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Das Geheimnis göttlicher Kultur á ‘Abdu’l-Bahá á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 5.01 (O-2023-04-24)
Das Geheimnis göttlicher Kultur
‘Abdu’l-Bahá
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen!
Preis und Dank seien der Vorsehung, dass sie unter allen existierenden Wirklichkeiten die Wirklichkeit des Menschen auserwählt und ihn mit Verstand und Weisheit, den zwei am hellsten strahlenden Lichtern in beiden Welten, ausgezeichnet hat. Durch das Wirken dieser großen Gnadengabe hat Gott in jedem Zeitalter wunderbare neue Anordnungen im Spiegel der Schöpfung entstehen lassen. Wenn wir die Welt des Seins unvoreingenommen betrachten, wird uns klar, dass der Tempel des Seins von Zeitalter zu Zeitalter unablässig mit frischer Anmut ausgeschmückt und mit ständig neuer Pracht ausgezeichnet wurde, die von der Weisheit und Kraft des Denkens herrühren.
Dieses erhabenste Zeichen Gottes steht an erster Stelle in der Schöpfungsordnung und nimmt auf höchster Stufe den Vorrang vor allen erschaffenen Dingen ein; dies bezeugt die heilige Überlieferung: »Vor allem anderen schuf Gott den Verstand.« Seit Anbeginn der Schöpfung war der Verstand dazu bestimmt, sich im Tempel des Menschen zu offenbaren.
Geheiligt ist der Herr, der durch die leuchtenden Strahlen dieser göttlichen Macht bewirkte, dass unsere dunkle Erde von den Welten des Lichts beneidet wird: »Und die Erde wird leuchten im Lichte ihres Herrn.«Q1 Heilig und erhaben ist Er, der das Wesen des Menschen zum Dämmerungsort dieser grenzenlosen Gnade gemacht hat: »Der Gott des Erbarmens hat den Qur’án gelehrt. Er hat den Menschen erschaffen und hat ihn die vernünftige Sprache gelehrt.«Q2
O ihr, die ihr Verstand habt zu begreifen! Erhebt eure flehenden Hände zum Himmel des einen Gottes, seid demütig, beugt euch vor Ihm und dankt Ihm für diese höchste Gabe. Dann bittet Ihn, uns beizustehen, auf dass in unserer heutigen Zeit himmlische Impulse vom Bewusstsein der Menschheit ausstrahlen mögen und dieses göttlich entfachte Feuer, mit dem das Menschenherz betraut worden ist, nimmer erlösche.
Bedenket wohl: Diese vielen verschiedenen Phänomene, diese Begriffe und Erkenntnisse, die technischen Verfahren und die philosophischen Systeme, die Wissenschaften, Künste, Gewerbe und Erfindungen – alle sind Ausstrahlungen des menschlichen Verstandes. Jedem Volk, das sich weiter in dieses uferlose Meer hineinwagte, ist es gelungen, die anderen Völker zu übertreffen. Glück und Stolz einer Nation bestehen darin, dass sie wie die Sonne am Himmel des Wissens erstrahlt. »Sollen die, welche erkennen, gleich behandelt werden wie die, welche in Unwissenheit leben?«Q3 Und Ehre und Würde des Einzelnen liegen darin, dass er inmitten aller Völker zu einer Quelle gesellschaftlichen Wohles wird. Gibt es eine größere Gnade als die, dass ein Mensch, wenn er in sich geht, feststellen darf, dass er, durch göttliche Gunst bestätigt, die Ursache für Frieden und Wohlergehen, Glück und Nutzen unter seinen Mitmenschen wurde? Nein, bei dem einen wahren Gott! Es gibt keine größere Freude, kein vollkommeneres Glück.
Wie lange werden wir noch auf den Flügeln der Leidenschaft und eitlen Begierde dahintreiben?
Wie viele Tage werden wir noch wie die Barbaren in den Tiefen der Unwissenheit und der Gemeinheit verbringen?
Gott hat uns Augen gegeben, damit wir uns in der Welt umschauen und alles festhalten, was unsere Kultur und unsere Lebensweise verbessert.
Er hat uns Ohren gegeben, damit wir zu unserem Nutzen auf die Weisheit der Gelehrten und Philosophen hören und uns aufmachen, ihre Lehren zu unterstützen und in die Tat umzusetzen.
Sinne und Fähigkeiten sind uns verliehen worden, damit wir sie dem Dienst am Allgemeinwohl weihen, so dass wir, die wir uns durch Wahrnehmungsvermögen und Verstand von allen anderen Lebensformen unterscheiden, uns allezeit und in jeder Hinsicht, seien die Anlässe wichtig oder unbedeutend, üblich oder außergewöhnlich, darum bemühen, die ganze Menschheit sicher in der unbezwingbaren Feste des Wissens zu versammeln.
Unablässig sollten wir neue Voraussetzungen für menschliches Glück schaffen, fortgesetzt sollten wir neue Instrumente entwickeln und fördern, um dieses Ziel zu erreichen.
Wie erhaben, wie hochgeehrt ist ein Mensch, wenn er sich aufmacht, seiner Verantwortung gerecht zu werden; wie erbärmlich und verachtenswert ist er, wenn er seine Augen vor dem Wohlergehen der Gesellschaft verschließt und sein kostbares Leben damit vergeudet, selbstischen Interessen und persönlichem Nutzen nachzujagen!
Der Mensch wird höchstes Glück erlangen und die Zeichen Gottes in der Welt und in der Menschenseele wahrnehmen, wenn er auf dem Ross hehren Bestrebens in die Kampfbahn der Kultur und Gerechtigkeit prescht.
»Wir werden ihnen wahrlich Unsere Zeichen zeigen, in der Welt und in ihnen selbst.«Q4
Und des Menschen äußerste Verderbtheit besteht darin, träge, teilnahmslos, stumpf, nur mit seinen eigenen niederen Begierden befasst, dahinzuleben. Wenn er sich so verhält, vegetiert er in tiefster Unwissenheit wie ein Wilder und sinkt auf eine tiefere Stufe herab als die wilden Tiere. »Sie sind wie das Vieh. Ja, weit ärger sind sie abgeirrt … Denn die niedrigsten Tiere vor Gottes Angesicht sind die Tauben und Stummen, die nicht verstehen.«Q5
Wir müssen den hohen Entschluss fassen, uns zu erheben und alle jene Mittel zu ergreifen, die Frieden, Wohlstand und Glück, Erkenntnis, Kultur und Industrie, Würde, Wert und Stufe der gesamten Menschheit voranbringen. Auf diese Weise wird durch die belebenden Wasser reiner Absicht und selbstlosen Bemühens der Boden menschlicher Fähigkeiten in seiner eigenen latenten Vortrefflichkeit sich entfalten und lobenswerte Eigenschaften hervorbringen und gedeihen, bis er mit dem Rosengarten der Erkenntnis, der unseren Vorvätern eigen war, wetteifern kann. Dann wird dieses heilige Land Persien in jeder Hinsicht zum Brennpunkt menschlicher Vollkommenheiten und wird wie in einem Spiegel die gesamte Vielfalt der Weltzivilisation reflektieren.
Alle Ehre und aller Preis gebühren dem Tagesanbruch göttlicher Weisheit, dem Dämmerungsort der Offenbarung (Muḥammad) und dem heiligen Geschlecht Seiner Nachkommen; denn durch die weitreichenden Strahlen Seiner höchsten Weisheit, durch Seine umfassende Erkenntnis wurden die wilden Bewohner von Yathrib (Medina) und Baṭḥá (Mekka) wundersam in kürzester Zeit aus den Tiefen ihrer Unwissenheit auf wunderbare Weise befreit, erhoben sich zu den Gipfeln der Gelehrsamkeit und wurden Mittelpunkte der Künste, Wissenschaften und menschlicher Vollkommenheiten, Sterne der Glückseligkeit und wahrer Kultur, die den gesamten Horizont der Welt überstrahlten.
Seine Majestät der SháhA1 hat sich gegenwärtig (1875) entschlossen, den Fortschritt des persischen Volkes, seine Wohlfahrt und Sicherheit und das Gedeihen seines Landes in die Wege zu leiten.
Kurzerhand hat er die Hilfsangebote für seine Untertanen vermehrt, Tatkraft und Gerechtigkeit gezeigt, wobei er hofft, er könne den Írán durch das Licht der Gerechtigkeit so gestalten, dass Ost und West ihn beneide, und jenen hehren Eifer, der die ersten großen Epochen der persischen Geschichte auszeichnete, erneut durch die Adern des persischen Volkes pulsieren lassen.
Dies hat dem Verfasser aus Gründen, die dem verständnisvollen Betrachter einleuchten werden, die Notwendigkeit vor Augen geführt, allein Gott zuliebe und als Beitrag zu jenem hochgesteckten Ziel eine kurze Abhandlung über gewisse dringliche Fragen zu Papier zu bringen.
Um zu zeigen, dass sein einziger Vorsatz die Förderung des allgemeinen Wohls ist, hat er seinen Namen verschwiegenA2.
In dem Glauben, dass die Hinführung zur Rechtschaffenheit in sich selbst ein rechtschaffener Akt ist, erteilt er diese wenigen Ratschläge den Söhnen seines Landes – Ratschläge, die nur um Gottes willen im Geist der Liebe eines getreuen Freundes geäußert sind.
Unser Herr, der alles kennt, bezeugt, dass dieser Diener nichts sucht als das, was recht und gut ist, denn Er, ein Wanderer in den Wüsten der Liebe zu Gott, ist in ein Reich aufgestiegen, wo ihn die Hand der Ablehnung oder der Zustimmung, des Lobes oder des Tadels nicht mehr berühren kann.
»Wir nähren eure Seelen um Gottes willen; wir suchen von euch weder Belohnung noch Dank.«Q6
»Die Hand ist verborgen, doch die Feder schreibt auf ihr Geheiß. Das Ross setzt an zum Sprung, auch wenn des Reiters Namen niemand weiß.«
O Volk Persiens! Schau dir die blühenden Seiten deiner Geschichte an, die von einem anderen Tag, einer längst vergangenen Zeit erzählen. Lies sie und staune; lass dir diesen wunderbaren Anblick nicht entgehen. In jenen Tagen war der Írán gleichsam das Herz der Welt, eine helle Fackel unter den Menschen. Persiens Macht und Herrlichkeit erstrahlten wie der Morgen über dem Horizont der Welt; der Glanz seiner Gelehrsamkeit ergoss seine Strahlen über den Osten und Westen. Bis zu den Bewohnern des Polarkreises drang die Kunde vom weit verbreiteten Reich derer, die Persiens Krone trugen, und die Berühmtheit der überwältigenden Erscheinung ihres Königs der Könige demütigte die Herrscher Griechenlands und Roms. Die größten Philosophen der Welt waren erstaunt über die Weisheit persischer Staatskunst; das politische System Persiens wurde zum Modell aller Könige in den vier damals bekannten Erdteilen. Bei allen Völkern war Persien für die Reichweite seiner Herrschaft berühmt, von allen wurde es wegen seiner ruhmvollen Kultur und Zivilisation verehrt. Persien war gleichsam Angelpunkt der Welt, Quelle und Mittelpunkt der Künste und Wissenschaften, Ursprung großer Erfindungen und Entdeckungen, reiche Fundgrube an menschlichen Tugenden und Vollkommenheiten. Der Verstand und die Weisheit der einzelnen Angehörigen dieser überragenden Nation blendeten den Sinn anderer Völker; die Strahlkraft und Auffassungsgabe, die diese gesamte edle Rasse auszeichneten, erregten den Neid der ganzen Welt.
Abgesehen von den Aufzeichnungen in persischen Geschichtswerken steht im Alten Testament, heute unter allen Völkern Europas als heiliger kanonischer Text anerkannt, dass sich zur Zeit Kyros II., der in den íránischen Geschichtsbüchern Bahman, Sohn des Isfandíyár, heißt, die 360 Provinzen des persischen Großreiches von den chinesisch-indischen Grenzbezirken bis nach Jemen und Äthiopien erstreckten. A3 Die Griechen berichten, wie dieser stolze Herrscher mit einer ungeheuren Heerschar gegen sie zog und ihr eigenes, bis dahin siegreiches Land im Staube zurückließ. Er brachte die Pfeiler aller Herrscherhäuser ins Wanken; nach einem maßgeblichen arabischen Geschichtswerk des Abu’l-Fidá‘ herrschte er über die ganze damals bekannte Welt. Auch ist in demselben Werk sowie an anderer Stelle aufgezeichnet, dass Firaydún, ein König der Píshdádíyán-Dynastie – der für seine angeborenen Tugenden, sein Urteilsvermögen, sein weitreichendes Wissen und seine anhaltenden Siege unter allen Vorgängern und Nachfolgern auf dem Thron einzigartig war – die gesamte bekannte Welt unter seinen drei Söhnen aufteilte.
Die Geschichtsbücher der aufgeklärtesten Völker der Welt bezeugen, dass die erste Regierung, die auf Erden gebildet, das bedeutendste Weltreich, das unter den Nationen errichtet worden ist, Persiens Thron und Krone gewesen sind.
O Volk Persiens! Erwache aus deiner Schlaftrunkenheit! Erhebe dich aus deiner Stumpfheit! Sei gerecht in deinem Urteil: Lässt es das Gebot der Ehre zu, dass dieses geheiligte Land, einst der Ursprung der Weltkultur, die Quelle von Ruhm und Glück für die ganze Menschheit, beneidet von Ost und West, weiterhin bemitleidet wird, beklagt von allen Nationen? Die Perser waren einst das edelste Volk; wollt ihr es zulassen, dass die Zeitgeschichte für künftige Geschlechter seine heutige Erniedrigung festhält? Wollt ihr selbstzufrieden das gegenwärtige Elend Persiens hinnehmen, wo dieses Land doch einstmals die Sehnsucht der ganzen Menschheit war? Soll man dieses Land wegen seiner verachtenswerten Trägheit, seiner mangelnden Kampfbereitschaft und völligen Unwissenheit zur rückständigsten aller Nationen erklären?
War nicht in vergangenen Zeiten das persische Volk an Verstand und Weisheit unübertroffen? Strahlte es nicht durch Gottes Gnade wie der Morgenstern vom Horizont göttlicher Erkenntnis? Wie kommt es, dass wir uns heute mit diesem elenden Zustand zufriedengeben, völlig verstrickt in unseren zügellosen Leidenschaften, blind für die höchste Glückseligkeit, für das, was Gott wohlgefällt, und uns allein mit unseren selbstischen Interessen befassen, ständig auf der Jagd nach unrühmlichen, persönlichen Vorteilen?
Dieses schönste aller Länder war einst ein Leuchtfeuer, das die Strahlen göttlicher Erkenntnis, der Kunst und Wissenschaft, des Edelsinns und höchster Errungenschaften, der Weisheit und des Heldenmuts über die Welt ergoss. Heute ist sein glückliches Schicksal wegen der Trägheit und Lethargie seines Volkes, wegen seiner Antriebslosigkeit und undisziplinierten Lebensweise, seinem Mangel an Selbstachtung und fehlendem Ehrgeiz völlig in den Hintergrund getreten, ist dieses Licht der Finsternis gewichen. »Die sieben Himmel und die sieben Welten weinen über den Mächtigen, wenn er zu Fall gekommen ist.«
Niemand sollte glauben, das persische Volk verfüge von Natur aus nicht über ausreichende Intelligenz, es sei an grundlegender Auffassungsgabe und an Verständnis, angeborenem Scharfsinn, Intuition und Weisheit oder natürlicher Begabung anderen Völkern unterlegen. Gott bewahre! Ganz im Gegenteil haben die Perser immer alle anderen Völker an ihnen durch Geburt verliehene Fähigkeiten übertroffen. Hinzu kommt, dass das Land selbst durch sein gemäßigtes Klima und seine Naturschönheiten, seine geographischen Vorzüge und seine Bodenschätze in höchstem Maße gesegnet ist. Was dieses Land jedoch dringend benötigt, sind tiefes Nachdenken, entschlossenes Handeln, Bildung, Inspiration und Ermutigung. Das Volk muss sich gewaltig anstrengen, sein Stolz muss geweckt werden.
Unter den fünf Kontinenten des Erdballs sind heute Europa und weite Teile Amerikas für Gesetz und Ordnung, Staatskunst und Handel, Künste und Gewerbe, Wissenschaft, Philosophie und Erziehungswesen bekannt. In alten Zeiten jedoch waren dies die wildesten, unwissendsten und grausamsten Völker der Welt; sie wurden sogar als Barbaren, das heißt als völlig roh und unkultiviert, gebrandmarkt. Überdies herrschten vom fünften bis zum fünfzehnten Jahrhundert nach Christi Geburt, in der Zeit, die man das Mittelalter nennt, unter den Völkern Europas solch schlimme Kampfhandlungen und schwere Unruhen, so grausame Auseinandersetzungen und Schreckenstaten vor, dass die Europäer diese zehn Jahrhunderte mit Recht als das finstere Mittelalter beschreiben. Die Grundlage für Fortschritt und Zivilisation in Europa wurde tatsächlich erst im 15. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung gelegt; und von dieser Zeit an befindet sich die gesamte heute offensichtliche Kultur Europas in einem Entwicklungsprozess, der unter dem Einfluss großer Geister steht; und die Folge davon ist, dass die Wissensgrenzen erweitert und zielstrebige, ehrgeizige Anstrengungen unternommen wurden.
Durch Gottes Gnade und den geistigen Einfluss Seiner universalen Manifestation hat derzeit der redliche Herrscher des Írán sein Volk unter dem Schutzschild der Gerechtigkeit versammelt, und die Aufrichtigkeit des kaiserlichen Vorsatzes hat sich in hoheitlichen Maßnahmen gezeigt. In der Hoffnung, seine Herrschaft werde mit der ruhmreichen Vergangenheit wetteifern können, bemühte er sich, Gerechtigkeit und Rechtlichkeit zu begründen, überall in diesem edlen Land die Bildung und den Zivilisationsprozess zu fördern und alles, was seinen Fortschritt sichern wird, von der Möglichkeit in die Wirklichkeit umzusetzen. Bislang haben wir noch keinen Monarchen gesehen, der die Zügel der Staatsangelegenheiten in so fähigen Händen hält, von dessen hoher Entschlusskraft die Wohlfahrt aller seiner Untertanen abhängt, der, wie es ihm zukommt, als ein gütiger Vater seine Bemühungen auf die Bildung und Kultivierung seines Volkes lenkt, der den Wohlstand und den Seelenfrieden seiner Untertanen zu sichern sucht und ihren Interessen die gebührende Aufmerksamkeit bekundet; dieser Diener und Ihm Gleichgesinnte haben deshalb bislang geschwiegen. Nunmehr ist es für Menschen mit Scharfsinn offenkundig, dass sich der Sháh aus eigenem Antrieb entschlossen hat, eine gerechte Regierung aufzubauen und den Fortschritt aller seiner Untertanen zu sichern. Seine ehrenwerte Absicht hat den Anlass zu der vorliegenden Abhandlung gegeben.
Es ist in der Tat seltsam, wie manche, statt dankbar für diesen Segen zu sein, der wahrhaft von der Gnade Gottes, des Allmächtigen, herrührt, indem sie sich wie ein Mann erheben und dafür beten, dass sich diese edlen Vorsätze täglich vervielfachen mögen – wie manche, deren Verstand durch persönliche Beweggründe beeinträchtigt und deren Wahrnehmungsvermögen von Selbstsucht und Eitelkeit umwölkt ist, deren Lebenskräfte sich dem Dienst an ihren Leidenschaften verschrieben haben, deren Ehrgefühl sich in Liebe zu Führerschaft verwandelt hat, wie solche Menschen das Banner des Widerstands aufpflanzen und sich in lauten Klagen ergehen.
Bis jetzt haben sie den Sháh getadelt, weil er sich nicht aus eigenem Antrieb für das Wohlergehen seines Volkes einsetzte und ihm nicht Frieden und Wohlstand zu bringen suchte.
Nun, da er diesen großen Plan gefasst hat, schlagen sie einen anderen Ton an.
Einige sagen, dies seien neumodische Methoden und fremde Ismen, die in keinerlei Beziehung zu den gegenwärtigen Bedürfnissen und den altehrwürdigen Sitten Persiens stünden.
Andere scharen die hilflosen Massen um sich, die nichts von Religion oder deren Gesetzen und Grundsätzen verstehen und deshalb kein Unterscheidungsvermögen besitzen, und reden ihnen ein, diese modernen Methoden seien heidnische Praktiken und stünden im Widerspruch zu den verehrten Lehren des wahren Glaubens; dem fügen sie hinzu:
»Wer ein Volk nachahmt, gehört ihm an«.
Eine Gruppe von ihnen besteht darauf, die Reformen müssten mit größter Behutsamkeit, Schritt für Schritt, vorangetrieben werden; jede Übereilung sei unzulässig.
Andere beharren darauf, nur solche Maßnahmen, die die Perser selbst ausgedacht haben, dürften übernommen werden; sie selbst sollten ihre politische Verwaltung, ihr Bildungssystem und ihren Kulturzustand reformieren und es gebe keine Notwendigkeit, Verbesserungen von anderen Nationen zu entlehnen.
Kurz, jede Gruppe folgt ihrer eigenen besonderen Vorstellung.
O Volk Persiens! Wie lange wollt ihr noch umherirren? Wie lange muss eure Verwirrung noch fortdauern? Wie lange soll es mit diesen Meinungsverschiedenheiten, diesem nutzlosen Widerstreit, dieser Unwissenheit, dieser Denkverweigerung noch weitergehen? Andere sind hellwach, und wir schlafen unseren traumlosen Schlaf. Andere Nationen unternehmen jede Anstrengung, um ihre Verhältnisse zu verbessern; wir sind in unseren Leidenschaften und in unserer Selbstgefälligkeit gefangen und stolpern mit jedem Schritt in eine neue Falle.
Gott ist unser Zeuge, dass wir keinen Hintergedanken haben, wenn wir dieses Thema aufgreifen. Weder suchen wir uns bei irgendjemandem einzuschmeicheln oder jemanden an uns zu ziehen, noch erwarten wir irgendwelchen materiellen Gewinn daraus. Wir sprechen nur als einer, der ernsthaft das Wohlgefallen Gottes sucht, denn wir haben unseren Blick von der Welt und ihren Völkern abgewandt und in der schützenden Obhut des Herrn Zuflucht gesucht. »Nicht verlange ich von euch einen Lohn hierfür … Mein Lohn ist bei Gott allein.«Q7
Jene, die behaupten, dass diese modernen Konzepte nur für andere Länder gelten und für den Írán bedeutungslos seien, dass sie seine Bedürfnisse nicht befriedigten und nicht zu seiner Lebensart passten, jene Leute übersehen die Tatsache, dass andere Nationen einst genauso waren, wie wir heute sind. Haben diese neuen Systeme und Verfahren, diese fortschrittlichen Vorhaben nicht zur Entwicklung jener Länder beigetragen? Hat es den Menschen in Europa geschadet, dass sie solche Maßnahmen ergriffen? Haben sie nicht vielmehr dadurch die höchste Stufe materieller Entwicklung erlangt? Stimmt es etwa nicht, dass das persische Volk Jahrhunderte lang so gelebt hat, wie wir es heute nach vergangenen Verhaltensmustern leben sehen? Hat dies zu irgendeinem erkennbaren Nutzen geführt? Sind irgendwelche Fortschritte gemacht worden? Wenn diese Fragen nicht durch Erfahrung geprüft worden wären, könnten Zeitgenossen, in deren Köpfen das Licht natürlicher Intelligenz umwölkt ist, sie leichtfertig in Frage stellen. In anderen Ländern dagegen sind alle Aspekte der erforderlichen Voraussetzungen für den Fortschritt immer wieder überprüft worden; ihr Nutzen ist dort so klar bewiesen worden, dass ihn der trübste Verstand erfassen kann.
Lasst uns gerecht und unvoreingenommen darüber nachdenken! Lasst uns die Frage stellen, welcher dieser Grundsätze und dieser gesunden, gut bewährten Verfahrensweisen könnte unseren gegenwärtigen Nöten nicht abhelfen oder widerspräche den besten politischen Interessen Persiens oder schadete dem allgemeinen Wohl des Volkes. Wäre es von Nachteil, das Bildungswesen zu erweitern, nützliche Künste und Wissenschaften zu entwickeln, Industrie und Technik zu fördern? Solche Bemühungen heben doch den einzelnen Menschen inmitten der Masse empor und führen ihn aus den Tiefen der Unwissenheit zu den Gipfeln der Erkenntnis und der Vortrefflichkeit. Würde die Einführung einer gerechten Gesetzgebung im Einklang mit den göttlichen Gesetzen, die das Glück der Gesellschaft sichern, die Menschenrechte schützen und einen unüberwindlicher Schutz vor Gewalttaten bilden – würden solche Gesetze, die für die Unversehrtheit der Mitglieder der Gesellschaft und für ihre Gleichheit vor dem Gesetz Gewähr bieten, ihr Wohlergehen und ihren Erfolg beeinträchtigen?
Wenn man durch die Nutzung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit Vergleiche zwischen den gegenwärtigen Verhältnissen und den durch Kollektiverfahrung gebildeten Schlussfolgerungen ziehen kann, wenn man dadurch Gegebenheiten, die heute erst als Möglichkeit vorhanden sind, als künftige Wirklichkeiten vorausschauen kann, wäre es dann unvernünftig, heute Maßnahmen zu ergreifen, die unsere künftige Sicherheit garantieren? Erscheint es kurzsichtig, unvorsichtig oder bedenklich, ist es eine Abkehr von dem, was recht und billig ist, wenn wir unsere Beziehungen zu Nachbarländern festigen, bindende Verträge mit den Großmächten eingehen, Freundschaft mit friedliebenden Regierungen pflegen, die Handelsbeziehungen mit den Nationen in Ost und West erweitern, unsere Bodenschätze erschließen und den Reichtum unseres Volkes mehren?
Würde es für unsere Untertanen Verderben bedeuten, wenn die Provinz- und Bezirksgouverneure ihrer heutzutage absoluten Macht entbunden würden, durch die sie schalten und walten, wie es ihnen passt, wenn sie statt dessen auf Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit verpflichtet würden, wenn Todesurteile und Kerkerstrafen, die sie verhängen, der Bestätigung durch den Sháh und durch übergeordnete Gerichte in der Hauptstadt unterworfen würden, die den Fall zuvor gründlich prüfen, Art und Ausmaß des Verbrechens bestimmen und dann eine gerechtes Urteil abgeben müssten, vorbehaltlich der Erteilung eines Dekrets durch den Herrscher? Wenn Bestechung und Korruption, heute unter den wohlklingenden Namen Geschenke und Vergünstigungen bekannt, für alle Zeit ausgeschlossen sein würden, wäre das eine Bedrohung für die Grundmauern der Gerechtigkeit? Wäre es ein Zeichen krankhafter Denkweise, Soldaten, die doch lebendige Opfer für Volk und Staat sind, ständig bereit, dem Tod ins Auge zu schauen, aus ihrer heutzutage unvorstellbaren Not und Armut zu befreien, angemessene Vorkehrungen für ihre Ernährung, Kleidung und Unterbringung zu treffen und keine Mühe zu scheuen, ihre Offiziere in der Militärausbildung zu unterweisen und die Armee mit den modernsten Arten von Gewehren und anderen Waffen auszustatten?
Wollte jemand einwenden, solche Reformen seien noch nie völlig durchgesetzt worden, dann müsste er dieser Frage unvoreingenommen nachgehen und feststellen, dass diese Schwachpunkte auf dem völligen Fehlen einer einheitlichen öffentlichen Meinung sowie auf dem Mangel an Einsatzbereitschaft, Entschlossenheit und Hingabe bei den Führern des Landes beruhen. Offensichtlich kann das Land nicht in angemessener Weise verwaltet werden, bevor das Volk erzogen und die öffentliche Meinung auf das Wesentliche richtig fokussiert ist, bevor Regierungsbeamte, selbst der unteren Grade, frei von den geringsten Spuren von Korruption sind. Erst wenn Disziplin, Ordnung und gute Regierungsführung eine Stufe erreichen, auf der es einem Bürger auch mit äußerster Anstrengung nicht gelänge, um Haaresbreite vom Pfade der Rechtschaffenheit abzuweichen – erst dann können die gewünschten Reformen als vollständig durchgeführt betrachtet werden.
Überdies kann jede Einrichtung, auch wenn sie dem höchsten Wohl der Menschheit dient, missbraucht werden. Ihr richtiger oder falscher Gebrauch hängt davon ab, wie unterschiedlich stark Aufklärung, Fähigkeit, Glaube, Redlichkeit, Hingabe und edle Gesinnung bei den Führern der öffentlichen Meinung ausgeprägt sind.
Der Sháh hat seinen Teil getan; die Ausführung der nützlichen Maßnahmen, die vorgeschlagen wurden, ist nun in die Hände derjenigen Personen gelegt, die in den Beratungsgremien arbeiten. Wenn diese Menschen sich als unbescholten und edelmütig erweisen, wenn sie sich vom Makel der Korruption freihalten, werden die Bestätigungen Gottes sie zu einer nie versiegenden Quelle des Segens für die Menschheit machen. Gott wird ihren Lippen und ihren Federn entströmen lassen, was dem ganzen Volk zum Segen gereicht, so dass jeder Winkel des edlen Írán von ihrer Gerechtigkeit und Redlichkeit erleuchtet wird und die Strahlen dieses Lichts die ganze Erde erfassen werden. »Dies wird Gott kein Schweres sein. «Q8
Andernfalls ist es klar, dass die Ergebnisse sich als nicht hinnehmbar erweisen werden, hat es sich doch in bestimmten fremden Ländern gezeigt, dass nach der Einführung von Parlamenten das Volk in Wirklichkeit entmutigt und verwirrt wurde und dass selbst gutgemeinte Reformen schlechte Wirkungen zur Folge hatten. Die Errichtung von Parlamenten, der Aufbau beratender Körperschaften ist in Wahrheit die Grundlage der Staatsführung; solche Einrichtungen müssen jedoch eine Reihe wesentlicher Anforderungen erfüllen. Erstens müssen ihre gewählten Mitglieder rechtschaffen, gottesfürchtig, edelgesinnt und unbestechlich sein. Zum anderen müssen sie die Gesetze Gottes in allen Einzelheiten kennen; sie müssen auch über die wichtigsten Rechtsgrundsätze Bescheid wissen, in den Regeln, die für den Umgang mit inneren Angelegenheiten und mit auswärtigen Beziehungen gelten, erfahren und in den nutzbringenden Künsten der Zivilisation geschult sein. Schließlich müssen sie sich mit ihren rechtmäßigen Einkünften zufrieden geben.
Man sollte nicht glauben, dass es Menschen dieser Art nicht gäbe. Durch Gottes Gnade und Seine Erwählten, durch große Anstrengungen hingebungsvoller und geheiligter Seelen lässt sich jede Schwierigkeit leicht beheben, und jedes noch so vielschichtige Problem erweist sich als einfacher denn ein Augenzwinkern.
Wenn jedoch die Mitglieder derartiger beratender Körperschaften von minderwertigem Charakter, unwissend, über die Gesetze der Staatsführung und der Verwaltung nicht unterrichtet, wenn sie dumm, niedrig gesinnt, gleichgültig, müßig und eigennützig sind, ist es nutzlos, derartige Einrichtungen ins Leben zu rufen. Während in der Vergangenheit ein armer Mann, der zu seinem Recht kommen wollte, nur einen Einzelnen zu bestechen hatte, müsste er jetzt alle Hoffnung auf Gerechtigkeit aufgeben oder aber die gesamte Mitgliederzahl zufriedenstellen.
Eine eingehende Untersuchung wird belegen, dass der Grund für Unterdrückung und Unrecht, für Unehrlichkeit, Regelwidrigkeit und Missstände hauptsächlich darin besteht, dass es dem Volk an religiöser Gläubigkeit und an Erziehung mangelt. Wenn das Volk echt religiös, gebildet und geschult ist und eine Schwierigkeit sich zeigt, kann es sich an die örtlichen Behörden wenden; trifft es dort nicht auf Gerechtigkeit und kann es nicht seine angemessenen Ansprüche durchsetzen, stellt es vielmehr fest, dass die örtliche Verwaltung im Widerspruch zu Gottes Wohlgefallen und zur Rechtlichkeit des Königs steht, dann kann das Volk seinen Fall der höheren Gerichtsinstanz vortragen und die Abweichung der örtlichen Behörden von dem geistigen Gesetz darstellen. Das Gericht kann sich die Akten der Behörden über den Fall kommen lassen und auf diese Weise wird der Gerechtigkeit Genüge getan. Zurzeit fehlen jedoch dem größten Teil der Bevölkerung aus Mangel an Schulbildung sogar die Worte, um ihr Anliegen vorzubringen.
Und nun zu denen, die hier und da als Staatsführer angesehen werden. Wir stehen erst am Anfang des neuen Verwaltungsprozesses, und diese Staatsführer sind selbst noch nicht ausreichend ausgebildet, um die Freuden bei der Ausübung von Gerechtigkeit erlebt und das Hochgefühl bei der Förderung von Rechtssicherheit gekostet zu haben; sie haben noch nicht von den Quellen eines reinen Gewissens und einer aufrechten Absicht getrunken. Sie haben noch nicht richtig erkannt, dass des Menschen höchste Ehre und wahres Glück in der Selbstachtung liegt, in hohen Entschlüssen und edlen Vorsätzen, in der Unversehrtheit und Sittlichkeit der Person, in der Reinheit des Denkens. Stattdessen bilden sie sich ein, ihre Größe läge darin, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln weltliche Güter anzuhäufen.
Jeder Mensch sollte innehalten, nachdenken und gerecht urteilen: Sein Herr hat ihn aus unermesslicher Gnade zu einem menschlichen Wesen gemacht und mit den Worten geehrt: »Wahrlich, Wir schufen den Menschen in schönster Gestalt.«Q9 Er hat Seine Barmherzigkeit aus der Dämmerung der Einheit aufsteigen und über dem Menschen strahlen lassen, bis dieser zum Brunnquell des Wortes Gottes, zum Offenbarungsort himmlischer Geheimnisse wurde. Am Morgen der Schöpfung wurde er mit den Eigenschaften der Vollkommenheit und mit heiliger Anmut übersät. Wie kann er dieses makellose Gewand mit dem Schmutz selbstischer Begierden besudeln, wie kann er diese ewige Ehre gegen Schande tauschen? »Wähnst du dich eine schwache Form, wo doch das Weltall in dir zusammengefaltet liegt?«Q10
Wäre es nicht unser Anliegen, uns kurz zu fassen und unser Hauptthema zu entwickeln, würden wir hier eine Zusammenfassung von Themen in Bezug auf die Göttliche Welt und die Wirklichkeit des Menschen, seine hohe Stufe und den alles überragenden Wert der menschlichen Rasse geben. Aber lassen wir dies für eine andere Gelegenheit!
Die höchste Stufe und die oberste Ebene, den vornehmsten und erhabensten Rang in der ganzen Schöpfung – ob sichtbar oder unsichtbar, ob Alpha oder Omega – nehmen die Propheten Gottes ein, obwohl sie größtenteils dem äußeren Anschein nach nichts als ihre Armut ihr eigen nannten. Desgleichen ist den Heiligen und denen, die der Schwelle Gottes am nächsten sind, unaussprechliche Herrlichkeit vorbehalten, obwohl sich ihresgleichen niemals, und sei es auch nur für einen Augenblick, um irdischen Gewinn kümmerten. Dann kommt die Stufe jener gerechten Könige, deren Ruf als Beschützer des Volkes und als Wahrer göttlicher Gerechtigkeit die Welt erfüllte und deren Namen als machtvolle Verfechter der Rechte des Volkes in der ganzen Schöpfung widerhallten. Solche Könige vergeuden keinen Gedanken darauf, riesige Reichtümer für sich anzusammeln; sie sehen vielmehr ihren eigenen Reichtum in der Förderung des Wohlstands ihrer Untertanen. Für sie sind die königlichen Schatzkammern gefüllt, wenn jeder einzelne Bürger in Wohlstand und Behagen lebt. Sie sind nicht stolz auf Gold und Silber, sondern auf ihre aufgeklärte Gesinnung und ihre Entschlossenheit, das Beste für die Allgemeinheit zu erreichen.
Als Rangnächste folgen jene hervorragenden und ehrenhaften Minister und Vertreter des Staates, die den Willen Gottes über ihren eigenen stellen und deren fachliche Kompetenz und Weisheit bei der Verwaltung ihrer Ämter die Staatskunst zu neuen Gipfeln der Vollkommenheit führt. Sie strahlen in der Welt der Gebildeten wie Leuchten des Wissens; ihre Gedanken, ihr Verhalten und ihre Taten beweisen, wie sehr ihnen das Vaterland und sein Fortschritt am Herzen liegen. Mit bescheidenen Bezügen zufrieden, widmen sie ihre Tage und Nächte der Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben und dem Ersinnen von Methoden, um den Fortschritt des Volkes sicherzustellen. Durch den Einfluss ihres weisen Rates und durch ihr gesundes Urteil haben sie eh und je ihre Regierung zu einem nachahmenswerten Beispiel für alle anderen Regierungen der Welt werden lassen. Ihre Hauptstadt ward zum Brennpunkt großer weltweiter Unternehmungen; sie selbst gewannen an Würde, erlangten in hohem Maß persönliche Berühmtheit und erklommen die höchsten Höhen an Wertschätzung und an Charaktereigenschaften.
Dann folgen jene berühmten, erfahrenen Gelehrten, die über edle Eigenschaften und umfassendes Wissen verfügen, sich fest an die Gottesfurcht halten und auf den Wegen des Heils bleiben. Im Spiegel ihres Geistes werden Formen transzendenter Wahrheiten reflektiert, und die Lampe ihrer inneren Schau empfängt ihr Licht von der Sonne universalen Wissens. Tag und Nacht stehen sie im Dienste gründlicher Forschungen auf solchen Wissensgebieten, die von Nutzen für die Menschheit sind, und widmen sich der Ausbildung befähigter Studenten. Würde man alle Schätze der Könige ihnen anbieten, so wären sie, da sie so hohe Ansprüche vertreten, nicht mit einem einzigen Tropfen aus den Wassern des Wissens zu vergleichen, und Berge von Gold und Silber könnten nicht die Freude an einer erfolgreichen Lösung eines schwierigen Problems aufwiegen. Alle Freuden, die abseits ihrer Arbeit liegen, sind in ihren Augen nur Kindertand, und die beschwerliche Last unnötiger Besitztümer ist nur für Unwissende und kleine Geister gut. Zufrieden gleich den Vögeln, sind sie für eine Handvoll Samen dankbar, und der Gesang ihres Wissens entzückt den Geist der Weltweisen.
Schließlich trifft man unter dem Volk kluge Führer und im ganzen Lande einflussreiche Persönlichkeiten an, die als Pfeiler den Staatsbau tragen. Ihr Rang, ihre Position und ihr Erfolg hängen davon ab, ob sie dem Volk wohlgesinnt sind und ob sie sich bemühen, solche Mittel herauszufinden, die die Nation in ihrer Entwicklung fördern und den Reichtum und das Wohlergehen der Bürger steigern.
Stellt euch vor, ein Mensch sei in seinem Land eine einflussreiche Persönlichkeit, er sei strebsam, weise, reinen Herzens, bekannt für seine angeborenen Fähigkeiten, seine Intelligenz und seinen natürlichen Scharfsinn; außerdem sei er ein wichtiges Mitglied der Staates: Worin kann ein solcher Mensch Ehre und bleibendes Glück, Rang und Ansehen in dieser und der kommenden Welt sehen? Etwa nicht darin, dass er gewissenhaft der Wahrheit und Rechtschaffenheit Beachtung schenkt, dass er entschlossen und hingebungsvoll nach dem Wohlgefallen Gottes trachtet, dass er danach strebt, die Gunst des Herrschers zu erlangen und die Anerkennung des Volkes zu verdienen? Oder vielleicht eher darin, dass er wegen der Freude an nächtlichen Festgelagen und Ausschweifungen seinem Land schadet und bei Tageslicht seinem Volk das Herz bricht, so dass er von Gott verstoßen, von seinem König vertrieben, von seinem Volk verunglimpft und mit der verdienten Verachtung gestraft wird? Bei Gott, die modernden Gebeine auf den Friedhöfen sind besser als solche Menschen! Welchen Wert haben sie, die niemals von der himmlischen Speise wahrer menschlicher Tugenden gekostet und nie von den kristallklaren Wassern jener Gnadengaben getrunken haben, die zum Reich des Menschen gehören?
Zweifellos ist mit der Einführung von Parlamenten beabsichtigt, für Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit Sorge zu tragen; alles hängt jedoch von den Anstrengungen der gewählten Abgeordneten ab. Wenn ihre Absicht rein ist, wird es zu wünschenswerten Ergebnissen und zu unerwarteten Verbesserungen kommen; andernfalls ist alles sinnlos. Das Land wird zum Erliegen kommen, und die öffentliche Ordnung wird sich verschlechtern. »Wie ich sehe, kommen tausend Bauleute nicht gegen einen Störenfried an. Was aber soll geschehen, wenn einem Baumeister tausend Störenfriede auf dem Fuße folgen?«
Im Vorangegangenen wurde zumindest darzulegen versucht, dass Glück und Größe, Rang und Stufe, Freude und Frieden eines Menschen nie auf seinem persönlichen Reichtum beruhen, vielmehr auf seinem hervorragenden Charakter, seinem hehren Entschluss, seiner umfassenden Bildung und seiner Fähigkeit, schwierige Probleme zu lösen. Wie klar ist doch gesagt worden: »Was ich auf dem Körper trage, ist keinen Pfennig wert, wollte man es verkaufen; aber darunter schlägt ein Herz, das – gegen alle Herzen der Welt aufgewogen – größer und edler wäre.«
Nach Ansicht des Verfassers sollte die Wahl von nichtständigen Mitgliedern beratender Körperschaften in souveränen Staaten vom Willen und der Wahl des Volkes abhängen; denn Abgeordnete, die gewählt werden, sind eher geneigt, Gerechtigkeit walten zu lassen, damit ihr Ruf keinen Schaden leide und sie nicht vor der Öffentlichkeit in Ungnade fallen.
Man sollte nicht glauben, mit den vorstehenden Bemerkungen wollte der Verfasser Reichtum verurteilen oder Armut empfehlen. Reichtum ist allen Lobes wert, wenn er durch eigene Anstrengungen des Menschen und durch die Gnade Gottes auf den Gebieten des Handels, der Landwirtschaft, der Kunst oder Industrie erworben und für menschenfreundliche Zwecke ausgegeben wird. Vor allen Dingen gäbe es, wenn ein vernünftiger und ideenreicher Mensch Maßnahmen in die Wege leiten würde, um das Einkommen der Volksmassen allgemein zu heben, kein wichtigeres Vorhaben als dieses, und in den Augen Gottes würde dies als die größte Errungenschaft gelten, denn solch ein Wohltäter würde die Bedürfnisse einer großen Menge stillen und ihr Sicherheit und Wohlfahrt verschaffen. Reichtum ist in höchstem Maße lobenswert, sofern die ganze Bevölkerung reich ist. Wenn jedoch nur einige wenige übermäßige Reichtümer besitzen und alle übrigen verarmt sind, wenn keine Frucht, kein Nutzen aus dem Reichtum erwächst, dann bedeutet dieser nur eine Belastung für den Besitzer. Wird der Reichtum andererseits dazu verwendet, Wissen zu fördern, Grund- und andere Schulen zu eröffnen, Kunst und Industrie anzuregen, Waisen und Arme zu erziehen – kurz gesagt, ist er dem Wohle der Gesellschaft gewidmet –, dann ragt sein Besitzer vor Gott und den Menschen als der Vortrefflichste unter allen, die auf Erden wohnen, hervor und wird zum Volke des Paradieses gezählt.
Nun zu jenen, die die Meinung vertreten, die Einführung von Reformen und Einrichtung machtvoller Institutionen stünde im Widerspruch zum Wohlgefallen Gottes, würden gegen die Gesetze des Göttlichen Gesetzgebers verstoßen und gegen die religiösen Grundsätze und das Lebensvorbild des Propheten.
Lasst sie überlegen, wie weit solches zutreffen könnte.
Laufen Reformen dem religiösen Gesetz zuwider, weil sie von Ausländern übernommen werden und sie uns dazu bringen, so zu sein, wie sie sind nach dem Wort:
»Wer ein Volk nachahmt, gehört ihm an«?
Zunächst beziehen sich diese Angelegenheiten auf den zeitlichen, äußerlichen Rahmen der Zivilisation, die Förderung von Wissenschaften, die Begleiterscheinungen des Fortschritts im Berufsleben und in den Künsten sowie die ordnungsgemäße Amtsführung der Regierung.
Sie haben absolut nichts zu tun mit Fragen des Geistes und den vielfältigen Wahrheiten religiöser Lehre.
Wenn eingewandt würde, vom Ausland etwas zu übernehmen, selbst wenn es materielle Angelegenheiten betrifft, sei unzulässig, würde eine solche Behauptung nur die Unwissenheit und Unvernunft ihrer Befürworter beweisen.
Haben sie den berühmten ḤadíthA4 vergessen:
»Suchet nach Wissen, selbst bis nach China«?
Sicherlich gehörten die Chinesen in den Augen Gottes zu den am meisten beklagenswerten Menschen, weil sie Götzenbilder anbeteten und des allwissenden Herrn nicht gedachten.
Die Europäer sind wenigstens ein »Volk des Buches«Q11 und glauben an Gott; darauf wird ausdrücklich in dem heiligen Vers Bezug genommen:
»Du wirst sicherlich jene den Gläubigen liebreich am nächsten finden, die sagen ›Wir sind Christen‹«Q12.
Es ist deshalb durchaus zulässig und in der Tat vorzuziehen, von christlichen Ländern Wissen zu erwerben.
Wie könnte die Suche nach Wissen unter den Heiden vor Gott annehmbar sein und die Suche unter dem »Volk des Buches« Ihm missfallen?
In der ›Grabenschlacht‹A5 verschaffte sich Abú-Sufyán die Hilfe der Baní-Kinánih, der Baní-Qaḥṭán und der jüdischen Baní Qurayzah; er erhob sich mit allen Stämmen der Quraysh, um das Göttliche Licht, das in der Lampe von Yathrib (Medina) flammte, zu löschen.
In jenen Tagen heulten die Stürme der Prüfungen und Schicksalsschläge aus jeder Richtung, wie geschrieben steht:
»Wähnen die Menschen, in Ruhe gelassen und nicht geprüft zu werden, wenn sie nur sagen ›Wir glauben‹?«Q13 Die Gläubigen waren gering an Zahl, der Feind griff mit Macht an und versuchte, die neu erschienene Sonne der Wahrheit durch den Staub der Unterdrückung und der Gewaltherrschaft auszulöschen.
Da trat der Perser Salmán vor den Propheten, den Aufgangsort der Offenbarung, den Brennpunkt der unendlichen Strahlen göttlicher Gnade, und sagte, dass man in Persien zum Schutz vor einem eindringenden Feind Festungsgräben oder Schanzen um das Land anlegte und dies habe sich als eine höchst wirksame Vorsichtsmaßnahme gegen plötzliche Überfälle erwiesen.
Hat nun daraufhin jener Brunnquell umfassender Weisheit, jenes Bergwerk göttlicher Erkenntnis erwidert, solche Verteidigungsanlagen seien ein Brauch götzendienerischer, feueranbetender MagierA6 und könnte deshalb von den Gläubigen des einen wahren Gottes schwerlich übernommen werden?
Oder hat Er nicht vielmehr sofort Seinen Anhängern befohlen, so rasch wie möglich einen Graben auszuheben?
Gemeinsam mit ihnen nahm Er selbst in Seiner eigenen gesegneten Person die Werkzeuge in die Hand und machte sich an die Arbeit.
In den Büchern der verschiedenen islámischen Rechtsschulen und in den Schriften führender Gelehrter und Historiker ist zudem berichtet, dass heilige Gesetze offenbart wurden, die teilweise den Bräuchen aus den Tagen der UnwissenheitA7 entsprachen – und dies, nachdem das Licht der Welt über dem Ḥijáz aufgegangen war, die ganze Menschheit mit Seinem Strahlenglanz überflutet und durch die Offenbarung eines neuen, göttlichen Gesetzes, neuer Grundsätze und neuer Einrichtungen eine grundlegende Veränderung in der ganzen Welt geschaffen hatte. So achtete Muḥammad zum Beispiel die Monate des GottesfriedensA8, Er behielt das Verbot des Schweinefleisches, den Mondkalender sowie die Monatsnamen bei und dergleichen mehr. Es gibt eine beträchtliche Zahl solcher Gesetze, die einzeln in den Texten aufgeführt sind:
»In den Tagen der Unwissenheit hielt sich das Volk an viele Bräuche, die das Gesetz des Islám später bestätigte. Sie heirateten keine Mutter und deren Tochter gleichzeitig; der schimpflichste Akt war in ihren Augen, zwei Schwestern zu heiraten. Ein Mann, der die Frau seines Vaters heiratete, wurde verspottet und als seines Vaters Nebenbuhler gebrandmarkt. Sie hatten den Brauch, zu dem Haus in Mekka zu pilgern und dort Besuchsriten zu verrichten, indem sie Pilgerkleider anlegten, das Haus feierlich umschritten, zwischen den Hügeln hin und her liefen, an den Halteplätzen warteten und Steine warfen. Weiter war es ihre Gewohnheit, in dreijährigen Abständen einen Schaltmonat in den Kalender einzufügen, nach dem Geschlechtsverkehr Waschungen zu verrichten, den Mund zu spülen, Wasser durch die Nasenlöcher einzuziehen, das Haar zu scheiteln, Zahnstocher zu benutzen, die Nägel zu schneiden und die Haare der Achselhöhlen auszurupfen. Desgleichen pflegten sie einem Dieb die rechte Hand abzuhacken.«
Kann man, Gott bewahre, aus der Tatsache, dass einige göttliche Gesetze den Bräuchen aus den Tagen der Unwissenheit, den Sitten eines von allen Nationen verachteten Volkes ähneln, den Schluss ziehen, diese göttlichen Gesetze seien fehlerhaft? Oder kann man sich, Gott behüte, vorstellen, der Allmächtige Herr sei geneigt gewesen, den Ansichten der Heiden zu folgen? Die göttliche Weisheit nimmt viele Formen an. Wäre es Muḥammad nicht möglich gewesen, ein Gesetz zu offenbaren, das keinerlei Ähnlichkeit mit den Bräuchen, die in den Tagen der Unwissenheit üblich waren, gehabt hätte? Nein, Seine vollkommene Weisheit hatte zum Ziel, das Volk aus den Ketten des Fanatismus zu befreien, die es an Händen und Füßen fesselten, und genau denjenigen Einwendungen zuvorzukommen, die heutzutage den einfachen, ratlosen Seelen den Verstand verwirren und das Bewusstsein trüben.
Manche, die über die Bedeutung des Wortes Gottes und die Inhalte der überlieferten und niedergeschriebenen Geschichte nicht ausreichend informiert sind, werden behaupten, jene Bräuche aus den Tagen der Unwissenheit seien Gesetze gewesen, die Seine Heiligkeit Abraham gegeben und die die Götzendiener beibehalten hätten. In diesem Zusammenhang werden sie den Qur’án-Vers anführen: »Folget der Religion Abrahams, der gesund im Glauben war.«Q14. Es ist jedoch eine Tatsache, die in den Schriften aller islámischen Rechtsschulen belegt ist, dass die Monate des Gottesfriedens, der Mondkalender und das Abschlagen der rechten Hand als Strafe für Diebstahl keine Gesetze waren, die Teil des Gesetzes Abrahams waren. Jedenfalls sind die fünf Bücher Mose, die die Gesetze Abrahams enthalten, noch vorhanden und heute allgemein zugänglich. Lasst sie darauf verweisen. Sie werden dann natürlich darauf bestehen zu behaupten, die Thora sei verfälscht worden, und zum Beweis den Qur’án-Vers zitieren: »Sie verkehren den Text des Wortes Gottes.«Q15 Es ist jedoch bekannt, wo solche Verfälschungen stattfanden; in kritischen Texten und Kommentaren ist dies aufgezeichnet.A9 Wollten wir dieses Thema ausführlicher behandeln, müssten wir unsere eigentliche Absicht hintanstellen.
Manchen Berichten zufolge wurde die Menschheit angewiesen, verschiedene gute Eigenschaften und Verhaltensweisen von den wilden Tieren zu übernehmen und von diesen etwas dazuzulernen. Wenn es statthaft ist, Tugenden dummer Tiere nachzuahmen, so ist es sicherlich viel eher erlaubt, Wissenschaften und Techniken von fremden Völkern zu übernehmen, die wenigstens der menschlichen Rasse angehören und sich durch Urteilsvermögen und die Macht der Sprache auszeichnen. Und wenn behauptet wird, solche löblichen Eigenschaften seien den Tieren angeboren, welchen Beweis können sie dann anführen, dass diese wesentlichen Grundsätze der Kultur, dieses Wissen und diese Wissenschaften, die unter anderen Völkern geläufig sind, nicht auch ›angeboren‹ seien? Gibt es einen Schöpfer außer Gott? Sprich: Gepriesen sei Gott!
Die gelehrtesten und gebildetsten Geistlichen, die namhaftesten Gelehrten haben gründlich diejenigen Wissenszweige studiert, deren Wurzel und Ursprung die griechischen Philosophen wie Aristoteles und andere waren, und haben die Erforschung der griechischen Texte von Wissenschaften wie der Medizin und Zweigen der Mathematik einschließlich AlgebraA10 und Arithmetik als besonders verdienstvolle Errungenschaft geschätzt. Alle bedeutenden Geistlichen studieren und lehren die Wissenschaft der Logik, obwohl sie als deren Begründer einen Sabäer ansehen. Die meisten von ihnen bestehen darauf, dass auf die Meinungen, Ableitungen und Schlussfolgerungen eines Gelehrten kein sicherer Verlass sei, wenn er zwar eine Reihe von Wissenschaften beherrsche, in der Logik jedoch keine gründlichen Kenntnisse habe.
Es ist nun klar und unwiderleglich dargestellt worden, dass Grundsätze und Verfahrensweisen kultivierten Lebens aus fremden Ländern zu übernehmen und wissenschaftliche Kenntnisse und Techniken aus dem Ausland zu erwerben – mit anderen Worten: alles, was zum allgemeinen Wohl beiträgt – uneingeschränkt zulässig ist. Dies wurde dargelegt, damit sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Angelegenheit von so umfassendem Nutzen fokussiere, damit sich das Volk mit ganzer Kraft erhebe, dies zu fördern, bis mit Gottes Hilfe dieses geheiligte Land in kurzer Zeit zur ersten Nation unter allen anderen Nationen werde.
O ihr, die ihr weise seid! Erwäget sorgfältig: Kann man eine gewöhnliche Waffe mit einem Martini-Henry-Gewehr oder einer Krupp-Kanone vergleichen? Wollte jemand behaupten, unsere alten Feuerwaffen seien gut genug für uns und es sei sinnlos, Waffen einzuführen, die im Ausland erfunden wurden – würde da auch nur ein Kind ihm zuhören? Oder sollte jemand sagen: »Wir haben immer unsere Waren von Land zu Land auf dem Rücken der Tiere befördert: Warum brauchen wir Dampfmaschinen? Warum sollten wir anderen Völkern versuchen nachzueifern?«, könnte ein intelligenter Mensch eine solche Feststellung hinnehmen? Nein, bei dem einen Gott! Es sei denn, er wollte sich auf Grund eines geheimen Motivs oder aus Feindseligkeit weigern, offenkundige Tatsachen anzuerkennen.
Fremde Nationen zögern nicht, Ideen voneinander zu übernehmen, obwohl sie höchste Fachkenntnis in Wissenschaft, Kunst und Industrie erworben haben. Wie kann man da zulassen, dass Persien, ein Land in tiefster Not, zurückgeblieben und aufgegeben hinterherhinkt?
Jene bedeutenden Geistlichen und Gelehrten, die auf dem geraden Pfad wandeln, mit den Geheimnissen göttlicher Weisheit und den inneren Zusammenhängen der Heiligen Bücher wohlvertraut sind, die das Juwel der Gottesfurcht in ihren Herzen tragen und deren strahlende Angesichter vom heilbringenden Licht erleuchtet sind – diese Geistlichen und Gelehrten achten auf die gegenwärtige Bedürfnisse, sie verstehen die Erfordernisse der Moderne und verwenden sicherlich ihre ganze Kraft darauf, Bildung und Kultur voranzutragen. »Sind jene, die wissen, gleich denen, die nicht wissen? … Oder ist die Finsternis gleich dem Licht?«Q16
Die geistig Gebildeten sind Lampen der Führung unter den Nationen und Sterne des Glücks, die am Horizont der Menschheit strahlen. Sie sind Springbrunnen des Lebens für solche, die dem Tode von Unwissenheit und Unkenntnis verfallen sind, und reine Quellen der Vollkommenheit für jene, die dürstend durch die Wüsten ihrer Fehler und Irrtümer wandern. Dämmerorte der Zeichen göttlicher Einheit sind sie und Eingeweihte in die Geheimnisse des ruhmreichen Qur’án. Sie sind erfahrene Ärzte für den kranken Körper der Welt und das sichere Heilmittel gegen das Gift, das die menschliche Gesellschaft verdorben hat. Sie sind es, die als starke Feste die Menschheit beschützen, sie sind der unbezwingbare Zufluchtsort für die Bedrängten, Bekümmerten und Gequälten und für die Opfer der Unwissenheit. »Wissen ist ein Licht, das Gott ins Herz wirft, wem immer Er will.«
Für alles hat Gott ein Zeichen und Sinnbild geschaffen, hat Er Maßstäbe und Prüfsteine aufgestellt, durch die es erkannt werden kann. Die geistig Gebildeten müssen sich durch innere wie äußere Vollkommenheiten auszeichnen; sie müssen einen guten Charakter, ein aufgeklärtes Wesen, reine Absichten und ebenso Verstandeskraft, Scharfsinn und Urteilsvermögen, Verschwiegenheit und Weitsicht besitzen, ferner müssen sie besonnen, ehrfürchtig und aufrichtig gottesfürchtig sein. Denn eine Kerze, die nicht brennt, so dick und groß sie auch sein mag, ist nicht besser als eine trockene Palme oder ein Haufen abgestorbenes Holz.
»Die Maid mag schmollen oder mit mir spielen. Grausame Schönheit, groll nur, sei kokett! Jedoch der Hässlichen steht Scheu nicht an, und Schmerz in blindem Aug’ tut doppelt weh.«A11
Eine autorisierte Überlieferung besagt: »Wer zu den GebildetenA12 gehört, muss sich selbst bewahren, seinen Glauben verteidigen, seinen Leidenschaften widerstehen und die Gebote seines Herrn befolgen. Sodann ist es die Pflicht des Volkes, sich an sein Beispiel zu halten.« Da diese erlauchten und heiligen Worte alle Voraussetzungen wahren Wissens veranschaulichen, ist eine kurze Erläuterung ihres Sinns angebracht. Wem es auch immer an diesen göttlichen Fähigkeiten fehlt, wer diese unabdingbaren Erfordernisse nicht in seiner Lebensführung an den Tag legt, sollte nicht als ein Gebildeter angesehen werden und ist nicht wert, den Gläubigen als Vorbild zu dienen.
Das erste dieser Erfordernisse ist, sich selbst zu bewahren. Offensichtlich bedeutet dies nicht, dass man sich vor Unglück und materiellen Prüfungen schützt; denn alle Propheten und Heiligen waren den bittersten Trübsalen, welche die Welt zu bieten hat, ausgesetzt und dienten der Menschheit zur Zielscheibe für jede Art an Grausamkeit und Angriffslust. Sie opferten ihr Leben für das Wohlergehen des Volkes, und aus ganzem Herzen eilten sie der Stätte ihres Martyriums entgegen. Durch ihre innere und äußere Vollkommenheit schmückten sie die Menschenwelt mit neuen Gewändern vortrefflicher Eigenschaften, angeborener wie erworbener. Sich selbst zu bewahren bedeutet vor allem, die Attribute geistiger und materieller Vollkommenheit zu erwerben.
Das erste Attribut der Vollkommenheit besteht in der Bildung und in den kulturellen Erkenntnissen des Geistes. Diese hohe Stufe ist erreicht, wenn der Mensch umfassende Kenntnis besitzt von den vielschichtigen und transzendenten Wahrheiten, die Gott zugehören, den Grundwahrheiten der politisch-religiösen Gesetze des Qur’án, dem Inhalt der heiligen Schriften anderer Bekenntnisse sowie von Satzungen und Verfahren, die zum Fortschritt und zur Kultur dieses hervorragenden Landes beitragen können. Darüber hinaus sollte ein solcher Mensch über anderer Länder Gesetze und Grundsätze, Sitten, Lebensumstände und Gepflogenheiten sowie über die materiellen und sittlichen Verdienste, die deren Staatskunst kennzeichnen, Bescheid wissen; er sollte auf allen nutzbringenden Wissensgebieten seiner Zeit höchst bewandert sein und die geschichtlichen Aufzeichnungen vergangener Regierungen und Völker studieren. Denn wenn ein gebildeter Mensch nicht die heiligen Schriften und das gesamte Gebiet der Religions- und Naturwissenschaften, des religiösen Rechts, der Staatskunst, des vielfältigen Wissens der Zeit und der großen geschichtlichen Ereignisse kennt, kann es leicht sein, dass er einem Ernstfall nicht gewachsen ist, und das wäre unvereinbar mit dem notwendigen Erfordernis umfassenden Wissens.
Wenn zum Beispiel ein islámischer Gelehrter mit einem Christen ein Gespräch führt und die herrlichen Melodien des Evangeliums nicht kennt, wird es ihm nicht möglich sein, den Christen zu überzeugen; wie viele Wahrheiten aus dem Qur’án er auch anführt, er wird tauben Ohren predigen. Sollte der Christ jedoch bemerken, dass der Muslim über die Grundwahrheiten des Christentums besser Bescheid weiß als die christlichen Theologen und dass er den Sinn der Schriften tiefer erfasst hat als jene, dann wird er den Ausführungen des Muslims gern zustimmen; tatsächlich bleibt ihm dann keine andere Wahl.
Als der ExilarchA13 in die Gegenwart des Imám Riḍá, jenes Leuchtfeuers göttlicher Weisheit, des Heils und der Gewissheit, gelangte, hätte er nie die Größe seiner Heiligkeit anerkannt, wenn der Imám, dieses Bergwerk an Wissen, im Verlauf ihrer Unterredung nicht seine Argumente auf die dem Exilarch vertraute und wichtige Autorität gestützt hätte.
Auf zwei mächtigen Kräften basiert der Staat: die gesetzgebende und die ausführende Gewalt. Die ausführende Gewalt geht von der Regierung aus, während im Mittelpunkt der Gesetzgebung der Gelehrte steht. Wie wäre es denkbar, dass ein Staat Bestand hätte, wenn diese letztere starke Stütze, dieser Grundpfeiler, sich als unbrauchbar erweist?
Angesichts der Tatsache, dass heutzutage solch vollkommen entwickelte und umfassend gebildete Persönlichkeiten kaum zu finden sind und Regierung und Volk der Ordnung und Führung dringend bedürfen, ist es wichtig, ein Gremium von Gelehrten zu bilden, dessen verschiedene Mitgliedergruppen jeweils in einem der oben erwähnten Wissenszweige sachkundig sind. Diese Körperschaft sollte mit größtem Eifer und aller Tatkraft über gegenwärtige und künftige Erfordernisse beraten und Ruhe und Ordnung herbeiführen.
Bisher ist dem religiösen Gesetz noch keine entscheidende Rolle an unseren Gerichten eingeräumt worden, weil jeder ‘Ulamá diejenigen Urteile fällte, die er nach seiner eigenmächtigen Auslegung und nach seiner persönlichen Meinung für angebracht hielt.
Es mag sein, dass zwei Männer vor Gericht gehen und einer der ‘Ulamá zu Gunsten des Klägers, ein anderer zu Gunsten des Beklagten entscheidet.
Dann mag es sogar geschehen, dass in ein und demselben Fall zwei widersprüchliche Urteile von ein und demselben Mujtahid gefällt werden, weil er das erste Mal in die eine Richtung, das zweite Mal in die andere Richtung beeinflusst worden war.
Zweifellos hat dieser Zustand alle wichtigen Belange durcheinandergebracht und muss die eigentlichen Grundlagen der Gesellschaft gefährden; denn Kläger wie Beklagter geben die Hoffnung nie auf, schließlich doch noch Erfolg zu haben, und jeder vergeudet sein Leben mit dem Versuch, ein später ergehendes Urteil zu erwirken, das das vorhergehende rückgängig macht.
Ihre ganze Zeit vertun sie mit Rechtsstreitigkeiten, was dazu führt, dass ihr ganzes Leben in dem Streitfall verwickelt ist, statt gemeinnützigen Unternehmungen und angemessenen persönlichen Bedürfnissen gewidmet zu sein.
Diese beiden Prozessgegner könnten in der Tat auch tot sein, denn sie können ihrer Regierung und der Gesellschaft nicht im Geringsten einen Dienst erweisen.
Wenn jedoch ein endgültiges, unwiderrufliches Urteil erginge, müsste die ordnungsgemäß verurteilte Person notgedrungen alle Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Falles aufgeben, würde in dieser Hinsicht entlastet werden und könnte sich wieder um ihre eigenen Angelegenheiten und diejenigen anderer kümmern.
Da diese überaus wichtige Frage das vornehmste Mittel für die Sicherung des Friedens und der Ruhe des Volkes und die wirksamste Triebkraft für die Weiterentwicklung von Hoch und Niedrig ist, obliegt es denjenigen gelehrten Mitgliedern der großen beratenden Versammlung, die sich mit dem Göttlichen Gesetz genau auskennen, eine einheitliche, direkte und endgültige Verfahrensweise für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zu entwickeln. Dieser Rechtsgang sollte dann im ganzen Land auf Befehl des Königs veröffentlicht werden, seine Vorkehrungen müssten genauestens einzuhalten sein. Diese so wichtige Frage bedarf dringendster Aufmerksamkeit.
Das zweite Attribut der Vollkommenheit ist Gerechtigkeit und Unparteilichkeit. Dies bedeutet, persönlichem Nutzen und eigensüchtigen Vorteilen keine Beachtung zu schenken, vielmehr die Gesetze Gottes ohne den leisesten Hintergedanken an irgendetwas anderes anzuwenden. Es bedeutet ferner, sich selbst nur als einen der Diener Gottes, des Allbesitzenden, anzusehen und nie danach zu trachten, andere zu übertreffen, es sei denn im Streben nach geistiger Vortrefflichkeit. Es bedeutet, das Wohl der Gemeinschaft als das eigene zu empfinden. Kurz gesagt heißt dies, die ganze Menschheit als ein einziges Lebewesen, sich selbst als ein Teil dieses großen Körpers anzusehen und genau zu wissen, dass jeder Schmerz, jede Wunde, die ein Körperteil trifft, unweigerlich alles übrige in Mitleidenschaft zieht.
Die dritte Voraussetzung für Vollkommenheit ist, sich aufrichtig und mit der lautersten Absicht aufzumachen, die Massen zu erziehen: sich bis zum äußersten anzustrengen, um sie in den verschiedenen Wissensgebieten und nutzbringenden Wissenschaften zu unterweisen, um eine fortschrittliche Entwicklung zu fördern, die Bereiche des Handels, der Industrie und der Künste zu erweitern und solche Maßnahmen zu unterstützen, die den Wohlstand des Volkes erhöhen. Die breiten Schichten der Bevölkerung sind nämlich in Unkenntnis über jene lebenspendenden Kräfte, die die chronischen Leiden der Gesellschaft umgehend heilen könnten.
Es ist unerlässlich, dass Gelehrte und geistig Gebildete aufrichtigen und reinen Herzens und nur aus Liebe zu Gott daran gehen, die Massen zu beraten, zu ermahnen und ihre Sicht mit jenem Heilmittel zu erhellen, das Wissen heißt. Denn in ihrem tief verwurzelten Aberglauben meinen viele Leute heutzutage, ein Mensch, der an Gott und Seine Zeichen, an die Propheten, ihre Offenbarungen und ihre Gesetze glaubt, der fromm und gottesfürchtig ist, müsse notwendigerweise müßig gehen und seine Tage mit Nichtstun verbringen, um in den Augen Gottes als jemand dazustehen , der der Welt und ihren Nichtigkeiten entsagt, sein Herz dem künftigen Leben zugewandt und sich von den anderen Menschen abgesondert hat, damit er dadurch Gott näher kommt. Da dieses Thema anderweitig in der vorliegenden Schrift behandelt wird, wollen wir es hier auf sich beruhen lassen.
Weitere Attribute der Vollkommenheit sind, Gott zu fürchten, Ihn zu lieben, indem man Seine Diener liebt, Sanftmut, Nachsicht und Besonnenheit zu üben, aufrichtig, zugänglich, gütig und mitleidsvoll, entschlossen und mutig, zuverlässig und tatkräftig zu sein, zu ringen und zu streben, edelmütig, treu und ohne Hintergedanken zu sein, Eifer und Ehrgefühl an den Tag zu legen, hochgesinnt und großmütig zu sein und die Rechte anderer zu achten. Wem es an diesen hervorragenden menschlichen Eigenschaften fehlt, der ist unvollkommen. Wollten wir die inneren Bedeutungen aller dieser Tugenden erklären, »das Gedicht würde siebzig ManA14 Papier füllen.«
Der zweite geistige Maßstab, der an den Gebildeten anzulegen ist, besteht darin, dass er seinen Glauben verteidigen sollte. Natürlich beziehen sich diese heiligen Worte nicht nur darauf, dass man nach dem tieferen Sinn des Gesetzes forscht, gottesdienstliche Vorschriften einhält, größere und kleinere Sünden vermeidet, die religiösen Vorschriften befolgt und mit allen diesen Mitteln den Glauben schützt. Weit eher bedeuten diese Worte, dass die ganze Bevölkerung in jeder Weise geschützt werden sollte, dass jegliche Anstrengung unternommen werden sollte, um eine Bündelung aller erdenklichen Maßnahmen zu ermöglichen und dadurch das Wort Gottes zu verkünden, die Zahl der Gläubigen zu vergrößern, den Glauben Gottes zu fördern, ihn zu erhöhen und zum Sieg über andere Glaubensformen zu führen.
Hätten sich die religiösen Autoritäten der Muslime wirklich so verhalten , wie sie es hätten tun sollen, wäre heutzutage jedes Volk auf Erden unter dem Schutzdach der Einheit Gottes versammelt, und das helle Feuer des »damit Er sie siegreich mache über jede andere Religion«Q17 wäre wie die Sonne mitten im Herzen der Welt aufgeflammt.
Fünfzehn Jahrhunderte nach Christus wandte sich Luther, ursprünglich eines von zwölf Mitgliedern einer katholischen Religionskörperschaft im Zentrum der päpstlichen Verwaltung und später der Begründer des protestantischen Glaubens, gegen den Papst und zwar wegen gewisser Lehraussagen wie des Eheverbots für Mönche, des verehrungsvollen Niederkniens vor den Bildern von Aposteln und ehemaligen christlichen führenden Persönlichkeiten sowie wegen verschiedener anderer religiöser Praktiken und Zeremonien, die den Geboten des Evangeliums zugeschrieben worden waren.
Obwohl zu jener Zeit die Macht des Papstes so groß war und er mit solcher Ehrfurcht behandelt wurde, dass die Könige Europas vor ihm zitterten und bebten, obwohl der Papst alle wichtigen Belange Europas kontrollierend im Griff seiner Macht hielt, haben doch in den letzten 400 Jahren die Mehrheit der Bevölkerung Amerikas, vier Fünftel von Deutschland und England und ein großer Prozentsatz von Österreichern, alles in allem etwa hundertfünfundzwanzig Millionen Menschen, andere christliche Konfessionen verlassen und sind in die protestantische Kirche eingetreten, weil Luthers Einstellung in Bezug auf die Freiheit von Priestern, heiraten zu dürfen, in seiner Abkehr von der Anbetung und dem Niederknien vor in den Kirchen aufgehängten Bildern und Darstellungen und in der Abschaffung von Zeremonien, die dem Evangelium beigefügt worden waren, nachweislich richtig war, und weil die geeigneten Mittel ergriffen wurden, seine Ansichten zu verbreiten.
Die Anführer dieser Konfession geben sich nach wie vor jede Mühe, diese zu verbreiten, und haben heute an der Ostküste Afrikas – vordergründig zur Emanzipation der Sudanesen und verschiedener afrikanischer Völker – Schulen und Ausbildungsstätten eingerichtet, in denen völlig unzivilisierte afrikanische Stämme erzogen und ausgebildet werden, während ihre wahre und vorrangige Absicht darin liegt, einige der muslimischen indigenen Völker zum Protestantismus zu bekehren.
Jede Gemeinschaft müht sich um den Fortschritt ihrer Anhänger, und wir (d. h. die Muslime) schlafen weiter!
Obwohl es unklar war, welche Zielvorstellung jenen Mann antrieb oder was er vorhatte, seht nur den Eifer und die Mühe, mit der die protestantischen Führer seine Lehren weit und breit verkündet haben!
Es ist sicher, dass das Licht Gottes die ganze Erde umhüllen würde, wollte nur das erlauchte Volk des einen wahren Gottes als Empfänger Seiner Bestätigungen und Seiner göttlichen Hilfe mit aller Kraft und mit völliger Hingabe, ganz im Vertrauen auf Gott und losgelöst von allem außer Ihm, entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den Glauben zu verbreiten, und alle Mühe auf dieses Ziel ausrichten.
Einzelne Menschen, denen die Wirklichkeit unter der Oberfläche der Ereignisse verborgen bleibt, die den Pulsschlag der Welt nicht fühlen können, die nicht wissen, welch große Dosis Wahrheit verabreicht werden muss, um dieses chronische alte Leiden der Lüge zu heilen, sind der Ansicht, dass der Glaube nur durch das Schwert verbreitet werden kann; sie unterbauen ihre Meinung mit der Überlieferung:
»Ich bin ein Prophet durch das Schwert.« Wenn sie diese Frage jedoch sorgfältig prüfen würden, müssten sie erkennen, dass das Schwert heutzutage, in diesem Zeitalter, kein passendes Mittel ist, um den Glauben zu verbreiten, denn es erfüllt die Herzen der Menschen nur mit Abscheu und Schrecken.
Nach dem göttlichen Gesetz Muḥammads geht es nicht an, dass das »Volk des Buches« gezwungen wird, den Glauben anzuerkennen und anzunehmen.
Während es eine heilige Pflicht für jeden ist, der mit Überzeugung an die Einheit Gottes glaubt, die Menschen zur Wahrheit zu führen, beziehen sich die Überlieferungen »Ich bin ein Prophet durch das Schwert« und »Mir ist befohlen, den Leuten nach dem Leben zu trachten, bis sie sagen: ›Es gibt keinen Gott außer Gott‹«Q18 auf die Götzendiener aus den Tagen der Unwissenheit, die in ihrer Blindheit und Grausamkeit tief unter die menschliche Stufe gesunken waren.
Auf einen Glauben, der durch Schwerthiebe entstanden ist, wäre schwerlich Verlass; durch den geringsten Anlass würde er in Irrtum und Unglauben zurückfallen.
So fielen z.
B. auch die Stämme in der Umgebung Medinas nach dem Heimgang Muḥammads, nach Seinem Aufstieg auf »den Sitz der Wahrheit in der Gegenwart des allmächtigen Königs«Q19, von ihrem Glauben ab und wandten sich wieder dem Götzendienst aus heidnischen Zeiten zu.
Erinnert euch an die Zeit, als die heiligen Düfte des Geistes Gottes (Jesus) ihre Süße über Palästina und Galiläa, über die Ufer des Jordan und die Gefilde um Jerusalem ergossen, als die wundersamen Melodien des Evangeliums in den Ohren der geistig Erleuchteten erklangen:
Alle Völker Asiens und Europas, Afrikas und Amerikas als auch von Ozeanien, das die Inseln und Inselgruppen des Pazifischen und des Indischen Ozeans umfasst, waren Feueranbeter und Heiden, in Unkenntnisder Göttlichen Stimme, die am Tage des BundesA15 sprach.
Allein die Juden glaubten an den EINEN wahren Gott Göttlichkeit und Einheit Gottes.
Nach der Erklärung Jesu verlieh der reine, belebende Odem Seines Mundes drei Jahre lang den Bewohnern jener Landstriche ewiges Leben, und durch Göttliche Offenbarung trat das Gesetz Christi, zur damaligen Zeit das lebenswichtige Heilmittel für den siechen Körper der Welt, in Kraft.
In den Tagen Jesu wandten nur wenige Menschen ihr Angesicht Gott zu.
Tatsächlich wurden nur die zwölf Jünger und ein paar Frauen wahre Gläubige, und einer der Jünger, Judas Ischariot, verriet seinen Glauben, so dass nur elf übrigblieben.
Nach dem Aufstieg Jesu ins Reich der Herrlichkeit erhoben sich diese wenigen Seelen mit ihren geistigen Tugenden und mit Taten, die rein und heilig waren, und machten sich durch die Allmacht Gottes und den lebenspendenden Odem des Messias auf, alle Völker der Erde zu erretten.
Da standen alle götzendienerischen Nationen sowie die Juden in ihrer Gesamtheit auf, das Göttliche Feuer zu löschen, das in der Lampe von Jerusalem entzündet war.
»Gern hätten sie Gottes Licht mit ihren Mäulern ausgeblasen; aber Gott will Sein Licht vervollkommnen, wiewohl die Ungläubigen es verabscheuen.«Q20 Unter den schlimmsten Folterungen brachten sie jede dieser heiligen Seelen zu Tode; mit Schlachtermessern hackten sie die reinen, unbefleckten Leiber von einigen unter ihnen in Stücke und verbrannten sie in Feueröfen; andere Gläubige streckte man auf der Folter und begrub sie dann bei lebendigem Leibe.
Obwohl solche Todesqualen ihr Lohn waren, fuhren die Christen fort, die Sache Gottes zu lehren; nie zogen sie ein Schwert aus der Scheide oder streiften auch nur eine Wange.
Am Ende umfing der Glaube Christi die ganze Erde, so dass in Europa und Amerika keine Spuren von anderen Religionen übrig blieben und heute in Asien, Afrika und Ozeanien große Volksmassen im Heiligtum der vier Evangelien leben.
Es ist nun durch die oben angeführten unwiderlegbaren Beweise untermauert worden, dass der Glaube Gottes durch menschliche Vollkommenheiten, durch hervorragende und anziehende Tugenden und ein durchgeistigtes Verhalten verkündet werden muss. Wenn sich eine Seele aus eigenem Antrieb Gott zuwendet, wird sie an der Schwelle der Einheit aufgenommen; denn ein solcher Mensch ist frei von persönlichen Beweggründen, von Habgier und selbstischer Gewinnsucht. Er hat unter dem Schutz und Schirm seines Herrn Zuflucht gefunden. Unter seinen Mitmenschen wird er auf Grund seiner Vertrauenswürdigkeit und Wahrheitsliebe, Mäßigung und Gewissenhaftigkeit, Großherzigkeit und Treue, Unbestechlichkeit und Gottesfurcht bekannt werden. So wird das höchste Ziel bei der Verkündigung des göttlichen Gesetzes – nämlich Glück im kommenden Leben, eine hochentwickelte Kultur und edle Charaktereigenschaften auf dieser Welt zu schaffen – verwirklicht. Das Schwert hingegen wird nur Menschen hervorbringen, die äußerlich Gläubige, in ihrem Herzen aber Verräter und Abtrünnige sind.
Wir wollen hier eine Geschichte erzählen, die allen als Beispiel dienen mag. Die arabischen Chroniken berichten, wie in der Zeit vor dem Kommen Muḥammads Nu‘mán, der Sohn Mundhirs des Lakhmiden – ein arabischer König aus den Tagen der Unwissenheit, dessen Residenz die Stadt Ḥírih war – dem Wein einmal so sehr zugesprochen hatte, dass sich seine Sinne verfinsterten und der Verstand ihn verließ. In diesem volltrunkenen, gefühllosen Zustand befahl er, seine beiden Zechbrüder und vertrauten, vielgeliebten Freunde, Khálid, den Sohn des Mudallil, und ‘Amr, den Sohn des Mas‘úd-Kaldih, hinzurichten. Als der König am anderen Morgen nach seinem Zechgelage erwachte und nach seinen beiden Freunden fragte, wurde ihm die schmerzhafte Nachricht mitgeteilt. Kummer befiel sein Herz; in seiner aufrichtigen Liebe und Sehnsucht nach ihnen ließ er über den beiden Gräbern zwei herrliche Denkmäler erbauen, denen er die Bezeichnung ›die Blutbeschmierten‹ gab.
Daraufhin bestimmte er zwei Tage des Jahres zum Gedächtnis an die beiden Gefährten. Den einen nannte er den ›Tag des Übels‹, den anderen den ›Tag der Gnade‹. Jedes Jahr pflegte er an diesen bestimmten Tagen mit Prunk und Pracht hinauszuziehen und sich zwischen den beiden Grabmälern niederzulassen. Wenn an dem ›Tag des Übels‹ sein Auge auf irgendjemanden fiel, wurde dieser hingerichtet; wer jedoch am ›Tag der Gnade‹ vorüberging, wurde mit Geschenken und Gunstbeweisen überschüttet. Solches war sein königliches Gebot, das, mit einem mächtigen Eid besiegelt, immer streng eingehalten wurde.
Eines Tages bestieg der König sein Ross, Maḥmúd genannt, und ritt hinaus in die Steppe, um zu jagen.
Plötzlich erblickte er in der Ferne ein Wildpferd, gab seinem Ross die Sporen, um das Wild einzuholen, und hetzte mit solcher Geschwindigkeit davon, dass er von seinem Gefolge abgeschnitten wurde.
Die Nacht brach herein, und der König war hoffnungslos verloren.
Da entdeckte er fern in der Wüste ein Zelt; er wandte sein Pferd und ritt drauf zu.
Als er den Eingang des Zeltes erreicht hatte, fragte er den Besitzer, Ḥanzalá, den Sohn des Abí-Ghafráy-i-Ṭá’í:
»Nimmst du einen Gast auf?« Ḥanzalá antwortete:
»Ja«, trat heraus und half Nu‘mán beim Absteigen.
Dann ging er zu seiner Frau und sagte zu ihr:
»Im Verhalten dieses Mannes sind deutliche Anzeichen hohen Ranges zu erkennen.
Tue dein Bestes, um ihm Gastfreundschaft zu erweisen, und bereite ein Festmahl vor.« Die Frau erwiderte:
»Wir haben ein Mutterschaf, das du opfern könntest, und ich habe noch ein bisschen Mehl für solche Gelegenheiten aufgespart.« Ḥanzalá molk zunächst das Schaf und bot Nu‘mán eine Schale zum Trunk an, dann schlachtete er das Tier und bereitete ein Mahl zu, und dank seiner gütigen Gastfreundschaft verbrachte Nu‘mán die Nacht in Frieden und Behagen.
Als die Dämmerung heraufzog, machte sich Nu‘mán für die Abreise fertig und sagte zu Ḥanzalá:
»Du hast mir größte Freigebigkeit erwiesen, indem du mich aufgenommen und festlich bewirtet hast.
Ich bin Nu‘mán, der Sohn des Mundhir, und warte sehnlichst darauf, dich an meinem Hofe begrüßen zu können.«
Die Zeit ging dahin, Hungersnot zog ein im Lande Ṭayy. Ḥanzalá geriet in äußerste Not, und darum suchte er den König auf. Ein seltsamer Zufall fügte es, dass er am ›Tag des Übels‹ eintraf. Nu‘mán zeigte sich höchst beunruhigt. Er machte seinem Freund Vorwürfe: »Warum bist du gerade heute zu mir gekommen? Denn dies ist der ›Tag des Übels‹, das heißt der Tag des Zornes und der Pein. Selbst wenn mir heute Qábús, mein einziger Sohn, unter die Augen träte, käme er nicht mit dem Leben davon. Nun bitte mich um irgendeine Gunst, die du willst.«
Ḥanzalá erwiderte: »Ich wusste nichts von eurem ›Tag des Übels‹. Die Gaben dieser Welt sind für die Lebenden da. Da ich jetzt den Tod erleiden muss, was nützen mir alle Vorräte dieser Welt?«
»Daran ist nichts zu ändern«, sagte Nu‘mán.
Ḥanzalá sprach: »So gewähre mir denn Aufschub, dass ich zu meinem Weib heimkehren und mein Testament machen kann. Im nächsten Jahr werde ich am ›Tag des Übels‹ wiederkommen.«
Nu‘mán verlangte sodann einen Bürgen, der an Ḥanzalás statt hingerichtet werden sollte, falls dieser nicht zurückkehrte. Bestürzt und hilflos sah sich Ḥanzalá um. Da fiel sein Blick auf einen aus Nu‘máns Gefolge, Sharík, den Sohn des Qays aus Shaybán, und an ihn wandte er sich mit den Worten: »O Sohn des ‘Amr, mein Gefährte! Gibt es irgendein Entkommen vor dem Tode? O du Bruder jedes Bedrängten, du Bruder des Bruderlosen, du Bruder Nu‘máns! Du könntest dem Shaykh Bürgschaft leisten. Wo ist Shaybán, der Edelmütige – möge der Allbarmherzige ihm Gunst bezeigen!« Aber Sharík erwiderte nur: »O mein Bruder, ein Mann darf nicht sein Leben aufs Spiel setzen.« Da wusste das Opfer nicht mehr, wohin es sich wenden sollte. Doch ein Mann namens Qarád, Sohn Ajda‘s des Kalbiten, stand auf und bot sich als Bürge an; er willigte ein, dass der König mit ihm, Qarád, tun könne, was er wolle, wenn er zum nächsten ›Tag des Zornes‹ das Opfer nicht auslieferte. Nu‘mán schenkte daraufhin Ḥanzalá fünfhundert Kamele und ließ ihn ziehen.
