in Prüfungen und Heimsuchungen. Sie erschüttern dich nicht.
Deine Frau ist nicht im Einklang mit dir, doch – Gott sei gelobt – die Gesegnete Schönheit ist zufrieden mit dir und verleiht dir reiche Segensgaben. Bemühe dich aber auch weiterhin, geduldig mit deiner Frau zu sein; vielleicht wird sie verwandelt und ihr Herz erleuchtet. Dein Beitrag für die Lehrarbeit ist hoch anzuerkennen. Er wird im Reich Gottes ewig erwähnt werden; denn er führt zur Verbreitung der Düfte und zur Erhöhung von Gottes Wort.

90

O Gott, mein Gott! Deine Magd ruft Dich an, wendet vertrauensvoll ihr Angesicht Dir zu mit Bitten und Flehen: Ergieße über sie Deine himmlischen Gnadengaben, enthülle ihr Deine geistigen Geheimnisse und wirf auf sie das Licht Deiner Göttlichkeit.
O mein Herr! Mache die Augen meines Gemahls sehend, erfreue sein Herz mit dem Lichte Deiner Erkenntnis, ziehe sein Gemüt hin zu Deiner strahlenden Schönheit und erheitere seinen Geist mit der Enthüllung Deiner offenbaren Herrlichkeit.
O mein Herr! Nimm den Schleier von seinen Augen, lasse Deine reichen Gnadengaben auf ihn herabregnen, berausche ihn mit dem Wein der Liebe zu Dir, mache ihn zu einem Deiner Engel, deren Füße über die Erde wandeln, während ihre Seelen sich in die höchsten Himmel aufschwingen. Mache ihn zu einer strahlenden Lampe, die mit dem Licht Deiner Weisheit inmitten Deines Volkes scheint.
Wahrlich, Du bist der Kostbare, der Immergewährende, der Freigebige.

91

O du, der du dich im Gebet vor dem Reiche Gottes niederbeugst. Selig bist du, denn die Schönheit des göttlichen Antlitzes hat dein Herz entzückt, das Licht innerer Weisheit hat es ganz erfüllt, und der Glanz des Gottesreiches leuchtet darin. Wisse, dass Gott in allen Lebenslagen mit dir ist, dass Er dich schützt vor den Wechselfällen dieser Welt und dich zu einer Dienerin in Seinem großen Weinberg gemacht hat…
Was deinen verehrten Gemahl betrifft, so musst du ihn voller Güte behandeln, auf seine Wünsche Rücksicht nehmen und stets auf Ausgleich bedacht sein, bis er sieht, dass deine Zuneigung zu ihm, deine Liebe zu Gott und auch deine Rücksicht auf seine Wünsche in allen Lebenslagen nur zugenommen haben, weil du dich dem Reiche Gottes zugewandt hast.
Ich bitte den Allmächtigen, dich fest in Seiner Liebe zu bewahren und dich immerdar die süßen Düfte der Heiligkeit in alle jene Bereiche verströmen zu lassen.

92

O ihr, die ihr beide an Gott glaubt! Der Herr, einzig ist Er, hat Mann und Frau erschaffen, damit sie in engster Gemeinschaft miteinander leben und wie eine einzige Seele seien. Sie sind zwei Gefährten, zwei nahe Freunde, die gegenseitig auf ihr Wohl bedacht sein sollten.
Wenn sie so leben, werden sie diese Welt vollkommen zufrieden, glückselig und heiteren Gemüts durchschreiten, um im Himmelreich zum Ziel göttlicher Gnade und Gunst zu werden. Aber wenn sie sich anders verhalten, wird sich ihr Leben in großer Bitterkeit verzehren, jeden Augenblick werden sie den Tod herbeisehnen, und im Himmelreich werden sie beschämt sein.
Seid daher bemüht, mit Leib und Seele wie zwei Tauben in einem Nest miteinander zu wohnen, denn dies bedeutet Segen in beiden Welten.

93

O du Dienerin Gottes! Jede Frau, die Gottes Dienerin wird, überstrahlt in ihrer Herrlichkeit die Kaiserinnen der Welt, denn sie ist Gott verbunden, und ihre Souveränität währt ewiglich. Dagegen wird eine Handvoll Staub Namen und Ruf jener Kaiserinnen auslöschen. Mit anderen Worten: Sobald sie ins Grab sinken, werden sie zunichte. Die Dienerinnen des Königreichs Gottes dagegen genießen ewige Souveränität, unangetastet von der Vergänglichkeit der Jahrhunderte und der Geschlechterfolgen.
Denke darüber nach, wie viele Kaiserinnen seit der Zeit Christi kamen und gingen. Jede herrschte über ein Land; aber heute sind alle Spuren und Namen von ihnen verloren, während Maria Magdalena, die nur eine Bäuerin und Gottes Dienerin war, noch immer vom Horizonte ewiger Herrlichkeit strahlt. Strebe deshalb danach, Gottes Dienerin zu bleiben.
Du hast die Tagung gelobt. Diese Jahrestagung wird in Zukunft große Bedeutung erlangen, denn sie dient dem Reiche Gottes und der Menschenwelt. Sie verkündet den Weltfrieden und legt den Grund für die Einheit der Menschheit. Sie befreit die Seelen von religiösen, rassischen und weltlichen Vorurteilen und versammelt sie im Schatten von Gottes einfarbigem Thronzelt. So preise denn Gott, dass du solch einer Tagung beiwohnen und den göttlichen Lehren lauschen durftest.

94

O Dienerinnen der Schönheit Abhá! Euer Brief kam an, und ihn zu lesen, brachte große Freude. Gelobt sei Gott, die Frauen unter den Gläubigen haben Treffen veranstaltet, um zu lernen, wie man den Glauben verbreitet, die süßen Düfte der Lehren verströmt und Pläne für die Erziehung der Kinder aufstellt.
Diese Zusammenkunft muss durch und durch geistig sein. Das bedeutet, die Diskussionen müssen sich darauf beschränken, klare und schlüssige Beweise aufzustellen, dass die Sonne der Wahrheit in der Tat aufgegangen ist. Weiterhin sollten sich die Anwesenden mit allen Möglichkeiten der Mädchenerziehung beschäftigen, mit dem Mädchenunterricht auf verschiedenen Wissensgebieten: Wohlverhalten und ordentliche Lebensführung, Charakterbildung, Keuschheit und Treue, Standhaftigkeit, Kraft, Entschlossenheit, fester Vorsatz; ferner Haushaltsführung, Kindererziehung und was sonst Mädchen besonders brauchen. Aufgezogen in der Hochburg aller Vollkommenheiten, versehen mit dem Schutz eines edlen Charakters, werden diese Mädchen, wenn sie selbst Mütter sind, ihre Kinder von frühester Jugend an zu einem edlen Charakter und zu rechtem Verhalten erziehen.
Lasst sie auch lernen, was der leiblichen Gesundheit dient und wie sie ihre Kinder vor Krankheit schützen können.
Wenn so alles wohl geordnet ist, wird jedes Kind zu einer unvergleichlichen Pflanze in den Gärten des Paradieses Abhá.

95

O Dienerinnen des Herrn! Die geistige Versammlung, die ihr in jener erleuchteten Stadt einberufen habt, ist überaus segensreich. Ihr habt große Anstrengungen unternommen, habt die anderen übertroffen, euch erhoben, an der Heiligen Schwelle zu dienen, und himmlische Gnadengaben erlangt. Nun müsst ihr euch mit allem geistigen Eifer in dieser erleuchteten Versammlung treffen, die Heiligen Schriften vorlesen und des Herrn gedenken. Legt Seine Zeugnisse und Beweise dar. Arbeitet für die Führung der Frauen in jenem Lande, lehrt die jungen Mädchen und Kinder, damit die Mütter ihre Kleinen von frühester Kindheit an sorgfältig erziehen, sie zu einem guten Charakter und hoher Sittlichkeit anleiten, sie zu allen Tugenden der Menschheit führen, die Entwicklung tadelnswerten Betragens verhindern und sie im Schoße der Bahá’í-Erziehung fördern. So sollen diese zarten Kinder am Busen der Erkenntnis und Liebe Gottes genährt werden. So sollen sie wachsen und gedeihen, erzogen in Rechtschaffenheit, menschlicher Würde, Entschlossenheit und im Willen zu Strebsamkeit und Ausdauer. So sollen sie Beständigkeit in allen Dingen lernen, den Willen, voranzukommen, Hochherzigkeit und edle Entschlossenheit, Keuschheit und Reinheit des Lebens. So sollen sie fähig werden, was immer sie unternehmen, zu einem erfolgreichen Ende zu führen.
Die Mütter sollten daran denken, dass alles, was Kindererziehung berührt, den Vorrang hat. Sie sollten in dieser Hinsicht jede Anstrengung unternehmen, denn wenn der Zweig grün und zart ist, wird er in jede vorgegebene Richtung wachsen. Darum ist es die Pflicht der Mütter, ihre Kleinen so heranzuziehen, wie ein Gärtner seine jungen Pflanzen pflegt. Tag und Nacht sollen sie sich bemühen, in ihren Kindern Glauben und Gewissheit, Gottesfurcht, Liebe zu dem Geliebten der Welten sowie alle guten Eigenschaften und Charakterzüge zu verankern. Wann immer eine Mutter sieht, dass ihr Kind etwas gut gemacht hat, soll sie es loben, ihre Anerkennung äußern und sein Herz erfreuen. Und wenn sich der kleinste unerwünschte Zug zeigt, soll sie dem Kind raten, die Mittel der Vernunft gebrauchen und erforderlichenfalls das Kind auch durch sanften mündlichen Tadel strafen. Es ist jedoch nicht erlaubt, ein Kind zu schlagen oder es verächtlich zu machen, denn der Charakter des Kindes wird durch Prügel oder Beschimpfung völlig verdorben.

96

O Dienerinnen des Barmherzigen! Bringt der Urewigen Schönheit euren Dank dar, dass ihr erhoben und versammelt wurdet in diesem mächtigsten Jahrhundert, diesem erleuchtetsten Zeitalter. Als angemessenen Dank für diesen Segen bleibt fest und stark im Bündnis, folgt den Geboten Gottes und dem heiligen Gesetz und säugt eure Kinder vom ersten Tag an mit der Milch allumfassender Erziehung! Erzieht sie so, dass von frühester Kindheit an tief in ihren Herzen, in ihrem ureigensten Wesen, eine Lebensart fest begründet wird, die mit den göttlichen Lehren völlig übereinstimmt.
Mütter sind die ersten Erzieher, die ersten Berater; sie sind es wahrlich, die das Glück, die zukünftige Bedeutung, die Liebenswürdigkeit, Bildung und Urteilskraft, das Verständnis und den Glauben ihrer Kleinen vorherbestimmen.

97

Es gibt bestimmte Pfeiler, die als unerschütterliche Stützen des Glaubens Gottes errichtet sind. Die mächtigsten Pfeiler sind Bildung, der Gebrauch des Verstandes, die Erweiterung des Bewusstseins, die Einsicht in die Wirklichkeiten des Weltalls und in die verborgenen Geheimnisse des allmächtigen Gottes.
Wissen zu fördern, ist somit eine unausweichliche Pflicht für jeden einzelnen Freund Gottes. Es obliegt jenem Geistigen Rat, jener Versammlung Gottes, alle Mühe für die Erziehung der Kinder auf sich zu nehmen, damit sie sich von frühester Kindheit in der Lebensführung als Bahá’í auf Gottes Wegen üben, um wie junge Pflanzen an den sanft fließenden Wassern der Ratschläge und Ermahnungen der Gesegneten Schönheit zu gedeihen und zu blühen.

98

Gäbe es keinen Erzieher, blieben alle Seelen roh und wild, und gäbe es keinen Lehrer, so wären die Kinder unwissende Geschöpfe.
Deshalb sind in diesem neuen Zyklus Erziehung und Ausbildung im Buche Gottes als Pflicht verzeichnet, nicht als freiwillige Angelegenheit. Das bedeutet, Vater und Mutter sind verpflichtet, Tochter und Sohn mit größter Anstrengung auszubilden, sie an der Brust der Erkenntnis zu nähren und sie aufzuziehen am Busen der Wissenschaften und Künste. Wer diese Aufgabe vernachlässigt, der wird in Gegenwart des gestrengen Herrn zur Rechenschaft gezogen und mit Vorwürfen überhäuft werden.

99

Du schreibst über die Kinder: Von allem Anfang an müssen die Kinder göttliche Erziehung erhalten und ständig erinnert werden, ihres Gottes zu gedenken. Lasse die Liebe Gottes mit der Muttermilch ihr tiefstes Wesen durchdringen.

100

Es ist mein Wunsch, dass diese Kinder eine Bahá’í-Erziehung erhalten, so dass sie hienieden wie im Gottesreich Fortschritte machen und dein Herz erfreuen.
In nächster Zeit werden die Sitten auf eine sehr niedere Stufe sinken. Es ist wichtig, dass die Kinder nach Bahá’í-Art erzogen werden, damit sie in dieser und der zukünftigen Welt glücklich werden. Gelingt das nicht, so werden sie von Kummer und Mühsal umgeben sein; denn menschliches Glück gründet sich auf geistiges Verhalten.

101

O ihr, die ihr Seelenfrieden habt! In den göttlichen Versen des Heiligsten Buches wie auch in anderen Sendschreiben steht: Es ist Pflicht des Vaters und der Mutter, ihre Kinder sowohl zu rechtem Verhalten als auch zum Studium der Bücher zu erziehen. Studium bedeutet im erforderlichen Umfang, so dass kein Kind, ob Mädchen oder Junge, Analphabet bleibt. Wenn der Vater seine Pflicht versäumt, muss er gezwungen werden, seiner Verantwortung nachzukommen, und wenn ihm das nicht möglich ist, hat das Haus der Gerechtigkeit die Erziehung der Kinder zu übernehmen; in keinem Fall darf ein Kind ohne Erziehung bleiben. Das ist eines der bindenden, unumstößlichen Gebote. Seine Missachtung würde den zornigen Unwillen des allmächtigen Gottes hervorrufen.

102

O ihr wahren Gefährten! Die ganze Menschheit gleicht Kindern in der Schule, und die Aufgangsorte des Lichtes, die Quellen göttlicher Offenbarung, sind die Lehrer, wundersam und ohnegleichen. In der Schule der Wirklichkeiten erziehen sie diese Söhne und Töchter nach Gottes Lehren und nähren sie an der Brust der Gnade, damit sie sich in jeder Hinsicht entwickeln, die vortrefflichen Gnadengaben des Herrn dartun und menschliche Vollkommenheiten in sich vereinen, damit sie ferner auf allen Gebieten menschlichen Bemühens, äußerlich wie innerlich, erkennbar oder verborgen, stofflich oder geistig, Fortschritte machen, bis sie diese vergängliche Welt zu einem großflächigen Spiegel machen, der die andere, die unsterbliche Welt, widerspiegelt.
O ihr Freunde Gottes! Weil die Sonne der Wahrheit in diesem bedeutendsten aller Zeitalter zum höchsten Punkt der Frühlings-Tagundnachtgleiche emporgestiegen ist und ihre Strahlen auf alle Landstriche wirft, wird sie in der Welt des Seins solch prickelnde Erregung entfachen, solche Schwingungen auslösen, solches Wachstum und solche Entwicklung in Gang setzen, mit solcher Herrlichkeit ihr Licht verströmen, die Wolken der Gnade in solcher Fülle ergießen, Felder und Auen mit einer solchen Myriade süßduftender Pflanzen und Blumen übersäen, dass diese bescheidene Erde zum Reich Abhá, diese niedere Welt zur Welt der Höhe erhoben wird. Dann wird dieser kleine Staubfleck wie der weite Himmelskreis, diese menschliche Stätte wird Gottes Königshof, diese Handvoll Lehm wird zum Morgen unendlicher Gunstbeweise des Herrn der Herren.
So strengt euch denn mächtig an, ihr Geliebten Gottes, damit ihr diesen Fortschritt und alle diese Bestätigungen an euch selber zeigt und Brennpunkte für Gottes Gnadengaben, Aufgangsorte Seiner lichtvollen Einheit, Förderer aller Segnungen und Gunstbeweise kultivierten Lebens werdet! Werdet dortzulande zur Vorhut menschlicher Vollkommenheit, tragt die verschiedenen Wissenszweige voran, seid aktiv und fortschrittlich auf dem Gebiet der Erfindungen und Künste. Bemüht euch, das menschliche Verhalten zu verbessern, und trachtet danach, die ganze Welt sittlich zu übertreffen. Solange die Kinder noch klein sind, nährt sie an der Brust himmlischer Gnade, hegt sie in der Wiege aller Vollkommenheiten, zieht sie groß in den Armen der Gabenfülle. Gönnt ihnen den Vorzug alles brauchbaren Wissens. Lasst sie teilhaben an jedem neuen, trefflichen, wundersamen Handwerk und Kunstgewerbe. Erzieht sie zu Arbeit und Einsatz, gewöhnt sie an Mühsal. Lehrt sie, ihr Leben wichtigen Dingen zu widmen, begeistert sie zu Studien, die der Menschheit nützen.

103

Die Erziehung und Ausbildung der Kinder gehört zu den verdienstvollsten Taten der Menschheit. Sie zieht die Gnade und den Segen des Allbarmherzigen auf sich; denn Erziehung ist die unentbehrliche Grundlage jeder herausragenden menschlichen Leistung und erlaubt dem Menschen, sich seinen Weg zu den Höhen immerwährender Herrlichkeit zu bahnen. Wird ein Kind vom Säuglingsalter an erzogen, so trinkt es durch die liebende Fürsorge des heiligen Gärtners aus den kristallenen Wassern des Geistes und der Erkenntnis, wie ein junger Baum an plätschernden Bächen. Es wird gewiss die hellen Sonnenstrahlen der Wahrheit auf sich ziehen; durch der Sonne Licht und Wärme wird es allzeit frisch und schön im Garten des Lebens gedeihen.
Deshalb muss der treue Ratgeber zugleich Arzt sein, das heißt, er muss das Kind beim Unterricht von Fehlern heilen, ihm Wissen vermitteln und es gleichzeitig zu geistiger Wesensart erziehen. Lasst den Lehrer Arzt sein für den Charakter des Kindes. Damit wird er die geistigen Leiden der Menschenkinder heilen.
Wenn große Mühe auf diese wichtige Aufgabe verwandt wird, erstrahlt die Menschenwelt in neuem Schmuck und verströmt helles Licht. Dann wird dieser dunkle Ort erleuchtet, dieser irdene Wohnsitz in den Himmel verwandelt. Selbst Teufel werden dann zu Engeln, Wölfe zu Hirten, die Meute wilder Hunde zu Gazellen, die auf den Auen der Einheit grasen; reißende Bestien werden zu friedlichen Herden, Greifvögel mit messerscharfen Krallen werden zu Sängern, die ihre süßen Lieder trillern.
Denn die innere Wirklichkeit des Menschen ist eine Grenzlinie zwischen Schatten und Licht, der Ort, an dem die beiden Meere aufeinandertreffen.A44 Sie ist der niedrigste Punkt des absteigenden BogensA45 und deshalb fähig, alle Stufen darüber zu erreichen. Durch Erziehung kann sie jeden Vorzug gewinnen; ohne Erziehung bleibt sie dem niedersten Punkt der Unvollkommenheit verhaftet.
Jedes Kind hat die Möglichkeit in sich, das Licht der Welt zu sein – und genauso ihre Dunkelheit. Deshalb muss der Frage der Erziehung höchste Bedeutung beigemessen werden. Vom Säuglingsalter an muss das Kind an der Brust der Liebe Gottes genährt und in den Armen Seiner Erkenntnis gehegt werden, damit es Licht verströme, in der Geistigkeit wachse, erfüllt sei von Weisheit und Bildung und die Eigenschaften der Engelsschar annehme.
Euch ist diese heilige Aufgabe übertragen. So müsst ihr euch Mühe geben, jene Schule in jeder Hinsicht auf der ganzen Welt berühmt zu machen. Sorgt dafür, dass durch sie das Wort des Herrn verherrlicht wird.

104

O ihr Geliebten Gottes und Dienerinnen des Barmherzigen! Ein großer Teil der Gelehrten ist der Ansicht, dass Abweichungen bei den Verstandeskräften und verschiedenartige Stufen der Wahrnehmungsfähigkeit auf Unterschiede der Erziehung, Ausbildung und Kultur zurückgehen. Sie glauben also, dass die Verstandeskräfte anfangs gleich sind, dass jedoch Ausbildung und Erziehung geistige Unterschiede und Abstufungen der Intelligenz hervorbringen und dass solche Unterschiede kein angeborener Teil der Person, sondern Ergebnis der Erziehung sind, dass also niemand von Geburt an anderen überlegen ist…
Die Manifestationen Gottes stimmen darin überein, dass die Erziehung den größtmöglichen Einfluss auf die Menschheit ausübt. Sie betonen jedoch, dass Unterschiede im Grad der Intelligenz angeboren sind. Diese Tatsache ist offensichtlich, sie braucht nicht diskutiert zu werden. Wir sehen, wie Kinder desselben Alters, desselben Landes, derselben Rasse, ja sogar derselben Familie, die durch dieselbe Person ausgebildet werden, trotzdem verschieden in ihrer Aufnahmefähigkeit und Intelligenz sind. Der eine macht schnelle Fortschritte, der zweite nimmt die Anleitungen nur allmählich auf, ein dritter bleibt auf der niedersten Stufe stehen. Wie sehr man auch eine Muschelschale poliert, es wird keine glänzende Perle daraus. Auch kann man keinen stumpfen Kiesel in einen Edelstein verwandeln, dessen reines Funkeln die Welt erleuchtet. Niemals wird sich der Bitterapfel und der HöllenbaumA46 durch Erziehung und Kultivierung in den Baum des SegensA47 verwandeln. Das heißt, Erziehung kann das innere Wesen des Menschen nicht ändern; aber sie übt gewaltigen Einfluss aus, und mit dieser Kraft kann sie aus dem einzelnen hervorbringen, was an Vollkommenheiten und Fähigkeiten in ihm angelegt ist. Ein Weizenkorn wird eine ganze Ernte bringen, wenn es vom Bauern kultiviert wird, und ein Samenkorn wird durch die Pflege des Gärtners zu einem großen Baum heranwachsen. Dank den liebevollen Bemühungen eines Lehrers können Grundschulkinder die höchsten Stufen der Vollendung erreichen; seine Wohltat kann tatsächlich manches unscheinbare Kind auf einen hehren Thron heben. Das zeigt klar, dass die Verstandeskräfte von Natur aus in ihrer Leistungsfähigkeit voneinander abweichen, die Erziehung aber für ihre Entwicklung eine große Rolle spielt und machtvollen Einfluss ausübt.

105

Der Unterschied zwischen der heute herrschenden materiellen Zivilisation und der göttlichen Kultur, die eine der vom Haus der Gerechtigkeit ausgehenden Wohltaten sein wird, besteht im Folgenden: Die materielle Zivilisation schreckt das Volk durch den Zwang vergeltender Strafgesetze von Verbrechen ab, und obwohl diese vergeltenden Strafgesetze ständig weiter wuchern, gibt es, wie ihr seht, keine Gesetze, die den Menschen belohnen. In allen Städten Europas und Amerikas wurden riesige Gebäude errichtet, die als Gefängnisse für Straffällige dienen.
Die göttliche Kultur indessen erzieht jedes Glied der Gesellschaft so, dass außer ganz wenigen niemand ein Verbrechen begeht. Es besteht daher ein großer Unterschied zwischen der Verbrechensverhütung durch gewalttätige, vergeltende Maßnahmen und derartiger Erziehung, Aufklärung und Vergeistigung, dass die Menschen ohne Angst vor Strafe oder Rache Verbrechen unterlassen. Sie werden fürwahr schon das Begehen eines Verbrechens als eine große Schande und als die härteste Strafe ansehen. Sie werden sich in die menschlichen Vollkommenheiten verlieben und ihr Leben dem weihen, was der Welt Licht bringt und die an der heiligen Schwelle Gottes annehmbaren Tugenden fördert.
Sieh nun, wie groß der Unterschied zwischen der materiellen Zivilisation und der göttlichen Kultur ist. Die materielle Zivilisation will das Volk durch Gewalt und Strafe abschrecken, Unheil zu stiften, der Gesellschaft Schaden zuzufügen und Verbrechen zu begehen. In einer göttlichen Kultur wird der Mensch jedoch so erzogen sein, dass er ohne Angst vor Strafe vor dem Verbrechen zurückschaudert, das Verbrechen als die größte Pein ansieht und sich mit freudiger Dienstbereitschaft anschickt, die Tugenden der Menschheit zu erwerben, den menschlichen Fortschritt zu fördern und Licht über die Welt zu verbreiten.

106

Zu den größten Diensten, die der Mensch dem allmächtigen Gott je erweisen kann, gehört die Erziehung und Ausbildung von Kindern, jungen Pflanzen im Paradies Abhá, so dass diese Kinder wie Perlen göttlicher Großmut in der Muschel der Erziehung wachsen, gehegt in Gnade auf dem Pfade des Heils, bis sie schließlich juwelengleich die Krone ewiger Herrlichkeit schmücken.
Es ist jedoch sehr schwierig, diesen Dienst zu leisten, und noch schwerer ist es, darin Erfolg zu haben. Ich hoffe, du wirst dich bei dieser wichtigsten Aufgabe bewähren, den Sieg davontragen und zum Banner der überfließenden Gnade Gottes werden. Auch hoffe ich, dass diese Kinder, allesamt in den heiligen Lehren gehegt und behütet, Charaktere wie die süßen Lüfte aus den Gärten des Allherrlichen entwickeln und ihren Duft über die ganze Welt verbreiten.

107

‘Abdu’l-Bahá hofft, dass jene jungen Seelen im Schulsaal vertieften Wissens von einem Lehrer geführt werden, der sie lieben lehrt. Mögen sie in allen Bereichen des Geistes viel über die verborgenen Geheimnisse lernen, so viel, dass jeder im Königreich des Allherrlichen wie eine sprachbegabte Nachtigall die Geheimnisse des Himmelreiches kündet und wie ein sehnsüchtig Liebender seine brennende Not, sein heißes Verlangen nach dem Geliebten hervorstößt.

108

Der Charakterfrage solltet ihr die größte Bedeutung zumessen. Es ist die Pflicht jeden Vaters und jeder Mutter, ihre Kinder lange Zeit zu beraten und sie zu den Dingen zu führen, die zu ewiger Ehre gereichen.
Ermutigt die Schulkinder von Jugend auf, wohlgesetzte Reden zu halten, so dass sie in ihrer Freizeit damit beschäftigt sind, überzeugende, wirksame Ansprachen zu halten und sich dabei klar und beredt auszudrücken.

109

O ihr, die ihr Gottes Gunst empfanget! Die unerschütterliche Grundlage dieses neuen, wunderbaren Zeitalters ist das Lehren der Wissenschaften und Künste. Nach den ausdrücklichen Heiligen Worten muss jedes Kind in ausreichendem Maß in Kunst und Handwerk unterwiesen werden. Deshalb müssen in jeder Stadt und jedem Dorf Schulen errichtet werden, und jedes Kind dieser Stadt oder dieses Dorfes muss im nötigen Umfang lernen.
Es folgt daraus, dass jede Seele, die mithilft, das zu verwirklichen, an der himmlischen Schwelle mit Sicherheit aufgenommen und von den himmlischen Heerscharen gepriesen wird.
Da ihr euch um dieses überragend wichtige Ziel so sehr bemüht habt, hoffe ich, dass ihr euren Lohn vom Herrn klarer Zeichen und Beweise erntet und die Blicke himmlischer Gnade sich auf euch richten.

110

Was die Organisation der Schulen betrifft: Wenn möglich, sollten die Kinder alle dieselbe Art Kleidung tragen, selbst wenn der Stoff verschieden ist. Am besten wäre auch der Stoff einheitlich; ist das aber unmöglich, so schadet es auch nicht. Je sauberer die Schüler sind, desto besser. Sie sollten makellos sein. Die Schule muss an einem Ort mit guter, reiner Luft sein. Die Kinder müssen sorgfältig dazu erzogen werden, äußerst höflich zu sein und sich gut zu betragen. Sie müssen fortwährend ermutigt und begeistert werden, zu den Gipfeln menschlicher Vervollkommnung zu streben, so dass sie von frühester Kindheit an gelehrt werden, sich hohe Ziele zu setzen, sich richtig zu verhalten, keusch, rein und makellos zu sein, und dass sie lernen, in jeder Hinsicht starke Entschlusskraft und festen Vorsatz zu zeigen. Lasst sie nicht spaßen und tändeln, sondern ihre Ziele gewissenhaft verfolgen, dass sie in jeder Lage entschlossen und gefestigt sind.
Moralische Erziehung und gutes Benehmen sind viel wichtiger als Bücherwissen. Ein sauberes, anmutiges Kind mit gutem Charakter und richtigem Benehmen ist – selbst dann, wenn es nicht viel weiß – einem Kind vorzuziehen, das unhöflich, ungewaschen und boshaft, doch in allen Künsten und Wissenschaften bewandert ist. Der Grund ist, dass das Kind, das sich gut benimmt, auch wenn es nicht viel weiß, für andere zum Gewinn wird, während das boshafte, ungezogene Kind verderbt ist und anderen schadet, selbst wenn es viel weiß. Wenn jedoch das Kind so erzogen wird, dass es beides ist, gebildet und gut, so führt das zum strahlendsten Licht.
Kinder sind wie ein frischer, grüner Zweig; sie werden in diejenige Richtung wachsen, in die ihr sie biegt. Verwendet die allergrößte Sorgfalt darauf, ihnen hohe Ideale und Ziele zu vermitteln, so dass sie als Erwachsene ihre Lichtstrahlen wie leuchtende Kerzen über die Welt ergießen und sich nicht achtlos-unwissend durch tierische Gelüste und Leidenschaften entehren. Sie sollen stattdessen ihre Herzen darauf richten, ewigwährende Ehre zu erlangen und sich alle Vollkommenheiten der Menschheit anzueignen.

111

Die Wurzel schlechter Taten ist Unwissenheit; wir müssen uns deshalb fest an die Werkzeuge der Wahrnehmung und Erkenntnis halten. Ein guter Charakter muss gelehrt werden. Das Licht muss weithin verbreitet werden, damit alle in der Schule der Menschlichkeit die himmlischen Eigenschaften des Geistes erwerben und zweifelsfrei erkennen, dass es keine heißere Hölle, keinen feurigeren Abgrund gibt als einen unzuverlässigen, verderbten Charakter. Es gibt keine dunklere Grube, keine abscheulichere Qual als verdammungswürdige Eigenschaften.
Jeder Mensch muss zu einer so hohen Stufe erzogen werden, dass er sich lieber die Kehle durchschneiden lässt, als eine Lüge auszusprechen, und dass es für ihn leichter ist, vom Schwert geteilt oder vom Speer durchbohrt zu werden, als eine Verleumdung zu äußern oder dem Jähzorn zu verfallen.
So wird der Sinn für Würde und Stolz entzündet, damit er die Ernten wollüstiger Begierden verbrenne. Dann wird jeder Geliebte Gottes wie ein leuchtender Mond mit den Tugenden des Geistes erstrahlen, und die Beziehung jedes einzelnen zur Heiligen Schwelle seines Herrn wird kein Trug sein, sondern echt und wahr; sie wird die Grundmauer des Bauwerks sein, kein Zierrat an der Fassade.
Daraus folgt, die Schule für Kinder sollte eine Stätte höchster Disziplin und Ordnung sein, eine gründliche Unterweisung bieten und für die Verbesserung und Verfeinerung des Charakters Sorge tragen, so dass von klein auf im Wesen des Kindes die göttliche Grundlage gelegt und das Bauwerk der Heiligkeit errichtet wird.
Wisse, dass diese Fragen des Unterrichts, der Charakterformung und -bildung, der Freude und Ermutigung des Kindes von allergrößter Bedeutung sind; denn sie sind Leitgrundsätze Gottes.
So werden, wenn Gott will, aus diesen geistigen Schulen erleuchtete Kinder hervorgehen, geschmückt mit den herrlichsten Tugenden der Menschheit. Nicht nur auf Persien werden sie ihr Licht ergießen, sondern auf die ganze Welt.
Es ist äußerst schwierig, nach der Pubertät den Menschen zu lehren und seinen Charakter zu verbessern. Dann nämlich, so zeigt uns die Erfahrung, nützt alles nichts mehr, auch wenn noch so große Anstrengungen unternommen werden, seine Neigungen zu verändern. Er wird sich heute vielleicht etwas bessern. Aber einige Tage später vergisst er alles wieder und fällt zurück in seinen gewohnten Trott, seine eingefahrenen Geleise. Deshalb muss in frühester Kindheit eine feste Grundlage gelegt werden. Solange der Zweig grün und zart ist, kann er leicht gerade gebogen werden.
Unserer Meinung nach sind die Eigenschaften des Geistes die erste, die göttliche Grundlage. Sie schmücken das wahre Wesen des Menschen, und Wissen ist die Ursache menschlichen Fortschritts. Die Geliebten Gottes müssen dieser Angelegenheit große Bedeutung beimessen und sie mit Eifer und Begeisterung vorantreiben.

112

In dieser heiligen Sache hat die Frage der Waisen besondere Bedeutung. Waisen muss größte Beachtung geschenkt werden. Sie müssen gelehrt, ausgebildet und erzogen werden. Insbesondere müssen ihnen, soweit möglich, die Lehren Bahá’u’lláhs vermittelt werden.
Ich flehe zu Gott, dass du den Waisenkindern eine gütige Mutter werdest und sie mit den Düften des Heiligen Geistes belebst, so dass sie das Alter der Reife als wahrhafte Diener der Menschenwelt, als leuchtende Kerzen in der Versammlung der Menschheit erreichen werden.

113

O Dienerin Gottes! … Den Müttern müssen die göttlichen Lehren und wirksame Ratschläge gegeben werden, sie müssen ermutigt und begeistert werden, ihre Kinder auszubilden, denn die Mutter ist die erste Erzieherin des Kindes. Sie ist es, die zunächst das Neugeborene an der Brust des Gottesglaubens und des Gottesgesetzes stillt. So soll das Kind göttliche Liebe schon mit der Muttermilch saugen und bis zum letzten Atemzug bewahren.
Wenn die Mutter in der Erziehung ihrer Kinder versagt und sie nicht auf eine ordentliche Lebensbahn lenkt, wird auch alle spätere Erziehung nicht voll zur Wirkung kommen. Es obliegt den Geistigen Räten, den Müttern ein wohldurchdachtes Programm für die Kindererziehung zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie das Kind vom Säuglingsalter an behütet und belehrt werden muss. Diese Anweisungen müssen jeder Mutter gegeben werden, so dass sie sich danach richten und ihre Kinder nach den göttlichen Lehren bilden und hegen kann.
So werden diese jungen Pflanzen im Garten der Liebe Gottes in der warmen Sonne der Wahrheit, den sanften Frühlingswinden des Himmels und an der führenden Hand ihrer Mutter wachsen und blühen, bis jede im Paradies Abhá zu einem Baum wird, der reiche Frucht trägt und in dieser neuen, wundersamen Jahreszeit durch den Frühlingssegen alle Schönheit und Anmut empfängt.

114

Wisset, o ihr liebenden Mütter: In den Augen Gottes ist der beste Weg, Ihn zu verherrlichen, die Erziehung der Kinder und ihre Bildung in allen Vollkommenheiten der Menschheit. Keine edlere Tat ist denkbar.

115

O ihr beiden innig geliebten Dienerinnen Gottes! Was immer des Menschen Zunge verkündet, soll er durch seine Taten beweisen. Wenn er behauptet, ein Gläubiger zu sein, so handle er nach den Geboten des Reiches Abhá.
Gelobt sei Gott! Ihr beide habt die Wahrheit eurer Worte durch eure Taten erwiesen und habt die Bestätigungen Gottes, des Herrn, erlangt. Täglich im Morgengrauen versammelt ihr die Bahá’í-Kinder; ihr lehrt sie, zu beten und sich Gott zuzuwenden. Das ist sehr lobenswert und bringt den Herzen der Kinder Freude. So sollten sie jeden Morgen ihr Angesicht dem Königreich zuwenden, den Herrn anrufen, Seinen Namen preisen und mit der süßesten Stimme Gottes Verse singen und aufsagen.
Die Kinder sind wie junge Pflanzen. Sie die Gebete zu lehren, gleicht dem Regen, der auf sie niedergeht, damit sie zart und frisch heranwachsen, damit die sanften Winde der Liebe Gottes über sie hinwehen und sie vor Freude erschauern lassen.
Glückseligkeit erwartet euch und eine sichere Zuflucht.

116

O du Tochter des Königreichs! Deine Briefe sind angekommen. Sie besagen, dass deine Mutter in das unsichtbare Reich emporgestiegen ist und dich zurückließ. Du möchtest deinem Vater dienen, der dir teuer ist, gleichzeitig aber auch dem Reich Gottes, und weißt nicht, wie du dich entscheiden sollst. Gewiss sollst du deinem Vater dienen und, sooft du Zeit findest, die göttlichen Düfte verbreiten.

117

O du Freund ‘Abdu’l-Bahás! Sei der Sohn deines Vaters und die Frucht jenes Baumes. Sei ein Sohn, geboren aus seiner Seele und seinem Herzen, nicht nur aus Wasser und Lehm. Der ist ein wahrer Sohn, der aus dem geistigen Sein eines Menschen entsprossen ist. Ich bitte Gott, dass du zu allen Zeiten bestätigt und gestärkt werdest.

118

O ihr jungen Bahá’í-Kinder, ihr Sucher nach Wahrheit, Verständnis und Wissen! Ein menschliches Wesen unterscheidet sich von einem Tier auf vielerlei Art. Vor allen Dingen ist der Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen, in der Gestalt des himmlischen Lichtes, wie die Thora sagt: »Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.«Q18 Dieses göttliche Bild bezeichnet alle Eigenschaften der Vollkommenheit, deren Licht von der Sonne der Wahrheit ausgeht und die Wirklichkeit der Menschen erleuchtet. Zu den höchsten dieser Eigenschaften gehören Weisheit und Wissen. Ihr müsst euch deshalb gewaltig anstrengen, Tag und Nacht streben und keinen Augenblick rasten, damit ihr einen großen Anteil an allen Wissenschaften und Künsten erwerbt und damit Gottes Bild, aus der Sonne der Wahrheit strahlend, den Spiegel der Menschenherzen erleuchte.
Es ist ‘Abdu’l-Bahás sehnlichster Wunsch, jeden von euch als vorzüglichen Lehrer an den Akademien und den Schulen innerer Bedeutungen anerkannt zu sehen, jeder ein Führer der Weisheit.

119

Die Bahá’í-Kinder müssen die anderen Kinder beim Studium der Wissenschaften und Künste übertreffen, denn sie werden in der Gnade Gottes aufgezogen.
Was andere Kinder in einem Jahr lernen, sollen Bahá’í-Kinder in einem Monat lernen. ‘Abdu’l-Bahás Herz sehnt sich voller Liebe danach mitzuerleben, wie alle jungen Bahá’í wegen ihrer intellektuellen Fähigkeiten in der ganzen Welt bekannt werden. Es besteht kein Zweifel daran, dass sie all ihre Mühe, ihre Kraft und ihren Stolz darauf verwenden werden, sich Wissenschaften und Künste anzueignen.

120

O meine lieben Kinder! Euer Brief ist angekommen. Er brachte so große Freude, dass Wort und Schrift sie nicht ausdrücken können, hat doch, gelobt sei Gott, die Macht des Gottesreiches Kinder herangebildet, die von frühester Jugend an sehnsüchtig eine Bahá’í-Erziehung erlangen möchten, damit sie sich von Kindesbeinen an dem Dienst an der Menschenwelt widmen können.
Es ist mein höchster Wunsch und mein größtes Verlangen, dass ihr, die ihr meine Kinder seid, nach den Lehren Bahá’u’lláhs erzogen werdet und eine Bahá’í-Ausbildung erhaltet, auf dass jeder von euch eine brennende Kerze in der Menschenwelt werde, sich dem Dienst an der ganzen Menschheit widme, Ruhe und Behagen aufgebe, um für die Befriedung der erschaffenen Welt zu wirken.
Das ist meine Hoffnung für euch. Ich glaube fest, dass ihr mir Grund zur Freude und zum Glück im Reiche Gottes geben werdet.

121

O du, der du erst wenige Jahre zählst und schon viele Geistesgaben hast! Wie ist so manches Kind noch jung an Jahren und doch schon reif und sicher in seinem Urteil! Und wie ist so mancher betagte Mensch unwissend und verwirrt! Denn Wachstum und Entwicklung hängen von den Verstandeskräften und der Vernunft eines Menschen ab, nicht von seinem Alter oder der Dauer seiner Erdentage.
Du befindest dich noch in der Zeit der Kindheit und hast doch bereits deinen Herrn erkannt, während zahllose Frauen Ihn vergessen haben und ausgeschlossen sind aus Seinem Himmelreich, Seiner Segnungen beraubt. Danke deinem Herrn für diese wundersame Gabe.
Ich bitte Gott, dass Er deine Mutter heile; sie ist hochverehrt im himmlischen Königreich.

122

Zu deiner Frage über die Kindererziehung: Du hast die Pflicht, die Kinder an der Brust der Liebe Gottes zu nähren und sie an das Geistige heranzuführen, damit sie ihr Angesicht Gott zuwenden, damit ihre Lebensführung den Maßstäben rechten Verhaltens entspricht und ihr Charakter unübertroffen sei, damit sie sich alle Anmut, alle löblichen Eigenschaften der Menschheit zu eigen machen, damit sie auf den verschiedenen Wissensgebieten gründliche Kenntnisse erwerben, vom ersten Atemzug an geistige Wesen werden, Bewohner des Königreiches, verliebt in den süßen Duft der Heiligkeit, und damit sie eine religiöse, geistige Erziehung empfangen, geboren aus dem himmlischen Reich. Ich will wahrlich Gott bitten, ihnen ein glückhaftes Ergebnis dieser Bemühungen zu schenken.

123

O du, die du deinen Blick fest auf das Reich Gottes richtest! Dein Brief ist angekommen; wir entnehmen ihm, dass du dich bemühst, die Kinder der Gläubigen zu lehren, und dass die Kleinen die Verborgenen Worte, die Gebete sowie die Bedeutung des Bahá’í-Seins gelernt haben.
Die Unterweisung dieser Kinder ist der Arbeit eines liebenden Gärtners zu vergleichen, der seine jungen Pflanzen auf den blühenden Feldern des Allherrlichen pflegt. Das wird zweifellos die gewünschten Ergebnisse bringen. Dies gilt besonders für die Unterweisung in den Bahá’í-Pflichten und in der Lebensführung als Bahá’í, denn die kleinen Kinder müssen tief in Herz und Seele erkennen, dass ›Bahá’í‹ nicht nur ein Name, sondern eine Wahrheit ist. Jedes Kind muss in geistigen Dingen erzogen werden, so dass es alle Tugenden verkörpert und ein Quell des Ruhmes für die Sache Gottes wird. Das bloße Wort ›Bahá’í‹ führt zu nichts, wenn es keine Frucht hervorbringt.
Bemühe dich, so gut du irgend kannst, und lehre diese Kinder, dass ein Bahá’í ein Mensch ist, der alle Vollkommenheiten verkörpert, strahlend wie eine entzündete Kerze – keine schwarze Finsternis und doch ›Bahá’í‹ dem Namen nach.
Nenne diese Schule die Bahá’í-Sonntagsschule.A48

124

Die Sonntagsschule für Kinder, in der die Sendbriefe und Lehren Bahá’u’lláhs gelesen werden und das Wort Gottes den Kindern vorgetragen wird, ist fürwahr ein Segen. Du musst diese organisierte Tätigkeit unaufhörlich fortsetzen und wichtig nehmen, so dass sie Tag für Tag wachse und vom Hauch des Heiligen Geistes gestärkt werde. Sei ganz sicher, dass diese Tätigkeit große Ergebnisse zeitigen wird, wenn sie gut organisiert ist. Festigkeit und Standhaftigkeit sind jedoch nötig; sonst wird sie nur kurz bestehen und allmählich in Vergessenheit geraten. Ausdauer ist eine wesentliche Voraussetzung. Bei jedem Vorhaben werden Festigkeit und Standhaftigkeit zweifelsohne zu guten Ergebnissen führen; sonst besteht es nur ein paar Tage und wird dann wieder aufgegeben.

125

Die Lehrer sollten weder zu häufig wechseln, noch sollte man dies zu lange hinauszögern. Das rechte Maß ist vorzuziehen. Es ist nicht ratsam, dass ihr eure Versammlungen zu einer Zeit abhaltet, da in anderen Kirchen Gebetszeit ist. Das würde zu Entfremdung führen, weil Bahá’í-Kinder, die ihre eigene Sonntagsschule haben, nicht dabei sein könnten, wenn sie gerne andere Sonntagsschulen besuchen möchten. Auch ist es statthaft, Kinder, deren Eltern nicht Bahá’í sind, zur Schule für Bahá’í-Kinder zuzulassen. Und wenn in dieser Schule die Hauptgrundsätze aller Religionen im Überblick zur Unterrichtung der Kinder dargelegt werden, kann das nicht schaden.
Da nur wenige Kinder teilnehmen, ist es nicht möglich, verschiedene Klassen einzurichten. So ist natürlich nur eine Klasse notwendig. Was die letzte Frage zu Streitigkeiten zwischen den Kindern betrifft, handelt so, wie es euch ratsam erscheint.

126

Dein Brief ist angekommen. Gelobt sei Gott, er enthält die gute Nachricht, dass du gesund und sicher bist und in eine Landwirtschaftsschule eintreten willst. Das ist sehr gut. Bemühe dich, so sehr du kannst, in der Agrarwissenschaft gut bewandert zu sein, denn nach den göttlichen Lehren ist der Erwerb von Wissen und die Vervollkommnung in den Künsten als Gottesdienst zu betrachten. Wenn ein Mensch sich mit ganzer Kraft müht, eine Wissenschaft zu erlernen oder sich in einer Kunst zu vervollkommnen, so ist es, als bete er Gott in Kirchen und Tempeln an. Da du nun in eine Landwirtschaftsschule eintrittst und danach strebst, dir diese Wissenschaft anzueignen, hältst du Tag und Nacht Gottesdienst ab – ein Dienst, der an der Schwelle des Allmächtigen angenommen wird. Welcher Segen ist größer als der, dass Wissenschaft als Gottesdienst und Kunst als Dienst am Reiche Gottes zu betrachten sind!

127

O du Diener des einen wahren Gottes! In dieser allumfassenden Sendung wird des Menschen wundersame Kunstfertigkeit als Anbetung der Strahlenden Schönheit gewertet. Bedenke, welche Gabe, welchen Segen es bedeutet, dass Handwerk als Gottesdienst gilt. Früher glaubte man, solche Fähigkeiten seien gleichbedeutend mit Unwissenheit oder gar ein Unglück, weil sie den Menschen daran hindern, Gott näherzukommen. Nun überlege, wie Seine unendlichen Gnadengaben, Seine reichen Segnungen das Höllenfeuer in ein glückseliges Paradies, einen Haufen grauen Staub in einen leuchtenden Garten verwandelten.
Den Künstlern und Handwerkern dieser Welt geziemt es, in jedem Augenblick an der Heiligen Schwelle tausend Beweise der Dankbarkeit darzubringen, sich größte Mühe zu geben und fleißig ihrem Beruf nachzugehen, so dass aus ihrem Bemühen erstehe, was vor den Augen aller Menschen die höchste Schönheit und Vollkommenheit offenbar werden lässt.

128

Dein Brief ist angekommen. Ich hoffe auf Schutz und Hilfe für dich unter der Fürsorge des Wahrhaftigen. Ich hoffe, du bist allezeit damit befasst, den Herrn zu erwähnen, und du bemühst dich, deine Berufsausbildung abzurunden. Du musst dich sehr anstrengen, damit du in deinem Fach einzigartig wirst und berühmt für deine Fähigkeiten; denn in diesem begnadeten Zeitalter gilt die Vervollkommnung im Beruf als Gottesdienst. Und während du deinen Beruf ausübst, kannst du des Wahrhaftigen gedenken.

129

O ihr Freunde des reinen, allmächtigen Gottes! Reinheit und Heiligkeit in allen Dingen sind Kennzeichen der gesegneten Seele und Wesensmerkmale edlen Denkens. Die höchste Vervollkommnung besteht aus Makellosigkeit und der Befreiung von jeder Unzulänglichkeit. Ist der Mensch in jeder Beziehung gereinigt und geläutert, so wird er zum Brennpunkt, der das Offenbare Licht widerstrahlt.
Das erste im Lebenswandel eines Menschen muss Reinheit sein, sodann Frische, Sauberkeit und Unabhängigkeit des Denkens. Das Bachbett muss zuerst gereinigt werden, dann mag das frische Wasser hineinfließen. Das keusche Auge erfreut sich der glückseligen Schau Gottes und versteht, was diese Begegnung bedeutet; der klare Sinn atmet die Düfte, die dem Rosengarten Seiner Großmut entströmen; das geläuterte Herz wird zum Spiegel für das liebliche Antlitz der Wahrheit.
Das ist der Grund, weshalb in den himmlischen Büchern die göttlichen Ratschläge mit Wasser verglichen werden. So wird im Qur’án gesagt: »Und wir lassen reines Wasser vom Himmel herabkommen«Q19, und im Evangelium heißt es: »Es sei denn, dass jemand getauft werde mit Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.«Q20 Daraus wird klar, dass die göttlichen Lehren himmlische Ausflüsse der Gnade, Regenschauer göttlicher Barmherzigkeit sind und das Menschenherz reinigen.
Damit will ich sagen, dass Reinheit und Heiligkeit, Sauberkeit und feine Sitten in jeder Hinsicht den Zustand des Menschen verbessern und die Entwicklung seiner inneren Wirklichkeit fördern. Selbst im stofflichen Reich führt Reinlichkeit zu Geistigkeit, wie die Heiligen Schriften eindeutig bezeugen. Obwohl körperliche Sauberkeit nur etwas Stoffliches ist, hat sie großen Einfluss auf das geistige Leben. Sie wirkt wie eine wundervolle Stimme oder ein schöner Klang. Obwohl Töne nur Schwingungen der Luft sind, die auf den Hörnerv wirken, obwohl diese Schwingungen nur von der Luft transportierte Zufallserscheinungen sind – sieh, wie sie das Herz bewegen! Eine wundersame Melodie beflügelt den Geist und lässt die Seele vor Freude erschauern. Damit soll gesagt werden, dass auch körperliche Reinheit Einfluss auf die Seele des Menschen hat.
Sieh nun, wie willkommen die Reinlichkeit vor Gott ist, wie ausdrücklich sie in den heiligen Büchern der Propheten betont wird; denn die Heiligen Schriften verbieten den Verzehr und den Gebrauch alles Unreinen. Manche dieser Verbote waren absolut und für alle bindend; wer das gegebene Gesetz übertrat, wurde von Gott verabscheut und aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen. Gewisse Dinge waren zum Beispiel kategorisch verboten und als besonders schwere Sünden bewertet, darunter so abscheuliche Taten, dass ihre Erwähnung schon schändlich ist.
Es gibt aber andere verbotene Dinge, die keinen sofortigen Schaden verursachen und deren verderbliche Wirkungen erst allmählich zutage treten. Auch diese Taten werden vom Herrn verabscheut, getadelt und zurückgewiesen. Ihre absolute Gesetzwidrigkeit ist jedoch in den Heiligen Schriften nicht niedergelegt, obwohl Reinheit und Makellosigkeit, der Schutz der Gesundheit und die Freiheit von Sucht erfordern, dass man sie meidet.
Zu diesen letzteren zählt das Tabakrauchen, das schmutzig, übelriechend und anstößig ist – ein übler Brauch, dessen Schädlichkeit allmählich allen offenkundig wird. Jeder fähige Arzt bestätigt – und Versuche zeigen –, dass einer der Bestandteile des Tabaks ein tödliches Gift ist und dass sich der Raucher vielerlei Krankheiten aussetzt. Deshalb wird das Rauchen vom hygienischen Standpunkt aus für rundum verabscheuungswürdig erklärt.
Der Báb verbot den Tabak zu Beginn Seiner Sendung ausdrücklich, und die Freunde hörten allesamt auf zu rauchen. Da es aber zu jener Zeit gestattet war, den Glauben zu verbergen, und jeder, der nicht rauchte, geplagt, misshandelt und sogar zu Tode gebracht werden konnte, haben die Freunde wiederum geraucht, um ihren Glauben nicht allgemein kundzutun. Später wurde der Kitáb-i-Aqdas offenbart, und weil dort das Tabakrauchen nicht ausdrücklich verboten war, gaben die Freunde es nicht auf. Doch die Gesegnete Schönheit zeigte immer eine Abneigung dagegen; obwohl Er früher aus bestimmten Gründen ein wenig geraucht hatte, stellte Er es später gänzlich ein, und die reinen Seelen, die in allem Seinem Vorbild folgten, gaben es ebenfalls auf.
Nach meinem Urteil ist das Tabakrauchen in den Augen Gottes verwerflich, anstößig und äußerst schmutzig; es richtet langsam, aber sicher die Gesundheit zugrunde. Außerdem ist es eine Geld- und Zeitvergeudung und lässt den Raucher einer schädlichen Sucht zum Opfer fallen. Diese Gewohnheit wird von den im Bündnis Standhaften aus Gründen der Vernunft und der Erfahrung für tadelnswert erachtet. Sie aufzugeben, wird allen Menschen Erleichterung und inneren Frieden bringen. Sie werden überdies den Mund frisch, die Finger sauber und die Haare frei von abstoßendem Gestank halten. Sicherlich werden die Freunde Gottes, sobald dieses Sendschreiben sie erreicht, diese schädliche Gewohnheit unter allen Umständen, wenn auch Schritt für Schritt, aufgeben. Dies ist meine Hoffnung.
Was jedoch die Frage des Opiums betrifft: Es ist abscheulich und verflucht, und Gott möge uns vor Seiner Strafe für den, der es gebraucht, beschützen! Der Text des Heiligsten Buches verbietet es ausdrücklich und verurteilt seinen Gebrauch in höchstem Maße. Die Vernunft sieht im Opiumrauchen eine Wahnsinnstat, und die Erfahrung zeigt, dass der Opiumraucher aus der menschlichen Gesellschaft völlig ausgeschlossen wird. Möge Gott alle beschützen vor einer so abscheulichen Tat, welche die Grundlage des Menschseins zerstört und den Süchtigen für Zeit und Ewigkeit zugrunde richtet. Opium ergreift Besitz von der Seele des Menschen, so dass sein Gewissen stirbt, sein Verstand besudelt und sein Wahrnehmungsvermögen zerfressen wird. Es tötet das Leben und löscht die natürliche Wärme. Kein größerer Schaden ist vorstellbar als der durch Opium. Wohl denen, die nicht einmal das Wort Opium über die Lippen bringen; bedenkt somit, wie erbärmlich derjenige ist, der es gebraucht!
O ihr Freunde Gottes! Zwang, Gewalt, Nötigung und Unterdrückung sind in diesem Zeitalter Gottes, des Allmächtigen, allesamt verurteilt. Aber um den Opiumgebrauch zu verhindern, müssen alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen werden, damit die Menschheit von dieser schlimmsten Seuche erlöst werde. Ansonsten: Wehe und Elend einem jeden, der seine Pflicht vor Gott versäumt!A49
O göttliche Vorsehung! Verleihe dem Volke Bahás in allen Dingen Reinheit und Makellosigkeit. Gib, dass die Bahá’í von jeder Befleckung und Sucht befreit werden. Bewahre sie vor jeder anstößigen Tat; mache sie frei von den Fesseln jeder schlechten Gewohnheit, so dass sie rein und frei, gesund und geläutert leben, würdig des Dienstes an Deiner heiligen Schwelle und der Verbindung zu ihrem Herrn. Befreie sie von berauschendem Trank und vom Tabak, rette und befreie sie vom Opium, das Wahnsinn bringt. Lasse sie sich freuen an den süßen Düften der Heiligkeit, in vollen Zügen trinken aus dem mystischen Kelch himmlischer Liebe und die Verzückung des Hingezogenseins zum Reich des Allherrlichen erfahren. Ist es doch, wie Du sagst: »Alles, was du in deinem Weinkeller hast, wird meiner Liebe Durst nicht stillen – bring mir, o Mundschenk, vom Wein des Geistes einen Kelch, voll wie das Meer!«
O ihr Geliebten Gottes! Die Erfahrung zeigt, wie nachhaltig die Enthaltsamkeit von Tabak, berauschenden Getränken und Opium zu Gesundheit und Lebenskraft, zu klarem, geschliffenem Denken und zu Körperkräften führt. Es gibt heute ein Volk,A50 das Tabak, berauschende Getränke und Opium strikt ablehnt. Dieses Volk übertrifft bei weitem alle anderen an Kraft, Tapferkeit, Gesundheit, Schönheit und Anmut. Ein einziger seiner Männer kann es mit zehn Männern eines anderen Stammes aufnehmen. Dies trifft für das ganze Volk zu und bedeutet, dass alle Angehörigen dieser Gemeinschaft, Mann für Mann, den Angehörigen anderer Gemeinschaften überlegen sind.
Strengt euch deshalb kräftig an, damit Reinheit und Heiligkeit, wie sie ‘Abdu’l-Bahá über alles schätzt, das Volk Bahás auszeichnen, damit Gottes Volk die anderen Menschen in allen Vortrefflichkeiten überrage, damit es sich äußerlich wie innerlich vor den anderen auszeichne, an Reinheit, Makellosigkeit, Vornehmheit und Gesundheit führend unter den Wissenden sei. Und durch ihre Freiheit von Sklaverei, ihre Erkenntnis und Selbstbeherrschung sollen die Bahá’í die ersten unter den Reinen, Freien und Weisen sein.

130

O du vortrefflicher Arzt! … Dank sei Gott, dass du zwei Kräfte besitzest: zum einen, körperlich zu heilen, zum andern, geistig zu heilen. Was den menschlichen Geist betrifft, hat großen Einfluss auf seine körperliche Verfassung. So solltest du beispielsweise deinem Patienten Fröhlichkeit schenken, ihm Wohlbehagen und Freude vermitteln, ihn begeistern und frohlocken lassen. Wie oft schon hat dies baldige Genesung bewirkt. Deshalb behandle die Kranken mit beiden Kräften.

131

Wenn du als Arzt Menschen behandelst, wende dich der Gesegneten Schönheit zu, dann folge den Eingebungen deines Herzens. Hilf den Kranken durch himmlische Freude und geistiges Frohlocken, heile die schwer Leidenden, indem du ihnen frohe, glückselige Botschaften enthüllst, und versorge die Verletzten mit Seinen strahlenden Gnadengaben. Wenn du am Bett eines Patienten stehst, ermutige und erfreue sein Herz, entzücke seinen Geist durch himmlische Kraft. Solch ein himmlischer Hauch stärkt in der Tat jedes modernde Gebein und belebt den Geist jedes Kranken und Leidenden.

132

Obwohl Krankheit zu den unvermeidlichen Bedingungen des Menschseins gehört, ist sie doch wahrlich schwer zu tragen. Die Gabe guter Gesundheit ist das größte Geschenk.

133

Es gibt zweierlei Mittel, Krankheiten zu heilen: stoffliche und geistige. Das erste ist ärztliche Behandlung, das zweite sind Gebete, die geistige Menschen an Gott richten, und Hinwendung zu Ihm. Beide Mittel sollten angewandt werden.
Erkrankungen, die auf stofflichen Ursachen beruhen, sollten von den Ärzten mit medizinischen Heilmitteln behandelt werden; solche, die geistige Ursachen haben, verschwinden durch geistige Mittel. So lässt sich eine von Kummer, Angst und nervösen Einflüssen verursachte Krankheit eher durch geistige als durch körperliche Behandlung heilen. Es sollten also beide Heilmethoden Anwendung finden; sie stehen nicht im Widerspruch zueinander. Du solltest deshalb auch die körperlichen Heilmittel annehmen, zumal auch sie der Barmherzigkeit und Gunst Gottes entspringen, der die ärztliche Wissenschaft offenbart hat und ins Dasein treten ließ, damit Seine Diener auch aus dieser Heilweise Nutzen ziehen. Die gleiche Beachtung solltest du auch den geistigen Heilverfahren schenken, denn sie bringen wunderbare Wirkungen hervor.
Wenn du nun das wahre Heilmittel wissen willst, das den Menschen von jeglicher Krankheit heilt und ihm die Gesundheit des göttlichen Reiches verleiht, so wisse, dass dies die Gebote und Lehren Gottes sind. Richte deine ganze Aufmerksamkeit auf sie!

134

O du, der du hingezogen bist zu Gottes duftendem Hauch! Ich habe deinen Brief an Frau Lua Getsinger gelesen. Du hast in der Tat mit großer Sorgfalt die Gründe geprüft, warum Krankheit den menschlichen Körper befällt. Sicher sind Sünden eine mächtige Ursache körperlicher Leiden. Wäre die Menschheit frei vom Makel der Sünde und des kindischen Eigensinns, lebte sie nach ihrem natürlichen, eingeborenen Gleichgewicht, ohne sich von ihren Leidenschaften verführen zu lassen, so nähmen Krankheiten zweifelsohne nicht länger zu und verbreiteten sich nicht mit solcher Heftigkeit.
Aber der Mensch frönt seit je widernatürlich seinen lüsternen Begierden und gibt sich nicht mit einfacher Nahrung zufrieden. Vielmehr bereitet er sich Mahlzeiten, aus vielen Zutaten zusammengesetzt, aus Substanzen, die völlig verschieden voneinander sind. Dies und gemeine, widerliche Laster, nahmen seine Aufmerksamkeit völlig in Anspruch, so dass er die Selbstbeherrschung und Mäßigung einer natürlichen Lebensweise aufgab. Das führte zu Krankheiten, die zugleich heftig und vielschichtig sind.
Das Tier ist leiblich aus den gleichen Bestandteilen erschaffen wie der Mensch. Weil sich aber das Tier mit einfacher Nahrung zufrieden gibt, in keinem nennenswerten Umfang drängenden Gelüsten nachzugeben sucht und keine Sünden begeht, hat es, verglichen mit dem Menschen, nur wenige Gebrechen. Daraus sehen wir deutlich, wie machtvoll sich Sünde und Aufsässigkeit als krankheitserregende Faktoren auswirken. Und sind sie erst einmal da, dann verbinden sich diese Krankheiten miteinander; sie vermehren sich und werden auf andere übertragen. Das sind die geistigen, inneren Ursachen der Krankheit.
Die äußere, stoffliche Ursache der Krankheit ist eine Störung der Ausgewogenheit, des rechten Gleichgewichts all der Bausteine, aus denen der menschliche Körper zusammengesetzt ist. Um das zu veranschaulichen: Der Menschenleib ist eine Mischung aus vielen Substanzen; jeder Bestandteil ist in vorgeschriebener Menge vorhanden und trägt zum lebensnotwendigen Gleichgewicht des Ganzen bei. Solange diese Bestandteile im richtigen Verhältnis zueinander bleiben, im Einklang mit dem natürlichen Gleichgewicht des Ganzen – das heißt, solange kein Bestandteil eine Veränderung in seinem natürlichen Anteil, Maß und Gleichgewicht erleidet, solange kein Bestandteil vermehrt oder vermindert wird – gibt es keine körperliche Ursache für das Eindringen einer Krankheit.
Zum Beispiel muss der Bestandteil Stärke in vorgegebener Menge vorhanden sein, auch Zucker in vorgegebener Menge. Solange jedes in seinem natürlichen Verhältnis zum Ganzen verbleibt, hat die Krankheit keinen Angriffspunkt. Wenn jedoch diese Bestandteile von ihren natürlichen, richtigen Mengen abweichen – das heißt, wenn sie vermehrt oder vermindert werden – ebnet dies sicherlich der Krankheit den Weg.
Diese Frage bedarf der gründlichsten Untersuchung. Der Báb sagt, das Volk Bahá müsse die ärztliche Wissenschaft zu einer so hohen Stufe entwickeln, dass es Krankheiten durch die Ernährung heilt. Die Grundüberlegung ist: Wenn in einer Teilsubstanz des menschlichen Körpers ein Ungleichgewicht entsteht, das ihr richtiges Verhältnis zum Ganzen verändert, wird dies unausweichlich zum Ausbruch einer Krankheit führen. Wird beispielsweise der Stärkeanteil übermäßig erhöht oder der Zuckeranteil gesenkt, so tritt eine Krankheit ein. Ein erfahrener Arzt hat herauszufinden, welcher Bestandteil im Körper seines Patienten vermindert und welcher vermehrt wurde. Wenn er das entdeckt hat, muss er ein Nahrungsmittel verschreiben, das den herabgesetzten Bestandteil in hohem Maße enthält, um so das lebensnotwendige Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen. Der Patient ist seine Krankheit los, sobald seine leibliche Verfassung wieder im Gleichgewicht ist.
Der Beweis dafür ist, dass die anderen Lebewesen niemals die medizinische Wissenschaft studieren, niemals Krankheiten, Arzneien, Behandlungen oder Heilverfahren erforschen; aber, wenn eines von ihnen der Krankheit zum Opfer fällt, führt es die Natur auf den Weiden und Wüsten gerade zu der Pflanze hin, die das Tier, das davon frisst, von seiner Krankheit befreit. Ist zum Beispiel der Zuckeranteil im Körper des Tieres abgesunken, so verlangt das Tier, einem Naturgesetz folgend, nach einem Kraut, das reich an Zucker ist. Dann entdeckt und frisst es durch seinen Appetit als einen natürlichen Trieb unter den tausend verschiedenen Pflanzen der Steppe gerade das Kraut mit einem hohen Anteil Zucker. So wird das lebensnotwendige Gleichgewicht der Substanzen, die seinen Körper ausmachen, wiederhergestellt, und das Tier ist seine Krankheit los.
Diese Frage erfordert die sorgfältigste Untersuchung. Wenn erfahrene Ärzte sich diesen Dingen mit der nötigen Sorgfalt und Ausdauer widmen, wird sich herausstellen, dass eine Krankheit dann in den Körper eindringt, wenn die relativen Mengen der Körperbestandteile durcheinandergebracht sind, und dass die Behandlung darin besteht, diese relativen Anteile richtig einzustellen. Es wird sich auch zeigen, dass dies erkennbar und durch die Ernährung möglich ist.
Ganz sicher wird sich in diesem wundervollen neuen Zeitalter die medizinische Wissenschaft so weit entwickeln, dass die Ärzte ihre Patienten durch Nahrungsmittel heilen; denn Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch und Tastsinn sind Unterscheidungsfähigkeiten mit dem Zweck, Nützliches und Schädliches auseinanderzuhalten. Ist es möglich, dass des Menschen Geruchssinn, der die Düfte unterscheidet, einen bestimmten Geruch widerlich findet und dieser Geruch heilsam für den menschlichen Körper ist? Absurd! Unmöglich! Oder könnte dem menschlichen Körper etwa durch die Fähigkeit des Sehens, die Sichtbares unterscheidet, der Anblick einer ekelhaften Masse Kot nützen? Niemals! Und wenn nun der Geschmack, gleichfalls eine Fähigkeit, die aussondert und zurückweist, an etwas Anstoß nimmt, ist es bestimmt nicht nützlich. Selbst wenn es anfangs Vorteile brächte, erwiese sich auf die Dauer seine Schädlichkeit.
Zweifellos dient alles, was mit Appetit genossen wird, der Gesundheit, sofern die Körperbeschaffenheit im Gleichgewicht ist. Beobachte, wie ein Tier auf der Wiese grast, wo hunderttausend verschiedene Kräuter und Gräser wachsen, wie es mit seinem Geruchssinn den Duft der Pflanzen aufnimmt und sie mit seinem Geschmackssinn kostet. Dann frisst es die Gräser, die diesen Sinnen gefallen, und das tut ihm gut. Gäbe es nicht diese Fähigkeit des Auswählens, verendeten alle Tiere an einem einzigen Tag; denn es gibt viele giftige Pflanzen und die Tiere wissen nichts über das Arzneibuch. Doch beobachte nur, was für verlässliche Maßstäbe sie haben, um Gutes von Schädlichem zu unterscheiden. Welcher Bestandteil ihres Körpers auch abnimmt, sie können das wiedergutmachen, indem sie eine Pflanze, in der dieses verminderte Element reichlich vorhanden ist, aussuchen und fressen. So wird das Gleichgewicht ihrer Körperbestandteile wiederhergestellt, und sie sind ihre Krankheiten los.
Sobald erfahrene Ärzte die Heilkunst durch Nahrung entwickelt haben, sobald sie für einfache Speisen sorgen und die Menschheit hindern, als Sklaven ihrer Lüste und Süchte zu leben, werden die Fälle chronischer, vielschichtiger Krankheiten mit Sicherheit drastisch vermindert und das Allgemeinbefinden der ganzen Menschheit stark verbessert. Es wird bestimmt soweit kommen. Ebenso werden im Charakter, in der Lebensführung und den Sitten der Menschen umfassende Veränderungen eintreten.

135

Nach dem ausdrücklichen Gebot Bahá’u’lláhs darf man sich vom Rat eines fähigen Arztes nicht abwenden. Es ist Pflicht, solch einen Arzt beizuziehen, selbst wenn der Patient seinerseits ein bekannter, angesehener Arzt ist. Kurz, du sollst deine Gesundheit bewahren, indem du einen sehr erfahrenen Arzt zu Rate ziehst.

136

Es ist jedermanns Pflicht, sich in ärztliche Behandlung zu begeben und den Anweisungen des Arztes Folge zu leisten, denn das entspricht dem göttlichen Gebot, aber in Wirklichkeit ist es Gott, der Heilung gewährt.

137

O du, der du den Lobpreis deines Herrn in Worte fassest! Ich habe deinen Brief gelesen, in dem du dein Erstaunen über einige Gesetze Gottes ausdrückst, beispielsweise über die Gesetze betreffend die Jagd auf unschuldige Tiere, Geschöpfe, die nichts Böses getan haben.
Sei darüber nicht erstaunt. Sinne nach über die inneren Wirklichkeiten des Weltalls, seine geheimen Weisheiten, seine Rätsel und Wechselbeziehungen, seine alles steuernden Regeln; denn jeder Teil des Weltalls ist mit jedem anderen Teil verknüpft durch mächtige Bande, die kein Ungleichgewicht zulassen und nicht erschlaffen. Im Reich der natürlichen Schöpfung sind alle Fresser oder Gefressene: die Pflanze saugt das Mineral auf, das Tier frisst und schluckt die Pflanze, der Mensch ernährt sich vom Tier und das Mineral zersetzt den Menschenleib. Die stofflichen Leiber überschreiten eine Schranke nach der anderen, durchmessen ein Leben nach dem anderen. Alle Dinge unterliegen dem Wandel und Wechsel. Ausgenommen ist nur das eigentliche Wesen des Seins; denn es ist beständig und unwandelbar, und auf ihm beruht das Leben jeder Gattung und Art, jeder abhängigen Wirklichkeit in der ganzen Schöpfung.
Wenn du unter dem Mikroskop das Wasser untersuchst, das der Mensch trinkt, oder die Luft, die er atmet, wirst du sehen, dass der Mensch mit jedem Atemzug eine Fülle tierischen Lebens in sich aufnimmt, und dass er mit jedem Schluck Wasser eine Vielzahl von Tieren aufnimmt. Wie könnte es jemals möglich sein, diesem Vorgang Einhalt zu gebieten? Alle Geschöpfe sind Fresser oder Gefressene, das ganze System des Lebens ist auf dieser Tatsache aufgebaut. Wäre dem nicht so, würden die Bindungen aufgelöst, die alles Erschaffene miteinander verflechten.
Überdies wird ein Ding, das zugrunde geht, zerfällt und vom Leben abgeschnitten wird, in eine Welt versetzt, die größer ist als die Welt, die es vorher kannte. Es verlässt beispielsweise das Leben des Minerals und schreitet fort in das Leben der Pflanze; dann verlässt es das pflanzliche Leben und steigt auf in das des Tieres. Schließlich gibt es das Tierleben auf und steigt in das Reich des Menschenlebens empor. Und dies geschieht durch die Gnade deines Herrn, des Barmherzigen, des Mitleidvollen.
Ich bitte Gott, dass Er dir beistehe, die Mysterien im Herzen der Schöpfung zu erfassen, dass Er den Schleier vor deinen und deiner Schwester Augen hinwegnehme, damit dir das wohlgehütete Geheimnis enthüllt und das verborgene Mysterium klar wie die Mittagssonne offenbart werde, dass Er deiner Schwester und deinem Mann helfe, das Gottesreich zu betreten, und dich heile von jeder Krankheit körperlicher oder geistiger Art, die uns in diesem Leben befällt.

138

O ihr Geliebten des Herrn! Das Reich Gottes ist auf Unparteilichkeit und Gerechtigkeit, auf Erbarmen, Mitleid und Güte für jede lebendige Seele gegründet. So bemühet euch denn aus ganzem Herzen, alle Menschen voll Mitleid zu behandeln – die ausgenommen, die selbstische Beweggründe hegen oder an der Seele krank sind. Dem Menschenschinder, dem Betrüger oder dem Dieb kann keine Güte entgegengebracht werden; denn Güte würde ihnen keinesfalls ihren Irrtum vor Augen führen, sie vielmehr in ihrem falschen Tun fortfahren lassen. Wie viel Güte ihr auch dem Lügner bezeigt, er wird weiterlügen; denn er glaubt, ihr hättet euch täuschen lassen, auch wenn ihr ihn nur zu gut durchschaut habt und aus Übermaß an Mitleid schweigt.
Kurz, nicht nur ihren Mitmenschen müssen die Geliebten Gottes voll Erbarmen und Mitleid begegnen; sie müssen vielmehr jedem Lebewesen höchste Güte bezeigen, hegen doch in allen körperlichen Vorgängen, wo immer der Tiergeist betroffen ist, Mensch und Tier dieselben Gefühle. Der Mensch hat diese Wahrheit allerdings nicht begriffen. Er wähnt, dass sich körperliche Empfindungen auf menschliche Wesen beschränken. Deshalb ist er zu den Tieren ungerecht und grausam.
Und doch: Welcher Unterschied besteht denn wirklich, wenn es um körperliche Empfindungen geht? Die Gefühle sind dieselben, ob man einem Menschen oder einem Tier Schmerz zufügt. Da gibt es keinerlei Unterschied. Tatsächlich ist es schlimmer, einem Tier zu schaden; denn der Mensch hat Sprache, er kann sich beklagen, kann schreien und jammern. Wenn ihm Unrecht geschieht, kann er sich an die Behörden wenden, und sie werden ihn vor seinem Angreifer schützen. Aber das unglückliche Tier ist stumm. Es kann weder seinen Schmerz ausdrücken noch seinen Fall vor die Behörden bringen. Wenn ein Mensch einem Tiere tausend Übel zufügt, kann es ihn weder mit Worten abwehren noch vor Gericht ziehen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass ihr den Tieren die größte Rücksicht erweist und zu ihnen eher noch gütiger seid als zu euren Mitmenschen.
Erzieht eure Kinder von den frühesten Tagen an, unendlich zart und liebevoll zu Tieren zu sein. Ist ein Tier krank, lasst die Kinder es zu heilen versuchen; ist es hungrig, lasst sie es füttern; ist es durstig, lasst sie es tränken; ist es schwach, lasst sie dafür sorgen, dass es ausruht.
Die meisten Menschen sind Sünder; aber die Tiere sind schuldlos. Wer ohne Sünde ist, sollte gewiss die größte Güte und Liebe empfangen – alle Tiere außer den Schädlingen wie reißende Wölfe, Giftschlangen oder andere gefährliche Geschöpfe. Der Grund für diese Ausnahme: Würden Schädlinge dieselbe Güte erfahren, so wäre das ein Unrecht gegen die Menschen und die anderen Tiere. Ist man beispielsweise dem Wolf gegenüber weichherzig, so bedeutet dies Grausamkeit für das Schaf; denn der Wolf wird eine ganze Schafherde vernichten. Ein tollwütiger Hund kann tausend Menschen und Tiere umbringen, wenn man ihn lässt. Deshalb ist Mitleid mit wilden, beutegierigen Bestien Grausamkeit gegenüber den sanften Tieren; die schädlichen müssen richtig behandelt werden. Aber den gesegneten Tieren muss man große Güte erweisen – je mehr, desto besser. Zartheit und Güte sind grundlegende Leitlinien für Gottes himmlisches Reich. Das solltet ihr besonders sorgsam im Herzen tragen.

139

O du Magd Gottes! Die himmlische frohe Botschaft muss mit höchster Würde und Großmut verkündet werden. Ehe die Seele, die sich erhebt, nicht die für den Träger dieser Botschaft wesentlichen Eigenschaften besitzt, werden ihre Worte ohne Wirkung sein.
O du Leibeigene Gottes! Der Menschengeist birgt wundersame Kräfte, aber er muss durch den Heiligen Geist verstärkt werden. Was du anderes hörst, ist reine Einbildung. Jedoch von der Gnade des Heiligen Geistes unterstützt, wird seine Kraft erstaunlich sein. Dann wird dieser Menschengeist Wirklichkeiten aufdecken und Geheimnisse enthüllen. Wende dein Herz ganz dem Heiligen Geist zu und fordere andere auf, dasselbe zu tun; so wirst du wunderbare Ergebnisse schauen.
O Magd Gottes! Die Sterne am Himmel üben keinerlei geistigen Einfluss auf diese Welt des Staubes aus. Aber alle Glieder und Teile des Weltalls sind in diesem endlosen Raum eng miteinander verbunden, und diese Verbindung schafft materielle Wirkungen auf Gegenseitigkeit. Was du jenseits der Gnade des Heiligen Geistes über die Wirkungen von Entrückungszuständen oder über Medien als Sprachrohr hörst, welche die singenden Stimmen der Toten vermitteln, ist reine, schlichte Einbildung. Über die Gabenfülle des Heiligen Geistes erzähle, was du willst; es kann nicht übertrieben sein. Glaube deshalb, was immer du darüber hörst. Die Menschen hingegen, auf die du dich beziehst, diese Sprachrohrleute, sind von jener Gabenfülle völlig ausgeschlossen und erhalten keinen Anteil; ihr Weg ist ein Hirngespinst.
O Magd Gottes! Gebete werden durch die allumfassenden Offenbarer Gottes erhört. Selbst wenn der Wunsch auf Stoffliches gerichtet ist, selbst wenn Achtlose beten, hat es eine Wirkung, so sie nur flehentlich und demütig Gottes Hilfe erbitten.
O Magd Gottes! Während die göttliche Wirklichkeit geheiligt und grenzenlos ist, sind die Ziele und Bedürfnisse der Geschöpfe beschränkt. Gottes Gnade ist wie der Regen, der vom Himmel fällt: Das Wasser ist nicht durch eine Form begrenzt; sobald es jedoch auf einen Ort herabströmt, nimmt es Begrenzungen an – Ausmaße, Aussehen, Gestalt – entsprechend den Besonderheiten dieses Ortes. In einem quadratischen Becken wird das vorher formlose Wasser zum Quadrat; in einem sechseckigen Becken wird es ein Sechseck, in einem achteckigen Becken ein Achteck, und so fort. Der Regen selbst hat keine geometrische Gestalt, keine Begrenzungen, aber er nimmt je nach den Begrenzungen des Gefäßes diese oder jene Gestalt an. Genauso ist das Heilige Wesen Gottes, des Herrn, schrankenlos und unermesslich, aber Seine Gnadengaben und Lichtstrahlen werden in den Geschöpfen wegen deren Begrenztheit eingeschränkt, weshalb die Gebete gewisser Personen in bestimmten Fällen eine günstige Antwort erhalten.
O Magd Gottes! Mit dem Herrn Christus ist es wie mit Adam. Hatte der erste Mensch, der auf dieser Erde entstand, einen Vater oder eine Mutter? Es ist sicher, dass er keinen von beiden hatte. Aber Christus hatte nur keinen Vater.
O Magd Gottes! Die Gebete, die offenbart wurden, Heilung zu erbitten, sind für leibliche wie geistige Heilung anwendbar. Sprich sie also, um Leib und Seele zu heilen. Wenn die Heilung für den Kranken das Rechte ist, wird sie sicher gewährt; aber für manche Kranke wäre die Heilung nur die Ursache anderer Leiden, und daher erlaubt die Weisheit nicht, dass das Gebet erhört wird.
O Magd Gottes! Die Macht des Heiligen Geistes heilt körperliche wie geistige Gebrechen.
O Magd Gottes! In der Thora steht geschrieben: Und ich werde dir das Tal Achor als ein Tor der Hoffnung geben. Dieses Tal Achor ist die Stadt ‘Akká, und wer immer dies anders auslegt, gehört zu den Unwissenden.

140

Du fragst nach der Verklärung Jesu mit Moses, Elias und dem himmlischen Vater auf dem Berg Tabor, wie in der Bibel erwähnt. Dieses Ereignis nahmen die Jünger mit ihrem inneren Auge wahr; deshalb war es ein verborgenes Geheimnis und ihre geistige Entdeckung. Wäre die Bedeutung nämlich, dass sie leibliche Gestalten sahen, das heißt, diese Verklärung mit ihren äußeren Augen wahrnahmen, warum sahen es dann nicht die vielen anderen, die auf dem Berg und in der Ebene zugegen waren? Und warum verlangte dann der Herr von ihnen, niemandem davon zu erzählen? Es ist eindeutig, dass es eine geistige Schau war, ein Aufzug des Gottesreiches. Warum sonst gebot ihnen der Messias, es verborgen zu halten, »bis der Menschensohn von den Toten auferweckt worden ist«Q21, – das heißt, bis die Sache Gottes verherrlicht würde, das Wort Gottes sich durchsetzte und die Wirklichkeit Christi sichtbar wäre?

141

O du sehnsuchtsvolle Flamme, die du in der Liebe zu Gott loderst! Ich habe deinen Brief gelesen; sein beredter, wohlgesetzter Inhalt erfreute mein Herz, weil er deine tiefe Aufrichtigkeit in der Sache Gottes zeigt, deine ausdauernden Schritte auf dem Pfade Seines Königreiches und deine Treue zu Seinem Glauben – und von allen großen Dingen ist dies in Seinen Augen das bedeutendste.
Wie viele Seelen wandten sich doch dem Herrn zu, betraten Seines Wortes schützenden Schatten und wurden auf der ganzen Welt berühmt – zum Beispiel Judas Ischariot. Doch dann, als die Prüfungen härter und heftiger wurden, glitten ihre Füße auf dem Pfade aus. Sie wandten sich vom Glauben ab, nachdem sie seine Wahrheit anerkannt hatten, und verleugneten ihn; von Einklang und Liebe fielen sie ab in Unheil und Hass. So zeigte sich die Macht der Prüfungen, die starke Pfeiler zittern macht.
Judas Ischariot war der bedeutendste der Jünger; er rief die Menschen zu Christus. Dann schien es ihm, als ob Jesus dem Apostel Petrus zunehmend mehr Aufmerksamkeit schenkte. Als Jesus sagte: »Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen«Q22, hatten diese an Petrus gerichteten Worte, die Auserwählung des Petrus zu besonderer Ehre, deutliche Wirkung auf den Apostel – und sie entfachten Neid im Herzen des Judas. So wandte sich der einst Nahegekommene ab, der vormals Glaubende verleugnete nun seinen Glauben; seine Liebe wurde zu Hass, bis er die Kreuzigung dieses herrlichen Herrn, dieses offenbarten Lichtes herbeiführte. Solches bewirkt der Neid. Deshalb wenden sich die Menschen vom geraden Pfad ab. So geschah es früher, so wird es auch in dieser großen Sache geschehen. Aber es macht nichts, denn bei den übrigen bewirkt es Treue und lässt Seelen erstehen, die nicht zaudern, die wie Berge so fest und unerschütterlich sind in ihrer Liebe zu dem offenbaren Licht.
Übermittle den Dienerinnen des Barmherzigen die Botschaft, dass sie standhaft und treu in ihrer Liebe zu Bahá bleiben müssen, wenn eine Prüfung schwer wird. Im Winter kommen die Stürme, heftige Winde blasen. Aber dann folgt der Frühling in all seiner Schönheit, lieblich anzusehen mit geschmückten Hügeln und Tälern, mit duftenden Blumen und roten Anemonen. Dann werden die Vögel in den Zweigen ihre Freudengesänge schmettern und mit beschwingten Weisen von den Kanzeln der Bäume predigen. Bald werdet ihr schauen, wie die Lichter fluten, die Banner des Himmelreichs flattern, die süßen Düfte des Allbarmherzigen sich überallhin verbreiten, die Heerscharen des Königreiches herniederkommen, die Himmelsengel vorwärtsstürmen und der Heilige Geist über alle jene Lande weht. Dann werdet ihr die Zauderer sehen, Männer wie Frauen, enttäuscht in ihren Hoffnungen und in offensichtlichem Verlust. So ist es verordnet vom Herrn, dem Offenbarer der Verse.
Du aber bist selig, denn du bist standhaft in der Sache Gottes, fest in Seinem Bund. Ich bete zu Ihm, dir eine geistige Seele und das Leben des Gottesreiches zu verleihen und dich als ein grünes Blatt am Baum des Lebens gedeihen zu lassen, damit du vergeistigt und frohgemut den Mägden des Barmherzigen dienst.
Dein freigebiger Herr wird dir bei der Arbeit in Seinem Weinberg beistehen und dich zum Werkzeug machen, den Geist der Einheit unter Seinen Dienerinnen zu verbreiten. Er wird dein inneres Auge sehend machen mit dem Licht der Erkenntnis, deine Sünden vergeben und sie in gute Taten wandeln. Wahrlich, Er ist der Vergebende, der Mitleidige, der Herr unermesslicher Gnade.

142

O du liebe Dienerin Gottes! Preise Gott, denn du bist begünstigt an Seiner Heiligen Schwelle, gehegt im Reiche Seiner Macht. Du bist Vorsitzende eines Rates, der geprägt ist von den himmlischen Heerscharen und das allherrliche Reich widerspiegelt. Strebe mit Herz und Seele, in demütigem Gebet und in Selbstauslöschung, Gottes Gesetz zu vertreten und Seine süßen Düfte allenthalben zu verbreiten. Mühe dich, den Versammlungen geistiger Seelen die wahre Vorsitzende zu sein, eine Gefährtin der Engel im Reich des Allbarmherzigen.
Du fragst nach dem zehnten bis siebzehnten Vers im einundzwanzigsten Kapitel der Johannes-Offenbarung. Wisse, dass das Firmament der strahlenden Sonne über unserer Erde nach mathematischen Regeln in zwölf Sternbilder eingeteilt wird, die man die zwölf Tierkreiszeichen nennt. Genauso scheint und ergießt die Sonne der Wahrheit ihre Gnadengaben in zwölf Stufen der Heiligkeit; mit diesen himmlischen Zeichen sind makellose, unbefleckte Menschen gemeint, Quellen der Heiligkeit, Dämmerorte für die Verkündung der Einheit Gottes.
Beachte, wie es in den Tagen Dessen, der Zwiesprache hielt,A51 zwölf heilige Wesen gab, welche die Führer der zwölf Stämme waren. Ebenso findest du in der Sendung des GeistesA52 zwölf Apostel im schirmenden Schatten jenes erhabenen Lichtes versammelt; von diesen leuchtenden Dämmerorten strahlte die Sonne der Wahrheit wie die Sonne am Himmel hervor. Sieh, wie es in den Tagen Muḥammads wieder zwölf Dämmerorte der Heiligkeit gab, Offenbarer der bestätigenden Hilfe Gottes. So geht das zu.
Demgemäß berichtete der heilige Johannes von zwölf Toren in seiner Vision und von zwölf Grundsteinen. Mit der »großen Stadt, dem heiligen Jerusalem, das aus dem Himmel von Gott herabkommt«Q23 ist das heilige Gesetz Gottes gemeint: Dies ist in vielen Tablets erklärt und bei den Propheten der Vergangenheit in den Schriften zu lesen, zum Beispiel, dass Jerusalem gesehen wurde, als es in die Wüste zog.
Die Bedeutung dieses Abschnitts ist, dass das göttliche Jerusalem zwölf Tore hat, durch welche die Seligen in die Stadt Gottes einziehen. Diese Tore sind Seelen, die Leitsternen gleichen, Tore des Wissens und der Gnade; unter diesen Toren stehen zwölf Engel. Mit ›Engel‹ ist die Macht der Bestätigungen Gottes gemeint – die Kerze der bestätigenden Macht Gottes scheint aus der Lampennische jener Seelen hervor –; es bedeutet, dass jedem dieser Wesen die gewaltigste Bestätigung und Hilfe zuteilwird.
Diese zwölf Tore umgeben die ganze Welt, das heißt, sie sind eine Zuflucht für alle Geschöpfe. Darüber hinaus sind diese zwölf Tore die Grundsteine der Stadt Gottes, des himmlischen Jerusalems, und auf jedem dieser Grundsteine steht der Name eines Apostels Christi geschrieben. Das bedeutet, jeder offenbart die Vollkommenheiten, die frohe Botschaft und die Vortrefflichkeit jenes heiligen Wesens.
Kurz, die Schrift sagt: »Und der mit mir redete, hatte ein gülden Rohr, einen Maßstab, dass er die Stadt, ihre Tore und Türme messe.«Q24 Die Bedeutung ist, dass bestimmte Persönlichkeiten das Volk mit einem Stecken, der aus der Erde gewachsen war, führten und sie mit einem Stab gleich dem des Mose hüteten. Andere erzogen und führten das Volk mit einem eisernen Stab wie in der Sendung Muḥammads. Im gegenwärtigen Zyklus wird, da es die mächtigste Sendung ist, der Stab, der aus dem Pflanzenreich wuchs, und der Stab aus Eisen in ein Rohr aus reinstem Gold verwandelt, den unermesslichen Schatzkammern des Reiches Gottes entnommen. Durch dieses Rohr werden die Menschen erzogen.
Achte auf den Unterschied: Einst waren die Lehren Gottes wie ein Stecken, durch den die Heiligen Schriften überallhin verbreitet, das Gesetz Gottes verkündet und Sein Glaube errichtet wurde. Dann folgte eine Zeit, in der der Stab des wahren Hirten wie aus Eisen war. Heute, in diesem neuen, herrlichen Zeitalter, ist der Stab wie reines Gold. Welcher Unterschied! Erkenne daraus, wie weit das Gesetz Gottes und Seine Lehren in dieser Sendung fortgeschritten sind, wie sie solche Höhen erreicht haben, dass sie die vorangegangenen Sendungen weit überragen. Dieser Stab ist wahrlich aus reinstem Gold, während die Stäbe früherer Tage aus Eisen und Holz waren.
Das ist eine kurze Antwort, für dich verfasst; für mehr fehlt die Zeit. Sicherlich wirst du mir vergeben. Gottes Dienerinnen müssen sich auf eine solche Stufe erheben, dass sie von selbst und ohne Hilfe diese inneren Bedeutungen begreifen und fähig werden, jedes Wort in allen Einzelheiten zu erläutern – eine Stufe, auf der aus der Wahrheit ihres tiefsten Herzens ein Quell der Weisheit sprudelt, wie sich ein Springbrunnen aus seinem eigenen Urgrund ergießt.

143

O du, der du im Reiche Gottes dem Geiste Christi nahegekommen bist! Wahrlich, der Leib ist aus stofflichen Elementen zusammengesetzt, und alles Zusammengesetzte muss sich auflösen. Der Geist jedoch ist eine einzige Wesenheit, zart und fein, körperlos, ewig und göttlich. Wer deshalb Christus in Seinem stofflichen Leib erwartet, der hält vergebliche Ausschau und wird wie durch einen Schleier von Ihm ausgeschlossen sein. Wer sich aber sehnt, Ihn im Geiste zu finden, wird Tag für Tag wachsen vor freudigem Verlangen und brennender Liebe, weil er Ihm nahekommt und Ihn klar und deutlich erkennt. An diesem neuen, wundersamen Tag steht dir an, nach Christi Geist zu suchen.
Wahrlich, der Himmel, in den sich der Messias erhob, war nicht dieses unendliche Firmament; vielmehr war Sein Himmel das Reich Seines gütigen Herrn. So sagt Er selbst: »Ich bin vom Himmel gekommen«Q25, und ein andermal: »Des Menschen Sohn ist im Himmel«Q26. Daraus erhellt, dass Sein Himmel jenseits aller Himmelsrichtungen ist, das ganze Sein umschließt und für diejenigen errichtet ist, die Gott anbeten. Bete und flehe zu deinem Herrn, dass Er dich in diesen Himmel emporhebe und dir von seiner Nahrung in diesem Zeitalter der Macht und Majestät zu essen gebe.
Wisse, dass das Volk bis auf den heutigen Tag die Geheimnisse des Buches nicht entwirrt hat. Sie wähnen, Christus sei während Seines Erdenwandels von Seinem Himmel ausgeschlossen gewesen, sei vom Gipfel Seiner Erhabenheit abgefallen und hinterher in die höheren Gefilde des Himmels aufgestiegen, zu dem Himmel, der überhaupt nicht existiert, da er nur Weltraum ist. Sie warten darauf, dass Er von dort auf einer Wolke reitend wiederkomme. Sie bilden sich ein, dass es in diesem unendlichen All Wolken gebe, dass Er auf ihnen reite und so herniederfahre. Die Wahrheit ist indessen, dass eine Wolke nur Dampf ist, der von der Erde aufsteigt; sie kommt nicht vom Himmel herab. Vielmehr ist die Wolke, auf die sich das Evangelium bezieht, der Menschenleib. Er wird so bezeichnet, weil für den Menschen der Körper ein Schleier ist, der ihn wie eine Wolke daran hindert, die Sonne der Wahrheit zu erkennen, die vom Horizonte Christi scheint.
Ich bitte Gott, deinen Augen die Tore der Entdeckungen und Wahrnehmungen zu öffnen, damit du an diesem offenbarsten Tag Seine Geheimnisse erkennst.
Ich bin sehr begierig, dich zu treffen, aber die Zeiten sind ungünstig. So Gott will, werden wir dich wissen lassen, wann du zu einer besseren Zeit frohlockend kommen kannst.

144

O du, der du die Menschen liebst! Dein Brief ist angekommen, und er berichtet, Gott sei gepriesen, über deine Gesundheit und dein Wohlbefinden. Aus deiner Antwort auf einen früheren Brief geht hervor, dass zwischen dir und den Freunden Gefühle der Zuneigung entstanden sind.
Man darf in jedem menschlichen Wesen nur das sehen, was des Lobes würdig ist. Wenn man so handelt, kann man der ganzen Menschheit Freund sein. Betrachten wir die Menschen jedoch vom Standpunkt ihrer Fehler aus, dann ist es eine äußerst schwierige Aufgabe, mit ihnen Freundschaft zu pflegen.
Es geschah eines Tages zur Zeit Christi – möge das Leben der ganzen Welt ein Opfer für Ihn sein – dass Er an einem toten Hund vorbeikam, einem übelriechenden Kadaver, widerlich anzusehen, mit faulenden Gliedern. Einer Seiner Begleiter sagte: »Wie faul ist sein Gestank!« Ein anderer meinte: »Wie ekelerregend, wie abscheulich!« Kurzum, jeder hatte etwas hinzuzufügen.
Aber dann sprach Christus, und Er sagte ihnen: »Sehet die Zähne des Hundes! Wie strahlend weiß sie sind!«
Der sündenbedeckende Blick des Messias verweilte keinen Augenblick lang auf dem Widerwärtigen des Aases. Der einzige Teil des Kadavers, der keine Abscheu erregte, waren seine Zähne, und Jesus schaute auf ihren Glanz.
So sollten wir, wenn wir unseren Blick auf andere Menschen richten, das sehen, worin sie sich auszeichnen, und nicht das, worin sie versagen.
Preis sei Gott! Dein Ziel ist, das Wohlbefinden der Menschheit zu fördern und den Seelen zu helfen, ihre Fehler zu überwinden. Diese gute Absicht wird löbliche Früchte zeitigen.

145

Du schriebst über die Frage geistiger Entdeckungen. Des Menschen Geist ist eine Kraft, welche alle Dinge umkreist und ihre Wirklichkeiten umfängt. Was immer du um dich her erblickst – wunderbare Ergebnisse menschlicher Kunstfertigkeit, Erfindungen, Entdeckungen und ähnliche Erscheinungen –, all dies war einmal ein Geheimnis, das im Reiche des Unbekannten verborgen lag. Der Menschengeist deckte dieses Geheimnis auf, holte es aus der unsichtbaren in die sichtbare Welt. So steht es zum Beispiel mit der Dampfkraft, der Photographie und dem Phonographen, der drahtlosen Telegraphie und den Fortschritten in der Mathematik: Alles war einst ein Mysterium, ein streng bewachtes Geheimnis; der Menschengeist enthüllte jedoch diese Geheimnisse und brachte sie aus dem Unsichtbaren ans Tageslicht. So ist deutlich, dass der menschliche Geist eine alles umfangende Kraft ist, die ihre Herrschaft über das innere Wesen alles Erschaffenen ausübt und die wohlverwahrten Mysterien der Erscheinungswelt aufdeckt.
Der göttliche Geist hingegen enthüllt göttliche Wirklichkeiten und allumfassende Geheimnisse, die in der geistigen Welt liegen. Ich hoffe, dass du diesen göttlichen Geist erlangen wirst, so dass du die Geheimnisse der anderen Welt ebenso entdeckst wie die Mysterien der Welt hienieden.
Du fragst hinsichtlich des 14. Kapitels, Vers 30, des Johannes-Evangeliums, wo Christus, der Herr, sagt: »Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an Mir.«Q27 Der Fürst dieser Welt ist die Gesegnete Schönheit; und »hat nichts an Mir« bedeutet: Nach Mir werden alle Gnade von Mir empfangen, aber Er ist von Mir unabhängig und wird keine Gnade von Mir empfangen. Das bedeutet, dass Er reich ist über Meine Gnade hinaus.
Zu deiner Frage über Entdeckungen, welche die Seele macht, nachdem sie ihre menschliche Hülle abgelegt hat: Sicherlich ist jene Welt eine Welt der Wahrnehmungen und Entdeckungen; denn der dazwischenliegende Schleier wird weggenommen werden, und der menschliche Geist wird auf Seelen schauen, die sich über ihm, unter ihm und auf gleicher Stufe mit ihm befinden. Man kann es mit dem Zustand des Menschen im Mutterleib vergleichen, wo seine Augen verschleiert und alle Dinge vor ihm verborgen sind. Wenn er aus der Welt des Mutterleibs geboren wird und ins Leben tritt, empfindet er dieses Leben, verglichen mit dem im Mutterleib, als einen Ort der Wahrnehmungen und Entdeckungen, nimmt er doch alle Dinge mit seinem äußeren Auge wahr. Genauso wird er, wenn er dieses Leben hinter sich lässt, in jener Welt alles sehen, was ihm hier verborgen war; aber dort wird er alles mit seinem inneren Auge sehen und verstehen. Dort wird er seine Gefährten und Ebenbürtigen schauen und diejenigen, die sich auf den Stufen über und unter ihm befinden. Was die Gleichheit der Seelen in dem allerhöchsten Reich betrifft, so bedeutet sie: Die Seelen der Gläubigen sind zu der Zeit, da sie zuerst in der Welt des Leibes erscheinen, gleich; jede ist heilig und rein. In dieser Welt jedoch fangen sie an, sich voneinander zu unterscheiden. Einige erreichen die höchste Stufe, manche eine mittlere, andere bleiben auf der untersten Stufe des Seins. Ihre Gleichstellung besteht am Anfang ihrer Existenz; die Unterscheidung folgt ihrem Hinscheiden.
Du schriebst wegen Seir. Seir ist ein Ort bei Nazareth in Galilea.
Was die Stelle bei Hiob, 19. Kapitel, Vers 25-27, betrifft: »Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und dass Er am Jüngsten Tage auf Erden weilen wird«Q28, so bedeutet sie: Ich werde nicht erniedrigt werden, denn ich habe einen Erhalter und Hüter; und mein Helfer, mein Verteidiger wird schließlich offenbart werden. Obwohl mein Fleisch jetzt schwach und von Würmern bedeckt ist, werde ich geheilt werden, und mit diesen meinen eigenen Augen, das heißt mit meiner inneren Wahrnehmung, werde ich Ihn schauen. Dies sagte Hiob, nachdem ihm die anderen Vorwürfe gemacht hatten, und er selbst über das Leid seiner Prüfungen geklagt hatte. Selbst als sein Körper durch den unbarmherzigen Würgegriff der Krankheit mit Würmern bedeckt war, versuchte er noch, denen um ihn her zu sagen, dass er vollständig geheilt werde und in seinem Leib mit eigenen Augen seinen Erlöser schauen werde.
Was die Frau in der Offenbarung des Johannes, 12. Kapitel, anbelangt, die in die Wüste floh, und das große Wunder, das am Himmel erschien – die Frau, mit der Sonne bekleidet und dem Mond unter den Füßen: Mit der Frau ist Gottes Gesetz gemeint; denn nach der Begriffswelt der Heiligen Bücher bezieht sich diese Stelle auf das Gesetz, dessen Symbol hier die Frau ist. Die zwei Leuchten, Sonne und Mond, sind zwei Throne, der türkische und der persische, die beide unter der Herrschaft des Gesetzes Gottes stehen. Die Sonne ist das Symbol des persischen Reiches, und der Mond ist der Halbmond des türkischen Reiches. Die zwölffache Krone sind die zwölf Imame, die wie die Apostel den Gottesglauben unterstützten. Das neugeborene Kind ist die Schönheit des AngebetetenA53, die aus dem Gesetz Gottes hervorkam. Er sagt dann, dass die Frau in die Wüste floh, das heißt, das Gesetz Gottes wurde aus Palästina in die Wüste Ḥijáz getragen und blieb dort 1260 Jahre – also bis zur Ankunft des verheißenen Kindes. Wie wohl bekannt ist, wird in den Heiligen Büchern jeder Tag als ein Jahr gezählt.

146

O Dienerin, entflammt in der Liebe zu Gott! Ich habe deinen ausgezeichneten Brief gründlich gelesen und Gott für deine sichere Ankunft in jener großen Stadt gedankt. Ich bitte Ihn, durch Seine unfehlbare Hilfe deine Rückkehr dorthin mit machtvoller Wirkung auszustatten. Das kann nur dann geschehen, wenn du dich aller Bindungen an diese Welt entledigst und dich in das Gewand der Heiligkeit kleidest, wenn du all deine Gedanken und Worte auf das Gedenken Gottes und Seinen Lobpreis beschränkst, auf die Verbreitung Seiner süßen Düfte überallhin und auf die Verrichtung guter Taten, wenn du dich der Aufgabe widmest, die Achtlosen zu erwecken, die Blinden sehend zu machen, die Tauben hörend, die Stummen sprechend, und wenn du durch die Macht des Geistes den Toten belebst.
Denn die Menschen sind blind, wie Jesus im Evangelium von ihnen sprach, sie sind taub und stumm; und Er sagte: »Ich werde sie heilen.«
Sei freundlich und mitleidig zu deiner schwachen Mutter. Sprich mit ihr über das Gottesreich, damit ihr Herz frohlocke.
Richte Fräulein Ford Grüße von mir aus. Übermittle ihr die frohe Botschaft, dass dies die Tage des Gottesreiches sind. Sage ihr: Gesegnet bist du ob deiner erhabenen Ziele, gesegnet bist du ob deiner guten Werke, gesegnet bist du ob deines geistigen Wesens. Wahrlich, ich liebe dich wegen dieser deiner Ziele, Eigenschaften und Taten. Sprich weiter zu ihr: Denke an den Messias, an Seine Tage auf Erden, Seine Erniedrigung, Seine Heimsuchung und wie die Menschen Ihm keine Aufmerksamkeit schenkten. Denke daran, wie die Juden Ihn dem Spott preisgaben, sich über Ihn lustig machten und zu Ihm sprachen: »Friede sei mit dir, König der Juden! Friede sei mit dir, König der Könige!«A54 Wie sie sagten, Er sei verrückt, und fragten, wie sich die Sache dieses Gekreuzigten jemals im Osten und Westen der Welt verbreiten könne. Keiner folgte Ihm außer ein paar Seelen: Fischer, Zimmerleute und andere aus dem gemeinen Volk. Wehe, wehe ob der Verblendung!
Und siehe, was dann geschah: wie ihre mächtigen Fahnen eingeholt wurden und stattdessen Sein erhabenes Banner gehisst wurde, wie all die hellen Sterne an jenem Himmel der Ehre und des Stolzes versanken, wie sie im Westen der Vergänglichkeit untergingen – und wie Sein Lichtgestirn von den Himmeln unsterblichen Ruhmes strahlt, während die Jahrhunderte und Zeitalter verrinnen. Seid also gewarnt, ihr, die ihr Augen habt zu sehen! Bald werdet ihr noch größere Dinge schauen als diese.
Wisse, dass alle Mächte vereint nicht die Kraft haben, den Weltfrieden zu errichten oder zu allen Zeiten der überwältigenden Vorherrschaft dieser endlosen Kriege standzuhalten. Bald jedoch wird die Macht des Himmels, die Vorherrschaft des Heiligen Geistes, auf den hohen Gipfeln die Fahnen der Liebe und des Friedens hissen; hoch über den Burgen der Majestät und Macht werden diese Fahnen wehen in den rauschenden Winden, die Gottes liebender Gnade entströmen.
Richte Frau Florence meine Grüße aus und sage ihr: Die verschiedenen Kirchengemeinschaften haben das Fundament ihres Glaubens aufgegeben und Lehren angenommen, die in den Augen Gottes keinerlei Bedeutung haben. Sie sind wie die Pharisäer, die beteten, fasteten und dann Christus zum Tode verurteilten. Beim Leben Gottes! Es ist eine eigenartige Sache!
Und du, o Dienerin Gottes, lies du liebevoll dieses Gebet zu deinem Herrn und sprich zu Ihm:
O Gott, mein Gott! Fülle mir den Kelch völliger Loslösung, und umgeben von Deinen herrlichen Gaben, erfreue mich mit dem Wein der Liebe zu Dir. Befreie mich vom Angriff der Leidenschaft und Begierde und löse mich aus den Fesseln der niederen Welt. Ziehe mich verzückt hinan zu Deinem hehren Reich, und belebe mich im Kreis Deiner Mägde mit dem Odem Deiner Heiligkeit.
O Herr, erleuchte mein Angesicht mit dem Lichte Deiner Gaben. Lass meine Augen strahlen, wenn sie die Zeichen Deiner allbeherrschenden Macht schauen. Ergötze mein Herz mit der Herrlichkeit Deines allumfassenden Wissens, mache meine Seele froh mit Deiner belebenden Freudenbotschaft, o Du König dieser Welt und des Reiches droben, o Du Herr der Herrschaft und Macht, damit ich Deine Beweise und Zeichen verbreite, Deine Sache verkünde, Deine Lehren fördere, Deinem Gesetz diene und Dein Wort erhöhe.
Du bist wahrlich der Machtvolle, der Immervergebende, der Fähige, der Allmächtige.
Was die grundlegenden Lehren des Glaubens angeht: Wisse, dass die Botschaft nur durch gute Taten und geistige Eigenschaften verbreitet werden kann, durch eine kristallklare Sprache und durch die Freude, die sich im Antlitz dessen widerspiegelt, der die Lehren darlegt. Es ist grundlegend, dass die Taten des Lehrers die Wahrheit seiner Worte bezeugen müssen. Dies ist der Zustand dessen, der die süßen Düfte Gottes allenthalben verbreitet, und die Eigenschaft dessen, der aufrichtig in seinem Glauben ist.
Hat der Herr dich dazu befähigt, diesen Zustand zu erreichen, so sei versichert, dass Er dir Worte der Wahrheit eingeben und dich durch den Odem des Heiligen Geistes sprechen lassen wird.

