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Die Verkündigung des Weltfriedens á 'Abdu'l-Bahá á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01 (O-2026-03-01)

Die Verkündigung des Weltfriedens
'Abdu'l-Bahá

Vorwort zur Ausgabe 1982

Mit großer Freude und dem Gefühl, dass die Zeit reif ist, veröffentlichen wir diese neue Ausgabe von Die Verkündigung des Weltfriedens, denn dieses Jahr, 1982, markiert den 70. Jahrestag des historischen Besuchs 'Abdu'l-Bahás auf dem amerikanischen Kontinent. 'Abdu'l-Bahá war der Sohn Bahá'u'lláhs, des Stifters des Bahá'í-Glaubens, und dieser Besuch war ein Ereignis, das einen tiefgreifenden Einfluss sowohl auf die Entwicklung des jungen Glaubens in der ganzen Welt als auch auf das Leben unzähliger Menschen haben sollte. Im Jahr 1908 hatte die Jungtürkische Revolution das tyrannische Regime des osmanischen Sultans 'Abdu'l-Ḥamíd gestürzt. Eine der ersten Maßnahmen der neuen Führung war die Freilassung aller ehemaligen politischen und religiösen Häftlinge, zu denen auch 'Abdu'l-Bahá gehörte. Er hatte 40 Jahre der Verfolgung und Verbannung mit Seinem Vater geteilt und nach dem Tod Seines Vaters weitere 16 Jahre als Gefangener gelebt.
Befreit von den bedrückenden und oft entsetzlichen Umständen, unter denen Er in den frühen Jahren Seiner Amtszeit als ernannter Nachfolger Seines Vaters die Angelegenheiten des Bahá'í-Glaubens geleitet hatte, begann 'Abdu'l-Bahá sofort, eine Reise in den Westen zu erwägen. Eine solche Reise würde sowohl dazu dienen, den Glauben der vereinzelten Bahá'í-Gruppen auf dem gesamten europäischen und nordamerikanischen Kontinent zu stärken, als auch das öffentliche Interesse für den Glauben zu steigern. So reiste 'Abdu'l-Bahá zunächst vom Heiligen Land nach Ägypten, dann im Jahr 1911 nach Europa und kehrte für den Winter wieder nach Ägypten zurück. Am 25. März 1912 verließ Er Alexandria mit einem Passagierschiff – Sein Ziel: New York und eine Reise, die Ihn schließlich über den gesamten nordamerikanischen Kontinent führen sollte, mit Aufenthalten in vielen Großstädten der Vereinigten Staaten.
Neun Monate, insgesamt 239 Tage, bereiste 'Abdu'l-Bahá unermüdlich die USA und Kanada: Zuerst entlang der Ostküste, von Maine nach Washington, D.C., nach Chicago und wieder zurück, mit Aufenthalten in Städten wie Philadelphia, Pittsburgh und Cleveland. Schließlich durchquerte Er den Kontinent über Montreal (Kanada), Minneapolis, St. Paul und Denver bis zur Westküste und kehrte anschließend nach New York zurück, wobei Er in einigen der Städte, die Er bereits besucht hatte, längere Zeit verweilte. Als 'Abdu'l-Bahá am 5. Dezember 1912 von New York aus in See stach, hatte Er eine der anstrengendsten Lehrreisen der gesamten aufgezeichneten Religionsgeschichte vollendet. Das ist umso bemerkenswerter, als diese Leistung von einem 68-jährigen Mann vollbracht wurde, dessen Gesundheit durch lange Jahre der Entbehrung und Gefangenschaft angegriffen war. Zurück blieb eine weit verteilte, durch große Entfernungen voneinander getrennte Schar von Gläubigen, die durch Seine geduldigen und beharrlichen Bemühungen zu einer aufstrebenden Bahá'í-Gemeinde zusammengeschweißt worden war.
Die Verkündigung des Weltfriedens ist eine Zusammenstellung vieler Ansprachen, die 'Abdu'l-Bahá während Seines Besuchs in den Vereinigten Staaten und Kanada gehalten hat. In diesen Ansprachen erläuterte Er die von Bahá'u'lláh verkündeten Grundsätze des Bahá'í-Glaubens. Immer wieder sprach Er zu allen, die kamen, um Ihm zuzuhören, Bahá'í wie Nicht-Bahá'í, über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, den Einklang von Wissenschaft und Religion, die Notwendigkeit umfassender Bildung und einer Welthilfssprache, das eigenständige Erforschen der Wahrheit, die Einheit Gottes, die Einheit und Kontinuität der Sendboten Gottes, die Einheit der Menschheit und die Beseitigung von Vorurteilen aller Art – alles wesentliche Voraussetzungen für den von Bahá'u'lláh verkündeten Weltfrieden, der Thema und Titel dieses Buches ist.
Obwohl Die Verkündigung des Weltfriedens eine Zusammenstellung von Ansprachen ist und genau genommen kein ›Werk‹ 'Abdu'l-Bahás, hat es dennoch einen einzigartigen Stil und einen einzigartigen Platz in Seinen gesammelten Schriften und Ansprachen. Sein Wille und Testament, das in drei Abschnitten verfasst ist, bildet die Grundlage für die Administrative Ordnung des Bahá'í-Glaubens und gewährleistet ihre Integrität und Einheit. Das Geheimnis Göttlicher Kultur ist eine Abhandlung über den allgemeinen Zustand der modernen Zivilisation und Kultur. Auf den Pfaden der Gottesliebe ist eine Chronik der Frühgeschichte der Bábí- und Bahá'í-Religion. Vorbilder der Treue enthält die Erinnerungen 'Abdu'l-Bahás an neunundsiebzig frühe Bahá'í, die alle durch ihre Liebe zu Bahá'u'lláh miteinander verbunden waren. Beantwortete Fragen – vom Format her vielleicht der Verkündigung des Weltfriedens am ähnlichsten – ist eine Reihe von Darlegungen zu verschiedenen Themen. Jedoch beruhen Beantwortete Fragen auf Fragen, die 'Abdu'l-Bahá gestellt wurden. Für Die Verkündigung des Weltfriedens wählte 'Abdu'l-Bahá die Themen größtenteils selbst aus – Er wählte sie sorgfältig und gezielt aus, manchmal sogar mit absichtlicher Wiederholung. Er war schließlich nicht als Tourist in den Westen gekommen, sondern sozusagen als Gesandter Seines Vaters. Bei Seiner Ankunft in New York erklärte Er: »Mein Ziel ist es, in Amerika die Grundprinzipien der Offenbarung und der Lehre Bahá'u'lláhs darzulegen.«
Und genau das hat Er getan! Diese neue Ausgabe von Die Verkündigung des Weltfriedens ermöglicht es uns, 70 Jahre nachdem die Ansprachen erstmals gehalten wurden, in der ersten Reihe zu sitzen und zuzuhören, wie 'Abdu'l-Bahá geduldig alle Facetten des Bahá'í-Glaubens erklärt und zeigt, wie jede dazu beitragen kann, unserer von Krisen geschüttelten Welt Hoffnung, Frieden und Trost zu bringen, bis wir, wie Er sagte, den Mut aufbringen, den wir brauchen, um »diese Prinzipien in den Köpfen, Herzen und im Leben eines jeden Menschen zur Entfaltung und zur Anwendung zu bringen.«

Einführung in Die Verkündigung des Weltfriedens

Von Howard MacNutt
Zwei Jahre vor dem Ausbruch des Weltkriegs, der die Kontinente erschütterte und die Ozeane aufwühlte, besuchte 'Abdu'l-Bahá 'Abbás die Vereinigten Staaten von Amerika und verkündete die frohe Botschaft des Weltfriedens und der Einheit der Menschheit. In Seiner Botschaft beleuchtete Er die sozialen, religiösen und politischen Zustände der Nationen, sagte den bevorstehenden Krieg und militärischen Konflikt klar voraus und rief die Menschheit dazu auf, sich unter dem Banner göttlicher Führung zu versammeln, das in diesem Zeitalter aller Zeitalter von der Offenbarung und den Lehren Bahá'u'lláhs gehisst wurde. Sein Besuch, der sich von April bis Dezember 1912 erstreckte, umfasste eine Reiseroute quer durch den Kontinent und wieder zurück, was einen außergewöhnlichen und unglaublichen Kraftaufwand für Ihn bedeutete, der sich an der Schwelle zu Seinem 70. Lebensjahr befand und nahezu Sein ganzes Leben für die Sache Gottes im Exil und in Gefangenschaft verbracht hatte.
Diese kostbare Sammlung Seiner Worte besteht aus einer Zusammenstellung frei gehaltener Ansprachen in persischer und arabischer Sprache, die von erfahrenen, Ihn begleitenden Dolmetschern übersetzt und in orientalischer und abendländischer Sprache stenografisch festgehalten wurden.
Am Tag Seiner Ankunft in New York sagte Er: »Ich beabsichtige, in Amerika die grundlegenden Prinzipien der Offenbarung und Lehren Bahá'u'lláhs darzulegen. Es wird dann die Aufgabe der Bahá'í dieses Landes sein, diese Grundsätze in den Köpfen, Herzen und im Leben der Menschen zur Entfaltung und Anwendung zu bringen.« Die Worte 'Abdu'l-Bahás zeichnen sich daher durch allgemeine Verständlichkeit und Praxisnähe aus, ohne metaphysische Höhenflüge, philosophische Mutmaßungen und bloße wortgewandte Rhetorik. Sie spiegeln stets die reine Schönheit des Wortes Gottes wider, jenes ursprünglichen, wesentlichen, ewigen Fundaments, auf dem Religion, Wissenschaft und jeglicher menschlicher Fortschritt ruhen.
Überall auf Seiner Reise durch die Vereinigten Staaten wurde 'Abdu'l-Bahá in einem Geist der Liebe und Verehrung empfangen und willkommen geheißen.

Tempel und Kirchen aller Glaubensrichtungen, Synagogen, Friedensgesellschaften, religiöse Institutionen und Bildungseinrichtungen, Hochschulen, Frauenvereine, spirituelle Gruppen und New-Thought Zentren öffneten bereitwillig und ohne Vorbehalte ihre Türen, Kanzeln und Podien für Seine Botschaft.

Er nahm an Friedenskonferenzen am Mohonk-See teil, besuchte das offene Forum in Green Acre am Piscataqua-Fluss, sprach zu großen Versammlungen an den Universitäten von Columbia und Leland Stanford, wissenschaftlichen Vereinigungen, sozialistischen Gremien, ethischen Kultgemeinschaften, Wohlfahrts- und Wohltätigkeitsorganisationen, nahm an Empfängen und Banketten in den Villen der Reichen teil, besuchte die Armen und Niedriggestellten in ihren bescheidenen Häusern, trug das Licht der Hoffnung und der Ermutigung zu den betrübten Seelen in der Bowery-Mission; kurzum, Er verkündete überall Seine Botschaft und Lehren allen Menschen jeglichen Standes und Fassungsvermögens mit solch reinen und aufrichtigen Beweggründen, dass Ihm alle gerne und ohne Vorurteile oder Feindseligkeit zuhörten.

Darüber hinaus waren Seine Wohltätigkeit im Namen Gottes und der liebevolle Dienst an der Menschheit selbstlos und ohne Gegenleistung, denn 'Abdu'l-Bahá akzeptierte niemals eine Vergütung – ein höchst ungewöhnlicher Fall und ein heilsamer Gegensatz zur Geldgier anderer Besucher aus dem Orient.

Im Gegenteil, es war Seine Gewohnheit, großzügige Spenden an bedürftige Kirchen und religiöse Einrichtungen zu leisten und Gesellschaften und Vereinigungen, die sich universellen Prinzipien und Idealen widmeten, oft mit großzügigen Geschenken und Beiträgen zu unterstützen.

Eines Abends stand Er am Eingang der Bowery Mission und verteilte 200 Dollar in Silbermünzen an eine lange Reihe armer, verzweifelter Männer und ermutigte sie mit aufbauenden Worten, während sie an Ihm vorbeigingen.

Unter allen Umständen weigerte sich 'Abdu'l-Bahá, für Sich oder die Sache, die Er vertrat, Geld anzunehmen.

Als die Bahá'í dieses Landes von Seiner Absicht hörten, sie zu besuchen, kamen Spenden in Höhe von 18 000 Dollar zusammen, die Seine Reisekosten abdecken sollten.

Er wurde über diese Spendenaktion informiert und ein Teil des Geldes wurde Ihm überwiesen.

Er telegrafierte, dass die von Seinen Freunden beigesteuerten Gelder nicht angenommen werden konnten, gab das Geld zurück und wies sie an, ihre Spende den Armen zukommen zu lassen.
Kurzum, der Besuch 'Abdu'l-Bahás in den Vereinigten Staaten war einzigartig und bezeichnend für Seine erhabene, heilige Mission und zeigte Seine unverkennbar selbstlose Absicht und Reinheit der Beweggründe. Philosophen, Wissenschaftler, Agnostiker, Materialisten, Professoren, Diplomaten und Beamte saßen in Seinem Publikum und hörten aufmerksam zu, stellten aufrichtige Fragen zu Seiner Darstellung der erhabenen Prinzipien und vollkommenen Ideale der Bahá'í-Offenbarung und darüber, wie sie auf die Bildung, die Erhebung und die Vereinigung der Menschheit angewendet werden können. In allen redaktionellen Kommentaren und Pressenachrichten über Ihn waren der Ton und die inhaltliche Darstellung der Tagespresse ehrerbietig und respektvoll, da sie instinktiv Seine hohe Zielsetzung und die offensichtliche Vortrefflichkeit Seiner Lehren für die Welt erkannten.
Ein Verständnis des Auftrags und der Bedeutung dieses strahlenden Herolds des Neuen Tages wäre unvollständig ohne einen Blick zurück auf die sich verdichtende Religionsgeschichte, wie sie sich, nahezu zeitgleich mit der Geburt der amerikanischen Unabhängigkeit im Jahr 1776, bis zur Ankunft 'Abdu'l-Bahás hier in den USA abspielte.. Dies ist von besonderer Bedeutung auch vor dem Hintergrund, dass Bahá'u'lláh, als Er im Jahr 1868 Sendbriefe an die Könige und Herrscher der Erde sandte, einen davon an die Republik der Vereinigten Staaten mit den Worten richtete: »O ihr Herrscher Amerikas und ihr Präsidenten seiner Republiken! …Verbindet den Verletzten mit den Händen der Gerechtigkeit und zermalmet den Unterdrücker auf der Höhe seiner Macht mit der Rute der Gebote eures Herrn, des Gesetzgebers, des Allweisen.« Eine kurze Zusammenfassung wird ausreichen, um diese geistige Abfolge und historische Entwicklung zu zeigen, deren Höhepunkt und Vollendung 'Abdu'l-Bahá ist.
Das Dämmerlicht der strahlenden Sonne der Wahrheit, das Wort Gottes, das in diesem leuchtenden Zyklus vom Himmel des göttlichen Willens am Horizont der Menschenwelt aufleuchtete, wurde in den reinen Spiegeln der Heiligkeit Shaykh Aḥmad-i-Aḥsá'í und Siyyid Káẓim-i-Rashtí reflektiert. Wie die Morgensterne dem Erscheinen des mächtigen Tagesgestirns vorausgehen, so erhoben sich diese strahlenden Seelen nacheinander gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Persien, durchdrangen die düsteren Schatten der Nacht und verkündeten den Glanz der nahenden Manifestation. Nach Vollendung dieser Mission erloschen in den Jahren 1826 und 1844 die Lampen ihres körperlichen Daseins.
Am 23. Mai 1844 entflammte Seine Heiligkeit Mírzá 'Alí-Muḥammad, der Báb, plötzlich die Welt, als Er im persischen Shíráz verkündete, der Tag Gottes sei nahe. Dieser Herold und Wegbereiter, dieser charismatische Bote des Königreichs, verkündete sechs Jahre lang Seinen himmlischen Ruf, bis im Jahre 1850 die flammende Zunge und Feder Seiner Beredsamkeit in der Agonie eines glorreichen Martyriums verstummten.
Dann erstrahlte der Himmel der Religion im Glanze Seiner Heiligkeit Bahá'u'lláh, der ›Herrlichkeit Gottes‹, des Offenbarten Wortes und der Sonne der Wahrheit, und ergoss vierzig Jahre lang Ihre Gaben über die Menschheit – bis zu Ihrer Entrückung (d.h. dem Hinscheiden Bahá'u'lláhs) im Jahre 1892. In all diesen Jahren war dieses Herrliche Wesen ständiger Verbannung, Gefangenschaft und Unterdrückung durch weltliche Herrscher ausgesetzt, bis Er nach endlosen Strapazen und Leiden aus diesen elenden Verhältnissen und einem Umfeld religiöser und politischer Tyrannei zu Seiner Wohnstätte in der höchsten Welt aufstieg.
Aber die Gleichung der göttlichen Absicht war noch unvollständig. Das Kommen Bahá'u'lláhs hatte die prophetischen Verheißungen der heiligen Bücher der Juden, Christen, Muslime, Zoroastrier, Hindus, Buddhisten und anderer erfüllt. Wie mächtige Flüsse, die auf ihre eigenen Quellgebiete beschränkt sind, hatten diese getrennten Systeme religiöser Glaubensüberzeugung und Anbetung, die sich in ihrem Verlauf nicht mischen konnten, ihre vorbestimmte Vereinigung und ihren Zusammenfluss im unendlichen Ozean der Äußerungen Bahá'u'lláhs gefunden. Die höchste und erlesenste Frucht der göttlichen Offenbarung, die Vollendung der Verheißung und das umfassende Ziel, dem alle himmlischen Religionen zustrebten, war die Essenz der Zeitalter – das ›Geheimnis Gottes‹, ein vollkommener ›Diener‹, in Dem göttlicher und menschlicher Wille vollends verschmolzen. Diese geheiligte Persönlichkeit sollte am großen Tag Gottes erscheinen – jenem Tag umfassenden Glanzes, von dem geschrieben steht: »Der Herr wird kommen in seiner ganzen Herrlichkeit. Alle Welt wird ihn sehen.«A1
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Nationen und Völker der Welt in ihrem materiellen Dasein so eng miteinander verbunden und zusammengewachsen, in ihren Anforderungen und ihrem Lebensbedarf so miteinander verflochten und voneinander abhängig, dass die Probleme und die Politik einer einzelnen Regierung nun die Lebensbedingungen aller betrafen und beeinflussten. Die Welt war zu einer großen Menschheitsfamilie geworden, in der Interessen eng miteinander verbunden waren, Verantwortung auf Gegenseitigkeit beruhte und Probleme alle betrafen. Daher war das von Bahá'u'lláh offenbarte Wort Gottes allumfassend in seiner Vorsorge und das Heilmittel für die Lage der Menschheit; eine Lage, die das Allwissende Auge seit Ewigkeiten vorhergesehen hatte, obwohl sie die direkte Folge des menschlichen Willens und Handelns war. Sehr viele herausragende Menschen im gesamten Osten befolgten und akzeptierten diesen klar formulierten Maßstab für Einheit und Versöhnung. Zuvor unterschieden sie sich in religiöser Tradition, Bildung und Glaubensüberzeugung, waren feindselig und unversöhnlich, doch durch den gütigen, durchdringenden Einfluss des Heiligen Geistes – verkörpert in Bahá'u'lláh, dem »Wort, das Mensch wurde«A2 – erreichten sie die gesegnete Stufe der Einheit und Liebe im Himmelreich.
Um diese Einheit und Liebe zu stärken, zu bewahren und zu mehren, ernannte Bahá'u'lláh einen Nachfolger, dem sich alle nach Seinem eigenen Ableben zuwenden sollten, um Führung und Erleuchtung zu erhalten. Im Buch des Bundes, das von Seiner eigenen gesegneten Hand geschrieben wurde, ernannte Er Seinen ältesten Sohn, den Größten Ast, 'Abdu'l-Bahá, zum Mittelpunkt des Bundes, in dem Bahá'í auf der ganzen Welt die Autorität des vollkommenen Dienens an der Schwelle des offenbarten Wortes erkennen. Dies ist es, was Seinen Titel, Sein Wesen und Sein ganzes Dasein ausmacht: 'Abdu'l-Bahá – der Diener Bahás.
Die große Weisheit dieser Ernennung zeigt sich in vielerlei Hinsicht.

Das wird besonders deutlich, wenn wir uns bewusst machen, dass 'Abdu'l-Bahá seit Seiner frühesten Kindheit untrennbar mit Bahá'u'lláh verbunden war.

Er wurde am 23.

Mai 1844 in Ṭihrán geboren, dem Tag und Datum der Verkündigung des Báb.

Seine Geburt selbst kündete von der Bedeutung Seines Lebens und Daseins für die gottgewollten Abläufe und die Vollendung dieses leuchtenden Zyklus.

Im Alter von acht Jahren gehörte Er zu der kleinen Gruppe Verbannter, die die persische Grenze zum 'Iráq überquerten, Wechselfälle und Leid mit heroischer Kraft gemeinsam ertrugen und zusammen ständiger Inhaftierung in verschiedenen Städten ausgesetzt waren, bis sie am 31.

August 1868 die Gefängnisfestung von 'Akká in Syrien erreichten.

Die Aufzeichnungen über 'Abdu'l-Bahás Leben während dieser langen Zeit treuer Hingabe an Bahá'u'lláh und die Sache Gottes zeugen von Reinheit und Makellosigkeit, von wunderbarer Erhabenheit, strahlend in der Schönheit der Heiligkeit.

Als das tyrannische Regime von Sultan 'Abdu'l-Ḥamíd endete, wurden die Tore von 'Akká geöffnet und am 40.

Jahrestag Seiner Ankunft an diesem verlassenen und unsäglichen Ort kam 'Abdu'l-Bahá frei.

Dies geschah am 31.

August 1908.

Im Jahre 1911, zwei Jahre nach Seiner Freilassung aus einem 56 Jahre andauernden Martyrium, besuchte Er im Alter von 67 Jahren Europa.

Er kehrte anschließend nach Ägypten zurück, von wo aus Er, wie bereits erwähnt, im Jahre 1912 nach Amerika einschiffte.
Soweit sollten die Beweise für göttliche Kräfte und Einflüsse, die das Leben 'Abdu'l-Bahás umgeben, ausreichen, um jede einsichtige Seele zu beeindrucken und zu überzeugen, dass wir es mit einer ungewöhnlichen und majestätischen Persönlichkeit zu tun haben, mit einer die Welt verändernden Gestalt, die zur Erhebung, Vereinigung und für den Frieden der Menschheit erschienen ist. In der Tat bleiben die Horizonte der Welt düster, solange wir die strahlende Schönheit der Sonne der Wahrheit nicht wahrnehmen. Die Menschheit, die immer tiefer und schneller in den Strudel des Materialismus gerät, sucht verzweifelt nach Hilfe und Heilung – nach einem kreativen und erneuernden Lebensgeist, nach Kraft und Heilung, die direkt von Gott kommen. Und genau jetzt lässt 'Abdu'l-Bahá, der Botschafter des Weltfriedens und der Einheit der Menschheit, Seinen rettenden Ruf an die Völker der Welt mit himmlischen Worten ertönen, die von einer treibenden, dynamischen geistigen Kraft gestärkt und vom reinen Odem des Heiligen Geistes erfüllt sind.
Der göttliche Bund, der seinen Zweck und Plan in der Geschichte und Bestimmung der Menschheit entfaltet, wurde entsprechend den Erfordernissen des Zeitalters und dem Grad des menschlichen Fassungsvermögens schrittweise offenbart.

In jeder Sendung seiner Gnadengaben hat er einen neuen geistigen Impuls durch die Kanäle religiösen Glaubens in Verstand und Herz der Menschen gesetzt.

Diese sprudelnden Ströme waren die Quelle des Lebens für die Menschheit und der einzige wahre Antrieb ihrer kulturellen Entwicklung.

In jedem Zeitalter wurde dem Menschen Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und der göttlichen Absicht sowie Festigkeit und Standhaftigkeit im ewigen Bund Gottes abverlangt.

Die Geschichte zeigt, dass ausnahmslos und unausweichlich das Volk des Bundes wie in der Zeit Abrahams, Moses, Jesus und Muḥammads zur mächtigsten kulturbildenden Kraft und zum prägenden Einfluss auf den Fortschritt der Menschheit wurde und wie es durch Gehorsam und Treue gegenüber dem Sendboten des Bundes die Herausforderungen, mit denen es zu seiner Zeit konfrontiert war, bewältigte, seine Schwierigkeiten überwand, seine Fragen klärte und Ungewissheit ausräumte, sodass sich ihm stets weitere Perspektiven auf noch edlere Errungenschaften und erhabenere Visionen an den Horizonten menschlicher Bestimmung eröffneten.

Entwicklung und Fortschritt sind wahrhaftig die Gaben des Gottesbundes, sie sind die göttliche Gabe einer höheren Befähigung zur Entwicklung, für Entdeckungen und Fortschritt.

Das heißt, in jeder Epoche wurde das Volk des Bundes durch die Geschenke und Gaben des Bundes mit einer Macht belebt, die es ihm ermöglichte, die es umgebenden Bedrohungen zu überwinden, sein Umfeld zu beherrschen, die Bedingungen für Fortschritt und Wachstum zu schaffen, Lebenswandel und Gesetze zu läutern, Institutionen zu stärken und sich selbst mit der Glückseligkeit des Friedens, mit Wohlstand und der Einheit aufzurichten.

Diejenigen hingegen, die den Bund ablehnten und seiner Wohltaten beraubt blieben, erlagen äußerlichen Kräften und Daseinsbedingungen, gerieten in Vergessenheit und waren unfähig, dauerhaft fortzubestehen.

Dies ist die innere, durchdringende Kraft der reinen Religion Gottes, der göttliche Sauerteig des Geistes des Bundes, der sich in jedem Zeitalter durch einen ernannten gemeinsamen Mittelpunkt offenbart hat, dem alle in Treue und Standhaftigkeit Gefolgschaft zu leisten hatten, um nicht der herbeiströmenden und überfließenden Gaben Gottes verlustig zu gehen.
Da dieses wunderbare Jahrhundert, dieser Tag Gottes, hinsichtlich seiner Lebensbedingungen und Anforderungen weltumspannend ist und von Wechselbeziehungen und gegenseitiger Abhängigkeit gekennzeichnet ist, wie sie zwischen den Nationen der Welt noch nie zuvor ersichtlich waren, und da Seine Heiligkeit Bahá'u'lláh an diesem Tag durch Sein Wort und Seine Feder das Buch des Bundes ohne jegliche Bevorzugung allen Völkern, Religionen und Menschen offenbarte und in heiligen Worten und Texten denjenigen benennt, dem sich alle in Gehorsam und Treue zuwenden müssen, folgt daraus, dass die Quelle strahlender Macht und himmlischer Gaben, der gemeinsame Mittelpunkt und der Punkt der Einheit, von dem aus die Gaben des Bundes nun der Menschheit zufließen, 'Abdu'l-Bahá ist, der Diener Bahás, der Mittelpunkt des Bundes Gottes. Er ist der Kanal des läuternden, vereinigenden religiösen Glaubens, der neue Impuls und die neue Kraft, der schöpferische Geist der Erneuerung, Kraft und Heilung, die direkt von Gott kommt, der erfrischende Lebensstrom für die Menschheit, der auf alle Fragen Antwort gibt, der Erklärer des Buches, der Verleiher geistiger Fähigkeiten, der erhebende Impuls der Kultur, der Diener der gesamten Menschheit, der Mittelpunkt der Eintracht und Versöhnung aller Religionen, der Bannerträger des Weltfriedens und der Überbringer der Frohen Botschaft von der Einheit der Menschheit.
'Abdu'l-Bahás Stufe des Dienens in der göttlichen Sache gilt daher weltweit und umfasst alles, weit hinaus über die Beschränkungen von Hautfarbe und Herkunft, Bekenntnis, Glauben oder Nationalität; eine Stufe höchster Erhabenheit und zugleich vollkommener Demut: Diener der Diener Gottes. Sein Besuch an den Küsten der westlichen Welt ist in der Tat von großer Bedeutung; Seine Worte, gerichtet an die hochorganisierte materielle Zivilisation des Abendlandes, sind wahrhaft bedeutungsvoll; Seine Botschaft des Friedens und der Einheit der Menschheit, die den Osten und den Westen in geistiger Zusammengehörigkeit fest verbindet und die alte und die neue Welt unter den wohltätigen Gesetzen des himmlischen Königreichs vereint, ist wahrhaft machtvoll.
Auf direktes Geheiß 'Abdu'l-Bahás wurde diese Einführung von einem bescheidenen Anhänger Seines Lichtes und einem hingebungsvoll Liebenden Seiner Schönheit verfasst. Möge die Herrlichkeit Gottes dieses Herz erleuchten und seine Feder leiten, damit sie in dieser größten Aufgabe Seinem Willen gerecht werde.

Auszüge aus zwei Sendschreiben 'Abdu'l-Bahás

An den geschätzten Mr. Howard MacNutt, Brooklyn, New York, USA.

Mein lieber Freund!
… Deine Absicht, die von dir zusammengestellten Ansprachen 'Abdu'l-Bahás zu drucken und zu veröffentlichen, ist wirklich sehr begrüßenswert. Dieser Dienst wird dein Angesicht im Abhá-Königreich erstrahlen lassen und dir das Lob und die Dankbarkeit der Freunde im Osten wie im Westen sichern. Aber lass äußerste Sorgfalt walten, damit der Text genau wiedergegeben wird und alle Fehler und Abweichungen, die früheren Dolmetschern unterlaufen sind, ausgeschlossen werden.
'Abdu'l-Bahá'Abbás Haifa, Palästina, 13. April 1919

An den geschätzten Mr. Albert R. Windust, Chicago, Illinois, USA.

O Diener Seiner Heiligkeit Bahá'u'lláh!
… Der Titel des Buches, das Mr. MacNutt zusammenstellt, soll lauten: The Promulgation of Universal Peace (Die Verkündigung des Weltfriedens). Die Einleitung soll von Mr. MacNutt selbst verfasst werden, während er sich in seinem Herzen dem Abhá-Königreich zuwendet. So wird er eine bleibende Spur hinterlassen. Schicke ein Exemplar davon ins Heilige Land.
'Abdu'l-Bahá'AbbásBahjí, 'Akká, Palästina, 20. Juli 1919

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in New York und Brooklyn

11. bis 19. April 1912

– 1 –

11. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Hooper Harris
Wie geht es euch? Herzlich willkommen! Herzlich willkommen!
Trotz der Erschöpfung von der Reise spürte ich heute nach der Ankunft die größte Sehnsucht, euch zu sehen, und konnte der Teilnahme an dieser Zusammenkunft nicht widerstehen. Nun, da ich euch treffe, ist all meine Erschöpfung verflogen, denn eure Zusammenkunft ist die Ursache geistiger Freude.
Ich war in Ägypten und mir ging es nicht gut, aber ich wollte zu euch nach Amerika kommen. Meine Freunde sagten: »Es ist eine lange Reise; der Ozean ist sehr groß; du solltest hier bleiben.« Aber je hartnäckiger sie mir davon abrieten, desto mehr sehnte ich mich danach, die Reise zu unternehmen, und jetzt bin ich nach Amerika gekommen, um die Freunde Gottes zu treffen. Diese lange Reise wird beweisen, wie groß meine Liebe zu euch ist. Es gab viele Probleme und Widrigkeiten, aber beim Gedanken daran, euch zu treffen, sind all diese Dinge verschwunden und vergessen.
Mir gefällt die Stadt New York ganz außerordentlich. Ihre Hafeneinfahrt, ihre Landungsbrücken, die Gebäude und die breiten Straßen sind prachtvoll und schön. Es ist eine wirklich wunderbare Stadt. Da New York hinsichtlich der materiellen Zivilisation so fortschrittlich ist, hoffe ich, dass die Stadt auch geistig im Königreich und Bund Gottes voranschreiten möge, sodass Amerika durch die hiesigen Freunde erleuchtet wird, dass diese Stadt die Stadt der Liebe wird und dass sich der göttliche Wohlgeruch von diesem Ort aus in alle Welt verbreitet. Zu diesem Zweck bin ich gekommen. Ich bete darum, dass ihr zu Offenbarungen der Liebe Bahá'u'lláhs werdet, dass jeder von euch wie ein klarer Kristallleuchter werde, von dem die Strahlen der Gaben der Gesegneten Vollkommenheit hin zu allen Völkern und Nationen scheinen mögen. Dies ist meine größte Sehnsucht.
Es war eine wirklich lange Reise. Je länger sie dauerte, desto weiter schien sich das Meer auszudehnen. Das Wetter war die ganze Zeit über hervorragend; es gab keinen Sturm und das Meer wirkte grenzenlos.
Ich bin sehr glücklich, euch heute alle hier zu treffen. Preis sei Gott, dass eure Angesichter in der Liebe zu Bahá'u'lláh erstrahlen. Ihr Anblick ist eine Quelle großen geistigen Glücks. Wir haben vereinbart, euch jeden Tag bei den Freunden zu Hause zu treffen.
Im Osten fragten mich die Menschen: »Warum unternimmst du diese lange Reise? Dein Körper kann die Anstrengungen einer solchen Reise nicht ertragen.« Wenn es nötig ist, kann mein Körper alles ertragen. Er hat vierzig Jahre Gefängnis überstanden und kann immer noch größte Belastungen ertragen.
Wir werden uns wiedersehen. Jetzt werde ich jeden von euch persönlich begrüßen. Ich hoffe, dass ihr alle glücklich seid und dass wir uns sehr oft wiedersehen werden.

– 2 –

12. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Howard MacNutt 935 Eastern Parkway, Brooklyn, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Dies ist ein höchst erfreulicher Besuch. Vom Orient aus habe ich das Meer überquert, um die Freude zu haben, den Freunden Gottes zu begegnen. Obwohl ich nach meiner langen Reise erschöpft bin, erfrischt und belohnt mich das Licht des Geistes, das aus euren Angesichtern leuchtet. In dieser Begegnung erstrahlt die Empfänglichkeit für das Göttliche. Dieses Haus ist geistig gesinnt, es ist die Heimstätte des Geistes. Hier gibt es keine Zwietracht, nur Liebe und Einheit. Versammeln sich Menschen auf diese Weise, so kommen die göttlichen Gaben auf sie nieder. Der Zweck der Erschaffung des Menschen liegt im Erlangen der erhabensten menschlichen Eigenschaften durch die herabströmenden himmlischen Gaben. Die Absicht bei der Erschaffung des Menschen ist somit Einheit und Harmonie, nicht Zwietracht und Trennung. Bestünde zwischen den Atomen, die das Mineralreich bilden, keine Bindungskraft, so wäre die Erde niemals entstanden und das Universum hätte nicht erschaffen werden können. Weil eine Bindungskraft zwischen ihnen besteht, kann sich die Kraft des Lebens zeigen und die Lebewesen der Erscheinungswelt können entstehen. Wenn diese Anziehung, diese atomare Bindungskraft zerstört wird, schwindet die Lebenskraft und Tod und Nichtsein sind die Folge.
Auch in der geistigen Welt ist es so. Jene Welt ist das Königreich der vollkommenen Anziehung und Bindungskraft. Es ist das Reich des Einen Göttlichen Geistes, das Königreich Gottes. Daher entstammen die Verbundenheit und die Liebe, die sich bei diesem Treffen zeigt, und die Empfänglichkeit für das Göttliche, die wir hier erleben, nicht dieser Welt, sondern dem Königreich. Wenn die Seelen sich voneinander absondern und egoistisch werden, kommen die göttlichen Gaben nicht hernieder, und die Lichtstrahlen der Höchsten Heerscharen werden nicht mehr widergespiegelt, auch wenn die Körper noch beisammen sind. Ein Spiegel, dessen Rückseite der Sonne zugewandt ist, vermag die Sonnenstrahlen nicht widerzuspiegeln. Preis sei Gott! Diese Versammlung hat Liebe und Einheit zum Ziel.
Die göttlichen Propheten kamen, um die Einheit des Königreichs in den Herzen der Menschen zu verankern.

Sie alle verkündeten der Menschheit die frohe Botschaft göttlicher Gaben.

Alle brachten der Welt dieselbe Botschaft der göttlichen Liebe.

Für die Einheit der Menschheit gab Jesus Christus Sein Leben am Kreuz hin.

Die an Ihn glaubten, opferten ebenfalls Leben, Ehre, Besitz, Familie, schlicht alles, damit diese menschliche Welt aus der Hölle der Zwietracht, Feindschaft und des Streites befreit werden möge.

Seine Grundlage war die Einheit der Menschheit.

Nur wenige fühlten sich zu Ihm hingezogen.

Sie waren nicht die Könige und Herrscher Seiner Zeit.

Sie waren keine reichen und wichtigen Menschen.

Einige von ihnen waren Fischer.

Die meisten von ihnen waren ungebildete Männer, ungeschult in weltlichem Wissen.

Einer der größten von ihnen, Petrus, konnte sich nicht einmal die Wochentage merken.

Alle diese Männer erschienen in den Augen der Welt als völlig bedeutungslos.

Ihre Herzen aber waren rein und hingezogen zum Feuer des Heiligen Geistes, der sich in Christus offenbarte.

Mit dieser kleinen Heerschar eroberte Christus den Osten und den Westen.

Könige und Völker erhoben sich gegen Ihn.

Philosophen und die bedeutendsten Gelehrten griffen Seine Sache an und verunglimpften sie.

Sie alle wurden besiegt und überwunden, zum Schweigen gebracht, ihr Licht wurde ausgelöscht, ihr Hass gebannt, und es blieb keine Spur von ihnen.

Sie wurden zu Nichts, Sein Reich jedoch triumphiert und besteht ewig.
Der leuchtende Stern Seiner Sache ist zum höchsten Punkt emporgestiegen, während das Dunkel der Nacht Seine Feinde eingehüllt und verfinstert hat. Sein Name, der nur von wenigen Jüngern geliebt und verehrt wurde, ruft heute die Verehrung von Königen und Völkern in der ganzen Welt hervor. Seine Macht besteht ewig. Seine Herrschaft wird für immer fortbestehen, während diejenigen, die sich Ihm widersetzten, namenlos und vergessen im Staube schlafen. Das kleine Heer der Jünger ist zu einer mächtigen Schar von Millionen angewachsen. Diese himmlischen, höchsten Heerscharen sind Seine Legionen. Das Wort Gottes ist Sein Schwert. Die Macht Gottes gewährleistet Seinen Sieg.
Jesus Christus wusste, dass dies geschehen würde, und war bereit, zu leiden. Seine Erniedrigung war Seine Verherrlichung; Seine Dornenkrone ein himmlisches Diadem. Als sie Ihm die Dornenkrone auf Sein gesegnetes Haupt drückten und in Sein hehres Antlitz spien, legten sie damit die Grundlage Seines ewigen Reiches. Er herrscht noch immer, während sie und ihre Namen verschwunden und vergessen sind. Er ist ewig und herrlich. Sie gibt es nicht mehr. Sie trachteten danach, Ihn zu vernichten, doch sie vernichteten sich selbst. Durch die Stürme ihrer Gegnerschaft nährten sie nur Seine Flamme.
Durch Seinen Tod und durch Seine Lehren sind wir in Sein Königreich eingetreten.

Seine wesentliche Lehre war die Einheit der Menschheit und das Erlangen der höchsten menschlichen Tugenden durch die Liebe.

Er kam, um das Reich des Friedens und des ewigen Lebens zu errichten.

Könnt ihr in Seinen Worten eine Rechtfertigung für Zwietracht und Feindseligkeit finden?

Die Bestimmung Seines Lebens und der Ruhm Seines Todes bestanden darin, die Menschheit von den Sünden des Streits, des Krieges und des Blutvergießens zu befreien.

Die großen Völker der Welt rühmen sich, dass ihre Gesetze und Kultur auf der Religion Christi beruhen.

Warum führen sie dann Krieg gegeneinander?

Das Reich Christi kann nicht bewahrt werden, indem man es zerstört und ungehorsam ist.

Die Banner Seiner Armeen können nicht die Streitkräfte Satans anführen.

Bedenkt das traurige Bild, wie Italien Krieg nach Tripolis trägt.

Solltet ihr öffentlich verkünden, Italien sei ein barbarisches und kein christliches Land, so würde dies vehement abgestritten.

Aber würde Christus das, was sie in Tripolis tun, gutheißen?

Bedeutet diese Zerstörung menschlichen Lebens Gehorsam gegenüber Seinen Gesetzen und Lehren?

Wo gebietet Er das?

Wo stimmt Er dem zu?

Er wurde von Seinen Feinden getötet; Er hat nicht getötet.

Er liebte sogar jene, die Ihn ans Kreuz hängten, und betete für sie.

Diese Kriege und Grausamkeiten, dieses Blutvergießen und dieser Kummer gehören zum Antichrist, nicht zu Christus.

Es sind die Kräfte von Tod und Teufel, nicht die der Himmlischen Heerscharen.
Nicht weniger bitter ist der Konflikt zwischen Sekten und Konfessionen. Christus war ein göttlicher Mittelpunkt der Einheit und Liebe. Wann immer Zwietracht statt Einheit herrscht, wo immer Hass und Streit den Platz der Liebe und geistigen Verbundenheit einnehmen, herrscht der Antichrist statt Christus. Wer hat recht in diesem Streit und Hass zwischen den Sekten? Hat Christus ihnen befohlen, einander zu lieben oder zu hassen? Er liebte sogar Seine Feinde und betete in der Stunde Seiner Kreuzigung für jene, die Ihn töteten. Um ein Christ zu sein, genügt es darum nicht, Seinen Namen zu tragen und zu sagen: »Ich gehöre zu einer christlichen Regierung.« Ein wirklicher Christ zu sein bedeutet, Diener Seiner Sache und Seines Reiches zu sein, unter Seinem Banner des Friedens und der Liebe zu allen Menschen voranzuschreiten, sein Selbst aufzuopfern und gehorsam zu sein, vom Odem des Heiligen Geistes belebt zu werden, ein Spiegel für die Strahlen der Göttlichkeit Christi zu sein, ein fruchtbeladener Baum in Seinem Garten zu sein, die Welt mit dem Lebenswasser Seiner Lehren zu erfrischen – Ihm in allem ähnlich zu werden und erfüllt zu sein vom Geiste Seiner Liebe.
Preis sei Gott! Das Licht der Einheit und Liebe strahlt aus diesen Gesichtern. Diese geistige Empfänglichkeit ist fürwahr die Frucht des Himmels. Der Báb und Bahá'u'lláh verkündeten vor über sechzig Jahren die frohe Botschaft des Weltfriedens. Der Báb starb als Märtyrer für die Sache Gottes. Bahá'u'lláh litt vierzig Jahre als Gefangener und im Exil, damit das Königreich der Liebe im Osten und Westen errichtet werden möge. Er hat ermöglicht, dass wir uns in Liebe und Einheit hier treffen. Weil Er Gefangenschaft ertrug, können wir in aller Freiheit die Einheit der Menschheit verkünden, für die Er so lange und beständig eintrat. Er war angekettet in Kerkern, Er hatte nichts zu essen, Seine Mitgefangenen waren Diebe und Verbrecher, Er wurde jeder Art von Misshandlung und Quälerei ausgesetzt, aber während alledem ließ Er nie davon ab, die Wahrheit des Wortes Gottes und die Einheit der Menschheit zu verkünden. Die Macht Seines Wortes hat uns hier zusammengeführt – euch aus Amerika und mich aus Persien – alle in geistiger Liebe und Einheit. War dies in früheren Jahrhunderten möglich? Wenn es jetzt nach fünfzig Jahren des Opfers und Lehrens möglich ist, was können wir in den kommenden wundervollen Jahrhunderten erwarten?
Lasst darum eure Gesichter noch stärker vor Hoffnung und himmlischer Entschlossenheit erstrahlen, um der Sache Gottes zu dienen, den Duft des göttlichen Rosengartens der Einheit zu verbreiten, geistige Empfänglichkeit in den Herzen der Menschen zu wecken, den Geist der Menschlichkeit erneut mit göttlichem Feuer zu entzünden und die Herrlichkeit des Himmels auf diese dunkle Welt des Materialismus zu übertragen. Wenn ihr diese geistige Empfänglichkeit besitzt, werdet ihr sie auch in anderen erwecken und entwickeln können. Wir können nur dann unseren Reichtum mit den Armen teilen, wenn wir selbst welchen besitzen. Wie können die Armen den Armen etwas geben? Wie kann eine Seele, die der himmlischen Gaben beraubt ist, in anderen Seelen die nötige Fassungskraft entwickeln, um solche Gaben zu empfangen?
Schmückt euch selbst mit der Vollkommenheit göttlicher Tugenden. Ich hoffe, dass ihr durch den Odem des Heiligen Geistes belebt und erfrischt werdet. Dann werdet ihr tatsächlich zu den himmlischen Engeln, die gemäß der Verheißung Christi an diesem Tag erscheinen werden, um die Ernte der göttlichen Saat einzubringen. Das ist meine Hoffnung. Das ist mein Gebet für euch.

– 3 –

12. April 1912
Ansprache im Studio von Miss Phillips 39 West Sixty-seventh Street, New York
Aufzeichnungen von John G. Grundy
Ich grüße euch in Liebe und Einheit. Die Angelegenheiten dieser Welt sind vollkommen nichtig verglichen mit der Freude und dem himmlischen Glück, den Freunden Gottes zu begegnen. Obwohl ich erschöpft bin von meiner langen Seereise, bin ich hierhergekommen, um diese große Freude und diesen großen Segen zu erleben. Der heutige Abend erfüllt mich mit größtem Glück, da ich auf diese göttliche Versammlung blicke. Eure Zusammenkunft ist gewiss ein Zeichen dafür, dass ihr die Sache Gottes unterstützt und helft, das Reich Gottes aufzubauen. Darum fühle ich mich in höchstem Maße beglückt, in eure Gesichter zu blicken und zu sehen, dass ihr durch die Macht der Gesegneten Vollkommenheit, Bahá'u'lláh, zusammengekommen seid. Durch diese Versammlung haltet ihr Sein Banner hoch und helft Seiner Sache. So sehe ich, wie durch euch ein prächtiger Baum entsteht, der göttliche Früchte hervorbringen wird, um die Menschheit zu nähren.
Mit Herzen, die vom Feuer der Liebe Gottes entfacht sind, und Seelen, die die Nahrung des himmlischen Geistes erfrischt, müsst ihr euch aufmachen wie die Jünger vor neunzehnhundert Jahren, um mit dem Licht Gottes auf eurem Angesicht, befreit von allem außer Gott, die Menschenherzen durch die frohe Botschaft zu beleben. Gestaltet darum euer Leben in Übereinstimmung mit dem ersten Grundsatz der göttlichen Lehre – der Liebe. Dienst für die Menschheit ist Dienst für Gott. Lasst die Liebe und das Licht des Königreiches durch euch hindurchstrahlen, bis alle, die euch sehen, durch seinen Widerschein erleuchtet werden. Seid wie Sterne, strahlend und funkelnd am Firmament des Himmels. Wisst ihr diesen Tag, an dem ihr lebt, zu schätzen?
Dies ist das Jahrhundert der Gesegneten Vollkommenheit!
Dies ist der Zyklus des Lichtes Seiner Schönheit!
Dies ist der Tag der Erfüllung und Vollendung der Sendung aller Propheten!
Dies sind die Tage der Aussaat. Dies sind die Tage, um Bäume zu pflanzen. Die Gnadengaben Gottes folgen aufeinander. Wer an diesem Tag einen Samen sät, wird seinen Lohn in den Früchten und der Ernte des himmlischen Reiches sehen. Zur rechten Zeit den Herzen der Geliebten Gottes eingepflanzt, wird diese Saat von Regenschauern der göttlichen Barmherzigkeit bewässert und vom Sonnenlicht göttlicher Liebe erwärmt. Seine Frucht und Blüte werden die Verbundenheit der Menschheit, die Vollkommenheit der Gerechtigkeit und die rühmenswerten Eigenschaften des Himmels sein, die sich in der Menschheit offenbaren werden. Alle, die einen solchen Samen säen und einen solchen Baum nach den Lehren Bahá'u'lláhs pflanzen, werden sicherlich dieses göttliche Ergebnis auf allen Stufen seiner Vollendung erleben und das Wohlgefallen des Barmherzigen erlangen.
Heute handeln die Völker der Welt im Eigeninteresse, befassen sich mit vergänglichen und flüchtigen Errungenschaften und werden von den Flammen der Leidenschaft und des Selbstes verzehrt. Das Selbst bestimmt; Feindschaft und Hass setzen sich überall durch. Völker und Nationen denken nur an ihre weltlichen Interessen und Gewinne. Kriegslärm und Kampfgeschrei sind in ihren Reihen zu hören. Aber die Freunde der Gesegneten Vollkommenheit widmen sich ganz und gar den himmlischen Gedanken und der Liebe Gottes. Ihr müsst daher ohne zu zögern eure Kräfte für die Verbreitung des Lichtglanzes der Liebe Gottes einsetzen und euer Leben so gestalten, dass ihr als Beispiel für dessen Strahlen erkannt und gesehen werdet. Ihr müsst allen in liebevoller Güte begegnen, damit diese kostbare Saat, die eurer Pflege anvertraut ist, weiterwächst und ihre vollkommene Frucht hervorbringt. Dies wird die Liebe und Barmherzigkeit Gottes durch euch bewirken, sofern ihr Liebe in eurem Herzen hegt.
Die Tore des Königreichs sind geöffnet. Das Licht der Sonne der Wahrheit scheint. Aus den Wolken göttlicher Barmherzigkeit regnen Edelsteine von unschätzbarem Wert herab. Die sanften Brisen eines neuen und göttlichen Frühlings tragen ihren duftenden Odem aus der unsichtbaren Welt herbei. Seid euch darum der Bedeutung dieser Tage bewusst.
Erwacht und ergreift diese himmlische Gelegenheit. Strebt mit aller Kraft eurer Seele, euren Taten, Handlungen und Worten danach, die Verbreitung dieser frohen Botschaft und die Herabkunft dieser barmherzigen Gnade zu unterstützen. Ihr seid Ausdruck und Spiegel eurer Taten und Handlungen. Wenn ihr euch an die Gebote und Lehren der Gesegneten Vollkommenheit haltet, dann gehört euch die himmlische Welt und das altehrwürdige Königreich – ewiges Glück, Liebe und ewiges Leben. Die göttlichen Gaben strömen. Jedem von euch wurde die Gelegenheit gegeben, ein Baum zu werden, der reiche Früchte trägt. Dies ist die Frühlingszeit Bahá'u'lláhs. Das Grün und Blattwerk geistigen Wachstums zeigen sich in großer Fülle in den Gärten menschlicher Herzen. Erkennt den Wert dieser vorübergehenden Tage und flüchtigen Nächte. Strebt danach, eine Stufe vollkommener Liebe untereinander zu erreichen. Wo Liebe fehlt, nimmt Feindschaft zu. Wo Liebe ausgeübt wird, wird die Liebe stärker und Feindschaft schwindet dahin.
Bedenkt, wie ich trotz meines fortgeschrittenen Alters und belastet durch körperliche Gebrechen den weiten Ozean überquere, um in eure Gesichter zu blicken. Ich hoffe, dass ihr alle durch das geistige Leben wie eine einzige Seele werdet, wie ein einziger Baum, der den Rosengarten des Königreichs ziert. Ich hoffe, dass die unendlichen Schätze der Gaben Gottes jetzt und immerdar euch gehören mögen. Ich bete, dass der Glanz eures Lichtes die Himmlischen Heerscharen erreicht und für immer in den Himmeln ewiger Herrlichkeit erstrahlt.

– 4 –

13. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Alexander Morten 141 East Twenty-first Street, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Preis sei Gott! Dies ist eine strahlende Versammlung. Die Angesichter strahlen im Licht Gottes. Die Herzen sind hingezogen zum Reich Bahás. Ich bitte Gott, dass eure Angesichter Tag für Tag heller leuchten, dass ihr Tag für Tag Gott näherkommt, dass ihr Tag für Tag mehr von den Ausgießungen des Heiligen Geistes empfangt, sodass die Gaben des Himmels euch umhüllen.
Die geistige Welt gleicht der Erscheinungswelt. Jede ist das genaue Spiegelbild der jeweils anderen. Jegliche Objekte, die in der Daseinswelt erscheinen, sind die Abbilder der himmlischen Welt. Betrachten wir die Erscheinungswelt um uns herum, so erkennen wir, dass sie in vier Jahreszeiten unterteilt ist. Eine ist die Frühlingszeit, eine weitere der Sommer, noch eine der Herbst und dann folgt auf diese drei Jahreszeiten der Winter. Wenn im Dasein die Frühlingszeit beginnt, wird die ganze Welt verjüngt und erlangt neues Leben. Die seelenerfrischende Brise weht aus allen Richtungen, die seelenbelebende Gunst ist überall, Regen fällt aus der Wolke der Barmherzigkeit herab, und die Sonne scheint auf alles. Tag für Tag bemerken wir überall um uns herum die Zeichen der Vegetation. Der Duft wunderbarer Blumen, Hyazinthen und Rosen umgibt uns. Die Bäume sind voller Blätter und Blüten, und auf die Blüten folgen Früchte. Auf Frühling und Sommer folgen Herbst und Winter. Die Blumen welken und verkümmern, die Blätter werden grau und das Leben ist dahin. Dann kommt ein weiterer Frühling; der vergangene Frühling wird erneuert und in allem erwacht wieder neues Leben.
Das Erscheinen der Manifestationen Gottes ist die göttliche Frühlingszeit. Als Christus in dieser Welt erschien, war es wie der Frühlingssegen; die Ausgießung kam herab; der Strahlenglanz des Barmherzigen umgab alles; die Menschenwelt fand neues Leben. Selbst die stoffliche Welt hatte daran Teil. Die vollkommenen göttlichen Ideale wurden erhoben, Seelen wurden in den himmlischen Lehren unterrichtet, sodass das menschliche Dasein auf allen Ebenen belebt und erleuchtet wurde. Dann verflog dieser himmlische Wohlgeruch allmählich. Der Winter brach über die Welt herein. Die Schönheit des Frühlings schwand dahin. Vortrefflichkeit und Vollkommenheit vergingen. Es gab keine Anzeichen mehr von Licht und Leben. Die Erscheinungswelt mit ihren materiellen Aspekten eroberte alles. Die Geistigkeit des Lebens ging verloren. Diese Daseinswelt wurde zu einem leblosen Körper und vom Frühling verblieb keine Spur.
In diese Welt ist Bahá'u'lláh gekommen. Er hat den Frühling erneuert. Der gleiche Wohlgeruch weht. Die gleiche Sonnenwärme spendet Leben. Die gleiche Wolke sendet Regen hernieder, und mit eigenen Augen sehen wir, dass die Daseinswelt große Fortschritte macht. Die Menschenwelt wird neu belebt.
Ich hoffe, ihr werdet alle wie frische grüne Bäume, damit ihr durch die Brise des göttlichen Frühlings, die Ausgießung des Himmels, die Wärme der Sonne der Wahrheit auf ewig erfrischt werdet. Möget ihr Blüten hervorbringen und Früchte tragen und nicht wie unfruchtbare Bäume sein. Unfruchtbare Bäume bringen weder Früchte noch Blüten hervor. Ich hoffe, ihr werdet alle Freunde des Paradieses Abhá und erscheint in äußerster Frische und geistiger Schönheit. Ich bete für euch und bitte Gott um Beistand und Unterstützung.

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14. April 1912
Ansprache in der Church of the Ascension Fifth Avenue und Tenth Street, New York
Aufzeichnungen von Aḥmad Sohráb und Howard MacNutt
In seiner Schriftlesung zitierte der verehrte Doktor heute Morgen einen Vers aus dem Brief des heiligen Paulus an die Korinther: »Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.« A3
Das Licht der Wahrheit wurde bisher nur schwach durch verschiedenfarbige Gläser gesehen, doch nun soll der Glanz des Göttlichen durch die durchscheinenden Spiegel reiner Herzen und Seelen sichtbar werden. Das Licht der Wahrheit umfasst die göttliche Lehre, die himmlische Unterweisung, barmherzige Grundsätze und geistige Kultur. Seit meiner Ankunft in diesem Land stelle ich fest, dass die materielle Zivilisation große Fortschritte gemacht und der Handel im höchsten Maße zugenommen hat. Handwerkskunst, Landwirtschaft und alle Aspekte der materiellen Zivilisation haben die höchste Stufe der Vollkommenheit erreicht, aber die geistige Kultur ist zurückgeblieben. Die materielle Zivilisation gleicht der Lampe, während die geistige Kultur dem Licht der Lampe entspricht. Wenn sich die materielle Zivilisation und die geistige Kultur verbinden, dann haben wir Licht und Lampe beieinander, und das Ergebnis wird vollkommen sein. Denn die materielle Zivilisation ist wie ein schöner Körper, und die geistige Kultur gleicht dem Geist des Lebens. Wenn der wundersame Geist des Lebens in den schönen Körper eintritt, wird der Körper zum Kanal für die Verbreitung und Entwicklung der menschlichen Vollkommenheit.
Jesus Christus kam, um den Menschen dieser Welt die himmlische Kultur und nicht die materielle Zivilisation zu lehren. Er hauchte den Odem des Heiligen Geistes in den Körper der Welt und stiftete eine erleuchtete Kultur. Zu den Grundsätzen der göttlichen Kultur, die Er verkündete, gehört der Größte Frieden der Menschheit. Zu Seinen Grundsätzen geistiger Kultur gehört die Einheit des Menschenreichs. Zu den Prinzipien der himmlischen Kultur, die Er brachte, gehören die Tugenden der Menschenwelt. Zu den Grundsätzen der himmlischen Kultur, die Er ankündigte, zählt die Verbesserung und Vervollkommnung der menschlichen Sitten.
Die Menschheit braucht heute internationale Einheit und Versöhnung. Um diese großartigen, grundlegenden Prinzipien einzuführen, ist eine treibende Kraft nötig. Es versteht sich von selbst, dass die Einheit der Menschheit und der Größte Frieden nicht mit materiellen Mitteln herbeigeführt werden können. Sie können nicht mittels politischer Macht verankert werden, denn die politischen Interessen der Völker sind vielfältig und ihre Leitlinien sind uneinheitlich und widersprüchlich. Sie können nicht durch rassistische oder patriotische Kräfte gegründet werden, denn dies sind menschliche Faktoren, selbstsüchtig und schwach. Rassenkonflikte und patriotische Vorurteile verhindern schon allein durch ihren Charakter die Verwirklichung dieser Einheit und Verständigung. Daher ist erwiesen, dass die Förderung der Einheit der Menschheit, die das Wesen der Lehren aller Manifestationen Gottes ausmacht, ausschließlich durch göttliche Macht und den Odem des Heiligen Geistes erreichbar ist. Andere Kräfte sind zu schwach und dazu nicht in der Lage.
Der Mensch braucht zwei Flügel. Der eine Flügel besteht aus körperlicher Kraft und materieller Zivilisation; der andere besteht aus geistiger Kraft und göttlicher Kultur. Mit nur einem Flügel ist das Fliegen unmöglich. Zwei Flügel sind notwendig. Deshalb kann die materielle Zivilisation, wie sehr sie auch voranschreitet, nur durch den Aufschwung der geistigen Kultur zur Vollkommenheit gelangen.
Alle Propheten sind gekommen, um göttliche Gaben zu verbreiten, um eine geistige Kultur zu stiften und ethische Grundsätze zu lehren. Wir müssen uns darum mit ganzer Kraft bemühen, dass geistige Einflüsse den Sieg erringen mögen. Denn materielle Kräfte haben die Menschheit angegriffen. Die Menschenwelt ist in einem Meer des Materialismus versunken. Die Strahlen der Sonne der Wahrheit werden wie durch trübe Gläser nur schwach und dunkel wahrgenommen. Die durchdringende Kraft der göttlichen Gnade offenbart sich nicht vollständig.
In Persien gab es zwischen den verschiedenen Religionen und Sekten heftige Differenzen.

Bahá'u'lláh erschien in jenem Land und stiftete eine geistige Kultur.

Er stellte die Verbindung zwischen den verschiedenen Völkern her, förderte die Einheit der Menschheit und entfaltete das Banner des Größten Friedens.

Er schrieb besondere Sendbriefe über diese Zusammenhänge an alle Könige und Herrscher der Völker.

Vor sechzig Jahren übermittelte Er den politischen Führern und den hohen geistlichen Würdenträgern der Welt Seine Botschaft.

Daher schreitet die geistige Kultur im Orient voran und Schritt für Schritt werden die Einheit der Menschheit und der Frieden zwischen den Völkern erreicht.

Jetzt sehe ich, dass von Amerika eine starke Bewegung für den Weltfrieden ausgeht.

Ich hoffe, dass dieses Banner der Einheit der Menschheit mit äußerster Entschlossenheit gehisst wird, sodass Orient und Okzident vollständig versöhnt werden und in eine vollendete Wechselbeziehung treten; dass die Herzen im Osten und im Westen vereint und zueinander hingezogen werden; dass sich echte Einheit offenbart; dass das Licht der Führung scheint; dass der göttliche Strahlenglanz Tag für Tag zu sehen ist, damit die Menschheit völlige Ruhe findet; dass das immerwährende Glück des Menschen offenbar wird und die Herzen der Völker der Welt wie Spiegel werden, die die Strahlen der Sonne der Wahrheit wiedergeben.

Daher meine Bitte, dass durch Ihr Bemühen das Licht der Wahrheit leuchte und die ewige Glückseligkeit der Menschenwelt sichtbar werde.
Ich werde für Sie beten, dass Sie dieses ewig währende Glück erlangen. Als ich in dieser Stadt ankam, war ich sehr glücklich, denn ich nahm wahr, dass die Menschen hier für göttliche Gaben empfänglich und der himmlischen Kultur würdig sind. Ich bete darum, dass Sie in den Genuss aller barmherzigen Gaben gelangen mögen.
O Allmächtiger! O Gott! O Du Mitleidvoller! Dein Diener ist aus den fernen Gegenden des Ostens in die Regionen des Westens geeilt, damit der Duft Deiner Gaben hier alle Sinne umschmeichelt; damit die Brise des Rosengartens der Führung über diese Städte weht; damit die Menschen die Fähigkeit erlangen, Deine Gunst zu empfangen; damit die Herzen sich an Deiner frohen Botschaft erfreuen; damit die Augen das Licht der Wahrheit erblicken; damit die Ohren auf den Ruf des Königreichs hören. O Allmächtiger! Erleuchte die Herzen. O gütiger Gott! Lass jeden Rosengarten und jede Aue diese Seelen beneiden. O unvergleichlicher Geliebter! Lass den Wohlgeruch Deiner Gaben herbeiwehen. Lass das Licht des Mitgefühls erstrahlen, damit die Herzen gereinigt und geläutert werden und damit sie Deiner Ermutigung teilhaftig werden. Wahrlich, diese Versammlung strebt nach Deinem Pfad, sucht Dein Geheimnis, erblickt Dein Antlitz und sehnt sich danach, durch Deine Eigenschaften gekennzeichnet zu werden.
O Allmächtiger! Gewähre uns grenzenlose Gaben. Verleihe uns Deinen unerschöpflichen Schatz, sodass diese Hilflosen stark werden.
Wahrlich, du bist der Gütige. Du bist der Freigebige. Du bist der Allwissende, der Allmächtige.

– 6 –

14. April 1912
Ansprache beim Unionstreffen des Advanced Thought Centers Carnegie Lyceum West Fifty-seventh Street, New York
Aufzeichnungen von Mountfort Mills und Howard MacNutt
Ich bin aus fernen Landen gekommen, um Treffen und Versammlungen in diesem Land zu besuchen. Bei jedem Treffen sehe ich, wie sich Menschen versammeln, die einander lieben; darüber bin ich sehr froh. Das Band der Einheit zeigt sich heute in dieser Versammlung, in der die Macht Gottes diejenigen in Glaube, Einigkeit und Eintracht zusammengeführt hat, die sich für die Fortentwicklung der Menschheit einsetzen. Ich hoffe, die gesamte Menschheit wird in gleicher Weise durch das Band der Liebe und Eintracht vereint. Einheit ist der Ausdruck der liebevollen Macht Gottes und spiegelt die Wirklichkeit des Göttlichen wider. Sie erstrahlt an diesem Tag durch das Licht, das der Menschheit geschenkt wird.
Überall im Universum erstrahlt die göttliche Macht in unendlichen Formen und Ausdrucksweisen. Die Schöpfung, die Menschenwelt, kann mit der Erde selbst verglichen werden, und die göttliche Kraft entspricht der Sonne. Diese Sonne scheint auf die ganze Menschheit. In der endlosen Vielfalt ihres Widerscheins manifestiert sich der göttliche Wille. Bedenken Sie, wie alle die Freigebigkeit derselben Sonne empfangen. Allenfalls gibt es einen Unterschied in der Intensität, denn das Strahlen ist ein einziges Strahlen – das eine Licht, das aus der Sonne hervorgeht. Dies wird die Einheit der Menschheit zum Ausdruck bringen. Der Staat, also die gesellschaftliche Einheit der Menschenwelt, kann mit einem Ozean verglichen werden, und jeder Teil, jede Einzelperson ist wie eine Welle dieses Ozeans.
Das Licht der Sonne erscheint in jedem Objekt entsprechend seiner Aufnahmefähigkeit. Der Unterschied liegt einfach in der Intensität und in der Empfänglichkeit. Der Stein kann nur begrenzt Empfänger sein, während etwas anderes Erschaffenes wie ein Spiegel sein kann, in dem die Sonne vollständig reflektiert wird – doch auf beide scheint dasselbe Licht.
Das Wichtigste ist, die Spiegel der Herzen so zu polieren, dass sie erleuchtet und für das göttliche Licht empfänglich werden. Das eine Herz mag die Fähigkeit des polierten Spiegels besitzen, ein anderes vom Staub und Schmutz dieser Welt bedeckt und trüb sein. Obwohl dieselbe Sonne auf beide scheint, kann man in dem polierten, reinen und geheiligten Spiegel die Sonne in ihrer ganzen Fülle, Herrlichkeit und Macht erblicken, wie sie ihre Majestät und ihren Strahlenglanz offenbart. Aber ein rostiger, trüber Spiegel hat kein Reflexionsvermögen, obwohl die Sonne selbst keineswegs schwächer oder eingeschränkt auf ihn scheint. Darum müssen wir danach trachten, die Spiegel unserer Herzen zu polieren, damit wir dieses Licht reflektieren und Empfänger der göttlichen Gnadengaben werden, die sich so gänzlich offenbaren können.
Dies bedeutet die Einheit der Menschenwelt. Das heißt, wenn dieses menschliche Staatswesen einen Zustand völliger Einheit erreicht, wird der Glanz der ewigen Sonne die ganze Fülle ihres Lichtes und ihrer Wärme offenbaren. Darum dürfen wir keine Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedern der Menschheitsfamilie machen. Wir dürfen niemanden als nutzlos oder unzulänglich betrachten. Wir haben die Pflicht, für die Bildung und Erziehung der Menschen zu sorgen, sodass die Sonne der Gaben Gottes in ihnen erstrahlt, und dies wird durch die Macht der Einheit der Menschheit möglich. Je mehr Liebe unter den Menschen zum Ausdruck kommt und je stärker die Macht der Einheit ist, desto umfassender wird diese Spiegelung und Offenbarung sein, denn die größte Gabe Gottes ist die Liebe. Liebe ist der Ursprung aller Gaben Gottes. Solange die Liebe nicht vom Herzen Besitz ergreift, kann sich keine andere göttliche Gabe darin offenbaren.
Alle Propheten setzten sich dafür ein, in den Herzen der Menschen Liebe entstehen zu lassen. Jesus Christus strebte danach, diese Liebe in den Herzen hervorzubringen. Er ertrug alle Schwierigkeiten und Qualen, damit des Menschen Herz zur Quelle der Liebe werde. Darum sollten auch wir mit ganzem Herzen und ganzer Seele danach streben, dass diese Liebe von uns Besitz ergreift, sodass die ganze Menschheit, ob im Osten oder Westen, durch dieses Band göttlicher Liebe verbunden wird, denn wir alle sind die Wellen eines einzigen Meeres. Wir wurden alle durch dieselbe Gabe erschaffen und werden vom selben Mittelpunkt beschenkt. Die irdischen Lichter sind alle annehmbar, aber der Mittelpunkt des Glanzes ist die Sonne, und wir müssen unseren Blick auf die Sonne richten. Gott ist der alles überragende Mittelpunkt. Je mehr wir uns diesem Mittelpunkt des Lichtes zuwenden, desto größer wird unsere Aufnahmefähigkeit sein.
Im Orient gab es große Unterschiede zwischen Völkern verschiedener Hautfarbe und Herkunft. Sie hassten einander, und sie pflegten keinen Umgang miteinander. Etliche Sekten standen einander feindlich und unversöhnlich gegenüber. Die verschiedenen Menschen befanden sich in ständigem Krieg und Streit. Vor ungefähr sechzig Jahren erschien Bahá'u'lláh im Orient. Er sorgte dafür, dass sich Liebe und Einheit zwischen diesen verfeindeten Völkern zeigten. Er einte sie mit dem Band der Liebe. Ihr früherer Hass und ihre Feindseligkeit legten sich, stattdessen herrschten Liebe und Einheit. Die Welt war dunkel – nun begann sie zu strahlen. Ein neuer Frühling erschien durch Ihn, denn die Sonne der Wahrheit war wieder aufgegangen. Auf den Feldern und Wiesen der Menschenherzen erblühten bunte Blumen innerer Bedeutung und die guten Früchte des Reiches Gottes wurden offenbar.
Ich bin mit folgendem Auftrag hierhergekommen: Durch Ihre Bemühungen, durch Ihre himmlische Ethik, durch Ihre hingebungsvollen Bemühungen möge ein vollkommenes Band der Einheit und Liebe zwischen dem Osten und dem Westen geknüpft werden, sodass die Gaben Gottes auf alle herabkommen und alle als Teil desselben Baumes angesehen werden mögen – des großen Baumes der menschlichen Familie. Denn die Menschheit kann mit den Zweigen, Blättern, Blüten und Früchten dieses Baumes verglichen werden.
Die Gunstbezeigungen Gottes sind unendlich und grenzenlos. Endlose Gnadengaben umgeben die Welt. Wir müssen den Gaben Gottes nacheifern, und so wie jede von ihnen – wie etwa die Gabe des Lebens – alle umgibt und umfasst, müssen auch wir verbunden und miteinander verwoben sein, bis jeder Teil zum Ausdruck des Ganzen wird.
Stellen Sie sich vor, wir pflanzen einen Samen. Daraus entsteht ein vollständiger und vollkommener Baum, und aus jedem Samen dieses Baumes kann ein weiterer Baum entstehen. Darum ist der Teil ein Ausdruck des Ganzen, denn dieser Same war ein Teil des Baumes, aber darin war der ganze Baum als Möglichkeit vorhanden. So kann jeder von uns die Fülle der Gaben des Lebens für die Menschheit sichtbar machen und verkörpern. Das ist die Einheit der Menschheit. Das ist die Gabe Gottes. Das ist das Glück der Menschenwelt und die Offenbarung göttlicher Gunst.

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15. April 1912
Ansprache im Haus von Mountfort Mills 327 West End Avenue, New York
Zusammengestellt aus stenografischen Notizen von Howard MacNutt
Vor einigen Tagen kam ich direkt aus Alexandria nach New York. Eine frühere Reise führte mich nach Europa, wo ich Paris und London besuchte. Paris ist der äußeren Erscheinung nach überaus schön. Die materielle Zivilisation ist dort sehr stark ausgeprägt, aber die geistige Kultur liegt weit zurück. Ich sah die Bewohner dieser Stadt in einem Meer des Materialismus versunken und darin ertrinken. Ihre Gespräche und Diskussionen drehten sich nur um natürliche und physikalische Phänomene, die Erwähnung Gottes spielte dabei keine Rolle. Ich war sehr erstaunt. Die meisten Gelehrten, Professoren und Gebildeten erwiesen sich als Materialisten. Ich sagte zu ihnen: »Ich bin überrascht und erstaunt, dass Menschen mit solchem Scharfblick und offensichtlichem Wissen immer noch Gefangene der Natur sind und die offensichtliche Wahrheit nicht erkennen.«
Die Erscheinungswelt unterliegt vollständig der Herrschaft und Kontrolle der Naturgesetze.

Diese Myriaden von Sonnen, Planeten und Himmelskörpern im endlosen Raum sind alle Gefangene der Natur.

In keinem Punkt oder Bereich können sie von den unveränderlichen Gesetzen abweichen, die das stoffliche Universum regieren.

Die Sonne in ihrer gewaltigen Größe, der Ozean in seiner Weite sind nicht in der Lage, diesen universellen Gesetzen zuwiderzuhandeln.

Alle Wesen in der Erscheinungswelt – die Pflanzen in ihrem Reich, sogar die Tiere trotz ihrer Intelligenz – sind der Natur untergeben und ihr ausgeliefert.

Alle leben innerhalb der Grenzen der Naturgesetze, und die Natur ist Herrscher über alles, mit Ausnahme des Menschen.

Der Mensch ist kein Gefangener der Natur, denn obwohl er nach dem Naturgesetz ein Lebewesen der Erde ist, führt er Schiffe über den Ozean, fliegt in Flugzeugen durch die Luft und taucht mit U-Booten hinab.

Er hat also die Naturgesetze überwunden und sie seinen Wünschen unterworfen.

Er schließt zum Beispiel in eine Glühlampe die unbegrenzte Naturenergie ein, die wir Elektrizität nennen – eine materielle Kraft, die Berge spalten kann – und gebietet ihr, ihm Licht zu geben.

Er nimmt die menschliche Stimme zu seinem Nutzen und Vergnügen im Phonographen auf.

Seinem natürlichen Leistungsvermögen zufolge sollte der Mensch nur über eine geringe Entfernung kommunizieren können, aber indem er die Beschränkungen der Natur überwindet, kann er räumliche Entfernungen aufheben und telefonische Nachrichten über Tausende von Kilometern senden.

Alle Wissenschaften, Künste und Entdeckungen waren Naturgeheimnisse und nach dem Naturgesetz sollten diese Geheimnisse versteckt und verborgen bleiben, aber dem Menschen ist es gelungen, dieses Gesetz auszuhebeln, sich von dieser Regel zu befreien und alles in das Reich des Sichtbaren zu holen.

Er ist also der Herrscher und Befehlshaber der Natur.

Der Mensch besitzt Verstand – die Natur nicht.

Der Mensch besitzt Willen – die Natur nicht.

Der Mensch besitzt Erinnerungsvermögen – die Natur nicht.

Der Mensch besitzt Denkvermögen – die Natur ist davon ausgeschlossen.

Der Mensch besitzt die Wahrnehmungsfähigkeit – die Natur kann nicht wahrnehmen.

Es ist also klar bewiesen, dass der Mensch erhabener als die Natur ist.
Wenn wir der Annahme zustimmen, dass der Mensch lediglich ein Teil der Natur ist, müssen wir uns mit einer unlogischen Aussage auseinandersetzen, denn dies wäre gleichbedeutend mit der Behauptung, ein Teil könne Eigenschaften besitzen, die dem Ganzen fehlen. Denn der Mensch, der ein Teil der Natur ist, besitzt Wahrnehmung, Intelligenz, Gedächtnis, bewusstes Nachdenken und Empfänglichkeit, während die Natur selbst keine dieser Eigenschaften besitzt. Wie ist es dem Teil möglich, Eigenschaften oder Fähigkeiten zu besitzen, die dem Ganzen fehlen? Die Wahrheit ist, dass Gott dem Menschen gewisse Kräfte gegeben hat, die über die Naturgesetze hinausreichen. Wie kann dann der Mensch als Gefangener der Natur angesehen werden? Beherrscht und kontrolliert er die Natur nicht zunehmend zu seinem eigenen Nutzen? Ist er nicht nahezu göttlich in Bezug auf die Natur? Könnten wir sagen, die Natur sei blind, die Natur könne nicht wahrnehmen, die Natur habe keinen Willen und sei nicht lebendig, und dann den Menschen auf die Natur und ihre Begrenzungen herabstufen? Wie können wir auf diese Frage antworten? Wie werden die Materialisten und gelehrten Atheisten eine solche Annahme beweisen und unterstützen? Tatsächlich unterwerfen sie selbst die Naturgesetze ihren eigenen Wünschen und Zielen. Damit ist der Nachweis erbracht, dass es im Menschen eine Fähigkeit gibt, die jenseits der Grenzen der Natur liegt, und diese Fähigkeit ist eine Gabe Gottes.
In New York treffe ich auf Menschen mit größerer geistiger Empfänglichkeit. Sie sind nicht bloß Gefangene unter der Herrschaft der Natur; sie erheben sich über die Fesseln und die Last der Gefangenschaft. Aus diesem Grund bin ich sehr glücklich und hoffnungsvoll, dass die menschlichen Tugenden, so Gott will, in diesem bevölkerungsreichen Land, auf diesem riesigen Kontinent des Westens erstrahlen, dass die weltumspannende Macht der menschlichen Einheit, die Liebe Gottes, die Herzen entzündet, und dass der internationale Frieden seine Banner hisst und von hier aus alle anderen Regionen und Länder beeinflusst. Das ist meine Hoffnung.

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16. April 1912
Ansprache im Hotel Ansonia vor Bahá'í-Freunden aus New Jersey. Broadway and Seventy-third Street, New York
Aufzeichnungen von Aḥmad Sohráb
Menschen aus Ost und West wurden hier durch die Macht des Heiligen Geistes zusammengebracht. Durch materielle Mittel allein wäre eine solche Versammlung unmöglich. Ein solches Treffen hat es in New York noch nie gegeben, denn hier sind heute Abend Menschen aus fernen Weltgegenden mit den Menschen Amerikas in größter Liebe und geistiger Einheit verbunden. Das ist nur durch die Macht Gottes möglich. Vor neunzehnhundert Jahren erschien Christus in dieser Welt, um Bande der Einheit und Liebe zwischen den verschiedenen Völkern und unterschiedlichen Gemeinschaften zu knüpfen. Er verschmolz das Wissen Roms mit der Pracht griechischer Kultur. Er erreichte auch den Zusammenschluss des Assyrischen Reiches mit der Macht Ägyptens. Diese Völker in Einheit, Liebe und Eintracht zusammenzuführen, war unmöglich gewesen, aber Christus hat dies durch göttliche Macht zwischen den Menschenkindern vollbracht.
Heute begegnen wir viel größeren Schwierigkeiten, wenn wir versuchen, die Einheit von Orient und Okzident herzustellen. Bahá'u'lláh hat durch die Macht des Himmels den Osten und den Westen zusammengebracht. Schon bald werden wir erkennen, dass sie durch die Macht Gottes fest miteinander verbunden sind. Die Einheit der Menschheit wird das Banner der Eroberung ersetzen und alle Gemeinschaften der Erde werden sich in ihrem Schutz versammeln. Es wird kein Land mehr geben, das so trennende und einschränkende Grenzen wie etwa Persien hat. Die Vereinigten Staaten von Amerika werden nur noch als Name bekannt sein. Deutschland, Frankreich, England, die Türkei, Arabien – alle diese verschiedenen Nationen werden in Einheit verbunden sein. Wenn die Menschen in der Zukunft gefragt werden: »Zu welchem Land gehörst du?« wird die Antwort lauten: »Zum Land der Menschheit. Ich lebe unter dem Schatten Bahá'u'lláhs. Ich bin der Diener Bahá'u'lláhs. Ich gehöre zur Armee des Größten Friedens.« Die Menschen der Zukunft werden nicht sagen: »Ich gehöre dem englischen, französischen oder persischen Volk an«; denn alle werden Angehörige einer weltumfassenden Nation sein – dieser einen Familie, dieses einen Landes, dieser einen Menschheit – und dann werden Kriege, Hass und Streit vergehen.
Bahá'u'lláh erschien in einem Land, das Mittelpunkt von Vorurteilen war. In diesem Land gab es viele verschiedene Gemeinschaften, Religionen, Sekten und Konfessionen. Zwischen ihnen herrschten alle erdenklichen Feindseligkeiten vergangener Jahrhunderte. Sie waren bereit, einander zu töten. Sie betrachteten das Töten Andersgläubiger als einen Akt des Gottesdienstes. Bahá'u'lláh stellte derartige Einheit und Eintracht zwischen diesen verschiedenen Gemeinschaften her, dass wir jetzt die größte Liebe und Freundschaft zwischen ihnen erleben.
Heute sehnen sich die Bahá'í des Ostens aus tiefstem Herzen danach, euch von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Ihre größte Hoffnung und ihr größter Wunsch ist, dass der Tag komme, an dem sie sich mit euch an einem Ort versammeln. Bedenkt die Kraft, die diesen wunderbaren Wandel vollbracht hat.
Der Körper der Menschheit ist krank.

Seine Arznei und Heilung wird die Einheit der Menschheit sein.

Sein Leben ist der Größte Frieden.

Seine Erleuchtung und Belebung ist die Liebe.

Sein Glück ist das Erlangen geistiger Vollkommenheit.

Es ist mein Wunsch und meine Hoffnung, dass wir in den Gaben und Gunstbezeugungen der Gesegneten Vollkommenheit neues Leben finden, daraus neue Kraft schöpfen und Zugang zu einer wunderbaren, überragenden Energiequelle erhalten, sodass der gottgewollte größte Frieden auf Grundlage der Verbundenheit der Menschheit mit Gott errichtet wird.

Möge die Liebe Gottes von dieser Stadt, von diesem Treffen aus in alle umliegenden Länder verbreitet werden.

Nein, möge Amerika zu einem Mittelpunkt werden, von dem aus sich die geistige Erleuchtung verbreitet und die ganze Welt diesen himmlischen Segen empfängt!

Denn Amerika hat größere und wunderbarere Kräfte und Fähigkeiten entwickelt als andere Nationen.

Es stimmt zwar, dass dieses Volk eine wunderbare materielle Zivilisation aufgebaut hat, aber ich hoffe, dass geistige Kräfte diesen großen Staatskörper beleben und eine entsprechende geistige Kultur hervorbringen werden.

Mögen die Bewohner dieses Landes wie Engel des Himmels werden, deren Antlitz fortwährend auf Gott gerichtet ist.

Mögen sie alle zu Dienern des Allmächtigen werden.

Mögen sie sich über ihre gegenwärtigen materiellen Errungenschaften hinaus zu solchen Höhen erheben, dass aus diesem Mittelpunkt allen Völkern der Welt himmlische Erleuchtung zuströmt.
Das göttliche Jerusalem ist vom Himmel herabgekommen. Die Braut Zions ist erschienen. Die Stimme des Reiches Gottes wurde erhoben. Möget ihr höchste Befähigung und magnetische Anziehungskraft in diesem Reich der Macht und Kraft erlangen. Möget ihr neue Energie und wunderbare Ergebnisse hervorbringen, denn Gott ist euer Beistand und Helfer. Der Odem des Heiligen Geistes ist euer Tröster, und die Engel des Himmels umgeben euch. Ich wünsche euch diese Kraft. Seid versichert, dass diese himmlischen Gnadengaben euch jetzt beschirmen.

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17. April 1912
Ansprache im Hotel Ansonia Broadway und Seventy-third Street, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Bei meinen Besuchen in London und Paris letztes Jahr habe ich viele Gespräche mit den europäischen materialistischen Philosophen geführt.

Die Grundlage all ihrer Schlussfolgerungen ist, dass sich der Wissenserwerb über beobachtbare Vorgänge aus einem festen, unveränderlichen Gesetz ergibt – einem Gesetz, das mit mathematischer Genauigkeit durch unsere Sinne zur Anwendung kommt.

So sieht etwa das Auge einen Stuhl – darum gibt es keinen Zweifel an der Existenz des Stuhls.

Das Auge blickt in den Himmel und sieht die Sonne.

Ich sehe Blumen auf diesem Tisch und rieche ihren Duft.

Ich höre Geräusche draußen und so weiter.

Dies, so sagen sie, ist ein unumstößliches mathematisches Gesetz der Wahrnehmung und der Schlussfolgerung, dessen Anwendung keinerlei Zweifel zulässt; denn da das Universum durch unsere Sinneswahrnehmung zugänglich ist, erklärt sich von selbst, dass wir es auch über die Sinne erforschen müssen.

Die Materialisten sagen also, der Prüfstein und Maßstab menschlichen Wissens sei die Sinneswahrnehmung.

Bei den Griechen und Römern galt der Verstand als Maßstab des Wissens – alles, was für den Verstand beweisbar und annehmbar sei, müsse notwendigerweise wahr sein.

Ein dritter Maßstab oder Prüfstein ist die von Theologen vertretene Meinung, dass Traditionen, also die Aussagen der Propheten und ihre Interpretationen, die Grundlage menschlichen Wissens ausmachen.

Es gibt noch einen weiteren, einen vierten Prüfstein für religiöse Menschen und Metaphysiker, die sagen, dass die Quelle und der Kanal, um sich das Unbekannte zu erschließen, für den Menschen die Inspiration sei.

Kurz:

Gemäß menschlicher Erklärungsmodelle lauten die vier Prüfsteine: erstens Sinneswahrnehmung, zweitens Vernunft, drittens Traditionen und viertens Inspiration.
In Europa habe ich den Philosophen und Wissenschaftlern des Materialismus gesagt, dass die Sinne als Maßstab nicht zuverlässig sind.

Denkt etwa an einen Spiegel und die darin reflektierten Bilder.

Diese Bilder haben keine wirkliche körperliche Existenz.

Wenn ihr aber nie einen Spiegel gesehen hättet, würdet ihr fest darauf beharren und daran glauben, sie wären real.

In der Wüste sieht das Auge in einer Fata Morgana einen See voller Wasser, aber das ist nicht die Wirklichkeit.

Wenn wir an Deck eines Dampfers stehen, scheint das Ufer sich zu bewegen, doch wir wissen, dass das Land stillsteht und wir uns bewegen.

Man war überzeugt, die Erde stünde fest und die Sonne würde sich um sie drehen, aber obwohl dies so zu sein scheint, ist heute das Gegenteil bewiesen.

Eine rotierende Fackel lässt vor dem Auge einen Feuerkreis erscheinen, doch wir sind uns bewusst, dass da nur ein Lichtpunkt vorhanden ist.

Wir sehen, wie sich ein Schatten über den Boden bewegt, aber er hat keine materielle Existenz, keine Substanz.

In den Wüsten erzeugen besondere atmosphärische Einflüsse Trugbilder, die das Auge täuschen.

Einmal sah ich eine Luftspiegelung, in der eine ganze Karawane in den Himmel hinaufzuziehen schien.

Im hohen Norden gibt es andere Trugbilder, die das menschliche Auge verwirren.

Manchmal erstrahlen drei oder vier Sonnen zur selben Zeit, die von den Wissenschaftlern Scheinsonnen genannt werden, während wir wissen, dass es nur das eine große Sonnengestirn gibt, das sich nicht bewegt oder vervielfältigt.

Kurz:

Die Sinne werden ständig getäuscht und wir sind unfähig, die Wirklichkeit vom Nicht-Wirklichen zu unterscheiden.
Auch der zweite Prüfstein – die Vernunft – ist unzuverlässig und man sollte sich nicht von ihr abhängig machen. Diese Menschenwelt ist ein Meer verschiedener Ansichten. Wenn die Vernunft der vollkommene Maßstab und Prüfstein des Wissens ist, warum gibt es dann gegensätzliche Ansichten und warum stimmen die Philosophen so gar nicht miteinander überein? Das ist ein klarer Beweis, dass man sich auf die menschliche Vernunft als unfehlbaren Prüfstein nicht verlassen kann. Beispielsweise werden große Entdeckungen und Aussagen früherer Jahrhunderte von heutigen Wissenschaftlern laufend umgestoßen und verworfen. Mathematiker, Astronomen und Chemiker widerlegen und verwerfen fortwährend die Schlussfolgerungen ihrer Vorgänger. Nichts steht fest, nichts ist endgültig. Alles verändert sich ständig, weil die menschliche Vernunft auf neuen Forschungswegen voranschreitet und täglich zu neuen Schlussfolgerungen gelangt. In der Zukunft wird vieles verworfen und widerlegt werden, was jetzt verkündet und als wahr angenommen wird. Und so wird es endlos weitergehen.
Auch der dritte Prüfstein – die Traditionen –, den Theologen als Erkenntnisweg und -norm ansehen, stellt sich bei näherer Betrachtung als gleichermaßen unzuverlässige Quelle und ungeeignete Grundlage heraus. Denn religiöse Traditionen sind der Bericht und die Aufzeichnung vom Verständnis und der Auslegung der Heiligen Schrift. Wie ist man zu diesem Verständnis, dieser Interpretation gekommen? Mittels Analyse durch den menschlichen Verstand. Wenn wir das Buch Gottes lesen, ist der Verstand die Fähigkeit, durch die wir zu Schlussfolgerungen gelangen. Der Verstand ist das Denkvermögen. Wie können wir die Bedeutungen des Wortes Gottes verstehen, wenn wir nicht mit vollkommenem Verstand begabt sind? Wie bereits dargelegt gilt, dass der menschliche Verstand seinem Wesen nach begrenzt und in seinen Schlussfolgerungen fehlbar ist. Er kann die Wahrheit Selbst, das Unendliche Wort, nicht umfassen. Da nun die Quelle der Traditionen und Interpretationen der menschliche Verstand ist und der menschliche Verstand fehlbar ist, wie können wir uns da auf seine Erkenntnisse verlassen, um wahres Wissen zu erlangen?
Der vierte von mir genannte Prüfstein ist die Inspiration, die, so wird behauptet, Zugang zur Wirklichkeit des Wissens eröffnet. Was ist Inspiration? Sie ist der Einfluss des Menschenherzens. Aber was sind satanische Eingebungen, die die Menschheit heimsuchen? Auch sie sind der Einfluss des menschlichen Herzens. Wie sollen wir zwischen beiden unterscheiden? Das wirft die Frage auf, wie wir wissen können, ob wir einer Eingebung von Gott oder satanischen Einflüsterungen der menschlichen Seele folgen. Für die materielle Erscheinungswelt des Menschen heißt das zusammengefasst, dass es nur diese vier Prüfsteine oder Zugänge zum Wissen gibt, die aber alle mangelhaft und unzuverlässig sind. Was bleibt dann? Wie können wir zu wahrer Erkenntnis gelangen? Durch den Odem und die Eingebungen des Heiligen Geistes, der Inbegriff von Licht und Erkenntnis ist. Durch ihn wird der Menschengeist belebt und gelangt zu den richtigen Schlüssen und zu vollkommener Erkenntnis. Dieses schlüssige Argument zeigt, dass alle vorhandenen menschlichen Prüfsteine dem Irrtum unterliegen und mangelhaft sind, der göttliche Wissensmaßstab aber unfehlbar. Daher ist der Mensch nicht berechtigt zu sagen: »Ich weiß es, weil ich es durch meine Sinne wahrnehme«, oder: »Ich weiß es, weil mein Verstand es beweist«, oder: »Ich weiß es, weil es der Tradition und Interpretation der Heiligen Schrift entspricht«, oder: »Ich weiß es, weil ich inspiriert bin«. Alle menschlichen Maßstäbe sind fehlerbehaftet und beschränkt.

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17. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von John G. Grundy
In den Heiligen Schriften ist verzeichnet: Wenn die Sonne der Wahrheit aufgeht, wird dies im Osten geschehen und ihr Licht wird im Westen widergespiegelt. Die Morgendämmerung hat den Osten bereits erfasst, und im Westen erscheinen ihre Zeichen. Ihr Licht wird sich schnell und weit im Okzident ausbreiten. Die Sonne der Wahrheit ist in Persien aufgegangen, und ihr Strahlenglanz offenbart sich hier und jetzt in Amerika. Dies ist der größte Beweis für Ihr Erscheinen am Horizont der Welt, so wie es in den himmlischen Büchern verzeichnet ist. Preis sei Gott! Was in den Heiligen Schriften prophezeit wurde, hat sich erfüllt.
Die verehrte Seele, die am vergangenen Sonntag in der Carnegie Hall 'Abdu'l-Bahá vorstellte, erklärte, dass nach der Überlieferung Dämonen aus dem Land des Sonnenaufgangs auftauchen würden, aber nun sehen wir stattdessen Engel erscheinen. Es war nicht möglich, direkt darauf zu antworten, aber heute werden wir darüber sprechen. Die großen Lichtgestalten des Geistes sind immer im Osten erschienen. Die Gesegnete Vollkommenheit, Bahá'u'lláh, erschien im Osten. Jesus Christus erschien am Horizont des Ostens. Moses, Aaron, Josef und alle israelitischen Propheten wie Jeremia, Hesekiel, Jesaja und andere erschienen im Orient. Das Licht Muḥammads und das des Báb schienen aus dem Osten. Der östliche Horizont wurde vom Glanz dieser großen Lichtgestalten überflutet, und sie sind alle im Osten aufgestiegen, um auf den Westen zu scheinen. Preis sei Gott! – Ihr lebt jetzt in der Morgendämmerung eines Zyklus, in dem die Sonne der Wahrheit erneut vom Osten her scheint und alle Gegenden erleuchtet.
Die Welt ist zu einer neuen Welt geworden. Die Dunkelheit der Nacht, die die Menschheit umgab, ist vorbei. Ein neuer Tag ist angebrochen. Die Erziehung durch die Sonne der Wahrheit lässt Empfänglichkeit für das Göttliche und himmlische Fähigkeiten in den Seelen der Menschen aufkeimen. Die Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten. Ihre Lebensbedingungen sind vielfältig. Stellt euch beispielsweise bestimmte Mineralien aus steinigen Erdregionen vor. Alle sind sie Mineralien und entstanden unter derselben Sonne, aber eines bleibt ein simpler Stein, während ein anderes die Eigenschaften eines glitzernden Edelsteines oder Juwels entwickelt. Auf einem Stück Erde wachsen Tulpen und Hyazinthen, auf einem anderen Dornengestrüpp und Disteln. Jede Bodenfläche empfängt die Fülle der Sonnenstrahlen, aber ihre Aufnahmefähigkeit ist nicht die gleiche. Deshalb müssen wir Aufnahmefähigkeit und geistige Empfänglichkeit entwickeln, damit die für dieses Zeitalter und unsere Zeit bestimmten Gnadengaben der Sonne der Wahrheit von uns widergespiegelt werden wie Licht von einem reinen Kristall.
Die Gaben der Gesegneten Vollkommenheit sind unermesslich. Wir müssen uns bemühen, unsere Fassungskraft täglich zu steigern, unsere Empfänglichkeit für diese Gaben zu stärken und zu erweitern, damit wir zu vollkommenen Spiegeln werden. Je besser ein Spiegel poliert und gereinigt ist, desto strahlender kann er das Licht der Sonne der Wahrheit widerspiegeln. Seid wie ein gut gepflegter Garten, in dem die Rosen und bunten Blumen des Himmels voller Duft und Schönheit wachsen. Ich hoffe, dass sich eure Herzen in aufnahmebereiten Boden verwandeln, sorgfältig gepflügt und vorbereitet, auf den die göttlichen Gabenschauer der Gesegneten Vollkommenheit herabregnen und über den die sanften Winde dieser göttlichen Frühlingszeit mit belebenden Brisen wehen. Dann wird der Garten eurer Herzen Blumen hervorbringen, die mit ihrem herrlichen Duft den himmlischen Gärtner erfrischen werden. Lasst eure Herzen die Herrlichkeit der Sonne der Wahrheit in ihren vielen Farben widerspiegeln, um das Auge des göttlichen Gärtners, der sie genährt hat, zu erfreuen. Sorgt dafür, dass ihr Tag für Tag stärker angezogen werdet, damit die Liebe Gottes alle erleuchtet, mit denen ihr in Kontakt kommt. Seid wie ein einziger Geist, eine einzige Seele, wie die Blätter eines einzigen Baumes, die Blumen eines einzigen Gartens, die Wellen eines einzigen Ozeans.
Da die Menschenseelen über unterschiedliches Fassungsvermögen verfügen und sich die Fähigkeiten unterscheiden, unterscheiden sich auch persönliche Eigenarten. Tatsächlich ist dies ein Grund für Einheit, nicht für Zwietracht und Feindschaft. Wenn die Blumen eines Gartens alle eine einzige Farbe hätten, wäre dies für das Auge eintönig, aber es ist äußerst wohltuend und wunderbar, wenn die Farben bunt gemischt sind. Der vielfältige Farbenschmuck und die Unterschiede, wie die Blumen das Licht widerspiegeln, verleihen dem Garten seine Schönheit und seinen Zauber. Daher sollten wir, trotz aller Unterschiede in unserer Persönlichkeit, unseren Vorstellungen und unserer Ausstrahlung, wie die Blumen desselben göttlichen Gartens danach streben, in Harmonie zusammenzuleben. Auch wenn jede Seele ihren eigenen Duft und ihre eigene Farbe hat, spiegeln alle dasselbe Licht, tragen alle zum Wohlgeruch derselben Brise bei, die durch den Garten weht, und alle gedeihen in völliger Harmonie und Übereinstimmung. Werdet wie die Wellen eines einzigen Meeres, die Bäume eines einzigen Waldes, die sich in äußerster Liebe, Einvernehmen und Einheit entwickeln.
Wenn Ihr ein solches Ausmaß an Liebe und Einheit erlangt, wird die Gesegnete Vollkommenheit unendliche Gnadengaben des Geistigen Königreiches zu euch herabströmen lassen, euch unter dem Schirm Seines Wortes führen, schützen und bewahren, euer Glück in dieser Welt mehren und euch in allen Schwierigkeiten beistehen. Deshalb hoffe ich, dass Ihr von Tag zu Tag immer heller am Horizont des Himmels erstrahlen werdet, dem Königreich Abhá immer näher kommt und immer größere Gaben der Gesegneten Vollkommenheit erlangt. Ich freue mich, denn ich spüre die Zeichen großer Liebe unter euch. Ich reise nach Chicago, und ich hoffe, dass die Liebe bis zu meiner Rückkehr grenzenlos gewachsen ist. Das wird eine immerwährende Freude für mich und die Freunde im Orient sein.

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18. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Marshall L. Emery 273 West Ninetieth Street, New York
Aufzeichnungen von Miss Dixon
Heute Abend möchte ich etwas über die Geschichte der Bahá'í-Offenbarung erzählen.
Die Gesegnete Vollkommenheit, Bahá'u'lláh, gehörte zum persischen Adel. Von frühester Kindheit an war Er unter Seinen Verwandten und Freunden etwas Besonderes. Sie sagten: »Dieses Kind hat außergewöhnliche Kräfte.« An Weisheit, Intelligenz und als Quelle neuer Erkenntnisse war Er Seinem Alter voraus und Seiner Umgebung überlegen. Alle, die Ihn kannten, waren erstaunt über Seine frühe Reife. Sie pflegten zu sagen: »So ein Kind wird nicht alt«, denn man glaubt gemeinhin, dass frühreife Kinder das Reifealter nicht erreichen. In der Jugend besuchte die Gesegnete Vollkommenheit keine Schule. Er wollte keinen Unterricht. Diese Tatsache ist unter den Persern in Teheran bekannt und belegt. Trotzdem konnte Er die schwierigen Probleme aller lösen, die zu Ihm kamen. Er wurde in jeder Zusammenkunft, wissenschaftlichen Versammlung oder theologischen Diskussion, in der man Ihn antraf, zur anerkannten Autorität für die Klärung komplizierter und verwirrender Fragen.
Bis zum Tode Seines Vaters strebte Bahá'u'lláh keine Position oder politische Stellung an, trotz Seiner Beziehungen zur Regierung. Dies sorgte für Verwunderung und Gerede. Man sagte häufig: »Wie kommt es, dass ein junger Mann mit solch scharfer Intelligenz und feinem Verständnis kein lukratives Amt sucht? Ihm steht doch jede Position offen.« Dies ist eine historische Aussage, die von den Persern gänzlich bestätigt wird.
Er war höchst freigebig und gab den Armen reichlich. Niemand, der zu Ihm kam, wurde zurückgewiesen. Sein Haus stand allen offen. Er hatte immer viele Gäste. Diese grenzenlose Großzügigkeit führte zu noch größerem Erstaunen angesichts der Tatsache, dass Er weder Amt noch Würden suchte. Seine Freunde meinten dazu, Er werde verarmen, denn Er hatte viele Ausgaben und Sein Vermögen schwand zusehends. »Warum kümmert er sich nicht um seine eigenen Angelegenheiten?«, fragten sie einander; aber einige Weise erklärten: »Diese Persönlichkeit ist mit einer anderen Welt verbunden; er hat etwas Erhabenes an sich, das jetzt noch nicht offenkundig ist. Der Tag wird kommen, da dies offenbar wird.« Die Gesegnete Vollkommenheit bot wahrhaftig jedem Schwachen Zuflucht, jedem Furchtsamen Schutz. Er war gütig zu jedem Bedürftigen, nachsichtig und liebevoll zu allen Geschöpfen.
Er wurde bekannt für diese Eigenschaften, noch bevor der Báb erschien. Dann erklärte Bahá'u'lláh die Sendung des Báb für wahr und verbreitete Dessen Lehren. Der Báb verkündete, dass nach Ihm die größere Offenbarung erscheinen würde, und nannte den Verheißenen »Ihn, den Gott offenbaren wird«. Er sagte, dass neun Jahre später die Wahrheit von Seiner eigener Sendung offen zutage treten werde. In Seinen Schriften erklärte Er, dass im neunten Jahr dieser Verheißene erkannt werden würde; im neunten Jahr würden die Menschen zur vollen Herrlichkeit und Glückseligkeit gelangen; im neunten Jahr würden sie schnell vorankommen. Es gab eine persönliche Korrespondenz zwischen Bahá'u'lláh und dem Báb. Der Báb schrieb einen Brief mit dreihundertsechzig Ableitungen des Wortes ›Bahá‹. Der Báb starb in Tabríz den Märtyrertod und Bahá'u'lláh, der 1852 in den Irak verbannt wurde, verkündete Seine Sendung in Baghdád. Die persische Regierung war zu dem Schluss gekommen, solange Er in Persien weile, sei der Landesfrieden gefährdet. Daher wurde Er verbannt, in der Erwartung, dass Persien dadurch zur Ruhe kommen würde. Seine Verbannung führte jedoch zu einem gegenteiligen Effekt. Es kam zu erneuter Aufruhr, und überall im Land sprach man über Seine Größe und Seinen Einfluss. Die Verkündigung Seiner Offenbarung und Sendung erfolgte in Baghdád. Er rief dort Seine Freunde zusammen und sprach zu ihnen über Gott.
Eines Tages verließ Er die Stadt und zog sich allein in die Berge Kurdistáns zurück, wo Er in Höhlen und Grotten wohnte. Einen Teil dieser Zeit verbrachte Er in der Stadt Sulaymáníyyih. Es vergingen zwei Jahre, in denen weder Seine Freunde noch Seine Familie wussten, wo Er sich befand.
Obwohl Bahá'u'lláh während Seiner Zurückgezogenheit allein, abgeschieden und unerkannt lebte, verbreitete sich in ganz Kurdistán die Kunde von einer äußerst bemerkenswerten und gelehrten Persönlichkeit, begabt mit wunderbarer Anziehungskraft. In kurzer Zeit war Kurdistán von Seiner Liebe ergriffen. Während dieser Zeit lebte Bahá'u'lláh in Armut. Er trug die Kleidung der Armen und Bedürftigen. Er aß die Nahrung der Mittellosen und Geringen. Ihn umgab eine majestätische Ausstrahlung wie die Mittagssonne. Überall wurde Er sehr verehrt und geliebt.
Nach zwei Jahren kehrte Er nach Baghdád zurück. Freunde aus Seiner Zeit in Sulaymáníyyih besuchten Ihn dort. Sie fanden Ihn in Seiner gewohnten, bequemen und von Wohlstand geprägten Umgebung wieder und staunten über die gesellschaftliche Stellung dieses Einen, der in Kurdistan abgeschieden unter so ärmlichen Bedingungen gelebt hatte.
Die persische Regierung glaubte, dass die Verbannung der Gesegneten Vollkommenheit aus Persien die Ausrottung Seiner Sache in diesem Land bedeuten würde. Diese Herrscher mussten nun erkennen, dass sie sich noch schneller ausbreitete. Sein Ansehen nahm zu; Seine Lehren wurden weiter verbreitet. Also nutzten die Führer Persiens ihren Einfluss, um Bahá'u'lláh aus Baghdád verbannen zu lassen. Er wurde von den türkischen Behörden nach Konstantinopel zitiert. Während Seiner Zeit in Konstantinopel sah Er über jede Beeinträchtigung hinweg, insbesondere über die Feindseligkeit seitens der staatlichen und geistlichen Obrigkeit. Die offiziellen Vertreter Persiens übten erneut Druck auf die türkischen Behörden aus und erreichten, dass Bahá'u'lláh von Konstantinopel nach Adrianopel verbannt wurde. Das Ziel war, Ihn so weit wie möglich von Persien fernzuhalten und Seine Kommunikation mit diesem Land zu erschweren. Trotzdem breitete sich die Sache immer noch aus und nahm an Stärke zu.
Schließlich berieten sie sich und sprachen: »Wir haben Bahá'u'lláh von Ort zu Ort verbannt, aber jedes Mal, wenn er verbannt wird, breitet sich seine Sache weiter aus, seine Botschaft gewinnt an Kraft, und Tag für Tag scheint sein Licht heller. Das liegt daran, dass wir ihn in große Städte und bevölkerungsreiche Gebiete verbannt haben. Wir werden ihn deshalb als Gefangenen in eine Strafkolonie schicken, sodass alle erfahren mögen, dass er der Komplize von Mördern, Räubern und Kriminellen ist. In kurzer Zeit werden er und seine Anhänger umkommen.« Der türkische Sulṭán verbannte Ihn daraufhin in das Gefängnis von 'Akká in Syrien. A4
Als Bahá'u'lláh in 'Akká ankam, konnte Er durch die Macht Gottes Sein Banner hissen. Sein Licht war anfangs ein Stern gewesen. Jetzt wurde es zu einer mächtigen Sonne, und das Licht Seiner Sache breitete sich vom Osten in den Westen aus. Innerhalb der Gefängnismauern schrieb Er Sendbriefe an alle Könige und Herrscher der Völker und rief sie zu Aussöhnung und Weltfrieden auf. Einige der Könige begegneten Seinen Worten mit Verachtung und Geringschätzung. Einer davon war der Sulṭán des Osmanischen Reiches. Napoleon III. von Frankreich antwortete nicht. Ein zweites Sendschreiben wurde an ihn geschickt. Darin stand: »Ich habe dir zuvor einen Brief geschrieben, der dich zur Sache Gottes ruft, aber du gehörst zu den Achtlosen. Du hast verkündet, du seiest der Verteidiger der Unterdrückten. Nun ist klar geworden, dass du das nicht bist. Du bist auch nicht gütig gesinnt gegenüber deinem eigenen leidenden und unterdrückten Volk. Deine Handlungen sind deinen eigenen Interessen entgegengesetzt, und dein königlicher Stolz muss zu Fall kommen. Wegen deiner Arroganz wird Gott in Kürze deine Oberherrschaft vernichten. Frankreich wird dir entgleiten und du wirst von einer großen Niederlage überwältigt werden. Wehklagen und Trauer werden die Folge sein und Frauen werden den Verlust ihrer Söhne beweinen.« Diese Anklage gegen Napoleon III. wurde veröffentlicht und verbreitet.
Lest sie und überlegt: Ein Gefangener, allein und einsam, ohne Beistand oder Verteidiger, ein Ausländer und Fremder, eingekerkert in der Festung 'Akkás, schrieb solche Briefe an den Kaiser von Frankreich und den Sulṭán der Türkei. Denkt darüber nach, wie Bahá'u'lláh das Banner Seiner Sache im Gefängnis gehisst hat. Studiert die Menschheitsgeschichte. Es gibt keine Parallele dazu. Weder vor noch nach dieser Zeit ist jemals etwas Derartiges geschehen – ein Gefangener und Verbannter, der Seine Sache voranbringt und Seine Lehren weit verbreitet, sodass Er schließlich mächtig genug wird, eben den König zu besiegen, der Ihn verbannt hatte.
Seine Sache verbreitete sich mehr und mehr. Die Gesegnete Vollkommenheit war fünfundzwanzig Jahre lang ein Gefangener. Während dieser ganzen Zeit war Er den Demütigungen und Schmähungen der Menschen ausgesetzt. Er wurde verfolgt, verspottet und in Ketten gelegt. In Persien wurden Seine Anwesen geplündert und Seine Besitztümer beschlagnahmt. Zuerst wurde Er aus Persien nach Baghdád verbannt, dann nach Konstantinopel, dann nach Adrianopel und schließlich aus Rumelien in die Gefängnisfestung von 'Akká.
Zu Seinen Lebzeiten war Er unermüdlich tätig. Seine Tatkraft kannte keine Grenzen. Kaum eine Nacht verbrachte Er in erholsamem Schlaf. Er ertrug diese Torturen, erduldete diese Schicksalsschläge und Schwierigkeiten, damit sich auf diese Weise die Verkörperung der Selbstlosigkeit und des Dienstes in der Menschenwelt zeige; damit der Größte Frieden Wirklichkeit werde; damit Menschenseelen zu Engeln des Himmels werden; damit himmlische Wunder unter den Menschen gewirkt werden; damit der menschliche Glaube gestärkt und vervollkommnet werde; damit die kostbare, unschätzbare Gabe Gottes – der menschliche Geist – sich im Tempel des Körpers zu seiner höchsten Fähigkeit entwickle; und damit der Mensch zum Spiegel und Ebenbild Gottes werde, so wie es in der Bibel offenbart wurde: »Lasset Uns Menschen machen nach unserem Ebenbild.«
Kurz, die Gesegnete Vollkommenheit ertrug all diese Qualen und Schicksalsschläge, damit unsere Herzen entflammen und erstrahlen, unser Geist veredelt werde, unsere Fehler sich in Tugenden und unsere Unwissenheit sich in Wissen wandele; auf dass wir die wahren Früchte der Menschenwelt erlangen und uns himmlische Gnade zuteilwerde; auf dass wir, obwohl Pilger auf Erden, auf der Straße des himmlischen Königreiches reisen und, obwohl bedürftig und arm, die Schätze des ewigen Lebens empfangen. Dafür hat Er diese Mühen und Leiden auf sich genommen.
Vertraut alles Gott an. Das Licht Gottes erstrahlt in vollem Glanze. Die gesegneten Sendschreiben verbreiten sich. Die gesegneten Lehren werden in Ost und West verkündet. Bald werdet ihr sehen, dass die himmlischen Worte die Einheit der Menschheit bewirkt haben. Das Banner des Größten Friedens wurde entfaltet, und die große Gemeinschaft tritt in Erscheinung.

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19. April 1912
Ansprache in der Earl Hall der Columbia University, New York
Nach einer stenografischen Mitschrift
Betrachten wir die Welt der Schöpfung eingehend, so erkennen wir, dass alle existierenden Dinge wie folgt klassifiziert werden können: Erstens das Mineral, das heißt die in vielfältiger Zusammensetzung erscheinende Materie oder Substanz; zweitens die Pflanze – sie besitzt die Vorzüge des Minerals und darüber hinaus die Kraft der Vermehrung und des Wachstums, was auf eine höhere und spezialisiertere Stufe als die des Minerals hinweist; drittens das Tier – es besitzt die Eigenschaften des Minerals und der Pflanze und zusätzlich die Kraft der Sinneswahrnehmung; viertens der Mensch – der am weitesten spezialisierte Organismus der sichtbaren Schöpfung. Er umfasst die Eigenschaften des Minerals, der Pflanze und des Tieres und besitzt darüber hinaus eine geistige Fähigkeit, die den niederen Reichen völlig fehlt – die Kraft der Erforschung der Geheimnisse äußerer Erscheinungen mittels des Verstandes. Aus dieser Verstandeskraft entwickelte sich die Wissenschaft, die für den Menschen so besonders charakteristisch ist. Dieses wissenschaftliche Können erforscht und erfasst Schöpfungselemente und deren Gesetzmäßigkeiten. Sie entdeckt die verborgenen und rätselhaften Geheimnisse des stofflichen Universums und ist nur dem Menschen vorbehalten. Die edelste und lobenswerteste Errungenschaft des Menschen ist darum, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und zu nutzen.
Die Wissenschaft gleicht einem Spiegel, der die Geheimnisse der äußeren Erscheinungen reflektiert. Er holt alle Errungenschaften der Vergangenheit hervor und zeigt sie uns auf der Bühne des Wissens. Er verbindet Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Die philosophischen Schlussfolgerungen vergangener Jahrhunderte, die Lehren der Propheten und die Weisheit der früheren Weisen kristallisieren sich heraus und finden sich im wissenschaftlichen Fortschritt von heute wieder. Die Wissenschaft entdeckt die Vergangenheit. Aus ihren Aussagen der Vergangenheit und Gegenwart ziehen wir Schlussfolgerungen für die Zukunft. Die Wissenschaft herrscht über die Natur und ihre Geheimnisse, sie ist das eine Mittel, durch das der Mensch die Gegebenheiten der stofflichen Schöpfung erforscht. Alle erschaffenen Dinge sind in der Natur gefangen und ihren Gesetzen unterworfen. In keinem Punkt oder Bereich können sie die Herrschaft dieser Gesetze überwinden. Die unendlichen Sternenwelten und Himmelskörper sind folgsame Untertanen der Natur. Die Erde und ihre zahllosen Organismen, sämtliche Mineralien, Pflanzen und Tiere sind Sklaven ihrer Herrschaft. Aber der Mensch kann diesen Zustand durch den Einsatz seiner wissenschaftlichen, intellektuellen Kräfte überwinden. Er kann die Natur gemäß seiner eigenen Wünsche und seines eigenen Bedarfs umwandeln, verändern und beherrschen. Die Wissenschaft hebelt gewissermaßen die Naturgesetze aus.
Bedenken Sie zum Beispiel, dass sich der Mensch in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen auf der Erdoberfläche aufhalten sollte. Indem er dieses Gesetz und diese Einschränkung überwindet, segelt er auf Schiffen über den Ozean, erhebt sich in Flugzeugen in den Himmel und taucht in Unterseebooten in die Tiefen des Meeres hinab. Das steht dem Befehl der Natur entgegen und ist ein Verstoß gegen ihre Oberherrschaft. Die Gesetze und Methoden der Natur, die verborgenen Geheimnisse und Rätsel des Universums, die menschlichen Erfindungen und Entdeckungen, all unsere wissenschaftlichen Errungenschaften sollten naturgemäß eigentlich verborgen und unentdeckt bleiben, aber der Mensch macht sie durch seinen Scharfsinn im Unsichtbaren ausfindig, zieht sie in den Bereich des Sichtbaren, enthüllt und erklärt sie. So ist etwa die Elektrizität ein Geheimnis der Natur. Gemäß der Natur sollte diese Kraft, diese Energie ungenutzt und verborgen bleiben, aber der Mensch durchdringt mit Hilfe der Wissenschaft genau diese Naturgesetze, nimmt sie in Gewahrsam und hält sie zu seinem Gebrauch in seiner Gewalt.
Kurz, durch den Besitz dieser geistigen Fähigkeit zur wissenschaftlichen Forschung ragt der Mensch aus allen Geschöpfen heraus, ist der Herrscher über die Natur.

Er nimmt der Natur das Schwert aus der Hand und richtet es gegen sie.

Gemäß dem Naturgesetz ist die Nacht eine Zeit der Dunkelheit und Finsternis, aber indem der Mensch die Elektrizität nutzt, indem er dieses elektrische Schwert schwingt, überwindet er die Finsternis und vertreibt das Dunkel.

Der Mensch ist der Natur überlegen und lässt sie seinen Willen befolgen.

Der Mensch ist ein fühlendes Wesen; die Natur ist ohne Empfindung.

Der Mensch hat Gedächtnis und Verstand, die Natur nicht.

Der Mensch ist aus der Natur herausgehoben.

Er besitzt Kräfte, die die Natur nicht hat.

Man mag behaupten, diese Kräfte stammten aus der Natur selbst und der Mensch sei ein Teil der Natur.

Unsere Antwort auf diese Aussage ist:

Wenn die Natur das Ganze und der Mensch ein Teil dieses Ganzen ist, wie kann es möglich sein, dass ein Teil Eigenschaften und Fähigkeiten besitzt, die dem Ganzen fehlen?

Ein Teil muss doch zweifellos mit denselben Qualitäten und Eigenschaften ausgestattet sein wie das Ganze.

Beispielsweise sind Haare Teil des menschlichen Körpers.

Sie können keine Elemente enthalten, die sich nicht auch in anderen Teilen des Körpers finden, denn überall im Körper sind die Bestandteile gleich.

Obwohl der Mensch körperlich ein Teil der Natur ist, besitzt er doch offenkundig und bewiesenermaßen in seinem Geiste eine Kraft, die über die Natur hinausreicht; denn wenn er bloß ein Teil der Natur und durch materielle Gesetze beschränkt wäre, könnte er nur die Dinge besitzen, die in der Natur verkörpert sind.

Gott hat dem Menschen eine besondere zusätzliche Kraft verliehen – die Fähigkeit, mit dem Verstand die Geheimnisse der Schöpfung zu erforschen und höheres Wissen zu erlangen – deren größter Vorzug die wissenschaftliche Aufklärung ist.
Diese Fähigkeit ist die rühmenswerteste Kraft des Menschen, denn durch ihren Einsatz und ihre Anwendung erfolgt die Besserung der Menschheit, wird die Entwicklung menschlicher Tugenden ermöglicht und der Geist Gottes und Seine Geheimnisse offenbaren sich. Daher freue ich mich besonders über meinen Besuch an dieser Universität. Preis sei Gott, dass es in diesem Land viele solche Bildungseinrichtungen gibt, in denen ohne Weiteres Wissenschaften und Künste gelernt werden können.
So wie hier Naturwissenschaften gelehrt werden und sich ihr Kenntnisstand ständig erweitert, bin ich zuversichtlich, dass auch die geistige Entwicklung folgt und mit diesen äußeren Vorzügen Schritt hält. Wie das materielle Wissen die Menschen innerhalb der Mauern dieses großen Tempels der Gelehrsamkeit erleuchtet, so möge auch das Licht des Geistes, das innere göttliche Licht der wahren Philosophie, dieser Institution zum Ruhme gereichen. Das wichtigste Prinzip der göttlichen Philosophie ist das Einssein der Menschenwelt, die Einheit der Menschheit, der Bund, der Ost und West vereinigt, das Band der Liebe, das die Menschenherzen verbindet.
Darum ist es unsere Pflicht, die größten Anstrengungen zu unternehmen und all unsere Energien aufzubieten, damit Bande der Einheit und des Einvernehmens innerhalb der Menschheit geknüpft werden können.

Tausende von Jahren hatten wir Streit und Blutvergießen.

Es ist genug, es reicht!

Jetzt ist es an der Zeit, sich in Liebe und Harmonie zu verbinden.

Seit Tausenden von Jahren haben wir Schwert und Krieg erprobt; die Menschheit soll wenigstens eine Zeit lang in Frieden leben.

Betrachten Sie die Geschichte und bedenken Sie, wie viel Grausamkeit, wie viel Blutvergießen und Kampf die Welt erlebt hat.

Es war entweder religiöser Krieg, politischer Krieg oder ein anderer Zusammenprall menschlicher Interessen.

Die Menschheit hat nie den Segen des Weltfriedens genossen.

Jahr für Jahr wurden Kriegsgeräte ausgebaut und perfektioniert.

Denken Sie an die Kriege vergangener Jahrhunderte.

Vielleicht wurden zehn-, fünfzehn- oder höchstens zwanzigtausend Menschen getötet.

Aber jetzt ist es möglich, an einem einzigen Tag hunderttausend Menschen zu töten.

In alten Zeiten wurde mit dem Schwert Krieg geführt; heute ist es das rauchlose Gewehr.

Früher waren die Kriegsschiffe Segelschiffe; heute sind es Schlachtschiffe.

Bedenken Sie die Zunahme und die Weiterentwicklung der Kriegswaffen.

Gott hat uns alle als Menschen erschaffen und alle Länder der Welt sind Teile derselben Erde.

Wir sind alle Seine Diener.

Er ist gütig und gerecht zu allen.

Warum sollten wir grausam und ungerecht zueinander sein?

Er sorgt für alle.

Warum sollten wir einander berauben?

Er beschützt und bewahrt alle.

Warum sollten wir unsere Mitgeschöpfe töten?

Wenn Krieg und Streit um der Religion willen geführt werden, verletzt das offensichtlich den Geist und die Grundlage jeder Religion.

Alle göttlichen Manifestationen haben die Einheit Gottes und die Einheit der Menschheit verkündet.

Sie lehrten, dass die Menschen einander lieben und sich gegenseitig helfen müssen, um voranzuschreiten.

Wenn nun diese Auffassung von Religion stimmt, ist ihr wesentliches Prinzip die Einheit der Menschheit.

Die Grundwahrheit der Manifestationen ist Frieden.

Dies liegt aller Religion und jeglicher Gerechtigkeit zugrunde.

Der göttlichen Absicht gemäß sollten die Menschen in Einheit, Eintracht und Einklang leben und einander lieben.

Denken Sie an die menschlichen Tugenden und werden Sie sich bewusst, dass sie alle auf der Einheit der Menschheit beruhen.

Lesen Sie das Evangelium und die anderen Heiligen Bücher.

Sie werden feststellen, dass ihre Grundsätze ein und dieselben sind.

Einheit ist somit die wesentliche Wahrheit der Religion und wenn sie so verstanden wird, umfasst sie alle Tugenden der menschlichen Welt.

Preis sei Gott!

Dieses Wissen wurde verbreitet, die Augen wurden geöffnet und die Ohren wurden aufmerksam.

Wir müssen uns also bemühen, die von allen Propheten gegründete Religion Gottes zu verbreiten und auszuüben.

Und die Religion Gottes ist absolute Liebe und Einheit.

– 13 –

19. April 1912
Ansprache in der Bowery Mission 227 Bowery, New York
Nach einer stenografischen Mitschrift
Heute Abend bin ich sehr glücklich, denn ich bin hier, um meine Freunde zu treffen. Für mich seid ihr meine Verwandten, meine Begleiter, und ich bin euer Gefährte.
Ihr solltet Gott dankbar sein, dass ihr arm seid, denn Jesus Christus hat gesagt:

»Gesegnet sind die Armen.« Er sagte nie:

»Gesegnet sind die Reichen.« Er sagte auch, dass das Königreich für die Armen ist und dass ein Kamel einfacher durch ein Nadelöhr gelangt, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt.

Darum müsst ihr Gott dankbar sein, dass die Schätze Gottes in eurer Reichweite liegen, obwohl ihr in dieser Welt bedürftig seid, und dass ihr trotz eurer Armut in der materiellen Welt im Reich Gottes wertvoll seid.

Jesus Selbst war arm.

Er gehörte nicht zu den Reichen.

Er verbrachte Seine Zeit in der Wüste, weilte unter den Armen und lebte von Feldfrüchten.

Er hatte keinen Ort, um Sein Haupt zur Ruhe zu betten, kein Zuhause.

Er war unter freiem Himmel Hitze, Kälte und Frost ausgesetzt – Wetterunbilden aller Art – und doch zog Er dieses Leben dem Reichtum vor.

Wenn Reichtum als Ehre erachtet würde, hätte der Prophet Moses sich dafür entschieden; Jesus wäre ein reicher Mann gewesen.

Als Jesus Christus erschien, erkannten Ihn zuerst die Armen an, nicht die Reichen.

Deshalb seid ihr die Jünger Jesu Christi, Seine Gefährten, denn Er war äußerlich betrachtet arm, nicht reich.

Nicht einmal auf dieser Erde hängt das Glück vom Reichtum ab.

Viele Reiche sind Gefahren ausgesetzt und von Schwierigkeiten geplagt und auf dem Sterbebett bleibt in ihren letzten Augenblicken das Bedauern, dass sie sich von allem trennen müssen, an dem ihr Herz so hängt.

Sie kommen nackt in diese Welt und müssen sie nackt wieder verlassen.

Alles, was sie besitzen, müssen sie zurücklassen und einsam und allein dahinscheiden.

Oft ist ihre Seele zum Todeszeitpunkt voller Reue; und das Schlimmste ist, dass ihre Hoffnung auf die Gnade Gottes geringer ist als unsere.

Preis sei Gott!

Unsere Hoffnung ruht auf der Barmherzigkeit Gottes, und es besteht kein Zweifel daran, dass den Armen das göttliche Mitgefühl zuteilwird.

Jesus Christus sagte das und Bahá'u'lláh sagte das.

Während Bahá'u'lláh in Baghdád war, besaß Er immer noch großen Reichtum; doch Er ließ seinen ganzen Besitz hinter sich, verließ die Stadt allein und lebte zwei Jahre unter den Armen.

Sie waren Seine Gefährten.

Er aß mit ihnen, übernachtete bei ihnen und freute sich, einer von ihnen zu sein.

Als einen Seiner Beinamen wählte Er den Titel ›Der Arme‹ und bezeichnete sich in Seinen Schriften oft Selbst als ›Darvísh‹, was auf Persisch ›arm‹ bedeutet.

Auf diesen Titel war Er sehr stolz.

Er ermahnte uns alle, Diener der Armen zu sein, Helfer der Armen, uns der Sorgen der Armen bewusst zu sein, uns zu den Armen zu gesellen, denn dadurch können wir das Himmelreich erlangen.

Gott sagte nicht, im Himmelreich seien Wohnungen für uns bereitet, wenn wir unsere Zeit in Gesellschaft der Reichen verbringen, sondern Er sagte, dass viele Wohnungen für die Diener der Armen bereitet seien, denn die Armen sind Gott sehr nahe.

Gottes Gunst und Gnadengaben sind mit ihnen.

Die Reichen sind größtenteils nachlässig, unaufmerksam, vom Weltlichen durchdrungen und von ihren Geldmitteln abhängig.

Die Armen hingegen sind von Gott abhängig und verlassen sich auf Ihn und nicht auf sich selbst.

Deshalb sind die Armen der Schwelle Gottes und Seinem Throne näher.
Jesus war ein armer Mann. Eines Nachts, als Er draußen auf den Feldern war, begann es zu regnen. Er konnte nirgendwo Zuflucht finden, also hob Er den Blick zum Himmel und sprach: »O Vater! Den Vögeln des Himmels hast Du Nester erschaffen, den Schafen einen Pferch, den Tieren Höhlen, den Fischen Zufluchtsorte, aber Mir hast Du keinen Unterschlupf gewährt. Es gibt keinen Ort, an dem Ich Mein Haupt zur Ruhe betten könnte. Mein Bett ist der kalte Boden, Meine Lampen in der Nacht sind die Sterne, und Meine Nahrung ist das Gras auf dem Feld. Doch wer auf Erden ist reicher als Ich? Denn den größten Segen hast Du nicht den Reichen und Mächtigen gewährt, sondern Mir, denn Du hast Mir die Armen anvertraut. Mir hast Du diesen Segen gewährt. Sie sind Mein. Darum bin Ich der reichste Mensch auf Erden.«
Also, meine Gefährten, ihr folgt den Spuren Jesu Christi. Eure Leben ähneln Seinem Leben; eure Haltung ist wie Seine; ihr ähnelt Ihm mehr als die Reichen. Deshalb lasst uns Gott danken, dass wir so mit wahrem Reichtum gesegnet wurden. Und so bitte ich euch zum Abschluss, 'Abdu'l-Bahá als euren Diener anzunehmen.
Am Ende dieses Treffens stand 'Abdu'l-Bahá am Bowery Eingang vor der Missionshalle, schüttelte vier- oder fünfhundert Menschen die Hand und legte in jede Handfläche eine Silbermünze.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Washington, D.C.

20. bis 25. April 1912

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20. April 1912
Ansprache während der Konferenz zur Einheit des Ostens und des Westens Saal der Öffentlichen Bibliothek, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Ich bin überglücklich, heute Abend einem Publikum wie diesem zu begegnen. Ich komme aus dem Osten und bin in den Westen gereist, um die Menschen hier zu treffen. Preis sei Gott! In den Gesichtern der hier Versammelten nehme ich das Licht Gottes wahr. Ich sehe dies als einen Beweis für die Möglichkeit, den Osten und den Westen zu vereinen und eine perfekte Verbindung zwischen Persien und Amerika herzustellen – eines der Ziele dieser Konferenz. Für die Perser gibt es keine geeignetere Regierung als die der Vereinigten Staaten von Amerika, um zur Entwicklung ihrer natürlichen Ressourcen und zur Unterstützung bei ihren nationalen Bedürfnissen in einem wechselseitigen Bündnis beizutragen, und für die Amerikaner könnte es kein besseres industrielles Absatzgebiet und keinen besseren Markt geben als den noch nicht erschlossenen Wirtschaftsraum Persiens. Der Reichtum an Bodenschätzen in Persien ist immer noch unerschlossen und unberührt. Ich hoffe, dass die große amerikanische Demokratie entscheidend zur Erschließung dieser verborgenen Ressourcen beiträgt und dass zwischen der amerikanischen Republik und der Regierung Persiens ein Band der vollkommenen Freundschaft und Einheit geknüpft wird. Möge diese Verbindung, ob materiell oder geistig, gut gefestigt werden. Möge die materielle Zivilisation Amerikas sich in Persien zur vollen Wirksamkeit entfalten und verankern, und möge die geistige Kultur Persiens in Amerika Akzeptanz und Resonanz finden.
Einige Lebewesen können abgeschieden und allein leben. Ein Baum etwa vermag ohne die Hilfe und Zusammenarbeit mit anderen Bäumen zu leben. Manche Tiere leben isoliert und fernab von ihren Artgenossen. Für den Menschen ist dies jedoch nicht möglich. Für sein Leben und Wesen sind Zusammenarbeit und Gemeinschaft unverzichtbar. Durch Gemeinschaft und Begegnung erfahren wir Glück und Entwicklung, einzeln und als Gesellschaft.
Wenn zum Beispiel zwei Dörfer Kontakt miteinander pflegen und zusammenarbeiten, wird der Fortschritt jedes der beiden gesichert sein. Genauso werden zwei Städte davon profitieren und voranschreiten, wenn zwischen ihnen Austausch besteht. Und wenn eine Grundlage für gegenseitiges Verständnis zwischen zwei Ländern geschaffen wird, werden sie sich in ihren individuellen und gemeinsamen Belangen großartig entwickeln. Darum sehe ich in der Einheit dieser strahlenden Versammlung die Verbindung zwischen dem Orient und dem Okzident. Diese Einheit ist das Mittel und Instrument der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ländern des Ostens und des Westens. Man sieht also deutlich, dass die Ergebnisse, die auf grundlegender Übereinstimmung und Einvernehmen beruhen, zahllos und grenzenlos sind. Persien und Amerika werden dadurch gewiss reichlich Früchte ernten. Persien wird eine Blütezeit materiellen Fortschritts erleben und für den amerikanischen Handel werden die Türen weit geöffnet sein.
Darüber hinaus sollen große Liebe und ein Strom der Zuneigung diese beiden in großer Entfernung voneinander lebenden Völker verbinden und vereinen, denn Bahá'u'lláh hat der Welt die Solidarität der Völker und die Einheit der Menschheit verkündet. An die ganze Menschheit gewandt sagte Er: »Ihr seid alle die Blätter eines Baumes und die Tropfen eines Meeres.« Die Menschenwelt wurde von Ihm als eine Einheit bezeichnet, als eine Familie. Es ist daher zu hoffen, dass das amerikanische und das persische Volk in gegenseitiger Liebe verbunden und vereint werden. Mögen sie zu einem Volk werden, ausgestattet mit der gleichen Empfänglichkeit. Mögen diese Bande der Freundschaft und des Einvernehmens fest verankert werden.
Bahá'u'lláh verbrachte vierzig Jahre Seines Lebens in Gefängnis und Verbannung, um das Banner der Einheit der Menschheit zu erheben. Dafür ertrug Er all diese Qualen und Schwierigkeiten. Er war der Herrschaft 'Abdu'l-ḤamídsA5 unterworfen. Auch ich war im Gefängnis 'Abdu'l-Ḥamíds, bis das Komitee für Einheit und Fortschritt die Standarte der Freiheit hisste und meine Fesseln entfernt wurden. Sie erwiesen mir große Freundlichkeit und Liebe. Ich wurde befreit und konnte so in dieses Land reisen. Ohne das Zutun dieses Komitees wäre ich heute Abend nicht hier bei Ihnen. Darum sollten Sie alle Beistand und Ermutigung für dieses Komitee erbitten, durch das die Freiheit der Türkei ausgerufen wurde.
Kurzum, ich bin diese weite Strecke gereist, habe auf dem Weg zu diesem westlichen Kontinent den Atlantik überquert, in dem Wunsch und in der Hoffnung, dass das stärkste Band, das der Einheit, zwischen Amerika und Persien errichtet werde. Ich weiß, dass dies auch Ihr Wunsch und Ihre Absicht ist, und ich bin mir Ihrer Zusammenarbeit gewiss. Lassen Sie uns darum an der göttlichen Schwelle dafür beten, dass eine große Liebe die Herzen der Menschen ergreife und die Völker der Welt vereine. Wir werden beten, dass das Banner des Weltfriedens erhoben und die Einheit der Menschenwelt verwirklicht wird. Durch Ihre Bemühungen wird all dies möglich und durchführbar. Möge diese amerikanische Demokratie die erste Nation werden, die die Grundlage für eine internationale Einigung legt. Möge sie als erste Nation den alle umfassenden Charakter der Menschheitsfamilie verkünden. Möge sie die erste sein, die das Banner des Größten Friedens hisst, und möge diese demokratische Nation diese menschenfreundlichen Absichten und Lehren in der ganzen Welt verbreiten. Wahrlich, dies ist eine große und angesehene Nation. Hier hat die Freiheit ihren höchsten Grad erreicht. Die Absichten ihrer Bürger sind überaus lobenswert. Sie sind würdig, die Ersten zu sein, die das Thronzelt des Größten Friedens errichten und die Einheit der Menschheit verkünden. Ich flehe zu Gott, Sie zu ermutigen und Ihnen beizustehen.

– 15 –

21. April 1912
Ansprache im Studio Hall 1219 Connecticut Avenue, Washington D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Ich bin hierhergekommen, um euch zu besuchen.

Mit größter Sehnsucht habe ich mir gewünscht, euch zu sehen.

Als mir klar wurde, dass ihr nur sehr schwer zu mir kommen könntet und nur sehr wenige solch eine Reise unternehmen könnten, beschloss ich, zu euch zu kommen, damit sich alle über die Begegnung freuen können.

Preis sei Gott!

Ich bin hier und schaue in eure Gesichter – Gesichter, die vor innerer Schönheit strahlen, Herzen, die vom Königreich Abhá angezogen sind, und Seelen, die durch die frohen Botschaften Gottes beschwingt sind.

Daher erlebe ich die größtmögliche Freude.

Natürlich beruht diese Freude auf Gegenseitigkeit, denn unsere Herzen sind miteinander verbunden und von denselben Schwingungen erfüllt.

Die Flamme und das Licht der Liebe spiegeln sich in allen.

Jedes Herz ist erfüllt von geistigen Empfänglichkeiten und sehnlichen Wünschen.

Selbst wenn wir in jedem Augenblick an der Schwelle Gottes hunderttausend Danksagungen für diese Liebe darbringen würden, die Orient und Okzident zusammengeführt hat, könnten wir unsere Dankbarkeit nicht angemessen zum Ausdruck bringen.

Wenn alle Mächte der Erde versuchen sollten, diese Liebe zwischen Ost und West hervorzubringen, würden sie sich als unfähig erweisen.

Diese Einheit zu errichten wäre ihnen unmöglich, selbst wenn sie es wollten.

Aber durch die Macht des Heiligen Geistes hat Bahá'u'lláh beides vollbracht, und dieses Band der Liebe und Einheit ist unauflöslich.

Es wird für alle Zeit bestehen bleiben, und von Tag zu Tag wird seine Macht zunehmen.

Bald wird es die Welt umspannen, und schließlich werden die Herzen aller Völker der Welt durch seine feste Umarmung zusammengebracht werden.

Die Menschenwelt wird zur Offenbarung des göttlichen Lichtes werden, und die Gaben Gottes werden alle umhüllen.

Sowohl in der materiellen als auch in der geistigen Kultur werden wir außergewöhnliche Fortschritte und Entwicklungen erleben.

Im gegenwärtigen Zyklus wird eine in der Geschichte beispiellose kulturelle Entwicklung stattfinden.

Bisher befand sich die Menschheit im Kindheitsstadium; jetzt nähert sie sich der Reife.

Der Mensch erlangt sein höchstes Maß an körperlicher Stärke und ausgereiften intellektuellen Fähigkeiten, sobald er das Alter der Reife erreicht.

In nur einem Jahr dieser Reifezeit kann eine beispiellose Entwicklung beobachtet werden.

In gleicher Weise wird die Menschenwelt in diesem Zyklus ihrer Vervollkommnung und Vollendung einen unermesslichen Aufschwung erleben.

Die Fähigkeit zur Vollendung, die Gott, dieser überall wirkende Universelle Geist, in jedem Individuum angelegt hat, wird sich wie etwa die verstandesmäßigen Anlagen in unendlichen Stufen der Vervollkommnung offenbaren.
Danket deshalb Gott, dass ihr in diesem strahlenden Jahrhundert ins Dasein gekommen seid, in dem die Gaben Gottes aus allen Richtungen erscheinen, die Tore des Königreichs für euch geöffnet wurden, der Ruf Gottes verkündet wird und sich die Tugenden der menschlichen Welt fortlaufend entfalten. Der Tag ist gekommen, an dem alle Dunkelheit beseitigt werden und die Sonne der Wahrheit strahlend aufleuchten wird. Diese Zeit auf Erden kann man mit der Tagundnachtgleiche im Jahreszyklus vergleichen. Denn dies ist wahrlich die Frühlingszeit Gottes. In den Heiligen Büchern wurde verheißen, dass die Frühlingszeit Gottes sich offenbaren, die Heilige Stadt Jerusalem vom Himmel herniederkommen, dass Zion frohlocken und tanzen und das Heilige Land in das Meer göttlichen Strahlenglanzes eintauchen wird.
Zur Zeit der Frühlingstagundnachtgleiche kann man in der materiellen Welt im gesamten Pflanzenreich eine wunderbar pulsierende, belebende Energie beobachten.

Das Tierreich und die Menschenwelt werden wiederbelebt und entwickeln sich mit neuem Antrieb weiter.

Die ganze Welt wird neu geboren und auferweckt.

Sanfte Frühlingsbrisen erheben sich, wehen und duften, Blumen und Bäume erblühen, die Luft ist mild und angenehm.

Wie entzückend und schön werden die Berge, Wiesen und Auen.

Ebenso beleben die geistigen Gaben und die Frühlingszeit Gottes die Menschenwelt mit einem neuen Geist und neuer Lebenskraft.

Alle Tugenden, die im menschlichen Herzen als Möglichkeit angelegt sind, werden von dieser Wirklichkeit wie Blumen und Blüten göttlicher Gärten enthüllt.

Es ist ein Tag der Freude, eine Zeit der Glückseligkeit, eine Phase geistigen Wachstums.

Ich flehe zu Gott, dass diese geistige Kultur Gottes den höchsten Einfluss und die größte Wirkung auf euch haben möge.

Möget ihr wie wachsende Pflanzen werden.

Mögen die Bäume eurer Herzen neue Blätter und vielfältige Blüten hervorbringen.

Mögen aus ihnen vollkommene Früchte hervorgehen, damit die Menschenwelt, die in der materiellen Zivilisation weit fortgeschritten und entwickelt ist, durch die Verwirklichung geistiger Ideale belebt werden kann.

So wie der menschliche Verstand die Geheimnisse der Materie gelüftet und die Mysterien der Natur aus dem Bereich des Unsichtbaren hervorgeholt hat, mögen ebenso Geist und Seele des Menschen das Wissen um die göttlichen Wahrheiten erlangen und sich die Wirklichkeit des Königreichs in den Herzen der Menschen offenbaren.

Dann wird die Welt zum Paradies Abhá, das Banner des Größten Friedens wird erhoben werden und die Einheit der Menschenwelt wird in ihrer ganzen Schönheit, Herrlichkeit und Bedeutsamkeit sichtbar werden.

Und jetzt, da ich in eurer Gegenwart bin, möchte ich für euch beten.

Richtet eure Herzen aufmerksam auf das Königreich Abhá.
Gebet auf Persisch
Ich hoffe, dass das Gebet, mit dem ich mich in eurem Namen an das Königreich Abhá gewandt habe, bald beantwortet wird und sich seine Ergebnisse und Wirkungen in euren Herzen und in eurem Leben zeigen.

– 16 –

21. April 1912
Ansprache in der Universalist Church Thirteenth and L Streets, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Die Lehren dieser Kirche und ihr Glaubensbekenntnis, von ihrem verehrten Pfarrer so treffend vorgebracht, sind wirklich zu begrüßen, geheiligt und des Lobes und der Verherrlichung wert, denn diese Grundsätze stehen im Gegensatz zu den tief verwurzelten religiösen Vorurteilen dieser Zeit. Vorurteile, die sich aus dem Festhalten an religiösen Bräuchen und der Nachahmung angestammter Glaubenssätze ergeben, haben offensichtlich den Fortschritt der Menschheit über Jahrtausende hinweg behindert. Wie viele Kriege und Schlachten wurden ausgetragen, wie viel Spaltung, Zwietracht und Hass entstanden durch solche Vorurteile! Da aber dieses Jahrhundert ein Jahrhundert der Offenbarung der Wahrheit ist, werden – Preis sei Gott – die Gedanken der Menschen auf die Wohlfahrt und Einheit der Menschheit gelenkt. Tag für Tag schwindet das Trugbild der Nachahmung dahin, und das Meer der Wahrheit brandet heftiger. Alle Völker hatten ursprünglich eine göttliche Grundlage der Wahrheit oder Wirklichkeit. Dadurch sollten Einheit und Eintracht der Menschheit gefördert werden, aber das Licht dieser Wahrheit wurde allmählich verdüstert. Die Dunkelheit des Aberglaubens und der Nachahmung trat an seine Stelle und schlug die Welt der Menschheit in Ketten und Fesseln der Unwissenheit. Feindschaft erhob sich unter den Menschen und wuchs zu solch einem Ausmaß, dass die Völker einander voller Hass und Gewalt bekämpften. Kriege wurden zum religiösen und politischen Menschheitserbe.
Jetzt ist es genug! Wir müssen die Wahrheit erforschen. Wir müssen jeden Aberglauben beseitigen. Es ist eine offensichtliche Wahrheit, dass die ganze Menschheit Gottes Schöpfung ist. Alle sind Seine Diener und stehen unter Seinem Schutz. Alle sind Empfänger Seiner Gaben. Gott ist gütig zu allen Seinen Dienern. Allenfalls sind einige unwissend; sie brauchen Bildung, damit sie verständig werden. Manche sind unreif wie Kinder; sie brauchen Hilfe und Unterstützung, damit sie zur Reife gelangen. Einige sind krank und leiden; sie brauchen Heilung. Aber ein leidender Patient darf nicht durch eine falsche Behandlung belastet werden. Ein Kind darf in seiner Entwicklung nicht verbogen oder behindert werden. Ein Unwissender darf nicht durch Tadel und Kritik eingeschränkt werden. Wir müssen nach dem echten, wahren Heilmittel suchen.
Alle Propheten Gottes, einschließlich Jesus Christus, erschienen auf der Welt, um die Menschheit zu erziehen, unreifen Seelen zur Reife zu verhelfen, Unwissende in Wissende zu verwandeln und so durch göttliche Erziehung und Ausbildung Liebe und Einheit zu stiften. Die Propheten sind nicht gekommen, um Zwietracht und Feindseligkeit zu säen. Denn Gott wünscht für Seine Diener nur Gutes, und wer den Dienern Gottes Böses will, ist gegen Gott; er hat dem Willen Gottes nicht gehorcht und ist nicht Seinem Beispiel gefolgt, vielmehr folgt er teuflischen Weisungen und Wegen. Die Eigenschaften Gottes sind Liebe und Gnade. Die Eigenschaft des Teufels ist Hass. Daher zeigt derjenige, der barmherzig und gütig zu seinen Mitmenschen ist, göttliche Eigenschaften, und wer hasserfüllt und feindselig gegen ein Mitgeschöpf ist, ist teuflisch. Wie Jesus Christus erklärte, ist Gott vollkommene Liebe und der Teufel tiefster Hass. Seien Sie versichert, dass sich die Barmherzigkeit Gottes offenbart, wann immer Liebe sich zeigt. Wann immer Ihnen Hass und Feindschaft begegnet, seien Sie versichert, dass dies die Zeichen und Eigenschaften des Teufels sind. Die Propheten sind in dieser Welt mit dem Auftrag erschienen, dass die menschlichen Seelen zu Erscheinungen des Barmherzigen werden, dass sie erzogen werden und sich entwickeln, Liebe und Freundschaft erlangen und Frieden und Eintracht stiften.
In der Welt des Seins ist das Tier ein Gefangener der Natur. Sein Verhalten richtet sich nach den Zwängen und Bedingungen der Natur. Es hat weder Bewusstsein noch Verständnis für Gut und Böse. Es folgt einfach seinem natürlichen Instinkt und seiner Neigung. Die Propheten Gottes sind gekommen, um dem Menschen den Weg der Rechtschaffenheit zu zeigen, damit er nicht seinem natürlichen Trieb folgt, sondern sein Handeln vom Licht Ihrer Gebote und Ihres Beispiels leiten lässt. Entsprechend Ihrer Lehren sollte der Mensch das tun, was nach der Maßgabe der Vernunft und dem Urteil des Verstandes als lobenswert erachtet wird, selbst wenn es seiner natürlichen menschlichen Neigung widerspräche. Er sollte nichts tun, was nach diesem Maßstab für unwürdig befunden wird, auch wenn es seinem natürlichen Impuls und seinem Verlangen entspräche. Deshalb muss der Mensch den Eigenschaften des Barmherzigen folgen und sie verwirklichen.
Die unvollkommenen Mitglieder der Gesellschaft, die schwachen Seelen unter den Menschen, folgen ihrer natürlichen Neigung. Ihr Leben und Handeln stimmen mit ihren Neigungen überein; sie sind Gefangene ihrer körperlichen Bedürfnisse; sie stehen nicht in Verbindung und im Einklang mit den geistigen Gaben. Der Mensch hat zwei Seiten: die körperliche Seite, die der Natur unterstellt ist, und die barmherzige oder göttliche Seite, die mit Gott verbunden ist. Wenn die körperlichen oder natürlichen Anlagen im Menschen die Oberhand über die himmlischen und barmherzigen gewinnen, wird er zum niedrigsten aller tierischen Geschöpfe. Wenn jedoch das Göttliche und Geistige in ihm über die menschliche und natürliche Seite triumphiert, dann ist er wahrhaftig ein Engel. Die Propheten kommen in diese Welt, um die Menschheit zu führen und zu erziehen, damit die tierische Natur des Menschen schwinde und das Himmlische in seinen Kräften erweckt werde. Die göttliche Seite oder die geistige Natur besteht aus dem Odem des Heiligen Geistes. Die Wiedergeburt, von der Jesus sprach, bezieht sich auf das Erscheinen dieser himmlischen Natur im Menschen. Sie kommt in der Taufe mit dem Heiligen Geist zum Ausdruck, und wer mit dem Heiligen Geist getauft ist, ist eine wahre Offenbarung der göttlichen Barmherzigkeit für die Menschheit. Dann wird er gerecht und gütig gegenüber der ganzen Menschheit; niemandem begegnet er mit Vorurteilen oder bösem Willen und er verschmäht keine Nation und kein Volk.
Die Grundlagen der göttlichen Religionen sind eins. Wenn wir diese Grundlagen untersuchen, entdecken wir viel Nährboden für Übereinstimmung, aber wenn wir auf die Nachahmung von Bräuchen und überlieferten Glaubenssätzen schauen, finden wir manche Uneinigkeit und Spaltung, denn diese Nachahmungen unterscheiden sich voneinander, während Ursprung und Grundlagen der Religionen ein und dieselben sind. Das heißt, die Grundlagen fördern Einheit, Nachahmung jedoch bewirkt Uneinigkeit und Trennung. Wer die Menschheit nicht liebt oder einem Teil davon mit Hass und Fanatismus begegnet, verletzt die Grundlage und den Ursprung seines eigenen Glaubens und hält an Äußerlichkeiten und Nachahmungen fest. Jesus Christus erklärte, dass die Sonne auf die Schlechten und die Guten scheint und der Regen auf die Gerechten und die Ungerechten niedergeht – auf die ganze Menschheit ohne Unterschied. Christus war die göttliche Barmherzigkeit, die auf die ganze Menschheit schien. Er war der Mittler, durch den die Gaben Gottes herniederkamen. Und die Gaben Gottes überschreiten Bewusstsein und Erfahrung, sind unbeschränkt und allumfassend.
Der verehrte Pfarrer las aus den Worten des Evangeliums:

»Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten.« A6 Das Jahrhundert ist angebrochen, in dem der Geist der Wahrheit der Menschheit diese Wahrheiten offenbaren kann; er kann dieses Wort verkünden, die wahren Grundlagen des Christentums begründen und die Nationen und Völker von den Fesseln äußerlicher Formen und Nachahmungen befreien.

Die Ursachen von Zwietracht, Vorurteilen und Feindseligkeiten werden beseitigt und die Grundlagen für Liebe und Freundschaft gelegt.

Deshalb müssen Sie alle mit Herz und Seele danach streben, dass Feindseligkeit gänzlich aufhört und Streit und Hass völlig aus der Mitte der Menschenwelt verschwinden.

Sie müssen auf die Ermahnung dieses Geistes der Wahrheit hören.

Sie müssen dem Beispiel und den Spuren Jesu Christi folgen.

Lesen Sie die Evangelien.

Jesus Christus war die Gnade selbst, war die Liebe selbst.

Er betete sogar für Seine Henker – für diejenigen, die Ihn kreuzigten – mit den Worten:

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« A7 Wenn sie gewusst hätten, was sie tun, hätten sie es nicht getan.

Bedenken Sie, wie gütig Jesus Christus war, dass Er selbst am Kreuz für Seine Unterdrücker betete.

Wir müssen Seinem Beispiel folgen.

Wir müssen den Propheten Gottes nacheifern.

Wir müssen Jesus Christus folgen.

Wir müssen uns von all den Nachahmungen befreien, die die Ursache für das Dunkel in dieser Welt sind.
Ich will Ihnen eine Frage stellen:

Hat Gott uns für Liebe erschaffen oder für Feindseligkeit?

Hat Er uns für Frieden erschaffen oder für Zwietracht?

Natürlich hat Er uns für die Liebe erschaffen.

Darum sollten wir in Übereinstimmung mit Seinem Willen leben.

Hören Sie auf nichts, was einem Vorurteil entspringt, denn Eigennutz veranlasst Menschen, Vorurteilen nachzugeben.

Sie verfolgen dann nur ihre eigenen Wünsche und Ziele.

Sie leben und wandeln im Dunkeln.

Bedenken Sie, wie viele verschiedene Völker und unterschiedliche religiöse Überzeugungen es gab, als Christus erschien.

Es herrschte Feindschaft und Streit zwischen den Römern, Griechen, Assyrern, Ägyptern, sie alle bekämpften und bekriegten einander.

Christus einte sie durch den Odem des Heiligen Geistes und verwandelte sie in eine Gemeinschaft, sodass keine Spur des Streites zurückblieb.

Unter Seinem Banner wurden sie geeint und lebten dank Seiner Lehren in Frieden.

Was ist vorzuziehen und löblicher?

Dem Beispiel Jesu Christi zu folgen oder teuflische Neigungen an den Tag zu legen?

Lassen Sie uns mit aller Kraft danach streben, den Osten und den Westen zu vereinen, sodass die Völker vorangebracht werden und alle nach der einen Grundlage der Religionen Gottes leben können.

Der Wesenskern der göttlichen Religion besteht aus einer einzigen Wahrheit, unteilbar und nicht aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt.

Sie ist eine Einzige.

Und wenn wir das untersuchen und feststellen, dass sie eine einzige ist, haben wir eine Grundlage für die Einheit der Menschenwelt.

Ich werde für Sie beten und um Ermutigung und Unterstützung für Sie bitten.

– 17 –

22. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Seht, wie gut Bahá'u'lláh zu uns ist, wie groß die Kraft Seines Wortes! Aus welch fernen Teilen der Welt hat Er uns in diesem Haus zusammengeführt und an diesem himmlischen Tisch zusammenkommen lassen, denn die Liebe hat ein Festmahl bereitet und 'Abdu'l-Bahá gebeten, dieses in Seinem Namen stattfinden zu lassen. Welch eine Vereinigung der Herzen ist hier zwischen Ost und West entstanden und welch eine Bestärkung durch Bahá'u'lláh zeigt sich hier! Wie hat Seine Güte alle umfangen! Wie hat sich Seine Gunst für alle vollendet!
Als die Muslime Persien eroberten, ging der oberste zoroastrische Hohepriester zum Weintrinken. Gemäß islamischem Gesetz ist Wein verboten, und wer Wein trinkt, muss mit einundachtzig Peitschenhieben bestraft werden. Darum nahmen die Muslime den Hohenpriester fest und peitschten ihn aus. Zu jener Zeit standen die Araber bei den Persern in sehr niedrigem und geringem Ansehen und wurden kaum als Menschen betrachtet. Da Muḥammad Araber war, schauten die Perser mit Verachtung auf Ihn herab; als aber der Hohepriester die Beweise der Macht Muḥammads sah, von der diese verachteten Leute beherrscht wurden, rief er aus: »O du arabischer Muḥammad, wie hast du das gemacht? Was hast du gemacht, dass dein Volk den Obersten Hohepriester der Zoroastrier festnehmen ließ, weil er etwas begangen hat, was in deiner Religion ungesetzlich ist?« Durch diesen Umstand wurde das Vorurteil überwunden, dessentwegen der Zoroastrier die Muslime gemieden hatte, denn er erkannte in den Geschehnissen den großen Einfluss, den Muḥammad auf diese Menschen ausübte.
Das heutige Treffen ist ein Beweis dafür, wie Bahá'u'lláh durch die Macht der Liebe Gottes einen wunderbaren geistigen Einfluss auf die ganze Welt ausübt. Aus den entlegensten Regionen Persiens und des Orients hat Er Menschen an diesen Tisch kommen lassen, damit sie sich mit den Menschen des Westens in höchster Liebe und Zuneigung, Einheit und Harmonie treffen. Seht, wie die Macht Bahá'u'lláhs den Osten und den Westen zusammengebracht hat. Und 'Abdu'l-Bahá steht bereit und dient euch. Es gibt weder Stock noch Schläge, weder Peitsche noch Schwert; allein die Macht der Liebe Gottes hat dies vollbracht.
In dieser Welt beurteilen wir eine Sache oder eine Bewegung nach ihrem Fortschritt und ihrer Entwicklung. Manche Bewegungen erscheinen, sind eine kurze Zeit lang aktiv und verschwinden dann wieder. Andere zeigen ein größeres Maß an Wachstum und Stärke, aber bevor ihre Entwicklung den Reifezustand erreicht, werden sie schwächer, lösen sich auf und fallen der Vergessenheit anheim. Keine der erwähnten Bewegungen ist fortschrittlich und dauerhaft.
Es gibt noch eine andere Art von Bewegung oder Sache, die von einem sehr kleinen, unauffälligen Anfang an mit sicherem und stetigem Fortschritt voranschreitet und sich allmählich verbreitet und ausweitet, bis sie weltweite Dimensionen angenommen hat. Die Bahá'í-Bewegung ist von dieser Art. Als Bahá'u'lláh beispielsweise mit 'Abdu'l-Bahá und dem Rest Seiner Familie aus Persien verbannt wurde, reisten sie durch viele Städte und Dörfer den langen Weg von Teheran nach Baghdád. Während der gesamten Reise trafen sie auf dem weiten Weg nicht einen einzigen Gläubigen der Sache, um derentwillen sie verbannt worden waren. Zu jener Zeit war weltweit nur sehr wenig über diese Bewegung bekannt. Selbst in Baghdád gab es nur einen Gläubigen, der noch in Persien von Bahá'u'lláh Selbst gelehrt worden war. Später tauchten zwei oder drei weitere auf. Ihr seht also, dass die Sache Bahá'u'lláhs anfangs nahezu unbekannt war, aber weil sie eine göttliche Bewegung ist, wuchs und entwickelte sie sich bis heute mit unwiderstehlicher geistiger Kraft. Wohin ihr auch reist – gen Ost oder West – und in welches Land auch immer, ihr werdet auf Bahá'í-Räte und -Institutionen treffen. Das ist ein Beweis dafür, dass die Bahá'í die Segnungen der Einheit und der fortschrittlichen Entwicklung in der ganzen Welt unter göttlicher Führung und Zielsetzung verbreiten, während andere Bewegungen, deren Aktivitäten und Erfolge nur von kurzer Dauer sind, keine wirkliche, universelle Bedeutung haben.

– 18 –

23. April 1912
Ansprache an der Howard University Washington, D.C.
Übersetzt von Amin Banani
Heute bin ich sehr glücklich, denn ich besuche hier eine Versammlung der Diener Gottes. Ich sehe Weiß und Schwarz zusammensitzen. Vor Gott gibt es keine Weißen und Schwarzen. Alle Farben sind eine, und das ist die Farbe der Dienstbarkeit für Gott. Duft und Farbe sind unwichtig. Das Herz ist wichtig. Wenn das Herz rein ist, spielen Weiß, Schwarz oder jegliche andere Farbe keine Rolle. Gott schaut nicht auf Farben, Er schaut auf die Herzen. Wessen Herz rein ist, der ist besser. Wessen Charakter besser ist, der ist wohlgefälliger. Wer sich stärker dem Königreiche Abhá zuwendet, der ist weiter fortgeschritten.
Im Reich des Daseins spielen Farben keine Rolle. Im Mineralreich führen Farben offensichtlich nicht zu Zwietracht. Im Pflanzenreich führen die Farben bunter Blumen nicht zu Zwietracht. Die Farben sorgen vielmehr für die Schönheit des Gartens, weil eine einzelne Farbe keinen Reiz hat. Aber wenn ihr viele bunte Blumen betrachtet, wirken sie reizvoll und prächtig.
Ebenso ist die Menschenwelt wie ein Garten, und die Menschen sind wie die bunten Blumen. Verschiedene Farben sind also eine Zier. Genauso gibt es im Tierreich viele Farben. Tauben haben viele Farben; trotzdem leben sie in völliger Harmonie. Sie schauen niemals auf die Farbe; stattdessen schauen sie auf die Art. Wie oft fliegen weiße Tauben zusammen mit schwarzen. Desgleichen schauen andere Vögel und an Farben reiche Tiere nie auf die Farbe – sie schauen auf die Art.
Überlegen Sie jetzt einmal: Obwohl die Tiere weder Vernunft noch Verstand haben, machen sie die Farben nicht zur Ursache von Konflikten. Warum sollte der Mensch, der über Vernunft verfügt, deswegen Konflikte entstehen lassen? Dies ist seiner gänzlich unwürdig. Weiß und Schwarz sind die Nachkommen desselben Adam. Sie gehören zu einem einzigen Haushalt. Ursprünglich waren sie eins, sie waren von der gleichen Farbe. Adam hatte nur eine Hautfarbe. Eva hatte nur eine Hautfarbe. Die ganze Menschheit stammt von ihnen ab. Darum sind sie ihrer Herkunft nach eins. Die Hautfarben entwickelten sich später aufgrund des Klimas und des Lebensraums. Sie haben überhaupt keine Bedeutung. Deshalb bin ich heute sehr glücklich, dass sich Weiß und Schwarz zu diesem Treffen versammelt haben. Ich hoffe, dass dieses Zusammentreffen und diese Harmonie einen solchen Grad erreichen, dass keine Unterschiede zwischen ihnen bestehen bleiben und sie in größter Harmonie und Liebe zusammen sein werden.
Aber ich möchte eines sagen, damit die Schwarzen den Weißen ihre Anerkennung zeigen und die Weißen den Schwarzen mit Liebe begegnen. Wenn Sie nach Afrika gehen und die Schwarzen Afrikas sehen, werden Sie gewahr werden, wie viel Fortschritt sie gemacht haben. Preis sei Gott! Sie sind wie die Weißen, es gibt keine großen Unterschiede mehr. Die Schwarzen Afrikas hingegen werden wie Knechte behandelt. Die erste Gleichberechtigungserklärung der Schwarzen wurde von weißen Amerikanern verkündet. A8 Wie haben sie gekämpft und Opfer gebracht, bis sie die Schwarzen befreiten! Dann verbreitete sich diese Befreiungsbewegung. Die Schwarzen Afrikas waren in völliger Knechtschaft, aber Ihre Gleichberechtigung führte auch zu deren Freiheit – das heißt, die europäischen Staaten ahmten die Amerikaner nach, und die Gleichberechtigungserklärung erlangte weltweit Gültigkeit. Die weißen Amerikaner bemühten sich um Ihretwillen darum. Ohne diese Bestrebungen wäre die allumfassende Gleichberechtigung nicht verkündet worden.
Deshalb müssen Sie den weißen Amerikanern sehr wertschätzend begegnen und die Weißen müssen Ihnen gegenüber sehr liebevoll sein, damit Sie in allen menschlichen Belangen voranschreiten können. Streben Sie gemeinsam danach, außerordentliche Fortschritte zu machen und sich völlig miteinander zu mischen. Kurz gesagt, Sie müssen sehr dankbar gegenüber den Weißen sein, die die Ursache für Ihre Freiheit in Amerika waren. Wären Sie nicht befreit worden, wären auch andere Schwarze nicht befreit worden. Jetzt sind – Preis sei Gott! – alle frei und leben in Ruhe. Ich bete dafür, dass Ihr guter Charakter und Ihr Verhalten eine Stufe erreichen, auf der die Bezeichnungen ›Schwarz‹ und ›Weiß‹ verschwinden werden. Alle sollen schlicht ›Mensch‹ genannt werden, so wie in einem Taubenschwarm jedes Tier ›Taube‹ heißt. Es wird nicht Schwarz oder Weiß genannt. Mit anderen Vögeln ist es genauso.
Ich hoffe, dass Sie eine so hohe Stufe erreichen – und das ist nur möglich durch Liebe. Sie müssen versuchen, Liebe zwischen Ihnen entstehen zu lassen. Diese Liebe kommt nur zustande, wenn Sie Anerkennung gegenüber den Weißen zeigen und die Weißen Sie liebevoll behandeln und sich bemühen, Ihr Voranschreiten zu fördern und Ihr Ansehen zu steigern. Das wird Liebe erzeugen. Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß werden völlig getilgt werden; ja, ethnische und nationale Unterschiede werden alle verschwinden.
Ich freue mich sehr, bei Ihnen zu sein, und danke Gott, dass dieses Treffen aus Menschen beider Hautfarben besteht und beide in perfekter Liebe und Harmonie versammelt sind. Ich hoffe, dass dies zum Beispiel umfassender Harmonie und Liebe wird, bis es keine Bezeichnung mehr gibt außer ›Menschheit‹. Eine solche Bezeichnung zeigt die Vollkommenheit der Menschenwelt und ist die Ursache für ewigen Ruhm und menschliches Glück. Ich bete, dass Sie sich in größter Harmonie und Liebe begegnen und danach streben, einander ein angenehmes Leben zu ermöglichen.

– 19 –

23. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Seit dem Tagesanbruch heute Morgen bis jetzt habe ich gesprochen; aber aus Liebe, Verbundenheit und dem Wunsch, bei euch zu sein, bin ich hergekommen, um noch einmal kurz zu sprechen.

In den letzten Tagen hat sich ein schreckliches Ereignis in der Welt zugetragen, ein Ereignis, das jedes Herz betrübt und jeden Geist bekümmert.

Ich meine damit die Titanic-Katastrophe, bei der viele unserer Mitmenschen ertranken, etliche wunderbare Seelen dieses irdische Leben verließen.

Obwohl ein solches Ereignis wirklich beklagenswert ist, müssen wir erkennen, dass hinter allem, was geschieht, irgendeine Weisheit steht und nichts ohne Grund geschieht.

Darin liegt ein Geheimnis; aber welcher Grund, welches Geheimnis auch immer – es war ein sehr trauriger Vorfall, der viele Augen mit Tränen gefüllt und viele Seelen in Verzweiflung gestürzt hat.

Ich war sehr betroffen von dieser Katastrophe.

Einige von denen, die umgekommen sind, reisten mit uns auf der Cedric bis Neapel und stiegen danach auf das andere Schiff um.

Wenn ich an sie denke, bin ich wirklich sehr traurig.

Aber wenn ich dieses Unglück aus einem anderen Blickwinkel betrachte, tröstet mich die Erkenntnis, dass die Welten Gottes unendlich sind.

Obwohl die Verstorbenen dieses Daseins beraubt wurden, haben sie andere Möglichkeiten im Leben danach, wie auch Christus sagte:

»In Meines Vaters Haus gibt es viele Wohnungen.« A9 Sie wurden aus dem Zeitlichen abberufen und in die Ewigkeit versetzt.

Sie gaben dieses stoffliche Dasein auf und traten durch die Tore der geistigen Welt.

Nach den Vergnügungen und Annehmlichkeiten des Irdischen genießen sie jetzt eine viel dauerhaftere und echtere Freude und Glückseligkeit, denn sie sind zum Reiche Gottes geeilt.

Die Barmherzigkeit Gottes ist grenzenlos, und es ist unsere Pflicht, in unseren Gebeten und unserem Flehen dieser verstorbenen Seelen zu gedenken, damit sie der Quelle selbst immer näher kommen.
Die menschlichen Lebensbedingungen können mit dem Mutterleib verglichen werden, aus dem ein Kind in die Weite der irdischen Welt hineingeboren werden soll.

Dem kleinen Kind fällt es zunächst sehr schwer, sich auf sein neues Leben einzustellen.

Es weint, als ob es nicht von seiner engen Wohnstätte getrennt werden möchte, denn in seiner Vorstellung ist das Leben auf diesen begrenzten Raum beschränkt.

Es sträubt sich, sein Heim zu verlassen, aber die Natur zwingt es in diese Welt hinein.

Nachdem es in seinem neuen Umfeld angekommen ist, stellt es fest, dass es aus der Dunkelheit in eine Sphäre des Lichtes gelangt ist, aus einer düsteren und begrenzten Umgebung wurde es in eine weiträumige und wunderbare Umgebung versetzt.

Seine Nahrung erhielt es durch das Blut der Mutter; jetzt kann es sich an köstlichen Speisen erfreuen.

Sein neues Leben ist voller Helligkeit und Schönheit.

Mit Staunen und Entzücken erblickt es Berge, Wiesen und grüne Felder, Flüsse und Brunnen, die wunderbaren Sterne.

Es atmet die belebende Luft und dann preist es Gott für seine Befreiung aus der Enge seiner früheren Umgebung und dafür, dass es die Freiheit des neuen Reiches erlangt hat.

Diese Analogie beschreibt das Verhältnis der vergänglichen Welt zum Jenseits – den Übergang der menschlichen Seele aus dem Dunkel und der Ungewissheit in das Licht und die Wirklichkeit des ewigen Königreichs.

Zuerst ist es sehr schwierig, den Tod willkommen zu heißen, aber nachdem die Seele in ihr neues Umfeld gelangt ist, ist sie dankbar dafür, denn sie wurde aus den Fesseln der Begrenzungen erlöst, um sich der Freiheiten der Grenzenlosigkeit zu erfreuen.

Sie wurde aus einer Welt der Sorge, des Kummers und der Prüfungen befreit, um in einer Welt unendlicher Glückseligkeit und Freude zu leben.

Sie hat das mit den Sinnen Erfassbare und Stoffliche hinter sich gelassen, um die Möglichkeiten der vollkommenen und geistigen Welt zu erlangen.

Darum sind die Seelen derer, die von der Erde schieden und ihre sterbliche Pilgerreise in der Katastrophe der Titanic beendeten, in eine Welt geeilt, die dieser überlegen ist.

Sie sind aus dieser Dunkelheit und diesem getrübten Blickfeld in das Reich des Lichtes aufgestiegen.

Dies sind die einzigen Überlegungen, die ihre Hinterbliebenen beruhigen und trösten können.
Darüber hinaus haben diese Ereignisse tiefere Gründe. Ihr Ziel und Zweck ist es, dem Menschen bestimmte Erkenntnisse zu vermitteln. Wir leben in einer Zeit, in der man sich ganz auf materielle Gegebenheiten verlässt. Die Menschen wähnen, die gewaltige Größe und Stärke eines Schiffes, die perfekten Maschinen oder das Geschick eines Steuermannes würden Sicherheit garantieren. Doch zuweilen ereignen sich solche Unglücksfälle, damit die Menschen erkennen, dass Gott der wahre Beschützer ist. Wenn Gott den Menschen beschützen will, kann ein kleines Boot der Zerstörung entgehen, während das größte und bestgebaute Schiff mit dem erfahrensten und geschicktesten Steuermann einer Gefahr, wie sie kürzlich das Meer barg, nicht zu entrinnen vermag. Das geschieht, damit sich die Menschen in dieser Welt Gott zuwenden, dem Einzigen Beschützer; damit sich die Menschenseelen auf Seinen Schutz verlassen mögen und erkennen, dass dass Er die wahre Sicherheit ist. Diese Ereignisse geschehen, um den Glauben des Menschen wachsen zu lassen und zu stärken. Deshalb müssen wir, auch wenn wir uns traurig und hoffnungslos fühlen, Gott anflehen, dass Er unsere Herzen dem Königreich zuwende, und im Glauben an Seine grenzenlose Gnade für diese verstorbenen Seelen beten, damit sie sich, obgleich dieses irdischen Lebens beraubt, eines neuen Daseins in den erhabenen Wohnstätten des Himmlischen Vaters erfreuen mögen.
Niemand soll jedoch denken, diese Worte besagten, dass der Mensch nicht sorgfältig und vorsichtig in seinen Unternehmungen sein sollte. Gott hat den Menschen mit Vernunft ausgestattet, damit er sich selbst sichern und beschützen kann. Deshalb muss er sich mit allem versorgen und umgeben, was wissenschaftliche Sachkenntnis hervorbringen kann. Er muss besonnen, umsichtig und gründlich in seinen Vorhaben sein, die besten Schiffe bauen und die erfahrensten Kapitäne einsetzen, doch obendrein muss er Gott vertrauen und an Ihn als den alleinigen Erhalter glauben. Unter Gottes Schutz kann nichts die Sicherheit des Menschen gefährden; und wenn dieser Schutz nicht Seinem Willen entspricht, werden keinerlei Vorbereitungen und Vorsichtsmaßnahmen nützen.

– 20 –

23. April 1912
Ansprache in der Bethel Literary Society der Metropolitan African Methodist Episcopal Church M Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Der Anblick dieser Versammlung heute Abend erinnert mich unwillkürlich an einen wunderschönen Strauß Veilchen, der in verschiedenen Farben, dunkel und hell, gebunden ist. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine gerechte und freie Regierung haben, denn ich sehe Schwarze und Weiße in völliger Harmonie und Übereinstimmung zusammensitzen. Die Herzen sind vereint. Diese gerechte Regierung ermöglicht ein solches Treffen. Sie sollten Gott fortwährend danken, dass Sie die Sicherheit und den Schutz einer Regierung genießen, die Ihre Entwicklung fördert und mit unparteiischer Gerechtigkeit und Gleichheit wie ein Vater alle regiert – es gibt keinen größeren Segen in der Menschenwelt. Heute Abend werde ich über wissenschaftliche Themen zu Ihnen sprechen.
Die Menschheit verfügt über zahlreiche Vorzüge, aber am vortrefflichsten von allen ist die Wissenschaft. Der Unterschied, der den Menschen über die Stufe des Tieres emporhebt, ist auf dieses herausragende Merkmal zurückzuführen. Es ist eine Gabe Gottes, nicht materiell, sondern göttlich. Die Wissenschaft ist der Strahlenglanz der Sonne der Wahrheit, die Fähigkeit, die Wirklichkeit des Universums zu entdecken und zu erforschen, das Mittel, mit dem der Mensch einen Weg zu Gott findet. Der Ursprung aller Kräfte und Eigenschaften des Menschen ist irdisch und ererbt – Ergebnisse der Naturprozesse – mit Ausnahme des Verstandes, der über der Natur steht. Durch kluges und vernünftiges Forschen entdeckt die Wissenschaft alles. Sie schlägt die Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit, deckt die Geschichte längst vergangener Völker und Ereignisse auf und vermittelt dem heutigen Menschen das Wesentliche aller menschlichen Erkenntnisse und Errungenschaften über Jahrhunderte hinweg. Durch rationale Überlegungen und logische Folgerungen der Vernunft kann diese Superkraft des Menschen die Geheimnisse der Zukunft durchdringen und Geschehnisse vorwegnehmen.
Die Wissenschaft ist das, was Gott dem Menschen als Erstes übertragen hat. Alle erschaffenen Wesen besitzen die Fähigkeit, sich körperlich zu vervollkommnen. Aber die Fähigkeit, etwas mit dem Verstand zu untersuchen und zu wissenschaftlicher Erkenntnis zu gelangen, ist eine höhere Kraft, die dem Menschen vorbehalten ist. Andere Wesen und Organismen sind von dieser Möglichkeit und dieser Fähigkeit ausgeschlossen. Gott hat diese Liebe zur Wahrheit im Menschen erschaffen und angelegt. Entwicklung und Fortschritt eines Landes hängen vom Maß seiner wissenschaftlichen Errungenschaften ab. Dadurch nimmt seine Großartigkeit stetig zu und Wohlstand und Wohlergehen der Bevölkerung werden täglich sichergestellt.
Alle Wohltaten sind göttlichen Ursprungs, aber keine ist vergleichbar mit dieser Kraft der verstandesbasierten Untersuchung und Forschung.

Sie ist ein unvergängliches Geschenk, das Früchte immerwährender Freude hervorbringt.

Der Mensch profitiert beständig von diesen Früchten.

Alle anderen Wohltaten sind vorübergehender Natur; diese aber ist ein unvergängliches Gut.

Selbst die höchste Herrschaft hat ihre Grenzen und kann gestürzt werden.

Dies aber ist ein Königreich und eine Herrschaft, die niemand an sich reißen oder zerstören kann.

Kurz, es ist ein ewiger Segen, eine göttlich verliehene Wohltat, die höchste Gabe Gottes an den Menschen.

Deshalb sollten Sie äußerst gewissenhaft darum bemüht sein, sich Wissenschaften und Künste anzueignen.

Je mehr Sie dabei erreichen, desto größer ist Ihr Beitrag zum göttlichen Plan.

Der Wissenschaftler besitzt Einsicht und Weitblick, wer jedoch diese Entfaltungsmöglichkeit nicht erkennt und sie missachtet, ist blind.

Der forschende Geist ist aufmerksam und lebendig.

Der abgestumpfte und desinteressierte Geist ist taub und tot.

Ein Wissenschaftler ist ein wahrer Prüfstein und Vertreter der Menschheit, denn durch logisches Denken und Forschen weiß er über alles Bescheid, was die Menschheit, ihren Zustand, ihre Lebensbedingungen und die aktuellen Ereignisse betrifft.

Er untersucht das Staatswesen, versteht soziale Probleme und gestaltet die Kultur.

Tatsächlich kann die Wissenschaft mit einem Spiegel verglichen werden, in dem die unzähligen Erscheinungsformen des Daseins enthüllt und gespiegelt werden.

Sie ist die wahre Grundlage jeder persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Ohne diese Forschungsgrundlage ist keine Entwicklung möglich.

Bemühen Sie sich daher eifrig darum, alles zu erkennen und zu erreichen, was in der Macht dieser wunderbaren Gabe liegt.
Wir haben bereits festgestellt, dass die Wissenschaft, also die Fähigkeit zur wissenschaftlichen Erforschung, über die Natur hinausgeht und dass alle anderen Wohltaten Gottes innerhalb der Grenzen der Natur liegen.

Welchen Beweis haben wir dafür?

Alles Erschaffene außer dem Menschen ist in der Natur gefangen.

Die Sterne und Sonnen, die durch den unendlichen Raum ziehen, alle irdischen Lebens- und Daseinsformen – ob mineralisch, pflanzlich oder tierisch – stehen unter der Herrschaft und Kontrolle der Naturgesetze.

Kraft wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Anwendung beherrscht der Mensch die Natur und macht sich ihre Gesetze zunutze.

Gemäß der natürlichen Begrenzungen ist er ein Geschöpf der Erde, auf ein Leben auf ihrer Oberfläche beschränkt, aber durch den wissenschaftlichen Gebrauch der Naturgesetze erhebt er sich in den Himmel, segelt auf dem Ozean und taucht in dessen Tiefe.

Die Erfindungen und Entdeckungen, die uns im täglichen Leben so vertraut sind, waren einst Geheimnisse der Natur.

So brachte der Mensch die Elektrizität aus dem Bereich des Unsichtbaren ins Sichtbare, fing diese geheimnisvolle Naturkraft ein und machte sie als Dienerin für seine Bedürfnisse und Wünsche nutzbar.

Es gibt viele ähnliche Beispiele, aber wir wollen das nicht in die Länge ziehen.

Der Mensch nimmt der Natur sozusagen das Schwert aus der Hand und nutzt es als sein Zepter der Autorität, um die Natur selbst zu beherrschen.

Der Natur fehlt die Krone menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften.

Während der Mensch vernunftbegabt ist und nachdenken kann, ist dies der Natur nicht gegeben.

Das ist unter den Philosophen vollkommen unstrittig.

Der Mensch ist mit Willenskraft und Erinnerungsvermögen ausgestattet, die Natur nicht.

Der Mensch kann die in der Natur schlummernden Geheimnisse erforschen, während die Natur sich ihrer eigenen verborgenen Phänomene nicht bewusst ist.

Der Mensch ist fortschrittlich; die Natur ändert sich nicht, sie besitzt nicht die Fähigkeit des Fort- oder Rückschritts.

Der Mensch ist mit geistigen Kräften ausgestattet – wie etwa Verstand, Willenskraft, Glaube, Bekenntnis und Gotteserkenntnis –, während die Natur bar all dessen ist.

Die geistigen Fähigkeiten des Menschen, einschließlich der Fähigkeit zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, überschreiten den Horizont der Natur.

Dies sind Kräfte, durch die der Mensch sich von allen anderen Lebensformen unterscheidet und sich ihnen gegenüber auszeichnet.

Dies ist die Gabe des göttlichen Geistes, die Krone, die das Haupt des Menschen schmückt.

Es ist sehr erstaunlich, dass sich die Materialisten, ungeachtet der Gabe übernatürlicher Kraft, immer noch in den Fesseln und in der Gefangenschaft der Natur sehen.

In Wahrheit hat Gott den Menschen mit Tugenden, Kräften und geistigen Fähigkeiten ausgestattet, die der Natur gänzlich fehlen, und durch die der Mensch emporgehoben, ausgezeichnet und überlegen wird.

Wir müssen Gott danken für diese Gaben und Fähigkeiten, die Er uns verliehen hat, und für diese Krone, die Er auf unser Haupt gesetzt hat.
Wie sollen wir diese Gaben und Geschenke nutzen? Indem wir unsere Anstrengungen auf die Einigung der Menschheitsfamilie richten. Wir müssen diese Fähigkeiten zur Verwirklichung der Einheit der Menschheit einsetzen; wir müssen diese Kräfte würdigen, indem wir die Einheit von Weißen und Schwarzen herbeiführen; wir müssen diese göttliche Verstandeskraft der Vervollkommnung von Freundschaft und Einklang zwischen allen Zweigen der Menschheitsfamilie widmen, so dass Ost und West einander unter dem Schutz und der Vorsehung Gottes die Hand reichen und wie Liebende werden. Dann wird die Menschheit wie eine Nation, ein Volk und eine Familie sein – wie die Wellen eines Ozeans. Obwohl diese Wellen in Form und Gestalt verschieden sein mögen, sind sie doch Wellen desselben Meeres. Blumen mögen sich farblich unterscheiden, aber sie sind alle die Blumen eines Gartens. Bäume sind verschieden, obwohl sie im selben Obstgarten wachsen. Alle werden durch die Gabenfülle desselben Regens genährt und zum Leben erweckt, alle wachsen und entwickeln sich durch die Wärme und das Licht der einen Sonne, alle werden durch dieselbe Brise erfrischt und belebt, damit sie unterschiedliche Früchte hervorbringen können. Dies entspricht der schöpferischen Weisheit. Wenn alle Bäume dieselbe Art von Früchten trügen, wäre das nicht mehr so köstlich. Ihre unerschöpfliche Vielfalt verschafft dem Menschen Genuss statt Eintönigkeit.
Und wenn ich jetzt in Ihre Gesichter blicke, erinnert mich das an verschiedenfarbige und vielgestaltige Bäume, die alle prächtige und köstliche Früchte tragen und mit ihrem Wohlgeruch die inneren und äußeren Sinne entzücken. Dieses Treffen verdankt sein Strahlen und seine Geistigkeit der Gunst Gottes. Unsere Herzen erheben sich in Dankbarkeit zu Ihm. Preis sei Gott! Sie leben auf dem großen westlichen Kontinent und genießen die vollkommene Freiheit, die Sicherheit und den Frieden dieser gerechten Regierung. Nirgends gibt es einen Grund zur Sorge oder Traurigkeit. Ihnen steht jedes Mittel für Glück und Freude zur Verfügung, denn in der Menschenwelt gibt es keinen größeren Segen als die Freiheit. Sie wissen das nicht. Ich aber, der vierzig Jahre lang ein Gefangener war, weiß es. Ich kenne den Wert und den Segen der Freiheit. Sie leben schon immer in Freiheit und fürchten sich vor niemandem. Gibt es einen größeren Segen als diesen? Freiheit! Unabhängigkeit! Sicherheit! Dies sind die großen Gaben Gottes. Preisen Sie darum Gott! Ich werde jetzt für Sie beten.

– 21 –

24. April 1912
Ansprache beim Kinderempfang Studio Hall 1219 Connecticut Avenue, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Welch wunderbare Versammlung! Dies sind die Kinder des Königreichs. Sowohl die Melodie als auch die Worte des Liedes, dem wir gerade gelauscht haben, waren sehr schön. Musik ist eine göttliche Kunst mit großer Wirkung. Sie ist Nahrung für Seele und Geist. Durch die Macht und den Zauber der Musik wird der Geist des Menschen erhoben. Sie besitzt eine wunderbar bewegende Wirkung auf die Herzen der Kinder, denn ihre Herzen sind rein, und Melodien haben großen Einfluss auf sie. Die Musik bringt die verborgenen Talente zum Ausdruck, mit denen die Herzen dieser Kinder begabt sind. Darum müsst ihr euch anstrengen, um ihre Kunstfertigkeit zu fördern. Lehrt sie, vortrefflich und eindrucksvoll zu singen. Jedes Kind sollte etwas von Musik verstehen, denn ohne Kenntnis dieser Kunst kann man sich an Instrumentalmusik und Gesang nicht richtig erfreuen. Genauso wichtig ist es, dass an Schulen Musik unterrichtet wird, damit die Herzen und Seelen der Schüler belebt und beflügelt werden und Freude ihr Leben erhellt.
Heute sind bei diesem Treffen erleuchtete und geistig gesinnte Kinder versammelt.

Sie sind die Kinder des Reiches Gottes.

Für solche Seelen ist das Himmelreich bestimmt, denn sie sind Gott nahe.

Sie haben reine Herzen.

Ihre Gesichter strahlen Geistigkeit aus.

Die Wirkung der göttlichen Lehren zeigt sich in der vollkommenen Reinheit ihrer Herzen.

Darum sprach Christus zur Welt:

»Wenn ihr nicht umkehret und wie die Kinder werdet, so werdet ihr nicht ins Himmelreich gelangen.« A10 Das bedeutet, dass die Menschen ein reines Herz entwickeln müssen, um Gott zu erkennen.

Diese Lehren hatten eine große Wirkung.

Geistige Seelen!

Sanfte Seelen!

Die Herzen aller Kinder sind von größter Reinheit.

Sie sind Spiegel, auf die kein Staub gefallen ist.

Doch diese Reinheit beruht auf Unvollkommenheit und Unschuld, nicht auf irgendeiner Stärke oder Erfahrung, denn in der Frühzeit ihrer Kindheit sind ihre Herzen und ihr Verstand noch unbefleckt von weltlichen Dingen.

Sie können noch keine großartige Klugheit entfalten.

Sie kennen weder Heuchelei noch Betrug.

Dies liegt an der Unvollkommenheit des Kindes, während ein Erwachsener durch seine Stärke rein wird.

Dank seiner Einsicht wird er schlicht; er gelangt durch die große Macht der Vernunft und des Verstandes zu Aufrichtigkeit, nicht durch die Kraft der Unvollkommenheit.

Wenn er die Stufe der Vervollkommnung erreicht, wird er diese Eigenschaften annehmen; sein Herz wird geläutert, sein Geist erleuchtet, seine Seele feinfühlig und zart – und all dies durch seine große Stärke.

Dies ist der Unterschied zwischen dem vervollkommneten Menschen und dem Kind.

Beide besitzen die zugrunde liegenden Eigenschaften der Einfachheit und Aufrichtigkeit – das Kind durch Unvollkommenheit und der Erwachsene durch Stärke.
Ich bete für diese Kinder und bitte für sie um Ermutigung und Beistand aus dem Abhá-Königreich, sodass jedes im Schatten des Schutzes Gottes erzogen und wie eine leuchtende Kerze in der Menschenwelt, wie eine zarte heranwachsende Pflanze im Rosengarten Abhás wird; dass diese Kinder so erzogen und gebildet werden, dass sie die Menschenwelt beleben; dass sie Einsicht gewinnen; dass sie den Völkern der Welt Hörvermögen verleihen; dass sie die Saat des ewigen Lebens säen und an der Schwelle Gottes aufgenommen werden; dass sie sich durch solche Tugenden, Vervollkommnung und Eigenschaften auszeichnen, dass ihre Mütter, Väter und Verwandten voll Freude und Hoffnung Gott danken. Dies ist mein Wunsch und mein Gebet.
Ich möchte euch folgenden Rat geben: Erzieht diese Kinder mit göttlicher Ermutigung. Vermittelt ihren Herzen von klein auf die Liebe Gottes, sodass sie in ihrem Leben Gottesfurcht zeigen und auf die Gaben Gottes vertrauen. Lehrt sie, sich von den menschlichen Unvollkommenheiten zu befreien und sich die göttliche Vervollkommnung anzueignen, die im Menschenherzen verborgen ist. Das Leben des Menschen ist dann von Nutzen, wenn er diese Vervollkommnung erreicht. Wenn er zum Inbegriff der Unvollkommenheiten der Menschenwelt wird, wäre der Tod für ihn besser als das Leben und das Nichtsein besser als das Sein. Strengt euch darum an, damit diese Kinder richtig erzogen und gebildet werden und damit jedes von ihnen in der Menschenwelt Vervollkommnung erlangt. Seid euch des Wertes dieser Kinder bewusst, denn sie sind alle meine Kinder.