Im folgenden Jahr zog Nu‘mán am ›Tag des Übels‹ wie gewohnt mit Prunk und Pracht hinaus zu den beiden Grabmälern, die ›die Blutbeschmierten‹ hießen. Er führte Qarád mit sich, um seinen königlichen Zorn an ihm auszulassen. Die Pfeiler des Staates lösten ihre Zunge und baten um Gnade; sie flehten den König an, er möge Qarád bis zum Sonnenuntergang Aufschub gewähren, denn sie hofften, Ḥanzalá käme noch zurück. Aber des Königs Absicht war, Ḥanzalás Leben zu schonen und ihm die Gastfreundschaft zu vergelten, indem er Qarád an seiner Stelle hinrichtete. Als sich die Sonne zum Abend hin neigte, zog man Qarád die Kleider vom Leibe und schickte sich an, ihm den Kopf abzuschlagen. Da wurde in der Ferne ein Reiter sichtbar, der in gestrecktem Galopp näherkam. »Warum zögerst du?« wandte sich Nu‘mán an den Henker, der ihm daraufhin antwortete: »Vielleicht ist es Ḥanzalá, der da kommt.« Bald sah man, dass es kein anderer war als er.
Nu‘mán war höchst ungehalten. »Du Dummkopf!«, sagte er. »Einmal bist du den Klauen des Todes entronnen. Musst du ihn nun zum zweiten Male herausfordern?«
Aber Ḥanzalá erwiderte: »Süß ist in meinem Munde und angenehm auf meiner Zunge das Gift des Todes bei dem Gedanken, dass ich damit mein Unterpfand auslöse.«
Da fragte Nu‘mán: »Was ist der Grund für solche Zuverlässigkeit? Weshalb hältst du dich so genau an deine Verpflichtungen, so streng an deinen Eid?« – »Das liegt daran, dass ich an den einen Gott und an die Bücher, die vom Himmel kamen, glaube«, gab Ḥanzalá zur Antwort. Nu‘mán fragte: »Zu welchem Glauben bekennst du dich?«, und Ḥanzalá sagte: »Es war der heilige Odem Jesu, der mir das Leben gab. Ich folge dem geraden Pfad Christi, der der Geist Gottes ist.« Nu‘mán bat: »Lass auch mich diesen süßen Hauch des Geistes atmen!«
So kam es, dass Ḥanzalá die weiße Hand der Führung aus dem Busen der Liebe Gottes zog A16 und das äußere wie innere Auge derer, die um ihn standen, mit dem Lichte des Evangeliums erleuchtete. Dem klaren Klang einer Glocke gleich trug er einige der göttlichen Verse aus der Bibel vor. Da wurden Nu‘mán und alle seine Diener ihrer Götzen und ihrer Götzenverehrung überdrüssig, bekräftigten ihren Glauben an Gott und riefen aus: »Wehe uns, tausendmal wehe uns, dass wir bis heute achtlos gegenüber dieser grenzenlosen Gnade waren und uns von ihr abgewandt hatten, so dass wir dieser Segensströme aus den Wolken der Gunst Gottes beraubt waren!« Sofort riss der König die beiden Denkmäler ab, die ›die Blutbeschmierten‹ hießen. Er bereute seine Gewaltherrschaft und ließ fortan Gerechtigkeit walten in seinem Land.
Bedenket, wie hier ein einfacher Mann aus der Wüste, dem äußeren Anschein nach ohne Rang und Namen, imstande war, diesen stolzen Herrscher und eine große Schar anderer aus der dunklen Nacht des Unglaubens zu befreien und in das Morgenlicht des Heils zu führen, wie er sie aus dem Verderben der Götzendienerei an das rettende Gestade der Einheit Gottes brachte und Verhaltensweisen ein Ende setzte, die so geartet waren, dass sie ganze Gesellschaften verderben und ganze Völker zur Barbarei herabwürdigen – nur weil er eine der Eigenschaften der Menschen aufwies, die reinen Herzens sind. Man muss tief über dies alles nachdenken, um seine volle Bedeutung zu erfassen.
Mein Herz tut weh, weil ich mit tiefem Bedauern wahrnehmen muss, dass das Volk sein Augenmerk nirgendwo auf das lenkt, was dieses Tages und dieser Zeit würdig ist. Die Sonne der Wahrheit ist über der Welt aufgegangen, doch wir sind verfangen im Dunkel unserer Einbildungen. Die Wellen des Größten Meeres wogen um uns herum, während wir verdursten. Das göttliche Brot kommt vom Himmel hernieder, wir aber tappen und taumeln in einem hungergepeinigten Land umher. »Zwischen Weinen und Erzählen vertreibe ich meine Tage.«
Einer der Hauptgründe, warum Menschen aus anderen Religionen vermieden und versäumt haben, zu dem Glauben Gottes überzutreten, sind Fanatismus und übertriebener religiöser Eifer. Beachtet zum Beispiel die göttlichen Worte, die an Muḥammad, die Arche des Heils, das leuchtende Antlitz und den Herrn der Menschheit, gerichtet wurden und ihm geboten, liebevoll und geduldig mit dem Volk umzugehen: »Streite mit ihnen auf die freundlichste Weise.«Q21 Jener Gesegnete Baum, dessen Licht »weder vom Osten noch vom Westen«Q22 war, der über alle Völker der Erde den schützenden Schatten unermesslicher Gnade ausbreitete, zeigte in Seinem Umgang mit jedem Menschen unendliche Güte und Nachsicht. Moses und Aaron erhielten mit denselben Worten den Befehl, Pharao, den Herrn der PfähleA17, zu überzeugen: »Sprecht zu ihm mit sanfter Rede!«Q23
Obwohl das vornehme Verhalten der Propheten und Heiligen Gottes weit bekannt und in der Tat bis zum Kommen der Stunde A18 in jeder Lebenslage ein ausgezeichnetes Vorbild ist, dem die ganze Menschheit folgen sollte, haben doch einige Menschen in ihrer Achtlosigkeit versäumt, diese Werte - nämlich außergewöhnliches Mitgefühl und liebende Güte- sich anzueignen, so dass sie dadurch gehindert wurden, zu den inneren Bedeutungen der Heiligen Bücher vorzudringen.
Sie meiden nicht nur ängstlich die Anhänger anderer Religionen, sondern gestatten sich nicht einmal, jenen die allgemein übliche Höflichkeit zu erweisen.
Wenn es jemandem nicht erlaubt ist, mit einem anderen zu verkehren, wie kann er diesen je aus der dunklen, leeren Nacht des Leugnens und des »Es gibt keinen Gott« heraus in den strahlenden Morgen des Glaubens und der Bestätigung »außer Gott«A19 führen?
Und wie kann man ihn anspornen und dazu ermutigen, sich aus dem Abgrund des Verderbens und der Unwissenheit herauszuarbeiten und die Höhen des Heils und der Erkenntnis zu erklimmen?
Erwäget gerecht:
Hätte Ḥanzalá Nu‘mán nicht mit wahrer Freundschaft behandelt, hätte er ihm nicht Güte und Gastfreundschaft erwiesen, wie hätte er dann diesen König und eine große Schar anderer Götzendiener dazu bringen können, die Einheit Gottes anzuerkennen?
Sich von den Menschen fernzuhalten, sie zu meiden, unfreundlich zu ihnen zu sein, das alles schreckt sie ab, während Zuneigung und Rücksicht, Milde und Nachsicht ihre Herzen zu Gott hinzieht.
Wollte ein wahrer Gläubiger beim Anblick eines Menschen aus fremdem Land Abscheu ausdrücken, wollte er die schrecklichen Worte äußern, die den Umgang mit Fremden verbieten und sie als »unrein« bezeichnen, so wäre der Fremde gekränkt und so sehr verletzt, dass er niemals den Glauben annehmen würde, selbst wenn er sähe, wie vor seinen eigenen Augen ein Wunder geschähe und der Mond sich spaltete.
Ihn zu meiden hätte zur Folge, dass er die geringste Neigung zu Gott in seinem Herzen wieder bereuen und vom Meer des Glaubens hinweg in die Wüste des Vergessens und des Unglaubens fliehen würde.
Und in sein Vaterland zurückgekehrt, würde er in der Presse entsprechende Erklärungen abgeben, dass es der und der Nation völlig an Eigenschaften eines zivilisierten Volkes fehle.
Wenn wir über die Verse und Beweise des Qur’án und die überlieferten Berichte, die von diesen Sternen am Himmel göttlicher Einheit, den heiligen Imámen, zu uns gelangt sind, ein wenig nachdenken, werden wir von der Tatsache überzeugt sein, dass eine Seele, wenn sie mit den Eigenschaften wahren Glaubens ausgestattet und mit geistigen Tugenden ausgezeichnet ist, zu einem Wahrzeichen der unermesslichen Gnadengaben Gottes für die ganze Menschheit wird. Denn die Eigenschaften der Gläubigen sind Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit; Nachsicht, Mitleid und Großzügigkeit; Rücksichtnahme auf andere; Offenheit, Zuverlässigkeit und Treue; Liebe und Güte; Ergebenheit, Entschlossenheit und Menschlichkeit. Wenn demnach ein Mensch wahrhaft rechtschaffen ist, wird er sich aller Mittel bedienen, die die Menschenherzen anziehen; er wird sie durch die Eigenschaften Gottes zum geraden Pfad des Glaubens hinführen und sie dazu bewegen, aus dem Strom ewigen Lebens zu trinken.
Heutzutage haben wir vor jedem rechtschaffenen Tun unsere Augen verschlossen; das dauerhafte Glück der Gesellschaft haben wir unserem eigenen, vergänglichen Profit geopfert.
Wir meinen, Fanatismus und blinder Eifer gereichen uns zu Nutz und Ehr, und nicht damit zufrieden, verleumden wir uns gegenseitig und planen den Ruin des anderen.
Wann immer wir Weisheit und Gelehrsamkeit, Tugend und Frömmigkeit zur Schau stellen wollen, beginnen wir damit, dass wir diesen oder jenen verspotten und verunglimpfen.
»So einer«, sagen wir, »hat Vorstellungen, die weit von der Wirklichkeit abweichen und das Verhalten von dem-und-dem lässt gleichfalls viel zu wünschen übrig.
Zayd kommt nur selten den religiösen Bräuchen nach, und ‘Amr ist nicht fest im Glauben.
Die Ansichten von diesem und jenem schmecken nach Europa.
Im Grunde denkt Weiß an nichts als an den eigenen Rang und Namen.
Gestern Abend, als sich die Versammlung zum Gebet erhob, war die Reihe nicht richtig ausgerichtet, und es ist nicht erlaubt, einem anderen Führer zu folgen.
In diesem Monat ist noch kein Reicher gestorben, noch nichts ist im Gedenken an den Propheten für wohltätige Zwecke gespendet worden.
Das Haus der Religion ist zerfallen, die Grundlagen der Bekenntnisse sind in alle Winde zerstreut.
Der Teppich des Glaubens ist zusammengerollt, die Zeichen der Gewissheit sind ausgelöscht; die ganze Welt ist in Irrtum verfallen; wenn es darauf ankommt, der Gewaltherrschaft zu widerstehen, sind alle sanftmütig und nachlässig.
Tage und Monde sind vergangen, und diese Dörfer und Landgüter gehören immer noch denselben Eigentümern wie letztes Jahr.
In unserer kleinen Stadt gab es früher siebzig verschiedene Behörden, die gut und ordentlich arbeiteten, aber ihre Zahl hat ständig abgenommen; jetzt sind zum Andenken nur noch fünfundzwanzig übrig.
Früher ließ derselbe Muftí jeden Tag zweihundert gegenteilige Urteile ergehen, heute bekommen wir kaum fünfzig.
Damals waren Massen von Leuten verrückt nach Prozessen; jetzt halten sie alle Frieden.
Damals unterlag am einen Tag der Kläger, und der Beklagte trug den Sieg davon; tags darauf gewann der Kläger den Prozess und der Beklagte verlor ihn – aber jetzt ist auch diese vorzügliche Praxis aufgegeben worden.
Was für eine heidnische Religion ist das, was für ein götzendienerischer Irrtum!
Wehe um das Gesetz, wehe um den Glauben, wehe um all dieses Unheil!
O ihr Brüder im Glauben!
Dies ist fürwahr das Ende der Welt!
Das Jüngste Gericht ist im Kommen!«
Mit solchen Worten bestürmen sie die Gemüter der hilflosen Massen und bringen die Herzen der ohnehin verwirrten Armen durcheinander, die den wahren Sachverhalt und die tatsächliche Grundlage des ganzen Geredes nicht kennen und nicht wissen, dass tausend eigensüchtige Zwecke hinter der vermeintlich gläubigen Beredsamkeit gewisser Individuen verborgen liegen. Die Armen glauben, Redner dieser Art seien von tugendhaftem Eifer getrieben. In Wahrheit erheben solche Leute ein großes Zetergeschrei, weil sie in der Wohlfahrt der Massen ihren persönlichen Ruin sehen und wähnen, ihr eigenes Licht ginge aus, wenn dem Volk die Augen geöffnet würden. Nur besonderer Scharfsinn wird dessen gewahr, dass der Duft der Herzen dieser Menschen, wenn sie wirklich von Rechtschaffenheit und Gottesfurcht angetrieben wären, dem Moschus gleich sich überallhin verbreiten würde. Nichts in der Welt lässt sich jemals allein durch Worte bestätigen.
»Doch diese Unglücksvögel taten Böses nur und lernten singen, wie der weiße Falke singt. Was bleibt vom Botenlied des Wiedehopfs aus Ṣabá, wenn selbst im Rohr die Dommel seine Töne schlägt?«A20
Die geistig Gebildeten, jene, die unendliche Bedeutung und Weisheit aus dem Buch Göttlicher Offenbarung herleiten und deren erleuchtete Herzen aus der unsichtbaren Welt Gottes Eingebung empfangen, geben sich gewisslich alle Mühe, um die Überlegenheit der wahren Anhänger Gottes in jeder Hinsicht und über alle Völker herbeizuführen; sie mühen sich und kämpfen dafür, dass all die Mittel eingesetzt werden, die Fortschritt bewirken. Wenn jemand diese hohen Ziele vernachlässigt, kann er sich niemals vor dem Antlitz Gottes als annehmbar erweisen: Er sticht hervor durch alle seine Fehler und beansprucht dennoch Vollkommenheit; armselig steht er da und täuscht Reichtum vor.
»Ein blinder Faulpelz ist ein armer Mann, ›Ein Klumpen Fleisch, kein Fuß noch Flügel dran‹. Wie fern ist er, der Affenpossen reißt, von dem Erleuchteten, der wirklich weiß! Der eine Echo nur, und seiʼs auch klar und scharf, der andere David gleich, Psalmist mit seiner Harfʼ.«
Erkenntnis, Reinheit, Hingabe, Disziplin und Unabhängigkeit haben mit äußerer Erscheinung und Kleidung nichts zu tun. Im Verlauf meiner Reisen hörte ich eine bekannte Persönlichkeit die folgende bedeutsame Bemerkung machen, an deren Witz und Anmut ich mich noch erinnere: »Nicht jeder Túrbán eines Mullás ist Beweis für Keuschheit und Erkenntnis; nicht jeder Hut eines Laien ist ein Zeichen für Unwissenheit und Unmoral. So mancher Hut hat schon stolz das Banner der Erkenntnis gehisst, und so mancher Túrbán hat das Gesetz Gottes in den Staub gezerrt!«
Die dritte Forderung des heiligen Textes, den wir hier besprechen, ist, »seinen Leidenschaften zu widerstehen«. Wie wunderbar sind die Folgerungen, die sich aus diesem scheinbar einfachen, doch umfassenden Satz ergeben. Er enthält die wirkliche Grundlage jeder lobenswerten menschlichen Tugend; in der Tat verkörpern diese wenigen Worte das Licht der Welt, den unumstößlichen Grundstein aller geistigen Eigenschaften des Menschen. Er ist die Unruh im Uhrwerk guten Betragens, das Mittel, alle edlen Eigenschaften eines Menschen im Gleichgewicht zu halten.
Leidenschaft ist eine Flamme, die schon unzählige Male die Ernte des Lebens vieler Gebildeter zu Asche hat werden lassen, ein allverzehrendes Feuer, das selbst das Meer ihres angesammelten Wissens nicht löschen konnte. Wie oft ist es schon geschehen, dass jemand mit allen menschlichen Eigenschaften gesegnet und mit dem Kleinod wahren Verstehens geschmückt war, aber dennoch seinen Leidenschaften nachging, bis seine außergewöhnlichen Eigenschaften die Grenzen der Mäßigung überschritten und er sich zu Ausschweifungen hinreißen ließ. Seine guten Absichten wandelten sich zum Bösen, seine Anlagen waren nicht länger auf Ziele gerichtet, die ihrer wert waren, und die Macht seiner Begierden lenkte ihn von der Rechtschaffenheit und ihrem Lohn ab und führte ihn auf gefährliche und dunkle Wege. In den Augen Gottes, Seiner Erwählten und aller Einsichtsvollen ist ein guter Charakter das Erhabenste und Lobenswerteste, was es gibt, jedoch immer unter der Voraussetzung, dass im Mittelpunkt seiner Entwicklung Vernunft und Erkenntnis stehen und dass er auf wahrer Mäßigung beruht. Wollten wir die Zusammenhänge dieses Themas hier so vertiefen, wie sie es verdienen, würde diese Schrift zu lang werden, und wir würden unser Hauptthema aus den Augen verlieren.
Trotz ihrer vielgepriesenen Zivilisation sind alle Völker Europas versunken und ertrunken in diesem furchtbaren Meer der Leidenschaft und Begierde, und daher führen alle Erscheinungen ihrer Kultur zu nichts. Niemand sollte über diese Feststellung erstaunt sein oder sie beklagen. Der Hauptzweck und das grundlegende Ziel, warum machtvolle Gesetze verabschiedet, hohe Grundsätze aufgestellt und Einrichtungen geschaffen werden, die sich mit allen Bereichen der Zivilisation befassen, ist das Glück der Menschen. Dieses Glück der Menschen besteht ausschließlich darin, der Schwelle Gottes, des Allmächtigen, näher zu kommen und den Frieden und die Wohlfahrt jedes einzelnen Angehörigen des Menschengeschlechts, sei er hoch oder niedrig, zu sichern; und die besten Mittel, dieses zweifache Ziel zu erreichen, sind hervorragende, der Menschheit verliehene Tugenden.
Eine oberflächliche Zivilisation, die nicht von kultivierter Sittlichkeit getragen wird, ist »ein verworrener Mischmasch von Träumen«Q24, und äußerlicher Glanz ohne inwendige Vollkommenheit ist »wie ein Dunst in der Wüste, den der Dürstende für Wasser hält«Q25. Denn eine rein äußerliche Zivilisation kann niemals dazu führen, das Wohlgefallen Gottes zu finden und Frieden und Wohlfahrt der Menschen zu gewährleisten.
Die Völker Europas haben sich noch nicht zu den höheren Stufen sittlicher Kultur erhoben, wie ihre Ansichten und ihr Verhalten klar beweisen. Seht zum Beispiel, wie es das oberste Ziel der europäischen Regierungen und ihrer Völker heutzutage ist, sich gegenseitig zu besiegen und zu vernichten, und wie sie, obwohl sie sich insgeheim zutiefst ablehnen, doch ihre Zeit damit verbringen, Bekundungen nachbarlicher Zuneigung, Freundschaft und Harmonie auszutauschen.
Bekannt ist der Fall eines Herrschers, der Frieden und Ruhe fördert und gleichzeitig mehr Kraft als die Kriegshetzer darauf verwendet, Waffen anzuhäufen und eine noch größere Armee aufzustellen mit der Begründung, dass Frieden und Eintracht nur mit Gewalt herbeigeführt werden könnten. Unter dem Vorwand des Friedens bieten alle Tag und Nacht ihre Kräfte auf, um noch mehr Kriegsgerät zusammenzutragen, und ihr unglückliches Volk muss den größten Teil dessen, was es unter Mühe und Schweiß verdient, aufbringen, um für diese Rüstung zu bezahlen. Tausende haben ihre Arbeit in nutzbringenden Gewerben aufgegeben und mühen sich Tag und Nacht, neue, immer tödlichere Waffen herzustellen, mit denen das Blut des Menschengeschlechts noch reichlicher als zuvor vergossen werden kann.
Jeden Tag erfindet man neue Bomben und Sprengstoffe, und dann sind die Regierungen gezwungen, ihre veralteten Waffen wegzuwerfen und anzufangen, neue herzustellen, weil sich die alten gegen die neuen Waffen nicht behaupten können. So wurden zum Beispiel im Jahr 1292 A.H.A21, als diese Schrift verfasst wurde, in Deutschland ein neues Gewehr und in Österreich eine neue Kanone entwickelt, die größere Feuerkraft als das Martini-Henry-Gewehr und die Krupp-Kanone haben, schneller in ihrer Wirkung und effizienter in der Vernichtung der Menschheit sind. Und die überwältigenden Kosten all dessen müssen die unglücklichen Massen tragen.
Urteilt gerecht: Kann diese sogenannte Zivilisation den Frieden und die Wohlfahrt des Volkes herbeiführen oder das Wohlgefallen Gottes finden, solange sie nicht von einer wahren Zivilisation des Charakters getragen wird? Impliziert sie nicht eher, das Erbe des Menschen zu zerstören und die Pfeiler des Glücks und des Friedens niederzureißen?
Während des französisch-preußischen Krieges im Jahr 1870 christlicher Zeitrechnung starben den Berichten zufolge sechshunderttausend verletzte und erschlagene Männer auf dem Schlachtfeld. Wie viele Wohnstätten wurden bis auf die Grundmauern zerstört, wie viele Städte, die nachts zuvor noch blühten, waren bei Sonnenaufgang Trümmerhaufen? Wie viele Kinder blieben verwaist und verlassen zurück, wie viele alte Väter und Mütter mussten mitansehen, wie ihre Söhne, die jugendfrischen Früchte ihres Lebens, in Staub und Blut sich windend starben? Wie viele Frauen wurden Witwen ohne Helfer und Beschützer?
Hinzu kommen noch die Bibliotheken und Kunstdenkmäler Frankreichs, die in Flammen aufgingen, die Militärkrankenhäuser voller Kranker und Verwundeter, die in Brand gesteckt und bis auf den Boden niedergebrannt wurden. Es folgten die furchtbaren Ereignisse der Kommune, die grausamen Handlungen, die Zerstörung und der Schrecken, als sich gegnerische Parteien in den Straßen von Paris bekämpften und töteten. Hassausbrüche und Feindseligkeiten zwischen den katholischen Religionsführern und der deutschen Regierung sowie Bürgerkrieg und Aufruhr, Blutvergießen und Verwüstung zwischen den Anhängern der Republik und den KarlistenA22 in Spanien.
Nur zu viele solcher Beweise stehen zur Verfügung, um zu unterstreichen, dass Europa moralisch unzivilisiert ist. Da der Verfasser nicht den Wunsch hegt, irgendjemanden zu verunglimpfen, beschränkt er sich auf diese wenigen Beispiele. Es versteht sich, dass kein scharfsinniger und wohl gebildeter Verstand solche Vorkommnisse gutheißen kann. Ist es recht und billig, dass Völker, unter denen derart schreckliche, den Maßstäben menschlichen Wohlverhaltens genau entgegengesetzte Ereignisse ablaufen, es wagen dürfen, Anspruch auf eine echte und angemessene Kultur zu erheben? Noch dazu, wenn aus alledem kein anderes Ergebnis als ein vorübergehender Sieg erwartet werden kann? Da ein solches Ergebnis niemals von Dauer ist, ist es in den Augen der Weisen nicht der Mühe wert.
Im Verlauf vergangener Jahrhunderte hat der deutsche Staat immer wieder die Franzosen besiegt, immer wieder hat das französische Königreich deutsches Land beherrscht. Darf man zulassen, dass in unseren Tagen sechshunderttausend hilflose Geschöpfe solch äußerlichem, zeitlich begrenzten Nutzen und Erfolg geopfert werden? Nein, bei Gott dem Herrn! Selbst ein Kind kann erkennen, wie schlecht das alles ist. Doch geht der Mensch seinen Leidenschaften und Begierden nach, so werden seine Augen in tausend Schleier gehüllt, die aus den Herzen aufsteigen und das äußere wie das innere Wahrnehmungsvermögen blind machen.
»Voll Gier drängt das Selbst zur Tür herein und löscht der Tugend strahlenden Schein. Aufsteigen vom Herzen hundert Schleier; das Auge wird blind, lässt nichts mehr ein.«A23
Wahre Kultur wird ihr Banner mitten im Herzen der Welt entfalten, sobald eine gewisse Zahl ihrer vorzüglichen, hochgesinnten Herrscher – leuchtende Vorbilder der Ergebenheit und Entschiedenheit – mit festem Entschluss und klarem Blick daran geht, den Weltfrieden zu stiften.
Sie müssen die Friedensfrage zum Gegenstand allgemeiner Beratung machen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln versuchen, einen Weltvölkerbund zu schaffen.
Sie müssen einen verbindlichen Vertrag und einen Bund schließen, dessen Verfügungen vernünftig, unverletzlich und bestimmt sind.
Diesen Vertrag müssen sie der ganzen Welt bekannt geben und die Bestätigung des gesamten Menschengeschlechts für ihn erlangen.
Ein derart erhabenes und edles Unternehmen – der wahre Quell des Friedens und Wohlergehens für die ganze Welt -– sollte allen, die auf Erden wohnen, heilig sein.
Alle Kräfte der Menschheit müssen frei gemacht werden, um die Dauer und Beständigkeit dieses größten aller Bündnisse zu sichern.
In diesem allumfassenden Vertrag sollten die Grenzen jedes einzelnen Landes deutlich festgelegt, die Grundsätze, die den Beziehungen der Regierungen untereinander zugrunde liegen, klar verzeichnet und alle internationalen Vereinbarungen und Verpflichtungen bekräftigt werden.
In gleicher Weise sollte der Umfang der Rüstungen für jede Regierung genauestens umgrenzt werden, denn wenn die Zunahme der Kriegsvorbereitungen und Truppenstärken in irgendeinem Land gestattet wäre, so würde dadurch das Misstrauen anderer geweckt.
Die Hauptgrundlage dieses feierlichen Vertrages sollte so verankert werden, dass bei einer späteren Verletzung irgendeiner Bestimmung durch irgendeine Regierung sich alle Regierungen der Erde erheben, um jene wieder zu voller Unterwerfung unter den Vertrag zu bringen, nein, die Menschheit als Ganzes sollte sich entschließen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln jene Regierung zu vernichten.
Wird dieses größte aller Heilmittel auf den kranken Körper der Welt angewandt, so wird er sich gewiss wieder von seinen Leiden erholen und dauernd bewahrt und heil bleiben.A24
Wenn solche erfreulichen Zustände einträten, müsste keine Regierung mehr ständig Waffen speichern oder sich gezwungen sehen, immer neues Kriegsgerät herzustellen, um damit die Menschheit zu unterwerfen. Eine kleine Streitmacht für die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit, die Verfolgung krimineller und die Ordnung gefährdender Elemente und die Verhütung örtlicher Unruhen würde genügen – nichts weiter. Vor allem wäre auf diese Weise die ganze Weltbevölkerung von der drückenden Last der Rüstungsausgaben befreit; außerdem brauchten zahllose Menschen nicht länger ihre Zeit darauf zu verschwenden, ständig neue Vernichtungswaffen zu ersinnen, diese Zeugen von Habsucht und Blutrünstigkeit, so unvereinbar mit dem Geschenk des Lebens. Stattdessen könnten sie ihren Eifer auf die Entwicklung von dem, was das menschliche Leben erleichtert, Frieden und Wohlstand fördert, richten und so zu weltweitem Fortschritt und Wohlstand beitragen. Jede Nation auf Erden würde dann zu seinen Ehren regieren, und jedes Volk fühlte sich in Ruhe und Zufriedenheit geborgen.
Einzelne, welche die im menschlichen Streben ruhende Kraft nicht kennen, halten diesen Gedanken für völlig undurchführbar, ja für jenseits dessen, was selbst die äußersten Anstrengungen des Menschen je erreichen können; doch ist dies nicht der Fall. Im Gegenteil kann dank der unerschöpflichen Gnade Gottes, der Herzensgüte Seiner Begünstigten, den beispiellosen Bemühungen weiser und fähiger Seelen und den Gedanken der unvergleichlichen Führer dieses Zeitalters nichts, was es auch sei, als unerreichbar angesehen werden. Eifer, unermüdlicher Eifer ist nötig. Nur unbezähmbare Entschlusskraft kann das Werk vollbringen. Manches hat man in vergangenen Zeiten als reines Hirngespinst betrachtet; heute ist es leicht durchführbar geworden. Warum sollte diese wichtigste und erhabenste Sache – das Tagesgestirn am Himmelszelt wahrer Kultur und die Ursache des Ruhmes, des Fortschritts, des Wohlergehens und Erfolges der ganzen Menschheit – unmöglich sein? Der Tag wird sicher kommen, an dem ihr klares Licht Erleuchtung über die gesamte Menschheit gießen wird.
Wenn die Kriegsvorbereitungen im heutigen Umfang fortgeführt werden, wird der Konfliktmechanismus bald einen Punkt erreichen, an dem Krieg für die Menschheit unerträglich sein wird.
Wie aus den bisherigen Ausführungen klar hervorgeht, bestehen Ruhm und Größe des Menschen nicht darin, dass er nach Blut dürstet und wie ein Tiger scharfe Klauen besitzt, dass er Städte zerstört und Verwüstung anrichtet, ganze Armeen und Scharen friedlicher Bürger abschlachtet. Dagegen würde es eine glänzende Zukunft für ihn bedeuten, wenn er für seine Gerechtigkeitsliebe bekannt wäre, allem Volk, ob hoch oder niedrig, Güte erweisen würde, Länder und Städte, Dörfer und Provinzen aufbaute, das Leben erleichterte und für seine Mitmenschen glücklich und friedvoll gestaltete, wenn er die Grundsätze des Fortschritts festlegte, den Lebensstandard und Wohlstand der ganzen Bevölkerung erhöhte.
Sehet, wie im Lauf der Geschichte so mancher König seinen Thron auf Eroberungen gründete. Unter ihnen waren Changíz-Khán und Taymúr, die über den weiten Erdteil Asien herrschten, Alexander von Mazedonien und Napoleon I, die ihre anmaßenden Hände über drei der fünf Kontinente ausstreckten. Und was brachten alle ihre machtvollen Siege ein? Kam dadurch irgendein Land zur Blüte? Hat sich irgendein Glück daraus ergeben? Blieb einer ihrer Throne bestehen? Oder haben nicht vielmehr ihre Dynastien bald wieder die Macht verloren? Abgesehen davon, dass Asien in den Flammen zahlloser Schlachten aufging und in Asche fiel, brachten all die Eroberungen Changíz-Khán, dem Kriegsherrn, nichts ein und Taymúr erntete von all seinen Triumphen nur die Gewalt über Völker, die in alle Winde zerstoben waren, und allgemeinen Verfall. Alexander hatte von seinen gewaltigen Siegen nichts, als dass sein Sohn vom Thron stürzte und die Phillip und Ptolomäus die Herrschaft über die Länder, die er einst beherrscht hatte, übernahmen. Und was erreichte Napoleon I aus der Unterwerfung der Könige Europas anderes als die Zerstörung blühender Länder, den Untergang ihrer Bewohner, die Verbreitung von Angst und Schrecken über ganz Europa und am Ende seiner Tage seine eigene Gefangenschaft? So viel über die Eroberer und die Denkmäler, die sie hinterlassen.
Vergleichet damit die lobenswerten Eigenschaften und die vornehme Größe Anúshírváns, des Edlen und GerechtenA25.
Als dieser hochgesinnte Herrscher an die Macht kam, war der einstmals festgegründete Thron Persiens dem Zusammenbruch nahe.
Mit seinem ihm von Gott verliehenen Verstand legte er die Grundlagen der Gerechtigkeit, rottete Unterdrückung und Gewalt aus und sammelte das Volk Persiens unter den schützenden Schwingen seiner Herrschaft.
Dank des erneuernden Einflusses seiner ständigen Bemühungen wurde Persien, das trostlos und verdorrt am Boden lag, neu belebt und entwickelte sich schnell zur schönsten aller blühenden Nationen.
Er stellte die am Boden liegenden Machtstrukturen seines Staates wieder her und verstärkte sie.
Der Ruf seiner Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit erscholl über die ganze Welt, bis sich die Völker aus ihrer Erniedrigung und ihrem Elend zu den Höhen des Glücks und der Ehre erhoben.
Obwohl er ein Magier war, sagte Muḥammad, dieser Mittelpunkt der Schöpfung, die Sonne des Prophetenamtes, von ihm:
»Ich wurde zur Zeit eines gerechten Königs geboren«, und Er war erfreut, dass Er während dessen Herrschaft auf die Welt gekommen war.
Hat nun diese erlauchte Persönlichkeit ihre erhabene Stufe durch bewundernswürdige Eigenschaften erlangt oder etwa dadurch, dass er sich aufmachte, die Erde zu erobern und das Blut ihrer Völker zu vergießen?
Bedenket, er erreichte einen so hohen Rang im Herzen der Welt, dass seine Größe durch die Unendlichkeit der Zeit dringt und er ewiges Leben erwarb.
Wollten wir über das Fortleben großer geschichtlicher Gestalten ausführlicher berichten, würde diese kurze Abhandlung unnötig in die Länge gezogen, und da es keineswegs feststeht, dass die öffentliche Meinung Persiens durch solche Lektüre wesentlich beeinflusst wird, wollen wir diese Arbeit verkürzen und zu denjenigen Fragen übergehen, die im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen.
Sollte es sich jedoch herausstellen, dass diese Kurzfassung Erfolg hat, werden wir, so Gott will, eine Anzahl Bücher schreiben, die sich ausführlich und nutzbringend mit den Grundsätzen göttlicher Weisheit in ihrem Zusammenhang mit der Erscheinungswelt befassen.
Keine Macht der Erde kommt gegen die Armeen der Gerechtigkeit an, und jede Feste muss vor ihnen fallen; denn die Menschen beugen sich willig unter den siegreichen Schlägen dieser entscheidenden Waffe, und verwüstete Orte blühen unter den Füßen dieser Heerschar wieder auf. Zwei mächtige Banner sind es, deren Schatten, wenn er auf die Krone eines Königs fällt, bewirkt, dass der Einfluss seiner Herrschaft rasch und leicht wie das Sonnenlicht die ganze Erde durchdringt. Das erste ist das Banner der Weisheit, das zweite das der Gerechtigkeit. Gegen diese beiden mächtigsten Streitkräfte können selbst Berge von Eisen nichts ausrichten, und die Mauer Alexanders bricht vor ihnen in Stücke. Es ist doch offensichtlich, dass das Leben in dieser vergänglichen Welt so flüchtig und unbeständig wie der Morgenwind ist. Wie glücklich sind deshalb jene großen Menschen, die einen guten Namen und die Erinnerung an ein Leben hinterlassen, das auf dem Pfade des Wohlgefallens Gottes verbracht wurde.
»Ob unter Thrones Baldachin ob unter freiem Himmelszelt – was kümmert’s, wo ein reines Herz zur letzten Ruh’ sich niederlegt.«A26
Ein Feldzug kann lobenswert sein, und es gibt Zeiten, in denen der Krieg zu einer mächtigen Grundlage des Friedens wird und Zerstörung das wahre Mittel zum Wiederaufbau. Wenn zum Beispiel ein edelmütiger Herrscher seine Truppen aufs Schlachtfeld führt, um den Angriff eines Aufrührers oder eines Aggressors abzuwenden, wenn er sich mit Heeresmacht anschickt, ein entzweites Staatsvolk zu einigen, kurz, wenn er den Krieg für eine gerechte Sache führt, dann ist dieses scheinbare Unheil, diese äußerliche Gewaltanwendung wirkliche Gerechtigkeit und dieser Krieg der Grundstein des Friedens. Heute besteht jedoch die Aufgabe, die großen Herrschern zukommt, darin, den Weltfrieden zu errichten, denn in ihm liegt die Freiheit aller Völker begründet.
Der vierte Teil der früher wiedergegebenen Äußerung über den Weg des Heils lautet: » … die Gebote seines Herrn befolgen.« Ohne Zweifel besteht des Menschen höchste Würde darin, dass er seinem Gott gegenüber demütig und gehorsam ist, und des Menschen größte Ehre, seine erhabenste Stufe und sein Ruhm hängen von der genauen Befolgung der göttlichen Gebote und Verbote ab. Die Religion ist das Licht der Welt; Fortschritt, Erfolg und Glück des Menschen sind das Ergebnis seines Gehorsams gegenüber den Gesetzen, die in den heiligen Büchern niedergelegt sind. Kurz, es lässt sich beweisen, dass in diesem Leben – sowohl nach außen wie nach innen – die Religion das mächtigste Bollwerk, der sicherste, dauerhafteste und beständigste Schutz für die ganze Welt ist. Sie gewährt die geistigen wie die materiellen Errungenschaften der Menschheit und sichert das Glück und die Kultur der Gesellschaft.
Es gibt tatsächlich Toren, die die Grundwahrheiten der göttlichen Religionen niemals richtig geprüft haben, vielmehr das Verhalten einiger weniger religiöser Heuchler zum Maßstab genommen und alle gläubigen Menschen mit diesem Zollstock gemessen haben. So kamen sie zu der Auffassung, Religionen seien ein Hindernis für den Fortschritt, ein trennendes Element, Ursache von Boshaftigkeit und Feindschaft unter den Menschen. Sie haben nicht einmal bemerkt, dass die Grundsätze der göttlichen Religionen nicht nach den Taten derjenigen gewertet werden können, die nur vorgeben, sie zu befolgen. Denn alles Erhabene, so unvergleichlich es sein mag, kann zu bösen Zwecken missbraucht werden. Eine brennende Lampe in der Hand eines unwissenden Kindes oder eines Blinden wird weder die sie umgebende Dunkelheit beseitigen noch das Haus erhellen, sondern den Träger wie das Haus in Flammen setzen. Können wir da der Lampe die Schuld geben? Nein, bei Gott dem Herrn! Für den Sehenden ist die Lampe eine Führung und zeigt ihm den Weg, aber dem Blinden bringt sie Unheil.
Unter denen, die Religion ablehnten, befand sich der Franzose Voltaire, der viele Bücher schrieb, in denen er die Religionen angriff – Werke, die nicht mehr taugen als Kinderspielzeug. Dieser Mensch nahm die Taten und Unterlassungen des Papstes, des Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche, und die Intrigen und Streitigkeiten der geistlichen Führer der Christenheit zu seinem Maßstab, tat den Mund weit auf und lästerte gegen den Geist Gottes (Jesus). In seiner unzulänglichen Beweisführung gelang es ihm nicht, den wahren Sinn der heiligen Schriften zu erfassen; er stieß sich an gewissen Stellen in den offenbarten Texten und konzentrierte sich auf die damit zusammenhängenden Probleme. »Wir haben vom Qur’án das herniedergesandt, was den Gläubigen Heilung und Gnade bringt; den Frevlern aber wird es das Verderben nur noch mehren.«Q26
»Der Greis von GhaznáA27 sprach in einem Gleichnis, als er das göttliche Geheimnis pries: Die Zweifler sehen nichts in dem Qur’án als eitel Worte; doch wen wundert das? Von all dem Feuer, das die Sonne schenkt, erreicht die Wärme nur des Blinden Auge.«A28
»Viele wird Er durch solche Gleichnisse irreleiten, viele den rechten Weg führen; aber nur die Frevler wird Er irreleiten.« Q27
Fürwahr, das stärkste Mittel, um Ruhm und Fortschritt des Menschen zu erlangen, die höchste Wirkkraft für die Erleuchtung und Erlösung der Welt sind Liebe, Freundschaft und Einheit unter allen Mitgliedern des Menschengeschlechts. Nichts in der Welt ist durchführbar, ja nicht einmal denkbar, ohne Einheit und Einklang, und das vollkommene Mittel, das Freundschaft und Einheit hervorbringt, ist wahre Religion. »Hättest Du auch alle Schätze der Erde verschwendet, Du hättest ihre Herzen doch nicht vereinigen können; aber Gott hat sie vereinigt …«Q28
Wenn die Offenbarer Gottes erscheinen, führt ihre Macht, wahre Einheit sowohl nach außen als auch in den Herzen zu schaffen, feindselige Völker, die einander nach dem Leben trachteten, unter dem Schutz des Wortes Gottes zusammen. Dann werden hunderttausend Seelen zu einer Seele, und aus zahllosen Einzelwesen entsteht ein Menscheitskörper.
»Einst waren sie wie die Wogen der See, und der Wind trieb sie zahllos vor sich her. Dann sandte Gott Seine Sonne auf sie, und Seine Sonne kann Einheit nur sein. Hunde und Wölfe leben getrennt, doch die Seele der Löwen Gottes ist eins.«A29
Die Ereignisse beim Kommen der Propheten vergangener Zeiten, ihr Leben, ihre Taten und die Verhältnisse, die sie antrafen – all dies ist nur unzureichend in den geschichtlichen Quellen festgehalten; im Qur’án, in den heiligen Überlieferungen und in der Thora wird darauf nur in zusammengefasster Form Bezug genommen. Da jedoch alle Begebenheiten seit den Tagen Moses bis auf die heutige Zeit im mächtigen Qur’án, in den beglaubigten Überlieferungen, in der Thora und anderen verlässlichen Quellen aufgezeichnet sind, wollen wir uns hier mit einigen kurzen geschichtlichen Beispielen begnügen, um überzeugend zu klären, ob die Religion die eigentliche Grundlage und das Grundprinzip der Kultur und Zivilisation ist oder ob sie, wie Voltaire und seinesgleichen annehmen, allen sozialen Fortschritt, Wohlstand und Frieden vereitelt.
Um Einwände von Seiten irgendeines Volkes der Erde ein für alle Male auszuschließen, werden wir unsere Ausführungen in Übereinstimmung mit jenen autoritativen Berichten durchführen, auf die sich alle Nationen geeinigt haben.
Als die Israeliten in Ägypten so zahlreich geworden waren, dass sie sich über das ganze Land verteilt hatten, beschlossen die koptischen Pharaonen Ägyptens, ihre koptischen Untertanen zu unterstützen und zu begünstigen, die Kinder Israels hingegen, die sie als fremde Eindringlinge betrachteten, zu erniedrigen und zu entehren.
Lange Zeit waren die Juden, weit verstreut und zersplittert, Gefangene in der Hand der tyrannischen Kopten; von allen wurden sie verlacht und verachtet, und der Geringste der Kopten konnte die vornehmsten Israeliten ungestraft knechten und verfolgen.
Die Versklavung, das Elend und die Hilflosigkeit der Hebräer gingen so weit, dass sie bei Tag und Nacht ihres Lebens nicht mehr sicher waren und nicht wussten, wie sie ihre Frauen und Kinder vor dem gewalttätigen Zugriff ihrer pharaonischen Entführer schützen sollten.
Die Splitter ihrer gebrochenen Herzen waren ihre tägliche Speise und ein Strom von Tränen ihr Trank.
In dieser Bedrängnis lebten sie dahin, bis plötzlich Moses, der Allherrliche, das göttliche Licht aus dem gesegneten Tal, dem Ort, der Heiliger Boden war, strömen sah und die lebenspendende Stimme Gottes vernahm, wie sie aus der Flamme des Busches sprach, der »weder vom Osten noch vom Westen«Q29 ist.
Und Er erhob sich in der vollen Pracht seines allumfassenden Offenbarertums.
Wie eine Leuchte göttlicher Führung erstrahlte Er inmitten der Israeliten, und durch das Licht des Heils geleitete Er jenes verlorene Volk aus den Schatten der Unwissenheit zu Erkenntnis und Vollkommenheit.
Er sammelte die zerstreuten Stämme Israels unter dem Schutz des einenden, alles umfassenden Wortes Gottes, und hisste über den Höhen der Vereinigung das Banner der Eintracht.
Auf diese Weise erlangten jene unwissenden Menschen in kürzester Zeit geistige Erziehung; sie, denen die Wahrheit bisher fremd war, fanden sich im Glauben an die Einheit Gottes zusammen, wurden von ihrem Elend, ihrer Armut, ihrer Verständnislosigkeit und Knechtschaft erlöst und erreichten ein Höchstmaß an Ehre und Glück.
Sie zogen aus Ägypten fort, machten sich auf nach ihrer ursprünglichen Heimat und kamen nach Kanaan und Philisterland.
Zunächst eroberten sie die Ufer des Jordan und Jericho, dann siedelten sie sich in diesem Gebiet an, und schließlich gerieten alle Nachbarländer wie Phönizien, Edom und Ammon unter ihre Herrschaft.
In der Zeit Josuas waren einunddreißig Länder in der Hand der Israeliten, und in jeder edlen menschlichen Eigenschaft – Gelehrsamkeit, Standhaftigkeit, Entschlossenheit, Mut, Ehrenhaftigkeit, Freigiebigkeit- übertraf dieses Volk alle anderen auf der Erde.
Wenn in jenen Tagen ein Israelit mit anderen Menschen zusammentraf, erkannten sie ihn sogleich an seinen vielen Tugenden, und sogar Angehörige fremder Völker sagten, wenn sie jemanden loben wollten, er sei wie ein Israelit.
In zahlreichen Geschichtswerken wird darüber hinaus berichtet, dass die Philosophen Griechenlands wie etwa Pythagoras den größten Teil ihrer Philosophie – sowohl im geistigen wie im materiellen Sinn – von den Schülern Salomons übernahmen. Und Sokrates, der unermüdlich gereist war, um mit den berühmtesten Gelehrten und Geistlichen Israels zusammenzutreffen, entwickelte bei seiner Rückkehr nach Griechenland die Lehre von der Einheit Gottes und dem ewigen Leben der Menschenseele nach dem stofflichen Tode. Schließlich verklagten die Unwissenden unter den Griechen diesen Mann, der die tiefsten Geheimnisse der Weisheit ergründet hatte, und trachteten ihm nach dem Leben; dann nötigte der Pöbel die Herrscher, gegen Sokrates vorzugehen, und die Ratsversammlung verurteilte ihn dazu, den Giftbecher zu leeren.
Nachdem die Israeliten auf allen Ebenen der Kultur Fortschritte gemacht und die denkbar größten Erfolge erzielt hatten, fingen sie allmählich an, die Grundprinzipien des mosaischen Gesetzes und ihres Glaubens außer Acht zu lassen, sich mit Riten und Zeremonien zu beschäftigen und ein ungebührliches Betragen an den Tag zu legen.
In den Tagen von Rehoboam, dem Sohn Salomons, brach verheerende Zwietracht unter ihnen aus.
Einer von ihnen, Jeroboam mit Namen, schmiedete Ränke, um den Thron an sich zu reißen, und er war es auch, der den Götzendienst einführte.
Der Streit zwischen Rehoboam und Jeroboam führte zu jahrhundertelangen Fehden zwischen ihren Nachkommen und brachte es mit sich, dass die Stämme Israels zerstreut und aufgelöst wurden.
Kurz, weil sie die Bedeutsamkeit des Gesetzes Gottes vergaßen, wurden sie auf tadelswerte Weise in dummen Fanatismus, Unruhen und Aufruhr verwickelt.
Ihre Geistlichen kamen zu dem Schluss, dass all diese wesentlichen menschlichen Eigenschaften, die im Heiligen Buche dargelegt worden sind, nur noch tote Buchstaben seien; sie trachteten lediglich danach, ihre eigenen selbstsüchtigen Interessen zu verfolgen, und schädigten das Volk, indem sie es in die tiefsten Tiefen der Achtlosigkeit und Unwissenheit sinken ließen.
Die Frucht all ihrer Untaten war, dass sich die Herrlichkeit der alten Zeiten, die so lange Bestand hatte, in Erniedrigung verwandelte und sie von den Herrschern Persiens, Griechenlands und Roms übermannt wurden.
Die Banner ihrer Eigenstaatlichkeit wurden umgestoßen, und die Unwissenheit, Torheit, Würdelosigkeit und Eigenliebe ihrer religiösen Führer und Gelehrten kam ans Licht, als Nebukadnezar, der König von Babylon, erschien, der sie vernichtete.
Nachdem er alles niedergemetzelt, ihre Häuser geplündert und zerstört und sogar ihre Bäume ausgerissen hatte, nahm Nebukadnezar alle gefangen, die noch übrig waren und die sein Schwert verschont hatte, und führte sie nach Babylon.
Siebzig Jahre später wurden die Nachkommen dieser Gefangenen freigelassen und kehrten nach Jerusalem zurück.
Hesekiel und Esra richteten unter ihnen die Grundsätze der Heiligen Schrift wieder auf; Tag für Tag machten die Israeliten Fortschritte, und der Morgenglanz der alten Zeit dämmerte wieder herauf.
Nach kurzer Zeit jedoch kam es wieder zu Meinungsverschiedenheiten über Glaubenssätze und Lebensführung, und wieder hatten die jüdischen Gelehrten nur die eine Sorge, ihre eigenen selbstsüchtigen Ziele zu verfolgen.
Die Reformen, welche die Zeit Esras bestimmten, verwandelten sich in Ausbeutung und Korruption.
Die Lage verschlimmerte sich so sehr, dass die Heere der römischen Republik mehrere Male das Land Israel erobern konnten.
Schließlich zertrat der kriegerische Titus als Befehlshaber der römischen Streitmacht die Heimat der Juden zu Staub.
Alle Männer ließ er mit dem Schwert umbringen, Frauen und Kinder führte er als Gefangene fort; ihre Häuser ließ er dem Erdboden gleichmachen, ihre Bäume ausreißen, ihre Bücher verbrennen und ihre Schätze plündern.
Jerusalem und der Tempel wurden in einen Aschenhaufen verwandelt.
Nach diesem überwältigenden Unheil versank der Stern des Reiches Israel ins Nichts, und bis auf den heutigen Tag sind die Überreste dieses verschollenen Volkes in alle vier Winde verstreut.
»Erniedrigung und Elend drückten auf sie nieder.«Q30 Auf diese beiden heftigsten Heimsuchungen, die Nebukadnezar und Titus herbeigeführt hatten, bezieht sich der ruhmreiche Qur’án, wenn gesagt ist:
»Und feierlich erklärten Wir den Kindern Israels in dem Buche: ›Zweimal, wahrlich, sollt ihr Unheil stiften auf Erden, und mit großem Stolz und Hochmut werdet ihr euch erheben.‹ Und als die verheißene Drohung zum ersten Mal erfüllt werden sollte, sandten Wir Unsere Diener gegen euch aus:
Leute von schrecklichem Mut.
Und sie durchsuchten das Innerste eurer Wohnstätten, und erfüllt ward die Drohung … Als nun die Strafe für eure späteren Sünden vollzogen werden sollte, sandten Wir euch einen Feind, eure Gesichter traurig zu stimmen und in euren Tempel einzudringen wie beim ersten Mal und zu zerstören und zu vernichten, was er eroberte.«Q31
Unsere Absicht ist zu zeigen, wie wahre Religion Kultur und Würde, Wohlstand und Ansehen, Bildung und Fortschritt eines vormals elenden, unwissenden und versklavten Volkes fördert und wie der Gottesglauben, wenn er törichten, fanatischen Religionsführern in die Hände fällt, auf schlimme Art missbraucht wird, bis sich diese höchste Pracht in schwarzes Dunkel verwandelt.
Als zum zweiten Mal die unmissverständlichen Zeichen für Israels Zerfall, Erniedrigung, Unterjochung und Vernichtung zu erkennen waren, da erfüllte der liebliche und heilige Odem des Geistes Gottes (Jesus) das Tal des Jordan und das Land Galiläa; die Wolken göttlichen Erbarmens überzogen jene Himmelsstriche und ergossen in Fülle über sie die Wasser des Geistes. Und nach den anschwellenden Regenschauern, die dem Größten Meer entströmten, entfaltete das Heilige Land seinen Duft und erblühte in der Erkenntnis Gottes. Die Hymnen des Evangeliums erklangen und stiegen auf bis zu den Bewohnern der Himmelsgemächer, und die achtlosen Toten, die in den Gräbern ihrer Unwissenheit lagen, erhoben ihre Häupter, um ewiges Leben zu empfangen, wenn sie mit dem Odem Jesu in Berührung kamen. Drei Jahre lang wandelte diese Leuchte der Vollkommenheiten vor den Toren Jerusalems über die Felder Palästinas, führte alle Menschen in das Morgenlicht der Erlösung und lehrte sie, geistige Eigenschaften und gottgefällige Tugenden zu erlangen. Hätte das Volk Israel an dieses herrliche Wesen geglaubt, so hätte es sich aufgemacht, Ihm mit Leib und Seele zu dienen und gehorsam zu sein; durch den belebenden Hauch Seines Geistes hätte das Volk seine alte Schwungkraft wiedererlangt und neue Siege errungen.
Aber ach! Was nutzte dies alles? Sie wandten sich ab und widersetzten sich Ihm. Alle erhoben sich, um Ihn zu quälen, Ihn, der die Quelle göttlicher Erkenntnis, der Dämmerort der Offenbarung war, alle außer einer Handvoll Gläubiger, die ihr Antlitz Gott zuwandten und vom Makel dieser Welt gereinigt den Weg zu den Höhen des unsichtbaren Königreiches fanden. Jede nur denkbare Qual fügte man jenem Brunnquell der Gnade zu, bis es Ihm unmöglich wurde, in den Städten zu weilen, aber dennoch hielt Er das Banner des Heils empor und schuf feste Grundlagen für menschliche Rechtschaffenheit, diese wesentliche Voraussetzung wahrer Kultur.
Im fünften Kapitel Matthäi, Vers 39, rät Er: »Ihr sollt dem Bösen und dem Unrecht nicht mit gleichen Mitteln entgegentreten; sondern wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, so halte ihm auch die andere hin. « Und weiterhin im 43. Vers: »Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ›Lieben sollst du deinen Nächsten, und deinen Feind sollst du nicht mit Feindschaft quälen.‹A30 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für jene, die euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr die Kinder eures Vaters im Himmel seid; denn Er lässt Seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und sendet den Regen seiner Gnade hernieder auf Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebet, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr da? Tun das nicht auch die Zöllner?«
Zahllos waren Ratschläge dieser Art, die jener Tagesanbruch göttlicher Weisheit verkündete, und Menschen, die sich durch solche Eigenschaften der Heiligkeit auszeichnen, sind die reinen Wesen der Schöpfung und die Quellen wahrer Kultur.
Jesus begründete sodann das heilige Gesetz auf der Grundlage sittlicher Charakterstärke und völliger Vergeistigung, und für jene, die an Ihn glaubten, zeigte Er eine besondere Lebensweise auf, welche die höchste Verhaltensart auf Erden darstellt. Obwohl jene Wahrzeichen der Erlösung äußerlich der böswilligen Verfolgung ihrer Peiniger ausgeliefert schienen, waren sie in Wirklichkeit von dem hoffnungslosen Dunkel befreit, das die Juden umfangen hatte, und erstrahlten in immerwährender Herrlichkeit am Morgen dieses neuen Tages.
Die mächtige Nation der Juden stürzte und zerfiel, aber jene wenigen Seelen, die unter dem Baum der messianischen Sendung Schutz suchten, gestalteten alles menschliche Leben neu. Alle Völker der Welt waren damals äußerst unwissend, fanatisch und götzendienerisch. Nur eine Handvoll Juden bekannte sich zum Glauben an die Einheit Gottes, und sie waren armselige Ausgestoßene. Diese heiligen Seelen der Christenheit erhoben sich nun, um eine Sache zu verkünden, die den Anschauungen der gesamten Menschheit völlig entgegengesetzt und zuwider war. Die Herrscher in vieren der fünf Erdteile fassten den unerbittlichen Entschluss, die Anhänger Christi völlig zu vernichten, und dennoch schickten sich schließlich die meisten von ihnen an, den Glauben Gottes mit ganzem Herzen zu verbreiten. Alle Nationen Europas, zahlreiche Völker Asiens und Afrikas und sogar einige Einwohner der pazifischen Inseln versammelten sich unter dem Schutz der Einheit Gottes.
Überleget, ob es in der Schöpfung ein Prinzip gibt, das in irgendeiner Hinsicht machtvoller ist als die Religion, ob eine Kraft gedacht werden kann, die durchdringender ist als die vielfältigen göttlichen Offenbarungen, ob irgendeine Institution wahre Liebe, Freundschaft und Einheit zwischen allen Völkern hervorbringt, wie es der Glaube an einen allmächtigen und allwissenden Gott vermag, oder ob es außer den Gesetzen Gottes Beweise für eine Wirkkraft gibt, die für die Erziehung der ganzen Menschheit auf jeder Stufe rechtschaffener Lebensführung von Bedeutung ist!
Diese Eigenschaften, die die Philosophen erlangten, wenn sie die wahren Höhen ihrer Weisheit erreicht hatten, diese edlen menschlichen Eigenschaften, wie sie jene Philosophen auf dem Gipfel ihrer Vollkommenheit auszeichneten, wurden von den Gläubigen verwirklicht, sobald sie den Glauben angenommen hatten. Seht, wie jene Seelen, die die lebenspendenden Wasser der Erlösung aus den huldvollen Händen Jesu, des Geistes Gottes, tranken und unter den schützenden Schatten des Evangeliums traten, eine solch hohe Stufe sittlicher Lebensführung erreichten, dass Galen, der berühmte Arzt, in seinem Abriss über Platos Republik ihre Taten pries, obwohl er selbst kein Christ war. Die wörtliche Übersetzung lautet wie folgt:
»Die Masse der Menschheit ist nicht fähig, eine Folge logischer Argumente aufzunehmen. Deshalb bedarf es der Symbole und Gleichnisse, die von Belohnung und Bestrafung in der nächsten Welt sprechen. Der Beweis für diese Einsicht ist, dass es heute Leute gibt, die ›Christen‹ genannt werden, und bei denen der Glaube an Lohn und Strafe in einem künftigen Leben tief verwurzelt ist. Diese Gruppe weist ein hervorragendes Verhalten auf, ähnlich demjenigen eines Menschen, der ein wahrer Philosoph ist. So sehen wir alle mit unseren eigenen Augen, dass sie keine Furcht vor dem Tode haben, und ihre leidenschaftliche Liebe zu Gerechtigkeit und Ehrlichkeit ist so groß, dass man sie als wahre Philosophen ansehen sollte.«A31
Zu jener Zeit und in den Augen Galens war die Stufe eines Philosophen allen anderen Stufen in der Welt übergeordnet. Bedenkt also, wie die erleuchtende und vergeistigende Kraft der göttlichen Religionen die Gläubigen zu solchen Höhen der Vollkommenheit emporführt, dass ein Philosoph wie Galen, der selbst kein Christ ist, ein derartiges Zeugnis ablegt.
Der hervorragende Charakter der Christen zeigte sich auch darin, dass sie sich wohltätigen und guten Werken widmeten und Krankenhäuser und gemeinnützige Einrichtungen schufen. So war der erste, der im ganzen römischen Reich öffentliche Krankenhäuser für die ärztliche Pflege der Armen, Verwundeten und Hilfsbedürftigen einrichtete, Kaiser Konstantin. Dieser große König war der erste römische Herrscher, der für die Sache Christi eintrat. Er scheute keine Mühe und weihte sein Leben der Verbreitung der Lehren des Evangeliums. Das römische Staatswesen, das in Wirklichkeit nur ein System uneingeschränkter Unterdrückung war, gründete er auf Mäßigung und Gerechtigkeit. Sein gesegneter Name erstrahlt aus dem Dunkel der Geschichte wie der Morgenstern, und sein Ansehen und Ruhm als einer der edelsten und kultiviertesten Persönlichkeiten ist heute noch im Munde von Christen aller Konfessionen.
Welch feste Grundlage für hervorragende Charaktereigenschaften wurde doch dank der Ausbildung hehrer Seelen, die sich aufmachten, die Lehren des Evangeliums zu verbreiten, in jenen Tagen gelegt! Wie viele Grundschulen, Hochschulen und Krankenhäuser wurden geschaffen wie auch Einrichtungen, in denen elternlose und bedürftige Kinder erzogen wurden! Wie zahlreich waren die Menschen, die ihren persönlichen Vorteil hintanstellten und »aus dem Verlangen, dem Herrn zu gefallen«Q32 die Tage ihres Lebens damit verbrachten, die Massen zu lehren!
Als nun die Zeit herannahte, in der die strahlende Schönheit Muḥammads über der Welt aufgehen sollte, fiel die Macht über die Christenheit unwissenden Priestern in die Hände. Der himmlische Hauch, der aus den Gefilden göttlicher Gnade strömte, verflog, und die Gesetze des erhabenen Evangeliums, der Felsgrund, auf dem die Kultur der Welt ruhte, zeitigten keine Erfolge mehr, weil sie missbraucht wurden und weil gewisse Menschen, äußerlich anständig, innerlich jedoch verdorben, gegen sie verstießen.
Europäische Geschichtsforscher von Rang und Namen berichten übereinstimmend, wenn sie die politischen und sittlichen Zustände, die Bildung und die Kultur des Altertums, des Mittelalters und der Neuzeit in allen ihren Aspekten schildern, dass während der zehn Jahrhunderte des Mittelalters, vom Beginn des sechsten Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung bis zum Ende des fünfzehnten, Europa in jeder Hinsicht und in höchstem Maße finster und barbarisch war. Der wichtigste Grund ist folgender: Die Mönche, von den europäischen Völkern als geistige und religiöse Führer angesehen, hatten die ewige Ehre, die von der Befolgung der heiligen Gebote und der himmlischen Lehren des Evangeliums herrührt, aufgegeben und mit den vermessenen, tyrannischen Oberhäuptern der weltlichen Regierungen jener Zeit gemeinsame Sache gemacht. Ihre Augen hatten sie von der unvergänglichen Herrlichkeit abgewendet und all ihr Streben darauf gerichtet, ihren gemeinsamen weltlichen Interessen und vergänglichen, kurzlebigen Vorteilen nachzugehen. Schließlich kam es so weit, dass die Massen hilflose Gefangene in den Händen dieser beiden Gruppen waren und dadurch das ganze Gefüge der Religion, Kultur, Wohlfahrt und Zivilisation der Völker Europas zusammenbrach.
Als dieses würdelose Tun und Denken und die unehrenhaften Vorhaben der Anführer die süßen Düfte des Geistes Gottes (Jesu) schwächten und diese nicht mehr über die Welt strömten, und als die Finsternis bigotter Unwissenheit und gottloser Taten die Erde umfangen hielt, da leuchtete das Morgenlicht der Hoffnung wieder auf, und der göttliche Frühling kehrte zurück; eine Wolke von Barmherzigkeit breitete sich über die Welt aus, und aus den Gefilden der Gnade wehten fruchtbare Winde.
Im Zeichen Muḥammads erhob sich die Sonne der Wahrheit über Yathrib (Medina) und dem Ḥijáz; über das ganze Weltall ergoss sie das Licht ewiger Herrlichkeit.
Dies verwandelte die Erde menschlicher Möglichkeiten, und die Worte:
»Die Erde wird leuchten mit dem Lichte ihres Herrn«Q33 waren erfüllt.
Die alte Welt wurde wieder neu, und ihr toter Körper erwachte zu reichem Leben.
Tyrannei und Unwissenheit wurden überwunden, und hoch ragten die Paläste der Erkenntnis und Gerechtigkeit empor, die an ihrer statt errichtet wurden.
Ein Meer von Erleuchtung brandete heran, und die Wissenschaft goss ihre Strahlen über alle Lande.
Bevor die Flamme höchsten Prophetentums in der Lampe von Mekka entzündet wurde, waren die wilden Stämme des Ḥijáz das grausamste und gottloseste Volk auf Erden.
In allen Geschichtswerken sind ihre entartete, lasterhafte Lebensführung, ihre Wildheit und ihre ständigen Fehden aufgezeichnet.
Damals betrachteten die zivilisierten Völker der Welt die arabischen Stämme von Mekka und Medina nicht einmal als menschliche Wesen.
Als aber das Licht der Welt über ihnen erstrahlte, wurden sie – durch die Erziehung, die ihnen aus dieser Schatzgrube an Vollkommenheiten, diesem Brennpunkt der Offenbarung, zuteilwurde, und durch die Segnungen des göttlichen Gesetzes – innerhalb kürzester Frist unter dem Schutze des Prinzips der Einheit Gottes vereinigt.
Später erlangte dieses grausame Volk eine so hohe Stufe menschlicher Vollkommenheit und Zivilisation, dass alle Zeitgenossen darüber staunten.
Dieselben Völker, die bisher die Araber als Brut ohne Urteilsvermögen verspottet hatten, suchten nun eifrig die Gesellschaft der Araber und bereisten ihre Länder, um Bildung und Kultur, technische Fertigkeiten und Staatsführung, Künste und Wissenschaften von ihnen zu übernehmen.
Seht, welcher Einfluss auf die materiellen Verhältnisse von der Bildung durch den wahren Erzieher ausgeht! Hier waren Stämme, so unwissend und wild, dass sie in der Zeit der Jáhilíyyih ihre siebenjährigen Töchter lebendig begruben – eine Tat, die selbst ein Tier, geschweige denn ein menschliches Wesen, verabscheut und vor der es zurückschrecken würde, die aber jene äußerst entarteten Stämme als den höchsten Ausdruck der Ehrbarkeit und Sittentreue ansahen. Dank der klaren Lehren jener großen Persönlichkeit entwickelte sich dieses barbarische Volk in solchem Maße, dass es zunächst Ägypten, Syrien und dessen Hauptstadt Damaskus, Chaldäa, das Zweistromland und Írán eroberte und dann so weit kam, dass es jedes wichtige Problem in vier Hauptregionen des Erdballs aus eigener Kraft lösen konnte.
Die Araber übertrafen damals alle Völker der Welt auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft, Gewerbe und Erfindungen, der Philosophie, Staatsführung und Gesittung. Und wahrlich, der Aufstieg dieser grausamen, verachtenswerten Horden zur höchsten Stufe menschlicher Vollkommenheit in einer so kurzen Zeitspanne ist der größte Beweis für die Wahrheit der Offenbarung Muḥammads.
In der Frühzeit des Islám übernahmen die Völker Europas die Wissenschaften und Künste der Zivilisation vom Islám, so wie sie die Einwohner Andalusiens anwandten. Eine genaue, eingehende Untersuchung der geschichtlichen Aufzeichnungen wird die Tatsache bekräftigen, dass die Zivilisation Europas auf den Islám zurückgeht; denn alle Schriften der muslimischen Gelehrten, Theologen und Philosophen wurden nach und nach in Europa gesammelt, mit emsiger Sorgfalt geprüft, in akademischen Versammlungen und in Bildungszentren diskutiert, worauf das, was als wertvoll erachtet wurde, Verwendung fand. Heute sind zahlreiche Abschriften von Werken muslimischer Gelehrter, die in den islámischen Ländern nicht mehr zu finden sind, in den Bibliotheken Europas verfügbar. Auch die in allen europäischen Ländern geltenden Gesetze und Rechtsgrundsätze sind in beträchtlichem Maße, ja nahezu vollständig von den Werken der Rechtswissenschaft und von Gerichtsentscheidungen muslimischer Geistlicher hergeleitet. Wäre nicht zu befürchten, dass sich die vorliegende Abhandlung übermäßig in die Länge zieht, würden wir solche Entlehnungen eine nach der anderen aufführen.
Die Anfänge der europäischen Zivilisation gehen auf das siebte Jahrhundert islámischer Zeitrechnung zurück.
Die näheren Umstände waren folgende:
Gegen Ende des fünften Jahrhunderts nach der Hijrah erhob der Papst, das Oberhaupt der Christenheit, ein großes Gezeter darüber, dass die heiligen Stätten der Christen wie Jerusalem, Bethlehem und Nazareth unter muslimische Herrschaft gefallen waren.
Er stachelte die Könige und das Volk Europas zu einem Vorhaben an, das er als heiligen Krieg ansah.
Sein leidenschaftlicher Schrei der Empörung schwoll so an, dass alle Länder Europas darauf reagierten, und an der Spitze zahlloser Heerscharen zogen kreuzfahrende Könige über das Marmarameer und bahnten sich ihren Weg in den asiatischen Kontinent.
Damals herrschten die Khalífen aus dem Haus der Fáṭimiden über Ägypten und einige Länder im Westen der arabischen Welt, und sehr lange waren ihnen auch die Seldschuken, die Könige Syriens, untertan.
Kurz, die Könige des Westens fielen mit ihren unzähligen Truppen in Syrien und Ägypten ein, und während einer Zeitspanne von 203 Jahren führten die Herrscher Syriens und Europas ununterbrochen gegeneinander Krieg.
Fortgesetzt kam Verstärkung aus Europa herüber; immer wieder stürmten und bezwangen die westlichen Herrscher jede Burg in Syrien, aber ebenso oft warfen die islámischen Könige sie wieder hinaus.
Schließlich vertrieb Saladin im Jahr 693 n.d.H. die europäischen Könige und ihre Heere aus Ägypten und von der syrischen Küste.
Hoffnungslos geschlagen, kehrten sie nach Europa zurück.
Millionen Menschen kamen im Verlauf dieser Kreuzzüge ums Leben.
Zusammenfassend kann man sagen, dass zwischen 490 und 693 n.d.H.
Könige, Feldherren und andere Führer Europas sich ständig zwischen Ägypten, Syrien und dem Westen hin und her bewegten, und als sie schließlich alle in ihre Heimat zurückkehrten, verbreiteten sie in Europa, was sie im Laufe von über 200 Jahren in den islámischen Ländern auf den Gebieten der Staatskunst, der sozialen Entwicklung und Bildung, des Schulwesens und der Verfeinerung des Lebens kennengelernt hatten.
Die Zivilisation Europas geht auf diese Zeit zurück.
O Volk Persiens! Wie lange sollen eure Trägheit und Antriebslosigkeit noch fortdauern? Einst wart ihr die Herren der ganzen Erde; die Welt gehorchte auf euren Wink und Ruf. Wie kommt es, dass eure Herrlichkeit vergangen ist, dass ihr heute in Ungnade gefallen seid und euch in einem Winkel der Vergessenheit verkrochen habt? Ihr wart der Urquell der Bildung, die unerschöpfliche Lichtquelle für alle auf Erden; wie kommt es, dass ihr heute verwelkt, ausgelöscht, entmutigt seid? Ihr, die ihr einst die Welt entflammt habt, wie kommt es, dass ihr heute untätig und sorglos im Finstern weilt? Öffnet euer geistiges Auge, sehet eure große, greifbare Not! Erhebt euch und strengt euch an, suchet Bildung, suchet Erleuchtung! Ist es richtig, dass ein fremdes Volk die Kultur und das Wissen von euren Ahnen übernimmt und dass ihr, das eigene Fleisch und Blut, die rechtmäßigen Erben dieser Vorfahren, leer ausgeht? Wie kann es sein, dass eure Nachbarn Tag und Nacht mit ganzem Herzen sich anstrengen, um für ihren Fortschritt, ihre Ehre und ihren Wohlstand zu sorgen, während ihr in eurem dummen Fanatismus euch nur mit euren Streitigkeiten und Feindseligkeiten, euren Genüssen, Begierden und leeren Träumen beschäftigt? Ist es lobenswert, dass ihr die Genialität, die euer Geburtsrecht, eure ursprüngliche Fähigkeit, euer angeborenes Wissen ist, gedankenlos vergeudet und verschwendet? Aber wieder sind wir von unserem Thema abgewichen.
Jene Gebildeten Europas, die über die Geschichte des Abendlandes gut Bescheid wissen und sich durch Wahrheitsliebe und Gerechtigkeitssinn auszeichnen, stimmen darin überein, dass die tragenden Elemente ihrer Zivilisation in allen Einzelheiten vom Islám abgeleitet sind. So hat zum Beispiel DraperA32, der bekannte französische Wissenschaftler, dessen Genauigkeit, Fähigkeit und umfassende Bildung von allen europäischen Gelehrten bezeugt wird, in einem seiner meistgelesenen Werke, Die geistige Entwicklung Europas, in diesem Zusammenhang einen ausführlichen Bericht niedergelegt, d.h. im Hinblick darauf, dass die Völker Europas die Grundlagen der Zivilisation, des Fortschritts und des Allgemeinwohls vom Islám hergeleitet haben. Seine Aufzählung ist erschöpfend; eine Übersetzung an dieser Stelle würde unsere Arbeit ungebührlich in die Länge ziehen, wäre aber unerheblich für die Absicht, die wir verfolgen. Wenn der Leser weitere Einzelheiten wünscht, mag er auf den Text jenes Buches zurückgreifen.
Im Wesentlichen zeigt jener Verfasser, wie die europäische Kultur in ihrer Gesamtheit – ihre Gesetze, Grundsätze, Institutionen, ihre Wissenschaften, Philosophien, ihre Gelehrsamkeit, ihre gehobenen Sitten und Gebräuche, ihre Literatur, ihre Kunst und ihr Gewerbe, ihre Organisation und Disziplin, ihr Verhalten, ihre lobenswerten Charaktereigenschaften und sogar viele Wörter, geläufig in der französischen Sprache – von den Arabern herrührt.
Jedes dieser Elemente untersucht er bis ins Detail, zu jedem gibt er sogar den Zeitraum an, in welchem es vom Islám übernommen wurde.
So beschreibt er auch, wie die Araber in den Westen, ins heutige Spanien kamen und wie sie dort innerhalb kürzester Zeit eine hochentwickelte Kultur aufbauten, welch hervorragende Stufe ihre Verwaltung und ihre Gelehrsamkeit erreichten und wie festgegründet und gut geleitet ihre Schulen und Universitäten waren, an denen Wissenschaften, Philosophie und Kunsthandwerk gelehrt wurden; ferner, wie führend sie damals das Kulturleben bestimmten und wie viele Jugendliche aus bedeutenden Familien Europas an die Schulen von Cordoba und Granada, Sevilla und Toledo geschickt wurden, um dort die Wissenschaften und Künste des gehobenen Lebens zu erlernen.
Er schildert sogar, dass ein Europäer namens Gerbert sich an der Universität Cordoba auf arabischem Territorium immatrikulierte, um dort Künste und Wissenschaften zu studieren, und wie er nach seiner Rückkehr in Europa solche Bedeutung erlangte, dass man ihn schließlich an die Spitze der katholischen Kirche wählte und er Papst wurde.
Diese Hinweise sollen untermauern, dass die Religionen Gottes die wahre Quelle der geistigen wie der materiellen Vervollkommnung des Menschen sind, der Ausgangspunkt der Erleuchtung und des nutzbringenden Wissens für alle Welt. Wer dies mit gerechtem Sinn erwägt, wird feststellen, dass alle Gesetze des öffentlichen Lebens in diesen wenigen heiligen Worten beschlossen sind:
»Und sie gebieten das Rechte und verbieten das Unrecht und beeilen sich, gute Taten zu vollbringen.
Dieses sind die Rechtschaffenen.«Q34 Und wiederum:
»… auf dass unter euch ein Volk sei, das zum Guten auffordert, das Rechte befiehlt und das Unrecht verbietet.
Dies sind diejenigen, um die es gut bestellt sein soll.«Q35 Und weiter:
»Wahrlich, Gott gebietet Gerechtigkeit, rechtes Tun … und verbietet Schlechtigkeit und Unterdrückung.
Er ermahnt euch, auf dass ihr eingedenk seid.«Q36 Ferner über die Verfeinerung menschlichen Verhaltens:
»Lass Billigkeit walten und gebiete, was rechtens ist, und halte dich fern von den Toren.«Q37 Und gleicherweise:
»… die ihren Zorn bezwingen und anderen verzeihen.
Gott liebt jene, die Gutes tun.«Q38 Und wieder:
»Nicht das ist Frömmigkeit, dass ihr (beim Beten) euer Gesicht nach Osten wendet oder nach Westen; fromm ist vielmehr, wer an Gott glaubt, an den Jüngsten Tag, an die Engel, an die Schrift und an die Propheten, wer aus Liebe zu Gott sein Vermögen hingibt an Anverwandte, Waisen, Arme, an Bittende und um Gefangene loszukaufen, wer das Gebet verrichtet, den Armenbeitrag zahlt, wer zu denen gehört, die ihre Verträge einhalten, und wer geduldig ist bei Krankheiten, im Unglück und in Zeiten der Not.
Diese sind es, die rechtschaffen sind, diese sind die Gottesfürchtigen.«Q39 Und abermals:
»Sie ziehen jene sich selber vor, auch wenn Armut ihr eigenes Los ist.«Q40 – Seht, wie diese wenigen heiligen Verse die höchsten Ebenen und den tiefsten Sinn der Kultur sowie alle vortrefflichen Eigenschaften des menschlichen Charakters beinhalten.
Bei Gott, dem Herrn – und es gibt keinen Gott außer Ihm- selbst das kleinste Detail des zivilisierten Lebens rührt von der Gnade der Offenbarer Gottes her. Nichts, was für die Menschheit von Wert war, ist jemals zustande gekommen, ohne zuvor ausdrücklich in den Heiligen Schriften dargelegt worden oder als Schlussfolgerung daraus hervorgegangen zu sein?
Aber ach, was hilft dies alles! Sind die Waffen in den Händen von Feiglingen, dann ist keines Menschen Leben und Eigentum sicher, und die Diebe werden nur noch verwegener. Ebenso steht eine Geistlichkeit, die alles andere als vollkommen ist, wenn sie die Macht an sich reißt, wie ein eiserner Vorhang zwischen dem Volk und dem Licht des Glaubens.
Aufrichtigkeit ist der Grundstein des Glaubens. Das heißt, ein religiöser Mensch muss seine persönlichen Wünsche vergessen und danach streben, auf jede ihm mögliche Weise und von ganzem Herzen dem öffentlichen Wohl zu dienen. Andererseits ist es einem menschlichen Wesen nicht möglich, sich von seinem eigenen, selbstsüchtigen Nutzen abzuwenden und sein Wohl dem Wohl der Allgemeinheit zu opfern, es sei denn durch wahren religiösen Glauben. Denn Eigenliebe ist in den Lehm, aus dem der Mensch gemacht ist, hineingeknetet, und ohne Hoffnung auf eine angemessene Belohnung wird keiner seine eigenen bestehenden materiellen Interessen hintanstellen. Ein Mensch aber, der an Gott und Sein Wort glaubt, wird um Gottes willen seinen eigenen Vorteil und seine Behaglichkeit aufgeben und sich mit Herz und Seele aus freien Stücken dem Allgemeinwohl widmen, weil er die Verheißung und die Gewissheit hat, dass ihn im nächsten Leben reicher Lohn erwartet und weil ihm alle weltlichen Vergünstigungen im Vergleich zu der immerwährenden Freude und Herrlichkeit künftiger Seins ebenen nichts bedeuten. »Ein anderer aber ist unter den Menschen, der sein eigenes Selbst verkauft aus Verlangen nach dem Wohlgefallen Gottes.«Q41
Manche glauben, ein angeborener Sinn für menschliche Würde bewahre den Menschen davor, Böses zu tun, und biete Gewähr für seine geistige wie materielle Vervollkommnung.
Dies soll besagen, dass ein Mensch, den natürliche Intelligenz, hohe Entschlusskraft und edler Eifer auszeichnen, nicht wegen zu erwartender schwerer Bestrafung für ein Verbrechen oder reicher Belohnung für rechtschaffenes Verhalten, sondern instinktiv davor zurückschrecken wird, seinen Mitmenschen Leid zuzufügen, und danach hungern und dürsten wird, Gutes zu tun.
Aber wenn wir über die Beispiele der Geschichte nachdenken, wird uns klar, dass dieser eigentliche Sinn für Ehrbarkeit und Würde nichts anderes als eine der Wohltaten ist, die von den Geboten der Propheten Gottes herrühren.
Auch nehmen wir bei kleinen Kindern Anzeichen von Angriffslust und Ungehorsam wahr; wenn ein Kind keine Anweisungen durch einen Lehrer empfängt, vermehren sich seine unerwünschten Eigenschaften von einer Stunde zur andern.
Es ist also klar, dass dieser natürliche Sinn für Menschenwürde und Anstand die Folge von Erziehung ist.
Zweitens:
Selbst wenn wir um der Beweisführung willen annehmen, dass angeborene Intelligenz und angeborene Sittlichkeit Übeltaten verhindern könnten, ist es offensichtlich, dass derart beschriebene Menschen so selten wie der Stein der Weisen sind.
Eine Annahme dieser Art lässt sich nicht durch bloße Worte bekräftigen; sie muss durch Tatsachen untermauert sein.
Prüfen wir deshalb, welche Wirkkraft in der Schöpfung die breiten Massen zu guten Vorsätzen und guten Taten antreibt!
Übrigens wäre das Streben nach Rechtschaffenheit, das solch ein seltener Mensch mit diesen Anlagen an den Tag legt, sicherlich noch weit intensiver, wenn er darüber hinaus noch Gottesfurcht in sich verkörperte.
Allumfassende Wohltaten strömen aus der Gnadenfülle der göttlichen Religionen, denn sie führen die wahren Gläubigen zu aufrichtigen Absichten, edlen Zielen, Reinheit und makelloser Ehrbarkeit, umfassender Herzensgüte, Mitgefühl, Vertragstreue, Rücksichtnahme auf die Rechte anderer, Großzügigkeit, Gerechtigkeit in allen Lebenslagen, Menschlichkeit und Menschenliebe, Tapferkeit und unermüdlichem Eifer im Dienst an der Menschheit. Mit einem Wort, es ist die Religion, die alle menschlichen Tugenden hervorbringt, und diese Tugenden sind das strahlende Licht der Kultur. Wenn ein Mensch diese hervorragenden Eigenschaften nicht aufweist, hat er sicherlich nie einen Tropfen aus dem unergründlichen Strom der Lebenswasser gekostet, die aus den Lehren der heiligen Bücher fluten, noch hat er den leisesten Hauch von den duftenden Brisen, die aus den Gärten Gottes wehen, verspürt; denn nichts auf Erden kann allein durch Worte bewiesen werden, und jede Daseinsebene ist an ihren Zeichen und Symbolen erkennbar, jede Stufe menschlicher Entwicklung hat ihr besonderes Merkmal.
Der Sinn dieser Ausführungen besteht darin, ausgiebig klar zu machen, dass die göttlichen Religionen, die heiligen Gebote und die himmlischen Lehren die unanfechtbare Grundlage menschlichen Glücks sind und dass die Völker der Welt ohne dieses sichere Heilmittel auf keine wirkliche Linderung oder Erlösung von ihren Leiden hoffen können. Dieses Allheilmittel muss jedoch von einem weisen, erfahrenen Arzt angewandt werden, denn in den Händen eines Unbefugten könnten alle Heilmittel, die der Herr der Menschen jemals erschaffen hat, um die Krankheiten der Menschen zu heilen, keine Gesundung bringen, sondern würden im Gegenteil die hilflosen Opfer nur zugrunde richten und denen, die bereits krank sind, das Herz noch mehr belasten.
Als die Quelle göttlicher Weisheit, die Offenbarung umfassenden Prophetentums (Muḥammad), die Menschheit aufforderte, Künste, Wissenschaften und ähnliche positive Dinge zu erwerben, befahl Er ihnen, nach diesen sogar in den entlegensten Winkeln Chinas zu suchen. Aber die unfähigen, nörgelnden Gelehrten verbieten dies und rechtfertigen sich mit dem Spruch: »Wer ein Volk nachahmt, ist einer davon.« Sie haben nicht begriffen, was mit ›Nachahmung‹ in diesem Zitat gemeint ist, geschweige denn, dass sie wüssten, wie die göttlichen Religionen alle Gläubigen auffordern und ermutigen, sich Lebensgrundsätze anzueignen, die zu ständigen Verbesserungen führen, und von anderen Völkern Künste und Wissenschaften zu übernehmen. Wer sich für das Gegenteil ausspricht, hat nie vom Nektar der Erkenntnis getrunken, hat sich in seiner eigenen Unwissenheit verirrt und tappt den Trugbildern seiner Begierden nach.
Urteilt gerecht: Welche der modernen Errungenschaften an sich, welche ihrer Anwendungsmöglichkeiten steht im Gegensatz zu den göttlichen Geboten? Denkt man an die Errichtung von Parlamenten, wird dies im Text des folgenden heiligen Verses ausdrücklich vorgeschrieben: »… die ihre Angelegenheiten durch Beratung regeln …«Q42 Und an anderer Stelle werden die folgenden Worte an das Morgenlicht alles Wissens, die Quelle der Vollkommenheit selbst (Muḥammad), gerichtet, obwohl Er doch allumfassende Weisheit besaß: »… und berate dich mit ihnen in dieser Angelegenheit!«Q43 Wie könnte also die Frage wechselseitiger Beratung im Widerspruch zum religiösen Gesetz stehen? Die großen Vorteile der Beratung können auch durch logische Beweisführung belegt werden.
Können sie sagen, es widerspreche den Gesetzen Gottes, ein Todesurteil von äußerst gründlichen Untersuchungen abhängig zu machen, von der Bestätigung durch mehrere Körperschaften, von rechtskräftigem Beweis und königlicher Verfügung? Können sie behaupten, dass das, was unter der früheren Regierung geschehen war, mit dem Qur’án übereingestimmt habe? In den Tagen, da Ḥájí Mírzá Áqásí Ministerpräsident war, hörte man zum Beispiel aus vielen Quellen, der Gouverneur von Gulpáygán habe dreizehn wehrlose Amtspersonen jener Gegend festgenommen – alle dreizehn Nachkommen des Propheten, alle unschuldig – und habe sie ohne Gerichtsverfahren, ohne Billigung einer vorgesetzten Behörde in einer einzigen Stunde enthaupten lassen.
Einst hatte Persien mehr als fünfzig Millionen Einwohner. Sie wurden teilweise durch Bürgerkriege vertrieben, hauptsächlich aber durch das Fehlen eines geeigneten Staatssystems, durch die Gewaltherrschaft und die uneingeschränkten Befugnisse der regionalen und lokalen Gouverneure. Im Laufe der Zeit überlebte nicht einmal ein Fünftel dieser Bevölkerung; denn die Gouverneure suchten sich jedes Opfer, das ihnen wichtig war, wie unschuldig es sein mochte, aus, um ihren Zorn an ihm auszulassen und es zu töten. Aus Lust und Laune pflegten sie erwiesene Massenmörder zu ihren Günstlingen zu machen. Keine Menschenseele konnte frei ihre Meinung äußern; denn der Gouverneur hatte die absolute Kontrolle. Können wir sagen, solche Zustände hätten mit dem Gebot der Gerechtigkeit oder mit den Gesetzen Gottes übereingestimmt?