147

Denke über die Ereignisse zur Zeit Christi nach; dann werden die gegenwärtigen Ereignisse verständlich und offenbar werden.

148

O ihr Söhne und Töchter des Gottesreiches! In ihrer Dankbarkeit streben die Vögel des Geistes nur danach, zu den Himmelshöhen emporzufliegen und mit wundersamer Kunst ihre Lieder zu singen. Die jämmerlichen Regenwürmer jedoch wollen sich nur in die Erde graben. Wie heftig sie sich mühen, in die tiefsten Tiefen zu gelangen! Genauso sind die Erdensöhne. Ihr höchstes Ziel ist, in dieser vergänglichen Welt, diesem Tod im Leben, ihren Unterhalt zu mehren. Und dies trotz des Umstandes, dass ihnen Hand und Fuß durch tausend Kümmernisse und Sorgen gebunden sind und sie keinen Augenblick vor Gefahren geschützt sind; niemals sind sie sicher, nicht einmal vor plötzlichem Tod. So werden sie nach kurzer Zeit völlig ausgelöscht; keine Spur bleibt, die von ihnen berichtet, keines ihrer Worte wird jemals wieder vernommen.
Darum lobet und preiset Bahá’u’lláh; denn durch Seine Gnade und Hilfe seid ihr Söhne und Töchter des Gottesreiches, dank Ihm seid ihr nun Singvögel auf den Auen der Wahrheit und schwingt euch himmelwärts zu den Höhen des Ruhmes, der nie vergeht. Ihr habt euren Platz gefunden in der unsterblichen Welt; der Hauch des Heiligen Geistes weht über euch; ihr habt ein anderes Leben erwählt, ihr habt Zutritt zur Schwelle Gottes erlangt.
So errichtet denn freudevoll Geistige Räte; befasst euch mit dem Lobpreis und dem Ruhm des Herrn, nennt Ihn den Heiligen und den Größten. Richtet eure flehenden Hilferufe zum Reich des Allherrlichen, und stimmt jeden Augenblick eine Myriade Danksagungen an, dass ihr diese überreiche Gunst, diese überragende Gnade erlangt habt.

149

O du, der du Augen hast zu sehen! Was du erlebt hast, ist die reine Wahrheit und gehört ins Reich der geistigen Schau.
Der Duft ist mit der Knospe eng verbunden und verschmolzen; sobald die Knospe sich öffnet, verbreitet sich ihr süßer Geruch weithin. Das Kraut ist nicht ohne Frucht, auch wenn es so scheint; denn in diesem Gottesgarten übt jede Pflanze ihren Einfluss aus, jede hat ihre Sonderheiten, jede kann es sogar mit der lachenden, hundertblättrigen Rose aufnehmen, wenn sie mit ihrem Duft die Sinne erfreut. Sei dessen gewiss! Wenngleich die Buchseiten nichts von den Worten und Bedeutungen auf ihnen wissen, werden sie doch wegen ihrer Verbindung mit diesen Worten von den Freunden ehrfürchtig von Hand zu Hand gereicht. Diese Verbindung ist überdies die reinste Gnadengabe.
Schwingt sich die Seele aus diesem vergänglichen Haufen Staub empor, erhebt sie sich in die Welt Gottes, dann fallen die Schleier ab, alle Wahrheiten treten ans Licht, alles Unbekannte wird klar, und verborgene Einsichten werden verstanden.
Bedenke, wie ein Wesen in der Welt des Mutterleibes taube Ohren, blinde Augen und eine stumme Zunge hat, wie es jeglicher Wahrnehmung beraubt ist. Doch sobald es aus jener dunklen Welt in diese Welt des Lichtes tritt, sehen seine Augen, hören seine Ohren und spricht seine Zunge. So wird es auch, wenn es von diesem sterblichen Ort in das Reich Gottes eilt, im Geiste wiedergeboren. Dann öffnet sich seiner Wahrnehmung Auge, seiner Seele Ohr horcht auf, und alle ihm bisher unbekannten Wahrheiten werden offenkundig.
Ein aufmerksamer Reisender wird sich seiner Entdeckungen unterwegs sicher wieder erinnern, es sei denn, er hätte einen Unfall, der seine Erinnerung auslöscht.

150

O Magd, entflammt im Feuer der Liebe Gottes! Gräme dich weder über die Misslichkeiten und die Not dieser niederen Welt noch freue dich in Zeiten ruhigen Behagens; denn beides wird vergehen. Das gegenwärtige Leben ist wie eine auflaufende Welle, eine Fata Morgana oder ein flüchtiger Schatten. Kann ein Zerrbild in der Wüste je als erquickendes Wasser dienen? Nein, bei dem Herrn der Herren! Niemals können die Wirklichkeit und ihr bloßer Schein dasselbe sein; groß ist der Unterschied zwischen Wahn und Tatsache, zwischen der Wahrheit und ihrem Trugbild.
Wisse, dass das Reich Gottes die wirkliche Welt, diese Welt hienieden aber nur sein vorausgeworfener Schatten ist. Ein Schatten hat kein eigenes Leben; sein Vorhandensein ist nur ein Hirngespinst und nichts mehr; es sind nur Bilder, vom Wasser gespiegelt, die dem Auge als Gemälde erscheinen.
Verlasse dich auf Gott. Vertraue Ihm. Preise Ihn und gedenke Seiner ständig. Er verwandelt wahrlich Kummer in Wohlbefinden, Sorge in Trost, Mühsal in vollkommenen Frieden. Er hat wahrlich Herrschaft über alle Dinge.
Wenn du auf meine Worte hörst, löse dich von den Fesseln allen Geschehens. Nein, danke deinem liebenden Herrn in allen Lebenslagen und stelle deine Angelegenheiten Seinem Willen anheim, der bewirkt, was Ihm gefällt. Dies ist wahrlich besser für dich als alles andere in beiden Welten.

151

O du, der du an die Einzigkeit Gottes glaubst! Wisse, dass nichts der Seele nützt außer der Liebe zum Allgütigen, nichts erleuchtet das Herz außer dem Glanz, der vom Reiche des Herrn scheint.
Sage dich los von allen anderen Sorgen, lass das Vergessen die Erinnerung an alles andere überwinden. Beschränke deine Gedanken auf das, was die Menschenseele zum Paradiese himmlischer Gnade erhebt, und lasse jeden Vogel des Gottesreiches zum höchsten Horizonte fliegen, zum Mittelpunkt ewiger Ehre in dieser vergänglichen Welt.

152

Zu der Frage nach der Seele eines Mörders und nach seiner Strafe ist die Antwort, dass der Mörder sein Verbrechen sühnen muss. Das heißt, wenn man den Mörder tötet, ist sein Tod die Sühne für sein Verbrechen, und nach seinem Tod wird Gott in Seiner Gerechtigkeit ihm keine zweite Strafe auferlegen, denn die göttliche Gerechtigkeit ließe dies nicht zu.

153

O du Dienerin Gottes! An diesem Tage besteht der Dank an Gott für Seine Gnadengaben darin, ein strahlendes Herz und eine Seele zu besitzen, die den Eingebungen des Geistes offensteht. Dies ist das Wesen des Dankes.
Was die Danksagung durch Wort oder Schrift angeht, so ist sie fürwahr annehmbar, verglichen mit jenem anderen Dank aber nur unwirklicher Schein; denn wesentlich ist, was der Geist dir eingibt, die Ausstrahlungen aus der Tiefe des Herzens. Ich hoffe, dass du damit begnadet wirst.
Was des Menschen Mangel an Fähigkeiten und Verdiensten am Tag der Auferstehung anbelangt, so schließt ihn dies nicht von Gaben und Gnadenerweisen aus; denn es ist nicht der Tag der Gerechtigkeit, sondern der Tag der Gnade, während die Gerechtigkeit jedem das zuteilt, was ihm gebührt. Schaue daher nicht auf den Grad deiner Fähigkeit, sondern schaue auf die grenzenlose Gunst Bahá’u’lláhs. Allumfassend ist Seine Gnade, vollkommen Seine Güte.
Ich bitte Gott darum, dass du mit Seiner Hilfe und kraftvollen Unterstützung die tiefe Bedeutung der Thora mit Beredsamkeit, Verständnis, Nachdruck und Geschick lehrst. Wende dein Angesicht dem Reich Gottes zu, bitte um die Gaben des Heiligen Geistes, rede, und die Bestätigungen des Geistes werden sich zeigen.
Die mächtige Sonnenkugel, die du in deinem Traum sahst, war der Verheißene, ihre sich ausbreitenden Strahlen waren Seine Gnadengaben. Die lichtdurchlässige Wasseroberfläche bedeutet unbefleckte, reine Herzen, während die wogenden Wellen die große Erregung dieser Herzen und die Tatsache kennzeichnen, dass sie erschüttert und tief bewegt wurden; das heißt, die Wellen sind die Bewegungen des Geistes und die heiligen Eingebungen der Seele. Preise Gott, dass du in der Traumwelt solche Enthüllungen wahrnahmst.
Zur Bedeutung eines Menschen, der sich selbst völlig vergisst: Die Absicht ist, dass er sich erheben und sich im wahren Sinne opfern soll; das heißt, er soll die Antriebe des menschlichen Zustands auslöschen und sich solcher Merkmale entledigen, die tadelnswert sind und das trübe Dunkel dieses Erdenlebens ausmachen. Der Sinn ist nicht, seine Gesundheit zu vernachlässigen und seinen Leib zu schwächen.
Ich flehe inständig und demütig an der Heiligen Schwelle, dass deine liebe Mutter, deine lieben Schwestern und Verwandten himmlische Segnungen und göttliche Vergebung umfangen. Besonders bete ich für deinen Verlobten, der so plötzlich von dieser in die nächste Welt eilte.

154

O du Sohn des Königreiches! Deine höchst liebenswürdigen Briefe erfreuen allezeit mit ihrem gefälligen Stil unsere Herzen. Wenn das Lied vom Gottesreich handelt, frohlockt das Herz.
Preise Gott, dass du in jenes LandA55 gereist bist, Sein Wort zu erhöhen und den heiligen Duft Seines Reiches zu verbreiten, dass du als Gärtner in den Himmelsgärten dienst. Bald werden deine Anstrengungen von Erfolg gekrönt sein.
O du Sohn des Königreiches! Alles mit der Liebe Gottes Verbundene ist nützlich; ohne Seine Liebe sind alle Dinge schädlich und treten als Schleier zwischen den Menschen und den Herrn des Königreiches. Wo Seine Liebe ist, wird jede Bitternis süß und jede Gnadengabe bringt wohltuende Freude. So bringt zum Beispiel eine dem Ohr süße Melodie dem in Gott verliebten Herzen den wahren Geist des Lebens, die in sinnlichem Verlangen versunkene Seele jedoch besudelt sie mit Begierde. Jedes Wissensgebiet wird gebilligt und ist rühmenswert, wenn es mit der Liebe Gottes verbunden ist; Seiner Liebe beraubt, ist Wissen jedoch unfruchtbar – es führt fürwahr zum Wahnsinn. Jede Art von Erkenntnis, jede Wissenschaft ist wie ein Baum: Ist seine Frucht die Liebe zu Gott, so ist es ein gesegneter Baum; wo nicht, ist dieser Baum vertrocknetes Holz und nährt nur das Feuer.
O du treuer Diener Gottes, du geistiger Heiler der Menschen! Wann immer du einen Patienten behandelst, wende dein Antlitz dem Herrn des Himmelreiches zu, bitte den Heiligen Geist, dir beizustehen, und heile dann die Krankheit.

155

O du Flamme der Gottesliebe! Was du geschrieben hast, bereitete große Freude, denn dein Brief war wie ein Garten, aus dem die Rosen tiefer Bedeutungen den süßen Duft der Liebe Gottes verbreiten. So dienen meine Antworten als Regenschauer und Tau, um den geistigen Pflanzen, im Garten deines Herzens erblüht, mehr Frische und zarte Schönheit zu verleihen, als Worte ausdrücken können.
Du schriebst von schmerzlichen Prüfungen, die dich heimgesucht haben. Für die treue Seele ist eine Prüfung nur Gottes Gunst und Gnade; denn auf dem Feld des Schmerzes stürmt der Mutige freudig in die wilde Schlacht, während der Feigling vor Furcht winselt, zittert und bebt. So wird auch der tüchtige Student, der den Stoff mit großem Geschick beherrscht und seinem Gedächtnis einverleibt, den Prüfern am Tage der Prüfung froh sein Können vorführen; gediegenes Gold wird im Feuer des Münzprüfers wundersam glänzen und leuchten.
Es liegt auf der Hand, dass Prüfungen und Heimsuchungen für geheiligte Seelen nur Gottes Gunst und Gabe sind, während sie für den Schwachen ein unerwartetes, plötzlich auftretendes Unheil bedeuten.
Diese Prüfungen waschen nur, wie auch du schriebst, den Makel des Selbstes vom Spiegel des Herzens, bis die Sonne der Wahrheit ihre Strahlen darauf werfen kann; denn es gibt keinen schlimmeren Schleier als das Selbst, und wie fein dieser Schleier auch sei, wird er zuletzt einen Menschen vollständig ausschließen und ihn seines Anteils an der ewigen Gnade berauben.
O du entzückte Dienerin des Herrn! Wenn die Gläubigen, Männer wie Frauen, an meinem geistigen Auge vorüberziehen, fühle ich mich durch das Feuer der Gottesliebe erwärmt und flehe, dass der Allmächtige diesen heiligen Seelen mit Seinen unsichtbaren Heerscharen beistehe. Gepriesen sei der Herr, dass die Verheißungen all Seiner Manifestationen nun deutlich erfüllt sind an diesem größten aller Tage, in diesem heiligen, gesegneten Zeitalter!
O du entzückte Dienerin Gottes! Die Nähe ist wahrlich etwas Geistiges, nichts Leibliches; die Hilfe, nach der es uns verlangt, und die Hilfe, die kommt, ist nicht stofflicher, sondern geistiger Art. Trotzdem hoffe ich, dass du in jeder Hinsicht Nähe erlangst. Gottes Gnadengaben werden wahrlich eine geheiligte Seele umgeben, wie das Sonnenlicht den Mond und die Sterne einschließt: Sei dessen versichert.
Trage im Namen ‘Abdu’l-Bahás zu allen Gläubigen, Männern wie Frauen, den duftenden Hauch der Heiligkeit. Begeistere sie alle und bewege sie dazu, die süßen Düfte des Herrn zu verbreiten.

156

O du Diener an der Heiligen Schwelle. Wir haben gelesen, was deiner Feder entfloss in deiner Liebe zu Gott, und der Inhalt deines Briefes gefiel uns sehr. Ich hoffe, dass dich durch Gottes Güte der Hauch des Allbarmherzigen allzeit beleben und erneuern wird.
Du schriebst über die Reinkarnation. Der Glaube an die Reinkarnation geht weit zurück in die Vorgeschichte der meisten Völker; er behauptete sich sogar bei den griechischen Philosophen, den römischen Weisen, den alten Ägyptern und den großen Assyrern. Trotzdem sind dieser Aberglaube und solche Redensarten in der Sicht Gottes barer Unsinn.
Das Hauptargument der Anhänger der Reinkarnation war, dass nach Gottes Gerechtigkeit jeder seinen Verdienst erhalten muss: Sooft zum Beispiel ein Mensch von einem Unheil bedrückt wird, ist dies wegen eines Unrechts, das er begangen hat. Doch nimm ein Kind, das noch im Mutterleib ist. Der Embryo sei eben erst geformt, das Kind sei blind, taub, lahm und unvollkommen – welche Sünde hat ein solches Kind begangen, dass es seine Leiden verdient? Sie antworten: Obwohl das Kind im Mutterleib äußerem Anschein nach keiner Sünde schuldig ist, hat es doch in seiner früheren Gestalt Unrecht begangen, und deshalb verdient es jetzt Strafe.
Diese Leute übersehen jedoch folgenden Punkt: Wenn die Schöpfung nur nach einer einzigen Regel voranschritte, wie könnte die allumfassende Macht sich wahrnehmbar machen? Wie könnte der Allmächtige Der sein, »der tut, was Ihm gefällt, und befiehlt, was Er will«Q29?
Kurz, die Heiligen Schriften sprechen von einer Wiederkehr, aber damit ist die Wiederkehr der Eigenschaften, Bedingungen, Wirkungen, Vollkommenheiten und inneren Wirklichkeiten der Geistesleuchten gemeint, die in jeder Sendung wieder auftreten. Der Hinweis bezieht sich nicht auf bestimmte Seelen und Persönlichkeiten.
Man kann zum Beispiel sagen, dass dieses Lampenlicht die Wiederkehr des Lichtes des vergangenen Abends ist oder dass die Rose des vergangenen Jahres heuer in den Garten zurückgekommen ist. Hier bezieht man sich nicht auf die individuelle Wirklichkeit, die fest umrissene Identität, das besondere Wesen jener anderen Rose, vielmehr bedeutet es, dass die Eigenschaften, die Unterscheidungsmerkmale jenes anderen Lichtes, jener anderen Blume, jetzt in diesem Licht, dieser Blume gegenwärtig sind. Die Vollkommenheiten, das heißt, die Gnadengaben eines vergangenen Frühlings sind dieses Jahr zurückgekehrt. Wir sagen zum Beispiel, diese Frucht ist die gleiche wie die des letzten Jahres; wir denken dabei aber nur an die Feinheit, Schönheit, Frische und Süße; denn offensichtlich kann der unerschütterliche Kern der Wirklichkeit, die besondere Wesenheit, niemals wiederkehren.
Welchen Frieden, welches Behagen, welche Annehmlichkeit entdeckten Gottes Heilige während ihres Verweilens in dieser niederen Welt, dass sie immerfort danach streben sollten, zurückzukommen und dieses Leben noch einmal zu führen? Genügt nicht ein einziger Blick auf diese Angst, diese Heimsuchungen, dieses Unheil, diese Schläge, diese grässlichen Schwierigkeiten? Sollten sie da eine mehrfache Rückkehr ins Erdenleben wünschen? Dieser Becher ist nicht so süß, dass man Lust hätte, ihn ein zweites Mal zu leeren.
Deshalb ersehnt, wer die Schönheit Abhá liebt, keinen anderen Trost als den, die Stufe zu erreichen, wo er Ihn im Reiche der Herrlichkeit schauen kann. Keinen anderen Pfad wandert er als den Pfad durch die Wüste der Sehnsucht nach diesen erhabenen Höhen. Er sucht das Behagen und den Trost, die immerdar bleiben; er sucht jene Gaben, die geheiligt sind über alle weltliche Gesinnung.
Wenn du dich scharfsichtigen Auges umschaust, merkst du, dass in dieser Welt des Staubes alle Menschen leiden. Hier findet kein Mensch Ruhe als Entschädigung für das, was er in früheren Leben begangen hat; auch ist hier niemand so selig, dass er vor aller Augen die Früchte vergangener Qualen pflückt. Fürwahr, wozu führte dann das Wirken und Walten der Gottheit? Wäre ein Menschenleben mit seinem geistigen Sein auf diese irdische Zeitspanne beschränkt, was wäre dann die Frucht der Schöpfung? Wäre solch eine Auffassung richtig, so wären alle erschaffenen Dinge, alle abhängigen Wirklichkeiten, ja die ganze Welt des Seins ohne jede Bedeutung. Gott behüte, dass jemand an solch einem Hirngespinst, solch einem schweren Irrtum festhält!
Wie die Wirkungen und der Nutzen des Lebens im Mutterleib nicht an jenem dunklen, engen Ort zu suchen sind, wie der Zweck und Nutzen des Wachstums und der Entwicklung in jener vorherigen Welt erst dann offenbar werden, wenn das Kind in unsere weite Welt eintritt, so werden Lohn und Strafe, Himmel und Hölle, Vergeltung und ausgleichende Gerechtigkeit für die im gegenwärtigen Leben begangenen Taten in jener anderen Welt offenbar werden. Und wie das Leben im Mutterleib, für sich genommen, ein unsinniges Leben ohne Bedeutung wäre, so wäre der gesamte Vorgang des Lebens sinnlos und töricht, trügen das Dasein in dieser Welt und die hier vollbrachten Taten nicht in der jenseitigen Welt ihre Frucht.
So wisse denn, dass Gott, der Herr, über unsichtbare Reiche gebietet, die des Menschen Verstand niemals erfassen, des Menschen Geist niemals begreifen kann. Hast du erst den Kanal deiner geistigen Wahrnehmung vom Schmutz des weltlichen Lebens gereinigt, so wirst du die süßen Düfte der Heiligkeit atmen, die aus den seligen Gemächern des Himmelreichs wehen.
Die Herrlichkeit sei mit dir und jedem, der sich dem Königreich des Allherrlichen zuwendet und es erschaut – das Reich, das der Herr geheiligt hat über das Verstehen derer, die Ihn vergessen, und das Er vor denen verbirgt, die stolz sind vor Ihm.

157

O ihr, die ihr mächtig hingezogen seid! O ihr Achtsamen! O ihr, die ihr dem Reiche Gottes nahekommt! Wahrlich, ich flehe aus vollem Herzen, mit ganzer Seele und in aller Demut zum Herrn, dass Er euch zu Zeichen der Führung mache, zu Bannern der Rechtschaffenheit, zu Quellen des Verstehens und Wissens, um durch euch die Sucher auf den geraden Pfaden zu leiten und sie auf den breiten Weg der Wahrheit in diesem mächtigsten Zeitalter zu führen.
O ihr Geliebten Gottes! Wisset, dass die Welt wie eine Fata Morgana ist, die sich über dem Sand erhebt und die der Dürstende für Wasser hält. Der Wein dieser Welt ist nur Dunst in der Wüste, ihr Mitleid und Erbarmen nur Mühe und Arbeit, alle Erholung, die sie bietet, nur Müdigkeit und Sorge. Überlasst sie denen, die ihr angehören, und wendet euer Angesicht zum Reich eures Herrn, des Allgütigen, damit Seine Gnade und Großmut ihr Morgenlicht auf euch strahle, damit eine himmlische Tafel zu euch herabgesandt werde, euer Herr euch segne und Seine Reichtümer über euch ergieße, um eure Brust zu erfreuen, euer Herz mit Wonne zu erfüllen, euren Geist hinanzuziehen, eure Seelen zu reinigen und eure Augen zu trösten.
O ihr Geliebten Gottes! Gibt es einen Geber außer Gott? Er erwählt für Seine Gnadengaben, wen immer Er will. Bald wird Er vor euch die Tore Seines Wissens öffnen und Euer Herz mit Seiner Liebe erfüllen. Er wird eure Seelen erfreuen mit den sanften Winden Seiner Heiligkeit, euer Angesicht erleuchten mit dem Glanz Seines Lichtes und das Gedenken an euch unter allen Völkern erhöhen. Euer Herr ist wahrlich der Mitleidige, der Barmherzige.
Mit unsichtbaren Heerscharen wird Er euch zu Hilfe kommen und euch mit der himmlischen Streitmacht göttlicher Eingebung unterstützen; Er wird süße Düfte aus dem höchsten Paradies auf euch herabsenden und den reinen Hauch aus dem Rosengarten der höchsten Versammlung über euch wehen lassen. Ins Herz wird Er euch den Geist des Lebens hauchen, euch einlassen in die Arche des Heils und euch Seine klaren Zeichen und Beweise offenbaren. Wahrlich, dies ist überreiche Gnade. Wahrlich, dies ist der unleugbare Sieg.

158

Trauere nicht über das Hinscheiden meines geliebten Breakwell, denn er ist aufgestiegen zu einem Rosengarten der Herrlichkeit im Paradies Abhá, beschirmt von der Barmherzigkeit seines mächtigen Herrn, und mit lauter Stimme ruft er: »O wüsste doch mein Volk, wie barmherzig mein Herr mir vergeben und mich zu denen gesellt hat, die in Seine Gegenwart gelangt sind!«Q30
O mein geliebter Breakwell! Wo ist dein schönes Antlitz, wo deine beredte Zunge? Wo deine leuchtende Stirn und wo deine strahlende Schönheit?
O mein geliebter Breakwell! Wo ist dein Feuer, lodernd in Gottes Liebe? Wo deine Verzückung bei Seinem heiligen Hauch? Wo ist dein Lobpreis, den du zu Ihm erhobst? Machst du dich auf, Seiner Sache zu dienen?
O mein geliebter Breakwell! Wo sind deine strahlenden Augen, wo deine lächelnden Lippen? Wo ist deine edle Wange, wo deine anmutige Gestalt?
O mein geliebter Breakwell! Du hast diese irdische Welt verlassen, hast dich aufgeschwungen in das Gottesreich, du hast die Gnade der unsichtbaren Welt erlangt und dich geopfert an der Schwelle ihres Herrn!
O mein geliebter Breakwell! Zurückgelassen hast du die Lampe, die dein Erdenleib war, das Glas deiner Menschengestalt, deine irdischen Elemente, deine Lebensart hienieden.
O mein geliebter Breakwell! Du hast eine Flamme entfacht im Leuchter der himmlischen Heerscharen, bist eingetreten in das Paradies Abhá, hast Schutz gefunden im Schatten des Gesegneten Baumes, bist im himmlischen Hafen Ihm begegnet.
O mein geliebter Breakwell! Nun bist du ein Himmelsvogel, hast dein irdisches Nest aufgegeben, bist weggeflogen zu einem Garten der Heiligkeit im Reich deines Herrn. Du hast dich erhoben auf eine Stufe voll des Lichts.
O mein geliebter Breakwell! Dein Lied ist jetzt wie Nachtigallenschlag, üppig ergießest du Verse zum Lob der Gnade deines Herrn, der immer vergibt. Du warst ein dankbarer Diener, so gelangtest du zur seligsten Wonne.
O mein geliebter Breakwell! Wahrlich, dein Herr hat dich auserwählt für Seine Liebe, hat dich in den Hof Seiner Heiligkeit geführt, hat dich den Paradiesesgarten Seiner Gefährten betreten lassen und dich damit gesegnet, Seine Schönheit zu schauen.
O mein geliebter Breakwell! Du hast das ewige Leben erlangt, die unverbrüchliche Gnadengabe, ein Leben, das dir wohlgefällt, und Gottes Gunst die Fülle.
O mein geliebter Breakwell! Du wurdest zu einem Stern am himmlischen Firmament, zu einer Lampe unter den Engeln des Himmels. Du wurdest zu einem lebendigen Geist im erhabensten Reich, thronend in Ewigkeit.
O mein geliebter Breakwell! Ich bitte Gott, dich immer näher zu sich hinzuziehen, fest dich zu fassen, dein Herz mit der Nähe Seiner Gegenwart zu erfreuen, mit immer mehr Licht dich zu erfüllen, dir noch mehr Schönheit zu verleihen und dich mit Kraft und großer Herrlichkeit auszustatten.
O mein geliebter Breakwell! Unablässig denke ich an dich, nie werde ich dich vergessen. Tag und Nacht bete ich für dich. Deutlich, wie im hellen Sonnenlicht, stehst du vor meinen Augen.
O mein geliebter Breakwell!

159

Zu deiner Frage, ob alle Seelen ausnahmslos ewiges Leben erlangen: Wisse, dass die Unsterblichkeit den Seelen eigen ist, denen von Gott der Geist des Lebens eingehaucht ward. Alle anderen sind leblos – sie sind tot, wie Christus im Evangelium erklärt hat. Wem der Herr die Augen öffnet, der wird die Menschenseelen in dem Rang sehen, den sie nach ihrer Befreiung aus dem Leib einnehmen werden. Er wird die Lebenden in der Nähe ihres Herrn blühen sehen, die Toten versunken in den tiefsten Abgrund der Verdammnis.
Wisse, dass jede Seele nach Gottes Wesen erschaffen, jede bei der Geburt rein und heilig ist. Später jedoch unterscheiden sich die Menschen je nach den Tugenden oder Lastern, die sie in der Welt erwerben. Wenn auch alles seinem Wesen nach in Rängen oder Stufen erschaffen wird, weil die Fähigkeiten verschieden sind, wird doch jeder einzelne heilig und rein geboren, und erst hernach kann er verderbt werden.
Im Übrigen ist alles gut, wenn auch die Daseinsstufen verschieden sind. Betrachte den menschlichen Körper, seine Gliedmaßen, das Auge, das Ohr, den Geruchs- und Geschmackssinn, die Hände, die Fingernägel. Ungeachtet der Unterschiede zwischen diesen Teilen wirkt jeder innerhalb der ihm eigenen Grenzen am zusammenhängenden Ganzen mit. Versagt einer, so muss er geheilt werden; hilft kein Heilmittel, so muss dieser Teil entfernt werden.

160

O du treue, ergebene Dienerin des Herrn! Ich habe deinen Brief gelesen. Du bist wahrhaftig vom Königreich angezogen und hast dich dem allherrlichen Horizont geweiht. Ich bitte Gott, dich in Seiner Güte mit jedem neuen Tag im Feuer Seiner Liebe noch leuchtender brennen zu lassen.
Du warst, scheint es, im Zweifel darüber, ob du schreiben oder den Glauben lehren sollst. Es ist äußerst wichtig, den Glauben zu lehren, und Lehren ist im Augenblick besser für dich. Wann immer du eine Gelegenheit findest, löse deine Zunge und führe das Menschengeschlecht.
Du fragst mich über den Erwerb von Wissen: Lies die Bücher und Sendschreiben Gottes und die Aufsätze, die geschrieben wurden, um die Wahrheit dieses Glaubens darzulegen. Zu ihnen gehören der Íqán, der ins Englische übersetzt ist, die Werke von MírzáAbu’l-Faḍl und einigen anderen Gläubigen. In Zukunft wird eine große Anzahl heiliger Sendschreiben und anderer heiliger Schriften übersetzt werden, du solltest sie gut lesen. Desgleichen erbitte von Gott, dass der Magnet Seiner Liebe das Wissen um Ihn auf dich ziehe. Ist eine Seele in allen Dingen geheiligt, geläutert und geweiht, so werden sich die Tore der Erkenntnis Gottes weit vor ihren Augen öffnen.
Du schreibst über die liebe Dienerin Gottes, Frau Goodall. Diese von Gott begeisterte Seele dient wahrhaftig stets dem Glauben und tut alles, was ihr nur möglich ist, um den himmlischen Strahlenglanz zu verbreiten. Wenn sie so fortfährt, werden in künftigen Zeiten sehr große Wirkungen daraus folgen. Das wichtigste ist, standhaft und festverwurzelt zu bleiben und bis zum Ende auszuharren. Ich hoffe, dass die Dienerinnen des Herrn mit ihren hochherzigen Bemühungen jene Berge und jenes MeerA56 so hell in der Liebe Gottes erstrahlen lassen, dass sie ihren Widerschein bis ans Ende der Erde werfen.
Du fragst, ob mit dem Kommen des Gottesreiches jede Seele gerettet werde. Die Sonne der Wahrheit strahlt in ihrer Herrlichkeit über die ganze Welt; ihr lichtvoller Aufgang ist des Menschen Heil und sein ewiges Leben; aber nur der gehört zu den Geretteten, der das Auge seiner Einsicht weit öffnet und diese Herrlichkeit erblickt.
Du hast auch gefragt, ob im Bahá’í-Zeitalter das Geistige schließlich den Sieg davontrage. Es ist gewiss, dass Geistigkeit den Materialismus überwinden wird, dass der göttliche Wille den menschlichen bezwingen wird, dass die Massen der Menschheit durch göttliche Erziehung große Fortschritte auf allen Lebensstufen machen werden – ausgenommen jene, die blind und taub, stumm und tot sind. Wie könnten sie das Licht verstehen? Selbst wenn die Sonnenstrahlen jeden noch so dunklen Winkel des Erdballs erhellen, haben die Blinden doch keinen Anteil an dieser Herrlichkeit, und selbst wenn der Regen göttlicher Barmherzigkeit in Strömen auf die ganze Erde fällt, blüht doch auf unfruchtbarem Boden kein Strauch und keine Blume.

161

O du, der du nach dem Reich des Himmels trachtest! Diese Welt ist wie des Menschen Leib, und Gottes Reich ist wie der Geist des Lebens. Sieh, wie eng und dunkel die stoffliche Welt des Leibes ist, wie sie Leiden und Krankheiten zum Opfer fällt. Wie frisch und strahlend ist dagegen das Reich des menschlichen Geistes. Schließe aus diesem Gleichnis, wie die Welt des Königreichs herniederstrahlt, wie ihre Gesetze geschaffen sind, in diesem niederen Reich zu wirken. Zwar ist der Geist dem Blick verborgen, doch strahlen seine Befehle wie der Sonnenschein auf die Welt des Menschenleibs. So ist auch für den, der mit dem inneren Auge schaut, das Himmelreich klar wie der Tag, obgleich es dem Blick dieses unwissenden Volkes verborgen bleibt.
Wohne du deshalb für immer im Reich Gottes und vergiss diese niedere Welt. Gehe völlig auf in der Ausstrahlung des Geistes, so dass nichts in der Menschenwelt dich ablenkt.

162

O ihr lieben Freunde ‘Abdu’l-Bahás! Immerzu warte ich auf gute Nachrichten von euch und sehne mich danach zu hören, dass ihr täglich Fortschritte macht und immer heller vom Lichte der Führung erleuchtet werdet.
Bahá’u’lláhs Segnungen sind ein uferloses Meer, und selbst ewiges Leben ist nur ein Tautropfen daraus. Die Wogen dieser See branden ohne Unterlass gegen die Herzen der Freunde, und aus diesen Wellen rühren die Eingebungen des Geistes und die inbrünstigen Pulsschläge der Seele, bis das Herz nachgibt und, ob es will oder nicht, sich demütig im Gebet dem Königreich des Herrn zuwendet. Deshalb tut, was ihr könnt, und befreit euer innerstes Selbst, damit ihr jeden Augenblick neuen Strahlenglanz von der Sonne der Wahrheit widerspiegelt.
Ihr wohnt allesamt im Herzen ‘Abdu’l-Bahás; mit jedem Atemzug wende ich mein Angesicht der Schwelle der Einheit zu und rufe Segnungen auf jeden einzelnen von euch hernieder.

163

O ihr beiden Wahrheitssucher! Euer Brief ist angekommen; sein Inhalt wurde zur Kenntnis genommen. Die früheren Briefe sind nicht alle eingetroffen. Einige kamen an, als die Grausamkeit der Unterdrücker so überhandnahm, dass es unmöglich war, eine Antwort abzusenden. Jetzt ist dieser Brief hier, und wir können ihn beantworten. Trotz dringender Geschäfte schreibe ich euch jetzt, damit ihr wisst, dass ihr von uns allen geliebt werdet und im Reich Gottes angenommen seid.
Eure Fragen können allerdings nur kurz behandelt werden; für eine ausführliche Antwort fehlt die Zeit. Zur ersten Frage: Die Seelen der Kinder des Königreiches erheben sich nach ihrer Trennung vom Leib in das Reich ewigen Lebens. Aber wenn ihr nach dem Ort fragt, so wisst, dass die Welt des Seins eine einzige Welt ist, wenn auch ihre Stufen verschiedenartig und voneinander getrennt sind. Zum Beispiel nimmt das mineralische Leben seine eigene Stufe ein; aber mineralisches Dasein ist sich des Pflanzenreiches in keiner Weise bewusst. Ja, es leugnet mit seiner inwendigen Zunge, dass es überhaupt so ein Reich gibt. Genauso weiß pflanzliches Dasein nichts über die tierische Welt. Es kümmert sich nicht um sie, und sie bleibt ihm verborgen; denn die Stufe des Tieres ist höher als die der Pflanze. Vor der Pflanze ist die Tierwelt verschleiert, und inwendig leugnet sie das Dasein jener Welt – das alles, obwohl Tier, Pflanze und Mineral in derselben Welt wohnen. Völlig unbewusst bleibt auch dem Tier die Macht des menschlichen Verstandes, der weltumfassende Ideen aufnimmt und die Geheimnisse der Schöpfung enthüllt, so dass ein Mensch, der im Osten lebt, Pläne und Vorkehrungen für den Westen entwickeln und Geheimnisse enträtseln kann. Er kann Amerika entdecken und befindet sich doch auf dem europäischen Kontinent; er kann die innersten Wirklichkeiten der Himmelssterne erfassen und ist doch auf der Erde. Diese dem menschlichen Verstand eigene Entdeckerkraft, diese Macht, abstrakte, weltumfassende Ideen aufzunehmen, bleibt dem Tier völlig verborgen; das Tier leugnet in der Tat ihr Vorhandensein.
Genauso können die Erdenbewohner die Welt des Reiches Gottes nicht erkennen und leugnen ihr Vorhandensein. Sie fragen zum Beispiel: »Wo ist das Königreich? Wo ist der Herr des Königreiches?« Diese Menschen sind wie das Mineral und die Pflanze, die über das Tierreich und das Menschenreich nichts wissen. Sie sehen es nicht, sie finden es nicht. Und doch leben sie alle, das Mineral und die Pflanze, das Tier und der Mensch, zusammen in dieser Welt des Seins.
Zur zweiten Frage: Prüfungen und Heimsuchungen von Gott finden auf dieser Welt statt, nicht in der Welt des Gottesreichs.
Die Antwort auf die dritte Frage lautet, dass des Menschen Wirklichkeit in der anderen Welt keine leibliche Gestalt anlegt; vielmehr nimmt sie eine himmlische Gestalt an, die aus Elementen jenes himmlischen Reiches gemacht ist.
Und die Antwort auf die vierte Frage: Die Sonne der Wahrheit hat ihren Mittelpunkt in der überirdischen Welt, im Reich Gottes. Reine, makellose Seelen eilen bei der Auflösung ihrer stofflichen Gestalt hin zur Welt Gottes, und jene Welt ist inmitten dieser Welt. Nur sind sich die Menschen dieser Welt nicht bewusst. Sie sind wie das Mineral und die Pflanze, die über die Tierwelt und die Menschenwelt nichts wissen.
Die Antwort auf die fünfte Frage lautet: Bahá’u’lláh hat das Königszelt der Einheit der Menschheit errichtet. Wer immer unter diesem Dach Schutz sucht, wird gewiss aus anderen Behausungen herauskommen.
Zur sechsten Frage: Ergeben sich zu irgendwelchen Fragen Meinungsunterschiede zwischen zwei widerstreitenden Gruppen, so mögen sie sich zur Lösung des Problems an den Mittelpunkt des Bündnisses wenden.
Und zur siebten Frage: Bahá’u’lláh ist der ganzen Menschheit offenbart. Er lädt alle an Gottes Tafel, zum Festmahl göttlicher Großmut. Heute gehören jedoch die meisten, die an dieser Tafel sitzen, zu den Armen, und darum sagte Christus: »Selig sind die Armen«; denn die Reichen hält der Reichtum davon ab, das Königreich zu betreten. Und wiederum sagte Er: »Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.«Q31 Wenn jedoch der Reichtum dieser Welt, irdischer Ruhm und Ansehen den Reichen nicht am Eintritt in das Gottesreich hindern, wird er an der Heiligen Schwelle begünstigt und vom Herrn des Königreiches angenommen.
Kurz gesagt, Bahá’u’lláh wurde offenbar, um alle Völker der Welt zu erziehen. Er ist der weltumfassende Erzieher, für Reiche und Arme, Schwarze und Weiße, für die Völker des Ostens wie des Westens, des Nordens wie des Südens.
Einige von denen, die ‘Akká besucht haben, machen große Fortschritte. Sie waren erloschene Kerzen und wurden entzündet; sie waren verwelkt und begannen zu blühen, sie waren tot, wurden zum Leben erweckt und kehrten heim mit der Botschaft großer Freude. Andere jedoch, das ist wahr, gingen, wie sie gekommen waren. Es war nur ein Ausflug für sie.
O ihr beiden, die ihr euch so stark vom Gottesreich angezogen fühlt. Danket Gott, dass ihr euer Heim zu einem Bahá’í-Zentrum und zum Versammlungsort für die Freunde macht.

164

O ihr beiden gläubigen, überzeugten Seelen! Der Brief ist angekommen. Gelobt sei Gott, er brachte gute Nachrichten. Kalifornien ist bereit für die Verkündigung der Lehren Gottes. Ich hoffe, ihr müht euch mit Herz und Seele, damit der süße Duft den Menschen in die Nase steige…
Überbringt Frau Chase meine ergebenen Grüße und sagt ihr: »Herr Chase ist ein funkelnder Stern am Horizont der Wahrheit; aber derzeit noch hinter den Wolken verborgen. Bald werden diese Wolken vertrieben, und der Strahlenglanz jenes Sterns wird das Land Kalifornien erleuchten. Würdige die Gnadengabe, dass du seine Frau und Lebensgefährtin warst.«
Jedes Jahr müssen die Freunde im Namen ‘Abdu’l-Bahás am TodestagA57 das Grabmal dieser gesegneten Seele besuchen, in tiefster Demut und Bescheidenheit voll Ehrerbietung Blumengebinde auf ihr Grab legen, den ganzen Tag in stillem Gebet verbringen, das Antlitz dem Königreich der Zeichen zugewandt, die Tugenden dieser ruhmreichen Persönlichkeit lobpreisend.

165

O mein Gott! O mein Gott! Wahrlich, Dein Diener, der demütig vor der Majestät Deiner höchsten, göttlichen Gewalt und bescheiden am Tor Deiner Einzigartigkeit steht, hat an Dich und Deine Verse geglaubt. Er hat für Dein Wort gezeugt und war entflammt vom Feuer Deiner Liebe. Tief war er in das Meer Deiner Erkenntnis eingetaucht und angezogen von Deinem Windhauch. Auf Dich hat er sich verlassen, Dir sein Angesicht zugewandt und Dir seine Gebete dargebracht, Deiner Vergebung und Verzeihung gewiss. Nun hat er dieses vergängliche Leben verlassen und sich emporgeschwungen ins Reich der Unsterblichkeit, voll Sehnsucht nach der Gnade, Dir zu begegnen.
O Herr, verherrliche seine Stufe, beherberge ihn unter dem Thronzelt Deines höchsten Erbarmens, gewähre ihm Einlass in Dein herrliches Paradies und lass ihn immerdar leben in Deinem erhabenen Rosengarten, eingetaucht in die Welt der Mysterien wie in ein Lichtermeer.
Wahrlich, Du bist der Freigebige, der Gewaltige, der Vergebende und der Schenkende.
O du überzeugte Seele, du Dienerin Gottes…! Sei nicht traurig über den Tod deines verehrten Gatten. Er hat wahrlich die Begegnung mit seinem Herrn an der Stätte der Wahrheit in des mächtigen Königs Gegenwart erlangt. Wähne nicht, du hättest ihn verloren. Der Schleier wird hinweggetan, und du wirst sein Antlitz inmitten der höchsten Heerscharen leuchten sehen, wie Gott, der Erhabene, spricht: »Wir werden ihn gewiss zu einem glücklichen Leben erwecken.«Q32 Höchste Bedeutung ist deshalb nicht dieser ersten Erschaffung beizumessen, sondern dem künftigen Leben.

166

O Diener Bahás! Opfere dich auf dem Pfade Gottes, nimm deinen Flug zum Himmel der Liebe zur Schönheit Abhá; denn von Liebe beseelte Bewegung zielt vom Umkreis zum Mittelpunkt hin, aus dem Raum zur Sonne des Alls. Vielleicht hältst du das für schwierig; aber ich sage dir, dass dem nicht so ist, denn wenn die bewegende, führende Kraft die göttliche Kraft der Anziehung ist, kann man mit ihrer Hilfe Zeit und Raum leicht und schnell durchmessen. Ruhm sei dem Volk Bahás.

167

Du fragst nach Schicksal, Vorherbestimmung und Willen. Schicksal und Vorherbestimmung bestehen aus den zwangsläufigen, unumgänglichen Beziehungen in den Wirklichkeiten der Dinge. Diese Beziehungen sind durch die Schöpferkraft in die Wirklichkeiten der bestehenden Wesen hineingelegt, und jedes Geschehnis ist eine Folge der zwangsläufigen Beziehung. Zum Beispiel hat Gott eine Beziehung zwischen der Sonne und der Erdkugel geschaffen, nach der die Sonnenstrahlen scheinen und der Erdboden Frucht tragen soll. Diese Beziehungen bedeuten Vorherbestimmung; ihre Offenbarung auf der Ebene des Daseins ist Schicksal. Der Wille ist die Wirkkraft, die diese Beziehungen und diese Geschehnisse überwacht. Das ist die kurze Erklärung des Schicksals und der Vorherbestimmung. Ich habe keine Zeit für eine ausführliche Erklärung. Denke darüber nach; der Zusammenhang von Schicksal, Vorherbestimmung und Willen wird dann offenbar werden.

168

O du hohe Dame im Königreich! Preise Gott, dass du in diesem Zeitalter, im Zeitalter der Sendung Bahá’u’lláhs, erweckt und des Herrn der Heerscharen in Seiner Offenbarung bewusst wurdest. Alle Bewohner der Welt liegen in den Gräbern der Natur oder schlummern, achtlos und unbewusst, wie Christus sagte: »Ich werde kommen, wenn ihr es nicht gewahr seid. Der Menschensohn kommt, wie ein Dieb ins Haus kommt, und der Eigentümer ist sich dessen nicht bewusst.«
Kurz, ich hoffe, du schreitest durch Bahá’u’lláhs Gnadengaben täglich im Gottesreich voran und wirst ein himmlischer Engel, bestätigt vom Odem des Heiligen Geistes, ein Bauwerk errichtend, das ewig fest und unerschüttert steht…
Diese Tage sind überaus kostbar; ergreife die Gelegenheit und entzünde eine Kerze, die nie verlöscht und ihr Licht ewig auf die Menschenwelt ergießt.

169

O ihr beiden geduldigen Seelen! Euer Brief traf ein. Der Tod dieses jungen Menschen und seine Trennung von euch haben Kummer und große Trauer über euch gebracht; denn in der Blüte seiner Jugend nahm er seinen Flug zum himmlischen Nest. Aber er wurde befreit aus dieser kummervollen Stätte und wandte sein Antlitz seinem ewigen Nest im Königreich zu. Befreit aus einer dunklen, engen Welt, eilte er ins geheiligte Reich des Lichtes. Darin liegt der Trost für unsere Herzen.
Solche herzzerreißenden Geschehnisse unterliegen Gottes unerforschlicher Weisheit. Es ist, als pflanze ein liebevoller Gärtner einen jungen, zarten Busch von einem engen Platz weg in ein weites, offenes Feld. Diese Verpflanzung bedeutet nicht, dass der Busch welkt, schrumpft oder eingeht. Im Gegenteil, sie lässt ihn wachsen und gedeihen, verleiht ihm köstliche Frische, lässt ihn ergrünen und Frucht tragen. Dieses verborgene Geheimnis ist dem Gärtner wohlbekannt; nur Seelen, die solcher Gnadengaben unbewusst sind, wähnen, der Gärtner entwurzele den Busch aus Ärger und Zorn. Allen Verständigen jedoch ist die verborgene Tatsache offenkundig; der vorherbestimmte Ratschluss gilt ihnen als ein Segen. Seid darum nicht traurig und verzweifelt über den Aufstieg dieses Vogels der Treue; nein, betet unter allen Umständen für diesen jungen Menschen. Bittet, dass er Vergebung finde und seine Stufe erhöht werde.
Ich hoffe, dass ihr höchste Geduld, Gelassenheit und Ergebenheit erlanget, und an der Schwelle der Einheit bitte ich flehentlich um Vergebung und Verzeihung. Von Gottes ewigen Gnadengaben erhoffe ich, dass Er diese Taube aus dem Garten des Glaubens beschütze und sie auf dem Zweig der himmlischen Heerscharen herberge, damit sie zum Ruhm und Preis des Herrn der Namen und Tugenden ihr schönstes Lied singe.

170

O du Sucherin nach dem Reich Gottes! Dein Brief traf ein. Du schreibst über den großen Kummer, der dich getroffen hat – den Tod deines verehrten Gatten. Dieser ehrenhafte Mann unterlag dem Druck und der Spannung dieser Welt derart, dass es sein größter Wunsch war, daraus befreit zu werden. Das ist die sterbliche Wohnstatt: ein Vorratslager voll Kummer und Leid. Was den Menschen daran bindet, ist Unwissenheit; denn keine Seele vom Monarchen bis hinunter zum einfachsten Untertanen kann in dieser Welt Genüge finden. So dieses Leben dem Menschen einmal einen süßen Becher reicht, werden sicher hundert bittere folgen. Das ist der Zustand dieser Welt. Der Weise bindet sich deshalb nicht an dieses vergängliche Leben und macht sich nicht davon abhängig. Manchmal wünscht er sich sogar sehnsüchtig den Tod, damit er frei werde von diesen Leiden und Heimsuchungen. So kommt es auch, dass manche unter starker Seelenqual Selbstmord verüben.
Was deinen Gatten angeht, so sei ganz sicher. Er wird in das Meer der Vergebung getaucht; er wird Gnade und Gunst empfangen. Bemühe dich sehr, seinem Kind eine Bahá’í-Erziehung zu geben, damit es als Erwachsener barmherzig, erleuchtet und himmlisch sei.

171

O du geliebte Dienerin Gottes! Der Verlust eines Sohnes bricht einem Menschen das Herz und ist unerträglich. Wer aber Erkenntnis und Verständnis hat, ist sicher, dass der Sohn nicht verloren ging, vielmehr aus dieser Welt in eine andere ging und im Reich Gottes wiederzufinden ist. Die Wiedervereinigung wird für die Ewigkeit sein; nur in dieser Welt ist die Trennung unvermeidlich und bringt brennenden Schmerz.
Preis sei Gott, dass du Gewissheit hast, dein Angesicht dem ewigen Königreich zuwendest und an die Existenz einer himmlischen Welt glaubst. Sei deshalb nicht verzweifelt, lass dich nicht niederdrücken, seufze nicht, wehklage und weine nicht; denn aufbegehrendes Klagen beeinträchtigt seine Seele im himmlischen Reich zutiefst.
Aus der verborgenen Welt spricht dieses geliebte Kind zu dir: »O du liebe Mutter, danke der göttlichen Vorsehung, dass ich befreit wurde aus einem engen, dunklen Käfig und mich wie die Vögel auf den Feldern aufgeschwungen habe in die göttliche Welt – eine Welt, die weit, erleuchtet, allzeit froh und jauchzend ist. Deshalb, o Mutter, wehklage nicht und sei nicht traurig. Ich bin weder verloren, noch bin ich zuschanden und ausgelöscht. Ich habe meine sterbliche Gestalt abgeschüttelt und mein Banner in dieser geistigen Welt gehisst. Dieser Trennung folgt ewige Vereinigung. Du wirst mich im Himmel des Herrn wiederfinden, versunken in einem Meer von Licht.«

172

Gelobt sei Gott! Dein Herz ist mit dem Gedenken Gottes befasst, deine Seele ist erfreut durch die frohen Botschaften Gottes, und du bist im Gebet versunken. Die Gebetshaltung ist der beste Zustand, denn da hat der Mensch Verbindung mit Gott. Wahrlich, das Gebet verleiht Leben, besonders wenn man es allein und zurückgezogen darbringt, zu Zeiten wie um Mitternacht, wenn man der täglichen Pflichten ledig ist.

173

Die Seelen, die an diesem Tage in das Reich Gottes eintreten und ewiges Leben erlangen, schweben, obwohl körperlich auf Erden, in Wirklichkeit in himmlischen Gefilden. Ihr Leib mag auf Erden weilen, aber ihr Geist schweift in der Unendlichkeit des Raumes. Denn wenn die Gedanken sich weiten und erleuchtet sind, werden sie beflügelt und tragen den Menschen in das Reich Gottes.

174

O ihr geistigen Freunde ‘Abdu’l-Bahás. Euer Brief ist angekommen. Sein Inhalt brachte große Freude, zeigt er doch eure Festigkeit und Standhaftigkeit in der Sache Gottes.
Der dortige Rat steht im schützenden Schatten des Herrn aller Segnungen, und ich hoffe, dass er, wie es einer solchen Körperschaft zukommt, vom Odem des Heiligen Geistes begünstigt und bestärkt werde, dass ihr alle Gott jeden Tag in noch größerem Maße liebt und noch fester verbunden werdet mit Ihm, der ewigwährenden Schönheit, dem Licht der Welt. Denn Gottesliebe und geistige Anziehung reinigen und heiligen des Menschen Herz; sie kleiden und schmücken es mit dem makellosen Gewand der Heiligkeit. Und wenn das Herz ganz dem Herrn zugewandt ist, wenn es der Gesegneten Vollkommenheit verpflichtet ist, dann wird die Gnade Gottes offenbar.
Diese Liebe kommt nicht vom Leibe, sondern ganz aus der Seele. Und Seelen, deren inneres Sein von der Liebe Gottes erleuchtet ist, breiten sich aus wie Lichtstrahlen, leuchten wie Sterne der Heiligkeit an einem reinen, kristallklaren Himmel. Denn die wahre, die wirkliche Liebe ist die Liebe zu Gott; sie ist geheiligt über menschliche Begriffe und Einbildungen.
Lasst die Geliebten Gottes allesamt das Wesen der Reinheit verkörpern, das Leben wahrer Heiligkeit, so dass sie überall für ihre Lauterkeit, ihre geistige Unabhängigkeit und ihre Sanftmut bekannt werden. Lasst sie ermuntert sein durch den Trunk aus dem ewigen Kelch der Liebe Gottes und fröhlich werden, wenn sie aus den Weinkellern des Himmels trinken. Lasst sie die Gesegnete Schönheit schauen, die flammende Begeisterung dieser Zusammenkunft spüren, stumm vor Ehrfurcht und Staunen. Das ist die Stufe der Aufrichtigen; das ist der Weg der treu Ergebenen; das ist der Strahlenglanz im Antlitz derer, die Gott nahe sind.
Deshalb müssen sich die Freunde Gottes hochheilig und einhellig im Geiste erheben, eins miteinander in solchem Maße, dass sie ein Wesen und eine Seele werden. Auf dieser Ebene spielen die stofflichen Leiber keine Rolle mehr, vielmehr übernimmt der Geist die Führung und regiert; wenn seine Macht alle umschließt, ist die geistige Vereinigung erreicht. Strebt Tag und Nacht danach, eure Einheit voll zu veredeln. Lenkt eure Gedanken auf eure geistige Entwicklung, schließt eure Augen vor den Fehlern anderer Seelen. Handelt so, dass andere durch euch erweckt werden; bringt reine und gute Taten hervor, zeigt Bescheidenheit und Demut!
Niemals ist es der Wunsch ‘Abdu’l-Bahás, ein Wesen verletzt zu sehen, noch will er jemandem Kummer bereiten; denn kein größeres Geschenk kann der Mensch empfangen, als eines anderen Herz zu erfreuen. Ich bitte Gott, dass ihr Freudenspender werdet wie die Engel im Himmel.

175

Sterblicher Liebreiz schwindet, die Rosen weichen den Dornen; Schönheit und Jugend haben ihre Zeit und gehen dahin. Was aber ewig währt, ist die Schönheit des Einen Wahren, denn ihr Glanz vergeht nie, ihre Herrlichkeit dauert ewig; ihr Liebreiz ist allmächtig, ihre Anziehung grenzenlos. Gut ist es um das Antlitz bestellt, das den Lichtglanz des Geliebten widerspiegelt. Der Herr sei gelobt, du bist von diesem Licht erleuchtet, du hast die Perle wahrer Erkenntnis erworben und das Wort der Wahrheit ausgesprochen.

176

O du, der du vom Reiche Gottes angezogen bist! Jede Seele sucht etwas, hegt einen bestimmten Wunsch und müht sich Tag und Nacht, ihr Ziel zu erreichen. Der eine sehnt sich nach Reichtum, ein anderer dürstet nach Ehre, wieder andere schmachten nach Ruhm, Kunst, Wohlstand und so weiter. Am Ende jedoch sind Verlust und Enttäuschung ihr Los. Alle lassen sie zurück, was ihnen gehört; mit leeren Händen eilen sie in das jenseitige Reich, und all ihre Mühe war vergebens. Alle kehren sie zum Staub zurück, entblößt, erniedrigt, entmutigt und voller Verzweiflung.
Du aber, gelobt sei der Herr, befassest dich mit dem, was dir ewigen Nutzen bringt, und das ist nichts anderes als dein Hingezogensein zum Reiche Gottes, es ist dein Glaube, deine Erkenntnis, die Erleuchtung deines Herzens und dein ernstes Bemühen, Gottes Lehren zu verbreiten.
Wahrlich, diese Gabe ist unvergänglich, dieser Reichtum ist ein Schatz aus der Höhe.

177

O du lebendige Flamme himmlischer Liebe! Dein Herz brennt in Gottes Liebe so lichterloh, dass seine Wärme und sein Glanz zehntausend Meilen weit zu fühlen und zu sehen sind. Das Feuer, das sterbliche Hände entfachen, spendet nur einem kleinen Raum Licht und Wärme; aber die heilige Flamme, die Gottes Hand entzündet hat, setzt den Westen in Flammen, auch wenn sie im Osten brennt, und Nord und Süd spendet sie ihre Wärme. Mehr noch, sie erhebt sich von dieser Welt, glüht mit heißester Flamme in den Gefilden der Höhe, und überflutet mit ihrem Licht das Reich ewiger Herrlichkeit.
Glücklich bist du, dass du ein so himmlisches Geschenk empfangen hast. Selig bist du, begnadet mit Seinen göttlichen Gaben.
Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und allen, die sich fest an den sicheren Griff Seines Willens und an das heilige Bündnis halten.

178

O Magd Gottes! Dein Brief vom 9. Dezember 1918 ist eingetroffen; sein Inhalt wurde zur Kenntnis genommen. Verliere niemals dein Vertrauen in Gott. Sei immer voller Hoffnung; denn unablässig strömen Gottes Segnungen auf den Menschen herab. Aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, scheinen sie schwächer zu werden, aber aus einem anderen sind sie reich und vollendet. Der Mensch ist unter allen Lebensbedingungen in ein Meer göttlichen Segens getaucht. Deshalb sei unter keinen Umständen mutlos, sondern sei fest in deinem Hoffen.
Anwesenheit bei Zusammenkünften der Freunde ist wichtig, damit sie bereit und wachsam bleiben, liebevoll und zum himmlischen Königreich hingezogen.
Wenn du unbedingt sehnsüchtig danach verlangst, nach Phillsburg in Montana zu reisen, so sei dir das erlaubt. Vielleicht kannst du in dieser Gruppe von Bergleuten eine Kerze entzünden, sie erwecken und wachsam machen, so dass sie sich Gott zuwenden und einen Anteil an den Gnadengaben des himmlischen Reiches empfangen.

179

Strebt, so sehr ihr könnt, euch ganz dem Reich Gottes zuzuwenden, damit ihr aus eurem innersten Wesen heraus mutig werdet und geistige Macht erlangt.

180

Ich hoffe, dass du in dieser niederen Welt zum himmlischen Licht gelangst, die Seelen aus dem Dunkel der Natur, dem Tierreich, befreist und sie zu hohen Stufen im Reich des Menschen führst. Heutzutage sind alle Menschen in der Welt der Natur versunken. So siehst du Neid, Habsucht, Kampf ums Dasein, Betrug, Heuchelei, Gewaltherrschaft, Unterdrückung, Zank, Streit, Blutvergießen, Raub und Plünderung: All dies kommt aus der Welt der Natur. Nur wenige sind aus diesem Dunkel befreit und steigen aus der Welt der Natur in die Welt des Menschen empor, den göttlichen Lehren folgend, der Menschheit dienend, strahlend, barmherzig, erleuchtet, einem Rosengarten gleich. Bemühe dich bis zum äußersten, Gott ähnlich zu werden, Seine Eigenschaften in deinem Charakter zu verwirklichen, erleuchtet und barmherzig zu sein, so dass du frei werdest von jeder Bindung, im Herzen hingezogen zum Reich des unvergleichlichen Herrn. Das ist die Bahá’í-Gnadengabe, das ist himmlisches Licht.

181

Was die Aussage in den Verborgenen Worten betrifft, dass der Mensch seinem Selbst entsagen muss, so bedeutet dies, dass er seine zügellosen Wünsche, seine selbstsüchtigen Ziele und die Einflüsterungen seines menschlichen Ichs aufgeben, des Geistes heiligen Odem suchen, den Sehnsüchten seines höheren Ichs folgen und in das Meer des Opfers tauchen soll, das Herz ganz auf die Schönheit des Allherrlichen gerichtet.
Die Anspielung in den Verborgenen Worten auf den Bund vom Berge PáránA58 bedeutet, dass in Gottes Augen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein und dasselbe sind, aber in Bezug auf den Menschen ist die Vergangenheit vorüber und vergessen, die Gegenwart flüchtig, und die Zukunft liegt im Reich der Hoffnung. Und es ist ein Hauptgrundsatz im Gesetz Gottes, dass Er in jeder prophetischen Sendung mit allen Gläubigen einen Bund schließt, der bis ans Ende dieser Sendung währt, bis zu dem verheißenen Tag, da die bereits zu Anbeginn der Sendung vorherbestimmte Persönlichkeit offenbar wird. Denke an Moses, der mit Gott Zwiesprache hielt. Wahrlich, auf dem Berg Sinai schloss Moses ein Bündnis, den Messias betreffend, mit allen Seelen, die am Tage des Messias leben würden. Diese Seelen, die erst viele Jahrhunderte nach Moses erschienen, waren dennoch dort mit Moses zusammen, was das über die Zeit erhabene Bündnis anbelangt. Die Juden allerdings achteten nicht darauf; sie erinnerten sich nicht daran, und so erlitten sie einen schweren, deutlichen Verlust.
Die Stellen in den arabischen Verborgenen Worten, nach denen sich der Mensch von seinem Selbst lösen muss, bedeuten ebenfalls, dass der Mensch in diesem schnell dahinschwindenden Leben nichts, was es auch sei, für das eigene Ich erstreben soll. Vielmehr soll er sein Ich abtrennen; das heißt, er soll sein Ich und alles, was das Ich betrifft, zu der Zeit, da der Herr kommt, auf dem Felde des Martyriums hingeben.

182

O ihr, die ihr euch fest an den Bund und das Testament haltet! An diesem Tage richten die himmlischen Heerscharen den Blick auf euch aus den Gefilden des Allherrlichen, aus dem Reich der Heiligkeit, von dem Lobgesänge der Verherrlichung und des Lobpreises aufsteigen. Wann immer ihr Blick auf die Zusammenkünfte der Standhaften im Bund und Testament fällt, erschallt ihr Ruf: »Frohe Botschaft! Frohe Botschaft!« Triumphierend erheben sie ihre Stimmen und rufen: »O du geistige Gemeinde! O du Versammlung Gottes! Selig seid ihr! Frohe Botschaften seien euch! Hell sei euer Angesicht! Seid guten Mutes, denn ihr seid dem Bündnis des Geliebten aller Welten treu, ihr seid entflammt vom Wein Seines Testamentes. Ihr habt euch dem Altehrwürdigen der Tage verschrieben, habt tief aus dem Kelch der Treue getrunken. Ihr habt die Sache Gottes behütet und verteidigt; ihr wurdet nicht zur Ursache für die Spaltung Seines Wortes; ihr habt Seinen Glauben nicht erniedrigt, sondern strebt danach, Seinen Heiligen Namen zu verherrlichen, ihr habt nicht gestattet, dass die Gesegnete Sache dem Gespött der Leute ausgesetzt sei. Ihr habt nicht zugelassen, dass die Auserwählte Stufe erniedrigt werde, noch seid ihr willens, den Mittelpunkt der Amtsgewalt in einen schlechten Ruf gebracht oder Hohn und Verfolgung ausgesetzt zu sehen. Ihr seid bemüht, das Wort Gottes vollständig und ganz zu bewahren. Ihr habt die Tore der Barmherzigkeit durchschritten. Ihr ließet die Gesegnete Schönheit nicht eurem Gedächtnis entschwinden, vergangen und vergessen.«
Die Herrlichkeit ruhe auf euch.

183

O du Tochter des Königreiches! Dein Brief ist angekommen. Er war wie das Lied der göttlichen Nachtigall, die mit ihrem Gesang das Herz entzückt; denn sein Inhalt zeigt Glauben, Zuversicht und Standhaftigkeit im Bund und Testament. Heutzutage ist die treibende Kraft in der Welt des Seins die Macht des Bündnisses, die der bedingten Welt wie eine Schlagader im Leibe pocht und den Bahá’í die Einheit sichert.
Die Bahá’í stehen unter dem Befehl, die Einheit der Menschheit zu errichten. Wenn sie sich nicht um einen Mittelpunkt vereinigen können, wie sind sie dann fähig, die Einheit der Menschheit zustandezubringen?
Als die Gesegnete Schönheit dieses Bündnis und Testament besiegelte, hatte Sie das Ziel, alle Lebewesen um einen Punkt zu sammeln, damit die gedankenlosen Seelen, die in jedem Zeit- und Menschenalter Zwietracht bewirken, die Sache Gottes nicht zugrunderichten können. Er hat deshalb befohlen, dass alles, was vom Mittelpunkt des Bündnisses ausgeht, rechtens ist und unter Seinem Schutz und Seiner Gnade steht, während alles andere Irrtum ist.
Preis sei Gott! Du bist fest im Bund und Testament.

184

O ihr gesegneten Seelen! Obwohl ihr ständigen Feuerproben ausgesetzt seid, da einige wiederholt und ausdauernd versuchen, den Glauben der Freunde in Los Angeles zu erschüttern, steht ihr dabei doch unter dem wachsamen Auge der Großmut Bahá’u’lláhs, und Legionen von Engeln kommen euch zu Hilfe.
Geht deshalb sicheren Schritts voran und befasst euch voll Vertrauen und Zuversicht damit, Gottes Düfte zu verbreiten, Sein Wort zu verherrlichen und im Bündnis standhaft zu sein. Seid versichert, dass eine Seele, die sich in äußerster Standhaftigkeit erhebt, den Ruf zum Gottesreich anstimmt und entschlossen vom Bündnis kündet, befähigt wird, selbst als winzige Ameise den gewaltigen Elefanten aus dem Feld zu jagen und als zarter Nachtfalter das Gefieder des räuberischen Geiers zu zerfetzen.
Bemüht euch deshalb, dass ihr das Heer des Zweifels und des Irrtums mit der Macht des heiligen Wortes versprengt und auseinandertreibt. Das ist meine Ermahnung und mein Rat. Streitet mit niemandem, meidet Wortgefechte aller Art. Sprecht das Wort Gottes. Nimmt es der Hörer an, ist das ersehnte Ziel erreicht; wendet er sich ab, so überlasst ihn sich selbst und vertraut auf Gott.
Das sind die Eigenschaften derer, die fest im Bündnis stehen.

185

O ihr Freunde und Dienerinnen des Barmherzigen! Ein Brief des Geistigen Rates von Los Angeles ist angekommen. Er war ein Beweis dafür, dass die gesegneten Seelen in Kalifornien einem unerschütterlichen Berge gleich dem Sturm des Bündnisbruchs widerstehen und wie gesegnete Bäume fest und unverrückbar im Boden des Bündnisses verwurzelt sind. Das berechtigt zu der Hoffnung, dass sie durch die Segnungen der Sonne der Wahrheit täglich an Festigkeit und Standhaftigkeit zunehmen. In jeder Sendung stehen die Prüfungen im direkten Verhältnis zur Größe der Sache, und da in der Vergangenheit solch ein offenbares Bündnis, wie es die Erhabenste Feder geschrieben hat, noch nie geschlossen wurde, sind die Prüfungen heute entsprechend heftiger. Diese Prüfungen lassen die schwachen Seelen erzittern, die festen Seelen aber bleiben unberührt. Die Machenschaften der Bündnisbrecher sind nicht mehr als Wellenschaum, eine vom Meer untrennbare Erscheinung. Das Meer des Bündnisses wird branden und die Leiber der Toten an den Strand werfen; denn es kann sie nicht halten. So sehen wir, dass das Meer des Bündnisses wogte und wogte, bis es die Leichen an Land warf, Seelen, die des Geistes Gottes beraubt sind, verloren in Leidenschaft und Selbstsucht, nach Führerschaft dürstend. Dieser Gischt ist nicht von Dauer. Bald wird er zerflattern und verschwinden, während das Meer des Bündnisses ewiglich brandet und tost…
Seit Anbeginn der Schöpfung bis auf den heutigen Tag wurde in keiner göttlichen Sendung solch ein fester, klarer Bund geschlossen. Kann angesichts dieser Tatsache der Gischt überhaupt auf der Meeresoberfläche des Bündnisses verbleiben? Nein, bei Gott! Die Bündnisbrecher treten ihr Ansehen mit Füßen, sie reißen ihre eigenen Grundmauern aus und sind stolz darauf, von Schmeichlern gestützt zu werden, die mit großer Mühe den Glauben schwacher Seelen ins Wanken bringen. Aber ihr Tun bewirkt nichts; es ist ein Dunstbild und kein Wasser, Gischt und kein Meer, Nebel und keine Wolke, Wahn und keine Wirklichkeit. Das alles werdet ihr bald erkennen.
Preis sei Gott, ihr seid fest und standhaft. Seid dankbar, dass ihr wie gesegnete Bäume fest in den Boden des Bündnisses hineingepflanzt seid. Gewiss wird jeder fest Verwurzelte wachsen, neue Früchte hervorbringen und Tag für Tag an Frische und Anmut gewinnen. Denkt nach über alle Schriften Bahá’u’lláhs, ob Sendschreiben oder Gebete: Ihr werdet sicher tausend Stellen finden, in denen Bahá’u’lláh betet: »O Gott! Bringe die Bündnisbrecher zum Scheitern, besiege die Unterdrücker des Testaments.« »Wer Bund und Testament leugnet, ist von Gott verworfen, und wer fest und standhaft darin bleibt, ist an der Schwelle der Einheit begnadet.« Solche Aussprüche und Gebete gibt es zuhauf. Befasst euch damit, dann werdet ihr es erkennen.
Seid niemals niedergeschlagen. Je mehr euch der Bündnisbruch erregt, desto mehr vertieft euch in Festigkeit und Standhaftigkeit. Seid sicher, dass die göttlichen Heerscharen siegen werden, denn ihnen ist der Triumph des Reiches Abhá verheißen. Überall wird das Banner der Festigkeit und Standhaftigkeit gehisst, die Fahne des Bündnisbruchs jedoch gesenkt; denn nur eine Handvoll schwacher Seelen ließ sich von den Schmeicheleien und Scheinargumenten der Bündnisbrecher verführen, die nach außen hin mit aller Sorgfalt ihre Festigkeit zeigen, im Innern aber darauf aus sind, die Seelen ins Wanken zu bringen. Nur einige wenige, nämlich die Anführer der Unruhestifter, sind auch nach außen hin als Bündnisbrecher bekannt. Der Rest aber täuscht die Seelen durch Hinterlist; denn nach außen beteuern sie ihre Festigkeit und Standhaftigkeit im Bündnis, aber wenn sie auf offene Ohren stoßen, säen sie heimlich die Saat des Misstrauens. Ihr Fall gleicht dem Bündnisbruch durch Judas Ischariot und seinen Anhang. Bedenket: Blieb von ihnen irgendein Erfolg oder die geringste Spur? Nicht mal ein Name blieb von seinen Nachfolgern, und obwohl eine Reihe von Juden zu ihm hielten, war es, als hätte er keinerlei Gefolgsleute gehabt. Dieser Judas Ischariot war der Führer, der Apostel, und doch verriet er Christus für dreißig Silberlinge. Hüte dich, o Volk der Einsicht!
Dieses Mal werden jene bedeutungslosen Bündnisbrecher den Mittelpunkt des Bündnisses sicherlich für die große Summe verraten, die sie durch Hinterlist aller Art erbettelt haben. Es sind nun dreißig Jahre seit Bahá’u’lláhs Hinscheiden vergangen, und während dieser ganzen Zeit haben sich diese Verräter mit aller Kraft angestrengt. Was haben sie erreicht? Die Standhaften im Bündnis haben unter allen Bedingungen gesiegt, während die Bündnisbrecher Niederlagen, Enttäuschungen und Trübsinn erfahren haben. Nach dem Heimgang ‘Abdu’l-Bahás wird keine Spur von ihnen übrig bleiben. Diese Seelen wissen nicht, was kommen wird, und brüsten sich in ihrem Wahn.
Kurz gesagt, o ihr Freunde Gottes und Dienerinnen des Barmherzigen, die Hand der göttlichen Freigebigkeit hat euch eine juwelengeschmückte Krone aufs Haupt gesetzt; ihre Edelsteine strahlen ewig über die ganze Welt. Schätzt diese Gnadengabe, löst eure Zungen in Preis und Danksagung und setzt euch ein für die Verbreitung der göttlichen Lehren, denn dies ist der Geist des Lebens und das Mittel der Erlösung.

186

O du, der du fest im Bündnis stehst! Drei aufeinanderfolgende Briefe von dir sind hier eingegangen. Ihr Inhalt zeigt, dass in Cleveland der schwarze Odem der Bündnisbrecher die Herzen heimsucht und der Einklang zwischen den Freunden gelitten hat. Gnädiger Gott! Hundert Mal wurde vorhergesagt, dass die Bündnisbrecher auf der Lauer liegen und mit allen Mitteln Zwietracht unter den Freunden säen wollen, damit diese Zwietracht schließlich zum Bündnisbruch führt. Wie kommt es, dass die Freunde, allen Warnungen zum Trotz, diese ausdrückliche Erklärung nicht beachtet haben?
Der Streitpunkt ist klar, kurz und bündig: Entweder war Bahá’u’lláh weise, allwissend und vorausschauend, oder Er war unwissend und irrte sich. Er schloss durch Seine erhabene Feder ein festes Bündnis und Testament mit allen Bahá’í; allen voran mit den Aghṣán, den Afnán und Seinen Verwandten. Ihnen befahl Er, Ihm zu gehorchen und sich Ihm zuzuwenden. Durch Seine erhabene Feder hat Er ausdrücklich erklärt, dass das Objekt des folgenden Verses aus dem Kitáb-i-Aqdas der Größte Zweig ist:
»Wenn das Meer Meiner Gegenwart verebbt und das Buch Meiner Offenbarung geschlossen ist, so wendet euer Angesicht Ihm zu, den Gott bestimmt hat, Ihm, der aus dieser Urewigen Wurzel kam.«Q33 Die Bedeutung ist kurz folgende: Nach Meinem Hinscheiden obliegt es den Aghṣán, den Afnán, den Verwandten und allen Freunden Gottes, ihr Antlitz Ihm zuzuwenden, der aus der Altehrwürdigen Wurzel entsproß.
Er sagte auch klar im Kitáb-i-Aqdas: »O Volk der Welt! Wenn sich die Mystische Taube auf ihrem Tempel des Lobpreises emporgeschwungen und ihr fernes Ziel, ihre verborgene Wohnstatt, erreicht hat, dann legt alles, was ihr im Buche nicht versteht, Ihm vor, der diesem mächtigen Stamm entsproß.«Q34 Er wendet sich an alle Menschen der Welt und sagt: Wenn die Mystische Taube aus dem Garten des Lobpreises zu der höchsterhabenen, unsichtbaren Stufe emporfliegt, das heißt, wenn die Gesegnete Schönheit aus der bedingten Welt zu den unsichtbaren Gefilden aufsteigt, dann wendet euch in allem, was ihr im Buch nicht versteht, an Ihn, der als Zweig aus der Urewigen Wurzel entsprang. Das heißt, alles was Er sagt, ist die volle Wahrheit.
Und im Buch des Bundes sagt Er ausdrücklich, dass der Vers »Der aus der Urewigen Wurzel kam«Q35 sich auf den Mächtigsten Zweig bezieht. Er befiehlt allen Aghṣán, Afnán, Verwandten und Bahá’í, sich Ihm zuzuwenden. Nun muss man entweder sagen, Er, die Gesegnete Schönheit, habe einen Fehler gemacht, oder man muss Ihm gehorchen. ‘Abdu’l-Bahá bringt dem Volk kein Gebot, dem es gehorchen muss, außer der Verbreitung der Düfte Gottes, der Erhöhung Seines Wortes, der Verkündung der Einheit der Menschenwelt, der Errichtung des Weltfriedens und anderen Geboten Gottes. Das sind göttliche Gebote; sie haben mit ‘Abdu’l-Bahá nichts zu tun. Wer immer es wünscht, der nehme sie an, und wer sie ablehnt, soll tun, was er will.
Nun trachten manche Unheilstifter mit allerlei Kunstgriffen nach der Führerschaft, und um diese Stellung zu erreichen, flößen sie den Freunden Zweifel ein. Die sollen Streit bewirken, und dieser Streit soll dazu führen, dass sie selbst eine Gruppe an sich ziehen. Aber die Freunde Gottes müssen wachsam sein; sie müssen erkennen, dass die Beweggründe für die Aussaat dieser Zweifel persönliche Wünsche und das Verlangen nach Führerschaft sind.
Zerreißt nicht die Bahá’í-Einheit und wisst, dass diese Einheit nicht anders erhalten werden kann als durch den Glauben an den Bund Gottes.
Du möchtest gerne reisen, um die Düfte Gottes zu verbreiten. Das ist höchst willkommen. Göttliche Bestätigungen werden dir gewisslich helfen. Die Macht des Bunds und Testaments wird dir den Triumph und den Sieg sichern.

187

O du, der du fest im Bündnis stehst! Dein Brief kam an. Du drückst darin deine Zufriedenheit mit der Nationaltagung aus; durch diese Zusammenkunft sei die Sache Gottes erhöht, die Macht Seines Wortes sichtbar geworden. Die Größe der Sache wird die bestehenden Meinungsverschiedenheiten wegräumen. Man kann sie mit der Gesundheit im Menschenleib vergleichen. Ist sie erlangt, heilt sie alle Krankheiten und Schwächen. Wir hoffen, dass keine Spur von Gegnerschaft zurückbleiben wird. Aber einige der amerikanischen Freunde sind ruhelos in ihrem neugeweckten Ehrgeiz; sie mühen sich und suchen unter der Oberfläche und in der Luft etwas zu entdecken, was Zwietracht stiften könnte.
Preis sei Gott, alle diese Türen sind in der Sache Bahá’u’lláhs verschlossen, denn ein Mittelpunkt der Amtsgewalt wurde eigens ernannt – ein Mittelpunkt, der alle Schwierigkeiten löst und alle Streitigkeiten abwendet. Auch das Universale Haus der Gerechtigkeit wird alle Streitigkeiten abwenden. Was immer es vorschreibt, muss angenommen werden, und wer dagegen verstößt, ist verworfen. Aber dieses Universale Haus der Gerechtigkeit, das die Gesetze gibt, wurde noch nicht errichtet.
Es zeigt sich also, dass keine Waffe der Zwietracht geblieben ist; aber fleischliche Begierden führen zu Meinungsverschiedenheiten, wie das bei den Bündnisbrechern der Fall ist. Sie zweifeln nicht an der Gültigkeit des Bündnisses, aber selbstsüchtige Beweggründe haben sie in diese Lage gebracht. Es ist nicht so, dass sie nicht wüssten, was sie tun – sie wissen es ganz genau, und trotzdem lehnen sie sich auf.
Kurz gesagt, das Meer des Bündnisses ist stürmisch und weit. Es wirft den Gischt des Bündnisbruchs an die Küsten. Bleibe darum ruhig und sicher. Arbeite für den Bau des Mashriqu’l-Adhkár und ebne den Weg, die göttlichen Düfte zu verbreiten. Kümmere dich um nichts anderes; denn sonst verzettelst du dich, und die Arbeit schreitet nicht voran.

188

O ihr innig Geliebten ‘Abdu’l-Bahás! Es ist schon lange her, dass mein inneres Ohr eine süße Melodie aus gewissen Landen hörte oder mein Herz erfreut ward – trotz der Tatsache, dass ihr in meinen Gedanken immer gegenwärtig seid und mir deutlich sichtbar vor Augen steht. Meines Herzens Kelch ist zum Überfließen gefüllt mit dem Wein der Liebe, die ich für euch hege, und mein Verlangen, die Augen auf euch zu richten, pulst wie der Geist durch meine Adern. Daran seht ihr, wie groß mein Kummer ist. In dieser Zeit, in diesem Sturm der Trübsale, der seine Wogen hoch in den Himmel wirft, schießt man von allen Seiten unablässig spitze Pfeile gegen mich; in jedem Augenblick gehen hier im Heiligen Land Schreckensnachrichten ein, und jeder neue Tag bringt sein Teil an Greueln. Der Mittelpunkt des Aufruhrs wähnte, seine anmaßende Auflehnung genüge, das Bündnis und Testament zugrundezurichten; es brauchte weiter nichts, dachte er, um die Gerechten von dem Heiligen Willen abzubringen. So sandte er seine Flugblätter des Zweifels überall hin und dachte sich allerhand Ränke aus. Einmal klagt er, das Haus Gottes sei erschüttert, Seine göttlichen Gebote aufgehoben; demnach sei auch das Bündnis und Testament abgeschafft. Dann wieder verlegt er sich aufs Seufzen und Stöhnen, er werde als Gefangener gehalten, müsse Tag und Nacht hungern und dürsten. Ein andermal erhebt er ein Geschrei, die Einheit Gottes sei verleugnet worden, weil vor Ablauf von tausend Jahren eine neue Manifestation verkündet worden sei.
Als er sah, dass seine Verleumdungen keinen Erfolg hatten, entwickelte er Schritt für Schritt den Plan, zum Aufruhr aufzuwiegeln. Er begann, Zwietracht zu säen und klopfte an jede Tür. Er fing an, den Beamten der Regierung gegenüber falsche Anschuldigungen zu machen. Er machte sich an einige Ausländer heran, schmeichelte sich bei ihnen ein, und setzte mit ihnen ein Dokument auf, das er der Hohen Pforte vorlegte, wo es die Behörden in Bestürzung versetzte. Unter den vielen verleumderischen Beschuldigungen war die, ich Unglücklicher hätte das Banner des Aufruhrs gehisst, eine Flagge mit den Worten Yá Bahá’u’l-Abhá. Ich sei damit durchs ganze Land gezogen, in jede Stadt, in jedes Dorf, selbst unter die Wüstenstämme, und hätte alle Bewohner aufgerufen, sich unter dieser Flagge zu vereinen.
O mein Herr! Wahrlich, ich suche Zuflucht bei Dir vor dem bloßen Gedanken an eine solche Tat, die im Gegensatz zu allen Geboten Bahá’u’lláhs steht und fürwahr ein großes Unrecht wäre, das nur ein arger Sünder beginge, hast Du uns doch die Pflicht auferlegt, den Herrschern und Königen zu gehorchen.
Eine weitere Verleumdung von ihm war, dass der Schrein am Berg Karmel eine Festung sei, die ich gewaltig und uneinnehmbar erbaut hätte – und das, als der Rohbau ganze sechs Räume umfasste – und dass ich den Schrein Medina, die Prächtige, genannt hätte, während ich das Heilige GrabA59 als Mekka, das Herrliche, bezeichnet hätte. Eine andere seiner Verleumdungen war, ich hätte eine unabhängige Staatsgewalt errichtet und – Gott behüte! Gott behüte! Gott behüte! – alle Gläubigen aufgerufen, bei dieser schweren Sünde mitzuwirken. Wie grauenhaft, o mein Herr, ist seine Verleumdung!
Und weiter behauptet er, da der Heilige Schrein zu einem Ort wurde, den Pilger aus aller Welt besuchen, erwachse dieser Regierung und ihrem Volk großer Schaden. Er, der Mittelpunkt des Aufruhrs, versichert, er selbst habe bei all diesen Dingen niemals die Hand im Spiel gehabt, er sei ein Sunnit unter Sunniten, ergebener Anhänger von Abú-Bakr und ‘Umar; er sehe in Bahá’u’lláh nur einen frommen Mann und Mystiker. Alles Erwähnte, sagt er, sei nur durch mich Unterdrückten in Gang gesetzt worden.
Um es kurz zu machen: Der Sulṭán – möge der Glanz seiner Regentschaft dauern – ernannte eine Untersuchungskommission. Diese Kommission reiste hierher und begab sich nach der Ankunft sogleich zum Hause eines der Ankläger. Dann rief man die Gruppe zusammen, die mit meinem Bruder die Anklageschrift verfasst hatte, und fragten sie, ob diese Anzeige stimme. Die Gruppe erläuterte den Inhalt des Dokuments, behauptete, alles Aufgeführte sei nichts als die Wahrheit und fügte weitere Anschuldigungen hinzu. So waren sie zur gleichen Zeit Ankläger, Zeugen und Richter.
Die Kommission ist jetzt zum Sitz des Kalifats zurückgekehrt. Täglich kommen aus jener Stadt bedrohliche Berichte. Trotz allem bleibt ‘Abdu’l-Bahá, gelobt sei Gott, ruhig und gelassen. Keinem will ich übel wegen dieser Verleumdung. Ich habe alle meine Angelegenheiten gänzlich Seinem unwiderstehlichen Willen anheimgegeben und warte in vollkommener Glückseligkeit darauf, mein Leben hinzugeben. Welche schrecklichen Leiden mir auch bevorstehen mögen, ich bin dazu bereit. Gelobt sei Gott, auch die liebevollen Gläubigen nehmen das hin; zufrieden unterwerfen sie sich Gottes Willen, strahlend ergeben und voll Dankbarkeit.
Der Mittelpunkt des Aufruhrs wähnt, sobald das Blut dieses Unterdrückten vergossen sei, sobald ich in die Weite des Wüstensandes verbannt oder im Mittelmeer ertränkt sei – namenlos verschwunden ohne Spur, ohne jemanden, der von mir spricht, hätte er endlich ein Feld, auf dem er sein Ross antreiben, mit seinem Schlagholz aus Lügen und Zweifeln den Poloball seiner Leidenschaften hart schlagen und den Preis gewinnen könne.
Weit gefehlt! Selbst wenn der Moschusduft der Treue verwehte und keine Spur davon bliebe, wer würde schon vom Gestank des Verrats angezogen? Und selbst wenn die Hunde und Wölfe eine Gazelle des Himmels rissen, wer würde sich zu einem beutegierigen Wolf flüchten? Selbst wenn sich der Tag der Mystischen Nachtigall zu Ende neigt, wer würde je sein Ohr dem Krächzen des Raben oder der Krähe leihen? Welch leere Einbildung hegt er doch! Was für eine törichte Annahme! »Ihre Werke gleichen dem Dunst in der Wüste, von dem der Dürstende wähnt, er sei Wasser, bis er hingelangt und nichts findet.«Q36
O ihr Geliebten Gottes! Steht festgegründet und von Herzen treu, und durch die helfende Macht der Gesegneten Schönheit bleibt eurem Vorhaben verpflichtet. Dient der Sache Gottes. Begegnet allen Völkern der Welt mit der Beständigkeit und Ausdauer des Volkes Bahás, so dass die Menschen erstaunt fragen, wie es möglich sei, dass eure Herzen Quellen gläubigen Vertrauens gleichen und wie Erzgruben so reich an Liebe zu Gott sind. Verhaltet euch so, dass euch diese Trauerspiele im Heiligen Land weder schwächen noch ins Wanken bringen; lasst diese schrecklichen Ereignisse euch nicht den Mut rauben. Und sollten alle Gläubigen dem Schwert anheimfallen und nur ein einziger überleben, so lasst diesen einen laut im Namen des Herrn rufen und die frohe Botschaft verkünden; lasst ihn aufstehen und allen Völkern der Erde gegenübertreten.
Richtet euren Blick nicht auf das Unheil an diesem erleuchteten Ort. Das Heilige Land ist allezeit in Gefahr, und die Flut der Trübsal steht hier immer hoch, nachdem dieser Ruf nunmehr auf der ganzen Welt vernommen wurde und sein Ruhm in den letzten Winkel der Erde gedrungen ist. Das ist der Grund, warum sich die Feinde von innen und außen mit Scharfsinn und Hinterlist aufgemacht haben, Verleumdungen zu verbreiten. Es ist klar, dass ein Ort wie dieser der Gefahr ausgesetzt ist; denn hier gibt es keinen Verteidiger, keinen, der sich angesichts der Verleumdung erhebt und uns zur Seite stellt: Hier gibt es nur eine Handvoll Seelen, heimatlose, unglückliche Gefangene in dieser Feste. Sie haben keinen, der ihre Sache verficht, keinen Helfer, der den Lügenpfeilen wehrt, den Speeren der Verleumdung, die gegen sie geschleudert werden – keinen außer Gott.
Ihr solltet über all die Geliebten nachdenken, die auf das heilige Feld des Opfers eilten, diese edlen Seelen, die ihr Leben hingaben. Seid euch immer bewusst, welche Ströme heiligen Blutes vergossen wurden, wie so manches redliche Herz in seinem roten Saft ertrank, wie so manche Brust zur Zielscheibe für Tyrannenspeere wurde, wie viele unbefleckte Leiber man in Stücke riss. Wie könnte es da für uns angemessen sein, an unsere eigene Sicherheit auch nur zu denken, sich bei Fremden oder Freunden einzuschmeicheln, Kompromissbereitschaft zur Schau zu tragen? Sollten wir nicht eher den Pfad der Rechtschaffenen einschlagen und in die Fußstapfen dieser großen, uns vorangegangenen Seelen treten?
Unsere wenigen kurzen Tage gehen dahin, unser Leben schwindet vor unseren Augen. Die Rosen dieser Welt bleiben nicht frisch und schön; der Garten dieser Erde, wo Siegesfreude und Vergnügen blühen, verdorrt und verwelkt. Die Frühlingszeit des Lebens verwandelt sich in den Herbst des Todes, der helle Jubel der Palastsäle weicht dem Neumond des Grabes. Deshalb verdient nichts von alledem unsere Liebe, und der Weise hängt sein Herz nicht daran.
Wer Erkenntnis und Kraft hat, sucht weit eher des Himmels Herrlichkeit, geistigen Adel und unvergängliches Leben. Er sehnt sich danach, der heiligen Schwelle Gottes näherzukommen. Denn der Gottesmann liegt nicht trunken in der Schenke dieser flüchtigen Welt, nicht einen Augenblick lang gibt er sich seinem Behagen hin oder befleckt sich mit dem Hang zum irdischen Leben.
Nein, die Freunde sind vielmehr Sterne hoch am Himmel der Führung, Himmelskörper am Firmament göttlicher Gnade, die mit ihrer ganzen Kraft das Dunkel vertreiben. Sie brechen die Mauern der Böswilligkeit und des Hasses. Sie hegen nur eine Sehnsucht für die Welt und all ihre Völker: Wohlergehen und Frieden. Die Wälle des Kampfes und der Angriffslust reißen sie nieder. Wahrhaftigkeit, ehrbares Handeln und Freundschaft sind ihr Ziel, Freundlichkeit, selbst zu einem böswilligen Feind, bis sie schließlich die Welt, dieses Gefängnis des Verrats, in eine Heimstatt völligen Vertrauens, diesen Kerker des Hasses, der Bosheit und der Gemeinheit in Gottes Paradies verwandeln.
O ihr liebenden Freunde! Strebt mit Herz und Seele danach, diesen Erdball zum Spiegelbild des Gottesreiches zu machen, auf dass diese niedere Welt an Segnungen aus der Welt Gottes überquelle, die Stimmen der himmlischen Heerscharen in Jubel ausbrechen, und die Wohltat und Gnadengaben Bahá’u’lláhs mit ihren Zeichen und Beweisen die ganze Erde umfassen.
Jináb-i-Amín hat für euch, ihr verehrten Männer und erleuchteten Frauen, größte Bewunderung zum Ausdruck gebracht; er hat jeden von euch namentlich erwähnt und gelobt. Ausführlich berichtete er von eurer Standhaftigkeit und Beständigkeit und sagte, dass – Gott sei gedankt – in Persien die Männer und Frauen zusammenhalten – zuverlässig, sicher, unerschütterlich, ein mächtiges, festgegründetes Bauwerk –, und dass ihr mit Liebe und Freude die süßen Düfte des Herrn verbreitet.
Das waren Botschaften, die große Freude brachten, zumal sie mich in diesen Tagen höchster Gefahr erreichten, ist es doch der teuerste Wunsch dieses Unterdrückten, dass die Freunde ein geistiges Herz und einen erleuchteten Sinn erlangen. Wird mir diese Gnade gewährt, so ist jedes Unheil, wie quälend es auch sei, nichts als Wohltat, die sich über mich ergießt wie üppiger Regen.
O Gott, mein Gott! Du siehst mich in ein Meer von Qualen gestürzt, in die Feuer der Tyrannei geworfen, weinend im Dunkel der Nacht. Schlaflos wälze ich mich auf meinem Lager, angestrengt schaue ich aus nach dem Morgenlicht der Ehrbarkeit und Treue. Wie ein Fisch mit Feuer im Leibe verschmachtend auf dem Sandstrand zappelt, so winde ich mich in Todesqual, und doch blicke ich mich unentwegt um nach Deinen Gnadengaben.
O Gott, mein Gott! Lasse Du die Gläubigen in anderen Landen an Deiner reichen Gnade teilhaben. Befreie durch Deine unfehlbare Hilfe und Großmut jeden unter Deinen Geliebten, der in den entlegensten Gefilden über die bitteren Gräuel seines Feindes seufzt. O Herr, sie sind gefesselt von Deiner Liebe, Gefangene Deiner Heerscharen. Sie sind Vögel, die in die Himmel Deiner Führung fliegen, Wale, die im Ozean Deiner Segnungen schwimmen, Sterne, die am Horizont Deiner Gaben funkeln. Sie sind die Verteidiger in der Feste Deines Gesetzes. Sie sind die Banner Deiner Erwähnung unter den Menschen. Sie sind die tiefen Brunnen Deines göttlichen Erbarmens, die Fontänen Deiner Gunst, die Quellen Deiner Gnade.
Bewahre sie immerdar sicher unter Deinem allbeschützenden Auge. Stehe ihnen bei, Dein Wort zu erhöhen; mache ihre Herzen beständig in Deiner Liebe, stärke ihnen den Rücken, damit sie Dir aufrichtig dienen können; festige ihre Kräfte in ihrer Dienstbarkeit.
Verbreite durch sie Deine süßen Düfte überallhin, erkläre durch sie Deine Heilige Schrift; lasse durch sie Deine Rede bekannt werden; durch sie erfülle Dein Wort; durch sie ergieße Deine Gnade.
Wahrlich, Du bist der Mächtige, der Machtvolle. Wahrlich, Du bist der Gnädige, der Mitleidvolle.

189

Heute wird jeder weise, wachsame, weitblickende Mensch erweckt. Die Geheimnisse der Zukunft werden ihm enthüllt; sie zeigen, dass nur die Macht des Bündnisses der Menschheit Herz aufzurütteln und zu bewegen vermag, wie einst das Neue und Alte Testament die Sache Christi allenthalben verfocht und so die pulsierende Kraft im Körper der Menschenwelt war. Ein Baum mit Wurzel wird Früchte tragen, aber ein wurzelloser Baum, und sei er noch so groß und stark, wird schließlich welken, absterben und nur ein Scheit fürs Feuer sein.
Das Bündnis Gottes ist wie ein unendliches, unergründliches Meer. Die Woge steigt und brandet und wirft allen angesammelten Gischt ans Ufer.
Preis sei Gott, der höchste Wunsch achtsamer Seelen ist, das Wort Gottes zu erhöhen und die göttlichen Düfte zu verbreiten. Das ist in Wahrheit die sichere, feste Grundlage.
Das Sonnenlicht der Wahrheit breitet sich wie der Morgen über alle Lande. Bemühen tut not, damit die schlummernden Seelen erwachen, damit die Achtlosen aufmerken und die göttlichen Lehren, die den Geist dieses Zeitalters verkörpern, die Ohren des Erdenvolkes erreichen, in der Presse verkündet und in den Versammlungen der Menschen klar und beredt dargelegt werden.
Des Menschen Verhalten muss wie das von Paulus sein, des Menschen Glaube wie der von Petrus. Diesen Moschusduft soll das Volk der Welt atmen, dieser Geist soll die Toten auferwecken.
Der widerwärtige Geruch des Bündnisbruchs hat den Vormarsch der Sache Gottes vorübergehend aufgehalten; sonst würden sich die göttlichen Lehren wie Sonnenstrahlen unmittelbar ausbreiten und alle Lande durchdringen.
Du willst ‘Abdu’l-Bahás Ansprachen, die du zusammengetragen hast, drucken und veröffentlichen. Das ist fürwahr sehr ratsam. Durch diesen Dienst wirst du im Reich Abhá ein strahlendes Antlitz erwerben; die Freunde im Osten wie im Westen werden dich preisen und dir dankbar sein. Aber es muss mit größter Sorgfalt geschehen, so dass der genaue Text wiedergegeben wird und alle Abweichungen und Verfälschungen durch frühere Übersetzer ausschließt.

190

Du siehst mich, o mein Gott, wie ich in Demut niederknie, mich beuge vor Deinem Gebot, mich Deiner Souveränität unterwerfe, vor der Macht Deiner Herrschaft erzittere, Deinen Zorn fliehe, Deine Gnade erflehe, auf Deine Vergebung vertraue, ehrfürchtig schaudernd vor Deiner Wut. Ich flehe Dich an mit pochendem Herzen und strömenden Tränen, die Seele voll Sehnsucht, in vollkommener Loslösung von allen Dingen: Mache Deine Liebenden zu Lichtstrahlen über all Deinen Reichen und hilf Deinen erwählten Dienern, Dein Wort zu erhöhen, auf dass ihr Antlitz in Schönheit und Herrlichkeit leuchte, ihr Herz der Geheimnisse voll sei und jede Seele ihre Sündenlast niederlege. Alsdann beschütze sie vor dem Angreifer, vor dem, der zum schamlosen, lästerlichen Übeltäter wurde.
Wahrlich, Deine Liebenden dürsten, o mein Herr, führe sie zum Brunnquell der Güte und Gnade. Wahrlich, sie hungern; sende Deine himmlische Tafel zu ihnen hernieder. Wahrlich, sie sind nackt; kleide sie in das Gewand der Gelehrsamkeit und Erkenntnis.
Sie sind Helden, o mein Herr, führe sie auf das Schlachtfeld. Wegweiser sind sie; lass sie laut reden mit Gründen und Beweisen. Sie sind Messdiener, lass sie den Kelch umherreichen, der vom Wein der Gewissheit überquillt. O mein Gott, mache sie zu Singvögeln, die in lieblichen Gärten jubilieren, mache sie zu Löwen, die im Dickicht lagern, zu Walen, die sich in gewaltige Tiefen stürzen.
Wahrlich, Du bist der Gnadenreiche. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Mächtigen, dem Machtvollen, dem Immerschenkenden.
O ihr meine geistigen Freunde! Lange Zeit war die Drangsal sehr hart, waren die Beschränkungen wie eherne Ketten. Dieser Unglückliche, dem Unrecht geschieht, war einsam und verlassen, denn alle Wege waren versperrt. Den Freunden wurde der Zutritt zu mir verboten, die Vertrauten waren ausgeschlossen; der Feind umzingelte mich, die Wachposten des Bösen waren wild und aufsässig. Jeder Augenblick brachte neuen Kummer, jeder Atemzug neue Qual. Verwandte wie Fremde griffen mich an. Die einst mich liebten, waren nunmehr treulos und ohne Erbarmen; schlimmer als Feinde erhoben sie sich, mich zu peinigen. Keiner war da, ‘Abdu’l-Bahá zu verteidigen, kein Helfer, kein Beschützer, kein Verbündeter, kein Mitstreiter. Ich ertrank in einem uferlosen Meer, und immerzu dröhnte das Gekrächze der Treulosen in meinen Ohren.
Jeder Tagesanbruch brachte dreifaches Dunkel, jeder Abend hartherzige Grausamkeit. Kein Augenblick des Friedens, kein Balsam für die blutenden Wunden der Speere. Jeden Augenblick konnte der Befehl zu meiner Verbannung in die Sandwüste Fezzan kommen, stündlich konnte es geschehen, dass ich in das endlose Meer geworfen würde. Dann wieder hieß es, diese heimatlosen Wanderer wären bald vollends vernichtet, und das Kreuz käme demnächst wieder in Gebrauch. Meine abgezehrte Gestalt sollte Zielscheibe sein für Kugel oder Pfeil; oder dieser schwindende Leib sollte durch das Schwert in Stücke gehauen werden.
Unsere falschen Bekannten konnten sich vor Freude nicht halten, unsere verräterischen Freunde verfielen in Begeisterung. »Gepriesen sei Gott!« rief man aus. »Hier wird unser Traum endlich wahr.« Und ein anderer: »Gott sei gedankt! Unsere Speerspitze traf ihn ins Herz.«
Das Leid prasselte auf diesen Gefangenen hernieder wie der heftige Frühlingsregen, und die Siege der Böswilligen ergossen sich zu einer erbarmungslosen Flut. Doch ‘Abdu’l-Bahá blieb glücklich und gelassen. Er verließ sich auf die Gnade des Allbarmherzigen. Diese Qual, dieser Schmerz war ein Paradies mit all seinen Freuden; diese Ketten waren das Geschmeide eines Königs auf himmlischem Thron. Zufrieden mit Gottes Willen und Ihm ganz ergeben nahm mein Herz alles hin, was das Schicksal brachte, und ich war glücklich. Unbändige Freude war mein Zechkumpan.
Schließlich kam eine Zeit, da die Freunde nicht mehr zu trösten waren und alle Hoffnung aufgaben. Da aber brach der Morgen an und überflutete alles mit unendlicher Lichtfülle. Die Wolkentürme zerstreuten sich, die düsteren Schatten flohen. In diesem Augenblick fielen die Fesseln ab, die Ketten wurden diesem Heimatlosen vom Nacken genommen und dem Feind um den Hals gehängt. Grauenhafte Not wandelte sich in Ruhe, am Horizont der Gottesgaben stieg die Sonne der Hoffnung empor. Das alles kam aus Gottes Gnade und durch Seinen Segen.
Und doch, von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet, war dieser Wanderer traurig und bekümmert. Für welche Qual könnte ich künftig Linderung suchen? Wie könnte mich noch die Nachricht erfreuen, mein Wunsch sei mir gewährt? Tyrannei, Leid, Schicksalsschläge und Trübsal waren vorüber. Meine einzige Freude in dieser flüchtigen Welt war, den steinigen Pfad Gottes zu betreten, harte Prüfungen und alle materiellen Sorgen zu erdulden. Sonst wäre dieses irdische Leben wertlos und vergeblich; der Tod wäre besser. Der Baum des Lebens trüge keine Frucht. Das bestellte Feld dieses Daseins brächte keine Ernte ein. So hoffe ich, dass irgendein Ergebnis meinen Schmerzenskelch wiederum zum Überfließen bringe und dieser schöne Geliebte, dieser Seelentöter die Zuschauer aufs Neue blende. Dann wird dies Herz glückselig, wird diese Seele gesegnet sein.
O göttliche Vorsehung! Führe Deinen Liebenden den bis zum Rand gefüllten Kelch des Schmerzes an die Lippen. Mache den Sehnsuchtsvollen auf Deinem Pfad die Süße zum Stachel, das Gift zum süßen Honig. Lass unsere Häupter die Speerspitzen zieren. Mache unsere Herzen zu Zielscheiben für die erbarmungslosen Pfeile und Spieße. Erwecke Du diese welke Seele zum Leben auf dem Feld des Martyriums, lass Du dies schwache Herz den Trank der Tyrannei kosten, der es wieder frisch und schön macht. Lass ihn trunken sein vom Wein Deines Ewigen BundesA60, mache ihn zu einem Zecher, der hoch den Becher hält. Hilf ihm, sein Leben fahren zu lassen; gewähre, dass er sich um Deinetwillen darbringt.
Du bist der Mächtige, der Kraftvolle. Du bist der Wissende, der Sehende, der Hörende.

191

O du, der du schwer betrübt bist auf dem Pfad des Bundes! Schmerz und Qual, erduldet auf dem Pfad des Herrn offenbarer Zeichen, sind nichts als Gnade und Gunst. Das Leid ist reine Barmherzigkeit, der Kummer ein Geschenk Gottes. Gift ist Zucker auf der Zunge; Zorn ist Güte und stärkt die Seele.
So preise Ihn, die liebende Vorsehung, dass Er dir dieses bittere Leid verordnete, das lautere Wohltat ist.
Muss ich wie Abraham durch Flammen schreiten, – JohannesA61 gleich die blutige Straße ziehn, – Wirfst Du wie Josef mich in einen Brunnen, – Schließt Du mich tief in einen Kerker ein, – Machst Du mich arm wie einst Mariens Sohn – Ich werde dennoch nimmer von Dir lassen. – Fest will ich stehn; – So neig’ ich Leib und Seel’ vor Deinem Willen.