– 22 –

24. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Ihr seid heute Nachmittag willkommen, ganz herzlich willkommen.

Ich freue mich immer, euch zu treffen.

Ich bitte Gott, dass unser Treffen zu Erfolgen führt; es möge nicht wie gewöhnliche Versammlungen sein, denn Veranstalter von Gruppentreffen möchten üblicherweise damit eigene Interessen fördern.

Preis sei Gott!

Ich habe keine Eigeninteressen.

Ich habe ein Interesse am Königreich Gottes und dies ist eine aufrichtige Absicht.

Ich hege vollkommene Liebe für euch, deshalb bin ich so weit gereist, um euch kennenzulernen.

Ich hoffe, dass diese Zusammenkünfte großartige Ergebnisse hervorbringen, und es gibt kein großartigeres Ergebnis als die Liebe Gottes.

Es gibt im göttlichen Königreich kein großartigeres Ergebnis als Dienstbarkeit und das Wohlgefallen des Herrn.

Deshalb wünsche ich mir, dass ihr eure Herzen auf das Reich Gottes richtet, dass eure Absichten rein und aufrichtig sind und ihr uneigennützige Ziele verfolgt, ohne auf euer eigenes Wohlergehen zu achten.

Nein, vielmehr möget ihr das Wohl der Menschheit in den Mittelpunkt all eurer Absichten stellen und danach trachten, euch selbst auf dem Pfad der Hingabe an die Menschheit zu opfern.

So, wie Jesus Christus Sein Leben hingab, so möget auch ihr euch an der Schwelle des Opfers für die Besserung der Welt darbringen; und wie Bahá'u'lláh fast fünfzig Jahre lang schwere Qualen und Not für euch ertrug, so möget auch ihr bereit sein, um der ganzen Menschheit willen Schwierigkeiten zu ertragen und Schicksalsschlägen standzuhalten.

Möget ihr diese Heimsuchungen und Prüfungen bereitwillig und freudig ertragen, denn auf jede Nacht folgt ein Tag, und auf jeden Tag eine Nacht.

Auf jeden Frühling folgt ein Herbst und auf jeden Herbst folgt ein Frühling.

Das Kommen einer Manifestation Gottes ist eine Zeit des geistigen Frühlings.

Beispielsweise war das Erscheinen Christi ein göttlicher Frühling.

Entsprechend sorgte es in der Menschenwelt für großen Aufruhr und eine lebhafte Entwicklung.

Die Sonne der Wahrheit dämmerte, die Wolke der Gnade goss ihren Regen herab, die Brisen der Vorsehung wehten, die Welt wurde zu einer neuen Welt, in der Menschheit spiegelte sich ein außergewöhnliches Strahlen, Menschen wurden erzogen, ihr Geist entwickelte sich, ihr Verstand wurde geschärft und die Menschenwelt erlangte eine neue Frische wie beim Kommen des Frühlings.

Dann folgte allmählich auf diesen Frühling der Herbst des Todes und des Verfalls.

Die Lehren Christi wurden vergessen.

Die christlichen Segnungen verebbten.

Die göttlichen Sitten verschwanden.

Der Tag endete in der Nacht.

Das Volk wurde nachlässig und achtlos.

Der Verstand wurde geschwächt, bis die Lage in eine solche Krise geriet, dass die rein materialistische Wissenschaft die Oberhand gewann.

Das Wissen und die Erkenntnisse des Königreiches wurden als überholt betrachtet, die Geheimnisse Gottes wurden undurchdringlicher und die Spuren der Gaben Christi wurden völlig unkenntlich.

Die Völker verstrickten sich in Aberglauben und blinde Nachahmung.

Zwietracht und Uneinigkeit wuchsen und gipfelten in Streit, Krieg und Blutvergießen.

Die Herzen wurden gewaltsam auseinandergerissen.

Verschiedene Sekten entstanden, unterschiedliche Glaubensbekenntnisse bildeten sich, und die ganze Welt wurde in Finsternis getaucht.
Zu solch einer Zeit erschien Bahá'u'lláh am Horizont Persiens. Er reformierte und erneuerte die Grundlagen und wesentlichen Elemente der Lehren Christi. Er erduldete die größten Schwierigkeiten und nahm die schwersten Qualen auf sich.
Preis sei Gott, die Lehren Gottes wurden wieder verkündet, das Licht der Wahrheit ist wieder aufgegangen, der Glanz nimmt täglich zu und das Strahlen leuchtet noch herrlicher im Zenit. Aus der Wolke der Gnade strömt eine große Flut herab; die Sonne der Wahrheit erstrahlt an ihrem ewigen Ort. Wieder hoffen wir, dass der gleiche Frühling Einzug hält und diese grenzenlosen Gaben uns einmal mehr gewährt werden. Dies wird durch eure Bemühungen und eure Aufrichtigkeit ermöglicht. Wenn ihr euch in der Sache Gottes mit göttlicher Kraft, himmlischer Gnade, der Aufrichtigkeit des Königreichs, einem barmherzigen Herzen und entschlossen erhebt, ist es gewiss, dass die Menschenwelt vollständig erleuchtet und ihre Gesinnung barmherzig wird, dass der Grundstein für den größten Frieden gelegt und die Einheit der Menschheit Wirklichkeit wird. Dies ist die große Gabe, die ich für euch wünsche, und ich bete und flehe an der göttlichen Schwelle für euch.
O Du barmherziger Gott! O Du, der Du mächtig und stark bist! O Du gütigster Vater! Diese Diener haben sich versammelt, sie wenden sich Dir zu und flehen an Deiner Schwelle im Verlangen nach Deinen unendlichen Gaben aus Deiner großen Verheißung. Sie haben kein Ziel außer Deinem Wohlgefallen. Sie haben keine Absicht außer dem Dienst für die Menschenwelt.
O Gott! Mache diese Versammlung strahlend. Mache die Herzen barmherzig. Verleihe ihnen die Gnadengaben des Heiligen Geistes. Gewähre ihnen himmlische Kraft. Segne sie mit himmlischem Geist. Lass ihre Aufrichtigkeit wachsen, bis sie sich voller Demut und Bußfertigkeit Deinem Königreich zuwenden und sich dem Dienst an der Menschenwelt hingeben. Möge jeder von ihnen eine leuchtende Kerze werden. Möge jeder von ihnen ein strahlender Stern werden. Möge jeder von ihnen der duftenden Farbenpracht des göttlichen Königreiches teilhaftig werden.
O gütiger Vater! Verleihe uns Deine Segnungen. Sieh nicht auf unsere Schwächen. Behüte uns in Deinem Schutz. Erinnere Dich nicht unserer Sünden. Heile uns mit Deinem Erbarmen. Wir sind schwach, Du aber bist machtvoll. Arm sind wir, Du aber bist reich. Wir sind krank, Du aber bist der Arzt. Bedürftig sind wir, Du aber bist der Freigebigste.
O Gott! Beschenke uns mit Deiner vorausschauenden Fürsorge. Du bist der Kraftvolle. Du bist der Schenkende. Du bist der Wohltätige.

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24. April 1912
Ansprache im Haus von Frau Andrew J. Dyer 1937 Thirteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Ein Treffen wie dieses ist wie eine wunderschöne Sammlung kostbarer Juwelen – Perlen, Rubine, Diamanten, Saphire. Es ist eine Quelle der Freude und des Entzückens. Was immer der Einheit der Menschheit förderlich ist, ist höchst willkommen und lobenswert. Was auch immer die Ursache für Zwietracht und Uneinigkeit ist, macht traurig und ist beklagenswert. Denkt nach über den tieferen Sinn von Einheit und Harmonie.
Heute Abend werde ich zu euch über das Thema Existenz und Nichtexistenz, Leben und Tod sprechen. Existenz ist der Ausdruck und das Ergebnis von Zusammensetzung und Verbindung. Nichtexistenz ist der Ausdruck und das Ergebnis von Teilung und Zerfall. Wenn wir die Existenzformen im stofflichen Universum untersuchen, stellen wir fest, dass alle erschaffenen Dinge das Ergebnis einer Zusammensetzung sind. Stoffliche Elemente haben sich in unendlicher Vielfalt und endlosen Formen gruppiert. Jeder Organismus ist eine Verbindung; jedes Objekt ist ein Ausdruck der Verbundenheit von Elementen. Wir sehen, dass der komplizierte menschliche Organismus einfach eine Anhäufung von Zellstrukturen ist; der Baum ist eine Zusammensetzung von Pflanzenzellen; das Tier eine Verbindung und Gruppierung einzelner zellulärer Bestandteile und so weiter. Die Existenz, also der Ausdruck des Seins, ist daher Zusammensetzung und Nichtexistenz ist Zersetzung, Teilung, Zerfall. Wenn Elemente nach einem gewissen Verbindungsplan zusammengebracht werden, ist das Ergebnis der menschliche Organismus. Wenn sich diese Elemente trennen und auflösen, ist das Ergebnis Tod und Nichtexistenz. Das Leben ist also das Ergebnis einer Zusammensetzung und der Tod bedeutet Zersetzung.
So ist es auch in der Welt der Gedanken und Seelen.

Gemeinschaft ist ein Ausdruck der Zusammensetzung und dem Leben förderlich; Zwietracht dagegen ist ein Ausdruck der Zersetzung und kommt dem Tod gleich.

Ohne Zusammenhalt der einzelnen Bestandteile, die das Gemeinwesen bilden, müssen unweigerlich Auflösung und Zerfall folgen und das Leben wird ausgelöscht.

Wilde Tiere haben keine Gemeinschaft.

Geier und Tiger sind einsam, während Haustiere in völliger Harmonie zusammenleben.

Schwarze und weiße Schafe leben konfliktfrei zusammen.

Unterschiedliche bunte Vogelarten fliegen und fressen gemeinsam, ohne eine Spur von Feindschaft oder Uneinigkeit.

Deshalb ist es in der Menschenwelt klug und geziemend, dass jeder Einzelne Einheit und Verbundenheit ausdrückt.

In der Sammlung von Juwelen der verschiedenen Völker mögen die Schwarzen wie Saphire und Rubine und die Weißen wie Diamanten und Perlen sein.

Die zusammengesetzte Schönheit der Menschheit wird von ihrer Einheit und Mischung bezeugt.

Wie herrlich ist der Anblick echter Einheit zwischen den Menschen!

Wie förderlich für Frieden, Zuversicht und Glück wäre es, wenn die Völker und Nationen in Gemeinschaft und Einklang vereint wären!

Die Propheten Gottes wurden mit der Aufgabe in die Welt gesandt, Einheit und Eintracht zu stiften, damit diese lange voneinander getrennten Schafe eine Herde bilden mögen.

Wenn sich die Schafe trennen, sind sie Gefahren ausgesetzt, aber in einer Herde und unter dem Schutz des Hirten sind sie vor dem Angriff aller wilden Feinde sicher.
Wenn sich die verschiedenen ethnischen und kulturellen Gruppen der amerikanischen Nation in echter Gemeinschaft und Eintracht vereinen, werden die Lichter der Einheit der Menschheit erstrahlen, der Tag ewiger Herrlichkeit und Glückseligkeit wird anbrechen, der Geist Gottes wird alle einschließen und die göttlichen Gunstbeweise werden herabkommen. Unter der Führung und durch die Schulung Gottes, des wahren Hirten, werden alle beschützt und bewahrt. Er wird sie auf die grünen Auen des Glücks und des Wohlbefindens führen, und sie werden das wahre Ziel der Existenz erreichen. Darin besteht der Segen und Nutzen der Einheit. Dies ist die Folge der Liebe. Dies ist das Zeichen des größten Friedens. Dies ist das Gestirn der Einheit in der Menschenwelt. Denkt darüber nach, wie gesegnet dieser Zustand sein wird. Ich bete für euch und bitte in eurem Namen um die Ermutigung und Unterstützung Gottes.

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25. April 1912
Ansprache vor der Theosophischen Gesellschaft Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Die größte Macht im gesamten menschlichen Dasein ist der Geist – der göttliche Odem, der alle Dinge belebt und durchdringt.

Er zeigt sich in der ganzen Schöpfung in verschiedenen Ausprägungen und Lebenswelten.

Im Pflanzenreich ist dieser Geist der Vermehrungsimpuls oder die Kraft des Wachstums, der Antrieb des Lebens und der Entwicklung in Pflanzen, Bäumen und der Blumenwelt.

Auf dieser Entwicklungsstufe ist sich der Geist der Kräfte nicht bewusst, die das Tierreich kennzeichnen.

Das Tier verfügt als unterscheidenden Vorzug zusätzlich über die Sinneswahrnehmung.

Es sieht, hört, riecht, schmeckt und fühlt.

Es ist jedoch unfähig, sich Zusammenhänge vorzustellen oder darüber nachzudenken, was wiederum das Menschenreich charakterisiert und auszeichnet.

Diese unverkennbar menschliche Befähigung und Gabe wird vom Tier weder angewendet, noch begreift es sie.

Es kann keine Rückschlüsse vom Sichtbaren auf das Unsichtbare ziehen, während der menschliche Geist aus sichtbaren und bekannten Vorgaben Wissen über das Unbekannte und Unsichtbare erlangt.

Zum Beispiel zog Christoph Kolumbus aus bekannten und nachweisbaren Tatsachen Schlussfolgerungen, die ihn über den weiten Ozean hinweg zielsicher zum unbekannten Kontinent Amerika führten.

Eine solche Leistungskraft überschreitet das tierische Denkvermögen.

Darum ist diese Fähigkeit ein unverwechselbares Merkmal des Menschengeistes und des Menschenreiches.

Der tierische Geist kann die Geheimnisse der Dinge weder durchdringen noch entdecken.

Er wird von der Sinneswahrnehmung beherrscht.

Keine noch so gute Belehrung würde ihn zum Beispiel je befähigen, die Tatsache zu erfassen, dass die Sonne feststeht und die Erde sich um sie herum bewegt.

Doch der menschliche Geist hat ebenfalls seine Grenzen.

Die Phänomene des Himmlischen Königreiches, die die menschliche Stufe überschreiten, kann er nicht erfassen, denn er ist in Einflüssen und Zwängen gefangen, die auf seiner eigenen Daseinsebene wirken, und er kann diese Begrenzung nicht überschreiten.
Es gibt jedoch einen anderen Geist, der als der Göttliche bezeichnet werden kann. Jesus Christus bezieht sich auf ihn mit Seiner Erklärung, dass der Mensch von ihm beseelt und mit seinem lebendigen Feuer getauft werden muss. Seelen, die dieses Geistes beraubt sind, werden zu den Toten gezählt, obwohl der Menschengeist in ihnen lebt. Jesus Christus nannte sie tot, weil sie keinen Anteil am Göttlichen Geist haben. Er sagt: »Lasst die Toten ihre Toten begraben.« A11 Er sagt auch: »Was aus dem Fleisch geboren wurde, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren wurde, ist Geist.« A12 Damit sagte Er, dass Seelen ohne diesen besonderen Geist göttlicher Belebung tot sind, selbst wenn sie im Menschenreich leben. Sie haben keinen Anteil am göttlichen Leben des höheren Königreichs, denn nur die Seele, die vom Einfluss des göttlichen Geistes durchdrungen ist, lebt wirklich.
Dieser belebende Geist entströmt von selbst der Sonne der Wahrheit, aus der Wirklichkeit des Göttlichen, und ist keine Offenbarung oder Manifestation.

Er gleicht den Strahlen der Sonne.

Die Strahlen entströmen der Sonne.

Dies bedeutet nicht, dass die Sonne teilbar und ein Teil von ihr in den Weltraum gelangt wäre.

Diese Pflanze neben mir ist aus dem Samen hervorgegangen; daher ist sie eine Erscheinung und Entfaltung des Samens.

Wie Sie sehen können, hat sich der Same in dieser Erscheinung entfaltet, und das Ergebnis ist diese Pflanze.

Jedes Blatt der Pflanze ist ein Teil des Samens.

Aber die Wirklichkeit des Göttlichen ist unteilbar, und ein einzelner Mensch kann kein Teil davon sein, wie oft behauptet wird.

Nein, vielmehr sind die einzelnen Menschen nach ihrer geistigen Geburt Strahlen der Göttlichen Wirklichkeit, so wie die Flamme, Wärme und das Licht der Sonne Ausstrahlungen der Sonne und nicht ein Teil der Sonne selbst sind.

Aus der göttlichen Wirklichkeit ist also ein Geist hervorgegangen, und dessen Ausstrahlungen wurden in menschlichen Wesen und ihrer Wirklichkeit sichtbar.

Diese Strahlen und diese Hitze bestehen dauerhaft.

Es gibt kein Ende der Ausstrahlung.

Solange die Sonne besteht, werden Hitze und Licht bestehen, und da Ewigkeit eine Eigenschaft des Göttlichen ist, besteht diese Ausstrahlung ewig.

Es gibt kein Ende dieser Ausgießung.

Je weiter sich die Menschenwelt entwickelt, desto mehr werden der Glanz und die Ausstrahlung des Göttlichen offenbar, so wie der Stein die Pracht und Herrlichkeit der Sonne in höherem Maße reflektiert, wenn er poliert und rein wie ein Spiegel wird.
Die Sendung der Propheten, die Offenbarung der Heiligen Bücher, die Manifestation der Himmlischen Lehrer und der Zweck göttlicher Philosophie sind alle auf die Erziehung der menschlichen Wirklichkeit ausgerichtet. Die Menschen sollen so klar und rein wie Spiegel werden und Licht und Liebe der Sonne der Wahrheit reflektieren. Deshalb hoffe ich, dass Sie – ob in Ost oder West – mit Herz und Seele danach streben, dass die Menschenwelt Tag für Tag edler, geistiger und heiliger werde, und dass der Glanz der Sonne der Wahrheit in den Menschenherzen wie in einem Spiegel vollständig sichtbar werde. Das ist der Menschenwelt angemessen. Das bedeutet wahre Entwicklung und Fortschritt der Menschheit. Das ist die größte Gabe. Auf andere Weise, allein durch die Entwicklung materieller Bereiche, wird der Mensch nicht vervollkommnet. Allenfalls mag der menschliche Körper, sein naturgegebenes, stoffliches Sein, gestützt und verbessert werden, jedoch bleiben ihm geistige oder göttliche Gaben vorenthalten. Dann ist er wie ein Körper ohne Geist, eine Lampe ohne Licht, ein Auge ohne Sehkraft, ein Ohr ohne Hörvermögen, ein Bewusstsein ohne Wahrnehmung, ein Verstand ohne die Kraft der Vernunft.
Der Mensch hat zwei Fähigkeiten und seine Entwicklung zwei Aspekte. Die eine Fähigkeit ist mit der stofflichen Welt verbunden und durch sie ist er zu materiellem Fortschritt fähig. Die andere Fähigkeit ist geistig, und durch ihre Entwicklung wird seine innere Veranlagung geweckt. Diese Fähigkeiten sind wie zwei Flügel. Beide müssen entwickelt werden, denn mit nur einem Flügel ist das Fliegen unmöglich. Preis sei Gott! Der materielle Fortschritt ist offenkundig in der Welt, jedoch bedarf es in gleichem Maße des geistigen Fortschritts. Wir müssen unablässig und ohne Rast danach streben, die geistige Seite des Menschen zu entwickeln, und uns mit unermüdlicher Energie bemühen, die Menschheit zur Würde ihrer wahren und für sie bestimmten Stufe voranzubringen. Denn der Körper des Menschen ist nebensächlich; er ist ohne Belang. Die Zeit seiner Auflösung wird unvermeidlich kommen. Aber der Geist des Menschen ist sein Wesenskern und darum ewig. Er ist eine göttliche Gabe. Er ist der Glanz der Sonne der Wahrheit und darum wichtiger als der stoffliche Körper.
Ich bete für Sie. Sie sind gekommen, um mich zu besuchen, und ich bin sehr dankbar. Ich werde Gott, den Freigebigen, den Schenkenden, um Ermutigung und Unterstützung für Sie bitten, auf dass Ihnen beim Dienst für die Menschenwelt geholfen werde.

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25. April 1912
Botschaft an Esperantisten im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons, 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Heutzutage besteht die dringendste Aufgabe der Menschheit in der Beseitigung der Missverständnisse zwischen den Völkern und Nationen.

Dies kann durch die Einheit der Sprache erreicht werden.

Ohne Einheit der Sprachen können der Größte Frieden und die Einheit der Menschheit nicht erfolgreich organisiert und verankert werden, denn es ist die Aufgabe der Sprache, die Rätsel und Geheimnisse der Menschenherzen zum Ausdruck zu bringen.

Das Herz gleicht einer Truhe und die Sprache ist ihr Schlüssel.

Nur mit dem Schlüssel können wir die Truhe öffnen und die Edelsteine darin entdecken.

Eine internationale Hilfssprache ist daher von größter Bedeutung.

Sie ermöglicht weltweit Bildung und Ausbildung und die Zeugnisse und Ereignisse der Vergangenheit können zugänglich gemacht werden.

Die Verbreitung der Erkenntnisse über die Menschenwelt hängt von der Sprache ab.

Göttliche Lehren können nur durch dieses Mittel erklärt werden.

Solange Sprachenvielfalt und der Mangel an gegenseitigem Sprachverständnis fortbestehen, können diese wunderbaren Ziele nicht erreicht werden.

Darum ist der allererste Dienst für die Menschenwelt, dieses internationale Kommunikationshilfsmittel bereitzustellen.

Es wird zur Ursache der Ruhe im menschlichen Gemeinwesen werden.

Wissenschaften und Künste werden dadurch unter den Völkern verbreitet und es wird sich als Mittel für den Fortschritt und die Entwicklung aller Völker und Ethnien erweisen.

Wir müssen uns mit allen Kräften dafür einsetzen, dass diese internationale Hilfssprache weltweit eingeführt wird.

Ich hoffe, dass diese Aufgabe durch die Gnade Gottes zur Vollendung gebracht wird.

Mögen kluge Menschen aus den verschiedenen Ländern der Welt mit der Organisation eines internationalen Kongresses beauftragt werden, dessen Hauptziel die Förderung dieses universellen Kommunikationsmittels sein wird.

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25. April 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Die größten Gaben Gottes in der Welt des Daseins sind Seine Lehren. Die anderen Gaben Gottes sind in Nutzen und Umfang begrenzt. Das menschliche Dasein selbst ist eine göttliche Gabe, aber es ist mit Einschränkungen versehen. Sehen und Hören sind Gaben Gottes aber beide sind begrenzt. Und so ist es auch mit all den anderen Gaben. Ihr Wirkkreis ist begrenzt und eingeschränkt, die Sphäre der göttlichen Lehren ist hingegen grenzenlos. Jahrhunderte und Zeitalter vergehen, aber ihre Wirkung dauert an wie der Geist des Lebens, der die Welt des Daseins belebt. Ohne die Lehren Gottes gleicht das Menschenreich dem Tierreich. Wie unterscheidet sich das Tier vom Menschen? Der Unterschied besteht in der Unfähigkeit des Tieres, die göttlichen Lehren zu begreifen, während der Mensch ihrer würdig ist und die Fähigkeit besitzt, sie zu verstehen. Im Tierreich gibt es keine solche Gabe, deshalb ist dort der Fortschritt begrenzt. Evolution in diesem Reich beschränkt sich auf die Entwicklung des Körpers. Anfangs ist er klein, unentwickelt; er entwickelt sich und wird größer, aber sein geistiges Wachstum ist begrenzt. Die Lehren Gottes sind somit eigens dem Menschen bestimmte Gaben.
Obwohl die göttlichen Lehren die Wahrheit und Wirklichkeit sind, werden sie doch im Laufe der Zeit von dichten Wolken umhüllt und verdunkelt. Es sind die Wolken der Nachahmung und des Aberglaubens. Sie entsprechen nicht den Grundlagen. Dann geht die Sonne der Wahrheit – das Wort Gottes – wieder auf, erstrahlt erneut in der Herrlichkeit ihrer Macht und vertreibt die umgebende Finsternis.
Lange Zeit verdeckten Wolken des Aberglaubens und Irrtums die göttlichen Weisungen des strahlenden Wortes, bis Bahá'u'lláh am Horizont der Menschheit erschien, die Schatten zerriss, die Wolken vertrieb und erneut die Grundlagen der Lehren Gottes offenbarte.
Die erste Lehre Bahá'u'lláhs ist die allen obliegende Pflicht, die Wahrheit zu erforschen.

Was bedeutet es, die Wahrheit zu erforschen?

Es bedeutet, dass der Mensch alles Hörensagen vergessen und die Wahrheit eigenständig prüfen muss, denn er weiß nicht, ob Aussagen, die er hört, mit der Wirklichkeit übereinstimmen oder nicht.

Wo immer er Wahrheit oder Wirklichkeit findet, muss er sich daran halten und alles andere aufgeben und ablegen; denn außerhalb der Wahrheit gibt es nichts als Aberglaube und Einbildung.

Beispielsweise erwarteten die Juden in den Tagen Jesu Christi das Erscheinen des Messias, beteten Tag und Nacht zu Gott und flehten, der Verheißene möge erscheinen.

Warum wiesen sie Ihn zurück, als Er erschien?

Sie verleugneten Ihn gänzlich und weigerten sich, an Ihn zu glauben.

Es gab keine Beschimpfung und keine Anfeindung, die sie nicht gegen Ihn vorgebracht hätten.

Sie schmähten Ihn mit Flüchen, setzten Ihm eine Dornenkrone aufs Haupt, führten Ihn unter Spott und Hohn durch die Straßen und schließlich kreuzigten sie Ihn.

Warum taten sie das?

Weil sie die Wahrheit und Wirklichkeit Christi nicht erforschten und nicht fähig waren, Ihn als den Messias Gottes anzuerkennen.

Hätten sie selbst aufrichtig nachgeforscht, dann hätten sie sicher an Ihn geglaubt, Ihn geachtet und sich in Ehrfurcht vor Ihm verbeugt.

Sie hätten Seine Offenbarung als die größte Gabe für die Menschheit erachtet.

Sie hätten Ihn als den wahren Erlöser der Menschen empfangen.

Aber leider waren sie in Schleier gehüllt, hielten sich an Nachahmungen überkommener Glaubenssätze und an Hörensagen und erforschten die Wahrheit Christi nicht.

Sie waren in das Meer des Aberglaubens getaucht und somit davon ausgeschlossen, Zeugen dieser herrlichen Gabe zu werden.

Ihnen wurden der Duft oder Odem des Heiligen Geistes vorenthalten und sie selbst erlitten die größte Erniedrigung und Schmach.
Die Wirklichkeit oder Wahrheit ist nur eine, dennoch gibt es heutzutage viele religiöse Richtungen, Sekten, Bekenntnisse und unterschiedliche Meinungen auf der Welt. Warum gibt es diese Unterschiede? Weil die Menschen die grundlegende Einheit, die nur eine und unveränderlich ist, nicht erforschen und untersuchen. Wenn sie nach der eigentlichen Wahrheit suchen, werden sie einander zustimmen und geeint sein; denn die Wahrheit ist unteilbar und nicht aus vielen Teilen zusammengesetzt. Daran kann man erkennen, dass für die Menschheit nichts von größerer Bedeutung ist als die Erforschung der Wahrheit.
Die zweite Lehre Bahá'u'lláhs ist die Einheit der Menschheit. Jedes menschliche Geschöpf ist ein Diener Gottes. Alle wurden durch Gottes Macht und Gunst erschaffen und aufgezogen; alle wurden mit den Gaben derselben Sonne der Wahrheit gesegnet; alle haben vom Quell der grenzenlosen Barmherzigkeit Gottes getrunken und nach Seinem Urteil und in Seiner Liebe sind alle als Diener gleich. Er ist großzügig und gütig zu allen. Darum sollte sich niemand vor anderen rühmen; niemand sollte anderen mit Stolz oder Überheblichkeit begegnen; niemand sollte auf andere mit Spott oder Verachtung blicken; und niemand sollte einen Mitmenschen übervorteilen oder unterdrücken. Wir müssen alle als in den Ozean der Barmherzigkeit Gottes eingetaucht ansehen. Wir müssen mit der ganzen Menschheit liebenswürdig und freundlich zusammenleben. Wir müssen alle von Herzen lieben. Einige sind unwissend; sie benötigen Erziehung und Ausbildung. Manch einer ist krank; er muss geheilt werden. Ein anderer ist wie ein Kind; wir müssen ihm zur Reife verhelfen. Wir dürfen den Kranken weder verabscheuen noch meiden, verspotten oder verfluchen, sondern müssen mit äußerster Freundlichkeit und Sanftheit für ihn sorgen. Ein Kind darf nicht geringschätzig behandelt werden, nur weil es ein Kind ist. Wir sind für seine Erziehung, Ausbildung und Förderung verantwortlich, damit es zur Reife gelangen kann.
Die dritte Lehre oder das dritte Prinzip Bahá'u'lláhs ist, dass Religion und Wissenschaft in völligem Einklang stehen.

Jede Religion, die nicht der anerkannten Wissenschaft entspricht, ist Aberglaube.

Religion muss vernünftig sein.

Wenn sie nicht mit der Vernunft übereinstimmt, ist sie Aberglaube und ohne Grundlage.

Sie ist wie eine Fata Morgana, die dem Menschen vormacht, sie sei eine Oase.

Gott hat den Menschen mit Vernunft begabt, damit er die Wahrheit erkennt.

Wenn wir darauf bestehen, dass dieses oder jenes Thema nicht durchdacht und gemäß den bestehenden logischen, verstandesbasierten Verfahren geprüft werden sollte, wozu hat Gott dem Menschen dann die Vernunft gegeben?

Das Auge ist das Sinnesorgan, mit dem wir die äußere Erscheinungswelt betrachten.

Das Hören ist die Fähigkeit zur Unterscheidung von Geräuschen.

Das Schmecken erfasst Eigenschaften wie bitter oder süß.

Das Riechen erkennt und unterscheidet Gerüche.

Das Tasten offenbart stoffliche Eigenschaften und vervollkommnet unsere Kommunikation mit der Welt um uns herum.

Dennoch sind Umfang und Reichweite der Wahrnehmung aller fünf Sinne außerordentlich begrenzt.

Aber die geistigen Fähigkeiten des Menschen sind in ihrem Wirkungsbereich unbegrenzt.

Das Auge kann Einzelheiten vielleicht über eine Entfernung von einer Meile (ca.

1,5 km) sehen, aber der Verstand kann den Fernen Osten und Westen begreifen.

Das Ohr mag Tonschwingungen in tausend Fuß (ca.

300 m) Entfernung hören, aber der menschliche Verstand kann die Harmonien der himmlischen Sphären entdecken, die auf ihren Bahnen schwingen.

Der Verstand macht geologische Entdeckungen in unterirdischen Tiefen und ermittelt die Schöpfungsprozesse in den untersten Schichten der Erde.

Die Wissenschaften und Künste, alle Erfindungen, Handwerkskünste, Gewerbe und ihre Erzeugnisse entstammen dem Verstand des Menschen.

Der Verstand nimmt innerhalb des menschlichen Organismus unzweifelhaft die höchste Stufe ein.

Wenn also religiöser Glaube, Grundsätze oder Glaubensbekenntnisse nicht mit dem Verstand und der Macht der Vernunft übereinstimmen, sind sie sicherlich Aberglaube.
Ich werde ein anderes Mal weiter auf die Grundsätze eingehen, die in den Lehren Bahá'u'lláhs offenbart sind.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Chicago, Wilmette und Evanston

30. April bis 5. Mai 1912

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30. April 1912
Ansprache beim Abschlusskongress der öffentlichen Versammlung der Bahá'í-Tempel-Vereinigung Drill Hall, Freimaurertempel, Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Zu den Einrichtungen, die in den Heiligen Schriften gestiftet werden, gehören Andachtsstätten.

Das bedeutet, Gebäude oder Gotteshäuser zu errichten, damit alle Menschen einen Versammlungsort finden mögen, und dies soll ihre Einheit und Verbundenheit fördern.

Das wahre Andachtshaus ist das Wort Gottes selbst, denn ihm muss sich die ganze Menschheit zuwenden.

Es ist der Mittelpunkt der Einheit für die ganze Menschheit.

Es ist der gemeinschaftliche Mittelpunkt, die Ursache des Einklangs und der Gemeinschaft der Herzen, das Zeichen der Verbundenheit der Menschheitsfamilie, die Quelle des ewigen Lebens.

Andachtshäuser sind die Symbole der einigenden göttlichen Kraft, damit die Menschen sich bei ihren Zusammenkünften im Haus Gottes daran erinnern, dass die Gebote für sie offenbart wurden, um sie zu einen.

Sie werden erkennen, dass dieses Andachtshaus für die Vereinigung der Menschheit errichtet wurde und das Gesetz, das ihm voranging und es erschuf, aus dem offenbarten Wort hervorging.

Jesus Christus sagte zu Petrus:

»Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.« A13 Diese Äußerung weist auf den Glauben des Petrus hin und besagt:

Dein Glaube, o Petrus, ist die Botschaft an die Völker und die Ursache ihrer Einheit; er soll das Band der Vereinigung zwischen den Herzen der Menschen und die Grundlage der Einheit der Menschheit sein.

Kurz, der ursprüngliche Zweck der Gotteshäuser und der Häuser der Andacht ist schlicht die Einheit – es sind Versammlungsorte, in denen verschiedene Völker und Menschen unterschiedlicher Herkunft und jeglicher Befähigung zusammenkommen können, damit die Liebe und das Einvernehmen zwischen ihnen offenkundig werden.

Deshalb hat Bahá'u'lláh geboten, Andachtsstätten für alle Gläubigen der Welt zu errichten; auf dass alle Religionen, Völker und Glaubensgemeinschaften unter ihrem alles beschirmenden Dach zusammenkommen können; auf dass von ihren weit geöffneten Höfen der Heiligkeit die Verkündigung der Einheit der Menschheit ausgehen werde – die Kunde, dass alle Menschen Diener Gottes sind und in den Ozean Seiner Barmherzigkeit getaucht sind.

Das ist der Mashriqu'l-Adhkár.

Die Welt des Daseins kann mit diesem Gotteshaus und Andachtsort verglichen werden.

Denn wie die äußere Welt ein Ort ist, an dem die Menschen jeglicher Herkunft und Hautfarbe, verschiedener Glaubensrichtungen, Bekenntnisse und Lebensumstände zusammenkommen – so wie sie ja auch in dasselbe Meer göttlicher Gunst eingetaucht sind – so können alle unter der Kuppel des Mashriqu'l-Adhkár zusammenkommen und den einen Gott im gleichen Geist der Wahrheit anbeten.

Denn die Zeiten der Finsternis sind vorüber und das Jahrhundert des Lichtes ist gekommen.

Auf Unwissenheit beruhende Vorurteile werden zerstreut, und das Licht der Einheit scheint.

Die bestehenden Unterschiede zwischen Nationen und Völkern werden schon bald getilgt, und die Grundlagen der göttlichen Religionen, die nichts anderes als die Einheit und Verbundenheit des Menschengeschlechts sind, werden verankert.

Tausende von Jahren führte die Menschheit Krieg.

Es ist genug.

Nun lasst die Menschheit wenigstens für eine Zeit in Freundschaft und Frieden miteinander leben.

Feindschaft und Hass haben geherrscht.

Lasst die Welt sich eine Weile in Liebe üben.

Seit Jahrtausenden haben die Völker einander abgelehnt und sich gegenseitig als ungläubig und minderwertig angesehen.

Es ist genug.

Wir müssen jetzt erkennen, dass wir uns dem einen gütigen Vater zuwenden, unter dem einen göttlichen Gesetz leben, nach der einen Wahrheit suchen und die eine Sehnsucht hegen.

Lasst uns also in innigster Freundschaft und Liebe leben, und im Gegenzug werden uns Gottes Gunst und Gaben umgeben.

Die Menschenwelt wird erneuert.

Die Menschheit wird sich eines neuen Lebens erfreuen.

Ewiges Licht wird leuchten und himmlische Ethik wird sich offenbaren.
Dann wird das göttliche Prinzip die Welt regieren, denn das göttliche Prinzip ist die Einheit der Menschheit. Gott ist gerecht und gütig zu allen. Er betrachtet alle als Seine Diener. Er schließt niemanden aus, und Sein Urteil ist richtig und wahr. Wie vollendet die menschliche Vorgehensweise und Weitsicht auch erscheinen mögen, sie sind unvollkommen. Wenn wir nicht den Rat Gottes suchen oder uns weigern, Seine Gebote zu befolgen, so ist dies ein klares Zeichen dafür, dass wir uns für wissend und weise halten und zugleich Gott für unwissend; so als wären wir scharfsinnig, Gott aber nicht. Gott bewahre! Möge Seine Barmherzigkeit uns vor solch einer Vorstellung schützen! Wie weit sich der menschliche Verstand auch entwickeln mag, bleibt er doch nur ein Tropfen, während die göttliche Allwissenheit der Ozean ist. Meinen wir etwa, ein Tropfen sei mit Eigenschaften begabt, die der Ozean nicht besitzt? Glauben wir etwa, dass Vorgehensweise und Plan dieses Staubkorns Mensch der Weisheit des Allwissenden überlegen sind? Es gibt keine größere Dummheit als diese. Kurz gesagt, einige sind nur Kinder. Wir sollten sie mit größter Liebe erziehen, um ihnen zu Weisheit zu verhelfen. Andere sind krank und leiden. Wir müssen sorgsam mit ihnen umgehen, bis sie sich erholt haben. Einige haben fragwürdige Sitten. Wir müssen ihnen den Maßstab wahrer Ethik vermitteln. Aber davon abgesehen sind wir alle Diener des einen Gottes und stehen alle unter der Vorsehung und dem Schutz des einen Vaters.
Das sind die Maßgaben Gottes und die Grundlagen Seines Hauses, des Mashriqu'l-Adhkár. Das äußere Gebäude ist ein Symbol für das Innere. Mögen die Menschen daraus lernen.
Ich bete für Sie, dass Ihre Herzen mit dem Licht der Liebe Gottes erleuchtet werden, dass Ihr Verstand sich täglich entwickeln möge, dass Ihr Geist im Feuer und Licht Seiner frohen Botschaften erglüht, bis in der ganzen Menschenwelt diese göttlichen Grundlagen gelegt werden. Die Erste dieser Maßgaben und Grundlagen ist die Einheit der Menschheit und die Liebe unter den Menschen. Dann folgt der Größte Frieden. Preis sei Gott! Diese amerikanische Demokratie erweist sich als fähig und bereit, zum Bannerträger des Größten Friedens zu werden. Mögen ihre Heerscharen zu Heerscharen der Einheit der Menschheit werden. Mögen sie an der Schwelle Gottes dienen und die Botschaft von Gottes Wohlgefallen verbreiten.
O Du gütiger Herr! Diese Versammlung wendet sich Dir zu. Diese Herzen erstrahlen in Deiner Liebe. Verstand und Geist dieser Menschen werden von Deinen frohen Botschaften beglückt. O Gott! Lass diese amerikanische Demokratie in gleichem Maße geistigen Ruhm erlangen, wie sie ihn im Materiellen angestrebt hat, und mache diese gerechte Regierung siegreich. Hilf diesem geschätzten Land, das Banner der Einheit der Menschheit zu erheben, den Größten Frieden zu verbreiten und dadurch unter allen Völkern der Welt höchst ruhmreich und lobenswert zu werden. O Gott! Dieses amerikanische Volk ist Deiner Gunst würdig und verdient Deine Barmherzigkeit. Veredele es und lass es durch Deine Freigebigkeit und Gabe Dir nahekommen.

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30. April 1912
Ansprache im Hull House Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Beim Betrachten der Schöpfung stellen wir fest, dass alle Lebewesen nach zwei Daseinsaspekten eingeordnet werden können. Zum einen besitzen sie Körper, die bei allen aus der gleichen stofflichen Substanz bestehen, ob es nun Pflanzen, Tiere oder Menschen sind. Dies ist ihr Übereinstimmungsmerkmal, oder wie man es in der Philosophie bezeichnet, ihr Berührungspunkt. Zweitens unterscheiden sie sich in ihrer Stufe und ihrer Aufgabe, also nach ihrem jeweiligen Lebensbereich. Dies ist ihr Unterscheidungs- und Abgrenzungsmerkmal. Zum Beispiel sind Pflanzen und Tiere aus den gleichen stofflichen Elementen zusammengesetzt, aber sie unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Lebensbereiche und Fähigkeiten. Der Mensch gleicht in seinem körperlichen Aufbau dem Tier, aber im Übrigen ist er vollkommen anders und überlegen.
Im menschlichen Dasein selbst gibt es auch Berührungspunkte, allen Menschen gemeinsame Eigenheiten; ebenso gibt es Unterscheidungsmerkmale, die Menschen je nach Herkunft, Hautfarbe und Individualität trennen.

Wenn die Berührungspunkte, also die Gemeinsamkeiten der Menschen, stärker gewichtet werden als die jeweiligen Unterschiede, ist Einheit gewährleistet.

Gewinnen dagegen die Unterschiede die Oberhand über die Gemeinsamkeiten, führt das zu Uneinigkeit und Schwäche.

Eine der wichtigen Fragen, die Einheit und Zusammenhalt der Menschheit betreffen, ist die Gemeinschaft und Gleichstellung der Weißen und Farbigen.

Schwarz und Weiß beispielsweise stimmen in gewissen Punkten überein und unterscheiden sich in anderen Punkten, was eine gerechte gegenseitige Rücksichtnahme erfordert.

Die Berührungspunkte sind zahlreich; denn im materiellen oder körperlichen Dasein sind beide gleich beschaffen und unterliegen denselben Gesetzen des Wachstums und der körperlichen Entwicklung.

Darüber hinaus leben und bewegen sich beide im Rahmen der Sinneswahrnehmungen und sind mit dem menschlichen Verstand ausgestattet.

Es gibt viele andere Gemeinsamkeiten.

Hier in den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Liebe zum Vaterland beiden Hautfarben gemeinsam; alle haben das gleiche Recht auf Staatsbürgerschaft, sprechen eine Sprache, ihnen kommt die gleiche Kultur zugute und sie folgen den Grundsätzen derselben Religion.

Tatsächlich gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen zwischen den beiden; das einzige Unterscheidungsmerkmal hingegen ist die Farbe.

Soll diesem geringsten aller Unterschiede erlaubt werden, euch als Ethnien und Individuen voneinander zu trennen?

Ihr seid in körperlicher Hinsicht, in Wachstum, Sinnesausstattung, Verstand, Vaterlandsliebe, Sprache, Staatsbürgerschaft, Kultur und Religion einander völlig gleich.

Es gibt nur einen einzigen Unterschied – die Hautfarbe.

Gott aber billigt keine Ungleichbehandlung von Menschen wegen dieses Unterschieds – und auch kein vernünftiger oder verständiger Mensch sollte dies gutheißen.
Es bedarf allerdings einer übergeordneten Macht, um menschliche Vorurteile zu überwinden, einer Macht, der nichts in der Menschenwelt widerstehen kann und die den Einfluss aller Kräfte übertrifft, die auf das menschliche Dasein einwirken. Diese unwiderstehliche Macht ist die Liebe Gottes. Ich hoffe und bete, dass diese Liebe das Vorurteil wegen dieses einen Unterscheidungsmerkmals zwischen euch vollkommen ausräume und euch alle dauerhaft unter ihrem geheiligten Schutz vereine. Bahá'u'lláh verkündete die Einheit der Menschenwelt. Er bewirkte die Einigung verschiedener Völker und unterschiedlicher Bekenntnisse. Er erklärte, dass der Unterschied zwischen Herkunft und Hautfarbe der Schönheit bunter Blumen in einem Garten gleicht. In Gärten seht ihr gelbe, weiße, blaue, rote Blüten in Pracht und Fülle – jede strahlt für sich und verleiht zugleich den anderen ihren eigenen Zauber, obwohl sie sich von ihnen unterscheidet. Im Menschenreich verhält es sich ähnlich mit unterschiedlichen Hautfarben. Wenn alle Blumen in einem Garten die gleiche Farbe hätten, wäre die Wirkung auf das Auge monoton und ermüdend.
Darum hat Bahá'u'lláh gesagt, dass die verschiedenen Hautfarben durch ihre Mischung der Menschheit als Ganzes Harmonie und Farbenschönheit verleihen. So mögen alle in diesem großen menschlichen Garten zusammenkommen und wie Blumen Seite an Seite wachsen und gedeihen, frei von Zwietracht und Uneinigkeit.

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30. April 1912
Ansprache auf der vierten Jahreskonferenz der Nationalen Vereinigung zur Förderung der Farbigen Handel Hall, Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Im Alten Testament heißt es: »Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.« A14 Der Mensch entspricht somit dem Ebenbild Gottes – gewissermaßen spiegeln und offenbaren sich in der Wirklichkeit des Menschen die Vollkommenheit Gottes und die göttlichen Tugenden. So, wie der Lichterglanz der Sonne in voller Herrlichkeit reflektiert wird, wenn er auf einen polierten Spiegel fällt, genauso strahlen die Eigenschaften und Merkmale des Göttlichen aus des Menschen reinem Herzensgrund. Dies belegt, dass der Mensch das edelste unter Gottes Geschöpfen ist.
Jedes Reich der Schöpfung ist mit der notwendigen Fülle an Fähigkeiten und Kräften ausgestattet. Das Mineral besitzt die seinem eigenen Reich innewohnenden Vorzüge in der Rangordnung des Daseins. Die Pflanze besitzt die Eigenschaften des Minerals und als zusätzliche Fähigkeit das Wachstumsvermögen. Das Tier ist mit den Eigenschaften sowohl des Mineral- als auch des Pflanzenreiches und darüber hinaus mit Denkvermögen ausgestattet. Das Menschenreich umfasst die Fähigkeiten aller niedrigeren Reiche und obendrein Kräfte, die dem Menschen allein vorbehalten sind. Der Mensch als das höchste und herrlichste Wesen der Schöpfung ist daher allen niedrigeren Geschöpfen überlegen. Der Mensch ist der Mikrokosmos und das unendliche Universum der Makrokosmos. Die Geheimnisse der größeren Welt oder des Makrokosmos offenbaren sich in der kleineren Welt, dem Mikrokosmos, und finden da ihren Ausdruck. Der Baum ist sozusagen die größere Welt, und der Same im Verhältnis zum Baum ist die kleinere Welt. Aber der ganze große Baum ist der Anlage nach in dem kleinen Samen enthalten und verborgen. Wenn dieser Samen gepflanzt und gepflegt wird, wird der Baum sichtbar. Ebenso ist die größere Welt, der Makrokosmos, in der kleineren Welt oder dem Mikrokosmos des Menschen verborgen und in verkleinerter Form enthalten. Daraus besteht das Umfassende, also die Vollkommenheit der Kräfte, die in der Menschheit angelegt sind. Daher heißt es, der Mensch sei nach dem Ebenbild Gottes erschaffen worden.
Wir wollen nun genauer herausfinden, inwiefern er das Ebenbild Gottes ist und nach welchem Maßstab oder Kriterium er bewertet und beurteilt werden kann. Dieser Maßstab kann nichts anderes sein als die göttlichen Tugenden, die sich in ihm offenbaren. Jeder mit göttlichen Eigenschaften erfüllte Mensch, der himmlische Werte und Vervollkommnung erkennen lässt und vorbildliche, lobenswerte Eigenschaften verkörpert, ist wahrlich das Ebenbild Gottes. Können wir einen reichen Menschen als Ebenbild Gottes bezeichnen? Sind vielleicht menschlicher Ruhm und Bekanntheit das Kriterium für die Nähe zu Gott? Können wir nach der Hautfarbe gehen und sagen, ein Mensch dieser oder jener Hautfarbe – weiß, schwarz, braun, gelb, rot – sei das wahre Abbild seines Schöpfers? Wir müssen zu dem Schluss kommen, dass Hautfarbe weder Beurteilungsmaßstab noch Richtschnur ist. Sie ist zufälliger Natur und deshalb bedeutungslos. Geist und Verstand des Menschen gehören zu seinem Wesen. Darin offenbaren sich göttliche Tugenden, die barmherzigen Gaben Gottes, das ewige Leben und die Taufe durch den Heiligen Geist. So sollen alle wissen, dass Hautfarbe oder Herkunft unwichtig sind. Wer das Ebenbild Gottes ist, wer die Gaben Gottes zum Ausdruck bringt, wird an der Schwelle Gottes Annahme finden – gleich ob seine Farbe weiß, schwarz oder braun ist, das ist belanglos. Der Mensch ist nicht nur wegen körperlicher Merkmale Mensch. Maßstab für die göttliche Einstufung und Beurteilung sind sein Verstand und sein Geist.
Daher lasst dies als einziges Bewertungskriterium und einzigen Maßstab gelten, denn das ist das Ebenbild Gottes. Eines Menschen Herz kann rein und weiß sein, obwohl seine Hautfarbe schwarz ist; oder sein Herz kann finster und sündig sein, obwohl seine Hautfarbe weiß ist. Von entscheidender Bedeutung sind der Charakter und die Reinheit des Herzens. Das vom Licht Gottes erleuchtete Herz ist Gott das nächste und liebste. Gott hat dem Menschen die besondere Gunst erwiesen, als Ebenbild Gottes bezeichnet zu werden, und das bedeutet wahrlich den höchsten Vollendungsgrad dessen, was erreicht werden kann – eine göttliche Stufe, die nicht für einen bloßen Zufall der Farbe geopfert werden darf.

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1. Mai 1912
Ansprache bei der Einweihung des Mashriqu'l-Adhkár-Geländes Wilmette, Illinois
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Die Macht, die euch heute trotz des kalten und windigen Wetters hier versammelt hat, ist in der Tat gewaltig und großartig. Euch hat die Macht Gottes zusammengeführt, die göttliche Gunst Bahá'u'lláhs. Preis sei Gott, dass durch Seine bezwingende Liebe die Menschenseelen auf diese Weise versammelt und verbunden werden.
Künftig werden in Ost und West tausende Mashriqu'l-Adhkárs gebaut, die Aufgangsorte des Lobpreises und des Gedenkens Gottes für alle frommen Menschen.

Aber dieser, der erste im Westen errichtete, hat eine große Bedeutung.

In Zukunft wird es sehr viele geben, hier und anderswo – in Asien, Europa, auch in Afrika, Neuseeland und Australien –, aber dieses Gebäude in Chicago hat eine herausragende Bedeutung.

Es ist ebenso wichtig wie der Mashriqu'l-Adhkár in 'Ishqábád (Kaukasus, Russland), der erste dort gebaute.

In Persien gibt es viele; einige sind für diesen Zweck genutzte Häuser, andere sind ausschließlich der göttlichen Sache gewidmete Privatwohnungen, und an einigen Orten wurden vorläufige Gebäude errichtet.

In allen persischen Städten gibt es Mashriqu'l-Adhkárs, aber der erhabene Aufgangsort der Anbetung wurde in 'Ishqábád errichtet.

Er hat eine überragende Bedeutung, da es der erste je gebaute Mashriqu'l-Adhkár ist.

Alle Bahá'í-Freunde waren sich einig und erwiesen ihre größtmögliche Unterstützung und Tatkraft.

Der AfnánA15 setzte dafür seinen Reichtum ein und spendete seinen gesamten Besitz.

Durch diese gewaltige gemeinsame Leistung entstand ein wunderschönes Gebäude.

Ungeachtet ihrer Beiträge zu diesem Gebäude haben sie auch die Spendensammlung hier in Chicago unterstützt.

Der Mashriqu'l-Adhkár in 'Ishqábád ist fast fertiggestellt.

Er ist zentral gelegen, mit neun darauf zulaufenden Alleen, neun Gärten, neun Brunnen; die gesamte Anordnung und Konstruktion folgt dem Ordnungsprinzip und Zahlenverhältnis der Zahl Neun.

Es ist wie ein schöner Blumenstrauß.

Stellt euch ein sehr edles, eindrucksvolles Gebäude vor, ganz von Gärten voller bunter Blumen umgeben, mit neun hindurchführenden Alleen und neun Springbrunnen und Wasserbecken.

So unvergleichlich schön ist es gestaltet.

Jetzt bauen sie ein Krankenhaus, eine Schule für Waisenkinder, ein Heim für Menschen mit Behinderungen, ein Hospiz und eine große Apotheke.

So Gott will, wird das alles nach der Fertigstellung ein Paradies sein.
Ich hoffe, dass der Mashriqu'l-Adhkár in Chicago dem gleichen wird. Bemüht Euch, die Anlage kreisförmig zu gestalten. Passt möglichst die Pläne an und tauscht sie aus, damit die Abmessungen und Begrenzungen eine Kreisform bekommen. Der Mashriqu'l-Adhkár kann keine dreieckige Form haben. Er muss kreisförmig sein.

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2. Mai 1912
Ansprache im Hotel Plaza Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
In dieser Sache Gottes ist Beratung von grundlegender Bedeutung, aber damit ist geistiger Austausch, nicht die bloße Äußerung persönlicher Ansichten gemeint. In Frankreich wohnte ich einer Sitzung des Senats bei, jedoch war diese Erfahrung nicht beeindruckend. Das Ziel des parlamentarischen Verfahrens sollte sein, zum Licht der Wahrheit über die vorgelegten Fragen zu gelangen, es sollte keineswegs als Schlachtfeld für Streit und Rechthaberei dienen. Feindseligkeit und Widerspruchsgeist sind schädlich und verheerend für die Wahrheitsfindung. In der zuvor erwähnten Parlamentssitzung kam es häufig zu Zank und nutzlosen Haarspaltereien; größtenteils führte das zu Verwirrung und Tumult; einmal griffen sich zwei Senatsmitglieder sogar tätlich an. Es war keine Beratung, sondern eine Farce.
Das soll nachdrücklich betonen, dass das Ziel einer Beratung das Erforschen der Wahrheit sein muss.

Wer eine Ansicht äußert, sollte sie nicht als wahr und richtig hinstellen, sondern als einen Beitrag zur einmütigen Meinungsbildung darlegen; denn das Licht der Wahrheit wird erkennbar, wenn zwei Meinungen aufeinandertreffen.

Wenn Feuerstein und Stahl zusammenprallen, entsteht ein Funke.

Der Mensch sollte seine Ansichten mit äußerster Klarheit, mit Ruhe und Gelassenheit abwägen.

Bevor er seine eigene Meinung äußert, sollte er die bereits von anderen dargelegten Ansichten sorgfältig in Betracht ziehen.

Findet er, dass eine der zuvor geäußerten Meinungen näher an der Wahrheit und von größerem Wert ist, sollte er sie sofort annehmen und nicht absichtlich auf seiner eigenen Meinung beharren.

Mit dieser ausgezeichneten Methode bemüht er sich, zur Einheit und Wahrheit zu gelangen.

Widerspruchsgeist und Spaltung sind beklagenswert.

Man sollte also besser die Haltung eines weisen, klugen Menschen einnehmen.

Denn wenn verschiedene, voneinander abweichende Ansichten in einer von Widerspruchsgeist und Streitsucht geprägten Haltung vorgetragen werden, wird am Ende ein Gericht über diese Frage entscheiden müssen.

Selbst eine Mehrheitsmeinung oder mehrheitliche Übereinstimmung können falsch sein.

Tausend Menschen können der gleichen Ansicht sein und irren, während ein einziger Scharfsinniger recht haben kann.

Deshalb ist wahre Beratung ein geistiger Austausch in einer Haltung und Atmosphäre der Liebe.

Die Mitglieder müssen liebevoll im Geiste der Gemeinschaft miteinander umgehen, damit gute Ergebnisse erzielt werden.

Liebe und Zusammengehörigkeitsgefühl sind die Grundlage.
Das denkwürdigste Beispiel für eine Beratung in geistiger Haltung war die Versammlung der Jünger Jesu Christi auf einem Berg nach Seiner Himmelfahrt.

Sie sagten:

»Seine Heiligkeit Jesus Christus ist gekreuzigt worden und wir haben nicht länger Umgang und Verbindung mit Ihm in Seiner Körperlichkeit.

Deshalb müssen wir Ihm treu und ergeben sein, wir müssen Ihm danken und Ihn verehren, denn Er hat uns von den Toten erweckt, Er hat uns Weisheit und ewiges Leben verliehen.

Was sollen wir tun, um Ihm Treue zu erweisen?« Und so berieten sie miteinander.

Einer von ihnen sagte:

»Wir müssen uns von den Ketten und Fesseln der Welt lösen; anders können wir nicht treu sein.« Die anderen antworteten:

»So ist es.« Ein anderer sagte:

»Entweder sollten wir heiraten und unseren Frauen und Kindern treu sein, oder frei von diesen Bindungen unserem Herrn dienen.

Wir können nicht für eine Familie sorgen und zugleich das Reich Gottes in der Wildnis verkünden.

Daher sollten die Unverheirateten unverheiratet bleiben, und die Verheirateten für den Lebensunterhalt und das Wohl ihrer Familien sorgen und sich sodann aufmachen, die Frohe Botschaft zu verkünden.« Es gab keine abweichenden Meinungen; alle stimmten zu und sprachen:

»Das ist richtig.« Ein dritter Jünger sagte:

»Um Taten zu vollbringen, die dem Reich Gottes würdig sind, müssen wir weitere Opfer bringen.

Von nun an sollten wir aller Bequemlichkeit und körperlichen Behaglichkeit entsagen, jede Schwierigkeit auf uns nehmen, das Selbst vergessen und die Sache Gottes lehren.« Dies fand bei allen anderen Zustimmung und Beifall.

Schließlich sagte ein vierter Jünger:

»Es gibt noch etwas zu bedenken in Bezug auf unseren Glauben und unsere Einheit.

Um Jesu willen wird man uns schlagen, einkerkern und verbannen.

Möglicherweise töten sie uns.

Lasst uns daraus folgende Lehre ziehen.

Halten wir uns vor Augen, dass wir geschlagen, verbannt, verflucht, bespuckt und hingerichtet werden, und lasst uns beschließen, all dies dennoch freudig hinzunehmen und jene zu lieben, die uns hassen und verletzen.« Alle Jünger erwiderten:

»Das werden wir gewiss tun – wir sind einverstanden; das ist richtig.« Dann stiegen sie vom Gipfel des Berges herab und jeder ging seines Weges und folgte seinem göttlichen Auftrag.
Dies war echte Beratung. Dies war eine geistige Beratung und nicht die bloße Äußerung persönlicher Ansichten in parlamentarischer Kontroverse und Debatte.

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2. Mai 1912
Ansprache beim Bund der Frauenvereine Hotel La Salle, Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Eine der Funktionen der Sonne besteht darin, die verborgenen Wirklichkeiten im Reiche des Daseins zum Leben zu erwecken und zu offenbaren. Durch das Licht und die Wärme dieses großen zentralen Leuchtkörpers wird alles, was in der Erde angelegt ist, erweckt und tritt ins Reich des Sichtbaren. Die im Baum verborgene Frucht erscheint an seinen Zweigen als Antwort auf die Kraft der Sonne; der Mensch und alle anderen Organismen leben und bewegen sich durch ihre anregenden Strahlen; die Natur strahlt prachtvoll durch ihren durchdringenden Impuls in zahllosen evolutionären Ausprägungen – so können wir feststellen, dass eine Funktion der Sonne die Enthüllung der Geheimnisse und der schöpferischen Ziele ist, die in der Erscheinungswelt verborgen sind.
Die äußere Sonne ist Zeichen und Symbol der inneren vollkommenen Sonne der Wahrheit, des Wortes Gottes. In diesem Jahrhundert des Lichtes wird offensichtlich, dass die Sonne der Wahrheit, das Wort Gottes, sich dem ganzen Menschengeschlecht offenbart hat. Eine der im Menschenreich verborgenen Anlagen war das Leistungsvermögen beziehungsweise die Befähigung der Frau. Der Strahlenglanz göttlicher Erleuchtung hat die Fähigkeiten der Frau in diesem Zeitalter so weit erweckt und in Erscheinung treten lassen, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau eine anerkannte Tatsache ist. In früheren Zeiten wurde die Frau benachteiligt und unterdrückt. Dies war insbesondere in Asien und Afrika der Fall. In manchen Gegenden Asiens wurden Frauen nicht einmal als Menschen angesehen. Man betrachtete sie als minderwertige, wertlose Geschöpfe, dem Mann unterlegen und untertan. Das Volk der Nusayris glaubte lange Zeit, dass die Frau die Verkörperung des bösen Geistes, also des Teufels sei und dass ausschließlich der Mann das Ebenbild Gottes, des Barmherzigen sei. Schließlich brach dieses Jahrhundert des Lichtes an, die Wahrheit erstrahlte, und Geheimnisse, die lange vor der menschlichen Erkenntnis verborgen waren, wurden enthüllt. Zu diesen enthüllten Wahrheiten gehörte das wunderbare Prinzip der Gleichberechtigung von Mann und Frau, das jetzt in der ganzen Welt Anerkennung findet – im Orient wie im Okzident.
Die Geschichte berichtet über das Auftreten von Frauen in der Welt, die Sinnbilder der Führung, Stärke und des Erfolgs waren. Manche waren bekannte Dichterinnen, manche Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen, andere waren mutig auf dem Schlachtfeld. Qurratu'l-'Ayn, eine Bahá'í, war Dichterin. Sie brachte die gelehrten Männer Persiens durch ihre Brillanz und ihre Leidenschaft in Verlegenheit. Wenn sie eine Versammlung betrat, verstummten sogar die Gelehrten. Sie war in Philosophie und Wissenschaft so bewandert, dass die Anwesenden immer zuerst ihre Ansicht und ihren Rat einholten. Ihr Mut war ohnegleichen. Sie trat ihren Feinden furchtlos entgegen, bis sie getötet wurde. Sie widerstand einem despotischen König, dem Sháh von Persien, der über die Macht verfügte, jeden seiner Untertanen zum Tode zu verurteilen. Es gab keinen Tag, an dem er nicht die Hinrichtung einiger Menschen befahl. Diese Frau hielt einem solchen Despoten ganz allein bis zu ihrem letzten Atemzug stand und gab schließlich ihr Leben für ihren Glauben.
Bedenken Sie die Geheimnisse, die während des letzten halben Jahrhunderts offenbart wurden, die alle zurückzuführen sind auf den Glanz der Sonne der Wahrheit, die sich in diesem Zeitalter und Zyklus so herrlich manifestierte.

In der heutigen Zeit muss der Mensch die Wahrheit unparteiisch und vorurteilslos erforschen, um zu wahrer Erkenntnis und den richtigen Schlussfolgerungen zu gelangen.

Worin besteht dann die Ungleichheit zwischen Mann und Frau?

Beide sind Menschen.

In ihren Fähigkeiten und Aufgaben ergänzen sie sich gegenseitig.

Der Unterschied liegt vor allem darin, dass der Frau die Möglichkeiten vorenthalten wurden, deren sich der Mann so lange erfreute, insbesondere das Vorrecht der Bildung.

Aber auch das ist nicht immer ein Mangel.

Sollen wir es für eine Unvollkommenheit und Schwäche ihres Wesens halten, dass sie keine Kriegstaktik beherrscht, nicht in die Schlacht ziehen und töten kann und dass sie nicht in der Lage ist, mit einer tödlichen Waffe umzugehen?

Nein, ist es nicht eher ein Kompliment, wenn wir sagen, dass sie hinsichtlich Hartherzigkeit und Grausamkeit dem Mann unterlegen ist?

Die Frau, die aufgefordert wird, sich zu bewaffnen und ihre Mitgeschöpfe zu töten, wird sagen:

»Ich kann das nicht.« Sollte man dies als Fehler ansehen und als fehlende Tauglichkeit zur Gleichberechtigung mit dem Mann?

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Frau, sofern sie militärisch im Niedermetzeln geschult und ausgebildet worden wäre, auch auf diesem Gebiet dem Mann entsprochen hätte.

Aber davor möge Gott uns bewahren!

Möge die Frau nie diese Fertigkeit erlangen, möge sie nie Kriegswaffen führen, denn die Zerstörung der Menschheit ist keine rühmenswerte Leistung.

Ein Heim aufzubauen, den Menschenherzen Freude und Trost zu bringen, dies sind wahre Ruhmestaten der Menschheit.

Möge sich kein Mann dessen rühmen, dass er seine Mitgeschöpfe töten kann; nein, lasst ihn sich dessen rühmen, dass er sie lieben kann.
Wenn wir die Reiche des Daseins unterhalb des Menschen betrachten, finden wir keine Unterscheidung oder Bewertung der Über- und Unterlegenheit von Männlichem oder Weiblichem. Bei unzähligen Organismen des Pflanzen- und Tierreichs existiert zwar das Geschlecht, aber es gibt keinerlei Unterscheidung hinsichtlich seiner vergleichsweisen Bedeutung und seines Wertes in der Gleichung des Lebens. Wenn wir unparteiisch nachforschen, können wir sogar Arten finden, bei denen das Weibliche dem Männlichen übergeordnet oder vorzuziehen ist. So gibt es Bäume wie den Feigenbaum, dessen männliche Exemplare fruchtlos, die weiblichen aber fruchtbar sind. Die männliche Dattelpalme ist wertlos, während die weibliche reiche Früchte trägt. Da wir nach der schöpferischen Weisheit in den niederen Reichen keinen Anhaltspunkt für eine Unterscheidung oder Überlegenheit finden, ist es da logisch oder angemessen für den Menschen, eine solche Unterscheidung in Bezug auf sich selbst zu treffen? Im Tierreich rühmt sich kein Männchen, dem Weibchen überlegen zu sein. Tatsächlich herrscht Gleichheit und sie wird anerkannt. Warum sollte der Mensch, der ein höheres und intelligenteres Geschöpf ist, diese Gleichheit, derer sich die Tiere erfreuen, verleugnen und sich ihrer berauben? Der sicherste Hinweis für die schöpferische Absicht in Bezug auf den Menschen selbst sind die Verhältnisse und Ähnlichkeiten der Daseinsebenen unter ihm, in denen die Gleichstellung der Geschlechter von grundlegender Bedeutung ist.
In Wahrheit besteht die ganze Menschheit aus Geschöpfen und Dienern des einen Gottes und in Seinen Augen sind alle Menschen. Mensch ist ein Gattungsbegriff, der auf die ganze Menschheit zutrifft. Die biblische Aussage »Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei« bedeutet nicht, dass die Frau nicht erschaffen wurde. Die Ebenbildlichkeit Gottes gilt auch für sie. Im Persischen und Arabischen gibt es zwei verschiedene Begriffe, die ins Englische mit ›man‹ übersetzt werden: Der eine bezieht sich auf Mann und Frau gleichermaßen, der andere unterscheidet den Mann als männlich von der Frau als weiblich. Der erste Begriff und sein Pronomen bilden einen die Gattung betreffenden Sammelbegriff; der andere bezieht sich ausschließlich auf das Männliche. Im Hebräischen ist es genauso.
Eine Unterscheidung, die Gott in der Schöpfung nicht vorgesehen hat, gelten zu lassen und an ihr festzuhalten, ist Unwissenheit und Aberglaube.

Worauf es hier jedoch ankommt, ist, dass der Frau, die früher benachteiligt wurde, heute die gleichen Chancen für Erziehung, Bildung und Ausbildung wie dem Mann eingeräumt werden müssen.

Es darf keinen Unterschied in ihrer Erziehung und Bildung geben.

Solange die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht vollständig verwirklicht ist, kann sich die menschliche Gesellschaft nicht zur Reife entwickeln.

Selbst wenn man annähme, dass die Frau dem Mann zu einem gewissen Grad an Fähigkeit oder an Leistung unterlegen sei, so würde diese oder jede andere Unterscheidung doch nur weiterhin Zwietracht und Leid erzeugen.

Das einzige Heilmittel sind Erziehung und Bildungschancen, denn Gleichstellung bedeutet gleiche Befähigung.

Kurzum, anzunehmen, der Mann sei überlegen, wird den Eifer der Frau weiterhin unterdrücken, so als sei ihr Streben nach Gleichberechtigung schöpfungsbedingt unmöglich.

Das Streben der Frau nach Fortschritt wird dadurch behindert und sie wird allmählich die Hoffnung verlieren.

Wir müssen also ganz im Gegenteil erklären, dass ihre Leistungsfähigkeit gleich ist, sogar größer als die des Mannes.

Dies wird sie mit Hoffnung und Ehrgeiz beflügeln und ihre Entwicklungsbemühungen werden kontinuierlich zunehmen.

Ihr darf nicht gesagt und beigebracht werden, dass sie in Bezug auf ihr Leistungsvermögen und ihre Befähigung schwächer und unterlegen ist.

Wenn man einem Schüler sagt, er sei weniger intelligent als seine Mitschüler, wirft ihn das sehr stark zurück und behindert seinen Fortschritt.

Er muss in seiner Entwicklung ermutigt werden, mit der Aussage:

»Du bist sehr fähig, und wenn du dich anstrengst, wirst du den höchsten Abschluss erreichen.«
Ich hoffe, dass überall auf den fünf Kontinenten, wo die Gleichberechtigung bis heute noch nicht vollständig anerkannt und verwirklicht ist, ihr Banner gehisst wird. Die Frau in dieser aufgeklärten westlichen Welt ist den Frauen des Orients einen gewaltigen Schritt voraus. Und es sollte noch einmal deutlich gesagt werden: Bevor Mann und Frau nicht die Gleichberechtigung anerkennen und verwirklichen, ist kein gesellschaftlicher und politischer Fortschritt möglich, weder hier noch irgendwo sonst. Denn die Menschenwelt teilt sich in zwei Hälften: zum einen die Frauen, zum anderen die Männer. Erst wenn diese beiden Teile gleich stark sind, kann die Einheit der Menschheit erreicht werden und Glück und Wohl der Menschheit werden verwirklicht. So Gott will, wird es so kommen.

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2. Mai 1912
Ansprache beim Empfang der Bahá'í-Frauen Hotel La Salle, Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Wenn wir die Reiche der Schöpfung unterhalb des Menschen betrachten, so finden wir drei Formen beziehungsweise Ebenen der Existenz, die der Bildung und Entwicklung bedürfen.

Die Aufgabe eines Gärtners besteht zum Beispiel darin, den Boden des Mineralreichs zu bearbeiten und einen Baum zu pflanzen, dem unter seiner Pflege und Kultivierung ein perfektes Wachstum ermöglicht wird.

Wenn er wild und unfruchtbar ist, kann er durch Veredelung fruchtbar gemacht werden.

Wenn er klein und unansehnlich ist, wird er durch die Pflege des Gärtners groß, schön und grün, während ein Baum, der keine Kultivierung erfährt, täglich Rückschritte macht, scharfe und bittere Früchte wie die von Dschungelbäumen trägt oder gar völlig unfruchtbar wird und seiner Früchte beraubt bleibt.

Ebenso beobachten wir, dass Tiere, die innerhalb ihrer Möglichkeiten dressiert werden, sichtliche Fortschritte machen, schöner ausschauen und schlauer sind.

Wie schlau und geschickt, ja sogar vornehm, ist zum Beispiel das Araberpferd durch die Erziehung und Ausbildung geworden.

Was die Welt der Menschen betrifft:

Sie brauchen mehr Führung und Erziehung als die niederen Geschöpfe.

Denke über den großen Unterschied zwischen der Bevölkerung Afrikas und der Amerikas nach.

Hier sind die Menschen zivilisiert und weit entwickelt, dort befinden sie sich in einem äußerst erbärmlichen und unzivilisierten Zustand.

Aus welchem Grund sind sie unzivilisiert und ihr so zivilisiert?

Es ist offensichtlich, dass dieser Unterschied zum einen auf Bildung und zum anderen auf den Mangel daran zurückzuführen ist.

Denkt also darüber nach, wie wirkungsvoll Erziehung und Bildung im Menschenreich sind.

Durch sie wird der Unwissende verständig, der Tyrann gnädig, der Blinde sehend, der Taube aufmerksam und sogar der Einfältige klug.

Wie groß ist dieser Unterschied; wie groß ist die Kluft, die den Gebildeten vom Ungebildeten trennt.

Dies ist die Wirkung, wenn der Lehrer nur ein gewöhnlicher Lehrer ist.
Aber – Preis sei Gott! – euer Lehrer und Ausbilder ist Bahá'u'lláh. Er ist der Lehrmeister von Orient und Okzident. Er ist der Lehrer der Welt, des Göttlichen und des Geistigen, die Sonne der Wahrheit, das Wort Gottes. Das Licht Seiner Erziehung leuchtet wie die Sonne. Seht, was sie bewirkt hat, wie sich die ganze Menschheit durch sie entwickelt, sodass ich, ein Perser, zu diesem Treffen geschätzter Menschen auf dem amerikanischen Kontinent gekommen bin, hier stehe und in größter Liebe zu euch spreche. Dies geschieht durch die Unterweisung Bahá'u'lláhs, die diese Herzen einen kann und schon geeint hat. Auf diese Weise hat sie die Welt erleuchtet. Genau so hat sie den Menschen den Geist Gottes eingehaucht. Genau so hat sie die Herzen der Menschen wiederbelebt.
Darum sei Gott gepriesen, dass ihr die Erziehung Dessen erhaltet, Der die wahre Sonne der Wahrheit ist, Der strahlend auf die ganze Menschheit scheint und allen ein Leben verleiht, das ewig währt.
Gott sei tausendfach gepriesen!

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2. Mai 1912
Ansprache im Hotel Plaza Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Marzieh Moss
Heute morgen ist die Stadt in Dunst und Nebel gehüllt. Wie schön ist eine Stadt, wenn die Sonne scheint. So, wie dieser Nebel und Dunst die Sonnenpracht verbergen, so verdunkeln menschliche Vorstellungen die Sonne der Wahrheit. Betrachtet die glänzende Herrlichkeit der großen Sonne mitten in unserem Planetensystem: Wie wunderbar ist der Anblick, wie sorgt ihr Licht für klare Sicht, bis Nebel und Wolken sie vor dem Auge verhüllen. Auf die gleiche Weise wird die Sonne der Wahrheit durch Aberglauben und Einbildungen des menschlichen Geistes verhüllt und verborgen. Wenn die Sonne aufgeht, zerstreuen sich Dunst und Nebel, ob sie nun im Nordosten, Osten oder im Südosten erscheint, und wir haben klare Sicht auf ihre Herrlichkeit, während sie sich zum Zenit erhebt. In ähnlicher Weise sind die Völker zu den Aufgangsorten der Sonne der Wahrheit geführt worden, ein jedes zu einem bestimmten Aufgangsort, von dem aus sich das Licht der Religion manifestierte. Aber nach einiger Zeit ist der Aufgangsort zum Gegenstand der Anbetung geworden, und nicht die Sonne selbst, die immer als die eine Sonne am Himmel des göttlichen Willens feststeht. Dadurch kam es zu Meinungsverschiedenheiten, die dazu führten, dass dunkle Wolken den herrlichen Glanz der Wahrheit wieder überschatteten. Wenn sich Nebel und Dunkelheit des Aberglaubens und des Vorurteils aufgelöst haben, werden alle gleichermaßen die Sonne erblicken. Dann werden alle Völker in ihrem Strahlenglanz vereint sein.
Da diese Wolken und Hirngespinste menschlichen Aberglaubens das Licht der geistigen Sonne verdecken, müssen wir uns mit aller Kraft bemühen, sie zu zerstreuen. Mögen wir uns dafür verbinden und erleuchtet werden, das zu vollbringen, denn die Sonne ist eine und ihr Strahlen und ihre Freigebigkeit sind allumfassend. Alle Erdenbewohner empfangen die Gaben einer einzigen stofflichen Sonne und niemand wird anderen vorgezogen. Ebenso empfangen alle die himmlischen Gaben des Wortes Gottes. Niemand wird bevorzugt, alle stehen unter seinem Schutz und allumfassenden Licht. Zwischenmenschliche Streitigkeiten und religiöse Meinungsverschiedenheiten verkomplizieren und entstellen die einfache Reinheit und Schönheit der göttlichen Sache, bis Wolken das Licht der Wahrheit verdunkeln und Uneinigkeit entsteht. Nutzt daher Verstand und Vernunft, um diese dichten Wolken vom Horizont des menschlichen Herzens zu vertreiben, sodass alle an der einen Wahrheit aller Propheten festhalten. Wenn Menschen ihre jeweilige Vernunft und ihren Verstand auf die göttlichen Fragen anwenden, dann wird ganz sicher die Macht Gottes alle Schwierigkeiten ausräumen und die ewigen Wahrheiten werden als ein einziges Licht, eine einzige Wahrheit, eine einzige Liebe, ein einziger Gott und ein universeller Frieden erscheinen.

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2. Mai 1912
Ansprache im Hotel Plaza Chicago, Illinois
Aufzeichnung von Henrietta C. Wagner
Untersuchen wir eingehend die Reiche des Daseins und beobachten die uns umgebenden Phänomene des Universums, so entdecken wir die vollkommene Ordnung und absolute Vollkommenheit der Schöpfung.

Die einfachen Mineralien in ihren stofflichen Verbindungen, Pflanzen und Gemüse mit Wachstumsvermögen, Tiere mit ihren Instinkten, Menschen mit bewusstem Verstand und Himmelskörper, die sich ergeben durch den grenzenlosen Raum bewegen, unterliegen alle dem allumfassenden, dem vollständigsten und vollkommensten Gesetz.

Deshalb hat ein weiser Philosoph gesagt:

»Es gibt kein großartigeres oder vollkommeneres Schöpfungssystem als das bereits existierende.« Die Materialisten und Atheisten erklären, diese Ordnung und Symmetrie sei der Natur und ihren Kräften zuzuschreiben.

Zusammensetzung und Auflösung, die das Leben und das Dasein ausmachen, seien naturgegeben.

Der Mensch selbst sei naturgegeben.

Die Natur beherrsche und regiere die Schöpfung, und alle existierenden Dinge seien in der Natur gefangen.

Lasst uns diese Aussagen betrachten.

Wir stellen fest, dass alle Phänomene einer genauen Ordnung unterliegen und unter der Kontrolle eines allumfassenden Gesetzes stehen.

Insofern stellt sich die Frage, ob dies auf die Natur oder auf göttliche und allmächtige Herrschaft zurückzuführen ist.

Die Materialisten glauben, dass Regenfälle ein Erfordernis der Natur sind und dass die Erde ohne diesen Regen nicht grünen würde.

Sie argumentieren:

Wenn die Wolken einen Regenguss verursachen, wenn die Sonne Wärme und Licht ausstrahlt und die Erde über die nötige Beschaffenheit verfügt, müsse unausweichlich die Vegetation folgen.

Das Leben der Pflanzen sei darum eine Eigenschaft dieser natürlichen Kräfte und ein Zeichen der Natur, so wie der Verbrennungsvorgang die natürliche Eigenschaft des Feuers sei, das Feuer darum brenne und Feuer ohne Brennen für uns undenkbar sei.
Unsere Antwort auf diese Aussagen ist, dass aus den von Materialisten vorgebrachten Annahmen die Schlussfolgerungen gezogen werden, dass die Natur das Dasein steuert und beherrscht und dass alle Vortrefflichkeit und Vollkommenheit natürliche Erfordernisse und Ergebnisse sind. Daraus folgt ferner, dass der Mensch nur ein Teil oder Element dessen ist, was die Natur als Ganzes ausmacht.
Der Mensch besitzt bestimmte Kräfte, die es in der Natur so nicht gibt.

Er setzt seine Willenskraft ein, die Natur hingegen hat keinen Willen.

So ist es ein Wesensmerkmal der Sonne, Licht zu geben.

Das ist so geregelt – sie kann nichts anderes tun, als Licht auszustrahlen –, aber sie tut dies nicht willentlich.

Ein Wesensmerkmal des Phänomens Elektrizität besteht darin, dass sie sich unter bestimmten Bedingungen in Funken und Blitzen zeigt, aber sie kann nicht willentlich Licht erzeugen.

Ein Wesensmerkmal oder eine Eigenschaft des Wassers ist Feuchtigkeit.

Es kann sich von dieser Eigenschaft nicht durch eigenen Willen trennen.

In gleicher Weise gehören alle Merkmale der Natur zu ihrem Wesen und folgen diesem unwillkürlich.

Aus philosophischer Perspektive ist die Natur also ohne Willen und ohne Begriffsvermögen.

In dieser Feststellung, diesem Grundsatz stimmen wir mit den Materialisten überein.

Aber die Frage, die zum Nachdenken anregt, lautet:

Wie kommt es, dass der Mensch, der doch Teil des universellen Plans ist, bestimmte Eigenschaften besitzt, die der Natur fehlen?

Ist es denkbar, dass ein Tropfen mit Eigenschaften erfüllt ist, die dem Ozean gänzlich fehlen?

Der Tropfen ist ein Teil, der Ozean ist das Ganze.

Kann es das Phänomen eines Verbrennungsvorganges oder einer Beleuchtung geben, das der große Himmelskörper, die Sonne selbst, nicht hervorbringt?

Ist es möglich, dass ein Stein Eigenschaften besitzt, die dem gesamten Mineralreich fehlen?

Kann beispielsweise der Fingernagel, der Teil der menschlichen Anatomie ist, mit Zelleigenschaften ausgestattet sein, die dem Gehirn fehlen?
Der Mensch ist intelligent, sowohl instinktiv als auch bewusst intelligent.

Die Natur ist dies nicht.

Der Mensch besitzt Erinnerungsvermögen, die Natur nicht.

Der Mensch entdeckt die Geheimnisse der Natur, die Natur ist sich dieser Geheimnisse nicht bewusst.

Es ist daher offensichtlich, dass der Mensch aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden muss:

Als Tier ist er der Natur unterworfen, aber in seinem geistigen beziehungsweise bewussten Wesen überschreitet er die Grenzen materiellen Daseins.

Seine geistigen Kräfte, die edler und höher sind, besitzen Qualitäten, auf die es in der Natur selbst keine Hinweise gibt.

Deshalb siegen die geistigen Kräfte des Menschen über die Naturgegebenheiten.

Diese vollkommenen Qualitäten und Kräfte im Menschen übersteigen die Natur oder schließen sie ein, begreifen die Gesetze und Phänomene der Natur, durchdringen die Geheimnisse des Unbekannten und Unsichtbaren und holen sie hervor in den Bereich des Bekannten und Sichtbaren.

Alle vorhandenen Künste und Wissenschaften waren einmal verborgene Naturgeheimnisse.

Durch seine Beherrschung und Steuerung der Natur entlockte der Mensch sie der Ebene des Unsichtbaren und brachte sie in den Bereich des Sichtbaren, obwohl diese Geheimnisse den Naturgesetzen zufolge unentdeckt und verborgen geblieben wären.

Entsprechend den Naturgesetzen wäre Elektrizität eine verborgene, geheime Kraft.

Aber der durchdringende Verstand des Menschen hat sie entdeckt, aus dem Bereich des Geheimen herausgeholt und sie zu einem gehorsamen Diener des Menschen gemacht.

Was den Körper und seine Funktionen betrifft, so ist der Mensch ein Gefangener der Natur.

Er kann naturgemäß nicht ohne Schlaf auskommen, und er muss essen und trinken, wie es die Natur fordert.

Aber durch sein geistiges Wesen und seinen Verstand beherrscht und kontrolliert der Mensch die Natur, die über sein körperliches Dasein herrscht.

Dessen ungeachtet gibt es anderslautende Meinungen und materialistische Sichtweisen, die den Menschen völlig auf die körperliche Unterwerfung unter die Naturgesetze eingrenzen würden.

Dies ist gleichbedeutend mit der Aussage, die erste Steigerungsstufe übertreffe die Höchststufe, das Unvollkommene schließe das Vollkommene ein, der Schüler überrage den Lehrer – was alles unlogisch und unmöglich ist.

Wenn klar und offensichtlich ist, dass der Verstand des Menschen, seine schöpferische Fähigkeit, seine Fähigkeit zur Durchdringung und Entdeckung die Natur überschreiten, wie können wir dann behaupten, er sei Sklave und Gefangener der Natur?

Dies würde bedeuten, dass der Mensch der Gaben Gottes beraubt ist, dass er auf die Stufe des Tieres zurückfällt, dass sein scharfer Superverstand keine Funktion hat und dass er sich selbst als Tier einschätzt, ohne Unterscheidung zwischen seinem eigenen Reich und dem Reich des Tieres.
Ich habe mich einmal mit einem berühmten Philosophen der materialistischen Schule in Alexandria unterhalten. Er vertrat nachdrücklich die Ansicht, dass der Mensch und die anderen Reiche des Daseins unter der Kontrolle der Natur stehen und dass der Mensch letztlich nur ein soziales Wesen ist, und zwar oft ein sehr tierisches. Als er sich in einer Auseinandersetzung unterlegen fühlte, sagte er impulsiv: »Ich sehe keinen Unterschied zwischen mir und einem Esel, und ich bin nicht bereit, Unterscheidungen einzuräumen, die ich nicht wahrnehmen kann.« 'Abdu'l-Bahá antwortete: »Nein, ich betrachte Sie als etwas grundsätzlich anderes; ich bezeichne Sie als Menschen, den Esel aber als Tier. Ich erkenne, dass Sie sehr klug sind, was der Esel nicht ist. Ich weiß, dass Sie sich mit Philosophie gut auskennen, und ich weiß auch, dass der Esel dazu überhaupt nicht in der Lage ist. Daher bin ich nicht bereit, Ihre Aussage zu akzeptieren.«
Betrachtet die Frau neben mir, die in dieses kleine Buch schreibt. Das scheint eine sehr belanglose, gewöhnliche Tätigkeit zu sein, aber aufgrund vernünftiger Überlegung werdet ihr zum Schluss kommen, dass das Geschriebene die Existenz eines Schreibers voraussetzt und beweist. Diese Worte haben sich nicht selbst geschrieben, und diese Buchstaben sind nicht durch ihren eigenen Willen zusammengekommen. Es ist offensichtlich, dass es einen Schreiber geben muss.
Und jetzt betrachtet dieses unendliche Universum. Hätte es ohne einen Schöpfer erschaffen werden können? Oder ist es möglich, dass der Schöpfer und die Ursache dieser unendlichen Vielzahl an Welten nicht intelligent wäre? Ist der Gedanke haltbar, dass der Schöpfer keinen Begriff davon hat, was sich in der Schöpfung zeigt? Der Mensch, das Geschöpf, besitzt Willenskraft und gewisse Eigenschaften. Ist es dann möglich, dass der Schöpfer sie nicht besitzt? Selbst ein Kind könnte diese Annahme und Aussage nicht akzeptieren. Es ist völlig offensichtlich, dass der Mensch sich nicht selbst erschaffen hat und dass er dies auch nicht kann. Wie könnte der Mensch, schwach wie er ist, ein so mächtiges Wesen erschaffen? Daher muss der Schöpfer des Menschen vollkommener und mächtiger sein als der Mensch. Wenn die Schöpfungsursache des Menschen einfach auf derselben Ebene wie der Mensch stünde, dann sollte der Mensch fähig sein, eine Schöpfung hervorzubringen, dabei wissen wir sehr wohl, dass wir nicht einmal etwas erschaffen können, das uns ähnlich ist. Daher muss der Schöpfer des Menschen in allen Punkten, die die Schöpfung beinhaltet und voraussetzt, mit allerhöchster Intelligenz und Macht ausgestattet sein. Wir sind schwach, Er ist mächtig, denn wenn Er nicht mächtig wäre, hätte Er uns nicht erschaffen können. Wir sind unwissend, Er ist weise. Wir sind arm, Er ist reich. Andernfalls wäre Er unfähig gewesen, uns zu erschaffen.
Zu den Belegen für die Existenz einer göttlichen Kraft gehört, dass manche Dinge oft durch ihr Gegenteil erkannt werden. Ohne Dunkelheit könnte kein Licht wahrgenommen werden. Ohne den Tod könnte man nichts vom Leben wissen. Wenn es keine Unwissenheit gäbe, gäbe es kein Wissen. Es ist notwendig, dass das eine existiert, damit das andere vorhanden sein kann. Es muss Nacht und Tag geben, damit beide unterschieden werden können. Die Nacht selbst ist ein Hinweis auf und ein Zeugnis für den folgenden Tag, und der Tag selbst deutet auf die kommende Nacht. Gäbe es keine Nacht, könnte es keinen Tag geben. Ohne den Tod könnte es kein Leben geben. Die Dinge werden durch ihr Gegenteil erkannt.
Daher ist unsere Schwäche ein Beweis dafür, dass es eine Macht gibt, unsere Unwissenheit beweist das Vorhandensein von Wissen, unser Bedarf weist auf Versorgung und Wohlstand hin. Ohne Wohlstand würde dieser Bedarf nicht bestehen, ohne Wissen wäre Unwissenheit unbekannt, ohne Macht würde es keine Schwäche geben. Mit anderen Worten: Bedarf und Bereitstellung sind das Gesetz, und zweifellos haben alle Kräfte einen Ursprung und einen Mittelpunkt. Dieser Ursprung ist Gott, von Dem alle diese Gaben stammen.

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3. Mai 1912
Ansprache im Hotel Plaza Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Marzieh Moss
Ich befand mich im Orient, und der Orient ist von diesem Teil der Welt sehr weit entfernt. Das Reisen ist beschwerlich, besonders für mich, wegen meiner körperlichen Gebrechen, die in vierzig Jahren Gefängnishaft zugenommen haben. Meine körperlichen Kräfte sind schwach; es ist die Willenskraft, die mich aufrechterhält. Das zeigt euch, wie groß meine Anstrengung und wie fest mein Vorsatz war, diese Reise durch den Willen Gottes zu bewerkstelligen. Möge sie dem Abendland zu großer Erleuchtung verhelfen.
In dieser westlichen Welt mit ihrem anregenden Klima, ihren wissenschaftlichen Fähigkeiten und ihren hohen Idealen sollte sich die Botschaft des Friedens leicht verbreiten. Die Menschen hier sind weniger von blinder Nachahmung und Vorurteilen beeinflusst, und da sie zwischen Schein und Sein unterscheiden, sollten sie die Wahrheit erkennen können. Sie sollten führend sein im Bemühen, die Einheit der Menschheit zu verwirklichen. Welche Verantwortung ist größer als diese? Im Reich Gottes gibt es keinen größeren Dienst, und in den Augen der Propheten, Jesus Christus eingeschlossen, gibt es keine wertvollere Tat.
Doch bis zum heutigen Tage herrscht Krieg. Zwischen den Völkern sind Neid und Hass entstanden. Da ich aber das amerikanische Volk für so leistungsfähig halte und die gegenwärtige Regierung als die redlichste der westlichen Regierungen erachte und ihre Institutionen als denen anderer überlegen, ist meine sehnliche Hoffnung, dass das Banner der internationalen Versöhnung zuerst auf diesem Kontinent gehisst und die Standarte des Größten Friedens hier entfaltet werde. Mögen das amerikanische Volk und seine Regierung sich in ihren Bemühungen zusammenschließen, damit dieses Licht an diesem Ort aufleuchte und in alle Gebiete ausstrahle, denn dies ist eine der größten Gaben Gottes. Damit Amerika diese Gelegenheit ergreift, bitte ich darum, dass ihr euch mit Herz und Seele bemüht, betet und alle eure Kräfte diesem Ziel widmet: Dass das Banner des Weltfriedens hier gehisst wird und diese Demokratie dazu führt, dass in allen anderen Ländern der Krieg beendet wird.
Seht, was in Tripolis geschieht: Menschen, die einander zerstückeln, Bombardierungen vom Meer aus, Angriffe vom Land aus und Dynamithagel direkt vom Himmel. Die gegeneinander kämpfenden Armeen dürsten nach dem Blut der jeweils anderen. Unfassbar, dass sie das tun können. Sie haben Väter, Mütter, Kinder. Sie sind Menschen. Was ist mit ihren Frauen und Familien? Denkt nur an deren Qualen und Leiden. Wie ungerecht, wie schrecklich! Menschliche Wesen sollten dies verhindern und untersagen. Diese Könige, Herrscher und Oberhäupter sollten sich um das Wohl ihrer Untertanen bemühen statt um ihre Vernichtung. Diese Hirten sollten ihre Schafe in der Herde sammeln, sie hüten und weiden, anstatt sie zu töten und zu schlachten.
Ich flehe zum Königreich Gottes und bitte darum, dass ihr in diesem Land maßgeblich an der Errichtung des großen Friedens mitwirkt und dass diese Regierung und Nation ihn auf der ganzen Welt verbreitet.

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3. Mai 1912
Ansprache im Hotel Plaza Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Marzieh Moss
Nach Aussage der Philosophen ist der Unterschied zwischen der niedrigsten und der höchsten Stufe des Menschseins auf Erziehung und Bildung zurückzuführen. Folgende Beweise bringen sie vor: Die Zivilisation Europas und Amerikas ist Zeugnis und Ergebnis der Bildung und Erziehung, während an den halbzivilisierten und rohen Völkern Afrikas sichtbar wird, dass ihnen die damit verbundenen Vorteile vorenthalten wurden. Erziehung und Bildung machen den Unwissenden weise, den Tyrannen gerecht, sie fördern das Glück, schärfen den Verstand, entwickeln den Willen und machen die fruchtlosen Bäume der Menschheit wieder fruchtbar. Darum haben einige Menschen eine hohe Stufe erreicht, während andere im Abgrund der Verzweiflung herumtappen. Trotzdem kann jeder Mensch die höchsten geistigen Fähigkeiten erlangen, sogar bis zur Stufe der Propheten. Dies ist die Sichtweise und Erklärung der Philosophen.
Die Propheten Gottes sind die ersten Erzieher. Sie verhelfen dem Menschen zu umfassender Erziehung und Bildung und lassen ihn von den niedrigsten Ebenen der Rohheit zu den höchsten Gipfeln geistiger Entwicklung emporsteigen. Auch Philosophen sind Erzieher, und zwar hinsichtlich der Schulung des Verstandes. Sie waren jedoch allenfalls in der Lage, sich selbst und eine begrenzte Zahl anderer dazu zu bringen, ihre Ethik zu verbessern und sich sozusagen selbst zu zivilisieren; aber sie waren außerstande, universelle Erziehung zu bewirken. Sie haben es nicht vermocht, irgendein Volk aus der Wildheit in die Zivilisation zu führen.
Obwohl Erziehung die Ethik der Menschheit verbessert, die Vorzüge der Zivilisation hervorbringt und den Menschen von den niedrigsten Ebenen auf einen erhabenen Rang emporhebt, gibt es trotzdem Unterschiede in den wesenhaften, angeborenen Fähigkeiten der Einzelnen. Zehn gleichaltrige Kinder der gleichen sozialen Herkunft, die in der gleichen Schule unterrichtet, auf die gleiche Weise ernährt, in jeder Hinsicht dem gleichen Umfeld ausgesetzt sind und gleiche gemeinsame Interessen haben, werden in unterschiedlichem Grad verschiedene Fähigkeiten und Begabungen aufweisen und sich unterschiedlich entwickeln; manche werden überaus scharfsinnig sein und rasch vorankommen, manche werden durchschnittliche Fähigkeiten haben, andere werden eingeschränkt und unfähig sein. Einer mag ein gelehrter Professor werden, während ein anderer mit der gleichen Erziehung sich als beschränkt und einfältig erweist. Die Chancen waren in jeder Hinsicht gleich, aber die Erfolge und Ergebnisse variieren vom höchsten bis zum niedrigsten Reifegrad. Offensichtlich gibt es also zwischen den Menschen Unterschiede bezüglich der angeborenen Fähigkeiten und der geistigen Begabungen. Und dennoch ist jeder Mensch, trotz unterschiedlicher Fähigkeiten, zur Bildung fähig.
Jesus Christus war ein Erzieher der Menschheit. Seine Lehren waren selbstlos, Seine Gaben allumfassend. Er lehrte die Menschheit durch die Kraft des Heiligen Geistes und nicht mit menschlichen Mitteln, denn die menschliche Kraft ist begrenzt, während die göttliche Kraft unbegrenzt und unendlich ist. Der Einfluss und die Erfolge Christi bezeugen dies. Galenos, der griechische Arzt und Philosoph, der im zweiten Jahrhundert nach Christus lebte, schrieb eine Abhandlung über die Kultur der Völker. Er war kein Christ, aber er bezeugte, dass Glaubensüberzeugungen eine außerordentliche Wirkung auf Zivilisationsprobleme haben. Im Wesentlichen sagte er: »Es gibt unter uns bestimmte Menschen, Anhänger von Jesus von Nazareth, der in Jerusalem getötet wurde. Diese Menschen sind wahrhaft durchdrungen von moralischen Prinzipien, um die Philosophen sie beneiden. Sie glauben an Gott und haben Ehrfurcht vor Ihm. Sie hoffen auf Seine Gunst; darum meiden sie alle unwürdigen Taten und Handlungen und neigen zu einer lobenswerten Ethik und Moral. Tag und Nacht streben sie danach, dass ihre Taten vorbildlich sind und dass sie zur Wohlfahrt der Menschheit beitragen; darum ist eigentlich jeder von ihnen ein Philosoph, denn diese Menschen haben das erreicht, was Wesen und Zweck der Philosophie ist. Diese Menschen haben lobenswerte Sitten, mögen sie auch ungebildet sein.«
All dies soll zeigen, dass die heiligen Manifestationen Gottes, die göttlichen Propheten, die ersten Lehrer der Menschheit sind.

Sie sind universelle Erzieher, und die Grundsätze, die sie aufgestellt haben, bedingen und beeinflussen den Fortschritt der Völker.

Nichts von den Bräuchen und blinden Nachahmungen, die sich später einschleichen, dient diesem Fortschritt.

Im Gegenteil, sie zerstören die Grundlagen, die die himmlischen Erzieher für die Menschheit eingeführt haben.

Sie sind Wolken, die die Sonne der Wahrheit verdunkeln.

Wenn ihr über die grundlegenden Lehren Jesu nachdenkt, werdet ihr erkennen, dass sie das Licht der Welt sind.

Niemand kann ihre Wahrheit bezweifeln.

Sie sind die wahre Quelle des Lebens und die Ursache für das Glück der Menschheit.

Die entstandenen Gebräuche und der Aberglaube, die das Licht verdunkelten, hatten keinen Einfluss auf die Wahrheit Christi.

So sprach Jesus Christus:

»Stecke dein Schwert in die Scheide.« A16 Dies besagt, dass Krieg verboten und abgeschafft ist.

Betrachtet aber die Kriege der Christenheit, die später geführt wurden.

Feindseligkeit und Inquisition im Namen des Christentums verschonten nicht einmal die Gelehrten.

Wer verkündete, dass die Erde um die Sonne kreist, wurde eingesperrt.

Wer das neue astronomische System verkündete, wurde als Ketzer verfolgt.

Gelehrte und Wissenschaftler wurden zur Zielscheibe für fanatischen Hass, und viele wurden getötet oder gefoltert.

Wie passen diese Taten zu den Lehren Jesu Christi, und welchen Bezug haben sie zu Seinem Beispiel?

Denn Christus verkündete:

»Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.

Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen auf Gerechte und Ungerechte.« A17 Wie lassen sich Hass, Feindseligkeit und Verfolgung mit Christus und Seinen Lehren vereinbaren?
Darum ist es notwendig, sich wieder der ursprünglichen Grundlage zuzuwenden. Die grundlegenden Prinzipien der Propheten sind richtig und wahr. Blinde Nachahmung und Aberglaube, die sich eingeschlichen haben, stehen in schroffem Gegensatz zu den ursprünglichen Vorschriften und Geboten. Die Quintessenz der Lehren aller Propheten wurde von Bahá'u'lláh nochmals verkündet und neu festgelegt, wobei Er das Beiwerk verwarf und die Religion von menschlicher Auslegung reinigte. Er schrieb ein Buch mit dem Titel Die Verborgenen Worte. Zu Anfang heißt es darin, es enthalte den Wesenskern der Worte der Propheten der Vergangenheit, gekleidet in das Gewand der Kürze, zur Belehrung und geistigen Rechtleitung der Menschheit. Lest es, auf dass ihr die wahren Grundlagen der Religion verstehen und über die Inspiration der Boten Gottes nachsinnen möget. Es ist Licht über Licht.
Wir dürfen die Wahrheit nicht in den Taten und Handlungen der Völker suchen; wir müssen die Wahrheit an ihrer göttlichen Quelle erforschen und die gesamte Menschheit zu wahrhaftiger Einheit rufen.

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4. Mai 1912
Ansprache in der Theosophischen Gesellschaft Northwestern University Hall, Evanston, Illinois
Aufzeichnungen von Marzieh Moss
Ich bin sehr froh, dass ich an diesem Treffen teilnehmen kann. Preis sei Gott! Ich sehe vor mir die Gesichter von aufnahmefähigen Menschen, die sich danach sehnen, die Wahrheit zu erforschen. Das führt zu größter Freude.
Der göttlichen Philosophie zufolge gibt es in der stofflichen Erscheinungswelt zwei bedeutsame und universelle Zustände:

Einer betrifft das Leben, der andere den Tod; einer bezieht sich auf das Dasein, der andere auf das Nichtsein; einer zeigt sich als Zusammensetzung, der andere als Auflösung.

Manche definieren Dasein als den Ausdruck von Wirklichkeit oder Vorhandensein und Nichtexistenz als Nichtvorhandensein, wobei sie sich vorstellen, der Tod sei völlige Auslöschung.

Dies ist eine irrige Annahme, denn völlige Auslöschung ist unmöglich.

Man kann allenfalls sagen, dass alles Zusammengesetzte einer Auflösung oder Zersetzung unterliegt.

Dasein bedeutet nämlich die Gruppierung materieller Bestandteile in einer Form oder einem Körper, während Nichtsein einfach die Auflösung dieser Gruppierungen ist.

Das ist das Gesetz der Schöpfung in seiner grenzenlosen Formenvielfalt und seinen unendlichen Ausdrucksmöglichkeiten.

Bestimmte Elemente haben durch Zusammensetzung das Geschöpf Mensch geformt.

Diese Zusammensetzung der Elemente in der Form eines menschlichen Körpers unterliegt daher dem Zerfall, den wir Tod nennen, doch nach dem Zerfall bleiben die Elemente selbst unverändert.

Darum ist gänzliche Auslöschung unmöglich und Dasein kann nie Nichtsein werden.

Das wäre gleichbedeutend mit der Aussage, Licht könne Finsternis werden, was offensichtlich unwahr und unmöglich ist.

Weil Dasein niemals zu Nichtsein werden kann, gibt es für den Menschen keinen Tod; vielmehr ist der Mensch unvergänglich und ewig lebend.

Der rationale Beweis dafür ist, dass die Atome der stofflichen Bestandteile von einer Form des Daseins zu einer anderen wechseln können, von einer niedrigeren oder höheren Stufe zu einer anderen, von einem Reich zu einem anderen.

Zum Beispiel kann ein einzelnes Atom aus dem Staub der Erde die Reiche vom Mineral bis zum Menschen durchlaufen, indem es nacheinander einem Organismus des jeweiligen Reichs eingegliedert wird.

Einmal geht es in die Bildung eines Minerals oder Gesteins ein; dann wird es vom Pflanzenreich aufgenommen und wird Bestandteil des Körpers und der Faser eines Baumes; schließlich wird es dem Tier zu eigen, und noch später findet man es im Körper des Menschen.

Im Verlauf dieser allmählichen Reise durch verschiedene Reiche von einer Daseinsform zur nächsten behält es stets sein atomares Dasein und wird weder ausgelöscht noch in das Nichtsein zurückversetzt.
Nichtsein ist daher ein Ausdruck, der auf Änderungen der Form angewendet wird, aber diese Umformung kann niemals korrekt als Auslöschung angesehen werden; denn wie wir auf der Reise des Atoms durch aufeinanderfolgende Reiche gesehen haben, sind die Elemente der Zusammensetzung immer und unvermindert vorhanden.

So gesehen gibt es keinen Tod, das Leben währt ewig.

Wenn das Atom Teil der Zusammensetzung des Baumes wird, stirbt es sozusagen für das Mineralreich, und wenn es vom Tier verzehrt wird, stirbt es für das Pflanzenreich, und so weiter bis zu seiner Überführung oder Umwandlung in das Reich des Menschen; doch während seiner Reise wurde es umgestaltet, aber nicht ausgelöscht.

Tod ist deshalb im Wesentlichen ein Übergang von einer Stufe oder einem Zustand in einen anderen.

Im Mineralreich gab es einen Geist des Daseins; in der Pflanzenwelt erschien er wieder als Geist des Wachstums; von dort ging er in den tierischen Geist über, und schließlich strebte er zum menschlichen Geist empor.

Dies sind Stufen und Veränderungen, aber keine Auslöschung, und das ist ein rationaler Beweis dafür, dass der Mensch unvergänglich ist und ewig lebt.

Daher ist der Tod nur ein relativer Begriff, der Veränderung bedeutet.

Sagen wir zum Beispiel, dass dieses Licht vor mir, wenn es in einer anderen Glühlampe wieder erscheint, in dieser Lampe gestorben ist und in der anderen weiterlebt.

Das ist aber kein wirklicher Tod.

Die Vorzüge des Minerals werden in die Pflanzen übertragen und von dort in das Tier, wobei ihr Wert im Aufwärtswandel immer weiter gesteigert wird.

In jedem Reich finden wir die gleichen Vorzüge vollständiger ausgeprägt, was beweist, dass ihre Wirklichkeit von einer niedrigeren in eine höhere Form und ein höheres Reich des Seins übertragen wurde.

Nichtsein ist darum nur relativ und absolutes Nichtsein undenkbar.

Diese Rose in meiner Hand wird sich auflösen und ihre ausgewogene Beschaffenheit wird zerstört, aber die elementaren Bestandteile des Gefüges bleiben unverändert; nichts beeinträchtigt ihre grundsätzliche Unversehrtheit.

Sie können ihr Dasein nicht verlieren; sie werden einfach von einem Zustand in einen anderen überführt.
Wegen seiner Unwissenheit fürchtet der Mensch den Tod, aber der Tod, vor dem er zurückschreckt, ist nur eingebildet und völlig unwirklich; er ist nur eine menschliche Vorstellung.
Die Gaben und die Gnade Gottes haben die Schöpfung mit Leben und Sein erfüllt. Für das Dasein gibt es weder Veränderung noch Umbildung. Dasein ist immer Dasein; niemals kann es in Nichtsein umgewandelt werden. Es geht um eine Abstufung; eine Stufe unterhalb einer höheren Stufe wird als Nichtsein angesehen. Dieser Staub unter unseren Füßen ist im Vergleich zu unserem Sein nicht vorhanden. Wenn der menschliche Körper zu Staub zerfällt, können wir sagen, dass er nicht mehr vorhanden ist. Daher ist sein Staub, verglichen mit einem lebenden Menschen, so, als sei er nicht vorhanden, aber in seiner eigenen Sphäre ist er vorhanden, er hat sein mineralisches Dasein. So ist hinreichend bewiesen, dass absolutes Nichtsein unmöglich ist; es ist nur relativ.
Es geht darum, dass die ewigen Gaben Gottes, die dem Menschen zuteilgeworden sind, niemals der Vergänglichkeit unterliegen. Da Gott die sichtbare Welt mit Dasein ausgestattet hat, ist es für diese Welt unmöglich, zu Nichtsein zu werden, denn Gott ist ihr Ursprung; die Welt ist durch Ihn entstanden; sie ist eine erschaffene, keine aus sich selbst entstandene Welt, und die Gaben, die auf sie herabkommen, sind beständig und dauerhaft. Deshalb ist der Mensch, das höchste Geschöpf der materiellen Welt, durch göttliche Freigebigkeit unaufhörlich mit dieser fortwährenden Gabe ausgestattet. Die Sonne zum Beispiel strahlt beständig, ihre Wärme strömt ohne Unterlass; eine Unterbrechung ist nicht vorstellbar. Ebenso kommen die Gaben Gottes auf die Menschenwelt herab, unaufhörlich, fortlaufend, für immer. Wenn wir sagen, die Gabe des Seins höre auf oder stocke, dann ist das gleichbedeutend mit der Aussage, die Sonne könne existieren, auch wenn ihre Strahlkraft aufhört. Ist das möglich? Ebenso ist der Strahlenglanz des Seins immer vorhanden und hört nicht auf.
Die Vorstellung der Auslöschung trägt zur Herabsetzung des Menschen bei, wird zur Ursache seiner Entwürdigung und Erniedrigung, ist eine Quelle der Furcht und Niedergeschlagenheit. Sie führt zur Zerstreutheit und Schwächung des menschlichen Denkens, während die Erkenntnis des Daseins und Fortbestehens dem Menschen erhabene Gedanken eingibt, die Grundlagen des menschlichen Fortschritts schafft und die Entwicklung himmlischer Tugenden fördert. Darum ist es die Pflicht des Menschen, Vorstellungen von Nichtsein und Tod, die reine Einbildung sind, aufzugeben und sich entsprechend der göttlichen Schöpfungsabsicht als ewig lebend, ewig fortbestehend anzusehen. Er muss sich von Vorstellungen abwenden, die die menschliche Seele herabsetzen, sodass er Tag für Tag und Stunde für Stunde höher zur geistigen Wahrnehmung des Fortbestehens der menschlichen Wirklichkeit aufsteigen kann. Wenn er bei der Vorstellung vom Nichtsein verweilt, wird er vollkommen handlungsunfähig; sein Entwicklungsstreben wird aufgrund geschwächter Willenskraft nachlassen und die Aneignung menschlicher Tugenden wird enden.
Darum müssen Sie Gott danken, dass Er Ihnen den Segen des Lebens und Daseins im Menschenreich verliehen hat.

Streben Sie emsig danach, Tugenden zu entwickeln, die Ihrer Stufe und Ihrem Rang angemessen sind.

Seien Sie wie das Licht der Welt, das nicht verborgen werden kann und nicht am dunklen Horizont untergeht.

Steigen Sie zum Zenit eines Daseins auf, das niemals von Ängsten und bösen Vorahnungen bezüglich des Nichtseins getrübt wird.

Wenn der Mensch keine innere Wahrnehmung besitzt, ist er sich über diese wichtigen Geheimnisse nicht im Klaren.

Die Netzhaut des äußeren Sehvermögens kann, wenngleich hochempfindlich, dennoch ein Hindernis sein für das innere Auge, mit dem allein wir wahrnehmen können.

Die Gaben Gottes, die sich in allen Erscheinungsformen des Lebens offenbaren, werden bisweilen durch trennende Schleier einer gedanklichen und sterblichen Sichtweise verborgen, die den Menschen geistig blind und hilflos machen; werden aber diese Ablagerungen beseitigt und die Schleier zerrissen, so werden die großartigen Zeichen Gottes sichtbar und der Mensch wird des ewigen Lichtes gewahr, das die Welt erfüllt.

Die Gaben Gottes sind immer und überall offenbar.

Die Verheißungen des Himmels sind allgegenwärtig.

Die Gnadengaben Gottes umgeben uns allezeit; aber sollte das erkenntnisfähige Auge der menschlichen Seele verhüllt und verdunkelt bleiben, wird der Mensch dazu verleitet, diese allumfassenden Zeichen zu leugnen, und bleibt dieser Offenbarungen göttlicher Gnade beraubt.

Darum müssen wir mit Herz und Seele danach streben, dass der Schleier, der das Auge innerer Schau verhüllt, beseitigt werde, damit wir die Offenbarungen der Zeichen Gottes erschauen mögen, Seine geheimnisvollen Gunstbezeugungen entdecken und erkennen, dass materielle Wohltaten im Vergleich zu geistigen Gnadengaben ein Nichts sind.

Die geistigen Segnungen Gottes sind überaus groß.

Als wir im Mineralreich waren, waren wir zwar mit bestimmten Gaben und Kräften ausgestattet, aber mit den Segnungen für das Menschenreich waren sie nicht vergleichbar.

Im Mutterleib waren wir Empfänger von Gaben und Segnungen Gottes, doch diese waren nichts im Vergleich zu den Kräften und Gnadengaben, die uns nach der Geburt in diese menschliche Welt verliehen wurden.

Desgleichen werden wir, wenn wir aus dem Gefüge dieser stofflichen Erscheinungswelt in die Freiheit und Erhabenheit des geistigen Lebens und seiner Schau hineingeboren werden, diese sterbliche Existenz und ihre Segnungen als vergleichsweise wertlos betrachten.
In der geistigen Welt sind die göttlichen Gaben unbegrenzt, denn in jenem Reich gibt es weder Trennung noch Auflösung, die die stoffliche Welt des Daseins kennzeichnen.

Geistiges Dasein ist absolute Unsterblichkeit, Vollständigkeit und unveränderliches Sein.

Darum müssen wir Gott danken, dass Er sowohl materielle Segnungen als auch geistige Gaben für uns erschaffen hat.

Er hat uns materielle Gaben und geistige Gnaden verliehen, das äußere Auge, um das Licht der Sonne zu sehen, und das innere Sehvermögen, durch das wir die Herrlichkeit Gottes wahrnehmen können.

Er hat das äußere Ohr gestaltet, damit wir uns an Musik erfreuen, und das innere Hörvermögen, womit wir die Stimme unseres Schöpfers hören können.

Wir müssen entschlossen mit Herz, Seele und Verstand danach streben, die Fertigkeiten und Tugenden zu entwickeln und aufzuweisen, die im Inneren der sichtbaren Welt schlummern, denn die menschliche Wirklichkeit kann mit einem Samen verglichen werden.

Wenn wir den Samen säen, entsteht daraus ein mächtiger Baum.

Die Eigenschaften des Samens werden im Baum enthüllt:

Er bringt Äste, Blätter, Blüten und Früchte hervor.

All diese Kräfte waren als Anlagen im Samen verborgen.

Durch den Segen und die Gabe der Kultivierung wurden diese Kräfte sichtbar.

In ähnlicher Weise hat der gnädige Gott, unser Schöpfer, in der menschlichen Wirklichkeit bestimmte verborgene Eigenschaften angelegt.

Durch Erziehung und Bildung werden diese vom liebenden Gott angelegten Eigenschaften in der menschlichen Wirklichkeit sichtbar, so wie sich der Baum aus dem keimenden Samen heraus entfaltet.

Ich werde für Sie beten.
O Du gütiger Herr! Dies sind Deine Diener, die in dieser Versammlung zusammengekommen sind. Sie wenden sich Deinem Königreich zu und bedürfen Deiner Gnadengaben und Deines Segens. O Gott! Offenbare die Zeichen Deiner Einheit, die in allen Lebenswirklichkeiten verwahrt sind, und lass sie sichtbar werden. Enthülle und entfalte die Tugenden, die Du in der Wirklichkeit des Menschen angelegt und verborgen hast.
O Gott! Wir sind wie Pflanzen, und Deine Großmut gleicht dem Regen. Erfrische diese Pflanzen und lass sie wachsen durch Deine Gaben. Wir sind Deine Diener; befreie uns aus den Fesseln des stofflichen Seins. Wir sind unwissend; mache uns weise. Wir sind tot; mache uns lebendig. Wir sind stofflich; verleihe uns Geist. Wir sind ausgeschlossen; mache uns zu Vertrauten Deiner Geheimnisse. Wir sind bedürftig; schenke uns Reichtum und Segen aus Deiner unermesslichen Schatzkammer. O Gott! Errette uns; schenke uns Sehvermögen; schenke uns Gehör. Mache uns vertraut mit den Geheimnissen des Lebens, damit uns in dieser Welt des Seins die Mysterien des Königreiches offenbart werden und wir Deine Einheit bekennen. Alle Gaben kommen von Dir; aller Segen ist Dein.
Du bist mächtig. Du bist gewaltig. Du bist der Geber und Du bist der Ewig-Freigebige.

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5. Mai 1912
Ansprache auf einem Kindertreffen im Hotel Plaza Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Marzieh Moss
Ihr seid die Kinder, von denen Christus sagte: »Solchen gehört das Reich Gottes«. Und gemäß den Worten Bahá'u'lláhs seid ihr die wahren Lampen und Kerzen in der Welt der Menschen, denn eure Herzen sind äußerst rein und euer Geist ist sehr feinfühlig. Ihr seid der Quelle nahe; ihr seid noch nicht verunreinigt. Ihr seid die jungen Schafe des himmlischen Hirten. Ihr gleicht polierten Spiegeln, die das Licht unverfälscht reflektieren. Ich hoffe, dass eure Eltern euch in den geistigen Dingen erziehen und euch eine gründliche Ausbildung in moralischem Handeln vermitteln. Möget ihr euch so entwickeln, dass jeder von euch von allen Tugenden der Menschenwelt durchdrungen wird. Möget ihr auf allen materiellen und geistigen Ebenen Fortschritte machen. Möget ihr Wissenschaften erlernen, euch Künste und Handwerk aneignen, euch als nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft erweisen und am Fortschritt der menschlichen Kultur mitarbeiten. Möget ihr eine Ursache für das Sichtbarwerden göttlicher Gaben sein – jeder Einzelne von euch ein leuchtender Stern, der das Licht der Einheit der Menschheit zum Horizont des Ostens und Westens ausstrahlt. Möget ihr euch der Liebe zur Menschheit und ihrer Einheit hingeben, und möge durch eure Bemühungen das, was im menschlichen Herzen angelegt ist, seinen göttlichen Ausdruck finden. Ich bete für euch und bitte in eurem Namen um den Beistand und die Ermutigung Gottes.
Ihr alle seid meine Kinder, meine Kinder im Geiste. Kinder im Geiste sind wertvoller als leibliche Kinder, denn leibliche Kinder können sich vom Geist Gottes abwenden, aber ihr seid Kinder im Geiste und daher werdet ihr aufs Höchste geliebt. Ich wünsche euch Fortschritt auf allen Entwicklungsebenen. Möge Gott euch beistehen. Möge das gütige Licht Seines Antlitzes euch umgeben, und möget ihr unter Seiner Fürsorge und Seinem Schutz Reife erlangen. Ihr seid alle gesegnet.
(Zu den erwachsenen Freunden)
Ich gehe fort, aber ihr müsst euch erheben, um dem Wort Gottes zu dienen. Eure Herzen müssen rein und eure Absichten aufrichtig sein, damit ihr Empfänger der göttlichen Gaben werdet. Bedenkt: Die Sonne scheint gleichermaßen auf alle Dinge, aber es ist nicht der schwarze Stein, sondern der reine Spiegel, der sie aufs Glanzvollste widerspiegelt. Dieser helle Strahlenglanz und diese Wärme setzen kristallklares Glas voraus. Wenn es keine Klarheit und Reinheit gäbe, könntet ihr diesen Effekt nicht beobachten. Wenn der Regen auf salzige, steinige Erde fällt, wird er keine Wirkung haben; wenn er aber auf guten, reinen Boden fällt, folgt grünes, üppiges Wachstum und Früchte werden gedeihen.
Dies ist der Tag, an dem reine Herzen einen Anteil an den unvergänglichen Gaben erhalten und geheiligte Seelen durch die ewigen Offenbarungen erleuchtet werden.

Preis sei Gott!

Ihr glaubt an Gott, seid ermutigt von den Worten Gottes und wendet euch dem Reich Gottes zu.

Ihr habt den göttlichen Ruf vernommen.

Eure Herzen werden durch die Brisen des Paradieses Abhá bewegt.

Eure Absichten sind rein.

Euer Ziel ist das Wohlgefallen Gottes.

Ihr sehnt euch danach, im Reich des Barmherzigen zu dienen.

Deshalb erhebt euch mit äußerster Kraft.

Lebt in vollkommener Einheit.

Werdet niemals wütend aufeinander.

Richtet eure Augen auf das Reich der Wahrheit und nicht auf die Welt der Schöpfung.

Liebt die Geschöpfe um Gottes willen und nicht um ihrer selbst willen.

Ihr werdet niemals wütend oder ungeduldig sein, wenn ihr sie um Gottes willen liebt.

Menschen sind nicht vollkommen.

In jedem Menschen gibt es Unvollkommenheiten, und ihr werdet immer unglücklich, wenn ihr auf die Menschen selbst schaut.

Wenn ihr aber auf Gott schaut, werdet ihr sie lieben und freundlich zu ihnen sein; denn die Welt Gottes ist die Welt der Vollkommenheit und vollendeter Barmherzigkeit.

Schaut daher auf niemandes Schwächen; schaut mit dem Auge der Vergebung.

Das unvollkommene Auge sieht Unvollkommenheiten.

Das Auge, das nicht auf die Fehler achtet, schaut auf den Schöpfer der Seelen.

Er erschuf sie, erzieht und versorgt sie, verleiht ihnen Fähigkeiten und Leben, Sehvermögen und Gehör; darum sind sie Zeichen Seiner Größe.

Ihr müsst alle lieben und gütig zu ihnen sein, sorgt euch um die Armen, schützt die Schwachen, heilt die Kranken, erzieht und lehrt die Unwissenden.
Ich hoffe, dass die Einheit und Harmonie unter den Freunden in Chicago zur Ursache für die Einheit der Freunde in ganz Amerika wird und dass alle Menschen ihre Liebe und Güte erfahren werden. Mögen sie ein Vorbild für die Menschheit sein. Dann werden die Bestätigungen durch das Königreich Abhá und die Gaben der Sonne der Wahrheit alles umfassen.

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5. Mai 1912
Ansprache in der Plymouth Congregational Church 935 East Fiftieth Street Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Marzieh Moss
Ich danke Gott für das Vorrecht, einer Versammlung beizuwohnen, die Seiner gedenkt, deren Teilnehmer keinen anderen Gedanken und keine andere Absicht hegen, als Seinem Wohlgefallen zu entsprechen und die Wahrheit unvoreingenommen zu erforschen. Ich preise Gott für diese Zusammenkunft von Menschen, die frei sind von den Fesseln der Nachahmung und des Vorurteils, bereit, sorgfältig zu prüfen und anzunehmen, was als wahr erkannt wird.
In unserem Sonnensystem ist der Mittelpunkt allen Lichtes die Sonne. Dieser zentrale Lichtkörper ist nach dem Willen Gottes der Ursprung des Daseins und der Entwicklung alles Sichtbaren. Wenn wir die Lebewesen der stofflichen Reiche betrachten, stellen wir fest, dass ihr Wachstum und ihre Entwicklung von der Wärme und dem Licht der Sonne abhängen. Ohne diesen belebenden Impuls würden Pflanzen und Bäume nicht wachsen, noch würden Tiere oder Menschen leben; tatsächlich würde keine Art erschaffenen Lebens auf der Erde entstehen. Wenn wir jedoch gründlich nachdenken, werden wir erkennen, dass Gott der erhabene Lebensspender und -geber ist; die Sonne vermittelt nur, was Er will und plant. Ohne die Freigebigkeit der Sonne läge die Welt in Finsternis. Alles Licht im Planetensystem geht aus der Sonne im Zentrum hervor.
Ebenso muss es im geistigen Reich von Vernunft und Edelsinn einen Mittelpunkt der Erleuchtung geben, und dieses Zentrum, diese unvergängliche, ewig strahlende Sonne ist das Wort Gottes. Sein Licht ist das Licht der Wahrheit, das die Menschheit erleuchtet, das Reich des Denkens und der Ethik erhellt und dem Menschen die Gaben der göttlichen Welt verleiht. Dieses Licht ist die Ursache der Erziehung der Seelen und die Quelle der Erleuchtung der Herzen; in strahlendem Glanz verbreitet es die frohe Botschaft des Reiches Gottes. Kurz, der Fortschritt von Sitten und Ethik sowie die geistige Erneuerung der Welt hängen von diesem himmlischen Zentrum der Erleuchtung ab. Es spendet das Licht der Religion und verleiht das Leben des Geistes, stattet die Menschheit mit grundlegenden Tugenden aus und gewährt ewigen Glanz. Diese Sonne der Wahrheit, dieser Mittelpunkt des Strahlenglanzes, ist der Prophet, die Manifestation Gottes. So, wie die sichtbare Sonne auf die stoffliche Welt scheint, Leben hervorbringt und Wachstum bewirkt, so verleiht die geistige, prophetische Sonne dem Denken und der Vernunft des Menschen Erleuchtung; und ginge sie nicht über dem Horizont menschlichen Seins auf, würde das Reich des Menschen verfinstern und erlöschen.
Die Sonne der Wahrheit ist eine einzige Sonne, aber sie hat verschiedene Aufgangsorte, so wie die sichtbare Sonne eine einzige ist, obwohl sie an verschiedenen Punkten des Horizontes erscheint. Bei ihrer Reise durch den Himmelskreis geht die stoffliche Sonne im Sommer weit nördlich des Äquators auf, im Frühjahr und im Herbst in der Mitte, und im Winter am weitesten im Süden. Diese Dämmerungs- oder Aufgangsorte sind weit voneinander entfernt, aber die Sonne ist immer dieselbe Sonne – sei es die sichtbare oder die geistige Sonne. Seelen, die ihren Blick auf die Sonne der Wahrheit richten, werden Empfänger des Lichtes sein, egal an welchem Punkt sie aufgeht, wer aber durch die Anbetung des Aufgangsortes gefesselt ist, geht ihres Lichtes verlustig, wenn sie an einer anderen Stelle des geistigen Horizonts erscheint.
Auch der Zyklus der Sonne der Wahrheit hat seine unterschiedlichen, aufeinander folgenden Phasen, so wie der Sonnenzyklus seine vier Jahreszeiten hat.

Jeder Zyklus bringt einen Frühling mit sich.

Wenn die Sonne der Wahrheit wiederkehrt, um die Menschenwelt zu beleben, strömt göttliche Gnade aus dem Himmel der Freigebigkeit hernieder.

Die Welt der Gedanken und des Geistes wird in Bewegung gesetzt und mit neuem Leben gesegnet.

Der Geist entwickelt sich, Hoffnungen leben auf, Bestrebungen werden geistig, menschliche Tugenden erscheinen mit aufgefrischter Wachstumskraft und das Ebenbild Gottes wird im Menschen sichtbar.

Das ist der Frühling der inneren Welt.

Nach dem Frühling kommt der reichhaltige Sommer mit seinen geistigen Früchten.

Der Herbst folgt mit seinen auszehrenden Winden, die die Seele erkalten lassen.

Die Sonne scheint zu verschwinden, bis sich zuletzt der Mantel des Winters ausbreitet und nur schwache Spuren des Glanzes dieser göttlichen Sonne zurückbleiben.

So, wie die stoffliche Welt an der Oberfläche dunkel und trostlos wird, der Boden karg, die Bäume nackt und kahl werden und weder Schönheit noch Frische bleiben, um die Düsternis und Trostlosigkeit aufzuheitern, so erlebt auch der Winter des geistigen Zyklus den Tod und das Versiegen des göttlichen Wachstums und das Erlöschen des Lichtes und der Liebe Gottes.

Doch dann beginnt der Kreislauf von Neuem und ein neuer Frühling bricht an.

Damit ist der vorherige Frühling zurückgekehrt; die Welt wird wiederbelebt, erleuchtet und erlangt Geistigkeit; die Religion wird erneuert und umgestaltet, die Herzen wenden sich Gott zu, der Ruf Gottes wird gehört, und den Menschen wird erneut Leben geschenkt.

Lange Zeit war das religiöse Leben geschwächt und Materialismus gedieh; die geistigen Lebenskräfte schwanden dahin, die Sitten verfielen, Ruhe und Frieden der Seelen schwanden und satanische Eigenschaften beherrschten die Herzen; Streit und Hass überschatteten die Menschheit, Blutvergießen und Gewalt gewannen die Oberhand.

Gott wurde vergessen; die Sonne der Wahrheit schien völlig untergegangen zu sein; der Verlust der himmlischen Gaben war eine Tatsache und so brach die Winterzeit über die Menschheit herein.

Aber Gott ließ in Seiner Großmut einen neuen Frühling anbrechen, das Licht Gottes erstrahlte erneut, die glänzende Sonne der Wahrheit kehrte zurück und offenbarte sich, die Gedankenwelt und das Königreich der Herzen wurden beflügelt, dem Körper der Welt wurde ein neuer Lebensgeist eingehaucht und stetiger Fortschritt zeichnete sich ab.
Ich hoffe, dass das Licht der Sonne der Wahrheit die ganze Welt erleuchtet, sodass es keinen Streit und Krieg, keine Gefechte und kein Blutvergießen mehr gibt. Mögen Fanatismus und religiöse Intoleranz gänzlich vergehen und die ganze Menschheit in den Bund einträchtiger Gemeinschaft eintreten, mögen die Seelen in vollkommenem Einklang miteinander verkehren, die Völker auf Erden endlich das Banner der Wahrheit hissen und die Religionen der Welt die göttliche Stätte der Einheit betreten; denn die Grundlage der himmlischen Religionen ist ein und dieselbe Wahrheit. Die Wahrheit ist nicht teilbar, sie erlaubt keine Vieldeutigkeit. Alle heiligen Manifestationen Gottes haben die gleiche Wahrheit verkündet und verbreitet. Sie haben die Menschheit zur Wahrheit gerufen, und die Wahrheit ist nur eine. Die Wolken und der Nebel blinder Nachahmung haben die Sonne der Wahrheit verdunkelt. Wir müssen diese Nachahmungen aufgeben, diese Wolken und diesen Nebel zerstreuen und die Sonne von der Finsternis des Aberglaubens befreien. Dann wird die Sonne der Wahrheit auf das Herrlichste leuchten; dann werden alle Bewohner der Welt geeint sein, die Religionen werden eine sein, die Sekten und Konfessionen werden sich versöhnen, alle Völker werden in Anerkennung des gemeinsamen Vaters zusammenströmen, und Menschen jeglichen Schlages werden sich unter dem Schutz desselben Schirms, unter demselben Banner versammeln.
Solange diese himmlische Kultur nicht ins Leben gerufen wurde, kann die materielle Zivilisation, wie Sie sehen, kein brauchbares Ergebnis hervorbringen. Schauen Sie, welche Katastrophen die Menschheit überwältigen. Denken Sie an die Kriege, die die Welt erschüttern. Denken Sie an die Feindschaft und den Hass. Das Fortbestehen dieser Kriege und Zustände zeigt und beweist, dass die himmlische Kultur noch nicht errichtet wurde. Wenn die Kultur des Gottesreiches unter allen Völkern verbreitet ist, wird der Staub der Uneinigkeit hinweggefegt, werden sich diese Wolken verziehen und die Sonne der Wahrheit wird in ihrer größten Herrlichkeit und Pracht auf die Menschheit scheinen.
O Gott! O Du Gebender! Die hier Versammelten wenden sich Dir zu, schauen auf Dein Reich und Deine Gunst und sehnen sich danach, das Leuchten Deines Antlitzes zu schauen. O Gott! Segne dieses Volk. Bestärke diese Regierung. Offenbare diesem Volk Deine Herrlichkeit und schenke den Menschen ewiges Leben. O Gott! Erleuchte die Gesichter, lass die Herzen strahlen, erheitere ihr Gemüt, kröne die Häupter mit der Krone Deiner Vorsehung und lass sie in Deine reine Gegenwart aufsteigen, damit sie den höchsten Gipfel Deiner Herrlichkeit erreichen. Stehe ihnen bei, damit diese Welt stets das Licht und den Glanz Deiner Gegenwart findet. O Gott! Beschütze die hier Versammelten und lehre dieses Volk. Lass sie auf allen Ebenen voranschreiten. Mögen sie zu Leitfiguren für die Menschenwelt werden. Mögen sie ein Beispiel Deiner Lehren für die Menschen sein. Mögen sie die Zeichen Deiner Gnade sein. Mögen sie erfüllt sein vom belebenden Einfluss Deines Wortes. Du bist der Kraftvolle. Du bist der Mächtige. Du bist der Geber und Du bist der Allwissende.

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5. Mai 1912
Ansprache in der All-Souls-Church Lincoln Center, Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Marzieh Moss
Die göttlichen Religionen wurden gestiftet, um die Menschheit zu vereinen und um den Weltfrieden zu errichten. Jede Bewegung, die Frieden und Übereinstimmung in der menschlichen Gesellschaft bewirkt, ist in der Tat eine göttliche Bewegung; jede Reform, die dazu führt, dass Menschen unter dem Schutz desselben Heiligtums zusammenkommen, ist gewiss von himmlischen Beweggründen beseelt. Zu allen Zeiten und in allen Epochen war Religion ein Mittel, um die Herzen der Menschen zusammenzuschweißen und die unterschiedlichen und gegensätzlichen Überzeugungen zu vereinen. Es ist das Element des Friedens in der Religion, das die Menschheit verbindet und für Einheit sorgt. Krieg war immer die Ursache für Trennung, Uneinigkeit und Zwietracht.
Überlegen Sie, wie Jesus Christus die unterschiedlichen Völker, Glaubensgemeinschaften und Bekenntnisse der frühen Tage vereinte. Offensichtlich sind die Grundlagen der Religion dafür gedacht, zu vereinen und miteinander zu verbinden; ihr Zweck ist universeller, immerwährender Frieden. Vor der Zeit Jesu Christi hatte das Wort Gottes bestehende Gegensätze und widerstreitende Elemente der menschlichen Gesellschaft vereint, und seit Seinem Erscheinen haben die himmlischen Lehrer der Grundlagen des göttlichen Gesetzes dieses umfassende Ziel angestrebt. In Persien konnte Bahá'u'lláh Menschen verschiedener Überzeugungen, Denkrichtungen und Konfessionen zusammenführen. Die Bewohner dieses Landes waren Christen, Muslime, Juden, Zoroastrier und eine Vielzahl weiterer Ausprägungen und Glaubensbekenntnisse, überdies waren alle von unterschiedlicher Herkunft: Semiten, Araber, Perser, Türken etc. Aber durch die Macht und Wirkung der Religion vereinte Bahá'u'lláh diese unterschiedlichen Völker und veranlasste sie, miteinander in vollkommener Einigkeit zu verkehren. Unter ihnen zeigte sich solche Einheit und Eintracht, dass sie als ein einziges Volk und eine einzige Familie angesehen wurden.
Die Ursache für diese Gemeinschaft und Einheit liegt in der Tatsache, dass das göttliche Gesetz auf zwei verschiedenen Ebenen wirkt: Die eine ist wesentlich und grundlegend, die andere stofflich und wandelbar. Die erste Ebene der offenbarten Religion Gottes betrifft die ethische Entwicklung und den geistigen Fortschritt der Menschheit, das Erwecken der im Menschen angelegten Empfänglichkeit und das Herabkommen göttlicher Gaben. Diese Bestimmungen sind unwandelbar, wesentlich, ewig. Die zweite Ebene der göttlichen Religion befasst sich mit stofflichen Bedingungen, den Gesetzen des menschlichen Umgangs und Regelungen im sozialen Bereich. Diese sind dem Wandel und der Veränderung unterworfen, entsprechend den Anforderungen von Zeit, Ort und Umständen. Die wesentlichen Gebote der Religion waren die gleichen zur Zeit Abrahams, am Tag von Moses und zur Zeit Jesu, aber die unwesentlichen oder stofflichen Gesetze wurden gemäß den Notwendigkeiten und Erfordernissen eines jeden der aufeinanderfolgenden Zeitalter aufgehoben oder ersetzt. Zum Beispiel gab es in Moses Gesetz zehn verschiedene Gebote zum Thema Mord, die gemäß den Bedürfnissen und der Aufnahmefähigkeit des Volkes offenbart wurden, aber in den Tagen Jesu wurden diese in Übereinstimmung mit den veränderten und weiterentwickelten menschlichen Lebensumständen aufgehoben und ersetzt.
Der Hauptzweck der göttlichen Religionen ist die Stiftung von Frieden und Einheit unter den Menschen.

Ihre Wahrheit ist eine einzige; daher gibt es für sie nur eine einzige und allumfassende Erfüllung – sei es durch die wesentlichen oder die auf das Stoffliche bezogenen Gebote Gottes.

Es gibt nur ein Licht der sichtbaren Sonne, einen Ozean, einen Regen, eine Atmosphäre.

In ähnlicher Weise gibt es in der geistigen Welt eine einzige göttliche Wirklichkeit, die den Mittelpunkt und die allen gerecht werdende Grundlage für Frieden und Versöhnung zwischen verschiedenen und widerstreitenden Nationen und Völkern bildet.

Betrachten Sie, wie das Römische Reich und Griechenland vor der Erscheinung Jesu Christi voller Feindschaft und Hass Krieg miteinander führten und wie die Feindseligkeiten Ägyptens und Assyriens, wenn auch weniger heftig, immer wieder zu Kriegen zwischen diesen im Niedergang befindlichen alten Völkern führten.

Aber die Lehren Jesu Christi erwiesen sich als der Kitt, durch den sie verbunden wurden; der Krieg hörte auf, Streit und Hass vergingen, und diese kriegerischen Völker begegneten einander in Liebe und Freundschaft.

Denn Streit und Krieg sind die wahren Zerstörer menschlicher Grundlagen, während Frieden und Freundschaft die Baumeister und Bewahrer menschlichen Wohlergehens sind.

Ein Beispiel:

Zwei Völker, die seit Jahrhunderten in Frieden lebten, erklären einander den Krieg.

Welche Zerstörung und welcher Verlust widerfährt beiden in nur einem Jahr Kampf und Streit – Jahrhunderte werden zunichte.

Wie dringend brauchen und fordern sie Frieden, mit seiner Ruhe und seinem Fortschritt, anstelle des Krieges, der die Grundlage aller menschlichen Errungenschaften sprengt und zerstört.
Der Staatskörper kann mit dem menschlichen Organismus verglichen werden. Solange die verschiedenen Glieder und Teile dieses Organismus aufeinander abgestimmt sind und in Harmonie zusammenarbeiten, haben wir als Ergebnis das blühendste Leben. Wenn diesen Gliedern Koordination und Harmonie fehlen, bekommen wir das Gegenteil; im menschlichen Organismus entspricht das Krankheit, Auflösung und Tod. Ebenso sind im Gemeinwesen der Menschheit Uneinigkeit, Zwietracht und Krieg stets zerstörerisch und unweigerlich todbringend. Alle erschaffenen Wesen sind auf Frieden und Zusammenwirken angewiesen, denn jedes abhängige irdische Wesen besteht aus verschiedenen Elementen. Solange zwischen diesen Bestandteilen Verbundenheit und Zusammenhalt bestehen, zeigen sich Stärke und Leben; aber wenn zwischen ihnen Zwietracht und Abstoßung auftreten, folgen Zerfall und Auflösung. Das beweist, dass Frieden und Freundschaft, die Gott Seinen Kindern bestimmt hat, die schützenden Faktoren für die menschliche Gesellschaft sind, während Krieg und Streit, die Seine Gesetze verletzen, die Ursache für Tod und Zerstörung sind. Deshalb hat Gott Seine Propheten gesandt, um der Menschenwelt die Botschaft des Wohlwollens, des Friedens und des Lebens zu verkünden.
Die grundlegende Wahrheit der Religionen ist nur eine einzige und ihre scheinbaren Widersprüche und vielfältigen Abweichungen sind nur ein Festhalten an hinzugekommenen Bräuchen und blinden Nachahmungen. Deshalb liegt es auf der Hand, dass diese Ursachen von Uneinigkeit und Meinungsverschiedenheiten aufgegeben werden müssen, damit die zugrundeliegende Wahrheit die Menschheit in ihrer Erleuchtung und ihrem Aufbau vereinen kann. Alle, die an dieser einen Wahrheit festhalten, werden in Einklang und Einheit miteinander leben. Dann werden die Religionen die Menschen zur Einheit der Menschheit und zu universeller Gerechtigkeit aufrufen; dann werden sie die Gleichheit der Rechte verkünden, die Menschen zur Tugend anspornen und zum Glauben an die liebende Barmherzigkeit Gottes führen. Die Grundlage der Religionen ist eine einzige; es gibt keinen wirklichen Unterschied zwischen ihnen. Wenn also die wesentlichen und grundlegenden Gebote der Religionen befolgt werden, wird es zu Frieden und Einheit kommen, und alle Unterschiede der Sekten und Konfessionen werden verschwinden.
Lassen Sie uns jetzt die vielfältigen Völker der Welt betrachten.

Alle Völker – das amerikanische, britische, französische, deutsche, türkische, persische, arabische – sind Kinder desselben Adam, Mitglieder derselben menschlichen Familie.

Warum sollte es Zwist zwischen ihnen geben?

Die Erde ist eine einzige Heimat und diese Heimat ist für alle bestimmt.

Gott hat weder Begrenzungen noch Rassenunterschiede festgelegt.

Warum sollten eingebildete Grenzen, die Gott nie vorgesehen hat, zur Ursache von Streit gemacht werden?

Gott hat alle erschaffen und für alle gesorgt.

Er ist der Bewahrer aller, und alle sind eingetaucht in den Ozean Seiner Barmherzigkeit.

Nicht eine einzige Seele ist davon ausgeschlossen.

Wenn wir so einen liebenden Gott und Schöpfer haben, warum sollten wir dann einander bekriegen?

Jetzt, da Sein Licht für alle scheint, warum sollten wir uns in Finsternis stürzen?

Da Sein Tisch für alle Seine Kinder gedeckt ist, warum sollten wir uns gegenseitig diese Nahrung verwehren?

Warum sollten wir im Schatten leben wollen, da doch Sein Glanz auf alle scheint?

Es besteht kein Zweifel, dass die einzige Ursache Unwissenheit ist und das Ergebnis Verderben.

Zwietracht beraubt die Menschheit der ewigen Gunst Gottes.

Deshalb müssen wir alle eingebildeten Streitursachen vergessen und die wahren Grundlagen der göttlichen Religionen suchen, damit wir uns in vollkommener Liebe und Eintracht verbinden und das Menschengeschlecht als eine Familie, die Erde als ein einziges Land und Menschen jeglicher Herkunft als eine Menschheit ansehen.

Mögen wir alle unter dem Schutz Gottes leben, immerwährendes Glück in dieser Welt und ewiges Leben in der kommenden Welt erlangen.
O Du gütiger Herr! Du hast die ganze Menschheit aus dem gleichen Stamm erschaffen. Du hast bestimmt, dass alle der gleichen Familie angehören. In Deiner heiligen Gegenwart sind sie alle Deine Diener, die ganze Menschheit findet Schutz in Deinem Heiligtum. Alle sind um Deinen Gabentisch versammelt; alle sind erleuchtet vom Lichte Deiner Vorsehung.
O Gott! Du bist gütig zu allen, Du sorgst für alle, Du beschützest alle, Du verleihst allen Leben. Du hast einen jeden mit Gaben und Fähigkeiten ausgestattet, und alle sind in das Meer Deines Erbarmens getaucht.
O Du gütiger Herr! Vereinige alle. Gib, dass die Religionen in Einklang kommen und vereinige die Völker, auf dass sie einander ansehen wie eine einzige Familie und die ganze Erde wie eine einzige Heimat. O dass sie doch in vollkommener Harmonie zusammenlebten!
O Gott! Erhebe das Banner der Einheit der Menschheit.
O Gott! Errichte den größten Frieden.
Schmiede Du, o Gott, die Herzen zusammen.
O Du gütiger Vater, Gott! Erfreue unsere Herzen durch den Duft Deiner Liebe. Erhelle unsere Augen durch das Licht Deiner Führung. Erquicke unsere Ohren mit dem Wohlklang Deines Wortes und beschütze uns alle in der Feste Deiner Vorsehung.
Du bist der Mächtige und der Kraftvolle, Du bist der Vergebende und Du bist der, Der die Mängel der ganzen Menschheit übersieht.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Cleveland

6. Mai 1912

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6. Mai 1912
Ansprache in der Euclid Hall Cleveland, Ohio
Nach einer stenografischen Mitschrift
Dies ist ein sehr beglückender Abend, ein Zeugnis der Möglichkeit, Ost und West zu vereinen – ein Mann aus dem Osten, der vor einer Versammlung von respektvollen westlichen Menschen auftritt. Der Osten und der Westen, der Orient und der Okzident sollen eine Einheit bilden. In der Geschichte werden wir keinen Bericht über ein solches Ereignis finden, bei dem jemand aus dem fernen Osten in den fernen Westen gereist ist, um zu einer Versammlung von so universellem Charakter zu sprechen. Das ist ein Wunder des zwanzigsten Jahrhunderts und beweist, dass das scheinbar Unmögliche in der Menschenwelt Wirklichkeit werden kann. Preis sei Gott! Die finsteren Zeiten sind dahin und das Zeitalter des Lichtes ist endlich gekommen. Die Sonne der Wahrheit ist aufgegangen und strahlt in voller Pracht, die Wirklichkeit aller Dinge wird erkennbar und erneuert, die verborgenen Geheimnisse wurden enthüllt, und bedeutende Erfindungen und Entdeckungen zeichnen diese Ära als ein höchst wundervolles Zeitalter aus.
Durch den Einfallsreichtum und die Erfindungen des Menschen ist es möglich, die großen Ozeane zu überqueren, durch die Luft zu fliegen und in die Meerestiefen zu reisen.

Jederzeit können Orient und Okzident miteinander kommunizieren.

Züge durchqueren die Kontinente.

Die menschliche Stimme kann festgehalten und wiedergegeben werden, und jetzt kann der Mensch über große Entfernungen hinweg von jedem Punkt aus sprechen.

Das sind einige der Kennzeichen dieses glorreichen Jahrhunderts.

Dieser erwähnte große Fortschritt hat in der materiellen Welt stattgefunden.

Bemerkenswerte Zeichen und Beweise sind zutage getreten.

Verborgene Wirklichkeiten und Geheimnisse wurden enthüllt.

Jetzt müssen die Menschen ihre größten Anstrengungen auf das Geistige richten.

Die materielle Zivilisation hat ein hohes Niveau erreicht, und nun wird die geistige Kultur gebraucht.

Die materielle Zivilisation allein wird nicht genügen; sie kann den Lebensumständen und Bedürfnissen des heutigen Zeitalters nicht gerecht werden; ihr Nutzen ist auf die materielle Welt begrenzt.

Dem Geist des Menschen sind keine Grenzen gesetzt, denn der Geist selbst entwickelt sich weiter, und wenn die göttliche Kultur geschaffen ist, wird der Geist des Menschen voranschreiten.

Jede neu entwickelte Empfänglichkeit wird die Leistungsfähigkeit des Menschen erhöhen.

Es wird immer leichter fallen, die Wahrheit zu entdecken, und der Einfluss göttlicher Führung wird zunehmend verstanden und anerkannt werden.

All dies trägt zur göttlichen Kultur bei.

Das ist es, was die Bibel als die Herabkunft des Neuen Jerusalem bezeichnet.

Das himmlische Jerusalem ist nichts anderes als die göttliche Kultur, und es ist jetzt soweit.

Sie soll und wird errichtet werden, und das Einssein der Menschheit wird eine sichtbare Tatsache sein.

Die Menschheit wird dann zu einer Einheit zusammengeführt.

Die verschiedenen Religionen werden geeint sein, und Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarbe werden als Angehörige der gleichen Familie erkannt.

Orient und Okzident werden miteinander verbunden sein, und das Banner weltweiten Friedens wird entfaltet.

Die Welt wird endlich Frieden finden, und Gleichberechtigung sowie Menschenrechte werden fest verankert sein.

Die Leistungsfähigkeit der Menschheit wird erprobt, und es wird eine Stufe erreicht werden, auf der Gleichberechtigung verwirklicht ist.
Alle Völker der Welt werden gleich wichtig sein, und die Armen werden an den Annehmlichkeiten des Lebens teilhaben. So, wie die Reichen in Palästen von Luxus umgeben sind, werden die Armen zumindest ihre behagliche Wohnung haben; und so wie die Reichen eine Vielfalt an Nahrungsmitteln genießen, sollen die Bedürftigen alles Notwendige erhalten und nicht länger in Armut leben. Kurz gesagt, es wird eine Neuausrichtung der Wirtschaftsordnung geben, die göttliche Sohnschaft wird anziehend wirken, die Sonne der Wahrheit wird erstrahlen und alles sichtbare Sein wird seinen Anteil erhalten.
Überlegt: Was bringt die materielle Zivilisation heutzutage hervor? Hat sie nicht die Werkzeuge für Krieg und Zerstörung erzeugt? Die Kriegswaffe in alten Zeiten war das Schwert; heute ist es das rauchlose Gewehr. Vor einem Jahrhundert waren Segelschiffe die Kriegsschiffe; jetzt haben wir dampfgetriebene Schlachtschiffe. Menschengemachte Werkzeuge und Mittel zur Zerstörung haben sich in diesem Zeitalter materieller Zivilisation enorm vervielfacht. Wenn aber die materielle Zivilisation in Verbindung mit göttlicher Kultur gestaltet wird, wenn rechtschaffene und kluge Menschen mit vergeistigten Menschen für die Veredelung und Weiterentwicklung aller zusammenarbeiten, dann werden Glück und Fortschritt der Menschheit sichergestellt. Alle Völker der Welt werden kameradschaftlich und eng verbunden sein und die Religionen werden zu einer einzigen verschmelzen, da die göttliche Wahrheit in ihnen allen nur eine einzige Wahrheit ist. Abraham verkündete diese Wahrheit; Jesus verbreitete sie; alle Propheten, die in der Welt erschienen, gründeten darauf Ihre Lehren. Dadurch besitzen die Menschen diese eine wahre, unveränderliche Grundlage für Frieden und Verständigung, und der Krieg, der Tausende von Jahren wütete, wird vergehen.
Über Jahrhunderte hinweg war die Menschheit immer wieder in Kriege und Konflikte verwickelt.

Als Vorwand für den Krieg diente mal die Religion, ein anderes Mal Patriotismus, Rassenvorurteile, nationalistische Politik, Gebietseroberung oder wirtschaftliche Expansion; kurz, die Menschheit lebte niemals während der gesamten bekannten Geschichte in Frieden.

Wie viel Blut wurde vergossen!

Wie viele Väter haben den Verlust von Söhnen betrauert; wie viele Söhne haben um ihre Väter geweint und wie viele Mütter um ihre Lieben!

Menschen dienten als Kanonenfutter und Zielscheiben auf dem Schlachtfeld; Krieg und Streit waren das vorherrschende Thema und die historische Bürde.

Menschen übertrafen in ihrer Wildheit sogar die Tiere.

Für Löwe, Tiger, Bär und Wolf ist Wildheit eine Notwendigkeit.

Wären sie nicht wild, roh und unerbittlich, würden sie verhungern.

Der Löwe kann nicht grasen; seine Zähne eignen sich nur für fleischliche Nahrung.

Das gilt auch für andere Raubtiere.

Für sie ist Wildheit natürlich, weil sie damit ihr Überleben sichern.

Aber die Grausamkeit des Menschen beruht auf Selbstsucht, Gier und Unterdrückung.

Sie entspringt keiner natürlichen Notwendigkeit.

Der Mensch tötet ohne Not tausend Mitmenschen, wird ein ›Held‹ und wird von der Nachwelt jahrhundertelang gepriesen.

Eine große Stadt wird auf Befehl eines Generals an nur einem Tag zerstört.

Wie dumm, wie widersprüchlich ist die Menschheit!

Wenn ein Mann einen anderen tötet, brandmarken wir ihn als Mörder und Verbrecher und verurteilen ihn zum Tode.

Tötet er jedoch hunderttausend Menschen, ist er ein militärisches Genie, eine große Berühmtheit, ein Napoleon, der von seinem Volk vergöttert wird.

Wenn ein Mann einen Dollar stiehlt, wird er Dieb genannt und ins Gefängnis gesteckt; wenn er ein unschuldiges Land durch militärische Invasion in seine Gewalt bringt und plündert, wird er zum Helden gekrönt.

Wie dumm ist die Menschheit!

Grausamkeit gehört nicht ins Menschenreich.

Der Mensch hat die Aufgabe, Leben zu schenken, nicht den Tod.

Es ist seine Pflicht, sich für das Wohlergehen der Menschen einzusetzen.

Dass er sich tierischer Wildheit rühmt, beweist, dass die göttliche Kultur noch nicht in der menschlichen Gesellschaft Fuß gefasst hat.

Die materielle Zivilisation hat unverkennbare Fortschritte gemacht, aber da sie nicht mit der göttlichen Kultur verbunden ist, grassieren Unheil und Niedertracht.

Wenn in alten Zeiten zwei Völker zwölf Monate lang gegeneinander Krieg führten, wurden vielleicht zwanzigtausend Männer getötet; inzwischen wurde die Tötungsmaschinerie derart ausgeweitet und perfektioniert, dass hunderttausend an einem Tag vernichtet werden können.

Während des russisch-japanischen Kriegs fielen in drei Monaten eine Million Menschen.

Das war in früheren Zeiten unvorstellbar.

Die Ursache ist das Fehlen göttlicher Kultur.
Dieses verehrte amerikanische Volk zeigt Zeichen der Größe und Würde. Es ist meine Hoffnung, dass diese gerechte Regierung für den Frieden eintreten wird, damit der Krieg auf der ganzen Welt abgeschafft und die Banner der Einheit und Völkerverständigung gehisst werden. Das ist die größte Errungenschaft der Menschenwelt. Dieses amerikanische Volk ist ausgerüstet und befähigt, zu erreichen, was die Seiten der Geschichtsschreibung schmücken wird. Die Welt wird das amerikanische Volk beneiden und es wird in Ost und West wegen des Triumphes seiner Demokratie gerühmt werden. Ich bete dafür, dass dies eintreffen möge, und erbitte für Sie alle Gottes Segen.

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6. Mai 1912
Ansprache im Sanatorium von Dr. C. M. Swingle, Cleveland, Ohio
Aufzeichnungen von Sigel T. Brooks
Dies ist eine wunderschöne Stadt.

Das Klima ist angenehm, die Aussicht bezaubernd.

Alle Städte Amerikas wirken weitläufig und schön und es scheint den Menschen gutzugehen.

Der amerikanische Kontinent weist sichtbare Zeichen für enormen Fortschritt auf; seine Zukunft ist noch vielversprechender, denn sein Einfluss und seine Ausstrahlung haben eine große Reichweite, und er wird alle Völker in geistiger Hinsicht anführen.

Das Banner der Freiheit wurde hier entfaltet, aber der Wohlstand und der Fortschritt einer Stadt, das Glück und die Bedeutung eines Landes hängen davon ab, dass dort der Ruf Gottes gehört und befolgt wird.

In ihm muss das Licht der Wahrheit leuchten und die göttliche Kultur aufgebaut werden; dann wird sich der Glanz des Königreichs verbreiten und himmlische Einflüsse werden alles umfangen.

Die materielle Zivilisation gleicht dem Körper, während die göttliche Kultur der Geist in diesem Körper ist.

Ein Körper ohne Geist ist tot; ein fruchtloser Baum ist wertlos.

Jesus erklärt, dass einige Menschen geistige Fähigkeiten haben, denn nicht alle sind im Meer des Materialismus versunken.

Sie suchen den göttlichen Geist; sie wenden sich Gott zu; sie sehnen sich nach dem Königreich.

Ich hoffe, dass die verehrten Anwesenden sowohl materiellen als auch geistigen Fortschritt erzielen.

So, wie sie sich in materieller Hinsicht wunderbar entwickelt haben, können sie auch in ihrer geistigen Entwicklung voranschreiten, bis der materielle Körper durch den Reichtum geistiger Möglichkeiten und geistiger Wirksamkeit veredelt und schön wird.
Preis sei Gott! Die Sonne der Wahrheit ist aufgegangen, und ihr Glanz erstrahlt an jedem Horizont. Die Zeichen Gottes leuchten, und die Lehren der himmlischen Boten werden verbreitet. Mögen die Herzen zum Reich Gottes geführt und durch die Wahrnehmung des Lichtes Gottes erleuchtet werden, sodass alle erschaffenen Wesen einen Anteil an den göttlichen Gnadengaben erhalten. Möge der Geist des Lebens durch die göttliche Gnade des Allmächtigen erneuert werden, und mögen Ost und West miteinander verbunden werden. Mögen Einheit und Harmonie überall verwirklicht werden. Mögen alle Menschen dieser Welt wie eine einzige Familie werden und diese unvergängliche Gabe erhalten. Mögen sich die Tore des Königreichs überall öffnen und der Lobpreis des Namens Abhá auf der ganzen Erde gehört werden.

Ansprache 'Abdu'l-Bahás in Pittsburgh

7. Mai 1912

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7. Mai 1912
Ansprache im Hotel Schenley Pittsburgh, Pennsylvania
Aufzeichnungen von Suzanne Beatty
Ich bin aus dem Orient gekommen, um euer Land zu besuchen. Sicherlich ist dieser Kontinent in jeder Hinsicht lobenswert und überall gibt es Zeichen des Wohlstands. Die Menschen sind gesittet und es gibt sehr viele Anzeichen einer fortschrittlichen Kultur. Ich werde euch eine kurze Darlegung der Grundprinzipien der Lehren Bahá'u'lláhs geben, damit ihr Kenntnis über Natur und Bedeutung der Bahá'í-Bewegung erhaltet.
Vor ungefähr sechzig Jahren herrschten zwischen den verschiedenen Völkern und religiösen Konfessionen Persiens größte Feindschaft und Zwietracht.

Überall auf der Welt nahmen Krieg und Auseinandersetzungen überhand.

Zu dieser Zeit erschien Bahá'u'lláh in Persien und begann, sich der Förderung und Erziehung der Menschen zu widmen.

Er vereinte unterschiedliche Sekten und Glaubensbekenntnisse, beseitigte religiöse, ethnische, patriotische und politische Vorurteile und knüpfte ein starkes Band der Einheit und Versöhnung zwischen den verschiedenen Schichten und Klassen der menschlichen Gesellschaft.

Damals bestand eine so heftige und bittere Feindschaft zwischen den Menschen, dass selbst ein normaler Umgang nicht infrage kam.

Weder trafen sie sich, noch berieten sie miteinander.

Durch die Kraft der Lehren Bahá'u'lláhs kam es zu den wunderbarsten Erfolgen.

Er beseitigte Vorurteile und Hass aus den Herzen der Menschen und verwandelte ihre Einstellung zueinander so sehr, dass heute in Persien vollkommenes Einvernehmen zwischen ehemals fanatischen Religionsanhängern, unterschiedlichen Sekten und verschiedenen Gesellschaftsschichten herrscht.

Das war eine große Leistung, denn Bahá'u'lláh musste schwere Herausforderungen, große Schwierigkeiten und brutale Verfolgung erdulden.

Er wurde ins Gefängnis gesperrt, gefoltert und schließlich aus Seinem Heimatland verbannt.

Frohgemut ertrug Er jede Qual und alles, was Ihm zugefügt wurde.

Während Er von Land zu Land verbannt wurde, war es Ihm bis zu Seinem Hinscheiden möglich, Seine Lehren zu verkünden, sogar aus dem Gefängnis.

Wohin auch immer Seine Unterdrücker Ihn trieben, hisste Er die Standarte des Einsseins der Menschenwelt und verkündete die Prinzipien der Einheit der Menschheit.

Einige dieser Prinzipien sind folgende:

Erstens haben alle Menschen die Pflicht, die Wahrheit zu erforschen.

Solchen Untersuchungen sollten alle zustimmen und einig sein, denn die Wahrheit, also die Wirklichkeit, ist nicht vielfach – sie ist nicht teilbar.

Den verschiedenen Religionen liegt eine einzige Wahrheit zugrunde, deshalb ist ihre Wirklichkeit eine.
Jede der göttlichen Religionen enthält zweierlei Arten von Geboten. Die ersten betreffen die geistige Empfänglichkeit, die Entwicklung der ethischen Grundsätze und die Sensibilisierung des menschlichen Gewissens. Sie sind wesentlich und grundlegend, die gleichen in allen Religionen, unveränderlich und ewig – eine Wirklichkeit, die keiner Veränderung unterworfen ist. Abraham war der Vorbote dieser Wahrheit, Moses hat sie verkündet, und Jesus Christus hat sie in der Menschenwelt verankert. Alle göttlichen Propheten und Boten waren die Werkzeuge und Kanäle derselben ewigen, wesentlichen Wahrheit.
Die zweite Art von Geboten in den göttlichen Religionen bezieht sich auf die materiellen Belange der Menschheit. Sie sind die auf das Stoffliche bezogenen oder zweitrangigen Gesetze, die sich mit jeder neuen Offenbarung ändern können, entsprechend den Erfordernissen der Zeit, den Lebensbedingungen und der unterschiedlichen Aufnahmefähigkeit der Menschheit. Beispielsweise offenbarte Moses Seinerzeit zehn Gesetze hinsichtlich Mordes. Diese Gesetze standen im Einklang mit den Erfordernissen jener Zeit. Andere von Moses erlassene Gesetze sahen drastische Strafen vor – Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die Strafe für Diebstahl war das Abtrennen der Hand. Diese Gesetze und Strafen entsprachen der Stufe des jüdischen Volkes, das zu jener Zeit in der Wildnis und der Wüste unter Bedingungen lebte, unter denen Strenge notwendig und gerechtfertigt war. Aber zur Zeit Jesu Christi war diese Art von Gesetzen nicht angebracht; darum hob Christus die Gebote von Moses auf und ersetzte sie.
Kurz gesagt, jede der göttlichen Religionen enthält wesentliche Gebote, die keiner Veränderung unterworfen sind, und auf das Stoffliche bezogene Gebote, die gemäß den Erfordernissen der Zeit aufgehoben werden. Aber die Menschen auf Erden haben die göttlichen Lehren vernachlässigt und sind bloßen Riten und blinden Nachahmungen der Wahrheit gefolgt. Da diese menschlichen Interpretationen und abergläubischen Annahmen voneinander abweichen, entstanden Zwietracht und religiöse Intoleranz, und Kampf und Krieg gewannen die Oberhand. Durch die Erforschung der Wahrheit, also der Grundlage der Wirklichkeit, die ihren eigenen Überzeugungen und denen der anderen zugrunde liegt, würden alle vereint und versöhnt, denn diese Wahrheit ist nur eine; sie ist nicht vielfach und nicht teilbar.
Das zweite Prinzip, also die zweite Lehre Bahá'u'lláhs, ist die Verkündigung der Einheit der Menschheit – dass alle Menschen Diener Gottes sind und einer Familie angehören; dass Gott alle erschaffen hat und Seine Gaben deshalb allumfassend sind; und dass Seine Fürsorge, Seine Erziehung, Seine Unterstützung und Seine liebende Güte die gesamte Menschheit umfangen.
Das ist die göttliche Leitlinie, und es ist für den Menschen unmöglich, einen besseren Plan und eine bessere Leitlinie aufzustellen als die, die Gott eingesetzt hat. Deshalb müssen wir die Absicht unseres ruhmreichen Herrn erkennen und unterstützen. Da Gott zu allen gütig und liebevoll ist, warum sollten wir herzlos sein? Da diese Menschenwelt eine Familie ist, warum sollten ihre Mitglieder sich anfeinden und miteinander streiten? Deshalb müssen alle Menschen gleichermaßen wertgeschätzt und mit der gleichen liebevollen Einstellung angesehen werden. Der edelste Mensch ist, wer der Menschheit dient. Der Schwelle Gottes am nächsten ist der Geringste Seiner Diener. Ehre und Würde des Menschen hängen von seiner Dienstbarkeit gegenüber seinen Mitgeschöpfen ab und nicht davon, dass er ihnen mit Feindseligkeit und Hass begegnet.
Das dritte Prinzip, also die dritte Lehre Bahá'u'lláhs, ist die Einheit von Religion und Wissenschaft. Jede religiöse Überzeugung, die unvereinbar ist mit wissenschaftlichen Beweisen und Untersuchungsergebnissen, ist Aberglaube, denn wahre Wissenschaft ist Vernunft und Wahrheit, und die Religion ist ihrem Wesen nach Wahrheit und reine Vernunft; daher müssen beide einander entsprechen. Eine religiöse Lehre, die im Widerspruch zu Wissenschaft und Vernunft steht, ist eine menschliche Erfindung und Einbildung und der Annahme nicht wert, denn die Antithese und das Gegenteil von Wissen ist Aberglaube, der aus menschlicher Unwissenheit entsteht. Wenn wir behaupten, die Religion stehe im Gegensatz zur Wissenschaft, dann verstehen wir weder etwas von echter Wissenschaft noch von wahrer Religion, denn beide beruhen auf Grundannahmen und Schlussfolgerungen der Vernunft, und beide müssen sich ihrer Überprüfung stellen.
Das vierte Prinzip, also die vierte Lehre Bahá'u'lláhs, ist die Neuordnung und Anpassung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Menschheit. Dabei geht es um den menschlichen Lebensunterhalt. Offensichtlich sind die Armen unter den derzeitigen Verhältnissen und Regierungssystemen äußerster Not und größtem Elend ausgesetzt, während andere, die mehr Glück hatten, weit über ihre wirklichen Bedürfnisse hinaus in Luxus und Fülle leben. Diese Ungleichheit hinsichtlich der Anteile und Vorrechte gehört zu den tiefgreifenden und entscheidenden Problemen der menschlichen Gesellschaft. Dass ein Ausgleich und eine Güterverteilung notwendig sind, durch die alle Menschen an den Annehmlichkeiten und Vorrechten des Lebens teilhaben können, ist offenkundig. Das Heilmittel ist eine gesetzliche Neuordnung der Verhältnisse. Die Reichen müssen Mitgefühl mit den Armen zeigen, indem sie bereitwilligen Herzens zu deren Bedarf beisteuern, ohne dazu gezwungen oder verpflichtet zu werden. Durch die Einführung dieses Prinzips in das religiöse Leben der Menschheit wird die Stabilität der Welt gewährleistet.
Das fünfte Prinzip, also die fünfte Lehre Bahá'u'lláhs, ist die Aufgabe religiöser, ethnischer, patriotischer und politischer Vorurteile, die die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft zerstören. Alle Menschen sind Geschöpfe und Diener des einen Gottes. Die Erdoberfläche ist eine einzige Heimat; die Menschheit ist eine einzige Familie und ein Haushalt. Unterscheidungen und Grenzen sind künstlich und menschengemacht. Warum sollte es Zwietracht und Streit zwischen Menschen geben? Alle müssen sich zum Dienst an der Menschheit in Einklang verbinden.
Das sechste Prinzip, oder die sechste Lehre Bahá'u'lláhs, betrifft die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Er erklärt, dass es in den Augen Gottes keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt.

Wer das reinste Herz besitzt, wessen Taten und Dienste für die Sache Gottes besser und edler sind, ist an der göttlichen Schwelle höchst willkommen – egal, ob Mann oder Frau.

Im Pflanzen- und Tierreich leben die Geschlechter vollkommen gleichberechtigt und ohne Unterschied oder Diskriminierung.

Obwohl das Tier dem Menschen an Vernunft und Verstand unterlegen ist, erkennt es die Gleichstellung der Geschlechter an.

Warum sollte der Mensch, der mit einem Sinn für Gerechtigkeit ausgestattet ist und ein empfindsames Gewissen hat, bereit sein, eines der Mitglieder der menschlichen Familie als zweitrangig und untergeordnet zu betrachten?

Eine solche Unterscheidung ist weder vernünftig noch mit dem Gewissen vereinbar; Bahá'u'lláh hat deshalb als religiöses Prinzip offenbart, dass der Frau das gleiche Recht auf Erziehung und Ausbildung zusteht wie dem Mann und sie das volle Anrecht auf seine Privilegien bekommt.

Das heißt, in der Erziehung und Ausbildung von Mann und Frau darf es keinen Unterschied geben, damit die Frau in sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhängen die gleiche Befähigung und Bedeutung wie der Mann entwickeln kann.

Dann wird die Welt zu Einheit und Harmonie gelangen.

In früheren Zeiten war die Menschheit mängelbehaftet und unfähig, weil sie noch unvollständig war.

Der Krieg und seine Verwüstungen haben die Welt zerstört; die Bildung der Frau wird ein gewaltiger Schritt sein, um den Krieg zu beseitigen und zu beenden, denn sie wird ihren ganzen Einfluss gegen den Krieg nutzen.

Die Frau zieht das Kind auf und erzieht den Jugendlichen bis zur Reife.

Sie wird sich weigern, ihre Söhne auf dem Schlachtfeld zu opfern.

Sie wird tatsächlich der stärkste Faktor bei der Schaffung des Weltfriedens und eines internationalen Schiedsgerichts sein.

Die Frau wird sicherlich den Krieg zwischen Menschen abschaffen.

Da die menschliche Gesellschaft aus zwei Teilen – Männern und Frauen – besteht, die einander ergänzen, können Glück und Stabilität der Menschheit nicht gewährleistet werden, solange nicht beide ihr volles Potenzial entfalten.

Daher müssen der Bildungsgrad und die rechtliche Stellung von Mann und Frau einander angeglichen werden.
Neben anderen Lehren und Grundsätzen empfiehlt Bahá'u'lláh die Erziehung und Bildung für alle Mitglieder der Gesellschaft. Niemandem sollte die Ausbildung verweigert oder vorenthalten werden, auch wenn jeder entsprechend seiner Fähigkeiten daran teilhaben sollte. Niemand darf ungebildet zurückgelassen werden, denn Unwissenheit ist in der Menschenwelt ein Mangel. Allen Menschen müssen wissenschaftliche und philosophische Kenntnisse vermittelt werden – zumindest so viel wie nötig. Es können nicht alle Wissenschaftler und Philosophen werden, aber jeder sollte eine Ausbildung erhalten, die seinen Bedürfnissen und seinen Fähigkeiten entspricht.
Bahá'u'lláh lehrt, dass die Menschheit des Odems des Heiligen Geistes bedarf, denn in der geistigen Belebung und Erleuchtung entsteht die wahre Einheit zwischen Gott und dem Menschen. Der Größte Friede kann nicht durch rassistische Kräfte und Bestrebungen gewährleistet werden. Er kann nicht durch patriotische Hingabe und Opferbereitschaft errichtet werden, denn die Völker sind sehr unterschiedlich und lokaler Patriotismus hat Grenzen. Darüber hinaus ist es offensichtlich, dass politische Macht und diplomatisches Geschick nicht zu umfassender Verständigung führen, da die Interessen der Regierungen verschieden und eigennützig sind; ebenso wenig werden internationale Harmonie und Versöhnung das Ergebnis menschlicher Überzeugungen sein, die sich damit befassen, denn Überzeugungen sind fehlerhaft und von Natur aus unterschiedlich. Weltfrieden kann unmöglich durch menschliche und materielle Mittel erreicht werden; er kann nur durch geistige Macht entstehen. Es bedarf einer universellen treibenden Kraft, die die Einheit der Menschheit stiftet und die Grundlagen von Krieg und Streit auslöscht. Nichts anderes als die göttliche Macht ist dazu in der Lage; daher wird dies durch den Odem des Heiligen Geistes vollbracht werden.
Wie weit sich die materielle Welt auch entwickelt, sie kann das Glück der Menschheit nicht sicherstellen. Nur wenn die materielle und die geistige Kultur miteinander verbunden und in Einklang gebracht werden, wird das Glück gesichert. Dann wird die materielle Zivilisation mit ihrer Energie nicht zur Zerstörung der Einheit der Menschheit durch schädliche Kräfte beitragen, denn in der materiellen Zivilisation schreiten das Gute und das Schädliche zusammen im selben Tempo voran. Betrachtet zum Beispiel den materiellen Fortschritt im letzten Jahrzehnt. Schulen und Universitäten, Krankenhäuser, menschenfreundliche Organisationen, wissenschaftliche Akademien und philosophische Einrichtungen wurden gegründet, aber Hand in Hand mit diesen Belegen für Entwicklung und Aufbau haben die Erfindung und Produktion von Werkzeugen und Waffen zur Vernichtung von Menschen gleichermaßen zugenommen. Früher war die Kriegswaffe das Schwert, jetzt ist es das Sturmgewehr. In der Antike fochten die Menschen mit Speeren und Dolchen; jetzt verwenden sie Granaten und Bomben. Schlachtschiffe wurden gebaut, Torpedos erfunden und alle paar Tage neuartige Munition.
All dies ist das Ergebnis der materiellen Zivilisation; obwohl materieller Fortschritt also gute Lebensaufgaben unterstützt, dient er gleichzeitig schädlichen Zwecken. Die göttliche Kultur ist gut, weil sie Ethik kultiviert. Man bedenke, was die Propheten Gottes zur menschlichen Ethik beigetragen haben. Jesus Christus rief alle durch die Annahme makelloser Sitten zum Größten Frieden. Wenn die ethischen Lehren und Grundlagen der göttlichen Kultur sich mit dem materiellen Fortschritt des Menschen vereinigen, wird zweifellos das Glück der Menschenwelt erreicht, und aus allen Richtungen wird die frohe Botschaft vom Frieden auf Erden verkündet. Dann wird die Menschheit außergewöhnliche Fortschritte erzielen, der Wirkungsbereich des menschlichen Verstandes wird enorm erweitert, wunderbare Erfindungen werden gemacht und der Geist Gottes wird sich offenbaren; alle Menschen werden in Freude und Harmonie miteinander verkehren und den Kindern des Königreichs wird ewiges Leben verliehen. Dann wird die Kraft des Göttlichen ihre Wirkung zeigen und der Odem des Heiligen Geistes wird das Wesen aller Dinge durchdringen. Darum müssen die materielle und die göttliche oder barmherzige Kultur gemeinsam voranschreiten, bis die höchsten Bestrebungen und Wünsche der Menschheit verwirklicht werden.
Dies sind, kurz vorgestellt, einige der Lehren und Grundsätze Bahá'u'lláhs, damit ihr etwas über ihre Bedeutung und ihren Zweck erfahrt und in ihnen Anregungen für eure Erkenntnis und euer Handeln findet. Ich bitte Gott, diesem erfolgreichen und fortschrittlichen Volk zu helfen und dieser gerechten Regierung und diesem wunderbaren Kontinent des Westens Seinen Segen zu verleihen.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in New York, Montclair und Jersey City

11. bis 20. Mai 1912

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11. Mai 1912
Ansprache in Riverside Drive 227 in New York
Aufzeichnungen von John G. Grundy
Wir waren nur drei Wochen von den New Yorker Freunden getrennt, aber die Sehnsucht, euch zu sehen, war so groß, als wären es drei Monate gewesen. Seit wir euch verließen, hatten wir keine Ruhe, weder bei Tag noch bei Nacht – entweder waren wir unterwegs oder wir haben gesprochen –, aber alles verlief so erfreulich und wir waren überaus glücklich. Preis sei Gott! Immer und überall hieß es: »harakat, harakat, harakat« (weiter, weiter, weiter).
Die Freunde in Amerika sind sehr gut. All die Menschen, die wir hier getroffen haben, sind liebenswürdig und freundlich. Sie sind höflich, nicht ablehnend, jedoch recht wissbegierig. Eine kleine Minderheit von ihnen scheint Vorurteile zu haben, doch selbst sie haben ihre guten Seiten. Die Amerikaner lieben den Fortschritt. Sie begnügen sich nicht mit Stillstand. Sie sind äußerst tatkräftig und fortschrittlich. Wenn ihr einen Baum wachsen und gedeihen seht, könnt ihr auf einen guten Ertrag hoffen. Dereinst wird er blühen und Früchte tragen. Wenn ihr trockenes Holz oder alte Bäume seht, gibt es keinerlei Hoffnung auf irgendwelchen Ertrag.
Die Fragen, die uns gestellt wurden, waren angebracht und sachlich. Unsere Antworten wurden nicht für Kontroversen und Streitgespräche verwendet. Wir trafen Gelehrte und sie waren mit unseren Erklärungen zufrieden. Bedeutende Menschen äußerten ihre Zufriedenheit und Freude über unsere Antworten auf ihre Fragen. Kurz, es wäre schwierig, unter den vielen Leuten, die wir trafen, jemanden zu finden, der unzufrieden war. Einige gelehrte Köpfe waren nur auf fruchtlose Diskussionen aus. In Chicago trafen wir zwei Geistliche – in der Kirche des einen hielten wir eine Ansprache und mit dem anderen aßen wir zu Abend. Beide bekundeten große Liebe. Desgleichen hat sich unter all den Menschen, denen wir begegneten, kein einziger zum Widerspruch erhoben oder ist enttäuscht weggegangen.
Gestern haben wir in Washington eine Gruppe wichtiger Leute getroffen. Ein bekannter Politiker kam zusammen mit einem Richter des Obersten Gerichtshofs. Es waren viele Damen aus Diplomatenkreisen anwesend. Nachdem wir gesprochen hatten, bezog sich der genannte Politiker auf die Aussage, dass die Grundlage aller Religionen seit undenklichen Zeiten Frieden, Liebe und Einklang gewesen sei – Grundsätze, die zu Gemeinschaft und Vereinigung führen –, und erklärte, dass Jesus »die Ursache für Zwietracht und Streit gewesen sei und nicht zur Verwirklichung von Einheit beigetragen hätte«. »Darum«, sagte er, »kann ich Ihre Aussagen und Erklärungen nicht akzeptieren, dass Religion die Quelle für die Besserung des Menschen gewesen sei.« Nach weiteren Erklärungen unsererseits sagte er: »Was Sie ausgeführt haben, kann mich veranlassen, meine Ansichten zu ändern und ihnen zuzustimmen.« Währenddessen verharrte der Richter in Schweigen. Aus Sorge, er könnte unzufrieden sein, fragten wir ihn, ob etwas von dem Vorgebrachten seiner Meinung widerspräche. »Ganz und gar nicht!«, antwortete er. »Ganz und gar nicht! Alles ist gut! Alles ist gut.« Dies ist eine typische Äußerung des Abendlandes – »Alles ist gut! Alles ist gut.«
Bei diesem Treffen waren auch mehrere Kabinettsmitglieder, US-Senatoren, viele aus dem auswärtigen diplomatischen Dienst, Armee- und Marinevertreter und andere Würdenträger anwesend. Die Dienerin Gottes, unsere Gastgeberin, hatte für Vorbereitung und Bewirtung große Mühe auf sich genommen, war aber immer tatkräftig und dienstbereit und lud bedeutende und einflussreiche Leute zu den Versammlungen ein. Im Vordergrund unserer Gespräche standen die Ansichten der Anwesenden, was zu höchst zufriedenstellenden Ergebnissen führte; wir arbeiteten Tag und Nacht, sodass nur sehr wenig Zeit für einzelne persönliche Gespräche blieb.
Ebenfalls in Washington haben wir ein Treffen von Schwarzen und Weißen organisiert. Die Besucherzahl war sehr groß, wobei die Schwarzen überwogen. Bei unserem zweiten Treffen war es umgekehrt, aber bei der dritten Zusammenkunft konnten wir nicht sagen, welche Farbe vorherrschte. Diese Treffen boten großartige praktische Beispiele für die Einheit von Menschen jeglicher Hautfarbe und Herkunft in der Bahá'í-Lehre.
Wir sagten unter anderem:

Der Schwarze muss dem Weißen seine Anerkennung zeigen wegen dessen großen Mutes und der Selbstaufopferung für die Schwarzen.

Vier Jahre kämpften die Weißen für die Sache der Schwarzen, ertrugen schwere Nöte, opferten Leben, Familie und Vermögen, alles für ihre schwarzen Brüder, bis der große KriegA18 mit der Verkündigung der Freiheit endete.

Diese Anstrengungen und Errungenschaften beeinflussten schwarze Mitmenschen weltweit und kamen ihnen zugute.

Wäre dies nicht erreicht worden, lägen die Schwarzen in Afrika noch immer in den Ketten der Sklaverei.

Das sollten die Schwarzen überall anerkennen, denn es könnte kein größerer Beweis der Menschlichkeit und mutigen Hingabe erbracht werden, als ihn die Weißen an den Tag gelegt haben.

Wenn die Schwarzen der Vereinigten Staaten dieses Opfer, diesen Eifer und diese Tapferkeit seitens der Weißen vergessen würden, wäre das der größte Undank und tadelnswert.

Wenn sie die elenden Lebensbedingungen und die desolate Umwelt der schwarzen Menschen in Afrika heute sehen könnten, wäre der Gegensatz offensichtlich und klar erwiesen, dass die Schwarzen in Amerika demgegenüber unvergleichliche Vorteile genießen.

Die Annehmlichkeiten und die Kultur, die ihnen das Leben hier bietet, verdanken sie den Bemühungen und Opfern der Weißen.

Wäre dieses Opfer nicht erbracht worden, würden sie sich noch immer in den Fesseln und Ketten der Sklaverei befinden, kaum den primitiven, unentwickelten Lebensbedingungen enthoben.

Zeigt daher den Weißen immer eure Anerkennung.

Letztlich werden alle Unstimmigkeiten verschwinden und ihr werdet ihre Freundschaft vollständig gewinnen.
Gott unterscheidet nicht zwischen Weiß und Schwarz. Wenn die Herzen rein sind, sind Ihm beide annehmbar. Gott lässt sich nicht von Farbe oder Herkunft beeindrucken. Alle Farben, ob weiß, schwarz oder gelb, sind Ihm willkommen. Da alle Menschen nach dem Ebenbild Gottes erschaffen wurden, müssen wir uns vor Augen halten, dass jeder Mensch göttliche Möglichkeiten in sich birgt. Wenn man in einem Garten lauter Blumen der gleichen Form, Art und Farbe vorfindet, dann wirkt das ermüdend für das Auge. Der Garten ist schöner, wenn die Blumen bunt und unterschiedlich sind; die Vielfalt macht den Reiz und die Zierde aus. In einem Taubenschwarm sind manche weiß, manche schwarz, rot oder blau; aber untereinander achten sie nicht auf solche Unterschiede. Alle sind Tauben, egal welcher Farbe.
Diese Vielfalt der Formen und Farbtöne, die sich in allen Reichen der Schöpfung zeigt, entspricht der schöpferischen Weisheit und hat einen göttlichen Zweck. Und ob die Geschöpfe alle gleich oder alle verschieden sind, sollte keine Ursache für Unfrieden und Streit zwischen ihnen sein. Warum sollte die Hautfarbe oder Herkunft eines Mitmenschen zu Uneinigkeit führen? Kein gebildeter oder erleuchteter Verstand wird diese Unterscheidung und Uneinigkeit zulassen oder behaupten, dass es dafür einen Grund gibt. Daher sollten die Weißen gerecht und freundlich zu den Schwarzen sein, die wiederum ein gleiches Maß an Wertschätzung und Anerkennung aufweisen sollten. Dann wird die Welt zu einem einzigen großen Garten blühender Menschlichkeit werden, vielfältig und bunt, voller Menschen, die nur hinsichtlich ihrer geistigen Tugenden und guten Eigenschaften miteinander wetteifern.

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12. Mai 1912
Ansprache in der Unity Church Montclair, New Jersey
Aufzeichnungen von Esther Foster
Vor dieser verehrten Versammlung möchte ich über das Thema der göttlichen Einheit, der Einzigkeit Gottes, sprechen.
Es ist eine offensichtliche Tatsache, dass die Erscheinungswelt niemals die urewige, allem zugrunde liegende Wirklichkeit begreifen oder verstehen kann.

Völlige Schwäche kann nicht absolute Stärke verstehen.

Wenn wir die Schöpfung betrachten, entdecken wir Stufenunterschiede, die es unmöglich machen, dass das Niedrigere das Höhere begreift.

Zum Beispiel kann das Mineralreich, egal wie weit es sich entwickelt, niemals die Phänomene des Pflanzenreiches erfassen.

Und egal wie weit sich die Pflanze entwickelt, sie kann weder Informationen aus dem Tierreich erhalten, noch mit ihm in Verbindung treten.

Wie vollkommen ein Baum auch gewachsen sein mag, er kann die Empfindung des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens und der Berührung nicht verstehen; das liegt jenseits seiner Möglichkeiten.

Obwohl er in der Welt der Schöpfung sein Dasein hat, weiß ein Baum dennoch nichts über die höhere Stufe des Tierreichs.

Ebenso kann das Tier, egal wie weit entwickelt es ist, keine Vorstellung von der menschlichen Ebene erlangen, kein Wissen über Verstand und Geist.

Der Stufenunterschied verhindert ein solches Verständnis.

Eine niedrigere Stufe kann eine höhere nicht begreifen, obwohl alle zu derselben Welt der Schöpfung gehören – ob Mineral, Pflanze oder Tier.

Die Stufe ist Barriere und Begrenzung.

Auf der menschlichen Stufe des Daseins können wir sagen, wir kennen eine Pflanze, ihre Eigenschaften und ihre Frucht; aber die Pflanze weiß nichts über uns, sie versteht uns gar nicht.

Wie sehr sich die Rose in ihrer eigenen Sphäre auch der Vollkommenheit nähern mag, nie wird sie hören und sehen können.

Da in der Schöpfung, in der Erscheinungswelt, Stufenunterschiede ein Hindernis für das Begreifen sind, wie soll dann der Mensch, der nur ein Geschöpf ist, die allem zugrundeliegende altehrwürdige göttliche Wirklichkeit begreifen können?

Das ist unmöglich, weil die Wirklichkeit des Göttlichen über das Begreifen des Menschen, des erschaffenen Wesens, geheiligt ist.
Was der Mensch begreifen kann, ist auf sein Fassungsvermögen begrenzt, und diesem Fassungsvermögen erscheint der Mensch selbst unbegrenzt.

Ist es dann möglich, dass die Wirklichkeit des Göttlichen begrenzt und der geschaffene Mensch unbegrenzt ist?

Im Gegenteil, das Umgekehrte ist wahr; der Mensch ist begrenzt, während das Wesen des Göttlichen unbegrenzt ist.

Was auch immer in den Bereich des menschlichen Verständnisses fällt, muss begrenzt und endlich sein.

Da das Wesen des Göttlichen das Verständnis des Menschen übersteigt, erschafft Gott Manifestationen der göttlichen Wirklichkeit, denen Er himmlische Ausstrahlung verleiht, damit Sie Mittler zwischen der Menschheit und Seinem Selbst sein können.

Diese heiligen Manifestationen oder Propheten Gottes sind wie Spiegel, die von der Sonne der Wahrheit erleuchtet sind, aber die Sonne steigt nicht von ihrem hohen Zenit herab und tritt nicht in die Spiegel ein.

Diese Spiegel haben tatsächlich eine solch makellose Politur und völlige Reinheit erlangt, dass sich ihr Reflexionsvermögen im höchsten Maß entwickelt hat; darum zeigt sich die Sonne der Wahrheit in ihnen in ihrer äußersten Pracht und Herrlichkeit.

Diese Spiegel sind erdgebunden, die Wirklichkeit des Göttlichen hingegen bleibt auf ihrer höchsten Höhe.