Können wir behaupten, es widerspreche den Grundsätzen des Glaubens, den Erwerb nutzbringender Künste und allgemeiner Bildung zu fördern, sich über die Wahrheiten solcher Naturwissenschaften, die dem Menschen dienlich sind, zu informieren, den Umfang der Industrie und die gewerbliche Produktion auszuweiten und die Wege zum Wohlstand der Nation zu vermehren? Würde es gegen die Anbetung Gottes verstoßen, Gesetz und Ordnung in den Städten zu schaffen, ländliche Gebiete zu strukturieren, Straßen auszubessern, Eisenbahnen zu bauen, Reisen und Warentransporte zu erleichtern und so das Wohlergehen des Volkes zu steigern? Wäre es unvereinbar mit den göttlichen Geboten und Verboten, wollten wir die verlassenen Bergwerke, die größte Einnahmequelle für den Reichtum der Nation, wieder in Betrieb nehmen und Fabriken bauen, was zum Wohlergehen, zur Sicherheit und zum Reichtum des ganzen Volkes beitragen würde? Oder die Schaffung neuer Industrien ankurbeln und Verbesserungen an unseren heimischen Produkten herbeiführen?
Bei dem Allherrlichen!
Es erstaunt mich zu sehen, welch ein Schleier sich über die Augen der Menschen gelegt hat und wie dieser Schleier sie selbst für so offensichtliche Notwendigkeiten blind macht.
Und wenn triftige Gründe und derartige Beweise angeführt werden, antworten sie ohne jeden Zweifel aus tausend tief verborgenen Spitzfindigkeiten und Vorurteilen heraus:
»Wenn am Tag des Gerichts die Menschen vor ihrem Herrn stehen, werden sie nicht nach ihrer Bildung und dem Grad ihrer Kultur gefragt; vielmehr werden sie auf ihre guten Taten hin geprüft.« Lassen sie uns dem zustimmen und davon ausgehen, dass der Mensch nicht nach seiner Kultur und Erziehung gefragt wird; werden an diesem ›Tag des Gerichts‹ nicht dennoch die Anführer zur Verantwortung gezogen?
Wird ihnen nicht gesagt werden:
»O ihr Oberhäupter und Anführer!
Warum habt ihr diese mächtige Nation dazu gebracht, von den Ruhmeshöhen ihrer Vergangenheit herabzustürzen und ihren Platz im Herzen und Mittelpunkt der zivilisierten Welt aufzugeben?
Ihr wäret sehr wohl imstande gewesen, Maßnahmen zu ergreifen, die diesem Volk zu höchster Ehre gereicht hätten.
Das habt ihr versäumt, ja ihr habt sogar das Volk jener allgemeinen Wohltaten beraubt, die alle Völker genießen.
Hat nicht dieses Volk einst wie die Sterne an einem glückverheißenden Himmel gestrahlt?
Wie konntet ihr es wagen, sein Licht in der Finsternis zu ersticken?
Ihr hättet die Lampe irdischer und ewiger Herrlichkeit für dieses Volk entzünden können; warum habt ihr es versäumt, aus ganzem Herzen danach zu streben?
Und wenn durch Gottes Gnade ein helles Licht aufloderte, warum habt ihr es dann nicht hinter dem Glas eures Heldenmutes vor den Winden behütet, die ihm entgegenschlugen?
Warum habt ihr euch mit aller Macht erhoben, um es auszulöschen?«
»Und jedem Menschen haben Wir sein Schicksal um den Hals geschlungen. Und am Tag der Auferstehung werden Wir ein Buch hervorbringen und ihm weit geöffnet vorlegen.« Q44
Noch einmal: Gibt es eine edlere Tat als den Dienst am Allgemeinwohl? Gibt es etwas Segensreicheres für einen Menschen, als dass er zur Quelle der Erziehung, des Fortschritts, des Wohlergehens und der Ehre für seine Mitmenschen wird? Nein, bei Gott dem Herrn! Es ist die höchste Tugend für begnadete Seelen, die Hilflosen bei der Hand zu nehmen und sie von ihrer Unwissenheit, Erniedrigung und Armut zu befreien, sich aus lauteren Beweggründen und reiner Liebe zu Gott aufzumachen und zielstrebig dem Dienst an den Massen zu widmen, dabei den eigenen weltlichen Vorteil zu vergessen und nur dem Allgemeinwohl zu dienen. »Sie ziehen jene sich selber vor, auch wenn Armut ihr eigenes Los ist.«Q45 »Die Besten sind jene, die dem Volke dienen; die Schlimmsten sind jene, die dem Volke schaden.«
Ruhm sei Gott! Was für seltsame Zustände herrschen heutzutage, wenn sich keiner von allen Zuhörern fragt, welche Beweggründe der Redner, der eine Forderung vorbringt, in Wirklichkeit wohl hat und welche selbstsüchtigen Absichten er hinter der Maske seiner Worte verborgen halten mag. Beispielsweise kann es sein, dass ein Mensch, der seine kleinlichen, persönlichen Interessen durchzusetzen sucht, den Fortschritt eines ganzen Volkes aufhält. Um seine eigene Wassermühle zu betreiben, lässt er die Höfe und Felder aller anderen verdorren und vertrocknen. Um sich an der Macht zu halten, wird er immerfort die Massen auf diese Art von Vorurteilen und Fanatismus ausrichten, die die Grundfeste der Kultur untergraben.
Wenn ein solcher Mensch Taten vollbringt, die vor den Augen Gottes eine Verfehlung sind und von allen Propheten und Heiligen verabscheut werden, und im selben Augenblick einen anderen sieht, der nach dem Essen seine Hände mit Seife wäscht – einem Produkt, dessen Erfinder ‘Abdu’lláh Búní, ein Muslim, war – erhebt er ein Zetergeschrei, das religiöse Gesetz sei umgestoßen und die Sitten und Gebräuche heidnischer Völker würden bei uns Einzug halten, nur weil jener Unglückliche nicht die Hände vorn an seinem Rock und an seinem Bart abwischt. Ohne jedes Empfinden für seinen eigenen schlechten Wandel betrachtet er das, was wahrhaftig zu Sauberkeit und Verfeinerung führt, als gottlos und töricht.
O Volk Persiens! Öffnet eure Augen! Gebet Acht! Befreit euch davon, blindgläubig den Fanatikern zu folgen und sie sinnlos nachzuahmen, denn das ist der Hauptgrund, warum die Menschen auf den Weg der Unwissenheit und Erniedrigung geraten. Sehet den wahren Sachverhalt. Erhebet euch! Ergreifet solche Maßnahmen, die euch Leben und Glück und Größe und Ansehen unter allen Nationen der Welt einbringen!
Die Winde der wahren Frühlingszeit wehen über euch dahin. Schmücket euch mit Blüten, so wie die Bäume im duftenden Garten! Die Frühlingswolken ergießen sich. Werdet frisch und grünend wie die süßen Gefilde der Ewigkeit! Der Morgenstern erstrahlt. Setzet euren Fuß auf den wahren Pfad! Das Meer der Allmacht wogt. Eilet zu den Ufern der Entschlossenheit und des Reichtums! Das reine Wasser des Lebens quillt hervor. Warum vergeudet ihr eure Tage dürstend in der Wüste? Steckt euch hohe und edle Ziele! Wie lange wollt ihr in eurer Trägheit, wie lange in eurer Achtlosigkeit noch verharren? Verzweiflung ist alles, was ihr in dieser und der nächsten Welt von eurer Selbstgefälligkeit davontragen könnt. Abscheulichkeit und Elend sind es, die euch der Fanatismus, der Glaube an die Dummen und Verblendeten einbringen. Die Bestätigungen Gottes unterstützen euch, die Hilfe Gottes ist nahe. Warum rufet und frohlocket ihr nicht aus ganzem Herzen, warum strebet ihr nicht mit ganzer Seele?
Zu den Angelegenheiten, die sorgfältiger Überprüfung und Reform bedürfen, zählen die Methode zur Erforschung der verschiedenen Wissensgebiete und die Erstellung eines akademischen Studienplans.
Ein Mangel an Klarheit hat dazu geführt, dass die Bildung planlos und unüberlegt vor sich geht.
Unwesentliches, das gründlichen Studiums nicht wert ist, erfährt dermaßen ungebührliche Aufmerksamkeit, dass die Studenten über einen langen Zeitraum ihre Gedanken und Kräfte auf einen Stoff verschwenden, der auf bloßer Annahme beruht und keineswegs nachweisbar ist.
Solche Studien bestehen darin, dass man sich in Behauptungen und Ideen vertieft, die eine sorgfältige Prüfung nicht nur als unwahrscheinlich, sondern sogar als reinen Aberglauben festmacht; diese Studien stellen nichts als eine Erforschung nutzloser Gedankenspiele, eine Jagd nach Sinnwidrigkeiten dar.
Zweifellos ist die Beschäftigung mit solchen Illusionen, das Prüfen und ermüdende Debattieren von solchen leeren Behauptungen nichts als Zeitvergeudung, nichts als Verschwendung der eigenen Lebenstage.
Und nicht nur das:
Diese Beschäftigung hindert den Menschen auch daran, solche Künste und Wissenschaften zu studieren, deren die Gesellschaft dringend bedarf.
Der Mensch sollte deshalb, ehe er sich mit einem Studienobjekt befasst, der Frage nachgehen, wozu das Studium dient und welche Frucht, welches Ergebnis daraus abgeleitet werden kann.
Wenn es sich um einen nützlichen Wissenszweig handelt, das heißt, wenn die Gesellschaft wesentliche Vorteile daraus gewinnen kann, dann sollte er sein Studium sicherlich mit ganzem Herzen verfolgen.
Wenn es sich dagegen um leere, sinnlose Wortstreitereien, um die unnütze Verkettung von Vorstellungen handelt, die zu nichts anderem führen als zu Bissigkeit, warum sollte man dann sein Leben solchen sinnlosen Haarspaltereien und Disputen widmen?
Da dieser Themenkreis weiterer Aufklärung und gründlicher Beratung bedarf, damit klar bewiesen werden kann, wie wertvoll manche Themen sind, die heute vernachlässigt werden, während die Nation keinerlei Bedarf an verschiedenen anderen, überflüssigen Studien hat, wird dieser Gesichtspunkt, so Gott will, in einem zweiten Band weiterentwickelt werden. Wir hoffen, dass die Lektüre dieses ersten Bandes die Denkweise und das Verhalten der Gesellschaft grundlegend ändern wird; denn wir haben diese Arbeit in aufrichtiger Absicht und nur um Gottes willen in Angriff genommen. Obgleich in dieser Welt Menschen, die zwischen aufrichtigen Absichten und falschen Worten unterscheiden können, so selten wie der Stein der Weisen sind, richten wir doch unsere Hoffnung auf die unerschöpflichen Gnadengaben des Herrn.
Fassen wir zusammen: Was jene betrifft, die der Ansicht sind, wir müssten bei der Durchführung dieser notwendigen Reformen mit Überlegung vorgehen, wir müssten Geduld haben und die Ziele nacheinander erreichen, so sei gefragt: Was meinen sie damit? Wenn sie sich mit ›Überlegung‹ auf die Umsicht beziehen, die in der Staatskunst erforderlich ist, hat ihr Gedanke Hand und Fuß und ist zeitgemäß. Sicherlich können gewichtige Vorhaben nicht in Eile zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden; Übereilung würde in solchen Fällen nur schaden.
Die politische Welt ist wie die des Menschen: Dieser ist am Anfang nur Same und entwickelt sich dann stufenweise zum Embryo und Fötus, erhält ein mit Fleisch überzogenes Knochenskelett und nimmt seine eigentliche Gestalt an, bis er schließlich die Stufe erreicht, auf der sich an ihm gebührend das Wort bewahrheitet: »… der Erhabenste der Schöpfer«Q46. Ebenso wie dies ein Gebot der Schöpfung ist und auf der allumfassenden göttlichen Weisheit beruht, kann sich auch die politische Welt nicht plötzlich vom Nádir der Zerrüttung zum Zenit der Rechtlichkeit und Vollkommenheit entwickeln. Vielmehr müssen sich fähige Menschen Tag und Nacht anstrengen und alle Mittel, die zum Fortschritt führen, anwenden, damit sich Regierung und Volk auf allen Ebenen entwickeln, Tag für Tag, ja Stunde für Stunde.
Die Welt des Staubes belebt sich, wenn durch Gottes Segen drei Dinge auf Erden in Erscheinung treten; dann erstrahlt sie wundersam geschmückt und voller Anmut. Dies sind erstens die befruchtenden Frühlingswinde, zweitens die strömende Fülle der Frühlingswolken und drittens die Wärme der Sonnenstrahlen. Wenn aus der endlosen Gabenfülle Gottes diese drei zusammenkommen, dann werden nach Seinem Willen dürre Bäume und Zweige langsam wieder frisch und grün und schmücken sich mit vielerlei Blüten und Früchten. Dasselbe geschieht, wenn die reinen Absichten und die Gerechtigkeit des Herrschers, Weisheit, vollendete Fähigkeit und Staatsklugheit der Regierenden und die entschlossenen, unermüdlichen Bemühungen des Volkes zusammentreffen. Dann werden die Auswirkungen des Fortschritts, der weitreichenden Reformen, der Selbstachtung und des Erfolgs von Regierung und Volk gleichermaßen Tag für Tag deutlich erkennbar.
Wenn jene Leute aber mit ›Überlegung‹ Aufschub und Verzögerung meinen und glauben, dass man sich in jeder Generation nur mit einem winzigen Teil jener notwendigen Reformen befassen solle, dann drückt dies nichts als Antriebs- und Teilnahmslosigkeit aus, und eine derartige Vorgehensweise würde zu keinem anderen Ergebnis führen als zur endlosen Wiederholung leerer Worte. Wenn Übereilung schädlich ist, dann sind Antriebs- und Teilnahmslosigkeit tausendmal schlimmer. Der Mittelweg ist der beste, wie geschrieben steht: »Es obliegt dir, Gutes zu tun zwischen den beiden Übeln«, wobei sich dies auf die goldene Mitte zwischen zwei Extremen bezieht. »Und lasse deine Hand nicht am Nacken gefesselt sein, und weite sie auch nicht in voller Ausdehnung … Suche zwischen diesem einen Mittelweg!«Q47
Die vorrangige und dringlichste Notwendigkeit ist die Förderung der Bildung. Es ist undenkbar, dass ein Volk zu Wohlstand und Erfolg kommt, ohne dass dieses überaus wichtige, grundlegende Anliegen in die Tat umgesetzt wird. Die Hauptursache für den Niedergang und Verfall der Völker ist Unwissenheit. Heutzutage wissen die Massen des Volkes nicht einmal über alltägliche Angelegenheiten Bescheid; wie viel weniger begreifen sie den Hauptgrund für die wichtigen Probleme und vielfältigen Bedürfnisse unserer Zeit!
Es ist deshalb dringend notwendig, dass nutzbringende Schriften und Bücher verfasst werden, die klar und bündig die heutigen Bedürfnisse des Volkes darlegen und aufzeigen, was dem Glück und dem Fortschritt der Gesellschaft dienlich ist. Diese Schriften und Bücher sollten veröffentlicht und unter dem Volk verbreitet werden, so dass wenigstens die führenden Köpfe unter dem Volk bis zu einem gewissen Grad aufwachen und anfangen, sich auf Wegen vorwärts zu bemühen, die zu ihrer ewigen Ehre führen. Die Verbreitung edler Gedanken ist die dynamische Kraft in den Schlagadern des Lebens, ja die Seele der Menschenwelt. Die Gedanken sind unendlich wie das Meer, während die Auswirkungen und die wechselnden Umstände des Daseins den Wellen in ihrer unterschiedlichen Gestalt und räumlichen Begrenzung gleichen; erst wenn das Meer wogt, steigen die Wellen an und tragen die Perlen der Erkenntnis ans Ufer des Lebens.
»Bruder, du bist dein Denken allein; der Rest von dir ist nur Fleisch und Bein.«A33
Die öffentliche Meinung muss auf das gerichtet werden, was dieses Tages würdig ist. Dies ist jedoch nur möglich, wenn angemessene Argumente angewandt und klar verständliche, schlüssige Beweise erbracht werden. Zweifellos suchen die Massen nach ihrem Glück und sehnen sich danach, aber ihre Unwissenheit trennt sie davon wie ein dichter Schleier.
Überleget, wie sehr der Mangel an Bildung und Erziehung ein Volk schwächt und erniedrigt. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist heute (1875) China mit seinen über vierhundert Millionen Einwohnern die größte Nation der Welt. Demnach sollte die Regierung Chinas die hervorragendste auf Erden sein und sein Volk das namhafteste von allen. Aber ganz im Gegenteil handelt es sich aus Mangel an kultureller und zivilisatorischer Bildung um die schwächste und hilfloseste aller schwachen Nationen. Vor kurzem zog ein kleines Kontingent englischer und französischer Truppen gegen China zu Feld und besiegte dieses Land so endscheidend, dass sogar die Hauptstadt Peking eingenommen wurde. Hätten Chinas Regierung und Volk mit der neuesten Wissenschaft von heute Schritt gehalten, wären sie in der Kunst und Technik der modernen Zivilisation bewandert, dann hätten alle Völker der Erde zusammen sie nicht besiegen können, und die Angreifer wären geschlagen dorthin zurückgekehrt, woher sie gekommen waren.
Noch erstaunlicher als dieses Ereignis der Zeitgeschichte ist die Tatsache, dass die Regierung Japans ursprünglich China unterlegen war und unter dessen Schutzherrschaft stand und dass Japan nun vor ein paar Jahren wach wurde und sich die Technik des modernen Fortschritts und der Zivilisation aneignete. Wissenschaften und Industriezweige, die dem öffentlichen Wohl dienen, wurden gefördert, und die Regierung setzte alles daran, was in ihrer Macht und ihren Kräften stand, um die öffentliche Meinung auf notwendige Reformen zu lenken. Diese Regierung hat derzeit solche Fortschritte gemacht, dass sie kürzlich die letzte chinesische Regierung herausgefordert und zu einer Einigung gezwungen hat, obwohl die japanische Bevölkerung nur ein Sechstel oder ein Zehntel der chinesischen ausmacht. Beobachtet deshalb aufmerksam, wie Bildung und die Vorzüge der Zivilisation einer Regierung und ihrem Volk zu Ehre, Wohlstand, Unabhängigkeit und Freiheit gereichen.
Es ist weiterhin äußerst notwendig, in ganz Persien, selbst in den kleinsten Städten und Dörfern, Schulen einzurichten und das Volk auf jede nur mögliche Weise anzuhalten, die Kinder lesen und schreiben lernen zu lassen. Notfalls sollte die Schulbildung sogar gesetzlich eingeführt werden. Solange nicht die Nervenstränge und Blutadern der Nation von neuem Leben durchpulst werden, wird sich jedes in Angriff genommene Vorhaben als fruchtlos erweisen; denn das Volk ist wie ein menschlicher Körper, die Entschlossenheit und der Wille, sich durchzusetzen, sind wie die Seele, aber ein seelenloser Körper bewegt sich nicht. Diese dynamische Kraft ist in höchstem Maße im Wesenskern des persischen Volkes vorhanden; die Ausbreitung von Bildung wird sie freisetzen.
Wir kommen zu jenen, die der Meinung sind, es sei weder notwendig noch angebracht, Grundsätze der Zivilisation, Grundlagen des Fortschritts zu höheren Ebenen gesellschaftlichen Glücks in der materiellen Welt, Gesetze, die gründliche Reformen bewirken, Maßnahmen, die den Rahmen des Kulturlebens erweitern, von irgendwoher zu entlehnen; vielmehr stehe es Persien und den Persern eher an, über ihre Situation nachzudenken, um dann ihre eigenen fortschrittlichen Methoden herauszufinden.
Wenn die hohe Intelligenz und die überdurchschnittlichen Fähigkeiten der Verantwortlichen unserer Nation, die energische Zielstrebigkeit der bedeutendsten Persönlichkeiten am kaiserlichen Hof und die entschiedenen Bemühungen all derer, die Wissen und Können aufweisen und in den wichtigen Gesetzen des politischen Lebens wohl bewandert sind – wenn all diese Kräfte zusammengefasst würden und sie allesamt jede Anstrengung unternähmen, über alle wichtigen Einzelheiten wie auch über die Hauptströmungen der politischen Entwicklung nachzudenken, dann wäre es sehr wahrscheinlich, dass sie auf Grund wirksamer von ihnen entfalteter Pläne mancherlei Zustände von Grund aus reformieren könnten.
In der Mehrzahl der Fälle müssten sie jedoch nach wie vor von anderen Anleihen machen; denn in all den vielen Jahrhunderten der Geschichte haben hunderttausend Persönlichkeiten ihr ganzes Leben darauf verwendet, solche Dinge zu erproben, bis sie in der Lage waren, wesentliche Entwicklungen in Gang zu setzen.
Wenn all dies ignoriert werden sollte, wenn die Mühe aufgewendet werden müsste, dass wir selbst diese Hilfsmittel in unserem eigenen Land und in unserer eigenen Weise neu erfinden, um dadurch den gewünschten Fortschritt herbeizuführen, dann würden viele Generationen vergehen, ohne dass das Ziel erreicht wäre.
Sehet zum Beispiel, wie man sich in anderen Ländern über einen langen Zeitraum unermüdlich angestrengt hat, bis man schließlich die Dampfkraft entdeckte und mit ihrer Hilfe in der Lage war, schwere Arbeiten, die einst die menschliche Leistungsfähigkeit überstiegen, leicht auszuführen.
Wie viele Jahrhunderte würden wir wohl brauchen, wollten wir auf den Gebrauch der Dampfkraft verzichten und stattdessen alle Nerven anspannen, um einen Ersatz zu finden.
Es ist folglich besser, wenn wir weiterhin die Dampfkraft anwenden und gleichzeitig ununterbrochen die Möglichkeit prüfen, ob es nicht noch eine weit größere Kraft gibt.
Im selben Licht sollte man die anderen Vorteile der Technik, der Wissenschaften, der Künste und der politischen Denkmodelle, die sich als nützlich erwiesen haben, sehen, das heißt, jene Verfahrensweisen, die Jahrhunderte hindurch immer wieder erprobt worden sind und deren Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile erwiesenermaßen dem Staat zu Ruhm und Größe, dem Volk zu Wohlergehen und Fortschritt gereichten.
Sollte ohne stichhaltigen Grund auf all dies verzichtet und sollten andere Reformmaßnahmen ausprobiert werden, dann würden viele Jahre und viele Menschenleben vorübergehen, ehe solche Reformen eintreten und ihre Vorteile unter Beweis gestellt werden könnten.
Einstweilen »sind wir noch an der ersten Straßenbeuge«A34.
Die Gegenwart hat im Vergleich zur Vergangenheit den Vorteil, dass sie vieles als Modell übernehmen und sich aneignen kann, was in der Vergangenheit bereits erprobt wurde und sich als nützlich erwies; darüber hinaus kann die Gegenwart ihre eigenen Neuentdeckungen machen und mit diesen ihr wertvolles Erbe mehren. Natürlich sind die Errungenschaften und Erfahrungen der Vergangenheit der Gegenwart bekannt und verfügbar, während die für die Gegenwart charakteristischen Entdeckungen der Vergangenheit unbekannt waren. Dies setzt voraus, dass sich die nachfolgende Generation aus fähigen Persönlichkeiten zusammensetzt. Wie vielen Nachkommen hat es andererseits auch nur an einem Tropfen aus dem unermesslichen Meer an Erkenntnis, das ihre Vorfahren besaßen, gefehlt!
Denket ein wenig nach: Lasst uns annehmen, durch die Macht Gottes würden irgendwelche Menschen plötzlich auf die Erde versetzt. Offensichtlich benötigen sie vielerlei Dinge, um für ihre Menschenwürde, ihr Glück und Behagen zu sorgen. Ist es nun zweckmäßiger für sie, diese Dinge von ihren Zeitgenossen zu übernehmen, oder sollten sie in jeder darauffolgenden Generation nichts übernehmen, sondern unabhängig dieses und jenes Instrument, das für das menschliche Dasein erforderlich ist, neu erschaffen?
Wenn andere die Auffassung vertreten, die in anderen Ländern gängigen Gesetze, Grundsätze und Grundlagen des Fortschritts einer auf höchster Ebene voll entwickelten Gesellschaft seien nicht auf die Verhältnisse und die herkömmlichen Bedürfnisse des persischen Volkes abgestimmt, und deshalb müssten die zuständigen Fachleute des Landes alle Anstrengungen unternehmen, für Persien angemessene Reformen durchzusetzen – dann lasst sie zuerst erklären, welcher Schaden aus solchen fremden ›Einfuhren‹ erwachsen könnte.
Würde es dem Charakter des persischen Volkes widersprechen, wenn man das Land aufbaute, Straßen ausbesserte, das Schicksal der Bedürftigen auf verschiedene Weise erleichterte, die Armen resozialisierte, die Massen des Volkes auf den Weg des Fortschritts führte, die Möglichkeiten des Gemeinwohls mehrte, den Umfang an Bildung erweiterte, die Verwaltung zweckmäßig ordnete, die freie Ausübung der Persönlichkeitsrechte, den Schutz von Leib, Leben und Eigentum, von Ruf und Würde sicherte? Was immer mit diesen Maßnahmen unvereinbar ist, hat sich in jedem Land bereits als nachteilig erwiesen und betrifft nicht einen Ort mehr als einen anderen.
Dieser Irrglaube erwächst in seiner Gesamtheit aus dem Mangel an Weisheit und Verständnis, auf unzulänglicher Beobachtung und Analyse. Tatsächlich verbirgt die Mehrheit der Reaktionäre und der Zauderer hinter einem Staudamm eitler Worte lediglich ihre eigensüchtigen Interessen; sie verwirren den Sinn der hilflosen Massen mit öffentlichen Erklärungen, die in keiner Beziehung zu ihren gut versteckten Zielsetzungen stehen.
O Volk Persiens! Das Herz ist ein göttliches Pfand. Reinige es vom Makel der Eigenliebe und schmücke es mit der Krone reiner Absicht, auf dass die heilige Ehre, die immerwährende Größe dieser ruhmreichen Nation erstrahle wie das Morgenlicht an einem glückverheißenden Himmel. Wie Schatten huschen die wenigen Tage auf Erden vorbei und sind verflogen. Mühet euch also, dass Gott Seine Gnade über euch ergieße und ihr ein ehrenvolles Gedenken in den Herzen und auf den Lippen derer wachhaltet, die nach euch kommen. »Und gewähre, dass die Nachwelt ehrerbietig von mir spricht.«Q48
Glücklich der Mensch, der sein eigenes Wohl außer Acht lässt und gleich den Auserwählten Gottes mit seinen Mitmenschen im Dienste zum Wohle aller wetteifert, bis er, gestärkt durch den Segen und die immerwährenden Bestätigungen Gottes, befähigt sein wird, diese mächtige Nation erneut zu den einstigen Gipfeln ihres Ruhmes zu führen, dieses verdorrte Land mit köstlichem neuem Leben zu erfrischen und wie ein geistiger Frühling die Bäume, die das Leben der Menschen widerspiegeln, mit frischen Blättern, Blüten und Früchten heiliger Freude zu schmücken.
Quellenangaben
Q1 Qur’án 39:69.
Q2 Qur’án 55:1–4.
Q3 Qur’án 39:9.
Q4 Qur’án 41:53.
Q5 Qur’án 7:179 und 8:22.
Q6 Qur’án 76:9.
Q7 Qur’án 6:90 und 11:29.
Q8 Qur’án 14:20 und 35:17.
Q9 Qur’án 95:4.
Q10 Imám ‘Alí, Ḥadíth.
Q11 Vgl. Qur’án, mehrere Dutzend Stellen – Anm. d. Hrsg.
Q12 Qur’án 5:82.
Q13 Qur’án 29:2.
Q14 Qur’án 16:123.
Q15 Qur’án 4:46 und 5:13.
Q16 Qur’án 39:9 und 13:16.
Q17 Qur’án 9:33, 48:28, 61:9.
Q18 vgl. Qur’án 59:22, 59:2 – Anm. d. Hrsg.
Q19 Qur’án 54:55.
Q20 Qur’án 9:32.
Q21 Qur’án 16:125.
Q22 Qur’án 24:35.
Q23 Qur’án 20:44.
Q24 Qur’án 12:44, 21:5.
Q25 Qur’án 24:39.
Q26 Qur’án 17:82.
Q27 Qur’án 2:26.
Q28 Qur’án 8:63.
Q29 Qur’án 24:35.
Q30 Qur’án 2:61.
Q31 Qur’án 17:4–5, 17:7.
Q32 Qur’án 4:114, 2:207 usw.
Q33 Qur’án 39:69.
Q34 Qur’án 3:114.
Q35 Qur’án 3:104.
Q36 Qur’án 16:90.
Q37 Qur’án 7:199.
Q38 Qur’án 3:134.
Q39 Qur’án 2:177.
Q40 Qur’án 59:9.
Q41 Qur’án 2:207.
Q42 Qur’án 42:38.
Q43 Qur’án 3:159.
Q44 Qur’án 17:13.
Q45 Qur’án 59:9.
Q46 Qur’án 23:14: »Verherrlicht sei deshalb Gott, der Erhabenste der Schöpfer!«.
Q47 Qur’án 17:29 u. 17:110.
Q48 Qur’án 26:84.
Anmerkungen
A1 Náṣiri’d-Dín Sháh.
A2 Das 1875 in Persisch verfasste Original trägt keinen Hinweis auf den Verfasser; die erste englische Übersetzung wurde 1910 unter dem Titel The Mysterious Forces of Civilization mit dem Vermerk veröffentlicht: »in Persisch von einem bedeutenden Bahai-Philosophen verfasst«.
A3 2 Chr. 36:22–23; Esra. 1:2, Est. 1:1, 8:9, Jes. 45:1, 14, 49:12.
A4 Heilige Überlieferung, belegter Ausspruch des Propheten Muḥammad.
A5 ›Ghazwatu’l-Ḥandaq‹. Angriff einer von dem Stamm der Quraysh organisierten Allianz auf Medina, im Jahre 627 n. Chr. – Anm. des Hrsg.
A6 zoroastrischer Priester – Anm.des Hrsg.
A7 Jáhilíyyih: die heidnische Zeit in Arabien vor dem Auftreten Muḥammads.
A8 Die heidnischen Araber beachteten einen gesonderten und drei zusammenhängende Monate religiöser Waffenruhe, während derer Pilgerfahrten nach Mecca, Jahrmärkte, poetische Wettbewerbe und ähnliche Ereignisse stattfanden..
A9 vgl. Bahá’u’lláh, Das Buch der Gewissheit 92, Hofheim 2004.
A10 »Wenn wir mit dem Wort ›Algebra‹ denjenigen Zweig der Mathematik bezeichnen, der uns lehrt, wie wir die Gleichung x2 + 5 x = 14, auf diese Weise niedergeschrieben, lösen, dann beginnt diese Wissenschaft im 17. Jahrhundert. Wenn wir es zulassen, dass die Gleichung mit anderen, weniger geeigneten Symbolen geschrieben wird, beginnt Algebra bereits im 3. Jahrhundert. Wenn wir eine Beschreibung in Worten und eine Lösung für einfache Fälle positiver Wurzeln mit Hilfe geometrischer Figuren einbeziehen, war unsere Wissenschaft schon Euklid und anderen aus der Alexandrinischen Schule um 300 v. Chr. bekannt. Wenn wir mehr oder weniger wissenschaftliche Schätzungen bei der Annäherung an eine Lösung zulassen, lässt sich sagen, dass Algebra schon 2000 Jahre v. Chr. bekannt war und wahrscheinlich bereits viel früher die Aufmerksamkeit der intellektuellen Klasse auf sich zog … Der Name ›Algebra‹ ist rein zufällig. Als Mohammed ibn Mûsâ al-Khowârizmî … um 825 in Baghdad schrieb, gab er einem seiner Werke den Titel Al-jebr w’al-muqâbalah. Dieser Titel wird manchmal in ›Wiedereinsetzung und Gleichung‹ übersetzt, aber die Bedeutung war selbst den späteren arabischen Schriftstellern nicht klar.« (Encyclopaedia Britannica, 1952, Stichwort: Algebra).
A11 Jaláli’d-Dín-i-Rúmí, Mathnaví, I:1906–1907.
A12 Das arabische Wort ‘Ulamá läßt sich auch als ›Gelehrte‹, ›Wissenschaftler‹ or ›religiöse Autoritäten‹ übersetzen.
A13 Der Resch Galuta, ein Prinz oder Herrscher über die Verbannten in Babylon, dem die Juden, wo sie auch waren, Tribut zollten.
A14 Ein altes orientalisches Gewicht, entspricht ca. 3,5 kg.
A15 Qur’án 7:172: Yawm-i-Alast, der Tag, an dem sich Gott an die künftige Nachkommenschaft Adams wandte mit den Worten »Bin Ich nicht euer Herr?« (Aalastu-bi-Rabbikum), und sie antworteten: »Ja, wir bezeugen es.«.
A16 vgl. Qur’án 27:12, Bezugnahme auf Moses: »Und stecke deine Hand in deine Achsel. Du wirst sie weiss herausziehen, unbeschädigt: Eines von neun Zeichen für Pharao und sein Volk…«. Vgl. auch Qur’án 7:108, 20:22, 26:33 und 28:32, sowie Ex. 4:6. ‘Umar Khayyám dichtet in den Rubá‘íyyát darüber: »Wenn nun das Neue Jahr die alten Wünsche weckt, gedankenschwer die Seele sich in Einsamkeit versteckt, wo Jesus aus dem Grund empor sich sehnt und Moses’ weiße Hand am Zweig sich streckt.« Die Metaphern dieses Verses beziehen sich neben ihrem transzendenten Gehalt auf den Blumenduft und die Baumblüten des Frühlings.
A17 ›Dhu’l-Awtád‹ wird von Qur’án-Übersetzern verschieden wiedergegeben als der Durchbohrende, der Erfindungsreiche hinter den Pfählen, der Herr einer starken Herrschaft, der von Ministern Umgebene usw. ›Awtád‹ heißt Pfähle oder Zeltstangen. Vgl. Qur’án 38:12 und 89:10.
A18 Qur’án 33:63: »Die Menschen werden dich nach der ›Stunde‹ befragen. Sprich: ›Das Wissen von ihr ist allein bei Gott‹.« Vgl. auch Qur’án 22:1, »das Erdbeben der Stunde«, usw., ferner Mt. 24:36, 24:42 usw. Für die Bahá’í bezieht sich dies auf das Kommen des Báb und Bahá’u’lláhs.
A19 Vgl. das islámische Glaubensbekenntnis, das manchmal ›die zwei Zeugnisse‹ genannt wird: »Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt und dass Muḥammad der Prophet Gottes ist« [vgl. Qur’án 4:8, 9:31, 13:30, etc. – Anm. d. Hrsg].
A20 vgl, Qur’án 27:20 ff.
A21 1875 A.D.
A22 Königstreue – Anm. des Hrsg.
A23 Rúmí, Mathnaví, I:334.
A24 Die Absätze 120 und 122 wurden von Shoghi Effendi übersetzt und in Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:20–21 veröffentlicht.
A25 Khusraw I., Sásáníden-König, der 531–579 n. Chr. regierte.
A26 Sa‘dí, Gulistán, Über die Lebensführung der Könige.
A27 der Dichter Saná’í.
A28 Rúmí, Mathnaví, III:4229–4231.
A29 vgl. Rúmí, Mathnaví II:185 und II:189, ferner die Ḥadíth: »Gott schuf die Geschöpfe in Finsternis, dann streute Er etwas von Seinem Licht über sie. Diejenigen, auf die etwas von diesem Licht fiel, nahmen den rechten Weg, während die, die es nicht traf, vom geraden Pfad abirrten.« Vgl. R. A. Nicholson, The Mathnawí of Jaláli’d-Dín-i-Rúmí, in E. J. W. Gibb Memorial Series.
A30 In der Luther-Bibel heißt es: »Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.« Gegen diese Lesart wenden die Gelehrten ein, dass sie dem bekannten Gesetzestext zuwiderläuft, wie er in Lev. 19:18, Ex. 23:4–5, Spr. 25:21, im Talmud usw. dargestellt ist.
A31 Vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Beantwortete Fragen, Kap. 84, sowie seine Ansprache vom 6.11.1912 in Washington, D. C., wiedergegeben in The Promulgation of Universal Peace 118:3, Chicago 1925, S. 385; ferner Richard Walzer, Galen on Jews and Christians, Oxford University Press, 1949, S. 15. Der Verfasser stellt fest, dass Galens Abriss, der hier angeführt wird, verschollen und nur in arabischen Zitaten erhalten geblieben ist.
A32 Im persischen Text wird der Name des Autors als ›Draybár‹ wiedergegeben und sein Werk mit Der Fortschritt der Völker bezeichnet.
Offensichtlich bezieht sich hier ‘Abdu’l-Bahá auf John William Draper, 1811–1882, einen bekannten Chemiker und Geschichtsforscher, dessen Werke in viele Sprachen übersetzt wurden.
Ausführliches Material über die Beiträge der Muslime zur Kultur des Westens und über Gerbert (Papst Sylvester II) finden sich im zweiten Band des zitierten Buches.
Über einige der Entlehnungen des Wesens vom Islám, die systematisch verschwiegen werden, schreibt der Verfasser:
»Ein Unrecht, das auf religiösem Hass und nationaler Eitelkeit beruht, kann nicht in alle Ewigkeit fortgesetzt werden« (Bd.
II, S.
42 der revidierten Ausgabe).
Dem Lexikon Amerikanischer Biographien entnehmen wir, dass Drapers Vater dem römisch-katholischen Glauben angehörte und den Namen John Christopher Draper annahm, als er von seiner Familie enterbt wurde, weil er Methodist geworden war, dass sein richtiger Name jedoch unbekannt ist.
Der [engl.] Übersetzer ist Herrn Paul North Rice, dem Leiter des New York Public Library’s Reference Department zu Dank verpflichtet für die Information, dass die verfügbaren Daten über die Familiengeschichte Drapers und seine Nationalität einander widersprechen; The Drapers in America von Thomas Waln-Morgan (1892) gibt an, dass Drapers Vater in London geboren wurde, während Albert E.
Henschel in Centenary of John William Draper (New York University Colonnade, June, 1911) folgendes anführt:
»Sollte irgend jemand seine Abstammung bis hin zu den sonnigen Feldern Italiens zurückführen können, dürfte er zurecht auf John William Draper stolz sein, denn sein Vater, John C.
Draper, war gebürtiger Italiener…« Der Dank des [engl.] Übersetzers gebührt auch Madame Laura Dreyfus-Barney für ihre Nachforschungen im Zusammenhang mit dieser Passage in der Library of Congress und der Bibliothèque Nationale.
A33 Rúmí, Mathnaví II:277. Der nächste Vers lautet: »Ein duftender Garten, gleicht dein Denken der Rose, doch ist es dornig, taugt es nur für’s Feuer.«.
A34 Aus dem Zitat: »‘Aṭṭár (persischer Dichter und Mystiker, ca. 1119–1220 n. Chr.) hat die sieben Städte der Liebe durchschritten, und wir sind noch an der ersten Straßenbeuge.«.
Das Geheimnis göttlicher Kultur
‘Abdu’l-Bahá
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen!
Preis und Dank seien der Vorsehung, dass sie unter allen existierenden Wirklichkeiten die Wirklichkeit des Menschen auserwählt und ihn mit Verstand und Weisheit, den zwei am hellsten strahlenden Lichtern in beiden Welten, ausgezeichnet hat. Durch das Wirken dieser großen Gnadengabe hat Gott in jedem Zeitalter wunderbare neue Anordnungen im Spiegel der Schöpfung entstehen lassen. Wenn wir die Welt des Seins unvoreingenommen betrachten, wird uns klar, dass der Tempel des Seins von Zeitalter zu Zeitalter unablässig mit frischer Anmut ausgeschmückt und mit ständig neuer Pracht ausgezeichnet wurde, die von der Weisheit und Kraft des Denkens herrühren.
Dieses erhabenste Zeichen Gottes steht an erster Stelle in der Schöpfungsordnung und nimmt auf höchster Stufe den Vorrang vor allen erschaffenen Dingen ein; dies bezeugt die heilige Überlieferung: »Vor allem anderen schuf Gott den Verstand.« Seit Anbeginn der Schöpfung war der Verstand dazu bestimmt, sich im Tempel des Menschen zu offenbaren.
Geheiligt ist der Herr, der durch die leuchtenden Strahlen dieser göttlichen Macht bewirkte, dass unsere dunkle Erde von den Welten des Lichts beneidet wird: »Und die Erde wird leuchten im Lichte ihres Herrn.«Q1 Heilig und erhaben ist Er, der das Wesen des Menschen zum Dämmerungsort dieser grenzenlosen Gnade gemacht hat: »Der Gott des Erbarmens hat den Qur’án gelehrt. Er hat den Menschen erschaffen und hat ihn die vernünftige Sprache gelehrt.«Q2
O ihr, die ihr Verstand habt zu begreifen! Erhebt eure flehenden Hände zum Himmel des einen Gottes, seid demütig, beugt euch vor Ihm und dankt Ihm für diese höchste Gabe. Dann bittet Ihn, uns beizustehen, auf dass in unserer heutigen Zeit himmlische Impulse vom Bewusstsein der Menschheit ausstrahlen mögen und dieses göttlich entfachte Feuer, mit dem das Menschenherz betraut worden ist, nimmer erlösche.
Bedenket wohl: Diese vielen verschiedenen Phänomene, diese Begriffe und Erkenntnisse, die technischen Verfahren und die philosophischen Systeme, die Wissenschaften, Künste, Gewerbe und Erfindungen – alle sind Ausstrahlungen des menschlichen Verstandes. Jedem Volk, das sich weiter in dieses uferlose Meer hineinwagte, ist es gelungen, die anderen Völker zu übertreffen. Glück und Stolz einer Nation bestehen darin, dass sie wie die Sonne am Himmel des Wissens erstrahlt. »Sollen die, welche erkennen, gleich behandelt werden wie die, welche in Unwissenheit leben?«Q3 Und Ehre und Würde des Einzelnen liegen darin, dass er inmitten aller Völker zu einer Quelle gesellschaftlichen Wohles wird. Gibt es eine größere Gnade als die, dass ein Mensch, wenn er in sich geht, feststellen darf, dass er, durch göttliche Gunst bestätigt, die Ursache für Frieden und Wohlergehen, Glück und Nutzen unter seinen Mitmenschen wurde? Nein, bei dem einen wahren Gott! Es gibt keine größere Freude, kein vollkommeneres Glück.
Wie lange werden wir noch auf den Flügeln der Leidenschaft und eitlen Begierde dahintreiben?
Wie viele Tage werden wir noch wie die Barbaren in den Tiefen der Unwissenheit und der Gemeinheit verbringen?
Gott hat uns Augen gegeben, damit wir uns in der Welt umschauen und alles festhalten, was unsere Kultur und unsere Lebensweise verbessert.
Er hat uns Ohren gegeben, damit wir zu unserem Nutzen auf die Weisheit der Gelehrten und Philosophen hören und uns aufmachen, ihre Lehren zu unterstützen und in die Tat umzusetzen.
Sinne und Fähigkeiten sind uns verliehen worden, damit wir sie dem Dienst am Allgemeinwohl weihen, so dass wir, die wir uns durch Wahrnehmungsvermögen und Verstand von allen anderen Lebensformen unterscheiden, uns allezeit und in jeder Hinsicht, seien die Anlässe wichtig oder unbedeutend, üblich oder außergewöhnlich, darum bemühen, die ganze Menschheit sicher in der unbezwingbaren Feste des Wissens zu versammeln.
Unablässig sollten wir neue Voraussetzungen für menschliches Glück schaffen, fortgesetzt sollten wir neue Instrumente entwickeln und fördern, um dieses Ziel zu erreichen.
Wie erhaben, wie hochgeehrt ist ein Mensch, wenn er sich aufmacht, seiner Verantwortung gerecht zu werden; wie erbärmlich und verachtenswert ist er, wenn er seine Augen vor dem Wohlergehen der Gesellschaft verschließt und sein kostbares Leben damit vergeudet, selbstischen Interessen und persönlichem Nutzen nachzujagen!
Der Mensch wird höchstes Glück erlangen und die Zeichen Gottes in der Welt und in der Menschenseele wahrnehmen, wenn er auf dem Ross hehren Bestrebens in die Kampfbahn der Kultur und Gerechtigkeit prescht.
»Wir werden ihnen wahrlich Unsere Zeichen zeigen, in der Welt und in ihnen selbst.«Q4
Und des Menschen äußerste Verderbtheit besteht darin, träge, teilnahmslos, stumpf, nur mit seinen eigenen niederen Begierden befasst, dahinzuleben. Wenn er sich so verhält, vegetiert er in tiefster Unwissenheit wie ein Wilder und sinkt auf eine tiefere Stufe herab als die wilden Tiere. »Sie sind wie das Vieh. Ja, weit ärger sind sie abgeirrt … Denn die niedrigsten Tiere vor Gottes Angesicht sind die Tauben und Stummen, die nicht verstehen.«Q5
Wir müssen den hohen Entschluss fassen, uns zu erheben und alle jene Mittel zu ergreifen, die Frieden, Wohlstand und Glück, Erkenntnis, Kultur und Industrie, Würde, Wert und Stufe der gesamten Menschheit voranbringen. Auf diese Weise wird durch die belebenden Wasser reiner Absicht und selbstlosen Bemühens der Boden menschlicher Fähigkeiten in seiner eigenen latenten Vortrefflichkeit sich entfalten und lobenswerte Eigenschaften hervorbringen und gedeihen, bis er mit dem Rosengarten der Erkenntnis, der unseren Vorvätern eigen war, wetteifern kann. Dann wird dieses heilige Land Persien in jeder Hinsicht zum Brennpunkt menschlicher Vollkommenheiten und wird wie in einem Spiegel die gesamte Vielfalt der Weltzivilisation reflektieren.
Alle Ehre und aller Preis gebühren dem Tagesanbruch göttlicher Weisheit, dem Dämmerungsort der Offenbarung (Muḥammad) und dem heiligen Geschlecht Seiner Nachkommen; denn durch die weitreichenden Strahlen Seiner höchsten Weisheit, durch Seine umfassende Erkenntnis wurden die wilden Bewohner von Yathrib (Medina) und Baṭḥá (Mekka) wundersam in kürzester Zeit aus den Tiefen ihrer Unwissenheit auf wunderbare Weise befreit, erhoben sich zu den Gipfeln der Gelehrsamkeit und wurden Mittelpunkte der Künste, Wissenschaften und menschlicher Vollkommenheiten, Sterne der Glückseligkeit und wahrer Kultur, die den gesamten Horizont der Welt überstrahlten.
Seine Majestät der SháhA1 hat sich gegenwärtig (1875) entschlossen, den Fortschritt des persischen Volkes, seine Wohlfahrt und Sicherheit und das Gedeihen seines Landes in die Wege zu leiten.
Kurzerhand hat er die Hilfsangebote für seine Untertanen vermehrt, Tatkraft und Gerechtigkeit gezeigt, wobei er hofft, er könne den Írán durch das Licht der Gerechtigkeit so gestalten, dass Ost und West ihn beneide, und jenen hehren Eifer, der die ersten großen Epochen der persischen Geschichte auszeichnete, erneut durch die Adern des persischen Volkes pulsieren lassen.
Dies hat dem Verfasser aus Gründen, die dem verständnisvollen Betrachter einleuchten werden, die Notwendigkeit vor Augen geführt, allein Gott zuliebe und als Beitrag zu jenem hochgesteckten Ziel eine kurze Abhandlung über gewisse dringliche Fragen zu Papier zu bringen.
Um zu zeigen, dass sein einziger Vorsatz die Förderung des allgemeinen Wohls ist, hat er seinen Namen verschwiegenA2.
In dem Glauben, dass die Hinführung zur Rechtschaffenheit in sich selbst ein rechtschaffener Akt ist, erteilt er diese wenigen Ratschläge den Söhnen seines Landes – Ratschläge, die nur um Gottes willen im Geist der Liebe eines getreuen Freundes geäußert sind.
Unser Herr, der alles kennt, bezeugt, dass dieser Diener nichts sucht als das, was recht und gut ist, denn Er, ein Wanderer in den Wüsten der Liebe zu Gott, ist in ein Reich aufgestiegen, wo ihn die Hand der Ablehnung oder der Zustimmung, des Lobes oder des Tadels nicht mehr berühren kann.
»Wir nähren eure Seelen um Gottes willen; wir suchen von euch weder Belohnung noch Dank.«Q6
»Die Hand ist verborgen, doch die Feder schreibt auf ihr Geheiß. Das Ross setzt an zum Sprung, auch wenn des Reiters Namen niemand weiß.«
O Volk Persiens! Schau dir die blühenden Seiten deiner Geschichte an, die von einem anderen Tag, einer längst vergangenen Zeit erzählen. Lies sie und staune; lass dir diesen wunderbaren Anblick nicht entgehen. In jenen Tagen war der Írán gleichsam das Herz der Welt, eine helle Fackel unter den Menschen. Persiens Macht und Herrlichkeit erstrahlten wie der Morgen über dem Horizont der Welt; der Glanz seiner Gelehrsamkeit ergoss seine Strahlen über den Osten und Westen. Bis zu den Bewohnern des Polarkreises drang die Kunde vom weit verbreiteten Reich derer, die Persiens Krone trugen, und die Berühmtheit der überwältigenden Erscheinung ihres Königs der Könige demütigte die Herrscher Griechenlands und Roms. Die größten Philosophen der Welt waren erstaunt über die Weisheit persischer Staatskunst; das politische System Persiens wurde zum Modell aller Könige in den vier damals bekannten Erdteilen. Bei allen Völkern war Persien für die Reichweite seiner Herrschaft berühmt, von allen wurde es wegen seiner ruhmvollen Kultur und Zivilisation verehrt. Persien war gleichsam Angelpunkt der Welt, Quelle und Mittelpunkt der Künste und Wissenschaften, Ursprung großer Erfindungen und Entdeckungen, reiche Fundgrube an menschlichen Tugenden und Vollkommenheiten. Der Verstand und die Weisheit der einzelnen Angehörigen dieser überragenden Nation blendeten den Sinn anderer Völker; die Strahlkraft und Auffassungsgabe, die diese gesamte edle Rasse auszeichneten, erregten den Neid der ganzen Welt.
Abgesehen von den Aufzeichnungen in persischen Geschichtswerken steht im Alten Testament, heute unter allen Völkern Europas als heiliger kanonischer Text anerkannt, dass sich zur Zeit Kyros II., der in den íránischen Geschichtsbüchern Bahman, Sohn des Isfandíyár, heißt, die 360 Provinzen des persischen Großreiches von den chinesisch-indischen Grenzbezirken bis nach Jemen und Äthiopien erstreckten. A3 Die Griechen berichten, wie dieser stolze Herrscher mit einer ungeheuren Heerschar gegen sie zog und ihr eigenes, bis dahin siegreiches Land im Staube zurückließ. Er brachte die Pfeiler aller Herrscherhäuser ins Wanken; nach einem maßgeblichen arabischen Geschichtswerk des Abu’l-Fidá‘ herrschte er über die ganze damals bekannte Welt. Auch ist in demselben Werk sowie an anderer Stelle aufgezeichnet, dass Firaydún, ein König der Píshdádíyán-Dynastie – der für seine angeborenen Tugenden, sein Urteilsvermögen, sein weitreichendes Wissen und seine anhaltenden Siege unter allen Vorgängern und Nachfolgern auf dem Thron einzigartig war – die gesamte bekannte Welt unter seinen drei Söhnen aufteilte.
Die Geschichtsbücher der aufgeklärtesten Völker der Welt bezeugen, dass die erste Regierung, die auf Erden gebildet, das bedeutendste Weltreich, das unter den Nationen errichtet worden ist, Persiens Thron und Krone gewesen sind.
O Volk Persiens! Erwache aus deiner Schlaftrunkenheit! Erhebe dich aus deiner Stumpfheit! Sei gerecht in deinem Urteil: Lässt es das Gebot der Ehre zu, dass dieses geheiligte Land, einst der Ursprung der Weltkultur, die Quelle von Ruhm und Glück für die ganze Menschheit, beneidet von Ost und West, weiterhin bemitleidet wird, beklagt von allen Nationen? Die Perser waren einst das edelste Volk; wollt ihr es zulassen, dass die Zeitgeschichte für künftige Geschlechter seine heutige Erniedrigung festhält? Wollt ihr selbstzufrieden das gegenwärtige Elend Persiens hinnehmen, wo dieses Land doch einstmals die Sehnsucht der ganzen Menschheit war? Soll man dieses Land wegen seiner verachtenswerten Trägheit, seiner mangelnden Kampfbereitschaft und völligen Unwissenheit zur rückständigsten aller Nationen erklären?
War nicht in vergangenen Zeiten das persische Volk an Verstand und Weisheit unübertroffen? Strahlte es nicht durch Gottes Gnade wie der Morgenstern vom Horizont göttlicher Erkenntnis? Wie kommt es, dass wir uns heute mit diesem elenden Zustand zufriedengeben, völlig verstrickt in unseren zügellosen Leidenschaften, blind für die höchste Glückseligkeit, für das, was Gott wohlgefällt, und uns allein mit unseren selbstischen Interessen befassen, ständig auf der Jagd nach unrühmlichen, persönlichen Vorteilen?
Dieses schönste aller Länder war einst ein Leuchtfeuer, das die Strahlen göttlicher Erkenntnis, der Kunst und Wissenschaft, des Edelsinns und höchster Errungenschaften, der Weisheit und des Heldenmuts über die Welt ergoss. Heute ist sein glückliches Schicksal wegen der Trägheit und Lethargie seines Volkes, wegen seiner Antriebslosigkeit und undisziplinierten Lebensweise, seinem Mangel an Selbstachtung und fehlendem Ehrgeiz völlig in den Hintergrund getreten, ist dieses Licht der Finsternis gewichen. »Die sieben Himmel und die sieben Welten weinen über den Mächtigen, wenn er zu Fall gekommen ist.«
Niemand sollte glauben, das persische Volk verfüge von Natur aus nicht über ausreichende Intelligenz, es sei an grundlegender Auffassungsgabe und an Verständnis, angeborenem Scharfsinn, Intuition und Weisheit oder natürlicher Begabung anderen Völkern unterlegen. Gott bewahre! Ganz im Gegenteil haben die Perser immer alle anderen Völker an ihnen durch Geburt verliehene Fähigkeiten übertroffen. Hinzu kommt, dass das Land selbst durch sein gemäßigtes Klima und seine Naturschönheiten, seine geographischen Vorzüge und seine Bodenschätze in höchstem Maße gesegnet ist. Was dieses Land jedoch dringend benötigt, sind tiefes Nachdenken, entschlossenes Handeln, Bildung, Inspiration und Ermutigung. Das Volk muss sich gewaltig anstrengen, sein Stolz muss geweckt werden.
Unter den fünf Kontinenten des Erdballs sind heute Europa und weite Teile Amerikas für Gesetz und Ordnung, Staatskunst und Handel, Künste und Gewerbe, Wissenschaft, Philosophie und Erziehungswesen bekannt. In alten Zeiten jedoch waren dies die wildesten, unwissendsten und grausamsten Völker der Welt; sie wurden sogar als Barbaren, das heißt als völlig roh und unkultiviert, gebrandmarkt. Überdies herrschten vom fünften bis zum fünfzehnten Jahrhundert nach Christi Geburt, in der Zeit, die man das Mittelalter nennt, unter den Völkern Europas solch schlimme Kampfhandlungen und schwere Unruhen, so grausame Auseinandersetzungen und Schreckenstaten vor, dass die Europäer diese zehn Jahrhunderte mit Recht als das finstere Mittelalter beschreiben. Die Grundlage für Fortschritt und Zivilisation in Europa wurde tatsächlich erst im 15. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung gelegt; und von dieser Zeit an befindet sich die gesamte heute offensichtliche Kultur Europas in einem Entwicklungsprozess, der unter dem Einfluss großer Geister steht; und die Folge davon ist, dass die Wissensgrenzen erweitert und zielstrebige, ehrgeizige Anstrengungen unternommen wurden.
Durch Gottes Gnade und den geistigen Einfluss Seiner universalen Manifestation hat derzeit der redliche Herrscher des Írán sein Volk unter dem Schutzschild der Gerechtigkeit versammelt, und die Aufrichtigkeit des kaiserlichen Vorsatzes hat sich in hoheitlichen Maßnahmen gezeigt. In der Hoffnung, seine Herrschaft werde mit der ruhmreichen Vergangenheit wetteifern können, bemühte er sich, Gerechtigkeit und Rechtlichkeit zu begründen, überall in diesem edlen Land die Bildung und den Zivilisationsprozess zu fördern und alles, was seinen Fortschritt sichern wird, von der Möglichkeit in die Wirklichkeit umzusetzen. Bislang haben wir noch keinen Monarchen gesehen, der die Zügel der Staatsangelegenheiten in so fähigen Händen hält, von dessen hoher Entschlusskraft die Wohlfahrt aller seiner Untertanen abhängt, der, wie es ihm zukommt, als ein gütiger Vater seine Bemühungen auf die Bildung und Kultivierung seines Volkes lenkt, der den Wohlstand und den Seelenfrieden seiner Untertanen zu sichern sucht und ihren Interessen die gebührende Aufmerksamkeit bekundet; dieser Diener und Ihm Gleichgesinnte haben deshalb bislang geschwiegen. Nunmehr ist es für Menschen mit Scharfsinn offenkundig, dass sich der Sháh aus eigenem Antrieb entschlossen hat, eine gerechte Regierung aufzubauen und den Fortschritt aller seiner Untertanen zu sichern. Seine ehrenwerte Absicht hat den Anlass zu der vorliegenden Abhandlung gegeben.
Es ist in der Tat seltsam, wie manche, statt dankbar für diesen Segen zu sein, der wahrhaft von der Gnade Gottes, des Allmächtigen, herrührt, indem sie sich wie ein Mann erheben und dafür beten, dass sich diese edlen Vorsätze täglich vervielfachen mögen – wie manche, deren Verstand durch persönliche Beweggründe beeinträchtigt und deren Wahrnehmungsvermögen von Selbstsucht und Eitelkeit umwölkt ist, deren Lebenskräfte sich dem Dienst an ihren Leidenschaften verschrieben haben, deren Ehrgefühl sich in Liebe zu Führerschaft verwandelt hat, wie solche Menschen das Banner des Widerstands aufpflanzen und sich in lauten Klagen ergehen.
Bis jetzt haben sie den Sháh getadelt, weil er sich nicht aus eigenem Antrieb für das Wohlergehen seines Volkes einsetzte und ihm nicht Frieden und Wohlstand zu bringen suchte.
Nun, da er diesen großen Plan gefasst hat, schlagen sie einen anderen Ton an.
Einige sagen, dies seien neumodische Methoden und fremde Ismen, die in keinerlei Beziehung zu den gegenwärtigen Bedürfnissen und den altehrwürdigen Sitten Persiens stünden.
Andere scharen die hilflosen Massen um sich, die nichts von Religion oder deren Gesetzen und Grundsätzen verstehen und deshalb kein Unterscheidungsvermögen besitzen, und reden ihnen ein, diese modernen Methoden seien heidnische Praktiken und stünden im Widerspruch zu den verehrten Lehren des wahren Glaubens; dem fügen sie hinzu:
»Wer ein Volk nachahmt, gehört ihm an«.
Eine Gruppe von ihnen besteht darauf, die Reformen müssten mit größter Behutsamkeit, Schritt für Schritt, vorangetrieben werden; jede Übereilung sei unzulässig.
Andere beharren darauf, nur solche Maßnahmen, die die Perser selbst ausgedacht haben, dürften übernommen werden; sie selbst sollten ihre politische Verwaltung, ihr Bildungssystem und ihren Kulturzustand reformieren und es gebe keine Notwendigkeit, Verbesserungen von anderen Nationen zu entlehnen.
Kurz, jede Gruppe folgt ihrer eigenen besonderen Vorstellung.
O Volk Persiens! Wie lange wollt ihr noch umherirren? Wie lange muss eure Verwirrung noch fortdauern? Wie lange soll es mit diesen Meinungsverschiedenheiten, diesem nutzlosen Widerstreit, dieser Unwissenheit, dieser Denkverweigerung noch weitergehen? Andere sind hellwach, und wir schlafen unseren traumlosen Schlaf. Andere Nationen unternehmen jede Anstrengung, um ihre Verhältnisse zu verbessern; wir sind in unseren Leidenschaften und in unserer Selbstgefälligkeit gefangen und stolpern mit jedem Schritt in eine neue Falle.
Gott ist unser Zeuge, dass wir keinen Hintergedanken haben, wenn wir dieses Thema aufgreifen. Weder suchen wir uns bei irgendjemandem einzuschmeicheln oder jemanden an uns zu ziehen, noch erwarten wir irgendwelchen materiellen Gewinn daraus. Wir sprechen nur als einer, der ernsthaft das Wohlgefallen Gottes sucht, denn wir haben unseren Blick von der Welt und ihren Völkern abgewandt und in der schützenden Obhut des Herrn Zuflucht gesucht. »Nicht verlange ich von euch einen Lohn hierfür … Mein Lohn ist bei Gott allein.«Q7
Jene, die behaupten, dass diese modernen Konzepte nur für andere Länder gelten und für den Írán bedeutungslos seien, dass sie seine Bedürfnisse nicht befriedigten und nicht zu seiner Lebensart passten, jene Leute übersehen die Tatsache, dass andere Nationen einst genauso waren, wie wir heute sind. Haben diese neuen Systeme und Verfahren, diese fortschrittlichen Vorhaben nicht zur Entwicklung jener Länder beigetragen? Hat es den Menschen in Europa geschadet, dass sie solche Maßnahmen ergriffen? Haben sie nicht vielmehr dadurch die höchste Stufe materieller Entwicklung erlangt? Stimmt es etwa nicht, dass das persische Volk Jahrhunderte lang so gelebt hat, wie wir es heute nach vergangenen Verhaltensmustern leben sehen? Hat dies zu irgendeinem erkennbaren Nutzen geführt? Sind irgendwelche Fortschritte gemacht worden? Wenn diese Fragen nicht durch Erfahrung geprüft worden wären, könnten Zeitgenossen, in deren Köpfen das Licht natürlicher Intelligenz umwölkt ist, sie leichtfertig in Frage stellen. In anderen Ländern dagegen sind alle Aspekte der erforderlichen Voraussetzungen für den Fortschritt immer wieder überprüft worden; ihr Nutzen ist dort so klar bewiesen worden, dass ihn der trübste Verstand erfassen kann.
Lasst uns gerecht und unvoreingenommen darüber nachdenken! Lasst uns die Frage stellen, welcher dieser Grundsätze und dieser gesunden, gut bewährten Verfahrensweisen könnte unseren gegenwärtigen Nöten nicht abhelfen oder widerspräche den besten politischen Interessen Persiens oder schadete dem allgemeinen Wohl des Volkes. Wäre es von Nachteil, das Bildungswesen zu erweitern, nützliche Künste und Wissenschaften zu entwickeln, Industrie und Technik zu fördern? Solche Bemühungen heben doch den einzelnen Menschen inmitten der Masse empor und führen ihn aus den Tiefen der Unwissenheit zu den Gipfeln der Erkenntnis und der Vortrefflichkeit. Würde die Einführung einer gerechten Gesetzgebung im Einklang mit den göttlichen Gesetzen, die das Glück der Gesellschaft sichern, die Menschenrechte schützen und einen unüberwindlicher Schutz vor Gewalttaten bilden – würden solche Gesetze, die für die Unversehrtheit der Mitglieder der Gesellschaft und für ihre Gleichheit vor dem Gesetz Gewähr bieten, ihr Wohlergehen und ihren Erfolg beeinträchtigen?
Wenn man durch die Nutzung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit Vergleiche zwischen den gegenwärtigen Verhältnissen und den durch Kollektiverfahrung gebildeten Schlussfolgerungen ziehen kann, wenn man dadurch Gegebenheiten, die heute erst als Möglichkeit vorhanden sind, als künftige Wirklichkeiten vorausschauen kann, wäre es dann unvernünftig, heute Maßnahmen zu ergreifen, die unsere künftige Sicherheit garantieren? Erscheint es kurzsichtig, unvorsichtig oder bedenklich, ist es eine Abkehr von dem, was recht und billig ist, wenn wir unsere Beziehungen zu Nachbarländern festigen, bindende Verträge mit den Großmächten eingehen, Freundschaft mit friedliebenden Regierungen pflegen, die Handelsbeziehungen mit den Nationen in Ost und West erweitern, unsere Bodenschätze erschließen und den Reichtum unseres Volkes mehren?
Würde es für unsere Untertanen Verderben bedeuten, wenn die Provinz- und Bezirksgouverneure ihrer heutzutage absoluten Macht entbunden würden, durch die sie schalten und walten, wie es ihnen passt, wenn sie statt dessen auf Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit verpflichtet würden, wenn Todesurteile und Kerkerstrafen, die sie verhängen, der Bestätigung durch den Sháh und durch übergeordnete Gerichte in der Hauptstadt unterworfen würden, die den Fall zuvor gründlich prüfen, Art und Ausmaß des Verbrechens bestimmen und dann eine gerechtes Urteil abgeben müssten, vorbehaltlich der Erteilung eines Dekrets durch den Herrscher? Wenn Bestechung und Korruption, heute unter den wohlklingenden Namen Geschenke und Vergünstigungen bekannt, für alle Zeit ausgeschlossen sein würden, wäre das eine Bedrohung für die Grundmauern der Gerechtigkeit? Wäre es ein Zeichen krankhafter Denkweise, Soldaten, die doch lebendige Opfer für Volk und Staat sind, ständig bereit, dem Tod ins Auge zu schauen, aus ihrer heutzutage unvorstellbaren Not und Armut zu befreien, angemessene Vorkehrungen für ihre Ernährung, Kleidung und Unterbringung zu treffen und keine Mühe zu scheuen, ihre Offiziere in der Militärausbildung zu unterweisen und die Armee mit den modernsten Arten von Gewehren und anderen Waffen auszustatten?
Wollte jemand einwenden, solche Reformen seien noch nie völlig durchgesetzt worden, dann müsste er dieser Frage unvoreingenommen nachgehen und feststellen, dass diese Schwachpunkte auf dem völligen Fehlen einer einheitlichen öffentlichen Meinung sowie auf dem Mangel an Einsatzbereitschaft, Entschlossenheit und Hingabe bei den Führern des Landes beruhen. Offensichtlich kann das Land nicht in angemessener Weise verwaltet werden, bevor das Volk erzogen und die öffentliche Meinung auf das Wesentliche richtig fokussiert ist, bevor Regierungsbeamte, selbst der unteren Grade, frei von den geringsten Spuren von Korruption sind. Erst wenn Disziplin, Ordnung und gute Regierungsführung eine Stufe erreichen, auf der es einem Bürger auch mit äußerster Anstrengung nicht gelänge, um Haaresbreite vom Pfade der Rechtschaffenheit abzuweichen – erst dann können die gewünschten Reformen als vollständig durchgeführt betrachtet werden.
Überdies kann jede Einrichtung, auch wenn sie dem höchsten Wohl der Menschheit dient, missbraucht werden. Ihr richtiger oder falscher Gebrauch hängt davon ab, wie unterschiedlich stark Aufklärung, Fähigkeit, Glaube, Redlichkeit, Hingabe und edle Gesinnung bei den Führern der öffentlichen Meinung ausgeprägt sind.
Der Sháh hat seinen Teil getan; die Ausführung der nützlichen Maßnahmen, die vorgeschlagen wurden, ist nun in die Hände derjenigen Personen gelegt, die in den Beratungsgremien arbeiten. Wenn diese Menschen sich als unbescholten und edelmütig erweisen, wenn sie sich vom Makel der Korruption freihalten, werden die Bestätigungen Gottes sie zu einer nie versiegenden Quelle des Segens für die Menschheit machen. Gott wird ihren Lippen und ihren Federn entströmen lassen, was dem ganzen Volk zum Segen gereicht, so dass jeder Winkel des edlen Írán von ihrer Gerechtigkeit und Redlichkeit erleuchtet wird und die Strahlen dieses Lichts die ganze Erde erfassen werden. »Dies wird Gott kein Schweres sein. «Q8
Andernfalls ist es klar, dass die Ergebnisse sich als nicht hinnehmbar erweisen werden, hat es sich doch in bestimmten fremden Ländern gezeigt, dass nach der Einführung von Parlamenten das Volk in Wirklichkeit entmutigt und verwirrt wurde und dass selbst gutgemeinte Reformen schlechte Wirkungen zur Folge hatten. Die Errichtung von Parlamenten, der Aufbau beratender Körperschaften ist in Wahrheit die Grundlage der Staatsführung; solche Einrichtungen müssen jedoch eine Reihe wesentlicher Anforderungen erfüllen. Erstens müssen ihre gewählten Mitglieder rechtschaffen, gottesfürchtig, edelgesinnt und unbestechlich sein. Zum anderen müssen sie die Gesetze Gottes in allen Einzelheiten kennen; sie müssen auch über die wichtigsten Rechtsgrundsätze Bescheid wissen, in den Regeln, die für den Umgang mit inneren Angelegenheiten und mit auswärtigen Beziehungen gelten, erfahren und in den nutzbringenden Künsten der Zivilisation geschult sein. Schließlich müssen sie sich mit ihren rechtmäßigen Einkünften zufrieden geben.
Man sollte nicht glauben, dass es Menschen dieser Art nicht gäbe. Durch Gottes Gnade und Seine Erwählten, durch große Anstrengungen hingebungsvoller und geheiligter Seelen lässt sich jede Schwierigkeit leicht beheben, und jedes noch so vielschichtige Problem erweist sich als einfacher denn ein Augenzwinkern.
Wenn jedoch die Mitglieder derartiger beratender Körperschaften von minderwertigem Charakter, unwissend, über die Gesetze der Staatsführung und der Verwaltung nicht unterrichtet, wenn sie dumm, niedrig gesinnt, gleichgültig, müßig und eigennützig sind, ist es nutzlos, derartige Einrichtungen ins Leben zu rufen. Während in der Vergangenheit ein armer Mann, der zu seinem Recht kommen wollte, nur einen Einzelnen zu bestechen hatte, müsste er jetzt alle Hoffnung auf Gerechtigkeit aufgeben oder aber die gesamte Mitgliederzahl zufriedenstellen.
Eine eingehende Untersuchung wird belegen, dass der Grund für Unterdrückung und Unrecht, für Unehrlichkeit, Regelwidrigkeit und Missstände hauptsächlich darin besteht, dass es dem Volk an religiöser Gläubigkeit und an Erziehung mangelt. Wenn das Volk echt religiös, gebildet und geschult ist und eine Schwierigkeit sich zeigt, kann es sich an die örtlichen Behörden wenden; trifft es dort nicht auf Gerechtigkeit und kann es nicht seine angemessenen Ansprüche durchsetzen, stellt es vielmehr fest, dass die örtliche Verwaltung im Widerspruch zu Gottes Wohlgefallen und zur Rechtlichkeit des Königs steht, dann kann das Volk seinen Fall der höheren Gerichtsinstanz vortragen und die Abweichung der örtlichen Behörden von dem geistigen Gesetz darstellen. Das Gericht kann sich die Akten der Behörden über den Fall kommen lassen und auf diese Weise wird der Gerechtigkeit Genüge getan. Zurzeit fehlen jedoch dem größten Teil der Bevölkerung aus Mangel an Schulbildung sogar die Worte, um ihr Anliegen vorzubringen.
Und nun zu denen, die hier und da als Staatsführer angesehen werden. Wir stehen erst am Anfang des neuen Verwaltungsprozesses, und diese Staatsführer sind selbst noch nicht ausreichend ausgebildet, um die Freuden bei der Ausübung von Gerechtigkeit erlebt und das Hochgefühl bei der Förderung von Rechtssicherheit gekostet zu haben; sie haben noch nicht von den Quellen eines reinen Gewissens und einer aufrechten Absicht getrunken. Sie haben noch nicht richtig erkannt, dass des Menschen höchste Ehre und wahres Glück in der Selbstachtung liegt, in hohen Entschlüssen und edlen Vorsätzen, in der Unversehrtheit und Sittlichkeit der Person, in der Reinheit des Denkens. Stattdessen bilden sie sich ein, ihre Größe läge darin, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln weltliche Güter anzuhäufen.
Jeder Mensch sollte innehalten, nachdenken und gerecht urteilen: Sein Herr hat ihn aus unermesslicher Gnade zu einem menschlichen Wesen gemacht und mit den Worten geehrt: »Wahrlich, Wir schufen den Menschen in schönster Gestalt.«Q9 Er hat Seine Barmherzigkeit aus der Dämmerung der Einheit aufsteigen und über dem Menschen strahlen lassen, bis dieser zum Brunnquell des Wortes Gottes, zum Offenbarungsort himmlischer Geheimnisse wurde. Am Morgen der Schöpfung wurde er mit den Eigenschaften der Vollkommenheit und mit heiliger Anmut übersät. Wie kann er dieses makellose Gewand mit dem Schmutz selbstischer Begierden besudeln, wie kann er diese ewige Ehre gegen Schande tauschen? »Wähnst du dich eine schwache Form, wo doch das Weltall in dir zusammengefaltet liegt?«Q10
Wäre es nicht unser Anliegen, uns kurz zu fassen und unser Hauptthema zu entwickeln, würden wir hier eine Zusammenfassung von Themen in Bezug auf die Göttliche Welt und die Wirklichkeit des Menschen, seine hohe Stufe und den alles überragenden Wert der menschlichen Rasse geben. Aber lassen wir dies für eine andere Gelegenheit!
Die höchste Stufe und die oberste Ebene, den vornehmsten und erhabensten Rang in der ganzen Schöpfung – ob sichtbar oder unsichtbar, ob Alpha oder Omega – nehmen die Propheten Gottes ein, obwohl sie größtenteils dem äußeren Anschein nach nichts als ihre Armut ihr eigen nannten. Desgleichen ist den Heiligen und denen, die der Schwelle Gottes am nächsten sind, unaussprechliche Herrlichkeit vorbehalten, obwohl sich ihresgleichen niemals, und sei es auch nur für einen Augenblick, um irdischen Gewinn kümmerten. Dann kommt die Stufe jener gerechten Könige, deren Ruf als Beschützer des Volkes und als Wahrer göttlicher Gerechtigkeit die Welt erfüllte und deren Namen als machtvolle Verfechter der Rechte des Volkes in der ganzen Schöpfung widerhallten. Solche Könige vergeuden keinen Gedanken darauf, riesige Reichtümer für sich anzusammeln; sie sehen vielmehr ihren eigenen Reichtum in der Förderung des Wohlstands ihrer Untertanen. Für sie sind die königlichen Schatzkammern gefüllt, wenn jeder einzelne Bürger in Wohlstand und Behagen lebt. Sie sind nicht stolz auf Gold und Silber, sondern auf ihre aufgeklärte Gesinnung und ihre Entschlossenheit, das Beste für die Allgemeinheit zu erreichen.
Als Rangnächste folgen jene hervorragenden und ehrenhaften Minister und Vertreter des Staates, die den Willen Gottes über ihren eigenen stellen und deren fachliche Kompetenz und Weisheit bei der Verwaltung ihrer Ämter die Staatskunst zu neuen Gipfeln der Vollkommenheit führt. Sie strahlen in der Welt der Gebildeten wie Leuchten des Wissens; ihre Gedanken, ihr Verhalten und ihre Taten beweisen, wie sehr ihnen das Vaterland und sein Fortschritt am Herzen liegen. Mit bescheidenen Bezügen zufrieden, widmen sie ihre Tage und Nächte der Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben und dem Ersinnen von Methoden, um den Fortschritt des Volkes sicherzustellen. Durch den Einfluss ihres weisen Rates und durch ihr gesundes Urteil haben sie eh und je ihre Regierung zu einem nachahmenswerten Beispiel für alle anderen Regierungen der Welt werden lassen. Ihre Hauptstadt ward zum Brennpunkt großer weltweiter Unternehmungen; sie selbst gewannen an Würde, erlangten in hohem Maß persönliche Berühmtheit und erklommen die höchsten Höhen an Wertschätzung und an Charaktereigenschaften.
Dann folgen jene berühmten, erfahrenen Gelehrten, die über edle Eigenschaften und umfassendes Wissen verfügen, sich fest an die Gottesfurcht halten und auf den Wegen des Heils bleiben. Im Spiegel ihres Geistes werden Formen transzendenter Wahrheiten reflektiert, und die Lampe ihrer inneren Schau empfängt ihr Licht von der Sonne universalen Wissens. Tag und Nacht stehen sie im Dienste gründlicher Forschungen auf solchen Wissensgebieten, die von Nutzen für die Menschheit sind, und widmen sich der Ausbildung befähigter Studenten. Würde man alle Schätze der Könige ihnen anbieten, so wären sie, da sie so hohe Ansprüche vertreten, nicht mit einem einzigen Tropfen aus den Wassern des Wissens zu vergleichen, und Berge von Gold und Silber könnten nicht die Freude an einer erfolgreichen Lösung eines schwierigen Problems aufwiegen. Alle Freuden, die abseits ihrer Arbeit liegen, sind in ihren Augen nur Kindertand, und die beschwerliche Last unnötiger Besitztümer ist nur für Unwissende und kleine Geister gut. Zufrieden gleich den Vögeln, sind sie für eine Handvoll Samen dankbar, und der Gesang ihres Wissens entzückt den Geist der Weltweisen.
Schließlich trifft man unter dem Volk kluge Führer und im ganzen Lande einflussreiche Persönlichkeiten an, die als Pfeiler den Staatsbau tragen. Ihr Rang, ihre Position und ihr Erfolg hängen davon ab, ob sie dem Volk wohlgesinnt sind und ob sie sich bemühen, solche Mittel herauszufinden, die die Nation in ihrer Entwicklung fördern und den Reichtum und das Wohlergehen der Bürger steigern.
Stellt euch vor, ein Mensch sei in seinem Land eine einflussreiche Persönlichkeit, er sei strebsam, weise, reinen Herzens, bekannt für seine angeborenen Fähigkeiten, seine Intelligenz und seinen natürlichen Scharfsinn; außerdem sei er ein wichtiges Mitglied der Staates: Worin kann ein solcher Mensch Ehre und bleibendes Glück, Rang und Ansehen in dieser und der kommenden Welt sehen? Etwa nicht darin, dass er gewissenhaft der Wahrheit und Rechtschaffenheit Beachtung schenkt, dass er entschlossen und hingebungsvoll nach dem Wohlgefallen Gottes trachtet, dass er danach strebt, die Gunst des Herrschers zu erlangen und die Anerkennung des Volkes zu verdienen? Oder vielleicht eher darin, dass er wegen der Freude an nächtlichen Festgelagen und Ausschweifungen seinem Land schadet und bei Tageslicht seinem Volk das Herz bricht, so dass er von Gott verstoßen, von seinem König vertrieben, von seinem Volk verunglimpft und mit der verdienten Verachtung gestraft wird? Bei Gott, die modernden Gebeine auf den Friedhöfen sind besser als solche Menschen! Welchen Wert haben sie, die niemals von der himmlischen Speise wahrer menschlicher Tugenden gekostet und nie von den kristallklaren Wassern jener Gnadengaben getrunken haben, die zum Reich des Menschen gehören?
Zweifellos ist mit der Einführung von Parlamenten beabsichtigt, für Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit Sorge zu tragen; alles hängt jedoch von den Anstrengungen der gewählten Abgeordneten ab. Wenn ihre Absicht rein ist, wird es zu wünschenswerten Ergebnissen und zu unerwarteten Verbesserungen kommen; andernfalls ist alles sinnlos. Das Land wird zum Erliegen kommen, und die öffentliche Ordnung wird sich verschlechtern. »Wie ich sehe, kommen tausend Bauleute nicht gegen einen Störenfried an. Was aber soll geschehen, wenn einem Baumeister tausend Störenfriede auf dem Fuße folgen?«
Im Vorangegangenen wurde zumindest darzulegen versucht, dass Glück und Größe, Rang und Stufe, Freude und Frieden eines Menschen nie auf seinem persönlichen Reichtum beruhen, vielmehr auf seinem hervorragenden Charakter, seinem hehren Entschluss, seiner umfassenden Bildung und seiner Fähigkeit, schwierige Probleme zu lösen. Wie klar ist doch gesagt worden: »Was ich auf dem Körper trage, ist keinen Pfennig wert, wollte man es verkaufen; aber darunter schlägt ein Herz, das – gegen alle Herzen der Welt aufgewogen – größer und edler wäre.«
Nach Ansicht des Verfassers sollte die Wahl von nichtständigen Mitgliedern beratender Körperschaften in souveränen Staaten vom Willen und der Wahl des Volkes abhängen; denn Abgeordnete, die gewählt werden, sind eher geneigt, Gerechtigkeit walten zu lassen, damit ihr Ruf keinen Schaden leide und sie nicht vor der Öffentlichkeit in Ungnade fallen.
Man sollte nicht glauben, mit den vorstehenden Bemerkungen wollte der Verfasser Reichtum verurteilen oder Armut empfehlen. Reichtum ist allen Lobes wert, wenn er durch eigene Anstrengungen des Menschen und durch die Gnade Gottes auf den Gebieten des Handels, der Landwirtschaft, der Kunst oder Industrie erworben und für menschenfreundliche Zwecke ausgegeben wird. Vor allen Dingen gäbe es, wenn ein vernünftiger und ideenreicher Mensch Maßnahmen in die Wege leiten würde, um das Einkommen der Volksmassen allgemein zu heben, kein wichtigeres Vorhaben als dieses, und in den Augen Gottes würde dies als die größte Errungenschaft gelten, denn solch ein Wohltäter würde die Bedürfnisse einer großen Menge stillen und ihr Sicherheit und Wohlfahrt verschaffen. Reichtum ist in höchstem Maße lobenswert, sofern die ganze Bevölkerung reich ist. Wenn jedoch nur einige wenige übermäßige Reichtümer besitzen und alle übrigen verarmt sind, wenn keine Frucht, kein Nutzen aus dem Reichtum erwächst, dann bedeutet dieser nur eine Belastung für den Besitzer. Wird der Reichtum andererseits dazu verwendet, Wissen zu fördern, Grund- und andere Schulen zu eröffnen, Kunst und Industrie anzuregen, Waisen und Arme zu erziehen – kurz gesagt, ist er dem Wohle der Gesellschaft gewidmet –, dann ragt sein Besitzer vor Gott und den Menschen als der Vortrefflichste unter allen, die auf Erden wohnen, hervor und wird zum Volke des Paradieses gezählt.
Nun zu jenen, die die Meinung vertreten, die Einführung von Reformen und Einrichtung machtvoller Institutionen stünde im Widerspruch zum Wohlgefallen Gottes, würden gegen die Gesetze des Göttlichen Gesetzgebers verstoßen und gegen die religiösen Grundsätze und das Lebensvorbild des Propheten.
Lasst sie überlegen, wie weit solches zutreffen könnte.
Laufen Reformen dem religiösen Gesetz zuwider, weil sie von Ausländern übernommen werden und sie uns dazu bringen, so zu sein, wie sie sind nach dem Wort:
»Wer ein Volk nachahmt, gehört ihm an«?
Zunächst beziehen sich diese Angelegenheiten auf den zeitlichen, äußerlichen Rahmen der Zivilisation, die Förderung von Wissenschaften, die Begleiterscheinungen des Fortschritts im Berufsleben und in den Künsten sowie die ordnungsgemäße Amtsführung der Regierung.
Sie haben absolut nichts zu tun mit Fragen des Geistes und den vielfältigen Wahrheiten religiöser Lehre.
Wenn eingewandt würde, vom Ausland etwas zu übernehmen, selbst wenn es materielle Angelegenheiten betrifft, sei unzulässig, würde eine solche Behauptung nur die Unwissenheit und Unvernunft ihrer Befürworter beweisen.
Haben sie den berühmten ḤadíthA4 vergessen:
»Suchet nach Wissen, selbst bis nach China«?
Sicherlich gehörten die Chinesen in den Augen Gottes zu den am meisten beklagenswerten Menschen, weil sie Götzenbilder anbeteten und des allwissenden Herrn nicht gedachten.
Die Europäer sind wenigstens ein »Volk des Buches«Q11 und glauben an Gott; darauf wird ausdrücklich in dem heiligen Vers Bezug genommen:
»Du wirst sicherlich jene den Gläubigen liebreich am nächsten finden, die sagen ›Wir sind Christen‹«Q12.
Es ist deshalb durchaus zulässig und in der Tat vorzuziehen, von christlichen Ländern Wissen zu erwerben.
Wie könnte die Suche nach Wissen unter den Heiden vor Gott annehmbar sein und die Suche unter dem »Volk des Buches« Ihm missfallen?
In der ›Grabenschlacht‹A5 verschaffte sich Abú-Sufyán die Hilfe der Baní-Kinánih, der Baní-Qaḥṭán und der jüdischen Baní Qurayzah; er erhob sich mit allen Stämmen der Quraysh, um das Göttliche Licht, das in der Lampe von Yathrib (Medina) flammte, zu löschen.
In jenen Tagen heulten die Stürme der Prüfungen und Schicksalsschläge aus jeder Richtung, wie geschrieben steht:
»Wähnen die Menschen, in Ruhe gelassen und nicht geprüft zu werden, wenn sie nur sagen ›Wir glauben‹?«Q13 Die Gläubigen waren gering an Zahl, der Feind griff mit Macht an und versuchte, die neu erschienene Sonne der Wahrheit durch den Staub der Unterdrückung und der Gewaltherrschaft auszulöschen.
Da trat der Perser Salmán vor den Propheten, den Aufgangsort der Offenbarung, den Brennpunkt der unendlichen Strahlen göttlicher Gnade, und sagte, dass man in Persien zum Schutz vor einem eindringenden Feind Festungsgräben oder Schanzen um das Land anlegte und dies habe sich als eine höchst wirksame Vorsichtsmaßnahme gegen plötzliche Überfälle erwiesen.
Hat nun daraufhin jener Brunnquell umfassender Weisheit, jenes Bergwerk göttlicher Erkenntnis erwidert, solche Verteidigungsanlagen seien ein Brauch götzendienerischer, feueranbetender MagierA6 und könnte deshalb von den Gläubigen des einen wahren Gottes schwerlich übernommen werden?
Oder hat Er nicht vielmehr sofort Seinen Anhängern befohlen, so rasch wie möglich einen Graben auszuheben?
Gemeinsam mit ihnen nahm Er selbst in Seiner eigenen gesegneten Person die Werkzeuge in die Hand und machte sich an die Arbeit.