192

Der Herr der Heerscharen ist heute der Verteidiger des Bündnisses; die Streitmacht des Gottesreiches ist sein Beschützer. Himmlische Seelen bieten ihre Dienste, die Engel der Höhe verkünden und verbreiten das Bündnis in allen Landen. Wer es mit Einsicht betrachtet, der sieht alle Kräfte des Weltalls letzten Endes dem Bündnis dienen. In Zukunft wird sich das in aller Deutlichkeit zeigen. Was können angesichts dieser Tatsache jene schwachen, kraftlosen Seelen erreichen? Selbst widerstandsfähige Pflanzen überdauern nicht, wenn sie ihrer Wurzeln und der Regengüsse aus den Wolken der Gnade beraubt sind. Was kann man da von schwachem Unkraut erwarten?…

193

Der Tag bricht an; am Aufgangsort der unsichtbaren Gefilde Gottes dämmert das Licht der Einheit, und aus dem verborgenen Reich der Einzigkeit strömt reiche Gnade wie eine Sturzflut hernieder. Von allen Seiten erschallen die frohen Botschaften des Gottesreichs, und aus allen Richtungen wehen an diesem Morgen die ersten Zeichen, dass Gottes Wort erhöht und Seine Sache aufgerichtet wird. Das Wort der Einheit verbreitet sich, die Verse der Einzigkeit werden gesungen, das Meer der Gottesgaben schlägt hohe Wellen; Sein Segen strömt in stürzenden Wasserfällen hernieder.
Des Allvergebenden Zeugnis hat alle Lande in Licht gehüllt, die Heere der himmlischen Schar stürmen voran, um an der Seite der Freunde des Herrn in die Schlacht zu ziehen und den Sieg davonzutragen. Der Ruf der Altehrwürdigen Schönheit – möge mein Leben ein Opfer für Seine Geliebten sein – erschallt von Pol zu Pol, und das Wort der Heiligen Sache verbreitet sich in Ost und West.
Das alles schenkt dem Herzen Freude, und doch ist ‘Abdu’l-Bahá tief in einem Meer des Leids versunken. Qual und Pein wirken derart auf meine Glieder, dass mich lähmende Schwäche am ganzen Leib ergriffen hat. Denkt daran, wie ich allein und ohne Hilfe den Ruf Gottes rund um die Welt kündete, wie die Völker sich erhoben, um sich zu widersetzen, zu streiten und zu leugnen. Einerseits weiß man, wie ewiggestrige Eiferer ihren Angriff in jeder Hinsicht vorantreiben; andererseits hört man von Lügnern und Spöttern, wie sie bis zum äußersten gehen, um den Göttlichen Baum mit den Wurzeln auszureißen. Welche gehässigen, verleumderischen Beschuldigungen bringen sie gegen die Urewige Schönheit vor, was für Schmähschriften voll boshafter, abartiger Behauptungen über den Größten Namen schreiben und verbreiten sie emsig! Und jetzt bieten sie in strengster Verschwiegenheit alles auf, um diesem Glauben einen furchtbaren Schlag zu versetzen.
Wieder haben die Hochmütigen alle möglichen Intrigen und Machenschaften ersonnen, um die Sache Gottes völlig lahm zu legen und um ‘Abdu’l-Bahás Namen aus dem Buch des Lebens zu tilgen.
Und jetzt hat sich zu all diesen Trübsalen, diesem Elend, diesen Angriffen der Feinde unter den Gläubigen selbst eine Staubwolke des Grolls erhoben, ungeachtet der Tatsache, dass die Sache der Urewigen Schönheit geradezu das Wesen der Liebe, der Kanal der Einheit ist, nur dazu da, dass alle zu Wellen eines Meeres werden, zu strahlenden Sternen am selben unendlichen Firmament, zu Perlen in der Muschel der Einzigkeit, zu funkelnden Edelsteinen aus den Bergwerken der Einheit, dass alle der anderen Diener werden, einander verehren, segnen und lobpreisen; dass jeder seine Zunge löse und alle anderen ohne Ausnahme in den Himmel hebe, jeder den anderen seinen Dank darbringe, dass alle die Augen zum Horizont der Herrlichkeit heben und eingedenk bleiben, wie sie der Heiligen Schwelle verbunden sind; dass sie nur das Gute im anderen sehen, nur Lob voneinander hören und kein Wort übereinander sprechen, es sei denn Lob und Preis.
Tatsächlich gibt es manche, die diesen Weg der Rechtschaffenheit beschreiten, und Gott sei Dank, sie empfangen durch himmlische Macht allüberall Kraft und Hilfe. Aber andere haben sich nicht so, wie sie sollten, zu dieser herrlichen, erhabenen Stufe erhoben, und das legt ‘Abdu’l-Bahá eine schwere Bürde Leid, unvorstellbares Leid aufs Herz. Denn kein gefährlicherer Sturm als dieser könnte jemals die Sache Gottes angreifen, nichts anderes könnte je den Einfluss Seines Wortes in solcher Weise mindern.
Es geziemt allen Geliebten Gottes, eins zu werden, sich im Schutz desselben Banners zu scharen, ein einheitliches Weltbild zu vertreten, demselben Pfad zu folgen, sich fest an einen einzigen Entschluss zu halten. Lasst sie ihre auseinandergehenden Theorien vergessen, ihre widersprüchlichen Ansichten beiseitelegen, denn – gelobt sei Gott! – unsere Absicht ist nur eine, unser Ziel ist eins. Wir sind die Diener an der einen Schwelle, wir nähren uns aus derselben Quelle, wir alle sind im Schatten desselben hehren Königszeltes versammelt, wir alle stehen im Schutz des einen himmlischen Baumes.
O ihr Geliebten des Herrn! Wenn jemand über einen Abwesenden Schlechtes sagt, führt das nur zu dem einen Ergebnis: Er dämpft die Begeisterung der Freunde und macht sie gleichgültig. Denn üble Nachrede entzweit und ist der Hauptgrund dafür, dass sich Freunde zurückziehen. Wenn jemand Schlechtes über einen Abwesenden sagt, haben seine Zuhörer die Pflicht, ihm auf geistige, freundliche Art Einhalt zu gebieten und ihm etwa folgendes zu sagen: Könnte diese Herabsetzung einem guten Zweck dienen? Würde sie die Gesegnete Schönheit erfreuen, zur bleibenden Ehre der Freunde beitragen, den heiligen Glauben voranbringen, das Bündnis stärken, oder irgendeiner Seele nützen? Nein, niemals! Im Gegenteil, dieses Gerede würde so dicke Lagen Staub auf die Herzen häufen, dass die Ohren nichts mehr hören, und die Augen das Licht der Wahrheit nicht mehr sehen.
Wenn sich aber jemand anschickt, Gutes über einen anderen zu sagen, wenn er seine Lippen zum Lob eines anderen öffnet, bringt er bei seinen Hörern eine Saite zum Schwingen, und Gottes Odem regt sie an. Ihre Herzen und Seelen jubeln über die Erfahrung, dass hier, Gott sei gedankt, dem Glauben eine Seele angehört, die ein Brennpunkt menschlicher Vollkommenheiten ist, eine Verkörperung der Gnadengaben des Herrn, ein Mensch von beredter Zunge und strahlendem Antlitz, in welcher Versammlung er auch sei, ein Wesen, dem der Sieg auf die Stirn geschrieben steht, den Gottes süße Düfte bestätigen.
Welches ist nun der bessere Weg? Ich schwöre bei der Schönheit des Herrn: Wann immer ich Gutes von den Freunden höre, wird mir das Herz voll vor Freude; wenn ich aber auch nur andeutungsweise erfahre, dass sie schlecht miteinander auskommen, übermannt mich der Kummer. So geht es ‘Abdu’l-Bahá. Urteilt selbst, was eure Pflicht ist.
Gott sei gelobt! Wohin wir uns auch wenden, überall öffnet die Urewige Schönheit weit die Tore der Gnade und verkündet in unmissverständlichen Worten frohe Botschaften des Sieges durch die Hilfe des Herrn. Durch Liebe gewinnt Er die Herzen der Gläubigen; ihren Sieg hat Er den himmlischen Heerscharen anvertraut.
Jetzt müssen sich die Geliebten inmitten aller Völker dieser Welt erheben, mit einem Herzen, so hell wie der Morgenstern, mit starkem inneren Verlangen, strahlendem Angesicht, moschusduftendem Atem, mit einer Zunge, die unaufhörlich von Gott spricht, mit kristallklarer Darlegung, hohem Entschluss, himmlischer Kraft, geistigem Charakter, mit geradezu göttlicher Bestätigung. Lasst sie alle am Horizont des Himmels erglänzen und am Firmament der Welt zu strahlenden Sternen werden. Lasst sie fruchttragende Bäume im himmlischen Hain, süßduftende Blüten im göttlichen Garten sein. Lasst sie vollendete Verse auf der Tafel des Weltalls, Worte der Einheit im Buch des Lebens sein. Dies ist die Anfangszeit, Anbeginn der Offenbarung des Größten Lichtes. Deshalb müssen in diesem Jahrhundert Tugenden erworben werden, edle Eigenschaften müssen in dieser Zeitspanne vervollkommnet werden. Jetzt in diesen Tagen muss das Paradies Abhá seine Zelte in den Gefilden der Welt errichten. Das Licht der Wirklichkeit muss jetzt enthüllt, die Geheimnisse der Segnungen Gottes müssen jetzt bekannt gemacht werden; jetzt muss die alte Gnade wieder scheinen, muss diese Welt sich wandeln in die Au des Himmels, in den Garten Gottes. Und aus reinen Herzen, durch himmlische Gnadengaben müssen jetzt alle Vollkommenheiten, Eigenschaften und Kennzeichen des Göttlichen offenbar gemacht werden.
Zu allen Zeiten betet und fleht ‘Abdu’l-Bahá demütig unter Tränen zum Allmächtigen an der Heiligen Schwelle, laut rufend:
O Du gütiger Herr! Wir sind Diener an Deiner Schwelle, die an Deinem heiligen Tor Obdach nehmen. Wir suchen keine Zuflucht als zu dieser starken Säule und wenden uns nach keinem Port als Deinem sicheren Gewahrsam. Beschütze uns, segne uns, hilf uns; lass uns nur Dein Wohlgefallen lieben, nur Dein Lob anstimmen, nur auf dem Pfad der Wahrheit wandeln, bis wir so reich werden, dass wir alles außer Dir entbehren können, unsere Gaben aus dem Meer Deiner Wohltätigkeit empfangen und allezeit danach trachten, Deine Sache zu erheben und Deine süßen Düfte nah und fern zu verbreiten, auf dass wir unser Selbst vergessen und, nur mit Dir befasst, alles für wertlos erachten und ganz in Dir aufgehen.
O Du Versorger, o Du Vergeber! Gewähre uns Deine Güte und Gnade, Deine Gaben und Spenden, und gib uns die Kraft, unser Ziel zu erreichen. Du bist der Gewaltige, der Fähige, der Wissende, der Sehende; wahrlich, Du bist der Freigebige, wahrlich, Du bist der Allerbarmer, wahrlich, Du bist der Immervergebende, dem Reue geschuldet wird, der selbst die schwersten Sünden vergibt.

194

O ihr aufrichtigen Geliebten der Schönheit Abhá! Auf der ganzen Erde wächst in dieser Zeit die Sache Gottes an Macht. Tag für Tag verbreitet sie sich immer weiter, bis ans Ende der Welt. Deshalb werden auch ihre Gegner aus allen Völkern und Geschlechtern der Welt angriffslustig, böswillig, neidisch und überaus feindselig. Die Geliebten Gottes müssen daher in allen Dingen, bedeutend oder nicht, die größte Sorgfalt und Besonnenheit walten lassen; sie müssen miteinander beraten und vereint dem Angriff derer widerstehen, die zum Streit aufhetzen und Unheil stiften. Sie müssen sich bemühen, mit jedermann freundlich zu verkehren, sie müssen bescheiden auftreten, einander Achtung und Rücksicht bezeigen, allen Völkern der Welt Güte und einfühlsame Aufmerksamkeit entgegenbringen. Geduldig und langmütig müssen sie sein, so dass sie göttliche Magneten des Reiches Abhá werden und die Tatkraft der himmlischen Heerscharen erwerben.
Des Menschen flüchtige Stunden auf Erden vergehen rasch, und das wenige, was bleibt, wird ein Ende haben; was aber kein Ende hat und immer währen wird, ist die Frucht seiner Dienstbarkeit an der göttlichen Schwelle. Bedenket die Wahrheit dieses Spruches. Wie überaus viele herrliche Beweise gibt es dafür in der Welt des Seins!
Die Herrlichkeit der Herrlichkeiten sei auf dem Volk Bahás!

195

O du erhabener Zweig am göttlichen Lotosbaum! … Wirst du von denen, die Unrecht tun, geschmäht und zurückgewiesen, so sei nicht entmutigt. Lass die Gewaltsamkeit und Halsstarrigkeit der Anmaßenden dir weder die Ruhe nehmen noch das Herz brechen; denn das ist die Art achtloser Seelen seit undenklichen Zeiten. »O das Elend der Menschen! Kein Gesandter kommt zu ihnen, ohne dass sie ihn verlachen!«Q37
Tatsächlich führt der Unwissenden Angriff und Widerstand nur dazu, dass Gottes Wort erhöht wird und Seine Zeichen und Beweise sich weithin verbreiten. Gäbe es nicht die Gegnerschaft der Verächter, die Verstocktheit der Verleumder, das Geschrei von den Kanzeln, das Rufen und Klagen von groß und klein gleichermaßen, den Vorwurf des Unglaubens aus dem Munde der Unwissenden, den Aufruhr der Toren – wie hätte dann wohl die Nachricht vom Kommen des Ersten Punktes und vom strahlenden Aufgang des Tagesgestirns Bahás Ost und West jemals erreicht? Wie sonst wäre der Planet von Pol zu Pol erschüttert worden? Wie sonst wäre Persien zum Lichtquell strahlenden Glanzes geworden, Kleinasien zum leuchtenden Herzen für die Schönheit des Herrn? Wie sonst hätte sich die Flamme der Offenbarung gen Süden verbreiten können? Wodurch sonst wäre Gottes Ruf im fernen Norden zu vernehmen gewesen? Wie sonst wäre Seine Vorladung im Erdteil Amerika und im dunklen Afrika gehört worden? Wie sonst hätte der Hahnenschrei des Himmels in die Ohren dringen können? Wie sonst hätten Indiens süße Papageien diesen Zucker kosten, wie hätten Iraks Nachtigallen ihren Jubel erheben können? Was sonst hätte Ost und West zum Tanze gebracht, wie hätte dieser Geheiligte Ort zum Thron der Schönheit Gottes werden können? Wie sonst hätte Sinai diesen lodernden Glanz erblicken, wie die Flamme der Wiederkunft jenen Berg schmücken können? Wie wäre das Heilige Land der Schönheit Gottes zum Schemel gemacht worden? Wie wäre das heilige Tal von TuváA62 zum Sitz überwältigender Gnade geworden, der geheiligte Ort, da Moses die Schuhe ablegte? Was sonst hätte den Himmelshauch durch das Tal der Heiligkeit getragen? Wie wären die süßen Lüfte aus den Gärten Abhás von den Bewohnern der Grünen Insel je wahrgenommen worden? Wie hätten sonst die Versprechen der Propheten, die frohen Botschaften der heiligen Seher vergangener Zeiten, die begeisternden Verheißungen der Manifestationen Gottes für diesen Heiligen Ort jemals erfüllt werden können?
Wie sonst hätte der Baum Anísá hier gepflanzt, des Testamentes Banner hier gehisst, der berauschende Kelch des Bündnisses an diese Lippen gesetzt werden können? All diese Segnungen und Gnadengaben, die Hauptwerkzeuge für die Verbreitung des Glaubens, sind durch den Spott der Unwissenden, die Gegnerschaft der Toren, den Starrsinn der Stumpfsinnigen, die Gewalt der Angreifer zustande gekommen. Anders hätte die Nachricht vom Kommen des Báb bis zum heutigen Tag noch nicht einmal die Nachbarländer erreicht. Deshalb sollten die Blindheit der Unwissenden, die Angriffe der Toren, die Feindseligkeit der Niederträchtigen, die Achtlosigkeit der Geistlichen, der Vorwurf des Unglaubens aus dem Munde der Gedankenlosen uns niemals betrüben. So handelten sie auch in vergangener Zeit. Dem wäre nicht so, wenn sie zu den Wissenden zählten. Sie aber sind umnachtet und kommen dem Verständnis dessen, was ihnen gesagt wird, nicht nahe.A63
So ziemt es dir, dem Spross aus Gottes Heiligem Baum, dem Zweig des mächtigen Stamms, wie es auch uns geziemt, durch die stärkende Gnade der Urewigen Schönheit – möge mein Leben ein Opfer für Seinen Heiligsten Schrein sein – mit der im Himmel entfachten Flamme zu lodern, damit wir von Pol zu Pol das Feuer der Liebe Gottes entzünden. Lass uns den großen, heiligen Baum des erhabenen Báb – möge mein Leben ein Opfer für Ihn sein – zum Vorbild nehmen. Wie Er lass uns die Brust entblößen für die Pfeile des Todeskampfes, wie Er unsere Herzen zu Zielscheiben für die Speere machen, die Gott uns bestimmt hat. Lass uns wie Kerzen niederbrennen, wie Motten lass uns die Flügel versengen, wie Lerchen unsere Klagerufe ausstoßen, wie Nachtigallen in Trauerlieder ausbrechen.
Wie Wolken lass uns Tränen vergießen, wie der flammende Blitz lass uns auflachen auf unserer Hetzjagd durch Ost und West. Bei Tag und bei Nacht lass uns nur daran denken, wie wir Gottes süße Düfte verbreiten. Lass uns nicht immer fortfahren in unseren Phantastereien und Illusionen, mit unserem unaufhörlichen Zergliedern und Interpretieren und Weiterverbreiten vielschichtiger Unsicherheiten und Zweifel. Lass uns alle selbstischen Gedanken beiseiteschieben; lass uns die Augen schließen für alles auf dieser Erde, lass uns weder bekanntmachen, was wir erdulden, noch uns über erlittenes Unrecht beklagen. Lass uns vielmehr unser eigenes Ich vergessen, und den Wein himmlischer Gnade trinkend, wollen wir unseren Jubel laut hinausrufen und uns in der Schönheit des Allherrlichen verlieren.
O du Afnán des göttlichen Lotosbaumes! Wir müssen uns alle darum bemühen, wie beladene Äste zu werden, die immer süßere, immer bekömmlichere Früchte tragen, so dass im Zweig die Wurzel weiterwirkt und der Teil mit dem Ganzen in Einklang steht. Es ist meine Hoffnung, dass wir durch die Freigebigkeit des Größten Namens und durch die Güte des Ersten Punktes – möge meine Seele für sie beide ein Opfer sein – Werkzeuge für die Verherrlichung von Gottes Wort auf der ganzen Welt werden, dass wir immerfort dem Ursprung unserer Sache dienen und über alle Menschen den Baldachin des wahren, heiligen Eifers für den Herrn ausspannen, dass wir über den Gefilden der Gnade die linden Lüfte wecken, die den Menschen die süßen Düfte aus Gottes Gärten zutragen, dass wir diese Erde zum Paradies Abhá machen, diese niedrige Welt in das Königreich des Himmels verwandeln.
Allen Dienern Gottes, ganz besonders den vom Glauben Entflammten, ward diese Aufgabe des Dienstes für den allmächtigen Gott wahrlich zuteil; aber die uns auferlegte Pflicht ist noch größer als die der anderen. Bei Gott suchen wir Gnade, Gunst und Kraft.
Aller Lob und Dank sei Ihm, der Gesegneten Schönheit, dass Er die Streitmacht Seines Reiches Abhá zum Kampfe ruft und uns Seine nie versagende Hilfe sendet, zuverlässig wie die aufgehenden Sterne. In jedem Winkel dieser Erde stützt Er diesen einsamen, auf sich gestellten Diener, in jedem Augenblick lässt Er mich um die Zeichen und Beweise Seiner Liebe wissen. Die ihrem eitlen Wahn anhangen, macht Er stumpf und starr, ehrlos vor hoch und niedrig. Wer Wahn und Launen nachläuft, den setzt Er dem Schimpf des Volkes aus; den Anmaßenden stellt Er an den Pranger. Die Freunde, die in ihrem Glauben wankend wurden, lässt Er zur Warnung werden für jedes offene Auge; die Führer der Wankelmütigen, gefangen in Eigenliebe, lässt Er in Eitelkeit ertrinken. Doch durch die Kraft Seiner Macht lässt Er diesen flügellahmen Vogel sich aufschwingen vor den Augen aller Erdenbewohner. Er zerschlägt die geschlossene Front der Empörer, den Heerscharen der Erlösung verleiht Er den Sieg, Er haucht den Herzen der im Bund und Testament Standhaften den Odem ewigen Lebens ein.
Gib die Grüße Abhás jedem Afnán weiter, der den Zweigen des Heiligen Baumes entsprossen ist. Die Herrlichkeit sei mit dir und allen Afnán, die dem Bündnis gläubig und treu verbunden sind.

196

O du, der du standhaft im Bündnis bist! Dein Brief vom 9. September 1909 ist angekommen. Sei weder traurig noch verzweifelt über das, was geschehen ist. Dieses Unheil brach über dich als Wanderer auf dem Pfade Gottes herein; deshalb soll es dir Freude bringen. Wir wandten uns bereits früher schriftlich an die Freunde und erklärten ihnen auch mündlich, dass die Freunde im Westen zweifellos ihren Anteil an den Schicksalsschlägen der Freunde im Osten werden tragen müssen. Unvermeidlich werden auch sie, die sie auf dem Pfad Bahá’u’lláhs wandeln, zur Zielscheibe für die Verfolgung der Unterdrücker.
Bedenke, wie zu Beginn der christlichen Zeit die Apostel heimgesucht wurden, welche Qualen sie auf dem Pfad Christi erduldeten. Jeden Tag ihres Lebens dienten sie den Pharisäern als Zielscheibe für die Pfeile des Spottes, der Verleumdung und Beschimpfung. Sie trugen großes Ungemach, kamen ins Gefängnis, und die meisten von ihnen führten den süßen Kelch des Martyriums an die Lippen.
Nun müsst ihr gewiss ebenfalls in kleinem Umfang meine Teilhaber werden und euer Maß an Kummer und Prüfungen auf euch nehmen. Aber diese Stunden gehen vorüber, während bleibende Herrlichkeit und ewiges Leben unverändert bestehen. Mehr noch, dieses Leid führt zu großem Fortschritt.
Ich flehe zu Gott, dass du als Sein Ackerknecht den harten, steinigen Boden pflügst, wässerst und die Saat ausbringst – denn das wird zeigen, wie fähig der Bauer ist. Die lockere Erde, frei von Dorngestrüpp, kann jeder bestellen.

197

O du Diener Gottes! Gräme dich nicht wegen der Heimsuchungen und Trübsale, die über dich gekommen sind. Alle Trübsale und Heimsuchungen werden dem Menschen zuteil, damit er diese sterbliche Welt verschmähe – eine Welt, der er sehr verhaftet ist. Wenn er schwere Prüfungen und Nöte erfährt, wird sein Wesen vor dieser Verhaftung zurückschrecken und sich nach dem ewigen Reiche sehnen – einem Reich, das über alle Heimsuchungen und Trübsale geheiligt ist. So ergeht es dem weisen Menschen. Er wird nie aus einem Becher trinken, der einen widerlichen Nachgeschmack hat, im Gegenteil, er wird den Becher reinen und klaren Wassers suchen. Er wird nicht den Honig kosten, der mit Gift gemischt ist.
Preise Gott, dass du versucht wurdest und eine solche Prüfung erfahren hast. Sei geduldig und dankbar. Wende dein Angesicht dem Reiche Gottes zu und strebe danach, barmherzig und erleuchtet zu werden, die Kennzeichen des Gottesreiches und des Herrn zu erlangen. Bemühe dich, gegen die Vergnügungen dieser Welt und ihre Bequemlichkeit gleichgültig zu werden, fest und standhaft im Bündnis zu bleiben und die Sache Gottes zu verkünden.
Darauf beruht die Erhöhung des Menschen, seine Herrlichkeit und sein Heil.

198

O du, der du in den Hauch Gottes verliebt bist! Ich las den Brief, der deine Liebe zu Gott, dein unwiderstehliches Hingezogensein zu Seiner Schönheit laut hinausruft. Die wundersame Melodie dieses Briefes machte mir das Herz froh.
Mit meinem vorangegangenen Brief wollte ich dir sagen, dass wir uns Prüfungen und Trübsalen unterziehen müssen, wenn wir das Wort Gottes verherrlichen wollen, und dass es jeden Augenblick Ungemach, Kummer und Qualen gibt, wenn wir Ihn lieben.
Zunächst muss der Mensch diese Gottesurteile schätzen lernen; er muss sie bereitwillig annehmen und voll Eifer willkommen heißen; erst dann sollte er die Lehrarbeit für den Glauben beginnen und Gottes Wort verherrlichen.
In diesem Zustand wird er niemals entmutigt werden, einerlei was ihm in seiner Liebe zu Gott zustoßen sollte: Belästigung, Vorwurf, Verleumdung, Fluch, Misshandlung, Kerker, Tod. Seine Leidenschaft für die Göttliche Schönheit wird nur an Stärke gewinnen. Das war, was ich sagen wollte.
Wehe andererseits der elenden Seele, die Bequemlichkeit, Reichtümer und irdische Freuden sucht und dabei versäumt, an Gott zu denken! Denn für ‘Abdu’l-Bahá ist Trübsal auf dem Pfade Gottes nur Gunst und Gnade, und die Allherrliche Schönheit erklärt in einem Sendbrief: »Nie ging Ich an einem Baum vorbei, ohne dass Mein Herz ihn anredete und sprach: ›O würdest du doch in Meinem Namen gefällt und Mein Leib an dir gekreuzigt!‹«Q38 Das waren die Worte des Größten Namens. Das ist Sein Pfad. Das ist der Weg zu Seinem Reich der Macht.

199

O ihr Aufrichtigen, ihr Sehnsüchtigen, die ihr wie von einem Magneten angezogen seid und euch erhoben habt, der Sache Gottes zu dienen, Sein Wort zu verherrlichen und Seine süßen Düfte überall zu verbreiten! Ich las euren vortrefflichen Brief, wunderschön im Stil, ausdrucksvoll in der Wortwahl, tief an Bedeutung, und ich pries Gott und dankte Ihm, dass Er euch zu Hilfe kommt und euch befähigt, Ihm in Seinem weiten Weinberg zu dienen.
Bald werden eure Angesichter strahlen im Widerschein eurer demütigen Bitten, eurer Andacht vor Gott, eurer Gebete zu Ihm und eurer selbstlosen Bescheidenheit in der Gegenwart der Freunde. Er wird eure Versammlung zu einem Magneten machen, der die lichten Strahlen göttlicher Bestätigung aus Seinem Reich der Herrlichkeit auf euch herniederzieht.
Es ist eure Pflicht, tief im Herzen nachzusinnen und Seine Worte zu bedenken, Ihn demütig anzurufen und in Seiner himmlischen Sache euer Selbst beiseitezulegen. Dies wird euch zu Zeichen der Führung für die ganze Menschheit machen, zu strahlenden Sternen, die vom allhöchsten Horizont scheinen, zu mächtigen Bäumen im Paradies Abhá.
Wisset, dass ‘Abdu’l-Bahá in immerwährender Freude lebt. In diesem entlegenen Gefängnis zu wohnen, bedeutet mir größte Freude. Beim Leben Bahás! Dieses Gefängnis ist mein himmlisches Paradies, mein ersehntes Ziel, Trost meiner Brust, die Seligkeit meines Herzens; es ist meine Zuflucht, mein Schutz, mein Asyl, mein sicherer Hafen, und in diesem Gefängnis frohlocke ich inmitten der himmlischen Heerscharen.
Freut euch meiner Knechtschaft, o ihr Freunde Gottes, denn sie sät den Samen der Freiheit; freut euch meiner Kerkerhaft, denn sie ist der Quell der Erlösung; seid froh über meine Mühe und Plage, denn sie führen zu ewigem Behagen. Bei Gott, dem Herrn! Nicht für den Thron der ganzen Welt würde ich dieses Gefängnis tauschen, nicht für Vergnügen und Kurzweil in all den lieblichen Gärten auf Erden will ich diese Haft aufgeben. Es ist meine Hoffnung, dass ich durch die reiche Güte des Herrn, durch Seine Freigebigkeit und Gnade auf Seinem Pfade den Galgen ziere, dass mein Herz zur Zielscheibe werde für tausend Kugeln, dass ich in die Meerestiefen versenkt oder im Wüstensand dem Verschmachten preisgegeben werde. Danach sehne ich mich am meisten, das ist mein höchstes Verlangen; es erquickt meine Seele, ist Balsam für meine Brust, der Trost meiner Augen.
Und ihr, o ihr Geliebten Gottes, macht eure Schritte sicher in Seiner Sache mit so festem Entschluss, dass ihr nicht erschüttert werdet, selbst wenn die schrecklichsten Trübsale die Welt bestürmen. Lasst euch unter keinen Umständen und durch nichts verwirren. Seid fest verankert wie die hohen Berge, seid Sterne, die am Horizont des Lebens aufleuchten, strahlende Lichter in den Versammlungen der Einheit, bescheidene, demütige Seelen in der Gegenwart der Freunde, unschuldig in eurem Herzen. Seid Sinnbilder der Führung und Leuchten der Frömmigkeit, losgelöst von der Welt, fest an den sicheren, starken Griff geklammert, den Geist des Lebens verbreitend, geborgen in der Arche der Erlösung. Seid Morgenstrahlen der Freigebigkeit, Dämmerorte der Geheimnisse des Seins, Stätten, aus denen die Erleuchtung steigt, Aufgangsorte des Strahlenglanzes; seid Seelen, denen der Heilige Geist Kraft verleiht, den Herrn innig liebend, gelöst von allem außer Ihm, geheiligt über die Wesenszüge des Menschlichen, geschmückt mit den Eigenschaften der Engel im Himmel, so dass ihr in dieser neuen Zeit, diesem wundervollen Jahrhundert, den höchsten Segen erlanget.
Beim Leben Bahás! Nur wer losgelöst ist von der Welt, wird diese Gnadenfülle erlangen, nur wer gefangen ist in Gottes Liebe, frei von Leidenschaft, frei vom Ich, seinem Gott in jeder Hinsicht treu, bescheiden, demütig, nur wer flehentlich unter Tränen darum bittet und völlig ergeben ist in der Gegenwart des Herrn.

200

O meine geistig Geliebten! Zu einer Zeit, da hoch ein Meer von Prüfungen und Leiden brandete und seine Wellen bis zum Himmel warf, da ganze Scharen uns angriffen und die Tyrannen uns drückendes Unrecht zufügten – zu einer solchen Zeit waren einige darauf aus, uns zu verleumden. Sie taten sich mit unserem lieblosen Bruder zusammen, brachten eine Abhandlung voll lügnerischer Anschuldigungen heraus und erhoben Anklagen und Verleumdungen gegen uns.
Auf diese Weise alarmierten sie die Regierungsbehörden und brachten sie durcheinander. Es ist deutlich zu sehen, wie sich daraufhin die Lage dieses Gefangenen in der verfallenen Festung entwickelte, welch schreckliches Unrecht und Unheil angerichtet wurde, schlimmer als es Worte ausdrücken können. Trotz allem blieb dieser heimatlose Gefangene innerlich sicher und ruhig, im Vertrauen auf den unvergleichlichen Herrn, voll Sehnsucht nach all den Leiden, die auf dem Pfade der Gottesliebe zu bestehen sein mögen. Denn des Hasses Pfeile sind in unseren Augen wie ein Perlenband als Geschenk von Ihm, und tödliches Gift ist wie ein Heiltrank.
In dieser Lage befanden wir uns, als uns ein Brief der amerikanischen FreundeA64 erreichte. Sie hatten sich geschworen, so schrieben sie, in allen Dingen einig zu bleiben. Die Unterzeichnenden hatten allesamt gelobt, auf dem Pfade der Liebe Gottes Opfer zu bringen, um ewiges Leben zu gewinnen. In dem Augenblick, als dieser Brief mit all den Unterschriften am Ende verlesen wurde, überkam ‘Abdu’l-Bahá so große Freude, dass keine Feder sie zu beschreiben vermag. Er dankte Gott, dass sich dortzulande Freunde erhoben haben, die in vollkommener Eintracht zusammenleben wollen, in der schönsten Gemeinschaft, in voller Übereinstimmung, eng miteinander verbunden und vereint in ihren Bemühungen.
Je mehr ihr an dieser Übereinkunft festhaltet, desto glücklicher und gedeihlicher wird sich alles gestalten; denn dieser Bund zieht Gottes Bestätigungen auf sich. Hoffen die Liebenden Gottes auf die Gnade, die himmlischen Heerscharen zu Freunden zu gewinnen, so müssen sie alles in ihrer Macht Stehende tun, diese Übereinkunft zu stärken; denn eine solche Verbindung der Bruderschaft und Einigkeit bedeutet, den Baum des Lebens zu bewässern: Sie ist das ewige Leben.
O ihr, die ihr Gott liebt! Macht eure Schritte fest. Erfüllt das Versprechen, das ihr einander gabt. Schreitet einträchtig voran, damit ihr den süßen Duft der Gottesliebe verbreitet und Seine Lehren aufrichtet, bis ihr dem Leichnam dieser Welt eine Seele einhaucht und im Reich des Stoffes wie des Geistes jedem Kranken wahre Heilung bringt.
O ihr, die ihr Gott liebt! Die Welt gleicht einem Menschen, der krank und schwach ist, dessen Augen nichts mehr sehen und dessen Ohren taub wurden. Seine ganze Kraft ist zerstört und verbraucht. Deshalb müssen die Freunde Gottes fähige Ärzte sein, die diesen Kranken nach den heiligen Lehren pflegen, bis er wieder gesund ist. So Gott will, wird die Welt genesen und auf Dauer heil bleiben. Ihre erschöpften Fähigkeiten werden wiederhergestellt, ihr Leib wird solche Lebenskraft und Frische annehmen, dass er in heiterer Anmut erstrahlt.
Das erste Heilmittel ist, das Volk rechtzuleiten, so dass es sich Gott zuwendet, auf Seinen Rat hört und alsdann mit hörenden Ohren und sehenden Augen voranschreitet. Hat man den Menschen diesen rasch wirkenden Trunk verabreicht, dann muss man sie nach den Lehren dazu führen, sich die Eigenschaften und Verhaltensweisen der himmlischen Heerscharen anzueignen, und muss sie ermutigen, die Gnadengaben des Reiches Abhá zu suchen. Sie müssen die letzte Spur von Hass und Groll aus ihren Herzen tilgen und sich anschicken, wahrhaftig und ehrlich zu sein, versöhnungsbereit und liebevoll gegenüber allen Menschen, damit sich Ost und West wie zwei Liebende umschlungen halten, Hass und Feindseligkeit von dieser Erde verschwinden und an ihrer Statt der Weltfriede fest verwurzelt wird.
O ihr, die ihr Gott liebt! Seid freundlich zu allen Völkern, kümmert euch um jeden Menschen, tut, was ihr könnt, um die Herzen und Gemüter der Menschen zu läutern, und bemüht euch, jede Seele zu erfreuen. Seid für jede Au ein Regenschauer der Gnade, für jeden Baum das Wasser des Lebens, seid wie süßer Moschus für den Sinn der Menschen, und für die Kranken seid eine frische, belebende Brise. Seid schmackhaftes Wasser für alle Dürstenden, ein behutsamer Führer für alle, die ihren Weg verloren haben; seid den Waisen Vater und Mutter, den Alten liebevolle Söhne und Töchter, ein reicher Schatz den Armen. Erachtet Liebe und Brüderlichkeit als des Himmels Wonnen, Feindseligkeit und Hass als Höllenqual.
Verwöhnt euren Leib nicht mit Ruhe, sondern arbeitet mit ganzer Seele, und aus vollem Herzen ruft und bittet Gott, dass Er euch Seine Hilfe und Gnade gewähre. So verwandelt ihr diese Welt in das Paradies Abhá, diesen Erdball in den Paradeplatz für das Reich der Höhe. Wenn ihr nur die Mühe auf euch nehmt, wird diese Pracht sicherlich leuchten, diese Wolken der Barmherzigkeit werden ihren Regen verströmen, diese lebenspendenden Winde werden sich erheben und wehen, dieser süßduftende Moschus wird sich allenthalben verbreiten.
O ihr, die ihr Gott liebt! Denkt nicht weiter darüber nach, was an diesem heiligen Ort noch geschehen mag, und seid in keiner Weise beunruhigt. Was immer geschieht, gereicht zum besten; denn Leid ist nur der innerste Kern der Gnadengabe, Sorge und Plage sind lautere Barmherzigkeit, Schmerz ist Seelenfrieden, und ein Opfer zu bringen, bedeutet, ein Geschenk zu empfangen. Was auch immer geschehen wird, es kommt aus Gottes Gnade.
Richtet euren Blick deshalb auf eure eigenen Aufgaben: Führt das Volk und erzieht es auf den Wegen ‘Abdu’l-Bahás. Überbringt der Menschheit diese frohe Botschaft aus dem Reich Abhá. Rastet weder bei Tag noch bei Nacht. Sucht keinen Augenblick der Ruhe. Bemüht euch mit ganzer Kraft und bringt den Menschen diese frohe Botschaft zu Gehör. In eurer Liebe zu Gott und eurer Bindung an ‘Abdu’l-Bahá nehmt jede Drangsal, jede Sorge auf euch. Erduldet des Angreifers Hohn, nehmt des Feindes Vorwurf hin. Folgt den Fußstapfen ‘Abdu’l-Bahás auf dem Pfade der Schönheit Abhá und sehnt euch jeden Augenblick danach, euer Leben hinzugeben. Strahlt wie die Sonne, seid ruhelos wie das Meer, vergießt wie die Wolken des Himmels Leben über Feld und Flur, und den Aprilwinden gleich blast Frische durch den Menschenwald und bringt ihn zum Blühen.

201

O du, die Gottes Liebe mitreißt! Die Sonne der Wahrheit ist über dem Horizont dieser Welt aufgegangen und wirft ihre Lichtstrahlen der Führung hernieder. Die ewige Gnade wird nie unterbrochen, und eine Frucht dieser ewigen Gnade ist der Weltfrieden. Sei deshalb gewiss: In diesem Zeitalter des Geistes wird das Reich des Friedens sein Königszelt auf den Gipfeln der Welt errichten. Das Gebot des Friedefürsten wird die Adern und die Nerven jedes Volkes so beherrschen, dass es alle Nationen auf Erden in Seinen schützenden Schatten zieht. An den Quellen der Liebe, der Wahrheit und der Einheit wird der wahre Hirte Seine Schafe tränken.
O du Dienerin Gottes! Der Friede muss zuerst unter den einzelnen Menschen gestiftet werden, bis er schließlich zum Frieden unter den Nationen führt. O ihr Bahá’í! Strebt deshalb mit ganzer Kraft danach, durch die Macht des Gotteswortes echte Liebe, geistige Gemeinschaft und dauerhafte Bande zwischen den Menschen zu schaffen. Das ist eure Aufgabe.

202A65

O ihr Liebenden der Wahrheit, ihr Diener der Menschheit! Herrliche Düfte strömten aus den Blüten eurer Gedanken und Hoffnungen. Deshalb treibt mich ein tiefes Pflichtgefühl, diese Worte niederzuschreiben.
Ihr seht, wie diese Welt in sich zerstritten ist, wie viele Länder rot sind von Blut, wie ihr Staub zu Klumpen gebacken ist mit geronnenem Menschenblut. Die Feuer des Streites lodern so hoch, dass zu keiner früheren Zeit, weder im Mittelalter noch in der Neuzeit, jemals ein so grauenhafter Krieg herrschte, ein Krieg, der die Schädel der Menschen zermalmt wie Mühlsteine das Korn. Noch viel schrecklicher, denn reiche Länder fielen in Schutt und Asche, ganze Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht, viele blühende Dörfer sind jetzt Ruinen. Väter verloren ihre Söhne und Söhne ihre Väter, Mütter zerfließen in Tränen über ihre toten Kinder, Kinder wurden zu Waisen, Frauen irren vertrieben und heimatlos umher. In jeder Hinsicht ist die Menschheit tief gesunken. Laut gellen die Schreie vaterloser Kinder, laut die schmerzerfüllten Stimmen der Mütter zum Himmel.
Der Nährboden all dieser Tragödien ist das Vorurteil: das Vorurteil der Rasse und Nation, der Religion, der politischen Meinung; und die Wurzel des Vorurteils ist die blinde Nachahmung der Vergangenheit – die Nachahmung in der Religion, bei Einstellungen zu anderen Rassen, bei nationalen Vorlieben, in der Politik. Solange dieses Nachäffen der Vergangenheit anhält, werden die Grundlagen der Gesellschaftsordnung in alle Winde verweht, und die Menschheit wird ständig den schrecklichsten Gefahren ausgesetzt sein.
Ist es heutzutage, in unserem erleuchteten Zeitalter, da vormals unbekannte Wirklichkeiten aufgedeckt und die Geheimnisse der Schöpfung dem Menschen enthüllt sind, da der Morgen der Wahrheit angebrochen ist und die Welt erleuchtet hat – ist es da überhaupt statthaft, dass die Menschen einen so fürchterlichen Krieg führen, der die Menschheit ins Verderben stürzt? Nein, bei Gott, dem Herrn!
Jesus Christus rief die ganze Menschheit zu Freundschaft und Frieden auf. Zu Petrus sprach Er: »Stecke dein Schwert in die Scheide.«Q39 Das war das Gebot und der Rat Christi, des Herrn; und doch haben heutzutage alle Christen ihre Schwerter aus der Scheide gezogen. Wie groß ist der Widerspruch zwischen solchem Tun und dem klaren Wortlaut des Evangeliums!
Vor sechzig Jahren erhob sich Bahá’u’lláh wie die Sonne über Persien. Er erklärte, dass die Himmel der Welt verdunkelt sind, dass dieses Dunkel Unheil verkündet und schreckliche Kriege bevorstehen. Aus dem Gefängnis von ‘Akká wandte Er sich an den deutschen Kaiser in deutlicher Sprache und sagte ihm, dass ein großer Krieg bevorstehe und seine Stadt Berlin in Jammern und Wehklagen ausbrechen werde. So schrieb Er auch an den türkischen Herrscher, obwohl Er selbst ein Opfer dieses Sulṭáns, ein Gefangener in dessen Gefängnis war; Er war in der Festung ‘Akká eingekerkert. Klar führte Er aus, dass Konstantinopel von einem plötzlichen, radikalen Umschwung überrascht würde, so heftig, dass die Frauen und Kinder der Stadt jammern und laut klagen würden. Kurz gesagt, solche Worte richtete Er an alle Monarchen und Präsidenten, und alles ereignete sich genauso, wie Er vorhersagte.
Aus Seiner machtvollen Feder ergingen vielseitige Lehren, wie Krieg zu verhindern sei; diese Lehren wurden überallhin verbreitet.
Die erste Lehre ist das unabhängige Forschen nach der Wahrheit; denn blinde Nachahmung des Vergangenen lässt den Geist verkümmern. Sobald aber jede Seele nach der Wahrheit forscht, ist die Gesellschaft befreit vom Dunkel des ständigen Wiederholens der Vergangenheit.
Sein zweites Prinzip ist die Einheit der Menschheit: Alle Menschen sind Gottes Herde, und Gott ist ihr liebender Hirte, der zärtlich für alle sorgt, ohne den einen oder anderen vorzuziehen. »Keinen Unterschied kannst du sehen in der Schöpfung des Gottes der Barmherzigkeit.«Q40 Alle sind Seine Diener, alle erbitten Seine Gnade.
Seine dritte Lehre ist, dass die Religion eine mächtige Feste ist, dass sie aber Liebe hervorbringen muss, nicht Böswilligkeit und Hass. Führt sie zu Bosheit, Groll und Hass, so hat sie keinerlei Wert. Denn die Religion ist ein Heilmittel; wenn aber das Heilmittel krank macht, lässt man es besser weg. Noch einmal zu den religiösen, rassischen, nationalen und politischen Voreingenommenheiten: Alle diese Vorurteile treffen menschliches Leben an der Wurzel. Sie alle ziehen Blutvergießen nach sich, sie zerstören die Welt. Solange diese Vorurteile bestehen, wird es beständig schreckliche Kriege geben.
Um diesen Zustand zu heilen, brauchen wir den Weltfrieden, und um ihn zustandezubringen, muss ein höchster Gerichtshof, in welchem alle Regierungen und Völker vertreten sind, errichtet werden. Nationale wie internationale Streitfragen müssen ihm unterbreitet werden, und alle müssen die Entscheidungen dieses Gerichtshofes durchführen. Sollte eine Regierung oder ein Volk nicht gehorchen, so lasst die ganze Welt sich gegen diese Regierung oder dieses Volk erheben.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist die Gleichheit von Mann und Frau und ihre völlige Gleichberechtigung. Es gibt noch viele ähnliche Grundsätze. Bereits heute ist offensichtlich, dass diese Lehren Leben und Seele der Welt sind.
O ihr Diener des Menschengeschlechts! Strebt aus ganzem Herzen danach, die Menschheit zu erlösen von den dunklen Vorurteilen, die den menschlichen Lebensumständen und der Naturwelt angehören, damit die Menschenwelt ihren Weg in das Licht der Welt Gottes finde.
Preis sei Ihm! Ihr kennt die vielfältigen Gesetze, Institutionen und Grundsätze der Welt. Nur die göttlichen Lehren können heutzutage den Frieden und die Ruhe der Menschheit sichern. Ohne diese Lehren hört das Dunkel nicht auf, werden die chronischen Krankheiten nie geheilt. Nein, sie werden sich von Tag zu Tag verschlimmern. Der Balkan wird unzufrieden bleiben. Seine Ruhelosigkeit wird wachsen. Die besiegten Mächte werden weiterwühlen. Sie werden zu jedem Mittel greifen, die Flamme des Krieges wieder zu entzünden. Neugeschaffene Bewegungen von weltweiter Bedeutung werden alle Kräfte für den Fortschritt ihrer Pläne aufbieten. Die Bewegung der Linken wird große Bedeutung erlangen. Ihr Einfluss wird sich ausbreiten.
Bemüht euch deshalb mit Gottes Hilfe, erleuchtetem Verstand, mit Herz und Hand, mit einer Kraft, die aus dem Himmel geboren ist, dass ihr Gottes Gnadengabe für die Menschen werdet und der ganzen Menschheit Frieden und Wohlfahrt bringt.

203

O du, der du den Bund Gottes innig liebst! Die Gesegnete Schönheit hat diesem Diener prophezeit, dass sich Seelen erheben werden, die wahre Verkörperungen der Führung sind, Banner der himmlischen Heerscharen, Fackeln der Einheit Gottes und Sterne Seiner reinen Wahrheit, strahlend in den Himmeln, wo Gott allein regiert. Sie werden die Blinden sehend und die Tauben hörend machen; sie werden die Toten zum Leben erwecken. Allen Völkern der Erde werden sie entgegentreten und ihre Sache mit den Beweisen des Herrn der sieben Sphären vertreten.
Ich hoffe, dass Er in Seiner Güte diese Seelen bald erwecken wird, auf dass Seine Sache erhöht werde. Der Magnet, der diese Gnade anziehen wird, ist Festigkeit im Bündnis. Danke du Gott, dass du der Festeste der Festen bist.
O mein Gott! Hilf Du Deinem Diener, das Wort zu erhöhen und zu widerlegen, was falsch und eitel ist, die Wahrheit fest zu begründen, die heiligen Verse überallhin zu verbreiten, die Herrlichkeit zu enthüllen und das Morgenlicht in den Herzen der Rechtschaffenen anbrechen zu lassen.
Du bist wahrlich der Großmütige, der Vergebende.

204

O Phönix aus der unsterblichen Flamme, die im geheiligten Baume brennt! Bahá’u’lláh – mögen mein Leben, meine Seele, mein Geist Opfer für Seine demütigen Diener sein – hat in Seinen letzten Tagen auf Erden eindrücklich verheißen, die Gnadenströme Gottes und die hilfreiche Unterstützung aus Seinem Reich in der Höhe werden dazu führen, dass sich Seelen erheben und heilige Wesen erscheinen, die sternengleich das Himmelszelt göttlicher Führung schmücken, den Tagesanbruch der liebevollen Güte und Gnadengaben erleuchten, die Zeichen der Einheit Gottes offenbaren, Seelen, die mit dem Licht der Heiligkeit und Reinheit strahlen, ihr volles Maß göttlicher Eingebung empfangen, hoch die heilige Fackel des Glaubens recken, fest stehen wie der Fels und unverrückbar wie der Berg und wachsen, um Leuchten in den Himmeln Seiner Offenbarung zu werden, breite Kanäle Seiner Gnade, Werkzeuge für die Segnungen von Gottes wohltätiger Fürsorge, Herolde, die den Namen des einen wahren Gottes ausrufen, und Bauleute an der Welt größtem Ordnungsgefüge.
Unablässig werden sie Tag und Nacht tätig sein, weder Prüfung noch Schmerz achten, keinen Aufschub in ihren Anstrengungen dulden, keine Ruhe suchen, Wohlstand und Behagen verschmähen und losgelöst und unbefleckt jeden flüchtigen Augenblick ihres Lebens der Verbreitung der Düfte Gottes, der Verherrlichung Seines heiligen Wortes weihen. Himmlische Freude wird ihr Angesicht ausstrahlen, und ihr Herz wird von Frohlocken erfüllt sein. Ihre Seelen werden erleuchtet sein, ihre Grundlagen fest verankert. In alle Welt hin werden sie sich zerstreuen, durch alle Regionen werden sie reisen. Ihre Stimme werden sie in jeder Versammlung erheben, jede Zusammenkunft werden sie schmücken und beleben. In jeder Sprache werden sie reden und alle verborgenen Bedeutungen erklären. Die Geheimnisse des Reiches Gottes werden sie offenbaren und jedem Menschen die Zeichen Gottes enthüllen. Wie helle Kerzen werden sie im Herzen jeder Versammlung brennen, wie Sterne von allen Horizonten strahlen. Die linden Lüfte aus den Gärten ihrer Herzen werden die Seelen der Menschen erwecken und durchduften, und die Enthüllungen ihres Geistes werden wie Regenschauer die Völker und Nationen der Welt neu beleben.
Ich warte, ich warte voll Ungeduld auf das Erscheinen dieser Heiligen. Wie lange werden sie noch säumen? Mein Gebet, meine flehende Bitte des Abends und des Morgens ist, diese strahlenden Sterne mögen bald ihren Glanz über die Welt ergießen, ihr gesegnetes Angesicht möge sterblichen Augen entschleiert werden, die Heerscharen göttlichen Beistands mögen ihren Sieg sichern, und die Wogen der Gnade, die aus Seinen himmlischen Meeren steigen, mögen sich über die ganze Menschheit ergießen. Betet auch ihr und fleht zu Ihm, dass durch die helfende Gunst der Altehrwürdigen Schönheit diese Seelen den Augen der Welt enthüllt werden.
Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und mit dem, dessen Antlitz von diesem ewigen Licht aus Seinem Reiche der Herrlichkeit erleuchtet ist.

205

O ihr verehrten Seelen! Die fortgesetzte Nachahmung veralteter, überlebter Gewohnheiten machte die Welt finster wie die schwarze Nacht. Die Grundlagen der göttlichen Lehren gingen dem Gedächtnis verloren; ihr Herz und Mark gerieten ganz und gar in Vergessenheit; die Menschen hielten sich an die Schalen. Die Nationen waren in einen jämmerlichen Zustand verfallen, wie zerrissene, längst abgetragene Kleider.
Aus dieser schwarzen Finsternis dämmerten die Lehren Bahá’u’lláhs wie der Morgenglanz. Er legte der Welt ein neues, lichtes Gewand an, und dieses neue Gewand sind die Grundsätze, die von Gott herniederkamen.
Jetzt ist das neue Zeitalter angebrochen, die Schöpfung wiedergeboren. Die Menschheit ist zu neuem Leben erwacht. Der Herbst ist vorüber, der belebende Frühling ist gekommen. Alles ist neu gemacht. Künste und Gewerbe sind wiedergeboren, es gibt neue Entdeckungen in der Wissenschaft und neue Erfindungen. Selbst Einzelheiten des täglichen Lebens, wie Bekleidung und persönliche Habe – sogar Waffen: Alles dies wurde gleichfalls erneuert. Die Gesetze und Verfahren jeder Regierung wurden überarbeitet. Erneuerung ist an der Tagesordnung.
Und all dieses Neue hat seinen Ursprung in den frischen Ausgießungen wundersamer Gunst und Gnade vom Herrn des Gottesreiches. Sie haben die Welt erneuert. Deshalb müssen die Menschen gänzlich frei werden von ihren alten Denkmustern, so dass sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese neuen Grundsätze richten können, sind sie doch das Licht des Zeitalters und sein wahrer Geist.
Solange diese Lehren nicht wirksam unter den Menschen verbreitet sind, solange die alten Bahnen und Konzepte nicht verlassen und vergessen sind, wird die Welt des Seins keinen Frieden finden, geschweige denn die Vollkommenheiten des Himmelreichs widerspiegeln. Bemüht euch aus ganzem Herzen, die Achtlosen bewusst zu machen, die Schlafenden zu wecken, den Unwissenden Erkenntnis zu bringen, die Blinden sehend, die Tauben hörend zu machen und die Toten dem Leben zurückzugeben.
Ihr müsst eine solche Kraft und Beharrlichkeit zeigen, dass alle Beobachter staunen. Die Bestätigungen des Gottesreiches sind mit euch. Auf euch sei die Herrlichkeit des Allherrlichen.

206

Gepriesen sei Er, der das Dunkel zerrissen und die Nacht vertrieben, die Hüllen beseitigt und die Schleier entfernt hat, dessen Licht daraufhin erstrahlte, dessen Zeichen und Beweise verbreitet und dessen Geheimnisse aufgedeckt sind. Daraufhin teilten sich Seine Wolken, überschütteten die Erde mit Seinen Segnungen und Gnadengaben, machten mit ihrem Regen alle Dinge süß und saftig, ließen das frische Grün der Erkenntnis und die Hyazinthen der Gewissheit sprießen und vor Freude erzittern, bis die ganze Welt vom Duft Seiner Heiligkeit erfüllt war.
Gruß und Preis, Segen und Ruhm seien auf den göttlichen Wirklichkeiten, den heiligen Anemonen, die aus dieser höchsten Gnadengabe hervorkamen, dieser überströmenden Gunst, brausend wie ein brandendes Meer der Geschenke und Segnungen, das seine Wogen hoch in den Himmel wirft.
O Gott, mein Gott! Preis sei Dir, da Du das Feuer göttlicher Liebe im Heiligen Baum auf den Gipfeln des erhabensten Berges entzündet hast: jenem Baum, der »weder des Ostens noch des Westens ist«Q41, und jenes Feuer, das lichterloh brannte, bis seine Flamme die himmlischen Heerscharen erreichte, bis jene Wirklichkeiten das Licht der Führung daraus einfingen und ausriefen: »Wahrlich, wir gewahrten ein Feuer am Hang des Berges Sinai.«Q42
O Gott, mein Gott! Lass dieses Feuer wachsen Tag für Tag, bis seine Glut die ganze Erde bewegt. O Du mein Herr! Entzünde das Licht Deiner Liebe in jedem Herzen, hauche den Geist Deiner Erkenntnis den Menschen in die Seele und weite ihnen die Brust mit den Versen Deiner Einheit. Rufe die ins Leben zurück, die in ihren Gräbern wohnen, warne Du die Hoffärtigen, lass weltweit Glückseligkeit herrschen, sende Deine kristallklaren Wasser hernieder, und in der Versammlung offenbaren Strahlenglanzes lass den Kelch kreisen, der »gemischt ist an der Kampferquelle«Q43.
Wahrlich, Du bist der Gebende, der Verzeihende, der Ewigschenkende. Wahrlich, Du bist der Barmherzige, der Mitleidvolle.
O ihr Geliebten Gottes! Der Kelch himmlischen Weines quillt über, der Festsaal des Gottesbundes strahlt in feierlichem Lichterglanz, der Morgen allen Segens bricht an, sanft wehen die Winde der Gnade, und aus der unsichtbaren Welt kommt frohe Botschaft über reiche Gnadengaben. Auf blumengeschmückten Auen hat die göttliche Frühlingszeit ihre Zelte aufgeschlagen, und die geistig Gesinnten atmen die süßen Düfte aus dem Saba des Geistes, die der Ostwind zu ihnen trägt. Da flötet die mystische Nachtigall ihre Lieder, und Knospen tiefer Bedeutung brechen auf zu zarten, anmutigen Blüten. Die Lerchen des Feldes sind die Festmusikanten; hoch heben sie ihre wundersamen Stimmen und singen nach den Weisen der himmlischen Heerscharen: »Selig seid ihr! Frohe Botschaft! Frohe Botschaft!« Und sie drängen alle Zecher im Paradies Abhá, sich satt zu trinken. Auf dem Himmelsbaum halten sie lange Reden und stoßen ihre heiligen Rufe aus, damit die verwelkten Seelen in der Wüste der Achtlosigkeit und die Dahingeschwundenen im Sande der Gleichgültigkeit pulsierendes Leben gewinnen und sich einfinden bei den Festen und Lustbarkeiten Gottes, des Herrn.
Gelobt sei Er! Der Ruhm Seiner Sache erreicht Ost und West, die Nachricht von der Schönheit Abhá und ihrer Macht belebt Nord und Süd. Nah und fern ertönt jener Ruf vom amerikanischen Erdteil, ein Chorgesang der Heiligkeit steigt auf zu den Scharen der Höhe: »Yá Bahá’u’l-Abhá!« Jetzt ist der Osten erleuchtet in Herrlichkeit, der Westen duftet süß nach Rosen, die ganze Erde riecht nach Ambra, und die Winde, die über den Heiligen Schrein wehen, sind mit Moschus beladen. Bald werdet ihr sehen, wie die dunkelsten Länder hell erstrahlen, wie die Erdteile Europa und Afrika in Blumengärten, in Haine mit blühenden Bäumen verwandelt sind.
Weil aber diese Sonne in Persien aufging und vom Orient aus den Westen beschien, ist es unsere liebste Hoffnung, dass die Flammen der Liebesglut dortzulande noch heftiger lodern und der Strahlenglanz dieses heiligen Glaubens noch stärker leuchte. Möge der Aufruhr um die Sache Gottes dieses Land in seinen Grundmauern erschüttern, möge die geistige Kraft Seines Wortes sich solcherart offenbaren, dass der Írán zum Kern und Brennpunkt der Wohlfahrt und des Friedens wird. Mögen Rechtschaffenheit und Versöhnungsbereitschaft, Liebe und Vertrauen vom Írán ausgehen und allen auf Erden Unsterblichkeit verleihen. Möge der Írán die Banner der Staatsordnung, der reinsten Geistigkeit und des Weltfriedens auf die höchsten Gipfel pflanzen.
O ihr Geliebten Gottes! In der Bahá’í-Sendung ist die Sache Gottes reiner, unvermischter Geist. Seine Sache gehört nicht der Welt des Stoffes an. Sie steht nicht für Streit und Krieg, stiftet kein Unheil und bereitet keine Schande. Sie wünscht weder Zank mit anderen Glaubensbekenntnissen noch Hader mit den Nationen. Ihre einzige Heeresmacht ist die Gottesliebe, ihre einzige Freude der klare Wein Seiner Erkenntnis, ihr einziger Kampf die Darlegung der Wahrheit, ihr einziger Kreuzzug geht gegen das beharrende Selbst, die bösen Einflüsterungen des Menschenherzens. Ihr Sieg ist Unterwerfung und Ergebung, und Selbstlosigkeit ist ihre ewige Herrlichkeit. Kurz gesagt, die Sache Gottes ist Geist über Geist: – Nur in der Not – tritt du die Natter tot, – zu jeder Zeit erspar’ dem andern Leid – Sei stets bereit, – die Ameis’ selbst zu schützen; – um wie viel mehr sollst du dem Bruder nützen!
Lasst euer ganzes Streben dahin gehen, für jede Menschenseele, bekannt oder fremd, Gegner oder Mitstreiter, der Quell des Lebens und der Unsterblichkeit, des Friedens, des Wohlergehens und der Freude zu werden. Schaut nicht auf die Lauterkeit oder Unlauterkeit des Charakters; schaut auf die allumfassende Barmherzigkeit des Herrn, auf das Licht Seiner Gnade, das die ganze Erde mit allen, die darin wohnen, umschließt, auf die Fülle Seiner Freigebigkeit, in die alle eingetaucht sind, die Weisen wie die Unwissenden. An der Tafel Seiner Gunst sitzen Fremde und Freunde. Wie der Gläubige, so schöpft auch der Leugner, der sich von Gott abwendet, mit beiden Händen den Trank aus dem Meer Seines Segens.
Es ziemt den Geliebten des Herrn, Zeichen und Beweise Seiner allumfassenden Barmherzigkeit zu sein, Verkörperungen Seiner alles überragenden Gnade. Wie die Sonne sollen sie ihre Strahlen auf Gärten wie Schutthalden werfen, wie die Frühlingswolken ihren Regenschauer vergießen auf Blumen und Dornen. Lasst sie nur nach Liebe und Treue streben, lasst sie den Pfad der Unfreundlichkeit meiden, lasst ihre Rede beschränkt sein auf die Geheimnisse der Freundschaft und des Friedens. Das sind die Merkmale der Rechtschaffenen, das ist das Erkennungszeichen der Diener an Seiner Schwelle.
Die Schönheit Abhá erduldete die qualvollsten Trübsale. Er trug Pein und Unglück ohne Grenzen. Keinen Augenblick lebte Er in Frieden, keinen Atemzug lang fand Er Erleichterung. Heimatlos zog Er durch den Wüstensand und über Berghänge. Er war eingekerkert in einer Festung, einer Gefängniszelle. Aber für Ihn war Seine armselige Strohmatte ein unvergänglicher Thron der Herrlichkeit, Seine schweren Ketten waren Ihm Herrschergeschmeide. Tag und Nacht lebte Er unter einem sausenden Schwert, und jeden Augenblick war Er bereit, den Kreuzestod zu sterben. Er ertrug das alles, um die Welt zu läutern, um sie zu schmücken mit der sanften Gnade Gottes, des Herrn, um sie zu befrieden, um Kampf und Streit zu bannen, die Lanze und das scharfe Schwert gegen liebende Bruderschaft zu tauschen, Bosheit und Krieg in Sicherheit, Sanftmut und Liebe zu verwandeln, bis die Schlachtfelder des Hasses und des Zorns Gärten der Freude werden und dort, wo einst Heere blutig aufeinanderprallten, duftende Lustgärten entstehen, bis alle Kriegsführung als Schande gilt, jede Anwendung von Waffengewalt als widerliche Krankheit, gemieden von jedem Volk, bis der Weltfriede seine Zelte auf den höchsten Bergen errichtet und der Krieg auf ewig von der Erde verschwindet.
Deshalb müssen die Geliebten Gottes diesen Baum der Hoffnung mit den Wassern ihres ganzen Strebens fleißig nähren und pflegen. In welchem Land sie auch leben, lasst sie aus ganzem Herzen Freunde und Gefährten sein für alle, die ihnen nahe stehen oder ferne sind. Lasst sie mit himmelsgleichen Eigenschaften die Institutionen Gottes und Seine Religion fördern. Lasst sie nie den Mut verlieren, nie verzweifeln, nie sich niedergeschlagen fühlen. Je mehr Widerstand sie begegnen, desto mehr lasst sie ihren festen Glauben zeigen; je mehr Schmerz und Trübsal auf sie zukommen, desto freigebiger lasst sie allen den Kelch der Großmut reichen. Das ist der Geist, der der Welt neues Leben gibt, das ist das weithin strahlende Licht in seinem Wesenskern. Wer anders ist oder anders handelt, ist es nicht wert, an der Heiligen Schwelle des Herrn zu dienen.
O ihr Geliebten Gottes! Die Sonne der Wahrheit scheint aus unsichtbaren Himmeln hernieder. Seid euch des Wertes dieser Tage bewusst. Erhebt das Haupt und wachst, Zypressen gleich, an diesen strömenden Wassern. Freut euch der Narzisse von Najd und ihrer Schönheit; denn die Nacht wird kommen, und sie wird nicht mehr sein…
O ihr Geliebten Gottes! Gelobt sei Er, das leuchtende Banner des Bundes weht höher mit jedem Tag, wogegen die Flagge des Verrats niedergeholt wurde und auf Halbmast hängt. Die umnachteten Angreifer wurden bis ins Innerste erschüttert. Sie sind nunmehr wie zerstörte Grabstätten. Wie blinde Kreaturen, die unter der Erde hausen, kriechen und krabbeln sie um eine Ecke des Grabes; von Zeit zu Zeit kläffen und brüllen sie aus ihrem Loch heraus wie wilde Tiere. Ruhm sei Gott! Wie kann die Dunkelheit je das Licht besiegen? Wie kann der Strick des Zauberers »eine Schlange« binden, »für alle deutlich sichtbar«? »Sieh da! Sie verschlang ihre verlogenen Wunder.« Wehe ihnen! Sie haben sich selbst mit einer Lüge getäuscht, und um ihrer Begierde zu frönen, haben sie ihr Ich aufgegeben. Ewige Herrlichkeit gaben sie preis für menschlichen Hochmut, die Erhabenheit beider Welten opferten sie den Wünschen des beharrenden Selbstes. Davor haben Wir euch gewarnt. Binnen kurzem werdet ihr die Toren in offensichtlichem Verlust sehen.
O mein Herr und meine Hoffnung! Hilf Du Deinen Geliebten, standhaft in Deinem mächtigen Bunde zu sein, Deiner offenbaren Sache treu zu bleiben und die Befehle auszuführen, die Du für sie in Deinem Buche der Herrlichkeit verzeichnet hast, damit sie Banner der Führung, Leuchten der himmlischen Heerscharen werden, Quellen Deiner unendlichen Weisheit und Sterne, die den rechten Weg weisen, aus Deinem überirdischen Himmel herniederstrahlend.
Du bist wahrlich der Unbesiegbare, der Allmächtige, der Allgewaltige.

207

O ihr, die ihr euer Antlitz der Erhabenen Schönheit zuwendet! Bei Tag und Nacht, im Morgengrauen und bei Sonnenuntergang, wenn die Dunkelheit hereinbricht und wenn das erste Licht dämmert, gedenke ich wie eh und je in den Reichen meines Geistes und meines Herzens der Geliebten des Herrn. Ich bitte Ihn, Er möge Seine Bestätigungen ergießen über die Geliebten, die in jenem reinen, heiligen Lande wohnen, und ihnen in jeder Hinsicht Erfolg gewähren: Er helfe ihnen, sich mit ihrem Charakter, ihrem Verhalten, ihren Worten, ihrer Lebensweise, mit allem, was sie sind und tun, vor den Menschen auszuzeichnen; Er führe sie in die Weltgemeinde ein, mit Herzen voller Begeisterung, Eifer und sehnsüchtiger Liebe, mit Erkenntnis und Gewissheit, mit Standhaftigkeit und Einigkeit, mit Angesichtern von strahlender Schönheit.
O ihr Geliebten des Herrn! Dies ist der Tag der Vereinigung, der Tag der Ernte für die ganze Menschheit. »Wahrlich, Gott liebt die, welche in geschlossener Front für Seine Sache kämpfen, als wären sie ein fester Wall.«Q44 – Beachtet, dass Er sagt: »in geschlossener Front«. Das bedeutet dichtgedrängt, jeder dem anderen untergehakt, jeder seinen Gefährten beistehend. Kämpfen, wie es in dem heiligen Vers heißt, bedeutet in dieser größten aller Sendungen nicht, mit Schwert und Speer, mit Lanze und durchbohrenden Pfeilen voranzustürmen, sondern bewaffnet zu sein mit reiner Absicht, mit rechtschaffenen Motiven, mit hilfreichen, wirksamen Ratschlägen, mit göttlichen Eigenschaften, mit Taten, die dem Allmächtigen wohlgefallen, mit den Tugenden des Himmels. Es bedeutet: die ganze Menschheit erziehen, alle Menschen führen, die süßen Düfte des Geistes weltweit verbreiten, die Beweise Gottes darlegen, schlüssige göttliche Argumente vorbringen sowie barmherzige Taten verüben.
Wann immer heilige Seelen, gestärkt von den Kräften des Himmels, sich mit solchen Tugenden des Geistes erheben und Reihe um Reihe geschlossen vorwärtsstreben, wird jede dieser Seelen gleich einem Tausend, und die brausenden Wogen dieses mächtigen Meeres werden den Bataillonen der himmlischen Heerscharen gleich. Was für ein Segen wird das sein – wenn alle zusammenkommen wie vormals getrennte Wildwasser, Flüsse und Bäche, Rinnsale und einzelne Tropfen. Sammeln sie sich an einem Platz, so bilden sie ein mächtiges Meer. In solchem Ausmaß wird sich da die Ureinheit aller Menschen durchsetzen, dass die Überlieferungen, Gewohnheiten, Gebräuche und Verschiedenheiten in dem wunderlichen Leben aller Völkerschaften in den Hintergrund treten und verschwinden, wie einzelne Tropfen vergehen, sobald das große Meer der Einheit braust und wallt und wogt.
Ich schwöre bei der Urewigen Schönheit: Überwältigende Gnade wird zu jener Zeit alle umschließen. Das Meer der Herrlichkeit wird so über die Ufer treten, dass die kleinste Pfütze zu einer endlosen See anschwillt und der winzigste Tropfen zur uferlosen Tiefe wächst.
O ihr Geliebten Gottes! Bemüht euch und strebt danach, diese hohe Stufe zu erreichen und so viel Glanz über die Erdenreiche zu verbreiten, dass seine Strahlen zurückgeworfen werden von einem Aufgangsort am Horizont der Ewigkeit. Dies ist die wahre Grundlage der Sache Gottes. Dies ist das Mark des Gesetzes Gottes. Dies ist das mächtige Bauwerk, das Gottes Manifestationen errichtet haben. Dafür geht die Sonne der Welt Gottes auf. Dafür setzt sich der Herr selbst auf den Thron Seines Menschenleibs.
O ihr Geliebten Gottes! Seht, wie der ErhabeneA66 – mögen die Seelen aller auf Erden ein Lösegeld für Ihn sein – um dieser hehren Absicht willen Sein gesegnetes Herz zur Zielscheibe für die Speere des Leides machte. Und weil es der wahre Vorsatz der Urewigen Schönheit war – mögen die Seelen der himmlischen Heerscharen Opfer für Ihn sein – dieses selbe himmlische Ziel zu erreichen, entblößte der Erhabene Seine heilige Brust als Zielscheibe für eine Myriade Kugeln, die das Volk der Bosheit und des Hasses auf Ihn feuerte, und so starb Er in größter Demut den Märtyrertod. Im Staube dieses Pfades verströmten Tausende und Abertausende geheiligter Seelen ihr heiliges Blut, und unzählige Male ward der gesegnete Leib eines treu Liebenden Gottes am Galgen aufgehängt.
Die Schönheit Abhá – möge der Geist allen Seins für Seine Geliebten ein Opfer sein – ertrug alle Arten von Heimsuchungen und nahm schwere Leiden bereitwillig auf sich. Keine Qual, der Seine heilige Gestalt nicht ausgesetzt war, kein Leid, das nicht über Ihn gekommen wäre. Wie viele Nächte verbrachte Er schlaflos, als Er in Ketten lag, unter der Last des eisernen Ringes um Seinen Hals. Wie viele Tage ließ Ihm der brennende Schmerz der Pflöcke und Fesseln keinen Augenblick der Ruhe. Von Níyávarán nach Ṭihrán zwang man Ihn zu laufen – Ihn, den verkörperten Geist, der gewohnt war, auf bestickten Seidenkissen zu ruhen – in Ketten, ohne Schuhe und ohne Kopfbedeckung. Und tief unter der Erde, im undurchdringlichen Dunkel des engen Verlieses, kerkerte man Ihn ein, zusammen mit Mördern, Aufrührern und Dieben. Immer wieder überfiel man Ihn mit einer neuen Folter, und alle waren sicher, dass Er früher oder später den Märtyrertod erleiden würde. Später verbannte man Ihn aus Seiner Heimat und sandte Ihn in ferne, fremde Lande. Viele Jahre lang verging im ‘Iráq kein Augenblick, ohne dass der Pfeil eines neuen Leides Sein heiliges Herz durchbohrte. Mit jedem Atemzug senkte sich ein Schwert auf Seinen heiligen Leib, und keinen Augenblick konnte Er auf Sicherheit und Ruhe hoffen. Von allen Seiten richteten Seine Feinde ihren Angriff mit unstillbarem Hass gegen Ihn. Einsam und allein widerstand Er ihnen. Nach all den Verfolgungen und vernichtenden Schlägen vertrieben sie Ihn aus dem ‘Iráq, von Asien nach Europa, und dort, im bitteren Exil, in elender Not, kamen zu dem ganzen Unrecht, das Ihm das Volk des Qur’án antat, noch die boshaften Verfolgungen, die heftigen Angriffe, die Anschläge, Verleumdungen, ständigen Feindseligkeiten, der Hass und die Bosheit des Volkes des Bayán. Meiner Feder fehlt die Kraft, das alles zu beschreiben; aber ihr seid sicher davon unterrichtet. Und dann, nach vierundzwanzig Jahren im Größten Gefängnis, in großer Pein und schlimmem Leid, gingen Seine Tage zu Ende.
Fassen wir zusammen: Er, die Urewige Schönheit, war immer, während Seiner ganzen Tage in dieser vergänglichen Welt, entweder ein Gefangener in Ketten, oder Er lebte unter einem Schwert, war großem Leid und Schmerz ausgesetzt und im Größten Gefängnis eingekerkert. Durch Seine körperliche Schwäche, die Seine Leiden hervorgerufen hatten, war Sein gesegneter Leib nur noch ein Schatten; über dem anhaltenden Kummer war Er leicht geworden wie ein Spinnengewebe. Und der Grund, warum Er diese schwere Last auf sich nahm und all die Qual ertrug, die einem Meere gleich ihre Wellen hoch zum Himmel warf – der Grund, warum Er die schweren Eisenketten anlegte und die Verkörperung völliger Ergebung und Demut wurde, war, jede Seele auf Erden zu Eintracht, Mitgefühl und Einheit zu führen, unter allen Völkern das Zeichen der Einzigkeit Gottes kundzutun, damit endlich die ursprüngliche Einheit im Herzen aller erschaffenen Dinge ihre vorherbestimmte Frucht trage und der Glanz des »Keinen Unterschied kannst du in der Schöpfung des Gottes der Barmherzigkeit erkennen«Q45 seine Strahlen allüberall verbreite.
Jetzt ist die Zeit für eifriges Bemühen, o ihr Geliebten des Herrn! Ringt und strebt! Und weil die Urewige Schönheit Tag und Nacht auf dem Felde des Martyriums allen Angriffen ausgesetzt war, lasst auch uns hart arbeiten, auf den Rat Gottes hören und darüber nachdenken; lasst uns das Leben hingeben und unserer kurzen, abgezählten Tage entsagen. Lasst uns den Blick wenden vom leeren Trug der bunten Formen dieser Welt, lasst uns stattdessen diesem überragenden Ziel, diesem großen Plan dienen. Lasst uns nicht unseres eigenen Wahnes wegen den Baum fällen, den die Hand himmlischer Gnade gepflanzt hat. Lasst uns nicht mit den dunklen Wolken unserer Trugbilder, unseren selbstischen Interessen, die Herrlichkeit löschen, die aus dem Reiche Abhá strömt. Lasst uns nicht Hindernisse sein, welche die brandende See des allmächtigen Gottes aufhalten. Lasst uns nicht die reinen, süßen Düfte aus dem Garten der allherrlichen Schönheit hindern, überallhin zu verströmen. Lasst uns nicht an diesem Tag der Wiedervereinigung den Frühlingsregen himmlischer Segnungen fernhalten. Lassen wir es nicht zu, dass der Sonnenglanz der Wahrheit jemals abnehme und verschwinde. So lauten die Ermahnungen Gottes, wie Er sie in Seinen Heiligen Büchern, Schriften und Sendschreiben niedergelegt hat, um Seine Ratschläge den Aufrichtigen bekanntzugeben.
Die Herrlichkeit, die Barmherzigkeit Gottes und Sein Segen seien mit euch.

208

O ihr Diener an der heiligen Schwelle! Die siegreichen Scharen der himmlischen Heere stehen in den Reichen der Höhe bereit zum Streite. Sie warten darauf, dem tapferen Ritter, der sein Streitross voll Vertrauen auf das Feld des Dienens drängt, zum sicheren Sieg zu verhelfen. Wohl dem furchtlosen Kämpen, der, gerüstet mit der Macht wahrer Erkenntnis, auf das Schlachtfeld stürmt, die Heerhaufen der Unwissenheit zerstreut und die Truppen des Irrtums auseinanderjagt, das Banner göttlicher Führung emporhält und den Fanfarenstoß des Sieges erschallen lässt. Bei der Gerechtigkeit des Herrn! Er erringt einen herrlichen Triumph und den wahren Sieg.

209

O ihr Diener der Gesegneten Schönheit! … Es ist klar, dass an diesem Tag Bestätigungen aus der unsichtbaren Welt alle jene umfangen, welche die göttliche Botschaft weitergeben. Sollte die Lehrarbeit aufhören, würden diese Bestätigungen gänzlich abgeschnitten; denn wenn sie nicht lehren, können die Geliebten Gottes keinen Beistand finden.
Unter allen Bedingungen muss die Lehrarbeit vorangetragen werden, aber es muss mit Weisheit sein. Kann die Arbeit nicht öffentlich geschehen, so lehrt privat und bewirkt auf diese Weise Geistigkeit und Bruderschaft unter den Menschenkindern. Wird beispielsweise jeder einzelne Gläubige einem gleichgültigen Menschen zum wahren Freund, indem er sich absolut rechtschaffen benimmt, mit dieser Seele Umgang pflegt, sie mit äußerster Freundlichkeit behandelt und selbst ein Beispiel gibt für die göttlichen Lehren, die guten Eigenschaften und Verhaltensmuster, die er empfangen, handelt er zu jeder Zeit in Übereinstimmung mit den Ermahnungen Gottes, so wird er sicher nach und nach Erfolg haben, diesen vormals achtlosen Menschen erwecken und seine Unwissenheit in die Erkenntnis der Wahrheit verwandeln.
Die Seelen neigen zur Entfremdung. Zuerst sollten Schritte unternommen werden, diese Entfremdung zu beseitigen; nur dann wird das Wort wirken. Wenn ein Gläubiger einem Gleichgültigen freundlich begegnet, wenn er ihm mit großer Liebe langsam zum Verständnis der Heiligen Sache und ihrer Gültigkeit verhilft, so dass er allmählich über die Grundlagen des Gottesglaubens und über die Folgerungen daraus Wissen erlangt, so wird sich dieser Mensch bestimmt verändern – ausgenommen einige selten anzutreffende Personen, die wie Asche sind, mit Herzen »hart wie Stein oder noch härter«Q46.
Bemüht sich jeder der Freunde in dieser Weise, eine einzige Seele rechtzuleiten, so verdoppelt sich die Zahl der Gläubigen jedes Jahr. Das kann durch Klugheit und Weisheit vollbracht werden; keinerlei Schaden kann daraus entstehen.
Außerdem müssen die Lehrer umherreisen. Sollte die öffentliche Verbreitung der Botschaft zu Unruhen führen, so lasst sie stattdessen die Gläubigen anspornen und schulen, sie begeistern und entzücken, ihre Herzen erfreuen, sie beleben und mit dem süßen Duft der Heiligkeit erquicken.

210

O ihr Rosen im Garten der Liebe Gottes! O ihr strahlenden Leuchten in der Versammlung Seiner Erkenntnis! Gottes sanfter Atem wehe über euch, Gottes Herrlichkeit erleuchte den Horizont eurer Herzen! Ihr seid die Wogen der tiefen See des Wissens, ihr seid die vereinigte Streitmacht auf dem Schlachtfeld der Gewissheit, ihr seid die Sterne am Himmel göttlichen Erbarmens, ihr seid die Steine, die das Volk der Verdammnis in die Flucht schlagen, ihr seid Regenwolken göttlichen Mitleids über den Gärten des Lebens, ihr seid die unendliche Gnade der Einheit Gottes, die über die Wirklichkeiten alles Erschaffenen verströmt ward.
Auf der enthüllten Tafel dieser Welt seid ihr die Verse Seiner Einzigkeit, auf den hohen Zinnen der Paläste seid ihr die Banner des Herrn. In Seinen Lauben seid ihr die Blüten und süßduftenden Kräuter, im Rosengarten des Geistes die Nachtigallen, die ihre Klagelieder flöten. Ihr seid die Vögel, die sich aufschwingen zum Firmament der Erkenntnis, die königlichen Falken auf Gottes Arm.
Warum seid ihr da bedrückt und stumm, warum träge und schwerfällig? Ihr müsst aufleuchten wie der Blitz und donnern wie die mächtige See. Wie eine Kerze müsst ihr euer Licht verströmen, wie Gottes sanfte Brise müsst ihr über die Welt wehen. Wie süßer Duft aus himmlischen Gemächern, wie moschusschwere Winde aus den Gärten des Herrn müsst ihr die Atemluft für das Volk der Erkenntnis würzen, wie der Glanz der wahren Sonne müsst ihr der Menschheit Herz erleuchten; denn ihr seid die lebenspendenden Winde, ihr seid der Jasminduft aus den Gärten der Erlösten. So bringt den Toten Leben, erweckt die Schlummernden. Seid leuchtende Flammen im Dunkel der Welt; seid Quellen des Lebenswassers, seid göttliche Führung in der Wüste des Verderbens. Jetzt ist die Zeit des Dienens, jetzt ist die Zeit, entflammt zu sein. Erkennt den Wert dieser Gelegenheit, dieses günstigen Augenblicks, bevor er euch aus den Händen gleitet.
Bald wird unsere Handvoll Tage, unser vergängliches Leben, vorüber sein. Mit leeren Händen fahren wir in die Grube, die für die Verstummten ausgehoben wird. Deshalb müssen wir unsere Herzen an die offenbare Schönheit binden und uns klammern an die Rettungsleine, die nie versagt. Wir müssen uns zum Dienste rüsten, die Flamme der Liebe entzünden und in ihrer Glut verbrennen. Wir müssen unsere Zungen lösen, bis wir das Herz der weiten Welt in Brand setzen, mit den leuchtenden Strahlen der Führung die Heere der Nacht vertilgen und um Seinetwillen unser Leben auf dem Feld des Opfers von uns werfen.
So lasst uns die Juwelenschätze der Gotterkenntnis über alle Völker ausstreuen, mit der scharfen Klinge der Zunge, mit des Wissens zielsicheren Pfeilen lasst uns die Scharen des Selbstes und der Leidenschaft überwinden und vorwärts stürmen zur Stätte des Martyriums, dem Ort, wo wir für den Herrn sterben. Und mit fliegenden Fahnen, unter Trommelwirbel lasst uns sodann hinüberschreiten ins Reich des Allherrlichen und uns den himmlischen Heerscharen anschließen.
Wohl denen, die große Taten vollbringen!

211

Wenn die Freunde sich nicht bemühen, die Botschaft zu verbreiten, gedenken sie Gottes nicht auf angemessene Weise; sie werden die Zeichen des Beistands und der Bestätigung aus dem Reich Abhá nicht sehen und die göttlichen Geheimnisse nicht verstehen. Wenn jedoch die Zunge lehrt, wird auf natürliche Weise der Lehrer selbst angeregt; er wird zum Magneten für die göttliche Hilfe und die Gnadengaben des Königreiches. Es ergeht ihm wie dem Vogel, der zur Stunde der Morgendämmerung durch seinen eigenen Gesang, sein Trillern und sein Lied hochgestimmt wird.

212

Bei solchen Gelegenheiten nutzen die Freunde Gottes die Gunst der Stunde, sie erfassen ihre Chance, stürmen vorwärts und gewinnen den Siegespreis. Wird ihre Aufgabe auf gutes Benehmen und Ratschläge beschränkt, so kommt nichts zustande. Sie müssen frei heraus reden, die Beweise darlegen, klare Argumente vorbringen, unwiderlegbare Schlüsse ziehen und damit die Wahrheit untermauern, dass die Sonne der Wirklichkeit sich offenbart hat.

213

Unter allen Umständen sollten die Gläubigen die Lehrarbeit aktiv vorantreiben, weil die göttlichen Bestätigungen davon abhängen. Wenn sich ein Bahá’í nicht gänzlich, nachhaltig und aus vollem Herzen der Lehrarbeit widmet, bleibt er zweifelsohne des Segens aus dem Reich Abhá beraubt. Allerdings sollte diese Tätigkeit durch Weisheit gezügelt werden – nicht durch jene Weisheit, die verstummen und die hohe Pflicht vergessen lässt, vielmehr durch die Weisheit, welche göttliche Toleranz, Liebe, Güte, Geduld, guten Charakter, und geheiligte Taten darzutun gebietet. Kurz gesagt, ermutigt jeden einzelnen Freund, Gottes Sache zu lehren, und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf diese in den Schriften dargelegte Bedeutung der Weisheit; sie ist das Wesen des Lehrens. Aber all das muss mit größter Toleranz geschehen, damit die Freunde himmlischen Beistand und göttliche Bestätigung erfahren.

214

Folge dem Wege deines Herrn und sprich nicht, was die Ohren nicht ertragen können, denn solche Rede ist wie eine köstliche Speise, die man kleinen Kindern gibt. Wie wohlschmeckend, erlesen und nahrhaft die Speise auch sein mag, kann sie doch nicht von den Verdauungsorganen eines Säuglings aufgenommen werden. Daher sollte jedem, der ein Anrecht hat, das ihm bestimmte Maß gegeben werden.
»Nicht alles, was ein Mensch weiß, kann enthüllt werden, noch kann alles, was er enthüllen kann, als zeitgemäß angesehen werden, noch kann jede zeitgemäße Äußerung als tauglich für die Fassungskraft der Hörer erachtet werden.«A67 Diese höchste Weisheit solltest du in deinem Streben beachten. Lasse sie nicht außer Acht, wenn du unter allen Umständen ein Mensch der Tat sein willst. Stelle zuerst das Leiden fest und bestimme die Krankheit, dann verschreibe das Heilmittel, denn dies ist die vollkommene Methode des fähigen Arztes.

215

Von der Gnade unseres wahren Herrn erhoffe ich, dass du befähigt werdest, Gottes Düfte unter den Volksstämmen zu verbreiten. Das ist ungemein wichtig…
Hast du in diesem Dienst Erfolg, so zeichnest du dich aus und bist im Felde der Führer.

216

Sei sicher, dass dir der Odem des Heiligen Geistes die Zunge lösen wird. Rede deshalb; rede in jeder Versammlung frei und voller Mut! Wenn du dich anschickst, deine Ansprache zu halten, dann wende dich zuerst Bahá’u’lláh zu und bitte um die Bestätigungen des Heiligen Geistes; sodann öffne deine Lippen, sprich aus, was deinem Herzen eingegeben wird, und zwar mit höchstem Mut, voll Würde und Überzeugung. Ich hoffe sehr, dass eure Versammlungen Tag für Tag wachsen und gedeihen und die Wahrheitssucher darin vernünftigen Argumenten und schlüssigen Beweisen lauschen. Mit Herz und Seele bin ich zu jedem Treffen unter euch; sei dessen gewiss.

217

Beim Lehren muss der Lehrer selbst in Flammen stehen, damit seine Rede wie ein loderndes Feuer wirkt und den Schleier selbstsüchtiger Leidenschaft verbrennt. Er muss aber auch völlig ergeben und demütig sein, damit andere erbaut werden; völlig ausgelöscht und dahingeschwunden, damit er mit dem Lied der himmlischen Heerscharen lehrt – sonst bleibt sein Lehren ohne Wirkung.

218

O ihr lieben, vertrauten Freunde ‘Abdu’l-Bahás! – Verbreitet Duft im Orient – und Strahlenglanz im Westen. – Bringt Bulgarien das Licht – und den Slawen das Leben.
Ein Jahr nach dem Hinscheiden Bahá’u’lláhs kam dieser Vers dem Mittelpunkt des Bündnisses über die Lippen. Die Bündnisbrecher fanden ihn wunderlich und taten ihn mit Spott ab. Preis sei Gott, jetzt zeigt sich seine Wirkung, seine Kraft ist offenbar, seine Bedeutung klar; denn durch Gottes Gnade beben heute Ost und West vor Freude. Die ganze Erde duftet nach Moschus im süßen Hauch der Heiligkeit.
Die Gesegnete Schönheit hat in Seinem Buch mit unmissverständlichen Worten dieses Versprechen gegeben. »Wahrlich, von Unserem Reich der Herrlichkeit schauen Wir auf euch und werden jedem, der sich für den Sieg Unserer Sache erhebt, mit den himmlischen Heerscharen und einer Schar Unserer begünstigten Engel beistehen.«Q47
Gott sei Dank! Die versprochene Hilfe wurde gewährt. Alle können es sehen, sie strahlt hell wie die Sonne am Himmel.
Deshalb, o ihr Freunde Gottes, verstärkt euer Bemühen, bietet alles auf, bis ihr in eurem Dienst für die Urewige Schönheit, das Offenbare Licht, den Sieg davontragt und bewirkt, dass sich die Sonnenstrahlen der Wahrheit überallhin verbreiten. Haucht dem erschöpften, ausgelaugten Leib der Welt den frischen Lebensodem ein und legt die heilige Saat in die Ackerfurchen aller Länder. Erhebt euch, diese Sache zu verfechten. Öffnet die Lippen und lehrt. Am Versammlungsort des Lebens seid wegweisende Kerzen; an den Himmeln dieser Welt seid funkelnde Sterne; in den Gärten der Einheit seid Singvögel des Geistes, die von tiefen Wahrheiten und Geheimnissen künden.
Verströmt euren ganzen Lebensodem für diese große Sache und widmet all eure Tage dem Dienst an Bahá, so dass ihr am Ende, sicher vor schmerzlichem Verlust, die unermesslichen Schätze des Himmelreichs erbt. Denn des Menschen Tage sind voller Gefahr; er kann sich nicht darauf verlassen, auch nur einen Augenblick weiterzuleben. Und doch erzählen sich jene, die selbst nur schwankende Trugbilder sind, dass sie am Ende die Gipfel erreichen werden. Wehe ihnen! Ihre Vorfahren hegten dieselben Einbildungen in der Brust, bis eine Welle über ihnen zusammenschlug, bis sie zum Staub zurückkehrten und sich ausgestoßen sahen in schmerzlichem Verlust – alle außer den Seelen, die sich vom eigenen Ich befreit und ihr Leben hingegeben hatten auf dem Pfade Gottes. Ihr leuchtender Stern erstrahlte am Himmel urewiger Herrlichkeit, und die Überlieferungen aller Zeiten sind Beweis für meine Worte.
Deshalb ruht weder bei Tag noch bei Nacht, trachtet nicht nach Bequemlichkeit. Sprecht über die Geheimnisse der Dienstbarkeit, beschreitet den Pfad des Dienens, bis ihr den verheißenen Beistand aus den Reichen Gottes erlangt.
O Freunde! Schwarze Wolken haben die ganze Erde umhüllt. Das Dunkel des Hasses und der Bosheit, der Grausamkeit, Angriffslust und Schande verbreitet sich allenthalben. Die Menschen verbringen allesamt ihr Leben in achtloser Stumpfheit. Als höchste menschliche Tugenden gelten Raubgier und Blutdurst. Aus der ganzen Masse der Menschheit hat Gott die Freunde erwählt; ihnen gewährt Er Seine Führung und grenzenlose Gnade. Seine Absicht ist, dass wir alle uns aus ganzem Herzen bemühen, uns selbst darzubringen, andere auf Seinen Pfad zu führen und die Menschenseelen zu erziehen – bis diese rasenden Bestien sich in Gazellen auf den Auen der Einheit verwandeln, diese Wölfe in Lämmer Gottes, diese viehischen Geschöpfe in Engelsscharen, bis die Feuer des Hasses gelöscht sind und die Flamme aus dem geschützten Tal des Heiligen Schreines ihren Strahlenglanz verströmt, bis der Gestank vom Misthaufen des Tyrannen verweht und an seiner Statt der reine, süße Duft aus den Rosenbeeten des Glaubens und der Treue sich verbreitet. Dann werden die geistig Armen des göttlichen Weltgeistes in Fülle teilhaftig, und die, deren Leben schiere Gemeinheit ist, werden nach diesem läuternden, heiligen Odem trachten.
Aber es bedarf der Seelen, die solche Segnungen kundtun. Es bedarf der Bauern, diese Felder zu bestellen, der Gärtner für diese Gärten. Es muss Fische geben, die in diesem Meere schwimmen, Sterne, die an diesem Himmel leuchten. Die Kranken müssen von geistigen Ärzten behandelt werden, die Verlorenen bedürfen liebevoller Führung, so dass die Beraubten von solchen Seelen ihren Anteil erhalten, die Ausgeschlossenen bei ihnen teilhaben, die Armen unermesslichen Reichtum bei ihnen entdecken, die Sucher unwiderlegliche Beweise von ihnen hören.
O mein Herr, mein Beschützer, mein Beistand in Gefahr! Bescheiden wende ich mich an Dich, leidend komme ich zu Dir, um geheilt zu werden, demütig rufe ich Dich an mit meiner Zunge, meiner Seele, meinem Geist:
O Gott, mein Gott! Das Dunkel der Nacht hat alles verhüllt, die ganze Erde ist unter dichten Wolken begraben. In schwarze Tiefen eitlen Wahns sind die Völker der Welt versunken; ihre Gewaltherrscher schwelgen in Hass und Gräueln. Ich sehe nur das grelle Licht sengenden Feuers aus dem niedersten Abgrund aufflammen, ich höre nur das donnernde Tosen aus abertausend feurig glühenden Angriffswaffen aufheulen, während jedes Land in seiner verborgenen Sprache laut aufschreit: »Meine Reichtümer nützen mir nichts, meine Staatsgewalt ist zerfallen!«
O mein Herr, die Lampen der Führung sind verloschen. Hoch lodern die Flammen der Leidenschaft, und Bosheit breitet sich über die Welt. Hass und Heimtücke haben die ganze Erde überzogen, und außer Deiner kleinen unterdrückten Schar kann ich keine Seelen finden, die diesen Ruf erheben:
Eilt zur Liebe! Eilt zu Treu und Glauben! Eilt und spendet Gaben! Kommt, lasst euch führen!
Kommt und werdet einig! Schaut den Morgenstern! Kommt zu Herzensgüte und Seelenruhe! Kommt zu Freundschaft und Frieden!
Kommt und werft eure Waffen des Zornes von euch, damit die Einheit errungen werde! Kommt und lasst auf dem wahren Pfade des Herrn einen des anderen Helfer sein.
Wahrlich, mit größter Freude, mit Herz und Seele opfern sich Deine unterdrückten Diener für alle Menschen in jedem Land. Du siehst sie, o mein Herr, wie sie weinen über die Tränen Deines Volkes, wie sie klagen über den Schmerz Deiner Kinder, wie sie mitfühlen mit der ganzen Menschheit und mitleiden an dem Elend, das die Erdenbewohner bedrängt.
O mein Herr, beflügle sie zum Sieg, dass sie aufsteigen zum Heil, stärke ihnen die Lenden in der Arbeit für Dein Volk und den Rücken im Dienst an Deiner Schwelle der Heiligkeit.
Wahrlich, Du bist der Großmütige, wahrlich, Du bist der Barmherzige! Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Gnädigen, dem Mitleidvollen, dem Altehrwürdigen der Tage!

219

O ihr Söhne und Töchter des Gottesreichs! Euer Brief, der euch wahrhaftig vom Himmel eingegeben wurde, ist eingetroffen. Sein Inhalt hat sehr gefallen, steigen doch seine Empfindungen aus erleuchteten Herzen empor.
Die Gläubigen in London sind in der Tat standhaft und treu; sie sind entschlossen und beständig in ihrem Dienst. In Prüfungen versagen sie nicht, noch erlischt ihr Feuer im Verlauf der Zeit. Ja, sie sind Bahá’í! Sie sind vom Himmel, sie sind voll des Lichtes, sie sind von Gott. Ohne jeden Zweifel wird durch sie Gottes Wort erhoben und die Einheit der Menschenwelt vorangetrieben; die Lehren Gottes werden durch sie verkündet, die Gleichheit aller Angehörigen des Menschengeschlechts wird überallhin verbreitet.
Es ist leicht, dem Himmelreich zu nahen, aber mühselig, fest und standhaft darin zu bleiben; denn die Prüfungen sind hart und schwer zu ertragen. Die Engländer indes bleiben standhaft unter allen Bedingungen, ihr Schritt schwankt nicht beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten. Sie sind nicht wankelmütig; mit einem Vorhaben gehen sie nicht leichtfertig um und geben es nicht bald wieder auf. Sie verlieren nicht ihre Begeisterung und ihren Eifer aus nichtigem Anlass, wenn ihr Interesse erlahmt. Nein, in allem, was sie tun, sind sie standhaft, felsenfest und zuverlässig.
Obwohl ihr in westlichen Ländern wohnt, habt ihr doch – Gott sei gedankt – Seinen Ruf aus dem Osten vernommen. Wie Moses habt ihr die Hände gewärmt an dem Feuer, das im asiatischen Busch entzündet ward. Ihr habt den wahren Pfad gefunden, und wie Lampen erleuchtet, seid ihr eingetreten in das Gottesreich. Jetzt habt ihr euch zum Dank für diesen Segen erhoben und erbittet Gottes Hilfe für alle Völker der Erde, damit auch deren Augen die Herrlichkeit des Reiches Abhá schauen und ihre Herzen wie Spiegel die hellen Sonnenstrahlen der Wahrheit wiedergeben.
Ich hoffe, der Odem des Heiligen Geistes wird euren Herzen so eingehaucht, dass eure Zungen die Geheimnisse der Heiligen Bücher enthüllen und deren innere Bedeutungen auslegen werden, dass die Freunde zu Ärzten werden und durch die wirksame Arznei der himmlischen Lehren die alten Krankheiten heilen, die den Leib dieser Welt quälen, dass sie die Blinden sehend, die Tauben hörend, die Toten lebendig machen und alle wecken, die tief schlafen.
Seid sicher, dass die Bestätigungen des Heiligen Geistes auf euch kommen und die Heerscharen des Reiches Abhá euch den Sieg erringen.

220A68

Der Herr der ganzen Menschheit hat das Menschenreich zum Garten Eden, zum irdischen Paradies gestaltet. Findet das Menschenreich den Weg, den es finden muss, zu Eintracht und Frieden, zu Liebe und allseitigem Vertrauen, so wird es ein wahres Gefilde der Seligkeit, eine Stätte vielfältigen Segens und unendlicher Wonne. Dann wird die Menschheit ihre Vortrefflichkeit offenbaren, dann wird die Sonne der Wahrheit ihre Strahlen auf alle Lande werfen.
Erinnert euch, wie Adam und die andern einst zusammen in Eden lebten. Kaum war jedoch ein Streit zwischen Adam und Satan ausgebrochen, da wurden sie allesamt aus dem Garten verbannt. Das sollte dem Menschengeschlecht eine Warnung sein, ein Hinweis an die Menschheit, dass aller Zwist – selbst mit dem Teufel – zu herbem Verlust führt. Deshalb lehrt Gott in unserem erleuchteten Zeitalter, dass Zank und Streit, selbst mit dem Satan, unzulässig sind.
Gnädiger Gott! Wie achtlos ist doch der Mensch, selbst mit einer solchen Lektion vor Augen! Noch immer sehen wir seine Welt im Kriegszustand von Pol zu Pol. Da gibt es Krieg zwischen den Religionen, Krieg zwischen den Nationen, Krieg zwischen den Völkern, Krieg zwischen den Herrschern. Welch eine willkommene Veränderung wäre es, zögen diese schwarzen Wolken vom Himmel der Welt hinweg, so dass der Wirklichkeit Licht überallhin strömte! Legte sich doch nur der schwarze Staub dieses fortwährenden Kämpfens und Tötens für immerdar, bliesen doch nur die linden Lüfte der Gottesgüte vom Urquell des Friedens her! So würde diese Welt zu einer anderen Welt, die Erde erstrahlte im Lichte ihres Herrn.
Wenn es eine Hoffnung gibt, so liegt sie einzig und allein in Gottes Großmut: dass Seine bestärkende Gnade komme, dass Kampf und Streit aufhören, dass die beißende Schärfe bluttriefenden Stahls in den Honigtau der Freundschaft, der Redlichkeit und des Vertrauens verwandelt werde. Wie süß läge dieser Tag auf der Zunge, wie moschusgleich wäre sein Duft!
Gebe Gott, dass das neue Jahr die Verheißung des neuen Friedens bringe. Möge Er diese erlesene Versammlung befähigen, einen gerechten Vertrag zu schließen und ein wahres Bündnis zu errichten, damit ihr für immer gesegnet seid, bis in die fernste Zukunft hinein.

221

O ihr, die ihr im Bündnis standhaft seid! Der Pilger hat jeden von euch erwähnt; er bat um einen besonderen Brief für jeden von euch, aber tausend Sorgen und Belange hindern diesen Wanderer in der Wildnis der Gottesliebe, und weil aus dem Osten und Westen der Erde eine Sturzflut von Briefen auf ihn herabregnet, wäre es unmöglich, jedem eine besondere Botschaft zu schicken. Deshalb ist dieser eine Brief an jeden von euch gerichtet. Möge er wie versiegelter Wein eure Seelen erfreuen und eure Herzen erwärmen.
O ihr standhaften Geliebten! Wie Frühlingsregen geht Gottes Gnade auf die Menschheit nieder. Der Strahlenglanz des offenbaren Lichtes lässt den Himmel die Erde beneiden. Aber ach! Die Blinden erkennen diesen Segen nicht, den Achtlosen ist er verschlossen, die Ausgemergelten verlieren die Hoffnung, die Dahinsiechenden sterben hinweg, so dass dieser endlose Gnadenstrom wie flutendes Wasser zurück zu seinem Ursprung in einem verborgenen Meer fließt. Nur einige wenige empfangen diese Gnade und nehmen ihren Anteil. Deshalb wollen wir unsere Hoffnung auf alles setzen, was der starke Arm des Geliebten hervorbringen kann.
Wir vertrauen darauf, dass die Zeit kommen wird, da die Schläfer erwachen, die Achtlosen bewusst und die Ausgeschlossenen in die Geheimnisse eingeweiht werden. Jetzt müssen die Freunde mit Herz und Seele weiterarbeiten. Sie müssen große Anstrengungen unternehmen, bis die Mauern der Zwietracht geschleift sind und die Einheit der Menschheit in ihrer Herrlichkeit alle Menschen zur Einigkeit führt.
Die allüberragende Notwendigkeit ist heutzutage Einheit und Eintracht unter den Geliebten des Herrn. Sie müssen untereinander ein Herz und eine Seele sein. Sie müssen, soweit es in ihren Kräften steht, der Feindseligkeit aller Völker der Welt vereint widerstehen. Sie müssen die dummen Vorurteile aller Nationen und Religionen beseitigen und jedem Mitglied der menschlichen Gattung bekannt machen, dass alle die Blätter eines Zweiges, die Früchte eines Astes sind.
Wie aber können die Freunde andere zu Eintracht und Frieden rufen, ehe sie selbst untereinander nicht vollkommen einig sind? – Wie kann je hoffen, wer nicht sucht noch strebt, – dass andre im Glauben er neu belebt?
Denkt über andere, nichtmenschliche Lebensformen nach und lasst euch ermahnen: Wolken, die auseinanderdriften, können den Segen des Regens nicht erbringen; sie sind bald verloren. Eine verstreute Schafherde fällt dem Wolf zur Beute. Alleinfliegende Vögel fängt schnell der Habicht. Was gibt es für eine bessere Beweisführung, dass Einheit zu blühendem Leben führt, während Uneinigkeit und Abkehr von den anderen nur ins Elend stürzt, denn das ist der sichere Weg zu bitterer Enttäuschung und Vernichtung.
Gottes heilige Manifestationen wurden herniedergesandt, die Einheit der Menschheit sichtbar zu machen. Sie erduldeten unzählige Übel und grenzenloses Leid, damit sich eine Gemeinde aus den auseinanderstrebenden Völkern der Menschheit im Schatten des Gotteswortes sammle, als ein Ganzes bestehe und auf Erden voll Freude und Anmut die Einheit der Menschheit vorlebe. Deshalb muss es das Verlangen der Freunde sein, alle Völker zusammenzubringen und zu vereinen, auf dass alle einen tiefen Zug reinen Weines aus dem Kelch tun, der »gekühlt ward an der Kampferquelle«Q48. Lasst sie die unterschiedlichen Volksgruppen zu einem Ganzen verschmelzen und die feindlichen, mordlustigen Geschlechter auf Erden dazu bringen, dass sie einander lieben. Lasst sie die Sklaven sinnlicher Wünsche aus ihren Fesseln lösen und die Ausgestoßenen mit den Geheimnissen vertraut machen. Lasst sie den Beraubten ihren Anteil an dem Segen dieser Tage geben, lasst sie die Mittellosen zu dem unerschöpflichen Schatz führen. Zustandekommen kann diese Gnade durch Worte, Lebensweisen und Taten, die dem Unsichtbaren Gottesreich zugehören; anders wird nichts daraus.
Gottes Bestätigungen sind die Bürgschaft für diesen Segen. Gottes heilige Freigebigkeit schenkt diese großen Gaben. Die Freunde Gottes werden vom Reich der Höhe unterstützt; sie erringen ihre Siege durch die Heeresmacht der höchsten Führung. So wird für sie jede Schwierigkeit erleichtert, jedes Problem einfach zu lösen.
Beachtet, wie leicht sich die Angelegenheiten einer Familie regeln lassen, wenn Einheit herrscht, welche Fortschritte die Familienmitglieder dann machen, wie erfolgreich sie in der Welt sind. Ihre Beziehungen sind geordnet, sie erfreuen sich behaglicher Ruhe. Sie sind ohne Sorge, ihre Stellung ist gesichert, sie werden von allen beneidet. Mit jedem Tag festigt eine solche Familie ihre Stellung und mehrt ihre dauernde Ehre. Und wenn wir den Bereich der Einheit ein wenig ausweiten, um die Bewohner eines Dorfes einzubeziehen, die sich bemühen, liebevoll und einig zu sein, die miteinander verkehren und freundlich zueinander sind, was für große Fortschritte werden sie machen, wie sicher und behütet werden sie sein! Dann lasst uns den Kreis noch ein bisschen weiter ziehen, lasst uns die Bewohner einer Stadt nehmen, alle zusammen: Wenn sie untereinander starke Bande der Einheit aufrichten, wie groß werden dann selbst in kurzer Zeit ihre Fortschritte sein! Welche Macht werden sie ausüben! Wird der Bereich der Einheit noch weiter ausgedehnt, stimmen also die Einwohner eines ganzen Landes ihre Herzen friedvoll, sehnen sie sich mit Herz und Seele danach, zusammenzuarbeiten und in Einheit zu leben, werden sie zueinander freundlich und liebevoll, so wird dieses Land unvergängliche Freude und bleibenden Ruhm erlangen. Es wird Frieden haben und Wohlstand im Überfluss.
Beachtet: Kämen alle Sippen, Stämme, Gemeinden, Nationen, Länder und Gebiete auf Erden im einfarbigen Zelt der Einheit der Menschheit zusammen, verkündeten sie im blendend hellen Sonnenlicht der Wahrheit die Welteinheit der Menschen, könnten sie alle Nationen und Glaubensgemeinschaften dazu bringen, weit die Arme füreinander zu öffnen, einen Weltrat einzuberufen und dazu überzugehen, die Gesellschaftsmitglieder durch feste gegenseitige Bande aneinanderzubinden, was würde dann geschehen? Ohne jeden Zweifel erschiene dann der göttliche Geliebte in all Seiner liebreizenden Schönheit, in all Seiner Herrlichkeit vor der Versammlung der Welt, und in Seinem Gefolge eine starke Heerschar himmlischer Bestätigungen sowie menschlicher Segnungen und Gnadengaben.
Deshalb, o ihr Geliebten des Herrn, strengt euch an, tut alles, was in eurer Macht steht, damit ihr eins seid und jeder mit den anderen in Frieden lebt; denn ihr seid alle Tropfen eines Meeres, Blätter eines Baumes, Perlen einer Muschel, Blumen und Kräuter eines Gartens. Und während ihr das erreicht, bemüht euch, die Herzen der Anhänger anderer Glaubensrichtungen zu vereinen.
Selbst das Leben müsst ihr füreinander geben. Zu jedem menschlichen Wesen müsst ihr unendlich freundlich sein. Nennt keinen einen Fremdling, haltet keinen für euren Feind. Verhaltet euch, als wären alle Menschen eure engen Verwandten und verehrten Freunde. Wandelt in einer Weise, dass sich diese vergängliche Welt in Herrlichkeit verklärt, dieser elende Haufen Staub zum Palast der Freude wird. Das ist der Rat ‘Abdu’l-Bahás, des unglücklichen Dieners.