Obwohl in ihnen das Licht der Sonne leuchtet und ihre Wärme zu spüren ist, obwohl diese Spiegel die Geschichte ihres Glanzes erzählen, bleibt die Sonne doch in ihrer eigenen, erhabenen Sphäre; sie steigt nicht herab; sie erscheint nicht selbst, da sie über alles geheiligt ist.
Die Sonne der Göttlichkeit und Wahrheit hat sich in mancherlei Spiegeln offenbart.

Obwohl es viele solche Spiegel gibt, ist die Sonne nur eine.

Die Gaben Gottes sind eins; die Wahrheit der göttlichen Religion ist eine einzige.

Bedenken Sie, wie ein und dasselbe Licht in den verschiedenen Spiegeln oder Manifestationen reflektiert wird.

Manche Seelen lieben die Sonne selbst; sie nehmen den Glanz der Sonne in jedem Spiegel wahr.

Sie sind nicht an die Spiegel gefesselt oder hängen an ihnen; sie sind der Sonne selbst verbunden und verehren sie, von welchem Punkt aus sie auch scheinen mag.

Aber jene, die den Spiegel verehren und an ihn gebunden sind, werden des Lichtes der Sonne beraubt und sehen es nicht mehr, wenn es in einem anderen Spiegel aufleuchtet.

So hat sich beispielsweise die Sonne der Wahrheit im mosaischen Spiegel offenbart.

Die aufrichtigen Menschen nahmen es an und glaubten daran.

Als dieselbe Sonne im Spiegel des Messias erstrahlte, nahmen die Juden, die nicht die Sonne selbst liebten und durch ihre Verehrung des Spiegels Moses gefesselt waren, das Licht und den Glanz der Sonne der Wahrheit in Jesus nicht wahr; deshalb blieben sie ihrer Gnadengaben beraubt.

Doch die Sonne der Wahrheit, das Wort Gottes, erstrahlte im messianischen Spiegel durch das großartige Sprachrohr Jesus Christus noch vollständiger und wunderbarer.

Sein Strahlenglanz war offensichtlich, aber bis heute halten die Juden am mosaischen Spiegel fest.

Deshalb können sie das Licht der Ewigkeit nicht in Jesus sehen.
Kurz, die Sonne ist eine einzige Sonne, das Licht ist ein einziges Licht, das auf alle bestehenden Wesen scheint. Jedes Geschöpf hat daran Teil, aber der reine Spiegel kann ihre Gaben vollkommener und vollständiger enthüllen. Deshalb müssen wir das Licht der Sonne verehren, welcher Spiegel auch immer es offenbart. Wir dürfen keine Vorurteile hegen, denn Vorurteile sind ein Hindernis auf dem Weg zur Erkenntnis. Da das Strahlen ein einziges Strahlen ist, müssen alle Menschen Empfänger desselben Lichtes werden und in ihm die unwiderstehliche Macht erkennen, die sie mit ihrem Glanz vereint.
Da dies das Jahrhundert des Lichtes ist, hoffe ich, dass die Sonne der Wahrheit die ganze Menschheit erleuchten wird. Mögen die Augen geöffnet und die Ohren aufmerksam werden; mögen die Seelen wiederbelebt werden und in völliger Harmonie als Empfänger desselben Lichtes miteinander verkehren. So Gott will, wird Er diese seit Jahrtausenden bestehenden Zwistigkeiten und Kriege beseitigen. Möge dieses Blutvergießen aufhören, diese Tyrannei und Unterdrückung vergehen, dieser Krieg beendet werden. Möge das Licht der Liebe erstrahlen und die Herzen erleuchten, und mögen Menschenleben fest und dauerhaft verbunden werden, bis wir alle unter demselben Schirm Einvernehmen und Ruhe finden und unter dem Banner des Größten Friedens ständig voranschreiten.
O Du gütiger Herr! O Du, Der Du freigebig und barmherzig bist! Wir sind Diener an Deiner Schwelle und sind versammelt im schützenden Schatten Deiner göttlichen Einheit. Die Sonne Deines Erbarmens scheint auf alle und die Wolken Deiner Großmut regnen auf alle. Deine Gaben umfassen alle, Deine liebende Vorsehung erhält alle, Dein Schutz beschirmt alle, und Du richtest die Blicke Deiner Gunst auf alle. O Herr! Gewähre uns Deine unendlichen Gaben und lass das Licht Deiner Führung scheinen. Erleuchte die Augen, erfreue die Herzen mit bleibender Freude. Verleihe allen Menschen einen neuen Geist und schenke ihnen ewiges Leben. Öffne die Tore wahren Verstehens und lass das Licht des Glaubens strahlen. Sammle alle Menschen im Schatten Deiner Großmut und gib, dass sie sich einträchtig vereinen, auf dass sie wie die Strahlen einer einzigen Sonne, die Wellen eines einzigen Meeres und die Früchte eines einzigen Baumes werden. O dass sie doch alle trinken vom selben Born; O dass sie doch erfrischt werden von derselben Brise; O dass sie doch vom selben Lichtquell erleuchtet werden! Du bist der Gebende, der Barmherzige, der Allmächtige.

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12. Mai 1912
Ansprache beim Treffen des Internationalen Friedensforums in der Grace Methodist Episcopal Church West 104th Street, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Wenn wir die Geschichte vom Anbeginn bis zum heutigen Tage betrachten, stellen wir fest, dass überall in der Menschenwelt Streit und Krieg herrschten. Kriege, ob religiös, rassistisch oder politisch motiviert, entstanden aus Unwissenheit, Missverständnissen und Mangel an Bildung und Erziehung. Als Erstes wollen wir den religiös motivierten Streit und Konflikt betrachten.
Offensichtlich sind die göttlichen Propheten in der Welt erschienen, um Liebe und Einigkeit unter den Menschen zu stiften. Sie waren Hirten, keine Wölfe. Der Hirte tritt auf, um seine Herde zu sammeln und zu führen, und nicht, um sie durch Konflikte zu zerstreuen. Jeder göttliche Hirte hat eine zuvor versprengte Herde gesammelt. Unter den Hirten war Moses. Zu einer Zeit, da die Stämme Israels getrennt voneinander umherzogen, sammelte und einte Er sie und führte sie zu höheren Stufen des Könnens und des Fortschritts, bis sie die Wüste der Zucht hinter sich ließen und in das Heilige Land der Besitznahme gelangten. Er wandelte ihre Erniedrigung in Herrlichkeit, ihre Armut in Wohlstand und ersetzte ihre Laster durch Tugenden, bis sie sich zu einer solchen Höhe erhoben, dass die Herrlichkeit des Königtums Salomos möglich wurde und sich der Ruhm ihrer Kultur in Ost und West verbreitete. Daher ist klar, dass Moses ein göttlicher Hirte war, denn Er sammelte die Stämme Israels und einte sie in der Macht und Stärke eines großen selbständigen Volkes.
Als der messianische Stern Jesu Christi aufging, erklärte Er, Er sei gekommen, um die verlorenen Stämme, Moses zerstreute Schafe, zu sammeln. Er hütete nicht nur die Herde Israels, sondern brachte auch Menschen aus Chaldäa, Ägypten, Syrien, dem ehemaligen Assyrien und aus Phönizien zusammen. Diese Menschen waren zueinander äußerst feindselig, blutrünstig wie wilde Tiere; aber Jesus Christus brachte sie zusammen, verband und vereinte sie in Seiner Sache und knüpfte ein so starkes Band der Liebe zwischen ihnen, dass Feindschaft und Krieg beendet wurden. Das zeigt, dass die göttlichen Lehren dazu gedacht sind, in der Menschenwelt ein Band der Einheit zu schaffen und die Grundlagen für Liebe und Gemeinschaft zwischen den Menschen zu schaffen. Die Göttliche Religion ist keine Ursache für Zwist und Zwietracht. Wenn Religion zur Quelle von Feindschaft und Streit wird, ist Religionslosigkeit vorzuziehen. Religion sollte das belebende Element des Staatswesens sein; bringt sie der Menschheit den Tod, so wäre ihr Nichtsein segensreich und förderlich für die Menschen. Heutzutage muss man sich den göttlichen Lehren zuwenden, denn sie sind das Heilmittel für die gegenwärtigen Zustände in der Menschenwelt. Der Zweck eines Heilmittels ist, zu heilen und zu kurieren. Wenn es die Symptome verschlimmert, ist es besser, es nicht zu verwenden beziehungsweise abzusetzen.
Zu einer Zeit, als die arabischen Stämme und Nomadenvölker vereinzelt und gesetzlos in der Wüste lebten, als Streit und Blutvergießen an der Tagesordnung waren und kein Stamm sicher vor Angriff und Zerstörung durch einen anderen war – zu einer so kritischen Zeit erschien Muḥammad. Er brachte diese wilden Wüstenstämme zusammen, stiftete Frieden zwischen ihnen, einte sie und führte sie zur Versöhnung, sodass Feindschaft und Krieg aufhörten. Schon bald breitete sich das arabische Volk aus, bis sich sein Herrschaftsbereich westwärts bis Spanien und Andalusien erstreckte.
Aus diesen Gegebenheiten können wir schließen, dass die göttlichen Religionen offenbart wurden, um Frieden zu stiften, nicht für Krieg und Blutvergießen. Da sie alle auf einer einzigen Wahrheit beruhen, auf Liebe und Einheit, sind die für die Religionsgeschichte so charakteristischen Kriege und Spaltungen den blinden Nachahmungen und dem Aberglauben zuzuschreiben, die erst später entstanden. Religion ist Wahrheit, und die Wahrheit ist nur eine. Die Grundlagen der Religion Gottes sind deshalb in Wirklichkeit eins. Bei den Grundlagen gibt es weder Unterschiede noch Veränderungen. Abweichungen und Widersprüche haben ihre Ursache in blinder Nachahmung, Vorurteilen und im Festhalten an Gebräuchen, die erst später auftreten. Und wenn diese voneinander abweichen, kommt es zu Zerwürfnissen und Streit. Wenn die Religionen der Welt diese Ursachen für Konflikte aufgäben und zu den Grundlagen zurückkehrten, so würden sich alle einig sein und Streit und Zwietracht würden vergehen; denn Religion und Wahrheit sind eins und nicht vielerlei.
Andere Kriege entstehen durch rassistische Unterscheidungen, die auf bloßer Einbildung beruhen; denn die Menschheit ist eine einzige Familie, ein Stamm aus einer gemeinsamen Wurzel, und Bewohner desselben Planeten.

Im Schöpfungsplan gibt es keine ethnischen Unterscheidungen oder Abgrenzungen nach Völkern wie Franzosen, Engländern, Amerikanern, Deutschen, Italienern oder Spaniern; alle gehören zu einer einzigen Hausgemeinschaft.

Die Abgrenzungen und Unterscheidungen sind menschengemacht und künstlich, nicht ursprünglich und natürlich.

Alle Menschen sind die Früchte eines Baumes, die Blumen desselben Gartens, die Wellen eines Meeres.

Im Tierreich kann man keine derartige Unterscheidung und Abgrenzung erkennen.

Die Schafe des Ostens und die Schafe des Westens würden friedlich zusammenleben.

Die orientalische Herde würde nicht überrascht aufblicken, wie um zu sagen:

»Das sind Schafe des Abendlands; sie gehören nicht in unser Land.« Alle würden sich in Harmonie zusammentun und sich derselben Weide erfreuen, ohne dass Unterschiede der Herkunft zu bemerken wären.

Vögel aus verschiedenen Ländern vermischen sich freundschaftlich.

Im Tierreich finden wir diese Tugenden.

Soll der Mensch diese Tugenden ablehnen?

Der Mensch ist mit überlegener Urteilskraft und Erkenntnisfähigkeit ausgestattet; in ihm sind die göttlichen Gaben sichtbar.

Sollen rassistische Vorstellungen die Oberhand gewinnen und die schöpferische Absicht der Einheit in seiner Welt verdunkeln?

Soll er sagen:

»Ich bin ein Deutscher«, »Ich bin ein Franzose« oder ein »Engländer« und wegen dieser eingebildeten und menschengemachten Unterscheidung den Krieg erklären?

Gott bewahre!

Diese Erde ist ein einziger Haushalt und die Heimat aller Menschen; deshalb sollte die Menschheit Unterschiede und Grenzen, die künstlich sind und zu Uneinigkeit und Feindseligkeit führen, ignorieren.

Wir sind aus dem Osten gekommen.

Preis sei Gott!

Wir sehen, wie dieser Kontinent blüht und gedeiht, das Klima ist gesund und angenehm, die Bewohner sind freundlich und zuvorkommend, die Regierung ist fair und gerecht.

Sollen wir andere Gedanken und Gefühle als die der Liebe zu euch hegen?

Sollen wir sagen:

»Das ist nicht unser Geburtsland, darum ist alles verwerflich«?

Das wäre eine krasse Dummheit, der sich der Mensch nicht unterwerfen darf.

Der Mensch besitzt die Fähigkeit, die Wahrheit zu erforschen, und die Wahrheit ist, dass die Menschheit eine Familie ist und im Schöpfungsplan alle gleich sind.

Darum müssen falsche Unterscheidungen der Herkunft oder Hautfarbe, die Gründe und Ursachen für Krieg sind, aufgegeben werden.
Bedenken Sie, was in Tripolis geschieht:

Wie die Armen getötet werden und das Blut der Hilflosen auf beiden Seiten vergossen wird; Kinder werden ihrer Väter beraubt, Väter beklagen den Tod ihrer Söhne, Mütter beweinen den Verlust ihrer Lieben.

Und was ist letztlich der Gewinn?

Nichts Nennenswertes.

Ist das irgendwie zu rechtfertigen?

Haustiere sind zueinander weder gehässig noch grausam; das ist nämlich das Kennzeichen blutrünstiger wilder Bestien.

In einer Herde von tausend Schafen wird man kein Blutvergießen erleben.

Zahllose Vogelarten leben friedlich in Schwärmen.

Wölfe, Löwen, Tiger sind wild, weil das gemäß ihrer Natur für die Nahrungsbeschaffung nötig ist.

Der Mensch braucht solche Wildheit nicht; er bekommt seine Nahrung auf andere Weise.

Es ist also offensichtlich, dass Krieg, Grausamkeit und Blutvergießen im Menschenreich durch menschliche Gier, Hass und Selbstsucht verursacht werden.

Die Könige und Herrscher der Nationen genießen Luxus und Komfort in ihren Palästen und schicken das gemeine Volk aufs Schlachtfeld – opfern es als Kanonenfutter.

Jeden Tag erfinden sie neue Geräte für die noch vollständigere Zerstörung der Grundlagen der Menschheit.

Gegen ihre Mitgeschöpfe sind sie hart und gnadenlos.

Was soll all das Leid und den Kummer von Müttern wieder gutmachen, die so zärtlich für ihre Söhne gesorgt haben?

Wie viele schlaflose Nächte verbrachten sie, und wie viele Tage der Hingabe und Liebe boten sie auf, um ihre Kinder großzuziehen!

Aber die Barbarei dieser kriegerischen Herrscher hinterlässt an einem einzigen Tag so viele ihrer Opfer zerfetzt und verkrüppelt.

Welche Ignoranz und Entartung, fürwahr schlimmer noch als die blutrünstigen Bestien!

Denn ein Wolf wird nur ein Schaf auf einmal wegtragen und fressen, während ein ehrgeiziger Tyrann in einer Schlacht den Tod von hunderttausend Männern herbeiführen kann und sich noch seines militärischen Könnens rühmt und sagt:

»Ich bin Oberbefehlshaber; ich habe diesen mächtigen Sieg errungen.« Betrachten Sie die Unwissenheit und Widersprüchlichkeit der Menschen.

Wenn ein Mensch einen anderen tötet, wird er ungeachtet des Grundes Mörder genannt, eingesperrt oder hingerichtet.

Aber der brutale Unterdrücker, der hunderttausend erschlagen hat, wird als Held, Eroberer oder militärisches Genie vergöttert.

Ein Mensch stiehlt eine kleine Summe Geld; er wird Dieb genannt und ins Zuchthaus gesteckt.

Aber ein militärischer Führer, der in ein ganzes Königreich einmarschiert und es plündert, wird als Held, als mächtiger und tapferer Mann bejubelt.

Wie niedrig und unwissend ist der Mensch!
Vor der Mitte des 19.

Jahrhunderts herrschten in Persien größte Feindseligkeit, Zwietracht und Hass zwischen den verschiedenen Stämmen und Völkern, religiösen Gruppen und Konfessionen.

Auch alle anderen Völker des Ostens waren damals im gleichen Zustand.

Religionsanhänger waren feindselig und fanatisch, die Sekten waren untereinander verfeindet, die Völker hassten einander, die Stämme befanden sich ständig im Krieg; überall herrschten Zwietracht und Streit.

Die Männer mieden einander und misstrauten sich gegenseitig.

Ein Mann, der eine Reihe seiner Mitgeschöpfe umbringen konnte, wurde für sein Heldentum und seine Stärke gepriesen.

Unter den Religionsanhängern galt es als lobenswerte Tat, jemandem, der eine gegensätzliche Überzeugung vertrat, das Leben zu nehmen.

Zu dieser Zeit erhob sich Bahá'u'lláh und verkündete Seine Sendung.

Er stiftete die Einheit der Menschheit, verkündete, alle seien Diener des liebenden und barmherzigen Gottes, Der alle erschaffen, genährt und für alle vorgesorgt hat; warum also sollten die Menschen ungerecht und unfreundlich zueinander sein, somit ein Verhalten zeigen, das Gott zuwider ist?

Warum sollten wir gegeneinander Feindschaft und Hass hegen, wenn Er uns liebt?

Würde Gott nicht alle lieben, dann hätte Er nicht alle erschaffen, erzogen und für sie gesorgt.

Liebevolle Güte ist die göttliche Leitlinie.

Sollen wir menschliche Leitlinien und Standpunkte für besser halten als die Weisheit und Leitlinien Gottes?

Das wäre unvorstellbar, unmöglich.

Darum müssen wir den göttlichen Leitlinien folgen, indem wir uns mit tiefster Liebe und Sanftmut umeinander kümmern.
Bahá'u'lláh verkündete den Größten Frieden und verordnete die Einrichtung eines internationalen Schiedsgerichts. Er äußerte diese Prinzipien in zahlreichen Sendschreiben, die im gesamten Osten verbreitet wurden. Er schrieb an alle Könige und Herrscher, ermutigte sie, erteilte Ratschläge, ermahnte sie hinsichtlich der Friedensstiftung und zeigte mit schlüssigen Beweisen, dass Glück und Ruhm der Menschheit nur durch Abrüstung und Schlichtung gewährleistet werden können. Das war vor fast fünfzig Jahren. Weil Er die Botschaft weltweiten Friedens und internationaler Verständigung verkündete, erhoben sich die Könige des Orients gegen Ihn, denn sie sahen in Seinen Ermahnungen und Lehren keinerlei persönliche oder nationale Vorteile. Erbarmungslos verfolgten sie Ihn, luden auf Ihn jede Pein, warfen Ihn ins Gefängnis, setzten ihn der Bastonade aus, verbannten Ihn und kerkerten Ihn schließlich in eine Festung ein. Dann gingen sie gegen Seine Anhänger vor. Um der Stiftung des internationalen Friedens willen wurde das Blut von zwanzigtausend Bahá'í vergossen. Ihre Häuser wurden zerstört, ihre Kinder gefangen genommen und ihre Besitztümer geplündert, aber die Hingabe keines dieser Menschen wankte oder ließ nach. Bis zum heutigen Tag werden die Bahá'í verfolgt, und erst kürzlich wurden etliche getötet, denn überall, wo es Bahá'í gibt, unternehmen sie die größten Anstrengungen, den Weltfrieden herzustellen. Sie verkünden Prinzipien nicht nur, sie setzen sie tatkräftig um.
Durch die Lehren Bahá'u'lláhs sieht man heute in Persien Menschen verschiedenen Glaubens und verschiedener Bekenntnisse in größtem Frieden und bestem Einvernehmen zusammenleben.

Frühere Feindschaft und Hass sind verschwunden und sie erweisen allen Menschen größte Liebe, denn sie begreifen und wissen, dass alle die Geschöpfe und Diener des einen Gottes sind.

Das ist unmittelbar den göttlichen Lehren zu verdanken.

Im Grunde geht es nur darum, dass die Unwissenden Bildung erhalten, die Kranken geheilt werden und jene, die auf der Entwicklungsstufe eines Kindes sind, Hilfe bekommen, das Reifealter zu erreichen.

Wir dürfen niemanden aufgrund seiner Unwissenheit unfreundlich behandeln, noch die Unreifen zurückweisen oder uns von den Kranken abwenden, vielmehr müssen wir das Heilmittel für jede menschliche Not verabreichen, bis alle in der Fürsorge Gottes vereint sind.

Es ist also offensichtlich, dass die wesentlichen Grundlagen göttlicher Religionen Einheit und Liebe sind.

Wenn Religion zu Zwietracht unter den Menschen führt, ist sie zerstörerisch und nicht göttlich, denn Religion bedeutet Einheit und Zusammenschluss, nicht Spaltung.

Bloße Kenntnis der Grundsätze genügt nicht.

Wir alle wissen und geben zu, dass Gerechtigkeit gut ist, aber es bedarf des Willens und der Tat, um Gerechtigkeit auszuüben und sichtbar werden zu lassen.

Ein Beispiel.

Wir denken vielleicht, es sei gut, eine Kirche zu bauen; aber bloß zu denken, es sei eine gute Sache, wird nichts zu ihrer Errichtung beitragen.

Die Mittel und Wege müssen bereitet werden; wir müssen sie bauen wollen und dann den Bau durchführen.

Wir wissen alle, dass der Weltfrieden eine gute Sache ist, dass er dem Wohl und Ruhm des Menschen dient, aber Willenskraft und Taten sind nötig, um ihn zu verwirklichen.

Auf das Handeln kommt es an.

Dieses Jahrhundert ist ein Jahrhundert des Lichtes, daher ist gewährleistet, dass die Menschheit die Fähigkeit zum Handeln hat.

Die göttlichen Prinzipien müssen unter den Menschen verbreitet werden, bis die Zeit zum Handeln kommt.

So ist es geschehen und Zeit und Umstände sind jetzt wirklich reif zum Handeln.

Alle Menschen wissen, dass Krieg tatsächlich die menschlichen Grundlagen zerstört, und in jedem Land der Welt wird dies zugegeben und leuchtet ein.

Ich sehe in den Vereinigten Staaten von Amerika eine überaus fortschrittliche Nation; die Regierung ist gerecht, das Volk bereit und das Prinzip der Gleichberechtigung ist außerordentlich gut verwirklicht.

Und weil das Banner des Weltfriedens gehisst werden muss, hoffe ich, dass das auf diesem Kontinent geschieht, denn diese Nation verdient es mehr und hat größere Fähigkeiten für einen solchen ersten Schritt als irgendeine andere.

Würden andere Nationen versuchen, das zu tun, würde ihre Motivation missverstanden.

Wenn etwa Großbritannien den Weltfrieden ausriefe, würde man sagen, das geschehe, um die Sicherheit seiner Kolonien zu gewährleisten.

Wenn Frankreich dieses Banner hisste, würden andere Nationen sagen, irgendeine versteckte diplomatische Taktik liege diesem Akt zugrunde; Russland würde nationaler Absichten verdächtigt, wenn sein Volk den ersten Schritt machte, und Gleiches gilt für alle europäischen und östlichen Regierungen.

Aber die Vereinigten Staaten von Amerika könnten keines solchen Eigeninteresses bezichtigt werden.

Ihre Regierung hat genau genommen keine Kolonien, die sie schützen muss.

Sie trachten nicht danach, Ihr Herrschaftsgebiet auszudehnen, noch brauchen Sie territoriale Expansion.

Wenn darum Amerika den ersten Schritt zur Errichtung des Weltfriedens tut, ist das sicherlich seiner Selbstlosigkeit und Uneigennützigkeit zuzuschreiben.

Die Welt wird sagen:

»Für diesen Schritt der Vereinigten Staaten gibt es kein anderes Motiv als Uneigennützigkeit und Dienst an der Menschheit.« Deshalb hoffe ich, dass Sie als der erste Herold des Friedens vortreten und dieses Banner hissen, denn dieses Banner wird gehisst werden.

Heben Sie es empor, denn Sie sind die geeignetste Nation, die es am meisten verdient.

Die anderen Länder warten auf diesen Ruf, hoffen auf dieses Signal zur Versöhnung, denn die ganze Welt leidet unter der maßlosen Bürde und den nicht wiedergutzumachenden Schäden des Krieges.

Steuern werden zur Deckung der Kosten erhoben.

Jedes Jahr wächst die Last, und die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte.

Europa ist zurzeit ein explosives Pulverfass, und ein einziger Funke wird die ganze Welt in Flammen setzen.

Bevor es zu diesen Verwicklungen und katastrophalen Ereignissen kommt, unternehmen Sie diesen Schritt, um sie zu verhindern.
Die Grundlagen aller göttlichen Religionen sind Frieden und Einigkeit, aber es kam zu Missverständnissen und Unwissenheit. Wenn diese zum Verschwinden gebracht werden, werden Sie sehen, dass alle religiösen Kräfte für den Frieden arbeiten und die Einheit der Menschheit fördern werden. Denn die Grundlage von allem ist die Wahrheit, und die Wahrheit ist nicht vielerlei oder teilbar. Moses legte die Grundlage, Jesus errichtete ihr Zelt, und ihr strahlendes Licht leuchtete in allen Religionen. Bahá'u'lláh verkündete diese eine Wahrheit und verbreitete die Botschaft des Größten Friedens. Selbst im Gefängnis ruhte Er nicht, bis Er dieses Licht im Osten entzündet hatte. Preis sei Gott! Alle, die Seine Lehren angenommen haben, lieben den Frieden, sind Friedensstifter, bereit, dafür ihr Leben zu opfern und ihr Hab und Gut dafür herzugeben. Möge dieses Banner jetzt im Westen gehisst werden, dann werden viele dem Ruf folgen. Amerika ist berühmt für seine Entdeckungen, Erfindungen und seine Kunstfertigkeit, es ist bekannt für eine gerechte Regierung und erstaunliche Vorhaben; jetzt möge es auch als Herold und Bote des Weltfriedens bekannt und gefeiert werden. Möge dies seine Berufung und Aufgabe sein, und möge sich dieser gesegnete Impuls in alle Länder verbreiten. Ich bete für Sie alle, dass Sie der Menschenwelt diesen Dienst erweisen.

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13. Mai 1912
Ansprache bei einem Empfang der New Yorker Friedensgesellschaft Hotel Astor, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Ich habe mich heute Nachmittag zwar unwohl gefühlt, aber weil ich dieser Versammlung große Bedeutung beimesse und mich danach gesehnt habe, Ihre Gesichter zu sehen, bin ich gekommen. Die freundlichen Worte und die herzliche Gastfreundschaft, die die Vorredner bekundet haben, sind sehr wohltuend. Ich bin dankbar, dass Ihre Herzen so empfänglich sind, denn es ist offensichtlich, dass Ihr größter Wunsch die Errichtung des Weltfriedens ist. Sie lieben die Einheit der Menschheit, Sie suchen das Wohlgefallen des Herrn, Sie erforschen die Grundlagen der göttlichen Religionen.
Heute gibt es nichts Rühmlicheres für den Menschen, als der Sache des Größten Friedens zu dienen.

Frieden ist Licht, Krieg jedoch ist Dunkelheit.

Frieden ist Leben, Krieg ist Tod.

Frieden weist den Weg, Krieg führt in die Irre.

Frieden ist die göttliche Grundlage, Krieg ist ein satanischer Brauch.

Frieden erleuchtet die Menschenwelt, Krieg vernichtet die Grundlagen der Menschheit.

Wenn wir die Auswirkungen auf diese Welt betrachten, dann stellen wir fest, dass Frieden und Gemeinschaft Faktoren für Aufbau und Vervollkommnung sind, Krieg und Streit dagegen die Ursachen von Zerstörung und Verfall.

Alles Erschaffene ist Ausdruck der Verbundenheit und des Zusammenhalts von Grundsubstanzen, und Nichtsein ist das Fehlen dieser Anziehung und Übereinstimmung.

In einer Komposition verbinden sich unterschiedliche Elemente harmonisch; aber wenn diese Elemente nicht mehr harmonieren und sich gegenseitig abstoßen, sind Zerfall und Nichtsein die Folge.

Alles besitzt diese Eigenschaft und ist diesem Gesetz unterworfen, denn die Grundlage der Schöpfung, auf allen ihren Stufen und in allen Reichen, ist ein Ausdruck oder das Ergebnis der Liebe.

Bedenken Sie die Unruhe und Erschütterung, die heutzutage der Krieg in der Menschenwelt hervorruft.

Frieden ist Gesundheit und Aufbau; Krieg ist Krankheit und Auflösung.

Wenn das Banner der Wahrheit gehisst wird, dann wird der Frieden zur Ursache für Wohl und Fortschritt der Menschheit.

In allen Zeiten und Epochen führte Krieg zu Zerrüttung und Leid, während Frieden und Gemeinschaft zu Sicherheit und Berücksichtigung der Interessen der Menschen führten.

Ganz besonders gilt dieser Unterschied für die heutige Weltlage, denn der Krieg hatte in früheren Jahrhunderten nie den Grad an Grausamkeit und Zerstörungskraft, die ihn heute kennzeichnen.

Wenn in alten Zeiten zwei Völker gegeneinander Krieg führten, so wurden dabei zehn- oder zwanzigtausend Menschenleben geopfert; aber in diesem Jahrhundert ist es gut möglich, dass an einem einzigen Tag hunderttausend Leben vernichtet werden.

Die Wissenschaft des Tötens wurde so perfektioniert und das von ihr entwickelte Instrumentarium so wirksam, dass ein ganzes Volk in kurzer Zeit ausgelöscht werden kann.

Ein Vergleich mit den Methoden und Folgen antiker Kriegsführung ist somit nicht möglich.
Alle Erscheinungsformen erreichen durch ein ihnen innewohnendes Gesetz einen Höhepunkt, eine Stufe der Vollendung, und erst danach entstehen eine neue Ordnung und neue Verhältnisse. Da die Kriegsinstrumente und die Kriegswissenschaft diese Stufe der Gründlichkeit und Effizienz erreicht haben, ist zu hoffen, dass die Umgestaltung der Menschenwelt unmittelbar bevorsteht und dass in den kommenden Jahrhunderten alle Energien und Erfindungen des Menschen dazu genutzt werden, die Interessen von Frieden und Gemeinschaft zu unterstützen. Möge daher diese werte und geschätzte Gesellschaft in ihren aufrichtigen Absichten für die Errichtung des Weltfriedens unterstützt und von Gott gestärkt werden. So kommt die Zeit schneller, da das Banner weltweiter Eintracht erhoben und weltweites Wohlergehen verkündet und verwirklicht wird, sodass das Dunkel, das die Welt jetzt umhüllt, verschwinden wird.
Vor sechzig Jahren lebte Bahá'u'lláh in Persien. Vor siebzig Jahren erschien dort der Báb. Diese beiden Heiligen Seelen widmeten Ihr Leben der Stiftung des internationalen Friedens und der Liebe unter den Menschen. Sie strebten mit Herz und Seele danach, die Lehren ins Leben zu rufen, durch die unterschiedliche Menschen zusammengebracht werden können und Streit, Groll oder Hass verschwinden. Bahá'u'lláh wandte sich an alle Menschen und sagte, dass Adam, der Stammvater der Menschheit, mit dem Lebensbaum verglichen werden kann, dessen Blätter und Blüten Sie sind. Da Ihr Ursprung ein einziger war, müssen Sie jetzt vereint und einig sein; Sie müssen in Freude und angenehmer Atmosphäre miteinander verkehren. Er nannte Vorurteile – ob religiös, rassistisch, patriotisch oder politisch – die Zerstörer des Staatswesens. Er sagte, dass der Mensch die Einheit der Menschheit anerkennen muss, denn alle gehören der Abstammung nach zu demselben Haushalt, und alle sind Diener desselben Gottes. Deshalb muss die Menschheit hinfort im Geiste der Verbundenheit und Liebe leben, die Verordnungen Gottes umsetzen und sich abwenden von satanischen Einflüsterungen, denn die göttlichen Gaben bringen Einigkeit und Einvernehmen hervor, die satanischen Weisungen dagegen führen zu Hass und Krieg.
Diese außergewöhnliche Persönlichkeit konnte durch diese Grundsätze ein Band der Einheit zwischen den verschiedenen Sekten und unterschiedlichen Völkern Persiens knüpfen.

Diejenigen, die Seinen Lehren folgten, gleich welcher Konfession oder Gruppierung sie angehörten, wurden durch die Bande der Liebe verbunden, und bis jetzt arbeiten und leben sie in Frieden und Einigkeit zusammen.

Sie sind fürwahr Brüder und Schwestern.

Sie nehmen keine Klassenunterschiede untereinander wahr und es herrscht völlige Harmonie.

Täglich wird dieses Band der Zuneigung stärker und ihre geistige Gemeinschaft entfaltet sich fortwährend.

Um den Fortschritt der Menschheit sicherzustellen und diese Prinzipien fest zu verankern, ertrug Bahá'u'lláh jede Qual und Widrigkeit.

Der Báb wurde zum Märtyrer, und mehr als zwanzigtausend Männer und Frauen opferten ihr Leben für ihren Glauben.

Bahá'u'lláh wurde eingekerkert und schwerer Drangsal ausgesetzt.

Schließlich wurde Er von Persien nach Mesopotamien verbannt; von Baghdád wurde Er nach Konstantinopel und Adrianopel geschickt und von dort in das Gefängnis von 'Akká in SyrienA19.

Während all dieser Torturen bemühte Er sich Tag und Nacht, die Einheit der Menschheit zu verkünden und die Botschaft des Weltfriedens zu verbreiten.

Aus dem Gefängnis in 'Akká wandte Er sich in ausführlichen Briefen an die Könige und Herrscher der Erde.

Er rief sie zu internationaler Verständigung auf und erklärte ausdrücklich, dass das Banner des Größten Friedens ganz gewiss in der Welt erhoben werde.
Das ist geschehen.

Die irdischen Mächte haben den Vorzügen und Gaben, die Gott diesem bedeutenden und herrlichen Jahrhundert bestimmt hat, nichts entgegenzusetzen.

Sie sind eine Notwendigkeit, ein dringendes Erfordernis der Zeit.

Der Mensch kann sich allem widersetzen, nur nicht dem, was gottgewollt ist und dem Zeitalter und dessen Erfordernissen entspricht.

Jetzt finden sich gottlob in allen Ländern der Erde Menschen, die den Frieden lieben, und diese Prinzipien werden unter den Menschen verbreitet, besonders in diesem Land.

Preis sei Gott!

Diese Gedanken setzen sich durch, es erheben sich fortwährend Seelen, die für die Einheit der Menschheit eintreten und sich bemühen, den Weltfrieden zu fördern und zu verwirklichen.

Zweifellos kann diese wunderbare Demokratie das erreichen und das Banner internationaler Verständigung wird hier entfaltet werden, um die Botschaft unter allen Völkern der Welt zu verbreiten.

Ich danke Gott, dass ich Sie so empfänglich und voll hehrer Bestrebungen sehe, und ich hoffe, dass sich dieses Licht durch Sie hin zu allen Menschen verbreitet.

So möge die Sonne der Wahrheit auf Ost und West scheinen.

Die dichten Wolken werden sich auflösen und die Wärme der göttlichen Strahlen wird den Nebel vertreiben.

Die menschliche Wirklichkeit wird sich entfalten und als Ebenbild Gottes, seines Schöpfers, hervortreten.

Die Gedanken der Menschen werden sich so hoch aufschwingen, dass frühere Errungenschaften wie kindische Spielereien erscheinen, denn die Vorstellungen und Überzeugungen der Vergangenheit sowie rassistische und religiöse Vorurteile haben die menschliche Entwicklung immer eingeschränkt und waren immer schädlich und zerstörerisch.

Ich bin höchst zuversichtlich, dass diese hehren Gedanken in diesem Jahrhundert zum menschlichen Wohlergehen beitragen werden.

Lassen Sie dieses Jahrhundert die Sonne der früheren Jahrhunderte sein, deren Glanz ewig währen wird, sodass man das zwanzigste Jahrhundert in künftigen Tagen mit diesen Worten verherrlichen wird:

»Das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert des Lichtes, das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert des Lebens, das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert des internationalen Friedens, das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert göttlicher Gaben, das zwanzigste Jahrhundert hinterließ Spuren, die ewig währen.«

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19. Mai 1912
Ansprache in der Divine Paternity Church Central Park West in New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Es gibt viele Religionen, aber das Wesen der Religion ist nur eines. Es gibt viele Tage, aber die Sonne ist nur eine. Es gibt viele Brunnen, aber der Urquell ist nur einer. Es gibt viele Zweige, aber der Baum ist nur einer.
Das Fundament der göttlichen Religionen ist die Wahrheit; wäre da keine Wahrheit, gäbe es keine Religionen. Abraham verkündete die Wahrheit. Moses machte die Wahrheit bekannt. Christus hat die Wahrheit verankert. Muḥammad war der Gesandte der Wahrheit. Der Báb war das Tor zur Wahrheit. Bahá'u'lláh war der Glanz der Wahrheit. Die Wahrheit ist eine einzige; sie erlaubt keine Vielzahl oder Teilung. Die Wahrheit ist wie die Sonne, die von verschiedenen Aufgangsorten aus scheint; sie ist wie das Licht, das viele Lampen erhellt.
Wenn daher die Religionen die Wahrheit untersuchen und die wesentliche Wahrheit ihrer eigenen Grundlagen suchen, werden sie sich versöhnen und man wird keinen Unterschied finden. Aber da die Religionen in dogmatische Nachahmung abgetaucht sind und die ursprünglichen Grundlagen aufgegeben haben, und da diese Nachahmungen sehr unterschiedlich sind, weichen die Religionen voneinander ab und widersprechen sich. Diese Nachahmungen können mit Wolken verglichen werden, die den Sonnenaufgang verdunkeln; die Wahrheit aber ist die Sonne. Wenn sich die Wolken auflösen, scheint die Sonne der Wahrheit auf alle, und es gibt keine unterschiedlichen Sichtweisen mehr. Die Religionen werden übereinstimmen, denn im Grunde sind sie gleich. Ihr Inhalt ist ein einziger, aber die Beschreibungen sind vielfältig.
Die göttlichen Religionen sind wie der Lauf der Jahreszeiten.

Wenn die Erde leblos wird und verödet, weil Frost und Kälte jede Spur des letzten Frühlings getilgt haben, bricht eine neue Frühlingszeit an und kleidet alles in ein neues Gewand des Lebens.

Die Wiesen werden saftig und grün, die Bäume schmücken sich mit frischem Laub und bringen Früchte hervor.

Dann kommt wieder der Winter und alle Spuren des Frühlings verschwinden.

Das ist der beständige Kreislauf der Jahreszeiten – Frühling, Winter, dann die Rückkehr des Frühlings.

Aber obwohl sich der Kalender ändert und die Jahre vorrücken, ist doch jeder neue Frühling die Rückkehr des vergangenen Frühlings; dieser Frühling ist die Erneuerung des vorherigen Frühlings.

Frühling ist immer Frühling, wann und wie oft er auch kommt.

Die göttlichen Propheten sind wie das Kommen des Frühlings: jeder erneuert und belebt die Lehren des Propheten, der vor Ihm kam.

So, wie alle Frühlingszeiten bezüglich Erneuerung des Lebens, Frühlingsschauern und Schönheit im Grunde eins sind, so ist das Wesen der Sendung und des Wirkens aller Propheten ein und dasselbe.

Jetzt haben die Anhänger der Religionen die Wahrheit aus den Augen verloren, die dem geistigen Frühling zugrunde liegt.

Sie halten hartnäckig an den überlieferten Formen und Nachahmungen fest, und deswegen gibt es zwischen ihnen Meinungsverschiedenheiten, Unfrieden und heftige Auseinandersetzungen.

Deshalb müssen wir uns jetzt von diesen Nachahmungen abwenden und die Grundlage der göttlichen Lehren suchen; und da die Grundlage eine einzige Wahrheit ist, müssen die Gläubigen der verschiedenen Religionen sich darauf einigen, damit Liebe und Einheit zwischen allen Menschen und Konfessionen entstehen.
Zu einer Zeit, als der Orient durch religiöse Zwietracht zerrissen war, erschien Bahá'u'lláh. Er stiftete Lehren, durch die die vielen sehr unterschiedlichen Völker vereint wurden. Er verkündete Grundsätze, die die Ursache ihrer Uneinigkeit beseitigten, und jene, die zuvor ständig Krieg führten, sind heute in Persien geeint. Christen, Muslime, Zoroastrier, Juden – Menschen jeden Glaubens und jeder Konfession, die den Lehren Bahá'u'lláhs gefolgt sind – sind zu vollkommener Gemeinschaft und geistiger Eintracht gelangt. Frühere Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten sind gänzlich verschwunden. Hier sind einige der Prinzipien der Lehre Bahá'u'lláhs:
Erstens: Die Einheit der Menschheit muss anerkannt und umgesetzt werden. Alle Menschen sind die Diener Gottes. Er hat alle erschaffen; Er ist der Versorger und Bewahrer; Er liebt alle. Warum sollten wir zueinander ungerecht sein, da Er doch so gerecht und gütig ist? Da Gott uns mit Leben beseelt hat, warum sollten wir einander den Tod bringen? Er hat uns getröstet, warum sollten wir Angst auslösen und Leid verursachen? Kann die Menschheit Pläne und Regeln ersinnen, die besser als die göttlichen und ihnen überlegen sind? So fähig der Mensch auch sein mag, Pläne zu schmieden und Absichten zu verwirklichen, ist doch gewiss, dass seine Anstrengungen im Vergleich zum göttlichen Plan und den göttlichen Absichten völlig ungenügend sind, denn der Ratschluss Gottes ist vollkommen. Daher müssen wir dem Willen und Plan Gottes folgen. Weil Er zu allen gütig ist, müssen wir es auch sein, und das wird Gott sicherlich höchst wohlgefällig sein.
Zweitens muss nach Wahrheit geforscht werden; denn die Wahrheit ist eine einzige, und wenn man sie erforscht, werden alle die Liebe und Einheit entdecken. Die Unwissenden müssen erzogen werden, die Kranken müssen geheilt werden, die schwach Entwickelten müssen zur Reife geführt werden. Sollen wir die Unwissenden, Kranken oder Unreifen wegen ihrer Schwäche zurückweisen oder ablehnen? Ist es nicht besser, freundlich und sanft zu sein und für das Heilmittel zu sorgen? Unter gar keinen Umständen sollten wir daher eine andere Haltung einnehmen als die der Güte und Demut.
Drittens: Die Religion steht im Einklang mit der Wissenschaft. Die grundlegenden Lehren der Propheten entsprechen wissenschaftlichen Prinzipien, aber die Bräuche und Nachahmungen, die sich innerhalb der Religionen entwickelt haben, widersprechen der Wissenschaft. Wenn Religion nicht mit der Wissenschaft im Einklang steht, ist sie Aberglaube und Unwissenheit, denn Gott hat den Menschen mit Vernunft ausgestattet, damit er die Wahrheit erkennen kann. Die Grundlagen der Religion sind sinnvoll und vernünftig. Gott hat uns mit Vernunft begabt, um diese Grundlagen zu erkennen und zu verstehen. Wenn sie der Wissenschaft und Vernunft widersprechen, wie könnte man an sie glauben und ihnen folgen?
Viertens:

Die Religion muss zu Liebe und Einheit zwischen den Menschen führen; denn wenn die Religion zur Ursache von Feindseligkeit und Streit wird, wäre ihr Nichtvorhandensein vorzuziehen.

Als Moses erschien, waren die von den Pharaonen gefangengehaltenen Stämme Israels gespalten.

Moses führte sie zusammen und das göttliche Gesetz stiftete Gemeinschaft unter ihnen.

Sie wurden zu einem Volk, geeint und gefestigt; dann wurden sie aus der Knechtschaft befreit.

Sie zogen ins gelobte Land, machten in jeder Hinsicht Fortschritte, entwickelten Wissenschaften und Künste, kamen auf materiellem Gebiet voran und erstarkten in der göttlichen oder geistigen Kultur, bis ihr Volk unter der Herrschaft Salomos seinen Entwicklungshöhepunkt erreichte.

Damit wird deutlich, dass Religion Einheit, Gemeinschaft und Fortschritt unter den Menschen bewirkt.

Die Aufgabe eines Hirten ist, die Schafe zusammenzuscharen, und nicht, sie zu zerstreuen.

Dann erschien Christus.

Er einte die verschiedenen und voneinander abweichenden Glaubensbekenntnisse und die kriegerischen Völker Seiner Zeit.

Er brachte Griechen und Römer zusammen, versöhnte Ägypter und Assyrer, Chaldäer und Phönizier.

Christus schuf Einheit und Eintracht unter den Menschen dieser verfeindeten und sich bekriegenden Völker.

So wird einmal mehr deutlich, dass der Zweck der Religion Frieden und Harmonie ist.

Ähnlich erschien Muḥammad zu einer Zeit, als die Völker und Stämme Arabiens uneins waren und sich ständig im Kriegszustand befanden.

Sie töteten einander, plünderten und verschleppten Frauen und Kinder.

Muḥammad einte diese gewalttätigen Stämme und schuf eine gemeinsame Grundlage für sie, sodass sie von ihren Kriegen gegeneinander völlig abließen und stattdessen Gemeinschaften gründeten.

Das Ergebnis war, dass sich die arabischen Stämme vom persischen Joch und von der römischen Herrschaft befreiten und ein unabhängiges Staatswesen schufen, das zu einer hohen Kulturstufe aufstieg, Fortschritte in Handwerkskunst und Wissenschaft machte, die Herrschaft der Sarazenen weit westwärts bis Spanien und Andalusien ausdehnte und in der ganzen Welt berühmt wurde.

Somit ist einmal mehr bewiesen, dass die Religion Gottes die Ursache für Fortschritt und Zusammenhalt sein soll, nicht für Feindschaft und Zerfall.

Wenn sie zur Ursache von Hass und Kampf wird, ist ihr Nichtvorhandensein zu bevorzugen.

Ihr Zweck ist Einheit, und ihre Grundlagen sind eins.
Als Bahá'u'lláh in Persien erschien, spalteten gewalttätige Auseinandersetzungen und Hass die Völker und Stämme dieses Landes. Sie kamen nur zusammen, um gegeneinander Krieg zu führen; sie hätten weder dasselbe Essen gegessen noch vom selben Wasser getrunken; Gemeinschaft und Umgang miteinander waren unmöglich. Bahá'u'lláh stiftete die Einheit der Menschheit bei diesen Menschen und verband ihre Herzen mit solchen Banden der Liebe, dass sie völlig geeint wurden. Er stellte die Grundlagen der Offenbarungen wieder her; Er reformierte und erneuerte die Grundlagen, die von den Ihm vorangegangenen Gesandten Gottes gelegt worden waren. Und jetzt werden hoffentlich der Osten und der Westen durch Sein Leben und Seine Lehren so vereint werden, dass von Feindschaft, Streit und Zwietracht keine Spur übrig bleibt.

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19. Mai 1912
Ansprache in der Brotherhood Church Bergen and Fairview Avenues, Jersey City, New Jersey
Aufzeichnungen von Esther Foster
Da diese Kirche Bruderschaftskirche genannt wird, möchte ich über die Brüderlichkeit der Menschheit sprechen. Der Menschheit liegt vollkommene Brüderlichkeit zugrunde, denn alle sind Diener des einen Gottes und gehören zu einer einzigen Familie, die unter dem Schutz der göttlichen Vorsehung steht. Dieses Band der Brüderlichkeit existiert in der Menschheit, weil alle vernunftbegabte Wesen sind, erschaffen im Reich des evolutionären Wachstums. In der Menschheit gibt es ein Potenzial für Brüderlichkeit, weil alle auf dieser Erdkugel unter dem einen himmlischen Baldachin wohnen. Brüderlichkeit ist in der Menschheit angelegt, denn alle sind Teil einer einzigen menschlichen Gesellschaft, die auf Einigung und Zusammenarbeit angewiesen ist. Für die Menschheit ist Brüderlichkeit vorgesehen, weil alle Menschen Wellen eines einzigen Meeres, Blätter und Früchte eines einzigen Baumes sind. Das ist die Gemeinschaft auf stofflicher Ebene, die für materielles Wohlergehen in der Menschenwelt sorgt. Je stärker sie wird, desto weiter schreitet die Menschheit voran und der Horizont materieller Entwicklung weitet sich.
Die wahre Brüderlichkeit hingegen ist geistig, denn die körperliche Brüderlichkeit kann sich auflösen. Die Kriege der äußeren Daseinswelt spalten die Menschheit, aber in der ewigen Welt geistiger Brüderlichkeit gibt es keine Trennung. Materielle oder körperliche Verbindungen beruhen auf irdischen Interessen, aber göttliche Verbundenheit verdankt ihr Dasein dem Odem des Heiligen Geistes. Geistige Brüderlichkeit kann mit dem Licht verglichen werden, während die Seelen der Menschen wie Laternen sind. Hier sind viele leuchtende Lampen, aber das Licht ist eines.
Zu einer Zeit, als Brüderlichkeit im Orient nicht einmal auf körperlicher Ebene existierte, erschien Bahá'u'lláh.

Zunächst legte Er die Prinzipien der Brüderlichkeit auf körperlicher Ebene dar, und danach stiftete Er geistige Brüderlichkeit.

Er hauchte den Ländern des Orients einen solchen Geist ein, dass viele Völker und einander bekriegende Stämme zu einer Einheit verschmolzen.

Ihr Können und Wollen wurden eins, ihre Absichten eine Absicht, ihre Wünsche ein Wunsch, in einem solchen Ausmaß, dass sie sich füreinander opferten und auf Ansehen, Besitz und Bequemlichkeit verzichteten.

Ihre Gemeinschaft wurde unauflöslich.

Das ist die ewige, geistige Gemeinschaft, die himmlische und göttliche Bruderschaft, die sich der Auflösung widersetzt.

Materielle Zivilisation kommt durch den äußerlichen Zusammenschluss der Menschheit voran.

Der Fortschritt, den ihr in der Außenwelt beobachtet, beruht hauptsächlich auf der Bruderschaft in Bezug auf materielle Interessen.

Ohne diese materielle und gedankliche Verbindung hätte sich die Kultur kaum fortentwickelt.

Nun ist gottlob die unauflösliche geistige Verbindung offensichtlich; daher ist es sicher, dass die göttliche Kultur ins Leben gerufen wurde und die Welt sich geistig fortentwickeln und vorankommen wird.

In diesem strahlenden Jahrhundert werden göttliches Wissen, Barmherzigkeit und geistige Tugenden die höchste Entwicklungsstufe erreichen.

In Persien wurden ihre Spuren sichtbar.

Manche Menschen haben eine solche Stufe erreicht, dass sie Leben und Besitz füreinander opferten.

Ihre geistige Wahrnehmung hat sich entfaltet; ihr Verstand wurde belebt; ihre Seelen wurden erweckt.

Es hat sich ein Höchstmaß an Liebe gezeigt.

Darum hoffe ich, dass geistige Brüderlichkeit den Osten und den Westen vereinen und zur vollständigen Beseitigung des Krieges zwischen Menschen führen wird.

Möge sie die einzelnen Mitglieder der Menschheitsfamilie verbinden und zur Ursache der Entwicklung von Geist und Verstand und der Erleuchtung der Herzen werden und es ermöglichen, dass himmlische Gaben uns von allen Seiten umgeben.

Möge geistige Empfänglichkeit für die frohen Botschaften die Herzen erglühen lassen.

Möge geistige Brüderlichkeit zu Wiedergeburt und Erneuerung führen, denn ihre schöpferische Belebung entspringt dem Odem des Heiligen Geistes und wird durch die Macht Gottes erschaffen.

Sicherlich ist das durch die göttliche Kraft des Heiligen Geistes Erschaffene dauerhaft stark und anhaltend in seiner Wirkung.
Weltliche Bruderschaft kann Krieg weder verhindern noch beseitigen; sie löst die Unstimmigkeiten zwischen den Menschen nicht auf.

Aber geistige Gemeinschaft zerstört die eigentliche Ursache des Krieges, beseitigt alle Unstimmigkeiten, verkündet die Einheit der Menschheit, erfüllt die Menschenwelt mit neuem Leben, veranlasst die Herzen, sich dem Reich Gottes zuzuwenden, und tauft die Seelen mit dem Heiligen Geist.

Durch diese göttliche Bruderschaft wird die materielle Welt hell im göttlichen Licht erstrahlen, wird der Spiegel des Irdischen sein Licht vom Himmel empfangen und Gerechtigkeit in der Welt herrschen, sodass keine Spur von Finsternis, Hass und Feindschaft mehr sichtbar sein wird.

Die Menschheit wird Sicherheit und Geborgenheit finden, die Prophetenschaft aller Gottesboten wird anerkannt werden, Zion wird jubeln und tanzen, Jerusalem wird frohlocken, die mosaische Flamme wird entzündet werden, das messianische Licht wird scheinen, die Welt wird eine andere Welt werden und die Menschheit wird neue Kräfte erhalten.

Das ist die größte göttliche Gabe; das ist der Glanz des Reiches Gottes; das ist der Tag der Erleuchtung; das ist das gnadenvolle Jahrhundert.

Wir müssen diese Dinge schätzen und uns darum bemühen, dass der sehnlichste Wunsch der Propheten sich jetzt erfülle und alle frohen Botschaften umgesetzt werden.

Vertrauen Sie auf Gottes Unterstützung.

Schauen Sie nicht auf Ihre eigenen Fähigkeiten, denn die göttlichen Gaben können einen Tropfen in einen Ozean verwandeln; sie können einen winzigen Samen zu einem hochaufragenden Baum heranwachsen lassen.

Fürwahr, göttliche Gnadengaben sind wie das Meer, und wir sind die Fische in diesem Meer.

Die Fische dürfen nicht auf sich selbst schauen; sie müssen auf den Ozean schauen, der weit und wunderbar ist.

In diesem Ozean ist für alle gesorgt; deshalb umgeben die göttlichen Gaben alle und ewige Liebe scheint auf alle.
Es wurde die Frage gestellt:

Wird der geistige Fortschritt der Welt in Zukunft dem materiellen Fortschritt entsprechen und mit ihm Schritt halten?

Das volle Ausmaß der Entwicklung eines lebendigen Organismus ist bei seiner Empfängnis oder seiner Geburt weder erkennbar noch vorhersehbar.

Entwicklung und Fortschritt vollziehen sich schrittweise und in Stufen.

Zum Beispiel kann geistige Entwicklung mit dem Licht der frühen Morgendämmerung verglichen werden.

Obwohl dieses Dämmerlicht schwach und blass ist, kann ein weiser Mann, der den Sonnenaufgang vom ersten Beginn an betrachtet, den Aufstieg der Sonne zu ihrer vollen, glänzenden Pracht vorhersagen.

Er weiß mit Sicherheit, dass dies der Beginn ihres Erscheinens ist und sie später große Kraft und Macht besitzen wird.

Wenn er, um ein anderes Beispiel zu nehmen, einen Samen nimmt und beobachtet, wie er sprießt, dann weiß er gewiss, dass dieser schließlich zu einem Baum heranwächst.

Jetzt stehen wir am Beginn der Entfaltung der geistigen Kraft, und sie wird unweigerlich ein immer größeres Ausmaß an Stärke entwickeln.

Daher ist dieses zwanzigste Jahrhundert die Morgendämmerung, der Beginn der geistigen Erleuchtung, und es ist offensichtlich, dass sie Tag für Tag voranschreiten wird.

Sie wird einen solchen Grad erreichen, dass der Strahlenglanz des Geistigen den des Stofflichen übertreffen wird, sodass die Empfänglichkeit für das Göttliche den weltlichen Geist überwiegen und das himmlische Licht die irdische Finsternis auflösen und beseitigen wird.

Göttliche Heilung wird alle Schwierigkeiten lösen, und die Wolken der Gnade werden ihren Regen spenden.

Die Sonne der Wahrheit wird scheinen und die gesamte Erde wird sich in ihren schönen grünen Teppich kleiden.

Zu den Auswirkungen der Entfaltung geistiger Kräfte wird gehören, dass sich die Menschenwelt an eine neue Gesellschaftsform anpasst, die Gerechtigkeit Gottes in den menschlichen Angelegenheiten zum Ausdruck kommt und die Gleichberechtigung aller Menschen weltweit durchgesetzt wird.

Die Armen werden große Zuwendungen erhalten, und die Reichen ewiges Glück erlangen.

Denn obwohl sich die Reichen gegenwärtig des größten Luxus und Komforts erfreuen, sind sie dennoch des ewigen Glücks beraubt; denn ewiges Glück hängt vom Geben ab, und die Armen sind überall in einem Zustand bitterer Not.

Durch die Entfaltung der großen Gerechtigkeit Gottes werden die Armen der Welt belohnt und umfassend unterstützt und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Menschheit werden angepasst, sodass es in Zukunft weder abnorm reiche noch bitterarme Menschen geben wird.

Die Reichen wie die Armen werden sich gleichermaßen der Vorteile dieser neuen wirtschaftlichen Verhältnisse erfreuen, denn durch bestimmte Bestimmungen und Beschränkungen können die Reichen keinen derartig großen Reichtum ansammeln, dass sie durch dessen Verwaltung belastet werden, während die Armen von der Belastung durch Not und Elend befreit werden.

Der Reiche wird seinen Prachtbau genießen, und der Arme wird sein komfortables Häuschen haben.
Das Wesentliche dabei ist, dass sich göttliche Gerechtigkeit in den Verhältnissen und Angelegenheiten der Menschen ausdrückt und die gesamte Menschheit Wohlergehen und Freude im Leben findet. Das bedeutet nicht, dass alle gleich sein werden, denn Ungleichheit bei Begabungen und Fähigkeiten ist ein Naturmerkmal. Es wird zwangsläufig vermögende Leute geben und auch solche, die ein knappes Auskommen haben, aber in der Gesellschaft als Ganzes wird es einen Ausgleich und eine Neuausrichtung von Wertvorstellungen und Interessen geben. In Zukunft wird es weder sehr Reiche noch extrem Arme geben. Es wird ein Gleichgewicht zwischen den Interessen bestehen, und es wird ein Zustand erreicht werden, in dem Reich und Arm sorgenfrei und zufrieden leben können. Das wird ein immerwährendes und gesegnetes Ergebnis des glorreichen zwanzigsten Jahrhunderts sein, das weltweit umgesetzt werden wird. Das bedeutet, dass sich die Verheißung großer Freude erfüllt, die in den Heiligen Schriften offenbart wurde. Erwarten Sie diese Erfüllung.

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20. Mai 1912
Ansprache beim Suffragettentreffen Metropolitan Temple Seventh Avenue and Fourteenth Street, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Heute sieht sich die Menschheit mit Fragen von größter Tragweite konfrontiert, Fragen, die charakteristisch für dieses strahlende Jahrhundert sind. In früheren Jahrhunderten kamen sie nicht einmal auf. Da dies das Jahrhundert der Erleuchtung, das Jahrhundert der Menschlichkeit, das Jahrhundert der göttlichen Gnadengaben ist, werden diese Fragen als Ausdruck der öffentlichen Meinung gestellt, und in allen Ländern der Erde werden sie erörtert und wird nach Lösungen gesucht.
Eine dieser Fragen betrifft die Rechte der Frau und ihre Gleichberechtigung mit dem Mann.

Früher war man der Ansicht, Frauen und Männer seien nicht gleichwertig – das heißt, die Frau galt als dem Manne unterlegen, sogar im Hinblick auf ihre Anatomie und Erschaffung.

Insbesondere galt sie als weniger intelligent und ganz allgemein herrschte die Ansicht, man dürfe nicht zulassen, dass sie sich an wichtigen Angelegenheiten beteiligt.

In manchen Ländern gingen die Männer so weit, zu glauben und zu lehren, die Frau gehöre einer Ebene unterhalb der menschlichen an.

Aber in diesem Jahrhundert, dem Jahrhundert des Lichtes und der Offenbarung von Geheimnissen, beweist Gott der Menschheit hinreichend, dass dies alles Unwissenheit und Irrtum ist; nein, vielmehr steht fest, dass Mann und Frau als Teil der gesamten Menschheit gleichrangig sind und keine Unterschiede in der Wertschätzung zulässig sind, denn alle sind Menschen.

Die Missstände in vergangenen Jahrhunderten beruhten auf dem Mangel an Möglichkeiten für die Frau.

Ihr wurden das Recht und die Vorteile der Bildung versagt und sie konnte sich nicht entfalten.

Selbstverständlich konnte sie sich dadurch nicht entwickeln und kam nicht voran.

Gott aber hat die ganze Menschheit erschaffen, und in den Augen Gottes gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau.

Wessen Herz rein ist, ist vor Seinen Augen annehmbar, sei es Mann oder Frau.

Gott fragt nicht:

»Bist du eine Frau oder bist du ein Mann?« Er beurteilt die Taten der Menschen.

Sind diese an der Schwelle des Allherrlichen annehmbar, werden Mann und Frau dafür in gleicher Weise anerkannt und belohnt.
Die Bildung der Frau ist zudem notwendiger und wichtiger als die des Mannes, denn die Frau ist die Erzieherin des Kindes von Geburt an. Ist sie selbst fehlerbehaftet und voller Mängel, wird unausweichlich auch das Kind unzulänglich sein; die Mangelhaftigkeit der Frau führt zur Mangelhaftigkeit der ganzen Menschheit, denn die Mutter erzieht, versorgt und betreut das Kind, während es aufwächst. Das liegt nicht in der Verantwortung des Vaters. Ist der Erzieher unfähig, so wird der Heranwachsende entsprechende Mängel haben. Das ist offensichtlich und unbestreitbar. Kann der Schüler hervorragend gebildet sein, wenn der Lehrer ungelehrt und unwissend ist? Die Mütter sind die ersten Erzieherinnen der Menschheit; wenn sie unentwickelt sind, dann ist es schlimm um die Menschheit und ihre Zukunft bestellt.
Wie gesagt, in der Geschichte hat sich gezeigt: Wenn die Frau nicht an der Gestaltung menschlicher Angelegenheiten beteiligt war, erreichten die Ergebnisse niemals den Zustand der Vollendung und Reife. Andererseits hat jedes einflussreiche Vorhaben der Menschenwelt, an dem die Frau beteiligt war, Bedeutung erlangt. Das ist historisch belegt und selbst in der Religion nicht zu widerlegen. Jesus Christus hatte zwölf Jünger und unter Seinen Anhängern eine Frau, die als Maria Magdalena bekannt ist. Judas Ischariot wurde zum Verräter und Heuchler, und nach der Kreuzigung waren die verbliebenen elf Jünger wankelmütig und unentschlossen. Die Evangelien bezeugen eindeutig, dass es Maria Magdalena war, die sie tröstete und ihren Glauben wiederherstellte.
Die Menschheit besteht aus zwei Teilen: männlich und weiblich. Jeder ist die Ergänzung des anderen. Wenn daher ein Teil unentwickelt ist, wird der andere notwendigerweise unvollständig sein und Vervollkommnung kann nicht erreicht werden. Beim menschlichen Körper gibt es eine rechte und eine linke Hand, die funktionell gleiche Aufgaben übernehmen. Erweist sich eine von beiden als unentwickelt, so wird sich der Mangel natürlich auf die andere auswirken und die Vollständigkeit des Ganzen beeinträchtigen; denn sie können nicht normal arbeiten, solange nicht beide vollständig entwickelt sind. Wenn wir sagen, eine Hand sei unzulänglich, dann ist damit die Unfähigkeit und das Unvermögen der anderen Hand belegt; denn einhändig gibt es kein vollwertiges Ergebnis. So, wie ein körperliches Unterfangen nur mit zwei Händen gelingt, so müssen auch beide Teile des Gesellschaftskörpers, Mann und Frau, vollständig entwickelt sein. Es entspricht nicht der Natur, dass ein Teil unentwickelt bleibt. Erst wenn beide vervollkommnet sind, kann die Menschheit Glück finden.
Das bedeutsamste Anliegen dieser Zeit ist der internationale Frieden und ein internationaler Schiedsgerichtshof, und der Weltfrieden ist ohne allgemeines Wahlrecht nicht erreichbar. Kinder werden von den Frauen erzogen. Die Mutter erduldet die Sorgen und Schwierigkeiten, die mit dem Aufziehen des Kindes verbunden sind, sie erträgt die Qualen seiner Geburt und die Mühsal bei seiner Erziehung. Daher ist es äußerst schwer für Mütter, diejenigen, die sie mit solcher Liebe und Fürsorge hegten, auf das Schlachtfeld zu schicken. Stellen Sie sich einen Sohn vor, der zwanzig Jahre lang von einer hingebungsvollen Mutter aufgezogen und herangebildet wurde. Wie viele schlaflose Nächte und rastlose, sorgenvolle Tage hat sie durchlebt! Nachdem sie ihn durch Gefahren und Schwierigkeiten bis zum Reifealter gebracht hat – welch eine Qual, ihn dann auf dem Schlachtfeld zu opfern! Daher werden die Mütter den Krieg weder billigen, noch sich mit ihm abfinden. Die Zeit wird kommen, in der die Frauen sich völlig gleichberechtigt an den Angelegenheiten der Welt beteiligen, selbstsicher und kompetent die große Bühne von Recht und Politik betreten, und dann wird der Krieg enden, denn die Frau wird sich ihm in den Weg stellen und ihn verhindern. Das ist wahr und daran gibt es keinen Zweifel.
Einige haben eingewandt, die Frau sei in ihren Fähigkeiten dem Mann nicht ebenbürtig und schöpfungsbedingt unzulänglich.

Das ist reine Einbildung.

Die unterschiedliche Befähigung bei Mann und Frau beruht allein auf unterschiedlichen Chancen und Bildungsvoraussetzungen.

Bisher blieben der Frau das Recht und die Vorteile einer gleichberechtigten Entwicklung versagt.

Bekäme sie die gleichen Chancen, wäre sie dem Manne zweifellos ebenbürtig.

Das wird die Geschichte beweisen.

In früheren Zeitaltern haben sich namhafte Frauen für die Belange der Völker erhoben und damit die Leistungen der Männer übertroffen.

Zu ihnen gehörte Zenobia, die Königin des Ostens mit seiner Hauptstadt Palmyra.

Noch heute zeugen die Ruinen dieser Stadt von ihrer Größe, ihrer Befähigung und ihrer Hoheit; denn dort trifft der Reisende auf äußerst widerstandsfähige und stabile Palast- und Befestigungsruinen, die von dieser bemerkenswerten Frau im dritten Jahrhundert nach Christus erbaut wurden.

Sie war die Frau des Generalgouverneurs von Athen.

Nach dem Tode ihres Mannes übernahm sie an seiner Stelle die Herrschaft und regierte ihre Provinz äußerst effizient.

Danach eroberte sie Syrien, bezwang Ägypten und gründete mit politischer Klugheit und Geschick ein wunderbares Königreich.

Das Römische Reich schickte eine große Armee gegen sie aus.

Als diese Armee in kriegerischer Pracht Syrien erreichte, erschien Zenobia selbst auf dem Schlachtfeld und führte ihre Streitkräfte an.

Am Tag der Schlacht schmückte sie sich mit königlichem Ornat, setzte eine Krone auf ihr Haupt und ritt voran, das Schwert in der Hand, um den eindringenden Legionen entgegenzutreten.

Durch ihren Mut und ihre Militärstrategie wurde die römische Armee so weit auseinandergetrieben, dass sie sich im Rückzug nicht neu organisieren konnte.

Die römische Regierung beriet sich und sagte:

»Welchen Kommandeur wir auch immer einsetzen, wir können sie nicht besiegen; deshalb muss Kaiser Aurelian persönlich die Legionen Roms gegen Zenobia anführen.« Aurelian marschierte mit zweihunderttausend Soldaten in Syrien ein.

Zenobias Armee war erheblich kleiner.

Zwei Jahre lang belagerten die Römer sie erfolglos in Palmyra.

Schließlich gelang es Aurelian, den Nachschub für die Stadt abzuschneiden, sodass sie und ihr Volk sich ergeben mussten, um nicht zu verhungern.

Sie wurde nicht im Kampf besiegt.

Aurelian brachte sie als Gefangene nach Rom.

Am Tage seines Einzugs in die Stadt veranstaltete er einen Triumphzug – zuerst Elefanten, dann Löwen, Tiger, Vögel, Affen – und nach den Affen Zenobia.

Sie trug eine Krone auf ihrem Haupt und eine goldene Kette um ihren Hals.

Mit der Würde einer Königin, die Demütigung nicht beachtend, wandte sie sich nach links und rechts und sagte:

»Wahrlich, mein Ruhm liegt darin, dass ich als Frau dem römischen Imperium standgehalten habe.« (Zu jener Zeit umfasste das Herrschaftsgebiet Roms die Hälfte des bekannten Erdkreises.) »Und diese Kette um meinen Hals ist kein Zeichen der Demütigung, sondern der Verherrlichung.

Sie ist ein Symbol meiner Stärke, nicht meiner Niederlage.«
Zu anderen Frauen, die in die Geschichte eingegangen sind, gehörte Katharina die Erste, die Gemahlin Peters des Großen. Russland und die Türkei befanden sich im Krieg. Der Befehlshaber der türkischen Streitkräfte, Muḥammad Páshá, besiegte Peter und stand kurz davor, St. Petersburg einzunehmen. Die Russen befanden sich in einer äußerst kritischen Lage. Katharina, die Gemahlin Peters des Großen, sagte: »Ich werde diese Angelegenheit regeln.« Sie hatte eine Unterredung mit Muḥammad Páshá, handelte einen Friedensvertrag aus und brachte ihn dazu, umzukehren. So rettete sie ihren Mann und ihr Volk. Das war eine großartige Leistung. Später wurde sie zur Kaiserin von Russland gekrönt und regierte mit Weisheit bis zu ihrem Tod.
Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus erfolgte während der Herrschaft Isabellas von Spanien, auf deren Klugheit und Unterstützung dieses wunderbare Unternehmen weitgehend beruhte. Kurz gesagt, in der Weltgeschichte gab es viele bemerkenswerte Frauen, aber eine weitere Aufzählung ist nicht erforderlich.
Heute gibt es unter den Bahá'í in Persien viele Frauen, die der Stolz der Männer sind und von ihnen geradezu beneidet werden. Sie sind durchdrungen von allen menschlichen Tugenden und Vortrefflichkeiten. Sie sind sprachgewandt; sie sind Dichterinnen und Gelehrte und verkörpern die Quintessenz der Demut. An politischen Fähigkeiten und Scharfsinn können sie es mit maßgeblichen Männern aufnehmen und mit ihnen wetteifern. Sie opfern ihr Leben im Martyrium für die Menschheit und geben ihren Besitz dafür hin; die Erinnerung an ihren Ruhm wird ewig währen. Die Berichte über das Leben dieser Frauen schmücken die Geschichte Persiens.
Kurz, dies soll deutlich machen, dass die Frau, sofern sie umfassend gebildet ist und all ihre Rechte erhält, die Fähigkeit zu wunderbaren Leistungen entwickeln und sich dem Mann als ebenbürtig erweisen wird. Sie ist die Partnerin des Mannes, seine Ergänzung und Gefährtin. Beide sind Menschen; beide sind mit Verstandeskraft ausgestattet und beide verkörpern die Tugenden der Menschheit. In allem menschlichen Können und Wirken sind sie ebenbürtige Partner. Gegenwärtig kann die Frau in den menschlichen Tätigkeitsbereichen ihre angeborenen Vorzüge nicht zum Ausdruck bringen, da es ihr an Bildung und Möglichkeiten mangelt. Zweifellos werden Erziehung und Bildung der Frau ihre Gleichberechtigung mit dem Mann durchsetzen. Schauen Sie auf das Tierreich, in dem kein Unterschied zwischen männlich und weiblich zu erkennen ist. Sie sind gleich an Fähigkeiten und Rechten. Bei den Vögeln in der Luft ist kein Unterschied festzustellen. Ihre Fähigkeiten sind gleich; sie leben in vollkommener Einheit und wechselseitiger Anerkennung ihrer Rechte zusammen. Sollten wir uns nicht entsprechender Gleichheit erfreuen? Ihr Fehlen bekommt der Menschheit nicht gut.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Cambridge und Boston

22. bis 25. Mai 1912

– 52 –

22. Mai 1912
Ansprache im Tremont-Tempel auf der Konferenz der Unitarier in Boston, Massachusetts
Nach einer stenografischen Mitschrift
Die Schöpfung ist der sichtbare Ausdruck von Bewegung. Bewegung ist Leben. Was sich bewegt, lebt, wohingegen alles Bewegungslose und Träge wie tot ist. Angetrieben vom Geist und den Kräften des Lebens entwickelt sich alles Erschaffene auf seiner jeweiligen Daseinsebene, in seinem Lebensbereich. Die allgegenwärtige Lebenskraft wirkt dynamisch. Nichts verharrt unveränderlich, weder in der stofflichen Welt der äußeren Erscheinung noch in der inneren Welt des Verstandes und des Bewusstseins.
Religion ist der äußere Ausdruck der göttlichen Wahrheit.

Deshalb muss sie lebendig, kraftvoll, in Bewegung und fortschrittlich sein.

Ohne Bewegung und Fortschritt fehlt ihr die göttliche Lebenskraft und sie ist tot.

Die göttlichen Grundlehren sind fortwährend wirksam und entwickeln sich weiter, darum muss ihre Offenbarung beständig voranschreiten.

Alle Dinge unterliegen der Weiterentwicklung.

Dies ist ein Jahrhundert des Lebens und der Erneuerung.

Wissenschaften und Künste, Industrie und Erfindungen wurden weiterentwickelt.

Recht und Ethik wurden wiederhergestellt und umgestaltet.

Die Welt des Denkens wurde erneuert.

Wissenschaften früherer Zeiten und Philosophien der Vergangenheit sind heute nutzlos.

Die heutigen Anforderungen verlangen neue Lösungsmethoden; für die Probleme dieser Welt gibt es keine Musterbeispiele.

Alte Ideen und Denkweisen sind schnell überholt.

Altertümliche Gesetze und archaische Ethiksysteme werden den Anforderungen heutiger Lebensumstände nicht mehr gerecht; denn dies ist eindeutig das Jahrhundert eines von Grund auf neuen Lebens, das Jahrhundert der Offenbarung der Wahrheit und darum das größte aller Jahrhunderte.

Man denke nur daran, wie die wissenschaftliche Entwicklung der letzten fünfzig Jahre das gesamte Wissen und die Errungenschaften aller früheren Zeiten übertroffen und in den Schatten gestellt hat.

Können die Aussagen und Theorien der früheren Astronomen unser heutiges Wissen über die Sonnen und die Planetensysteme erklären?

Kann die Finsternis, die das Mittelalter einhüllte, dem Bedarf an klarer Einsicht und tiefem Verstehen genügen, der die Welt von heute auszeichnet?

Kann die Willkürherrschaft früherer Regierungen die Forderung nach Freiheit erfüllen, die sich in diesem Zyklus der Erleuchtung im Herzen der Menschheit erhoben hat?

Es ist offensichtlich, dass den Sitten, Bräuchen und Standpunkten der Vergangenheit heute keine wesentlichen Fortschritte mehr entspringen.

In diesem Licht betrachtet stellt sich die Frage:

Soll dennoch weiterhin die blinde Nachahmung überlieferter Gebräuche und theologischer Auslegungen das religiöse Leben und die geistige Entwicklung der heutigen Menschheit lenken und beherrschen?

Soll der Mensch, der doch mit der Kraft des Verstandes begabt ist, gedankenlos Dogmen, Glaubenssätzen und Überlieferungen folgen und anhaften, die der Prüfung durch die Vernunft in diesem vom Licht der Wahrheit erleuchteten Jahrhundert nicht standhalten?

Fraglos wird das die Wissenschaftler nicht zufriedenstellen; denn wenn sie feststellen, dass eine Vorannahme oder eine Schlussfolgerung dem heutigen Standard der Beweisführung widerspricht oder einer wahren Grundlage entbehrt, dann weisen sie früher übliche Standards zurück, korrigieren sie und gehen von neuen Grundlagen aus.
Die göttlichen Propheten haben die Religion offenbart und gestiftet. Sie haben bestimmte Gesetze und himmlische Richtlinien als Führung für die Menschheit festgelegt. Sie haben die Erkenntnis Gottes gelehrt und verbreitet, lobenswerte ethische Ideale eingesetzt und der Menschenwelt höchste Tugendmaßstäbe eingeprägt. Allmählich wurden diese himmlischen Lehren, diese Grundlagen der Wahrheit, durch menschliche Auslegung und dogmatische Nachahmung der überlieferten Glaubensinhalte verdunkelt. Diese wesentlichen Wahrheiten, um deren Verankerung in den Herzen und Köpfen der Menschen sich die Propheten so sehr mühten, für die Sie Leiden ertrugen und Qualen der Verfolgung erlitten, sind heute beinahe verschwunden. Einige dieser himmlischen Boten wurden getötet, einige ins Gefängnis geworfen. Sie alle wurden verachtet und abgelehnt, obwohl Sie die göttliche Wahrheit verkündeten. Bald nach Ihrem Hinscheiden aus dieser Welt verlor man die wesentliche Wahrheit Ihrer Lehren aus den Augen und hielt sich an dogmatischen Nachahmungen fest.
Weil menschliche Auslegungen und blinde Nachahmungen weit voneinander abweichen, kam es zwischen den Menschen zu religiösem Streit und Uneinigkeit; das Licht wahrer Religion wurde ausgelöscht und die Einheit der Menschenwelt zerstört. Die Propheten Gottes haben den Geist der Einheit und Eintracht verkündet. Sie waren die Stifter der göttlichen Wahrheit. Wenn also die Völker der Welt ihre Nachahmungen aufgeben und die dem offenbarten Wort Gottes zugrunde liegende Wahrheit erforschen, werden sie sich einigen und versöhnen. Denn es gibt nur eine einzige Wahrheit, nicht mehrere.
Die Völker und Religionen sind tief in blinden und scheinheiligen Nachahmungen eingetaucht. Ein Mann ist Jude, weil sein Vater Jude war. Ein Muslim folgt stillschweigend den Überzeugungen und Bräuchen seiner Vorfahren. Ein Buddhist ist seinem buddhistischen Erbe treu. Das heißt, sie bekennen ihren religiösen Glauben blindlings und ohne eigenes Forschen und machen dadurch Einheit und Eintracht unmöglich. Es ist also offensichtlich, dass dieser Zustand ohne eine Erneuerung im Bereich der Religion nicht geheilt werden kann. Mit anderen Worten: Die grundlegende Wahrheit der göttlichen Religionen muss erneuert, reformiert und der Menschheit neu verkündet werden.
Aus dem Samen der Wahrheit wuchs die Religion zu einem Baum heran, der Blätter und Zweige, Blüten und Früchte hervorbrachte.

Nach einer gewissen Zeit verfaulte dieser Baum.

Blätter und Blüten welkten und fielen ab; der Baum wurde krank und trug keine Früchte mehr.

Es wäre unvernünftig, wollte sich der Mensch an diesen alten Baum klammern und behaupten, dessen Lebenskräfte seien ungebrochen, seine Früchte ohnegleichen, sein Dasein ewig.

Der Same der Wahrheit muss erneut in die Herzen der Menschen gesät werden, damit daraus ein neuer Baum wachsen kann und neue göttliche Früchte die Welt erquicken.

Dadurch werden die Nationen und Völker, die heute noch unterschiedlichen Religionen anhängen, zur Einheit geführt, bloße Nachahmungen werden aufgegeben und in der Wahrheit selbst wird eine weltweite Gemeinschaft entstehen.

Krieg und Streit unter den Menschen werden aufhören; alle werden als Diener Gottes miteinander versöhnt werden.

Denn alle werden vom Baum Seiner Vorsehung und Gnade beschirmt.

Gott ist gütig zu allen; Er schenkt allen gleichermaßen Seine Gnadengaben – wie Jesus Christus sagte:

Gott »lässt regnen auf Gerechte und Ungerechte«.

Das heißt, die Barmherzigkeit Gottes ist allumfassend.

Die ganze Menschheit steht unter dem Schutz Seiner Liebe und Gunst; allen hat Er den Weg der Führung und des Fortschritts gewiesen.

Fortschritt ist von zweierlei Art: materiell und geistig.

Ersterer wird durch die Beobachtung des äußeren Daseins erreicht und ist die Grundlage der Zivilisation.

Geistiger Fortschritt wird durch den Odem des Heiligen Geistes bewirkt; er erweckt das Bewusstsein des Menschen, damit dieser die Wirklichkeit des Göttlichen erkennt.

Materieller Fortschritt gewährleistet das Glück der Menschenwelt.

Geistiger Fortschritt gewährleistet das Glück und das ewige Leben der Seele.

Die Propheten Gottes haben die Gesetze der göttlichen Kultur gestiftet.

Sie waren Wurzel und Urquell aller Erkenntnis.

Sie haben die Grundsätze menschlicher Gemeinschaft und Vereinigung festgeschrieben, die sich in verschiedenen Bereichen zeigen, wie in der Vereinigung von Menschen einer Familie, einer Ethnie, eines Volkes und ethischer Beweggründe.

Diese Formen der Vereinigung, diese Bande der Gemeinschaft bieten nur vorübergehende und vergängliche Bindungen.

Sie verbürgen keine Harmonie und führen gewöhnlich zu Spannungen.

Sie verhindern keinen Krieg und Streit; im Gegenteil, sie sind selbstsüchtige, beschränkte und ergiebige Ursachen von Feindschaft und Hass zwischen den Menschen.

Die geistige Gemeinschaft jedoch, die durch den Odem des Heiligen Geistes gestiftet und gebildet wird, vereint die Völker und beseitigt die Ursache von Krieg und Streit.

Sie verwandelt die Menschheit in eine große Familie und schafft die Grundlagen für ihre Einheit.

Sie verbreitet den Geist internationaler Verständigung und sichert den Weltfrieden.

Deshalb müssen wir die Grundlage dieser himmlischen Verbrüderung erforschen.

Wir müssen alle Nachahmungen aufgeben und die Wahrheit der göttlichen Lehren verbreiten.

In Übereinstimmung mit diesen Grundsätzen und Handlungen wird mit der Hilfe des Heiligen Geistes materielles ebenso wie geistiges Glück verwirklicht werden.

Solange nicht alle Nationen und Völker durch die Bande des Heiligen Geistes in dieser wahren Vereinigung verbunden werden, solange nationale und internationale Vorurteile nicht durch die Verwirklichung dieser geistigen Gemeinschaft ausgelöscht werden, können die Menschen keinen wahren Fortschritt, keinen Wohlstand und kein dauerhaftes Glück erlangen.

Dies ist das Jahrhundert einer neuen und weltweiten Völkergemeinschaft.

In Wissenschaft und Technik wurden Fortschritte erzielt; die Politik wurde reformiert; Freiheit wurde ausgerufen; Gerechtigkeit erwacht.

Dies ist das Jahrhundert der Bewegung, des göttlichen Ansporns und der Erfüllung, das Jahrhundert menschlichen Zusammengehörigkeitsgefühls und selbstlosen Dienstes, das Jahrhundert des Weltfriedens und der Wirklichkeit des Reiches Gottes.

– 53 –

23. Mai 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Francis W. Breed 367 Harvard Street, Cambridge, Massachusetts
Nach einer stenografischen Mitschrift
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind die höchste Errungenschaft auf der menschlichen Ebene, denn die Wissenschaft erschließt die Wirklichkeit. Sie sind von zweierlei Art: materiell und geistig. Die materielle Wissenschaft befasst sich mit der Untersuchung von Naturphänomenen; göttliche Wissenschaft enthüllt und erkennt geistige Wahrheiten. Die Menschenwelt muss sich beide aneignen. Ein Vogel hat zwei Schwingen; mit einer allein kann er nicht fliegen. Materielle und geistige Wissenschaft sind die beiden Schwingen, den Menschen zu erheben und ihn zum Erfolg zu führen. Beide sind notwendig – die eine ist natürlich, die andere übernatürlich; die eine ist materiell, die andere göttlich. Mit göttlicher Wissenschaft ist die Entdeckung der Geheimnisse Gottes gemeint, das Verstehen geistiger Wirklichkeiten, die Weisheit Gottes, die inneren Bedeutungen der himmlischen Religionen und die Grundlage des Gesetzes.
Heute ist der 23. Mai, der Jahrestag der Verkündigung des Báb. Es ist ein gesegneter Tag, der Anbruch der Offenbarung, denn das Erscheinen des Báb war das Frühlicht des wahren Morgens, während mit der Offenbarung der Gesegneten Schönheit Bahá'u'lláh die strahlende Sonne selbst erschien. Darum ist es ein gesegneter Tag, der Beginn himmlischer Freigebigkeit und göttlichen Glanzes. An diesem Tag im Jahr 1844 wurde der Báb ausgesandt, das Reich Gottes anzukündigen und auszurufen, die frohe Botschaft des Kommens Bahá'u'lláhs zu verkünden und dem Widerstand des gesamten persischen Volkes standzuhalten. Einige Perser folgten Ihm. Dafür erlitten sie die größten Schwierigkeiten und schwersten Qualen. Sie hielten diesen Prüfungen mit wundersamer Kraft und größtem Heldenmut stand. Tausende wurden ins Gefängnis geworfen, geschunden, gequält und erlitten den Märtyrertod. Ihre Häuser wurden geplündert und zerstört, ihre Besitztümer beschlagnahmt. Bereitwillig opferten sie ihr Leben und bis ans Ende blieben sie unerschütterlich in ihrem Glauben. Diese wunderbaren Seelen sind die Leuchten Gottes, die Sterne der Heiligkeit, die ruhmreich vom ewigen Horizont des Willens Gottes scheinen.
Der Báb war in Shíráz, wo Er zuerst Seinen Auftrag und Seine Botschaft verkündete, bitterer Verfolgung ausgesetzt. Eine Hungersnot traf diese Gegend schwer, und der Báb reiste nach Iṣfahán. Dort erhoben sich die Gelehrten äußerst feindselig gegen Ihn. Er wurde verhaftet und nach Tabríz geschickt. Von dort wurde Er nach Máh-Kú überführt und schließlich in der Festung von Chihríq inhaftiert. In Tabríz starb Er schließlich den Märtyrertod.
Das ist nur eine Kurzfassung der Geschichte des Báb. Er hielt allen Verfolgungen stand und ertrug alles Leid und jede Pein mit unbeirrbarer Stärke. Je mehr Seine Feinde danach trachteten, diese Flamme auszulöschen, desto heller erstrahlte sie. Tag für Tag verbreitete sich Seine Sache und gewann an Stärke. Während Seiner Zeit unter den Menschen kündigte Er immer wieder das Kommen Bahá'u'lláhs an. In all Seinen Büchern und Sendschreiben erwähnte Er Bahá'u'lláh, verkündete die frohe Botschaft Seiner Offenbarung und prophezeite, dass Er sich im neunten Jahr offenbaren werde. Er sagte, im neunten Jahr »werdet ihr alles Glück erreichen«. Im neunten Jahr »werdet ihr gesegnet durch die Begegnung mit dem Verheißenen, von Dem ich gesprochen habe.« Er sprach von der Gesegneten Vollkommenheit Bahá'u'lláh als »Er, Den Gott offenbaren wird«. Kurzum, diese gesegnete Seele opferte Ihr gesamtes Leben auf dem Pfad Bahá'u'lláhs, so wie es in historischen Schriften und Aufzeichnungen festgehalten ist. In Seinem ersten Buch »Die Beste aller Geschichten« sagt Er: »O Du Spur Gottes! Ich habe mich ganz für Dich geopfert. Ich habe um Deinetwillen Verfluchungen auf mich genommen. Ich ersehne nichts als den Märtyrertod auf dem Pfad Deiner Liebe. Gott, der Allhöchste, genügt als ewiger Schutz.«
Denkt darüber nach, wie der Báb Prüfungen und Schwierigkeiten ertrug, wie Er Sein Leben für die Sache Gottes hingab, wie Er von der Liebe der Gesegneten Schönheit Bahá'u'lláh angezogen war und wie Er die frohe Botschaft Seiner Offenbarung verkündete. Wir müssen Seinem himmlischen Beispiel folgen; wir müssen aufopferungsvoll sein und im Feuer der Liebe Gottes erglühen. Wir müssen die Freigebigkeit und Gnade des Herrn in uns aufnehmen, denn der Báb hat uns aufgefordert, uns zum Dienst an der Sache Gottes zu erheben, am Tag der Gesegneten Vollkommenheit Bahá'u'lláh von allem außer Gott vollkommen losgelöst zu sein, in jeder Hinsicht von der Liebe zu Bahá'u'lláh angezogen zu sein, die ganze Menschheit um Seinetwillen zu lieben, um Seinetwillen nachsichtig und barmherzig mit allen zu sein und die Einheit der Menschheit aufzubauen. Deshalb ist dieser Tag, der 23. Mai, der Jahrestag eines gesegneten Ereignisses.

– 54 –

25. Mai 1912
Huntington Chambers Boston, Massachusetts
Nach einer stenografischen Mitschrift
Ich verlasse eure Stadt, aber mein Herz bleibt bei euch. Mein Geist wird hier sein; ich werde euch nicht vergessen. Ich erbitte für euch Beistand aus dem Königreich Bahá'u'lláhs. Ich bete dafür, dass eure geistige Empfänglichkeit stetig wachsen möge, dass ihr Tag für Tag strahlender werdet und Gott näher kommt, bis ihr zu Werkzeugen für die Erleuchtung der Menschenwelt werdet. Möget ihr auf diese Weise aus dem Reiche Gottes bestärkt werden. Das ist meine Hoffnung, das ist mein Gebet.
In den Augen der Historiker entspricht dieses strahlende Jahrhundert hundert Jahrhunderten der Vergangenheit.

Vergleicht man die Entdeckungen, den wissenschaftlichen Fortschritt und die materielle Zivilisation dieses Jahrhunderts mit der Summe aller früheren menschlichen Errungenschaften, wird man feststellen, dass sie dem Fortschritt und den Erfolgen von hundert früheren Jahrhunderten gleichkommen, ja sie weit übertreffen.

Allein schon die Buchproduktion und die Literaturzusammenstellungen beweisen, dass der Ertrag menschlicher Geistestätigkeit in diesem Jahrhundert bedeutender war und größere Erkenntnisse brachte als alle vergangenen Jahrhunderte zusammen.

Es ist deshalb offensichtlich, dass dieses Jahrhundert von überragender Bedeutung ist.

Denkt über die wunderbaren Errungenschaften nach, die es schon jetzt auszeichnen:

Entdeckungen in allen Bereichen menschlicher Forschung.

Erfindungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, ethische Reformen und Bestimmungen zum Wohle der Menschheit, die Erforschung der Naturgeheimnisse, unsichtbare Kräfte, die sichtbar gemacht und beherrscht werden – eine wahre Wunderwelt neuer Phänomene und Zusammenhänge, die dem Menschen bisher unbekannt waren und die er nun nutzen und weiter erforschen kann.

Ost und West können unmittelbar kommunizieren.

Der Mensch kann sich in den Himmel aufschwingen oder in Meerestiefen hinabtauchen.

Die Dampfkraft hat die Kontinente verbunden.

Züge durchqueren die Wüsten und durchdringen die Bergbarrieren; Schiffe finden auf den weglosen Ozeanen zielsicher ihren Kurs.

Die Entdeckungen mehren sich von Tag zu Tag.

Welch ein wunderbares Jahrhundert!

Es ist ein Zeitalter umfassender Neuerungen.

Gesetze, Staatsverfassungen und Bürgerrechte werden allmählich verändert und umgestaltet.

Wissenschaften und Künste nehmen völlig neue Formen an.

Das Denken wandelt sich.

Die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft ändern sich und gewinnen an Kraft.

Heutzutage sind die Wissenschaften der Vergangenheit nutzlos.

Das ptolemäische System der Astronomie und zahllose andere Systeme und Theorien wissenschaftlicher und philosophischer Weltdeutung wurden verworfen und als falsch und wertlos erkannt.

Die bisherigen ethischen Grundsätze und Prinzipien lassen sich nicht auf die Bedürfnisse der modernen Welt anwenden.

Überlegungen und Theorien vergangener Epochen fruchten nicht mehr.

Throne und Regierungen bröckeln und stürzen.

Alle Bedingungen und Anforderungen der Vergangenheit, die für die heutige Zeit ungeeignet und unzureichend sind, werden radikal umgestaltet.

Es ist deshalb klar, dass verfälschte und scheinbar religiöse Lehren, veraltete Glaubensformen und überkommene Nachahmungen, die den Grundlagen der göttlichen Wahrheit widersprechen, ebenfalls vergehen und erneuert werden müssen.

Sie müssen aufgegeben und neue Gegebenheiten müssen anerkannt werden.

Die Ethik der Menschen muss sich wandeln.

Für die menschlichen Probleme müssen neue Heilmittel und neue Lösungen angenommen werden.

Der menschliche Verstand selbst muss sich verändern und umfassend erneuern.

So, wie die Überlegungen und Hypothesen vergangener Zeiten heute nicht mehr fruchten, so sind auch die von Menschen erdachten religiösen Dogmen und Vorschriften überholt und nutzlos.

Nein, sie sind sogar die Ursache für Feindschaft und Streit zwischen den Menschen; Krieg und Blutvergießen gehen von ihnen aus, und die Einheit der Menschheit wird bei ihrer Befolgung nicht berücksichtigt.

Darum ist es unsere Pflicht in diesem strahlenden Jahrhundert, den Wesenskern der göttlichen Religion zu erforschen, nach der Wahrheit zu suchen, die der Einheit der Menschenwelt zugrunde liegt, und die Quelle der Gemeinschaft und Eintracht zu finden, die die Menschheit im Bund himmlischer Liebe vereinen wird.

Diese Einheit ist das Leuchten der Ewigkeit, die göttliche Spiritualität, der Glanz Gottes und die Gabe des Königreiches.

Wir müssen die göttliche Quelle dieser himmlischen Gaben erforschen und unerschütterlich an ihnen festhalten.

Denn wenn menschliche Konstrukte und Dogmen uns gefesselt halten und weiterhin einschränken, wird die Menschheit Tag für Tag weiter entwürdigt, werden Kampf und Krieg Tag für Tag zunehmen und satanische Kräfte werden sich zur Zerstörung der Menschheit zusammenschließen.
Wenn in einer Familie Liebe und Einvernehmen herrschen, wird sie Fortschritte machen, erleuchtet und vergeistigt werden; aber wenn Feindschaft und Hass in ihr bestehen, sind ihre Zerstörung und Auflösung unvermeidlich.

Gleiches gilt für eine Stadt.

Wenn ihre Bewohner im Geist des Einklangs und der Gemeinschaft zusammenleben, wird sie sich stetig weiterentwickeln und die Lebensbedingungen der Menschen werden sich verbessern.

Zwist und Feindschaft hingegen führen zu ihrem Niedergang und ihre Einwohner werden auseinandergetrieben.

Durch Liebe und Einklang entwickeln sich gleichermaßen auch die Menschen eines Volkes und schreiten der Kultur und Erleuchtung entgegen, während sie durch Krieg und Streit gespalten werden.

Schließlich gilt das auch für die Menschheit als Ganzes.

Wenn Liebe verwirklicht wird, wenn starke geistige Bande die Herzen der Menschen vereinen, dann wird die ganze Menschheit moralisch aufgerichtet, die Welt wird immer vergeistigter und strahlender und Glück und Friedlichkeit der Menschen werden unermesslich zunehmen.

Krieg und Streit werden ausgemerzt, Meinungsverschiedenheiten und Zwietracht werden vergehen und weltumfassender Frieden wird die Nationen und Völker der Welt vereinen.

Die ganze Menschheit wird wie eine Familie zusammenwohnen, sich wie die Wellen eines Meeres vermischen, strahlen wie die Sterne eines Firmamentes und wie Früchte desselben Baumes erscheinen.

Das ist die Freude und das Glück der Menschheit.

Das ist die Erleuchtung des Menschen, unvergänglicher Ruhm und ewiges Leben; das ist die göttliche Gabe.

Das ist die Stufe, die ich euch wünsche, und ich bete zu Gott, dass die Menschen Amerikas dieses große Ziel erreichen mögen, auf dass der Erfolg dieser Demokratie sichergestellt und ihre Namen ewig gepriesen werden.

Möge der Beistand Gottes sie in allem unterstützen und möge ihr Andenken in Ost und West geehrt werden.

Mögen sie Diener Gottes, des Höchsten, werden, Ihm in der Einheit des himmlischen Königreichs nah und teuer sein.
Bahá'u'lláh ertrug sechzig Jahre lang Drangsale und Nöte. Es gab keine Qual, keinen Schicksalsschlag und kein Leid, die Ihm nicht von Seinen Feinden und Unterdrückern angetan worden wären. Er verbrachte alle Tage Seines Lebens in Schwierigkeiten und Drangsal – einmal im Gefängnis, ein anderes Mal in der Verbannung, manchmal in Ketten. Für die Einheit der Menschheit nahm Er diese Schwierigkeiten bereitwillig auf Sich und betete, dass die Menschenwelt den Strahlenglanz Gottes erkennen möge, dass die Einheit der Menschheit Wirklichkeit werde, Streit und Krieg aufhören und Frieden und Ruhe überall verwirklicht werden. Im Gefängnis hisste Er das Banner menschlicher Zusammengehörigkeit, verkündete den weltweiten Frieden, schrieb an die Könige und Herrscher der Nationen, rief sie zu internationaler Einigkeit auf und riet ihnen zur Errichtung eines Schiedsgerichtshofes. Sein Leben war ein einziger Strudel aus Verfolgungen und Mühsal; dennoch konnten Heimsuchungen, schlimmste Qualen und Schicksalsschläge den Erfolg Seines Schaffens und Seiner Sendung nicht verhindern. Im Gegenteil, Seine Macht wuchs und wuchs, Seine Wirkung und Sein Einfluss verbreiteten sich und nahmen zu, bis Sein ruhmreiches Licht den gesamten Orient erleuchtete, Liebe und Einheit gestiftet wurden und die unterschiedlichen Religionen einen Mittelpunkt für Austausch und Versöhnung fanden.
Deshalb müssen auch wir uns auf diesem Pfad der Liebe und des Dienstes bemühen, indem wir Lebenszeit und Besitz opfern, unsere Tage in Andacht verbringen und all unsere Kräfte der Sache Gottes weihen, damit, so Gott will, das Banner allumfassender Religion in der Menschenwelt gehisst und die Einheit der Menschheit verwirklicht werden möge.
In euren Herzen habe ich den Widerschein einer großen und wunderbaren Liebe gesehen. Die Amerikaner haben mir stets Freundlichkeit erwiesen und ich empfinde eine tiefe geistige Liebe für sie. Ich freue mich über die Empfänglichkeit eurer Herzen. Ich werde für euch beten und um göttlichen Beistand bitten, und danach werde ich euch Lebewohl sagen.
O mein Gott! O mein Gott! Wahrlich, diese Diener wenden sich zu Dir und flehen demütig zum Königreich Deines Erbarmens. Wahrlich, sie sind hingezogen zu Deiner Heiligkeit und entflammt vom Feuer Deiner Liebe. So suchen sie Ermutigung aus Deinem wundersamen Königreich und hoffen, in Dein himmlisches Reich aufgenommen zu werden. Wahrlich, sie sehnen sich danach, dass Deine Gnadengaben auf sie niederkommen, dass die Sonne Deines Seins sie erleuchte. O Herr! Mache sie zu strahlenden Leuchten, zu Zeichen der Barmherzigkeit, zu früchtebeladenen Bäumen und leuchtenden Sternen. Lass sie sich hervortun in Deinem Dienste, mit Dir verbunden durch die Bande Deiner Liebe, voll Sehnsucht nach den Lichtern Deiner Gunst. O Herr! Mache sie zu Zeichen der Führung, zu Bannern Deines unsterblichen Reiches, zu Wogen aus dem Meere Deines Erbarmens, zu Spiegeln Deines majestätischen Lichtes.
Wahrlich, Du bist der Freigebige. Wahrlich, Du bist der Barmherzige. Wahrlich, Du bist der Kostbare, der Geliebte.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in New York und in Fanwood

26. Mai – 8. Juni 1912

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26. Mai 1912
Ansprache in der Mount Morris Baptist Church Fifth Avenue and 126th Street, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Als ich heute Abend diese Kirche betrat, hörte ich die Hymne »Näher, mein Gott, zu Dir«.

Das Höchste, was die Menschenwelt erreichen kann, ist Nähe zu Gott.

Jeder bleibende Ruhm, jede Ehre, Anmut und Schönheit, die dem Menschen zuteilwird, kommt durch die Nähe zu Gott.

Alle Propheten und Apostel sehnten sich nach der Nähe zu ihrem Schöpfer und beteten darum.

Wie viele Nächte verbrachten sie in schlafloser Sehnsucht nach dieser Stufe; wie viele Tage widmeten sie sich dem flehentlichen Bitten, Ihm immer näher zu kommen!

Aber Nähe zu Gott ist nicht leicht zu erreichen.

Als Jesus Christus auf Erden weilte, suchten die Menschen die Nähe zu Gott, doch damals gelang das niemandem außer einigen wenigen – Seinen Jüngern.

Dank der Liebe Gottes wurden diese gesegneten Seelen durch die Nähe zu Gott gefestigt.

Die Nähe zu Gott hängt vom Erreichen der Erkenntnis Gottes und von der Loslösung von allem außer Gott ab.

Sie setzt die Hingabe des Selbstes voraus und kann nur durch Überwindung des Verlangens nach Reichtum und weltlichem Besitz erlangt werden.

Sie wird ermöglicht durch die in den Evangelien offenbarte Taufe mit Wasser und Feuer.

Das Wasser steht für das Wasser des Lebens, das heißt für die Erkenntnis, und das Feuer ist das Feuer der Liebe Gottes; deshalb muss der Mensch mit dem Wasser des Lebens, dem Heiligen Geist und dem Feuer der Liebe zum Reich Gottes getauft werden.

Solange diese drei Schritte nicht vollzogen werden, ist die Nähe zu Gott nicht möglich.

Auf diese Weise haben die Bahá'í in Persien sie erreicht.

Sie gaben ihr Leben für dieses Ziel, opferten Ehre, Bequemlichkeit und Besitz, eilten mit größter Freude zum Ort des Martyriums; ihr Blut wurde vergossen, ihre Körper wurden gefoltert und vernichtet, ihre Häuser geplündert, ihre Kinder als Gefangene verschleppt.

All dies ertrugen sie bereitwillig und mit Freude.

Ein solches Opfer kann die Nähe zu Gott ermöglichen.

Und diese Nähe ist unabhängig von Zeit oder Ort.

Nähe zu Gott hängt ab von der Reinheit des Herzens und vom beschwingten Geist, hervorgerufen durch die frohe Botschaft vom Reich Gottes.

Man bedenke, wie ein reiner, polierter Spiegel den Glanz der Sonne vollständig widerspiegelt, egal wie weit die Sonne entfernt sein mag.

Sobald der Spiegel gesäubert und gereinigt ist, wird sich die Sonne in ihm zeigen.

Je reiner und geheiligter das Herz des Menschen wird, desto stärker wird es von Gott angezogen, und das Licht der Sonne der Wahrheit offenbart sich in ihm.

Dieses Licht lässt Herzen im Feuer der Liebe Gottes erglühen, öffnet in ihnen die Tore der Erkenntnis und entsiegelt die göttlichen Geheimnisse, sodass geistige Entdeckungen möglich werden.

Alle Propheten sind durch Loslösung in die Nähe Gottes gelangt.

Wir müssen diesen Heiligen Seelen nacheifern und unseren eigenen Wünschen und Sehnsüchten entsagen.

Wir müssen uns vom Schlamm und Schmutz weltlicher Anhaftungen reinigen, bis unsere Herzen klar wie Spiegel werden und das Licht der größten Führung sich in ihnen offenbart.
Bahá'u'lláh schrieb in den Verborgenen Worten, dass Gott Seine Diener inspiriert und Sich durch sie zeigt. Er sagt: »Dein Herz ist Meine Wohnstatt; heilige es für Mein Kommen. Dein Geist ist der Ort Meines Erscheinens; läutere ihn für Meine Offenbarung.« A20 Wir lernen also, dass Nähe zu Gott durch Hingabe an Ihn, durch Eintritt in Sein Reich und durch den Dienst für die Menschheit möglich ist. Sie wird durch Verbundenheit mit allen Menschen erreicht und durch liebevolle Güte gegenüber allen; sie hängt vom Forschen nach Wahrheit, vom Erwerb lobenswerter Tugenden, vom Dienst für die Sache des Weltfriedens und von persönlicher Heiligung ab. Mit einem Wort: Nähe zu Gott verlangt Selbstaufopferung, Loslösung und alles aufzugeben für Ihn. Nähe schafft Ähnlichkeit.
Seht, wie die Sonne auf die ganze Schöpfung scheint.

Aber nur reine, polierte Oberflächen können ihre Herrlichkeit und ihr Licht spiegeln.

Die verdunkelte Seele hat keinen Anteil an der Offenbarung des herrlichen Glanzes der Wahrheit und der Boden des Selbst bringt kein Wachstum hervor, da er unfähig ist, dieses Licht zu nutzen.

Die Augen des Blinden können die Sonnenstrahlen nicht wahrnehmen; nur reine Augen mit gutem und einwandfreiem Sehvermögen sind dazu in der Lage.

Grüne und lebendige Bäume können die Gaben der Sonne aufnehmen; tote Wurzeln und dürre Äste werden durch sie zerstört.

So muss auch der Mensch seine Fähigkeiten ausbauen und die nötige Bereitschaft entwickeln.

Solange ihm die Empfänglichkeit für göttliche Einflüsse fehlt, ist er nicht in der Lage, das Licht zu reflektieren und seine Wohltaten in sich aufzunehmen.

Ein unfruchtbarer Boden bringt nichts hervor, selbst wenn die Wolke der Gnade es tausend Jahre lang mit ihrem Regen begießt.

Wir müssen den Boden unseres Herzens empfänglich und fruchtbar machen, indem wir ihn so bestellen, dass der Regen göttlichen Segens ihn nährt und himmlische Rosen und Hyazinthen darin wachsen.

Wir müssen wahrnehmungsfähige Augen haben, um das Licht der Sonne zu sehen.

Wir müssen die Nase reinigen, um den Duft des göttlichen Rosengartens zu riechen.

Wir müssen die Ohren spitzen, um den Ruf des höchsten Königreichs zu hören.

Wie schön die Melodie auch sein mag, das taube Ohr kann sie nicht hören und kann den Ruf der Himmlischen Heerscharen nicht vernehmen.

Die verstopfte Nase kann den lieblichen Duft der Blumen nicht einatmen.

Darum müssen wir uns bemühen, stets unsere Fähigkeiten zu erweitern und die nötige Bereitschaft zu entwickeln.

Solange es uns an Empfänglichkeit mangelt, können uns die Schönheiten und Gaben Gottes nicht erreichen.

Christus sagte in einem Gleichnis, Seine Worte seien wie die Samen des Sämanns; einige fallen auf steinigen Grund, andere auf unfruchtbaren Boden, andere werden von Dornen und Disteln erstickt, aber einige fallen auf den bereiten, empfänglichen und fruchtbaren Boden menschlicher Herzen.

Wenn Samen auf unfruchtbaren Boden ausgesät werden, wachsen sie nicht.

Jene, die auf steinigen Grund fallen, werden kurze Zeit wachsen, aber ohne tiefreichende Wurzeln werden sie verdorren.

Andere werden von Dornen und Disteln völlig zerstört, aber die Saat, die auf guten Boden fällt, bringt Ertrag und Frucht.
Ebenso kann es sein, dass die Worte, die ich heute Abend hier zu euch spreche, überhaupt keine Wirkung haben. Manche Herzen mögen berührt werden, aber dann vergessen sie das Gesagte bald. Andere mögen infolge abergläubischer Vorstellungen und Einbildungen sogar unfähig sein, zu hören und zu verstehen. Aber die gesegneten Seelen, die meinem Aufruf und meiner Ermunterung Aufmerksamkeit schenken, die mit dem Ohr der Annahme zuhören und meine Worte wirksam eindringen lassen, werden Tag für Tag ihrer vollen Entfaltung entgegenschreiten, ja sogar zu den Himmlischen Heerscharen gelangen. Bedenkt, wie das Gleichnis Erfolg von Befähigung abhängig macht. Ohne die Entwicklung der notwendigen Fähigkeiten kann der Ruf des Königreichs das Ohr nicht erreichen, wird das Licht der Sonne der Wahrheit nicht wahrgenommen und die Düfte des Rosengartens der inneren Bedeutung gehen verloren. Bemühen wir uns, fähig, empfänglich und würdig zu werden, damit wir den Ruf der frohen Botschaft aus dem Königreich hören, durch den Odem des Heiligen Geistes wiederbelebt werden, das Banner der Einheit der Menschheit erheben, menschliche Gemeinschaft schaffen und unter dem Schutz der göttlichen Gnade das unvergängliche ewige Leben erlangen.
O Du verzeihender Gott! Diese Diener wenden sich Deinem Königreich zu und streben nach Deiner Gnade und Gunst. O Gott! Mach ihre Herzen gut und rein, dass sie Deiner Liebe würdig werden. Läutere und heilige ihren Geist, dass das Sonnenlicht der Wirklichkeit über ihnen scheine. Läutere und heilige ihre Augen, dass sie Dein Licht wahrnehmen. Läutere und heilige ihre Ohren, dass sie den Ruf Deines Königreiches hören.
O Herr! Wahrlich, wir sind schwach, Du aber bist machtvoll. Wahrlich, wir sind arm, Du aber bist reich. Wir sind Suchende, Du aber bist der Gesuchte. O Herr! Habe Mitleid mit uns und vergib uns. Verleihe uns solche Fähigkeit, solche Fassungskraft, dass wir Deines Wohlwollens würdig sein mögen und hingezogen werden zu Deinem Königreich; dass wir in diesem strahlenden Jahrhundert tief aus dem Wasser des Lebens trinken, im Feuer Deiner Liebe aufflammen und vom Odem des Heiligen Geistes neu belebt werden.
O Gott, mein Gott! Richte Deinen gnädigen Blick auf diese Versammlung. Bewahre einen jeden in Deiner Obhut und Deinem Schutz. Sende Deine himmlischen Segnungen auf diese Seelen herab. Tauche sie in das Meer Deines Erbarmens und belebe sie mit dem Odem des Heiligen Geistes.
O Herr! Verleihe dieser rechtmäßigen Regierung Deine gnädige Hilfe und Bestätigung. Dieses Land liegt im schirmenden Schatten Deines Schutzes, dieses Volk steht in Deinem Dienst. O Herr! Gewähre ihnen die Fülle Deiner himmlischen Gaben, Deiner Gunstbezeigungen und Gnadenströme. Gib, dass diese geschätzte Nation in Ehren gehalten wird und Zutritt in Dein Königreich erlangt.
Du bist der Gewaltige, der Allmächtige, der Barmherzige; Du bist der Freigebige, der Wohltäter, der Herr der überreichen Gnade.

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28. Mai 1912
Ansprache beim Empfang im Metropolitan Temple Seventh Avenue und Fourteenth Street in New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Gottes Vaterschaft, Seine liebevolle Güte und Sein Wohlwollen sind für alle sichtbar. In Seiner Barmherzigkeit versorgt Er Seine Geschöpfe umfassend und reichlich, und wenn eine Seele sündigt, so entzieht Er ihr nicht Seine Freigebigkeit. Alle erschaffenen Dinge sind sichtbare Offenbarungen Seiner Vaterschaft, Seiner Barmherzigkeit und Seiner himmlischen Gaben. Die menschliche Gemeinschaft ist ebenfalls so klar und offensichtlich wie die Sonne, denn alle sind die Diener eines Gottes, gehören einer Menschheit an, bewohnen denselben Erdball, leben unter demselben schützenden Himmelsgewölbe und sind ins Meer göttlicher Gnade getaucht. Menschliche Gemeinschaft und gegenseitige Abhängigkeit bestehen, weil wechselseitige Hilfsbereitschaft und Zusammenarbeit die beiden unerlässlichen Grundsätze sind, die dem Wohlergehen des Menschen zugrunde liegen. Das ist die äußerliche Beziehung zwischen den Menschen. Es gibt noch eine andere Gemeinschaft – die geistige –, die höher und heiliger ist und alle anderen überragt. Sie ist himmlisch; sie entspringt dem Odem des Heiligen Geistes und der strahlenden Barmherzigkeit; sie gründet sich auf geistige Empfänglichkeit. Diese Gemeinschaft wird von den Manifestationen des Allheiligsten geschaffen.
Seit Adams Zeiten haben die göttlichen Manifestationen danach gestrebt, die Menschen zu vereinen, damit alle als eine einzige Seele angesehen werden mögen.

Aufgabe und Zweck eines Hirten ist, seine Herde zusammenzuführen und nicht, sie auseinanderzutreiben.

Die Propheten Gottes waren immer göttliche Hirten der Menschheit.

Sie haben ein Band der Liebe und Eintracht unter den Menschen geknüpft, machten aus zerstreuten Völkern eine einzige Nation und aus wandernden Stämmen ein mächtiges Reich.

Sie haben die Grundlage gelegt, die auf der Einheit Gottes beruht, und haben alle zum Weltfrieden aufgerufen.

Alle diese heiligen, göttlichen Manifestationen sind eins.

Sie haben dem einen Gott gedient, die gleiche Wahrheit verkündet, die gleichen Institutionen gestiftet und das gleiche Licht widergespiegelt.

Sie erschienen nacheinander und bezogen Sich aufeinander; jede hat die nachfolgende Manifestation angekündigt und hochgepriesen, und alle legten das Fundament der Wahrheit.

Sie riefen die Menschen auf, einander zu lieben, und machten die Menschenwelt zu einem Spiegel des Wortes Gottes.

Darum haben die von Ihnen gestifteten göttlichen Religionen eine einzige Grundlage; Ihre Lehren, Darlegungen und Beweise sind eins; Ihre Namen und Ihre äußere Gestalt sind verschieden, aber in Ihrem Wesen stimmen Sie überein und sind identisch.

Diese heiligen Manifestationen waren dem Anbruch des Frühlings in der stofflichen Welt vergleichbar.

Obwohl der Frühling dieses Jahres – weil sich das Datum ändert – anders benannt wird, so ist er doch hinsichtlich seiner lebensspendenden und erneuernden Wirkung der gleiche wie der Frühling des vorigen Jahres.

Denn jeder Frühling ist die Zeit einer neuen Schöpfung; seine Wirkungen, Segnungen, seine Vortrefflichkeit und seine lebensspendenden Kräfte sind die gleichen wie in früheren Frühlingszeiten, obwohl sie viele unterschiedliche Namen haben.

Jetzt haben wir 1912, letztes Jahr war 1911 und so weiter, aber in ihrem grundlegenden Wesen sieht man keinen Unterschied.

Es gibt nur eine Sonne, aber sie hat viele unterschiedliche Aufgangsorte.

Das Meer ist eine einzige Wassermasse, aber seine verschiedenen Teile haben eigene Namen:

Atlantik, Pazifik, Mittelmeer, Südliches Eismeer usw.

Achten wir auf die Namen, so bestehen Unterschiede; aber das Wasser, das Meer selbst, ist eine einzige Wirklichkeit.
Ebenso sind die göttlichen Religionen der heiligen Manifestationen Gottes in ihrem Wesen eine einzige Religion, obwohl sie sich im Namen und in ihren Begriffen unterscheiden.

Der Mensch muss das Licht lieben, egal an welchem Punkt des Horizonts es erscheint.

Er muss die Rose lieben, egal in welcher Erde sie wächst.

Er muss die Wahrheit suchen, egal welcher Quelle sie auch entspringt.

Eine Bindung an die Lampe ist nicht gleichbedeutend mit Liebe zum Licht.

Eine Bindung an die Erde ist unangebracht, aber die Rose ist es wert, sich an ihr zu erfreuen.

Den Baum zu verehren, bringt keinen Nutzen, aber es tut gut, seine Früchte zu essen.

Köstliche Früchte sollte man genießen, egal auf welchem Baum sie wachsen oder wo sie zu finden sind.

Dem wahren Wort muss man zustimmen, egal welche Zunge es äußert.

Unumstößliche Wahrheiten muss man anerkennen, egal in welchem Buch sie stehen.

Hegen wir Vorurteile, so entstehen daraus Missstände und Unwissenheit.

Der Unfrieden zwischen Religionen, Völkern, Hautfarbe und Herkunft entsteht durch Missverständnisse.

Wenn wir die Religionen erforschen, um die ihnen zugrunde liegenden Prinzipien zu entdecken, werden wir feststellen, dass sie im Einklang stehen; denn die Wahrheit, auf der sie beruhen, ist nur eine und keine mehrfache.

Auf diesem Weg werden die Gläubigen dieser Welt Einigkeit und Versöhnung erreichen.

Sie werden die Wahrheit herausfinden, dass der Zweck der Religion die Aneignung lobenswerter Tugenden ist, die Verbesserung der Moral, die geistige Entwicklung der Menschheit, das wahre Leben sowie göttliche Gaben.

Alle Propheten haben diese Grundsätze verkündet; keiner von Ihnen unterstützte Verderbtheit, Laster oder schlechte Taten.

Sie riefen die Menschheit zu allem Guten auf.

Sie einten die Menschen in der Liebe zu Gott, luden sie ein zur Religion der Einheit der Menschheit und hielten sie zu Freundschaft und Eintracht an.

Nehmen wir beispielsweise Abraham und Moses.

Damit beziehen wir uns nicht auf die begrenzte Wirklichkeit Ihrer Namen, sondern auf die Tugenden, die mit ihnen verbunden sind.

Wenn wir sagen:

»Abraham«, so meinen wir damit eine Offenbarung göttlicher Führung, einen Mittelpunkt menschlicher Tugenden, eine Quelle himmlischer Gaben für die Menschheit, einen Aufgangsort göttlicher Eingebung und Vollkommenheit.

Diese Vollkommenheit, diese Gnadengaben sind nicht auf einzelne Namen beschränkt, sie lassen sich nicht begrenzen.

Wenn wir diese Tugenden, Qualitäten und Eigenschaften bei irgendeiner Persönlichkeit entdecken, so erkennen wir in ihr dieselbe strahlende Wahrheit und verneigen uns in Anerkennung der abrahamitischen Vollkommenheit.

Ebenso anerkennen und verehren wir Moses Schönheit.

Manche haben den Namen Abraham geliebt und liebten dabei die Lampe statt des Lichtes, und als sie das gleiche Licht in einer anderen Lampe scheinen sahen, hingen sie so sehr an der früheren Lampe, dass sie die Wiederkehr dieses strahlenden Lichtes nicht erkannten.

Dadurch blieben jene, die sich an den Namen Abraham klammerten, zurück, als die Tugenden Abrahams in Moses wiedererschienen.

In ähnlicher Weise glaubten die Juden an Moses und erwarteten das Kommen des Messias.

Moses Tugenden und Seine Vollkommenheit erschienen strahlend hell in Jesus Christus, aber die Juden hielten am Namen Moses fest und verehrten nicht die Tugenden und die Vollkommenheit, die Er verkörperte.

Hätten sie diese Tugenden verehrt und diese Vollkommenheit gesucht, so hätten sie sicherlich an Jesus Christus geglaubt, als die gleichen Tugenden und die gleiche Vollkommenheit in Ihm erstrahlten.

Wenn wir das Licht lieben, dann verehren wir es, gleich in welcher Lampe es scheint; wenn wir aber die Lampe selbst lieben und das Licht in eine andere Lampe übertragen wird, dann werden wir es weder annehmen noch gutheißen.

Deshalb müssen wir die Tugenden beherzigen und ehren, die sich in den Boten Gottes offenbaren – sei es in Abraham, Moses, Jesus oder in anderen Propheten.

Wir dürfen uns nicht nur an die Lampe klammern und sie verehren.

Wir müssen die Sonne erkennen, egal wo sie aufgeht, ob in Moses, Abraham oder in irgendeiner anderen Orientierungsperson, denn wir lieben das Sonnenlicht und nicht Orientierungspersonen.

Wir lieben das Licht, nicht die Lampen und die Kerzen.

Wir suchen nach Wasser, ganz gleich aus welchem Felsen es sprudelt.

Wir brauchen Früchte, in welchem Garten sie auch immer reifen mögen.

Wir sehnen uns nach Regen, aus welcher Wolke er sich auch immer ergießt.

Wir dürfen uns nicht fesseln lassen.

Wenn wir uns von diesen Fesseln lösen, werden wir Einigkeit erzielen, denn alle suchen die Wahrheit.

Die Verfälschung oder Nachahmung der wahren Religion hat den menschlichen Glauben entstellt und ihre Grundlagen sind dem Blick entschwunden.

Die Widersprüche zwischen diesen Nachahmungen haben zu Feindschaft und Streit, Krieg und Blutvergießen geführt.

Nun ist das glorreiche und strahlende zwanzigste Jahrhundert angebrochen und die göttliche Gnade strahlt über alle Welt.

Die Sonne der Wahrheit erstrahlt in heller Glut.

Dies ist wahrlich das Jahrhundert, in dem diese Nachahmungen aufgegeben, dieser Aberglaube über Bord geworfen und Gott allein verehrt werden muss.

Wir müssen auf die Wahrheit der Propheten und Ihrer Lehren schauen, um einig zu sein.
Preis sei Gott!

Die göttliche Frühlingszeit ist angebrochen.

Dieses Jahrhundert ist fürwahr die Zeit des Frühlings.

Durch seine Gaben wurden die Welt des Geistes und das Reich der Seele frisch und grün.

Das ganze Dasein wurde dadurch wiederbelebt.

Zum einen strahlt das Licht der Wahrheit, zum anderen lassen die Wolken göttlicher Barmherzigkeit die Fülle himmlischer Gnadengaben herabströmen.

Wunderbarer materieller Fortschritt ist sichtbar, und große geistige Entdeckungen werden gemacht.

Dies kann wahrlich das Wunder unter den Jahrhunderten genannt werden, denn es ist erfüllt von Offenbarungen des Wundersamen.

Die Zeit ist gekommen, da die ganze Menschheit geeint sein wird, da alle Menschen jeglicher Herkunft einem Vaterland treu ergeben sein werden, da alle Religionen zu einer werden und ethnische und religiöse Voreingenommenheit verschwinden werden.

Es ist der Tag, da die Einheit der Menschheit ihr Banner erheben und weltweiter Frieden gleich dem wahren Morgen die Erde mit seinem Licht fluten wird.

Darum flehen wir zu Gott und bitten Ihn, diese düsteren Wolken zu zerstreuen und diese Nachahmungen auszumerzen, damit Ost und West in Liebe und Einheit erstrahlen, die Völker der Welt einander umarmen und vorbildliche geistige Gemeinschaft die Welt erhelle, so wie die herrliche Sonne in himmlischen Gefilden.

Dies ist unsere Hoffnung, unser Wunsch und unsere Sehnsucht.

Wir beten, dass wir dies durch die Großzügigkeit und Gnade Gottes erreichen.

Ich bin sehr glücklich, bei diesem Treffen anwesend zu sein, das von solchem Glanz gekennzeichnet ist, von Einsicht, Empfänglichkeit und dem Bestreben, die Wahrheit zu erforschen.

Solche Versammlungen sind der Ruhm der Menschenwelt.

Ich erbitte für Sie Gottes Segen.

– 57 –

29. Mai 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Die göttlichen Manifestationen waren in Ihren Lehren wie Bilderstürmer: Sie entwurzelten Irrtümer, zerstörten falsche religiöse Vorstellungen und riefen die Menschheit von Neuem zur grundlegenden Einheit Gottes. Desgleichen haben Sie alle die Einheit der Menschheit verkündet. Die wesentliche Lehre von Moses war das Gesetz des Sinai, die Zehn Gebote. Christus erneuerte und offenbarte nochmals die Gebote des einen Gottes und die Vorschriften für das menschliche Handeln. Obgleich die Lehren Muḥammads weitreichender waren, war ihr Ziel ebenfalls, die Menschheit geistig aufzubauen und in der Erkenntnis Gottes zu vereinen. Beim Báb wurde der Offenbarungsinhalt noch einmal stark erweitert, aber die zentralen Lehren waren die gleichen. Von Bahá'u'lláh gibt es über hundert Bücher. Jedes einzelne ist ein sichtbarer Beweis, der der Menschheit genügen sollte; jedes einzelne, vom ersten bis zum letzten, verkündet die wesenhafte Einheit Gottes und die der Menschheit, die Liebe Gottes, die Abschaffung des Krieges und die göttliche Richtschnur für den Frieden. Jedes von ihnen vermittelt auch göttliche Ethik, den sichtbaren Ausdruck der vom Herrn gewährten Gnade; jedes Wort ist selbst ein Buch an Bedeutungen. Denn das Wort Gottes ist gesammelte Weisheit, absolutes Wissen und ewige Wahrheit.
Nehmen wir die Aussage aus dem ersten Kapitel des Johannesevangeliums: »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.« Diese Aussage ist kurz, aber überreich an tiefen Bedeutungen. Ja, die Bandbreite möglicher Bezüge ist unermesslich und jenseits dessen, was Bücher oder Worte enthalten und ausdrücken können. Bisher haben die Doktoren der Theologie diese Aussage nicht ausführlich erklärt, sondern sie allein auf Jesus als das »fleischgewordene Wort« bezogen, auf die Trennung Jesu von Gott, dem Vater, und auf Sein Herabkommen auf die Erde. Auf diese Weise wurde die Aufspaltung der Gottheit in Einzelpersonen gelehrt.
Die wesenhafte Einheit von Vater, Sohn und Geist hat viele Bedeutungen und bildet die Grundlage des Christentums. Heute werden wir lediglich eine zusammenfassende Erklärung geben. Warum war Jesus das Wort?
In der gesamten Schöpfung sind alle erschaffenen Wesen wie Buchstaben. Buchstaben an sich sind bedeutungslos und drücken keinerlei Gedanken oder Vorstellungen aus – wie etwa a, b usw. Ebenso haben alle erschaffenen Wesen für sich keine unabhängige Bedeutung. Aber ein Wort, zusammengesetzt aus Buchstaben, besitzt einen eigenen Sinn und hat eine unabhängige Bedeutung. Deshalb war Christus das Wort, weil Er die Bedeutung der göttlichen Wirklichkeit in vollkommener Weise übermittelte und diese Bedeutung selbst verkörperte. Im Vergleich zur Ebene bloßer Metaphern entsprach Er der Ebene der Wirklichkeit. Die Seiten eines Buches haben an sich keinen Sinngehalt, aber die Gedanken, die sie vermitteln, lassen uns über die Wirklichkeit nachdenken. Die Wirklichkeit Jesu entsprach der vollständigen Bedeutung, Sein Christus-Sein, das in den Heiligen Büchern symbolisch »das Wort« genannt wird.
»Das Wort war bei Gott.« Das Christus-Sein meint nicht den Leib Jesu, sondern die in Ihm in höchster Vollendung sichtbaren göttlichen Tugenden. Deshalb steht geschrieben: »Er ist Gott.« Das impliziert keine Trennung von Gott, so wie es auch nicht möglich ist, die Sonnenstrahlen von der Sonne zu trennen. Die Wirklichkeit Christi war die Verkörperung göttlicher Tugenden und der Attribute Gottes. In der Gottheit gibt es keine Aufspaltung. Alle Adjektive, Substantive und Pronomen sind eins an diesem heiligen Hofe; es gibt hier weder Vielheit noch Teilung. Mit dieser Erklärung soll gezeigt werden, dass die Worte Gottes unzählige Bedeutungen und Geheimnisse bergen – jedes einzelne tausend und mehr.
Bahá'u'lláh hat viele Schriften offenbart.

Die darin enthaltenen Gebote und Lehren sind universell und erstrecken sich auf alle Bereiche.

Er hat wissenschaftliche Erklärungen offenbart, die sich auf alle Gebiete der menschlichen Forschung erstrecken – Astronomie, Biologie, Medizin usw.

Im Kitáb-i-Íqán hat Er Teile des Evangeliums und anderer himmlischer Bücher ausgelegt.

Er verfasste umfangreiche Schriften über Kultur und Zivilisation, Soziologie und Staatsführung.

Jedes Thema wurde berücksichtigt.

Seine Schriften sind unvergleichlich schön und tiefgründig.

Sogar Seine Feinde erkennen die Größe Bahá'u'lláhs an und sagen, Er sei ein Wunder unter den Menschen.

Dies war ihr Eingeständnis, obwohl sie nicht an Ihn glaubten.

Er wurde gepriesen von Christen, Juden, Zoroastriern und Muslimen, die Seinen Anspruch bestritten.

Sie sagten oft:

»Er ist unvergleichlich, einzigartig.« Ein christlicher Dichter im Orient schrieb:

»Glaubt nicht an Ihn als Manifestation Gottes, aber Seine Wunder sind erhaben wie die Sonne.« Mírzá Abu'l-Faḍl hat zahlreiche Gedichte dieser Art erwähnt, und es gibt viele weitere.

Das Zeugnis Seiner Feinde zeigte, dass Er das »Wunder der Menschheit« war, dass Er »auf einem besonderen Pfad der Erkenntnis wandelte« und »in Seiner Persönlichkeit unvergleichlich« war.

Seine Lehren sind allumfassend und der Maßstab für menschliches Handeln.

Sie sind keine bloße Theorie, dazu bestimmt, in Büchern zu bleiben.

Sie sind die Richtlinien für konkretes Handeln.

Erfolg kommt vom Handeln.

Bloße Theorie führt zu nichts.

Welchen Nutzen hat ein Buch über Medizin, wenn es nie aus dem Regal genommen wird?

Die Lehren Gottes haben Früchte getragen, wenn sie sich in der Praxis bewährt haben.
Die großen und grundlegenden Lehren Bahá'u'lláhs sind die Einheit Gottes und die Einheit der Menschheit. Das ist das Band der Einheit zwischen den Bahá'í auf der ganzen Welt. Sie einen sich zunächst selbst, dann vereinen sie andere. Solange man nicht einig ist, kann man andere nicht vereinen. Christus sagte: »Ihr seid das Salz der Erde; aber wenn das Salz seinen Geschmack verloren hat, womit soll man dann salzen?« Daran sieht man, dass es unter Seinen Anhängern Meinungsverschiedenheiten gab und es an Einheit mangelte. Daher Seine Ermahnung zur Einheit im Handeln.
Nun ist es an uns, uns ebenfalls in vollkommener Einheit miteinander zu verbinden, gütig und liebevoll zueinander zu sein und all unseren Besitz, unsere Ehre, ja selbst unser Leben füreinander zu opfern. Dann wird sich erweisen, dass wir nach den Lehren Gottes gehandelt haben, dass wir wirklich an die Einheit Gottes und die Einheit der Menschheit glauben.

– 58 –

30. Mai 1912
Ansprache in der Theosophischen Loge Broadway und neunundsiebzigste Straße in New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Ich freue mich sehr über diese freundlichen Gefühlsbekundungen und die Beweise geistiger Empfänglichkeit. Heute Abend bin ich sehr glücklich, weil ich sehe, dass unsere Ziele und Absichten dieselben und unser Wünschen und Sehnen eins sind. Das ist ein Ausdruck und Beweis für die Einheit der Menschenwelt und die Absicht, den Größten Frieden zu verwirklichen. Somit sind wir in Willen und Absicht vereint. In der Welt des Daseins gibt es keine größeren Fragen als diese. Die Einheit der Menschheit führt zum Ruhm des Menschen. Der internationale Frieden garantiert das Wohlergehen der gesamten Menschheit. In der Menschenseele gibt es keine bedeutenderen Motive und Absichten. Da wir darin übereinstimmen, ist die Gewissheit der Einheit und Eintracht zwischen Bahá'í und Theosophen höchst vielversprechend. Ihre Ziele sind dieselben, ihre Wünsche dieselben und geistige Aufnahmefähigkeit ist beiden gemeinsam. Sie richten ihre Aufmerksamkeit auf das göttliche Reich und haben in gleicher Weise Anteil an seinen Wohltaten.
Die Menschheit braucht heute eine große Macht, die diese herrlichen Grundsätze und Ziele verwirklichen kann.

Die Sache des Friedens ist eine sehr große Sache; sie ist die Sache Gottes, und alle Mächte der Welt stellen sich ihr entgegen.

Die Regierungen etwa betrachten den Militarismus als eine Stufe des menschlichen Fortschritts.

Sie sind der Ansicht, dass Spaltung unter Menschen und Nationen zu Patriotismus und Ehre führt; dass eine Nation, die eine andere angreift und erobert und dadurch Wohlstand, Land und Ruhm gewinnt, mit diesen Kriegen und Eroberungen, diesem Blutvergießen und dieser Grausamkeit Fortschritt und Gedeihen der siegreichen Nation bewirkt.

Das ist ein völliger Irrtum.

Vergleichen Sie die Nationen der Welt mit den Mitgliedern einer Familie.

Eine Familie ist eine Nation im Kleinen.

Erweitern Sie nur den Kreis des Haushalts, und Sie haben die Nation.

Erweitern Sie den Kreis der Nationen und Sie haben die ganze Menschheit.

Die Bedingungen, die für die Familie gelten, gelten auch für die Nation.

Was in der Familie geschieht, geschieht auch im Leben der Nation.

Hilft es dem Fortschritt und dem Vorankommen der Familie, wenn ihre Mitglieder uneins werden, wenn Streit ausbricht, jeder den anderen ausnützt, Eifersucht und Rachegefühle vorherrschen, wenn jeder selbstsüchtig seinen Vorteil sucht?

Nein, Fortschritt und Vorankommen wären dahin.

So ist es auch mit der großen Familie der Nationen, denn Nationen bestehen aus einer Ansammlung von Familien.

Wie also Streit und Uneinigkeit eine Familie zerstören und ihren Fortschritt behindern, so werden auch Nationen zerstört und ihr Fortschritt behindert.
Alle himmlischen Bücher, die göttlichen Propheten, Weisen und Philosophen stimmen darin überein, dass Krieg für die menschliche Entwicklung zerstörerisch, Frieden hingegen förderlich und aufbauend ist. Sie sind sich darüber einig, dass Krieg und Kampf die Grundlagen der Menschheit angreifen. Es bedarf daher einer Macht, die Kriege verhindert und die Einheit der Menschheit verkündet und herstellt.
Zu wissen, dass diese Macht notwendig ist, reicht jedoch nicht aus. Allein zu erkennen, dass Wohlstand wünschenswert ist, führt noch nicht zum Wohlstand. Anzuerkennen, dass wissenschaftliche Errungenschaften lobenswert sind, bringt noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse hervor. Die Ehre als etwas Herausragendes zu würdigen, macht einen Menschen nicht ehrenhaft. Die Kenntnis der menschlichen Lebensumstände und des benötigten Heilmittels sorgt für keine Besserung. Die Feststellung, dass Gesundheit gut ist, bewirkt noch keine Gesundheit. Um den gegenwärtigen Zustand der Menschheit zu heilen, braucht es einen fähigen Arzt. Wie man von einem Arzt verlangt, dass er vollständige Kenntnis der Pathologie, Diagnostik, Therapie und Behandlung hat, so muss auch dieser ›Welt-Arzt‹ weise, geschickt und kompetent sein, damit Gesundheit sich einstellen wird. Sein bloßes Wissen führt noch nicht zu Gesundheit; es muss auch angewendet und das Heilmittel muss verabreicht werden.
Das Erreichen jedes Zieles hängt ab von Wissen, Wollen und Handeln.

Wenn diese drei Bedingungen nicht erfüllt sind, gibt es keine Ergebnisse.

Bei der Errichtung eines Hauses muss man zuerst das Grundstück kennen und das dazu passende Haus entwerfen; ferner muss man die Mittel beschaffen, die für den Bau nötig sind; dann erst kann man es bauen.

Um also durchzuführen und umzusetzen, was als Heilmittel für die menschlichen Verhältnisse bekannt und anerkannt ist – nämlich die Einigung der Menschheit –, bedarf es einer Macht.

Des Weiteren ist offensichtlich, dass das nicht durch materielle Prozesse und Mittel verwirklicht werden kann.

Die Kraft gleicher Herkunft und Hautfarbe genügt nicht, um diese Einigung zu erreichen, denn die Völker sind verschieden und haben unterschiedliche Neigungen.

Die Kraft des Patriotismus genügt ebenso wenig, denn die Nationalitäten sind voneinander verschieden.

Auch politische Macht führt sie nicht herbei, da die politischen Strategien der Regierungen und Staaten sehr uneinheitlich sind.

Das heißt, jede Bemühung zur Einigung mithilfe dieser materiellen Mittel würde die einen begünstigen und andere schädigen, wegen unterschiedlicher Einzelinteressen.

Manche mögen glauben, dieses große Heilmittel könne in dogmatischem Beharren auf bestimmten Nachahmungen und Auslegungen gefunden werden.

Das entbehrte ebenfalls jeder Grundlage und brächte kein Ergebnis.

Darum ist es offensichtlich, dass kein anderes Mittel außer einem vollkommenen Mittel, einer geistigen Kraft, göttlichen Gaben und dem Odem des Heiligen Geistes diese Weltkrankheit des Krieges, der Zwietracht und der Uneinigkeit heilen wird.

Nichts anderes ist denkbar, nichts sonst kann ersonnen werden.

Aber durch geistige Mittel und die göttliche Kraft ist es möglich und machbar.
Denken Sie über die Geschichte nach. Was hat den Nationen Einheit, den Völkern Moral und der Menschheit Nutzen gebracht? Wenn wir darüber nachdenken, werden wir feststellen, dass die Stiftung der göttlichen Religionen das beste Mittel dafür war, sich der Einheit der Menschheit anzunähern. Die Verankerung der göttlichen Wahrheit in der Religion hat dies bewirkt, nicht die Nachahmungen überlieferter religiöser Formen. Nachahmungen stehen zueinander im Gegensatz und haben immer zu Kampf, Feindschaft, Missgunst und Krieg geführt. Die göttlichen Religionen sind Sammelpunkte, wo sich unterschiedliche Standpunkte treffen, versöhnen und einen können. Sie schaffen Einheit für Stammesgebiete, Volksgruppen und politische Richtungen. So einte etwa Christus verschiedene Nationen, brachte kriegerischen Völkern den Frieden und stiftete die Einheit der Menschheit. Die eroberungsfreudigen Griechen und Römer, die vorurteilsbehafteten Ägypter und Assyrer waren alle kämpferisch, feindselig und kriegerisch, aber Christus sammelte diese unterschiedlichen Völker und beseitigte die tieferen Ursachen der Zwietracht – nicht durch ethnische, patriotische oder politische Macht, sondern durch göttliche Macht, durch die Kraft des Heiligen Geistes. Anders wäre das nicht möglich gewesen. Alle anderen Anstrengungen der Menschen und Nationen überdauern als Randnotiz der Geschichte, führten aber zu keinem bleibenden Ergebnis.
Wenn dieses große Ergebnis von göttlicher Macht und göttlichen Gnadengaben abhängt, woher soll die Welt diese Kraft nehmen?

Gott ist der Urewige – kein neuer Gott.

Seine Oberherrschaft besteht von alters her, sie ist nicht neu; sie existiert nicht erst seit diesen fünf- oder sechstausend Jahren.

Dieses unendliche Universum existiert schon immer.

Die Oberherrschaft und Macht, die Namen und Attribute Gottes sind ewig und uralt.

Seine Namen setzen die Schöpfung voraus und sind Ausdruck Seiner Existenz und Seines Willens.

Wir sagen:

Gott ist der Schöpfer.

Dieser Name ›Schöpfer‹ taucht auf, wenn wir von Schöpfung sprechen.

Wir sagen, Gott ist der Versorger.

Dieser Name setzt voraus und beweist, dass jemand existiert, der versorgt wird.

Gott ist Liebe.

Dieser Name beweist die Existenz des Geliebten.

Ebenso ist Gott Gnade, Gerechtigkeit, Leben usw.

Da also Gott der Schöpfer ist, ewig und von alters her, gab es immer Geschöpfe, die existierten und für die gesorgt wurde.

Es gibt keinen Zweifel, dass die göttliche Oberherrschaft ewig währt.

Die Oberherrschaft setzt Untertanen, Minister, Verwalter und andere der Oberherrschaft unterstellte Personen voraus.

Kann es einen König ohne Land, Untertanen und Armeen geben?

Wenn wir eine Zeit annehmen, in der es keine Geschöpfe, keine Diener, keine Untertanen der göttlichen Herrschaft gab, entthronen wir Gott und behaupten, es gäbe eine Zeit, in der Gott nicht war.

Es wäre, als wenn Er erst kürzlich ernannt worden wäre und der Mensch Ihm diese Namen gegeben hätte.

Die göttliche Oberherrschaft besteht von alters her, ist ewig.

Gott war seit Ewigkeit Liebe, Gerechtigkeit, Kraft, Schöpfer, Versorger, der Allwissende, der Freigebige.
Da das göttliche Sein ewig ist, sind die göttlichen Eigenschaften ebenfalls ewig. Die göttlichen Gaben sind daher ohne Anfang und ohne Ende. Gott ist unendlich; die Werke Gottes sind unendlich; die Gaben Gottes sind unendlich. Da Seine Göttlichkeit ewig ist, sind Seine Herrschaft und Vollkommenheit ohne Ende. Da die Gabe des Heiligen Geistes ewig ist, können wir niemals behaupten, dass Seine Gaben aufhören, ohne gleichzeitig zu behaupten, dass Er aufhört zu existieren. Wenn wir an die Sonne denken und versuchen, uns ein Erlöschen der Sonnenglut und ihrer Hitze vorzustellen, dann behaupten wir die Nichtexistenz der Sonne. Denn eine Trennung der Sonne von ihren Strahlen und ihrer Hitze ist nicht vorstellbar. Wenn wir also die Gaben Gottes begrenzen, begrenzen wir die Eigenschaften Gottes, begrenzen wir Gott.
Lassen Sie uns darum auf die Güte und die Gaben Gottes vertrauen. Wir sollten uns vom göttlichen Odem beflügeln lassen und von der frohen Botschaft des Himmels erleuchtet und erhoben werden. Gott hat die Menschen immer barmherzig und wohlwollend behandelt. Er, Der den göttlichen Geist immer schon verströmte, kann dieselben Gaben zu allen Zeiten und zu jeder Stunde reichlich gewähren. Lassen Sie uns darum voll Hoffnung sein. Der Gott, Der die Welt früher beschenkte, wird dies auch jetzt und in Zukunft tun. Gott, Der Seinen Dienern den Odem des Heiligen Geistes eingehaucht hat, wird ihnen auch jetzt und in Zukunft den Odem einhauchen. Seine Güte hört nie auf. Der Göttliche Geist durchdringt alles von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn er ist die Gabe Gottes, und Gottes Gabe ist ewig. Können Sie sich eine Begrenzung der göttlichen Macht im Bereich der Atome oder ein Versiegen der göttlichen Gaben für die lebenden Organismen vorstellen? Können Sie sich vorstellen, dass die Kraft, die die Atome dieses Glases zusammenhält, aufhört zu bestehen? Dass die Energie, die das Meerwasser entstehen lässt, aufhört zu wirken, sodass das Meer verschwindet? Dass es heute Regen gibt, es aber dann nie wieder regnet? Dass die Sonne aufhört zu strahlen und es hinfort weder Licht noch Wärme gibt?
Wenn wir sehen, dass die göttlichen Gaben im Mineralreich ununterbrochen verfügbar sind, um wie viel mehr dürfen wir das im göttlichen, geistigen Königreich erwarten und erkennen! Wie viel größer ist das strahlende göttliche Licht und die Gabe des ewigen Lebens für die menschliche Seele! So wie das materielle Universum dauerhaft und unzerstörbar ist, halten die Gaben des göttlichen Geistes ebenfalls ewig an.
Ich preise Gott für das Privileg, an dieser verehrten Versammlung teilzunehmen, die durch geistige Empfänglichkeit beflügelt und vom Himmel angezogen ist, deren Mitglieder die Wirklichkeit erforschen, deren höchste Hoffnung die Errichtung des Weltfriedens ist und deren größter Vorsatz es ist, der Menschheit zu dienen.
Wenn wir die Welt der Schöpfung beobachten, entdecken wir, dass sich jedes Atom der stofflichen Welt durch die verschiedenen Stufen und Bereiche des organischen Lebens bewegt. Denken Sie zum Beispiel an den Äther, der alle bedingten Wirklichkeiten durchdringt und durchwandert. Wenn es im Äther Schwingungen oder Bewegung gibt, wird das Auge von diesen Schwingungen beeinflusst und nimmt wahr, was als Licht bekannt ist.
Auf dieselbe Weise bewegen sich die göttlichen Gaben und zirkulieren durch alle erschaffenen Dinge. Diese grenzenlose göttliche Gabe hat keinen Anfang und wird kein Ende haben. Sie bewegt sich und zirkuliert und wird überall dort wirksam, wo die Fähigkeit, sie zu empfangen, entwickelt ist. Jede Stufe hat ihre besonderen Fähigkeiten. Darum müssen wir hoffen und erwarten, dass durch die Gnade und Gunst Gottes dieser Geist des Lebens, der alles Erschaffene durchdringt, die Menschheit beleben wird und die Menschenwelt durch seine Gaben eine göttliche Welt, dieses irdische Reich ein Spiegelbild des Gottesreiches wird, die Tugenden und Vollkommenheit der Menschenwelt sichtbar werden und das Ebenbild Gottes von diesem Tempel widergespiegelt wird.
Ich bin dem Präsidenten dieser Gesellschaft sehr dankbar und entbiete ihm meine hochachtungsvollen Grüße. Es ist meine Hoffnung, dass Ihnen allen geholfen werde, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. Die geistige Empfänglichkeit der Anwesenden hat mich sehr glücklich gemacht, und für Sie alle erbitte ich Gottes Beistand und Ermutigung.

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31. Mai 1912
Ansprache im Rathaus Fanwood, New Jersey
Nach Aufzeichnungen aus dem Persischen
Die materielle Welt unterliegt einem stetigen Wechsel und Wandel.

Die Sache des Reiches Gottes ist ewiger Natur, deshalb ist sie das Wichtigste.

Aber leider wird der Einfluss des Reiches Gottes in den Herzen der Menschen täglich schwächer, und materielle Kräfte gewinnen die Oberhand.

Die göttlichen Zeichen lassen nach, und rein menschliche Zeugnisse treten stärker hervor.

Sie sind mittlerweile so weit gekommen, dass die Materialisten vorrücken und zum Angriff übergehen, während die göttlichen Kräfte abnehmen und schwinden.

Der Unglaube hat die Religion besiegt.

Die Ursache dieses chaotischen Zustands sind Unterschiede zwischen den Religionen.

Diese Ursache hat ihren Ursprung in der Feindseligkeit und dem Hass zwischen Sekten und Konfessionen.

Die Materialisten haben von dieser Zwietracht unter den Religionen profitiert und attackieren sie ständig mit dem Ziel, diesen göttlich gepflanzten Baum zu entwurzeln.

Die Streitigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen den Religionen schwächen sie und führen zu ihrem Untergang.

Wenn ein Kommandant und seine Armee beim Ausführen taktischer militärischer Maßnahmen uneins sind, wird zweifellos der Feind siegen.

Heute sind die Religionen uneins; zwischen ihnen herrschen Feindschaft, Streit und gegenseitige Anschuldigungen; sie weigern sich, zusammenzuarbeiten – schlimmer noch, im Ernstfall vergießen sie sogar das Blut der jeweils anderen.

Lest die Geschichtsbücher und ihr werdet sehen, welche schrecklichen Ereignisse sich im Namen der Religion abgespielt haben.

Zum Beispiel wurden die hebräischen Propheten gesandt, um Christus anzukündigen, aber unglücklicherweise wurde das durch den Talmud und den daraus entstandenen Aberglauben so vollständig verschleiert, dass sie ihren verheißenen Messias kreuzigten.

Hätten sie sich von den Überlieferungen des Talmud losgesagt und die Wahrheit der Religion von Moses erforscht, dann hätten sie an Christus geglaubt.

Dass sie an den Formen ihres ererbten Glaubens in blinder Nachahmung festhielten, beraubte sie der Gnadengaben ihres Messias.

Sie wurden weder vom herabströmenden Regen der Gnade erquickt, noch durch die Strahlen der Sonne der Wahrheit erleuchtet.
Nachahmung zerstört die Grundlage der Religion, tilgt die Spiritualität in der Menschenwelt, wandelt himmlische Erleuchtung in Finsternis und beraubt den Menschen der Erkenntnis Gottes. Nachahmung lässt Materialismus und Unglauben über die Religion siegen; sie leugnet das Göttliche und das Gesetz der Offenbarung; sie lehnt das Prophetentum ab und weist das Gottesreich zurück. Wenn Materialisten mit vernünftiger Analyse durch den Verstand solchen Nachahmungen auf den Grund gehen, finden sie nichts als Aberglauben; deshalb lehnen sie Religion ab. Zum Beispiel haben die Juden Vorstellungen von religiöser Reinheit und Unreinheit, aber wenn man diese Vorstellungen wissenschaftlich untersucht, sieht man, dass sie jeder Grundlage entbehren.
Ist es uns unmöglich, die grenzenlosen Gnadengaben Gottes zu empfangen?

Ist es unmöglich, die Vorzüge der geistigen Welt zu erlangen, weil wir nicht zur Zeit Moses leben, in der Epoche der Propheten oder der Ära Christi?

Das waren geistige Zyklen.

Können wir uns nicht geistig entwickeln, weil wir weit weg von ihnen sind und in einem materialistischen Zeitalter leben?

Der Gott Moses und Jesu kann Seinem Volk an diesem Tag die gleichen, nein, größere Gnadengaben schenken.

Zum Beispiel hat Er Seine Diener in früheren Zeiten mit Vernunft, Verstand und Einsicht ausgestattet.

Können wir sagen, Er sei nicht fähig, auch in diesem Jahrhundert Seine Wohltaten zu gewähren?

Wäre es gerecht, wenn Er Moses als Führung für die damaligen Völker sandte, aber die jetzt Lebenden völlig vernachlässigte?

Wäre es möglich, dass das jetzige Zeitalter der göttlichen Wohltaten beraubt ist, obwohl frühere Zeitalter, voll Tyrannei und Barbarei, einen unerschöpflich großen Anteil davon erhielten?

Derselbe barmherzige Gott, Der in der Vergangenheit Seine Gunst gewährt hat, hat auch uns die Türen zu Seinem Königreich geöffnet.

Die Strahlen Seiner Sonne scheinen, der Odem des Heiligen Geistes belebt und beflügelt uns.

Dieser allwissende Gott hilft und bestärkt uns immer noch, erleuchtet unsere Herzen, erfreut unsere Seelen und erfüllt uns mit dem Wohlgeruch der Heiligkeit.

Die göttliche Weisheit und Vorsehung hat alle umschlossen und die himmlische Tafel für uns gedeckt.

Wir müssen eine reichliche Portion dieser großzügigen Gunst in uns aufnehmen.
Die Arbeit eines Hirten besteht darin, die zerstreuten Schafe zu sammeln. Wenn er die vereinte Herde auseinander treibt, ist er kein Hirte. Da die Propheten Ihren diesbezüglichen Auftrag erfüllt haben, sind Sie die wahren Hirten. Als Moses erschien, war das israelitische Volk zerrüttet. Feindschaft und Zwietracht steigerten ihre Uneinigkeit. Mit göttlicher Macht sammelte und einte Er diese verstreute Herde, legte die Perle der Liebe in ihre Herzen, befreite sie aus der Gefangenschaft und führte sie aus Ägypten ins Heilige Land. Sie erzielten wunderbare Fortschritte in Wissenschaft und Kunstfertigkeit. Bande sozialer und nationaler Stärke schweißten sie zusammen. Ihre Weiterentwicklung menschlicher Tugenden verlief so wunderbar, dass sie rasch zur Blütezeit Salomons emporstiegen. Könnte man sagen, dass Moses kein wahrer Hirte war und dass Er dieses verstreute Volk nicht zusammengebracht hat?
Christus war ein wahrer Hirte. Zur Zeit Seines Erscheinens waren die Griechen, Römer, Assyrer und Ägypter wie viele verstreute Herden. Christus hauchte ihnen den Geist der Einheit ein und brachte sie in Einklang.
Daher ist es offensichtlich, dass die Propheten Gottes gekommen sind, um die Menschenkinder zu vereinen, und nicht, um sie zu zerstreuen; um das Gesetz der Liebe einzuführen und nicht Feindschaft. Folglich müssen wir alle Vorurteile beiseitelegen – seien sie religiös, ethnisch, politisch oder patriotisch. Wir müssen zur Ursache der Vereinigung der Menschheit werden. Streben Sie nach Weltfrieden, suchen Sie die Wege der Liebe und zerstören Sie die Grundlagen der Uneinigkeit, sodass diese materielle Welt göttlich, die Welt der Materie zum Reich Gottes werde und die Menschheit zur Vollendung gelange.

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2. Juni 1912
Ansprache in der Church of the Ascension Fifth Avenue und Tenth Street, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
In der Sprache der Heiligen Bücher wurde die Kirche das ›Haus des Bundes‹ genannt, weil die Kirche ein Ort ist, an dem Menschen unterschiedlicher Denkrichtungen mit voneinander abweichenden Ansichten – Menschen aller Hautfarben und Völker – in einem Bund dauerhafter Gemeinschaft zusammenkommen können.

Im Tempel des Herrn, im Hause Gottes, muss der Mensch gottergeben sein.

Er muss einen Bund mit seinem Herrn eingehen, um den göttlichen Geboten zu folgen und sich mit seinen Mitmenschen zu verbinden.

Er darf weder Unterschiede der Hautfarbe noch die Unterschiede der Nationalität beachten; er darf weder auf Unterschiede in Konfessionen und Glaubensüberzeugungen sehen noch sollte er auf die verschiedenen Denkrichtungen achten.

Vielmehr sollte er alle als Menschen ansehen und anerkennen, dass sich alle zusammenschließen und einigen müssen.

Er muss alle als eine einzige Familie, ein einziges Menschengeschlecht, ein einziges Heimatland anerkennen; er muss alle als Diener des einen Gottes ansehen, die unter dem Schutz Seiner Barmherzigkeit wohnen.

Das heißt, die Kirche sollte ein Sammelpunkt sein.

Gotteshäuser sind Symbole der Wahrheit und Göttlichkeit Gottes – der Sammelpunkt für alle Menschen.

Denken Sie darüber nach, wie in einem Gotteshaus Menschen jeglicher Hautfarbe und Herkunft vertreten sind – alle in der Gegenwart des Herrn, alle geloben, sich zusammen in einem gemeinsamen Bund der Liebe zu verbinden, alle mit der gleichen Melodie, dem gleichen Gebet und Flehen zu Gott.

So ist ganz offensichtlich, dass die Kirche ein Sammelpunkt für die Menschheit ist.

In allen göttlichen Religionen gab es daher Kirchen und Gotteshäuser; aber die wahren Sammelpunkte sind die Manifestationen Gottes, deren Symbol und Ausdruck die Kirchen und Gotteshäuser sind.

Die Manifestation Gottes ist sozusagen das wahre Haus Gottes und der Sammelpunkt, und das Kirchengebäude ist nur ein Symbol.
Denken Sie an die Aussage Jesu Christi im Evangelium. Zu Petrus sagte Er: »Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.« Es ist also klar, dass die Kirche Gottes das Gesetz Gottes und das sichtbare Gebäude nur ein Symbol dafür ist. Denn das Gesetz Gottes ist ein gemeinsamer Mittelpunkt, der unterschiedliche Völker, Länder, Sprachen und Anschauungen vereint. Im Schutz dieses Gesetzes finden alle Zuflucht und alle werden davon angezogen. Moses und das mosaische Gesetz waren beispielsweise der vereinende Sammelpunkt für die verstreuten Schafe Israels. Er vereinte diese umherirrenden Herden, führte bei ihnen das Regelwerk des göttlichen Gesetzes ein, erzog und einte sie, sorgte für ihren Zusammenschluss und erhob sie auf eine überragende Entwicklungsstufe. Zu einer Zeit, in der sie erniedrigt waren, wurden sie erhöht; sie waren unwissend und wurden zu Wissenden; sie lagen in Fesseln und erhielten Freiheit; kurz, sie wurden geeint. Sie kamen Tag für Tag voran und erreichten schließlich die höchste Entwicklungsstufe ihrer Zeit. Damit ist gezeigt, dass die Manifestation Gottes und das Gesetz Gottes Einheit schaffen.
Offensichtlich ist die Menschheit uneins. Die Geschmäcker der Menschen sind unterschiedlich. Es gibt viele Denkweisen, Herkunftsorte, Hautfarben und Sprachen. Es liegt auf der Hand, dass ein gemeinsamer Mittelpunkt nötig ist, durch den diese Unterschiede ausgeglichen und die Völker der Welt geeint werden können. Denken Sie darüber nach, dass nichts außer einer geistigen Macht diese Vereinigung herbeiführen kann, denn die materiellen Verhältnisse und die Denkweisen unterscheiden sich so sehr, dass durch äußere Mittel kein Einklang und keine Einheit herbeigeführt werden kann. Aber durch einen gemeinsamen Geist können alle geeint werden, so wie alle von einer einzigen Sonne ihr Licht empfangen. Darum können wir mithilfe des gemeinsamen göttlichen Mittelpunkts – dem Gesetz Gottes und der Wahrheit Seiner Manifestation – diesen Zustand überwinden, bis er ganz verschwindet und die Völker sich weiterentwickeln.
Denken Sie an die Zeit Christi.

Es gab viele Völker, Ethnien und Regierungen und viele verschiedene Religionen, Sekten und Konfessionen.

Als aber Christus erschien, erwies sich die messianische Wahrheit als der gemeinsame Mittelpunkt, der sie unter demselben Baldachin der Eintracht versammelte.

Denken Sie darüber nach.

Hätte Jesus Christus durch politische Macht diese unterschiedlichen Einflüsse vereinen oder solche Erfolge erzielen können?

Konnte diese Einheit und Eintracht durch weltliche Kräfte zustande kommen?

Offensichtlich nicht; vielmehr wurden diese verschiedenen Völker durch eine göttliche Macht zusammengebracht, durch den Odem des Heiligen Geistes.

Sie wurden durch das neue Leben, das ihnen eingeflößt wurde, vermischt und erfrischt.

Durch die Geistigkeit Christi wurden ihre Probleme überwunden, sodass ihre Streitigkeiten vollständig verschwanden.

So wurden diese verschiedenen Völker geeint und zusammengeschweißt in einem Bund der Liebe, die als einzige Herzen einen kann.

Es zeigt sich also, dass die göttlichen Manifestationen, die heiligen Sprachrohre Gottes, die Sammelpunkte Gottes sind.

Diese himmlischen Boten sind die wahren Hirten der Menschheit, denn wann immer Sie in der Welt erscheinen, versammeln Sie die verstreuten Schafe.

Dieser Sammelpunkt ist immer im Orient erschienen.

Abraham, Moses, Jesus Christus und Muḥammad waren die Sammelpunkte Ihres Tages und Ihrer Zeit, und alle erhoben sich im Osten.

Heute ist Bahá'u'lláh der Sammelpunkt für die Einheit der ganzen Menschheit, und der Glanz Seines Lichtes ist ebenfalls im Osten aufgegangen.

Er stiftete die Einheit der Menschheit in Persien.

Er stellte Harmonie und Eintracht zwischen den Anhängern unterschiedlicher religiöser Überzeugungen, Konfessionen, Sekten und Kulte her, indem Er sie von den Fesseln überholter Nachahmungen und des Aberglaubens befreite und sie zur wahren Grundlage der göttlichen Religionen führte.

Von dieser Grundlage strahlt die Geistigkeit aus:

Einheit, die Liebe zu Gott, das Wissen um Gott, lobenswerte Ethik und die guten Eigenschaften der Menschenwelt.

Bahá'u'lláh erneuerte diese Prinzipien, so wie das Kommen des Frühlings die Erde erquickt und allen irdischen Wesen neues Leben bringt.

Denn die Frische vergangener Frühlingszeiten war entschwunden, der Duft der lebensspendenden Brisen war verflogen, mit dem Winter war die Zeit der Dunkelheit gekommen.

Bahá'u'lláh kam, um das Leben der Welt mit diesem neuen und göttlichen Frühling zu erneuern, der mit höchster Macht und Herrlichkeit sein Zelt in den Ländern des Orients aufgeschlagen hat.

Das hat den Orient wiederbelebt; und zweifellos würden immerwährende Freude und Glück erlangt, wenn die Welt des Abendlandes die Dogmen der Vergangenheit aufgäbe, sich von Aberglauben und bloßer Nachahmung abwendete, das Wesen der göttlichen Religionen erforschte, am Beispiel Jesu Christi festhielte, nach den Lehren Gottes handelte und sich mit dem Orient vereinte.
In der westlichen Welt hat die materielle Zivilisation den höchsten Entwicklungsstand erreicht, aber die göttliche Kultur hat ihren Ursprung im Osten.

Der Osten muss sich die materielle Zivilisation vom Westen aneignen, und der Westen muss die geistige Kultur vom Osten empfangen.

So entsteht eine wechselseitige Verbindung.

Wenn sich beide zusammentun, wird die Menschheit ein herrliches Bild abgeben und außergewöhnliche Fortschritte erzielen.

Das ist klar und offensichtlich und braucht keinen Beweis.

Die hohe Stufe materieller Zivilisation im Westen kann nicht geleugnet werden, genauso wie niemand die geistige Kultur des Ostens bestreiten kann, denn alle göttlichen Grundlagen menschlichen Aufschwungs erschienen im Osten.

Das ist genauso klar und offensichtlich.

Deshalb müssen Sie den Osten beim materiellen Fortschritt unterstützen.

In gleicher Weise muss der Osten die Grundlagen der geistigen Kultur in der westlichen Welt verbreiten.

Durch diese Verschmelzung und Vereinigung wird die Menschheit ein Höchstmaß an Wohlstand und Entwicklung erlangen.

Materielle Zivilisation allein genügt nicht und wird sich als nicht zielführend erweisen.

Das mit materiellen Gegebenheiten verbundene körperliche Glück wurde dem Tier bestimmt.

Denken Sie darüber nach, wie das Tier den höchsten Grad irdischen Glücks erreicht hat.

Ein Vogel sitzt auf dem höchsten Ast und baut dort äußerst schön und geschickt sein Nest.

All die Körner und Samen der Wiesen sind sein Reichtum und seine Nahrung; all das frische Wasser aus den Bergquellen und den Flüssen der Ebene dient seinem Genuss.

Das ist wahrlich der Gipfel irdischen Glücks, zu dem nicht einmal der Mensch gelangen kann.

Das ist der besondere Vorzug des Tierreichs.

Der Vorzug des Menschen hingegen ist, geistiges Glück in der Menschenwelt zu erlangen, Gott zu erkennen und zu lieben.

Die dem Menschen bestimmte Auszeichnung ist, die höchsten Tugenden der Menschenwelt zu erreichen.

Das ist sein wahres Glück und seine Glückseligkeit.

Wenn sich jedoch materielles Glück und geistige Glückseligkeit verbinden, ergibt sich »Entzücken über Entzücken«, wie die Araber sagen.

Wir beten, dass Gott Ost und West einen möge, damit es zum Austausch zwischen diesen beiden Kulturen kommt und die Menschen sich daran erfreuen mögen.

Ich bin sicher, dass es so kommen wird, denn dies ist das Jahrhundert des Lichtes.

Dies ist eine Zeit, in der sich die göttliche Barmherzigkeit über das dringendste Bedürfnis dieses neuen Jahrhunderts ergießt: die Einheit von Ost und West.

Sie wird gewiss verwirklicht werden.
Frage: Welche Stellung hat die Frau im Orient?
Antwort:

Früher befand sich die Frau in einer höchst beklagenswerten Lage, denn im Orient glaubte man, es sei für die Frau am besten, unwissend zu sein.

Man hielt es für besser, dass sie weder lesen noch schreiben konnte, damit sie nichts über das Weltgeschehen erfuhr.

Man war der Meinung, dass die Frau erschaffen wurde, um Kinder zu erziehen und den Haushaltspflichten nachzukommen.

Nach einer Ausbildung zu streben, galt als unkeusch; und so wurden Frauen zu Gefangenen des Haushalts gemacht.

Die Häuser hatten nicht einmal Fenster, die sich zur Außenwelt öffneten.

Bahá'u'lláh hat diese Vorstellungen zunichtegemacht und die Gleichberechtigung von Mann und Frau verkündet.

Er verhalf der Frau zu Ansehen durch das Gebot, dass alle Frauen Bildung erhalten sollen, dass es keinen Unterschied in der Erziehung und Bildung beider Geschlechter geben darf und Mann und Frau die gleichen Rechte genießen.

In der Wertschätzung Gottes besteht kein Geschlechterunterschied.

Wessen Gedanken rein sind, wer ausgezeichnet erzogen und gebildet ist, wer mehr in seinem Fachgebiet leistet und wer sich durch menschenfreundliche Taten hervortut, hat Anspruch auf alle Rechte und Anerkennung, gleich ob Mann oder Frau, weiß oder schwarz; es gibt keinen wie auch immer gearteten Unterschied.

Die Stellung der Frau im Orient hat sich also gewandelt.

Heute besuchen Frauen Schulen und Hochschulen, gehen dem regulären Lehrplan nach und werden den Männern Tag für Tag unentbehrlicher und ihnen ebenbürtig.

Das ist die derzeitige Lage der Frauen Persiens.
Frage: In welcher Beziehung stehen Sie zum Stifter Ihres Glaubens? Sind Sie sein Nachfolger, in derselben Weise wie der römische Papst?
Antwort: Ich bin der Diener Bahá'u'lláhs, des Stifters, und das ist mein Ruhm und meine Ehre. Keine Ehre halte ich für größer als diese, und ich hoffe, dass mein Dienst für Bahá'u'lláh von Ihm angenommen wird. Das ist meine Stufe.
Frage: Ist es nicht eine Tatsache, dass weltweiter Frieden nicht erreicht werden kann, ehe nicht alle Länder der Welt demokratisch regiert werden?
Antwort: Es ist ganz klar, dass es in Zukunft in den Ländern der Welt keine Zentralisierung geben wird, egal ob sie konstitutionell-monarchisch, republikanisch oder demokratisch regiert werden. Die Vereinigten Staaten könnten ein Beispiel für eine künftige Regierung sein – das heißt, jede Provinz wird unabhängig sein, aber es wird einen föderalistischen Bund geben, der die Interessen der verschiedenen unabhängigen Staaten schützt. Das muss nicht zwangsläufig eine republikanische oder demokratische Staatsform sein. Die Abschaffung der Zentralisierung, die den Despotismus begünstigt, ist ein Erfordernis unserer Zeit. Das wird zu internationalem Frieden führen. Ebenso wichtig für die Schaffung des Weltfriedens ist das Frauenwahlrecht. Das heißt, Frieden kann verwirklicht werden, wenn zwischen Männern und Frauen völlige Gleichberechtigung hergestellt sein wird, aus dem einfachen Grund, dass im Allgemeinen Frauen niemals Krieg befürworten werden. Frauen werden nicht bereit sein, jenen, für die sie so zärtlich gesorgt haben, zu erlauben, das Schlachtfeld zu betreten. Wenn sie eine Stimme haben, werden sie sich gegen jeden Kriegsanlass aussprechen. Ein weiterer Faktor, der zu universellem Frieden führen wird, ist die Verbindung von Orient und Okzident.
Frage: Was denken Sie über Reinkarnation?
Antwort:

Das Thema Reinkarnation hat zwei Aspekte.

Das eine ist, woran die Inder glauben, und selbst das ist in zwei Teile unterteilt:

Reinkarnation und Seelenwanderung.

Gemäß der einen Lehre geht die Seele und kehrt dann in bestimmten Reinkarnationen zurück; sie sagen, eine kranke Person sei wegen ihrer Taten in einer früheren Inkarnation krank, und das sei die Bestrafung.

Die andere Schule des Hinduismus glaubt, dass der Mensch manchmal als Tier wiederkommt – zum Beispiel als Esel – und das sei die Strafe für frühere Taten.

Ich beziehe mich dabei auf die Glaubenslehren in jenem Land, wie sie in den Schulen gelehrt werden.

Es gibt eine Wiederkehr des prophetischen Auftrags.

Als Jesus Christus von Johannes dem Täufer sprach, erklärte Er, dieser sei Elias.

Als Johannes der Täufer gefragt wurde:

»Bist du Elias?«, antwortete er:

»Nein.« Diese beiden Aussagen scheinen widersprüchlich zu sein, aber in Wirklichkeit widersprechen sie sich nicht.

Das Licht ist immer das gleiche Licht.

Das Licht, das gestern Abend in dieser Lampe leuchtete, lässt sie auch heute Abend erstrahlen.

Das heißt nicht, dass dieselben Lichtstrahlen zurückgekehrt sind, sondern die Eigenschaft des Leuchtens.

Das Licht, das sich im Glas gezeigt hat, zeigt sich wieder, sodass wir sagen können, dass das Licht dieses Abends das erneut entzündete Licht des letzten Abends ist.

Das betrifft seine Eigenschaften, aber nicht seine frühere Identität.

Dies ist unsere Sicht zum Thema Reinkarnation.

Wir glauben das, was auch Jesus Christus und alle Propheten geglaubt haben.

Zum Beispiel sagt der Báb:

»Ich bin die Wiederkunft aller Propheten.« Dies bezieht sich auf die Einheit der prophetischen Kräfte, die Einheit der Macht, die Einheit der Gnadengaben, die Einheit der Ausstrahlung, die Einheit des Ausdrucks, die Einheit der Offenbarung.
Frage: Wie steht Ihr Glaube zur Familie?
Antwort: Nach den Lehren Bahá'u'lláhs muss die Familie als menschliche Einheit nach den Regeln der Heiligkeit erzogen werden. Alle Tugenden müssen der Familie nahegebracht werden. Die Unversehrtheit der Familienbande ist stets zu berücksichtigen; die Rechte der Familienmitglieder dürfen nicht übergangen werden. Niemandes Rechte, weder die des Sohnes, noch des Vaters oder der Mutter dürfen übergangen oder willkürlich ausgelegt werden. So, wie der Sohn bestimmte Pflichten gegenüber seinem Vater hat, hat auch der Vater bestimmte Pflichten gegenüber seinem Sohn. Die Mutter, die Schwester und andere Haushaltsmitglieder haben ihre eigenen Vorrechte. All diese Rechte und Vorrechte müssen gewahrt werden, die Einheit der Familie muss jedoch erhalten bleiben. Die Verletzung eines Familienmitglieds soll als Verletzung aller angesehen werden, das Wohl von einem als das Wohl aller, die Auszeichnung eines einzelnen als Auszeichnung aller.
Frage: In welchem Verhältnis steht die Bahá'í-Lehre zur alten zoroastrischen Religion?
Antwort:

Die Religionen Gottes haben dieselbe Grundlage, aber die später auftretenden Dogmen sind unterschiedlich.

Jede der göttlichen Religionen hat zwei Aspekte.

Der Erste ist der Wesentliche.

Er betrifft die Ethik und die Entwicklung der menschlichen Tugenden.

Dieser Aspekt ist allen gemeinsam.

Er ist grundlegend.

Er ist ein und derselbe.

Es gibt darin keinen Unterschied, keine Veränderung.

Bezüglich der ethischen Erziehung und der Entwicklung menschlicher Tugenden gibt es keinerlei Unterschied zwischen den Lehren Zarathustras, Jesu und Bahá'u'lláhs.

Darin stimmen sie überein, darin sind sie eins.

Der zweite Aspekt der göttlichen Religionen ist nicht wesentlich.

Er betrifft die menschlichen Bedürfnisse und ändert sich in jedem Zyklus entsprechend den Erfordernissen der Zeit.

Zum Beispiel war Scheidung zu Moses Zeiten mit den Bedürfnissen und Verhältnissen vereinbar; Moses führte sie deshalb ein.

Aber in der Zeit Christi kamen Scheidungen häufig vor und waren die Ursache des Verfalls; da Scheidung zu dieser Zeit nicht mehr passte, erklärte Er sie für ungesetzlich.

Aus ähnlichen Gründen änderte Er auch andere Gesetze.

Dabei geht es um Bedürfnisse und Lebensumstände, die mit dem Verhalten der Gesellschaft zusammenhängen; deshalb werden sie entsprechend den Anforderungen der Zeit geändert.

Moses hielt sich in der Wüste auf.

Da es in der Wüste und Wildnis keine Gefängnisse und keine Mittel zur Wiedergutmachung gab, galt als Gesetz Gottes »Auge um Auge, Zahn um Zahn«.

Könnte man das heute anwenden?

Wenn jemand das Auge eines anderen zerstört, würdet ihr das Auge des Täters zerstören wollen?

Wenn einem Mann die Zähne gebrochen werden oder das Ohr abgeschnitten wird, würdet ihr dann eine entsprechende Verstümmelung seines Angreifers fordern?

Das entspräche nicht den Verhältnissen in der heutigen menschlichen Gesellschaft.

Wenn ein Mann stiehlt, sollte ihm dann die Hand abgetrennt werden?

Diese Strafe war gerecht und richtig im mosaischen Gesetz, aber es passte zur Wüste, wo es keine Gefängnisse und Besserungsanstalten gab wie in späteren, weiter entwickelten Regierungsformen.

Heute habt ihr eine Regierung und eine Ordnung, ein Polizeisystem, einen Richter und ein Schwurgerichtsverfahren.

Strafen und Strafmaße sind jetzt anders.

Darum wird das Unwesentliche, das die einzelnen Gesellschaftsaspekte regelt, gemäß den Erfordernissen der Zeit und der Umstände verändert.

Aber die wesentliche Grundlage der Lehren von Moses, Zarathustra, Jesus und Bahá'u'lláh ist identisch, ist eine einzige; es gibt keinerlei Unterschied.
Frage: Ist Frieden ein erhabeneres Wort als Liebe?
Antwort: Nein! Liebe ist großartiger als Frieden, denn Frieden beruht auf Liebe. Die Liebe ist die Grundlage des Friedens, und Frieden entsteht aus Liebe. Solange man keine Liebe erlangt, kann es keinen Frieden geben; aber es gibt einen sogenannten Frieden ohne Liebe. Die Liebe, die von Gott kommt, ist das Grundlegende. Diese Liebe ist das Ziel jeder menschlichen Errungenschaft, der Glanz des Himmels, das Licht des Menschen.
Frage: Könnten Sie uns die Grundsätze Ihres Glaubens nennen?
Antwort: Erstens: Erforscht die Wahrheit. Der Mensch muss bloße Nachahmung aufgeben und die Wahrheit suchen. Die gegenwärtigen religiösen Ansichten weichen voneinander ab, weil sie Dogmen folgen. Es ist daher nötig, solche Nachahmungen aufzugeben und die Wahrheit zu suchen, die allem zugrunde liegt.
Zweitens: die Einheit der Menschheit. Alle menschlichen Geschöpfe sind Diener Gottes. Alle sind in das Meer Seiner Gnade getaucht. Der Schöpfer aller ist der eine Gott; der Versorger, der Geber, der Beschützer aller ist ein und derselbe Gott. Er ist gütig zu allen; warum sollten wir herzlos sein? Alle leben unter dem Schirm Seiner Liebe; warum sollten wir einander hassen? Es gibt unwissende Menschen; sie benötigen Erziehung und Bildung. Manche sind wie Kinder; sie müssen bis zur Reife unterrichtet und erzogen werden. Andere sind körperlich, psychisch oder geistig krank; sie müssen behandelt und geheilt werden. Aber alle sind Diener Gottes.
Drittens: Die Religion muss Liebe zu allen fördern, muss die Ursache von Gemeinschaft, Einheit und Licht sein. Wenn sie zur Ursache von Feindschaft, Blutvergießen und Hass wird, ist ihr Nichtsein besser als ihr Sein, ihre Abwesenheit besser als ihre Anwesenheit. Religion und Wissenschaft stehen in Eintracht und Einklang. Wenn eine Aussage der Religion gegen die Vernunft verstößt und nicht mit der Wissenschaft vereinbar ist, ist sie bloße Einbildung und nicht glaubwürdig.
Viertens: Gleichberechtigung von Mann und Frau. In jeder Hinsicht sind sie gleichwertig. Die Wirtschaftsgesetze für den menschlichen Lebensunterhalt müssen so umgestaltet werden, dass alle Menschen entsprechend ihrer jeweiligen Verdienste in größtem Glück leben können.
Fünftens: geistige Gemeinschaft. Die ganze Menschheit muss zu einer geistigen Verbindung gelangen – das heißt, zu einer Vereinigung im Heiligen Geist –, denn patriotische, ethnische und politische Verbindungen nützen nichts. Ihre Erfolge sind dürftig; aber göttliche Verbindung, die geistige Verbindung, stiftet Einheit und Freundschaft zwischen den Menschen. So, wie bisher die materielle Zivilisation ausgebaut wurde, muss nun die göttliche Kultur verbreitet werden. Solange diese beiden nicht in Einklang stehen, wird die Menschheit kein wahres Glück erfahren. Durch rein verstandesmäßige Entwicklung und die Kraft der Vernunft kann der Mensch nicht zu seiner höchsten Stufe gelangen – denn mit dem Verstand allein kann er den durch Religion bewirkten Fortschritt nicht zustande bringen. Die Philosophen in der Vergangenheit mühten sich vergeblich, die Menschheit mittels Verstandesfähigkeiten wiederzubeleben. Sie waren höchstens dazu in der Lage, sich selbst und eine begrenzte Schülerzahl zu erziehen; sie selbst haben ihr Scheitern eingestanden. Daher muss die Menschheit durch den Odem des Heiligen Geistes gestärkt werden, um universelle Bildung und Erziehung zu erhalten. Durch das Einfließen göttlicher Kraft werden alle Nationen und Völker belebt und weltweites Glück ist möglich.
Das sind einige Grundsätze der Bahá'í.
Frage: Werden Frauen oder Männer dieser neuen Religion am meisten helfen? Welches Geschlecht wird geeigneter sein?
Antwort: In Persien haben ihr die Männer mehr geholfen, aber im Westen eher die Frauen. Im Westen haben offenbar die Frauen in der Religion den Vorrang, aber im Osten übertreffen die Männer die Frauen.
Frage: Was wird die Nahrung des geeinten Volkes sein?
Antwort: Mit dem Fortschritt der Menschheit wird immer weniger Fleisch gegessen werden, denn die Zähne des Menschen sind anders als die der Fleischfresser. Die Zähne des Löwen zum Beispiel sind Fleischfresserzähne, für das Fressen von Fleisch bestimmt; wenn er kein Fleisch findet, verhungert er. Der Löwe kann nicht grasen, die Form seiner Zähne ist dafür nicht geeignet. Das Verdauungssystem des Löwen kann durch nichts als Fleisch Nährstoffe aufnehmen. Der Adler hat einen krummen Schnabel, dessen unterer Teil kürzer ist als der obere. Er kann keine Körner aufpicken, er kann nicht grasen; deshalb muss er Fleisch zu sich nehmen. Die Haustiere haben Pflanzenfresserzähne, geformt, um Gras zu fressen, woraus ihr Futter besteht. Die Backenzähne des Menschen sind so geformt, dass sie Körner zermahlen können. Die Schneidezähne sind für Früchte usw. Aufgrund der Kauwerkzeuge ist es deshalb ziemlich offensichtlich, dass die Nahrung des Menschen Getreide sein sollte und nicht Fleisch. Wenn die Menschheit weiterentwickelt sein wird, wird der Fleischverzehr allmählich aufhören.

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8. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von John G. Grundy
Das Staatswesen braucht heutzutage dringend einen Arzt. Es ist einem menschlichen Körper vergleichbar, der von schweren Krankheiten befallen ist. Ein Arzt stellt die Diagnose und verordnet die Behandlung. Er verschreibt jedoch nichts, bevor er nicht die Diagnose gestellt hat. Die Krankheit, die das Staatswesen befallen hat, ist der Mangel an Liebe und Selbstlosigkeit. In den Herzen der Menschen findet sich keine wirkliche Liebe; in einem solchen Zustand ist keine Heilung, keine Einigung der Menschheit möglich, außer wenn eine Macht ihre Empfänglichkeit erweckt, sodass sich unter den Menschen Einheit, Liebe und Eintracht entwickeln können. Was das Staatswesen heute braucht, ist Liebe und Einheit. Ohne sie kann weder Fortschritt noch Wohlstand erreicht werden. Darum müssen die Freunde Gottes an der Macht festhalten, die diese Liebe und Einheit in den Herzen der Menschenkinder erschaffen wird. Wissenschaft kann die Krankheit des Staatswesens nicht heilen. Wissenschaft kann in den Menschenherzen keine Freundschaft und Verbundenheit erzeugen. Weder Vaterlandsliebe noch Volkszugehörigkeit können Abhilfe schaffen. Es muss allein durch die Freigebigkeit Gottes und die geistigen Gaben erreicht werden, die für diesen Zweck an diesem Tag von Gott herabgesandt wurden. Dies ist ein dringendes Bedürfnis dieser Zeit, und das göttliche Heilmittel steht zur Verfügung. Nur die geistigen Lehren der Religion Gottes können diese Liebe, Einheit und Eintracht in den Menschenherzen schaffen.
Haltet euch darum an diese von Gott bereitgestellten himmlischen Mittel, sodass durch die Liebe Gottes diese Seelenbande geknüpft, diese Herzensverbindungen verwirklicht werden und das Licht wahrer Einheit durch euch in das ganze Weltall gespiegelt werde. Wenn wir uns nicht fest an diese göttlichen Mittel und Wege halten, wird kein Erfolg möglich sein. Beten wir zu Gott, dass Er unseren Geist beflügle, sodass wir das Kommen Seiner Gnadengaben wahrnehmen; dass Er unsere Augen erleuchte, sodass sie Seine großartige Führung sehen und dass Er unser Gehör darauf einstimme, sich an den himmlischen Melodien des göttlichen Wortes zu erfreuen. Das ist unsere größte Hoffnung. Das ist unser höchstes Ziel.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Philadelphia

9. Juni 1912

– 62 –

9. Juni 1912
Ansprache in der Unitarian Church Fifteenth Street und Girard Avenue in Philadelphia, Pennsylvania
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Ich bin aus fernen Ländern des Orients gekommen, wo seit jeher die Himmelslichter aufleuchteten, aus jenen Gegenden, wo die Manifestationen Gottes erschienen und der Glanz und die Macht Gottes den Menschen offenbart worden sind. Ziel und Absicht meines Besuches ist es, dass dadurch das Band der Einheit und Einigkeit zwischen Ost und West geknüpft werde, dass göttliche Liebe alle Völker umfasse, göttlicher Glanz beide Kontinente erleuchte und die Gaben des Heiligen Geistes den Körper der Welt beleben mögen. Deshalb flehe ich an der Göttlichen Schwelle, dass Orient und Okzident eins werden, dass die verschiedenen Völker und Religionen sich vereinen und die Seelen verschmelzen wie die Wellen eines Meeres. Mögen sie wie Bäume, Blumen und Rosen werden, die denselben Garten schmücken und verschönern.
Das Reich Gottes ist eine unteilbare Einheit, gänzlich geheiligt über menschliches Begreifen; denn das verstandesmäßige Wissen über die Schöpfung ist begrenzt, wohingegen das göttliche Fassungsvermögen grenzenlos ist.

Wie kann das Begrenzte das Unbegrenzte begreifen?

Wir sind der Inbegriff der Armut, während die göttliche Wirklichkeit absoluter Reichtum ist.

Wie kann völlige Armut absoluten Reichtum verstehen?

Wir sind der Inbegriff der Schwäche, während die göttliche Wirklichkeit absolute Macht ist.

Völlige Schwäche kann niemals absolute Macht erlangen oder auch nur begreifen.

Die Wesen der Erscheinungswelt, die in Begrenzungen gefangen sind, unterliegen stets dem Wandel und Wechsel der Verhältnisse.

Wie können solche Wesen jemals die himmlische, ewige, unveränderliche Wirklichkeit erfassen?

Das ist ganz sicher unmöglich, denn wenn wir die erschaffene Welt erforschen, sehen wir, dass der Stufenunterschied solches Wissen verhindert.

Eine niedrigere Stufe kann niemals eine höhere Stufe oder ein höheres Reich begreifen.

Das Mineral, egal wie weit es voranschreitet, kann niemals das Pflanzenreich erkennen.

Wie weit ein Gewächs aus der Pflanzenwelt auch fortschreitet, es kann das Wesen des Tierreichs nicht verstehen – mit anderen Worten, es kann keine Lebenswelt begreifen, die mit Sinneskräften ausgestattet ist.

Das Tier mag ein wunderbares Maß an Intelligenz entwickeln, aber es kann niemals die Fähigkeiten der Vorstellung und des bewussten Nachdenkens erlangen, die dem Menschen zu eigen sind.

Es ist daher offensichtlich, dass der Stufenunterschied immer ein Hindernis für das Erfassen des Höheren durch das Niedrigere, des Überlegenen durch das Unterlegene ist.

Diese Blume, so schön, frisch, aromatisch und zart duftend, kann, auch wenn sie in ihrem eigenen Reich Vollkommenheit erlangt hat, trotzdem die menschliche Wirklichkeit nicht begreifen, kann weder sehen noch hören; darum bleibt ihr die Welt des Menschen verborgen, obwohl beide, der Mensch und sie, ein zufälliges, bedingtes Wesen sind.

Der Unterschied liegt in der Stufe.

Die Begrenztheit einer niedrigeren Stufe verhindert das Verständnis.
Da dies so ist, wie kann dann ein menschliches Wesen, das begrenzt ist, den ewigen, verborgenen Schöpfer begreifen?

Wie kann der Mensch den allwissenden, allgegenwärtigen Herrn begreifen?

Zweifellos kann er es nicht, denn was auch immer der menschliche Geist erfasst, ist die begrenzte Vorstellung eines Menschen, während das göttliche Königreich unbegrenzt und unendlich ist.

Aber obwohl die Wirklichkeit des Göttlichen über das Verstehen ihrer Geschöpfe geheiligt ist, hat sie allen Reichen der stofflichen Welt ihre Gaben verliehen, und Beweise geistiger Offenbarung werden in allen Reichen des bedingten Seins bezeugt.

Das Licht Gottes erleuchtet die Welt des Menschen, so wie die Sonnenstrahlen herrlich auf die materielle Schöpfung scheinen.