In den Büchern der verschiedenen islámischen Rechtsschulen und in den Schriften führender Gelehrter und Historiker ist zudem berichtet, dass heilige Gesetze offenbart wurden, die teilweise den Bräuchen aus den Tagen der UnwissenheitA7 entsprachen – und dies, nachdem das Licht der Welt über dem Ḥijáz aufgegangen war, die ganze Menschheit mit Seinem Strahlenglanz überflutet und durch die Offenbarung eines neuen, göttlichen Gesetzes, neuer Grundsätze und neuer Einrichtungen eine grundlegende Veränderung in der ganzen Welt geschaffen hatte. So achtete Muḥammad zum Beispiel die Monate des GottesfriedensA8, Er behielt das Verbot des Schweinefleisches, den Mondkalender sowie die Monatsnamen bei und dergleichen mehr. Es gibt eine beträchtliche Zahl solcher Gesetze, die einzeln in den Texten aufgeführt sind:
»In den Tagen der Unwissenheit hielt sich das Volk an viele Bräuche, die das Gesetz des Islám später bestätigte. Sie heirateten keine Mutter und deren Tochter gleichzeitig; der schimpflichste Akt war in ihren Augen, zwei Schwestern zu heiraten. Ein Mann, der die Frau seines Vaters heiratete, wurde verspottet und als seines Vaters Nebenbuhler gebrandmarkt. Sie hatten den Brauch, zu dem Haus in Mekka zu pilgern und dort Besuchsriten zu verrichten, indem sie Pilgerkleider anlegten, das Haus feierlich umschritten, zwischen den Hügeln hin und her liefen, an den Halteplätzen warteten und Steine warfen. Weiter war es ihre Gewohnheit, in dreijährigen Abständen einen Schaltmonat in den Kalender einzufügen, nach dem Geschlechtsverkehr Waschungen zu verrichten, den Mund zu spülen, Wasser durch die Nasenlöcher einzuziehen, das Haar zu scheiteln, Zahnstocher zu benutzen, die Nägel zu schneiden und die Haare der Achselhöhlen auszurupfen. Desgleichen pflegten sie einem Dieb die rechte Hand abzuhacken.«
Kann man, Gott bewahre, aus der Tatsache, dass einige göttliche Gesetze den Bräuchen aus den Tagen der Unwissenheit, den Sitten eines von allen Nationen verachteten Volkes ähneln, den Schluss ziehen, diese göttlichen Gesetze seien fehlerhaft? Oder kann man sich, Gott behüte, vorstellen, der Allmächtige Herr sei geneigt gewesen, den Ansichten der Heiden zu folgen? Die göttliche Weisheit nimmt viele Formen an. Wäre es Muḥammad nicht möglich gewesen, ein Gesetz zu offenbaren, das keinerlei Ähnlichkeit mit den Bräuchen, die in den Tagen der Unwissenheit üblich waren, gehabt hätte? Nein, Seine vollkommene Weisheit hatte zum Ziel, das Volk aus den Ketten des Fanatismus zu befreien, die es an Händen und Füßen fesselten, und genau denjenigen Einwendungen zuvorzukommen, die heutzutage den einfachen, ratlosen Seelen den Verstand verwirren und das Bewusstsein trüben.
Manche, die über die Bedeutung des Wortes Gottes und die Inhalte der überlieferten und niedergeschriebenen Geschichte nicht ausreichend informiert sind, werden behaupten, jene Bräuche aus den Tagen der Unwissenheit seien Gesetze gewesen, die Seine Heiligkeit Abraham gegeben und die die Götzendiener beibehalten hätten. In diesem Zusammenhang werden sie den Qur’án-Vers anführen: »Folget der Religion Abrahams, der gesund im Glauben war.«Q14. Es ist jedoch eine Tatsache, die in den Schriften aller islámischen Rechtsschulen belegt ist, dass die Monate des Gottesfriedens, der Mondkalender und das Abschlagen der rechten Hand als Strafe für Diebstahl keine Gesetze waren, die Teil des Gesetzes Abrahams waren. Jedenfalls sind die fünf Bücher Mose, die die Gesetze Abrahams enthalten, noch vorhanden und heute allgemein zugänglich. Lasst sie darauf verweisen. Sie werden dann natürlich darauf bestehen zu behaupten, die Thora sei verfälscht worden, und zum Beweis den Qur’án-Vers zitieren: »Sie verkehren den Text des Wortes Gottes.«Q15 Es ist jedoch bekannt, wo solche Verfälschungen stattfanden; in kritischen Texten und Kommentaren ist dies aufgezeichnet.A9 Wollten wir dieses Thema ausführlicher behandeln, müssten wir unsere eigentliche Absicht hintanstellen.
Manchen Berichten zufolge wurde die Menschheit angewiesen, verschiedene gute Eigenschaften und Verhaltensweisen von den wilden Tieren zu übernehmen und von diesen etwas dazuzulernen. Wenn es statthaft ist, Tugenden dummer Tiere nachzuahmen, so ist es sicherlich viel eher erlaubt, Wissenschaften und Techniken von fremden Völkern zu übernehmen, die wenigstens der menschlichen Rasse angehören und sich durch Urteilsvermögen und die Macht der Sprache auszeichnen. Und wenn behauptet wird, solche löblichen Eigenschaften seien den Tieren angeboren, welchen Beweis können sie dann anführen, dass diese wesentlichen Grundsätze der Kultur, dieses Wissen und diese Wissenschaften, die unter anderen Völkern geläufig sind, nicht auch ›angeboren‹ seien? Gibt es einen Schöpfer außer Gott? Sprich: Gepriesen sei Gott!
Die gelehrtesten und gebildetsten Geistlichen, die namhaftesten Gelehrten haben gründlich diejenigen Wissenszweige studiert, deren Wurzel und Ursprung die griechischen Philosophen wie Aristoteles und andere waren, und haben die Erforschung der griechischen Texte von Wissenschaften wie der Medizin und Zweigen der Mathematik einschließlich AlgebraA10 und Arithmetik als besonders verdienstvolle Errungenschaft geschätzt. Alle bedeutenden Geistlichen studieren und lehren die Wissenschaft der Logik, obwohl sie als deren Begründer einen Sabäer ansehen. Die meisten von ihnen bestehen darauf, dass auf die Meinungen, Ableitungen und Schlussfolgerungen eines Gelehrten kein sicherer Verlass sei, wenn er zwar eine Reihe von Wissenschaften beherrsche, in der Logik jedoch keine gründlichen Kenntnisse habe.
Es ist nun klar und unwiderleglich dargestellt worden, dass Grundsätze und Verfahrensweisen kultivierten Lebens aus fremden Ländern zu übernehmen und wissenschaftliche Kenntnisse und Techniken aus dem Ausland zu erwerben – mit anderen Worten: alles, was zum allgemeinen Wohl beiträgt – uneingeschränkt zulässig ist. Dies wurde dargelegt, damit sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Angelegenheit von so umfassendem Nutzen fokussiere, damit sich das Volk mit ganzer Kraft erhebe, dies zu fördern, bis mit Gottes Hilfe dieses geheiligte Land in kurzer Zeit zur ersten Nation unter allen anderen Nationen werde.
O ihr, die ihr weise seid! Erwäget sorgfältig: Kann man eine gewöhnliche Waffe mit einem Martini-Henry-Gewehr oder einer Krupp-Kanone vergleichen? Wollte jemand behaupten, unsere alten Feuerwaffen seien gut genug für uns und es sei sinnlos, Waffen einzuführen, die im Ausland erfunden wurden – würde da auch nur ein Kind ihm zuhören? Oder sollte jemand sagen: »Wir haben immer unsere Waren von Land zu Land auf dem Rücken der Tiere befördert: Warum brauchen wir Dampfmaschinen? Warum sollten wir anderen Völkern versuchen nachzueifern?«, könnte ein intelligenter Mensch eine solche Feststellung hinnehmen? Nein, bei dem einen Gott! Es sei denn, er wollte sich auf Grund eines geheimen Motivs oder aus Feindseligkeit weigern, offenkundige Tatsachen anzuerkennen.
Fremde Nationen zögern nicht, Ideen voneinander zu übernehmen, obwohl sie höchste Fachkenntnis in Wissenschaft, Kunst und Industrie erworben haben. Wie kann man da zulassen, dass Persien, ein Land in tiefster Not, zurückgeblieben und aufgegeben hinterherhinkt?
Jene bedeutenden Geistlichen und Gelehrten, die auf dem geraden Pfad wandeln, mit den Geheimnissen göttlicher Weisheit und den inneren Zusammenhängen der Heiligen Bücher wohlvertraut sind, die das Juwel der Gottesfurcht in ihren Herzen tragen und deren strahlende Angesichter vom heilbringenden Licht erleuchtet sind – diese Geistlichen und Gelehrten achten auf die gegenwärtige Bedürfnisse, sie verstehen die Erfordernisse der Moderne und verwenden sicherlich ihre ganze Kraft darauf, Bildung und Kultur voranzutragen. »Sind jene, die wissen, gleich denen, die nicht wissen? … Oder ist die Finsternis gleich dem Licht?«Q16
Die geistig Gebildeten sind Lampen der Führung unter den Nationen und Sterne des Glücks, die am Horizont der Menschheit strahlen. Sie sind Springbrunnen des Lebens für solche, die dem Tode von Unwissenheit und Unkenntnis verfallen sind, und reine Quellen der Vollkommenheit für jene, die dürstend durch die Wüsten ihrer Fehler und Irrtümer wandern. Dämmerorte der Zeichen göttlicher Einheit sind sie und Eingeweihte in die Geheimnisse des ruhmreichen Qur’án. Sie sind erfahrene Ärzte für den kranken Körper der Welt und das sichere Heilmittel gegen das Gift, das die menschliche Gesellschaft verdorben hat. Sie sind es, die als starke Feste die Menschheit beschützen, sie sind der unbezwingbare Zufluchtsort für die Bedrängten, Bekümmerten und Gequälten und für die Opfer der Unwissenheit. »Wissen ist ein Licht, das Gott ins Herz wirft, wem immer Er will.«
Für alles hat Gott ein Zeichen und Sinnbild geschaffen, hat Er Maßstäbe und Prüfsteine aufgestellt, durch die es erkannt werden kann. Die geistig Gebildeten müssen sich durch innere wie äußere Vollkommenheiten auszeichnen; sie müssen einen guten Charakter, ein aufgeklärtes Wesen, reine Absichten und ebenso Verstandeskraft, Scharfsinn und Urteilsvermögen, Verschwiegenheit und Weitsicht besitzen, ferner müssen sie besonnen, ehrfürchtig und aufrichtig gottesfürchtig sein. Denn eine Kerze, die nicht brennt, so dick und groß sie auch sein mag, ist nicht besser als eine trockene Palme oder ein Haufen abgestorbenes Holz.
»Die Maid mag schmollen oder mit mir spielen. Grausame Schönheit, groll nur, sei kokett! Jedoch der Hässlichen steht Scheu nicht an, und Schmerz in blindem Aug’ tut doppelt weh.«A11
Eine autorisierte Überlieferung besagt: »Wer zu den GebildetenA12 gehört, muss sich selbst bewahren, seinen Glauben verteidigen, seinen Leidenschaften widerstehen und die Gebote seines Herrn befolgen. Sodann ist es die Pflicht des Volkes, sich an sein Beispiel zu halten.« Da diese erlauchten und heiligen Worte alle Voraussetzungen wahren Wissens veranschaulichen, ist eine kurze Erläuterung ihres Sinns angebracht. Wem es auch immer an diesen göttlichen Fähigkeiten fehlt, wer diese unabdingbaren Erfordernisse nicht in seiner Lebensführung an den Tag legt, sollte nicht als ein Gebildeter angesehen werden und ist nicht wert, den Gläubigen als Vorbild zu dienen.
Das erste dieser Erfordernisse ist, sich selbst zu bewahren. Offensichtlich bedeutet dies nicht, dass man sich vor Unglück und materiellen Prüfungen schützt; denn alle Propheten und Heiligen waren den bittersten Trübsalen, welche die Welt zu bieten hat, ausgesetzt und dienten der Menschheit zur Zielscheibe für jede Art an Grausamkeit und Angriffslust. Sie opferten ihr Leben für das Wohlergehen des Volkes, und aus ganzem Herzen eilten sie der Stätte ihres Martyriums entgegen. Durch ihre innere und äußere Vollkommenheit schmückten sie die Menschenwelt mit neuen Gewändern vortrefflicher Eigenschaften, angeborener wie erworbener. Sich selbst zu bewahren bedeutet vor allem, die Attribute geistiger und materieller Vollkommenheit zu erwerben.
Das erste Attribut der Vollkommenheit besteht in der Bildung und in den kulturellen Erkenntnissen des Geistes. Diese hohe Stufe ist erreicht, wenn der Mensch umfassende Kenntnis besitzt von den vielschichtigen und transzendenten Wahrheiten, die Gott zugehören, den Grundwahrheiten der politisch-religiösen Gesetze des Qur’án, dem Inhalt der heiligen Schriften anderer Bekenntnisse sowie von Satzungen und Verfahren, die zum Fortschritt und zur Kultur dieses hervorragenden Landes beitragen können. Darüber hinaus sollte ein solcher Mensch über anderer Länder Gesetze und Grundsätze, Sitten, Lebensumstände und Gepflogenheiten sowie über die materiellen und sittlichen Verdienste, die deren Staatskunst kennzeichnen, Bescheid wissen; er sollte auf allen nutzbringenden Wissensgebieten seiner Zeit höchst bewandert sein und die geschichtlichen Aufzeichnungen vergangener Regierungen und Völker studieren. Denn wenn ein gebildeter Mensch nicht die heiligen Schriften und das gesamte Gebiet der Religions- und Naturwissenschaften, des religiösen Rechts, der Staatskunst, des vielfältigen Wissens der Zeit und der großen geschichtlichen Ereignisse kennt, kann es leicht sein, dass er einem Ernstfall nicht gewachsen ist, und das wäre unvereinbar mit dem notwendigen Erfordernis umfassenden Wissens.
Wenn zum Beispiel ein islámischer Gelehrter mit einem Christen ein Gespräch führt und die herrlichen Melodien des Evangeliums nicht kennt, wird es ihm nicht möglich sein, den Christen zu überzeugen; wie viele Wahrheiten aus dem Qur’án er auch anführt, er wird tauben Ohren predigen. Sollte der Christ jedoch bemerken, dass der Muslim über die Grundwahrheiten des Christentums besser Bescheid weiß als die christlichen Theologen und dass er den Sinn der Schriften tiefer erfasst hat als jene, dann wird er den Ausführungen des Muslims gern zustimmen; tatsächlich bleibt ihm dann keine andere Wahl.
Als der ExilarchA13 in die Gegenwart des Imám Riḍá, jenes Leuchtfeuers göttlicher Weisheit, des Heils und der Gewissheit, gelangte, hätte er nie die Größe seiner Heiligkeit anerkannt, wenn der Imám, dieses Bergwerk an Wissen, im Verlauf ihrer Unterredung nicht seine Argumente auf die dem Exilarch vertraute und wichtige Autorität gestützt hätte.
Auf zwei mächtigen Kräften basiert der Staat: die gesetzgebende und die ausführende Gewalt. Die ausführende Gewalt geht von der Regierung aus, während im Mittelpunkt der Gesetzgebung der Gelehrte steht. Wie wäre es denkbar, dass ein Staat Bestand hätte, wenn diese letztere starke Stütze, dieser Grundpfeiler, sich als unbrauchbar erweist?
Angesichts der Tatsache, dass heutzutage solch vollkommen entwickelte und umfassend gebildete Persönlichkeiten kaum zu finden sind und Regierung und Volk der Ordnung und Führung dringend bedürfen, ist es wichtig, ein Gremium von Gelehrten zu bilden, dessen verschiedene Mitgliedergruppen jeweils in einem der oben erwähnten Wissenszweige sachkundig sind. Diese Körperschaft sollte mit größtem Eifer und aller Tatkraft über gegenwärtige und künftige Erfordernisse beraten und Ruhe und Ordnung herbeiführen.
Bisher ist dem religiösen Gesetz noch keine entscheidende Rolle an unseren Gerichten eingeräumt worden, weil jeder ‘Ulamá diejenigen Urteile fällte, die er nach seiner eigenmächtigen Auslegung und nach seiner persönlichen Meinung für angebracht hielt.
Es mag sein, dass zwei Männer vor Gericht gehen und einer der ‘Ulamá zu Gunsten des Klägers, ein anderer zu Gunsten des Beklagten entscheidet.
Dann mag es sogar geschehen, dass in ein und demselben Fall zwei widersprüchliche Urteile von ein und demselben Mujtahid gefällt werden, weil er das erste Mal in die eine Richtung, das zweite Mal in die andere Richtung beeinflusst worden war.
Zweifellos hat dieser Zustand alle wichtigen Belange durcheinandergebracht und muss die eigentlichen Grundlagen der Gesellschaft gefährden; denn Kläger wie Beklagter geben die Hoffnung nie auf, schließlich doch noch Erfolg zu haben, und jeder vergeudet sein Leben mit dem Versuch, ein später ergehendes Urteil zu erwirken, das das vorhergehende rückgängig macht.
Ihre ganze Zeit vertun sie mit Rechtsstreitigkeiten, was dazu führt, dass ihr ganzes Leben in dem Streitfall verwickelt ist, statt gemeinnützigen Unternehmungen und angemessenen persönlichen Bedürfnissen gewidmet zu sein.
Diese beiden Prozessgegner könnten in der Tat auch tot sein, denn sie können ihrer Regierung und der Gesellschaft nicht im Geringsten einen Dienst erweisen.
Wenn jedoch ein endgültiges, unwiderrufliches Urteil erginge, müsste die ordnungsgemäß verurteilte Person notgedrungen alle Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Falles aufgeben, würde in dieser Hinsicht entlastet werden und könnte sich wieder um ihre eigenen Angelegenheiten und diejenigen anderer kümmern.
Da diese überaus wichtige Frage das vornehmste Mittel für die Sicherung des Friedens und der Ruhe des Volkes und die wirksamste Triebkraft für die Weiterentwicklung von Hoch und Niedrig ist, obliegt es denjenigen gelehrten Mitgliedern der großen beratenden Versammlung, die sich mit dem Göttlichen Gesetz genau auskennen, eine einheitliche, direkte und endgültige Verfahrensweise für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zu entwickeln. Dieser Rechtsgang sollte dann im ganzen Land auf Befehl des Königs veröffentlicht werden, seine Vorkehrungen müssten genauestens einzuhalten sein. Diese so wichtige Frage bedarf dringendster Aufmerksamkeit.
Das zweite Attribut der Vollkommenheit ist Gerechtigkeit und Unparteilichkeit. Dies bedeutet, persönlichem Nutzen und eigensüchtigen Vorteilen keine Beachtung zu schenken, vielmehr die Gesetze Gottes ohne den leisesten Hintergedanken an irgendetwas anderes anzuwenden. Es bedeutet ferner, sich selbst nur als einen der Diener Gottes, des Allbesitzenden, anzusehen und nie danach zu trachten, andere zu übertreffen, es sei denn im Streben nach geistiger Vortrefflichkeit. Es bedeutet, das Wohl der Gemeinschaft als das eigene zu empfinden. Kurz gesagt heißt dies, die ganze Menschheit als ein einziges Lebewesen, sich selbst als ein Teil dieses großen Körpers anzusehen und genau zu wissen, dass jeder Schmerz, jede Wunde, die ein Körperteil trifft, unweigerlich alles übrige in Mitleidenschaft zieht.
Die dritte Voraussetzung für Vollkommenheit ist, sich aufrichtig und mit der lautersten Absicht aufzumachen, die Massen zu erziehen: sich bis zum äußersten anzustrengen, um sie in den verschiedenen Wissensgebieten und nutzbringenden Wissenschaften zu unterweisen, um eine fortschrittliche Entwicklung zu fördern, die Bereiche des Handels, der Industrie und der Künste zu erweitern und solche Maßnahmen zu unterstützen, die den Wohlstand des Volkes erhöhen. Die breiten Schichten der Bevölkerung sind nämlich in Unkenntnis über jene lebenspendenden Kräfte, die die chronischen Leiden der Gesellschaft umgehend heilen könnten.
Es ist unerlässlich, dass Gelehrte und geistig Gebildete aufrichtigen und reinen Herzens und nur aus Liebe zu Gott daran gehen, die Massen zu beraten, zu ermahnen und ihre Sicht mit jenem Heilmittel zu erhellen, das Wissen heißt. Denn in ihrem tief verwurzelten Aberglauben meinen viele Leute heutzutage, ein Mensch, der an Gott und Seine Zeichen, an die Propheten, ihre Offenbarungen und ihre Gesetze glaubt, der fromm und gottesfürchtig ist, müsse notwendigerweise müßig gehen und seine Tage mit Nichtstun verbringen, um in den Augen Gottes als jemand dazustehen , der der Welt und ihren Nichtigkeiten entsagt, sein Herz dem künftigen Leben zugewandt und sich von den anderen Menschen abgesondert hat, damit er dadurch Gott näher kommt. Da dieses Thema anderweitig in der vorliegenden Schrift behandelt wird, wollen wir es hier auf sich beruhen lassen.
Weitere Attribute der Vollkommenheit sind, Gott zu fürchten, Ihn zu lieben, indem man Seine Diener liebt, Sanftmut, Nachsicht und Besonnenheit zu üben, aufrichtig, zugänglich, gütig und mitleidsvoll, entschlossen und mutig, zuverlässig und tatkräftig zu sein, zu ringen und zu streben, edelmütig, treu und ohne Hintergedanken zu sein, Eifer und Ehrgefühl an den Tag zu legen, hochgesinnt und großmütig zu sein und die Rechte anderer zu achten. Wem es an diesen hervorragenden menschlichen Eigenschaften fehlt, der ist unvollkommen. Wollten wir die inneren Bedeutungen aller dieser Tugenden erklären, »das Gedicht würde siebzig ManA14 Papier füllen.«
Der zweite geistige Maßstab, der an den Gebildeten anzulegen ist, besteht darin, dass er seinen Glauben verteidigen sollte. Natürlich beziehen sich diese heiligen Worte nicht nur darauf, dass man nach dem tieferen Sinn des Gesetzes forscht, gottesdienstliche Vorschriften einhält, größere und kleinere Sünden vermeidet, die religiösen Vorschriften befolgt und mit allen diesen Mitteln den Glauben schützt. Weit eher bedeuten diese Worte, dass die ganze Bevölkerung in jeder Weise geschützt werden sollte, dass jegliche Anstrengung unternommen werden sollte, um eine Bündelung aller erdenklichen Maßnahmen zu ermöglichen und dadurch das Wort Gottes zu verkünden, die Zahl der Gläubigen zu vergrößern, den Glauben Gottes zu fördern, ihn zu erhöhen und zum Sieg über andere Glaubensformen zu führen.
Hätten sich die religiösen Autoritäten der Muslime wirklich so verhalten , wie sie es hätten tun sollen, wäre heutzutage jedes Volk auf Erden unter dem Schutzdach der Einheit Gottes versammelt, und das helle Feuer des »damit Er sie siegreich mache über jede andere Religion«Q17 wäre wie die Sonne mitten im Herzen der Welt aufgeflammt.
Fünfzehn Jahrhunderte nach Christus wandte sich Luther, ursprünglich eines von zwölf Mitgliedern einer katholischen Religionskörperschaft im Zentrum der päpstlichen Verwaltung und später der Begründer des protestantischen Glaubens, gegen den Papst und zwar wegen gewisser Lehraussagen wie des Eheverbots für Mönche, des verehrungsvollen Niederkniens vor den Bildern von Aposteln und ehemaligen christlichen führenden Persönlichkeiten sowie wegen verschiedener anderer religiöser Praktiken und Zeremonien, die den Geboten des Evangeliums zugeschrieben worden waren.
Obwohl zu jener Zeit die Macht des Papstes so groß war und er mit solcher Ehrfurcht behandelt wurde, dass die Könige Europas vor ihm zitterten und bebten, obwohl der Papst alle wichtigen Belange Europas kontrollierend im Griff seiner Macht hielt, haben doch in den letzten 400 Jahren die Mehrheit der Bevölkerung Amerikas, vier Fünftel von Deutschland und England und ein großer Prozentsatz von Österreichern, alles in allem etwa hundertfünfundzwanzig Millionen Menschen, andere christliche Konfessionen verlassen und sind in die protestantische Kirche eingetreten, weil Luthers Einstellung in Bezug auf die Freiheit von Priestern, heiraten zu dürfen, in seiner Abkehr von der Anbetung und dem Niederknien vor in den Kirchen aufgehängten Bildern und Darstellungen und in der Abschaffung von Zeremonien, die dem Evangelium beigefügt worden waren, nachweislich richtig war, und weil die geeigneten Mittel ergriffen wurden, seine Ansichten zu verbreiten.
Die Anführer dieser Konfession geben sich nach wie vor jede Mühe, diese zu verbreiten, und haben heute an der Ostküste Afrikas – vordergründig zur Emanzipation der Sudanesen und verschiedener afrikanischer Völker – Schulen und Ausbildungsstätten eingerichtet, in denen völlig unzivilisierte afrikanische Stämme erzogen und ausgebildet werden, während ihre wahre und vorrangige Absicht darin liegt, einige der muslimischen indigenen Völker zum Protestantismus zu bekehren.
Jede Gemeinschaft müht sich um den Fortschritt ihrer Anhänger, und wir (d. h. die Muslime) schlafen weiter!
Obwohl es unklar war, welche Zielvorstellung jenen Mann antrieb oder was er vorhatte, seht nur den Eifer und die Mühe, mit der die protestantischen Führer seine Lehren weit und breit verkündet haben!
Es ist sicher, dass das Licht Gottes die ganze Erde umhüllen würde, wollte nur das erlauchte Volk des einen wahren Gottes als Empfänger Seiner Bestätigungen und Seiner göttlichen Hilfe mit aller Kraft und mit völliger Hingabe, ganz im Vertrauen auf Gott und losgelöst von allem außer Ihm, entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den Glauben zu verbreiten, und alle Mühe auf dieses Ziel ausrichten.
Einzelne Menschen, denen die Wirklichkeit unter der Oberfläche der Ereignisse verborgen bleibt, die den Pulsschlag der Welt nicht fühlen können, die nicht wissen, welch große Dosis Wahrheit verabreicht werden muss, um dieses chronische alte Leiden der Lüge zu heilen, sind der Ansicht, dass der Glaube nur durch das Schwert verbreitet werden kann; sie unterbauen ihre Meinung mit der Überlieferung:
»Ich bin ein Prophet durch das Schwert.« Wenn sie diese Frage jedoch sorgfältig prüfen würden, müssten sie erkennen, dass das Schwert heutzutage, in diesem Zeitalter, kein passendes Mittel ist, um den Glauben zu verbreiten, denn es erfüllt die Herzen der Menschen nur mit Abscheu und Schrecken.
Nach dem göttlichen Gesetz Muḥammads geht es nicht an, dass das »Volk des Buches« gezwungen wird, den Glauben anzuerkennen und anzunehmen.
Während es eine heilige Pflicht für jeden ist, der mit Überzeugung an die Einheit Gottes glaubt, die Menschen zur Wahrheit zu führen, beziehen sich die Überlieferungen »Ich bin ein Prophet durch das Schwert« und »Mir ist befohlen, den Leuten nach dem Leben zu trachten, bis sie sagen: ›Es gibt keinen Gott außer Gott‹«Q18 auf die Götzendiener aus den Tagen der Unwissenheit, die in ihrer Blindheit und Grausamkeit tief unter die menschliche Stufe gesunken waren.
Auf einen Glauben, der durch Schwerthiebe entstanden ist, wäre schwerlich Verlass; durch den geringsten Anlass würde er in Irrtum und Unglauben zurückfallen.
So fielen z.
B. auch die Stämme in der Umgebung Medinas nach dem Heimgang Muḥammads, nach Seinem Aufstieg auf »den Sitz der Wahrheit in der Gegenwart des allmächtigen Königs«Q19, von ihrem Glauben ab und wandten sich wieder dem Götzendienst aus heidnischen Zeiten zu.
Erinnert euch an die Zeit, als die heiligen Düfte des Geistes Gottes (Jesus) ihre Süße über Palästina und Galiläa, über die Ufer des Jordan und die Gefilde um Jerusalem ergossen, als die wundersamen Melodien des Evangeliums in den Ohren der geistig Erleuchteten erklangen:
Alle Völker Asiens und Europas, Afrikas und Amerikas als auch von Ozeanien, das die Inseln und Inselgruppen des Pazifischen und des Indischen Ozeans umfasst, waren Feueranbeter und Heiden, in Unkenntnisder Göttlichen Stimme, die am Tage des BundesA15 sprach.
Allein die Juden glaubten an den EINEN wahren Gott Göttlichkeit und Einheit Gottes.
Nach der Erklärung Jesu verlieh der reine, belebende Odem Seines Mundes drei Jahre lang den Bewohnern jener Landstriche ewiges Leben, und durch Göttliche Offenbarung trat das Gesetz Christi, zur damaligen Zeit das lebenswichtige Heilmittel für den siechen Körper der Welt, in Kraft.
In den Tagen Jesu wandten nur wenige Menschen ihr Angesicht Gott zu.
Tatsächlich wurden nur die zwölf Jünger und ein paar Frauen wahre Gläubige, und einer der Jünger, Judas Ischariot, verriet seinen Glauben, so dass nur elf übrigblieben.
Nach dem Aufstieg Jesu ins Reich der Herrlichkeit erhoben sich diese wenigen Seelen mit ihren geistigen Tugenden und mit Taten, die rein und heilig waren, und machten sich durch die Allmacht Gottes und den lebenspendenden Odem des Messias auf, alle Völker der Erde zu erretten.
Da standen alle götzendienerischen Nationen sowie die Juden in ihrer Gesamtheit auf, das Göttliche Feuer zu löschen, das in der Lampe von Jerusalem entzündet war.
»Gern hätten sie Gottes Licht mit ihren Mäulern ausgeblasen; aber Gott will Sein Licht vervollkommnen, wiewohl die Ungläubigen es verabscheuen.«Q20 Unter den schlimmsten Folterungen brachten sie jede dieser heiligen Seelen zu Tode; mit Schlachtermessern hackten sie die reinen, unbefleckten Leiber von einigen unter ihnen in Stücke und verbrannten sie in Feueröfen; andere Gläubige streckte man auf der Folter und begrub sie dann bei lebendigem Leibe.
Obwohl solche Todesqualen ihr Lohn waren, fuhren die Christen fort, die Sache Gottes zu lehren; nie zogen sie ein Schwert aus der Scheide oder streiften auch nur eine Wange.
Am Ende umfing der Glaube Christi die ganze Erde, so dass in Europa und Amerika keine Spuren von anderen Religionen übrig blieben und heute in Asien, Afrika und Ozeanien große Volksmassen im Heiligtum der vier Evangelien leben.
Es ist nun durch die oben angeführten unwiderlegbaren Beweise untermauert worden, dass der Glaube Gottes durch menschliche Vollkommenheiten, durch hervorragende und anziehende Tugenden und ein durchgeistigtes Verhalten verkündet werden muss. Wenn sich eine Seele aus eigenem Antrieb Gott zuwendet, wird sie an der Schwelle der Einheit aufgenommen; denn ein solcher Mensch ist frei von persönlichen Beweggründen, von Habgier und selbstischer Gewinnsucht. Er hat unter dem Schutz und Schirm seines Herrn Zuflucht gefunden. Unter seinen Mitmenschen wird er auf Grund seiner Vertrauenswürdigkeit und Wahrheitsliebe, Mäßigung und Gewissenhaftigkeit, Großherzigkeit und Treue, Unbestechlichkeit und Gottesfurcht bekannt werden. So wird das höchste Ziel bei der Verkündigung des göttlichen Gesetzes – nämlich Glück im kommenden Leben, eine hochentwickelte Kultur und edle Charaktereigenschaften auf dieser Welt zu schaffen – verwirklicht. Das Schwert hingegen wird nur Menschen hervorbringen, die äußerlich Gläubige, in ihrem Herzen aber Verräter und Abtrünnige sind.
Wir wollen hier eine Geschichte erzählen, die allen als Beispiel dienen mag. Die arabischen Chroniken berichten, wie in der Zeit vor dem Kommen Muḥammads Nu‘mán, der Sohn Mundhirs des Lakhmiden – ein arabischer König aus den Tagen der Unwissenheit, dessen Residenz die Stadt Ḥírih war – dem Wein einmal so sehr zugesprochen hatte, dass sich seine Sinne verfinsterten und der Verstand ihn verließ. In diesem volltrunkenen, gefühllosen Zustand befahl er, seine beiden Zechbrüder und vertrauten, vielgeliebten Freunde, Khálid, den Sohn des Mudallil, und ‘Amr, den Sohn des Mas‘úd-Kaldih, hinzurichten. Als der König am anderen Morgen nach seinem Zechgelage erwachte und nach seinen beiden Freunden fragte, wurde ihm die schmerzhafte Nachricht mitgeteilt. Kummer befiel sein Herz; in seiner aufrichtigen Liebe und Sehnsucht nach ihnen ließ er über den beiden Gräbern zwei herrliche Denkmäler erbauen, denen er die Bezeichnung ›die Blutbeschmierten‹ gab.
Daraufhin bestimmte er zwei Tage des Jahres zum Gedächtnis an die beiden Gefährten. Den einen nannte er den ›Tag des Übels‹, den anderen den ›Tag der Gnade‹. Jedes Jahr pflegte er an diesen bestimmten Tagen mit Prunk und Pracht hinauszuziehen und sich zwischen den beiden Grabmälern niederzulassen. Wenn an dem ›Tag des Übels‹ sein Auge auf irgendjemanden fiel, wurde dieser hingerichtet; wer jedoch am ›Tag der Gnade‹ vorüberging, wurde mit Geschenken und Gunstbeweisen überschüttet. Solches war sein königliches Gebot, das, mit einem mächtigen Eid besiegelt, immer streng eingehalten wurde.
Eines Tages bestieg der König sein Ross, Maḥmúd genannt, und ritt hinaus in die Steppe, um zu jagen.
Plötzlich erblickte er in der Ferne ein Wildpferd, gab seinem Ross die Sporen, um das Wild einzuholen, und hetzte mit solcher Geschwindigkeit davon, dass er von seinem Gefolge abgeschnitten wurde.
Die Nacht brach herein, und der König war hoffnungslos verloren.
Da entdeckte er fern in der Wüste ein Zelt; er wandte sein Pferd und ritt drauf zu.
Als er den Eingang des Zeltes erreicht hatte, fragte er den Besitzer, Ḥanzalá, den Sohn des Abí-Ghafráy-i-Ṭá’í:
»Nimmst du einen Gast auf?« Ḥanzalá antwortete:
»Ja«, trat heraus und half Nu‘mán beim Absteigen.
Dann ging er zu seiner Frau und sagte zu ihr:
»Im Verhalten dieses Mannes sind deutliche Anzeichen hohen Ranges zu erkennen.
Tue dein Bestes, um ihm Gastfreundschaft zu erweisen, und bereite ein Festmahl vor.« Die Frau erwiderte:
»Wir haben ein Mutterschaf, das du opfern könntest, und ich habe noch ein bisschen Mehl für solche Gelegenheiten aufgespart.« Ḥanzalá molk zunächst das Schaf und bot Nu‘mán eine Schale zum Trunk an, dann schlachtete er das Tier und bereitete ein Mahl zu, und dank seiner gütigen Gastfreundschaft verbrachte Nu‘mán die Nacht in Frieden und Behagen.
Als die Dämmerung heraufzog, machte sich Nu‘mán für die Abreise fertig und sagte zu Ḥanzalá:
»Du hast mir größte Freigebigkeit erwiesen, indem du mich aufgenommen und festlich bewirtet hast.
Ich bin Nu‘mán, der Sohn des Mundhir, und warte sehnlichst darauf, dich an meinem Hofe begrüßen zu können.«
Die Zeit ging dahin, Hungersnot zog ein im Lande Ṭayy. Ḥanzalá geriet in äußerste Not, und darum suchte er den König auf. Ein seltsamer Zufall fügte es, dass er am ›Tag des Übels‹ eintraf. Nu‘mán zeigte sich höchst beunruhigt. Er machte seinem Freund Vorwürfe: »Warum bist du gerade heute zu mir gekommen? Denn dies ist der ›Tag des Übels‹, das heißt der Tag des Zornes und der Pein. Selbst wenn mir heute Qábús, mein einziger Sohn, unter die Augen träte, käme er nicht mit dem Leben davon. Nun bitte mich um irgendeine Gunst, die du willst.«
Ḥanzalá erwiderte: »Ich wusste nichts von eurem ›Tag des Übels‹. Die Gaben dieser Welt sind für die Lebenden da. Da ich jetzt den Tod erleiden muss, was nützen mir alle Vorräte dieser Welt?«
»Daran ist nichts zu ändern«, sagte Nu‘mán.
Ḥanzalá sprach: »So gewähre mir denn Aufschub, dass ich zu meinem Weib heimkehren und mein Testament machen kann. Im nächsten Jahr werde ich am ›Tag des Übels‹ wiederkommen.«
Nu‘mán verlangte sodann einen Bürgen, der an Ḥanzalás statt hingerichtet werden sollte, falls dieser nicht zurückkehrte. Bestürzt und hilflos sah sich Ḥanzalá um. Da fiel sein Blick auf einen aus Nu‘máns Gefolge, Sharík, den Sohn des Qays aus Shaybán, und an ihn wandte er sich mit den Worten: »O Sohn des ‘Amr, mein Gefährte! Gibt es irgendein Entkommen vor dem Tode? O du Bruder jedes Bedrängten, du Bruder des Bruderlosen, du Bruder Nu‘máns! Du könntest dem Shaykh Bürgschaft leisten. Wo ist Shaybán, der Edelmütige – möge der Allbarmherzige ihm Gunst bezeigen!« Aber Sharík erwiderte nur: »O mein Bruder, ein Mann darf nicht sein Leben aufs Spiel setzen.« Da wusste das Opfer nicht mehr, wohin es sich wenden sollte. Doch ein Mann namens Qarád, Sohn Ajda‘s des Kalbiten, stand auf und bot sich als Bürge an; er willigte ein, dass der König mit ihm, Qarád, tun könne, was er wolle, wenn er zum nächsten ›Tag des Zornes‹ das Opfer nicht auslieferte. Nu‘mán schenkte daraufhin Ḥanzalá fünfhundert Kamele und ließ ihn ziehen.
Im folgenden Jahr zog Nu‘mán am ›Tag des Übels‹ wie gewohnt mit Prunk und Pracht hinaus zu den beiden Grabmälern, die ›die Blutbeschmierten‹ hießen. Er führte Qarád mit sich, um seinen königlichen Zorn an ihm auszulassen. Die Pfeiler des Staates lösten ihre Zunge und baten um Gnade; sie flehten den König an, er möge Qarád bis zum Sonnenuntergang Aufschub gewähren, denn sie hofften, Ḥanzalá käme noch zurück. Aber des Königs Absicht war, Ḥanzalás Leben zu schonen und ihm die Gastfreundschaft zu vergelten, indem er Qarád an seiner Stelle hinrichtete. Als sich die Sonne zum Abend hin neigte, zog man Qarád die Kleider vom Leibe und schickte sich an, ihm den Kopf abzuschlagen. Da wurde in der Ferne ein Reiter sichtbar, der in gestrecktem Galopp näherkam. »Warum zögerst du?« wandte sich Nu‘mán an den Henker, der ihm daraufhin antwortete: »Vielleicht ist es Ḥanzalá, der da kommt.« Bald sah man, dass es kein anderer war als er.
Nu‘mán war höchst ungehalten. »Du Dummkopf!«, sagte er. »Einmal bist du den Klauen des Todes entronnen. Musst du ihn nun zum zweiten Male herausfordern?«
Aber Ḥanzalá erwiderte: »Süß ist in meinem Munde und angenehm auf meiner Zunge das Gift des Todes bei dem Gedanken, dass ich damit mein Unterpfand auslöse.«
Da fragte Nu‘mán: »Was ist der Grund für solche Zuverlässigkeit? Weshalb hältst du dich so genau an deine Verpflichtungen, so streng an deinen Eid?« – »Das liegt daran, dass ich an den einen Gott und an die Bücher, die vom Himmel kamen, glaube«, gab Ḥanzalá zur Antwort. Nu‘mán fragte: »Zu welchem Glauben bekennst du dich?«, und Ḥanzalá sagte: »Es war der heilige Odem Jesu, der mir das Leben gab. Ich folge dem geraden Pfad Christi, der der Geist Gottes ist.« Nu‘mán bat: »Lass auch mich diesen süßen Hauch des Geistes atmen!«
So kam es, dass Ḥanzalá die weiße Hand der Führung aus dem Busen der Liebe Gottes zog A16 und das äußere wie innere Auge derer, die um ihn standen, mit dem Lichte des Evangeliums erleuchtete. Dem klaren Klang einer Glocke gleich trug er einige der göttlichen Verse aus der Bibel vor. Da wurden Nu‘mán und alle seine Diener ihrer Götzen und ihrer Götzenverehrung überdrüssig, bekräftigten ihren Glauben an Gott und riefen aus: »Wehe uns, tausendmal wehe uns, dass wir bis heute achtlos gegenüber dieser grenzenlosen Gnade waren und uns von ihr abgewandt hatten, so dass wir dieser Segensströme aus den Wolken der Gunst Gottes beraubt waren!« Sofort riss der König die beiden Denkmäler ab, die ›die Blutbeschmierten‹ hießen. Er bereute seine Gewaltherrschaft und ließ fortan Gerechtigkeit walten in seinem Land.
Bedenket, wie hier ein einfacher Mann aus der Wüste, dem äußeren Anschein nach ohne Rang und Namen, imstande war, diesen stolzen Herrscher und eine große Schar anderer aus der dunklen Nacht des Unglaubens zu befreien und in das Morgenlicht des Heils zu führen, wie er sie aus dem Verderben der Götzendienerei an das rettende Gestade der Einheit Gottes brachte und Verhaltensweisen ein Ende setzte, die so geartet waren, dass sie ganze Gesellschaften verderben und ganze Völker zur Barbarei herabwürdigen – nur weil er eine der Eigenschaften der Menschen aufwies, die reinen Herzens sind. Man muss tief über dies alles nachdenken, um seine volle Bedeutung zu erfassen.
Mein Herz tut weh, weil ich mit tiefem Bedauern wahrnehmen muss, dass das Volk sein Augenmerk nirgendwo auf das lenkt, was dieses Tages und dieser Zeit würdig ist. Die Sonne der Wahrheit ist über der Welt aufgegangen, doch wir sind verfangen im Dunkel unserer Einbildungen. Die Wellen des Größten Meeres wogen um uns herum, während wir verdursten. Das göttliche Brot kommt vom Himmel hernieder, wir aber tappen und taumeln in einem hungergepeinigten Land umher. »Zwischen Weinen und Erzählen vertreibe ich meine Tage.«
Einer der Hauptgründe, warum Menschen aus anderen Religionen vermieden und versäumt haben, zu dem Glauben Gottes überzutreten, sind Fanatismus und übertriebener religiöser Eifer. Beachtet zum Beispiel die göttlichen Worte, die an Muḥammad, die Arche des Heils, das leuchtende Antlitz und den Herrn der Menschheit, gerichtet wurden und ihm geboten, liebevoll und geduldig mit dem Volk umzugehen: »Streite mit ihnen auf die freundlichste Weise.«Q21 Jener Gesegnete Baum, dessen Licht »weder vom Osten noch vom Westen«Q22 war, der über alle Völker der Erde den schützenden Schatten unermesslicher Gnade ausbreitete, zeigte in Seinem Umgang mit jedem Menschen unendliche Güte und Nachsicht. Moses und Aaron erhielten mit denselben Worten den Befehl, Pharao, den Herrn der PfähleA17, zu überzeugen: »Sprecht zu ihm mit sanfter Rede!«Q23
Obwohl das vornehme Verhalten der Propheten und Heiligen Gottes weit bekannt und in der Tat bis zum Kommen der Stunde A18 in jeder Lebenslage ein ausgezeichnetes Vorbild ist, dem die ganze Menschheit folgen sollte, haben doch einige Menschen in ihrer Achtlosigkeit versäumt, diese Werte - nämlich außergewöhnliches Mitgefühl und liebende Güte- sich anzueignen, so dass sie dadurch gehindert wurden, zu den inneren Bedeutungen der Heiligen Bücher vorzudringen.
Sie meiden nicht nur ängstlich die Anhänger anderer Religionen, sondern gestatten sich nicht einmal, jenen die allgemein übliche Höflichkeit zu erweisen.
Wenn es jemandem nicht erlaubt ist, mit einem anderen zu verkehren, wie kann er diesen je aus der dunklen, leeren Nacht des Leugnens und des »Es gibt keinen Gott« heraus in den strahlenden Morgen des Glaubens und der Bestätigung »außer Gott«A19 führen?
Und wie kann man ihn anspornen und dazu ermutigen, sich aus dem Abgrund des Verderbens und der Unwissenheit herauszuarbeiten und die Höhen des Heils und der Erkenntnis zu erklimmen?
Erwäget gerecht:
Hätte Ḥanzalá Nu‘mán nicht mit wahrer Freundschaft behandelt, hätte er ihm nicht Güte und Gastfreundschaft erwiesen, wie hätte er dann diesen König und eine große Schar anderer Götzendiener dazu bringen können, die Einheit Gottes anzuerkennen?
Sich von den Menschen fernzuhalten, sie zu meiden, unfreundlich zu ihnen zu sein, das alles schreckt sie ab, während Zuneigung und Rücksicht, Milde und Nachsicht ihre Herzen zu Gott hinzieht.
Wollte ein wahrer Gläubiger beim Anblick eines Menschen aus fremdem Land Abscheu ausdrücken, wollte er die schrecklichen Worte äußern, die den Umgang mit Fremden verbieten und sie als »unrein« bezeichnen, so wäre der Fremde gekränkt und so sehr verletzt, dass er niemals den Glauben annehmen würde, selbst wenn er sähe, wie vor seinen eigenen Augen ein Wunder geschähe und der Mond sich spaltete.
Ihn zu meiden hätte zur Folge, dass er die geringste Neigung zu Gott in seinem Herzen wieder bereuen und vom Meer des Glaubens hinweg in die Wüste des Vergessens und des Unglaubens fliehen würde.
Und in sein Vaterland zurückgekehrt, würde er in der Presse entsprechende Erklärungen abgeben, dass es der und der Nation völlig an Eigenschaften eines zivilisierten Volkes fehle.
Wenn wir über die Verse und Beweise des Qur’án und die überlieferten Berichte, die von diesen Sternen am Himmel göttlicher Einheit, den heiligen Imámen, zu uns gelangt sind, ein wenig nachdenken, werden wir von der Tatsache überzeugt sein, dass eine Seele, wenn sie mit den Eigenschaften wahren Glaubens ausgestattet und mit geistigen Tugenden ausgezeichnet ist, zu einem Wahrzeichen der unermesslichen Gnadengaben Gottes für die ganze Menschheit wird. Denn die Eigenschaften der Gläubigen sind Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit; Nachsicht, Mitleid und Großzügigkeit; Rücksichtnahme auf andere; Offenheit, Zuverlässigkeit und Treue; Liebe und Güte; Ergebenheit, Entschlossenheit und Menschlichkeit. Wenn demnach ein Mensch wahrhaft rechtschaffen ist, wird er sich aller Mittel bedienen, die die Menschenherzen anziehen; er wird sie durch die Eigenschaften Gottes zum geraden Pfad des Glaubens hinführen und sie dazu bewegen, aus dem Strom ewigen Lebens zu trinken.
Heutzutage haben wir vor jedem rechtschaffenen Tun unsere Augen verschlossen; das dauerhafte Glück der Gesellschaft haben wir unserem eigenen, vergänglichen Profit geopfert.
Wir meinen, Fanatismus und blinder Eifer gereichen uns zu Nutz und Ehr, und nicht damit zufrieden, verleumden wir uns gegenseitig und planen den Ruin des anderen.
Wann immer wir Weisheit und Gelehrsamkeit, Tugend und Frömmigkeit zur Schau stellen wollen, beginnen wir damit, dass wir diesen oder jenen verspotten und verunglimpfen.
»So einer«, sagen wir, »hat Vorstellungen, die weit von der Wirklichkeit abweichen und das Verhalten von dem-und-dem lässt gleichfalls viel zu wünschen übrig.
Zayd kommt nur selten den religiösen Bräuchen nach, und ‘Amr ist nicht fest im Glauben.
Die Ansichten von diesem und jenem schmecken nach Europa.
Im Grunde denkt Weiß an nichts als an den eigenen Rang und Namen.
Gestern Abend, als sich die Versammlung zum Gebet erhob, war die Reihe nicht richtig ausgerichtet, und es ist nicht erlaubt, einem anderen Führer zu folgen.
In diesem Monat ist noch kein Reicher gestorben, noch nichts ist im Gedenken an den Propheten für wohltätige Zwecke gespendet worden.
Das Haus der Religion ist zerfallen, die Grundlagen der Bekenntnisse sind in alle Winde zerstreut.
Der Teppich des Glaubens ist zusammengerollt, die Zeichen der Gewissheit sind ausgelöscht; die ganze Welt ist in Irrtum verfallen; wenn es darauf ankommt, der Gewaltherrschaft zu widerstehen, sind alle sanftmütig und nachlässig.
Tage und Monde sind vergangen, und diese Dörfer und Landgüter gehören immer noch denselben Eigentümern wie letztes Jahr.
In unserer kleinen Stadt gab es früher siebzig verschiedene Behörden, die gut und ordentlich arbeiteten, aber ihre Zahl hat ständig abgenommen; jetzt sind zum Andenken nur noch fünfundzwanzig übrig.
Früher ließ derselbe Muftí jeden Tag zweihundert gegenteilige Urteile ergehen, heute bekommen wir kaum fünfzig.
Damals waren Massen von Leuten verrückt nach Prozessen; jetzt halten sie alle Frieden.
Damals unterlag am einen Tag der Kläger, und der Beklagte trug den Sieg davon; tags darauf gewann der Kläger den Prozess und der Beklagte verlor ihn – aber jetzt ist auch diese vorzügliche Praxis aufgegeben worden.
Was für eine heidnische Religion ist das, was für ein götzendienerischer Irrtum!
Wehe um das Gesetz, wehe um den Glauben, wehe um all dieses Unheil!
O ihr Brüder im Glauben!
Dies ist fürwahr das Ende der Welt!
Das Jüngste Gericht ist im Kommen!«
Mit solchen Worten bestürmen sie die Gemüter der hilflosen Massen und bringen die Herzen der ohnehin verwirrten Armen durcheinander, die den wahren Sachverhalt und die tatsächliche Grundlage des ganzen Geredes nicht kennen und nicht wissen, dass tausend eigensüchtige Zwecke hinter der vermeintlich gläubigen Beredsamkeit gewisser Individuen verborgen liegen. Die Armen glauben, Redner dieser Art seien von tugendhaftem Eifer getrieben. In Wahrheit erheben solche Leute ein großes Zetergeschrei, weil sie in der Wohlfahrt der Massen ihren persönlichen Ruin sehen und wähnen, ihr eigenes Licht ginge aus, wenn dem Volk die Augen geöffnet würden. Nur besonderer Scharfsinn wird dessen gewahr, dass der Duft der Herzen dieser Menschen, wenn sie wirklich von Rechtschaffenheit und Gottesfurcht angetrieben wären, dem Moschus gleich sich überallhin verbreiten würde. Nichts in der Welt lässt sich jemals allein durch Worte bestätigen.
»Doch diese Unglücksvögel taten Böses nur und lernten singen, wie der weiße Falke singt. Was bleibt vom Botenlied des Wiedehopfs aus Ṣabá, wenn selbst im Rohr die Dommel seine Töne schlägt?«A20
Die geistig Gebildeten, jene, die unendliche Bedeutung und Weisheit aus dem Buch Göttlicher Offenbarung herleiten und deren erleuchtete Herzen aus der unsichtbaren Welt Gottes Eingebung empfangen, geben sich gewisslich alle Mühe, um die Überlegenheit der wahren Anhänger Gottes in jeder Hinsicht und über alle Völker herbeizuführen; sie mühen sich und kämpfen dafür, dass all die Mittel eingesetzt werden, die Fortschritt bewirken. Wenn jemand diese hohen Ziele vernachlässigt, kann er sich niemals vor dem Antlitz Gottes als annehmbar erweisen: Er sticht hervor durch alle seine Fehler und beansprucht dennoch Vollkommenheit; armselig steht er da und täuscht Reichtum vor.
»Ein blinder Faulpelz ist ein armer Mann, ›Ein Klumpen Fleisch, kein Fuß noch Flügel dran‹. Wie fern ist er, der Affenpossen reißt, von dem Erleuchteten, der wirklich weiß! Der eine Echo nur, und seiʼs auch klar und scharf, der andere David gleich, Psalmist mit seiner Harfʼ.«
Erkenntnis, Reinheit, Hingabe, Disziplin und Unabhängigkeit haben mit äußerer Erscheinung und Kleidung nichts zu tun. Im Verlauf meiner Reisen hörte ich eine bekannte Persönlichkeit die folgende bedeutsame Bemerkung machen, an deren Witz und Anmut ich mich noch erinnere: »Nicht jeder Túrbán eines Mullás ist Beweis für Keuschheit und Erkenntnis; nicht jeder Hut eines Laien ist ein Zeichen für Unwissenheit und Unmoral. So mancher Hut hat schon stolz das Banner der Erkenntnis gehisst, und so mancher Túrbán hat das Gesetz Gottes in den Staub gezerrt!«
Die dritte Forderung des heiligen Textes, den wir hier besprechen, ist, »seinen Leidenschaften zu widerstehen«. Wie wunderbar sind die Folgerungen, die sich aus diesem scheinbar einfachen, doch umfassenden Satz ergeben. Er enthält die wirkliche Grundlage jeder lobenswerten menschlichen Tugend; in der Tat verkörpern diese wenigen Worte das Licht der Welt, den unumstößlichen Grundstein aller geistigen Eigenschaften des Menschen. Er ist die Unruh im Uhrwerk guten Betragens, das Mittel, alle edlen Eigenschaften eines Menschen im Gleichgewicht zu halten.
Leidenschaft ist eine Flamme, die schon unzählige Male die Ernte des Lebens vieler Gebildeter zu Asche hat werden lassen, ein allverzehrendes Feuer, das selbst das Meer ihres angesammelten Wissens nicht löschen konnte. Wie oft ist es schon geschehen, dass jemand mit allen menschlichen Eigenschaften gesegnet und mit dem Kleinod wahren Verstehens geschmückt war, aber dennoch seinen Leidenschaften nachging, bis seine außergewöhnlichen Eigenschaften die Grenzen der Mäßigung überschritten und er sich zu Ausschweifungen hinreißen ließ. Seine guten Absichten wandelten sich zum Bösen, seine Anlagen waren nicht länger auf Ziele gerichtet, die ihrer wert waren, und die Macht seiner Begierden lenkte ihn von der Rechtschaffenheit und ihrem Lohn ab und führte ihn auf gefährliche und dunkle Wege. In den Augen Gottes, Seiner Erwählten und aller Einsichtsvollen ist ein guter Charakter das Erhabenste und Lobenswerteste, was es gibt, jedoch immer unter der Voraussetzung, dass im Mittelpunkt seiner Entwicklung Vernunft und Erkenntnis stehen und dass er auf wahrer Mäßigung beruht. Wollten wir die Zusammenhänge dieses Themas hier so vertiefen, wie sie es verdienen, würde diese Schrift zu lang werden, und wir würden unser Hauptthema aus den Augen verlieren.
Trotz ihrer vielgepriesenen Zivilisation sind alle Völker Europas versunken und ertrunken in diesem furchtbaren Meer der Leidenschaft und Begierde, und daher führen alle Erscheinungen ihrer Kultur zu nichts. Niemand sollte über diese Feststellung erstaunt sein oder sie beklagen. Der Hauptzweck und das grundlegende Ziel, warum machtvolle Gesetze verabschiedet, hohe Grundsätze aufgestellt und Einrichtungen geschaffen werden, die sich mit allen Bereichen der Zivilisation befassen, ist das Glück der Menschen. Dieses Glück der Menschen besteht ausschließlich darin, der Schwelle Gottes, des Allmächtigen, näher zu kommen und den Frieden und die Wohlfahrt jedes einzelnen Angehörigen des Menschengeschlechts, sei er hoch oder niedrig, zu sichern; und die besten Mittel, dieses zweifache Ziel zu erreichen, sind hervorragende, der Menschheit verliehene Tugenden.
Eine oberflächliche Zivilisation, die nicht von kultivierter Sittlichkeit getragen wird, ist »ein verworrener Mischmasch von Träumen«Q24, und äußerlicher Glanz ohne inwendige Vollkommenheit ist »wie ein Dunst in der Wüste, den der Dürstende für Wasser hält«Q25. Denn eine rein äußerliche Zivilisation kann niemals dazu führen, das Wohlgefallen Gottes zu finden und Frieden und Wohlfahrt der Menschen zu gewährleisten.
Die Völker Europas haben sich noch nicht zu den höheren Stufen sittlicher Kultur erhoben, wie ihre Ansichten und ihr Verhalten klar beweisen. Seht zum Beispiel, wie es das oberste Ziel der europäischen Regierungen und ihrer Völker heutzutage ist, sich gegenseitig zu besiegen und zu vernichten, und wie sie, obwohl sie sich insgeheim zutiefst ablehnen, doch ihre Zeit damit verbringen, Bekundungen nachbarlicher Zuneigung, Freundschaft und Harmonie auszutauschen.
Bekannt ist der Fall eines Herrschers, der Frieden und Ruhe fördert und gleichzeitig mehr Kraft als die Kriegshetzer darauf verwendet, Waffen anzuhäufen und eine noch größere Armee aufzustellen mit der Begründung, dass Frieden und Eintracht nur mit Gewalt herbeigeführt werden könnten. Unter dem Vorwand des Friedens bieten alle Tag und Nacht ihre Kräfte auf, um noch mehr Kriegsgerät zusammenzutragen, und ihr unglückliches Volk muss den größten Teil dessen, was es unter Mühe und Schweiß verdient, aufbringen, um für diese Rüstung zu bezahlen. Tausende haben ihre Arbeit in nutzbringenden Gewerben aufgegeben und mühen sich Tag und Nacht, neue, immer tödlichere Waffen herzustellen, mit denen das Blut des Menschengeschlechts noch reichlicher als zuvor vergossen werden kann.
Jeden Tag erfindet man neue Bomben und Sprengstoffe, und dann sind die Regierungen gezwungen, ihre veralteten Waffen wegzuwerfen und anzufangen, neue herzustellen, weil sich die alten gegen die neuen Waffen nicht behaupten können. So wurden zum Beispiel im Jahr 1292 A.H.A21, als diese Schrift verfasst wurde, in Deutschland ein neues Gewehr und in Österreich eine neue Kanone entwickelt, die größere Feuerkraft als das Martini-Henry-Gewehr und die Krupp-Kanone haben, schneller in ihrer Wirkung und effizienter in der Vernichtung der Menschheit sind. Und die überwältigenden Kosten all dessen müssen die unglücklichen Massen tragen.
Urteilt gerecht: Kann diese sogenannte Zivilisation den Frieden und die Wohlfahrt des Volkes herbeiführen oder das Wohlgefallen Gottes finden, solange sie nicht von einer wahren Zivilisation des Charakters getragen wird? Impliziert sie nicht eher, das Erbe des Menschen zu zerstören und die Pfeiler des Glücks und des Friedens niederzureißen?
Während des französisch-preußischen Krieges im Jahr 1870 christlicher Zeitrechnung starben den Berichten zufolge sechshunderttausend verletzte und erschlagene Männer auf dem Schlachtfeld. Wie viele Wohnstätten wurden bis auf die Grundmauern zerstört, wie viele Städte, die nachts zuvor noch blühten, waren bei Sonnenaufgang Trümmerhaufen? Wie viele Kinder blieben verwaist und verlassen zurück, wie viele alte Väter und Mütter mussten mitansehen, wie ihre Söhne, die jugendfrischen Früchte ihres Lebens, in Staub und Blut sich windend starben? Wie viele Frauen wurden Witwen ohne Helfer und Beschützer?
Hinzu kommen noch die Bibliotheken und Kunstdenkmäler Frankreichs, die in Flammen aufgingen, die Militärkrankenhäuser voller Kranker und Verwundeter, die in Brand gesteckt und bis auf den Boden niedergebrannt wurden. Es folgten die furchtbaren Ereignisse der Kommune, die grausamen Handlungen, die Zerstörung und der Schrecken, als sich gegnerische Parteien in den Straßen von Paris bekämpften und töteten. Hassausbrüche und Feindseligkeiten zwischen den katholischen Religionsführern und der deutschen Regierung sowie Bürgerkrieg und Aufruhr, Blutvergießen und Verwüstung zwischen den Anhängern der Republik und den KarlistenA22 in Spanien.
Nur zu viele solcher Beweise stehen zur Verfügung, um zu unterstreichen, dass Europa moralisch unzivilisiert ist. Da der Verfasser nicht den Wunsch hegt, irgendjemanden zu verunglimpfen, beschränkt er sich auf diese wenigen Beispiele. Es versteht sich, dass kein scharfsinniger und wohl gebildeter Verstand solche Vorkommnisse gutheißen kann. Ist es recht und billig, dass Völker, unter denen derart schreckliche, den Maßstäben menschlichen Wohlverhaltens genau entgegengesetzte Ereignisse ablaufen, es wagen dürfen, Anspruch auf eine echte und angemessene Kultur zu erheben? Noch dazu, wenn aus alledem kein anderes Ergebnis als ein vorübergehender Sieg erwartet werden kann? Da ein solches Ergebnis niemals von Dauer ist, ist es in den Augen der Weisen nicht der Mühe wert.
Im Verlauf vergangener Jahrhunderte hat der deutsche Staat immer wieder die Franzosen besiegt, immer wieder hat das französische Königreich deutsches Land beherrscht. Darf man zulassen, dass in unseren Tagen sechshunderttausend hilflose Geschöpfe solch äußerlichem, zeitlich begrenzten Nutzen und Erfolg geopfert werden? Nein, bei Gott dem Herrn! Selbst ein Kind kann erkennen, wie schlecht das alles ist. Doch geht der Mensch seinen Leidenschaften und Begierden nach, so werden seine Augen in tausend Schleier gehüllt, die aus den Herzen aufsteigen und das äußere wie das innere Wahrnehmungsvermögen blind machen.
»Voll Gier drängt das Selbst zur Tür herein und löscht der Tugend strahlenden Schein. Aufsteigen vom Herzen hundert Schleier; das Auge wird blind, lässt nichts mehr ein.«A23
Wahre Kultur wird ihr Banner mitten im Herzen der Welt entfalten, sobald eine gewisse Zahl ihrer vorzüglichen, hochgesinnten Herrscher – leuchtende Vorbilder der Ergebenheit und Entschiedenheit – mit festem Entschluss und klarem Blick daran geht, den Weltfrieden zu stiften.
Sie müssen die Friedensfrage zum Gegenstand allgemeiner Beratung machen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln versuchen, einen Weltvölkerbund zu schaffen.
Sie müssen einen verbindlichen Vertrag und einen Bund schließen, dessen Verfügungen vernünftig, unverletzlich und bestimmt sind.
Diesen Vertrag müssen sie der ganzen Welt bekannt geben und die Bestätigung des gesamten Menschengeschlechts für ihn erlangen.
Ein derart erhabenes und edles Unternehmen – der wahre Quell des Friedens und Wohlergehens für die ganze Welt -– sollte allen, die auf Erden wohnen, heilig sein.
Alle Kräfte der Menschheit müssen frei gemacht werden, um die Dauer und Beständigkeit dieses größten aller Bündnisse zu sichern.
In diesem allumfassenden Vertrag sollten die Grenzen jedes einzelnen Landes deutlich festgelegt, die Grundsätze, die den Beziehungen der Regierungen untereinander zugrunde liegen, klar verzeichnet und alle internationalen Vereinbarungen und Verpflichtungen bekräftigt werden.
In gleicher Weise sollte der Umfang der Rüstungen für jede Regierung genauestens umgrenzt werden, denn wenn die Zunahme der Kriegsvorbereitungen und Truppenstärken in irgendeinem Land gestattet wäre, so würde dadurch das Misstrauen anderer geweckt.
Die Hauptgrundlage dieses feierlichen Vertrages sollte so verankert werden, dass bei einer späteren Verletzung irgendeiner Bestimmung durch irgendeine Regierung sich alle Regierungen der Erde erheben, um jene wieder zu voller Unterwerfung unter den Vertrag zu bringen, nein, die Menschheit als Ganzes sollte sich entschließen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln jene Regierung zu vernichten.
Wird dieses größte aller Heilmittel auf den kranken Körper der Welt angewandt, so wird er sich gewiss wieder von seinen Leiden erholen und dauernd bewahrt und heil bleiben.A24
Wenn solche erfreulichen Zustände einträten, müsste keine Regierung mehr ständig Waffen speichern oder sich gezwungen sehen, immer neues Kriegsgerät herzustellen, um damit die Menschheit zu unterwerfen. Eine kleine Streitmacht für die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit, die Verfolgung krimineller und die Ordnung gefährdender Elemente und die Verhütung örtlicher Unruhen würde genügen – nichts weiter. Vor allem wäre auf diese Weise die ganze Weltbevölkerung von der drückenden Last der Rüstungsausgaben befreit; außerdem brauchten zahllose Menschen nicht länger ihre Zeit darauf zu verschwenden, ständig neue Vernichtungswaffen zu ersinnen, diese Zeugen von Habsucht und Blutrünstigkeit, so unvereinbar mit dem Geschenk des Lebens. Stattdessen könnten sie ihren Eifer auf die Entwicklung von dem, was das menschliche Leben erleichtert, Frieden und Wohlstand fördert, richten und so zu weltweitem Fortschritt und Wohlstand beitragen. Jede Nation auf Erden würde dann zu seinen Ehren regieren, und jedes Volk fühlte sich in Ruhe und Zufriedenheit geborgen.
Einzelne, welche die im menschlichen Streben ruhende Kraft nicht kennen, halten diesen Gedanken für völlig undurchführbar, ja für jenseits dessen, was selbst die äußersten Anstrengungen des Menschen je erreichen können; doch ist dies nicht der Fall. Im Gegenteil kann dank der unerschöpflichen Gnade Gottes, der Herzensgüte Seiner Begünstigten, den beispiellosen Bemühungen weiser und fähiger Seelen und den Gedanken der unvergleichlichen Führer dieses Zeitalters nichts, was es auch sei, als unerreichbar angesehen werden. Eifer, unermüdlicher Eifer ist nötig. Nur unbezähmbare Entschlusskraft kann das Werk vollbringen. Manches hat man in vergangenen Zeiten als reines Hirngespinst betrachtet; heute ist es leicht durchführbar geworden. Warum sollte diese wichtigste und erhabenste Sache – das Tagesgestirn am Himmelszelt wahrer Kultur und die Ursache des Ruhmes, des Fortschritts, des Wohlergehens und Erfolges der ganzen Menschheit – unmöglich sein? Der Tag wird sicher kommen, an dem ihr klares Licht Erleuchtung über die gesamte Menschheit gießen wird.
Wenn die Kriegsvorbereitungen im heutigen Umfang fortgeführt werden, wird der Konfliktmechanismus bald einen Punkt erreichen, an dem Krieg für die Menschheit unerträglich sein wird.
Wie aus den bisherigen Ausführungen klar hervorgeht, bestehen Ruhm und Größe des Menschen nicht darin, dass er nach Blut dürstet und wie ein Tiger scharfe Klauen besitzt, dass er Städte zerstört und Verwüstung anrichtet, ganze Armeen und Scharen friedlicher Bürger abschlachtet. Dagegen würde es eine glänzende Zukunft für ihn bedeuten, wenn er für seine Gerechtigkeitsliebe bekannt wäre, allem Volk, ob hoch oder niedrig, Güte erweisen würde, Länder und Städte, Dörfer und Provinzen aufbaute, das Leben erleichterte und für seine Mitmenschen glücklich und friedvoll gestaltete, wenn er die Grundsätze des Fortschritts festlegte, den Lebensstandard und Wohlstand der ganzen Bevölkerung erhöhte.
Sehet, wie im Lauf der Geschichte so mancher König seinen Thron auf Eroberungen gründete. Unter ihnen waren Changíz-Khán und Taymúr, die über den weiten Erdteil Asien herrschten, Alexander von Mazedonien und Napoleon I, die ihre anmaßenden Hände über drei der fünf Kontinente ausstreckten. Und was brachten alle ihre machtvollen Siege ein? Kam dadurch irgendein Land zur Blüte? Hat sich irgendein Glück daraus ergeben? Blieb einer ihrer Throne bestehen? Oder haben nicht vielmehr ihre Dynastien bald wieder die Macht verloren? Abgesehen davon, dass Asien in den Flammen zahlloser Schlachten aufging und in Asche fiel, brachten all die Eroberungen Changíz-Khán, dem Kriegsherrn, nichts ein und Taymúr erntete von all seinen Triumphen nur die Gewalt über Völker, die in alle Winde zerstoben waren, und allgemeinen Verfall. Alexander hatte von seinen gewaltigen Siegen nichts, als dass sein Sohn vom Thron stürzte und die Phillip und Ptolomäus die Herrschaft über die Länder, die er einst beherrscht hatte, übernahmen. Und was erreichte Napoleon I aus der Unterwerfung der Könige Europas anderes als die Zerstörung blühender Länder, den Untergang ihrer Bewohner, die Verbreitung von Angst und Schrecken über ganz Europa und am Ende seiner Tage seine eigene Gefangenschaft? So viel über die Eroberer und die Denkmäler, die sie hinterlassen.
Vergleichet damit die lobenswerten Eigenschaften und die vornehme Größe Anúshírváns, des Edlen und GerechtenA25.
Als dieser hochgesinnte Herrscher an die Macht kam, war der einstmals festgegründete Thron Persiens dem Zusammenbruch nahe.
Mit seinem ihm von Gott verliehenen Verstand legte er die Grundlagen der Gerechtigkeit, rottete Unterdrückung und Gewalt aus und sammelte das Volk Persiens unter den schützenden Schwingen seiner Herrschaft.
Dank des erneuernden Einflusses seiner ständigen Bemühungen wurde Persien, das trostlos und verdorrt am Boden lag, neu belebt und entwickelte sich schnell zur schönsten aller blühenden Nationen.
Er stellte die am Boden liegenden Machtstrukturen seines Staates wieder her und verstärkte sie.
Der Ruf seiner Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit erscholl über die ganze Welt, bis sich die Völker aus ihrer Erniedrigung und ihrem Elend zu den Höhen des Glücks und der Ehre erhoben.
Obwohl er ein Magier war, sagte Muḥammad, dieser Mittelpunkt der Schöpfung, die Sonne des Prophetenamtes, von ihm:
»Ich wurde zur Zeit eines gerechten Königs geboren«, und Er war erfreut, dass Er während dessen Herrschaft auf die Welt gekommen war.
Hat nun diese erlauchte Persönlichkeit ihre erhabene Stufe durch bewundernswürdige Eigenschaften erlangt oder etwa dadurch, dass er sich aufmachte, die Erde zu erobern und das Blut ihrer Völker zu vergießen?
Bedenket, er erreichte einen so hohen Rang im Herzen der Welt, dass seine Größe durch die Unendlichkeit der Zeit dringt und er ewiges Leben erwarb.
Wollten wir über das Fortleben großer geschichtlicher Gestalten ausführlicher berichten, würde diese kurze Abhandlung unnötig in die Länge gezogen, und da es keineswegs feststeht, dass die öffentliche Meinung Persiens durch solche Lektüre wesentlich beeinflusst wird, wollen wir diese Arbeit verkürzen und zu denjenigen Fragen übergehen, die im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen.
Sollte es sich jedoch herausstellen, dass diese Kurzfassung Erfolg hat, werden wir, so Gott will, eine Anzahl Bücher schreiben, die sich ausführlich und nutzbringend mit den Grundsätzen göttlicher Weisheit in ihrem Zusammenhang mit der Erscheinungswelt befassen.
Keine Macht der Erde kommt gegen die Armeen der Gerechtigkeit an, und jede Feste muss vor ihnen fallen; denn die Menschen beugen sich willig unter den siegreichen Schlägen dieser entscheidenden Waffe, und verwüstete Orte blühen unter den Füßen dieser Heerschar wieder auf. Zwei mächtige Banner sind es, deren Schatten, wenn er auf die Krone eines Königs fällt, bewirkt, dass der Einfluss seiner Herrschaft rasch und leicht wie das Sonnenlicht die ganze Erde durchdringt. Das erste ist das Banner der Weisheit, das zweite das der Gerechtigkeit. Gegen diese beiden mächtigsten Streitkräfte können selbst Berge von Eisen nichts ausrichten, und die Mauer Alexanders bricht vor ihnen in Stücke. Es ist doch offensichtlich, dass das Leben in dieser vergänglichen Welt so flüchtig und unbeständig wie der Morgenwind ist. Wie glücklich sind deshalb jene großen Menschen, die einen guten Namen und die Erinnerung an ein Leben hinterlassen, das auf dem Pfade des Wohlgefallens Gottes verbracht wurde.
»Ob unter Thrones Baldachin ob unter freiem Himmelszelt – was kümmert’s, wo ein reines Herz zur letzten Ruh’ sich niederlegt.«A26
Ein Feldzug kann lobenswert sein, und es gibt Zeiten, in denen der Krieg zu einer mächtigen Grundlage des Friedens wird und Zerstörung das wahre Mittel zum Wiederaufbau. Wenn zum Beispiel ein edelmütiger Herrscher seine Truppen aufs Schlachtfeld führt, um den Angriff eines Aufrührers oder eines Aggressors abzuwenden, wenn er sich mit Heeresmacht anschickt, ein entzweites Staatsvolk zu einigen, kurz, wenn er den Krieg für eine gerechte Sache führt, dann ist dieses scheinbare Unheil, diese äußerliche Gewaltanwendung wirkliche Gerechtigkeit und dieser Krieg der Grundstein des Friedens. Heute besteht jedoch die Aufgabe, die großen Herrschern zukommt, darin, den Weltfrieden zu errichten, denn in ihm liegt die Freiheit aller Völker begründet.
Der vierte Teil der früher wiedergegebenen Äußerung über den Weg des Heils lautet: » … die Gebote seines Herrn befolgen.« Ohne Zweifel besteht des Menschen höchste Würde darin, dass er seinem Gott gegenüber demütig und gehorsam ist, und des Menschen größte Ehre, seine erhabenste Stufe und sein Ruhm hängen von der genauen Befolgung der göttlichen Gebote und Verbote ab. Die Religion ist das Licht der Welt; Fortschritt, Erfolg und Glück des Menschen sind das Ergebnis seines Gehorsams gegenüber den Gesetzen, die in den heiligen Büchern niedergelegt sind. Kurz, es lässt sich beweisen, dass in diesem Leben – sowohl nach außen wie nach innen – die Religion das mächtigste Bollwerk, der sicherste, dauerhafteste und beständigste Schutz für die ganze Welt ist. Sie gewährt die geistigen wie die materiellen Errungenschaften der Menschheit und sichert das Glück und die Kultur der Gesellschaft.
Es gibt tatsächlich Toren, die die Grundwahrheiten der göttlichen Religionen niemals richtig geprüft haben, vielmehr das Verhalten einiger weniger religiöser Heuchler zum Maßstab genommen und alle gläubigen Menschen mit diesem Zollstock gemessen haben. So kamen sie zu der Auffassung, Religionen seien ein Hindernis für den Fortschritt, ein trennendes Element, Ursache von Boshaftigkeit und Feindschaft unter den Menschen. Sie haben nicht einmal bemerkt, dass die Grundsätze der göttlichen Religionen nicht nach den Taten derjenigen gewertet werden können, die nur vorgeben, sie zu befolgen. Denn alles Erhabene, so unvergleichlich es sein mag, kann zu bösen Zwecken missbraucht werden. Eine brennende Lampe in der Hand eines unwissenden Kindes oder eines Blinden wird weder die sie umgebende Dunkelheit beseitigen noch das Haus erhellen, sondern den Träger wie das Haus in Flammen setzen. Können wir da der Lampe die Schuld geben? Nein, bei Gott dem Herrn! Für den Sehenden ist die Lampe eine Führung und zeigt ihm den Weg, aber dem Blinden bringt sie Unheil.
Unter denen, die Religion ablehnten, befand sich der Franzose Voltaire, der viele Bücher schrieb, in denen er die Religionen angriff – Werke, die nicht mehr taugen als Kinderspielzeug. Dieser Mensch nahm die Taten und Unterlassungen des Papstes, des Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche, und die Intrigen und Streitigkeiten der geistlichen Führer der Christenheit zu seinem Maßstab, tat den Mund weit auf und lästerte gegen den Geist Gottes (Jesus). In seiner unzulänglichen Beweisführung gelang es ihm nicht, den wahren Sinn der heiligen Schriften zu erfassen; er stieß sich an gewissen Stellen in den offenbarten Texten und konzentrierte sich auf die damit zusammenhängenden Probleme. »Wir haben vom Qur’án das herniedergesandt, was den Gläubigen Heilung und Gnade bringt; den Frevlern aber wird es das Verderben nur noch mehren.«Q26
»Der Greis von GhaznáA27 sprach in einem Gleichnis, als er das göttliche Geheimnis pries: Die Zweifler sehen nichts in dem Qur’án als eitel Worte; doch wen wundert das? Von all dem Feuer, das die Sonne schenkt, erreicht die Wärme nur des Blinden Auge.«A28
»Viele wird Er durch solche Gleichnisse irreleiten, viele den rechten Weg führen; aber nur die Frevler wird Er irreleiten.« Q27
Fürwahr, das stärkste Mittel, um Ruhm und Fortschritt des Menschen zu erlangen, die höchste Wirkkraft für die Erleuchtung und Erlösung der Welt sind Liebe, Freundschaft und Einheit unter allen Mitgliedern des Menschengeschlechts. Nichts in der Welt ist durchführbar, ja nicht einmal denkbar, ohne Einheit und Einklang, und das vollkommene Mittel, das Freundschaft und Einheit hervorbringt, ist wahre Religion. »Hättest Du auch alle Schätze der Erde verschwendet, Du hättest ihre Herzen doch nicht vereinigen können; aber Gott hat sie vereinigt …«Q28
Wenn die Offenbarer Gottes erscheinen, führt ihre Macht, wahre Einheit sowohl nach außen als auch in den Herzen zu schaffen, feindselige Völker, die einander nach dem Leben trachteten, unter dem Schutz des Wortes Gottes zusammen. Dann werden hunderttausend Seelen zu einer Seele, und aus zahllosen Einzelwesen entsteht ein Menscheitskörper.
»Einst waren sie wie die Wogen der See, und der Wind trieb sie zahllos vor sich her. Dann sandte Gott Seine Sonne auf sie, und Seine Sonne kann Einheit nur sein. Hunde und Wölfe leben getrennt, doch die Seele der Löwen Gottes ist eins.«A29
Die Ereignisse beim Kommen der Propheten vergangener Zeiten, ihr Leben, ihre Taten und die Verhältnisse, die sie antrafen – all dies ist nur unzureichend in den geschichtlichen Quellen festgehalten; im Qur’án, in den heiligen Überlieferungen und in der Thora wird darauf nur in zusammengefasster Form Bezug genommen. Da jedoch alle Begebenheiten seit den Tagen Moses bis auf die heutige Zeit im mächtigen Qur’án, in den beglaubigten Überlieferungen, in der Thora und anderen verlässlichen Quellen aufgezeichnet sind, wollen wir uns hier mit einigen kurzen geschichtlichen Beispielen begnügen, um überzeugend zu klären, ob die Religion die eigentliche Grundlage und das Grundprinzip der Kultur und Zivilisation ist oder ob sie, wie Voltaire und seinesgleichen annehmen, allen sozialen Fortschritt, Wohlstand und Frieden vereitelt.
Um Einwände von Seiten irgendeines Volkes der Erde ein für alle Male auszuschließen, werden wir unsere Ausführungen in Übereinstimmung mit jenen autoritativen Berichten durchführen, auf die sich alle Nationen geeinigt haben.
Als die Israeliten in Ägypten so zahlreich geworden waren, dass sie sich über das ganze Land verteilt hatten, beschlossen die koptischen Pharaonen Ägyptens, ihre koptischen Untertanen zu unterstützen und zu begünstigen, die Kinder Israels hingegen, die sie als fremde Eindringlinge betrachteten, zu erniedrigen und zu entehren.
Lange Zeit waren die Juden, weit verstreut und zersplittert, Gefangene in der Hand der tyrannischen Kopten; von allen wurden sie verlacht und verachtet, und der Geringste der Kopten konnte die vornehmsten Israeliten ungestraft knechten und verfolgen.
Die Versklavung, das Elend und die Hilflosigkeit der Hebräer gingen so weit, dass sie bei Tag und Nacht ihres Lebens nicht mehr sicher waren und nicht wussten, wie sie ihre Frauen und Kinder vor dem gewalttätigen Zugriff ihrer pharaonischen Entführer schützen sollten.
Die Splitter ihrer gebrochenen Herzen waren ihre tägliche Speise und ein Strom von Tränen ihr Trank.
In dieser Bedrängnis lebten sie dahin, bis plötzlich Moses, der Allherrliche, das göttliche Licht aus dem gesegneten Tal, dem Ort, der Heiliger Boden war, strömen sah und die lebenspendende Stimme Gottes vernahm, wie sie aus der Flamme des Busches sprach, der »weder vom Osten noch vom Westen«Q29 ist.
Und Er erhob sich in der vollen Pracht seines allumfassenden Offenbarertums.
Wie eine Leuchte göttlicher Führung erstrahlte Er inmitten der Israeliten, und durch das Licht des Heils geleitete Er jenes verlorene Volk aus den Schatten der Unwissenheit zu Erkenntnis und Vollkommenheit.
Er sammelte die zerstreuten Stämme Israels unter dem Schutz des einenden, alles umfassenden Wortes Gottes, und hisste über den Höhen der Vereinigung das Banner der Eintracht.
Auf diese Weise erlangten jene unwissenden Menschen in kürzester Zeit geistige Erziehung; sie, denen die Wahrheit bisher fremd war, fanden sich im Glauben an die Einheit Gottes zusammen, wurden von ihrem Elend, ihrer Armut, ihrer Verständnislosigkeit und Knechtschaft erlöst und erreichten ein Höchstmaß an Ehre und Glück.
Sie zogen aus Ägypten fort, machten sich auf nach ihrer ursprünglichen Heimat und kamen nach Kanaan und Philisterland.
Zunächst eroberten sie die Ufer des Jordan und Jericho, dann siedelten sie sich in diesem Gebiet an, und schließlich gerieten alle Nachbarländer wie Phönizien, Edom und Ammon unter ihre Herrschaft.
In der Zeit Josuas waren einunddreißig Länder in der Hand der Israeliten, und in jeder edlen menschlichen Eigenschaft – Gelehrsamkeit, Standhaftigkeit, Entschlossenheit, Mut, Ehrenhaftigkeit, Freigiebigkeit- übertraf dieses Volk alle anderen auf der Erde.
Wenn in jenen Tagen ein Israelit mit anderen Menschen zusammentraf, erkannten sie ihn sogleich an seinen vielen Tugenden, und sogar Angehörige fremder Völker sagten, wenn sie jemanden loben wollten, er sei wie ein Israelit.
In zahlreichen Geschichtswerken wird darüber hinaus berichtet, dass die Philosophen Griechenlands wie etwa Pythagoras den größten Teil ihrer Philosophie – sowohl im geistigen wie im materiellen Sinn – von den Schülern Salomons übernahmen. Und Sokrates, der unermüdlich gereist war, um mit den berühmtesten Gelehrten und Geistlichen Israels zusammenzutreffen, entwickelte bei seiner Rückkehr nach Griechenland die Lehre von der Einheit Gottes und dem ewigen Leben der Menschenseele nach dem stofflichen Tode. Schließlich verklagten die Unwissenden unter den Griechen diesen Mann, der die tiefsten Geheimnisse der Weisheit ergründet hatte, und trachteten ihm nach dem Leben; dann nötigte der Pöbel die Herrscher, gegen Sokrates vorzugehen, und die Ratsversammlung verurteilte ihn dazu, den Giftbecher zu leeren.
Nachdem die Israeliten auf allen Ebenen der Kultur Fortschritte gemacht und die denkbar größten Erfolge erzielt hatten, fingen sie allmählich an, die Grundprinzipien des mosaischen Gesetzes und ihres Glaubens außer Acht zu lassen, sich mit Riten und Zeremonien zu beschäftigen und ein ungebührliches Betragen an den Tag zu legen.
In den Tagen von Rehoboam, dem Sohn Salomons, brach verheerende Zwietracht unter ihnen aus.
Einer von ihnen, Jeroboam mit Namen, schmiedete Ränke, um den Thron an sich zu reißen, und er war es auch, der den Götzendienst einführte.
Der Streit zwischen Rehoboam und Jeroboam führte zu jahrhundertelangen Fehden zwischen ihren Nachkommen und brachte es mit sich, dass die Stämme Israels zerstreut und aufgelöst wurden.
Kurz, weil sie die Bedeutsamkeit des Gesetzes Gottes vergaßen, wurden sie auf tadelswerte Weise in dummen Fanatismus, Unruhen und Aufruhr verwickelt.
Ihre Geistlichen kamen zu dem Schluss, dass all diese wesentlichen menschlichen Eigenschaften, die im Heiligen Buche dargelegt worden sind, nur noch tote Buchstaben seien; sie trachteten lediglich danach, ihre eigenen selbstsüchtigen Interessen zu verfolgen, und schädigten das Volk, indem sie es in die tiefsten Tiefen der Achtlosigkeit und Unwissenheit sinken ließen.
Die Frucht all ihrer Untaten war, dass sich die Herrlichkeit der alten Zeiten, die so lange Bestand hatte, in Erniedrigung verwandelte und sie von den Herrschern Persiens, Griechenlands und Roms übermannt wurden.
Die Banner ihrer Eigenstaatlichkeit wurden umgestoßen, und die Unwissenheit, Torheit, Würdelosigkeit und Eigenliebe ihrer religiösen Führer und Gelehrten kam ans Licht, als Nebukadnezar, der König von Babylon, erschien, der sie vernichtete.
Nachdem er alles niedergemetzelt, ihre Häuser geplündert und zerstört und sogar ihre Bäume ausgerissen hatte, nahm Nebukadnezar alle gefangen, die noch übrig waren und die sein Schwert verschont hatte, und führte sie nach Babylon.
Siebzig Jahre später wurden die Nachkommen dieser Gefangenen freigelassen und kehrten nach Jerusalem zurück.
Hesekiel und Esra richteten unter ihnen die Grundsätze der Heiligen Schrift wieder auf; Tag für Tag machten die Israeliten Fortschritte, und der Morgenglanz der alten Zeit dämmerte wieder herauf.