222

O ihr heimatlosen Wanderer auf dem Pfade Gottes! Wohlstand, Zufriedenheit und Freiheit, so wünschenswert und förderlich sie für das Glück des Menschenherzens auch sind, lassen sich auf keine Weise mit den Prüfungen der Heimatlosigkeit und des Ungemachs auf dem Pfade Gottes vergleichen; denn solche Vertreibung und Verbannung sind mit göttlicher Gnade gesegnet und ziehen sicherlich die Barmherzigkeit der Vorsehung nach sich. Das Wohlbefinden im eigenen Heim und die süße Freiheit von allen Sorgen werden vergehen, aber der Segen der Heimatlosigkeit wird ewig währen; seine weitreichenden Folgen werden eines Tages offenbar.
Abrahams Auszug aus Seinem Heimatland offenbarte die segensreichen Gaben des Allherrlichen, und der Untergang von Kanaans hellstem Stern enthüllte Josefs Strahlenglanz vor aller Augen. Die Flucht Mose, des Propheten am Sinai, offenbarte die Feuerflamme des Herrn, und Jesu Aufstieg hauchte der Welt den Odem des Heiligen Geistes ein. Der Aufbruch Muḥammads, des Geliebten Gottes, aus Seiner Geburtsstadt führte zur Erhöhung von Gottes heiligem Wort, und die Verbannung der Geheiligten Schönheit bewirkte, dass das Licht Seiner göttlichen Offenbarung sich allenthalben ausbreitete.
Merke auf, o Volk der Einsicht!

223

O ihr Söhne und Töchter des Königreichs! Euer Brief ist angekommen. Sein Inhalt zeigt, dass eure Herzen – Preis sei Gott – überaus rein sind und eure Seelen sich Gottes froher Botschaft erfreuen. Die Masse des Volkes ist mit ihrem Selbst und mit weltlichen Wünschen beschäftigt, eingetaucht in das Meer der niederen Welt, gefangen in der Welt der Natur. Ausgenommen sind die Seelen, die von den Ketten und Fesseln der stofflichen Welt befreit sind und pfeilschnell wie die Vögel in dieses Reich grenzenloser Weite emporsteigen. Sie sind erweckt und achtsam; sie meiden das Dunkel der Naturwelt. Ihr höchster Wunsch ist darauf gerichtet, den Kampf ums Dasein zwischen den Menschen auszurotten, Geistigkeit und Liebe zum Reich der Höhe auszustrahlen, innigste Zuneigung unter den Völkern zu üben, eine enge, vertraute Verbindung zwischen den Religionen zu verwirklichen und das Ideal der Selbstaufopferung in die Tat umzusetzen. So wird die Menschenwelt in das Reich Gottes verwandelt.
O ihr Freunde! Bemüht euch mit ganzer Kraft! Jede Ausgabe setzt eine Einnahme voraus. In der heutigen Menschenwelt machen die Leute unaufhörlich nur Ausgaben; denn Krieg ist nichts als fortwährender Verbrauch an Menschen und Wohlstand. Ihr aber sollt euch mit dem befassen, was der Menschenwelt Gewinn einbringt, damit ihr diesen großen Verlust zu einem Teil ausgleicht. Durch die göttlichen Bestätigungen werdet ihr von ungefähr Beistand erhalten, wenn ihr Freundschaft und Eintracht unter den Menschen verbreitet, Feindschaft durch Liebe ersetzt, dem Weltkrieg den Weltfrieden folgen lasst und Verlust und Hass in Gewinn und Liebe umformt. Dieser Wunsch wird durch die Macht des Gottesreiches verwirklicht werden.

224

O du Diener Gottes! Dein Brief ist angekommen. Sein Inhalt war edel und erhaben, sein Ziel hochgesteckt und weitreichend. Die Menschenwelt bedarf umfassender Verbesserungen; denn sie ist ein materieller Urwald, in dem Bäume ohne Frucht und nutzlose Unkräuter wuchern. Wenn es darin überhaupt einen fruchtbaren Baum gibt, überschatten ihn die fruchtlosen Bäume, und wenn eine Blume in diesem Urwald wächst, ist sie versteckt und verborgen. Die Welt der Menschheit braucht fachkundige Gärtner, die diese Wälder in herrliche Rosengärten verwandeln, die wilden Bäume durch fruchtbare ersetzen und statt des nutzlosen Unkrauts Rosen und duftende Kräuter pflanzen. Diese tatkräftigen, umsichtigen Seelen ruhen weder bei Tag noch bei Nacht; sie streben danach, eng mit dem Reich Gottes verbunden zu sein. So werden sie für diese Wälder zu Offenbarungen grenzenloser Wohltat und zu idealen Gärtnern. Auf diese Weise wird die Menschenwelt völlig verwandelt, und die segensreichen Gnadengaben werden sichtbar.

225

O Heerscharen des Reiches Abhá! Zwei Aufrufe zu Erfolg und Wohlfahrt erschallen von den Höhen des Glücks für die Menschheit. Sie erwecken die Schläfer, sie verleihen den Blinden Sehkraft, den Achtlosen Bewusstheit, den Tauben Gehör, sie lösen den Stummen die Zunge und rufen die Toten ins Leben zurück.
Der eine ist der Ruf der Zivilisation, des Fortschritts in der stofflichen Welt. Er betrifft die Welt der Erscheinung; er fördert die Grundlagen materieller Errungenschaften und ist der Lehrmeister für die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Menschheit. Er umfasst die Gesetze, Ordnungen, Künste und Wissenschaften, durch die sich die Menschenwelt entwickelt. Diese Gesetze und Ordnungen sind die Folge edler Ideale und das Ergebnis des gesunden Menschenverstands; auf das Feld des Daseins sind sie durch die Bemühungen der Weisen und Gebildeten aus früher und späterer Zeit getreten. Verkünder und Vollstrecker dieses Rufes ist die gerechte Staatsmacht.
Das andere ist der seelenbewegende Ruf Gottes, dessen geistige Lehren die ewige Herrlichkeit, das ewige Glück und die ewige Erleuchtung der Menschenwelt sichern und die Eigenschaften der Barmherzigkeit in der Menschenwelt wie auch im jenseitigen Leben offenbaren.
Dieser zweite Ruf beruht auf den Lehren und Ermahnungen des Herrn, auf den Warnungen und selbstlosen Empfindungen aus dem Reich der Sittlichkeit, die wie ein helles Licht die Lampe menschlicher Wirklichkeiten zum Strahlen bringen. Seine durchdringende Kraft ist das Wort Gottes.
Solange jedoch materielle Errungenschaften, naturwissenschaftliche Kenntnisse und menschliche Tugenden noch nicht durch geistige Vollkommenheiten, strahlende Eigenschaften und Kennzeichen der Barmherzigkeit verstärkt sind, bringen sie keine Frucht und kein Ergebnis; auch bewirken sie nicht der Menschheit Glück, welches doch das letzte Ziel ist. Denn obwohl einerseits die materiellen Errungenschaften und die Entwicklung der stofflichen Welt zu einem Wohlstand führen, der die gesteckten Ziele vorzüglich offenbart, drohen daraus doch andererseits Gefahren, schweres Unheil und gewaltige Not.
Wenn du demnach dein Augenmerk auf das geordnete Muster der Königreiche, Städte und Dörfer richtest und siehst, wie reizvoll sie geschmückt sind, wie frisch ihre natürlichen Hilfsquellen sind, wie hoch ihre Technik entwickelt ist, wie leicht ihr Verkehr fließt, welch umfangreiches Wissen über die Welt der Natur verfügbar ist, wie groß die Erfindungen, wie riesig die Unternehmen, wie vortrefflich die Entdeckungen und wissenschaftlichen Forschungen sind, so magst du daraus schließen, dass die Zivilisation der Menschenwelt zu Glück und Fortschritt gereicht. Wendest du die Augen jedoch darauf, dass Höllenmaschinen entwickelt, Zerstörungskräfte entfaltet und Kriegsgeräte erfunden werden, die den Baum des Lebens mit der Wurzel ausreißen, so wird dir klar und offenbar, wie eng die Zivilisation mit der Barbarei verbunden ist. Fortschritt und Barbarei gehen Hand in Hand, es sei denn, die materielle Zivilisation wird bestätigt durch göttliche Führung, durch die Offenbarungen des Allbarmherzigen und durch göttliche Tugenden, verstärkt durch geistiges Verhalten, durch die Ideale des Gottesreiches und die Ausgießungen aus dem Reich der Macht.
Überlege, dass heute die fortschrittlichsten, zivilisiertesten Länder der Welt in Pulverfässer, die Kontinente des Erdballs in riesige Heerlager und Schlachtfelder verwandelt sind, dass die Völker der Welt sich zu waffenstarrenden Nationen formiert haben, dass die Regierungen der Welt miteinander wetteifern, wer den ersten Schritt auf das Feld des Gemetzels und Blutvergießens tut und so die Menschheit ins tiefste Elend stürzt.
Deshalb müssen Zivilisation und materieller Fortschritt mit der Größten Führung verbunden sein, so dass diese niedere Welt der Schauplatz für die Segnungen des Gottesreiches werde und die stofflichen Errungenschaften sich mit dem Glanz des Barmherzigen vereinigen, damit die Menschenwelt ihre Schönheit und Vollkommenheit enthülle und in hell strahlender Anmut vor allen offenbare. So wird sich immerwährende Herrlichkeit und Glückseligkeit zeigen.
Preis sei Gott, im Verlauf vieler Jahrhunderte und Zeitalter wurde der Ruf der Zivilisation erhoben. Die Menschenwelt machte täglich Fortschritte. Manche Länder entwickelten sich in gewaltigen Sprüngen. Materielle Verbesserungen nahmen ständig zu, bis die Welt des Daseins die umfassende Fähigkeit erlangte, die geistigen Lehren aufzunehmen und auf den göttlichen Ruf zu hören. Der Säugling durchläuft verschiedene Entwicklungsstufen. Er wächst und entwickelt sich auf jeder Stufe, bis sein Körper das Reifealter erreicht. Auf dieser Stufe erwirbt er die Fähigkeit, geistige und intellektuelle Vollkommenheiten zu offenbaren. Das Licht des Begreifens, des Verstandes und der Erkenntnis wird an ihm sichtbar; seine Seelenkräfte entfalten sich. So hat in der bedingten Welt auch die Gattung Mensch fortschreitend körperliche Veränderungen durchgemacht und ist in einem langsamen Prozess die Leiter der Zivilisation emporgestiegen. Sie verkörperte somit die Wunder, Vortrefflichkeiten und Gaben des Menschseins in ihrer herrlichsten Gestalt, bis sie die Fähigkeit erlangte, die Pracht geistiger Vollkommenheiten und göttlicher Ideale auszudrücken, und den Ruf Gottes vernehmen konnte. Der Ruf zum Reich Gottes wurde schließlich erhoben, die geistigen Tugenden und Vollkommenheiten wurden offenbart, die Sonne der Wirklichkeit ist aufgegangen, die Lehren über den Größten Frieden, die Einheit der Menschheit und die Allgemeingültigkeit alles Menschlichen wurden verkündet. Wir hoffen, dass diese Strahlen ihren Glanz immer stärker verbreiten, dass vollkommene Tugenden diesen Strahlenglanz immer mehr widerspiegeln, bis das Ziel dieses allumfassenden menschlichen Entwicklungsprozesses erreicht ist, bis die Liebe Gottes in höchster Anmut und Schönheit erscheint und alle Herzen in ihren Bann schlägt.
O ihr Geliebten Gottes! Wisst wahrlich, dass der Menschheit ganzes Glück in der Einheit und Eintracht des Menschengeschlechts beschlossen liegt, dass die geistigen wie materiellen Entwicklungen von Liebe und Freundschaft zwischen allen Menschen abhängen. Betrachtet die Lebewesen: die Tiere, die sich auf der Erde fortbewegen und jene, die fliegen; solche, die weiden, und solche, die andere verschlingen. Bei den Raubtieren lebt jede Art getrennt von den anderen Arten ihrer Gattung; sie beobachten einander mit größter Feindseligkeit und Gegnerschaft. Wenn sie aufeinandertreffen, kämpfen sie sofort bis aufs Blut, fletschen die Zähne und zeigen ihre Krallen. So benehmen sich wilde Bestien und blutrünstige Wölfe, fleischfressende Tiere, Einzelgänger, die um ihr Leben kämpfen. Aber die gelehrigen, gutmütigen, freundlichen Tiere, ob sie nun zu den fliegenden oder zu den grasenden Arten gehören, gesellen sich voll Zutrauen zueinander; sie sind vereint in ihren Herden, sie leben froh, glücklich und zufrieden. So etwa die Vögel, die mit ein paar Körnern zufrieden und dafür dankbar sind; sie leben in vollkommener Freude und stimmen herrliche Lieder an, wenn sie sich aufschwingen über Fluren und Steppen, Hügel und Berge. Genauso gesellen sich Weidetiere wie Schafe, Antilopen und Gazellen in größtem Einvernehmen, Vertrautheit und Eintracht zueinander. Sie leben zusammen auf Ebenen, im Zustand völliger Zufriedenheit. Hunde, Wölfe, Tiger, Hyänen und die anderen Raubtiere hingegen wenden sich voneinander ab; denn sie jagen und streifen allein umher. Die Tiere auf dem Felde und die Vögel in den Lüften meiden sich weder noch belästigen sie einander, wenn sie auf ihren Weiden oder Rastplätzen zusammentreffen; sie nehmen sich gegenseitig in Freundlichkeit an, ganz anders als die reißenden Bestien, die sich sofort zerfleischen, wenn einer in des anderen Höhle oder Lager eindringt. Ja, wenn einer nur an der Behausung des anderen vorbeigeht, stürzt dieser sofort heraus, um jenen anzugreifen und möglichst zu töten.
Hier wird deutlich, dass auch im Tierreich Liebe und Einvernehmen die Früchte einer freundlichen Gesinnung, eines reinen Wesens und eines lobenswerten Charakters sind, Uneinigkeit und Abgrenzung dagegen Kennzeichen der Raubtiere in der Wildnis.
Der Allmächtige hat den Menschen nicht mit den Klauen und Zähnen wilder Tiere erschaffen, vielmehr wurde die menschliche Gestalt mit den anmutigsten Eigenschaften versehen und mit den vollkommensten Tugenden geschmückt. Aus Ehrerbietung vor dieser Schöpfung, aus Wertschätzung für dieses Gewand muss der Mensch Liebe und Zuneigung für seine eigene Art aufbringen, nein, alle Lebewesen muss er gerecht und unparteiisch behandeln.
Überlegt, wie Freundschaft und Eintracht bei der Menschheit zu Wohlergehen, Glück, Freude und Behagen führen, wogegen Streit und Missklang fast immer Not, Erniedrigung, Unruhe und Versagen bewirken.
Aber wehe, tausendmal wehe! Der Mensch ist gleichgültig und dieser Tatsache unbewusst. Täglich brüstet er sich mit den Merkmalen einer wilden Bestie. Siehe! Plötzlich verwandelt er sich in einen grausamen Tiger; im nächsten Augenblick wird er zur kriechenden Giftschlange! Doch die erhabenen menschlichen Errungenschaften liegen in solchen Tugenden und Eigenschaften, die ausschließlich den Engeln der himmlischen Heerscharen zugehören. So wird der Mensch, wenn lobenswerte Eigenschaften und hohe sittliche Werte von ihm ausgehen, ein himmlisches Wesen, ein Engel des Gottesreichs, eine göttliche Wirklichkeit von überirdischem Glanz. Befasst er sich hingegen mit Kriegsführung, Streit und Blutvergießen, so wird er gemeiner als das grausamste Raubtier; denn ein blutrünstiger Wolf frisst in einer Nacht nur ein Lamm, der Mensch aber mordet Hunderttausende auf dem Schlachtfeld, übersät den Boden mit ihren Leibern und tränkt die Erde mit ihrem Blut.
Kurz gesagt, dem Menschen sind zwei Wesensarten gegeben: Die eine strebt nach Verfeinerung der Sitten und geistiger Vollkommenheit, während die andere zu tierischer Erniedrigung und fleischlichen Unvollkommenheiten neigt. Wenn ihr durch die Länder dieses Erdballs reist, seht ihr einerseits die Überreste von Verfall und Zerstörung, andererseits die Zeichen der Kultur und der Entwicklung. Verfall und Zerstörung sind das Ergebnis von Krieg, Zank und Streit, Entwicklung und Fortschritt hingegen die glänzenden Früchte der Tugend, der Zusammenarbeit und der Eintracht.
Wer durch die Wüsten Mittelasiens reist, der sieht, wie viele Städte, die einst groß und blühend waren wie Paris und London, heute zerstört und dem Erdboden gleichgemacht sind. Vom Kaspischen Meer bis zum Oxus erstrecken sich wilde, öde Steppen, Wüsten, Einöden und Täler. Zwei Tage und zwei Nächte lang fährt die russische Eisenbahn an den zerstörten Städten und unbewohnten Dörfern dieses Ödlandes vorbei. Früher trugen in dieser Ebene die vortrefflichsten Zivilisationen der Vergangenheit ihre Frucht. Die Zeichen der Entwicklung und Verfeinerung waren überall zu erkennen, Künste und Wissenschaften wurden geschützt und gefördert, Berufe und Gewerbe blühten auf, Handel und Landwirtschaft hatten einen hohen Leistungsgrad erreicht, Verwaltung und Regierungskunst fußten auf starker, kraftvoller Grundlage. Heute ist der größte Teil dieses ausgedehnten Landes Zuflucht für turkmenische Stämme und Kampfbahn für wilde Tiere. Die alten Städte dieser Ebene wie Gurgán, Nissá, Ábívard und Shahristán waren in der ganzen Welt berühmt für ihre Künste, Wissenschaften, Kultur und Gewerbe, bekannt für ihren Wohlstand, ihre Größe und Vornehmheit. Sie sind einer Wildnis gewichen, in der sich keine Stimme erhebt außer dem Brüllen wilder Tiere, und in der blutrünstige Wölfe frei umherziehen. Diese Zerstörung und Verwüstung hatte ihre Ursache in Krieg und Streit, Zwietracht und Uneinigkeit zwischen Persern und Türken, die sich in Religion und Sitten unterschieden. So unnachgiebig war der Geist religiösen Vorurteils, dass die Führer ohne wahren Glauben es richtig fanden, unschuldiges Blut zu vergießen, Eigentum zu vernichten und Familienehre zu schänden. Das ist nur ein Beispiel von vielen.
Wenn du die Weltgegenden durchstreifst, wirst du zu dem Ergebnis kommen, dass aller Fortschritt auf Vereinigung und Zusammenarbeit beruht, Niedergang jedoch von Feindseligkeit und Hass herrührt. Trotzdem lässt sich die Menschenwelt nicht belehren, sie erwacht auch nicht aus dem Schlummer der Achtlosigkeit. Nach wie vor verursacht der Mensch Zwietracht, Zank und Streit, damit er Kriegsscharen aufstellen und sich dann mit Heeresmacht auf das Schlachtfeld des Blutvergießens stürzen kann.
Betrachte sodann die Erscheinungen der Verbindung und der Auflösung, des Seins und des Nichtseins. Alles Erschaffene in der bedingten Welt ist aus vielen verschiedenartigen Atomen zusammengesetzt. Sein Dasein hängt von der Verbindung dieser Atome ab. Mit anderen Worten, durch Gottes Schöpferkraft werden einfache Urstoffe zusammengefügt, so dass aus dieser Verbindung ein bestimmter Organismus entsteht. Das Dasein aller Dinge beruht auf diesem Prinzip. Wenn aber die Ordnung gestört wird, bewirkt dies Auflösung, und Verfall setzt ein. Dann hört das betroffene Ding zu bestehen auf. Das bedeutet, die Vernichtung aller Dinge hat ihre Ursache im Zerfall und in der Auflösung. Deshalb bewirkt Anziehung und Verbindung zwischen den verschiedenen Elementen Leben; Uneinigkeit, Zerfall und Teilung verursachen Tod. So führen die Kräfte des Zusammenhalts und der Anziehung dazu, dass ertragreiche Ergebnisse und Wirkungen entstehen, während Entfremdung und Abkehr zur Verwirrung und Vernichtung der Dinge führen. Durch Verbindungsfähigkeit und Anziehung wird alles Lebendige – Pflanzen, Tiere und Menschen – ins Dasein gerufen, während Teilung und Uneinigkeit Zerfall und Zerstörung herbeiführen.
Deshalb ist alles, was der Vereinigung, Anziehung und Einheit unter den Menschenkindern dient, Mittel zum Lebenserhalt für die Menschenwelt; alles, was Teilung, Abneigung und Entfremdung bewirkt, führt die Menschheit in den Tod.
Und wenn du an Feldern und Anpflanzungen vorbeikommst, siehst du die Pflanzen, Blumen und duftenden Kräuter reich und fruchtbar zusammen wachsen und ein Muster für die Einheit abgeben. Das ist ein Beweis dafür, dass diese Anpflanzung, dieser Garten unter der Fürsorge eines erfahrenen Gärtners gedeiht. Siehst du diesen Garten aber in einem Zustand der Unordnung und Verwahrlosung, so schließest du daraus, dass ihm die Pflege eines erfahrenen Landmanns fehlt und er demzufolge Wicken und Unkraut hervorbringt.
Das zeigt, dass Freundschaft und Zusammenhalt auf die Ausbildung durch einen wahren Erzieher hindeuten, Auflösung und Trennung jedoch Beweise für Barbarei und Mangel an göttlicher Erziehung sind.
Ein Kritiker mag einwenden, die Völker, Rassen, Stämme und Gemeinden der Welt hätten verschiedene, voneinander abweichende Gebräuche, Gewohnheiten, Geschmacksrichtungen, Charaktere, Neigungen und Ideen; ihre Ansichten und Gedanken seien gegensätzlich. Wie könnte da wahre Einheit offenbar werden und vollkommener Gleichklang zwischen den Menschenseelen eintreten?
Wir antworten, dass es zwei Arten von Verschiedenheit gibt. Die eine Art bewirkt Vernichtung und gleicht der Abneigung zwischen kriegführenden Nationen und kämpfenden Stämmen, die sich gegenseitig zerstören, die Familien entwurzeln, einander die Ruhe und den Wohlstand rauben und ein Blutbad anrichten wollen. Die andere Art ist ein Zeichen der Mannigfaltigkeit; sie ist das Wesen der Vollkommenheit und bewirkt, dass die Segnungen des Allherrlichsten Herrn erscheinen.
Betrachte die Blumen eines Gartens. Obwohl sie nach Art, Farbe, Form und Gestalt verschieden sind, werden sie doch vom Wasser einer Quelle erfrischt, vom selben Windhauch belebt, von den Strahlen einer Sonne gestärkt, und so erhöht die Vielfalt ihren Reiz und steigert ihre Schönheit. Wenn die vereinende Kraft, der durchdringende Einfluss von Gottes Wort dergestalt wirkt, verschönern die unterschiedlichen Gebräuche, Verhaltensweisen, Ideen, Ansichten und Veranlagungen die Menschenwelt. Diese Mannigfaltigkeit, diese Verschiedenheit entspricht der naturgeschaffenen Ungleichheit und Vielfalt der Glieder und Organe des Menschenleibs; denn jedes trägt zur Schönheit, Wirksamkeit und Vollkommenheit des Ganzen bei. Wenn diese verschiedenen Körperteile und Organe unter den Einfluss der souveränen Seele des Menschen kommen, wenn die Macht der Seele die Gliedmaßen und Körperteile, die Venen und Schlagadern des Körpers durchpulst, dann verstärkt die Unterschiedlichkeit den Einklang, die Verschiedenartigkeit vermehrt die Liebe und die Vielfalt ist der wichtigste Antrieb für das Zusammenwirken.
Wie unerfreulich wäre es für das Auge, wenn alle Blumen und Pflanzen, Blätter und Blüten, Früchte, Zweige und Bäume jenes Gartens die gleiche Form und Farbe hätten! Vielfalt in Farbe, Form und Gestalt bereichert und verschönert den Garten und erhöht dessen Ausdruck. Werden verschiedene Schattierungen von Gedanken, Temperamenten und Charakteren unter der Macht und dem Einfluss einer zentralen Kraftquelle zusammengeführt, so wird in gleicher Weise die Schönheit und der Glanz menschlicher Vollkommenheit offenbar und sichtbar. Nur die himmlische Macht des Wortes Gottes, die die Wirklichkeit aller Dinge beherrscht und übersteigt, ist fähig, die auseinandergehenden Gedanken, Gefühle, Ideen und Überzeugungen der Menschenkinder in Einklang zu bringen. Wahrlich, sie ist die durchdringende Kraft in allen Dingen, die die Seelen bewegt und in der Welt der Menschheit alles verbindet und steuert.
Preis sei Gott! Heute erleuchtet Gottes Wort alle Horizonte mit seinem Strahlenglanz. Aus allen Religionsgemeinschaften, Rassen, Stämmen, Nationen und Gemeinden sind Seelen im Lichte des Wortes zusammengekommen. Sie haben sich in vollkommener Eintracht versammelt und vereinigt. Oh! Wie viele Treffen werden abgehalten, geschmückt mit Seelen aus verschiedenen Rassen und Glaubensgemeinschaften! Wer dabei ist, staunt darüber und meint, dass diese Seelen einem einzigen Land angehören, einer Nationalität, einer Gemeinschaft, einem Gedanken, einem Glauben und einer Meinung. In Wirklichkeit ist der eine Amerikaner, der andere Afrikaner; einer kommt aus Asien, ein anderer aus Europa, einer ist aus Indien, ein anderer aus Turkestan; einer ist Araber, ein anderer Tadschike, einer ist Perser und wieder ein anderer Grieche. Ungeachtet dieser Verschiedenheit, sind sie in vollkommener Eintracht und Einigkeit, Liebe und Freiheit beisammen. Sie haben nur eine Stimme, einen Gedanken, eine Absicht. Wahrlich, das bewirkt die durchdringende Macht des Gotteswortes! Alle vereinten Kräfte des Weltalls wären außerstande, auch nur eine einzige Versammlung zusammenzubringen, die von den Gefühlen der Liebe, der Zuneigung, der Anziehung und Begeisterung derart durchdrungen ist, dass sie die Angehörigen der verschiedenen Rassen einigen und aus dem Herzen der Welt eine Stimme erheben könnte, die Krieg und Hader vertreibt, Zank und Streit ausrottet, das Zeitalter des Weltfriedens einführt sowie Einheit und Eintracht unter den Menschen errichtet.
Kann irgendeine Macht dem durchdringenden Einfluss des Gotteswortes widerstehen? Nein, bei Gott! Der Beweis ist klar, das Zeugnis vollkommen! Wer mit dem Auge der Gerechtigkeit schaut, wird verblüfft sein und staunen. Er wird bezeugen, dass alle Völker, Religionsgemeinschaften und Rassen der Welt über die Lehren und Ermahnungen Bahá’u’lláhs froh, zufrieden und dankbar sein sollten; denn diese göttlichen Verfügungen zähmen jedes wilde Tier, sie verwandeln das krabbelnde Insekt in einen hochfliegenden Vogel, machen die Menschenseelen zu Engeln des Gottesreiches und die Menschenwelt zum Brennpunkt für die Tugenden der Barmherzigkeit.
Des Weiteren ist jedermann gehalten, seiner Regierung Gehorsam, Unterordnung und Loyalität zu erweisen. Heutzutage befindet sich kein Staat der Welt in einem Zustand des Friedens und der inneren Ruhe; denn im Volk sind Sicherheit und Vertrauen verschwunden. Regierte und Regierende sind gleichermaßen in Gefahr. Die einzige Gruppe, die sich heute friedlich und loyal den Gesetzen und Verordnungen der Regierung unterordnet und die Menschen ehrlich und offen behandelt, ist diese misshandelte Gemeinde. Alle Religionsgemeinschaften und Volksgruppen in Persien und Turkestan sind damit beschäftigt, ihre eigenen Interessen zu verfolgen, und gehorchen ihrer Regierung nur in der Hoffnung auf einen Vorteil oder aus Angst vor Strafe. Die Bahá’í dagegen stehen der Regierung wohlwollend gegenüber, gehorchen den Gesetzen und hegen Liebe für alle Völker.
Dieser Gehorsam und diese Unterordnung sind im deutlichen Buch der Schönheit Abhá allen zur Pflicht gemacht. Weil die Gläubigen dem Gebot des Einen Wahren Gehorsam leisten, bezeigen sie allen Nationen größte Aufrichtigkeit und guten Willen. Eine Seele, die den Gesetzen der Regierung zuwiderhandelt, betrachtet sich vor Gott als verantwortlich und glaubt, dass sie für ihre Sünde Gottes Zorn und Strafe verdient. Seltsamerweise meinen einige Regierungsbeamte trotz dieser Tatsache, die Bahá’í seien ihnen schlecht gesonnen, während sie die Mitglieder anderer Gemeinschaften als ihre Freunde betrachten. Gütiger Gott! Als neulich in Ṭihrán und anderen Provinzen Persiens allgemein Umsturz und Aufruhr herrschten, erwies es sich, dass nicht ein einziger Bahá’í beteiligt war oder sich eingemischt hätte. Die Unwissenden machten deshalb den Bahá’í Vorwürfe, weil diese dem Gebot der Gesegneten Schönheit folgten und sich von jeglicher Einmischung in politische Angelegenheiten fernhielten. Sie schlossen sich keiner Partei an, sondern gingen, mit ihren eigenen Angelegenheiten und ihren Berufen beschäftigt, ihren Pflichten nach.
Alle Freunde Gottes bezeugen die Tatsache, dass ‘Abdu’l-Bahá für alle Regierungen und Nationen von jedem Standpunkt aus nur das Beste will und aufrichtig für ihren Fortschritt betet, ganz besonders für die beiden großen Staaten des Ostens; denn diese beiden Länder sind das Geburtsland und der Verbannungsort Bahá’u’lláhs. In allen Botschaften und Schriften hat Er diese beiden Regierungen lobend erwähnt und göttliche Bestätigungen von der Schwelle des einen wahren Gottes für sie erfleht. Die Schönheit Abhá – möge mein Leben ein Opfer für Seine Geliebten sein – brachte für Ihre Kaiserlichen Majestäten Gebete dar. Gnädiger Gott! Wie seltsam: Ungeachtet dieser schlüssigen Beweise bringt jeder neue Tag irgendein Geschehnis, und Schwierigkeiten treten auf. Aber wir und die Freunde Gottes sollten unter keinen Umständen nachlassen in unserem Bemühen, loyal, aufrichtig und wohlwollend zu sein. Wir sollten allezeit unsere Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit zeigen. Mehr noch: Wir müssen unerschütterlich bleiben in unserer Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit und uns damit befassen, Gebete zum Wohle aller darzubringen.
O ihr Geliebten Gottes, dies sind die Tage der Standhaftigkeit, der Festigkeit und der Ausdauer in der Sache Gottes. Ihr dürft eure Aufmerksamkeit nicht auf die Person ‘Abdu’l-Bahás richten, denn binnen kurzem wird er euch Lebewohl sagen. Ihr müsst euer Augenmerk vielmehr fest auf Gottes Wort richten. Wenn das Wort Gottes gefördert wird, seid froh, glücklich und dankbar, selbst wenn ‘Abdu’l-Bahá vom Schwert bedroht oder von Ketten und Fesseln niedergedrückt ist. Denn wichtig ist der heilige Tempel der Sache Gottes, nicht ‘Abdu’l-Bahás leibliche Gestalt. Die Freunde Gottes müssen sich mit solcher Standhaftigkeit erheben, dass sie auch dann, wenn einmal hundert Seelen wie ‘Abdu’l-Bahá zur Zielscheibe für die Schmerzenspfeile werden, in ihrem Entschluss, ihrer Entschiedenheit, ihrer Begeisterung, ihrer Hingabe und ihrem Dienst an der Sache Gottes nicht wanken. ‘Abdu’l-Bahá selbst ist ein Diener an der Schwelle der Gesegneten Schönheit, ein Ausdruck reiner, gänzlicher Dienstbarkeit an der Schwelle des Allmächtigen. Er hat keine andere Stufe und keinen anderen Titel, keinen anderen Rang und keine Macht. Das ist mein höchstes Ziel, mein ewiges Paradies, mein heiligster Tempel, mein Sadratu’l-MuntaháA69. Mit der Gesegneten Schönheit Abhá und mit dem Erhabenen, Seinem Herold – möge mein Leben ein Opfer für beide sein – endete die Erscheinung von Gottes unabhängiger, allumfassender Manifestation. In den nächsten tausend Jahren werden alle von Seinem Licht erleuchtet und vom Meer Seiner Gnadengaben belebt.
O ihr Geliebten Gottes! Dies ist in Wahrheit mein letzter Wunsch und meine Ermahnung an euch. Selig ist, wer mit Gottes Hilfe dem folgt, was verzeichnet ist auf dieser Schriftrolle, deren Worte geheiligt sind über die Sinnbilder, die bei den Menschen im Schwange sind.

226

O du Diener Gottes! Dein Brief kam an und brachte Freude. Du hast darin deinen heißen Wunsch geäußert, dass ich dem Friedenskongress beiwohnen soll. Ich erscheine nicht zu solchen politischen Konferenzen; denn der Frieden kann nur durch die Macht des Wortes Gottes errichtet werden. Wenn eine Konferenz einberufen wird, die alle Nationen vertritt und unter dem Einfluss des Wortes Gottes arbeitet, dann wird der Weltfriede errichtet; andernfalls ist das unmöglich.
Gegenwärtig wird mit Sicherheit ein vorläufiger Friede errichtet, aber er wird nicht von Dauer sein. Alle Regierungen und Nationen sind den Krieg leid, die Reisebeschränkungen, die unermesslichen Ausgaben, den Verlust an Menschenleben, den Schmerz der Frauen, die vielen Waisenkinder. So sind sie zum Frieden gezwungen. Aber dieser Friede ist nicht von Dauer, er ist zeitlich begrenzt.
Wir hoffen, dass die Macht des Gotteswortes einen Frieden errichten wird, der ewig wirksam und sicher bleibt.

227A70

O ihr Hochgeehrten, die ihr Pioniere seid unter den Wohltätern der Menschenwelt!
Die Briefe, die ihr während des Kriegs abgesandt habt, sind nicht eingetroffen, aber ein Brief vom 11. Februar 1916 hat mich soeben erreicht, und darauf folgt sofort eine Antwort. Eure Absicht verdient tausendfältiges Lob; denn ihr dient der Menschenwelt, und dies führt zu aller Glück und Wohlergehen. Dieser jüngstvergangene Krieg hat der Welt und dem Volk bewiesen, dass Krieg Vernichtung ist, Weltfrieden dagegen Aufbau. Krieg ist Tod, Frieden hingegen Leben. Krieg ist Raubsucht und Blutgier, Frieden indessen Wohltat und Menschlichkeit; Krieg gehört der Welt der Natur an, Frieden aber zur Grundlage der Religion Gottes; Krieg ist Finsternis über Finsternis, während Frieden himmlisches Licht ist; Krieg zerstört den Bau der Menschheit, während Frieden der Menschenwelt ewiges Leben ist; Krieg ist wie ein reißender Wolf, Frieden aber den Engeln des Himmels gleich; Krieg ist Kampf ums Dasein, während Frieden gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit unter den Völkern der Welt ist und das Wohlgefallen des Einen Wahren im himmlischen Reiche herbeiführt.
Es gibt keine Seele, deren Gewissen nicht bezeugte, dass es heutigen Tages nichts Wichtigeres auf der Welt gibt als den Weltfrieden. Jeder Gerechte bestätigt dies und bewundert jene geehrte Versammlung; denn sie verfolgt das Ziel, diese Finsternis in Licht, diesen Blutdurst in Güte, diese Folter in Wonne, diese Mühsal in Behagen und diese Feindschaft, diesen Hass in Freundschaft und Liebe zu verwandeln. Daher ist die Bemühung jener geachteten Seelen des Preises und des Lobes wert.
Der wesenhaften Beziehungen gewahr, die von den Wirklichkeiten der Dinge ausgehen, bedenken weise Seelen jedoch, dass eine einzelne Sache für sich die menschliche Wirklichkeit nicht so beeinflussen kann, wie es sein sollte und müsste; denn ehe die Menschen in ihrer Gesinnung geeinigt werden, lässt sich nichts Wichtiges bewerkstelligen. Heute ist der Weltfriede von großer Bedeutung, aber die Einheit des Gewissens ist dabei wesentlich, damit des Friedens Grundlage gesichert, sein Gefüge fest und sein Bau stark sei.
Darum erläuterte Bahá’u’lláh vor fünfzig Jahren die Frage des Weltfriedens zu einer Zeit, als Er in der Festung ‘Akká in strenger Haft Unrecht erduldete und eingekerkert war. Er schrieb über diese wichtige Angelegenheit, den Weltfrieden, an alle großen Herrscher der Welt und verwirklichte ihn im Kreise Seiner Freunde im Orient. Des Ostens Horizont war in tiefes Dunkel gehüllt, die Völker standen sich in Hass und Feindschaft gegenüber, die religiösen Gruppen lechzten nach dem Blut der anderen – es herrschte Finsternis über Finsternis. Zu solcher Zeit erstrahlte Bahá’u’lláh der Sonne gleich vom Horizont des Ostens und erhellte Persien mit dem Licht dieser Lehren.
Eine Seiner Lehren war die Erklärung des Weltfriedens. Menschen verschiedener Völker, Religionen und Sekten, die Ihm nachfolgten, kamen sich derart nahe, dass bemerkenswerte Versammlungen zustande kamen, die aus den verschiedenen Völkern und Religionen des Ostens zusammengesetzt waren. Wer solche Versammlungen besuchte, sah nur ein Volk, eine Lehre, einen Pfad, eine Ordnung; denn Bahá’u’lláhs Lehren waren ja nicht auf die Errichtung des Weltfriedens beschränkt; sie umfassten viele Lehren, welche die des Weltfriedens ergänzten und stützten.
Eine dieser Lehren ist das selbständige Erforschen der Wirklichkeit, so dass die Menschenwelt aus dem Dunkel der Nachahmung errettet werde und zur Wahrheit gelange, dass sie das zerlumpte, abgetragene Kleid von vor tausend Jahren abreiße und wegwerfe und ein Gewand anlege, welches in höchster Reinheit und Heiligkeit auf dem Webstuhl der Wirklichkeit gewoben ist. Da es nur eine Wirklichkeit gibt, die keine Vieldeutigkeit zulässt, müssen unterschiedliche Ansichten schließlich in einer aufgehen.
Eine der Lehren Bahá’u’lláhs ist die Einheit der Menschenwelt. Alle Menschen sind Gottes Schafe, und Er ist der gütige Hirte. Dieser Hirte ist gut zu allen Schafen, denn Er schuf sie alle, erzog sie, sorgte für sie und beschützte sie. Es besteht kein Zweifel, dass der Hirte gütig zu allen Schafen ist; sind Unwissende darunter, so müssen sie belehrt werden; sind Kinder darunter, so müssen sie erzogen werden, bis sie die Reife erlangen; sind Kranke darunter, so müssen sie geheilt werden. Hass und Feindschaft darf es nicht geben. Wie von einem gütigen Arzt müssen diese Unwissenden, diese Kranken behandelt werden.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist, dass Religion zu Freundschaft und Liebe führen muss. Bewirkt sie Entfremdung, dann bedarf man ihrer nicht; denn Religion ist wie eine Arznei: Verschlimmert sie das Leiden, dann wird sie unnötig.
Unter Bahá’u’lláhs Lehren finden wir ferner, dass Religion mit Wissenschaft und Vernunft in Einklang sein muss, so dass sie auf die Menschenherzen wirkt. Die Grundlage muss festgefügt sein und darf nicht auf Nachahmung beruhen.
Eine andere Lehre Bahá’u’lláhs ist, dass religiöse, rassische, politische, wirtschaftliche und vaterländische Vorurteile den Bau der Menschheit zerstören. Solange diese Vorurteile herrschen, wird die Menschenwelt keine Ruhe finden. Über einen Zeitraum von sechstausend Jahren berichtet uns die Weltgeschichte. Während dieser sechstausend Jahre war die Menschenwelt nie frei von Krieg, Streit, Mord und Blutgier. Zu jeder Zeit wurde in diesem oder jenem Land Krieg geführt; der Krieg entstand entweder aus religiösem Vorurteil oder aus rassischem Vorurteil, aus politischem Vorurteil oder aus vaterländischem Vorurteil. So ist gesichert und erwiesen, dass alle Vorurteile den Bau der Menschheit zerstören. Solange diese Vorurteile weiterbestehen, muss der Kampf ums Dasein vorherrschen, müssen Blutdurst und Raubgier fortdauern. Deshalb kann die Menschheit, wie in der Vergangenheit so auch heute, nur dann aus der Finsternis der Erdgebundenheit errettet werden und Erleuchtung empfangen, wenn sie Vorurteile ablegt und die Tugenden des Gottesreiches erwirbt.
Gehen Vorurteile und Feindseligkeiten auf das Konto der Religion, so bedenkt, dass die Religion zu Freundschaft führen muss; andernfalls ist sie unnütz. Und ist das Vorurteil nationaler Art, so bedenkt, dass alle Menschen einer Nation angehören. Alle sind dem Baume Adams entsprossen; Adam ist die Wurzel des Baumes. Der Baum ist einer, alle Völker sind wie Äste, während die einzelnen Menschen den Blättern, Blüten und Früchten daran gleichen. So sind die Bildung verschiedener Nationen und in der Folge alles Blutvergießen und alle Zerstörung am Bau der Menschheit nur menschlicher Unwissenheit und eigennützigen Beweggründen entsprungen.
Was das vaterländische Vorurteil betrifft, so entstammt auch dieses völliger Unwissenheit, denn der Erdkreis ist ein Heimatland. Jeder Mensch kann an jedem beliebigen Ort des Erdballs leben. Darum ist die ganze Welt des Menschen Vaterstadt. Grenzlinien und Grenzübergänge wurden durch den Menschen ersonnen. In der Schöpfung sind keine solchen Grenzen und Hoheitsgebiete festgeschrieben. Europa ist ein einziger Erdteil, Asien ist ein Erdteil, Afrika ist ein Erdteil, Australien ist ein Erdteil, aber einige Seelen haben aus persönlichen Beweggründen, aus Eigennutz, jeden dieser Erdteile zerteilt und einen bestimmten Teil als ihr eigenes Land betrachtet. Gott hat keine Grenze zwischen Frankreich und Deutschland gezogen: Sie gehen ineinander über. Fürwahr, in den ersten Jahrhunderten haben selbstsüchtige Seelen um ihrer eigenen Vorteile willen Grenzen und Übergänge geschaffen und ihnen Tag für Tag mehr Gewicht beigelegt, bis dies schließlich in den späteren Jahrhunderten zu heftiger Feindschaft, zu Blutvergießen und Raubgier führte. So wird es unaufhörlich weitergehen, und wenn der Gedanke der Vaterlandsliebe auf einen engen Kreis beschränkt bleibt, wird er die Hauptursache der Weltzerstörung sein. Kein kluger, gerechter Mensch wird diese eingebildeten Unterscheidungen anerkennen. Eine begrenzte Fläche, welche wir unser Vaterland nennen, betrachten wir als unsere Heimat, wo doch der ganze Erdball, nicht eine begrenzte Fläche, die Heimat aller ist. Kurz gesagt: Nur wenige Tage leben wir auf dieser Erde; schließlich werden wir darin bestattet, sie ist unser ewiges Grab. Ist dieses ewige Grab es wert, dass wir Menschenblut vergießen und einander in Stücke reißen? Nein, keineswegs: Weder ist Gott erfreut über ein solches Verhalten, noch kann es ein Mensch mit gesundem Verstand gutheißen.
Überlegt: Die glückseligen Tiere lassen sich nie in einen vaterländischen Streit ein, sie leben in bester Kameradschaft einmütig miteinander. Kommen zum Beispiel eine Taube aus dem Osten, eine Taube aus dem Westen, eine Taube aus dem Norden und eine Taube aus dem Süden zufällig zur gleichen Zeit an einem Platze zusammen, so gesellen sie sich alsbald einträchtig zueinander. So ist es bei allen glückseligen Tieren und Vögeln. Die Raubtiere aber greifen einander an, sobald sie sich treffen, kämpfen miteinander und reißen sich in Stücke. Es ist ihnen unmöglich, friedlich am selben Ort zusammenzuleben. Sie sind alle ungesellig, grausam, wild und kampflustig.
Betrachtet man das wirtschaftliche Vorurteil, so tritt klar zu Tage, dass dann, wenn man die Verbindungen zwischen den Völkern festigt und den Warenaustausch beschleunigt, jedes wirtschaftliche Prinzip, das man in einem Land durchsetzt, schließlich die anderen Länder beeinflusst und allgemeinen Nutzen stiftet. Wozu also dieses Vorurteil?
Was nun das politische Vorurteil betrifft, so muss Gottes Politik befolgt werden, und es ist unbestreitbar, dass Gottes Politik größer ist denn menschliche Politik. Wir müssen der göttlichen Politik folgen, sie gilt gleichermaßen für alle. Gott behandelt alle Menschen gleich: Kein Unterschied wird gemacht. Dies ist die Grundlage der göttlichen Religionen.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist die Schaffung einer Sprache, die weltweit im Volk verbreitet werden kann. Die Feder Bahá’u’lláhs offenbarte diese Lehre, damit die Weltsprache Missverständnisse zwischen den Menschen beseitige.
Eine Lehre Bahá’u’lláhs ist ferner die Wesensgleichheit von Frauen und Männern. Die Menschenwelt hat zwei Flügel: Den einen bilden die Frauen, den anderen die Männer. Erst wenn beide Flügel gleichmäßig entwickelt sind, kann der Vogel fliegen. Bleibt ein Flügel schwächlich, so ist kein Flug möglich. Erst wenn die Frauenwelt der Männerwelt im Erwerb von Tugenden und Vollkommenheiten gleichkommt, sind Erfolg und Gedeihen so erreichbar, wie es sein soll.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist das freiwillige Teilen des Eigentums mit anderen unter der ganzen Menschheit. Dieses freiwillige Teilen übertrifft die Wesensgleichheit; es bedeutet, dass der Mensch sich selbst nicht anderen vorziehen, vielmehr sein Leben und sein Eigentum für andere opfern soll. Dies soll aber nicht zwangsweise eingeführt und ein Gesetz werden, das der Mensch gezwungenermaßen befolgen muss. Im Gegenteil soll der Mensch aus freiem Antrieb, auf selbstgewähltem Opfergang, Eigentum und Leben für andere hingeben und willig den Armen spenden, wie es in Persien unter den Bahá’í geschieht.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist des Menschen Freiheit: Durch die geistige Macht soll er frei werden und sich der Verhaftung in der natürlichen Welt entledigen. Denn solange der Mensch in der Natur gefangen liegt, ist er ein Raubtier, da der Kampf ums Dasein zu den Bedürfnissen der Naturwelt gehört. Dieser Kampf ums Dasein ist der Ursprung allen Elends und die höchste Not.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs besagt, dass die Religion ein mächtiges Bollwerk ist. Wenn das Gebäude der Religion erzittert und schwankt, folgen Aufruhr und Chaos, und die Ordnung der Dinge wird völlig umgestürzt; denn in der Menschenwelt gibt es zwei Wächter, die den Menschen vor dem Unrechttun bewahren: Der eine ist das Gesetz, das den Verbrecher bestraft; aber das Gesetz verhindert nur das offenkundige Verbrechen, nicht jedoch die geheime Sünde. Hingegen verhütet der ideale Wächter, die Religion Gottes, sowohl das offenkundige wie das geheime Verbrechen. Er erzieht den Menschen, entwickelt Sittlichkeit, nötigt zur Tugend und ist die allumfassende Macht, die für das Glück der Menschenwelt die Gewähr bietet. Unter Religion aber ist das zu verstehen, was durch Forschen nach Wahrheit gesichert ist, nicht was lediglich auf Nachahmung beruht – also die Grundlagen der göttlichen Religionen, nicht menschliche Nachahmungen.
Zu den Lehren Bahá’u’lláhs gehört ferner, dass die materielle Zivilisation zwar ein Mittel zum Fortschritt der Menschenwelt ist, dass jedoch der gewünschte Erfolg – das Glück der Menschheit – erst dann zu erreichen ist, wenn die materielle Zivilisation mit der göttlichen Kultur vereinigt wird. Bedenkt! Diese Schlachtschiffe, welche eine Stadt innerhalb einer Stunde in ein Trümmerfeld verwandeln, sind das Ergebnis der materiellen Zivilisation; ebenso die Kruppkanonen, die Mausergewehre, das Dynamit, die Unterseeboote, die Torpedoboote, die Jagdflieger und Bomber. Alle diese Kriegswerkzeuge sind die bösen Früchte der materiellen Zivilisation. Wäre die materielle Zivilisation mit der göttlichen Kultur verbunden worden, so hätte man diese fürchterlichen Waffen niemals erfunden. Im Gegenteil, die menschliche Tatkraft hätte sich ganz und gar nützlichen Erfindungen zugewandt und auf rühmliche Entdeckungen konzentriert. Die materielle Zivilisation ist wie das Glas um die Lampe, die göttliche Kultur ist die Lampe selbst. Das Glas ohne Licht ist dunkel. Die materielle Zivilisation ist wie der Leib. Sei er auch noch so anmutig, elegant und schön, so ist er dennoch tot. Die göttliche Kultur ist wie der Geist; der Leib erhält sein Leben durch den Geist, sonst ist er ein Leichnam. So ist es klar, dass die Menschenwelt den Odem des Heiligen Geistes braucht. Ohne den Geist ist die Menschenwelt leblos; ohne dieses Licht verbleibt die Menschenwelt in tiefster Finsternis. Denn die Naturwelt ist eine tierische Welt. Ehe der Mensch wiedergeboren wird aus der Welt der Natur, das heißt, ehe er sich von der Naturwelt loslöst, ist er seinem Wesen nach ein Tier, und es sind die Lehren Gottes, die dieses Tier in eine menschliche Seele umwandeln.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist die Förderung der Erziehung. Jedes Kind muss im erforderlichen Umfang in den Wissenschaften unterrichtet werden. Können die Eltern die Kosten dieser Erziehung tragen, so ist es gut; andernfalls muss die Gemeinde die Mittel für den Unterricht des Kindes aufbringen.
Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs handelt von Recht und Gerechtigkeit. Ehe nicht Recht und Gerechtigkeit auf der Ebene des Daseins verwirklicht sind, werden alle Dinge in Unordnung sein und unvollkommen bleiben. Die Menschenwelt ist dann eine Welt der Unterdrückung und der Grausamkeit, ein Reich der Angriffslust und des Irrtums.
Kurz, es gibt viele derartige Lehren. Diese mannigfaltigen Prinzipien – die mächtigste Grundlage für der Menschen Glück, eine Gnadengabe des Barmherzigen – müssen die Sache des Weltfriedens ergänzen und damit verbunden werden, so dass Erfolge eintreten. Auf andere Art, für sich allein ist der Weltfrieden in der Menschenwelt nur schwer zu verwirklichen. So wie Bahá’u’lláhs Lehren mit dem Weltfrieden verknüpft sind, gleichen sie einer Tafel mit frischen, köstlichen Speisen aller Art. An dieser Tafel unermesslicher Gaben kann jede Seele finden, was sie ersehnt. Bleibt aber die Frage allein auf den Weltfrieden beschränkt, so sind die herausragenden Erfolge, die man erwartet und erhofft, nicht zu erzielen. Die Perspektive des Weltfriedens muss so sein, dass alle Gemeinschaften und Religionen ihre höchste Sehnsucht darin verwirklicht finden. Bahá’u’lláhs Lehren sind so beschaffen, dass alle Gemeinschaften der Welt, religiöse, politische oder ethische, althergebrachte oder neuzeitliche, den Ausdruck ihrer höchsten Wünsche darin finden.
Zum Beispiel finden die Gläubigen der Religionen in Bahá’u’lláhs Lehren die Begründung der allumfassenden Religion, einer Religion, die vollkommen auf die gegenwärtigen Verhältnisse passt, echte, rasche Heilung der unheilbaren Krankheit schafft, alle Schmerzen stillt und das unfehlbare Gegenmittel für jedes tödliche Gift bietet. Denn wollten wir die Menschenwelt nach den derzeit herrschenden religiösen Nachahmungen einrichten und organisieren, wollten wir darauf der Menschheit Glück aufbauen, so wäre dies unmöglich und undurchführbar. Zum Beispiel wäre es unmöglich, die Gesetze der Thora und der anderen Religionen so durchzuführen, wie es heutiger Nachahmung entspricht. Den Wesensgrund aller göttlichen Religionen aber, der auf die Tugenden der Menschenwelt gerichtet ist und ihrer Wohlfahrt zugrundeliegt, findet man in den Lehren Bahá’u’lláhs in der vollkommensten Darstellung.
Ähnlich steht es um die Menschen, die nach Freiheit schreien. Die gemäßigte Freiheit, welche die Gewähr für die Wohlfahrt der Menschheit bietet und allumfassende Beziehungen aufrechterhält, findet ihre kraftvolle Ausprägung in den Lehren Bahá’u’lláhs.
So ist es auch bei den politischen Parteien: Die höchste Staatskunst, die Menschenwelt zu lenken, ja die Göttliche Politik findet sich in den Lehren Bahá’u’lláhs.
Desgleichen die Partei der ›Gleichheit‹, welche die Wirtschaftsprobleme zu lösen sucht: Bis heute haben sich alle vorgeschlagenen Lösungen als undurchführbar erwiesen, außer den wirtschaftlichen Vorschlägen in den Lehren Bahá’u’lláhs, die durchführbar sind und der Gesellschaft nicht schaden.
Und so ist es auch mit anderen Interessengruppen. Wenn ihr euch in die Sache vertieft, werdet ihr die höchsten Ziele dieser Parteien in Bahá’u’lláhs Lehren finden. Diese Lehren bilden die allumschließende Macht unter den Menschen und sind durchführbar. Es gibt aber manche Lehren aus der Vergangenheit wie die aus der Thora, die heute nicht mehr anwendbar sind. Das gleiche gilt von den anderen Religionen sowie den Lehrsätzen der verschiedenen Sekten und Parteien.
Zum Beispiel sagte Bahá’u’lláh über den Weltfrieden, dass der Höchste Gerichtshof begründet werden muss. Obgleich der Völkerbund geschaffen worden ist, ist er doch unfähig, den Weltfrieden zu errichten. Der Höchste Gerichtshof aber, den Bahá’u’lláh beschrieben hat, wird diese heilige Aufgabe mit größter Macht und Kraft erfüllen. Sein Plan geht dahin, dass die Nationalversammlungen jedes Landes und jeder Nation, das heißt, die Parlamente, zwei oder drei Personen auswählen, die Edelsten ihres Volkes, Kenner des internationalen Rechts sowie der Beziehungen zwischen den Regierungen, dazuhin vertraut mit den wesentlichen Bedürfnissen der heutigen Menschheit. Die Zahl dieser Abgeordneten sollte im Verhältnis zu der Bevölkerungszahl des Landes stehen. Die Wahl dieser Seelen durch die Nationalversammlung, das heißt, durch das Parlament, ist vom Oberhaus, vom Kongress, vom Kabinett und ebenso vom Präsidenten oder Monarchen zu bestätigen, damit diese Persönlichkeiten die Gewählten des ganzen Volkes und der Regierung sind. Aus diesem Personenkreis sind die Mitglieder des Höchsten Gerichtshofes zu wählen. Die ganze Menschheit hat somit Anteil daran; denn jeder Abgeordnete vertritt die ganze Nation. Wenn der Höchste Gerichtshof zu einer internationalen Frage ein Urteil fällt, entweder einmütig oder durch Mehrheitsbeschluss, so gibt es keinen Einwand mehr für den Kläger und keine Ausflucht für den Beklagten. Falls eine Regierung oder Nation die unwiderlegliche Entscheidung des Höchsten Gerichtshofs missachtet oder die Ausführung verschleppt, werden die übrigen Nationen dagegen auftreten; denn alle Regierungen und Nationen der Welt sind die Stützen dieses Höchsten Gerichtshofs. Überlegt, wie fest diese Grundlage ist! Ein beschränkter, eingeengter Bund jedoch erfüllt den Zweck nicht angemessen. Dies ist die Wahrheit über die erwähnte Lage. …

228

O Diener an der Schwelle Bahá’u’lláhs!A71 Dein Brief vom 14. Juni 1920 ist angekommen. Ein Brief von einigen Mitgliedern des Friedensausschusses ging ebenfalls zu; ihnen wurde eine Antwort erteilt. Händige sie ihnen aus.
Es ist klar, dass dieses Treffen nicht das ist, wofür es gehalten wird, ist es doch außerstande, die Angelegenheiten so zu ordnen, wie es richtig und nötig wäre. Wie dem auch sei: Die Sache, um die man sich bemüht, ist von höchster Wichtigkeit. Das Treffen im Haag sollte so viel Macht und Einfluss haben, dass sein Wort auf die Regierungen und Nationen wirkt. Weise die verehrten dort versammelten Mitglieder darauf hin, dass die vor dem Krieg abgehaltene Haager Konferenz den Zaren von Russland zum Präsidenten hatte und dass ihre Mitglieder Männer von höchstem Rang waren. Dennoch hat das diesen schrecklichen Krieg nicht verhindert. Wie wird es weitergehen? In der Zukunft wird mit Sicherheit ein weiterer Krieg ausbrechen, schrecklicher als der letzte. Wahrlich, daran gibt es keinerlei Zweifel. Was kann das Treffen im Haag ausrichten?
Aber die von Bahá’u’lláh niedergelegten Grundsätze verbreiten sich Tag für Tag. Übergib ihnen die Antwort auf ihren Brief, zeige ihnen die größte Liebe und Güte; dann überlasse sie ihren eigenen Angelegenheiten. Auf jeden Fall solltest du ihr Wohlwollen erlangen, und wenn sie zustimmen, kannst du meinen ausführlichen Lehrbrief, der bereits ins Englische übersetzt ist, drucken lassen und verbreiten.
Was die Esperantisten betrifft, so pflege mit ihnen Umgang. Wann immer du unter ihnen jemanden aufnahmebereit findest, überbringe ihm den Duft des Lebens. Sprich bei allen Treffen über die Lehren Bahá’u’lláhs; denn das führt heutzutage in den westlichen Ländern zum Erfolg. Und wenn sie Fragen stellen über deinen Glauben an Bahá’u’lláh, so antworte, dass wir Ihn als der Welt höchsten Lehrer und Erzieher in diesem Zeitalter betrachten. Stelle sodann klar heraus und erkläre im Einzelnen, dass diese Lehren über den Weltfrieden und andere Themen durch Bahá’u’lláhs Feder schon vor fünfzig Jahren offenbart wurden, dass sie bereits in Persien und Indien veröffentlicht und über die ganze Welt verbreitet sind. Anfangs standen alle der Idee des Weltfriedens skeptisch gegenüber und betrachteten sie als Unmöglichkeit. Sprich des Weiteren über Bahá’u’lláhs Größe, über die Ereignisse in Persien und der Türkei, über Bahá’u’lláhs erstaunlichen Einfluss, über den Inhalt Seiner an alle Herrscher gerichteten Sendschreiben und über deren Erfüllung. Sprich auch über die Verbreitung der Bahá’í-Sache. Arbeite mit dem Ausschuss für den Weltfrieden im Haag so eng wie möglich zusammen und erweise ihnen alle Höflichkeit.
Es zeigt sich, dass die Esperantisten aufnahmebereit sind; du kennst ihre Sprache und bist darin bewandert. Setze dich auch mit den Esperantisten in Deutschland und anderswo in Verbindung. Das Schrifttum, das du verbreitest, sollte sich ausschließlich mit den Lehren beschäftigen. Die Verbreitung anderer Schriften ist derzeit nicht ratsam. Es ist meine Hoffnung, dass die göttlichen Bestätigungen dich ständig unterstützen…
Sei nicht traurig über die Gleichgültigkeit und Kälte der Haager Versammlung. Setze dein Vertrauen in Gott. Wir hoffen, dass die Esperanto-Sprache in Zukunft machtvoll auf das Volk wirkt. Du hast jetzt den Samen gesät. Sicherlich wird er wachsen. Sein Wachstum hängt von Gott ab.

229

O du aufrichtiger Diener des Wahrhaftigen! Ich höre, du bist traurig und niedergeschlagen über die Ereignisse in der Welt und die Wechselfälle des Schicksals. Wozu diese Furcht und Besorgnis? Wer die Schönheit Abhá wahrhaft liebt, wer den Kelch des Bündnisses leert, der fürchtet kein Unglück, noch fühlt er sich niedergeschlagen in der Stunde der Prüfung. Das Feuer der Not ist sein Lustgarten, und in den Tiefen der See erlebt er die Weiten des Himmels.
Du stehst unter dem Obdach Gottes, im Schatten des Baumes Seines Bündnisses. Warum sorgst du dich? Warum klagst du? Bleibe ruhig und habe Vertrauen! Halte freudig und friedevoll, ernst und aufrichtig die Gebote, die dein Herr niedergeschrieben hat. Wünsche deinem Land und deiner Regierung das Beste. Seine Gnade wird dir allzeit beistehen, Sein Segen wird dir gewährt, und die Sehnsucht deines Herzens wird gestillt werden.
Bei der Altehrwürdigen Schönheit – möge mein Leben ein Opfer für Seine Geliebten sein! Würden die Freunde erkennen, welche ruhmreiche Souveränität ihnen der Herr in Seinem Königreich bestimmt hat, sie wären gewiss von Entzücken erfüllt; sie sähen sich gekrönt mit unsterblicher Herrlichkeit und gerieten vor Begeisterung außer sich. Binnen kurzem wird sich erweisen, wie prächtig das Licht Seiner gütigen Sorge und Barmherzigkeit auf Seine Geliebten strahlt, welch stürmische See in ihren Herzen aufgewühlt ward! Dann werden sie laut ausrufen: Glücklich sind wir, lasst alle Welt frohlocken!

230

O du verehrte Persönlichkeit! Dein zweiter Brief vom 19. Dezember 1918 ist eingegangen. Er brachte große Freude, denn er zeigt deine Festigkeit und Standhaftigkeit im Bund und Testament wie auch dein Verlangen, den Ruf zum Reich Gottes zu erheben. Heute ist der Ruf zum Gottesreich der Magnet, welcher die Menschenwelt zu sich hinzieht; denn groß ist die Fassungskraft des Menschen. Göttliche Lehren bilden den Geist dieses Zeitalters, mehr noch, sie sind die Sonne dieses Zeitalters. Jede Seele muss sich mühen, die Schleier vor dem menschlichen Auge zu zerreißen. Dann ist sofort die Sonne zu sehen; Auge und Herz werden von ihr erleuchtet.
Nun ruhen durch Gottes Hilfe und Großmut diese Kraft der Führung und diese barmherzige Gnadengabe in dir. Erhebe dich deshalb mit höchster Macht, damit du den modernden Gebeinen den Geist schenkst, den Blinden die Sehkraft, den Bedrückten Balsam und Frische, den Mutlosen lebendige Anmut. Jede Lampe verlöscht zuguterletzt, außer der Lampe des Gottesreichs; ihr Glanz wächst von Tag zu Tag. Jeder Ruf verhallt schließlich, außer dem Ruf zum Reich Gottes; er erschallt Tag für Tag. Jeder Pfad windet sich, außer der Straße des Königreichs; sie wird täglich bequemer. Das Himmelslied lässt sich ohne Zweifel nicht an einem irdischen Lied messen, das Kunstlicht nicht mit der himmlischen Sonne vergleichen. So muss sich der Mensch um das bemühen, was fortdauert und ewig währt, damit er in wachsendem Maße erleuchtet, gestärkt und neu belebt werde…
Ich bete und flehe zum himmlischen Reich, dass dein Vater, deine Mutter und dein Bruder durch das Licht der Führung das Reich Gottes betreten.

231

O du Blüte am Baum des Lebens! Glücklich bist du, denn du hast deine Lenden im Dienste gegürtet, hast dich mit ganzer Kraft für die Verkündung der göttlichen Lehren erhoben, Versammlungen einberufen und dich um die Verherrlichung des Gotteswortes bemüht.
In dieser sterblichen Welt hat alles Wichtige ein Ende, und jede noch so außergewöhnliche Errungenschaft findet ihren Abschluss. Nichts ist von Dauer. Betrachte zum Beispiel die wichtigen Errungenschaften der Antike, sie sind gänzlich verschwunden und keine Spur blieb von ihnen zurück, außer der großen Sache des Gottesreiches, die keinen Anfang und kein Ende hat. Sie wird allenfalls erneuert. Zu Beginn einer jeden Erneuerung schauen die Menschen darüber hinweg; wenn aber die Sache Gottes endgültig errichtet ist, schreitet sie täglich voran, und ihre tägliche Verherrlichung erreicht die höchsten Himmel.
Betrachte zum Beispiel den Tag Christi, den Tag der Erneuerung des Gottesreiches. Das Volk der Welt schenkte ihm keine Beachtung und erkannte seine Bedeutung so wenig, dass die Grabstätte Christi für die folgenden dreihundert Jahre vergessen und unbekannt blieb, bis Gottes Magd Helena, die Mutter Konstantins, kam und den heiligen Ort entdeckte.
Meine Absicht bei alledem ist zu zeigen, wie schlecht das Volk der Welt beobachtet, wie unwissend es ist, wie achtlos und gleichgültig es an dem Tag verharrt, da das Gottesreich errichtet wird.
Binnen kurzem wird die Macht des Gottesreiches die ganze Welt umfassen. Dann werden die Menschen auferweckt; sie werden schreien und wehklagen über all jene, die unterdrückt wurden und den Märtyrertod fanden, und sie werden seufzen und jammern. So ist der Menschen Wesensart.

232

Was Präsident Wilson betrifft, so finden sich die vierzehn Prinzipien, die er aufgestellt hat, zum größten Teil in den Lehren Bahá’u’lláhs. Deshalb hoffe ich, dass er bestätigt und unterstützt werde. Heute dämmert der Weltfrieden am Horizont; ich hoffe, dass sein Morgen vollends anbricht und das Dunkel des Krieges, des Zanks und Streits unter den Menschen in das Licht der Einheit, der Eintracht und Zuneigung verwandelt.

233

O ihr treuen Freunde, ihr aufrichtigen Diener Bahá’u’lláhs! Zur Zeit der Mitternachtswache, da alle Augen im Schlummer geschlossen sind und alle in tiefem Schlaf ihr Haupt auf das Ruhelager betten, wacht ‘Abdu’l-Bahá in der Umfriedung des Heiligen Schreines, und in glühender Beschwörung spricht er dieses sein Bittgebet:
O du gütige, liebende Vorsehung! Der Osten bebt, der Westen brandet wie die ewigen Wogen der See. Weithin wehen der Heiligkeit sanfte Winde, und aus dem Unsichtbaren Königreich strahlt die Sonne der Wahrheit in hellem Glanz. Die Hymnen göttlicher Einheit erklingen, die Banner himmlischer Macht wehen. Die Engelsstimme erschallt, und wie Leviathans Gebrüll dröhnt der Ruf nach Selbstlosigkeit und Selbstauslöschung. ›Yá Bahá’u’l-Abhá‹ hallt der Siegesruf von allen Seiten, und ›Yá ‘Alíyyu’l-A‘lá‹ erschallt es durch alle Lande. Nichts bewegt sich in der Welt, es sei denn durch die Herrlichkeit des großen Verzückers der Herzen, und kein Aufruhr tritt ein, außer im Wogen der Liebe zu Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Heißgeliebten.
Mit ihrem moschusduftenden Odem brennen die Geliebten des Herrn in allen Landen wie leuchtende Kerzen, und allüberall trifft man auf die Freunde des Allbarmherzigen, die sich wie Blumen entfalten. Keinen Augenblick rasten sie, keinen Atemzug tun sie, ohne Deiner zu gedenken, und nichts erflehen sie als den Dienst an Deiner Sache. In den Fluren der Wahrheit sind sie wie süß flötende Nachtigallen, im Blumengarten der Führung sind sie wie leuchtend bunte Blüten. Mit mystischen Blumen schmücken sie die Pfade im Garten der Wirklichkeit, wie wogende Zypressen säumen sie die Ufer am Strom des göttlichen Willens. Hoch über dem Horizont des Seins leuchten sie wie strahlende Sterne; am Firmament der Welt glänzen sie wie helle Sonnen. Manifestationen himmlischer Gnade sind sie, Morgenröten des Lichtes göttlichen Beistands.
Gib, o Du liebender Herr, dass alle fest und standhaft bleiben, in ewiger Herrlichkeit so strahlend, dass mit jedem Atemzug sanfte Winde aus den Gemächern Deiner Gnade wehen, dass aus dem Meer Deiner Gunst ein belebender Sprühregen aufsteige, dass Deiner Liebe wohltätige Schauer Frische schenken und der Zephir seinen Duft aus dem Rosengarten göttlicher Einheit herbeitrage.
Gewähre uns, o Meistgeliebter der Welt, einen Strahl Deiner Herrlichkeit! O Du Heißgeliebter der Menschheit, ergieße das Licht Deines Antlitzes auf uns!
O Du allmächtiger Gott, beschütze uns und sei unsere Zuflucht! Zeige Du, o Herr des Seins, Deine Macht und Deine Herrschaft!
O Du liebender Herr, die Aufwiegler regen und rühren sich mancherorts; Tag und Nacht tun sie schweres Unrecht.
Wie Wölfe lauern die Tyrannen; der Unterdrückten arglose Herde hat weder Hilfe noch Beistand. Hetzhunde setzen den Gazellen auf den Auen göttlicher Einheit nach, und den Fasan in den Bergen himmlischer Führung verfolgen die Raben des Neides.
O Du göttliche Vorsehung, bewahre und beschütze uns! O Du unser Schild, errette und verteidige uns! Birg uns unter Deinem Obdach, behüte uns durch Deine Hilfe vor allem Übel. Du bist in der Tat der wahre Beschützer, der unsichtbare Hüter, der himmlische Erhalter, der liebende Herr des Himmels.
O ihr Geliebten des Herrn! Einerseits ist des einen wahren Gottes Banner entfaltet, die Stimme des Gottesreiches erschallt. Gottes Sache breitet sich aus, die Wunder aus der Höhe sind in ihrer Herrlichkeit offenbar. Der Osten ist erleuchtet, der Westen voll Wohlgeruch, der Norden duftet nach Ambra, der Süden nach Moschus.
Andererseits steigern die Treulosen ihren Hass und Groll; ständig schüren sie Aufruhr und Unheil. Täglich hisst jemand das Banner der Auflehnung und prescht mit seinem Schlachtross in die Arena der Zwietracht. Stündlich zeigt die niederträchtige Natter ihre Zähne und verspritzt ihr tödliches Gift.
Die Geliebten des Herrn sind ganz von Aufrichtigkeit und Ergebenheit umfangen; sie achten dieser bösen Tücke nicht. Schlüpfrig und hinterhältig sind diese Schlangen, die das Böse flüstern, geschickt in ihrer Kunst und Arglist. Seid auf der Hut und bleibt wachsam! Schlagfertig und scharf von Verstand sind die Getreuen, fest und standhaft sind die Überzeugten. Handelt wohlüberlegt!
»Fürchtet den Scharfblick des Getreuen, denn er sieht durch Gottes Licht.«
Hütet euch, dass keine Seele insgeheim Spaltung bewirkt oder Streit entfacht. Seid tapfere Krieger in der uneinnehmbaren Feste, eine heldenhafte Schar in der mächtigen Burg. Handelt mit äußerster Sorgfalt und seid Tag und Nacht auf der Hut, damit der Tyrann keinen Schaden anrichten kann.
Studiert das Tablet des Heiligen Seefahrers,A72 damit ihr die Wahrheit erkennt, und denkt darüber nach, wie die Gesegnete Schönheit künftige Ereignisse klar voraussagte. Lasst alle Erkennenden gewarnt sein. Wahrlich, das ist ein Segen für die Aufrichtigen!
Wie der Staub auf der Heiligen Schwelle, mit ganzer Demut und Ergebenheit, weiht sich ‘Abdu’l-Bahá Tag und Nacht der Verkündung Seiner Zeichen. Wann immer er Zeit findet, betet er inbrünstig, fleht heißen Herzens unter Tränen zu Ihm und spricht:
O Du göttliche Vorsehung, wir sind erbärmlich, gewähre uns Deinen Beistand; wir sind heimatlose Wanderer, gib uns Deinen Schutz; auseinandergerissen sind wir, vereinige Du uns; wir sind vom rechten Wege abgeirrt, führe uns zu Deiner Herde; beraubt sind wir, gewähre uns einen Anteil; wir dürsten, führe uns zum Urquell des Lebens; schwach sind wir, mache uns stark, damit wir uns erheben, Deiner Sache zu helfen und uns als lebendige Opfer auf dem Pfade der Führung darbringen.
Die Treulosen aber mühen sich Tag und Nacht, offen und insgeheim, mit ganzer Kraft, die Grundmauern der Sache zu erschüttern, den Gesegneten Baum mit der Wurzel auszureißen, diesen Diener von seinem Dienst abzuhalten, geheimen Aufruhr und Streit anzuzetteln und ‘Abdu’l-Bahá zu vernichten. Äußerlich erscheinen sie als Schafe, aber inwendig sind sie nichts als reißende Wölfe. Mit süßen Worten auf den Lippen sind sie im Herzen tödliches Gift.
O ihr Geliebten, beschützt die Sache Gottes! Lasst euch nicht von süßen Zungen betören, seht vielmehr auf den Beweggrund jeder Seele, sinnt nach über die Gedanken, die sie hegt. Gebt sofort Acht und seid auf der Hut. Meidet sie, aber greift sie nicht an! Enthaltet euch der Kritik und der üblen Nachrede, überlasst sie der Hand Gottes. Die Herrlichkeit der Herrlichkeiten sei mit euch.

234

O du, die der süße Hauch des Herrn verzückt! Den Inhalt deines beredten Briefes habe ich zur Kenntnis genommen und erfahren, dass du Tränen vergießest und dein Herz vor Kummer brennt über ‘Abdu’l-Bahás Gefangenschaft.
O du Magd Gottes! Dieses Gefängnis ist mir süßer und willkommener als ein Blumengarten, diese Gefangenschaft ist besser als die Freiheit, meiner Wege zu gehen, und dieses enge Gelass bietet mir mehr Raum als weite, offene Auen. Sei meinetwegen nicht bekümmert. Und sollte mein Herr bestimmen, dass ich mit dem Kelch des Martyriums gesegnet werde, so bedeutet das nur, dass ich bekomme, was ich am meisten ersehne.
Fürchtet euch nicht, wenn dieser Zweig von der stofflichen Welt getrennt wird und seine Blätter abwirft. Nein, seine Blätter sollen grünen, denn dieser Zweig wird wachsen, nachdem er von der Welt hienieden abgeschnitten ist. Die höchsten Gipfel der Herrlichkeit soll er erreichen und Früchte tragen, welche die Welt mit ihrem Wohlgeruch erfüllen.

235

O Gott, mein Gott! Erleuchte die Stirn derer, die Dich wahrhaft lieben, und stehe ihnen bei mit dem siegesgewissen Heer Deiner Engel. Setze ihre Schritte sicher auf Deinen geraden Pfad und öffne ihnen aus Deiner urewigen Großmut die Tore Deines Segens; denn auf Deinem Pfad, zum Schutz Deines Glaubens, geben sie aus, was Du ihnen verliehen hast. In Dein Gedenken setzen sie ihr Vertrauen, aus Liebe zu Dir geben sie ihre Herzen hin, und im Gebet zu Deiner Schönheit, auf der Suche nach Deinem Wohlgefallen, halten sie nicht zurück, was sie besitzen.
O mein Herr! Bestimme ihnen reichen Anteil, genaues Entgelt, sicheren Lohn!
Wahrlich, Du bist der Erhalter, der Helfer, der Großmütige, der Freigebige, der Ewig-Schenkende.

236

O Du mein Gott, der Du den Sucher auf den geraden Pfad führest, die verlorene, verblendete Seele aus den Wüsten der Verdammnis erlösest, dem Aufrichtigen große Gnadengaben verleihest, dem Verängstigten Schutz an uneinnehmbarer Stätte gewährest und von Deinem höchsten Horizont denen antwortest, die Dich anrufen. Gepriesen seiest Du, o mein Herr! Du führst die Irregeleiteten aus den Todesfängen des Unglaubens, Du bringst jene, die sich Dir nähern, zu ihrer Reise Ziel. Die Standhaften unter Deinen Dienern lässest Du frohlocken, weil Du ihre tiefste Sehnsucht stillst, und öffnest in Deiner Schönheit Reich die Tore der Wiedervereinigung vor den Augen derer, die nach Dir verlangen. Du errettest sie aus den Feuern des Verlusts und Verderbens, so dass sie zu Dir eilen, in Deine Gegenwart gelangen, an Deinem einladenden Tor anlangen und Deine Gaben überreich empfangen.
O mein Gott, sie waren durstig, Du reichtest ihren ausgedörrten Lippen die Wasser der Wiedervereinigung. O Du Zärtlicher, Du Schenkender, Du stillst ihren Schmerz mit dem Balsam Deiner Gunst und Gnade, Du heilst ihre Gebrechen mit der allmächtigen Arznei Deines Mitleids. O Herr, mache ihre Schritte fest auf Deinem geraden Pfad, weite ihnen das Nadelöhr und lass sie in königlichen Gewändern allezeit in Herrlichkeit wandeln.
Wahrlich, Du bist der Freigebige, der Immergebende, der Kostbare, der Großmütigste. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Mächtigen, dem Gewaltigen, dem Erhabenen, dem Siegreichen.
O meine Geliebten im Geiste! Preis sei Gott, ihr habt die Schleier beiseitegeschoben, habt den mitfühlenden Geliebten erkannt und seid von dieser Wohnstätte ins Reich des Raumlosen geeilt. Ihr habt eure Zelte in Gottes Welt aufgeschlagen, ihr habt eure süße Stimme erhoben, Ihn, den Selbst-Bestehenden, zu verherrlichen, und Lieder angestimmt, die tief ins Herz dringen. Wohlgetan, tausendmal wohlgetan! Ihr habt das offenbarte Licht geschaut, und in eurem wiedergeborenen Sein habt ihr den Ruf erhoben: »Gesegnet sei der Herr, der beste der Schöpfer!«Q49 Ihr wart zuerst wie Ungeborene im Mutterschoß, dann wart ihr Säuglinge und habt aus kostbarer Brust die Milch der Erkenntnis gesogen, später seid ihr zu voller Größe herangewachsen und habt das Heil erlangt. Nun ist die Zeit des Dienstes, der Dienstbarkeit für den Herrn. Befreit euch von jedem Gedanken an Zerstreuung, überbringt die Botschaft mit beredter Zunge, schmückt eure Zusammenkünfte mit dem Lobpreis des Geliebten, bis des Segens überwältigende Flut herabströmt, die Welt in frisches Grün und Blütenpracht zu kleiden. Dieser Segensstrom besteht in den Ratschlägen, Ermahnungen, Anweisungen und Geboten Gottes, des Allmächtigen.
O meine Geliebten! Die Welt ist eingehüllt in das dichte Dunkel offenen Aufruhrs, aufgewühlt von einem Wirbelsturm des Hasses. Darin lodern die Feuer der Feindseligkeit bis zu den Wolken des Himmels, ein Strom von Blut rollt über die Ebenen und die Berghänge hinab. Kein Mensch auf Erden kann Frieden finden. Deshalb müssen Gottes Freunde jene zärtliche Güte hervorbringen, die vom Himmel kommt, und der ganzen Menschheit geistige Liebe spenden. Jede Seele müssen sie nach den göttlichen Ratschlägen und Ermahnungen behandeln; allen müssen sie Freundlichkeit und guten Glauben entgegenbringen, allen müssen sie wohlgesonnen sein. Sie müssen sich für ihre Freunde aufopfern und ihren Feinden alles Gute wünschen. Sie müssen den Boshaften trösten und ihre Unterdrücker mit Güte behandeln. Für die Dürstenden müssen sie frisches Wasser sein, für die Kranken eine rasch wirkende Arznei, heilender Balsam für die Leidenden, ein Trost für jedes beladene Herz. Sie müssen ein Licht der Rechtleitung sein für die Irrenden, verlässliche Führer für den Verlorenen. Den Blinden müssen sie Auge, den Tauben Ohr, den Toten ewiges Leben, den Verzweifelten immerwährende Freude sein.
Aus freien Stücken müssen sie sich jedem gerechten König unterwerfen und jedem großmütigen Herrscher gute Bürger sein. Sie müssen der Regierung gehorchen und dürfen sich nicht in politische Angelegenheiten einmischen, vielmehr müssen sie sich der Besserung des Charakters und des Verhaltens widmen und ihre Augen auf das Licht der Welt richten.

237A73

Wer immer dieses Gebet demütig und inbrünstig spricht, wird das Herz dieses Dieners mit Freude und Glück erfüllen:: Es wird sein, als begegne er Ihm von Angesicht zu Angesicht.
Er ist der Allherrliche!
O Gott, mein Gott! Demütig und unter Tränen erhebe ich meine flehenden Hände zu Dir und bedecke mein Angesicht im Staub Deiner Schwelle, die erhaben ist über das Wissen der Gelehrten und das Lob aller, die Dich verherrlichen. Schaue gnädiglich mit dem Auge Deines Erbarmens auf Deinen Diener, der bescheiden und demütig an Deiner Pforte steht, und tauche ihn ein in das Meer Deiner ewigen Gnade.
Herr! Er ist Dein armer, demütiger Diener, der, von Dir bezaubert, Dich anfleht, der, gefangen in Deiner Hand, inbrünstig zu Dir betet, der, Dir vertrauend, mit Tränen vor Deinem Angesicht zu Dir ruft und flehend zu Dir spricht:
O Herr, mein Gott! Schenke mir Deine Gnade, Deinen Geliebten zu dienen, stärke mich in meiner Dienstbarkeit vor Dir, erleuchte meine Stirn mit dem Licht der Anbetung an Deinem Hof der Heiligkeit und des Gebets zu Deinem Reich der Größe. Hilf mir, selbstlos zu sein am himmlischen Zugang zu Deinem Tor, und stehe mir bei, in Deinen heiligen Gefilden von allem losgelöst zu sein. Herr! Gib mir zu trinken aus dem Kelch der Selbstlosigkeit, hülle mich in ihr Gewand, tauche mich ein in ihr Meer. Mache mich zu Staub auf dem Pfade Deiner Geliebten und gib, dass ich meine Seele opfere für die Erde, die durch die Spur Deiner Erwählten auf Deinem Pfad geadelt ist, o Du Herr der Herrlichkeit in der höchsten Höhe.
Mit diesem Gebet ruft Dein Diener zu Dir im Morgengrauen und zur Nachtzeit. Erfülle seines Herzens Wunsch, o Herr! Erleuchte sein Herz, erheitere seine Brust, entzünde sein Licht, dass er Deiner Sache und Deinen Dienern diene.
Du bist der Schenkende, der Mitleidige, der Allgütige, der Gnadenreiche, der Barmherzige, der Erbarmer.

Quellenangaben

Q1 vgl. Bahá’u’lláh, in: Tabernakel der Einheit 1:15, 2:36, in: Botschaften aus ‘Akká 11:5 – Anm. d. Hrsg.
Q2 Qur’án 60:13.
Q3 Mt. 22:14.
Q4 Qur’án 57:21.
Q5 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 72:1 – Anm. d. Hrsg.
Q6 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 71:1 – Anm. d. Hrsg.
Q7 vgl. Bahá’u’lláh, in: Tabernakel der Einheit 1:15, 2:36, in: Botschaften aus ‘Akká 11:5 – Anm. d. Hrsg.
Q8 vgl. Mt. 24:43–44; Lk. 12:39–40; Thomasevangelium 21 – Anm. d. Hrsg.
Q9 vgl. Lk. 21:12; siehe auch Mt. 5:11, 13:9; Lk. 6:22 – Anm. d. Hrsg.
Q10 Qur’án 6:103.
Q11 Qur’án 17:110.
Q12 Joh. 14:10.
Q13 Qur’án 6:91.
Q14 Joh. 6:51, 6:58.
Q15 vgl. Joh. 15:26, 16:12–13.
Q16 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:37, in: Ährenlese 166 – Anm. d. Hrsg.
Q17 Qur’án 36:36; vgl. 51:49.
Q18 Gen. 1:26.
Q19 Qur’án 25:48.
Q20 vgl. Joh. 3:5.
Q21 Mt. 17:1–19; Mk. 9:2–9; Lk. 9:28–36.
Q22 Mt. 16:18 – Anm. d. Hrsg.
Q23 Offb. 21:10 – Anm. d. Hrsg.
Q24 vgl. Offb. 21:15 – Anm. d. Hrsg.
Q25 Joh. 6:38.
Q26 Joh. 3:13.
Q27 Joh. 14:30.
Q28 Hi. 19:25.
Q29 vgl. Qur’án 3:40; 2:253.
Q30 vgl. Qur’án 36:26–27.
Q31 Mt. 19:24; Mk. 10:25.
Q32 Qur’án 16:97 – Anm. d. Hrsg.
Q33 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‘Ahd, in: Botschaften aus ‘Akká 15:9 – Anm. d. Hrsg.
Q34 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:174 – Anm. d. Hrsg.
Q35 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:121 – Anm. d. Hrsg.
Q36 Qur’án 24:39.
Q37 Qur’án 36:30.
Q38 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 2:22.
Q39 Joh. 18:11.
Q40 Qur’án 67:3.
Q41 Qur’án 24:35.
Q42 vgl. Qur’án 28:29.
Q43 Qur’án 76:5.
Q44 Qur’án 61:4.
Q45 Qur’án 67:3.
Q46 Qur’án 2:74.
Q47 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:53, in: Ährenlese 72:1.
Q48 Qur’án 76:5.
Q49 Qur’án 23:14 – Anm. d. Hrsg.

Anmerkungen

A1 Von ‘Abdu’l-Bahá während des Ersten Weltkrieges niedergeschrieben und dem Sendbrief an die Zentralorganisation für einen dauernden Frieden im Haag beigefügt; vgl. Kap. 227 sowie ‘Abdu’l-Bahá, Der Weltfriedensvertrag, Hofheim-Langenhain 1988 – Anm. d. Hrsg.
A2 Qur’án 17:79.
A3 Qur’án 15:72.
A4 Qur’án 39:68; Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 8:37; Brief an den Sohn des Wolfes 192, S. 117.
A5 Qur’án 74:8.
A6 Qur’án 39:68.
A7 Qur’án 79:6–7.
A8 Qur’án 22:2.
A9 Qur’án 34:40.
A10 Qur’án 29:19.
A11 Qur’án 79:34.
A12 Qur’án 6:91; 52:12.
A13 Napoleon III.
A14 Kitáb-i-Aqdas – Anm. d. Hrsg.
A15 Isráfíl ist der Engel, der nach der Überlieferung am Tag der Auferstehung in die Posaune stößt, um auf Befehl des Herrn die Toten zu erwecken.
A16 Ḥuqúqu’lláh.
A17 Jane Elizabeth Whyte, Edinburg, vgl. Anjam Khursheed, The Seven Candles of Unity, Bahá’í Publishing Trust, London 1991, p. 45 – Anm. d. Hrsg.
A18 Der Schmuck, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 4].
A19 Worte des Paradieses, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 6].
A20 Der Strahlenglanz, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 5].
A21 Die Pracht, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 8].
A22 Die frohen Botschaften, [siehe Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, Kap. 3].
A23 Masíḥ.
A24 Masíkh.
A25 Joh. 14:11.
A26 Als Beitrag zu John E. Esslemont, Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, geschrieben.
A27 Flavius Josephus (37/38–100 n.Chr.) schrieb eine zwanzigbändige Geschichte der Juden in griechischer Sprache – Anm. d. Hrsg.
A28 Über diesen Sendbrief schrieb Shoghi Effendis Sekretär am 9. Mai 1938 in seinem Auftrag: »… Dies bezieht sich offenkundig, wie der Text deutlich zeigt, auf den Báb und ist keineswegs ein Hinweis auf Swedenborg.«.
A29 Jesus Christus.
A30 der »Baum, über den hinaus keiner gehen kann«, ein Symbol für die Manifestation Gottes; vgl. Qur’án 53:8–18, Shoghi Effendi, Gott Geht Vorüber 132 – Anm. d. Hrsg.
A31 Chinesische Städte, bekannt für ihre moschusproduzierenden Tiere.
A32 Die Pracht, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 8].
A33 Der Schmuck, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 4].
A34 Die frohen Botschaften, [siehe Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, Kap. 3].
A35 Der Strahlenglanz, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká, Kap. 5].
A36 Worte des Paradieses, [siehe Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká Kap. 6].
A37 das Erdbeben von 1906.
A38 des Geistigen Rats.
A39 das Heilige Land.
A40 die Bahá’í von Najaf-Ábád.
A41 Muhammad.
A42 Shahnáz, der Name der Empfängerin dieses Sendbriefes, ist auch die Bezeichnung einer musikalischen Tonart.
A43 Ein Aufsatz aus dem Buch The Gospel of Wealth von Andrew Carnegie (1835–1919) wurde in England im Pall Mall Budget unter der Überschrift The Gospel of Wealth wiedergegeben; vgl. Andrew Carnegie, Autobiography, p. 255, [deutsch Geschichte meines Lebens (1921)].
A44 Qur’án 25:53, 35:12, 55:19–25. Vgl. auch das Hochzeitsgebet ‘Abdu’l-Bahás in: Gebete, Hofheim-Langenhain 1984, Nr. 224.
A45 Siehe ‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen, 81:6–9, S. 275 zur Erläuterung des absteigenden und des aufsteigenden Bogens.
A46 Koloquinte und Baum Zaqqúm (vgl. Qur’án 37:62).
A47 vgl. Qur’án 24:35.
A48 Bahá’í-Kinderklasse in Kenosha, Wisconsin, USA.
A49 vgl. Qur’án 39:56.
A50 Möglicherweise bezieht sich ‘Abdu’l-Bahá auf die Sikhs; die Schilderung scheint auf sie zuzutreffen.
A51 Moses.
A52 Jesus.
A53 der Báb, siehe ‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen, Kap. 13.
A54 vgl. Mt. 27:29, Mk. 15:18, – Anm. d. Hrsg.
A55 Deutschland.
A56 den Pazifischen Ozean.
A57 30. September 1912.
A58 Bahá’u’lláh, Verborgene Worte, pers. 71 – Anm. d. Hrsg.
A59 in Bahjí.
A60 vgl. Qur’án 7:172 – Anm. d. Hrsg.
A61 Johannes der Täufer.
A62 Qur’án 20:12 – wird auch als »Heiliges Tal« bezeichnet.
A63 vgl. Qur’án 4:78.
A64 Dieser Brief trug die Unterschriften von 422 amerikanischen Gläubigen und das Datum vom 4. Juli 1905.
A65 Dieser Sendbrief wurde im Januar 1920 verfaßt; vgl. Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:6, S. 51 – Anm. d. Hrsg.
A66 der Báb.
A67 von Bahá’u’lláh zitierte Überlieferung, vgl. Ährenlese 89:3; dazu A. Taherzadeh, Die Offenbarung Bahá’u’lláhs, I. Baghdád 1853–1863, 1981—138, S. 53 ff.
A68 An die Leser der Zeitschrift The Christian Commonwealth vom 1. Januar 1913.
A69 siehe Anm. 50 zu 32:2 – Anm. d. Hrsg.
A70 Dies ist der erste Teil der Antwort ‘Abdu’l-Bahás auf einen Brief, den der Exekutivausschuß der Zentralorganisation für einen dauernden Frieden [, eine private, 1915 im Haag gegründete Initiative engagierter Friedensfreunde, an Ihn gerichtet hatte]. ‘Abdu’l-Bahás Brief vom 17. Dezember 1919, den Shoghi Effendi als ein »Sendschreiben von weittragender Bedeutung« bezeichnet (Gott geht vorüber, 1974–131, S. 350), wurde 1920 von einer besonderen Bahá’í-Delegation im Haag übergeben. [Vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Der Weltfrieden-Vertrag. Ein Brief an die Zentralorganisation für einen dauernden Frieden, Hofheim-Langenhain 1988–145.
A71 MírzáAḥmadKhánYazdání (1891–1977), der Überbringer von ‘Abdu’l-Bahás Brief an die Zentralorganisation für einen dauernden Frieden im Haag; vgl. Abschnitt 227 – Anm. d. Hrsg.
A72 vgl. Adib Taherzadeh, Die Offenbarung Bahá’u’lláhs, I. Baghdád 1853–1863, Hofheim-Langenhain 1981–138, S. 273 ff.
A73 Munájátu’l-Liqá’ (Tablet der Begegnung). Dieses Gebet wird an ‘Abdu’l-Bahás Schrein gelesen; es wird auch als privates Gebet gebraucht.
English — Selections from the Writings of 'Abdu'l-Bahá.txt Open standalone →
Selections from the Writings of 'Abdu'l-Bahá á 'Abdu'l-Bahá á Bahá'í World Centre, Auflage Bahá'í Reference Library edition (2025)