Die Sonne der Wahrheit ist eine einzige; ihre Gabe ist eine einzige; ihre Wärme ist eine einzige; ihre Strahlen sind eins.

Sie scheint auf die gesamte stoffliche Welt, aber die Fähigkeit, sie zu erfassen, ist je nach Reich verschieden, wobei jedes Reich seinen Fähigkeiten entsprechend das Licht und die Gaben der ewigen Sonne empfängt.

Der schwarze Stein empfängt das Licht der stofflichen Sonne, auch die Bäume und Tiere empfangen es.

Alle existieren und entwickeln sich durch diese eine Gabe.

Die vollkommene Seele des Menschen – das heißt das vollkommene Individuum – ist wie ein Spiegel, in dem sich die Sonne der Wahrheit spiegelt.

Die Vollkommenheit, das Abbild und Licht dieser Sonne wurden in diesem Spiegel offenbart; ihre Wärme und ihr Licht manifestieren sich darin, denn in dieser reinen Seele findet die Sonne einen vollkommenen Ausdruck.
Diese Spiegel sind die Boten Gottes, die uns von Gott erzählen, so wie der materielle Spiegel das Licht der am Himmel sichtbaren Sonnenscheibe reflektiert. Auf diese Weise erscheinen das Bild und der Glanz der Sonne der Wahrheit in den Spiegeln der Manifestationen Gottes. Dies meinte Jesus Christus, als Er erklärte: »Der Vater ist im Sohn«, was heißt, dass die Wahrheit der ewigen Sonne und ihre Herrlichkeit sich in Christus Selbst spiegelte. Es bedeutet nicht, dass die Sonne der Wahrheit von ihrem Ort am Himmel herabgestiegen oder ihr Wesenskern in den Spiegel eingetreten wäre, denn für die göttliche Wirklichkeit gibt es weder Eingang noch Ausgang; es gibt kein Eintreten oder Austreten; sie ist über alle Dinge geheiligt und nimmt immer nur ihre eigene heilige Stufe ein. Wandel und Wechsel betreffen diese ewige Wirklichkeit nicht. Der Übergang von einem Zustand zum anderen ist das Kennzeichen bedingter Daseinsformen.
Zu einer Zeit, als Krieg und Streit unter den Völkern vorherrschten, als Feindschaft und Hass Sekten und Konfessionen trennten und menschliche Gegensätze besonders ausgeprägt waren, erschien Bahá'u'lláh am Horizont des Ostens und verkündete die Einheit Gottes und die Einheit der Menschheit.

Er verbreitete die Lehre, dass alle Menschen Diener eines einzigen Gottes sind, dass alle durch die Gnade des einen Schöpfers ins Dasein gekommen sind, dass Gott zu allen gütig ist, sie alle ernährt, aufzieht und beschützt, für alle sorgt und Seine Liebe und Sein Erbarmen sich auf alle Menschen und alle Völker erstrecken.

Da Gott liebevoll ist, warum sollten wir ungerecht und herzlos sein?

Da Gott Treue und Barmherzigkeit erweist, warum sollten wir Feindschaft und Hass zeigen?

Sicherlich ist die göttliche Vorgehensweise perfekter als menschliches Planen und menschliche Theorien; egal wie weise und klug der Mensch werden mag, er kann niemals eine Vorgehensweise ersinnen, die der Vorgehensweise Gottes überlegen ist.

Deshalb müssen wir nach dem Vorbild Gottes handeln, alle Menschen lieben und gerecht und gütig zu jedem menschlichen Geschöpf sein.

Wir müssen alle Menschen als Blätter, Zweige und Früchte eines einzigen Baumes betrachten, als Kinder eines einzigen Haushalts, denn alle sind die Nachkommen Adams.

Wir sind Wellen eines einzigen Meeres, Gräser derselben Wiese, Sterne am selben Himmel und wir finden Obhut beim allumfassenden göttlichen Beschützer.

Wenn jemand krank ist, muss er behandelt werden; die Unwissenden müssen geschult werden; die Schlafenden müssen aufgeweckt werden; die Toten müssen wieder mit Leben erfüllt werden.

Das sind Grundsätze aus den Lehren Bahá'u'lláhs.
Mit der Verkündigung der Einheit der Menschheit lehrte Er, dass Männer und Frauen vor Gott gleich sind und kein Unterschied zwischen ihnen gemacht werden darf.

Der einzige Unterschied zwischen ihnen ist der Mangel an Erziehung und Bildung.

Wenn die Frau die gleichen Bildungschancen bekommt, werden Unterscheidung und Geringschätzung verschwinden.

Die Menschenwelt hat sozusagen zwei Flügel:

Der eine ist weiblich, der andere männlich.

Wenn ein Flügel schwach ist, kann der starke und vollendete Flügel allein nicht fliegen.

Die Menschenwelt hat zwei Hände.

Wenn eine schwach ist, ist die tüchtige Hand eingeschränkt und nicht in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen.

Gott ist der Schöpfer der Menschheit.

Er hat beide Geschlechter mit Vortrefflichkeiten und Verstand ausgestattet, ihnen Körperteile und Sinnesorgane gegeben, ohne Spezialisierung oder Unterscheidung hinsichtlich Über- oder Unterlegenheit.

Warum also sollte man denken, die Frau sei weniger wert?

Das entspricht nicht dem Plan und der Gerechtigkeit Gottes.

Er hat sie gleich erschaffen; nach Seiner Einschätzung spielt das Geschlecht keine Rolle.

Wessen Herz rein und wessen Taten vollendet sind, ist Gott willkommen, sei es Mann oder Frau.

In der Geschichte waren oft Frauen der Stolz der Menschheit – zum Beispiel Maria, die Mutter Jesu.

Sie war die Ehre der Menschheit.

Maria Magdalena, Ásíyih, die Tochter des Pharao, Sarah, die Frau Abrahams, und unzählige andere haben der Menschheit durch ihre Vortrefflichkeit Ehre gebracht.

An diesem Tag gibt es Frauen unter den Bahá'í, die die Männer weit überragen.

Sie sind weise, talentiert, gebildet, fortschrittlich, höchst intelligent und das Licht der Welt.

Sie übertreffen Männer an Mut.

Wenn sie in Versammlungen sprechen, hören die Männer mit großem Respekt zu.

Zudem ist die Erziehung und Bildung der Frauen von größerer Bedeutung als die der Männer, denn sie sind die Mütter der Menschheit, und die Kinder werden von Müttern erzogen.

Die Mütter sind die ersten Lehrerinnen der Kinder.

Daher müssen sie gut ausgebildet sein, um sowohl Söhne als auch Töchter entsprechend erziehen zu können.

In den Schriften Bahá'u'lláhs gibt es viele diesbezügliche Vorgaben.
Er forderte den gleichen Bildungsweg für Mann und Frau. Töchter und Söhne müssen den gleichen Lehrplan durchlaufen und dadurch die Einheit der Geschlechter fördern. Wenn alle Menschen die gleichen Bildungschancen haben und die Gleichberechtigung von Mann und Frau verwirklicht ist, werden die Kriegsgrundlagen völlig vernichtet. Ohne Gleichberechtigung ist dies unmöglich, weil alle trennenden Unstimmigkeiten und Unterscheidungen zu Zwietracht und Streit führen. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau trägt zur Abschaffung von Krieg bei, denn Frauen werden niemals bereit sein, ihn zu billigen. Mütter werden ihre Söhne nicht auf dem Schlachtfeld als Opfer hergeben, nachdem sie sie von klein auf zwanzig Jahre lang umsorgt und umhegt haben, gleichgültig, welche Sache die Söhne verteidigen sollen. Es besteht kein Zweifel, dass Krieg unter den Menschen gänzlich aufhören wird, sobald Frauen gleiche Rechte erhalten.
Bahá'u'lláh verkündete die grundlegende Einheit der Religion. Er lehrte, dass die Wahrheit nur eine ist und nicht vielfach, dass sie allen göttlichen Geboten zugrunde liegt und dass die Grundlage aller Religionen daher dieselbe ist. Nach und nach haben sich bestimmte Ausprägungen und Abwandlungen herausgebildet. Da sie voneinander abweichen, führen sie zu Konflikten zwischen den Religionsanhängern. Wenn wir diese Verfälschungen beiseite lassen und uns an die wesentliche Wahrheit halten, die unseren Überzeugungen zugrunde liegt, schaffen wir eine Basis für Einigkeit, denn diese Wahrheit ist eine einzige und nicht vielfach.
Ein weiterer Grundsatz der Lehren Bahá'u'lláhs ist die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion.

Die Religion muss einer Analyse durch die Vernunft standhalten.

Sie muss mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Beweisen in Einklang stehen, damit die Wissenschaft die Religion anerkennt und die Religion die Wissenschaft bestärkt.

Beide sind in Wirklichkeit untrennbar miteinander verschmolzen und verbunden.

Wenn die Aussagen und Lehren der Religion sich als unvernünftig erweisen und der Wissenschaft widersprechen, sind sie das Ergebnis von Aberglauben und Einbildung.

In der Vergangenheit sind unzählige derartige Doktrinen und Glaubenslehren entstanden.

Nehmen wir den Aberglauben und die Mythen der Römer, Griechen und Ägypter; sie standen alle im Widerspruch zur Religion und zur Wissenschaft.

Es ist jetzt offensichtlich, dass die Glaubensvorstellungen dieser Völker Aberglauben waren, aber zu ihrer Zeit hielt man äußerst hartnäckig an ihnen fest.

So war einer der vielen ägyptischen Götzen für jene Menschen ein verbürgtes Wunder, obwohl er in Wirklichkeit ein Stück Stein war.

Da die Wissenschaft die Erschaffung eines Gesteinsstücks durch ein Wunder sowie dessen wundersame Eigenschaften nicht bestätigen kann, muss der Glaube daran Aberglaube gewesen sein.

Es ist jetzt offensichtlich, dass es Aberglaube war.

Deshalb müssen wir solche Überzeugungen vollkommen ablegen und die Wahrheit erforschen.

Das, was sich als wahr und mit der Vernunft vereinbar herausstellt, muss akzeptiert werden, und was Wissenschaft und Vernunft nicht bestätigen können, muss als Verfälschung ohne Bezug zur Wirklichkeit abgelehnt werden.

Dann werden Glaubensunterschiede verschwinden.

Alle werden zu einer einzigen Familie, einem einzigen Volk werden und bei allen Menschen wird sich die gleiche Aufnahmefähigkeit für die göttliche Freigebigkeit und Erziehung erweisen.
O Du vergebender Herr! Du bist aller Deiner Diener Zuflucht. Du kennst die Geheimnisse und bist aller Dinge gewahr. Wir alle sind hilflos, Du aber bist der Machtvolle, der Allmächtige. Wir alle sind Sünder, Du aber bist der Vergeber der Sünden, der Barmherzige, der Mitleidvolle. O Herr! Sieh nicht auf unsere Fehler. Verfahre mit uns nach Deiner Gnade und Großmut. Groß ist die Zahl unserer Mängel, doch unendlich ist das Meer Deiner Vergebung. Schlimm ist unsere Schwäche, doch Deine Hilfe und Dein Beistand sind offensichtlich. Darum stärke und festige uns. Mache uns fähig, zu vollbringen, was Deiner heiligen Schwelle würdig ist. Erleuchte unsere Herzen, verleihe uns scharfe Augen und aufmerksame Ohren. Erwecke die Toten und heile die Kranken. Verleihe den Armen Wohlstand, den Furchtsamen Frieden und Sicherheit. Nimm uns auf in Dein Reich und erleuchte uns mit dem Lichte der Führung. Du bist der Starke, der Allmächtige. Du bist der Freigebige. Du bist der Sanftmütige. Du bist der Gütige.

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9. Juni 1912
Ansprache im Baptisten-Tempel Broad and Berks Street, Philadelphia, Pennsylvania
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Es freut mich sehr, heute Abend hier zu sein. Dies ist ein wirklich hochgeistiges Treffen. Ich nehme den Wohlgeruch des himmlischen Königreichs bei Ihnen wahr – Hingabe an Gott, aufrichtige Absichten und geistige Liebe. Das ist höchst erfreulich!
Seit der Erschaffung Adams bis zum heutigen Tag hat es für die Menschheit zwei Wege gegeben: den naturbezogenen oder materialistischen und den religiösen oder spirituellen. Der erste Weg, der der Natur, ist der Weg des Tierreiches. Das Tier handelt in Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Natur, es folgt seinen eigenen Instinkten und Begierden. Was auch immer sein Antrieb und seine Vorlieben sein mögen, es hat die Freiheit, sie auszuleben; dennoch ist es ein Gefangener der Natur. Es kann nicht im Geringsten von dem Weg abweichen, den die Natur festgelegt hat. Jegliche Aufnahmefähigkeit für Geistiges fehlt ihm völlig; es weiß nichts von der göttlichen Religion oder vom Reich Gottes. Das Tier besitzt weder Vorstellungsvermögen noch bewussten Verstand; es ist ein Gefangener der Sinne und all dessen beraubt, was darüber hinaus geht. Es ist dem unterworfen, was das Auge sieht, das Ohr hört, die Nase riecht, der Geschmack empfindet und der Tastsinn verrät. Diese Sinneswahrnehmungen passen zum Tier und genügen ihm. Was aber außerhalb der Sinneswahrnehmung liegt – die Erscheinungswelt, durch die der bewusste Weg zum Reich Gottes führt, die Welt der Geistigkeit und der göttlichen Religion –, davon weiß das Tier absolut nichts, denn auch auf seiner höchsten Entwicklungsstufe ist es ein Gefangener der Natur.
Es ist sehr befremdlich, dass die heutigen Materialisten stolz auf ihre angeborenen Instinkte und ihre Unfreiheit sind. Sie behaupten, dass nichts geglaubt und akzeptiert werden darf außer dem, was erfahrbar oder greifbar ist. Nach ihren eigenen Aussagen sind sie Gefangene der Natur und wissen nichts über die geistige Welt, das Reich Gottes und die Gaben des Himmels. Wenn das ein besonderer Vorzug ist, dann hat das Tier ihn im höchsten Maß erreicht, denn das Tier weiß absolut nichts über das Reich des Geistes und hat keinen Zugang zur inneren Welt der bewussten Erkenntnis. Das Tier würde dem Materialisten in der Ablehnung all dessen, was außerhalb der Sinne liegt, zustimmen. Wenn wir annehmen, es sei ein Vorzug, auf die Ebene der Sinne beschränkt zu sein, dann stünde das Tier über dem Menschen, denn ihm fehlt komplett das, was über die Sinnesebene hinausgeht, und es nimmt das Reich Gottes und seine Zeichen nicht wahr, während Gott in den Menschen eine grenzenlose Kraft gelegt hat, mit deren Hilfe er die Welt der Natur beherrschen kann.
Denken Sie darüber nach, wie alle anderen Dinge und Wesen der Erscheinungswelt Gefangene der Natur sind.

Die Sonne, dieser gewaltige Mittelpunkt unseres Sonnensystems, die riesigen Sterne und Planeten, die hoch aufragenden Berge, selbst die Erde und ihre Reiche des Lebens unterhalb der menschlichen Stufe – sie alle sind Gefangene der Natur, mit Ausnahme des Menschen.

Kein anderes Geschöpf kann sich auch nur im Geringsten den Naturgesetzen widersetzen.

Die Sonne in ihrer Pracht und Größe, Millionen von Meilen von der Erde entfernt, wird auf ihrer Bahn im Orbit festgehalten, eine Gefangene der universell gültigen Naturgesetze.

Der Mensch ist jedoch Herrscher über die Natur.

Nach den Naturgesetzen und ihren Beschränkungen sollte er auf der Erde bleiben, aber seht, wie er diese Regel bricht und sich in Flugzeugen hoch über die Berge erhebt.

Er kreuzt mit Schiffen auf dem Ozean und taucht in Unterseebooten in seine Tiefen.

Der Mensch macht die Natur zu seiner Dienerin; beispielsweise zähmt er die mächtige Energie der Elektrizität und sperrt sie zu seinem Nutzen in eine kleine Lampe.

Aus dem Osten spricht er durch einen Draht mit dem Westen.

Er kann seine Stimme in einem Grammophon speichern und aufbewahren.

Obgleich ein Erdenbewohner, durchdringt er doch die Geheimnisse unvorstellbar weit entfernter Sternenwelten.

Er findet im Schoß der Erde verborgene Güter, legt Schätze frei, durchschaut die Geheimnisse der stofflichen Welt und bringt ans Licht, was nach den streng gehüteten Gesetzen der Natur verborgen, unbekannt und unergründlich bleiben sollte.

Durch seine innere Vorstellungskraft bringt der Mensch diese Wahrheiten von der unsichtbaren auf die sichtbare Ebene.

Dies steht im Gegensatz zu den Naturgesetzen.
Das verdeutlicht, dass der Mensch über die Domäne der Natur herrscht. Die Natur ist träge, der Mensch schreitet voran. Die Natur hat kein Bewusstsein, der Mensch ist damit begabt. Die Natur hat keinen Willen und funktioniert durch Zwang, während der Mensch einen mächtigen Willen besitzt. Die Natur ist unfähig, Geheimnisse und Wahrheiten zu entdecken, während der Mensch eigens dazu befähigt ist. Die Natur ist nicht in Kontakt mit dem Reich Gottes; der Mensch ist auf Seine Zeichen eingestimmt. Die Natur weiß nichts von Gott; der Mensch ist sich Seiner bewusst. Der Mensch erwirbt göttliche Tugenden; der Natur sind sie versagt. Der Mensch kann willentlich von seinen Lastern ablassen; die Natur hat keine Macht, den Einfluss ihrer Instinkte zu verändern. Alles in allem ist es offensichtlich, dass der Mensch edler und erhabener ist, dass in ihm eine geistige Kraft existiert, die über die Natur hinausgeht. Er hat Bewusstsein, Willen, Gedächtnis, Denkvermögen, göttliche Eigenschaften und Tugenden, von denen die Natur gänzlich ausgeschlossen ist. So steht der Mensch aufgrund der geistigen und himmlischen Kraft, die ihm innewohnt und in ihm offenbar ist, auf einer höheren und edleren Stufe.
Wie seltsam erscheint es da, dass der Mensch trotz dieser ihm geschenkten geistigen Macht auf eine Ebene unterhalb seiner eigenen hinabsteigen will und erklärt, er sei nicht größer als das, was deutlich niedriger ist als sein wahrer Rang. Gott hat in ihm einen so bewussten Geist geschaffen, dass er das wunderbarste unter allen erschaffenen Wesen ist. Wenn er diese Vorzüge missachtet, steigt er auf die materielle Ebene hinab, sieht in der Materie die beherrschende Kraft des Seins und leugnet, was über sie hinausgeht. Ist das ein Vorzug? Es ist ganz und gar tierisch, denn das Tier bringt nichts darüber hinaus zustande. So gesehen ist das Tier in Wahrheit der größere Philosoph, da es vom Reich Gottes keine Ahnung hat, keine spirituelle Empfänglichkeit besitzt und nichts von der himmlischen Welt weiß. Soweit ein Blick auf den Weg der Natur.
Der zweite Weg ist der Weg der Religion, der Pfad des göttlichen Königreichs. Dazu gehören die Entwicklung lobenswerter Eigenschaften, himmlische Erleuchtung und rechtschaffene Taten in der Menschenwelt. Dieser Weg trägt zum Fortschritt und zur Erbauung der Welt bei. Er ist die Quelle menschlicher Erleuchtung, der Erziehung und der Weiterentwicklung der Ethik – der Magnet für die Liebe Gottes, weil er uns das Wissen über Gott vermittelt. Das ist der Pfad der heiligen Manifestationen Gottes; denn Sie sind in Wahrheit die Grundlage der göttlichen Religion der Einheit. Auf diesem Weg gibt es weder Wechsel noch Wandel. Er ist die Ursache für die Veredelung der Menschen, die Aneignung himmlischer Tugenden und die Erleuchtung der Menschheit.
Doch leider ist die Menschheit völlig in blinde Nachahmung und bloße Einbildungen verstrickt, obwohl die Wahrheit der göttlichen Religion immer dieselbe geblieben ist.

Abergläubische Vorstellungen haben die grundlegende Wahrheit verdeckt, die Welt hat sich verfinstert und das Licht der Religion ist nicht zu sehen.

Dieses Dunkel führt zu Zwist und Streit.

Es gibt vielerlei Riten und Dogmen, deshalb ist unter den religiösen Systemen Zwietracht entstanden, obwohl Religion zur Vereinigung der Menschheit bestimmt ist.

Wahre Religion ist die Quelle von Liebe und Einvernehmen zwischen den Menschen und bewirkt die Entfaltung lobenswerter Eigenschaften; aber die Menschen halten sich an Fälschungen und Nachahmungen und missachten die einende Wahrheit; so bringen sie sich um das strahlende Licht der Religion.

Sie folgen dem Aberglauben, den sie von ihren Vätern und Vorfahren übernommen haben.

Das hat ein solches Ausmaß angenommen, dass sie das himmlische Licht der göttlichen Wahrheit beseitigt haben und in der Finsternis ihrer blinden Nachahmungen und Einbildungen verharren.

Was eigentlich Leben hervorbringen sollte, führt jetzt zum Tod; was Wissen beweisen sollte, ist jetzt ein Ausdruck der Unwissenheit; was zur Erhabenheit der menschlichen Natur beitrug, führt jetzt zu ihrer Erniedrigung.

So wurde die Welt der religiösen Menschen immer enger und dunkler und der Einflussbereich der Materialisten hat sich ausgedehnt und erweitert, denn die Anhänger der Religionen haben sich an Nachahmungen und Fälschungen gehalten und dabei die Heiligkeit und Wahrheit der Religion ignoriert und verworfen.

Wenn die Sonne untergeht, beginnt der Flug der Fledermäuse.

Sie kommen hervor, weil sie Geschöpfe der Nacht sind.

Wenn das Licht der Religion nur noch schwach leuchtet, erscheinen die Materialisten.

Sie sind die Fledermäuse der Nacht.

Mit dem Niedergang der Religion kommt ihre aktive Zeit; sie suchen den Schatten auf, wenn sich die Welt verdunkelt und von Wolken bedeckt wird.
Bahá'u'lláh hat sich vom östlichen Horizont aus erhoben. Wie die Herrlichkeit der Sonne ist Er in die Welt gekommen. Er spiegelte die Wahrheit der göttlichen Religion, vertrieb die Finsternis blinder Nachahmungen, legte die Grundlage neuer Lehren und erweckte die Welt zu neuem Leben.
Die erste Lehre Bahá'u'lláhs ist das Erforschen der Wahrheit. Der Mensch muss eigenständig die Wahrheit suchen und sich nicht länger an Nachahmungen und Überlieferungen klammern. Da sich die Völker der Welt an Nachahmungen anstatt an die Wahrheit halten und da es viele verschiedene Nachahmungen gibt, führten die Glaubensunterschiede zu Kampf und Krieg. Solange es diese Nachahmungen gibt, ist die Einheit der Menschheit nicht erreichbar. Darum müssen wir die Wahrheit erforschen, damit ihr Licht die Wolken und die Finsternis vertreiben kann. Die Wahrheit ist eine einzige Wahrheit; man kann sie nicht teilen oder vervielfältigen. Wenn die Völker der Welt die Wahrheit erforschen, werden sie einer Meinung sein und sich vereinen. Viele Menschen und Sekten in Persien haben mittels der Führung und Lehre Bahá'u'lláhs die Wahrheit gesucht. Sie wurden vereint und leben jetzt in Einvernehmen und Liebe; bei ihnen gibt es nicht mehr die geringste Spur von Feindschaft und Streit.
Die Juden erwarteten voller Hingabe, mit Herz und Seele das Erscheinen des Messias, aber weil sie in blinder Nachahmung versunken waren, glaubten sie nicht an Jesus Christus, als Er erschien. Letztlich erhoben sie sich gegen Ihn, verfolgten Ihn sogar und vergossen Sein Blut. Hätten sie die Wahrheit erforscht, so hätten sie den ihnen verheißenen Messias angenommen. Diese blinden Nachahmungen und übernommenen Vorurteile bewirkten immer nur Bitterkeit und Hass und erfüllten die Welt mit der Dunkelheit und Gewalttätigkeit des Krieges. Deshalb müssen wir die zugrunde liegende Wahrheit suchen, um uns von solchen Zuständen zu befreien und dann mit leuchtendem Antlitz den Pfad zum Reich Gottes zu finden.
Die zweite Lehre Bahá'u'lláhs betrifft die Einheit der Menschheit. Alle sind Diener Gottes und Mitglieder einer einzigen menschlichen Familie. Gott hat alle erschaffen und alle sind Seine Kinder. Er erzieht alle, nährt alle, sorgt für alle und ist gütig zu allen. Warum sollten wir ungerecht und lieblos sein? Dies ist der Weg Gottes, das Licht, das die ganze Welt erleuchtet. Seine Sonne schenkt allen freigebig ihren Glanz; Seine Wolken senden Regen ohne Unterscheidung oder Bevorzugung herab; Seine Brisen erfrischen die ganze Erde. Offensichtlich ist die Menschheit ohne Ausnahme unter Seiner Gnade und Seinem Schutz geborgen. Einige sind mängelbehaftet; sie müssen vervollkommnet werden. Die Unwissenden müssen unterrichtet, die Kranken geheilt, die Schläfer geweckt werden. Das Kind darf nicht unterdrückt oder getadelt werden, weil es unentwickelt ist; es muss geduldig erzogen und ausgebildet werden. Die Kranken dürfen nicht wegen ihrer Krankheit benachteiligt werden; vielmehr müssen wir Mitleid mit ihnen haben und für ihre Heilung sorgen. Kurzum, die alten Zustände der Feindseligkeit, der Intoleranz und des Hasses zwischen den religiösen Systemen müssen beseitigt und die neuen Zustände der Liebe, des Einvernehmens und der geistigen Gemeinschaft müssen zwischen ihnen hergestellt werden.
Die dritte Lehre Bahá'u'lláhs besagt, dass Religion eine Quelle der Freundschaft, die Ursache für Einheit und für die Nähe Gottes zu den Menschen sein muss. Wenn sie Hass und Streit hervorruft, dann ist Religionslosigkeit offensichtlich vorzuziehen und ein Mensch ohne Religion ist besser als einer, der sich zu ihr bekennt. Nach Gottes Willen und Absicht sollte Religion die Ursache für Liebe und Einvernehmen sein, ein verbindendes Element, um die gesamte Menschheit zu vereinen, denn sie ist eine Botschaft des Friedens und des Wohlwollens von Gott an die Menschen.
Die vierte Lehre Bahá'u'lláhs ist der Einklang von Religion und Wissenschaft. Gott hat den Menschen mit Verstand und Vernunft begabt, weshalb dieser gefordert ist, die hinter den Fragen und Lehrsätzen liegende Wahrheit herauszufinden. Wenn religiöse Überzeugungen und Ansichten wissenschaftlichen Maßstäben widersprechen, sind sie nichts als Aberglaube und Einbildung; denn das Gegenteil von Wissen ist Unwissenheit, und das Kind der Unwissenheit ist der Aberglaube. Zweifellos müssen wahre Religion und Wissenschaft in Einklang stehen. Wenn etwas völlig widersinnig ist, dann ist es unmöglich, daran zu glauben und darauf zu vertrauen, und nichts anderes als Wankelmut und Unentschlossenheit sind das Ergebnis.
Bahá'u'lláh lehrte auch, dass Vorurteile – ob religiös, ethnisch, patriotisch oder politisch – die Grundlagen der menschlichen Entwicklung zerstören. Vorurteile jeglicher Art zerstören Glück und Wohlfahrt der Menschen. Solange sie nicht ausgeräumt sind, kann sich die Menschheit nicht weiterentwickeln. Dennoch sind rassistische, religiöse und nationalistische Vorbehalte überall zu beobachten. Seit Tausenden von Jahren wird die Menschheit von Vorurteilen aufgewühlt und verstört. Solange sie weiterbestehen, werden Krieg, Feindseligkeit und Hass andauern. Wenn wir also Frieden schaffen wollen, müssen wir dieses Hindernis beseitigen, andernfalls sind Eintracht und Ruhe nicht zu erreichen.
Sechstens brachte Bahá'u'lláh Leitlinien und Lehren für eine Neuordnung der Wirtschaft. Er hat Verordnungen offenbart, die die Wohlfahrt der Staatengemeinschaft sichern. So, wie der Reiche ein unbeschwertes Leben im Luxus genießt, muss auch der Arme ein Zuhause haben und seinen Bedürfnissen entsprechend mit einem Lebensunterhalt und Annehmlichkeiten versorgt werden. Diese Neuordnung der Sozialwirtschaft ist von größter Bedeutung, da sie die Stabilität der Menschenwelt sicherstellt, und solange dies nicht erfolgt, sind Glück und Gedeihen unmöglich.
Siebtens lehrte Bahá'u'lláh, dass ein einheitlicher Menschenrechtsstandard anerkannt und angenommen werden muss. In den Augen Gottes sind alle Menschen gleich; keine Seele genießt eine Sonderstellung oder einen Vorrang unter der Herrschaft Seiner Gerechtigkeit und Seiner Rechtsnormen.
Achtens: Erziehung ist wesentlich, und alle Standards für Bildung und Unterricht sollten überall auf der Welt in Einklang gebracht werden. Es sollte ein weltweiter Lehrplan eingeführt werden, und die ethischen Grundlagen sollten die gleichen sein.
Neuntens: Eine Weltsprache sollte angenommen und in allen Schulen und Institutionen der Welt unterrichtet werden. Ein von den nationalen Bildungseinrichtungen ernanntes Komitee sollte eine geeignete Sprache für die internationale Kommunikation auswählen. Alle müssen diese Sprache erlernen. Dies ist eine der wichtigen Voraussetzungen, um zur Einheit der Menschheit zu gelangen.
Zehntens betonte Bahá'u'lláh die Gleichberechtigung von Mann und Frau und führte sie ein. Verschiedene Geschlechter gibt es nicht nur bei Menschen; es gibt sie überall im Tier- und Pflanzenreich – aber ohne dass ein Geschlecht bevorzugt wird. Im Pflanzenreich gibt es völlige Gleichwertigkeit zwischen männlichen und weiblichen Exemplaren. Ebenso besteht Gleichberechtigung im Tierreich; alle stehen unter dem Schutz Gottes. Geziemt es dem Menschen, dass er, das edelste Geschöpf, eine solche Unterscheidung trifft und darauf besteht? Dass die Frau nicht vorankam und ihre Fähigkeiten nicht ausschöpfte, lag an der fehlenden Bildungs- und Chancengleichheit. Hätte man ihr die gleichen Rechte zugestanden, wäre sie zweifellos in ihren Fähigkeiten und ihrem Leistungsvermögen dem Manne ebenbürtig. Das Glück der Menschheit wird Wirklichkeit, wenn Frauen und Männer gleichberechtigt zusammenwirken und voranschreiten, denn jeder ist Ergänzung und Helfer des anderen.
Die Menschheit kann nicht allein durch körperliche Kräfte und intellektuelle Leistungen vorankommen; entscheidend ist vielmehr der Heilige Geist. Der göttliche Vater muss der Menschenwelt helfen, zur Reife zu gelangen. Der Körper des Menschen braucht körperliche und geistige Energie, aber seine Seele braucht die Belebung und Stärkung durch den Heiligen Geist. Ohne seinen Schutz und seine Belebung würde die Menschenwelt ausgelöscht. Jesus Christus sagte: »Lass die Toten ihre Toten begraben.« Er sagte auch: »Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.« Nach den Worten Christi ist also offensichtlich, dass der menschliche Geist, der nicht durch die Gegenwart des Heiligen Geistes gestärkt wird, tot ist und durch eben diese göttliche Macht wiederbelebt werden muss; anders kann der Mensch, obwohl er materiell eine hohe Stufe erreicht hat, keinen vollständigen Fortschritt erreichen.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in New York und Brooklyn

11. bis 20. Juni 1912

– 64 –

11. Juni 1912
Ansprache in der offenen Ausschusssitzung Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Ich hoffe, dass die Treffen des Bahá'í-Rates in New York so werden, als würden die Höchsten Heerscharen selbst zusammenkommen.

Wenn ihr zusammenkommt, müsst ihr das Licht des Himmelreichs widerspiegeln.

Lasst eure Herzen wie Spiegel sein, in denen der Glanz der Sonne der Wahrheit zu sehen ist.

Jedes Herz muss wie ein Telegraphenanschluss sein – ein Ende des Anschlusskabels ist mit der Seele verbunden, das andere mit den Höchsten Heerscharen –, damit Inspiration aus dem Königreich Abhá herabkommen kann und die Fragen, die die Wirklichkeit betreffen, diskutiert werden können.

Dann werden die Meinungen mit der Wahrheit übereinstimmen; Tag für Tag wird es Fortschritte geben und die Treffen werden immer strahlender und geistiger werden.

Voraussetzung dafür sind Einheit und Einigkeit.

Je vollendeter Liebe und Einigkeit sind, desto mehr göttliche Bestärkungen und Beistand der Gesegneten Vollkommenheit werden herabkommen.

Möge dies ein göttliches Treffen werden, und mögen unermessliche Segnungen auf euch herabkommen.

Bemüht euch von ganzem Herzen und mit eurer ganzen Lebenskraft, dass Einheit und Liebe kontinuierlich wachsen.

Orientiert euch bei euren Beratungen an der Wahrheit, ohne auf eurer Meinung zu beharren.

Niemand sollte nur die eigene Meinung verfechten und auf ihr bestehen; vielmehr sollte jeder mit größter Liebe und Kameradschaft die Tatsachen prüfen.

Beratet über jede Angelegenheit und wenn jemand den Standpunkt der Wahrheit selbst vertritt, wird das für alle annehmbar sein.

Dann wird geistige Einheit unter Euch wachsen, individuelle Erleuchtung wird zunehmen, ihr werdet noch glücklicher und zufriedener sein und ihr werdet dem Reiche Gottes immer näher kommen.

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11. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Wir sind gerade von einem Besuch in Philadelphia zurückgekehrt, wo wir zweimal übernachtet und in zwei großen Kirchen gesprochen haben.

Das Wetter war unfreundlich und hat meine Gesundheit angegriffen.

Dieses Reisen hierhin und dorthin hat einen einzigen Zweck: das Licht der Wahrheit in dieser dunklen Welt zu verbreiten.

In meinem Alter ist das Reisen beschwerlich.

Manchmal lasten die Anstrengungen schwer auf mir, aber aus Liebe zu den Freunden Gottes und in dem Wunsch, mich auf dem Pfade Gottes zu opfern, nehme ich sie freudig auf mich.

Der Zweck ist das erreichte Ziel – die Liebe und Einheit unter den Menschen.

Denn die Welt ist verdunkelt durch Zwietracht und Selbstsucht, die Herzen sind nachlässig, die Seelen sind von Gott und Seinen himmlischen Gaben abgeschnitten.

Der Mensch ist versunken in den Angelegenheiten dieser Welt.

Seine Absichten, Ziele und Erfolge sind vergänglich, während Gott für ihn unsterbliche Errungenschaften wünscht.

In seinem Herzen ist kein Gedanke an Gott.

Er hat seinen Anteil und sein Geburtsrecht an göttlicher Geistigkeit aufgegeben.

Begierde und Leidenschaft haben ihm wie zwei unkontrollierbare Pferde die Zügel entrissen und galoppieren wie toll in der Wildnis herum.

Das ist die Ursache für den Niedergang der Menschheit.

Das ist die Ursache der Rückentwicklung zu den Begierden und Leidenschaften des Tierreichs.

Statt göttlichen Fortschritts finden wir die Fesseln sinnlicher Verhaftung und die Entwertung himmlischer Tugenden der Seele vor.

Durch die Hingabe an die fleischliche, sterbliche Welt sinkt das menschliche Feingefühl auf die Ebene des Animalischen.
Wonach trachtet das Tier?

Fressen, trinken, umherstreifen und schlafen.

Darauf ist das Sinnen und Trachten der Tiere beschränkt.

Sie sind in den Fesseln dieser Begierden gefangen.

Der Mensch wird deren Gefangener und Sklave, wenn sein größtes Verlangen auf nichts Höheres gerichtet ist als auf sein Wohlergehen in dieser Welt der Sinne.

Bedenkt, wie schwierig es für den Menschen ist, in dieser sterblichen Welt Vergnügen und Glück zu erlangen.

Wie einfach ist es für das Tier!

Schaut auf die Wiesen und Blumen, Felder und Bäche, Wälder und Berge.

Die grasenden Tiere, die Vögel der Luft, die Fische erleiden weder Mühsal noch Entbehrungen; sie säen nicht, noch sorgen sie sich um die Ernte; sie haben keine Befürchtungen in Bezug auf Geschäfte oder Politik – keinerlei Ärger oder Sorgen.

Alle Felder und Gräser, alle Obstwiesen, alles Getreide, alle Berghänge und Flüsse mit bekömmlichem Wasser gehören ihnen.

Sie arbeiten nicht für ihren Lebensunterhalt und ihr Glück, weil alles zur Verfügung steht und ihnen ermöglicht wird.

Wenn das Leben des Menschen auf diese irdische, materielle Sichtweise beschränkt ist, dann ist das Leben des Tieres hundertmal besser, einfacher und reicher an Wohlbefinden und Zufriedenheit.

Das Tier ist edler, heiterer und zuversichtlicher, weil jede Stunde frei ist von Angst und Plage; der Mensch aber hetzt ruhelos und unzufrieden von morgens bis abends umher, befährt die Meere, taucht in Unterseebooten in seine Tiefen, fliegt in Flugzeugen hoch durch die Lüfte, durchforscht die tiefsten Schichten der Erde auf der Suche nach seinem Lebensunterhalt – alles mit größter Mühe, Sorge und Rastlosigkeit.

Deshalb ist das Tier in dieser Hinsicht edler, heiterer, ausgeglichener und zuversichtlicher.

Denkt an die Vögel in Forst und Wald:

Sie bauen ihre Nester hoch in wogenden Baumkronen, bauen sie mit größter Geschicklichkeit und Schönheit; sie schaukeln und wiegen sich in der morgendlichen Brise, trinken klares, frisches Wasser, genießen die bezauberndsten Ausblicke, während sie hoch droben hierhin und dorthin fliegen und fröhlich singen – alles ohne Mühe, frei von Sorgen und Bedenken.

Wenn sich das Leben des Menschen auf die rein körperliche Welt des Genusses beschränkt, ist eine Lerche edler und bewundernswerter als die gesamte Menschheit, denn ihr Lebensunterhalt steht bereit, ihre Lebensbedingungen sind ideal, ihre angeborenen Fähigkeiten sind vollkommen.
Aber das Leben des Menschen ist nicht so begrenzt; es ist göttlich und ewig, nicht vergänglich und auf die Sinne beschränkt. Ihm ist im göttlichen Schöpfungsplan ein geistiges Dasein und Auskommen bestimmt und bereitet. Sein Leben ist dazu bestimmt, ein Leben geistiger Freude zu sein, zu dem das Tier keinen Zugang hat. Diese Freude hängt von der Aneignung himmlischer Tugenden ab. Die Erhabenheit des Menschen besteht darin, zur Erkenntnis Gottes zu gelangen. Die Segnungen für den Menschen liegen im Empfang himmlischer Gaben, die durch die Freigebigkeit Gottes auf ihn herabströmen. Das Glück des Menschen liegt im Duft der Liebe Gottes. Das ist der höchste Gipfel dessen, was der Mensch auf dieser Welt erreichen kann. Wie sehr ist dies dem Tier und seinem Reich, das keine solche Hoffnung kennt, vorzuziehen!
Bedenkt daher, welch niedere Natur der Mensch an den Tag legt, wenn er sich – trotz der Gnadengaben, die Gott über ihn ergießt – auf die Ebene des Tieres erniedrigt, sich ausschließlich mit materiellen Bedürfnissen beschäftigt und, dem Reich des Vergänglichen verhaftet, sich einbildet, das größte Glück bestehe darin, in dieser Welt Reichtum zu erwerben. Wie sinnlos! Wie unwürdig ist eine solche Gesinnung! Gott hat den Menschen dazu erschaffen, eine Taube des Gottesreiches zu sein, eine himmlische Kerze, ein Empfänger ewigen Lebens. Gott hat den Menschen erschaffen, damit der Odem des Heiligen Geistes ihn belebe und er zum Licht der Welt werde. Wie verdorben ist die Seele, die sich an der Finsternis erfreuen kann, die nur mit sich selbst beschäftigt ist, gefangen im Selbst und der Leidenschaft, sich im Sumpf der materiellen Welt suhlt! Wie entartet ist ein solches Wesen! Welches Unwissen und welche Ignoranz! Was für eine Blindheit! Wie herrlich dagegen die Stufe des Menschen, der teilhat an der himmlischen Nahrung und den Tempel seines ewigen Wohnsitzes im Himmel errichtet hat!
Die Manifestationen Gottes sind in die Welt gekommen, um den Menschen von diesen Banden und Ketten einer materiellen Wesensart zu befreien. Obwohl Sie auf der Erde wandelten, lebten Sie im Himmel. Sie sorgten sich nicht um Ihren Lebensunterhalt und Ihr Wohlergehen in dieser Welt. Ihr Körper war unvorstellbarem Leiden ausgesetzt, aber Ihr Geist schwebte in den höchsten Gefilden der Verzückung. Der Zweck Ihres Kommens, Ihrer Lehre und Ihres Leidens war, den Menschen von sich selbst zu befreien. Sollen wir Ihren Spuren folgen und dem Gefängnis des Körpers entfliehen – oder weiterhin seiner Tyrannei unterworfen sein? Sollen wir dem Phantom vergänglichen Glücks nachjagen, das nicht existiert, oder uns dem Baum des Lebens und dem Genuss seiner ewigen Früchte zuwenden?
Ich bin in fortgeschrittenem Alter in dieses Land gekommen und habe wegen meiner übergroßen Liebe zu den Freunden Gottes gesundheitliche und klimabedingte Probleme auf mich genommen. Ich wünsche, dass euch dabei geholfen wird, Diener des himmlischen Reiches zu werden, Gefangene im Dienst für den Willen Gottes. Diese Gefangenschaft ist Freiheit; dieses Opfer ist Verherrlichung; diese Mühe ist Lohn; diese Bedrängnis ist ein Geschenk. Denn der Dienst aus Liebe zur Menschheit ist Einklang mit Gott. Wer dient, ist schon ins Gottesreich gelangt und sitzt zur Rechten seines Herrn.

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11. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Emma C. Melick
Der Mensch muss nach erhabenen Zielen streben. Er muss sich bemühen, eine himmlische und geistige Gesinnung zu erlangen, den Pfad zur Schwelle Gottes zu finden und vor Gott annehmbar zu sein. Das ist ewige Herrlichkeit – Gott nahe zu sein. Das ist ewige Hoheit – von den Tugenden der menschlichen Welt durchdrungen zu sein. Das ist grenzenloser Segen – völlig geheiligt zu sein von jedem Schmutz und jedem Makel.
Denkt über die Menschenwelt nach. Seht, wie Nationen kamen und gingen. Sie hatten alle möglichen Gesinnungen und Absichten. Einige waren nur Gefangene ihres Selbstes und ihrer Begierden, verstrickt in die Leidenschaften der niederen Natur. Sie gelangten zu Reichtum, zu einem bequemen Leben und zu Ruhm. Und was kam letztlich dabei heraus? Völliges Verschwinden und Vergessen. Denkt darüber nach. Lasst es euch eine Warnung sein. Keine Spur blieb von ihnen übrig, keine Frucht, kein Erfolg, kein Nutzen; sie sind völlig verschwunden – gänzlich ausgelöscht.
In der Welt sind reine und unbefleckte Seelen erschienen, die ihre Aufmerksamkeit auf Gott richteten, ihren Lohn bei Gott suchten, in die Nähe der Schwelle Gottes gelangten und Gott wohlgefällig waren. Sie waren Leuchten der Führung und Sterne der Himmlischen Heerscharen. Denkt über diese Seelen nach, die auf ewig wie Sterne am Horizont der Heiligkeit leuchten.
Das darf nicht heißen, dass jemand Beruf und Broterwerb aufgeben sollte. Im Gegenteil, in der Sache Bahá'u'lláhs werden Mönchtum und Askese nicht gebilligt. Aus dieser großen Sache scheint und strahlt das Licht der Führung. Bahá'u'lláh sagte sogar, Beruf und Arbeit seien Gottesdienst. Jeder Mensch muss seinen Lebensunterhalt im Schweiße seines Angesichts und mit körperlicher Anstrengung verdienen; zugleich muss er versuchen, die Last anderer zu mindern, indem er sich bemüht, den Menschen eine Quelle des Trostes zu sein und ihre Lebensumstände zu erleichtern. Das allein ist schon Gottesdienst. Bahá'u'lláh hat damit zum Handeln ermutigt und zum Dienen angeregt. Aber das Herz darf nicht diesen Dingen verhaftet sein; die Seele darf nicht gänzlich damit beschäftigt sein. Wenn auch der Verstand beschäftigt ist, so muss doch das Herz zum Reich Gottes hingezogen sein, damit die menschlichen Tugenden auf jede Weise und aus jeder Quelle gewonnen werden.
Wir haben den Pfad Gottes verlassen. Wir richten die Aufmerksamkeit nicht mehr auf das Reich Gottes. Wir haben das Herz nicht von irdischen Reizen gelöst. Wir sind besudelt mit Eigenschaften, die in den Augen Gottes nicht lobenswert sind. Wir sind so vollständig in irdische Belange und Ziele versunken, dass wir keinen Anteil haben an den Tugenden der Menschheit.
Nur wenig Überlegung, nur wenig Erinnerung ist nötig, damit wir erkennen, wozu wir erschaffen wurden. Welch himmlisches Potenzial hat Gott in uns angelegt! Welche Macht hat Gott unserem Geist gegeben! Er hat uns die Kraft verliehen, die Wirklichkeit der Dinge zu durchdringen; aber wir müssen uns selbst entsagen, einen reinen Geist und reine Absichten haben und, solange wir auf Erden weilen, mit Herz und Seele danach streben, immerwährenden Ruhm zu erlangen.
Ich bin gekommen, um zu mahnen und die Lehren Bahá'u'lláhs zu verkünden. Ich hege die Hoffnung, dass Sein Wille und Seine Führung euren Geist, eure Seelen und Herzen beeinflussen, damit sie rein, gottgeweiht und erleuchtet werden, sodass ihr zu Lampen werdet, die der Welt himmlische Erleuchtung bringen. Ich hoffe und wünsche, dass dies mit Gottes Beistand gelingen möge.

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12. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Mary J. MacNutt
Ihr seid alle überaus willkommen.

Wisst ihr, wie sehr ihr Gott für Seine Segnungen danken solltet?

Wenn ihr Ihm mit jedem Atemzug tausendmal dankt, würde es nicht genügen, denn Gott hat euch erschaffen und unterwiesen.

Er hat euch vor aller Not bewahrt und euch jede Gabe und jedes Geschenk bereitet.

Bedenkt, was für ein gütiger Vater Er doch ist.

Er beschenkt euch mit Seinen Gaben, bevor ihr darum bittet.

Wir waren noch nicht in der Welt des Seins, aber sobald wir geboren wurden, stand alles, was wir brauchten, für uns und unser Wohlbefinden bereit, ohne dass wir darum gebeten hätten.

Er hat uns einen gütigen Vater und eine mitfühlende Mutter gegeben, uns mit zwei Quellen nahrhafter Milch versorgt, mit reiner Luft, frischem Wasser, sanften Brisen und der Sonne, die über unseren Häuptern scheint.

Kurz, Er sorgte für alles Lebensnotwendige, obwohl wir um keine dieser großartigen Gaben gebeten hatten.

Aus reiner Barmherzigkeit und Güte hat Er diese üppige Tafel bereitet.

Diese Barmherzigkeit ist da, bevor wir darum bitten.

Es gibt noch eine andere Art von Barmherzigkeit, die gewährt wird, wenn wir darum bitten und flehen.

Er schenkt uns beides – Gaben, um die wir nicht bitten, und Gaben, um die wir bitten.

Er hat uns in diesem strahlenden Jahrhundert erschaffen, einem Jahrhundert, das von allen geheiligten Seelen vergangener Zeiten erwartet wurde und nach dem sie sich gesehnt haben.

Es ist ein gesegnetes Jahrhundert; es ist ein gesegneter Tag.

Die Geschichtsphilosophen sind sich darin einig, dass dieses Jahrhundert hundert vergangenen Jahrhunderten entspricht.

Dies gilt in jeder Hinsicht.

Dies ist das Jahrhundert der Wissenschaft, der Erfindungen, der Entdeckungen und universeller Gesetze.

Dies ist das Jahrhundert der Offenbarung der Geheimnisse Gottes.

Dies ist das Jahrhundert, in dem die Sonne der Wahrheit erstrahlt.

Deshalb müsst ihr Gott danken und Ihn dafür preisen, dass ihr in dieser Zeit geboren wurdet.

Mehr noch:

Ihr habt den Ruf Bahá'u'lláhs gehört.

Ihr seid vom Wohlgeruch des Abhá-Paradieses umgeben.

Ihr habt einen flüchtigen Blick auf das Licht erhascht, das vom Horizont des Ostens ausstrahlt.

Ihr habt geschlafen, nun seid ihr erwacht.

Eure Ohren lauschen aufmerksam, eure Herzen haben die Kunde empfangen.

Ihr habt die Liebe Gottes erhalten.

Ihr habt die Erkenntnis Gottes erreicht.

Dies ist die größte Gabe Gottes.

Es ist der Odem des Heiligen Geistes und besteht aus Glauben und Gewissheit.

Dieses ewige Leben ist die zweite Geburt; es ist die Taufe durch den Heiligen Geist.

Diese Stufe hat Gott euch allen bestimmt.

Er hat sie für euch bereitet.

Ihr müsst den Wert dieser Gnadengabe schätzen und eure Zeit damit verbringen, des Einen Wahren zu gedenken und Ihm zu danken.

Ihr müsst in größter Freude leben.

Wenn euch Probleme oder die Wechselfälle des Lebens begegnen, wenn Sorgen um Gesundheit, Auskommen oder Beruf euer Herz bedrücken, so lasst euch davon nicht betrüben.

All dies sollte euch nicht unglücklich machen, denn Bahá'u'lláh hat euch göttliche Glückseligkeit gebracht.

Er hat euch himmlische Nahrung bereitet.

Er hat euch ewige Gnade bestimmt.

Er hat euch immerwährende Herrlichkeit geschenkt.

Darum sollten diese frohen Botschaften euch für immer und ewig in wonnevolle Freude versetzen.

Seid Gott immerzu dankbar, damit der Beistand Gottes Euch alle umgeben möge.

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15. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Ich habe euch eine Weile warten lassen, aber ich war so müde, dass ich eingeschlafen bin. Im Schlaf habe ich mich mit euch unterhalten, so als würde ich laut sprechen. Dann bin ich durch meine eigene Stimme aufgewacht. Als ich aufwachte, lag mir ein Wort auf den Lippen – das Wort ›Imtíyáz‹ (›Unterschied‹). Darum will ich heute Morgen zu euch über dieses Thema sprechen.
Wenn wir die Welt des Seins betrachten, erkennen wir, dass alle stofflichen Dinge etwas gemeinsam haben; dass es aber andererseits zwischen ihnen bestimmte Unterscheidungsmerkmale gibt. Zum Beispiel besitzen alle irdischen Objekte gemeinsame materielle Verbindungen. Die Mineralien, Pflanzen und Tiere haben Elementarteilchen als Gemeinsamkeit. Desgleichen haben sie in der Schöpfungsordnung einen bestimmten Platz. Dies ist die Verbindung zwischen ihnen, ihr gemeinsamer Berührungspunkt. Sie alle durchlaufen einen Prozess von Zusammensetzung und Auflösung – ein Naturgesetz, dem alle unterworfen sind. Dieses Gesetz herrscht in der ganzen Schöpfung und verbindet alle erschaffenen Dinge. Aber zugleich gibt es zwischen diesen Objekten auch bestimmte Unterscheidungsmerkmale. Beispielsweise gibt es zwischen Mineral und Pflanze, Pflanze und Tier, Tier und Mensch unübersehbare und maßgebliche Unterscheidungsmerkmale. Aber auch innerhalb jedes dieser Reiche gibt es Unterschiede zwischen den Arten und Gattungen. Wenn wir das Mineralreich im Detail betrachten, sehen wir zwischen den Objekten nicht nur Ähnlichkeiten, sondern auch Unterscheidungsmerkmale. Manche Körper sind unbeweglich, manche hart und stabil; manche haben die Fähigkeit, sich auszudehnen und zusammenzuziehen; manche sind flüssig, andere gasförmig; manche haben Gewicht; andere, wie Feuer und Elektrizität, haben es nicht. Es gibt also viele Unterscheidungsmerkmale zwischen diesen verschiedenen Elementen.
Auch im Pflanzenreich erkennen wir Unterschiede zwischen den verschiedenen Gattungen und Arten von Organismen. Jede Pflanze hat ihre eigene Form und Farbe und ihren eigenen Duft. Im Tierreich herrscht das gleiche Gesetz, da es viele auffällige Unterschiede der Form, Farbe und Funktion gibt. Im Reich der Menschen ist es genauso. Hinsichtlich der Farbe gibt es weiße, schwarze, gelbe und rote Menschen. Bezüglich der Physiognomie gibt es je nach Herkunft große Unterschiede. Die Asiaten, Afrikaner und Amerikaner haben unterschiedliche Physiognomien; die Menschen des Nordens und die des Südens sind bezüglich Typ und äußerer Erscheinung sehr verschieden. Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es im Lebensstandard große Unterschiede. Einige sind arm, andere reich; einige sind klug, andere ungebildet; einige sind geduldig und gelassen, andere ungeduldig und reizbar; einige streben nach Gerechtigkeit, andere handeln ungerecht und tyrannisch; einige sind bescheiden, andere herablassend. Kurzum, es gibt viele Unterscheidungsmerkmale bei den Menschen.
Ich wünsche mir, dass ihr euch auszeichnet. Die Bahá'í müssen sich von anderen Menschen unterscheiden. Dieser Unterschied darf jedoch nicht auf Wohlstand beruhen, dass sie etwa wohlhabender als andere Menschen werden sollen. Ich wünsche nicht, dass ihr euch in finanzieller Hinsicht auszeichnet. Es ist keine gewöhnliche Unterscheidung, die ich wünsche; keine wissenschaftliche, keine wirtschaftliche, keine gewerbliche Unterscheidung. Für euch wünsche ich mir Unterscheidung in geistiger Hinsicht – das heißt, ihr müsst euch durch euer ethisches Verhalten auszeichnen. In der Liebe Gottes müsst ihr euch von allen anderen unterscheiden. Ihr müsst euch unterscheiden durch die Liebe zur Menschheit, durch Einheit und Eintracht, durch liebevolle Verbundenheit und Gerechtigkeit. Kurz, ihr müsst euch in allen menschlichen Tugenden auszeichnen – durch Gewissenhaftigkeit und Wahrhaftigkeit, durch Gerechtigkeit und Treue, durch Festigkeit und Standhaftigkeit, durch menschenfreundliche Taten und Dienst an der Menschheit, durch Liebe zu jedem Menschen, durch Einheit und Eintracht mit allen Menschen, durch die Beseitigung der Vorurteile und durch die Förderung des Weltfriedens. Schließlich müsst ihr euch durch himmlische Erleuchtung und das Erlangen der Gaben Gottes auszeichnen. Diese Auszeichnung wünsche ich für euch. Das muss euer Unterscheidungsmerkmal sein.

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16. Juni 1912
Ansprache in der Fourth Unitarian Church Beverly Road, Flatbush, Brooklyn, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Dies ist eine unitarische Kirche, und in der arabischen Sprache kann dieser Tag durchaus ›Yawm-al' Ittiḥád‹ (›Tag der Unitarier‹) genannt werden. Insofern ist dies eine gute Gelegenheit, zu Ihnen über das Thema Einheit zu sprechen.
Was ist wahre Einheit?

Wenn wir die Menschenwelt beobachten, finden wir in ihr verschiedene gemeinschaftliche Ausdrucksformen von Einheit.

Zum Beispiel unterscheidet sich der Mensch vom Tier durch seine Stufe oder sein Reich.

Diese umfassende Unterscheidung schließt die gesamte Nachkommenschaft Adams ein und gründet einen einzigen großen Haushalt, die menschliche Familie, die wir als die grundlegende oder körperliche Einheit der Menschheit betrachten können.

Des Weiteren gibt es einen Unterschied zwischen verschiedenen Menschengruppen entsprechend ihrer Abstammung, wobei jede Gruppe eine eigene ethnische Einheit bildet.

Es gibt auch die Einheit der Sprache bei jenen, die für ihre Kommunikation dieselbe Sprache verwenden; die nationale Einheit, bei der verschiedene Menschen unter einer gemeinsamen Regierung leben, wie etwa die Franzosen, Deutschen, Briten usw.; und die politische Einheit, die die Bürgerrechte der Parteien oder Fraktionen derselben Regierung sichert.

Alle diese Einheiten existieren bloß in der Vorstellung, sie haben keine echte Grundlage, denn sie führen zu keinem wirklichen Erfolg.

Der Zweck wahrer Einheit sind wirkliche, göttliche Ergebnisse.

Die erwähnten begrenzten Einheiten bringen nur begrenzte Ergebnisse hervor, während unbegrenzte Einheit unbegrenzte Ergebnisse zeitigt.

So führt etwa die begrenzte Einheit der Ethnie oder Nationalität bestenfalls zu begrenzten Ergebnissen.

Es ist vergleichbar mit einer Familie, die allein und auf sich gestellt lebt; das führt nicht zu unbegrenzten oder universellen Ergebnissen.
Die Einheit, die grenzenlose Erfolge hervorbringt, ist zuallererst die Einheit der Menschheit, die erkennt, dass alle unter dem allumfassenden Schutz der Herrlichkeit des Allherrlichen stehen, dass alle die Diener eines einzigen Gottes sind; denn alle atmen dieselbe Luft, leben auf derselben Erde, bewegen sich unter demselben Himmel, empfangen die Strahlen derselben Sonne und stehen unter dem Schutz dieses einen Gottes.

Das ist die größte Einheit und wenn die Menschheit daran festhält, sind ihre Erfolge von Dauer; aber bis jetzt hat die Menschheit dieser Einheit zuwidergehandelt und hängt an konfessionellen oder anderweitig begrenzten Einheiten wie jenen der Herkunft und der Hautfarbe, des Vaterlandes oder des Eigennutzes; deshalb gab es keine großen Erfolge.

Dennoch ist sicher, dass der Strahlenglanz und die Gunst Gottes allumfassend sind, dass sich der menschliche Verstand entwickelt und die Wahrnehmung geschärft hat, Wissenschaften und Kunstfertigkeit sich weit verbreitet haben und Fähigkeiten und Möglichkeiten vorhanden sind, um die wahre, endgültige Einheit der Menschheit, die zu wundervollen Ergebnissen führen wird, zu verkünden und zu verbreiten.

Sie wird alle Religionen versöhnen, sich bekriegende Völker in einander liebende verwandeln, feindselige Könige zu Freunden machen und der Menschenwelt Frieden und Glück bringen.

Sie wird Ost und West fest miteinander verbinden, die tieferen Ursachen des Krieges für immer beseitigen und das Banner des Größten Friedens erheben.

Deshalb sind die begrenzten Einheiten Zeichen jener großen Einheit, die die menschliche Familie einen wird, indem sie die Anziehungskräfte des Gewissens in der Menschheit hervorbringt.
Eine weitere Einheit ist die geistige Einheit, die dem Odem des Heiligen Geistes entspringt.

Sie ist größer als die Einheit der Menschheit.

Menschliche Einheit oder Solidarität lässt sich mit dem Körper vergleichen, während die Einheit aus dem Odem des Heiligen Geistes der Geist ist, der den Körper belebt.

Das ist vollendete Einheit.

Sie bewirkt einen Zustand der Menschheit, in dem jeder für den anderen Opfer bringt, und es die höchste Sehnsucht sein wird, das Leben und alles, was dazugehört, zum Wohle anderer hinzugeben.

Das ist die Einheit, die unter den Jüngern Jesu Christi bestand und Propheten und Heilige der Vergangenheit miteinander verband.

Das ist die Einheit, die die Bahá'í durch den Einfluss des göttlichen Geistes so sehr durchdringt, dass jeder sein Leben für den anderen hingibt und aufrichtig danach strebt, dessen Wohlbefinden zu sichern.

Das ist die Einheit, die in Persien zwanzigtausend Menschen in Liebe und Ergebung ihr Leben hingeben ließ.

Sie machte den Báb zum Ziel von tausend Pfeilen und ließ Bahá'u'lláh vierzig Jahre lang Verbannung und Gefangenschaft ertragen.

Diese Einheit ist der wahre Geist für den Körper der Welt.

Ohne ihren belebenden Einfluss kann dem Körper der Welt niemals frisches Leben geschenkt werden.

Jesus Christus – möge mein Leben ein Opfer für Ihn sein – verkündete diese Einheit unter den Menschen.

Jede Seele, die an Jesus Christus glaubte, wurde durch diesen Geist zu neuem Leben erweckt, erreichte den Zenit ewiger Herrlichkeit, erlangte das ewige Leben, erlebte ihre zweite Geburt und stieg zum Gipfel der Glückseligkeit auf.
In der Lehre Gottes gibt es noch eine weitere Einheit, die Einheit der Manifestationen Gottes – Abrahams, Moses, Jesu Christi, Muḥammads, des Báb und Bahá'u'lláhs. Das ist eine göttliche, himmlische, strahlende, barmherzige Einheit – die eine Wirklichkeit, die in ihren aufeinanderfolgenden Manifestationen in Erscheinung tritt. So ist die Sonne ein und dieselbe, aber ihre Aufgangsorte unterscheiden sich. Im Sommer geht sie weiter im Norden auf, im Winter weiter im Süden. In den Monaten dazwischen erscheint sie an bestimmten Stellen des Himmelskreises. Obwohl diese Aufgangsorte verschieden sind, ist es dieselbe Sonne, die jeweils erscheint. Die Sonne symbolisiert in diesem Bild die Wirklichkeit der Prophetenschaft, während die heiligen Manifestationen wie die Aufgangsorte oder die Positionen im Himmelskreis sind.
Und schließlich gibt es die göttliche Einheit oder Wesenheit, die über jedes menschliche Begreifen erhaben ist.

Sie kann weder verstanden noch erfasst werden, denn sie ist eine grenzenlose Wirklichkeit und kann nicht eingegrenzt werden.

Der menschliche Geist ist nicht fähig, diese Wirklichkeit zu umfassen, weil alle diesbezüglichen Gedanken und Vorstellungen begrenzte Schöpfungen des Verstandes sind und nicht die Wirklichkeit des Göttlichen Wesens, die allein sich selbst erkennt.

Wenn wir uns zum Beispiel das Göttliche als ein lebendiges, allmächtiges, selbstbestehendes, ewiges Sein vorstellen, so ist das nur eine verstandesmäßige Vorstellung, wie sie ein menschliches Wesen begreifen kann.

Es wäre nicht die äußere, sichtbare Wirklichkeit – diese zu begreifen oder zu umfassen übersteigt die Kraft des menschlichen Verstandes.

Wir selbst haben ein äußerliches, sichtbares Dasein; aber sogar davon ist unsere Vorstellung nur das Produkt unseres eigenen Gehirns und unseres begrenzten Verständnisses.

Die Wirklichkeit des Göttlichen ist über diese Stufe des Wissens und der Erkenntnis geheiligt.

Sie war allezeit verborgen und verschlossen in ihrer eigenen Heiligkeit, jenseits unseres Begreifens.

Aber obwohl sie unser Verstehen übersteigt, sind doch ihr Licht, ihre Gaben, Spuren und Tugenden in der Wirklichkeit der Propheten offenbar geworden, so wie die Sonne in verschiedenen Spiegeln erstrahlt.

Diese heiligen Wesen sind wie Spiegel und das Wesen des Göttlichen ist wie die Sonne, die – auch wenn sie von den Spiegeln reflektiert wird und darin ihre Kräfte und Vollkommenheit erstrahlen – doch nicht von ihrer erhabenen, herrlichen Stufe herniedersteigt und in den Spiegeln Obdach sucht; sie bleibt in ihrem Himmel der Heiligkeit.

Man kann allenfalls sagen, dass ihr Licht in diesen Spiegeln oder Manifestationen offenkundig und sichtbar wird.

Deshalb sind die Gaben, die von diesen Spiegeln ausgehen, ein und dieselbe Gnadengabe, aber die Empfänger dieser Gnadengabe sind viele.

Das ist die Einheit Gottes; das ist Einzigkeit – Einheit des Göttlichen, geheiligt über Aufstieg oder Abstieg, über Menschwerdung, Begreifen oder menschliche Vorstellung – göttliche Einheit.

Ihr Spiegel sind die Propheten; ihr Licht wird durch Sie offenbart; ihre Tugenden erstrahlen in Ihnen, aber die Sonne der Wahrheit steigt niemals herab von ihrem höchsten Punkt und ihrer eigenen Stufe.

Das ist Einheit, Einzigkeit, Heiligkeit; das ist der Lobpreis, durch den wir Gott preisen und anbeten.
O mein Gott! O mein Gott! Wahrlich, dies sind Diener an der Schwelle Deiner Barmherzigkeit und Dienerinnen an der Tür Deiner Einheit und Einzigkeit. Wahrlich, sie haben sich in dieser Kirche versammelt, um sich Deinem Antlitz der Herrlichkeit zuzuwenden, sich am Saum Deines Gewandes und an Deiner Einzigartigkeit festzuhalten, Dein Wohlgefallen zu suchen und in Dein Königreich aufzusteigen. Sie empfangen in diesem herrlichen Jahrhundert den Strahlenglanz der Sonne der Wahrheit und sehnen sich in allen bedeutenden Angelegenheiten nach Deinem Wohlwollen. O Herr! Erleuchte ihre Augen durch den Anblick Deiner Zeichen und Deines Reichtums und erquicke ihre Ohren durch Dein Wort. Erfülle ihre Herzen mit Deiner Liebe und erfreue ihren Geist durch die Begegnung mit Dir. Verleihe ihnen in Deiner Huld auf Erden und im Himmel geistige Güter und mache sie zu Zeichen der Einheit unter Deinen Dienern, damit wahre Einheit erscheine und alle in Deiner Sache und Deinem Königreich eins werden mögen. Wahrlich, Du bist der Freigebige. Wahrlich, Du bist der Mächtige, der Geistige. Du bist der Barmherzige, der Gnädige.
(Zu den Kindern in der Sonntagsschule)
Ich bin froh, diese aufgeweckten, strahlenden Kinder zu sehen. So Gott will, werden sie alle die Hoffnungen und Erwartungen ihrer Eltern erfüllen.
Preis sei Gott! Vor mir sehe ich diese wunderbaren Kinder des Königreiches. Ihre Herzen sind rein, ihre Gesichter strahlen. Bald werden sie die Söhne und Töchter des Königreichs. Dank sei Gott! Sie bemühen sich, Tugenden zu erlangen, und werden die Vortrefflichkeit der Menschheit bewirken. Das ist die Ursache der Einheit im Königreich Gottes. Preis sei Gott! Sie haben gütige und verehrte Lehrer, die sie gut ausbilden und erziehen und die Beistand ersehnen, damit diese Kinder, so Gott will, wie zarte Pflanzen im Garten Gottes von den Regenschauern aus den Wolken der Barmherzigkeit erfrischt werden, wachsen und gedeihen. Mögen sie schließlich höchst vollkommene, köstliche Früchte hervorbringen.
Ich flehe zu Gott, dass diese Kinder unter Seinem Schutz heranwachsen mögen und durch Seine Gunst und Gnade genährt werden, bis alle wie schöne Blumen im Garten menschlicher Hoffnungen und menschlichen Strebens erblühen und Wohlgeruch verströmen.
O Gott! Erziehe diese Kinder. Sie sind die Pflanzen Deines Haines, die Blumen Deiner Aue, die Rosen Deines Gartens. Lass Deinen Regen auf sie niedergehen; lass die Sonne der Wahrheit Deine Liebe auf sie scheinen. Lass Deinen Windhauch sie erfrischen, damit sie erzogen werden, wachsen, gedeihen und sich in strahlender Schönheit entfalten. Du bist der Schenkende. Du bist der Mitleidvolle.

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16. Juni 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Howard MacNutt 935 Eastern Parkway, Brooklyn, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Dies ist eine großartige Zusammenkunft, eine Versammlung der Dienerinnen des Barmherzigen und der Geliebten Gottes.

Immer wenn es solche Versammlungen auf dieser Welt gab, hatte das höchst bedeutsame Auswirkungen.

Sie haben die Welt der Herzen und Gedanken beeinflusst.

Wo immer in der Nacht eine Lampe angezündet wird, werden ganz selbstverständlich Menschen angezogen und versammeln sich um sie.

Wenn ihr eine Versammlung wie diese seht, dann wisset, dass da ein Licht ist, das die Dunkelheit erhellt.

Es gibt Lampen, deren Licht begrenzt ist.

Es gibt Lampen, deren Licht unbegrenzt ist.

Es gibt Lampen, die bloß einen kleinen Fleck anstrahlen, und Lampen, die die Horizonte erhellen.

Die Lampe der Führung Gottes hat, wo auch immer sie aufleuchtete, ihre Strahlen über Ost und West ergossen.

Preis sei Gott!

Sie wurde in diesem Land entzündet; Tag für Tag strahlt sie heller und ihr Glanz verbreitet sich weiter.

Das ist jetzt noch nicht bekannt, aber später werden ihre Spuren offensichtlich werden.

Denkt an die Tage Christi, als das Licht der Führung zwölf Herzen erleuchtete.

Wie begrenzt es zunächst erschien, doch wie hat es sich später verbreitet und die Welt erleuchtet!

Ihr seid eine kleine Schar, aber weil die Lampe der Führung in euren Herzen entzündet wurde, werden die Auswirkungen in den kommenden Jahren wunderbar sein.

Es ist offensichtlich, dass die Welt durch dieses Licht erleuchtet werden wird; darum müsst ihr Gott danken, dass – Preis sei Gott! – durch Seine Gnade und Gunst die Lampe der Größten Führung in euren Herzen entzündet wurde und Er euch zu Seinem Reich gerufen hat.

Er hat dafür gesorgt, dass der Ruf der himmlischen Heerscharen eure Ohren erreichte.

Die Türen des Himmels wurden für euch geöffnet.

Die Sonne der Wahrheit scheint auf euch, die Wolken der Barmherzigkeit regnen herab und die Brisen der Vorsehung durchwehen eure Seelen.

Die Gabe ist zwar groß und die Gnade herrlich – trotzdem sind Bereitschaft und Aufnahmefähigkeit erforderlich.

Ohne Aufnahmefähigkeit und Bereitschaft werden die göttlichen Gnadengaben nicht greifbar und sichtbar werden.

Wie viel die Wolke auch regnet, die Sonne scheint und die Winde wehen, auf einem unfruchtbaren Boden wird nichts wachsen.

Der Boden hingegen, der rein und frei ist von Dornen und Disteln, ist empfänglich und wird durch den Regen aus der Wolke der Gnade Frucht hervorbringen.

Wie sehr die Sonne auch scheinen mag, auf einen dunklen Felsen wird sie keinen Einfluss haben, aber in einem reinen, polierten Spiegel wird ihr Licht erstrahlen.

So müssen wir die Aufnahmefähigkeit entwickeln, damit die Zeichen der Gnade des Herrn in uns offenbar werden.

Wir müssen uns bemühen, den Grund des Herzens von nutzlosem Unkraut zu befreien und von den Dornen wertloser Gedanken zu heiligen, damit die Wolken der Gnade uns mit ihrer Kraft beschenken.

Die Tore Gottes sind offen, aber wir müssen bereit und fähig sein, einzutreten.

Das Meer der göttlichen Vorsehung wogt, aber wir müssen schwimmen können.

Die Gaben des Allmächtigen steigen aus dem Himmel der Gnade hernieder, aber es kommt auf die Fähigkeit an, sie empfangen zu können.

Der Quell göttlicher Großmut sprudelt unaufhörlich, aber wir müssen nach dem lebendigen Wasser dürsten.

Solange da kein Durst ist, kann das erfrischende Wasser ihn nicht stillen.

Solange die Seele nicht hungert, werden die köstlichen Speisen der himmlischen Tafel sie nicht sättigen.

Solange die Augen der Erkenntnis nicht geöffnet werden, wird das Licht der Sonne nicht erblickt.

Solange die Nase nicht frei ist, wird der Duft des göttlichen Rosengartens nicht wahrgenommen.

Solange das Herz nicht von Sehnsucht erfüllt ist, wird die Gunst des Herrn nicht sichtbar sein.

Solange keine vollkommene Melodie gesungen wird, werden die Zuhörer nicht aufhorchen.

Darum müssen wir uns Tag und Nacht bemühen, die Herzen von allen Schlacken zu reinigen, die Seelen über jede Begrenzung zu heiligen und frei zu werden von den Zwistigkeiten der Menschenwelt.

Dann werden die göttlichen Gaben in ihrer Fülle und Herrlichkeit offenkundig.

Wenn wir uns nicht bemühen und uns nicht von den Mängeln und schlechten Eigenschaften der menschlichen Natur heiligen, werden wir an den Gaben Gottes keinen Anteil haben.

Es ist, als würde die Sonne in ihrer vollen Pracht scheinen, aber von den Herzen, schwarz wie Stein, würde kein Schimmer zurückgeworfen.

Wenn ein Meer voll erquickendem Wasser wogt, wir aber nicht durstig sind, welchen Nutzen haben wir dann davon?

Wenn die Kerze brennt, wir aber keine Augen haben, welche Freude bringt es uns?

Wenn melodische Hymnen sich zu den Himmeln erheben, wir aber taub sind, wie können wir das dann genießen?
Darum müssen wir uns stets bemühen, Gott anrufen und flehen und das Reich Gottes beschwören, uns umfassende Fähigkeiten zu gewähren, damit die Gaben Gottes in uns enthüllt und sichtbar werden.

Und sobald wir diese himmlischen Gaben erlangen, sollen wir unsere Dankbarkeit an der Schwelle der Einzigkeit darbringen.

Dann werden wir uns beim Herrn darüber freuen, dass wir in diesem wunderbaren Jahrhundert und in dieser herrlichen Zeit unter dem Schutz des Reiches Gottes in den Genuss dieser Gaben gekommen sind, und werden uns voll Lob und Dank erheben.

Deshalb mahne ich zuerst mich selbst und bitte euch dann inständig, diese große Gabe wertzuschätzen, diese größte Führung anzuerkennen und diese Gaben des Herrn anzunehmen.

Ihr müsst Tag und Nacht danach streben, würdig zu werden, einen großzügigen Anteil an diesen Gaben zu erhalten und die volle Aufnahmefähigkeit dafür zu erlangen.

Preis sei Gott!

Eure Herzen sind erleuchtet, eure Gesichter sind dem Reich Gottes zugewandt.

Ich hoffe, dass alle diese Stufen erreicht werden und die Freunde einen Stand erreichen, der Vorbild und Ansporn für alle Freunde weltweit ist.

Möge sich die Liebe zu Gott von hier aus weiter und weiter verbreiten; möge die Erkenntnis Gottes von diesem Ort aus weithin ausstrahlen; mögen geistige Kräfte hier wirksam werden; möge das Licht des Königreichs scheinen; mögen sich hier verständige Seelen finden, die sich mit ganzer Kraft dem Dienst Gottes hingeben und die Einheit der Menschenwelt und die Sache des Größten Friedens fördern.

Mögen diese Seelen brennende Kerzen und fruchttragende Bäume sein; mögen sie Perlen in den Muscheln der Vorsehung und Sterne des Himmels sein.

Darum flehe ich zu Gott.

Meine Bitte an die Abhá-Schönheit ist, dass Er euch alle in das Meer Seiner Gnade tauchen möge.
(Danach, von Zahlen sprechend)
Solche Vermutungen bezüglich Glücks- oder Unglückszahlen sind pure Einbildung. Der Aberglaube bezüglich der Dreizehn hatte seinen Ursprung in der Tatsache, dass Jesus Christus von zwölf Jüngern umgeben war und Judas Ischariot das dreizehnte Mitglied ihrer Gemeinschaft war. Das ist der Ursprung dieses Aberglaubens, aber es ist bloß eine Einbildung. Judas war zwar äußerlich gesehen ein Jünger, aber er war es nicht in Wirklichkeit. Zwölf ist ursprünglich die Zahl der Bedeutung und Vollendung. Jakob hatte zwölf Söhne, von denen zwölf Stämme abstammen. Die Jünger Jesu waren zwölf; die Imáme Muḥammads waren zwölf. Die Tierkreiszeichen sind zwölf; die Monate des Jahres sind zwölf, und so weiter.
Die Geheimnisse der Heiligen Bücher wurden in der Offenbarung Bahá'u'lláhs erklärt. Bevor Er erschien, verstand man diese Geheimnisse nicht. Bahá'u'lláh enthüllte und entsiegelte diese Mysterien. Es war mein Wunsch, heute für dieses Treffen hierherzukommen.

– 71 –

16. Juni 1912
Ansprache in der Central Congregational Church Hancock Street, Brooklyn, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Dies ist eine beeindruckende Kirche und eine wunderbare Gemeinde, denn – Preis sei Gott! – es ist ein Haus der Andacht, in dem Gewissensfreiheit herrscht. Jedes Glaubensbekenntnis und jedes religiöse Bestreben kann hier völlig frei zum Ausdruck gebracht werden. Wie in der Welt der Politik Gedankenfreiheit erforderlich ist, so sollte es auch in der Welt der Religion das Recht auf individuelle Glaubensfreiheit geben. Denken Sie an den großen Unterschied zwischen moderner Demokratie und den alten Herrschaftsformen der Willkür und Tyrannei. Unter einer autokratischen Regierung gibt es keine Meinungsfreiheit für die Menschen und Entwicklung wird unterdrückt, während in der Demokratie die größten Fortschritte zu verzeichnen sind, weil Denken und Meinungsäußerung nicht eingeschränkt sind. Ähnliches gilt für die Welt der Religion. Wenn Gewissensfreiheit, Gedankenfreiheit und Redefreiheit herrschen, das heißt, wenn jeder gemäß seinen Idealen seiner eigenen Überzeugung Ausdruck verleihen kann, sind Entwicklung und Wachstum unausweichlich. Darum ist dies hier eine gesegnete Kirche, denn ihre Kanzel steht jeder Religion offen und die jeweiligen Ideale können frei und offen dargelegt werden. Aus diesem Grund bin ich Hochwürden äußerst dankbar; ich erkenne in ihm in der Tat einen Diener der Einheit der Menschheit.
Die heiligen Manifestationen, die Ursprung und Stifter der verschiedenen religiösen Systeme waren, sind in ihrer Absicht und in ihren Lehren eins und stimmen miteinander überein.

Abraham, Moses, Zarathustra, Buddha, Jesus, Muḥammad, der Báb und Bahá'u'lláh sind eins in Geist und Wesen.

Überdies erfüllte jeder Prophet die Verheißung Dessen, Der Ihm vorausgegangen war und ebenso kündigte Jeder Den an, Der nach Ihm kommen sollte.

Bedenken Sie, wie Abraham Moses Kommen vorausgesagt und Moses die abrahamitischen Darlegungen verkörpert hat.

Moses prophezeite den messianischen Zyklus, und Christus erfüllte Moses Gesetz.

So ist offensichtlich, dass die heiligen Manifestationen, die Stifter der religiösen Systeme, einig sind und übereinstimmen; Ihre Sendung und Ihre Lehren weisen keine Unterschiede auf; Sie alle sind Spiegel der Wahrheit und alle verkünden die Religion Gottes.

Die göttliche Religion ist die Wahrheit, und es gibt keine Vielzahl von Wahrheiten, sondern nur eine einzige.

Daher sind die Grundlagen der religiösen Systeme eins, weil alle von der unteilbaren Wahrheit ausgehen; aber die Anhänger dieser Systeme haben sich zerstritten; Zwietracht, Streit und Krieg sind zwischen ihnen ausgebrochen, denn sie haben die Grundlage aufgegeben und halten sich an bloßer Nachahmung und leeren Riten fest.

Weil diese Nachahmungen voneinander abweichen, sind Uneinigkeit und Feindschaft entstanden.

So hat zum Beispiel Jesus Christus – möge mein Geist ein Opfer für Ihn sein – die Grundlage ewiger Wahrheit gelegt, aber nach Seinem Hinscheiden entstanden in der Christenheit viele Sekten und Abspaltungen.

Wie ist es dazu gekommen?

Es besteht kein Zweifel, dass sie aus den Dogmen der Nachahmungen entstanden sind, denn die Grundlage Christi war die Wahrheit selbst, in der es keine Widersprüche gibt.

Wo solche Verfälschungen aufkamen, bildeten sich Sekten und Konfessionen.
Wenn die Christen aller Richtungen und Konfessionen die Wahrheit erforschen, werden die grundlegenden Lehren Christi sie wieder vereinigen.

Keine Feindschaft, kein Hass wird verbleiben, weil sie alle von der Wahrheit selbst angeleitet werden.

Wenn sich ebenso im größeren Rahmen alle bestehenden religiösen Systeme von angestammten Nachahmungen abwenden, die Wahrheit erforschen und die wahre Bedeutung der Heiligen Bücher zu ergründen suchen, dann werden sie sich auf derselben Grundlage, der Wahrheit selbst, zusammenschließen und einig sein.

Solange sie jedoch verfälschten Lehrsätzen oder Nachahmungen folgen statt der Wahrheit, werden Feindseligkeit und Uneinigkeit fortbestehen und zunehmen.

Lassen Sie mich einige Beispiele nennen.

Moses und die Propheten Israels kündigten die Ankunft des Messias an, nutzten dazu jedoch die Sprache der Symbole.

Als Christus erschien, lehnten die Juden Ihn ab, obwohl sie Sein Erscheinen erwarteten und in ihren Tempeln und Synagogen flehten und wehklagten:

»O Gott, beschleunige das Kommen des Messias!« Warum wiesen sie Ihn zurück, als Er Sich erklärte?

Weil sie überkommenen Formen und Auslegungen folgten und blind waren für die Wirklichkeit Christi.

Die inneren Bedeutungen der Heiligen Schrift hatten sie nicht begriffen.

Sie hielten Ihm ihre Einwände entgegen und sagten:

»Ja, wir erwarten Christus, aber Sein Kommen hängt von der Erfüllung bestimmter prophetischer Verheißungen ab.

Zu den Zeichen Seines Erscheinens gehört, dass Er von einem unbekannten Ort kommen wird, während dieser, der beansprucht der Messias zu sein, aus Nazareth stammt.

Wir kennen sein Zuhause und seine Mutter.
Ein zweites messianisches Zeichen ist, dass Sein Zepter ein eiserner Stab sein soll, aber dieser Christus hat nicht einmal einen Stock aus Holz.
Drittens: Er sollte auf dem Throne Davids sitzen, wohingegen dieser messianische König in tiefster Armut lebt und nicht einmal eine Matte besitzt.
Viertens: Er sollte den Osten und den Westen erobern. Diese Person hat nicht einmal ein Dorf erobert. Wie kann er der Messias sein?
Fünftens: Er sollte die Gesetze der Bibel verkünden. Er hat es nicht nur versäumt, die Gesetze der Bibel zu verbreiten, er hat vielmehr sogar das Gesetz des Sabbats gebrochen.
Sechstens: Der Messias soll alle in Palästina versprengt lebenden Juden sammeln und ihnen Ehre und Ansehen zurückgeben, aber dieser hat die Juden erniedrigt, statt sie aufzubauen.
Siebtens: Während Seiner Herrschaft sollten sich sogar die Tiere an Segen und Wohlergehen erfreuen, denn nach den prophetischen Texten sollte Er in einem so universellen Ausmaß Frieden schaffen, dass Adler und Wachtel zusammenleben, Löwe und Hirsch auf derselben Wiese grasen und Wolf und Lamm sich auf derselben Weide zur Ruhe legen. Im Menschenreich sollte Krieg völlig aufhören, Speere sollten in Sicheln und Schwerter in Pflugscharen umgearbeitet werden. Nun sehen wir, dass in den Tagen dieses ›Möchtegern-Messias‹ solches Unrecht herrscht, dass sogar er selbst geopfert wurde. Wie könnte er da der verheißene Christus sein?«
Und so sprachen sie in schändlicher Weise über Ihn.
Da nun die Juden im Meer überkommener Nachahmungen versunken waren, konnten sie die Bedeutung dieser Prophezeiungen nicht verstehen. All die Worte der Propheten waren erfüllt, aber da die Juden hartnäckig an überlieferten Auslegungen festhielten, verstanden sie die tieferen Bedeutungen der Heiligen Schrift nicht; darum wiesen sie Jesus Christus, den Messias, zurück. Der Sinn der prophetischen Worte lag nicht in der äußeren oder wörtlichen Bedeutung, sondern in der inneren symbolischen Bedeutung. Es wurde ja zum Beispiel vorausgesagt, dass der Messias von einem unbekannten Ort kommen sollte. Dies bezog sich nicht auf den Ort der körperlichen Geburt Jesu. Es bezieht sich auf das Wesen Christi, das heißt, dass die Wirklichkeit Christi aus dem unsichtbaren Reich erscheinen sollte; denn die göttliche Wirklichkeit Christi ist erhaben und geheiligt über jeden Ort.
Sein Schwert sollte ein eisernes Schwert sein. Das bezog sich auf Seine Zunge, die Wahres von Falschem scheiden sollte; mit diesem mächtigen Schwert sollte Er das Reich der Herzen erobern. Er eroberte nicht durch die physische Kraft eines eisernen Stabes – Er eroberte den Osten und den Westen mit dem Schwert Seiner Rede.
Er saß auf dem Throne Davids, aber Seine Herrschaft war weder die Herrschaft eines Napoleon noch das vergängliche Reich eines Pharao. Das Königreich Christi war unvergänglich und ewig im Himmel des göttlichen Willens.
Mit der Verkündigung der Gesetze der Bibel war die Wahrheit des mosaischen Gesetzes gemeint. Das Gesetz des Sinai ist die Grundlage der christlichen Wahrheit. Christus verkündete es und verlieh ihm eine höhere, geistige Ausprägung.
Er eroberte und unterwarf den Osten und den Westen. Seine Eroberung erfolgte durch den Odem des Heiligen Geistes, der alle Grenzen beseitigte und von allen Horizonten erstrahlte.
Gemäß der Prophezeiung sollten an Seinem Tag Wolf und Lamm aus derselben Quelle trinken. Das wurde in Christus verwirklicht. Die Quelle, auf die Bezug genommen wurde, war das Evangelium, aus dem das Wasser des Lebens sprudelt. Wolf und Lamm sind gegensätzliche und verfeindete Völker, die durch diese Tiere symbolisiert werden. Ein Zusammenschluss und Umgang miteinander waren unmöglich; aber als sie an Jesus Christus glaubten, wurden sie, die früher wie Wölfe und Lämmer waren, durch die Worte des Evangeliums vereint.
Damit ist klar, dass der Sinn aller Prophezeiungen komplett erfüllt wurde; aber weil die Juden in überlieferten Nachahmungen gefangen waren und die wirkliche Bedeutung dieser Worte nicht verstanden, wiesen sie Christus zurück, ja, sie gingen so weit, Ihn zu kreuzigen. Sehen Sie nur, wie schädlich Nachahmung ist. Weil die Juden an diesen von Vätern und Vorfahren überlieferten Auslegungen festhielten, blieben sie ausgeschlossen.
Es ist also klar, dass wir alle derartigen Nachahmungen und Glaubensvorstellungen aufgeben müssen, damit wir diesen Fehler nicht wiederholen. Wir müssen die Wahrheit erforschen, selbstsüchtige Vorstellungen ablegen und Gerüchte aus unserem Denken verbannen. Die Juden betrachten Christus als Moses Feind, während Christus im Gegenteil Moses Wort vorangebracht hat. Er verbreitete den Namen Moses überall in Ost und West. Er verkündete Moses Lehren. Wäre Christus nicht gewesen, ihr hättet den Namen Moses niemals gehört, und wäre die messianische Offenbarung nicht in Christus erschienen, hätten wir das Alte Testament nicht erhalten.
Die Wahrheit ist, dass Christus das mosaische Gesetz erfüllt und Moses in jeder Hinsicht anerkannt hat; aber die Juden, verblendet von Nachahmungen und Vorurteilen, betrachteten Ihn als Moses Feind.
Zu den großen religiösen Systemen der Welt gehört der Islám. Etwa dreihundert Millionen Menschen gehören ihm an. Seit über tausend Jahren gibt es Feindschaft und Streit zwischen Muslimen und Christen aufgrund von Missverständnissen und geistiger Blindheit. Wenn Vorurteile und Verfälschungen aufgegeben würden, gäbe es keinerlei Feindschaft zwischen ihnen, und diese hunderte Millionen zerstrittenen Religionsanhänger würden die Menschenwelt mit ihrer Einheit schmücken.
Ich möchte Sie jetzt auf einen sehr wichtigen Punkt aufmerksam machen.

Alle Anhänger des Islám betrachten den Qur'án als das Wort Gottes.

In diesem heiligen Buch findet man eindeutige Texte – keine bloßen Überlieferungen –, die besagen, dass Christus das Wort Gottes war, dass Er der Geist Gottes war, dass Jesus Christus durch den lebensspendenden Odem des Heiligen Geistes in diese Welt kam und dass Maria, Seine Mutter, rein und heilig war.

Im Qur'án ist ein ganzes Kapitel der Geschichte Jesu gewidmet.

Dort wird berichtet, dass Er in Seiner Jugend im Tempel in Jerusalem Gott anbetete, dass Manna vom Himmel fiel, um Ihn zu speisen, und dass Er schon unmittelbar nach Seiner Geburt einige Worte sprach.

Kurzum, im Qur'án gibt es eine Lobpreisung und Huldigung Christi, wie ihr sie im Evangelium nicht findet.

Das Evangelium berichtet nicht, dass das Kind Jesus gleich nach der Geburt sprach oder dass Gott für Ihn Nahrung vom Himmel fallen ließ, aber im Qur'án wird wiederholt dargetan, dass Gott Ihm Tag für Tag Manna als Speise herabsandte.

Ferner ist es sehr bezeichnend und aufschlussreich, dass Muḥammad, als Er Sein Werk und Seine Sendung verkündete, Seinen eigenen Anhängern als erstes entgegenhielt:

»Warum habt ihr nicht an Jesus Christus geglaubt?

Warum habt ihr das Evangelium nicht angenommen?

Warum habt ihr nicht an Moses geglaubt?

Warum habt ihr die Vorschriften des Alten Testaments nicht befolgt?

Warum habt ihr die Propheten Israels nicht verstanden?

Warum habt ihr den Jüngern Christi nicht geglaubt?

Die erste Pflicht, o Araber, die euch obliegt, ist es, all das anzunehmen und daran zu glauben.

Ihr müsst Moses als Propheten ansehen.

Ihr müsst Jesus Christus als das Wort Gottes annehmen.

Ihr müsst das Alte und das Neue Testament als Wort Gottes anerkennen.

Ihr müsst an Jesus Christus als Frucht des Heiligen Geistes glauben.« Sein Volk antwortete:

»O Muḥammad!

Wir wollen Gläubige werden, obwohl unsere Väter und Vorfahren Ungläubige waren und wir auf sie stolz sind.

Sage uns, was aus ihnen wird.« Muḥammad antwortete:

»Ich sage euch, sie haben ihren Platz in der tiefsten Hölle, weil sie nicht an Moses und Christus glaubten und weil sie die Bibel nicht annahmen; und obwohl sie Meine eigenen Vorfahren sind, befinden sie sich in der Trostlosigkeit der Hölle.« So steht es im Qur'án; das ist keine Geschichte oder Überlieferung, sondern aus dem Qur'án selbst, den die Menschen in Händen halten.

Somit ist klar, dass Unwissenheit und Missverständnisse so viel Krieg und Streit zwischen Christen und Muslimen verursachten.

Wenn beide Seiten die ihren religiösen Überzeugungen zugrunde liegende Wahrheit erforschten, ergäben sich Einheit und Übereinstimmung; Streit und Erbitterung würden ein für alle Mal vergehen und die Menschheit würde Ruhe und Frieden finden.

Man muss bedenken, dass es zweihundertfünfzig Millionen Christen und dreihundert Millionen Muslime gibt.

Wie viel Blut ist in ihren Kriegen geflossen!

Wie viele Länder wurden zerstört!

Wie viele Kinder verloren ihren Vater!

Wie viele Väter und Mütter beweinten den Verlust ihrer Kinder und Lieben!

All das geschah aufgrund von Vorurteilen, Missverständnissen und dem Nachahmen überkommener Vorstellungen, ohne dass je die Wahrheit erforscht wurde.

Wären die Heiligen Bücher richtig verstanden worden, es hätte weder diese Zwietracht noch diesen Kummer gegeben; stattdessen hätten Liebe und Gemeinschaft geherrscht.

Das gilt auch für alle anderen Religionen.

Die Umstände, die ich schilderte, treffen gleichermaßen auf alle zu.

Der wesentliche Zweck der Religion Gottes ist, Einheit zwischen den Menschen zu schaffen.

Die göttlichen Manifestationen schufen die Mittel und Wege für Gemeinschaft und Liebe.

Sie kamen nicht, um Zwietracht, Streit und Hass in der Welt zu stiften.

Die Religion Gottes ist die Ursache von Liebe, aber wenn sie zur Quelle von Feindschaft und Blutvergießen gemacht wird, ist ihr Nichtvorhandensein sicherlich ihrem Vorhandensein vorzuziehen, denn dann wird sie satanisch, schädlich und ein Hindernis für die Menschenwelt.
Im Orient befanden sich die verschiedenen Völker und Nationen in einem Zustand von Feindschaft und Streit und begegneten einander mit größter Feindseligkeit und Hass.

Dunkelheit umfing die Menschenwelt.

In einer solchen Zeit kam Bahá'u'lláh.

Er beseitigte all die Nachahmungen und Vorurteile, die zu Trennung und Missverständnissen geführt hatten, und legte den Grundstein für die eine Religion Gottes.

Als dies erreicht war, schlossen sich Muslime, Christen, Juden, Zoroastrier und Buddhisten in wahrer Gemeinschaft und Liebe zusammen.

Die Anhänger Bahá'u'lláhs, gleich aus welchem Land, sind wie eine Familie geworden, leben in Einklang und Einigkeit und sind bereit, füreinander ihr Leben hinzugeben.

Der Muslim wird sein Leben für den Christen geben, der Christ für den Juden und beide ihr Leben für den Zoroastrier.

Sie leben in Liebe, Freundschaft und Einheit zusammen.

Sie sind zur Wiedergeburt im Geiste Gottes gelangt.

Sie wurden durch den Odem des Heiligen Geistes wiederbelebt und neu erschaffen.

Preis sei Gott!

Dieses Licht ist aus dem Osten gekommen und irgendwann wird es im Orient keine Zwietracht und keine Feindschaft mehr geben.

Durch die Macht Bahá'u'lláhs werden alle vereint sein.

Er hisste dieses Banner der Einheit der Menschheit im Gefängnis.

Von zwei Königen in die Verbannung gezwungen, auf der Flucht vor Feinden aus allen Völkern, schrieb Er während Seiner langen Gefangenschaft mit Worten von wunderbarer Sprachgewalt an die Könige und Herrscher der Welt.

Er tadelte sie aufs Schärfste und rief sie zum göttlichen Grundsatz der Einheit und Gerechtigkeit auf.

Er ermahnte sie zum Frieden und zu internationaler Einigung und gebot ihnen, ein internationales Schiedsgericht zu schaffen:

Von allen Nationen und Regierungen der Welt sollten Delegierte für einen Kongress der Nationen gewählt werden, der einen universellen Schiedsgerichtshof einsetzen sollte, um internationale Konflikte beizulegen.

Er schrieb an Königin Victoria von Großbritannien, an den russischen Zaren, an den deutschen Kaiser, an Napoleon III. von Frankreich und andere und forderte sie zu Welteinheit und Frieden auf.

Durch himmlische Macht war Er in der Lage, diese Ideale im Orient zu verbreiten.

Könige konnten Ihn nicht daran hindern.

Sie trachteten danach, Sein Licht auszulöschen, bewirkten aber nur, dass dessen Intensität und Leuchtkraft wuchsen.

Im Gefängnis stellte Er sich gegen den Sháh von Persien und den Sulṭán der Türkei und verkündete Seine Lehren, bis Er das Banner der Wahrheit und die Einheit der Menschheit fest verankert hatte.

Ich war vierzig Jahre lang mit Ihm gefangen, bis die Jungtürken des Komitees für Einheit und Fortschritt den Despoten 'Abdu'l-Ḥamíd stürzten, ihn entthronten und die Freiheit ausriefen.

Dieses Komitee befreite mich aus Tyrannei und Unterdrückung; sonst hätte ich bis ans Ende meiner Tage im Gefängnis bleiben sollen.

Mit anderen Worten:

Im Gefängnis war Bahá'u'lláh imstande, die Grundlagen des Friedens zu verkünden und zu verankern, obwohl zwei despotische Könige Seine Feinde und Unterdrücker waren.

Der persische König, Náṣiri'd-Dín Sháh, ließ zwanzigtausend Bahá'í töten, Märtyrer, die absolut losgelöst, bereitwillig und freudig ihr Leben für ihren Glauben hingaben.

Diese beiden mächtigen und tyrannischen Könige waren unfähig, einen Gefangenen aufzuhalten; dieser Gefangene hielt das Banner der Mitmenschlichkeit hoch und führte die Menschen des Orients zu Einvernehmen und Einheit.

Im Osten leben heute nur diejenigen in Opposition und Feindschaft, die Bahá'u'lláh nicht gefolgt sind.

Die Menschen, die Ihn als das Banner göttlicher Führung anerkannt haben, erfreuen sich in ihren Völkern eines Zustands wahrer Freundschaft und Liebe.

Wenn Sie an einer Versammlung im Osten teilnehmen sollten, könnten Sie nicht zwischen Christen und Muslimen unterscheiden; Sie würden nicht wissen, wer Jude, Zoroastrier oder Buddhist war, so vollständig haben sie sich vereint und ihren religiösen Streit beigelegt.

Sie verkehren miteinander in größter Liebe und in einer geistigen Atmosphäre, als gehörten sie zu einer einzigen Familie, als wären sie ein einziges Volk.

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17. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Emma C. Melick
Wir alle sollten die Kranken besuchen. Wenn sie bekümmert sind und leiden, tut es ihnen ausgesprochen gut, von einem Freund besucht zu werden. Freude ist ein großartiges Heilmittel für die Kranken. Im Osten ist es üblich, den Patienten häufig aufzusuchen und ihn persönlich zu treffen. Die Menschen im Orient bringen Kranken und Leidenden größte Freundlichkeit und Mitgefühl entgegen. Das hat eine größere Wirkung als das Heilmittel selbst. Ihr müsst immer diese Gedanken der Liebe und Zuneigung hegen, wenn ihr die Kranken und Leidenden besucht.
Mit der Menschenwelt ist es wie mit einem einzelnen Menschen; auch sie hat ihre Krankheiten und Gebrechen. Bei einem Patienten muss ein fähiger Arzt die Diagnose stellen. Die Propheten Gottes sind die wahren Ärzte. Zu welcher Zeit auch immer Sie erscheinen – Sie verordnen, was die menschlichen Lebensumstände erfordern. Sie kennen die Krankheiten, Sie erkennen ihre verborgenen Ursachen und verordnen das nötige Heilmittel. Wer immer durch dieses Mittel geheilt wird, erlangt ewige Gesundheit. Am Tag Jesu Christi zum Beispiel wurde die Menschenwelt von verschiedenen Krankheiten geplagt. Jesus Christus war der wahre Arzt. Er erschien, erkannte die Symptome und verschrieb das richtige Heilmittel. Was war dieses Mittel? Es war die von Ihm offenbarte Lehre, die besonders für jenes Zeitalter galt. Später traten viele neue Missstände und Störungen in der Gesellschaft auf. Die Welt erkrankte und weitere ernste Missstände zeigten sich, insbesondere auf der arabischen Halbinsel. Dort offenbarte Gott Muḥammad. Er kam und verordnete, was die Umstände erforderten, sodass die Araber dieser Zeit gesund, widerstandsfähig und stark wurden.
Heutzutage ist die Menschenwelt von schweren Krankheiten und gravierenden Störungen befallen, die ihr Leben gefährden. Darum ist Bahá'u'lláh erschienen. Er ist der wahre Arzt, Der der Menschenwelt göttliche Arznei und Heilung bringt. Für jedes Gebrechen hat Er Lehren offenbart – die Verborgenen Worte, Ishráqát, Ṭarázát, Tajallíyát, Worte des Paradieses, Frohe Botschaften usw. Diese heiligen Worte und Lehren sind das Heilmittel für die Gesellschaft, das göttliche Rezept und die richtige Behandlung für die Störungen, die die Welt plagen. Darum müssen wir diese heilende Arznei annehmen und anwenden, um eine vollständige Genesung zu gewährleisten. Jede Seele, die nach den Lehren Bahá'u'lláhs lebt, ist frei von den Krankheiten und Unpässlichkeiten, die überall in der Menschenwelt vorherrschen; wenn sie nicht so lebt, wird sie von selbstsüchtigen Störungen, intellektuellen und spirituellen Übeln, von Unvollkommenheiten und Lastern befallen, und sie wird die lebensspendenden Gaben Gottes nicht empfangen.
Bahá'u'lláh ist der wahre Arzt. Er hat die Krankheiten der Menschen diagnostiziert und die erforderliche Behandlung aufgezeigt. Die wesentlichen Prinzipien Seiner Heilmittel sind die Erkenntnis Gottes und die Liebe zu Ihm, Loslösung von allem außer Gott, aufrichtige Hinwendung zum Königreich Gottes, vorbehaltloser Glaube, Festigkeit und Treue, liebevolle Freundlichkeit gegenüber allen Geschöpfen und Aneignung der göttlichen Tugenden, die für die Menschenwelt vorgesehen sind. Das sind die Grundprinzipien für Fortschritt, Zivilisation, internationalen Frieden und die Einheit der Menschheit. Das sind die grundlegenden Lehren Bahá'u'lláhs, das Geheimnis ewiger Gesundheit, das Heilmittel und die Heilung für den Menschen.
Ich hoffe, dass ihr dazu beitragen könnt, durch diese Lehren den kranken Körper der Welt zu heilen, damit ewiger Glanz alle Völker der Welt erleuchte.

– 73 –

18. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Emma C. Melick
Wie weit die Menschheit auch in der materiellen Zivilisation fortschreiten mag, so bedarf sie doch der im Evangelium erwähnten geistigen Entwicklung. Die Vorzüge der materiellen Welt sind begrenzt, während die göttlichen Tugenden grenzenlos sind. So begrenzt die materiellen Vorzüge sind, so grenzenlos ist der Bedarf des Menschen an der Vollkommenheit der göttlichen Welt.
Obwohl menschliche Tugenden im Lauf der Menschheitsgeschichte mehrmals einen wahren Höhepunkt erreichten, waren sie doch begrenzt, während göttliche Errungenschaften immer grenzenlos und unendlich waren. Das Begrenzte braucht immer das Unbegrenzte. Das Materielle muss mit dem Geistigen zusammenwirken. Das Materielle mag mit dem Körper verglichen werden, aber göttliche Tugenden sind der Odem des Heiligen Geistes selbst. Der Körper ist ohne den Geist zu keiner echten Leistung fähig. Mag er auch überaus schön und vortrefflich sein, braucht er dennoch den Geist. Das Lampenglas mag perfekt poliert sein, es braucht dennoch das Licht. Ohne Licht kann die Lampe oder Kerze nichts beleuchten. Ohne den Geist kann der Körper nichts erreichen. Die Möglichkeiten des Lehrers materieller Prinzipien sind eingeschränkt. Die Philosophen, die beanspruchten, Lehrer und Erzieher der Menschheit zu sein, waren höchstens fähig, sich selbst zu erziehen. Wenn sie andere erzogen haben, geschah das innerhalb eines begrenzten Umfeldes. Sie versagten dabei, allgemeine Bildung und Entwicklung zu vermitteln. Diese wurden der Menschheit durch die Kraft des Heiligen Geistes zuteil.
Christus zum Beispiel hat die Menschheit universell erzogen und gefördert. Er errettete Völker und Nationen aus der Knechtschaft von Aberglauben und Götzendienst. Er forderte sie auf, die Einheit Gottes zu erkennen. Sie waren umnachtet und wurden erleuchtet; sie waren materialistisch und wurden geistig; weltlich waren sie und wurden himmlisch. Er brachte Licht in die Welt der Ethik. Die Kraft der Philosophie kann keine allgemeingültige und umfassende Entwicklung bewirken. Das vermag allein der durchdringende Einfluss des Heiligen Geistes. Darum versagt die Menschheit, wie weit sie auch vorankommen mag, dabei, ihre höchste Stufe zu erklimmen, solange sie nicht durch die Erziehung und göttlichen Gaben des Heiligen Geistes belebt wird. Das garantiert menschlichen Fortschritt und Wohlstand.
Deshalb rufe ich euch dazu auf, euch eurer geistigen Entwicklung zu widmen. Im gleichen Maß, in dem ihr euch auf materiellem Gebiet bemüht und eine hohe Stufe an weltlichem Fortschritt erreicht habt, könntet ihr auch in eurer Erkenntnis Gottes gefestigt und kundig werden. Möge die Aufnahmefähigkeit für das Göttliche erweckt werden und wachsen; möge sich eure Hingabe an das himmlische Königreich vertiefen und verstärken. Möget ihr Empfänger der Impulse des Heiligen Geistes werden, möget ihr auf dem Gebiet der Ethik unterstützt werden und vollendete Leistungen erbringen, auf dass die erhabene Stufe des Menschen in euch sichtbar werden möge. So möget ihr höchste Glückseligkeit, ewiges Leben, immerwährende Herrlichkeit, die zweite Geburt erlangen und zu Offenbarungen der Gaben Gottes werden.

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20. Juni 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Ich bin dabei, die Stadt zu verlassen, um mich ein paar Tage in Montclair zu erholen. Wenn ich zurückkomme, möchte ich ein großes Einigkeitsfest ausrichten. Der richtige Ort dafür wurde noch nicht gefunden. Es muss draußen unter den Bäumen sein, an einem Ort abseits des Stadtlärms – wie in einem persischen Garten. Es wird persisches Essen geben. Sobald der Ort feststeht, werden alle informiert, und wir werden ein Treffen für alle abhalten, bei dem die Herzen verbunden, die Seelen vereint werden und ein neues Fundament der Einheit gelegt wird. Alle Freunde werden kommen. Sie werden meine Gäste sein. Sie werden wie die Teile und Glieder eines einzigen Körpers sein. Der Geist des Lebens, der sich in diesem Körper zeigt, wird ein einziger Geist sein. Das Fundament dieses Tempels der Einheit wird ein einziges Fundament sein. Jeder wird ein Stein in diesem Fundament sein, fest und mit den anderen verbunden. Jeder wird wie ein Blatt, eine Blüte oder eine Frucht eines einzigen Baumes sein. Der Freundschaft und Einheit zuliebe wünsche ich mir dieses Fest, diese geistige Versammlung.
Alles, was zur Einheit beiträgt, ist eine Gnade und entspringt der göttlichen Freigebigkeit.

Jede Angelegenheit, die alle umfasst, ist göttlich.

Alles, was zu Trennung und Entfremdung führt, ist teuflisch, weil es selbstsüchtigen Absichten entspringt.

Bedenkt, wie klar die Schöpfung aufzeigt, dass die Ursache des Daseins Einheit und Zusammenhalt ist und die Ursache des Nichtseins Trennung und Uneinigkeit.

Durch göttliche Schöpferkraft entsteht die Anziehung, die die Elemente verbindet, und das Ergebnis ist ein zusammengesetztes Sein.

Einige dieser Elemente haben sich so verbunden, dass der Mensch entstanden ist.

Bestimmte andere Kombinationen bringen Pflanzen und Tiere hervor.

Folglich ist diese Anziehung der unbelebten Elemente die Ursache für Leben und Sein.

Durch ihre Vermischung wird somit menschliche Verbundenheit, Liebe und Gemeinschaft ermöglicht.

Wären die Elemente nicht durch diese Anziehung verbunden, um den Körper des Menschen hervorzubringen, könnten die höheren Verstandeskräfte nicht im Körper sichtbar werden.

Aber wenn diese Elemente sich trennen, wenn ihre Anziehung und ihr Zusammenhalt wegfallen, folgen unweigerlich Tod und Auflösung des Körpers, den sie aufgebaut haben.

Daher bedeuten Anziehung und Einheit eben dieser materiellen Elemente Leben für den Körper des Menschen, und ihre Zwietracht und Unvereinbarkeit bedeuten Tod.

In der gesamten Schöpfung, in allen Reichen besteht dieses Gesetz:

Liebe und Anziehung sind die Ursache von Leben, und Zwietracht und Trennung führen zum Tod.
Betrachtet die Körper aller natürlichen Organismen. Bestimmte Elemente treffen aufeinander und verbinden sich durch chemische Anziehung. Der Baum, der Mensch und der Fisch basieren auf dieser Anziehungskraft und dem Zusammenhalt, durch die die Elemente zusammengebracht wurden. Eine Komposition, ein zusammengesetztes Sein, ist daraus entstanden. Das Ergebnis einer bestimmten atomaren Anordnung ist beispielsweise ein Spiegel, ein Tisch oder eine Uhr, weil eine Verbindungskraft die Anziehung dieser Atome bewirkt und sie miteinander verbunden hat. Wenn diese Anziehungskraft wegfällt, folgen Auflösung und Zerfall; kein Spiegel, kein Tisch, keine Uhr bleiben zurück – keine Spur, kein Dasein. Darum bringt die Vermischung von Atomen Sein hervor, während ihre Auflösung oder Zerstreuung gleichbedeutend ist mit Nichtsein.
Untersucht das Gesetz der Anziehung auch bei den Haustieren. Sie leben gemeinschaftlich in Herden zusammen; die Liebe zur Gemeinschaft ist bei ihnen offensichtlich. Wir sehen, dass Vögel einen natürlichen Sinn für Verbundenheit und Liebe zu besitzen scheinen. Aber die Raubtiere und Raubvögel sind das genaue Gegenteil der Haustiere. Schafe, Kühe und Pferde grasen einträchtig und einvernehmlich miteinander, aber Raubtiere sieht man nie in Liebe und Verbundenheit zusammen. Jedes lebt für sich allein oder mit einem einzigen Partner. Wenn sie einander sehen, gebärden sie sich überaus wild. Hunde stürzen sich auf Hunde; Wölfe, Tiger, Löwen toben, knurren und kämpfen auf Leben und Tod. Ihre Wildheit ist instinktgesteuert. Dafür gibt es in der Schöpfung einen Grund. Raubvögel wie Adler und Falken leben einzeln und bauen ihre Nester weit voneinander entfernt, aber Tauben fliegen in Schwärmen und nisten auf denselben Bäumen. Wenn ein Adler einen anderen Adler trifft, gibt es einen heftigen Kampf. Das Treffen zweier Tauben ist ein Friedenstreffen. Daher ist klar, dass bei den Geschöpfen eines niedrigeren Reiches sowohl diese gesegneten Eigenschaften als auch ihr Gegenteil anzutreffen sind.
Die meisten Menschen legen keine wirkliche Liebe und Gemeinschaft an den Tag.

Die in Liebe und Einheit miteinander leben, gehören zu den erlesensten Menschen.

Vor Gott haben sie Vorrang, weil sich bereits die göttlichen Eigenschaften in ihnen zeigen.

Die höchste Liebe und Einheit offenbart sich in den göttlichen Manifestationen.

Die Einheit zwischen Ihnen ist unauflöslich, unveränderlich, ewig und dauerhaft.

Jede spricht für alle und vertritt alle.

Wenn wir eine der Manifestationen Gottes ablehnen, so lehnen wir alle ab.

Eine zu verfolgen, heißt auch, die anderen zu verfolgen.

Auf allen Stufen des Seins preist und heiligt Jede die Anderen.

Jede von Ihnen hält das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschheit aufrecht und unterstützt die Einheit der Menschenherzen.

Nach den göttlichen Manifestationen kommen als Nächstes die Gläubigen, in denen sich die Merkmale der Einigkeit, der Gemeinschaft und der Liebe zeigen.

Die Bahá'í-Freunde in Persien erlangten eine solche Eintracht und Liebe, dass es regelrecht zu einem Hindernis in materiellen Angelegenheiten wurde.

Jeder, der in eines der Häuser der Freunde kam, empfand sich selbst gewissermaßen als Eigentümer des Hauses.

Bei ihren persönlichen Interessen und in ihrer Liebe bestand kein Gegensatz, sondern völlige Übereinstimmung.

Ein Freund, der zu Besuch kam, hätte bedenkenlos den Vorratsschrank öffnen und so viele Nahrungsmittel herausnehmen können, wie er brauchte.

Bei Bedarf trugen sie die Kleidung des anderen, als wäre es ihre eigene.

Wenn sie einen Hut oder Mantel brauchten, nahmen und trugen sie ihn.

Der Besitzer der Kleidung freute sich und war dankbar, dass das Kleidungsstück benutzt wurde.

Wenn er nach Hause zurückkam, wurde ihm vielleicht gesagt:

»Soundso war hier und hat deinen Mantel mitgenommen.« Er hätte geantwortet:

»Gelobt sei Gott!

Ich bin ihm so dankbar.

Preis sei Gott!

Ich freue mich so, dass ich diese Gelegenheit hatte, ihm meine Liebe zu zeigen.« Diese Liebe und Gemeinschaft wurden in einem so außergewöhnlichen Ausmaß zum Ausdruck gebracht, dass Bahá'u'lláh gebot, niemand dürfe etwas vom Besitz eines anderen an sich nehmen, wenn es ihm nicht geschenkt würde.

Diese Schilderung soll zeigen, welch großes Maß an Einheit und Liebe unter den Bahá'í-Freunden im Osten herrschte.
Ich hoffe, dass hier in gleichem Ausmaß und gleicher Intensität Liebe offenkundig und greifbar werden möge; dass der Geist Gottes eure Herzen so durchdringe, dass jeder der Geliebten Gottes als eins mit allen betrachtet werde; dass jeder zur Ursache von Einheit und zu einem Mittelpunkt des Einklangs werde und die ganze Menschheit sich in wahrer Gemeinschaft und Liebe miteinander verbinden möge.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Montclair und West Englewood, New Jersey

23. bis 29. Juni 1912

– 75 –

23. Juni 1912
Ansprache in Montclair, New Jersey
Aufzeichnungen von Frank E. Osborne
'Abdu'l-Bahá: Ihr lächelt immer.
Herr Osborne: Gewiss sollten bei dieser Begegnung unsere Gesichter vor Freude strahlen.
'Abdu'l-Bahá: Ja! Dies ist der Tag Bahá'u'lláhs, das Zeitalter der Gesegneten Vollkommenheit, der Zyklus des Größten Namens. Wenn ihr jetzt nicht lächelt, wie lange wollt ihr noch warten und welches größere Glück könnt ihr noch erhoffen? Dies ist die Frühlingszeit der Offenbarung. Aus den Wolken göttlicher Barmherzigkeit kommt der Frühlingsregen herab; die lebensspendende Brise des Heiligen Geistes verbreitet ihren Blütenduft. Von Wiesen und Feldern erhebt sich ein Dufthauch der Dankbarkeit wie reiner Weihrauch, der zum Thron Gottes aufsteigt. Die Welt ist eine neue Welt geworden, die Seelen sind belebt, der Geist ist erneuert und erfrischt. Es ist wahrhaftig eine Zeit des Glücks.
(Zu Leuten, die hereinkommen:)
Herzlich willkommen! Herzlich willkommen! Ihr seid höchst willkommen!
(Die Kirchenglocken beginnen zu läuten.)
Heute Morgen ging es mir nicht gut, sonst wäre ich in die Kirche gegangen. Überall hören wir den Ruf der geistigen Welt und in allem sehen wir die Werke Gottes. Die Kirchenglocken läuten zum Gedenken an Jesus Christus, obwohl über neunzehnhundert Jahre vergangen sind, seit Er auf Erden lebte. Das geschieht durch die Macht des Geistes. Keine irdische Macht könnte das bewirken. Und doch lehnen Menschen in ihrer Blindheit Christus ab und versuchen, ihre Namen durch weltliche Taten zu verewigen. Jeder möchte, dass man sich an ihn erinnert. Durch irdische und materielle Leistungen wird man kaum neun Jahre lang im Gedächtnis der Menschen bleiben, während das Angedenken und der Ruhm Christi weiterbestehen, obwohl neunzehnhundert Jahre vergangen sind. Denn Sein Name und Ruhm sind ewig und unvergänglich. Daher sollte der Mensch mit aufmerksamem Ohr auf den Ruf der geistigen Welt hören und zuerst das Reich Gottes und seine Vollkommenheit suchen. Das ist ewiges Leben; das ist immerwährendes Gedenken.
Wie groß ist der Unterschied zwischen dem Ruhm Christi und dem Ruhm eines irdischen Eroberers! Von Historikern wird berichtet, Napoleon Bonaparte I. sei heimlich bei Nacht mit dem Schiff von Ägypten aus aufgebrochen. Sein Ziel war Frankreich. Während seines Palästina-Feldzugs war die Revolution ausgebrochen und die Heimatregierung war in ernste Schwierigkeiten geraten. Christliche Gottesdienste waren von den Revolutionären verboten worden. Die christlichen Priester waren in Panik geflohen. Frankreich war atheistisch geworden und es herrschte Anarchie. Das Schiff segelte in die mondhelle Nacht hinaus. Napoleon ging auf Deck auf und ab. Seine Offiziere saßen beieinander und plauderten. Einer von ihnen sprach von der Ähnlichkeit zwischen Bonaparte und Christus. Napoleon blieb stehen und sagte grimmig: »Glaubt ihr, ich gehe zurück nach Frankreich, um die Religion wieder einzusetzen?«
Jesus Christus stiftete die Religion Gottes durch Liebe.

Seine Herrschaft währt ewig.

Napoleon stürzte Regierungen durch Krieg und Blutvergießen.

Seine Herrschaft verging, er selbst wurde abgesetzt.

Bonaparte zerstörte menschliches Leben; Christus war ein Erretter.

Bonaparte beherrschte die Körper der Menschen; Christus eroberte die Menschenherzen.

Keiner der Propheten Gottes war ein berühmter Mann, aber Ihre geistige Macht war einzigartig.

Liebe ist ewige Herrschaft.

Liebe ist die Macht Gottes.

Durch sie werden alle Könige der Erde gestürzt und bezwungen.

Welchen größeren Beweis könnte es dafür geben als das, was Bahá'u'lláh bewirkt hat?

Er erhob sich im Osten und wurde verbannt.

Er wurde in das Gefängnis von 'Akká in Palästina geworfen.

Zwei mächtige, despotische Könige erhoben sich gegen Ihn.

In Seiner Verbannung und Gefangenschaft schrieb Er gebieterische Sendschreiben an die Könige und Herrscher der Welt, in denen Er ihnen Seine geistige Herrschaft verkündete, die Religion Gottes stiftete und das himmlische Banner der Sache Gottes hisste.

Eines dieser Sendschreiben wurde an Frankreichs Kaiser Napoleon III. gesandt.

Dieser empfing es mit Geringschätzung und warf es beiseite.

Bahá'u'lláh richtete ein zweites Sendschreiben an ihn, das diese Worte enthielt:

»Wären deine Worte aufrichtig gewesen, so hättest du das Buch Gottes nicht beiseite geworfen, als es dir übermittelt wurde. … Wir haben dich damit geprüft und fanden dich anders, als du vorgibst.

Mache dich auf und hole nach, was du versäumt hast.

Binnen kurzem werden die Welt und all dein Besitz vergehen, und das Reich wird Gottes sein … Zur Strafe für das, was du getan, wird dein Reich in Verwirrung gestürzt werden, und die Herrschaft wird deinen Händen entgleiten.

Dann wirst du erkennen, wie sehr du dich geirrt hast. … Dein Pomp … wird bald vergehen, es sei denn, du hältst dich an dieses starke Seil.

Wir sehen Erniedrigung dich ereilen …« All das geschah genau so, wie von Bahá'u'lláh angekündigt.

Napoleon III. wurde entthront und ins Exil geschickt.

Sein Reich verging und existiert nicht mehr, während die Oberherrschaft und höchste Autorität Bahá'u'lláhs, des Gefangenen, durch die Unterstützung Gottes ewig währen wird.

Das ist so offensichtlich wie das Sonnenlicht zur Mittagszeit – außer für jene, die geistig blind sind.

Wenn wir erkältet sind, können wir die zarten Düfte nicht wahrnehmen, die vom Rosengarten des göttlichen Königreichs ausgehen.
Kurzum, die Völker der Welt werden unter der Oberherrschaft des göttlichen Königreichs vereint werden.

Ost und West umarmen sich hier und jetzt in Liebe und Zuneigung.

Das ist keine kommerzielle oder politische Einheit, sondern die Einheit durch die Liebe Gottes.

Wir haben das Meer überquert, um diese Liebe in Amerika zu verbreiten, den Ruf des Königreichs zu verkünden und die geistigen Grundlagen für den internationalen Frieden zu schaffen.

Es kann zwar sein, dass Menschen sich gegen das Königreich auflehnen, aber die Oberherrschaft und höchste Autorität Gottes wird errichtet werden.

Es ist ein ewiges Königreich, eine göttliche Oberherrschaft.

Christus wurde zu Seiner Zeit Satan und Beelzebub genannt, aber hört, wie jetzt die Glocken für Ihn läuten!

Er war das Wort Gottes und nicht Satan.

Sie verspotteten Ihn, führten Ihn auf einem Esel durch die Stadt, krönten Ihn mit Dornen, spuckten in Sein gesegnetes Antlitz und kreuzigten Ihn, aber Er ist jetzt bei Gott und in Gott, weil Er das Wort und nicht Satan war.

Vor fünfzig Jahren wollte in Persien niemand die christliche Bibel anfassen.

Bahá'u'lláh kam und fragte:

»Warum?« Sie sagten:

»Es ist nicht das Wort Gottes.« Er sagte:

»Ihr müsst sie mit Verständnis für ihre Bedeutung lesen, nicht wie jene, die nur ihre Worte rezitieren.« Jetzt lesen Bahá'í überall im Osten die Bibel und verstehen ihre geistige Lehre.

Bahá'u'lláh verbreitete die Sache Christi und öffnete das Buch der Christen und der Juden.

Er beseitigte die Beschränkungen durch Namen.

Er bewies, dass alle göttlichen Propheten dieselbe Wahrheit lehrten und dass die Ablehnung des Einen auch die Ablehnung der Anderen bedeutet, denn alle sind in vollkommener Einheit mit Gott.
In London sagten einige Christen, wir würden Christus ablehnen. Wir hingegen sagen, Christus ist das Wort Gottes. Wir sind heute Morgen hier versammelt, um Seiner zu gedenken. Die Glocken haben uns zur Liebe und Einheit zusammengerufen. Dieses Haus ist das Haus Gottes. Jeder ist willkommen! Herzlich willkommen!
Frage: Wie sollen wir entscheiden, ob bestimmte Bibelinterpretationen wahr oder falsch sind, wie zum Beispiel die historisch-kritische Methode und andere moderne christliche Lehren?
'Abdu'l-Bahá: Diese Frage ist schwierig, aber wichtig. Eine vollständige Antwort würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich will aber kurz darauf eingehen. Der einzig wahre Erklärer des Buches Gottes ist der Heilige Geist, denn keine zwei Menschen haben gleiche Gedanken, keine zwei haben das gleiche Verständnis, keine zwei nutzen die gleichen Worte. Das heißt, allein vom menschlichen Standpunkt der Interpretation aus kann es weder Wahrheit noch Einigkeit geben.
Frage: Stimmen Sie den neuen Ansichten zu, bei denen die Herrschaft des Geistes über die Materie das zentrale Prinzip ist?
'Abdu'l-Bahá: Philosophie entwickelt den Verstand. Christus und das Wort Gottes werden durch den Heiligen Geist offenbart. Platon sagt: »Die gedanklichen Schlussfolgerungen sind so und so.« Christus sagt: »Lass dich leiten durch den Geist.«
Frage: Sollten Kinder wissenschaftliche Interpretationen der Bibel lesen dürfen?
'Abdu'l-Bahá: Zuerst und als Grundlage soll ihnen die Wahrheit der Religion vermittelt werden. In der katholischen Kirche wird dem Kind beispielsweise beigebracht, dass bei der Feier des Abendmahls das Brot und der Wein durch das Handeln des Priesters zum Fleisch und Blut Jesu Christi werden. Der Verstand kann das nicht akzeptieren. Dem Kind muss beigebracht werden, dass diese Transformation ein Symbol ist für die Wahrheit, dass Christus die Nahrung vom Himmel ist, die ewiges Leben bewirkt, wenn man sie isst. Die Juden hatten die Bibel auswendig gelernt, aber ihre Bedeutung nicht verstanden. Wenn sie die geistige Bedeutung der Schriften verstanden hätten, wären sie die ersten gewesen, die an Christus glaubten. Ihr gehört zu den ersten Gläubigen in diesem Land. Ihr seid die Kinder des Gottesreiches. Bahá'u'lláh hat euch die Wahrheit der Religion gelehrt. Es gibt viele Bahá'í-Freunde in Persien, die wir nicht kennen, aber wir kennen euch hier in Amerika. Wendet eure Gesichter der Sonne der Wahrheit zu. Diese Sonne ist immer im Osten aufgegangen. Findet die Antwort auf eure Fragen in eurem Herzen. Seid wie kleine Kinder. Solange der Boden nicht vorbereitet ist, nutzt es nichts, ihn zu bepflanzen.

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29. Juni 1912
Ansprache beim Einigkeitsfest im Freien West Englewood, New Jersey
Aufzeichnungen von Esther Foster
Dies ist eine wunderbare Versammlung. Ihr seid mit besten Absichten hierhergekommen, und das Ziel aller Anwesenden ist es, göttliche Tugenden zu erlangen. Euer Beweggrund ist, dass ihr vom göttlichen Königreich angezogen seid. Da alle sich nach Einheit und Einmütigkeit sehnen, wird dieses Treffen gewiss großartige Erfolge hervorbringen. Es wird neuen Segen anziehen, denn wir wenden uns dem Abhá-Königreich zu und erbitten die unendlichen Gnadengaben des Herrn. Dies ist ein neuer Tag, und diese Stunde, zu der wir zusammengekommen sind, ist eine neue Stunde. Sicher wird uns die Sonne der Wahrheit mit ihrem Strahlenglanz erleuchten, und das Dunkel der Uneinigkeit wird verschwinden. Innigste Liebe und Einheit werden das Ergebnis sein; die Gunst Gottes wird uns umfangen und der Pfad des Königreichs wird uns leicht gemacht. Das Licht göttlicher Führung wird diese Seelen wie Kerzen entzünden und erstrahlen lassen. Versammlungen wie diese haben in dieser Welt, in der Menschen durch äußere Motive oder zur Förderung materieller Interessen zueinander hingezogen werden, nicht ihresgleichen, denn dieses Treffen ist ein Urbild der inneren, gänzlich geistigen Verbindung in der ewigen Welt des Seins.
Echte Bahá'í-Treffen sind Spiegel des Königreichs, die das Abbild der Höchsten Heerscharen wiedergeben. Das Licht der größten Führung ist in ihnen sichtbar. Sie verkünden die Botschaft des himmlischen Königreichs und lassen den Ruf der Engelscharen in jedem hörenden Ohr erklingen. Die Auswirkungen solcher Treffen sind über die Jahrhunderte hinweg zu spüren. Diese Versammlung hat einen Namen und eine Bedeutung, die für immer bestehen bleiben. Hunderttausende von Treffen werden abgehalten werden, um an dieses Ereignis zu erinnern, und die Worte, die ich heute zu euch spreche, werden bei diesen Treffen in kommenden Zeitaltern wiederholt werden. Darum freut euch, denn ihr steht unter dem Schutz der göttlichen Vorsehung. Seid glücklich und fröhlich, denn die Gaben Gottes sind euch bestimmt und der Lebensodem des Heiligen Geistes strömt euch zu.
Freut euch, denn die himmlische Tafel ist für euch gedeckt.
Freut euch, denn die Engel des Himmels sind euer Beistand und eure Helfer.
Freut euch, denn der Blick der Gesegneten Schönheit Bahá'u'lláh ist auf euch gerichtet.
Freut euch, denn Bahá'u'lláh ist euer Beschützer.
Freut euch, denn immerwährende Herrlichkeit ist euch bestimmt.
Freut euch, denn das ewige Leben erwartet euch.
Wie viele gesegnete Seelen haben sich nach diesem strahlenden Jahrhundert gesehnt, ihre größten Hoffnungen und Wünsche auf das Glück und die Freude eines solchen Tages gerichtet. Viele Nächte verbrachten sie schlaflos und klagten bis in den Morgen in sehnsüchtiger Erwartung dieses Zeitalters und wünschten, auch nur eine Stunde dieser Zeit zu erleben. Gott hat euch in diesem Jahrhundert Seine Gunst erwiesen und euch für die Verwirklichung Seiner Segnungen auserkoren. Deshalb müsst ihr Gott mit Herz und Seele loben und preisen, voller Dankbarkeit für diese großartige Gelegenheit und für diese grenzenlosen Gaben – dafür, dass solche Türen vor euren Augen geöffnet wurden, dass solche Fülle aus den Wolken der Barmherzigkeit herabströmte und dass euch diese erfrischenden Brisen aus dem Paradies Abhá neu beleben. Ihr müsst eins werden in Herz, Geist und Empfindsamkeit. Möget ihr wie Wellen eines Meeres, Sterne desselben Himmels, Früchte desselben Baumes, Rosen eines Gartens werden, auf dass durch euch die Einheit der Menschheit ihren Tempel in der Menschenwelt errichten möge, denn ihr seid es, die berufen sind, der Sache der Einheit unter den Völkern auf Erden Auftrieb zu geben.
Als Erstes müsst ihr miteinander verbunden und euch einig sein.

Ihr müsst zueinander außerordentlich freundlich und liebevoll sein und bereit, euer Leben gegenseitig für euer Glück hinzugeben.

Ihr müsst bereit sein, euren Besitz füreinander zu opfern.

Die Reichen unter euch müssen den Armen ihr Mitgefühl erweisen und die Wohlhabenden müssen sich um die Notleidenden kümmern.

In Persien geben die Freunde ihr Leben füreinander hin und streben danach, den Interessen und dem Wohlergehen aller zu dienen.

Sie leben in einem Zustand völliger Einheit und Eintracht.

Wie die persischen Freunde müsst ihr völlig einig und vereint sein, so sehr, dass ihr euer Leben füreinander hingebt.

Euer größter Wunsch muss sein, gegenseitig für euer Glück zu sorgen.

Jeder muss der Diener des anderen sein und an dessen Wohlergehen denken.

Auf dem Pfade Gottes muss man sich selbst völlig vergessen.

Man darf nicht nach dem eigenen Vergnügen trachten, sondern muss auf die Freude der anderen bedacht sein.

Man darf weder Ruhm noch Gnadengaben für sich selbst begehren, sondern muss diese Gaben und Segnungen für seine Brüder und Schwestern erstreben.

Ich hoffe, dass ihr so werdet, dass ihr die höchste Gabe erlangt und von solchen geistigen Eigenschaften durchdrungen werdet, dass ihr euch ganz vergesst und euch mit Herz und Seele als Opfer für die Gesegnete Vollkommenheit darbietet.

Ihr solltet weder eigenen Willen noch eigene Wünsche haben, sondern alles für die Geliebten Gottes erstreben und in völliger Liebe und Gemeinschaft zusammenleben.

Möge euch die Gunst Bahá'u'lláhs von allen Seiten umgeben.

Das ist die größte Gabe und das höchste Geschenk.

Das ist die grenzenlose Gunst Gottes.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in New York

1. bis 15. Juli 1912

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1. Juli 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Was könnte vor Gott besser sein, als an die Armen zu denken?

Denn unser himmlischer Vater liebt die Armen.

Als Christus auf die Erde kam, waren es die Armen und Geringen, die an Ihn glaubten und Ihm nachfolgten und damit zeigten, dass die Armen Gott nahe sind.

Wenn ein Reicher an die Manifestation Gottes glaubt und ihr nachfolgt, ist das ein Beweis dafür, dass sein Reichtum kein Hindernis ist und ihn nicht davon abhält, den Weg des Heils zu erreichen.

Nachdem er geprüft und auf die Probe gestellt wurde, zeigt sich, ob sein Besitz ein Hindernis für sein religiöses Leben ist.

Aber die Armen werden von Gott besonders geliebt.

Ihr Leben ist voller Schwierigkeiten und ständiger Prüfungen, ihre ganze Hoffnung ruht allein auf Gott.

Darum müsst ihr den Armen so gut wie möglich beistehen, bis hin zur Selbstaufopferung.

Keine Tat des Menschen ist vor Gott größer, als den Armen zu helfen.

Spiritualität hängt nicht vom Besitz oder Nichtbesitz weltlicher Schätze ab.

In materieller Not ist es wahrscheinlicher, dass die Gedanken sich auf Geistiges beziehen.

Armut ist ein Ansporn hin zu Gott.

Jeder von euch muss große Rücksicht auf die Armen nehmen und ihnen beistehen.

Organisiert euch im Bemühen, ihnen zu helfen, und verhindert, dass Armut zunimmt.

Das beste Mittel, Armut zu verhindern, besteht darin, die Gesetze der Gesellschaft derart zu gestalten und umzusetzen, dass es unmöglich wird, dass einige wenige zu Millionären werden und viele mittellos bleiben.

Eine der Lehren Bahá'u'lláhs ist die Regulierung der Existenzgrundlagen in der menschlichen Gesellschaft.

Mit einer solchen Regulierung kann es keine Extreme der menschlichen Lebensverhältnisse hinsichtlich Wohlstand und Versorgung mehr geben.

Denn die Gesellschaft braucht Geldgeber, Bauern, Kaufleute und Arbeiter, wie auch eine Armee aus Generälen, Offizieren und einfachen Soldaten bestehen muss.

Es können nicht alle Generäle sein; nicht alle können Offiziere oder Soldaten sein.

Jeder muss auf seinem Platz in der Gesellschaft kompetent und tüchtig sein – jeder in seiner Funktion und gemäß seinen Fähigkeiten, aber mit Chancengleichheit für alle.
König Lykurg von Sparta, der lange vor der Zeit Christi lebte, erdachte das Konzept völliger Ausgewogenheit in der Regierung.

Er erließ Gesetze, die das Volk Spartas in bestimmte Schichten aufteilten.

Jede Schicht hatte eigene Rechte und Aufgaben.

Erstens:

Landwirte und Ackerbauern.

Zweitens:

Handwerker und Kaufleute.

Drittens:

Anführer oder Oberbefehlshaber.

Unter den Gesetzen Lykurgs verlangte man von Letzteren nicht, sich mit einer Arbeit oder einem Beruf zu beschäftigen, aber sie waren verpflichtet, das Land im Falle eines Krieges oder einer Invasion zu verteidigen.

Dann teilte er Sparta in neuntausend gleiche Teile oder Provinzen auf und bestellte neuntausend Oberbefehlshaber, um sie zu beschützen.

Dies garantierte den Bauern jeder Provinz Sicherheit, aber jeder Bauer war verpflichtet, eine Abgabe für den Unterhalt der Oberbefehlshaber zu entrichten.

Die Bauern und Kaufleute mussten das Land nicht verteidigen.

Statt zu arbeiten erhielten die Oberbefehlshaber die Abgaben.

Um das für immer als Gesetz zu etablieren, versammelte Lykurg die neuntausend Oberbefehlshaber und teilte ihnen mit, er gehe auf eine lange Reise und wünsche, dass diese Regierungsform bis zu seiner Rückkehr Geltung habe.

Sie leisteten einen Eid, sein Gesetz zu schützen und zu bewahren.

Daraufhin verließ er sein Reich, ging ins freiwillige Exil und kehrte nie zurück.

Niemand brachte je ein solches Opfer, um Gerechtigkeit unter seinen Mitmenschen sicherzustellen.

Nach einigen Jahren brach das Regierungssystem zusammen, das er gestiftet hatte, obwohl es auf einer so gerechten und weisen Grundlage errichtet worden war.
Unterschiedliche Fähigkeiten einzelner Menschen sind von grundlegender Bedeutung. Es ist unmöglich, dass alle gleichartig, alle gleichrangig und alle weise sind. Bahá'u'lláh hat Grundsätze und Gesetze offenbart, die für einen Ausgleich der unterschiedlichen menschlichen Fähigkeiten sorgen. Er sagte, dass alles, was menschliche Staatsführung auch immer leisten könne, durch die Anwendung dieser Grundsätze bewirkt würde. Würden die von Ihm erlassenen Gesetze angewendet, so könnte es in der Gesellschaft weder Millionäre noch bitterarme Menschen geben. Das wird dadurch erreicht und geregelt, dass der unterschiedliche Grad menschlicher Leistungsfähigkeit ausgeglichen wird. Die wichtigste Grundlage der Gesellschaft ist die Landwirtschaft, die Bestellung des Bodens. Alle müssen produktiv sein. Jeder in der Gemeinde, dessen Bedarf seiner persönlichen Produktionsfähigkeit entspricht, sollte steuerfrei bleiben. Aber wenn sein Einkommen größer ist als sein Bedarf, muss er eine Steuer bezahlen, bis ein Ausgleich erreicht ist. Das heißt, die Produktionsfähigkeit eines Menschen und sein Bedarf werden durch Besteuerung ausgeglichen. Wenn sein Ertrag größer ist, wird er eine Abgabe leisten; wenn sein Bedarf größer ist als sein Ertrag, wird er eine entsprechend große Summe als Ausgleich erhalten. Darum wird die Besteuerung proportional zur Leistungsfähigkeit und zum Ertrag erfolgen, und es wird in der Gesellschaft keine Armen geben.
Auch gebot Bahá'u'lláh den Reichen, die Armen großzügig zu behandeln. Im Kitáb-i-Aqdas hat Er ferner verfügt, dass diejenigen, die einen bestimmten Betrag erwirtschaften, ein Fünftel davon Gott geben müssen, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.

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1. Juli 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Nach einer stenografischen Mitschrift
Ich will bei den Freunden in Amerika ein neues Licht entzünden, damit sie ein neues Volk werden mögen, damit ein neues Fundament geschaffen und völlige Harmonie erreicht werden kann, denn die Grundlage der Lehren Bahá'u'lláhs ist Liebe. Wenn ihr nach Green Acre geht, müsst ihr unendliche Liebe füreinander hegen, indem jeder den anderen sich selbst vorzieht. Die Menschen müssen sich so zu euch hingezogen fühlen, dass sie ausrufen: »Was für eine Freude herrscht unter euch!«, und in euren Gesichtern den Glanz des Königreichs sehen; dann werden sie sich euch verwundert zuwenden und die Ursache eurer Freude herausfinden wollen. Ihr müsst die Botschaft durch eure Taten weitergeben, nicht mit bloßen Worten. Worte müssen mit Taten verbunden sein. Ihr müsst euren Freund mehr lieben als euch selbst; ja seid bereit, euch selbst zu opfern. Die Sache Bahá'u'lláhs ist in diesem Land noch nicht in Erscheinung getreten. Ich wünsche, dass ihr bereit seid, alles füreinander hinzugeben, selbst das Leben; dann werde ich wissen, dass die Sache Bahá'u'lláhs Fuß gefasst hat. Ich werde für euch beten, dass sich durch euch das Licht Gottes verbreitet. Mögen alle auf euch zeigen und fragen: »Warum sind diese Leute so glücklich?« Ich möchte, dass ihr in Green Acre glücklich seid, lacht, strahlt und euch freut, damit andere durch euch glücklich werden. Ich werde für euch beten.

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5. Juli 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Frage: Sie haben erklärt, dass wir in einem universellen Zyklus leben, dessen erste Manifestation Adam war und dessen universelle Manifestation Bahá'u'lláh ist. Folgt daraus, dass diesem Zyklus andere universelle Zyklen vorangingen, deren Spuren aber komplett getilgt sind – Zyklen, deren höchstes Ziel die Vergeistigung des Menschen durch das Göttliche war, so wie auch in diesem Zyklus das die schöpferische Absicht ist?
Antwort: Die Herrschaft Gottes ist ewig; sie ist keine bedingte Herrschaft.
Wenn wir annehmen, dass diese Welt des Seins einen Anfang hat, dann können wir sagen, die göttliche Herrschaft sei bedingt – das heißt, es habe eine Zeit gegeben, in der sie nicht bestand. Ein König ohne Königreich ist undenkbar. Ohne Land, ohne Untertanen, ohne Armee und ohne Herrschaftsgebiet kann er nicht sein, sonst wäre er kein König. All diese Anforderungen oder Voraussetzungen der Herrschaft müssen für einen König gegeben sein. Wenn es sie gibt, können wir bei ihm von Herrschaft sprechen. Andernfalls ist seine Herrschaft unvollkommen, unvollständig. Ist keine dieser Voraussetzungen gegeben, dann gibt es auch keine Herrschaft.
Wenn wir einräumen, dass diese Welt der Schöpfung einen Anfang hat, dann bestätigen wir damit, dass die Oberherrschaft Gottes bedingt ist – das heißt, wir räumen damit ein, dass es eine Zeit gab, in der die göttliche Wirklichkeit ohne Herrschaftsbereich war.

Die Namen und Attribute Gottes sind Voraussetzungen dieser Welt.

Die Namen ›der Machtvolle‹, ›der Lebendige‹, ›der Versorger‹, ›der Schöpfer‹ erfordern notwendigerweise die Existenz von Geschöpfen.

Gäbe es keine Geschöpfe, wäre der Name ›Schöpfer‹ bedeutungslos.

Wäre niemand da, für den man sorgen kann, könnten wir über keinen ›Versorger‹ nachdenken.

Gäbe es kein Leben, dann wäre ›der Lebendige‹ jenseits jeder Vorstellungskraft.

Darum setzen alle diese Namen und Attribute Gottes das Vorhandensein von Objekten oder Geschöpfen voraus, denen die entsprechenden Wohltaten erwiesen werden und an denen sie sichtbar werden.

Hätte es eine Zeit gegeben, in der nichts Erschaffenes existierte, niemand, für den gesorgt werden könnte, dann wäre diese Zeit ohne einen Bestehenden, ohne Erzieher gewesen, und diese Namen und Eigenschaften Gottes wären inhaltsleer und ohne Bedeutung gewesen.

Die Attribute Gottes lassen deshalb weder ein Aufhören noch eine Unterbrechung zu, denn die Namen Gottes bestehen wirklich und allezeit, nicht nur als Möglichkeit.

Weil diese Attribute Leben verleihen, wird Gott der Lebensspender genannt; weil sie alles bereitstellen, wird Er der Freigebige, der Versorger genannt; weil sie alles erschaffen, wird Er der Schöpfer genannt; weil sie heranbilden und herrschen, wird der Name Gott, der Herr verwendet.

Mit anderen Worten, die Namen Gottes entspringen den ewigen Attributen des Göttlichen.

Damit ist bewiesen, dass die Namen Gottes die Existenz von Dingen oder Wesen voraussetzen.
Wie kann man sich dann eine Zeit ohne diese Oberherrschaft vorstellen? Diese göttliche Oberherrschaft lässt sich nicht mit sechstausend Jahren bemessen. Dieses unermessliche, grenzenlose Universum ist nicht das Ergebnis dieser so bemessenen Zeitspanne. Dieses gewaltige Labor, diese erstaunliche Werkstatt war in ihrer Produktivität nicht auf sechstausend Umkreisungen der Erde um die Sonne begrenzt. Der Mensch kann sich mit ein bisschen Nachdenken vergewissern, dass diese Berechnung und diese Behauptung kindisch sind, zumal es wissenschaftlich erwiesen ist, dass schon lange vor dem so begrenzten Zeitabschnitt Menschen diesen Erdball bewohnten.
Was in der Bibel über Adam berichtet wird, wie Er ins Paradies kam, vom Baum der Erkenntnis aß und wegen der Verführung durch Satan vertrieben wurde: Das alles sind Symbole, hinter denen wunderbare göttliche Bedeutungen stehen, die nicht nach Jahren, Tagen und Zeiteinheiten bemessen werden können. Genauso ist die Aussage, Gott habe Himmel und Erde in sechs Tagen erschaffen, symbolisch gemeint. Wir werden das heute nicht weiter ausführen. Die Texte der Heiligen Bücher sind alle symbolisch und bedürfen einer autoritativen Auslegung.
Wenn der Mensch nur einen flüchtigen Blick auf die Fragen wirft, die das Universum aufwirft, so entdeckt er, dass es sehr alt ist. Ein persischer Philosoph blickte staunend zum Himmel auf. Er sagte: »Ich habe ein Buch mit siebzig Beweisen für die zufällige Entstehung des Universums geschrieben, aber immer noch halte ich es für uralt.«
Bahá'u'lláh sagt: »Das Universum hat weder Anfang noch Ende.« Er hat die ausgefeilten Theorien und weitschweifigen Ansichten von Wissenschaftlern und materialistischen Philosophen beiseite geschoben mit der einfachen Feststellung: »Es gibt weder Anfang noch Ende.« Die Theologen und die Anhänger der Religionen rücken mit plausiblen Beweisen dafür an, dass die Erschaffung des Universums sechstausend Jahre zurückliegt; aber die Wissenschaftler legen unleugbare Fakten vor und sagen: »Nein! Dieses Beweismaterial weist auf zehn-, zwanzig-, ja fünfzigtausend Jahre hin.« usw. Es gibt endlose Diskussionen für und wider. Bahá'u'lláh schiebt diese Diskussionen mit einem einzigen Wort, einer einzigen Feststellung beiseite. Er sagt: »Gottes Herrschaft hat weder Anfang noch Ende.« Mit dieser Aussage und der dazugehörigen Beweisführung hat Er einen Maßstab der Verständigung für alle geschaffen, die über diese Frage göttlicher Oberherrschaft nachdenken; Er hat in diesen Krieg widerstreitender Meinungen Versöhnung und Frieden gebracht.
Kurz, es gab viele universelle Zyklen, die diesem, in dem wir leben, vorausgegangen sind. Sie wurden abgeschlossen und ihre Spuren wurden getilgt. Die göttliche, schöpferische Absicht in ihnen war die Entwicklung des vergeistigten Menschen, genau wie im jetzigen Zyklus. Der Zyklus des Lebens ist immer der gleiche; er wiederholt sich. Der Baum des Lebens hat immer die gleiche himmlische Frucht hervorgebracht.

– 80 –

5. Juli 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Emma C. Melick und Howard MacNutt
Ihr seid herzlich willkommen, alle seid ihr herzlich willkommen! In den göttlichen Heiligen Büchern verkünden eindeutige Prophezeiungen die frohe Botschaft eines bestimmten Tages, an dem der in allen Büchern Verheißene erscheinen werde und an dem eine strahlende Sendung offenbart, das Banner des Größten Friedens und der Versöhnung gehisst und die Einheit der Menschheit verkündet werde. Zwischen den verschiedenen Nationen und Völkern der Welt würde weder Feindschaft noch Hass verbleiben. Alle Herzen würden sich miteinander verbinden. Das alles steht in der Thora, dem Alten Testament, ferner im Evangelium, im Qur'án, in der Zend-Avesta und in den Büchern Buddhas. Kurz, in allen Heiligen Büchern sind diese frohen Botschaften enthalten. Sie verkünden, dass nach dem Dunkel, das die Welt umhüllt, ein strahlendes Licht erscheinen würde. So, wie die dunkelste Stunde der Nacht dem Anbruch eines neuen Tages vorangeht, gilt auch: Wenn die Finsternis religiöser Gleichgültigkeit und Achtlosigkeit über die Welt kommt, wenn die Menschenseelen Gott gegenüber nachlässig werden, wenn materialistische Ideen das geistige Leben verdunkeln, wenn die Völker in weltliche Belange versunken sind und Gott vergessen – zu einer solchen Zeit wird die göttliche Sonne aufgehen und der strahlende Morgen anbrechen.
Bedenkt, in welch bemerkenswertem Ausmaß die Geistigkeit der Menschen vom Materialismus verdrängt wurde! Geistige Empfänglichkeit scheint ausgelöscht zu sein, die göttliche Kultur ist verfallen, und die Führung und Erkenntnis Gottes sind nicht mehr vorhanden. Alle sind versunken im Meer des Materialismus. Zwar besuchen manche die Kirchen und Tempel für Gottesdienst und Andacht, doch ahmen sie damit nur die Tradition ihrer Väter nach, statt nach der Wahrheit zu forschen. Denn es ist offensichtlich, dass sie die Wahrheit weder gefunden haben noch sie verehren. Sie halten sich an bestimmte Nachahmungen, die ihnen von ihren Vätern und Vorfahren überliefert wurden. Sie haben sich daran gewöhnt, eine gewisse Zeitspanne beim Gottesdienst in der Kirche zu verbringen und diesen Nachahmungen und Zeremonien zu entsprechen. Der Beweis dafür ist, dass der Sohn jedes jüdischen Vaters Jude und nicht Christ wird, der Sohn jedes Muslims ein Anhänger des Islám, der Sohn jedes Christen ein Christ, der Sohn jedes Zoroastriers ein Zoroastrier usw. Daher ist religiöser Glaube nur ein Überbleibsel jener blinden Nachahmung, die von Vätern und Vorfahren überliefert ist. Da der Vater dieses Mannes Jude war, sieht er sich selbst als Jude. Er hat nicht die Wahrheit untersucht und sich nicht selbst hinreichend davon überzeugt, dass das Judentum richtig ist – nein, er weiß lediglich, dass seine Vorväter diesem Weg gefolgt sind und darum hält auch er sich daran.
Dieses Beispiel soll zeigen, wie die Finsternis der Nachahmungen die Welt umhüllt. Jedes Volk hält an seinen traditionellen religiösen Bräuchen fest. Das Licht der Wahrheit ist verdeckt. Würden diese verschiedenen Völker die Wahrheit erforschen, so würden sie zweifellos zu ihr gelangen. Da die Wahrheit eine einzige ist, würden somit alle Völker zu einem einzigen Volk werden. Solange sie an verschiedenen Nachahmungen hängen und die Wahrheit nicht erkennen, werden Streit und Krieg andauern und Unfrieden und Aufruhr herrschen. Wenn sie die Wahrheit erforschen, wird weder Feindschaft noch Unfrieden weiterbestehen und sie werden zu größtmöglicher Eintracht untereinander gelangen.
In den Jahren, als im Orient das tiefste Dunkel der Achtlosigkeit herrschte und die Menschen so in Nachahmungen versunken waren, dass jedes Volk nach dem Blut des anderen dürstete, es als unrein ansah und jeden Umgang vermied – gerade zu dieser Zeit erschien Bahá'u'lláh. Er erhob sich im Orient, riss ebendiese Grundlagen der Nachahmung mit der Wurzel aus und brachte den Tagesanbruch des Lichtes der Wahrheit. Durch Ihn wurden verschiedene Völker vereint, weil alle nach der Wahrheit strebten. Weil sie in der Religion nach der Wahrheit suchten, stellten sie fest, dass alle Menschen Diener Gottes sind, Nachkommen Adams, Kinder einer Familie, und dass die Grundsätze aller Propheten übereinstimmen. Denn da die Lehren der Propheten der Wahrheit entsprechen, stimmen Ihre Grundsätze überein. Die Feindschaft und der Streit zwischen den Völkern entstehen also als Folge religiöser Nachahmungen und nicht wegen der Wahrheit, die den Lehren der Propheten zugrunde liegt. Durch Bahá'u'lláh lernten die Nationen und Völker, das zu verstehen und zu begreifen. So wurden Herzen verbunden und Lebenswege zusammengefügt. Nach Jahrhunderten des Hasses und der Verbitterung begegneten sich Christen, Juden, Zoroastrier, Muslime und Buddhisten in Gemeinschaft – alle in tiefster Liebe und Verbundenheit. Sie wurden miteinander verbunden und verschmolzen, weil sie die Wahrheit erkannt hatten.
Die göttlichen Propheten sind in vollkommener Liebe miteinander verbunden.

Jeder von Ihnen hat die frohe Botschaft vom Kommen Seines Nachfolgers verkündet und jeder Nachfolger hat Den, Der Ihm vorausging, bestätigt.

Sie stimmten völlig überein, aber Ihre Anhänger liegen miteinander im Streit.

Ein Beispiel:

Moses verkündete die frohe Botschaft vom Kommen Christi, und Christus bestätigte Moses Prophetenschaft.

Daher gibt es zwischen Moses und Jesus keine Abweichung und keinen Widerspruch.

Sie stimmen völlig überein, aber zwischen den Juden und Christen herrschen Zwietracht und Streit.

Wenn also die christlichen und jüdischen Völker die den Lehren ihrer Propheten zugrundeliegende Wahrheit erforschen, werden sie einander freundlich gesinnt und in größter Liebe begegnen, denn die Wahrheit ist eine einzige und nicht zweifach oder mehrfach.

Wenn sich diese Erforschung der Wahrheit in aller Welt verbreitet, dann werden die unterschiedlichen Völker alle göttlichen Propheten anerkennen und die Wahrheit aller Heiligen Bücher bestätigen.

Streit und Zwietracht wird es dann nicht mehr geben, und die Welt wird geeint sein.

Dann werden wir einander in wahrer Liebe begegnen.

Wir werden wie Väter und Söhne sein, wie Brüder und Schwestern, die in völliger Einheit, in Liebe und Glück zusammenleben; denn dieses Jahrhundert ist das Jahrhundert des Lichtes.

Es ist nicht wie frühere Jahrhunderte.

Frühere Jahrhunderte waren Epochen der Unterdrückung.

Jetzt hat sich der Verstand des Menschen weiterentwickelt und seine Vernunft hat zugenommen.

Jede Seele erforscht die Wahrheit.

Heutzutage sollten wir keinen Krieg führen oder einander feindlich begegnen.

Wir leben in einer Zeit, in der wir echte Freundschaft pflegen sollten.
Vor fünfzig Jahren sandte Bahá'u'lláh Sendschreiben an alle Könige und Nationen der Welt, zu einer Zeit, als von internationalem Frieden noch keine Rede war. Eines dieser Sendschreiben sandte Er an den Präsidenten der amerikanischen Demokratie. In diesen Schreiben rief Er alle zum internationalen Frieden und zur Einheit der Menschheit auf. Er rief die Menschheit zu den Grundprinzipien der Lehren aller Propheten. Einige der europäischen Könige waren stolz und überheblich. Unter ihnen war Napoleon III. Bahá'u'lláh sandte ihm ein zweites Sendschreiben, das vor dreißig Jahren veröffentlicht wurde. Sinngemäß heißt es darin: »O Napoleon! Du bist wahrlich hochmütig geworden. Du bist stolz geworden. Du hast Gott vergessen. Du bildest dir ein, dass diese deine Hoheit von Dauer ist, dass deine Herrschaft beständig ist. Wir haben dir einen Brief geschickt, damit du ihn voll inniger Liebe annimmst; du aber warst stattdessen stolz und überheblich. Deshalb wird Gott das Gebäude deiner Herrschaft einstürzen lassen; dein Land wird dir entgleiten. Schmach wird dich ereilen, weil du dich nicht für das erhoben hast, was dir auferlegt war, obwohl die Pflicht, die dir oblag, die Ursache des Lebens für die Welt war. Bald schon wird dich die Strafe Gottes treffen.«
Dieses Sendschreiben wurde im Jahre 1869 offenbart, und ein Jahr später waren die Fundamente der napoleonischen Herrschaft vollständig zerstört.
Unter diesen Sendschreiben war ein sehr langes, an den Sháh von Persien gerichtetes. Es wurde gedruckt und in allen Ländern verbreitet. Dieses Sendschreiben wurde im Jahr 1870 offenbart. Darin ermahnte Bahá'u'lláh den Sháh von Persien, zu allen seinen Untertanen gütig zu sein, forderte ihn auf, Gerechtigkeit walten zu lassen, riet ihm, keinen Unterschied zwischen den Religionen zu machen, und verlangte von ihm, Juden, Christen, Muslime und Zoroastrier gleich zu behandeln und die in seinem Land herrschende Unterdrückung zu beseitigen.
Damals wurden die Juden in Persien schwer unterdrückt. Bahá'u'lláh empfahl insbesondere, dass ihnen Gerechtigkeit erwiesen werde, indem Er sagte, alle Menschen seien Diener Gottes und sollten in den Augen der Regierung gleich geachtet werden. »Wenn keine Gerechtigkeit geübt wird, wenn diese Unterdrückung nicht beseitigt wird und wenn du Gott nicht gehorchst, dann werden die Grundfesten deiner Regentschaft zusammenbrechen und du selbst wirst dahinschwinden, zu einem Nichts werden. Du solltest alle Gelehrten versammeln und dann Mich vorladen. Ich werde da sein. Ich werde dann Fakten und Beweise für die Gültigkeit Meines Anspruchs vorlegen. Ich werde Meine Beweise und alles, wonach ihr fragen mögt, darlegen. Ich bin bereit. Aber wenn diesem Buch keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, wirst du genauso vergehen wie die Könige, die dahinschwanden.« Der Sháh antwortete nicht auf dieses Sendschreiben der Gesegneten Vollkommenheit. Daraufhin vernichtete Gott die Grundlagen seiner Herrschaft.
Unter jenen, denen Bahá'u'lláh schrieb, war der Sulṭán der Türkei. In dem Schreiben klagte Er ihn mit folgenden Worten an: »Wahrlich, du hast Mich eingesperrt und zu einem Gefangenen gemacht. Denkst du, Gefangenschaft sei für Mich Erniedrigung oder Schmach? Diese Gefangenschaft ist Mein Ruhm, weil Ich sie auf dem Pfade Gottes erdulde. Ich habe keine Straftat begangen. Für Gott habe Ich diese Leiden auf Mich genommen. Deshalb bin Ich sehr glücklich und von übergroßer Freude erfüllt. Aber warte nur: Du wirst deine Strafe und Vergeltung von Gott erhalten. Bald wirst du erleben, wie Qual und Leid auf dich herabkommen wie Regen, und du wirst vergehen.« Und genau so geschah es auch.
Gleichermaßen sandte Er Botschaften an die anderen Könige und gekrönten Häupter der Erde und rief sie alle zu Liebe, Gerechtigkeit, internationalem Frieden und zur Einheit der Menschheit auf, damit alle Menschen sich zusammenschließen und einig werden, sodass Zwist, Aufruhr und Kriege aufhören, Verbitterung und Feindschaft verschwinden und alle sich erheben, dem einen Gott zu dienen.
Kurzum, zwei Könige erhoben sich gegen Bahá'u'lláh: der Sháh von Persien und der Sulṭán der Türkei. Sie kerkerten Ihn in der Festung von 'Akká ein, um Sein Licht auszulöschen und Seine Sache zu zerschlagen. Aber aus dem Gefängnis schrieb Bahá'u'lláh ihnen Briefe mit schweren Anschuldigungen. Er erklärte, dass Ihn die Gefangenschaft nicht aufhalte. Er sagte: »Diese Gefangenschaft wird sich als Mittel für die Förderung Meiner Sache erweisen. Diese Gefangenschaft wird der Antrieb für die Verbreitung Meiner Lehren sein. Mir soll kein Leid geschehen, denn Ich habe Mein Leben geopfert, Mein Blut geopfert, Meinen Besitz geopfert, Ich habe alles geopfert und für Mich ist diese Haft kein Verlust.« Und wie Er es verkündete, so ist es geschehen. Im Gefängnis hisste Er Sein Banner, und Seine Sache verbreitete sich in der ganzen Welt. Sie hat Amerika erreicht. Jetzt verbreitet sich die Sache Bahá'u'lláhs unter allen Völkern der Erde. Wenn ihr nach Asien oder wohin auch immer verreist, werdet ihr dort Bahá'í finden. Wenn ihr nach Afrika oder nach Europa geht, werdet ihr die Sache Bahá'u'lláhs dort finden. In Amerika beginnt sie gerade zu wachsen und sich zu verbreiten.
Diese beiden Könige konnten nichts tun, um Bahá'u'lláh aufzuhalten, aber Gott konnte beide durch Ihn vernichten.

Auch ich war im Gefängnis.

Gott entfernte die Ketten von meinem Nacken und legte sie 'Abdu'l-Ḥamíd um den Hals.

Das geschah ganz plötzlich – ohne lange Verzögerung, fast gleichzeitig.

In derselben Stunde, in der die Jungtürken die Freiheit ausriefen, setzte mich das Komitee für Einheit und Fortschritt auf freien Fuß.

Sie hoben die Ketten von meinem Hals hinweg und warfen sie 'Abdu'l-Ḥamíd um den Hals.

Was er mir angetan hatte, wurde nun ihm auferlegt.

Jetzt hat sich das Blatt gewendet.

Er verbringt seine Tage im Gefängnis, so wie ich die Tage im Gefängnis von 'Akká verbracht habe, mit einem Unterschied:

Ich war in der Gefangenschaft glücklich.

Ich war überaus glücklich, da ich kein Verbrechen begangen hatte.

Sie hatten mich auf dem Pfade Gottes eingesperrt.

Immer wenn ich daran dachte, dass ich Gefangener auf dem Pfade Gottes war, empfand ich höchste Freude. 'Abdu'l-Ḥamíd wird jetzt für seine Taten bestraft.

Wegen der Sünden, die er begangen hat, ist er jetzt in Haft.

Das ist die Vergeltung für seine Taten.

Jede Stunde wird er aufs Neue gedemütigt und an seine Schmach erinnert.

Er ist zutiefst betrübt und enttäuscht, während ich vollkommen glücklich bin.

Ich war froh, dass ich – Gott sei gepriesen! – wegen der Sache Gottes eingekerkert war, dass mein Leben nicht vergeudet war, dass ich es im Dienst für Gott verbracht habe.

Niemand, der mich sah, dachte, ich sei ein Gefangener.

Man sah mich in größter Freude, voll Dankbarkeit, bei bester Gesundheit und ohne das Gefängnis zu beachten.

– 81 –

6. Juli 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Emma C. Melick
In der Welt des Seins hat der Mensch verschiedene Stufen durchlaufen, bis er in das Menschenreich gelangt ist. Auf jeder Stufe seines Aufstiegs hat er die Befähigung entwickelt, zur nächsten Stufe und zum nächsten Entwicklungsstand voranzuschreiten. Während er sich im Mineralreich befand, erlangte er die Fähigkeit, zur Stufe der Pflanze aufzusteigen. Im Pflanzenreich hat er sich auf die Tierwelt vorbereitet, und von dort aus entwickelte er sich weiter zur menschlichen Stufe, also zum Reich des Menschen. Auf seiner gesamten Entwicklungsreise war er stets und schon immer seiner Anlage nach ein Mensch.
Am Anfang seines menschlichen Lebens war der Mensch ein Embryo im Mutterleib. Dort erhielt er die Fähigkeiten und Gaben für sein menschliches Dasein. Die für diese Welt nötigen Kräfte und Fähigkeiten wurden ihm in jenem begrenzten Zustand geschenkt. In dieser Welt braucht er Augen; in jener anderen wurden sie angelegt. Er braucht Ohren; er erhielt sie dort als Vorbereitung und Rüstzeug für seine neue Existenz. Die in dieser Welt benötigten Kräfte wurden ihm im Mutterleib verliehen, sodass er beim Eintritt in dieses Reich wirklichen Daseins nicht nur alle nötigen Eigenschaften und Fähigkeiten besaß, sondern auch für seinen materiellen Lebensunterhalt gesorgt war.
Gleicherweise muss er sich in dieser Welt auf das jenseitige Leben vorbereiten. Was er im Reich Gottes benötigt, muss er hier erwerben. Ebenso wie er sich im Mutterleib für diese Welt vorbereitete, indem er sich die in dieser Daseinssphäre notwendigen Kräfte aneignete, so müssen in dieser Welt die für das himmlische Leben unentbehrlichen Kräfte angelegt werden.
Was braucht er im himmlischen Königreich, was geht über das begrenzte Leben dieser vergänglichen Sphäre hinaus? Die jenseitige Welt ist eine Welt der Heiligkeit und des Glanzes; darum muss man diese göttlichen Eigenschaften schon in dieser Welt erwerben. In jener Welt braucht es Geistigkeit, Glauben, Gewissheit, Gotteserkenntnis und Liebe zu Gott. All das muss er in dieser Welt erwerben, sodass er nach seinem Aufstieg vom irdischen zum himmlischen Reich alles vorfindet, was er in jenem ewigen Leben braucht.
Jene himmlische Welt ist offenkundig eine Welt des Lichtes; deshalb braucht der Mensch schon hier Erleuchtung. Jene Welt ist eine Welt der Liebe; deshalb ist Liebe zu Gott unerlässlich. Jene Welt ist eine Welt der Vollkommenheit; deshalb müssen Tugenden und Vortrefflichkeit erworben werden. Jene Welt ist belebt durch den Odem des Heiligen Geistes; schon in dieser Welt müssen wir danach suchen. Jene Welt ist das Reich ewigen Lebens; es muss während dieses vergänglichen Daseins erreicht werden.
Wodurch kann sich ein Mensch diese Dinge aneignen? Wie soll er diese Gnadengaben und Kräfte bekommen? Erstens durch die Erkenntnis Gottes. Zweitens durch die Liebe zu Gott. Drittens durch Glauben. Viertens durch menschenfreundliche Taten. Fünftens durch Selbstaufopferung. Sechstens durch Loslösung von dieser Welt. Siebtens durch Frömmigkeit und Heiligkeit. Solange er sich diese Kräfte nicht aneignet und diese Anforderungen nicht erfüllt, wird er gewiss das ewige Leben nicht erlangen. Aber wenn er die Erkenntnis Gottes besitzt, vom Feuer der Liebe Gottes entflammt ist, die großen und mächtigen Zeichen des Gottesreiches bezeugt, zur Ursache von Liebe unter den Menschen wird und im Zustand größter Heiligkeit lebt, wird er die zweite Geburt sicher erleben, mit dem Heiligen Geist getauft werden und sich immerwährenden Seins erfreuen.
Der Mensch wurde für die Erkenntnis Gottes und die Liebe zu Gott, für die Tugenden der Menschenwelt, für Geistigkeit, himmlische Erleuchtung und ewiges Leben erschaffen.

Ist es nicht seltsam, dass er trotzdem unwissend bleibt und all dies vernachlässigt?

Denkt darüber nach, dass er jegliches Wissen begehrt – nur nicht das Wissen um Gott.

Zum Beispiel ist es sein größter Wunsch, die Geheimnisse der tiefsten Erdschichten aufzudecken.

Jeden Tag versucht er herauszufinden, was sich zehn Meter unter der Erdoberfläche befindet, was er im Gestein entdecken kann, was er durch archäologische Erforschung des Staubes lernen kann.

Er müht sich ab, die Geheimnisse des Erdreichs zu ergründen, aber er befasst sich überhaupt nicht damit, die Geheimnisse des Gottesreiches zu erkennen, die unbegrenzten Gefilde der ewigen Welt zu durchqueren, mit der göttlichen Wirklichkeit vertraut zu werden, die Geheimnisse Gottes zu erkunden, zur Erkenntnis Gottes zu gelangen, den Glanz der Sonne der Wahrheit zu bezeugen und sich der Herrlichkeit ewigen Lebens bewusst zu werden.

Diesbezüglich ist er unachtsam und gedankenlos.

Wie sehr locken ihn die Geheimnisse der Materie und wie gänzlich blind ist er für die Mysterien des Göttlichen!

Ja, wahrlich, die Geheimnisse des Göttlichen sind ihm völlig gleichgültig und er beachtet sie nicht.

Wie groß ist seine Unwissenheit!

Wie sehr erniedrigt sie ihn!

Es ist, als ob ein gütiger und liebevoller Vater seinem Sohn eine Bibliothek mit wunderbaren Büchern zur Verfügung gestellt hätte, damit er die Geheimnisse der Schöpfung kennenlernt, und ihn zugleich mit allen Annehmlichkeiten und Freuden umgeben hätte – aber der Sohn ergötzt sich an Kieselsteinen und Spielzeug, ohne auf all die fürsorglichen Gaben seines Vaters zu achten.

Wie unwissend und achtlos ist der Mensch!

Der Vater hat ewige Herrlichkeit für ihn gewollt, aber er ist zufrieden mit Blindheit und Verlust.

Der Vater hat einen königlichen Palast für ihn gebaut, aber er spielt im Staub; der Vater hat ihm seidene Kleider gefertigt, aber er zieht es vor, nackt zu bleiben; der Vater hat für köstliche Nahrung und Früchte gesorgt, aber er sucht seine Nahrung im Weidegras.
Preis sei Gott! Ihr habt den Ruf des Gottesreiches gehört. Eure Augen sind geöffnet; ihr habt euch Gott zugewandt. Euer Ziel ist das Wohlgefallen Gottes, die Geheimnisse des Herzens zu verstehen und die Wahrheit zu erforschen. Tag und Nacht müsst ihr euch bemühen, damit ihr die Bedeutung des himmlischen Reiches versteht, die Zeichen des Göttlichen erkennt, sicheres Wissen erlangt und begreift, dass diese Welt einen Schöpfer, einen Lebensspender, einen Versorger, einen Baumeister hat; dies alles solltet ihr aufgrund von Belegen und Beweisen erkennen, nicht durch Ahnungen und Vermutungen, vielmehr durch schlüssige Argumente und wirkliches Sehvermögen, das heißt, ihr müsst es so klar vor euch sehen, wie das äußere Auge die Sonne sieht. Auf diese Weise könnt ihr die Präsenz Gottes sehen und zur Erkenntnis der heiligen, göttlichen Manifestationen gelangen.
Durch Beweise und Belege müsst ihr zur Erkenntnis der göttlichen Manifestationen und Ihrer Lehren gelangen. Ihr müsst die Geheimnisse des höchsten Königreichs entschlüsseln und fähig werden, das innere Wesen der Dinge zu erkennen. Dann werdet ihr Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes und wahre Gläubige sein, fest und standhaft in der Sache Gottes.
Preis sei Gott! Bahá'u'lláh hat die Tür zum göttlichen Wissen geöffnet, denn Er hat das Fundament dafür gelegt, dass der Mensch mit den Wahrheiten von Himmel und Erde vertraut werde, und hat diesem Tag die höchste Bestärkung verliehen. Er ist unser Lehrer und Ratgeber; Er ist unser Prophet und der Eine, Der gnädig zu uns ist. Er hat Seine Gaben bereitgestellt und Seine Wohltaten gewährt, jede Belehrung und jede Verheißung offenbart, für uns die Mittel zu ewigem Ruhm bereitgestellt, uns den lebensspendenden Odem des Heiligen Geistes zuströmen lassen, vor unseren Augen die Tore des Paradieses Abhá geöffnet und die Lichter der Sonne der Wahrheit auf uns scheinen lassen. Die Wolken der Gnade haben ihren kostbaren Regen auf uns ergossen. Das Meer der Gunst wogt und brandet uns entgegen.
Der geistige Frühling ist gekommen. Unendliche Gaben und Gnaden sind erschienen. Welches Geschenk ist größer als dieses? Wir müssen die göttliche Freigebigkeit wertschätzen und in Übereinstimmung mit den Lehren Bahá'u'lláhs handeln, sodass alles Gute für uns bereitsteht, wir Gott in beiden Welten lieb und wert sind und von Ihm angenommen werden, ewige Segnungen erlangen, den Wohlgeschmack der Liebe Gottes kosten, die Süße der Erkenntnis Gottes finden, die himmlischen Gaben wahrnehmen und die Macht des Heiligen Geistes erleben.
Das ist mein Rat und das ist meine Mahnung.

– 82 –

14. Juli 1912
Ansprache in der All Souls Unitarian Church in der Fourth Avenue and Twentieth Street in New York
Aufzeichnungen von John G. Grundy und Howard MacNutt
Heute möchte ich zu Ihnen über das Thema ›Einheit der Menschheit‹ sprechen, denn in diesem großen Jahrhundert ist die Einheit der Menschheit die wichtigste Errungenschaft. Obwohl dieses Thema zu einem gewissen Maß auch in früheren Jahrhunderten erwähnt und erörtert wurde, ist es jetzt in Bezug auf die religiösen und politischen Gegebenheiten zum wichtigsten Thema geworden. Die Geschichte zeigt, dass es in der Vergangenheit zwischen den verschiedenen Nationen, Völkern und Sekten ständig Krieg und Streit gegeben hat; aber jetzt, in diesem Jahrhundert des Lichtes, neigen sich die Herzen – Preis sei Gott! – dem Einvernehmen und der Gemeinschaft zu, und die Gedanken kreisen um die Frage der Vereinigung der Menschheit. Wir erleben heute eine Ausstrahlung des universellen Bewusstseins, was ein deutlicher Hinweis auf die Morgendämmerung einer großen Einheit ist.
Die richtige Vorgehensweise bei der Untersuchung eines Themas besteht in der sorgfältigen Prüfung der Ausgangsbedingungen. Deshalb müssen wir uns der Grundlage zuwenden, auf der die menschliche Solidarität beruht – nämlich dass alle Nachkommen Adams sind, Geschöpfe und Diener eines einzigen Gottes; dass Gott der Beschützer und Versorger ist; dass alle eingetaucht sind in das Meer göttlicher Barmherzigkeit und Gnade und dass Gott liebevoll zu allen ist.
Allen Menschen wurden gleichermaßen als Gabe der Schöpfung intellektuelle und spirituelle Fähigkeiten verliehen. Alle unterliegen gleichermaßen den verschiedenen Anforderungen des menschlichen Lebens und sind in ähnlicher Weise damit beschäftigt, die Mittel für ihren Lebensunterhalt zu beschaffen. Aus der Schöpfungsperspektive stehen die Menschen in jeder Hinsicht auf derselben Grundlage, sind denselben Anforderungen unterworfen und streben nach den Freuden und Bequemlichkeiten des irdischen Daseins. Deshalb sind die Gemeinsamkeiten der Menschen zahlreich und offenkundig. Diese gleiche Teilhabe an den körperlichen, intellektuellen und spirituellen Problemen menschlichen Daseins ist eine solide Grundlage für die Einigung der Menschheit.
Bedenken Sie, wie Zwietracht und Uneinigkeit seit Jahrtausenden in dieser großen menschlichen Familie herrschen.

Ihre Mitglieder waren immer in Krieg und Blutvergießen verstrickt.

Dem permanenten Zustand von Feindschaft und Streit ist geschuldet, dass die Menschheit bis heute in ihrer Geschichte Frieden weder erreichen noch genießen konnte.

Die Geschichte ist eine ununterbrochene Chronik aufeinanderfolgender Kriege aus religiösen, sektiererischen, rassistischen, patriotischen und politischen Gründen.

Die Menschenwelt hat keine Ruhe gefunden.

Die Menschheit war schon immer in Konflikte verwickelt, in denen es darum ging, Lebensgrundlagen zu zerstören, Eigentum zu plündern sowie Land und Territorium des jeweils anderen in Besitz zu nehmen, insbesondere in den früheren Zeiten der Wildheit und Barbarei, in denen ganze Stämme und Völker von ihren Eroberern verschleppt wurden.

Wer kann die ungeheure Vernichtung von Menschenleben ermessen oder beziffern, die sich aus dieser Feindseligkeit und diesem Kampf ergaben?

Wie viel Kraft und Energie setzten Menschen für die Kriegsführung ein, für menschenfeindliche Zwecke, für Schlachten und Blutvergießen?

In diesem strahlendsten Jahrhundert ist es notwendig geworden, diese Energien umzulenken und auf andere Weise zu nutzen, neue Wege der Verbundenheit und Einheit zu beschreiten, die Kriegswissenschaft zu verlernen und die höchsten menschlichen Kräfte den gesegneten Friedenskünsten zu widmen.

Nach langen Versuchen und Erfahrungen sind wir von den zerstörerischen und teuflischen Folgen der Zwietracht überzeugt; jetzt müssen wir nach Mitteln suchen, mit denen wir uns der Vorteile von Einvernehmen und Eintracht erfreuen können.

Wenn solche Mittel gefunden werden, müssen wir ihnen die Gelegenheit geben, sich zu bewähren.
Denken Sie nur an die schädliche Wirkung von Zwietracht und Uneinigkeit in einer Familie; denken Sie dann darüber nach, welche Wohltaten und welcher Segen dieser Familie zuteilwerden, wenn zwischen ihren verschiedenen Mitgliedern Einigkeit herrscht. Welch unermessliche Vorteile und Segnungen würden dieser großartigen menschlichen Familie zuteilwerden, wenn Einheit und Gemeinschaftlichkeit verwirklicht würden! In diesem Jahrhundert, in dem die segensreichen Folgen der Einheit und die schlimmen Auswirkungen der Zwietracht so deutlich zutage treten, sind in der Welt auch die Mittel erschienen, um Verbundenheit unter den Menschen zu erreichen und zu vollenden. Bahá'u'lláh hat den Weg verkündet und bereitet, auf dem Feindschaft und Zwietracht aus der Menschenwelt getilgt werden können. Er hat weder Grund noch Möglichkeit für Streit und Uneinigkeit gelassen.
Als Erstes hat Er die Einheit der Menschheit und religiöse Lehren speziell für den derzeitigen Zustand der Menschheit verkündet. Die ersten Meinungsverschiedenheiten entspringen religiöser Uneinigkeit. Bahá'u'lláh hat der Welt umfassende Lehren gegeben, die zu Gemeinschaft und Eintracht in der Religion führen. In allen vergangenen Jahrhunderten hat jedes religiöse Glaubenssystem sich seiner eigenen Überlegenheit und Vortrefflichkeit gerühmt und die Gültigkeit aller anderen herabgesetzt und verlacht. Jedes hat den eigenen Glauben zum Licht erklärt und alle anderen zur Dunkelheit. Religionsvertreter haben die Menschenwelt wie zwei Bäume gesehen: Der eine göttlich und segensreich, der andere satanisch; sich selbst betrachteten sie als Zweige, Blätter und Früchte des göttlichen Baums und alle anderen, die sich im Glauben von ihnen unterschieden, als Ausgeburt des satanischen Baums. Deshalb gab es zwischen ihnen fortwährend Aufruhr und Krieg, Kampf und Blutvergießen. Die Hauptursache menschlicher Entfremdung war die Religion, weil jede Seite den Glauben der anderen als etwas Hassenswertes und der Gnade Gottes beraubt ansah.
Die speziell von Bahá'u'lláh gebrachten Lehren richten sich an die Menschheit. Er sagt: »Ihr seid alle die Blätter eines Baumes.« Er sagt nicht: »Ihr seid die Blätter zweier Bäume, eines göttlichen und eines satanischen.« Er hat erklärt, dass jedes einzelne Glied der menschlichen Familie ein Blatt oder Zweig am Baume Adams ist; dass alle unter der schützenden Gnade und Vorsehung Gottes stehen; dass alle Kinder Gottes sind, Früchte an dem einen Baum Seiner Liebe. Gott ist zu allen Blättern, Zweigen und Früchten dieses Baumes gleichermaßen mitfühlend und gütig. Deshalb gibt es nichts Derartiges wie einen satanischen Baum – denn Satan ist ein Produkt des menschlichen Denkens und der triebgesteuerten menschlichen Neigung, sich zu irren. Gott allein ist der Schöpfer, und alle sind Geschöpfe Seiner Macht. Darum müssen wir die Menschen als Seine Geschöpfe lieben und erkennen, dass alle auf dem Baum Seiner Gnade wachsen, Diener Seines allmächtigen Willens und Ausdruck Seines Wohlgefallens sind.
Auch wenn wir an diesem Baum der Menschheit einen Ast oder ein Blatt fehlerhaft oder eine Blüte unvollkommen finden, gehören sie dennoch zu diesem Baum und nicht zu einem anderen.

Deshalb ist es unsere Pflicht, diesen Baum zu schützen und zu pflegen, bis zu seiner Vollkommenheit.

Wenn wir seine Früchte untersuchen und sie für unvollkommen halten, müssen wir uns bemühen, sie zu vervollkommnen.

Es gibt unwissende Menschen in der Welt; wir müssen ihnen Wissen vermitteln.

Einige Sprösslinge des Baumes sind schwach und krank; wir müssen ihnen helfen, sich zu erholen und gesund zu werden.

Wenn sie noch wie heranwachsende Kinder sind, müssen wir uns ihrer annehmen, bis sie zur Reife gelangen.

Wir sollten sie niemals verabscheuen oder sie meiden, weil wir sie als unangenehm und nichtswürdig empfinden.

Wir müssen sie ehren, respektieren und freundlich zu ihnen sein, denn sie wurden von Gott geschaffen und nicht vom Teufel.

Sie sind kein Ausdruck von Gottes Zorn, sondern Beweise Seiner göttlichen Gunst.

Gott, der Schöpfer, hat sie mit körperlichen, geistigen und spirituellen Eigenschaften ausgestattet, damit sie danach streben, Seinen Willen zu erkennen und danach zu handeln; sie sind also keineswegs Gegenstand Seines Zornes und Seiner Verdammung.

Kurz, alle Menschen müssen mit Liebe, Güte und Respekt betrachtet werden, denn was wir in ihnen erblicken, sind nichts anderes als die Zeichen und Spuren von Gott Selbst.

Alle sind Zeichen Gottes; wie sollten wir da das Recht haben, sie zu erniedrigen und herabzusetzen, sie zu verfluchen und daran zu hindern, sich Seiner Barmherzigkeit zu nähern?

Das ist Unwissenheit und Ungerechtigkeit, die Gott missfällt, denn in Seinen Augen sind alle Seine Diener.
Ein weiterer Grund für Zwietracht und Streit ist die Tatsache, dass behauptet wurde, Religion stünde im Widerspruch zur Wissenschaft. Zwischen Wissenschaftlern und Religionsanhängern gab es immer Kontroversen und Streit, da letztere behaupteten, Religion sei der Wissenschaft übergeordnet und wissenschaftliche Aussagen stünden im Gegensatz zu den Lehren der Religion. Bahá'u'lláh erklärte, dass Religion mit Wissenschaft und Vernunft in völligem Einklang stehe. Wenn religiöse Glaubenssätze und Doktrinen der Vernunft widersprechen, entspringt das dem begrenzten Verständnis des Menschen und stammt nicht von Gott; es ist nicht wert, geglaubt zu werden, und verdient keine Beachtung; das Herz findet darin keine Ruhe, und echter Glaube ist unmöglich. Wie kann ein Mensch etwas glauben, von dem er weiß, dass es der Vernunft widerspricht? Ist das möglich? Kann das Herz akzeptieren, was die Vernunft ablehnt? Die Vernunft ist die erste Fähigkeit des Menschen und die Religion Gottes steht damit in Einklang. Bahá'u'lláh hat diese Art von Zwietracht und Streit unter den Menschen getilgt und Wissenschaft und Religion versöhnt, indem Er die unverfälschten Lehren der göttlichen Wahrheit offenbarte. Diese Errungenschaft ist Ihm allein an diesem Tag zu verdanken.
Eine weitere Ursache für Zwietracht und Uneinigkeit war die Entstehung religiöser Sekten und Bekenntnisse.

Bahá'u'lláh sagte, dass Gott die Religion mit dem Ziel gesandt hat, unter den Menschen Gemeinschaft zu stiften und nicht, um Streit und Zwietracht zu säen, denn jede Religion beruht auf der Liebe zur Menschheit.

Abraham verkündete dieses Prinzip, Moses forderte alle auf, es anzuerkennen, Christus setzte es durch und Muḥammad führte die Menschheit zur Einhaltung dieses Prinzips.

Das ist die wahre Religion.

Wenn wir uns vom Hörensagen abwenden und die Wahrheit und innere Bedeutung der himmlischen Lehren erforschen, werden wir dieselbe göttliche Grundlage finden – die Liebe zur Menschheit.

Der Sinn der Religion besteht darin, Einheit, Liebe und Gemeinschaft zu stiften, nicht Zwietracht, Feindschaft und Entfremdung.

Der Mensch hat die Grundlage der göttlichen Religion aufgegeben und hält an blinder Nachahmung fest.

Jedes Volk hat sich an seine eigenen Nachahmungen geklammert, und weil diese voneinander abweichen, folgten darauf Krieg, Blutvergießen und die Zerstörung des Fundaments der Menschheit.

Wahre Religion gründet auf Liebe und Eintracht.

Bahá'u'lláh hat gesagt:

»Wenn Religion und Glaube zu Feindschaft und Aufruhr führen, ist es weit besser, nicht religiös zu sein, und das Fehlen von Religion wäre vorzuziehen; denn Wir wünschen, dass Religion die Ursache von Freundschaft und Gemeinschaft ist.

Wenn Feindschaft und Hass bestehen, ist Religionslosigkeit vorzuziehen.« Und so verdanken wir Bahá'u'lláh die Beseitigung dieser Zwietracht, denn Religion ist das göttliche Heilmittel für menschliche Gegensätze und Zwist.