Nach kurzer Zeit jedoch kam es wieder zu Meinungsverschiedenheiten über Glaubenssätze und Lebensführung, und wieder hatten die jüdischen Gelehrten nur die eine Sorge, ihre eigenen selbstsüchtigen Ziele zu verfolgen.
Die Reformen, welche die Zeit Esras bestimmten, verwandelten sich in Ausbeutung und Korruption.
Die Lage verschlimmerte sich so sehr, dass die Heere der römischen Republik mehrere Male das Land Israel erobern konnten.
Schließlich zertrat der kriegerische Titus als Befehlshaber der römischen Streitmacht die Heimat der Juden zu Staub.
Alle Männer ließ er mit dem Schwert umbringen, Frauen und Kinder führte er als Gefangene fort; ihre Häuser ließ er dem Erdboden gleichmachen, ihre Bäume ausreißen, ihre Bücher verbrennen und ihre Schätze plündern.
Jerusalem und der Tempel wurden in einen Aschenhaufen verwandelt.
Nach diesem überwältigenden Unheil versank der Stern des Reiches Israel ins Nichts, und bis auf den heutigen Tag sind die Überreste dieses verschollenen Volkes in alle vier Winde verstreut.
»Erniedrigung und Elend drückten auf sie nieder.«Q30 Auf diese beiden heftigsten Heimsuchungen, die Nebukadnezar und Titus herbeigeführt hatten, bezieht sich der ruhmreiche Qur’án, wenn gesagt ist:
»Und feierlich erklärten Wir den Kindern Israels in dem Buche: ›Zweimal, wahrlich, sollt ihr Unheil stiften auf Erden, und mit großem Stolz und Hochmut werdet ihr euch erheben.‹ Und als die verheißene Drohung zum ersten Mal erfüllt werden sollte, sandten Wir Unsere Diener gegen euch aus:
Leute von schrecklichem Mut.
Und sie durchsuchten das Innerste eurer Wohnstätten, und erfüllt ward die Drohung … Als nun die Strafe für eure späteren Sünden vollzogen werden sollte, sandten Wir euch einen Feind, eure Gesichter traurig zu stimmen und in euren Tempel einzudringen wie beim ersten Mal und zu zerstören und zu vernichten, was er eroberte.«Q31
Unsere Absicht ist zu zeigen, wie wahre Religion Kultur und Würde, Wohlstand und Ansehen, Bildung und Fortschritt eines vormals elenden, unwissenden und versklavten Volkes fördert und wie der Gottesglauben, wenn er törichten, fanatischen Religionsführern in die Hände fällt, auf schlimme Art missbraucht wird, bis sich diese höchste Pracht in schwarzes Dunkel verwandelt.
Als zum zweiten Mal die unmissverständlichen Zeichen für Israels Zerfall, Erniedrigung, Unterjochung und Vernichtung zu erkennen waren, da erfüllte der liebliche und heilige Odem des Geistes Gottes (Jesus) das Tal des Jordan und das Land Galiläa; die Wolken göttlichen Erbarmens überzogen jene Himmelsstriche und ergossen in Fülle über sie die Wasser des Geistes. Und nach den anschwellenden Regenschauern, die dem Größten Meer entströmten, entfaltete das Heilige Land seinen Duft und erblühte in der Erkenntnis Gottes. Die Hymnen des Evangeliums erklangen und stiegen auf bis zu den Bewohnern der Himmelsgemächer, und die achtlosen Toten, die in den Gräbern ihrer Unwissenheit lagen, erhoben ihre Häupter, um ewiges Leben zu empfangen, wenn sie mit dem Odem Jesu in Berührung kamen. Drei Jahre lang wandelte diese Leuchte der Vollkommenheiten vor den Toren Jerusalems über die Felder Palästinas, führte alle Menschen in das Morgenlicht der Erlösung und lehrte sie, geistige Eigenschaften und gottgefällige Tugenden zu erlangen. Hätte das Volk Israel an dieses herrliche Wesen geglaubt, so hätte es sich aufgemacht, Ihm mit Leib und Seele zu dienen und gehorsam zu sein; durch den belebenden Hauch Seines Geistes hätte das Volk seine alte Schwungkraft wiedererlangt und neue Siege errungen.
Aber ach! Was nutzte dies alles? Sie wandten sich ab und widersetzten sich Ihm. Alle erhoben sich, um Ihn zu quälen, Ihn, der die Quelle göttlicher Erkenntnis, der Dämmerort der Offenbarung war, alle außer einer Handvoll Gläubiger, die ihr Antlitz Gott zuwandten und vom Makel dieser Welt gereinigt den Weg zu den Höhen des unsichtbaren Königreiches fanden. Jede nur denkbare Qual fügte man jenem Brunnquell der Gnade zu, bis es Ihm unmöglich wurde, in den Städten zu weilen, aber dennoch hielt Er das Banner des Heils empor und schuf feste Grundlagen für menschliche Rechtschaffenheit, diese wesentliche Voraussetzung wahrer Kultur.
Im fünften Kapitel Matthäi, Vers 39, rät Er: »Ihr sollt dem Bösen und dem Unrecht nicht mit gleichen Mitteln entgegentreten; sondern wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, so halte ihm auch die andere hin. « Und weiterhin im 43. Vers: »Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ›Lieben sollst du deinen Nächsten, und deinen Feind sollst du nicht mit Feindschaft quälen.‹A30 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für jene, die euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr die Kinder eures Vaters im Himmel seid; denn Er lässt Seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und sendet den Regen seiner Gnade hernieder auf Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebet, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr da? Tun das nicht auch die Zöllner?«
Zahllos waren Ratschläge dieser Art, die jener Tagesanbruch göttlicher Weisheit verkündete, und Menschen, die sich durch solche Eigenschaften der Heiligkeit auszeichnen, sind die reinen Wesen der Schöpfung und die Quellen wahrer Kultur.
Jesus begründete sodann das heilige Gesetz auf der Grundlage sittlicher Charakterstärke und völliger Vergeistigung, und für jene, die an Ihn glaubten, zeigte Er eine besondere Lebensweise auf, welche die höchste Verhaltensart auf Erden darstellt. Obwohl jene Wahrzeichen der Erlösung äußerlich der böswilligen Verfolgung ihrer Peiniger ausgeliefert schienen, waren sie in Wirklichkeit von dem hoffnungslosen Dunkel befreit, das die Juden umfangen hatte, und erstrahlten in immerwährender Herrlichkeit am Morgen dieses neuen Tages.
Die mächtige Nation der Juden stürzte und zerfiel, aber jene wenigen Seelen, die unter dem Baum der messianischen Sendung Schutz suchten, gestalteten alles menschliche Leben neu. Alle Völker der Welt waren damals äußerst unwissend, fanatisch und götzendienerisch. Nur eine Handvoll Juden bekannte sich zum Glauben an die Einheit Gottes, und sie waren armselige Ausgestoßene. Diese heiligen Seelen der Christenheit erhoben sich nun, um eine Sache zu verkünden, die den Anschauungen der gesamten Menschheit völlig entgegengesetzt und zuwider war. Die Herrscher in vieren der fünf Erdteile fassten den unerbittlichen Entschluss, die Anhänger Christi völlig zu vernichten, und dennoch schickten sich schließlich die meisten von ihnen an, den Glauben Gottes mit ganzem Herzen zu verbreiten. Alle Nationen Europas, zahlreiche Völker Asiens und Afrikas und sogar einige Einwohner der pazifischen Inseln versammelten sich unter dem Schutz der Einheit Gottes.
Überleget, ob es in der Schöpfung ein Prinzip gibt, das in irgendeiner Hinsicht machtvoller ist als die Religion, ob eine Kraft gedacht werden kann, die durchdringender ist als die vielfältigen göttlichen Offenbarungen, ob irgendeine Institution wahre Liebe, Freundschaft und Einheit zwischen allen Völkern hervorbringt, wie es der Glaube an einen allmächtigen und allwissenden Gott vermag, oder ob es außer den Gesetzen Gottes Beweise für eine Wirkkraft gibt, die für die Erziehung der ganzen Menschheit auf jeder Stufe rechtschaffener Lebensführung von Bedeutung ist!
Diese Eigenschaften, die die Philosophen erlangten, wenn sie die wahren Höhen ihrer Weisheit erreicht hatten, diese edlen menschlichen Eigenschaften, wie sie jene Philosophen auf dem Gipfel ihrer Vollkommenheit auszeichneten, wurden von den Gläubigen verwirklicht, sobald sie den Glauben angenommen hatten. Seht, wie jene Seelen, die die lebenspendenden Wasser der Erlösung aus den huldvollen Händen Jesu, des Geistes Gottes, tranken und unter den schützenden Schatten des Evangeliums traten, eine solch hohe Stufe sittlicher Lebensführung erreichten, dass Galen, der berühmte Arzt, in seinem Abriss über Platos Republik ihre Taten pries, obwohl er selbst kein Christ war. Die wörtliche Übersetzung lautet wie folgt:
»Die Masse der Menschheit ist nicht fähig, eine Folge logischer Argumente aufzunehmen. Deshalb bedarf es der Symbole und Gleichnisse, die von Belohnung und Bestrafung in der nächsten Welt sprechen. Der Beweis für diese Einsicht ist, dass es heute Leute gibt, die ›Christen‹ genannt werden, und bei denen der Glaube an Lohn und Strafe in einem künftigen Leben tief verwurzelt ist. Diese Gruppe weist ein hervorragendes Verhalten auf, ähnlich demjenigen eines Menschen, der ein wahrer Philosoph ist. So sehen wir alle mit unseren eigenen Augen, dass sie keine Furcht vor dem Tode haben, und ihre leidenschaftliche Liebe zu Gerechtigkeit und Ehrlichkeit ist so groß, dass man sie als wahre Philosophen ansehen sollte.«A31
Zu jener Zeit und in den Augen Galens war die Stufe eines Philosophen allen anderen Stufen in der Welt übergeordnet. Bedenkt also, wie die erleuchtende und vergeistigende Kraft der göttlichen Religionen die Gläubigen zu solchen Höhen der Vollkommenheit emporführt, dass ein Philosoph wie Galen, der selbst kein Christ ist, ein derartiges Zeugnis ablegt.
Der hervorragende Charakter der Christen zeigte sich auch darin, dass sie sich wohltätigen und guten Werken widmeten und Krankenhäuser und gemeinnützige Einrichtungen schufen. So war der erste, der im ganzen römischen Reich öffentliche Krankenhäuser für die ärztliche Pflege der Armen, Verwundeten und Hilfsbedürftigen einrichtete, Kaiser Konstantin. Dieser große König war der erste römische Herrscher, der für die Sache Christi eintrat. Er scheute keine Mühe und weihte sein Leben der Verbreitung der Lehren des Evangeliums. Das römische Staatswesen, das in Wirklichkeit nur ein System uneingeschränkter Unterdrückung war, gründete er auf Mäßigung und Gerechtigkeit. Sein gesegneter Name erstrahlt aus dem Dunkel der Geschichte wie der Morgenstern, und sein Ansehen und Ruhm als einer der edelsten und kultiviertesten Persönlichkeiten ist heute noch im Munde von Christen aller Konfessionen.
Welch feste Grundlage für hervorragende Charaktereigenschaften wurde doch dank der Ausbildung hehrer Seelen, die sich aufmachten, die Lehren des Evangeliums zu verbreiten, in jenen Tagen gelegt! Wie viele Grundschulen, Hochschulen und Krankenhäuser wurden geschaffen wie auch Einrichtungen, in denen elternlose und bedürftige Kinder erzogen wurden! Wie zahlreich waren die Menschen, die ihren persönlichen Vorteil hintanstellten und »aus dem Verlangen, dem Herrn zu gefallen«Q32 die Tage ihres Lebens damit verbrachten, die Massen zu lehren!
Als nun die Zeit herannahte, in der die strahlende Schönheit Muḥammads über der Welt aufgehen sollte, fiel die Macht über die Christenheit unwissenden Priestern in die Hände. Der himmlische Hauch, der aus den Gefilden göttlicher Gnade strömte, verflog, und die Gesetze des erhabenen Evangeliums, der Felsgrund, auf dem die Kultur der Welt ruhte, zeitigten keine Erfolge mehr, weil sie missbraucht wurden und weil gewisse Menschen, äußerlich anständig, innerlich jedoch verdorben, gegen sie verstießen.
Europäische Geschichtsforscher von Rang und Namen berichten übereinstimmend, wenn sie die politischen und sittlichen Zustände, die Bildung und die Kultur des Altertums, des Mittelalters und der Neuzeit in allen ihren Aspekten schildern, dass während der zehn Jahrhunderte des Mittelalters, vom Beginn des sechsten Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung bis zum Ende des fünfzehnten, Europa in jeder Hinsicht und in höchstem Maße finster und barbarisch war. Der wichtigste Grund ist folgender: Die Mönche, von den europäischen Völkern als geistige und religiöse Führer angesehen, hatten die ewige Ehre, die von der Befolgung der heiligen Gebote und der himmlischen Lehren des Evangeliums herrührt, aufgegeben und mit den vermessenen, tyrannischen Oberhäuptern der weltlichen Regierungen jener Zeit gemeinsame Sache gemacht. Ihre Augen hatten sie von der unvergänglichen Herrlichkeit abgewendet und all ihr Streben darauf gerichtet, ihren gemeinsamen weltlichen Interessen und vergänglichen, kurzlebigen Vorteilen nachzugehen. Schließlich kam es so weit, dass die Massen hilflose Gefangene in den Händen dieser beiden Gruppen waren und dadurch das ganze Gefüge der Religion, Kultur, Wohlfahrt und Zivilisation der Völker Europas zusammenbrach.
Als dieses würdelose Tun und Denken und die unehrenhaften Vorhaben der Anführer die süßen Düfte des Geistes Gottes (Jesu) schwächten und diese nicht mehr über die Welt strömten, und als die Finsternis bigotter Unwissenheit und gottloser Taten die Erde umfangen hielt, da leuchtete das Morgenlicht der Hoffnung wieder auf, und der göttliche Frühling kehrte zurück; eine Wolke von Barmherzigkeit breitete sich über die Welt aus, und aus den Gefilden der Gnade wehten fruchtbare Winde.
Im Zeichen Muḥammads erhob sich die Sonne der Wahrheit über Yathrib (Medina) und dem Ḥijáz; über das ganze Weltall ergoss sie das Licht ewiger Herrlichkeit.
Dies verwandelte die Erde menschlicher Möglichkeiten, und die Worte:
»Die Erde wird leuchten mit dem Lichte ihres Herrn«Q33 waren erfüllt.
Die alte Welt wurde wieder neu, und ihr toter Körper erwachte zu reichem Leben.
Tyrannei und Unwissenheit wurden überwunden, und hoch ragten die Paläste der Erkenntnis und Gerechtigkeit empor, die an ihrer statt errichtet wurden.
Ein Meer von Erleuchtung brandete heran, und die Wissenschaft goss ihre Strahlen über alle Lande.
Bevor die Flamme höchsten Prophetentums in der Lampe von Mekka entzündet wurde, waren die wilden Stämme des Ḥijáz das grausamste und gottloseste Volk auf Erden.
In allen Geschichtswerken sind ihre entartete, lasterhafte Lebensführung, ihre Wildheit und ihre ständigen Fehden aufgezeichnet.
Damals betrachteten die zivilisierten Völker der Welt die arabischen Stämme von Mekka und Medina nicht einmal als menschliche Wesen.
Als aber das Licht der Welt über ihnen erstrahlte, wurden sie – durch die Erziehung, die ihnen aus dieser Schatzgrube an Vollkommenheiten, diesem Brennpunkt der Offenbarung, zuteilwurde, und durch die Segnungen des göttlichen Gesetzes – innerhalb kürzester Frist unter dem Schutze des Prinzips der Einheit Gottes vereinigt.
Später erlangte dieses grausame Volk eine so hohe Stufe menschlicher Vollkommenheit und Zivilisation, dass alle Zeitgenossen darüber staunten.
Dieselben Völker, die bisher die Araber als Brut ohne Urteilsvermögen verspottet hatten, suchten nun eifrig die Gesellschaft der Araber und bereisten ihre Länder, um Bildung und Kultur, technische Fertigkeiten und Staatsführung, Künste und Wissenschaften von ihnen zu übernehmen.
Seht, welcher Einfluss auf die materiellen Verhältnisse von der Bildung durch den wahren Erzieher ausgeht! Hier waren Stämme, so unwissend und wild, dass sie in der Zeit der Jáhilíyyih ihre siebenjährigen Töchter lebendig begruben – eine Tat, die selbst ein Tier, geschweige denn ein menschliches Wesen, verabscheut und vor der es zurückschrecken würde, die aber jene äußerst entarteten Stämme als den höchsten Ausdruck der Ehrbarkeit und Sittentreue ansahen. Dank der klaren Lehren jener großen Persönlichkeit entwickelte sich dieses barbarische Volk in solchem Maße, dass es zunächst Ägypten, Syrien und dessen Hauptstadt Damaskus, Chaldäa, das Zweistromland und Írán eroberte und dann so weit kam, dass es jedes wichtige Problem in vier Hauptregionen des Erdballs aus eigener Kraft lösen konnte.
Die Araber übertrafen damals alle Völker der Welt auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft, Gewerbe und Erfindungen, der Philosophie, Staatsführung und Gesittung. Und wahrlich, der Aufstieg dieser grausamen, verachtenswerten Horden zur höchsten Stufe menschlicher Vollkommenheit in einer so kurzen Zeitspanne ist der größte Beweis für die Wahrheit der Offenbarung Muḥammads.
In der Frühzeit des Islám übernahmen die Völker Europas die Wissenschaften und Künste der Zivilisation vom Islám, so wie sie die Einwohner Andalusiens anwandten. Eine genaue, eingehende Untersuchung der geschichtlichen Aufzeichnungen wird die Tatsache bekräftigen, dass die Zivilisation Europas auf den Islám zurückgeht; denn alle Schriften der muslimischen Gelehrten, Theologen und Philosophen wurden nach und nach in Europa gesammelt, mit emsiger Sorgfalt geprüft, in akademischen Versammlungen und in Bildungszentren diskutiert, worauf das, was als wertvoll erachtet wurde, Verwendung fand. Heute sind zahlreiche Abschriften von Werken muslimischer Gelehrter, die in den islámischen Ländern nicht mehr zu finden sind, in den Bibliotheken Europas verfügbar. Auch die in allen europäischen Ländern geltenden Gesetze und Rechtsgrundsätze sind in beträchtlichem Maße, ja nahezu vollständig von den Werken der Rechtswissenschaft und von Gerichtsentscheidungen muslimischer Geistlicher hergeleitet. Wäre nicht zu befürchten, dass sich die vorliegende Abhandlung übermäßig in die Länge zieht, würden wir solche Entlehnungen eine nach der anderen aufführen.
Die Anfänge der europäischen Zivilisation gehen auf das siebte Jahrhundert islámischer Zeitrechnung zurück.
Die näheren Umstände waren folgende:
Gegen Ende des fünften Jahrhunderts nach der Hijrah erhob der Papst, das Oberhaupt der Christenheit, ein großes Gezeter darüber, dass die heiligen Stätten der Christen wie Jerusalem, Bethlehem und Nazareth unter muslimische Herrschaft gefallen waren.
Er stachelte die Könige und das Volk Europas zu einem Vorhaben an, das er als heiligen Krieg ansah.
Sein leidenschaftlicher Schrei der Empörung schwoll so an, dass alle Länder Europas darauf reagierten, und an der Spitze zahlloser Heerscharen zogen kreuzfahrende Könige über das Marmarameer und bahnten sich ihren Weg in den asiatischen Kontinent.
Damals herrschten die Khalífen aus dem Haus der Fáṭimiden über Ägypten und einige Länder im Westen der arabischen Welt, und sehr lange waren ihnen auch die Seldschuken, die Könige Syriens, untertan.
Kurz, die Könige des Westens fielen mit ihren unzähligen Truppen in Syrien und Ägypten ein, und während einer Zeitspanne von 203 Jahren führten die Herrscher Syriens und Europas ununterbrochen gegeneinander Krieg.
Fortgesetzt kam Verstärkung aus Europa herüber; immer wieder stürmten und bezwangen die westlichen Herrscher jede Burg in Syrien, aber ebenso oft warfen die islámischen Könige sie wieder hinaus.
Schließlich vertrieb Saladin im Jahr 693 n.d.H. die europäischen Könige und ihre Heere aus Ägypten und von der syrischen Küste.
Hoffnungslos geschlagen, kehrten sie nach Europa zurück.
Millionen Menschen kamen im Verlauf dieser Kreuzzüge ums Leben.
Zusammenfassend kann man sagen, dass zwischen 490 und 693 n.d.H.
Könige, Feldherren und andere Führer Europas sich ständig zwischen Ägypten, Syrien und dem Westen hin und her bewegten, und als sie schließlich alle in ihre Heimat zurückkehrten, verbreiteten sie in Europa, was sie im Laufe von über 200 Jahren in den islámischen Ländern auf den Gebieten der Staatskunst, der sozialen Entwicklung und Bildung, des Schulwesens und der Verfeinerung des Lebens kennengelernt hatten.
Die Zivilisation Europas geht auf diese Zeit zurück.
O Volk Persiens! Wie lange sollen eure Trägheit und Antriebslosigkeit noch fortdauern? Einst wart ihr die Herren der ganzen Erde; die Welt gehorchte auf euren Wink und Ruf. Wie kommt es, dass eure Herrlichkeit vergangen ist, dass ihr heute in Ungnade gefallen seid und euch in einem Winkel der Vergessenheit verkrochen habt? Ihr wart der Urquell der Bildung, die unerschöpfliche Lichtquelle für alle auf Erden; wie kommt es, dass ihr heute verwelkt, ausgelöscht, entmutigt seid? Ihr, die ihr einst die Welt entflammt habt, wie kommt es, dass ihr heute untätig und sorglos im Finstern weilt? Öffnet euer geistiges Auge, sehet eure große, greifbare Not! Erhebt euch und strengt euch an, suchet Bildung, suchet Erleuchtung! Ist es richtig, dass ein fremdes Volk die Kultur und das Wissen von euren Ahnen übernimmt und dass ihr, das eigene Fleisch und Blut, die rechtmäßigen Erben dieser Vorfahren, leer ausgeht? Wie kann es sein, dass eure Nachbarn Tag und Nacht mit ganzem Herzen sich anstrengen, um für ihren Fortschritt, ihre Ehre und ihren Wohlstand zu sorgen, während ihr in eurem dummen Fanatismus euch nur mit euren Streitigkeiten und Feindseligkeiten, euren Genüssen, Begierden und leeren Träumen beschäftigt? Ist es lobenswert, dass ihr die Genialität, die euer Geburtsrecht, eure ursprüngliche Fähigkeit, euer angeborenes Wissen ist, gedankenlos vergeudet und verschwendet? Aber wieder sind wir von unserem Thema abgewichen.
Jene Gebildeten Europas, die über die Geschichte des Abendlandes gut Bescheid wissen und sich durch Wahrheitsliebe und Gerechtigkeitssinn auszeichnen, stimmen darin überein, dass die tragenden Elemente ihrer Zivilisation in allen Einzelheiten vom Islám abgeleitet sind. So hat zum Beispiel DraperA32, der bekannte französische Wissenschaftler, dessen Genauigkeit, Fähigkeit und umfassende Bildung von allen europäischen Gelehrten bezeugt wird, in einem seiner meistgelesenen Werke, Die geistige Entwicklung Europas, in diesem Zusammenhang einen ausführlichen Bericht niedergelegt, d.h. im Hinblick darauf, dass die Völker Europas die Grundlagen der Zivilisation, des Fortschritts und des Allgemeinwohls vom Islám hergeleitet haben. Seine Aufzählung ist erschöpfend; eine Übersetzung an dieser Stelle würde unsere Arbeit ungebührlich in die Länge ziehen, wäre aber unerheblich für die Absicht, die wir verfolgen. Wenn der Leser weitere Einzelheiten wünscht, mag er auf den Text jenes Buches zurückgreifen.
Im Wesentlichen zeigt jener Verfasser, wie die europäische Kultur in ihrer Gesamtheit – ihre Gesetze, Grundsätze, Institutionen, ihre Wissenschaften, Philosophien, ihre Gelehrsamkeit, ihre gehobenen Sitten und Gebräuche, ihre Literatur, ihre Kunst und ihr Gewerbe, ihre Organisation und Disziplin, ihr Verhalten, ihre lobenswerten Charaktereigenschaften und sogar viele Wörter, geläufig in der französischen Sprache – von den Arabern herrührt.
Jedes dieser Elemente untersucht er bis ins Detail, zu jedem gibt er sogar den Zeitraum an, in welchem es vom Islám übernommen wurde.
So beschreibt er auch, wie die Araber in den Westen, ins heutige Spanien kamen und wie sie dort innerhalb kürzester Zeit eine hochentwickelte Kultur aufbauten, welch hervorragende Stufe ihre Verwaltung und ihre Gelehrsamkeit erreichten und wie festgegründet und gut geleitet ihre Schulen und Universitäten waren, an denen Wissenschaften, Philosophie und Kunsthandwerk gelehrt wurden; ferner, wie führend sie damals das Kulturleben bestimmten und wie viele Jugendliche aus bedeutenden Familien Europas an die Schulen von Cordoba und Granada, Sevilla und Toledo geschickt wurden, um dort die Wissenschaften und Künste des gehobenen Lebens zu erlernen.
Er schildert sogar, dass ein Europäer namens Gerbert sich an der Universität Cordoba auf arabischem Territorium immatrikulierte, um dort Künste und Wissenschaften zu studieren, und wie er nach seiner Rückkehr in Europa solche Bedeutung erlangte, dass man ihn schließlich an die Spitze der katholischen Kirche wählte und er Papst wurde.
Diese Hinweise sollen untermauern, dass die Religionen Gottes die wahre Quelle der geistigen wie der materiellen Vervollkommnung des Menschen sind, der Ausgangspunkt der Erleuchtung und des nutzbringenden Wissens für alle Welt. Wer dies mit gerechtem Sinn erwägt, wird feststellen, dass alle Gesetze des öffentlichen Lebens in diesen wenigen heiligen Worten beschlossen sind:
»Und sie gebieten das Rechte und verbieten das Unrecht und beeilen sich, gute Taten zu vollbringen.
Dieses sind die Rechtschaffenen.«Q34 Und wiederum:
»… auf dass unter euch ein Volk sei, das zum Guten auffordert, das Rechte befiehlt und das Unrecht verbietet.
Dies sind diejenigen, um die es gut bestellt sein soll.«Q35 Und weiter:
»Wahrlich, Gott gebietet Gerechtigkeit, rechtes Tun … und verbietet Schlechtigkeit und Unterdrückung.
Er ermahnt euch, auf dass ihr eingedenk seid.«Q36 Ferner über die Verfeinerung menschlichen Verhaltens:
»Lass Billigkeit walten und gebiete, was rechtens ist, und halte dich fern von den Toren.«Q37 Und gleicherweise:
»… die ihren Zorn bezwingen und anderen verzeihen.
Gott liebt jene, die Gutes tun.«Q38 Und wieder:
»Nicht das ist Frömmigkeit, dass ihr (beim Beten) euer Gesicht nach Osten wendet oder nach Westen; fromm ist vielmehr, wer an Gott glaubt, an den Jüngsten Tag, an die Engel, an die Schrift und an die Propheten, wer aus Liebe zu Gott sein Vermögen hingibt an Anverwandte, Waisen, Arme, an Bittende und um Gefangene loszukaufen, wer das Gebet verrichtet, den Armenbeitrag zahlt, wer zu denen gehört, die ihre Verträge einhalten, und wer geduldig ist bei Krankheiten, im Unglück und in Zeiten der Not.
Diese sind es, die rechtschaffen sind, diese sind die Gottesfürchtigen.«Q39 Und abermals:
»Sie ziehen jene sich selber vor, auch wenn Armut ihr eigenes Los ist.«Q40 – Seht, wie diese wenigen heiligen Verse die höchsten Ebenen und den tiefsten Sinn der Kultur sowie alle vortrefflichen Eigenschaften des menschlichen Charakters beinhalten.
Bei Gott, dem Herrn – und es gibt keinen Gott außer Ihm- selbst das kleinste Detail des zivilisierten Lebens rührt von der Gnade der Offenbarer Gottes her. Nichts, was für die Menschheit von Wert war, ist jemals zustande gekommen, ohne zuvor ausdrücklich in den Heiligen Schriften dargelegt worden oder als Schlussfolgerung daraus hervorgegangen zu sein?
Aber ach, was hilft dies alles! Sind die Waffen in den Händen von Feiglingen, dann ist keines Menschen Leben und Eigentum sicher, und die Diebe werden nur noch verwegener. Ebenso steht eine Geistlichkeit, die alles andere als vollkommen ist, wenn sie die Macht an sich reißt, wie ein eiserner Vorhang zwischen dem Volk und dem Licht des Glaubens.
Aufrichtigkeit ist der Grundstein des Glaubens. Das heißt, ein religiöser Mensch muss seine persönlichen Wünsche vergessen und danach streben, auf jede ihm mögliche Weise und von ganzem Herzen dem öffentlichen Wohl zu dienen. Andererseits ist es einem menschlichen Wesen nicht möglich, sich von seinem eigenen, selbstsüchtigen Nutzen abzuwenden und sein Wohl dem Wohl der Allgemeinheit zu opfern, es sei denn durch wahren religiösen Glauben. Denn Eigenliebe ist in den Lehm, aus dem der Mensch gemacht ist, hineingeknetet, und ohne Hoffnung auf eine angemessene Belohnung wird keiner seine eigenen bestehenden materiellen Interessen hintanstellen. Ein Mensch aber, der an Gott und Sein Wort glaubt, wird um Gottes willen seinen eigenen Vorteil und seine Behaglichkeit aufgeben und sich mit Herz und Seele aus freien Stücken dem Allgemeinwohl widmen, weil er die Verheißung und die Gewissheit hat, dass ihn im nächsten Leben reicher Lohn erwartet und weil ihm alle weltlichen Vergünstigungen im Vergleich zu der immerwährenden Freude und Herrlichkeit künftiger Seins ebenen nichts bedeuten. »Ein anderer aber ist unter den Menschen, der sein eigenes Selbst verkauft aus Verlangen nach dem Wohlgefallen Gottes.«Q41
Manche glauben, ein angeborener Sinn für menschliche Würde bewahre den Menschen davor, Böses zu tun, und biete Gewähr für seine geistige wie materielle Vervollkommnung.
Dies soll besagen, dass ein Mensch, den natürliche Intelligenz, hohe Entschlusskraft und edler Eifer auszeichnen, nicht wegen zu erwartender schwerer Bestrafung für ein Verbrechen oder reicher Belohnung für rechtschaffenes Verhalten, sondern instinktiv davor zurückschrecken wird, seinen Mitmenschen Leid zuzufügen, und danach hungern und dürsten wird, Gutes zu tun.
Aber wenn wir über die Beispiele der Geschichte nachdenken, wird uns klar, dass dieser eigentliche Sinn für Ehrbarkeit und Würde nichts anderes als eine der Wohltaten ist, die von den Geboten der Propheten Gottes herrühren.
Auch nehmen wir bei kleinen Kindern Anzeichen von Angriffslust und Ungehorsam wahr; wenn ein Kind keine Anweisungen durch einen Lehrer empfängt, vermehren sich seine unerwünschten Eigenschaften von einer Stunde zur andern.
Es ist also klar, dass dieser natürliche Sinn für Menschenwürde und Anstand die Folge von Erziehung ist.
Zweitens:
Selbst wenn wir um der Beweisführung willen annehmen, dass angeborene Intelligenz und angeborene Sittlichkeit Übeltaten verhindern könnten, ist es offensichtlich, dass derart beschriebene Menschen so selten wie der Stein der Weisen sind.
Eine Annahme dieser Art lässt sich nicht durch bloße Worte bekräftigen; sie muss durch Tatsachen untermauert sein.
Prüfen wir deshalb, welche Wirkkraft in der Schöpfung die breiten Massen zu guten Vorsätzen und guten Taten antreibt!
Übrigens wäre das Streben nach Rechtschaffenheit, das solch ein seltener Mensch mit diesen Anlagen an den Tag legt, sicherlich noch weit intensiver, wenn er darüber hinaus noch Gottesfurcht in sich verkörperte.
Allumfassende Wohltaten strömen aus der Gnadenfülle der göttlichen Religionen, denn sie führen die wahren Gläubigen zu aufrichtigen Absichten, edlen Zielen, Reinheit und makelloser Ehrbarkeit, umfassender Herzensgüte, Mitgefühl, Vertragstreue, Rücksichtnahme auf die Rechte anderer, Großzügigkeit, Gerechtigkeit in allen Lebenslagen, Menschlichkeit und Menschenliebe, Tapferkeit und unermüdlichem Eifer im Dienst an der Menschheit. Mit einem Wort, es ist die Religion, die alle menschlichen Tugenden hervorbringt, und diese Tugenden sind das strahlende Licht der Kultur. Wenn ein Mensch diese hervorragenden Eigenschaften nicht aufweist, hat er sicherlich nie einen Tropfen aus dem unergründlichen Strom der Lebenswasser gekostet, die aus den Lehren der heiligen Bücher fluten, noch hat er den leisesten Hauch von den duftenden Brisen, die aus den Gärten Gottes wehen, verspürt; denn nichts auf Erden kann allein durch Worte bewiesen werden, und jede Daseinsebene ist an ihren Zeichen und Symbolen erkennbar, jede Stufe menschlicher Entwicklung hat ihr besonderes Merkmal.
Der Sinn dieser Ausführungen besteht darin, ausgiebig klar zu machen, dass die göttlichen Religionen, die heiligen Gebote und die himmlischen Lehren die unanfechtbare Grundlage menschlichen Glücks sind und dass die Völker der Welt ohne dieses sichere Heilmittel auf keine wirkliche Linderung oder Erlösung von ihren Leiden hoffen können. Dieses Allheilmittel muss jedoch von einem weisen, erfahrenen Arzt angewandt werden, denn in den Händen eines Unbefugten könnten alle Heilmittel, die der Herr der Menschen jemals erschaffen hat, um die Krankheiten der Menschen zu heilen, keine Gesundung bringen, sondern würden im Gegenteil die hilflosen Opfer nur zugrunde richten und denen, die bereits krank sind, das Herz noch mehr belasten.
Als die Quelle göttlicher Weisheit, die Offenbarung umfassenden Prophetentums (Muḥammad), die Menschheit aufforderte, Künste, Wissenschaften und ähnliche positive Dinge zu erwerben, befahl Er ihnen, nach diesen sogar in den entlegensten Winkeln Chinas zu suchen. Aber die unfähigen, nörgelnden Gelehrten verbieten dies und rechtfertigen sich mit dem Spruch: »Wer ein Volk nachahmt, ist einer davon.« Sie haben nicht begriffen, was mit ›Nachahmung‹ in diesem Zitat gemeint ist, geschweige denn, dass sie wüssten, wie die göttlichen Religionen alle Gläubigen auffordern und ermutigen, sich Lebensgrundsätze anzueignen, die zu ständigen Verbesserungen führen, und von anderen Völkern Künste und Wissenschaften zu übernehmen. Wer sich für das Gegenteil ausspricht, hat nie vom Nektar der Erkenntnis getrunken, hat sich in seiner eigenen Unwissenheit verirrt und tappt den Trugbildern seiner Begierden nach.
Urteilt gerecht: Welche der modernen Errungenschaften an sich, welche ihrer Anwendungsmöglichkeiten steht im Gegensatz zu den göttlichen Geboten? Denkt man an die Errichtung von Parlamenten, wird dies im Text des folgenden heiligen Verses ausdrücklich vorgeschrieben: »… die ihre Angelegenheiten durch Beratung regeln …«Q42 Und an anderer Stelle werden die folgenden Worte an das Morgenlicht alles Wissens, die Quelle der Vollkommenheit selbst (Muḥammad), gerichtet, obwohl Er doch allumfassende Weisheit besaß: »… und berate dich mit ihnen in dieser Angelegenheit!«Q43 Wie könnte also die Frage wechselseitiger Beratung im Widerspruch zum religiösen Gesetz stehen? Die großen Vorteile der Beratung können auch durch logische Beweisführung belegt werden.
Können sie sagen, es widerspreche den Gesetzen Gottes, ein Todesurteil von äußerst gründlichen Untersuchungen abhängig zu machen, von der Bestätigung durch mehrere Körperschaften, von rechtskräftigem Beweis und königlicher Verfügung? Können sie behaupten, dass das, was unter der früheren Regierung geschehen war, mit dem Qur’án übereingestimmt habe? In den Tagen, da Ḥájí Mírzá Áqásí Ministerpräsident war, hörte man zum Beispiel aus vielen Quellen, der Gouverneur von Gulpáygán habe dreizehn wehrlose Amtspersonen jener Gegend festgenommen – alle dreizehn Nachkommen des Propheten, alle unschuldig – und habe sie ohne Gerichtsverfahren, ohne Billigung einer vorgesetzten Behörde in einer einzigen Stunde enthaupten lassen.
Einst hatte Persien mehr als fünfzig Millionen Einwohner. Sie wurden teilweise durch Bürgerkriege vertrieben, hauptsächlich aber durch das Fehlen eines geeigneten Staatssystems, durch die Gewaltherrschaft und die uneingeschränkten Befugnisse der regionalen und lokalen Gouverneure. Im Laufe der Zeit überlebte nicht einmal ein Fünftel dieser Bevölkerung; denn die Gouverneure suchten sich jedes Opfer, das ihnen wichtig war, wie unschuldig es sein mochte, aus, um ihren Zorn an ihm auszulassen und es zu töten. Aus Lust und Laune pflegten sie erwiesene Massenmörder zu ihren Günstlingen zu machen. Keine Menschenseele konnte frei ihre Meinung äußern; denn der Gouverneur hatte die absolute Kontrolle. Können wir sagen, solche Zustände hätten mit dem Gebot der Gerechtigkeit oder mit den Gesetzen Gottes übereingestimmt?
Können wir behaupten, es widerspreche den Grundsätzen des Glaubens, den Erwerb nutzbringender Künste und allgemeiner Bildung zu fördern, sich über die Wahrheiten solcher Naturwissenschaften, die dem Menschen dienlich sind, zu informieren, den Umfang der Industrie und die gewerbliche Produktion auszuweiten und die Wege zum Wohlstand der Nation zu vermehren? Würde es gegen die Anbetung Gottes verstoßen, Gesetz und Ordnung in den Städten zu schaffen, ländliche Gebiete zu strukturieren, Straßen auszubessern, Eisenbahnen zu bauen, Reisen und Warentransporte zu erleichtern und so das Wohlergehen des Volkes zu steigern? Wäre es unvereinbar mit den göttlichen Geboten und Verboten, wollten wir die verlassenen Bergwerke, die größte Einnahmequelle für den Reichtum der Nation, wieder in Betrieb nehmen und Fabriken bauen, was zum Wohlergehen, zur Sicherheit und zum Reichtum des ganzen Volkes beitragen würde? Oder die Schaffung neuer Industrien ankurbeln und Verbesserungen an unseren heimischen Produkten herbeiführen?
Bei dem Allherrlichen!
Es erstaunt mich zu sehen, welch ein Schleier sich über die Augen der Menschen gelegt hat und wie dieser Schleier sie selbst für so offensichtliche Notwendigkeiten blind macht.
Und wenn triftige Gründe und derartige Beweise angeführt werden, antworten sie ohne jeden Zweifel aus tausend tief verborgenen Spitzfindigkeiten und Vorurteilen heraus:
»Wenn am Tag des Gerichts die Menschen vor ihrem Herrn stehen, werden sie nicht nach ihrer Bildung und dem Grad ihrer Kultur gefragt; vielmehr werden sie auf ihre guten Taten hin geprüft.« Lassen sie uns dem zustimmen und davon ausgehen, dass der Mensch nicht nach seiner Kultur und Erziehung gefragt wird; werden an diesem ›Tag des Gerichts‹ nicht dennoch die Anführer zur Verantwortung gezogen?
Wird ihnen nicht gesagt werden:
»O ihr Oberhäupter und Anführer!
Warum habt ihr diese mächtige Nation dazu gebracht, von den Ruhmeshöhen ihrer Vergangenheit herabzustürzen und ihren Platz im Herzen und Mittelpunkt der zivilisierten Welt aufzugeben?
Ihr wäret sehr wohl imstande gewesen, Maßnahmen zu ergreifen, die diesem Volk zu höchster Ehre gereicht hätten.
Das habt ihr versäumt, ja ihr habt sogar das Volk jener allgemeinen Wohltaten beraubt, die alle Völker genießen.
Hat nicht dieses Volk einst wie die Sterne an einem glückverheißenden Himmel gestrahlt?
Wie konntet ihr es wagen, sein Licht in der Finsternis zu ersticken?
Ihr hättet die Lampe irdischer und ewiger Herrlichkeit für dieses Volk entzünden können; warum habt ihr es versäumt, aus ganzem Herzen danach zu streben?
Und wenn durch Gottes Gnade ein helles Licht aufloderte, warum habt ihr es dann nicht hinter dem Glas eures Heldenmutes vor den Winden behütet, die ihm entgegenschlugen?
Warum habt ihr euch mit aller Macht erhoben, um es auszulöschen?«
»Und jedem Menschen haben Wir sein Schicksal um den Hals geschlungen. Und am Tag der Auferstehung werden Wir ein Buch hervorbringen und ihm weit geöffnet vorlegen.« Q44
Noch einmal: Gibt es eine edlere Tat als den Dienst am Allgemeinwohl? Gibt es etwas Segensreicheres für einen Menschen, als dass er zur Quelle der Erziehung, des Fortschritts, des Wohlergehens und der Ehre für seine Mitmenschen wird? Nein, bei Gott dem Herrn! Es ist die höchste Tugend für begnadete Seelen, die Hilflosen bei der Hand zu nehmen und sie von ihrer Unwissenheit, Erniedrigung und Armut zu befreien, sich aus lauteren Beweggründen und reiner Liebe zu Gott aufzumachen und zielstrebig dem Dienst an den Massen zu widmen, dabei den eigenen weltlichen Vorteil zu vergessen und nur dem Allgemeinwohl zu dienen. »Sie ziehen jene sich selber vor, auch wenn Armut ihr eigenes Los ist.«Q45 »Die Besten sind jene, die dem Volke dienen; die Schlimmsten sind jene, die dem Volke schaden.«
Ruhm sei Gott! Was für seltsame Zustände herrschen heutzutage, wenn sich keiner von allen Zuhörern fragt, welche Beweggründe der Redner, der eine Forderung vorbringt, in Wirklichkeit wohl hat und welche selbstsüchtigen Absichten er hinter der Maske seiner Worte verborgen halten mag. Beispielsweise kann es sein, dass ein Mensch, der seine kleinlichen, persönlichen Interessen durchzusetzen sucht, den Fortschritt eines ganzen Volkes aufhält. Um seine eigene Wassermühle zu betreiben, lässt er die Höfe und Felder aller anderen verdorren und vertrocknen. Um sich an der Macht zu halten, wird er immerfort die Massen auf diese Art von Vorurteilen und Fanatismus ausrichten, die die Grundfeste der Kultur untergraben.
Wenn ein solcher Mensch Taten vollbringt, die vor den Augen Gottes eine Verfehlung sind und von allen Propheten und Heiligen verabscheut werden, und im selben Augenblick einen anderen sieht, der nach dem Essen seine Hände mit Seife wäscht – einem Produkt, dessen Erfinder ‘Abdu’lláh Búní, ein Muslim, war – erhebt er ein Zetergeschrei, das religiöse Gesetz sei umgestoßen und die Sitten und Gebräuche heidnischer Völker würden bei uns Einzug halten, nur weil jener Unglückliche nicht die Hände vorn an seinem Rock und an seinem Bart abwischt. Ohne jedes Empfinden für seinen eigenen schlechten Wandel betrachtet er das, was wahrhaftig zu Sauberkeit und Verfeinerung führt, als gottlos und töricht.
O Volk Persiens! Öffnet eure Augen! Gebet Acht! Befreit euch davon, blindgläubig den Fanatikern zu folgen und sie sinnlos nachzuahmen, denn das ist der Hauptgrund, warum die Menschen auf den Weg der Unwissenheit und Erniedrigung geraten. Sehet den wahren Sachverhalt. Erhebet euch! Ergreifet solche Maßnahmen, die euch Leben und Glück und Größe und Ansehen unter allen Nationen der Welt einbringen!
Die Winde der wahren Frühlingszeit wehen über euch dahin. Schmücket euch mit Blüten, so wie die Bäume im duftenden Garten! Die Frühlingswolken ergießen sich. Werdet frisch und grünend wie die süßen Gefilde der Ewigkeit! Der Morgenstern erstrahlt. Setzet euren Fuß auf den wahren Pfad! Das Meer der Allmacht wogt. Eilet zu den Ufern der Entschlossenheit und des Reichtums! Das reine Wasser des Lebens quillt hervor. Warum vergeudet ihr eure Tage dürstend in der Wüste? Steckt euch hohe und edle Ziele! Wie lange wollt ihr in eurer Trägheit, wie lange in eurer Achtlosigkeit noch verharren? Verzweiflung ist alles, was ihr in dieser und der nächsten Welt von eurer Selbstgefälligkeit davontragen könnt. Abscheulichkeit und Elend sind es, die euch der Fanatismus, der Glaube an die Dummen und Verblendeten einbringen. Die Bestätigungen Gottes unterstützen euch, die Hilfe Gottes ist nahe. Warum rufet und frohlocket ihr nicht aus ganzem Herzen, warum strebet ihr nicht mit ganzer Seele?
Zu den Angelegenheiten, die sorgfältiger Überprüfung und Reform bedürfen, zählen die Methode zur Erforschung der verschiedenen Wissensgebiete und die Erstellung eines akademischen Studienplans.
Ein Mangel an Klarheit hat dazu geführt, dass die Bildung planlos und unüberlegt vor sich geht.
Unwesentliches, das gründlichen Studiums nicht wert ist, erfährt dermaßen ungebührliche Aufmerksamkeit, dass die Studenten über einen langen Zeitraum ihre Gedanken und Kräfte auf einen Stoff verschwenden, der auf bloßer Annahme beruht und keineswegs nachweisbar ist.
Solche Studien bestehen darin, dass man sich in Behauptungen und Ideen vertieft, die eine sorgfältige Prüfung nicht nur als unwahrscheinlich, sondern sogar als reinen Aberglauben festmacht; diese Studien stellen nichts als eine Erforschung nutzloser Gedankenspiele, eine Jagd nach Sinnwidrigkeiten dar.
Zweifellos ist die Beschäftigung mit solchen Illusionen, das Prüfen und ermüdende Debattieren von solchen leeren Behauptungen nichts als Zeitvergeudung, nichts als Verschwendung der eigenen Lebenstage.
Und nicht nur das:
Diese Beschäftigung hindert den Menschen auch daran, solche Künste und Wissenschaften zu studieren, deren die Gesellschaft dringend bedarf.
Der Mensch sollte deshalb, ehe er sich mit einem Studienobjekt befasst, der Frage nachgehen, wozu das Studium dient und welche Frucht, welches Ergebnis daraus abgeleitet werden kann.
Wenn es sich um einen nützlichen Wissenszweig handelt, das heißt, wenn die Gesellschaft wesentliche Vorteile daraus gewinnen kann, dann sollte er sein Studium sicherlich mit ganzem Herzen verfolgen.
Wenn es sich dagegen um leere, sinnlose Wortstreitereien, um die unnütze Verkettung von Vorstellungen handelt, die zu nichts anderem führen als zu Bissigkeit, warum sollte man dann sein Leben solchen sinnlosen Haarspaltereien und Disputen widmen?
Da dieser Themenkreis weiterer Aufklärung und gründlicher Beratung bedarf, damit klar bewiesen werden kann, wie wertvoll manche Themen sind, die heute vernachlässigt werden, während die Nation keinerlei Bedarf an verschiedenen anderen, überflüssigen Studien hat, wird dieser Gesichtspunkt, so Gott will, in einem zweiten Band weiterentwickelt werden. Wir hoffen, dass die Lektüre dieses ersten Bandes die Denkweise und das Verhalten der Gesellschaft grundlegend ändern wird; denn wir haben diese Arbeit in aufrichtiger Absicht und nur um Gottes willen in Angriff genommen. Obgleich in dieser Welt Menschen, die zwischen aufrichtigen Absichten und falschen Worten unterscheiden können, so selten wie der Stein der Weisen sind, richten wir doch unsere Hoffnung auf die unerschöpflichen Gnadengaben des Herrn.
Fassen wir zusammen: Was jene betrifft, die der Ansicht sind, wir müssten bei der Durchführung dieser notwendigen Reformen mit Überlegung vorgehen, wir müssten Geduld haben und die Ziele nacheinander erreichen, so sei gefragt: Was meinen sie damit? Wenn sie sich mit ›Überlegung‹ auf die Umsicht beziehen, die in der Staatskunst erforderlich ist, hat ihr Gedanke Hand und Fuß und ist zeitgemäß. Sicherlich können gewichtige Vorhaben nicht in Eile zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden; Übereilung würde in solchen Fällen nur schaden.
Die politische Welt ist wie die des Menschen: Dieser ist am Anfang nur Same und entwickelt sich dann stufenweise zum Embryo und Fötus, erhält ein mit Fleisch überzogenes Knochenskelett und nimmt seine eigentliche Gestalt an, bis er schließlich die Stufe erreicht, auf der sich an ihm gebührend das Wort bewahrheitet: »… der Erhabenste der Schöpfer«Q46. Ebenso wie dies ein Gebot der Schöpfung ist und auf der allumfassenden göttlichen Weisheit beruht, kann sich auch die politische Welt nicht plötzlich vom Nádir der Zerrüttung zum Zenit der Rechtlichkeit und Vollkommenheit entwickeln. Vielmehr müssen sich fähige Menschen Tag und Nacht anstrengen und alle Mittel, die zum Fortschritt führen, anwenden, damit sich Regierung und Volk auf allen Ebenen entwickeln, Tag für Tag, ja Stunde für Stunde.
Die Welt des Staubes belebt sich, wenn durch Gottes Segen drei Dinge auf Erden in Erscheinung treten; dann erstrahlt sie wundersam geschmückt und voller Anmut. Dies sind erstens die befruchtenden Frühlingswinde, zweitens die strömende Fülle der Frühlingswolken und drittens die Wärme der Sonnenstrahlen. Wenn aus der endlosen Gabenfülle Gottes diese drei zusammenkommen, dann werden nach Seinem Willen dürre Bäume und Zweige langsam wieder frisch und grün und schmücken sich mit vielerlei Blüten und Früchten. Dasselbe geschieht, wenn die reinen Absichten und die Gerechtigkeit des Herrschers, Weisheit, vollendete Fähigkeit und Staatsklugheit der Regierenden und die entschlossenen, unermüdlichen Bemühungen des Volkes zusammentreffen. Dann werden die Auswirkungen des Fortschritts, der weitreichenden Reformen, der Selbstachtung und des Erfolgs von Regierung und Volk gleichermaßen Tag für Tag deutlich erkennbar.
Wenn jene Leute aber mit ›Überlegung‹ Aufschub und Verzögerung meinen und glauben, dass man sich in jeder Generation nur mit einem winzigen Teil jener notwendigen Reformen befassen solle, dann drückt dies nichts als Antriebs- und Teilnahmslosigkeit aus, und eine derartige Vorgehensweise würde zu keinem anderen Ergebnis führen als zur endlosen Wiederholung leerer Worte. Wenn Übereilung schädlich ist, dann sind Antriebs- und Teilnahmslosigkeit tausendmal schlimmer. Der Mittelweg ist der beste, wie geschrieben steht: »Es obliegt dir, Gutes zu tun zwischen den beiden Übeln«, wobei sich dies auf die goldene Mitte zwischen zwei Extremen bezieht. »Und lasse deine Hand nicht am Nacken gefesselt sein, und weite sie auch nicht in voller Ausdehnung … Suche zwischen diesem einen Mittelweg!«Q47
Die vorrangige und dringlichste Notwendigkeit ist die Förderung der Bildung. Es ist undenkbar, dass ein Volk zu Wohlstand und Erfolg kommt, ohne dass dieses überaus wichtige, grundlegende Anliegen in die Tat umgesetzt wird. Die Hauptursache für den Niedergang und Verfall der Völker ist Unwissenheit. Heutzutage wissen die Massen des Volkes nicht einmal über alltägliche Angelegenheiten Bescheid; wie viel weniger begreifen sie den Hauptgrund für die wichtigen Probleme und vielfältigen Bedürfnisse unserer Zeit!
Es ist deshalb dringend notwendig, dass nutzbringende Schriften und Bücher verfasst werden, die klar und bündig die heutigen Bedürfnisse des Volkes darlegen und aufzeigen, was dem Glück und dem Fortschritt der Gesellschaft dienlich ist. Diese Schriften und Bücher sollten veröffentlicht und unter dem Volk verbreitet werden, so dass wenigstens die führenden Köpfe unter dem Volk bis zu einem gewissen Grad aufwachen und anfangen, sich auf Wegen vorwärts zu bemühen, die zu ihrer ewigen Ehre führen. Die Verbreitung edler Gedanken ist die dynamische Kraft in den Schlagadern des Lebens, ja die Seele der Menschenwelt. Die Gedanken sind unendlich wie das Meer, während die Auswirkungen und die wechselnden Umstände des Daseins den Wellen in ihrer unterschiedlichen Gestalt und räumlichen Begrenzung gleichen; erst wenn das Meer wogt, steigen die Wellen an und tragen die Perlen der Erkenntnis ans Ufer des Lebens.
»Bruder, du bist dein Denken allein; der Rest von dir ist nur Fleisch und Bein.«A33
Die öffentliche Meinung muss auf das gerichtet werden, was dieses Tages würdig ist. Dies ist jedoch nur möglich, wenn angemessene Argumente angewandt und klar verständliche, schlüssige Beweise erbracht werden. Zweifellos suchen die Massen nach ihrem Glück und sehnen sich danach, aber ihre Unwissenheit trennt sie davon wie ein dichter Schleier.
Überleget, wie sehr der Mangel an Bildung und Erziehung ein Volk schwächt und erniedrigt. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist heute (1875) China mit seinen über vierhundert Millionen Einwohnern die größte Nation der Welt. Demnach sollte die Regierung Chinas die hervorragendste auf Erden sein und sein Volk das namhafteste von allen. Aber ganz im Gegenteil handelt es sich aus Mangel an kultureller und zivilisatorischer Bildung um die schwächste und hilfloseste aller schwachen Nationen. Vor kurzem zog ein kleines Kontingent englischer und französischer Truppen gegen China zu Feld und besiegte dieses Land so endscheidend, dass sogar die Hauptstadt Peking eingenommen wurde. Hätten Chinas Regierung und Volk mit der neuesten Wissenschaft von heute Schritt gehalten, wären sie in der Kunst und Technik der modernen Zivilisation bewandert, dann hätten alle Völker der Erde zusammen sie nicht besiegen können, und die Angreifer wären geschlagen dorthin zurückgekehrt, woher sie gekommen waren.
Noch erstaunlicher als dieses Ereignis der Zeitgeschichte ist die Tatsache, dass die Regierung Japans ursprünglich China unterlegen war und unter dessen Schutzherrschaft stand und dass Japan nun vor ein paar Jahren wach wurde und sich die Technik des modernen Fortschritts und der Zivilisation aneignete. Wissenschaften und Industriezweige, die dem öffentlichen Wohl dienen, wurden gefördert, und die Regierung setzte alles daran, was in ihrer Macht und ihren Kräften stand, um die öffentliche Meinung auf notwendige Reformen zu lenken. Diese Regierung hat derzeit solche Fortschritte gemacht, dass sie kürzlich die letzte chinesische Regierung herausgefordert und zu einer Einigung gezwungen hat, obwohl die japanische Bevölkerung nur ein Sechstel oder ein Zehntel der chinesischen ausmacht. Beobachtet deshalb aufmerksam, wie Bildung und die Vorzüge der Zivilisation einer Regierung und ihrem Volk zu Ehre, Wohlstand, Unabhängigkeit und Freiheit gereichen.
Es ist weiterhin äußerst notwendig, in ganz Persien, selbst in den kleinsten Städten und Dörfern, Schulen einzurichten und das Volk auf jede nur mögliche Weise anzuhalten, die Kinder lesen und schreiben lernen zu lassen. Notfalls sollte die Schulbildung sogar gesetzlich eingeführt werden. Solange nicht die Nervenstränge und Blutadern der Nation von neuem Leben durchpulst werden, wird sich jedes in Angriff genommene Vorhaben als fruchtlos erweisen; denn das Volk ist wie ein menschlicher Körper, die Entschlossenheit und der Wille, sich durchzusetzen, sind wie die Seele, aber ein seelenloser Körper bewegt sich nicht. Diese dynamische Kraft ist in höchstem Maße im Wesenskern des persischen Volkes vorhanden; die Ausbreitung von Bildung wird sie freisetzen.
Wir kommen zu jenen, die der Meinung sind, es sei weder notwendig noch angebracht, Grundsätze der Zivilisation, Grundlagen des Fortschritts zu höheren Ebenen gesellschaftlichen Glücks in der materiellen Welt, Gesetze, die gründliche Reformen bewirken, Maßnahmen, die den Rahmen des Kulturlebens erweitern, von irgendwoher zu entlehnen; vielmehr stehe es Persien und den Persern eher an, über ihre Situation nachzudenken, um dann ihre eigenen fortschrittlichen Methoden herauszufinden.
Wenn die hohe Intelligenz und die überdurchschnittlichen Fähigkeiten der Verantwortlichen unserer Nation, die energische Zielstrebigkeit der bedeutendsten Persönlichkeiten am kaiserlichen Hof und die entschiedenen Bemühungen all derer, die Wissen und Können aufweisen und in den wichtigen Gesetzen des politischen Lebens wohl bewandert sind – wenn all diese Kräfte zusammengefasst würden und sie allesamt jede Anstrengung unternähmen, über alle wichtigen Einzelheiten wie auch über die Hauptströmungen der politischen Entwicklung nachzudenken, dann wäre es sehr wahrscheinlich, dass sie auf Grund wirksamer von ihnen entfalteter Pläne mancherlei Zustände von Grund aus reformieren könnten.
In der Mehrzahl der Fälle müssten sie jedoch nach wie vor von anderen Anleihen machen; denn in all den vielen Jahrhunderten der Geschichte haben hunderttausend Persönlichkeiten ihr ganzes Leben darauf verwendet, solche Dinge zu erproben, bis sie in der Lage waren, wesentliche Entwicklungen in Gang zu setzen.
Wenn all dies ignoriert werden sollte, wenn die Mühe aufgewendet werden müsste, dass wir selbst diese Hilfsmittel in unserem eigenen Land und in unserer eigenen Weise neu erfinden, um dadurch den gewünschten Fortschritt herbeizuführen, dann würden viele Generationen vergehen, ohne dass das Ziel erreicht wäre.
Sehet zum Beispiel, wie man sich in anderen Ländern über einen langen Zeitraum unermüdlich angestrengt hat, bis man schließlich die Dampfkraft entdeckte und mit ihrer Hilfe in der Lage war, schwere Arbeiten, die einst die menschliche Leistungsfähigkeit überstiegen, leicht auszuführen.
Wie viele Jahrhunderte würden wir wohl brauchen, wollten wir auf den Gebrauch der Dampfkraft verzichten und stattdessen alle Nerven anspannen, um einen Ersatz zu finden.
Es ist folglich besser, wenn wir weiterhin die Dampfkraft anwenden und gleichzeitig ununterbrochen die Möglichkeit prüfen, ob es nicht noch eine weit größere Kraft gibt.
Im selben Licht sollte man die anderen Vorteile der Technik, der Wissenschaften, der Künste und der politischen Denkmodelle, die sich als nützlich erwiesen haben, sehen, das heißt, jene Verfahrensweisen, die Jahrhunderte hindurch immer wieder erprobt worden sind und deren Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile erwiesenermaßen dem Staat zu Ruhm und Größe, dem Volk zu Wohlergehen und Fortschritt gereichten.
Sollte ohne stichhaltigen Grund auf all dies verzichtet und sollten andere Reformmaßnahmen ausprobiert werden, dann würden viele Jahre und viele Menschenleben vorübergehen, ehe solche Reformen eintreten und ihre Vorteile unter Beweis gestellt werden könnten.
Einstweilen »sind wir noch an der ersten Straßenbeuge«A34.
Die Gegenwart hat im Vergleich zur Vergangenheit den Vorteil, dass sie vieles als Modell übernehmen und sich aneignen kann, was in der Vergangenheit bereits erprobt wurde und sich als nützlich erwies; darüber hinaus kann die Gegenwart ihre eigenen Neuentdeckungen machen und mit diesen ihr wertvolles Erbe mehren. Natürlich sind die Errungenschaften und Erfahrungen der Vergangenheit der Gegenwart bekannt und verfügbar, während die für die Gegenwart charakteristischen Entdeckungen der Vergangenheit unbekannt waren. Dies setzt voraus, dass sich die nachfolgende Generation aus fähigen Persönlichkeiten zusammensetzt. Wie vielen Nachkommen hat es andererseits auch nur an einem Tropfen aus dem unermesslichen Meer an Erkenntnis, das ihre Vorfahren besaßen, gefehlt!
Denket ein wenig nach: Lasst uns annehmen, durch die Macht Gottes würden irgendwelche Menschen plötzlich auf die Erde versetzt. Offensichtlich benötigen sie vielerlei Dinge, um für ihre Menschenwürde, ihr Glück und Behagen zu sorgen. Ist es nun zweckmäßiger für sie, diese Dinge von ihren Zeitgenossen zu übernehmen, oder sollten sie in jeder darauffolgenden Generation nichts übernehmen, sondern unabhängig dieses und jenes Instrument, das für das menschliche Dasein erforderlich ist, neu erschaffen?
Wenn andere die Auffassung vertreten, die in anderen Ländern gängigen Gesetze, Grundsätze und Grundlagen des Fortschritts einer auf höchster Ebene voll entwickelten Gesellschaft seien nicht auf die Verhältnisse und die herkömmlichen Bedürfnisse des persischen Volkes abgestimmt, und deshalb müssten die zuständigen Fachleute des Landes alle Anstrengungen unternehmen, für Persien angemessene Reformen durchzusetzen – dann lasst sie zuerst erklären, welcher Schaden aus solchen fremden ›Einfuhren‹ erwachsen könnte.
Würde es dem Charakter des persischen Volkes widersprechen, wenn man das Land aufbaute, Straßen ausbesserte, das Schicksal der Bedürftigen auf verschiedene Weise erleichterte, die Armen resozialisierte, die Massen des Volkes auf den Weg des Fortschritts führte, die Möglichkeiten des Gemeinwohls mehrte, den Umfang an Bildung erweiterte, die Verwaltung zweckmäßig ordnete, die freie Ausübung der Persönlichkeitsrechte, den Schutz von Leib, Leben und Eigentum, von Ruf und Würde sicherte? Was immer mit diesen Maßnahmen unvereinbar ist, hat sich in jedem Land bereits als nachteilig erwiesen und betrifft nicht einen Ort mehr als einen anderen.
Dieser Irrglaube erwächst in seiner Gesamtheit aus dem Mangel an Weisheit und Verständnis, auf unzulänglicher Beobachtung und Analyse. Tatsächlich verbirgt die Mehrheit der Reaktionäre und der Zauderer hinter einem Staudamm eitler Worte lediglich ihre eigensüchtigen Interessen; sie verwirren den Sinn der hilflosen Massen mit öffentlichen Erklärungen, die in keiner Beziehung zu ihren gut versteckten Zielsetzungen stehen.
O Volk Persiens! Das Herz ist ein göttliches Pfand. Reinige es vom Makel der Eigenliebe und schmücke es mit der Krone reiner Absicht, auf dass die heilige Ehre, die immerwährende Größe dieser ruhmreichen Nation erstrahle wie das Morgenlicht an einem glückverheißenden Himmel. Wie Schatten huschen die wenigen Tage auf Erden vorbei und sind verflogen. Mühet euch also, dass Gott Seine Gnade über euch ergieße und ihr ein ehrenvolles Gedenken in den Herzen und auf den Lippen derer wachhaltet, die nach euch kommen. »Und gewähre, dass die Nachwelt ehrerbietig von mir spricht.«Q48
Glücklich der Mensch, der sein eigenes Wohl außer Acht lässt und gleich den Auserwählten Gottes mit seinen Mitmenschen im Dienste zum Wohle aller wetteifert, bis er, gestärkt durch den Segen und die immerwährenden Bestätigungen Gottes, befähigt sein wird, diese mächtige Nation erneut zu den einstigen Gipfeln ihres Ruhmes zu führen, dieses verdorrte Land mit köstlichem neuem Leben zu erfrischen und wie ein geistiger Frühling die Bäume, die das Leben der Menschen widerspiegeln, mit frischen Blättern, Blüten und Früchten heiliger Freude zu schmücken.
Quellenangaben
Q1 Qur’án 39:69.
Q2 Qur’án 55:1–4.
Q3 Qur’án 39:9.
Q4 Qur’án 41:53.
Q5 Qur’án 7:179 und 8:22.
Q6 Qur’án 76:9.
Q7 Qur’án 6:90 und 11:29.
Q8 Qur’án 14:20 und 35:17.
Q9 Qur’án 95:4.
Q10 Imám ‘Alí, Ḥadíth.
Q11 Vgl. Qur’án, mehrere Dutzend Stellen – Anm. d. Hrsg.
Q12 Qur’án 5:82.
Q13 Qur’án 29:2.
Q14 Qur’án 16:123.
Q15 Qur’án 4:46 und 5:13.
Q16 Qur’án 39:9 und 13:16.
Q17 Qur’án 9:33, 48:28, 61:9.
Q18 vgl. Qur’án 59:22, 59:2 – Anm. d. Hrsg.
Q19 Qur’án 54:55.
Q20 Qur’án 9:32.
Q21 Qur’án 16:125.
Q22 Qur’án 24:35.
Q23 Qur’án 20:44.
Q24 Qur’án 12:44, 21:5.
Q25 Qur’án 24:39.
Q26 Qur’án 17:82.
Q27 Qur’án 2:26.
Q28 Qur’án 8:63.
Q29 Qur’án 24:35.
Q30 Qur’án 2:61.
Q31 Qur’án 17:4–5, 17:7.
Q32 Qur’án 4:114, 2:207 usw.
Q33 Qur’án 39:69.
Q34 Qur’án 3:114.
Q35 Qur’án 3:104.
Q36 Qur’án 16:90.
Q37 Qur’án 7:199.
Q38 Qur’án 3:134.
Q39 Qur’án 2:177.
Q40 Qur’án 59:9.
Q41 Qur’án 2:207.
Q42 Qur’án 42:38.
Q43 Qur’án 3:159.
Q44 Qur’án 17:13.
Q45 Qur’án 59:9.
Q46 Qur’án 23:14: »Verherrlicht sei deshalb Gott, der Erhabenste der Schöpfer!«.
Q47 Qur’án 17:29 u. 17:110.
Q48 Qur’án 26:84.
Anmerkungen
A1 Náṣiri’d-Dín Sháh.
A2 Das 1875 in Persisch verfasste Original trägt keinen Hinweis auf den Verfasser; die erste englische Übersetzung wurde 1910 unter dem Titel The Mysterious Forces of Civilization mit dem Vermerk veröffentlicht: »in Persisch von einem bedeutenden Bahai-Philosophen verfasst«.
A3 2 Chr. 36:22–23; Esra. 1:2, Est. 1:1, 8:9, Jes. 45:1, 14, 49:12.
A4 Heilige Überlieferung, belegter Ausspruch des Propheten Muḥammad.
A5 ›Ghazwatu’l-Ḥandaq‹. Angriff einer von dem Stamm der Quraysh organisierten Allianz auf Medina, im Jahre 627 n. Chr. – Anm. des Hrsg.
A6 zoroastrischer Priester – Anm.des Hrsg.
A7 Jáhilíyyih: die heidnische Zeit in Arabien vor dem Auftreten Muḥammads.
A8 Die heidnischen Araber beachteten einen gesonderten und drei zusammenhängende Monate religiöser Waffenruhe, während derer Pilgerfahrten nach Mecca, Jahrmärkte, poetische Wettbewerbe und ähnliche Ereignisse stattfanden..
A9 vgl. Bahá’u’lláh, Das Buch der Gewissheit 92, Hofheim 2004.
A10 »Wenn wir mit dem Wort ›Algebra‹ denjenigen Zweig der Mathematik bezeichnen, der uns lehrt, wie wir die Gleichung x2 + 5 x = 14, auf diese Weise niedergeschrieben, lösen, dann beginnt diese Wissenschaft im 17. Jahrhundert. Wenn wir es zulassen, dass die Gleichung mit anderen, weniger geeigneten Symbolen geschrieben wird, beginnt Algebra bereits im 3. Jahrhundert. Wenn wir eine Beschreibung in Worten und eine Lösung für einfache Fälle positiver Wurzeln mit Hilfe geometrischer Figuren einbeziehen, war unsere Wissenschaft schon Euklid und anderen aus der Alexandrinischen Schule um 300 v. Chr. bekannt. Wenn wir mehr oder weniger wissenschaftliche Schätzungen bei der Annäherung an eine Lösung zulassen, lässt sich sagen, dass Algebra schon 2000 Jahre v. Chr. bekannt war und wahrscheinlich bereits viel früher die Aufmerksamkeit der intellektuellen Klasse auf sich zog … Der Name ›Algebra‹ ist rein zufällig. Als Mohammed ibn Mûsâ al-Khowârizmî … um 825 in Baghdad schrieb, gab er einem seiner Werke den Titel Al-jebr w’al-muqâbalah. Dieser Titel wird manchmal in ›Wiedereinsetzung und Gleichung‹ übersetzt, aber die Bedeutung war selbst den späteren arabischen Schriftstellern nicht klar.« (Encyclopaedia Britannica, 1952, Stichwort: Algebra).
A11 Jaláli’d-Dín-i-Rúmí, Mathnaví, I:1906–1907.
A12 Das arabische Wort ‘Ulamá läßt sich auch als ›Gelehrte‹, ›Wissenschaftler‹ or ›religiöse Autoritäten‹ übersetzen.
A13 Der Resch Galuta, ein Prinz oder Herrscher über die Verbannten in Babylon, dem die Juden, wo sie auch waren, Tribut zollten.
A14 Ein altes orientalisches Gewicht, entspricht ca. 3,5 kg.
A15 Qur’án 7:172: Yawm-i-Alast, der Tag, an dem sich Gott an die künftige Nachkommenschaft Adams wandte mit den Worten »Bin Ich nicht euer Herr?« (Aalastu-bi-Rabbikum), und sie antworteten: »Ja, wir bezeugen es.«.
A16 vgl. Qur’án 27:12, Bezugnahme auf Moses: »Und stecke deine Hand in deine Achsel. Du wirst sie weiss herausziehen, unbeschädigt: Eines von neun Zeichen für Pharao und sein Volk…«. Vgl. auch Qur’án 7:108, 20:22, 26:33 und 28:32, sowie Ex. 4:6. ‘Umar Khayyám dichtet in den Rubá‘íyyát darüber: »Wenn nun das Neue Jahr die alten Wünsche weckt, gedankenschwer die Seele sich in Einsamkeit versteckt, wo Jesus aus dem Grund empor sich sehnt und Moses’ weiße Hand am Zweig sich streckt.« Die Metaphern dieses Verses beziehen sich neben ihrem transzendenten Gehalt auf den Blumenduft und die Baumblüten des Frühlings.
A17 ›Dhu’l-Awtád‹ wird von Qur’án-Übersetzern verschieden wiedergegeben als der Durchbohrende, der Erfindungsreiche hinter den Pfählen, der Herr einer starken Herrschaft, der von Ministern Umgebene usw. ›Awtád‹ heißt Pfähle oder Zeltstangen. Vgl. Qur’án 38:12 und 89:10.
A18 Qur’án 33:63: »Die Menschen werden dich nach der ›Stunde‹ befragen. Sprich: ›Das Wissen von ihr ist allein bei Gott‹.« Vgl. auch Qur’án 22:1, »das Erdbeben der Stunde«, usw., ferner Mt. 24:36, 24:42 usw. Für die Bahá’í bezieht sich dies auf das Kommen des Báb und Bahá’u’lláhs.
A19 Vgl. das islámische Glaubensbekenntnis, das manchmal ›die zwei Zeugnisse‹ genannt wird: »Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt und dass Muḥammad der Prophet Gottes ist« [vgl. Qur’án 4:8, 9:31, 13:30, etc. – Anm. d. Hrsg].
A20 vgl, Qur’án 27:20 ff.
A21 1875 A.D.
A22 Königstreue – Anm. des Hrsg.
A23 Rúmí, Mathnaví, I:334.
A24 Die Absätze 120 und 122 wurden von Shoghi Effendi übersetzt und in Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:20–21 veröffentlicht.
A25 Khusraw I., Sásáníden-König, der 531–579 n. Chr. regierte.
A26 Sa‘dí, Gulistán, Über die Lebensführung der Könige.
A27 der Dichter Saná’í.
A28 Rúmí, Mathnaví, III:4229–4231.
A29 vgl. Rúmí, Mathnaví II:185 und II:189, ferner die Ḥadíth: »Gott schuf die Geschöpfe in Finsternis, dann streute Er etwas von Seinem Licht über sie. Diejenigen, auf die etwas von diesem Licht fiel, nahmen den rechten Weg, während die, die es nicht traf, vom geraden Pfad abirrten.« Vgl. R. A. Nicholson, The Mathnawí of Jaláli’d-Dín-i-Rúmí, in E. J. W. Gibb Memorial Series.
A30 In der Luther-Bibel heißt es: »Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.« Gegen diese Lesart wenden die Gelehrten ein, dass sie dem bekannten Gesetzestext zuwiderläuft, wie er in Lev. 19:18, Ex. 23:4–5, Spr. 25:21, im Talmud usw. dargestellt ist.
A31 Vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Beantwortete Fragen, Kap. 84, sowie seine Ansprache vom 6.11.1912 in Washington, D. C., wiedergegeben in The Promulgation of Universal Peace 118:3, Chicago 1925, S. 385; ferner Richard Walzer, Galen on Jews and Christians, Oxford University Press, 1949, S. 15. Der Verfasser stellt fest, dass Galens Abriss, der hier angeführt wird, verschollen und nur in arabischen Zitaten erhalten geblieben ist.
A32 Im persischen Text wird der Name des Autors als ›Draybár‹ wiedergegeben und sein Werk mit Der Fortschritt der Völker bezeichnet.
Offensichtlich bezieht sich hier ‘Abdu’l-Bahá auf John William Draper, 1811–1882, einen bekannten Chemiker und Geschichtsforscher, dessen Werke in viele Sprachen übersetzt wurden.
Ausführliches Material über die Beiträge der Muslime zur Kultur des Westens und über Gerbert (Papst Sylvester II) finden sich im zweiten Band des zitierten Buches.
Über einige der Entlehnungen des Wesens vom Islám, die systematisch verschwiegen werden, schreibt der Verfasser:
»Ein Unrecht, das auf religiösem Hass und nationaler Eitelkeit beruht, kann nicht in alle Ewigkeit fortgesetzt werden« (Bd.
II, S.
42 der revidierten Ausgabe).
Dem Lexikon Amerikanischer Biographien entnehmen wir, dass Drapers Vater dem römisch-katholischen Glauben angehörte und den Namen John Christopher Draper annahm, als er von seiner Familie enterbt wurde, weil er Methodist geworden war, dass sein richtiger Name jedoch unbekannt ist.
Der [engl.] Übersetzer ist Herrn Paul North Rice, dem Leiter des New York Public Library’s Reference Department zu Dank verpflichtet für die Information, dass die verfügbaren Daten über die Familiengeschichte Drapers und seine Nationalität einander widersprechen; The Drapers in America von Thomas Waln-Morgan (1892) gibt an, dass Drapers Vater in London geboren wurde, während Albert E.
Henschel in Centenary of John William Draper (New York University Colonnade, June, 1911) folgendes anführt:
»Sollte irgend jemand seine Abstammung bis hin zu den sonnigen Feldern Italiens zurückführen können, dürfte er zurecht auf John William Draper stolz sein, denn sein Vater, John C.
Draper, war gebürtiger Italiener…« Der Dank des [engl.] Übersetzers gebührt auch Madame Laura Dreyfus-Barney für ihre Nachforschungen im Zusammenhang mit dieser Passage in der Library of Congress und der Bibliothèque Nationale.
A33 Rúmí, Mathnaví II:277. Der nächste Vers lautet: »Ein duftender Garten, gleicht dein Denken der Rose, doch ist es dornig, taugt es nur für’s Feuer.«.
A34 Aus dem Zitat: »‘Aṭṭár (persischer Dichter und Mystiker, ca. 1119–1220 n. Chr.) hat die sieben Städte der Liebe durchschritten, und wir sind noch an der ersten Straßenbeuge.«.
Source: Bahá'í Library Online (bahai-library.com), curated by Jonah Winters. Used by permission of the curator. Original citation: Abdu'l-Bahá, Secret of Divine Civilization, bahai-library.com.
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Secret of Divine Civilization
Abdu'l-Bahá
Marzieh Gail, translator
1957 [1875]
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In the Name of God the Clement, the Merciful
Praise and thanksgiving be unto Providence that
out of all the realities in existence He has
chosen the reality of man and has honored it
with intellect and wisdom, the two most luminous lights
in either world. Through the agency of this great endowment,
He has in every epoch cast on the mirror
of creation new and wonderful configurations. If we
look objectively upon the world of being, it will become
apparent that from age to age, the temple of existence
has continually been embellished with a fresh grace,
and distinguished with an ever-varying splendor, deriving
from wisdom and the power of thought.
This supreme emblem of God stands first in the
order of creation and first in rank, taking precedence
over all created things. Witness to it is the Holy Tradition,
"Before all else, God created the mind." From
the dawn of creation, it was made to be revealed in the
temple of man.
Sanctified is the Lord, Who with the dazzling rays
of this strange, heavenly power has made our world
of darkness the envy of the worlds of light: "And the
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earth shall shine with the light of her Lord." (1) Holy
and exalted is He, Who has caused the nature of man
to be the dayspring of this boundless grace: "The God
of mercy hath taught the Qur'án, hath created man,
hath taught him articulate speech." (2)
O ye that have minds to know! Raise up your suppliant
hands to the heaven of the one God, and humble
yourselves and be lowly before Him, and thank Him
for this supreme endowment, and implore Him to succor
us until, in this present age, godlike impulses may
radiate from the conscience of mankind, and this
divinely kindled fire which has been entrusted to the
human heart may never die away.
Consider carefully: all these highly varied phenomena,
these concepts, this knowledge, these technical
procedures and philosophical systems, these sciences,
arts, industries and inventions--all are emanations of
the human mind. Whatever people has ventured
deeper into this shoreless sea, has come to excel the
rest. The happiness and pride of a nation consist in
this, that it should shine out like the sun in the high
heaven of knowledge. "Shall they who have knowledge
and they who have it not, be treated alike?" (3) And
the honor and distinction of the individual consist in
this, that he among all the world's multitudes should
become a source of social good. Is any larger bounty
1. Qur'án 39:69.
2. Qur'án 55:1-3.
3. Qur'án 39:12.
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conceivable than this, that an individual, looking
within himself, should find that by the confirming
grace of God he has become the cause of peace and
well-being, of happiness and advantage to his fellow
men? No, by the one true God, there is no greater
bliss, no more complete delight.
How long shall we drift on the wings of passion
and vain desire; how long shall we spend
our days like barbarians in the depths of ignorance
and abomination? God has given us eyes, that
we may look about us at the world, and lay hold of
whatsoever will further civilization and the arts of living.
He has given us ears, that we may hear and profit
by the wisdom of scholars and philosophers and arise
to promote and practice it. Senses and faculties have
been bestowed upon us, to be devoted to the service of
the general good; so that we, distinguished above all
other forms of life for perceptiveness and reason,
should labor at all times and along all lines, whether
the occasion be great or small, ordinary or extraordinary,
until all mankind are safely gathered into the impregnable
stronghold of knowledge. We should continually
be establishing new bases for human happiness and
creating and promoting new instrumentalities toward
page 4
this end. How excellent, how honorable is man if he
arises to fulfil his responsibilities; how wretched and
contemptible, if he shuts his eyes to the welfare of society
and wastes his precious life in pursuing his own
selfish interests and personal advantages. Supreme happiness
is man's, and he beholds the signs of God in the
world and in the human soul, if he urges on the steed
of high endeavor in the arena of civilization and justice.
"We will surely show them Our signs in the world
and within themselves." (4)
And this is man's uttermost wretchedness: that he
should live inert, apathetic, dull, involved only with his
own base appetites. When he is thus, he has his being
in the deepest ignorance and savagery, sinking lower
than the brute beasts. "They are like the brutes: Yea,
they go more astray... For the vilest beasts in God's
sight, are the deaf, the dumb, who understand not." (5)
We must now highly resolve to arise and lay hold of
all those instrumentalities that promote the peace and
well-being and happiness, the knowledge, culture and
industry, the dignity, value and station, of the entire
human race. Thus, through the restoring waters of pure
intention and unselfish effort, the earth of human potentialities
will blossom with its own latent excellence
and flower into praiseworthy qualities, and bear and
flourish until it comes to rival that rosegarden of knowledge
which belonged to our forefathers. Then will this
4. Qur'án 41:53.
5. Qur'án 7:178; 8:22.
page 5
holy land of Persia become in every sense the focal
center of human perfections, reflecting as if in a mirror
the full panoply of world civilization.
All praise and honor be to the Dayspring of Divine
wisdom, the Dawning Point of Revelation (Muhammad),
and to the holy line of His descendants, since,
by the widespread rays of His consummate wisdom,
His universal knowledge, those savage denizens of
Yathrib (Medina) and Bathá (Mecca), miraculously,
and in so brief a time, were drawn out of the depths of
their ignorance, rose up to the pinnacles of learning,
and became centers of arts and sciences and human perfections,
and stars of felicity and true civilization, shining
across the horizons of the world.
His Majesty the Sháh has, at the present time,
[1875] resolved to bring about the advancement
of the Persian people, their welfare
and security and the prosperity of their country. He has
spontaneously extended assistance to his subjects, displaying
energy and fair-mindedness, hoping that by the
light of justice he might make Írán the envy of East
and West, and set that fine fervor which characterized
the first great epochs of Persia to flowing again through
the veins of her people. As is clear to the discerning,
page 6
the writer has for this reason felt it necessary to put
down, for the sake of God alone and as a tribute to this
high endeavor, a brief statement on certain urgent
questions. To demonstrate that His one purpose is to
promote the general welfare, He has withheld His
name. (5b) Since He believes that guidance toward
righteousness is in itself a righteous act, He offers these
few words of counsel to His country's sons, words
spoken for God's sake alone and in the spirit of a faithful
friend. Our Lord, Who knows all things, bears
witness that this Servant seeks nothing but what is
right and good; for He, a wanderer in the desert of
God's love, has come into a realm where the hand of
denial or assent, of praise or blame, can touch Him
not. "We nourish your souls for the sake of God; We
seek from you neither recompense nor thanks." (6)
"The hand is veiled, yet the pen writes as bidden;
The horse leaps forward, yet the rider's hidden."
O people of Persia! Look into those blossoming pages
that tell of another day, a time long past. Read them
and wonder; see the great sight. Írán in that day was as
the heart of the world; she was the bright torch flaming
in the assemblage of mankind. Her power and glory
shone out like the morning above the world's horizons,
5b. The original Persian text written in 1875 carried no author's name, and the first English translation published in 1910 under the title The Mysterious Forces of Civilization states only "Written in Persian by an Eminent Bahai Philosopher."
6. Qur'án 76:9.
page 7
and the splendor of her learning cast its rays over East
and West. Word of the widespread empire of those
who wore her crown reached even to the dwellers in
the arctic circle, and the fame of the awesome presence
of her King of Kings humbled the rulers of Greece and
Rome. The greatest of the world's philosophers marveled
at the wisdom of her government, and her political
system became the model for all the kings of the
four continents then known. She was distinguished
among all peoples for the scope of her dominion, she
was honored by all for her praiseworthy culture and
civilization. She was as the pivot of the world, she was
the source and center of sciences and arts, the wellspring
of great inventions and discoveries, the rich mine
of human virtues and perfections. The intellect, the
wisdom of the individual members of this excellent nation
dazzled the minds of other peoples, the brilliance
and perceptive genius that characterized all this noble
race aroused the envy of the whole world.
Aside from that which is a matter of record in Persian
histories, it is stated in the Old Testament--established
today, among all European peoples, as a sacred and
canonical Text--that in the time of Cyrus, called in
Iranian works Bahman son of Isfandíyár, the three
hundred and sixty divisions of the Persian Empire extended
from the inner confines of India and China to
the farthermost reaches of Yemen and Ethiopia. (7) The
7. 2 Chronicles 36:22-23; Ezra 1:2; Esther 1:1; 8:9; Isaiah 45:1, 14; 49:12.
page 8
Greek accounts, as well, relate how this proud sovereign
came against them with an innumerable host, and left
their own till then victorious dominion level with the
dust. He made the pillars of all the governments to
quake; according to that authoritative Arab work, the
history of Abu'l-Fidá, he took over the entire known
world. It is likewise recorded in this same text and elsewhere,
that Firaydún, a king of the Píshdádíyán Dynasty--
who was indeed, for his inherent perfections,
his powers of judgment, the scope of his knowledge,
and his long series of continual victories, unique among
all the rulers who preceded and followed him--divided
the whole known world among his three sons.
As attested by the annals of the world's most illustrious
peoples, the first government to be established on
earth, the foremost empire to be organized among the
nations, was Persia's throne and diadem.
O people of Persia! Awake from your drunken sleep!
Rise up from your lethargy! Be fair in your judgment:
will the dictates of honor permit this holy land, once
the wellspring of world civilization, the source of glory
and joy for all mankind, the envy of East and West, to
remain an object of pity, deplored by all nations? She
was once the noblest of peoples: will you let contemporary
history register for the ages her now degenerate
state? Will you complacently accept her present
wretchedness, when she was once the land of all mankind's
desire? Must she now, for this contemptible
page 9
sloth, this failure to struggle, this utter ignorance, be
accounted the most backward of nations?