Selections from the Writings of ‘Abdu’l-Bahá
Compiled by the Research Department of the Universal House of Justice
Translated by a Committee at the Bahá’í World Centre
and by Marzieh Gail
Preface
‘Abdu’l-Bahá’s exposition of the Bahá’í Revelation is recorded in His written works, in the many compilations of His recorded utterances, and in His correspondence. The written works such as The Secret of Divine Civilization, A Traveler’s Narrative, the Will and Testament, are available in English translations. Likewise many compilations of His recorded utterances, among which may be mentioned Some Answered Questions, Memorials of the Faithful, Paris Talks, are kept in print. Not for sixty years, however, has any large compilation, in English, of His innumerable letters been made; the three volumes of Tablets of ‘Abdu’l-Bahá published in the United States between 1909 and 1916, although running into second editions, have long been out of print.
The present compilation attempts a much wider selection than was made for those early volumes, and its perusal will give some indication of the vast range of subjects dealt with by the Master in His correspondence. Included are a number of Tablets translated by a Committee at the World Centre using early drafts made by Shoghi Effendi during ‘Abdu’l-Bahá’s lifetime, and a large number by Marzieh Gail, sent to her from the World Centre’s collection of more than 19,000 original and authenticated copies. Some famous Tablets, such as the correspondence with Auguste Forel, or the greater part of the Tablet to the Hague, have been omitted since they are available in separate publications.
The happy and blessed recipients of the vast majority of the Tablets here included were the early believers of the east and west, whether individuals, groups, organized committees or assemblies of the friends, and their value to the nascent communities of the west in those days when Bahá’í literature in English was meager in the extreme, cannot be overestimated.
It is believed that publication of these writings of the Master’s will serve to increase the fervor of His lovers in responding to His call and add to their perception of that wondrous harmony of the human and divine which He, the Mystery of God, so perfectly exemplified.
References to the Qur’án
In footnotes referring to the Qur’án the súrihs have been numbered according to the original, whereas the verse numbers are those in Rodwell’s translation which differ sometimes from those of the Arabic.
Selections from the Writings of
‘Abdu’l-Bahá
1
1.1O peoples of the world! The Sun of Truth hath risen to illumine the whole earth, and to spiritualize the community of man. Laudable are the results and the fruits thereof, abundant the holy evidences deriving from this grace. This is mercy unalloyed and purest bounty; it is light for the world and all its peoples; it is harmony and fellowship, and love and solidarity; indeed it is compassion and unity, and the end of foreignness; it is the being at one, in complete dignity and freedom, with all on earth.
1.2The Blessed Beauty saith: “Ye are all the fruits of one tree, the leaves of one branch.” Thus hath He likened this world of being to a single tree, and all its peoples to the leaves thereof, and the blossoms and fruits. It is needful for the bough to blossom, and leaf and fruit to flourish, and upon the interconnection of all parts of the world-tree, dependeth the flourishing of leaf and blossom, and the sweetness of the fruit.
1.3For this reason must all human beings powerfully sustain one another and seek for everlasting life; and for this reason must the lovers of God in this contingent world become the mercies and the blessings sent forth by that clement King of the seen and unseen realms. Let them purify their sight and behold all humankind as leaves and blossoms and fruits of the tree of being. Let them at all times concern themselves with doing a kindly thing for one of their fellows, offering to someone love, consideration, thoughtful help. Let them see no one as their enemy, or as wishing them ill, but think of all humankind as their friends; regarding the alien as an intimate, the stranger as a companion, staying free of prejudice, drawing no lines.
1.4In this day, the one favored at the Threshold of the Lord is he who handeth round the cup of faithfulness; who bestoweth, even upon his enemies, the jewel of bounty, and lendeth, even to his fallen oppressor, a helping hand; it is he who will, even to the fiercest of his foes, be a loving friend. These are the Teachings of the Blessed Beauty, these the counsels of the Most Great Name.
1.5O ye dear friends! The world is at war and the human race is in travail and mortal combat. The dark night of hate hath taken over, and the light of good faith is blotted out. The peoples and kindreds of the earth have sharpened their claws, and are hurling themselves one against the other. It is the very foundation of the human race that is being destroyed. It is thousands of households that are vagrant and dispossessed, and every year seeth thousands upon thousands of human beings weltering in their lifeblood on dusty battlefields. The tents of life and joy are down. The generals practice their generalship, boasting of the blood they shed, competing one with the next in inciting to violence. “With this sword,” saith one of them, “I beheaded a people!” And another: “I toppled a nation to the ground!” And yet another: “I brought a government down!” On such things do men pride themselves, in such do they glory! Love, righteousness—these are everywhere censured, while despised are harmony, and devotion to the truth.
1.6The Faith of the Blessed Beauty is summoning mankind to safety and love, to amity and peace; it hath raised up its tabernacle on the heights of the earth, and directeth its call to all nations. Wherefore, O ye who are God’s lovers, know ye the value of this precious Faith, obey its teachings, walk in this road that is drawn straight, and show ye this way to the people. Lift up your voices and sing out the song of the Kingdom. Spread far and wide the precepts and counsels of the loving Lord, so that this world will change into another world, and this darksome earth will be flooded with light, and the dead body of mankind will arise and live; so that every soul will ask for immortality, through the holy breaths of God.
1.7Soon will your swiftly passing days be over, and the fame and riches, the comforts, the joys provided by this rubbish-heap, the world, will be gone without a trace. Summon ye, then, the people to God, and invite humanity to follow the example of the Company on high. Be ye loving fathers to the orphan, and a refuge to the helpless, and a treasury for the poor, and a cure for the ailing. Be ye the helpers of every victim of oppression, the patrons of the disadvantaged. Think ye at all times of rendering some service to every member of the human race. Pay ye no heed to aversion and rejection, to disdain, hostility, injustice: act ye in the opposite way. Be ye sincerely kind, not in appearance only. Let each one of God’s loved ones center his attention on this: to be the Lord’s mercy to man; to be the Lord’s grace. Let him do some good to every person whose path he crosseth, and be of some benefit to him. Let him improve the character of each and all, and reorient the minds of men. In this way, the light of divine guidance will shine forth, and the blessings of God will cradle all mankind: for love is light, no matter in what abode it dwelleth; and hate is darkness, no matter where it may make its nest. O friends of God! That the hidden Mystery may stand revealed, and the secret essence of all things may be disclosed, strive ye to banish that darkness for ever and ever.
2
2.1O my Lord! I have drawn nigh unto Thee, in the depths of this darksome night, confiding in Thee with the tongue of my heart, trembling with joy at the sweet scents that blow from Thy realm, the All-Glorious, calling unto Thee, saying:
2.2O my Lord, no words do I find to glorify Thee; no way do I see for the bird of my mind to soar upward to Thy Kingdom of Holiness; for Thou, in Thy very essence, art sanctified above those tributes, and in Thy very being art beyond the reach of those praises which are offered Thee by the people that Thou hast created. In the sanctity of Thine own being hast Thou ever been exalted above the understanding of the learned among the Company on high, and forever wilt Thou remain enwrapped within the holiness of Thine own reality, unreached by the knowledge of those dwellers in Thine exalted Kingdom who glorify Thy Name.
2.3O God, my God! How can I glorify or describe Thee inaccessible as Thou art; immeasurably high and sanctified art Thou above every description and praise.
2.4O God, my God! Have mercy then upon my helpless state, my poverty, my misery, my abasement! Give me to drink from the generous cup of Thy grace and forgiveness, stir me with the sweet scents of Thy love, gladden my bosom with the light of Thy knowledge, purify my soul with the mysteries of Thy oneness, raise me to life with the gentle breeze that cometh from the gardens of Thy mercy—till I sever myself from all else but Thee, and lay hold of the hem of Thy garment of grandeur, and consign to oblivion all that is not Thee, and be companioned by the sweet breathings that waft during these Thy days, and attain unto faithfulness at Thy Threshold of Holiness, and arise to serve Thy Cause, and to be humble before Thy loved ones, and, in the presence of Thy favored ones, to be nothingness itself.
2.5Verily art Thou the Helper, the Sustainer, the Exalted, the Most Generous.
2.6O God, my God! I beg of Thee by the dawning of the light of Thy Beauty that hath illumined all the earth, and by the glance of Thy divine compassion’s eye that considereth all things, and by the surging sea of Thy bestowals in which all things are immersed, and by Thy streaming clouds of bounty raining down gifts upon the essences of all created things, and by the splendors of Thy mercy that existed before ever the world was—to help Thy chosen ones to be faithful, and assist Thy loved ones to serve at Thine exalted Threshold, and cause them to gain the victory through the battalions of Thy might that overpowereth all things, and reinforce them with a great fighting host from out of the Concourse on high.
2.7O my Lord! They are weak souls standing at Thy door; they are paupers in Thy courtyard, desperate for Thy grace, in dire need of Thy succor, turning their faces toward the kingdom of Thy oneness, yearning for the bounties of Thy bestowals. O my Lord! Flood Thou their minds with Thy holy light; cleanse Thou their hearts with the grace of Thine assistance; gladden their bosoms with the fragrance of the joys that waft from Thy Company above; make bright their eyes by beholding the signs and tokens of Thy might; cause them to be the ensigns of purity, the banners of sanctity waving high above all creatures on the summits of the earth; make Thou their words to move hearts which are even as solid rock. May they arise to serve Thee and dedicate themselves to the Kingdom of Thy divinity, and set their faces toward the realm of Thy Self-Subsistence, and spread far and wide Thy signs, and be illumined by Thy streaming lights, and unfold Thy hidden mysteries. May they guide Thy servants unto gentle waters and to the fountain of Thy mercy that welleth and leapeth in the midmost heart of the Heaven of Thy oneness. May they hoist the sail of detachment upon the Ark of Salvation, and move over the seas of Thy knowledge; may they spread wide the pinions of unity and by their aid soar upward to the Kingdom of Thy singleness to become servants whom the Supreme Concourse will applaud, whose praises the dwellers in Thine all-glorious realm will utter; may they hear the heralds of the invisible world as they raise their cry of the Most Great Glad-Tidings; may they, in their longing to meet Thee, invoke and pray unto Thee, intoning wondrous orisons at the dawn of light—O my Lord Who disposest all things—shedding their tears at morningtide and even, yearning to pass into the shadow of Thy mercy that endeth never.
2.8Help them, O my Lord, under all conditions, support them at all times with Thine angels of holiness, they who are Thine invisible hosts, Thy heavenly battalions who bring down to defeat the massed armies of this nether world.
2.9Verily art Thou the Mighty, the Powerful, the Strong, the All-Encompassing, the One Who hath dominion over all that is.
2.10O holy Lord! O Lord of loving-kindness! We stray about Thy dwelling, longing to behold Thy beauty, and loving all Thy ways. We are hapless, lowly, and of small account. We are paupers: show us mercy, give us bounty; look not upon our failings, hide Thou our endless sins. Whatever we are, still are we Thine, and what we speak and hear is praise of Thee, and it is Thy face we seek, Thy path we follow. Thou art the Lord of loving-kindness, we are sinners and astray and far from home. Wherefore, O Cloud of Mercy, grant us some drops of rain. O Flowering Bed of grace, send forth a fragrant breeze. O Sea of all bestowals, roll towards us a great wave. O Sun of Bounty, send down a shaft of light. Grant us pity, grant us grace. By Thy beauty, we come with no provision but our sins, with no good deeds to tell of, only hopes. Unless Thy concealing veil doth cover us, and Thy protection shield and cradle us, what power have these helpless souls to rise and serve Thee, what substance have these wretched ones to make a brave display? Thou Who art the Mighty, the All-Powerful, help us, favor us; withered as we are, revive us with showers from Thy clouds of grace; lowly as we are, illumine us with bright rays from the Daystar of Thy oneness. Cast Thou these thirsty fish into the ocean of Thy mercy, guide Thou this lost caravan to the shelter of Thy singleness; to the wellspring of guidance lead Thou the ones who have wandered far astray, and grant to those who have missed the path a haven within the precincts of Thy might. Lift Thou to these parched lips the bounteous and soft-flowing waters of heaven, raise up these dead to everlasting life. Grant Thou to the blind eyes that will see. Make Thou the deaf to hear, the dumb to speak. Set Thou the dispirited ablaze, make Thou the heedless mindful, warn Thou the proud, awaken those who sleep.
2.11Thou art the Mighty, Thou art the Bestower, Thou art the Loving. Verily Thou art the Beneficent, the Most Exalted.
2.12O ye loved ones of God, ye helpers of this evanescent Servant! When the Sun of Reality shed its endless bounties from the Dawning-Point of all desires, and this world of being was lit with that sacred light from pole to pole, with such intensity did it cast down its rays that it blotted out the Stygian dark forever, whereupon this earth of dust became the envy of the spheres of heaven, and this lowly place took on the state and panoply of the supernal realm. The gentle breeze of holiness blew over it, scattering abroad sweet savors; the spring winds of heaven passed by it, and over it, from the Source of all bestowals, were wafted fruitful airs that carried boundless grace. Then the bright dawn rose, and there came tidings of great joy. The divine springtime was here, pitching its tents in this contingent world, so that all creation leapt and danced. The withered earth brought forth immortal blooms, the dead dust woke to everlasting life. Then came forth flowers of mystic learning, and, bespeaking the knowledge of God, fresh greenery from the ground. The contingent world displayed God’s bounteous gifts, the visible world reflecting the glories of realms that were hidden from sight. God’s summons was proclaimed, the table of the Eternal Covenant was readied, the cup of the Testament was passed from hand to hand, the universal invitation was sent forth. Then some among the people were set afire with the wine of heaven, and some were left without a share of this greatest of bestowals. The sight and insight of some were illumined by the light of grace, and there were some who, hearing the anthems of unity, leapt for joy. There were birds that began to carol in the gardens of holiness, there were nightingales in the branches of the rose tree of heaven that raised their plaintive cries. Then were decked and adorned both the Kingdom on high and the earth below, and this world became the envy of high heaven. Yet alas, alas, the neglectful have stayed fast in their heedless sleep, and the foolish have spurned this most sacred of bestowals. The blind remain shrouded in their veils, the deaf have no share in what hath come to pass, the dead have no hopes of attaining thereto, for even as He saith: “They despair of the life to come, as the infidels despair that the dwellers in the tombs will rise again.”
2.13As to you, O ye loved ones of God! Loose your tongues and offer Him thanks; praise ye and glorify the Beauty of the Adored One, for ye have drunk from this purest of chalices, and ye are cheered and set aglow with this wine. Ye have detected the sweet scents of holiness, ye have smelled the musk of faithfulness from Joseph’s raiment. Ye have fed on the honeydew of loyalty from the hands of Him Who is the one alone Beloved, ye have feasted on immortal dishes at the bounteous banquet table of the Lord. This plenty is a special favor bestowed by a loving God, these are blessings and rare gifts deriving from His grace. In the Gospel He saith: “For many are called, but few are chosen.” That is, to many is it offered, but rare is the soul who is singled out to receive the great bestowal of guidance. “Such is the bounty of God: to whom He will He giveth it, and of immense bounty is God.”
2.14O ye loved ones of God! From the peoples of the world, against the Candle of the Covenant discordant winds do beat and blow. The Nightingale of faithfulness is beset by renegades who are even as ravens of hate. The Dove of God’s remembrance is hard pressed by mindless birds of night, and the Gazelle that dwelleth in the meadows of God’s love is being hunted down by ravening beasts. Deadly is the peril, tormenting the pain.
2.15The beloved of the Lord must stand fixed as the mountains, firm as impregnable walls. Unmoved must they remain by even the direst adversities, ungrieved by the worst of disasters. Let them cling to the hem of Almighty God, and put their faith in the Beauty of the Most High; let them lean on the unfailing help that cometh from the Ancient Kingdom, and depend on the care and protection of the generous Lord. Let them at all times refresh and restore themselves with the dews of heavenly grace, and with the breaths of the Holy Spirit revive and renew themselves from moment to moment. Let them rise up to serve their Lord, and do all in their power to scatter His breathings of holiness far and wide. Let them be a mighty fortress to defend His Faith, an impregnable citadel for the hosts of the Ancient Beauty. Let them faithfully guard the edifice of the Cause of God from every side; let them become the bright stars of His luminous skies. For the hordes of darkness are assailing this Cause from every direction, and the peoples of the earth are intent on extinguishing this evident Light. And since all the kindreds of the world are mounting their attack, how can our attention be diverted, even for a moment? Assuredly be cognizant of these things, be watchful, and guard the Cause of God.
2.16The most vital duty, in this day, is to purify your characters, to correct your manners, and improve your conduct. The beloved of the Merciful must show forth such character and conduct among His creatures, that the fragrance of their holiness may be shed upon the whole world, and may quicken the dead, inasmuch as the purpose of the Manifestation of God and the dawning of the limitless lights of the Invisible is to educate the souls of men, and refine the character of every living man—so that blessed individuals, who have freed themselves from the murk of the animal world, shall rise up with those qualities which are the adornings of the reality of man. The purpose is that earthlings should turn into the people of Heaven, and those who walk in darkness should come into the light, and those who are excluded should join the inner circle of the Kingdom, and those who are as nothing should become intimates of the everlasting Glory. It is that the portionless should gain their share of the boundless sea, and the ignorant drink their fill from the living fount of knowledge; that those who thirst for blood should forsake their savagery, and those who are barbed of claw should turn gentle and forbearing, and those who love war should seek instead for true conciliation; it is that the brutal, their talons razor-sharp, should enjoy the benefits of lasting peace; that the foul should learn that there is a realm of purity, and the tainted find their way to the rivers of holiness.
2.17Unless these divine bestowals be revealed from the inner self of humankind, the bounty of the Manifestation will prove barren, and the dazzling rays of the Sun of Truth will have no effect whatever.
2.18Wherefore, O beloved of the Lord, strive ye with heart and soul to receive a share of His holy attributes and take your portion of the bounties of His sanctity—that ye may become the tokens of unity, the standards of singleness, and seek out the meaning of oneness; that ye may, in this garden of God, lift up your voices and sing the blissful anthems of the spirit. Become ye as the birds who offer Him their thanks, and in the blossoming bowers of life chant ye such melodies as will dazzle the minds of those who know. Raise ye a banner on the highest peaks of the world, a flag of God’s favor to ripple and wave in the winds of His grace; plant ye a tree in the field of life, amid the roses of this visible world, that will yield a fruitage fresh and sweet.
2.19I swear by the true Teacher that if ye will act in accord with the admonitions of God, as revealed in His luminous Tablets, this darksome dust will mirror forth the Kingdom of heaven, and this nether world the realm of the All-Glorious.
2.20O ye loved ones of the Lord! Praise be to Him, the unseen, welling bounties of the Sun of Truth encompass you on every side, and from every direction the portals of His mercy stand ajar. Now is the time to take advantage of these bestowals, and benefit therefrom. Know ye the value of this time, let not this chance escape you. Stay ye entirely clear of this dark world’s concerns, and become ye known by the attributes of those essences that make their home in the Kingdom. Then shall ye see how intense is the glory of the heavenly Daystar, and how blinding bright are the tokens of bounty coming out of the invisible realm.
3
3.1O ye beloved of God! O ye children of His Kingdom! Verily, verily, the new heaven and the new earth are come. The holy City, new Jerusalem, hath come down from on high in the form of a maid of heaven, veiled, beauteous, and unique, and prepared for reunion with her lovers on earth. The angelic company of the Celestial Concourse hath joined in a call that hath run throughout the universe, all loudly and mightily acclaiming: “This is the City of God and His abode, wherein shall dwell the pure and holy among His servants. He shall live with them, for they are His people and He is their Lord.”
3.2He hath wiped away their tears, kindled their light, rejoiced their hearts and enraptured their souls. Death shall no more overtake them neither shall sorrow, weeping or tribulation afflict them. The Lord God Omnipotent hath been enthroned in His Kingdom and hath made all things new. This is the truth and what truth can be greater than that announced by the Revelation of St. John the Divine?
3.3He is Alpha and Omega. He is the One that will give unto him that is athirst of the fountain of the water of life and bestow upon the sick the remedy of true salvation. He whom such grace aideth is verily he that receiveth the most glorious heritage from the Prophets of God and His holy ones. The Lord will be his God, and he His dearly beloved son.
3.4Rejoice, then, O ye beloved of the Lord and His chosen ones, and ye the children of God and His people, raise your voices to laud and magnify the Lord, the Most High; for His light hath beamed forth, His signs have appeared and the billows of His rising ocean have scattered on every shore many a precious pearl.
4
4.1Praise be to Him Who hath made the world of being, and hath fashioned all that is, Him Who hath raised up the sincere to a station of honor and hath made the invisible world to appear on the plane of the visible—yet still, in their drunken stupor, do men wander and stray.
4.2He hath laid down the foundations of the lofty Citadel, He hath inaugurated the Cycle of Glory, He hath brought forth a new creation on this day that is clearly Judgement Day—and still do the heedless stay fast in their drunken sleep.
4.3The Bugle hath sounded, the Trumpet hath been blown, the Crier hath raised his call, and all upon the earth have swooned away—but still do the dead, in the tombs of their bodies, sleep on.
4.4And the second clarion hath sounded, there hath followed the second blast after the first, and the dread woe hath come, and every nursing mother hath forgot the infant at her breast—yet still the people, confused and distracted, heed it not.
4.5And the Resurrection hath dawned, and the Hour hath struck, and the Path hath been drawn straight, and the Balance hath been set up, and all upon the earth have been gathered together—but still the people see no sign of the way.
4.6The light hath shone forth, and radiance floodeth Mount Sinai, and a gentle wind bloweth from over the gardens of the Ever-Forgiving Lord; the sweet breaths of the spirit are passing by, and those who lay buried in the grave are rising up—and still do the heedless slumber on in their tombs.
4.7The flames of hell have been made to blaze, and heaven hath been brought nigh; the celestial gardens are in flower, and fresh pools are brimming over, and paradise gleameth in beauty—but the unaware are still mired down in their empty dreams.
4.8The veil hath fallen away, the curtain is lifted, the clouds have parted, the Lord of Lords is in plain sight—yet all hath passed the sinners by.
4.9It is He Who hath made for you the new creation, and brought on the woe that surpasseth all others, and gathered the holy together in the realm on high. Verily in this are signs for those who have eyes to see.
4.10And among His signs is the appearance of omens and joyous prophecies, of hints and clues, the spreading of many and various tidings, and the anticipations of the righteous, they who have now attained their goal.
4.11And among His signs are His splendors, rising above the horizon of oneness, His lights streaming out from the dayspring of might, and the announcement of the Most Great Glad-Tidings by His Herald, the One, the Incomparable. Verily in this is a brilliant proof for the company of those who know.
4.12Among His signs is His being manifest, being seen by all, standing as His own proof, and His presence among witnesses in every region, among peoples who fell upon Him even as wolves, and compassed Him about from every side.
4.13Among His signs is His withstanding powerful nations and all-conquering states, and a host of enemies thirsting for His blood, intent at every moment upon His ruin, wheresoever He might be. Verily this is a matter deserving the scrutiny of those who ponder the signs and tokens of God.
4.14Another of His signs is the marvel of His discourse, the eloquence of His utterance, the rapidity with which His Writings were revealed, His words of wisdom, His verses, His epistles, His communes, His unfolding of the Qur’án, both the abstruse verses thereof and the clear. By thy very life! This thing is plain as day to whoever will regard it with the eye of justice.
4.15Again among His signs is the dawning sun of His knowledge, and the rising moon of His arts and skills, and His demonstrating perfection in all His ways, as testified by the learned and accomplished of many nations.
4.16And again among His signs is the fact that His beauty stayed inviolate, and His human temple was protected as He revealed His splendors, despite the massed attacks of all His foes, who came against Him in their thousands with their darting arrows, spears and swords. Herein is verily a wonder and a warning to any fair judge.
4.17And among His signs is His long-suffering, His tribulations and His woes, His agony in His chains and fetters, and His calling out at every moment: “Come unto Me, come unto Me, ye righteous! Come unto Me, come unto Me, ye lovers of the good! Come unto Me, come unto Me, ye dawning points of light!” Verily the gates of mystery are opened wide—but still do the wicked disport themselves with their vain cavillings!
4.18Yet another of His signs is the promulgation of His Book, His decisive Holy Text wherein He reproved the kings, and His dire warning to that one whose mighty rule was felt around the world—and whose great throne then toppled down in a matter of brief days—this being a fact clearly established and widely known.
4.19And among His signs is the sublimity of His grandeur, His exalted state, His towering glory, and the shining out of His beauty above the horizon of the Prison: so that heads were bowed before Him and voices lowered, and humble were the faces that turned His way. This is a proof never witnessed in the ages gone before.
4.20Again among His signs are the extraordinary things He continually did, the miracles He performed, the wonders appearing from Him without interruption like the streaming down of His clouds—and the acknowledgement, even by unbelievers, of His powerful light. By His own life! This was clearly verified, it was demonstrated to those of every persuasion who came into the presence of the living, the self-subsisting Lord.
4.21And yet another of His signs is the wide-spreading rays of the sun of His era, the rising moon of His times in the heaven of all the ages: His day, which standeth at the summit of all days, for its rank and power, its sciences and its arts, reaching far and wide, that have dazzled the world and astonished the minds of men.
4.22Verily is this a matter settled and established for all time.
5
5.1The world’s great Light, once resplendent upon all mankind, hath set, to shine everlastingly from the Abhá Horizon, His Kingdom of fadeless glory, shedding splendor upon His loved ones from on high and breathing into their hearts and souls the breath of eternal life.
5.2Ponder in your hearts that which He hath foretold in His Tablet of the Divine Vision that hath been spread throughout the world. Therein He saith: “Thereupon she wailed and exclaimed: ‘May the world and all that is therein be a ransom for Thy woes. O Sovereign of heaven and earth! Wherefore hast Thou left Thyself in the hands of the dwellers of this prison-city of ‘Akká? Hasten Thou to other dominions, to Thy retreats above, whereon the eyes of the people of names have never fallen.’ We smiled and spake not. Reflect upon these most exalted words, and comprehend the purpose of this hidden and sacred mystery.”
5.3O ye beloved of the Lord! Beware, beware lest ye hesitate and waver. Let not fear fall upon you, neither be troubled nor dismayed. Take ye good heed lest this calamitous day slacken the flames of your ardor, and quench your tender hopes. Today is the day for steadfastness and constancy. Blessed are they that stand firm and immovable as the rock and brave the storm and stress of this tempestuous hour. They, verily, shall be the recipients of God’s grace; they, verily, shall receive His divine assistance, and shall be truly victorious. They shall shine amidst mankind with a radiance which the dwellers of the Pavilion of Glory laud and magnify. To them is proclaimed this celestial call, revealed in His Most Holy Book: “Let not your hearts be perturbed, O people, when the glory of My Presence is withdrawn, and the ocean of My utterance is stilled. In My presence amongst you there is a wisdom, and in My absence there is yet another, inscrutable to all but God, the Incomparable, the All-Knowing. Verily, We behold you from Our realm of glory, and shall aid whosoever will arise for the triumph of Our Cause with the hosts of the Concourse on high and a company of Our favored angels.”
5.4The Sun of Truth, that Most Great Light, hath set upon the horizon of the world to rise with deathless splendor over the Realm of the Limitless. In His Most Holy Book He calleth the firm and steadfast of His friends: “Be not dismayed, O peoples of the world, when the daystar of My beauty is set, and the heaven of My tabernacle is concealed from your eyes. Arise to further My Cause, and to exalt My Word amongst men.”
6
6.1O ye peoples of the Kingdom! How many a soul expended all its span of life in worship, endured the mortification of the flesh, longed to gain an entry into the Kingdom, and yet failed, while ye, with neither toil nor pain nor self-denial, have won the prize and entered in.
6.2It is even as in the time of the Messiah, when the Pharisees and the pious were left without a portion, while Peter, John and Andrew, given neither to pious worship nor ascetic practice, won the day. Wherefore, thank ye God for setting upon your heads the crown of glory everlasting, for granting unto you this immeasurable grace.
6.3The time hath come when, as a thank-offering for this bestowal, ye should grow in faith and constancy as day followeth day, and should draw ever nearer to the Lord, your God, becoming magnetized to such a degree, and so aflame, that your holy melodies in praise of the Beloved will reach upward to the Company on high; and that each one of you, even as a nightingale in this rose garden of God, will glorify the Lord of Hosts, and become the teacher of all who dwell on earth.
7
7.1O ye spiritual friends of ‘Abdu’l-Bahá! A trusted messenger hath arrived and hath, in the world of the spirit, delivered a message from God’s loved ones. This auspicious courier bringeth fragrances of great ardor and wafteth the life-giving breezes of the love of God. He maketh the heart to dance for joy and filleth up the soul with an ecstasy of love and rapture. So intensely hath the glory of Divine Unity penetrated souls and hearts that all are now bound one to another with heavenly ties, and all are even as a single heart, a single soul. Wherefore reflections of the spirit and impressions of the Divine are now mirrored clear and sharp in the deep heart’s core. I beg of God to strengthen these spiritual bonds as day followeth day, and make this mystic oneness to shine ever more brightly, until at last all shall be as troops marshaled together beneath the banner of the Covenant within the sheltering shade of the Word of God; that they may strive with all their might until universal fellowship, close and warm, and unalloyed love, and spiritual relationships, will connect all the hearts in the world. Then will all humankind, because of this fresh and dazzling bounty, be gathered in a single homeland. Then will conflict and dissension vanish from the face of the earth, then will mankind be cradled in love for the beauty of the All-Glorious. Discord will change to accord, dissension to unison. The roots of malevolence will be torn out, the basis of aggression destroyed. The bright rays of union will obliterate the darkness of limitations, and the splendors of heaven will make the human heart to be even as a mine veined richly with the love of God.
7.2O ye loved ones of the Lord! This is the hour when ye must associate with all the earth’s peoples in extreme kindliness and love, and be to them the signs and tokens of God’s great mercy. Ye must become the very soul of the world, the living spirit in the body of the children of men. In this wondrous Age, at this time when the Ancient Beauty, the Most Great Name, bearing unnumbered gifts, hath risen above the horizon of the world, the Word of God hath infused such awesome power into the inmost essence of humankind that He hath stripped men’s human qualities of all effect, and hath, with His all-conquering might, unified the peoples in a vast sea of oneness.
7.3Now is the time for the lovers of God to raise high the banners of unity, to intone, in the assemblages of the world, the verses of friendship and love and to demonstrate to all that the grace of God is one. Thus will the tabernacles of holiness be upraised on the summits of the earth, gathering all peoples into the protective shadow of the Word of Oneness. This great bounty will dawn over the world at the time when the lovers of God shall arise to carry out His Teachings, and to scatter far and wide the fresh, sweet scents of universal love.
7.4In every dispensation, there hath been the commandment of fellowship and love, but it was a commandment limited to the community of those in mutual agreement, not to the dissident foe. In this wondrous age, however, praised be God, the commandments of God are not delimited, not restricted to any one group of people, rather have all the friends been commanded to show forth fellowship and love, consideration and generosity and loving-kindness to every community on earth. Now must the lovers of God arise to carry out these instructions of His: let them be kindly fathers to the children of the human race, and compassionate brothers to the youth, and self-denying offspring to those bent with years. The meaning of this is that ye must show forth tenderness and love to every human being, even to your enemies, and welcome them all with unalloyed friendship, good cheer, and loving-kindness. When ye meet with cruelty and persecution at another’s hands, keep faith with him; when malevolence is directed your way, respond with a friendly heart. To the spears and arrows rained upon you, expose your breasts for a target mirror-bright; and in return for curses, taunts and wounding words, show forth abounding love. Thus will all peoples witness the power of the Most Great Name, and every nation acknowledge the might of the Ancient Beauty, and see how He hath toppled down the walls of discord, and how surely He hath guided all the peoples of the earth to oneness; how He hath lit man’s world, and made this earth of dust to send forth streams of light.
7.5These human creatures are even as children, they are brash and unconcerned. These children must be reared with infinite, loving care, and tenderly fostered in the embraces of mercy, so that they may taste the spiritual honey-sweetness of God’s love; that they may become like unto candles shedding their beams across this darksome world, and may clearly perceive what blazing crowns of glory the Most Great Name, the Ancient Beauty, hath set on the brows of His beloved, what bounties He hath bestowed on the hearts of those He holdeth dear, what a love He hath cast into the breasts of humankind, and what treasures of friendship He hath made to appear amongst all men.
7.6O God, my God! Aid Thou Thy trusted servants to have loving and tender hearts. Help them to spread, amongst all the nations of the earth, the light of guidance that cometh from the Company on high. Verily Thou art the Strong, the Powerful, the Mighty, the All-Subduing, the Ever-Giving. Verily Thou art the Generous, the Gentle, the Tender, the Most Bountiful.
8
8.1O ye beloved of ‘Abdu’l-Bahá and ye handmaids of the Merciful! It is early morning, and the reviving winds of the Abhá Paradise are blowing over all creation, but they can stir only the pure of heart, and only the pure sense can detect their fragrance. Only the perceiving eye beholdeth the rays of the sun; only the listening ear can hear the singing of the Concourse on high. Although the plentiful rains of spring, the bestowals of Heaven, pour down upon all things, they can only fructify good soil; they love not brackish ground, where no results of all the bounty can be shown.
8.2Today the soft and holy breathings of the Abhá Realm are passing over every land, but only the pure in heart draw nigh and derive a benefit therefrom. It is the hope of this wronged soul that from the grace of the Self-Subsistent One and by the manifest power of the Word of God, the heads of the unmindful may be cleared, that they may perceive these sweet savors which blow from secret rosebeds of the spirit.
8.3O ye friends of God! True friends are even as skilled physicians, and the Teachings of God are as healing balm, a medicine for the conscience of man. They clear the head, so that a man can breathe them in and delight in their sweet fragrance. They waken those who sleep. They bring awareness to the unheeding, and a portion to the outcast, and to the hopeless, hope.
8.4If in this day a soul shall act according to the precepts and the counsels of God, he will serve as a divine physician to mankind, and like the trump of Isráfíl, he will call the dead of this contingent world to life; for the confirmations of the Abhá Realm are never interrupted, and such a virtuous soul hath, to befriend him, the unfailing help of the Company on high. Thus shall a sorry gnat become an eagle in the fullness of his strength, and a feeble sparrow change to a royal falcon in the heights of ancient glory.
8.5Wherefore, look not on the degree of your capacity, ask not if you are worthy of the task: rest ye your hopes on the help and loving-kindness, the favors and bestowals of Bahá’u’lláh—may my soul be offered up for His friends! Urge on the steed of high endeavor over the field of sacrifice, and carry away from this wide arena the prize of divine grace.
8.6O ye handmaids of the merciful Lord! How many queens of this world laid down their heads on a pillow of dust and disappeared. No fruit was left of them, no trace, no sign, not even their names. For them, no more granting of bestowals; for them, no more living at all. Not so the handmaids who ministered at the Threshold of God; these have shone forth like glittering stars in the skies of ancient glory, shedding their splendors across all the reaches of time. These have fulfilled their dearest hopes in the Abhá Paradise; they have tasted the honey of reunion in the congregation of the Lord. Such souls as these profited from their existence here on earth: they plucked the fruit of life. As for the rest, “There surely came upon them a time when they were a thing not spoken of.”
8.7O ye lovers of this wronged one! Cleanse ye your eyes, so that ye behold no man as different from yourselves. See ye no strangers; rather see all men as friends, for love and unity come hard when ye fix your gaze on otherness. And in this new and wondrous age, the Holy Writings say that we must be at one with every people; that we must see neither harshness nor injustice, neither malevolence, nor hostility, nor hate, but rather turn our eyes toward the heaven of ancient glory. For each of the creatures is a sign of God, and it was by the grace of the Lord and His power that each did step into the world; therefore they are not strangers, but in the family; not aliens, but friends, and to be treated as such.
8.8Wherefore must the loved ones of God associate in affectionate fellowship with stranger and friend alike, showing forth to all the utmost loving-kindness, disregarding the degree of their capacity, never asking whether they deserve to be loved. In every instance let the friends be considerate and infinitely kind. Let them never be defeated by the malice of the people, by their aggression and their hate, no matter how intense. If others hurl their darts against you, offer them milk and honey in return; if they poison your lives, sweeten their souls; if they injure you, teach them how to be comforted; if they inflict a wound upon you, be a balm to their sores; if they sting you, hold to their lips a refreshing cup.
8.9O God, my God! These are Thy feeble servants; they are Thy loyal bondsmen and Thy handmaidens, who have bowed themselves down before Thine exalted Utterance and humbled themselves at Thy Threshold of light, and borne witness to Thy oneness through which the Sun hath been made to shine in midday splendor. They have listened to the summons Thou didst raise from out Thy hidden Realm, and with hearts quivering with love and rapture, they have responded to Thy call.
8.10O Lord, shower upon them all the outpourings of Thy mercy, rain down upon them all the waters of Thy grace. Make them to grow as beauteous plants in the garden of heaven, and from the full and brimming clouds of Thy bestowals and out of the deep pools of Thine abounding grace make Thou this garden to flower and keep it ever green and lustrous, ever fresh and shimmering and fair.
8.11Thou art verily the Mighty, the Exalted, the Powerful, He Who alone, in the heavens and on the earth, abideth unchanged. There is none other God save Thee, the Lord of manifest tokens and signs.
9
9.1O thou whose heart overfloweth with love for the Lord! I address thee from this consecrated spot, to gladden thy bosom with mine epistle to thee, for this is such a letter as maketh the heart of him who believeth in God’s oneness to wing its flight toward the summits of bliss.
9.2Thank thou God for having enabled thee to enter into His Kingdom of might. Erelong will thy Lord’s bounties descend upon thee, one following the other, and He will make of thee a sign for every seeker after truth.
9.3Hold thou fast to the Covenant of thy Lord, and as the days go by, increase thy store of love for His beloved ones. Bend thou with tenderness over the servitors of the All-Merciful, that thou mayest hoist the sail of love upon the ark of peace that moveth across the seas of life. Let nothing grieve thee, and be thou angered at none. It behooveth thee to be content with the Will of God, and a true and loving and trusted friend to all the peoples of the earth, without any exceptions whatever. This is the quality of the sincere, the way of the saints, the emblem of those who believe in the unity of God, and the raiment of the people of Bahá.
9.4Thank thou and bless thou the Lord for He hath allowed thee to offer Him the Right of God. This is verily a special favor on His part, for thee; praise Him then for this commandment that is set forth in the Scriptures of thy Lord, of Him that is the Ancient of Days.
9.5Verily is He the Loving, the Tender, the Ever-Bestowing.
10
10.1O thou dear handmaid of God! Thy letter hath been received and its contents noted. Thou didst ask for a rule whereby to guide thy life.
10.2Believe thou in God, and keep thine eyes fixed upon the exalted Kingdom; be thou enamored of the Abhá Beauty; stand thou firm in the Covenant; yearn thou to ascend into the Heaven of the Universal Light. Be thou severed from this world, and reborn through the sweet scents of holiness that blow from the realm of the All-Highest. Be thou a summoner to love, and be thou kind to all the human race. Love thou the children of men and share in their sorrows. Be thou of those who foster peace. Offer thy friendship, be worthy of trust. Be thou a balm to every sore, be thou a medicine for every ill. Bind thou the souls together. Recite thou the verses of guidance. Be engaged in the worship of thy Lord, and rise up to lead the people aright. Loose thy tongue and teach, and let thy face be bright with the fire of God’s love. Rest thou not for a moment, seek thou to draw no easeful breath. Thus mayest thou become a sign and symbol of God’s love, and a banner of His grace.
11
11.1Service to the friends is service to the Kingdom of God, and consideration shown to the poor is one of the greatest teachings of God.
12
12.1Know thou of a certainty that Love is the secret of God’s holy Dispensation, the manifestation of the All-Merciful, the fountain of spiritual outpourings. Love is heaven’s kindly light, the Holy Spirit’s eternal breath that vivifieth the human soul. Love is the cause of God’s revelation unto man, the vital bond inherent, in accordance with the divine creation, in the realities of things. Love is the one means that ensureth true felicity both in this world and the next. Love is the light that guideth in darkness, the living link that uniteth God with man, that assureth the progress of every illumined soul. Love is the most great law that ruleth this mighty and heavenly cycle, the unique power that bindeth together the divers elements of this material world, the supreme magnetic force that directeth the movements of the spheres in the celestial realms. Love revealeth with unfailing and limitless power the mysteries latent in the universe. Love is the spirit of life unto the adorned body of mankind, the establisher of true civilization in this mortal world, and the shedder of imperishable glory upon every high-aiming race and nation.
12.2Whatsoever people is graciously favored therewith by God, its name shall surely be magnified and extolled by the Concourse from on high, by the company of angels, and the denizens of the Abhá Kingdom. And whatsoever people turneth its heart away from this Divine Love—the revelation of the Merciful—shall err grievously, shall fall into despair, and be utterly destroyed. That people shall be denied all refuge, shall become even as the vilest creatures of the earth, victims of degradation and shame.
12.3O ye beloved of the Lord! Strive to become the manifestations of the love of God, the lamps of divine guidance shining amongst the kindreds of the earth with the light of love and concord.
12.4All hail to the revealers of this glorious light!
13
13.1O thou daughter of the Kingdom! Thy letter dated 5 December 1918 was received. It contained the good news that the friends of God and the maidservants of the Merciful have gathered in summer at Green Acre, have been engaged day and night in the commemoration of God, have served the oneness of the world of humanity, have shown love to all religions, have remained aloof from every religious prejudice and have been kind to all people. The divine religions must be the cause of oneness among men, and the means of unity and love; they must promulgate universal peace, free man from every prejudice, bestow joy and gladness, exercise kindness to all men and do away with every difference and distinction. Just as Bahá’u’lláh addressing the world of humanity saith: “O people! Ye are the fruits of one tree and the leaves of one branch.” At most it is this, that some souls are ignorant, they must be educated; some are sick, they must be healed; some are still of tender age, they must be helped to attain maturity, and the utmost kindness must be shown to them. This is the conduct of the people of Bahá.
13.2I hope that thy brothers and sisters will all become the well-wishers of the world of mankind.
14
14.1O ye two blessed souls! Your letters were received. They showed that ye have investigated the truth and have been freed from imitations and superstitions, that ye observe with your own eyes and not with those of others, hearken with your own ears and not with the ears of others, and discover mysteries with the help of your own consciences and not with those of others. For the imitator saith that such a man hath seen, such a man hath heard, and such a conscience hath discovered; in other words he dependeth upon the sight, the hearing and the conscience of others and hath no will of his own.
14.2Now, praise be to God, ye have shown willpower and have turned to the Sun of Truth. The plain of your hearts hath been illumined by the lights of the Lord of the Kingdom and ye have been led to the straight path, have marched along the road that leadeth to the Kingdom, have entered the Abhá Paradise, and have secured a portion and share of the fruit of the Tree of Life.
14.3Blessed are ye and a goodly home awaiteth you. Upon you be greetings and praise.
15
15.1O captive of the love of God! The letter which thou didst write at the time of thy departure hath been received. It brought me joy; and it is my hope that thine inner eye may be opened wide, so that unto thee the very core of the divine mysteries may be disclosed.
15.2Thou didst begin thy letter with a blessed phrase, saying: “I am a Christian.” O would that all were truly Christian! It is easy to be a Christian on the tongue, but hard to be a true one. Today some five hundred million souls are Christian, but the real Christian is very rare: he is that soul from whose comely face there shineth the splendor of Christ, and who showeth forth the perfections of the Kingdom; this is a matter of great moment, for to be a Christian is to embody every excellence there is. I hope that thou, too, shalt become a true Christian. Praise thou God that at last, through the divine teachings, thou hast obtained both sight and insight to the highest degree, and hast become firmly rooted in certitude and faith. It is my hope that others as well will achieve illumined eyes and hearing ears, and attain to everlasting life: that these many rivers, each flowing along in diverse and separated beds, will find their way back to the circumambient sea, and merge together and rise up in a single wave of surging oneness; that the unity of truth, through the power of God, will make these illusory differences to vanish away. This is the one essential: for if unity be gained, all other problems will disappear of themselves.
15.3O honored lady! In accordance with the divine teachings in this glorious dispensation we should not belittle anyone and call him ignorant, saying: “You know not, but I know.” Rather, we should look upon others with respect, and when attempting to explain and demonstrate, we should speak as if we are investigating the truth, saying: “Here these things are before us. Let us investigate to determine where and in what form the truth can be found.” The teacher should not consider himself as learned and others ignorant. Such a thought breedeth pride, and pride is not conducive to influence. The teacher should not see in himself any superiority; he should speak with the utmost kindliness, lowliness and humility, for such speech exerteth influence and educateth the souls.
15.4O honored lady! For a single purpose were the Prophets, each and all, sent down to earth; for this was Christ made manifest, for this did Bahá’u’lláh raise up the call of the Lord: that the world of man should become the world of God, this nether realm the Kingdom, this darkness light, this satanic wickedness all the virtues of heaven—and unity, fellowship and love be won for the whole human race, that the organic unity should reappear and the bases of discord be destroyed and life everlasting and grace everlasting become the harvest of mankind.
15.5O honored lady! Look about thee at the world: here unity, mutual attraction, gathering together, engender life, but disunity and inharmony spell death. When thou dost consider all phenomena, thou wilt see that every created thing hath come into being through the mingling of many elements, and once this collectivity of elements is dissolved, and this harmony of components is dissevered, the life form is wiped out.
15.6O honored lady! In cycles gone by, though harmony was established, yet, owing to the absence of means, the unity of all mankind could not have been achieved. Continents remained widely divided, nay even among the peoples of one and the same continent association and interchange of thought were wellnigh impossible. Consequently intercourse, understanding and unity amongst all the peoples and kindreds of the earth were unattainable. In this day, however, means of communication have multiplied, and the five continents of the earth have virtually merged into one. And for everyone it is now easy to travel to any land, to associate and exchange views with its peoples, and to become familiar, through publications, with the conditions, the religious beliefs and the thoughts of all men. In like manner all the members of the human family, whether peoples or governments, cities or villages, have become increasingly interdependent. For none is self-sufficiency any longer possible, inasmuch as political ties unite all peoples and nations, and the bonds of trade and industry, of agriculture and education, are being strengthened every day. Hence the unity of all mankind can in this day be achieved. Verily this is none other but one of the wonders of this wondrous age, this glorious century. Of this past ages have been deprived, for this century—the century of light—hath been endowed with unique and unprecedented glory, power and illumination. Hence the miraculous unfolding of a fresh marvel every day. Eventually it will be seen how bright its candles will burn in the assemblage of man.
15.7Behold how its light is now dawning upon the world’s darkened horizon. The first candle is unity in the political realm, the early glimmerings of which can now be discerned. The second candle is unity of thought in world undertakings, the consummation of which will erelong be witnessed. The third candle is unity in freedom which will surely come to pass. The fourth candle is unity in religion which is the cornerstone of the foundation itself, and which, by the power of God, will be revealed in all its splendor. The fifth candle is the unity of nations—a unity which in this century will be securely established, causing all the peoples of the world to regard themselves as citizens of one common fatherland. The sixth candle is unity of races, making of all that dwell on earth peoples and kindreds of one race. The seventh candle is unity of language, i.e., the choice of a universal tongue in which all peoples will be instructed and converse. Each and every one of these will inevitably come to pass, inasmuch as the power of the Kingdom of God will aid and assist in their realization.
16
16.1O ye illumined loved ones and ye handmaids of the Merciful! At a time when the somber night of ignorance, of neglect of the divine world, of being veiled from God, had overspread the earth, a bright morning dawned and a rising light lit up the eastern sky. Then rose the Sun of Truth and the splendors of the Kingdom were shed over east and west. Those who had eyes to see rejoiced at the glad tidings and cried out: “O blessed, blessed are we!” and they witnessed the inner reality of all things, and uncovered the mysteries of the Kingdom. Delivered then from their fancies and their doubts, they beheld the light of truth, and so exhilarated did they become from draining the chalice of God’s love, that they utterly forgot the world and their own selves. Dancing for joy they hastened to the place of their own martyrdom and there, where men die for love, they flung away their heads and hearts.
16.2But those with unseeing eyes were astonished at this tumult, and they cried, “Where is the light?” and again, “We see no light! We see no rising sun! Here is no truth. This is but fantasy and nothing more.” Bat-like they fled into the underground dark, and there, to their way of thinking, they found a measure of security and peace.
16.3This, however, is but the beginning of the dawn, and the heat of the rising Orb of Truth is not yet at the fullness of its power. Once the sun hath mounted to high noon, its fires will burn so hot as to stir even the creeping things beneath the earth; and although it is not for them to behold the light, yet will they all be set in frenzied motion by the impact of the heat.
16.4Wherefore, O ye beloved of God, offer up thanks that ye have, in the day of the dawning, turned your faces unto the Light of the World and beheld its splendors. Ye have received a share of the light of truth, ye have enjoyed a portion of those blessings that endure forever; and therefore, as a returning of thanks for this bounty, rest ye not for a moment, sit ye not silent, carry to men’s ears the glad tidings of the Kingdom, spread far and wide the Word of God.
16.5Act in accordance with the counsels of the Lord: that is, rise up in such wise, and with such qualities, as to endow the body of this world with a living soul, and to bring this young child, humanity, to the stage of adulthood. So far as ye are able, ignite a candle of love in every meeting, and with tenderness rejoice and cheer ye every heart. Care for the stranger as for one of your own; show to alien souls the same loving kindness ye bestow upon your faithful friends. Should any come to blows with you, seek to be friends with him; should any stab you to the heart, be ye a healing salve unto his sores; should any taunt and mock at you, meet him with love. Should any heap his blame upon you, praise ye him; should he offer you a deadly poison, give him the choicest honey in exchange; and should he threaten your life, grant him a remedy that will heal him evermore. Should he be pain itself, be ye his medicine; should he be thorns, be ye his roses and sweet herbs. Perchance such ways and words from you will make this darksome world turn bright at last; will make this dusty earth turn heavenly, this devilish prison place become a royal palace of the Lord—so that war and strife will pass and be no more, and love and trust will pitch their tents on the summits of the world. Such is the essence of God’s admonitions; such in sum are the teachings for the Dispensation of Bahá.
17
17.1O ye who are the chosen ones of the Abhá Kingdom! Praise ye the Lord of Hosts for He, riding upon the clouds, hath come down to this world out of the heaven of the invisible realm, so that East and West were lit by the glory of the Sun of Truth, and the call of the Kingdom was raised, and the heralds of the realm above, with melodies of the Concourse on high, sang out the glad tidings of the Coming. Then the whole world of being did quiver for joy, and still the people, even as the Messiah saith, slept on: for the day of the Manifestation, when the Lord of Hosts descended, found them wrapped in the slumber of unknowing. As He saith in the Gospel, My coming is even as when the thief is in the house, and the goodman of the house watcheth not.
17.2From amongst all mankind hath He chosen you, and your eyes have been opened to the light of guidance and your ears attuned to the music of the Company above; and blessed by abounding grace, your hearts and souls have been born into new life. Thank ye and praise ye God that the hand of infinite bestowals hath set upon your heads this gem-studded crown, this crown whose lustrous jewels will forever flash and sparkle down all the reaches of time.
17.3To thank Him for this, make ye a mighty effort, and choose for yourselves a noble goal. Through the power of faith, obey ye the teachings of God, and let all your actions conform to His laws. Read ye The Hidden Words, ponder the inner meanings thereof, act in accord therewith. Read, with close attention, the Tablets of Ṭarázát (Ornaments), Kalimát (Words of Paradise), Tajallíyyát (Effulgences), Ishráqát (Splendors), and Bishárát (Glad Tidings), and rise up as ye are bidden in the heavenly teachings. Thus may each one of you be even as a candle casting its light, the center of attraction wherever people come together; and from you, as from a bed of flowers, may sweet scents be shed.
17.4Raise ye a clamor like unto a roaring sea; like a prodigal cloud, rain down the grace of heaven. Lift up your voices and sing out the songs of the Abhá Realm. Quench ye the fires of war, lift high the banners of peace, work for the oneness of humankind and remember that religion is the channel of love unto all peoples. Be ye aware that the children of men are sheep of God and He their loving Shepherd, that He careth tenderly for all His sheep and maketh them to feed in His own green pastures of grace and giveth them to drink from the wellspring of life. Such is the way of the Lord. Such are His bestowals. Such, from among His teachings, is His precept of the oneness of mankind.
17.5The portals of His blessings are opened wide and His signs are published abroad and the glory of truth is blazing forth; inexhaustible are the blessings. Know ye the value of this time. Strive ye with all your hearts, raise up your voices and shout, until this dark world be filled with light, and this narrow place of shadows be widened out, and this dust heap of a fleeting moment be changed into a mirror for the eternal gardens of heaven, and this globe of earth receive its portion of celestial grace.
17.6Then will aggression crumble away, and all that maketh for disunity be destroyed, and the structure of oneness be raised—that the Blessed Tree may cast its shade over east and west, and the Tabernacle of the singleness of man be set up on the high summits, and flags that betoken love and fellowship flutter from their staffs around the world until the sea of truth lift high its waves, and earth bring forth the roses and sweet herbs of blessings without end, and become from pole to pole the Abhá Paradise.
17.7These are the counsels of ‘Abdu’l-Bahá. It is my hope that out of the bestowals of the Lord of Hosts ye will become the spiritual essence and the very radiance of humankind, binding the hearts of all with bonds of love; that through the power of the Word of God ye will bring to life the dead now buried in the graves of their sensual desires; that ye will, with the rays of the Sun of Truth, restore the sight of those whose inner eye is blind; that ye will bring spiritual healing to the spiritually sick. These things do I hope for, out of the bounties and the bestowals of the Beloved.
17.8At all times do I speak of you and call you to mind. I pray unto the Lord, and with tears I implore Him to rain down all these blessings upon you, and gladden your hearts, and make blissful your souls, and grant you exceeding joy and heavenly delights.…
17.9O Thou loving Provider! These souls have hearkened to the summons of the Kingdom, and have gazed upon the glory of the Sun of Truth. They have risen upward to the refreshing skies of love; they are enamored of Thy nature, and they worship Thy beauty. Unto Thee have they turned themselves, speaking together of Thee, seeking out Thy dwelling, and thirsting for the waterbrooks of Thy heavenly realm.
17.10Thou art the Giver, the Bestower, the Ever-Loving.
18
18.1O thou possessor of a seeing heart! Although, materially speaking, thou art deprived of physical sight, yet, praise be to God, spiritual insight is thine. Thy heart seeth and thy spirit heareth. Bodily sight is subject to a thousand maladies and assuredly will ultimately be lost. Thus no importance should be attached to it. But the sight of the heart is illumined. It discerneth and discovereth the divine Kingdom. It is everlasting and eternal. Praise God, therefore, that the sight of thy heart is illumined, and the hearing of thy mind responsive.
18.2Each of the meetings ye have organized, wherein ye feel heavenly emotions and comprehend realities and significances, is like unto the firmament, and those souls are as resplendent stars shining with the light of guidance.
18.3Happy is the soul that seeketh, in this brilliant era, heavenly teachings, and blessed is the heart which is stirred and attracted by the love of God.
19
19.1Praise be to Him through Whose splendors the earth and the heavens are aglow, through Whose fragrant breathings the gardens of holiness that adorn the hearts of the chosen are trembling for joy, to Him Who hath shed His light and brightened the face of the firmament. Verily there appeared luminous and sparkling stars, glittering, shining out, and casting forth their rays upon the supreme horizon. They derived their grace and brilliance from the bounties of the Abhá Realm, then, stars of guidance, they poured down their lights upon this earth.
19.2Praise be to Him Who hath fashioned this new era, this age of majesty, even as an unfolding pageant where the realities of all things can be exposed to view. Now are clouds of bounty raining down and the gifts of the loving Lord are clearly manifest; for both the seen and the unseen worlds have been illumined, and the Promised One hath come to earth and the beauty of the Adored One hath shone forth.
19.3Salutations, blessings, and welcome to that Universal Reality, that Perfect Word, that Manifest Book, that Splendor which hath dawned in the highest heaven, that Guide of all nations, that Light of the world—the billowing ocean of Whose abounding grace hath flooded all creation, in such wise that the waves thereof have cast upon the sands of this visible world their shining pearls. Now hath the Truth appeared, and falsehood fled away; now hath the day dawned and jubilation taken over, wherefore men’s souls are sanctified, their spirits purged, their hearts rejoiced, their minds purified, their secret thoughts made wholesome, their consciences washed clean, their inmost selves made holy: for the Day of Resurrection hath come to pass, and the bestowals of thy Lord, the Forgiving, have encompassed all things. Salutations and praise be unto those luminous, resplendent stars that are shedding down their rays from the highest heaven, those celestial bodies of the girdling zodiac of the Abhá Realm. May glory rest upon them.
19.4And now, O thou honored man who hath hearkened unto the Great Announcement, rise up to serve the Cause of God with the resistless power of the Abhá Kingdom and the breaths that blow from the spirit of the Company on high. Grieve thou not over what the Pharisees, and the purveyors of false rumors among writers for the press, are saying of Bahá. Call thou to mind the days of Christ, and the afflictions heaped upon Him by the people, and all the torments and tribulations inflicted upon His disciples. Since ye are lovers of the Abhá Beauty, ye also must, for His love’s sake, incur the peoples’ blame, and all that befell those of a former age must likewise befall you. Then will the faces of the chosen be alight with the splendors of the Kingdom of God, and will shine down the ages, yea, down all the cycles of time, while the deniers shall remain in their manifest loss. It will be even as was said by the Lord Christ: they shall persecute you for My name’s sake.
19.5Remind them of these words and say unto them: “Verily did the Pharisees rise up against Messiah, despite the bright beauty of His face and all His comeliness, and they cried out that He was not Messiah [Masíḥ] but a monster [Masíkh], because He had claimed to be Almighty God, the sovereign Lord of all, and told them, ‘I am God’s Son, and verily in the inmost being of His only Son, His mighty Ward, clearly revealed with all His attributes, all His perfections, standeth the Father.’ This, they said, was open blasphemy and slander against the Lord according to the clear and irrefutable texts of the Old Testament. Therefore they passed the sentence upon Him, decreeing that His blood be shed, and they hanged Him on the cross, where He cried out, ‘O My beloved Lord, how long wilt Thou abandon Me to them? Lift Me up unto Thee, shelter Me close to Thee, make Me a dwelling by Thy throne of glory. Verily art Thou the Answerer of prayers, and Thou art the Clement, the Merciful. O My Lord! Verily this world with all its vastness can no longer contain Me, and I love this cross, out of love for Thy beauty, and yearning for Thy realm on high, and because of this fire, fanned by the gusts of Thy holiness, aflame within My heart. Help me, O Lord, to ascend unto Thee, sustain Me that I may reach unto Thy sacred Threshold, O My loving Lord! Verily Thou art the Merciful, the Possessor of great bounty! Verily Thou art the Generous! Verily Thou art the Compassionate! Verily Thou art the All-Knowing! There is none other God save Thee, the Mighty, the Powerful!’”
19.6Never would the Pharisees have been emboldened to calumniate Him and charge Him with that grievous sin, but for their ignorance of the inner core of mysteries and the fact that they paid no heed to His splendors and regarded not His proofs. Else would they have acknowledged His words, and borne witness to the verses He revealed, confessed the truth of His utterances, sought shelter under the protective shadow of His banner, learned of His signs and tokens, and rejoiced in His blissful tidings.
19.7Know thou that the Divine Essence, which is called the Invisible of the Invisibles, never to be described, beyond the reach of mind—is sanctified above any mention, any definition or hint or allusion, any acclamation or praise. In the sense that It is that It is, the intellect can never grasp It, and the soul seeking knowledge of It is but a wanderer in the desert, and far astray. “No vision taketh in Him, but He taketh in all vision: He is the Subtile, the All-Informed.”
19.8When, however, thou dost contemplate the innermost essence of all things, and the individuality of each, thou wilt behold the signs of thy Lord’s mercy in every created thing, and see the spreading rays of His Names and Attributes throughout all the realm of being, with evidences which none will deny save the froward and the unaware. Then wilt thou observe that the universe is a scroll that discloseth His hidden secrets, which are preserved in the well-guarded Tablet. And not an atom of all the atoms in existence, not a creature from amongst the creatures but speaketh His praise and telleth of His attributes and names, revealeth the glory of His might and guideth to His oneness and His mercy: and none will gainsay this who hath ears to hear, eyes to see, and a mind that is sound.
19.9And whensoever thou dost gaze upon creation all entire, and dost observe the very atoms thereof, thou wilt note that the rays of the Sun of Truth are shed upon all things and shining within them, and telling of that Daystar’s splendors, Its mysteries, and the spreading of Its lights. Look thou upon the trees, upon the blossoms and fruits, even upon the stones. Here too wilt thou behold the Sun’s rays shed upon them, clearly visible within them, and manifested by them.
19.10Shouldst thou, however, turn thy gaze unto a Mirror, brilliant, stainless, and pure, wherein the divine Beauty is reflected, therein wilt thou find the Sun shining with Its rays, Its heat, Its disc, Its fair form all entire. For each separate entity possesseth its allotted portion of the solar light and telleth of the Sun, but that Universal Reality in all Its splendor, that stainless Mirror Whose qualities are appropriate to the qualities of the Sun revealed within It—expresseth in their entirety the attributes of the Source of Glory. And that Universal Reality is Man, the divine Being, the Essence that abideth forever. “Say, Call upon God, or call upon the All-Merciful; whichsoever ye call upon, most beauteous are His Names.”
19.11This is the meaning of the Messiah’s words, that the Father is in the Son. Dost thou not see that should a stainless mirror proclaim, “Verily is the sun ashine within me, together with all its qualities, tokens and signs,” such an utterance by such a mirror would be neither deceptive nor false? No, by the One Who created It, shaped It, fashioned It, and made It to be an entity conformable to the attributes of the glory within It! Praised be He Who created It! Praised be He Who fashioned It! Praised be He Who made It manifest!
19.12Such were the words uttered by Christ. On account of these words they cavilled at and assailed Him when He said unto them, “Verily the Son is in the Father, and the Father is in the Son.” Be thou informed of this, and learn thou the secrets of thy Lord. As for the deniers, they are veiled from God: they see not, they hear not, neither do they understand. “Leave them to entertain themselves with their cavillings.” Abandon them to their wanderings along river beds where no stream flows. Like grazing beasts they cannot tell paste from pearl. Are they not shut away from the mysteries of thy Lord, the Clement, the Merciful?
19.13For thy part, rejoice at this best of all glad tidings, and rise up to exalt the Word of God and to spread abroad His sweet savors in all that vast and mighty land. Know thou of a certainty that thy Lord will come to thine aid with a company of the Concourse on high and hosts of the Abhá Kingdom. These will mount the attack, and will furiously assail the forces of the ignorant, the blind. Erelong wilt thou behold the flush of daybreak spreading from out the Most Exalted Realm, and the morn encompassing all regions. It will put the dark to flight, and the gloom of night will fade and pass, and the bright brow of the Faith shine forth, and the Daystar rise and overspread the world. On that day will the faithful rejoice, and the steadfast be blissful; then will the slanderers take themselves off, and the waverers be blotted out, even as deepest shadows fall away at the first light of the breaking dawn.
19.14Greetings be unto thee, and praise.
19.15O God, my God! This is Thy radiant servant, Thy spiritual thrall, who hath drawn nigh unto Thee and approached Thy presence. He hath turned his face unto Thine, acknowledging Thy oneness, confessing Thy singleness, and he hath called out in Thy name among the nations, and led the people to the streaming waters of Thy mercy, O Thou Most generous Lord! To those who asked he hath given to drink from the cup of guidance that brimmeth over with the wine of Thy measureless grace.
19.16O Lord, assist him under all conditions, cause him to learn Thy well-guarded mysteries, and shower down upon him Thy hidden pearls. Make of him a banner rippling from castle summits in the winds of Thy heavenly aid, make of him a wellspring of crystal waters.
19.17O my forgiving Lord! Light up the hearts with the rays of a lamp that sheddeth abroad its beams, disclosing to those among Thy people whom Thou hast bounteously favored, the realities of all things.
19.18Verily, Thou art the Mighty, the Powerful, the Protector, the Strong, the Beneficent! Verily, Thou art the Lord of all mercies!
20
20.1When Christ appeared, twenty centuries ago, although the Jews were eagerly awaiting His Coming, and prayed every day, with tears, saying: “O God, hasten the Revelation of the Messiah,” yet when the Sun of Truth dawned, they denied Him and rose against Him with the greatest enmity, and eventually crucified that divine Spirit, the Word of God, and named Him Beelzebub, the evil one, as is recorded in the Gospel. The reason for this was that they said: “The Revelation of Christ, according to the clear text of the Torah, will be attested by certain signs, and so long as these signs have not appeared, whoso layeth claim to be a Messiah is an impostor. Among these signs is this, that the Messiah should come from an unknown place, yet we all know this man’s house in Nazareth, and can any good thing come out of Nazareth? The second sign is that He shall rule with a rod of iron, that is, He must act with the sword, but this Messiah has not even a wooden staff. Another of the conditions and signs is this: He must sit upon the throne of David and establish David’s sovereignty. Now, far from being enthroned, this man has not even a mat to sit on. Another of the conditions is this: the promulgation of all the laws of the Torah; yet this man has abrogated these laws, and has even broken the sabbath day, although it is the clear text of the Torah that whosoever layeth claim to prophethood and revealeth miracles and breaketh the sabbath day, must be put to death. Another of the signs is this, that in His reign justice will be so advanced that righteousness and well-doing will extend from the human even to the animal world—the snake and the mouse will share one hole, and the eagle and the partridge one nest, the lion and the gazelle shall dwell in one pasture, and the wolf and the kid shall drink from one fountain. Yet now, injustice and tyranny have waxed so great in His time that they have crucified Him! Another of the conditions is this, that in the days of the Messiah the Jews will prosper and triumph over all the peoples of the world, but now they are living in the utmost abasement and servitude in the empire of the Romans. Then how can this be the Messiah promised in the Torah?”
20.2In this wise did they object to that Sun of Truth, although that Spirit of God was indeed the One promised in the Torah. But as they did not understand the meaning of these signs, they crucified the Word of God. Now the Bahá’ís hold that the recorded signs did come to pass in the Manifestation of Christ, although not in the sense which the Jews understood, the description in the Torah being allegorical. For instance, among the signs is that of sovereignty. For Bahá’ís say that the sovereignty of Christ was a heavenly, divine, everlasting sovereignty, not a Napoleonic sovereignty that vanisheth in a short time. For well nigh two thousand years this sovereignty of Christ hath been established, and until now it endureth, and to all eternity that Holy Being will be exalted upon an everlasting throne.
20.3In like manner all the other signs have been made manifest, but the Jews did not understand. Although nearly twenty centuries have elapsed since Christ appeared with divine splendor, yet the Jews are still awaiting the coming of the Messiah and regard themselves as true and Christ as false.
21
21.1O thou distinguished personage, thou seeker after truth! Thy letter of 4 April 1921 hath been read with love.
21.2The existence of the Divine Being hath been clearly established, on the basis of logical proofs, but the reality of the Godhead is beyond the grasp of the mind. When thou dost carefully consider this matter, thou wilt see that a lower plane can never comprehend a higher. The mineral kingdom, for example, which is lower, is precluded from comprehending the vegetable kingdom; for the mineral, any such understanding would be utterly impossible. In the same way, no matter how far the vegetable kingdom may develop, it will achieve no conception of the animal kingdom, and any such comprehension at its level would be unthinkable, for the animal occupieth a plane higher than that of the vegetable: this tree cannot conceive of hearing and sight. And the animal kingdom, no matter how far it may evolve, can never become aware of the reality of the intellect, which discovereth the inner essence of all things, and comprehendeth those realities which cannot be seen; for the human plane as compared with that of the animal is very high. And although these beings all coexist in the contingent world, in each case the difference in their stations precludeth their grasp of the whole; for no lower degree can understand a higher, such comprehension being impossible.
21.3The higher plane, however, understandeth the lower. The animal, for instance, comprehendeth the mineral and vegetable, the human understandeth the planes of the animal, vegetable and mineral. But the mineral cannot possibly understand the realms of man. And notwithstanding the fact that all these entities coexist in the phenomenal world, even so, no lower degree can ever comprehend a higher.
21.4Then how could it be possible for a contingent reality, that is, man, to understand the nature of that preexistent Essence, the Divine Being? The difference in station between man and the Divine Reality is thousands upon thousands of times greater than the difference between vegetable and animal. And that which a human being would conjure up in his mind is but the fanciful image of his human condition, it doth not encompass God’s reality but rather is encompassed by it. That is, man graspeth his own illusory conceptions, but the Reality of Divinity can never be grasped: It, Itself, encompasseth all created things, and all created things are in Its grasp. That Divinity which man doth imagine for himself existeth only in his mind, not in truth. Man, however, existeth both in his mind and in truth; thus man is greater than that fanciful reality which he is able to imagine.
21.5The furthermost limits of this bird of clay are these: he can flutter along for some short distance, into the endless vast; but he can never soar upward to the Sun in the high heavens. We must, nevertheless, set forth reasoned or inspired proofs as to the existence of the Divine Being, that is, proofs commensurate with the understanding of man.
21.6It is obvious that all created things are connected one to another by a linkage complete and perfect, even, for example, as are the members of the human body. Note how all the members and component parts of the human body are connected one to another. In the same way, all the members of this endless universe are linked one to another. The foot and the step, for example, are connected to the ear and the eye; the eye must look ahead before the step is taken. The ear must hear before the eye will carefully observe. And whatever member of the human body is deficient, produceth a deficiency in the other members. The brain is connected with the heart and stomach, the lungs are connected with all the members. So is it with the other members of the body.
21.7And each one of these members hath its own special function. The mind force—whether we call it preexistent or contingent—doth direct and coordinate all the members of the human body, seeing to it that each part or member duly performeth its own special function. If, however, there be some interruption in the power of the mind, all the members will fail to carry out their essential functions, deficiencies will appear in the body and the functioning of its members, and the power will prove ineffective.
21.8Likewise, look into this endless universe: a universal power inevitably existeth, which encompasseth all, directing and regulating all the parts of this infinite creation; and were it not for this Director, this Coordinator, the universe would be flawed and deficient. It would be even as a madman; whereas ye can see that this endless creation carrieth out its functions in perfect order, every separate part of it performing its own task with complete reliability, nor is there any flaw to be found in all its workings. Thus it is clear that a Universal Power existeth, directing and regulating this infinite universe. Every rational mind can grasp this fact.
21.9Furthermore, although all created things grow and develop, yet are they subjected to influences from without. For instance, the sun giveth heat, the rain nourisheth, the wind bringeth life, so that man can develop and grow. Thus it is clear that the human body is under influences from the outside, and that without those influences man could not grow. And likewise, those outside influences are subjected to other influences in their turn. For example, the growth and development of a human being is dependent upon the existence of water, and water is dependent upon the existence of rain, and rain is dependent upon the existence of clouds, and clouds are dependent upon the existence of the sun, which causeth land and sea to produce vapor, the condensation of vapor forming the clouds. Thus each one of these entities exerteth its influence and is likewise influenced in its turn. Inescapably then, the process leadeth to One Who influenceth all, and yet is influenced by none, thus severing the chain. The inner reality of that Being, however, is not known, although His effects are clear and evident.
21.10And further, all created beings are limited, and this very limitation of all beings proveth the reality of the Limitless; for the existence of a limited being denoteth the existence of a Limitless One.
21.11To sum it up, there are many such proofs, establishing the existence of that Universal Reality. And since that Reality is preexistent, It is untouched by the conditions that govern phenomena; for whatever entity is subject to circumstances and the play of events is contingent, not preexistent. Know then: that divinity which other communions and peoples have conjured up, falleth within the scope of their imagination, and not beyond it, whereas the reality of the Godhead is beyond all conceiving.
21.12As to the Holy Manifestations of God, They are the focal points where the signs, tokens and perfections of that sacred, preexistent Reality appear in all their splendor. They are an eternal grace, a heavenly glory, and on Them dependeth the everlasting life of humankind. To illustrate: the Sun of Truth dwelleth in a sky to which no soul hath any access, and which no mind can reach, and He is far beyond the comprehension of all creatures. Yet the Holy Manifestations of God are even as a looking glass, burnished and without stain, which gathereth streams of light out of that Sun, and then scattereth the glory over the rest of creation. In that polished surface, the Sun with all Its majesty standeth clearly revealed. Thus, should the mirrored Sun proclaim, “I am the Sun!” this is but truth; and should It cry, “I am not the Sun!” this is the truth as well. And although the Daystar, with all Its glory, Its beauty, Its perfections, be clearly visible in that mirror without stain, still It hath not come down from Its own lofty station in the realms above, It hath not made Its way into the mirror; rather doth It continue to abide, as It will forever, in the supernal heights of Its own holiness.
21.13And further, all the earth’s creatures require the bounty of the sun, for their very existence is dependent upon solar light and heat. Should they be deprived of the sun, they would be wiped out. This is the being with God, as referred to in the Holy Books: man must be with his Lord.
21.14It is clear, then, that the essential reality of God is revealed in His perfections; and the sun, with its perfections, reflected in a mirror, is a visible thing, an entity clearly expressing the bounty of God.
21.15My hope is that thou wilt acquire a perceptive eye, a hearing ear, and that the veils will be removed from thy sight.
22
22.1O thou who art turning thy face towards God! Close thine eyes to all things else, and open them to the realm of the All-Glorious. Ask whatsoever thou wishest of Him alone; seek whatsoever thou seekest from Him alone. With a look He granteth a hundred thousand hopes, with a glance He healeth a hundred thousand incurable ills, with a nod He layeth balm on every wound, with a glimpse He freeth the hearts from the shackles of grief. He doeth as He doeth, and what recourse have we? He carrieth out His Will, He ordaineth what He pleaseth. Then better for thee to bow down thy head in submission, and put thy trust in the All-Merciful Lord.
23
23.1O thou who dost search after truth! Thy letter of 13 December 1920 hath come.
23.2From the days of Adam until today, the religions of God have been made manifest, one following the other, and each one of them fulfilled its due function, revived mankind, and provided education and enlightenment. They freed the people from the darkness of the world of nature and ushered them into the brightness of the Kingdom. As each succeeding Faith and Law became revealed it remained for some centuries a richly fruitful tree and to it was committed the happiness of humankind. However, as the centuries rolled by, it aged, it flourished no more and put forth no fruit, wherefore was it then made young again.
23.3The religion of God is one religion, but it must ever be renewed. Moses, for example, was sent forth to man and He established a Law, and the Children of Israel, through that Mosaic Law, were delivered out of their ignorance and came into the light; they were lifted up from their abjectness and attained to a glory that fadeth not. Still, as the long years wore on, that radiance passed by, that splendor set, that bright day turned to night; and once that night grew triply dark, the star of the Messiah dawned, so that again a glory lit the world.
23.4Our meaning is this: the religion of God is one, and it is the educator of humankind, but still, it needs must be made new. When thou dost plant a tree, its height increaseth day by day. It putteth forth blossoms and leaves and luscious fruits. But after a long time, it doth grow old, yielding no fruitage any more. Then doth the Husbandman of Truth take up the seed from that same tree, and plant it in a pure soil; and lo, there standeth the first tree, even as it was before.
23.5Note thou carefully that in this world of being, all things must ever be made new. Look at the material world about thee, see how it hath now been renewed. The thoughts have changed, the ways of life have been revised, the sciences and arts show a new vigor, discoveries and inventions are new, perceptions are new. How then could such a vital power as religion—the guarantor of mankind’s great advances, the very means of attaining everlasting life, the fosterer of infinite excellence, the light of both worlds—not be made new? This would be incompatible with the grace and loving-kindness of the Lord.
23.6Religion, moreover, is not a series of beliefs, a set of customs; religion is the teachings of the Lord God, teachings which constitute the very life of humankind, which urge high thoughts upon the mind, refine the character, and lay the groundwork for man’s everlasting honor.
23.7Note thou: could these fevers in the world of the mind, these fires of war and hate, of resentment and malice among the nations, this aggression of peoples against peoples, which have destroyed the tranquillity of the whole world ever be made to abate, except through the living waters of the teachings of God? No, never!
23.8And this is clear: a power above and beyond the powers of nature must needs be brought to bear, to change this black darkness into light, and these hatreds and resentments, grudges and spites, these endless wrangles and wars, into fellowship and love amongst all the peoples of the earth. This power is none other than the breathings of the Holy Spirit and the mighty inflow of the Word of God.
24
24.1O spiritual youth! Praise thou God that thou hast found thy way into the Kingdom of Splendors, and hast rent asunder the veil of vain imaginings, and that the core of the inner mystery hath been made known unto thee.
24.2This people, all of them, have pictured a god in the realm of the mind, and worship that image which they have made for themselves. And yet that image is comprehended, the human mind being the comprehender thereof, and certainly the comprehender is greater than that which lieth within its grasp; for imagination is but the branch, while mind is the root; and certainly the root is greater than the branch. Consider then, how all the peoples of the world are bowing the knee to a fancy of their own contriving, how they have created a creator within their own minds, and they call it the Fashioner of all that is—whereas in truth it is but an illusion. Thus are the people worshipping only an error of perception.
24.3But that Essence of Essences, that Invisible of Invisibles, is sanctified above all human speculation, and never to be overtaken by the mind of man. Never shall that immemorial Reality lodge within the compass of a contingent being. His is another realm, and of that realm no understanding can be won. No access can be gained thereto; all entry is forbidden there. The utmost one can say is that Its existence can be proved, but the conditions of Its existence are unknown.
24.4That such an Essence doth exist, the philosophers and learned doctors one and all have understood; but whenever they tried to learn something of Its being, they were left bewildered and dismayed, and at the end, despairing, their hopes in ruins, they went their way, out of this life. For to comprehend the state and the inner mystery of that Essence of Essences, that Most Secret of Secrets, one needs must have another power and other faculties; and such a power, such faculties would be more than humankind can bear, wherefore no word of Him can come to them.
24.5If, for example, one be endowed with the senses of hearing, of taste, of smell, of touch—but be deprived of the sense of sight, it will not be possible for one to gaze about; for sight cannot be realized through hearing or tasting, or the sense of smell or touch. In the same way, with the faculties at man’s disposal it is beyond the realm of possibility for him to grasp that unseeable Reality, holy and sanctified above all the skeptics’ doubts. For this, other faculties are required, other senses; should such powers become available to him, then could a human being receive some knowledge of that world; otherwise, never.
25
25.1O thou handmaid of God! It is recorded in eastern histories that Socrates journeyed to Palestine and Syria and there, from men learned in the things of God, acquired certain spiritual truths; that when he returned to Greece, he promulgated two beliefs: one, the unity of God, and the other, the immortality of the soul after its separation from the body; that these concepts, so foreign to their thought, raised a great commotion among the Greeks, until in the end they gave him poison and killed him.
25.2And this is authentic; for the Greeks believed in many gods, and Socrates established the fact that God is one, which obviously was in conflict with Greek beliefs.
25.3The Founder of monotheism was Abraham; it is to Him that this concept can be traced, and the belief was current among the Children of Israel, even in the days of Socrates.
25.4The above, however, cannot be found in the Jewish histories; there are many facts which are not included in Jewish history. Not all the events of the life of Christ are set forth in the history of Josephus, a Jew, although it was he who wrote the history of the times of Christ. One may not, therefore, refuse to believe in events of Christ’s day on the grounds that they are not to be found in the history of Josephus.
25.5Eastern histories also state that Hippocrates sojourned for a long time in the town of Tyre, and this is a city in Syria.
26
26.1O thou who seekest the Kingdom of Heaven! Thy letter hath been received and its contents noted.
26.2The Holy Manifestations of God possess two stations: one is the physical station, and one the spiritual. In other words, one station is that of a human being, and one, of the Divine Reality. If the Manifestations are subjected to tests, it is in Their human station only, not in the splendor of Their Divine Reality.
26.3And further, these tests are such only from the viewpoint of mankind. That is, to outward seeming, the human condition of the Holy Manifestations is subjected to tests, and when Their strength and endurance have by this means been revealed in the plenitude of power, other men receive instruction therefrom, and are made aware of how great must be their own steadfastness and endurance under tests and trials. For the Divine Educator must teach by word and also by deed, thus revealing to all the straight pathway of truth.
26.4As to my station, it is that of the servant of Bahá; ‘Abdu’l-Bahá, the visible expression of servitude to the Threshold of the Abhá Beauty.
27
27.1In cycles gone by, each one of the Manifestations of God hath had His own rank in the world of existence, and each hath represented a stage in the development of humanity. But the Manifestation of the Most Great Name—may my life be a sacrifice for His loved ones—was an expression of the coming of age, the maturing of man’s inmost reality in this world of being. For the sun is the source and wellspring of light and heat, the focal point of splendors, and it compriseth all the perfections that are made manifest by the other stars which have dawned upon the world. Make thou an effort that thou mayest take thy place under the sun and receive an abundant share of its dazzling light. In truth do I tell thee, once thou hast attained this station, thou shalt behold the saints bowing down their heads in all humility before Him. Haste thou to life before death cometh; haste thou to the spring season before autumn draweth in; and before illness striketh, haste thou to healing—that thou mayest become a physician of the spirit who, with the breaths of the Holy Spirit, healeth all manner of sickness in this famed and glorious age.
28
28.1O leaf upon the Tree of Life! The Tree of Life, of which mention is made in the Bible, is Bahá’u’lláh, and the daughters of the Kingdom are the leaves upon that blessed Tree. Then thank thou God that thou hast become related to that Tree, and that thou art flourishing, tender and fresh.
28.2The gates of the Kingdom are opened wide, and every favored soul is seated at the banquet table of the Lord, receiving his portion of that heavenly feast. Praised be God, thou too art present at this table, taking thy share of the bountiful food of heaven. Thou art serving the Kingdom, and art well acquainted with the sweet savors of the Abhá Paradise.
28.3Then strive thou with all thy might to guide the people, and eat thou of the bread that hath come down from heaven. For this is the meaning of Christ’s words: “I am the living bread which came down from heaven … he that eateth of this bread shall live forever.”
29
29.1O thou who art captivated by the truth and magnetized by the Heavenly Kingdom! Thy long letter hath come and it brought great joy, as it clearly betokened thy strenuous efforts and high purposes. Praised be God, thou wishest well to men, and yearnest after the Kingdom of Bahá, and art longing to see the human race press forward. It is my hope that because of these high ideals, these noble intimations of the heart, and these tidings of heaven, thou shalt become so luminous that down all the ages the light of thy love for God will shed its glory.
29.2Thou hast described thyself as a student in the school of spiritual progress. Fortunate art thou! If these schools of progress lead to the university of heaven, then branches of knowledge will be developed whereby humanity will look upon the tablet of existence as a scroll endlessly unfolding; and all created things will be seen upon that scroll as letters and words. Then will the different planes of meaning be learned, and then within every atom of the universe will be witnessed the signs of the oneness of God. Then will man hear the cry of the Lord of the Kingdom, and behold the confirmations of the Holy Spirit coming to succor him. Then will he feel such bliss, such ecstasy, that the wide world with its vastness will no longer contain him, and he will set out for the Kingdom of God, and hurry along to the realm of the spirit. For once a bird hath grown its wings, it remaineth on the ground no more, but soareth upward into high heaven—except for those birds that are tied by the leg, or those whose wings are broken, or mired down.
29.3O thou seeker after truth! The world of the Kingdom is one world. The only difference is that spring returneth over and over again, and setteth up a great new commotion throughout all created things. Then plain and hillside come alive, and trees turn delicately green, and leaves, blossoms and fruits come forth in beauty, infinite and tender. Wherefore the dispensations of past ages are intimately connected with those that follow them: indeed, they are one and the same, but as the world groweth, so doth the light, so doth the downpour of heavenly grace, and then the Daystar shineth out in noonday splendor.
29.4O thou seeker after the Kingdom! Every divine Manifestation is the very life of the world, and the skilled physician of each ailing soul. The world of man is sick, and that competent Physician knoweth the cure, arising as He doth with teachings, counsels and admonishments that are the remedy for every pain, the healing balm to every wound. It is certain that the wise physician can diagnose his patient’s needs at any season, and apply the cure. Wherefore, relate thou the Teachings of the Abhá Beauty to the urgent needs of this present day, and thou wilt see that they provide an instant remedy for the ailing body of the world. Indeed, they are the elixir that bringeth eternal health.
29.5The treatment ordered by wise physicians of the past, and by those that follow after, is not one and the same, rather doth it depend on what aileth the patient; and although the remedy may change, the aim is always to bring the patient back to health. In the dispensations gone before, the feeble body of the world could not withstand a rigorous or powerful cure. For this reason did Christ say: “I have yet many things to say unto you, matters needing to be told, but ye cannot bear to hear them now. Howbeit when that Comforting Spirit, Whom the Father will send, shall come, He will make plain unto you the truth.”
29.6Therefore, in this age of splendors, teachings once limited to the few are made available to all, that the mercy of the Lord may embrace both east and west, that the oneness of the world of humanity may appear in its full beauty, and that the dazzling rays of reality may flood the realm of the mind with light.
29.7The descent of the New Jerusalem denoteth a heavenly Law, that Law which is the guarantor of human happiness and the effulgence of the world of God.
29.8Emmanuel was indeed the Herald of the Second Coming of Christ, and a Summoner to the pathway of the Kingdom. It is evident that the Letter is a member of the Word, and this membership in the Word signifieth that the Letter is dependent for its value on the Word, that is, it deriveth its grace from the Word; it has a spiritual kinship with the Word, and is accounted an integral part of the Word. The Apostles were even as Letters, and Christ was the essence of the Word Itself; and the meaning of the Word, which is grace everlasting, cast a splendor on those Letters. Again, since the Letter is a member of the Word, it therefore, in its inner meaning, is consonant with the Word.
29.9It is our hope that thou wilt in this day arise to promote that which Emmanuel foretold. Know thou for a certainty that thou wilt succeed in this, for the confirmations of the Holy Spirit are continually descending, and the power of the Word will exert such an influence that the Letter shall become the mirror in which the splendid Sun—the Word Itself—will be reflected, and the grace and glory of the Word will illumine the whole earth.
29.10As for the heavenly Jerusalem that hath come to rest on the summits of the world, and God’s Holy of Holies, Whose banner is now lifted high, this comprehendeth within itself all the perfections, all the knowledge of the dispensations gone before. Beyond this, it heraldeth the oneness of the children of men. It is the flag of universal peace, the spirit of eternal life; it is the glory of the perfections of God, the circumambient grace of all existence, the ornament bedecking all created things, the source of inner quietude for all humankind.
29.11Direct thine attention to the holy Tablets; read thou the Ishráqát, Tajallíyyát, the Words of Paradise, the Glad Tidings, the Ṭarázát, the Most Holy Book. Then wilt thou see that today these heavenly Teachings are the remedy for a sick and suffering world, and a healing balm for the sores on the body of mankind. They are the spirit of life, the ark of salvation, the magnet to draw down eternal glory, the dynamic power to motivate the inner self of man.
30
30.1Existence is of two kinds: one is the existence of God which is beyond the comprehension of man. He, the invisible, the lofty and the incomprehensible, is preceded by no cause but rather is the Originator of the cause of causes. He, the Ancient, hath had no beginning and is the all-independent. The second kind of existence is the human existence. It is a common existence, comprehensible to the human mind, is not ancient, is dependent and hath a cause to it. The mortal substance does not become eternal and vice versa; the human kind does not become a Creator and vice versa. The transformation of the innate substance is impossible.
30.2In the world of existence—that which is comprehensible—there are stages of mortality: the first stage is the mineral world, next is the vegetable world. In the latter world the mineral doth exist but with a distinctive feature which is the vegetable characteristic. Likewise in the animal world, the mineral and vegetable characteristics are present and in addition the characteristics of the animal world are to be found, which are the faculties of hearing and of sight. In the human world the characteristics of the mineral, vegetable and animal worlds are found and in addition that of the human kind, namely the intellectual characteristic, which discovereth the realities of things and comprehendeth universal principles.
30.3Man, therefore, on the plane of the contingent world is the most perfect being. By man is meant the perfect individual, who is like unto a mirror in which the divine perfections are manifested and reflected. But the sun doth not descend from the height of its sanctity to enter into the mirror, but when the latter is purified and turned towards the Sun of Truth, the perfections of this Sun, consisting of light and heat, are reflected and manifested in that mirror. These souls are the Divine Manifestations of God.
31
31.1O thou who art dear, and wise! Thy letter dated 27 May 1906 hath been received and its contents are most pleasing and have brought great joy.
31.2Thou didst ask whether this Cause, this new and living Cause, could take the place of the dead religious rites and ceremonials of England; whether it would be possible, now that various groups have appeared, whose members are highly placed divines and theologians, far superior in their attainments to those of the past, for this new Cause so to impress the members of such groups as to gather them and the rest into its all-protecting shade.
31.3O thou dear friend! Know thou that the distinguished Individual of every age is endowed according to the perfections of His age. That Individual who in past ages was set above His fellows was gifted according to the virtues of His time. But in this age of splendors, this era of God, the preeminent Personage, the luminous Orb, the chosen Individual will shine out with such perfections and such power as ultimately to dazzle the minds of every community and group. And since such a Personage is superior to all others in spiritual perfections and heavenly attainments, and is indeed the focal center of divine blessings and the pivot of the circle of light, He will encompass all others, and there is no doubt whatsoever that He will shine out with such power as to gather every soul into His sheltering shade.
31.4When ye consider this matter with care, it will become apparent that this is according to a universal law, which one can find at work in all things: the whole attracteth the part, and in the circle, the center is the pivot of the compasses. Ponder thou upon the Spirit: because He was the focal center of spiritual power, the wellspring of divine bounties, although at the beginning He gathered unto Himself only a very few souls, later on He was able, because of that all-subduing power that He had, to unite within the sheltering Tabernacle of Christendom all the differing sects. Compare the present with the past, and see how great is the difference; thus canst thou arrive at truth and certitude.
31.5The differences among the religions of the world are due to the varying types of minds. So long as the powers of the mind are various, it is certain that men’s judgments and opinions will differ one from another. If, however, one single, universal perceptive power be introduced—a power encompassing all the rest—those differing opinions will merge, and a spiritual harmony and oneness will become apparent. For example, when the Christ was made manifest, the minds of the various contemporary peoples, their views, their emotional attitudes, whether they were Romans, Greeks, Syrians, Israelites, or others, were at variance with one another. But once His universal power was brought to bear, it gradually succeeded, after the lapse of three hundred years, in gathering together all those divergent minds under the protection, and within the governance, of one central Point, all sharing the same spiritual emotions in their hearts.
31.6To use a metaphor, when an army is placed under various commanders, each with his own strategy, they will obviously differ as to battle lines and movements of the troops; but once the Supreme Commander, who is thoroughly versed in the arts of war, taketh over, those other plans will disappear, for the supremely gifted general will bring the whole army under his control. This is intended only as a metaphor, not an exact comparison. Now if you should say that each and every one of those other generals is highly skilled in the military art, is thoroughly proficient and experienced, and therefore will not subject himself to the rule of one individual, no matter how indescribably great, your statement is untenable, for the above situation is demonstrably what cometh to pass, and there is no doubt thereof whatever.
31.7Such is the case with the holy Manifestations of God. Such in particular is the case with the divine reality of the Most Great Name, the Abhá Beauty. When once He standeth revealed unto the assembled peoples of the world and appeareth with such comeliness, such enchantments—alluring as a Joseph in the Egypt of the spirit—He enslaveth all the lovers on earth.
31.8As to those souls who are born into this life as ethereal and radiant entities and yet, on account of their handicaps and trials, are deprived of great and real advantages, and leave the world without having lived to the full—certainly this is a cause for grieving. This is the reason why the universal Manifestations of God unveil Their countenances to man, and endure every calamity and sore affliction, and lay down Their lives as a ransom; it is to make these very people, the ready ones, the ones who have capacity, to become dawning points of light, and to bestow upon them the life that fadeth never. This is the true sacrifice: the offering of oneself, even as did Christ, as a ransom for the life of the world.
31.9As to the influence of holy Beings and the continuance of Their grace to mankind after They have put away Their human form, this is, to Bahá’ís, an indisputable fact. Indeed, the flooding grace, the streaming splendors of the holy Manifestations appear after Their ascension from this world. The exaltation of the Word, the revelation of the power of God, the conversion of God-fearing souls, the bestowal of everlasting life—it was following the Messiah’s martyrdom that all these were increased and intensified. In the same way, ever since the ascension of the Blessed Beauty, the bestowals have been more abundant, the spreading light is brighter, the tokens of the Lord’s might are more powerful, the influence of the Word is much stronger, and it will not be long before the motion, the heat, the brilliance, the blessings of the Sun of His reality will encompass all the earth.
31.10Grieve thou not over the slow advance of the Bahá’í Cause in that land. This is but the early dawn. Consider how, with the Cause of Christ, three hundred years had to go by, before its great influence was made manifest. Today, not sixty years from its birth, the light of this Faith hath been shed around the planet.
31.11Regarding the health society of which thou art a member, once it cometh under the shelter of this Faith its influence shall increase a hundredfold.
31.12Thou dost observe that love among the Bahá’ís is very great, and that love is the main thing. Just as love’s power hath been developed to such a high degree among the Bahá’ís, and is far greater than among the people of other religions, so is it with all else as well; for love is the ground of all things.
31.13Regarding the translation of the Books and Tablets of the Blessed Beauty, erelong will translations be made into every tongue, with power, clarity and grace. At such time as they are translated, conformably to the originals, and with power and grace of style, the splendors of their inner meanings will be shed abroad, and will illumine the eyes of all mankind. Do thy very best to ensure that the translation is in conformity with the original.
31.14The Blessed Beauty proceeded to Haifa on many occasions. Thou beheldest Him there, but thou didst not know Him at that time. It is my hope that thou wilt attain unto the true meeting with Him, which is to behold Him with the inner, not the outer eye.
31.15The essence of Bahá’u’lláh’s Teaching is all-embracing love, for love includeth every excellence of humankind. It causeth every soul to go forward. It bestoweth on each one, for a heritage, immortal life. Erelong shalt thou bear witness that His celestial Teachings, the very glory of reality itself, shall light up the skies of the world.
31.16The brief prayer which thou didst write at the close of thy letter was indeed original, touching and beautiful. Recite thou this prayer at all times.
32
32.1O ye handmaids of the Lord! In this century—the century of the Almighty Lord—the Daystar of the Realms above, the Light of Truth, shineth in its meridian splendor and its rays illuminate all regions. For this is the age of the Ancient Beauty, the day of the revelation of the might and power of the Most Great Name—may my life be offered up as a sacrifice for His loved ones.
32.2In the ages to come, though the Cause of God may rise and grow a hundredfold and the shade of the Sadratu’l-Muntahá shelter all mankind, yet this present century shall stand unrivalled, for it hath witnessed the breaking of that Morn and the rising of that Sun. This century is, verily, the source of His Light and the dayspring of His Revelation. Future ages and generations shall behold the diffusion of its radiance and the manifestations of its signs.
32.3Wherefore, exert yourselves, haply ye may obtain your full share and portion of His bestowals.
33
33.1O servant of God! We have noted what thou didst write to Jináb-i-Ibn-Abhar, and thy question regarding the verse: “Whoso layeth claim to a Revelation direct from God, ere the expiration of a full thousand years, such a man is assuredly a lying impostor.”
33.2The meaning of this is that any individual who, before the expiry of a full thousand years—years known and clearly established by common usage and requiring no interpretation—should lay claim to a Revelation direct from God, even though he should reveal certain signs, that man is assuredly false and an impostor.
33.3This is not a reference to the Universal Manifestation, for it is clearly set forth in the Holy Writings that centuries, nay thousands of years, must pass on to completion, before a Manifestation like unto this Manifestation shall appear again.
33.4It is possible, however, that after the completion of a full thousand years, certain Holy Beings will be empowered to deliver a Revelation: this, however, will not be through a Universal Manifestation. Wherefore every day of the cycle of the Blessed Beauty is in reality equal to one year, and every year of it is equal to a thousand years.
33.5Consider, for example, the sun: its transit from one zodiacal sign to the next occurreth within a short period of time, yet only after a long period doth it attain the plenitude of its resplendency, its heat and glory, in the sign of Leo. It must first complete one full revolution through the other constellations before it will enter the sign of Leo again, to blaze out in its full splendor. In its other stations, it revealeth not the fullness of its heat and light.
33.6The substance is, that prior to the completion of a thousand years, no individual may presume to breathe a word. All must consider themselves to be of the order of subjects, submissive and obedient to the commandments of God and the laws of the House of Justice. Should any deviate by so much as a needle’s point from the decrees of the Universal House of Justice, or falter in his compliance therewith, then is he of the outcast and rejected.
33.7As to the cycle of the Blessed Beauty—the times of the Greatest Name—this is not limited to a thousand or two thousand years.…
33.8When it is said that the period of a thousand years beginneth with the Manifestation of the Blessed Beauty and every day thereof is a thousand years, the intent is a reference to the cycle of the Blessed Beauty, which in this context will extend over many ages into the unborn reaches of time.
34
34.1O thou who art serving the world of humanity! Thy letter was received and from its contents we felt exceedingly glad. It was a decisive proof and a brilliant evidence. It is appropriate and befitting that in this illumined age—the age of the progress of the world of humanity—we should be self-sacrificing and should serve the human race. Every universal cause is divine and every particular one is temporal. The principles of the divine Manifestations of God were, therefore, all-universal and all-inclusive.
34.2Every imperfect soul is self-centered and thinketh only of his own good. But as his thoughts expand a little he will begin to think of the welfare and comfort of his family. If his ideas still more widen, his concern will be the felicity of his fellow citizens; and if still they widen, he will be thinking of the glory of his land and of his race. But when ideas and views reach the utmost degree of expansion and attain the stage of perfection, then will he be interested in the exaltation of humankind. He will then be the well-wisher of all men and the seeker of the weal and prosperity of all lands. This is indicative of perfection.
34.3Thus, the divine Manifestations of God had a universal and all-inclusive conception. They endeavored for the sake of everyone’s life and engaged in the service of universal education. The area of their aims was not limited—nay, rather, it was wide and all-inclusive.
34.4Therefore, ye must also be thinking of everyone, so that mankind may be educated, character moderated and this world may turn into a Garden of Eden.
34.5Love ye all religions and all races with a love that is true and sincere and show that love through deeds and not through the tongue; for the latter hath no importance, as the majority of men are, in speech, well-wishers, while action is the best.
35
35.1O army of God! A letter signed jointly by all of you hath been received. It was most eloquent and full of flavor, and reading it was a delight.
35.2Ye had written of the fasting month. Fortunate are ye to have obeyed the commandment of God, and kept this fast during the holy season. For this material fast is an outer token of the spiritual fast; it is a symbol of self-restraint, the withholding of oneself from all appetites of the self, taking on the characteristics of the spirit, being carried away by the breathings of heaven and catching fire from the love of God.
35.3Your letter also betokened your unity and the closeness of your hearts. It is my hope that the west, through the boundless grace that God is pouring down in this new era, will become the east, the dawning-point of the Sun of Truth, and western believers the daysprings of light, and manifestors of the signs of God; that they will be guarded from the doubts of the heedless and will stay firm and unmovable in the Covenant and Testament; that they will toil by day and by night until they awaken those who sleep, and make mindful those who are unaware, and bring in the outcast to be intimates of the inner circle, and bestow upon the destitute their portion of eternal grace. Let them be heralds of the Kingdom, and call out to the denizens of this nether world, and summon them to enter the realm on high.
35.4O army of God! Today, in this world, every people is wandering astray in its own desert, moving here and there according to the dictates of its fancies and whims, pursuing its own particular caprice. Amongst all the teeming masses of the earth, only this community of the Most Great Name is free and clear of human schemes and hath no selfish purpose to promote. Alone amongst them all, this people hath arisen with aims purified of self, following the Teachings of God, most eagerly toiling and striving toward a single goal: to turn this nether dust into high heaven, to make of this world a mirror for the Kingdom, to change this world into a different world, and cause all humankind to adopt the ways of righteousness and a new manner of life.
35.5O army of God! Through the protection and help vouchsafed by the Blessed Beauty—may my life be a sacrifice to His loved ones—ye must conduct yourselves in such a manner that ye may stand out distinguished and brilliant as the sun among other souls. Should any one of you enter a city, he should become a center of attraction by reason of his sincerity, his faithfulness and love, his honesty and fidelity, his truthfulness and loving-kindness towards all the peoples of the world, so that the people of that city may cry out and say: “This man is unquestionably a Bahá’í, for his manners, his behavior, his conduct, his morals, his nature, and disposition reflect the attributes of the Bahá’ís.” Not until ye attain this station can ye be said to have been faithful to the Covenant and Testament of God. For He hath, through irrefutable Texts, entered into a binding Covenant with us all, requiring us to act in accordance with His sacred instructions and counsels.
35.6O army of God! The time hath come for the effects and perfections of the Most Great Name to be made manifest in this excellent age, so as to establish, beyond any doubt, that this era is the era of Bahá’u’lláh, and this age is distinguished above all other ages.
35.7O army of God! Whensoever ye behold a person whose entire attention is directed toward the Cause of God; whose only aim is this, to make the Word of God to take effect; who, day and night, with pure intent, is rendering service to the Cause; from whose behavior not the slightest trace of egotism or private motives is discerned—who, rather, wandereth distracted in the wilderness of the love of God, and drinketh only from the cup of the knowledge of God, and is utterly engrossed in spreading the sweet savors of God, and is enamored of the holy verses of the Kingdom of God—know ye for a certainty that this individual will be supported and reinforced by heaven; that like unto the morning star, he will forever gleam brightly out of the skies of eternal grace. But if he show the slightest taint of selfish desires and self love, his efforts will lead to nothing and he will be destroyed and left hopeless at the last.
35.8O army of God! Praise be to God, Bahá’u’lláh hath lifted the chains from off the necks of humankind, and hath set man free from all that trammeled him, and told him: Ye are the fruits of one tree and the leaves of one branch; be ye compassionate and kind to all the human race. Deal ye with strangers the same as with friends, cherish ye others just as ye would your own. See foes as friends; see demons as angels; give to the tyrant the same great love ye show the loyal and true, and even as gazelles from the scented cities of Khatá and Khutan offer up sweet musk to the ravening wolf. Be ye a refuge to the fearful; bring ye rest and peace to the disturbed; make ye a provision for the destitute; be a treasury of riches for the poor; be a healing medicine for those who suffer pain; be ye doctor and nurse to the ailing; promote ye friendship, and honor, and conciliation, and devotion to God, in this world of nonexistence.
35.9O army of God! Make ye a mighty effort: perchance ye can flood this earth with light, that this mud hut, the world, may become the Abhá Paradise. The dark hath taken over, and the brute traits prevail. This world of man is now an arena for wild beasts, a field where the ignorant, the heedless, seize their chance. The souls of men are ravening wolves and animals with blinded eyes, they are either deadly poison or useless weeds—all except for a very few who indeed do nurture altruistic aims and plans for the well-being of their fellow men: but ye must in this matter—that is, the serving of humankind—lay down your very lives, and as ye yield yourselves, rejoice.
35.10O army of God! The Exalted One, the Báb, gave up His life. The Blessed Perfection gave up a hundred lives at every breath. He bore calamities. He suffered anguish. He was imprisoned. He was chained. He was made homeless and was banished to distant lands. Finally, then, He lived out His days in the Most Great Prison. Likewise, a great multitude of the lovers of God who followed this path have tasted the honey of martyrdom and they gave up everything—life, possessions, kindred—all they had. How many homes were reduced to rubble; how many dwellings were broken into and pillaged; how many a noble building went to the ground; how many a palace was battered into a tomb. And all this came about that humankind might be illumined, that ignorance might yield to knowledge, that men of earth might become men of heaven, that discord and dissension might be torn out by the roots, and the Kingdom of Peace become established over all the world. Strive ye now that this bounty become manifest, and this best-beloved of all hopes be realized in splendor throughout the community of man.
35.11O army of God! Beware lest ye harm any soul, or make any heart to sorrow; lest ye wound any man with your words, be he known to you or a stranger, be he friend or foe. Pray ye for all; ask ye that all be blessed, all be forgiven. Beware, beware, lest any of you seek vengeance, even against one who is thirsting for your blood. Beware, beware, lest ye offend the feelings of another, even though he be an evildoer, and he wish you ill. Look ye not upon the creatures, turn ye to their Creator. See ye not the never-yielding people, see but the Lord of Hosts. Gaze ye not down upon the dust, gaze upward at the shining sun, which hath caused every patch of darksome earth to glow with light.
35.12O army of God! When calamity striketh, be ye patient and composed. However afflictive your sufferings may be, stay ye undisturbed, and with perfect confidence in the abounding grace of God, brave ye the tempest of tribulations and fiery ordeals.
35.13Last year a number of the unfaithful, both from within and from without, both known to us and strangers, took before the Sulṭán of Turkey slanderous charges against these homeless exiles, bringing against us grave accusations with no basis in fact. The Government, conformably with prudence, determined to look into these charges, and dispatched a Commission of Investigation to this city. It is obvious what an opportunity this afforded our ill-wishers, and what a storm they unleashed, all this beyond description by tongue or pen. Only one who witnessed it could know what a turmoil they created and what an earthquake of anguish was the result. And notwithstanding this, the response was to depend utterly upon God, and to remain composed, confident, long-suffering, undisturbed, to such a degree that a person knowing nothing of the situation would have thought us easy of heart and mind, perfectly happy, thriving and at peace.
35.14Then it came about that the accusers themselves, those who had made the defamatory charges against us, joined with the members of the Commission to investigate the accusations, so that plaintiffs, witnesses and judge were all one and the same, and the conclusion was foregone. Nevertheless, to be fair, it must be stated that up to now His Majesty the Sulṭán of Turkey hath paid no heed to these false charges, this defamation, these fables and traducements, and hath acted with justice.…
35.15O Thou Provider! Thou hast breathed over the friends in the West the sweet fragrance of the Holy Spirit, and with the light of divine guidance Thou hast lit up the western sky. Thou hast made those who were once remote to draw near unto Thyself; Thou hast turned strangers into loving friends; Thou hast awakened those who slept; Thou hast made the heedless mindful.
35.16O Thou Provider! Assist Thou these noble friends to win Thy good pleasure, and make them well-wishers of stranger and friend alike. Bring them into the world that abideth forever; grant them a portion of heavenly grace; cause them to be true Bahá’ís, sincerely of God; save them from outward semblances, and establish them firmly in the truth. Make them signs and tokens of the Kingdom, luminous stars above the horizons of this nether life. Make them to be a comfort and a solace to humankind and servants to the peace of the world. Exhilarate them with the wine of Thy counsel, and grant that all of them may tread the path of Thy commandments.
35.17O Thou Provider! The dearest wish of this servant of Thy Threshold is to behold the friends of east and west in close embrace; to see all the members of human society gathered with love in a single great assemblage, even as individual drops of water collected in one mighty sea; to behold them all as birds in one garden of roses, as pearls of one ocean, as leaves of one tree, as rays of one sun.
35.18Thou art the Mighty, the Powerful, and Thou art the God of strength, the Omnipotent, the All-Seeing.
36
36.1O ye two favored handmaids of the Lord! The letter from Mother Beecher hath been received, and truly it spoke for you both, wherefore I address the two of you together. This seemeth very good to me, for ye two pure beings are even as a single precious gem, ye are two boughs branched from a single tree; ye both adore the same Beloved, ye both are longing for the same resplendent Sun.
36.2My hope is that all the handmaids of God in that region will unite like unto the waves of one unending sea; for although blown about as the wind listeth, these are separate in themselves, yet in truth are they all at one with the boundless deep.
36.3How good it is if the friends be as close as sheaves of light, if they stand together side by side in a firm unbroken line. For now have the rays of reality from the Sun of the world of existence united in adoration all the worshippers of this light; and these rays have, through infinite grace, gathered all peoples together within this wide-spreading shelter; therefore must all souls become as one soul, and all hearts as one heart. Let all be set free from the multiple identities that were born of passion and desire, and in the oneness of their love for God find a new way of life.
36.4O ye two handmaids of God! Now is the time for you to become as bounteous cups that are filled to overflowing, and even as the reviving gusts that blow from the Abhá Paradise, to scatter the fragrance of musk across that land. Release yourselves from this world’s life, and at every stage long ye for nonexistence; for when the ray returneth to the sun, it is wiped out, and when the drop cometh to the sea, it vanisheth, and when the true lover findeth his Beloved, he yieldeth up his soul.
36.5Until a being setteth his foot in the plane of sacrifice, he is bereft of every favor and grace; and this plane of sacrifice is the realm of dying to the self, that the radiance of the living God may then shine forth. The martyr’s field is the place of detachment from self, that the anthems of eternity may be upraised. Do all ye can to become wholly weary of self, and bind yourselves to that Countenance of Splendors; and once ye have reached such heights of servitude, ye will find, gathered within your shadow, all created things. This is boundless grace; this is the highest sovereignty; this is the life that dieth not. All else save this is at the last but manifest perdition and great loss.
36.6Praise be to God, the gate of boundless grace is opened wide, the heavenly table is set, the servants of the Merciful and His handmaids are present at the feast. Strive ye to receive your share of this eternal food, so that ye shall be loved and cherished in this world and the next.
37
37.1O ye dear friends of ‘Abdu’l-Bahá! A blessed letter hath been received from you, telling of the election of a Spiritual Assembly. It hath rejoiced my heart to know that, God be praised, the friends in that area, with absolute unity, fellowship and love, have held this new election and were successful in voting for souls who are sanctified, are favored at the Holy Threshold and are well known amongst the friends to be staunch and firm in the Covenant.
37.2Now must those elected representatives arise to serve with spirituality and joy, with purity of intent, with strong attraction to the fragrances of the Almighty, and well supported by the Holy Spirit. Let them raise up the banner of guidance, and as soldiers of the Company on high, let them exalt God’s Word, spread abroad His sweet savors, educate the souls of men, and promote the Most Great Peace.
37.3Truly, blessed souls have been elected. The moment I read their names, I felt a thrill of spiritual joy to know that, praised be God, persons have been raised up in that country who are servants of the Kingdom, and ready to lay down their lives for Him Who hath neither likeness nor peer.
37.4O ye dear friends of mine! Light up this Assembly with the splendor of God’s love. Make it ring out with the joyous music of the hallowed spheres, make it thrive on those foods that are served at the Lord’s Supper, at the heavenly banquet table of God. Come ye together in gladness unalloyed, and at the beginning of the meeting, recite ye this prayer:
37.5O Thou Lord of the Kingdom! Though our bodies be gathered here together, yet our spellbound hearts are carried away by Thy love, and yet are we transported by the rays of Thy resplendent face. Weak though we be, we await the revelations of Thy might and power. Poor though we be, with neither goods nor means, still take we riches from the treasures of Thy Kingdom. Drops though we be, still do we draw from out Thy ocean deeps. Motes though we be, still do we gleam in the glory of Thy splendid Sun.
37.6O Thou our Provider! Send down Thine aid, that each one gathered here may become a lighted candle, each one a center of attraction, each one a summoner to Thy heavenly realms, till at last we make this nether world the mirror image of Thy Paradise.