Aber wenn wir das Heilmittel zur Ursache der Krankheit machen, wäre es besser, darauf zu verzichten.
Andere Ursachen menschlicher Zwietracht sind politische, rassistische und patriotische Vorurteile. All dies hat Bahá'u'lláh abgeschafft. Er sagte – und untermauerte Seine Aussage mit rationalen Beweisen aus den Heiligen Schriften –, dass die Menschheit ein einziges Volk und die Erde ein gemeinsamer Wohnort ist; dass diese eingebildeten rassistischen Barrieren und politischen Grenzen keine Grundlage haben und unrechtmäßig sind. Der Mensch wird erniedrigt, wenn er der Gefangene seiner eigenen Trugbilder und Mutmaßungen wird. Die Erde ist eine einzige Erde und dieselbe Atmosphäre umgibt sie. Gott hat bei ihren menschlichen Bewohnern keinen Unterschied gemacht und niemanden bevorzugt; aber der Mensch hat die Grundlage für Vorurteile, Hass und Zwietracht zwischen seinen Mitmenschen gelegt, indem er der Staatsangehörigkeit unterschiedliche Bedeutung beimaß und der Hautfarbe unterschiedliche Rechte und Privilegien zuschrieb.
Die Vielfalt der Sprachen war eine ergiebige Quelle für Unstimmigkeiten. Die Sprache dient dazu, Gedanken auszutauschen und Absichten zu übermitteln. Daher spielt es keine Rolle, welche Sprache der Mensch spricht oder verwendet. Vor sechzig Jahren forderte Bahá'u'lláh eine gemeinsame Sprache als wichtigstes Mittel für die Einheit und als Grundlage für internationale Konferenzen. Er schrieb an die Könige und Herrscher der verschiedenen Völker und empfahl, dass alle Regierungen eine gemeinsame Sprache auswählen und annehmen sollten. In diesem Sinne sollte sich jedes Volk zusätzlich zu seiner Muttersprache die Weltsprache aneignen. Auf der Welt würde dann ein enger Austausch gepflegt, Beratung wäre der Standard und Meinungsverschiedenheiten aufgrund von Sprachenvielfalt würden beseitigt werden.
Eine weitere Lehre Bahá'u'lláhs bezieht sich auf den Weltfrieden: Die gesamte Menschheit muss wachgerüttelt werden und sich bewusst werden, wie unheilvoll Kriege sind; sie sollte dazu gebracht werden, die Vorteile des Friedens zu erkennen und zu wissen, dass Frieden von Gott, Krieg jedoch teuflisch ist. Der Mensch muss sich den barmherzigen Gott zum Vorbild nehmen, er muss sich von teuflischen Einflüssen abwenden, damit alle nach Frieden, Liebe und Einheit streben und die Zwietracht des Krieges verschwindet.
Fehlende Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ebenfalls eine Ursache der Uneinigkeit zwischen Menschen.

Bahá'u'lláh nannte dies einen wesentlichen Auslöser von Zwietracht und Spaltung, denn solange in der Menschheit Rechte und Befugnisse von Mann und Frau ungleich verteilt sind, kann keine Einheit geschaffen werden.

In einem vollkommenen menschlichen Körper ist es unmöglich, dass ein Organ vollständig und ein anderes unzulänglich ist.

Im großen Gesellschaftskörper der Menschheit ist es unmöglich, Einheit und Zusammenarbeit zu erreichen, wenn ein Teil als vollkommen und der andere als unvollkommen angesehen wird.

Wenn beide Teile vollständig funktionieren, wird ein harmonisches Gleichgewicht herrschen.

Gott hat Mann und Frau mit gleichen Fähigkeiten geschaffen.

Er hat zwischen ihnen keinen Unterschied gemacht.

Die Frau hat bei ihren Leistungen nicht den Stand des Mannes erreicht, weil ihr Möglichkeiten und Bildung fehlten.

Wenn vergleichbare Bildungschancen geschaffen würden, würden beide Geschlechter, Mann und Frau, gleiche Leistungen erzielen.

Gott hat keinen Unterschied zwischen ihnen gewollt, der zu Unfrieden führen könnte.

Er hat alle mit menschlichen Fähigkeiten ausgestattet, und alle sind Ausdruck Seiner Barmherzigkeit.

Wenn wir sagen würden, Mann und Frau seien von der Schöpfung in unterschiedlichem Grad mit Gaben ausgestattet worden, würde das der Absicht und der Gerechtigkeit Gottes widersprechen.

Beide sind Menschen.

Wenn Gott ein Geschlecht vollkommen und das andere unzulänglich erschaffen hätte, wäre Er ungerecht.

Aber Gott ist gerecht:

Alle sind vollkommen entsprechend Seiner Absicht und Schöpfungsgabe.

Wenn wir annehmen, das Geschöpf sei unvollkommen, dann bedeutet das die Unvollkommenheit des Schöpfers.

Wer sich auszeichnet durch die Erlangung Seiner Eigenschaften und Seiner Gnadengaben, ist vor Gott höchst willkommen.
Schauen wir nun auf den göttlichen Plan zur Versöhnung der religiösen Systeme der Welt. Bahá'u'lláh sagte: Wenn aus jedem der verschiedenen religiösen Systeme ein einsichtsvolles Mitglied gewählt würde und diese Repräsentanten zusammenkämen, um die zugrunde liegende Wahrheit der Religion zu erforschen, würden sie ein interreligiöses Gremium bilden, dem alle Streitfragen und Glaubensunterschiede zur Prüfung und Schlichtung vorgelegt werden könnten. Solche Fragen könnten dann vom Standpunkt der Wahrheit aus erwogen und geprüft werden, und jede verfälschende Nachahmung könnte verworfen werden. Wenn man nach dieser Methode verfährt, würden alle Sekten, Konfessionen und religiösen Systeme vereint werden.
Zweifeln Sie nicht an der Machbarkeit all dessen und wundern Sie sich nicht.

In Persien wurde es schon erfolgreich zustande gebracht.

In diesem Land haben sich die Anhänger verschiedener Religionen zusammengetan, um die Wahrheit zu untersuchen, und sie haben sich in vollkommener Gemeinschaft und Liebe vereint.

Jetzt gibt es bei ihnen keine Spur mehr von Zwietracht oder Meinungsverschiedenheiten; stattdessen zeigen sich Wohlwollen und Verbundenheit.

Sie leben in Harmonie und Eintracht zusammen wie eine einzige Familie.

Gegensätze und Streit sind verschwunden; an die Stelle von Hass und Feindseligkeit sind Liebe und Einigkeit getreten.

Jene, die Bahá'u'lláh gefolgt sind und solche Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit erreicht haben, waren Muslime, Juden, Christen, Zoroastrier, Buddhisten, Nestorianer, Sunniten, Schiiten und andere.

Unter ihnen gibt es keine Zwietracht.

Das beweist die Möglichkeit, dass sich die Angehörigen der Religionen der Welt durch praktische Mittel zusammenschließen.

Nachahmungen und Vorurteile, die die Menschen voneinander trennten, wurden abgelegt, und die religiöse Wahrheit umhüllt sie, sodass sie völlig einig sind.

Wenn Wahrheit die Seele des Menschen umhüllt, ist Liebe möglich.

Die göttliche Absicht in der Religion ist reine Liebe und Einigkeit.

Die Propheten Gottes verkörperten vollkommene Liebe zu allen.

Jeder von Ihnen verkündete die frohe Botschaft vom Kommen Seines Nachfolgers, und jeder Nachfolgende bestätigte die Lehren und Prophezeiungen des Propheten, Der Ihm voranging.

In den wesentlichen Teilen Ihrer Lehre und Sendung gab es weder Widerspruch noch Abweichungen.

Zwietracht entstand unter denen Ihrer Anhänger, die den Blick für die Wahrheit verloren hatten und sich an blinde Nachahmungen klammerten.

Wenn solche Nachahmungen überwunden werden und die strahlend leuchtende Wahrheit in den Seelen der Menschen erwacht, werden Liebe und Einigkeit herrschen.

So wird die Menschheit aus dem Streit und den Kriegen errettet werden, die schon tausende von Jahren geherrscht haben; Zwietracht wird vergehen und das Licht der Einheit wird heraufdämmern.

Man bedenke, wie alle Propheten Gottes verfolgt wurden und welche Not Sie ertrugen.

Jesus Christus ertrug Leid und nahm den Märtyrertod am Kreuz auf Sich, um die Menschheit zur Einheit und Liebe zu rufen.

Welches Opfer könnte größer sein?

Er brachte die Religion der Liebe und Gemeinschaft in die Welt.

Sollen wir sie etwa nutzen, um Zwietracht, Gewalt und Hass unter den Menschen zu schüren?
Moses wurde verfolgt und in die Wüste getrieben, Abraham wurde verbannt, Muḥammad suchte Zuflucht in Höhlen, der Báb wurde getötet und Bahá'u'lláh wurde vierzig Jahre lang verbannt und eingekerkert. Aber Sie alle wünschten Gemeinschaft und Liebe unter den Menschen. Sie ertrugen Notlagen, erlitten Verfolgung und Tod um unseretwillen, damit wir lernen, einander zu lieben und geeint und verbunden zu sein, statt uneins und zerstritten. Genug der langen Jahrhunderte, die durch Streit und Hass so viel Unglück und Not in die Welt brachten. Lassen Sie uns nun in diesem strahlenden Jahrhundert versuchen, nach Gottes Willen zu handeln, damit wir vor all diesen dunklen Dingen gerettet werden und in das grenzenlose Licht des Himmels gelangen, Spaltung vermeiden und die göttliche Einheit der Menschheit willkommen heißen. So Gott will, kann diese irdische Welt zu einem Spiegelbild des Himmels werden, in dem wir das Abbild der Spuren des Göttlichen sehen können, und die wesentlichen Eigenschaften einer neuen Schöpfung mögen von der wahren Liebe, die in den Herzen der Menschen leuchtet, widergespiegelt werden. Mögen das Licht und der Widerschein Gottes in uns tatsächlich beweisen und bezeugen, dass Gott den Menschen nach Seinem eigenen Bild und Gleichnis geschaffen hat.
O mein Gott! O mein Gott! Wahrlich, ich rufe Dich an und flehe an Deiner Schwelle, lass alle Deine Gnadengaben auf diese Seelen herabkommen. Mache sie empfänglich für Deine Gunst und Deine Wahrheit.
O Herr! Vereinige und verbinde die Herzen, bringe alle Seelen in Einklang und erheitere die Gemüter mit den Zeichen Deiner Heiligkeit und Einheit. O Herr! Lass diese Gesichter strahlen im Lichte Deiner Einheit. Stärke die Lenden Deiner Diener im Dienst an Deinem Königreich.
O Herr, Du Besitzer unendlicher Gnade! O Du Herr der Versöhnung und des Verzeihens! Vergib unsere Sünden, verzeih unsere Schwächen und lenke uns zum Königreich Deiner Milde, das Reich der Kraft und Macht anrufend, demütig an Deinem Schrein, ergeben vor der Herrlichkeit Deiner Beweise.
O Herr, unser Gott! Lass uns wie die Wogen eines Meeres und die Blumen eines Gartens vereint und einig sein durch die Freigebigkeit Deiner Liebe. O Herr! Weite unsere Herzen mit den Zeichen Deiner Einheit und lass die ganze Menschheit zu Sternen werden, die vom selben Himmel der Herrlichkeit herniederstrahlen, zu vollkommenen Früchten, die an Deinem Lebensbaume wachsen.
Wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Selbstbestehende, der Geber, der Verzeihende, der Vergebende, der Allwissende, der Eine Schöpfer.

– 83 –

15. Juli 1912
Ansprache im Haus von Dr. Florian Krug und Frau 830 Park Avenue, New York
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Es freut mich sehr, euch zu sehen. Eure Herzen sind vom Lichte Bahás erleuchtet. Dieses Treffen ist eine wahrhaft göttliche, himmlische Versammlung und steht in Gottes Gunst, denn wir haben kein anderes Ziel, als Gott zu preisen und Ihm zu begegnen. Das Gebet, das gerade dargeboten wurde, ist ein Dankgebet.
Es gibt verschiedene Arten von Dankbarkeit. Es gibt das Danken mit Worten, das auf das bloße Aussprechen des Danks beschränkt ist. Das ist ohne Belang, denn es kann sein, dass die Zunge dankt, während das Herz davon unberührt bleibt. Viele danken Gott auf diese Art, ihr Geist und ihr Herz werden von der Danksagung nicht berührt. Das ist bloße Gewohnheit, wie wenn wir bei einem Treffen ein Geschenk erhalten und Danke sagen, den Worten aber keine Bedeutung verleihen. Jemand kann tausendfach Danke sagen, ohne dass er im Herzen Dank verspürt. Darum ist Dank mit bloßen Worten wirkungslos. Aber echte Dankbarkeit ist ein aufrichtiger Dank, der von Herzen kommt. Wenn der Mensch infolge der Gunstbeweise Gottes ein empfindsames Gewissen entwickelt, dann ist das Herz glücklich, der Geist beschwingt. Diese geistige Empfänglichkeit ist die ideale Dankbarkeit.
Es gibt auch ein aufrichtiges Danken, das sich in den Taten und Handlungen eines Menschen ausdrückt, wenn sein Herz mit Dankbarkeit erfüllt ist. Zum Beispiel hat Gott dem Menschen Führung gewährt, und seine Dankbarkeit für diese große Gabe sollte er mit bestimmten Taten zeigen. Um seine Dankbarkeit für Gottes Gunstbeweise auszudrücken, muss der Mensch lobenswerte Taten vollbringen. Als Antwort auf diese Gaben muss er gute Werke vollbringen, aufopferungsvoll sein, die Diener Gottes lieben, ja sein Leben für sie hingeben und allen Geschöpfen liebevolle Güte erweisen. Er muss sich von der Welt lösen, vom Reiche Abhá angezogen sein, mit strahlendem Antlitz, beredter Zunge und aufmerksamem Ohr Tag und Nacht danach streben, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. Alles, was er tun möchte, muss mit dem Wohlgefallen Gottes im Einklang stehen. Er muss den Willen Gottes erkennen, beachten und entsprechend handeln. Zweifellos zeigen solche lobenswerten Taten unsere Dankbarkeit für Gottes Gunstbeweise.
Denkt daran, wie dankbar jemand ist, wenn er von einer Krankheit geheilt wird, wenn er von einem anderen freundlich behandelt wird oder wenn ein anderer ihm einen Dienst erweist, wie geringfügig dieser auch sein mag. Wenn wir solche Gunstbezeigungen nicht beachten, ist das ein Zeichen von Undank. Dann wird man sagen: Uns wurde liebevolle Güte erwiesen, aber wir sind undankbar und wissen diese Liebe und Gunst nicht zu schätzen. Körperlich und geistig sind wir in das Meer der Gunst Gottes getaucht. Er hat für Essen, Trinken und unsere übrigen Bedürfnisse gesorgt; Seine Gunst umgibt uns von allen Seiten. Die Versorgung des Menschen ist ein Segen. Das Sehen, das Hören und alle seine Fähigkeiten sind wunderbare Geschenke. Diese Segnungen sind zahllos; egal wie viele erwähnt werden, es bleiben noch unendlich mehr. Geistige Segnungen sind ebenso zahllos – Geist, Bewusstsein, Denken, Gedächtnis, Wahrnehmung, Vorstellungsvermögen und andere Begabungen. Durch sie hat Er uns geführt, und wir betreten Sein Königreich. Er hat vor unseren Augen die Tore zu allem Guten geöffnet. Er hat uns ewige Herrlichkeit gewährt. Er hat uns ins himmlische Reich geladen. Er hat uns durch Seine Gaben reich gemacht. Jeden Tag hat Er neue frohe Botschaften verkündet. Jede Stunde kommen neue Gaben herab.
Seht, wie all diese Menschen schlafen, ihr aber seid wach. Sie sind tot, ihr aber lebt durch den Odem des Heiligen Geistes. Sie sind blind, während ihr mit Einsicht und Erkenntnis begabt seid. Sie sind der Liebe Gottes bar, aber in euren Herzen lebt und leuchtet sie. Denkt über diese Gnadengaben und Gunstbeweise nach.
Aus Dankbarkeit für all das müsst ihr deshalb gemäß den Lehren Bahá'u'lláhs handeln. Ihr müsst die Schriften lesen – die Verborgenen Worte, Ishráqát, die Frohen Botschaften –, alle heiligen Äußerungen, und entsprechend handeln. Das ist echte Dankbarkeit, nach diesen Aussagen zu leben. Das ist wahre Dankbarkeit und die göttliche Gabe. Das ist Danksagung und Verherrlichung Gottes.
Ich hoffe, ihr alle könnt das erreichen, könnt immer dieser Gnadengaben Gottes gewahr und achtsam sein. Ich hoffe, dass ich New York mit einem glücklichen Herzen verlassen kann, und mein Herz ist glücklich, wenn die Freunde Gottes einander lieben, wenn sie gegenüber allen Menschen Gottes Barmherzigkeit bekunden. Wenn ich das sehe, kann ich mich glücklich verabschieden.
Seid gegrüßt!

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Boston

23. bis 25. Juli 1912

– 84 –

23. Juli 1912
Ansprache im Hotel Victoria Boston, Massachusetts
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Die Bahá'í dürfen sich nicht an politischen Bewegungen beteiligen, die zu Unruhen führen. Sie müssen ihre Aufmerksamkeit auf Bewegungen richten, die die öffentliche Ordnung stärken. Im heutigen Persien beteiligen sich die Bahá'í nicht an den revolutionären Unruhen, die in Gesetzlosigkeit und Rebellion endeten. Dennoch kann ein Bahá'í ein politisches Amt bekleiden und an der richtigen Art von Politik interessiert sein. Minister, Staatsbeamte und Generalgouverneure in Persien sind Bahá'í und es gibt viele andere Bahá'í in Regierungspositionen; aber nirgends auf der Welt sollten sich die Anhänger Bahá'u'lláhs an aufrührerischen Bewegungen beteiligen. Wenn es zum Beispiel hier in Amerika einen Aufstand geben sollte, der darauf abzielt, eine despotische Regierung zu errichten, sollten die Bahá'í nicht daran beteiligt sein.
Die Bahá'í-Sache behandelt in ihren Gesetzen und Prinzipien alle wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Das Wesen des Bahá'í-Geistes ist: Um eine bessere soziale Ordnung und eine bessere Wirtschaftslage zu erreichen, muss man sich an die Gesetze und Grundsätze der Regierung halten. Sozialisten können nach den Gesetzen, die die Welt regieren sollen, zu Recht Menschenrechte einfordern, jedoch ohne Gewaltanwendung. Die Regierungen werden diese Gesetze erlassen und eine gerechte Justiz und Wirtschaft einführen, damit die gesamte Menschheit in den vollen Genuss von Wohlstand und Privilegien kommt; doch wird dies stets rechtlich abgesichert und mit legalen Mitteln erfolgen. Ohne gesetzliche Grundlagen scheitern Rechte und Ansprüche, und das Wohl des Volkes kann nicht gewährleistet werden. Gegenwärtig setzen Menschen Streiks und Gewalt ein, um ihre Forderungen durchzusetzen; das ist offensichtlich falsch und schadet den Grundlagen der Menschlichkeit. Berechtigte Ansprüche und Forderungen müssen in Gesetzen und Verordnungen verankert sein.
Während Tausende über diese Fragen nachdenken, verfolgen wir wichtigere Ziele. Die Grundlage der gesamten Ökonomie ist göttlicher Natur und eng verbunden mit der Welt des Herzens und des Geistes. Das wird in den Bahá'í-Lehren umfassend dargelegt, und ohne Kenntnis dieser Grundsätze kann die wirtschaftliche Situation nicht verbessert werden. Die Bahá'í werden diese Verbesserungen herbeiführen, aber nicht durch Aufruhr und rohe Gewalt, nicht durch Krieg, sondern durch Wohltätigkeit. Die Herzen müssen so verbunden sein, die Liebe so ausgeprägt, dass der Reiche bereitwillig dem Armen hilft und Maßnahmen ergreift, diese wirtschaftlichen Anpassungen dauerhaft zu verankern. Wenn es auf diese Weise erreicht wird, ist es höchst lobenswert, denn dann geschieht es um Gottes Willen und auf dem Pfad Seines Dienstes. Es wäre beispielsweise so, wie wenn die reichen Bewohner einer Stadt sagten: »Es ist weder gerecht noch gesetzmäßig, dass wir großen Reichtum besitzen, während es in dieser Gemeinde bittere Armut gibt«, und dann bereitwillig ihren Reichtum mit den Armen teilen und nur so viel behalten, dass sie angenehm leben können.
Strebt deshalb danach, Liebe in den Herzen zu erwecken und sie zum Glühen und Strahlen zu bringen. Wenn diese Liebe leuchtet, wird sie andere Herzen durchdringen, so wie dieses elektrische Licht seine Umgebung erhellt. Wenn die Liebe zu Gott gefestigt ist, wird auch alles andere verwirklicht werden. Dies ist die wahre Grundlage jeder Ökonomie. Denkt darüber nach. Bemüht euch, die Seelen anzuziehen, nicht darum, das Denken in bestimmte Bahnen zu zwingen. Zeigt den Menschen, was echte Ökonomie ist. Zeigt ihnen, was Liebe, was Güte, was echte Loslösung und Großzügigkeit sind. Es ist wichtig, das zu tun. Handelt in Übereinstimmung mit den Lehren Bahá'u'lláhs. Alle Seine Bücher werden übersetzt werden. Jetzt ist die Zeit, nach Seinen Worten zu leben. Lasst eure Taten die richtige Übersetzung ihrer Bedeutung sein. Fragen der Ökonomie werden die Herzen nicht anziehen. Allein die Liebe zu Gott zieht sie an. Fragen der Ökonomie sind sehr interessant, aber die Kraft, die die Herzen der Menschen bewegt, leitet und anzieht, ist die Liebe zu Gott.

– 85 –

24. Juli 1912
Ansprache vor der Theosophischen Gesellschaft The Kensington Exeter und Boylston Streets, Boston, Massachusetts
Aufzeichnungen von Edna McKinney
In der Welt des Daseins gibt es nichts Bedeutenderes als den Geist, nichts Wesentlicheres als den Geist des Menschen. Der Geist des Menschen ist die edelste aller Erscheinungen. Im Geist des Menschen begegnen sich Mensch und Gott. Der Geist des Menschen ist die treibende Kraft seines Lebens und das gemeinsame Zentrum aller menschlichen Tugenden. Der Geist des Menschen ist die Quelle der Erleuchtung dieser Welt. Die Welt mag mit dem Körper verglichen werden; der Mensch ist der Geist dieses Körpers, denn der menschliche Geist ist das Licht der Welt. Der Mensch ist das Leben der Welt, und das Leben des Menschen ist der Geist. Das Glück der Welt hängt vom Menschen ab, und das Glück des Menschen ist abhängig von seinem Geist. Die Welt kann mit dem Glas einer Lampe verglichen werden, während der Mensch das Licht ist. Der Mensch selbst kann mit der Lampe verglichen werden; das Licht in dieser Lampe ist sein Geist. Darum wollen wir über diesen Geist sprechen.
Es gibt zwei Arten von Philosophen in der Welt: Materialisten, die den Geist und seine Unsterblichkeit leugnen, und die göttlichen Philosophen, die Weisen Gottes, die wahren Erleuchteten, die an den Geist und seinen Fortbestand im Jenseits glauben. Die alten Philosophen lehrten, dass der Mensch bloß aus materiellen Elementen besteht, die seine Zellstruktur bilden, und dass das Leben des Menschen erlischt, sobald diese Struktur zerfällt. Sie argumentierten, der Mensch sei nur Körper und die Organe und ihre Funktionen, die Sinne, Fähigkeiten und Eigenschaften, die den Menschen charakterisieren, seien das Ergebnis der Zusammenstellung dieser Elemente und würden mit dem physischen Körper vollständig verschwinden. Das ist die Ansicht der meisten Materialisten.
Die göttlichen Philosophen verkünden hingegen, dass der Geist des Menschen fortdauert und ewig lebt, und wegen der Einwände der Materialisten bringen diese Weisen Gottes Vernunftbeweise vor, um die Gültigkeit ihrer Aussage zu untermauern. Da die materialistischen Philosophen die Bücher Gottes ablehnen, ist eine Beweisführung aus der Schrift für sie nicht stichhaltig, und materialistische Beweise sind notwendig. Die mit göttlichem Wissen ausgestattet sind, haben deshalb geantwortet, dass alle Erscheinungsformen in Kategorien oder Welten eingeteilt werden können, aufsteigend gruppiert in Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen, und dass jede von ihnen ihr eigenes Maß an Funktionalität und Intelligenz aufweist. Wenn wir das Mineral betrachten, stellen wir fest, dass es existiert und die Kraft der Anziehung und der Bildung von Verbindungen besitzt. Die Pflanzen haben die Eigenschaften des Minerals und darüber hinaus die Fähigkeit, zu wachsen und sich zu vermehren. Es ist daher offensichtlich, dass das Pflanzenreich über dem Mineralreich steht. Die Tierwelt wiederum besitzt die Eigenschaften von Mineral und Pflanze und zusätzlich die fünf Sinne der Wahrnehmung, die den untergeordneten Reichen fehlen. Auch fehlt den niedrigeren Reichen das dem Tier eigene Erinnerungsvermögen.
So wie das Tier edler ist als Pflanze und Mineral, so steht der Mensch über dem Tier.

Dem Tier fehlt das Vorstellungsvermögen, das heißt, es ist gefangen in der Welt der Natur und hat keinen Sinn für das, was in der Natur verborgen liegt oder was über sie hinausgeht; ihm fehlen die geistige Empfänglichkeit und die Anregungen des Bewusstseins, es weiß nichts von der Welt Gottes und es kann nie von den Naturgesetzen abweichen.

Beim Menschen ist das anders.

Der Mensch besitzt ein strahlendes Bewusstsein, Wahrnehmungsfähigkeit, Vorstellungsvermögen, und er ist fähig, die Geheimnisse des Universums zu entdecken.

Alle Industriezweige, Erfindungen und Hilfsmittel, die uns im Alltag umgeben, waren einmal verborgen in der Natur, aber der Mensch durchdrang die Geheimnisse und nutzte sie für seine Ziele.

Nach den Gesetzen der Natur hätten sie unsichtbar und verborgen bleiben sollen; aber der Mensch erhob sich über diese Gesetze, entdeckte diese Geheimnisse und brachte sie aus dem Reich des Unsichtbaren ins Reich des Bekannten und Sichtbaren.

Wie wunderbar ist der Geist des Menschen!

Eines dieser geheimnisvollen Naturphänomene ist die Elektrizität.

Der Mensch hat diese unermessliche Kraft entdeckt und für sich nutzbar gemacht.

Wie viele Geheimnisse der Natur sind schon ergründet und offenbart worden!

Kolumbus entdeckte Amerika, als er noch in Spanien lebte.

Der Mensch hat herausgefunden, dass die Sonne ortsgebunden ist, während die Erde sie umkreist.

Das Tier ist dazu nicht in der Lage.

Der Mensch erkennt in der Fata Morgana eine Sinnestäuschung.

Das übersteigt die Fähigkeiten des Tieres.

Das Tier kann nur durch Sinneseindrücke etwas erkennen, nicht aber intellektuelle Sachverhalte erfassen.

Das Tier kann sich die Macht der Gedanken nicht vorstellen.

Dies ist ein abstrakter, intellektueller Sachverhalt und nicht allein auf die Sinne beschränkt.

Das Tier kann nicht erfassen, dass die Erde rund ist.

Kurz, die Fähigkeit, abstrakte intellektuelle Phänomene zu erfassen, ist dem Menschen vorbehalten.

Die gesamte Schöpfung unterhalb der menschlichen Stufe ist in der Natur gefangen; sie kann nicht im Geringsten von den Naturgesetzen abweichen.

Aber der Mensch entreißt der Natur das Schwert der Herrschaft und setzt es ein, um sie zu beherrschen.

Zum Beispiel muss der Mensch von Natur aus auf dem Erdboden leben, aber die Kraft des menschlichen Geistes überwindet diese Einschränkung und in Flugzeugen erhebt er sich in die Lüfte.

Das widerspricht den Naturgesetzen und ihren Vorgaben.

Mit hoher Geschwindigkeit befährt er die Meere und taucht in Unterseebooten unter deren Oberfläche.

Er schließt die menschliche Stimme in einen Phonographen ein und kommuniziert innerhalb eines Augenblicks von Ost nach West.

Das sind Dinge, von denen wir wissen, dass sie den Gesetzen der Natur und ihren Beschränkungen widersprechen.

Der Mensch überschreitet die Grenzen der Natur, während Mineralien, Pflanzen und Tiere ihr machtlos ausgesetzt sind.

Das kann nur die Kraft des Geistes erreichen, denn der Geist ist die Wirklichkeit.
Bezüglich der körperlichen Kräfte und Sinne sind Mensch und Tier jedoch ebenbürtig. Tatsächlich ist das Tier dem Menschen bei Sinneswahrnehmungen oft überlegen. Zum Beispiel sehen einige Tiere außerordentlich scharf und andere haben ein überaus feines Gehör. Denken Sie an den Spürsinn eines Hundes: Wie weit übertrifft er den eines Menschen. Aber obwohl das Tier alle körperlichen Fähigkeiten und Sinne mit dem Menschen gemein hat, ist der Mensch mit einer geistigen Kraft ausgestattet, die dem Tier fehlt. Das ist ein Beweis dafür, dass es im Menschen etwas gibt, das über die Begabung des Tieres hinausgeht – eine Fähigkeit und Eigenschaft, die dem Menschenreich vorbehalten ist und den niedrigeren Reichen des Daseins fehlt. Das ist der Geist des Menschen. All diese wunderbaren menschlichen Errungenschaften basieren auf der Wirksamkeit und der Durchdringungskraft des menschlichen Geistes. Wäre der Mensch ohne diesen Geist, wäre keine dieser Errungenschaften möglich gewesen. Das ist so offensichtlich wie die Sonne am Mittag.
Jeder Organismus der materiellen Schöpfung ist auf eine bestimmte Gestalt begrenzt.

Das bedeutet, dass jedes erschaffene materielle Wesen eine Form besitzt; es kann nicht zwei Formen zugleich besitzen.

Zum Beispiel kann ein Körper kugelförmig, dreieckig oder quadratisch sein; aber er kann unmöglich zwei dieser Formen gleichzeitig aufweisen.

Er mag dreieckig sein, aber wenn er quadratisch werden sollte, muss er zuerst die dreieckige Form aufgeben.

Es ist absolut unmöglich, beide Formen gleichzeitig zu haben.

Es ist also klar, dass materielle Organismen nicht gleichzeitig verschiedene Formen besitzen können.

Der Geist des Menschen hingegen kann sich alle geometrischen Figuren gleichzeitig vorstellen, während in der physischen Wirklichkeit eine Gestalt aufgegeben werden muss, damit eine andere möglich wird.

Das ist das Gesetz von Wandel und Wechsel, und Wandel und Wechsel künden von der Sterblichkeit.

Ohne diese Formänderung wären die materiellen Dinge unvergänglich; aber weil die stoffliche Existenz dem Wandel unterliegt, ist sie vergänglich.

Die Wirklichkeit des Menschen hingegen weist alle Vorzüge auf; er muss keine Form zugunsten einer anderen aufgeben, wie es bei rein physischen Körpern der Fall ist.

Daher gibt es in dieser Wirklichkeit weder Wandel noch Wechsel; sie ist unvergänglich und ewig.

Der Leib eines Menschen kann in Amerika sein, während sein Geist im Fernen Osten arbeitet, wirkt, Entdeckungen macht, organisiert und plant.

Während er damit beschäftigt ist, in Russland zu regieren, Gesetze zu erlassen oder ein Gebäude zu errichten, ist sein Körper immer noch hier in Amerika.

Was ist diese Kraft, die, obwohl sie körperlich in Amerika ist, gleichzeitig im Orient wirkt, organisiert, zerstört oder aufbaut?

Es ist der Geist des Menschen.

Das ist unwiderlegbar.
Wenn Sie über eine Angelegenheit nachdenken oder sie in Erwägung ziehen, befragen Sie etwas in sich.

Sie fragen sich:

Soll ich es tun oder soll ich es bleiben lassen?

Ist es besser, diese Reise zu machen oder nicht?

Mit wem berät man sich?

Wer in Ihnen entscheidet diese Frage?

Sicher gibt es da eine eindeutige Kraft, ein intelligentes Ich.

Wäre diese Kraft nicht von Ihrem Ich verschieden, würden Sie sie nicht befragen.

Sie ist größer als das Denkvermögen.

Es ist Ihr Geist, der Sie lehrt, der rät und diese Dinge entscheidet.

Wer ist es, der fragt?

Wer ist es, der antwortet?

Es besteht kein Zweifel, dass es der Geist ist und dass dieser weder Wandel noch Wechsel unterliegt, denn er ist nicht aus Elementen zusammengesetzt und alles, was nicht aus Elementen zusammengesetzt ist, ist ewig.

Wandel und Wechsel sind eine Eigenart der zusammengesetzten Dinge.

Beim Geist gibt es weder Wandel noch Wechsel.

Bewiesen wird all das durch Folgendes:

Die Glieder des Körpers können schwach werden.

Der Körper kann verstümmelt sein oder eines seiner Glieder kann seine Funktion einstellen.

Der ganze Körper mag gelähmt sein, und doch bleiben Denken und Geist stets dieselben.

Der Geist entscheidet, das Denken ist einwandfrei, und doch ist die Hand schlaff, die Füße unbrauchbar, die Wirbelsäule steif, die Muskeln gänzlich unbeweglich – aber der Geist ist im gleichen Zustand wie zuvor.

Verstümmelt einen gesunden Menschen:

Der Geist bleibt unverstümmelt.

Amputiert seine Füße:

Sein Geist ist da.

Er kann gelähmt sein:

Der Geist ist nicht betroffen.

Der Geist ist immer derselbe; man merkt weder Wandel noch Wechsel, und weil es weder Wandel noch Wechsel gibt, ist er unvergänglich und von Dauer.
Denken Sie an den Menschen, während er schläft. Es ist offensichtlich, dass alle seine Gliedmaßen ruhen und ohne Funktion sind. Sein Auge sieht nicht, sein Ohr hört nicht, seine Füße und Hände sind bewegungslos; aber im Reich seiner Träume sieht er trotzdem, er hört, er spricht, er geht, er kann sogar mit einem Flugzeug fliegen. Es ist also offensichtlich, dass der Geist lebt und bleibt, auch wenn der Körper wie tot ist. Ja, die Wahrnehmungen können sogar schärfer sein, wenn der Leib des Menschen schläft, der Flug höher, das Gehör feiner; all diese Funktionen sind da, und doch ist der Körper in absoluter Ruhe. Damit ist bewiesen, dass dem Menschen Geist innewohnt, und für diesen Geist macht es keinen Unterschied, ob der Körper schläft oder tot und reglos ist. Der Geist wird durch diese Zustände nicht beeinträchtigt; er existiert weiter mit all seiner Vollkommenheit. Dafür gibt es viele, ja unzählige Beweise.
Alle diese Beweise entsprechen der Vernunft. Niemand kann sie widerlegen. Da wir gezeigt haben, dass es einen Geist gibt und dass dieser Geist beständig und unvergänglich ist, müssen wir uns bemühen, ihn kennenzulernen. Mögen Sie seine Macht erkennen, ihn antreiben, sich Gott zu weihen, sodass er geheiligt und fromm und zum wahren Licht der Welt wird, das den Osten wie den Westen erleuchtet.

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25. Juli 1912
Ansprache im Hotel Victoria Boston, Massachusetts
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Ich bin sehr glücklich, euch heute hier zu begrüßen. Dies ist das zweite Mal, dass die göttlichen Brisen über Boston wehen. Ich erwarte von diesem Besuch Ergebnisse und hoffe, dass mein Kommen nicht fruchtlos sein wird. Die Ergebnisse, die ich erwarte, sind: Die einzelne Seele soll von Selbstsucht und Begehren erlöst und von den Fesseln teuflischer Einflüsse befreit werden. Mögen die Spiegel der Herzen vom Staub gereinigt werden, damit die Sonne der Wahrheit sich in ihnen spiegelt.
Der Mensch besitzt zwei Arten von Empfänglichkeit: die niederen Triebe, die wie Staub auf dem Spiegel sind, und geistige Empfänglichkeit, die in ihrem Wesen himmlisch und barmherzig ist.
Es gibt eine Kraft, die den Spiegel vom Staub reinigt und seine Spiegelung intensiv glänzen und strahlen lässt, sodass geistige Empfänglichkeit die Herzen reinigen und himmlische Gaben sie heiligen kann. Welcher Staub trübt den Spiegel? Es ist die Bindung an die Welt, Habgier, Neid, Liebe zu Luxus und Komfort, Hochmut und Selbstsucht; das ist der Staub, der verhindert, dass der Spiegel die Strahlen der Sonne der Wahrheit reflektiert. Niedere Triebe sind tadelnswert, sie sind wie Rost, der dem Herzen die Gnadengaben Gottes raubt. Aber Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Demut, Loslösung und Liebe zu den Gläubigen Gottes werden den Spiegel reinigen und ihn durch die Lichtstrahlen der Sonne der Wahrheit erstrahlen lassen.
Ich hoffe, dass ihr darüber nachdenkt, eure eigenen Unvollkommenheiten ergründet und nicht an die Unvollkommenheiten anderer denkt. Strebt mit aller Kraft danach, euch von euren Unvollkommenheiten zu befreien. Achtlose Seelen suchen immer bei anderen nach Fehlern. Was kann der Heuchler von den Fehlern anderer wissen, wenn er für seine eigenen blind ist? Das ist die Bedeutung der Worte in den Sieben Tälern. Sie sind ein Leitfaden für menschliches Verhalten. Solange ein Mensch seine eigenen Fehler nicht erkennt, kann er niemals vollkommen werden. Nichts ist für den Menschen nützlicher als das Wissen um die eigenen Unzulänglichkeiten. Die Gesegnete Schönheit sagt: »Ich wundere mich über den Menschen, der seine eigenen Unvollkommenheiten nicht wahrnimmt.«

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Dublin

5. bis 6. August 1912

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5. August 1912
Ansprache im Dublin Inn Dublin, New Hampshire
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Die Christenheit hat sich an die wörtliche Interpretation der Aussage im Evangelium geklammert, dass Christus vom Himmel gekommen ist. Ebenso hielten die Juden zur Zeit Seines Erscheinens daran fest, dass die Prophezeiungen sich äußerlich und für alle sichtbar erfüllen müssten. Sie sagten: »Der Messias wird vom Himmel kommen. Dieser Mann kommt aus Nazareth; wir kennen sein Haus, wir kennen seine Eltern und seine Nachbarn und Verwandten. Es ist nur ein Gerücht, dass er vom Himmel herabgekommen ist; man kann es nicht beweisen.«
Der Text des Evangeliums sagt, dass Er vom Himmel kam, obwohl Er leiblich von Seiner Mutter geboren wurde. Das bedeutet, dass die göttliche Wirklichkeit Christi vom Himmel stammte, der Leib aber von Maria geboren wurde. Demnach entsprach Sein Kommen den Prophezeiungen der Heiligen Schrift und ebenso den Naturgesetzen – Sein Wesen war himmlisch, Sein Leib irdisch. Wie Er früher gekommen ist, so muss Er auch dieses Mal kommen. Aber manche erheben Einwände und sagen: »Wir brauchen einen buchstäblichen, mit unseren Sinnen nachprüfbaren Beweis.«
Das innerste Wesen Christi war immer im Himmel und wird es immer sein. Das ist die Intention des biblischen Textes. Denn während Jesus Christus auf Erden weilte, sagte Er: »Der Menschensohn ist im Himmel.« An der buchstäblichen Auslegung und sichtbaren Erfüllung des biblischen Textes festzuhalten, ist also bloßes Nachahmen überlieferter Riten und Glaubensvorstellungen. Wenn wir jedoch das Wesen Christi betrachten, dann werden diese Texte und Aussagen klar und sind vollkommen miteinander vereinbar. Solange wir die Wahrheit nicht erkennen, können wir den Sinn der Heiligen Schriften nicht verstehen, denn deren Aussagen sind symbolisch und geistig – wie zum Beispiel die Auferweckung des Lazarus, die geistig zu verstehen ist. Zunächst müssen wir aber die Tatsache festhalten, dass Gottes Macht unbegrenzt und unendlich ist und dass diese Macht alles vollbringen kann.
Dann müssen wir die Bedeutung der Worte Christi über die Toten verstehen. Ein Jünger kam zu Christus und bat um die Erlaubnis, seinen Vater begraben zu dürfen. Christus antwortete: »Lass die Toten ihre Toten begraben.« Christus bezeichnete also einige, die noch lebten, als tot – das bedeutet, die lebenden Toten, die geistig Toten, sollten seinen Vater begraben. Sie waren tot, weil sie nicht an Christus glaubten. Obwohl körperlich am Leben, waren sie geistig tot. Das ist die Bedeutung der Worte Christi: »Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.« Er meinte damit, dass diejenigen, die lediglich aus einem menschlichen Körper geboren waren, geistig tot waren, während jene, die durch den Odem des Heiligen Geistes belebt wurden, lebten und ewig leben würden. Diese Auslegungen stammen von Christus selbst. Denkt über sie nach, und die Bedeutung der Heiligen Bücher wird so klar wie die Sonne am Mittag.
Die Heiligen Bücher verwenden spezielle Begriffe, die wir kennen und verstehen müssen. Ärzte haben ihre eigenen Begriffe, Architekten und Philosophen ihre charakteristischen Ausdrücke, Dichter ihre Redewendungen und Wissenschaftler ihre Fachausdrücke. In der Schrift lesen wir, dass Zion tanzt. Es ist klar, dass das nicht wörtlich zu verstehen ist. Es bedeutet, dass das Volk von Zion jubeln wird. Die Juden argumentieren, Christus sei nicht der Messias, sondern der Antichrist, da eines der Zeichen des Kommens des Messias das Tanzen des Berges Zion sei, und das sei noch nicht eingetroffen. Tatsächlich tanzte und jubelte nicht nur der Berg Zion, sondern ganz Palästina, als Christus kam. Ferner heißt es in der Schrift: »Die Bäume des Feldes werden in die Hände klatschen.« Das ist symbolisch zu verstehen. In jeder Sprache gibt es Begriffe und Ausdrücke, die nicht wörtlich zu nehmen sind. Im Orient sagt man zum Beispiel: »Als mein Freund das Haus betrat, begannen die Türen und Mauern zu singen und zu tanzen.« In Persien sagt man: »Geh zum Kopf«, was bedeutet, dass man bei der Beschäftigung mit einer Sache deren spezifische Begriffe und Gepflogenheiten anwenden soll. All das hat andere, zunächst verborgene Bedeutungen.
Du hast nach einer Bestätigung der Heilverfahren der Christlichen Wissenschaft gefragt. Der Geist hat Einfluss; Gebet hat eine geistige Wirkung. Daher beten wir: »O Gott! Heile diesen Kranken!« Möglicherweise erhört Gott dieses Gebet. Ist es wichtig, wer betet? Gott wird das Gebet eines jeden Dieners erhören, wenn es inständig ist. Seine Barmherzigkeit ist umfassend und unbegrenzt. Er erhört die Gebete all Seiner Diener. Er erhört das Gebet dieser Pflanze. Die Pflanze würde vielleicht beten: »O Gott! Schick mir Regen!« Gott erhört das Gebet, und die Pflanze wächst. Gott wird jedem eine Antwort geben. Unter bestimmten Umständen erhört Er Gebete. Bevor wir in diese Welt geboren wurden, haben wir da nicht gebetet: »O Gott! Gib mir eine Mutter; gib mir zwei Quellen heller Milch; reinige die Luft für meine Atmung; gewähre mir Ruhe und Bequemlichkeit; sorge für Nahrung für meinen Lebensunterhalt!« Haben wir nicht vielleicht schon vor unserer Erschaffung um diese notwendigen Segnungen gebetet? Als wir auf diese Welt kamen, fanden wir da nicht unsere Gebete erhört? Haben wir nicht Mutter, Vater, Nahrung, Licht, Zuhause und alles darüber hinaus Nötige und jeden anderen Segen gefunden, obwohl wir eigentlich nicht darum gebeten haben? Deshalb ist es selbstverständlich, dass Gott uns gibt, wenn wir Ihn darum bitten. Seine Barmherzigkeit ist allumfassend.
Aber bitten wir um Dinge, die die göttliche Weisheit nicht für uns wünscht, dann wird unser Gebet nicht erhört. Seine Weisheit billigt nicht, was wir wünschen. Wir beten: »O Gott! Mach mich reich!« Wenn dieses Gebet allgemein erhört würde, würden die menschlichen Angelegenheiten zum Stillstand kommen. Auf den Straßen würde niemand mehr arbeiten, niemand würde das Feld bestellen, nichts würde gebaut werden und kein Zug würde mehr rollen. Deshalb ist klar: Es wäre nicht gut für uns, wenn alle Gebete erhört würden. Die Angelegenheiten der Welt würden beeinträchtigt, Energien gelähmt und Fortschritt behindert werden. Was immer wir jedoch im Einklang mit der göttlichen Weisheit erbitten, wird Gott erhören. Ganz gewiss!
So mag beispielsweise ein sehr schwacher Patient den Arzt um Nahrung bitten, die sein Leben und seinen Zustand tatsächlich gefährden würde. Er könnte vielleicht um gebratenes Fleisch bitten. Der Arzt ist freundlich und weise. Er weiß, dass das für seinen Patienten gefährlich wäre, darum weigert er sich, es ihm zu erlauben. Der Arzt ist barmherzig, der Kranke unwissend. Durch die Güte des Arztes erholt sich der Patient; sein Leben ist gerettet. Trotzdem jammert der Kranke womöglich, dass der Arzt unfreundlich ist und ihn schlecht behandelt, weil er es ablehnt, seine Bitte zu erfüllen.
Gott ist barmherzig. In Seiner Barmherzigkeit erhört Er die Gebete all Seiner Diener, wenn es entsprechend Seiner höchsten Weisheit notwendig ist.

– 88 –

6. August 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons Dublin, New Hampshire
Aufzeichnungen von Howard MacNutt
Heute haben wir gemäßigtes Wetter. Da viele Fremde anwesend sind, werden wir Fragen beantworten.
Frage: Sind nicht alle Christen auch Bahá'í? Gibt es einen Unterschied?
Antwort:

Wenn Christen nach den Lehren Christi leben und handeln, können sie als Bahá'í gelten.

Denn die Grundlage des Christentums und der Religion Bahá'u'lláhs ist ein und dieselbe.

Die Grundlage aller göttlichen Propheten und Heiligen Bücher ist ein und dieselbe.

Der Unterschied zwischen ihnen besteht nur in den Begrifflichkeiten.

Jeder Frühling ist mit dem vorhergehenden identisch.

Der Unterschied zwischen ihnen ist nur kalendarisch – 1911, 1912 und so weiter.

Der Unterschied zwischen einem Christen und einem Bahá'í ist daher folgender:

Es gab einen früheren Frühling, und jetzt gibt es einen Frühling.

Es gibt keinen anderen Unterschied, da die Grundlagen dieselben sind.

Wer vollständig nach den Lehren Christi lebt, ist ein Bahá'í.

Das ist die wahre Bedeutung des Christseins, nicht das bloße Wort.

Es geht um die Sonne selbst und nicht darum, wo sie aufgeht.

Denn obwohl die Sonne nur eine ist, gibt es viele Aufgangsorte.

Wir dürfen nicht die Aufgangsorte verehren, vielmehr müssen wir die Sonne anbeten.

Wir müssen das Wesen der Religion lieben und uns nicht blind an die Bezeichnung ›Christentum‹ klammern.

Der Sonne der Wahrheit müssen wir huldigen und folgen.

Wir müssen den Duft der Rose suchen, egal an welchem Strauch sie blüht – östlich oder westlich.

Sucht das Licht, ganz gleich, aus welcher Lampe es leuchtet.

Seid keine Anhänger der Lampe.

Das Licht leuchtete zuvor in einer Lampe im Osten, jetzt im Westen.

Ob es aus dem Norden oder Süden kommt, aus welcher Richtung auch immer, folgt dem Licht.

Ich möchte das näher erläutern.

Jemand gab fünf Bettlern eine Münze.

Sie beschlossen, dafür Essen zu kaufen.

Der Engländer sagte:

»Buy grapes«.

Der Türke wollte »Uzum«, der Araber »'Anab«, der Grieche »Stafi'li«, der Perser »Angúr«.

Da sie die Sprachen der anderen nicht verstanden, zankten und stritten sie.

Da kam ein Fremder daher.

Er war mit allen fünf Sprachen vertraut.

Er sagte:

»Gebt mir die Münze, ich werde kaufen, was ihr wollt.« Als er ihnen Trauben brachte, waren sie alle zufrieden.

Sie wollten dasselbe, aber sie bezeichneten es unterschiedlich.

Kurz, wenn das Licht der Wahrheit inmitten der Religionen aufleuchtet, werden alle vereint und versöhnt sein.
Frage: Findet 'Abdu'l-Bahá, dass man in Amerika dem Christentum nicht gerecht wird und es nicht ausgeübt wird?
Antwort: Meiner Ansicht nach sollte es vollständig umgesetzt und das Leben danach ausgerichtet werden. Der Mensch benötigt Augen, Ohren, Arme, Kopf, Füße und verschiedene andere Körperteile. Wenn er alle hat und alle zusammenarbeiten, besitzt er Ebenmaß und Vollkommenheit. So sagte Christus: »Seid also vollkommen, so wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!«, was bedeutet, dass eine Forderung des Christentums ist, vollkommen zu sein. Seid das Ebenbild Gottes. Das ist nicht einfach. Es erfordert die Fokussierung auf alle himmlischen Tugenden. Es erfordert, dass wir zu Empfängern aller Vollkommenheiten Gottes werden. Dann werden wir Sein Ebenbild werden. In der Bibel heißt es ja: »Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.« Das zu erreichen ist äußerst schwierig.
Als Christus mit diesem wunderbaren Odem des Heiligen Geistes erschien, sagten die Kinder Israels: »Wir sind ganz unabhängig von ihm, wir können ohne ihn auskommen und Moses folgen. Wir haben ein Buch und darin stehen die Lehren Gottes. Wozu also brauchen wir diesen Mann?« Christus sagte zu ihnen: »Das Buch genügt euch nicht.« Es ist möglich, dass ein Mensch sich an ein medizinisches Buch hält und sagt: »Ich brauche keinen Arzt. Ich werde nach diesem Buch vorgehen. Darin wird jede Krankheit benannt und alle Symptome werden erklärt. Die Diagnose jeder Krankheit wird vollständig beschrieben und für jedes Übel ist ein Rezept vorhanden. Wozu brauche ich da einen Arzt?« Das ist reine Unwissenheit. Rezepte müssen von einem Arzt verschrieben werden. Durch sein Können werden die Prinzipien des Buches korrekt und effektiv angewendet, bis der Patient wieder gesund ist. Christus war ein himmlischer Arzt. Er brachte der Welt geistige Gesundheit und Heilung. Bahá'u'lláh ist ebenfalls ein göttlicher Arzt. Er offenbarte Vorschriften zur Gesundung des Staatswesens und behandelte die Lebensbedingungen der Menschen durch geistige Kraft.
Daher reicht bloßes Wissen nicht aus, wenn Menschen etwas zur Vollendung bringen wollen. Die Lehren der Heiligen Schriften bedürfen einer himmlischen Macht und göttlicher Kraft, um sie auszuführen. Ein Haus lässt sich nicht bauen, wenn man sich lediglich mit den Plänen vertraut gemacht hat. Es muss Geld zur Verfügung stehen, Entschlossenheit ist notwendig, um es zu bauen, und man benötigt einen Zimmermann für die Errichtung. Es reicht nicht aus, zu sagen: »Plan und der Zweck dieses Hauses sind sehr gut, ich werde darin leben.« Diese bloße Aussage sorgt nicht für Schutz, weder durch Mauern noch durch ein Dach. Das Haus muss tatsächlich gebaut werden, bevor wir darin leben können.
Kurz gesagt, die Lehren der Heiligen Bücher brauchen eine göttliche Kraft, um im menschlichen Herzen zur Vollendung zu gelangen. In Persien erzog Bahá'u'lláh Seelen und lehrte sie, knüpfte enge Bande unter den verschiedenen Völkern Persiens und einte voneinander abweichende religiöse Überzeugungen in solch einem Ausmaß, dass zwanzigtausend ergebene Gläubige in ruhmreicher Einheit ihr Leben für die Sache Gottes opferten. Keinerlei Unterschiede blieben zwischen diesen gesegneten Seelen – Christen, Juden, Muslime, Zoroastrier, alle Seite an Seite, vereint und mit gleicher Überzeugung durch die Kraft Seiner himmlischen Macht, nicht durch bloße Worte, nicht durch das Lippenbekenntnis: »Einheit ist gut und Liebe ist lobenswert.«
Bahá'u'lláh hat diese Einheit und Liebe nicht nur verkündet, Er hat sie geschaffen. Als himmlischer Arzt hat Er nicht nur Mittel verschrieben gegen diese Leiden der Zwietracht und des Hasses, sondern für eine wirkliche Heilung gesorgt. Wir können in einem Medizinbuch lesen, dass eine bestimmte Krankheit dieses oder jenes Heilmittel erfordert. Diese Beschreibung mag zwar völlig richtig sein, aber das Heilmittel ist so lange nutzlos, bis der Wille und die Kraft da sind, es anzuwenden. Jeder Mann in der Armee des Königs kann einen Befehl geben; aber wenn der König selbst spricht, wird der Befehl auch ausgeführt. Dieser oder jener kann sagen: »Geh und erobere ein Land.« Aber wenn der König sagt: »Geht!«, dann rückt die Armee vor. Daher ist es offensichtlich, dass die Unterstützung durch den Heiligen Geist und der anspornende Einfluss einer himmlischen Macht nötig sind, um das göttliche Ziel in den Herzen und Lebensumständen der Menschen zu erreichen. Jesus Christus, allein und nur auf sich gestellt, gelang, was alle Könige der Erde nicht hätten erreichen können. Auch wenn alle Reiche und Nationen der Welt sich dafür zusammengeschlossen hätten, wären sie doch gescheitert.
Das zeigt deutlich, dass man sich anstrengen muss, um Absicht und Plan der Lehren Gottes vollkommen auszuführen, damit an diesem großen Tag die Welt reformiert und ein neuer Lebensgeist gefunden wird, Seelen erweckt und Herzen erleuchtet werden, die Menschheit von den Fesseln der Natur befreit und aus den Niederungen des Materialismus errettet wird und durch die Anziehungskraft des göttlichen Reiches Geistigkeit und Ausstrahlung erlangt. Das ist notwendig, das brauchen wir. Das bloße Lesen der Heiligen Bücher und Texte wird nicht ausreichen.
Vor vielen Jahren sah ich in Baghdád einen Offizier am Boden sitzen.

Vor ihm lag ein großer Bogen Papier, in den er Nadeln mit roten und weißen Fähnchen steckte.

Zuerst steckte er sie ins Papier, zog sie dann nachdenklich heraus und änderte ihre Position.

Ich habe ihn lange mit neugierigem Interesse beobachtet und dann gefragt:

»Was machst du da?« Er antwortete:

»Ich denke an etwas, was über Napoleon I. während seines Krieges gegen Österreich erzählt wird.

Eines Tages, so heißt es, fand ihn sein Sekretär auf dem Boden sitzend, wie ich es jetzt tue, und Nadeln in ein vor ihm liegendes Papier stecken.

Sein Sekretär fragte ihn, was er da mache.

Napoleon antwortete: ›Ich bin auf dem Schlachtfeld und plane meinen nächsten Sieg.

Du siehst, Italien und Österreich sind besiegt und Frankreich triumphiert.‹ In dem darauffolgenden großen Feldzug kam alles so, wie er es gesagt hatte.

Seine Armee verhalf seinen Plänen zu einem vollständigen Erfolg.

Jetzt mache ich dasselbe wie Napoleon und plane einen großen militärischen Eroberungsfeldzug.« Ich sagte:

»Wo ist deine Armee?

Napoleon hatte bereits eine Armee ausgerüstet, als er seinen Sieg plante.

Du hast aber keine Armee.

Deine Streitkräfte existieren nur auf dem Papier.

Du hast nicht die Macht, Länder zu erobern.

Stelle zuerst deine Armee auf, dann setze dich mit deinen Nadeln auf den Boden.« Wir brauchen eine Armee, um den Sieg in der geistigen Welt zu erringen.

Pläne allein genügen nicht.

Ideen und Prinzipien sind wirkungslos ohne die göttliche Kraft, sie in die Tat umzusetzen.
Abgesehen davon ist der Ansporn durch Freude über die frohen Botschaften in den Menschenherzen erforderlich. Eine besondere geistige Anziehungskraft ist nötig, damit Herzen bereitwillig in der göttlichen Sache voranschreiten. Wir müssen von Gott angezogen sein. Der Odem des Heiligen Geistes muss wirksam sein. Wenn das nicht der Fall ist, können die Lehren Gottes in uns nichts bewirken. Es braucht eine auf Idealen beruhende Kraft. Die Menschen in Amerika haben eine bemerkenswert schnelle Auffassungsgabe. Ihre Gedanken sind frei und nicht durch das Joch einer tyrannischen Regierung gefesselt. Sie sollten die Wahrheit erforschen und sich nicht mit Überlieferungen und Nachahmungen beschäftigen. Denkt an das, was Christus vollbrachte. Er bewirkte, dass die Seelen eine Stufe erreichten, auf der sie voll Bereitschaft und Freude ihr Leben hingaben. Was für eine Kraft! Tausende empfanden aufgrund ihrer geistigen Empfänglichkeit größte Freude und waren so zu Gott hingezogen, dass sie auf Seinem Pfad ihrem eigenen Wunsch und Willen völlig entsagten. Wäre ihnen bloß gesagt worden, dass Opfer auf dem Pfade Gottes gut und lobenswert seien, wäre dies niemals geschehen. Sie hätten nicht gehandelt. Christus zog sie an, übernahm die Zügel der Führung, und sie machten sich verzückt auf den Weg, sich selbst zu opfern.
Qurratu'l-'Ayn war eine persische Frau ohne Ruhm und Bedeutung – unbekannt wie alle anderen persischen Frauen.

Als sie Bahá'u'lláh sah, änderte sich ihr Wesen völlig, für alle sichtbar, und sie blickte in eine andere Welt.

Durch himmlische Anziehungskraft wurden ihr die Zügel des Willens aus den Händen genommen.

Sie war so überwältigt, dass körperliche Empfindlichkeiten verschwanden.

Ihr Mann, ihre Söhne und ihre Familie erhoben sich in äußerster Feindschaft gegen Bahá'u'lláh.

Doch sie wurde von der göttlichen Schwelle so angezogen, dass sie alles aufgab, in die Ebene von Badasht ging und völlig furchtlos, kühn und offen die Botschaft des Lichtes verkündete, die sie empfangen hatte.

Die persische Regierung stellte sich gegen sie.

Man unternahm alles, um sie zum Schweigen zu bringen, man sperrte sie zeitweise sogar im Haus des Gouverneurs ein, aber sie hielt weiterhin Ansprachen.

Dann wurde sie verhaftet und umgebracht.

Bis zu ihrem letzten Atemzug sprach sie mit feuriger Beredsamkeit und wurde berühmt für ihre völlige Hingabe auf dem Pfad Gottes.

Hätte sie Bahá'u'lláh nicht gesehen, wäre keine solche Wirkung hervorgerufen worden.

Ihr ganzes Leben hatte sie die Lehren der heiligen Schriften gelesen und gehört, aber es fehlten die Taten und der Funke der Begeisterung.

Alle Frauen in Persien sind in der Öffentlichkeit verschleiert.

Sie sind so vollständig bedeckt, dass man nicht einmal die Hände sieht.

Diese strikte Verschleierung ist entsetzlich.

Qurratu'l-'Ayn riss ihren Schleier herunter und trat furchtlos in der Öffentlichkeit auf.

Sie war wie eine Löwin.

Ihre Tat sorgte für eine große Unruhe in ganz Persien.

Die Verschleierungspflicht im Osten ist so übertrieben und zwingend, dass die Menschen im Westen sich nicht vorstellen können, welche Aufregung und Empörung der Anblick einer unverschleierten Frau in der Öffentlichkeit hervorruft.

Qurratu'l-'Ayn gab jeden Gedanken an sich selbst auf und kannte keine Angst in ihrer Hingabe zu Gott.
Frage: Sind die Bahá'í-Frauen im Osten unverschleiert?
Antwort: Das ist noch nicht überall möglich, aber die Bedingungen sind nicht annähernd so restriktiv wie früher. Die Bahá'í-Männer und -Frauen haben gemeinsame Treffen. Das ist der Anfang der Emanzipation der Frauen aus jahrhundertelanger Unterdrückung. Qurratu'l-'Ayn war fürwahr die Befreierin aller persischen Frauen.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Green Acre

16. bis 17. August 1912

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16. August 1912
Ansprache in Green Acre Eliot, Maine
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Was immer vor einem aufmerksamen Zuhörerkreis präsentiert wird, muss von Vernunftbeweisen und logischen Argumenten gestützt sein. Es gibt vier Arten der Beweisführung: erstens durch Sinneswahrnehmung, zweitens durch das Denkvermögen, drittens durch die Autorität der Überlieferung und der Schriften, viertens durch Eingebung. Das heißt, für die Urteilsbildung gibt es vier Kriterien oder Maßstäbe, anhand derer der menschliche Geist seine Schlüsse zieht. Lassen Sie uns zunächst das Kriterium der Sinneswahrnehmung betrachten. Das ist ein Maßstab, an den sich die materialistischen Philosophen dieser Welt immer noch halten. Sie glauben, dass alles, was durch die Sinne erfahrbar ist, wahr ist und unbestreitbar existiert. So sagen sie zum Beispiel: »Diese Lampe ist sichtbar, und weil sie für den Sehsinn wahrnehmbar ist, kann man ihre Existenz nicht bezweifeln. Dort steht ein Baum; der Sehsinn beweist, dass er zweifellos real ist. Hier ist ein Mensch. Man sieht, dass es ein Mensch ist. Also existiert er.« Kurz, von allem, was die Sinne bestätigen, wird angenommen, dass es unzweifelhaft und fraglos existiert, so wie die Multiplikation von fünf mit fünf nicht sechsundzwanzig und auch nicht weniger als fünfundzwanzig ergeben kann. Folgerichtig steht für die materialistischen Philosophen das Kriterium der Sinne an erster Stelle.
Aber in der Einschätzung der göttlichen Philosophen sind dieser Beweis und diese Bestätigung nicht verlässlich; nein, vielmehr erachten sie den Maßstab der Sinne als falsch, weil er unvollkommen ist. So ist etwa der Sehsinn, einer der wichtigsten Sinne, anfällig für viele Irrtümer und Ungenauigkeiten. Das Auge sieht die Fata Morgana wie eine Wasseroberfläche und hält Spiegelbilder für real, obwohl sie nur Spiegelungen sind. Für jemanden, der auf einem Fluss segelt, scheinen sich die Gegenstände am Ufer zu bewegen, obwohl er selbst in Bewegung ist und sie unbeweglich sind. Für das Auge scheint die Erde stillzustehen, während die Sonne und die Sterne sie umkreisen. Tatsächlich sind die Himmelskörper stationär, während die Erde um die Sonne kreist. Die riesigen Sonnen, Planeten und Sternbilder, die am Himmel leuchten, erscheinen dem menschlichen Auge als klein, sogar als winzig, während sie in ihren Abmessungen und ihrem Volumen tatsächlich weit größer als die Erde sind. Ein wirbelnder Funke erscheint dem Auge als ein Feuerring. Es gibt zahllose Beispiele dieser Art, die die Irrtümer und die Ungenauigkeit der Sinne zeigen. Darum erachteten die göttlichen Philosophen diesen Maßstab als unzulänglich und unzuverlässig.
Das zweite Kriterium ist das des Intellekts. Die alten Philosophen erachteten insbesondere den Intellekt als wichtigstes Werkzeug für eine Beurteilung. Unter den Weisen Griechenlands, Roms, Persiens und Ägyptens galt die Vernunft als Kriterium eines wahren Beweises. Sie meinten, dass jeder Sachverhalt, der dem Verstand unterbreitet werde, eindeutig als wahr oder falsch erkannt werden könnte und entsprechend angenommen oder abgelehnt werden müsste. Doch auch dieses Kriterium wird von den Einsichtigen als unzureichend und unzuverlässig angesehen, da selbst diese Philosophen, die den Intellekt für den Maßstab menschlicher Urteilsfähigkeit hielten, bei jedem untersuchten Thema weit voneinander abwichen. Die Aussagen der griechischen Philosophen widersprechen den Schlussfolgerungen der persischen Weisen. Selbst unter den griechischen Philosophen herrscht keine Einigkeit und es gibt zu jedem Thema fortwährend Meinungsverschiedenheiten. Ein großer Unterschied im Denken bestand auch zwischen den Weisen Griechenlands und Roms. Wenn also die Vernunft oder der Verstand ein korrekter und unfehlbarer Maßstab wäre, müssten diejenigen, die ihn ausprobierten und anwandten, zu gleichen Ergebnissen kommen. Da sie in den Schlussfolgerungen voneinander abweichen und einander widersprechen, ist offensichtlich, dass Prüfungsmethode und Prüfungsmaßstab fehlerhaft und unzureichend sein müssen.
Das dritte Kriterium, also der dritte Maßstab für die Beweisführung sind die Überlieferungen oder die Schriften – das heißt, jede Aussage oder Schlussfolgerung sollte sich auf Überlieferungen stützen, die in bestimmten religiösen Büchern aufgezeichnet sind. Doch selbst wenn wir die Heiligen Schriften – die Bücher Gottes – anschauen, müssen wir uns fragen: »Wer versteht diese Bücher? Mit welcher Autorität können diese Bücher gedeutet werden?« Es muss die Autorität des menschlichen Verstandes sein, und wenn der Verstand beziehungsweise der Intellekt sich außerstande sieht, gewisse Fragen zu erklären, oder wenn kluge Köpfe einander in der Auslegung der Überlieferungen widersprechen, wie können wir uns dann auf ein solches Kriterium für genaue Schlussfolgerungen verlassen?
Das vierte Kriterium ist die Eingebung. In den vergangenen Jahrhunderten haben viele Philosophen Erleuchtung oder Offenbarung beansprucht und stellten ihren Aussagen die Ankündigung voran: »dieses Thema wurde durch mich offenbart« oder »so spreche ich durch Inspiration«. Zu dieser Gruppe gehörten die Philosophen der Illuminaten. Inspirationen sind die Eingebungen oder Empfindungen des menschlichen Herzens. Die Eingebungen des Herzens sind manchmal satanisch. Wie können wir sie unterscheiden? Wie können wir wissen, ob eine Aussage eine Inspiration oder Herzensregung ist, die durch gnädige Führung oder durch bösartige Einflüsse geschieht?
Folglich wird klar, dass die vier Kriterien oder Maßstäbe der Beurteilung, anhand derer der menschliche Geist seine Schlüsse zieht, mangelhaft und ungenau sind. Alle können zu falschen und irrigen Schlussfolgerungen führen. Wird uns aber eine Erklärung vorgelegt, die von Beweisen gestützt wird, die die Sinne als richtig wahrnehmen können und denen der Verstand zustimmen kann, die mit der überlieferten Autorität übereinstimmt und von der Eingebung des Herzens bestätigt wird, so kann sie als völlig richtig eingeschätzt werden, und wir können uns auf sie verlassen, weil sie nach allen Maßstäben der Urteilsfindung geprüft wurde und sich als vollständig erwiesen hat. Wenn wir uns nur auf eine einzige Prüfung verlassen, gibt es Fehlerquellen. Dies ist einleuchtend und offensichtlich.
Lasst uns jetzt das Thema ›Liebe‹ betrachten, das hier vorgeschlagen wurde, und es den vier Beurteilungsmaßstäben unterziehen und so zu unseren Schlussfolgerungen gelangen.
Wir stellen fest, dass die Liebe die Ursache für die Existenz aller Erscheinungen ist und dass das Fehlen von Liebe Auflösung und Nichtsein bewirkt.

Liebe ist Gottes gezielte Gabe, das verbindende Band in allen Erscheinungen.

Betrachten wir zunächst, wie sich dies durch Sinneswahrnehmung beweisen lässt.

Wenn wir auf das Universum blicken, erkennen wir, dass alle zusammengesetzten Wesen oder existierenden Erscheinungen in erster Linie aus Einzelelementen bestehen, die durch eine Anziehungskraft zusammengehalten werden.

Diese Anziehungskraft bewirkt den Zusammenhalt zwischen den Atomen dieser Teilelemente.

Das resultierende Wesen ist eine Erscheinungsform des niederen, bedingten Typs.

Die im Mineralreich zum Ausdruck kommende Bindungskraft ist in Wirklichkeit Liebe oder gegenseitige Anziehung, die sich auf einer niedrigen Ebene gemäß den Gegebenheiten des Mineralreiches zeigt.

Wir gehen einen Schritt weiter ins Pflanzenreich, wo wir unter den Bestandteilen der jeweiligen Erscheinungen eine stärkere Anziehungskraft feststellen.

Durch diese Anziehungskraft wird den Bestandteilen des Pflanzenkörpers auf der Zellebene etwas hinzugefügt.

Es gibt also auf der Stufe des Pflanzenreiches Liebe.

Im Tierreich finden wir die Anziehungskraft zwischen den Einzelelementen ähnlich wie im Mineralreich, dazu das Wachstum wie im Pflanzenreich sowie Phänomene wie Gefühle oder Empfindungsvermögen.

Wir beobachten, dass die Tiere zu einer bestimmten Gruppenbildung und Gemeinschaft neigen und dass sie einer natürlichen Auslese unterliegen.

Diese Anziehung der Elemente, dieses Wachstum und die spezifische Gruppenbildung sind Ausdruck der Liebe auf der Stufe des Tierreiches.
Schließlich kommen wir zum Reich des Menschen. Da dies das höchste Reich ist, leuchtet hier das Licht der Liebe stärker. Im Menschen finden wir die Anziehungskraft unter den Bestandteilen seines Körpers, ferner die Anziehung, die auf Zellebene etwas hinzufügt, also das Wachstum, dazu die Anziehung, die das Empfindungsvermögen des Tierreiches kennzeichnet. Aber jenseits all dieser niederen Kräfte und über sie hinaus entdecken wir im menschlichen Wesen die Anziehungskraft des Herzens, die Empfindsamkeit und Zuneigung, die Menschen aneinander bindet und sie befähigt, in Freundschaft und Verbundenheit zusammenzuleben und eine Gemeinschaft zu bilden. Es ist also offensichtlich, dass der höchste König und Herrscher in der Menschenwelt die Liebe ist. Würde die Liebe ausgelöscht, die Anziehungskraft aufgelöst, die Zuneigung der Menschenherzen zerstört, dann würde das Phänomen menschlichen Lebens verschwinden.
Dies ist ein Beweis, den die Sinne wahrnehmen können, den die Vernunft annehmen kann, der übereinstimmt mit den Traditionen und Lehren der Heiligen Bücher und durch die Eingebungen der menschlichen Herzen selbst bestätigt ist. Es ist ein Beweis, auf den wir uns absolut verlassen und den wir als vollständig erklären können. Aber dies sind nur Ausprägungen der Liebe, die in der natürlichen oder physischen Welt existieren. Ihr Ausdruck entspricht immer den Anforderungen natürlicher Gegebenheiten und Vorgaben.
Wirkliche Liebe ist die Liebe, die zwischen Gott und Seinen Dienern besteht, die Liebe, die die heiligen Seelen verbindet.

Dies ist die Liebe der geistigen Welt, nicht die Liebe der physischen Körper und Organismen.

Betrachten wir, wie die Gnadengaben Gottes nach und nach auf die Menschen herabkommen, wie der göttliche Strahlenglanz ewig über der Menschenwelt scheint.

Es kann keinen Zweifel geben, dass diese Gaben, diese Güte, dieser Strahlenglanz von der Liebe ausgehen.

Wenn nicht Liebe der göttliche Beweggrund wäre, wäre es dem Menschenherzen unmöglich, die göttlichen Gnadengaben zu erlangen und zu empfangen.

Wenn die Liebe nicht wäre, könnte der göttliche Segen auf nichts und niemanden, was es auch sei, herniederkommen.

Wenn es keine Liebe gäbe, könnte das, was den göttlichen Strahlenglanz aufnimmt, nicht strahlen und diesen Strahlenglanz auch nicht anderen vermitteln.

Wenn wir aufmerksam sind, bemerken wir, dass die Gaben Gottes sich fortwährend zeigen, so wie die Strahlen der Sonne unaufhörlich dem Zentralgestirn entströmen.

Der Strahlenglanz der Sonne macht die Erscheinungswelt leuchtend und hell.

So wird auch das Reich des Herzens und Geistes durch die Strahlen der Sonne der Wahrheit und die Segnungen der Liebe Gottes erleuchtet und belebt.

Dadurch wird die Welt des Seins, das Reich des Herzens und Geistes, dauerhaft zum Leben erweckt.

Ohne die Liebe Gottes wäre das Herz leblos, der Geist würde verkümmern und die Wirklichkeit des Menschen wäre der ewigen Gaben beraubt.
Schaut, in welchem Ausmaß sich die Liebe Gottes offenbart. Zu den Zeichen Seiner Liebe, die in der Welt erscheinen, gehören die Aufgangsorte Seiner Manifestationen. Welch unendliches Maß an Liebe wird der Menschheit durch die göttlichen Manifestationen zuteil! Um der Führung der Menschen willen, um die Herzen der Menschen wiederzubeleben, haben Sie bereitwillig Ihr Leben hingegeben. Sie haben das Kreuz auf Sich genommen. Um den Menschen den größtmöglichen Fortschritt zu ermöglichen, haben Sie in Ihrer begrenzten Lebenszeit unvorstellbare Prüfungen und Schwierigkeiten erduldet. Wenn Jesus Christus keine Liebe zur Menschheit besessen hätte, hätte Er das Kreuz gewiss nicht angenommen. Er ließ Sich aus Liebe zur Menschheit kreuzigen. Seht das unendliche Maß dieser Liebe. Ohne Liebe zur Menschheit hätte Johannes der Täufer sein Leben nicht hingegeben. Und so war es bei allen Propheten und Heiligen Seelen. Hätte der Báb keine Liebe zur Menschheit empfunden, so hätte Er gewiss Seine Brust nicht den tausend Kugeln dargeboten. Wenn Bahá'u'lláh nicht von der Liebe zur Menschheit entflammt gewesen wäre, hätte Er nicht bereitwillig eine vierzigjährige Gefangenschaft auf Sich genommen.
Schaut, wie selten die Menschen ihr Vergnügen und ihren Komfort für andere opfern, wie unwahrscheinlich es ist, dass ein Mensch zugunsten eines anderen ein Auge oder ein Körperteil hingibt. Und doch haben alle göttlichen Manifestationen gelitten, Ihr Leben und Blut hingegeben, Ihre ganze Existenz, Ihr Wohlergehen und all Ihren Besitz um der Menschheit willen geopfert. Deshalb sollten wir uns vor Augen halten, welch große Liebe Sie hegen. Ohne Ihre Liebe zur Menschheit wäre geistige Liebe nur eine Worthülse. Ohne Ihre Erleuchtung könnten Menschenseelen nicht strahlen. Wie viel Ihre Liebe bewirkt! Dies ist ein Zeichen der Liebe Gottes, ein Strahl der Sonne der Wahrheit.
Darum müssen wir Gott preisen, denn das Licht Seiner Großmut schien auf uns durch Seine ewig währende Liebe. Seine göttlichen Manifestationen haben Ihr Leben aus Liebe zu uns hingegeben. Sodann denkt über die Bedeutung der Liebe Gottes nach. Gäbe es die Liebe Gottes nicht, bliebe jeder Geist leblos. Damit ist nicht der körperliche Tod gemeint; nein, es ist vielmehr dieser Zustand, über den Christus sagte: »Lass die Toten ihre Toten begraben«, denn »Was aus dem Fleisch geboren wird, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren wird, ist Geist.« Gäbe es die Liebe Gottes nicht, wären die Herzen nicht erleuchtet. Gäbe es die Liebe Gottes nicht, stünde der Weg zu Seinem Reich nicht offen. Gäbe es die Liebe Gottes nicht, wären die Heiligen Bücher nicht offenbart worden. Gäbe es die Liebe Gottes nicht, wären die göttlichen Propheten nicht in die Welt gesandt worden. Die Grundlage all dieser Gaben ist die Liebe Gottes. Deshalb gibt es in der Menschenwelt keine größere Macht als die Liebe Gottes. Es ist die Liebe Gottes, die uns heute Abend hier zusammengeführt hat. Es ist die Liebe Gottes, die den Osten und den Westen zusammenbringt. Es ist die Liebe Gottes, die die Welt auferweckt hat. Jetzt müssen wir Gott dafür danken, dass uns eine so große Gabe, ein solches Strahlen offenbart worden ist.
Wir kommen jetzt zu einem anderen Aspekt unseres Themas:

Sind die Taten und die Wirkungen der Liebe auf diese Welt begrenzt, oder erstrecken sie sich auch auf eine andere Form der Existenz?

Wirkt ihr Einfluss nur hier auf unser Dasein, oder erstreckt er sich auf das ewige Leben?

Wenn wir auf das Menschenreich schauen, stellen wir leicht fest, dass es allen anderen Reichen übergeordnet ist.

Bei der Einteilung des Lebens in der Welt des Daseins gibt es vier Stufen oder Reiche, das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich.

Das Mineralreich besitzt eine bestimmte Eigenschaft, die wir Anziehung nennen.

Das Pflanzenreich besitzt die Eigenschaft der Anziehung und dazu die Kräfte von Wachstum und Vermehrung.

Das Tierreich besitzt die Eigenschaften des Mineralreiches und des Pflanzenreiches und zusätzlich die Kraft der Sinne.

Aber obwohl das Tier über Empfindungen verfügt, fehlt ihm jegliches Bewusstsein, es hat keine Berührung mit der Welt von Bewusstsein und Geist.

Das Tier besitzt keine Kräfte, mit denen es Entdeckungen machen kann, die über das Reich der Sinne hinausgehen.

Es kann nichts Intellektuelles hervorbringen.

Ein Tier, das in Europa lebt, kann z.B. nicht den amerikanischen Kontinent entdecken.

Es versteht nur Erscheinungen, die in den Bereich seiner Sinne und seines Instinkts gelangen.

Es kann nichts abstrakt durchdenken.

Das Tier kann sich nicht vorstellen, dass die Erde kugelförmig ist oder sich um ihre Achse dreht.

Es kann nicht begreifen, dass die kleinen Sterne am Himmel gewaltige Welten sind, weit größer als die Erde.

Das Tier kann nicht abstrakt den Intellekt erfassen.

Diese Fähigkeiten besitzt es nicht.

Diese Kräfte sind also typisch für den Menschen, und es ist offensichtlich, dass es im Menschenreich eine Wirklichkeit gibt, die dem Tier fehlt.

Was ist diese Wirklichkeit?

Es ist der Geist des Menschen.

Durch ihn ragt der Mensch über alle anderen Erscheinungswelten heraus.

Obwohl er bereits alle Vorzüge der niederen Reiche besitzt, ist er zudem mit der Fähigkeit des Geistes, der himmlischen Gabe des Bewusstseins begabt.
Alle materiellen Erscheinungen sind der Natur unterworfen.

Alle materiellen Organismen sind Gefangene der Natur.

Nichts davon kann im Geringsten von den Naturgesetzen abweichen.

Diese Erde, diese hohen Berge, die Tiere mit ihren wunderbaren Kräften und Instinkten können die natürlichen Begrenzungen nicht überschreiten.

Alle sind Gefangene der Natur – außer dem Menschen.

Der Mensch ist der Gebieter der Natur.

Er setzt sich über die Gesetze der Natur hinweg.

Obwohl er von Natur aus dazu ausgerüstet ist, auf der Erdoberfläche zu wohnen, fliegt er in die Luft wie ein Vogel, segelt über das Meer und taucht in Unterseebooten tief in seine Wellen hinab.

Der Mensch ist mit einer Kraft begabt, durch die er in die Naturgesetze eindringt, sie entdeckt und aus der Verborgenheit auf die Ebene der Sichtbarkeit bringt.

Die Elektrizität war einmal eine verborgene Naturkraft.

Gemäß den Naturgesetzen hätte sie ein verborgenes Geheimnis bleiben sollen, aber der Geist des Menschen hat sie entdeckt, aus der Verborgenheit geholt und ihre Erscheinungen sichtbar gemacht.

Es ist offensichtlich und klar, dass der Mensch fähig ist, sich über die Gesetze der Natur hinwegzusetzen.

Wie bewerkstelligt er das?

Durch den Geist, mit dem Gott ihn erschaffen hat.

Dies ist ein Beweis dafür, dass sich der Mensch durch seinen Geist von allen niederen Reichen unterscheidet und hervorhebt.

Es ist dieser Geist, auf den sich im Alten Testament ein Vers bezieht, in dem es heißt:

»Und Gott sprach:

Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.« Nur der Geist des Menschen durchdringt die Wahrheiten Gottes und hat an den göttlichen Gnadengaben teil.
Diese große Macht muss offensichtlich unterschieden werden vom physischen Leib, dem Tempel, in dem sie offenbar wird.

Schaut genau hin und seht, wie dieser menschliche Leib sich ändert.

Dennoch bleibt der Geist des Menschen immer im selben Zustand.

So wächst der Körper manchmal schwach heran, wird stark oder korpulent, manchmal wächst er kleiner heran oder verkrüppelt, aber das hat keine Wirkung auf den Geist.

Das Auge mag erblinden, der Fuß kann amputiert werden, aber der Geist wird von keiner Unvollkommenheit beeinträchtigt.

Das zeigt, dass sich der Geist des Menschen von seinem Körper unterscheidet.

Schäden am Leib oder seinen Gliedmaßen verursachen keine Schäden am Geist.

Daraus ergibt sich zutreffend die Schlussfolgerung, dass der Geist überleben wird, selbst wenn der gesamte Körper einer radikalen Veränderung unterzogen werden sollte.

Selbst wenn der Körper des Menschen zerstört wird und nicht mehr existiert, bleibt der Geist des Menschen unberührt.

Denn der Geist des Menschen besteht ewig.

Manchmal schläft der Körper, die Augen sehen nicht, die Ohren hören nicht, die Gliedmaßen bewegen sich nicht mehr, jede Körperfunktion ruht wie im Tode.

Trotzdem sieht und hört der Geist und schwebt in die Höhe.

Denn er besitzt diese Fähigkeiten, die ohne Zutun des Körpers wirken.

In der Gedankenwelt sieht er ohne Augen, hört ohne Ohren und reist, ohne die Füße zu bewegen.

Ohne körperliche Kraft übt er jede Funktion aus.

Dies macht deutlich, dass der Geist im Schlaf lebt, obwohl der Körper wie tot ist.

In der Traumwelt wird der Körper völlig passiv, aber der Geist funktioniert immer noch aktiv und besitzt alle Gefühle.

Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass das Leben des Geistes weder das Leben des Körpers voraussetzt noch davon abhängig ist.

Man kann allenfalls sagen, dass der Körper ein bloßes Kleidungsstück ist, das vom Geist benutzt wird.

Wenn dieses Kleidungsstück zerstört wird, ist der Träger nicht davon betroffen, er bleibt vielmehr unversehrt.
Alle Erscheinungen sind einem stetigen Wandel von einem Zustand in einen anderen unterworfen, und dieser Wandel führt zu einer Art Nichtexistenz.

Wenn zum Beispiel ein Mensch aus dem menschlichen Reich in das Mineralreich eintritt, sagen wir, er sei tot, denn dann hat er die physische Gestalt des Menschen abgelegt und den Zustand mineralischer Stoffe angenommen.

Diese Transformation oder Umgestaltung wird als Tod bezeichnet.

Daraus folgt also, dass kein Organismus der Erscheinungswelt gleichzeitig zwei Gestalten haben kann.

Wenn ein Objekt die Gestalt eines Dreiecks hat, kann es nicht gleichzeitig die Gestalt eines Quadrats haben.

Wenn es kugelförmig ist, kann es nicht gleichzeitig fünf- oder sechseckig sein.

Um eine bestimmte Figur oder Form anzunehmen, muss es die vorherige Form aufgeben.

Somit muss die Gestalt des Dreiecks aufgegeben werden, um ein Quadrat zu werden; das Quadrat muss sich ändern, um ein Fünfeck zu werden.

Diese Transformationen oder Veränderungen von einem Zustand zum anderen sind gleichbedeutend mit dem Tod.

Aber die Wirklichkeit des Menschen, der menschliche Geist, besitzt gleichzeitig jede Form und Gestalt, ohne eine von ihnen zu verlieren.

Es erfordert keine Transformation von einem Konzept zum anderen.

Würde er eine oder alle Gestalten verlieren, würden wir sagen, er sei in eine andere Gestalt überführt worden, und dies wäre gleichbedeutend mit dem Tod.

Aber da der menschliche Geist alle Formen gleichzeitig besitzt, gibt es für ihn weder Transformation noch Tod.
Gemäß der Naturphilosophie ist es eine Tatsache, dass einzelne oder einfache Elemente unzerstörbar sind. Da die Natur unzerstörbar ist, ist jedes Grundelement der Natur beständig und dauerhaft. Tod und Vernichtung betreffen nur Verbindungen und Zusammensetzungen. Das heißt, Zusammensetzungen können zerstört werden. Wenn eine Zersetzung stattfindet, tritt der Tod ein. Zum Beispiel bildet die Verbindung bestimmter einzelner Bestandteile diese Blume. Wenn diese Verbindung aufgelöst wird, wenn diese Zusammensetzung zerfällt, stirbt die Blume als Organismus des Pflanzenreiches. Aber die einzelnen Elemente, aus denen diese Blume besteht, erleiden keinen Tod, denn alle einzelnen Elemente sind dauerhaft, ewig und unterliegen nicht der Zerstörung. Sie sind unzerstörbar, weil sie Einzelteile sind und nicht zusammengesetzt. Sie können sich also weder auflösen noch in Atome zerlegt werden, sondern sie sind einzeln, einfach und daher ewig.
Wenn schon eine elementare Substanz Unsterblichkeit besitzt, wie kann der menschliche Geist, die menschliche Wirklichkeit, die gänzlich über Verbindung und Zusammensetzung erhaben ist, zerstört werden? Nein, vielmehr ist dieser Geist ein Ganzes, eine Einheit und keine Verbindung. Seine Zerstörung ist daher nicht möglich. Der Geist des Menschen überschreitet die Eigenschaften und Attribute jedes Elementes der Natur. Seine Eigenschaften überragen die von Gold, Silber oder Eisen, die einzelne Elemente sind und deshalb unzerstörbar. Da schon sie unzerstörbar sind und mit Dauerhaftigkeit ausgezeichnet, um wie viel mehr ist der menschliche Geist frei und unsterblich. Wie kann er jemals zerstört werden? Dies ist ein Thema von großer Bedeutung. Zahllose Beweise gibt es dazu. Ich hoffe, wir können dieses Thema zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen.
Bevor wir auseinandergehen, möchte ich ein Gebet für Miss Farmer sprechen; denn sie ist die Begründerin dieser Einrichtung, der Ursprung dieser liebevollen Gemeinschaft und unseres Zusammentreffens.
O Du gütiger Gott! Umgib diese Diener mit Deiner strahlenden Vorsehung. Lass die Herzen der hier Versammelten im Feuer Deiner Liebe erglühen. Erhelle diese Gesichter mit dem Licht des Himmels. Erleuchte diese Herzen mit dem Licht der größten Führung.
O Gott! Die Wolken des Aberglaubens verdecken die Horizonte der Herzen. O Herr! Vertreibe diese Wolken, damit das Licht der Sonne der Wahrheit scheinen kann. O Herr! Erleuchte unsere Augen, damit wir Dein Licht erblicken. O Herr! Schärfe unser Gehör, damit wir auf den Ruf der Höchsten Heerscharen hören. O Herr! Mache unsere Zungen beredt, damit wir zu Deinem Gedenken beitragen können. O Herr! Heilige und reinige die Herzen, damit der Glanz Deiner Liebe in ihnen erstrahle.
O Du gütiger Herr! Gewähre der Gründerin dieser Vereinigung durch Deine Kraft und Deine Gaben eine rasche Genesung. O Herr! Diese Frau hat Dir gedient, hat ihr Antlitz Deinem Reiche zugewandt und hat diese Konferenzen ins Leben gerufen, damit die Wahrheit erforscht werde und das Licht der Wahrheit scheine.
O Herr! Sei Du ihr Beistand allezeit. O Herr! Sei Du ihr Tröster allezeit. O Herr! Schenke ihr rasche Heilung. Wahrlich, Du bist der Gnädige. Wahrlich, Du bist der Barmherzige. Wahrlich, Du bist der Freigebige.

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17. August 1912
Ansprache in Green Acre Eliot, Maine
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Die natürliche Schönheit dieses Ortes ist einfach wunderbar. Wir hoffen, dass ein geistiger Liebreiz ihn wie eine Aura umgibt, dann wird seine Schönheit vollkommen sein. Hier zeigt sich eine geistige Atmosphäre, besonders bei Sonnenuntergang.
In Städten wie New York sind die Menschen im Meer des Materialismus versunken. Ihre Empfindungen sind auf materielle Kräfte ausgerichtet, ihre Wahrnehmung rein körperlich. Tierische Triebe überwiegen in ihrem Handeln, all ihre Gedanken sind auf materielle Dinge gerichtet. Tag und Nacht ergeben sie sich den Verlockungen dieser Welt, ohne jegliches Streben nach dem, was hinausgeht über dieses vergängliche Leben und diese sterbliche Welt. In Schulen und Tempeln des Lernens basieren die erworbenen wissenschaftlichen Kenntnisse allein auf Beobachtungen im materiellen Bereich. Es gibt keinen Hinweis auf das Göttliche in ihren Methoden und Schlussfolgerungen – alles dreht sich um die Welt der Materie. Sie sind nicht daran interessiert, Einblick in die Mysterien Gottes zu erlangen oder die Geheimnisse des himmlischen Reiches zu verstehen. Was sie an Wissen erwerben, beruht allein auf sichtbaren und greifbaren Beweisen. Jenseits dieser Beweise sind sie unempfänglich. Sie ahnen nichts von der Welt der inneren Bedeutungen, haben keinerlei Verbindung zu Gott und halten dies für ein Zeichen einer vernünftigen Haltung und eines philosophischen Urteilsvermögens, was sie selbstgefällig und stolz macht.
Tatsächlich besitzen die Tiere am meisten von diesen vortrefflichen Eigenschaften. Die Tiere haben keine Kenntnis von Gott. Sie sind sozusagen Leugner des Göttlichen und verstehen nichts vom himmlischen Königreich und seinen Mysterien. Als Leugner des Königreichs Gottes kennen sie geistige Dinge überhaupt nicht und wissen nichts von der übernatürlichen Welt. Wenn es eine Vortrefflichkeit und Tugend wäre, nichts von Gott und Seinem Reich zu wissen, hätten darum die Tiere den höchsten Grad an Vortrefflichkeit und Tüchtigkeit erlangt. Dann wäre der Esel der größte Wissenschaftler und die Kuh ein erfolgreicher Naturforscher, denn sie haben das, was sie wissen, ohne Schulbildung und jahrelanges mühsames Studium an Colleges erhalten, vertrauen ohne Weiteres auf die Beweise der Sinne und verlassen sich ausschließlich auf ihre Intuition. Die Kuh zum Beispiel liebt das Sichtbare und glaubt an das Greifbare. Sie ist zufrieden und glücklich, wenn es genug Weideland gibt, völlig heiter, ein glückseliger Vertreter der transzendentalen Schule der Philosophie. So steht es um die materialistischen Philosophen, die sich der gleichen Ansichten rühmen, die auch die Kuh hat, und sich einbilden, auf einer hohen Stufe zu stehen. Denken Sie über ihre Unwissenheit und Blindheit nach.
Der Vorzug des Menschen hingegen ist vielmehr, dass er die Ideale des Gottesreiches erforschen und Kenntnisse erlangen kann, die dem Tier in seiner Begrenztheit versagt bleiben. Die Stufe des Menschen ist diese: Er hat die Kraft, sich zu dieser geistigen Wirklichkeit aufzuschwingen und sich dadurch bewusst unendlich über die unter ihm liegenden Reiche des Seins zu erheben.
Die Stufe des Menschen ist hoch, sehr hoch. Gott hat den Menschen nach Seinem Ebenbild erschaffen. Er hat ihn mit einer mächtigen Kraft ausgestattet, die in der Lage ist, die Geheimnisse der Erscheinungswelt zu entdecken. Durch die Verwendung dieser Kraft kann der Mensch zu Schlussfolgerungen gelangen, die auf Idealen beruhen, anstatt sich auf die bloße Ebene der Sinneseindrücke zu beschränken. Da er die gleichen Sinne wie die Tiere besitzt, ist es offensichtlich, dass er sich vor ihnen auszeichnet durch seine bewusste Kraft, abstrakte Wahrheiten zu durchdringen. Er erlangt göttliche Weisheit, er erforscht die Geheimnisse der Schöpfung, er erlebt den Glanz der Allmacht, er erlangt die zweite Geburt – das heißt, er wird aus der materiellen Welt heraus geboren, wie er von der Mutter geboren wird. Er erlangt das ewige Leben, er nähert sich Gott, sein Herz ist erfüllt von der Liebe Gottes. Das bildet die Grundlage der Menschenwelt, das ist das Ebenbild Gottes, das ist die Wirklichkeit des Menschen. Ohne das ist er nur ein Tier. Wahrlich, Gott hat das Tier nach dem Ebenbild des Menschen geschaffen, denn obwohl der Mensch äußerlich menschlich ist, besitzt er in seinem Inneren tierische Neigungen.
Ihr müsst euch bemühen, die Geheimnisse Gottes zu verstehen, vollendetes Wissen zu erlangen und die Stufe der Einsicht zu erreichen, Erkenntnis direkt von der Sonne der Wahrheit zu erhalten und den euch bestimmten Teil der urewigen Gaben Gottes zu empfangen.

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17. August 1912
Ansprache in Green Acre Eliot, Maine
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Obwohl der Körper schwach war und den Anforderungen einer Atlantiküberquerung nicht gewachsen schien, half uns die Liebe und wir kamen hierher. Es gibt Zeiten, in denen der Geist den Körper unterstützen muss. Wirklich Großes können wir nicht allein durch physische Kraft vollbringen; der Geist muss unsere körperliche Stärke ergänzen. Der Körper des Menschen mag beispielsweise in der Lage sein, die Qualen einer Haft zehn oder fünfzehn Jahre lang unter gemäßigten Klimabedingungen und ruhiger körperlicher Routine zu ertragen. Während unserer Gefangenschaft in 'Akká fehlte jeglicher Komfort; Schwierigkeiten und Verfolgungen aller Art umgaben uns, aber trotz solch qualvoller Umstände konnten wir diese Prüfungen vierzig Jahre lang ertragen. Das Klima war extrem schlecht, die notwendigsten Dinge und Annehmlichkeiten des Lebens wurden uns verweigert, und doch ertrugen wir diese harte Gefangenschaft vierzig Jahre lang. Was war der Grund? Der Geist stärkte und belebte den Körper die ganze Zeit. Wir durchlitten diese lange, schwierige Zeit in äußerster Liebe und himmlischer Dienstbarkeit. Unter bestimmten Bedingungen, die uns umgeben, muss der Geist den Körper unterstützen, weil der Körper allein derartig extreme Strapazen nicht ertragen kann.
Der menschliche Körper ist tatsächlich sehr schwach.

Es gibt keinen zerbrechlicheren physischen Körper.

Eine Mücke quält ihn, die kleinste Menge Gift zerstört ihn.

Wenn die Atmung für einen Moment aussetzt, stirbt er.

Welches Instrument könnte schwächer und empfindlicher sein?

Ein von der Wurzel abgetrennter Grashalm kann eine Stunde lang überleben, während ein menschlicher Körper, dem seine Kräfte entzogen sind, in einer Minute sterben kann.

Im Verhältnis zur Schwäche des menschlichen Körpers ist der Geist des Menschen stark.

Er kann natürliche Phänomene kontrollieren; er ist eine übernatürliche Kraft, die über alle bedingten Wesen hinausgeht.

Sein Leben ist unvergänglich und nichts kann es zerstören oder verderben.

Wenn alle Lebensreiche sich gegen den unsterblichen Menschengeist erheben, um ihn zu zerstören, dann kann dieser unsterbliche Geist allein und auf sich gestellt ihren Angriffen in furchtloser Festigkeit und Entschlossenheit trotzen, denn er ist unzerstörbar und mit höchsten natürlichen Kräften ausgestattet.

Aus diesem Grund sagen wir, dass der Geist des Menschen die Wirklichkeit aller Dinge durchdringen und entdecken kann, die Geheimnisse und Mysterien alles Erschaffenen enthüllen kann.

Während er auf der Erde lebt, entdeckt er die Sterne und ihre Satelliten; er begibt sich unter Tage, findet die Metalle in ihren verborgenen Tiefen und enthüllt die Geheimnisse geologischer Zeitalter.

Er kann die unendlichen Weiten des interstellaren Raumes überwinden und die Bewegung unvorstellbar weit entfernter Sonnen entdecken.

Wie wunderbar ist er!

Er kann zum Reich Gottes gelangen.

Er kann die Geheimnisse des göttlichen Königreichs durchdringen und zum ewigen Leben gelangen.

Er empfängt Erleuchtung vom Licht Gottes und spiegelt es dem gesamten Universum wider.

Wie wunderbar ist er!

Wie mächtig ist der Geist des Menschen, obwohl sein Körper so schwach ist!

Wenn die Empfänglichkeit des Geistes ihn kontrolliert, gibt es kein erschaffenes Wesen, das heldenhafter und unerschrockener ist als der Mensch.

Doch wenn physische Kräfte dominieren, könnt ihr kein feigeres oder ängstlicheres Wesen finden, weil der Körper so schwach und unfähig ist.

Daher ist die Absicht Gottes, dass die geistige Empfänglichkeit des Menschen Vorrang vor seinen körperlichen Kräften erlangen und sie beherrschen soll.

Auf diese Weise wird es dem Menschen gelingen, die Menschenwelt durch seinen geistigen Adel zu beherrschen und furchtlos und frei hervorzutreten – ausgestattet mit den Merkmalen des ewigen Lebens.

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17. August 1912
Ansprache in Green Acre Eliot, Maine
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Geht es euch allen gut und seid ihr glücklich? Dies ist ein herrlicher Ort. Die Landschaft ist wunderschön und eine Atmosphäre der Geistigkeit umgibt alles. So Gott will, wird Green Acre in Zukunft ein großartiges Zentrum werden, die Ursache der Einheit der Menschenwelt, der Eintracht der Herzen und der Verbindung des Ostens mit dem Westen. Das ist meine Hoffnung.
Heute Abend möchte ich über die Einheit der Menschheit sprechen. Dies ist eines der wichtigen Themen der Gegenwart. Wenn die Einheit der Menschheit verwirklicht würde, würden alle Differenzen, die die Menschen trennen, beseitigt werden. Streit und Krieg würden aufhören, und die Menschheit fände Ruhe. Der Weltfrieden würde vorangebracht, und ein starkes Band würde Ost und West miteinander verbinden. Alle Menschen fänden Schutz unter einem Dach. Herkunftsländer würden eins und Hautfarbe und Religion würden vereint. Die Völker der Welt würden in Harmonie zusammenleben und ihr Wohlergehen wäre gesichert.
Seit Beginn der Menschheitsgeschichte bis in die Gegenwart haben sich die verschiedenen Religionen der Welt gegenseitig verteufelt und der Falschheit beschuldigt.

Jede Religion erachtete die anderen als des Antlitzes Gottes und Seiner Barmherzigkeit beraubt und dem göttlichen Zorn ausgeliefert.

Daher haben sie sich strikt voneinander ferngehalten und sich gegenseitig Feindseligkeit und Groll entgegengebracht.

Denkt an die Berichte über Glaubenskriege, die Schlachten zwischen Nationen, das Blutvergießen und die Zerstörung im Namen der Religion.

Einer der größten Religionskriege, die Kreuzzüge, erstreckte sich über einen Zeitraum von zweihundert Jahren.

Während dieser aufeinanderfolgenden großen Feldzüge drangen westliche Kreuzfahrer immer wieder in den Orient ein, um die Heilige Stadt aus den Händen des islamischen Volkes zu retten.

Armee um Armee wurde in Europa aufgestellt und drängte mit ihren fanatischen Legionen in den Osten.

Die Könige der europäischen Nationen führten persönlich diese Kreuzzüge an, töteten und vergossen das Blut der Orientalen.

Zwei Jahrhunderte lang befanden sich Ost und West in einem Zustand von Gewalt und Aufruhr.

Manchmal waren die Kreuzfahrer erfolgreich, töteten, plünderten und nahmen das muslimische Volk gefangen; manchmal siegten dagegen die Muslime und brachten unter den Invasoren Blutvergießen, Tod und Verderben.

So vergingen zwei Jahrhunderte, in denen sich erbitterte Kämpfe mit Erholung von der Erschöpfung abwechselten.

Schließlich zogen sich die europäischen Glaubenskämpfer aus dem Osten zurück.

Sie hinterließen Schutt und Asche und fanden ihre eigenen Nationen in einem Zustand der Umwälzung und des Aufruhrs vor.

In diesen nutzlosen Glaubenskriegen wurden hunderttausende von Menschen getötet und unermesslicher Reichtum verschwendet.

Wie viele Väter trauerten um ihre Söhne!

Wie viele Mütter und Ehefrauen beklagten den Verlust ihrer Lieben!

Und dies war nur einer unter den ›heiligen‹ Kriegen.

Sinnt darüber nach und überlegt wohl.
Es gab zahlreiche weitere Religionskriege. Neunhunderttausend Märtyrer für die Sache der Protestanten waren die Folge von Kämpfen und Streitigkeiten zwischen dieser christlichen Konfession und den Katholiken. Historische Aufzeichnungen bestätigen dies. Wie viele mussten in Gefängnissen schmachten! Wie gnadenlos wurden die Gefangenen behandelt! Und das alles im Namen der Religion! Überlegt, wie auch andere Kriege zwischen den Völkern und Angehörigen religiöser Glaubensrichtungen ausgegangen sind.
Seit Beginn der Menschheitsgeschichte bis heute hat die Menschheit nicht einen Tag völliger Ruhe und Erholung von Konflikten und Streitigkeiten erlebt. Die meisten Kriege entstanden durch religiöse Vorurteile, Fanatismus und sektiererischen Hass. Anhänger verschiedener Religionen haben sich gegenseitig verflucht und jeder betrachtete den anderen als jemanden, der bar der Barmherzigkeit Gottes in völliger Finsternis als Kind Satans lebt. Zum Beispiel betrachteten die Christen und Muslime die Juden als satanisch und als Feinde Gottes. Deshalb verfluchten und verfolgten sie sie. Viele Juden wurden getötet, ihre Häuser geplündert und niedergebrannt, ihre Kinder als Gefangene verschleppt. Die Juden wiederum betrachteten die Christen als Ungläubige und die Muslime als Feinde und Zerstörer des Gesetzes von Moses. Deshalb rufen sie nach Rache und verfluchen sie bis zum heutigen Tag.
Welche Verletzungen, Torturen und Schicksalsschläge hat die Menschheit seit Beginn der Geschichte erlitten. Jede Stadt, jedes Land, jede Nation und jedes Volk war der Zerstörung und dem Chaos des Krieges ausgesetzt. Jede der göttlichen Religionen betrachtet sich selbst als Teil eines edlen, gesegneten Baumes, des Baumes des Allbarmherzigen, und im Gegensatz dazu alle anderen religiösen Systeme als Teil eines Baumes des Bösen, des Baumes Satans. Deshalb verachten und verhöhnen sie einander. Dies geht aus den Geschichtsbüchern klar hervor und war bis zum Erscheinen Bahá'u'lláhs so üblich.
Als das Licht Bahá'u'lláhs im Osten aufging, verkündete Er die Verheißung der Einheit der Menschheit. Er richtete sich an die ganze Menschheit und sagte: »Ihr seid alle die Früchte eines Baumes. Es gibt keine zwei Bäume: Einen Baum der göttlichen Barmherzigkeit und daneben den Baum Satans.« Und wieder sagte Er: »Ihr seid alle die Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges.« Dies hat Er verkündet. Dies war Sein Versprechen der Einheit der Menschheit. Ächtung und Schmähung wurden gänzlich verboten. Er sagte: »Es ziemt sich nicht, einen anderen zu verfluchen. Es ist unangebracht, einen anderen als finsteres Wesen zu bezeichnen. Es schickt sich nicht, einen anderen als schlecht anzusehen. Nein, vielmehr sind alle Menschen die Diener eines Gottes. Gott ist der Vater aller und es gibt keine einzige Ausnahme von diesem Gesetz. Es gibt kein Volk des Teufels. Alle gehören dem Barmherzigen an. Es gibt keine Finsternis. Alles ist Licht. Alle sind Diener Gottes und der Mensch muss die Menschheit von Herzen lieben. Wahrlich, er muss die Menschheit als in göttliche Barmherzigkeit getaucht ansehen.«
Zu dieser Regel hat Bahá'u'lláh keine Ausnahme vorgesehen.

Er sagte, dass es unwissende Menschen geben kann; sie müssen geschult werden.

Einige sind krank, sie müssen behandelt werden.

Manche sind unreif, ihnen muss zur Reife verholfen werden.

In anderer Hinsicht ist die Menschheit in den Ozean göttlicher Gnade eingetaucht.

Gott ist der Vater aller.

Er erzieht, versorgt und liebt alle, denn sie sind Seine Diener und Seine Schöpfung.

Zweifellos liebt der Schöpfer Seine Geschöpfe.

Es wäre unvorstellbar, einen Künstler zu finden, der sein eigenes Werk nicht liebt.

Habt ihr je einen Menschen gesehen, der nicht liebt, was er geschaffen hat?

Selbst wenn das Ergebnis minderwertig ist, liebt er es.

Welche Unwissenheit zeigt sich in dem Gedanken, Gott habe den Menschen erschaffen, erzogen und ernährt, habe ihn mit allen Segnungen umgeben, die Sonne und die ganze Erscheinungswelt zu seinem Nutzen geschaffen, habe ihm Zärtlichkeit und Güte erwiesen und würde ihn dann nicht lieben.

Das anzunehmen ist offensichtliche Unwissenheit, denn ungeachtet der Religion, der ein Mensch angehört, selbst wenn er Atheist oder Materialist wäre, nährt Gott ihn trotzdem, gewährt ihm Seine Güte und taucht ihn in Sein Licht.

Wie können wir dann glauben, dass Gott zornig und lieblos ist?

Wie können wir dies auch nur in Betracht ziehen, wenn wir doch in jeder Hinsicht Zeugen der Zärtlichkeit und Barmherzigkeit Gottes sind?

Überall um uns her sehen wir die Zeichen der Liebe Gottes.

Wenn Gott also alle liebt, was sollen dann wir tun?

Wir haben nichts anderes zu tun, als Ihm nachzueifern.

So, wie Gott alle liebt und freundlich zu allen ist, müssen auch wir wahrhaft alle lieben und freundlich zu allen sein.

Wir dürfen niemanden als böse, verabscheuungswürdig oder als Feind betrachten.

Wir müssen alle lieben – nein, wir müssen jeden als mit uns verwandt ansehen, denn alle sind die Diener eines Gottes.

Alle stehen unter der Anleitung eines einzigen Erziehers.

Wir müssen Tag und Nacht danach streben, dass Liebe und Freundschaft zunehmen, dass dieses Band der Einheit gestärkt wird, dass Freude und Glück immer mehr obsiegen, dass sich die gesamte Menschheit in Einheit und Solidarität unter Gottes Schutz versammelt, dass die Menschen sich Gott zuwenden, um Beistand zu erhalten, und in Ihm das ewige Leben finden.

So mögen sie im Königreich Gottes angenommen werden und für immer durch Seine Gnade und Huld leben.
Bahá'u'lláh hat in Seinen Sendschreiben deutlich gemacht, dass wir einen Feind nicht als Feind betrachten sollen. Seid nicht einfach geduldig mit ihm, nein, ihr müsst ihn vielmehr lieben. Behandelt ihn so, wie es sich für Liebende geziemt. Erwähnt nicht einmal, dass er euer Feind ist. Seht überhaupt keine Feinde. Selbst wenn er euer Mörder wäre, seht in ihm keinen Feind. Schaut ihn mit dem Auge der Freundschaft an. Achtet darauf, dass ihr ihn nicht als Feind betrachtet und lediglich toleriert, denn das wäre nur ein Trick und Heuchelei. Einen Menschen als Feind zu betrachten und ihn gleichzeitig zu lieben, ist Heuchelei. Das steht niemandem gut zu Gesicht. Ihr müsst in ihm einen Freund sehen. Behandelt ihn gut. Das ist der rechte Weg.
Wir kommen zum Thema zurück. Wenn wir die Phänomene des Universums betrachten, erkennen wir, dass die Achse, um die sich das Leben dreht, die Liebe ist, während die Achse, um die sich Tod und Zerstörung drehen, Feindseligkeit und Hass ist. Betrachten wir zunächst das Mineralreich. Hier sehen wir, dass der Aufbau von Verbindungen nicht möglich wäre, wenn zwischen den Atomen keine Anziehungskraft bestehen würde. Jedes existierende Objekt besteht aus Elementen und Zellbausteinen. Dies ist wissenschaftlich wahr und richtig. Gäbe es keine Anziehungskraft zwischen diesen Elementen und diesen Zellbausteinen, wäre die Zusammensetzung des Objektes niemals möglich gewesen. So ist beispielsweise der Stein ein existierendes Objekt, eine Zusammensetzung von Elementen. Ein Band der Anziehung hat sie zusammengebracht, und durch diese Anziehung zwischen den Bestandteilen ist dieses steinerne Objekt geformt worden. Dieser Stein steht auf der niedrigsten Stufe der Erscheinungswelt, aber dennoch manifestiert sich in ihm eine Anziehungskraft, ohne die der Stein nicht existieren könnte. Diese Anziehungskraft im Mineralreich ist Liebe, der einzige Ausdruck von Liebe, der sich im Stein zeigen kann.
Betrachten wir nun die nächsthöhere Stufe des Lebens, das Pflanzenreich. Hier sehen wir, dass die Pflanze das Ergebnis der Anziehung zwischen verschiedenen Elementen ist, ebenso wie das Mineral in seinem Reich, aber darüber hinaus hat die Pflanze die Fähigkeit, Stoffe aus der Erde aufzunehmen. Das ist eine höhere Form der Anziehung, durch die sich die Pflanze vom Mineral unterscheidet. Im Pflanzenreich ist dies ein Ausdruck der Liebe, das höchste Ausdrucksvermögen, das die Pflanze besitzt. Durch diese Fähigkeit der Anziehung beziehungsweise des Wachstums wächst die Pflanze Tag für Tag. Deshalb ist auch in diesem Königreich die Liebe die Ursache des Lebens. Würden die Elemente sich gegenseitig abstoßen und nicht anziehen, wäre das Ergebnis Auflösung, Zerstörung und Nichtexistenz. Da zwischen den Elementen Zusammenhalt besteht und zelluläre Anziehungskraft wirkt, gibt es die Pflanze. Wenn diese Anziehung nachlässt und die Bestandteile getrennt werden, hört die Pflanze auf zu existieren.
Dann kommen wir zum Tierreich, das eine noch höhere Stufe einnimmt als das Pflanzenreich. Darin zeigt sich die Kraft der Liebe noch deutlicher. Das Licht der Liebe strahlt im Tierreich heller, weil sich die Anziehungskraft, durch die die Elemente zusammenhalten und die Zellen zusammenwachsen, jetzt in gewissen Regungen und Empfindungen offenbart, die instinktive Gemeinschaft und Vereinigung hervorrufen. Tiere sind von Freundlichkeit und Zuneigung erfüllt, die sich unter ihresgleichen zeigt.
Schließlich kommen wir zur Menschenwelt. Hier finden wir alle Arten des mineralischen, pflanzlichen und tierischen Ausdrucks der Liebe vor, sowie unverkennbar die Anziehungskräfte des Bewusstseins. Das heißt, dass der Mensch eine Art von Anziehungskraft besitzt, die bewusst und geistig ist. Hierin liegt ein unermesslicher Fortschritt. In der Menschenwelt kommt geistige Empfänglichkeit zum Vorschein, die Liebe entfaltet sich auf ihrer höchsten Stufe und ist die Ursache des menschlichen Lebens.
Dies ist ein klarer Beweis, dass auf allen Stufen und in allen Reichen der Schöpfung Liebe und Freundschaft Leben bewirken, während Zwietracht, Feindseligkeit und Absonderung immer zum Tod führen.

Daher müssen wir mit Herz und Seele danach streben, dass die Einheit und Einigkeit unter den Menschen von Tag zu Tag zunehmen und Liebe und Zuneigung strahlender und offenkundiger werden.

Innerhalb des Tierreichs könnt ihr beobachten, dass die Haustiere in engster Verbundenheit zusammenleben.

Seht, wie die geselligen und freundlichen Schafe sich in einer Herde versammeln.

Schaut euch die Tauben und andere zahme Vögel an.

Unter ihnen gibt es keine Aufspaltung in Parteien, keine Trennung nach Vorstellungen der Volkszugehörigkeit.

Sie leben zusammen in größter Liebe und Einheit, fliegen, füttern einander und sind gesellig.

Wilde Tiere – Raubtiere wie Wolf, Bär, Tiger und Hyäne – sind niemals freundschaftlich und gesellen sich nicht zueinander.

Sie greifen sich gegenseitig an.

Wann immer sie aufeinandertreffen, kämpfen sie.

Drei Wölfe werden nie glücklich zusammenkommen.

Wenn ihr sie zusammen seht, stecken wilde Absichten dahinter.

Sie sind wie selbstsüchtige, brutale Menschen, die sich feindselig gegenüberstehen, einander verfluchen und töten.

Es wäre besser, der Mensch würde den Haustieren ähneln als den wilden Raubtieren, denn in den Augen Gottes ist Liebe annehmbar, während Hass und Feindseligkeit missbilligt werden.

Warum sollten wir dem Wohlgefallen Gottes zuwiderhandeln?

Warum sollten wir wie wilde Tiere sein, ständig Blut vergießen, plündern und zerstören?

Nur weil wir eine bestimmte Hautfarbe oder Herkunft haben, warum sollten wir alle anderen als schlecht und minderwertig betrachten, als solche, die Tod, Plünderung und Überfall verdienen – als finstere Menschen, die des Hasses und der Abscheu Gottes würdig sind?

Warum zeigt der Mensch seinem Mitmenschen gegenüber derartige Einstellungen und Handlungsweisen?

Wir sehen, dass Gott freundlich zu allen ist.

Wie Er uns liebt, so liebt Er auch alle anderen; wie Er für uns sorgt, sorgt Er auch für alle übrigen Menschen.

Er nährt und erzieht alle mit gleicher Fürsorge.
Gott ist groß! Gott ist gütig! Er schaut nicht auf die menschlichen Mängel. Er achtet nicht auf menschliche Schwächen. Der Mensch ist ein Geschöpf Seiner Barmherzigkeit, und Er ruft alle zu Seiner Barmherzigkeit. Warum sollten wir da Seine Geschöpfe verabscheuen und verachten, weil dieser ein Jude, jener ein Buddhist oder Zoroastrier usw. ist? Das ist offenkundige Unwissenheit, denn die Einheit aller Menschen als Diener Gottes ist eine gesicherte Tatsache.
Die Einheit der Menschheit ist das Versprechen, das Bahá'u'lláh verkündete. Wir müssen deshalb einander größte Liebe erweisen. Wir müssen allen Menschen auf der Welt mit Liebe begegnen. Wir dürfen kein Volk als das Volk Satans betrachten, sondern müssen alle als Diener des einen Gottes erkennen und anerkennen. Allenfalls ist es so: Einigen fehlt Wissen; sie müssen angeleitet und geschult werden. Sie müssen dazu erzogen werden, ihre Mitgeschöpfe zu lieben und Tugenden zu erwerben. Manche sind unwissend; sie müssen unterrichtet werden. Einige sind unentwickelt wie Kinder, ihnen muss geholfen werden, zur Reife zu gelangen. Einige sind krank, ihre moralische Verfassung ist nicht gesund; sie müssen behandelt werden, bis sie moralisch geläutert sind. Aber den Kranken darf man nicht hassen, weil er krank ist. Das Kind darf man nicht meiden, weil es ein Kind ist. Den Unwissenden darf man nicht verachten, weil ihm Wissen fehlt. Sie alle müssen liebevoll behandelt, erzogen, ausgebildet und unterstützt werden. Alles muss getan werden, damit die Menschheit in der Obhut Gottes in völliger Sicherheit leben und sich des höchsten Glücks erfreuen kann.

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17. August 1912
Ansprache in Green Acre Eliot, Maine
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Die Welten Gottes befinden sich in vollkommener Harmonie und im Austausch miteinander. Jede Welt in diesem grenzenlosen Universum ist gleichsam ein Spiegel, der die Geschichte und Natur von allem anderen widerspiegelt. Das stoffliche Universum steht ebenfalls in vollkommenem Austausch mit dem geistigen, dem göttlichen Reich. Die Welt der Materie ist ein äußerer Ausdruck, ein Abbild des inneren Reiches des Geistes. Die Welt der Gedanken steht im Austausch mit der Welt der Herzen.
Wenn wir über die stoffliche Welt nachdenken, erkennen wir, dass alle äußeren Phänomene von der Sonne abhängen. Ohne die Sonne wäre die Erscheinungswelt in einem Zustand völliger Finsternis und ohne Leben. Jede irdische Schöpfung – ob Mineral, Pflanze, Tier oder Mensch – benötigt für Wachstum und Entwicklung die Wärme, das Licht und die Erhabenheit des großartigen Zentralgestirns. Ohne Sonnenwärme und Sonnenlicht hätten sich keine Mineralien gebildet und keine pflanzlichen, tierischen und menschlichen Organismen hätten entstehen können oder würden existieren. Es ist darum klar und offensichtlich, dass die Sonne die Lebensquelle für alle irdischen und äußeren Daseinsformen ist.
In der inneren Welt, der Welt des Königreiches, ist die Sonne der Wahrheit der Lehrer und Erzieher für Verstand, Seele und Geist. Ohne den Strahlenglanz der Sonne der Wahrheit gäbe es kein Wachstum und keine Entwicklung – nein, sie würden gar nicht existieren. Denn wie die stoffliche Sonne durch ihre Licht- und Wärmestrahlung alle äußeren Erscheinungsformen des Seins gestaltet, so sorgen das Licht und die Wärme, die von der Sonne der Wahrheit ausgestrahlt werden, für Wachstum, Erziehung und Entwicklung des Verstandes, der Seele und des Geistes auf dem Weg zur Vollkommenheit.
Christus war die Sonne der Wahrheit, die am himmlischen Horizont des Christentums leuchtete, die der Menschen Verstand, Seele und Geist schulte, beschützte und stärkte, bis sie mit dem göttlichen Königreich in Einklang kamen und Aufnahmefähigkeit für die unendlichen Gnadengaben Gottes erlangten. Ohne das Erscheinen Seiner Herrlichkeit wären sie in der Dunkelheit der Unvollkommenheit und Gottesferne geblieben. Aber weil diese Sonne der Wahrheit aufleuchtete und ihr Licht die Welt des Verstandes, der Seele und des Geistes durchflutete, begannen sie zu strahlen. Er verlieh ihnen ein neues, ewiges Leben.
Wenn die stoffliche Sonne zum Frühlingsanfang an ihrem Aufgangsort im Tierkreis erscheint, entsteht im Körper der irdischen Welt eine wundersame, pulsierende Bewegung. Die verwelkten Bäume werden belebt, der schwarze Boden ergrünt im neuen Wachstum, frische und duftende Blumen erblühen, die Welt des Staubes wird erfrischt, neue Lebenskräfte strömen durch die Adern eines jeden Lebewesens und eine neue Frühlingszeit bedeckt die Wiesen, Ebenen, Berge und Täler mit wundersamen Lebensformen. Was tot und öde war, wird wiederbelebt. Was verdorrt, verblichen und verkümmert war, wird durch den Geist einer neuen Schöpfung verwandelt. In gleicher Weise beseelt, belebt und erquickt die Sonne der Wahrheit alles mit einer göttlichen, wunderbaren Kraft, wenn sie den Horizont der inneren Welt erleuchtet. Die Bäume des menschlichen Verstandes kleiden sich in ein neues, grünes Gewand, tragen Blätter und Blüten und bringen die geistigen Früchte der himmlischen frohen Botschaft hervor. Dann erscheinen duftende Blumen der inneren Bedeutung aus dem Grund der menschlichen Seele, und das ganze Wesen des Menschen erwacht zu neuer, göttlicher Tatkraft. Dies ist das Wachstum und die Entwicklung der inneren Welt durch das strahlende Licht der göttlichen Führung und die Wärme des Feuers der Liebe Gottes.
Die stoffliche Sonne hat ihren Aufgang und ihren Untergang. Die irdische Welt hat ihren Tag und ihre Nacht. Auf jeden Sonnenuntergang folgt ein Sonnenaufgang und es kommt eine neue Morgendämmerung. Ebenso geht auch die Sonne der Wahrheit auf und wieder unter. Es gibt einen Tag und eine Nacht in der geistigen Welt. Auf jeden Sonnenuntergang folgt ein Sonnenaufgang und das Morgenlicht eines neuen Tages.
Darüber hinaus ist die göttliche Wirklichkeit durch bestimmte Namen und Attribute gekennzeichnet. Einige dieser Namen sind Schöpfer, Erwecker, Versorger, Allgegenwärtiger, Allmächtiger, Allwissender und Geber. Diese Namen und Attribute des Göttlichen sind ewig und nicht willkürlich. Dies ist ein sehr heikler Punkt, der hohe Aufmerksamkeit erfordert. Das Erscheinen der Dinge macht die Namen und Attribute erforderlich und beweist ihre Existenz. So setzt der Begriff ›Schöpfer‹ eine Schöpfung voraus, ›Erwecker‹ bringt Erweckung mit sich, ›Versorger‹ setzt eine Versorgung voraus – andernfalls wären dies leere und undenkbare Namen. ›Barmherzigkeit‹ weist auf ein Ziel hin, dem Barmherzigkeit zuteilwird. Wenn Barmherzigkeit sich nicht zeigen würde, würde dieses Attribut Gottes nicht verwirklicht. Der Name ›Herr‹ belegt die Existenz von Untertanen, über die Herrschaft ausgeübt wird. Der Name ›Allwissender‹ erfordert Allwissenheit in allen Dingen. Wenn diese Dinge nicht existierten, wäre Allwissenheit ohne Bedeutung und Wirkung. Der Name ›der Weise‹ erfordert Möglichkeiten, Weisheit auszuüben; und wenn die Weisheit sie nicht umfasst, wäre dieser Name unbegreiflich. Die göttlichen Namen und Attribute setzen also die Existenz von Erscheinungen voraus, in denen sie zum Ausdruck kommen. Gleiches gilt auch umgekehrt: Die Souveränität Gottes wird durch die Echtheit und das Vorhandensein dieser Erscheinungen bewiesen und begründet.
Denkt sodann sorgfältig darüber nach, dass die Souveränität Gottes nicht zufällig ist, sondern immer und ewig währt und dass sie die Existenz von Erscheinungsformen erfordert. Das Königtum erfordert ein Königreich, eine Armee, eine Staatskasse, Staatsbürger, einen Hof und Minister. Wie könnte es einen König ohne Staatsbürger, Herrschaftsgebiet und Besitz geben? Ansonsten könnte doch jeder behaupten, ein König zu sein. »Wo ist deine Armee?« »Ich brauche keine.« »Wo ist dein Land?« »Es ist nicht nötig. Ich bin ein König ohne Königreich, Armee, Untertanen oder Souveränität.« Ist das möglich?
So erfordert die göttliche Souveränität eine Schöpfung, über die ihre Herrschaft ausgeübt wird. Die Souveränität muss nachweisbar sein. Wenn wir versuchen, uns eine Zeit vorzustellen, in der es keine Schöpfung gab, in der es keine Untertanen oder Geschöpfe gab, die unter göttlicher Herrschaft und Kontrolle standen, würde die Göttlichkeit selbst verschwinden. Es würde ein Ende der Freigebigkeit Gottes bedeuten, so wie das Königtum und die Gunst eines irdischen Monarchen verschwinden würden, wenn sein Königreich nicht existierte. Die Souveränität Gottes ist ewig. Es gab keinen Anfang und wird kein Ende geben. Dies ist so offensichtlich wie die Sonne am Mittag, auch für jemanden mit begrenztem Verstand.
Wenn wir die stoffliche Sonne betrachten, sehen wir, dass ihre Wärme und ihr Licht stetig strahlen. Die Freigebigkeit der Sonne endet nicht. Wäre die Sonne ohne Licht oder Hitze, wäre sie nicht die Sonne. Woran erkennen wir die Sonne? An ihrer Wärme und ihren Lichtstrahlen. Wenn sie ihrer Strahlen und ihrer Wärme beraubt würde, wäre sie keine Sonne mehr; sie wäre lediglich eine dunkle Kugel am Himmel. Die Gaben der Sonne müssen fortbestehen, damit sie als solares Zentrum für Energie, Licht und Anziehung gelten kann.
So sind auch die göttlichen Gaben der Sonne der Wahrheit immerwährend. Ihr Licht scheint für immer. Ihre Liebe strahlt für immer aus. Ihre Gaben enden nie. Man kann nicht sagen, dass die Macht und der Glanz Gottes jemals nachgelassen hätten. Man kann nicht behaupten, dass die Göttlichkeit des Allmächtigen endete. Denn die Göttlichkeit Gottes ist ewig. So sind die göttlichen Gaben – seien sie zufällige Ereignisse oder geistig und vollkommen – unvergänglich. Aber es gibt zwei Arten von Anhängern einer Religion: Die einen verehren die Sonne, die anderen verehren die Orte, an denen die Sonne aufgeht. So verehren die Juden den Aufgangsort in Moses, die Zoroastrier den Aufgangsort in Zarathustra. Das Volk Abrahams wandte sich dem Aufgangsort in Abraham zu. Als die Sonne der Wahrheit ihr Licht von Abraham auf den Aufgangsort Moses übertrug, leugneten die Anhänger Abrahams ihr Erscheinen, weil sie dem Ort ihres Aufgangs und nicht der Sonne der Wahrheit selbst zugewandt waren. Als diese Sonne der Wahrheit mit ihren göttlichen Gaben, ihrer himmlischen Glut und ihrem himmlischen Glanz auf den messianischen Aufgangsort überging, leugneten die Juden ihr Erscheinen in Jesus, denn sie waren nicht Verehrer der Sonne selbst, sondern sie verehrten ihren Aufgang in Moses. Wenn sie Verehrer der Sonne der Wahrheit gewesen wären, hätten sie sich Christus zugewandt, anstatt Ihn als den Messias abzulehnen.
Was war der Grund für dieses Versäumnis? Es geschah einfach, weil sie ihre Väter und Vorfahren in ihren Glaubensformen nachahmten, anstatt sich der Sonne der Göttlichkeit zuzuwenden. Dadurch wurden sie der Gnade beraubt, die im messianischen Frühling heraufdämmerte. Sie hielten hartnäckig am früheren Aufgangsort fest und verharren noch immer in diesem Zustand des Versäumnisses. Betrachtet die Völker und Nationen der Erde heute und erkennt dasselbe hartnäckige Festhalten am Glauben der Vorväter. Wessen Vater ein Zoroastrier war, ist ein Zoroastrier. Wessen Vater Buddhist war, bleibt Buddhist. Der Sohn eines Muslims bleibt ein Muslim und so weiter. Warum ist das so? Weil sie Sklaven und Gefangene bloßer Nachahmung sind. Sie haben die Wahrheit der Religion nicht erforscht und haben sich deren Grundlagen und Schlussfolgerungen nicht erschlossen. Der Jude zum Beispiel hat die Gültigkeit von Moses Anspruch nicht durch die Erforschung der Wahrheit überprüft. Ein Mann ist Jude, weil der Vater Jude war. Er ahmt die Gebräuche und den Glauben seiner Väter und Vorfahren nach. Es gibt keinen Gedanken an die Wahrheit, sie wird nicht erwähnt. Und so ist es auch mit den Anhängern anderer Religionen. Aus diesem Grund haben wir gesagt, dass sie eher den Aufgangsort als die Sonne der Wahrheit selbst verehren.
Hätten die Juden am Tage Jesu Christi die Nachahmung aufgegeben und die Wahrheit erforscht, dann hätten sie gewiss an Ihn geglaubt und Ihn angenommen, denn der messianische Strahlenglanz war weit größer als der mosaische. Als die Sonne der Wahrheit am Aufgangsort Christi erschien, war sie in ihrer Schönheit und Brillanz wie die Sonne im Hochsommer.
Wir müssen also die Mahnung beherzigen und erkennen, dass das bloße Nachahmen von Vätern und Vorfahren zu nichts führt. Nicht nur das, wir müssen uns bis zum Äußersten anstrengen, die Sonne der Wahrheit zu ergründen und uns ihr zuzuwenden, wo auch immer sie aufgehen mag. Die stoffliche Sonne ist eine einzige Sonne. Wenn sie morgen im Westen aufgehen sollte, ist es trotzdem dieselbe Sonne. Wir können nicht sagen: »Dies ist nicht die Sonne, weil sie im Westen erschienen ist.« Denn Ost und West gibt es nur auf der Erde und in unserer Vorstellung. Von der Sonne aus gesehen gibt es weder Ost noch West. Sie scheint immer an ihrem angestammten Platz am Himmel. Im Mittelpunkt des Sonnenkreises gibt es keinen Aufgang und keinen Untergang. Darum beziehen sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf irdische Beobachtung und nicht auf den Lichtkörper selbst. Nein, vielmehr ist Nacht auf der Sonne unvorstellbar. In diesem Zentrum der Helligkeit herrscht konstant Licht und Erleuchtung. Die Auf- und Untergänge gibt es also nur vermeintlich und nicht wirklich. Sie beziehen sich auf unseren irdischen Blickwinkel. Ohne Licht, Wärme und Strahlenglanz könnten wir die Sonne nicht als Sonne sehen. Das wäre geradeso, als würden wir einen schwarzen Stein als Diamanten bezeichnen. Das wäre sinnlos. Wenn man einen Geizhals großzügig nennt, wird ihn das nicht ändern.
Das soll verdeutlichen, dass Gott allmächtig ist, aber Seine Größe sich nicht auf menschliches Begriffsvermögen begrenzen lässt.

Wir können Gott keine Grenze setzen.

Der Mensch ist begrenzt, aber die Welt des Göttlichen ist unbegrenzt.

Gott eine Grenze zuzuordnen, ist menschliche Unwissenheit.

Gott ist der Altehrwürdige, der Allmächtige.

Seine Attribute sind grenzenlos.

Er ist Gott, weil Sein Licht und Seine Souveränität grenzenlos sind.

Wenn Er auf menschliche Begriffe beschränkt werden könnte, wäre Er nicht Gott.

Seltsam ist, dass der Mensch trotz dieser selbstverständlichen Wahrheiten weiterhin eingrenzende Mauern und Zäune um Gott baut, um die so ruhmreiche, unbegrenzbare und uneingeschränkte Göttlichkeit.

Denkt an die unzähligen Phänomene Seiner Schöpfung.

Sie sind grenzenlos, das Universum ist grenzenlos.

Wer könnte seine Höhe, seine Tiefe und seine Länge angeben?

Es ist absolut grenzenlos.

Wie könnte eine allmächtige Herrschaft, eine so wunderbare Göttlichkeit, von einem begrenzten, fehlerbehafteten menschlichen Verstand erfasst werden, selbst wenn es lediglich um Begriffe und Definitionen geht?

Können wir also sagen, dass Gott etwas bewirkt habe, das Er danach nie wieder bewirken kann?

Dass die Sonne Seines Glanzes einst auf die Welt schien, aber jetzt für immer untergegangen sei?

Dass Seine Barmherzigkeit, Seine Gnade, Seine Freigebigkeit einst herabgekommen sind, dies jetzt aber geendet hat?

Ist das möglich?

Nein!

Wir können niemals sagen oder wirklich glauben, dass Seine Manifestation, die über alles geliebte Wahrheit, die Sonne der Wahrheit, aufhören werde, auf die Welt zu scheinen.
O Gott! Du, Der Du gütig bist. Wahrlich, hier haben sich Menschen versammelt, die sich mit Herz und Seele Dir zuwenden. Sie trachten nach ewiger Gnade. Sie bedürfen Deiner unendlichen Barmherzigkeit.
O Herr! Nimm die Schleier von ihren Augen und zerstreue das Dunkel der Unwissenheit. Schenke ihnen das Licht des Wissens und der Weisheit. Erleuchte diese reumütigen Herzen mit den Strahlen der Sonne der Wahrheit. Mache diese Augen empfänglich durch den Anblick des Lichtes Deiner Souveränität. Erfreue diese Seelen durch die wunderbare frohe Botschaft und nimm sie auf in Dein höchstes Reich.
O Herr! Wahrlich, wir sind schwach. Mache uns stark. Wir sind arm. Hilf uns mit den Schätzen Deiner Freigebigkeit. Wir sind tot, belebe uns durch den Odem des Heiligen Geistes. Uns fehlt Geduld in Prüfungen und Langmut; erlaube uns, das Licht der Einheit zu erlangen.
O Herr! Mache diese Versammlung zur Ursache dafür, dass das Banner der Einheit der Menschheit erhoben wird und bestärke diese Seelen, damit sie zu Förderern des Weltfriedens werden.
O Herr! Wahrlich, die Menschen sind in Schleier gehüllt, befinden sich im Streit, vergießen gegenseitig ihr Blut und zerstören ihren Besitz. Überall auf der Welt gibt es Krieg und Konflikte. Wohin man auch schaut, herrschen Kampf, Blutvergießen und Grausamkeit.
O Herr! Führe die Menschenseelen, damit sie sich von Krieg und Kampf abwenden, damit sie sich einander liebevoll und freundlich zuwenden, damit sie sich zusammenschließen und der Einheit und Verbundenheit der Menschheit dienen.
O Herr! Der Horizont der Welt wird durch diese Zwietracht verdunkelt. O Gott! Erleuchte sie und lass die Herzen durch das Licht Deiner Liebe erstrahlen. Belebe den Geist durch den Segen Deiner Gaben, bis jede Seele Deine Lehren begreift und nach ihnen handelt. Du bist der Allmächtige. Du bist der Allwissende. Du bist der Sehende. O Herr, erweise allen Dein Mitgefühl.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Cambridge und Malden

23. bis 25. Juli 1912

– 94 –

25. August 1912
Ansprache im New Thought Forum Metaphysical Club Boston, Massachusetts
Aufzeichnungen von Edna McKinney
O Du gütiger Gott! In äußerster Demut und Ergebenheit bitten und flehen wir an Deiner Schwelle und suchen Deine unaufhörliche Ermutigung und Deinen grenzenlosen Beistand. O Herr! Erwecke diese Seelen und schenke ihnen ein neues Leben. Belebe den Geist, erfülle die Herzen, öffne die Augen und lass die Ohren aufhorchen. Schenke ihnen aus Deiner altehrwürdigen Schatzkammer ein neues Sein und eine neue Haltung, und aus Deiner urewigen Wohnstatt verhilf ihnen zu neuer Stärke.
O Gott! Wahrlich, die Welt braucht Erneuerung. Verleihe ihr ein neues Dasein. Gib ihr neue Gedanken ein und offenbare ihr himmlisches Wissen. Hauche ihr frischen Geist ein und erfülle sie mit einer heiligeren und höheren Bestimmung.
O Gott! Wahrlich, Du hast dieses Jahrhundert zum Strahlen gebracht, und in ihm hast Du Deinen barmherzigen Glanz offenbart. Du hast die Dunkelheit des Aberglaubens beseitigt und das Licht der Gewissheit aufleuchten lassen. O Gott! Gewähre, dass diese Diener an Deiner Schwelle willkommen sind. Offenbare einen neuen Himmel und breite eine neue Erde als Wohnstatt aus. Lass ein neues Jerusalem aus der Höhe herabsteigen. Schenke der Menschheit neue Denkweisen und neues Leben. Statte die Seelen mit neuen Sichtweisen aus und verleihe ihnen neue Tugendhaftigkeit. Wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Machtvolle. Du bist der Geber, der Freigebige.
Es ist leicht, über den menschlichen Körper zu herrschen. Ein König kann die Körper seiner Untertanen in einem ganzen Land unter seine Herrschaft und in seine Gewalt bringen. In früheren Jahrhunderten übten Könige und Regenten absolute Herrschaft über Millionen von Menschen aus, wodurch sie alles umsetzen konnten, was ihnen beliebte. Wenn sie Glück und Frieden schenken wollten, konnten sie es. Wenn sie entschlossen waren, dem Volk Leid und Verdruss aufzubürden, waren sie dazu ebenfalls in der Lage. Wenn sie Männer auf das Schlachtfeld schicken wollten, konnte sich keiner ihrem Befehl widersetzen; und wenn sie beschlossen, dass ihre Reiche sich der Glückseligkeit und heiteren Ruhe einer Zeit ohne Krieg erfreuen sollten, so setzte sich dieser Zustand durch. Mit einem Wort, Könige und Herrscher konnten Millionen von Menschen beherrschen und haben diese Regierungsgewalt mit völliger Willkür und Tyrannei ausgeübt.
Der Punkt ist: Stoffliche Körper zu beherrschen, ist höchst einfach, aber den Geist in den Zustand der Gelassenheit zu versetzen, ist äußerst mühsam. Das ist nicht jedermanns Sache. Es braucht dazu eine göttliche und heilige Kraft, die Kraft der Eingebung, die Macht des Heiligen Geistes. Jesus Christus schaffte es zum Beispiel, den Geist in diesen Zustand völliger Gelassenheit zu versetzen. Er hatte die Gabe, Herzen in diese Oase der Ruhe zu führen. Vom Tag Seines Erscheinens an bis in die Gegenwart hat Er Herzen erweckt und Seelen belebt. Er hat belebenden Einfluss auf Herzen und Gemüter ausgeübt; daher wirkt die Erweckung durch Ihn ewig.
Bahá'u'lláh ist erschienen, als sich die Welt in endzeitlichem Niedergang befand, und hat bei manchen eine derartige geistige Erweckung bewirkt, dass sie übermenschliche Kräfte entfalteten. Tausende Seiner Anhänger haben ihr Leben hingegeben, und während ihr Blut durch das Schwert vergossen wurde, riefen sie aus: »Yá Bahá'u'l-Abhá!« Eine solche Erweckung ist nur durch eine himmlische Kraft, eine übernatürliche Macht möglich, durch die göttliche Macht des Heiligen Geistes. Durch eine natürliche, rein menschliche Kraft ist das unmöglich. Daher stellt sich die Frage: Wie kann diese Erweckung erreicht werden?
Es gibt verschiedene Mittel und Wege, um die Menschheit zu erneuern und sie mit einer neuen Geburt wiederzubeleben.

Dies ist die zweite Geburt, die in den heiligen Schriften erwähnt wird.

Sie geschieht durch die Taufe mit dem Heiligen Geist.

Die Wiedererweckung oder Wiedergeburt des menschlichen Geistes geschieht durch eine tiefere Kenntnis der Liebe Gottes.

Durch die Wirkkraft des Wassers des Lebens.

Dieses Leben und diese Belebung führen zur Erneuerung der materiellen Welt.

Indem der geistige Frühling kommt, die Frühlingsschauer herabregnen, die Sonne der Wahrheit erstrahlt und die Brisen der Vollkommenheit wehen, wird alles vom Leben einer neuen Schöpfung durchdrungen und durch diese Neuerschaffung vervollkommnet.

Denken Sie über den irdischen Frühling nach.

Wenn der Winter kommt, verlieren die Bäume ihre Blätter und die Felder und Wiesen verwelken; die Blumen sterben ab und zerfallen zu Staub.

In den Feldern, Bergen und Gärten bleibt nichts Frisches, keine Schönheit ist sichtbar, kein Grün ist zu sehen.

Alles trägt ein Totengewand.

Wohin Sie auch schauen, sehen Sie die Zeichen von Tod und Verfall.

Aber mit dem Frühling kommen Regenschauer und die Sonne wirft ihr Licht auf Wiesen und Ebenen.

Sie können sehen, wie die Schöpfung in einem neuen Gewand erscheint.

Die Regenfälle erfrischen die Wiesen und lassen sie ergrünen.

Die warmen Brisen sorgen dafür, dass die Bäume sich mit Blättern kleiden.

Sie sind aufgeblüht und werden bald neue, frische und köstliche Früchte hervorbringen.

Alles zeigt sich mit neuem Leben erfüllt.

Eine neue Lebenseinstellung und neuer Geist sind überall erkennbar.

Der Frühling hat alles wieder aufleben lassen und die Erde nach seinem Belieben mit Schönheit geschmückt.
Im geistigen Frühling geschieht das in gleicher Weise.

Wenn die heiligen, göttlichen Manifestationen oder Propheten in der Welt erscheinen, bricht ein strahlender Zyklus an, ein Zeitalter der Barmherzigkeit.

Alles wird erneuert.

Verstand, Herz und alle menschlichen Fähigkeiten werden erneuert, Vervollkommnung wird vorangetrieben, Wissenschaften, Entdeckungen und Forschungen bekommen neue Impulse und alles, was mit menschlichen Tugenden zusammenhängt, wird wiederbelebt.

Betrachten Sie dieses gegenwärtige strahlende Jahrhundert und vergleichen Sie es mit den vergangenen Jahrhunderten.

Welch ein großer Unterschied besteht zwischen ihnen!

Wie sich der Verstand entwickelt hat!

Wie sich die Wahrnehmungsfähigkeit gesteigert hat!

Wie die Zahl der Entdeckungen zugenommen hat!

Welche großartigen Projekte vollendet wurden!

Wie viele Wahrheiten offenkundig wurden!

Wie viele Geheimnisse der Schöpfung erforscht und enträtselt wurden!

Was ist die Ursache dafür?

Es ist die Wirkung des geistigen Frühlings, in dem wir leben.

Tag für Tag gewinnt die Welt eine neue Gabe hinzu.

In diesem strahlenden Jahrhundert haben die alten Bräuche, alte Wissenschaften, Handwerke, Gesetze und Vorschriften keinen Bestand.

Die alten politischen Prinzipien verändern sich, und ein neues Staatswesen befindet sich im Aufbau.

Trotzdem versuchen manche, die in ihrer Denkweise erstarrt und deren Seelen des Lichtes der Sonne der Wahrheit beraubt sind, diese Entwicklung des menschlichen Verstandes aufzuhalten.

Ist das möglich?
Angesichts dieser unverkennbaren, umfassenden Erneuerung, deren Zeuge wir werden, in der die äußeren Lebensumstände der Menschheit einen solchen Anstoß erhalten, das menschliche Leben neu gestaltet wird, Wissenschaften neue Impulse erfahren, Erfindungen und Entdeckungen zunehmen, die bürgerlichen Gesetze einen Wandel durchmachen und die Moralvorstellungen Auftrieb erfahren und verbessert werden – ist es da möglich, dass die geistigen Impulse und Einflüsse nicht erneuert und weiterentwickelt werden? Natürlich müssen sich auch neue geistige Vorstellungen und Neigungen zeigen. Wenn das geistige Leben nicht erneuert wird, welche Früchte bringt dann eine lediglich materielle Entwicklung hervor? Wenn sich etwa der Körper des Menschen weiterentwickelt, sich die Beschaffenheit der Knochen und Sehnen verbessert, die Hand stärker wird, die Funktionalität anderer Glieder und Körperteile zunimmt, aber der Verstand nicht vorankommt, was nützt dann das Übrige? Den entscheidenden Einfluss auf den menschlichen Fortschritt hat der Verstand. Die Welt des Verstandes bedarf der Entwicklung und Verbesserung. Im Reich des menschlichen Geistes muss es eine Erneuerung geben, andernfalls wird die Verbesserung der bloßen körperlichen Struktur keine Erfolge hervorbringen.
In diesem neuen Jahr müssen neue Früchte hervorkommen, denn das ist die Bestimmung und Absicht geistiger Erneuerung. Die Erneuerung des Blattes bringt keine Früchte hervor. Aus der Erneuerung der Rinde oder der Äste wird keine Frucht hervorgehen. Die Erneuerung der Begrünung bringt nichts hervor. Was nützt dann die Erneuerung von Rinde, Blüten, Zweig und Stamm, wenn die Früchte des Baumes nicht erneuert werden? Ein Baum ohne Früchte hat schließlich keinen besonderen Wert. Was nützt gleichsam die Erneuerung des körperlichen Zustands, wenn sie nicht mit geistiger Erneuerung einhergeht? Denn die grundlegende Wirklichkeit ist der Geist, das Fundament ist der Geist, das Leben des Menschen beruht auf dem Geist. Das Glück, die Lebenskraft, die Ausstrahlung, die Herrlichkeit des Menschen – alles ist dem Geist geschuldet. Wenn im Geist keine Erneuerung stattfindet, wird es für das menschliche Dasein keine Auswirkung haben.
Darum müssen wir mit Leib und Seele danach trachten, dass die materielle und körperliche Welt erneuert und die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit geschärft wird, dass der Glanz der Barmherzigkeit sich zeigt und die strahlende Wahrheit aufleuchtet. Dann soll der Stern der Liebe erscheinen und die Menschenwelt erleuchtet werden. Dahinter steht das Prinzip, dass der Fortschritt der Welt des Seins von Erneuerung abhängt – ohne diese wird sie wie tot sein. Bedenken Sie: Wenn kein neuer Frühling erschiene, wie würde sich das auf diesen Planeten, die Erde, auswirken? Zweifellos verödete sie und alles Leben würde ausgelöscht. Die Erde braucht die jährliche Wiederkehr des Frühlings. Es ist notwendig, dass neuer Segen erscheint. Bliebe er aus, würde alles Leben vergehen. Genauso benötigt auch die Geisteswelt neues Leben, die Verstandeswelt neue Einstellungen und neue Entwicklungen, die Welt der Seelen neuen Segen, die Welt der Ethik eine Erneuerung und die Welt des göttlichen Glanzes immer wieder neue Gaben. Ohne diese Auffrischung würde das Leben in der Welt vernichtet und ausgelöscht werden. Wenn dieser Raum nicht belüftet und mit frischer Luft versorgt wird, kann man nach einiger Zeit nicht mehr atmen. Wenn kein Regen mehr fällt, gehen alle Lebewesen zugrunde. Wenn kein neues Licht kommt, wird tödliche Dunkelheit die Erde einhüllen. Wenn kein neuer Frühling kommt, wird das Leben auf diesem Globus ausgelöscht werden.
Darum müssen die Gedanken edel und die Ideale erhaben sein, um die Menschenwelt auf den Wegen der Erneuerung zu unterstützen.

Wenn diese Erneuerung alle Bereiche erfasst, dann wird der Tag des Herrn kommen, von dem alle Propheten gesprochen haben.

Das ist der Tag, an dem die ganze Welt erneuert wird.

Überlegen Sie:

Können die Gesetze vergangener Zeiten auf die gegenwärtigen menschlichen Lebensbedingungen angewendet werden?

Offensichtlich können sie es nicht.

Beispielsweise haben die Gesetze früherer Jahrhunderte despotische Regierungsformen zugelassen.

Eignen sich die Gesetze einer despotischen Herrschaft für die heutigen Lebensbedingungen?

Wie könnten sie angewendet werden, um Probleme moderner Nationen zu lösen?

Desgleichen stellt sich die Frage:

Welchen Nutzen brächten uns heute alte Denkweisen, primitive Kunst und Handwerk, unzulängliche wissenschaftliche Erkenntnisse?

Würden die landwirtschaftlichen Methoden alter Zeiten im zwanzigsten Jahrhundert genügen?

Der Transport war in vergangenen Zeitaltern beschränkt auf die Beförderung durch Tiere.

Wie könnte das heutzutage den menschlichen Bedarf decken?

Wären die Transportmöglichkeiten nicht weiterentwickelt worden, würden heute Millionen von Menschen verhungern.

Ohne Eisenbahn und schnelle Dampfschiffe wäre die heutige Welt so gut wie tot.

Wie könnten große Städte wie New York oder London überleben, wenn sie von veralteten Transportmitteln abhingen?

Das gilt auch für andere Dinge, die entsprechend den heutigen Erfordernissen weiterentwickelt wurden.

Wären sie nicht verbessert worden, fände der Mensch kein Auskommen.
Wenn Weiterentwicklung in materiellen Zusammenhängen derart notwendig ist, wie viel größer ist dann der Bedarf in der menschlichen Geisteswelt, der Welt der Gedanken, der Wahrnehmung, der Tugenden und Gottesgaben! Ist es möglich, dass sich dieser Bedarf nicht verändert hat, während sich die Welt in jedem anderen Bereich weiterentwickelt hat? Das ist unmöglich.
Deshalb müssen wir Gott anrufen und anflehen und mit größtem Bemühen danach streben, dass die Welt des menschlichen Daseins auf all ihren Stufen einen mächtigen Impuls erhält, vollständiges menschliches Glück erreicht wird und alle Seelen und Geschöpfe durch die grenzenlose Gunst der Barmherzigkeit Gottes auferstehen.

– 95 –

26. August 1912
Ansprache im Franklin Square House Boston, Massachusetts
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Zu den Lehren Bahá'u'lláhs gehört das Prinzip der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Bahá'u'lláh hat gesagt, dass beide zur Menschheit gehören und vor Gott ebenbürtig sind, denn sie ergänzen einander im göttlichen Schöpfungsplan. Vor Gott liegt der einzige Unterschied in der Reinheit und Rechtschaffenheit ihrer Taten und Handlungen, denn Gott bevorzugt den, der dem geistigen Ebenbild des Schöpfers am nächsten kommt. In den Reichen aller Lebewesen unterscheiden sich die Geschlechter hinsichtlich ihrer Aufgaben, aber weder das männliche noch das weibliche Geschlecht wird bevorzugt oder hervorgehoben. Im Tierreich gibt es unterschiedliche Geschlechter, aber die Rechte sind gleich und ohne Unterschied. Auch im Pflanzenreich finden wir Geschlechter, aber offensichtlich sind die Aufgaben und Rechte gleichwertig. Da in diesen Reichen niedrigerer Intelligenz eine Unterscheidung und Bevorzugung aufgrund des Geschlechts nicht vorkommen, ist es da der höheren Stufe des Menschen angemessen, dass er eine solche Unterscheidung und Bewertung vornimmt, wenn erwiesenermaßen in der Schöpfungsordnung nichts auf eine Unterscheidung hinweist?
In der Antike und im Mittelalter war die Frau dem Mann völlig untergeordnet. Die Ursache dafür, sie als minderwertig einzuschätzen, war ihr Mangel an Bildung. Das Leben und die Gedankenwelt einer Frau waren auf den Haushalt beschränkt. Dies wird sogar in den Briefen des Heiligen Paulus erwähnt. In späteren Jahrhunderten nahmen der Handlungsspielraum und die Möglichkeiten im Leben einer Frau zu. Ihr Verstand konnte sich entfalten und entwickeln. Ihre Auffassungsgabe erwachte und vertiefte sich. Es stellte sich die Frage: Warum sollte die Frau in ihrer geistigen Entwicklung zurückbleiben? Wissenschaft ist lobenswert – egal, ob die Forschung durch den Verstand eines Mannes oder einer Frau erfolgt. So machte die Frau nach und nach Fortschritte und bewies zunehmend, dass sie die gleichen Fähigkeiten wie der Mann besitzt – sei es in der wissenschaftlichen Forschung, in der Politik oder in irgendeinem anderen Bereich menschlichen Wirkens. Die Schlussfolgerung daraus ist offensichtlich: Die Frau wurde durch einen Mangel an Bildung und Möglichkeiten zur intellektuellen Entwicklung abgehängt. Mit den gleichen Bildungschancen und dem gleichen Bildungsweg würde sie die gleichen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln.
Manche behaupten, dass die Frau von Natur aus nicht mit den gleichen Fähigkeiten ausgestattet ist wie der Mann; dass sie dem Manne intellektuell unterlegen ist, weniger Willenskraft besitzt und nicht seinen Mut hat.

Diese Annahme wird durch die Geschichte und dokumentierte Fakten vollständig widerlegt.

Es gab überaus fähige und zielstrebige Frauen, den Männern an Intellekt und Mut ebenbürtig.

Zenobia war die Frau des Generalgouverneurs von Athen.

Ihr Ehemann starb, und wie die russische Zarin Katharina erwies sie sich als äußerst befähigt bei der Verwaltung öffentlicher Angelegenheiten.

Die römische Regierung ernannte sie zur Nachfolgerin ihres Mannes.

Später eroberte sie Syrien, führte einen erfolgreichen Feldzug in Ägypten und baute eine bemerkenswerte Staatsmacht auf.

Unter der Leitung hochrangiger Kommandeure schickte Rom eine Armee gegen sie aus.

Als die beiden Streitkräfte in der Schlacht aufeinandertrafen, kleidete sich Zenobia in ein prachtvolles Gewand, setzte sich die Krone ihres Reiches aufs Haupt, ritt an der Spitze ihrer Armee voran und besiegte die römischen Legionen so vollständig, dass sie sich nicht wieder neu formieren konnten.

Der Kaiser von Rom selbst übernahm das Kommando der nächsten Armee von hunderttausend Soldaten und marschierte in Syrien ein.

Zu der Zeit befand sich Rom auf dem Höhepunkt seiner Größe und war die stärkste Militärmacht der Welt.

Zenobia zog sich mit ihren Streitkräften nach Palmyra zurück und befestigte die Stadt, um einer Belagerung standzuhalten.

Nach zwei Jahren schnitt der römische Kaiser sie von jedem Nachschub ab, und sie war gezwungen, sich zu ergeben.
Die Römer kehrten in einem Triumphzug in ihr eigenes Land zurück. Sie zogen mit Pomp und Pracht in Rom ein, angeführt von afrikanischen Elefanten. Nach den Elefanten kamen Löwen, dann Tiger, Bären und Affen und nach den Affen Zenobia – barfuß laufend, eine goldene Kette um den Hals und eine Krone in der Hand, würdevoll, majestätisch, königlich und mutig, trotz ihres Untergangs und ihrer Niederlage.
Unter den herausragenden Frauen der Geschichte war Kleopatra, die Königin von Ägypten, die ihr Königreich lange Zeit gegen die Armeen Roms verteidigte. Katharina, die Frau von Peter dem Großen, bewies während des Krieges zwischen Russland und Muḥammad Páshá Mut und militärstrategisches Können auf höchstem Niveau. Als die Lage Russlands hoffnungslos schien, nahm sie ihre Juwelen und trat vor den türkischen Sieger, bot sie ihm an und kämpfte mit so überzeugendem Geschick und Diplomatie um Gerechtigkeit für ihr Land, dass Frieden geschlossen wurde.
Victoria, die Königin von England, übertraf alle Könige Europas deutlich in Bezug auf Fähigkeiten, Gerechtigkeit und unparteiischer Verwaltung. Während ihrer langen und brillanten Regierungszeit wurde das britische Empire aufgrund ihrer politischen Klugheit, ihrer Geschicklichkeit und Weitsicht enorm erweitert und reicher.
Die Religionsgeschichte liefert ebenfalls beredte Beispiele für die Fähigkeit der Frau in Zeiten großer Schwierigkeiten und Not. Die Eroberung des Heiligen Landes durch die Israeliten nach vierzigjähriger Wanderung durch die Wüste und Wildnis Judäas wurde durch die Strategie und List einer Frau erreicht.
Nach dem Märtyrertod Christi, Ehre sei Ihm, waren die Jünger sehr verstört und entmutigt. Sogar Petrus hatte Christus verleugnet und versucht, sich von Ihm loszusagen. Es war eine Frau, Maria Magdalena, die die schwankenden Jünger in ihrem Glauben stärkte, indem sie sagte: »War es der Leib Christi oder die Wahrheit Christi, die ihr am Kreuz gesehen habt? Gewiss war es Sein Leib. Seine Wahrheit ist ewig und besteht fort, denn sie hat weder Anfang noch Ende. Warum seid ihr also verunsichert und entmutigt? Christus hat immer davon gesprochen, dass Er gekreuzigt werden würde.« Maria Magdalena war nur eine Dorfbewohnerin, eine Bäuerin; dennoch wurde sie zum Mittel des Trostes und der Ermutigung für die Jünger Christi.
In der Sache Bahá'u'lláhs gab es Frauen, die den Männern an Erleuchtung, Verstand, göttlichen Tugenden und Gottergebenheit überlegen waren. Unter ihnen war Qurratu'l-'Ayn. Wenn sie sprach, hörten ihr die gelehrtesten Männer ehrfürchtig zu. Sie waren in ihrer Gegenwart äußerst respektvoll und niemand wagte es, ihr zu widersprechen. Unter den heutigen Bahá'í-Frauen in Persien sind Rawḥáníyyih Bushrú'í und andere, die mit Wissen, unbesiegbarer Standhaftigkeit, Mut, Tugend und Willenskraft begabt sind. Sie sind Männern überlegen und in ganz Persien bekannt.
Kurz gesagt, die Geschichte zeigt, dass es in den letzten Jahrhunderten sowohl großartige Frauen als auch großartige Männer gegeben hat. Im Allgemeinen wurden Frauen jedoch aufgrund fehlender Bildungsmöglichkeiten eingeschränkt und der Möglichkeit beraubt, zu gut qualifizierten Vertreterinnen der Menschheit zu werden. Wenn sie die Möglichkeit für eine Ausbildung bekamen, zeigten sie die gleichen Fähigkeiten wie Männer. Einige Philosophen und Schriftsteller betrachteten die Frau als von Natur aus und schöpfungsbedingt dem Mann unterlegen und argumentierten, das Gehirn des Mannes sei größer und schwerer als das der Frau. Das ist jedoch ein schwacher und fehlerhafter Beweis, da häufig ein kleines Gehirn mit einem überlegenen Intellekt einhergeht und große Gehirne bei Unwissenden und sogar bei Geisteskranken gefunden werden können. Die Wahrheit ist, dass Gott die ganze Menschheit mit Intelligenz und Auffassungsvermögen ausgestattet hat und alle als Seine Diener und Kinder anerkennt. Daher gibt es im Plan und in der Wertschätzung Gottes keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Eine Seele, die reine Taten und geistige Tugenden aufweist, ist in Seinen Augen von größtem Wert und steht Ihm durch ihre Errungenschaften näher.
In diesem strahlenden Jahrhundert wurde die Wahrheit der Dinge offenbart, und was wahr ist, muss zutage treten.

Zu dieser Wahrheit gehört das Prinzip der Gleichberechtigung von Mann und Frau – gleiche Rechte und Vorrechte in allen menschlichen Angelegenheiten.

Bahá'u'lláh verkündete diese Wahrheit vor über fünfzig Jahren.

Aber obwohl dieses Prinzip der Gleichberechtigung wahr ist, ist es gleichermaßen wahr, dass die Frau ihre Befähigung und ihr Geschick beweisen und den Beweis ihrer Gleichberechtigung erbringen muss.

Sie muss die Künste und Wissenschaften beherrschen und durch ihre Leistungen beweisen, dass ihre Fähigkeiten und Kräfte nur verborgen gewesen waren.

Machtdemonstrationen, wie sie jetzt in England stattfinden, sind für die Sache der Frauen und für ihre Gleichberechtigung weder angemessen noch wirkungsvoll.

Die Frau muss ihre Energien und Fähigkeiten besonders auf die industriellen und landwirtschaftlichen Wissensgebiete richten, um die Menschheit bei dem zu unterstützen, was am dringendsten gebraucht wird.

Dadurch wird die Frau ihr Können beweisen und erreichen, dass ihre Gleichberechtigung auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet anerkannt wird.

Zweifellos wird Gott sie in ihren Bemühungen und Bestrebungen unterstützen, denn in diesem strahlenden Jahrhundert hat Bahá'u'lláh die Wahrheit der Einheit der Menschheit verkündet und erklärt, dass alle Nationen, Völker und Ethnien eins sind.

Er hat gezeigt, dass Individuen sich zwar in ihrer Entwicklung und Befähigung unterscheiden können, aber als Menschen im Kern und ihrem Wesen gleich sind, genauso wie es unzählige unterschiedliche Meereswellen gibt, aber die Wirklichkeit des Meeres nur eine ist.

Die Vielfalt der Menschheit kann mit den Wellen verglichen werden, aber die Wirklichkeit der Menschheit ist wie das Meer selbst.

Alle Wellen bestehen aus dem gleichen Wasser, alle sind die Wellen des einen Ozeans.
Daher bemühen Sie sich, der Menschheit zu zeigen, dass Frauen äußerst fähig und tüchtig sind, ihre Herzen zärtlicher und empfänglicher als Männerherzen, dass sie menschenfreundlicher sind und den Armen und Notleidenden mehr Verständnis entgegenbringen, dass sie unnachgiebig den Krieg ablehnen und den Frieden lieben. Bemühen Sie sich, dass das Ideal des Weltfriedens durch die Anstrengungen der Frauen verwirklicht wird, denn der Mann neigt mehr zum Krieg als die Frau; ein wirklicher Beweis für die Überlegenheit der Frau wird ihr Einsatz und ihr Erfolg bei der Verwirklichung des Weltfriedens sein.

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27. August 1912
Ansprache im Metaphysical Club Boston, Massachusetts
Aufzeichnungen von Edna McKinney
In den Gesichtern der Anwesenden sehe ich den Ausdruck von Nachdenklichkeit und Weisheit. Darum möchte ich über ein Thema sprechen, das eine der göttlichen Fragen betrifft, eine Frage von religiöser und metaphysischer Bedeutung, nämlich die kontinuierlich fortschreitende Bewegung der Elementarteilchen durch die verschiedenen Stufen der Erscheinungen und die Reiche des Seins. Es wird deutlich gezeigt werden, dass der Ursprung und die Wirkung der Erscheinungen identisch sind und dass es eine wesenhafte Einheit in allen bestehenden Dingen gibt. Dies ist ein komplexer Grundsatz innerhalb der göttlichen Philosophie, der einer näheren Analyse und Aufmerksamkeit bedarf.
Die Elementarteilchen, aus denen sich alle Erscheinungsformen in diesem unbegrenzten Universum zusammensetzen, sind in fortwährender Bewegung und durchlaufen immer wieder neue Stufen des Fortschritts. Denken wir etwa an ein Teilchen im Mineralreich, das zum Pflanzenreich aufsteigt, indem es in die Zusammensetzung und die Fasern eines Baumes oder einer Pflanze eingeht. Von dort wird es aufgenommen und ins Tierreich überführt und schließlich wird es – durch die Gesetzmäßigkeiten und Abläufe der Zusammensetzung – zu einem Bestandteil des menschlichen Körpers. Das heißt, es hat die Zwischenstufen in der Erscheinungswelt durchlaufen und ist auf seiner Reise Teil der Zusammensetzung verschiedener Organismen geworden. Diese Bewegung, diese Übertragungen von einer Stufe zur nächsten, ist fortschreitend und fortwährend, denn nach dem Zerfall des menschlichen Leibes, in den es eingetreten war, kehrt es ins Mineralreich zurück, aus dem es gekommen ist, und wird, wie zuvor beschrieben, weiter durch die Erscheinungswelten ziehen. Dieses Beispiel zeigt, dass die Elementarteilchen, aus denen sich alle Dinge zusammensetzen, nach und nach durch alle Reiche der Materie geleitet und bewegt werden.
Bei seiner unaufhörlichen Entwicklung und Bewegung übernimmt das Teilchen die Eigenschaften und Kräfte jeder Stufe, jedes Reiches, das es passiert. Auf der Stufe des Minerals besaß es mineralische Bindungen; im Pflanzenreich zeigte es Vermehrungsfähigkeit und Wachstumsvermögen; im tierischen Organismus brachte es die Intelligenz dieser Stufe zum Ausdruck; und im Menschenreich war es mit menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten ausgestattet.
Darüber hinaus gibt es unendlich viele Formen und Organismen in der Erscheinungswelt und im Dasein eines jeden Reiches des Universums.

So gibt es etwa im Pflanzenreich eine unendliche Vielfalt von Arten und materiellen Strukturen – vielfältig und unterschiedlich, keine zwei in der Zusammensetzung und im Detail genau gleich –, denn es gibt in der Natur keine Wiederholung; und die Vermehrungsfähigkeit kann nicht auf irgendein bestimmtes Bild oder eine bestimmte Gestalt begrenzt werden.

Jedes Blatt hat seine eigene besondere Identität – sozusagen seine eigene Individualität als Blatt.

Als Bestandteil einer organischen Verbindung wird somit jedes der unzähligen Elementarteilchen auf seinem fortgesetzten Weg durch die Reiche des Seins nicht nur von den Kräften und Vorzügen der durchquerten Reiche durchdrungen, sondern spiegelt auch die Merkmale und Eigenschaften der Lebensformen und Organismen dieser Reiche wider.

Da jede dieser Lebensformen ihre individuelle und besondere Eigenschaft besitzt, hat jedes Elementarteilchen des Universums die Möglichkeit, eine unendliche Vielfalt dieser einzelnen Eigenschaften auszudrücken.

Diese Möglichkeit oder Freiheit, sich auszudrücken, bleibt keinem Teilchen vorenthalten.

Man kann auch nicht sagen, dass irgendeinem Teilchen die Chancengleichheit mit anderen Teilchen verwehrt wird; nein, alle sind berechtigt, die Vorzüge dieser Reiche zu besitzen und die Eigenschaften ihrer Organismen zum Ausdruck zu bringen.

Bei den verschiedenen Umformungen oder Übergängen von Reich zu Reich sind die Eigenschaften, die die Teilchen auf jeder Stufe zeigen, eine Besonderheit der jeweiligen Stufe.

So stellt etwa ein Teilchen in der Mineralwelt keine pflanzliche Lebensform, keinen pflanzlichen Organismus dar, und wenn es durch den Prozess der Umgestaltung die Eigenschaften der pflanzlichen Stufe annimmt, spiegelt es nicht die Eigenschaften von tierischen Organismen wider und so weiter.
Es ist also offensichtlich, dass jedes Elementarteilchen im Universum die Fähigkeit besitzt, alle Eigenschaften des Universums auszudrücken.

Dies ist eine tiefgründige und abstrakte Betrachtung.

Denken Sie darüber nach, denn darin liegt die wahre Begründung für den Pantheismus.

Aus dieser Perspektive betrachtet ist der Pantheismus eine Wahrheit, denn jedes Elementarteilchen im Universum besitzt oder reflektiert alle Qualitäten des Lebens, die sich durch Wandel und Umgestaltung manifestieren.

Deshalb ist der Ursprung und das Ziel aller Erscheinungsformen wirklich der allgegenwärtige Gott; denn die Wirklichkeit aller Erscheinungsformen des Daseins besteht durch Ihn.

Es gibt weder Wahrheit noch die Erscheinungsformen der Wirklichkeit ohne das Wirken Gottes.

Das Dasein wird durch die Freigebigkeit Gottes ermöglicht und verwirklicht, so wie der Strahl oder die Flamme, die von dieser Lampe ausgehen, durch die Freigebigkeit der Lampe entstehen, aus der sie hervorgehen.

So werden alle Erscheinungen durch die göttlichen Gaben hervorgebracht, und die Erklärung der wahren pantheistischen Aussage, des pantheistischen Prinzips ist, dass die Erscheinungsformen des Universums durch die eine Kraft zustande kommen, die alle Dinge belebt und beherrscht, und dass alle Dinge nur die Manifestationen ihrer Energie und ihrer Gaben sind.

Die Eigenschaften des Lebens und des Daseins kommen durch keine andere Wirkkraft zustande.

So ist in den Worten Bahá'u'lláhs die erste Lehre die Einheit der Menschheit.
Wenn ein vergeistigter und einsichtsvoller Mensch die Menschheit betrachtet, wird er feststellen, dass das Licht göttlicher Gaben die ganze Menschheit erleuchtet, so wie das Licht der Sonne seinen Glanz auf alle existierenden Dinge ergießt. Alle Erscheinungsformen des materiellen Daseins werden durch die Sonnenstrahlen sichtbar. Ohne Licht wäre nichts sichtbar. In ähnlicher Weise erhalten alle Erscheinungsformen der inneren Wirklichkeitswelt die Gaben Gottes aus der Quelle göttlicher Freigebigkeit. Diese menschliche Ebene, dieses menschliche Reich, ist eine Schöpfung, und alle Seelen sind die Zeichen und Spuren der göttlichen Freigebigkeit. Auf dieser Ebene gibt es keine Ausnahme, alle haben ihre Gaben durch die himmlische Freigebigkeit empfangen. Können Sie eine Seele finden, die der Nähe Gottes beraubt ist? Können Sie eine finden, die Gott ihrer täglichen Versorgung beraubt hat? Das ist unmöglich. Gott ist zu allen freundlich und liebevoll, und alle sind Ausdruck der göttlichen Freigebigkeit. Dies ist die Einheit der Menschheit.
Aber einige Seelen sind schwach. Wir müssen uns bemühen, sie zu stärken. Einige sind unwissend und kennen die Gaben Gottes nicht; wir müssen uns anstrengen, ihnen Wissen zu vermitteln. Manche sind krank; wir müssen versuchen, ihre Gesundheit wiederherzustellen. Einige sind unreif wie Kinder. Sie müssen geschult und unterstützt werden, um zur Reife zu gelangen. Wir pflegen die Kranken mit Zärtlichkeit und im gütigen Geist der Liebe. Wir verachten sie nicht, weil sie krank sind. Darum müssen wir äußerste Geduld, Einfühlungsvermögen und Liebe gegenüber der ganzen Menschheit hegen und dürfen keine Seele als verworfen ansehen. Wenn wir eine Seele als verworfen ansehen, gehorchen wir den Lehren Gottes nicht. Gott liebt alle. Sollen wir zu irgendjemandem ungerecht oder unfreundlich sein? Wäre das zulässig vor Gott? Gott sorgt für alle. Geziemt es uns, den Strom Seiner barmherzigen Fürsorge für die Menschheit aufzuhalten? Gott hat alle nach Seinem Ebenbild erschaffen. Sollen wir Seinen Geschöpfen und Dienern mit Hass begegnen? Dies stünde im Gegensatz zum Willen Gottes und entspräche dem Willen Satans, womit die angeborenen Neigungen der niederen Natur gemein sind. Diese niedere Natur des Menschen wird durch Satan symbolisiert – sprich, das schädliche Ego in uns, keine Verkörperung des Bösen außerhalb.
Bahá'u'lláh lehrt, dass die Grundlagen der göttlichen Religion auf einer einzigen Wahrheit beruhen, die keine Vielzahl oder Spaltung zulässt. Gebote und Lehren Gottes bilden also eine Einheit. Religiöse Meinungsverschiedenheiten und Spaltungen existieren in der Welt, weil überlieferte Muster blind nachgeahmt werden, ohne Kenntnis oder Erforschung der allen Religionen zugrunde liegenden göttlichen Wahrheit. Da es unterschiedliche Nachahmungen der althergebrachten Muster gibt, sind Meinungsverschiedenheiten zwischen den Religionsanhängern entstanden. Daher ist es notwendig, die Menschheit von dieser Unterordnung unter blinde Glaubenssätze zu befreien, indem man sie auf den Weg zur Wahrheit führt, der einzigen Grundlage der Einheit.
Bahá'u'lláh sagt, dass Religion zu Liebe und Einheit führen muss. Wenn sie sich als Quelle von Hass und Feindschaft erweist, wäre es vorzuziehen, es gäbe sie nicht, denn Wille und Gesetz Gottes ist Liebe, und Liebe ist das Band zwischen den menschlichen Herzen. Die Religion ist das Licht der Welt. Wenn sie durch menschliches Unverständnis und Unwissen zur Ursache der Finsternis gemacht wird, wäre es besser, ohne sie zu sein.
Religion muss mit Wissenschaft und Vernunft übereinstimmen – sonst ist sie Aberglaube. Gott hat den Menschen erschaffen, damit er die Wirklichkeit des Seins zu erkennen vermag, und hat ihm Geist und Verstand verliehen, die Wahrheit zu entdecken. Deshalb müssen wissenschaftliche Erkenntnisse und religiöser Glaube der Überprüfung durch diese gottgegebene Fähigkeit des Menschen standhalten.
Vorurteile aller Art – ob religiös, rassistisch, patriotisch oder politisch – zerstören die göttlichen Grundlagen im Menschen. Alle Kriege und alles Blutvergießen in der Geschichte der Menschheit entstanden aufgrund von Vorurteilen. Diese Erde ist eine Wohnstatt und ein Heimatland. Gott hat die Menschheit mit gleichen Gaben und Rechten zum Leben auf dieser Erde erschaffen. So, wie eine Stadt der Wohnort für all ihre Einwohner ist, obwohl jeder sein eigenes Heim darin hat, so ist die Erdoberfläche ein weites Heimatland, ein Wohnort für die ganze Menschheitsfamilie. Rassistische Vorurteile oder die Aufteilung in Nationen wie die französische, deutsche, amerikanische usw. sind unnatürlich und entspringen menschlichen Beweggründen und Unwissenheit. Alle sind die Kinder und Diener Gottes. Warum sollten wir durch künstliche und eingebildete Grenzen getrennt sein? Im Tierreich scharen sich die Tauben in Harmonie und Eintracht zusammen. Sie haben keine Vorurteile. Wir sind Menschen und deutlich intelligenter. Ist es angemessen, dass niedere Geschöpfe Eigenschaften aufweisen, die im Menschen nicht zum Ausdruck kommen?
Bahá'u'lláh hat die Grundlage des Weltfriedens dargelegt und verkündet. Seit Jahrtausenden sind Männer und Nationen in die Schlacht gezogen, um so ihre Differenzen auszutragen. Die Ursache dafür waren Unwissenheit und Rückständigkeit. Preis sei Gott! In diesem strahlenden Jahrhundert hat sich der Verstand entwickelt, das Wahrnehmungsvermögen ist schärfer geworden, die Augen sind erleuchtet und die Ohren aufmerksam. Daher wird es unmöglich werden, weiterhin Krieg zu führen. Denken Sie an die menschliche Unwissenheit und Widersprüchlichkeit. Ein Mann, der einen anderen Mann erschlägt, wird mit dem Tode bestraft, aber ein Militärführer, der hunderttausend seiner Mitgeschöpfe umbringt, wird als Held unsterblich. Ein Mann stiehlt einen kleinen Geldbetrag und wird als Dieb eingesperrt. Ein anderer plündert ein ganzes Land und wird als Patriot und Eroberer geehrt. Eine einzige Lüge bringt Vorwurf und Tadel mit sich, aber die Arglist von Politikern und Diplomaten erregt die Bewunderung und das Lob einer Nation. Denken Sie an die Unwissenheit und Widersprüchlichkeit der Menschheit. Wie finster und grausam sind die Instinkte der Menschen!
Bahá'u'lláh verkündete, dass die Menschenwelt, ganz gleich wie weit sie in der materiellen Zivilisation auch voranschreitet, dennoch der geistigen Werte und der Gaben Gottes bedarf.

Der Geist des Menschen wird nicht durch materielle Dinge erleuchtet und angeregt.

Er wird nicht durch die Erforschung materieller Phänomene belebt.

Der Geist des Menschen braucht den Schutz des Heiligen Geistes.

So, wie er in fortschreitenden Stufen von der rein körperlichen Welt hin zur geistigen Welt aufsteigt, so muss er sich auch in moralischen Eigenschaften und geistiger Anmut weiterentwickeln.

Für diesen Entwicklungsprozess bedarf er immer der Gaben des Heiligen Geistes.

Die materielle Entwicklung mag mit einem Lampenglas verglichen werden, während göttliche Tugenden und geistige Aufnahmefähigkeit das Licht im Glas sind.

Das Lampenglas ist wertlos ohne das Licht; und so benötigt auch der Mensch in seinem materiellen Zustand die Ausstrahlung und Belebung durch göttliche Gnade und Barmherzigkeit.

Ohne die Gegenwart des Heiligen Geistes ist er leblos.

Obgleich körperlich und intellektuell lebendig, ist er doch geistig tot.

Christus verkündete:

»Was aus dem Fleisch geboren wird, ist Fleisch; und das, was aus dem Geist geboren wird, ist Geist«.

Das bedeutet, dass der Mensch wiedergeboren werden muss.

So, wie der Säugling in das Licht der irdischen Welt hineingeboren wird, so muss der körperliche und vernunftbegabte Mensch in das Licht der göttlichen Welt hineingeboren werden.

Im Mutterleib war sich das ungeborene Kind der physischen Welt um sich herum gar nicht bewusst, aber nach der Geburt erblickte es die Wunder und Schönheiten eines neuen Reiches des Lebens und Seins.

In der Welt des Mutterleibes war es gänzlich unwissend und unfähig, sich diese neue Umgebung vorzustellen, aber nachdem es auf die Welt gekommen ist, entdeckt es die strahlende Sonne, Bäume, Blumen und eine grenzenlose Fülle von Segnungen und Gaben, die es erwarteten.

In der Menschenwelt ist der Mensch an die Natur gebunden und kennt die göttliche Welt nicht, bis er durch den Odem des Heiligen Geistes aus den körperlichen Begrenzungen und Entbehrungen befreit wird.

Dann erblickt er die Wirklichkeit des geistigen Reiches und erkennt die engen Grenzen der Menschenwelt und wird sich der unbegrenzten und unendlichen Herrlichkeiten der Welt Gottes bewusst.

Deshalb gilt:

Wie sehr sich der Mensch auf der Ebene des Körpers und des Verstandes auch weiterentwickeln mag, braucht er doch immer die grenzenlosen Kräfte des Göttlichen, den Schutz des Heiligen Geistes und die Gegenwart Gottes.

– 97 –

29. August 1912
Ansprache im Haus von Madame Morey 34 Hillside Avenue, Malden, Massachusetts
Aufzeichnungen von Edna McKinney
In den Büchern der Propheten finden sich bestimmte frohe Botschaften, deren Wahrheitsgehalt über jeden Zweifel erhaben ist.

Schon immer war der Osten Aufgangsort für die Sonne der Wahrheit.

Alle Propheten Gottes sind dort erschienen.

Im Osten wurden die Religionen Gottes verkündet, von dort aus wurden die Lehren Gottes verbreitet und dort wurde das Gesetz Gottes gestiftet.

Der Orient war immer schon der Mittelpunkt des Lichtes.

Der Westen erlangte Erleuchtung vom Osten, aber in mancher Hinsicht strahlte das Licht im Okzident heller auf.

Dies trifft besonders auf das Christentum zu.

Christus erschien in Palästina, und Seine Lehre wurde dort gestiftet.

Während die Tore des Gottesreiches in jenem Land geöffnet und die göttlichen Gaben aus seiner Mitte heraus verbreitet wurden, nahmen die Völker des Westens das Christentum bereitwilliger an und verkündeten es umfassender als jene des Ostens.

Die Sonne der Wahrheit schien vom Horizont des Ostens, doch ihre Wärme und ihr Licht leuchten am stärksten im Westen, wo das strahlende Banner Christi gehisst wurde.

Ich hege große Hoffnung, dass das Licht, das Bahá'u'lláh brachte, auch in diesen westlichen Regionen vollständig zur Geltung kommt, denn die Lehren Bahá'u'lláhs sind genau das, was die Menschen hier in ihrer Situation brauchen.

Die westlichen Nationen besitzen die Fähigkeit, die schlüssigen und unvergleichlichen Aussagen Bahá'u'lláhs zu verstehen und zu erkennen, dass der Kern der Lehren aller früheren Propheten in Seinen Worten zu finden ist.
Bahá'u'lláh hat die Lehren Christi verbreitet und zusätzliche neue Lehren offenbart, die für den gegenwärtigen Zustand der Welt angemessen sind. Durch die Kraft und den Schutz des Heiligen Geistes hat Er die Völker des Ostens unterwiesen, die Menschenseelen verbunden und die Grundlagen der internationalen Einheit geschaffen.
Durch die Macht Seiner Worte wurden die Herzen der Angehörigen aller Religionen in Einklang gebracht. Zum Beispiel gibt es unter den Bahá'í in Persien Christen, Muslime, Zoroastrier, Juden und viele andere Anhänger unterschiedlicher Konfessionen und Überzeugungen, die in der Sache Bahá'u'lláhs in Einheit und Liebe zusammengebracht wurden. Waren diese Völker früher verfeindet, zerstritten, voller Hass und Bitterkeit gegeneinander, blutrünstig und räuberisch gesinnt, weil sie glaubten, durch Anfeindungen und Angriffe das Wohlgefallen Gottes zu erlangen, so sind sie jetzt liebevoll und von strahlender Begeisterung für Freundschaft und Verbundenheit erfüllt; ihr Ziel ist der Dienst an der Menschenwelt, die Förderung des Weltfriedens, die Vereinigung der göttlichen Religionen und Taten umfassender Menschenliebe. Ihre Worte und Taten beweisen die Wahrheit Bahá'u'lláhs.
Denkt an die Feindschaft und den Hass zwischen den verschiedenen Nationen der Welt.

Welche Uneinigkeit und Feindschaft entstehen, wie viel Krieg und Streit, wie viel Blutvergießen, welche Ungerechtigkeit und Tyrannei!

Gerade jetzt herrscht in der Osttürkei Krieg, ebenso zwischen der Türkei und Italien.

Völker gehen völlig auf in Eroberungen und Blutvergießen, werden von religiösem Hass getrieben und trachten nach dem Wohlgefallen Gottes, indem sie jene umbringen und vernichten, die sie in ihrer Blindheit als Feinde erachten.

Wie unwissend sind sie!

Was von Gott verboten wurde, erachten sie als annehmbar vor Ihm.

Gott ist Liebe; Gott trachtet nach Verbundenheit, Reinheit, Heiligkeit und Langmut; dies sind die Attribute des Göttlichen.

Diese kriegerischen, wutentbrannten Völker haben sich gegen das Göttliche erhoben und bilden sich ein, Gott zu dienen.

Was für eine grobe Unwissenheit!

Welche Ungerechtigkeit, Blindheit und Uneinsichtigkeit!

Kurz gesagt:

Wir müssen mit Herz und Seele danach streben, dass diese Finsternis der bedingten Welt zerstreut wird, das Licht des Königreiches über alle Horizonte strahlt, die Menschenwelt erleuchtet wird, das Bild Gottes im Spiegel des Menschen erscheint, das Gesetz Gottes fest gegründet wird und alle Weltgegenden in den Genuss von Frieden, Wohlergehen und Ruhe unter dem gerechten Schutz Gottes kommen.

Meine Ermahnung an euch ist dies:

Seid freundlich zu allen Völkern, liebt die Menschheit und betrachtet alle Menschen als eure Verwandten und als Diener Gottes, des Höchsten.

Strebt Tag und Nacht danach, dass Feindschaft und Streit aus den Herzen der Menschen verschwinden, dass alle Religionen sich versöhnen und die Völker einander lieben, sodass kein rassistisches, religiöses oder politisches Vorurteil bleibe und die Menschenwelt Gott als den Anfang und das Ende allen Seins erkenne.

Gott hat alle erschaffen, und alle kehren zu Gott zurück.

Liebt darum die Menschheit von ganzem Herzen und ganzer Seele.

Wenn ihr einem Armen begegnet, helft ihm; wenn ihr einen Kranken seht, heilt ihn; beruhigt den Verängstigten; macht den Furchtsamen mutig und tapfer, unterweist den Unwissenden, gesellt euch zu dem Fremden.

Nehmt euch Gott zum Vorbild.

Bedenkt, wie freundlich, wie liebevoll Er mit allen umgeht und folgt Seinem Beispiel.

Ihr müsst die Menschen nach göttlichen Grundsätzen behandeln – mit anderen Worten:

Behandelt sie genauso freundlich, wie Gott es tut, denn das ist das Höchste, was die Menschenwelt erreichen kann.
Ihr solltet ferner wissen, dass Gott den Menschen mit Verstandeskraft ausgestattet hat, die ihn befähigt, nach der Wahrheit zu forschen.

Gott hat den Menschen nicht dazu bestimmt, blindlings seinen Vorfahren zu folgen.

Er hat ihm Verstand und Vernunft gegeben, um damit die Wahrheit zu suchen und zu entdecken, und was er als wahr und richtig erkennt, muss er annehmen.

Er darf keinen Menschen bloß nachahmen oder ihm blind folgen.

Er darf sich nicht ohne Weiteres auf die Meinung irgendeines Menschen verlassen, ohne sie zu überprüfen.

Nein, jeder Mensch muss eigenständig mit seinem Verstand forschen, um zum richtigen Ergebnis zu gelangen, und ist dann nur dieser Wahrheit verpflichtet.

Die Hauptursache für Kummer und Enttäuschung in der Menschenwelt ist Unwissenheit, die auf blinder Nachahmung beruht.

Deswegen gibt es ständig Kriege und Schlachten; aus diesem Grund entstehen immer wieder Hass und Feindschaft unter den Menschen.

Weil sie die Wahrheit nicht erforschten, wiesen die Juden Jesus Christus zurück.

Sie erwarteten Sein Kommen; Tag und Nacht jammerten sie und klagten:

»O Gott!

Beschleunige den Tag der Ankunft Christi«, und zeigten damit die größte Sehnsucht nach dem Messias; als Christus jedoch erschien, lehnten sie Ihn ab und wiesen Ihn zurück, behandelten Ihn mit arroganter Verachtung, verurteilten Ihn zum Tode und kreuzigten Ihn schließlich.

Wie konnte das geschehen?

Weil sie sich blind an Nachahmung hielten und glaubten, was ihre Väter und Vorfahren ihnen überliefert hatten, sich hartnäckig daran klammerten und sich weigerten, die Wahrheit Christi zu erforschen.

Daher konnten sie nicht an den Gaben Christi teilhaben.

Hätten sie ihre Nachahmungen aufgegeben und die Wahrheit des Messias erforscht, wären sie sicherlich dahin geführt worden, an Ihn zu glauben.

Stattdessen sagten sie:

»Wir haben von unseren Vätern gehört und im Alten Testament gelesen, dass Christus von einem unbekannten Ort kommen muss.

Jetzt stellen wir fest, dass dieser Mann aus Nazareth stammt.« Tief verwurzelt in der wörtlichen Auslegung und in der Nachahmung des Glaubens der Väter und Vorfahren konnten sie die Tatsache nicht erfassen, dass das Wesen Christi von dem unbekannten Ort des göttlichen Königreiches kam, auch wenn Sein Körper aus Nazareth stammte.

Sie sagten auch, dass der Stab Christi aus Eisen sein würde – das heißt, dass Er ein Schwert führen würde.

Als Christus erschien, führte Er ein Schwert, aber es war das Schwert Seiner Zunge, mit dem Er das Falsche vom Wahren trennte.

Die Juden waren jedoch blind für die geistige Bedeutung und Symbolik der prophetischen Worte.

Sie erwarteten auch, dass der Messias auf dem Throne Davids sitzen würde, wohingegen Christus weder einen Thron noch einen Anschein von Souveränität besaß.

Nein, im Gegenteil, Er war ein armer Mann, allem Anschein nach völlig erniedrigt und gescheitert.

Wie konnte Er also der wahre Christus sein?

Dies war einer ihrer hartnäckigsten Einwände und beruhte auf überlieferter Auslegung und Lehre.