Were not the people of Persia, in days long gone,
the head and front of intellect and wisdom? Did they
not, by God's grace, shine out like the daystar from the
horizons of Divine knowledge? How is it that we are
satisfied today with this miserable condition, are engrossed
in our licentious passions, have blinded ourselves
to supreme happiness, to that which is pleasing
in God's sight, and have all become absorbed in our
selfish concerns and the search for ignoble, personal advantage?
This fairest of lands was once a lamp, streaming with
the rays of Divine knowledge, of science and art, of
nobility and high achievement, of wisdom and valor.
Today, because of the idleness and lethargy of her
people, their torpor, their undisciplined way of life,
their lack of pride, lack of ambition--her bright fortune
has been totally eclipsed, her light has turned to darkness.
"The seven heavens and the seven earths weep
over the mighty when he is brought low."
It should not be imagined that the people of Persia
are inherently deficient in intelligence, or that for essential
perceptiveness and understanding, inborn sagacity,
intuition and wisdom, or innate capacity, they
are inferior to others. God forbid! On the contrary,
they have always excelled all other peoples in endowments
conferred by birth. Persia herself, moreover,
from the standpoint of her temperate climate and natural
page 10
beauties, her geographical advantages and her rich
soil, is blessed to a supreme degree. What she urgently
requires, however, is deep reflection, resolute action,
training, inspiration and encouragement. Her people
must make a massive effort, and their pride must be
aroused.
Today throughout the five continents of the globe it
is Europe and most sections of America that are renowned
for law and order, government and commerce,
art and industry, science, philosophy and education. Yet
in ancient times these were the most savage of the
world's peoples, the most ignorant and brutish. They
were even stigmatized as barbarians--that is, utterly
rude and uncivilized. Further, from the fifth century
after Christ until the fifteenth, that period defined as
the Middle Ages, such terrible struggles and fierce upheavals,
such ruthless encounters and horrifying acts,
were the rule among the peoples of Europe, that the
Europeans rightly describe those ten centuries as the
Dark Ages. The basis of Europe's progress and civilization
was actually laid in the fifteenth century of the
Christian era, and from that time on, all her present
evident culture has been, under the stimulus of great
minds and as a result of the expansion of the frontiers
of knowledge and the exertion of energetic and ambitious
efforts, in the process of development.
Today by the grace of God and the spiritual influence
of His universal Manifestation, the fair-minded
ruler of Írán has gathered his people into the shelter
page 11
of justice, and the sincerity of the imperial purpose has
shown itself in kingly acts. Hoping that his reign will
rival the glorious past, he has sought to establish equity
and righteousness and to foster education and the
processes of civilization throughout this noble land,
and to translate from potentiality into actuality whatever
will insure its progress. Not until now had we seen
a monarch, holding in his capable hands the reins of
affairs, and on whose high resolve the welfare of all
his subjects depends, exerting as it would befit him,
like a benevolent father, his efforts toward the training
and cultivation of his people, seeking to insure their
well-being and peace of mind, and exhibiting due concern
for their interests; this Servant and those like Him
have therefore remained silent. Now, however, it is
clear to the discerning that the Sháh has of his own accord
determined to establish a just government and to
secure the progress of all his subjects. His honorable
intention has consequently evoked this present statement.
It is indeed strange that instead of offering thanks
for this bounty, which truly derives from the grace of
Almighty God, by arising as one in gratitude and enthusiasm
and praying that these noble purposes will
daily multiply, some, on the contrary, whose reason has
been corrupted by personal motives and the clarity of
whose perception has been clouded by self-interest and
conceit; whose energies are devoted to the service of
their passions, whose sense of pride is perverted to the
page 12
love of leadership, have raised the standard of opposition
and waxed loud in their complaints. Up to now,
they blamed the Sháh for not, on his own initiative,
working for his people's welfare and seeking to bring
about their peace and well-being. Now that he has inaugurated
this great design they have changed their
tune. Some say that these are newfangled methods and
foreign isms, quite unrelated to the present needs and
the time-honored customs of Persia. Others have rallied
the helpless masses, who know nothing of religion or
its laws and basic principles and therefore have no
power of discrimination--and tell them that these
modern methods are the practices of heathen peoples,
and are contrary to the venerated canons of true faith,
and they add the saying, "He who imitates a people
is one of them." One group insists that such reforms
should go forward with great deliberation, step by step,
haste being inadmissible. Another maintains that only
such measures should be adopted as the Persians themselves
devise, that they themselves should reform their
political administration and their educational system
and the state of their culture and that there is no need
to borrow improvements from other nations. Every faction,
in short, follows its own particular illusion.
O people of Persia! How long will you wander?
How long must your confusion last? How long will it
go on, this conflict of opinions, this useless antagonism,
this ignorance, this refusal to think? Others are alert,
and we sleep our dreamless sleep. Other nations are
page 13
making every effort to improve their condition; we are
trapped in our desires and self-indulgences, and at
every step we stumble into a new snare.
God is Our witness that We have no ulterior motive
in developing this theme. We seek neither to curry
favor with any one nor to attract any one to Ourselves
nor to derive any material benefit therefrom. We
speak only as one earnestly desiring the good pleasure
of God, for We have turned Our gaze away from the
world and its peoples and have sought refuge in the
sheltering care of the Lord. "No pay do I ask of you for
this... My reward is of God alone." (8)
Those who maintain that these modern concepts apply
only to other countries and are irrelevant in Írán,
that they do not satisfy her requirements or suit her
way of life, disregard the fact that other nations were
once as we are now. Did not these new systems and
procedures, these progressive enterprises, contribute to
the advancement of those countries? Were the people
of Europe harmed by the adoption of such measures?
Or did they rather by these means reach the highest
degree of material development? Is it not true that for
centuries, the people of Persia have lived as we see
them living today, carrying out the pattern of the past?
Have any discernible benefits resulted, has any progress
been made? If these things had not been tested by
experience, some in whose minds the light of native
intelligence is clouded, might idly question them. On
8. Qur'án 6:90; 11:31.
page 14
the contrary, however, every aspect of these prerequisites
to progress have in other countries been time and
again put to the test, and their benefits demonstrated
so plainly that even the dullest mind can grasp them.
Let us consider this justly and without bias: let us
ask ourselves which one of these basic principles and
sound, well-established procedures would fail to satisfy
our present needs, or would be incompatible with Persia's
best political interests or injurious to the general
welfare of her people. Would the extension of education,
the development of useful arts and sciences, the
promotion of industry and technology, be harmful
things? For such endeavor lifts the individual within
the mass and raises him out of the depths of ignorance
to the highest reaches of knowledge and human excellence.
Would the setting up of just legislation, in accord
with the Divine laws which guarantee the happiness
of society and protect the rights of all mankind
and are an impregnable proof against assault--would
such laws, insuring the integrity of the members of society
and their equality before the law, inhibit their
prosperity and success?
Or if by using one's perceptive faculties, one can
draw analogies from present circumstances and the conclusions
arrived at by collective experience, and can
envisage as coming realities situations now only potential,
would it be unreasonable to take such present
measures as would guarantee our future security?
Would it seem shortsighted, improvident and unsound,
page 15
would it constitute a deviation from what is right and
proper, if we were to strengthen our relationships with
neighboring countries, enter into binding treaties with
the great powers, foster friendly connections with well-disposed
governments, look to the expansion of trade
with the nations of East and West, develop our natural
resources and increase the wealth of our people?
Would it spell perdition for our subjects if the provincial
and district governors were relieved of their
present absolute authority, whereby they function exactly
as they please, and were instead limited to equity
and truth, and if their sentences involving capital punishment,
imprisonment and the like were contingent
on confirmation by the Sháh and by higher courts in
the capital, who would first duly investigate the case
and determine the nature and seriousness of the crime,
and then hand down a just decision subject to the issuance
of a decree by the sovereign? If bribery and
corruption, known today by the pleasant names of gifts
and favors, were forever excluded, would this threaten
the foundations of justice? Would it be an evidence of
unsound thinking to deliver the soldiery, who are a
living sacrifice to the state and the people and brave
death at every turn, from their present extreme misery
and indigence, and to make adequate arrangements for
their sustenance, clothing and housing, and exert every
effort to instruct their officers in military science, and
supply them with the most advanced types of firearms
and other weapons?
page 16
Should anyone object that the above-mentioned reforms
have never yet been fully effected, he should
consider the matter impartially and know that these
deficiencies have resulted from the total absence of a
unified public opinion, and the lack of zeal and resolve
and devotion in the country's leaders. It is obvious that
not until the people are educated, not until public opinion
is rightly focused, not until government officials,
even minor ones, are free from even the least remnant
of corruption, can the country be properly administered.
Not until discipline, order and good government reach
the degree where an individual, even if he should put
forth his utmost efforts to do so, would still find himself
unable to deviate by so much as a hair's breadth
from righteousness, can the desired reforms be regarded
as fully established.
Furthermore, any agency whatever, though it be the
instrument of mankind's greatest good, is capable of
misuse. Its proper use or abuse depends on the varying
degrees of enlightenment, capacity, faith, honesty, devotion
and highmindedness of the leaders of public
opinion.
The Sháh has certainly done his part, and the execution
of the proposed beneficial measures is now in the
hands of persons functioning in assemblies of consultation.
If these individuals prove to be pure and high-minded,
if they remain free from the taint of corruption,
the confirmations of God will make them a never-failing
source of bounty to mankind. He will cause to
page 17
issue from their lips and their pens what will bless the
people, so that every corner of this noble country of
Írán will be illumined with their justice and integrity
and the rays of that light will encompass the whole
earth. "Neither will this be difficult with God." (9)
Otherwise it is clear that the results will prove
unacceptable.
For it has been directly witnessed in certain
foreign countries that following on the establishment
of parliaments those bodies actually distressed and
confused the people and their well-meant reforms produced
maleficent results. While the setting up of parliaments,
the organizing of assemblies of consultation,
constitutes the very foundation and bedrock of government,
there are several essential requirements which
these institutions must fulfill. First, the elected members
must be righteous, God-fearing, high-minded, incorruptible.
Second, they must be fully cognizant, in
every particular, of the laws of God, informed as to the
highest principles of law, versed in the rules which
govern the management of internal affairs and the conduct
of foreign relations, skilled in the useful arts of
civilization, and content with their lawful emoluments.
Let it not be imagined that members of this type
would be impossible to find. Through the grace of God
and His chosen ones, and the high endeavors of the
devoted and the consecrated, every difficulty can be
easily resolved, every problem however complex will
prove simpler than blinking an eye.
9. Qur'án 14:23; 35:18.
page 18
If, however, the members of these consultative assemblies
are inferior, ignorant, uninformed of the laws
of government and administration, unwise, of low aim,
indifferent, idle, self-seeking, no benefit will accrue
from the organizing of such bodies. Where, in the past,
if a poor man wanted his rights he had only to offer a
gift to one individual, now he would either have to
renounce all hope of justice or else satisfy the entire
membership.
Close investigation will show that the primary cause
of oppression and injustice, of unrighteousness, irregularity
and disorder, is the people's lack of religious
faith and the fact that they are uneducated. When, for
example, the people are genuinely religious and are
literate and well-schooled, and a difficulty presents itself,
they can apply to the local authorities; if they do
not meet with justice and secure their rights and if
they see that the conduct of the local government is
incompatible with the Divine good pleasure and the
king's justice, they can then take their case to higher
courts and describe the deviation of the local administration
from the spiritual law. Those courts can then
send for the local records of the case and in this way
justice will be done. At present, however, because of
their inadequate schooling, most of the population lack
even the vocabulary to explain what they want.
As to those persons who, here and there, are considered
leaders of the people: because this is only the
beginning of the new administrative process, they are
page 19
not yet sufficiently advanced in their education to have
experienced the delights of dispensing justice or to have
tasted the exhilaration of promoting righteousness or to
have drunk from the springs of a clear conscience and a
sincere intent. They have not properly understood that
man's supreme honor and real happiness lie in self-respect,
in high resolves and noble purposes, in integrity
and moral quality, in immaculacy of mind. They
have, rather, imagined that their greatness consists in
the accumulation, by whatever means may offer, of
worldly goods.
A man should pause and reflect and be just: his
Lord, out of measureless grace, has made him a human
being and honored him with the words: "Verily, We
created man in the goodliest of forms" (10) --and caused
His mercy which rises out of the dawn of oneness to
shine down upon him, until he became the wellspring
of the words of God and the place where the mysteries
of heaven alighted, and on the morning of creation he
was covered with the rays of the qualities of perfection
and the graces of holiness. How can he stain this immaculate
garment with the filth of selfish desires, or
exchange this everlasting honor for infamy? "Dost thou
think thyself only a puny form, when the universe is
folded up within thee?" (11)
Were it not our purpose to be brief and to develop
our primary subject, we would here set down a summary
10. Qur'án 95:4.
11. The Imám `Alí.
page 20
of themes from the Divine world, as to the reality
of man and his high station and the surpassing value
and worth of the human race. Let this be, for another
time.
The highest station, the supreme sphere, the noblest,
most sublime position in creation, whether visible or
invisible, whether alpha or omega, is that of the Prophets
of God, notwithstanding the fact that for the most
part they have to outward seeming been possessed of
nothing but their own poverty. In the same way, ineffable
glory is set apart for the Holy Ones and those
who are nearest to the Threshold of God, although
such as these have never for a moment concerned themselves
with material gain. Then comes the station of
those just kings whose fame as protectors of the people
and dispensers of Divine justice has filled the world,
whose name as powerful champions of the people's
rights has echoed through creation. These give no
thought to amassing enormous fortunes for themselves;
they believe, rather, that their own wealth lies in enriching
their subjects. To them, if every individual citizen
has affluence and ease, the royal coffers are full.
They take no pride in gold and silver, but rather in
their enlightenment and their determination to achieve
the universal good.
Next in rank are those eminent and honorable ministers
of state and representatives, who place the will of
God above their own, and whose administrative skill
and wisdom in the conduct of their office raises the science
page 21
of government to new heights of perfection. They
shine in the learned world like lamps of knowledge;
their thinking, their attitudes and their acts demonstrate
their patriotism and their concern for the country's advancement.
Content with a modest stipend, they consecrate
their days and nights to the execution of important
duties and the devising of methods to insure the
progress of the people. Through the effectiveness of
their wise counsel, the soundness of their judgment,
they have ever caused their government to become an
example to be followed by all the governments of the
world. They have made their capital city a focal center
of great world undertakings, they have won distinction,
attaining a supreme degree of personal eminence, and
reaching the loftiest heights of repute and character.
Again, there are those famed and accomplished men
of learning, possessed of praiseworthy qualities and vast
erudition, who lay hold on the strong handle of the
fear of God and keep to the ways of salvation. In the
mirror of their minds the forms of transcendent realities
are reflected, and the lamp of their inner vision
derives its light from the sun of universal knowledge.
They are busy by night and by day with meticulous
research into such sciences as are profitable to mankind,
and they devote themselves to the training of students
of capacity. It is certain that to their discerning taste,
the proffered treasures of kings would not compare
with a single drop of the waters of knowledge, and
mountains of gold and silver could not outweigh the
page 22
successful solution of a difficult problem. To them, the
delights that lie outside their work are only toys for
children, and the cumbersome load of unnecessary possessions
is only good for the ignorant and base. Content,
like the birds, they give thanks for a handful of
seeds, and the song of their wisdom dazzles the minds
of the world's most wise.
Again, there are sagacious leaders among the people
and influential personalities throughout the country,
who constitute the pillars of state. Their rank and station
and success depend on their being the well-wishers
of the people and in their seeking out such means as
will improve the nation and will increase the wealth
and comfort of the citizens.
Observe the case when an individual is an eminent
person in his country, zealous, wise, pure-hearted,
known for his innate capacity, intelligence, natural
perspicacity--and is also an important member of the
state: what, for such an individual, can be regarded as
honor, abiding happiness, rank and station, whether in
the here or the hereafter? Is it a diligent attention to
truth and righteousness, is it dedication and resolve
and devotion to the good pleasure of God, is it the desire
to attract the favorable consideration of the ruler
and to merit the approval of the people? Or would it,
rather, consist in this, that for the sake of indulging in
feasts and dissipations by night he should undermine
his country and break the hearts of his people by day,
causing his God to reject him, and his sovereign to cast
page 23
him out and his people to defame him and hold him in
deserved contempt? By God, the mouldering bones in
the graveyard are better than such as these! Of what
value are they, who have never tasted the heavenly
food of truly human qualities, and never drunk of the
crystalline waters of those bounties which belong to the
realm of man?
It is unquestionable that the object in establishing
parliaments is to bring about justice and righteousness,
but everything hinges on the efforts of
the elected representatives. If their intention is sincere,
desirable results and unforeseen improvements will be
forthcoming; if not, it is certain that the whole thing
will be meaningless, the country will come to a standstill
and public affairs will continuously deteriorate. "I
see a thousand builders unequal to one subverter; what
then of the one builder who is followed by a thousand
subverters?"
The purpose of the foregoing statements is to demonstrate
at least this, that the happiness and greatness,
the rank and station, the pleasure and peace, of an individual
have never consisted in his personal wealth,
but rather in his excellent character, his high resolve,
the breadth of his learning, and his ability to solve difficult
page 24
problems. How well has it been said: "On my
back is a garment which, were it sold for a penny, that
penny would be worth far more; yet within the garment
is a soul which, if you weighed it against all the
souls in the world, would prove greater and nobler."
In the present writer's view it would be preferable
if the election of nonpermanent members of consultative
assemblies in sovereign states should be dependent
on the will and choice of the people. For elected representatives
will on this account be somewhat inclined to
exercise justice, lest their reputation suffer and they
fall into disfavor with the public.
It should not be imagined that the writer's earlier remarks
constitute a denunciation of wealth or a commendation
of poverty. Wealth is praiseworthy in the
highest degree, if it is acquired by an individual's own
efforts and the grace of God, in commerce, agriculture,
art and industry, and if it be expended for philanthropic
purposes. Above all, if a judicious and resourceful individual
should initiate measures which would universally
enrich the masses of the people, there could be no
undertaking greater than this, and it would rank in the
sight of God as the supreme achievement, for such a
benefactor would supply the needs and insure the comfort
and well-being of a great multitude. Wealth is
most commendable, provided the entire population is
wealthy. If, however, a few have inordinate riches
while the rest are impoverished, and no fruit or benefit
accrues from that wealth, then it is only a liability to its
page 25
possessor. If, on the other hand, it is expended for the
promotion of knowledge, the founding of elementary
and other schools, the encouragement of art and industry,
the training of orphans and the poor--in brief, if it
is dedicated to the welfare of society--its possessor will
stand out before God and man as the most excellent of
all who live on earth and will be accounted as one of
the people of paradise.
As to those who maintain that the inauguration
of reforms and the setting up of powerful
institutions would in reality be at variance
with the good pleasure of God and would contravene
the laws of the Divine Law-Giver and run counter to
basic religious principles and to the ways of the Prophet--
let them consider how this could be the case. Would
such reforms contravene the religious law because they
would be acquired from foreigners and would therefore
cause us to be as they are, since "He who imitates a
people is one of them"? In the first place these matters
relate to the temporal and material apparatus of civilization,
the implements of science, the adjuncts of progress
in the professions and the arts, and the orderly
page 26
conduct of government. They have nothing whatever
to do with the problems of the spirit and the complex
realities of religious doctrine. If it be objected that even
where material affairs are concerned foreign importations
are inadmissible, such an argument would only
establish the ignorance and absurdity of its proponents.
Have they forgotten the celebrated hádith (Holy Tradition):
"Seek after knowledge, even unto China"? It
is certain that the people of China were, in the sight of
God, among the most rejected of men, because they
worshiped idols and were unmindful of the omniscient
Lord. The Europeans are at least "Peoples of the Book,"
and believers in God and specifically referred to in the
sacred verse, "Thou shalt certainly find those to be
nearest in affection to the believers, who say, `We are
Christians.'" (12) It is therefore quite permissible and
indeed more appropriate to acquire knowledge from
Christian countries. How could seeking after knowledge
among the heathen be acceptable to God, and
seeking it among the People of the Book be repugnant
to Him?
Furthermore, in the Battle of the Confederates, Abú
Súfyán enlisted the aid of the Baní Kinánih, the Baní
Qahtán and the Jewish Baní Qurayzih and rose up
with all the tribes of the Quraysh to put out the Divine
Light that flamed in the lamp of Yathrib (Medina). In
those days the great winds of trials and tribulations
were blowing from every direction, as it is written: "Do
12. Qur'án 5:85.
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men think when they say `We believe' they shall be
let alone and not be put to proof?" (13) The believers
were few and the enemy attacking in force, seeking to
blot out the new-risen Sun of Truth with the dust of
oppression and tyranny. Then Salmán (the Persian)
came into the presence of the Prophet--the Dawning-Point
of revelation, the Focus of the endless splendors
of grace--and he said that in Persia to protect themselves
from an encroaching host they would dig a moat
or trench about their lands, and that this had proved
a highly efficient safeguard against surprise attacks.
Did that Wellspring of universal wisdom, that Mine
of divine knowledge say in reply that this was a custom
current among idolatrous, fire-worshiping Magians
and could therefore hardly be adopted by monotheists?
Or did He rather immediately direct His followers to
set about digging a trench? He even, in His Own
blessed person, took hold of the tools and went to work
beside them.
It is moreover a matter of record in the books of the
various Islamic schools and the writings of leading divines
and historians, that after the Light of the World
had risen over Hijáz, flooding all mankind with Its
brilliance, and creating through the revelation of a new
divine Law, new principles and institutions, a fundamental
change throughout the world--holy laws were
revealed which in some cases conformed to the practices
13. Qur'án 29:2.
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of the Days of Ignorance. (14) Among these, Muhammad
respected the months of religious truce, (15) retained
the prohibition of swine's flesh, continued the
use of the lunar calendar and the names of the months
and so on. There is a considerable number of such laws
specifically enumerated in the texts:
"The people of the Days of Ignorance engaged in
many practices which the Law of Islám later confirmed.
They would not take in marriage both a mother and
her daughter, and the most shameful of acts in their
view was to marry two sisters. They would stigmatize
a man marrying the wife of his father, derisively calling
him his father's competitor. It was their custom to
go on pilgrimage to the House at Mecca, where they
would perform the ceremonies of visitation, putting on
the pilgrim's dress, practicing the circumambulation,
running between the hills, pausing at all the stopping-places,
and casting the stones. It was, furthermore, their
wont to intercalate one month in every three-year period,
to perform ablutions after intercourse, to rinse
out the mouth and snuff up water through the nostrils,
to part the hair, use the tooth-stick, pare the nails and
pluck the armpits. They would, likewise, cut off the
right hand of a thief."
Can one, God forbid, assume that because some of
14. Jáhilíyyih: the period of paganism in Arabia, prior to the advent of Muhammad.
15. The pagan Arabs observed one separate and three consecutive months of truce, during which period pilgrimages were made to Mecca, and fairs, poetry contests and similar events took place.
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the divine laws resemble the practices of the Days of
Ignorance, the customs of a people abhorred by all nations,
it follows that there is a defect in these laws?
Or can one, God forbid, imagine that the Omnipotent
Lord was moved to comply with the opinions of the
heathen? The divine wisdom takes many forms. Would
it have been impossible for Muhammad to reveal a Law
which bore no resemblance whatever to any practice
current in the Days of Ignorance? Rather, the purpose
of His consummate wisdom was to free the people
from the chains of fanaticism which had bound them
hand and foot, and to forestall those very objections
which today confuse the mind and trouble the conscience
of the simple and helpless.
Some, who are not sufficiently informed as to the
meaning of the divine Texts and the contents of traditional
and written history, will aver that these customs
of the Days of Ignorance were laws which had come
down from His Holiness Abraham and had been retained
by the idolaters. In this connection they will
cite the Qur'ánic verse: "Follow the religion of Abraham,
the sound in faith." (16) Nevertheless it is a fact
attested by the writings of all the Islamic schools that
the months of truce, the lunar calendar, and the cutting
off of the right hand as punishment for theft,
formed no part of Abraham's Law. In any case, the
Pentateuch is extant and available today, and contains
the laws of Abraham. Let them refer to it. They will
16. Qur'án 16:124.
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then, of course, insist that the Torah has been tampered
with, and in proof will quote the Qur'ánic verse: "They
pervert the text of the Word of God." (17) It is, however,
known where such distortion has occurred, and is a
matter of record in critical texts and commentaries. (18)
Were We to develop the subject beyond this brief reference,
We would have to abandon Our present purpose.
According to some accounts, mankind has been directed
to borrow various good qualities and ways from
wild animals, and to learn a lesson from these. Since
it is permissible to imitate virtues of dumb animals, it
is certainly far more so to borrow material sciences and
techniques from foreign peoples, who at least belong
to the human race and are distinguished by judgment
and the power of speech. And if it be contended that
such praiseworthy qualities are inborn in animals, by
what proof can they claim that these essential principles
of civilization, this knowledge and these sciences current
among other peoples, are not inborn? Is there any
Creator save God? Say: Praised be God!
The most learned and accomplished divines, the
most distinguished scholars, have diligently studied
those branches of knowledge the root and origin of
which were the Greek philosophers such as Aristotle
and the rest, and have regarded the acquisition from
the Greek texts of sciences such as medicine, and
17. Qur'án 4:45; 5:16.
18. Cf. Bahá'u'lláh, The Kitáb-i-Iqán, p. 86.
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branches of mathematics including algebra (19) and arithmetic,
as a most valuable achievement. Every one of
the eminent divines both studies and teaches the science
of logic, although they consider its founder to
have been a Sabean. Most of them have insisted that if
a scholar has thoroughly mastered a variety of sciences
but is not well grounded in logic, his opinions, deductions
and conclusions cannot safely be relied upon.
It has now been clearly and irrefutably shown that
the importation from foreign countries of the
principles and procedures of civilization, and
the acquisition from them of sciences and techniques--
19. "If by the word algebra we mean that branch of mathematics by which we learn how to solve the equation x2+5x=14, written in this way, the science begins in the 17th century. If we allow the equation to be written with other and less convenient symbols, it may be considered as beginning at least as early as the 3rd century. If we permit it to be stated in words and solved, for simple cases of positive roots, by the aid of geometric figures, the science was known to Euclid and others of the Alexandrian school as early as 300 B.C. If we permit of more or less scientific guessing in achieving a solution, algebra may be said to have been known nearly 2000 years B.C., and it had probably attracted the attention of the intellectual class much earlier... The name `algebra' is quite fortuitous. When Mohammed ibn Músá al-Khowarizmí ... wrote in Baghdad (c. 825) he gave to one of his works the name Al-jebr w'al-muqábalah. The title is sometimes translated as `restoration and equation,' but the meaning was not clear even to the later Arab writers." Encyclopedia Britannica, 1952, s.v. Algebra.
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in brief, of whatsoever will contribute to the general
good--is entirely permissible. This has been done to
focus public attention on a matter of such universal advantage,
so that the people may arise with all their
energies to further it, until, God helping them, this
Sacred Land may within a brief period become the first
of nations.
O you who are wise! Consider this carefully: can an
ordinary gun compare with a Martini-Henry rifle or a
Krupp gun? If anyone should maintain that our old-time
firearms are good enough for us and that it is
useless to import weapons which have been invented
abroad would even a child listen to him? Or should
anyone say: "We have always transported merchandise
from one country to another on the backs of animals.
Why do we need steam engines? Why should we try to
ape other peoples?" could any intelligent person tolerate
such a statement? No, by the one God! Unless he
should, because of some hidden design or animosity,
refuse to accept the obvious.
Foreign nations, in spite of their having achieved the
greatest expertness in science, industry and the arts, do
not hesitate to borrow ideas from one another. How can
Persia, a country in the direst need, be allowed to lag
behind, neglected, abandoned?
Those eminent divines and men of learning who
walk the straight pathway and are versed in the secrets
of divine wisdom and informed of the inner realities of
the sacred Books; who wear in their hearts the jewel of
page 33
the fear of God, and whose luminous faces shine with
the lights of salvation--these are alert to the present
need and they understand the requirements of modern
times, and certainly devote all their energies toward
encouraging the advancement of learning and civilization.
"Are they equal, those who know, and those who
do not know?... Or is the darkness equal with the
light?" (20)
The spiritually learned are lamps of guidance among
the nations, and stars of good fortune shining from the
horizons of humankind. They are fountains of life for
such as lie in the death of ignorance and unawareness,
and clear springs of perfections for those who thirst
and wander in the wasteland of their defects and errors.
They are the dawning places of the emblems of Divine
Unity and initiates in the mysteries of the glorious
Qur'án. They are skilled physicians for the ailing body
of the world, they are the sure antidote to the poison
that has corrupted human society. It is they who are
the strong citadel guarding humanity, and the impregnable
sanctuary for the sorely distressed, the anxious
and tormented, victims of ignorance. "Knowledge is a
light which God casteth into the heart of whomsoever
He willeth."
For every thing, however, God has created a sign and
symbol, and established standards and tests by which
it may be known. The spiritually learned must be characterized
by both inward and outward perfections; they
20. Qur'án 39:12; 13:17.
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must possess a good character, an enlightened nature,
a pure intent, as well as intellectual power, brilliance
and discernment, intuition, discretion and foresight,
temperance, reverence, and a heartfelt fear of God. For
an unlit candle, however great in diameter and tall, is
no better than a barren palm tree or a pile of dead
wood.
"The flower-faced may sulk or play the flirt,
The cruel fair may bridle and coquet;
But coyness in the ugly is ill-met,
And pain in a blind eye's a double hurt." (20a)
An authoritative Tradition states: "As for him who
is one of the learned: (21) he must guard himself, defend
his faith, oppose his passions and obey the commandments
of his Lord. It is then the duty of the people to
pattern themselves after him." Since these illustrious
and holy words embody all the conditions of learning,
a brief commentary on their meaning is appropriate.
Whoever is lacking in these divine qualifications and
does not demonstrate these inescapable requirements in
his own life, should not be referred to as learned and
is not worthy to serve as a model for the believers.
The first of these requirements is to guard one's own
self. It is obvious that this does not refer to protecting
oneself from calamities and material tests, for the
20a. Rúmí, The Mathnaví, I, 1906-1907.
21. `Ulamá, from the Arabic alímá, to know, may be translated learned men, scientists, religious authorities.
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Prophets and saints were, each and every one, subjected
to the bitterest afflictions that the world has to offer,
and were targets for all the cruelties and aggressions of
mankind. They sacrificed their lives for the welfare of
the people, and with all their hearts they hastened to
the place of their martyrdom; and with their inward
and outward perfections they arrayed humanity in new
garments of excellent qualities, both acquired and inborn.
The primary meaning of this guarding of oneself
is to acquire the attributes of spiritual and material perfection.
The first attribute of perfection is learning and the
cultural attainments of the mind, and this eminent station
is achieved when the individual combines in himself
a thorough knowledge of those complex and
transcendental realities pertaining to God, of the fundamental
truths of Qur'ánic political and religious law,
of the contents of the sacred Scriptures of other faiths,
and of those regulations and procedures which would
contribute to the progress and civilization of this distinguished
country. He should in addition be informed
as to the laws and principles, the customs, conditions
and manners, and the material and moral virtues characterizing
the statecraft of other nations, and should
be well versed in all the useful branches of learning of
the day, and study the historical records of bygone
governments and peoples. For if a learned individual
has no knowledge of the sacred Scriptures and the entire
field of divine and natural science, of religious
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jurisprudence and the arts of government and the
varied learning of the time and the great events of history,
he might prove unequal to an emergency, and
this is inconsistent with the necessary qualification of
comprehensive knowledge.
If for example a spiritually learned Muslim is conducting
a debate with a Christian and he knows nothing
of the glorious melodies of the Gospel, he will, no
matter how much he imparts of the Qur'án and its
truths, be unable to convince the Christian, and his
words will fall on deaf ears. Should, however, the
Christian observe that the Muslim is better versed in
the fundamentals of Christianity than the Christian
priests themselves, and understands the purport of the
Scriptures even better than they, he will gladly accept
the Muslim's arguments, and he would indeed have no
other recourse.
When the Chief of the Exile (22) came into the presence
of that Luminary of divine wisdom, of salvation
and certitude, the Imám Ridá--had--had the Imám, that
mine of knowledge, failed in the course of their interview
to base his arguments on authority appropriate
and familiar to the Exilarch, the latter would never
have acknowledged the greatness of His Holiness.
22. The Resh Galuta, a prince or ruler of the exiles in Babylon, to whom Jews, wherever they were, paid tribute.
page 37
The state is, moreover, based upon two potent
forces, the legislative and the executive. The
focal center of the executive power is the
government, while that of the legislative is the learned
--and if this latter great support and pillar should prove
defective, how is it conceivable that the state should
stand?
In view of the fact that at the present time such
fully developed and comprehensively learned individuals
are hard to come by, and the government and people
are in dire need of order and direction, it is essential
to establish a body of scholars the various groups of
whose membership would each be expert in one of the
aforementioned branches of knowledge. This body
should with the greatest energy and vigor deliberate as
to all present and future requirements, and bring about
equilibrium and order.
Up to now the religious law has not been given a
decisive role in our courts, because each of the `ulamá
has been handing down decrees as he saw fit, based on
his arbitrary interpretation and personal opinion. For
example, two men will go to law, and one of the `ulamá
will find for the plaintiff and another for the defendant.
It may even happen that in one and the same case two
conflicting decisions will be handed down by the same
mujtahid, on the grounds that he was inspired first in
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one direction and then in the other. There can be no
doubt that this state of affairs has confused every important
issue and must jeopardize the very foundations
of society. For neither the plaintiff nor the defendant
ever loses hope of eventual success, and each in turn
will waste his life in the attempt to secure a later verdict
which would reverse the previous one. Their entire
time is thus given over to litigation, with the result that
their life instead of being devoted to beneficial undertakings
and necessary personal affairs, is completely involved
with the dispute. Indeed, these two litigants
might just as well be dead, for they can serve their government
and community not a particle. If, however, a
definite and final verdict were forthcoming, the duly
convicted party would perforce give up all hope of reopening
the case, and would then be relieved on that
score and would go back to looking after his own concerns
and those of others.
Since the primary means for securing the peace and
tranquillity of the people, and the most effective agency
for the advancement of high and low alike, is this all-important
matter, it is incumbent on those learned
members of the great consultative assembly who are
thoroughly versed in the Divine law to evolve a single,
direct and definite procedure for the settlement of litigations.
This instrument should then be published
throughout the country by order of the king, and its
provisions should be strictly adhered to. This all-important
question requires the most urgent attention.
page 39
The second attribute of perfection is justice and
impartiality.
This means to have no regard for one's own
personal benefits and selfish advantages, and to carry
out the laws of God without the slightest concern for
anything else. It means to see one's self as only one of
the servants of God, the All-Possessing, and except for
aspiring to spiritual distinction, never attempting to be
singled out from the others. It means to consider the
welfare of the community as one's own. It means, in
brief, to regard humanity as a single individual, and
one's own self as a member of that corporeal form, and
to know of a certainty that if pain or injury afflicts any
member of that body, it must inevitably result in suffering
for all the rest.
The third requirement of perfection is to arise with
complete sincerity and purity of purpose to educate the
masses: to exert the utmost effort to instruct them in
the various branches of learning and useful sciences, to
encourage the development of modern progress, to
widen the scope of commerce, industry and the arts, to
further such measures as will increase the people's
wealth. For the mass of the population is uninformed as
to these vital agencies which would constitute an immediate
remedy for society's chronic ills.
It is essential that scholars and the spiritually learned
should undertake in all sincerity and purity of intent
and for the sake of God alone, to counsel and exhort
the masses and clarify their vision with that collyrium
which is knowledge. For today the people out of the
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depths of their superstition, imagine that any individual
who believes in God and His signs, and in the Prophets
and Divine Revelations and laws, and is a devout
and God-fearing person, must of necessity remain idle
and spend his days in sloth, so as to be considered in
the sight of God as one who has forsaken the world
and its vanities, set his heart on the life to come, and
isolated himself from human beings in order to draw
nearer to God. Since this theme will be developed elsewhere
in the present text, We shall leave it for the
moment.
Other attributes of perfection are to fear God, to love
God by loving His servants, to exercise mildness and
forbearance and calm, to be sincere, amenable, clement
and compassionate; to have resolution and courage,
trustworthiness and energy, to strive and struggle, to be
generous, loyal, without malice, to have zeal and a
sense of honor, to be high-minded and magnanimous,
and to have regard for the rights of others. Whoever is
lacking in these excellent human qualities is defective.
If We were to explain the inner meanings of each one
of these attributes, "the poem would take up seventy
maunds (22a) of paper."
22a. A measure of weight, in Tihrán equivalent to six and two-thirds pounds.
page 41
The second of these spiritual standards which
apply to the possessor of knowledge is that
he should be the defender of his faith. It is
obvious that these holy words do not refer exclusively
to searching out the implications of the Law, observing
the forms of worship, avoiding greater and lesser sins,
practicing the religious ordinances, and by all these
methods, protecting the Faith. They mean rather that
the whole population should be protected in every
way; that every effort should be exerted to adopt a combination
of all possible measures to raise up the Word
of God, increase the number of believers, promote the
Faith of God and exalt it and make it victorious over
other religions.
If, indeed, the Muslim religious authorities had persevered
along these lines as they ought to have done, by
now every nation on earth would have been gathered
into the shelter of the unity of God and the bright fire
of "that He may make it victorious over every other
religion" (23) would have flamed out like the sun in the
midmost heart of the world.
Fifteen centuries after Christ, Luther, who was
originally one of the twelve members of a Catholic religious
body at the center of the Papal government and
later on initiated the Protestant religious belief, opposed
23. Qur'án 9:33; 48:28; 61:9.
page 42
the Pope on certain points of doctrine such as the
prohibition of monastic marriage, the revering and bowing
down before images of the Apostles and Christian
leaders of the past, and various other religious practices
and ceremonies which were accretional to the ordinances
of the Gospel. Although at that period the
power of the Pope was so great and he was regarded
with such awe that the kings of Europe shook and
trembled before him, and he held control of all
Europe's major concerns in the grasp of his might--
nevertheless because Luther's position as regards the
freedom of religious leaders to marry, the abstention
from worshiping and making prostrations before
images and representations hung in the churches, and
the abrogation of ceremonials which had been added
on to the Gospel, was demonstrably correct, and because
the proper means were adopted for the promulgation
of his views: within these last four hundred and
some years the majority of the population of America,
four-fifths of Germany and England and a large percentage
of Austrians, in sum about one hundred and
twenty-five million people drawn from other Christian
denominations, have entered the Protestant Church.
The leaders of this religion are still making every effort
to promote it, and today on the East Coast of Africa,
ostensibly to emancipate the Sudanese and various
Negro peoples, they have established schools and colleges
and are training and civilizing completely savage
African tribes, while their true and primary purpose
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is to convert some of the Muslim Negro tribes to Protestantism.
Every community is toiling for the advancement
of its people, and we (i.e., Muslims) sleep on!
Although it was not clear what purpose impelled
this man or where he was tending, see how the zealous
efforts of Protestant leaders have spread his doctrines
far and wide.
Now if the illustrious people of the one true God,
the recipients of His confirmations, the objects of His
Divine assistance, should put forth all their strength,
and with complete dedication, relying upon God and
turning aside from all else but Him, should adopt procedures
for spreading the Faith and should bend all
their efforts to this end, it is certain that His Divine
light would envelop the whole earth.
A few, who are unaware of the reality below the
surface of events, who cannot feel the pulse of the
world under their fingers, who do not know what a
massive dose of truth must be administered to heal this
chronic old disease of falsehood, believe that the Faith
can only be spread by the sword, and bolster their
opinion with the Tradition, "I am a Prophet by the
sword." If, however, they would carefully examine this
question, they would see that in this day and age the
sword is not a suitable means for promulgating the
Faith, for it would only fill peoples' hearts with revulsion
and terror. According to the Divine Law of Muhammad,
it is not permissible to compel the People of
the Book to acknowledge and accept the Faith. While
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it is a sacred obligation devolving on every conscientious
believer in the unity of God to guide mankind to the
truth, the Traditions "I am a Prophet by the sword"
and "I am commanded to threaten the lives of the
people until they say, `There is none other God but
God'" referred to the idolaters of the Days of Ignorance,
who in their blindness and bestiality had sunk
below the level of human beings. A faith born of sword
thrusts could hardly be relied upon, and would for any
trifling cause revert to error and unbelief. After the
ascension of Muhammad, and His passing to "the seat
of truth, in the presence of the potent King," (24) the
tribes around Medina apostatized from their Faith,
turning back to the idolatry of pagan times.
Remember when the holy breaths of the Spirit of
God (Jesus) were shedding their sweetness over Palestine
and Galilee, over the shores of Jordan and the regions
around Jerusalem, and the wondrous melodies of
the Gospel were sounding in the ears of the spiritually
illumined, all the peoples of Asia and Europe, of Africa
and America, of Oceania, which comprises the islands
and archipelagoes of the Pacific and Indian Oceans,
were fire-worshipers and pagans, ignorant of the Divine
Voice that spoke out on the Day of the Covenant. (25)
Alone the Jews believed in the divinity and oneness
of God. Following the declaration of Jesus, the pure
24. Qur'án 54:55.
25. Qur'án 7:171: Yawm-i-Alast, the Day when God, addressing Adam's posterity-to-be, said to them, "Am I not your Lord?" (a-lastu bi Rabbikum) and they replied: "Yea, we bear witness."
page 45
and reviving breath of His mouth conferred eternal
life on the inhabitants of those regions for a period of
three years, and through Divine Revelation the Law
of Christ, at that time the vital remedy for the ailing
body of the world, was established. In the days of
Jesus only a few individuals turned their faces toward
God; in fact only the twelve disciples and a few women
truly became believers, and one of the disciples, Judas
Iscariot apostatized from his Faith, leaving eleven.
After the ascension of Jesus to the Realm of Glory,
these few souls stood up with their spiritual qualities
and with deeds that were pure and holy, and they arose
by the power of God and the life-giving breaths of the
Messiah to save all the peoples of the earth. Then all
the idolatrous nations as well as the Jews rose up in
their might to kill the Divine fire that had been lit in
the lamp of Jerusalem. "Fain would they put out God's
light with their mouths: but God hath willed to perfect
His light, albeit the infidels abhor it." (26) Under the
fiercest tortures, they did every one of these holy souls
to death; with butchers' cleavers, they chopped the pure
and undefiled bodies of some of them to pieces and
burned them in furnaces, and they stretched some of
the followers on the rack and then buried them alive.
In spite of this agonizing requital, the Christians continued
to teach the Cause of God, and they never drew
a sword from its scabbard or even so much as grazed a
cheek. Then in the end the Faith of Christ encompassed
26. Qur'án 9:33.
page 46
the whole earth, so that in Europe and America
no traces of other religions were left, and today in Asia
and Africa and Oceania, large masses of people are
living within the sanctuary of the Four Gospels.
It has now by the above irrefutable proofs been fully
established that the Faith of God must be propagated
through human perfections, through qualities that are
excellent and pleasing, and spiritual behavior. If a soul
of his own accord advances toward God he will be accepted
at the Threshold of Oneness, for such a one is
free of personal considerations, of greed and selfish interests,
and he has taken refuge within the sheltering
protection of his Lord. He will become known among
men as trustworthy and truthful, temperate and scrupulous,
high-minded and loyal, incorruptible and God-fearing.
In this way the primary purpose in revealing
the Divine Law--which is to bring about happiness in
the after life and civilization and the refinement of
character in this--will be realized. As for the sword,
it will only produce a man who is outwardly a believer,
and inwardly a traitor and apostate.
We shall here relate a story that will serve as
an example to all. The Arabian chronicles
tell how, at a time prior to the advent of
Muhammad, Nu'mán son of Mundhír the Lakhmite
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--an Arab king in the Days of Ignorance, whose seat
of government was the city of Hírih--had--had one day returned
so often to his wine-cup that his mind clouded
over and his reason deserted him. In this drunken and
insensible condition he gave orders that his two boon
companions, his close and much-loved friends, Khálid
son of Mudallil and `Amr son of Mas'úd-Kaldih, should
be put to death. When he wakened after his carousal,
he inquired for the two friends and was given the
grievous news. He was sick at heart, and because of his
intense love and longing for them, he built two
splendid monuments over their two graves and he
named these the Smeared-With-Blood.
Then he set apart two days out of the year, in memory
of the two companions, and he called one of them
the Day of Evil and one the Day of Grace. Every year
on these two appointed days he would issue forth with
pomp and circumstance and sit between the monuments.
If, on the Day of Evil, his eye fell on any soul,
that person would be put to death; but on the Day of
Grace, whoever passed would be overwhelmed with
gifts and benefits. Such was his rule, sealed with a
mighty oath and always rigidly observed.
One day the king mounted his horse, that was called
Mahmúd, and rode out into the plains to hunt. Suddenly
in the distance he caught sight of a wild donkey.
Nu'mán urged on his horse to overtake it, and galloped
away at such speed that he was cut off from his retinue.
As night approached, the king was hopelessly lost.
page 48
Then he made out a tent, far off in the desert, and he
turned his horse and headed toward it. When he
reached the entrance of the tent he asked, "Will you
receive a guest?" The owner (who was Hanzalá, son
of Ábi-Ghafráy-i-Tá'í) replied, "Yea." He came forward
and helped Nu'mán to dismount. Then he went
to his wife and told her, "There are clear signs of greatness
in the bearing of this person. Do your best to show
him hospitality, and make ready a feast." His wife said,
"We have a ewe. Sacrifice it. And I have saved a little
flour against such a day." Hanzalá first milked the ewe
and carried a bowl of milk to Nu'mán, and then he
slaughtered her and prepared a meal; and what with
his friendliness and loving-kindness, Nu'mán spent
that night in peace and comfort. When dawn came,
Nu'mán made ready to leave, and he said to Hanzalá:
"You have shown me the utmost generosity, receiving
and feasting me. I am Nu'mán, son of Mundhír, and I
shall eagerly await your arrival at my court."
Time passed, and famine fell on the land of Tayy.
Hanzalá was in dire need and for this reason he sought
out the king. By a strange coincidence he arrived on the
Day of Evil. Nu'mán was greatly troubled in spirit. He
began to reproach his friend, saying, "Why did you
come to your friend on this day of all days? For this is
the Day of Evil, that is, the Day of Wrath and the Day
of Distress. This day, should my eyes alight on Qábús,
my only son, he should not escape with his life. Now
ask me whatever favor you will."
page 49
Hanzalá said: "I knew nothing of your Day of Evil.
As for the gifts of this life, they are meant for the living,
and since I at this hour must drink of death, what
can all the world's storehouses avail me now?"
Nu'mán said, "There is no help for this."
Hanzalá told him: "Respite me, then, that I may go
back to my wife and make my testament. Next year
I shall return, on the Day of Evil."
Nu'mán then asked for a guarantor, so that, if Hanzalá
should break his word, this guarantor would be put
to death instead. Hanzalá, helpless and bewildered,
looked about him. Then his gaze fell on one of
Nu'mán's's retinue, Sharík, son of `Amr, son of Qays of
Shaybán, and to him he recited these lines: "O my
partner, O son of `Amr! Is there any escape from death?
O brother of every afflicted one! O brother of him who
is brotherless! O brother of Nu'mán, in thee today is a
surety for the Shaykh. Where is Shaybán the noble--
may the All-Merciful favor him!" But Sharík only
answered, "O my brother, a man cannot gamble with
his life." At this the victim could not tell where to turn.
Then a man named Qarád, son of Adjá the Kalbite
stood up and offered himself as a surety, agreeing that,
should he fail on the next Day of Wrath to deliver up
the victim, the king might do with him, Qarád, as he
wished. Nu'mán then bestowed five hundred camels on
Hanzalá, and sent him home.
In the following year on the Day of Evil, as soon
as the true dawn broke in the sky, Nu'mán as was his
page 50
custom set out with pomp and pageantry and made for
the two mausoleums called the Smeared-With-Blood.
He brought Qarád along, to wreak his kingly wrath
upon him. The pillars of the state then loosed their
tongues and begged for mercy, imploring the king to
respite Qarád until sundown, for they hoped that
Hanzalá might yet return; but the king's purpose was
to spare the life of Hanzalá, and to requite his hospitality
by putting Qarád to death in his place. As the
sun began to set, they stripped off the garments of
Qarád, and made ready to sever his head. At that
moment a rider appeared in the distance, galloping at
top speed. Nu'mán said to the swordsman, "Why delayest
thou?" The ministers said, "Perchance it is Hanzalá
who comes." And when the rider drew near, they
saw it was none other.
Nu'mán was sorely displeased. He said, "Thou fool!
Thou didst slip away once from the clutching fingers
of death; must thou provoke him now a second time?"
And Hanzalá answered, "Sweet in my mouth and
pleasant on my tongue is the poison of death, at the
thought of redeeming my pledge."
Nu'mán asked, "What could be the reason for this
trustworthiness, this regard for thine obligation and this
concern for thine oath?" And Hanzalá answered, "It
is my faith in the one God and in the Books that have
come down from heaven." Nu'mán asked, "What Faith
dost thou profess?" And Hanzalá said, "It was the holy
breaths of Jesus that brought me to life. I follow the
page 51
straight pathway of Christ, the Spirit of God." Nu'mán
said, "Let me inhale these sweet aromas of the Spirit."
So it was that Hanzalá drew out the white hand of
guidance from the bosom of the love of God, (27) and illumined
the sight and the insight of the beholders with
the Gospel light. After he had in bell-like accents recited
some of the divine verses out of the Evangel,
Nu'mán and all his ministers sickened of their idols
and their idol-worship and were confirmed in the Faith
of God. And they said, "Alas, a thousand times alas,
that up to now we were careless of this infinite mercy
and veiled away therefrom, and were bereft of this rain
from the clouds of the grace of God." Then straightway
the king tore down the two monuments called
the Smeared-With-Blood, and he repented of his
tyranny and established justice in the land.
27. Cf. Qur'án 27:12, referring to Moses: "Put now thy hand into thy bosom: it shall come forth white ... one of nine signs to Pharaoh and his people...." Also Qur'án 7:105; 20:23; 26:32; and 28:32. Also Exodus 4:6. See too Edward Fitzgerald's The Rubaiyat of Omar Khayyam: Now the New Year reviving old Desires, The thoughtful Soul to Solitude retires, Where the White Hand of Moses on the Bough Puts out, and Jesus from the Ground suspires. The metaphors here refer to white blossoms and the perfumes of spring.
page 52
Observe how one individual, and he a man of
the desert, to outward seeming unknown and
of no station--because he showed forth one
of the qualities of the pure in heart, was able to deliver
this proud sovereign and a great company of others
from the dark night of unbelief and guide them into
the morning of salvation; to save them from the perdition
of idolatry and bring them to the shores of the
oneness of God, and to put an end to practices of the
sort which blight a whole society and reduce the peoples
to barbarism. One must think deeply over this,
and grasp its meaning.
My heart aches, for I note with intense regret
that the attention of the people is nowhere
directed toward that which is worthy of
this day and time. The Sun of Truth has risen above
the world but we are ensnared in the dark of our
imaginings. The waters of the Most Great Sea are
surging all around us, while we are parched and weak
with thirst. The divine bread is coming down from
page 53
heaven, and yet we grope and stumble in a famine-stricken
land. "Between the weeping and the telling,
I spin out my days."
One of the principal reasons why people of other
religions have shunned and failed to become converted
to the Faith of God is fanaticism and unreasoning religious
zeal. See for example the divine words that were
addressed to Muhammad, the Ark of Salvation, the
Luminous Countenance and Lord of Men, bidding
Him to be gentle with the people and long-suffering:
"Debate with them in the kindliest manner." (28) That
Blessed Tree Whose light was "neither of the East nor
of the West" (29) and Who cast over all the peoples of
the earth the sheltering shade of a measureless grace,
showed forth infinite kindness and forbearance in His
dealings with every one. In these words, likewise, were
Moses and Aaron commanded to challenge Pharaoh,
Lord of the Stakes: (30) "Speak ye to him with gentle
speech." (31)
Although the noble conduct of the Prophets and
Holy Ones of God is widely known, and it is indeed,
until the coming of the Hour, (32) in every aspect of life
28. Qur'án 16:126.
29. Qur'án 24:35.
30. Dhu'l-Awtád is variously rendered by translators of the Qur'án as The Impaler, The Contriver of the Stakes, The Lord of a Strong Dominion, The One Surrounded by Ministers, etc. Awtád means pegs or tent stakes. See Qur'án 38:11 and 89:9.
31. Qur'án 20:46.
32. Qur'án 33:63: "Men will ask Thee of `the Hour.' Say: The knowledge of it is with God alone." Cf. also 22:1, "the earthquake of the Hour," etc. See also Matthew 24:36, 42, etc. To Bahá'ís, this refers to the Advent of the Báb and Bahá'u'lláh.
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an excellent pattern for all mankind to follow, nevertheless
some have remained neglectful of and separated
from these qualities of extraordinary sympathy and
loving-kindness, and have been prevented from attaining
to the inner significances of the Holy Books. Not
only do they scrupulously shun the adherents of religions
other than their own, they do not even permit
themselves to show them common courtesy. If one is
not allowed to associate with another, how can one
guide him out of the dark and empty night of denial,
of "there-is-no-God," into the bright morning of belief,
and the affirmation, "but God." (33) And how can one
urge him on and encourage him to rise up out of the
abyss of perdition and ignorance and climb the heights
of salvation and knowledge? Consider justly: had not
Hanzalá treated Nu'mán with true friendship, showing
him kindness and hospitality, could he have brought the
King and a great number of other idolaters to acknowledge
the unity of God? To keep aloof from people, to
shun them, to be harsh with them, will make them
shrink away, while affection and consideration, mildness
and forbearance will attract their hearts toward
God. If a true believer when meeting an individual
from a foreign country should express revulsion, and
33. Cf. the Islamic confession of faith, sometimes called the two testimonies: "I testify that there is no God but God and Muhammad is the Prophet of God."
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should speak the horrible words forbidding association
with foreigners and referring to them as "unclean," the
stranger would be grieved and offended to such a point
that he would never accept the Faith, even if he should
see, taking place before his very eyes, the miracle of
the splitting of the moon. The results of shunning him
would be this, that if there had been in his heart some
faint inclination toward God, he would repent of it,
and would flee away from the sea of faith into the
wastes of oblivion and unbelief. And upon returning
home to his own country he would publish in the press
statements to the effect that such and such a nation
was utterly lacking in the qualifications of a civilized
people.
If we ponder a while over the Qur'ánic verses and
proofs, and the traditional accounts which have come
down to us from those stars of the heaven of Divine
Unity, the Holy Imáms, we shall be convinced of the
fact that if a soul is endowed with the attributes of true
faith and characterized with spiritual qualities he will
become to all mankind an emblem of the outstretched
mercies of God. For the attributes of the people of faith
are justice and fair-mindedness; forbearance and compassion
and generosity; consideration for others; candor,
trustworthiness, and loyalty; love and loving-kindness;
devotion and determination and humanity. If therefore
an individual is truly righteous, he will avail himself
of all those means which will attract the hearts of
men, and through the attributes of God he will draw
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them to the straight path of faith and cause them to
drink from the river of everlasting life.
Today we have closed our eyes to every righteous act
and have sacrificed the abiding happiness of society to
our own transitory profit. We regard fanaticism and
zealotry as redounding to our credit and honor, and not
content with this, we denounce one another and plot
each other's ruin, and whenever we wish to put on a
show of wisdom and learning, of virtue and godliness,
we set about mocking and reviling this one and that.
"The ideas of such a one," we say, "are wide of the
mark, and so-and-so's behavior leaves much to be desired.
The religious observances of Zayd are few and
far between, and `Amr is not firm in his faith. So-and-so's
opinions smack of Europe. Fundamentally, Blank
thinks of nothing but his own name and fame. Last
night when the congregation stood up to pray, the row
was out of line, and it is not permissible to follow a
different leader. No rich man has died this month, and
nothing has been offered to charity in memory of the
Prophet. The edifice of religion has crumbled, the
foundations of faiths have been blown to the winds.
The carpet of belief has been rolled up, the tokens of
certitude blotted out; the whole world has fallen into
error; when it comes to repelling tyranny all are soft
and remiss. Days and months have passed away, and
these villages and estates still belong to the same owners
as they did last year. In this town there used to be seventy
different governments functioning in good order,
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but the number has steadily decreased; there are only
twenty-five left now, as a memento. It used to be that
two hundred contradictory judgments were handed
down by the same muftí in any one day, now we hardly
get fifty. In those days there were crowds of people
who were all brainsick with litigation, and now they
rest in peace; today the plaintiff would be defeated and
the defendant victorious, tomorrow the plaintiff won
the case and the defendant lost it--but now this excellent
practice has been abandoned too. What is this
heathenish religion, this idolatrous kind of error! Alas
for the Law, alas for the Faith, alas for all these calamities!
O Brothers in the Faith! This is surely the end
of the world! The Judgment is coming!"
With words such as these they assault the minds of
the helpless masses and disturb the hearts of the already
bewildered poor, who know nothing of the true
state of affairs and the real basis for all such talk, and
remain completely unaware of the fact that a thousand
selfish purposes are concealed behind the supposedly
religious eloquence of certain individuals. They imagine
that speakers of this type are motivated by virtuous
zeal, when the truth is that such individuals keep up a
great hue and cry because they see their own personal
ruin in the welfare of the masses, and believe that if
the people's eyes are opened, their own light will go
out. Only the keenest insight will detect the fact that
if the hearts of these individuals were really impelled
by righteousness and the fear of God, the fragrance of
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it would, like musk, be spreading everywhere. Nothing
in the world can ever be supported by words alone.
But these ill-omened owls have done a wrong,
And learned to sing as the white falcon sings.
And what of Sheba's message that the lapwing brings
If the bittern learn to sing the lapwing's song? (34)
The spiritually learned, those who have derived infinite
significance and wisdom from the Book of Divine
Revelation, and whose illumined hearts draw inspiration
from the unseen world of God, certainly exert their
efforts to bring about the supremacy of the true followers
of God, in all respects and above all peoples,
and they toil and struggle to make use of every agency
that will conduce to progress. If any man neglects
these high purposes he can never prove acceptable in
the sight of God; he stands out with all his shortcomings
and claims perfection, and destitute, pretends to
wealth.
One sluggish, blind and surly's a poor thing,
"A lump of flesh, without a foot or wing."
How far is he who apes and makes a show
From the illumined, who doth truly know.
One but an echo, though it's clear and sharp,
And one, the Psalmist David with his harp.
Knowledge, purity, devotion, discipline, independence,
have nothing to do with outer appearance and
dress. Once in the course of My travels I heard an
34. Cf. Qur'án 27:20 ff.
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eminent personage make the following excellent remark,
the wit and charm of which remain in memory:
"Not every cleric's turban is a proof of continence and
knowledge; not every layman's hat a sign of ignorance
and immorality. How many a hat has proudly raised
the banner of knowledge, how many a turban pulled
down the Law of God!"
The third element of the utterance under discussion
is, "opposes his passions." How wonderful
are the implications of this deceptively
easy, all-inclusive phrase. This is the very foundation
of every laudable human quality; indeed, these few
words embody the light of the world, the impregnable
basis of all the spiritual attributes of human beings.
This is the balance wheel of all behavior, the means of
keeping all man's good qualities in equilibrium.
For desire is a flame that has reduced to ashes uncounted
lifetime harvests of the learned, a devouring
fire that even the vast sea of their accumulated knowledge
could never quench. How often has it happened
that an individual who was graced with every attribute
of humanity and wore the jewel of true understanding,
nevertheless followed after his passions until his excellent
qualities passed beyond moderation and he was
forced into excess. His pure intentions changed to evil
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ones, his attributes were no longer put to uses worthy
of them, and the power of his desires turned him aside
from righteousness and its rewards into ways that were
dangerous and dark. A good character is in the sight of
God and His chosen ones and the possessors of insight,
the most excellent and praiseworthy of all things, but
always on condition that its center of emanation should
be reason and knowledge and its base should be true
moderation. Were the implications of this subject to be
developed as they deserve the work would grow too
long and our main theme would be lost to view.
All the peoples of Europe, notwithstanding their
vaunted civilization, sink and drown in this terrifying
sea of passion and desire, and this is why all the phenomena
of their culture come to nothing. Let no one
wonder at this statement or deplore it. The primary
purpose, the basic objective, in laying down powerful
laws and setting up great principles and institutions
dealing with every aspect of civilization, is human happiness;
and human happiness consists only in drawing
closer to the Threshold of Almighty God, and in securing
the peace and well-being of every individual member,
high and low alike, of the human race; and the
supreme agencies for accomplishing these two objectives
are the excellent qualities with which humanity
has been endowed.
A superficial culture, unsupported by a cultivated
morality, is as "a confused medley of dreams," (35) and
35. Qur'án 12:44; 21:5.
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external lustre without inner perfection is "like a vapor
in the desert which the thirsty dreameth to be water." (36)
For results which would win the good pleasure of God
and secure the peace and well-being of man, could
never be fully achieved in a merely external civilization.
The peoples of Europe have not advanced to the
higher planes of moral civilization, as their opinions
and behavior clearly demonstrate. Notice, for example,
how the supreme desire of European governments and
peoples today is to conquer and crush one another, and
how, while harboring the greatest secret repulsion, they
spend their time exchanging expressions of neighborly
affection, friendship and harmony.
There is the well-known case of the ruler who is
fostering peace and tranquillity and at the same time
devoting more energy than the warmongers to the accumulation
of weapons and the building up of a larger
army, on the grounds that peace and harmony can only
be brought about by force. Peace is the pretext, and
night and day they are all straining every nerve to pile
up more weapons of war, and to pay for this their
wretched people must sacrifice most of whatever they
are able to earn by their sweat and toil. How many
thousands have given up their work in useful industries
and are laboring day and night to produce new and
deadlier weapons which would spill out the blood of
the race more copiously than before.
Each day they invent a new bomb or explosive and
36. Qur'án 24:39.
page 62
then the governments must abandon their obsolete arms
and begin producing the new, since the old weapons
cannot hold their own against the new. For example
at this writing, in the year 1292 A.H. (37) they have invented
a new rifle in Germany and a bronze cannon in
Austria, which have greater firepower than the Martini-Henry
rifle and the Krupp cannon, are more rapid in
their effects and more efficient in annihilating humankind.
The staggering cost of it all must be borne by the
hapless masses.
Be just: can this nominal civilization, unsupported
by a genuine civilization of character, bring about the
peace and well-being of the people or win the good
pleasure of God? Does it not, rather, connote the destruction
of man's estate and pull down the pillars of
happiness and peace?
At the time of the Franco-Prussian War, in the year
1870 of the Christian era, it was reported that 600,000
men died, broken and beaten, on the field of battle.
How many a home was torn out by the roots; how many
a city, flourishing the night before, was toppled down
by sunrise. How many a child was orphaned and
abandoned, how many an old father and mother had to
see their sons, the young fruit of their lives, twisting
and dying in dust and blood. How many women were
widowed, left without a helper or protector.
And then there were the libraries and magnificent
buildings of France that went up in flames, and the
37. 1875 A.D.
page 63
military hospital, packed with sick and wounded men,
that was set on fire and burned to the ground. And
there followed the terrible events of the Commune,
the savage acts, the ruin and horror when opposing
factions fought and killed one another in the streets of
Paris. There were the hatreds and hostilities between
Catholic religious leaders and the German government.
There was the civil strife and uproar, the bloodshed
and havoc brought on between the partisans of
the Republic and the Carlists in Spain.
Only too many such instances are available to demonstrate
the fact that Europe is morally uncivilized.
Since the writer has no wish to cast aspersions on anyone
He has confined Himself to these few examples.
It is clear that no perceptive and well-informed mind
can countenance such events. Is it right and proper
that peoples among whom, diametrically opposed to
the most desirable human behavior, such horrors take
place, should dare lay claim to a real and adequate
civilization? Especially when out of all this no results
can be hoped for except the winning of a transient
victory; and since this outcome never endures, it is, to
the wise, not worth the effort.
Time and again down the centuries, the German
state has subdued the French; over and over, the kingdom
of France has governed German land. Is it permissible
that in our day 600,000 helpless creatures
should be offered up as a sacrifice to such nominal and
temporary uses and results? No, by the Lord God! Even
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a child can see the evil of it. Yet the pursuit of passion
and desire will wrap the eyes in a thousand veils that
rise out of the heart to blind the sight and the insight
as well.
Desire and self come in the door
And blot out virtue, bright before,
And a hundred veils will rise
From the heart, to blind the eyes.
True civilization will unfurl its banner in the midmost
heart of the world whenever a certain number of
its distinguished and high-minded sovereigns--the shining
exemplars of devotion and determination--shall, for
the good and happiness of all mankind, arise, with firm
resolve and clear vision, to establish the Cause of Universal
Peace. They must make the Cause of Peace the
object of general consultation, and seek by every means
in their power to establish a Union of the nations of the
world. They must conclude a binding treaty and establish
a covenant, the provisions of which shall be sound,
inviolable and definite. They must proclaim it to all the
world and obtain for it the sanction of all the human
race. This supreme and noble undertaking--the real
source of the peace and well-being of all the world--
should be regarded as sacred by all that dwell on earth.
All the forces of humanity must be mobilized to ensure
the stability and permanence of this Most Great Covenant.
In this all-embracing Pact the limits and frontiers
of each and every nation should be clearly fixed, the
page 65
principles underlying the relations of governments towards
one another definitely laid down, and all international
agreements and obligations ascertained. In like
manner, the size of the armaments of every government
should be strictly limited, for if the preparations for war
and the military forces of any nation should be allowed
to increase, they will arouse the suspicion of others.
The fundamental principle underlying this solemn
Pact should be so fixed that if any government later
violate any one of its provisions, all the governments
on earth should arise to reduce it to utter submission,
nay the human race as a whole should resolve, with
every power at its disposal, to destroy that government.
Should this greatest of all remedies be applied to the
sick body of the world, it will assuredly recover from
its ills and will remain eternally safe and secure. (38)
Observe that if such a happy situation be forthcoming,
no government would need continually to pile up
the weapons of war, nor feel itself obliged to produce
ever new military weapons with which to conquer the
human race. A small force for the purposes of internal
security, the correction of criminal and disorderly elements
and the prevention of local disturbances, would
be required--no more. In this way the entire population
would, first of all, be relieved of the crushing burden
38. The foregoing paragraph, together with the later paragraph beginning "A few, unaware of the power latent in human endeavor," was translated by Shoghi Effendi, Guardian of the Bahá'í Faith. Cf. The World Order of Bahá'u'lláh, pp. 37-38.
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of expenditure currently imposed for military purposes, and secondly, great numbers of people would cease to devote their time to the continual devising of new weapons of destruction--those testimonials of greed and bloodthirstiness, so inconsistent with the gift of life-- and would instead bend their efforts to the production of whatever will foster human existence and peace and well-being, and would become the cause of universal development and prosperity. Then every nation on earth will reign in honor, and every people will be cradled in tranquillity and content.
A few, unaware of the power latent in human endeavor, consider this matter as highly impracticable, nay even beyond the scope of man's utmost efforts. Such is not the case, however. On the contrary, thanks to the unfailing grace of God, the loving-kindness of His favored ones, the unrivaled endeavors of wise and capable souls, and the thoughts and ideas of the peerless leaders of this age, nothing whatsoever can be regarded as unattainable. Endeavor, ceaseless endeavor, is required. Nothing short of an indomitable determination can possibly achieve it. Many a cause which past ages have regarded as purely visionary, yet in this day has become most easy and practicable. Why should this most great and lofty Cause--the daystar of the firmament of true civilization and the cause of the glory, the advancement, the well-being and the success of all humanity--be regarded as impossible of achievement? Surely the day will come when its beauteous
page 67
light shall shed illumination upon the assemblage of
man.
The apparatus of conflict will, as preparations
go on at their present rate, reach the point
where war will become something intolerable
to mankind.
It is clear from what has already been said that man's
glory and greatness do not consist in his being avid for
blood and sharp of claw, in tearing down cities and
spreading havoc, in butchering armed forces and civilians.
What would mean a bright future for him would
be his reputation for justice, his kindness to the entire
population whether high or low, his building up countries
and cities, villages and districts, his making life
easy, peaceful and happy for his fellow beings, his laying
down fundamental principles for progress, his raising
the standards and increasing the wealth of the entire
population.
Consider how throughout history many a king has
sat on his throne as a conqueror. Among them were
Hulagü Khán and Tamerlane, who took over the vast
continent of Asia, and Alexander of Macedon and Napoleon
I, who stretched their arrogant fists over three
of the earth's five continents. And what was gained by
page 68
all their mighty victories? Was any country made to
flourish, did any happiness result, did any throne
stand? Or was it rather that those reigning houses lost
their power? Except that Asia went up in the flame of
many battles and fell away to ashes, Changíz's's Hulagü,
the warlord, gathered no fruit from all his conquests.
And Tamerlane, out of all his triumphs, reaped only
the peoples blown to the winds, and universal ruin.
And Alexander had nothing to show for his vast victories,
except that his son toppled from the throne and
Philip and Ptolemy took over the dominions he once
had ruled. And what did the first Napoleon gain from
subjugating the kings of Europe, except the destruction
of flourishing countries, the downfall of their inhabitants,
the spreading of terror and anguish across
Europe and, at the end of his days, his own captivity?
So much for the conquerors and the monuments they
leave behind them.
Contrast with this the praiseworthy qualities and the
greatness and nobility of Anúshírván the Generous and
the Just. (39) That fair-minded monarch came to power at
a time when the once solidly established throne of Persia
was about to crumble away. With his Divine gift
of intellect, he laid the foundations of justice, uprooting
oppression and tyranny and gathering the scattered
peoples of Persia under the wings of his dominion.
Thanks to the restoring influence of his continual care,
Persia that had lain withered and desolate was quickened
39. Sásáníyán king who reigned 531-578 A.D.
page 69
into life and rapidly changed into the fairest of all
flourishing nations. He rebuilt and reinforced the disorganized
powers of the state, and the renown of his
righteousness and justice echoed across the seven
climes, (39a) until the peoples rose up out of their degradation
and misery to the heights of felicity and honor.
Although he was a Magian, Muhammad, that Center
of creation and Sun of prophethood, said of him: "I
was born in the time of a just king," and rejoiced at
having come into the world during his reign. Did this
illustrious personage achieve his exalted station by virtue
of his admirable qualities or rather by reaching out
to conquer the earth and spill the blood of its peoples?
Observe that he attained to such a distinguished rank
in the heart of the world that his greatness still rings
out through all the impermanence of time, and he won
eternal life. Should We comment on the continuing life
of the great, this brief essay would be unduly prolonged,
and since it is by no means certain that public
opinion in Persia will be materially affected by its perusal,
We shall abridge the work, and go on to other
matters which come within the purview of the public
mind. If, however, it develops that this abridgement
produces favorable results, We shall, God willing, write
a number of books dealing at length and usefully with
fundamental principles of the Divine wisdom in its
relation to the phenomenal world.
39a. i.e., the whole world.
page 70
No power on earth can prevail against the armies
of justice, and every citadel must fall before
them; for men willingly go down under the
triumphant strokes of this decisive blade, and desolate
places bloom and flourish under the tramplings of this
host. There are two mighty banners which, when they
cast their shadow across the crown of any king, will
cause the influence of his government quickly and easily
to penetrate the whole earth, even as if it were the
light of the sun: the first of these two banners is wisdom;
the second is justice. Against these two most potent
forces, the iron hills cannot prevail, and Alexander's
wall will break before them. It is clear that life
in this fast-fading world is as fleeting and inconstant as
the morning wind, and this being so, how fortunate
are the great who leave a good name behind them, and
the memory of a lifetime spent in the pathway of the
good pleasure of God.
It is all one, if it be a throne
Or the bare ground under the open sky,
Where the pure soul lays him
Down to die. (39b)
A conquest can be a praiseworthy thing, and there
are times when war becomes the powerful basis of
39b. Sa'dí, The Gulistán, On the Conduct of Kings.
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peace, and ruin the very means of reconstruction. If,
for example, a high-minded sovereign marshals his
troops to block the onset of the insurgent and the aggressor,
or again, if he takes the field and distinguishes
himself in a struggle to unify a divided state and people,
if, in brief, he is waging war for a righteous purpose,
then this seeming wrath is mercy itself, and this
apparent tyranny the very substance of justice and this
warfare the cornerstone of peace. Today, the task befitting
great rulers is to establish universal peace, for in
this lies the freedom of all peoples.
The fourth phrase of the aforementioned Utterance
which points out the way of salvation
is: "obedient to the commandments of his
Lord." It is certain that man's highest distinction is to
be lowly before and obedient to his God; that his greatest
glory, his most exalted rank and honor, depend on
his close observance of the Divine commands and prohibitions.
Religion is the light of the world, and the
progress, achievement, and happiness of man result
from obedience to the laws set down in the holy Books.
Briefly, it is demonstrable that in this life, both outwardly
and inwardly the mightiest of structures, the
most solidly established, the most enduring, standing
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guard over the world, assuring both the spiritual and
the material perfections of mankind, and protecting the
happiness and the civilization of society--is religion.
It is true that there are foolish individuals who have
never properly examined the fundamentals of the Divine
religions, who have taken as their criterion the
behavior of a few religious hypocrites and measured all
religious persons by that yardstick, and have on this
account concluded that religions are an obstacle to
progress, a divisive factor and a cause of malevolence
and enmity among peoples. They have not even observed
this much, that the principles of the Divine religions
can hardly be evaluated by the acts of those who
only claim to follow them. For every excellent thing,
peerless though it may be, can still be diverted to the
wrong ends. A lighted lamp in the hands of an ignorant
child or of the blind will not dispel the surrounding
darkness nor light up the house--it will set both the
bearer and the house on fire. Can we, in such an instance,
blame the lamp? No, by the Lord God! To the
seeing, a lamp is a guide and will show him his path;
but it is a disaster to the blind.
Among those who have repudiated religious faith
was the Frenchman, Voltaire, who wrote a great number
of books attacking the religions, works which are
no better than children's playthings. This individual,
taking as his criterion the omissions and commissions
of the Pope, the head of the Roman Catholic religion,
and the intrigues and quarrels of the spiritual leaders of
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Christendom, opened his mouth and caviled at the
Spirit of God (Jesus). In the unsoundness of his reasoning,
he failed to grasp the true significance of the
sacred Scriptures, took exception to certain portions of
the revealed Texts and dwelt on the difficulties involved.
"And We send down of the Qur'án that which
is a healing and a mercy to the faithful: But it shall
only add to the ruin of the wicked." (40)
The Sage of Ghazná (41) told the mystic story
To his veiled hearers, in an allegory:
If those who err see naught in the Qur'án
But only words, it's not to wonder on;
Of all the sun's fire, lighting up the sky
Only the warmth can reach a blind man's eye. (42)
"Many will He mislead by such parables and many
guide: but none will He mislead thereby except the
wicked..." (43)
It is certain that the greatest of instrumentalities for
achieving the advancement and the glory of man, the
supreme agency for the enlightenment and the redemption
of the world, is love and fellowship and unity
among all the members of the human race. Nothing
can be effected in the world, not even conceivably,
without unity and agreement, and the perfect means
for engendering fellowship and union is true religion.
40. Qur'án 17:84.
41. The poet Saná'í.
42. Rúmí, The Mathnaví, III, 4229-4231.
43. Qur'án 2:24.
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"Hadst Thou spent all the riches of the earth, Thou
couldst not have united their hearts; but God hath
united them..." (44)
With the advent of the Prophets of God, their power
of creating a real union, one which is both external and
of the heart, draws together malevolent peoples who
have been thirsting for one another's blood, into the
one shelter of the Word of God. Then a hundred thousand
souls become as one soul, and unnumbered individuals
emerge as one body.
Once they were as the waves of the sea
That the wind made many out of one.
Then God shed down on them His sun,
And His sun but one can never be.
Souls of dogs and wolves go separately,
But the soul of the lions of God is one. (45)
The events that transpired at the advent of the
Prophets of the past, and Their ways and works and
circumstances, are not adequately set down in authoritative
histories, and are referred to only in condensed
form in the verses of the Qur'án, the Holy Traditions
and the Torah. Since, however, all events from the
days of Moses until the present time are contained in
44. Qur'án 8:64.
45. See Rúmí, The Mathnaví, II, 185 and 189. Also the Hadíth: "God created the creatures in darkness, then He sprinkled some of His Light upon them. Those whom some of that Light reached took the right way, while those whom it missed wandered from the straight road." Cf. R. A. Nicholson's "The Mathnawí of Jalálu'ddín Rúmí" in the E. J. W. Gibb Memorial Series.
page 75
the mighty Qur'án, the authoritative Traditions, the
Torah and other reliable sources, We shall content
Ourself with brief references here, the purpose being to
determine conclusively whether religion is the very
basis and root-principle of culture and civilization, or
whether as Voltaire and his like suppose, it defeats all
social progress, well-being and peace.
To preclude once and for all objections on the part
of any of the world's peoples, We shall conduct Our
discussion conformably to those authoritative accounts
which all nations are agreed upon.
At a time when the Israelites had multiplied in
Egypt and were spread throughout the whole country,
the Coptic Pharaohs of Egypt determined to strengthen
and favor their own Coptic peoples and to degrade and
dishonor the children of Israel, whom they regarded as
foreigners. Over a long period, the Israelites, divided
and scattered, were captive in the hands of the tyrannical
Copts, and were scorned and despised by all, so that
the meanest of the Copts would freely persecute and
lord it over the noblest of the Israelites. The enslavement,
wretchedness and helplessness of the Hebrews
reached such a pitch that they were never, day or night,
secure in their own persons nor able to provide any
defense for their wives and families against the tyranny
of their Pharaohic captors. Then their food was the
fragments of their own broken hearts, and their drink
a river of tears. They continued on in this anguish
until suddenly Moses, the All-Beauteous, beheld the
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Divine Light streaming out of the blessed Vale, the
place that was holy ground, and heard the quickening
voice of God as it spoke from the flame of that Tree
"neither of the East nor of the West," (46) and He stood
up in the full panoply of His universal prophethood.
In the midst of the Israelites, He blazed out like a lamp
of Divine guidance, and by the light of salvation He
led that lost people out of the shadows of ignorance into
knowledge and perfection. He gathered Israel's scattered
tribes into the shelter of the unifying and universal
Word of God, and over the heights of union He
raised up the banner of harmony, so that within a brief
interval those benighted souls became spiritually educated,
and they who had been strangers to the truth,
rallied to the cause of the oneness of God, and were
delivered out of their wretchedness, their indigence,
their incomprehension and captivity and achieved a
supreme degree of happiness and honor. They emigrated
from Egypt, set out for Israel's original homeland,
and came to Canaan and Philistia. They first
conquered the shores of the River Jordan, and Jericho,
and settled in that area, and ultimately all the neighboring
regions, such as Phoenicia, Edom and Ammon,
came under their sway. In Joshua's time there were
thirty-one governments in the hands of the Israelites,
and in every noble human attribute--learning, stability,
determination, courage, honor, generosity--this people
came to surpass all the nations of the earth. When in
46. Qur'án 24:35.
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those days an Israelite would enter a gathering, he was
immediately singled out for his many virtues, and even
foreign peoples wishing to praise a man would say that
he was like an Israelite.
It is furthermore a matter of record in numerous historical
works that the philosophers of Greece such as
Pythagoras, acquired the major part of their philosophy,
both divine and material, from the disciples of
Solomon. And Socrates after having eagerly journeyed
to meet with some of Israel's most illustrious scholars
and divines, on his return to Greece established the
concept of the oneness of God and the continuing life
of the human soul after it has put off its elemental
dust. Ultimately, the ignorant among the Greeks denounced
this man who had fathomed the inmost mysteries
of wisdom, and rose up to take his life; and then
the populace forced the hand of their ruler, and in
council assembled they caused Socrates to drink from
the poisoned cup.
After the Israelites had advanced along every level of
civilization, and had achieved success in the highest
possible degree, they began little by little to forget the
root-principles of the Mosaic Law and Faith, to busy
themselves with rites and ceremonials and to show forth
unbecoming conduct. In the days of Rehoboam, the son
of Solomon, terrible dissension broke out among them;
one of their number, Jeroboam, plotted to get the
throne, and it was he who introduced the worship of
idols. The strife between Rehoboam and Jeroboam led
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to centuries of warfare between their descendants, with
the result that the tribes of Israel were scattered and
disrupted. In brief, it was because they forgot the
meaning of the Law of God that they became involved
in ignorant fanaticism and blameworthy practices such
as insurgence and sedition. Their divines, having concluded
that all those essential qualifications of humankind
set forth in the Holy Book were by then a dead
letter, began to think only of furthering their own
selfish interests, and afflicted the people by allowing
them to sink into the lowest depths of heedlessness and
ignorance. And the fruit of their wrong doing was this,
that the old-time glory which had endured so long now
changed to degradation, and the rulers of Persia, of
Greece, and of Rome, took them over. The banners of
their sovereignty were reversed; the ignorance, foolishness,
abasement and self-love of their religious leaders
and their scholars were brought to light in the coming
of Nebuchadnezzar, King of Babylon, who destroyed
them. After a general massacre, and the sacking and
razing of their houses and even the uprooting of their
trees, he took captive whatever remnants his sword had
spared and carried them off to Babylon. Seventy years
later the descendants of these captives were released
and went back to Jerusalem. Then Hezekiah and Ezra
reestablished in their midst the fundamental principles
of the Holy Book, and day by day the Israelites advanced,
and the morning-brightness of their earlier ages
dawned again. In a short time, however, great dissensions
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as to belief and conduct broke out anew, and
again the one concern of the Jewish doctors became the
promotion of their own selfish purposes, and the reforms
that had obtained in Ezra's time were changed
to perversity and corruption. The situation worsened
to such a degree that time and again, the armies of the
republic of Rome and of its rulers conquered Israelite
territory. Finally the warlike Titus, commander of the
Roman forces, trampled the Jewish homeland into
dust, putting every man to the sword, taking the women
and children captive, flattening their houses, tearing
out their trees, burning their books, looting their treasures,
and reducing Jerusalem and the Temple to an
ash heap. After this supreme calamity, the star of Israel's
dominion sank away to nothing, and to this day,
the remnant of that vanished nation has been scattered
to the four winds. "Humiliation and misery were
stamped upon them." (47) These two most great afflictions,
brought on by Nebuchadnezzar and Titus, are
referred to in the glorious Qur'án: "And We solemnly
declared to the children of Israel in the Book, `Twice
surely will ye commit evil in the earth, and with great
loftiness of pride will ye surely be uplifted.' And when
the menace for the first of the two came to be executed,
We sent against you Our servants endowed with terrible
prowess; and they searched the inmost part of
your abodes, and the menace was accomplished...
And when the punishment threatened for your latter
47. Qur'án 2:58.
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transgression came to be inflicted, then We sent an
enemy to sadden your faces, and to enter the Temple
as they entered it at first, and to destroy with utter destruction
that which they had conquered." (48)
Our purpose is to show how true religion promotes
the civilization and honor, the prosperity and prestige,
the learning and advancement of a people once abject,
enslaved and ignorant, and how, when it falls into the
hands of religious leaders who are foolish and fanatical,
it is diverted to the wrong ends, until this greatest of
splendors turns into blackest night.
When for the second time the unmistakable signs of
Israel's disintegration, abasement, subjection and annihilation
had become apparent, then the sweet and holy
breathings of the Spirit of God (Jesus) were shed
across Jordan and the land of Galilee; the cloud of Divine
pity overspread those skies, and rained down the
copious waters of the spirit, and after those swelling
showers that came from the most great Sea, the Holy
Land put forth its perfume and blossomed with the
knowledge of God. Then the solemn Gospel song rose
up till it rang in the ears of those who dwell in the
chambers of heaven, and at the touch of Jesus' breath
the unmindful dead that lay in the graves of their ignorance
lifted up their heads to receive eternal life. For
the space of three years, that Luminary of perfections
walked about the fields of Palestine and in the neighborhood
of Jerusalem, leading all men into the dawn
48. Qur'án 17:4 ff.
page 81
of redemption, teaching them how to acquire spiritual
qualities and attributes well-pleasing to God. Had the
people of Israel believed in that beauteous Countenance,
they would have girded themselves to serve and
obey Him heart and soul, and through the quickening
fragrance of His Spirit they would have regained their
lost vitality and gone on to new victories.
Alas, of what avail was it; they turned away and opposed
Him. They rose up and tormented that Source
of Divine knowledge, that Point where the Revelation
had come down--all except for a handful who, turning
their faces toward God, were cleansed of the stain of
this world and found their way to the heights of the
placeless Realm. They inflicted every agony on that
Wellspring of grace until it became impossible for
Him to live in the towns, and still He lifted up the
flag of salvation and solidly established the fundamentals
of human righteousness, that essential basis of true
civilization.
In the fifth chapter of Matthew beginning with the
thirty-seventh verse He counsels: "Resist not evil and
injury with its like; but whosoever shall smite thee on
thy right cheek, turn to him the other also." And further,
from the forty-third verse: "Ye have heard that it
hath been said, `Thou shalt love thy neighbor, and
thou shalt not vex thine enemy with enmity.' (49) But I
49. The King James Bible reads: "Ye have heard that it hath been said, Thou shalt love thy neighbour, and hate thine enemy." Scholars object to this reading because it is contrary to the known Law as set forth in Leviticus 19:18, Exodus 23:4-5, Proverbs 25:21, the Talmud, etc.
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say unto you, love your enemies, bless them that curse
you, do good to them that hate you, and pray for them
which despitefully use you, and persecute you; that ye
may be the children of your Father which is in heaven:
for He maketh His sun to rise on the evil and on the
good, and sendeth down the rain of His mercy on the
just and on the unjust. For if ye love them which love
you, what reward have ye? Do not even the publicans
the same?"
Many were the counsels of this kind that were uttered
by that Dayspring of Divine wisdom, and souls
who have become characterized with such attributes of
holiness are the distilled essence of creation and the
sources of true civilization.
Jesus, then, founded the sacred Law on a basis of
moral character and complete spirituality, and for those
who believed in Him He delineated a special way of
life which constitutes the highest type of action on
earth. And while those emblems of redemption were to
outward seeming abandoned to the malevolence and
persecution of their tormentors, in reality they had been
delivered out of the hopeless darkness which encompassed
the Jews and they shone forth in everlasting
glory at the dawn of that new day.
That mighty Jewish nation toppled and crumbled
away, but those few souls who sought shelter beneath
page 83
the Messianic Tree transformed all human life. At that
time the peoples of the world were utterly ignorant,
fanatical and idolatrous. Only a small group of Jews
professed belief in the oneness of God and they were
wretched outcasts. These holy Christian souls now
stood up to promulgate a Cause which was diametrically
opposed and repugnant to the beliefs of the entire
human race. The kings of four out of the world's five
continents inexorably resolved to wipe out the followers
of Christ, and nevertheless in the end most of them set
about promoting the Faith of God with their whole
hearts; all the nations of Europe, many of the peoples
of Asia and Africa, and some of the inhabitants of the
islands of the Pacific, were gathered into the shelter of
the oneness of God.