37.7O ye dear friends of mine! It is incumbent upon the assemblies of those regions to be connected one with another and to correspond with one another, and also to communicate with the assemblies of the east, thus to become agencies for union throughout the world.
37.8O ye spiritual friends! Such must be your constancy that should the evil-wishers put every believer to death and only one remain, that one, singly and alone, will withstand all the peoples of the earth, and will go on scattering far and wide the sweet and holy fragrances of God. Wherefore, should any fearsome news, any word of terrifying events, reach you from the Holy Land, see to it that ye waver not, be ye not stricken by grief, be ye not shaken. Rather, rise ye up instantly, with iron resolve, and serve ye the Kingdom of God.
37.9This Servant of the Lord’s Threshold hath been in peril at all times. He is in peril now. At no time have I had any hope of safety, and my dearest wish is this: to drink of the martyr’s bounteous and brimful cup, and die on the field of sacrifice, delighting in that wine which is the most precious of God’s gifts. This is my highest hope, this my most vehement desire.
37.10We hear that the Tablets of Ishráqát (Splendors), Ṭarázát (Ornaments), Bishárát (Glad Tidings), Tajallíyyát (Effulgences), and Kalimát (Words of Paradise) have been translated and published in those regions. In these Tablets will ye have a model of how to be and how to live.
38
38.1O handmaid of God, who tremblest even as a fresh and tender branch in the winds of the love of God! I have read thy letter, which telleth of thine abundant love, thine intense devotion, and of thy being occupied with the remembrance of thy Lord.
38.2Depend thou upon God. Forsake thine own will and cling to His, set aside thine own desires and lay hold of His, that thou mayest become an example, holy, spiritual, and of the Kingdom, unto His handmaids.
38.3Know thou, O handmaid, that in the sight of Bahá, women are accounted the same as men, and God hath created all humankind in His own image, and after His own likeness. That is, men and women alike are the revealers of His names and attributes, and from the spiritual viewpoint there is no difference between them. Whosoever draweth nearer to God, that one is the most favored, whether man or woman. How many a handmaid, ardent and devoted, hath, within the sheltering shade of Bahá, proved superior to the men, and surpassed the famous of the earth.
38.4The House of Justice, however, according to the explicit text of the Law of God, is confined to men; this for a wisdom of the Lord God’s, which will erelong be made manifest as clearly as the sun at high noon.
38.5As to you, O ye other handmaids who are enamored of the heavenly fragrances, arrange ye holy gatherings, and found ye Spiritual Assemblies, for these are the basis for spreading the sweet savors of God, exalting His Word, uplifting the lamp of His grace, promulgating His religion and promoting His Teachings, and what bounty is there greater than this? These Spiritual Assemblies are aided by the Spirit of God. Their defender is ‘Abdu’l-Bahá. Over them He spreadeth His wings. What bounty is there greater than this? These Spiritual Assemblies are shining lamps and heavenly gardens, from which the fragrances of holiness are diffused over all regions, and the lights of knowledge are shed abroad over all created things. From them the spirit of life streameth in every direction. They, indeed, are the potent sources of the progress of man, at all times and under all conditions. What bounty is there greater than this?
39
39.1O handmaid of God! Thy letter hath been received, bringing its news that an Assembly hath been established in that city.
39.2Look ye not upon fewness of numbers, rather, seek ye out hearts that are pure. One consecrated soul is preferable to a thousand other souls. If a small number of people gather lovingly together, with absolute purity and sanctity, with their hearts free of the world, experiencing the emotions of the Kingdom and the powerful magnetic forces of the Divine, and being at one in their happy fellowship, that gathering will exert its influence over all the earth. The nature of that band of people, the words they speak, the deeds they do, will unleash the bestowals of Heaven, and provide a foretaste of eternal bliss. The hosts of the Company on high will defend them, and the angels of the Abhá Paradise, in continuous succession, will come down to their aid.
39.3The meaning of “angels” is the confirmations of God and His celestial powers. Likewise angels are blessed beings who have severed all ties with this nether world, have been released from the chains of self and the desires of the flesh, and anchored their hearts to the heavenly realms of the Lord. These are of the Kingdom, heavenly; these are of God, spiritual; these are revealers of God’s abounding grace; these are dawning-points of His spiritual bestowals.
39.4O handmaid of God! Praise be to Him, thy dear husband hath perceived the sweet scents that blow from the gardens of heaven. Now, as day followeth day, must thou, through the love of God, and thine own good actions, draw him ever closer to the Faith.
39.5Those were indeed dire events in San Francisco. Disasters of this kind should serve to awaken the people, and diminish the love of their hearts for this inconstant world. It is in this nether world that such tragic things take place: this is the cup that yieldeth bitter wine.
40
40.1O ye whom ‘Abdu’l-Bahá loveth! I have read your reports with great joy; they are of a nature to cheer and refresh the heart and gladden the soul. If this Assembly, through the holy breathings of the All-Merciful and His divine confirmations, endure and remain fixed and firm, it shall produce notable results and it shall succeed in enterprises of great moment.
40.2The Spiritual Assemblies to be established in this Age of God, this holy century, have, it is indisputable, had neither peer nor likeness in the cycles gone before. For those assemblages that wielded power were based on the support of mighty leaders of men, while these Assemblies are based on the support of the Beauty of Abhá. The defenders and patrons of those other assemblages were either a prince, or a king, or a chief priest, or the mass of the people. But these Spiritual Assemblies have for their defender, their supporter, their helper, their inspirer, the omnipotent Lord.
40.3Look ye not upon the present, fix your gaze upon the times to come. In the beginning, how small is the seed, yet in the end it is a mighty tree. Look ye not upon the seed, look ye upon the tree, and its blossoms, and its leaves and its fruits. Consider the days of Christ, when none but a small band followed Him; then observe what a mighty tree that seed became, behold ye its fruitage. And now shall come to pass even greater things than these, for this is the summons of the Lord of Hosts, this is the trumpet-call of the living Lord, this is the anthem of world peace, this is the standard of righteousness and trust and understanding raised up among all the variegated peoples of the globe; this is the splendor of the Sun of Truth, this is the holiness of the spirit of God Himself. This most powerful of dispensations will encompass all the earth, and beneath its banner will all peoples gather and be sheltered together. Know then the vital import of this tiny seed that the true Husbandman hath, with the hands of His mercy, sown in the ploughed fields of the Lord, and watered with the rain of bestowals and bounties and is now nurturing in the heat and light of the Daystar of Truth.
40.4Wherefore, O ye loved ones of God, offer up thanks unto Him, since He hath made you the object of such bounties, and the recipients of such gifts. Blessed are ye, glad tidings to you, for this abounding grace.
41
41.1O thou who art steadfast in the Covenant, and staunch! The letter which thou didst write … hath been shown to me, and the opinions expressed therein were most commendable. It is incumbent upon the Spiritual Consultative Assembly of New York to be in complete agreement with that of Chicago, and for these two assemblies of consultation jointly to approve whatever they consider suitable for publication and distribution. Following that, let them send one copy to ‘Akká, so that it may also be approved from here, after which the material will be returned to be published and circulated.
41.2The question of coordinating and unifying the two Spiritual Assemblies, that of Chicago and of New York, is of the utmost importance, and once a Spiritual Assembly is duly formed in Washington, these two Assemblies should also establish ties of unity with that Assembly. To sum it up, it is the desire of the Lord God that the loved ones of God and the handmaids of the Merciful in the West should come closer together in harmony and unity as day followeth day, and until this is accomplished, the work will never go forward. The Spiritual Assemblies are collectively the most effective of all instruments for establishing unity and harmony. This matter is of the utmost importance; this is the magnet that draweth down the confirmations of God. If once the beauty of the unity of the friends—this Divine Beloved—be decked in the adornments of the Abhá Kingdom, it is certain that within a very short time those countries will become the Paradise of the All-Glorious, and that out of the west the splendors of unity will cast their bright rays over all the earth.
41.3We are striving with heart and soul, resting neither day nor night, seeking not a moment’s ease, to make this world of man the mirror of the unity of God. Then how much more must the beloved of the Lord reflect that unity? And this cherished hope, this yearning wish of ours will be visibly fulfilled only on the day when the true friends of God arise to carry out the Teachings of the Abhá Beauty—may my life be a ransom for His lovers! One amongst His Teachings is this, that love and good faith must so dominate the human heart that men will regard the stranger as a familiar friend, the malefactor as one of their own, the alien even as a loved one, the enemy as a companion dear and close. Who killeth them, him will they call a bestower of life; who turneth away from them, him will they regard as turning towards them; who denieth their message, him will they consider as one acknowledging its truth. The meaning is that they must treat all humankind even as they treat their sympathizers, their fellow-believers, their loved ones and familiar friends.
41.4Should such a torch light up the world community, ye will find that the whole earth is sending forth a fragrance, that it hath become a delightsome paradise, and the face of it the image of high heaven. Then will the whole world be one native land, its diverse peoples one single kind, the nations of both east and west one household.
41.5It is my hope that such a day will come, that such a splendor will shine forth, that such a vision will be unveiled in its full beauty.
42
42.1O ye coworkers who are supported by armies from the realm of the All-Glorious! Blessed are ye, for ye have come together in the sheltering shade of the Word of God, and have found a refuge in the cave of His Covenant; ye have brought peace to your hearts by making your home in the Abhá Paradise, and are lulled by the gentle winds that blow from their source in His loving-kindness; ye have arisen to serve the Cause of God and to spread His religion far and wide, to promote His Word and to raise high the banners of holiness throughout all those regions.
42.2By the life of Bahá! Verily will the consummate power of the Divine Reality breathe into you the bounties of the Holy Spirit, and aid you to perform an exploit whose like the eye of creation hath never looked upon.
42.3O ye League of the Covenant! Verily the Abhá Beauty made a promise to the beloved who are steadfast in the Covenant, that He would reinforce their strivings with the strongest of supports, and succor them with His triumphant might. Erelong shall ye see that your illumined assemblage hath left conspicuous signs and tokens in the hearts and souls of men. Hold ye fast to the hem of God’s garment, and direct all your efforts toward furthering His Covenant, and burning ever more brightly with the fire of His love, that your hearts may leap for joy in the breathings of servitude which well out from the breast of ‘Abdu’l-Bahá. Rally your hearts, make firm your steps, trust in the everlasting bounties that will be shed upon you, one following another from the Kingdom of Abhá. Whensoever ye gather in that radiant assemblage, know ye that the splendors of Bahá are shining over you. It behooveth you to seek agreement and to be united; it behooveth you to be in close communion one with the other, at one both in body and soul, till ye match the Pleiades or a string of lustrous pearls. Thus will ye be solidly established; thus will your words prevail, your star shine out, and your hearts be comforted.…
42.4Whenever ye enter the council-chamber, recite this prayer with a heart throbbing with the love of God and a tongue purified from all but His remembrance, that the All-Powerful may graciously aid you to achieve supreme victory:
42.5O God, my God! We are servants of Thine that have turned with devotion to Thy Holy Face, that have detached ourselves from all besides Thee in this glorious Day. We have gathered in this Spiritual Assembly, united in our views and thoughts, with our purposes harmonized to exalt Thy Word amidst mankind. O Lord, our God! Make us the signs of Thy Divine Guidance, the Standards of Thine exalted Faith amongst men, servants to Thy mighty Covenant, O Thou our Lord Most High, manifestations of Thy Divine Unity in Thine Abhá Kingdom, and resplendent stars shining upon all regions. Lord! Aid us to become seas surging with the billows of Thy wondrous Grace, streams flowing from Thine all-glorious Heights, goodly fruits upon the Tree of Thy heavenly Cause, trees waving through the breezes of Thy Bounty in Thy celestial Vineyard. O God! Make our souls dependent upon the Verses of Thy Divine Unity, our hearts cheered with the outpourings of Thy Grace, that we may unite even as the waves of one sea and become merged together as the rays of Thine effulgent Light; that our thoughts, our views, our feelings may become as one reality, manifesting the spirit of union throughout the world. Thou art the Gracious, the Bountiful, the Bestower, the Almighty, the Merciful, the Compassionate.
43
43.1The prime requisites for them that take counsel together are purity of motive, radiance of spirit, detachment from all else save God, attraction to His Divine Fragrances, humility and lowliness amongst His loved ones, patience and long-suffering in difficulties and servitude to His exalted Threshold. Should they be graciously aided to acquire these attributes, victory from the unseen Kingdom of Bahá shall be vouchsafed to them.
44
44.1The members thereof must take counsel together in such wise that no occasion for ill-feeling or discord may arise. This can be attained when every member expresseth with absolute freedom his own opinion and setteth forth his argument. Should anyone oppose, he must on no account feel hurt for not until matters are fully discussed can the right way be revealed. The shining spark of truth cometh forth only after the clash of differing opinions. If after discussion, a decision be carried unanimously well and good; but if, the Lord forbid, differences of opinion should arise, a majority of voices must prevail.
45
45.1The first condition is absolute love and harmony amongst the members of the assembly. They must be wholly free from estrangement and must manifest in themselves the Unity of God, for they are the waves of one sea, the drops of one river, the stars of one heaven, the rays of one sun, the trees of one orchard, the flowers of one garden. Should harmony of thought and absolute unity be nonexistent, that gathering shall be dispersed and that assembly be brought to naught. The second condition is that the members of the assembly should unitedly elect a chairman and lay down guidelines and bylaws for their meetings and discussions. The chairman should have charge of such rules and regulations and protect and enforce them; the other members should be submissive, and refrain from conversing on superfluous and extraneous matters. They must, when coming together, turn their faces to the Kingdom on high and ask aid from the Realm of Glory. They must then proceed with the utmost devotion, courtesy, dignity, care and moderation to express their views. They must in every matter search out the truth and not insist upon their own opinion, for stubbornness and persistence in one’s views will lead ultimately to discord and wrangling and the truth will remain hidden. The honored members must with all freedom express their own thoughts, and it is in no wise permissible for one to belittle the thought of another, nay, he must with moderation set forth the truth, and should differences of opinion arise a majority of voices must prevail, and all must obey and submit to the majority. It is again not permitted that any one of the honored members object to or censure, whether in or out of the meeting, any decision arrived at previously, though that decision be not right, for such criticism would prevent any decision from being enforced. In short, whatsoever thing is arranged in harmony and with love and purity of motive, its result is light, and should the least trace of estrangement prevail the result shall be darkness upon darkness.… If this be so regarded, that assembly shall be of God, but otherwise it shall lead to coolness and alienation that proceed from the Evil One.… Should they endeavor to fulfill these conditions the Grace of the Holy Spirit shall be vouchsafed unto them, and that assembly shall become the center of the Divine blessings, the hosts of Divine confirmation shall come to their aid, and they shall day by day receive a new effusion of Spirit.
46
46.1O ye who are firm in the Covenant! ‘Abdu’l-Bahá is constantly engaged in ideal communication with any Spiritual Assembly which is instituted through the divine bounty, and the members of which, in the utmost devotion, turn to the divine Kingdom and are firm in the Covenant. To them he is wholeheartedly attached and with them he is linked by everlasting ties. Thus correspondence with that gathering is sincere, constant and uninterrupted.
46.2At every instant, I beg for you assistance, bounty, and a fresh favor and blessing, so that the confirmations of Bahá’u’lláh may, like unto the sea, be constantly surging, the lights of the Sun of Truth may shine upon you all and that ye may be confirmed in service, may become the manifestations of bounty and that each one of you may, at dawn, turn unto the Holy Land and may experience spiritual emotions with all intensity.
47
47.1O ye true friends! Your letter hath been received and it brought great joy. God be praised, ye had made ready an entertainment and established the feast which is to be held every nineteen days. Whatsoever gathering is arranged with the utmost love, and where those who attend are turning their faces toward the Kingdom of God, and where the discourse is of the Teachings of God, and the effect of which is to cause those present to advance—that gathering is the Lord’s, and that festive table hath come down from heaven.
47.2It is my hope that this feast will be given on one day out of every nineteen, for it bringeth you closer together; it is the very wellspring of unity and loving-kindness.
47.3Ye observe to what a degree the world is in continual turmoil and conflict, and to what a pass its nations have now come. Perchance will the lovers of God succeed in upraising the banner of human unity, so that the one-colored tabernacle of the Kingdom of Heaven will cast its sheltering shadow over all the earth; that misunderstandings among the world’s peoples will vanish away; that all nations will mingle one with another, dealing with one another even as the lover with his beloved.
47.4It is your duty to be exceedingly kind to every human being, and to wish him well; to work for the upliftment of society; to blow the breath of life into the dead; to act in accordance with the instructions of Bahá’u’lláh and walk His path—until ye change the world of man into the world of God.
48
48.1O ye loyal servants of the Ancient Beauty! In every cycle and dispensation, the feast hath been favored and loved, and the spreading of a table for the lovers of God hath been considered a praiseworthy act. This is especially the case today, in this dispensation beyond compare, this most generous of ages, when it is highly acclaimed, for it is truly accounted among such gatherings as are held to worship and glorify God. Here the holy verses, the heavenly odes and laudations are intoned, and the heart is quickened, and carried away from itself.
48.2The primary intent is to kindle these stirrings of the spirit, but at the same time it follows quite naturally that those present should partake of food, so that the world of the body may mirror the spirit’s world, and flesh take on the qualities of soul; and just as the spiritual delights are here in profusion, so too the material delights.
48.3Happy are ye to be observing this rule with all its mystic meanings, thus keeping the friends of God alert and heedful, and bringing them peace of mind, and joy.
49
49.1Thy letter hath been received. Thou didst write of the Nineteen Day festivity, and this rejoiced my heart. These gatherings cause the divine table to descend from heaven, and draw down the confirmations of the All-Merciful. My hope is that the breathings of the Holy Spirit will be wafted over them, and that each one present shall, in great assemblies, with an eloquent tongue and a heart flooded with the love of God, set himself to acclaiming the rise of the Sun of Truth, the dawn of the Daystar that lighteth all the world.
50
50.1Thou hast asked as to the Feast in every Bahá’í month. This feast is held to foster comradeship and love, to call God to mind and supplicate Him with contrite hearts, and to encourage benevolent pursuits.
50.2That is, the friends should there dwell upon God and glorify Him, read the prayers and holy verses, and treat one another with the utmost affection and love.
51
51.1As to the Nineteen Day Feast, it rejoiceth mind and heart. If this feast be held in the proper fashion, the friends will, once in nineteen days, find themselves spiritually restored, and endued with a power that is not of this world.
52
52.1O servant of the One true God! The Lord be praised, the loved ones of God are found in every land, and are, one and all, neath the shadow of the Tree of Life and under the protection of His good providence. His care and loving-kindness surge even as the eternal billows of the sea, and His blessings are continually showered from His eternal Kingdom.
52.2Ours should be the prayer that His blessings may be vouchsafed in still greater abundance, and ours to hold fast to such means as shall ensure a fuller outpouring of His grace and a greater measure of His divine assistance.
52.3One of the greatest of these means is the spirit of true fellowship and loving communion amongst the friends. Remember the saying: “Of all pilgrimages the greatest is to relieve the sorrow-laden heart.”
53
53.1Verily, ‘Abdu’l-Bahá inhaleth the fragrance of the love of God from every meeting place where the Word of God is uttered and proofs and arguments set forth that shed their rays across the world, and where they recount the tribulations of ‘Abdu’l-Bahá at the evil hands of those who have violated the Covenant of God.
53.2O handmaid of the Lord! Speak thou no word of politics; thy task concerneth the life of the soul, for this verily leadeth to man’s joy in the world of God. Except to speak well of them, make thou no mention of the earth’s kings, and the worldly governments thereof. Rather, confine thine utterance to spreading the blissful tidings of the Kingdom of God, and demonstrating the influence of the Word of God, and the holiness of the Cause of God. Tell thou of abiding joy and spiritual delights, and godlike qualities, and of how the Sun of Truth hath risen above the earth’s horizons: tell of the blowing of the spirit of life into the body of the world.
54
54.1Ye have written as to the meetings of the friends, and how filled they are with peace and joy. Of course this is so; for wherever the spiritually minded are gathered together, there in His beauty reigneth Bahá’u’lláh. Thus it is certain that such reunions will yield boundless happiness and peace.
54.2Today it behooveth one and all to forgo the mention of all else, and to disregard all things. Let their speaking, let their inner state be summed up thus: “Keep all my words of prayer and praise confined to one refrain; make all my life but servitude to Thee.” That is, let them concentrate all their thoughts, all their words, on teaching the Cause of God and spreading the Faith of God, and inspiring all to characterize themselves with the characteristics of God; on loving mankind; on being pure and holy in all things, and spotless in their public and private life; on being upright and detached, and fervent, and afire. All is to be yielded up, save only the remembrance of God; all is to be dispraised, except His praise. Today, to this melody of the Company on high, the world will leap and dance: “Glory be to my Lord, the All-Glorious!” But know ye this: save for this song of God, no song will stir the world, and save for this nightingale-cry of truth from the Garden of God, no melody will lure away the heart. “Whence cometh this Singer Who speaketh the Beloved’s name?”
55
55.1It befitteth the friends to hold a gathering, a meeting, where they shall glorify God and fix their hearts upon Him, and read and recite the Holy Writings of the Blessed Beauty—may my soul be the ransom of His lovers! The lights of the All-Glorious Realm, the rays of the Supreme Horizon, will be cast upon such bright assemblages, for these are none other than the Mashriqu’l-Adhkárs, the Dawning-Points of God’s Remembrance, which must, at the direction of the Most Exalted Pen, be established in every hamlet and city … These spiritual gatherings must be held with the utmost purity and consecration, so that from the site itself, and its earth and the air about it, one will inhale the fragrant breathings of the Holy Spirit.
56
56.1Whensoever a company of people shall gather in a meeting place, shall engage in glorifying God, and shall speak with one another of the mysteries of God, beyond any doubt the breathings of the Holy Spirit will blow gently over them, and each shall receive a share thereof.
57
57.1We hear that thou hast in mind to embellish thy house from time to time with a meeting of Bahá’ís, where some among them will engage in glorifying the All-Glorious Lord … Know that shouldst thou bring this about, that house of earth will become a house of heaven, and that fabric of stone a congress of the spirit.
58
58.1Thou hast asked about places of worship and the underlying reason therefor. The wisdom in raising up such buildings is that at a given hour, the people should know it is time to meet, and all should gather together, and, harmoniously attuned one to another, engage in prayer; with the result that out of this coming together, unity and affection shall grow and flourish in the human heart.
59
59.1‘Abdu’l-Bahá hath long cherished the desire that a Mashriqu’l-Adhkár be upraised in that region. Praised be God, thanks to the strenuous efforts of the friends, in recent days the joyful news of this hath been announced. This service is highly acceptable at the Threshold of God, for the Mashriqu’l-Adhkár inspiriteth the lovers of God and delighteth their hearts, and causeth them to become steadfast and firm.
59.2This is a matter of the utmost significance. If the erection of the House of Worship in a public place would arouse the hostility of evildoers, then the meeting must, in every locality, be held in some hidden place. Even in every hamlet, a place must be set aside as the Mashriqu’l-Adhkár, and even though it be underground.
59.3Now, praised be God, ye have succeeded in this. Engage ye in the remembrance of God at dawn; rise ye up to praise and glorify Him. Blessed are ye, and joy be yours, O ye the righteous, for having established the Dawning-Point of the Praises of God. Verily I ask of the Lord that He make you standards of salvation and banners of redemption, rippling high over the valleys and hills.
60
60.1Although to outward seeming the Mashriqu’l-Adhkár is a material structure, yet it hath a spiritual effect. It forgeth bonds of unity from heart to heart; it is a collective center for men’s souls. Every city in which, during the days of the Manifestation, a temple was raised up, hath created security and constancy and peace, for such buildings were given over to the perpetual glorification of God, and only in the remembrance of God can the heart find rest. Gracious God! The edifice of the House of Worship hath a powerful influence on every phase of life. Experience hath, in the east, clearly shown this to be a fact. Even if, in some small village, a house was designated as the Mashriqu’l-Adhkár, it produced a marked effect; how much greater would be the impact of one especially raised up.
61
61.1O Lord, O Thou Who dost bless all those who stand firm in the Covenant by enabling them, out of their love for the Light of the World, to expend what they have as an offering to the Mashriqu’l-Adhkár, the dayspring of Thy widespread rays and the proclaimer of Thine evidences, help Thou, both in this world and the world to come, these righteous, these upright and pious ones to draw ever nearer to Thy sacred Threshold, and make bright their faces with Thy dazzling splendors.
61.2Verily art Thou the Generous, the Ever-Bestowing.
62
62.1O my well-beloved daughter of the Kingdom! The letter thou hadst written to Dr. Esslemont was forwarded by him to the Land of Desire [The Holy Land]. I read it all through with the greatest attention. On the one hand, I was deeply touched, for thou hadst sheared off those fair tresses of thine with the shears of detachment from this world and of self-sacrifice in the path of the Kingdom of God. And on the other, I was greatly pleased, for that dearly beloved daughter hath evinced so great a spirit of self-sacrifice as to offer up so precious a part of her body in the pathway of the Cause of God. Hadst thou sought my opinion, I would in no wise have consented that thou shouldst shear off even a single thread of thy comely and wavy locks; nay, I myself would have contributed in thy name for the Mashriqu’l-Adhkár. This deed of thine is, however, an eloquent testimony to thy noble spirit of self-sacrifice. Thou hast, verily, sacrificed thy life and great will be the spiritual results thou shalt obtain. Rest thou confident that day by day thou shalt progress and wax greater in firmness and in constancy. The bounties of Bahá’u’lláh shall compass thee about and the joyful tidings from on high shall time and again be imparted unto thee. And though it be thine hair that thou hast sacrificed, yet thou shalt be filled with the Spirit, and though it be this perishable member of thy body which thou hast laid down in the path of God, yet thou shalt find the Divine Gift, shalt behold the Celestial Beauty, obtain imperishable glory and attain unto everlasting life.
63
63.1O ye blessed souls! The letter ye had written to Raḥmatu’lláh hath been perused. Many and various were the joyful tidings it conveyed, namely, that through the power of faith and constancy in the Covenant, numerous gatherings have been convened, and the loved ones are everywhere astir and active.
63.2‘Abdu’l-Bahá’s ardent desire hath ever been that the soil of that hallowed spot, which in the earliest days of the Cause hath been refreshed and made verdant with the spring showers of grace, may so bloom and blossom as to fill every heart with joy.
63.3Praised be the Lord, the Cause of God hath been proclaimed and promoted throughout the East and the West in such wise that no mind had ever conceived that the sweet savors of the Lord would so rapidly perfume all regions. This, verily, is only through the consummate bounties of the ever-blessed Beauty, Whose grace and Whose triumphing power are time and again abundantly received.
63.4One of the wondrous events that has of late come to pass is this, that the edifice of the Mashriqu’l-Adhkár is being raised in the very heart of the American continent, and numerous souls from the surrounding regions are contributing for the erection of this holy Temple. Among these is a highly esteemed lady of the city of Manchester, who hath been moved to offer her share.
63.5Having no portion of goods and earthly riches, she sheared off with her own hands the fine, long and precious tresses that adorned her head so gracefully, and offered them for sale, that the price thereof might promote the cause of the Mashriqu’l-Adhkár.
63.6Consider ye, that though in the eyes of women nothing is more precious than rich and flowing locks, yet notwithstanding this, that highly honored lady hath evinced so rare and beautiful a spirit of self-sacrifice.
63.7And though this was uncalled for, and ‘Abdu’l-Bahá would not have consented to such a deed, yet as it doth reveal so high and noble a spirit of devotion, He was deeply touched thereby. Precious though the hair be in the sight of western women, nay, more precious than life itself, yet she offered it up as a sacrifice for the cause of the Mashriqu’l-Adhkár!
63.8It is related that once in the days of the Apostle of God He signified His desire that an army should advance in a certain direction, and leave was granted unto the faithful to raise contributions for the holy war. Among many was one man who gave a thousand camels, each laden with corn, another who gave half his substance, and still another who offered all that he had. But a woman stricken in years, whose sole possession was a handful of dates, came to the Apostle and laid at His feet her humble contribution. Thereupon the Prophet of God—may my life be offered up as a sacrifice unto Him—bade that this handful of dates be placed over and above all the contributions that had been gathered, thus asserting the merit and superiority thereof over all the rest. This was done because that elderly woman had no other earthly possessions but these.
63.9And in like manner this esteemed lady had nothing else to contribute but her precious locks, and these she gloriously sacrificed in the cause of the Mashriqu’l-Adhkár.
63.10Ponder and reflect how mighty and potent hath the Cause of God become! A woman of the west hath given her hair for the glory of the Mashriqu’l-Adhkár.
63.11Nay, this is but a lesson unto them that perceive.
63.12In conclusion I am greatly pleased with the loved ones in Najaf-Ábád for, from the very early dawn of the Cause unto this day they have one and all under all conditions evinced a great spirit of self-sacrifice.
63.13Zaynu’l-Muqarrabín hath throughout his lifetime prayed with all the sincerity of his stainless soul on behalf of the believers in Najaf-Ábád and implored for them the grace of God and His divine confirmation.
63.14The Lord be praised that the prayers of this gracious soul have been answered, for the effects thereof are everywhere manifest.
64
64.1The Mashriqu’l-Adhkár is one of the most vital institutions in the world, and it hath many subsidiary branches. Although it is a House of Worship, it is also connected with a hospital, a drug dispensary, a traveler’s hospice, a school for orphans, and a university for advanced studies. Every Mashriqu’l-Adhkár is connected with these five things. My hope is that the Mashriqu’l-Adhkár will now be established in America, and that gradually the hospital, the school, the university, the dispensary and the hospice, all functioning according to the most efficient and orderly procedures, will follow. Make these matters known to the beloved of the Lord, so that they will understand how very great is the importance of this “Dawning-Point of the Remembrance of God.” The Temple is not only a place for worship; rather, in every respect is it complete and whole.
64.2O thou dear handmaid of God! If only thou couldst know what a high station is destined for those souls who are severed from the world, are powerfully attracted to the Faith, and are teaching, under the sheltering shadow of Bahá’u’lláh! How thou wouldst rejoice, how thou wouldst, in exultation and rapture, spread thy wings and soar heavenward—for being a follower of such a way, and a traveler toward such a Kingdom.
64.3As to the terminology I used in my letter, bidding thee to consecrate thyself to service in the Cause of God, the meaning of it is this: limit thy thoughts to teaching the Faith. Act by day and night according to the teachings and counsels and admonitions of Bahá’u’lláh. This doth not preclude marriage. Thou canst take unto thyself a husband and at the same time serve the Cause of God; the one doth not preclude the other. Know thou the value of these days; let not this chance escape thee. Beg thou God to make thee a lighted candle, so that thou mayest guide a great multitude through this darksome world.
65
65.1O thou favored handmaid of the heavenly Kingdom! Thy letter hath been received. It conveyeth high aspirations and noble goals, saying that thou hast in mind to make a journey to the Far East, and that thou art ready to endure extreme hardships, in order to guide the souls, and to spread far and wide the glad tidings of God’s Kingdom. This purpose of thine betokeneth that thou, dear handmaid of God, dost cherish the very noblest of all aims.
65.2When delivering the glad tidings, speak out and say: the Promised One of all the world’s peoples hath now been made manifest. For each and every people, and every religion, await a Promised One, and Bahá’u’lláh is that One Who is awaited by all; and therefore the Cause of Bahá’u’lláh will bring about the oneness of mankind, and the tabernacle of unity will be upraised on the heights of the world, and the banners of the universality of all humankind will be unfurled on the peaks of the earth. When thou dost loose thy tongue to deliver this great good news, this will become the means of teaching the people.
65.3Thy projected journey, however, is to a very far-away land, and unless a group of persons be available, the glad tidings will not take much effect in that place. If ye think best, travel instead to Persia, and on the way back, go through Japan and China. This would appear to be much better, and far more enjoyable. In any case, do whatever seemeth feasible, and it will be approved.
66
66.1O thou who hast sought illumination from the light of guidance! Praise thou God that He hath directed thee to the light of truth and hath invited thee to enter the Kingdom of Abhá. Thy sight hath been illumined and thy heart hath been turned into a rose garden. I pray for thee that thou mayest ever grow in faith and assurance, shine like unto a torch in the assemblies and bestow upon them the light of guidance.
66.2Whenever an illumined assembly of the friends of God is gathered, ‘Abdu’l-Bahá, although bodily absent, is yet present in spirit and in soul. I am always a traveler to America and am assuredly associating with spiritual and illumined friends. Distance is annihilated and prevents not the close and intimate association of two souls that are closely attached in heart even though they may be in two different countries. I am therefore thy close companion, attuned and in harmony with thy soul.
67
67.1O thou lady of the Kingdom! Thy letter sent from New York hath been received. Its contents imparted joy and gladness for they indicated that with a firm resolve and a pure intention thou hast determined to travel to Paris, that thou mayest in that silent city enkindle the fire of the love of God and in the midst of that darkness of nature shine like unto a resplendent candle. This journey is highly praiseworthy and suitable. When thou reachest Paris, thou must strive, no matter how small the number of the friends may be, to institute the assembly of the Covenant and to vivify the souls through the power of the Covenant.
67.2Paris is exceedingly dispirited and is in a state of torpor and so far it hath not burst into flames although the French nation is an active and lively one. But the world of nature hath fully stretched its pavilion over Paris and hath done away with religious sentiments. But this power of the Covenant shall heat every freezing soul, shall bestow light upon everything that is dark and shall secure for the captive in the hand of nature the true freedom of the Kingdom.
67.3Arise thou at present in Paris with the power of the Kingdom, with a divine confirmation, with a genuine zeal and ardor and with a flame of the love of God. Roar like unto a lion and exhibit such ecstasy and love among these few souls that praise and glorification may continuously reach thee from the divine Kingdom and mighty confirmations may descend upon thee. Rest thou assured. If thou dost act accordingly and hoist the standard of the Covenant, Paris shall burst into flame. Be constantly attached to and seek always the confirmations of Bahá’u’lláh for these turn the drop into a sea and convert the gnat into an eagle.
68
68.1O ye who are firm in the Covenant and the Testament! Your letter was received and your blessed names were one by one perused. The contents of the letter were divine inspirations and manifest bounties because they were indicative of the union of the friends and the harmony of all hearts.
68.2Today the most remarkable favor of God centereth around union and harmony among the friends; so that this unity and concord may be the cause of the promulgation of the oneness of the world of humanity, may emancipate the world from this intense darkness of enmity and rancor, and that the Sun of Truth may shine in full and perfect effulgence.
68.3Today, all the peoples of the world are indulging in self-interest and exert the utmost effort and endeavor to promote their own material interests. They are worshipping themselves and not the divine reality, nor the world of mankind. They seek diligently their own benefit and not the common weal. This is because they are captives of the world of nature and unaware of the divine teachings, of the bounty of the Kingdom and of the Sun of Truth. But ye, praise be to God, are at present especially favored with this bounty, have become of the chosen, have been informed of the heavenly instructions, have gained admittance into the Kingdom of God, have become the recipients of unbounded blessings and have been baptized with the Water of Life, with the fire of the love of God and with the Holy Spirit.
68.4Strive, therefore, with heart and soul that ye become ignited candles in the assemblage of the world, glittering stars on the horizon of Truth and may become the cause of the propagation of the light of the Kingdom; in order that the world of humanity may be converted into a divine realm, the nether world may become the world on high, the love of God and the mercy of the Lord may raise their canopy upon the apex of the world, human souls may become the waves of the ocean of truth, the world of humanity may grow into one blessed tree, the verses of oneness may be chanted and the melodies of sanctity may reach the Supreme Concourse.
68.5Day and night I entreat and supplicate to the Kingdom of God and beg for you infinite assistance and confirmation. Do not take into consideration your own aptitudes and capacities, but fix your gaze on the consummate bounty, the divine bestowal and the power of the Holy Spirit—the power that converteth the drop into a sea and the star into a sun.
68.6Praise be to God, the hosts of the Supreme Concourse secure the victory and the power of the Kingdom is ready to assist and to support. Should ye at every instant unloosen the tongue in thanksgiving and gratitude, ye would not be able to discharge yourselves of the obligation of gratitude for these bestowals.
68.7Consider: eminent personages whose fame hath spread all over the world shall, erelong, fade into utter nothingness as the result of their deprivation of this heavenly bounty; no name and no fame shall they leave behind, and of them no fruit and trace shall survive. But as the effulgences of the Sun of Truth have dawned forth upon you and ye have attained everlasting life, ye shall shine and sparkle forevermore from the horizon of existence.
68.8Peter was a fisherman and Mary Magdalene a peasant, but as they were specially favored with the blessings of Christ, the horizon of their faith became illumined, and down to the present day they are shining from the horizon of everlasting glory. In this station, merit and capacity are not to be considered; nay rather, the resplendent rays of the Sun of Truth, which have illumined these mirrors, must be taken into account.
68.9Ye are inviting me to America. I am likewise longing to gaze upon those illumined faces and converse and associate with those true friends. But the magnetic power which shall draw me to those shores is the union and harmony of the friends, their behavior and conduct in accordance with the teachings of God and the firmness of all in the Covenant and the Testament.
68.10O Divine Providence! This assemblage is composed of Thy friends who are attracted to Thy beauty and are set ablaze by the fire of Thy love. Turn these souls into heavenly angels, resuscitate them through the breath of Thy Holy Spirit, grant them eloquent tongues and resolute hearts, bestow on them heavenly power and merciful susceptibilities, cause them to become the promulgators of the oneness of mankind and the cause of love and concord in the world of humanity, so that the perilous darkness of ignorant prejudice may vanish through the light of the Sun of Truth, this dreary world may become illumined, this material realm may absorb the rays of the world of spirit, these different colors may merge into one color and the melody of praise may rise to the kingdom of Thy sanctity.
68.11Verily, Thou art the Omnipotent and the Almighty!
69
69.1Thou hast written concerning organization. The divine teachings and the admonitions and exhortations of Bahá’u’lláh are manifestly evident. These constitute the organization of the Kingdom and their enforcement is obligatory. The least deviation from them is absolute error.
69.2Thou hast written concerning my travel to America. If thou couldst see how the waves of constant occupation are surging, thou wouldst have considered that time for travel is absolutely lacking; in times of fixed residence partial rest is even impossible. God willing, I trust, through the bounty of Bahá’u’lláh, that as soon as means for the composure of mind and of heart are provided, I shall determine to journey and shall inform thee about it.
70
70.1O thou ignited candle! Thy letter was received. Its contents imparted spiritual gladness, for they were pervaded by spiritual sentiments and indicated the attraction of thy heart, attachment to the Kingdom of God and love for His divine teachings.
70.2Verily, thou showest a high endeavor, hast a pure and sanctified purpose, wishest naught save the good pleasure of God, seekest nothing but the attainment of limitless bounties, and art engaged in the promulgation of divine teachings and the explanation of abstruse metaphysical problems. It is my hope that, by the favor of Bahá’u’lláh, thou and thy respected wife may daily increase in firmness and steadfastness, so that in that exalted land ye may become two upraised standards and two resplendent lights.
70.3Extensive travel in October, to the north, south, east and west, accompanied by that candle of the love of God, Mrs. Maxwell, would be highly acceptable. My hope is that she may entirely recover; this beloved handmaid of God is like a flame of fire and thinks day and night of nothing save service to God. For the present, travel throughout the northern states, and in the winter season hasten to the states in the south. Your service should consist of eloquent speeches delivered in gatherings wherein ye may promulgate the divine teachings. If possible, undertake at some time a voyage to the Hawaiian Islands.
70.4The events which have transpired were all recorded fifty years ago in the Tablets of Bahá’u’lláh—Tablets which have been printed, published and spread throughout the world. The teachings of Bahá’u’lláh are the light of this age and the spirit of this century. Expound each of them at every gathering.
The first is investigation of truth,
The second, the oneness of mankind,
The third, universal peace,
The fourth, conformity between science and divine revelation,
The fifth, abandonment of racial, religious, worldly and political prejudices, prejudices which destroy the foundation of mankind.
The sixth is righteousness and justice,
The seventh, the betterment of morals and heavenly education,
The eighth, the equality of the two sexes,
The ninth, the diffusion of knowledge and education,
The tenth, economic questions,
and so on and so forth. Strive that souls may attain unto the light of guidance and hold fast unto the hem of Bahá’u’lláh.
70.5The letter thou hast enclosed was perused. When man’s soul is rarified and cleansed, spiritual links are established, and from these bonds sensations felt by the heart are produced. The human heart resembleth a mirror. When this is purified human hearts are attuned and reflect one another, and thus spiritual emotions are generated. This is like the world of dreams when man is detached from things which are tangible and experienceth those of the spirit. What amazing laws operate, and what remarkable discoveries are made! And it may even be that detailed communications are registered …
70.6Finally, I hope that in Chicago the friends may become united and may illumine that city, for therein the dawn of the Cause appeared, and in this lieth its preference over other cities. Therefore it must be held in respect; perchance it may, God willing, be freed from all spiritual afflictions, and may attain unto perfect health and become a center of the Covenant and Testament.
71
71.1O thou beloved maidservant of God! Thy letter was received and its contents revealed the fact that the friends, in perfect energy and vitality, are engaged in the propagation of the heavenly teachings. This news hath caused intense joy and gladness. For every era hath a spirit; the spirit of this illumined era lieth in the teachings of Bahá’u’lláh. For these lay the foundation of the oneness of the world of humanity and promulgate universal brotherhood. They are founded upon the unity of science and religion and upon investigation of truth. They uphold the principle that religion must be the cause of amity, union and harmony among men. They establish the equality of both sexes and propound economic principles which are for the happiness of individuals. They diffuse universal education, that every soul may as much as possible have a share of knowledge. They abrogate and nullify religious, racial, political, patriotic and economic prejudices and the like. Those teachings that are scattered throughout the Epistles and Tablets are the cause of the illumination and the life of the world of humanity. Whoever promulgateth them will verily be assisted by the Kingdom of God.
71.2The President of the Republic, Dr. Wilson, is indeed serving the Kingdom of God for he is restless and strives day and night that the rights of all men may be preserved safe and secure, that even small nations, like greater ones, may dwell in peace and comfort, under the protection of Righteousness and Justice. This purpose is indeed a lofty one. I trust that the incomparable Providence will assist and confirm such souls under all conditions.
72
72.1O thou true friend! Read, in the school of God, the lessons of the spirit, and learn from love’s Teacher the innermost truths. Seek out the secrets of Heaven, and tell of the overflowing grace and favor of God.
72.2Although to acquire the sciences and arts is the greatest glory of mankind, this is so only on condition that man’s river flow into the mighty sea, and draw from God’s ancient source His inspiration. When this cometh to pass, then every teacher is as a shoreless ocean, every pupil a prodigal fountain of knowledge. If, then, the pursuit of knowledge lead to the beauty of Him Who is the Object of all Knowledge, how excellent that goal; but if not, a mere drop will perhaps shut a man off from flooding grace, for with learning cometh arrogance and pride, and it bringeth on error and indifference to God.
72.3The sciences of today are bridges to reality; if then they lead not to reality, naught remaineth but fruitless illusion. By the one true God! If learning be not a means of access to Him, the Most Manifest, it is nothing but evident loss.
72.4It is incumbent upon thee to acquire the various branches of knowledge, and to turn thy face toward the beauty of the Manifest Beauty, that thou mayest be a sign of saving guidance amongst the peoples of the world, and a focal center of understanding in this sphere from which the wise and their wisdom are shut out, except for those who set foot in the Kingdom of lights and become informed of the veiled and hidden mystery, the well-guarded secret.
73
73.1O daughter of the Kingdom! Thy letter hath come and its contents make clear the fact that thou hast directed all thy thoughts toward acquiring light from the realms of mystery. So long as the thoughts of an individual are scattered he will achieve no results, but if his thinking be concentrated on a single point wonderful will be the fruits thereof.
73.2One cannot obtain the full force of the sunlight when it is cast on a flat mirror, but once the sun shineth upon a concave mirror, or on a lens that is convex, all its heat will be concentrated on a single point, and that one point will burn the hottest. Thus is it necessary to focus one’s thinking on a single point so that it will become an effective force.
73.3Thou didst wish to celebrate the Day of Riḍván with a feast, and to have those present on that day engage in reciting Tablets with delight and joy, and thou didst request me to send thee a letter to be read on that day. My letter is this:
73.4O ye beloved, and ye handmaids of the Merciful! This is the day when the Daystar of Truth rose over the horizon of life, and its glory spread, and its brightness shone out with such power that it clove the dense and high-piled clouds and mounted the skies of the world in all its splendor. Hence do ye witness a new stirring throughout all created things.
73.5See how, in this day, the scope of sciences and arts hath widened out, and what wondrous technical advances have been made, and to what a high degree the mind’s powers have increased, and what stupendous inventions have appeared.
73.6This age is indeed as a hundred other ages: should ye gather the yield of a hundred ages, and set that against the accumulated product of our times, the yield of this one era will prove greater than that of a hundred gone before. Take ye, for an example, the sum total of all the books that were ever written in ages past, and compare that with the books and treatises that our era hath produced: these books, written in our day alone, far and away exceed the total number of volumes that have been written down the ages. See how powerful is the influence exerted by the Daystar of the world upon the inner essence of all created things!
73.7But alas, a thousand times alas! The eyes see it not, the ears are deaf, and the hearts and minds are oblivious of this supreme bestowal. Strive ye then, with all your hearts and souls, to awaken those who slumber, to cause the blind to see, and the dead to rise.
74
74.1O bird that singeth sweetly of the Abhá Beauty! In this new and wondrous dispensation the veils of superstition have been torn asunder and the prejudices of eastern peoples stand condemned. Among certain nations of the East, music was considered reprehensible, but in this new age the Manifest Light hath, in His holy Tablets, specifically proclaimed that music, sung or played, is spiritual food for soul and heart.
74.2The musician’s art is among those arts worthy of the highest praise, and it moveth the hearts of all who grieve. Wherefore, O thou Shahnáz, play and sing out the holy words of God with wondrous tones in the gatherings of the friends, that the listener may be freed from chains of care and sorrow, and his soul may leap for joy and humble itself in prayer to the realm of Glory.
75
75.1Strive with heart and soul in order to bring about union and harmony among the white and the black and prove thereby the unity of the Bahá’í world wherein distinction of color findeth no place, but where hearts only are considered. Praise be to God, the hearts of the friends are united and linked together, whether they be from the east or the west, from north or from south, whether they be German, French, Japanese, American, and whether they pertain to the white, the black, the red, the yellow or the brown race. Variations of color, of land and of race are of no importance in the Bahá’í Faith; on the contrary, Bahá’í unity overcometh them all and doeth away with all these fancies and imaginations.
76
76.1O thou who hast an illumined heart! Thou art even as the pupil of the eye, the very wellspring of the light, for God’s love hath cast its rays upon thine inmost being and thou hast turned thy face toward the Kingdom of thy Lord.
76.2Intense is the hatred, in America, between black and white, but my hope is that the power of the Kingdom will bind these two in friendship, and serve them as a healing balm.
76.3Let them look not upon a man’s color but upon his heart. If the heart be filled with light, that man is nigh unto the threshold of his Lord; but if not, that man is careless of his Lord, be he white or be he black.
77
77.1O thou revered maidservant of God! Thy letter from Los Angeles was received. Thank divine Providence that thou hast been assisted in service and hast been the cause of the promulgation of the oneness of the world of humanity, so that the darkness of differences among men may be dissipated, and the pavilion of the unity of nations may cast its shadow over all regions. Without such unity, rest and comfort, peace and universal reconciliation are unachievable. This illumined century needeth and calleth for its fulfillment. In every century a particular and central theme is, in accordance with the requirements of that century, confirmed by God. In this illumined age that which is confirmed is the oneness of the world of humanity. Every soul who serveth this oneness will undoubtedly be assisted and confirmed.
77.2I hope that in the assemblies thou mayest sing praises with a sweet melody and thus become the cause of joy and gladness to all.
78
78.1O thou who art pure in heart, sanctified in spirit, peerless in character, beauteous in face! Thy photograph hath been received revealing thy physical frame in the utmost grace and the best appearance. Thou art dark in countenance and bright in character. Thou art like unto the pupil of the eye which is dark in color, yet it is the fount of light and the revealer of the contingent world.
78.2I have not forgotten nor will I forget thee. I beseech God that He may graciously make thee the sign of His bounty amidst mankind, illumine thy face with the light of such blessings as are vouchsafed by the merciful Lord, single thee out for His love in this age which is distinguished among all the past ages and centuries.
79
79.1O respected personage! I have read your work, The Gospel of Wealth, and noted therein truly apposite and sound recommendations for easing the lot of humankind.
79.2To state the matter briefly, the Teachings of Bahá’u’lláh advocate voluntary sharing, and this is a greater thing than the equalization of wealth. For equalization must be imposed from without, while sharing is a matter of free choice.
79.3Man reacheth perfection through good deeds, voluntarily performed, not through good deeds the doing of which was forced upon him. And sharing is a personally chosen righteous act: that is, the rich should extend assistance to the poor, they should expend their substance for the poor, but of their own free will, and not because the poor have gained this end by force. For the harvest of force is turmoil and the ruin of the social order. On the other hand voluntary sharing, the freely chosen expending of one’s substance, leadeth to society’s comfort and peace. It lighteth up the world; it bestoweth honor upon humankind.
79.4I have seen the good effects of your own philanthropy in America, in various universities, peace gatherings, and associations for the promotion of learning, as I travelled from city to city. Wherefore do I pray on your behalf that you shall ever be encompassed by the bounties and blessings of heaven, and shall perform many philanthropic deeds in East and West. Thus may you gleam as a lighted taper in the Kingdom of God, may attain honor and everlasting life, and shine out as a bright star on the horizon of eternity.
80
80.1O thou who art turning thy face to God! Thy letter was received. From its contents it became known that thy wish is to serve the poor. What wish better than this! Those souls who are of the Kingdom eagerly wish to be of service to the poor, to sympathize with them, to show kindness to the miserable and to make their lives fruitful. Happy art thou that thou hast such a wish.
80.2Convey on my behalf to thy two children the utmost kindness and love. Their letters have been received but, as I have no time, separate letters cannot be written at present. Show them on my behalf the utmost kindness.
81
81.1Those souls who during the war have served the poor and have been in the Red Cross Mission work, their services are accepted at the Kingdom of God and are the cause of their everlasting life. Convey to them these glad tidings.
82
82.1O thou who art firm in the Covenant, thy letter was received. Thou hast exerted a great effort for that prisoner, perchance it may prove to be fruitful. Tell him, however: “The denizens of the world are confined in the prison of nature—a prison that is continuous and eternal. If thou art at present restrained within the limits of a temporary prison, be not grieved at this; my hope is that thou mayest be emancipated from the prison of nature and may attain unto the court of everlasting life. Pray to God day and night and beg forgiveness and pardon. The omnipotence of God shall solve every difficulty.”
83
83.1Convey on behalf of ‘Abdu’l-Bahá to thy respected wife my Abhá greetings, and say: “Kindness, training and education extended to prisoners is exceedingly important. Therefore as thou hast exerted an effort in this, hast awakened some of them, and hast been the cause of the turning of their faces to the divine Kingdom, this praiseworthy deed is highly acceptable. Assuredly persevere. Convey on my behalf to the two prisoners in San Quentin the utmost kindness, and tell them: ‘That prison in the sight of wise souls is a school of training and development. Ye must strive with heart and soul that ye may become renowned in character and knowledge.’”
84
84.1O thou dear handmaid of God! Thy letter hath been received, and its contents were noted.
84.2Marriage, among the mass of the people, is a physical bond, and this union can only be temporary, since it is foredoomed to a physical separation at the close.
84.3Among the people of Bahá, however, marriage must be a union of the body and of the spirit as well, for here both husband and wife are aglow with the same wine, both are enamored of the same matchless Face, both live and move through the same spirit, both are illumined by the same glory. This connection between them is a spiritual one, hence it is a bond that will abide forever. Likewise do they enjoy strong and lasting ties in the physical world as well, for if the marriage is based both on the spirit and the body, that union is a true one, hence it will endure. If, however, the bond is physical and nothing more, it is sure to be only temporary, and must inexorably end in separation.
84.4When, therefore, the people of Bahá undertake to marry, the union must be a true relationship, a spiritual coming together as well as a physical one, so that throughout every phase of life, and in all the worlds of God, their union will endure; for this real oneness is a gleaming out of the love of God.
84.5In the same way, when any souls grow to be true believers, they will attain a spiritual relationship with one another, and show forth a tenderness which is not of this world. They will, all of them, become elated from a draught of divine love, and that union of theirs, that connection, will also abide forever. Souls, that is, who will consign their own selves to oblivion, strip from themselves the defects of humankind, and unchain themselves from human bondage, will beyond any doubt be illumined with the heavenly splendors of oneness, and will all attain unto real union in the world that dieth not.
85
85.1As for the question regarding marriage under the Law of God: first thou must choose one who is pleasing to thee, and then the matter is subject to the consent of father and mother. Before thou makest thy choice, they have no right to interfere.
86
86.1Bahá’í marriage is the commitment of the two parties one to the other, and their mutual attachment of mind and heart. Each must, however, exercise the utmost care to become thoroughly acquainted with the character of the other, that the binding covenant between them may be a tie that will endure forever. Their purpose must be this: to become loving companions and comrades and at one with each other for time and eternity.…
86.2The true marriage of Bahá’ís is this, that husband and wife should be united both physically and spiritually, that they may ever improve the spiritual life of each other, and may enjoy everlasting unity throughout all the worlds of God. This is Bahá’í marriage.
87
87.1O thou memento of him who died for the Blessed Beauty! In recent days, the joyful news of thy marriage to that luminous leaf hath been received, and hath infinitely gladdened the hearts of the people of God. With all humility, prayers of supplication have been offered at the Holy Threshold, that this marriage may be a harbinger of joy to the friends, that it may be a loving bond for all eternity, and yield everlasting benefits and fruits.
87.2From separation doth every kind of hurt and harm proceed, but the union of created things doth ever yield most laudable results. From the pairing of even the smallest particles in the world of being are the grace and bounty of God made manifest; and the higher the degree, the more momentous is the union. “Glory be to Him Who hath created all the pairs, of such things as earth produceth, and out of men themselves, and of things beyond their ken.” And above all other unions is that between human beings, especially when it cometh to pass in the love of God. Thus is the primal oneness made to appear; thus is laid the foundation of love in the spirit. It is certain that such a marriage as yours will cause the bestowals of God to be revealed. Wherefore do we offer you felicitations and call down blessings upon you and beg of the Blessed Beauty, through His aid and favor, to make that wedding feast a joy to all and adorn it with the harmony of Heaven.
87.3O my Lord, O my Lord! These two bright orbs are wedded in Thy love, conjoined in servitude to Thy Holy Threshold, united in ministering to Thy Cause. Make Thou this marriage to be as threading lights of Thine abounding grace, O my Lord, the All-Merciful, and luminous rays of Thy bestowals, O Thou the Beneficent, the Ever-Giving, that there may branch out from this great tree boughs that will grow green and flourishing through the gifts that rain down from Thy clouds of grace.
87.4Verily Thou art the Generous, verily Thou art the Almighty, verily Thou art the Compassionate, the All-Merciful.
88
88.1O ye my two beloved children! The news of your union, as soon as it reached me, imparted infinite joy and gratitude. Praise be to God, those two faithful birds have sought shelter in one nest. I beseech God that He may enable them to raise an honored family, for the importance of marriage lieth in the bringing up of a richly blessed family, so that with entire gladness they may, even as candles, illuminate the world. For the enlightenment of the world dependeth upon the existence of man. If man did not exist in this world, it would have been like a tree without fruit. My hope is that you both may become even as one tree, and may, through the outpourings of the cloud of loving-kindness, acquire freshness and charm, and may blossom and yield fruit, so that your line may eternally endure.
88.2Upon ye be the Glory of the Most Glorious.
89
89.1O thou who art firm in the Covenant! The letter thou hadst written on 2 May 1919 was received. Praise thou God that in tests thou art firm and steadfast and art holding fast to the Abhá Kingdom. Thou art not shaken by any affliction or disturbed by any calamity. Not until man is tried doth the pure gold distinctly separate from the dross. Torment is the fire of test wherein the pure gold shineth resplendently and the impurity is burned and blackened. At present thou art, praise be to God, firm and steadfast in tests and trials and art not shaken by them.
89.2Thy wife is not in harmony with thee, but praise be to God, the Blessed Beauty is pleased with thee and is conferring upon thee the utmost bounty and blessings. But still try to be patient with thy wife, perchance she may be transformed and her heart may be illumined. The contribution thou hast made for teaching is highly acceptable and it shall be eternally mentioned in the divine Kingdom for it is the cause of the diffusion of fragrances and the exaltation of the Word of God.
90
90.1O God, my God! This Thy handmaid is calling upon Thee, trusting in Thee, turning her face unto Thee, imploring Thee to shed Thy heavenly bounties upon her, and to disclose unto her Thy spiritual mysteries, and to cast upon her the lights of Thy Godhead.
90.2O my Lord! Make the eyes of my husband to see. Rejoice Thou his heart with the light of the knowledge of Thee, draw Thou his mind unto Thy luminous beauty, cheer Thou his spirit by revealing unto him Thy manifest splendors.
90.3O my Lord! Lift Thou the veil from before his sight. Rain down Thy plenteous bounties upon him, intoxicate him with the wine of love for Thee, make him one of Thy angels whose feet walk upon this earth even as their souls are soaring through the high heavens. Cause him to become a brilliant lamp, shining out with the light of Thy wisdom in the midst of Thy people.
90.4Verily Thou art the Precious, the Ever-Bestowing, the Open of Hand.
91
91.1O thou who hast bowed thyself down in prayer before the Kingdom of God! Blessed art thou, for the beauty of the divine Countenance hath enraptured thy heart, and the light of inner wisdom hath filled it full, and within it shineth the brightness of the Kingdom. Know thou that God is with thee under all conditions, and that He guardeth thee from the changes and chances of this world and hath made thee a handmaid in His mighty vineyard.…
91.2As to thy respected husband: it is incumbent upon thee to treat him with great kindness, to consider his wishes and be conciliatory with him at all times, till he seeth that because thou hast directed thyself toward the Kingdom of God, thy tenderness for him and thy love for God have but increased, as well as thy concern for his wishes under all conditions.
91.3I beg of the Almighty to keep thee firmly established in His love, and ever shedding abroad the sweet breaths of holiness in all those regions.
92
92.1O ye two believers in God! The Lord, peerless is He, hath made woman and man to abide with each other in the closest companionship, and to be even as a single soul. They are two helpmates, two intimate friends, who should be concerned about the welfare of each other.
92.2If they live thus, they will pass through this world with perfect contentment, bliss, and peace of heart, and become the object of divine grace and favor in the Kingdom of heaven. But if they do other than this, they will live out their lives in great bitterness, longing at every moment for death, and will be shamefaced in the heavenly realm.
92.3Strive, then, to abide, heart and soul, with each other as two doves in the nest, for this is to be blessed in both worlds.
93
93.1O thou maidservant of God! Every woman who becometh the maidservant of God outshineth in glory the empresses of the world, for she is related to God, and her sovereignty is everlasting, whereas a handful of dust will obliterate the name and fame of those empresses. In other words, as soon as they go down to the grave they are reduced to naught. The maidservants of God’s Kingdom, on the other hand, enjoy eternal sovereignty unaffected by the passing of ages and generations.
93.2Consider how many empresses have come and gone since the time of Christ. Each was the ruler of a country but now all trace and name of them is lost, while Mary Magdalene, who was only a peasant and a maidservant of God, still shineth from the horizon of everlasting glory. Strive thou, therefore, to remain the maidservant of God.
93.3Thou hast praised the Convention. This Convention shall acquire great importance in future, for it is serving the divine Kingdom and the world of mankind. It promulgateth universal peace and layeth the basis of the oneness of mankind; it freeth the souls from religious, racial and worldly prejudices and gathereth them under the shade of the one-colored pavilion of God. Praise thou God, therefore, that thou hast attended such a Convention and hast listened to the divine Teachings.
94
94.1O handmaids of the beauty of Abhá! Your letter hath come, and its perusal brought great joy. Praised be God, the women believers have organized meetings where they will learn how to teach the Faith, will spread the sweet savors of the Teachings and make plans for training the children.
94.2This gathering must be completely spiritual. That is, the discussions must be confined to marshalling clear and conclusive proofs that the Sun of Truth hath indeed arisen. And further, those present should concern themselves with every means of training the girl children; with teaching the various branches of knowledge, good behavior, a proper way of life, the cultivation of a good character, chastity and constancy, perseverance, strength, determination, firmness of purpose; with household management, the education of children, and whatever especially applieth to the needs of girls—to the end that these girls, reared in the stronghold of all perfections, and with the protection of a goodly character, will, when they themselves become mothers, bring up their children from earliest infancy to have a good character and conduct themselves well.
94.3Let them also study whatever will nurture the health of the body and its physical soundness, and how to guard their children from disease.
94.4When matters are thus well arranged, every child will become a peerless plant in the gardens of the Abhá Paradise.
95
95.1O handmaids of the Lord! The spiritual assemblage that ye established in that illumined city is most propitious. Ye have made great strides; ye have surpassed the others, have arisen to serve the Holy Threshold, and have won heavenly bestowals. Now with all spiritual zeal must ye gather in that enlightened assemblage and recite the Holy Writings and engage in remembering the Lord. Set ye forth His arguments and proofs. Work ye for the guidance of the women in that land, teach the young girls and the children, so that the mothers may educate their little ones from their earliest days, thoroughly train them, rear them to have a goodly character and good morals, guide them to all the virtues of humankind, prevent the development of any behavior that would be worthy of blame, and foster them in the embrace of Bahá’í education. Thus shall these tender infants be nurtured at the breast of the knowledge of God and His love. Thus shall they grow and flourish, and be taught righteousness and the dignity of humankind, resolution and the will to strive and to endure. Thus shall they learn perseverance in all things, the will to advance, high-mindedness and high resolve, chastity and purity of life. Thus shall they be enabled to carry to a successful conclusion whatsoever they undertake.
95.2Let the mothers consider that whatever concerneth the education of children is of the first importance. Let them put forth every effort in this regard, for when the bough is green and tender it will grow in whatever way ye train it. Therefore is it incumbent upon the mothers to rear their little ones even as a gardener tendeth his young plants. Let them strive by day and by night to establish within their children faith and certitude, the fear of God, the love of the Beloved of the worlds, and all good qualities and traits. Whensoever a mother seeth that her child hath done well, let her praise and applaud him and cheer his heart; and if the slightest undesirable trait should manifest itself, let her counsel the child and punish him, and use means based on reason, even a slight verbal chastisement should this be necessary. It is not, however, permissible to strike a child, or vilify him, for the child’s character will be totally perverted if he be subjected to blows or verbal abuse.
96
96.1O handmaids of the Merciful! Render ye thanks unto the Ancient Beauty that ye have been raised up and gathered together in this mightiest of centuries, this most illumined of ages. As befitting thanks for such a bounty, stand ye staunch and strong in the Covenant and, following the precepts of God and the holy Law, suckle your children from their infancy with the milk of a universal education, and rear them so that from their earliest days, within their inmost heart, their very nature, a way of life will be firmly established that will conform to the divine Teachings in all things.
96.2For mothers are the first educators, the first mentors; and truly it is the mothers who determine the happiness, the future greatness, the courteous ways and learning and judgment, the understanding and the faith of their little ones.
97
97.1There are certain pillars which have been established as the unshakable supports of the Faith of God. The mightiest of these is learning and the use of the mind, the expansion of consciousness, and insight into the realities of the universe and the hidden mysteries of Almighty God.
97.2To promote knowledge is thus an inescapable duty imposed on every one of the friends of God. It is incumbent upon that Spiritual Assembly, that assemblage of God, to exert every effort to educate the children, so that from infancy they will be trained in Bahá’í conduct and the ways of God, and will, even as young plants, thrive and flourish in the soft-flowing waters that are the counsels and admonitions of the Blessed Beauty.
98
98.1Were there no educator, all souls would remain savage, and were it not for the teacher, the children would be ignorant creatures.
98.2It is for this reason that, in this new cycle, education and training are recorded in the Book of God as obligatory and not voluntary. That is, it is enjoined upon the father and mother, as a duty, to strive with all effort to train the daughter and the son, to nurse them from the breast of knowledge and to rear them in the bosom of sciences and arts. Should they neglect this matter, they shall be held responsible and worthy of reproach in the presence of the stern Lord.
99
99.1Thou didst write as to the children: from the very beginning, the children must receive divine education and must continually be reminded to remember their God. Let the love of God pervade their inmost being, commingled with their mother’s milk.
100
100.1My wish is that these children should receive a Bahá’í education, so that they may progress both here and in the Kingdom, and rejoice thy heart.
100.2In a time to come, morals will degenerate to an extreme degree. It is essential that children be reared in the Bahá’í way, that they may find happiness both in this world and the next. If not, they shall be beset by sorrows and troubles, for human happiness is founded upon spiritual behavior.
101
101.1O ye who have peace of soul! Among the divine Texts as set forth in the Most Holy Book and also in other Tablets is this: it is incumbent upon the father and mother to train their children both in good conduct and the study of books; study, that is, to the degree required, so that no child, whether girl or boy, will remain illiterate. Should the father fail in his duty he must be compelled to discharge his responsibility, and should he be unable to comply, let the House of Justice take over the education of the children; in no case is a child to be left without an education. This is one of the stringent and inescapable commandments to neglect which would draw down the wrathful indignation of Almighty God.
102
102.1O true companions! All humankind are as children in a school, and the Dawning-Points of Light, the Sources of divine revelation, are the teachers, wondrous and without peer. In the school of realities they educate these sons and daughters, according to teachings from God, and foster them in the bosom of grace, so that they may develop along every line, show forth the excellent gifts and blessings of the Lord, and combine human perfections; that they may advance in all aspects of human endeavor, whether outward or inward, hidden or visible, material or spiritual, until they make of this mortal world a widespread mirror, to reflect that other world which dieth not.
102.2O ye friends of God! Because, in this most momentous of ages, the Sun of Truth hath risen at the highest point of the spring equinox, and cast its rays on every clime, it shall kindle such tremulous excitement, it shall release such vibrations in the world of being, it shall stimulate such growth and development, it shall stream out with such a glory of light, and clouds of grace shall pour down such plentiful waters, and fields and plains shall teem with such a galaxy of sweet-smelling plants and blooms, that this lowly earth will become the Abhá Kingdom, and this nether world the world above. Then will this fleck of dust be as the vast circle of the skies, this human place the palace-court of God, this spot of clay the dayspring of the endless favors of the Lord of Lords.
102.3Wherefore, O loved ones of God! Make ye a mighty effort till you yourselves betoken this advancement and all these confirmations, and become focal centers of God’s blessings, daysprings of the light of His unity, promoters of the gifts and graces of civilized life. Be ye in that land vanguards of the perfections of humankind; carry forward the various branches of knowledge, be active and progressive in the field of inventions and the arts. Endeavor to rectify the conduct of men, and seek to excel the whole world in moral character. While the children are yet in their infancy feed them from the breast of heavenly grace, foster them in the cradle of all excellence, rear them in the embrace of bounty. Give them the advantage of every useful kind of knowledge. Let them share in every new and rare and wondrous craft and art. Bring them up to work and strive, and accustom them to hardship. Teach them to dedicate their lives to matters of great import, and inspire them to undertake studies that will benefit mankind.
103
103.1The education and training of children is among the most meritorious acts of humankind and draweth down the grace and favor of the All-Merciful, for education is the indispensable foundation of all human excellence and alloweth man to work his way to the heights of abiding glory. If a child be trained from his infancy, he will, through the loving care of the Holy Gardener, drink in the crystal waters of the spirit and of knowledge, like a young tree amid the rilling brooks. And certainly he will gather to himself the bright rays of the Sun of Truth, and through its light and heat will grow ever fresh and fair in the garden of life.
103.2Therefore must the mentor be a doctor as well: that is, he must, in instructing the child, remedy its faults; must give him learning, and at the same time rear him to have a spiritual nature. Let the teacher be a doctor to the character of the child, thus will he heal the spiritual ailments of the children of men.
103.3If, in this momentous task, a mighty effort be exerted, the world of humanity will shine out with other adornings, and shed the fairest light. Then will this darksome place grow luminous, and this abode of earth turn into Heaven. The very demons will change to angels then, and wolves to shepherds of the flock, and the wild-dog pack to gazelles that pasture on the plains of oneness, and ravening beasts to peaceful herds, and birds of prey, with talons sharp as knives, to songsters warbling their sweet native notes.
103.4For the inner reality of man is a demarcation line between the shadow and the light, a place where the two seas meet; it is the lowest point on the arc of descent, and therefore is it capable of gaining all the grades above. With education it can achieve all excellence; devoid of education it will stay on, at the lowest point of imperfection.
103.5Every child is potentially the light of the world—and at the same time its darkness; wherefore must the question of education be accounted as of primary importance. From his infancy, the child must be nursed at the breast of God’s love, and nurtured in the embrace of His knowledge, that he may radiate light, grow in spirituality, be filled with wisdom and learning, and take on the characteristics of the angelic host.
103.6Since ye have been assigned to this holy task, ye must therefore exert every effort to make that school famed in all respects throughout the world; to make it the cause of exalting the Word of the Lord.
104
104.1O loved ones of God and handmaids of the Merciful! A large body of scholars is of the opinion that variations among minds and differing degrees of perception are due to differences in education, training and culture. That is, they believe that minds are equal to begin with, but that training and education will result in mental variations and differing levels of intelligence, and that such variations are not an inherent component of the individuality but are the result of education: that no one hath any inborn superiority over another.…
104.2The Manifestations of God are likewise in agreement with the view that education exerteth the strongest possible influence on humankind. They affirm, however, that differences in the level of intelligence are innate; and this fact is obvious, and not worth debating. For we see that children of the same age, the same country, the same race, indeed of the same family, and trained by the same individual, still are different as to the degree of their comprehension and intelligence. One will make rapid progress, one will receive instruction only gradually, one will remain at the lowest stage of all. For no matter how much you may polish a shell, it will not turn into a gleaming pearl, nor can you change a dull pebble into a gem whose pure rays will light the world. Never, through training and cultivation, will the colocynth and the bitter tree change into the Tree of Blessedness. That is to say, education cannot alter the inner essence of a man, but it doth exert tremendous influence, and with this power it can bring forth from the individual whatever perfections and capacities are deposited within him. A grain of wheat, when cultivated by the farmer, will yield a whole harvest, and a seed, through the gardener’s care, will grow into a great tree. Thanks to a teacher’s loving efforts, the children of the primary school may reach the highest levels of achievement; indeed, his benefactions may lift some child of small account to an exalted throne. Thus is it clearly demonstrated that by their essential nature, minds vary as to their capacity, while education also playeth a great role and exerteth a powerful effect on their development.
105
105.1As to the difference between that material civilization now prevailing, and the divine civilization which will be one of the benefits to derive from the House of Justice, it is this: material civilization, through the power of punitive and retaliatory laws, restraineth the people from criminal acts; and notwithstanding this, while laws to retaliate against and punish a man are continually proliferating, as ye can see, no laws exist to reward him. In all the cities of Europe and America, vast buildings have been erected to serve as jails for the criminals.
105.2Divine civilization, however, so traineth every member of society that no one, with the exception of a negligible few, will undertake to commit a crime. There is thus a great difference between the prevention of crime through measures that are violent and retaliatory, and so training the people, and enlightening them, and spiritualizing them, that without any fear of punishment or vengeance to come, they will shun all criminal acts. They will, indeed, look upon the very commission of a crime as a great disgrace and in itself the harshest of punishments. They will become enamored of human perfections, and will consecrate their lives to whatever will bring light to the world and will further those qualities which are acceptable at the Holy Threshold of God.
105.3See then how wide is the difference between material civilization and divine. With force and punishments, material civilization seeketh to restrain the people from mischief, from inflicting harm on society and committing crimes. But in a divine civilization, the individual is so conditioned that with no fear of punishment, he shunneth the perpetration of crimes, seeth the crime itself as the severest of torments, and with alacrity and joy, setteth himself to acquiring the virtues of humankind, to furthering human progress, and to spreading light across the world.
106
106.1Among the greatest of all services that can possibly be rendered by man to Almighty God is the education and training of children, young plants of the Abhá Paradise, so that these children, fostered by grace in the way of salvation, growing like pearls of divine bounty in the shell of education, will one day bejewel the crown of abiding glory.
106.2It is, however, very difficult to undertake this service, even harder to succeed in it. I hope that thou wilt acquit thyself well in this most important of tasks, and successfully carry the day, and become an ensign of God’s abounding grace; that these children, reared one and all in the holy Teachings, will develop natures like unto the sweet airs that blow across the gardens of the All-Glorious, and will waft their fragrance around the world.
107
107.1It is the hope of ‘Abdu’l-Bahá that those youthful souls in the schoolroom of the deeper knowledge will be tended by one who traineth them to love. May they all, throughout the reaches of the spirit, learn well of the hidden mysteries; so well that in the Kingdom of the All-Glorious, each one of them, even as a nightingale endowed with speech, will cry out the secrets of the Heavenly Realm, and like unto a longing lover pour forth his sore need and utter want of the Beloved.
108
108.1Ye should consider the question of goodly character as of the first importance. It is incumbent upon every father and mother to counsel their children over a long period, and guide them unto those things which lead to everlasting honor.
108.2Encourage ye the school children, from their earliest years, to deliver speeches of high quality, so that in their leisure time they will engage in giving cogent and effective talks, expressing themselves with clarity and eloquence.
109
109.1O ye recipients of the favors of God! In this new and wondrous Age, the unshakable foundation is the teaching of sciences and arts. According to explicit Holy Texts, every child must be taught crafts and arts, to the degree that is needful. Wherefore, in every city and village, schools must be established and every child in that city or village is to engage in study to the necessary degree.
109.2It followeth that whatever soul shall offer his aid to bring this about will assuredly be accepted at the heavenly Threshold, and extolled by the Company on high.
109.3Since ye have striven hard toward this all-important end, it is my hope that ye will reap your reward from the Lord of clear tokens and signs, and that the glances of heavenly grace will turn your way.
110
110.1As to the organization of the schools: if possible the children should all wear the same kind of clothing, even if the fabric is varied. It is preferable that the fabric as well should be uniform; if, however, this is not possible, there is no harm done. The more cleanly the pupils are, the better; they should be immaculate. The school must be located in a place where the air is delicate and pure. The children must be carefully trained to be most courteous and well-behaved. They must be constantly encouraged and made eager to gain all the summits of human accomplishment, so that from their earliest years they will be taught to have high aims, to conduct themselves well, to be chaste, pure, and undefiled, and will learn to be of powerful resolve and firm of purpose in all things. Let them not jest and trifle, but earnestly advance unto their goals, so that in every situation they will be found resolute and firm.
110.2Training in morals and good conduct is far more important than book learning. A child that is cleanly, agreeable, of good character, well-behaved—even though he be ignorant—is preferable to a child that is rude, unwashed, ill-natured, and yet becoming deeply versed in all the sciences and arts. The reason for this is that the child who conducts himself well, even though he be ignorant, is of benefit to others, while an ill-natured, ill-behaved child is corrupted and harmful to others, even though he be learned. If, however, the child be trained to be both learned and good, the result is light upon light.
110.3Children are even as a branch that is fresh and green; they will grow up in whatever way ye train them. Take the utmost care to give them high ideals and goals, so that once they come of age, they will cast their beams like brilliant candles on the world, and will not be defiled by lusts and passions in the way of animals, heedless and unaware, but instead will set their hearts on achieving everlasting honor and acquiring all the excellences of humankind.
111
111.1The root cause of wrongdoing is ignorance, and we must therefore hold fast to the tools of perception and knowledge. Good character must be taught. Light must be spread afar, so that, in the school of humanity, all may acquire the heavenly characteristics of the spirit, and see for themselves beyond any doubt that there is no fiercer hell, no more fiery abyss, than to possess a character that is evil and unsound; no more darksome pit nor loathsome torment than to show forth qualities which deserve to be condemned.
111.2The individual must be educated to such a high degree that he would rather have his throat cut than tell a lie, and would think it easier to be slashed with a sword or pierced with a spear than to utter calumny or be carried away by wrath.
111.3Thus will be kindled the sense of human dignity and pride, to burn away the reapings of lustful appetites. Then will each one of God’s beloved shine out as a bright moon with qualities of the spirit, and the relationship of each to the Sacred Threshold of his Lord will be not illusory but sound and real, will be as the very foundation of the building, not some embellishment on its façade.
111.4It followeth that the children’s school must be a place of utmost discipline and order, that instruction must be thorough, and provision must be made for the rectification and refinement of character; so that, in his earliest years, within the very essence of the child, the divine foundation will be laid and the structure of holiness raised up.
111.5Know that this matter of instruction, of character rectification and refinement, of heartening and encouraging the child, is of the utmost importance, for such are basic principles of God.
111.6Thus, if God will, out of these spiritual schools illumined children will arise, adorned with all the fairest virtues of humankind, and will shed their light not only across Persia, but around the world.
111.7It is extremely difficult to teach the individual and refine his character once puberty is passed. By then, as experience hath shown, even if every effort be exerted to modify some tendency of his, it all availeth nothing. He may, perhaps, improve somewhat today; but let a few days pass and he forgetteth, and turneth backward to his habitual condition and accustomed ways. Therefore it is in early childhood that a firm foundation must be laid. While the branch is green and tender it can easily be made straight.
111.8Our meaning is that qualities of the spirit are the basic and divine foundation, and adorn the true essence of man; and knowledge is the cause of human progress. The beloved of God must attach great importance to this matter, and carry it forward with enthusiasm and zeal.
112
112.1In this holy Cause the question of orphans hath the utmost importance. The greatest consideration must be shown towards orphans; they must be taught, trained and educated. The Teachings of Bahá’u’lláh, especially, must by all means be given to them as far as is possible.
112.2I supplicate God that thou mayest become a kind parent to orphaned children, quickening them with the fragrances of the Holy Spirit, so that they will attain the age of maturity as true servants of the world of humanity and as bright candles in the assemblage of mankind.
113
113.1O handmaid of God! … To the mothers must be given the divine Teachings and effective counsel, and they must be encouraged and made eager to train their children, for the mother is the first educator of the child. It is she who must, at the very beginning, suckle the newborn at the breast of God’s Faith and God’s Law, that divine love may enter into him even with his mother’s milk, and be with him till his final breath.
113.2So long as the mother faileth to train her children, and start them on a proper way of life, the training which they receive later on will not take its full effect. It is incumbent upon the Spiritual Assemblies to provide the mothers with a well-planned program for the education of children, showing how, from infancy, the child must be watched over and taught. These instructions must be given to every mother to serve her as a guide, so that each will train and nurture her children in accordance with the Teachings.
113.3Thus will these young plants in the garden of God’s love grow and flourish under the warmth of the Sun of Truth, the gentle spring winds of Heaven, and their mother’s guiding hand. Thus, in the Abhá Paradise, will each become a tree, bearing his clustered fruit, and each one, in this new and wondrous season, out of the bounties of the spring, will become possessed of all beauty and grace.
114
114.1O ye loving mothers, know ye that in God’s sight, the best of all ways to worship Him is to educate the children and train them in all the perfections of humankind; and no nobler deed than this can be imagined.
115
115.1O ye two well-loved handmaids of God! Whatever a man’s tongue speaketh, that let him prove by his deeds. If he claimeth to be a believer, then let him act in accordance with the precepts of the Abhá Kingdom.
115.2Praised be God, ye two have demonstrated the truth of your words by your deeds, and have won the confirmations of the Lord God. Every day at first light, ye gather the Bahá’í children together and teach them the communes and prayers. This is a most praiseworthy act, and bringeth joy to the children’s hearts: that they should, at every morn, turn their faces toward the Kingdom and make mention of the Lord and praise His Name, and in the sweetest of voices, chant and recite.
115.3These children are even as young plants, and teaching them the prayers is as letting the rain pour down upon them, that they may wax tender and fresh, and the soft breezes of the love of God may blow over them, making them to tremble with joy.
115.4Blessedness awaiteth you, and a fair haven.
116
116.1O thou daughter of the Kingdom! Thy letters were received. Their contents indicated that thy mother hath ascended to the invisible realm and that thou hast been left alone. Thy wish is to serve thy father, who is dear to thee, and also to serve the Kingdom of God, and thou art perplexed as to which of the two thou shouldst do. Assuredly engage in service to thy father, and as well, whenever thou findest time, diffuse the divine fragrances.
117
117.1O dear one of ‘Abdu’l-Bahá! Be the son of thy father and be the fruit of that tree. Be a son that hath been born of his soul and heart and not only of water and clay. A real son is such a one as hath branched from the spiritual part of man. I ask God that thou mayest be at all times confirmed and strengthened.
118
118.1O ye young Bahá’í children, ye seekers after true understanding and knowledge! A human being is distinguished from an animal in a number of ways. First of all, he is made in the image of God, in the likeness of the Supernal Light, even as the Torah saith, “Let us make man in our image, after our likeness.” This divine image betokeneth all the qualities of perfection whose lights, emanating from the Sun of Truth, illumine the realities of men. And among the greatest of these attributes of perfection are wisdom and knowledge. Ye must therefore put forth a mighty effort, striving by night and day and resting not for a moment, to acquire an abundant share of all the sciences and arts, that the Divine Image, which shineth out from the Sun of Truth, may illumine the mirror of the hearts of men.
118.2It is the longing desire of ‘Abdu’l-Bahá to see each one of you accounted as the foremost professor in the academies, and in the school of inner significances, each one becoming a leader in wisdom.
119
119.1It is incumbent upon Bahá’í children to surpass other children in the acquisition of sciences and arts, for they have been cradled in the grace of God.
119.2Whatever other children learn in a year, let Bahá’í children learn in a month. The heart of ‘Abdu’l-Bahá longeth, in its love, to find that Bahá’í young people, each and all, are known throughout the world for their intellectual attainments. There is no question but that they will exert all their efforts, their energies, their sense of pride, to acquire the sciences and arts.
120
120.1O my dear children! Your letter was received. A degree of joy was attained that is beyond words or writing that, praise be to God, the power of the Kingdom of God hath trained such children who, from their early childhood, eagerly wish to acquire Bahá’í education that they may, from the period of their childhood, engage in service to the world of humanity.
120.2My highest wish and desire is that ye who are my children may be educated according to the teachings of Bahá’u’lláh and may receive a Bahá’í training; that ye may each become a lighted candle in the world of humanity, may be devoted to the service of all mankind, may give up your rest and comfort, so that ye may become the cause of the tranquillity of the world of creation.
120.3Such is my hope for you and I trust that ye may become the cause of my joy and gladness in the Kingdom of God.
121
121.1O thou whose years are few, yet whose mental gifts are many! How many a child, though young in years, is yet mature and sound in judgment! How many an aged person is ignorant and confused! For growth and development depend on one’s powers of intellect and reason, not on one’s age or length of days.
121.2Although still in the season of childhood, yet hast thou recognized thy Lord, while myriads of women are oblivious of Him and are shut away from His heavenly Kingdom and deprived of His bestowals. Render thou thanks unto thy Lord for this wondrous gift.
121.3I beg of God to heal thy mother, who is honored in the Kingdom of heaven.
122
122.1As to thy question regarding the education of children: it behooveth thee to nurture them at the breast of the love of God, and urge them onward to the things of the spirit, that they may turn their faces unto God; that their ways may conform to the rules of good conduct and their character be second to none; that they make their own all the graces and praiseworthy qualities of humankind; acquire a sound knowledge of the various branches of learning, so that from the very beginning of life they may become spiritual beings, dwellers in the Kingdom, enamored of the sweet breaths of holiness, and may receive an education religious, spiritual, and of the Heavenly Realm. Verily will I call upon God to grant them a happy outcome in this.
123
123.1O thou who gazest upon the Kingdom of God! Thy letter was received and we note that thou art engaged in teaching the children of the believers, that these tender little ones have been learning The Hidden Words and the prayers and what it meaneth to be a Bahá’í.
123.2The instruction of these children is even as the work of a loving gardener who tendeth his young plants in the flowering fields of the All-Glorious. There is no doubt that it will yield the desired results; especially is this true of instruction as to Bahá’í obligations and Bahá’í conduct, for the little children must needs be made aware in their very heart and soul that “Bahá’í” is not just a name but a truth. Every child must be trained in the things of the spirit, so that he may embody all the virtues and become a source of glory to the Cause of God. Otherwise, the mere word “Bahá’í,” if it yield no fruit, will come to nothing.
123.3Strive then to the best of thine ability to let these children know that a Bahá’í is one who embodieth all the perfections, that he must shine out like a lighted taper—not be darkness upon darkness and yet bear the name “Bahá’í.”
123.4Name thou this school the Bahá’í Sunday School.
124
124.1The Sunday school for the children in which the Tablets and Teachings of Bahá’u’lláh are read, and the Word of God is recited for the children is indeed a blessed thing. Thou must certainly continue this organized activity without cessation, and attach importance to it, so that day by day it may grow and be quickened with the breaths of the Holy Spirit. If this activity is well organized, rest thou assured that it will yield great results. Firmness and steadfastness, however, are necessary, otherwise it will continue for some time, but later be gradually forgotten. Perseverance is an essential condition. In every project firmness and steadfastness will undoubtedly lead to good results; otherwise it will exist for some days, and then be discontinued.
125
125.1The changing of teachers should be neither too frequent nor too much delayed; moderation is preferable. Holding your meetings when it is the time of prayer in other churches is not advisable; it would lead to alienation, since the Bahá’í children who have their own Sunday school would be deprived of it if they tried to attend other Sunday schools. Moreover, the admission of children of non-Bahá’í parents to the school for Bahá’í children is permissible. And if, in this school, an outline of the fundamental principles underlying all religions be set forth for the information of the children, it can do no harm.
125.2As the children are few in number, it is not possible to have different classes and naturally only one is necessary. Concerning the last question regarding differences among children, act as ye deem advisable.
126
126.1Thy letter was received. Praise be to God it imparted the good news of thy health and safety and indicated that thou art ready to enter an agricultural school. This is highly suitable. Strive as much as possible to become proficient in the science of agriculture, for in accordance with the divine teachings the acquisition of sciences and the perfection of arts are considered acts of worship. If a man engageth with all his power in the acquisition of a science or in the perfection of an art, it is as if he hath been worshipping God in churches and temples. Thus as thou enterest a school of agriculture and strivest in the acquisition of that science thou art day and night engaged in acts of worship—acts that are accepted at the threshold of the Almighty. What bounty greater than this that science should be considered as an act of worship and art as service to the Kingdom of God.
127
127.1O thou servant of the One true God! In this universal dispensation man’s wondrous craftsmanship is reckoned as worship of the Resplendent Beauty. Consider what a bounty and blessing it is that craftsmanship is regarded as worship. In former times, it was believed that such skills were tantamount to ignorance, if not a misfortune, hindering man from drawing nigh unto God. Now consider how His infinite bestowals and abundant favors have changed hellfire into blissful paradise, and a heap of dark dust into a luminous garden.
127.2It behooveth the craftsmen of the world at each moment to offer a thousand tokens of gratitude at the Sacred Threshold, and to exert their highest endeavor and diligently pursue their professions so that their efforts may produce that which will manifest the greatest beauty and perfection before the eyes of all men.
128
128.1Thy letter was received. I hope that thou mayest be protected and assisted under the providence of the True One, be occupied always in mentioning the Lord and display effort to complete thy profession. Thou must endeavor greatly so that thou mayest become unique in thy profession and famous in those parts, because attaining perfection in one’s profession in this merciful period is considered to be worship of God. And whilst thou art occupied with thy profession, thou canst remember the True One.
129
129.1O Friends of the Pure and Omnipotent God! To be pure and holy in all things is an attribute of the consecrated soul and a necessary characteristic of the unenslaved mind. The best of perfections is immaculacy and the freeing of oneself from every defect. Once the individual is, in every respect, cleansed and purified, then will he become a focal center reflecting the Manifest Light.
129.2First in a human being’s way of life must be purity, then freshness, cleanliness, and independence of spirit. First must the stream bed be cleansed, then may the sweet river waters be led into it. Chaste eyes enjoy the beatific vision of the Lord and know what this encounter meaneth; a pure sense inhaleth the fragrances that blow from the rose gardens of His grace; a burnished heart will mirror forth the comely face of truth.
129.3This is why, in Holy Scriptures, the counsels of heaven are likened to water, even as the Qur’án saith: “And pure water send We down from Heaven,” and the Gospel: “Except a man be baptized of water and of the spirit, he cannot enter into the Kingdom of God.” Thus is it clear that the Teachings which come from God are heavenly outpourings of grace; they are rain-showers of divine mercy, and they cleanse the human heart.
129.4My meaning is this, that in every aspect of life, purity and holiness, cleanliness and refinement, exalt the human condition and further the development of man’s inner reality. Even in the physical realm, cleanliness will conduce to spirituality, as the Holy Writings clearly state. And although bodily cleanliness is a physical thing, it hath, nevertheless, a powerful influence on the life of the spirit. It is even as a voice wondrously sweet, or a melody played: although sounds are but vibrations in the air which affect the ear’s auditory nerve, and these vibrations are but chance phenomena carried along through the air, even so, see how they move the heart. A wondrous melody is wings for the spirit, and maketh the soul to tremble for joy. The purport is that physical cleanliness doth also exert its effect upon the human soul.
129.5Observe how pleasing is cleanliness in the sight of God, and how specifically it is emphasized in the Holy Books of the Prophets; for the Scriptures forbid the eating or the use of any unclean thing. Some of these prohibitions were absolute, and binding upon all, and whoso transgressed the given law was abhorred of God and anathematized by the believers. Such, for example, were things categorically forbidden, the perpetration of which was accounted a most grievous sin, among them actions so loathsome that it is shameful even to speak their name.
129.6But there are other forbidden things which do not cause immediate harm, and the injurious effects of which are only gradually produced: such acts are also repugnant to the Lord, and blameworthy in His sight, and repellent. The absolute unlawfulness of these, however, hath not been expressly set forth in the Text, but their avoidance is necessary to purity, cleanliness, the preservation of health, and freedom from addiction.
129.7Among these latter is smoking tobacco, which is dirty, smelly, offensive—an evil habit, and one the harmfulness of which gradually becometh apparent to all. Every qualified physician hath ruled—and this hath also been proven by tests—that one of the components of tobacco is a deadly poison, and that the smoker is vulnerable to many and various diseases. This is why smoking hath been plainly set forth as repugnant from the standpoint of hygiene.
129.8The Báb, at the outset of His mission, explicitly prohibited tobacco, and the friends one and all abandoned its use. But since those were times when dissimulation was permitted, and every individual who abstained from smoking was exposed to harassment, abuse and even death—the friends, in order not to advertise their beliefs, would smoke. Later on, the Book of Aqdas was revealed, and since smoking tobacco was not specifically forbidden there, the believers did not give it up. The Blessed Beauty, however, always expressed repugnance for it, and although, in the early days, there were reasons why He would smoke a little tobacco, in time He completely renounced it, and those sanctified souls who followed Him in all things also abandoned its use.
129.9My meaning is that in the sight of God, smoking tobacco is deprecated, abhorrent, filthy in the extreme; and, albeit by degrees, highly injurious to health. It is also a waste of money and time, and maketh the user a prey to a noxious addiction. To those who stand firm in the Covenant, this habit is therefore censured both by reason and experience, and renouncing it will bring relief and peace of mind to all men. Furthermore, this will make it possible to have a fresh mouth and unstained fingers, and hair that is free of a foul and repellent smell. On receipt of this missive, the friends will surely, by whatever means and even over a period of time, forsake this pernicious habit. Such is my hope.
129.10As to opium, it is foul and accursed. God protect us from the punishment He inflicteth on the user. According to the explicit Text of the Most Holy Book, it is forbidden, and its use is utterly condemned. Reason showeth that smoking opium is a kind of insanity, and experience attesteth that the user is completely cut off from the human kingdom. May God protect all against the perpetration of an act so hideous as this, an act which layeth in ruins the very foundation of what it is to be human, and which causeth the user to be dispossessed for ever and ever. For opium fasteneth on the soul, so that the user’s conscience dieth, his mind is blotted away, his perceptions are eroded. It turneth the living into the dead. It quencheth the natural heat. No greater harm can be conceived than that which opium inflicteth. Fortunate are they who never even speak the name of it; then think how wretched is the user.
129.11O ye lovers of God! In this, the cycle of Almighty God, violence and force, constraint and oppression, are one and all condemned. It is, however, mandatory that the use of opium be prevented by any means whatsoever, that perchance the human race may be delivered from this most powerful of plagues. And otherwise, woe and misery to whoso falleth short of his duty to his Lord.
129.12O Divine Providence! Bestow Thou in all things purity and cleanliness upon the people of Bahá. Grant that they be freed from all defilement, and released from all addictions. Save them from committing any repugnant act, unbind them from the chains of every evil habit, that they may live pure and free, wholesome and cleanly, worthy to serve at Thy Sacred Threshold and fit to be related to their Lord. Deliver them from intoxicating drinks and tobacco, save them, rescue them, from this opium that bringeth on madness, suffer them to enjoy the sweet savors of holiness, that they may drink deep of the mystic cup of heavenly love and know the rapture of being drawn ever closer unto the Realm of the All-Glorious. For it is even as Thou hast said: “All that thou hast in thy cellar will not appease the thirst of my love—bring me, O cupbearer, of the wine of the spirit a cup full as the sea!”
129.13O ye, God’s loved ones! Experience hath shown how greatly the renouncing of smoking, of intoxicating drink, and of opium, conduceth to health and vigor, to the expansion and keenness of the mind and to bodily strength. There is today a people who strictly avoid tobacco, intoxicating liquor and opium. This people is far and away superior to the others, for strength and physical courage, for health, beauty and comeliness. A single one of their men can stand up to ten men of another tribe. This hath proved true of the entire people: that is, member for member, each individual of this community is in every respect superior to the individuals of other communities.
129.14Make ye then a mighty effort, that the purity and sanctity which, above all else, are cherished by ‘Abdu’l-Bahá, shall distinguish the people of Bahá; that in every kind of excellence the people of God shall surpass all other human beings; that both outwardly and inwardly they shall prove superior to the rest; that for purity, immaculacy, refinement, and the preservation of health, they shall be leaders in the vanguard of those who know. And that by their freedom from enslavement, their knowledge, their self-control, they shall be first among the pure, the free and the wise.
130
130.1O thou distinguished physician! … Praise be to God that thou hast two powers: one to undertake physical healing and the other spiritual healing. Matters related to man’s spirit have a great effect on his bodily condition. For instance, thou shouldst impart gladness to thy patient, give him comfort and joy, and bring him to ecstasy and exultation. How often hath it occurred that this hath caused early recovery. Therefore, treat thou the sick with both powers. Spiritual feelings have a surprising effect on healing nervous ailments.
131
131.1When giving medical treatment turn to the Blessed Beauty, then follow the dictates of thy heart. Remedy the sick by means of heavenly joy and spiritual exultation, cure the sorely afflicted by imparting to them blissful glad tidings and heal the wounded through His resplendent bestowals. When at the bedside of a patient, cheer and gladden his heart and enrapture his spirit through celestial power. Indeed, such a heavenly breath quickeneth every moldering bone and reviveth the spirit of every sick and ailing one.
132
132.1Although ill health is one of the unavoidable conditions of man, truly it is hard to bear. The bounty of good health is the greatest of all gifts.
133
133.1There are two ways of healing sickness, material means and spiritual means. The first is by the treatment of physicians; the second consisteth in prayers offered by the spiritual ones to God and in turning to Him. Both means should be used and practiced.
133.2Illnesses which occur by reason of physical causes should be treated by doctors with medical remedies; those which are due to spiritual causes disappear through spiritual means. Thus an illness caused by affliction, fear, nervous impressions, will be healed more effectively by spiritual rather than by physical treatment. Hence, both kinds of treatment should be followed; they are not contradictory. Therefore thou shouldst also accept physical remedies inasmuch as these too have come from the mercy and favor of God, Who hath revealed and made manifest medical science so that His servants may profit from this kind of treatment also. Thou shouldst give equal attention to spiritual treatments, for they produce marvelous effects.
133.3Now, if thou wishest to know the true remedy which will heal man from all sickness and will give him the health of the divine kingdom, know that it is the precepts and teachings of God. Focus thine attention upon them.
134
134.1O thou who art attracted to the fragrant breathings of God! I have read thy letter addressed to Mrs. Lua Getsinger. Thou hast indeed examined with great care the reasons for the incursion of disease into the human body. It is certainly the case that sins are a potent cause of physical ailments. If humankind were free from the defilements of sin and waywardness, and lived according to a natural, inborn equilibrium, without following wherever their passions led, it is undeniable that diseases would no longer take the ascendant, nor diversify with such intensity.
134.2But man hath perversely continued to serve his lustful appetites, and he would not content himself with simple foods. Rather, he prepared for himself food that was compounded of many ingredients, of substances differing one from the other. With this, and with the perpetrating of vile and ignoble acts, his attention was engrossed, and he abandoned the temperance and moderation of a natural way of life. The result was the engendering of diseases both violent and diverse.
134.3For the animal, as to its body, is made up of the same constituent elements as man. Since, however, the animal contenteth itself with simple foods and striveth not to indulge its importunate urges to any great degree, and committeth no sins, its ailments relative to man’s are few. We see clearly, therefore, how powerful are sin and contumacy as pathogenic factors. And once engendered these diseases become compounded, multiply, and are transmitted to others. Such are the spiritual, inner causes of sickness.
134.4The outer, physical causal factor in disease, however, is a disturbance in the balance, the proportionate equilibrium of all those elements of which the human body is composed. To illustrate: the body of man is a compound of many constituent substances, each component being present in a prescribed amount, contributing to the essential equilibrium of the whole. So long as these constituents remain in their due proportion, according to the natural balance of the whole—that is, no component suffereth a change in its natural proportionate degree and balance, no component being either augmented or decreased—there will be no physical cause for the incursion of disease.
134.5For example, the starch component must be present to a given amount, and the sugar to a given amount. So long as each remaineth in its natural proportion to the whole, there will be no cause for the onset of disease. When, however, these constituents vary as to their natural and due amounts—that is, when they are augmented or diminished—it is certain that this will provide for the inroads of disease.
134.6This question requireth the most careful investigation. The Báb hath said that the people of Bahá must develop the science of medicine to such a high degree that they will heal illnesses by means of foods. The basic reason for this is that if, in some component substance of the human body, an imbalance should occur, altering its correct, relative proportion to the whole, this fact will inevitably result in the onset of disease. If, for example, the starch component should be unduly augmented, or the sugar component decreased, an illness will take control. It is the function of a skilled physician to determine which constituent of his patient’s body hath suffered diminution, which hath been augmented. Once he hath discovered this, he must prescribe a food containing the diminished element in considerable amounts, to reestablish the body’s essential equilibrium. The patient, once his constitution is again in balance, will be rid of his disease.
134.7The proof of this is that while other animals have never studied medical science, nor carried on researches into diseases or medicines, treatments or cures—even so, when one of them falleth a prey to sickness, nature leadeth it, in fields or desert places, to the very plant which, once eaten, will rid the animal of its disease. The explanation is that if, as an example, the sugar component in the animal’s body hath decreased, according to a natural law the animal hankereth after an herb that is rich in sugar. Then, by a natural urge, which is the appetite, among a thousand different varieties of plants across the field, the animal will discover and consume that herb which containeth a sugar component in large amounts. Thus the essential balance of the substances composing its body is reestablished, and the animal is rid of its disease.
134.8This question requireth the most careful investigation. When highly skilled physicians shall fully examine this matter, thoroughly and perseveringly, it will be clearly seen that the incursion of disease is due to a disturbance in the relative amounts of the body’s component substances, and that treatment consisteth in adjusting these relative amounts, and that this can be apprehended and made possible by means of foods.
134.9It is certain that in this wonderful new age the development of medical science will lead to the doctors’ healing their patients with foods. For the sense of sight, the sense of hearing, of taste, of smell, of touch—all these are discriminative faculties, their purpose being to separate the beneficial from whatever causeth harm. Now, is it possible that man’s sense of smell, the sense that differentiates odors, should find some odor repugnant, and that odor be beneficial to the human body? Absurd! Impossible! In the same way, could the human body, through the faculty of sight—the differentiator among things visible—benefit from gazing upon a revolting mass of excrement? Never! Again, if the sense of taste, likewise a faculty that selecteth and rejecteth, be offended by something, that thing is certainly not beneficial; and if, at the outset, it may yield some advantage, in the long run its harmfulness will be established.
134.10And likewise, when the constitution is in a state of equilibrium, there is no doubt that whatever is relished will be beneficial to health. Observe how an animal will graze in a field where there are a hundred thousand kinds of herbs and grasses, and how, with its sense of smell, it snuffeth up the odors of the plants, and tasteth them with its sense of taste; then it consumeth whatever herb is pleasurable to these senses, and benefiteth therefrom. Were it not for this power of selectivity, the animals would all be dead in a single day; for there are a great many poisonous plants, and animals know nothing of the pharmacopoeia. And yet, observe what a reliable set of scales they have, by means of which to differentiate the good from the injurious. Whatever constituent of their body hath decreased, they can rehabilitate by seeking out and consuming some plant that hath an abundant store of that diminished element; and thus the equilibrium of their bodily components is reestablished, and they are rid of their disease.
134.11At whatever time highly skilled physicians shall have developed the healing of illnesses by means of foods, and shall make provision for simple foods, and shall prohibit humankind from living as slaves to their lustful appetites, it is certain that the incidence of chronic and diversified illnesses will abate, and the general health of all mankind will be much improved. This is destined to come about. In the same way, in the character, the conduct and the manners of men, universal modifications will be made.
135
135.1According to the explicit decree of Bahá’u’lláh one must not turn aside from the advice of a competent doctor. It is imperative to consult one even if the patient himself be a well-known and eminent physician. In short, the point is that you should maintain your health by consulting a highly skilled physician.
136
136.1It is incumbent upon everyone to seek medical treatment and to follow the doctor’s instructions, for this is in compliance with the divine ordinance, but, in reality, He Who giveth healing is God.
137
137.1O thou who art voicing the praises of thy Lord! I have read thy letter, wherein thou didst express astonishment at some of the laws of God, such as that concerning the hunting of innocent animals, creatures who are guilty of no wrong.
137.2Be thou not surprised at this. Reflect upon the inner realities of the universe, the secret wisdoms involved, the enigmas, the interrelationships, the rules that govern all. For every part of the universe is connected with every other part by ties that are very powerful and admit of no imbalance, nor any slackening whatever. In the physical realm of creation, all things are eaters and eaten: the plant drinketh in the mineral, the animal doth crop and swallow down the plant, man doth feed upon the animal, and the mineral devoureth the body of man. Physical bodies are transferred past one barrier after another, from one life to another, and all things are subject to transformation and change, save only the essence of existence itself—since it is constant and immutable, and upon it is founded the life of every species and kind, of every contingent reality throughout the whole of creation.
137.3Whensoever thou dost examine, through a microscope, the water man drinketh, the air he doth breathe, thou wilt see that with every breath of air, man taketh in an abundance of animal life, and with every draught of water, he also swalloweth down a great variety of animals. How could it ever be possible to put a stop to this process? For all creatures are eaters and eaten, and the very fabric of life is reared upon this fact. Were it not so, the ties that interlace all created things within the universe would be unraveled.
137.4And further, whensoever a thing is destroyed, and decayeth, and is cut off from life, it is promoted into a world that is greater than the world it knew before. It leaveth, for example, the life of the mineral and goeth forward into the life of the plant; then it departeth out of the vegetable life and ascendeth into that of the animal, following which it forsaketh the life of the animal and riseth into the realm of human life, and this is out of the grace of thy Lord, the Merciful, the Compassionate.
137.5I beg of God that He will assist thee to comprehend the mysteries that lie at the heart of creation, and will draw away the veil from before thine eyes and thy sister’s, that the well-guarded secret may be disclosed unto thee, and the hidden mystery be revealed as clear as the sun at noonday; that He will aid thy sister and thy husband to enter the Kingdom of God, and will heal thee of every ill, whether physical or spiritual, that assaileth one in this life.
138
138.1O ye beloved of the Lord! The Kingdom of God is founded upon equity and justice, and also upon mercy, compassion, and kindness to every living soul. Strive ye then with all your heart to treat compassionately all humankind—except for those who have some selfish, private motive, or some disease of the soul. Kindness cannot be shown the tyrant, the deceiver, or the thief, because, far from awakening them to the error of their ways, it maketh them to continue in their perversity as before. No matter how much kindliness ye may expend upon the liar, he will but lie the more, for he believeth you to be deceived, while ye understand him but too well, and only remain silent out of your extreme compassion.
138.2Briefly, it is not only their fellow human beings that the beloved of God must treat with mercy and compassion, rather must they show forth the utmost loving-kindness to every living creature. For in all physical respects, and where the animal spirit is concerned, the selfsame feelings are shared by animal and man. Man hath not grasped this truth, however, and he believeth that physical sensations are confined to human beings, wherefore is he unjust to the animals, and cruel.
138.3And yet in truth, what difference is there when it cometh to physical sensations? The feelings are one and the same, whether ye inflict pain on man or on beast. There is no difference here whatever. And indeed ye do worse to harm an animal, for man hath a language, he can lodge a complaint, he can cry out and moan; if injured he can have recourse to the authorities and these will protect him from his aggressor. But the hapless beast is mute, able neither to express its hurt nor take its case to the authorities. If a man inflict a thousand ills upon a beast, it can neither ward him off with speech nor hale him into court. Therefore is it essential that ye show forth the utmost consideration to the animal, and that ye be even kinder to him than to your fellow man.
138.4Train your children from their earliest days to be infinitely tender and loving to animals. If an animal be sick, let the children try to heal it, if it be hungry, let them feed it, if thirsty, let them quench its thirst, if weary, let them see that it rests.
138.5Most human beings are sinners, but the beasts are innocent. Surely those without sin should receive the most kindness and love—all except animals which are harmful, such as bloodthirsty wolves, such as poisonous snakes, and similar pernicious creatures, the reason being that kindness to these is an injustice to human beings and to other animals as well. If, for example, ye be tenderhearted toward a wolf, this is but tyranny to a sheep, for a wolf will destroy a whole flock of sheep. A rabid dog, if given the chance, can kill a thousand animals and men. Therefore, compassion shown to wild and ravening beasts is cruelty to the peaceful ones—and so the harmful must be dealt with. But to blessed animals the utmost kindness must be shown, the more the better. Tenderness and loving-kindness are basic principles of God’s heavenly Kingdom. Ye should most carefully bear this matter in mind.
139
139.1O thou handmaid of God! The heavenly glad tidings must be delivered with the utmost dignity and magnanimity. And until a soul ariseth with qualities which are essential for the bearer of these tidings, his words will take no effect.
139.2O bondswoman of God! The human spirit possesseth wondrous powers, but it should be reinforced by the Holy Spirit. What thou hearest other than this is pure imagination. If, however, it be assisted by the bounty of the Holy Spirit, then will its strength be a thing to marvel at. Then will that human spirit uncover realities, and unravel mysteries. Turn thy heart fully to the Holy Spirit, and invite others to do the same; then shall ye witness wonderful results.
139.3O handmaid of God! The stars in the sky do not exert any spiritual influence on this world of dust; but all the members and parts of the universe are very strongly linked together in that limitless space, and this connection produceth a reciprocity of material effects. Outside the bounty of the Holy Spirit, whatsoever thou hearest as to the effect of trances, or the mediums’ trumpets, conveying the singing voices of the dead, is imagination pure and simple. As to the bounty of the Holy Spirit, however, relate whatsoever thou wilt—it cannot be overstated; believe, therefore, whatsoever thou hearest of this. But the persons referred to, the trumpet-people, are entirely shut out from this bounty and receive no portion thereof; their way is an illusion.
139.4O handmaid of God! Prayers are granted through the universal Manifestations of God. Nevertheless, where the wish is to obtain material things, even where the heedless are concerned, if they supplicate, humbly imploring God’s help—even their prayer hath an effect.
139.5O handmaid of God! Although the reality of Divinity is sanctified and boundless, the aims and needs of the creatures are restricted. God’s grace is like the rain that cometh down from heaven: the water is not bounded by the limitations of form, yet on whatever place it poureth down, it taketh on limitations—dimensions, appearance, shape—according to the characteristics of that place. In a square pool, the water, previously unconfined, becometh a square; in a six-sided pool it becometh a hexagon, in an eight-sided pool an octagon, and so forth. The rain itself hath no geometry, no limits, no form, but it taketh on one form or another, according to the restrictions of its vessel. In the same way, the Holy Essence of the Lord God is boundless, immeasurable, but His graces and splendors become finite in the creatures, because of their limitations, wherefore the prayers of given persons will receive favorable answers in certain cases.