Tatsächlich wurde Christus verherrlicht durch ewige Herrschaft und ein immerwährendes Königreich – geistiger Natur, nicht zeitlich begrenzt.

Sein Thron und Sein Reich wurden in den Menschenherzen errichtet, wo Er mit Macht und Autorität immerdar herrscht.

Trotz der Erfüllung aller prophetischen Zeichen in Christus wiesen Ihn die Juden zurück und eine Zeit der Not begann, weil sie treu an Nachahmungen und überlieferten Formen festhielten.
Neben anderen Einwänden sagten sie: »Uns wurde durch die Zunge der Propheten versprochen, dass Christus das Gesetz der Thora verkünden wird, wenn Er erscheint, aber jetzt sehen wir, dass diese Person die Gebote des Pentateuch aufhebt, unseren gesegneten Sabbat stört und das Gesetz der Ehescheidung abschafft. Vom alten mosaischen Gesetz hat er nichts übrig gelassen. Deshalb ist er der Feind Moses.« Tatsächlich verkündete und erfüllte Christus das Gesetz Moses. Er war Moses eigentlicher Helfer und Beistand. Er verbreitete das Buch Moses in der ganzen Welt und erneuerte die Grundlagen des Gesetzes, das Moses offenbart hatte. Er hob gewisse unwichtige Gesetze und Sitten auf, die nicht mehr mit den Erfordernissen der Zeit vereinbar waren, wie etwa die Ehescheidung und die Vielehe. Die Juden verstanden dies nicht, und der Grund ihrer Unwissenheit war das blinde und hartnäckige Festhalten an der Nachahmung alter Sitten und Lehren; darum verurteilten sie Christus schließlich zum Tode.
Ebenso sagten sie:

»Durch die Propheten wurde verheißen, dass während der Zeit des Erscheinens Christi die Gerechtigkeit Gottes in der ganzen Welt vorherrschen werde, Tyrannei und Unterdrückung würden nicht mehr auftreten, die Gerechtigkeit würde sich sogar auf das Tierreich erstrecken, wilde Tiere würden sich in Freundlichkeit und Frieden zusammenscharen, der Wolf und das Lamm würden aus derselben Quelle trinken, der Löwe und der Hirsch sich auf derselben Weide treffen, der Adler und die Wachtel zusammen im selben Nest wohnen.

Aber stattdessen sehen wir, dass während der Zeit dieses angeblichen Christus die Römer Palästina erobert haben und es mit äußerster Tyrannei regieren.

Gerechtigkeit ist nirgends zu finden, und Zeichen für den Frieden im Tierreich sind offensichtlich nicht vorhanden.« Diese Aussagen und Einstellungen hatten die Juden von ihren Vätern geerbt – blinde Treue zu wörtlich ausgelegten Prophezeiungen, die während der Zeit Jesu Christi nicht eingetreten sind.

Die wahre Bedeutung dieser prophetischen Aussagen bestand darin, dass verschiedene Völker – symbolisiert durch den Wolf und das Lamm, zwischen denen keine Liebe und Verbundenheit möglich war – während der Herrschaft des Messias zusammenkommen, aus derselben lebensspendenden Quelle Seiner Lehren trinken und zu Seinen ergebenen Anhängern werden würden.

Dazu kam es, als Völker aller Religionen, Nationalitäten und Weltanschauungen in ihren Glaubensüberzeugungen geeint wurden und Christus demütig nachfolgten, indem sie sich in Liebe und Brüderlichkeit unter dem Schirm Seines göttlichen Schutzes versammelten.

Die Juden, die das nicht erkannten und an ihren scheinheiligen Nachahmungen festhielten, waren anmaßend und arrogant Christus gegenüber und kreuzigten Ihn.

Hätten sie die Wirklichkeit Christi erforscht, hätten sie Seine Schönheit und Wahrheit erblickt.
Gott hat den Menschen mit Forschergeist ausgestattet, durch den er die Wahrheit sehen und erkennen kann. Er hat den Menschen das Hörvermögen gegeben, damit er die Botschaft der Wahrheit hören kann, und Er hat ihm den Verstand verliehen, durch den er Dinge selbst entdecken kann. Das ist seine Gabe und Ausstattung für die Erforschung der Wahrheit. Der Mensch ist nicht dazu bestimmt, mit den Augen eines anderen zu sehen, mit den Ohren eines anderen zu hören oder mit dem Gehirn eines anderen zu verstehen. Jedes menschliche Geschöpf hat individuelle Begabungen, eigene Kräfte und persönliche Verantwortung im Schöpfungsplan Gottes. Deshalb verlasst euch auf euren eigenen Verstand und euer eigenes Urteil und haltet euch an das Ergebnis eurer eigenen Untersuchung; andernfalls werdet ihr völlig im Meer der Unwissenheit versinken und aller Gaben Gottes beraubt sein. Wendet euch Gott zu, fleht demütig an Seiner Schwelle, trachtet nach Beistand und Bestätigung, damit Gott die Schleier zerreiße, die eure Sicht behindern. Dann werden eure Augen erleuchtet, von Angesicht zu Angesicht werdet ihr die Wahrheit Gottes erblicken und euer Herz wird vom Schmutz der Unwissenheit völlig gereinigt werden und die Herrlichkeit und Gaben des Gottesreiches widerspiegeln.
Heilige Seelen sind wie der Erdboden, der mit viel harter Arbeit gepflügt und vorbereitet wurde, von dem die Dornen und Disteln entfernt und alles Unkraut gejätet wurde.

Solch ein Boden ist sehr fruchtbar, und die Ernte wird sich als üppig und reichhaltig erweisen.

Genauso muss der Mensch sich vom Unkraut der Unwissenheit, den Dornen des Aberglaubens und den Disteln der Nachahmung befreien, damit er in der Ernte wahren Wissens die Wahrheit entdeckt.

Andernfalls ist die Entdeckung der Wahrheit unmöglich, Streit und abweichende religiöse Anschauungen werden immer bleiben, und die Menschen werden wie wilde Wölfe wüten und hasserfüllt und voller Feindseligkeit einander angreifen.

Wir flehen zu Gott, dass Er die Schleier entferne, die unsere Sicht behindern, und dass die Wolken, die den Weg der Manifestation des Lichtes verdunkeln, aufgelöst werden, sodass die strahlende Sonne der Wahrheit aufleuchte.

Wir flehen und rufen zu Gott, suchen Seinen Beistand und Seine Ermutigung.

Der Mensch ist ein Kind Gottes, höchst edel, erhaben und von Gott, seinem Schöpfer, geliebt.

Darum muss er stets danach streben, dass sich die ihm verliehenen göttlichen Gaben und Tugenden durchsetzen und ihn leiten.

Gegenwärtig erscheint der Boden der Menschenherzen wie schwarze Erde, aber im Innersten dieser dunklen Erde schlummern Tausende duftender Blumen.

Wir müssen danach streben, diese Anlagen zu pflegen und zu erwecken, den geheimen Schatz in diesem Bergwerk und Verwahrungsort Gottes zu entdecken und diese strahlenden Kräfte, die lange in den Menschenherzen verborgen lagen, zum Vorschein zu bringen.

Dann werden die Herrlichkeiten beider Welten verschmelzen und wachsen und das Wesentliche des menschlichen Daseins wird in Erscheinung treten.
Wir dürfen uns nicht damit begnügen, einen bestimmten Weg zu gehen, nur weil wir feststellen, dass unsere Väter denselben Weg eingeschlagen haben. Jeder hat die Pflicht, die Wahrheit selbst zu erforschen. Es hilft uns nicht, wenn jemand anderes sie für uns erforscht. Wenn alle auf der Welt reich wären und ein Mensch arm, was nützten diese Reichtümer diesem Menschen? Wenn die ganze Welt tugendsam wäre und ein Mensch voller Laster, welche guten Ergebnisse würde er hervorbringen? Wenn die ganze Welt leuchtete und ein Mensch blind wäre, welchen Nutzen brächte es ihm? Wenn alle Welt im Überfluss lebte und ein Mensch hungrig wäre, wovon könnte er sich ernähren? Deshalb muss jeder Mensch ein eigenständiger Forscher sein. Die Ideen und Glaubenssätze, die ihm von seinen Vätern und Vorfahren als Erbe hinterlassen wurden, genügen nicht, denn daran festzuhalten ist bloße Nachahmung, und Nachahmung war seit jeher eine Ursache für Enttäuschung und Irreführung. Erforscht die Wirklichkeit, damit ihr zum Wesen der Wahrheit und des Lebens gelangt.
Ihr habt gefragt, warum es für die Seele – die ja von Gott kommt – nötig ist, diese Reise zurück zu Gott zu unternehmen. Möchtet ihr den Kern dieser Frage so verstehen, wie ich es lehre, oder möchtet ihr es so hören, wie die Welt es lehrt? Denn würde ich euch die Frage auf die letztere Weise beantworten, wäre dies lediglich Nachahmung und würde das Thema nicht klären.
Der Frage liegt die Wahrheit zugrunde, dass der böse Geist, Satan oder was immer als böse betrachtet wird, sich auf die niedere Natur des Menschen bezieht. Diese niedere Natur wird auf verschiedene Weisen symbolisiert. Im Menschen vereinigen sich zwei Wirklichkeiten. Die eine ist Ausdruck der Natur, die andere ist Ausdruck des geistigen Reiches. Die Welt der Natur ist fehlerbehaftet. Betrachtet sie unvoreingenommen und legt allen Aberglauben und jegliche Einbildung ab. Wenn man einen ungebildeten und unzivilisierten Menschen in der Wildnis Afrikas zurückließe, gäbe es dann irgendeinen Zweifel daran, dass er unwissend bliebe? Gott hat nie einen bösen Geist erschaffen. Alle diese Vorstellungen und Bezeichnungen sind Symbole für die rein menschliche, irdische Natur des Menschen. Es ist eine wesentliche Eigenschaft des Erdbodens, dass Dornen, Unkraut und unfruchtbare Bäume darauf wachsen können. Im übertragenen Sinne ist dies das Böse; es ist schlicht die niedere Stufe und das minderwertige Produkt der Natur.
Es ist daher offensichtlich, dass der Mensch göttliche Erziehung und Erleuchtung braucht und der Geist und die Gaben Gottes für seine Entwicklung wesentlich sind. Das heißt, die Lehren Christi und der Propheten sind für seine Erziehung und Führung notwendig. Warum? Weil Sie die göttlichen Gärtner sind, Die die Erde des menschlichen Herzens und Verstandes pflügen. Sie erziehen den Menschen, jäten das Unkraut, verbrennen die Dornen und verwandeln karge Orte in Gärten und Obsthaine, in denen fruchtbare Bäume wachsen. Der Sinn und Zweck der Unterweisung durch Sie liegt darin, dass der Mensch verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen muss, bis er zur Vollkommenheit gelangt. Wenn etwa ein Mensch sein ganzes Leben lang in einer Stadt lebt, kann er keine Kenntnis der ganzen Welt erlangen. Um sich bestens auszukennen, muss er andere Städte besuchen, Berge und Täler sehen, Flüsse und Ebenen durchqueren. Mit anderen Worten: Ohne fortschreitende Allgemeinbildung wird keine Vollkommenheit erreicht.
Der Mensch muss viele Wege beschreiten und in seiner Aufwärtsentwicklung verschiedene Phasen durchlaufen. Auch körperlich wird er nicht in voller Größe geboren, sondern durchläuft die aufeinanderfolgenden Stufen vom Fötus über Kleinkind, Kindheit, Jugend und Reife bis zum Alter. Angenommen, er hätte die Macht, sein Leben lang jung zu bleiben. Er würde dann die Bedeutung des hohen Alters nicht verstehen und könnte nicht glauben, dass es das gibt. Wenn er den Zustand des Alters nicht wahrnehmen würde, wüsste er nicht, dass er jung ist. Ohne selbst alt zu werden, könnte er den Unterschied zwischen jung und alt nicht erkennen. Hättet ihr nicht die Kindheit durchlebt, wie wüsstet ihr dann, dass dieser Mensch neben euch ein Kind ist? Wenn es kein Falsch gäbe, wie könntet ihr das Richtige erkennen? Wenn es keine Sünde gäbe, wie könntet ihr Tugend schätzen? Wenn böse Taten unbekannt wären, wie könntet ihr gute Taten loben? Wenn Krankheit nicht existierte, wie könntet ihr Gesundheit verstehen? Das Böse existiert nicht – es ist das Fehlen des Guten. Krankheit ist der Verlust der Gesundheit, Armut ist der Mangel an Reichtum. Wenn der Wohlstand schwindet, bist du arm. Du schaust in die Spardose, aber findest nichts darin. Ohne Wissen herrscht Unwissenheit, also ist Unwissenheit einfach der Mangel an Wissen. Der Tod ist die Abwesenheit von Leben. Wir haben also einerseits das Dasein, andererseits das Nichtsein, die Leere, die Abwesenheit des Lebens.
Kurz gesagt, die Reise der Seele ist notwendig. Der Pfad des Lebens ist der Weg zu göttlichem Wissen und geistigen Fähigkeiten. Ohne Erziehung und Führung könnte die Seele sich nie über die Grenzen ihrer niederen, unwissenden und unzulänglichen Natur hinaus entwickeln.

Ansprachen 'Abdu'l Bahás in Montreal

1. bis 5. September 1912

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1. September 1912
Ansprache in der Kirche des Messias Montreal, Kanada
Nach einer stenografischen Mitschrift
Gott, der Allmächtige, hat die ganze Menschheit aus dem Staub der Erde erschaffen.

Er hat alle aus den gleichen Bestandteilen gebildet.

Alle haben dieselbe Abstammung und bewohnen denselben Globus.

Alle wurden erschaffen, unter dem einen Himmel zu wohnen.

Als Mitglieder der Menschheitsfamilie und als Seine Kinder hat Er alle mit der gleichen Empfänglichkeit ausgestattet.

Er versorgt alle, schützt alle und ist gütig zu allen.

Er unterscheidet nicht zwischen Seinen Kindern hinsichtlich Seiner Barmherzigkeit und Gnade.

Mit unparteiischer Liebe und Weisheit hat Er Seine Propheten und göttlichen Lehren gesandt.

Seine Lehren sind das Mittel, um Einigkeit und Verbundenheit unter den Menschen zu schaffen und Liebe und Güte in ihren Herzen zu wecken.

Er verkündet die Einheit der Menschheit.

Er weist zurück, was Unterschiede schafft und die Harmonie zerstört.

Er empfiehlt und lobt jegliches Mittel, das den Zusammenhalt der Menschheit fördert.

Er ermutigt den Menschen bei jedem Schritt auf dem Weg zur endgültigen Einheit.

Die Propheten Gottes waren von der Botschaft der Liebe und der Einheit inspiriert.

Die Bücher Gottes wurden offenbart, um Verbundenheit und Einheit aufzubauen.

Die Propheten Gottes waren die Diener der Wahrheit.

Ihre Lehren sind die Wissensgrundlage für die Wahrheit.

Es gibt nur eine Wahrheit – sie lässt keine Vielheit zu.

Wir schließen daraus, dass die Grundlage der Religionen Gottes eine einzige Grundlage ist.

Trotzdem wurden bestimmte Riten und Nachahmungen, die nichts mit der Grundlage der Lehren der Propheten Gottes zu tun haben, hartnäckig beibehalten.

Da diese Nachahmungen vielfältig und unterschiedlich sind, herrschen Kampf und Streit zwischen den Anhängern der Religionen, und die Grundlage der Religion Gottes verblasst.

Die Menschen bekriegen und töten einander wie wilde Tiere, sie zerstören Häuser und Städte, verwüsten Länder und Königreiche.
Gott hat Seine Diener erschaffen, damit sie einander lieben und miteinander in Beziehung treten.

Er hat der Menschenwelt den herrlichen Sonnenglanz Seiner Liebe offenbart.

Liebe ist die Ursache für die Erschaffung der stofflichen Welt.

Alle Propheten haben das Gesetz der Liebe verkündet.

Der Mensch aber hat sich dem Willen Gottes widersetzt und gegen den Plan Gottes gehandelt.

Darum fand die Menschenwelt von Anbeginn der Geschichte bis heute keine dauerhafte Ruhe.

Stets herrschten Krieg und Streit, und in den Herzen wurde Hass gegeneinander geschürt.

Die Ursachen für Blutvergießen und Kampf, Streit und Hass in der Vergangenheit waren entweder religiöse, rassistische, patriotische oder politische Vorurteile.

Deshalb leidet die Menschheit seit jeher Qualen.

Im Orient, wo die Freiheit eingeschränkt ist, sind diese Vorurteile noch ausgeprägter.

Im neunzehnten Jahrhundert waren die Nationen des Ostens unruhig und in einem Zustand inneren Aufruhrs.

Die Dunkelheit der Überlieferungen und Riten hatte die Religion eingehüllt.

Die Anhänger der Religionen führten ständig Krieg, waren voller Feindschaft, Hass und Bitterkeit.

In so einem Umfeld erschien Bahá'u'lláh.

Er verkündete die Einheit der Menschheit und erklärte, dass alle die Diener Gottes seien.

Er lehrte, dass alle Religionen unter dem Schirm und Schutz des Allmächtigen stehen, dass Gott allen gegenüber barmherzig und liebevoll ist, dass die Offenbarungen aller Propheten der Vergangenheit in vollkommener Einheit und Übereinstimmung stehen und dass die himmlischen Bücher sich gegenseitig für gültig erklärt haben.

Warum sollten daher Kampf und Streit unter den Menschen bestehen?
Da die ganze Menschheit von dem einen Gott erschaffen wurde, sind wir die Schafe in der Fürsorge und Obhut eines Hirten. Als Seine Schafe müssen wir in Einklang und Einigkeit miteinander leben. Wird ein einziges Lamm von der Herde getrennt, dann müssen alle anderen ihre Gedanken und Anstrengungen darauf richten, es wieder zurückzuholen. Da Gott also der eine himmlische Hirte ist und die ganze Menschheit Seine Herde, so muss, entsprechend der Verkündigung Bahá'u'lláhs, die Religion oder Führung Gottes das Mittel zur Liebe und Gemeinschaft in der Welt sein. Wenn sich Religion als Quelle von Hass, Feindschaft und Streit erweist, wenn sie zur Ursache für Kriege und Kämpfe wird und Menschen dazu bringt, sich gegenseitig zu töten, wäre es besser, es gäbe sie nicht. Denn das, was Hass unter den Menschen hervorruft, wird von Gott abgelehnt, und das, was Gemeinschaft schafft, wird von Ihm geliebt und gebilligt. Religion und göttliche Lehren sind wie ein Heilmittel. Ein Heilmittel muss zur Gesundung führen. Verursacht es Krankheit, ist es weiser und zuträglicher, gar kein Heilmittel zu verwenden. Das ist mit der Feststellung gemeint, dass Religionslosigkeit vorzuziehen ist, wenn Religion zur Ursache von Krieg und Blutvergießen wird, und es besser wäre, es gäbe keine Religion unter den Menschen.
Bahá'u'lláh hat erklärt, dass Religion mit Wissenschaft und Vernunft in Einklang stehen muss. Wenn sie nicht wissenschaftlichen Prinzipien und vernünftigen Überlegungen entspricht, ist sie Aberglaube. Denn Gott hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet, die Wahrheit der Dinge zu erfassen und über die Wahrheit selbst nachdenken zu können. Wenn Religion im Widerspruch zu Vernunft und Wissenschaft steht, ist Glaube und Vertrauen unmöglich; und wenn sich im Herzen kein Glaube und kein Vertrauen in die göttliche Religion zeigt, kann es keinen geistigen Fortschritt geben.
Nach den Lehren Bahá'u'lláhs müssen alle religiösen, rassistischen, patriotischen und politischen Vorurteile aufgegeben werden, denn sie zerstören die wahre Grundlage der Menschheit.

Er hat verkündet, dass die Religion Gottes nur eine ist, denn alle Offenbarungen basieren auf der Wahrheit.

Abraham rief das Volk zur Wahrheit, Moses verkündete die Wahrheit; Christus führte die Wahrheit ein.

Ebenso waren alle Propheten Diener und Verkünder der Wahrheit.

Die Wahrheit ist eine und unteilbar.

Deshalb sind Vorurteile und Scheinheiligkeit, die heute unter den Religionen bestehen, nicht zu rechtfertigen, denn sie widersprechen der Wahrheit.

Alle Vorurteile stehen dem Willen und Plan Gottes entgegen.

Betrachten wir zum Beispiel Unterscheidungen und Hass aufgrund verschiedener Hautfarbe und Herkunft.

Alle Menschen sind Gottes Kinder, sie gehören derselben Familie an und haben denselben Ursprung.

Es kann keine ›Rassen‹-Vielfalt geben, weil alle die Nachkommen Adams sind.

Dies bedeutet, dass die Annahme, es gäbe Unterschiede zwischen den Menschen aufgrund der Herkunft oder Hautfarbe, nichts als Aberglaube ist.

Vor Gott gibt es keine Engländer, Franzosen, Deutschen, Türken oder Perser.

Alle sind in der Gegenwart Gottes gleich.

Sie gehören einem Menschengeschlecht und einer Schöpfung an.

Gott hat keine derartigen Unterscheidungen getroffen.

Diese Unterscheidungen haben ihren Ursprung im Menschen selbst.

Da sie Sinn und Zweck der Wahrheit widersprechen, sind sie falsch und bloße Einbildung.

Wir sind von gleicher körperlicher Abstammung, wie auch der Aufbau unserer Körper gleich ist – jeder hat zwei Augen, zwei Ohren, einen Kopf und zwei Füße.

Unter den Tieren gibt es keine rassistischen Vorurteile.

Betrachten Sie die Tauben.

Da wird nicht zwischen orientalischer oder abendländischer Taube unterschieden.

Die Schafe bilden alle eine Spezies, es gibt keinen Unterschied zwischen einem östlichen und einem westlichen Schaf.

Wenn sie sich treffen, verbinden sie sich zu einer vollkommenen Gemeinschaft.

Begibt sich eine Taube aus dem Westen in den Orient, wird sie sich ohne zu zögern zu den östlichen Tauben gesellen.

Da gibt es keine ablehnende Haltung, nach dem Motto:

»Du gehörst zum Osten, aber ich komme aus dem Westen.« Ist es vernünftig oder zulässig, dass der Mensch an einem ›Rassen‹-Vorurteil festhält, das im Tierreich nicht existiert?
Denken Sie an patriotische Vorurteile. Dies ist ein Planet, eine Erde, ein Land. Gott hat die Welt nicht durch nationale Grenzen unterteilt. Er schuf alle Kontinente ohne Aufteilung in Nationen. Warum sollten wir selbst solche Aufteilungen vornehmen? Das sind nur ausgedachte Linien und Grenzen. Europa ist ein Kontinent; er ist nicht von Natur aus aufgeteilt. Der Mensch hat die Linien gezogen und die Grenzen zwischen den Königreichen und Herrschaftsgebieten festgelegt. Der Mensch erklärt einen Fluss zur Grenzlinie zwischen zwei Ländern und nennt die eine Seite französisch und die andere Seite deutsch, obwohl der Fluss für beide erschaffen wurde und eine natürliche Lebensader für alle ist. Ist es nicht Einbildung und Unwissenheit, die den Menschen dazu verleiten, den göttlichen Willen zu verletzen und die Gaben Gottes zur Ursache von Krieg, Blutvergießen und Zerstörung zu machen? So gesehen sind alle Vorurteile zwischen Menschen Unwahrheiten und Verstöße gegen den Willen Gottes. Gott wünscht Einheit und Liebe, Er befiehlt Harmonie und Verbundenheit. Feindseligkeit ist menschlicher Ungehorsam. Gott Selbst ist Liebe.
Bahá'u'lláh verkündete, dass alle Menschen Ausbildung und Anleitung bekommen müssen, da Unwissenheit und der Mangel an Erziehung und Bildung wie trennende Schranken zwischen den Menschen stehen. Durch diese Verfügung wird der Mangel an gegenseitigem Verständnis überwunden und die Einheit der Menschheit gefördert und vorangebracht. Universelle Erziehung und Bildung sind ein allgemeingültiges Gesetz. So ist jeder Vater verpflichtet, seine Kinder entsprechend seiner Möglichkeiten zu unterrichten und zu unterweisen. Wenn er nicht in der Lage ist, sie zu unterrichten, müssen staatliche Stellen, die Vertreter des Volkes, Mittel und Wege für ihre Ausbildung bereitstellen.
Im Orient wurden die Frauen benachteiligt und als dem Manne unterlegen angesehen. Bahá'u'lláh verkündete die Gleichberechtigung der Geschlechter – dass sowohl Mann als auch Frau Diener Gottes sind, vor Dem es keinen Unterschied gibt. Wer ein reines Herz hat und Gutes tut, ob Mann oder Frau, ist Gott näher und hat Anteil an Seiner Gunst. Die Geschlechterunterschiede, die es in der Menschenwelt gibt, beruhen auf fehlender Bildung für die Frauen, denen gleiche Chancen für ihre Entwicklung und ihren Fortschritt verweigert wurden. Die Gleichberechtigung der Geschlechter wird entsprechend den wachsenden Möglichkeiten der Frau in diesem Zeitalter verwirklicht werden, denn Mann und Frau empfangen gleichermaßen die Kräfte und Gaben Gottes, des Schöpfers. Einen Unterschied zwischen ihnen hat Gott in Seinem vollendeten Ratschluss nicht vorgesehen.
Bahá'u'lláh hat zur Annahme einer Weltsprache aufgerufen. Man soll sich auf eine Sprache einigen, mit der die Einheit in der Welt herbeigeführt wird. Jeder Mensch soll in zwei Sprachen unterrichtet werden: in seiner Muttersprache und in der Welthilfssprache. Dies wird die Verständigung untereinander erleichtern und Missverständnisse ausräumen, die von den Sprachbarrieren in der Welt verursacht wurden. Alle Menschen beten zu ein und demselben Gott und alle sind gleichermaßen Seine Diener. Sobald sie uneingeschränkt miteinander kommunizieren können, werden sie einander in Freundschaft und Eintracht begegnen, größte Liebe und Verbundenheit füreinander empfinden, und Orient und Okzident werden sich wahrhaftig in Einheit und Einklang umarmen.
Am dringendsten benötigt die Welt Frieden zwischen den Nationen. Solange er nicht besteht, wird die Menschheit keine Ruhe finden. Die Nationen und Regierungen müssen einen internationalen Gerichtshof gründen, dem alle Streitfragen vorgelegt werden sollen. Die Entscheidung dieses Gerichtshofs soll endgültig sein. Persönliche Streitfälle werden von einem örtlichen Gericht entschieden. Internationale Fragen werden vor den Weltschiedsgerichtshof gebracht, und dadurch werden die Ursachen für Kriege beseitigt.
Vor fünfzig Jahren schrieb Bahá'u'lláh Sendbriefe an die Könige und Herrscher der Welt, in denen die von Ihm offenbarten Lehren und Prinzipien dargelegt wurden. Diese Sendbriefe wurden vor vierzig Jahren in Indien gedruckt und weit verbreitet.
Kurz gesagt, durch die Verkündung dieser Prinzipien hat Bahá'u'lláh bewirkt, dass die Vorurteile, von denen die Menschen im Orient betroffen waren, verschwunden sind. Die Gemeinden, die Seine Lehren angenommen haben, leben jetzt in größter Liebe und Harmonie zusammen. Wenn Sie an einem Treffen dieser Menschen teilnehmen, finden Sie Christen, Juden, Muslime, Zoroastrier und Buddhisten, versammelt in vollkommener Gemeinschaft und Eintracht. In ihren Beratungen hat das größte Maß an Toleranz und Freundschaft die frühere Feindseligkeit und den Hass zwischen ihnen verdrängt.
Ich habe Amerika besucht und finde überall Zeugnisse einer rechtschaffenen und gerechten Regierung. Deshalb bete ich zu Gott, dass diese westlichen Völker zum Werkzeug werden, um den Weltfrieden zu errichten und die Einheit der Menschheit zu verbreiten. Mögen Sie die Ursache für Einheit und Eintracht zwischen den Nationen werden. Möge hier eine Lampe entzündet werden, die das ganze Weltall mit dem Einssein der Menschenwelt, mit der Liebe zwischen den Herzen der Menschenkinder und mit der Einheit der ganzen Menschheit erhellt. Ich hoffe, dass Sie Unterstützung bei dieser gewaltigen Aufgabe erhalten, dass Sie die Flagge des internationalen Friedens und der Versöhnung auf diesem Kontinent hissen, dass diese Regierung und dieses Volk zu Werkzeugen werden, um diese erhabenen Ideale zu verbreiten, damit die Menschenwelt Ruhe findet, das Wohlgefallen Gottes, des Höchsten, erlangt und Seine Gunst Orient und Okzident umgibt.
O Du Mitleidvoller, Du Allmächtiger! Die hier versammelten Seelen wenden ihr Angesicht in Anbetung zu Dir. In tiefster Demut und Ergebenheit schauen sie auf Dein Reich und bitten Dich um Vergebung und Verzeihung. O Gott! Sei dieser Versammlung zugetan. Heilige diese Seelen und wirf die Strahlen Deiner Führung auf sie. Erleuchte ihre Herzen und erfreue ihren Geist mit Deiner frohen Botschaft. Heiße sie alle in Deinem heiligen Reiche willkommen; verleihe ihnen Deine unerschöpflichen Gnadengaben; mache sie glücklich in dieser und der zukünftigen Welt. O Gott! Wir sind schwach; gib uns Kraft. Wir sind arm; beschenke uns mit Deinen unendlichen Schätzen. Krank sind wir; gewähre uns Deine göttliche Heilung. Wir sind machtlos; gib uns Deine himmlische Stärke. O Herr! Lass uns von Nutzen sein in dieser Welt; befreie uns von Selbstsucht und Begierde. O Herr! Mache uns zu Brüdern in Deiner Liebe und lass uns alle Deine Kinder lieben. Bestärke uns im Dienst für die Menschenwelt, sodass wir die Diener Deiner Diener werden, alle Deine Geschöpfe lieben und mit Deinem ganzen Volk mitfühlen. O Herr, Du bist der Allmächtige. Du bist der Barmherzige. Du bist der Vergeber. Du bist der Allmächtige.

– 99 –

1. September 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau William Sutherland Maxwell 716 Pine Avenue West, Montreal, Kanada
Nach einer stenografischen Mitschrift
Ich freue mich außerordentlich, hier bei euch zu sein.

Preis sei Gott!

Ich sehe vor mir Seelen, die außergewöhnliche Fähigkeiten aufweisen und die Kraft zu geistigem Fortschritt besitzen.

Tatsächlich besitzen die Menschen auf diesem Kontinent bemerkenswerte Fähigkeiten.

Sie sind der Grund dafür, dass ich glücklich bin, und ich bete stets darum, dass Gott sie ermutigen und ihnen beistehen möge, auf allen Ebenen des Seins Fortschritte zu machen.

So, wie sie sich in materieller Hinsicht weiterentwickelt haben, mögen sie sich auch auf der geistigen Ebene weiterentwickeln, denn materieller Fortschritt ist ohne geistigen Fortschritt fruchtlos und führt nicht zu dauerhaften Ergebnissen.

Unabhängig davon, wie stark der physische Körper des Menschen trainiert und entwickelt ist, wird es doch auf der menschlichen Stufe keinen wirklichen Fortschritt geben, wenn der Geist nicht entsprechend voranschreitet.

Welche materiellen Kräfte der Mensch auch zu erlangen vermag, ohne geistige Gaben wird er nicht dazu in der Lage sein, die höchste Entwicklungsstufe im Leben zu erreichen und auszuleben.

Gott hat alles Irdische nach dem Gesetz des materiellen Fortschritts erschaffen, aber den Menschen hat Er erschaffen und mit der Fähigkeit ausgestattet, zu den geistigen und jenseitigen Reichen fortzuschreiten.

Nicht die materiellen Dinge hat Er nach Seinem Ebenbild erschaffen, vielmehr hat Er den Menschen nach diesem Ebenbild und mit der Möglichkeit geschaffen, sich diesem Ebenbild zu nähern.

Er hat den Menschen über alle anderen erschaffenen Dinge herausgehoben.

Alles Erschaffene außer dem Menschen ist gefangen in der Natur und der Sinneswelt, doch der Mensch wurde mit einer geistigen Kraft ausgestattet, durch die er intellektuelle und geistige Wirklichkeiten wahrnehmen kann.

Er hat alles hervorgebracht, was für das Leben in dieser Welt notwendig ist, doch der Mensch wurde erschaffen, um göttliche Tugenden widerzuspiegeln.

Tiere sind die am weitesten entwickelte Lebensform unterhalb des Menschen und allen anderen Lebensformen außer dem Menschen überlegen.

Offensichtlich wurde das Tier für das Leben in dieser Welt geschaffen.

Seine größten Vorzüge zeigt es, wenn es auf der materiellen Daseinsebene hervorragende Leistungen vollbringt.

Ein Tier ist vollkommen, wenn sein Körper gesund ist und seine körperlichen Sinne vollständig sind.

Wenn es körperlich gesund ist, wenn seine Körperkräfte einwandfrei funktionieren, wenn Nahrung und Umweltbedingungen seinen Bedürfnissen genügen, hat es die höchste Vollkommenheit auf seiner Stufe erreicht.

Doch der Mensch ist für seinen Erfolg nicht auf diese Dinge angewiesen.

Wie vollkommen die Gesundheit und körperlichen Kräfte des Menschen auch sein mögen, wenn das alles ist, hat er sich noch nicht über die Stufe eines vollkommenen Tieres erhoben.

Gott hat dem Menschen weit darüber hinaus die Tore zu vollendeter Tugendhaftigkeit und höchsten Errungenschaften geöffnet.

Er hat die Geheimnisse des göttlichen Reiches in das Wesen des Menschen gelegt.

Er hat ihm die Kraft des Intellekts verliehen, sodass er mit Hilfe des Verstandes und gestärkt durch den Heiligen Geist geistige Wahrheiten entdecken und durchdringen und die Geheimnisse der Bedeutungen erforschen kann.

Da diese Kraft zur Durchdringung des höchsten Wissens übermenschlich und übernatürlich ist, wird der Mensch zum Brennpunkt sowohl geistiger als auch materieller Kräfte.

So kann sich der göttliche Geist in seinem Wesen zeigen, kann der Glanz des Königreichs im Heiligtum seines Herzens erstrahlen, können die Zeichen der Attribute und der Vollkommenheit Gottes sich in einem neuen Leben offenbaren, ewige Herrlichkeit und ewiges Leben erlangt werden, das Wissen Gottes aufleuchten und die Geheimnisse des Reiches der Macht enthüllt werden.
Der Mensch gleicht dieser Lampe, aber der Glanz des Königreiches gleicht dem Strahlen der Lampe. Der Mensch gleicht dem Glas, aber die geistige Pracht gleicht dem Licht im Glas. Wie durchsichtig das Glas auch sein mag, solange kein Licht darin ist, bleibt es dunkel. Ebenso wird der Mensch, trotz aller materiellen Errungenschaften, wie das Glas ohne Licht sein, wenn ihm die geistigen Tugenden fehlen. Materielle Errungenschaften gleichen einem perfekten Körper, aber dieser Körper braucht den Geist. Wie schön und vollkommen der Körper auch sein mag, ohne den belebenden Geist ist er tot. Wenn aber dieser Körper mit dem Geist verbunden ist und Leben zum Ausdruck bringt, entfalten sich in ihm Vollkommenheit und Tugend. Ohne den Heiligen Geist und seine Gaben ist der Mensch geistig tot.
Kinder zum Beispiel, wie gut und rein sie auch sein mögen, wie gesund ihr Körper auch sein mag, gelten dennoch als unvollkommen, weil die Kraft des Verstandes in ihnen noch nicht voll entwickelt ist.

Wenn die Verstandeskraft ihren Einfluss voll entfaltet und sie das Reifealter erreichen, werden sie als vollkommen angesehen.

Ebenso ist der Mensch, wie weit er in weltlichen Angelegenheiten voranschreiten und Fortschritte in der materiellen Zivilisation machen mag, solange unvollkommen, bis er durch die Gaben des Heiligen Geistes belebt wird; denn es ist offensichtlich, dass er unwissend und unvollständig ist, bis er diesen göttlichen Impuls empfängt.

Aus diesem Grund sagte Jesus Christus:

»Wer nicht aus Wasser und Geist geboren wird, der kann nicht in das Reich Gottes gelangen.« Damit drückte Christus aus, dass der Mensch von den Gnadengaben und Gunstbezeugungen des Reiches Gottes ausgeschlossen sein wird, sofern er nicht von der materiellen Welt losgelöst und aus der Gefangenschaft des Materialismus befreit wird und einen Teil der Gaben der geistigen Welt erhält.

Das Beste, was wir über ihn sagen können, ist, dass er ein vollkommenes Tier ist.

Niemand kann ihn ernsthaft einen Menschen nennen.

An anderer Stelle sagte Er:

»Was aus dem Fleisch geboren wurde, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren wurde, ist Geist.« Das bedeutet, dass der Mensch, solange er ein Gefangener der Natur ist, einem Tier gleicht, denn er ist nur ein Körper, der durch Geburt entstanden ist – das heißt, er gehört zur Welt der Materie und ist den Naturgesetzen und ihrer Kontrolle unterworfen.

Wenn er jedoch vom Heiligen Geist getauft wird, wenn er von den Fesseln der Natur, von tierischen Neigungen befreit und im Menschenreich vorangeschritten ist, wird er befähigt, das göttliche Königreich zu betreten.

Das Königreich ist das Reich der Gaben und Wohltaten Gottes.

Es ist das Erlangen der höchsten menschlichen Tugenden; es ist die Nähe zu Gott; es ist die Fähigkeit, die Gnadengaben des Altehrwürdigen Herrn zu empfangen.

Wenn der Mensch diese Stufe erreicht, erlebt er die zweite Geburt.

Vor seiner ersten, der körperlichen Geburt, befand sich der Mensch in der Welt des Mutterleibes.

Er hatte keine Kenntnis von dieser Welt; seine Augen konnten nicht sehen; seine Ohren konnten nicht hören.

Als er aus der Welt des Mutterleibes geboren wurde, erblickte er eine andere Welt.

Die Sonne leuchtete in ihrem Strahlenglanz, der Mond schien am Himmel, die Sterne glitzerten am weiten Firmament, die Meere wogten, die Bäume grünten, alle Arten von Lebewesen erfreuten sich des Lebens hier, unendliche Gaben standen für ihn bereit.

In der Welt des Mutterleibes existierte nichts davon.

Dort wusste er nichts von dieser großen Fülle des Daseins.

Nein, er hätte vermutlich das Vorhandensein dieser Welt bestritten.

Doch nach seiner Geburt begann er seine Augen zu öffnen und die Wunder dieses grenzenlosen Universums zu betrachten.

Solange der Mensch sich im Leib der Menschenwelt befindet und ein Gefangener der Natur ist, hat er keinen Zugang zu dem Universum des Königreiches und keine Kenntnis davon.

Wenn er wiedergeboren wird, während er sich noch in der Welt der Natur befindet, erfährt er von der göttlichen Welt.

Er wird merken, dass eine andere, höhere Welt existiert.

Wunderbare Gnadengaben steigen herab; ewiges Leben erwartet ihn; ewige Herrlichkeit umgibt ihn.

Dort sind alle Zeichen der Wirklichkeit und Größe.

Er wird das Licht Gottes sehen.

All diese Erfahrungen wird er machen, wenn er aus der Welt der Natur in die göttliche Welt hineingeboren wird.

Daher gibt es für den vollkommenen Menschen zwei Arten der Geburt:

Die erste, die körperliche Geburt, erfolgt aus dem Mutterleib.

Die zweite oder geistige Geburt erfolgt aus der Welt der Natur.

In beiden Fällen weiß er nichts über die neue Welt des Daseins, in die er eintritt.

Daher bedeutet Wiedergeburt seine Befreiung aus der Gefangenschaft der Natur, Befreitsein von seiner Bindung an dieses sterbliche und materielle Leben.

Dies ist die zweite oder geistige Geburt, von der Jesus Christus in den Evangelien sprach.
Die meisten Menschen sind Gefangene im Mutterleib der Natur, versunken im Meer des Materiellen. Wir müssen für ihre Wiedergeburt beten, auf dass sie Einsicht und geistiges Hörvermögen erlangen, auf dass sie das Geschenk eines neuen Herzens, eine neue, das stoffliche übersteigende Kraft erhalten und ihnen in der ewigen Welt unaufhörliche göttliche Gnadengaben zuteilwerden.
Heute wandelt die Menschenwelt im Dunkeln, weil sie keine Berührung mit der Welt Gottes hat. Deshalb sehen wir nicht die Zeichen Gottes in den Herzen der Menschen. Die Macht des Heiligen Geistes hat keinen Einfluss. Wenn sich göttliches, geistiges Licht in der Menschenwelt zeigt, wenn göttliche Unterweisung und Führung erscheinen, dann folgt die Erleuchtung, ein neuer Geist wird im Inneren verwirklicht, eine neue Kraft kommt herab und sie erhält neues Leben. Es ist wie die Geburt vom Tierreich in das Reich des Menschen. Wenn der Mensch diese Fähigkeiten erlangt, wird die Einheit der Menschheit sichtbar, das Banner des Weltfriedens wird gehisst, die Gleichberechtigung aller Menschen wird verwirklicht und der Orient und der Okzident werden eins sein. Dann wird die Gerechtigkeit Gottes offenbar, alle Menschen werden sich als Mitglieder einer Familie herausstellen, und jedes Mitglied dieser Familie wird sich der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Hilfe widmen. Das Licht der Liebe Gottes wird scheinen; ewige Glückseligkeit wird enthüllt; immerwährende Freude und geistige Erfüllung wird erlangt.
Ich werde beten, und auch ihr müsst beten, dass eine solche himmlische Gabe Wirklichkeit werde, dass Streit und Feindschaft verbannt, Krieg und Blutvergießen beseitigt werden, dass die Herzen zu vollkommener Verständigung gelangen und alle Menschen aus demselben Brunnen trinken. Mögen sie ihr Wissen aus derselben göttlichen Quelle erhalten. Mögen alle Herzen von den Strahlen der Sonne der Wahrheit erleuchtet werden; mögen alle die göttliche Schule besuchen, geistige Tugenden erwerben und danach streben, himmlische Gaben zu erlangen. Dann wird diese materielle, sichtbare Welt zum Spiegel der Welt Gottes, und in diesem reinen Spiegel werden sich die göttlichen Tugenden des Reiches der Macht widerspiegeln.

– 100 –

1. September 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau William Sutherland Maxwell 716 Pine Avenue West, Montreal, Kanada
Nach einer stenografischen Mitschrift
Jemand hat das Thema ›Unsterblichkeit‹ zur Sprache gebracht.
Das Leben ist der Ausdruck von Zusammensetzung und der Tod ist der Ausdruck von Zerfall.

Im Mineralreich existieren bestimmte Materialien beziehungsweise Grundsubstanzen.

Werden sie durch das Gesetz der Schöpfung zusammengesetzt, entsteht ein Wesen oder ein Organismus.

So fügen sich beispielsweise bestimmte Atome zusammen und der Mensch ist das Ergebnis.

Wenn diese Zusammensetzung zerstört und aufgelöst wird, tritt Verfall ein.

Das ist Sterblichkeit oder Tod.

Wenn bestimmte Elemente zusammenkommen, entsteht ein Tier.

Wenn diese Elemente auseinanderfallen oder zersetzt werden, spricht man vom Tod des Tieres.

Wenn wiederum bestimmte Atome durch chemische Verbindungen zusammengefügt werden, erscheint eine Zusammensetzung, die als Blume bezeichnet wird.

Wenn diese Atome auseinanderfallen und die Zusammensetzung, die sie gebildet haben, sich auflöst, ist das Ende der Blume gekommen.

Sie ist tot.

So ist offensichtlich, dass das Leben Ausdruck der Zusammensetzung ist und die Sterblichkeit oder der Tod dem Zerfall entspricht.

Da der Geist des Menschen nicht aus stofflichen Elementarteilchen zusammengesetzt ist, ist er nicht dem Zerfall und damit dem Tod unterworfen.

Es ist selbsterklärend, dass der menschliche Geist einfach, singulär und nicht zusammengesetzt ist, sodass er zur Unsterblichkeit gelangen kann.

Und es ist ein philosophischer Grundsatz, dass ein einzelnes oder unteilbares Atom unzerstörbar ist.

Es kann höchstens einen Prozess des Aufbaus und Wiederaufbaus durchlaufen.

So werden beispielsweise diese Atome zusammengesetzt, und durch diese Zusammensetzung entsteht ein bestimmter Organismus wie zum Beispiel ein Mensch, ein Tier oder eine Pflanze.

Wenn diese Zusammensetzung aufgelöst wird, bedeutet es das Ende des geschaffenen Organismus, aber die atomaren Bestandteile werden damit nicht aufgelöst; sie existieren weiter, weil sie singulär, einzeln und nicht zusammengesetzt sind.

Daher kann man sagen, dass diese einzelnen Atome unvergänglich sind.

Ebenso ist der menschliche Geist unvergänglich, denn er ist nicht aus Einzelelementen oder Atomen zusammengesetzt, weil er über diese Elemente geheiligt ist.

Dies ist ein einleuchtender Beweis für seine Unsterblichkeit.
Betrachten wir als Zweites die Welt der Träume, in der der Körper des Menschen unbeweglich, scheinbar tot und ohne Sinneswahrnehmung daliegt. Die Augen sehen nicht, die Ohren hören nicht und die Zunge spricht nicht. Doch der Geist des Menschen schläft nicht. Er sieht, hört, bewegt sich, nimmt wahr und entdeckt Wahrheiten. Hieraus wird ersichtlich, dass der Geist des Menschen nicht von einer Veränderung oder vom Zustand des Körpers betroffen wird. Auch wenn der materielle Körper sterben sollte, bleibt der Geist ewig lebendig, gerade so wie er in der Traumwelt im reglosen Körper lebt und wirkt. Das heißt, der Geist ist unsterblich und wird nach der Auflösung des Körpers weiterexistieren.
Drittens nimmt der menschliche Körper genau eine Form an. Im Laufe seiner Entwicklung geht er von einer Form in eine andere über, nimmt aber nie zwei Formen zugleich an. So bestand er zum Beispiel im Mineralreich aus dessen Elementarteilchen. Nach dem Mineralreich durchquerte er das Pflanzenreich mit seinen Bestandteilen. Vom Pflanzenreich aus ist er durch Evolution ins Tierreich aufgestiegen und von dort ist er ins Menschenreich gelangt. Nach seiner Zersetzung und seinem Zerfall wird er wieder in das Mineralreich zurückkehren, seine menschliche Form verlassen und eine neue Form für sich annehmen. Während dieser Prozesse folgt eine Form der anderen, aber zu keinem Zeitpunkt besitzt der Körper mehr als eine Form.
Der Geist des Menschen kann jedoch gleichzeitig in allen Formen zum Ausdruck kommen.

Zum Beispiel sagen wir, dass ein Gegenstand entweder quadratisch oder kugelförmig, dreieckig oder sechseckig ist.

Wenn er dreieckig ist, kann er nicht quadratisch sein; und wenn er quadratisch ist, kann er nicht dreieckig sein.

Ebenso kann er nicht gleichzeitig kugelförmig und sechseckig sein.

Diese verschiedenen Formen oder Gestalten können sich nicht gleichzeitig in einem stofflichen Objekt zeigen.

Darum muss die körperliche Gestalt des Menschen zerstört und abgelegt werden, bevor er eine andere annehmen kann.

Sterblichkeit bedeutet also einen Übergang von einer Form in eine andere – also den Übergang vom Menschenreich ins Mineralreich.

Wenn der stoffliche Mensch tot ist, kehrt er zum Staub zurück; und dieser Übergang ist gleichbedeutend mit Nichtexistenz.

Aber der menschliche Geist selbst enthält all diese Formen, Gestalten und Figuren.

Es ist unmöglich, eine Form zu zerstören, damit sie sich in eine andere Form verwandelt.

Ein Beispiel dafür ist, dass der menschliche Geist im selben Augenblick sowohl ein Quadrat als auch ein Dreieck wahrnimmt.

Zugleich kann man sich noch eine sechseckige Form vorstellen.

Alle diese Formen können im menschlichen Geist gleichzeitig entstehen, und nicht eine von ihnen muss zerstört oder zerbrochen werden, damit sie im Geist des Menschen in eine andere Form übergeht.

Es gibt keine Auslöschung, keine Zerstörung.

Der menschliche Geist ist also unsterblich, weil er nicht von einer Gestalt in eine andere Gestalt übertragen wird.
Betrachten wir einen weiteren Beleg: Auf jede Ursache folgt eine Wirkung und umgekehrt. Es gibt keine Wirkung ohne vorhergehende Ursache. Das Sehen ist eine Wirkung. Es gibt keinen Zweifel, dass es hinter dieser Wirkung eine Ursache gibt. Wenn wir eine Rede hören, gibt es einen Sprecher. Wir könnten keine Worte hören, wenn nicht ein Sprecher sie mit seiner Stimme erzeugt. Eine Bewegung ohne einen Beweger oder eine Bewegungsursache ist undenkbar. Jesus Christus lebte vor zweitausend Jahren. Heute sehen wir Seine eindeutigen Zeichen; Sein Licht leuchtet hell; Seine Herrschaft hat sich durchgesetzt; Seine Spuren sind offensichtlich; Seine Gnadengaben strahlen. Können wir behaupten, dass Christus nicht gelebt hat? Wir können die Schlussfolgerung ziehen, dass Christus sicherlich gelebt hat und von Ihm diese Spuren ausgegangen sind.
Ein weiterer Beweis: Der Körper des Menschen wird schlank oder füllig; er wird von Krankheit befallen oder erleidet eine Verstümmelung; vielleicht erblinden die Augen, vielleicht werden die Ohren taub. Aber keine dieser Unvollkommenheiten und Schwächen trübt oder beeinflusst den Geist. Der Geist des Menschen bleibt im gleichen Zustand, unverändert. Ein Mensch wird blind, aber sein Geist bleibt derselbe. Er verliert das Gehör, seine Hand wird abgehackt, sein Fuß amputiert, aber sein Geist bleibt derselbe. Er wird träge, er erleidet einen Schlaganfall; aber in seinem Geist gibt es keinen Unterschied, keine Veränderung oder Umwandlung. Dies belegt, dass der Tod nur die Zerstörung des Körpers ist, während der Geist unsterblich und ewig bleibt.
Alle Erscheinungen der stofflichen Welt unterliegen der Sterblichkeit und dem Tod, doch der unsterbliche Geist gehört nicht zur stofflichen Welt; er ist heilig und geheiligt über stoffliches Dasein. Würde der Geist des Menschen zur stofflichen Existenz gehören, könnte das Auge ihn sehen, das Ohr ihn hören, die Hand ihn berühren. Solange die fünf Sinne ihn nicht wahrnehmen können, ist stichhaltig bewiesen, dass er nicht zur materiellen Welt gehört und sich daher jenseits von Tod oder Sterblichkeit befindet, die wiederum untrennbar mit diesem stofflichen Dasein verbunden sind. Wenn das Sein nicht den Grenzen des stofflichen Lebens unterliegt, unterliegt es auch nicht der Sterblichkeit.
Es gibt viele andere Beweise für die Unsterblichkeit des menschlichen Geistes. Das waren nur einige wenige. Seid herzlich gegrüßt!

– 101 –

2. September 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau William Sutherland Maxwell 716 Pine Avenue West, Montreal, Kanada
Nach einer stenografischen Mitschrift
Die Natur ist die materielle Welt. Wenn wir sie betrachten, sehen wir, dass sie dunkel und unvollkommen ist. Wenn wir zum Beispiel ein Stück Land in seinem natürlichen Zustand belassen, werden wir es mit Dornen und Disteln bedeckt vorfinden. Nutzloses Kraut und wilde Vegetation werden darauf gedeihen und es wird zu einem Urwald. Die Bäume werden keine Früchte tragen, ihnen wird Schönheit und Symmetrie fehlen. Wilde Tiere, giftige Insekten und Reptilien werden sich in seinen dunklen Winkeln tummeln. Dies ist die Unvollständigkeit und Unvollkommenheit der Welt der Natur. Um diese Bedingungen zu ändern, müssen wir den Boden bestellen und kultivieren, damit Blumen anstelle von Dornen und Unkraut wachsen können – wir müssen gewissermaßen Licht in die dunkle Welt der Natur bringen. Wälder sind in ihrem ursprünglichen Naturzustand düster, dunkel und undurchdringlich. Der Mensch öffnet sie dem Licht, er rodet das verschlungene Unterholz und pflanzt fruchtbare Bäume. Bald verwandeln sich die wilden Wälder und der Dschungel in ertragreiche Obsthaine und wunderschöne Gärten. Ordnung hat das Chaos ersetzt. Das dunkle Reich der Natur ist durch die Kultivierung erleuchtet und verschönert worden.
Wenn der Mensch selbst in seinem natürlichen Zustand verbleibt, sinkt er niedriger als das Tier und wird immer unwissender und unvollkommener. Die unzivilisierten Stämme Zentralafrikas belegen das. In ihrem natürlichen Zustand belassen, sind sie in die niedrigsten Tiefen und Grade der Barbarei gesunken und tasten sich durch eine Welt geistiger und sittlicher Finsternis. Wenn wir diese dunkle Ebene menschlicher Existenz erhellen wollen, müssen wir den Menschen aus dem hoffnungslosen Zustand, in der Natur gefangen zu sein, herausholen, für seine Bildung sorgen und ihm den Pfad des Lichtes und des Wissens zeigen, bis er von seiner Unwissenheit befreit, weise und wissend wird. Er wird nicht mehr grausam und rachsüchtig, sondern zivilisiert und freundlich sein. War er zuvor bösartig und bedrohlich, wird er nun mit himmlischen Eigenschaften geschmückt sein. Verbleibt er jedoch ohne Erziehung und Bildung in seinem natürlichen Zustand, wird er gewiss verderbter und brutaler als ein Tier werden, bis hin zum Extrem des Kannibalismus, der bei manchen Stämmen in Afrika beobachtet wurde. Somit ist einleuchtend, dass die Welt der Natur unvollständig und unvollkommen ist, bis sie durch das Licht und den Impuls der Erziehung erweckt und erleuchtet wird.
In diesen Tagen gibt es neue philosophische Schulen, die blind behaupten, die Welt der Natur sei perfekt. Wenn das zuträfe, warum werden Kinder in Schulen ausgebildet und erzogen, und wozu dienen ausgedehnte Studien der Naturwissenschaften, Kunst und Literatur an höheren Schulen und Universitäten? Was würde dabei herauskommen, wenn die Menschheit ohne Erziehung und Ausbildung in ihrem Urzustand verbliebe? Alle wissenschaftlichen Entdeckungen und Errungenschaften sind das Ergebnis von Wissen und Bildung. Der Fernschreiber, das Grammophon und das Telefon waren latent in der Welt der Natur vorhanden, wären aber niemals in die Welt des Sichtbaren gelangt, wenn der Mensch nicht kraft seiner Bildung die sie steuernden Gesetzmäßigkeiten entdeckt und durchdrungen hätte. Alle großartigen Entwicklungen und Wunder dessen, was wir Zivilisation nennen, wären verborgen, unbekannt und sozusagen nicht existent geblieben, wenn der Mensch in seinem Urzustand geblieben wäre, ohne die Gaben, Segnungen und Vorteile von Bildung und geistiger Kultur. Der wesentliche Unterschied zwischen dem unwissenden Menschen und dem scharfsinnigen Philosophen ist, dass der Unwissende nicht aus seinem Naturzustand emporgehoben wurde, während der Philosoph sich systematischer Bildung und Erziehung an Schulen und Hochschulen unterzogen hat, bis sein Geist erwachte und sich zu höheren Reichen des Denkens und der Wahrnehmung aufschwang. Im Übrigen sind beide Menschen und Teil der Natur.
Gott hat die Propheten mit der Absicht gesandt, die Seele des Menschen zu höherer, göttlicher Erkenntnis zu beflügeln. Zu diesem erhabenen Zweck offenbarte Er die himmlischen Bücher. Deshalb wehte der Odem des Heiligen Geistes durch die Gärten der Menschenherzen, wurden die Tore des Gottesreichs für die Menschheit geöffnet und unsichtbare Eingebungen wurden aus der Höhe herabgesandt. Diese göttliche und geistige Kraft wurde dem Menschen verliehen, damit er sich von den Unvollkommenheiten der Natur reinige und seine Seele in das Reich der Macht und Kraft erhebe. Gottes Absicht ist es, die Dunkelheit der Welt der Natur zu zerstreuen und die unvollkommenen Eigenschaften des ursprünglichen Selbstes durch das strahlende Licht der Sonne der Wahrheit auszulöschen. Die Aufgabe der Propheten Gottes besteht darin, die Menschen zu erziehen und sie von der Knechtschaft ihrer angeborenen Instinkte und körperlichen Neigungen zu befreien. Sie sind wie Gärtner, und die Menschheit ist das Feld, das Sie kultivieren, die Wildnis und der ungepflegte Urwald, worin Sie Sich abmühen. Sie sorgen dafür, dass die krummen Zweige gerade wachsen, die fruchtlosen Bäume Früchte tragen, und Sie verwandeln dieses große, wilde, unkultivierte Feld allmählich in einen schönen Obstgarten, der wunderbare Erträge hervorbringt.
Wenn die Natur von allein vollkommen und vollständig wäre, bräuchte die Menschenwelt keine Ausbildung und Kultivierung – es gäbe keinen Bedarf an Lehrern, Schulen und Universitäten, an Kunst und Handwerk.

Die Offenbarungen der Propheten Gottes wären nicht notwendig gewesen und die himmlischen Bücher überflüssig.

Wenn die Natur vollkommen und ausreichend für die Menschheit wäre, würden wir Gott und unseren Glauben an Ihn nicht benötigen.

Daher liegt der Grund für all diese großartigen Hilfen und Mittel zur Erlangung des göttlichen Lebens darin, dass die Welt der Natur unvollständig und unvollkommen ist.

Denkt an Kanada während der frühen Geschichte von Montreal, als sich das Land in seinem wilden, unkultivierten und Urzustand befand.

Der Boden war öde, felsig und nahezu unbewohnbar – riesige Wälder erstreckten sich in alle Richtungen.

Welche unsichtbare Kraft ließ diese große Metropole inmitten solch wilder und abschreckender Bedingungen entstehen?

Es war der menschliche Geist.

Die Natur und die Kraft der Naturgesetze waren also unzureichend.

Der Geist des Menschen schuf Abhilfe und behob diesen unvollkommenen Zustand, sodass wir heute eine große Stadt sehen anstatt einer wüsten, unerschlossenen Wildnis.

Vor Kolumbus war Amerika selbst eine wilde, unkultivierte Fläche von Urwäldern, Bergen und Flüssen – überall urwüchsige Natur.

Jetzt ist es zur Welt des Menschen geworden.

Es war dunkel, abschreckend und wild.

Jetzt ist es erleuchtet durch eine große, prosperierende Zivilisation.

Anstelle von Wäldern sehen wir ertragreiche Bauernhöfe, wunderschöne Gärten und fruchtbare Obstwiesen.

Anstelle von Dornen und nutzloser Vegetation finden wir Blumen, Haustiere und Felder, die auf die Ernte warten.

Wäre die Welt der Natur vollkommen, dann hätte man den Zustand dieses großen Landes unverändert belassen.
Wenn man ein Kind seinem natürlichen Zustand überlässt und es keine Bildung bekommt, wächst es zweifellos in Unwissenheit und Analphabetismus auf und seine geistigen Fähigkeiten werden verkümmern und verblassen. Es entwickelt sich dann wie ein Tier. Dies zeigt sich bei den Naturvölkern Zentralafrikas, die in ihrer geistigen Entwicklung kaum über dem Tier stehen.
Man muss unausweichlich anerkennen, dass die Pracht der Sonne der Wahrheit, das Wort Gottes, die Quelle und Ursache des menschlichen Fortschritts und der Zivilisation war.

Die Welt der Natur ist das Reich des Tieres.

In seinem natürlichen Zustand und auf seiner begrenzten Stufe ist das Tier vollkommen.

Die wilden Tiere haben sich vollständig nach den Naturgesetzen entwickelt.

Sie erhalten keine Erziehung oder Ausbildung, sie besitzen nicht die Fähigkeit zum abstrakten Denken und sie haben keine geistigen Ideale.

Sie stehen nicht mit der geistigen Welt in Kontakt und haben keine Vorstellung von Gott oder dem Heiligen Geist.

Das Tier kann die geistigen Fähigkeiten des Menschen weder erkennen noch erfassen und es unterscheidet nicht zwischen sich selbst und dem Menschen, da seine Empfänglichkeit auf die Ebene der Sinne beschränkt ist.

Es lebt in Abhängigkeit von der Natur und ihren Gesetzen.

Alle Tiere sind Materialisten.

Gott spielt für sie keine Rolle und sie haben keine Ahnung von einer übersinnlichen Macht im Universum.

Ohne jede Kenntnis der göttlichen Propheten und der Heiligen Bücher sind sie reine Gefangene der Natur und der Sinne.

Tatsächlich ähneln sie den heutigen großen Philosophen, die nicht in Verbindung mit Gott und dem Heiligen Geist stehen, die Propheten ablehnen, keinerlei geistige Empfänglichkeit besitzen, von den himmlischen Gaben ausgeschlossen sind und nicht an eine übernatürliche Macht glauben.

Das Tier führt dieses Leben glücklich und ungestört, während materialistische Philosophen zehn oder zwanzig Jahre lang in Schulen und Hochschulen arbeiten und studieren und Gott, den Heiligen Geist und göttliche Inspirationen bestreiten.

Das Tier ist sogar der größere Philosoph, denn es erlangt diese Fähigkeit ohne Arbeit und Studium.

Zum Beispiel erkennt die Kuh weder Gott noch den Heiligen Geist an, sie weiß nichts von göttlichen Eingebungen, himmlischen Gaben oder geistigen Empfindungen und die Herzenswelt ist ihr fremd.

Wie die Philosophen ist die Kuh eine Gefangene der Natur und weiß von nichts, was über den Bereich der Sinne hinausgeht.

Die Philosophen jedoch rühmen sich damit:

»Wir sind nicht im Aberglauben gefangen; wir verlassen uns ganz auf die Sinneswahrnehmung und erkennen nichts außerhalb der Natur, die alles enthält und umfasst.« Aber die Kuh betrachtet das Leben bescheiden und ruhig vom selben Standpunkt aus, ohne Studium oder Kenntnisse der Wissenschaften, und lebt in äußerster Würde und Majestät in Harmonie mit den Naturgesetzen.
Das ist nicht der Ruhm des Menschen. Der Ruhm des Menschen liegt im Wissen um Gott, in spiritueller Empfänglichkeit und im Erlangen geistiger Kräfte und der Gaben des Heiligen Geistes. Der Ruhm des Menschen liegt darin, mit den Lehren Gottes vertraut zu sein. Dies ist der Ruhm der Menschheit. Unwissenheit ist nicht Ruhm, sondern Finsternis. Können diese Seelen, die in den Tiefen der Unwissenheit versunken sind, über die Geheimnisse Gottes und die Gegebenheiten des Daseins Bescheid wissen, während Jesus Christus keine Kenntnis davon hatte? Überragt der Intellekt dieser Menschen den Intellekt Christi? Christus war himmlisch, göttlich und gehörte zur Welt des Königreichs. Er war die Verkörperung geistigen Wissens. Sein Intellekt war diesen Philosophen überlegen, Sein Verständnis tiefer, Seine Wahrnehmung schärfer, Sein Wissen vollkommener. Wie kommt es, dass Er über alles in dieser Welt hinwegsah und auf alles verzichtete? Er legte wenig Wert auf dieses materielle Leben, versagte sich Ruhe und Erholung, akzeptierte Prüfungen und erduldete freiwillig Schicksalsschläge, weil Er mit spiritueller Empfänglichkeit und der Macht des Heiligen Geistes ausgestattet war. Er erblickte den Glanz des göttlichen Reiches, verkörperte die Gnadengaben Gottes und besaß vollkommene Fähigkeiten. Er wurde durch Liebe und Barmherzigkeit erleuchtet, ebenso wie alle Boten Gottes.

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3. September 1912
'Abdu'l Bahás Ansprache vor Sozialisten und Arbeiterführern in der Krönungshalle Montreal, Kanada
Es scheint, als ob alle Geschöpfe einzeln und allein existieren könnten. Ein Baum etwa kann einsam und allein in einer Prärie, einem Tal oder an einem Berghang existieren. Ein Tier auf einem Berg oder ein Vogel in den Lüften mögen ein einsames Leben führen. Sie brauchen keine Zusammenarbeit und keine Solidarität. Solche Lebewesen erfreuen sich in ihrem jeweiligen Einzeldasein größter Zufriedenheit und Glückseligkeit.
Im Gegensatz dazu kann der Mensch nicht einzeln und allein leben. Er ist auf fortwährende Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe angewiesen. Ein Mensch etwa, der allein in der Wildnis lebt, wird irgendwann hungern. Eigenständig und allein wird er sich nie mit allen lebensnotwendigen Dingen versorgen können. Darum braucht er Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit. Das Geheimnis dieses Phänomens und dessen Grund liegt darin, dass die Menschheit aus einem einzigen Ursprung erschaffen wurde und sich aus einer einzigen Familie entwickelt hat. Darum stellt die ganze Menschheit in Wirklichkeit eine Familie dar. Gott hat keine Unterschiede erschaffen. Er hat alle als Einheit erschaffen, damit diese Familie in vollkommenem Glück und Wohlbefinden zu leben vermag.
Zum Thema der Gegenseitigkeit und Zusammenarbeit: Jeder Staatsbürger sollte in größtem Wohlbefinden und Wohlstand leben, da jeder einzelne Mensch ein Angehöriger des Staatskörpers ist, und wenn einer der Angehörigen sich in Not befindet oder von einer Krankheit befallen ist, leiden zwangsläufig alle anderen mit. Das Auge beispielsweise ist ein Teil des menschlichen Organismus. Wenn das Auge erkrankt, wirkt sich dies auf das gesamte Nervensystem aus. Wenn folglich ein Angehöriger des Staatskörpers krank wird, werden in Wirklichkeit – durch Mitgefühl und Anteilnahme – alle betroffen sein, weil dieser eine Kranke ein Mitglied einer Gruppe von Mitgliedern, ein Teil des Ganzen ist. Ist es möglich, dass ein Mitglied sich in Not befindet und die anderen Teile wohlauf sind? Das ist unmöglich! Denn Gott wünscht, dass jeder im Gemeinwesen der Menschheit sich vollkommenen Wohlergehens und Wohlbefindens erfreuen soll.
Obwohl der Staatskörper wie eine Familie ist, leben manche seiner Angehörigen wegen unausgeglichener Verhältnisse im Überfluss und manche in schrecklichem Elend, manche haben genug und manche hungern, manche tragen teure Kleidung und manchen Familien fehlt es an Nahrung und Unterkunft. Warum? Weil es dieser Familie an der notwendigen gegenseitigen Zusammenarbeit und Ausgewogenheit mangelt. Dieser Haushalt wird nicht gut geführt. Dieser Haushalt lebt nicht unter einem vollkommenen Gesetz. Die erlassenen Gesetze sichern kein Glück. Sie sorgen nicht für Wohlergehen. Deshalb muss diese Familie ein Gesetz bekommen, das Wohlergehen und Glück für alle Familienmitglieder gleichermaßen gewährleistet.
Ist es vorstellbar, dass ein Teil der Familie in größtem Elend und bitterer Armut lebt und es der übrigen Familie gut geht? Das ist unmöglich, es sei denn, diese Familienmitglieder sind gefühllos, abgestumpft, abweisend und unfreundlich. Dann würden sie sagen: »Auch wenn diese Mitglieder zu unserer Familie gehören – lasst sie allein. Wir sollten uns um uns selbst kümmern. Lasst sie sterben. Solange es mir gut geht, ich geehrt werde und glücklich bin, mag dieser mein Bruder ruhig sterben. Wenn er sich im Elend befindet, soll er im Elend bleiben, solange es mir nur gut geht. Wenn er hungrig ist, soll er hungrig bleiben. Ich bin zufrieden. Wenn er keine Kleider hat, lasst ihn wie er ist, solange ich nur Kleidung habe. Soll er doch in der Wildnis bleiben, wenn er kein Obdach und kein Heim hat, Hauptsache ich habe ein Zuhause.«
Solch völlige Gleichgültigkeit in der menschlichen Familie liegt daran, dass es keine Kontrolle gibt, dass funktionierende Gesetze fehlen und dass es an gegenseitigem Wohlwollen mangelt. Hätte man den Mitgliedern dieser Familie Wohlwollen entgegengebracht, würden zweifellos alle ihre Mitglieder sich des Wohlergehens und des Glücks erfreuen.
Bahá'u'lláh hat Leitlinien zu jeder Herausforderung gegeben, vor der die Menschheit steht. Für jedes Problem, mit dem der Mensch kämpft, hat Er Glaubensgrundsätze und Regelungen offenbart. Darunter sind auch Wirtschaftslehren. Wenn sie praktisch ausgearbeitet werden, bieten sie allen Staatsbürgern die Lösung für ein Leben voller Glück, Wohlergehen und Zufriedenheit, ohne dass die allgemeine Ordnung Schaden nimmt oder verletzt wird. Auf diese Weise werden weder Streit noch Meinungsverschiedenheiten aufkommen. Es wird weder Aufruhr noch Zwist entstehen. Diese Lösung ist folgende:
An erster Stelle steht das Prinzip, dass alle Staatsbürger an den großen Errungenschaften der Menschenwelt teilhaben sollen. Jeder sollte größtmöglichen Wohlstand und Wohlergehen erlangen können. Um dieses Problem zu lösen, müssen wir beim Landwirt beginnen; dort schaffen wir die Grundlage für das System und die Ordnung, denn die in der Landwirtschaft Beschäftigten übertreffen alle anderen Berufsgruppen hinsichtlich der Bedeutung ihrer Arbeit. In jedem Dorf muss ein allgemeines Lagerhaus errichtet werden, das eine Reihe von Einnahmen verzeichnen wird.
Die erste Einnahme wird der ›Zehnte‹ sein.
Die zweite Einnahme wird auf Viehbesitz erhoben werden.
Die dritte Einnahme wird auf Mineralien erhoben werden, das heißt, von jedem geplanten oder entdeckten Bergwerk geht ein Drittel an dieses große Lagerhaus.
Die vierte ist: Die Erbschaft von jedem, der ohne Erben verstirbt, geht an das allgemeine Lagerhaus.
Fünftens werden Schätze, die auf dem Land gefunden werden, dem Lagerhaus überantwortet.
Alle diese Einnahmen werden in dem Lagerhaus gesammelt.
Zur ersten Einnahme, dem ›Zehnten‹: Betrachten wir einen Landwirt, einen in der Landwirtschaft Beschäftigten. Schauen wir uns sein Einkommen an. Wir berechnen sein jährliches Einkommen und seine Ausgaben. Wenn sein Einkommen seinen Ausgaben entspricht, wird von diesem Landwirt nichts gefordert. Das heißt, er wird keiner Besteuerung unterworfen, da er ja sein ganzes Einkommen benötigt. Ein anderer Landwirt könnte Ausgaben in der Höhe von, sagen wir, tausend Dollar und ein Einkommen von zweitausend Dollar haben. Von ihm wird ein Zehntel eingefordert werden, weil er über einen Überschuss verfügt. Wenn aber sein Einkommen zehntausend oder zwanzigtausend Dollar und seine Ausgaben eintausend Dollar betragen, so wird er ein Viertel davon als Steuern bezahlen müssen. Wenn sein Einkommen hunderttausend Dollar und seine Ausgaben fünftausend Dollar betragen, wird er ein Drittel bezahlen müssen, weil er auch dann noch einen Überschuss hat, da seine Ausgaben fünftausend betragen bei einem Einkommen von hunderttausend. Wenn er, sagen wir, fünfunddreißigtausend Dollar bezahlt, hat er zusammen mit den fünftausend Dollar Ausgaben immer noch sechzigtausend Dollar Überschuss. Wenn jedoch seine Ausgaben zehntausend und sein Einkommen zweihunderttausend beträgt, dann muss er sogar die Hälfte abgeben, weil in diesem Fall neunzigtausend übrigbleiben. Ein solcher Verteilungsschlüssel wird den Steueranteil bestimmen. Alle Steuereinnahmen werden an das allgemeine Lagerhaus gehen.
Sodann muss man Notfälle wie folgt berücksichtigen: Einem Landwirt, dessen Ausgaben sich auf zehntausend Dollar belaufen und dessen Einkommen nur fünftausend beträgt, werden vom Lagerhaus die notwendigen Ausgaben erstattet. Ihm werden fünftausend Dollar zugeteilt, sodass er nicht in Not gerät.
Auch für die Waisenkinder wird gesorgt; um ihren vollständigen Lebensbedarf wird man sich kümmern. Menschen mit Behinderungen im Dorf – für alle ihre Ausgaben wird gesorgt. Die Armen im Dorf – ihre notwendigen Ausgaben werden übernommen. Und andere Mitglieder des Dorfes, die aus triftigen Gründen arbeitsunfähig sind – die Blinden, die Alten, die Tauben –, auch für ihr Wohl muss gesorgt werden. Im Dorf wird niemand bedürftig bleiben. Alle werden äußerst zufrieden und in Wohlstand leben. Zugleich wird die allgemeine Staatsordnung nicht von Zersplitterung beeinträchtigt.
Soweit wurden die Ausgaben beziehungsweise der Aufwand des allgemeinen Lagerhauses und sein Tätigkeitsbereich erläutert. Die Einnahmen dieses allgemeinen Lagerhauses sind dargelegt. Die Dorfbewohner werden Treuhänder wählen, die diese Transaktionen überwachen. Für die Landwirte wird gesorgt, und sollte nach der Deckung all dieser Ausgaben ein Überschuss im Lagerhaus vorhanden sein, muss dieser an die Staatskasse überwiesen werden.
Dieses System ist so aufgebaut, dass die Armen im Dorf sorgenfrei und die Waisen glücklich und wohlbehalten leben können; mit einem Wort: Niemand wird Not leiden. Jeder einzelne Staatsbürger wird somit zufrieden und gut leben.
Für größere Städte wird es natürlich ein System in größerem Maßstab geben. Würde ich auf diese Lösung eingehen, würden die Einzelheiten viel Zeit kosten.
Als Ergebnis dieses Systems wird jeder Staatsbürger höchst zufrieden und glücklich leben und niemandem dafür zu etwas verpflichtet sein. Trotzdem wird es Abstufungen geben, denn in der Menschenwelt gibt es unweigerlich Unterschiede. Der Staat kann mit einer Armee verglichen werden. In dieser Armee muss es einen General geben, es muss einen Feldwebel geben, es muss einen Feldmarschall geben, es muss eine Infanterie geben, doch alle sollten sich in höchstem Maß der Zufriedenheit und des Wohlergehens erfreuen.
Gott ist unparteiisch und schaut nicht auf die Person. Er hat für alle vorgesorgt. Die Ernte ist für jeden da. Der Regen fällt auf alle und die Sonnenwärme ist dazu bestimmt, jeden zu erwärmen. Die Früchte der Erde sind für alle da. Darum sollte es für die ganze Menschheit größtes Glück, größtmögliche Zufriedenheit und größtes Wohl geben.
Aber wenn manche glücklich und zufrieden sind und andere in Not leben, wenn manche übermäßigen Reichtum anhäufen und andere in größter Bedürftigkeit leben – in einem solchen System kann der Mensch unmöglich glücklich sein oder das Wohlgefallen Gottes erlangen. Gott ist gütig zu allen. Das Wohlgefallen Gottes steht in Verbindung mit dem Wohl jedes einzelnen Mitglieds der Menschheit.
Ein persischer König weilte eines Nachts in seinem Palast, in dem er in größtem Luxus und Wohlergehen lebte. Mit überschäumender Freude und Wonne wandte er sich an einen Mann und sagte: »Dies ist der glücklichste Augenblick meines Lebens. Preis sei Gott, überall herrscht Wohlstand und lacht das Glück! Meine Schatzkammer ist gefüllt und die Armee ist gut geführt. Ich besitze viele Paläste, grenzenlos Land, meiner Familie geht es gut, mein Ansehen und meine Herrschaft sind beachtlich. Was will ich mehr?«
Der Arme am Palasttor erwiderte: »O gütiger König! Angenommen, Ihr seid in jeder Hinsicht so glücklich, ohne Kummer und Sorgen – sorgt Ihr Euch nicht um uns? Ihr sagt, Ihr selbst hättet keine Sorgen – aber denkt Ihr niemals an die Armen in Eurem Land? Ziemt es sich oder ist es schicklich, dass Ihr im Wohlstand lebt und wir in solch bitterer Not und solchem Elend? Wie könnt Ihr angesichts unserer Nöte und Schwierigkeiten in Eurem Palast ruhen? Wie könnt Ihr behaupten, Ihr wäret frei von Kummer und Sorgen? Als Herrscher dürft Ihr nicht so egoistisch sein und nur an Euch denken. Ihr müsst vielmehr an die denken, die Euch untergeben sind. Wenn es uns gut geht, wird es auch Euch gut gehen; aber wenn wir Not leiden, wie könnt Ihr als König dann glücklich sein?«
Der Kerngedanke ist: Wir bewohnen alle den einen Erdball. Tatsächlich sind wir eine Familie und jeder von uns ist ein Mitglied dieser Familie. Wir sollten alle in größtmöglichem Glück und Wohlergehen leben, unter einer gerechten Herrschaft und unter Regeln nach Gottes Wohlgefallen, die somit auch uns glücklich machen, denn dieses Leben ist vergänglich.
Wenn der Mensch sich nur um sich selbst kümmern würde, wäre er nicht mehr als ein Tier, denn nur Tiere sind derart eigennützig. Brächte man 1000 Schafe zu einem Brunnen, um 999 zu töten, würde das eine verbleibende Schaf weiter grasen, nicht an die anderen denken, sich gar keine Sorgen über den Verlust machen, sich überhaupt nicht darum kümmern, dass die eigenen Artgenossen verschwanden, umkamen oder getötet wurden. Nur an sich selbst zu denken, ist also eine tierische Eigenschaft. Es ist eine tierische Eigenheit, einsam und allein zu leben. Es ist eine tierische Eigenheit, nur für das eigene Wohlbefinden zu sorgen. Aber der Mensch wurde als Mensch erschaffen, um allen Mitmenschen gegenüber ehrlich, gerecht, barmherzig, wohlwollend zu sein. Er sollte niemals nur auf sein eigenes Wohl bedacht sein, während andere in Not und Elend darben. Das wäre eine Eigenschaft des Tieres, nicht des Menschen. Nein, vielmehr muss der Mensch gewillt sein, Mühsal zu ertragen, damit andere sich des Wohlstands erfreuen können; er sollte die eigene Anstrengung wertschätzen, wenn er dadurch anderen zu Glück und Wohlergehen verhilft. Dies zeichnet den Menschen aus. Dies geziemt dem Menschen. Andernfalls wäre der Mensch kein Mensch, sondern weniger als ein Tier.
Der Mensch, der anderen gegenüber gleichgültig ist und nur an sich selbst denkt, steht zweifellos unterhalb der Stufe des Tieres, weil das Tier keine Vernunft besitzt. Das Tier ist entschuldigt; aber der Mensch besitzt Vernunft, den Gerechtigkeitssinn, die Fähigkeit zur Barmherzigkeit. Weil er all diese Fähigkeiten besitzt, darf er sie nicht ungenutzt lassen. Wer so hartherzig ist, nur an das eigene Wohl zu denken, kann nicht als Mensch bezeichnet werden.
Der ist ein wahrer Mensch, der seine eigenen Interessen zum Wohle anderer vergisst. Sein eigenes Wohlergehen opfert er für das Gemeinwohl. Er muss sogar bereit sein, sein eigenes Leben für das Leben der Menschheit zu opfern. Ein solcher Mensch ist die Ehre der Menschenwelt. Ein solcher Mensch ist der Ruhm der Menschheit. Ein solcher Mensch erlangt ewige Seligkeit. Ein solcher Mensch ist der Schwelle Gottes nahe. Ein solcher Mensch ist die wahre Verkörperung ewiger Glückseligkeit. Andernfalls gleichen die Menschen den Tieren und zeigen die gleichen Veranlagungen und Neigungen wie die Tierwelt. Welchen Unterschied gäbe es? Welche Vorzüge, welche Vollkommenheit hätte der Mensch? Überhaupt keine! Die Tiere sind darin sogar besser – sie denken nur an sich selbst, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer.
Bedenkt, wie die größten Menschen der Welt – ob Propheten oder Philosophen – alle ihre persönliche Bequemlichkeit aufgegeben, das persönliche Vergnügen für das Wohlergehen der Menschheit geopfert haben. Sie haben ihr eigenes Leben für das Gemeinwesen geopfert. Sie haben ihren eigenen Besitz für die allgemeine Wohlfahrt hingegeben. Sie haben ihre eigene Ehre zugunsten der Ehre der Menschheit aufgegeben. Darum leuchtet es ein, dass dies die höchste Errungenschaft für die Menschenwelt ist.
Wir bitten Gott, die Menschen mit Gerechtigkeit auszustatten, damit sie sich rechtschaffen verhalten und sich für das Wohl aller Menschen einsetzen mögen, sodass alle ihr Leben in größter Zufriedenheit und größtem Wohlergehen verbringen können. Dann wird diese materielle Welt zum Paradies des Gottesreiches werden, dann wird sich diese stoffliche Welt in einem himmlischen Zustand befinden, und alle Diener Gottes werden in größter Freude, Glückseligkeit und Zufriedenheit leben. Wir alle müssen danach streben und all unsere Gedanken darauf konzentrieren, dass der Menschenwelt eine solche Glückseligkeit zuteilwerde.
Ein drängendes Problem ist das der sozialen Strukturen. Es wird nicht durch Lohnstreiks gelöst werden. Alle Regierungen der Welt müssen sich zusammenschließen und eine Versammlung organisieren, deren Mitglieder aus den Volksvertretungen und den Edlen der Nationen ausgewählt werden. Sie müssen mit größter Weisheit und Entschlossenheit einen Plan entwickeln, durch den weder der Kapitaleigner enorme Verluste erleidet noch die Arbeitnehmer in eine Notlage geraten. Sie sollten das Gesetz äußerst maßvoll gestalten und dann öffentlich verkünden, dass die Rechte der Arbeitnehmer entschieden gewahrt werden müssen. Auch die Rechte der Kapitaleigner müssen geschützt werden. Wenn ein solcher allgemeingültiger Plan einvernehmlich von beiden Seiten angenommen wird und dann ein Streik ausbricht, sollten alle Regierungen der Welt diesem vereint entgegentreten. Andernfalls wird das Problem der Arbeit zu viel Unheil führen, insbesondere in Europa. Schreckliche Dinge werden geschehen.
Ein Beispiel: Die Besitzer von Grundstücken, Bergwerken und Fabriken sollten ihr Einkommen mit ihren Arbeitnehmern teilen und einen gerecht bemessenen Prozentsatz ihrer Produkte ihren Arbeitnehmern abgeben, damit die Arbeitnehmer neben ihrem Lohn auch etwas vom allgemeinen Einkommen des Unternehmens erhalten, so dass der Arbeitnehmer mit ganzer Seele bei der Arbeit ist.
In der Zukunft wird es keine Monopole mehr geben. Das Problem mit den Monopolen wird vollständig beseitigt werden. Außerdem wird jede Fabrik mit 10.000 Geschäftsanteilen davon 2000 Geschäftsanteile ihren Arbeitnehmern überlassen und diese auf ihren Namen eintragen lassen, so dass sie ihnen gehören, und den Rest werden die Kapitaleigner besitzen. Nachdem Ausgaben und Löhne bezahlt wurden, muss am Ende des Monats oder des Jahres der ganze Ertrag entsprechend der Anzahl der Geschäftsanteile unter beiden aufgeteilt werden. Tatsächlich ist dem einfachen Volk bisher großes Unrecht widerfahren. Es müssen entsprechende Gesetze erlassen werden, da die Arbeitnehmer mit dem gegenwärtigen System unmöglich zufrieden sein können. Sie werden jeden Monat und jedes Jahr streiken. Am Ende werden die Kapitalisten verlieren. Vor langer Zeit gab es einmal einen Streik bei den türkischen Soldaten. Sie sagten zur Regierung: »Unsere Löhne sind sehr niedrig und sie sollten erhöht werden.« Die Regierung war gezwungen, ihre Forderungen zu erfüllen. Kurz darauf streikten sie erneut. Schließlich landeten alle Erträge in den Taschen der Soldaten bis zu dem Extrem, dass sie den König umbrachten und sagten: »Warum hast du unsere Löhne nicht erhöht, so dass wir mehr bekommen hätten?«
Es ist unmöglich, dass ein Land ohne Gesetze in Recht und Ordnung lebt. Um dieses Problem zu lösen, müssen konsequente Gesetze geschaffen werden, so dass sie von allen Regierungen der Welt geschützt werden.
Nach den bolschewistischen Prinzipien wird Gleichberechtigung mit Gewalt durchgesetzt. Die Massen, die sich den Leuten in gehobenen Stellungen und der besitzenden Klasse widersetzen, wollen an deren Gewinn teilhaben.
Aber in den göttlichen Lehren wird Gleichberechtigung durch die Bereitschaft zum Teilen verwirklicht. Hinsichtlich des Reichtums wird geboten, dass die Reichen in der Bevölkerung und die Aristokraten sich aus freiem Antrieb und um ihres eigenen Glückes willen mit den Armen beschäftigen und sich um sie kümmern sollen. Diese Gleichberechtigung ist das Ergebnis der erhabenen Merkmale und edlen Eigenschaften der Menschheit.

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5. September 1912
Ansprache in der St. James-Methodist-Church Montreal, Kanada
Nach einer stenografischen Mitschrift
Preis sei Gott! Es erfüllt mich mit Freude, heute Abend hier zu sein und in die Gesichter von Menschen zu blicken, die entschlossen die Wirklichkeit erforschen und sich aufrichtig danach sehnen, die Wahrheit zu erkennen. Gott hat den Menschen erschaffen und ihn mit Verstand ausgestattet, wodurch er zu gültigen Schlussfolgerungen gelangen kann. Deshalb muss der Mensch immer und überall danach streben, die grundlegende Wahrheit zu erforschen. Wenn er nicht eigenständig forscht, macht er keinen Gebrauch von dem Talent, das Gott ihm verliehen hat. Ich freue mich über die Menschen in Amerika, da sie in der Regel eigenständig nach der Wahrheit suchen. Sie setzen ihren Verstand ein und lassen ihn nicht untätig und unproduktiv ruhen. Das ist äußerst lobenswert.
Manche Menschen meinen, dass die Gaben Gottes versiegen, so als ob die göttlichen Gnadengaben zu einer Zeit ausgegossen würden, zu einer anderen Zeit der Menschheit aber versagt blieben und endeten.

Wenn wir gründlich darüber nachdenken, erkennen wir, dass eine solche Aussage in Wirklichkeit eine Verneinung des Göttlichen ist, denn die göttliche Wahrheit zeigt sich, indem sie ihre Gnadengaben über die Schöpfung ergießt.

Ein Ende der Gnadengaben Gottes zu irgendeinem Zeitpunkt wäre gleichbedeutend mit dem Ende der Herrschaft Gottes.

Die Sonne ist die Sonne wegen ihrer Strahlkraft und ihrer Wärme.

Sie ist die Sonne wegen ihrer Gaben, aber wenn einmal ihr Glanz, ihr Leuchten und ihr Strahlen aufhörten, wäre sie nicht mehr die Sonne.

Folglich ist es unvorstellbar, dass die Gaben des Göttlichen enden, denn die Eigenschaften des Göttlichen sind immer vorhanden.

Gott war immer göttlich.

Er hat Seine Herrschaft immer ausgeübt und besitzt fortwährend ewige Göttlichkeit und höchste Herrschaft.

Er ist wie die Sonne, die immer ihren Glanz, ihre Wärme und ihr Strahlen besaß und diese Gaben und Attribute weiterhin besitzen wird.

Sollten zu irgendeinem Zeitpunkt ihr Strahlen und ihre Hitze enden, würde man sie nicht länger als Sonne bezeichnen.

Deshalb kommt der Verstand mit vernünftigen Überlegungen zu dem Schluss, dass die Gaben des Heiligen Geistes andauern und heilige Seelen immer Empfänger dieser göttlichen Ausstrahlungen sind.

Die Kraft des Heiligen Geistes währt ewig und ist nicht vorübergehend, denn die Heiligkeit des Heiligen Geistes ist seine Kraft und Wirksamkeit, die sich in den Seelen zeigt, die er beflügelt.

Wir beten darum, dass wir alle Empfänger seiner Gnadengaben werden, dass wir vom Licht des Himmels erleuchtet werden, durch die Lehren Gottes erbaut und von den Tugenden eines göttlichen Charakters durchdrungen werden, wie Spiegel, die das Sonnenlicht reflektieren.

Solange der Spiegel das Sonnenlicht nicht reflektiert, ist er nur ein dunkler, lebloser Gegenstand.

Ebenso siechen Herzen und Seelen der Menschen im Abgrund der Dunkelheit und Unwissenheit dahin, solange sie keinen Anteil an den Gaben des Heiligen Geistes haben.
Seit undenklichen Zeiten wurden die göttlichen Lehren aufeinander folgend offenbart, und die Gaben des Heiligen Geistes wurden unaufhörlich verströmt.

All diese Lehren sind nur eine Wahrheit, denn die Wahrheit ist eins und lässt keine Vielheit zu.

Daher sind die göttlichen Propheten eins, weil sie die eine Wahrheit offenbaren, das Wort Gottes.

Abraham verkündete Lehren, die auf der Wahrheit beruhten, Moses verkündete die Wahrheit, Christus vermittelte die Wahrheit, und Bahá'u'lláh war der Bote und Herold der Wahrheit.

Doch die Menschheit hat die eine wesentliche und grundlegende Wahrheit, die allen Religionen Gottes zugrunde liegt, aufgegeben und blind an Nachahmungen angestammter Bräuche und Interpretationen des Glaubens festgehalten.

Deshalb wird sie durch Zank, Streit und Fanatismus der verschiedenen Sekten und religiösen Splittergruppen getrennt und gespalten.

Wenn alle der ursprünglichen Wahrheit des Propheten und Seiner Lehre treu blieben, würden die Völker und Nationen der Welt vereint, und diese Unterschiede, die zur Trennung führen, würden in Vergessenheit geraten.

Um diese große und notwendige Einheit zu verwirklichen, erschien Bahá'u'lláh im Orient und erneuerte die Grundlagen der göttlichen Lehren.

Seine Offenbarung des Wortes umfasst die Lehren aller Propheten vollständig.

Er hat sie in Prinzipien und Grundsätzen dargelegt, die auf die Bedürfnisse und Bedingungen der modernen Welt anwendbar sind, erweitert und angepasst an die Herausforderungen der Gegenwart und die drängenden menschlichen Probleme.

Das heißt, die Worte Bahá'u'lláhs sind die Essenz der Worte der Propheten der Vergangenheit.

Sie sind der eigentliche Geist des Zeitalters und die Ursache für die Einheit und Erleuchtung des Ostens und des Westens.

Die Anhänger Seiner Lehren stehen im Einklang mit den Vorschriften und Geboten aller früheren himmlischen Boten.

Zwist und Zwietracht, die die Grundlagen der Menschheit zerstören und dem Willen und Wohlgefallen Gottes zuwiderlaufen, verschwinden im Licht der Offenbarung Bahá'u'lláhs völlig.

Schwierige Probleme werden gelöst, Einheit und Liebe werden gestiftet.

Denn der Strahlenglanz der Liebe und die Errichtung von Einheit und Freundschaft in der Menschenwelt sind Gott wohlgefällig, während Zwietracht, Unstimmigkeiten, Krieg und Streit dem Satanischen entspringen und dem Willen des Barmherzigen widersprechen.

Damit Verstand, Geist und Seele des Menschen vor dem erweiterten Horizont der Einheit und der Erkenntnis zu Fortschritt, Ruhe und Weitsicht gelangen können, verkündete Bahá'u'lláh bestimmte Prinzipien oder Lehren, von denen ich einige erwähnen werde.
Erstens muss der Mensch eigenständig die Wahrheit erforschen, denn die Uneinigkeit und die Meinungsverschiedenheiten, die die Menschheit in erster Linie peinigen und belasten, haben ihren Ursprung hauptsächlich in Nachahmungen überkommener Glaubensvorstellungen und im Festhalten an überlieferten Ritualen des Gottesdienstes. Diese Nachahmungen sind willkürlich und werden von den Heiligen Büchern nicht anerkannt. Sie sind das Ergebnis menschlicher Interpretationen und Lehren, die allmählich das wahre Licht göttlicher Bedeutung verdunkelt haben und die Menschen dazu brachten, sich zu entzweien und zu streiten. Die Wahrheit, die in den himmlischen Büchern und göttlichen Lehren verkündet wird, fördert stets Liebe, Einheit und Gemeinschaft.
Zweitens:

Die Einheit der Menschheit muss verstanden, angenommen und verwirklicht werden.

Wenn wir über dieses gesegnete Prinzip nachdenken, wird klar, dass es das Heilmittel für alle menschlichen Belange ist.

Alle Menschen sind Diener des herrlichen Gottes, unseres Schöpfers.

Er hat alle erschaffen.

Es ist gewiss, dass Seine Liebe allen gleichermaßen galt, sonst hätte Er sie nicht erschaffen.

Er beschützt alle.

Es ist gewiss, dass Er Seine Geschöpfe liebt, sonst würde Er sie nicht beschützen.

Er sorgt für alle und erweist allen Seine Liebe, ohne jemanden zu bevorzugen.

Er bekundet allen Seine vollkommene Güte und Seine liebevolle Fürsorge.

Er bestraft uns nicht für unsere Sünden und Fehler, und wir sind alle in das Meer Seiner unendlichen Gnade getaucht.

Da Gott mild und liebevoll zu Seinen Kindern ist, nachsichtig und barmherzig bezüglich unserer Fehler, warum sollten wir dann unfreundlich und nachtragend miteinander umgehen?

Da Er alle Menschen ohne Unterschied liebt und niemanden bevorzugt – warum sollten nicht auch wir jeden auf gleiche Weise lieben?

Können wir uns einen Plan und ein Konzept vorstellen, die der göttlichen Absicht überlegen wären?

Offensichtlich können wir das nicht.

Daher müssen wir uns bemühen, dem Willen des Allherrlichen zu entsprechen und Seinen Grundsatz der Liebe zur gesamten Menschheit zu verwirklichen.

Die Weisheit und der Plan Gottes sind Wirklichkeit und Wahrheit, während die menschliche Politik willkürlich und auf unser begrenztes Verständnis beschränkt ist.

Gottes Plan ist grenzenlos.

Wir müssen Seinem Beispiel nacheifern.

Ist ein Mensch krank und schwach, müssen wir Heilmittel herstellen; ist er unwissend, müssen wir für seine Bildung sorgen; ist er schwach, müssen wir ihn stärken und das ergänzen, was fehlt; ist er unreif und unentwickelt, müssen wir die Mittel zur Reifung bereitstellen.

Niemand sollte gehasst und niemand zurückgewiesen werden, nein, gerade ihre Unvollkommenheiten sollten noch größere Freundlichkeit und zartes Mitgefühl hervorrufen.

Wenn wir dem Beispiel des göttlichen Herrn folgen, werden wir die ganze Menschheit von Herzen lieben, und die Mittel zur Verwirklichung der Einheit der Menschenwelt werden uns so einleuchtend und offensichtlich erscheinen wie das Licht der Sonne.

Und durch unser Vorbild wird das Licht der Liebe Gottes unter den Menschen entzündet werden.

Denn Gott ist die Liebe, und alle Phänomene finden ihren Ursprung und ihre Quelle in diesem göttlichen Schöpfungsstrom.

Die Liebe Gottes umgibt alles Erschaffene mit heiligem Glanz.

Ohne die Liebe Gottes würde kein Lebewesen existieren.

Dies ist eine klare, offenbare Einsicht und Wahrheit, es sei denn, der Mensch ist in Aberglauben eingehüllt und gefangen in seinen Vorstellungen und teilt die Menschheit nach eigener Einschätzung ein, in solche, die er liebt, und andere, die er hasst.

Eine solche Haltung ist höchst unwürdig und unedel.
Drittens: Die Religion muss Ursprung und Quelle der Liebe in der Welt sein, denn Religion ist die Offenbarung des Willens Gottes, dessen göttliche Grundlage die Liebe ist. Wenn die Religion daher Feindschaft und Hass statt Liebe bewirkt, ist ihr Nichtsein ihrem Dasein vorzuziehen.
Viertens: Die Religion muss mit Wissenschaft und Vernunft in Einklang gebracht werden. Wenn die religiösen Überzeugungen der Menschheit der Wissenschaft und der Vernunft widersprechen, sind sie nichts als Aberglaube und ohne göttliche Legitimierung, denn Gott der Herr hat den Menschen mit Verstand ausgestattet, damit er ihn benutzt, um sich die Grundwahrheiten des Daseins zu erschließen. Der Verstand entdeckt die Wirklichkeit der Dinge, und was im Widerspruch zu seinen Schlussfolgerungen steht, ist lediglich das Resultat menschlicher Fantasie und Einbildung.
Fünftens:

Vorurteile – ob religiös, rassistisch, patriotisch oder politisch motiviert – zerstören die Grundlagen des Menschlichen und widersprechen den Geboten Gottes.

Gott sandte Seine Propheten zu dem einen Zweck, Liebe und Einheit in den Menschenherzen hervorzurufen.

Alle heiligen Bücher sind das geschriebene Wort der Liebe.

Wenn sie sich als Ursache für Vorurteile und menschliche Entfremdung herausstellen, sind sie nutzlos.

Deshalb stehen insbesondere religiöse Vorurteile dem Willen und Gebot Gottes entgegen.

Rassistische und patriotische Vorurteile, die die Menschheit in Gruppen und Zweige aufteilen, haben ebenfalls eine falsche und nicht zu rechtfertigende Grundlage, denn alle Menschen sind die Kinder Adams und gehören im Wesentlichen zu einer Familie.

Es darf keine rassistische Entfremdung oder Spaltung nach Nationen unter den Menschen geben.

Solche Unterscheidungen wie französisch, deutsch, persisch, angelsächsisch sind menschengemacht und künstlich.

Vor Gott haben sie weder Bedeutung noch werden sie anerkannt.

Vor Ihm sind alle Menschen eins, die Kinder einer Familie; und Gott ist gleichermaßen freundlich zu ihnen.

Die Erde hat eine Oberfläche.

Gott hat diese Oberfläche nicht durch Grenzen und Barrieren geteilt, um Menschen nach Hautfarbe und Volkszugehörigkeit zu trennen.

Der Mensch hat diese eingebildeten Linien eingerichtet und festgelegt.

Er hat jedem Teilbereich einen Namen und die Grenzen eines Geburtslandes oder einer Nation gegeben.

Diese Aufspaltung und Untergliederung in Gruppen und Teilbereiche der Menschheit erzeugt Vorurteile, die zu einer ergiebigen Quelle für Krieg und Streit werden.

Angetrieben von diesen Vorurteilen erklären Völker und Nationen einander den Krieg.

Das Blut Unschuldiger wird vergossen und die Erde wird durch Gewalt zerrissen.

Deshalb hat Gott an diesem Tag verfügt, dass diese Vorurteile und Gegensätze beseitigt werden sollen.

Alle sind aufgefordert, nach dem Wohlgefallen des Herrn der Einheit zu streben, Seinem Gebot zu folgen und Seinem Willen zu gehorchen; auf diese Weise wird die Menschenwelt durch wahre Liebe und Versöhnung erleuchtet werden.
Sechstens:

Die Menschheit braucht die Unterstützung durch den Heiligen Geist.

Der wahre Unterschied zwischen den Menschen besteht in den göttlichen Gaben und den Eingebungen des Heiligen Geistes.

Wenn der Mensch nicht zum Empfänger der himmlischen Gaben und der geistigen Segnungen wird, verbleibt er auf der Stufe des Tieres.

Denn der Unterschied zwischen Tier und Mensch besteht darin, dass die Natur des Menschen mit göttlichen Möglichkeiten ausgestattet ist, während dem Tier diese Gabe und Errungenschaft völlig fehlt.

Wenn also ein Mensch ohne die Eingebungen durch den Odem des Heiligen Geistes bleibt, ohne die göttlichen Gaben, ohne Berührung mit der himmlischen Welt und ohne Kenntnis der ewigen Wahrheiten, ist er in Wirklichkeit ein Tier, obwohl er aussieht wie ein Mensch.

So erklärte Christus:

»Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.« Das bedeutet, dass der Mensch als Gefangener körperlicher Sinneseindrücke und ohne die Entwicklung geistiger Empfindungen lediglich ein Tier ist.

Aber jede Seele, die geistige Aufnahmefähigkeit besitzt und einen guten Teil der Gaben des Heiligen Geistes erlangt hat, wird durch das göttliche Leben des höheren Königreichs belebt.

Die Seele, die daran keinen Anteil hat, ist wie tot.

Deshalb sagte Er:

»Lasst die Toten ihre Toten begraben.« So wie der stoffliche Körper des Menschen seine Lebenskraft braucht, braucht auch die menschliche Seele den göttlichen Geist und die Wiederbelebung, die vom Heiligen Geist ausgeht.

Ohne diese Belebung und geistige Nahrung wäre der Mensch ein Tier, nein, vielmehr tot.
Siebtens: Die Notwendigkeit von Bildung für die ganze Menschheit ist offensichtlich. Besonderes Augenmerk muss auf die Ausbildung und Unterweisung der Kinder gelegt werden. Wenn den Eltern dazu die Mittel fehlen und sie sich dies nicht leisten können, muss der Staat die nötigen Mittel dafür aufbringen. Durch den horizonterweiternden Geist der Bildung wird der Analphabetismus verschwinden und Missverständnisse aufgrund von Unwissenheit werden aussterben.
Achtens: Der Weltfrieden wird durch ein internationales Abkommen zwischen den Nationen der Welt herbeigeführt werden. Heutzutage ist die größte Katastrophe für die Menschheit der Krieg. Europa ist ein Sprengstofflager, das auf einen Funken wartet. Alle europäischen Länder sind nervös und eine einzige Flamme wird den ganzen Kontinent in Brand setzen. Kriegs- und Todeswerkzeuge werden in unvorstellbarem Ausmaß vervielfacht und verstärkt, und die Last der militärischen Unterhaltskosten belastet die verschiedenen Länder bis zur Unerträglichkeit. Armeen und Flotten verschlingen Hab und Gut des Volkes. Die schwer arbeitenden Armen, die Unschuldigen und Hilflosen werden durch Steuern gezwungen, Munition und Rüstung für Regierungen bereitzustellen, die auf Gebietseroberung und die Verteidigung gegen mächtige rivalisierende Nationen aus sind. Es gibt keine größere oder schmerzlichere Belastung in der heutigen Menschenwelt als der drohende Krieg. Daher ist der Weltfrieden eine entscheidende Notwendigkeit. Ein Schiedsgerichtshof muss eingesetzt werden, durch den internationale Streitigkeiten geschlichtet werden. Dadurch wird jede Möglichkeit für Zwietracht und Krieg zwischen den Nationen verhindert.
Neuntens: Zwischen Männern und Frauen muss Gleichberechtigung herrschen. Frauen müssen das gleiche Recht auf Bildung erhalten. Das ermöglicht es ihnen, sich auf allen Berufs- und Leistungsebenen zu qualifizieren und weiterzuentwickeln. Denn die Menschheit besitzt zwei Flügel: Mann und Frau. Wenn ein Flügel unfähig und unterentwickelt bleibt, wird das die Leistung des anderen einschränken, und ein richtiger Flug wird unmöglich. Die Vollständigkeit und Vollkommenheit der Menschenwelt hängt also von der gleichmäßigen Entwicklung dieser beiden Flügel ab.
Zehntens: Alle Menschen sollten gleiche Rechte und Befugnisse haben.
Elftens: Eine Sprache muss als internationales Sprach- und Kommunikationsmittel ausgewählt werden. Auf diese Weise wird es weniger Missverständnisse geben, Gemeinschaft wird geschaffen und die Einheit gesichert.
Dies sind einige der von Bahá'u'lláh verkündeten Grundsätze. Er brachte das Heilmittel für die Krankheiten, die jetzt die Menschenwelt plagen. Er löste die schwierigen Probleme individuellen, sozialen, nationalen und weltweiten Wohlergehens und legte die Grundlage für die göttliche Wahrheit, auf die die materielle und geistige Kultur für die vor uns liegenden Jahrhunderte gegründet werden soll.
Preis sei Gott! Ich halte diese beiden großen amerikanischen Nationen in Bezug auf alles, was mit Fortschritt und Zivilisation zu tun hat, für äußerst fähig und weit entwickelt. Diese Regierungen sind fair und gerecht. Die Motive und Ziele dieser Menschen sind erhaben und inspirierend. Daher hoffe ich, dass diese verehrten Nationen zu herausragenden Faktoren bei der Schaffung des Weltfriedens und der Einheit der Menschheit werden; dass sie den Grundstein für Gleichberechtigung und geistige Bruderschaft unter den Menschen legen; dass sie die höchsten Tugenden der menschlichen Welt aufweisen, das göttliche Licht der Propheten Gottes verehren und die Einheit verwirklichen, die heute für die Belange der Nationen so notwendig ist. Ich bete, dass die Nationen des Ostens und des Westens unter der Fürsorge und Führung des göttlichen Hirten eine Herde werden. Wahrlich, dies ist das Geschenk Gottes und die größte Ehre für den Menschen. Dies ist der Ruhm der Menschheit. Dies ist das Wohlgefallen Gottes. Ich bitte Gott mit reumütigem Herzen darum.
O mein Herr! Du der Immervergebende! Wahrlich, diese Versammlung hat sich Deinem Königreich zugewandt. Wahrlich, sie gehören alle Deiner Herde an, und Du bist der eine Hirte aller. O Du wahrer Hirte! Erziehe und schule Deine Schafe auf Deinen grünen Weiden. Lass diese Vögel ihre Nester in Deinem Rosengarten bauen. Schmücke Deinen Obstgarten mit diesen frischen Pflanzen und Blumen. Erfrische diese menschlichen Bäume mit den Schauern Deiner Wohltätigkeit und Gunst. O Gott! Wahrlich, wir alle sind Deine Diener – wir alle gehören Dir – und Du bist der Eine Herr. Wir alle beten Dich an, und Du bist der wohltätige Meister. O Herr! Mache die Augen sehend, damit sie das Licht Deines Königreichs erblicken. Mache die Ohren aufmerksam, damit sie den himmlischen Ruf vernehmen. Belebe die Seelen, damit der Odem des Heiligen Geistes sie erfreue. O Herr! Wahrlich, wir sind schwach, Du aber bist allmächtig. Wir sind arm, Du aber bist reich. Habe Erbarmen mit uns. Gewähre uns einen großzügigen Anteil an Deiner Wahrheit und führe uns zur Stätte Deiner Errungenschaften. Du bist der Mächtige. Du bist der Fähige. Du bist der gütige Herr.

Ansprache 'Abdu'l-Bahás in Chicago

16. September 1912

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16. September 1912
Ansprache im Haus von Frau Corinne True 5338 Kenmore Avenue, Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Gertrude Buikema
›Alláh'u'Abhá!‹ Preis sei Gott! Ich habe jetzt einige Tage mit euch in Liebe und Harmonie verbracht. Preis sei Gott! Eure Herzen sind rein, eure Gesichter strahlen, euer Geist ist beschwingt durch die frohe Botschaft Gottes. Ich bete für euch und erbitte himmlischen Beistand für euch, damit jeder zu einer strahlenden Kerze werde, die Licht in die Menschenwelt bringt. Möget ihr zum Inbegriff der Liebe werden. Möget ihr euch als der Glanz Gottes erweisen, erfüllt sein von der Kraft des Heiligen Geistes, und Einheit und Brüderlichkeit in der Menschenwelt bewirken, denn die Menschheit benötigt heute vor allem Liebe und Harmonie. Sollte die Welt so bleiben, wie sie heute ist, so wird große Gefahr auf sie zukommen. Wenn es jedoch zu Versöhnung und Einheit kommt, wenn Sicherheit und Vertrauen geschaffen werden, wenn wir uns mit Herz und Seele bemühen, dass die Lehren Bahá'u'lláhs in der Lebenswirklichkeit der Menschen zum Tragen kommen, dass sie Freundschaft und Eintracht bewirken, dass sie die Herzen der verschiedenen Religionen verbinden und die zerstrittenen Völker vereinen – dann erlangt die Menschheit Frieden und innere Ruhe, dann wird der Wille Gottes zum Willen des Menschen und die Erde zur Wohnstätte von Engeln. Allen wird Erziehung zukommen, Laster werden ausgemerzt, die menschlichen Werte setzen sich durch, der Materialismus wird überwunden, die Religion wird gestärkt und erweist sich als Band, das die Herzen der Menschen zusammenschweißt.
In der Welt des Daseins gibt es verschiedene Bande, die menschliche Herzen vereinen, aber kein Band ist vollkommen wirksam. Als Erstes haben wir das Band durch Verwandtschaftsbeziehungen. Es führt zu keiner wirksamen Einheit, denn wie oft geschieht es doch, dass Meinungsverschiedenheiten und Unstimmigkeiten dieses enge Band der Gemeinschaft zerreißen. Das Band der Vaterlandsliebe kann vielleicht ein Mittel zu Brüderlichkeit und Übereinstimmung sein, aber im selben Land geboren zu sein, wird die Menschenherzen nicht völlig zusammenschweißen. Wenn wir auf die Geschichte zurückblicken, stellen wir fest, dass häufig Menschen der gleichen Hautfarbe und desselben Ursprungs gegeneinander Krieg geführt haben. Oft haben sie im Bürgerkrieg das Blut ihres eigenen Volkes vergossen und die Besitztümer ihrer Landsleute zerstört. Daher ist dieses Band nicht ausreichend. Ein weiteres Mittel scheinbarer Einheit ist das Band politischer Allianzen, zu denen sich Regierungen und Herrscher aus Gründen der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Schutzes zusammenschließen. Solche Pakte und Vereinigungen wurden aber später zum Gegenstand von Veränderungen und erbittertem Hass bis hin zu Krieg und Blutvergießen. Es ist offensichtlich, dass die politische Einheit nicht dauerhaft wirksam ist.
Die Quelle der vollkommenen Einheit und Liebe in der Welt des Daseins ist das Band der einen Wahrheit. Wenn die göttliche, grundlegende Wahrheit in das Herz und das Leben der Menschen gelangt, bewahrt und schützt sie die Lebensverhältnisse der Menschheit; sie errichtet jene innere Einheit der Menschenwelt, die nur durch die Wirkkraft des Heiligen Geistes ins Dasein tritt. Denn der Heilige Geist ist wie das Leben im menschlichen Körper, das alle Unterschiede der Körperteile und Gliedmaßen in Einheit und Übereinstimmung verbindet. Bedenkt, wie viele Körperteile und Gliedmaßen es gibt, aber die Einheit des Lebensgeistes vereint sie alle in einer vollkommenen Verbindung. Er stellt eine solche Einheit im Organismus des Körpers her, dass alle anderen Körperteile und Funktionen aufgrund der vollkommenen Einheit reagieren und mitleiden, wenn irgendein Teil verletzt wird oder erkrankt. So, wie der menschliche Lebensgeist die wechselseitige Abstimmung zwischen den verschiedenen Körperteilen des menschlichen Organismus bewirkt, so ist der Heilige Geist die steuernde Ursache für die Einheit und das Zusammenwirken der Menschheit. Das heißt, der Zusammenhalt oder die Einheit der Menschheit kann tatsächlich durch nichts anderes als die Macht des Heiligen Geistes zustande kommen, denn die Menschenwelt ist ein zusammengesetzter Körper und der Heilige Geist ist das treibende Prinzip ihres Lebens.
Deshalb müssen wir uns bemühen, dass die Macht des Heiligen Geistes in der ganzen Menschenwelt wirksam wird, dass sie die Regierungen der Nationen und Völker neu belebt und alle in den Schutz und unter den Schirm des Wortes Gottes geführt werden.

Dann wird diese Menschenwelt engelhaft, irdische Dunkelheit vergeht und himmlische Erleuchtung überflutet den Horizont, menschliche Mängel werden beseitigt und göttliche Tugenden erstrahlen.

Das ist wirklich möglich, aber nur durch die Macht des Heiligen Geistes.

Was die Welt heute am dringendsten braucht, ist die belebende, einigende Gegenwart des Heiligen Geistes.

Solange er keine Wirkung entfaltet, Herzen und Seelen nicht erreicht und durchdringt und kein fester, vernünftiger Glaube im Verstand der Menschen verankert ist, solange kann die menschliche Gesellschaft nicht mit Sicherheit und Zuversicht erfüllt sein.

Im Gegenteil, Feindschaft und Streit werden von Tag zu Tag zunehmen, und die Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Völkern werden sich noch verschlimmern.

Die Armeen und Flotten der Welt werden kontinuierlich aufgestockt, und die Angst und Gewissheit, dass ein großer weltumspannender Krieg ausbricht – ein historisch beispielloser Krieg – werden immer stärker; denn die bisher begrenzte Aufrüstung wird jetzt in gewaltigem Maße vorangetrieben.

Die Lage spitzt sich zu und nähert sich einem Ausmaß, in dem sich Menschen auf dem Meer, dem Land und selbst in der Luft mit einer Gewalt bekämpfen werden, die frühere Jahrhunderte nicht kannten.

Mit zunehmender Aufrüstung und Kriegsvorbereitung nehmen die Gefahren immens zu.
Wir müssen uns mit all unseren Kräften dafür einsetzen, dass der Heilige Geist Herz und Verstand zum Frieden bewegt, die Gaben Gottes die Menschen umfangen, die göttlichen Segnungen sie fortlaufend erreichen, die Menschenseelen Fortschritte machen, der Verstand sein Vorstellungsvermögen erweitert, die Seelen heiliger werden und die Menschenwelt vor dieser großen Bedrohung bewahrt wird.

Für die Besserung der Welt erduldete Bahá'u'lláh alle Härten, Qualen und Widrigkeiten des Lebens, indem Er Sich und Sein eigenes Wohl opferte, Vermögen, Besitz und Ansehen verlor – all das, was zum menschlichen Leben gehört –, nicht ein Jahr, nein, fast fünfzig Jahre hindurch.

Während dieser langen Zeit war Er Verfolgungen und Misshandlungen ausgesetzt, wurde eingekerkert, aus Seiner Heimat vertrieben, erduldete Härten und Erniedrigungen und wurde viermal verbannt.

Zunächst wurde Er aus Persien nach Baghdád verbannt, dann nach Konstantinopel, von dort nach Rumelien und schließlich in die große Gefängnisfestung von 'Akká in Syrien, wo Er den Rest Seines Lebens verbrachte.

Jeden Tag ertrug Er neue Unterdrückung und Misshandlung, bis Er Seinen Flug aus dem Kerker in die höhere Welt nahm und zu Seinem Herrn zurückkehrte.

Er ertrug diese Qualen und Schwierigkeiten, damit diese irdische Menschenwelt himmlisch werde, damit die Erleuchtung des göttlichen Königreichs in den Herzen der Menschen Wirklichkeit werde, auf dass jeder Einzelne Fortschritte mache, die Kraft des Heiligen Geistes durchdringender und wirksamer werde und das Glück der Menschenwelt gesichert sei.

Er wünschte Ruhe und Gelassenheit für alle und erwies allen Nationen liebevolle Güte, ungeachtet äußerer Umstände und Unterschiede.

Er sprach die Menschheit an mit den Worten:

»O Menschen!

Wahrlich, ihr seid alle die Blätter und Früchte eines Baumes, ihr seid alle eins.

Deshalb verbindet euch in Freundschaft!

Liebet einander!

Beseitigt jede Form von Vorurteilen bezüglich der Hautfarbe und Herkunft!

Vertreibt für immer diese düstere Finsternis menschlicher Unwissenheit, denn das Jahrhundert des Lichtes und die Sonne der Wahrheit sind erschienen!

Jetzt ist die Zeit der Zusammengehörigkeit und jetzt ist die Zeit für Einheit und Eintracht.

Seit Jahrtausenden habt ihr in Kriegen und Auseinandersetzungen gekämpft.

Es ist genug.

Jetzt ist die Zeit für Einheit.

Legt jeden Eigennutz beiseite und seid gewiss, dass alle Menschen die Diener des einen Gottes sind, Der sie in Liebe und Übereinstimmung miteinander verbindet.«
Da in der Vergangenheit große Unterschiede und Gegensätze zwischen den Konfessionen aufgetreten waren und jeder Mensch seine neuen Ideen Gott zuschrieb, wünschte sich Bahá'u'lláh, dass es unter den Bahá'í keinen Grund für Meinungsverschiedenheiten geben soll.

Deshalb schrieb Er mit Seiner eigenen Feder das Buch Seines Bundes und richtete Sich an Seine Verwandten und alle Menschen auf der Welt mit den Worten:

»Wahrlich, ich habe Den ernannt, Der der Mittelpunkt Meines Bundes ist.

Alle müssen Ihm gehorchen.

Alle müssen sich Ihm zuwenden.

Er ist der Ausleger Meines Buches und Er ist wohlunterrichtet über Meine Absichten.

Alle müssen sich Ihm zuwenden.

Was immer Er sagt, ist richtig, denn wahrlich, Er kennt den Text Meines Buches.

Außer Ihm kennt niemand Mein Buch.« Der Zweck dieser Erklärung ist, dass es niemals Uneinigkeit und Spaltung unter den Bahá'í geben sollte, dass sie vielmehr immer geeint und einig sein sollten.

In Seinen Gebeten sagte Bahá'u'lláh auch:

»O Gott!

Wer immer Meinen Bund bricht, o Gott, demütige ihn.

Wahrlich, wer immer Meinen Bund bricht, o Gott, lösche ihn aus und beseitige ihn.« In all Seinen Sendschreiben, zu denen auch die Tafel vom Ast gehört, hat Er die Eigenschaften und Qualitäten der Person, auf die Er sich im Buche Seines Bundes bezog, erwähnt und erklärt.

Er hat die Funktion und Macht dieser Person vollständig dargelegt, sodass niemand sagen soll:

»Ich verstehe dies aus den Schriften Bahá'u'lláhs«, denn Er hat den Mittelpunkt des Bundes und befugten Ausleger des Buches bestimmt.

Er sagte:

»Wahrlich, Er ist der Ernannte; es gibt keinen anderen außer Ihm.« Damit wollte Er verhindern, dass Sekten oder Vorurteile entstehen und irgendwer, der irgendwelche neuen Gedanken hat, Zwietracht und Unstimmigkeit stiften kann.

Es ist, als würde ein König einen Generalgouverneur ernennen.

Wer diesem gehorcht, gehorcht dem König.

Wer sein Gebot verletzt und ihm nicht gehorcht, verletzt das Gebot des Königs.

Wer deshalb dem von Bahá'u'lláh ernannten Mittelpunkt des Bundes gehorcht, der hat Bahá'u'lláh gehorcht, und wer Ihm nicht gehorcht, der hat Bahá'u'lláh nicht gehorcht.

Dies hat überhaupt nichts mit Ihm ('Abdu'l-Bahá) persönlich zu tun; es ist wie bei dem vom König ernannten Generalgouverneur:

Wer dem Generalgouverneur gehorcht, gehorcht dem König, und wer dem Generalgouverneur nicht gehorcht, gehorcht dem König nicht.
Deshalb müsst ihr die Sendschreiben Bahá'u'lláhs lesen. Ihr müsst die Tafel vom Ast lesen und das beachten, was Er so klar festgestellt hat. Hütet euch! Hütet euch! Niemand sollte sich auf die Autorität seiner eigenen Gedanken berufen oder aus sich selbst heraus etwas Neues erschaffen. Hütet euch! Hütet euch! Wie im Bunde Bahá'u'lláhs ausdrücklich festgelegt ist, solltet ihr euch überhaupt nicht mit einer solchen Person abgeben. Bahá'u'lláh meidet solche Seelen. Ich habe diese Dinge für euch dargelegt, um die Lehren Bahá'u'lláhs zu bewahren und zu schützen, damit ihr informiert seid und keiner euch täuschen und niemand Zweifel unter euch streuen mag. Ihr müsst alle Menschen lieben, doch wenn irgendjemand euch in Zweifel stürzen will, so müsst ihr wissen, dass sich Bahá'u'lláh von ihm getrennt hat. Wer für Einheit und Gemeinschaft arbeitet, ist ein Diener Bahá'u'lláhs, und Bahá'u'lláh ist sein Beistand und Helfer. Ich bitte Gott, dass Er euch zum wahren Mittel der Einigkeit und Einheit mache, zu strahlenden, barmherzigen, himmlischen Kindern des göttlichen Königreichs; dass ihr Tag für Tag Fortschritte macht; dass ihr so hell strahlt wie diese Lampen und der ganzen Menschheit Licht spendet. Seid herzlich gegrüßt und lebt wohl!

Ansprache 'Abdu'l-Bahás in Minneapolis

20. September 1912

– 105 –

20. September 1912
Ansprache im Haus von Herrn Albert L. Hall 2030 Queen Avenue South, Minneapolis, Minnesota
Aufzeichnungen von Ellen T. Pursell
Preis sei Gott! Dies ist eine wundervolle und strahlende Zusammenkunft. Es ist eine segensreiche Versammlung, denn ihr trefft euch hier in größter Liebe und Geistigkeit. Es gibt viele Treffen auf der Welt, von denen vielleicht Tausende in diesem Moment abgehalten werden, hauptsächlich mit sozialen, politischen, wissenschaftlichen oder kommerziellen Zielen. Unsere heutige Versammlung jedoch dient Gott und himmlischen Zielen. Wir haben weder geschäftliche noch wissenschaftliche Interessen; unser Geist und unsere Beweggründe richten sich allein auf das Verkünden göttlicher Gaben.
Die Fähigkeiten des Menschen sind von zweierlei Art: Die eine ist im Wesentlichen materieller Natur, die andere geistig. Beispielsweise besitzt der Körper des Menschen bestimmte materielle Fähigkeiten, doch im Geist des Menschen zeigen sich Fähigkeiten, die geistiger Natur sind. Das Sehvermögen des Menschen ist eine körperliche Funktion, während Einsicht, also die Fähigkeit zur inneren Wahrnehmung, ihrem Wesen nach geistig ist. Der Gehörsinn ist eine körperliche Begabung, während das Erinnerungsvermögen des Menschen geistig ist. Unter den menschlichen Kräften ist die Umsetzung gedanklicher und intellektueller Prozesse materiell, doch die Kraft der Liebe ist geistig. Das Erfassen der Wirklichkeit eines Phänomens ist eine geistige Fähigkeit, ebenso wie das Gefühlsleben des Menschen und seine Fähigkeit, die Existenz Gottes zu beweisen. Die Erkenntnis ethischer Normen und das Erforschen der Welt erfordern Fähigkeiten, die im Wesentlichen geistiger Natur sind.
Wenn wir die Geschichte betrachten, erkennen wir, dass der menschliche Fortschritt in der Entwicklung materieller Fertigkeiten am größten war.

Die Zivilisation ist das Zeichen und der Beweis für diesen Fortschritt.

Überall auf der Welt hat die materielle Zivilisation wahrhaft wunderbare Höhen und Grade des Fortschritts erreicht – das heißt, die äußeren Kräfte und Fähigkeiten des Menschen haben sich stark entwickelt, die inneren geistigen Qualitäten wurden jedoch im Vergleich dazu vernachlässigt und zurückgestellt.

Jetzt ist der Zeitpunkt in der Weltgeschichte, sich anzustrengen und den Fortschritt und die Entwicklung innerer Kräfte voranzutreiben – das heißt, wir müssen uns der Entwicklung der Ethik widmen, denn die ethischen Werte der Menschen bedürfen einer Neuausrichtung.

Wir müssen uns auch mit der Verstandeswelt befassen, damit der Verstand der Menschen gestärkt und die Wahrnehmung geschärft wird, um so dem Intellekt des Menschen zur Vorherrschaft zu verhelfen, sodass die geistigen Fähigkeiten zum Vorschein kommen können.

Bevor ein Schritt in diese Richtung unternommen wird, müssen wir in der Lage sein, das Göttliche vom Standpunkt der Vernunft aus zu beweisen, damit für den Rationalisten kein Zweifel oder Einwand bestehen bleibt.

Danach müssen wir in der Lage sein, die Existenz der Gnade Gottes zu beweisen – dass die göttliche Gnade die Menschheit umfasst und dass sie übersinnlich ist.

Sodann müssen wir aufzeigen, dass der Geist des Menschen unsterblich ist, dass er nicht zerfällt und dass er die menschlichen Tugenden in sich trägt.
Materielle Errungenschaften haben eine hohe Entwicklungsstufe erreicht, während geistige Fähigkeiten weit zurückgeblieben sind.

Wenn man tausend Personen fragen würde:

»Welche Beweise für die Existenz des Göttlichen gibt es?«, könnte vielleicht nicht eine von ihnen antworten.

Wenn man weiter fragte:

»Welche Beweise für das Wesen Gottes kennst du?« »Wie erklärst du Inspiration und Offenbarung?« »Welche Hinweise für eine bewusste Intelligenz jenseits des materiellen Universums gibt es?« »Kannst du einen Plan und eine Methode zur Verbesserung der menschlichen Ethik vorschlagen?« »Kannst du die Welt der Natur und die Welt des Göttlichen genau erklären und voneinander unterscheiden?« – Die Antworten auf diese Fragen würden nur sehr wenig wirkliches Wissen und Einsicht enthalten.

Das liegt daran, dass die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten vernachlässigt wurde.

Die Menschen sprechen vom Göttlichen, aber die Ideen und Überzeugungen, die sie bezüglich der Göttlichkeit haben, sind in Wirklichkeit Aberglaube.

Das Göttliche ist der Strahlenglanz der Sonne der Wahrheit, die Manifestation geistiger Kräfte und geistiger Mächte.

Die verstandesmäßigen Beweise für das Göttliche beruhen auf Beobachtungen und Hinweisen, die ein entscheidendes Argument darstellen und auf logische Weise die göttliche Wirklichkeit, den Glanz der Barmherzigkeit, die Gewissheit der Inspiration und die Unsterblichkeit des Geistes beweisen.

Dies ist die wahre Wissenschaft über das Göttliche.

Das Göttliche ist nicht so, wie es in Dogmen und Predigten der Kirche dargestellt wird.

Wenn das Wort ›Göttlichkeit‹ erwähnt wird, verbinden Zuhörer damit gewöhnlich gewisse Formeln und Lehrsätze, während es im Wesentlichen die Weisheit und Erkenntnis Gottes, den Strahlenglanz der Sonne der Wahrheit, die Offenbarung der Wahrheit und die göttliche Philosophie bezeichnet.
Es gibt zwei Arten von Philosophie:

Naturphilosophie und göttliche Philosophie.

Die Naturphilosophie strebt nach Wissen über physikalische Wahrheiten und erklärt materielle Phänomene, während die göttliche Philosophie sich mit geistigen Wahrheiten und spirituellen Phänomenen befasst.

Das Betätigungsfeld und der Umfang der Naturphilosophie haben sich beträchtlich erweitert, und ihre Errungenschaften sind höchst lobenswert, denn sie dienen der Menschheit.

Aber wie der Zustand der gegenwärtigen Welt beweist, wurde die göttliche Philosophie außer Acht gelassen und vernachlässigt; ihr Ziel ist die Veredelung der menschlichen Natur, geistiger Fortschritt, himmlische Führung für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, Annäherung an den Odem des Heiligen Geistes und die Erkenntnis der Wahrheiten Gottes.

Jetzt ist es an der Zeit, uns anzustrengen und es der göttlichen Philosophie zu ermöglichen, mit der Philosophie der materiellen Forschung gleichzuziehen, damit das Erwachen der geistigen Fähigkeiten mit der Entfaltung der natürlichen Kräfte gleichermaßen voranschreitet.

Im gleichen Maße, in dem der menschliche Körper sich entwickelt, muss der Geist des Menschen gestärkt werden; und genauso wie seine äußere Wahrnehmungskraft geschärft wird, müssen seine inneren intellektuellen Fähigkeiten sensibilisiert werden, damit er sich nicht völlig auf Traditionen und menschliche Vorbilder verlassen muss.

In Fragen, die das Göttliche betreffen, dürfen wir uns nicht ausschließlich auf überlieferte Traditionen und frühere menschliche Erfahrungen verlassen; nein, stattdessen müssen wir den Verstand nutzen, die präsentierten Fakten analysieren und logisch untersuchen, damit Vertrauen aufgebaut und der Glaube erlangt wird.

Nur dann wird uns die Wirklichkeit der Dinge offenbar.

Die Philosophen Griechenlands – wie Aristoteles, Sokrates, Platon und andere – widmeten sich der Untersuchung sowohl natürlicher als auch geistiger Phänomene.

In ihren Schulen diskutierten sie sowohl über die Welt der Natur als auch über die übernatürliche Welt.

Heute sind die Philosophie und Logik von Aristoteles weltweit bekannt.

Weil die griechischen Philosophen sowohl an natürlicher als auch an göttlicher Philosophie interessiert waren und die Entwicklung der materiellen Welt der Menschheit ebenso förderten wie der geistigen, leisteten sie der Menschheit einen lobenswerten Dienst.

Deshalb konnten sich ihre Lehren und Prinzipien durchsetzen und überleben.

Der Mensch sollte diese beiden Wege der Forschung und Untersuchung fortsetzen, damit sich alle menschlichen Fähigkeiten, die äußeren und die inneren, entwickeln können.

Die Entwicklung dieser Fähigkeiten, sowohl der materiellen als auch der geistigen, hängt von der intelligenten Erforschung der Wahrheit ab, durch die die Erhabenheit des Menschen und sein geistiger Fortschritt erreicht werden.

Bräuche und Rituale müssen überwunden und aufgegeben werden.

Man muss nach der Wahrheit streben.

Wir müssen selbst entdecken, wo und was Wahrheit ist.

In ihren religiösen Überzeugungen ahmen Völker und Nationen heute ihre Vorfahren und Vorväter nach.

Wenn der Vater eines Mannes ein Christ war, ist er selbst ein Christ.

Ein Buddhist ist der Sohn eines Buddhisten, ein Zoroastrier der Sohn eines Zoroastriers.

Ein Heide oder Götzendiener folgt den Fußspuren seines Vaters und seiner Vorfahren.

Das ist reine Nachahmung.

Heutzutage muss der Mensch unabhängig und unparteiisch jede Form der Wirklichkeit erforschen.
Die entscheidende Rolle für die Menschheit spielt die Religion.

Die erste Voraussetzung ist, dass der Mensch ihre Grundlagen mit dem Verstand erforschen muss.

Die zweite Voraussetzung ist, dass er die Einheit der Menschheit eingestehen und anerkennen muss.

Dadurch wird echte Freundschaft unter den Menschen möglich und die Entfremdung von Volksgruppen und Einzelpersonen verhindert.

Alle müssen als Diener Gottes wahrgenommen werden, alle müssen Gott als den einen gütigen Beschützer und Schöpfer erkennen.

In dem Maß, in dem die Einheit und Verbundenheit der Menschheit anerkannt wird, wird Freundschaft möglich, werden Missverständnisse beseitigt und wird die Wahrheit sichtbar.

Dann wird das Licht der Wahrheit erstrahlen, und wenn die Wahrheit die Welt erleuchtet, wird das Glück der Menschheit Wirklichkeit.

Der Mensch muss sich auf geistiger Ebene bewusst werden, dass die Religion von Gott dazu bestimmt ist, das Mittel der Gnade, die Quelle des Lebens und die Ursache der Eintracht zu sein.

Wenn sie zur Ursache für Zwietracht, Feindschaft und Hass wird, ist es besser, wenn der Mensch ohne Religion ist.

Denn in ihren Lehren suchen wir den Geist der Güte und Liebe, um die Menschenherzen zu verbinden.

Wenn wir dagegen feststellen, dass sie zu Entfremdung und Verbitterung im Herzen führt, ist es gerechtfertigt, sie aufzugeben.

Wenn darum der Mensch durch ernsthaftes Forschen die grundlegende Wahrheit der Religion entdeckt, verschwinden seine früheren Vorurteile, und sein neuer Zustand der Erleuchtung trägt zur Entwicklung der Menschenwelt bei.
Es geht bei diesem Thema darum, dass der Mensch formale Bildung ebenso wie geistige Veredelung braucht. So, wie das äußere Sehvermögen für ihn unentbehrlich ist, sollte er auch Einsicht und bewusste Wahrnehmung besitzen. So, wie er das Hörvermögen benötigt, ist zugleich das Gedächtnis wesentlich. So, wie ein Körper für ihn unverzichtbar ist, bedarf er auch eines Geistes. Das eine ist eine materielle Fähigkeit, das andere eine geistige. Als menschliche Wesen, die wir mit dieser zweifachen Begabung ausgestattet und befähigt sind, müssen wir uns bemühen, mit göttlicher Hilfe und Gnade und durch den Einsatz unserer geistigen Verstandeskraft alle erhabenen Tugenden zu erlangen, damit wir den Glanz der Sonne der Wahrheit bezeugen können, den Geist des Königreichs widerspiegeln, die offenkundigen Zeichen der Wirklichkeit des Göttlichen erkennen, die unwiderlegbaren Beweise für die Unsterblichkeit der Seele begreifen, in bewusstem Einklang mit der ewigen Welt leben und durch das Leben für Gott und die Liebe zu Ihm belebt und erweckt werden.

Ansprache 'Abdu'l-Bahás in St. Paul

20. September 1912

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20. September 1912
Ansprache im Haus von Dr. Clement Woolson und seiner Frau 870 Laurel Avenue, St. Paul, Minnesota
Nach einer stenografischen Mitschrift
Die Materialisten halten an der Meinung fest, dass die Welt der Natur vollständig ist. Die göttlichen Philosophen erklären, dass die Welt der Natur unvollständig ist. Zwischen diesen beiden Gruppen besteht ein großer Unterschied. Die Materialisten verweisen auf die Vollkommenheit der Natur, auf die Sonne, den Mond und die Sterne, auf die Bäume in ihrer Pracht, auf die ganze Erde und das Meer – darauf, dass selbst unbedeutende Erscheinungen eine höchst vollkommene Ordnung offenbaren. Die göttlichen Philosophen stellen diese scheinbare Vollkommenheit und Vollständigkeit im Reich der Natur in Abrede, wenngleich sie die Schönheit in ihren Erscheinungen und Aspekten eingestehen und die überwältigenden kosmischen Kräfte anerkennen, die die gigantischen Sonnensysteme beherrschen. Sie sind der Meinung, dass die Natur zwar vollkommen erscheint, gleichwohl aber unvollkommen ist, weil sie des Verstandes und der Erziehung bedarf. Zum Beweis dafür sagen sie, dass der Mensch, obwohl er im Bereich der stofflichen Gestaltung geradezu ein Gott ist, selbst einen Erzieher braucht. Ein Mensch ohne Erziehung und Bildung ist wild, tierisch und brutal. Gesetze und Regeln, Schulen, Akademien und Universitäten zielen auf die Ausbildung des Menschen ab und darauf, dass er über die dunklen Grenzen des Tierreiches hinausgehoben wird. Welchen Unterschied gibt es zwischen den Menschen in Amerika und den Einwohnern Zentralafrikas?
Alle sind Menschen. Warum haben die Menschen in Amerika eine hohe Zivilisationsstufe erreicht, während die Stämme Zentralafrikas noch äußerst unwissend und grob sind? Sie unterscheiden sich durch den Grad ihrer Bildung. Das ist unbestritten. Die Menschen in Europa und Amerika konnten sich durch Schulung und Bildung aus der mangelhaften Welt erheben und befinden sich auf dem Weg zur Vervollkommnung, während die Menschen in Afrika, denen die Bildungsmöglichkeiten fehlen, in einem ursprünglichen Zustand des Analphabetismus und in Bedürftigkeit verharren, denn die Natur ist unvollständig und mangelhaft. Bildung und Erziehung sind eine Notwendigkeit. Wenn ein Stück Boden in seinem natürlichen und ursprünglichen Zustand belassen wird, wird daraus entweder dornige Wildnis oder es wird von wertlosem Unkraut überwuchert. Wenn dasselbe unproduktive Feld gerodet und kultiviert wird, wird es reiche Erträge an Nahrungsmitteln für die Versorgung der Menschen hervorbringen.
Der gleiche Unterschied zeigt sich bei den Tieren.

Einige wurden domestiziert und trainiert, andere in ihrem wilden Zustand belassen.

Das ist ein klarer Beweis dafür, dass die Welt der Natur unvollkommen, die Welt der Erziehung und Bildung dagegen vollkommen ist.

Das heißt, der Mensch wird durch Schulung und Kultur von den Zwängen der Natur befreit.

Folglich sind Bildung und Erziehung zwingend notwendig.

Aber es gibt verschiedene Arten von Bildung und Erziehung.

Es gibt das Training und die Entwicklung des stofflichen Körpers, die für Kraft und Wachstum sorgen.

Es gibt die intellektuelle Bildung, für die Schulen und Universitäten gegründet wurden.

Die dritte Art von Erziehung und Bildung ist die des Geistes.

Durch den Odem des Heiligen Geistes wird der Mensch in die Welt der Ethik erhoben und vom Licht göttlicher Gaben erleuchtet.

Die Welt der Ethik wird nur durch den Glanz der Sonne der Wahrheit und die Belebung mit dem göttlichen Geist erreicht.

Aus diesem Grund erscheinen die heiligen Manifestationen in der Menschenwelt.

Sie kommen, um die Menschheit zu erziehen und zu erleuchten, ihr geistige Aufnahmefähigkeit zu verleihen, die innere Wahrnehmung zu schärfen und dadurch die Wirklichkeit des Menschen – den menschlichen Tempel – mit göttlichen Gnadengaben zu schmücken.

Durch Sie kann der Mensch zum Brennpunkt der Ausstrahlung Gottes und zum Empfänger himmlischer Gaben werden.

Durch den Einfluss Ihrer Lehren kann er zur Verkörperung des Glanzes Gottes werden und zu einem Magneten, der das Licht der höchsten Welt anzieht.

Aus diesem Grund sind die heiligen, göttlichen Manifestationen die ersten Lehrer und Erzieher der Menschheit.

Ihre Spuren sind das beste Zeugnis, und Ihre spirituelle Unterweisung ist universell auf die Menschenwelt anwendbar.

Ihr Einfluss und ihre Macht sind unermesslich und grenzenlos.

Eine einzelne himmlische Persönlichkeit hat viele Länder entwickelt.

Jesus Christus beispielsweise unterrichtete allein und ohne Hilfe das römische, griechische und assyrische Volk und ganz Europa.

Es ist darum offensichtlich, dass die wichtigste Erziehung die des Geistes ist.
Der Geist des Menschen muss seine Gaben aus dem Reich Gottes beziehen, damit er zum Spiegel und zum Zeichen des Lichtes und zum Ausgangspunkt der göttlichen Spuren wird. Denn die menschliche Wirklichkeit ist wie der Erdboden. Wenn kein segensreicher Regen vom Himmel auf den Boden fällt und keine Sonnenwärme eindringt, wird er schwarz, abstoßend und unfruchtbar. Aber wenn Regenschauer und die Wärme der Sonnenstrahlen auf ihn fallen, wachsen schöne und duftende Blumen aus seinem Schoß. Gleicherweise wird auch der menschliche Geist – die Wirklichkeit des Menschen – nicht zum Zeichen geistiger Gaben werden, solange er nicht Empfänger des Lichtes des Königreiches wird, Empfänglichkeit für das Göttliche entwickelt und den Glanz Gottes bewusst widerspiegelt, denn nur die Wirklichkeit des Menschen kann zu einem Spiegel werden, in dem sich das Licht Gottes offenbart. Die Wirklichkeit des Menschen wird dann wie der Geist dieser Welt sein; denn so wie der Lebenstrieb den stofflichen menschlichen Körper belebt, so wird der Körper der Welt durch die anregende Kraft des geheiligten menschlichen Geistes belebt.
Es ist einleuchtend, dass die heiligen Manifestationen und göttlichen Aufgangsorte notwendig sind, denn diese gesegneten und herrlichen Seelen sind die allerersten Lehrer und Erzieher der Menschheit, und alle menschlichen Seelen werden durch Sie mithilfe der Gabe des Heiligen Geistes Gottes entwickelt.
Während Seines Wirkens war Jesus Christus in Palästina von Menschen verschiedener Völker umgeben, einschließlich der Juden, die alle in einem Zustand extremer Unwissenheit lebten, des Wortes Gottes beraubt und mit verblendetem Bewusstsein. Christus erzog diese Menschen und belebte sie mit dem lebendigen Wort, sodass sie ihrerseits Instrumente zur Erziehung der Welt wurden und den Osten und den Westen erleuchteten.
Denkt an die wunderbare Wirkung geistiger Erziehung und Bildung. Durch sie wurde der Fischer Petrus in den größten aller Lehrer verwandelt. Die geistige Erziehung machte die Jünger zu strahlenden Lampen in der Finsternis der Welt und bewirkte, dass die Christen des ersten und zweiten Jahrhunderts überall für ihre Tugenden bekannt wurden. Sogar Philosophen haben das bezeugt. Unter ihnen war Galen, der Arzt, der ein Buch über den Fortschritt der Völker schrieb. Er war ein gefeierter griechischer Philosoph, jedoch kein Christ. In seinem Buch sagte er, dass religiöse Glaubensvorstellungen einen gewaltigen Einfluss auf die Zivilisation ausüben und dass die Welt solchen Glauben braucht. Zum Beweis sagte er im Wesentlichen: »In unserer Zeit gibt es ein bestimmtes Volk, Christen genannt, die weder Philosophen noch geschulte Gelehrte sind, und doch allen anderen hinsichtlich ihrer Moral und Sitten überlegen sind. Sie sind ethisch-moralisch vollkommen. Jeder von ihnen ist wie ein großer Philosoph in Bezug auf Moral, Ethik und Hinwendung zum Reich Gottes.« Diese Aussagen eines Beobachters mit klarem Verstand belegen, dass geistige Erziehung und Bildung das Licht der Menschenwelt sind und dass ihr Fehlen in der Welt nichts als Dunkelheit ist.
Bahá'u'lláh erschien in Persien zu einer Zeit, als das Dunkel der Unwissenheit den Osten einhüllte und es keine Spur menschlicher Liebe und Gemeinschaft gab. Durch göttliche Erziehung und die Kraft des Odems des Heiligen Geistes veredelte Er die Seelen der Perser, die Ihm folgten, so sehr, dass sie eine Stufe höchster Einsichtsfähigkeit erreichten und der Welt die Attribute der Vollkommenheit widerspiegelten. Waren sie früher unwissend, wurden sie wissend; waren sie schwach, wurden sie mächtig; waren sie charakterlos, wurden sie gewissenhaft. Waren sie feindselig gegenüber allen, entwickelten sie Liebe zur Menschheit; waren sie geistig nachlässig, wurden sie achtsam und aufmerksam; schliefen sie, so erwachten sie; waren sie untereinander uneins, wurden sie in Liebe einig und sind jetzt bestrebt, der Menschheit zu dienen. Der Dienst für Gott und die Menschheit ist ihre einzige Absicht; sie haben weder Wunsch noch Verlangen außer dem, was dem Wohlgefallen Gottes entspricht. Das Wohlgefallen Gottes zeigt sich in der Liebe zu Seinen Geschöpfen. Jeder einzelne Mensch sollte nach Gottes Plan und Willen erleuchtet werden wie eine Lampe, die alle Tugenden, die der Menschheit bestimmt sind, ausstrahlt und seine Mitgeschöpfe aus dem Dunkel der Natur zum himmlischen Licht führt. Darin liegen Tugenden und Ruhm der Menschheit. Das ist Vollkommenheit, Ehre und Ruhm des Menschen. Andernfalls ist der Mensch ein Tier und unterscheidet sich nicht von den Geschöpfen jenes niedrigeren Reiches.
Obwohl der Mensch Kräfte mit dem Tier gemeinsam hat, unterscheidet er sich jedoch offenkundig vom Tier durch intellektuelle Errungenschaften, geistige Wahrnehmung, die Aneignung von Tugenden und durch die Fähigkeit, Gottes Gaben, die Freigebigkeit des Herrn und Ausstrahlung himmlischer Gnade zu empfangen.

Dies ist die Zierde des Menschen, seine Ehre und Erhabenheit.

Die Menschheit muss nach dieser höchsten Stufe streben.

Christus hat diese Stufe als die zweite Geburt bezeichnet.

Der Mensch wird zuerst aus einer Welt der Dunkelheit, dem Mutterleib, in diese stoffliche Welt des Lichtes hineingeboren.

In der dunklen Welt, aus der er kam, hatte er keine Kenntnis von den Vorzügen dieses Daseins.

Er wurde aus einem Zustand der Dunkelheit befreit und in ein neues, weites Reich gebracht, wo es Sonnenlicht gibt, die Sterne leuchten, der Mond strahlt, wo es schöne Anblicke, Rosengärten, Früchte und alle Segnungen dieser Welt gibt.

Wie ist er zu diesen Segnungen gekommen?

Indem seine Mutter ihn auf die Welt brachte.

So, wie der Mensch körperlich in diese Welt hineingeboren wurde, kann er aus diesem Reich, dem Mutterleib der Natur, wiedergeboren werden, denn das Reich der Natur ist ein Zustand des Tierischen, der Dunkelheit und des Mangels.

Bei dieser zweiten Geburt gelangt er in die Welt des Gottesreiches.

Dort erlebt und erkennt er, dass die Welt der Natur eine düstere Welt ist, das Königreich dagegen eine Welt strahlenden Glanzes.

Die Welt der Natur ist eine Welt der Mängel, das Königreich ist ein Reich der Vollkommenheit.

Die Welt der Natur ist eine Welt ohne Licht, das Königreich der vergeistigten Menschheit ist ein Himmel der Erleuchtung.

Jetzt sind dem Menschen große Entdeckungen und Offenbarungen möglich; er kann die Wirklichkeit wahrnehmen; sein Verständnisvermögen hat sich grenzenlos erweitert; er sieht die Wirklichkeiten der Schöpfung, versteht die göttlichen Gaben und entschlüsselt die Geheimnisse der Erscheinungswelt.

Diese Stufe bezeichnete Christus als die zweite Geburt.

Er sagt, so wie ihr körperlich von der Mutter in diese Welt hineingeboren wurdet, müsst ihr noch einmal aus dem Mutterleib der Natur in das Leben des Gottesreiches hineingeboren werden.

Möget ihr alle diese zweite, geistige Geburt erfahren.

»Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.«
Ich bete, dass die Unterstützung Gottes auf euch herabkommt. Möget ihr alle aus dieser sterblichen Welt in das Königreich wiedergeboren werden. Möget ihr der Zeichen Gottes deutlich gewahr werden, die Vorzüge des Göttlichen spüren, die ewigen Gaben erlangen und die Wahrheit des ewigen Lebens erkennen.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Denver

24. bis 25. September 1912

– 107 –

24. September 1912
Ansprache im Haus von Frau Sidney E. Roberts Denver, Colorado
Nach einer stenografischen Mitschrift
Um Euch zu besuchen, bin ich aus fernen Landen des Ostens gekommen, habe den großen Ozean überquert und bin eine weite Strecke auf diesem Kontinent gereist. Seht, wie sehr ich mich danach gesehnt habe, euch zu treffen. Mein Körper ist gebrechlich und schwach, kann keine längeren Strapazen durchhalten, und doch sind wir – Preis sei Gott – endlich in Denver angekommen. Für eine solche Versammlung muss man dankbar sein. Sie ist unvergleichlich und einzigartig unter allen Begegnungen. Andere Treffen werden aufgrund materieller Interessen abgehalten – beispielsweise soziale, politische, kommerzielle und bildungsbezogene –, aber diese Zusammenkunft hat kein anderes Ziel, als die Annäherung an das Gottesreich. Darum ist sie einzigartig und unvergleichlich. Die Herzen haben sich Gott zugewandt, die Seelen sind von der frohen Botschaft Gottes begeistert und das Streben aller ist auf Gott gerichtet. Welch besseres Treffen wäre vorstellbar?
Ein solches Treffen ist grundlegend geistiger Natur, aufrichtig und höchst bedeutsam. Wir müssen uns erheben, um seine Zwecke zu verwirklichen, da unsere Aufmerksamkeit auf das himmlische Reich gerichtet ist, dem wir treue Dienste erweisen müssen. Daher müssen alle Anwesenden in einer Haltung vollkommener Liebe und Verbundenheit äußerste Demut und Selbstaufopferung zeigen; wir müssen unsere Gedanken auf das Königreich Gottes richten, damit unser Treffen zum Ausdruck der verherrlichten Himmlischen Heerscharen wird.
Preis sei Gott!

Wir leben in einem Jahrhundert des Lichtes.

Preis sei Gott!

Wir leben am Tag des göttlichen Glanzes auf Erden.

Preis sei Gott!

Wir leben in dieser Zeit der Offenbarung göttlicher Liebe.

Preis sei Gott, dass wir am Tag himmlischer Gnadenfülle leben.

Preis sei Gott!

Dies ist ein Tag, an dem Licht und Pracht den Fortschritt überall in Ost und West erweckt haben.

Viele heilige Seelen sehnten sich in vergangenen Zeiten danach, dieses Jahrhundert zu erleben, klagten Tag und Nacht und wünschten sehnlichst, während dieses Zyklus auf Erden zu sein; dass gerade wir in dieser Zeit leben dürfen, ist das wohltätige Geschenk des Herrn.

In Seiner göttlichen Barmherzigkeit und Allmacht hat Er uns dies gewährt, so wie Christus erklärte:

»Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt.« Wahrlich, Gott hat euch erwählt, Ihn zu lieben und zu erkennen.

Gott hat euch für den wertvollen Dienst erwählt, die Menschheit zu vereinen.

Gott hat euch erwählt, die Wahrheit zu erforschen und den Weltfrieden zu verkünden.

Gott hat euch erwählt, den Fortschritt und die Entwicklung der Menschheit voranzubringen, wahre Bildung zu verbreiten und zu verkünden, euren Mitgeschöpfen Liebe zu erweisen und Vorurteile zu beseitigen.

Gott hat euch erwählt, die Herzen der Menschen zu verschmelzen und der Menschheit Licht zu bringen.

Die Tore Seiner Freigebigkeit stehen weit, weit offen.

Aber wir müssen aufmerksam und wachsam sein, uns dem Dienst für die ganze Menschheit widmen, die Gaben Gottes wertschätzen und stets Seinem Willen entsprechen.
Seht, wie Finsternis über die Welt gekommen ist. In jedem Winkel der Erde gibt es Streit, Zwietracht und Kriege in irgendeiner Form. Die Menschheit ist im Meer des Materialismus versunken und von den Angelegenheiten dieser Welt völlig in Beschlag genommen. Die Menschen denken an nichts anderes als an irdischen Besitz und hegen keine Wünsche als die Leidenschaften dieses flüchtigen, vergänglichen Lebens. Ihr höchstes Ziel liegt im materiellen Wohlstand, körperlicher Annehmlichkeit und weltlichem Vergnügen, was dem Glück der tierischen, aber nicht der menschlichen Welt entspricht.
Die Ehre des Menschen erwächst aus der Erkenntnis Gottes.

Sein Glück erwächst aus der Liebe Gottes.

Seine Freude erwächst aus der Frohen Botschaft Gottes.

Die Größe des Menschen hängt von seinem Dienst für Gott ab.

Die höchste Entwicklungsstufe des Menschen ist sein Eintritt in das Reich Gottes und die Frucht dieser menschlichen Existenz ist der Kern und das Wesen des ewigen Lebens.

Wenn der Mensch von den göttlichen Gaben ausgeschlossen ist und wenn Freude und Glück sich auf seine materiellen Neigungen beschränken, welcher Unterschied besteht dann zwischen ihm und einem Tier?

Tatsächlich ist das Glück des Tieres größer, da seine Bedürfnisse geringer sind und seine Lebensgrundlage leichter zu beschaffen ist.

Obwohl der Mensch sich für die Erfüllung seiner materiellen Bedürfnisse und sein Wohlbefinden anstrengen muss, ist das Erlangen der Gaben Gottes das, was er wirklich braucht.

Ausgeschlossen von den göttlichen Gaben, der geistigen Aufnahmefähigkeit und den himmlischen frohen Botschaften, wird das Leben des Menschen in dieser Welt keine wertvollen Früchte hervorbringen.

Während seines körperlichen Lebens sollte er nach dem geistigen Leben trachten, und zusammen mit körperlichem Wohlbefinden und Glück sollte er himmlische Freuden und Zufriedenheit genießen.

Dann ist der Mensch des Namens ›Mensch‹ würdig; dann wird er »dem Ebenbild Gottes« entsprechen, denn das Ebenbild des Barmherzigen besteht aus den Eigenschaften des himmlischen Königreiches.

Wenn im Garten seiner Seele keine Früchte des Königreiches heranwachsen, entspricht der Mensch nicht dem Ebenbild Gottes.

Doch wenn diese Früchte hervorkommen, dann wird er zum Empfänger vollkommener Gaben und ist entflammt vom Feuer der Liebe Gottes.

Wenn seine Moralvorstellungen geistigen Charakter annehmen, seine Bestrebungen himmlisch werden und seine Taten mit dem Willen Gottes im Einklang stehen, dann ist der Mensch zum Ebenbild seines Schöpfers geworden.

Andernfalls ist er das Ebenbild Satans.

Darum hat Christus gesagt:

»Ihr werdet sie an ihren Früchten erkennen.«
Was sind die Früchte der Menschenwelt?

Es sind die geistigen Eigenschaften, die im Menschen zum Ausdruck kommen.

Wenn dem Menschen diese Eigenschaften fehlen, ist er wie ein fruchtloser Baum.

Wer nach hohen Zielen strebt und Selbstvertrauen entwickelt hat, wird nicht mit einer bloßen tierischen Existenz zufrieden sein.

Er wird nach dem göttlichen Reich trachten.

Er wird sich nach dem Himmel sehnen, obwohl er noch in seinem Körper auf Erden wandelt und obwohl seine äußere Erscheinung körperlich ist, wird seine innere Gedankenwelt geistig und himmlisch werden.

Solange der Mensch diese Stufe nicht erreicht, wird sein Leben bar jeglichen Ertrages sein.

Seine Lebenszeit schwindet dahin mit Essen, Trinken und Schlafen, ohne ewige Früchte, himmlische Spuren oder Erleuchtung – ohne geistige Kraft, ewiges Leben oder die erhabenen Errungenschaften, die ihm während seiner Pilgerfahrt durch die Menschenwelt bestimmt sind.

Ihr müsst Gott danken, dass eure Bemühungen erhaben und edel, eure Bestrebungen wertvoll, eure Absichten auf das Reich Gottes ausgerichtet sind und es euer höchster Wunsch ist, ewige Tugenden zu erlangen.

Ihr müsst entsprechend diesen Anforderungen handeln.

Ein Mensch mag nur dem Namen nach Bahá'í sein.

Wenn er ein wahrer Bahá'í ist, werden seine Taten und Handlungen deutliche Beweise dafür sein.

Was ist dafür nötig?

Liebe zur Menschheit, Aufrichtigkeit gegenüber allen, die Widerspiegelung der Einheit der Menschheit, Wohltätigkeit, das Entflammtsein vom Feuer der Liebe zu Gott, das Erlangen der Erkenntnis Gottes und das, was zum Wohlergehen der Menschheit führt.
Heute Abend haben wir über die Gemeinschaft und Einheit der persischen Bahá'í gesprochen. Sie können wahrhaftig Liebende genannt werden. Wenn zum Beispiel einer der Freunde Gottes in ihre Stadt kam, freuten sich alle Freunde und kamen zusammen, um sich mit ihm zu treffen. War er krank, sorgten sie für ihn; war er traurig, trösteten sie ihn. Sie kümmern sich in jeder Hinsicht um ihn und beweisen zweifelsfrei, dass zwischen ihnen eine geistige Verbindung besteht.
Fremde und Außenstehende staunen über diese Liebe und strahlende Zuneigung, die unter den Bahá'í herrscht. Sie möchten mehr darüber wissen. Sie beobachten die Einheit und Eintracht, die sich unter ihnen zeigt. Sie sagen: »Welch schöner Geist leuchtet aus ihren Gesichtern!« Alle beneiden sie darum und wünschen sich, ein solches Band der Liebe überall zu finden. Deshalb ist meine erste Aufforderung an euch: Seid äußerst freundlich zu allen; seid wie eine Familie; folgt diesem gleichen Weg. Lasst eure Absichten eins sein, damit eure Liebe die Herzen der anderen berührt und durchdringt, damit sie lernen, einander zu lieben und alle zur Einheit gelangen.
Die menschliche Welt ist voller Dunkelheit; ihr seid ihre strahlenden Kerzen. Sie ist sehr arm; ihr müsst die Schatzkammer des Königreichs sein. Sie ist sehr weit heruntergekommen; ihr müsst die Ursache ihrer Erhöhung sein. Sie ist der göttlichen Gnade beraubt; ihr müsst für Ansporn und geistige Belebung sorgen. Nach den Lehren Bahá'u'lláhs müsst ihr jeden einzelnen Menschen lieben und schätzen.
Das erste Zeichen des Glaubens ist Liebe. Die Botschaft der heiligen Offenbarer Gottes ist Liebe. Alles Erschaffene gründet auf Liebe. Das Strahlen der Welt beruht auf Liebe; Wohlfahrt und Glück der Welt hängen von ihr ab. Deshalb fordere ich euch auf, euch zu bemühen, überall in der Menschenwelt das Licht der Liebe zu verbreiten. Die Menschen dieser Welt denken an Krieg; ihr müsst Friedensstifter sein. Die Nationen sind selbstsüchtig; ihr müsst an andere denken, anstatt an euch selbst. Sie sind nachlässig; ihr müsst achtsam sein. Sie schlafen; ihr müsst wach und aufmerksam sein. Möge jeder von euch wie ein leuchtender Stern am Horizont der ewigen Herrlichkeit sein. Dies ist mein Wunsch für euch und meine höchste Hoffnung. Ich bin von weit her gekommen, damit ihr diese Eigenschaften und göttlichen Gunstbeweise erlangen möget. Preis sei Gott! Ich habe an diesem Treffen teilgenommen, dessen Zweck das Gedenken Gottes ist.

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25. September 1912
Ansprache in der Second Divine Science Church 3929 West Thirty-eighth Avenue, Denver, Colorado
Nach einer stenografischen Mitschrift
Im Orient habe ich von den hohen Zielen und wunderbaren Errungenschaften des amerikanischen Volkes erfahren. Als ich in diesem Land ankam, wurde mir klar, dass die amerikanischen Ideale in der Tat höchst lobenswert sind und dass die Menschen hier die Wahrheit lieben. Sie erforschen die Wahrheit, und es gibt keine Spur von Fanatismus unter ihnen. Heutzutage stehen die Nationen der Welt am Rande eines Krieges, angetrieben und befeuert von Vorurteilen aus Unwissenheit und Rassenfanatismus. Preis sei Gott! Sie sind frei von solchen Vorurteilen, denn Sie glauben an die Einheit und Solidarität der Menschenwelt. Es besteht kein Zweifel, dass göttlicher Beistand Sie unterstützen wird.
Zu den Vorurteilen, die die Menschheit plagen, gehören religiöse Intoleranz und Fanatismus.

Wenn dieser Hass in den Herzen der Menschen brennt, führt er zu Revolution, Zerstörung und zur Erniedrigung der Menschheit sowie zum Verlust der Gnade Gottes.

Denn die heiligen Manifestationen und göttlichen Religionsstifter waren selbst vollkommen in Liebe und Eintracht vereint, wohingegen Ihre Anhänger durch bittere Gegnerschaft und eine gegenseitige feindselige Haltung gekennzeichnet sind.

Gott hat der Menschheit den Strahlenglanz der Liebe bestimmt, der Mensch jedoch hat sich selbst durch Blindheit und fehlgeleitete Vorstellungen in die Schleier der Zwietracht, des Streites und des Hasses gehüllt.

Am meisten mangelt es der Menschheit an Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit.

Je ausgeprägter die Bande der Freundschaft und Solidarität unter den Menschen sind, desto großartiger werden konstruktive Kräfte und Errungenschaften auf allen Ebenen menschlichen Handelns.

Ohne Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit bleibt das einzelne Mitglied der menschlichen Gesellschaft selbstbezogen, wird nicht von uneigennützigen Zielen inspiriert und bleibt in seiner Entwicklung abgesondert und eingeschränkt, ähnlich wie die tierischen und pflanzlichen Organismen der niederen Reiche.

Niedere Kreaturen brauchen weder Zusammenarbeit noch Wechselseitigkeit.

Ein Baum kann abgeschieden und allein leben, aber für den Menschen ist dies nicht möglich, ohne dass er Rückschritte macht.

Darum ist jede auf Zusammenarbeit gerichtete Einstellung und Verhaltensweise im menschlichen Leben lobenswert und von Gott so gewollt.

Die erste Ausdrucksform der Zusammenarbeit ist die familiäre Beziehung, die allerdings in ihrem Einfluss unzuverlässig und unsicher ist, da es zu Trennungen kommen kann und sie die einzelnen Mitglieder der Menschheit nicht dauerhaft zusammenhält.

Es gibt auch eine Zusammenarbeit und Einheit aufgrund der Herkunft und der Hautfarbe, die gleichermaßen unwirksam ist, denn obwohl ihre Mitglieder im Großen und Ganzen übereinstimmen mögen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihren persönlichen und speziellen Ansichten.

Ein von Herkunft und Hautfarbe motivierter Zusammenschluss wird darum die Anforderungen an eine göttliche Beziehung nicht erfüllen.

In der Menschenwelt kann materielle Gemeinschaft auch auf anderen Wegen erreicht werden, aber diese versagen dabei, Herzen und Seelen der Menschen zusammenzuschweißen, und sind entsprechend untauglich.

Daraus wird deutlich, dass Gott die Religion dazu bestimmt hat, Ursache und Mittel für gemeinsame Anstrengungen und Erfolge der Menschheit zu sein.

Zu diesem Zweck hat Er die Propheten Gottes, die heiligen Manifestationen des Wortes gesandt, damit die grundlegende Wahrheit, die Religion Gottes, sich als das Band menschlicher Einheit erweist – denn die von diesen heiligen Boten geoffenbarten Religionen haben ein und dieselbe Grundlage.

Alle werden deshalb einräumen, dass die göttlichen Religionen dazu bestimmt sind, das Mittel wahrer menschlicher Zusammenarbeit zu sein, dass sie in dem Ziel vereint sind, die Menschheit zu einer Familie zusammenzuführen, denn sie ruhen auf dem universellen Fundament der Liebe, und Liebe ist der erste Strahlenglanz des Göttlichen.
Jede der göttlichen Religionen hat zwei Arten von Geboten erlassen: grundlegende und zeitbedingte.

Die grundlegenden Gebote beruhen auf den festen, unveränderlichen, ewigen Grundlagen des Wortes selbst.

Sie betreffen das Geistige, versuchen, die Ethik zu festigen, intuitive Empfänglichkeit zu wecken, das Wissen um Gott zu offenbaren und die Liebe zur ganzen Menschheit zu verankern.

Die zeitbedingten Gesetze betreffen die Verwaltung äußerer menschlicher Handlungen und Beziehungen, indem sie Regeln und Vorschriften festlegen, die für die stoffliche Welt und ihre Kontrolle erforderlich sind.

Diese können sich je nach den Erfordernissen der Zeit, des Ortes und der Umstände ändern und ersetzt werden.

So wurden beispielsweise zu Moses Zeit in Seinem Buche zehn Gebote bezüglich der Bestrafung von Mord offenbart.

Die Scheidung wurde gebilligt und Polygamie war bis zu einem gewissen Grade erlaubt.

Wenn ein Mann einen Diebstahl begangen hatte, wurde ihm die Hand abgehackt.

Diese drastischen Gesetze und strengen Strafen entsprachen der Zeit Moses.

Als aber die Zeit Christi kam, hatte sich der Verstand der Menschen weiterentwickelt, das Erkenntnisvermögen war geschärft und die geistige Wahrnehmung war fortgeschritten, sodass bestimmte Gesetze bezüglich Mord, Polygamie und Ehescheidung abgeschafft wurden.

Die wesentlichen Verordnungen der mosaischen Sendung blieben jedoch unverändert.

Dies waren die grundlegenden Prinzipien der Erkenntnis Gottes und der heiligen Manifestationen, die Reinheit der Sitten, die Erweckung geistiger Empfänglichkeit – ewige Prinzipien, die weder dem Wandel noch der Veränderung unterliegen.

Kurz gesagt, die Grundlage der göttlichen Religionen ist eine ewige Grundlage, aber die Gesetze für vorübergehende Umstände und Erfordernisse können sich ändern.

Durch Festhalten an diesen vorübergehenden Gesetzen, indem Bräuche der Vorfahren blind befolgt und nachgeahmt wurden, sind Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anhängern der verschiedenen Religionen entstanden, die zu Uneinigkeit, Streit und Hass geführt haben.

Blindes Nachahmen und dogmatisches Befolgen führen zu Entfremdung und Uneinigkeit.

Sie verursachen Blutvergießen und zerstören die Grundlagen der Menschheit.

Daher müssen die Anhänger aller Religionen der Welt diese Nachahmungen aufgeben und die wesentliche Grundlage, also die Wahrheit selbst erforschen, die weder Wechsel noch Wandel unterliegt.

Dies ist das göttliche Mittel für Eintracht und Vereinigung.
Der Zweck aller göttlichen Religionen ist, ein Band der Liebe und Gemeinschaft unter den Menschen zu schaffen, und die himmlischen Erscheinungen des offenbarten Wortes Gottes sollen der Menschheit als Quelle des Wissens und der Erleuchtung dienen. Solange der Mensch an Bräuchen seiner Vorfahren und Nachahmungen veralteter Rituale festhält und die höheren Offenbarungen des göttlichen Lichtes in der Welt leugnet, werden Streit und Auseinandersetzungen den Zweck der Religion zerstören und Liebe und Gemeinschaft unmöglich machen. Jede der heiligen Manifestationen kündigte die frohe Botschaft Ihres Nachfolgers an, und Jede bekräftigte die Botschaft Ihres Vorgängers. Da Sie also in Ihrem Ziel und in Ihrer Lehre einig waren, obliegt es Ihren Anhängern, ebenfalls in Liebe und geistiger Freundschaft geeint zu sein. Auf keine andere Weise werden Zwietracht und Entfremdung verschwinden und auf keine andere Weise kann die Einheit der Menschheit herbeigeführt werden.
Nachdem wir die Glaubwürdigkeit der Offenbarer des Wortes Gottes durch Untersuchung der göttlichen Lehren bewiesen haben, müssen wir mit Gewissheit herausfinden, ob sie echte Erzieher der Menschheit waren.

Einer der Offenbarer des Gesetzes Gottes war Moses.

Als Er erschien, wiesen Ihn alle damaligen Völker zurück.

Ungeachtet dessen verkündete Er ganz allein die göttlichen Lehren und befreite ein Volk aus tiefster Erniedrigung und Knechtschaft.

Das Volk Israel war unwissend, ungebildet und moralisch verkommen – ein schwer unterdrücktes Sklavenvolk.

Moses führte es aus der Gefangenschaft heraus und brachte es in das Heilige Land.

Er erzog und schulte es und führte die Grundlagen materieller und göttlicher Zivilisation ein.

Durch Moses Erziehung erlangte dieses unwissende Volk einen fortgeschrittenen Grad an Macht und Ansehen, der im Glanz der Herrschaft Salomons gipfelte.

Aus dem Abgrund von Verlust und Sklaverei wurden sie auf die höchste Ebene des Fortschritts und der Zivilisation erhoben.

Es ist darum offensichtlich, dass Moses ein Erzieher und Lehrer war.

Ziel und Auftrag der heiligen, göttlichen Boten sind die Erziehung und der Fortschritt der Menschheit, die Kultivierung göttlicher Früchte in den Gärten der Menschenherzen, die Widerspiegelung himmlischen Strahlenglanzes in den Spiegeln der menschlichen Seelen, die Belebung geistiger Fähigkeiten und die Zunahme spiritueller Empfänglichkeit.

Wenn diese Ergebnisse und Erfolge in der Menschheit sichtbar werden, sind Wirken und Botschaft der Manifestationen unverkennbar.

Christus, unverheiratet und allein, ohne schulische oder sonstige Bildung, angelernt für die Arbeit in der Werkstatt eines Zimmermanns, erschien in der Welt zu einer Zeit, als sich das jüdische Volk in tiefster Erniedrigung befand.

Dieser strahlende junge Mann – ohne Reichtum, ohne Militärmacht oder Ansehen – rettete die Juden, die an Ihn glaubten, aus Tyrannei und Erniedrigung und erhob sie auf die höchste Ebene der Entwicklung und des Ruhms.

Sein Jünger Petrus war Fischer.

Durch die Macht Christi erhellte er alle Horizonte der Welt.

Darüber hinaus wurden verschiedene Völker griechischen, römischen, ägyptischen und assyrischen Ursprungs in Einheit und Eintracht zusammengeführt.

Wo zuvor Krieg und Blutvergießen herrschten, zeigten sich Demut und Liebe, und die Grundlagen der göttlichen Religion wurden gelegt, um niemals wieder zerstört zu werden.

Das belegt, dass Christus ein himmlischer Lehrer und Erzieher der Menschenwelt war, denn diese Beweise sind historisch verbürgt und unwiderlegbar; sie beruhen weder auf Traditionen noch auf Erzählungen.

Die Macht Seines Wortes, mit der Er diese Völker zusammenführte, ist so klar und offensichtlich wie die Mittagssonne.

Es bedarf keiner weiteren Darlegung.
Die Rechtmäßigkeit einer Manifestation Gottes wird durch die durchdringende Kraft und den Einfluss Ihres Wortes bewiesen, durch die Kultivierung himmlischer Eigenschaften in den Herzen und im Leben Ihrer Anhänger und durch das Geschenk göttlicher Erziehung für die Menschenwelt. Das ist ein vollkommener Beweis. Die Welt ist eine Schule, in der es Lehrer für das Wort Gottes geben muss. Die Befähigung dieser Lehrer wird offensichtlich durch die erfolgreiche Ausbildung der Abschlussklassen.
Im frühen neunzehnten Jahrhundert war der Horizont Persiens in große Finsternis und Unwissenheit gehüllt.

Die Menschen in jenem Land lebten in einem Zustand der Barbarei.

Hass und Fanatismus herrschten zwischen den verschiedenen Religionen; Blutvergießen und Feindseligkeit waren zwischen Sekten und Konfessionen weit verbreitet.

Von Verbindung und Einheit war nichts zu spüren.

Zerstörerische Vorurteile und Feindschaft beherrschten die Herzen der Menschen.

Zu solch einer Zeit verkündete Bahá'u'lláh das erste Prinzip Seiner Sendung und Lehre – die Einheit der Menschheit.

Als Zweites verkündete Er die Erforschung der Wahrheit.

Die dritte Verkündigung betraf die Einheit der Grundlagen der göttlichen Religionen.

Durch geistige Erziehung führte Er die Menschen aus Dunkelheit und Unwissenheit in das klare Licht der Wahrheit, erleuchtete ihre Herzen mit dem Glanz des Wissens, legte eine wahre und universelle Grundlage für religiöse Lehren, entwickelte die Tugenden der Menschlichkeit, verlieh geistiges Aufnahmevermögen, erweckte die innere Wahrnehmung und verwandelte die Schmach voreingenommener Seelen in ein Höchstmaß an Ehre und geistigem Fassungsvermögen.

Heute begegnen Ihnen in Persien und im Orient die Anhänger Bahá'u'lláhs vereint durch engste Verbundenheit und Liebe.

Sie haben religiöse Vorurteile aufgegeben und sind zu einer Familie geworden.

Wenn Sie an ihren Versammlungen teilnehmen, werden Sie dort Christen, Muslime, Buddhisten, Zoroastrier, Juden und Vertreter anderer Glaubensrichtungen finden, die alle ohne eine Spur von religiöser Intoleranz oder Fanatismus in wunderbarer Einheit verbunden sind, aus deren Angesichtern das Licht der Einheit der Menschheit strahlt.

Tag für Tag entwickeln sie sich weiter und erweisen einander immer größere Liebe.

Ihr Glaube ist auf die Vereinigung der Menschheit gerichtet, und ihr höchstes Ziel ist die Einheit religiösen Glaubens.

Sie verkünden der ganzen Menschheit die schützende Gnade und unendliche Güte Gottes.

Sie lehren die Übereinstimmung der Religion mit Wissenschaft und Vernunft.

Als Diener des Einen Gottes und Empfänger Seiner universellen Gnade drücken sie in Worten und Taten die Echtheit der Liebe zur ganzen Menschheit aus.

Das sind ihre Gedanken, ihre Überzeugungen, ihre Leitprinzipien, das ist ihre Religion.

Zwischen ihnen gibt es keine Spur religiöser, rassistischer, patriotischer oder politischer Vorurteile, denn sie sind echte Diener Gottes und gehorchen Seinem Willen und Gebot.
Meine höchste Hoffnung und mein größter Wunsch bestehen darin, dass das stärkste und völlig unauflösbare Band zwischen dem amerikanischen Volk und den Völkern des Orients geknüpft wird. Dies ist mein Gebet zu Gott. Möge der Tag kommen, da durch göttliches und geistiges Wirken in der Menschenwelt die Religionen versöhnt werden und alle Völker der Erde in Einheit und Liebe zusammenkommen. Vor fünfzig Jahren verkündete Bahá'u'lláh den Frieden der Völker und die Einheit der göttlichen Religionen, indem Er Seine Worte in besonderen Sendbriefen an alle Könige und Herrscher der Welt richtete. Darum ist mein höchster Wunsch die Einheit des Ostens und des Westens, der universelle Frieden und die Einheit der Menschheit.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Oakland, Palo Alto, San Francisco und Sacramento

26. Oktober 1912

– 109 –

7. Oktober 1912
Ansprache in der japanischen Unabhängigen Kirche der CVJMOakland, Kalifornien
Aufzeichnungen von Bijou Straun
Es ist so eine große Freude, heute Abend hier zu sein, besonders weil die Mitglieder dieser Vereinigung aus dem Fernen Osten stammen. Lange Zeit schon hatte ich den Wunsch, japanische Freunde zu treffen. Dieses Volk hat in kurzer Zeit außergewöhnliche Fortschritte erzielt – Fortschritte und Entwicklungen, die die Welt in Erstaunen versetzt haben. Da sie in der materiellen Zivilisation Fortschritte gemacht haben, haben sie gewiss auch die Fähigkeit zur geistigen Entwicklung. Das ist der Grund für meine außerordentliche Sehnsucht, sie zu treffen. Preis sei Gott! Diese Freude ist mir nun vergönnt, denn in dieser Stadt stehe ich vor einer verehrten Gruppe von Japanern. Wie man hört, sind Japaner nicht vorurteilsbehaftet. Sie erforschen die Wahrheit. Wo immer sie die Wahrheit finden, zeigt sich, dass sie diese lieben. Sie halten nicht hartnäckig an blinden Nachahmungen uralter Glaubensüberzeugungen und Dogmen fest. Darum ist mein großer Wunsch, mit ihnen zu sprechen, damit die Einheit und Vermischung der Völker des Ostens und des Westens gefördert und verwirklicht wird. Auf diese Weise werden religiöse, rassistische und politische Vorurteile, parteiliche Voreingenommenheit und Sektierertum unter den Menschen aufgelöst werden. Jede Art von Vorurteil schadet dem Gemeinwesen.
Betrachten wir die Geschichte vom Beginn menschlichen Lebens bis zu unserem gegenwärtigen Zeitalter, dann sind offensichtlich alle Kriege und Auseinandersetzungen, alles Blutvergießen, alle Schlachten und jede Form des Aufruhrs durch irgendwelche Vorurteile hervorgerufen worden – seien sie religiös, rassistisch oder aus nationaler Gesinnung bis hin zu Parteilichkeit und selbstsüchtigem Vorurteil. Auch heute noch sehen wir Unruhen auf dem Balkan, einen Krieg aufgrund religiöser Vorurteile. Als ich vor einigen Jahren in Rumelien lebte, brach zwischen verschiedenen religiösen Volksgruppen ein Krieg aus. Sie zeigten keinerlei Sinn für Gerechtigkeit oder rechtmäßige Ansprüche. Sie plünderten gegenseitig ihren Besitz, brannten Haus und Hof der jeweils anderen nieder, schlachteten Männer, Frauen und Kinder ab und bildeten sich ein, mit solchem Krieg und Blutvergießen Gott näherzukommen. Dies bewies eindeutig, dass Vorurteile die Grundlagen der Menschenwelt zerstören, während die Religion dazu bestimmt ist, Freundschaft und Eintracht zu bewirken.
Religion muss die Ursache der Liebe sein. Religion muss die Ursache der Gerechtigkeit sein, denn die Weisheit der Manifestationen Gottes ist darauf gerichtet, ein unauflösliches Band der Liebe zu knüpfen. Die Bande, die den Staatskörper zusammenhalten, genügen nicht. Diese Bande kann man benennen, beispielsweise das Band der Vaterlandsliebe. Als Band ist es offensichtlich untauglich, denn wie oft führen Menschen desselben Volkes einen Bürgerkrieg gegeneinander. Ein Freundschaftsband kann durch die gleiche Hautfarbe und Herkunft entstehen, aber wie die Geschichte beweist, ist dies nicht stark genug, da fürchterliche Kriege zwischen Völkern der gleichen Hautfarbe und Herkunft ausgebrochen sind. Das Band, das Menschen zusammenhält, kann auch politisch sein. Wie oft aber schließen Diplomaten der Nationen an einem Tag einen Friedensvertrag und erklären einander schon am nächsten Tag den Krieg! Historisch steht eindeutig und offensichtlich fest, dass diese Bande nicht den Anforderungen an sie genügen.
Das wahre Band der Rechtschaffenheit hat religiösen Charakter, denn Religion weist auf die Einheit der Menschheit hin. Religion fördert die Ethik. Religion reinigt die Herzen. Religion veranlasst die Menschen zu lobenswerten Taten. Religion wird zur Ursache der Liebe in den Herzen der Menschen, denn Religion ist eine göttliche Grundlage, eine Grundlage, die dem Leben stets zugutekommt. Die Lehren Gottes sind die Quelle der Erleuchtung für alle Menschen auf der Welt. Religion ist immer aufbauend, niemals zerstörend.
Die Grundlage aller göttlichen Religionen ist nur eine. Alle beruhen auf der Wahrheit. Die Wahrheit lässt keine Mehrzahl zu, dennoch entstanden unter den Menschen Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Manifestationen Gottes. Einige waren Zoroastrier, andere Buddhisten, manche Juden, Christen, Muslime und so weiter. Das ist zu einer Quelle der Uneinigkeit geworden, obwohl die Lehren der heiligen Seelen, der Stifter der göttlichen Religionen, in ihrem Wesen und in Wirklichkeit eins sind. Sie alle haben der Welt der Menschheit gedient. Alle haben die Menschen zu Frieden und Einklang aufgerufen. Alle haben die Tugenden der Menschheit verkündet. Alle haben die Menschen zur Vollkommenheit geführt, doch bei den Völkern entstanden bestimmte Nachahmungen überlieferter Gottesdienstrituale. Diese Nachahmungen sind weder die Grundlage noch das Wesen der göttlichen Religionen. Meinungsverschiedenheiten und Vorurteile sind entstanden, weil diese Nachahmungen sich von der Wahrheit und den grundlegenden Lehren der Manifestationen Gottes unterscheiden. Religiöse Vorurteile werden so zur Ursache von Krieg und Kampf.
Wenn wir diese überholten blinden Nachahmungen aufgeben und die Wahrheit erforschen, werden wir alle vereint sein. Keine Zwietracht wird zurückbleiben; Feindseligkeit wird verschwinden. Alle werden sich zu einer Gemeinschaft zusammenschließen. Alle werden sich herzlicher Freundschaftsbande erfreuen. Die Welt der Schöpfung wird dann zur Ruhe kommen. Die dunklen, bedrückenden Wolken blinder Nachahmung und dogmatischer Unterschiede werden sich auflösen und verfliegen. Die Sonne der Wahrheit wird in voller Pracht scheinen.
Wahrlich, wir sollten die göttlichen Propheten als die Vermittler ansehen, aber die Menschheit hat Sie als Grund für Meinungsverschiedenheiten und als Vorwand für Krieg und Streit instrumentalisiert. In Wirklichkeit waren sie Vermittler von Liebe und Versöhnung. Wenn Sie nicht Quellen der Liebe und Freundschaft unter den Menschen waren, dann waren Sie zweifellos keine echten Propheten, denn die göttliche Weisheit und Absicht bei der Sendung der Propheten bestand darin, Liebe in den Herzen der Menschen zu erzeugen. Deshalb müssen wir die Wahrheit erforschen. Lassen Sie uns als Erstes herausfinden, ob der Anspruch dieser Propheten zu Recht bestand oder nicht, indem wir Vernunftbeweise und einleuchtende Argumente verwenden und nicht nur überlieferte Hinweise zitieren, da die Überlieferungen voneinander abweichen und Quellen der Zwietracht sind.
Zu den heiligen, göttlichen Manifestationen gehörten Moses, Buddha und andere. Die Entsendung der Propheten diente immer der Erziehung der Menschheit. Sie sind die ersten Erzieher und Lehrer. Da Moses das Staatswesen aufbaute, besteht kein Zweifel, dass Er ein wahrer Lehrer und Erzieher war. Das beweist und zeigt, dass Er ein Prophet war. Wir sollten darüber nachdenken, wie Er zu den Kindern Israels gesandt wurde, als sie sich im Abgrund der Verzweiflung befanden, auf der tiefsten Stufe der Unwissenheit und Achtlosigkeit, erniedrigt und im Zustand der Sklaverei. Moses befreite dieses erniedrigte Volk Israel aus der Sklaverei. Er erweckte sie aus diesem Zustand der Unwissenheit, rettete sie vor der Barbarei und führte sie ins Heilige Land. Er vermittelte ihnen Bildung, schärfte ihre Klugheit, verlieh ihnen Würde und Ehre. Er kultivierte sie, hob sie auf eine höhere Stufe des Daseins, bis sie fähig waren, einen eigenen Nationalstaat aufzubauen, das große Königreich Salomons. Das beweist, dass Moses ein Lehrer und Erzieher war. Er besaß weder eine Armee noch ein Herrschaftsgebiet noch Reichtum. Nur kraft des Geistes sorgte Er für ihren Zusammenhalt und bewies, dass Er ein Prophet Gottes, ein Erzieher und Lehrer war.
Ebenso müssen wir bei der Betrachtung anderer göttlicher Erzieher Vorurteile abbauen, indem wir die Wahrheit erforschen. Nehmen wir zum Beispiel Christus. Er erzielte größere Erfolge als Moses. Er brachte das Staatswesen voran und schulte mächtige Länder. Es besteht kein Zweifel, dass solche Seelen Propheten waren, denn die Aufgabe des Prophetentums ist Erziehung, und diese wundersamen Seelen schulten und erzogen die Menschheit.
Christus war eine einzigartige Persönlichkeit und hatte weder Helfer noch Beistand. Allein und auf sich gestellt erhob Er sich, um große und mächtige Völker zu schulen; die Römer, die Griechen, die Ägypter, die Syrer, die Chaldäer und die Assyrer wurden von Ihm beeinflusst. Es gelang Ihm, viele Völker miteinander zu verbinden, sie gleichsam zu verschmelzen, sie in eine Form zu gießen und ihre Feindschaft in Liebe, den Krieg in Frieden zu verwandeln. Unter Seinem Einfluss wurden satanische Seelen zu wahren Engeln, tyrannische Herrscher wurden gerecht, der ethische Standard der Menschen wurde angehoben. Das beweist, dass Christus ein Erzieher, ein Lehrer und Ausbilder der Völker war. Wenn wir dies leugnen, ist das schlicht ungerecht.
Gesegnete Seelen – wie Moses, Jesus, Zarathustra, Krishna, Buddha, Konfuzius oder Muḥammad – waren die Ursache der Erleuchtung der Menschheit. Wie können wir solch unwiderlegbare Beweise leugnen? Wie können wir für solches Licht blind sein? Wie können wir die Rechtmäßigkeit Christi bezweifeln? Das wäre Unrecht. Das würde die Wahrheit ignorieren. Der Mensch muss gerecht sein. Wir müssen Voreingenommenheit und Vorurteile überwinden. Wir müssen die Nachahmungen von Ahnen und Vorfahren aufgeben. Wir müssen selbst die Wahrheit erforschen und gerecht urteilen.
Das alte Volk Persiens leugnete all diese Tatsachen und hegte größten Hass und Feindschaft gegenüber Glaubensüberzeugungen, die nicht den eigenen entsprachen. Wir haben die Wahrheit untersucht und festgestellt, dass diese heiligen Seelen alle von Gott gesandt wurden. Um uns zu erziehen, haben alle Ihr Leben hingegeben und Prüfungen und Schwierigkeiten auf Sich genommen. Wie kann solche Liebe vergessen werden? Das Licht Christi ist offensichtlich. Die Kerze Buddhas leuchtet. Der Stern Moses funkelt. Die Flamme, die Zarathustra entzündete, brennt noch. Wie können wir Sie verleugnen? Das ist Unrecht. Das verleugnet das völlig Offenkundige. Wenn wir die Nachahmungen aufgeben, werden alle geeint, und es werden keine Meinungsverschiedenheiten übrigbleiben, die uns trennen könnten.
Wir hegen keine Vorurteile gegen Muḥammad.

Äußerlich diente das arabische Volk dazu, die Vorherrschaft der Parsen, die Oberherrschaft Persiens, zu stürzen.

Deshalb verachtete das alte Volk der Parsen die Araber aufs Äußerste.

Aber wir handeln gerecht und werden niemals den Gerechtigkeitsstandard aufgeben.

Die Araber befanden sich in einem Zustand tiefster Erniedrigung.

Sie waren blutrünstig und barbarisch, so grausam und entartet, dass ein arabischer Vater oft seine eigene Tochter lebendig begrub.

Schauen Sie:

Kann es eine schlimmere Barbarei geben als diese?