Consider whether there exists anywhere in creation
a principle mightier in every sense than religion, or
whether any conceivable power is more pervasive than
the various Divine Faiths, or whether any agency can
bring about real love and fellowship and union among
all peoples as can belief in an almighty and all-knowing
God, or whether except for the laws of God there
has been any evidence of an instrumentality for educating
all mankind in every phase of righteousness.
Those qualities which the philosophers attained
when they had reached the very heights of their wisdom,
those noble human attributes which characterized
them at the peak of their perfection, would be exemplified
by the believers as soon as they accepted the
page 84
Faith. Observe how those souls who drank the living
waters of redemption at the gracious hands of Jesus,
the Spirit of God, and came into the sheltering shade
of the Gospel, attained to such a high plane of moral
conduct that Galen, the celebrated physician, although
not himself a Christian, in his summary of Plato's
Republic extolled their actions. A literal translation of
his words is as follows:
"The generality of mankind are unable to grasp a
sequence of logical arguments. For this reason they
stand in need of symbols and parables telling of rewards
and punishments in the next world. A confirmatory
evidence of this is that today we observe a people
called Christians, who believe devoutly in rewards and
punishments in a future state. This group show forth
excellent actions, similar to the actions of an individual
who is a true philosopher. For example, we all see
with our own eyes that they have no fear of death, and
their passion for justice and fair-dealing is so great that
they should be considered true philosophers." (50)
The station of a philosopher, in that age and in the
mind of Galen, was superior to any other station in the
world. Consider then how the enlightening and spiritualizing
power of divine religions impels the believers
to such heights of perfection that a philosopher like
50. Cf. `Abdu'l-Bahá, Some Answered Questions, ch. LXXXIV, and Promulgation of Universal Peace, p. 385. See also Galen on Jews and Christians by Richard Walzer, Oxford University Press, 1949, p. 15. The author states that Galen's summary here to is lost, being preserved only in Arabic quotations.
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Galen, not himself a Christian, offers such testimony.
One demonstration of the excellent character of the
Christians in those days was their dedication to charity
and good works, and the fact that they founded hospitals
and philanthropic institutions. For example, the
first person to establish public clinics throughout the
Roman Empire where the poor, the injured and the
helpless received medical care, was the Emperor Constantine.
This great king was the first Roman ruler to
champion the Cause of Christ. He spared no efforts,
dedicating his life to the promotion of the principles
of the Gospel, and he solidly established the Roman
government, which in reality had been nothing but a
system of unrelieved oppression, on moderation and
justice. His blessed name shines out across the dawn of
history like the morning star, and his rank and fame
among the world's noblest and most highly civilized is
still on the tongues of Christians of all denominations.
What a firm foundation of excellent character was
laid down in those days, thanks to the training of holy
souls who arose to promote the teachings of the Gospel.
How many primary schools, colleges, hospitals, were
established, and institutions where fatherless and indigent
children received their education. How many
were the individuals who sacrificed their own personal
advantages and "out of desire to please the Lord" (51) devoted
the days of their lives to teaching the masses.
When, however, the time approached for the effulgent
51. From Qur'án 4:114; 2:207, etc.
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beauty of Muhammad to dawn upon the world,
the control of Christian affairs passed into the hands
of ignorant priests. Those heavenly breezes, soft-flowing
from the regions of Divine grace, died away, and
the laws of the great Evangel, the rock-foundation on
which the civilization of the world was based, turned
barren of results, this out of misuse and because of the
conduct of persons who, seemingly fair, were yet inwardly
foul.
The noted historians of Europe, in describing the
conditions, manners, politics, learning and culture, in
all their aspects, of early, medieval and modern times,
unanimously record that during the ten centuries constituting
the Middle Ages, from the beginning of the
sixth century of the Christian era till the close of the
fifteenth, Europe was in every respect and to an extreme
degree, barbaric and dark. The principal cause of
this was that the monks, referred to by European peoples
as spiritual and religious leaders, had given up the
abiding glory that comes from obedience to the sacred
commandments and heavenly teachings of the Gospel,
and had joined forces with the presumptuous and tyrannical
rulers of the temporal governments of those
times. They had turned their eyes away from everlasting
glory, and were devoting all their efforts to the
furtherance of their mutual worldly interests and passing
and perishable advantages. Ultimately things
reached a point where the masses were hopeless prisoners
in the hands of these two groups, and all this
page 87
brought down in ruins the whole structure of the religion,
culture, welfare and civilization of the peoples
of Europe.
When the unworthy acts and thoughts and the discreditable
purposes of the leaders had stilled the sweet
savors of the Spirit of God (Jesus) and they ceased to
stream across the world, and the darkness of ignorance
and bigotry and of actions that were displeasing to God,
encompassed the earth, then the dawn of hope shone
out and the Divine spring drew on; a cloud of mercy
overspread the world, and out of the regions of grace
the fecund winds began to blow. In the sign of Muhammad,
the Sun of Truth rose over Yathrib (Medina)
and the Hijáz and cast across the universe the lights of
eternal glory. Then the earth of human potentialities
was transformed, and the words "The earth shall shine
with the light of her Lord," (52) were fulfilled. The old
world turned new again, and its dead body rose into
abundant life. Then tyranny and ignorance were overthrown,
and towering palaces of knowledge and justice
were reared in their place. A sea of enlightenment
thundered, and science cast down its rays. The savage
peoples of the Hijáz, before that Flame of supreme
Prophethood was lit in the lamp of Mecca, were the
most brutish and benighted of all the peoples of the
earth. In all the histories, their depraved and vicious
practices, their ferocity and their constant feuds, are a
matter of record. In those days the civilized peoples of
52. Qur'án 39:69.
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the world did not even consider the Arab tribes of
Mecca and Medina as human beings. And yet, after
the Light of the World rose over them, they were--
because of the education bestowed on them by that
Mine of perfections, that Focal Center of Revelation,
and the blessings vouchsafed by the Divine Law--
within a brief interval gathered into the shelter of the
principle of Divine oneness. This brutish people then
attained such a high degree of human perfection and
civilization that all their contemporaries marveled at
them. Those very peoples who had always mocked the
Arabs and held them up to ridicule as a breed devoid
of judgment, now eagerly sought them out, visiting
their countries to acquire enlightenment and culture,
technical skills, statecraft, arts and sciences.
Observe the influence on material situations of that
training which is inculcated by the true Educator. Here
were tribes so benighted and untamed that during the
period of the Jáhilíyyih they would bury their seven-year-old
daughters alive--an act which even an animal,
let alone a human being, would hate and shrink from
but which they in their extreme degradation considered
the ultimate expression of honor and devotion to principle
--and this darkened people, thanks to the manifest
teachings of that great Personage, advanced to such a
degree that after they conquered Egypt, Syria and its
capital Damascus, Chaldea, Mesopotamia and Írán,
they came to administer single-handedly whatever matters
page 89
were of major importance in four main regions of
the globe.
The Arabs then excelled all the peoples of the world
in science and the arts, in industry and invention, in
philosophy, government and moral character. And
truly, the rise of this brutish and despicable element,
in such a short interval, to the supreme heights of human
perfection, is the greatest demonstration of the
rightfulness of the Lord Muhammad's's Prophethood.
In the early ages of Islám the peoples of Europe acquired
the sciences and arts of civilization from Islám
as practiced by the inhabitants of Andalusia. A careful
and thorough investigation of the historical record will
establish the fact that the major part of the civilization
of Europe is derived from Islám; for all the writings of
Muslim scholars and divines and philosophers were
gradually collected in Europe and were with the most
painstaking care weighed and debated at academic
gatherings and in the centers of learning, after which
their valued contents would be put to use. Today, numerous
copies of the works of Muslim scholars which
are not to be found in Islamic countries, are available
in the libraries of Europe. Furthermore, the laws and
principles current in all European countries are derived
to a considerable degree and indeed virtually in their
entirety from the works on jurisprudence and the legal
decision of Muslim theologians. Were it not for the
fear of unduly lengthening the present text, We would
cite these borrowings one by one.
page 90
The beginnings of European civilization date from
the seventh century of the Muslim era. The particulars
were these: toward the end of the fifth century of the
hegira, the Pope or Head of Christendom set up a great
hue and cry over the fact that places sacred to the
Christians, such as Jerusalem, Bethlehem and Nazareth,
had fallen under Muslim rule, and he stirred up
the kings and the commoners of Europe to undertake
what he considered a holy war. His impassioned outcry
waxed so loud that all the countries of Europe responded,
and crusading kings at the head of innumerable
hosts passed over the Sea of Marmara and made
their way to the continent of Asia. In those days the
Fátimid caliphs ruled over Egypt and some countries
of the West, and most of the time the kings of Syria,
that is the Saljúqs, were subject to them as well. Briefly,
the kings of the West with their unnumbered armies
fell upon Syria and Egypt, and there was continuous
warfare between the Syrian rulers and those of Europe
for a period of two hundred and three years. Reinforcements
were always coming in from Europe, and time
and time again the Western rulers stormed and took
over every castle in Syria, and as often, the kings of
Islám delivered them out of their hands. Finally Saladin,
in the year 693 A.H., drove the European kings
and their armies out of Egypt and off the Syrian coast.
Hopelessly beaten, they went back to Europe. In the
course of these wars of the Crusades, millions of human
beings perished. To sum up, from 490 A.H. until
page 91
693, kings, commanders and other European leaders
continually came and went between Egypt, Syria and
the West, and when in the end they all returned home,
they introduced into Europe whatever they had observed
over two hundred and odd years in Muslim
countries as to government, social development and
learning, colleges, schools and the refinements of living.
The civilization of Europe dates from that time.
O people of Persia! How long will your torpor
and lethargy last? You were once the lords
of the whole earth; the world was at your
beck and call. How is it that your glory has lapsed and
you have fallen from favor now, and crept away into
some corner of oblivion? You were the fountainhead of
learning, the unfailing spring of light for all the earth,
how is it that you are withered now, and quenched,
and faint of heart? You who once lit the world, how is
it that you lurk, inert, bemused, in darkness now?
Open your mind's eye, see your great and present need.
Rise up and struggle, seek education, seek enlightenment.
Is it meet that a foreign people should receive
from your own forbears its culture and its knowledge,
and that you, their blood, their rightful heirs, should
go without? How does it seem, when your neighbors
page 92
are at work by day and night with their whole hearts,
providing for their advancement, their honor and prosperity,
that you, in your ignorant fanaticism, are busy
only with your quarrels and antipathies, your indulgences
and appetites and empty dreams? Is it commendable
that you should waste and fritter away in
apathy the brilliance that is your birthright, your native
competence, your inborn understanding? Again, We
have digressed from Our theme.
Those European intellectuals who are well-informed
as to the facts of Europe's past,
and are characterized by truthfulness and a
sense of justice, unanimously acknowledge that in
every particular the basic elements of their civilization
are derived from Islám. For example Draper [see https://bahai-library.com/draper_intellectual_development_europe], (53) the well-known
53. The Persian text transliterates this author's name as "Draybár" and titles his work The Progress of Peoples [see https://bahai-library.com/draper_intellectual_development_europe]. The reference is apparently to John William Draper, 1811-1882, celebrated chemist and widely-translated historian. Detailed material on Muslim contributions to the West, and on Gerbert (Pope appears in the second volume of the work cited. Of some of Europe's systematically unacknowledged obligations to Islám the author writes: "Injustice founded on religious and national conceit cannot be perpetuated for ever." (Vol. p. 42, Rev. ed.) The Dictionary of American Biography states that Draper's father was a Roman Catholic who assumed the name John Christopher Draper when disowned by his family for a Methodist, and that his real name is unknown. The translator is indebted to Mr. Paul North Rice, Chief of the York Public Library's Reference Department, for the that available data on Draper's family history and nationality in conflict; The Drapers in America by Thomas Waln-Morgan (1892) states that Draper's father was born in London, while Albert E. Henschel in "Centenary of John William Draper" (New York University "Colonnade," June, 1911) has the following: "If there be among us any who trace their lineage to the sunny fields of Italy, they may feel a just pride in John William for his father, John C. Draper, was an Italian by birth..." The translator's thanks are also due to Madame Laura for investigations in connection with this passage at the Library of Congress and the Bibliothèque Nationale.
page 93
French authority, a writer whose accuracy, ability
and learning are attested by all European scholars,
in one of his best-known works, The Intellectual Development
of Europe, has written a detailed account
in this connection, that is, with reference to the derivation
by the peoples of Europe of the fundamentals of
civilization and the bases of progress and well-being
from Islám. His account is exhaustive, and a translation
here would unduly lengthen out the present work
and would indeed be irrelevant to Our purpose. If
further details are desired the reader may refer to that
text.
In essence, the author shows how the totality of
Europe's civilization--its laws, principles, institutions,
its sciences, philosophies, varied learning, its civilized
manners and customs, its literature, art and industry,
its organization, its discipline, its behavior, its commendable
character traits, and even many of the words
page 94
current in the French language, derives from the Arabs.
One by one, he investigates each of these elements in
detail, even giving the period when each was brought
over from Islám. He describes as well the arrival of
the Arabs in the West, in what is now Spain, and how
in a short time they established a well-developed civilization
there, and to what a high degree of excellence
their administrative system and scholarship attained,
and how solidly founded and well regulated were their
schools and colleges, where sciences and philosophy,
arts and crafts, were taught; what a high level of leadership
they achieved in the arts of civilization and how
many were the children of Europe's leading families
who were sent to attend the schools of Cordova and
Granada, Seville and Toledo to acquire the sciences
and arts of civilized life. He even records that a European
named Gerbert came to the West and enrolled at
the University of Cordova in Arab territory, studied
arts and sciences there, and after his return to Europe
achieved such prominence that ultimately he was elevated
to the leadership of the Catholic Church and
became the Pope.
The purpose of these references is to establish the
fact that the religions of God are the true source of the
spiritual and material perfections of man, and the
fountainhead for all mankind of enlightenment and
beneficial knowledge. If one observes the matter justly
it will be found that all the laws of politics are contained
in these few and holy words:
page 95
"And they enjoin what is just, and forbid what is
unjust, and speed on in good works. These are of the
righteous." (54) And again: "that there may be among
you a people who invite to the good, and enjoin the
just, and forbid the wrong. These are they with whom
it shall be well." (55) And further: "Verily, God enjoineth
justice and the doing of good ... and He forbiddeth
wickedness and oppression. He warneth you that
haply ye may be mindful." (56) And yet again, of the
civilizing of human behavior: "Make due allowances;
and enjoin what is just, and withdraw from the ignorant." (57)
And likewise: "...who master their anger,
and forgive others! God loveth the doers of good." (58)
And again: "There is no righteousness in turning your
faces toward the East or the West, but he is righteous
who believeth in God, and the last day, and the angels,
and the Scriptures, and the Prophets; who for the love
of God disburseth his wealth to his kindred, and to
orphans, and the needy and the wayfarer, and those
who ask, and for ransom; who observeth prayer, and
payeth the legal alms, and who is of those who perform
their covenant when they have covenanted, and are
patient under ills and hardships, and in time of
trouble: these are they who are just, and these are they
54. Qur'án 3:110.
55. Qur'án 3:100.
56. Qur'án 16:92.
57. Qur'án 7:198.
58. Qur'án 3:128.
page 96
who fear the Lord." (59) And yet further: "They prefer
them before themselves, though poverty be their own
lot." (60) See how these few sacred verses encompass the
highest levels and innermost meanings of civilization
and embody all the excellencies of human character.
By the Lord God, and there is no God but He, even
the minutest details of civilized life derive from the
grace of the Prophets of God. What thing of value to
mankind has ever come into being which was not first
set forth either directly or by implication in the Holy
Scriptures?
Alas, of what avail is it. When the weapons are in
cowards' hands, no man's life and property are safe,
and thieves only grow the stronger. When, in the same
way, a far-from-perfect priesthood acquire control of
affairs, they come down like a massive curtain between
the people and the light of Faith.
Sincerity is the foundation-stone of faith. That is, a
religious individual must disregard his personal desires
and seek in whatever way he can wholeheartedly to
serve the public interest; and it is impossible for a
human being to turn aside from his own selfish advantages
and sacrifice his own good for the good of the
community except through true religious faith. For
self-love is kneaded into the very clay of man, and it
is not possible that, without any hope of a substantial
reward, he should neglect his own present material
59. Qur'án 2:172.
60. Qur'án 59:9.
page 97
good. That individual, however, who puts his faith in
God and believes in the words of God--because he is
promised and certain of a plentiful reward in the next
life, and because worldly benefits as compared to the
abiding joy and glory of future planes of existence are
nothing to him--will for the sake of God abandon his
own peace and profit and will freely consecrate his
heart and soul to the common good. "A man, too, there
is who selleth his very self out of desire to please
God." (61)
There are some who imagine that an innate sense of
human dignity will prevent man from committing evil
actions and insure his spiritual and material perfection.
That is, that an individual who is characterized with
natural intelligence, high resolve, and a driving zeal,
will, without any consideration for the severe punishments
consequent on evil acts, or for the great rewards
of righteousness, instinctively refrain from inflicting
harm on his fellow men and will hunger and thirst to
do good. And yet, if we ponder the lessons of history
it will become evident that this very sense of honor
and dignity is itself one of the bounties deriving from
the instructions of the Prophets of God. We also observe
in infants the signs of aggression and lawlessness,
and that if a child is deprived of a teacher's instructions
his undesirable qualities increase from one moment to
the next. It is therefore clear that the emergence of this
natural sense of human dignity and honor is the result
61. Qur'án 2:203.
page 98
of education. Secondly, even if we grant for the sake
of the argument that instinctive intelligence and an
innate moral quality would prevent wrongdoing, it is
obvious that individuals so characterized are as rare as
the philosopher's stone. An assumption of this sort cannot
be validated by mere words, it must be supported
by the facts. Let us see what power in creation impels
the masses toward righteous aims and deeds!
Aside from this, if that rare individual who does exemplify
such a faculty should also become an embodiment
of the fear of God, it is certain that his strivings
toward righteousness would be strongly reinforced.
Universal benefits derive from the grace of the Divine
religions, for they lead their true followers to sincerity
of intent, to high purpose, to purity and spotless
honor, to surpassing kindness and compassion, to the
keeping of their covenants when they have covenanted,
to concern for the rights of others, to liberality, to justice
in every aspect of life, to humanity and philanthropy,
to valor and to unflagging efforts in the service
of mankind. It is religion, to sum up, which produces
all human virtues, and it is these virtues which are the
bright candles of civilization. If a man is not characterized
by these excellent qualities, it is certain that he has
never attained to so much as a drop out of the fathomless
river of the waters of life that flows through the
teachings of the Holy Books, nor caught the faintest
breath of the fragrant breezes that blow from the gardens
of God; for nothing on earth can be demonstrated
page 99
by words alone, and every level of existence is known
by its signs and symbols, and every degree in man's development
has its identifying mark.
The purpose of these statements is to make it
abundantly clear that the Divine religions, the holy
precepts, the heavenly teachings, are the unassailable
basis of human happiness, and that the peoples of the
world can hope for no real relief or deliverance without
this one great remedy. This panacea must, however, be
administered by a wise and skilled physician, for in the
hands of an incompetent all the cures that the Lord of
men has ever created to heal men's ills could produce
no health, and would on the contrary only destroy the
helpless and burden the hearts of the already afflicted.
That Source of Divine wisdom, that Manifestation
of Universal Prophethood (Muhammad), encouraging
mankind to acquire sciences and arts and similar advantages
has commanded them to seek these even in
the furthermost reaches of China; yet the incompetent
and caviling doctors forbid this, offering as their justification
the saying, "He who imitates a people is one
of them." They have not even grasped what is meant
by the "imitation" referred to, nor do they know that
the Divine religions enjoin upon and encourage all the
faithful to adopt such principles as will conduce to
continuous improvements, and to acquire from other
peoples sciences and arts. Whoever expresses himself
to the contrary has never drunk of the nectar of knowledge
page 100
and is astray in his own ignorance, groping after
the mirage of his desires.
Judge this aright: which one of these modern developments,
whether in themselves or in their application,
is contrary to the Divine commandments? If they mean
the establishment of parliaments, these are enjoined by
the very text of the holy verse: "and whose affairs are
guided by mutual counsel." (62) And again, addressing
the Dayspring of all knowledge, the Source of perfection
(Muhammad), in spite of His being in possession
of universal wisdom, the words are: "and consult them
in the affair." (63) In view of this how can the question
of mutual consultation be in conflict with the religious
Law? The great advantages of consultation can be established
by logical arguments as well.
Can they say that it would be contrary to the laws of
God to make a death sentence conditional on the most
careful investigations, on the sanction of numerous
bodies, on legal proof and the royal order? Can they
claim that what went on under the previous government
was in conformity with the Qur'án? For example,
in the days when Hájí Mírzá Aqásí was Prime Minister,
it was heard from many sources that the governor
of Gulpaygán seized thirteen defenseless bailiffs of
that region, all of them of holy lineage, all of them
guiltless, and without a trial, and without obtaining
any higher sanction, beheaded them in a single hour.
62. Qur'án 42:36.
63. Qur'án 3:153.
page 101
At one time the population of Persia exceeded fifty
millions. This has been dissipated partly through civil
wars, but predominantly because of the lack of an adequate
system of government and the despotism and
unbridled authority of provincial and local governors.
With the passage of time, not one-fifth of the population
has survived, for the governors would select any
victim they cared to, however innocent, and vent their
wrath on him and destroy him. Or, for a whim, they
would make a pet out of some proven mass murderer.
Not a soul could speak out, because the governor was
in absolute control. Can we say that these things were
in conformity with justice or with the laws of God?
Can we maintain that it is contrary to the fundamentals
of the Faith to encourage the acquisition of useful
arts and of general knowledge, to inform oneself as to
the truths of such physical sciences as are beneficial to
man, and to widen the scope of industry and increase
the products of commerce and multiply the nation's
avenues of wealth? Would it conflict with the worship
of God to establish law and order in the cities and organize
the rural districts, to repair the roads and build
railroads and facilitate transportation and travel and
thus increase the people's well-being? Would it be inconsistent
with the Divine commands and prohibitions
if we were to work the abandoned mines which are the
greatest source of the nation's wealth, and to build factories,
from which come the entire people's comfort,
security and affluence? Or to stimulate the creation of
page 102
new industries and to promote improvements in our
domestic products?
By the All-Glorious! I am astonished to find what a
veil has fallen across their eyes, and how it blinds them
even to such obvious necessities as these. And there is
no doubt whatever that when conclusive arguments
and proofs of this sort are advanced, they will answer,
out of a thousand hidden spites and prejudices: "On
the Day of Judgment, when men stand before their
Lord, they will not be questioned as to their education
and the degree of their culture--rather will they be examined
as to their good deeds." Let us grant this and
assume that man will not be asked as to his culture and
education; even so, on that great Day of Reckoning,
will not the leaders be called to account? Will it not
be said to them: "O chiefs and leaders! Why did ye
cause this mighty nation to fall from the heights of its
former glory, to pass from its place at the heart and
center of the civilized world? Ye were well able to take
hold of such measures as would lead to the high honor
of this people. This ye failed to do, and ye even went
on to deprive them of the common benefits enjoyed by
all. Did not this people once shine out like stars in an
auspicious heaven? How have ye dared to quench their
light in darkness! Ye could have lit the lamp of temporal
and eternal glory for them; why did ye fail to
strive for this with all your hearts? And when by God's
grace a flaming Light flared up, why did ye fail to
shelter it in the glass of your valor, from the winds that
page 103
beat against it? Why did ye rise up in all your might
to put it out?"
"And every man's fate have We fastened about his
neck: and on the Day of Resurrection will We bring
it forth to him a book which shall be proffered to him
wide open." (64)
Again, is there any deed in the world that would be
nobler than service to the common good? Is there any
greater blessing conceivable for a man, than that he
should become the cause of the education, the development,
the prosperity and honor of his fellow-creatures?
No, by the Lord God! The highest righteousness of all
is for blessed souls to take hold of the hands of the helpless
and deliver them out of their ignorance and abasement
and poverty, and with pure motives, and only for
the sake of God, to arise and energetically devote themselves
to the service of the masses, forgetting their own
worldly advantage and working only to serve the general
good. "They prefer them before themselves, though
poverty be their own lot." (65) "The best of men are those
who serve the people; the worst of men are those who
harm the people."
Glory be to God! What an extraordinary situation
now obtains, when no one, hearing a claim advanced,
asks himself what the speaker's real motive might be,
and what selfish purpose he might not have hidden behind
the mask of words. You find, for example, that an
64. Qur'án 17:14.
65. Qur'án 59:9.
page 104
individual seeking to further his own petty and personal
concerns, will block the advancement of an entire
people. To turn his own water mill, he will let
the farms and fields of all the others parch and wither.
To maintain his own leadership, he will everlastingly
direct the masses toward that prejudice and fanaticism
which subvert the very base of civilization.
Such a man, at the same moment that he is perpetrating
actions which are anathema in the sight of God
and detested by all the Prophets and Holy Ones, if he
sees a person who has just finished eating wash his
hands with soap--an article the inventor of which was
`Abdu'lláh Buní, a Muslim--will, because this unfortunate
does not instead wipe his hands up and down
the front of his robe and on his beard, set up a hue
and cry to the effect that the religious law has been
overthrown, and the manners and customs of heathen
nations are being introduced into ours. Utterly disregarding
the evil of his own ways, he considers the very
cause of cleanliness and refinement as wicked and
foolish.
O People of Persia! Open your eyes! Pay heed! Release
yourselves from this blind following of the bigots,
this senseless imitation which is the principal reason
why men fall away into paths of ignorance and degradation.
See the true state of things. Rise up; seize hold
of such means as will bring you life and happiness and
greatness and glory among all the nations of the world.
The winds of the true springtide are passing over
page 105
you; adorn yourselves with blossoms like trees in the
scented garden. Spring clouds are streaming; then turn
you fresh and verdant like the sweet eternal fields. The
dawn star is shining, set your feet on the true path. The
sea of might is swelling, hasten to the shores of high
resolve and fortune. The pure water of life is welling
up, why wear away your days in a desert of thirst? Aim
high, choose noble ends; how long this lethargy, how
long this negligence! Despair, both here and hereafter,
is all you will gain from self-indulgence; abomination
and misery are all you will harvest from fanaticism,
from believing the foolish and the mindless. The confirmations
of God are supporting you, the succor of
God is at hand: why do you not cry out and exult with
all your heart, and strive with all your soul!
Among those matters which require thorough revision
and reform is the method of studying the
various branches of knowledge and the organization
of the academic curriculum. From lack of
organization, education has become haphazard and confused.
Trifling subjects which should not call for
elaboration receive undue attention, to such an extent
that students, over long periods of time, waste their
minds and their energies on material that is pure supposition,
page 106
in no way susceptible of proof, such study consisting
in going deep into statements and concepts
which careful examination would establish as not even
unlikely, but rather as unalloyed superstition, and representing
the investigation of useless conceits and the
chasing of absurdities. There can be no doubt that to
concern oneself with such illusions, to examine into
and lengthily debate such idle propositions, is nothing
but a waste of time and a marring of the days of one's
life. Not only this, but it also prevents the individual
from undertaking the study of those arts and sciences
of which society stands in dire need. The individual
should, prior to engaging in the study of any subject,
ask himself what its uses are and what fruit and result
will derive from it. If it is a useful branch of knowledge,
that is, if society will gain important benefits from it,
then he should certainly pursue it with all his heart.
If not, if it consists in empty, profitless debates and in
a vain concatenation of imaginings that lead to no result
except acrimony, why devote one's life to such
useless hairsplittings and disputes.
Because this matter requires further elucidation and
a thorough hearing, so that it can be fully established
that some of the subjects which today are neglected are
extremely valuable, while the nation has no need whatever
of various other, superfluous studies, the point
will, God willing, be developed in a second volume.
Our hope is that a reading of this first volume will produce
fundamental changes in the thinking and the behavior
page 107
of society, for We have undertaken the work
with a sincere intent and purely for the sake of God.
Although in this world individuals who are able to distinguish
between sincere intentions and false words
are as rare as the philosopher's stone, yet We fix Our
hopes on the measureless bounties of the Lord.
To resume: As for that group who maintains that in
effecting these necessary reforms we must proceed with
deliberation, exercise patience and gain the objectives
one at a time, just what do they mean by this? If by
deliberation they are referring to that circumspection
which the science of government requires, their
thought is timely and appropriate. It is certain that
momentous undertakings cannot be brought to a successful
conclusion in haste; that in such cases haste
would only make waste.
The world of politics is like the world of man; he is
seed at first, and then passes by degrees to the condition
of embryo and foetus, acquiring a bone structure,
being clothed with flesh, taking on his own special
form, until at last he reaches the plane where he can
befittingly fulfill the words: "the most excellent of
Makers." (66) Just as this is a requirement of creation and
is based on the universal Wisdom, the political world
in the same way cannot instantaneously evolve from
the nadir of defectiveness to the zenith of rightness and
perfection. Rather, qualified individuals must strive by
66. Qur'án 23:14: "Blessed therefore be God, the most excellent of Makers."
page 108
day and by night, using all those means which will conduce
to progress, until the government and the people
develop along every line from day to day and even from
moment to moment.
When, through the Divine bestowals, three things
appear on earth, this world of dust will come alive, and
stand forth wondrously adorned and full of grace.
These are first, the fruitful winds of spring; second, the
welling plenty of spring clouds; and third, the heat of
the bright sun. When, out of the endless bounty of
God, these three have been vouchsafed, then slowly,
by His leave, dry trees and branches turn fresh and
green again, and array themselves with many kinds of
blossoms and fruits. It is the same when the pure intentions
and the justice of the ruler, the wisdom and
consummate skill and statecraft of the governing authorities,
and the determination and unstinted efforts
of the people, are all combined; then day by day the
effects of the advancement, of the far-reaching reforms,
of the pride and prosperity of government and people
alike, will become clearly manifest.
If, however, by delay and postponement they mean
this, that in each generation only one minute section
of the necessary reforms should be attended to, this is
nothing but lethargy and inertia, and no results would
be forthcoming from such a procedure, except the endless
repetition of idle words. If haste is harmful, inertness
and indolence are a thousand times worse. A middle
course is best, as it is written: "It is incumbent upon
page 109
you to do good between the two evils," this referring
to the mean between the two extremes. "And let not
thy hand be tied up to thy neck; nor yet open it with
all openness ... but between these follow a middle
way." (67)
The primary, the most urgent requirement is the promotion
of education. It is inconceivable that any nation
should achieve prosperity and success unless this paramount,
this fundamental concern is carried forward.
The principal reason for the decline and fall of peoples
is ignorance. Today the mass of the people are uninformed
even as to ordinary affairs, how much less do
they grasp the core of the important problems and complex
needs of the time.
It is therefore urgent that beneficial articles and books
be written, clearly and definitely establishing what the
present-day requirements of the people are, and what
will conduce to the happiness and advancement of society.
These should be published and spread throughout
the nation, so that at least the leaders among the
people should become, to some degree, awakened, and
arise to exert themselves along those lines which will
lead to their abiding honor. The publication of high
thoughts is the dynamic power in the arteries of life;
it is the very soul of the world. Thoughts are a boundless
sea, and the effects and varying conditions of existence
are as the separate forms and individual limits
of the waves; not until the sea boils up will the waves
67. Qur'án 17:31; 110.
page 110
rise and scatter their pearls of knowledge on the shore
of life.
Thou, Brother, art thy thought alone,
The rest is only thew and bone. (68)
Public opinion must be directed toward whatever is
worthy of this day, and this is impossible except
through the use of adequate arguments and the adducing
of clear, comprehensive and conclusive proofs. For
the helpless masses know nothing of the world, and
while there is no doubt that they seek and long for
their own happiness, yet ignorance like a heavy veil
shuts them away from it.
Observe to what a degree the lack of education will
weaken and degrade a people. Today [1875] from the
standpoint of population the greatest nation in the
world is China, which has something over four hundred
million inhabitants. On this account, its government
should be the most distinguished on earth, its
people the most acclaimed. And yet on the contrary,
because of its lack of education in cultural and material
civilization, it is the feeblest and the most helpless of
all weak nations. Not long ago, a small contingent of
English and French troops went to war with China
and defeated that country so decisively that they took
over its capital Peking. Had the Chinese government
68. Rúmí, The Mathnaví, II 2:277. The next line is: A garden close, if that thought be a rose, But if it be a thorn, then only fit to burn.
page 111
and people been abreast of the advanced sciences of
the day, had they been skilled in the arts of civilization,
then if all the nations on earth had marched against
them the attack would still have failed, and the attackers
would have returned defeated whence they
had come.
Stranger even than this episode is the fact that the
government of Japan was in the beginning subject to
and under the protection of China, and that now for
some years, Japan has opened its eyes and adopted the
techniques of contemporary progress and civilization,
promoting sciences and industries of use to the public,
and striving to the utmost of their power and competence
until public opinion was focused on reform.
This government has currently advanced to such a
point that, although its population is only one-sixth, or
even one-tenth, that of China, it has recently challenged
the latter government, and China has finally
been forced to come to terms. Observe carefully how
education and the arts of civilization bring honor, prosperity,
independence and freedom to a government
and its people.
It is, furthermore, a vital necessity to establish schools
throughout Persia, even in the smallest country towns
and villages, and to encourage the people in every possible
way to have their children learn to read and write.
If necessary, education should even be made compulsory.
Until the nerves and arteries of the nation stir into
life, every measure that is attempted will prove vain; for
page 112
the people are as the human body, and determination
and the will to struggle are as the soul, and a soulless
body does not move. This dynamic power is present to
a superlative degree in the very nature of the Persian
people, and the spread of education will release it.
As to that element who believe that it is neither
necessary nor appropriate to borrow the principles
of civilization, the fundamentals of
progress toward high levels of social happiness in the
material world, the laws which effect thorough reforms,
the methods which extend the scope of culture--and
that it is far more suitable that Persia and the Persians
reflect over the situation and then create their own
techniques of progress.
It is certain that if the vigorous intelligence and superior
skill of the nation's great, and the energy and
resolve of the most eminent men at the imperial court,
and the determined efforts of those who have knowledge
and capacity, and are well versed in the great
laws of political life, should all be combined, and all
should exert every effort and examine and reflect over
every detail as well as on the main currents of affairs,
there is every likelihood that because of the effective
plans they would evolve, some situations would be
page 113
thoroughly reformed. In the majority of cases, however,
they would still be obliged to borrow; because,
throughout the many-centuried past, hundreds of
thousands of persons have devoted their entire lives to
putting these things to the test until they were able to
bring about these substantial developments. If all that
is to be ignored and an effort is made to re-create those
agencies in our own country and in our own way, and
thus effect the hoped-for advancement, many generations
would pass by and still the goal would not be
reached. Observe for instance that in other countries
they persevered over a long period until finally they
discovered the power of steam and by means of it were
enabled easily to perform the heavy tasks which were
once beyond human strength. How many centuries it
would take if we were to abandon the use of this power
and instead strain every nerve to invent a substitute.
It is therefore preferable to keep on with the use of
steam and at the same time continuously to examine
into the possibility of there being a far greater force
available. One should regard the other technological
advances, sciences, arts and political formulae of proven
usefulness in the same light--i.e., those procedures
which, down the ages, have time and again been put
to the test and whose many uses and advantages have
demonstrably resulted in the glory and greatness of the
state, and the well-being and progress of the people.
Should all these be abandoned, for no valid reason, and
other methods of reform be attempted, by the time
page 114
such reforms might eventuate, and their advantages
might be put to proof, many years would go by, and
many lives. Meanwhile, "we are still at the first bend
in the road." (69)
The superiority of the present in relation to the past
consists in this, that the present can take over and
adopt as a model many things which have been tried
and tested and the great benefits of which have been
demonstrated in the past, and that it can make its own
new discoveries and by these augment its valuable inheritance.
It is clear, then, that the accomplishment
and experience of the past are known and available to
the present, while the discoveries peculiar to the present
were unknown to the past. This presupposes that
the later generation is made up of persons of ability;
otherwise, how many a later generation has lacked even
so much as a drop out of the boundless ocean of knowledge
that was its forbears'.
Reflect a little: let us suppose that, through the
power of God, certain individuals are placed on earth;
these obviously stand in need of many things, to provide
for their human dignity, their happiness and ease.
Now is it more practicable for them to acquire these
things from their contemporaries, or should they, in
each successive generation, borrow nothing, but instead
independently create one or another of the instrumentalities
which are necessary to human existence?
69. From the lines: "Attár has passed through the seven cities of love, and we are still at the first bend in the road."
page 115
Should some maintain that those laws, principles and
fundamentals of progress on the highest levels of a
fully developed society, which are current in other
countries, are not suited to the condition and the traditional
needs of Persia's people, and that on this account
it is necessary that within Írán, the nations'
planners should exert their utmost efforts to bring about
reforms appropriate to Persia--let them first explain
what harm could come from such foreign importations.
If the country were built up, the roads repaired, the
lot of the helpless improved by various means, the poor
rehabilitated, the masses set on the path to progress,
the avenues of public wealth increased, the scope of
education widened, the government properly organized,
and the free exercise of the individual's rights, and the
security of his person and property, his dignity and good
name, assured--would all this be at odds with the character
of the Persian people? Whatever is in conflict
with these measures has already been proved injurious,
in every country, and does not concern one locality
more than another.
These superstitions result in their entirety from lack
of wisdom and understanding, and insufficient observation
and analysis. Indeed, the majority of the reactionaries
and the procrastinators are only concealing their
own selfish interests under a barrage of idle words, and
confusing the minds of the helpless masses with public
statements which bear no relation to their well-concealed
objectives.
page 116
O people of Persia! The heart is a divine trust;
cleanse it from the stain of self-love, adorn it with the
coronal of pure intent, until the sacred honor, the abiding
greatness of this illustrious nation may shine out
like the true morning in an auspicious heaven. This
handful of days on earth will slip away like shadows
and be over. Strive then that God may shed His grace
upon you, that you may leave a favorable remembrance
in the hearts and on the lips of those to come. "And
grant that I be spoken of with honor by posterity." (70)
Happy the soul that shall forget his own good, and
like the chosen ones of God, vie with his fellows in
service to the good of all; until, strengthened by the
blessings and perpetual confirmations of God, he shall
be empowered to raise this mighty nation up to its
ancient pinnacles of glory, and restore this withered
land to sweet new life, and as a spiritual springtime,
array those trees which are the lives of men with the
fresh leaves, the blossoms and fruits of consecrated joy.
70. Qur'án 26:84.
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Secret of Divine Civilization
Abdu'l-Bahá
Marzieh Gail, translator
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In the Name of God the Clement, the Merciful
Praise and thanksgiving be unto Providence that
out of all the realities in existence He has
chosen the reality of man and has honored it
with intellect and wisdom, the two most luminous lights
in either world. Through the agency of this great endowment,
He has in every epoch cast on the mirror
of creation new and wonderful configurations. If we
look objectively upon the world of being, it will become
apparent that from age to age, the temple of existence
has continually been embellished with a fresh grace,
and distinguished with an ever-varying splendor, deriving
from wisdom and the power of thought.
This supreme emblem of God stands first in the
order of creation and first in rank, taking precedence
over all created things. Witness to it is the Holy Tradition,
"Before all else, God created the mind." From
the dawn of creation, it was made to be revealed in the
temple of man.
Sanctified is the Lord, Who with the dazzling rays
of this strange, heavenly power has made our world
of darkness the envy of the worlds of light: "And the
page 2
earth shall shine with the light of her Lord." (1) Holy
and exalted is He, Who has caused the nature of man
to be the dayspring of this boundless grace: "The God
of mercy hath taught the Qur'án, hath created man,
hath taught him articulate speech." (2)
O ye that have minds to know! Raise up your suppliant
hands to the heaven of the one God, and humble
yourselves and be lowly before Him, and thank Him
for this supreme endowment, and implore Him to succor
us until, in this present age, godlike impulses may
radiate from the conscience of mankind, and this
divinely kindled fire which has been entrusted to the
human heart may never die away.
Consider carefully: all these highly varied phenomena,
these concepts, this knowledge, these technical
procedures and philosophical systems, these sciences,
arts, industries and inventions--all are emanations of
the human mind. Whatever people has ventured
deeper into this shoreless sea, has come to excel the
rest. The happiness and pride of a nation consist in
this, that it should shine out like the sun in the high
heaven of knowledge. "Shall they who have knowledge
and they who have it not, be treated alike?" (3) And
the honor and distinction of the individual consist in
this, that he among all the world's multitudes should
become a source of social good. Is any larger bounty
1. Qur'án 39:69.
2. Qur'án 55:1-3.
3. Qur'án 39:12.
page 3
conceivable than this, that an individual, looking
within himself, should find that by the confirming
grace of God he has become the cause of peace and
well-being, of happiness and advantage to his fellow
men? No, by the one true God, there is no greater
bliss, no more complete delight.
How long shall we drift on the wings of passion
and vain desire; how long shall we spend
our days like barbarians in the depths of ignorance
and abomination? God has given us eyes, that
we may look about us at the world, and lay hold of
whatsoever will further civilization and the arts of living.
He has given us ears, that we may hear and profit
by the wisdom of scholars and philosophers and arise
to promote and practice it. Senses and faculties have
been bestowed upon us, to be devoted to the service of
the general good; so that we, distinguished above all
other forms of life for perceptiveness and reason,
should labor at all times and along all lines, whether
the occasion be great or small, ordinary or extraordinary,
until all mankind are safely gathered into the impregnable
stronghold of knowledge. We should continually
be establishing new bases for human happiness and
creating and promoting new instrumentalities toward
page 4
this end. How excellent, how honorable is man if he
arises to fulfil his responsibilities; how wretched and
contemptible, if he shuts his eyes to the welfare of society
and wastes his precious life in pursuing his own
selfish interests and personal advantages. Supreme happiness
is man's, and he beholds the signs of God in the
world and in the human soul, if he urges on the steed
of high endeavor in the arena of civilization and justice.
"We will surely show them Our signs in the world
and within themselves." (4)
And this is man's uttermost wretchedness: that he
should live inert, apathetic, dull, involved only with his
own base appetites. When he is thus, he has his being
in the deepest ignorance and savagery, sinking lower
than the brute beasts. "They are like the brutes: Yea,
they go more astray... For the vilest beasts in God's
sight, are the deaf, the dumb, who understand not." (5)
We must now highly resolve to arise and lay hold of
all those instrumentalities that promote the peace and
well-being and happiness, the knowledge, culture and
industry, the dignity, value and station, of the entire
human race. Thus, through the restoring waters of pure
intention and unselfish effort, the earth of human potentialities
will blossom with its own latent excellence
and flower into praiseworthy qualities, and bear and
flourish until it comes to rival that rosegarden of knowledge
which belonged to our forefathers. Then will this
4. Qur'án 41:53.
5. Qur'án 7:178; 8:22.
page 5
holy land of Persia become in every sense the focal
center of human perfections, reflecting as if in a mirror
the full panoply of world civilization.
All praise and honor be to the Dayspring of Divine
wisdom, the Dawning Point of Revelation (Muhammad),
and to the holy line of His descendants, since,
by the widespread rays of His consummate wisdom,
His universal knowledge, those savage denizens of
Yathrib (Medina) and Bathá (Mecca), miraculously,
and in so brief a time, were drawn out of the depths of
their ignorance, rose up to the pinnacles of learning,
and became centers of arts and sciences and human perfections,
and stars of felicity and true civilization, shining
across the horizons of the world.
His Majesty the Sháh has, at the present time,
[1875] resolved to bring about the advancement
of the Persian people, their welfare
and security and the prosperity of their country. He has
spontaneously extended assistance to his subjects, displaying
energy and fair-mindedness, hoping that by the
light of justice he might make Írán the envy of East
and West, and set that fine fervor which characterized
the first great epochs of Persia to flowing again through
the veins of her people. As is clear to the discerning,
page 6
the writer has for this reason felt it necessary to put
down, for the sake of God alone and as a tribute to this
high endeavor, a brief statement on certain urgent
questions. To demonstrate that His one purpose is to
promote the general welfare, He has withheld His
name. (5b) Since He believes that guidance toward
righteousness is in itself a righteous act, He offers these
few words of counsel to His country's sons, words
spoken for God's sake alone and in the spirit of a faithful
friend. Our Lord, Who knows all things, bears
witness that this Servant seeks nothing but what is
right and good; for He, a wanderer in the desert of
God's love, has come into a realm where the hand of
denial or assent, of praise or blame, can touch Him
not. "We nourish your souls for the sake of God; We
seek from you neither recompense nor thanks." (6)
"The hand is veiled, yet the pen writes as bidden;
The horse leaps forward, yet the rider's hidden."
O people of Persia! Look into those blossoming pages
that tell of another day, a time long past. Read them
and wonder; see the great sight. Írán in that day was as
the heart of the world; she was the bright torch flaming
in the assemblage of mankind. Her power and glory
shone out like the morning above the world's horizons,
5b. The original Persian text written in 1875 carried no author's name, and the first English translation published in 1910 under the title The Mysterious Forces of Civilization states only "Written in Persian by an Eminent Bahai Philosopher."
6. Qur'án 76:9.
page 7
and the splendor of her learning cast its rays over East
and West. Word of the widespread empire of those
who wore her crown reached even to the dwellers in
the arctic circle, and the fame of the awesome presence
of her King of Kings humbled the rulers of Greece and
Rome. The greatest of the world's philosophers marveled
at the wisdom of her government, and her political
system became the model for all the kings of the
four continents then known. She was distinguished
among all peoples for the scope of her dominion, she
was honored by all for her praiseworthy culture and
civilization. She was as the pivot of the world, she was
the source and center of sciences and arts, the wellspring
of great inventions and discoveries, the rich mine
of human virtues and perfections. The intellect, the
wisdom of the individual members of this excellent nation
dazzled the minds of other peoples, the brilliance
and perceptive genius that characterized all this noble
race aroused the envy of the whole world.
Aside from that which is a matter of record in Persian
histories, it is stated in the Old Testament--established
today, among all European peoples, as a sacred and
canonical Text--that in the time of Cyrus, called in
Iranian works Bahman son of Isfandíyár, the three
hundred and sixty divisions of the Persian Empire extended
from the inner confines of India and China to
the farthermost reaches of Yemen and Ethiopia. (7) The
7. 2 Chronicles 36:22-23; Ezra 1:2; Esther 1:1; 8:9; Isaiah 45:1, 14; 49:12.
page 8
Greek accounts, as well, relate how this proud sovereign
came against them with an innumerable host, and left
their own till then victorious dominion level with the
dust. He made the pillars of all the governments to
quake; according to that authoritative Arab work, the
history of Abu'l-Fidá, he took over the entire known
world. It is likewise recorded in this same text and elsewhere,
that Firaydún, a king of the Píshdádíyán Dynasty--
who was indeed, for his inherent perfections,
his powers of judgment, the scope of his knowledge,
and his long series of continual victories, unique among
all the rulers who preceded and followed him--divided
the whole known world among his three sons.
As attested by the annals of the world's most illustrious
peoples, the first government to be established on
earth, the foremost empire to be organized among the
nations, was Persia's throne and diadem.
O people of Persia! Awake from your drunken sleep!
Rise up from your lethargy! Be fair in your judgment:
will the dictates of honor permit this holy land, once
the wellspring of world civilization, the source of glory
and joy for all mankind, the envy of East and West, to
remain an object of pity, deplored by all nations? She
was once the noblest of peoples: will you let contemporary
history register for the ages her now degenerate
state? Will you complacently accept her present
wretchedness, when she was once the land of all mankind's
desire? Must she now, for this contemptible
page 9
sloth, this failure to struggle, this utter ignorance, be
accounted the most backward of nations?
Were not the people of Persia, in days long gone,
the head and front of intellect and wisdom? Did they
not, by God's grace, shine out like the daystar from the
horizons of Divine knowledge? How is it that we are
satisfied today with this miserable condition, are engrossed
in our licentious passions, have blinded ourselves
to supreme happiness, to that which is pleasing
in God's sight, and have all become absorbed in our
selfish concerns and the search for ignoble, personal advantage?
This fairest of lands was once a lamp, streaming with
the rays of Divine knowledge, of science and art, of
nobility and high achievement, of wisdom and valor.
Today, because of the idleness and lethargy of her
people, their torpor, their undisciplined way of life,
their lack of pride, lack of ambition--her bright fortune
has been totally eclipsed, her light has turned to darkness.
"The seven heavens and the seven earths weep
over the mighty when he is brought low."
It should not be imagined that the people of Persia
are inherently deficient in intelligence, or that for essential
perceptiveness and understanding, inborn sagacity,
intuition and wisdom, or innate capacity, they
are inferior to others. God forbid! On the contrary,
they have always excelled all other peoples in endowments
conferred by birth. Persia herself, moreover,
from the standpoint of her temperate climate and natural
page 10
beauties, her geographical advantages and her rich
soil, is blessed to a supreme degree. What she urgently
requires, however, is deep reflection, resolute action,
training, inspiration and encouragement. Her people
must make a massive effort, and their pride must be
aroused.
Today throughout the five continents of the globe it
is Europe and most sections of America that are renowned
for law and order, government and commerce,
art and industry, science, philosophy and education. Yet
in ancient times these were the most savage of the
world's peoples, the most ignorant and brutish. They
were even stigmatized as barbarians--that is, utterly
rude and uncivilized. Further, from the fifth century
after Christ until the fifteenth, that period defined as
the Middle Ages, such terrible struggles and fierce upheavals,
such ruthless encounters and horrifying acts,
were the rule among the peoples of Europe, that the
Europeans rightly describe those ten centuries as the
Dark Ages. The basis of Europe's progress and civilization
was actually laid in the fifteenth century of the
Christian era, and from that time on, all her present
evident culture has been, under the stimulus of great
minds and as a result of the expansion of the frontiers
of knowledge and the exertion of energetic and ambitious
efforts, in the process of development.
Today by the grace of God and the spiritual influence
of His universal Manifestation, the fair-minded
ruler of Írán has gathered his people into the shelter
page 11
of justice, and the sincerity of the imperial purpose has
shown itself in kingly acts. Hoping that his reign will
rival the glorious past, he has sought to establish equity
and righteousness and to foster education and the
processes of civilization throughout this noble land,
and to translate from potentiality into actuality whatever
will insure its progress. Not until now had we seen
a monarch, holding in his capable hands the reins of
affairs, and on whose high resolve the welfare of all
his subjects depends, exerting as it would befit him,
like a benevolent father, his efforts toward the training
and cultivation of his people, seeking to insure their
well-being and peace of mind, and exhibiting due concern
for their interests; this Servant and those like Him
have therefore remained silent. Now, however, it is
clear to the discerning that the Sháh has of his own accord
determined to establish a just government and to
secure the progress of all his subjects. His honorable
intention has consequently evoked this present statement.
It is indeed strange that instead of offering thanks
for this bounty, which truly derives from the grace of
Almighty God, by arising as one in gratitude and enthusiasm
and praying that these noble purposes will
daily multiply, some, on the contrary, whose reason has
been corrupted by personal motives and the clarity of
whose perception has been clouded by self-interest and
conceit; whose energies are devoted to the service of
their passions, whose sense of pride is perverted to the
page 12
love of leadership, have raised the standard of opposition
and waxed loud in their complaints. Up to now,
they blamed the Sháh for not, on his own initiative,
working for his people's welfare and seeking to bring
about their peace and well-being. Now that he has inaugurated
this great design they have changed their
tune. Some say that these are newfangled methods and
foreign isms, quite unrelated to the present needs and
the time-honored customs of Persia. Others have rallied
the helpless masses, who know nothing of religion or
its laws and basic principles and therefore have no
power of discrimination--and tell them that these
modern methods are the practices of heathen peoples,
and are contrary to the venerated canons of true faith,
and they add the saying, "He who imitates a people
is one of them." One group insists that such reforms
should go forward with great deliberation, step by step,
haste being inadmissible. Another maintains that only
such measures should be adopted as the Persians themselves
devise, that they themselves should reform their
political administration and their educational system
and the state of their culture and that there is no need
to borrow improvements from other nations. Every faction,
in short, follows its own particular illusion.
O people of Persia! How long will you wander?
How long must your confusion last? How long will it
go on, this conflict of opinions, this useless antagonism,
this ignorance, this refusal to think? Others are alert,
and we sleep our dreamless sleep. Other nations are
page 13
making every effort to improve their condition; we are
trapped in our desires and self-indulgences, and at
every step we stumble into a new snare.
God is Our witness that We have no ulterior motive
in developing this theme. We seek neither to curry
favor with any one nor to attract any one to Ourselves
nor to derive any material benefit therefrom. We
speak only as one earnestly desiring the good pleasure
of God, for We have turned Our gaze away from the
world and its peoples and have sought refuge in the
sheltering care of the Lord. "No pay do I ask of you for
this... My reward is of God alone." (8)
Those who maintain that these modern concepts apply
only to other countries and are irrelevant in Írán,
that they do not satisfy her requirements or suit her
way of life, disregard the fact that other nations were
once as we are now. Did not these new systems and
procedures, these progressive enterprises, contribute to
the advancement of those countries? Were the people
of Europe harmed by the adoption of such measures?
Or did they rather by these means reach the highest
degree of material development? Is it not true that for
centuries, the people of Persia have lived as we see
them living today, carrying out the pattern of the past?
Have any discernible benefits resulted, has any progress
been made? If these things had not been tested by
experience, some in whose minds the light of native
intelligence is clouded, might idly question them. On
8. Qur'án 6:90; 11:31.
page 14
the contrary, however, every aspect of these prerequisites
to progress have in other countries been time and
again put to the test, and their benefits demonstrated
so plainly that even the dullest mind can grasp them.
Let us consider this justly and without bias: let us
ask ourselves which one of these basic principles and
sound, well-established procedures would fail to satisfy
our present needs, or would be incompatible with Persia's
best political interests or injurious to the general
welfare of her people. Would the extension of education,
the development of useful arts and sciences, the
promotion of industry and technology, be harmful
things? For such endeavor lifts the individual within
the mass and raises him out of the depths of ignorance
to the highest reaches of knowledge and human excellence.
Would the setting up of just legislation, in accord
with the Divine laws which guarantee the happiness
of society and protect the rights of all mankind
and are an impregnable proof against assault--would
such laws, insuring the integrity of the members of society
and their equality before the law, inhibit their
prosperity and success?
Or if by using one's perceptive faculties, one can
draw analogies from present circumstances and the conclusions
arrived at by collective experience, and can
envisage as coming realities situations now only potential,
would it be unreasonable to take such present
measures as would guarantee our future security?
Would it seem shortsighted, improvident and unsound,
page 15
would it constitute a deviation from what is right and
proper, if we were to strengthen our relationships with
neighboring countries, enter into binding treaties with
the great powers, foster friendly connections with well-disposed
governments, look to the expansion of trade
with the nations of East and West, develop our natural
resources and increase the wealth of our people?
Would it spell perdition for our subjects if the provincial
and district governors were relieved of their
present absolute authority, whereby they function exactly
as they please, and were instead limited to equity
and truth, and if their sentences involving capital punishment,
imprisonment and the like were contingent
on confirmation by the Sháh and by higher courts in
the capital, who would first duly investigate the case
and determine the nature and seriousness of the crime,
and then hand down a just decision subject to the issuance
of a decree by the sovereign? If bribery and
corruption, known today by the pleasant names of gifts
and favors, were forever excluded, would this threaten
the foundations of justice? Would it be an evidence of
unsound thinking to deliver the soldiery, who are a
living sacrifice to the state and the people and brave
death at every turn, from their present extreme misery
and indigence, and to make adequate arrangements for
their sustenance, clothing and housing, and exert every
effort to instruct their officers in military science, and
supply them with the most advanced types of firearms
and other weapons?
page 16
Should anyone object that the above-mentioned reforms
have never yet been fully effected, he should
consider the matter impartially and know that these
deficiencies have resulted from the total absence of a
unified public opinion, and the lack of zeal and resolve
and devotion in the country's leaders. It is obvious that
not until the people are educated, not until public opinion
is rightly focused, not until government officials,
even minor ones, are free from even the least remnant
of corruption, can the country be properly administered.
Not until discipline, order and good government reach
the degree where an individual, even if he should put
forth his utmost efforts to do so, would still find himself
unable to deviate by so much as a hair's breadth
from righteousness, can the desired reforms be regarded
as fully established.
Furthermore, any agency whatever, though it be the
instrument of mankind's greatest good, is capable of
misuse. Its proper use or abuse depends on the varying
degrees of enlightenment, capacity, faith, honesty, devotion
and highmindedness of the leaders of public
opinion.
The Sháh has certainly done his part, and the execution
of the proposed beneficial measures is now in the
hands of persons functioning in assemblies of consultation.
If these individuals prove to be pure and high-minded,
if they remain free from the taint of corruption,
the confirmations of God will make them a never-failing
source of bounty to mankind. He will cause to
page 17
issue from their lips and their pens what will bless the
people, so that every corner of this noble country of
Írán will be illumined with their justice and integrity
and the rays of that light will encompass the whole
earth. "Neither will this be difficult with God." (9)
Otherwise it is clear that the results will prove
unacceptable.
For it has been directly witnessed in certain
foreign countries that following on the establishment
of parliaments those bodies actually distressed and
confused the people and their well-meant reforms produced
maleficent results. While the setting up of parliaments,
the organizing of assemblies of consultation,
constitutes the very foundation and bedrock of government,
there are several essential requirements which
these institutions must fulfill. First, the elected members
must be righteous, God-fearing, high-minded, incorruptible.
Second, they must be fully cognizant, in
every particular, of the laws of God, informed as to the
highest principles of law, versed in the rules which
govern the management of internal affairs and the conduct
of foreign relations, skilled in the useful arts of
civilization, and content with their lawful emoluments.
Let it not be imagined that members of this type
would be impossible to find. Through the grace of God
and His chosen ones, and the high endeavors of the
devoted and the consecrated, every difficulty can be
easily resolved, every problem however complex will
prove simpler than blinking an eye.
9. Qur'án 14:23; 35:18.
page 18
If, however, the members of these consultative assemblies
are inferior, ignorant, uninformed of the laws
of government and administration, unwise, of low aim,
indifferent, idle, self-seeking, no benefit will accrue
from the organizing of such bodies. Where, in the past,
if a poor man wanted his rights he had only to offer a
gift to one individual, now he would either have to
renounce all hope of justice or else satisfy the entire
membership.
Close investigation will show that the primary cause
of oppression and injustice, of unrighteousness, irregularity
and disorder, is the people's lack of religious
faith and the fact that they are uneducated. When, for
example, the people are genuinely religious and are
literate and well-schooled, and a difficulty presents itself,
they can apply to the local authorities; if they do
not meet with justice and secure their rights and if
they see that the conduct of the local government is
incompatible with the Divine good pleasure and the
king's justice, they can then take their case to higher
courts and describe the deviation of the local administration
from the spiritual law. Those courts can then
send for the local records of the case and in this way
justice will be done. At present, however, because of
their inadequate schooling, most of the population lack
even the vocabulary to explain what they want.
As to those persons who, here and there, are considered
leaders of the people: because this is only the
beginning of the new administrative process, they are
page 19
not yet sufficiently advanced in their education to have
experienced the delights of dispensing justice or to have
tasted the exhilaration of promoting righteousness or to
have drunk from the springs of a clear conscience and a
sincere intent. They have not properly understood that
man's supreme honor and real happiness lie in self-respect,
in high resolves and noble purposes, in integrity
and moral quality, in immaculacy of mind. They
have, rather, imagined that their greatness consists in
the accumulation, by whatever means may offer, of
worldly goods.
A man should pause and reflect and be just: his
Lord, out of measureless grace, has made him a human
being and honored him with the words: "Verily, We
created man in the goodliest of forms" (10) --and caused
His mercy which rises out of the dawn of oneness to
shine down upon him, until he became the wellspring
of the words of God and the place where the mysteries
of heaven alighted, and on the morning of creation he
was covered with the rays of the qualities of perfection
and the graces of holiness. How can he stain this immaculate
garment with the filth of selfish desires, or
exchange this everlasting honor for infamy? "Dost thou
think thyself only a puny form, when the universe is
folded up within thee?" (11)
Were it not our purpose to be brief and to develop
our primary subject, we would here set down a summary
10. Qur'án 95:4.
11. The Imám `Alí.
page 20
of themes from the Divine world, as to the reality
of man and his high station and the surpassing value
and worth of the human race. Let this be, for another
time.
The highest station, the supreme sphere, the noblest,
most sublime position in creation, whether visible or
invisible, whether alpha or omega, is that of the Prophets
of God, notwithstanding the fact that for the most
part they have to outward seeming been possessed of
nothing but their own poverty. In the same way, ineffable
glory is set apart for the Holy Ones and those
who are nearest to the Threshold of God, although
such as these have never for a moment concerned themselves
with material gain. Then comes the station of
those just kings whose fame as protectors of the people
and dispensers of Divine justice has filled the world,
whose name as powerful champions of the people's
rights has echoed through creation. These give no
thought to amassing enormous fortunes for themselves;
they believe, rather, that their own wealth lies in enriching
their subjects. To them, if every individual citizen
has affluence and ease, the royal coffers are full.
They take no pride in gold and silver, but rather in
their enlightenment and their determination to achieve
the universal good.
Next in rank are those eminent and honorable ministers
of state and representatives, who place the will of
God above their own, and whose administrative skill
and wisdom in the conduct of their office raises the science
page 21
of government to new heights of perfection. They
shine in the learned world like lamps of knowledge;
their thinking, their attitudes and their acts demonstrate
their patriotism and their concern for the country's advancement.
Content with a modest stipend, they consecrate
their days and nights to the execution of important
duties and the devising of methods to insure the
progress of the people. Through the effectiveness of
their wise counsel, the soundness of their judgment,
they have ever caused their government to become an
example to be followed by all the governments of the
world. They have made their capital city a focal center
of great world undertakings, they have won distinction,
attaining a supreme degree of personal eminence, and
reaching the loftiest heights of repute and character.
Again, there are those famed and accomplished men
of learning, possessed of praiseworthy qualities and vast
erudition, who lay hold on the strong handle of the
fear of God and keep to the ways of salvation. In the
mirror of their minds the forms of transcendent realities
are reflected, and the lamp of their inner vision
derives its light from the sun of universal knowledge.
They are busy by night and by day with meticulous
research into such sciences as are profitable to mankind,
and they devote themselves to the training of students
of capacity. It is certain that to their discerning taste,
the proffered treasures of kings would not compare
with a single drop of the waters of knowledge, and
mountains of gold and silver could not outweigh the
page 22
successful solution of a difficult problem. To them, the
delights that lie outside their work are only toys for
children, and the cumbersome load of unnecessary possessions
is only good for the ignorant and base. Content,
like the birds, they give thanks for a handful of
seeds, and the song of their wisdom dazzles the minds
of the world's most wise.
Again, there are sagacious leaders among the people
and influential personalities throughout the country,
who constitute the pillars of state. Their rank and station
and success depend on their being the well-wishers
of the people and in their seeking out such means as
will improve the nation and will increase the wealth
and comfort of the citizens.
Observe the case when an individual is an eminent
person in his country, zealous, wise, pure-hearted,
known for his innate capacity, intelligence, natural
perspicacity--and is also an important member of the
state: what, for such an individual, can be regarded as
honor, abiding happiness, rank and station, whether in
the here or the hereafter? Is it a diligent attention to
truth and righteousness, is it dedication and resolve
and devotion to the good pleasure of God, is it the desire
to attract the favorable consideration of the ruler
and to merit the approval of the people? Or would it,
rather, consist in this, that for the sake of indulging in
feasts and dissipations by night he should undermine
his country and break the hearts of his people by day,
causing his God to reject him, and his sovereign to cast
page 23
him out and his people to defame him and hold him in
deserved contempt? By God, the mouldering bones in
the graveyard are better than such as these! Of what
value are they, who have never tasted the heavenly
food of truly human qualities, and never drunk of the
crystalline waters of those bounties which belong to the
realm of man?
It is unquestionable that the object in establishing
parliaments is to bring about justice and righteousness,
but everything hinges on the efforts of
the elected representatives. If their intention is sincere,
desirable results and unforeseen improvements will be
forthcoming; if not, it is certain that the whole thing
will be meaningless, the country will come to a standstill
and public affairs will continuously deteriorate. "I
see a thousand builders unequal to one subverter; what
then of the one builder who is followed by a thousand
subverters?"
The purpose of the foregoing statements is to demonstrate
at least this, that the happiness and greatness,
the rank and station, the pleasure and peace, of an individual
have never consisted in his personal wealth,
but rather in his excellent character, his high resolve,
the breadth of his learning, and his ability to solve difficult
page 24
problems. How well has it been said: "On my
back is a garment which, were it sold for a penny, that
penny would be worth far more; yet within the garment
is a soul which, if you weighed it against all the
souls in the world, would prove greater and nobler."
In the present writer's view it would be preferable
if the election of nonpermanent members of consultative
assemblies in sovereign states should be dependent
on the will and choice of the people. For elected representatives
will on this account be somewhat inclined to
exercise justice, lest their reputation suffer and they
fall into disfavor with the public.
It should not be imagined that the writer's earlier remarks
constitute a denunciation of wealth or a commendation
of poverty. Wealth is praiseworthy in the
highest degree, if it is acquired by an individual's own
efforts and the grace of God, in commerce, agriculture,
art and industry, and if it be expended for philanthropic
purposes. Above all, if a judicious and resourceful individual
should initiate measures which would universally
enrich the masses of the people, there could be no
undertaking greater than this, and it would rank in the
sight of God as the supreme achievement, for such a
benefactor would supply the needs and insure the comfort
and well-being of a great multitude. Wealth is
most commendable, provided the entire population is
wealthy. If, however, a few have inordinate riches
while the rest are impoverished, and no fruit or benefit
accrues from that wealth, then it is only a liability to its
page 25
possessor. If, on the other hand, it is expended for the
promotion of knowledge, the founding of elementary
and other schools, the encouragement of art and industry,
the training of orphans and the poor--in brief, if it
is dedicated to the welfare of society--its possessor will
stand out before God and man as the most excellent of
all who live on earth and will be accounted as one of
the people of paradise.
As to those who maintain that the inauguration
of reforms and the setting up of powerful
institutions would in reality be at variance
with the good pleasure of God and would contravene
the laws of the Divine Law-Giver and run counter to
basic religious principles and to the ways of the Prophet--
let them consider how this could be the case. Would
such reforms contravene the religious law because they
would be acquired from foreigners and would therefore
cause us to be as they are, since "He who imitates a
people is one of them"? In the first place these matters
relate to the temporal and material apparatus of civilization,
the implements of science, the adjuncts of progress
in the professions and the arts, and the orderly
page 26
conduct of government. They have nothing whatever
to do with the problems of the spirit and the complex
realities of religious doctrine. If it be objected that even
where material affairs are concerned foreign importations
are inadmissible, such an argument would only
establish the ignorance and absurdity of its proponents.
Have they forgotten the celebrated hádith (Holy Tradition):
"Seek after knowledge, even unto China"? It
is certain that the people of China were, in the sight of
God, among the most rejected of men, because they
worshiped idols and were unmindful of the omniscient
Lord. The Europeans are at least "Peoples of the Book,"
and believers in God and specifically referred to in the
sacred verse, "Thou shalt certainly find those to be
nearest in affection to the believers, who say, `We are
Christians.'" (12) It is therefore quite permissible and
indeed more appropriate to acquire knowledge from
Christian countries. How could seeking after knowledge
among the heathen be acceptable to God, and
seeking it among the People of the Book be repugnant
to Him?
Furthermore, in the Battle of the Confederates, Abú
Súfyán enlisted the aid of the Baní Kinánih, the Baní
Qahtán and the Jewish Baní Qurayzih and rose up
with all the tribes of the Quraysh to put out the Divine
Light that flamed in the lamp of Yathrib (Medina). In
those days the great winds of trials and tribulations
were blowing from every direction, as it is written: "Do
12. Qur'án 5:85.
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men think when they say `We believe' they shall be
let alone and not be put to proof?" (13) The believers
were few and the enemy attacking in force, seeking to
blot out the new-risen Sun of Truth with the dust of
oppression and tyranny. Then Salmán (the Persian)
came into the presence of the Prophet--the Dawning-Point
of revelation, the Focus of the endless splendors
of grace--and he said that in Persia to protect themselves
from an encroaching host they would dig a moat
or trench about their lands, and that this had proved
a highly efficient safeguard against surprise attacks.
Did that Wellspring of universal wisdom, that Mine
of divine knowledge say in reply that this was a custom
current among idolatrous, fire-worshiping Magians
and could therefore hardly be adopted by monotheists?
Or did He rather immediately direct His followers to
set about digging a trench? He even, in His Own
blessed person, took hold of the tools and went to work
beside them.
It is moreover a matter of record in the books of the
various Islamic schools and the writings of leading divines
and historians, that after the Light of the World
had risen over Hijáz, flooding all mankind with Its
brilliance, and creating through the revelation of a new
divine Law, new principles and institutions, a fundamental
change throughout the world--holy laws were
revealed which in some cases conformed to the practices
13. Qur'án 29:2.
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of the Days of Ignorance. (14) Among these, Muhammad
respected the months of religious truce, (15) retained
the prohibition of swine's flesh, continued the
use of the lunar calendar and the names of the months
and so on. There is a considerable number of such laws
specifically enumerated in the texts:
"The people of the Days of Ignorance engaged in
many practices which the Law of Islám later confirmed.
They would not take in marriage both a mother and
her daughter, and the most shameful of acts in their
view was to marry two sisters. They would stigmatize
a man marrying the wife of his father, derisively calling
him his father's competitor. It was their custom to
go on pilgrimage to the House at Mecca, where they
would perform the ceremonies of visitation, putting on
the pilgrim's dress, practicing the circumambulation,
running between the hills, pausing at all the stopping-places,
and casting the stones. It was, furthermore, their
wont to intercalate one month in every three-year period,
to perform ablutions after intercourse, to rinse
out the mouth and snuff up water through the nostrils,
to part the hair, use the tooth-stick, pare the nails and
pluck the armpits. They would, likewise, cut off the
right hand of a thief."
Can one, God forbid, assume that because some of
14. Jáhilíyyih: the period of paganism in Arabia, prior to the advent of Muhammad.
15. The pagan Arabs observed one separate and three consecutive months of truce, during which period pilgrimages were made to Mecca, and fairs, poetry contests and similar events took place.
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the divine laws resemble the practices of the Days of
Ignorance, the customs of a people abhorred by all nations,
it follows that there is a defect in these laws?
Or can one, God forbid, imagine that the Omnipotent
Lord was moved to comply with the opinions of the
heathen? The divine wisdom takes many forms. Would
it have been impossible for Muhammad to reveal a Law
which bore no resemblance whatever to any practice
current in the Days of Ignorance? Rather, the purpose
of His consummate wisdom was to free the people
from the chains of fanaticism which had bound them
hand and foot, and to forestall those very objections
which today confuse the mind and trouble the conscience
of the simple and helpless.
Some, who are not sufficiently informed as to the
meaning of the divine Texts and the contents of traditional
and written history, will aver that these customs
of the Days of Ignorance were laws which had come
down from His Holiness Abraham and had been retained
by the idolaters. In this connection they will
cite the Qur'ánic verse: "Follow the religion of Abraham,
the sound in faith." (16) Nevertheless it is a fact
attested by the writings of all the Islamic schools that
the months of truce, the lunar calendar, and the cutting
off of the right hand as punishment for theft,
formed no part of Abraham's Law. In any case, the
Pentateuch is extant and available today, and contains
the laws of Abraham. Let them refer to it. They will
16. Qur'án 16:124.
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then, of course, insist that the Torah has been tampered
with, and in proof will quote the Qur'ánic verse: "They
pervert the text of the Word of God." (17) It is, however,
known where such distortion has occurred, and is a
matter of record in critical texts and commentaries. (18)
Were We to develop the subject beyond this brief reference,
We would have to abandon Our present purpose.
According to some accounts, mankind has been directed
to borrow various good qualities and ways from
wild animals, and to learn a lesson from these. Since
it is permissible to imitate virtues of dumb animals, it
is certainly far more so to borrow material sciences and
techniques from foreign peoples, who at least belong
to the human race and are distinguished by judgment
and the power of speech. And if it be contended that
such praiseworthy qualities are inborn in animals, by
what proof can they claim that these essential principles
of civilization, this knowledge and these sciences current
among other peoples, are not inborn? Is there any
Creator save God? Say: Praised be God!
The most learned and accomplished divines, the
most distinguished scholars, have diligently studied
those branches of knowledge the root and origin of
which were the Greek philosophers such as Aristotle
and the rest, and have regarded the acquisition from
the Greek texts of sciences such as medicine, and
17. Qur'án 4:45; 5:16.
18. Cf. Bahá'u'lláh, The Kitáb-i-Iqán, p. 86.
page 31
branches of mathematics including algebra (19) and arithmetic,
as a most valuable achievement. Every one of
the eminent divines both studies and teaches the science
of logic, although they consider its founder to
have been a Sabean. Most of them have insisted that if
a scholar has thoroughly mastered a variety of sciences
but is not well grounded in logic, his opinions, deductions
and conclusions cannot safely be relied upon.
It has now been clearly and irrefutably shown that
the importation from foreign countries of the
principles and procedures of civilization, and
the acquisition from them of sciences and techniques--
19. "If by the word algebra we mean that branch of mathematics by which we learn how to solve the equation x2+5x=14, written in this way, the science begins in the 17th century. If we allow the equation to be written with other and less convenient symbols, it may be considered as beginning at least as early as the 3rd century. If we permit it to be stated in words and solved, for simple cases of positive roots, by the aid of geometric figures, the science was known to Euclid and others of the Alexandrian school as early as 300 B.C. If we permit of more or less scientific guessing in achieving a solution, algebra may be said to have been known nearly 2000 years B.C., and it had probably attracted the attention of the intellectual class much earlier... The name `algebra' is quite fortuitous. When Mohammed ibn Músá al-Khowarizmí ... wrote in Baghdad (c. 825) he gave to one of his works the name Al-jebr w'al-muqábalah. The title is sometimes translated as `restoration and equation,' but the meaning was not clear even to the later Arab writers." Encyclopedia Britannica, 1952, s.v. Algebra.
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in brief, of whatsoever will contribute to the general
good--is entirely permissible. This has been done to
focus public attention on a matter of such universal advantage,
so that the people may arise with all their
energies to further it, until, God helping them, this
Sacred Land may within a brief period become the first
of nations.
O you who are wise! Consider this carefully: can an
ordinary gun compare with a Martini-Henry rifle or a
Krupp gun? If anyone should maintain that our old-time
firearms are good enough for us and that it is
useless to import weapons which have been invented
abroad would even a child listen to him? Or should
anyone say: "We have always transported merchandise
from one country to another on the backs of animals.
Why do we need steam engines? Why should we try to
ape other peoples?" could any intelligent person tolerate
such a statement? No, by the one God! Unless he
should, because of some hidden design or animosity,
refuse to accept the obvious.
Foreign nations, in spite of their having achieved the
greatest expertness in science, industry and the arts, do
not hesitate to borrow ideas from one another. How can
Persia, a country in the direst need, be allowed to lag
behind, neglected, abandoned?
Those eminent divines and men of learning who
walk the straight pathway and are versed in the secrets
of divine wisdom and informed of the inner realities of
the sacred Books; who wear in their hearts the jewel of
page 33
the fear of God, and whose luminous faces shine with
the lights of salvation--these are alert to the present
need and they understand the requirements of modern
times, and certainly devote all their energies toward
encouraging the advancement of learning and civilization.
"Are they equal, those who know, and those who
do not know?... Or is the darkness equal with the
light?" (20)
The spiritually learned are lamps of guidance among
the nations, and stars of good fortune shining from the
horizons of humankind. They are fountains of life for
such as lie in the death of ignorance and unawareness,
and clear springs of perfections for those who thirst
and wander in the wasteland of their defects and errors.
They are the dawning places of the emblems of Divine
Unity and initiates in the mysteries of the glorious
Qur'án. They are skilled physicians for the ailing body
of the world, they are the sure antidote to the poison
that has corrupted human society. It is they who are
the strong citadel guarding humanity, and the impregnable
sanctuary for the sorely distressed, the anxious
and tormented, victims of ignorance. "Knowledge is a
light which God casteth into the heart of whomsoever
He willeth."
For every thing, however, God has created a sign and
symbol, and established standards and tests by which
it may be known. The spiritually learned must be characterized
by both inward and outward perfections; they
20. Qur'án 39:12; 13:17.
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must possess a good character, an enlightened nature,
a pure intent, as well as intellectual power, brilliance
and discernment, intuition, discretion and foresight,
temperance, reverence, and a heartfelt fear of God. For
an unlit candle, however great in diameter and tall, is
no better than a barren palm tree or a pile of dead
wood.
"The flower-faced may sulk or play the flirt,
The cruel fair may bridle and coquet;
But coyness in the ugly is ill-met,
And pain in a blind eye's a double hurt." (20a)
An authoritative Tradition states: "As for him who
is one of the learned: (21) he must guard himself, defend
his faith, oppose his passions and obey the commandments
of his Lord. It is then the duty of the people to
pattern themselves after him." Since these illustrious
and holy words embody all the conditions of learning,
a brief commentary on their meaning is appropriate.
Whoever is lacking in these divine qualifications and
does not demonstrate these inescapable requirements in
his own life, should not be referred to as learned and
is not worthy to serve as a model for the believers.
The first of these requirements is to guard one's own
self. It is obvious that this does not refer to protecting
oneself from calamities and material tests, for the
20a. Rúmí, The Mathnaví, I, 1906-1907.
21. `Ulamá, from the Arabic alímá, to know, may be translated learned men, scientists, religious authorities.
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Prophets and saints were, each and every one, subjected
to the bitterest afflictions that the world has to offer,
and were targets for all the cruelties and aggressions of
mankind. They sacrificed their lives for the welfare of
the people, and with all their hearts they hastened to
the place of their martyrdom; and with their inward
and outward perfections they arrayed humanity in new
garments of excellent qualities, both acquired and inborn.
The primary meaning of this guarding of oneself
is to acquire the attributes of spiritual and material perfection.
The first attribute of perfection is learning and the
cultural attainments of the mind, and this eminent station
is achieved when the individual combines in himself
a thorough knowledge of those complex and
transcendental realities pertaining to God, of the fundamental
truths of Qur'ánic political and religious law,
of the contents of the sacred Scriptures of other faiths,
and of those regulations and procedures which would
contribute to the progress and civilization of this distinguished
country. He should in addition be informed
as to the laws and principles, the customs, conditions
and manners, and the material and moral virtues characterizing
the statecraft of other nations, and should
be well versed in all the useful branches of learning of
the day, and study the historical records of bygone
governments and peoples. For if a learned individual
has no knowledge of the sacred Scriptures and the entire
field of divine and natural science, of religious
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jurisprudence and the arts of government and the
varied learning of the time and the great events of history,
he might prove unequal to an emergency, and
this is inconsistent with the necessary qualification of
comprehensive knowledge.
If for example a spiritually learned Muslim is conducting
a debate with a Christian and he knows nothing
of the glorious melodies of the Gospel, he will, no
matter how much he imparts of the Qur'án and its
truths, be unable to convince the Christian, and his
words will fall on deaf ears. Should, however, the
Christian observe that the Muslim is better versed in
the fundamentals of Christianity than the Christian
priests themselves, and understands the purport of the
Scriptures even better than they, he will gladly accept
the Muslim's arguments, and he would indeed have no
other recourse.
When the Chief of the Exile (22) came into the presence
of that Luminary of divine wisdom, of salvation
and certitude, the Imám Ridá--had--had the Imám, that
mine of knowledge, failed in the course of their interview
to base his arguments on authority appropriate
and familiar to the Exilarch, the latter would never
have acknowledged the greatness of His Holiness.
22. The Resh Galuta, a prince or ruler of the exiles in Babylon, to whom Jews, wherever they were, paid tribute.
page 37
The state is, moreover, based upon two potent
forces, the legislative and the executive. The
focal center of the executive power is the
government, while that of the legislative is the learned
--and if this latter great support and pillar should prove
defective, how is it conceivable that the state should
stand?
In view of the fact that at the present time such
fully developed and comprehensively learned individuals
are hard to come by, and the government and people
are in dire need of order and direction, it is essential
to establish a body of scholars the various groups of
whose membership would each be expert in one of the
aforementioned branches of knowledge. This body
should with the greatest energy and vigor deliberate as
to all present and future requirements, and bring about
equilibrium and order.
Up to now the religious law has not been given a
decisive role in our courts, because each of the `ulamá
has been handing down decrees as he saw fit, based on
his arbitrary interpretation and personal opinion. For
example, two men will go to law, and one of the `ulamá
will find for the plaintiff and another for the defendant.
It may even happen that in one and the same case two
conflicting decisions will be handed down by the same
mujtahid, on the grounds that he was inspired first in
page 38
one direction and then in the other. There can be no
doubt that this state of affairs has confused every important
issue and must jeopardize the very foundations
of society. For neither the plaintiff nor the defendant
ever loses hope of eventual success, and each in turn
will waste his life in the attempt to secure a later verdict
which would reverse the previous one. Their entire
time is thus given over to litigation, with the result that
their life instead of being devoted to beneficial undertakings
and necessary personal affairs, is completely involved
with the dispute. Indeed, these two litigants
might just as well be dead, for they can serve their government
and community not a particle. If, however, a
definite and final verdict were forthcoming, the duly
convicted party would perforce give up all hope of reopening
the case, and would then be relieved on that
score and would go back to looking after his own concerns
and those of others.
Since the primary means for securing the peace and
tranquillity of the people, and the most effective agency
for the advancement of high and low alike, is this all-important
matter, it is incumbent on those learned
members of the great consultative assembly who are
thoroughly versed in the Divine law to evolve a single,
direct and definite procedure for the settlement of litigations.
This instrument should then be published
throughout the country by order of the king, and its
provisions should be strictly adhered to. This all-important
question requires the most urgent attention.
page 39
The second attribute of perfection is justice and
impartiality.
This means to have no regard for one's own
personal benefits and selfish advantages, and to carry
out the laws of God without the slightest concern for
anything else. It means to see one's self as only one of
the servants of God, the All-Possessing, and except for
aspiring to spiritual distinction, never attempting to be
singled out from the others. It means to consider the
welfare of the community as one's own. It means, in
brief, to regard humanity as a single individual, and
one's own self as a member of that corporeal form, and
to know of a certainty that if pain or injury afflicts any
member of that body, it must inevitably result in suffering
for all the rest.
The third requirement of perfection is to arise with
complete sincerity and purity of purpose to educate the
masses: to exert the utmost effort to instruct them in
the various branches of learning and useful sciences, to
encourage the development of modern progress, to
widen the scope of commerce, industry and the arts, to
further such measures as will increase the people's
wealth. For the mass of the population is uninformed as
to these vital agencies which would constitute an immediate
remedy for society's chronic ills.
It is essential that scholars and the spiritually learned
should undertake in all sincerity and purity of intent
and for the sake of God alone, to counsel and exhort
the masses and clarify their vision with that collyrium
which is knowledge. For today the people out of the
page 40
depths of their superstition, imagine that any individual
who believes in God and His signs, and in the Prophets
and Divine Revelations and laws, and is a devout
and God-fearing person, must of necessity remain idle
and spend his days in sloth, so as to be considered in
the sight of God as one who has forsaken the world
and its vanities, set his heart on the life to come, and
isolated himself from human beings in order to draw
nearer to God. Since this theme will be developed elsewhere
in the present text, We shall leave it for the
moment.
Other attributes of perfection are to fear God, to love
God by loving His servants, to exercise mildness and
forbearance and calm, to be sincere, amenable, clement
and compassionate; to have resolution and courage,
trustworthiness and energy, to strive and struggle, to be
generous, loyal, without malice, to have zeal and a
sense of honor, to be high-minded and magnanimous,
and to have regard for the rights of others. Whoever is
lacking in these excellent human qualities is defective.
If We were to explain the inner meanings of each one
of these attributes, "the poem would take up seventy
maunds (22a) of paper."
22a. A measure of weight, in Tihrán equivalent to six and two-thirds pounds.
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The second of these spiritual standards which
apply to the possessor of knowledge is that
he should be the defender of his faith. It is
obvious that these holy words do not refer exclusively
to searching out the implications of the Law, observing
the forms of worship, avoiding greater and lesser sins,
practicing the religious ordinances, and by all these
methods, protecting the Faith. They mean rather that
the whole population should be protected in every
way; that every effort should be exerted to adopt a combination
of all possible measures to raise up the Word
of God, increase the number of believers, promote the
Faith of God and exalt it and make it victorious over
other religions.
If, indeed, the Muslim religious authorities had persevered
along these lines as they ought to have done, by
now every nation on earth would have been gathered
into the shelter of the unity of God and the bright fire
of "that He may make it victorious over every other
religion" (23) would have flamed out like the sun in the
midmost heart of the world.
Fifteen centuries after Christ, Luther, who was
originally one of the twelve members of a Catholic religious
body at the center of the Papal government and
later on initiated the Protestant religious belief, opposed
23. Qur'án 9:33; 48:28; 61:9.
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the Pope on certain points of doctrine such as the
prohibition of monastic marriage, the revering and bowing
down before images of the Apostles and Christian
leaders of the past, and various other religious practices
and ceremonies which were accretional to the ordinances
of the Gospel. Although at that period the
power of the Pope was so great and he was regarded
with such awe that the kings of Europe shook and
trembled before him, and he held control of all
Europe's major concerns in the grasp of his might--
nevertheless because Luther's position as regards the
freedom of religious leaders to marry, the abstention
from worshiping and making prostrations before
images and representations hung in the churches, and
the abrogation of ceremonials which had been added
on to the Gospel, was demonstrably correct, and because
the proper means were adopted for the promulgation
of his views: within these last four hundred and
some years the majority of the population of America,
four-fifths of Germany and England and a large percentage
of Austrians, in sum about one hundred and
twenty-five million people drawn from other Christian
denominations, have entered the Protestant Church.
The leaders of this religion are still making every effort
to promote it, and today on the East Coast of Africa,
ostensibly to emancipate the Sudanese and various
Negro peoples, they have established schools and colleges
and are training and civilizing completely savage
African tribes, while their true and primary purpose
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is to convert some of the Muslim Negro tribes to Protestantism.