139.6O handmaid of God! It is with the Lord Christ even as with Adam. Did the first human being who came into existence on this earth have a father or mother? It is certain that he had neither. But Christ lacked only a father.
139.7O handmaid of God! The prayers which were revealed to ask for healing apply both to physical and spiritual healing. Recite them, then, to heal both the soul and the body. If healing is right for the patient, it will certainly be granted; but for some ailing persons, healing would only be the cause of other ills, and therefore wisdom doth not permit an affirmative answer to the prayer.
139.8O handmaid of God! The power of the Holy Spirit healeth both physical and spiritual ailments.
139.9O handmaid of God! It is recorded in the Torah: And I will give you the valley of Achor for a door of hope. This valley of Achor is the city of ‘Akká, and whoso hath interpreted this otherwise is of those who know not.
140
140.1Thou didst ask as to the transfiguration of Jesus, with Moses and Elias and the Heavenly Father on Mount Tabor, as referred to in the Bible. This occurrence was perceived by the disciples with their inner eye, wherefore it was a secret hidden away, and was a spiritual discovery of theirs. Otherwise, if the intent be that they witnessed physical forms, that is, witnessed that transfiguration with their outward eyes, then there were many others at hand on that plain and mountain, and why did they fail to behold it? And why did the Lord charge them that they should tell no man? It is clear that this was a spiritual vision and a scene of the Kingdom. Wherefore did the Messiah bid them to keep this hidden, “till the Son of Man were risen from the dead,”—that is, until the Cause of God should be exalted, and the Word of God prevail, and the reality of Christ rise up.
141
141.1O thou yearning flame, thou who art afire with the love of God! I have read thy letter, and its contents, well-expressed and eloquent, delighted my heart, showing as they did thy deep sincerity in the Cause of God, thy persevering steps along the pathway of His Kingdom, and thy staunchness in His Faith—for of all great things, this is the greatest in His sight.
141.2How many a soul hath turned itself unto the Lord and entered into the protective shadow of His Word, and become famed throughout the world—for example, Judas Iscariot. And then, when the tests grew harsh and the violence thereof intensified, their feet slipped on the pathway and they turned backward from the Faith after having acknowledged its truth, and they denied it, and fell away from harmony and love into mischief and hate. Thus became visible the power of tests, which maketh mighty pillars to tremble and shake.
141.3Judas Iscariot was the greatest of the disciples, and he summoned the people to Christ. Then it seemed to him that Jesus was showing increasing regard to the Apostle Peter, and when Jesus said, “Thou art Peter, and upon this rock I will build My church,” these words addressed to Peter, and this singling out of Peter for special honor, had a marked effect on the Apostle, and kindled envy within the heart of Judas. For this reason he who had once drawn nigh did turn aside, and he who had believed in the Faith denied it, and his love changed to hate, until he became a cause of the crucifixion of that glorious Lord, that manifest Splendor. Such is the outcome of envy, the chief reason why men turn aside from the Straight Path. So hath it occurred, and will occur, in this great Cause. But it doth not matter, for it engendereth loyalty in the rest, and maketh souls to arise who waver not, who are fixed and unshakable as the mountains in their love for the Manifest Light.
141.4Convey thou unto the handmaids of the Merciful the message that when a test turneth violent they must stand unmoved, and faithful to their love for Bahá. In winter come the storms, and the great winds blow, but then will follow spring in all its beauty, adorning hill and plain with perfumed plants and red anemones, fair to see. Then will the birds trill out upon the branches their songs of joy, and sermonize in lilting tones from the pulpits of the trees. Erelong shall ye bear witness that the lights are streaming forth, the banners of the realm above are waving, the sweet scents of the All-Merciful are wafted abroad, the hosts of the Kingdom are marching down, the angels of heaven are rushing forward, and the Holy Spirit is breathing upon all those regions. On that day thou shalt behold the waverers, men and women alike, frustrated of their hopes and in manifest loss. This is decreed by the Lord, the Revealer of Verses.
141.5As to thee, blessed art thou, for thou art steadfast in the Cause of God, firm in His Covenant. I beg of Him to bestow upon thee a spiritual soul, and the life of the Kingdom, and to make thee a leaf verdant and flourishing on the Tree of Life, that thou mayest serve the handmaids of the Merciful with spirituality and good cheer.
141.6Thy generous Lord will assist thee to labor in His vineyard and will cause thee to be the means of spreading the spirit of unity among His handmaids. He will make thine inner eye to see with the light of knowledge, He will forgive thy sins and transform them into goodly deeds. Verily He is the Forgiving, the Compassionate, the Lord of immeasurable grace.
142
142.1O thou dear handmaid of God! Praise thou God, because thou art favored at His Holy Threshold, and cherished in the Kingdom of His might. Thou art the head of an assembly which is the very imprint of the Company on high, the mirror image of the all-glorious realm. Strive thou with heart and soul, in prayerful humility and self-effacement, to uphold the Law of God and spread His sweet savors abroad. Endeavor thou to become the true president of the assemblies of spiritual souls, and a companion to the angels in the realm of the All-Merciful.
142.2Thou didst ask as to the tenth to the seventeenth verses of the twenty-first chapter of Saint John the Divine’s Revelation. Know thou that according to mathematical principles, the firmament of this earth’s brilliant daystar hath been divided among twelve constellations, which they call the twelve zodiacal signs. In the same way, the Sun of Truth shineth out from and sheddeth its bounties through twelve stations of holiness, and by these heavenly signs are meant those stainless and unsullied personages who are the very wellsprings of sanctity, and the dawning-points proclaiming the oneness of God.
142.3Consider how in the days of the Interlocutor (Moses), there were twelve holy beings who were leaders of the twelve tribes; and likewise in the dispensation of the Spirit (Christ), note that there were twelve Apostles gathered within the sheltering shade of that supernal Light, and from those splendid dawning-points the Sun of Truth shone forth even as the sun in the sky. Again, in the days of Muḥammad, observe that there were twelve dawning-points of holiness, the manifestors of God’s confirming help. Such is the way of it.
142.4Accordingly did Saint John the Divine tell of twelve gates in his vision, and twelve foundations. By “that great city, the holy Jerusalem, descending out of heaven from God” is meant the holy Law of God, and this is set forth in many Tablets and still to be read in the Scriptures of the Prophets of the past: for instance, that Jerusalem was seen going out into the wilderness.
142.5The meaning of the passage is that this heavenly Jerusalem hath twelve gates, through which the blessed enter into the City of God. These gates are souls who are as guiding stars, as portals of knowledge and grace; and within these gates there stand twelve angels. By “angel” is meant the power of the confirmations of God—that the candle of God’s confirming power shineth out from the lamp-niche of those souls—meaning that every one of those beings will be granted the most vehement confirming support.
142.6These twelve gates surround the entire world, that is they are a shelter for all creatures. And further, these twelve gates are the foundation of the City of God, the heavenly Jerusalem, and on each one of these foundations is written the name of one of the Apostles of Christ. That is to say, each one maketh manifest the perfections, the joyous message, and the excellency of that holy Being.
142.7In brief, the Scripture saith: “And he that talked with me had a rod made out of gold, that is, a measure, wherewith he measured the city and the gates thereof and the towers thereof.” The meaning is that certain personages guided the people with a staff grown out of the earth, and shepherded them with a rod, like unto the rod of Moses. Others trained and shepherded the people with a rod of iron, as in the Dispensation of Muḥammad. And in this present cycle, because it is the mightiest of Dispensations, that rod grown out of the vegetable kingdom and that rod of iron will be transformed into a rod of purest gold, taken from out the endless treasure houses in the Kingdom of the Lord. By this rod will the people be trained.
142.8Note well the difference: at one time the Teachings of God were as a staff, and by this means the Holy Scriptures were spread abroad, the Law of God was promulgated and His Faith established. Then followed a time when the staff of the true Shepherd was as iron. And today, in this new and splendid age, the rod is even as pure gold. How wide is the difference here! Know, then, how much ground hath been gained by the Law of God and His Teachings in this dispensation, how they have reached such heights that they far transcend the dispensations gone before: truly this rod is purest gold, while those of other days were of iron and wood.
142.9This is a brief answer that hath been written for thee, because there was no time for more. It is certain that thou wilt forgive me. The handmaids of God must rise to such a station that they will, by themselves and unaided, comprehend these inner meanings, and be able to expound at full length every single word; a station where, out of the truth of their inmost hearts, a spring of wisdom will well up, and jet forth even as a fountain that leapeth from its own original source.
143
143.1O thou who hast drawn nigh unto the spirit of Christ in the Kingdom of God! Verily the body is composed of physical elements, and every composite must needs be decomposed. The spirit, however, is a single essence, fine and delicate, incorporeal, everlasting, and of God. For this reason whoso looketh for Christ in His physical body hath looked in vain, and will be shut away from Him as by a veil. But whoso yearneth to find Him in the spirit will grow from day to day in joy and desire and burning love, in closeness to Him, and in beholding Him clear and plain. In this new and wondrous day, it behooveth thee to seek after the spirit of Christ.
143.2Verily the heaven into which the Messiah rose up was not this unending sky, rather was His heaven the Kingdom of His beneficent Lord. Even as He Himself hath said, “I came down from heaven,” and again, “The Son of Man is in heaven.” Hence it is clear that His heaven is beyond all directional points; it encircleth all existence, and is raised up for those who worship God. Beg and implore thy Lord to lift thee up into that heaven, and give thee to eat of its food, in this age of majesty and might.
143.3Know thou that the people, even unto this day, have failed to unravel the hidden secrets of the Book. They imagine that Christ was excluded from His heaven in the days when He walked the earth, that He fell from the heights of His sublimity, and afterwards mounted to those upper reaches of the sky, to the heaven which doth not exist at all, for it is but space. And they are waiting for Him to come down from there again, riding upon a cloud, and they imagine that there are clouds in that infinite space and that He will ride thereon and by that means He will descend. Whereas the truth is that a cloud is but vapor that riseth out of the earth, and it doth not come down from heaven. Rather, the cloud referred to in the Gospel is the human body, so called because the body is as a veil to man, which, even as a cloud, preventeth him from beholding the Sun of Truth that shineth from the horizon of Christ.
143.4I beg of God to open before thine eyes the gates of discoveries and perceptions, that thou mayest become informed of His mysteries in this most manifest of days.
143.5I am most eager to meet thee, but the times are not propitious. God willing, we shall let thee know of a better time, when thou canst come rejoicing.
144
144.1O lover of humankind! Thy letter hath been received, and it telleth, God be praised, of thy health and well-being. It appeareth, from thine answer to a previous letter, that feelings of affection were being established between thyself and the friends.
144.2One must see in every human being only that which is worthy of praise. When this is done, one can be a friend to the whole human race. If, however, we look at people from the standpoint of their faults, then being a friend to them is a formidable task.
144.3It happened one day in the time of Christ—may the life of the world be a sacrifice unto Him—that He passed by the dead body of a dog, a carcass reeking, hideous, the limbs rotting away. One of those present said: “How foul its stench!” And another said: “How sickening! How loathsome!” To be brief, each one of them had something to add to the list.
144.4But then Christ Himself spoke, and He told them: “Look at that dog’s teeth! How gleaming white!”
144.5The Messiah’s sin-covering gaze did not for a moment dwell upon the repulsiveness of that carrion. The one element of that dead dog’s carcass which was not abomination was the teeth: and Jesus looked upon their brightness.
144.6Thus is it incumbent upon us, when we direct our gaze toward other people, to see where they excel, not where they fail.
144.7Praise be to God, thy goal is to promote the well-being of humankind and to help the souls to overcome their faults. This good intention will produce laudable results.
145
145.1Thou didst write as to the question of spiritual discoveries. The spirit of man is a circumambient power that encompasseth the realities of all things. Whatsoever thou dost see about thee—wondrous products of human workmanship, inventions, discoveries and like evidences—each one of these was once a secret hidden away in the realm of the unknown. The human spirit laid that secret bare, and drew it forth from the unseen into the visible world. There is, for example, the power of steam, and photography and the phonograph, and wireless telegraphy, and advances in mathematics: each and every one of these was once a mystery, a closely guarded secret, yet the human spirit unraveled these secrets and brought them out of the invisible into the light of day. Thus is it clear that the human spirit is an all-encompassing power that exerteth its dominion over the inner essences of all created things, uncovering the well kept mysteries of the phenomenal world.
145.2The divine spirit, however, doth unveil divine realities and universal mysteries that lie within the spiritual world. It is my hope that thou wilt attain unto this divine spirit, so that thou mayest uncover the secrets of the other world, as well as the mysteries of the world below.
145.3Thou didst ask as to chapter 14, verse 30 of the Gospel of John, where the Lord Christ saith, “Hereafter I will not talk much with you: for the Prince of this world cometh, and hath nothing in Me.” The Prince of this world is the Blessed Beauty; and “hath nothing in Me” signifieth: after Me all will draw grace from Me, but He is independent of Me, and will draw no grace from Me. That is, He is rich beyond any grace of Mine.
145.4As to thy question regarding discoveries made by the soul after it hath put off its human form: certainly, that world is a world of perceptions and discoveries, for the interposed veil will be lifted away and the human spirit will gaze upon souls that are above, below, and on a par with itself. It is similar to the condition of a human being in the womb, where his eyes are veiled, and all things are hidden away from him. Once he is born out of the uterine world and entereth this life, he findeth it, with relation to that of the womb, to be a place of perceptions and discoveries, and he observeth all things through his outer eye. In the same way, once he hath departed this life, he will behold in that world whatsoever was hidden from him here: but there he will look upon and comprehend all things with his inner eye. There will he gaze on his fellows and his peers, and those in the ranks above him, and those below. As for what is meant by the equality of souls in the all-highest realm, it is this: the souls of the believers, at the time when they first become manifest in the world of the body, are equal, and each is sanctified and pure. In this world, however, they will begin to differ one from another, some achieving the highest station, some a middle one, others remaining at the lowest stage of being. Their equal status is at the beginning of their existence; the differentiation followeth their passing away.
145.5Thou didst write as to Seir. Seir is a locality near Nazareth in Galilee.
145.6As to the statement of Job, chapter 19, verses 25–27, “I know that my Redeemer liveth, and that He shall stand at the latter day upon the earth,” the meaning here is: I shall not be abased, I have a Sustainer and a Guardian, and my Helper, my Defender will in the end be made manifest. And although now my flesh be weak and clothed with worms, yet shall I be healed, and with these mine own eyes, that is, mine inner sight, I shall behold Him. This did Job say after they had reproached him, and he himself had lamented the harms that his tribulations had wreaked upon him. And even when, from the terrible inroads of the sickness, his body was covered with worms, he sought to tell those about him that still he would be fully healed, and that in his very body, with his very eyes, he would gaze on his Redeemer.
145.7As to the woman in the Revelation of Saint John, chapter 12, who fled into the wilderness, and the great wonder appearing in the heavens—that woman clothed with the sun, with the moon under her feet: what is meant by the woman is the Law of God. For according to the terminology of the Holy Books, this reference is to the Law, the woman being its symbol here. And the two luminaries, the sun and the moon, are the two thrones, the Turkish and the Persian, these two being under the rule of the Law of God. The sun is the symbol of the Persian Empire, and the moon, that is, the crescent, of the Turkish. The twelve-fold crown is the twelve Imáms, who, even as the Apostles, supported the Faith of God. The newborn Child is the Beauty of the Adored One, come forth out of the Law of God. He then saith that the woman fled into the wilderness, that is, the Law of God was carried out of Palestine to the desert of Ḥijáz, where it remained 1260 years—that is, until the advent of the promised Child. And as is well known, in the Holy Books, every day is accounted as one year.
146
146.1O thou handmaid afire with the love of God! I have considered thine excellent letter, and thanked God for thy safe arrival in that great city. I beg of Him, through His unfailing aid, to cause this return of thine to exert a powerful effect. Such a thing can only come about if thou dost divest thyself of all attachment to this world, and dost put on the vesture of holiness; if thou dost limit all thy thoughts and all thy words to the remembrance of God and His praise; to spreading His sweet savors abroad, and performing righteous acts; and if thou dost devote thyself to awakening the heedless and restoring sight to the blind, hearing to the deaf, speech to the mute, and through the power of the spirit, giving life to the dead.
146.2For even as Christ said of them in the Gospel, the people are blind, they are deaf, they are dumb; and He said: “I will heal them.”
146.3Be thou kind and compassionate to thine enfeebled mother, and speak to her of the Kingdom, that her heart may rejoice.
146.4Give thou my greetings to Miss Ford. Convey to her the glad tidings that these are the days of the Kingdom of God. Say unto her: Blessed art thou for thy noble aims, blessed art thou for thy goodly deeds, blessed art thou for thy spiritual nature. Verily do I love thee on account of these thine aims and qualities and deeds. Tell her further: Remember the Messiah, and His days on earth, and His abasement, and His tribulations, and how the people paid Him no mind. Remember how the Jews would hold Him up to ridicule, and mock at Him, and address Him with: “Peace be upon thee, King of the Jews! Peace be upon thee, King of Kings!” How they would say that He was mad, and would ask how the Cause of that crucified One could ever spread out to the easts of the world and the wests thereof. None followed Him then, save only a few souls who were fishermen, carpenters, and other plain folk. Alas, alas, for such delusions!
146.5And see what happened then: how their mighty banners were reversed, and in their place His most exalted standard lifted up; how all the bright stars in that heaven of honor and pride did set; how they sank in the west of all that vanisheth—while His brilliant Orb still shineth down out of skies of undying glory, as the centuries and the ages roll by. Be ye then admonished, ye that have eyes to see! Erelong shall ye behold even greater things than this.
146.6Know thou that all the powers combined have not the power to establish universal peace, nor to withstand the overmastering dominion, at every time and season, of these endless wars. Erelong, however, shall the power of heaven, the dominion of the Holy Spirit, hoist on the high summits the banners of love and peace, and there above the castles of majesty and might shall those banners wave in the rushing winds that blow out of the tender mercy of God.
146.7Convey thou my greetings to Mrs. Florence, and tell her: The diverse congregations have given up the ground of their belief, and adopted doctrines that are of no account in the sight of God. They are even as the Pharisees who both prayed and fasted, and then did sentence Jesus Christ to death. By the life of God! This thing is passing strange!
146.8As to thee, O handmaid of God, softly recite thou this commune to thy Lord, and say unto Him:
146.9O God, my God! Fill up for me the cup of detachment from all things, and in the assembly of Thy splendors and bestowals, rejoice me with the wine of loving Thee. Free me from the assaults of passion and desire, break off from me the shackles of this nether world, draw me with rapture unto Thy supernal realm, and refresh me amongst the handmaids with the breathings of Thy holiness.
146.10O Lord, brighten Thou my face with the lights of Thy bestowals, light Thou mine eyes with beholding the signs of Thine all-subduing might; delight my heart with the glory of Thy knowledge that encompasseth all things, gladden Thou my soul with Thy soul-reviving tidings of great joy, O Thou King of this world and the Kingdom above, O Thou Lord of dominion and might, that I may spread abroad Thy signs and tokens, and proclaim Thy Cause, and promote Thy Teachings, and serve Thy Law, and exalt Thy Word.
146.11Thou art verily the Powerful, the Ever-Giving, the Able, the Omnipotent.
146.12As to the fundamentals of teaching the Faith: know thou that delivering the Message can be accomplished only through goodly deeds and spiritual attributes, an utterance that is crystal clear and the happiness reflected from the face of that one who is expounding the Teachings. It is essential that the deeds of the teacher should attest the truth of his words. Such is the state of whoso doth spread abroad the sweet savors of God and the quality of him who is sincere in his faith.
146.13Once the Lord hath enabled thee to attain this condition, be thou assured that He will inspire thee with words of truth, and will cause thee to speak through the breathings of the Holy Spirit.
147
147.1Reflect upon the past events of the time of Christ, and the present events shall become clear and manifest.
148
148.1O ye sons and daughters of the Kingdom! Thankful, the birds of the spirit seek only to fly in the high heavens and to sing out their songs with wondrous art. But the pitiable earthworms love only to tunnel into the ground, and what a mighty struggle they make to get themselves down into its depths! Even so are the sons of earth. Their highest aim is to augment their means of continuing on, in this vanishing world, this death in life; and this despite the fact that they are bound hand and foot by a thousand cares and sorrows, and never safe from danger, not even for the twinkling of an eye; never at any time secure, even from sudden death. Wherefore, after a brief span, are they utterly effaced, and no sign remaineth to tell of them, and no word of them is ever heard again.
148.2Then let you engage in the praise of Bahá’u’lláh, for it is through His grace and succor that ye have become sons and daughters of the Kingdom; it is thanks to Him that ye are now songsters in the meadows of truth, and have soared upward to the heights of the glory that abideth forever. Ye have found your place in the world that dieth not; the breaths of the Holy Spirit have blown upon you; ye have taken on another life, ye have gained access to the Threshold of God.
148.3Wherefore, with great gladness, establish ye spiritual assemblies, and engage ye in uttering the praise and glorification of the Lord, and calling Him Holy and Most Great. Lift up to the realm of the All-Glorious your suppliant cries for help, and voice ye at every moment a myriad thanks for having won this abounding favor and exceeding grace.
149
149.1O thou who hast eyes to see! That which thou didst witness is the very truth, and it pertaineth to the realm of vision.
149.2The perfume is intimately commingled and blended with the bud, and once the bud hath opened the sweet scent of it is spread abroad. The herb is not without its fruit, although it seemeth so, for in this garden of God every plant exerteth its own influence and hath its own properties, and every plant can even match the laughing, hundred-petalled rose in rejoicing the sense with its fragrance. Be thou assured of this. Although the pages of a book know nothing of the words and the meanings traced upon them, even so, because of their connection with these words, friends pass them reverently from hand to hand. This connection, furthermore, is purest bounty.
149.3When the human soul soareth out of this transient heap of dust and riseth into the world of God, then veils will fall away, and verities will come to light, and all things unknown before will be made clear, and hidden truths be understood.
149.4Consider how a being, in the world of the womb, was deaf of ear and blind of eye, and mute of tongue; how he was bereft of any perceptions at all. But once, out of that world of darkness, he passed into this world of light, then his eye saw, his ear heard, his tongue spoke. In the same way, once he hath hastened away from this mortal place into the Kingdom of God, then he will be born in the spirit; then the eye of his perception will open, the ear of his soul will hearken, and all the truths of which he was ignorant before will be made plain and clear.
149.5An observant traveler passing along a way will certainly recall his discoveries to mind, unless some accident befall him and efface the memory.
150
150.1O thou handmaid aflame with the fire of God’s love! Grieve thou not over the troubles and hardships of this nether world, nor be thou glad in times of ease and comfort, for both shall pass away. This present life is even as a swelling wave, or a mirage, or drifting shadows. Could ever a distorted image on the desert serve as refreshing waters? No, by the Lord of Lords! Never can reality and the mere semblance of reality be one, and wide is the difference between fancy and fact, between truth and the phantom thereof.
150.2Know thou that the Kingdom is the real world, and this nether place is only its shadow stretching out. A shadow hath no life of its own; its existence is only a fantasy, and nothing more; it is but images reflected in water, and seeming as pictures to the eye.
150.3Rely upon God. Trust in Him. Praise Him, and call Him continually to mind. He verily turneth trouble into ease, and sorrow into solace, and toil into utter peace. He verily hath dominion over all things.
150.4If thou wouldst hearken to my words, release thyself from the fetters of whatsoever cometh to pass. Nay rather, under all conditions thank thou thy loving Lord, and yield up thine affairs unto His Will that worketh as He pleaseth. This verily is better for thee than all else, in either world.
151
151.1O thou believer in the oneness of God! Know thou that nothing profiteth a soul save the love of the All-Merciful, nothing lighteth up a heart save the splendor that shineth from the realm of the Lord.
151.2Forsake thou every other concern, let oblivion overtake the memory of all else. Confine thy thoughts to whatever will lift up the human soul to the Paradise of heavenly grace, and make every bird of the Kingdom wing its way unto the Supreme Horizon, the central point of everlasting honor in this contingent world.
152
152.1As to the question regarding the soul of a murderer, and what his punishment would be, the answer given was that the murderer must expiate his crime: that is, if they put the murderer to death, his death is his atonement for his crime, and following the death, God in His justice will impose no second penalty upon him, for divine justice would not allow this.
153
153.1O thou handmaid of God! In this day, to thank God for His bounties consisteth in possessing a radiant heart, and a soul open to the promptings of the spirit. This is the essence of thanksgiving.
153.2As for offering thanks by speaking out or writing, although this is indeed acceptable, yet when compared with that other thanksgiving, it is only a semblance and unreal; for the essential thing is these intimations of the spirit, these emanations from the deep recess of the heart. It is my hope that thou wilt be favored therewith.
153.3Regarding one’s lack of capacity and one’s undeserving on the Day of Resurrection, this does not cause one to be shut out from gifts and bounties; for this is not the Day of Justice but the Day of Grace, while justice is allotting to each whatever is his due. Then look thou not at the degree of thy capacity, look thou at the boundless favor of Bahá’u’lláh; all-encompassing is His bounty, and consummate His grace.
153.4I ask of God that with His assistance and strong support thou mayest teach the inner meanings of the Torah with eloquence, understanding, vigor and skill. Turn thy face toward the Kingdom of God, ask for the bestowals of the Holy Spirit, speak, and the confirmations of the Spirit will come.
153.5As for that mighty solar orb which thou didst behold in thy dream, that was the Promised One, and its spreading rays were His bounties, and the translucent surface of the mass of water signifieth hearts that are undefiled and pure, while the surging waves denote the great excitement of those hearts and the fact that they were shaken and deeply moved, that is, the waves are the stirrings of the spirit and holy intimations of the soul. Praise thou God that in the world of the dream thou hast witnessed such disclosures.
153.6With reference to what is meant by an individual becoming entirely forgetful of self: the intent is that he should rise up and sacrifice himself in the true sense, that is, he should obliterate the promptings of the human condition, and rid himself of such characteristics as are worthy of blame and constitute the gloomy darkness of this life on earth—not that he should allow his physical health to deteriorate and his body to become infirm.
153.7I do earnestly and humbly supplicate at the Holy Threshold that heavenly blessings and divine forgiveness will encompass thy dear mother, as well as thy loving sisters and relatives. Especially do I pray on behalf of thy betrothed, who hath suddenly hastened away from this world into the next.
154
154.1O thou son of the Kingdom! Thy most agreeable letters, with their pleasing style, ever gladden our hearts. When the song is of the Kingdom, it rejoiceth the soul.
154.2Praise thou God that thou hast travelled to that country for the purpose of raising up His Word and spreading abroad the holy fragrance of His Kingdom, and that thou art serving as a gardener in the gardens of heaven. Erelong shall thine efforts be crowned with success.
154.3O thou son of the Kingdom! All things are beneficial if joined with the love of God; and without His love all things are harmful, and act as a veil between man and the Lord of the Kingdom. When His love is there, every bitterness turneth sweet, and every bounty rendereth a wholesome pleasure. For example, a melody, sweet to the ear, bringeth the very spirit of life to a heart in love with God, yet staineth with lust a soul engrossed in sensual desires. And every branch of learning, conjoined with the love of God, is approved and worthy of praise; but bereft of His love, learning is barren—indeed, it bringeth on madness. Every kind of knowledge, every science, is as a tree: if the fruit of it be the love of God, then is it a blessed tree, but if not, that tree is but dried-up wood, and shall only feed the fire.
154.4O thou loyal servant of God and thou spiritual healer of man! Whensoever thou dost attend a patient, turn thy face toward the Lord of the heavenly Kingdom, ask the Holy Spirit to come to thine aid, then heal thou the sickness.
155
155.1O thou flame of God’s love! What thou hast written hath brought great joy, for thy letter was as a garden from which roses of inner meanings spread abroad the sweet exhalations of the love of God. In the same way, my answers will serve as rainshowers and dew, to bestow on those spiritual plants that have blossomed in the garden of thy heart more freshness and delicate beauty than words can tell.
155.2Thou didst write of afflictive tests that have assailed thee. To the loyal soul, a test is but God’s grace and favor; for the valiant doth joyously press forward to furious battle on the field of anguish, when the coward, whimpering with fright, will tremble and shake. So too, the proficient student, who hath with great competence mastered his subjects and committed them to memory, will happily exhibit his skills before his examiners on the day of his tests. So too will solid gold wondrously gleam and shine out in the assayer’s fire.
155.3It is clear, then, that tests and trials are, for sanctified souls, but God’s bounty and grace, while to the weak, they are a calamity, unexpected and sudden.
155.4These tests, even as thou didst write, do but cleanse the spotting of self from off the mirror of the heart, till the Sun of Truth can cast its rays thereon; for there is no veil more obstructive than the self, and however tenuous that veil may be, at the last it will completely shut a person out, and deprive him of his portion of eternal grace.
155.5O thou enraptured handmaid of the Lord! When the believers, men and women, pass in thought before my eyes, I feel myself warmed at the fire of God’s love, and I pray that the Almighty will succor those holy souls with His invisible hosts. Praised be the Lord that the prophecies of all His Manifestations have now been clearly fulfilled, in this greatest of all days, this holy and blessed age.
155.6O thou enraptured handmaid of God! Nearness is verily of the soul, not of the body; and the help that is sought, and the help that cometh, is not material but of the spirit; nevertheless it is my hope that thou wilt attain to nearness in every sense. The bounties of God will verily encompass a sanctified soul even as the sun’s light doth the moon and stars: be thou assured of this.
155.7Waft thou to each one of the believers, men and women alike, fragrant breaths of holiness on behalf of ‘Abdu’l-Bahá. Inspire them all and urge them on to shed abroad the sweet savors of the Lord.
156
156.1O thou servant of the Holy Threshold! We have read what flowed out from thy pen in thy love for God, and found the contents of thy letter most pleasing. My hope is that through the bounty of God, the breaths of the All-Merciful will at all times refresh and renew thee.
156.2Thou didst write of reincarnation. A belief in reincarnation goeth far back into the ancient history of almost all peoples, and was held even by the philosophers of Greece, the Roman sages, the ancient Egyptians, and the great Assyrians. Nevertheless such superstitions and sayings are but absurdities in the sight of God.
156.3The major argument of the reincarnationists was this, that according to the justice of God, each must receive his due: whenever a man is afflicted with some calamity, for example, this is because of some wrong he hath committed. But take a child that is still in its mother’s womb, the embryo but newly formed, and that child is blind, deaf, lame, defective—what sin hath such a child committed, to deserve its afflictions? They answer that, although to outward seeming the child, still in the womb, is guilty of no sin—nevertheless he perpetrated some wrong when in his previous form, and thus he came to deserve his punishment.
156.4These individuals, however, have overlooked the following point. If creation went forward according to only one rule, how could the all-encompassing Power make Itself felt? How could the Almighty be the One Who “doeth as He pleaseth and ordaineth as He willeth”?
156.5Briefly, a return is indeed referred to in the Holy Scriptures, but by this is meant the return of the qualities, conditions, effects, perfections, and inner realities of the lights which recur in every dispensation. The reference is not to specific, individual souls and identities.
156.6It may be said, for instance, that this lamplight is last night’s come back again, or that last year’s rose hath returned to the garden this year. Here the reference is not to the individual reality, the fixed identity, the specialized being of that other rose, rather doth it mean that the qualities, the distinctive characteristics of that other light, that other flower, are present now, in these. Those perfections, that is, those graces and gifts of a former springtime are back again this year. We say, for example, that this fruit is the same as last year’s; but we are thinking only of the delicacy, bloom and freshness, and the sweet taste of it; for it is obvious that that impregnable center of reality, that specific identity, can never return.
156.7What peace, what ease and comfort did the Holy Ones of God ever discover during Their sojourn in this nether world, that They should continually seek to come back and live this life again? Doth not a single turn at this anguish, these afflictions, these calamities, these body blows, these dire straits, suffice, that They should wish for repeated visits to the life of this world? This cup was not so sweet that one would care to drink of it a second time.
156.8Therefore do the lovers of the Abhá Beauty wish for no other recompense but to reach that station where they may gaze upon Him in the Realm of Glory, and they walk no other path save over desert sands of longing for those exalted heights. They seek that ease and solace which will abide forever, and those bestowals that are sanctified beyond the understanding of the worldly mind.
156.9When thou lookest about thee with a perceptive eye, thou wilt note that on this dusty earth all humankind are suffering. Here no man is at rest as a reward for what he hath performed in former lives; nor is there anyone so blissful as seemingly to pluck the fruit of bygone anguish. And if a human life, with its spiritual being, were limited to this earthly span, then what would be the harvest of creation? Indeed, what would be the effects and the outcomes of Divinity Itself? Were such a notion true, then all created things, all contingent realities, and this whole world of being—all would be meaningless. God forbid that one should hold to such a fiction and gross error.
156.10For just as the effects and the fruitage of the uterine life are not to be found in that dark and narrow place, and only when the child is transferred to this wide earth do the benefits and uses of growth and development in that previous world become revealed—so likewise reward and punishment, heaven and hell, requital and retribution for actions done in this present life, will stand revealed in that other world beyond. And just as, if human life in the womb were limited to that uterine world, existence there would be nonsensical, irrelevant—so too if the life of this world, the deeds here done and their fruitage, did not come forth in the world beyond, the whole process would be irrational and foolish.
156.11Know then that the Lord God possesseth invisible realms which the human intellect can never hope to fathom nor the mind of man conceive. When once thou hast cleansed the channel of thy spiritual sense from the pollution of this worldly life, then wilt thou breathe in the sweet scents of holiness that blow from the blissful bowers of that heavenly land.
156.12The Glory rest upon thee, and upon whosoever turneth toward and gazeth on the Kingdom of the All-Glorious, which the Lord hath sanctified beyond the understanding of those who are neglectful of Him, and hath hid from the eyes of those who show Him pride.
157
157.1O ye who are strongly attracted! O ye who are mindful! O ye who are advancing unto the Kingdom of God! Verily with all my heart and soul and with all lowliness do I supplicate the Lord God to make of you ensigns of guidance, banners of righteousness, wellsprings of understanding and knowledge, that through you He may lead the seekers unto the straight path and guide them to the broad way of truth in this mightiest of ages.
157.2O ye loved ones of God! Know ye that the world is even as a mirage rising over the sands, that the thirsty mistaketh for water. The wine of this world is but a vapor in the desert, its pity and compassion but toil and trouble, the repose it proffereth only weariness and sorrow. Abandon it to those who belong to it, and turn your faces unto the Kingdom of your Lord the All-Merciful, that His grace and bounty may cast their dawning splendors over you, and a heavenly table may be sent down for you, and your Lord may bless you, and shower His riches upon you to gladden your bosoms and fill your hearts with bliss, to attract your minds, and cleanse your souls, and console your eyes.
157.3O ye loved ones of God! Is there any giver save God? He singleth out for His mercy whomsoever He willeth. Erelong will He open before you the gates of His knowledge and fill up your hearts with His love. He will cheer your souls with the gentle winds of His holiness and make bright your faces with the splendors of His lights, and exalt the memory of you amongst all peoples. Your Lord is verily the Compassionate, the Merciful.
157.4He will come to your aid with invisible hosts, and support you with armies of inspiration from the Concourse above; He will send unto you sweet perfumes from the highest Paradise, and waft over you the pure breathings that blow from the rose gardens of the Company on high. He will breathe into your hearts the spirit of life, cause you to enter the Ark of salvation, and reveal unto you His clear tokens and signs. Verily is this abounding grace. Verily is this the victory that none can deny.
158
158.1Grieve thou not over the ascension of my beloved Breakwell, for he hath risen unto a rose garden of splendors within the Abhá Paradise, sheltered by the mercy of his mighty Lord, and he is crying at the top of his voice: “O that my people could know how graciously my Lord hath forgiven me, and made me to be of those who have attained His Presence!”
158.2O Breakwell, O my dear one!Where now is thy fair face? Where is thy fluent tongue? Where thy clear brow? Where thy bright comeliness?
158.3O Breakwell, O my dear one!Where is thy fire, blazing with God’s love? Where is thy rapture at His holy breaths? Where are thy praises, lifted unto Him? Where is thy rising up to serve His Cause?
158.4O Breakwell, O my dear one!Where are thy beauteous eyes? Thy smiling lips? The princely cheek? The graceful form?
158.5O Breakwell, O my dear one!Thou hast quit this earthly world and risen upward to the Kingdom, thou hast reached unto the grace of the invisible realm, and offered thyself at the threshold of its Lord.
158.6O Breakwell, O my dear one!Thou hast left the lamp that was thy body here, the glass that was thy human form, thy earthy elements, thy way of life below.
158.7O Breakwell, O my dear one!Thou hast lit a flame within the lamp of the Company on high, thou hast set foot in the Abhá Paradise, thou hast found a shelter in the shadow of the Blessed Tree, thou hast attained His meeting in the haven of Heaven.
158.8O Breakwell, O my dear one!Thou art now a bird of Heaven, thou hast quit thine earthly nest, and soared away to a garden of holiness in the kingdom of thy Lord. Thou hast risen to a station filled with light.
158.9O Breakwell, O my dear one!Thy song is even as birdsong now, thou pourest forth verses as to the mercy of thy Lord; of Him Who forgiveth ever, thou wert a thankful servant, wherefore hast thou entered into exceeding bliss.
158.10O Breakwell, O my dear one!Thy Lord hath verily singled thee out for His love, and hath led thee into His precincts of holiness, and made thee to enter the garden of those who are His close companions, and hath blessed thee with beholding His beauty.
158.11O Breakwell, O my dear one!Thou hast won eternal life, and the bounty that faileth never, and a life to please thee well, and plenteous grace.
158.12O Breakwell, O my dear one!Thou art become a star in the supernal sky, and a lamp amid the angels of high Heaven; a living spirit in the most exalted Kingdom, throned in eternity.
158.13O Breakwell, O my dear one!I ask of God to draw thee ever closer, hold thee ever faster; to rejoice thy heart with nearness to His presence, to fill thee with light and still more light, to grant thee still more beauty, and to bestow upon thee power and great glory.
158.14O Breakwell, O my dear one!At all times do I call thee to mind. I shall never forget thee. I pray for thee by day, by night; I see thee plain before me, as if in open day.
158.15O Breakwell, O my dear one!
159
159.1As to thy question, doth every soul without exception achieve life everlasting? Know thou that immortality belongeth to those souls in whom hath been breathed the spirit of life from God. All save these are lifeless—they are the dead, even as Christ hath explained in the Gospel text. He whose eyes the Lord hath opened will see the souls of men in the stations they will occupy after their release from the body. He will find the living ones thriving within the precincts of their Lord, and the dead sunk down in the lowest abyss of perdition.
159.2Know thou that every soul is fashioned after the nature of God, each being pure and holy at his birth. Afterwards, however, the individuals will vary according to what they acquire of virtues or vices in this world. Although all existent beings are in their very nature created in ranks or degrees, for capacities are various, nevertheless every individual is born holy and pure, and only thereafter may he become defiled.
159.3And further, although the degrees of being are various, yet all are good. Observe the human body, its limbs, its members, the eye, the ear, the organs of smell, of taste, the hands, the fingernails. Notwithstanding the differences among all these parts, each one within the limitations of its own being participateth in a coherent whole. If one of them faileth it must be healed, and should no remedy avail, that part must be removed.
160
160.1O thou sincere and loyal handmaid of the Lord! I have read thy letter. Thou art truly attached to the Kingdom and devoted to the All-Glorious Horizon. I beg of God in His bounty to make thee to burn ever more brightly in the fire of His love, as each day passeth by.
160.2Thou wert, it appeareth, in doubt as to whether to write, or to teach the Faith. Teaching the Faith is essential, and for the present teaching is preferable for thee. Whensoever thou dost find an opportunity, loose thy tongue and guide the human race.
160.3Thou didst ask as to acquiring knowledge: read thou the Books and Tablets of God, and the articles written to demonstrate the truth of this Faith. Included among them are the Íqán, which hath been translated into English, the works of Mírzá Abu’l-Faḍl, and those of some others among the believers. In the days to come a great number of holy Tablets and other sacred writings will be translated, and thou shouldst read these as well. Likewise, ask thou of God that the magnet of His love should draw unto thee the knowledge of Him. Once a soul becometh holy in all things, purified, sanctified, the gates of the knowledge of God will open wide before his eyes.
160.4Thou hast written of the dear handmaid of God, Mrs. Goodall. That soul enraptured of God is truly serving the Faith at all times, and doing whatever she can to scatter abroad the heavenly splendors. If she continue in this same way, very great results will follow in a time to come. The main thing is to remain staunch and firmly rooted, and persevere to the end. It is my hope that through the high endeavors of the handmaids of the Lord, those foothills and that ocean shore will grow so bright with the love of God as to cast their beams to the ends of the earth.
160.5Thou didst ask whether, at the advent of the Kingdom of God, every soul was saved. The Sun of Truth hath shone forth in splendor over all the world, and its luminous rising is man’s salvation and his eternal life—but only he is of the saved who hath opened wide the eye of his discernment and beheld that glory.
160.6Likewise didst thou ask whether, in this Bahá’í Dispensation, the spiritual will ultimately prevail. It is certain that spirituality will defeat materialism, that the heavenly will subdue the human, and that through divine education the masses of mankind generally will take great steps forward in all degrees of life—except for those who are blind and deaf and mute and dead. How can such as they understand the light? Though the sun’s rays illumine every darkest corner of the globe, still the blind can have no share in the glory, and though the rain of heavenly mercy come down in torrents over all the earth, no shrub or flower will bloom from a barren land.
161
161.1O thou who seekest the Kingdom of heaven! This world is even as the body of man, and the Kingdom of God is as the spirit of life. See how dark and narrow is the physical world of man’s body, and what a prey it is to diseases and ills. On the other hand, how fresh and bright is the realm of the human spirit. Judge thou from this metaphor how the world of the Kingdom hath shone down, and how its laws have been made to work in this nether realm. Although the spirit is hidden from view, still its commandments shine out like rays of light upon the world of the human body. In the same way, although the Kingdom of heaven is hidden from the sight of this unwitting people, still, to him who seeth with the inner eye, it is plain as day.
161.2Wherefore dwell thou ever in the Kingdom, and be thou oblivious of this world below. Be thou so wholly absorbed in the emanations of the spirit that nothing in the world of man will distract thee.
162
162.1O ye dear friends of ‘Abdu’l-Bahá! At all times do I await your good news, longing as I do to hear that ye are making progress from day to day, and are becoming ever more illumined by the light of guidance.
162.2The blessings of Bahá’u’lláh are a shoreless sea, and even life everlasting is only a dewdrop therefrom. The waves of that sea are continually lapping against the hearts of the friends, and from those waves there come intimations of the spirit and ardent pulsings of the soul, until the heart giveth way, and willing or not, turneth humbly in prayer unto the Kingdom of the Lord. Wherefore do all ye can to disengage your inner selves, that ye may at every moment reflect new splendors from the Sun of Truth.
162.3Ye live, all of you, within the heart of ‘Abdu’l-Bahá, and with every breath do I turn my face toward the Threshold of Oneness and call down blessings upon you, each and all.
163
163.1O ye two seekers after truth! Your letter was received and its contents noted. As for the letters ye had previously sent, not all were received, while some reached here at a time when the cruelty of the oppressors had so intensified that it was not possible to send a reply. Now this present letter is here, and we are able to answer it, and I have therefore set about writing, in spite of much pressing business, so that ye will know that ye are loved amongst us, and also accepted in the Kingdom of God.
163.2Your questions, however, can be answered only briefly, since there is no time for a detailed reply. The answer to the first question: the souls of the children of the Kingdom, after their separation from the body, ascend unto the realm of everlasting life. But if ye ask as to the place, know ye that the world of existence is a single world, although its stations are various and distinct. For example, the mineral life occupieth its own plane, but a mineral entity is without any awareness at all of the vegetable kingdom, and indeed, with its inner tongue denieth that there is any such kingdom. In the same way, a vegetable entity knoweth nothing of the animal world, remaining completely heedless and ignorant thereof, for the stage of the animal is higher than that of the vegetable, and the vegetable is veiled from the animal world and inwardly denieth the existence of that world—all this while animal, vegetable and mineral dwell together in the one world. In the same way the animal remaineth totally unaware of that power of the human mind which graspeth universal ideas and layeth bare the secrets of creation—so that a man who liveth in the east can make plans and arrangements for the west; can unravel mysteries; although located on the continent of Europe can discover America; although sited on the earth can lay hold of the inner realities of the stars of heaven. Of this power of discovery which belongeth to the human mind, this power which can grasp abstract and universal ideas, the animal remaineth totally ignorant, and indeed denieth its existence.
163.3In the same way, the denizens of this earth are completely unaware of the world of the Kingdom and deny the existence thereof. They ask, for example: “Where is the Kingdom? Where is the Lord of the Kingdom?” These people are even as the mineral and the vegetable, who know nothing whatever of the animal and the human realm; they see it not; they find it not. Yet the mineral and vegetable, the animal and man, are all living here together in this world of existence.
163.4As to the second question: the tests and trials of God take place in this world, not in the world of the Kingdom.
163.5The answer to the third question is this, that in the other world the human reality doth not assume a physical form, rather doth it take on a heavenly form, made up of elements of that heavenly realm.
163.6And the answer to the fourth question: the center of the Sun of Truth is in the supernal world—the Kingdom of God. Those souls who are pure and unsullied, upon the dissolution of their elemental frames, hasten away to the world of God, and that world is within this world. The people of this world, however, are unaware of that world, and are even as the mineral and the vegetable that know nothing of the world of the animal and the world of man.
163.7The answer to the fifth question is this: Bahá’u’lláh hath raised up the tabernacle of the oneness of mankind. Whoso seeketh shelter under this roof will certainly come forth from other dwellings.
163.8And to the sixth question: if on some point or other a difference ariseth among two conflicting groups, let them refer to the Center of the Covenant for a solution to the problem.
163.9And the seventh question: Bahá’u’lláh hath been made manifest to all mankind and He hath invited all to the table of God, the banquet of Divine bounty. Today, however, most of those who sit at that table are the poor, and this is why Christ hath said blessed are the poor, for riches do prevent the rich from entering the Kingdom; and again, He saith, “It is easier for a camel to go through the eye of a needle, than for a rich man to enter into the Kingdom of God.” If, however, the wealth of this world, and worldly glory and repute, do not block his entry therein, that rich man will be favored at the Holy Threshold and accepted by the Lord of the Kingdom.
163.10In brief, Bahá’u’lláh hath become manifest to educate all the peoples of the world. He is the Universal Educator, whether of the rich or the poor, whether of black or white, or of peoples from east or west, or north or south.
163.11Among those who visit ‘Akká, some have made great forward strides. Lightless candles, they were set alight; withered, they began to bloom; dead, they were recalled to life and went home with tidings of great joy. But others, in truth, have simply passed through; they have only taken a tour.
163.12O ye twain who are strongly attracted to the Kingdom, thank ye God that ye have made your home a Bahá’í center and a gathering place for the friends.
164
164.1O ye two faithful and assured souls! The letter was received. Praise be to God, it imparted good tidings. California is ready for the promulgation of the Teachings of God. My hope is that ye may strive with heart and soul that the sweet scent may perfume the nostrils.…
164.2Convey on my behalf to Mrs. Chase respectful greetings and say: “Mr. Chase is a twinkling star above the horizon of Truth, but at present it is still behind the clouds; soon these shall be dispersed and the radiance of that star shall illumine the state of California. Appreciate thou this bounty that thou hast been his wife and companion in life.”
164.3Every year on the anniversary of the ascension of that blessed soul the friends must visit his tomb on behalf of ‘Abdu’l-Bahá and in the utmost lowliness and humility should with all respect lay on his grave wreaths of flowers and spend all the day in quiet prayer, while turning their faces toward the Kingdom of Signs and mentioning and praising the attributes of that illustrious person.
165
165.1O my God! O my God! Verily Thy servant, humble before the majesty of Thy divine supremacy, lowly at the door of Thy oneness, hath believed in Thee and in Thy verses, hath testified to Thy word, hath been enkindled with the fire of Thy love, hath been immersed in the depths of the ocean of Thy knowledge, hath been attracted by Thy breezes, hath relied upon Thee, hath turned his face to Thee, hath offered his supplications to Thee, and hath been assured of Thy pardon and forgiveness. He hath abandoned this mortal life and hath flown to the kingdom of immortality, yearning for the favor of meeting Thee.
165.2O Lord, glorify his station, shelter him under the pavilion of Thy supreme mercy, cause him to enter Thy glorious paradise, and perpetuate his existence in Thine exalted rose garden, that he may plunge into the sea of light in the world of mysteries.
165.3Verily, Thou art the Generous, the Powerful, the Forgiver and the Bestower.
165.4O thou assured soul, thou maidservant of God…! Be not grieved at the death of thy respected husband. He hath, verily, attained the meeting of his Lord at the seat of Truth in the presence of the potent King. Do not suppose that thou hast lost him. The veil shall be lifted and thou shalt behold his face illumined in the Supreme Concourse. Just as God, the Exalted, hath said, “Him will We surely quicken to a happy life.” Supreme importance should be attached, therefore, not to this first creation but rather to the future life.
166
166.1O servant of Bahá! Be self-sacrificing in the path of God, and wing thy flight unto the heavens of the love of the Abhá Beauty, for any movement animated by love moveth from the periphery to the center, from space to the Daystar of the universe. Perchance thou deemest this to be difficult, but I tell thee that such cannot be the case, for when the motivating and guiding power is the divine force of magnetism it is possible, by its aid, to traverse time and space easily and swiftly. Glory be upon the people of Bahá.
167
167.1Thou hadst asked about fate, predestination and will. Fate and predestination consist in the necessary and indispensable relationships which exist in the realities of things. These relationships have been placed in the realities of existent beings through the power of creation and every incident is a consequence of the necessary relationship. For example, God hath created a relation between the sun and the terrestrial globe that the rays of the sun should shine and the soil should yield. These relationships constitute predestination, and the manifestation thereof in the plane of existence is fate. Will is that active force which controlleth these relationships and these incidents. Such is the epitome of the explanation of fate and predestination. I have no time for a detailed explanation. Ponder over this; the reality of fate, predestination and will shall be made manifest.
168
168.1O thou lady of the Kingdom! Praise thou God that in this age, the age of the dispensation of Bahá’u’lláh, thou hast been awakened, hast been made aware of the Manifestation of the Lord of Hosts. All the people of the world are buried in the graves of nature, or are slumbering, heedless and unaware. Just as Christ saith: “I may come when you are not aware. The coming of the Son of Man is like the coming of a thief into a house, the owner of which is utterly unaware.”
168.2In brief, my hope is that from the bounties of Bahá’u’lláh, thou mayest daily advance in the Kingdom, that thou mayest become a heavenly angel, confirmed by the breaths of the Holy Spirit, and mayest erect a structure that shall eternally remain firm and unshakable.…
168.3These days are very precious; grasp the present opportunity and ignite a candle that shall never be extinguished, and which shall pour out its light eternally illuminating the world of mankind!
169
169.1O ye two patient souls! Your letter was received. The death of that beloved youth and his separation from you have caused the utmost sorrow and grief; for he winged his flight in the flower of his age and the bloom of his youth to the heavenly nest. But he hath been freed from this sorrow-stricken shelter and hath turned his face toward the everlasting nest of the Kingdom, and, being delivered from a dark and narrow world, hath hastened to the sanctified realm of light; therein lieth the consolation of our hearts.
169.2The inscrutable divine wisdom underlieth such heartrending occurrences. It is as if a kind gardener transferreth a fresh and tender shrub from a confined place to a wide open area. This transfer is not the cause of the withering, the lessening or the destruction of that shrub; nay, on the contrary, it maketh it to grow and thrive, acquire freshness and delicacy, become green and bear fruit. This hidden secret is well known to the gardener, but those souls who are unaware of this bounty suppose that the gardener, in his anger and wrath, hath uprooted the shrub. Yet to those who are aware, this concealed fact is manifest, and this predestined decree is considered a bounty. Do not feel grieved or disconsolate, therefore, at the ascension of that bird of faithfulness; nay, under all circumstances pray for that youth, supplicating for him forgiveness and the elevation of his station.
169.3I hope that ye will attain the utmost patience, composure and resignation, and I entreat and implore at the Threshold of Oneness, begging for forgiveness and pardon. My hope from the infinite bounties of God is that He may shelter this dove of the garden of faith, and cause him to abide on the branch of the Supreme Concourse, that he may sing in the best of melodies the praise and glorification of the Lord of Names and Attributes.
170
170.1O thou seeker of the Kingdom! Thy letter was received. Thou hast written of the severe calamity that hath befallen thee—the death of thy respected husband. That honorable man hath been so subjected to the stress and strain of this world that his greatest wish was for deliverance from it. Such is this mortal abode: a storehouse of afflictions and suffering. It is ignorance that binds man to it, for no comfort can be secured by any soul in this world, from monarch down to the most humble commoner. If once this life should offer a man a sweet cup, a hundred bitter ones will follow; such is the condition of this world. The wise man, therefore, doth not attach himself to this mortal life and doth not depend upon it; at some moments, even, he eagerly wisheth for death that he may thereby be freed from these sorrows and afflictions. Thus it is seen that some, under extreme pressure of anguish, have committed suicide.
170.2As to thy husband, rest assured. He will be immersed in the ocean of pardon and forgiveness and will become the recipient of bounty and favor. Strive thine utmost to give his child a Bahá’í training so that when he attaineth maturity he may be merciful, illumined and heavenly.
171
171.1O thou beloved maidservant of God, although the loss of a son is indeed heartbreaking and beyond the limits of human endurance, yet one who knoweth and understandeth is assured that the son hath not been lost but, rather, hath stepped from this world into another, and she will find him in the divine realm. That reunion shall be for eternity, while in this world separation is inevitable and bringeth with it a burning grief.
171.2Praise be unto God that thou hast faith, art turning thy face toward the everlasting Kingdom and believest in the existence of a heavenly world. Therefore be thou not disconsolate, do not languish, do not sigh, neither wail nor weep; for agitation and mourning deeply affect his soul in the divine realm.
171.3That beloved child addresseth thee from the hidden world: “O thou kind Mother, thank divine Providence that I have been freed from a small and gloomy cage and, like the birds of the meadows, have soared to the divine world—a world which is spacious, illumined, and ever gay and jubilant. Therefore, lament not, O Mother, and be not grieved; I am not of the lost, nor have I been obliterated and destroyed. I have shaken off the mortal form and have raised my banner in this spiritual world. Following this separation is everlasting companionship. Thou shalt find me in the heaven of the Lord, immersed in an ocean of light.”
172
172.1Praise be to God, thy heart is engaged in the commemoration of God, thy soul is gladdened by the glad tidings of God and thou art absorbed in prayer. The state of prayer is the best of conditions, for man is then associating with God. Prayer verily bestoweth life, particularly when offered in private and at times, such as midnight, when freed from daily cares.
173
173.1Those souls that, in this day, enter the divine kingdom and attain everlasting life, although materially dwelling on earth, yet in reality soar in the realm of heaven. Their bodies may linger on earth but their spirits travel in the immensity of space. For as thoughts widen and become illumined, they acquire the power of flight and transport man to the kingdom of God.
174
174.1O ye spiritual friends of ‘Abdu’l-Bahá! The letter ye had written hath been noted; its contents were most pleasing and bespoke your firmness and steadfastness in the Cause of God.
174.2That Assembly resteth in the sheltering shade of the Lord of all bounties, and it is my hope that, as beseemeth that body, it will be favored and invigorated by the breathings of the Holy Spirit, and that day by day ye will love God in ever greater measure, and become more tightly bound to the Beauty that abideth forever, to Him Who is the Light of the world. For love of God and spiritual attraction do cleanse and purify the human heart and dress and adorn it with the spotless garment of holiness; and once the heart is entirely attached to the Lord, and bound over to the Blessed Perfection, then will the grace of God be revealed.
174.3This love is not of the body but completely of the soul. And those souls whose inner being is lit by the love of God are even as spreading rays of light, and they shine out like stars of holiness in a pure and crystalline sky. For true love, real love, is the love for God, and this is sanctified beyond the notions and imaginings of men.
174.4Let God’s beloved, each and every one, be the essence of purity, the very life of holiness, so that in every country they may become famed for their sanctity, independence of spirit, and meekness. Let them be cheered by draughts from the eternal cup of love for God, and make merry as they drink from the wine-vaults of Heaven. Let them behold the Blessed Beauty, and feel the flame and rapture of that meeting, and be struck dumb with awe and wonder. This is the station of the sincere; this is the way of the loyal; this is the brightness that shineth on the faces of those nigh unto God.
174.5Wherefore must the friends of God, with utter sanctity, with one accord, rise up in the spirit, in unity with one another, to such a degree that they will become even as one being and one soul. On such a plane as this, physical bodies play no part, rather doth the spirit take over and rule; and when its power encompasseth all then is spiritual union achieved. Strive ye by day and night to cultivate your unity to the fullest degree. Let your thoughts dwell on your own spiritual development, and close your eyes to the deficiencies of other souls. Act ye in such wise, showing forth pure and goodly deeds, and modesty and humility, that ye will cause others to be awakened.
174.6Never is it the wish of ‘Abdu’l-Bahá to see any being hurt, nor will He make anyone to grieve; for man can receive no greater gift than this, that he rejoice another’s heart. I beg of God that ye will be bringers of joy, even as are the angels in Heaven.
175
175.1Mortal charm shall fade away, roses shall give way to thorns, and beauty and youth shall live their day and be no more. But that which eternally endureth is the Beauty of the True One, for its splendor perisheth not and its glory lasteth forever; its charm is all-powerful and its attraction infinite. Well is it then with that countenance that reflecteth the splendor of the Light of the Beloved One! The Lord be praised, thou hast been illumined with this Light, hast acquired the pearl of true knowledge, and hast spoken the Word of Truth.
176
176.1O thou who art attracted to the Kingdom of God! Every soul seeketh an object and cherisheth a desire, and day and night striveth to attain his aim. One craveth riches, another thirsteth for glory and still another yearneth for fame, for art, for prosperity and the like. Yet finally all are doomed to loss and disappointment. One and all they leave behind them all that is theirs and empty-handed hasten to the realm beyond, and all their labors shall be in vain. To dust they shall all return, denuded, depressed, disheartened and in utter despair.
176.2But, praised be the Lord, thou art engaged in that which secureth for thee a gain that shall eternally endure; and that is naught but thine attraction to the Kingdom of God, thy faith, and thy knowledge, the enlightenment of thine heart, and thine earnest endeavor to promote the Divine Teachings.
176.3Verily this gift is imperishable and this wealth is a treasure from on high!
177
177.1O living flame of heavenly love! Thine heart hath been so fired with the love of God that from ten thousand leagues afar its warmth and radiance may be felt and seen. The fire lit by mortal hand imparteth light and warmth to but a little space, whereas that sacred flame which the Hand of God hath kindled, though burning in the east, will set aflame the west and give warmth to both the north and the south; nay, it shall rise from this world to glow with the hottest flame in the realms on high, flooding with light the Kingdom of eternal glory.
177.2Happy art thou to have obtained so heavenly a gift. Blessed art thou to be favored with His divine bestowals.
177.3The glory of God rest upon thee and upon them that hold fast unto the sure handle of His Will and holy Covenant.
178
178.1O maidservant of God! Thy letter dated 9 December 1918 was received. Its contents were noted. Never lose thy trust in God. Be thou ever hopeful, for the bounties of God never cease to flow upon man. If viewed from one perspective they seem to decrease, but from another they are full and complete. Man is under all conditions immersed in a sea of God’s blessings. Therefore, be thou not hopeless under any circumstances, but rather be firm in thy hope.
178.2Attendance at the gatherings of the friends is specifically to keep them alert, vigilant, loving and attracted to the divine Kingdom.
178.3If thou hast a full and eager desire to travel to Phillsburg, Montana, thou art permitted, perchance thou mayest be able to ignite a candle amid that group of miners and may make them awake and vigilant so that they may turn to God and may acquire a share from the Bounty of the divine Kingdom.
179
179.1Strive as much as ye can to turn wholly toward the Kingdom, that ye may acquire innate courage and ideal power.
180
180.1I hope that in this nether world thou shalt attain unto heavenly light, thou wilt free the souls from the gloom of nature, which is the animal kingdom, and cause them to reach lofty stations in the human kingdom. Today all people are immersed in the world of nature. That is why thou dost see jealousy, greed, the struggle for survival, deception, hypocrisy, tyranny, oppression, disputes, strife, bloodshed, looting and pillaging, which all emanate from the world of nature. Few are those who have been freed from this darkness, who have ascended from the world of nature to the world of man, who have followed the divine Teachings, have served the world of humanity, are resplendent, merciful, illumined and like unto a rose garden. Strive thine utmost to become godlike, characterized with His attributes, illumined and merciful, that thou mayest be freed from every bond and become attached at heart to the Kingdom of the incomparable Lord. This is Bahá’í bounty, and this is heavenly light.
181
181.1Regarding the statement in The Hidden Words, that man must renounce his own self, the meaning is that he must renounce his inordinate desires, his selfish purposes and the promptings of his human self, and seek out the holy breathings of the spirit, and follow the yearnings of his higher self, and immerse himself in the sea of sacrifice, with his heart fixed upon the beauty of the All-Glorious.
181.2As for the reference in The Hidden Words regarding the Covenant entered into on Mount Párán, this signifieth that in the sight of God the past, the present and the future are all one and the same—whereas, relative to man, the past is gone and forgotten, the present is fleeting, and the future is within the realm of hope. And it is a basic principle of the Law of God that in every Prophetic Mission, He entereth into a Covenant with all believers—a Covenant that endureth until the end of that Mission, until the promised day when the Personage stipulated at the outset of the Mission is made manifest. Consider Moses, He Who conversed with God. Verily, upon Mount Sinai, Moses entered into a Covenant regarding the Messiah, with all those souls who would live in the day of the Messiah. And those souls, although they appeared many centuries after Moses, were nevertheless—so far as the Covenant, which is outside time, was concerned—present there with Moses. The Jews, however, were heedless of this and remembered it not, and thus they suffered a great and clear loss.
181.3As to the reference in the Arabic Hidden Words that the human being must become detached from self, here too the meaning is that he should not seek out anything whatever for his own self in this swiftly passing life, but that he should cut the self away, that is, he should yield up the self and all its concerns on the field of martyrdom, at the time of the coming of the Lord.
182
182.1O ye who are holding fast unto the Covenant and Testament! This day, from the realms of the All-Glorious, from the Kingdom of Holiness where hosannas of glorification and praise rise up, the Company on high direct their gaze upon you. Whensoever their gaze lighteth upon gatherings of those who are steadfast in the Covenant and Testament, then do they utter their cry, “Glad tidings! Glad tidings!” Then, exulting, do they lift up their voices, and shout, “O ye spiritual communion! O ye gathering of God! Blessed are ye! Glad tidings be unto you! Bright be your faces, and be ye of good cheer, for ye cling to the Covenant of the Beloved of all the worlds, ye are on fire with the wine of His Testament. Ye have plighted your troth to the Ancient of Days, ye have drunk deep from the chalice of loyalty. Ye have guarded and defended the Cause of God; ye have not been a cause of dividing up His Word; ye have not brought His Faith low, but have striven to glorify His Holy Name; ye have not allowed the Blessed Cause to be exposed to the derision of the people. Ye have not permitted the Designated Station to be humbled, nor been willing to see the Center of Authority discredited or exposed to mockery and persecution. Ye have striven to keep the Word whole and one. Ye have passed through the portals of mercy. Ye have not let the Blessed Beauty slip from your minds, to fade unremembered.”
182.2The Glory rest upon you.
183
183.1O thou daughter of the Kingdom! Thy letter was received. It was like the melody of the divine nightingale, whose song delighteth the hearts. This is because its contents indicated faith, assurance and firmness in the Covenant and the Testament. Today the dynamic power of the world of existence is the power of the Covenant which like unto an artery pulsateth in the body of the contingent world and protecteth Bahá’í unity.
183.2The Bahá’ís are commanded to establish the oneness of mankind; if they cannot unite around one point how will they be able to bring about the unity of mankind?
183.3The purpose of the Blessed Beauty in entering into this Covenant and Testament was to gather all existent beings around one point so that the thoughtless souls, who in every cycle and generation have been the cause of dissension, may not undermine the Cause. He hath, therefore, commanded that whatever emanateth from the Center of the Covenant is right and is under His protection and favor, while all else is error.
183.4Praise be to God, thou art firm in the Covenant and the Testament.
184
184.1O ye blessed souls! Although ye are undergoing crucial tests in view of the repeated and assiduous attempts of some people to shake the faith of the friends in Los Angeles, yet ye are under the guarding eye of the bounty of Bahá’u’lláh and are assisted by legions of angels.
184.2Walk, therefore, with a sure step and engage with the utmost assurance and confidence in the promulgation of the divine fragrances, the glorification of the Word of God and firmness in the Covenant. Rest ye assured that if a soul ariseth in the utmost perseverance and raiseth the Call of the Kingdom and resolutely promulgateth the Covenant, be he an insignificant ant he shall be enabled to drive away the formidable elephant from the arena, and if he be a feeble moth he shall cut to pieces the plumage of the rapacious vulture.
184.3Endeavor, therefore, that ye may scatter and disperse the army of doubt and of error with the power of the holy utterances. This is my exhortation and this is my counsel. Do not quarrel with anybody, and shun every form of dispute. Utter the Word of God. If he accepteth it, the desired purpose is attained, and if he turneth away leave him to himself and trust to God.
184.4Such is the attribute of those who are firm in the Covenant.
185
185.1O ye friends and maidservants of the Merciful! From the Spiritual Assembly of Los Angeles a letter hath been received. It was indicative of the fact that the blessed souls in California, like unto an immovable mountain, are withstanding the gale of violation, have, like unto blessed trees, been planted in the soil of the Covenant and are most firm and steadfast. The hope is entertained, therefore, that through the blessings of the Sun of Truth they may daily increase in their firmness and steadfastness. The tests of every dispensation are in direct proportion to the greatness of the Cause, and as heretofore such a manifest Covenant, written by the Supreme Pen, hath not been entered upon, the tests are proportionately more severe. These trials cause the feeble souls to waver while those who are firm are not affected. These agitations of the violators are no more than the foam of the ocean, which is one of its inseparable features; but the ocean of the Covenant shall surge and shall cast ashore the bodies of the dead, for it cannot retain them. Thus it is seen that the ocean of the Covenant hath surged and surged until it hath thrown out the dead bodies—souls that are deprived of the Spirit of God and are lost in passion and self and are seeking leadership. This foam of the ocean shall not endure and shall soon disperse and vanish, while the ocean of the Covenant shall eternally surge and roar.…
185.2From the early days of creation down to the present time, throughout all the divine dispensations, such a firm and explicit Covenant hath not been entered upon. In view of this fact is it possible for this foam to remain on the surface of the ocean of the Covenant? No, by God! The violators are trampling upon their own dignity, are uprooting their own foundations and are proud at being upheld by flatterers who exert a great effort to shake the faith of feeble souls. But this action of theirs is of no consequence; it is a mirage and not water, foam and not the sea, mist and not a cloud, illusion and not reality. All this ye shall soon see.
185.3Praise be to God, ye are firm and steadfast; be ye thankful that like unto blessed trees ye are firmly planted in the soil of the Covenant. It is sure that every firm one will grow, will yield new fruits and will increase daily in freshness and grace. Reflect upon all the writings of Bahá’u’lláh, whether epistles or prayers, and ye shall surely come across a thousand passages wherein Bahá’u’lláh prays: “O God! Bring to naught the violators of the Covenant and defeat the oppressors of the Testament.” “He who denieth the Covenant and the Testament is rejected by God, and he who remaineth firm and steadfast therein is favored at the Threshold of Oneness.” Such sayings and prayers abound, refer to them and ye shall know.
185.4Never be depressed. The more ye are stirred by violation, the more deepen ye in firmness and steadfastness, and be assured that the divine hosts shall conquer, for they are assured of the victory of the Abhá Kingdom. Throughout all regions the standard of firmness and steadfastness is upraised and the flag of violation is debased, for only a few weak souls have been led away by the flattery and the specious arguments of the violators who are outwardly with the greatest care exhibiting firmness but inwardly are engaged in agitating souls. Only a few who are the leaders of those who stir and agitate are outwardly known as violators while the rest, through subtle means, deceive the souls, for outwardly they assert their firmness and steadfastness in the Covenant but when they come across responsive ears they secretly sow the seeds of suspicion. The case of all of them resembleth the violation of the Covenant by Judas Iscariot and his followers. Consider: hath any result or trace remained after them? Not even a name hath been left by his followers and although a number of Jews sided with him it was as if he had no followers at all. This Judas Iscariot who was the leader of the apostles betrayed Christ for thirty pieces of silver. Take heed, O ye people of perception!
185.5At this time these insignificant violators will surely betray the Center of the Covenant for the large sum which by every subtle means they have begged. It is now thirty years since Bahá’u’lláh ascended, and in that time these violators have striven with might and main. What have they achieved? Under all conditions those who have remained firm in the Covenant have conquered, while the violators have met defeat, disappointment and dejection. After the ascension of ‘Abdu’l-Bahá, no trace of them shall remain. These souls are ignorant of what will happen and are proud of their own fancies.
185.6In short, O ye friends of God and maidservants of the Merciful! The hand of divine bounty hath placed upon your heads a jewelled crown, the precious gems of which shall shine eternally over all regions. Appreciate this bounty, loose your tongues in praise and thanksgiving, and engage in the promulgation of the divine teachings, for this is the spirit of life and the means of salvation.
186
186.1O thou who art firm in the Covenant! Three consecutive letters have been received from thee. From their contents it became known that in Cleveland the hearts are afflicted by the murky breaths of the Covenant-breakers and harmony hath decreased among the friends. Gracious God! A hundred times it hath been foretold that the violators are lying in ambush and by every means desire to cause dissension among the friends so that this dissension may end in violation of the Covenant. How is it that, notwithstanding this warning, the friends have neglected this explicit statement?
186.2The point at issue is clear, direct and of utmost brevity. Either Bahá’u’lláh was wise, omniscient and aware of what would ensue, or was ignorant and in error. He entered, by His supreme pen, into such a firm Covenant and Testament with all the Bahá’ís, first with the Aghṣán, the Afnán and His kindred, and commanded them to obey and turn toward Him. By His supreme pen He hath explicitly declared that the object of the following verse of the Kitáb-i-Aqdas is the Most Great Branch:
186.3“When the ocean of My presence hath ebbed and the Book of My Revelation is ended, turn your faces towards Him Whom God hath purposed, Who hath branched from this Ancient Root.” Its meaning briefly is this: that after My ascension it is incumbent upon the Aghṣán, the Afnán and the kindred, and all the friends of God, to turn their faces to Him Who hath branched from the Ancient Root.
186.4He also plainly saith in the Kitáb-i-Aqdas: “O ye people of the world! When the Mystic Dove will have winged its flight from its Sanctuary of Praise and sought its far-off goal, its hidden habitation, refer ye whatsoever ye understand not in the Book to Him Who hath branched from this mighty Stock.” Addressing all the people of the world He saith: When the Mystic Dove flieth away from the orchard of praise to the Most Supreme and Invisible Station—that is, when the Blessed Beauty turneth away from the contingent world towards the invisible realm—refer whatever ye do not understand in the Book to Him Who hath branched from the Ancient Root. That is, whatever He saith is the very truth.
186.5And in the Book of the Covenant He explicitly saith that the object of this verse “Who hath branched from this Ancient Root” is the Most Mighty Branch. And He commandeth all the Aghṣán, the Afnán, the kindred and the Bahá’ís to turn toward Him. Now, either one must say that the Blessed Beauty hath made a mistake, or He must be obeyed. ‘Abdu’l-Bahá hath no command for the people to obey save the diffusion of the fragrances of God, the exaltation of His Word, the promulgation of the oneness of the world of humanity, the establishment of universal peace, and other of the commands of God. These are divine commands and have nothing to do with ‘Abdu’l-Bahá. Whoever wisheth may accept them, and anyone who rejecteth them may do as he pleaseth.
186.6Now some of the mischief-makers, with many stratagems, are seeking leadership, and in order to reach this position they instil doubts among the friends that they may cause differences, and that these differences may result in their drawing a party to themselves. But the friends of God must be awake and must know that the scattering of these doubts hath as its motive personal desires and the achievement of leadership.
186.7Do not disrupt Bahá’í unity, and know that this unity cannot be maintained save through faith in the Covenant of God.
186.8Thou hast the desire to travel that thou mayest spread the fragrances of God. This is highly suitable. Assuredly divine confirmations will assist thee and the power of the Covenant and Testament will secure for thee triumph and victory.
187
187.1O thou who art firm in the Covenant! Thy letter was received. Thou hast expressed satisfaction with the Convention, that this gathering hath been the means of the elevation of the Cause of God and the demonstration of the power of His Word. The greatness of the Cause will clear away these differences and may be compared to health in the body of man which, when established, cureth all disease and weakness. Our hope is that no trace of opposition may remain; but some of the friends in America are restless in their fresh ambitions and strive and seek under the ground and in the air to discover anything that breedeth dissension.
187.2Praise be to God, all such doors are closed in the Cause of Bahá’u’lláh for a special authoritative Center hath been appointed—a Center that solveth all difficulties and wardeth off all differences. The Universal House of Justice, likewise, wardeth off all differences and whatever it prescribeth must be accepted and he who transgresseth is rejected. But this Universal House of Justice which is the Legislature hath not yet been instituted.
187.3Thus it is seen that no means for dissension hath been left, but carnal desires are the cause of difference as it is the case with the violators. These do not doubt the validity of the Covenant but selfish motives have dragged them to this condition. It is not that they do not know what they do—they are perfectly aware and still they exhibit opposition.
187.4In short, the ocean of the Covenant is tumultuous and wide. It casteth ashore the foam of violation and thus rest ye assured. Be engaged in the furtherance of the Mashriqu’l-Adhkár and prepare the means for the diffusion of the divine fragrances. Be not engaged in anything but this, for otherwise thou shalt dissipate thine attention and the work will not advance.
188
188.1O ye the cherished loved ones of ‘Abdu’l-Bahá! It is a long time now since my inward ear hath heard any sweet melodies out of certain regions, or my heart been gladdened; and this despite the fact that ye are ever present in my thoughts and standing clearly visible before my sight. Filled to overflowing is the goblet of my heart with the wine of the love I bear you, and my yearning to set eyes upon you streameth like the spirit through my arteries and veins. From this it is clear how great is my affliction. At this time and throughout this tempest of calamities now tossing its waves to high heaven, cruel and incessant darts are being hurled against me from every point of the compass, and at every moment, here in the Holy Land, terrifying news is received, and every day bringeth its quota of horror. The Center of Sedition had imagined that it needed but his arrogant rebellion to bring down the Covenant and Testament in ruins; it needed but this, so he thought, to turn the righteous away from the Holy Will. Wherefore he sent out far and wide his leaflets of doubt, devising many a secret scheme. Now he would cry out that God’s edifice had been subverted and His divine commands annulled, and that accordingly, the Covenant and Testament was abolished. Again he would set himself to sighing and groaning that he was being held a prisoner and was kept hungry and thirsty day and night. Another day he would raise an uproar, saying that the oneness of God had been denied, since another Manifestation had been proclaimed, prior to the expiration of a thousand years.
188.2When he saw that his calumnies had no effect, he gradually formed a plan to incite a disturbance. He began stirring up mischief, and went knocking at every door. He started making false accusations to the officials of the Government. He approached some of the foreigners, made himself their intimate, and together with them prepared a document and presented it to the Seat of the Sultanate, bringing consternation to the authorities. Among the many slanderous charges was this, that this hapless one had raised up a standard of revolt, a flag bearing the words Yá Bahá’u’l-Abhá; that I had paraded this throughout the countryside, to every city, town and village, and even among the desert tribes, and had summoned all the inhabitants to unite under this flag.
188.3O my Lord, verily I seek refuge with Thee from the very thought of such an act, which is contrary to all the commandments of Bahá’u’lláh, and which would indeed be a mighty wrong that none but a grievous sinner would ever perpetrate. For Thou hast made it incumbent upon us to obey the rulers and kings.
188.4Another of his slanders was that the Shrine on Mount Carmel was a fortress that I had built strong and impregnable—this when the building under construction compriseth six rooms—and that I had named it Medina the Resplendent, while I had named the Holy Tomb Mecca the Glorified. Yet another of his calumnies was that I had established an independent sovereignty, and that—God forbid! God forbid! God forbid!—I had summoned all the believers to join me in this massive wrongdoing. How dire, O my Lord, is his slander!
188.5Yet again, he claimeth that since the Holy Shrine hath become a point visited by pilgrims from all over the world, great damage will accrue to this Government and people. He, the Center of Sedition, averreth that he himself hath had no hand in all these matters, that he is a Sunní of the Sunnites and a devoted follower of Abú-Bakr and ‘Umar, and regardeth Bahá’u’lláh as only a pious man and a mystic; all these things, he saith, were set afoot by this wronged one.
188.6To be brief, a Commission of Investigation was appointed by the Sulṭán, may the glory of his reign endure. The Commission journeyed hither and immediately upon arrival betook themselves to the house of one of the accusers. They then summoned the group who, working with my brother, had prepared the accusatory document and asked them whether it was true. The group explained the contents of the document, stated that everything they had reported therein was nothing but the truth, and added further accusations. Thus they functioned at one and the same time as plaintiffs, witnesses, and judge.
188.7The Commission hath now returned to the seat of the Caliphate, and reports of a most frightful nature are coming in daily from that city. However, praised be God, ‘Abdu’l-Bahá remaineth composed and unperturbed. To none do I bear ill will because of this defamation. I have made all my affairs conditioned upon His irresistible Will and I am waiting, indeed in perfect happiness, to offer my life and prepared for whatever dire affliction may be in store. Praise be to God, the loving believers also accept and remain submissive to God’s Will, content with it, radiantly acquiescent, offering thanks.
188.8The Center of Sedition hath imagined that once the blood of this wronged one is spilled out, once I have been cast away on the wide desert sands or drowned in the Mediterranean Sea—nameless, gone without trace, with none to tell of me—then would he at last have a field where he could urge his steed ahead, and with his mallet of lies and doubts, hit hard at the polo ball of his ambitions, and carry off the prize.
188.9Far from it! For even if the sweet musk-scent of faithfulness should pass, and leave no trace behind, who would be drawn by the stench of perfidy? And even if some gazelle of heaven were to be ripped apart by dogs and wolves, who would go running to seek out a ravening wolf? Even should the day of the Mystic Nightingale draw to its close, who would ever lend his ear to the raven’s croak, or the cawing of the crow? What an empty supposition is his! What a foolish presumption! “Their works are like the vapor in a desert which the thirsty dreameth to be water, until when he cometh unto it, he findeth nothing.”
188.10O ye loved ones of God! Be ye firm of foot, and fixed of heart, and through the power of the Blessed Beauty’s help, stand ye committed to your purpose. Serve ye the Cause of God. Face ye all nations of the world with the constancy and the endurance of the people of Bahá, that all men may be astounded and ask how this could be, that your hearts are as wellsprings of confidence and faith, and as mines so rich in the love of God. Be ye so, that ye shall neither fail nor falter on account of these tragedies in the Holy Land; let not these dread events make you despondent. And if all the believers be put to the sword, and only one be left, let that one cry out in the name of the Lord and tell the joyous tidings; let that one rise up and confront all the peoples of the earth.
188.11Gaze ye not upon the dire happenings at this Illumined Spot. The Holy Land is in danger at all times, and here, the tide of calamities is ever at the flood; for this upraised call hath now been heard around the world, and the fame of it hath gone forth to the ends of the earth. It is because of this that foes, both from within and from without, have turned themselves with subtlety and craft to spreading slander. It is clear that such a place as this would be exposed to danger, for there is no defender here, none to arise and take our side in the face of calumny: here are only a few souls that are homeless, hapless, held captive in this stronghold. No champion have they; there is none to succor them, none to ward off the arrows of lies, the darts of defamation that are hurled against them: none except God.
188.12It behooveth you to ponder on all those well-beloved ones who hastened to the holy field of sacrifice, those precious souls who offered up their lives. Bear ye in mind what streams of sacred blood were poured away, how many a righteous heart was commingled with its gore, how many a breast was the target of tyranny’s spear, how many a chaste body was ripped to shreds. How then could it be right for us even to think of saving ourselves! To curry favor with stranger or kin, and make a show of compromise! Should we not, rather, take the pathway of the righteous, and follow in the footsteps of those great ones gone before?
188.13These few brief days shall pass away, this present life shall vanish from our sight; the roses of this world shall be fresh and fair no more, the garden of this earth’s triumphs and delights shall droop and fade. The spring season of life shall turn into the autumn of death, the bright joy of palace halls give way to moonless dark within the tomb. And therefore is none of this worth loving at all, and to this the wise will not anchor his heart.
188.14He who hath knowledge and power will rather seek out the glory of heaven, and spiritual distinction, and the life that dieth not. And such a one longeth to approach the sacred Threshold of God; for in the tavern of this swiftly passing world the man of God will not lie drunken, nor will he even for a moment take his ease, nor stain himself with any fondness for this earthly life.
188.15Nay rather, the friends are stars in the high heavens of guidance, celestial bodies in the skies of divine grace, who with all their powers put the dark to flight. They break down the foundations of malevolence and hate. They cherish but one desire for the world and all its peoples: well-being and peace. By them, the ramparts of warfare and aggression are battered down. They have truthfulness and honest dealing and friendship for their goal, and kindness even toward a vicious foe; until at last they change this prison of treachery, the world, into a mansion of utmost trust, and turn this jail-house of hatred and malevolence and spite, into God’s Paradise.
188.16O ye loving friends! Strive ye with heart and soul to make this world the mirror image of the Kingdom, that this nether world may teem with the blessings of the world of God, that the voices of the Company on high may be raised in acclamation, and signs and tokens of the bounties and bestowals of Bahá’u’lláh may encompass all the earth.
188.17Jináb-i-Amín hath expressed the greatest admiration for you honored men and enlightened women, naming and commending you each by each, telling at length of the firmness and constancy ye all have shown, saying that, God be praised, in all Persia the men and women are standing together, straight, strong, unmovable—a mighty edifice solidly raised up; and that ye are engaged with love and joy in spreading abroad the sweet savors of the Lord.
188.18These were tidings of great joy, especially as they have reached me in these days of extreme peril. For the dearest wish of this wronged one is that the friends be spiritual of heart and illumined of mind, and once this grace is granted me, calamity, however afflictive, is but bounty pouring down upon me, like copious rain.
188.19O God, my God! Thou seest me plunged in an ocean of anguish, held fast to the fires of tyranny, and weeping in the darkness of the night. Sleepless I toss and turn upon my bed, mine eyes straining to behold the morning light of faithfulness and trust. I agonize even as a fish, its inward parts afire as it leapeth about in terror upon the sand, yet I ever look for Thy bestowals to appear from every side.
188.20O God, my God! Make thou the believers in other lands to partake of Thine abounding grace, deliver Thou, by Thine unfailing help and bounty, whoso among Thy loved ones in the farthermost climes sigheth over the bitter cruelty of his foe. O Lord, they are the captives of Thy love, the prisoners taken by Thy troops. They are the birds that fly in the heavens of Thy guidance, the whales that swim in the ocean of Thy bestowals, the stars that sparkle on the horizon of Thy gifts. They are the defenders of the fortress of Thy law. They are the banners of Thy remembrance amongst men. They are the deep wells of Thy divine compassion, the fountains of Thy favors, the wellsprings of Thy grace.
188.21Keep them ever in safety beneath Thine all-protecting eye. Assist them to exalt Thy Word; make Thou their hearts to be constant in Thy love; strengthen Thou their backs that they may serve Thee well; in servitude, strengthen Thou their powers.
188.22Spread Thou through them Thy sweet savors far and wide; expound through them Thy Holy Writ; make known through them Thine Utterance; fulfill through them Thy Words; through them pour out Thy mercy.
188.23Thou art verily the Mighty, the Powerful. Thou art verily the Clement, the Compassionate.
189
189.1Today, every wise, vigilant and foresighted person is awakened, and to him are unveiled the mysteries of the future which show that nothing save the power of the Covenant is able to stir and move the heart of humanity, just as the New and Old Testaments propounded throughout all regions the Cause of Christ and were the pulsating power in the body of the human world. A tree that hath a root shall bear fruit, while the tree that hath none, no matter how high and hardy it may be, will eventually wither, perish and become but a log fit for the fire.
189.2The Covenant of God is like unto a vast and fathomless ocean. A billow shall rise and surge therefrom and shall cast ashore all accumulated foam.
189.3Praise be to God that the highest wish entertained by heedful souls is the exaltation of the Word of God and the propagation of divine fragrances. This is, verily, the secure and firm foundation.
189.4Now, like unto the morn, the light of the Sun of Truth hath been shed abroad. Effort must be made that slumbering souls may be awakened, the heedless become vigilant, and that the divine teachings, which constitute the spirit of this age, may reach the ears of the people of the world, may be propagated in the press and set forth with brilliance and eloquence in the assemblages of men.
189.5One’s conduct must be like the conduct of Paul, and one’s faith similar to that of Peter. This musk-scented breeze shall perfume the nostrils of the people of the world, and this spirit shall resuscitate the dead.
189.6The offensive odor of violation hath temporarily arrested the onward movement of the Cause, for otherwise the divine teachings, like unto the rays of the sun, would immediately spread and permeate all regions.
189.7Thou intendest to print and publish the addresses of ‘Abdu’l-Bahá which thou hast compiled. This is indeed very advisable. This service shall cause thee to acquire an effulgent face in the Abhá Kingdom, and shall make thee the object of the praise and gratitude of the friends in the East as well as in the West. But it is to be undertaken with the utmost care, so that the exact text may be reproduced and will exclude all deviations and corruptions committed by former translators.
190
190.1Thou seest me, O my God, bowed down in lowliness, humbling myself before Thy commandments, submitting to Thy sovereignty, trembling at the might of Thy dominion, fleeing from Thy wrath, entreating Thy grace, relying upon Thy forgiveness, shaking with awe at Thy fury. I implore Thee with a throbbing heart, with streaming tears and a yearning soul, and in complete detachment from all things, to make Thy lovers as rays of light across Thy realms, and to aid Thy chosen servants to exalt Thy Word, that their faces may turn beauteous and bright with splendor, that their hearts may be filled with mysteries, and that every soul may lay down its burden of sin. Guard them then from the aggressor, from him who hath become a shameless and blasphemous doer of wrong.
190.2Verily Thy lovers thirst, O my Lord; lead them to the wellspring of bounty and grace. Verily, they hunger; send down unto them Thy heavenly table. Verily, they are naked; robe them in the garments of learning and knowledge.
190.3Heroes are they, O my Lord, lead them to the field of battle. Guides are they, make them to speak out with arguments and proofs. Ministering servants are they, cause them to pass round the cup that brimmeth with the wine of certitude. O my God, make them to be songsters that carol in fair gardens, make them lions that couch in the thickets, whales that plunge in the vasty deep.
190.4Verily Thou art He of abounding grace. There is none other God save Thee, the Mighty, the Powerful, the Ever-Bestowing.
190.5O ye my spiritual friends! For some time now the pressures have been severe, the restrictions as shackles of iron. This hapless wronged one was left single and alone, for all the ways were barred. Friends were forbidden access to me, the trusted were shut away, the foe compassed me about, the evil watchers were fierce and bold. At every instant, fresh affliction. At every breath, new anguish. Both kin and stranger on the attack; indeed, onetime lovers, faithless and unpitying, were worse than foes as they rose up to harass me. None was there to defend ‘Abdu’l-Bahá, no helper, no protector, no ally, no champion. I was drowning in a shoreless sea, and ever beating upon my ears were the raven-croaking voices of the disloyal.
190.6At every daybreak, triple darkness. At eventide, stone-hearted tyranny. And never a moment’s peace, and never any balm for the spear’s red wounds. From moment to moment, word would come of my exile to the Fezzan sands; from hour to hour, I was to be cast into the endless sea. Now they would say that these homeless wanderers were ruined at last; again that the cross would soon be put to use. This wasted frame of mine was to be made the target for bullet or arrow; or again, this failing body was to be cut to ribbons by the sword.
190.7Our alien acquaintances could not contain themselves for joy, and our treacherous friends exulted. “Praise be to God,” one would exclaim, “Here is our dream come true.” And another, “God be thanked, our spearhead found the heart.”
190.8Affliction beat upon this captive like the heavy rains of spring, and the victories of the malevolent swept down in a relentless flood, and still ‘Abdu’l-Bahá remained happy and serene, and relied on the grace of the All-Merciful. That pain, that anguish, was a paradise of all delights; those chains were the necklace of a king on a throne in heaven. Content with God’s will, utterly resigned, my heart surrendered to whatever fate had in store, I was happy. For a boon companion, I had great joy.
190.9Finally a time came when the friends turned inconsolable, and abandoned all hope. It was then the morning dawned, and flooded all with unending light. The towering clouds were scattered, the dismal shadows fled. In that instant the fetters fell away, the chains were lifted off the neck of this homeless one and hung round the neck of the foe. Those dire straits were changed to ease, and on the horizon of God’s bounties the sun of hope rose up. All this was out of God’s grace and His bestowals.
190.10And yet, from one point of view, this wanderer was saddened and despondent. For what pain, in the time to come, could I seek comfort? At the news of what granted wish could I rejoice? There was no more tyranny, no more affliction, no tragical events, no tribulations. My only joy in this swiftly passing world was to tread the stony path of God and to endure hard tests and all material griefs. For otherwise, this earthly life would prove barren and vain, and better would be death. The tree of being would produce no fruit; the sown field of this existence would yield no harvest. Thus it is my hope that once again some circumstance will make my cup of anguish to brim over, and that beauteous Love, that Slayer of souls, will dazzle the beholders again. Then will this heart be blissful, this soul be blessed.
190.11O Divine Providence! Lift to Thy lovers’ lips a cup brimful of anguish. To the yearners on Thy pathway, make sweetness but a sting, and poison honey-sweet. Set Thou our heads for ornaments on the points of spears. Make Thou our hearts the targets for pitiless arrows and darts. Raise Thou this withered soul to life on the martyr’s field, make Thou his faded heart to drink the draught of tyranny, and thus grow fresh and fair once more. Make him to be drunk with the wine of Thine Eternal Covenant, make him a reveler holding high his cup. Help him to fling away his life; grant that for Thy sake, he be offered up.
190.12Thou art the Mighty, the Powerful. Thou art the Knower, the Seer, the Hearer.
191
191.1O thou who hast been sore afflicted on the pathway of the Covenant! Anguish and torment, when suffered on the pathway of the Lord, Him of manifest signs, is only favor and grace; affliction is but mercy, and grief a gift from God. Poison is sugar on the tongue, and wrath is kindness, nourishing the soul.
191.2Then praise thou Him, the loving Provider, for having ordained this dire affliction, which is but bounty unalloyed.
191.3If I, like Abraham, through flames must go,Or yet like John a bloodstained road must run;If, Joseph-like, Thou’d cast me in a well,Or shut me up within a prison cell—Or make me e’en as poor as Mary’s Son—I will not go from Thee,But ever standMy soul and body bowed to Thy command.
192
192.1Today, the Lord of Hosts is the defender of the Covenant, the forces of the Kingdom protect it, heavenly souls tender their services, and heavenly angels promulgate and spread it broadcast. If it is considered with insight, it will be seen that all the forces of the universe, in the last analysis, serve the Covenant. In the future it shall be made evident and manifest. In view of this fact, what can these weak and feeble souls achieve? Hardy plants that are destitute of roots and are deprived of the outpourings of the cloud of mercy will not last. What then may be expected from feeble weeds? …
193
193.1It is daybreak, and from the rising-point of the invisible realms of God, the light of unity is dawning; and streaming and beating down from the hidden world of the Kingdom of oneness there cometh a flood of abounding grace. Glad tidings of the Kingdom are sounding from every side, and wafting in from every direction are the first morning signs of the exalting of God’s Word and the upraising of His Cause. The word of unity is spreading, the verses of oneness are being sung, the sea of God’s bestowals is tossing high its waves, and in plunging cataracts His blessings are pouring down.
193.2The confirmations of Him Who is the Ever-Forgiving have wrapped every clime in light, the armies of the Company on high are rushing forward to do battle at the side of the friends of the Lord and carry the day, the fame of the Ancient Beauty—may my life be offered up for His loved ones—resoundeth from pole to pole and word of the Holy Cause hath spread to east and west.
193.3All these things bring joy to the heart, and yet ‘Abdu’l-Bahá is sunk deep in an ocean of grief, and pain and anguish have so affected my limbs and members that utter weakness hath overtaken my whole body. Note ye that when, singly and alone, with none to second me, I upraised the call of God around the world, the peoples thereof rose up to oppose, to dispute, to deny. On one side, it is clear how the religionists of the past have mounted their attack at all points; again, there cometh word of the lying mockers and the extreme limits to which they are going to pull out the Divine Tree by the roots. What malicious and slanderous charges they bring against the Ancient Beauty, what pamphlets filled with wicked and depraved allegations they are busily writing and spreading against the Most Great Name! And now, in deepest secrecy, they are straining every nerve to deal this Faith a fearsome blow.
193.4Again have the prideful devised all manner of plots and schemes to completely disable the Cause of God and to erase the name of ‘Abdu’l-Bahá from the Book of Life.
193.5And now, added to all these tribulations, these miseries, these enemy attacks, there hath arisen a dust cloud of ill will amongst the believers themselves. This in spite of the fact that the Cause of the Ancient Beauty is the very essence of love, the very channel of oneness, existing only that all may become the waves of one sea, and bright stars of the same endless sky, and pearls within the shell of singleness, and gleaming jewels quarried from the mines of unity; that they may become servants one to another, adore one another, bless one another, praise one another; that each one may loose his tongue and extol the rest without exception, each one voice his gratitude to all the rest; that all should lift up their eyes to the horizon of glory, and remember that they are linked to the Holy Threshold; that they should see nothing but good in one another, hear nothing but praise of one another, and speak no word of one another save only to praise.
193.6There are indeed certain ones who tread this way of righteousness, and God be thanked, these are strengthened and supported by heavenly power in every land. But others have not arisen as they ought to this gloried and exalted station, and this doth lay upon the heart of ‘Abdu’l-Bahá a heavy burden of grief, of inconceivable grief. For no tempest more perilous than this could ever assail the Cause of God, nor could anything else so diminish the influence of His Word.
193.7It behooveth all the beloved of God to become as one, to gather together under the protection of a single flag, to stand for a uniform body of opinion, to follow one and the same pathway, to hold fast to a single resolve. Let them forget their divergent theories and put aside their conflicting views since, God be praised, our purpose is one, our goal is one. We are the servants of one Threshold, we all draw our nourishment from the same one Source, we all are gathered in the shade of the same high Tabernacle, we all are sheltered under the one celestial Tree.
193.8O beloved of the Lord! If any soul speak ill of an absent one, the only result will clearly be this: he will dampen the zeal of the friends and tend to make them indifferent. For backbiting is divisive, it is the leading cause among the friends of a disposition to withdraw. If any individual should speak ill of one who is absent, it is incumbent on his hearers, in a spiritual and friendly manner, to stop him, and say in effect: would this detraction serve any useful purpose? Would it please the Blessed Beauty, contribute to the lasting honor of the friends, promote the holy Faith, support the Covenant, or be of any possible benefit to any soul? No, never! On the contrary, it would make the dust to settle so thickly on the heart that the ears would hear no more, and the eyes would no longer behold the light of truth.
193.9If, however, a person setteth about speaking well of another, opening his lips to praise another, he will touch an answering chord in his hearers and they will be stirred up by the breathings of God. Their hearts and souls will rejoice to know that, God be thanked, here is a soul in the Faith who is a focus of human perfections, a very embodiment of the bounties of the Lord, one whose tongue is eloquent, and whose face shineth, in whatever gathering he may be, one who hath victory upon his brow, and who is a being sustained by the sweet savors of God.
193.10Now which is the better way? I swear this by the beauty of the Lord: whensoever I hear good of the friends, my heart filleth up with joy; but whensoever I find even a hint that they are on bad terms one with another, I am overwhelmed by grief. Such is the condition of ‘Abdu’l-Bahá. Then judge from this where your duty lieth.
193.11God be praised, wherever we turn, the Ancient Beauty hath opened wide the gates of grace, and hath in unmistakable words announced glad tidings of victory through the Lord’s sustaining help. Through love hath He carried off the hearts of the believers, and He hath entrusted their triumph to the armies of the Concourse on high.
193.12Now amidst all the peoples of the world must the beloved arise, with a heart even as the daystar, a strong inward urge, a shining brow, a musk-scented breath, a tongue speaking ever of God, an exposition crystal-clear, a high resolve, a power born of heaven, a spiritual character, a confirmation nothing short of the divine. Let them one and all become as a splendor on the horizon of heaven, and in the skies of the world a dazzling star. Let them be fruitful trees in the celestial bowers, sweet-scented blooms in the divine gardens; let them be verses of perfection on the page of the universe, words of oneness in the Book of Life. This is the first age, and the early beginnings of the dispensation of the Most Great Light, wherefore, within this century, virtues must be acquired, goodly qualities must be perfected within this span of time. In these very days the Abhá Paradise must pitch its pavilions on the plains of the world. The lights of reality must now be revealed, and the secrets of God’s bestowals must now be made known, and now must the olden grace shine forth and this world change into the pleasure-ground of heaven, the garden of God. And out of pure hearts, and through heavenly bounties, all the perfections, qualities and attributes of the divine must now be made manifest.
193.13At all times doth ‘Abdu’l-Bahá supplicate and with tears entreat the Almighty at the sacred Threshold, and crieth out:
193.14O Thou kind Lord! We are servants of Thy Threshold, taking shelter at Thy holy Door. We seek no refuge save only this strong pillar, turn nowhere for a haven but unto Thy safekeeping. Protect us, bless us, support us, make us such that we shall love but Thy good pleasure, utter only Thy praise, follow only the pathway of truth, that we may become rich enough to dispense with all save Thee, and receive our gifts from the sea of Thy beneficence, that we may ever strive to exalt Thy Cause and to spread Thy sweet savors far and wide, that we may become oblivious of self and occupied only with Thee, and disown all else and be caught up in Thee.
193.15O Thou Provider, O Thou Forgiver! Grant us Thy grace and loving-kindness, Thy gifts and Thy bestowals, and sustain us, that we may attain our goal. Thou art the Powerful, the Able, the Knower, the Seer; and verily Thou art the Generous, and verily Thou art the All-Merciful, and verily Thou art the Ever-Forgiving, He to Whom repentance is due, He Who forgiveth even the most grievous of sins.
194
194.1O ye the sincere loved ones of the Abhá Beauty! In these days the Cause of God, the world over, is fast growing in power and, day by day, is spreading further and further to the utmost bounds of the earth. Its enemies, therefore, from all the kindreds and peoples of the world, are growing aggressive, malevolent, envious and bitterly hostile. It is incumbent upon the loved ones of God to exercise the greatest care and prudence in all things, whether great or small, to take counsel together and unitedly resist the onslaught of the stirrers up of strife and the movers of mischief. They must endeavor to consort in a friendly spirit with everyone, must follow moderation in their conduct, must have respect and consideration one for another and show loving-kindness and tender regard to all the peoples of the world. They must be patient and long-suffering, that they may grow to become the divine magnets of the Abhá Kingdom and acquire the dynamic power of the hosts of the realm on high.
194.2The fleeting hours of man’s life on earth pass swiftly by and the little that still remaineth shall come to an end, but that which endureth and lasteth for evermore is the fruit that man reapeth from his servitude at the Divine Threshold. Behold the truth of this saying, how abundant and glorious are the proofs thereof in the world of being!
194.3The glory of glories rest upon the people of Bahá!
195
195.1O thou exalted bough of the divine Lote-Tree! … When thou art disdained and rejected by the wicked doers be not cast down; and at the power and stiffneckedness of the presumptuous be neither vexed nor sick at heart; for such is the way of heedless souls, from time out of mind. “O the misery of men! No Messenger cometh unto them but they laugh Him to scorn!”
195.2Indeed, the attacks and the obstructiveness of the ignorant but cause the Word of God to be exalted, and spread His signs and tokens far and wide. Were it not for this opposition by the disdainful, this obduracy of the slanderers, this shouting from the pulpits, this crying and wailing of great and small alike, these accusations of unbelief leveled by the ignorant, this uproar from the foolish—how could news of the advent of the Primal Point and the bright dawning of the Daystar of Bahá ever have reached to east and west? How else could the planet have been rocked from pole to pole? How else could Persia have become the focal point of scattering splendors, and Asia Minor the radiating heart of the beauty of the Lord? However else could the flame of the Manifestation have spread into the south? By what means could the cries of God have been heard in the far north? How else could His summons have been heard in the continents of America and of Africa the dark? How else could the cockcrow of Heaven have penetrated those ears? How else could the sweet parrots of India have come upon this sugar, or nightingales have lifted up their warblings out of the land of ‘Iráq? What else could set the east and west to dancing, how else could this Consecrated Spot become the throne of the Beauty of God? How else could Sinai behold this burning brightness, how could the Advent’s flame adorn that mount? How else could the Holy Land be made the footstool of God’s beauty, and the holy vale of Towa become the site of excellence and grace, the sacred spot where Moses put off His shoes? How could the breaths of heaven be carried across the Vale of Holiness, how could the sweet-scented, airy streams that blow out of the Abhá gardens ever be perceived by those that dwell on the Verdant Isle? How else could the pledges of the Prophets, the joyous tidings of the holy Seers of old, the stirring promises given unto this Sacred Place by the Manifestations of God, ever have been fulfilled?
195.3How else could the Tree of Anísá have been planted here, the flag of the Testament be flown, the intoxicating cup of the Covenant be lifted to these lips? All these blessings and bestowals, the very means of proclaiming the Faith, have come about through the scorn of the ignorant, the opposition of the foolish, the stubbornness of the dull-witted, the violence of the aggressor. Had it not been for these things, the news of the Báb’s advent would not, to this day, have reached even into lands hard by. Wherefore we should never grieve over the blindness of the unwitting, the attacks of the foolish, the hostility of the low and base, the heedlessness of the divines, the charges of infidelity brought against us by the empty of mind. Such too was their way in ages past, nor would it be thus if they were of those who know; but they are benighted, and they come not close to understanding what is told them.
195.4Wherefore doth it befit thyself, an offshoot of the Holy Tree of God, branched out from that mighty Trunk—and it behooveth ourselves as well—so to burn, through the sustaining grace of the Ancient Beauty—may my life be offered up for His Most Holy Shrine—with this kindled flame out of heaven, that we will light the fire of God’s love from pole to pole. Let us take for our example the great and sacred Tree of the exalted Báb—may my life be offered up for Him. Like Him let us bare our breasts to the shafts of agony, like Him make our hearts to be targets for the spears decreed by God. Let us, like candles, burn away; as moths, let us scorch our wings; as the field larks, vent our plaintive cries; as the nightingales, burst forth in lamentations.
195.5Even as the clouds let us shed down tears, and as the lightning flashes let us laugh at our coursings through east and west. By day, by night, let us think but of spreading the sweet savors of God. Let us not keep on forever with our fancies and illusions, with our analyzing and interpreting and circulating of complex dubieties. Let us put aside all thoughts of self; let us close our eyes to all on earth, let us neither make known our sufferings nor complain of our wrongs. Rather let us become oblivious of our own selves, and drinking down the wine of heavenly grace, let us cry out our joy, and lose ourselves in the beauty of the All-Glorious.
195.6O thou Afnán of the divine Lote-Tree! We must strive, each one of us, to become as fecund boughs and to yield an ever sweeter and more wholesome fruit, that the branch may prove itself to be a continuation of the root, and the part be in harmony with the whole. It is my hope that out of the bounty of the Greatest Name and the loving-kindness of the Primal Point—may my soul be offered up for Them both—we shall become the means of exalting the Word of God around the world; that we may ever render services unto the Source of our Cause and spread over all the canopy of the true and holy zeal of the Lord. That from over the fields of grace, we may make zephyrs to blow, bringing to man the sweet scents that come from the gardens of God. That we may make of this world the Abhá Paradise, and change this nether place into the Kingdom of Heaven.
195.7It is true that every one of God’s servants, and in particular those who are on fire with the Faith, have been allotted this task of servitude to Almighty God; still, the duty imposed upon us is greater than that which hath been laid upon the rest. To Him do we look for grace and favor and strength.
195.8All praise and thanksgiving be unto the Blessed Beauty, for calling into action the armies of His Abhá Kingdom, and sending forth to us His never-interrupted aid, dependable as the rising stars. In every region of the earth hath He supported this single, lonely servant, at every moment hath He made known to me the signs and tokens of His love. He hath cast into a stupor all those who are clinging to their vain illusions, and made them infamous in the sight of high and low. He hath caused those who run after their fads and fancies to become objects of general reproach, and hath exposed the arrogant to public view; He hath made those of the friends who proved infirm of faith to serve as a warning to every beholder, and hath caused the leaders of those who waver to love but themselves and sink down in self-conceit. Meanwhile, by the power of His might, He hath made this broken-winged bird to rise up before all who dwell on earth. He hath shattered the serried ranks of the rebellious, and hath given the victory to the hosts of salvation, and breathed into the hearts of those who stand firm in the Covenant and Testament the breath of everlasting life.
195.9Convey thou the greetings of Abhá to each one of the Afnán, branched from the Holy Tree. The glory rest upon thee and upon all the Afnán who remain faithful and true to the Covenant.
196
196.1O thou who art steadfast in the Covenant! Thy letter of 9 September 1909 hath been received. Be thou neither grieved nor despondent over what hath come to pass. This trouble overtook thee as thou didst walk the path of God, wherefore it should bring thee joy. We addressed the friends in writing ere this, and made a verbal statement as well, to the effect that the friends in the West will unquestionably have their share of the calamities befalling the friends in the East. It is inevitable that, walking the pathway of Bahá’u’lláh, they too will become targets for persecution by the oppressors.
196.2Consider how at the beginning of the Christian era the Apostles were afflicted, and what torments they endured in the pathway of Christ. Every day of their lives they were targets for the Pharisees’ darts of mockery, vilification and abuse. They bore great hardship; they saw prison; and most of them carried to their lips the sweet cup of martyrdom.
196.3Now ye, as well, must certainly become my partners to some slight degree, and accept your share of tests and sorrows. But these episodes shall pass away, while that abiding glory and eternal life shall remain unchanged forever. Moreover, these afflictions shall be the cause of great advancement.
196.4I ask of God that thou, His husbandman, shalt plough the hard and stony ground, and water it, and scatter seeds therein—for this will show how skilful is the farmer, while any man can sow and till where the ground is soft, and clear of brambles and thorns.
197
197.1O thou servant of God! Do not grieve at the afflictions and calamities that have befallen thee. All calamities and afflictions have been created for man so that he may spurn this mortal world—a world to which he is much attached. When he experienceth severe trials and hardships, then his nature will recoil and he will desire the eternal realm—a realm which is sanctified from all afflictions and calamities. Such is the case with the man who is wise. He shall never drink from a cup which is at the end distasteful, but, on the contrary, he will seek the cup of pure and limpid water. He will not taste of the honey that is mixed with poison.
197.2Praise thou God, that thou hast been tried and hast experienced such a test. Be patient and grateful. Turn thy face to the divine Kingdom and strive that thou mayest acquire merciful characteristics, mayest become illumined and acquire the attributes of the Kingdom and of the Lord. Endeavor to become indifferent to the pleasures of this world and to its comfort, to remain firm and steadfast in the Covenant and to promulgate the Cause of God.
197.3This is the cause of the exaltation of man, the cause of his glory and of his salvation.
198
198.1O thou who art enamored of the breaths of God! I have read thy letter, which cried out with thy love for God and thine irresistible attraction to His Beauty, and its wondrous theme did cheer my heart.
198.2The intent of what I wrote to thee in my previous letter was this, that when exalting the Word of God, there are trials to be met with, and calamities; and that in loving Him, at every moment there are hardships, torments, afflictions.
198.3It behooveth the individual first to value these ordeals, willingly accept them, and eagerly welcome them; only then should he proceed with teaching the Faith and exalting the Word of God.
198.4In such a state, no matter what may befall him in his love for God—harassment, reproach, vilification, curses, beatings, imprisonment, death—he will never be cast down, and his passion for the Divine Beauty will but gain in strength. This was what I meant.
198.5Otherwise, woe and misery to the soul that seeketh after comforts, riches, and earthly delights while neglecting to call God to mind! Because calamities encountered in God’s pathway are, to ‘Abdu’l-Bahá, but favor and grace, and in one of His Tablets the all-glorious Beauty hath declared: “I never passed a tree but Mine heart addressed it saying: ‘O would that thou wert cut down in My name, and My body crucified upon thee!’” These were the words of the Most Great Name. This is His path. This is the way to His Realm of Might.
199
199.1O ye sincere ones, ye longing ones, ye who are drawn as if magnetized, ye who have risen up to serve the Cause of God, to exalt His Word and scatter His sweet savors far and wide! I have read your excellent letter, beautiful as to style, eloquent as to words, profound as to meaning, and I praised God and thanked Him for having come to your aid and enabled you to serve Him in His widespreading vineyard.
199.2Erelong shall your faces be bright with the radiance of your supplications and your worship of God, your prayers unto Him, and your humility and selflessness in the presence of the friends. He will make of your assemblage a magnet that will draw unto you the bright rays of divine confirmations that shine out from His kingdom of glory.
199.3It is incumbent upon you to ponder in your hearts and meditate upon His words, and humbly to call upon Him, and to put away self in His heavenly Cause. These are the things that will make of you signs of guidance unto all mankind, and brilliant stars shining down from the all-highest horizon, and towering trees in the Abhá Paradise.
199.4Know ye that ‘Abdu’l-Bahá dwelleth in continual delight. To have been lodged in this faraway prison is for me exceeding joy. By the life of Bahá! This prison is my supernal paradise; it is my cherished goal, the comfort of my bosom, the bliss of my heart; it is my refuge, my shelter, my asylum, my safe haven, and within it do I exult amid the hosts of heaven and the Company on high.
199.5Rejoice in my bondage, O ye friends of God, for it soweth the seeds of freedom; rejoice at my imprisonment, for it is the wellspring of salvation; be ye glad on account of my travail, for it leadeth to eternal ease. By the Lord God! I would not exchange this prison for the throne of the whole world, nor give up this confinement for pleasures and pastimes in all the fair gardens on earth. My hope is that out of the Lord’s abundant grace, His munificence and loving-kindness, I may, in His pathway, be hanged against the sky, that my heart may become the target for a thousand bullets, or that I may be cast into the depths of the sea, or be left to perish on desert sands. This is what I long for most; this is my supreme desire; it refresheth my soul, it is balm for my breast, it is the very solace of mine eyes.
199.6As for you, O ye lovers of God, make firm your steps in His Cause, with such resolve that ye shall not be shaken though the direst of calamities assail the world. By nothing, under no conditions, be ye perturbed. Be ye anchored fast as the high mountains, be stars that dawn over the horizon of life, be bright lamps in the gatherings of unity, be souls humble and lowly in the presence of the friends, be innocent in heart. Be ye symbols of guidance and lights of godliness, severed from the world, clinging to the handhold that is sure and strong, spreading abroad the spirit of life, riding the Ark of salvation. Be ye daysprings of generosity, dawning-points of the mysteries of existence, sites where inspiration alighteth, rising-places of splendors, souls that are sustained by the Holy Spirit, enamored of the Lord, detached from all save Him, holy above the characteristics of humankind, clothed in the attributes of the angels of heaven, that ye may win for yourselves the highest bestowal of all, in this new time, this wondrous age.
199.7By the life of Bahá! Only he who is severed from the world shall achieve this ultimate grace, he who is a captive of divine love, empty of passion and self, from every aspect true unto his God, humble, lowly, supplicating, in tears, submissive in the presence of the Lord.
200