Das Volk bestand aus kriegerischen, feindseligen Stämmen, die auf der riesigen arabischen Halbinsel lebten, und ihr Gewerbe bestand darin, einander zu bekämpfen und auszurauben, Frauen und Kinder gefangen zu nehmen und sich gegenseitig umzubringen.

Muḥammad erschien unter einem derartigen Volk.

Er erzog und vereinigte diese barbarischen Stämme und setzte ihrem Blutvergießen ein Ende.

Durch Seine Erziehung entwickelten sie eine solche Hochkultur, dass sie Kontinente und Völker unterwarfen und beherrschten.

Welch großartige Zivilisation wurde in Spanien von den Muslimen eingeführt!

Welche wunderbare Zivilisation wurde von den Mauren in Marokko errichtet!

Welch mächtiges Kalifat wurde in Baghdád aufgebaut!

Wie sehr diente der Islám der Wissenschaft und förderte ihre Belange!

Warum also sollten wir Muḥammad verleugnen?

Wenn wir Ihn verleugnen, erwecken wir Feindschaft und Hass.

Durch unsere Vorurteile verursachen wir Krieg und Blutvergießen, denn Vorurteile waren die Ursache für den gewaltigen Sturm, der über dreizehnhundert Jahre durch die menschliche Geschichte hindurchfegte und es immer noch tut.

Sogar jetzt ist auf dem Balkan ein Aufruhr erkennbar, der das widerspiegelt.
Das christliche Volk zählt fast dreihundert Millionen und die Muslime ungefähr ebenso viele. Es ist keine leichte Aufgabe, so viele Menschen zu töten. Außerdem, warum sollten sie ausgelöscht werden? Sie sind doch alle Diener des einen Gottes. Wir sollten uns um Frieden zwischen Christen und Muslimen bemühen. Wäre das nicht besser? Welchen Nutzen hat der Krieg? Welche Früchte bringt er hervor? Dreizehnhundert Jahre lang gab es Krieg und Feindschaft. Was ist dabei Gutes herausgekommen? Ist das nicht töricht? Ist das Gott gefällig? Ist Christus erfreut? Ist es Muḥammad? Offensichtlich sind Sie es nicht. Die Propheten haben sich gegenseitig aufs Höchste gepriesen. Muḥammad bezeichnete Christus als Geist Gottes. So lautet ausdrücklich eine Stelle im Qur'án. Er erklärte, dass Christus das Wort Gottes war. Er pries die Jünger Christi aufs Höchste. Er bedachte Maria, die Mutter Christi, mit höchstem Lobpreis. Ebenso pries Christus Moses. Er verbreitete das Alte Testament, die Thora, und bewirkte, dass der Name Moses in den Osten und den Westen gelangte. Es geht darum, dass die Propheten Selbst einander größte Liebe erwiesen haben, aber die Völker, die an Sie glauben und Ihnen folgen, untereinander verfeindet und zerstritten sind.
Die Welt befand sich in diesem Zustand der Dunkelheit, als Bahá'u'lláh am persischen Horizont erschien. Er hisste das Banner der Einheit der Menschheit. Er verkündete den internationalen Frieden. Er ermahnte das persische Volk, die Wahrheit zu erforschen, und verkündete, dass Religion die Ursache für Einheit und Liebe sein muss, das Mittel, um Herzen zu verbinden, die Ursache für Leben und Erleuchtung. Wenn die Religion zu Feindschaft und Blutvergießen führt, so ist Religionslosigkeit vorzuziehen, denn die Religion ist das Heilmittel für jede Krankheit, und wenn ein Heilmittel Krankheit und Schwierigkeiten bewirkt, ist es besser, es abzusetzen. Heute sieht man in Persien die Muslime, Christen, Zoroastrier und Buddhisten miteinander im selben Treffen versammelt. Sie leben gemäß den Lehren Bahá'u'lláhs und bekunden äußerste Liebe und Eintracht. Groll, Hass, Feindseligkeit und Gewalt sind verschwunden. Sie leben wie eine Familie zusammen.
Und Sie, das Volk des Ostens, der immer der Aufgangsort des Lichtes war, von wo aus die Sonne der Wahrheit immer erstrahlte und ihren Glanz auf den Westen warf –, Sie müssen daher zu Verkörperungen des Lichtes werden. Sie müssen zu strahlenden Lampen werden. Sie müssen wie leuchtende Sterne das Licht der Liebe auf die ganze Menschheit strahlen lassen. Mögen Sie die Ursache der Liebe zwischen den Völkern sein. Dann kann die Welt bezeugen, dass der Osten immer der Aufgangsort der Erleuchtung, die Quelle der Liebe und der Versöhnung war. Schließen Sie Frieden mit der ganzen Welt. Lieben Sie alle; dienen Sie allen. Alle Menschen sind die Diener Gottes. Gott hat alle erschaffen. Er sorgt für alle. Er ist wohlwollend zu allen. Deshalb müssen auch wir wohlwollend zu allen sein.
Ich bin sehr zufrieden mit diesem Treffen. Ich bin froh und glücklich, denn hier im Westen finde ich Menschen aus dem Osten auf der Suche nach Erziehung und Bildung, die frei sind von Vorurteilen. Möge Gott Ihnen helfen!

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8. Oktober 1912
Ansprache an der Leland Stanford Junior-Universität Palo Alto, Kalilfornien
Aufzeichnungen von Bijou Straun
Alle bedeutenden Errungenschaften der Menschenwelt beruhen auf Wissenschaft. Sie bedeutet, die Wirklichkeit der Dinge zu entdecken. In dieser Hochburg der Wissenschaft zu sein – denn dies ist eine der großen Universitäten des Landes und weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt – erfüllt mich mit außerordentlicher Freude.
Das höchste Lob gebührt den Menschen, die sich tatkräftig der Wissenschaft widmen, und die edelste Stätte ist ein Ort, an dem Wissenschaften und Künste gelehrt und studiert werden.

Die Wissenschaft verfolgt seit jeher das Ziel, die Menschenwelt zu erleuchten.

Sie ist des Menschen ewige Ehre und ihre Vormachtstellung ist weit größer als die von Königen.

Die Herrschaft von Königen hat ein Ende.

Der König selbst kann entthront werden, aber die Vormachtstellung der Wissenschaft ist dauerhaft und ohne Ende.

Denken Sie an die Philosophen früherer Zeiten.

Ihre Herrschaft besteht nach wie vor in der Welt.

Das griechische und das römische Königreich mit all ihrer Pracht sind vergangen; die einstigen Herrschaftssysteme des Orients sind kaum mehr als Erinnerungen, während die Macht und der Einfluss von Platon und Aristoteles fortbestehen.

In den Schulen und Universitäten der Welt werden sogar heute noch ihre Namen gepriesen und geehrt, aber wo hört man schon die Namen der Könige von damals?

Sie sind längst der Erinnerung entrückt und ruhen im Tal des Vergessens.

Die Vormachtstellung der Wissenschaft ist offensichtlich größer als die Herrschaft der Herrschenden.

Könige sind in Länder eingedrungen und haben bei deren Eroberung Blut vergossen, aber der Wissenschaftler dringt dank seiner segensreichen Errungenschaften in die Regionen des Unwissens ein und erobert das Reich von Herz und Verstand.

Deshalb sind seine Eroberungen von dauerhaftem Wert.

Mögen Sie außerordentliche Fortschritte an dieser Bildungsstätte erzielen.

Mögen Sie zu strahlenden Leuchten werden, die das Dunkel und die Niederungen der Unwissenheit mit Licht durchfluten.
Da das Grundprinzip der Lehre Bahá'u'lláhs die Einheit der Menschenwelt ist, werde ich zu Ihnen über die grundlegende Einheit aller Erscheinungsformen sprechen. Dies ist eines der verwirrendsten Themen der göttlichen Philosophie.
Grundsätzlich durchlaufen alle bestehenden Dinge dieselben Stufen und Phasen der Entwicklung und jede gegebene Erscheinung umfasst alle anderen. Eine alte Aussage der arabischen Philosophen besagt, dass alle Dinge mit allen Dingen verbunden sind. Offensichtlich ist jeder stoffliche Organismus eine Zusammensetzung aus einzelnen einfachen Elementen und jeder Zellbestandteil und jedes Atom durchläuft unzählige verschiedene Lebensstadien. Beispielsweise waren die Zellbestandteile, die zur Zusammensetzung eines menschlichen Organismus beitragen, zuvor bereits Bestandteil des Tierreichs; zu einem anderen Zeitpunkt trugen sie zur Zusammensetzung der Pflanze bei und davor existierten sie im Mineralreich. Sie sind von einem Zustand in einen anderen übergegangen, durchliefen dabei verschiedene Formen und Entwicklungsstadien und erfüllten in jeder Daseinsform eine bestimmte Aufgabe. Sie befinden sich in einem stetigen Kreislauf stofflicher Erscheinungsformen. Daher drückt jede Erscheinungsform bis zu einem gewissen Grad alle anderen Erscheinungsformen aus. Sie unterscheiden sich durch die aufeinanderfolgenden Veränderungen und die Zeitspanne, die der Evolutionsprozess umfasst.
Zum Beispiel hat es eine bestimmte Zeit gedauert, bis ein Zellbestandteil in meiner Hand die verschiedenen Stoffwechselzyklen durchlaufen hat. Einst durchlief er im Mineralreich Veränderungen und Übertragungen im Mineralzustand. Dann gelangte er in das Pflanzenreich und durchlief dort verschiedene Stufen und Phasen. Danach erreichte er die tierische Ebene und erschien als Teil tierischer Organismen, bis er schließlich nach weiteren Veränderungen und Kreisläufen in das Menschenreich gelangte. Irgendwann wird er in seinen ursprünglichen elementaren Zustand im Mineralreich zurückkehren und wie zuvor in endlosen Durchgängen von einer Seinsebene zur nächsten alle Stufen des Daseins und Lebens durchlaufen. Bei jedem Erscheinen in einer bestimmten Gestalt oder Ausprägung verfügt er über eigene Möglichkeiten, Fähigkeiten und Funktionen. Da jedes einzelne Atom oder Element, aus dem die stofflichen Gefüge des Daseins bestehen, unendlich viele Formen und Stufen durchläuft und jeweils Fähigkeiten erlangt, die diesen Formen und Stufen eigen sind, ist offensichtlich, dass alle Erscheinungsformen des stofflichen Daseins im Grunde eins sind. Im Mineralreich besitzt dieser atomare oder elementare Bestandteil bestimmte Eigenschaften des Minerals; im Pflanzenreich sind es pflanzliche Eigenschaften und Vorzüge; im Tierreich bekommt er die Kräfte des Tieres – die Sinne; und im Reich des Menschen offenbart er die der menschlichen Stufe vorbehaltenen Fähigkeiten.
Da dies für stoffliche Erscheinungen gilt, wie viel offensichtlicher und unerlässlicher ist dann, dass sich der Mensch im geistigen Dasein, das nur im Menschenreich seinen Ausdruck findet, durch Einheit auszeichnet.

Wahrlich, der Ursprung allen materiellen Lebens ist einer und sein Ende ist ebenfalls eines.

Warum sollte der Mensch im Licht dieser grundlegenden Einheit und Eintracht in allen Bereichen des Lebens auf seiner eigenen Daseinsebene Krieg führen oder sich in Feindseligkeiten und zerstörerischem Streit gegen seine Mitmenschen verstricken?

Der Mensch ist das edelste Geschöpf.

In seinem stofflichen Organismus besitzt er die Eigenschaften des Mineralreichs.

Desgleichen besitzt er die Fähigkeit und Kraft zu wachsen, die das Pflanzenreich kennzeichnet.

Des Weiteren ist er in seinem körperlichen Dasein mit Funktionen und Kräften ausgestattet, die dem Tier zu eigen sind.

Und jenseits davon liegt der Bereich der menschlichen Verstandes- und Geisteskräfte, die ihn als Menschen auszeichnen.

Warum sollte der Mensch angesichts dieser wunderbaren Einheit der Reiche des Daseins und deren Verkörperung im höchsten und edelsten Geschöpf, sich im Streit und Konflikt mit seinen Mitmenschen befinden?

Ist es angemessen und gerechtfertigt, dass er Krieg führt, während Verständigung und Gegenseitigkeit die niedrigeren Reiche der Erscheinungswelt auszeichnen?

Die Elemente und einfachen Lebensformen sind auf den großartigen Lebensplan abgestimmt.

Soll der Mensch, der ihnen unendlich weit überlegen ist, demgegenüber feindselig und ein Gegner und Zerstörer dieser Vollkommenheit sein?

Gott bewahre uns vor einem solchen Zustand!
Aus der Verbindung und Mischung der Elementarteilchen entsteht Leben. Aus ihrer Harmonie und Verschmelzung ergibt sich immer wieder ein neues Dasein. Es ist Strahlenglanz und Vollkommenheit; es ist Vollendung; es ist das Leben selbst. Im Moment befinden sich alle körperlichen Energien und natürlichen Kräfte, die wir beobachten können, miteinander in Frieden. Die Sonne ist in Frieden mit der Erde, auf die sie scheint. Die sanft wehenden Winde sind in Frieden mit den Bäumen. Alle Elemente sind in Harmonie und Gleichgewicht. Eine leichte Unruhe und Unstimmigkeit zwischen ihnen könnte zu einem weiteren Erdbeben und Feuer in San Francisco führen. Ein stofflicher Zusammenstoß, sozusagen ein kleiner Streit zwischen den Elementen, und es kommt zu einer schlimmen Naturkatastrophe. Das geschieht im Mineralreich. Denken Sie nun an die Auswirkungen von Zwietracht und Konflikten in der Menschenwelt, die doch so weit über dem Reich des unbelebten Daseins steht. Wie groß ist die damit einhergehende Katastrophe, besonders wenn wir uns vor Augen halten, dass Gott den Menschen mit Geist und Verstand ausgestattet hat. Wahrlich, der Geist ist die höchste Gabe Gottes. Wahrlich, der Verstand ist der Strahlenglanz Gottes. Das ist klar und offensichtlich.
Denn alle erschaffenen Dinge außer dem Menschen sind der Natur unterworfen; sie können nicht im Geringsten von den Naturgesetzen abweichen. Die gewaltige Sonne, das Zentrum unseres Planetensystems, untersteht der Natur, unfähig im Geringsten von deren Befehlsgewalt abzuweichen. Alle Gestirne und Himmelskörper in diesem grenzenlosen Universum gehorchen gleichfalls den Gesetzen der Natur. Unser Planet, die Erde, bestätigt die allgegenwärtige Oberherrschaft der Natur. Die Mineral-, Pflanzen- und Tierwelt folgen der Steuerung und dem Willen der Natur. Der große, dicke Elefant mit seiner massigen Stärke hat keine Macht, sich den Beschränkungen zu widersetzen, die ihm die Natur auferlegt hat. Aber der vergleichsweise schwache und winzige Mensch kann sich der Kontrolle der Natur widersetzen und Naturgesetze für seine eigenen Ziele nutzen, weil der Verstand, dieser Strahlenglanz Gottes, ihn dazu ermächtigt.
Entsprechend seiner körperlichen Begrenzungen war der Mensch von der Schöpfung dazu bestimmt, auf der Erde zu leben, aber durch den Einsatz seiner geistigen Fähigkeiten überwindet er die Grenzen dieses Gesetzes und erhebt sich wie ein Vogel in die Lüfte. In Unterseebooten dringt er in die Geheimnisse des Meeres vor und baut Flotten, um nach Belieben über die Meeresoberfläche zu segeln, und unterwirft die Naturgesetze seinem Willen. Alle Wissenschaften und Künste, die wir heute nutzen und an denen wir uns erfreuen, waren einst Geheimnisse und hätten nach den Vorgaben der Natur verborgen und in ihr ruhend bleiben müssen, aber der menschliche Verstand hat die sie umgebenden Gesetze durchbrochen und die zugrunde liegenden Wahrheiten aufgedeckt. Der menschliche Verstand hat der Sphäre des Unsichtbaren diese Geheimnisse entlockt und auf die Ebene des Bekannten und Sichtbaren gebracht.
Er hat diese Gesetze entgegen den Vorgaben der Natur geordnet und an den menschlichen Bedarf und Gebrauch angepasst.

Elektrizität zum Beispiel war einst eine verborgene, in der Natur ruhende Kraft.

Sie wäre verborgen geblieben, wenn der menschliche Verstand sie nicht entdeckt hätte.

Der Mensch hat das Gesetz ihrer Verborgenheit durchbrochen, diese Energie aus der unsichtbaren Schatzkammer des Universums hervorgeholt und sichtbar gemacht.

Ist es nicht eine außergewöhnliche Leistung, dass dieses kleine Geschöpf Mensch eine überwältigende kosmische Kraft in eine Glühlampe gezwängt hat?

Das zu vollbringen, übersteigt das Vorstellungsvermögen und die Macht der Natur.

Der Osten kann in wenigen Minuten mit dem Westen kommunizieren.

Dieses Wunder geht über die Kontrolle der Natur hinaus.

Der Mensch nimmt die menschliche Stimme und speichert sie in einem Phonographen.

Von Natur aus sollte die Stimme entsprechend den Gesetzen und Gegebenheiten des Schalls frei und flüchtig sein, aber der Mensch hält ihre Schwingungen fest und sperrt sie entgegen den Gesetzen der Natur in einen Kasten.

Alle menschlichen Entdeckungen waren einst im Schoße des stofflichen Universums versiegelte Geheimnisse und Rätsel des stofflichen Alls, bis der menschliche Geist, der der größte göttliche Strahlenglanz ist, sie durchdrang und sie seinem Willen und seiner Absicht unterwarf.

In diesem Sinne hat der Mensch die Naturgesetze gebrochen und bringt aus dem Laboratorium der Natur ständig neue und wunderbare Dinge hervor.

Trotz dieser höchsten Gabe Gottes, dieser größten Kraft in der Welt der Schöpfung, hört der Mensch nicht auf zu kämpfen und Krieg zu führen und brutal wie ein wildes Tier seine Mitmenschen zu töten.

Entspricht dies seiner erhabenen Stufe?

Nein, es widerspricht vielmehr der göttlichen Absicht, die in seiner Erschaffung und Begabung zum Ausdruck kommt.
Wenn Tiere wild und brutal sind, dient dies lediglich ihrer Versorgung und ihrem Fortbestand. Sie besitzen nicht den Verstand, um vernünftig zwischen richtig und falsch, Recht und Unrecht zu unterscheiden; ihr Handeln ist gerechtfertigt und sie tragen keine Verantwortung dafür. Wenn der Mensch zu seinem Mitmenschen grausam und brutal ist, dann geht es nicht um seinen Lebensunterhalt oder seine Sicherheit. Seine Beweggründe sind Eigennutz und vorsätzliches Unrecht. Es ist weder schicklich noch angemessen, dass solch ein edles Geschöpf – begabt mit Verstand und erhabenen Gedanken, fähig zu wunderbaren Leistungen und Entdeckungen in Wissenschaft und Kunst, mit dem Potenzial zu immer weiterreichenden Erkenntnissen und zur Verwirklichung göttlicher Ziele im Leben – auf dem Schlachtfeld nach dem Blut seiner Mitmenschen trachtet. Der Mensch ist der Tempel Gottes. Er ist kein menschlicher Tempel. Wenn man ein Haus zerstört, wird dessen Besitzer traurig und zornig sein. Wie viel größer ist das Unrecht, wenn der Mensch ein von Gott geplantes und errichtetes Gebäude zerstört! Zweifellos verdient er das Gericht und den Zorn Gottes.
Gott hat den Menschen erhaben und edel erschaffen, ihn zu einer bestimmenden Größe in der Schöpfung gemacht. Er hat den Menschen mit den höchsten Gaben ausgestattet, ihm Verstand, Wahrnehmung, Gedächtnis, Abstraktionsvermögen und Sinneskräfte verliehen. Diese Gaben Gottes für den Menschen sollten ihn zur Verkörperung göttlicher Tugenden machen, zu einem strahlenden Licht in der Schöpfung, zu einem Quell des Lebens und zu einem Werkzeug des Aufbaus im grenzenlosen Dasein. Sollten wir dieses großartige Bauwerk samt seiner Grundfesten wirklich zerstören, diesen Tempel Gottes, die Gesellschaftsstruktur und das Staatsgefüge niederreißen? Da wir keine Gefangenen der Natur sind, da wir die Macht zur Selbstbeherrschung besitzen, sollten wir da trotzdem Gefangene der Natur werden und gemäß ihren Erfordernissen handeln?
In der Natur gilt das Gesetz des Überlebens des Stärkeren.

Selbst wenn der Mensch ohne Erziehung und Bildung bliebe, würde dieses Naturgesetz entsprechend der festgesetzten natürlichen Ordnung dem Menschen die Vormachtstellung abverlangen.

Der Zweck und das Ziel von Schulen, Hochschulen und Universitäten ist die Bildung und Erziehung des Menschen, um ihn dadurch aus den Zwängen und Unzulänglichkeiten der Natur zu retten und zu erlösen und in ihm die Fähigkeit zu erwecken, sich die Gaben der Natur anzueignen und sie zu beherrschen.

Wenn wir dieses Stück Land in seinen natürlichen Zustand zurückversetzten und ihm erlaubten, seine ursprüngliche Form wiederzuerlangen, würde es zu einem Feld voller Dornen und nutzlosem Unkraut, doch durch Kultivierung wird es zu fruchtbarem Boden, der eine Ernte hervorbringt.

Ohne Anbau wären die Berghänge Dschungel und Wälder ohne fruchttragende Bäume.

Entsprechend dem Grad der Pflege und Bodenbearbeitung durch den Gärtner bringen die Gärten Früchte und Blumen hervor.

Deshalb ist nicht beabsichtigt, dass die Menschenwelt in ihrem natürlichen Zustand belassen wird.

Sie braucht die Unterweisung, die Gott für sie bereitgestellt hat.

Die heiligen, himmlischen Manifestationen Gottes waren die Lehrer.

Sie sind die göttlichen Gärtner, die den Dschungel der menschlichen Natur in einen fruchtbaren Obstgarten verwandeln und die dornigen Stellen wie Rosen erblühen lassen.

So ist offensichtlich, dass der Mensch die besondere ihm bestimmte Aufgabe hat, sich aus den natureigenen Unzulänglichkeiten zu erretten und zu erlösen und die geistigen Tugenden des Göttlichen anzunehmen.

Soll er diese geistigen Tugenden opfern und diese Möglichkeiten des Fortschritts zerstören?

Gott hat ihm eine Macht verliehen, mit der er sogar die Gesetze und Erscheinungen der Natur bezwingen, der Natur das Schwert entreißen und es gegen sie einsetzen kann.

Soll er da ihr Gefangener bleiben und sogar dabei versagen, das Naturgesetz des Überlebens des Stärkeren zu erfüllen?

Das heißt, soll er weiterhin auf der Ebene des Tierreichs leben, ohne jeden Unterschied zwischen Tier und Mensch hinsichtlich der natürlichen Impulse und wilden Instinkte?

Es gibt keine niedrigere Stufe und keine schlimmere Entwürdigung für den Menschen als diese naturbelassene Tierhaftigkeit.

Das Schlachtfeld ist der Gipfel menschlicher Erniedrigung, die Ursache des Zorns Gottes, die Zerstörung der göttlichen Grundlage des Menschen.
Preis sei Gott! Ich befinde mich hier in einer Versammlung, deren Teilnehmer den Frieden lieben und für die Welteinheit eintreten. Die Gedanken aller Anwesenden konzentrieren sich auf die Einheit der Menschheit und jeder Ehrgeiz richtet sich darauf, Dienste zur Erhöhung und Besserung der Menschen zu leisten. Ich flehe zu Gott, Er möge Sie unterstützen und Ihnen beistehen, damit jeder von Ihnen ein angesehener Professor in der Welt der Wissenschaft wird, ein treuer Bannerträger des Friedens und der Eintracht zwischen den Herzen der Menschen.
Vor fünfzig Jahren verkündete Bahá'u'lláh die Notwendigkeit des Friedens zwischen den Völkern und die tatsächliche Versöhnung aller Religionen der Welt. Er erklärte, dass die Grundlage aller Religionen ein und dieselbe ist, dass das Wesen der Religion in der Gemeinschaft der Menschen besteht und dass die vorhandenen Glaubensunterschiede auf dogmatische Auslegung und blinde Nachahmung zurückzuführen sind, die den Grundlagen widersprechen, die von den Propheten Gottes gelegt wurden. Er verkündete, dass alle Religionen vereint wären, sofern die der religiösen Lehre zugrunde liegende Wahrheit erforscht würde, und dass das Ziel Gottes, das in der Liebe und der Verbindung menschlicher Herzen liegt, erreicht werde. Wenn sich religiöser Glaube als Ursache für Zwietracht und Uneinigkeit erweist, wäre es nach Seinen Lehren besser, es gäbe ihn nicht; denn die Religion sollte die göttliche Arznei und das Allheilmittel für die Leiden der Menschheit sein, der heilende Balsam für die Wunden der Menschheit. Falls ihre falsche Auslegung und Besudelung zu Krieg und Blutvergießen statt zu Besserung und Heilung führt, dann wäre die Welt religionslos besser dran.
Bahá'u'lláh legte besonderen Wert auf internationalen Frieden.

Er erklärte, dass alle Menschen Nachkommen Adams sind und Mitglieder einer großen, universellen Familie.

Wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft oder Hautfarbe jeweils von einem anderen Stammvater abstammten – mit anderen Worten, wenn wir zwei oder mehr Adams als Väter der Menschheit hätten –, so gäbe es vielleicht einen einleuchtenden Grund für die heutige Uneinigkeit und die Streitigkeiten unter den Menschen.

Da wir jedoch einer Nachkommenschaft und einer Familie angehören, sind alle Benennungen, durch die die Menschheit in Italiener, Deutsche, Franzosen, Russen und so weiter aufgeteilt und unterschieden wird, bedeutungslos und unrechtmäßig.

Wir sind alle Menschen, alle Diener Gottes und stammen alle aus Adams Familie.

Warum also all diese trügerischen nationalen und rassistischen Unterschiede?

Diese Grenzlinien und künstlichen Schranken wurden von Despoten und Eroberern geschaffen, die die Herrschaft über die Menschheit anstrebten, damit patriotische Gefühle hervorriefen und eine selbstsüchtige Ergebenheit gegenüber örtlichen, beschränkten Regierungsformen weckten.

In der Regel genossen sie selbst Luxus in Palästen, umgeben von Bequemlichkeit und Überfluss, während auf ihren Befehl hin Armeen von Soldaten, Stadt- und Landbewohnern, auf dem Schlachtfeld kämpften und starben.

Sie vergossen ihr unschuldiges Blut für Wahnideen wie, »wir sind Deutsche«, »unsere Feinde sind die Franzosen« usw., obwohl in Wirklichkeit alle die Menschheit bilden und zu der einen Familie und Nachkommenschaft des Stammvaters Adam gehören.

Dieses Vorurteil, dieser beschränkte Patriotismus herrschen auf der ganzen Welt und der Mensch ist blind gegenüber einer umfassenderen Heimatliebe, die alle Hautfarben und Herkunftsländer einschließt.

Wie man es auch betrachten mag, es muss und sollte Frieden zwischen allen Völkern herrschen.
Gott schuf die eine Erde und die eine Menschheit, sie zu bevölkern. Der Mensch hat keinen anderen Lebensraum, doch er hat selbst erfundene Grenzlinien und Gebietsbeschränkungen ausgegeben, die er mit ›Deutschland‹, ›Frankreich‹, ›Russland‹ usw. benannte. Und Ströme kostbaren Blutes werden zur Verteidigung dieser erfundenen Zerteilung unseres einen menschlichen Lebensraumes vergossen, im Wahn eines eingebildeten und beschränkten Patriotismus.
Letztlich ist ein Besitzanspruch auf ein Hoheitsgebiet oder Herkunftsland nur ein Anspruch und die Bindung an den Staub der Erde. Wir leben einige Tage auf dieser Erde und ruhen dann für immer unter ihr. Sie ist somit auf ewig unser Friedhof. Soll der Mensch um die ihn verschlingende Gruft kämpfen, um sein ewiges Grab? Welche Dummheit könnte größer sein als diese? Um sein Grab zu kämpfen, jemand anderen für sein Grab zu töten! Welche Verantwortungslosigkeit! Welch ein Wahn!
Ich hoffe, dass Sie, die Studenten an dieser Universität, niemals dazu aufgefordert werden, um den Staub der Erde zu kämpfen, der das Grab und die letzte Ruhestätte der gesamten Menschheit ist, sondern dass Sie die Tage Ihres Lebens in vollkommenster Gemeinschaft miteinander genießen können, so wie eine einzige Familie – wie Brüder, Schwestern, Väter, Mütter –, die in Frieden und echter Freundschaft zusammenlebt.

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10. Oktober 1912
Ansprache im Open Forum San Francisco, Kalifornien
Aufzeichnungen von Bijou Straun
Obwohl ich mich heute Abend unpässlich fühlte, nehme ich doch wegen der Liebe zu Ihnen an dieser Versammlung teil. Ich habe gehört, dass dies ein offenes Forum zur Erforschung der Wahrheit ist, dass Sie frei von blinden Nachahmungen sind, den Dingen auf den Grund gehen möchten und dass Sie nach Erhabenem streben. Daher halte ich es für gut, über Philosophie zu sprechen, ein Thema, das für den Osten und den Westen gleichermaßen interessant ist. So können wir Überschneidungen und Unterschiede zwischen den philosophischen Lehren des Orients und des Okzidents betrachten.
Nach Ansicht der westlichen Philosophen ist die Sinneswahrnehmung maßgeblich für eine Beurteilung. Sie gehen davon aus, dass das, was die Sinne erfassen oder wahrnehmen können, die Wahrheit ist – dass kein Zweifel an ihrer Existenz besteht. So beweisen wir etwa die Existenz dieses Lichtes durch das Sehvermögen, wir machen uns ein Bild von diesem Raum, wir sehen die Sonne und die grünen Felder. Wir nutzen unser Sehvermögen, um alles wahrzunehmen. Die Meinung dieser Philosophen ist, dass eine solche Wahrnehmung der Wahrheit entspricht und dass die Sinne den höchsten Maßstab zur Wahrnehmung und Beurteilung darstellen, woran es weder Zweifel noch Ungewissheit geben kann. Nach Einschätzung der Philosophen des Orients, insbesondere derjenigen aus Griechenland und Persien, ist der Verstand der Beurteilungsmaßstab. Sie sind der Ansicht, dass die Sinne als Mittel zur Beurteilung mangelhaft sind, und führen zum Beweis an, dass die Sinne oft getäuscht und irregeführt werden. Was fehleranfällig ist, kann nicht unfehlbar sein, kann kein wahrer Beurteilungsmaßstab sein.
Unter den Sinnen ist das Sehvermögen der leistungsfähigste und zuverlässigste. Dieser Sinn sieht eine Luftspiegelung als Wasserfläche und hält diese für tatsächlich vorhanden, obwohl sie eine Fata Morgana ist und somit gar nicht existiert. Der Gesichtssinn, das Sehvermögen, betrachtet Spiegelungen als real, aber die Vernunft erklärt sie als nicht vorhanden. Das Auge sieht, dass Sonne und Planeten sich um die Erde bewegen, während in Wirklichkeit die Sonne fest im Mittelpunkt steht und die Erde sich um ihre eigene Achse dreht. Der Gesichtssinn sieht die Erde als Ebene, während der Verstand entdeckt, dass sie kugelförmig ist. Das Auge sieht die Himmelskörper im grenzenlosen Raum als klein und unscheinbar an, während der Verstand sie als riesige Sonnen beschreibt. Der Gesichtssinn sieht einen wirbelnden Feuerfunken als einen Lichtkreis und bezweifelt ihn nicht, obwohl ein solcher Kreis nicht existiert. Ein Segler auf einem Schiff sieht, wie sich die Ufer auf beiden Seiten am Schiff vorbeibewegen, während sich doch das Schiff bewegt. Kurz gesagt, es gibt viele Beispiele und Beweise, die die Behauptung widerlegen, dass Sinneseindrücke Gewissheiten sind, denn die Sinne sind oft trügerisch und irreführend. Wie können wir da zu Recht behaupten, sie würden die Wahrheit beweisen, wo doch der Maßstab, das Prüfmittel selbst, mangelhaft ist?
Die Philosophen des Ostens halten die Vernunft beziehungsweise den Verstand für das vollkommene Prüfmittel, um die Wahrheit aller Dinge zu beweisen; denn, so sagen sie, der Maßstab von Vernunft und Verstand ist vollkommen, und alles, was durch die Vernunft bewiesen werden kann, ist echt. Demnach betrachten diese Denker alle philosophischen Schlussfolgerungen als richtig, wenn sie nach den Maßstäben der Vernunft geprüft wurden. Sie sagen, die Sinne seien die Helfer und Werkzeuge des Verstandes, und obwohl die Erforschung der Wahrheit durch die Sinne ausgeführt werden mag, sei der Maßstab für die Erkenntnis und das Urteil der Verstand selbst. Darin unterscheiden sich die Philosophen des Ostens und des Westens und sind sich nicht einig. Die materialistischen Philosophen des Westens erklären, dass der Mensch zum Tierreich gehört, während die Philosophen des Ostens – wie Platon, Aristoteles und die Perser – das Dasein oder die Erscheinungen des Lebens in zwei allgemeine Kategorien oder Reiche einteilen: einerseits das Tierreich oder die Welt der Natur, andererseits das Menschenreich beziehungsweise die Welt des Verstandes.
Der Mensch unterscheidet sich von den Tieren durch sein Denkvermögen. Der Mensch kann etwas auf zweierlei Weise wahrnehmen: durch Berührung beziehungsweise mit den Sinnen, und durch den Verstand. Die Wahrnehmung des Tieres hingegen ist auf die Sinne beschränkt, nur auf das Greifbare. Die Wahrnehmung des Greifbaren kann mit dieser Kerze verglichen werden, die Wahrnehmung durch den Verstand mit dem Licht. Berechnungen mathematischer Probleme und die Bestimmung der Kugelform der Erde erfolgen durch verstandesmäßige Wahrnehmung. Das Schwerpunktprinzip ist eine Hypothese des Verstandes. Der Verstand selbst ist nicht greifbar oder für die Sinne wahrnehmbar. Der Verstand ist eine geistige Wahrheit oder Wirklichkeit. Alle Eigenschaften und Werte sind geistig, keine handfesten Gegebenheiten. Beispielsweise sagen wir, dieser Mann sei ein gelehrter Mann. Wissen ist eine geistige Errungenschaft, die für die Sinne nicht wahrnehmbar ist. Wenn man diesen gelehrten Mann ansieht, sieht das Auge sein Wissen nicht, das Ohr kann seine Wissenschaft nicht hören, noch kann man sie schmecken. Es handelt sich um keine mit den Händen greifbare Wirklichkeit. Die Wissenschaft selbst ist eine geistige Wirklichkeit. Es ist also klar, dass es für die Wahrnehmung des Menschen zwei Wege gibt: den Verstand und die Sinne.
Was das Tier betrifft – es ist nur mit Sinneswahrnehmungen ausgestattet. Ihm fehlt die Wahrnehmung durch den Verstand. Es kann keine geistigen Wirklichkeiten erfassen. Das Tier kann sich die Erde nicht als Kugel vorstellen. Das Denkvermögen eines in Europa lebenden Tieres hätte die Entdeckung des amerikanischen Kontinents niemals planen können. Im Tierreich ist es nicht möglich, die verborgenen Geheimnisse der Natur – wie etwa die Elektrizität – zu entdecken und sie vom Unsichtbaren auf die Ebene des Sichtbaren zu bringen. Es ist offensichtlich, dass Entdeckungen und Erfindungen die Auffassungsgabe von Tieren übersteigen. Das Tier kann die Geheimnisse von Ursprung und Schöpfung nicht durchdringen. Sein Denkvermögen ist nicht dazu in der Lage, die Wirklichkeit des Äthers zu erfassen. Es kann nichts über die Geheimnisse des Magnetismus wissen, weil es nicht mit der Gabe des abstrakten Verstandes und des Intellekts ausgestattet ist. Das bedeutet, dass das Tier als Gefangener der Sinne erschaffen wurde. Jenseits der greifbaren Dinge und der Sinneseindrücke kann es nichts wahrnehmen. Es weist alles zurück. Es ist nicht zur geistigen Wahrnehmung fähig und daher ein Gefangener der Sinne.
Tugend oder Vollkommenheit gehört zum Menschen, der sowohl Sinneskräfte als auch geistiges Wahrnehmungsvermögen besitzt.

Zum Beispiel sind astronomische Entdeckungen eine menschliche Leistung.

Der Mensch hat dieses Wissen nicht durch seine Sinne erworben.

Der größte Teil davon wurde durch den Verstand, durch die geistigen Fähigkeiten, erreicht.

Die Erfindungen des Menschen sind durch die Nutzung seiner geistigen Fähigkeiten entstanden.

Alle wissenschaftlichen Errungenschaften wurden durch die Gabe des Verstandes ermöglicht.

Kurz gesagt, Verstand und Vernunft sind im Menschen offenbar.

Durch sie unterscheidet er sich vom Tier.

Das Tierreich ist somit anders als die Menschenwelt und ihr unterlegen.

Trotzdem führen die Philosophen des Westens bestimmte logische Schlussfolgerungen oder Darlegungen an, mit denen sie zu beweisen versuchen, dass der Mensch aus dem Tierreich stammt.

Dass er jetzt ein Wirbeltier ist, obwohl er ursprünglich im Meer lebte.

Von dort gelangte er an Land und wurde zu einem Wirbeltier.

Im Laufe seiner anatomischen Entwicklung erschienen allmählich seine Füße und Hände.

Er begann zunächst auf allen Vieren zu gehen, erlangte später die menschliche Statur und ging aufrecht.

Sie stellen fest, dass seine Anatomie sich schrittweise veränderte und schließlich die menschliche Form annahm und dass die Übergänge oder Veränderungen wie Glieder einer Kette sind.

Zwischen Mensch und Affe fehlt jedoch ein Verbindungsglied, das die Wissenschaftler bis heute nicht entdecken konnten.

Daher ist der höchste Beweis dieser westlichen Theorie menschlicher Evolution anatomischer Art und argumentiert damit, dass sich im Menschen gewisse Reste von Organen finden, die arttypisch für Affen und niedere Tiere sind.

Die Schlussfolgerung daraus ist, dass der Mensch zu einer gewissen Zeit in seiner Fortentwicklung diese Organe besessen habe, diese heute aber bloß noch funktionslose Rudimente und Überbleibsel sind.
Zum Beispiel hat die Schlange ein bestimmtes Überbleibsel, das darauf hinweist, dass sie einst lange Gliedmaßen besaß. Als dieses Geschöpf jedoch begann, in Erdlöchern zu leben, verkümmerten und schrumpften diese nicht mehr benötigten Gliedmaßen und wurden zu einem Überbleibsel aus der Zeit, als sie noch lang und nützlich waren. Ebenso wird behauptet, dass der Mensch ein bestimmtes Überbleibsel hat, das darauf hinweist, dass es eine Zeit gab, in der sich seine anatomische Struktur von seinem gegenwärtigen Organismus unterschied und dass es eine entsprechende Wandlung oder Veränderung in dieser Struktur gegeben hat. Das Steißbein beziehungsweise die Verlängerung der menschlichen Wirbelsäule wird zum Überbleibsel eines Schwanzes erklärt, den der Mensch früher besaß, der jedoch allmählich verschwand, als er seine Nützlichkeit durch den aufrechten Gang des Menschen einbüßte. Diese Feststellungen und Darlegungen drücken die Kerngedanken der westlichen Philosophie zur Frage der menschlichen Evolution aus.
Die Philosophen des Orients antworten den Denkern der westlichen Welt:

Nehmen wir an, der menschliche Körperbau habe sich ursprünglich von seiner gegenwärtigen Form unterschieden und sich stufenweise von einem Zustand zum nächsten gewandelt, bis er sein heutiges Aussehen erlangte.

Einmal ähnelte er einem Fisch, später einem wirbellosen Tier, schließlich hat er menschliche Gestalt angenommen.

Diese anatomische Evolution oder Weiterentwicklung ändert oder beeinflusst jedoch nicht die Aussage, dass die Entwicklung des Menschen immer in ihrer Wesensart menschlich und in ihrer Weiterentwicklung biologisch war.

Denn wenn man den menschlichen Embryo mikroskopisch untersucht, ist er zunächst ein bloßer Keim oder Wurm.

Im Laufe der Entwicklung zeigen sich bestimmte Aufgliederungen.

Die Ansätze von Händen und Füßen entstehen – man kann sozusagen den oberen und unteren Teil voneinander unterscheiden.

Danach kommt es zu deutlichen Veränderungen, bis er seine eigentliche menschliche Gestalt erreicht und in diese Welt hineingeboren wird.

Doch die ganze Zeit hindurch, selbst als der Embryo einem Wurm ähnelte, war er in seiner Anlage und seinem Wesen menschlich und nicht tierisch.

Die jeweilige äußere Gestalt, die der menschliche Embryo im Laufe seiner Entwicklung annimmt, beweist nicht, dass er in seinem Wesen tierisch ist.

Diese ganze Entwicklung hindurch wurde die Wesensart übernommen, die Art blieb erhalten.

Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir auch die Tatsache anerkennen, dass der Mensch einst ein Meeresbewohner war, zu einer anderen Zeit ein wirbelloses Tier, dann ein Wirbeltier und schließlich ein aufrecht stehendes menschliches Wesen.

Obwohl wir diese Veränderungen einräumen, können wir nicht sagen, dass der Mensch ein Tier ist.

Auf jeder dieser Stufen gibt es Zeichen und Beweise für sein menschliches Wesen und seine Bestimmung.

Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass der menschliche Embryo heute noch einem Wurm gleicht.

Dieser Embryo entwickelt sich immer noch von einem Zustand zum nächsten fort und nimmt verschiedene äußere Formen an, bis hin zu jener, die er als Anlage in sich trägt – die Menschengestalt.

Daher ist der Mensch in seiner Grundsubstanz ein Mensch.

Die Arterhaltung erfordert es.
Das fehlende Bindeglied der Darwinschen Theorie ist selbst ein Beweis dafür, dass der Mensch kein Tier ist. Wie wäre es möglich, dass alle Glieder der Entwicklungskette vorhanden sind und dieses wichtige Bindeglied fehlt? Sein Fehlen ist ein Hinweis darauf, dass der Mensch nie ein Tier war. Es wird niemals gefunden werden.
Das bedeutet:

Die Menschenwelt unterscheidet sich vom Tierreich.

Das ist die Lehre der Philosophen des Orients.

Dafür haben sie einen Beweis.

Der Beweis ist, dass Tiere Gefangene der Natur sind.

Alle Seinsformen und Erscheinungen der niederen Reiche sind Gefangene der Natur; die mächtige Sonne, die zahllosen Sterne, die Pflanzenwelt und das Mineralreich – nichts davon kann auch nur um Haaresbreite von den Naturgesetzen abweichen.

Sie befinden sich gleichsam im Fesselgriff der Natur.

Aber der Mensch durchbricht die Vorgaben der Natur und verwendet sie zu seinem eigenen Gebrauch.

Zum Beispiel ist der Mensch, ebenso wie das Tier, ein lebendiges irdisches Wesen.

Den Vorgaben der Natur entsprechend sollte er die Erde nicht verlassen, aber er durchbricht die Grenzen der Naturgesetze und erhebt sich hoch in die Lüfte.

Durch den Gebrauch seines Verstandes überwindet er die Naturgesetze und taucht mit U-Booten in die Tiefe oder segelt mit Schiffen über das Meer.

Er bändigt eine mächtige Naturgewalt wie die Elektrizität und sperrt sie in eine Glühlampe.

Nach dem Naturgesetz sollte er vielleicht über eine Entfernung von rund dreihundert Metern kommunizieren können, aber durch seine Erfindungen und Entdeckungen kommuniziert er mit dem Osten und dem Westen innerhalb weniger Augenblicke.

Das durchbricht die Naturgesetze.

Der Mensch nimmt die menschliche Stimme auf und gibt sie mit einem Phonographen wieder.

Seine Stimme dürfte höchstens ein paar hundert Meter weit zu hören sein, aber er erfindet ein Instrument, das sie über tausende Kilometer überträgt.

Kurz gesagt, alle gegenwärtigen Künste und Wissenschaften, Erfindungen und Entdeckungen, die der Mensch hervorgebracht hat, waren einst Geheimnisse, die gemäß der Natur verborgen in ihr ruhen sollten, aber der Mensch hat sie aus dem Unsichtbaren ins Sichtbare geholt.

Dies widerspricht den Vorgaben der Natur.

Elektrizität sollte ein verborgenes Geheimnis sein, aber der Mensch entdeckt sie und macht sie sich zunutze.

Er entreißt der Natur das Schwert und setzt es gegen sie ein, was beweist, dass eine Macht in ihm steckt, die über die Natur hinausgeht, denn sie vermag, die Naturgesetze zu durchbrechen und sie zu bändigen.

Wäre diese Macht nicht übernatürlich und außergewöhnlich, so wären die Erfolge des Menschen nicht möglich gewesen.
Außerdem ist offensichtlich, dass der Natur bewusstes Wissen fehlt. Die Natur ist ohne Wissen, während der Mensch über Bewusstsein verfügt. Die Natur hat kein Gedächtnis, der Mensch besitzt ein Gedächtnis. Die Natur hat weder Wahrnehmungsvermögen noch Willenskraft; der Mensch besitzt beides. Offensichtlich wohnen dem Menschen Fähigkeiten inne, die in der Welt der Natur nicht vorhanden sind. Dies lässt sich in jeder Hinsicht beweisen.
Wenn behauptet wird, dass die geistige Wirklichkeit des Menschen zur Natur gehört, dass sie ein Teil des Ganzen ist, so fragen wir, ob es möglich ist, dass der Teil über Kräfte verfügt, die das Ganze nicht besitzt? Kann etwa der Tropfen Fähigkeiten besitzen, die die Gesamtheit der Meere nicht hat? Kann ein Blatt mit Fähigkeiten durchdrungen sein, die dem ganzen Baum fehlen? Ist es möglich, dass die außergewöhnliche Gabe der Vernunft beim Menschen von tierischer Wesensart und Beschaffenheit ist? Andererseits ist es zwar höchst erstaunlich, aber offensichtlich und wahr, dass dem Menschen diese übernatürliche Kraft oder Fähigkeit innewohnt, die die Wirklichkeit der Dinge entdeckt und die Macht des Vorstellungsvermögens und des Denkens mit sich bringt. Sie kann wissenschaftliche Gesetze entdecken, und wie wir wissen, ist Wissenschaft keine mit den Händen greifbare Wahrheit. Wissenschaft existiert im Verstand des Menschen als geistige Wirklichkeit. Der Verstand und die Vernunft selbst sind eine geistige Wirklichkeit und nicht materiell berührbar.
Ungeachtet dessen erklären einige der klugen Männer: Wir haben den höchsten Grad des Wissens erreicht; wir sind in das Laboratorium der Natur eingedrungen und haben Wissenschaften und Künste erforscht; wir haben die höchste Stufe des Wissens in der Menschenwelt erreicht; wir haben die Tatsachen untersucht, so wie sie sind, und sind zu dem Schluss gekommen, dass nichts zu Recht angenommen werden kann, außer dem Greifbaren, das allein ein glaubwürdiger Fakt ist; alles, was nicht mit den Händen greifbar ist, ist Einbildung und Unsinn.
Es ist wirklich seltsam, dass der Mensch nach zwanzigjähriger Ausbildung an Schulen und Universitäten einen Punkt erreicht, an dem er die Existenz des Geistigen oder dessen, was für die Sinne nicht wahrnehmbar ist, leugnet. Haben Sie jemals daran gedacht, dass das Tier bereits eine solche Universität abgeschlossen hat? Haben Sie jemals bemerkt, dass die Kuh bereits emeritierte Professorin dieser Universität ist? Denn die Kuh ist ohne harte Arbeit und Studium bereits eine hochrangige Philosophin in der Naturschule. Die Kuh bestreitet alles, was nicht greifbar ist, und sagt: »Ich kann sehen! Ich kann essen! Deshalb glaube ich nur an das, was greifbar ist!«
Warum sollten wir dann Universitäten besuchen? Gehen wir zur Kuh!

– 112 –

12. Oktober 1912
Ansprache in der Synagoge Emmanuel 450 Sutter Street, San Francisco, Kalifornien
Aufzeichnungen von Bijou Straun
Die größte Gabe Gottes für die Menschheit ist die Religion, denn die göttlichen Lehren der Religion stehen gewiss über allen anderen Quellen der Unterweisung und Entwicklung des Menschen. Die Religion verleiht dem Menschen das ewige Leben und leitet seine Schritte auf den Wegen der Tugendhaftigkeit. Sie öffnet die Türen zu unendlichem Glück und verleiht dem Menschenreich ewige Ehre. Sie war die Grundlage jeder Zivilisation und jedes Fortschritts in der Menschheitsgeschichte.
Wir werden daher die Religion untersuchen und danach trachten, vorurteilsfrei herauszufinden, ob sie die Quelle der Erleuchtung, die Ursache der Entwicklung und der belebende Impuls jedes menschlichen Fortschritts ist. Wir werden das unabhängig und frei von den Beschränkungen dogmatischer Überzeugungen untersuchen, ohne blinde Nachahmungen überlieferter Bräuche; unbeeinflusst von Meinungen, die allein von Menschen stammen; denn wenn wir uns mit dieser Frage befassen, werden wir auf einige stoßen, die die Religion zur Ursache für die geistige Erbauung und Besserung der Welt erklären, während andere genauso entschieden behaupten, dass sie der Menschheit schadet und eine Quelle der Erniedrigung ist. Wir müssen diese Fragen gründlich und unvoreingenommen behandeln, damit weder Zweifel noch Ungewissheit in unserem Denken zurückbleiben.
Wie können wir nun feststellen, ob Religion die Ursache für menschlichen Fortschritt oder Rückschritt war?
Wir werden uns zunächst mit den Stiftern der Religionen – den Propheten – befassen, Ihr Leben betrachten, die Verhältnisse vor Ihrem Erscheinen mit denen nach Ihrem Fortgang vergleichen und uns dabei auf historische Aufzeichnungen und unwiderlegbare Tatsachen stützen und nicht auf Überlieferungen und Traditionen, die man sowohl übernehmen als auch ablehnen kann.
Unter den großen Propheten war Abraham, Der als Bilderstürmer und Bote der Einheit Gottes aus Seinem Geburtsland vertrieben wurde. Er gründete eine von Gott gesegnete Familie. Dank dieser religiösen Grundlage und Bestimmung entwickelte sich das Haus Abraham und machte Fortschritte. Durch den göttlichen Segen gingen bemerkenswerte, brillante Propheten aus Seinem Stamm hervor. Es erschienen Isaak, Ismael, Jakob, Josef, Moses, Aaron, David und Salomo. Das Heilige Land wurde durch die Kraft des Bundes Gottes mit Abraham erobert, und der Ruhm der salomonischen Weisheit und Oberherrschaft brach an. Dies alles war auf die Religion Gottes zurückzuführen, die von diesem gesegneten Haus eingeführt und aufgebaut wurde. Es ist offensichtlich, dass dies in der ganzen Geschichte Abrahams und Seiner Nachkommenschaft die Quelle ihrer Ehre, ihres Fortschritts und ihrer Kultur war. Noch heute leben weltweit Nachkommen Seines Haushalts und Seiner Abstammung.
Dieser religiöse Impuls und Antrieb hat einen weiteren und bedeutenderen Aspekt.

Die Kinder Israels waren 400 Jahre lang Sklaven und Gefangene in Ägypten.

In extremer Erniedrigung und Sklaverei waren sie der Tyrannei und Unterdrückung der Ägypter ausgesetzt.

Als sie so in bitterer Armut, auf der tiefsten Stufe der Erniedrigung, Unwissenheit und Unterwürfigkeit lebten, erschien plötzlich Moses unter ihnen.

Obwohl Er nur ein Hirte war, offenbarte sich durch die Macht der Religion solche Majestät, Größe und Wirkkraft in ihm, dass Sein Einfluss bis zum heutigen Tag fortdauert.

Seine Religion setzte sich im ganzen Land durch und Sein Gesetz wurde zur Grundlage der Gesetze der Völker.

Diese einzigartige Persönlichkeit rettete ganz allein durch die Kraft religiöser Ausbildung und Disziplin die Kinder Israels aus der Knechtschaft.

Er führte sie ins Heilige Land und gründete dort eine große Zivilisation, die dauerhaft und berühmt wurde und unter der diese Menschen zu höchster Ehre und höchstem Ruhm gelangten.

Er befreite sie aus Knechtschaft und Gefangenschaft.

Er vermittelte ihnen Eigenschaften wie Fortschrittlichkeit und Leistungsvermögen.

Sie erwiesen sich als zivilisationsfreudiges Volk mit Gespür für Erziehung und Gelehrsamkeit.

Ihre Philosophie wurde berühmt.

Ihre Wirtschaft wurde von allen Völkern gepriesen.

In allen Bereichen, die ein fortschrittliches Volk kennzeichnen, zeigten sie herausragende Leistungen.

Zur Glanzzeit der Regierung Salomons erreichten ihre Wissenschaften und Künste einen solchen Rang, dass sogar griechische Philosophen nach Jerusalem reisten, um zu Füßen der hebräischen Weisen zu sitzen und die Grundlagen des israelitischen Rechts zu erlernen.

In der östlichen Geschichtsschreibung ist dies eine feststehende Tatsache.

Selbst Sokrates besuchte die jüdischen Gelehrten im Heiligen Land, pflegte Kontakt zu ihnen und diskutierte mit ihnen die Prinzipien und Grundlagen ihrer religiösen Anschauungen.

Nach seiner Rückkehr nach Griechenland formulierte er seine philosophische Lehre der göttlichen Einheit und entwickelte seinen Glauben an die Unsterblichkeit des Geistes nach dem Tod des Körpers weiter.

Zweifellos übernahm Sokrates diese Wahrheiten von den weisen Juden, mit denen er in Kontakt gekommen war.

Hippokrates und andere griechische Philosophen besuchten ebenfalls Palästina und erwarben Weisheit von den jüdischen Propheten, studierten die Grundlagen von Ethik und Tugendhaftigkeit und kehrten mit Beiträgen in ihr Land zurück, durch die Griechenland berühmt wurde.
Wenn eine tief religiöse Bewegung ein schwaches Volk stark macht, eine unscheinbare Stammesbevölkerung in eine mächtige und starke Zivilisation verwandelt, sie aus Gefangenschaft befreit und zur Souveränität erhebt, ihre Unwissenheit in Wissen verwandelt und ihr einen Entwicklungsschub in allen Bereichen verleiht (und das ist keine Theorie, sondern eine historische Tatsache), dann wird ersichtlich, dass die Religion die Ursache für Ehre und Vortrefflichkeit des Menschen ist.
Aber wenn wir von Religion sprechen, meinen wir die wesentliche Grundlage, die Wahrheit der Religion, nicht die Dogmen und blinden Nachahmungen, die sie allmählich verkrusten ließen und zum Niedergang und zur Auslöschung eines Volkes führen.

Diese Dogmen und blinden Nachahmungen sind zwangsläufig zerstörerisch und bedrohen und behindern das Leben eines Volkes.

Wie in der Thora beschrieben und von der Geschichte bestätigt, zeigte sich der Zorn Gottes, als die Juden sich von sinnentleerten Bräuchen und Nachahmungen in Fesseln legen ließen.

Als sie die Grundlagen des Gesetzes Gottes aufgaben, eroberte Nebukadnezar das Heilige Land.

Er tötete die Bewohner Israels oder nahm sie gefangen, verwüstete das Land und die bevölkerungsreichen Städte und brannte die Dörfer nieder.

Siebzigtausend Juden wurden als Gefangene nach Babylon deportiert.

Er zerstörte Jerusalem, plünderte den großen Tempel, entweihte das Allerheiligste und verbrannte die Thora, das heilige Buch der Schriften.

Daraus lernen wir, dass die Treue zu den wesentlichen Grundlagen der göttlichen Religionen immer Entwicklung und Fortschritt bewirkt, während die Abkehr von dieser grundlegenden Wahrheit und ihre Vernebelung durch blinde Nachahmungen und dogmatische Überzeugungen zur Erniedrigung und zum Verfall eines Volkes führen.

Nach ihrer Eroberung durch die Babylonier wurden die Juden nacheinander von den Griechen und Römern unterworfen.

Im Jahr 70 nach Christus wurde unter dem römischen General Titus das Heilige Land ausgeraubt und geplündert, Jerusalem wurde zerstört und die Israeliten in alle Welt vertrieben.

So vollständig wurden sie vertrieben, dass sie bis zum heutigen Tag weder ein eigenes Land noch eine eigene Regierung haben.
Aus diesem Rückblick auf die Geschichte des jüdischen Volkes lernen wir, dass die von Moses gelegte Grundlage der Religion Gottes die Ursache für die ewige Ehre und für das Ansehen des jüdischen Volkes war, die treibende Kraft seines Aufstiegs und seiner Überlegenheit und die Quelle einer Vortrefflichkeit, die immer die Achtung und Ehrerbietung derer hervorrufen wird, die seine besondere Bestimmung und das Schicksal dieses Volkes verstehen. Die Dogmen und blinden Nachahmungen, die allmählich die Wahrheit der Religion Gottes verdunkelten, erwiesen sich als zerstörerische Einflüsse für Israel und führten zur Vertreibung dieses auserwählten Volkes aus dem Heiligen Land ihres Bundes und ihrer Verheißung.
Was ist nun der Auftrag der göttlichen Propheten? Ihr Auftrag ist die Erziehung und der Fortschritt der Menschheit. Sie sind die wahren Lehrer und Erzieher, die universellen Ausbilder der Menschheit. Wenn wir herausfinden wollen, ob eine dieser großen Seelen oder Gesandten tatsächlich ein Prophet Gottes war, müssen wir die Ereignisse rund um Sein Leben und Seine Geschichte untersuchen, und der Ausgangspunkt unserer Untersuchung wird die Erziehung und Bildung sein, die Er der Menschheit vermittelte. Wenn Er ein Erzieher war und tatsächlich ein Land oder ein Volk gelehrt hat, sodass es von den tiefsten Tiefen der Unwissenheit zur höchsten Stufe des Wissens aufstieg, dann können wir mit Gewissheit sagen, dass Er ein Prophet war. Dies ist eine einfache und klare Vorgehensweise und ein unwiderlegbarer Beweis. Wir brauchen keine weiteren Beweise zu suchen. Wir brauchen keine Wunder zu erwähnen, sagen, dass aus dem Felsen Wasser sprudelte, denn solche Wunder und Aussagen können abgestritten und von denen, die sie hören, zurückgewiesen werden. Moses Taten sind schlüssige Beweise für Sein Prophetentum. Wenn ein Mensch gerecht, unvoreingenommen und gewillt ist, die Wahrheit zu erforschen, wird er zweifellos die Tatsache bezeugen, dass Moses wahrlich ein Mann Gottes und eine große Persönlichkeit war.
Für die weitere Untersuchung dieses Themas wünsche ich, dass Sie in Ihrem Urteil gerecht und vernünftig sind und alle religiösen Vorurteile ablegen. Wir sollten ernsthaft nach der Wahrheit suchen und sie gründlich erforschen, und wir sollten erkennen, dass die Absicht der Religion Gottes die Erziehung der Menschheit und die Einheit und Gemeinschaft unter den Menschen ist. Zudem werden wir darlegen, dass die Grundlage der Religionen Gottes eine einzige ist. Diese Grundlage existiert nicht mehrfach, denn sie ist die Wahrheit selbst. Die Wahrheit existiert nicht in unterschiedlichen Varianten, auch wenn es in jeder der göttlichen Religionen zwei verschiedene Bereiche gibt. Der eine befasst sich mit Tugendhaftigkeit und der ethischen Erziehung des Menschen. Er richtet sich auf den Fortschritt der Menschenwelt im Allgemeinen. Er offenbart und vermittelt das Wissen um Gott und ermöglicht die Entdeckung der Lebenswahrheiten. Dies ist die vorbildhafte geistige Lehre, das Wesentliche der göttlichen Religion, das weder Veränderung noch Wandel unterworfen ist. Es ist die eine Grundlage aller Religionen Gottes. Im Kern sind die Religionen also ein und dieselbe.
Der zweite Bereich umfasst soziale Gesetze und Vorschriften für das menschliche Verhalten.

Das ist nicht die wesentliche geistige Seite der Religion.

In diesem Bereich gibt es Veränderungen und Wandel gemäß den Erfordernissen und Anforderungen von Zeit und Ort.

So war es beispielsweise zur Zeit Noahs aus gewissen Gründen notwendig, dass alle Nahrung aus dem Meer erlaubt und rechtmäßig war.

Zur Zeit des abrahamitischen Prophetentums galt es als zulässig, dass ein Mann aufgrund besonderer Umstände seine Tante heiratete, so wie Sarah die Schwester von Abrahams Mutter war.

Während des Zyklus von Adam war es für einen Mann legitim und nützlich, seine eigene Schwester zu heiraten, so wie Abel, Kain und Seth, die Söhne Adams, ihre Schwestern heirateten.

Aber im Gesetz des Pentateuch, das Moses offenbarte, wurden diese Eheschließungen verboten und dieser Brauch und seine Billigung abgeschafft.

Andere, früher gültige Gesetze wurden zu Moses Zeiten aufgehoben.

Zum Beispiel war es zu Abrahams Zeiten erlaubt, Kamelfleisch zu essen, aber in der Zeit Jakobs war dies verboten.

Solche Wechsel und Wandel in den Religionslehren betreffen alltägliche Lebensumstände, aber sie sind weder wichtig noch wesentlich.

Moses lebte in der Wüste Sinai, wo Verbrechen eine direkte Bestrafung erforderten.

Es gab weder Gefängnisse noch Haftstrafen.

Daher galt gemäß den Erfordernissen der Zeit und des Ortes das Gesetz Gottes, dass Auge um Auge und Zahn um Zahn zu vergelten war.

Dieses Gesetz könnte heutzutage nicht angewendet werden, um zum Beispiel einen Mann zu blenden, der versehentlich jemand anderen geblendet hat.

In der Thora gibt es viele Gebote bezüglich der Bestrafung eines Mörders.

Es wäre heute weder zulässig noch möglich, diese Verordnungen durchzusetzen.

Die menschlichen Lebensumstände und Erfordernisse sind so, dass sogar die Todesstrafe – die Strafe, die in den meisten Ländern noch immer für Mord verhängt wird – heute von weisen Männern diskutiert wird, die debattieren, ob ihre Anwendung ratsam ist.

Tatsächlich sind Gesetze für die alltäglichen Lebensumstände nur vorübergehend gültig.

Die Erfordernisse zu Moses Zeiten rechtfertigten das Abschneiden der Hand eines Mannes wegen Diebstahls, aber eine solche Strafe ist heutzutage nicht zulässig.

Mit der Zeit ändern sich die Umstände und die Gesetze passen sich den Umständen an.

Wir müssen uns darauf besinnen, dass diese veränderlichen Gesetze nicht das Wesentliche sind.

Sie sind die sekundären Aspekte der Religion.

Die wesentlichen Gebote, die von einer Manifestation Gottes erlassen werden, sind geistiger Natur.

Sie betreffen Tugenden, die ethische Entwicklung des Menschen und den Glauben an Gott.

Sie sind vollkommen und notwendigerweise dauerhaft – der Ausdruck der einen Grundlage, die keinem Wandel oder Wechsel unterworfen ist.

Darum ist die Hauptgrundlage der offenbarten Religion Gottes beständig, unveränderlich durch die Jahrhunderte und nicht den Veränderungen der menschlichen Lebensumstände unterworfen.
Christus bestätigte und verkündete die Grundlage des Gesetzes Moses. Muḥammad und alle Propheten wiederholten die gleiche Grundlage der Wahrheit. Somit waren die Ziele und Erfolge der göttlichen Gesandten ein und dieselben. Sie waren die Quelle für den Fortschritt des Staatswesens und die Ursache für Ehre und göttliche Kultur der Menschheit, deren Grundlage in jeder Sendung ein und dieselbe ist. Es ist also offensichtlich, dass die Beweise für die Rechtmäßigkeit und Inspiration eines Propheten Gottes in den wohltätigen Werken und großartigen Taten bestehen, die von Ihm ausgehen. Wenn Er sich als Ursache für die Aufwärtsentwicklung und Besserung der Menschheit erweist, ist Er zweifellos ein wahrer und himmlischer Gesandter.
Ich wünsche mir, dass Sie die folgenden Aussagen gerecht und vernünftig betrachten:
Als die Israeliten durch die Macht des Römischen Reiches auseinandergetrieben und das staatliche Leben des hebräischen Volkes von seinen Eroberern ausgelöscht worden war – als das Gesetz Gottes anscheinend von ihnen gewichen und die Grundlage der Religion Gottes scheinbar zerstört war – erschien Jesus Christus.

Als Er Sich unter den Juden erhob, verkündete Er als Erstes die Rechtmäßigkeit der Manifestation Moses.

Er erklärte, dass die Thora – das Alte Testament – das Buch Gottes war und alle Propheten Israels rechtmäßig und wahrhaftig Propheten waren.

Er pries Moses Sendung, und durch Seine Verkündigung wurde der Name Moses in aller Welt verbreitet.

Durch das Christentum wurde Moses Größe unter allen Völkern bekannt.

Tatsächlich war vor dem Erscheinen Christi der Name Moses in Persien unbekannt.

In Indien wusste man nichts vom Judentum, und erst durch die Christianisierung Europas wurden die Lehren des Alten Testaments dort verbreitet.

In ganz Europa gab es kein einziges Exemplar des Alten Testaments.

Aber prüfen Sie dies sorgfältig und urteilen Sie gerecht:

Durch die Vermittlung Christi, durch die Übersetzung des Neuen Testaments, des kleinen Buches des Evangeliums, wurde das Alte Testament, die Thora, in sechshundert Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet.

Die Namen der hebräischen Propheten wurden unter den Völkern gebräuchlich, die glaubten, dass die Kinder Israels wahrlich das auserwählte Volk Gottes waren, ein heiliger Stamm unter dem besonderen Segen und Schutz Gottes, und dass die Propheten, die sich in Israel erhoben hatten, demzufolge Quellen der Offenbarung und leuchtende Sterne am Himmel des Willens Gottes waren.
Also hat Christus tatsächlich das Judentum verbreitet, denn Er war Jude und kein Gegner der Juden. Er leugnete nicht, dass Moses ein Prophet war – im Gegenteil, Er verkündete und bestätigte es. Er hat die Thora nicht für ungültig erklärt; Er verbreitete ihre Lehren. Der Teil von Moses Geboten, der Geschäfte und unwichtige Angelegenheiten betraf, wurde verändert, aber Moses wesentliche Lehren wurden von Christus unverändert wiederholt und bestätigt. Er ließ nichts unvollendet oder unvollständig. Ebenso vereinte Er durch die überragende Wirksamkeit und Macht des Wortes Gottes die meisten Völker des Ostens und des Westens. Das gelang zu einer Zeit, als diese Völker verfeindet und zerstritten waren. Er führte sie unter das schützende Zelt der Einheit der Menschheit. Er unterrichtete sie, bis sie sich zusammenschlossen und geeint wurden, und durch Seinen Geist der Versöhnung verschmolzen die Römer, Griechen, Chaldäer und Ägypter zu einer gemeinschaftlichen Zivilisation. Diese wunderbare Macht und außerordentliche Wirksamkeit des Wortes beweisen eindeutig die Rechtmäßigkeit Christi. Bedenken Sie, dass Seine himmlische Herrschaft immer noch andauert und fortbesteht. Wahrlich, dies ist ein schlüssiger Beweis und ein offenkundiges Zeugnis.
An einem anderen Horizont sehen wir Muḥammad erscheinen, den Propheten Arabiens.

Sie wissen vielleicht nicht, dass sich Muḥammad in der ersten Ansprache an Seinen Stamm wandte, mit der Aussage:

»Wahrlich, Moses war ein Prophet Gottes, und die Thora ist ein Buch Gottes.

Wahrlich, o ihr Menschen, ihr müsst an die Thora glauben, an Moses und die Propheten.

Ihr müsst alle Propheten Israels als rechtmäßig anerkennen.« Im Qur'án, der muslimischen Bibel, gibt es sieben Aussagen oder Wiederholungen der Berichte über Moses, und in allen historischen Berichten wird Moses gepriesen.

Muḥammad verkündet, dass Moses der größte Prophet Gottes war, dass Gott Ihn in der Wildnis des Sinai führte, dass Moses durch das Licht der Führung auf den Ruf Gottes hörte, dass Er mit Gott sprach und der Träger der Tafel mit den Zehn Geboten war, dass alle damaligen Völker der Welt sich gegen Ihn erhoben und dass Moses sie schließlich besiegte, denn Falschheit und Irrtum werden immer von der Wahrheit überwunden.

Es gibt viele andere Beispiele dafür, dass Muḥammad Moses Rechtmäßigkeit bestätigte.

Ich erwähne nur einige.

Bedenken Sie, dass Muḥammad unter den grausamen und barbarischen Stämmen Arabiens geboren wurde, bei ihnen lebte, äußerlich ungebildet und ohne Kenntnis der Heiligen Schriften Gottes.

Das arabische Volk lebte in völliger Unwissenheit und Barbarei.

Sie begruben ihre kleinen Töchter lebendig und betrachteten dies als Beweis für eine mutige und noble Gesinnung.

Sie lebten in Sklaverei und Leibeigenschaft unter der persischen und römischen Regierung und waren über die ganze Wüste verstreut, in ständige Kämpfe und Blutvergießen verwickelt.

Als das Licht Muḥammads aufging, wurde das Dunkel der Unwissenheit aus den Wüsten Arabiens vertrieben.

Innerhalb kurzer Zeit erlangten diese barbarischen Völker ein Höchstmaß an Zivilisation, die sich von ihrem Zentrum in Baghdád weit gen Westen bis nach Spanien ausbreitete und danach den größten Teil Europas beeinflusste.

Welcher Beweis für das Prophetentum könnte größer sein als dieser, sofern wir nicht die Augen vor der Gerechtigkeit verschließen und uns hartnäckig der Vernunft entgegenstellen?
Heute glauben die Christen an Moses, sehen Ihn als Propheten Gottes an und preisen Ihn in höchstem Maße. Die Muslime glauben ebenfalls an Moses, akzeptieren die Rechtmäßigkeit Seiner Prophetenschaft und glauben gleichzeitig an Christus. Könnte man sagen, dass die Anerkennung von Moses durch die Christen und Muslime für diese Menschen nachteilig und schädlich war? Im Gegenteil, es war vorteilhaft für sie und beweist, dass sie redlich und gerecht waren. Welcher Schaden könnte also den Juden entstehen, wenn sie ihrerseits Christus annähmen und die Rechtmäßigkeit der Prophetenschaft Muḥammads anerkennen würden? Durch diese Annahme und lobenswerte Haltung würden Feindschaft und Hass, von denen die Menschheit so viele Jahrhunderte heimgesucht wurde, aufgelöst, Fanatismus und Blutvergießen würden vergehen und die Welt würde durch Einheit und Eintracht gesegnet werden. Die Christen und Muslime glauben und erkennen an, dass Moses mit Gott sprach. Warum sagen Sie nicht, dass Christus das Wort Gottes war? Warum sprechen Sie diese wenigen Worte nicht aus, die all diese Schwierigkeiten beseitigen würden? Dann wird es im Gelobten Land keinen Hass und Fanatismus, keinen Krieg und kein Blutvergießen mehr geben. Dann werden Sie ewig in Frieden leben.
Wahrlich, ich bekunde hier und jetzt vor euch, dass Moses mit Gott sprach und ein höchst bemerkenswerter Prophet war, dass Moses das grundlegende Gesetz Gottes offenbarte und die wahre ethische Grundlage der Zivilisation und des Fortschritts der Menschheit schuf.

Was ist schlecht daran?

Verliere ich etwas dadurch, wenn ich als Bahá'í dies zu euch sage und daran glaube?

Im Gegenteil, ich profitiere davon; und Bahá'u'lláh, der Stifter der Bahá'í-Bewegung, bestärkt mich durch die Worte:

»Dein Urteil ist recht und billig; du hast die Wahrheit unvoreingenommen erforscht und bist zu einer richtigen Schlussfolgerung gelangt.

Du hast deinen Glauben an Moses, einen Propheten Gottes, bekundet und die Thora, das Buch Gottes, angenommen.« Wenn es mir möglich ist, durch ein solch freimütiges und allgemeines Glaubensbekenntnis alle Spuren von Vorurteilen zu tilgen, warum ist Ihnen nicht das Gleiche möglich?

Warum nicht diesen religiösen Streit beenden und ein Band der Zusammengehörigkeit zwischen den Herzen der Menschen knüpfen?

Warum sollten die Anhänger einer Religion nicht den Stifter oder Lehrer einer anderen preisen?

Gläubige anderer Religionen rühmen Moses Größe und erkennen an, dass Er der Stifter des Judentums war.

Warum weigern sich die Hebräer, die anderen großen Gesandten, die in der Welt erschienen sind, zu preisen und anzunehmen?

Was könnte daran schlecht sein?

Welcher Einwand wäre berechtigt?

Überhaupt keiner.

Sie würden durch eine solche Tat und Aussage nichts verlieren.

Im Gegenteil, Sie würden zum Wohl der Menschheit beitragen.

Sie würden eine wichtige Rolle dabei spielen, das Glück der Menschheit zu bewirken.

Die unvergängliche Ehre des Menschen hängt von der Aufgeklärtheit dieses modernen Zeitalters ab.

Da unser Gott nur ein einziger Gott und der Schöpfer der ganzen Menschheit ist, sorgt Er für alle und schützt alle.

Wir schätzen Ihn als Gott der Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

Warum also sollten wir, Seine Kinder und Anhänger, uns bekriegen und bekämpfen und einander Leid und Kummer zufügen?

Gott ist liebevoll und barmherzig.

In der Religion war Sein Ziel immer das Band der Einheit und Verbundenheit zwischen den Menschen.
Preis sei Gott!

Das dunkle Mittelalter ist vergangen und dieses Jahrhundert des Lichtes ist angebrochen, das Jahrhundert, in dem die Wahrheit sichtbar wird, in dem die Wissenschaft die Geheimnisse des Universums durchdringt, die Einheit der Menschheit gestiftet wird und der Dienst an der Menschheit der überragende Beweggrund allen Seins ist.

Sollen wir in unserem Fanatismus verwurzelt bleiben und an unseren Vorurteilen festhalten?

Ist es angemessen, dass uns die alten Mythen und der Aberglaube der Vergangenheit noch immer binden und einschränken, dass uns überholte Glaubensvorstellungen und die mittelalterliche Unwissenheit im Wege stehen, dass wir Religionskriege führen, uns bekämpfen und Blut vergießen, einander meiden und verdammen?

Ist das gut für uns?

Ist es nicht besser für uns, liebevoll und rücksichtsvoll miteinander umzugehen?

Ist es nicht besser, sich der Gemeinschaft und Einheit zu erfreuen, gemeinsam Lobeshymnen auf Gott, den Allhöchsten, anzustimmen und alle Seine Propheten im Geist der Anerkennung und wahrer Erkenntnis zu preisen?

So wird diese Welt tatsächlich zum Paradies, und der verheißene Tag Gottes wird anbrechen.

Dann werden gemäß der Prophezeiung Jesajas der Wolf und das Lamm aus demselben Bach trinken, die Eule und der Geier zusammen auf denselben Zweigen nisten, der Löwe und das Kalb auf derselben Wiese weiden.

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass sich die zerstrittenen und konkurrierenden Religionen, die verfeindeten Glaubensrichtungen und die unterschiedlichen Überzeugungen trotz ihres früheren Hasses und ihrer früheren Feindschaft versöhnen und zusammenschließen.

Durch die in diesem strahlenden Jahrhundert erforderliche aufgeklärte menschliche Haltung werden sie sich in vollkommener Gemeinschaft und Liebe vermischen.

Das sind Geist und Bedeutung der Worte Jesajas.

Es wird niemals einen Tag geben, an dem diese Prophezeiung wörtlich erfüllt wird, denn diese Tiere können sich aufgrund ihrer Natur nicht in Wohlwollen und Liebe verbinden und einander zugesellen.

Deshalb symbolisiert diese Prophezeiung die Einheit und Eintracht von Ethnien, Ländern und Völkern, die in einer Haltung der Vernunft, Aufklärung und Vergeistigung zusammenkommen werden.
Das Zeitalter ist angebrochen, in dem die menschliche Gemeinschaft Wirklichkeit wird.
Das Jahrhundert ist gekommen, in dem alle Religionen vereint werden.
Die religiöse Ordnung ist erschienen, durch die alle Völker sich der Segnungen des Weltfriedens erfreuen werden.
Der Zyklus hat begonnen, da rassistische Vorurteile von allen Stämmen und Völkern der Welt abgelegt werden.
Die Epoche hat begonnen, in der sich alle Heimatländer zu einer großen Menschheitsfamilie zusammenschließen werden.
Denn die ganze Menschheit soll in Frieden und Sicherheit im Schutz des großartigen Heiligtums des einen lebendigen Gottes leben.

– 113 –

25. Oktober 1912
Ansprache im Hotel Sacramento Sacramento, Kalifornien
Aufzeichnungen von Bijou Straun
Als Christus erschien, folgten bestimmte gesegnete Seelen Seinem Vorbild. Sie begleiteten ihren Meister und beobachteten fortwährend Sein Verhalten, Sein Handeln und Sein Denken. Sie erlebten die Anfeindungen, die Ihm entgegenschlugen, und waren über alle Ereignisse im Bilde, die zu diesem wunderbaren Leben gehörten – sie waren Empfänger Seiner Güte und Gunst. Nach dem Heimgang Christi eilten sie in verschiedene Gegenden der Welt und verbreiteten die Lehren und Anweisungen, die Er ihnen gegeben hatte. Durch ihre Hingabe und ihre Bemühungen erhielten andere Orte und entfernt liegende Völker Kunde von den Prinzipien, die Er offenbart hatte.
Durch sie wurde der Osten erleuchtet und das Licht, das im Osten erstrahlte, erstrahlte auch im Westen. Dieses Licht ermöglichte die Führung großer Menschenmengen. In vielen Fällen erwies es sich als Mittel zur Verhinderung von Krieg. Das wird durch die Vereinigung und den Zusammenschluss verschiedener Völker belegt, die einander vormals feindlich gesinnt waren – wie die Griechen, Römer, Ägypter, Syrer, Chaldäer und Assyrer. In Christus fand die Einheit der Menschheit ihren Ausdruck und erwies sich als Ursache für die geistige Erleuchtung der Menschheit. Der Odem des Heiligen Geistes wirkte in den Herzen der Menschen.
Jetzt sind wir ebenfalls aus dem Orient gekommen und verkünden das Erscheinen Bahá'u'lláhs, Der am Horizont des Ostens erstrahlte. Wir haben Sein Leben beobachtet und Seine Taten gesehen. Wir waren Zeugen Seiner Prüfungen und Leiden, Beobachter Seiner Kerkerhaft und Verbannung. Wir wissen genau, welchen Anfeindungen Seine gesegnete Person ausgesetzt war. Darum sind wir, Seine Jünger, durch die ganze Welt gereist, damit sich Seine Lehren überall verbreiten und von jedem vernommen werden können. Mögen die Menschen so die frohe Botschaft vom Anbruch Seiner großen Sendung empfangen, sich der in Ihm offenbaren göttlichen Beweise bewusst werden, von den wunderbaren Begebenheiten Seines erstaunlichen Lebens erfahren, von Seiner großen Widerstandskraft gegen die Könige des Orients, von der Macht Seines Geistes, mit der Er das Banner der Einheit der Menschheit unter allen Umständen hochhielt. Vielleicht habt ihr von Ihm gehört oder gelesen. Ich gebe euch eine kurze Zusammenfassung Seines Lebens, damit ihr etwas über die Geschichte Seiner großen Bewegung erfahrt und Seine Lehren kennenlernt.
Bahá'u'lláh war eine Persönlichkeit aus Persien und stammte aus einer vornehmen Familie. In Seinen jungen Jahren erhob Sich in Persien ein junger Mann mit Namen 'Alí-Muḥammad. Er wurde Báb genannt, was ›Tür‹ oder ›Tor‹ bedeutet. Der Träger dieses Titels war eine große Seele, durch die sich geistige Zeichen und Beweise offenbarten. Er trotzte den Widrigkeiten der Zeit und lebte im Widerspruch zu den Sitten und Gebräuchen Persiens. Er offenbarte ein neues Glaubenssystem, das im Gegensatz zu den Überzeugungen in Seinem Land stand, und verkündete bestimmte Prinzipien, die den Vorstellungen des Volkes widersprachen. Dafür wurde diese bemerkenswerte Persönlichkeit von der persischen Regierung eingekerkert. Schließlich wurde Er auf Befehl der Regierung hingerichtet und wurde so zum Märtyrer. Kurz zusammengefasst verlief dieses Martyrium wie folgt: Er wurde auf einem Platz wie eine Zielscheibe aufgehängt und erschossen. Diese hochverehrte Persönlichkeit kündigte die Ankunft einer weiteren Seele an, von der Er sagte: »Wenn Er kommt, wird Er euch noch Größeres offenbaren.«
Nach dem Märtyrertod des Báb erschien also Bahá'u'lláh. Die Regierung stellte sich gegen Ihn. Die Priesterschaft in Persien bekämpfte und verfolgte Ihn aufs Schärfste. Sein Besitz wurde beschlagnahmt, Seine Verwandten und Freunde wurden getötet, und Er wurde in einen Kerker geworfen. Er war lange Zeit eingekerkert, lag in Ketten und war schwerstem Leiden ausgesetzt. Danach wurde Er in den 'Iráq (Mesopotamien) verbannt, von dort nach Konstantinopel, dann nach Adrianopel und schließlich nach 'Akká. Er verbrachte vierundzwanzig Jahre in der Gefängnisfestung in 'Akká, wo Er härteste Prüfungen und Entbehrungen durchmachte, ohne einen Tag oder eine Nacht der Entspannung und Erholung. Trotz dieser Gefangenschaft und dieses Leidens bewies Er höchste geistige Macht und Majestät. Trotz seiner Haft hielt Er zwei tyrannischen Königen stand und besiegte schließlich beide.
Kurz nach Seiner Einkerkerung richtete Er Sendschreiben an alle Könige und Herrscher der Welt, in denen Er sie zum Weltfrieden, zur Einheit und zu internationaler Gemeinschaft aufrief. Einer dieser Herrscher war der Sháh von Persien, der hauptsächlich für die Einkerkerung Bahá'u'lláhs verantwortlich war. In Seinem Brief an diesen Regenten zog Er ihn streng zur Rechenschaft und sagte dessen Sturz voraus, mit den Worten: »Du bist ein Tyrann; dein Land wird verfallen und deine Familie erniedrigt und entehrt werden.« Er schrieb an den Sulṭán der Türkei in ähnlicher Weise: »Deine Herrschaft wird dir entgleiten.« Die Sendschreiben an die Könige und Regenten, mit denen Er sie zum Weltfrieden aufrief, wurden vor fünfzig Jahren von Bahá'u'lláh geschrieben. Alles, was Er geschrieben hat, ist eingetreten. Diese Briefe wurden vor dreißig Jahren in Bombay veröffentlicht und sind heute auf der ganzen Welt verbreitet. Kurz gesagt, Bahá'u'lláh ertrug vierzig Jahre lang Schicksalsschläge, Prüfungen und Leid, um Seine Lehren zu verbreiten, die wie folgt zusammengefasst werden können:
Die erste Lehre ist, dass der Mensch die Wahrheit erforschen soll, denn die Wahrheit widerspricht dogmatischen Interpretationen und den Nachahmungen überkommener Glaubensformen, an denen alle Nationen und Völker so hartnäckig festhalten. Diese blinden Nachahmungen stehen im Widerspruch zur grundlegenden Basis der göttlichen Religionen, denn die zentralen und wesentlichen Lehren der göttlichen Religionen basieren auf Einheit, Liebe und Frieden, während diese Abweichungen und Nachahmungen schon immer zu Krieg, Aufstand und Streit geführt haben. Daher sollten alle Menschen es als ihre Pflicht ansehen, die Wahrheit zu ergründen. Die Wahrheit ist eine und wenn sie erkannt wird, wird sie die ganze Menschheit einen. Die Wahrheit ist die Liebe zu Gott. Die Wahrheit ist die Erkenntnis Gottes. Die Wahrheit ist Gerechtigkeit. Die Wahrheit ist die Einheit beziehungsweise das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschheit. Die Wahrheit ist der Weltfrieden. Die Wahrheit ist die Kenntnis der Wirklichkeit. Die Wahrheit vereint die Menschheit.
Kurz gesagt, Bahá'u'lláhs Leitgedanke war, dass alle großen religiösen Systeme der Welt auf der Wahrheit basieren. Er rief die Nationen und Völker der Welt dazu auf. Verfeindete Völker wurden geeint, weil sie die Wahrheit Seiner Worte annahmen. Streit, Zwietracht und Auseinandersetzungen zwischen ihnen vergingen. Sie erreichten einen Zustand höchster Liebe. Heute pflegen die Menschen in Asien, die Seine Lehren angenommen haben und Seinem Beispiel gefolgt sind, brüderlichen und gemeinschaftlichen Umgang miteinander, obwohl sie sich früher sehr feindselig und unversöhnlich gegenüberstanden. Den Streit und Krieg der Vergangenheit haben sie beendet. Juden, Zoroastrier, Christen, Muslime und andere haben durch Bahá'u'lláh zu höchster Liebe und Eintracht gefunden. Sie leben jetzt wie eine Familie zusammen. Sie haben die Wahrheit erforscht. Die Wahrheit lässt keine Vieldeutigkeit gelten, noch lässt sie sich teilen. Diese unversöhnlichen Völker leben jetzt in Einheit und Eintracht.
Die zweite Lehre Bahá'u'lláhs ist der Grundsatz der Einheit der Menschheit. Gott ist Einer; Seine Diener sind ebenfalls eins. Gott hat alle erschaffen; Er ist gütig zu allen. Warum sollten Seine Kinder uneins sein, wo Er doch für alle ein so fürsorglicher Vater ist? Warum sollten sie sich bekriegen und bekämpfen? Wie der Himmlische Vater müssen wir in Liebe und Eintracht leben. Der Mensch ist der Tempel Gottes, das Ebenbild des Herrn. Wer den Tempel Gottes zerstört, wird das Missfallen des Schöpfers erregen. Deshalb müssen wir in Freundschaft und Liebe miteinander leben. Bahá'u'lláh wandte Sich mit folgenden Worten an die Menschheit: »Wahrlich, ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges.« Das bedeutet, dass die gesamte Menschheit ein einziger Baum ist. Die verschiedenen Nationen und Völker sind die Äste dieses Baumes. Die Zweige und Blüten repräsentieren die einzelnen Menschen. Warum sollten diese Teile desselben Baumes in Streit und Zwietracht leben?
Die dritte Lehre Bahá'u'lláhs betrifft den umfassenden Frieden zwischen den Nationen, den Religionen, den Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe. Er erklärte, solange Vorurteile unter den Menschen bestehen – seien sie religiös, rassistisch, patriotisch, politisch oder sektiererisch –, kann der Weltfrieden nicht verwirklicht werden. Von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis in die heutige Zeit wurden alle Kriege und alles Blutvergießen durch religiöse, rassistische, politische oder sektiererische Vorurteile verursacht. Daher ist es offensichtlich, dass die Menschheit keinen Frieden und keine Ruhe finden kann, solange diese Vorurteile bestehen.
Zu den Lehren Bahá'u'lláhs gehört Seine Aussage, dass Religion die Ursache für Liebe und Gemeinschaft und die Quelle der Einheit in den Herzen der Menschen sein muss. Wenn Religion zur Ursache von Feindschaft und Hass wird, ist es offensichtlich besser, sie abzuschaffen, als sie zu verbreiten, denn Religion ist ein Heilmittel gegen menschliches Leid. Wenn ein Heilmittel die Krankheit hervorruft, ist es zweifellos ratsam, es aufzugeben.
Ferner verkünden die Lehren Bahá'u'lláhs, dass die Religion mit Wissenschaft und Vernunft übereinstimmen muss.

Andernfalls ist sie Aberglaube, denn Wissenschaft und Vernunft sind Wahrheiten, und die Religion selbst ist die Göttliche Wahrheit, mit der wahre Wissenschaft und Vernunft in Einklang stehen müssen.

Gott hat dem Menschen die Gabe des Verstandes verliehen, damit er jede Tatsache und Wahrheit, die ihm vorgelegt wird, abwägen kann, um zu entscheiden, ob sie vernünftig und nachvollziehbar ist.

Was mit der Vernunft des Menschen im Einklang steht, kann er als wahr akzeptieren, während das, was Vernunft und Wissenschaft nicht bestätigen können, als Einbildung und Aberglaube, als Trugbild und als nicht der Wahrheit entsprechend abgelehnt werden kann.

Da die unter den Menschen verbreiteten blinden Nachahmungen und dogmatischen Auslegungen nicht den Grundbedingungen der Vernunft entsprechen und weder der Verstand noch die wissenschaftliche Forschung ihnen zustimmen können, wird Religion heutzutage von vielen Menschen abgelehnt und gemieden.

Das bedeutet, dass die Nachahmungen, wenn sie auf der Waage der Vernunft gewogen werden, deren Maßstäben und Anforderungen nicht entsprechen.

Folglich lehnen diese Menschen die Religion ab und werden religionslos.

Wenn ihnen jedoch die Wahrheit der göttlichen Religionen klar wird, wenn gezeigt wird, dass die Grundlage der himmlischen Lehren mit Tatsachen und offensichtlichen Wahrheiten sowie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und vernünftigen Beweisen übereinstimmt, können alle die Religion anerkennen und die Religionsfeindlichkeit wird vergehen.

Auf diese Weise kann die Grundlage der Religion der gesamten Menschheit nahegebracht werden, denn die Wahrheit ist wahre Vernunft und Wissenschaft, während alles, was sich damit nicht vereinbaren lässt, bloßer Aberglaube ist.
Die Lehren Bahá'u'lláhs verkünden auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau, denn Er erklärte, dass alle Diener Gottes sind und die Fähigkeit besitzen, Tugenden und Gaben zu erlangen.

Alle sind Zeichen der Barmherzigkeit des Herrn.

In der Schöpfung Gottes besteht kein Unterschied.

Alle sind Seine Diener.

Vor Gott gibt es kein Geschlecht.

Wessen Taten würdiger, wessen Äußerungen besser, wessen Leistungen nützlicher sind, steht Gott nach Seinem Urteil am nächsten, gleichgültig ob Mann oder Frau.

Wenn wir die Schöpfung betrachten, finden wir das männliche und weibliche Prinzip in allen Daseinsformen.

Im Pflanzenreich finden wir den männlichen und weiblichen Feigenbaum, die männliche und weibliche Palme, den Maulbeerbaum und so weiter.

Das ganze Leben der Pflanzen ist durch diesen Geschlechtsunterschied geprägt, aber es zeigen sich weder Hervorhebung noch Bevorzugung.

Nein, vielmehr herrscht völlige Gleichberechtigung.

Ebenso gibt es das Geschlecht im Tierreich.

Wir haben Männchen und Weibchen, aber weder Hervorhebung noch Bevorzugung.

Es herrscht völlige Gleichberechtigung.

Das Tier, dem menschliche Vernunft und Verständnis fehlen, kann die Bedeutung des Wahlrechts nicht verstehen und beansprucht auch kein Vorrecht.

Der Mensch ist mit höherer Vernunft begabt, mit vielen Fähigkeiten ausgestattet und versteht die Wirklichkeit der Dinge.

Er wird gewiss nicht zulassen wollen, dass ein großer Teil der Menschheit benachteiligt oder ausgeschlossen bleibt.

Das wäre das größte Unrecht.

Die Menschenwelt besitzt zwei Flügel, den männlichen und den weiblichen.

Solange diese beiden Flügel nicht gleich stark sind, wird der Vogel nicht fliegen.

Solange die Frau nicht den gleichen Rang einnimmt wie der Mann, solange sie nicht die gleichen Tätigkeiten ausübt, wird die Menschheit keine außergewöhnlichen Erfolge zeitigen, kann sich die Menschheit nicht zu den Höhen wahrer Errungenschaften aufschwingen.

Wenn beide Flügel gleich stark werden und die gleichen Vorrechte genießen, wird der Flug des Menschen überaus erhaben und außergewöhnlich sein.

Deshalb muss die Frau die gleiche Erziehung und Ausbildung erhalten wie der Mann und jede Ungleichheit muss ausgeglichen werden.

So wird die Frau mit den gleichen Fähigkeiten wie der Mann ausgestattet sein, auf allen Ebenen menschlicher Errungenschaften voranschreiten und dem Mann ebenbürtig werden.

Solange diese Gleichberechtigung nicht verwirklicht ist, wird der Menschheit kein wahrer Fortschritt und Erfolg beschieden sein.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Frau ist von Natur aus gegen den Krieg, sie ist eine Verfechterin des Friedens. Kinder werden von ihren Müttern großgezogen, die den Grundstein für ihre Erziehung und Bildung legen und unermüdlich für ihr Wohl arbeiten. Stellen Sie sich eine Mutter vor, die ihren Sohn zwanzig Jahre lang liebevoll bis zur Reife erzogen hat. Sie wird sicher nicht zulassen, dass dieser Sohn auf dem Schlachtfeld in Stücke gerissen und getötet wird. Wenn also die Frau dem Mann an Macht und Privilegien einschließlich Wahlrecht und Regierungsbeteiligung gleichgestellt ist, wird es mit Sicherheit keinen Krieg mehr geben; denn die Frau ist von Natur aus die ergebenste und entschiedenste Verfechterin des Weltfriedens.
Bahá'u'lláh lehrt, dass die materielle Zivilisation unvollständig und unzureichend ist und dass eine göttliche Kultur geschaffen werden muss. Die materielle Zivilisation betrifft die stoffliche oder körperliche Welt, aber die göttliche Kultur ist der Bereich von Ethik und Moral. Solange sich der ethische Standard der Völker nicht verbessert und die menschlichen Tugenden kein hohes Niveau erreichen, bleibt das Glück für die Menschheit unerreichbar. Die Philosophen haben die materielle Kultur gestiftet. Die Propheten haben die göttliche Kultur gestiftet. Christus war der Stifter himmlischer Kultur. Die Menschheit empfängt die Segnungen sowohl der materiellen als auch der göttlichen Kultur von den himmlischen Propheten. Sie verleihen der Menschheit durch den Odem des Heiligen Geistes die Fähigkeit zu außerordentlichen und lobenswerten Fortschritten. Himmlische Kultur kann auf keinem anderen Weg erreicht oder verwirklicht werden. Dies zeigt das Bedürfnis der Menschheit nach himmlischen Gnadengaben, und solange diese himmlischen Gnadengaben nicht empfangen werden, kann ewiges Glück nicht verwirklicht werden.
Kurz, die Lehren Bahá'u'lláhs sind ohne Grenzen und zahllos. Die Zeit erlaubt es nicht, sie im Detail darzustellen. Die Grundlage des Fortschritts und des wahren Wohlergehens der Menschen ist die Wahrheit, denn die Wahrheit ist der göttliche Maßstab und die Gabe Gottes. Die Wahrheit ist das Vernünftige und das Vernünftige gereicht dem Menschen immer zur Ehre. Die Wahrheit ist Gottes Führung. Die Wahrheit ist die Ursache für die Erleuchtung der Menschheit. Die Wahrheit ist die Liebe, die stets dem Wohl der Menschheit dient. Die Wahrheit ist das Band, das die Herzen vereint. Sie erhebt den Menschen zu immer höheren Stufen des Fortschritts und der Vollendung. Die Wahrheit ist die Einheit der Menschheit und schenkt ewiges Leben. Die Wahrheit ist die vollkommene Gleichberechtigung, die Grundlage des Einklangs der Völker, der erste Schritt zum Weltfrieden.

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26. Oktober 1912
Ansprache in der Versammlungshalle des Hotel Sacramento Sacramento, Kalifornien
Aufzeichnungen von Bijou Straun
Ich habe euer Kapitol und seine Gärten besucht. Kein anderes Kapitol hat eine so schöne Umgebung. So beeindruckend, wie es sich von allen anderen abhebt, so mögen auch die Menschen in Kalifornien die erhabensten und vollkommensten selbstlosen Menschen der Welt werden. Kalifornien ist in der Tat ein gesegnetes Land. Das Klima ist gemäßigt, die Sonne scheint immer, es gibt köstliche Früchte in Hülle und Fülle. Hier sind alle äußeren Segnungen zu finden. Die Kalifornier sind ein edles Volk und ich hoffe, dass sie außerordentliche Fortschritte erzielen und für ihre Tugenden berühmt werden.
Das Thema, das heute in der Welt die größte Bedeutung hat, ist der Weltfriede. Der europäische Kontinent ist wie ein Arsenal, ein Lager voller Sprengstoff, bereit zur Zündung. Ein einziger Funke wird ganz Europa in Brand setzen, besonders zu dieser Zeit, in der die Balkanfrage akut ist. Der Krieg tobt und wütet bereits an vielen Orten, das Blut Unschuldiger wird vergossen, Kinder werden gefangen genommen, Frauen bekommen keine Unterstützung mehr und Häuser werden zerstört. Was die Welt also heute am dringendsten braucht, ist Weltfriede. Die Zeit ist reif dafür. Es ist Zeit für die Abschaffung des Krieges, die Vereinigung von Nationen und Regierungen. Es ist Zeit für die Liebe. Es ist Zeit, Ost und West zu vereinen.
Die Kalifornier scheinen friedliebend zu sein und weisen große Verdienste und Fähigkeiten auf und so hoffe ich, dass die Zahl der Friedensstifter unter ihnen täglich zunehmen wird, bis die gesamte Bevölkerung für dieses segensreiche Ergebnis eintritt.

Mögen die einflussreichen Männer in dieser Demokratie das Banner der internationalen Versöhnung hochhalten.

Mögen selbstlose Ziele und Gedanken von diesem Ausgangspunkt in alle anderen Weltgegenden ausstrahlen.

Möge der Ruhm dieser Leistung für immer die Geschichte dieses Landes schmücken.

Möge das erste Banner des Weltfriedens in diesem Staat gehisst werden.

Möge der erste Strahl der Wahrheit glorreich auf dieses Land scheinen.

Möge sich dieses Zentrum und diese Hauptstadt in Bezug auf jedwede Errungenschaften auszeichnen, denn die Fähigkeiten der Menschheit und die Entwicklungsmöglichkeiten des menschlichen Fortschritts sind grenzenlos.

Es gibt für sie kein Ende, und auf welcher Stufe die Menschheit auch stehen mag, es gibt immer noch höhere Stufen.

Es gibt nichts in der bedingten Welt, über das man sagen könnte:

»Jenseits dieses Daseinszustands und dieser Vollkommenheit gibt es nichts weiter« oder »Dies ist der höchste Grad der Vollkommenheit«.

Wie vollkommen etwas auch erscheinen mag, es kann immer eine noch höhere Entwicklungsstufe erreicht werden.

Wie weit die Menschheit auch voranschreiten mag, es gibt immer noch höhere Stufen zu erklimmen, denn die Tugenden sind grenzenlos.

Alle Ziele können vollständig erreicht oder erfüllt werden, außer Tugenden, und obwohl dieses Land außerordentliche Fortschritte erzielt hat, hoffe ich, dass sich seine Erfolge ins Unermessliche steigern werden, denn die göttliche Freigebigkeit ist unendlich und unbegrenzt.
Manche Menschen denken, die göttlichen Gaben könnten versiegen. Sie denken zum Beispiel, die Offenbarung Gottes, der Strahlenglanz Gottes und die Gaben Gottes seien an ihr Ende gekommen. Dies ist selbstverständlich eine falsche Vorstellung, denn nichts davon wird enden. Die göttliche Wahrheit ist wie die Sonne, und die Offenbarung gleicht ihren Strahlen. Würden wir behaupten, dass die Gnadengaben Gottes nicht ewig anhalten, müssten wir zwangsläufig glauben, dass das Göttliche selbst an ein Ende gelangen kann, obwohl die Wirklichkeit des Göttlichen alle Tugenden umfasst und durch diese Gaben vollkommen ist. Besäße sie nicht alle diese Vollkommenheiten oder Tugenden, könnte sie nicht göttlich sein. Die Sonne ist die Sonne wegen ihrer Strahlen, ihres Lichtes und ihrer Hitze. Wenn sie diese Eigenschaften verlieren könnte, wäre sie nicht die Sonne. Wenn wir also sagen, die Göttlichkeit oder Souveränität Gottes sei zufällig und könnte vergehen, müssen wir zwangsläufig denken, dass Gott selbst zufällig, ohne Grundlage und unwesentlich ist.
Gott ist der Schöpfer. Das Wort ›Schöpfer‹ setzt das Vorhandensein einer Schöpfung voraus. Gott ist der Versorger. Das Wort ›Versorger‹ bedeutet, dass es Empfänger der Versorgung gibt. Ein anderer Name für den Schöpfer ist der ›Wiederbeleber‹, was die Existenz von Geschöpfen voraussetzt, die wiederbelebt werden müssen. Wenn Er nicht der Versorger wäre, wie könnten wir uns Geschöpfe vorstellen, die Seine Gnadengaben erhalten? Wenn Er nicht der Herr wäre, wie könnten wir uns Untertanen vorstellen? Wenn Er nicht der Wissende wäre, wie könnten wir uns Menschen mit Erkenntnis vorstellen? Würden wir behaupten, dass es in der Vergangenheit eine Zeit gab, in der Gott nicht im Besitz Seiner Schöpfung war, oder dass es einen Anfang der Welt gab, würden wir damit die Schöpfung und den Schöpfer bestreiten. Oder wenn wir sagen würden, dass eine Zeit kommen könnte, in der die göttlichen Gaben aufhören, würden wir im Grunde die Existenz des Göttlichen abstreiten. So als würde sich der Mensch einen König ohne Land, Armee, Schatzkammer und allem vorstellen, was Souveränität oder Königtum ausmacht. Ist es möglich, sich einen solchen Herrscher vorzustellen? Ein König muss ein Herrschaftsgebiet, eine Armee und alles besitzen, was zur Souveränität gehört, damit seine Souveränität Wirklichkeit wird. Ebenso verhält es sich mit der Wirklichkeit des Göttlichen, die alle Tugenden umfasst. Ihre Souveränität währt ewig und ihre Schöpfung hat keinen Anfang und kein Ende.
Zu den Gaben Gottes gehört die Offenbarung. Darum ist die Offenbarung ein ständig fortschreitender Prozess. Sie hört nie auf. Es ist notwendig, dass die Wirklichkeit des Göttlichen in ihrer Vollkommenheit und mit all ihren Eigenschaften in der Menschenwelt erstrahlt. Die Wirklichkeit des Göttlichen ist wie ein unendlicher Ozean. Die Offenbarung kann mit dem Regen verglichen werden. Könnt ihr euch das Ende des Regens vorstellen? Auf der Erde wird es immer irgendwo regnen. Kurz, die Welt des Daseins schreitet voran. Sie wächst und entwickelt sich. Bedenkt, welch große Fortschritte in diesem strahlenden Jahrhundert gemacht wurden. Die Zivilisation hat sich entfaltet. Völker haben sich entwickelt. Industrie und Rechtswesen haben sich ausgebreitet. Wissenschaften, Erfindungen und Entdeckungen haben zugenommen. All dies zeigt, dass die Welt des Daseins stetig voranschreitet und sich entwickelt und dass gewiss auch die Tugenden, die die Reife des Menschen kennzeichnen, sich weiterentwickeln und wachsen müssen.
Die größte Gabe Gottes an den Menschen ist die Fähigkeit, menschliche Tugenden zu erwerben. Deshalb müssen die Lehren der Religion reformiert und erneuert werden, denn die Lehren der Vergangenheit sind nicht mehr zeitgemäß. Beispielsweise eignen sich die Wissenschaften vergangener Jahrhunderte nicht für die Gegenwart, weil die Wissenschaften sich verbessert haben. Die Industrie der Vergangenheit ist für die Gegenwart untauglich, weil die Industrie sich weiterentwickelt hat. Die Gesetze der Vergangenheit werden ersetzt, weil sie in der heutigen Zeit nicht anwendbar sind. Alle materiellen Lebensbedingungen der Menschheit haben Veränderungen durchgemacht, sich weiterentwickelt, und die Strukturen der Vergangenheit sind mit denen der Gegenwart nicht vergleichbar. Gesetze und Strukturen früherer Regierungen können heute nicht mehr gültig sein, da die Gesetzgebung den Bedürfnissen und Anforderungen der heutigen Gesellschaft entsprechen muss.
Das Gleiche gilt für die religiösen Lehren, die so lange in den Tempeln und Kirchen verkündet wurden, denn sie beruhten nicht auf den Grundprinzipien der Religionen Gottes. Mit anderen Worten, die Grundlage der göttlichen Religionen war getrübt worden und man hatte sich an unwesentliche Bräuche und Riten geklammert. Das heißt, der Kern der Religion war anscheinend verschwunden und nur die Schale war übrig geblieben. Daher war es notwendig, dass das Fundament aller religiösen Lehren wiederhergestellt wurde, dass die untergegangene Sonne der Wahrheit wieder aufging, dass der Frühling, der den Schauplatz des Lebens vergangener Zeiten erfrischt hatte, wieder erschien, dass der Regen, der aufgehört hatte, wieder fiel, dass die Brisen, die sich gelegt hatten, wieder wehten.
Deshalb erschien Bahá'u'lláh am östlichen Horizont und stellte die wesentlichen Grundlagen der religiösen Lehren der Welt wieder her.

Die überholten traditionellen Glaubensvorstellungen der Menschen wurden abgeschafft.

Er stiftete Gemeinschaft und Eintracht unter den Vertretern der verschiedenen Konfessionen, sodass sich zwischen den zerstrittenen Religionen Liebe entwickelte.

Er schuf Harmonie zwischen verfeindeten Sekten und erhob das Banner der Einheit der Menschheit.

Er legte den Grundstein für den Weltfrieden, vereinte die Herzen der Nationen und erweckte die verschiedenen Völker des Ostens zu neuem Leben.

Unter denen, die die Lehren Bahá'u'lláhs angenommen haben, sagt niemand:

»Ich bin Perser«, »Ich bin Türke«, »Ich bin Franzose« oder »Ich bin Engländer«.

Niemand sagt:

»Ich bin Muslim und halte an der einzig wahren Religion fest«, »Ich bin Christ und bleibe meinen traditionellen und ererbten Überzeugungen treu«, »Ich bin Jude und folge den talmudischen Auslegungen« oder »Ich bin Zoroastrier und gegen alle anderen Religionen«.

Im Gegenteil, alle wurden aus den Fesseln religiöser, rassistischer, politischer und patriotischer Vorurteile befreit und gehen heute so gemeinschaftlich und liebevoll miteinander um, dass ihr keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen, Juden und Zoroastriern, Persern und Türken, Arabern und Europäern feststellen könntet, wenn ihr an einem ihrer Treffen teilnehmen würdet; denn ihre Versammlungen basieren auf den wesentlichen Grundlagen der Religion, und zwischen ihnen wurde wahre Einheit gestiftet.

Frühere Gegensätze sind überwunden; die Jahrhunderte des sektiererischen Hasses sind beendet; die Zeit der Abneigung ist vorbei; die mittelalterliche Unwissenheit gibt es nicht mehr.
Wahrlich, das Jahrhundert des Lichtes ist angebrochen, die Vernunft wird vorangebracht, die Wahrnehmung erweitert sich, die menschlichen Möglichkeiten werden weltweit erkannt, die Empfänglichkeit entwickelt sich, die Entdeckung der Wahrheit schreitet voran. Deshalb ist es notwendig, dass wir alle durch Unwissenheit verursachten Vorurteile beseitigen, den überholten Glauben an die Traditionen vergangener Epochen ablegen und das Banner internationaler Verständigung erheben. Lasst uns in Liebe zusammenarbeiten und durch geistige Wechselseitigkeit ewiges Glück und Frieden genießen.

Ansprachen 'Abdu'l-Bahás in Chicago

31. Oktober – 1. November 1912

– 115 –

31. Oktober 1912
Ansprache im Hotel Plaza Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Gertrude Buikema
In Los Angeles und San Francisco zeigten die Zeitungen, Universitäten und Kirchen großes Interesse an den Lehren Bahá'u'lláhs. Unsere Ansprachen waren lang, die Botschaft der Sache wurde verkündet, Argumente und Beweise wurden vorgebracht. Es gab keinen Widerspruch. Alle hörten die frohe Botschaft mit völliger Zustimmung, und es gab einhelliges Lob, sogar von den Geistlichen.
Die Freunde in Los Angeles und San Francisco stehen fest im Bund. Wenn sie auch nur die geringste Verletzung des Bundes durch jemanden bemerken, meiden sie ihn völlig; denn sie wissen, dass ein solcher Mensch daran arbeitet, die vom Licht des Bundes entzündeten Lampen des Glaubens zu löschen und dadurch Schwäche und Gleichgültigkeit in der Sache Gottes zu erzeugen. Beispielsweise machen die Standhaften jemanden mit dem Glauben vertraut. Dann gehen die Bundesbrecher auf ihn zu und flößen ihm Misstrauen ein, bis er gleichgültig wird. Hier in Chicago leben schon seit zwanzig Jahren Bundesbrecher. Was haben sie erreicht? Nichts. Konnten sie jemanden lehren? Konnten sie in Kirchen oder anderswo Zuhörer finden? Konnten sie jemanden für die Sache gewinnen? Sie machen nichts anderes, als die Lampen zu löschen, die wir angezündet haben. Die Freunde in San Francisco stehen außerordentlich fest im Bund. Sie empfangen keine Bundesbrecher in ihren Häusern. Kürzlich ging ein Bundesbrecher in diese Stadt. Die Bahá'í-Freunde schickten ihn weg und sagten: »Du gehörst nicht zu uns; warum versuchst du, dich unter uns zu mischen?« Heute ist das wichtigste Prinzip des Glaubens Standhaftigkeit im Bund, denn Standhaftigkeit im Bund wehrt Streit ab. Darum müsst ihr so standhaft sein wie die Berge.
Nach dem Hinscheiden Christi traten viele Leute auf, die zur Bildung von Splittergruppen und Spaltungen beitrugen und hitzige Auseinandersetzungen hervorriefen. Es wurde schwierig, zu entscheiden, wer auf dem rechten Weg war. Einer dieser Unruhestifter war Nestorius, ein Syrer, der behauptete, Christus sei kein Prophet Gottes. Dadurch kam es zur Spaltung und zur Bildung der Sekte der Nestorianer. Die Katholiken erklärten Jesus Christus zum Sohn Gottes und bezeichneten Ihn sogar selbst als Gottheit. Die Protestanten verkündeten den Grundsatz, dass Christus zwei Elemente verkörperte: das Menschliche und das Göttliche. Kurz, in der Religion Gottes kam es zu Spaltungen und es war unklar, welcher Weg der richtige war, weil es keinen ernannten Mittelpunkt gab, an den Christus alle verwies, keinen Nachfolger, dessen Wort als Tor zur Wahrheit diente. Hätte Christus einen Bund mit einer Seele offenbart und allen geboten, sich an ihr Wort und ihre Auslegung zu halten, wäre klar gewesen, welche Überzeugung und welche Aussagen gültig und wahr waren.
Da es keinen ernannten Ausleger des Buches Christi gab, erhob jeder den Anspruch auf Autorität und sagte:

»Dies ist der wahre Weg und kein anderer.« Um solche Uneinigkeit zu vermeiden und um zu verhindern, dass jemand eine Spaltung herbeiführt oder eine Sekte gründet, ernannte die Gesegnete Vollkommenheit, Bahá'u'lláh, eine zentrale Autorität und erklärte sie zum Ausleger des Buches.

Dies bedeutet zugleich, dass die Menschen im Allgemeinen die Bedeutungen des Buches nicht verstehen, aber der Ernannte versteht sie.

Deshalb sagte Bahá'u'lláh:

»Er ist der Ausleger Meines Buches und der Mittelpunkt Meines Testamentes.« In den letzten Versen des Buches sind Anweisungen offenbart, die besagen:

»Nach Mir müsst ihr euch einer speziellen Persönlichkeit zuwenden, und alles, was Sie sagt, ist richtig.« Im Buch des Bundes erklärt Bahá'u'lláh, dass diese beiden Verse sich auf diese Person beziehen.

A21 In all Seinen Büchern und Tafeln hat Bahá'u'lláh diejenigen gelobt, die fest im Bund stehen, und diejenigen getadelt, die es nicht tun.

Er sagte:

»Wahrlich, meidet diejenigen, die im Bund wanken.

Wahrlich, Gott ist der Unterstützer der Standhaften.« In Seinen Gebeten sagt Er:

»O Gott!

Segne diejenigen, die standhaft im Bund sind, und erniedrige diejenigen, die es nicht sind.

O Gott!

Sei der Beschützer dessen, der Ihn beschützt, und unterstütze den, der den Mittelpunkt des Bundes unterstützt.« Viele Äußerungen richten sich gegen die Bundesbrecher, damit in der gesegneten Sache keine Zwietracht aufkommt.

Niemand soll sagen:

»Meine Meinung ist …«.

Alle sollen wissen, wer der maßgebliche Ausleger ist und dass alles, was Er sagt, richtig ist.

Bahá'u'lláh hat keinen Raum für Uneinigkeit gelassen.

Natürlich gibt es einige, die feindlich gesinnt sind, einige, die aus Eigennutz handeln, andere, die an ihren eigenen Vorstellungen festhalten und wieder andere, die Zwietracht in der Sache säen wollen.

Zum Beispiel war Judas Ischariot einer der Jünger, aber er hat Christus verraten.

So etwas geschah in der Vergangenheit, aber an diesem Tag hat die Gesegnete Vollkommenheit verkündet:

»Diese Persönlichkeit ist der Ausleger Meines Buches, und alle müssen sich Ihr zuwenden.« Der Zweck ist, Zwietracht und Streit zwischen Seinen Anhängern abzuwenden.

Trotz dieses Schutzes und dieser Vorkehrung gegen Uneinigkeit gibt es bestimmte Personen hier in Amerika und einige in 'Akká, die gegen dieses ausdrückliche Gebot verstoßen haben.

Seit zwanzig Jahren haben diese Bundesbrecher nichts erreicht.

Haben sie in Chicago irgendetwas erreicht?

Die Freunde hier müssen wie die Freunde in San Francisco sein.

Immer wenn sie die geringste Verletzung durch irgendjemanden spüren, müssen sie sagen:

»Fort mit Dir!

Wir wollen dich nicht in unserer Nähe haben.«

– 116 –

1. November 1912
Ansprache im Haus von Frau Corinne True 5338 Kenmore Avenue, Chicago, Illinois
Aufzeichnungen von Gertrude Buikema
Ich freue mich über jeden, der heute Abend hier ist. Ich bin sehr glücklich, die Freunde Gottes und die Dienerinnen des Barmherzigen zu treffen. Preis sei Gott! Die Gesichter strahlen und die Herzen sind hingezogen zum Königreich Abhá. Der Glaube zeigt sich im Gesichtsausdruck aller, und dies ist eine Quelle der Freude. Die Gesegnete Vollkommenheit, Bahá'u'lláh, ertrug fast fünfzig Jahre lang Härten und Schicksalsschläge. Es gab keine Prüfung und keine Schwierigkeit, die Er nicht erlebte. Dennoch ertrug Er alles in vollkommener Freude und Zufriedenheit.
Die ihn sahen, waren Seines großen Glückes gewiss, denn keine Spur von Traurigkeit und Kummer trübte je Sein Antlitz. Selbst im Gefängnis glich Er einem König auf dem Thron der Erhabenheit und Größe, und Er bewahrte stets höchste Zuversicht und Würde. Wenn Ihm Offiziere und hohe Regierungsbeamte vorgestellt wurden, erwiesen sie Ihm sogleich Respekt. Seine Majestät und Würde waren ehrfurchtgebietend. Denkt daran: Er war ein Gefangener – Er war im Gefängnis. Er ertrug Prüfungen und Schicksalsschläge nur zu dem Zweck, uns zu erleuchten, und damit unsere Herzen vom Reiche Gottes angezogen werden und unsere Gesichter durch die frohe Botschaft Gottes erstrahlen; damit wir in den Ozean des Lichtes eintauchen und wie strahlende und leuchtende Kerzen sind, die die dunklen Nischen erhellen und alle Regionen mit Licht durchfluten. Preis sei Gott! Wenn ich mich umschaue, sehe ich, dass eure Gesichter strahlen, eure Herzen von der Liebe Gottes erfüllt sind und ihr an den Dienst in der Sache Gottes denkt. Deshalb bin ich sehr glücklich, hier zu sein, und ich hoffe, dass dieses Glück immer mit euch sein wird – ein ewiger Zustand.
Wir besuchten San Francisco und fuhren weiter nach Los Angeles. An diesen Orten trafen wir äußerst ergebene Freunde. Wahrhaft eifrig und vom Feuer der Liebe Gottes entflammt, war ihr einziges Ziel, stets dem Abhá-Königreich zu dienen. Ich hoffe, dass ihr sogar noch ergebener dienen werdet und damit allen anderen Freunden vorangeht. Möge die Flamme der Liebe Gottes in Chicago so entfacht werden, dass alle Städte in Amerika Feuer fangen. Das ist meine Hoffnung.
Dass ich zum dritten Mal hier bin, zeigt, wie sehr ich mich danach sehne, euch zu sehen, und wie groß meine Liebe ist. Eigentlich hätte ich von San Francisco aus direkt nach New York und von dort aus in den Orient reisen sollen, aber die übergroße Liebe hat mich dazu bewegt, noch einmal nach Chicago zu kommen, um die Gemeinschaft und die Atmosphäre mit euch zu erleben. Ich hoffe, dass diese drei Besuche in Zukunft zu ergiebigsten Erfolgen führen werden. Möget ihr alle zu Zeichen der Einheit werden; möge jeder ein Banner Bahá'u'lláhs sein, jeder wie ein Stern leuchten, jeder im Reich Gottes kostbar und würdig werden. Möget ihr einen solchen Zustand der Vergeistigung erreichen, dass die Menschen staunend sagen: »Wahrlich, diese Seelen sind selbst Beweise für die Rechtmäßigkeit Bahá'u'lláh, denn durch Seine Lehren wurden sie vollständig neu erschaffen. Diese Seelen sind unvergleichlich; sie sind wahrhaftig das Volk des Königreichs; sie heben sich von den Menschen in ihrer Umgebung ab. Das ist wirklich ein Beweis für Bahá'u'lláh. Seht, wie gebildet und erleuchtet sie sind.«
Als diese Sache im Orient erschien, zeigten die Freunde und Anhänger äußerste Selbstaufopferung und gaben alles dafür auf.

Es ist bemerkenswert und wunderbar, dass zwanzigtausend Menschen sich bereitwillig auf den Weg des Martyriums begaben, obwohl das Leben das Kostbarste auf Erden ist.

Kürzlich wurden in Yazd zweihundert Bahá'í-Freunde grausam ermordet.

Sie gingen in völliger Verzückung zum Ort des Martyriums und lächelten ihren Verfolgern voller Freude und Dankbarkeit zu.

Einige der Märtyrer boten ihren Henkern sogar Süßigkeiten an und sagten:

»Kostet davon, damit ihr uns den gesegneten Kelch des Martyriums in Süße und Freude reichen könnt.« Unter diesen geliebten und gerühmten Menschen waren auch Frauen, die auf grausamste Weise hingerichtet wurden.

Einige wurden zerstückelt; ihre Henker, denen dieses Gemetzel nicht reichte, haben andere angezündet, sodass ihre Körper verbrannten.

Kein einziger Bahá'í widersetzte sich diesen schrecklichen Folterungen oder widerrief seinen Glauben.

Sie leisteten keinen Widerstand, obwohl die Bahá'í in dieser Stadt äußerst mutig und stark waren.

Durch körperliche Stärke und Kraft hätte so mancher dieser Bahá'í vielen ihrer Feinde trotzen können, aber sie akzeptierten das Martyrium im Geiste völliger Demut und ohne jeden Widerstand.

Viele von ihnen riefen noch im Sterben laut aus:

»O Herr!

Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Wenn sie es wüssten, hätten sie dieses Unrecht nicht begangen.« Im Todeskampf des Martyriums gaben sie ohne zu zögern alles hin, was sie in diesem Leben besaßen.
In bestimmten Prophezeiungen heißt es, wenn das Banner Gottes im Osten gehisst wird, werden Seine Zeichen im Westen sichtbar. Das ist wirklich eine gute Nachricht und eine frohe Botschaft für euch. Ich hoffe, dass diese Verheißung sich in euch erfüllt und dass ihr alle in der Lage seid, den Geist und die Wahrheit der prophetischen Ankündigung zu bezeugen und zu sagen: »Wahrlich, das Banner Gottes ist im Osten erschienen, und seine Zeichen erstrahlen im Westen.« Das wird für alle Freunde im Osten, die auf gute Nachrichten und frohe Botschaften aus dem Westen warten, eine Quelle großer Freude sein. Erwartungsvoll harren sie der Nachricht, dass die Freunde im Westen standhaft und entschlossen sind, dass sie sich auszeichnen, indem sie die Einheit der Menschheit verwirklichen, dass sie sogar ihr Leben für die Grundlagen des Weltfriedens hingeben, dass sie zu Leuchten des Königreichs geworden sind und sich als Verkörperungen der göttlichen Gnade erweisen, dass die Freunde im Westen der Ausdruck der Gunst der Gesegneten Vollkommenheit sind, wahre Sterne der Gaben Gottes, gesegnete Bäume und Blumen im Garten Seiner Reinheit und Heiligkeit. Jede gute Nachricht von hier ist ein Grund zum Jubeln für die Freunde im Osten und eine Quelle tiefer Dankbarkeit. Sie veranstalten ein Fest und preisen Gott für die freudigen Nachrichten. Wenn es nötig wäre, würden sie ohne zu zögern ihr Leben für euch hingeben. Die Freunde im Osten sind alle verbunden und einig.
Es gibt niemanden im Osten, der schwankt, niemanden, der sich gegen den Bund Gottes erhebt. Es gibt keine einzige Seele unter den Bahá'í in Persien, die sich dem Bund entgegenstellt. Sie sind alle standhaft. Wenn irgendjemand über diese Sache sprechen möchte, werden sie fragen: »Sind dies deine eigenen Worte oder sind sie vom Mittelpunkt des Bundes abgesegnet? Wenn ihr die Bestätigung durch den Mittelpunkt des Bundes habt, legt sie vor. Wo ist Sein Brief? Wo ist Seine Unterschrift?« Wenn er den Brief vorlegt, werden sie ihn annehmen. Wenn er dies nicht kann, sagen sie: »Wir können deine Worte nicht annehmen, weil sie von dir allein ausgehen und zu dir zurückkehren. Wir haben von der Gesegneten Vollkommenheit, Bahá'u'lláh, keine Anweisung, dir zu gehorchen. Er hat ein Buch offenbart, in dem Er einen Bund mit uns geschlossen hat, dass wir dem ernannten Mittelpunkt des Bundes gehorchen. Er hat mit uns keinen Bund geschlossen, dir zu gehorchen. Darum weisen wir deine Aussage zurück. Du musst einen Beweis deiner Vollmacht und Befugnis vorlegen. Uns wurde geboten, uns dem einen Mittelpunkt zuzuwenden. Wir gehorchen nicht verschiedenen Mittelpunkten. Die Gesegnete Vollkommenheit hat mit uns einen Bund geschlossen, und wir halten an diesem Bund und Testament fest. Wir hören auf nichts anderes. Denn es könnten sich Menschen erheben, die ihre eigenen Gedanken verkünden, und wir dürfen ihnen keine Beachtung schenken.«
In früheren Offenbarungen war das anders.

Christus zum Beispiel hat keinen Mittelpunkt der Autorität und Auslegung ernannt.

Er sagte zu Seinen Nachfolgern nicht etwa:

»Gehorchet dem, den ich auserwählt habe.« Einmal fragte Er Seine Jünger:

»Wer, sagt ihr, dass ich sei?« Simon Petrus antwortete:

»Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!« Christus wollte den Glauben des Petrus festigen und sagte:

»Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen«, was bedeutet, dass der Glaube des Petrus der wahre Glaube war.

Es war eine Bestätigung des Glaubens von Petrus.

Er sagte nicht, dass sich alle Petrus zuwenden sollten.

Er sagte nicht:

»Er ist der Ast, der meiner altehrwürdigen Wurzel entspringt.« Er sagte nicht:

»O Gott!

Segne alle, die Petrus dienen.

O Gott!

Erniedrige diejenigen, die ihm nicht gehorchen.

Meidet den, der den Bund bricht.

O Gott!

Du weißt, dass ich alle liebe, die standhaft im Bund sind.« Dies wurde jedoch in allen Büchern, Schriften und Sendschreiben Bahá'u'lláhs in Bezug auf den in dieser Offenbarung festgelegten Mittelpunkt des Bundes bekundet.

Die Bahá'í-Offenbarung unterscheidet sich von allen anderen Offenbarungen in diesem Punkt:

Die Absicht Bahá'u'lláhs ist, dass niemand sich erheben kann, um Zwietracht und Uneinigkeit zu verursachen.

Nach dem Hinscheiden Christi bildeten sich verschiedene Sekten und Konfessionen, von denen jede behauptete, der wahre Weg des Christentums zu sein.

Allerdings konnte keine von ihnen eine schriftliche Vollmacht von Christus vorlegen, niemand konnte einen Beweis von Ihm erbringen.

Dennoch beriefen sich alle auf Seine Bestätigung und Zustimmung.

Bahá'u'lláh hat mit Seiner eigenen Feder einen Bund und ein Testament geschrieben und erklärt, dass sich alle dem Einen, den Er zum Mittelpunkt des Bundes bestimmt hat, zuwenden und Ihm gehorchen sollen.

Darum danket Gott, dass Bahá'u'lláh den Pfad geebnet hat.

Er hat alles genau erklärt und jedes Tor für den Fortschritt der Seelen geöffnet.

Für niemanden gibt es einen Grund zum Zögern.

Der Zweck des Bundes war schlicht, Uneinigkeit und Zwietracht zu verhindern, damit niemand sagen kann:

»Meine Meinung ist die wahre und rechtmäßige.«
Jede vom Mittelpunkt des Bundes geäußerte Ansicht ist richtig, und es gibt für niemanden einen Grund, ungehorsam zu sein. Seid wachsam, denn es könnten Bundesbrecher (›Náqiḍín‹) unter euch sein. Hört nicht auf sie. Lest das Buch des Bundes. Allen wurde der Gehorsam gegenüber dem Bund geboten, und die erste Ermahnung richtet sich an die Söhne Bahá'u'lláhs, die Äste: »Ihr müsst euch dem ernannten Mittelpunkt zuwenden. Er ist der Ausleger des Buches.«
Sollte jemand dieses Gebot so eindeutig verletzen und missachten, kann er sich da noch als Bahá'í bezeichnen? Wenn jemand dem ausdrücklichen Gebot Christi nicht gehorcht, kann er dann wahrheitsgemäß behaupten, er sei ein Christ?
Abschließend möchte ich sagen, dass ich mit diesem Treffen sehr zufrieden bin. Ich werde für euch beten und um Unterstützung der Gesegneten Vollkommenheit bitten. Preis sei Gott! Ihr müsst dankbar sein, dass Er euch unter den Völkern der Welt auserwählt hat und solch herrliche Gaben, solch grenzenlose Wohltaten und Gnadengaben für euch bestimmte. Ihr dürft nicht auf derzeitige Entwicklungen schauen, denn dies ist nur der Anfang, wie es zur Zeit Christi war. Schon bald werdet ihr unter allen Menschen ausgezeichnet werden. Der göttliche Beistand wird euch in jeder Hinsicht unterstützen, und der Glanz des Königreiches Bahá'u'lláhs wird euer Antlitz erleuchten. Seid aufrichtig dankbar für all diese Segnungen. Ich hoffe, dass ich immer gute Nachrichten von euch erhalte, die zeigen, dass die Freunde in Chicago der Sache Gottes dienen, erfüllt von der Freude, das Wort Gottes zu verkünden, sich für die Verbreitung der Lehren Bahá'u'lláhs einsetzen und der ganzen Menschheit Liebe und Güte erweisen. Das ist meine Hoffnung und Erwartung. Ich bin sicher, dass ihr euch bemühen werdet, dies zu erreichen, damit die Freunde in Persien und ich das Glück über die guten Nachrichten erleben können. Möget ihr für uns eine Quelle der Freude und des Glücks, eine Quelle der Ruhe und der Gelassenheit sein.

Ansprache 'Abdu'l-Bahás in Cincinnati

5. November 1912

– 117 –

5. November 1912
Ansprache im Grand Hotel Cincinnati, Ohio
Nach einer stenografischen Mitschrift
Da wir uns in Cincinnati befinden, der Heimat von Präsident Taft, der sich so sehr für den Frieden eingesetzt hat, möchte ich eine Erklärung für die Menschen in Cincinnati und Amerika im Allgemeinen abgeben.

Im Orient hat man mir gesagt, dass in Amerika viele Menschen den Frieden lieben.

Deshalb habe ich meine Heimat verlassen, um hier mit den Bannerträgern der internationalen Versöhnung und Verständigung zusammenzutreffen.

Nachdem ich von Küste zu Küste gereist bin, empfinde ich die Vereinigten Staaten von Amerika als großes und fortschrittliches Land mit einer gerechten und fairen Regierung und einem edlen und unabhängigen Volk.

Ich habe an vielen Zusammenkünften teilgenommen, bei denen über Weltfrieden gesprochen wurde, und freue mich immer sehr über die Ergebnisse solcher Treffen, denn eines der großen Prinzipien der Lehren Bahá'u'lláhs ist es, die Völker der Welt zu vereinen.

Vor fünfzig Jahren offenbarte und lehrte Er dieses Prinzip im Orient.

Er verkündete die internationale Einheit, rief die Religionen der Welt zu Harmonie und Versöhnung auf und stiftete Freundschaft zwischen den Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarbe, Glaubensrichtungen und Gemeinschaften.

Zu dieser Zeit schrieb Er Sendschreiben an die Könige und Herrscher der Welt und forderte sie auf, sich zu erheben und mit Ihm zusammenzuarbeiten, um diese Prinzipien zu verbreiten.

Er sagte, dass die Stabilität und der Fortschritt der Menschheit nur durch die Einheit der Nationen erreicht werden können.

Durch Seine Bemühungen wurde dieses Prinzip der allumfassenden Harmonie und Eintracht in Persien und anderen Ländern praktisch veranschaulicht.

So gibt es heute in Persien viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und Religion, die den Ermahnungen Bahá'u'lláhs gefolgt sind und in Liebe und Freundschaft miteinander leben, ohne religiöse, patriotische oder rassistische Vorurteile – Muslime, Juden, Christen, Buddhisten, Zoroastrier und viele andere.
Amerika hat sich erhoben, die Lehren des Friedens zu verbreiten, die Aufklärung der Menschheit zu fördern und den Menschenkindern Glück und Wohlstand zu bringen. Das sind die Prinzipien und Beweise einer göttlichen Kultur. Amerika ist eine edle Nation, Bannerträger des Friedens in der ganzen Welt, es strahlt Licht in alle Gegenden aus. Andere Nationen sind im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten nicht unbelastet und frei von Intrigen und Verstrickungen; sie sind daher nicht in der Lage, universelle Harmonie zu schaffen. Aber Amerika – gelobt sei Gott – befindet sich in Frieden mit der ganzen Welt und ist würdig, das Banner der internationalen Freundschaft und Einigkeit zu hissen. Sobald dies geschehen ist, wird auch der Rest der Welt dem zustimmen. Alle Nationen werden gemeinsam die Lehren Bahá'u'lláhs annehmen, die Er vor über fünfzig Jahren offenbarte. In Seinen Sendschreiben forderte Er die Parlamente der Welt auf, ihre weisesten und fähigsten Vertreter zu einer internationalen Weltkonferenz zu entsenden, die alle Streitfragen zwischen den Völkern entscheiden und den Weltfrieden herstellen solle. Dies wäre die höchste Berufungsinstanz, und das von Dichtern und Visionären so lang erträumte Menschheitsparlament würde Wirklichkeit. Das Ergebnis wäre viel weitreichender als das Haager Tribunal.
Ich bin Präsident Taft sehr dankbar, dass er seinen Einfluss für die Schaffung des Weltfriedens genutzt hat. Was er durch den Abschluss von Verträgen mit verschiedenen Nationen erreicht hat, ist sehr gut, aber wenn wir ein interparlamentarisches Gremium haben, das sich aus Vertretern aller Nationen der Welt zusammensetzt und der Förderung von Eintracht und gutem Willen gewidmet ist, wird der Traum der Weisen und Dichter, das Menschheitsparlament, Wirklichkeit werden.

Ansprachen 'Abdu'l Bahás in Washington, D.C.

6. bis 10. November 1912

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6. November 1912
Ansprache in der Universalist Church Thirteenth and L Streets, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Preis sei Gott!

In diesem Land wird das Banner der Freiheit hochgehalten.

Sie genießen politische Freiheit, Gedanken- und Redefreiheit, religiöse Freiheit, Freiheit ungeachtet der Herkunft und Hautfarbe und persönliche Freiheit.

Das verdient Anerkennung und Dankbarkeit.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Freiheit, die Gastfreundschaft und den herzlichen Empfang erwähnen, die ich auf meinen jüngsten Reisen durch Amerika erfahren habe.

Ich möchte auch die herzliche Begrüßung und die freundliche Haltung des verehrten Herrn Doktor, des Pfarrers dieser Kirche, voll und ganz erwidern; seine liebevolle und aufmerksame Empfänglichkeit verdient besondere Anerkennung.

Gewiss müssen die führenden Denker dem Beispiel seiner Freundlichkeit und seines guten Willens folgen.

Aufgeklärtheit ist in der heutigen Zeit unerlässlich – Gerechtigkeit und Gleichheit für alle Menschen und Nationen.

Die Grundhaltungen der Menschen dürfen nicht eingeschränkt werden; denn Gott ist unbegrenzt und wer ein Diener an der Schwelle Gottes ist, muss ebenfalls frei von Einschränkungen sein.

Die Welt des Seins geht aus der Barmherzigkeit Gottes hervor.

Gott hat alle Erscheinungsformen des Seins mit Seinem Strahlenglanz der Barmherzigkeit erhellt, und Er ist gütig und freundlich zu Seiner ganzen Schöpfung.

Daher muss die Menschheit immer Empfänger der Gaben Seiner Majestät, des ewigen Herrn, sein, so wie Christus erklärt hat:

»Seid also vollkommen, so wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.« Denn wie das Licht und die Hitze der Sonne im stofflichen Himmel, so gehen Seine Gaben auf die ganze Menschheit hernieder.

Folglich muss der Mensch die Lektion der Güte und des Wohlwollens von Gott Selbst lernen.

So, wie Gott zu allen Menschen gütig ist, muss auch der Mensch zu seinen Mitgeschöpfen gütig sein.

Wenn seine Haltung gegenüber seinen Mitmenschen und der ganzen Schöpfung gerecht und liebevoll ist, verdient er es, das Ebenbild Gottes genannt zu werden.
Es gibt verschiedene Arten von Verbundenheit oder Vereinigung.

Das kann Familienzugehörigkeit sein, die innige Beziehung innerhalb eines Haushalts.

Sie ist begrenzt und Veränderungen und Störungen unterworfen.

Wie oft geschieht es, dass innerhalb einer Familie Liebe und Einvernehmen in Feindseligkeit und Abneigung umschlagen.

Eine andere Form der Verbundenheit zeigt sich im Patriotismus.

Ein Mensch liebt seine Mitmenschen, weil sie das gleiche Vaterland haben.

Auch dies ist begrenzt und unterliegt der Veränderung und der Auflösung, wenn etwa die Söhne desselben Vaterlandes sich im Krieg und auf dem Schlachtfeld blutig bekämpfen.

Eine weitere Art der Verbundenheit ergibt sich aus der gemeinsamen Hautfarbe und Herkunft, die zu gegenseitiger Anziehung und Zusammenschluss führt.

Auch sie ist begrenzt und wandelbar, denn oft gab es Kriege und tödliche Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Völkern gleicher Abstammung.

Es gibt eine vierte Art der Verbundenheit, die Haltung des Menschen zur Menschheit selbst, die selbstlose Liebe zur Menschheit und die Anerkennung einer grundlegenden Verbindung zwischen den Menschen.

Sie ist zwar unbeschränkt, aber auch anfällig für Wandel und Zerstörung.

Selbst diese allumfassende Verbundenheit bringt nicht das gewünschte Ergebnis hervor.

Was ist das gewünschte Ergebnis?

Liebevolle Güte gegenüber allen menschlichen Geschöpfen und eine feste, unzerstörbare Verbundenheit, die alle göttlichen Möglichkeiten und alles Bedeutsame für die Menschheit einschließt.

Es ist also offensichtlich, dass Verbundenheit, Liebe und Güte, die auf Familie, Herkunft, Hautfarbe oder Selbstlosigkeit gegründet sind, weder ausreichen noch von Dauer sind, da sie alle begrenzt, eingeschränkt und anfällig für Veränderungen und Unterbrechungen sind.

Denn in der Familie gibt es Streit und Entfremdung; unter den Angehörigen desselben Vaterlandes gibt es Kampf und vernichtenden Krieg; unter den Menschen einer Hautfarbe gibt es oft Feindschaft und Hass und sogar unter den Selbstlosen lassen Meinungsverschiedenheiten und ein Mangel an selbstloser Hingabe nur wenig Hoffnung auf eine dauerhafte und unzerstörbare Einheit unter den Menschen zu.
Deshalb hat der Herr der Menschheit Seine heiligen, göttlichen Manifestationen in die Welt gesandt.

Er hat Seine himmlischen Bücher offenbart, um zwischen den Menschen eine geistige Verbundenheit herzustellen, und hat durch die Macht des Heiligen Geistes ihre vollkommene Vereinigung ermöglicht.

Und wenn durch den Odem des Heiligen Geistes diese vollkommene Vereinigung und Eintracht unter den Menschen hergestellt ist – diese Verbundenheit und Liebe von geistigem Charakter, diese himmlische liebevolle Güte, diese göttlichen Bande –, dann entsteht eine Einheit, die unauflöslich, unveränderlich und unwandelbar ist.

Sie ist immer die Gleiche und bleibt für immer die Gleiche.

Denken wir beispielsweise an das Fundament der Verbundenheit, das Christus gelegt hat.

Schauen Sie, wie diese Vereinigung zu Einheit und Eintracht geführt hat und wie sie unterschiedliche Menschen auf eine Ebene einheitlicher Fortschritte brachte, auf der sie bereit waren, ihr Leben füreinander zu opfern.

Sie waren willens, auf ihren Besitz zu verzichten, und sogar bereit, ihr Leben freudig hinzugeben.

Sie lebten in solcher Liebe und Freundschaft miteinander, dass sogar Galen, der berühmte griechische Philosoph, der kein Christ war, in seinem Werk Der Fortschritt der Nationen sagte, dass religiöser Glaube als Grundlage wahrer Kultur überaus dienlich sei.

Als Beweis führte er an:

»Einige unserer Zeitgenossen sind als Christen bekannt.

Sie zeichnen sich durch den höchsten Grad an moralischer Kultur aus.

Jeder von ihnen ist ein großer Philosoph, weil sie in größter Liebe und Freundschaft zusammenleben.

Sie opfern ihr Leben füreinander.

Sie schenken einander ihre weltlichen Besitztümer.

Von den Christen kann man sagen, sie seien wie eine Person.

Es gibt ein Band zwischen ihnen, das dem Wesen nach unauflöslich ist.«
So wird deutlich, dass die Grundlage wahrer Verbundenheit, die Ursache liebevoller Zusammenarbeit und Wechselseitigkeit, die Quelle echter Güte und selbstloser Hingabe nichts anderes ist als der Odem des Heiligen Geistes. Ohne diesen Einfluss und belebenden Geist ist das nicht möglich. Wir können Vereinigung bis zu einem gewissen Grad durch andere Anreize erreichen, aber das sind begrenzte, dem Wandel unterworfene Bündnisse. Wenn sich menschliche Verbundenheit im Heiligen Geist gründet, ist sie ewig, unveränderlich und unbegrenzt.
Es gab eine Zeit, in der in verschiedenen Teilen des Orients Verbundenheit, liebevolle Güte und all diese lobenswerten menschlichen Eigenschaften verschwunden zu sein schienen.

Es gab keine Anzeichen von patriotischer, religiöser oder ethnischer Verbundenheit, stattdessen herrschten Fanatismus, Hass und Vorurteile.

Die Anhänger jeglicher Religion waren erbitterte Feinde der jeweils anderen, hasserfüllt und blutrünstig.

Der gegenwärtige Balkankrieg weist Ähnlichkeiten mit jenen Zuständen auf.

Denken wir nur an das Blutvergießen, die Grausamkeit und Unterdrückung, die dort sogar in diesem aufgeklärten Jahrhundert herrschen – alles verursacht durch religiöse Vorurteile und Meinungsverschiedenheiten.

Denn die beteiligten Völker haben die gleiche Hautfarbe und Herkunft; trotzdem sind sie grausam und unbarmherzig gegeneinander.

Ähnlich schlimme Zustände herrschten im neunzehnten Jahrhundert in Persien.

Finsternis und unwissender Fanatismus auf breiter Front, es gab keine Spur von Gemeinschaft oder Verbundenheit unter den Volksgruppen.

Im Gegenteil, die Herzen der Menschen waren von Wut und Hass erfüllt.

Finsternis und Schwermut durchdrangen überall das persönliche Leben und die allgemeinen Lebensumstände der Menschen.

In dieser Zeit erschien Bahá'u'lláh am göttlichen Horizont wie die Herrlichkeit der Sonne, und inmitten dieser undurchdringlichen Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit der Menschenwelt leuchtete ein strahlendes Licht.

Er legte den Grundstein für die Einheit der Menschheit, indem Er erklärte, dass alle Menschen Schafe gleichen, für die Gott der wahre Hirte ist.

Es gibt nur einen Hirten, und alle Völker sind Seine Herde.
Es gibt nur eine Menschheit, und Gott ist gleichermaßen gütig zu allen.

Was ist also die Quelle der Lieblosigkeit und des Hasses in der Menschenwelt?

Dieser wahre Hirte liebt alle Seine Schafe.

Er führt sie auf grüne Weiden.

Er hegt und pflegt sie.

Was ist also die Quelle der Feindschaft und Entfremdung unter den Menschen?

Woher stammen Konflikt und Streit?

Die eigentliche Ursache ist die fehlende religiöse Einheit und Verbundenheit, denn in jeder der großen Religionen finden wir Aberglauben, blinde Nachahmung von Glaubensbekenntnissen und theologische Formeln, die anstelle der göttlichen Grundlagen befolgt werden, was zu Meinungsverschiedenheiten und Entfremdung unter den Menschen führt, statt zu Eintracht und Gemeinschaft.

Dies hat zu Zwietracht, Hass und Kriegen geführt, die auf dieser Entfremdung und Trennung beruhen.

Wenn wir die Grundlagen der göttlichen Religionen untersuchen, stellen wir fest, dass sie eins sind, absolut unveränderlich und niemals einem Wandel unterworfen.

So enthält jede der göttlichen Religionen zwei Arten von Gesetzen und Geboten.

Die eine betrifft die ethischen und moralischen Richtlinien.

Das sind die wesentlichen Gebote.

Sie vermitteln und erwecken die Erkenntnis Gottes und die Liebe zu Ihm, die Liebe zur Menschheit, die Tugenden der Menschenwelt, die Merkmale des Gottesreiches, die Wiedergeburt und Auferstehung aus dem Reich der Natur.

Diese Gebote bilden die eine Art des göttlichen Gesetzes, die allen Religionen gemeinsam ist und niemals dem Wandel unterliegt.

Seit Anbruch des adamitischen Zyklus bis zum heutigen Tag hat dieses grundlegende Gesetz Gottes unverändert fortbestanden.

Dies ist die Grundlage der göttlichen Religion.
Der zweite Bereich umfasst Gesetze und Richtlinien, die entsprechend den Erfordernissen von Zeit und Ort die menschlichen Bedürfnisse und Lebensumstände regeln.

Diese sind nicht grundlegend, nicht wesentlich und hätten niemals zur Ursache und Quelle menschlicher Streitigkeiten gemacht werden dürfen.

Zur Zeit Moses – Frieden sei mit Ihm – war beispielsweise gemäß den Erfordernissen jener Zeit die Scheidung erlaubt.

Da während des Zyklus Christi die Scheidung nicht mehr zeitgemäß war und nicht mehr den Lebensumständen entsprach, hat Jesus Christus sie abgeschafft.

In Moses Zyklus war Polygamie zulässig.

Aber zur Zeit Christi gab es die Dringlichkeit nicht mehr, die sie rechtfertigte, deshalb wurde sie verboten.

Moses lebte in der Wildnis und Wüste des Sinai; daher waren Seine Verfügungen und Gebote auf diese Lebensumstände abgestimmt.

Die Strafe für Diebstahl war das Abhacken einer Hand.

Eine solche Vorschrift entsprach dem Leben in der Wüste, ist aber mit den heutigen Lebensverhältnissen nicht vereinbar.

Solche Bestimmungen bilden also den zweiten, unwesentlichen Bereich der göttlichen Religionen, und sie sind nicht so wichtig, weil sie zum menschlichen Alltag gehören, der sich je nach Zeit und Ort immer wieder ändert.

Daher sind die wahren Grundlagen der göttlichen Religion eins.

Da dies so ist, warum sollte es dann Feindschaft und Streit zwischen ihnen geben?

Warum sollten Hass und Krieg, Grausamkeit und Blutvergießen andauern?

Ist das annehmbar und gerechtfertigt?

Gott bewahre!
Ein wesentlicher Grundsatz der Lehren Bahá'u'lláhs ist, dass die Religion die Ursache von Einheit und Liebe unter den Menschen sein muss; dass sie die höchste Ausstrahlung des Göttlichen ist, der Lebensimpuls, der Quell der Ehre und der Weg zum ewigen Leben. Religion darf weder Feindschaft oder Hass hervorrufen, noch zur Quelle von Tyrannei und Ungerechtigkeit werden. Sollte sie sich als Ursache von Feindschaft, Zwietracht und Entfremdung unter den Menschen erweisen, so wäre es sicherlich vorzuziehen, es gäbe keine Religion. Religiöse Lehren sind wie eine Heilbehandlung, deren Ziel die Gesundung und Genesung der Menschheit ist. Wenn eine Behandlung nur aus einer Diagnose und einer fruchtlosen Diskussion über die Symptome besteht, wäre es besser, sie abzubrechen und aufzugeben. In einem solchen Fall wäre das Nichtvorhandensein der Religion zumindest ein kleiner Fortschritt in Richtung Einheit.
Darüber hinaus muss die Religion der Vernunft genügen und mit den Erkenntnissen der Wissenschaft übereinstimmen. Denn Religion, Vernunft und Wissenschaft sind die Wahrheit. Und weil alle drei jeweils die Wahrheit sind, müssen sie übereinstimmen und miteinander in Einklang gebracht werden. Eine Frage oder ein Grundsatz religiöser Natur muss durch die Wissenschaft bestätigt werden. Die Wissenschaft muss die Aussage für stichhaltig erklären, und die Vernunft muss sie bestätigen, damit sie vertrauenswürdig ist. Wenn jedoch eine religiöse Lehre im Widerspruch zu Wissenschaft und Vernunft steht, handelt es sich unbestreitbar um Aberglauben. Der Herr der Menschheit hat uns den Verstand verliehen, mit dem wir die Wirklichkeit der Dinge erkennen können. Mit welchem Recht kann jemand einer Annahme zustimmen, die nicht mit den Methoden der Vernunft und den Prinzipien der Wissenschaft vereinbar ist? Ein solcher Ansatz kann dem Menschen weder Vertrauen noch wahren Glauben vermitteln.
Die Lehren Bahá'u'lláh enthalten viele Prinzipien.

Ich gebe hier nur eine Zusammenfassung.

Eines dieser Prinzipien betrifft die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Er erklärte, da alle Menschen nach dem Ebenbild des einen Gottes erschaffen sind, gibt es vor Gott keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Wer das reinste Herz hat, wer mehr weiß und sich durch Güte gegenüber den Dienern Gottes auszeichnet, ist dem Herrn, unserem Schöpfer, am nächsten und am liebsten, unabhängig vom Geschlecht.

In den niederen Reichen, dem Tier- und Pflanzenreich, finden wir Geschlechtsunterschiede in den Funktionen und Strukturen.

Alle Pflanzen, Bäume und Tiere weisen diese schöpfungsbedingte Differenzierung auf, aber innerhalb ihrer Art besteht absolute Gleichheit ohne weitere Unterscheidung nach dem Geschlecht.

Warum sollte der Mensch bei etwas einen Unterschied machen, das bei niederen Geschöpfen keine Rolle spielt?

Insbesondere, wenn wir uns vor Augen halten, dass alle Menschen demselben Königreich und derselben Art entstammen, dass alle die Blätter eines Baumes, die Wellen eines Meeres sind?

Die einzige vernünftige Erklärung ist, dass der Frau nicht die gleichen Bildungschancen wie dem Mann zugestanden wurden.

Hätte sie nämlich die gleichen Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten gehabt wie der Mann, so hätte sie zweifellos den gleichen Rang und das gleiche Niveau erreicht.

Vor Gott gibt es keinen Unterschied.

Beide sind gleich und haben die gleichen Fähigkeiten.

Durch entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten wird die Frau daher die gleichen Vorrechte verdienen und erhalten.

Als Jesus Christus am Kreuz starb, waren die Jünger, die Zeugen Seiner Kreuzigung wurden, bestürzt und erschüttert.

Selbst Petrus, einer der herausragendsten Seiner Jünger, verleugnete Ihn dreimal.

Maria Magdalena rief sie zusammen und stärkte ihren Glauben mit den Worten:

»Warum zweifelt ihr?

Warum fürchtet ihr euch?

O Petrus!

Warum hast du Ihn verleugnet?

Christus starb nicht am Kreuz.

Die Wirklichkeit Christi ist unvergänglich, immerwährend, ewig.

Für diese göttliche Wirklichkeit gibt es weder Anfang noch Ende und deshalb kann es keinen Tod geben.

Allenfalls der Leib Jesu hat den Tod erlitten.« Kurz, diese Frau war das alleinige Werkzeug dafür, dass die Jünger verwandelt und standhaft wurden.

Das ist ein Hinweis auf außergewöhnliche Kräfte und überlegene Eigenschaften, ein Beweis dafür, dass die Frau das Gegenstück und die Ergänzung des Mannes ist.

Wer die bessere Bildung und Erziehung genossen hat, wessen Talente größer und wessen Ideale erhabener sind, ist der Vortrefflichste und Würdigste – egal ob Mann oder Frau.
Die Lehren Bahá'u'lláhs verliehen dem Horizont des Ostens Glanz und Herrlichkeit.

Die auf Seine Worte hörten und Seine Botschaft angenommen haben, leben heute in vollendeter Gemeinschaft und Liebe zusammen.

Sie geben sogar ihr Leben füreinander hin.

Sie verzichten füreinander auf ihren irdischen Besitz, und jeder zieht den anderen sich selbst vor.

Dies ist das Ergebnis der Verkündung und Stiftung der Einheit der Menschheit.

Heute gibt es in Persien Zusammenkünfte, bei denen sich Seelen, die von den Lehren Bahá'u'lláhs erleuchtet wurden – ihrer Herkunft nach Muslime, Christen, Juden, Zoroastrier, Buddhisten und die verschiedenen Konfessionen der jeweiligen Religion – in vollkommener Gemeinschaft und Eintracht verbinden und vereinen.

Zwischen ihnen ist eine wunderbare Verbundenheit und Liebe entstanden, und alle sind im Geist und im Dienst für den Weltfrieden vereint.

Mehr als zwanzigtausend Bahá'í haben ihr Leben als Märtyrer für die Sache Gottes hingegeben.

Die Regierungen des Ostens gingen gegen sie vor, um sie zu vernichten.

Sie wurden erbarmungslos umgebracht, aber von Tag zu Tag nahm ihre Zahl zu, von Tag zu Tag wurden sie stärker und beredter.

Sie wurden durch die Wirkkraft einer wunderbaren geistigen Macht gestärkt.

Wie brutal und erschreckend ist die Grausamkeit des Menschen gegen seinen Mitmenschen!

Bedenken Sie, was jetzt auf dem Balkan geschieht und wie viel Blut vergossen wird.

Nicht einmal wilde Bestien und Raubtiere begehen so etwas.

Der wildeste Wolf tötet höchstens ein Schaf pro Tag, und das nur zu seiner Ernährung.

Aber auf dem Balkan bringt jetzt ein Mann zehn Mitmenschen um.

Die Heerführer rühmen sich, zehntausend Menschen getötet zu haben, aber nicht um sich zu ernähren, nein, um die militärische Oberhand zu gewinnen, aus territorialer Gier, um des Ruhmes willen und um den Staub der Erde zu besitzen.

Sie töten, um ihr Staatsgebiet zu vergrößern, obwohl diese Erdkugel nur eine dunkle Welt aus gröbster Materie ist.

Sie ist eine Welt der Sorge und des Kummers, eine Welt der Enttäuschung und des Unglücks, eine Welt des Todes.

Denn die Erde ist nichts als der ewige Friedhof, der riesige, umfassende Totenacker für die ganze Menschheit.

Dennoch kämpfen Männer um diesen Friedhof, kämpfen in Kriegen und Schlachten und bringen sich gegenseitig um.

Welche Dummheit!

Wie groß die Erde doch ist, mit reichlich Platz für alle!

Wie fürsorglich die Vorsehung, die es so eingerichtet hat, dass jeder Mensch seinen Bedarf daraus decken kann!

Der Herr, unser Schöpfer, hat nicht etwa verordnet, dass jemand Hunger leiden oder in Not leben muss.

Alle sollen an den gesegneten und überreichen Gaben unseres Gottes teilhaben.

Im Grunde sind alle Kriege und alles Blutvergießen in der Menschenwelt auf den Mangel an Einheit unter den Religionen zurückzuführen.

Sie haben durch Aberglauben und theologische Dogmen die eine Wahrheit, die ihre gemeinsame Quelle und Grundlage ist, verdunkelt.
Was das amerikanische Volk betrifft: Dieses edle Volk, intelligent, nachdenklich und besonnen, wird nicht von Motiven der Staatsgebietsvergrößerung und von Herrschsucht angetrieben. Seine Grenzen sind wie die einer Insel und geografisch von den anderen Nationen getrennt. Hier finden wir übereinstimmende Interessen und Einheit in der nationalen Politik. Es sind in der Tat Vereinigte Staaten. Deshalb besitzt diese Nation die Fähigkeit und Möglichkeit, das Banner des Weltfriedens hochzuhalten. Möge dieses edle Volk die Ursache für die Vereinigung der Menschheit sein. Möge es die himmlische Kultur und Erleuchtung weitertragen, zur Ursache der Verbreitung der Liebe Gottes werden, die Zusammengehörigkeit der Menschheit verkünden und die Ursache der Führung des Menschengeschlechts sein. Deshalb bitte ich darum, dass Sie dieser äußerst wichtigen Angelegenheit Ihre ernsthaftesten Überlegungen und Bemühungen widmen. Möge die Menschheit Frieden und Ruhe finden und diese dunkle Erde in ein Reich des Strahlenglanzes verwandelt werden. Mögen sich Ost und West die Hände reichen. Möge sich die Einheit Gottes in den Herzen der Menschen widerspiegeln und vollständig sichtbar werden, und möge sich die ganze Menschheit als Verkörperung der Gunst Gottes erweisen.
Natürlich wird es Menschen mit Fehlern geben, aber es ist unsere Pflicht, es ihnen durch freundliche Unterweisungs- und Lehrmethoden zu ermöglichen, sich zu vervollkommnen. Es wird einige geben, die ethisch krank sind. Sie müssen für eine mögliche Heilung behandelt werden. Andere sind unreif, wie Kinder; sie müssen unterrichtet und erzogen werden, damit sie klug und reif werden mögen. Die Schlafenden müssen erweckt werden, die Gleichgültigen müssen achtsam und aufmerksam werden. Aber all dies muss im Geist der Güte und der Liebe geschehen, nicht durch Streit, Auseinandersetzungen oder in einem Geist der Feindschaft und des Hasses, denn das steht im Gegensatz zum Wohlgefallen Gottes. Das vor Gott Annehmbare ist die Liebe. Liebe ist wahrhaftig die erste Ausstrahlung des Göttlichen und der größte Glanz Gottes.
O Du mitleidvoller Gott, Du, der Du freigebig und dazu in der Lage bist! Wir sind Deine Diener im Schutze Deiner Vorsehung. Wirf einen Strahl Deiner Gunst auf uns. Gib unseren Augen Licht, unseren Ohren Gehör, unseren Herzen Verständnis und Liebe. Erfreue und beglücke unsere Seelen durch Deine frohen Botschaften. O Herr! Zeige uns den Pfad Deines Königreiches und belebe uns mit dem Odem des Heiligen Geistes. Schenke uns ewiges Leben und verleihe uns immerwährende Ehre. Vereinige die Menschheit und erleuchte die Menschenwelt. Mögen wir alle Deinem Pfade folgen, uns nach Deinem Wohlgefallen sehnen und nach den Geheimnissen Deines Königreiches trachten. O Gott! Vereinige uns alle und verbinde unsere Herzen mit Deinem unauflöslichen Band. Wahrlich, Du bist der Gebende, Du bist der Gütige und Du bist der Allmächtige.

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7. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Bedenkt die aktuellen Ereignisse auf dem Balkan, wo ein kriegerischer Flächenbrand wütet und so viel Blut vergossen wird. Im Grunde trauert die ganze Menschheit und klagt über das Wiederaufflammen dieser katastrophalen Zustände. Regierungen ändern und wandeln sich. Die Souveränität der orientalischen Nationen wankt und es ist höchst ungewiss, was dabei herauskommt. Deshalb möchte ich mit euch über dieses Thema sprechen.
Ich erbitte eure Aufmerksamkeit, insbesondere für diejenigen Aspekte dieses Krieges, die Bahá'u'lláh vor vierzig Jahren ausführlich vorausgesagt hat. Während Seines Exils und Seiner Gefangenschaft im Gefängnis von 'Akká richtete Er einen Brief an den Sulṭán der Türkei. Er sandte auch Sendschreiben an Napoleon III. und an den Sháh von Persien. Alle Seine Briefe an die Könige und Herrscher auf Erden wurden zu einem Buch zusammengefasst, das vor 35 Jahren im indischen Bombay veröffentlicht wurde. Es gab mehrere Auflagen dieses Buches.
Ich habe ein Exemplar einer Ausgabe bei mir, die vor zweiundzwanzig Jahren veröffentlicht wurde. 1891 schrieb Professor E. G. Browne von der Universität Cambridge in England ein Buch über seinen Besuch in 'Akká. Später gab es einen zweiten Band, in dem er aus den Sendschreiben Bahá'u'lláhs an die Könige und Herrscher zitierte. Übersetzungen einiger dieser Sendschreiben befinden sich auch in euren Bibliotheken. Wenn ihr sie zur Hand nehmt, könnt ihr die bemerkenswerten Aussagen Bahá'u'lláhs lesen.
Ich werde euch aus dem arabischen Text genau die Worte vorlesen, die Bahá'u'lláh in Seinem Brief an den Sulṭán der Türkei geschrieben hat. Sie werden für euch übersetzt, während ich lese. »O König! Du hast begangen, was Muḥammad, den Gesandten Gottes, im erhabenen Paradiese wehklagen ließ. Die Welt hat dich so stolz gemacht, dass du dich abkehrtest von dem Antlitz, durch dessen Glanz die Himmlischen Heerscharen erleuchtet werden. Bald wirst du offenkundigen Verlust erleiden. Du hast dich mit dem persischen Botschafter verschworen, Mir zu schaden, obwohl Ich von der Quelle der Majestät und Größe zu euch kam, mit einer Offenbarung, die die Augen der Gott Nahen tröstet. Bei Gott! Dies ist der Tag, an dem das unsterbliche Feuer aus dem Inneren aller erschaffenen Dinge ruft: ›Der Meistgeliebte der Welten ist gekommen!‹ Und vor einem jeden steht ein Moses, der dem Wort deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden, lauscht. … Dachtest du, du könntest das Feuer löschen, das Gott in der Schöpfung entfacht hat? Nein! Bei Ihm, der ewigen Wahrheit, wolltest du es doch erkennen. Es lodert auf durch das, was deine Hände getan, und brennt noch heftiger. Die ganze Erde und all ihre Bewohner wird es umfangen. So erging Gottes Befehl, und die Mächte von Erde und Himmel können ihn nicht vereiteln.
Der Tag naht, da das Land des Geheimnisses (Adrianopel) und die angrenzenden Lande vom Wandel erfasst werden.

Sie werden den Händen des Herrschers entgleiten, Aufruhr wird herrschen, Wehklagen wird sich erheben und die Zeichen des Unheils werden allenthalben sichtbar sein.

Verwirrung wird sich ausbreiten ob dessen, was diesen Gefangenen von den Heerscharen der Unterdrückung widerfahren ist.

Die Verhältnisse werden sich ändern; sie werden so schlimm, dass selbst der Sand auf den Hügeln aufstöhnt und die Bäume auf den Bergen Tränen vergießen.

Überall wird Blut fließen.

Dann wirst du das Volk in großer Not sehen. … Stand es in der Macht des Pharao, Gott daran zu hindern, Seine Souveränität auszuüben, als er voll Willkür herrschte und frevelte im Land?

Aus seinem eigenen Haus und gegen seinen Willen brachten wir den hervor, der mit Gott sprach (Moses).

Wir sind mächtig und stark.

Rufe dir ferner ins Gedächtnis, wie Nimrod das Feuer des Unglaubens entfachte, auf dass seine Flamme den Freund Gottes (Abraham) verzehre.

Doch wir erlösten Ihn durch die Macht der Wahrheit und ergriffen Nimrod mit grimmigem Zorn.

Sprich:

Der Unterdrücker (der König von Persien) hat den Geliebten der Welten (den Báb) getötet, um das Licht Gottes unter den Menschen auszulöschen und sie vom Quell des ewigen Lebens fernzuhalten in den Tagen des Herrn, des Mächtigen, des Gütigen.

Wir haben die Sache Gottes auf Erden offenbart und Sein Gedenken unter denen hochgehalten, die an Ihn glauben.

Sprich:

Dieser Jüngling ist erschienen, um die Welt zu beleben und alle, die auf Erden wohnen, zu vereinen.

Was Gott will, wird geschehen, und du wirst sehen, wie die Erde in das herrlichste Paradies verwandelt wird.

So wurde es von der Feder der Offenbarung auf einer erhabenen Tafel niedergeschrieben.«
Es gibt viele andere Prophezeiungen in diesem Buch, insbesondere im Sendschreiben an den Sháh von Persien und alle diese Prophezeiungen wurden erfüllt. Sie sind lang und wir haben nicht die Zeit, sie alle zu zitieren.
Diese Zitate sollen zeigen, dass Bahá'u'lláhs großartiges Bestreben im Osten darin bestand, die Menschheit zu vereinen, ihre Einigkeit und Versöhnung zu bewirken, dadurch die Einheit der Menschheit zu verwirklichen, den Weg für den Weltfrieden zu bereiten und die Grundlagen für Glück und Wohlstand zu schaffen. Aber die Völker haben nicht auf Seinen Ruf und Seine Botschaft gehört. Die persische und die türkische Regierung haben sich gegen Seine Sache erhoben, und das Ergebnis ist, dass beide Regierungen aufgelöst wurden und zerbrachen. Hätten sie Seine Gebote beachtet und Seine Ermahnungen angenommen, so wären sie in Sicherheit gewesen. Sie hätten sich des Glücks und Wohlstands erfreuen können. Sie wären in Freundschaft und Gemeinschaft miteinander verbunden gewesen, hätten sich die wunderbaren Gaben der Liebe und der Einheit zunutze machen und im herrlichen Paradies des göttlichen Königreiches verweilen können. Doch leider wurden die Gebote und die Führung des Gesegneten missachtet und verworfen. Tag für Tag sind sie ihren eigenen Ideen und Einbildungen gefolgt, bis hin in das rasende Toben des aktuellen Kriegsfeuers.

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7. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
In der Natur sehen wir die Lebewesen in einem unaufhörlichen Kampf ums Überleben. Überall begegnen uns die Anzeichen für das körperliche Überleben der Stärksten. Gerade hier liegt die Quelle des Irrtums und der Fehleinschätzung in den Ansichten und Theorien der Menschen, die nicht erkennen, dass die Natur in ihrem Ursprung und in ihrem Ergebnis an sich unvollkommen ist und dass ihre Mängel durch Erziehung und Bildung beseitigt werden müssen. Nehmen wir etwa den Menschen selbst. Wenn wir die Urvölker Zentralafrikas studieren, die ganz nach den Gesetzen der Natur aufgewachsen sind, werden wir in der Tat feststellen, dass ihnen etwas fehlt. Sie haben keine religiöse Erziehung. Es gibt auch keine Anzeichen für kulturellen Fortschritt. Sie haben sich innerhalb der Grenzen der rohen Natur entwickelt. Sie verhalten sich so blutrünstig, hemmungslos und triebhaft, dass sie sich sogar gegenseitig töten und verspeisen. Die Natur ist ohne Hilfe also unvollkommen, denn auf dieser Ebene findet der Kampf um das körperliche Dasein statt.
Wenn wir ein Stück Land in seinem natürlichen Zustand belassen, werden Unkraut, Dornengestrüpp und Dschungelbäume darauf wachsen.

Wenn wir jedoch dasselbe Stück Land kultivieren, wird es sich selbst von natürlichen Unvollkommenheiten befreien und in einen schönen Rosengarten oder einen Obstgarten mit fruchttragenden Bäumen verwandeln.

Das beweist, wie unvollkommen die Natur ist.

Die Gründung von Schulen und die weltweite Einrichtung von Bildungssystemen sollen helfen, die Mängel der Natur durch gute Eigenschaften und Vervollkommnung auszugleichen.

Ohne Mängel gäbe es keinen Bedarf an Bildung, Kultur und Erziehung, aber die Tatsache, dass Kinder notwendigerweise erzogen und ausgebildet werden müssen, beweist, dass die Natur entwickelt werden muss.

Vieles belegt dies eindeutig.

Einer der grundlegenden Beweise ist das Überleben der Stärksten im Reich der Tiere, ihre Unwissenheit, ihre Triebhaftigkeit und ihre ungezügelten Instinkte und Leidenschaften.

In der Welt der Natur bedarf es also eines Erziehers und Lehrers für die Menschheit.

Er muss über allumfassende Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen.

Es gibt zwei Arten von Lehrern: allumfassend befähigte und spezialisierte.

Die allumfassend befähigten Lehrer sind die Propheten Gottes, und die spezialisierten Lehrer sind die Philosophen.

Die Philosophen können einen begrenzten Kreis an Menschenseelen erziehen und ausbilden, wohingegen die heiligen, göttlichen Manifestationen der Menschheit allgemeingültige Bildung zukommen lassen.

Sie erheben sich, um eine allumfassende ethische Bildung zu vermitteln.

Zum Beispiel war Moses ein allumfassender Lehrer.

Er lehrte und bildete das Volk Israel und befähigte es, sich aus dem tiefsten Abgrund der Verzweiflung und Unwissenheit zu befreien.

Er führte es auf eine hohe Stufe des Wissens und des Fortschritts.

Die Menschen waren Gefangene und Sklaven; durch Ihn kamen sie frei.

Er führte sie aus Ägypten ins Heilige Land und öffnete ihnen die Tore für ihren Fortschritt zu einer höheren Zivilisation.

Durch Seine Unterweisung gelang es diesem unterdrückten und geknechteten Volk, diesen Sklaven und Gefangenen der Pharaonen, den Glanz der salomonischen Herrschaft zu entfalten.

Das ist ein Beispiel für einen allumfassenden Lehrer, einen allumfassenden Erzieher.

Und denkt auch an Christus, wie diese wunderbare Verkörperung der Einheit den römischen, griechischen, ägyptischen, syrischen und assyrischen Völkern Bildung und ethische Orientierung vermittelte und sie zu einem dauerhaft und unauflöslich verbundenen Volk verschmolz.

Diese Völker waren zuvor zerstritten und befanden sich in einem Zustand ständiger Feindschaft und Zwietracht.

Er hat sie zusammengeführt, sie in Einklang gebracht, der Menschheit Ruhe verschafft und weltweit die Grundlagen für menschliches Wohlergehen geschaffen.

Deshalb war Er ein wahrer Erzieher, der Lehrer der Wahrheit.
Wenn wir die Bedingungen im Osten vor dem Erscheinen des Propheten Arabiens betrachten, so stellen wir fest, dass unter den Bewohnern der gesamten arabischen Halbinsel tiefe geistige Finsternis und völlige Unwissenheit herrschten. Diese Stämme waren ständig in Kriege verwickelt, töteten und vergossen Blut, brandschatzten, plünderten die Häuser anderer und lebten unter Bedingungen äußerster Erniedrigung und Unmoral. Sie waren niedriger und bestialischer als Tiere. In einem solchen Volk ist Muḥammad als Prophet erschienen. Er unterrichtete diese barbarischen Stämme, erhob sie aus ihrer Unwissenheit und Grausamkeit und beendete den ständigen Streit und Hass, der unter ihnen herrschte. Er sorgte für Eintracht und Versöhnung zwischen ihnen, vereinigte sie und lehrte sie, einander wie Brüder zu betrachten. Durch Seine Anleitung kam es zu rascher Verbesserung ihres Ansehens und ihrer Kultur. Zuvor waren sie unwissend; sie wurden weise. Sie waren barbarisch; sie entwickelten sich zu einer verfeinerten und kultivierten Gesellschaft. Sie waren heruntergekommen und verroht; Er hat sie aufgerichtet und erhoben. Sie wurden gedemütigt und verachtet; Ihre Zivilisation und ihr Ansehen verbreiteten sich in der ganzen Welt. Das ist der schlüssige Beweis dafür, dass Muḥammad ein Erzieher und Lehrer war.
Im neunzehnten Jahrhundert herrschten unter den Menschen des Orients Feindschaft und Streit.

Apathie und Unwissenheit kennzeichneten die Völker.

Ihr Leben war wirklich trostlos und düster, gottvergessen und den niederen menschlichen Trieben und Leidenschaften verfallen.

Der Kampf ums Dasein war heftig und allgegenwärtig.

In dieser Zeit erschien Bahá'u'lláh unter ihnen wie ein Licht des Himmels.

Er flutete den Osten mit Licht.

Er verkündete neue Grundsätze und Lehren.

Er legte den Grundstein für neue Institutionen, die den Geist der Moderne, das Licht der Welt, die Entwicklung des Staatswesens und ewige Ehre in sich bergen.

Die Menschen im Orient, die auf diese Lehren hörten, sagten sich sofort vom Geist des Streites und der Feindseligkeit los und begannen, in Wohlwollen und Freundschaft miteinander zu verkehren.

Von den Extremen der Feindseligkeit aus gelangten sie zum Gipfel der Liebe und Brüderlichkeit.

Sie waren in Krieg und Streit verwickelt gewesen, aber nun wurden sie liebevoll und lebten in völliger Einheit und Eintracht zusammen.

Heute findet man bei ihnen keine religiösen, politischen oder patriotischen Vorurteile.

Sie sind freundlich, liebevoll und begegnen einander in größter Glückseligkeit.

Sie haben keinen Anteil an den Kriegen und Streitereien, die heute im Osten stattfinden.

Ihre Haltung gegenüber allen Menschen ist eine Haltung des Wohlwollens und der liebenden Güte.

Ein Banner des Weltfriedens wurde unter ihnen entrollt.

Das Licht der Führung hat ihre Seelen durchdrungen.

Es ist Licht über Licht, Liebe über Liebe.

Dies ist das Ergebnis der Erziehung und Schulung durch Bahá'u'lláh.

Er hat die Menschen zu dieser Stufe geführt und ihnen Lehren gegeben, die ewige Erleuchtung sicherstellen.

Jeder, der Seine Lehren gut kennt, wird sagen:

»Wahrlich, ich erkläre, dass diese Worte die Grundlage für die Erleuchtung der Menschheit sind, dass dies die ewige Ehre ist, dass dies himmlische Gebote sind und die Ursache für das ewige Leben der Menschen.«

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8. November 1912
Ansprache in der Synagoge Eighth-Street-Temple Washington, D. C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Es gibt nur einen Gott, es gibt nur einen Strahlenglanz Gottes, und alle Menschen sind die Diener dieses einen Gottes. Gott ist gütig zu allen. Er ist der Schöpfer aller, Er sorgt für alle, und alle stehen unter Seiner Fürsorge und Seinem Schutz. Die Sonne der Wahrheit, das Wort Gottes, scheint auf die ganze Menschheit. Aus der göttlichen Wolke fällt der kostbare Regen. Die sanften Frühlingsbrisen Seiner Gnade wehen, und die ganze Menschheit ist eingetaucht in das Meer Seiner ewigen Gerechtigkeit und liebevollen Güte. Gott hat die Menschen aus dem gleichen Stamm erschaffen, damit sie sich in Freundschaft zusammenschließen, einander Liebe erweisen und in Einheit und Brüderlichkeit zusammenleben.
Aber wir haben gegen Gottes Willen und Wohlgefallen gehandelt. Wir haben Feindschaft und Zwietracht gesät. Wir haben uns entzweit und uns in Konflikten und Streit gegeneinander erhoben. Wie viele Kriege hat es zwischen den Völkern und Nationen gegeben! Wie viel Blut ist vergossen worden! Unzählige Städte und Häuser wurden verwüstet. All dies widerspricht dem Wohlgefallen Gottes, denn Er wünscht Liebe für die Menschheit. Er ist nachsichtig und barmherzig mit allen Seinen Geschöpfen. Er hat für die Menschen Freundschaft und Einvernehmlichkeit bestimmt.
Am bedauerlichsten sind jedoch die Unterschiede und Gegensätze, die wir im Namen der Religion untereinander geschaffen haben, weil wir uns einbilden, die Hauptpflicht unseres religiösen Handelns bestehe darin, uns voneinander zu distanzieren und zu entfremden, einander zu meiden und die anderen als irregeleitet und ungläubig anzusehen. In Wirklichkeit ist die Grundlage der göttlichen Religionen eine und dieselbe. Die Unterschiede, die zwischen uns aufgetaucht sind, haben ihre Ursache in der blinden Nachahmung dogmatischer Glaubenssätze und im Festhalten an überlieferten Formen des Gottesdienstes. Abraham legte den Grundstein für die Wahrheit. Moses, Christus und Muḥammad waren Verkörperungen der Wahrheit. Bahá'u'lláh war die Herrlichkeit der Wahrheit. Das ist nicht nur eine Behauptung; es soll bewiesen werden.
Ich bitte Sie um größte Aufmerksamkeit für dieses Thema.

In den göttlichen Religionen gibt es zwei Arten von Verordnungen.

Erstens solche, die aus den grundlegenden, also den geistigen Lehren des Wortes Gottes bestehen.

Dies sind der Glaube an Gott, die Aneignung der Tugenden, die das vollkommene Menschsein kennzeichnen, lobenswerte Ethik, der Erwerb der Gaben und Segnungen, die dem göttlichen Strahlenglanz entspringen – kurz, die Gebote, die Moral und Ethik betreffen.

Dies ist der grundlegende Aspekt der Religion Gottes, und dies ist von höchster Bedeutung, denn die Erkenntnis Gottes ist die Grundanforderung an den Menschen.

Der Mensch muss die Einheit des Göttlichen begreifen.

Er muss die Gebote Gottes erkennen, sie anerkennen und mit innerer Gewissheit verstehen, dass die ethische Entwicklung der Menschheit von der Religion abhängt.

Er muss sich von allen Mängeln befreien und nach himmlischen Tugenden streben, damit er sich als Ebenbild Gottes erweist.

In der Bibel heißt es:

»Und Gott sprach:

Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.« Offensichtlich bezieht sich das erwähnte Ebenbild nicht auf Form und Gestalt des Menschen, denn die Wirklichkeit des Göttlichen ist nicht durch irgendeine Form oder Gestalt begrenzt.

Nein, es geht vielmehr um die Eigenschaften und Merkmale Gottes.

So, wie Gott gerecht genannt wird, muss auch der Mensch gerecht sein.

Weil Gott liebevoll und gütig zu allen Menschen ist, muss auch der Mensch allen Menschen liebevolle Güte erweisen.

Weil Gott getreu und wahrhaftig ist, muss der Mensch die gleichen Eigenschaften in der Menschenwelt zum Ausdruck bringen.

Weil Gott barmherzig zu allen ist, muss auch der Mensch eine Verkörperung der Barmherzigkeit sein.

Kurz gesagt:

Das Ebenbild Gottes bezieht sich auf die göttlichen Tugenden, und der Mensch ist dazu bestimmt, der Empfänger des Strahlenglanzes göttlicher Eigenschaften zu werden.

Dies ist die wesentliche Grundlage aller göttlichen Religionen, die Wahrheit selbst, die allen gemeinsam ist.

Abraham hat es verkündet.

Moses verbreitete es.

Christus und alle Propheten vertraten diese Grundsätze und Merkmale göttlicher Religion.
Zweitens gibt es Gesetze und Verfügungen, die zeitgebunden und nicht wesentlich sind.

Sie betreffen zwischenmenschliche Handlungen und Beziehungen.

Sie sind nebensächlich und ändern sich je nach den Erfordernissen von Zeit und Ort.

Diese Verfügungen sind weder dauerhaft noch grundlegend.

So war es beispielsweise zur Zeit Noahs zweckdienlich, dass Meeresfrüchte als erlaubt angesehen wurden; deshalb befahl Gott Noah, von allen Meerestieren zu essen.

Zu Moses Zeiten war dies für die Existenz Israels nicht erforderlich; deshalb wurde ein zweites Gebot offenbart, womit das Gesetz bezüglich der Meeresfrüchte teilweise aufgehoben wurde.

Zu Abrahams Zeit – Frieden sei mit Ihm – galt Kamelmilch ebenso wie Kamelfleisch als erlaubte und annehmbare Speise; aber zu Zeiten Jakobs wurde dies wegen eines Gelübdes, das Er abgelegt hatte, verboten.

Diese Gesetze sind nicht wesentlich und zeitgebunden.

In der Heiligen Bibel gibt es bestimmte Gebote, die für jene vergangenen Zeiten genau den Zeitgeist und das Licht jener Epoche darstellten.

So wurde etwa nach dem Gesetz der Thora einem Mann, der eine gewisse Summe gestohlen hatte, die Hand abgehackt.

Ist es heute durchführbar und vernünftig, einem Mann für den Diebstahl eines Dollars die Hand abzuhacken?

In der Thora gibt es zehn Gesetze in Bezug auf Mord.

Könnten diese heute angewandt werden?

Sicher nicht!

Die Zeiten haben sich geändert.

Nach dem ausdrücklichen Wortlaut der Bibel muss ein Mann, der das Sabbatgebot missachtet oder bricht oder am Sabbat ein Feuer anzündet, mit dem Tod bestraft werden.

Heute sind solche Gesetze aufgehoben.

Die Thora erklärt, dass ein Mensch zum Tode verurteilt werden sollte, wenn er respektlos mit seinem Vater spricht.

Ist das heute noch durchsetzbar?

Nein, die Lebensumstände der Menschen haben sich geändert.

Auch zur Zeit Christi wurden einige weniger wichtige Verfügungen durchgesetzt, die der damaligen Zeit entsprachen.
Es wurde also schlüssig dargelegt, dass die Grundlage der Religion Gottes dauerhaft und unveränderlich bleibt. Diese festgelegte Grundlage sichert den Fortschritt und die Stabilität des Staates und die Erleuchtung der Menschheit. Sie ist seit jeher die Quelle der Liebe und Gerechtigkeit zwischen den Menschen. Sie dient wahrer Gemeinschaft und der Vereinigung aller Menschen, denn sie verändert sich nie und wird nie ersetzt. Die nebensächlichen oder unwesentlichen Gesetze, die soziale Belange und das tägliche Leben regeln, sind veränderbar und können aufgehoben werden.
Ich frage: Wozu gibt es das Prophetentum? Wozu hat Gott die Propheten gesandt? Offensichtlich sind die Propheten die Erzieher und Lehrer der Menschheit. Sie kommen, um den Menschen universelle Erziehung zu schenken, sie zu unterrichten, um die Menschheit aus den Abgründen der Verzweiflung und Trostlosigkeit zu erheben und um den Menschen zu befähigen, den Gipfel des Fortschritts und des Ruhmes zu erreichen. Die Völker befinden sich in der Finsternis; die Propheten führen sie in das Reich des Lichtes. Sie leben in größter Unvollkommenheit; die Propheten verleihen ihnen Vollkommenheit. Die Sendung der Propheten hat kein anderes Ziel als die Erziehung und Unterweisung der Menschen. Deshalb müssen wir aufmerksam sein und nach dem Menschen Ausschau halten, der diese Fähigkeit besitzt. Mit anderen Worten, die Seele, die sich als Erzieher der Menschen und Lehrer der Menschheit erweist, ist zweifellos der Prophet Seiner Epoche.
Betrachten wir zum Beispiel die Ereignisse zu Moses Zeit – Frieden sei mit Ihm!

Er wohnte zu einer Zeit in Midian, als die Kinder Israels in Ägypten in Gefangenschaft und Knechtschaft lebten und schwerer Tyrannei und Unterdrückung ausgesetzt waren.

Sie waren unwissende Analphabeten und mussten grausame Qualen durchleben.

Sie waren so hilflos und schwach, dass ein damaliges Sprichwort besagte, ein Ägypter könne zehn Israeliten überwältigen.

Zu einer solchen Zeit und unter solch unerträglichen Umständen erschien Moses und erstrahlte in himmlischem Glanz.

Er rettete Israel aus der Knechtschaft des Pharao und erlöste es aus der Gefangenschaft.

Er führte das Volk aus dem Lande Ägypten hinaus in das Heilige Land.

Sie waren verstreut und gebrochen; Er hat sie geeint und erzogen, ihnen den Segen der Weisheit und der Erkenntnis verliehen.

Sie waren Sklaven; Er machte sie zu Fürsten.

Sie waren unwissend; Er macht sie zu Gelehrten.

Sie waren unvollkommen; Er verhalf ihnen zur Vervollkommnung.

Mit einem Wort, Er führte sie aus ihrer Hoffnungslosigkeit heraus auf die Ebene der Zuversicht und des Mutes.

Sie wurden überall in der antiken Welt berühmt, bis sie schließlich auf dem Höhepunkt und im Glanz ihrer neuen Kultur zur Herrlichkeit der salomonischen Herrschaft gelangten.

Durch Moses Führung und Erziehung wurden diese Sklaven und Gefangenen vorherrschend unter den Völkern.

Sie waren nicht nur für ihre körperliche und militärische Überlegenheit berühmt, vielmehr verbreitete sich ihr Ruf auf allen Ebenen von Kunst, Literatur und Kultur.

Sogar die berühmten Philosophen Griechenlands reisten nach Jerusalem, um bei den israelitischen Weisen zu studieren, und erhielten von ihnen zahlreiche Lektionen in Philosophie und Weisheit.

Unter diesen Philosophen war auch der berühmte Sokrates.

Er besuchte das Heilige Land und studierte bei den Propheten Israels, eignete sich die Grundsätze ihrer philosophischen Lehre an und erlangte Kenntnisse in ihren fortgeschrittenen Künsten und Wissenschaften.

Nach seiner Rückkehr nach Griechenland entwickelte er ein Konzept, das als die Einheit Gottes bekannt ist.

Das griechische Volk erhob sich gegen ihn, und schließlich wurde er in Gegenwart des Königs vergiftet.

Hippokrates und viele andere griechische Philosophen saßen zu Füßen der gelehrten israelitischen Doktoren und verinnerlichten deren Darlegungen der Weisheit und inneren Wahrheit.
Da Moses die Israeliten durch den Einfluss Seiner großen Sendung aus tiefer Entwürdigung und Erniedrigung befreite, sie zu Ansehen und Ruhm führte, und sie erzog und unterrichtete, sollten wir ein gerechtes Urteil über einen so wunderbaren Lehrer fällen. Denn dieses große Werk hat Er ganz allein vollbracht. Hätte Er ohne die Billigung und den Beistand einer himmlischen Macht einen solchen Wandel bewirken und solche Lebensbedingungen für diese Menschen herbeiführen können? Hätte Er ohne heiligen und göttlichen Beistand ein ganzes Volk aus der Erniedrigung zum Ruhm führen können?
Nichts anderes als eine göttliche Macht hätte dies vollbringen können. Darin liegt der Beweis des Prophetentums, denn die Aufgabe eines Propheten ist die Erziehung des Menschengeschlechts, so wie diese Persönlichkeit sie vollführt hat, was Ihn als einen mächtigen Propheten unter den Propheten und Sein Buch als das wahre Buch Gottes ausweist. Das ist ein vernünftiger, direkter und vollkommener Beweis.
Kurzum, Moses – Frieden sei mit Ihm – führte das Gesetz Gottes ein, läuterte die Sitten des Volkes Israel und spornte es zu edleren und höheren Leistungen an.

Aber nach Moses Hinscheiden und nachdem der Ruhm der salomonischen Ära vergangen war, erlebte das Volk unter der Herrschaft Jerobeams einen großen Wandel.

Der hohe ethische Standard und die geistige Vollkommenheit schwanden dahin.

Die Zustände und Sitten wurden korrumpiert, die Religion wurde entwürdigt, und die vollkommenen Grundlagen des mosaischen Gesetzes wurden durch Aberglauben und Vielgötterei unkenntlich.

Krieg und Streit entbrannten zwischen den Stämmen, und ihre Einheit war zerstört.

Die Anhänger Jerobeams sahen ihn als rechtmäßigen und gültigen Nachfolger des Königs, und die Anhänger Rehabeams erhoben den gleichen Anspruch.

Schließlich wurden die Stämme durch Feindschaft und Hass auseinandergerissen, der Ruhm Israels wurde verfinstert, und der Niedergang war so vollständig, dass in der Stadt Tyrus ein goldenes Kalb zur Anbetung aufgestellt wurde.