Every community is toiling for the advancement
of its people, and we (i.e., Muslims) sleep on!
Although it was not clear what purpose impelled
this man or where he was tending, see how the zealous
efforts of Protestant leaders have spread his doctrines
far and wide.
Now if the illustrious people of the one true God,
the recipients of His confirmations, the objects of His
Divine assistance, should put forth all their strength,
and with complete dedication, relying upon God and
turning aside from all else but Him, should adopt procedures
for spreading the Faith and should bend all
their efforts to this end, it is certain that His Divine
light would envelop the whole earth.
A few, who are unaware of the reality below the
surface of events, who cannot feel the pulse of the
world under their fingers, who do not know what a
massive dose of truth must be administered to heal this
chronic old disease of falsehood, believe that the Faith
can only be spread by the sword, and bolster their
opinion with the Tradition, "I am a Prophet by the
sword." If, however, they would carefully examine this
question, they would see that in this day and age the
sword is not a suitable means for promulgating the
Faith, for it would only fill peoples' hearts with revulsion
and terror. According to the Divine Law of Muhammad,
it is not permissible to compel the People of
the Book to acknowledge and accept the Faith. While
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it is a sacred obligation devolving on every conscientious
believer in the unity of God to guide mankind to the
truth, the Traditions "I am a Prophet by the sword"
and "I am commanded to threaten the lives of the
people until they say, `There is none other God but
God'" referred to the idolaters of the Days of Ignorance,
who in their blindness and bestiality had sunk
below the level of human beings. A faith born of sword
thrusts could hardly be relied upon, and would for any
trifling cause revert to error and unbelief. After the
ascension of Muhammad, and His passing to "the seat
of truth, in the presence of the potent King," (24) the
tribes around Medina apostatized from their Faith,
turning back to the idolatry of pagan times.
Remember when the holy breaths of the Spirit of
God (Jesus) were shedding their sweetness over Palestine
and Galilee, over the shores of Jordan and the regions
around Jerusalem, and the wondrous melodies of
the Gospel were sounding in the ears of the spiritually
illumined, all the peoples of Asia and Europe, of Africa
and America, of Oceania, which comprises the islands
and archipelagoes of the Pacific and Indian Oceans,
were fire-worshipers and pagans, ignorant of the Divine
Voice that spoke out on the Day of the Covenant. (25)
Alone the Jews believed in the divinity and oneness
of God. Following the declaration of Jesus, the pure
24. Qur'án 54:55.
25. Qur'án 7:171: Yawm-i-Alast, the Day when God, addressing Adam's posterity-to-be, said to them, "Am I not your Lord?" (a-lastu bi Rabbikum) and they replied: "Yea, we bear witness."
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and reviving breath of His mouth conferred eternal
life on the inhabitants of those regions for a period of
three years, and through Divine Revelation the Law
of Christ, at that time the vital remedy for the ailing
body of the world, was established. In the days of
Jesus only a few individuals turned their faces toward
God; in fact only the twelve disciples and a few women
truly became believers, and one of the disciples, Judas
Iscariot apostatized from his Faith, leaving eleven.
After the ascension of Jesus to the Realm of Glory,
these few souls stood up with their spiritual qualities
and with deeds that were pure and holy, and they arose
by the power of God and the life-giving breaths of the
Messiah to save all the peoples of the earth. Then all
the idolatrous nations as well as the Jews rose up in
their might to kill the Divine fire that had been lit in
the lamp of Jerusalem. "Fain would they put out God's
light with their mouths: but God hath willed to perfect
His light, albeit the infidels abhor it." (26) Under the
fiercest tortures, they did every one of these holy souls
to death; with butchers' cleavers, they chopped the pure
and undefiled bodies of some of them to pieces and
burned them in furnaces, and they stretched some of
the followers on the rack and then buried them alive.
In spite of this agonizing requital, the Christians continued
to teach the Cause of God, and they never drew
a sword from its scabbard or even so much as grazed a
cheek. Then in the end the Faith of Christ encompassed
26. Qur'án 9:33.
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the whole earth, so that in Europe and America
no traces of other religions were left, and today in Asia
and Africa and Oceania, large masses of people are
living within the sanctuary of the Four Gospels.
It has now by the above irrefutable proofs been fully
established that the Faith of God must be propagated
through human perfections, through qualities that are
excellent and pleasing, and spiritual behavior. If a soul
of his own accord advances toward God he will be accepted
at the Threshold of Oneness, for such a one is
free of personal considerations, of greed and selfish interests,
and he has taken refuge within the sheltering
protection of his Lord. He will become known among
men as trustworthy and truthful, temperate and scrupulous,
high-minded and loyal, incorruptible and God-fearing.
In this way the primary purpose in revealing
the Divine Law--which is to bring about happiness in
the after life and civilization and the refinement of
character in this--will be realized. As for the sword,
it will only produce a man who is outwardly a believer,
and inwardly a traitor and apostate.
We shall here relate a story that will serve as
an example to all. The Arabian chronicles
tell how, at a time prior to the advent of
Muhammad, Nu'mán son of Mundhír the Lakhmite
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--an Arab king in the Days of Ignorance, whose seat
of government was the city of Hírih--had--had one day returned
so often to his wine-cup that his mind clouded
over and his reason deserted him. In this drunken and
insensible condition he gave orders that his two boon
companions, his close and much-loved friends, Khálid
son of Mudallil and `Amr son of Mas'úd-Kaldih, should
be put to death. When he wakened after his carousal,
he inquired for the two friends and was given the
grievous news. He was sick at heart, and because of his
intense love and longing for them, he built two
splendid monuments over their two graves and he
named these the Smeared-With-Blood.
Then he set apart two days out of the year, in memory
of the two companions, and he called one of them
the Day of Evil and one the Day of Grace. Every year
on these two appointed days he would issue forth with
pomp and circumstance and sit between the monuments.
If, on the Day of Evil, his eye fell on any soul,
that person would be put to death; but on the Day of
Grace, whoever passed would be overwhelmed with
gifts and benefits. Such was his rule, sealed with a
mighty oath and always rigidly observed.
One day the king mounted his horse, that was called
Mahmúd, and rode out into the plains to hunt. Suddenly
in the distance he caught sight of a wild donkey.
Nu'mán urged on his horse to overtake it, and galloped
away at such speed that he was cut off from his retinue.
As night approached, the king was hopelessly lost.
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Then he made out a tent, far off in the desert, and he
turned his horse and headed toward it. When he
reached the entrance of the tent he asked, "Will you
receive a guest?" The owner (who was Hanzalá, son
of Ábi-Ghafráy-i-Tá'í) replied, "Yea." He came forward
and helped Nu'mán to dismount. Then he went
to his wife and told her, "There are clear signs of greatness
in the bearing of this person. Do your best to show
him hospitality, and make ready a feast." His wife said,
"We have a ewe. Sacrifice it. And I have saved a little
flour against such a day." Hanzalá first milked the ewe
and carried a bowl of milk to Nu'mán, and then he
slaughtered her and prepared a meal; and what with
his friendliness and loving-kindness, Nu'mán spent
that night in peace and comfort. When dawn came,
Nu'mán made ready to leave, and he said to Hanzalá:
"You have shown me the utmost generosity, receiving
and feasting me. I am Nu'mán, son of Mundhír, and I
shall eagerly await your arrival at my court."
Time passed, and famine fell on the land of Tayy.
Hanzalá was in dire need and for this reason he sought
out the king. By a strange coincidence he arrived on the
Day of Evil. Nu'mán was greatly troubled in spirit. He
began to reproach his friend, saying, "Why did you
come to your friend on this day of all days? For this is
the Day of Evil, that is, the Day of Wrath and the Day
of Distress. This day, should my eyes alight on Qábús,
my only son, he should not escape with his life. Now
ask me whatever favor you will."
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Hanzalá said: "I knew nothing of your Day of Evil.
As for the gifts of this life, they are meant for the living,
and since I at this hour must drink of death, what
can all the world's storehouses avail me now?"
Nu'mán said, "There is no help for this."
Hanzalá told him: "Respite me, then, that I may go
back to my wife and make my testament. Next year
I shall return, on the Day of Evil."
Nu'mán then asked for a guarantor, so that, if Hanzalá
should break his word, this guarantor would be put
to death instead. Hanzalá, helpless and bewildered,
looked about him. Then his gaze fell on one of
Nu'mán's's retinue, Sharík, son of `Amr, son of Qays of
Shaybán, and to him he recited these lines: "O my
partner, O son of `Amr! Is there any escape from death?
O brother of every afflicted one! O brother of him who
is brotherless! O brother of Nu'mán, in thee today is a
surety for the Shaykh. Where is Shaybán the noble--
may the All-Merciful favor him!" But Sharík only
answered, "O my brother, a man cannot gamble with
his life." At this the victim could not tell where to turn.
Then a man named Qarád, son of Adjá the Kalbite
stood up and offered himself as a surety, agreeing that,
should he fail on the next Day of Wrath to deliver up
the victim, the king might do with him, Qarád, as he
wished. Nu'mán then bestowed five hundred camels on
Hanzalá, and sent him home.
In the following year on the Day of Evil, as soon
as the true dawn broke in the sky, Nu'mán as was his
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custom set out with pomp and pageantry and made for
the two mausoleums called the Smeared-With-Blood.
He brought Qarád along, to wreak his kingly wrath
upon him. The pillars of the state then loosed their
tongues and begged for mercy, imploring the king to
respite Qarád until sundown, for they hoped that
Hanzalá might yet return; but the king's purpose was
to spare the life of Hanzalá, and to requite his hospitality
by putting Qarád to death in his place. As the
sun began to set, they stripped off the garments of
Qarád, and made ready to sever his head. At that
moment a rider appeared in the distance, galloping at
top speed. Nu'mán said to the swordsman, "Why delayest
thou?" The ministers said, "Perchance it is Hanzalá
who comes." And when the rider drew near, they
saw it was none other.
Nu'mán was sorely displeased. He said, "Thou fool!
Thou didst slip away once from the clutching fingers
of death; must thou provoke him now a second time?"
And Hanzalá answered, "Sweet in my mouth and
pleasant on my tongue is the poison of death, at the
thought of redeeming my pledge."
Nu'mán asked, "What could be the reason for this
trustworthiness, this regard for thine obligation and this
concern for thine oath?" And Hanzalá answered, "It
is my faith in the one God and in the Books that have
come down from heaven." Nu'mán asked, "What Faith
dost thou profess?" And Hanzalá said, "It was the holy
breaths of Jesus that brought me to life. I follow the
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straight pathway of Christ, the Spirit of God." Nu'mán
said, "Let me inhale these sweet aromas of the Spirit."
So it was that Hanzalá drew out the white hand of
guidance from the bosom of the love of God, (27) and illumined
the sight and the insight of the beholders with
the Gospel light. After he had in bell-like accents recited
some of the divine verses out of the Evangel,
Nu'mán and all his ministers sickened of their idols
and their idol-worship and were confirmed in the Faith
of God. And they said, "Alas, a thousand times alas,
that up to now we were careless of this infinite mercy
and veiled away therefrom, and were bereft of this rain
from the clouds of the grace of God." Then straightway
the king tore down the two monuments called
the Smeared-With-Blood, and he repented of his
tyranny and established justice in the land.
27. Cf. Qur'án 27:12, referring to Moses: "Put now thy hand into thy bosom: it shall come forth white ... one of nine signs to Pharaoh and his people...." Also Qur'án 7:105; 20:23; 26:32; and 28:32. Also Exodus 4:6. See too Edward Fitzgerald's The Rubaiyat of Omar Khayyam: Now the New Year reviving old Desires, The thoughtful Soul to Solitude retires, Where the White Hand of Moses on the Bough Puts out, and Jesus from the Ground suspires. The metaphors here refer to white blossoms and the perfumes of spring.
page 52
Observe how one individual, and he a man of
the desert, to outward seeming unknown and
of no station--because he showed forth one
of the qualities of the pure in heart, was able to deliver
this proud sovereign and a great company of others
from the dark night of unbelief and guide them into
the morning of salvation; to save them from the perdition
of idolatry and bring them to the shores of the
oneness of God, and to put an end to practices of the
sort which blight a whole society and reduce the peoples
to barbarism. One must think deeply over this,
and grasp its meaning.
My heart aches, for I note with intense regret
that the attention of the people is nowhere
directed toward that which is worthy of
this day and time. The Sun of Truth has risen above
the world but we are ensnared in the dark of our
imaginings. The waters of the Most Great Sea are
surging all around us, while we are parched and weak
with thirst. The divine bread is coming down from
page 53
heaven, and yet we grope and stumble in a famine-stricken
land. "Between the weeping and the telling,
I spin out my days."
One of the principal reasons why people of other
religions have shunned and failed to become converted
to the Faith of God is fanaticism and unreasoning religious
zeal. See for example the divine words that were
addressed to Muhammad, the Ark of Salvation, the
Luminous Countenance and Lord of Men, bidding
Him to be gentle with the people and long-suffering:
"Debate with them in the kindliest manner." (28) That
Blessed Tree Whose light was "neither of the East nor
of the West" (29) and Who cast over all the peoples of
the earth the sheltering shade of a measureless grace,
showed forth infinite kindness and forbearance in His
dealings with every one. In these words, likewise, were
Moses and Aaron commanded to challenge Pharaoh,
Lord of the Stakes: (30) "Speak ye to him with gentle
speech." (31)
Although the noble conduct of the Prophets and
Holy Ones of God is widely known, and it is indeed,
until the coming of the Hour, (32) in every aspect of life
28. Qur'án 16:126.
29. Qur'án 24:35.
30. Dhu'l-Awtád is variously rendered by translators of the Qur'án as The Impaler, The Contriver of the Stakes, The Lord of a Strong Dominion, The One Surrounded by Ministers, etc. Awtád means pegs or tent stakes. See Qur'án 38:11 and 89:9.
31. Qur'án 20:46.
32. Qur'án 33:63: "Men will ask Thee of `the Hour.' Say: The knowledge of it is with God alone." Cf. also 22:1, "the earthquake of the Hour," etc. See also Matthew 24:36, 42, etc. To Bahá'ís, this refers to the Advent of the Báb and Bahá'u'lláh.
page 54
an excellent pattern for all mankind to follow, nevertheless
some have remained neglectful of and separated
from these qualities of extraordinary sympathy and
loving-kindness, and have been prevented from attaining
to the inner significances of the Holy Books. Not
only do they scrupulously shun the adherents of religions
other than their own, they do not even permit
themselves to show them common courtesy. If one is
not allowed to associate with another, how can one
guide him out of the dark and empty night of denial,
of "there-is-no-God," into the bright morning of belief,
and the affirmation, "but God." (33) And how can one
urge him on and encourage him to rise up out of the
abyss of perdition and ignorance and climb the heights
of salvation and knowledge? Consider justly: had not
Hanzalá treated Nu'mán with true friendship, showing
him kindness and hospitality, could he have brought the
King and a great number of other idolaters to acknowledge
the unity of God? To keep aloof from people, to
shun them, to be harsh with them, will make them
shrink away, while affection and consideration, mildness
and forbearance will attract their hearts toward
God. If a true believer when meeting an individual
from a foreign country should express revulsion, and
33. Cf. the Islamic confession of faith, sometimes called the two testimonies: "I testify that there is no God but God and Muhammad is the Prophet of God."
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should speak the horrible words forbidding association
with foreigners and referring to them as "unclean," the
stranger would be grieved and offended to such a point
that he would never accept the Faith, even if he should
see, taking place before his very eyes, the miracle of
the splitting of the moon. The results of shunning him
would be this, that if there had been in his heart some
faint inclination toward God, he would repent of it,
and would flee away from the sea of faith into the
wastes of oblivion and unbelief. And upon returning
home to his own country he would publish in the press
statements to the effect that such and such a nation
was utterly lacking in the qualifications of a civilized
people.
If we ponder a while over the Qur'ánic verses and
proofs, and the traditional accounts which have come
down to us from those stars of the heaven of Divine
Unity, the Holy Imáms, we shall be convinced of the
fact that if a soul is endowed with the attributes of true
faith and characterized with spiritual qualities he will
become to all mankind an emblem of the outstretched
mercies of God. For the attributes of the people of faith
are justice and fair-mindedness; forbearance and compassion
and generosity; consideration for others; candor,
trustworthiness, and loyalty; love and loving-kindness;
devotion and determination and humanity. If therefore
an individual is truly righteous, he will avail himself
of all those means which will attract the hearts of
men, and through the attributes of God he will draw
page 56
them to the straight path of faith and cause them to
drink from the river of everlasting life.
Today we have closed our eyes to every righteous act
and have sacrificed the abiding happiness of society to
our own transitory profit. We regard fanaticism and
zealotry as redounding to our credit and honor, and not
content with this, we denounce one another and plot
each other's ruin, and whenever we wish to put on a
show of wisdom and learning, of virtue and godliness,
we set about mocking and reviling this one and that.
"The ideas of such a one," we say, "are wide of the
mark, and so-and-so's behavior leaves much to be desired.
The religious observances of Zayd are few and
far between, and `Amr is not firm in his faith. So-and-so's
opinions smack of Europe. Fundamentally, Blank
thinks of nothing but his own name and fame. Last
night when the congregation stood up to pray, the row
was out of line, and it is not permissible to follow a
different leader. No rich man has died this month, and
nothing has been offered to charity in memory of the
Prophet. The edifice of religion has crumbled, the
foundations of faiths have been blown to the winds.
The carpet of belief has been rolled up, the tokens of
certitude blotted out; the whole world has fallen into
error; when it comes to repelling tyranny all are soft
and remiss. Days and months have passed away, and
these villages and estates still belong to the same owners
as they did last year. In this town there used to be seventy
different governments functioning in good order,
page 57
but the number has steadily decreased; there are only
twenty-five left now, as a memento. It used to be that
two hundred contradictory judgments were handed
down by the same muftí in any one day, now we hardly
get fifty. In those days there were crowds of people
who were all brainsick with litigation, and now they
rest in peace; today the plaintiff would be defeated and
the defendant victorious, tomorrow the plaintiff won
the case and the defendant lost it--but now this excellent
practice has been abandoned too. What is this
heathenish religion, this idolatrous kind of error! Alas
for the Law, alas for the Faith, alas for all these calamities!
O Brothers in the Faith! This is surely the end
of the world! The Judgment is coming!"
With words such as these they assault the minds of
the helpless masses and disturb the hearts of the already
bewildered poor, who know nothing of the true
state of affairs and the real basis for all such talk, and
remain completely unaware of the fact that a thousand
selfish purposes are concealed behind the supposedly
religious eloquence of certain individuals. They imagine
that speakers of this type are motivated by virtuous
zeal, when the truth is that such individuals keep up a
great hue and cry because they see their own personal
ruin in the welfare of the masses, and believe that if
the people's eyes are opened, their own light will go
out. Only the keenest insight will detect the fact that
if the hearts of these individuals were really impelled
by righteousness and the fear of God, the fragrance of
page 58
it would, like musk, be spreading everywhere. Nothing
in the world can ever be supported by words alone.
But these ill-omened owls have done a wrong,
And learned to sing as the white falcon sings.
And what of Sheba's message that the lapwing brings
If the bittern learn to sing the lapwing's song? (34)
The spiritually learned, those who have derived infinite
significance and wisdom from the Book of Divine
Revelation, and whose illumined hearts draw inspiration
from the unseen world of God, certainly exert their
efforts to bring about the supremacy of the true followers
of God, in all respects and above all peoples,
and they toil and struggle to make use of every agency
that will conduce to progress. If any man neglects
these high purposes he can never prove acceptable in
the sight of God; he stands out with all his shortcomings
and claims perfection, and destitute, pretends to
wealth.
One sluggish, blind and surly's a poor thing,
"A lump of flesh, without a foot or wing."
How far is he who apes and makes a show
From the illumined, who doth truly know.
One but an echo, though it's clear and sharp,
And one, the Psalmist David with his harp.
Knowledge, purity, devotion, discipline, independence,
have nothing to do with outer appearance and
dress. Once in the course of My travels I heard an
34. Cf. Qur'án 27:20 ff.
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eminent personage make the following excellent remark,
the wit and charm of which remain in memory:
"Not every cleric's turban is a proof of continence and
knowledge; not every layman's hat a sign of ignorance
and immorality. How many a hat has proudly raised
the banner of knowledge, how many a turban pulled
down the Law of God!"
The third element of the utterance under discussion
is, "opposes his passions." How wonderful
are the implications of this deceptively
easy, all-inclusive phrase. This is the very foundation
of every laudable human quality; indeed, these few
words embody the light of the world, the impregnable
basis of all the spiritual attributes of human beings.
This is the balance wheel of all behavior, the means of
keeping all man's good qualities in equilibrium.
For desire is a flame that has reduced to ashes uncounted
lifetime harvests of the learned, a devouring
fire that even the vast sea of their accumulated knowledge
could never quench. How often has it happened
that an individual who was graced with every attribute
of humanity and wore the jewel of true understanding,
nevertheless followed after his passions until his excellent
qualities passed beyond moderation and he was
forced into excess. His pure intentions changed to evil
page 60
ones, his attributes were no longer put to uses worthy
of them, and the power of his desires turned him aside
from righteousness and its rewards into ways that were
dangerous and dark. A good character is in the sight of
God and His chosen ones and the possessors of insight,
the most excellent and praiseworthy of all things, but
always on condition that its center of emanation should
be reason and knowledge and its base should be true
moderation. Were the implications of this subject to be
developed as they deserve the work would grow too
long and our main theme would be lost to view.
All the peoples of Europe, notwithstanding their
vaunted civilization, sink and drown in this terrifying
sea of passion and desire, and this is why all the phenomena
of their culture come to nothing. Let no one
wonder at this statement or deplore it. The primary
purpose, the basic objective, in laying down powerful
laws and setting up great principles and institutions
dealing with every aspect of civilization, is human happiness;
and human happiness consists only in drawing
closer to the Threshold of Almighty God, and in securing
the peace and well-being of every individual member,
high and low alike, of the human race; and the
supreme agencies for accomplishing these two objectives
are the excellent qualities with which humanity
has been endowed.
A superficial culture, unsupported by a cultivated
morality, is as "a confused medley of dreams," (35) and
35. Qur'án 12:44; 21:5.
page 61
external lustre without inner perfection is "like a vapor
in the desert which the thirsty dreameth to be water." (36)
For results which would win the good pleasure of God
and secure the peace and well-being of man, could
never be fully achieved in a merely external civilization.
The peoples of Europe have not advanced to the
higher planes of moral civilization, as their opinions
and behavior clearly demonstrate. Notice, for example,
how the supreme desire of European governments and
peoples today is to conquer and crush one another, and
how, while harboring the greatest secret repulsion, they
spend their time exchanging expressions of neighborly
affection, friendship and harmony.
There is the well-known case of the ruler who is
fostering peace and tranquillity and at the same time
devoting more energy than the warmongers to the accumulation
of weapons and the building up of a larger
army, on the grounds that peace and harmony can only
be brought about by force. Peace is the pretext, and
night and day they are all straining every nerve to pile
up more weapons of war, and to pay for this their
wretched people must sacrifice most of whatever they
are able to earn by their sweat and toil. How many
thousands have given up their work in useful industries
and are laboring day and night to produce new and
deadlier weapons which would spill out the blood of
the race more copiously than before.
Each day they invent a new bomb or explosive and
36. Qur'án 24:39.
page 62
then the governments must abandon their obsolete arms
and begin producing the new, since the old weapons
cannot hold their own against the new. For example
at this writing, in the year 1292 A.H. (37) they have invented
a new rifle in Germany and a bronze cannon in
Austria, which have greater firepower than the Martini-Henry
rifle and the Krupp cannon, are more rapid in
their effects and more efficient in annihilating humankind.
The staggering cost of it all must be borne by the
hapless masses.
Be just: can this nominal civilization, unsupported
by a genuine civilization of character, bring about the
peace and well-being of the people or win the good
pleasure of God? Does it not, rather, connote the destruction
of man's estate and pull down the pillars of
happiness and peace?
At the time of the Franco-Prussian War, in the year
1870 of the Christian era, it was reported that 600,000
men died, broken and beaten, on the field of battle.
How many a home was torn out by the roots; how many
a city, flourishing the night before, was toppled down
by sunrise. How many a child was orphaned and
abandoned, how many an old father and mother had to
see their sons, the young fruit of their lives, twisting
and dying in dust and blood. How many women were
widowed, left without a helper or protector.
And then there were the libraries and magnificent
buildings of France that went up in flames, and the
37. 1875 A.D.
page 63
military hospital, packed with sick and wounded men,
that was set on fire and burned to the ground. And
there followed the terrible events of the Commune,
the savage acts, the ruin and horror when opposing
factions fought and killed one another in the streets of
Paris. There were the hatreds and hostilities between
Catholic religious leaders and the German government.
There was the civil strife and uproar, the bloodshed
and havoc brought on between the partisans of
the Republic and the Carlists in Spain.
Only too many such instances are available to demonstrate
the fact that Europe is morally uncivilized.
Since the writer has no wish to cast aspersions on anyone
He has confined Himself to these few examples.
It is clear that no perceptive and well-informed mind
can countenance such events. Is it right and proper
that peoples among whom, diametrically opposed to
the most desirable human behavior, such horrors take
place, should dare lay claim to a real and adequate
civilization? Especially when out of all this no results
can be hoped for except the winning of a transient
victory; and since this outcome never endures, it is, to
the wise, not worth the effort.
Time and again down the centuries, the German
state has subdued the French; over and over, the kingdom
of France has governed German land. Is it permissible
that in our day 600,000 helpless creatures
should be offered up as a sacrifice to such nominal and
temporary uses and results? No, by the Lord God! Even
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a child can see the evil of it. Yet the pursuit of passion
and desire will wrap the eyes in a thousand veils that
rise out of the heart to blind the sight and the insight
as well.
Desire and self come in the door
And blot out virtue, bright before,
And a hundred veils will rise
From the heart, to blind the eyes.
True civilization will unfurl its banner in the midmost
heart of the world whenever a certain number of
its distinguished and high-minded sovereigns--the shining
exemplars of devotion and determination--shall, for
the good and happiness of all mankind, arise, with firm
resolve and clear vision, to establish the Cause of Universal
Peace. They must make the Cause of Peace the
object of general consultation, and seek by every means
in their power to establish a Union of the nations of the
world. They must conclude a binding treaty and establish
a covenant, the provisions of which shall be sound,
inviolable and definite. They must proclaim it to all the
world and obtain for it the sanction of all the human
race. This supreme and noble undertaking--the real
source of the peace and well-being of all the world--
should be regarded as sacred by all that dwell on earth.
All the forces of humanity must be mobilized to ensure
the stability and permanence of this Most Great Covenant.
In this all-embracing Pact the limits and frontiers
of each and every nation should be clearly fixed, the
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principles underlying the relations of governments towards
one another definitely laid down, and all international
agreements and obligations ascertained. In like
manner, the size of the armaments of every government
should be strictly limited, for if the preparations for war
and the military forces of any nation should be allowed
to increase, they will arouse the suspicion of others.
The fundamental principle underlying this solemn
Pact should be so fixed that if any government later
violate any one of its provisions, all the governments
on earth should arise to reduce it to utter submission,
nay the human race as a whole should resolve, with
every power at its disposal, to destroy that government.
Should this greatest of all remedies be applied to the
sick body of the world, it will assuredly recover from
its ills and will remain eternally safe and secure. (38)
Observe that if such a happy situation be forthcoming,
no government would need continually to pile up
the weapons of war, nor feel itself obliged to produce
ever new military weapons with which to conquer the
human race. A small force for the purposes of internal
security, the correction of criminal and disorderly elements
and the prevention of local disturbances, would
be required--no more. In this way the entire population
would, first of all, be relieved of the crushing burden
38. The foregoing paragraph, together with the later paragraph beginning "A few, unaware of the power latent in human endeavor," was translated by Shoghi Effendi, Guardian of the Bahá'í Faith. Cf. The World Order of Bahá'u'lláh, pp. 37-38.
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of expenditure currently imposed for military purposes, and secondly, great numbers of people would cease to devote their time to the continual devising of new weapons of destruction--those testimonials of greed and bloodthirstiness, so inconsistent with the gift of life-- and would instead bend their efforts to the production of whatever will foster human existence and peace and well-being, and would become the cause of universal development and prosperity. Then every nation on earth will reign in honor, and every people will be cradled in tranquillity and content.
A few, unaware of the power latent in human endeavor, consider this matter as highly impracticable, nay even beyond the scope of man's utmost efforts. Such is not the case, however. On the contrary, thanks to the unfailing grace of God, the loving-kindness of His favored ones, the unrivaled endeavors of wise and capable souls, and the thoughts and ideas of the peerless leaders of this age, nothing whatsoever can be regarded as unattainable. Endeavor, ceaseless endeavor, is required. Nothing short of an indomitable determination can possibly achieve it. Many a cause which past ages have regarded as purely visionary, yet in this day has become most easy and practicable. Why should this most great and lofty Cause--the daystar of the firmament of true civilization and the cause of the glory, the advancement, the well-being and the success of all humanity--be regarded as impossible of achievement? Surely the day will come when its beauteous
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light shall shed illumination upon the assemblage of
man.
The apparatus of conflict will, as preparations
go on at their present rate, reach the point
where war will become something intolerable
to mankind.
It is clear from what has already been said that man's
glory and greatness do not consist in his being avid for
blood and sharp of claw, in tearing down cities and
spreading havoc, in butchering armed forces and civilians.
What would mean a bright future for him would
be his reputation for justice, his kindness to the entire
population whether high or low, his building up countries
and cities, villages and districts, his making life
easy, peaceful and happy for his fellow beings, his laying
down fundamental principles for progress, his raising
the standards and increasing the wealth of the entire
population.
Consider how throughout history many a king has
sat on his throne as a conqueror. Among them were
Hulagü Khán and Tamerlane, who took over the vast
continent of Asia, and Alexander of Macedon and Napoleon
I, who stretched their arrogant fists over three
of the earth's five continents. And what was gained by
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all their mighty victories? Was any country made to
flourish, did any happiness result, did any throne
stand? Or was it rather that those reigning houses lost
their power? Except that Asia went up in the flame of
many battles and fell away to ashes, Changíz's's Hulagü,
the warlord, gathered no fruit from all his conquests.
And Tamerlane, out of all his triumphs, reaped only
the peoples blown to the winds, and universal ruin.
And Alexander had nothing to show for his vast victories,
except that his son toppled from the throne and
Philip and Ptolemy took over the dominions he once
had ruled. And what did the first Napoleon gain from
subjugating the kings of Europe, except the destruction
of flourishing countries, the downfall of their inhabitants,
the spreading of terror and anguish across
Europe and, at the end of his days, his own captivity?
So much for the conquerors and the monuments they
leave behind them.
Contrast with this the praiseworthy qualities and the
greatness and nobility of Anúshírván the Generous and
the Just. (39) That fair-minded monarch came to power at
a time when the once solidly established throne of Persia
was about to crumble away. With his Divine gift
of intellect, he laid the foundations of justice, uprooting
oppression and tyranny and gathering the scattered
peoples of Persia under the wings of his dominion.
Thanks to the restoring influence of his continual care,
Persia that had lain withered and desolate was quickened
39. Sásáníyán king who reigned 531-578 A.D.
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into life and rapidly changed into the fairest of all
flourishing nations. He rebuilt and reinforced the disorganized
powers of the state, and the renown of his
righteousness and justice echoed across the seven
climes, (39a) until the peoples rose up out of their degradation
and misery to the heights of felicity and honor.
Although he was a Magian, Muhammad, that Center
of creation and Sun of prophethood, said of him: "I
was born in the time of a just king," and rejoiced at
having come into the world during his reign. Did this
illustrious personage achieve his exalted station by virtue
of his admirable qualities or rather by reaching out
to conquer the earth and spill the blood of its peoples?
Observe that he attained to such a distinguished rank
in the heart of the world that his greatness still rings
out through all the impermanence of time, and he won
eternal life. Should We comment on the continuing life
of the great, this brief essay would be unduly prolonged,
and since it is by no means certain that public
opinion in Persia will be materially affected by its perusal,
We shall abridge the work, and go on to other
matters which come within the purview of the public
mind. If, however, it develops that this abridgement
produces favorable results, We shall, God willing, write
a number of books dealing at length and usefully with
fundamental principles of the Divine wisdom in its
relation to the phenomenal world.
39a. i.e., the whole world.
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No power on earth can prevail against the armies
of justice, and every citadel must fall before
them; for men willingly go down under the
triumphant strokes of this decisive blade, and desolate
places bloom and flourish under the tramplings of this
host. There are two mighty banners which, when they
cast their shadow across the crown of any king, will
cause the influence of his government quickly and easily
to penetrate the whole earth, even as if it were the
light of the sun: the first of these two banners is wisdom;
the second is justice. Against these two most potent
forces, the iron hills cannot prevail, and Alexander's
wall will break before them. It is clear that life
in this fast-fading world is as fleeting and inconstant as
the morning wind, and this being so, how fortunate
are the great who leave a good name behind them, and
the memory of a lifetime spent in the pathway of the
good pleasure of God.
It is all one, if it be a throne
Or the bare ground under the open sky,
Where the pure soul lays him
Down to die. (39b)
A conquest can be a praiseworthy thing, and there
are times when war becomes the powerful basis of
39b. Sa'dí, The Gulistán, On the Conduct of Kings.
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peace, and ruin the very means of reconstruction. If,
for example, a high-minded sovereign marshals his
troops to block the onset of the insurgent and the aggressor,
or again, if he takes the field and distinguishes
himself in a struggle to unify a divided state and people,
if, in brief, he is waging war for a righteous purpose,
then this seeming wrath is mercy itself, and this
apparent tyranny the very substance of justice and this
warfare the cornerstone of peace. Today, the task befitting
great rulers is to establish universal peace, for in
this lies the freedom of all peoples.
The fourth phrase of the aforementioned Utterance
which points out the way of salvation
is: "obedient to the commandments of his
Lord." It is certain that man's highest distinction is to
be lowly before and obedient to his God; that his greatest
glory, his most exalted rank and honor, depend on
his close observance of the Divine commands and prohibitions.
Religion is the light of the world, and the
progress, achievement, and happiness of man result
from obedience to the laws set down in the holy Books.
Briefly, it is demonstrable that in this life, both outwardly
and inwardly the mightiest of structures, the
most solidly established, the most enduring, standing
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guard over the world, assuring both the spiritual and
the material perfections of mankind, and protecting the
happiness and the civilization of society--is religion.
It is true that there are foolish individuals who have
never properly examined the fundamentals of the Divine
religions, who have taken as their criterion the
behavior of a few religious hypocrites and measured all
religious persons by that yardstick, and have on this
account concluded that religions are an obstacle to
progress, a divisive factor and a cause of malevolence
and enmity among peoples. They have not even observed
this much, that the principles of the Divine religions
can hardly be evaluated by the acts of those who
only claim to follow them. For every excellent thing,
peerless though it may be, can still be diverted to the
wrong ends. A lighted lamp in the hands of an ignorant
child or of the blind will not dispel the surrounding
darkness nor light up the house--it will set both the
bearer and the house on fire. Can we, in such an instance,
blame the lamp? No, by the Lord God! To the
seeing, a lamp is a guide and will show him his path;
but it is a disaster to the blind.
Among those who have repudiated religious faith
was the Frenchman, Voltaire, who wrote a great number
of books attacking the religions, works which are
no better than children's playthings. This individual,
taking as his criterion the omissions and commissions
of the Pope, the head of the Roman Catholic religion,
and the intrigues and quarrels of the spiritual leaders of
page 73
Christendom, opened his mouth and caviled at the
Spirit of God (Jesus). In the unsoundness of his reasoning,
he failed to grasp the true significance of the
sacred Scriptures, took exception to certain portions of
the revealed Texts and dwelt on the difficulties involved.
"And We send down of the Qur'án that which
is a healing and a mercy to the faithful: But it shall
only add to the ruin of the wicked." (40)
The Sage of Ghazná (41) told the mystic story
To his veiled hearers, in an allegory:
If those who err see naught in the Qur'án
But only words, it's not to wonder on;
Of all the sun's fire, lighting up the sky
Only the warmth can reach a blind man's eye. (42)
"Many will He mislead by such parables and many
guide: but none will He mislead thereby except the
wicked..." (43)
It is certain that the greatest of instrumentalities for
achieving the advancement and the glory of man, the
supreme agency for the enlightenment and the redemption
of the world, is love and fellowship and unity
among all the members of the human race. Nothing
can be effected in the world, not even conceivably,
without unity and agreement, and the perfect means
for engendering fellowship and union is true religion.
40. Qur'án 17:84.
41. The poet Saná'í.
42. Rúmí, The Mathnaví, III, 4229-4231.
43. Qur'án 2:24.
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"Hadst Thou spent all the riches of the earth, Thou
couldst not have united their hearts; but God hath
united them..." (44)
With the advent of the Prophets of God, their power
of creating a real union, one which is both external and
of the heart, draws together malevolent peoples who
have been thirsting for one another's blood, into the
one shelter of the Word of God. Then a hundred thousand
souls become as one soul, and unnumbered individuals
emerge as one body.
Once they were as the waves of the sea
That the wind made many out of one.
Then God shed down on them His sun,
And His sun but one can never be.
Souls of dogs and wolves go separately,
But the soul of the lions of God is one. (45)
The events that transpired at the advent of the
Prophets of the past, and Their ways and works and
circumstances, are not adequately set down in authoritative
histories, and are referred to only in condensed
form in the verses of the Qur'án, the Holy Traditions
and the Torah. Since, however, all events from the
days of Moses until the present time are contained in
44. Qur'án 8:64.
45. See Rúmí, The Mathnaví, II, 185 and 189. Also the Hadíth: "God created the creatures in darkness, then He sprinkled some of His Light upon them. Those whom some of that Light reached took the right way, while those whom it missed wandered from the straight road." Cf. R. A. Nicholson's "The Mathnawí of Jalálu'ddín Rúmí" in the E. J. W. Gibb Memorial Series.
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the mighty Qur'án, the authoritative Traditions, the
Torah and other reliable sources, We shall content
Ourself with brief references here, the purpose being to
determine conclusively whether religion is the very
basis and root-principle of culture and civilization, or
whether as Voltaire and his like suppose, it defeats all
social progress, well-being and peace.
To preclude once and for all objections on the part
of any of the world's peoples, We shall conduct Our
discussion conformably to those authoritative accounts
which all nations are agreed upon.
At a time when the Israelites had multiplied in
Egypt and were spread throughout the whole country,
the Coptic Pharaohs of Egypt determined to strengthen
and favor their own Coptic peoples and to degrade and
dishonor the children of Israel, whom they regarded as
foreigners. Over a long period, the Israelites, divided
and scattered, were captive in the hands of the tyrannical
Copts, and were scorned and despised by all, so that
the meanest of the Copts would freely persecute and
lord it over the noblest of the Israelites. The enslavement,
wretchedness and helplessness of the Hebrews
reached such a pitch that they were never, day or night,
secure in their own persons nor able to provide any
defense for their wives and families against the tyranny
of their Pharaohic captors. Then their food was the
fragments of their own broken hearts, and their drink
a river of tears. They continued on in this anguish
until suddenly Moses, the All-Beauteous, beheld the
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Divine Light streaming out of the blessed Vale, the
place that was holy ground, and heard the quickening
voice of God as it spoke from the flame of that Tree
"neither of the East nor of the West," (46) and He stood
up in the full panoply of His universal prophethood.
In the midst of the Israelites, He blazed out like a lamp
of Divine guidance, and by the light of salvation He
led that lost people out of the shadows of ignorance into
knowledge and perfection. He gathered Israel's scattered
tribes into the shelter of the unifying and universal
Word of God, and over the heights of union He
raised up the banner of harmony, so that within a brief
interval those benighted souls became spiritually educated,
and they who had been strangers to the truth,
rallied to the cause of the oneness of God, and were
delivered out of their wretchedness, their indigence,
their incomprehension and captivity and achieved a
supreme degree of happiness and honor. They emigrated
from Egypt, set out for Israel's original homeland,
and came to Canaan and Philistia. They first
conquered the shores of the River Jordan, and Jericho,
and settled in that area, and ultimately all the neighboring
regions, such as Phoenicia, Edom and Ammon,
came under their sway. In Joshua's time there were
thirty-one governments in the hands of the Israelites,
and in every noble human attribute--learning, stability,
determination, courage, honor, generosity--this people
came to surpass all the nations of the earth. When in
46. Qur'án 24:35.
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those days an Israelite would enter a gathering, he was
immediately singled out for his many virtues, and even
foreign peoples wishing to praise a man would say that
he was like an Israelite.
It is furthermore a matter of record in numerous historical
works that the philosophers of Greece such as
Pythagoras, acquired the major part of their philosophy,
both divine and material, from the disciples of
Solomon. And Socrates after having eagerly journeyed
to meet with some of Israel's most illustrious scholars
and divines, on his return to Greece established the
concept of the oneness of God and the continuing life
of the human soul after it has put off its elemental
dust. Ultimately, the ignorant among the Greeks denounced
this man who had fathomed the inmost mysteries
of wisdom, and rose up to take his life; and then
the populace forced the hand of their ruler, and in
council assembled they caused Socrates to drink from
the poisoned cup.
After the Israelites had advanced along every level of
civilization, and had achieved success in the highest
possible degree, they began little by little to forget the
root-principles of the Mosaic Law and Faith, to busy
themselves with rites and ceremonials and to show forth
unbecoming conduct. In the days of Rehoboam, the son
of Solomon, terrible dissension broke out among them;
one of their number, Jeroboam, plotted to get the
throne, and it was he who introduced the worship of
idols. The strife between Rehoboam and Jeroboam led
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to centuries of warfare between their descendants, with
the result that the tribes of Israel were scattered and
disrupted. In brief, it was because they forgot the
meaning of the Law of God that they became involved
in ignorant fanaticism and blameworthy practices such
as insurgence and sedition. Their divines, having concluded
that all those essential qualifications of humankind
set forth in the Holy Book were by then a dead
letter, began to think only of furthering their own
selfish interests, and afflicted the people by allowing
them to sink into the lowest depths of heedlessness and
ignorance. And the fruit of their wrong doing was this,
that the old-time glory which had endured so long now
changed to degradation, and the rulers of Persia, of
Greece, and of Rome, took them over. The banners of
their sovereignty were reversed; the ignorance, foolishness,
abasement and self-love of their religious leaders
and their scholars were brought to light in the coming
of Nebuchadnezzar, King of Babylon, who destroyed
them. After a general massacre, and the sacking and
razing of their houses and even the uprooting of their
trees, he took captive whatever remnants his sword had
spared and carried them off to Babylon. Seventy years
later the descendants of these captives were released
and went back to Jerusalem. Then Hezekiah and Ezra
reestablished in their midst the fundamental principles
of the Holy Book, and day by day the Israelites advanced,
and the morning-brightness of their earlier ages
dawned again. In a short time, however, great dissensions
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as to belief and conduct broke out anew, and
again the one concern of the Jewish doctors became the
promotion of their own selfish purposes, and the reforms
that had obtained in Ezra's time were changed
to perversity and corruption. The situation worsened
to such a degree that time and again, the armies of the
republic of Rome and of its rulers conquered Israelite
territory. Finally the warlike Titus, commander of the
Roman forces, trampled the Jewish homeland into
dust, putting every man to the sword, taking the women
and children captive, flattening their houses, tearing
out their trees, burning their books, looting their treasures,
and reducing Jerusalem and the Temple to an
ash heap. After this supreme calamity, the star of Israel's
dominion sank away to nothing, and to this day,
the remnant of that vanished nation has been scattered
to the four winds. "Humiliation and misery were
stamped upon them." (47) These two most great afflictions,
brought on by Nebuchadnezzar and Titus, are
referred to in the glorious Qur'án: "And We solemnly
declared to the children of Israel in the Book, `Twice
surely will ye commit evil in the earth, and with great
loftiness of pride will ye surely be uplifted.' And when
the menace for the first of the two came to be executed,
We sent against you Our servants endowed with terrible
prowess; and they searched the inmost part of
your abodes, and the menace was accomplished...
And when the punishment threatened for your latter
47. Qur'án 2:58.
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transgression came to be inflicted, then We sent an
enemy to sadden your faces, and to enter the Temple
as they entered it at first, and to destroy with utter destruction
that which they had conquered." (48)
Our purpose is to show how true religion promotes
the civilization and honor, the prosperity and prestige,
the learning and advancement of a people once abject,
enslaved and ignorant, and how, when it falls into the
hands of religious leaders who are foolish and fanatical,
it is diverted to the wrong ends, until this greatest of
splendors turns into blackest night.
When for the second time the unmistakable signs of
Israel's disintegration, abasement, subjection and annihilation
had become apparent, then the sweet and holy
breathings of the Spirit of God (Jesus) were shed
across Jordan and the land of Galilee; the cloud of Divine
pity overspread those skies, and rained down the
copious waters of the spirit, and after those swelling
showers that came from the most great Sea, the Holy
Land put forth its perfume and blossomed with the
knowledge of God. Then the solemn Gospel song rose
up till it rang in the ears of those who dwell in the
chambers of heaven, and at the touch of Jesus' breath
the unmindful dead that lay in the graves of their ignorance
lifted up their heads to receive eternal life. For
the space of three years, that Luminary of perfections
walked about the fields of Palestine and in the neighborhood
of Jerusalem, leading all men into the dawn
48. Qur'án 17:4 ff.
page 81
of redemption, teaching them how to acquire spiritual
qualities and attributes well-pleasing to God. Had the
people of Israel believed in that beauteous Countenance,
they would have girded themselves to serve and
obey Him heart and soul, and through the quickening
fragrance of His Spirit they would have regained their
lost vitality and gone on to new victories.
Alas, of what avail was it; they turned away and opposed
Him. They rose up and tormented that Source
of Divine knowledge, that Point where the Revelation
had come down--all except for a handful who, turning
their faces toward God, were cleansed of the stain of
this world and found their way to the heights of the
placeless Realm. They inflicted every agony on that
Wellspring of grace until it became impossible for
Him to live in the towns, and still He lifted up the
flag of salvation and solidly established the fundamentals
of human righteousness, that essential basis of true
civilization.
In the fifth chapter of Matthew beginning with the
thirty-seventh verse He counsels: "Resist not evil and
injury with its like; but whosoever shall smite thee on
thy right cheek, turn to him the other also." And further,
from the forty-third verse: "Ye have heard that it
hath been said, `Thou shalt love thy neighbor, and
thou shalt not vex thine enemy with enmity.' (49) But I
49. The King James Bible reads: "Ye have heard that it hath been said, Thou shalt love thy neighbour, and hate thine enemy." Scholars object to this reading because it is contrary to the known Law as set forth in Leviticus 19:18, Exodus 23:4-5, Proverbs 25:21, the Talmud, etc.
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say unto you, love your enemies, bless them that curse
you, do good to them that hate you, and pray for them
which despitefully use you, and persecute you; that ye
may be the children of your Father which is in heaven:
for He maketh His sun to rise on the evil and on the
good, and sendeth down the rain of His mercy on the
just and on the unjust. For if ye love them which love
you, what reward have ye? Do not even the publicans
the same?"
Many were the counsels of this kind that were uttered
by that Dayspring of Divine wisdom, and souls
who have become characterized with such attributes of
holiness are the distilled essence of creation and the
sources of true civilization.
Jesus, then, founded the sacred Law on a basis of
moral character and complete spirituality, and for those
who believed in Him He delineated a special way of
life which constitutes the highest type of action on
earth. And while those emblems of redemption were to
outward seeming abandoned to the malevolence and
persecution of their tormentors, in reality they had been
delivered out of the hopeless darkness which encompassed
the Jews and they shone forth in everlasting
glory at the dawn of that new day.
That mighty Jewish nation toppled and crumbled
away, but those few souls who sought shelter beneath
page 83
the Messianic Tree transformed all human life. At that
time the peoples of the world were utterly ignorant,
fanatical and idolatrous. Only a small group of Jews
professed belief in the oneness of God and they were
wretched outcasts. These holy Christian souls now
stood up to promulgate a Cause which was diametrically
opposed and repugnant to the beliefs of the entire
human race. The kings of four out of the world's five
continents inexorably resolved to wipe out the followers
of Christ, and nevertheless in the end most of them set
about promoting the Faith of God with their whole
hearts; all the nations of Europe, many of the peoples
of Asia and Africa, and some of the inhabitants of the
islands of the Pacific, were gathered into the shelter of
the oneness of God.
Consider whether there exists anywhere in creation
a principle mightier in every sense than religion, or
whether any conceivable power is more pervasive than
the various Divine Faiths, or whether any agency can
bring about real love and fellowship and union among
all peoples as can belief in an almighty and all-knowing
God, or whether except for the laws of God there
has been any evidence of an instrumentality for educating
all mankind in every phase of righteousness.
Those qualities which the philosophers attained
when they had reached the very heights of their wisdom,
those noble human attributes which characterized
them at the peak of their perfection, would be exemplified
by the believers as soon as they accepted the
page 84
Faith. Observe how those souls who drank the living
waters of redemption at the gracious hands of Jesus,
the Spirit of God, and came into the sheltering shade
of the Gospel, attained to such a high plane of moral
conduct that Galen, the celebrated physician, although
not himself a Christian, in his summary of Plato's
Republic extolled their actions. A literal translation of
his words is as follows:
"The generality of mankind are unable to grasp a
sequence of logical arguments. For this reason they
stand in need of symbols and parables telling of rewards
and punishments in the next world. A confirmatory
evidence of this is that today we observe a people
called Christians, who believe devoutly in rewards and
punishments in a future state. This group show forth
excellent actions, similar to the actions of an individual
who is a true philosopher. For example, we all see
with our own eyes that they have no fear of death, and
their passion for justice and fair-dealing is so great that
they should be considered true philosophers." (50)
The station of a philosopher, in that age and in the
mind of Galen, was superior to any other station in the
world. Consider then how the enlightening and spiritualizing
power of divine religions impels the believers
to such heights of perfection that a philosopher like
50. Cf. `Abdu'l-Bahá, Some Answered Questions, ch. LXXXIV, and Promulgation of Universal Peace, p. 385. See also Galen on Jews and Christians by Richard Walzer, Oxford University Press, 1949, p. 15. The author states that Galen's summary here to is lost, being preserved only in Arabic quotations.
page 85
Galen, not himself a Christian, offers such testimony.
One demonstration of the excellent character of the
Christians in those days was their dedication to charity
and good works, and the fact that they founded hospitals
and philanthropic institutions. For example, the
first person to establish public clinics throughout the
Roman Empire where the poor, the injured and the
helpless received medical care, was the Emperor Constantine.
This great king was the first Roman ruler to
champion the Cause of Christ. He spared no efforts,
dedicating his life to the promotion of the principles
of the Gospel, and he solidly established the Roman
government, which in reality had been nothing but a
system of unrelieved oppression, on moderation and
justice. His blessed name shines out across the dawn of
history like the morning star, and his rank and fame
among the world's noblest and most highly civilized is
still on the tongues of Christians of all denominations.
What a firm foundation of excellent character was
laid down in those days, thanks to the training of holy
souls who arose to promote the teachings of the Gospel.
How many primary schools, colleges, hospitals, were
established, and institutions where fatherless and indigent
children received their education. How many
were the individuals who sacrificed their own personal
advantages and "out of desire to please the Lord" (51) devoted
the days of their lives to teaching the masses.
When, however, the time approached for the effulgent
51. From Qur'án 4:114; 2:207, etc.
page 86
beauty of Muhammad to dawn upon the world,
the control of Christian affairs passed into the hands
of ignorant priests. Those heavenly breezes, soft-flowing
from the regions of Divine grace, died away, and
the laws of the great Evangel, the rock-foundation on
which the civilization of the world was based, turned
barren of results, this out of misuse and because of the
conduct of persons who, seemingly fair, were yet inwardly
foul.
The noted historians of Europe, in describing the
conditions, manners, politics, learning and culture, in
all their aspects, of early, medieval and modern times,
unanimously record that during the ten centuries constituting
the Middle Ages, from the beginning of the
sixth century of the Christian era till the close of the
fifteenth, Europe was in every respect and to an extreme
degree, barbaric and dark. The principal cause of
this was that the monks, referred to by European peoples
as spiritual and religious leaders, had given up the
abiding glory that comes from obedience to the sacred
commandments and heavenly teachings of the Gospel,
and had joined forces with the presumptuous and tyrannical
rulers of the temporal governments of those
times. They had turned their eyes away from everlasting
glory, and were devoting all their efforts to the
furtherance of their mutual worldly interests and passing
and perishable advantages. Ultimately things
reached a point where the masses were hopeless prisoners
in the hands of these two groups, and all this
page 87
brought down in ruins the whole structure of the religion,
culture, welfare and civilization of the peoples
of Europe.
When the unworthy acts and thoughts and the discreditable
purposes of the leaders had stilled the sweet
savors of the Spirit of God (Jesus) and they ceased to
stream across the world, and the darkness of ignorance
and bigotry and of actions that were displeasing to God,
encompassed the earth, then the dawn of hope shone
out and the Divine spring drew on; a cloud of mercy
overspread the world, and out of the regions of grace
the fecund winds began to blow. In the sign of Muhammad,
the Sun of Truth rose over Yathrib (Medina)
and the Hijáz and cast across the universe the lights of
eternal glory. Then the earth of human potentialities
was transformed, and the words "The earth shall shine
with the light of her Lord," (52) were fulfilled. The old
world turned new again, and its dead body rose into
abundant life. Then tyranny and ignorance were overthrown,
and towering palaces of knowledge and justice
were reared in their place. A sea of enlightenment
thundered, and science cast down its rays. The savage
peoples of the Hijáz, before that Flame of supreme
Prophethood was lit in the lamp of Mecca, were the
most brutish and benighted of all the peoples of the
earth. In all the histories, their depraved and vicious
practices, their ferocity and their constant feuds, are a
matter of record. In those days the civilized peoples of
52. Qur'án 39:69.
page 88
the world did not even consider the Arab tribes of
Mecca and Medina as human beings. And yet, after
the Light of the World rose over them, they were--
because of the education bestowed on them by that
Mine of perfections, that Focal Center of Revelation,
and the blessings vouchsafed by the Divine Law--
within a brief interval gathered into the shelter of the
principle of Divine oneness. This brutish people then
attained such a high degree of human perfection and
civilization that all their contemporaries marveled at
them. Those very peoples who had always mocked the
Arabs and held them up to ridicule as a breed devoid
of judgment, now eagerly sought them out, visiting
their countries to acquire enlightenment and culture,
technical skills, statecraft, arts and sciences.
Observe the influence on material situations of that
training which is inculcated by the true Educator. Here
were tribes so benighted and untamed that during the
period of the Jáhilíyyih they would bury their seven-year-old
daughters alive--an act which even an animal,
let alone a human being, would hate and shrink from
but which they in their extreme degradation considered
the ultimate expression of honor and devotion to principle
--and this darkened people, thanks to the manifest
teachings of that great Personage, advanced to such a
degree that after they conquered Egypt, Syria and its
capital Damascus, Chaldea, Mesopotamia and Írán,
they came to administer single-handedly whatever matters
page 89
were of major importance in four main regions of
the globe.
The Arabs then excelled all the peoples of the world
in science and the arts, in industry and invention, in
philosophy, government and moral character. And
truly, the rise of this brutish and despicable element,
in such a short interval, to the supreme heights of human
perfection, is the greatest demonstration of the
rightfulness of the Lord Muhammad's's Prophethood.
In the early ages of Islám the peoples of Europe acquired
the sciences and arts of civilization from Islám
as practiced by the inhabitants of Andalusia. A careful
and thorough investigation of the historical record will
establish the fact that the major part of the civilization
of Europe is derived from Islám; for all the writings of
Muslim scholars and divines and philosophers were
gradually collected in Europe and were with the most
painstaking care weighed and debated at academic
gatherings and in the centers of learning, after which
their valued contents would be put to use. Today, numerous
copies of the works of Muslim scholars which
are not to be found in Islamic countries, are available
in the libraries of Europe. Furthermore, the laws and
principles current in all European countries are derived
to a considerable degree and indeed virtually in their
entirety from the works on jurisprudence and the legal
decision of Muslim theologians. Were it not for the
fear of unduly lengthening the present text, We would
cite these borrowings one by one.
page 90
The beginnings of European civilization date from
the seventh century of the Muslim era. The particulars
were these: toward the end of the fifth century of the
hegira, the Pope or Head of Christendom set up a great
hue and cry over the fact that places sacred to the
Christians, such as Jerusalem, Bethlehem and Nazareth,
had fallen under Muslim rule, and he stirred up
the kings and the commoners of Europe to undertake
what he considered a holy war. His impassioned outcry
waxed so loud that all the countries of Europe responded,
and crusading kings at the head of innumerable
hosts passed over the Sea of Marmara and made
their way to the continent of Asia. In those days the
Fátimid caliphs ruled over Egypt and some countries
of the West, and most of the time the kings of Syria,
that is the Saljúqs, were subject to them as well. Briefly,
the kings of the West with their unnumbered armies
fell upon Syria and Egypt, and there was continuous
warfare between the Syrian rulers and those of Europe
for a period of two hundred and three years. Reinforcements
were always coming in from Europe, and time
and time again the Western rulers stormed and took
over every castle in Syria, and as often, the kings of
Islám delivered them out of their hands. Finally Saladin,
in the year 693 A.H., drove the European kings
and their armies out of Egypt and off the Syrian coast.
Hopelessly beaten, they went back to Europe. In the
course of these wars of the Crusades, millions of human
beings perished. To sum up, from 490 A.H. until
page 91
693, kings, commanders and other European leaders
continually came and went between Egypt, Syria and
the West, and when in the end they all returned home,
they introduced into Europe whatever they had observed
over two hundred and odd years in Muslim
countries as to government, social development and
learning, colleges, schools and the refinements of living.
The civilization of Europe dates from that time.
O people of Persia! How long will your torpor
and lethargy last? You were once the lords
of the whole earth; the world was at your
beck and call. How is it that your glory has lapsed and
you have fallen from favor now, and crept away into
some corner of oblivion? You were the fountainhead of
learning, the unfailing spring of light for all the earth,
how is it that you are withered now, and quenched,
and faint of heart? You who once lit the world, how is
it that you lurk, inert, bemused, in darkness now?
Open your mind's eye, see your great and present need.
Rise up and struggle, seek education, seek enlightenment.
Is it meet that a foreign people should receive
from your own forbears its culture and its knowledge,
and that you, their blood, their rightful heirs, should
go without? How does it seem, when your neighbors
page 92
are at work by day and night with their whole hearts,
providing for their advancement, their honor and prosperity,
that you, in your ignorant fanaticism, are busy
only with your quarrels and antipathies, your indulgences
and appetites and empty dreams? Is it commendable
that you should waste and fritter away in
apathy the brilliance that is your birthright, your native
competence, your inborn understanding? Again, We
have digressed from Our theme.
Those European intellectuals who are well-informed
as to the facts of Europe's past,
and are characterized by truthfulness and a
sense of justice, unanimously acknowledge that in
every particular the basic elements of their civilization
are derived from Islám. For example Draper [see https://bahai-library.com/draper_intellectual_development_europe], (53) the well-known
53. The Persian text transliterates this author's name as "Draybár" and titles his work The Progress of Peoples [see https://bahai-library.com/draper_intellectual_development_europe]. The reference is apparently to John William Draper, 1811-1882, celebrated chemist and widely-translated historian. Detailed material on Muslim contributions to the West, and on Gerbert (Pope appears in the second volume of the work cited. Of some of Europe's systematically unacknowledged obligations to Islám the author writes: "Injustice founded on religious and national conceit cannot be perpetuated for ever." (Vol. p. 42, Rev. ed.) The Dictionary of American Biography states that Draper's father was a Roman Catholic who assumed the name John Christopher Draper when disowned by his family for a Methodist, and that his real name is unknown. The translator is indebted to Mr. Paul North Rice, Chief of the York Public Library's Reference Department, for the that available data on Draper's family history and nationality in conflict; The Drapers in America by Thomas Waln-Morgan (1892) states that Draper's father was born in London, while Albert E. Henschel in "Centenary of John William Draper" (New York University "Colonnade," June, 1911) has the following: "If there be among us any who trace their lineage to the sunny fields of Italy, they may feel a just pride in John William for his father, John C. Draper, was an Italian by birth..." The translator's thanks are also due to Madame Laura for investigations in connection with this passage at the Library of Congress and the Bibliothèque Nationale.
page 93
French authority, a writer whose accuracy, ability
and learning are attested by all European scholars,
in one of his best-known works, The Intellectual Development
of Europe, has written a detailed account
in this connection, that is, with reference to the derivation
by the peoples of Europe of the fundamentals of
civilization and the bases of progress and well-being
from Islám. His account is exhaustive, and a translation
here would unduly lengthen out the present work
and would indeed be irrelevant to Our purpose. If
further details are desired the reader may refer to that
text.
In essence, the author shows how the totality of
Europe's civilization--its laws, principles, institutions,
its sciences, philosophies, varied learning, its civilized
manners and customs, its literature, art and industry,
its organization, its discipline, its behavior, its commendable
character traits, and even many of the words
page 94
current in the French language, derives from the Arabs.
One by one, he investigates each of these elements in
detail, even giving the period when each was brought
over from Islám. He describes as well the arrival of
the Arabs in the West, in what is now Spain, and how
in a short time they established a well-developed civilization
there, and to what a high degree of excellence
their administrative system and scholarship attained,
and how solidly founded and well regulated were their
schools and colleges, where sciences and philosophy,
arts and crafts, were taught; what a high level of leadership
they achieved in the arts of civilization and how
many were the children of Europe's leading families
who were sent to attend the schools of Cordova and
Granada, Seville and Toledo to acquire the sciences
and arts of civilized life. He even records that a European
named Gerbert came to the West and enrolled at
the University of Cordova in Arab territory, studied
arts and sciences there, and after his return to Europe
achieved such prominence that ultimately he was elevated
to the leadership of the Catholic Church and
became the Pope.
The purpose of these references is to establish the
fact that the religions of God are the true source of the
spiritual and material perfections of man, and the
fountainhead for all mankind of enlightenment and
beneficial knowledge. If one observes the matter justly
it will be found that all the laws of politics are contained
in these few and holy words:
page 95
"And they enjoin what is just, and forbid what is
unjust, and speed on in good works. These are of the
righteous." (54) And again: "that there may be among
you a people who invite to the good, and enjoin the
just, and forbid the wrong. These are they with whom
it shall be well." (55) And further: "Verily, God enjoineth
justice and the doing of good ... and He forbiddeth
wickedness and oppression. He warneth you that
haply ye may be mindful." (56) And yet again, of the
civilizing of human behavior: "Make due allowances;
and enjoin what is just, and withdraw from the ignorant." (57)
And likewise: "...who master their anger,
and forgive others! God loveth the doers of good." (58)
And again: "There is no righteousness in turning your
faces toward the East or the West, but he is righteous
who believeth in God, and the last day, and the angels,
and the Scriptures, and the Prophets; who for the love
of God disburseth his wealth to his kindred, and to
orphans, and the needy and the wayfarer, and those
who ask, and for ransom; who observeth prayer, and
payeth the legal alms, and who is of those who perform
their covenant when they have covenanted, and are
patient under ills and hardships, and in time of
trouble: these are they who are just, and these are they
54. Qur'án 3:110.
55. Qur'án 3:100.
56. Qur'án 16:92.
57. Qur'án 7:198.
58. Qur'án 3:128.
page 96
who fear the Lord." (59) And yet further: "They prefer
them before themselves, though poverty be their own
lot." (60) See how these few sacred verses encompass the
highest levels and innermost meanings of civilization
and embody all the excellencies of human character.
By the Lord God, and there is no God but He, even
the minutest details of civilized life derive from the
grace of the Prophets of God. What thing of value to
mankind has ever come into being which was not first
set forth either directly or by implication in the Holy
Scriptures?
Alas, of what avail is it. When the weapons are in
cowards' hands, no man's life and property are safe,
and thieves only grow the stronger. When, in the same
way, a far-from-perfect priesthood acquire control of
affairs, they come down like a massive curtain between
the people and the light of Faith.
Sincerity is the foundation-stone of faith. That is, a
religious individual must disregard his personal desires
and seek in whatever way he can wholeheartedly to
serve the public interest; and it is impossible for a
human being to turn aside from his own selfish advantages
and sacrifice his own good for the good of the
community except through true religious faith. For
self-love is kneaded into the very clay of man, and it
is not possible that, without any hope of a substantial
reward, he should neglect his own present material
59. Qur'án 2:172.
60. Qur'án 59:9.
page 97
good. That individual, however, who puts his faith in
God and believes in the words of God--because he is
promised and certain of a plentiful reward in the next
life, and because worldly benefits as compared to the
abiding joy and glory of future planes of existence are
nothing to him--will for the sake of God abandon his
own peace and profit and will freely consecrate his
heart and soul to the common good. "A man, too, there
is who selleth his very self out of desire to please
God." (61)
There are some who imagine that an innate sense of
human dignity will prevent man from committing evil
actions and insure his spiritual and material perfection.
That is, that an individual who is characterized with
natural intelligence, high resolve, and a driving zeal,
will, without any consideration for the severe punishments
consequent on evil acts, or for the great rewards
of righteousness, instinctively refrain from inflicting
harm on his fellow men and will hunger and thirst to
do good. And yet, if we ponder the lessons of history
it will become evident that this very sense of honor
and dignity is itself one of the bounties deriving from
the instructions of the Prophets of God. We also observe
in infants the signs of aggression and lawlessness,
and that if a child is deprived of a teacher's instructions
his undesirable qualities increase from one moment to
the next. It is therefore clear that the emergence of this
natural sense of human dignity and honor is the result
61. Qur'án 2:203.
page 98
of education. Secondly, even if we grant for the sake
of the argument that instinctive intelligence and an
innate moral quality would prevent wrongdoing, it is
obvious that individuals so characterized are as rare as
the philosopher's stone. An assumption of this sort cannot
be validated by mere words, it must be supported
by the facts. Let us see what power in creation impels
the masses toward righteous aims and deeds!
Aside from this, if that rare individual who does exemplify
such a faculty should also become an embodiment
of the fear of God, it is certain that his strivings
toward righteousness would be strongly reinforced.
Universal benefits derive from the grace of the Divine
religions, for they lead their true followers to sincerity
of intent, to high purpose, to purity and spotless
honor, to surpassing kindness and compassion, to the
keeping of their covenants when they have covenanted,
to concern for the rights of others, to liberality, to justice
in every aspect of life, to humanity and philanthropy,
to valor and to unflagging efforts in the service
of mankind. It is religion, to sum up, which produces
all human virtues, and it is these virtues which are the
bright candles of civilization. If a man is not characterized
by these excellent qualities, it is certain that he has
never attained to so much as a drop out of the fathomless
river of the waters of life that flows through the
teachings of the Holy Books, nor caught the faintest
breath of the fragrant breezes that blow from the gardens
of God; for nothing on earth can be demonstrated
page 99
by words alone, and every level of existence is known
by its signs and symbols, and every degree in man's development
has its identifying mark.
The purpose of these statements is to make it
abundantly clear that the Divine religions, the holy
precepts, the heavenly teachings, are the unassailable
basis of human happiness, and that the peoples of the
world can hope for no real relief or deliverance without
this one great remedy. This panacea must, however, be
administered by a wise and skilled physician, for in the
hands of an incompetent all the cures that the Lord of
men has ever created to heal men's ills could produce
no health, and would on the contrary only destroy the
helpless and burden the hearts of the already afflicted.
That Source of Divine wisdom, that Manifestation
of Universal Prophethood (Muhammad), encouraging
mankind to acquire sciences and arts and similar advantages
has commanded them to seek these even in
the furthermost reaches of China; yet the incompetent
and caviling doctors forbid this, offering as their justification
the saying, "He who imitates a people is one
of them." They have not even grasped what is meant
by the "imitation" referred to, nor do they know that
the Divine religions enjoin upon and encourage all the
faithful to adopt such principles as will conduce to
continuous improvements, and to acquire from other
peoples sciences and arts. Whoever expresses himself
to the contrary has never drunk of the nectar of knowledge
page 100
and is astray in his own ignorance, groping after
the mirage of his desires.
Judge this aright: which one of these modern developments,
whether in themselves or in their application,
is contrary to the Divine commandments? If they mean
the establishment of parliaments, these are enjoined by
the very text of the holy verse: "and whose affairs are
guided by mutual counsel." (62) And again, addressing
the Dayspring of all knowledge, the Source of perfection
(Muhammad), in spite of His being in possession
of universal wisdom, the words are: "and consult them
in the affair." (63) In view of this how can the question
of mutual consultation be in conflict with the religious
Law? The great advantages of consultation can be established
by logical arguments as well.
Can they say that it would be contrary to the laws of
God to make a death sentence conditional on the most
careful investigations, on the sanction of numerous
bodies, on legal proof and the royal order? Can they
claim that what went on under the previous government
was in conformity with the Qur'án? For example,
in the days when Hájí Mírzá Aqásí was Prime Minister,
it was heard from many sources that the governor
of Gulpaygán seized thirteen defenseless bailiffs of
that region, all of them of holy lineage, all of them
guiltless, and without a trial, and without obtaining
any higher sanction, beheaded them in a single hour.
62. Qur'án 42:36.
63. Qur'án 3:153.
page 101
At one time the population of Persia exceeded fifty
millions. This has been dissipated partly through civil
wars, but predominantly because of the lack of an adequate
system of government and the despotism and
unbridled authority of provincial and local governors.
With the passage of time, not one-fifth of the population
has survived, for the governors would select any
victim they cared to, however innocent, and vent their
wrath on him and destroy him. Or, for a whim, they
would make a pet out of some proven mass murderer.
Not a soul could speak out, because the governor was
in absolute control. Can we say that these things were
in conformity with justice or with the laws of God?
Can we maintain that it is contrary to the fundamentals
of the Faith to encourage the acquisition of useful
arts and of general knowledge, to inform oneself as to
the truths of such physical sciences as are beneficial to
man, and to widen the scope of industry and increase
the products of commerce and multiply the nation's
avenues of wealth? Would it conflict with the worship
of God to establish law and order in the cities and organize
the rural districts, to repair the roads and build
railroads and facilitate transportation and travel and
thus increase the people's well-being? Would it be inconsistent
with the Divine commands and prohibitions
if we were to work the abandoned mines which are the
greatest source of the nation's wealth, and to build factories,
from which come the entire people's comfort,
security and affluence? Or to stimulate the creation of
page 102
new industries and to promote improvements in our
domestic products?
By the All-Glorious! I am astonished to find what a
veil has fallen across their eyes, and how it blinds them
even to such obvious necessities as these. And there is
no doubt whatever that when conclusive arguments
and proofs of this sort are advanced, they will answer,
out of a thousand hidden spites and prejudices: "On
the Day of Judgment, when men stand before their
Lord, they will not be questioned as to their education
and the degree of their culture--rather will they be examined
as to their good deeds." Let us grant this and
assume that man will not be asked as to his culture and
education; even so, on that great Day of Reckoning,
will not the leaders be called to account? Will it not
be said to them: "O chiefs and leaders! Why did ye
cause this mighty nation to fall from the heights of its
former glory, to pass from its place at the heart and
center of the civilized world? Ye were well able to take
hold of such measures as would lead to the high honor
of this people. This ye failed to do, and ye even went
on to deprive them of the common benefits enjoyed by
all. Did not this people once shine out like stars in an
auspicious heaven? How have ye dared to quench their
light in darkness! Ye could have lit the lamp of temporal
and eternal glory for them; why did ye fail to
strive for this with all your hearts? And when by God's
grace a flaming Light flared up, why did ye fail to
shelter it in the glass of your valor, from the winds that
page 103
beat against it? Why did ye rise up in all your might
to put it out?"
"And every man's fate have We fastened about his
neck: and on the Day of Resurrection will We bring
it forth to him a book which shall be proffered to him
wide open." (64)
Again, is there any deed in the world that would be
nobler than service to the common good? Is there any
greater blessing conceivable for a man, than that he
should become the cause of the education, the development,
the prosperity and honor of his fellow-creatures?
No, by the Lord God! The highest righteousness of all
is for blessed souls to take hold of the hands of the helpless
and deliver them out of their ignorance and abasement
and poverty, and with pure motives, and only for
the sake of God, to arise and energetically devote themselves
to the service of the masses, forgetting their own
worldly advantage and working only to serve the general
good. "They prefer them before themselves, though
poverty be their own lot." (65) "The best of men are those
who serve the people; the worst of men are those who
harm the people."
Glory be to God! What an extraordinary situation
now obtains, when no one, hearing a claim advanced,
asks himself what the speaker's real motive might be,
and what selfish purpose he might not have hidden behind
the mask of words. You find, for example, that an
64. Qur'án 17:14.
65. Qur'án 59:9.
page 104
individual seeking to further his own petty and personal
concerns, will block the advancement of an entire
people. To turn his own water mill, he will let
the farms and fields of all the others parch and wither.
To maintain his own leadership, he will everlastingly
direct the masses toward that prejudice and fanaticism
which subvert the very base of civilization.
Such a man, at the same moment that he is perpetrating
actions which are anathema in the sight of God
and detested by all the Prophets and Holy Ones, if he
sees a person who has just finished eating wash his
hands with soap--an article the inventor of which was
`Abdu'lláh Buní, a Muslim--will, because this unfortunate
does not instead wipe his hands up and down
the front of his robe and on his beard, set up a hue
and cry to the effect that the religious law has been
overthrown, and the manners and customs of heathen
nations are being introduced into ours. Utterly disregarding
the evil of his own ways, he considers the very
cause of cleanliness and refinement as wicked and
foolish.
O People of Persia! Open your eyes! Pay heed! Release
yourselves from this blind following of the bigots,
this senseless imitation which is the principal reason
why men fall away into paths of ignorance and degradation.
See the true state of things. Rise up; seize hold
of such means as will bring you life and happiness and
greatness and glory among all the nations of the world.
The winds of the true springtide are passing over
page 105
you; adorn yourselves with blossoms like trees in the
scented garden. Spring clouds are streaming; then turn
you fresh and verdant like the sweet eternal fields. The
dawn star is shining, set your feet on the true path. The
sea of might is swelling, hasten to the shores of high
resolve and fortune. The pure water of life is welling
up, why wear away your days in a desert of thirst? Aim
high, choose noble ends; how long this lethargy, how
long this negligence! Despair, both here and hereafter,
is all you will gain from self-indulgence; abomination
and misery are all you will harvest from fanaticism,
from believing the foolish and the mindless. The confirmations
of God are supporting you, the succor of
God is at hand: why do you not cry out and exult with
all your heart, and strive with all your soul!
Among those matters which require thorough revision
and reform is the method of studying the
various branches of knowledge and the organization
of the academic curriculum. From lack of
organization, education has become haphazard and confused.
Trifling subjects which should not call for
elaboration receive undue attention, to such an extent
that students, over long periods of time, waste their
minds and their energies on material that is pure supposition,
page 106
in no way susceptible of proof, such study consisting
in going deep into statements and concepts
which careful examination would establish as not even
unlikely, but rather as unalloyed superstition, and representing
the investigation of useless conceits and the
chasing of absurdities. There can be no doubt that to
concern oneself with such illusions, to examine into
and lengthily debate such idle propositions, is nothing
but a waste of time and a marring of the days of one's
life. Not only this, but it also prevents the individual
from undertaking the study of those arts and sciences
of which society stands in dire need. The individual
should, prior to engaging in the study of any subject,
ask himself what its uses are and what fruit and result
will derive from it. If it is a useful branch of knowledge,
that is, if society will gain important benefits from it,
then he should certainly pursue it with all his heart.
If not, if it consists in empty, profitless debates and in
a vain concatenation of imaginings that lead to no result
except acrimony, why devote one's life to such
useless hairsplittings and disputes.
Because this matter requires further elucidation and
a thorough hearing, so that it can be fully established
that some of the subjects which today are neglected are
extremely valuable, while the nation has no need whatever
of various other, superfluous studies, the point
will, God willing, be developed in a second volume.
Our hope is that a reading of this first volume will produce
fundamental changes in the thinking and the behavior
page 107
of society, for We have undertaken the work
with a sincere intent and purely for the sake of God.
Although in this world individuals who are able to distinguish
between sincere intentions and false words
are as rare as the philosopher's stone, yet We fix Our
hopes on the measureless bounties of the Lord.
To resume: As for that group who maintains that in
effecting these necessary reforms we must proceed with
deliberation, exercise patience and gain the objectives
one at a time, just what do they mean by this? If by
deliberation they are referring to that circumspection
which the science of government requires, their
thought is timely and appropriate. It is certain that
momentous undertakings cannot be brought to a successful
conclusion in haste; that in such cases haste
would only make waste.
The world of politics is like the world of man; he is
seed at first, and then passes by degrees to the condition
of embryo and foetus, acquiring a bone structure,
being clothed with flesh, taking on his own special
form, until at last he reaches the plane where he can
befittingly fulfill the words: "the most excellent of
Makers." (66) Just as this is a requirement of creation and
is based on the universal Wisdom, the political world
in the same way cannot instantaneously evolve from
the nadir of defectiveness to the zenith of rightness and
perfection. Rather, qualified individuals must strive by
66. Qur'án 23:14: "Blessed therefore be God, the most excellent of Makers."
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day and by night, using all those means which will conduce
to progress, until the government and the people
develop along every line from day to day and even from
moment to moment.
When, through the Divine bestowals, three things
appear on earth, this world of dust will come alive, and
stand forth wondrously adorned and full of grace.
These are first, the fruitful winds of spring; second, the
welling plenty of spring clouds; and third, the heat of
the bright sun. When, out of the endless bounty of
God, these three have been vouchsafed, then slowly,
by His leave, dry trees and branches turn fresh and
green again, and array themselves with many kinds of
blossoms and fruits. It is the same when the pure intentions
and the justice of the ruler, the wisdom and
consummate skill and statecraft of the governing authorities,
and the determination and unstinted efforts
of the people, are all combined; then day by day the
effects of the advancement, of the far-reaching reforms,
of the pride and prosperity of government and people
alike, will become clearly manifest.
If, however, by delay and postponement they mean
this, that in each generation only one minute section
of the necessary reforms should be attended to, this is
nothing but lethargy and inertia, and no results would
be forthcoming from such a procedure, except the endless
repetition of idle words. If haste is harmful, inertness
and indolence are a thousand times worse. A middle
course is best, as it is written: "It is incumbent upon
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you to do good between the two evils," this referring
to the mean between the two extremes. "And let not
thy hand be tied up to thy neck; nor yet open it with
all openness ... but between these follow a middle
way." (67)
The primary, the most urgent requirement is the promotion
of education. It is inconceivable that any nation
should achieve prosperity and success unless this paramount,
this fundamental concern is carried forward.
The principal reason for the decline and fall of peoples
is ignorance. Today the mass of the people are uninformed
even as to ordinary affairs, how much less do
they grasp the core of the important problems and complex
needs of the time.
It is therefore urgent that beneficial articles and books
be written, clearly and definitely establishing what the
present-day requirements of the people are, and what
will conduce to the happiness and advancement of society.
These should be published and spread throughout
the nation, so that at least the leaders among the
people should become, to some degree, awakened, and
arise to exert themselves along those lines which will
lead to their abiding honor. The publication of high
thoughts is the dynamic power in the arteries of life;
it is the very soul of the world. Thoughts are a boundless
sea, and the effects and varying conditions of existence
are as the separate forms and individual limits
of the waves; not until the sea boils up will the waves
67. Qur'án 17:31; 110.
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rise and scatter their pearls of knowledge on the shore
of life.
Thou, Brother, art thy thought alone,
The rest is only thew and bone. (68)
Public opinion must be directed toward whatever is
worthy of this day, and this is impossible except
through the use of adequate arguments and the adducing
of clear, comprehensive and conclusive proofs. For
the helpless masses know nothing of the world, and
while there is no doubt that they seek and long for
their own happiness, yet ignorance like a heavy veil
shuts them away from it.
Observe to what a degree the lack of education will
weaken and degrade a people. Today [1875] from the
standpoint of population the greatest nation in the
world is China, which has something over four hundred
million inhabitants. On this account, its government
should be the most distinguished on earth, its
people the most acclaimed. And yet on the contrary,
because of its lack of education in cultural and material
civilization, it is the feeblest and the most helpless of
all weak nations. Not long ago, a small contingent of
English and French troops went to war with China
and defeated that country so decisively that they took
over its capital Peking. Had the Chinese government
68. Rúmí, The Mathnaví, II 2:277. The next line is: A garden close, if that thought be a rose, But if it be a thorn, then only fit to burn.
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and people been abreast of the advanced sciences of
the day, had they been skilled in the arts of civilization,
then if all the nations on earth had marched against
them the attack would still have failed, and the attackers
would have returned defeated whence they
had come.
Stranger even than this episode is the fact that the
government of Japan was in the beginning subject to
and under the protection of China, and that now for
some years, Japan has opened its eyes and adopted the
techniques of contemporary progress and civilization,
promoting sciences and industries of use to the public,
and striving to the utmost of their power and competence
until public opinion was focused on reform.
This government has currently advanced to such a
point that, although its population is only one-sixth, or
even one-tenth, that of China, it has recently challenged
the latter government, and China has finally
been forced to come to terms. Observe carefully how
education and the arts of civilization bring honor, prosperity,
independence and freedom to a government
and its people.
It is, furthermore, a vital necessity to establish schools
throughout Persia, even in the smallest country towns
and villages, and to encourage the people in every possible
way to have their children learn to read and write.
If necessary, education should even be made compulsory.
Until the nerves and arteries of the nation stir into
life, every measure that is attempted will prove vain; for
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the people are as the human body, and determination
and the will to struggle are as the soul, and a soulless
body does not move. This dynamic power is present to
a superlative degree in the very nature of the Persian
people, and the spread of education will release it.
As to that element who believe that it is neither
necessary nor appropriate to borrow the principles
of civilization, the fundamentals of
progress toward high levels of social happiness in the
material world, the laws which effect thorough reforms,
the methods which extend the scope of culture--and
that it is far more suitable that Persia and the Persians
reflect over the situation and then create their own
techniques of progress.
It is certain that if the vigorous intelligence and superior
skill of the nation's great, and the energy and
resolve of the most eminent men at the imperial court,
and the determined efforts of those who have knowledge
and capacity, and are well versed in the great
laws of political life, should all be combined, and all
should exert every effort and examine and reflect over
every detail as well as on the main currents of affairs,
there is every likelihood that because of the effective
plans they would evolve, some situations would be
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thoroughly reformed. In the majority of cases, however,
they would still be obliged to borrow; because,
throughout the many-centuried past, hundreds of
thousands of persons have devoted their entire lives to
putting these things to the test until they were able to
bring about these substantial developments. If all that
is to be ignored and an effort is made to re-create those
agencies in our own country and in our own way, and
thus effect the hoped-for advancement, many generations
would pass by and still the goal would not be
reached. Observe for instance that in other countries
they persevered over a long period until finally they
discovered the power of steam and by means of it were
enabled easily to perform the heavy tasks which were
once beyond human strength. How many centuries it
would take if we were to abandon the use of this power
and instead strain every nerve to invent a substitute.
It is therefore preferable to keep on with the use of
steam and at the same time continuously to examine
into the possibility of there being a far greater force
available. One should regard the other technological
advances, sciences, arts and political formulae of proven
usefulness in the same light--i.e., those procedures
which, down the ages, have time and again been put
to the test and whose many uses and advantages have
demonstrably resulted in the glory and greatness of the
state, and the well-being and progress of the people.
Should all these be abandoned, for no valid reason, and
other methods of reform be attempted, by the time
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such reforms might eventuate, and their advantages
might be put to proof, many years would go by, and
many lives. Meanwhile, "we are still at the first bend
in the road." (69)
The superiority of the present in relation to the past
consists in this, that the present can take over and
adopt as a model many things which have been tried
and tested and the great benefits of which have been
demonstrated in the past, and that it can make its own
new discoveries and by these augment its valuable inheritance.
It is clear, then, that the accomplishment
and experience of the past are known and available to
the present, while the discoveries peculiar to the present
were unknown to the past. This presupposes that
the later generation is made up of persons of ability;
otherwise, how many a later generation has lacked even
so much as a drop out of the boundless ocean of knowledge
that was its forbears'.
Reflect a little: let us suppose that, through the
power of God, certain individuals are placed on earth;
these obviously stand in need of many things, to provide
for their human dignity, their happiness and ease.
Now is it more practicable for them to acquire these
things from their contemporaries, or should they, in
each successive generation, borrow nothing, but instead
independently create one or another of the instrumentalities
which are necessary to human existence?
69. From the lines: "Attár has passed through the seven cities of love, and we are still at the first bend in the road."
page 115
Should some maintain that those laws, principles and
fundamentals of progress on the highest levels of a
fully developed society, which are current in other
countries, are not suited to the condition and the traditional
needs of Persia's people, and that on this account
it is necessary that within Írán, the nations'
planners should exert their utmost efforts to bring about
reforms appropriate to Persia--let them first explain
what harm could come from such foreign importations.
If the country were built up, the roads repaired, the
lot of the helpless improved by various means, the poor
rehabilitated, the masses set on the path to progress,
the avenues of public wealth increased, the scope of
education widened, the government properly organized,
and the free exercise of the individual's rights, and the
security of his person and property, his dignity and good
name, assured--would all this be at odds with the character
of the Persian people? Whatever is in conflict
with these measures has already been proved injurious,
in every country, and does not concern one locality
more than another.
These superstitions result in their entirety from lack
of wisdom and understanding, and insufficient observation
and analysis. Indeed, the majority of the reactionaries
and the procrastinators are only concealing their
own selfish interests under a barrage of idle words, and
confusing the minds of the helpless masses with public
statements which bear no relation to their well-concealed
objectives.
page 116
O people of Persia! The heart is a divine trust;
cleanse it from the stain of self-love, adorn it with the
coronal of pure intent, until the sacred honor, the abiding
greatness of this illustrious nation may shine out
like the true morning in an auspicious heaven. This
handful of days on earth will slip away like shadows
and be over. Strive then that God may shed His grace
upon you, that you may leave a favorable remembrance
in the hearts and on the lips of those to come. "And
grant that I be spoken of with honor by posterity." (70)
Happy the soul that shall forget his own good, and
like the chosen ones of God, vie with his fellows in
service to the good of all; until, strengthened by the
blessings and perpetual confirmations of God, he shall
be empowered to raise this mighty nation up to its
ancient pinnacles of glory, and restore this withered
land to sweet new life, and as a spiritual springtime,
array those trees which are the lives of men with the
fresh leaves, the blossoms and fruits of consecrated joy.
70. Qur'án 26:84.
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