200.1O my spiritual loved ones! At a time when an ocean of trials and tribulations was surging up and flinging its waves to the heavens, when multitudes were assailing us and the tyrannical were inflicting upon us crushing wrongs—at such a time a band of individuals, intent on defaming us, allied themselves with our unkind brother, brought out a treatise that was filled with slanderous charges, and leveled accusations and calumnies against us.
200.2In this way they alarmed and confused the government authorities, and it is obvious what the condition of this captive then became, in this dilapidated fortress, and what terrible harm and mischief was done, far worse than words can tell. In spite of everything, this homeless prisoner remained inwardly tranquil and secure, trusting in the peerless Lord, yearning for whatever afflictions might have to be encountered in the pathway of God’s love. For bolts of hate are, in our sight, but a gift of pearls from Him, and mortal poison but a healing draught.
200.3Such was our state when a letter came to us from the American friends. They had covenanted together, so they wrote, to remain at one in all things, and the signatories one and all had pledged themselves to make sacrifices in the pathway of the love of God, thus to achieve eternal life. At the very moment when this letter was read, together with the signatures at its close, ‘Abdu’l-Bahá experienced a joy so vehement that no pen can describe it, and thanked God that friends have been raised up in that country who will live together in perfect harmony, in the best of fellowship, in full agreement, closely knit, united in their efforts.
200.4The more this compact is reinforced, the happier and the better shall all things be, for it will draw unto itself the confirmations of God. If the lovers of the Lord are hoping for grace to win as their friends the Company on high, they must do all they can to strengthen this compact, for such an alliance for brotherhood and unity is even as watering the Tree of Life: it is life everlasting.
200.5O ye lovers of God! Make firm your steps; fulfill your pledge to one another; go forth in harmony to scatter abroad the sweet savors of God’s love, and to establish His Teachings, until ye breathe a soul into the dead body of this world, and bring true healing in the physical and spiritual realms to everyone who aileth.
200.6O ye lovers of God! The world is even as a human being who is diseased and impotent, whose eyes can see no longer, whose ears have gone deaf, all of whose powers are corroded and used up. Wherefore must the friends of God be competent physicians who, following the holy Teachings, will nurse this patient back to health. Perhaps, God willing, the world will mend, and become permanently whole, and its exhausted faculties will be restored, and its person will take on such vigor, freshness and verdancy that it will shine out with comeliness and grace.
200.7The first remedy of all is to guide the people aright, so that they will turn themselves unto God, and listen to His counselings, and go forth with hearing ears and seeing eyes. Once this speedily effective draught is given them, then, in accordance with the Teachings, they must be led to acquire the characteristics and the behavior of the Concourse on high, and encouraged to seek out all the bounties of the Abhá Realm. They must cleanse their hearts from even the slightest trace of hatred and spite, and they must set about being truthful and honest, conciliatory and loving to all humankind—so that East and West will, even as two lovers, hold each other close; that hatred and hostility will perish from the earth, and universal peace be firmly rooted in their place.
200.8O ye lovers of God! Be kind to all peoples; care for every person; do all ye can to purify the hearts and minds of men; strive ye to gladden every soul. To every meadow be a shower of grace, to every tree the water of life; be as sweet musk to the sense of humankind, and to the ailing be a fresh, restoring breeze. Be pleasing waters to all those who thirst, a careful guide to all who have lost their way; be father and mother to the orphan, be loving sons and daughters to the old, be an abundant treasure to the poor. Think ye of love and good fellowship as the delights of heaven, think ye of hostility and hatred as the torments of hell.
200.9Indulge not your bodies with rest, but work with all your souls, and with all your hearts cry out and beg of God to grant you His succor and grace. Thus may ye make this world the Abhá Paradise, and this globe of earth the parade ground of the realm on high. If only ye exert the effort, it is certain that these splendors will shine out, these clouds of mercy will shed down their rain, these life-giving winds will rise and blow, this sweet-smelling musk will be scattered far and wide.
200.10O ye lovers of God! Do not dwell on what is coming to pass in this holy place, and be ye in no wise alarmed. Whatsoever may happen is for the best, because affliction is but the essence of bounty, and sorrow and toil are mercy unalloyed, and anguish is peace of mind, and to make a sacrifice is to receive a gift, and whatsoever may come to pass hath issued from God’s grace.
200.11See ye, therefore, to your own tasks: guide ye the people and educate them in the ways of ‘Abdu’l-Bahá. Deliver to mankind this joyous message from the Abhá Realm. Rest not, by day or night; seek ye no moment’s peace. Strive ye with all your might to bring to men’s ears these happy tidings. In your love for God and your attachment to ‘Abdu’l-Bahá, accept ye every tribulation, every sorrow. Endure the aggressor’s taunts, put up with the enemy’s reproaches. Follow in the footsteps of ‘Abdu’l-Bahá, and in the pathway of the Abhá Beauty, long at every moment to give up your lives. Shine out like the daystar, be unresting as the sea; even as the clouds of heaven, shed ye life upon field and hill, and like unto April winds, blow freshness through those human trees, and bring them to their blossoming.
201
201.1O thou who art carried away by the love of God! The Sun of Truth hath risen above the horizon of this world and cast down its beams of guidance. Eternal grace is never interrupted, and a fruit of that everlasting grace is universal peace. Rest thou assured that in this era of the spirit, the Kingdom of Peace will raise up its tabernacle on the summits of the world, and the commandments of the Prince of Peace will so dominate the arteries and nerves of every people as to draw into His sheltering shade all the nations on earth. From springs of love and truth and unity will the true Shepherd give His sheep to drink.
201.2O handmaid of God, peace must first be established among individuals, until it leadeth in the end to peace among nations. Wherefore, O ye Bahá’ís, strive ye with all your might to create, through the power of the Word of God, genuine love, spiritual communion and durable bonds among individuals. This is your task.
202
202.1O ye lovers of truth, ye servants of humankind! Out of the flowering of your thoughts and hopes, fragrant emanations have come my way, wherefore an inner sense of obligation compelleth me to pen these words.
202.2Ye observe how the world is divided against itself, how many a land is red with blood and its very dust is caked with human gore. The fires of conflict have blazed so high that never in early times, not in the Middle Ages, not in recent centuries hath there ever been such a hideous war, a war that is even as millstones, taking for grain the skulls of men. Nay, even worse, for flourishing countries have been reduced to rubble, cities have been leveled with the ground, and many a once prosperous village hath been turned into ruin. Fathers have lost their sons, and sons their fathers. Mothers have wept away their hearts over dead children. Children have been orphaned, women left to wander, vagrants without a home. From every aspect, humankind hath sunken low. Loud are the piercing cries of fatherless children; loud the mothers’ anguished voices, reaching to the skies.
202.3And the breeding ground of all these tragedies is prejudice: prejudice of race and nation, of religion, of political opinion; and the root cause of prejudice is blind imitation of the past—imitation in religion, in racial attitudes, in national bias, in politics. So long as this aping of the past persisteth, just so long will the foundations of the social order be blown to the four winds, just so long will humanity be continually exposed to direst peril.
202.4Now, in such an illumined age as ours, when realities previously unknown to man have been laid bare, and the secrets of created things have been disclosed, and the Morn of Truth hath broken and lit up the world—is it admissible that men should be waging a frightful war that is bringing humanity down to ruin? No, by the Lord God!
202.5Christ Jesus summoned all mankind to amity and peace. Unto Peter He said: “Put up thy sword into the sheath.” Such was the bidding and counsel of the Lord Christ; and yet today the Christians one and all have drawn their swords from out the scabbard. How wide is the discrepancy between such acts and the clear Gospel text!
202.6Sixty years ago Bahá’u’lláh rose up, even as the Daystar, over Persia. He declared that the skies of the world were dark, that this darkness boded evil, and that terrible wars would come. From the prison at ‘Akká, He addressed the German Emperor in the clearest of terms, telling him that a great war was on the way and that his city of Berlin would break forth in lamentation and wailing. Likewise did He write to the Turkish sovereign, although He was that Sulṭán’s victim and a captive in his prison—that is, He was being held prisoner in the Fortress at ‘Akká—and clearly stated that Constantinople would be overtaken by a sudden and radical change, so great that the women and children of that city would mourn and cry aloud. In brief, He addressed such words to all the monarchs and the presidents, and everything came to pass, exactly as He had foretold.
202.7There have issued, from His mighty Pen, various teachings for the prevention of war, and these have been scattered far and wide.
202.8The first is the independent investigation of truth; for blind imitation of the past will stunt the mind. But once every soul inquireth into truth, society will be freed from the darkness of continually repeating the past.
202.9His second principle is the oneness of mankind: that all men are the sheep of God, and God is their loving Shepherd, caring most tenderly for all without favoring one or another. “No difference canst thou see in the creation of the God of mercy;” all are His servants, all implore His grace.
202.10His third teaching is that religion is a mighty stronghold, but that it must engender love, not malevolence and hate. Should it lead to malice, spite, and hate, it is of no value at all. For religion is a remedy, and if the remedy bring on disease, then put it aside. Again, as to religious, racial, national and political bias: all these prejudices strike at the very root of human life; one and all they beget bloodshed, and the ruination of the world. So long as these prejudices survive, there will be continuous and fearsome wars.
202.11To remedy this condition there must be universal peace. To bring this about, a Supreme Tribunal must be established, representative of all governments and peoples; questions both national and international must be referred thereto, and all must carry out the decrees of this Tribunal. Should any government or people disobey, let the whole world arise against that government or people.
202.12Yet another of the teachings of Bahá’u’lláh is the equality of men and women and their equal sharing in all rights. And there are many similar principles. It hath now become evident that these teachings are the very life and soul of the world.
202.13Ye who are servants of the human race, strive ye with all your heart to deliver mankind out of this darkness and these prejudices that belong to the human condition and the world of nature, so that humanity may find its way into the light of the world of God.
202.14Praise be to Him, ye are acquainted with the various laws, institutions and principles of the world; today nothing short of these divine teachings can assure peace and tranquillity to mankind. But for these teachings, this darkness shall never vanish, these chronic diseases shall never be healed; nay, they shall grow fiercer from day to day. The Balkans will remain discontented. Its restlessness will increase. The vanquished Powers will continue to agitate. They will resort to every measure that may rekindle the flame of war. Movements, newly born and worldwide in their range, will exert their utmost effort for the advancement of their designs. The Movement of the Left will acquire great importance. Its influence will spread.
202.15Strive ye, therefore, with the help of God, with illumined minds and hearts and a strength born of heaven, to become a bestowal from God to man and to call into being, for all humankind, comfort and peace.
203
203.1O thou who art enamored of the Covenant! The Blessed Beauty hath promised this servant that souls would be raised up who would be the very embodiments of guidance, and banners of the Concourse on high, torches of God’s oneness, and stars of His pure truth, shining in the heavens where God reigneth alone. They would give sight to the blind, and would make the deaf to hear; they would raise the dead to life. They would confront all the peoples of the earth, pleading their Cause with proofs of the Lord of the seven spheres.
203.2It is my hope that in His bounty He will soon raise up these souls, that His Cause may be exalted. The lodestone which will attract this grace is staunchness in the Covenant. Render thou thanks unto God that thou art firmest of the firm.
203.3O my God, aid Thou Thy servant to raise up the Word, and to refute what is vain and false, to establish the truth, to spread the sacred verses abroad, reveal the splendors, and make the morning’s light to dawn in the hearts of the righteous.
203.4Thou art verily the Generous, the Forgiving.
204
204.1O phoenix of that immortal flame kindled in the sacred Tree! Bahá’u’lláh—may my life, my soul, my spirit be offered up as a sacrifice unto His lowly servants—hath, during His last days on earth, given the most emphatic promise that, through the outpourings of the grace of God and the aid and assistance vouchsafed from His Kingdom on high, souls will arise and holy beings appear who, as stars, would adorn the firmament of divine guidance; illumine the dayspring of loving-kindness and bounty; manifest the signs of the unity of God; shine with the light of sanctity and purity; receive their full measure of divine inspiration; raise high the sacred torch of faith; stand firm as the rock and immoveable as the mountain; and grow to become luminaries in the heavens of His Revelation, mighty channels of His grace, means for the bestowal of God’s bountiful care, heralds calling forth the name of the One true God, and establishers of the world’s supreme foundation.
204.2These shall labor ceaselessly, by day and by night, shall heed neither trials nor woe, shall suffer no respite in their efforts, shall seek no repose, shall disregard all ease and comfort, and, detached and unsullied, shall consecrate every fleeting moment of their lives to the diffusion of the divine fragrance and the exaltation of God’s holy Word. Their faces will radiate heavenly gladness, and their hearts be filled with joy. Their souls will be inspired, and their foundation stand secure. They shall scatter in the world, and travel throughout all regions. They shall raise their voices in every assembly, and adorn and revive every gathering. They shall speak in every tongue, and interpret every hidden meaning. They shall reveal the mysteries of the Kingdom, and manifest unto everyone the signs of God. They shall burn brightly even as a candle in the heart of every assembly, and beam forth as a star upon every horizon. The gentle breezes wafted from the garden of their hearts shall perfume and revive the souls of men, and the revelations of their minds, even as showers, will reinvigorate the peoples and nations of the world.
204.3I am waiting, eagerly waiting for these holy ones to appear; and yet, how long will they delay their coming? My prayer and ardent supplication, at eventide and at dawn, is that these shining stars may soon shed their radiance upon the world, that their sacred countenances may be unveiled to mortal eyes, that the hosts of divine assistance may achieve their victory, and the billows of grace, rising from His oceans above, may flow upon all mankind. Pray ye also and supplicate unto Him that through the bountiful aid of the Ancient Beauty these souls may be unveiled to the eyes of the world.
204.4The glory of God rest upon thee, and upon him whose face is illumined with that everlasting light that shineth from His Kingdom of Glory.
205
205.1O ye respected souls! From the continual imitation of ancient and worn-out ways, the world had grown dark as darksome night. The fundamentals of the divine Teachings had passed from memory; their pith and heart had been totally forgotten, and the people were holding on to husks. The nations had, like tattered garments long outworn, fallen into a pitiful condition.
205.2Out of this pitch blackness there dawned the morning splendor of the Teachings of Bahá’u’lláh. He hath dressed the world with a garment new and fair, and that new garment is the principles which have come down from God.
205.3Now the new age is here and creation is reborn. Humanity hath taken on new life. The autumn hath gone by, and the reviving spring is here. All things are now made new. Arts and industries have been reborn, there are new discoveries in science, and there are new inventions; even the details of human affairs, such as dress and personal effects—even weapons—all these have likewise been renewed. The laws and procedures of every government have been revised. Renewal is the order of the day.
205.4And all this newness hath its source in the fresh outpourings of wondrous grace and favor from the Lord of the Kingdom, which have renewed the world. The people, therefore, must be set completely free from their old patterns of thought, that all their attention may be focused upon these new principles, for these are the light of this time and the very spirit of this age.
205.5Unless these Teachings are effectively spread among the people, until the old ways, the old concepts, are gone and forgotten, this world of being will find no peace, nor will it reflect the perfections of the Heavenly Kingdom. Strive ye with all your hearts to make the heedless conscious, to waken those who sleep, to bring knowledge to the ignorant, to make the blind to see, the deaf to hear, and restore the dead to life.
205.6It behooveth you to show forth such power, such endurance, as to astonish all beholders. The confirmations of the Kingdom are with you. Upon you be the glory of the All-Glorious.
206
206.1Praise be to Him Who hath rent the dark asunder, hath blotted out the night, hath drawn aside the coverings and torn away the veils; Whose light thereupon shone out, Whose signs and tokens were spread abroad, and His mysteries laid bare. Then did His clouds part and loaded down the earth with His bounties and bestowals, and made all things sweet with rain, and caused the fresh greenery of knowledge and the hyacinths of certitude to spring forth and to shake and tremble for joy, till the whole world was scented with the fragrance of His holiness.
206.2Salutations and praise, blessings and glory be upon those divine realities, those sacred windflowers that have come forth out of this supreme bestowal, this flooding grace that hath roared like a clashing sea of gifts and bounties, tossing its waves to the high heavens.
206.3O God, my God! Praise be unto Thee for kindling the fire of divine love in the Holy Tree on the summit of the loftiest mount: that Tree which is “neither of the East nor of the West,” that fire which blazed out till the flame of it soared upward to the Concourse on high, and from it those realities caught the light of guidance, and cried out: “Verily have we perceived a fire on the slope of Mount Sinai.”
206.4O God, my God! Increase Thou this fire, as day followeth day, till the blast of it setteth in motion all the earth. O Thou, my Lord! Kindle the light of Thy love in every heart, breathe into men’s souls the spirit of Thy knowledge, gladden their breasts with the verses of Thy oneness. Call Thou to life those who dwell in their tombs, warn Thou the prideful, make happiness worldwide, send down Thy crystal waters, and in the assemblage of manifest splendors, pass round that cup which is “tempered at the camphor fountain.”
206.5Verily, art Thou the Giving, the Forgiving, the Ever-Bestowing. Verily, art Thou the Merciful, the Compassionate.
206.6O ye loved ones of God! The wine-cup of Heaven overfloweth, the banquet of God’s Covenant is bright with festive lights, the dawn of all bestowals is breaking, the gentle winds of grace are blowing, and out of the invisible world come good tidings of bounties and gifts. In flower-spangled meadows hath the divine springtime pitched its tents, and the spiritual are inhaling sweet scents from the Sheba of the spirit, carried their way by the east wind. Now doth the mystic nightingale carol its odes, and buds of inner meaning are bursting into blossoms delicate and fair. The field larks are become the festival’s musicians, and lifting wondrous voices they cry and sing to the melodies of the Company on high, “Blessed are ye! Glad Tidings! Glad Tidings!” And they urge on the revelers of the Abhá Paradise to drink their fill, and they eloquently hold forth upon the celestial tree, and utter their sacred cries. All this, that withered souls who tread the desert of the heedless, and faded ones lost in the sands of unconcern, may come to throbbing life again, and present themselves at the feasts and revels of the Lord God.
206.7Praise be to Him! The renown of His Cause hath reached to east and west, and word of the power of the Abhá Beauty hath quickened north and south. That cry from the American continent is a choir of holiness, that shout from far and near that riseth even to the Company on high is “Yá Bahá’u’l-Abhá!” Now is the east lit up with a glory, and the west rose-sweet, and all the earth is fragrant with ambergris, and the winds that blow over the Holy Shrine are laden with musk. Erelong shall ye see that even the darkest lands are bright, and the continents of Europe and Africa have turned into gardens of flowers, and forests of blossoming trees.
206.8But since the dawning of this Daystar was in Persia, and since from that orient the sun shone upon the west, it is our fondest hope that the flames of love’s fire should blaze ever more vehemently in that land, and that there the splendor of this Holy Faith should grow ever more intense. May the tumult of God’s Cause so shake that land to its foundations, may the spiritual force of His Word so manifest itself, as to make Írán the core and focus of well-being and peace. May rectitude and conciliation, and love and trust, issuing forth from Írán, bring immortality to all on earth. May she raise on the highest summits the banner of public order, of purest spirituality, of universal peace.
206.9O ye loved ones of God! In this, the Bahá’í dispensation, God’s Cause is spirit unalloyed. His Cause belongeth not to the material world. It cometh neither for strife nor war, nor for acts of mischief or of shame; it is neither for quarrelling with other Faiths, nor for conflicts with the nations. Its only army is the love of God, its only joy the clear wine of His knowledge, its only battle the expounding of the Truth; its one crusade is against the insistent self, the evil promptings of the human heart. Its victory is to submit and yield, and to be selfless is its everlasting glory. In brief, it is spirit upon spirit:
Unless ye must,Bruise not the serpent in the dust,How much less wound a man.And if ye can,No ant should ye alarm,Much less a brother harm.
206.10Let all your striving be for this, to become the source of life and immortality, and peace and comfort and joy, to every human soul, whether one known to you or a stranger, one opposed to you or on your side. Look ye not upon the purity or impurity of his nature: look ye upon the all-embracing mercy of the Lord, the light of Whose grace hath embosomed the whole earth and all who dwell thereon, and in the plenitude of Whose bounty are immersed both the wise and the ignorant. Stranger and friend alike are seated at the table of His favor. Even as the believer, the denier who turneth away from God doth at the same time cup his hands and drink from the sea of His bestowals.
206.11It behooveth the loved ones of the Lord to be the signs and tokens of His universal mercy and the embodiments of His own excelling grace. Like the sun, let them cast their rays upon garden and rubbish heap alike, and even as clouds in spring, let them shed down their rain upon flower and thorn. Let them seek but love and faithfulness, let them not follow the ways of unkindness, let their talk be confined to the secrets of friendship and of peace. Such are the attributes of the righteous, such is the distinguishing mark of those who serve His Threshold.
206.12The Abhá Beauty endured the most afflictive of calamities. He bore countless agonies and ills. He enjoyed not a moment’s peace, drew not an easeful breath. He wandered, homeless, over desert sands and mountain slopes; He was shut in a fortress, and a prison cell. But to Him, His pauper’s mat of straw was an eternal throne of glory, and His heavy chains a sovereign’s carcanet. By day, by night, He lived under a whirring sword, and He was ready from moment to moment for death on the cross. He bore all this that He might purify the world, and deck it out with the tender mercies of the Lord God; that He might set it at rest; that conflict and aggression might be put to flight, the lance and the keen blade be exchanged for loving fellowship, malevolence and war turn into safety and gentleness and love; that battlefields of hate and wrath should become gardens of delight, and places where once the blood-drenched armies clashed be fragrant pleasure grounds; that warfare should be seen as shame, and the resort to arms, even as a loathsome sickness, be shunned by every people; that universal peace raise its pavilions on the loftiest mounts, and war be made to perish forever from the earth.
206.13Wherefore must the loved ones of God, laboriously, with the waters of their striving, tend and nourish and foster this tree of hope. In whatsoever land they dwell, let them with a whole heart befriend and be companions to those who are either close to them, or far removed. Let them, with qualities like unto those of heaven, promote the institutions and the religion of God. Let them never lose heart, never be despondent, never feel afflicted. The more antagonism they meet, the more let them show their own good faith; the more torments and calamities they have to face, the more generously let them pass round the bounteous cup. Such is the spirit which will become the life of the world, such is the spreading light at its heart: and he who may be and do other than this is not worthy to serve at the Holy Threshold of the Lord.
206.14O ye loved ones of God! The Sun of Truth is shining down from invisible skies; know ye the value of these days. Lift up your heads, and grow ye cypress-tall in these swift-running streams. Take ye joy in the beauty of the narcissus of Najd, for night will fall and it will be no more.…
206.15O ye loved ones of God! Praise be to Him, the bright banner of the Covenant is flying higher every day, while the flag of perfidy hath been reversed, and hangeth at half-mast. The benighted attackers have been shaken to their core; they are now as ruined sepulchers, and even as blind creatures that dwell beneath the earth they creep and crawl about a corner of the tomb, and out of that hole, from time to time, like unto savage beasts, do they jibber and howl. Glory be to God! How can the darkness hope to overcome the light, how can a magician’s cords hold fast “a serpent plain for all to see”? “Then lo! It swallowed up their lying wonders.” Alas for them! They have deluded themselves with a fable, and to indulge their appetites they have done away with their own selves. They gave up everlasting glory in exchange for human pride, and they sacrificed greatness in both worlds to the demands of the insistent self. This is that of which We have forewarned you. Erelong shall ye behold the foolish in manifest loss.
206.16O my Lord and my Hope! Help Thou Thy loved ones to be steadfast in Thy mighty Covenant, to remain faithful to Thy manifest Cause, and to carry out the commandments Thou didst set down for them in Thy Book of Splendors; that they may become banners of guidance and lamps of the Company above, wellsprings of Thine infinite wisdom, and stars that lead aright, as they shine down from the supernal sky.
206.17Verily art Thou the Invincible, the Almighty, the All-Powerful.
207
207.1O ye who have turned your faces toward the Exalted Beauty! By night, by day, at morningtide and sunset, when darkness draweth on, and at early light I remember, and ever have remembered, in the realms of my mind and heart, the loved ones of the Lord. I beg of Him to bestow His confirmations upon those loved ones, dwellers in that pure and holy land, and to grant them successful outcomes in all things: that in their character, their behavior, their words, their way of life, in all they are and do, He will make them to achieve distinction among men; that He will gather them into the world community, their hearts filled with ecstasy and fervor and yearning love, with knowledge and certitude, with steadfastness and unity, their faces beauteous and bright.
207.2O ye beloved of the Lord! This day is the day of union, the day of the ingathering of all mankind. “Verily God loveth those who, as though they were a solid wall, do battle for His Cause in serried lines!” Note that He saith “in serried lines”—meaning crowded and pressed together, one locked to the next, each supporting his fellows. To do battle, as stated in the sacred verse, doth not, in this greatest of all dispensations, mean to go forth with sword and spear, with lance and piercing arrow—but rather weaponed with pure intent, with righteous motives, with counsels helpful and effective, with godly attributes, with deeds pleasing to the Almighty, with the qualities of heaven. It signifieth education for all mankind, guidance for all men, the spreading far and wide of the sweet savors of the spirit, the promulgation of God’s proofs, the setting forth of arguments conclusive and divine, the doing of charitable deeds.
207.3Whensoever holy souls, drawing on the powers of heaven, shall arise with such qualities of the spirit, and march in unison, rank on rank, every one of those souls will be even as one thousand, and the surging waves of that mighty ocean will be even as the battalions of the Concourse on high. What a blessing that will be—when all shall come together, even as once separate torrents, rivers and streams, running brooks and single drops, when collected together in one place will form a mighty sea. And to such a degree will the inherent unity of all prevail, that the traditions, rules, customs and distinctions in the fanciful life of these populations will be effaced and vanish away like isolated drops, once the great sea of oneness doth leap and surge and roll.
207.4I swear by the Ancient Beauty, that at such a time overwhelming grace will so encircle all, and the sea of grandeur will so overflow its shores, that the narrowest strip of water will grow wide as an endless sea, and every merest drop will be even as the shoreless deep.
207.5O ye loved ones of God! Struggle and strive to reach that high station, and to make a splendor so to shine across these realms of earth that the rays of it will be reflected back from a dawning-point on the horizon of eternity. This is the very foundation of the Cause of God. This is the very pith of the Law of God. This is the mighty structure raised up by the Manifestations of God. This is why the orb of God’s world dawneth. This is why the Lord establisheth Himself on the throne of His human body.
207.6O ye loved ones of God! See how the Exalted One—may the souls of all on earth be a ransom for Him—for this high purpose made His blessed heart the target for affliction’s spears; and because the real intent of the Ancient Beauty—for Him may the souls of the Concourse on high be offered up—was to win this same supernal goal, the Exalted One bared His holy breast for a target to a myriad bullets fired by the people of malice and hate, and with utter meekness died the martyr’s death. On the dust of this pathway the holy blood of thousands upon thousands of sacred souls gushed out, and many a time the blessed body of a loyal lover of God was hanged to the gallows tree.
207.7The Abhá Beauty Himself—may the spirit of all existence be offered up for His loved ones—bore all manner of ordeals, and willingly accepted for Himself intense afflictions. No torment was there left that His sacred form was not subjected to, no suffering that did not descend upon Him. How many a night, when He was chained, did He go sleepless because of the weight of His iron collar; how many a day the burning pain of the stocks and fetters gave Him no moment’s peace. From Níyávarán to Ṭihrán they made Him run—He, that embodied spirit, He Who had been accustomed to repose against cushions of ornamented silk—chained, shoeless, His head bared; and down under the earth, in the thick darkness of that narrow dungeon, they shut Him up with murderers, rebels and thieves. Ever and again they assailed Him with a new torment, and all were certain that from one moment to the next He would suffer a martyr’s death. After some time they banished Him from His native land, and sent Him to countries alien and far away. During many a year in ‘Iráq, no moment passed but the arrow of a new anguish struck His holy heart; with every breath a sword came down upon that sacred body, and He could hope for no moment of security and rest. From every side His enemies mounted their attack with unrelenting hate; and singly and alone He withstood them all. After all these tribulations, these body blows, they flung Him out of ‘Iráq in the continent of Asia, to the continent of Europe, and in that place of bitter exile, of wretched hardships, to the wrongs that were heaped upon Him by the people of the Qur’án were now added the virulent persecutions, the powerful attacks, the plottings, the slanders, the continual hostilities, the hate and malice, of the people of the Bayán. My pen is powerless to tell it all; but ye have surely been informed of it. Then, after twenty-four years in this, the Most Great Prison, in agony and sore affliction, His days drew to a close.
207.8To sum it up, the Ancient Beauty was ever, during His sojourn in this transitory world, either a captive bound with chains, or living under a sword, or subjected to extreme suffering and torment, or held in the Most Great Prison. Because of His physical weakness, brought on by His afflictions, His blessed body was worn away to a breath; it was light as a cobweb from long grieving. And His reason for shouldering this heavy load and enduring all this anguish, which was even as an ocean that hurleth its waves to high heaven—His reason for putting on the heavy iron chains and for becoming the very embodiment of utter resignation and meekness, was to lead every soul on earth to concord, to fellow feeling, to oneness; to make known amongst all peoples the sign of the singleness of God, so that at last the primal oneness deposited at the heart of all created things would bear its destined fruit, and the splendor of “No difference canst thou see in the creation of the God of Mercy,” would cast abroad its rays.
207.9Now is the time, O ye beloved of the Lord, for ardent endeavor. Struggle ye, and strive. And since the Ancient Beauty was exposed by day and night on the field of martyrdom, let us in our turn labor hard, and hear and ponder the counsels of God; let us fling away our lives, and renounce our brief and numbered days. Let us turn our eyes away from empty fantasies of this world’s divergent forms, and serve instead this preeminent purpose, this grand design. Let us not, because of our own imaginings, cut down this tree that the hand of heavenly grace hath planted; let us not, with the dark clouds of our illusions, our selfish interests, blot out the glory that streameth from the Abhá Realm. Let us not be as barriers that wall out the rolling ocean of Almighty God. Let us not prevent the pure, sweet scents from the garden of the All-Glorious Beauty from blowing far and wide. Let us not, on this day of reunion, shut out the vernal downpour of blessings from on high. Let us not consent that the splendors of the Sun of Truth should ever fade and disappear. These are the admonitions of God, as set forth in His Holy Books, His Scriptures, His Tablets that tell out His counselings to the sincere.
207.10The glory rest upon you, and God’s mercy, and God’s blessings.
208
208.1O ye servants of the Sacred Threshold! The triumphant hosts of the Celestial Concourse, arrayed and marshaled in the Realms above, stand ready and expectant to assist and assure victory to that valiant horseman who with confidence spurreth on his charger into the arena of service. Well is it with that fearless warrior who, armed with the power of true Knowledge, hasteneth unto the field, disperseth the armies of ignorance, and scattereth the hosts of error, who holdeth aloft the Standard of Divine Guidance, and soundeth the Clarion of Victory. By the righteousness of the Lord! He hath achieved a glorious triumph and obtained the true victory.
209
209.1O ye servants of the Blessed Beauty! … It is clear that in this day, confirmations from the unseen world are encompassing all those who deliver the divine Message. Should the work of teaching lapse, these confirmations would be entirely cut off, since it is impossible for the loved ones of God to receive assistance unless they teach.
209.2Under all conditions, the teaching must be carried forward, but with wisdom. If the work cannot proceed openly, then let them teach in private, and thus engender spirituality and fellowship among the children of men. If, for example, each and every one of the believers would become a true friend to one of the unheeding, and, conducting himself with absolute rectitude, associate with this soul, treat him with the utmost kindness, himself exemplify the divine instructions he hath received, the good qualities and behavior patterns, and at all times act in accord with the admonitions of God—it is certain that little by little he will succeed in awakening that previously heedless individual, and in changing his ignorance to knowledge of the truth.
209.3Souls are inclined toward estrangement. Steps should first be taken to do away with this estrangement, for only then will the Word take effect. If a believer showeth kindness to one of the neglectful, and, with great love, gradually leadeth him to an understanding of the validity of the Holy Cause, so that he may come to know the fundamentals of God’s Faith and the implications thereof—such a one will certainly be transformed, excepting only those seldom-encountered individuals who are even as ashes, whose hearts are “hard as rocks, or harder still.”
209.4If every one of the friends should strive in this way to guide one soul aright, the number of believers will double every year; and this can be accomplished with prudence and wisdom, and no harm whatever would result therefrom.
209.5Furthermore, the teachers must travel about, and if spreading the Message openly should cause a disturbance, then instead, let them stimulate and train the believers, inspire them, delight them, rejoice their hearts, revive and refresh them with the sweet savors of holiness.
210
210.1O ye roses in the garden of God’s love! O ye bright lamps in the assemblage of His knowledge! May the soft breathings of God pass over you, may the Glory of God illumine the horizon of your hearts. Ye are the waves of the deep sea of knowledge, ye are the massed armies on the plains of certitude, ye are the stars in the skies of God’s compassion, ye are the stones that put the people of perdition to flight, ye are clouds of divine pity over the gardens of life, ye are the abundant grace of God’s oneness that is shed upon the essences of all created things.
210.2On the outspread tablet of this world, ye are the verses of His singleness; and atop lofty palace towers, ye are the banners of the Lord. In His bowers are ye the blossoms and sweet-smelling herbs, in the rose garden of the spirit the nightingales that utter plaintive cries. Ye are the birds that soar upward into the firmament of knowledge, the royal falcons on the wrist of God.
210.3Why then are ye quenched, why silent, why leaden and dull? Ye must shine forth like the lightning, and raise up a clamoring like unto the great sea. Like a candle must ye shed your light, and even as the soft breezes of God must ye blow across the world. Even as sweet breaths from heavenly bowers, as musk-laden winds from the gardens of the Lord, must ye perfume the air for the people of knowledge, and even as the splendors shed by the true Sun, must ye illumine the hearts of humankind. For ye are the life-laden winds, ye are the jessamine-scents from the gardens of the saved. Bring then life to the dead, and awaken those who slumber. In the darkness of the world be ye radiant flames; in the sands of perdition, be ye wellsprings of the water of life, be ye guidance from the Lord God. Now is the time to serve, now is the time to be on fire. Know ye the value of this chance, this favorable juncture that is limitless grace, ere it slip from your hands.
210.4Soon will our handful of days, our vanishing life, be gone, and we shall pass, empty-handed, into the hollow that is dug for those who speak no more; wherefore must we bind our hearts to the manifest Beauty, and cling to the lifeline that faileth never. We must gird ourselves for service, kindle love’s flame, and burn away in its heat. We must loose our tongues till we set the wide world’s heart afire, and with bright rays of guidance blot out the armies of the night, and then, for His sake, on the field of sacrifice, fling down our lives.
210.5Thus let us scatter over every people the treasured gems of the recognition of God, and with the decisive blade of the tongue, and the sure arrows of knowledge, let us defeat the hosts of self and passion, and hasten onward to the site of martyrdom, to the place where we die for the Lord. And then, with flying flags, and to the beat of drums, let us pass into the realm of the All-Glorious, and join the Company on high.
210.6Well is it with the doers of great deeds.
211
211.1When the friends do not endeavor to spread the message, they fail to remember God befittingly, and will not witness the tokens of assistance and confirmation from the Abhá Kingdom nor comprehend the divine mysteries. However, when the tongue of the teacher is engaged in teaching, he will naturally himself be stimulated, will become a magnet attracting the divine aid and bounty of the Kingdom, and will be like unto the bird at the hour of dawn, which itself becometh exhilarated by its own singing, its warbling and its melody.
212
212.1It is at such times that the friends of God avail themselves of the occasion, seize the opportunity, rush forth and win the prize. If their task is to be confined to good conduct and advice, nothing will be accomplished. They must speak out, expound the proofs, set forth clear arguments, draw irrefutable conclusions establishing the truth of the manifestation of the Sun of Reality.
213
213.1The teaching work should under all conditions be actively pursued by the believers because divine confirmations are dependent upon it. Should a Bahá’í refrain from being fully, vigorously and wholeheartedly involved in the teaching work he will undoubtedly be deprived of the blessings of the Abhá Kingdom. Even so, this activity should be tempered with wisdom—not that wisdom which requireth one to be silent and forgetful of such an obligation, but rather that which requireth one to display divine tolerance, love, kindness, patience, a goodly character, and holy deeds. In brief, encourage the friends individually to teach the Cause of God and draw their attention to this meaning of wisdom mentioned in the Writings, which is itself the essence of teaching the Faith—but all this to be done with the greatest tolerance, so that heavenly assistance and divine confirmation may aid the friends.
214
214.1Follow thou the way of thy Lord, and say not that which the ears cannot bear to hear, for such speech is like luscious food given to small children. However palatable, rare and rich the food may be, it cannot be assimilated by the digestive organs of a suckling child. Therefore unto every one who hath a right, let his settled measure be given.
214.2“Not everything that a man knoweth can be disclosed, nor can everything that he can disclose be regarded as timely, nor can every timely utterance be considered as suited to the capacity of those who hear it.” Such is the consummate wisdom to be observed in thy pursuits. Be not oblivious thereof, if thou wishest to be a man of action under all conditions. First diagnose the disease and identify the malady, then prescribe the remedy, for such is the perfect method of the skilful physician.
215
215.1My hope from the grace of the One true Lord is that thou wilt be enabled to spread the fragrances of God among the tribes. This is extremely important.…
215.2If thou succeedest in rendering this service thou shalt excel and be the leader in the field.
216
216.1Rest assured that the breathings of the Holy Spirit will loosen thy tongue. Speak, therefore; speak out with great courage at every meeting. When thou art about to begin thine address, turn first to Bahá’u’lláh, and ask for the confirmations of the Holy Spirit, then open thy lips and say whatever is suggested to thy heart; this, however, with the utmost courage, dignity and conviction. It is my hope that from day to day your gatherings will grow and flourish, and that those who are seeking after truth will hearken therein to reasoned arguments and conclusive proofs. I am with you heart and soul at every meeting; be sure of this.
217
217.1The teacher, when teaching, must be himself fully enkindled, so that his utterance, like unto a flame of fire, may exert influence and consume the veil of self and passion. He must also be utterly humble and lowly so that others may be edified, and be totally self-effaced and evanescent so that he may teach with the melody of the Concourse on high—otherwise his teaching will have no effect.
218
218.1O ye close and dear friends of ‘Abdu’l-Bahá!
In the Orient scatter perfumes,And shed splendors on the West.Carry light unto the Bulgar,And the Slav with life invest.
218.2One year after the ascension of Bahá’u’lláh, there came this verse from the lips of the Center of the Covenant. The Covenant-breakers found it strange indeed, and they treated it with scorn. Yet, praised be God, its effects are now manifest, its power revealed, its import clear; for by God’s grace, today both East and West are trembling for joy, and now, from sweet waftings of holiness, the whole earth is scented with musk.
218.3The Blessed Beauty, in unmistakable language, hath made this promise in His Book: “We behold you from Our realm of glory, and shall aid whosoever will arise for the triumph of Our Cause with the hosts of the Concourse on high and a company of Our favored angels.”
218.4God be thanked, that promised aid hath been vouchsafed, as is plain for all to see, and it shineth forth as clear as the sun in the heavens.
218.5Wherefore, O ye friends of God, redouble your efforts, strain every nerve, till ye triumph in your servitude to the Ancient Beauty, the Manifest Light, and become the cause of spreading far and wide the rays of the Daystar of Truth. Breathe ye into the world’s worn and wasted body the fresh breath of life, and in the furrows of every region sow ye holy seed. Rise up to champion this Cause; open your lips and teach. In the meeting place of life be ye a guiding candle; in the skies of this world be dazzling stars; in the gardens of unity be birds of the spirit, singing of inner truths and mysteries.
218.6Expend your every breath of life in this great Cause and dedicate all your days to the service of Bahá, so that in the end, safe from loss and deprivation, ye will inherit the heaped-up treasures of the realms above. For the days of a man are full of peril and he cannot rely on so much as a moment more of life; and still the people, who are even as a wavering mirage of illusions, tell themselves that in the end they shall reach the heights. Alas for them! The men of bygone times hugged these same fancies to their breasts, until a wave flicked over them and they returned to dust, and they found themselves excluded and bereft—all save those souls who had freed themselves from self and had flung away their lives in the pathway of God. Their bright star shone out in the skies of ancient glory, and the handed-down memories of all the ages are the proof of what I say.
218.7Wherefore, rest ye neither day nor night and seek no ease. Tell ye the secrets of servitude, follow the pathway of service, till ye attain the promised succor that cometh from the realms of God.
218.8O friends! Black clouds have shrouded all this earth, and the darkness of hatred and malice, of cruelty and aggression and defilement is spreading far and wide. The people, one and all, live out their lives in a heedless stupor and the chief virtues of man are held to be his rapacity and his thirst for blood. Out of all the mass of humankind God hath chosen the friends, and He hath favored them with His guidance and boundless grace. His purpose is this, that we, all of us, should strive with our whole hearts to offer ourselves up, guide others to His path, and train the souls of men—until these frenzied beasts change to gazelles in the meadows of oneness, and these wolves to lambs of God, and these brutish creatures to angelic hosts; till the fires of hatred are quenched, and the flame coming out of the sheltered vale of the Holy Shrine doth shed its splendors; till the foul odor of the tyrant’s dunghill is blown away, and yieldeth to the pure, sweet scents that stream from the rosebeds of faith and trust. On that day will the weak of intellect draw on the bounty of the divine, Universal Mind, and they whose life is but abomination will seek out these cleansing, holy breaths.
218.9But there needs must be souls who will manifest such bestowals, there needs must be husbandmen to till these fields, gardeners for these gardens, there needs must be fish to swim in this sea, stars to gleam in these heavens. These ailing ones must be tended by spiritual physicians, these who are the lost need gentle guides—so that from such souls the bereft may receive their portion, and the deprived obtain their share, and the poor discover in such as they unmeasured wealth, and the seekers hear from them unanswerable proofs.
218.10O my Lord, my Defender, my Help in peril! Lowly do I entreat Thee, ailing do I come unto Thee to be healed, humbly do I cry out to Thee with my tongue, my soul, my spirit:
218.11O God, my God! The gloom of night hath shrouded every region, and all the earth is shut away behind thick clouds. The peoples of the world are sunk in the black depths of vain illusions, while their tyrants wallow in cruelty and hate. I see nothing but the glare of searing fires that blaze upward from the nethermost abyss, I hear nothing save the thunderous roar that belloweth out from thousands upon thousands of fiery weapons of assault, while every land is crying aloud in its secret tongue: “My riches avail me nothing, and my sovereignty hath perished!”
218.12O my Lord, the lamps of guidance have gone out. The flames of passion are mounting high, and malevolence is ever gaining on the world. Malice and hate have overspread the face of the whole earth, and I find no souls except Thine own oppressed small band who are raising up this cry:
218.13Make haste to love! Make haste to trust! Make haste to give! To guidance come!
218.14Come ye for harmony! To behold the Star of Day! Come here for kindliness, for ease! Come here for amity and peace!
218.15Come and cast down your weapons of wrath, till unity is won! Come and in the Lord’s true path each one help each one.
218.16Verily with exceeding joy, with heart and soul, do these oppressed of Thine offer themselves up for all mankind in every land. Thou seest them, O my Lord, weeping over the tears Thy people shed, mourning the grief of Thy children, condoling with humankind, suffering because of the calamities that beset all the denizens of the earth.
218.17O my Lord, wing them with victory that they may soar upward to salvation, strengthen their loins in service to Thy people, and their backs in servitude to Thy Threshold of Holiness.
218.18Verily Thou art the Generous, verily Thou art the Merciful! There is none other God save Thee, the Clement, the Pitiful, the Ancient of Days!
219
219.1O ye sons and daughters of the Kingdom! Your letter, which was surely inspired of heaven, hath been received. Its contents were most pleasing, its sentiments arising out of luminous hearts.
219.2The believers in London are indeed steadfast and true, they are resolute, they are constant in service; when put to the test, they do not falter, nor doth their fire abate with the passage of time; rather, they are Bahá’ís. They are of heaven, they are filled with light, they are of God. Without any doubt they will become the cause of raising high the Word of God, and advancing the oneness of the world of man; of promoting the teachings of God, and spreading far and near the equality of every member of the human race.
219.3It is easy to approach the Kingdom of Heaven, but hard to stand firm and staunch within it, for the tests are rigorous, and heavy to bear. But the English remain steadfast under all conditions, neither at the first sign of trouble do their footsteps slip. They are not changeable, playing fast and loose with some project and soon giving it up. They do not, for some trivial reason, fail in enthusiasm and zeal, their interest gone. No, in all they do, they are stable, rock-solid and staunch.
219.4Although ye dwell in western lands, still, praise be to God, ye did hear His call from out the east and, even as Moses, did warm your hands at the fire kindled in the Asian Tree. Ye did find the true path, were lit like unto lamps, and have come into the Kingdom of God. And now have ye arisen, out of gratitude for these blessings, and ye are asking God’s help for all the peoples of the earth, that their eyes as well may behold the splendors of the Abhá Realm, and their hearts, even as mirrors, reflect the bright rays of the Sun of Truth.
219.5It is my hope that the breaths of the Holy Spirit will so be breathed into your hearts that your tongues will disclose the mysteries, and set forth and expound the inner meanings of the Holy Books; that the friends will become physicians, and will, through the potent medicine of the heavenly Teachings, heal the long-standing diseases that afflict the body of this world; that they will make the blind to see, the deaf to hear, the dead to come alive; that they will awaken those who are sound asleep.
219.6Rest ye assured that the confirmations of the Holy Spirit will descend upon you, and that the armies of the Abhá Kingdom will grant you the victory.
220
220.1The Lord of all mankind hath fashioned this human realm to be a Garden of Eden, an earthly paradise. If, as it must, it findeth the way to harmony and peace, to love and mutual trust, it will become a true abode of bliss, a place of manifold blessings and unending delights. Therein shall be revealed the excellence of humankind, therein shall the rays of the Sun of Truth shine forth on every hand.
220.2Remember how Adam and the others once dwelt together in Eden. No sooner, however, did a quarrel break out between Adam and Satan than they were, one and all, banished from the Garden, and this was meant as a warning to the human race, a means of telling humankind that dissension—even with the Devil—is the way to bitter loss. This is why, in our illumined age, God teacheth that conflicts and disputes are not allowable, not even with Satan himself.
220.3Gracious God! Even with such a lesson before him, how heedless is man! Still do we see his world at war from pole to pole. There is war among the religions; war among the nations; war among the peoples; war among the rulers. What a welcome change would it be, if only these black clouds would lift from off the skies of the world, so that the light of reality could be shed abroad! If only the darksome dust of this continual fighting and killing could settle forever, and the sweet winds of God’s loving-kindness could blow from out the wellspring of peace. Then would this world become another world, and the earth would shine with the light of her Lord.
220.4If there is any hope, it is solely in the bounties of God: that His strengthening grace will come, and the struggling and contending will cease, and the acid bite of blood-dripping steel will be turned into the honey-dew of friendship and probity and trust. How sweet would that day be in the mouth, how fragrant as musk the scent thereof.
220.5God grant that the new year will bring a promise of the new peace. May He enable this distinguished assemblage to conclude a fair treaty and establish a just covenant, that you may be blessed forever, across the unborn reaches of time.
[Addressed to the readers of The Christian Commonwealth, 1 January 1913]
221
221.1O ye who are steadfast in the Covenant! The pilgrim hath made mention of each one of you, and hath asked for a separate letter addressed to each, but this wanderer in the wilderness of God’s love is withheld from correspondence by a thousand preoccupations and concerns; and since out of the easts and the wests of the earth there poureth a mounting flood of letters upon him, it would be impossible to send a separate letter to each one, wherefore this one letter is addressed to each of you, that it may, as sealed wine, rejoice your souls and warm your hearts.
221.2O ye steadfast loved ones! The grace of God is beating down upon mankind, even as the rains in spring, and the rays of the manifest Light have made this earth to be the envy of heaven. But alas, the blind are deprived of this bounty, the heedless are closed off from it, the withered despair of it, the faded are dying away—so that even as flooding waters, this endless stream of grace passeth back into its primal source in a hidden sea. Only a few receive this grace and take their share of it. Wherefore, let us put our hopes in whatever the strong arm of the Beloved can bring about.
221.3We trust that in a time to come the slumberers will waken, and the heedless will be made aware, and the excluded will become initiates in the mysteries. Now must the friends work on with heart and soul and put forth a mighty effort, until the ramparts of dissension are toppled down and the glories of the oneness of humanity lead all to unity.
221.4Today the one overriding need is unity and harmony among the beloved of the Lord, for they should have among them but one heart and soul and should, so far as in them lieth, unitedly withstand the hostility of all the peoples of the world; they must bring to an end the benighted prejudices of all nations and religions and must make known to every member of the human race that all are the leaves of one branch, the fruits of one bough.
221.5Until such time, however, as the friends establish perfect unity among themselves, how can they summon others to harmony and peace?
That soul which hath itself not come alive,Can it then hope another to revive?
221.6Reflect ye as to other than human forms of life and be ye admonished thereby: those clouds that drift apart cannot produce the bounty of the rain, and are soon lost; a flock of sheep, once scattered, falleth prey to the wolf, and birds that fly alone will be caught fast in the claws of the hawk. What greater demonstration could there be that unity leadeth to flourishing life, while dissension and withdrawing from the others, will lead only to misery; for these are the sure ways to bitter disappointment and ruin.
221.7The holy Manifestations of God were sent down to make visible the oneness of humanity. For this did They endure unnumbered ills and tribulations, that a community from amongst mankind’s divergent peoples could gather within the shadow of the Word of God and live as one, and could, with delight and grace, demonstrate on earth the unity of humankind. Therefore must the desire of the friends be this, to bring together and unify all peoples, that all may receive a generous drink of this pure wine from this cup that is “tempered at the camphor fountain.” Let them make the differing populations to be as one and induce the hostile and murderous kindreds of the earth to love one another instead. Let them loose from their shackles the captives of sensual desires and cause the excluded to become intimates of the mysteries. Let them give to the bereft a share of the blessings of these days; let them guide the portionless to inexhaustible treasure. This grace can come about through words and ways and deeds that are of the Unseen Kingdom but, lacking such, it can never be.
221.8The confirmations of God are the surety for these blessings; the sacred bounty of God bestoweth these great gifts. The friends of God are supported by the Kingdom on high and they win their victories through the massed armies of the most great guidance. Thus for them every difficulty will be made smooth, every problem will most easily be solved.
221.9Note ye how easily, where unity existeth in a given family, the affairs of that family are conducted; what progress the members of that family make, how they prosper in the world. Their concerns are in order, they enjoy comfort and tranquillity, they are secure, their position is assured, they come to be envied by all. Such a family but addeth to its stature and its lasting honor, as day succeedeth day. And if we widen out the sphere of unity a little to include the inhabitants of a village who seek to be loving and united, who associate with and are kind to one another, what great advances they will be seen to make, how secure and protected they will be. Then let us widen out the sphere a little more, let us take the inhabitants of a city, all of them together: if they establish the strongest bonds of unity among themselves, how far they will progress, even in a brief period, and what power they will exert. And if the sphere of unity be still further widened out, that is, if the inhabitants of a whole country develop peaceable hearts, and if with all their hearts and souls they yearn to cooperate with one another and to live in unity, and if they become kind and loving to one another, that country will achieve undying joy and lasting glory. Peace will it have, and plenty, and vast wealth.
221.10Note then: if every clan, tribe, community, every nation, country, territory on earth should come together under the single-hued pavilion of the oneness of mankind, and by the dazzling rays of the Sun of Truth should proclaim the universality of man; if they should cause all nations and all creeds to open wide their arms to one another, establish a World Council, and proceed to bind the members of society one to another by strong mutual ties, what would happen then? There is no doubt whatsoever that the divine Beloved, in all His endearing beauty, and with Him a massive host of heavenly confirmations and human blessings and bestowals, would appear in His full glory before the assemblage of the world.
221.11Wherefore, O ye beloved of the Lord, bestir yourselves, do all in your power to be as one, to live in peace, each with the others: for ye are all the drops from but one ocean, the foliage of one tree, the pearls from a single shell, the flowers and sweet herbs from the same one garden. And achieving that, strive ye to unite the hearts of those who follow other faiths.
221.12For one another must ye give up even life itself. To every human being must ye be infinitely kind. Call none a stranger; think none to be your foe. Be ye as if all men were your close kin and honored friends. Walk ye in such wise that this fleeting world will change into a splendor and this dismal heap of dust become a palace of delights. Such is the counsel of ‘Abdu’l-Bahá, this hapless servant.
222
222.1O ye homeless and wanderers in the Path of God! Prosperity, contentment, and freedom, however much desired and conducive to the gladness of the human heart, can in no wise compare with the trials of homelessness and adversity in the pathway of God; for such exile and banishment are blessed by the divine favor, and are surely followed by the mercy of Providence. The joy of tranquillity in one’s home, and the sweetness of freedom from all cares shall pass away, whilst the blessing of homelessness shall endure forever, and its far-reaching results shall be made manifest.
222.2Abraham’s migration from His native land caused the bountiful gifts of the All-Glorious to be made manifest, and the setting of Canaan’s brightest star unfolded to the eyes the radiance of Joseph. The flight of Moses, the Prophet of Sinai, revealed the Flame of the Lord’s burning Fire, and the rise of Jesus breathed the breaths of the Holy Spirit into the world. The departure of Muḥammad, the Beloved of God, from the city of His birth was the cause of the exaltation of God’s Holy Word, and the banishment of the Sacred Beauty led to the diffusion of the light of His divine Revelation throughout all regions.
222.3Take ye good heed, O people of insight!
223
223.1O ye sons and daughters of the Kingdom! Your letter was received. From its contents it was known that, praise be to God, your hearts are in the utmost purity and your souls rejoice in the glad tidings of God. The mass of the people are occupied with self and worldly desire, are immersed in the ocean of the nether world and are captives of the world of nature, save those souls who have been freed from the chains and fetters of the material world and, like unto swift-flying birds, are soaring in this unbounded realm. They are awake and vigilant, they shun the obscurity of the world of nature, their highest wish centereth on the eradication from among men of the struggle for existence, the shining forth of the spirituality and the love of the realm on high, the exercise of utmost kindness among peoples, the realization of an intimate and close connection between religions and the practice of the ideal of self-sacrifice. Then will the world of humanity be transformed into the Kingdom of God.
223.2O ye friends, exert ye an effort! Every expenditure is in need of an income. This day, in the world of humanity, men are all the time expending, for war is nothing but the consumption of men and of wealth. At least engage ye in a deed of profit to the world of humanity that ye may partially compensate for that loss. Perchance, through the divine confirmations, ye may be assisted in promulgating amity and concord among men, in substituting love for enmity, in causing universal peace to result from universal war and in converting loss and rancor into profit and love. This wish will be realized through the power of the Kingdom.
224
224.1O thou servant of God! Thy letter was received. Its contents were lofty and sublime, and its aim high and far-reaching. The world of humanity is in need of great improvement, for it is a material jungle wherein trees without fruit flourish and useless weeds abound. If at all there is a tree that beareth fruit it is overshadowed by the fruitless ones, and if a flower groweth in this jungle it is hidden and concealed. The world of mankind is in need of expert gardeners who may convert these forests into delectable rose gardens, may substitute for these barren trees ones that yield fruit, and may replace these useless weeds with roses and fragrant herbs. Thus active souls and vigilant people rest neither by day nor by night; they strive to be closely linked to the divine Kingdom and thereby become the manifestations of infinite bounty and ideal gardeners for these forests. Thus the world of humanity will be wholly transformed and the merciful bounties become manifest.
225
225.1O ye concourse of the Kingdom of Abhá! Two calls to success and prosperity are being raised from the heights of the happiness of mankind, awakening the slumbering, granting sight to the blind, causing the heedless to become mindful, bestowing hearing upon the deaf, unloosing the tongue of the mute and resuscitating the dead.
225.2The one is the call of civilization, of the progress of the material world. This pertaineth to the world of phenomena, promoteth the principles of material achievement, and is the trainer for the physical accomplishments of mankind. It compriseth the laws, regulations, arts and sciences through which the world of humanity hath developed; laws and regulations which are the outcome of lofty ideals and the result of sound minds, and which have stepped forth into the arena of existence through the efforts of the wise and cultured in past and subsequent ages. The propagator and executive power of this call is just government.
225.3The other is the soul-stirring call of God, Whose spiritual teachings are safeguards of the everlasting glory, the eternal happiness and illumination of the world of humanity, and cause attributes of mercy to be revealed in the human world and the life beyond.
225.4This second call is founded upon the instructions and exhortations of the Lord and the admonitions and altruistic emotions belonging to the realm of morality which, like unto a brilliant light, brighten and illumine the lamp of the realities of mankind. Its penetrative power is the Word of God.
225.5However, until material achievements, physical accomplishments and human virtues are reinforced by spiritual perfections, luminous qualities and characteristics of mercy, no fruit or result shall issue therefrom, nor will the happiness of the world of humanity, which is the ultimate aim, be attained. For although, on the one hand, material achievements and the development of the physical world produce prosperity, which exquisitely manifests its intended aims, on the other hand dangers, severe calamities and violent afflictions are imminent.
225.6Consequently, when thou lookest at the orderly pattern of kingdoms, cities and villages, with the attractiveness of their adornments, the freshness of their natural resources, the refinement of their appliances, the ease of their means of travel, the extent of knowledge available about the world of nature, the great inventions, the colossal enterprises, the noble discoveries and scientific researches, thou wouldst conclude that civilization conduceth to the happiness and the progress of the human world. Yet shouldst thou turn thine eye to the discovery of destructive and infernal machines, to the development of forces of demolition and the invention of fiery implements, which uproot the tree of life, it would become evident and manifest unto thee that civilization is conjoined with barbarism. Progress and barbarism go hand in hand, unless material civilization be confirmed by Divine Guidance, by the revelations of the All-Merciful and by godly virtues, and be reinforced by spiritual conduct, by the ideals of the Kingdom and by the outpourings of the Realm of Might.
225.7Consider now, that the most advanced and civilized countries of the world have been turned into arsenals of explosives, that the continents of the globe have been transformed into huge camps and battlefields, that the peoples of the world have formed themselves into armed nations, and that the governments of the world are vying with each other as to who will first step into the field of carnage and bloodshed, thus subjecting mankind to the utmost degree of affliction.
225.8Therefore, this civilization and material progress should be combined with the Most Great Guidance so that this nether world may become the scene of the appearance of the bestowals of the Kingdom, and physical achievements may be conjoined with the effulgences of the Merciful. This in order that the beauty and perfection of the world of man may be unveiled and be manifested before all in the utmost grace and splendor. Thus everlasting glory and happiness shall be revealed.
225.9Praise be to God, throughout succeeding centuries and ages the call of civilization hath been raised, the world of humanity hath been advancing and progressing day by day, various countries have been developing by leaps and bounds, and material improvements have increased, until the world of existence obtained universal capacity to receive the spiritual teachings and to hearken to the Divine Call. The suckling babe passeth through various physical stages, growing and developing at every stage, until its body reacheth the age of maturity. Having arrived at this stage it acquireth the capacity to manifest spiritual and intellectual perfections. The lights of comprehension, intelligence and knowledge become perceptible in it and the powers of its soul unfold. Similarly, in the contingent world, the human species hath undergone progressive physical changes and, by a slow process, hath scaled the ladder of civilization, realizing in itself the wonders, excellencies and gifts of humanity in their most glorious form, until it gained the capacity to express the splendors of spiritual perfections and divine ideals and became capable of hearkening to the call of God. Then at last the call of the Kingdom was raised, the spiritual virtues and perfections were revealed, the Sun of Reality dawned, and the teachings of the Most Great Peace, of the oneness of the world of humanity and of the universality of men, were promoted. We hope that the effulgence of these rays shall become more and more intense, and the ideal virtues more resplendent, so that the goal of this universal human process will be attained and the love of God will appear in the utmost grace and beauty and bedazzle all hearts.
225.10O ye beloved of God! Know ye, verily, that the happiness of mankind lieth in the unity and the harmony of the human race, and that spiritual and material developments are conditioned upon love and amity among all men. Consider ye the living creatures, namely those which move upon the earth and those which fly, those which graze and those which devour. Among the beasts of prey each kind liveth apart from other species of its genus, observing complete antagonism and hostility; and whenever they meet they immediately fight and draw blood, gnashing their teeth and baring their claws. This is the way in which ferocious beasts and bloodthirsty wolves behave, carnivorous animals that live by themselves and fight for their lives. But the docile, good-natured and gentle animals, whether they belong to the flying or grazing species, associate with one another in complete affinity, united in their flocks, and living their lives with enjoyment, happiness and contentment. Such are the birds that are satisfied with and grateful for a few grains; they live in complete gladness, and break into rich and melodious song while soaring over meadows, plains, hills and mountains. Similarly those animals which graze, like the sheep, the antelope and the gazelle, consort in the greatest amity, intimacy and unity while living in their plains and prairies in a condition of complete contentment. But dogs, wolves, tigers, hyenas and those other beasts of prey, are alienated from each other as they hunt and roam about alone. The creatures of the fields and birds of the air do not even shun or molest one another when they come upon their mutual grazing and resting grounds but accept each other with friendliness, unlike the devouring beasts who immediately tear each other apart when one intrudes upon the other’s cave or lair; yea, even if one merely passeth by the abode of another the latter at once rusheth out to attack and if possible kill the former.
225.11Therefore, it hath been made clear and manifest that in the animal kingdom also love and affinity are the fruits of a gentle disposition, a pure nature and praiseworthy character, while discord and isolation are characteristic of the fierce beasts of the wild.
225.12The Almighty hath not created in man the claws and teeth of ferocious animals, nay rather hath the human form been fashioned and set with the most comely attributes and adorned with the most perfect virtues. The honor of this creation and the worthiness of this garment therefore require man to have love and affinity for his own kind, nay rather, to act towards all living creatures with justice and equity.
225.13Similarly, consider how the cause of the welfare, happiness, joy and comfort of humankind are amity and union, whereas dissension and discord are most conducive to hardship, humiliation, agitation and failure.
225.14But a thousand times alas, that man is negligent and unaware of these facts, and daily doth he strut abroad with the characteristics of a wild beast. Lo! At one moment he turneth into a ferocious tiger; at the next he becometh a creeping, venomous viper! But the sublime achievements of man reside in those qualities and attributes that exclusively pertain to the angels of the Supreme Concourse. Therefore, when praiseworthy qualities and high morals emanate from man, he becometh a heavenly being, an angel of the Kingdom, a divine reality and a celestial effulgence. On the other hand, when he engageth in warfare, quarrelling and bloodshed, he becometh viler than the most fierce of savage creatures, for if a bloodthirsty wolf devoureth a lamb in a single night, man slaughtereth a hundred thousand in the field of battle, strewing the ground with their corpses and kneading the earth with their blood.
225.15In short, man is endowed with two natures: one tendeth towards moral sublimity and intellectual perfection, while the other turneth to bestial degradation and carnal imperfections. If ye travel the countries of the globe ye shall observe on one side the remains of ruin and destruction, while on the other ye shall see the signs of civilization and development. Such desolation and ruin are the result of war, strife and quarrelling, while all development and progress are fruits of the lights of virtue, cooperation and concord.
225.16If one were to travel through the deserts of Central Asia he would observe how many cities, once great and prosperous like Paris and London, are now demolished and razed to the ground. From the Caspian Sea to the River Oxus there stretch wild and desolate plains, deserts, wildernesses and valleys. For two days and two nights the Russian railway traverseth the ruined cities and uninhabited villages of that wasteland. Formerly that plain bore the fruit of the finest civilizations of the past. Tokens of development and refinement were apparent all around, arts and sciences were well protected and promoted, professions and industries flourished, commerce and agriculture had reached a high stage of efficiency, and the foundations of government and statesmanship were laid on a strong and solid basis. Today that vast stretch of land hath become mostly the shelter and asylum of Turkoman tribes, and an arena for the ferocious display of wild beasts. The ancient cities of that plain, such as Gurgán, Nissá, Abívard and Shahristán, famous throughout the world for their arts, sciences, culture, industry, and well known for their wealth, greatness, prosperity and distinction, have given way to a wilderness wherein no voice is heard save the roaring of wild beasts and where bloodthirsty wolves roam at will. This destruction and desolation was brought about by war and strife, dissension and discord between the Persians and the Turks, who differed in their religion and customs. So rigid was the spirit of religious prejudice that the faithless leaders sanctioned the shedding of innocent blood, the ruin of property and the desecration of family honor. This is to cite only one illustration.
225.17Consequently, when thou traversest the regions of the world, thou shalt conclude that all progress is the result of association and cooperation, while ruin is the outcome of animosity and hatred. Notwithstanding this, the world of humanity doth not take warning, nor doth it awake from the slumber of heedlessness. Man is still causing differences, quarrels and strife in order to marshal the cohorts of war and, with his legions, rush into the field of bloodshed and slaughter.
225.18Then again, consider the phenomenon of composition and decomposition, of existence and nonexistence. Every created thing in the contingent world is made up of many and varied atoms, and its existence is dependent on the composition of these. In other words, through the divine creative power a conjunction of simple elements taketh place so that from this composition a distinct organism is produced. The existence of all things is based upon this principle. But when the order is deranged, decomposition is produced and disintegration setteth in, then that thing ceaseth to exist. That is, the annihilation of all things is caused by decomposition and disintegration. Therefore attraction and composition between the various elements is the means of life, and discord, decomposition and division produce death. Thus the cohesive and attractive forces in all things lead to the appearance of fruitful results and effects, while estrangement and alienation of things lead to disturbance and annihilation. Through affinity and attraction all living things like plants, animals and men come into existence, while division and discord bring about decomposition and destruction.
225.19Consequently, that which is conducive to association and attraction and unity among the sons of men is the means of the life of the world of humanity, and whatever causeth division, repulsion and remoteness leadeth to the death of humankind.
225.20And if, as thou passest by fields and plantations, thou observest that the plants, flowers and sweet-smelling herbs are growing luxuriantly together, forming a pattern of unity, this is an evidence of the fact that that plantation and garden is flourishing under the care of a skilful gardener. But when thou seest it in a state of disorder and irregularity thou inferrest that it hath lacked the training of an efficient farmer and thus hath produced weeds and tares.
225.21It therefore becometh manifest that amity and cohesion are indicative of the training of the Real Educator, and dispersion and separation a proof of savagery and deprivation of divine education.
225.22A critic may object, saying that peoples, races, tribes and communities of the world are of different and varied customs, habits, tastes, character, inclinations and ideas, that opinions and thoughts are contrary to one another, and how, therefore, is it possible for real unity to be revealed and perfect accord among human souls to exist?
225.23In answer we say that differences are of two kinds. One is the cause of annihilation and is like the antipathy existing among warring nations and conflicting tribes who seek each other’s destruction, uprooting one another’s families, depriving one another of rest and comfort and unleashing carnage. The other kind which is a token of diversity is the essence of perfection and the cause of the appearance of the bestowals of the Most Glorious Lord.
225.24Consider the flowers of a garden: though differing in kind, color, form and shape, yet, inasmuch as they are refreshed by the waters of one spring, revived by the breath of one wind, invigorated by the rays of one sun, this diversity increaseth their charm, and addeth unto their beauty. Thus when that unifying force, the penetrating influence of the Word of God, taketh effect, the difference of customs, manners, habits, ideas, opinions and dispositions embellisheth the world of humanity. This diversity, this difference is like the naturally created dissimilarity and variety of the limbs and organs of the human body, for each one contributeth to the beauty, efficiency and perfection of the whole. When these different limbs and organs come under the influence of man’s sovereign soul, and the soul’s power pervadeth the limbs and members, veins and arteries of the body, then difference reinforceth harmony, diversity strengtheneth love, and multiplicity is the greatest factor for coordination.
225.25How unpleasing to the eye if all the flowers and plants, the leaves and blossoms, the fruits, the branches and the trees of that garden were all of the same shape and color! Diversity of hues, form and shape, enricheth and adorneth the garden, and heighteneth the effect thereof. In like manner, when divers shades of thought, temperament and character, are brought together under the power and influence of one central agency, the beauty and glory of human perfection will be revealed and made manifest. Naught but the celestial potency of the Word of God, which ruleth and transcendeth the realities of all things, is capable of harmonizing the divergent thoughts, sentiments, ideas, and convictions of the children of men. Verily, it is the penetrating power in all things, the mover of souls and the binder and regulator in the world of humanity.
225.26Praise be to God, today the splendor of the Word of God hath illumined every horizon, and from all sects, races, tribes, nations, and communities souls have come together in the light of the Word, assembled, united and agreed in perfect harmony. Oh! What a great number of meetings are held adorned with souls from various races and diverse sects! Anyone attending these will be struck with amazement, and might suppose that these souls are all of one land, one nationality, one community, one thought, one belief and one opinion; whereas, in fact, one is an American, the other an African, one cometh from Asia and another from Europe, one is a native of India, another is from Turkestan, one is an Arab, another a Tajik, another a Persian and yet another a Greek. Notwithstanding such diversity they associate in perfect harmony and unity, love and freedom; they have one voice, one thought and one purpose. Verily, this is from the penetrative power of the Word of God! If all the forces of the universe were to combine they would not be able thus to gather a single assemblage so imbued with the sentiments of love, affection, attraction and enkindlement as to unite the members of different races and to raise up from the heart of the world a voice that shall dispel war and strife, uproot dissension and disputation, usher in the era of universal peace and establish unity and concord amongst men.
225.27Can any power withstand the penetrative influence of the Word of God? Nay, by God! The proof is clear and the evidence is complete! If anyone looketh with the eyes of justice he shall be struck with wonder and amazement and will testify that all the peoples, sects and races of the world should be glad, content and grateful for the teachings and admonitions of Bahá’u’lláh. For these divine injunctions tame every ferocious beast, transform the creeping insect into a soaring bird, cause human souls to become angels of the Kingdom, and make the human world a focus for the qualities of mercy.
225.28Furthermore each and every one is required to show obedience, submission and loyalty towards his own government. Today no state in the world is in a condition of peace or tranquillity, for security and trust have vanished from among the people. Both the governed and the governors are alike in danger. The only group of people which today submitteth peacefully and loyally to the laws and ordinances of government and dealeth honestly and frankly with the people, is none other than this wronged community. For while all sects and races in Persia and Turkestan are absorbed in promoting their own interests and only obey their governments either with the hope of reward or from fear of punishment, the Bahá’ís are the well-wishers of the government, obedient to its laws and bearing love towards all peoples.
225.29Such obedience and submission is made incumbent and obligatory upon all by the clear Text of the Abhá Beauty. Therefore the believers, in obedience to the command of the True One, show the utmost sincerity and goodwill towards all nations; and should any soul act contrary to the laws of the government he would consider himself responsible before God, deserving divine wrath and chastisement for his sin and wrongdoing. It is astonishing that, in spite of this, some of the officials of the government consider the Bahá’ís to be ill-wishers while they regard the members of other communities as their well-wishers. Gracious God! Recently, when there was general revolution and agitation in Ṭihrán and in other provinces of Persia, it was proven that not a single Bahá’í had taken part nor intervened in these affairs. For this reason they were reproached by the ignorant because they had obeyed the command of the Blessed Perfection and refrained absolutely from interference in political matters. They were not associated with any party, but busied themselves with their own affairs and professions and discharged their own duties.
225.30All the friends of God bear witness to the fact that ‘Abdu’l-Bahá is, from every standpoint, the well-wisher of all governments and nations, and prayeth sincerely for their progress and advancement, especially for the two great states of the east, for these two countries are the native land and the place of exile of Bahá’u’lláh. In all epistles and writings he hath commended and praised these two governments and hath supplicated divine confirmations for them from the Threshold of the One true God. The Abhá Beauty—may my life be a sacrifice for His loved ones—hath offered prayers on behalf of Their Imperial Majesties. Gracious God! How strange that, notwithstanding these conclusive proofs, every day some event transpireth and difficulties arise. But we, and the friends of God, should on no account slacken our efforts to be loyal, sincere and men of good will. We should at all times manifest our truthfulness and sincerity, nay rather, we must be constant in our faithfulness and trustworthiness, and occupy ourselves in offering prayers for the good of all.
225.31O ye beloved of God, these are days for steadfastness, for firmness and perseverance in the Cause of God. Ye must not focus your attention upon the person of ‘Abdu’l-Bahá, for erelong he will bid you farewell. Rather must ye fix your gaze upon the Word of God. If the Word of God is being promoted, rejoice and be happy and thankful, though ‘Abdu’l-Bahá himself be threatened by the sword or burdened by the weight of chains and fetters. For the Holy Temple of the Cause of God is important, not the physical body of ‘Abdu’l-Bahá. The friends of God must arise with such steadfastness that if, at any moment, a hundred souls like ‘Abdu’l-Bahá become the target for the arrows of affliction, they will not shift or waver in their resolve, their determination, their enkindlement, their devotion and service in the Cause of God. ‘Abdu’l-Bahá is himself a servant at the Threshold of the Blessed Beauty and a manifestation of pure and utter servitude at the Threshold of the Almighty. He hath no other station or title, no other rank or power. This is my ultimate Purpose, my eternal Paradise, my holiest Temple and my Sadratu’l-Muntahá. With the Abhá Blessed Beauty and the Exalted One, His Herald—may my life be a sacrifice for Them both—hath ended the appearance of God’s independent and universal Manifestation. And for a thousand years all shall be illumined by His lights and be sustained by the ocean of His favors.
225.32O ye lovers of God! This, verily, is my last wish and my admonition unto you. Blessed, therefore, is he who is aided by God to follow that which is inscribed upon this scroll whose words are sanctified from the symbols current amongst men.
226
226.1O thou servant of God! Thy letter was received, and was the cause of gladness. Thou hast expressed thine ardent wish that I should attend the Peace Congress. I do not present myself at such political conferences, for the establishment of peace is unachievable save through the power of the Word of God. When a conference is convened, representative of all nations and working under the influence of the Word of God, then universal peace will be established but otherwise it is impossible.
226.2At present it is certain that temporary peace is established but it is not lasting. All governments and nations have become tired of war, of the difficulties of travel, of huge expenditures, of the loss of life, of the affliction of women, of the great number of orphans, and they are driven by force to peace. But this peace is not permanent, it is temporary.
226.3We hope that the power of the Word of God will establish a peace that shall eternally remain effective and secure.
227
227.1O ye esteemed ones who are pioneers among the well-wishers of the world of humanity!
227.2The letters which ye sent during the war were not received, but a letter dated February 11th, 1916, has just come to hand, and immediately an answer is being written. Your intention deserves a thousand praises, because you are serving the world of humanity, and this is conducive to the happiness and welfare of all. This recent war has proved to the world and the people that war is destruction while universal peace is construction; war is death while peace is life; war is rapacity and bloodthirstiness while peace is beneficence and humaneness; war is an appurtenance of the world of nature while peace is of the foundation of the religion of God; war is darkness upon darkness while peace is heavenly light; war is the destroyer of the edifice of mankind while peace is the everlasting life of the world of humanity; war is like a devouring wolf while peace is like the angels of heaven; war is the struggle for existence while peace is mutual aid and cooperation among the peoples of the world and the cause of the good pleasure of the True One in the heavenly realm.
227.3There is not one soul whose conscience does not testify that in this day there is no more important matter in the world than that of universal peace. Every just one bears witness to this and adores that esteemed Assembly because its aim is that this darkness may be changed into light, this bloodthirstiness into kindness, this torment into bliss, this hardship into ease and this enmity and hatred into fellowship and love. Therefore, the effort of those esteemed souls is worthy of praise and commendation.
227.4But the wise souls who are aware of the essential relationships emanating from the realities of things consider that one single matter cannot, by itself, influence the human reality as it ought and should, for until the minds of men become united, no important matter can be accomplished. At present universal peace is a matter of great importance, but unity of conscience is essential, so that the foundation of this matter may become secure, its establishment firm and its edifice strong.
227.5Therefore Bahá’u’lláh, fifty years ago, expounded this question of universal peace at a time when He was confined in the fortress of ‘Akká and was wronged and imprisoned. He wrote about this important matter of universal peace to all the great sovereigns of the world, and established it among His friends in the Orient. The horizon of the East was in utter darkness, nations displayed the utmost hatred and enmity towards each other, religions thirsted for each other’s blood, and it was darkness upon darkness. At such a time Bahá’u’lláh shone forth like the sun from the horizon of the East and illumined Persia with the lights of these teachings.
227.6Among His teachings was the declaration of universal peace. People of different nations, religions and sects who followed Him came together to such an extent that remarkable gatherings were instituted consisting of the various nations and religions of the East. Every soul who entered these gatherings saw but one nation, one teaching, one pathway, one order, for the teachings of Bahá’u’lláh were not limited to the establishment of universal peace. They embraced many teachings which supplemented and supported that of universal peace.
227.7Among these teachings was the independent investigation of reality so that the world of humanity may be saved from the darkness of imitation and attain to the truth; may tear off and cast away this ragged and outgrown garment of a thousand years ago and may put on the robe woven in the utmost purity and holiness in the loom of reality. As reality is one and cannot admit of multiplicity, therefore different opinions must ultimately become fused into one.
227.8And among the teachings of Bahá’u’lláh is the oneness of the world of humanity, that all human beings are the sheep of God and He is the kind Shepherd. This Shepherd is kind to all the sheep, because He created them all, trained them, provided for them and protected them. There is no doubt that the Shepherd is kind to all the sheep and should there be among these sheep ignorant ones, they must be educated; if there be children, they must be trained until they reach maturity; if there be sick ones, they must be cured. There must be no hatred and enmity, for as by a kind physician these ignorant, sick ones should be treated.
227.9And among the teachings of Bahá’u’lláh is that religion must be the cause of fellowship and love. If it becomes the cause of estrangement then it is not needed, for religion is like a remedy; if it aggravates the disease then it becomes unnecessary.
227.10And among the teachings of Bahá’u’lláh is that religion must be in conformity with science and reason, so that it may influence the hearts of men. The foundation must be solid and must not consist of imitations.
227.11And among the teachings of Bahá’u’lláh is that religious, racial, political, economic and patriotic prejudices destroy the edifice of humanity. As long as these prejudices prevail, the world of humanity will not have rest. For a period of 6,000 years history informs us about the world of humanity. During these 6,000 years the world of humanity has not been free from war, strife, murder and bloodthirstiness. In every period war has been waged in one country or another and that war was due to either religious prejudice, racial prejudice, political prejudice or patriotic prejudice. It has therefore been ascertained and proved that all prejudices are destructive of the human edifice. As long as these prejudices persist, the struggle for existence must remain dominant, and bloodthirstiness and rapacity continue. Therefore, even as was the case in the past, the world of humanity cannot be saved from the darkness of nature and cannot attain illumination except through the abandonment of prejudices and the acquisition of the morals of the Kingdom.
227.12If this prejudice and enmity are on account of religion consider that religion should be the cause of fellowship, otherwise it is fruitless. And if this prejudice be the prejudice of nationality consider that all mankind are of one nation; all have sprung from the tree of Adam, and Adam is the root of the tree. That tree is one and all these nations are like branches, while the individuals of humanity are like leaves, blossoms and fruits thereof. Then the establishment of various nations and the consequent shedding of blood and destruction of the edifice of humanity result from human ignorance and selfish motives.
227.13As to the patriotic prejudice, this is also due to absolute ignorance, for the surface of the earth is one native land. Every one can live in any spot on the terrestrial globe. Therefore all the world is man’s birthplace. These boundaries and outlets have been devised by man. In the creation, such boundaries and outlets were not assigned. Europe is one continent, Asia is one continent, Africa is one continent, Australia is one continent, but some of the souls, from personal motives and selfish interests, have divided each one of these continents and considered a certain part as their own country. God has set up no frontier between France and Germany; they are continuous. Yet, in the first centuries, selfish souls, for the promotion of their own interests, have assigned boundaries and outlets and have, day by day, attached more importance to these, until this led to intense enmity, bloodshed and rapacity in subsequent centuries. In the same way this will continue indefinitely, and if this conception of patriotism remains limited within a certain circle, it will be the primary cause of the world’s destruction. No wise and just person will acknowledge these imaginary distinctions. Every limited area which we call our native country we regard as our motherland, whereas the terrestrial globe is the motherland of all, and not any restricted area. In short, for a few days we live on this earth and eventually we are buried in it, it is our eternal tomb. Is it worth while that we should engage in bloodshed and tear one another to pieces for this eternal tomb? Nay, far from it, neither is God pleased with such conduct nor would any sane man approve of it.
227.14Consider! The blessed animals engage in no patriotic quarrels. They are in the utmost fellowship with one another and live together in harmony. For example, if a dove from the east and a dove from the west, a dove from the north and a dove from the south chance to arrive, at the same time, in one spot, they immediately associate in harmony. So is it with all the blessed animals and birds. But the ferocious animals, as soon as they meet, attack and fight with each other, tear each other to pieces and it is impossible for them to live peaceably together in one spot. They are all unsociable and fierce, savage and combative fighters.
227.15Regarding the economic prejudice, it is apparent that whenever the ties between nations become strengthened and the exchange of commodities accelerated, and any economic principle is established in one country, it will ultimately affect the other countries and universal benefits will result. Then why this prejudice?
227.16As to the political prejudice, the policy of God must be followed and it is indisputable that the policy of God is greater than human policy. We must follow the Divine policy and that applies alike to all individuals. He treats all individuals alike: no distinction is made, and that is the foundation of the Divine Religions.
227.17And among the teachings of Bahá’u’lláh is the origination of one language that may be spread universally among the people. This teaching was revealed from the pen of Bahá’u’lláh in order that this universal language may eliminate misunderstandings from among mankind.
227.18And among the teachings of Bahá’u’lláh is the equality of women and men. The world of humanity has two wings—one is women and the other men. Not until both wings are equally developed can the bird fly. Should one wing remain weak, flight is impossible. Not until the world of women becomes equal to the world of men in the acquisition of virtues and perfections, can success and prosperity be attained as they ought to be.
227.19And among the teachings of Bahá’u’lláh is voluntary sharing of one’s property with others among mankind. This voluntary sharing is greater than equality, and consists in this, that man should not prefer himself to others, but rather should sacrifice his life and property for others. But this should not be introduced by coercion so that it becomes a law and man is compelled to follow it. Nay, rather, man should voluntarily and of his own choice sacrifice his property and life for others, and spend willingly for the poor, just as is done in Persia among the Bahá’ís.
227.20And among the teachings of Bahá’u’lláh is man’s freedom, that through the ideal Power he should be free and emancipated from the captivity of the world of nature; for as long as man is captive to nature he is a ferocious animal, as the struggle for existence is one of the exigencies of the world of nature. This matter of the struggle for existence is the fountain-head of all calamities and is the supreme affliction.
227.21And among the teachings of Bahá’u’lláh is that religion is a mighty bulwark. If the edifice of religion shakes and totters, commotion and chaos will ensue and the order of things will be utterly upset, for in the world of mankind there are two safeguards that protect man from wrongdoing. One is the law which punishes the criminal; but the law prevents only the manifest crime and not the concealed sin; whereas the ideal safeguard, namely, the religion of God, prevents both the manifest and the concealed crime, trains man, educates morals, compels the adoption of virtues and is the all-inclusive power which guarantees the felicity of the world of mankind. But by religion is meant that which is ascertained by investigation and not that which is based on mere imitation, the foundations of Divine Religions and not human imitations.
227.22And among the teachings of Bahá’u’lláh is that although material civilization is one of the means for the progress of the world of mankind, yet until it becomes combined with Divine civilization, the desired result, which is the felicity of mankind, will not be attained. Consider! These battleships that reduce a city to ruins within the space of an hour are the result of material civilization; likewise the Krupp guns, the Mauser rifles, dynamite, submarines, torpedo boats, armed aircraft and bombers—all these weapons of war are the malignant fruits of material civilization. Had material civilization been combined with Divine civilization, these fiery weapons would never have been invented. Nay, rather, human energy would have been wholly devoted to useful inventions and would have been concentrated on praiseworthy discoveries. Material civilization is like a lamp-glass. Divine civilization is the lamp itself and the glass without the light is dark. Material civilization is like the body. No matter how infinitely graceful, elegant and beautiful it may be, it is dead. Divine civilization is like the spirit, and the body gets its life from the spirit, otherwise it becomes a corpse. It has thus been made evident that the world of mankind is in need of the breaths of the Holy Spirit. Without the spirit the world of mankind is lifeless, and without this light the world of mankind is in utter darkness. For the world of nature is an animal world. Until man is born again from the world of nature, that is to say, becomes detached from the world of nature, he is essentially an animal, and it is the teachings of God which convert this animal into a human soul.
227.23And among the teachings of Bahá’u’lláh is the promotion of education. Every child must be instructed in sciences as much as is necessary. If the parents are able to provide the expenses of this education, it is well, otherwise the community must provide the means for the teaching of that child.
227.24And among the teachings of Bahá’u’lláh are justice and right. Until these are realized on the plane of existence, all things shall be in disorder and remain imperfect. The world of mankind is a world of oppression and cruelty, and a realm of aggression and error.
227.25In fine, such teachings are numerous. These manifold principles, which constitute the greatest basis for the felicity of mankind and are of the bounties of the Merciful, must be added to the matter of universal peace and combined with it, so that results may accrue. Otherwise the realization of universal peace by itself in the world of mankind is difficult. As the teachings of Bahá’u’lláh are combined with universal peace, they are like a table provided with every kind of fresh and delicious food. Every soul can find, at that table of infinite bounty, that which he desires. If the question is restricted to universal peace alone, the remarkable results which are expected and desired will not be attained. The scope of universal peace must be such that all the communities and religions may find their highest wish realized in it. The teachings of Bahá’u’lláh are such that all the communities of the world, whether religious, political or ethical, ancient or modern, find in them the expression of their highest wish.
227.26For example, the people of religions find, in the teachings of Bahá’u’lláh, the establishment of Universal Religion—a religion that perfectly conforms with present conditions, which in reality effects the immediate cure of the incurable disease, which relieves every pain, and bestows the infallible antidote for every deadly poison. For if we wish to arrange and organize the world of mankind in accordance with the present religious imitations and thereby to establish the felicity of the world of mankind, it is impossible and impracticable—for example, the enforcement of the laws of the Torah and also of the other religions in accordance with present imitations. But the essential basis of all the Divine Religions which pertains to the virtues of the world of mankind and is the foundation of the welfare of the world of man, is found in the teachings of Bahá’u’lláh in the most perfect presentation.
227.27Similarly, with regard to the peoples who clamor for freedom: the moderate freedom which guarantees the welfare of the world of mankind and maintains and preserves the universal relationships, is found in its fullest power and extension in the teachings of Bahá’u’lláh.
227.28So with regard to political parties: that which is the greatest policy directing the world of mankind, nay, rather, the Divine policy, is found in the teachings of Bahá’u’lláh.
227.29Likewise with regard to the party of “equality” which seeks the solution of the economic problems: until now all proposed solutions have proved impracticable except the economic proposals in the teachings of Bahá’u’lláh which are practicable and cause no distress to society.
227.30So with the other parties: when ye look deeply into this matter, ye will discover that the highest aims of those parties are found in the teachings of Bahá’u’lláh. These teachings constitute the all-inclusive power among all men and are practicable. But there are some teachings of the past, such as those of the Torah, which cannot be carried out at the present day. It is the same with the other religions and the tenets of the various sects and the different parties.
227.31For example, the question of universal peace, about which Bahá’u’lláh says that the Supreme Tribunal must be established: although the League of Nations has been brought into existence, yet it is incapable of establishing universal peace. But the Supreme Tribunal which Bahá’u’lláh has described will fulfill this sacred task with the utmost might and power. And His plan is this: that the national assemblies of each country and nation—that is to say parliaments—should elect two or three persons who are the choicest of that nation, and are well informed concerning international laws and the relations between governments and aware of the essential needs of the world of humanity in this day. The number of these representatives should be in proportion to the number of inhabitants of that country. The election of these souls who are chosen by the national assembly, that is, the parliament, must be confirmed by the upper house, the congress and the cabinet and also by the president or monarch so these persons may be the elected ones of all the nation and the government. The Supreme Tribunal will be composed of these people, and all mankind will thus have a share therein, for every one of these delegates is fully representative of his nation. When the Supreme Tribunal gives a ruling on any international question, either unanimously or by majority rule, there will no longer be any pretext for the plaintiff or ground of objection for the defendant. In case any of the governments or nations, in the execution of the irrefutable decision of the Supreme Tribunal, be negligent or dilatory, the rest of the nations will rise up against it, because all the governments and nations of the world are the supporters of this Supreme Tribunal. Consider what a firm foundation this is! But by a limited and restricted League the purpose will not be realized as it ought and should. This is the truth about the situation, which has been stated.…
228
228.1O Servant of the Threshold of Bahá’u’lláh! Thy letter dated 14 June 1920 hath been received. A letter from some of the members of the Peace Committee hath also been received and an answer hath been written to them. Deliver it to them.
228.2It is evident that this meeting is not what it is reputed to be and is unable to order and arrange affairs in the manner which is befitting and necessary. However that may be, the matter in which they are engaged is nevertheless of the greatest importance. The meeting at The Hague should have such power and influence that its word will have an effect on the governments and nations. Point out to the revered members gathered there that the Hague Conference held before the war had as its President the Emperor of Russia, and its members were men of the greatest eminence. Nevertheless this did not prevent such a terrible war. Now how will it be? For in the future another war, fiercer than the last, will assuredly break out; verily, of this there is no doubt whatever. What can the Hague meeting do?
228.3But the fundamental principles laid down by Bahá’u’lláh are day by day spreading. Deliver the answer to their letter and express the greatest love and kindness, and leave them to their own affairs. In any case they ought to be pleased with you, and subject to their approval you may print and distribute that detailed epistle of mine which hath already been translated into English.
228.4As to the Esperantists, associate with them. Whenever you find one with capacity, convey to him the fragrances of Life. In all the meetings converse about the teachings of Bahá’u’lláh, because this will be effective today in the western countries. And if they ask regarding your belief in Bahá’u’lláh, you should reply that we consider Him as the foremost Teacher and Educator of the world in this age, and make clear, explaining in detail, that these teachings regarding universal peace and other subjects were revealed by the pen of Bahá’u’lláh fifty years ago and have already been published in Persia and India and spread abroad throughout the whole world. In the beginning all were incredulous about the idea of universal peace, considering it an impossibility. Further, speak of the greatness of Bahá’u’lláh, of the events that took place in Persia and Turkey, of the astonishing influence that He exerted, of the contents of the Epistles which He addressed to all the sovereigns, and of their fulfillment. Also speak of the spread of the Bahá’í Cause. Associate with the Committee of Universal Peace at The Hague as much as possible, showing them every courtesy.
228.5It is evident that the Esperantists are receptive and thou art familiar with and expert in their language. Communicate also with the Esperantists of Germany and other places. The literature which thou circulatest should deal only with the teachings. The dissemination of other literature is at present not advisable. My hope is that the divine confirmations may continually assist thee.…
228.6Grieve not over the apathy and coldness of the Hague meeting. Put thy trust in God. Our hope is that among the people the Esperanto language may hereafter have a powerful effect. Thou hast now sown the seed. Assuredly it will grow. Its growth dependeth upon God.
229
229.1O sincere servant of the True One! I hear thou art grieved and distressed at the happenings of the world and the vicissitudes of fortune. Wherefore this fear and sorrow? The true lovers of the Abhá Beauty, and they that have quaffed the Cup of the Covenant fear no calamity, nor feel depressed in the hour of trial. They regard the fire of adversity as their garden of delight, and the depth of the sea the expanse of heaven.
229.2Thou who art neath the shelter of God, and under the shadow of the Tree of His Covenant, why sorrow and repine? Rest thou assured and feel confident. Observe the written commandments of thy Lord with joy and peace, with earnestness and sincerity; and be thou the well-wisher of thy country and thy government. His grace shall assist thee at all times, His blessings shall be bestowed upon thee, and thy heart’s desire shall be realized.
229.3By the Ancient Beauty!—may my life be a sacrifice for His loved ones—Were the friends to realize what a glorious sovereignty the Lord hath destined for them in His Kingdom, surely they would be filled with ecstasy, would behold themselves crowned with immortal glory and carried away with transports of delight. Erelong it shall be made manifest how brilliantly the light of His bountiful care and mercy hath shone upon His loved ones, and what a turbulent ocean hath been stirred in their hearts! Then will they clamor and exclaim: Happy are we; let all the world rejoice!
230
230.1O respected personage! Thy second letter dated 19 December 1918 was received. It was the cause of great joy and gladness, for it showed thy firmness and steadfastness in the Covenant and Testament and thy yearning to raise the call of the Kingdom of God. Today the call of the Kingdom is the magnetic power which draweth to itself the world of mankind, for capacity in men is great. Divine teachings constitute the spirit of this age, nay rather the sun of this age. Every soul must endeavor that the veils that cover men’s eyes may be torn asunder and that instantly the sun may be seen and that heart and sight may be illumined thereby.
230.2Now, through the aid and bounty of God, this power of guidance and this merciful bestowal are found in thee. Arise, therefore, in the utmost Power that thou mayest bestow spirit upon moldering bones, give sight to the blind, balm and freshness to the depressed, and liveliness and grace to the dispirited. Every lamp will eventually be extinguished save the lamp of the Kingdom, which increaseth day by day in splendor. Every call shall ultimately weaken except the call to the Kingdom of God, which day unto day is raised. Every path shall finally be twisted except the road of the Kingdom, which straighteneth day by day. Undoubtedly heavenly melody is not to be measured with an earthly one, and artificial lights are not to be compared with the heavenly Sun. Hence one must exert endeavor in whatever is lasting and permanent so that one may more and more be illumined, strengthened and revived.…
230.3I pray and supplicate the Divine Kingdom that thy father, mother and brother may, through the light of guidance, enter the Kingdom of God.
231
231.1O thou blossom on the Tree of Life! Happy art thou to have girded thy loins in service; to have risen with all thy power in the promulgation of the divine teachings, to have convened gatherings and to have striven for the exaltation of the Word of God.
231.2In this mortal world every important matter hath an end; and every remarkable achievement a termination; none having permanent existence. For instance, consider how the important achievements of the ancient world have been totally exterminated and not a trace remaineth therefrom save the great Cause of the Kingdom of God, which hath no beginning and will have no end. At most, it is only renewed. At the beginning of each renewal it commandeth no attention in the sight of the people, but when once definitely established, it will daily advance and in its daily exaltation will reach the supreme heavens.
231.3For instance, consider the day of Christ, which was the day of the renewal of the Kingdom of God. The people of the world attached no importance to it and did not realize its significance to such an extent that the sepulchre of Christ remained lost and unknown for three hundred years, until the maidservant of God, Helen, the mother of Constantine arrived and discovered the sacred spot.
231.4My purpose in all this is to show how unobservant are the people of the world and how ignorant, and on the day of the establishment of the Kingdom, they remain heedless and negligent.
231.5Erelong the power of the Kingdom will encompass all the world and then they will be awakened and will cry and lament over those who were oppressed and martyred, and will sigh and moan. Such is the nature of people.
232
232.1As to President Wilson, the fourteen principles which he hath enunciated are mostly found in the teachings of Bahá’u’lláh and I therefore hope that he will be confirmed and assisted. Now is the dawn of universal peace; my hope is that its morn will fully break, converting the gloom of war, of strife and of wrangling among men into the light of union, of harmony and of affection.
233
233.1O ye faithful friends, O ye sincere servants of Bahá’u’lláh! Now, in the midwatches of the night, when eyes are closed in slumber and all have laid their heads upon the couch of rest and deep sleep, ‘Abdu’l-Bahá is wakeful within the precincts of the Hallowed Shrine and, in the ardor of his invocation uttereth this, his prayer:
233.2O Thou kind and loving Providence! The east is astir and the west surgeth even as the eternal billows of the sea. The gentle breezes of holiness are diffused and, from the Unseen Kingdom, the rays of the Orb of Truth shine forth resplendent. The anthems of divine unity are being chanted and the ensigns of celestial might are waving. The angelic Voice is raised and, even as the roaring of the leviathan, soundeth the call to selflessness and evanescence. The triumphal cry Yá Bahá’u’l-Abhá resoundeth on every side, and the call Yá ‘Alíyyu’l-A‘lá ringeth throughout all regions. No stir is there in the world save that of the Glory of the One Ravisher of Hearts, and no tumult is there save the surging of the love of Him, the Incomparable, the Well-Beloved.
233.3The beloved of the Lord, with their musk-scented breath, burn like bright candles in every clime, and the friends of the All-Merciful, even as unfolding flowers, can be found in all regions. Not for a moment do they rest; they breathe not but in remembrance of Thee, and crave naught but to serve Thy Cause. In the meadows of truth they are as sweet-singing nightingales, and in the flower garden of guidance they are even as brightly colored blossoms. With mystic flowers they adorn the walks of the Garden of Reality; as swaying cypresses they line the riverbanks of the Divine Will. Above the horizon of being they shine as radiant stars; in the firmament of the world they gleam as resplendent orbs. Manifestations of celestial grace are they, and daysprings of the light of divine assistance.
233.4Grant, O Thou Loving Lord, that all may stand firm and steadfast, shining with everlasting splendor, so that, at every breath, gentle breezes may blow from the bowers of Thy loving-kindness, that from the ocean of Thy grace a mist may rise, that the kindly showers of Thy love may bestow freshness, and the zephyr waft its perfume from the rose garden of divine unity.
233.5Vouchsafe, O Best Beloved of the World, a ray from Thy Splendor. O Well-Beloved of mankind, shed upon us the light of Thy Countenance.
233.6O God Omnipotent, do Thou shield us and be our refuge and, O Lord of Being, show forth Thy might and Thy dominion.
233.7O Thou loving Lord, the movers of sedition are in some regions astir and active, and by night and day are inflicting a grievous wrong.
233.8Even as wolves, tyrants are lying in wait, and the wronged, innocent flock hath neither help nor succor. Hounds are on the trail of the gazelles of the fields of divine unity, and the pheasant in the mountains of heavenly guidance is pursued by the ravens of envy.
233.9O Thou divine Providence, preserve and protect us! O Thou Who art our Shield, save us and defend us! Keep us beneath Thy Shelter, and by Thy Help save us from all ills. Thou art, indeed, the True Protector, the Unseen Guardian, the Celestial Preserver, and the Heavenly Loving Lord.
233.10O ye beloved of the Lord! On one side the standard of the One True God is unfurled and the Voice of the Kingdom raised. The Cause of God is spreading, and manifest in splendor are the wonders from on high. The east is illumined and the west perfumed; fragrant with ambergris is the north, and musk-scented the south.
233.11On the other side the faithless wax in hate and rancor, ceaselessly stirring up grievous sedition and mischief. No day goeth by but someone raiseth the standard of revolt and spurreth his charger into the arena of discord. No hour passeth but the vile adder bareth its fangs and scattereth its deadly venom.
233.12The beloved of the Lord are wrapped in utter sincerity and devotion, unmindful of this rancor and malice. Smooth and insidious are these snakes, these whisperers of evil, artful in their craft and guile. Be ye on your guard and ever wakeful! Quick-witted and keen of intellect are the faithful, and firm and steadfast are the assured. Act ye with all circumspection!
233.13“Fear ye the sagacity of the faithful, for he seeth with the divine light!”
233.14Beware lest any soul privily cause disruption or stir up strife. In the Impregnable Stronghold be ye brave warriors, and for the Mighty Mansion a valiant host. Exercise the utmost care, and day and night be on your guard, that thereby the tyrant may inflict no harm.
233.15Study the Tablet of the Holy Mariner that ye may know the truth and consider that the Blessed Beauty hath fully foretold future events. Let them who perceive take warning. Verily in this is a bounty for the sincere!
233.16Even as dust upon the Sacred Threshold, in utter humility and lowliness, ‘Abdu’l-Bahá is engaged in the promulgation of His signs in the daytime and in the night season. Whensoever he findeth time he prayeth ardently, and beseecheth Him tearfully and fervently, saying:
233.17O Thou divine Providence, pitiful are we, grant us Thy succor; homeless wanderers, give us Thy shelter; scattered, do Thou unite us; astray, gather us to Thy fold; bereft, do Thou bestow upon us a share and portion; athirst, lead us to the wellspring of Life; frail, strengthen us that we may arise to help Thy Cause and offer ourselves as a living sacrifice in the pathway of guidance.
233.18The faithless, however, by day and night, openly and privily do their utmost to shake the foundations of the Cause, to root out the Blessed Tree, to deprive this servant of service, to kindle secret sedition and strife and to annihilate ‘Abdu’l-Bahá. Outwardly they appear as sheep, yet inwardly they are naught but ravening wolves. Sweet in words, they are but at heart a deadly poison.
233.19O ye beloved ones, guard the Cause of God! Let no sweetness of tongue beguile you—nay, rather consider the motive of every soul, and ponder the thought he cherisheth. Be ye straightway mindful and on your guard. Avoid him, yet be not aggressive! Refrain from censure and from slander, and leave him in the Hand of God. Upon you rest the Glory of Glories.
234
234.1O thou who art enraptured by the sweet breathings of the Lord! I have noted the contents of thine eloquent letter, and have learned that thou sheddest tears and thy heart is afire from grieving over the imprisonment of ‘Abdu’l-Bahá.
234.2O thou handmaid of God! This prison is sweeter to me and more to be desired than a garden of flowers; to me, this bondage is better than the freedom to go my way, and I find this narrow place more spacious than wide and open plains. Do not grieve over me. And should my Lord decree that I be blessed with sweet martyrdom’s cup, this would but mean receiving what I long for most.
234.3Fear not if this Branch be severed from this material world and cast aside its leaves; nay, the leaves thereof shall flourish, for this Branch will grow after it is cut off from this world below, it shall reach the loftiest pinnacles of glory, and it shall bear such fruits as will perfume the world with their fragrance.
235
235.1O God, my God! Illumine the brows of Thy true lovers and support them with angelic hosts of certain triumph. Set firm their feet on Thy straight path, and out of Thine ancient bounty open before them the portals of Thy blessings; for they are expending on Thy pathway what Thou hast bestowed upon them, safeguarding Thy Faith, putting their trust in their remembrance of Thee, offering up their hearts for love of Thee, and withholding not what they possess in adoration for Thy Beauty and in their search for ways to please Thee.
235.2O my Lord! Ordain for them a plenteous share, a destined recompense and sure reward.
235.3Verily, Thou art the Sustainer, the Helper, the Generous, the Bountiful, the Ever-Bestowing.
236
236.1O Thou, my God, Who guidest the seeker to the pathway that leadeth aright, Who deliverest the lost and blinded soul out of the wastes of perdition, Thou Who bestowest upon the sincere great bounties and favors, Who guardest the frightened within Thine impregnable refuge, Who answerest, from Thine all-highest horizon, the cry of those who cry out unto Thee. Praised be Thou, O my Lord! Thou hast guided the distracted out of the death of unbelief, and hast brought those who draw nigh unto Thee to the journey’s goal, and hast rejoiced the assured among Thy servants by granting them their most cherished desires, and hast, from Thy Kingdom of beauty, opened before the faces of those who yearn after Thee the gates of reunion, and hast rescued them from the fires of deprivation and loss—so that they hastened unto Thee and gained Thy presence, and arrived at Thy welcoming door, and received of gifts an abundant share.
236.2O my Lord, they thirsted, Thou didst lift to their parched lips the waters of reunion. O Tender One, Bestowing One, Thou didst calm their pain with the balm of Thy bounty and grace, and didst heal their ailments with the sovereign medicine of Thy compassion. O Lord, make firm their feet on Thy straight path, make wide for them the needle’s eye, and cause them, dressed in royal robes, to walk in glory for ever and ever.
236.3Verily art Thou the Generous, the Ever-Giving, the Precious, the Most Bountiful. There is none other God but Thee, the Mighty, the Powerful, the Exalted, the Victorious.
236.4O my spiritual loved ones! Praise be to God, ye have thrust the veils aside and recognized the compassionate Beloved, and have hastened away from this abode to the placeless realm. Ye have pitched your tents in the world of God, and to glorify Him, the Self-Subsistent, ye have raised sweet voices and sung songs that pierced the heart. Well done! A thousand times well done! For ye have beheld the Light made manifest, and in your reborn beings ye have raised the cry, “Blessed be the Lord, the best of all creators!” Ye were but babes in the womb, then were ye sucklings, and from a precious breast ye drew the milk of knowledge, then came ye to your full growth, and won salvation. Now is the time for service, and for servitude unto the Lord. Release yourselves from all distracting thoughts, deliver the Message with an eloquent tongue, adorn your assemblages with praise of the Beloved, till bounty shall descend in overwhelming floods and dress the world in fresh greenery and blossoms. This streaming bounty is even the counsels, admonitions, instructions, and injunctions of Almighty God.
236.5O ye my loved ones! The world is wrapped in the thick darkness of open revolt and swept by a whirlwind of hate. It is the fires of malevolence that have cast up their flames to the clouds of heaven, it is a blood-drenched flood that rolleth across the plains and down the hills, and no one on the face of the earth can find any peace. Therefore must the friends of God engender that tenderness which cometh from Heaven, and bestow love in the spirit upon all humankind. With every soul must they deal according to the Divine counselings and admonitions; to all must they show forth kindness and good faith; to all must they wish well. They must sacrifice themselves for their friends, and wish good fortune to their foes. They must comfort the ill-natured, and treat their oppressors with loving-kindness. They must be as refreshing water to the thirsty, and to the sick a swift remedy, a healing balm to those in pain and a solace to every burdened heart. They must be a guiding light to those who have gone astray, a sure leader for the lost. They must be seeing eyes to the blind, hearing ears to the deaf, and to the dead eternal life, and to the despondent joy forever.
236.6Let them willingly subject themselves to every just king, and to every generous ruler be good citizens. Let them obey the government and not meddle in political affairs, but devote themselves to the betterment of character and behavior, and fix their gaze upon the Light of the world.
237
237.1Whoso reciteth this prayer with lowliness and fervor will bring gladness and joy to the heart of this Servant; it will be even as meeting Him face to face.
237.2He is the All-Glorious!
237.3O God, my God! Lowly and tearful, I raise my suppliant hands to Thee and cover my face in the dust of that Threshold of Thine, exalted above the knowledge of the learned, and the praise of all that glorify Thee. Graciously look upon Thy servant, humble and lowly at Thy door, with the glances of the eye of Thy mercy, and immerse him in the Ocean of Thine eternal grace.
237.4Lord! He is a poor and lowly servant of Thine, enthralled and imploring Thee, captive in Thy hand, praying fervently to Thee, trusting in Thee, in tears before Thy face, calling to Thee and beseeching Thee, saying:
237.5O Lord, my God! Give me Thy grace to serve Thy loved ones, strengthen me in my servitude to Thee, illumine my brow with the light of adoration in Thy court of holiness, and of prayer to Thy Kingdom of grandeur. Help me to be selfless at the heavenly entrance of Thy gate, and aid me to be detached from all things within Thy holy precincts. Lord! Give me to drink from the chalice of selflessness; with its robe clothe me, and in its ocean immerse me. Make me as dust in the pathway of Thy loved ones, and grant that I may offer up my soul for the earth ennobled by the footsteps of Thy chosen ones in Thy path, O Lord of Glory in the Highest.
237.6With this prayer doth Thy servant call Thee, at dawntide and in the night-season. Fulfill his heart’s desire, O Lord! Illumine his heart, gladden his bosom, kindle his light, that he may serve Thy Cause and Thy servants.
237.7Thou art the Bestower, the Pitiful, the Most Bountiful, the Gracious, the Merciful, the Compassionate.
Notes on Translations
PASSAGES TRANSLATED BY THE GUARDIAN
Whenever a passage in one of the Tablets has been translated by the Guardian, that translation has been used. These are identified below. Extensive use has also been made, especially in those sections retranslated by the Committee, of very early translations and notes made by Shoghi Effendi during the lifetime of ‘Abdu’l-Bahá.
Section
2.16“The most vital duty ... ” to “of every living man.”
5.3“Let not your hearts …” to “ … Our favored angels.”
5.4“Be not dismayed … ” to “Word amongst men.”
12.1–4Whole Section
15.6“In cycles gone by … ” to “ … merged into one.”
15.6“In like manner all the … ” to “ … their realization.”
20.1–3Whole Section
35.5“O army of God! Through … ” to “ … Covenant and Testament of God.”
38.5“These Spiritual Assemblies are aided … ” to “ … under all conditions.”
42.4–5“Whenever ye enter … ” to “ … the Compassionate.”
43.1Whole Section
44.1Whole Section
45.1Whole Section except from “is that the members” which is a Committee translation.
52.1–3Whole Section
175.1Whole Section
176.1–3Whole Section
194.1–3Whole Section
198.5“I never passed a tree … ” to “ … crucified upon thee.”
202.14“The Balkans will remain … ” to “ … influence will spread.”
204.1–4Whole Section
208.1Whole Section
214.2“Not everything … ” to “ … of those who hear it.”
218.3“We behold you … ” to “ … favored angels.”
222.1–3Whole Section
225.24“Consider the flowers … ” to “ … unto their beauty.”
225.25“How unpleasing … ” to “ … the children of men.”
229.1–3Whole Section
234.3“Fear not … ” to “ … with their fragrance.”
237.1–7Whole Section
Sections Translated by Marzieh Gail
1–4
76
148–163
6–10
79
174
15–17
84–87
181–182
19
90–92
188
21–29
94–97
190–191
31
99–111
193
33
113–114
195–196
35–42
118–119
198–203
47–51
121–123
205–207
53–61
129
209–210
64–65
134
216–221
72–74
137–146
234–236
Sections Translated by a Committee at the World Centre, based on earlier Translations
5
77–78
147
11
80–83
164–173
13–14
88–89
177–180
18
93
183–187
30
98
189
32
112
192
34
115–117
197
46
120
211–215
62–63
124–128
223–228
66–71
130–133
230–233
75
135–136
This document has been downloaded from the Bahá’í Reference Library. You are free to use its content subject to the terms of use found at www.bahai.org/legalLast Modified: 22 February 2026 10:00 a.m. (GMT)