Daraufhin sandte Gott den Propheten Elias, der das Volk erlöste, das Gesetz Gottes erneuerte und ein Zeitalter neuen Lebens für Israel einleitete.

Später in der Geschichte kam es zu einem weiteren Wechsel und Wandel, als auf diese Einheit und Solidarität eine erneute Zersplitterung der Stämme erfolgte.

Der babylonische König Nebukadnezar fiel ins Heilige Land ein und führte siebzigtausend Israeliten als Gefangene nach Chaldäa, wo diese unglücklichen Menschen die größten Rückschläge, Heimsuchungen und Leiden erdulden mussten.

Daraufhin reformierten die Propheten Gottes das Gesetz Gottes und setzten es wieder ein, und aus ihrer Demütigung heraus befolgten die Menschen es erneut.

Das führte zu ihrer Befreiung und auf Anweisung des persischen Königs Kyros erfolgte eine Rückkehr in die Heilige Stadt.

Jerusalem und der Tempel Salomons wurden wieder aufgebaut und Israels Ruhm wurde wiederhergestellt.

Dies währte nur eine kurze Zeit.

Sitten und Moral des Volkes verfielen und die Zustände erreichten ein extremes Ausmaß, bis der römische Feldherr Titus Jerusalem eroberte und es dem Erdboden gleichmachte.

Plünderungen und Eroberungen vollendeten die Verzweiflung.

Palästina wurde zur Wüste und Wildnis, und die Juden flohen aus dem Heiligen Land ihrer Vorfahren.

Die Ursache für diesen Zerfall und diese Auflösung bestand darin, dass Israel sich von der Grundlage des Gesetzes Gottes, wie Moses es offenbart hatte, abgewandt hatte, namentlich vom Erwerb göttlicher Tugenden, von Ethik, Liebe, der Entwicklung von Künsten und Wissenschaften und vom Geist der Einheit der Menschheit.
Ich möchte nun, dass Sie einige Tatsachen und Feststellungen prüfen, die der Überlegung wert sind. Mein Ziel und meine Absicht dabei sind, religiöse Feindschaft und Hass, die die Menschen gefesselt haben, aus ihren Herzen zu entfernen, und alle Religionen zur Eintracht und Einheit zu führen. Da diese Feindschaft, dieser Hass, dieser Fanatismus und diese Unduldsamkeit durch Missverständnisse entstanden sind, wird die Wahrheit religiöser Einheit zum Vorschein kommen, sobald diese Missverständnisse ausgeräumt sind. Denn die Grundlage aller göttlichen Religionen ist nur eine einzige. Dies ist die Einheit der Offenbarung oder der Lehre. Aber leider haben wir uns von dieser Grundlage abgewandt und halten hartnäckig an verschiedenen Dogmen und blinder Nachahmung überlieferter Glaubenssätze fest. Das ist die wahre Ursache für Feindschaft, Hass und Blutvergießen in der Welt, der Grund für Abneigung und Entfremdung zwischen den Menschen. Deshalb wünsche ich, dass Sie in Ihrem Urteil über die folgenden Feststellungen sehr fair und gerecht sind.
In der Zeit, in der das Volk Israel von den erwähnten Zuständen bedrängt und geplagt wurde, erschien Jesus Christus dort.

Jesus von Nazareth war Jude.

Er war nur auf sich gestellt und ohne Unterstützung, allein und einzigartig.

Er hatte keinen Helfer.

Die Juden beschuldigten Ihn sofort, Moses Feind zu sein.

Sie erklärten, Er sei der Zerstörer der mosaischen Gesetze und Gebote.

Lassen Sie uns die vorliegenden Fakten untersuchen, prüfen wir die Wahrheit und die Wirklichkeit, um zu einer richtigen Ansicht und Schlussfolgerung zu gelangen.

Um uns zu dieser Frage eine gerechte Meinung zu bilden, müssen wir alles, was wir wissen, beiseitelegen und unabhängig nachforschen.

Diese Persönlichkeit, Jesus Christus, erklärte, Moses sei der Prophet Gottes gewesen, und bezeichnete alle Propheten Israels als von Gott gesandt.

Er verkündete, die Thora sei das wahre Buch Gottes, und forderte alle auf, sich an ihre Gebote zu halten und ihren Lehren zu folgen.

Es ist eine historische Tatsache, dass die Könige Israels fünfzehnhundert Jahre lang unfähig waren, die Religion des Judentums zu verbreiten.

Ja, während dieses Zeitraums war das Wissen um Moses Namen und Geschichte auf die Grenzen Palästinas beschränkt, und die Thora war nur in diesem Land als Buch bekannt.

Aber durch Christus, durch den Segen des Neuen Testaments Jesu Christi, wurde das Alte Testament, die Thora, in sechshundert verschiedene Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet.

Erst durch das Christentum gelangte die Thora nach Persien.

Vor dieser Zeit gab es in diesem Land keine Kenntnis von einem solchen Buch, aber Christus bewirkte seine Verbreitung und Annahme.

Durch Ihn wurde Moses Name geadelt und verehrt.

Durch Ihn wurden die Namen und die Größe der israelitischen Propheten bekannt, und Er bewies der Welt, dass die Israeliten das Volk Gottes waren.

Welcher der Könige Israels hätte dies erreichen können?

Hätte die Bibel, die Thora, ohne Jesus Christus Amerika erreicht?

Wäre Moses Name in der ganzen Welt verbreitet worden?

Betrachten Sie die Geschichte.

Jeder weiß, dass mit der Ausbreitung des Christentums zugleich das Wissen um das Judentum und die Thora verbreitet wurde.

In ganz Persien gab es keine einzige Ausgabe des Alten Testaments, bis die Religion Jesu Christi dafür sorgte, dass es überall erschien, sodass heute die Bibel in jenem Land ein Alltagsgegenstand ist.

Es ist also offensichtlich, dass Christus Moses Freund war, dass Er Moses liebte und an Ihn glaubte; sonst hätte Er Seinen Namen und Seine Prophetenschaft nicht erwähnt.

Das ist selbsterklärend.

Deshalb sollten Christen und Juden die größte Liebe füreinander hegen, denn die Stifter dieser beiden großen Religionen waren sich bezüglich des Buches und der Lehre vollkommen einig.

Ihre Anhänger sollten es auch sein.
Wir haben bereits die stichhaltigen Beweise für Prophetenschaft genannt.

Wir sehen, dass die eigentlichen Beweise für Moses Rechtmäßigkeit von Christus bezeugt und wiederholt wurden.

Auch Christus war eine einzigartige Persönlichkeit, israelitischer Abstammung.

Durch die Macht Seines Wortes konnte Er die Menschen der römischen, griechischen, mesopotamischen, ägyptischen und assyrischen Völker vereinen.

Sie waren grausam, blutrünstig und feindselig gewesen, hatten einander getötet, ausgeplündert und gefangen genommen; aber Er schmiedete sie in einem vollkommenen Bund der Einheit und Liebe zusammen.

Er sorgte für Eintracht und Versöhnung zwischen ihnen.

Diese mächtigen Auswirkungen waren das Ergebnis der Manifestation einer einzigen Seele.

Das beweist schlüssig, dass Christus von Gott unterstützt wurde.

Heute bekennen und glauben alle Christen, dass Moses ein Prophet Gottes war.

Sie erklären, dass Sein Buch das Buch Gottes war, dass die Propheten Israels echt und rechtmäßig waren und dass das Volk Israel das Volk Gottes bildete.

Welcher Schaden ist dadurch entstanden?

Welcher Schaden könnte entstehen, wenn die Juden erklären, dass Jesus auch eine Manifestation des Wortes Gottes gewesen ist?

Haben die Christen durch ihren Glauben an Moses gelitten?

Haben sie irgendeinen Verlust an religiöser Begeisterung erlitten oder eine Schwäche in ihrem religiösen Glauben gezeigt, indem sie erklärten, Moses sei ein Prophet Gottes gewesen, die Thora sei ein Buch Gottes und alle Propheten Israels seien Propheten Gottes?

Es ist offensichtlich, dass daraus kein Verlust entsteht.

Und jetzt ist es an der Zeit, dass die Juden erklären, dass Christus das Wort Gottes war, und dann wird diese Feindschaft zwischen zwei großen Religionen verschwinden.

Diese Feindschaft und diese religiösen Vorurteile haben zweitausend Jahre lang angehalten.

Blut wurde vergossen, Qualen wurden ertragen.

Diese wenigen Worte werden die Schwierigkeit lösen und zwei große Religionen vereinen.

Welcher Schaden kann entstehen, wenn auch die Juden des Namens Christi gedenken, Ihn zum Wort Gottes erklären und als einen der erwählten Gesandten Gottes ansehen, so wie die Christen den Namen Moses verherrlichen und preisen?
Einige Worte zum Qur'án und den Muslimen:

Als Muḥammad erschien, sprach Er von Moses als dem großen Mann Gottes.

Im Qur'án bezieht Er sich an sieben verschiedenen Stellen auf die Worte Moses, erklärt Ihn zum Propheten und Besitzer eines Buches, als Stifter des Gesetzes und als Geist Gottes.

Er sagte:

»Jeder, der an Ihn glaubt, ist vor Gott annehmbar, und jeder, der Ihn oder irgendeinen der Propheten verwirft, wird von Gott verworfen.« Abschließend spricht Er sogar Seine eigenen Verwandten an und sagt:

»Warum habt ihr Moses verworfen und nicht an Ihn geglaubt?

Warum habt ihr die Thora nicht anerkannt?

Warum habt ihr nicht an die jüdischen Propheten geglaubt?« In einer bestimmten Sure des Qur'án erwähnt Er die Namen von achtundzwanzig Propheten Israels und lobt und preist sie alle.

In solch hohem Maß hat Er die Propheten und die Religion Israels anerkannt und gelobt.

Es geht um Folgendes:

Muḥammad pries und verherrlichte Moses und erklärte das Judentum für rechtmäßig.

Er verkündete, dass jeder, der Moses verleugnet, unrein ist, und selbst wenn er bereue, werde seine Reue nicht angenommen.

Er nannte Seine eigenen Angehörigen ungläubig und unrein, weil sie die Propheten verleugnet hatten.

Er sagte:

»Weil ihr nicht an Christus geglaubt habt, weil ihr nicht an Moses geglaubt habt, weil ihr nicht an die Evangelien geglaubt habt, seid ihr Ungläubige und unrein.« Auf diese Weise pries Muḥammad die Thora, Moses, Christus und die Propheten der Vergangenheit.

Er erschien bei den Arabern, die ein ungebildetes, barbarisches und blutrünstiges Nomadenvolk waren.

Er führte und unterrichtete sie, bis sie einen hohen Entwicklungsstand erreichten.

Durch Seine Erziehung und Schulung erhoben sie sich aus den Niederungen der Unwissenheit zu den Höhen des Wissens und wurden zu Meistern der Gelehrsamkeit und Philosophie.

Wir sehen also, dass die Beweise, die für den einen Propheten gelten, gleichermaßen auf einen anderen anwendbar sind.
Die Schlussfolgerung lautet: Da die Propheten selbst, die Stifter, einander liebten, priesen und füreinander Zeugnis ablegten, warum nur sollten wir unterschiedlicher Meinung sein und uns voneinander entfremden? Es gibt nur einen Gott. Er ist der Hirte aller. Wir sind Seine Schafe und sollten daher in Liebe und Einheit miteinander leben. Wir sollten einander im Geiste der Gerechtigkeit und des Entgegenkommens begegnen. Werden wir das tun, oder werden wir einander verurteilen und verfluchen, nur uns selbst preisen und alle anderen verdammen? Was kann aus einer solchen Haltung und solchem Handeln an Gutem erwachsen? Im Gegenteil, nichts als Feindschaft und Hass, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit können daraus entstehen. War das in der Vergangenheit nicht die Hauptursache für Blutvergießen, Elend und Drangsal?
Preis sei Gott! Sie leben in einem Land der Freiheit. Sie sind mit Gelehrten gesegnet, Menschen, die in vergleichenden Religionsstudien bewandert sind. Sie erkennen die Notwendigkeit der Einheit und wissen um die große Not, die durch Vorurteile und Aberglauben entsteht. Ich frage Sie: Sind Gemeinschaft und Freundschaft in Gesellschaft und Gemeinde nicht der Feindschaft und dem Hass vorzuziehen? Die Antwort ist selbsterklärend. Liebe und Gemeinschaft sind absolut notwendig, um das Wohlgefallen Gottes – das Ziel aller menschlichen Bemühungen – zu gewinnen. Wir müssen vereint sein. Wir müssen einander lieben. Wir müssen einander immer lobpreisen. Wir müssen alle Völker würdigen und so die Zwietracht und den Hass beseitigen, die die Menschen einander entfremdet haben. Sonst werden die Zustände der Vergangenheit fortdauern, wir werden uns selbst preisen und die anderen verdammen; die Religionskriege werden kein Ende nehmen, und die religiösen Vorurteile, Hauptursache der Zerstörung und Trübsal, werden zunehmen. Das muss aufhören, und der Weg dorthin ist die Erforschung der Wahrheit, die allen Religionen zugrunde liegt. Diese grundlegende Wahrheit ist die Liebe zur Menschheit. Denn es gibt nur einen Gott und eine Menschheit, und das einzige Bekenntnis der Propheten ist Liebe und Einheit.

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9. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Die Ansprache, die ich gestern Abend in der Synagoge gehalten habe, hat offensichtlich einige Leute verwirrt, darunter auch den verehrten Rabbi, der mich heute Nachmittag darauf angesprochen hat. Gemeinsam sind wir das Thema noch einmal durchgegangen, und ich wiederhole das jetzt zu eurem Nutzen.
Gestern Abend war es nicht möglich, dem Rabbi das Thema vollständig zu erklären, da er unter großem Zeitdruck stand, aber heute war genügend Zeit, um die Aussagen noch einmal im Detail zu betrachten. Ich wünsche mir, dass ihr sie gut versteht und im Gedächtnis behaltet, damit ihr mit den Juden ins Gespräch kommt und ihnen auf diese Weise Wegweiser sein könnt.
Die Quintessenz unseres Themas war folgende: Worin besteht die Aufgabe eines Propheten und der Zweck eines göttlichen Gesetzes? Die Antwort darauf lautete: Zweifelsfrei ist der Zweck eines göttlichen Gebotes die Erziehung der Menschen, die Unterweisung der Menschheit. Die Menschen können als Schüler oder Kinder betrachtet werden, die eines göttlichen Erziehers bedürfen, eines echten Lehrers. Die wesentliche Voraussetzung und Befähigung für das Prophetentum ist die Unterweisung und Führung der Menschen. Deshalb werden wir zunächst die Wirksamkeit der Lehren derer untersuchen, denen als anerkannte Propheten Gottes gefolgt wird. Die Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: Haben sie die Menschen gelehrt? Haben sie sich als wirklich gute Lehrer erwiesen?
Unter ihnen war Moses. Wir können feststellen, dass Er während der Gefangenschaft der Kinder Israels ihr Anführer war. Sie befanden sich in einem Zustand äußerster Erniedrigung, Unwissenheit und Achtlosigkeit und lebten in Ägypten unter erbärmlichen Lebensbedingungen, die schlimmer waren als der Tod. Stellt euch ein unwissendes Volk vor, heruntergekommen und unterdrückt, gedankenlos, achtlos und geistig eingeschränkt, das man wie Sklaven behandelt. Moses Aufgabe war es, sie zu befreien und zu unterrichten. Er führte sie, brachte sie heraus aus der Knechtschaft ins Heilige Land, erweckte sie aus ihrer Unwissenheit und Verzweiflung, schulte sie so, dass sie aus Erniedrigung und Abhängigkeit zu Ehre und Bedeutung aufstiegen, und befähigte sie, eine hohe Stufe der Vervollkommnung zu erreichen. Sie wurden in Wissenschaften und Künsten bewandert, erreichten eine hohe Stufe der Zivilisation und wurden von anderen Völkern geehrt und geachtet, obwohl sie zuvor unbedeutend waren und verachtet wurden. Sie waren unwissend, sie erlangten Bildung und schließlich kam jene Zeit der Überlegenheit und Macht, die zum Kennzeichen der salomonischen Herrschaft wurde. Ihr Name verbreitete sich weit in der ganzen Welt und sie wurden für ihre besonderen Fähigkeiten geschätzt. Sogar die Philosophen Griechenlands reisten nach Palästina, um aus den Quellen ihrer Weisheit zu trinken und sich zu Füßen ihrer Weisen zu setzen. All diese Fakten beweisen, dass Moses ein Prophet und Lehrer war.
Nun zu Christus: Er war ein einzelner, einzigartiger und bescheidener Mensch, der zu einer Zeit erschien, als das israelitische Volk von den Höhen der Herrlichkeit in den niedrigsten Zustand der Knechtschaft und Verachtung gefallen war, tyrannisiert vom Römischen Reich, unter dem Joch der Demütigung lebend, unwissend und achtlos gegenüber Gott. Die historischen Aufzeichnungen der Heiligen Bücher bestätigen diese Aussagen. Christus, diese einzeln dastehende und einzigartige Persönlichkeit, erschien bei diesen verachteten und erniedrigten Menschen und repräsentierte die Kraft des Göttlichen und die Macht des Heiligen Geistes. Er vereinte die verschiedenen Völker und Nationen der Welt, brachte sie in Gemeinschaft und Einigkeit zusammen und versammelte sie unter dem schützenden Schirm des einen Wortes. Sein Ansehen und Sein Ruhm verbreiteten sich nicht nur unter den Kindern Israels, die damals eine kleine Volksgruppe bildeten; Seine geistige Kraft durchdrang und vereinte auch große, einflussreiche, kriegerische und verfeindete Nationen, wie die Römer und Griechen, die Ägypter, Chaldäer, Syrer und Assyrer. Er beendete ihre Feindseligkeit, kurierte ihren Hass, machte sie zu einem geeinten Volk und ließ durch Sein Wort die größte Liebe zwischen ihnen erwachsen, sodass sie in den Bereichen der Bildung und menschlichen Vervollkommnung unermessliche Fortschritte machten und dadurch unvergänglichen Ruhm erlangten.
Die Juden waren in alle Richtungen zerstreut und vertrieben worden. Diese einzelne und einzigartige Persönlichkeit eroberte die ganze damals bekannte Welt und stiftete immerwährende Unabhängigkeit, ein wahrhaft mächtiges Volk. Ein solches Ergebnis erwies Ihn als einen herausragenden Mann, als den führenden Erzieher Seiner Zeit, den bedeutendsten Lehrer Seiner Epoche. Welcher Beweis könnte gewichtiger sein? Was wäre überzeugender als dieser Beleg, dass ein einzelner Mensch so viele Nationen und Völker wiederbelebte, so viele Stämme und Sekten vereinigte, so viele Kriege und Hassgefühle beseitigte? Zweifellos kann eine solche Leistung nur durch die Macht Gottes vollbracht werden und nicht durch bloße menschliche Anstrengung, die gar nicht in der Lage ist, solche gewaltigen Erfolge hervorzubringen.
Als Christus erschien, erklärten die Juden Ihn zu Moses Feind. Die damaligen Pharisäer erklärten Ihn zum Zerstörer des mosaischen Gesetzes und der Grundsätze der Thora. Sie verkündeten, Er werde dem Volk Israel großes Unglück bringen, betrachteten Ihn als Übertreter des geheiligten Sabbats und als Zerstörer des Tempels Salomons. Deshalb wandten sie sich von Ihm ab. Lasst uns das untersuchen und herausfinden, ob diese Anschuldigungen wahr oder falsch waren. Wir werden sehen, dass Christus in Wirklichkeit Moses Namen und Ansehen weithin verbreitet hat. Durch Seine Anstrengungen und Seine Lehren wurde Moses Buch, die Bibel, überall bekannt. 1500 Jahre lang gab es nur eine einzige Übersetzung des Alten Testaments, der Thora, eine Übersetzung aus dem Hebräischen ins Griechische. Aber durch Christi Botschaft und Lehren wurde das Alte Testament in sechshundert Sprachen übersetzt und in der ganzen Welt verbreitet. Keiner der Könige und Propheten Israels war in der Lage, die Lehren des Judentums und Moses Namen über die Grenzen Palästinas hinaus bekannt zu machen, während das Judentum durch Christus zu einer festgegründeten Religion in Asien, Afrika, Europa und der ganzen Welt wurde. Durch die Botschaft Christi wurde Moses überall als Prophet Gottes und Sein Buch als das Buch Gottes verkündet. Sollen wir diese Persönlichkeit als Moses Feind oder Freund betrachten?
Es bedarf der Gerechtigkeit; wir müssen in dieser Sache ein gerechtes Urteil fällen.

Wäre Christus ein Feind gewesen, hätte Er nicht zugelassen, dass Moses Name und Lehren sich weltweit verbreiteten.

Er hätte das Gesetz und die Grundsätze der Thora nicht verkündet.

Hätte irgendjemand in Amerika von Moses gesprochen?

Hätte auch nur der Name des Judentums diesen Teil der Welt auf irgendeinem anderen Weg erreicht?

Zweifellos ist es dem segensreichen Einfluss des Christentums zu verdanken, dass das Judentum in dieser westlichen Welt Fuß fassen konnte.

Moses hatte keinen besseren Freund und Fürsprecher als Christus.

Überlegt, wie die Unkundigen unter den Israeliten diese Tatsachen verbergen und an dem Irrglauben festhalten, dass Christus ein Feind von Moses war.

Alle Christen glauben an Moses.

Sie erklären, dass Er ein Mann Gottes war, das Sprachrohr und der Prophet Gottes, dass Sein Buch das Buch Gottes war, dass das Volk Israel das Volk Gottes war und dass alle Propheten Israels echt und rechtmäßig waren.

Bezüglich Moses Religion drücken sie ihr uneingeschränktes Lob, ihre aufrichtige Anerkennung und ihre grenzenlose Liebe aus.

Welcher Schaden entsteht dadurch?

Und wenn die Juden sagen würden, Christus sei auch das Wort Gottes, der Geist Gottes, welchen Schaden könnte diese Aussage anrichten?

Schon diese wenigen Worte würden Christen und Juden versöhnen.

Die Christen nehmen Moses und Sein Buch an.

Welchen Schaden erlitten sie aufgrund dieses Glaubens?

Haben sie dadurch etwas verloren?
Nach all diesen Fragen antwortete der Rabbi hierauf: »Nein«.
Dann ging es weiter:

Welchen Schaden könnte es anrichten, wenn die Juden eine ähnliche Haltung gegenüber dem Christentum einnähmen und erklärten, dass Christus das Wort Gottes und das Evangelium das Buch Gottes ist?

Eine solche Haltung würde die Feindschaft vieler Jahrhunderte beenden.

Wenn wir erklären, dass Moses der Prophet Gottes und Sein Buch das Gesetz Gottes ist, schadet das unserem religiösen Standpunkt?

Überhaupt nicht.

Außerdem ist jede Nation stolz auf ihre großen Männer und Helden, auch wenn diese großen Persönlichkeiten Atheisten oder Agnostiker waren.

Heute wird Napoleon Bonaparte in Frankreich mit den Worten verherrlicht:

»Er war ein französisches Militärgenie«, obwohl er in Wirklichkeit ein Tyrann war.

Sie sagen:

»Voltaire war einer von uns«, obwohl Voltaire Atheist war.

»Rousseau war ein großer Mann dieser Nation«, obwohl Rousseau Atheist war.

Frankreich ist stolz auf diese großen Männer.

Es werden Feste zu ihrem Gedenken gefeiert, ihre Namen werden an besonderen Tagen geehrt, ihr Andenken wird an bekannten Orten gewürdigt und es gibt Musik und Feiern zu ihren Ehren.

Die Nation ist stolz auf sie.

Und haltet ihr diese großen Männer Frankreichs jetzt für größer als Jesus von Nazareth?

Natürlich sind sie im Vergleich zu Jesus Christus wie nichts.

Denkt an die Größe und Majestät Jesu im Vergleich zu diesen gerade erwähnten Männern.

Betrachtet Ihn vom Standpunkt des Ruhms und des Ansehens.

Was ist die Stufe Christi und was ist ihre Stufe?

Wie kann man sie vergleichen?

In Wahrheit ist Christus unvergleichlich.

Welchen Schaden könnte es anrichten, zu sagen, dass Jesus von Nazareth ein großer Mann israelitischer Abstammung war und dass wir Ihn deshalb lieben?

Dass wir der Welt tatsächlich einen großen Mann gegeben haben?

Dass diese mächtige Persönlichkeit, Deren Wort sich in der ganzen Welt verbreitet hat, die Orient und Okzident erobert hat, ein Israelit war?

Solltet ihr nicht stolz auf Ihn sein?

Wenn ihr das Andenken Christi rühmt und ehrt, dann könnt ihr sicher sein, dass die Christen euch die Hand in wahrer Freundschaft reichen werden.

Alle Schwierigkeiten, alles Zögern und alle Zurückhaltung werden verschwinden.

Denkt an die Schwierigkeiten und Verfolgungen, die ihr in Russland wegen eurer fanatischen Ungläubigkeit erleidet.

Und glaubt nicht, dies sei beendet.
Diese Demütigung wird ewig andauern. Es kann eine Zeit kommen, da man sich in Europa selbst gegen die Juden erheben wird. Aber eure Erklärung, dass Christus das Wort Gottes war, wird all diese Schwierigkeiten beenden. Um in der Welt geehrt, beschützt und sicher zu werden, und damit die Christen das israelitische Volk lieben und schützen mögen, rate ich euch, bereitwillig euren Glauben an Christus, das Wort Gottes, zu verkünden. Diese Aussage genügt vollständig. Mehr ist nicht nötig. Sind es nicht gedankenlose, unwissende Vorurteile, die euch davon abhalten? Erklärt, dass in Ihm das Wort Gottes wahrhaftig erfüllt wurde, und alles wird in Ordnung sein.
Der Rabbi sagte nachdenklich: »Ich glaube, dass das, was Sie gesagt haben, vollkommen wahr ist, aber ich muss Sie um eine Sache bitten. Würden Sie bitte den Christen sagen, dass sie uns ein wenig mehr lieben sollen?«
Die Antwort darauf war: »Wir haben es ihnen gesagt und werden es weiterhin tun.«

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9. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Jede Zusammensetzung unterliegt notwendigerweise der Zerstörung oder dem Zerfall. Zum Beispiel ist diese Blume aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt. Ihr Zerfall ist unvermeidlich. Wenn diese zusammengesetzte Form zerfällt – mit anderen Worten, wenn sich die Elemente voneinander trennen und auflösen –, dann nennen wir das den Tod der Blume. Denn da sie aus einzelnen Elementen besteht, aus einer Anordnung vieler Atome, unterliegt sie dem Zerfall. Das macht die Sterblichkeit der Blume aus. Ebenso ist der menschliche Körper aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt. Diese Zusammensetzung der Elemente wurde zum Leben erweckt. Wenn diese Elemente sich auflösen, erlischt das Leben, und das ist der Tod. Das Dasein bedeutet auf den verschiedenen Ebenen in den jeweiligen Reichen Zusammensetzung; das Nichtsein oder der Tod ist Zersetzung.
Aber das innere und wahre Wesen des Menschen ist nicht aus Elementen zusammengesetzt und kann daher nicht zerfallen. Es besteht nicht aus zusammengesetzten Elementen, die dem Zerfall oder dem Tod unterliegen. Ein wirklich grundlegendes wissenschaftliches Prinzip ist, dass ein Element selbst niemals stirbt und nicht zerstört werden kann, weil es singulär und nicht zusammengesetzt ist. Es kann also nicht zerfallen.
Ein weiterer Beweis für die Unzerstörbarkeit des menschlichen Wesens ist, dass es von den Veränderungen des stofflichen Körpers nicht betroffen wird. Die Veränderungen der körperlichen Zusammensetzung sind eindeutig und fortlaufend. Mal ist der Körper gesund, mal krank. Mal ist er schwach, mal stark. Er erleidet Verletzungen, eine Hand kann amputiert werden, Gliedmaßen können brechen, ein Auge kann zerstört werden, ein Ohr kann taub werden oder irgendein Organ kann Schaden nehmen, aber diese Veränderungen haben keinen Einfluss auf den Geist des Menschen, auf seine Seele. Ob der Körper dick oder dünn, schwach oder stark ist – Geist und Seele bleiben davon unberührt. Wenn ein Teil des körperlichen Organismus zerstört würde, selbst wenn er völlig zerstückelt würde, funktioniert die Seele weiter und zeigt, dass keine Veränderung des Körpers ihre Funktion beeinträchtigt. Wir haben gesehen, dass Tod und Sterblichkeit gleichbedeutend sind mit Wandel und Zerfall. Da die Seele von dieser Veränderung und Auflösung des Körpers nicht betroffen ist, ist damit bewiesen, dass sie unsterblich ist; denn das, was veränderlich ist, ist nebensächlich und vergeht.
Außerdem ist diese unsterbliche menschliche Seele mit zwei Arten der Wahrnehmung ausgestattet: Die eine erfolgt durch Hilfsmittel, die andere ist davon unabhängig. So sieht die Seele mithilfe des Auges, hört mit dem Ohr, riecht mit der Nase und ergreift etwas mit den Händen. Das ist das Handeln und Wirken der Seele mit Hilfsmitteln. Aber in der Traumwelt sieht die Seele mit geschlossenen Augen. Der Mensch ist scheinbar tot, er liegt da wie tot. Die Ohren hören nicht, aber er hört. Der Körper liegt dort, aber die Seele reist, sieht und beobachtet. Alle Körperteile sind inaktiv, alle Funktionen scheinbar nutzlos. Dennoch findet eine unmittelbare und lebhafte Wahrnehmung durch die Seele statt. Man erlebt Heiterkeit. Die Seele reist, nimmt wahr, fühlt. Es kommt oft vor, dass jemand im Wachzustand ein Problem nicht lösen kann, aber wenn er schlafen geht, findet er die Lösung im Traum. Wie oft ist es vorgekommen, dass er wie in einem prophetischen Traum von der Zukunft geträumt hat, und die vorausgesehenen Ereignisse haben sich dann tatsächlich ereignet.
Wir lernen also, dass die Unsterblichkeit der Seele oder des Geistes nicht durch die sogenannte Unsterblichkeit des Körpers ermöglicht wird oder von ihr abhängt, denn der Körper kann im Ruhezustand, während des Schlafes, wie tot, ohne Bewusstsein und gefühllos sein, während die Seele oder der Geist Wahrnehmungen, Empfindungen, Bewegungen und Entdeckungen besitzt. Sogar Eingebung und Offenbarung werden auf diese Weise erlangt. Wie viele Propheten hatten in diesem Zustand wunderbare Zukunftsvisionen! Der Geist oder die menschliche Seele ist der Reiter und der Körper ist nur das Pferd. Wenn dem Pferd etwas zustößt, trifft es nicht den Reiter. Der Geist kann mit dem Licht in einer Laterne verglichen werden. Der Körper ist einfach die äußere Laterne. Wenn die Laterne zerbricht, ist das Licht dasselbe, denn das Licht kann auch ohne die Laterne leuchten. Der Geist kann seine Belange auch ohne den Körper regeln. In der Traumwelt ist er genauso wie dieses Licht ohne das Laternenglas. Es kann auch ohne Glas leuchten. Die Seele des Menschen kann mit diesem Körper ihre Aufgaben erfüllen, und ohne den Körper kann sie ebenfalls die Kontrolle behalten. Wenn sich also der Körper auflöst, ist der Geist von diesem Wechsel und Wandel nicht betroffen.
Es ist eine einleuchtende Tatsache, dass der Körper den Prozess des Verstehens und des Denkens nicht selbst vollzieht.

Er ist nur das Mittel zur Wahrnehmung gröbster Sinneseindrücke.

Der menschliche Körper ist rein tierischer Natur und spürt wie das Tier nur gröbere Empfindungen.

Ihm fehlt jegliche Vorstellungs- oder Verstandeskraft, jegliches Denkvermögen.

Das Tier nimmt wahr, was sein Auge sieht, und beurteilt, was das Ohr hört.

Entsprechend seiner tierischen Sinne riecht es mit der Nase und schmeckt mit der Zunge.

Außerhalb seiner Sinneswahrnehmungen begreift es nichts.

Das Tier ist auf seine Gefühle und Empfindungen beschränkt, ein Gefangener der Sinne.

Zu den höheren, darüber hinausgehenden Denkprozessen kann das Tier nicht vordringen.

Zum Beispiel kann sich das Tier die Erde, auf der es steht, nicht als kugelförmiges Objekt vorstellen, denn das setzt bewusstes Denken voraus.

Das ist keine Frage der Sinneswahrnehmung.

Ein Tier in Europa hätte die Entdeckung Amerikas nicht voraussehen und planen können, wie Kolumbus es getan hat.

Es hätte nicht die Weltkarte nehmen, die verschiedenen Kontinente betrachten und sagen können:

»Dies ist die östliche Hemisphäre.

Es muss noch eine andere geben, die westliche Hemisphäre.« Kein Tier könnte diese Dinge wissen, weil sie Verstandeskräfte voraussetzen.

Das Tier kann nicht erkennen, dass die Sonne feststeht und die Erde sie umkreist.

Nur die vernunftgeleitete Analyse kann zu diesem Schluss kommen.

Für das äußere Auge bewegt sich die Sonne auf einer Kreisbahn.

Es nimmt fälschlich an, dass die Sterne und die Planeten sich um die Erde drehen.

Aber die Vernunft erkennt ihre Umlaufbahn, weiß, dass die Erde sich dreht und die anderen Himmelskörper sich nicht bewegen, weiß, dass die Sonne der Mittelpunkt des Sonnensystems ist und immer an diesem Ort bleibt, und beweist, dass die Erde es ist, die sich um sie herum bewegt.

Solche Schlussfolgerungen beruhen ausschließlich auf dem Verstand und nicht auf den Sinnen.
Wir wissen also, dass es im menschlichen Organismus ein Denkzentrum gibt, eine geistige Kraft, die die Wirklichkeit der Dinge entdeckt. Diese Kraft kann die Geheimnisse der Erscheinungen aufdecken. Sie kann begreifen, was begreifbar ist, nicht nur das mit den Sinnen Wahrnehmbare. Sie bringt alle Erfindungen hervor. Denn diese waren alle Naturgeheimnisse. Es gab eine Zeit, da war die Elektrizität ein Naturgeheimnis, aber die in allen Menschen angelegte gemeinsame Wirklichkeit entdeckte dieses Naturgeheimnis, diese zuvor verborgene Kraft. Nachdem der Mensch sie entdeckte, hat er sie auf die Ebene des Sichtbaren gebracht. Alle Wissenschaften, die wir heute nutzen, sind Früchte dieser wundersamen Wirklichkeit. Doch das Tier ist von ihrer Nutzung ausgeschlossen. Die Künste, die uns heute erfreuen, sind Ausdruck dieser einzigartigen Wirklichkeit. Dem Tier fehlen sie, weil diese Bewusstseinskräfte nur dem menschlichen Geist zu eigen sind. Alle diese Dinge entspringen den vollendeten geistigen Fähigkeiten, mit denen die Wirklichkeit verstanden wird. Das Tier ist davon ausgeschlossen.
Solche Hinweise belegen schlüssig, dass der Mensch zwei Wirklichkeiten in sich vereint: eine, die mit den Sinnen verbunden ist, die er mit den Tieren gemeinsam hat, und eine andere, die bewusster und geistiger Natur ist. Letztere ist die allen gemeinsame Wirklichkeit, die Geheimnisse enthüllt. Zweifellos kann das, was die Wirklichkeit der Dinge entdeckt, nicht aus den Elementarstoffen bestehen. Es unterscheidet sich von ihnen. Denn die Eigenschaften, die den Zusammensetzungen innewohnen und sich auf mit den Sinnen wahrnehmbare Dinge beziehen, sind Sterblichkeit und Zerfall. Aber die den Menschen gemeinsame Wirklichkeit ist nicht der Zusammensetzung und dem Zerfall unterworfen und entdeckt die Dinge. Sie ist also wahr, ewig und muss weder Wechsel noch Wandel durchleben.
Es gibt noch viele andere Beweise zu diesem wichtigen Thema, aber ich möchte mit den Worten Jesu Christi schließen: »Was aus dem Geist geboren ist, ist Geist«, und das ist im Reich Gottes annehmbar. Das bedeutet: Wie bei der ersten Geburt, durch die der Fötus aus dem Mutterleib in die Lebenswelt des Menschenreiches hineingeboren wird, so muss der Geist des Menschen aus dem Mutterleib der Natur, aus der niederen Natur herausgeboren werden, damit er die großen Dinge des Gottesreiches begreifen kann. Er muss aus Mutter Erde herausgeboren werden, um das ewige Leben zu finden. Und diese gemeinsame Wirklichkeit, dieser Geist des Menschen, der aus der Welt der Natur herausgeboren wird und die Attribute Gottes besitzt, wird immerdar im ewigen Reich weiterleben.

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9. November 1912
Ansprache beim Bahá'í-Bankett Rauscher's Hall, Washington, D. C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Ich freue mich sehr, heute Abend an diesem Festmahl teilnehmen zu können, denn – Preis sei Gott – vor mir sind strahlende Gesichter, Ohren, die auf die Melodien der himmlischen Heerscharen eingestimmt sind, Herzen, die vom Feuer der Liebe Gottes entflammt sind, Gemüter, die durch die frohe Botschaft Gottes erquickt werden, Seelen, die unter der beschirmenden Macht des Abhá-Reiches Schutz finden. Ich sehe hier Seelen versammelt, die zu den Erwählten gehören, nicht zu den vielen Berufenen. A22 Und es ist meine Hoffnung, dass Bahá'u'lláh euch durch Seine Gnade weiterhin zu Seinem Reich hinzieht und euch in eurem Dienst für die Einheit und Verbundenheit der Menschheit siegreich macht und triumphieren lässt. Möge Er allen beistehen, die entschlossen sind, die Einheit der Bewohner dieser Erde zu verwirklichen. Möget ihr alle meine Partner und Gefährten im Dienst werden.
O Herr! Bestätige diese Versammlung und stehe ihr bei. Bestätige diese Seelen durch den Odem Deines Heiligen Geistes. Erleuchte ihre Augen durch die Schau dieser Lichterfülle und erfreue ihre Ohren mit den Hymnen Deines Rufes zum Dienst. O Gott! Wahrlich, wir sind hier versammelt im Duft Deiner Liebe. Deinem Reiche wenden wir uns zu. Wir suchen nichts außer Dir und wünschen nur Dein Wohlgefallen. O Gott! Lass diese Speise Dein himmlisches Manna sein und diese Versammlung zur Schar Deiner höchsten Diener werden. Mögen sie zu Lebensspendern der Liebe zur Menschheit und Quellen der Erleuchtung für das Menschengeschlecht werden. Mögen sie Werkzeuge Deiner Führung auf Erden sein. Wahrlich, Du bist der Gewaltige, Du bist der Schenkende, Du bist der Vergebende und der Allmächtige.
Weltweit gibt es viele Festessen, Zusammenkünfte und Treffen, aber diese Versammlungen haben kommerzielle, politische, erzieherische oder soziale Ziele und Motive.

Versammlungen werden einberufen, um Finanzpläne durchzusetzen oder die Künste und Wissenschaften zu fördern.

Andere haben versucht, Agrarindustrien zu gründen oder Gebietsabsprachen zu treffen.

Unzählige Versammlungen wurden zur Beratung über Lern- und Bildungsthemen abgehalten.

Alle diese Zusammenkünfte haben den Fortschritt der Zivilisation zum Ziel.

Aber – Preis sei Gott! – dieses Festmahl und diese Zusammenkunft dienen keinem anderen Zweck als dem der Liebe, der Verkündigung des Reiches Gottes, der Offenbarung der unvergleichlichen Zeichen, der Widerspiegelung des Glanzes des Reiches Gottes, der Verbindung der Herzen, dem Dienst für die Menschheit, der Verbreitung menschenfreundlicher und uneigennütziger Wahrheiten, der Förderung und Unterstützung des internationalen Friedens und der Erleuchtung der ganzen Welt.

Deshalb ist eine solche Versammlung ohnegleichen und beispiellos, denn andere Versammlungen werden zu einem begrenzten Zweck und aus persönlichen Gründen abgehalten, diese Versammlung aber findet einzig und allein für Gott statt, um Seiner Liebe willen und um Seine Absicht umzusetzen.

Sie dient der Liebe zwischen den Menschenherzen und der Einheit der Menschenwelt.

Wir sollten daher Gott danken, denn Er hat uns dabei unterstützt, an der Freude dieser Veranstaltung teilzuhaben.

Er hat uns zu Dienern der Menschheit bestimmt, zu Fürsprechern des Friedens und der Einheit unter den Religionen, zu Verkündern universeller Eintracht zwischen Menschen aller Hautfarben und Herkunft und zu Begründern der göttlichen Aussöhnung aller Völker.
Ich hoffe von ganzem Herzen, dass dieses Treffen durch die Gunst Gottes dazu beiträgt, den Tag einzuläuten, an dem das Banner der Einheit der Menschheit in Amerika gehisst wird.

Möge es die erste wirkliche Grundlage des Weltfriedens bilden, die den umfassenden Dienst für die Menschen zum Ziel hat.

Möge es göttliche Nächstenliebe vermitteln, ohne Unterscheidungen oder Abgrenzungen zwischen den Menschen.

Möget ihr alle Religionen als Wege Gottes und alle Völker als Kanäle der göttlichen Offenbarung betrachten.

Möget ihr die Menschheit als die Schafherde Gottes ansehen und dessen gewiss sein, dass Er der wahre Hirte ist.

Schaut, wie dieser gütige und sanfte Hirte sich um Seine ganze Herde kümmert, wie Er sie auf grüne Auen und an stille Wasser führt.

Wie gut Er sie beschützt!

Wahrlich, dieser Hirte sieht keinerlei Unterschied zwischen ihnen, Er ist zu allen Schafen gleichermaßen freundlich.

Deshalb müssen wir Gottes Vorbild folgen und uns um das Wohl der ganzen Menschheit bemühen.

Mögen wir mit Herz und Seele danach streben, die Religionen der Erde zu versöhnen, Menschen jeglicher Herkunft und Hautfarbe zu vereinen und den Nationen zu einem vollkommenen Zusammengehörigkeitsgefühl zu verhelfen.

Mögen wir das Banner internationaler Eintracht hissen und ein Licht entzünden, das alle Regionen mit dem Strahlenglanz der Einheit erleuchtet.

Mögen sich unsere Absichten auf den aufrichtigen Wunsch konzentrieren, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen, und mögen wir alle unsere Kräfte darauf richten, die Menschheitsfamilie zusammenzuschweißen.

Lasst uns nicht auf unsere eigenen Fähigkeiten achten, nein, lasst uns vielmehr stets auf die Gunst und Gaben Gottes schauen.

Der Tropfen darf nicht auf seine begrenzten Fähigkeiten schauen; er muss sich des Umfangs und der Fülle des Ozeans bewusst sein, der den Tropfen immer würdigt.

Das zarte und einfache Samenkorn, wie isoliert auch immer, darf nicht auf seinen eigenen Kräftemangel blicken.

Nein, stattdessen muss seine Aufmerksamkeit immer auf die Sonne gerichtet sein, in deren Strahlen es Leben und Antrieb findet, und es sollte immer die Regenschauer aus den Wolken der Barmherzigkeit berücksichtigen.

Denn die Gnadengaben der Wolken, die Strahlen und die Wärme der Sonne und die Frühlingsbrisen können das winzige Samenkorn verwandeln und es zu einem mächtigen Baum heranwachsen lassen.

So möget ihr euch bewusst machen, dass ein einzelnes winziges Teilchen im Sonnenlicht durch die leuchtende Sonnenenergie aufleuchtet und erstrahlt.
Deshalb lasst uns stets auf Gott vertrauen und Seine Ermutigung und Seinen Beistand suchen.

Lasst uns vollkommen und uneingeschränkt auf die Gnadengaben des Königreiches vertrauen.

Führt euch vor Augen, was die Menschen der Vergangenheit am Anfang ihres Wirkens erlebten, und schaut, wie sie sich durch Gottes Beistand als die Mächtigen Gottes erwiesen.

Erinnert euch, dass Petrus ein Fischer war, durch die Gnadengaben des Königreichs jedoch zum großen Apostel wurde.

Maria Magdalena war eine unbedeutende Dorfbewohnerin, aber selbige Maria wurde verwandelt und zum Mittel, durch das die Ermutigung Gottes die Jünger erreichte.

Wahrlich, sie diente dem Reich Gottes mit solcher Tüchtigkeit, dass sie berühmt wurde und die Menschen oft von ihr sprachen.

Noch heute strahlt sie am Horizont ewiger Majestät.

Bedenkt, wie grenzenlos Gottes Gaben sind, dass eine Frau wie Maria Magdalena von Gott erwählt wurde, um für die Jünger zum Kanal der Ermutigung und zu einem Licht der Nähe in Seinem Königreich zu werden.

Vertraut daher auf Gottes Gnade und Barmherzigkeit und seid der Ausgießung Seiner ewigen Gaben gewiss.

Ich hoffe, dass jeder von euch zu einem leuchtenden Licht wird und so hell wie diese elektrischen Lampen strahlt.

Mehr noch, möge jeder von euch eine Leuchte sein, gleich einem funkelnden Stern am Himmel des göttlichen Willens.

Darum flehe ich inständig am Throne Gottes.

Dies erhoffe ich durch die Gunst Bahá'u'lláhs.

Dies ist mein Gebet für euch alle und ich bitte demütigen Herzens darum, dass euch geholfen werde und ihr mit ewigen Gaben geschmückt werdet.

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10. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Was ist die Wirklichkeit des Göttlichen oder was verstehen wir unter Gott?
Wenn wir über das Dasein nachdenken, stellen wir fest, dass die wesentliche Wirklichkeit, die allen Erscheinungen zugrunde liegt, unbekannt ist.

Wir erkennen Erscheinungen oder erschaffene Dinge nur durch ihre Eigenschaften.

Der Mensch erkennt nur Ausdrucksformen oder Eigenschaften von Objekten, aber ihr Wesen oder ihre Wirklichkeit bleibt verborgen.

Zum Beispiel bezeichnen wir dieses Objekt als Blume.

Was sagt uns dieser Name und diese Bezeichnung?

Wir wissen, dass wir die Eigenschaften dieses Organismus wahrnehmen können, doch sein eigentliches grundlegendes Wesen oder seine wahre Natur bleiben uns unbekannt.

Seine äußere Erscheinung und offensichtlichen Eigenschaften sind erkennbar.

Aber das innere Wesen, die zugrunde liegende Wirklichkeit oder der wesenhafte Charakter bleibt jenseits unserer menschlichen Erkenntnis- und Wahrnehmungskräfte.

Wenn also bereits die Wirklichkeit der materiellen Erscheinungen undurchdringlich und unerkennbar ist und nur durch ihre Eigenschaften erfasst werden kann, um wie viel mehr gilt dies für die Wirklichkeit des Göttlichen, diese heilige wesentliche Wirklichkeit, die die Stufe des Menschen und sein Fassungsvermögen übersteigt?

Das, was sich dem menschlichen Verstand erschließt, ist endlich, und im Vergleich dazu sind wir unendlich, weil wir es erfassen können.

Gewiss ist das Endliche geringer als das Unendliche.

Das Unendliche ist immer größer.

Wenn die Wirklichkeit des Göttlichen vom menschlichen Verstand erfasst werden könnte, dann hätte sie doch nur ein intellektuelles Dasein – wäre bloß ein intellektuelles Konzept ohne eigene Existenz, ein Bild oder Gleichnis, das der begrenzte Verstand hervorgebracht hätte.

Der Geist des Menschen wäre ihr überlegen.

Wie könnte ein Bild, das nur im Verstand existiert, die göttliche Wirklichkeit sein, die doch unendlich ist?

Deshalb übersteigt die Wirklichkeit des Göttlichen in ihrem Wesen die menschliche Erkenntnis, weil der menschliche Geist, der menschliche Verstand, das menschliche Denken begrenzt sind, während die Wirklichkeit des Göttlichen unbegrenzt ist.

Wie kann das Begrenzte das Unbegrenzte erfassen und übertreffen?

Unmöglich.

Das Unbegrenzte begreift immer das Begrenzte.

Das Begrenzte kann das Unbegrenzte niemals begreifen, umschließen oder aufnehmen.

Daher ist jede Vorstellung vom Göttlichen, die der menschliche Verstand hervorgebracht hat, endlich oder begrenzt und ein Produkt reiner Einbildung, wohingegen die Wirklichkeit des Göttlichen geheiligt und erhaben über all diese Vorstellungen ist.
Aber es stellt sich die Frage:

Wie können wir Gott erkennen?

Wir erkennen Ihn durch Seine Eigenschaften.

Wir erkennen Ihn durch Seine Zeichen.

Wir erkennen Ihn durch Seine Namen.

Wir erkennen nicht die Wirklichkeit der Sonne, vielmehr erkennen wir die Sonne durch ihre Strahlen, durch ihre Wärme und daran, wie sie wirkt und alles durchdringt.

Wir erkennen die Sonne durch ihre Gaben und ihren Strahlenglanz, aber worin die Wirklichkeit der Sonnenenergie besteht, ist für uns unerkennbar.

Die charakteristischen Merkmale der Sonne sind jedoch erkennbar.

Wenn wir mit der Wirklichkeit des Göttlichen in Verbindung treten wollen, tun wir dies durch die Wahrnehmung der äußeren Erscheinung, der Eigenschaften und Auswirkungen, die überall im Universum zu finden sind.

Alles in der Erscheinungswelt ist Ausdruck dieser einen Wirklichkeit.

Ihr Licht leuchtet, ihre Wärme ist unverkennbar, ihre Macht ist eindrucksvoll und die Erziehung oder Schulung durch sie erstrahlt überall.

Welchen größeren Beweis als ihre offenkundigen Wirkungen oder Eigenschaften könnte es geben?

Diese Pflanze, diese Blume – die Frage ist:

Gibt es sie oder nicht?

Kann diese Pflanze, diese Blume, die Wirklichkeit des Menschen erfassen?

Kann sie mit der menschlichen Existenz oder Wirklichkeit in Verbindung treten?

Offenkundig nicht.

Sie ist zu keinerlei Beziehung mit dem Menschenreich fähig; sie besitzt diese Fähigkeit nicht, obwohl sowohl der Mensch als auch die Blume erschaffen wurden.

Aber der Unterschied zwischen den Ebenen des Pflanzlichen und des Menschlichen ist immer ein Hindernis, eine Sperre.

Da die Fähigkeiten der Pflanze geringer sind als die des Menschen, ist es für die niedrigere Pflanze völlig unmöglich, den höherstehenden Menschen zu verstehen, obwohl beide bedingt oder erschaffen sind.

Wir sind erschaffen.

Ebenso existieren diese Pflanze, dieses Mineral und dieses Holz.

Aber kann der Boden hier jene begreifen, die auf ihm stehen?

Er kann es nicht, weil Seh- und Hörvermögen Eigenschaften oder Fähigkeiten sind, die zu einem höheren Reich als dem Mineralreich gehören.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Reichen, der große Unterschied zwischen dem Mineralreich und dem Menschenreich, ist ein Hindernis für das Verstehen.
Wie kann also die Wirklichkeit des Menschen, die doch bedingt ist, jemals die Wirklichkeit Gottes erfassen, die ewig ist? Das ist selbstverständlich unmöglich. So können wir beobachten, wie in allen Erscheinungen die Zeichen und Eigenschaften Gottes erstrahlen und der Mittagssonne gleich leuchten; wir können zweifelsfrei wissen, dass sie einer unerschöpflichen Quelle entströmen. Wir wissen, dass sie aus einer Quelle stammen, die tatsächlich niemals versiegt.
Es ist auch ein philosophisches Prinzip, dass die Existenz der Erscheinungen auf Zusammensetzung beruht und der Tod, die Nichtexistenz, gleichbedeutend mit Zerfall ist.

So haben sich etwa bestimmte Bestandteile zusammengefügt und das Ergebnis dieser Zusammensetzung ist der Mensch.

Bestimmte Elemente bilden die Struktur dieser Blume.

Jeder tierische Organismus besteht aus bestimmten organischen oder zellulären Bestandteilen.

Wir können also sagen, dass Zusammensetzung für das Dasein notwendig ist und der Tod ein Ausdruck für den Zerfall ist.

Wenn sich diese zusammengesetzten Bestandteile auflösen, ist das der Tod.

Das ist Sterblichkeit.

Die Bestandteile, die den Körper dieser Blume bilden und ihr diese Form und Gestalt geben, werden schließlich zerfallen.

Dieser schöne Organismus wird sich auflösen, und das nennen wir Sterblichkeit und Tod.

Zusammensetzung bedeutet folglich Leben und Zerfall ist gleichbedeutend mit Tod.

Deshalb vertreten die Materialisten die Meinung, dass Leben nur eine Verbindung elementarer Bestandteile in Myriaden von Formen und Gestalten ist.

Der Materialist kommt zu dem Schluss, dass Leben einfach Zusammensetzung bedeutet, dass wir überall, wo wir Einzelelemente in zusammengesetzter Form finden, organisches Leben sehen, dass jede organische Zusammensetzung organisches Leben ist.

Wenn nun Leben die Zusammensetzung von Elementen bedeutet, kann der Materialist zu dem Schluss kommen, dass es keinen Bedarf für jemanden gibt, der sie zusammensetzt, dass also ein Schöpfer nicht notwendig ist.

Denn alles, was notwendig ist, ist die Zusammensetzung, und diese wird durch Anziehung oder Bindung bewirkt.

Die Antwort darauf ist, dass es drei Arten der Zusammensetzung geben muss:

Philosophisch ausgedrückt wird eine Art der Zusammensetzung als die zufällige, eine weitere als die unwillkürliche und eine dritte als die gewollte bezeichnet.

Was die erste oder zufällige Zusammensetzung betrifft, so würde dies bedeuten, dass bestimmte Elemente durch ihnen innewohnende Eigenschaften und Anziehungskräfte oder stofflich-chemische Verwandtschaft verbunden, vermischt und so zu einer bestimmten Form, einem bestimmten Wesen oder einem bestimmten Organismus zusammengefügt wurden.

Dies ist nachweislich falsch, denn Zusammensetzung ist eine Wirkung, und philosophisch betrachtet ist keine Wirkung ohne Ursache denkbar.

Keine Wirkung ist denkbar ohne eine erste Ursache.

Zum Beispiel ist diese Wärme eine Wirkung, aber die Energie, die diese spürbare Wärme hervorruft, ist die Ursache.

Dieses Licht ist eine Wirkung, aber dahinter steht die Energie, die die Ursache ist.

Kann dieses Licht von der Energie getrennt werden, deren Ausdrucksform es ist?

Das ist unmöglich und undenkbar.

Es ist selbsterklärend falsch.

Eine zufällige Zusammensetzung ist daher eine falsche Theorie und kann ausgeschlossen werden.
Was die zweite Art, die unwillkürliche Zusammensetzung betrifft, so würde dies bedeuten, dass jedes Element die ihm innewohnende Eigenschaft, die Kraft der Zusammensetzung, in sich trägt.

Zum Beispiel ist die dem Feuer innewohnende Eigenschaft das Brennen oder die Hitze.

Hitze ist eine Eigenschaft des Feuers.

Feuchtigkeit ist die dem Wasser innewohnende Eigenschaft.

Ihr könnt euch H2O, die chemische Zusammensetzung des Wassers, nicht vorstellen, ohne dass Feuchtigkeit damit verbunden wäre, denn sie ist eine dem Wasser innewohnende Eigenschaft.

Die Anziehungskraft hat die Eigenschaften Anziehung oder Magnetismus.

Wir können die Anziehung nicht von dieser Kraft trennen.

Die Eigenschaft der Abstoßungskraft besteht im Zurückweisen, im Wegschicken.

Man kann die Wirkung nicht von der Ursache trennen.

Wenn diese Grundannahmen wahr sind – und sie sind selbsterklärend –, dann wäre es für ein zusammengesetztes Wesen unmöglich, dass die Bestandteile, aus denen es als zusammengesetzter Organismus besteht, jemals zerfallen würden, denn die jedem Element innewohnende Natur bestünde darin, fest zusammenzuhalten.

Genau wie Feuer nicht von Hitze getrennt werden kann, so könnte ein aus Elementen zusammengesetztes Wesen nicht zersetzt werden.

Aber dies trifft nicht zu, denn wir sehen überall Zerfall.

Diese Theorie ist also falsch, denn wir können beobachten, dass es nach jeder Zusammensetzung einen Zersetzungsprozess gibt, der sie für immer beendet.

Daraus lernen wir, dass die Zusammensetzung der Dinge weder zufällig noch unwillkürlich ist.
Welche Art der Zusammensetzung bleibt dann übrig?

Es ist die gewollte Zusammensetzung.

Das bedeutet, die Zusammensetzung wird durch einen überlegenen Willen bewirkt.

In dieser Absicht oder Handlung kommt Wille zum Ausdruck.

Damit ist bewiesen, dass das Dasein der Dinge durch den ewigen Willen, den Willen des Lebendigen, Ewigen und Selbstbestehenden, erzeugt wird, und dies ist ein rationaler Beweis bezüglich der Zusammensetzung, an dem es weder Zweifel noch Ungewissheit gibt.

Darüber hinaus ist es völlig offensichtlich, dass unsere Art des Lebens, unsere Daseinsform begrenzt ist und dass die Wirklichkeit aller bedingten Erscheinungen ebenfalls begrenzt ist.

Allein schon die Tatsache, dass die Wirklichkeit der Dinge begrenzt ist, zeigt sehr gut, dass es eine unbegrenzte Wirklichkeit geben muss, denn wenn es keine unbegrenzte oder unendliche Wirklichkeit im Leben gäbe, wäre das endliche Dasein von Gegenständen unvorstellbar.

Um es verständlicher zu machen:

Wenn es keinen Reichtum auf der Welt gäbe, gäbe es auch keine Armut.

Wenn es kein Licht auf der Welt gäbe, könnten wir uns Dunkelheit nicht vorstellen, denn philosophisch betrachtet erkennen wir die Dinge an ihren Gegensätzen.

Wir wissen zum Beispiel, dass Armut fehlender Reichtum ist.

Wo es kein Wissen gibt, gibt es auch keine Unwissenheit.

Was ist Unwissenheit?

Sie ist das Fehlen von Wissen.

Deshalb ist unser begrenztes Dasein ein schlüssiger Beweis dafür, dass es eine unbegrenzte Wirklichkeit gibt, und dies ist ein strahlender Beweis und ein offensichtlicher Grund.

Es gibt viele Beweise zu diesem Thema, aber es fehlt die Zeit, um näher darauf einzugehen.
Dies ist unser letzter Abend, und ich bitte Gott, dass Sein Beistand euch umgibt, dass eure Herzen erstrahlen mögen, dass eure Augen durch die Wahrnehmung der Zeichen Gottes erleuchtet werden, dass eure Ohren den Hymnen des Himmels lauschen, dass eure Gesichter durch das strahlende Licht des Wortes Gottes erglühen werden. Möget ihr alle vereint sein, möget ihr einig sein, möget ihr der menschlichen Verbundenheit dienen. Möget ihr wohlwollende Freunde der ganzen Menschheit sein. Möget ihr die Helfer jedes Armen sein. Möget ihr Pfleger für die Kranken sein. Möget ihr Trostquellen für jene mit gebrochenem Herzen sein. Möget ihr ein Zufluchtsort für die Herumirrenden sein. Möget ihr eine Quelle des Mutes für den Verängstigten sein. Möge so inmitten der Welt durch die Gunst und den Beistand Gottes das Banner der Glückseligkeit der Menschheit erhoben und die Flagge allumfassender Einigkeit entfaltet werden.

– 126 –

10. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Joseph H. Hannen 1252 Eighth Street, NW, Washington, D. C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Was für eine schöne Versammlung! Ich bin sehr glücklich, dass Schwarze und Weiße hier zusammen sind. Ich bin so glücklich, denn ihr alle seid die Diener eines Gottes und somit Brüder, Schwestern, Mütter und Väter. Vor Gott gibt es keinen Unterschied zwischen Schwarz und Weiß, alle sind gleich. Jeder, dessen Herz rein ist, wird von Gott geliebt, ob er weiß oder schwarz, rot oder gelb ist. Tiere haben verschiedene Farben. Die Tauben sind weiß, schwarz, rot oder blau; aber trotz dieser verschiedenen Farben scharen sie sich in Einheit, Glück und Freundschaft zusammen und achten untereinander nicht auf Unterschiede, denn sie sind alle Tauben. Der Mensch ist intelligent und bedacht, mit Vernunft begabt. Warum also sollte er sich von Unterschieden in Hautfarbe oder Herkunft beeinflussen lassen, da doch alle zu einer Menschheitsfamilie gehören? Es gibt kein Schaf, das ein anderes ablehnt, als wollte es sagen: »Ich bin weiß und du bist schwarz.« Sie grasen gemeinsam in völliger Eintracht, sie leben glücklich und in Freundschaft zusammen. Wie also kann der Mensch dann durch Hautfarben beschränkt und beeinflusst werden? Das Wichtigste ist, zu erkennen, dass alle Menschen sind, dass alle von Adam abstammen. Warum sollten sie getrennt werden, da doch alle eine Familie sind?
Ich hatte einen schwarzen Diener mit Namen Isfandíyár.

Wenn es einen vollkommenen Menschen auf der Welt gäbe, dann wäre es Isfandíyár.

Er war die Verkörperung der Liebe, strahlte Heiligkeit und Vollkommenheit aus, ein leuchtendes Licht.

Immer wenn ich an Isfandíyár denke, kommen mir die Tränen, obwohl er schon vor fünfzig Jahren gestorben ist.

Er war der treue Diener Bahá'u'lláhs und war mit Seinen Geheimnissen betraut.

Deshalb ließ der Sháh von Persien ihn verfolgen und nach seinem Verbleib forschen.

Bahá'u'lláh war im Gefängnis, aber der Sháh hatte vielen Personen befohlen, Isfandíyár zu finden.

Wohl über hundert Beamte wurden für die Suche nach ihm abkommandiert.

Wenn es ihnen gelungen wäre, ihn zu finden, hätten sie ihn nicht auf der Stelle getötet.

Sie hätten sein Fleisch in Stücke geschnitten, um ihn zu zwingen, die Geheimnisse Bahá'u'lláhs preiszugeben.

Isfandíyár pflegte mit größter Würde durch die Straßen und Basare zu schreiten.

Eines Tages kam er zu uns.

Meine Mutter, meine Schwester und ich lebten in einem Haus an einer Straßenecke.

Weil unsere Feinde uns häufig angriffen, wollten wir an einen Ort ziehen, wo man uns nicht kannte.

Damals war ich noch ein Kind.

Um Mitternacht kam Isfandíyár zu uns.

Meine Mutter sagte:

»O Isfandíyár, da sind bestimmt hundert Polizisten auf der Suche nach dir.

Wenn sie dich fangen, werden sie dich nicht sofort töten, sondern dich mit Feuer foltern.

Sie werden dir die Finger abhacken.

Sie werden dir die Ohren abschneiden.

Sie werden dir die Augen ausstechen, um dich zu zwingen, ihnen die Geheimnisse Bahá'u'lláhs zu verraten.

Geh fort!

Bleib nicht hier.« Er antwortete:

»Ich kann nicht gehen, denn ich schulde einigen Leuten auf der Straße und in den Läden noch Geld.

Wie könnte ich gehen?

Sie werden sagen, der Diener Bahá'u'lláhs habe Güter und Waren bei den Ladenbesitzern gekauft und verbraucht, ohne sie zu bezahlen.

Ehe ich nicht all diese Schulden bezahlt habe, kann ich nicht gehen.

Aber wenn sie mich festnehmen, macht das nichts.

Wenn sie mich bestrafen, ist das nicht schlimm.

Wenn sie mich töten, sei nicht traurig.

Aber einfach wegzugehen, ist unmöglich.

Ich muss bleiben, bis ich alle Schulden bezahlt habe.

Dann werde ich gehen.« Einen Monat lang ging Isfandíyár auf den Straßen und in den Basaren ein und aus.

Was er besaß, verkaufte er und mit dem Erlös bezahlte er nach und nach seine Gläubiger.

In Wirklichkeit waren es nicht seine Schulden, sondern die des Hofes, denn unser gesamter Besitz war beschlagnahmt worden.

Alles, was wir besessen hatten, war uns weggenommen worden.

Das Einzige, was uns geblieben war, waren unsere Schulden.

Isfandíyár bezahlte alles, kein Pfennig blieb unbezahlt.

Dann kam er zu uns, verabschiedete sich und ging fort.

Später wurde Bahá'u'lláh aus dem Gefängnis entlassen.

Wir gingen nach Baghdád und Isfandíyár kam auch dorthin.

Er wollte im selben Haus wohnen.

Bahá'u'lláh, die Gesegnete Vollkommenheit, sagte zu ihm:

»Als du geflohen bist, gewährte dir ein persischer Minister Zuflucht, zu einer Zeit, da dir niemand sonst hätte Schutz bieten können.

Weil er dir Schutz und Zuflucht bot, musst du ihm Treue erweisen.

Wenn er einverstanden ist, dass du weggehst, dann komm zu uns; aber wenn er nicht will, dass du gehst, dann verlasse ihn nicht.« Sein Herr sagte:

»Ich möchte nicht von Isfandíyár getrennt werden.

Wo finde ich jemanden wie ihn, mit solcher Aufrichtigkeit, solcher Treue, solch einem Charakter, solch einer Kraft?

Wo kann ich so jemanden finden?

O Isfandíyár!

Ich möchte nicht, dass du weggehst, aber wenn du gehen willst, soll es nach deinem Willen geschehen.« Aber weil die Gesegnete Vollkommenheit gesagt hatte:

»Du musst ihm treu sein«, blieb Isfandíyár bei seinem Herrn bis zu dessen Tod.

Er war ein Quell des Lichtes.

Seine Haut war zwar schwarz, doch sein Charakter strahlte; sein Geist strahlte; sein Antlitz strahlte.

Wahrlich, er war ein Quell des Lichtes.
Es ist also offensichtlich, dass Vortrefflichkeit nicht von der Farbe abhängt.

Der Charakter ist der wahre Prüfstein für Menschlichkeit.

Wer einen guten Charakter hat, wer standhaft im Glauben an Gott ist, wer gute Taten vollbringt, wessen Sprache gut ist – der ist an der Schwelle Gottes willkommen, ganz gleich welche Hautfarbe er hat.

Kurzum – Preis sei Gott! – ihr seid Diener Gottes.

Die Liebe Bahá'u'lláhs ist in euren Herzen.

Eure Seelen jubeln über die frohen Botschaften Bahá'u'lláhs.

Ich hoffe, dass Weiß und Schwarz in vollkommener Liebe und Gemeinschaft, in völliger Einheit und Eintracht vereint sein werden.

Schließt euch zusammen, denkt aneinander und seid wie ein Rosengarten.

Wer in einen Rosengarten geht, wird verschiedene Rosen sehen, weiße, rosafarbene, gelbe, rote, die alle gemeinsam wachsen und reich geschmückt sind.

Jede hebt die Schönheit der anderen hervor.

Hätten alle die gleiche Farbe, wäre der Garten für das Auge eintönig.

Wenn alle nur weiß oder gelb oder rot wären, würde es dem Garten an Abwechslung und Attraktivität fehlen.

Wenn es aber eine bunte Mischung an Farben gibt, weiß, rosa, gelb und rot, ergibt sich die größte Schönheit.

Deshalb hoffe ich, dass ihr wie ein Rosengarten werdet.

Trotz der Farbenvielfalt empfangt ihr – Preis sei Gott! – das Licht derselben Sonne.

Regen fällt aus derselben Wolke auf euch herab.

Ihr werdet von demselben Gärtner gepflegt, und dieser Gärtner ist gütig zu allen.

Deshalb müsst ihr einander größte Freundlichkeit erweisen.

Ihr könnt sicher sein:

Jedes Mal, wenn ihr vereint seid, wird der Beistand des Königreichs Abhá euch erreichen.

Himmlische Gunst wird herabkommen; die Gnadengaben Gottes werden euch gewährt; die Sonne der Wahrheit wird scheinen; die Wolke der Barmherzigkeit wird ihre Schauer auf euch herabregnen lassen; und der Windhauch der göttlichen Großmut wird ihren Duft um euch wehen lassen.
Ich hoffe, dass ihr in Einheit und Freundschaft zusammenbleibt. Wie schön ist es, Schwarz und Weiß zusammen zu sehen! Ich hoffe, dass mit Gottes Hilfe der Tag kommen wird, an dem ich die roten Menschen, die Indianer, bei euch sehen werde, und auch die Japaner und andere. Dann wird es weiße Rosen, gelbe Rosen und rote Rosen geben, und ein wunderbarer Rosengarten wird in der Welt erscheinen.

– 127 –

10. November 1912
Ansprache in der Eighteenth Street 1901, NW, Washington, D.C.
Aufzeichnungen von Joseph H. Hannen
Ich bin sehr zufrieden mit den Freunden in Washington und es macht mich wirklich glücklich, sie zu treffen. Genauso zufrieden bin ich auch mit den Freunden in Baltimore, denn ich sehe, dass ihre Herzen von der Liebe zu Bahá'u'lláh angezogen sind. Ihr Blick ist auf das Königreich Bahás gerichtet. Ihr Geist jubelt über die frohe Botschaft des Allherrlichen. Wahrlich, sie sind Diener der Sache Gottes. Alle engagieren sich im Dienst, und die höchste Erfüllung ihres Wunsches ist es, in das Königreich des Allherrlichen einzutreten und Gott nahe zu sein. Deshalb bin ich sehr glücklich und zufrieden mit ihnen. Ich werde für euch alle beten. Möge die Gunst der Gesegneten Schönheit, Bahá'u'lláh, euch alle umfangen und möge das Licht der Sonne der Wahrheit eure Erleuchtung sein. Möget ihr alle vereint und voller Gewissheit sein. Möget ihr der Sache Gottes wie eine einzige, vereinte Kraft dienen. Ich bringe euch die frohe Botschaft, dass euch der Beistand Gottes zuteil wird. Seid euch dessen gewiss. Ihr werdet erleuchtet werden. Ihr werdet zu Eroberern werden.
Aber nach meiner Abreise werden sich vielleicht einige Leute in ihrer Verbitterung gegen euch erheben und euch verfolgen, und die Zeitungen werden vielleicht Artikel gegen die Sache veröffentlichen.

Bleibt in unerschütterlicher Gewissheit unbesorgt.

Seid heiter und gelassen und denkt daran, dass dies nur wie ein harmloses Spatzengezwitscher ist und bald vorübergehen wird.

Würden solche Dinge nicht geschehen, dann würde sich der Ruhm der Sache nicht weit verbreiten und der Ruf Gottes nicht gehört werden.

Haltet euch die Vergangenheit vor Augen.

Ruft euch die Tage Christi ins Gedächtnis und die darauffolgenden Ereignisse.

Wie viele Bücher wurden gegen Ihn geschrieben!

Welche Verleumdungen wurden gegen Ihn erhoben!

Wie heftig wurde Er in den Tempeln beschimpft!

Wie viele Beschuldigungen!

Wie viel Hass und Verfolgung!

Wie wurde Er verhöhnt, verspottet und verachtet!

Denkt an die Namen und Bezeichnungen, die sie Seiner Erhabenheit angehängt haben!

Sie bezeichneten Ihn sogar als Beelzebub – Satan.

Sie sagten, Beelzebub sei gefangen genommen und gekreuzigt worden.

Sie setzten Beelzebub eine Dornenkrone auf den Kopf und führten Ihn durch die Straßen.

Das war der Name, den die Juden Christus gegeben hatten; so steht es im Evangelium.

Es gab viele weitere Schmähungen und Verfolgungen, sie spuckten in Sein schönes Gesicht, verwünschten und verfluchten Ihn, wandten Ihm ihr Hinterteil zu, und sagten:

»Frieden sei mit dir, du König der Juden!« »Frieden sei mit dir, du Zerstörer des Tempels!« »Frieden sei mit dir, du König und Heuchler, der den Tempel in drei Tagen wieder aufbauen will!« Die damaligen Philosophen, Römer und Griechen, schrieben gegen Christus.

Selbst Könige schrieben Bücher voller Schmähungen, Verleumdungen und Verunglimpfungen.

Einer dieser Könige war ein römischer Caesar.

Er war auch Philosoph.

In seinem Buch sagt er über das Volk Christi:

»Die niedrigsten Menschen sind die Christen.

Die unmoralischsten Menschen unserer Zeit sind die Christen.

Jesus von Nazareth hat sie in die Irre geführt.

O ihr Menschen!

Wenn ihr wissen wollt, wer Jesus ist und was ›christlich‹ bedeutet, geht und fragt seine Verwandten.

Geht und fragt die Juden, die ihn kennen.

Seht, was für ein schlechter Mensch er ist, wie unwürdig er ist.« Es gab viele ähnliche Berichte.

Aber denkt daran, dass diese Aussagen der Sache des Christentums keinen Schaden zufügten.

Im Gegenteil, das Christentum gewann täglich an Macht und Stärke.
Tag für Tag nahm die Majestät Christi an Herrlichkeit zu. Mein Ziel ist es daher, euch vor Anschuldigungen, Kritik, Beschimpfungen und Spott in Zeitungsartikeln oder anderen Veröffentlichungen zu warnen und euch zu stärken. Lasst euch nicht davon beirren. Sie sind die eigentliche Bestätigung der Sache, wahrhaftig eine Quelle für den Aufbau der Bewegung. Möge Gott den Tag bestimmen, an dem sich eine Reihe von Kirchenvertretern erheben und mit entblößten Köpfen lautstark verkünden, dass die Bahá'í auf dem Irrweg sind. Ich würde gerne diesen Tag erleben, denn das ist die Zeit, da sich die Sache Gottes ausbreiten wird. Bahá'u'lláh bezeichnete Leute wie diese als Boten der Sache. Sie werden von den Kanzeln herab verkünden, die Bahá'í seien Narren, sie seien ein böses, unredliches Volk. Aber ihr sollt standhaft in der Sache Gottes sein und nicht wanken. Sie werden die Botschaft Bahá'u'lláhs verbreiten.
Der geehrte Mírzá Abu'l-Faḍl hat ein Traktat geschrieben, in dem er auf die Kritik eines Londoner Predigers antwortete. Jeder von euch sollte eine Kopie haben. Lest es, lernt es auswendig und denkt darüber nach. Wenn dann Anschuldigungen und Kritik von jenen vorgebracht werden, die die Sache nicht schätzen, werdet ihr gut gerüstet sein.

Ansprachen 'Abdu'l Bahás in New York

15. November bis 5. Dezember 1912

– 128 –

15. November 1912
Ansprache im Haus von Miss Juliet Thompson 48 West Tenth Street, New York
Aufzeichnungen von Hooper Harris
Ich habe in verschiedenen christlichen Kirchen und in Synagogen gesprochen, und in keiner Versammlung hat irgendjemand widersprochen. Alle haben zugehört und alle haben den überragenden Charakter der Lehren Bahá'u'lláhs anerkannt und eingeräumt, dass sie Wesen und Geist dieses neuen Zeitalters verkörpern und dass es keinen besseren Weg gibt, seine Ideale zu erreichen. Keine einzige Stimme erhob Einwände. Es gab lediglich einige wenige, die sich geweigert haben, die Sendung Bahá'u'lláhs anzuerkennen, obwohl selbst diese zugegeben haben, dass Er ein großer Lehrer, eine äußerst mächtige Seele und ein sehr bedeutender Mensch war. Einige, die keinen anderen Vorwand finden konnten, sagten: »Diese Lehren sind nicht neu, sie sind alt und bekannt. Wir haben sie schon früher gehört.« Deshalb werde ich über die besonderen Merkmale der Offenbarung Bahá'u'lláhs sprechen und beweisen, dass Seine Sache sich in jeder Hinsicht von allen anderen unterscheidet. Sie unterscheidet sich durch ihre Methodik und die Art der Darlegung, durch ihre praktischen Auswirkungen und ihre Anwendung auf die heutigen Verhältnisse in der Welt, vor allem aber durch ihre Verbreitung und ihren Fortschritt.
Als Bahá'u'lláh in Persien erschien, erhoben sich alle religiösen Sekten und Glaubenssysteme der damaligen Zeit gegen Ihn. Seine Feinde waren Könige. Die Feinde Jesu Christi waren Juden und Pharisäer, aber die Feinde Bahá'u'lláhs waren Herrscher, die Armeen befehligten und über Hunderttausende von Soldaten verfügten. Diese Könige repräsentierten etwa fünfzig Millionen Menschen, die sich alle unter deren Einfluss und Herrschaft gegen Bahá'u'lláh wandten. So stand Bahá'u'lláh praktisch allein fünfzig Millionen Feinden gegenüber. Doch anstatt Ihn zu beherrschen, hatte diese große Masse Seiner wunderbaren Persönlichkeit und der Macht und dem Einfluss Seiner himmlischen Sache nichts entgegenzusetzen. Obwohl sie entschlossen waren, das Licht dieser strahlenden Leuchte auszulöschen, wurden sie schließlich besiegt und überwunden, und von Tag zu Tag erstrahlte Seine Herrlichkeit heller. Sie bemühten sich nach Kräften, Seine Größe zu schmälern, aber Sein Ruhm und Ansehen nahmen in dem Maße zu, wie sie sich bemühten, es zu schwächen. Umgeben von Feinden, die Ihm nach dem Leben trachteten, versuchte Er nie, Sich zu verbergen, tat nichts, um Sich zu schützen; im Gegenteil, in Seiner geistigen Kraft und Macht war Er jederzeit vor aller Augen sichtbar, leicht zu erreichen und hielt gelassen den Massen stand, die sich Ihm entgegenstellten. Zu guter Letzt wurde Sein Banner gehisst.
Wenn wir die historischen Berichte studieren und Seite für Seite die heiligen Bücher durchgehen, stellen wir fest, dass keiner der Propheten der Vergangenheit von einem Gefängnis aus Seine Lehren verbreitete oder Seine Sache verkündete.

Aber Bahá'u'lláh hielt das Banner der Sache Gottes hoch, während Er sich in einem Verlies befand.

Aus Seiner Gefängniszelle heraus richtete Er sich an die Könige der Erde und verurteilte sie scharf wegen der Unterdrückung ihrer Untertanen und ihres Machtmissbrauchs.

Den Brief, den Er unter solchen Umständen an den Sháh von Persien sandte, kann heute jeder lesen.

Seine Briefe an den Sulṭán der Türkei, an Kaiser Napoleon III. von Frankreich und an die anderen Herrscher der Welt, darunter den Präsidenten der Vereinigten Staaten, sind ebenfalls in Umlauf und verfügbar.

Das Buch mit diesen Briefen an die Könige wurde vor etwa dreißig Jahren in Indien veröffentlicht und ist als Súratu'l-Haykal bekannt.

Alles, was in diesen Sendbriefen steht, ist eingetroffen.

Einige der darin enthaltenen Prophezeiungen haben sich nach zwei Jahren erfüllt, andere nach fünf, zehn oder zwanzig Jahren.

Höchst bedeutsame Prophezeiungen über Ereignisse auf dem Balkan gehen gegenwärtig in Erfüllung, obgleich sie schon vor langer Zeit niedergeschrieben wurden.

Zum Beispiel sagte Bahá'u'lláh in Seinem Brief an den Sulṭán der Türkei den Krieg und die Geschehnisse voraus, die heute stattfinden.

Diese Ereignisse wurden auch in dem Sendschreiben an die Stadt Konstantinopel prophezeit, sogar bezüglich der Einzelheiten der Ereignisse, die sich jetzt in dieser Stadt zutragen.
Während Er sich an diese mächtigen Könige und Herrscher wandte, war Er ein Gefangener in einem türkischen Kerker. Bedenkt, wie erstaunlich es war, dass ein Gefangener in der Gewalt der Türken ausgerechnet den König, der für Seine Inhaftierung verantwortlich war, so kühn und schwer anklagte. Welche Macht zeigt sich hier! Welche Größe! Nirgends in der Geschichte wurde je etwas Derartiges überliefert. Der unerbittlichen, absoluten Herrschaft dieser Könige zum Trotz war es Seine Aufgabe, sich ihnen entgegenzustellen und Er war so unerschütterlich und standhaft, dass Er ihre Flaggen zu Fall brachte und Sein eigenes Banner erhoben wurde. Denn heute werden die Flaggen des persischen und des osmanischen Reiches durch den Schmutz gezogen, während das Banner Bahá'u'lláhs in der Welt sowohl im Osten als auch im Westen hochgehalten wird. Seht diese gewaltige Kraft! Welch schlüssiger Beweis! Obwohl Er ein Gefangener in einer Festung war, schenkte Er diesen Königen keine Aufmerksamkeit, achtete nicht auf ihre Macht über Leben und Tod, sondern im Gegenteil, Er wandte sich in klarer und furchtloser Sprache an sie und verkündete ausdrücklich, dass die Zeit kommen werde, in der ihre Regierungsgewalt gestürzt und Seine eigene Herrschaft errichtet werden würde.
Er sagte sinngemäß: »Binnen kurzem werdet ihr euch in offensichtlichem Verlust befinden. Euer Herrschaftsgebiet wird verwüstet. Eure Reiche werden zu einer Wildnis und einem Trümmerhaufen. Fremde Heere werden in eure Länder einfallen und sie unterwerfen. Jammern und Wehklagen werden sich in euren Häusern erheben. Es wird weder Thron noch Krone, weder Palast noch Armeen mehr geben. Nein, alle diese Dinge werden vergehen, aber das Banner der Sache Gottes wird hochgehalten. Dann werdet ihr sehen, dass die Menschen in Scharen in die Sache Gottes eintreten und dass diese mächtige Offenbarung sich in der ganzen Welt verbreiten wird.« Lest die Prophezeiungen in der Súratu'l-Haykal und denkt sorgfältig darüber nach.
Dies ist eines der Merkmale der Botschaft und Lehren Bahá'u'lláhs. Könnt ihr solche Ereignisse und Begebenheiten in irgendeiner anderen prophetischen Sendung finden? Wenn ja, in welchem Zyklus hat sich Ähnliches ereignet? Findet ihr solche genauen Prophezeiungen und deutlichen Aussagen über die Zukunft in den Heiligen Büchern der Vergangenheit? Vergleichen wir jetzt die Lehren Bahá'u'lláhs mit den heiligen Worten, die in früheren Zyklen herabgesandt wurden.
Zu den erhabenen Prinzipien, die Er offenbarte, gehört erstens die Erforschung der Wahrheit. Das bedeutet, dass jeder einzelne Mensch aufgerufen und verpflichtet ist, Aberglauben, Überlieferungen und die blinde Nachahmung althergebrachter religiöser Bräuche abzulegen und selbstständig die Wahrheit zu erforschen. Da die grundlegende Wahrheit nur eine ist, werden alle Religionen und Völker der Welt vereint werden, indem sie die Wahrheit erforschen. Dieser Grundsatz wurde in keinem der heiligen Bücher der Vergangenheit verkündet.
Ein zweiter Grundsatz, der die Lehren Bahá'u'lláhs auszeichnet, verlangt die Anerkennung der Einheit der Menschheit.

Bahá'u'lláh wandte sich an die gesamte Menschheit mit den Worten:

»Ihr seid alle die Blätter eines Baumes.« Vor Gott gibt es keine ethnischen Unterschiede zwischen euch.

Vielmehr sind alle die Diener Gottes, und alle sind eingetaucht in das Meer Seiner Einheit.

Keine einzige Seele ist davon ausgeschlossen.

Im Gegenteil, alle sind Empfänger der Gnadengaben Gottes.

Jedes menschliche Geschöpf hat Anteil an Seinen Segnungen und an der Ausstrahlung Seiner Wirklichkeit.

Gott ist gütig zu allen.

Alle Menschen sind Seine Schafe und Er ist ihr wahrer Hirte.

Keine anderen Heiligen Schriften enthalten so ausführliche und umfassende Aussagen, keine andere Lehre verkündet diesen unzweideutigen Grundsatz menschlicher Zusammengehörigkeit.

In Bezug auf mögliche Unterscheidungen ist das Äußerste, was Bahá'u'lláh sagt, dass die Lebensumstände der Menschen unterschiedlich sind, dass beispielsweise manche Bedingungen unzulänglich sind.

Deshalb brauchen diese Menschen Bildung und Erziehung, um Vervollkommnung zu erreichen.

Manche sind krank und leiden; sie müssen behandelt und gepflegt werden, bis sie geheilt sind.

Manche schlafen; sie müssen erweckt werden.

Manche sind unreif wie Kinder; ihnen sollte zur Reife verholfen werden.

Aber alle müssen geliebt und geschätzt werden.

Man darf ein Kind nicht ablehnen, bloß weil es ein Kind ist.

Nein, vielmehr sollte es geduldig erzogen werden.

Der Kranke darf nicht gemieden oder geringschätzig behandelt werden, nur weil er krank ist.

Nein, vielmehr muss man sich voll Mitgefühl und Zuneigung um ihn kümmern und ihn behandeln, bis er geheilt ist.

Die schlafende Seele darf nicht verachtet werden, sondern muss erweckt und ins Licht geleitet werden.
Bahá'u'lláh lehrt, dass Religion mit Wissenschaft und Vernunft übereinstimmen muss. Wenn Glaube und religiöse Lehren der verstandesmäßigen Analyse und wissenschaftlichen Prinzipien widersprechen, verdienen sie es nicht, angenommen zu werden. Dieses Prinzip wurde in keinem der früheren göttlichen Lehrbücher offenbart.
Eine weitere grundlegende Verkündigung Bahá'u'lláhs ist, dass die Religion die Quelle der Einheit und Gemeinschaft in der Welt sein muss. Wenn sie zu Feindschaft, Hass und Fanatismus führt, wäre es besser, es gäbe keine Religion. Das ist ein neues Offenbarungsprinzip, das nur in den Aussagen Bahá'u'lláhs zu finden ist.
Weiter erklärt Bahá'u'lláh, dass alle Arten zwischenmenschlicher Vorurteile aufgegeben werden müssen und dass die Menschheit Frieden, Wohlstand und Ruhe weder finden wird noch finden kann, ehe die bestehenden Vorurteile völlig ausgeräumt sind. Dieser Grundsatz findet sich in keinem anderen heiligen Buch als in den Lehren Bahá'u'lláhs.
Eine weitere Lehre ist die vollkommene Gleichberechtigung von Mann und Frau. Warum sollte der Mensch einen Unterschied erfinden, den Gott nicht gelten lässt? Auch in den Reichen der Schöpfung unterhalb des Menschen gibt es Geschlechter, aber der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Wesen hat weder unterdrückenden noch einschränkenden Charakter. Die Stute zum Beispiel ist genauso stark wie der Hengst und oft schneller. Im gesamten Tier- und Pflanzenreich herrscht völlige Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Diese Gleichberechtigung muss im Menschenreich genauso bestehen, und wessen Herz das reinste ist, wessen Lebensführung und Charakter die edelsten sind und dem göttlichen Maßstab am nächsten kommen, ist in den Augen Gottes höchst würdig und herausragend. Dies ist die einzige wahre und wirkliche Unterscheidung, egal ob es sich um Mann oder Frau handelt.
Bahá'u'lláh hat die Notwendigkeit einer Weltsprache verkündet, die als Mittel der internationalen Verständigung dienen und so Missverständnisse und Schwierigkeiten beseitigen wird. Diese Lehre wird in dem vor fünfzig Jahren veröffentlichten Kitáb-i-Aqdas (Das Heiligste Buch) dargelegt.
Auch hat Er den Grundsatz verkündet, dass alle Menschen Bildung und Erziehung erhalten sollen und dass es kein Analphabetentum mehr geben darf. Dieses praktische Heilmittel für die Nöte der Welt findet sich in keinem anderen der heiligen Bücher.
Er lehrt, dass es die Pflicht eines jeden Menschen ist, ein nutzbringendes Gewerbe, Handwerk oder einen Beruf zur Sicherung des Lebensunterhaltes zu erlernen. Diese Arbeit sollte als Gottesdienst angesehen werden.
Die Lehren Bahá'u'lláhs sind grenzenlos und ihr weitreichender, segensreicher Nutzen für die Menschheit kennt kein Ende. Sinn und Zweck unserer heutigen Ausführungen ist, zu zeigen, dass sie neu und in keinem der religiösen Bücher der Vergangenheit zu finden sind. Das beantwortet die Frage: »Was hat Bahá'u'lláh gebracht, das wir nicht schon früher gehört haben?« Es ist also klar und offensichtlich, dass sich die Manifestation Gottes an diesem Tag von allen früheren Manifestationen und Offenbarungen durch Ihre Majestät, Ihre Macht und die Wirksamkeit und Anwendbarkeit Ihres Wortes unterscheidet.
Alle Propheten Gottes wurden verachtet und verfolgt. Denkt an Moses. Die Menschen nannten Ihn einen Mörder. Sie sagten: »Du hast einen Mann erschlagen und bist vor Strafe und Vergeltung geflohen. Ist es nach dem, was du getan hast, möglich, dass Du ein Prophet wirst?«
Es gibt viele ähnliche Berichte über die heiligen, göttlichen Gesandten. Wie bitter und schwer war die Verfolgung, der Sie ausgesetzt waren! Bedenkt, wie die Menschen versuchten, Christus herabzusetzen und zu vernichten. Sie setzten eine Dornenkrone auf Sein Haupt, trieben Ihn durch die Straßen und Basare und spotteten: »Frieden sei mit dir, du König der Juden!« Manche zeigten Ihm ihr Hinterteil und höhnten: »Du König der Juden!«, oder »Herr der Herren, Frieden sei mit dir!« Wieder andere spuckten in Sein gesegnetes Antlitz. Kurzum, die Verfolgungen, die Christus während Seiner Sendung ertrug, werden in den Büchern des alten jüdischen, römischen oder griechischen Zyklus erwähnt. Kein Lobpreis wurde Ihm zuteil. Die einzige Anerkennung und Billigung erfuhr Er von Seinen Gläubigen und Jüngern. Petrus zum Beispiel war einer, der Ihn pries, und auch die anderen Jünger sprachen sich für Ihn aus. Viele Bücher wurden gegen Ihn geschrieben. In der Kirchengeschichte findet ihr Berichte über den Hass und die Feindseligkeit der römischen, griechischen und ägyptischen Philosophen, die Ihn verleumdeten und Ihm Unvollkommenheit unterstellten.
Doch während der Offenbarung Bahá'u'lláhs, vom Tag Seines Erscheinens bis zu Seinem Hinscheiden, erkannten die Menschen aller Nationen Seine Größe an.

Sogar Seine erbittertsten Feinde sagten über Ihn:

»Dieser Mann war wirklich bedeutend, sein Einfluss war mächtig und wunderbar.

Er war eine herausragende Persönlichkeit; seine Macht war gewaltig, seine Sprache ausdrucksvoll.

Aber leider hat er das Volk in die Irre geführt.« Dies war die Essenz ihres Lobpreises, ihrer Würdigung und ihrer Ablehnung.

Offensichtlich waren die Verfasser solcher Aussagen, auch wenn sie Seine Feinde waren, von Seiner Größe und Majestät tief beeindruckt.

Einige Seiner Feinde haben sogar Gedichte über Ihn geschrieben, die zwar als Satire und sarkastische Anspielungen gedacht, aber in Wirklichkeit Lobpreisungen waren.

Zum Beispiel schrieb ein Dichter, der Seiner Sache feindlich gegenüberstand:

»Hütet euch!

Hütet euch davor, euch dieser Person zu nähern; er besitzt eine solche Macht und eine so beredte Zunge – er ist ein Zauberer.

Er betört die Menschen, er gibt ihnen Drogen, er hypnotisiert sie.

Hütet euch!

Hütet euch davor, sein Buch zu lesen, seinem Beispiel zu folgen und mit seinen Gefährten zu verkehren, denn sie besitzen enorme Macht und führen euch in die Irre.« Das heißt, dieser Dichter benutzte Beschreibungen, die er als Herabsetzung und Verunglimpfung ansah, ohne zu erkennen, dass es in Wirklichkeit Lobpreisungen waren.

Denn ein weiser Mann würde nach der Lektüre einer solchen Warnung sagen:

»Die Macht dieses Mannes muss sehr groß sein, wenn selbst seine Feinde sie anerkennen.

Zweifellos ist eine solche Macht himmlischer Natur.« Das war einer der Gründe, warum sich so viele Menschen veranlasst fühlten, genauer nachzuforschen.

Je mehr Seine Feinde gegen Ihn schrieben, desto stärker wurden die Leute angezogen und desto größer wurde die Zahl derer, die nach der Wahrheit suchten.

Sie sagten:

»Das ist bemerkenswert.

Das ist ein großer Mann, und wir müssen das untersuchen.

Wir müssen dieser Sache nachgehen, um herauszufinden, was das alles bedeutet, um ihre Absichten zu entdecken, ihre Beweise zu prüfen und selbst zu erfahren, was sie auszeichnet.« Auf diese Weise bewirkten die bösartigen und finsteren Aussagen Seiner Feinde, dass die Menschen freundlich wurden und sich der Sache näherten.

Die Mullás in Persien gingen so weit, öffentlich von den Kanzeln herab gegen die Sache Bahá'u'lláhs zu hetzen.

Sie warfen ihre Turbane zu Boden – ein Zeichen großer Empörung – und riefen:

»O Volk!

Dieser Bahá'u'lláh ist ein Zauberer, der euch zu hypnotisieren sucht.

Er entfremdet euch von eurer eigenen Religion und macht euch zu seinen Anhängern.

Hütet euch davor, sein Buch zu lesen!

Hütet euch davor, mit seinen Freunden Umgang zu pflegen.«
Bahá'u'lláh sagte speziell über jene, die Ihn angriffen und verleumdeten: »Sie sind Meine Herolde; sie sind diejenigen, die Meine Botschaft verkünden und Mein Wort verbreiten. Betet darum, dass sie sich vervielfachen, betet darum, dass ihre Zahl zunimmt und dass sie noch lauter herumschreien. Je mehr sie Mich durch ihre Worte schmähen, je größer ihre Empörung ist, desto stärker und mächtiger wird die Wirksamkeit der Sache Gottes, desto heller das Licht des Wortes und desto strahlender der Glanz der göttlichen Sonne. Und schließlich wird die düstere Finsternis der äußeren Welt vergehen, und das Licht der Wirklichkeit wird leuchten, bis die ganze Erde in seiner Herrlichkeit erstrahlt.«

– 129 –

16. November 1912
Ansprache in der 309 West Seventy-Eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Wo immer Bahá'u'lláh erwähnt wird, ist das Paradies Abhá. Wo immer reine, losgelöste und erleuchtete Seelen sind, da ist das Paradies Bahá. Ṭihrán ist das Paradies Bahá'u'lláhs, weil dort Seelen leben, die man nicht mehr als menschlich bezeichnen kann. Es sind Engel. Die Bahá'í-Freunde in dieser Stadt gehören in Wirklichkeit zu den Himmlischen Heerscharen. Immer, wenn ich an sie denke, werde ich glücklich.
Die Gesegnete Vollkommenheit ertrug unzählige Qualen und großes Elend, aber während Seines Lebens unterwies Er in allen Gegenden viele Seelen, die unvergleichlich waren. Der Zweck des Erscheinens der Manifestationen Gottes ist die Unterweisung der Menschen. Das ist die wesentliche Frucht Ihrer Mission, der wahre Erfolg. Das Ergebnis des ganzen Lebens Jesu war die Unterweisung von elf Jüngern und zwei Frauen. Warum erlitt Er Schwierigkeiten, Qualen und Elend? Um diese wenigen Anhänger zu unterweisen. Das war die Frucht Seines Lebens. Die Frucht des Lebens Christi waren nicht die Kirchen, sondern die erleuchteten Seelen derer, die an Ihn glaubten. Danach verbreiteten Sie Seine Lehren.
Ich hoffe, ihr werdet alle zu Früchten des Lebens Bahá'u'lláhs und zum Erfolg Seiner himmlischen Erziehung. Wenn die Leute euch fragen: »Was hat Bahá'u'lláh erreicht?« Dann antwortet ihnen: »Sein Werk sind wir. Er hat uns unterwiesen.«

– 130 –

17. November 1912
Ansprache in der Genealogical Hall 252 West Fifty-eighth Street, New York
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Dies ist ein gesegnetes Treffen, denn diese geschätzten Seelen sind in völliger Einigkeit und klarer bewusster Absicht zusammengekommen. Es ist ein Ereignis, das mir große Freude bereitet. Vor mir sind Gesichter, aus denen die frohe Botschaft Gottes hervorstrahlt, Herzen, die im Feuer der Liebe Gottes erglühen, Ohren, die auf die Melodien des Königreichs eingestimmt sind, und Augen, die von den göttlichen Zeichen und Beweisen erleuchtet sind.
Für alles Erschaffene gibt es eine Stufe der Reife. Im Leben eines Baumes beginnt die Reifezeit, wenn er Früchte trägt. Eine Pflanze hat ihre Reifezeit, wenn sie blüht. Das Tier erreicht eine Stufe, da es ausgewachsen und voll entwickelt ist, und der Mensch in seiner Welt erlangt seine Reife, wenn sein Geist in hellstem Licht erstrahlt und höchst entwickelt ist.
Vom Anfang bis ans Ende seines Lebens durchlebt der Mensch Phasen oder Stufen, die jeweils durch ihre eigenen Lebensbedingungen gekennzeichnet sind. So entsprechen etwa der Zustand und die Anforderungen in der Kindheit dem jeweiligen Grad geistiger Entwicklung und Fassungskraft. Nach einiger Zeit beginnt die Jugendphase, in der die bisherigen Lebensumstände und Bedürfnisse gemäß seiner Entwicklung durch neue Rahmenbedingungen abgelöst werden. Seine Beobachtungsgabe erweitert und verfeinert sich; die Fähigkeiten des Verstandes werden geweckt und geschult; die Begrenzungen und das Umfeld der Kindheit schränken nicht länger seine Kräfte und sein Leistungsvermögen ein. Schließlich verlässt der Mensch die Jugendphase und tritt in das Stadium der Reife ein, was weiteren Wandel und einen entsprechenden Fortschritt in seinem Alltagsleben erfordert. Neue Kräfte und Einsichten bestimmen sein Leben, passend zu seiner Entwicklung nehmen nun Unterricht und Ausbildung seinen Verstand in Anspruch; besondere Gaben und Segnungen werden ihm entsprechend seiner wachsenden Fähigkeiten zuteil und die Lebensweise seiner bisherigen Jugendzeit passt nicht mehr zu seiner gereiften Sichtweise und Vorstellungskraft.
Im Leben der Menschheit als Ganzes gibt es ähnliche Phasen und Stadien. Zunächst durchlief sie das Stadium der Kindheit, dann das ihrer Jugendzeit, aber nun ist sie in ihre lang verheißene Reifezeit eingetreten, deren Zeichen und Beweise überall sichtbar und offenkundig sind. Deshalb haben sich die Erfordernisse und Gegebenheiten vergangener Phasen gewandelt und sind in die Anforderungen übergegangen, die das gegenwärtige Zeitalter der Menschheit eindeutig kennzeichnen. Was den Bedürfnissen des Menschen in der Frühgeschichte angemessen war, kann den Anforderungen des heutigen Tages und dieser Zeit der Erneuerung und Vollendung weder entsprechen noch genügen. Die Menschheit ist ihrem früheren Zustand der Begrenztheit und der vorbereitenden Erziehung entwachsen. Jetzt müssen neue Tugenden und Kräfte, eine neue Ethik und neue Fähigkeiten den Menschen durchdringen. Neue Gnadengaben, Segnungen und Vollkommenheiten stehen bereit und umgeben ihn bereits. Waren die Gaben und Segnungen der Jugendzeit auch für die Zeit des Heranreifens der Menschheit angemessen und ausreichend, so können sie doch den Anforderungen ihrer jetzigen Reife nicht genügen. Das Spielzeug aus der Kindheit genügt dem Geist des Erwachsenen nicht länger und interessiert ihn nicht mehr.
Die Menschheit erlebt in jeder Hinsicht eine Neugestaltung. Die Gesetze früherer Regierungen und Zivilisationen werden überarbeitet; wissenschaftliche Ideen und Theorien entwickeln und entfalten sich, um eine Reihe neuer Phänomene zu erklären; Erfindungen und Entdeckungen dringen in bisher unbekannte Bereiche vor und enthüllen neue Wunder und verborgene Geheimnisse des stofflichen Universums; Industriezweige sind in weit mehr Bereichen und mit höherer Produktivität tätig; überall befindet sich die Menschheit in evolutionären Geburtswehen, was darauf hindeutet, dass die bisherigen Verhältnisse sich ändern und das neue Zeitalter der Erneuerung anbricht. Alte Bäume tragen keine Früchte; alte Ansichten und Methoden sind jetzt überholt und wertlos. Alte ethische Normen, Moralvorstellungen und Lebensweisen der Vergangenheit sind für das gegenwärtige Zeitalter des Fortschritts und der Entwicklung nicht mehr ausreichend.
Auch in der Religion ist dies das Zeitalter der Reife und Erneuerung. Dogmatische Nachahmungen überkommener Glaubensvorstellungen verschwinden. Sie waren die Achse, um die die Religion kreiste, tragen aber keine Früchte mehr. Im Gegenteil, heute sind sie die Ursache der Erniedrigung und Behinderung der Menschen. Engstirnigkeit und dogmatisches Festhalten an alten Überzeugungen sind zur Hauptquelle für Feindseligkeit unter den Menschen geworden, zum Hindernis für den Fortschritt der Menschheit, zur Ursache von Krieg und Streit. Sie zerstören Frieden, Ruhe und Wohlergehen in der Welt. Bedenkt die heutigen Zustände auf dem Balkan: Väter, Mütter, Kinder trauern und klagen. Durch die verheerenden Kriegsfolgen sind die Lebensgrundlagen zerstört, Städte verwüstet und fruchtbares Land verödet. Diese Zustände sind das Ergebnis von Feindschaft und Hass zwischen Nationen und religiösen Völkern, die Bräuche nachahmen, daran festhalten und somit Geist und Wirklichkeit der göttlichen Lehren verletzen.
Das ist wahr und offensichtlich, doch es ist ebenso offenkundig, dass der Herr der Menschheit in diesem Jahrhundert der Reife und Vollendung der Welt unendliche Gnadengaben beschert hat. Das Meer göttlicher Barmherzigkeit wogt, die Frühlingsschauer kommen herab, die Sonne der Wahrheit scheint in Herrlichkeit. In diesem gnadenreichen Zeitalter wurden himmlische Lehren für die Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen offenbart. Diese Umgestaltung und Erneuerung der grundlegenden Wirklichkeit der Religion bildet den wahren und maßgeblichen Geist der Moderne, das unverkennbare Licht der Welt, den offenbaren Glanz des Wortes Gottes, das göttliche Heilmittel für alle menschlichen Leiden und die Gabe des ewigen Lebens für die ganze Menschheit.
Bahá'u'lláh, die Sonne der Wahrheit, ist am östlichen Horizont aufgegangen und hat alle Gebiete mit unvergänglichem Licht und Leben erfüllt. Seine Lehren, die den göttlichen Geist dieses Zeitalters verkörpern, zugeschnitten auf die Reifezeit im Leben der Menschheit, sind:
Die Einheit der Menschheit.
Schutz und Führung durch den Heiligen Geist.
Die Grundlage aller Religionen ist eine einzige.
Religion muss die Ursache der Einheit sein.
Religion muss im Einklang mit Wissenschaft und Vernunft stehen.
Die selbstständige Erforschung der Wahrheit.
Gleichberechtigung von Mann und Frau.
Die Aufgabe aller zwischenmenschlichen Vorurteile.
Weltfrieden.
Bildung für alle.
Eine Weltsprache.
Lösung der wirtschaftlichen Fragen.
Ein internationaler Gerichtshof.
Jeder, der aufrichtig sucht und gerecht denkt, wird zugeben, dass die derzeitigen Lehren, die rein menschlichen Quellen und menschlicher Autorität entspringen, zu Schwierigkeiten und Zwietracht unter den Menschen führen, ja die Menschheit zerstören. Die Lehren Bahá'u'lláhs hingegen sind das wahre Heilmittel für die kranke Welt, das Heilmittel für alle Bedürfnisse und Lebensumstände. In ihnen finden wir die Erfüllung allen Sehnens und Strebens, die Ursache des Glücks der Menschheit, die belebende Kraft und Erleuchtung des Geistes, den Anstoß zu Fortschritt und Höherentwicklung, die Grundlage der Einheit aller Völker, den Urquell der Liebe zwischen den Menschen, den Mittelpunkt der Übereinstimmung, das Werkzeug für Frieden und Einklang, das eine Band, das Ost und West vereinen wird.
Auf jede Nacht folgt ein neuer Morgen.

Gottes höchste Weisheit bestimmt, dass immer dann, wenn die Dunkelheit religiösen Haders und Hasses, die Finsternis religiöser Unwissenheit, Aberglaube und blinde Nachahmung die Welt umfassen, die Sonne der Wahrheit aufgehen wird, der Geist der Wahrheit sich offenbart und in den Herzen der Menschen widerspiegelt.

Zu einer solchen Zeit erschien Bahá'u'lláh am Horizont des Ostens.

Fünfzig Jahre lang ertrug Er größte Entbehrungen und Qualen, während Er sich unentwegt bemühte, die Finsternis religiöser Verhältnisse zu zerstreuen, die Ursache für Feindschaft und Hass zu beseitigen und die Menschheit durch das Aufleuchten der herrlichen frohen Botschaft und durch den Posaunenschall des himmlischen Rufs vom Lager der Nachlässigkeit und der Achtlosigkeit zu erwecken.

Der Verbreitung dieser Botschaft weihte Er Sein Leben und ertrug jeden Schicksalsschlag. … Immer drohte Ihm das Schwert – dennoch erhob Er das Banner göttlicher Lehren und erfüllte die Welt des Ostens mit strahlendem Glanz.

Überall im Orient ist heute das Licht der himmlischen Frohen Botschaft sichtbar, ist der göttliche Ruf zu hören, leuchtet der Glanz der Sonne der Wahrheit, ergießt sich der kostbare Regen aus den Wolken der Barmherzigkeit und verleiht der Odem des Heiligen Geistes den Herzen der Menschen neues Leben.

Bald wird die Dunkelheit gänzlich weichen, und die Regionen des Ostens werden vollständig erleuchtet sein.

Feindschaft, Hass, Unwissenheit und Engstirnigkeit werden nicht länger bestehen.

Die satanischen Mächte, die die Gleichheit der Menschen und die religiöse Einheit zerstören, werden entthront, und die Nationen werden in Frieden und Harmonie unter dem alles beschirmenden Banner der Einheit der Menschheit wohnen.

Daher flehen wir zum Herrn, unserem Gott, und bitten mit aufrichtigem und reuigem Herzen um Hilfe und Beistand bei der Verwirklichung dieses gewaltigen Zieles: dass die Nationen im Wort Gottes vereint werden; dass Krieg, Feindschaft und Hass zwischen Völkern, Religionen, Heimatländern und Konfessionen verschwinden und für immer vergessen werden; und dass Völker und Nationen einander im unauflöslichen Band und der Macht der Liebe Gottes geistig umarmen werden.

Dann wird die Menschenwelt erstrahlen, und die Menschheit wird sich in vollem Maße der Gunst göttlicher Gaben erfreuen.

Solange religiöse Zwietracht und Feindschaft unter den Menschen fortdauern, wird die Menschheit weder Glück noch Erholung noch Ruhe finden.
Betet zu Gott um Beistand bei diesem himmlischen Unterfangen, damit die Menschenwelt vor der Heimsuchung durch Unwissenheit, Blindheit und geistigen Tod bewahrt werde. Dann werdet ihr sehen, wie überall Licht über Licht, Freude über Freude und vollkommenes Glück herrschen, wie die Anhänger der Religionen in Harmonie und Glückseligkeit miteinander verkehren, diese Welt in ihrer Reife zum Spiegel des ewigen Königreichs und diese irdische Wohnstätte des Menschen wahrhaft zum Paradies Gottes wird. Betet dafür! Betet dafür!
O mein Gott! O mein Gott! Wahrlich, Du siehst, wie sich alle, die hier versammelt sind, Dir zuwenden und auf Dich vertrauen. O mein Herr! O mein Herr! Erleuchte ihre Augen mit dem Licht der Liebe und entflamme ihre Herzen mit den Strahlen, die aus dem Reich der Himmlischen Heerscharen strömen. Gewähre ihnen, dass sie zu Zeichen Deiner Gnadengaben und zu Bannern Deiner Gunst unter den Menschen werden. O Herr! Mache die hier Anwesenden zu Heerscharen des Himmels, lass sie durch ihren Dienst zum Mittel werden, um die Herzen der Menschen zu erobern. Lass Deine erhabene Barmherzigkeit auf sie herabkommen und mache alle Deine Freunde siegreich. Führe sie, dass sie sich Deinem Reich der Barmherzigkeit zuwenden und Deinen Namen unter den Menschen verkünden. Mögen sie die Menschen zur Gnade Deiner größten Führung geleiten.
O Herr! O Herr! Wirf den Blick Deiner Barmherzigkeit auf sie alle.
O Herr! O Herr! Gewähre Ihnen die Schönheit Deiner Heiligkeit in Deinem Reich der Ewigkeit.
O Herr! O Herr! Beschütze sie in jeder Prüfung, lass sie sicher auf dem Pfade Deiner Liebe schreiten und hilf ihnen, in Deiner Sache wie mächtige Berge zu sein, sodass ihr Glaube nimmer wanke, ihre Sicht sich weder trübe noch sie daran gehindert werden, das Licht zu erkennen, das aus Deinem höchsten Reiche hervorgeht. Wahrlich, Du bist der Freigebige. Du bist der Allmächtige. Wahrlich, Du bist der Gütige, der Barmherzige.

– 131 –

18. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Frank K. Moxey 575 Riverside Drive, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Ich danke Gott für diese Begegnung mit euch. Von außen betrachtet sind solche Treffen undenkbar, denn wir sind aus dem Orient, während ihr aus dem Okzident seid. Zwischen uns gibt es keine patriotische, sprachliche, ethnische, kommerzielle oder politische Beziehung. Zwischen uns gibt es kein weltliches Band, keine Verbindung irgendeiner Art, die eine solche Zusammenkunft rechtfertigen würde. Die Liebe Gottes hat uns zusammengeführt, und das ist das beste aller Mittel und Motive. Jede andere freundschaftliche Verbindung ist in ihrer Wirkkraft begrenzt, aber eine auf der Liebe Gottes beruhende Gemeinschaft ist unbegrenzt, immerwährend, göttlich und strahlend. Darum müssen wir Gott dankbar sein, dass Er uns in Liebe und Eintracht zusammengeführt hat. Wir müssen Ihn preisen, dass Er eine solche Nähe zwischen uns geschaffen hat, dass Menschen aus dem fernen Orient mit den Geliebten aus dem Westen in höchster Harmonie zusammenkommen.
Sicherlich gibt es für alles eine allumfassende Weisheit, insbesondere für die großen und wichtigen Dinge des Lebens.

Das größte und wichtigste Ereignis in der Menschenwelt ist die Offenbarung Gottes und das Herabkommen des göttlichen Gesetzes.

Die heiligen, göttlichen Manifestationen haben sich nicht offenbart, um eine Nation, Sekte oder Splittergruppe zu gründen.

Sie sind nicht erschienen, damit eine bestimmte Anzahl von Menschen Ihre Prophetenschaft anerkennt.

Sie haben Ihre himmlische Sendung und Botschaft nicht verkündet, um das Fundament einer bestimmten religiösen Glaubensrichtung zu legen.

Auch Christus offenbarte sich nicht, nur damit wir an Ihn als den Christus glauben, Ihm nachfolgen und Sein Gedenken verherrlichen.

All dies ist in Umfang und Anspruch begrenzt, während die Wirklichkeit Christi ihrem Wesen nach unbegrenzt ist.

Die unendliche und unbegrenzte Wirklichkeit kann durch keinerlei Begrenzung eingeschränkt werden.

Nein, Christus ist vielmehr gekommen, um die Menschheit zu erleuchten, um die irdische Welt himmlisch werden zu lassen, um aus dem Menschenreich ein Reich der Engel zu machen, um die Herzen zu vereinen, um das Licht der Liebe in den Seelen der Menschen zu entzünden, damit diese Seelen unabhängig werden, zur vollkommenen Einheit und Verbundenheit gelangen, sich Gott zuwenden, in das göttliche Reich eintreten, die Gaben und Gnaden Gottes empfangen und am himmlischen Manna teilhaben.

Durch Christus sollten sie mit dem Heiligen Geist getauft werden, einen neuen Geist und das ewige Leben erlangen.

Alle heiligen Gebote und die Verkündigung der Gesetze der Propheten dienten diesen vielfältigen himmlischen Absichten.

Darum danken wir Gott, dass, auch wenn keine irdische Verbindung zwischen uns besteht, gottlob geistige und göttliche Bande uns vereinen.

Wir haben uns zu diesem Treffen versammelt und erwarten sehnsüchtig das Erscheinen der göttlichen Gaben.
In vergangenen Jahrhunderten haben die Völker der Welt geglaubt, das Gesetz Gottes verlange die blinde Nachahmung überlieferter Bräuche des Glaubens und des Gottesdienstes.

So waren die Juden gefangen in der Befolgung überlieferter, volksbezogener religiöser Bräuche.

Die Muslime waren ebenfalls gefangen in traditionellen Bräuchen und Zeremonien.

Auch die Christen folgten bedingungslos alten Traditionen und überkommenen Lehren.

Gleichzeitig wurde das Prinzip der Liebe, Einheit und Verbundenheit unter den Menschen, das seit je die Grundvoraussetzung der Religion Gottes war, aufgegeben und verworfen.

Jedes religiöse System klammerte sich an die Nachahmung überlieferter Bräuche, als wäre das von größter Wichtigkeit.

So entstanden Hass und Feindschaft in der Welt, statt der göttlichen Früchte Einheit und Liebe.

Aus diesem Grund war es den Gläubigen der Religionen unmöglich, einander in Verbundenheit und Übereinstimmung zu begegnen.

Schon der Kontakt und das Gespräch wurden als verunreinigend angesehen, und das Ergebnis waren völlige Entfremdung und Fanatismus auf beiden Seiten.

Die wesentliche Grundlage der Wahrheit wurde nicht untersucht.

Jemand, dessen Vater Jude war, erwies sich immer als Jude, ein Muslim wurde als Muslim geboren, ein Buddhist war aufgrund des Glaubens seines Vaters Buddhist und so weiter.

Kurz, die Religion war ein Erbe, das vom Vater an den Sohn, von den Vorfahren an die Nachkommen weitergegeben wurde, ohne dass die zugrunde liegende Wahrheit erforscht wurde.

In der Folge waren alle Gläubigen in geistige Schleier gehüllt, umnebelt und uneins.
Preis sei Gott!

Wir leben in diesem strahlenden Jahrhundert, in dem sich die menschliche Wahrnehmung entwickelt hat und die Menschheit sich dadurch auszeichnet, dass sie die wahren Grundlagen erforscht.

Einzeln und gemeinschaftlich erforscht und durchdringt der Mensch die Wirklichkeit der inneren und äußeren Verhältnisse.

Aus diesem Grund haben wir uns von jeglicher blinden Nachahmung verabschiedet und erforschen unvoreingenommen und eigenständig die Wahrheit.

Machen wir uns deutlich, was die Wahrheit der göttlichen Religionen ausmacht.

Legt ein Christ traditionelle Bräuche und blinde Nachahmungen von Zeremonien ab und erforscht die Wahrheit der Evangelien, dann wird er entdecken, dass die Grundprinzipien der Lehren Christi in Barmherzigkeit, Liebe, Freundschaft, Nächstenliebe und Uneigennützigkeit bestanden, im Strahlenglanz göttlicher Gaben, im Empfangen des Odems des Heiligen Geistes und darin, im Einklang mit Gott zu sein.

Er wird auch erfahren, dass Christus gesagt hat, der Vater »lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.« Der Sinn dieser Aussage ist, dass die Barmherzigkeit Gottes die ganze Menschheit umgibt, dass kein einziger Mensch von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen ist und dass keiner Seele die strahlenden Gaben Gottes vorenthalten werden.

Die ganze Menschheit ist eingetaucht in das Meer der Gnade Gottes, und wir alle sind die Schafe des einen göttlichen Hirten.

Alle Mängel, die bei uns vorhanden sind, müssen behoben werden.

Beispielsweise müssen die Unwissenden unterwiesen werden, damit sie weise werden; die Kranken müssen behandelt werden, bis sie genesen; die Unreifen müssen erzogen werden, damit sie Reife erlangen; die Schlafenden müssen erweckt werden.

All dies muss durch Liebe erreicht werden und nicht durch Hass und Feindschaft.

Darüber hinaus bezog sich Jesus Christus auch auf die Prophezeiung Jesajas und sprach von denen, die Augen haben, aber nicht sehen, Ohren haben, aber nicht hören, Herzen haben, aber nicht verstehen – sie alle sollten geheilt werden.

Es ist also offensichtlich, dass die Gaben Christi das blinde Auge sehend, das taube Ohr hörend und das harte, gefühllose Herz zart und empfindsam machten.

Mit anderen Worten:

Obwohl die Menschen äußerlich Augen besitzen, ist die Einsicht oder Wahrnehmung der Seele blind; obwohl das äußere Ohr hört, ist das geistige Gehör taub; und obwohl sie fühlende Herzen haben, sind diese nicht erleuchtet; und die Gaben Christi befreien die Seelen aus diesem Zustand.

Es ist also offensichtlich, dass die Offenbarung des Messias gleichbedeutend war mit allumfassender Gnade.

Seine Fürsorge war allumfassend und Seine Lehren waren für alle bestimmt.

Sein Licht war nicht auf einige wenige beschränkt.

Jeder ›Christus‹ ist für die ganze Menschheit gekommen.

Wir müssen daher die Grundlage der göttlichen Religion erforschen, ihre Wahrheit entdecken, sie wieder aufbauen und ihre Botschaft in aller Welt verbreiten, damit sie zur Quelle der Erleuchtung und Aufklärung für die Menschheit wird, damit die geistig Toten belebt werden, die geistig Blinden Sehvermögen erlangen und diejenigen, die gegenüber Gott unaufmerksam sind, erweckt werden.
Die Lehren und Gebote der göttlichen Religionen sind von zweierlei Art. Die ersten sind geistiger und wesentlicher Natur – wie der Glaube an Gott, der Glaube an Christus, der Glaube an Moses, der Glaube an Abraham, der Glaube an Muḥammad, die Liebe zu Gott und die Einheit der Menschheit. Diese göttlichen Prinzipien sollen in der ganzen Welt verbreitet werden. Streit und Feindschaft werden verschwinden, Unwissenheit, Hass und Feindseligkeit werden enden und die ganze Menschheit wird miteinander verbunden sein. Die zweite Art von Geboten und Lehren betrifft die äußeren Verhältnisse und Vorgänge in der Menschenwelt. Sie sind die unwesentlichen, veränderlichen oder zeitbezogenen Gesetze für menschliche Angelegenheiten, die je nach den Erfordernissen von Zeit und Ort einem Wechsel und Wandel unterliegen. So war beispielsweise die Ehescheidung zu Moses Zeit erlaubt, zur Zeit Christi jedoch verboten. In der Thora gibt es zehn Gebote zur Bestrafung von Mord, die in der heutigen Zeit und unter den heutigen Gegebenheiten nicht durchsetzbar wären. So werden diese unwesentlichen, zeitbezogenen Gesetze aufgehoben und ersetzt, um den Erfordernissen und Anforderungen nachfolgender Zeitalter gerecht zu werden.
Aber die Anhänger der göttlichen Religionen haben sich von den wesentlichen und unwandelbaren Grundsätzen und Geboten im Wort Gottes abgewandt, und haben damit jene grundlegenden Wirklichkeiten aufgegeben, die mit dem wahren, ewigen Leben der Menschen zusammenhängen – nämlich Liebe zu Gott, Glaube an Gott, Menschenfreundlichkeit, Erkenntnis, geistige Wahrnehmung, göttliche Führung. Sie hielten dies alles für zufallsbedingt und unwesentlich, während sie sich darüber zankten und stritten, ob nun Ehescheidung rechtmäßig sei oder nicht, oder ob die Einhaltung dieses oder jenes untergeordneten Gesetzes rechtgläubig und richtig sei. Die Juden halten die Ehescheidung für rechtmäßig, die katholischen Christen für unrechtmäßig; das Ergebnis sind Zwietracht und Feindschaft zwischen ihnen. Wenn sie die eine fundamentale Wahrheit erforschten, die den Gesetzen von Moses und von Christus zugrunde liegt, würde sich dieser Zustand des Hasses und der Missverständnisse auflösen und göttliche Einheit herrschen.
Christus gebot, auch die andere Wange hinzuhalten, wenn wir auf die rechte Wange geschlagen werden. Seht, was derzeit auf dem Balkan geschieht. Welche Übereinstimmung mit den Lehren Christi sehen wir in dieser herzzerreißenden Situation? Hat nicht der Mensch das göttliche Gebot Christi völlig vergessen und aufgegeben? In der Tat sind solche Zwietracht und Kriege Beweis für die Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der unwesentlichen Vorschriften und Gesetze religiösen Glaubens. Nur die Erforschung der einen grundlegenden Wahrheit und die Beachtung der wesentlichen, unwandelbaren Prinzipien des Wortes Gottes können Einheit und Liebe in den Menschenherzen schaffen.
Im neunzehnten Jahrhundert herrschte im ganzen Orient geistige Finsternis, und die Religionen waren in einem Meer blinder Nachahmung und des Festhaltens an überkommenen Bräuchen versunken.

Es gab keine Spur der wesentlichen Grundlage göttlicher Offenbarung.

Deshalb war die Menschheit von Feindseligkeit und Hass durchdrungen.

Zwietracht, Groll und Krieg quälten die Menschen.

Blut bedeckte den Horizont der östlichen Welt.

Anstelle von Gemeinschaft und Eintracht war die Religion zur Ursache des Hasses geworden, anstelle von Einheit erzeugte sie Zwietracht, Feindschaft und Streit.

Die Lage war ähnlich wie heute auf dem Balkan, wo es scheint, als wäre die Grundlage der göttlichen Religion Krieg und Konflikt, wobei die Anhänger der einen Religion die andere ausrotten und vernichten wollen und die Anhänger beider vom fanatischen Drang zu töten besessen sind.

Sie halten den Pfad zum Wohlgefallen Gottes für einen Pfad des Blutes und wähnen, je mehr ein Gläubiger tötet, desto näher kommt er Gott.

Das sind Folgen blinder Nachahmung.

Wie düster und zerstörerisch sind solche Folgen für die Menschheit!

Wenn dies die Grundlage der göttlichen Religion wäre, so wäre es besser, ohne sie zu sein, denn nicht einmal die Ungläubigen vergießen so viel Blut und sind einander so feindlich gesinnt.

Die Kräfte der Feindschaft und des Streites sind die Götzen unserer Zeit, und was zur Erleuchtung und Besserung der Welt hätte beitragen sollen, ist zur Ursache tiefer Finsternis und Erniedrigung verkommen.
Um es zusammenzufassen: Bedenkt, wie blinde Nachahmung den Orient auf ähnliche Weise in Dunkelheit hüllte. Zu dieser Zeit erschien Bahá'u'lláh am östlichen Horizont wie die Herrlichkeit der Sonne. Er erneuerte die Grundlage der Religionen Gottes, zerstörte das blinde Festhalten an überkommenen Bräuchen und stiftete an ihrer Stelle Liebe und geistige Gemeinschaft, sodass kein Streit, keine Zwietracht oder Feindschaft übrig blieben. Diese Aussöhnung der verschiedenen Konfessionen ist deutlich sichtbar. Sie leben jetzt in Liebe und Einheit zusammen. Wenn ihr an einer ihrer Versammlungen teilnehmen würdet, könntet ihr erkennen, dass sie zu einem Volk, einem Heimatland, einer Religion geworden sind, dass sie in Verbundenheit und Eintracht miteinander umgehen. Preis sei Gott! Diese blinden Nachahmungen und diese Dunkelheit haben aufgehört zu existieren, und die Wahrheit der Einheit der Menschheit wurde allen vor Augen geführt.
Ich halte das amerikanische Volk für ein sehr kultiviertes und intelligentes Volk, ein Volk, das die Wahrheit und die Wirklichkeit erforscht. Ich hoffe, dass sich durch die Bemühungen dieser edlen Nation das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschheit stetig weiterentwickelt, dass die Erleuchtung in der Menschheit sich weit ausbreitet, dass das Banner des Weltfriedens erhoben wird, dass die Lampe der Einheit der Menschheit entzündet wird und die Herzen des Ostens und des Westens sich verbinden. Dann wird die Wahrheit der göttlichen Religionen strahlen und leuchten; sie werden zeigen, dass sie dazu bestimmt waren, Einheit und Liebe zu bewirken, und dass durch sie himmlische Gaben seit jeher Licht in die Menschenwelt gebracht haben.

– 132 –

23. November 1912
Ansprache beim Bankett im Great Northern Hotel 118 West Fifty-seventh Street, New York
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Weltweit gibt es zahllose Treffen und Zusammenkünfte, die mehr oder weniger bedeutende Beiträge zum Fortschritt der Menschheit leisten, aber in ihren Absichten und Zielen auf materielle Fragen und Ergebnisse beschränkt sind. Sie sind politisch, kommerziell oder auf Bildung ausgerichtet; sie versuchen, wirtschaftlichen Fortschritt voranzubringen, landwirtschaftliche Vorhaben zu unterstützen, die wissenschaftliche Forschung zu fördern und Entdeckungen zu erleichtern; sie sorgen für den Aufbau neuer Institutionen, planen finanzielle Maßnahmen und einigen sich auf Gesetze zur Regulierung bürgerlicher und sozialer Angelegenheiten. Solche Zusammenkünfte sind nützlich, aber ihr Einfluss und ihre Ziele gehen nicht über das materielle Wohlergehen und die Regierungsgeschäfte der Menschheit hinaus – das heißt, sie dienen der materiellen Zivilisation.
Eure Zusammenkunft heute Abend hat einen ganz anderen Charakter.

Sie ist eine allumfassende Versammlung; sie verfolgt himmlische und göttliche Ziele, denn sie dient der Einheit der Menschheit und dem Weltfrieden.

Sie ist dem Zusammengehörigkeitsgefühl und der Verbundenheit zwischen allen Menschen, dem geistigen Wohl der Menschheit, der Einheit religiöser Überzeugungen durch die Erkenntnis Gottes und der Versöhnung religiöser Lehren mit den Grundsätzen der Wissenschaft und Vernunft gewidmet.

Sie fördert Liebe und Vereinigung unter allen Menschen, trachtet danach, die Schranken, die die menschliche Familie trennen, zu beseitigen und niederzureißen, verkündet die Gleichberechtigung von Mann und Frau, vermittelt göttliche Gebote und Ethik, erleuchtet und belebt den Geist durch himmlische Erkenntnis, zieht die unendlichen Gaben Gottes an, beseitigt rassistische, nationale und religiöse Vorurteile und errichtet die Grundlage des himmlischen Königreiches in den Herzen aller Völker und Nationen.

Das Ergebnis einer solchen Versammlung ist die Förderung der göttlichen Gemeinschaft und die Stärkung des Bandes, das die Herzen zusammenhält und vereint.

Dies ist das unzerstörbare geistige Band, das Ost und West verbindet.

Durch dieses Band werden die Wurzeln des Rassismus ausgerissen und vernichtet, wird das Banner geistiger Demokratie gehisst, wird die Religion von überholten Glaubensvorstellungen und der Nachahmung überkommener Bräuche gereinigt und wird die Einheit der allen Religionen zugrundeliegenden Wahrheit offenbart und enthüllt.

Denn eine solche Zusammenkunft beruht auf dem Fundament der Gesetze Gottes.

Mit ihrem starken geistigen Band vereint sie somit alle Religionen und versöhnt alle Sekten, Konfessionen und Gruppierungen durch Wohlwollen und gegenseitige Liebe.

Auf diese Weise und durch eine solche Zusammenkunft werden die Ursachen von Feindseligkeit, Hass und Fanatismus beseitigt, und Feindschaft und Zwietracht werden gänzlich verschwinden.

Jede begrenzende und einschränkende Bewegung oder Begegnung aus rein persönlichem Interesse ist menschlicher Natur.

Jede allumfassende Bewegung von unbegrenzter Reichweite und Zielsetzung ist göttlich.

Die Sache Gottes schreitet immer und überall voran, wo ein allumfassendes Zusammentreffen unter den Menschen stattfindet.
Darum bemüht euch, dass eure Einstellungen und Vorsätze heute Abend allumfassend und selbstlos sind. Widmet euch der Besserung der Welt und dem Dienst an der ganzen Menschheit. Lasst keine Barriere aus Missgunst oder persönlichen Vorurteilen zwischen euch bestehen, denn wenn eure Beweggründe allumfassend und eure Absichten himmlisch sind, wenn eure Bestrebungen auf das Königreich gerichtet sind, besteht kein Zweifel daran, dass ihr zu Empfängern der Gnade und des Wohlgefallens Gottes werdet.
Diese Versammlung ist wahrhaftig die edelste und würdigste aller Versammlungen auf der Welt, da ihr geistige und allumfassende Ziele zugrunde liegen. Ein solches Gastmahl und eine solche Versammlung erfordern die aufrichtige Hingabe aller Anwesenden und ziehen den Segen Gottes an. Seid daher gewiss und zuversichtlich, dass Gottes Unterstützung auf euch herabkommen wird, euch der Beistand Gottes gewährt wird; der Odem des Heiligen Geistes euch mit neuem Leben erfüllen wird; die Sonne der Wahrheit herrlich auf euch scheinen wird und die duftenden Brisen der Rosengärten der göttlichen Barmherzigkeit durch die Fenster eurer Seelen wehen werden. Seid zuversichtlich und standhaft; eure Dienste werden durch die Macht des Himmels unterstützt, denn eure Absichten sind erhaben, eure Ziele rein und ehrenwert. Gott steht jenen Seelen bei, deren Ziel es ist, der Menschheit zu dienen und deren Bemühungen und Anstrengungen auf das Wohl und die Veredelung der ganzen Menschheit gerichtet sind.

– 133 –

29. November 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Heute Abend möchte ich über das Geheimnis des Opfers sprechen. Es gibt zwei Arten von Opfer, das stoffliche und das geistige. Die Erklärung der Kirchen zu diesem Thema ist in Wirklichkeit Aberglaube. Zum Beispiel steht im Evangelium geschrieben, dass Christus sagte: »Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.« Er sagte auch: »[Dieser Wein] ist mein Blut …, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.« Diese Verse wurden von den Kirchen in so abergläubischer Weise ausgelegt, dass die menschliche Vernunft diese Erklärung unmöglich verstehen oder annehmen kann.
Sie sagen, dass Adam Gottes Gebot nicht gehorchte, von der Frucht des verbotenen Baumes aß und dadurch eine Sünde beging, die als Erbe an Seine Nachkommen weitergegeben wurde. Sie lehren, dass aufgrund der Sünde Adams alle Seine Nachkommen ebenfalls eine Übertretung begangen haben und erbschaftsbedingt dafür verantwortlich sind; dass folglich die gesamte Menschheit Strafe verdient und dafür büßen muss; und dass Gott Seinen Sohn als Opfer aussandte, damit dem Menschen vergeben werde und die Menschheit von den Folgen der Übertretung Adams erlöst wird.
Betrachten wir diese Aussagen vom Standpunkt der Vernunft. Könnten wir uns vorstellen, dass Gott, Der die Gerechtigkeit selbst ist, die Nachkommen Adams für Adams eigene Sünde und seinen Ungehorsam bestraft? Sähen wir einen Gouverneur, einen irdischen Herrscher, der für das Fehlverhalten eines Vaters dessen Sohn bestraft, würden wir sogar diesen Herrscher für einen ungerechten Mann halten. Nehmen wir an, der Vater hätte ein Unrecht begangen – welches Unrecht hat dann der Sohn begangen? Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den beiden. Adams Sünde war nicht die Sünde Seiner Nachkommen, zumal Adam tausend Generationen vor unserer Zeit lebte. Wenn der Vorvater von tausend Generationen eine Sünde begangen hat, ist es dann gerecht, zu verlangen, dass die heutige Generation die Folgen davon trägt?
Wir sollten noch andere Fragen und Beweise in Betracht ziehen: Abraham war eine Manifestation Gottes und ein Nachkomme Adams; auch Ismael, Isaak, Jeremia und die ganze Reihe von Propheten, einschließlich David, Salomo und Aaron, gehörten zu Seinen Nachkommen. Wurden alle diese Heiligen dazu verdammt, bestraft zu werden – wegen der Tat eines Urvaters, also für einen Fehler, von dem es heißt, ihr gemeinsamer ferner Vorfahre Adam habe ihn begangen? Es wird erklärt, dass mit dem Kommen Christi und indem Er sich selbst opferte, alle heiligen Propheten vor Ihm frei von Sünde und Strafe wurden. Nicht einmal ein Kind könnte so etwas behaupten. Diese Auslegungen und Erklärungen beruhen auf einem falschen Verständnis der Bibelaussagen.
Um die wirkliche Bedeutung eines Opfers zu verstehen, sollten wir über die Kreuzigung und den Tod Jesu Christi nachdenken. Es ist wahr, dass Er Sich für uns geopfert hat. Aber was bedeutet das? Als Christus erschien, wusste Er, dass Er Sich mit seiner Verkündigung gegen alle Nationen und Völker der Erde stellen musste. Er wusste, dass die Menschheit sich gegen Ihn erheben und Ihm alle möglichen Leiden zufügen würde. Es besteht kein Zweifel, dass jemand, der einen Anspruch erhebt wie Christus, die Feindschaft der Welt auf sich ziehen und persönliche Misshandlung erleiden würde. Christus war Sich bewusst, dass man Sein Blut vergießen und Seinen Körper gewaltsam zerreißen würde. Obwohl Er wusste, was Ihm widerfahren würde, erhob Er Sich, Seine Botschaft zu verkünden, ertrug alle Trübsale und Qualen durch die Menschen und brachte schließlich Sein Leben als Opfer dar, um die Menschheit zu erleuchten – Er gab Sein Blut, um die Menschheit zu leiten. Alle Schwierigkeiten und Leiden nahm Er auf Sich, um die Menschen zur Wahrheit zu führen. Hätte Er Sein eigenes Leben retten wollen und wäre es nicht Sein Wunsch gewesen, Sich Selbst zu opfern, dann wäre Er nicht in der Lage gewesen, auch nur eine einzige Seele zu leiten. Es bestand kein Zweifel, dass Sein gesegnetes Blut vergossen und Sein Körper gebrochen werden würde. Trotzdem nahm diese Heilige Seele in Ihrer Liebe zur Menschheit Unglück und Tod auf Sich. Dies ist eine der Bedeutungen des Opfers.
Was die zweite Bedeutung betrifft: Er sagte: »Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.« Es war nicht der Leib Christi, der vom Himmel herabkam. Sein Körper kam aus dem Mutterleib Mariens, aber die Vollkommenheit Christi kam vom Himmel herab; die Wirklichkeit Christi kam vom Himmel herab. Der Geist Christi und nicht der Leib kam vom Himmel herab. Der Leib Christi war menschlich. Es steht außer Frage, dass der stoffliche Körper aus dem Mutterleib Mariens geboren wurde. Aber die Wirklichkeit Christi, der Geist Christi, die Vollkommenheit Christi kamen alle vom Himmel. Indem Er also sagte, Er sei das Brot, das vom Himmel kam, meinte Er, dass die Vollkommenheit, die Er offenbarte, göttliche Vollkommenheit war, dass die Segnungen in Ihm himmlische Gaben und Geschenke waren, dass Sein Licht das Licht der Wahrheit war. Er sagte: »Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.« Das heißt: Wer diese göttliche Vollkommenheit, die in mir ist, aufnimmt, wird niemals sterben; wer Anteil hat an diesen himmlischen Segnungen, die ich verkörpere, wird ewiges Leben finden; wer dieses göttliche Licht in sich aufnimmt, wird ewig leben. Wie offensichtlich ist die Bedeutung! Wie einleuchtend! Denn die Seele, die göttliche Vollkommenheit erlangt und himmlische Erleuchtung in den Lehren Christi sucht, wird zweifellos ewig leben. Auch das ist eines der Geheimnisse des Opfers.
Tatsächlich opferte sich auch Abraham; denn Er brachte der Welt himmlische Lehren und gab der Menschheit himmlische Speise.
Die dritte Bedeutung des Opfers ist diese: Wenn man einen Samen in die Erde pflanzt, wird aus diesem Samen ein Baum entstehen. Der Same opfert sich für den Baum, der aus ihm hervorgeht. Äußerlich ist der Same verloren und zerstört, aber derselbe Same, der sich opfert, geht ganz in dem Baum, seinen Blüten, Früchten und Zweigen auf. Würde die Identität des Samens nicht für den Baum geopfert, der aus ihm entsteht, dann gäbe es keine Zweige, keine Blüten und keine Früchte. Christus ist äußerlich verschwunden. Seine persönliche Identität wurde vor den Augen verborgen, so wie die Identität des Samens verschwand. Aber die Gaben, die göttlichen Eigenschaften und die Vollkommenheit Christi zeigten sich in der christlichen Gemeinde, die Christus durch Seine Selbstaufopferung gründete. Wenn ihr den Baum betrachtet, seht ihr, dass sich die Vollkommenheit, der Segen, die Eigenschaften und die Schönheit des Samens in den Ästen, Zweigen, Blüten und Früchten offenbart haben. Der Same hat sich also dem Baum geopfert. Hätte er es nicht getan, wäre der Baum nicht entstanden. Christus hat sich wie der Same für den Baum des Christentums geopfert. Deshalb offenbarten sich Seine Vollkommenheit, Sein Segen, Seine Huld, Sein Licht und Seine Gnadengaben in der Christlichen Gemeinde, für deren Entstehung Er sich opferte.
Die vierte Bedeutung des Opfers ist das Prinzip, dass eine Wirklichkeit ihre eigenen Merkmale opfert. Der Mensch muss sich von den Einflüssen der stofflichen Welt, von der Natur und ihren Gesetzen lösen; denn die materielle Welt ist die Welt des Verfalls und des Todes. Sie ist die Welt des Bösen und der Finsternis, des Tierischen und der Grausamkeit, der Blutrünstigkeit, des Ehrgeizes und der Habgier, der Selbstanbetung, der Selbstsucht und der Leidenschaft; es ist die Welt der Natur. Der Mensch muss sich von all diesen Unvollkommenheiten befreien; er muss diese Neigungen opfern, die der äußeren, stofflichen Welt des Seins zugehören.
Andererseits muss der Mensch sich himmlische Eigenschaften aneignen und göttliche Merkmale annehmen. Er muss zum Ebenbild Gottes werden. Er muss nach ewigem Wohl streben, zur Verkörperung der Liebe Gottes werden, zum Licht der Führung, zum Baum des Lebens und zur Schatzkammer der Gnadengaben Gottes. Das bedeutet, dass der Mensch die Eigenschaften und Merkmale der Welt der Natur um der Eigenschaften und Merkmale der Welt Gottes willen opfern muss. Nehmen wir zum Beispiel den Werkstoff Eisen. Betrachtet seine Beschaffenheit: Es ist fest, schwarz und kalt. Das sind die Eigenschaften des Eisens. Wenn dasselbe Eisen die Hitze des Feuers aufnimmt, opfert es seine Festigkeit für den flüssigen Zustand. Es opfert seine Schwärze für das Leuchten, das eine Eigenschaft des Feuers ist. Es opfert seine Kälte für die Hitze des Feuers, sodass dem Eisen weder Festigkeit noch Schwärze noch Kälte bleiben. Es wird erleuchtet und verwandelt, da es seine Beschaffenheit der Beschaffenheit und den Eigenschaften des Feuers geopfert hat.
In gleicher Weise opfert der Mensch die Merkmale und Gegebenheiten dieses sterblichen Reiches und offenbart die Vollkommenheit des Königreichs, wenn er von den Eigenschaften der natürlichen Welt gelöst und getrennt wird, ganz so wie die Eigenschaften des Eisens verschwanden und die Eigenschaften des Feuers an ihre Stelle traten.
Jeder Mensch, der durch die Lehren Gottes unterwiesen und vom Licht Seiner Führung erleuchtet ist, der an Gott und Seine Zeichen glaubt und vom Feuer der Liebe zu Gott entflammt ist, opfert die Unvollkommenheiten der Natur um der göttlichen Vollkommenheit willen. Folglich steht jeder vollkommene, jeder erleuchtete, himmlische Mensch auf der Stufe des Opfertums. Ich hoffe, ihr werdet durch die Hilfe und Vorsehung Gottes und durch die Gaben des Königreiches Abhá völlig von den Unvollkommenheiten der Welt der Natur gelöst und von selbstsüchtigen menschlichen Begierden gereinigt, Leben aus dem Königreich Abhá empfangen und himmlische Gnaden erlangen. Möge das göttliche Licht auf euren Gesichtern erstrahlen, der Duft der Heiligkeit euch erfrischen und der Odem des Heiligen Geistes euch mit ewigem Leben beleben.

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2. Dezember 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Dies sind die Tage meines Abschieds von euch, denn am Fünften dieses Monats werde ich mit dem Schiff abreisen. Wohin ich auch in diesem Land gegangen bin – ich bin immer wieder nach New York zurückgekehrt. Dies ist mein vierter oder fünfter Besuch hier, und nun verlasse ich die Stadt in Richtung Orient. Dieses Land noch einmal zu besuchen, wird schwierig für mich, es sei denn, es ist der Wille Gottes. Ich muss euch darum heute meine Weisungen und Empfehlungen darlegen – nichts anderes als die Lehren Bahá'u'lláhs.
Ihr müsst der ganzen Menschheit vollkommene Liebe und Zuneigung entgegenbringen.

Erhebt euch nicht über andere, sondern betrachtet alle als Euresgleichen und als Diener des einen Gottes.

Wisset, dass Gott barmherzig zu allen ist.

Liebet darum alle von ganzem Herzen, zieht alle Gläubigen euch selbst vor, seid liebevoll zu den Menschen jeglicher Herkunft und Hautfarbe, seid freundlich zu den Angehörigen aller Nationen.

Sprecht nie abfällig über andere, sondern lobt sie ohne Unterschied.

Beschmutzt eure Zunge nicht mit übler Nachrede.

Betrachtet eure Feinde als Freunde und jene, die euch Böses wollen, als solche, die euch Gutes wünschen.

Ihr dürft das Böse nicht als Böses ansehen und dadurch eure Überzeugung herabwürdigen, denn jemanden sanft und freundlich zu behandeln, den ihr als böse oder als Feind betrachtet, ist Heuchelei, und das ist weder würdig noch zulässig.

Ihr müsst eure Feinde als eure Freunde ansehen und diejenigen, die euch Übles wünschen, als euch wohlgesinnt und sie entsprechend behandeln.

Handelt so, dass euer Herz frei von Hass ist.

Lasst euer Herz von niemandem kränken.

Wenn jemand einen Fehler begeht und euch Unrecht tut, müsst ihr ihm sofort vergeben.

Beklagt euch nicht über andere.

Seht davon ab, sie zu tadeln, und wenn ihr ihnen Ermahnungen oder Ratschläge zu geben wünscht, tut es in einer Weise, die die Betreffenden nicht belastet.

Richtet alle eure Gedanken darauf, die Herzen zu erfreuen.

Hütet euch!

Hütet euch, dass ihr kein Herz verletzt.

Helft der Menschheit so viel ihr könnt.

Seid eine Quelle des Trostes für jeden Traurigen, steht jedem Schwachen bei, helft jedem Bedürftigen, pflegt jeden Kranken, verhelft jedem Minderbemittelten zu Ehre und behütet die von Angst Bedrückten.
Kurz, möge jeder von euch wie eine Lampe sein, die mit dem Licht menschlicher Tugenden scheint. Seid vertrauenswürdig, aufrichtig, herzlich und rein. Seid erleuchtet, seid vergeistigt, seid göttlich, seid strahlend, seid beseelt von Gott, seid Bahá'í.

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2. Dezember 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Ihr seid alle herzlich willkommen. Dies ist eine bedeutsame Versammlung. Preis sei Gott! Die Herzen sind auf das Königreich Abhá gerichtet und die Seelen jubeln über die frohe Botschaft Gottes.
Ich werde heute über die besonderen Lehren Bahá'u'lláhs sprechen. Alle göttlichen Prinzipien, die von den Propheten der Vergangenheit verkündet wurden, sind in den Worten Bahá'u'lláhs enthalten. Darüber hinaus hat Er bestimmte neue Lehren offenbart, die in keinem der heiligen Bücher früherer Zeiten zu finden sind. Einige davon werde ich erwähnen. Die anderen, von denen es viele gibt, können in den Büchern, Tafeln und Sendschreiben Bahá'u'lláhs gefunden werden – wie etwa in Verborgenen Worte, den Frohe Botschaften, in Worte des Paradieses, Tajallíyát, Ṭarázát und anderen. Ebenso gibt es im Kitáb-i-Aqdas neue Lehren, die in keinem der früheren Bücher oder Sendbriefe der Propheten zu finden sind.
Eine grundlegende Lehre Bahá'u'lláhs ist die Einheit der Menschheit. Er wendet sich an die Menschheit und sagt: »Ihr seid alle Blätter eines Baumes und die Früchte eines Zweiges.« Damit ist gemeint, dass die Menschenwelt einem Baum gleich ist, die Nationen und Völker sind die verschiedenen Äste und Zweige des Baumes und die einzelnen Menschen sind wie seine Früchte und Blüten. Auf diese Weise drückte Bahá'u'lláh die Einheit der Menschheit aus, während in allen religiösen Lehren der Vergangenheit die Menschenwelt als zweigeteilt dargestellt wurde: ein Teil, der als das Volk des Buches Gottes oder der reine Baum bekannt ist, und der andere Teil, das Volk des Unglaubens und des Irrtums oder der gottlose Baum. Die ersteren betrachtete man als die Gläubigen, die anderen als die Heerscharen der Heiden und Ungläubigen – ein Teil der Menschheit war Empfänger der göttlichen Barmherzigkeit, der andere war Gegenstand des Zorns ihres Schöpfers. Bahá'u'lláh beseitigte dies, indem Er die Einheit der Menschheit verkündete, und dies ist eine besondere Lehre, denn Er hat die ganze Menschheit in das Meer göttlicher Freigebigkeit getaucht. Manche schlafen; sie müssen erweckt werden. Manche sind krank; sie müssen geheilt werden. Manche sind unreif wie Kinder; sie müssen erzogen werden. Aber alle sind Empfänger der Gunst und der Gaben Gottes.
Ein weiterer von Bahá'u'lláh offenbarter neuer Grundsatz ist das Gebot, die Wahrheit zu erforschen – was bedeutet, dass niemand blindlings seinen Vorfahren folgen sollte. Vielmehr muss jeder mit seinen eigenen Augen sehen, mit seinen eigenen Ohren hören und die Wahrheit selbst erforschen, um der Wahrheit zu folgen, anstatt blindlings althergebrachte Überzeugungen zu übernehmen und nachzuahmen.
Bahá'u'lláh verkündet, dass alle Religionen Gottes nur eine Grundlage haben, dass Einheit Wahrheit und Wahrheit Einheit ist, die keine Vielzahl zulässt. Diese Lehre ist neu und eine Besonderheit dieser Manifestation.
Er legte für die heutige Zeit einen neuen Grundsatz fest, indem Er verkündete, dass Religion die Ursache für Einheit, Harmonie und Einvernehmen unter den Menschen sein muss. Wenn sie zur Ursache von Zwietracht und Feindschaft wird, wenn sie zu Trennung führt und Konflikte schafft, dann wäre eine Welt ohne Religion besser.
Überdies verkündet Er, dass Religion mit Wissenschaft und Vernunft in Einklang stehen muss. Wenn sie nicht mit der Wissenschaft übereinstimmt und sich nicht mit der Vernunft vereinbaren lässt, ist sie Aberglaube. Bis heute ist es üblich, dass Menschen eine religiöse Lehre einfach annehmen, auch wenn sie nicht mit der menschlichen Vernunft und dem menschlichen Ermessen übereinstimmt. Der Einklang des religiösen Glaubens mit der Vernunft ist eine neue Sichtweise, die Bahá'u'lláh der Seele des Menschen eröffnet hat.
Er legt die Gleichberechtigung von Mann und Frau fest. Das ist eine Besonderheit der Lehren Bahá'u'lláhs, denn alle anderen Religionen haben den Mann über die Frau gestellt.
Ein neuer religiöser Grundsatz besagt, dass Vorurteile und Fanatismus – ob sektiererisch, konfessionell, patriotisch oder politisch – die Grundlagen der menschlichen Gemeinschaft zerstören. Der Mensch sollte sich daher von solchen Fesseln befreien, damit die Einheit der Menschheit Wirklichkeit werden kann.
Der Weltfriede, so versichert Bahá'u'lláh, ist eine grundlegende Errungenschaft der Religion Gottes – dass Frieden herrsche zwischen den Nationen, Regierungen und Völkern, zwischen Religionen, Menschen jeglicher Hautfarbe und Herkunft und unter allen menschlichen Lebensbedingungen. Dies ist eines der besonderen Merkmale des Wortes Gottes in dieser Offenbarung.
Bahá'u'lláh erklärt, dass alle Menschen Wissen erwerben und eine Ausbildung erhalten sollen. Dies ist ein notwendiges Prinzip des Glaubens und der Religionsausübung, ein neues Merkmal in dieser Offenbarung.
Er legt die Lösung für Wirtschaftsprobleme dar und bietet das Heilmittel. Keines der religiösen Bücher der Vergangenheit erwähnt dieses wichtige Menschheitsproblem.
Er hat das Haus der Gerechtigkeit angeordnet und eingesetzt und es sowohl mit politischer als auch mit religiöser Funktion ausgestattet, eine vollendete Vereinigung und Mischung von Staat und Kirche. Diese Institution steht unter der schützenden Macht Bahá'u'lláhs. Ein universales oder internationales Haus der Gerechtigkeit soll ebenfalls errichtet werden. Dessen Entscheidungen sollen mit den Geboten und den Lehren Bahá'u'lláhs übereinstimmen, und was das Universale Haus der Gerechtigkeit anordnet, soll von der ganzen Menschheit befolgt werden. Dieses internationale Haus der Gerechtigkeit wird von den Häusern der Gerechtigkeit in aller Welt berufen und eingerichtet und die ganze Welt soll sich seiner Verwaltung unterstellen.
Das bedeutendste Merkmal der Offenbarung Bahá'u'lláhs ist eine besondere Lehre, die keiner der Propheten der Vergangenheit bisher verkündet hat:

Es ist die Einsetzung und Berufung des Mittelpunktes des Bundes.

Durch diese Ernennung und Vorkehrung hat Er die Religion Gottes vor Uneinigkeit und Spaltung bewahrt, und dafür gesorgt, dass niemand eine neue Sekte oder Splittergruppe des Glaubens gründen kann.

Zur Sicherung der Einheit und Eintracht hat Er mit allen Menschen der Welt, einschließlich des Auslegers und Erklärers Seiner Lehren, einen Bund geschlossen, damit niemand die Religion Gottes nach eigenem Gutdünken und eigener Meinung auslegen und so eine Sekte gründen kann, die auf seinem persönlichen Verständnis der Worte Gottes beruht.

Das Buch des Bundes, also das Testament Bahá'u'lláhs, ist das Mittel, um eine solche Möglichkeit zu verhindern, denn wer allein aufgrund seiner eigenen Autorität spricht, wird herabgesetzt.

Nehmt dies zur Kenntnis und seid euch dessen bewusst.

Nehmt euch in Acht, dass niemand dies insgeheim infrage stellt oder euch gegenüber leugnet.

Es gibt eigenwillige und gierige Menschen, die ihre Absichten nicht klar zum Ausdruck bringen.

Sie kleiden ihre Absichten in geheimnisvolle Äußerungen und Andeutungen.

Zum Beispiel loben sie eine bestimmte Person, nennen sie weise und gelehrt und sagen, sie sei in der Gegenwart Bahá'u'lláhs gerühmt worden.

Das vermitteln sie euch hinterlistig oder durch Anspielungen.

Seid euch dessen bewusst!

Seid wachsam und erleuchtet!

Denn Christus sagte:

Niemand stellt eine Lampe unter einen Scheffel.

Damit will ich sagen, dass bestimmte Leute versuchen werden, euch in Richtung ihrer persönlichen Ansichten und Meinungen zu beeinflussen.

Seid deshalb auf der Hut, dass niemand die Einheit und Unversehrtheit der Sache Bahá'u'lláhs angreift.

Preis sei Gott!

Bahá'u'lláh ließ nichts ungesagt.

Er hat alles erklärt.

Er ließ keinen Raum für weitere Worte.

Dennoch gibt es einige, die aus Eigennutz und Streben nach Ansehen versuchen werden, die Saat des Aufruhrs und der Untreue unter euch zu säen.

Um die Religion Gottes vor diesen und allen anderen Angriffen zu schützen und zu bewahren, wurde der Mittelpunkt des Bundes von Bahá'u'lláh ernannt und bestimmt.

Sollte also jemand in einer Erklärung einen anderen als diesen ernannten Mittelpunkt preisen oder anerkennen, so verlangt von ihm einen schriftlichen Nachweis der Autorität, der er folgt.

Er soll etwas aus der Feder des Mittelpunktes des Bundes vorlegen und belegen, dass er zu Recht einen anderen als den Rechtmäßigen preist und unterstützt.

Erklärt ihm, dass ihr nicht die Worte eines jeden akzeptieren könnt.

Sagt ihm:

»Es wäre möglich, heute eine Person zu lieben und zu preisen und morgen jemand anderen anzunehmen und ihm nachzufolgen und wieder einen anderen am folgenden Tag.

Deshalb können wir es uns nicht leisten, auf diese oder jene Person zu hören.

Wo sind deine Beweise und Schriften?

Wo ist deine Autorisierung durch die Feder des Mittelpunktes des Bundes?«
Ich möchte euch erklären, dass es eure Pflicht ist, die Religion Gottes zu schützen, damit niemand sie von außen oder innen angreifen kann. Wenn ihr feststellt, dass jemand schädliche Lehren verbreitet, wer auch immer diese Person sein mag, selbst wenn sie mein eigener Sohn wäre, dann wisset wahrlich, dass ich nichts mit ihr gemein habe. Wenn sich irgendjemand gegen den Bund wendet, selbst wenn es mein eigener Sohn wäre, solltet ihr wissen, dass ich sein Gegner bin. Diejenigen, die Unwahrheiten verbreiten, die weltliche Dinge begehren und versuchen, die Reichtümer dieser Erde anzuhäufen, sind nicht von mir. Aber wenn ihr jemanden findet, der nach den Lehren Bahá'u'lláhs lebt und die Grundsätze der Verborgenen Worte befolgt, so wisset, dass er zu Bahá'u'lláh gehört, und wahrlich, ich verkünde, dass er zu mir gehört. Wenn ihr andererseits jemanden seht, dessen Taten und Verhalten dem Wohlgefallen der Gesegneten Vollkommenheit und dem Geist der Verborgenen Worte zuwiderlaufen und nicht damit übereinstimmen, so sei dies euer Maßstab und Urteilskriterium gegen ihn, denn wisset, dass ich nichts mit ihm gemein habe, wer auch immer er sein mag. Das ist die Wahrheit.
Die Lehren Bahá'u'lláhs sind grenzenlos und unermesslich. Ihr habt mich gefragt, welche neuen Grundsätze von Ihm offenbart wurden. Ich habe nur einige wenige angesprochen. Es gibt viele andere, aber heute Abend ist nicht genug Zeit, um sie zu erwähnen. Ich bete daher zu Gott, dass ihr bestärkt werdet, Gutes zu tun. Ich bete, dass Gott euch bestärkt, nach den Lehren Bahá'u'lláhs zu leben.
Mit euch sei Bahá'u'l-Abhá!

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3. Dezember 1912
Ansprache im Haus von Dr. Florian Krug und Frau 830 Park Avenue, New York
Ihr habt euch heute Nachmittag hier in größter Liebe versammelt und dem Gedenken Gottes gewidmet. Ich hoffe, dass täglich mehr Menschen an dieser Versammlung teilnehmen; dass ihr mehr und mehr angezogen, geistiger und erleuchteter werdet, dass ihr euch über die Lehren Bahá'u'lláhs austauscht und fähig werdet, die Botschaft der Wahrheit zu verbreiten. Mögen eure Herzen so angezogen sein, dass ihr spontan die richtige Antwort geben könnt, sobald eine Frage gestellt wird, und die Wahrheit des Heiligen Geistes durch euch spricht. Seid hilfsbereit durch die Fürsorge und Gunst der Gesegneten Vollkommenheit, denn Seine Gunst wandelt einen Tropfen in einen Ozean, lässt aus einem Samenkorn einen Baum wachsen und ein Atom strahlen wie die Sonne. Seine Gnadengaben sind grenzenlos. Die Schatzkammern Gottes sind voller Gaben. Gott hat Seine Gunst anderen erwiesen und wird zweifellos euch Seine Gunst schenken. Ich flehe zum Abhá-Königreich und bitte für euch um außerordentliche Segnungen und Beistand, damit eure Zungen gelöst werden, eure Herzen wie klare Spiegel im Licht der Sonne der Wahrheit erstrahlen, eure Gedanken sich weiten, euer Erkenntnisvermögen geschärft wird und ihr eure menschlichen Tugenden vervollkommnet.
Solange der Mensch selbst keine Vortrefflichkeit erlangt, wird er auch nicht in der Lage sein, anderen Vortrefflichkeit zu lehren. Nur wenn der Mensch selbst Leben erlangt, kann er anderen Leben spenden. Nur wenn er selbst zum Licht gelangt, kann er das Licht spiegeln. Wir müssen also danach streben, menschliche Vortrefflichkeit zu erreichen, das ewige Leben zu erlangen und den göttlichen Geist zu suchen, damit wir dadurch anderen Leben verleihen, ihnen Leben einhauchen können.
Ihr müsst zum Abhá-Königreich flehen und Ihn um ewige Gnadengaben ersuchen. Ihr müsst beten, dass eure Herzen von herrlichem Licht erfüllt werden, wie ein gereinigter Spiegel. Dann werden die Strahlen der Sonne der Wahrheit darin leuchten. Ihr müsst Gott jede Nacht und jeden Tag anflehen und zu Ihm beten, Seinen Beistand und Seine Hilfe suchen, mit den Worten:
O Herr! Wir sind schwach, gib uns Kraft. O Gott! Wir sind unwissend, mache uns wissend. O Herr! Wir sind arm, mache uns reich. O Gott! Wir sind tot, schenke uns Leben. O Herr! Zutiefst sind wir erniedrigt, preise uns in Deinem Königreich. So Du uns beistehst, o Herr, werden wir funkelnden Sternen gleich. So Du uns nicht hilfst, werden wir geringer denn Staub. O Herr! Stärke uns. O Gott! Mache uns siegreich. O Gott! Hilf uns, das Selbst zu besiegen und die Gier zu überwinden. O Herr! Erlöse uns aus der Knechtschaft der stofflichen Welt. O Herr! Belebe uns durch den Odem des Heiligen Geistes, damit wir uns erheben, Dir zu dienen, Dich anbeten und uns mit größter Aufrichtigkeit für Dein Reich einsetzen. O Herr, Du bist der Machtvolle! O Gott, Du bist der Vergebende. O Herr, Du bist der Mitleidvolle.

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3. Dezember 1912
Ansprache an Mr. Kinneys Bibelklasse 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Edna McKinney
Mir wurde gesagt, dass die Absicht Ihres Kreises ist, den tieferen Sinn und die Geheimnisse der Heiligen Schriften zu studieren und die Bedeutung der göttlichen Vermächtnisse zu verstehen.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass Sie sich dem Reich Gottes zuwenden, dass Sie den Wunsch haben, sich der Gegenwart Gottes zu nähern und mehr über die Wahrheiten und Gebote Gottes zu erfahren.

Ich wünsche mir, dass Sie sich mit größtem Eifer bemühen, dieses Ziel zu erreichen; dass Sie die Heiligen Schriften Wort für Wort erforschen und studieren, um Wissen über die in ihnen verborgenen Geheimnisse zu erlangen.

Geben Sie sich nicht mit Worten zufrieden, sondern streben Sie danach, die geistige Bedeutung zu erfassen, die im Herzen der Worte verborgen ist.

Die Juden lesen Tag und Nacht das Alte Testament und lernen die Worte und Schriften auswendig, ohne das geringste Verständnis für die Bedeutung oder den inneren Sinn.

Hätten sie nämlich die wahre Bedeutung des Alten Testamentes erfasst, so hätten sie an Christus geglaubt, zumal das Alte Testament zu dem Zweck offenbart wurde, Sein Kommen vorzubereiten.

Da die jüdischen Gelehrten und Rabbiner nicht an Christus glaubten, ist es klar, dass sie die wahre Bedeutung des Alten Testaments nicht kannten.

Es ist schon schwierig, die Worte eines Philosophen zu verstehen.

Wie viel schwieriger ist es, die Worte Gottes zu verstehen.

Die göttlichen Worte dürfen nicht nach ihrem äußeren Sinn verstanden werden.

Sie sind symbolisch und enthalten Wahrheiten von geistiger Bedeutung.

Im Hohelied Salomos lesen wir zum Beispiel von der Braut und dem Bräutigam.

Selbstverständlich ist nicht die Körperlichkeit von Braut und Bräutigam gemeint.

Es handelt sich offensichtlich um Symbole, die eine verborgene und innere Bedeutung vermitteln.

Ebenso sind die Offenbarungen des Heiligen Johannes nicht wörtlich, sondern im geistigen Sinne zu verstehen.

Das sind die Geheimnisse Gottes.

Nicht das Lesen der Worte nützt Ihnen; es ist das Verständnis ihrer Bedeutung.

Darum beten Sie zu Gott, dass Sie fähig werden, die Geheimnisse der göttlichen Testamente zu verstehen.
Denken Sie an die symbolischen Bedeutungen der Worte und Lehren Christi. Er sagte: »Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.« Als die Juden dies hörten, nahmen sie es wörtlich und verstanden nicht, was Er damit meinte und lehrte. Die geistige Wahrheit, die Christus ihnen vermitteln wollte, war, dass die göttliche Wirklichkeit in Ihm wie ein Segen war, der vom Himmel herabkam, und dass derjenige, der an diesem Segen teilhatte, niemals sterben würde. Mit anderen Worten, das Brot war das Symbol der Vollkommenheit, die von Gott auf Ihn herabgekommen war, und wer davon aß und sich die Vollkommenheit Christi zu eigen machte, erlangte zweifellos das ewige Leben. Die Juden verstanden Ihn nicht, sie nahmen Seine Worte wörtlich und sagten: »Wie kann dieser Mensch uns sein Fleisch zu essen geben?« Hätten sie die wahre Bedeutung des Heiligen Buches verstanden, wären sie Christen geworden.
Alle Texte und Lehren der Heiligen Schriften haben verborgene geistige Bedeutungen. Sie dürfen nicht wörtlich genommen werden. Deshalb bete ich darum, dass Sie die Fähigkeit bekommen, die inneren, wahren Bedeutungen der Heiligen Schriften zu verstehen, und die Geheimnisse erkennen, die in den Worten der Bibel enthalten sind, damit Sie das ewige Leben erlangen und Ihre Herzen vom Reich Gottes angezogen werden. Mögen Ihre Seelen vom Licht der Worte Gottes erleuchtet werden, und mögen Sie zu Schatzkammern der Geheimnisse Gottes werden, denn es gibt keinen größeren Trost und kein größeres Glück als das geistige Erfassen der göttlichen Lehren. Wenn ein Mensch die wahre Bedeutung der Verse eines Dichters wie Shakespeare versteht, erfreut und begeistert ihn das. Wie viel größer ist seine Freude und Begeisterung, wenn er die Wahrheit der Heiligen Schriften erkennt und von den Geheimnissen des Königreiches erfährt!
Ich bete dafür, dass die göttlichen Segnungen Tag für Tag auf Sie herabkommen, dass Ihre Herzen geöffnet werden, um die inneren Bedeutungen des Wortes Gottes wahrzunehmen. Es ist fruchtlos, die bloßen Buchstaben des Buches zu kennen. Die meisten Juden hatten die Texte des Alten Testaments auswendig gelernt und Tag und Nacht wiederholt, aber da sie die Bedeutung nicht kannten, blieben ihnen die Gaben Christi vorenthalten. Ich bete darum, dass Sie durch den Odem des Heiligen Geistes belebt und durch die Strahlen der Sonne der Wahrheit erleuchtet werden. Mögen Sie an der Schwelle Gottes mit himmlischem Segen beschenkt werden und ewiges Leben erlangen. Das ist mein Gebet. Gott segne und erleuchte Sie.

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3. Dezember 1912
Ansprache im Haus von Herrn und Frau Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Aufzeichnungen von Edna McKinney
In New York habe ich mehr Versammlungen besucht als in allen anderen Städten zusammen. Tag und Nacht, einzeln und in Gemeinschaft habt ihr den Lehren und Ratschlägen Bahá'u'lláhs zugehört. Ich habe euch die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündet und euch die Wünsche der Gesegneten Vollkommenheit erläutert. Ich habe dargelegt, was zum menschlichen Fortschritt beiträgt und euch die demütige Haltung des Dienens gezeigt. Die Lehren Bahá'u'lláhs wurden klar dargelegt. Nun ist die Zeit gekommen, da ich euch verlassen muss, deshalb ist dies unser Abschiedstreffen.
Ich bin sehr zufrieden mit euch allen und freue mich über die äußerst große Freundlichkeit und Zuneigung, die ihr mir entgegengebracht habt.

Ich wünsche mir, dass Bahá'u'lláh mit euch zufrieden ist, dass ihr Seinen Geboten folgt und Seiner Unterstützung würdig werdet.

Dazu ist es notwendig, dass euer Geist erleuchtet wird, dass die frohen Botschaften Gottes eure Seelen zum Jubeln bringen, dass euch geistige Tugenden durchdringen, dass euer tägliches Leben von Glauben und Gewissheit geprägt ist, dass eure Herzen geheiligt und rein sind und ein hohes Maß an Liebe und Anziehung zum Abhá-Königreich widerspiegeln.

Ihr sollt die Lampen Bahá'u'lláhs werden, damit ihr mit ewigem Licht leuchtet und Zeichen und Beweise Seiner Wahrheit seid.

Dann wird man in euren Taten solche Zeichen der Reinheit und Keuschheit sehen, dass die Menschen den himmlischen Glanz eures Lebens erkennen und sagen werden:

»Wahrlich, ihr seid die Beweise Bahá'u'lláhs.

Bahá'u'lláh ist ohne Zweifel der Eine Wahre, hat Er doch Seelen wie diese erzogen, von denen jede für sich ein Beweis ist.« Sie werden zu anderen sagen:

»Kommt und bezeugt das Verhalten dieser Seelen.

Kommt und hört, was sie sagen, seht das Leuchten ihrer Herzen, seht die Beweise der Liebe Gottes in ihnen, achtet auf ihre hohe Moral und entdeckt die Fundamente der Einheit der Menschheit, die in ihnen fest angelegt sind.

Welchen größeren Beweis für die Wahrheit und Wirklichkeit der Botschaft Bahá'u'lláhs kann es geben als diese Menschen?« Ich hoffe, dass jeder von euch ein Herold Gottes sein wird, der die Beweise Seines Erscheinens in Worten, Taten und Gedanken verkündet.

Lasst eure Taten und Worte bezeugen, dass ihr zum Königreich Bahá'u'lláhs gehört.

Das sind die Pflichten, die euch Bahá'u'lláh auferlegt hat.
Bahá'u'lláh ertrug die größten Entbehrungen. Er fand weder Ruhe in der Nacht noch Frieden am Tage. Er stand ständig unter dem Druck großen Unheils – mal im Gefängnis, mal in Ketten, mal vom Schwert bedroht – bis Er schließlich den Käfig der Gefangenschaft zerbrach, diese sterbliche Welt verließ und in den Himmel Gottes aufstieg. Er hat all diese Drangsal um unseretwillen auf Sich genommen und diese Entbehrungen erlitten, damit wir die Gaben der göttlichen Freigebigkeit erlangen. Deshalb müssen wir Ihm treu sein und uns von unseren eigenen selbstischen Wünschen und Vorstellungen abwenden, damit wir verwirklichen können, was unser Herr von uns verlangt.
Es ist mein Wunsch, dass ihr euch erhebt, um nach diesen Lehren und Ratschlägen zu leben, dass wir alle durch Gott gestärkt werden, in das Paradies des Königreiches des Geistes eintreten, dass wir das Licht der Sonne der Wahrheit verbreiten und dafür sorgen, dass die Wellen dieses Größten Ozeans alle Menschenseelen erreichen, damit diese irdische Welt in die himmlische Welt verwandelt wird und dieser öde Boden in das Paradies Abhá.

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4. Dezember 1912
Ansprache in der Theosophischen Gesellschaft 2228 Broadway, New York
Aufzeichnungen von Esther Foster
Diejenigen, die von der Wirklichkeit nichts wissen, die die existierenden Dinge nicht begreifen, die die innere Wahrheit der Schöpfung nicht erkennen, die die wahren Geheimnisse materieller und geistiger Erscheinungen nicht durchdringen und die nur eine oberflächliche Vorstellung vom gesamten Leben und Dasein haben, sind bloß Verkörperungen reiner Unwissenheit. Sie glauben nur, was sie von ihren Vätern und Vorfahren gehört haben. Ihnen selbst fehlen Hörvermögen, Sehkraft, Vernunft und Einsicht. Sie verlassen sich allein auf die Überlieferung. Solche Menschen bilden sich ein, die Herrschaft Gottes sei eine bedingte Herrschaft.
So glauben sie zum Beispiel, diese Welt sei vor sechs- oder siebentausend Jahren erschaffen worden, so als ob Gott vor dieser Zeit nicht geherrscht hätte und es vor dieser Zeit keine Schöpfung gegeben hätte. Sie denken, das Göttliche sei bedingt, denn für sie hängt das Göttliche von den existierenden Dingen ab, während es in Wirklichkeit eine Schöpfung gab, solange es einen Gott gab. Solange es Licht gab, gab es Empfänger dieses Lichtes, denn Licht kann sich nicht zeigen, wenn nichts existiert, das es erkennen und wertschätzen kann. Die Welt des Göttlichen setzt eine Schöpfung voraus, setzt Empfänger der Gaben und die Existenz von Welten voraus. Man kann sich das Göttliche nicht getrennt von der Schöpfung denken, denn das wäre, als wenn man sich ein Reich ohne Volk vorstellte. Ein König muss notwendigerweise ein Reich haben, muss ein Heer und Untertanen haben. Ist es möglich, König zu sein ohne Land, ohne Armee und ohne Untertanen? Das ist absurd. Wenn wir sagen, es habe eine Zeit ohne Land, ohne Armee und ohne Untertanen gegeben, wie kann es dann einen König und Regenten gegeben haben? Denn diese Dinge sind für einen König wesentlich.
Folglich gilt:

So wie die göttliche Wirklichkeit keinen Anfang hatte – d.h.

Gott war immer Schöpfer, Gott war immer Erhalter, Gott war immer Beleber, Gott war immer Geber –, so hat es nie eine Zeit gegeben, in der die Eigenschaften Gottes nicht zum Ausdruck kamen.

Die Sonne ist die Sonne wegen ihrer Strahlen, wegen ihrer Wärme.

Würden wir annehmen, es hätte eine Zeit gegeben, in der die Sonne ohne Wärme und Licht war, würde das bedeuten, dass es überhaupt keine Sonne gab und dass sie erst später zur Sonne geworden ist.

Würden wir sagen, es habe eine Zeit gegeben, da Gott ohne Schöpfung und ohne Geschöpfe war, eine Zeit, in der es keine Empfänger Seiner Gaben gab und Seine Namen und Eigenschaften nicht zu erkennen waren, so käme dies einer völligen Ablehnung des Göttlichen gleich, denn es würde bedeuten, dass das Göttliche bedingt ist.

Um es noch deutlicher zu machen:

Wenn wir denken, dass es vor fünfzigtausend oder hunderttausend Jahren keine Schöpfung gab, dass es damals keine Welten, keine Menschen, keine Tiere gab, würde dieser Gedanke bedeuten, dass es vor dieser Zeit das Göttliche nicht gab.

Wenn wir sagen würden, es habe eine Zeit gegeben, da es zwar einen König gab, aber keine Untertanen, kein Heer und kein Land, über das er herrschte, so würde das in Wirklichkeit bedeuten, dass es eine Zeit gab, da kein König existierte, und der König bedingt ist.

Da die Wirklichkeit des Göttlichen keinen Anfang hat, ist somit klar, dass auch die Schöpfung keinen Anfang hat.

Das ist so klar wie die Sonne.

Wenn wir dieses gewaltige Triebwerk allgegenwärtiger Kraft betrachten, diesen unbegrenzten Raum und seine unzähligen Welten wahrnehmen, dann wird klar, dass diese unendliche Schöpfung älter ist als sechstausend Jahre; nein, sie ist sehr, sehr alt.
Dennoch lesen wir im 1. Buch Mose im Alten Testament, das Alter der Schöpfung betrage nur sechstausend Jahre. Das hat eine innere Bedeutung; man darf es nicht wörtlich nehmen. So heißt es etwa im Alten Testament, dass bestimmte Dinge am ersten Tag erschaffen wurden. Die Erzählung berichtet, dass zu jener Zeit die Sonne noch nicht erschaffen war. Wie können wir uns einen Tag vorstellen, wenn es keine Sonne am Himmel gab? Denn der Tag hängt vom Sonnenlicht ab. Wenn also die Sonne noch nicht erschaffen war, wie konnte sich der erste Tag ereignen? Daher haben diese Aussagen andere Bedeutungen als die wörtliche.
Um es kurz zu machen: Es geht darum, dass die göttliche Herrschaft, das Reich Gottes, eine altehrwürdige Herrschaft ist, dass sie keine bedingte Herrschaft ist; es ist wie ein Königreich, das die Existenz von Untertanen, eines Heeres und eines Landes voraussetzt, denn sonst sind die Begriffe Herrschaft, Autorität und Königtum nicht vorstellbar. Wenn wir uns also die Schöpfung als bedingt vorstellten, wären wir gezwungen, den Schöpfer als bedingt anzunehmen, obwohl die göttlichen Gaben immer fließen und die Strahlen der Sonne der Wahrheit immer scheinen. Ein Versiegen der göttlichen Gaben ist unmöglich, so wie die Sonnenstrahlen nicht versiegen können. Dies ist klar und offensichtlich.
Folglich hat es viele heilige Manifestationen Gottes gegeben. Vor tausend Jahren, vor zweihunderttausend Jahren, vor einer Million Jahren strömten die Gaben Gottes, leuchtete der Strahlenglanz Gottes, existierte die Herrschaft Gottes.
Warum erscheinen diese heiligen Manifestationen Gottes? Welche Weisheit steckt dahinter und welchen Zweck hat Ihr Kommen? Was ist das Ergebnis Ihrer Sendung? Offensichtlich tritt die menschliche Persönlichkeit in zweierlei Formen in Erscheinung, als Ebenbild Gottes und als Abbild Satans. Die menschliche Wirklichkeit liegt zwischen diesen beiden Aspekten, dem göttlichen und dem satanischen. Offenkundig ist der Mensch über seinen irdischen Körper hinaus mit einer anderen Wirklichkeit ausgestattet, die aus der Welt der Urbilder besteht, die die himmlische Gestalt des Menschen bilden. So sagt der Mensch: »Ich sah«, »Ich sprach«, »Ich ging«. Wer ist dieses »Ich«? Dieses »Ich« unterscheidet sich offensichtlich von diesem Körper. Somit ist klar: Wenn der Mensch denkt, ist das so, als würde er mit jemand anderem beraten. Mit wem berät er sich? Offensichtlich ist es eine vom Körper unabhängige, andere Wirklichkeit, mit der er sich berät, wenn er denkt: »Soll ich dies machen oder nicht?« »Was wird dabei herauskommen, wenn ich es mache?« Oder wenn er die andere Wirklichkeit fragt: »Was spricht dagegen, dies zu tun?« Dann teilt jene Wirklichkeit im Menschen ihm ihre Meinung zum fraglichen Punkt mit. Diese Wirklichkeit im Menschen ist also klar und offensichtlich eine andere als sein Körper – ein Ich, mit dem der Mensch sich berät und dessen Meinung er sucht.
Oft entscheidet sich ein Mensch für eine Sache; so beschließt er etwa, eine Reise zu unternehmen. Dann denkt er darüber nach – er befragt also seine innere Wirklichkeit – und kommt letztlich zum Schluss, dass er den Reiseplan aufgibt. Was ist geschehen? Warum gibt er seine ursprüngliche Absicht auf? Offensichtlich hat er seine innere Wirklichkeit zurate gezogen, die ihm die Nachteile einer solchen Reise aufzeigt. Deshalb fügt er sich dieser Wirklichkeit und ändert seine ursprüngliche Absicht.
Überdies sieht der Mensch in der Traumwelt. Er reist in den Osten, er reist in den Westen, obwohl sein Körper sich nicht bewegt und hier bleibt. Es ist diese Wirklichkeit in ihm, die die Reise macht, während der Körper schläft. Zweifellos existiert noch eine andere Wirklichkeit als die äußere, stoffliche. So ist ein Mensch beispielsweise tot und begraben. Später sieht man ihn im Traum und spricht mit ihm, obwohl sein Körper unter der Erde liegt. Wer ist die Person, die man in seinen Träumen sieht, mit der man spricht und die auch mit uns spricht? Auch dies beweist, dass es eine andere Wirklichkeit gibt als die körperliche, die stirbt und begraben wird. Es ist also sicher, dass es im Menschen eine Wirklichkeit gibt, die nicht der Körper ist. Manchmal wird der Körper schwach, aber diese andere Wirklichkeit ist in ihrem normalen Zustand. Der Körper schläft ein und ist wie tot. Aber diese andere Wirklichkeit regt sich, versteht Dinge, drückt sie aus und ist sich sogar ihrer selbst bewusst.
Diese andere, innere Wirklichkeit wird himmlischer Leib genannt, die geistige Gestalt, die mit diesem Körper korrespondiert. Dies ist die bewusste Wirklichkeit, die die innere Bedeutung der Dinge entdeckt, denn der äußere Körper des Menschen entdeckt nichts. Die innere, geistige Wirklichkeit begreift die Geheimnisse des Daseins, entdeckt wissenschaftliche Wahrheiten und weist auf ihre technische Anwendung hin. Sie entdeckt die Elektrizität, bringt den Telegrafen und das Telefon hervor und öffnet das Tor zur Welt der Künste. Wenn der äußere, materielle Körper das fertigbrächte, dann wäre auch ein Tier fähig, wissenschaftliche, wunderbare Entdeckungen zu machen, denn das Tier teilt mit dem Menschen alle körperlichen Fähigkeiten und Begrenzungen. Was ist also jene Kraft, die in die Wirklichkeiten des Daseins eindringt und im Tier nicht zu finden ist? Es ist die innere Wirklichkeit, die die Dinge begreift, Licht auf die Geheimnisse des Lebens und des Seins wirft, das himmlische Reich entdeckt, die Geheimnisse Gottes entschlüsselt und den Menschen vom Tier unterscheidet. Daran kann es keinen Zweifel geben.
Wie schon gesagt, befindet sich diese Wirklichkeit des Menschen zwischen seiner höheren und seiner niederen Natur, zwischen der Welt des Tieres und der Welt des Göttlichen. Wenn tierische Neigungen im Menschen überhandnehmen, sinkt er sogar tiefer als das Tier. Wenn die himmlischen Kräfte in seiner Natur gewinnen, wird er zum edelsten und höchsten Wesen in der Schöpfung. Alle Unvollkommenheiten des Tieres finden sich auch im Menschen. Feindseligkeit, Hass, eigennütziger Kampf ums Dasein finden sich in ihm; in seinem Wesen lauern Eifersucht, Rache, Grausamkeit, Arglist, Heuchelei, Gier, Ungerechtigkeit und Tyrannei. Die Wirklichkeit des Menschen ist äußerlich gleichsam in das Gewand des Tieres gehüllt, in das Kleid der Natur, der Welt der Finsternis, der Unvollkommenheit und der absoluten Niedrigkeit.
Auf der anderen Seite finden wir im Menschen Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Treue, Wissen, Weisheit, Erleuchtung, Barmherzigkeit und Mitgefühl, gepaart mit Denkvermögen, dem Verstand und der Fähigkeit, die Wirklichkeit der Dinge zu erfassen und die wahren Zusammenhänge des Daseins zu durchdringen. All diese vollkommenen Eigenschaften sind im Menschen zu finden. Deshalb sagen wir: Der Mensch ist eine Wirklichkeit zwischen Licht und Finsternis. In diesem Sinne ist sein Wesen von dreierlei Art: tierisch, menschlich und himmlisch. Die tierische Natur ist Finsternis, die himmlische ist Licht über Licht.
Die heiligen Manifestationen Gottes kommen in die Welt, um die Finsternis der tierischen oder stofflichen Natur des Menschen zu vertreiben und ihn von seinen Unvollkommenheiten zu reinigen, damit seine himmlische und geistige Natur belebt, seine göttlichen Eigenschaften erweckt, seine Vollkommenheit sichtbar, seine ihm innewohnenden Kräfte offenbar und alle in ihm angelegten menschlichen Tugenden lebendig werden.

Diese heiligen Manifestationen Gottes sind die Erzieher und Ausbilder der Welt des Daseins, die Lehrer der Menschheit.

Sie erlösen den Menschen aus dem Dunkel der niederen Natur, befreien ihn von Verzweiflung, Irrtum, Unwissenheit, Unvollkommenheit und allen schlechten Eigenschaften.

Sie kleiden ihn in das Gewand der Vollkommenheit und der erhabenen Tugenden.

Die Menschen sind unwissend; die Manifestationen Gottes machen sie weise.

Sie sind tierisch; die Manifestationen machen sie menschlich.

Sie sind wild und grausam; die Manifestationen führen sie in Reiche des Lichtes und der Liebe.

Sie sind ungerecht; die Manifestationen machen sie gerecht.

Der Mensch ist egoistisch; Sie befreien ihn vom Selbst und der Begierde.

Der Mensch ist hochmütig; Sie machen ihn sanftmütig, demütig und freundlich.

Er ist irdisch; Sie machen ihn himmlisch.

Menschen sind stofflich; die Manifestationen verwandeln sie in ein göttliches Abbild.

Menschen sind unreife Kinder; die Manifestationen bringen sie zur Reife.

Der Mensch ist arm; Sie sorgen für seinen Wohlstand.

Der Mensch ist niedrig, trügerisch und gemein; die Manifestationen Gottes verhelfen ihm zu Würde, Adel und Erhabenheit.
Diese heiligen Manifestationen befreien die Menschheit von ihren Unvollkommenheiten und lassen die Menschen in der Schönheit himmlischer Vollkommenheit erscheinen. Ohne das Kommen dieser heiligen Manifestationen Gottes befände sich die ganze Menschheit auf der Stufe des Tieres. Die Menschen würden im Dunkel und unwissend bleiben wie solche, denen der Schulunterricht verweigert wurde und die nie einen Lehrer oder Ausbilder hatten. Zweifellos werden solche Unglücklichen in ihrem Zustand der Bedürftigkeit und Entbehrung verharren.
Werden die Berge, Hügel und Ebenen der stofflichen Welt wild und unkultiviert der Herrschaft der Natur überlassen, so werden sie eine unerschlossene Wildnis bleiben, in der nirgends ein fruchttragender Baum zu finden ist. Ein wahrer Gärtner verwandelt diesen Urwald in einen Garten, zieht seine Bäume so heran, dass sie Frucht tragen, und sorgt dafür, dass Blumen statt Dornen und Disteln wachsen. Die heiligen Manifestationen sind die vollkommenen Gärtner der Menschenseelen, sie kultivieren die Menschenherzen auf göttliche Weise. Die Welt des Daseins ist nichts als ein Urwald der Unordnung und Verworrenheit, ein Naturzustand, der nichts als unfruchtbare, nutzlose Bäume hervorbringt. Die vollkommenen Gärtner ziehen diese wilden, unkultivierten menschlichen Bäume heran, machen sie fruchtbar, wässern und pflegen sie täglich, sodass sie die Welt des Daseins schmücken und dauerhaft in größter Schönheit gedeihen.
Man kann also nicht sagen, die göttliche Güte habe aufgehört, die Herrlichkeit des Göttlichen sei erschöpft oder die Sonne der Wahrheit sei im ewigen Sonnenuntergang versunken, in jener Finsternis, der kein Licht folgt, in jener Nacht, der keine Dämmerung und kein Sonnenaufgang folgt, in jenem Tod, dem kein Leben folgt, in jenem Irrtum, dem keine Wahrheit folgt. Ist es denkbar, dass die Sonne der Wahrheit in ewiger Finsternis versinkt? Nein! Die Sonne wurde erschaffen, damit ihr Licht die Welt erleuchtet und sie alle Reiche des Daseins gestaltet. Wie könnte dann die vollkommene Sonne der Wahrheit, das Wort Gottes, für immer untergehen? Denn das würde das Ende der göttlichen Gaben bedeuten, und die göttlichen Gaben sind in ihrem wahren Wesen dauerhaft und unendlich. Ihre Sonne scheint ewig; ihre Wolken spenden immer Regen; ihre Winde wehen ewig; ihre Gunstbeweise sind allumfassend; ihre Gaben sind immer vollkommen. Folglich müssen wir immer erwarten, immer hoffen und darum beten, dass Gott uns Seine heiligen Manifestationen in Ihrer vollkommenen Macht, mit der durchdringenden göttlichen Macht Seines Wortes sendet, sodass diese himmlischen Wesen unter allen anderen Wesen in jeder Hinsicht, durch jede Eigenschaft ausgezeichnet sind, gerade so wie die herrliche Sonne vor allen Sternen ausgezeichnet ist.
Obwohl die Sterne funkeln und leuchten, ist die Sonne ihnen an Leuchtkraft überlegen.

Ebenso sind diese heiligen, göttlichen Offenbarer immer unter allen anderen Wesen in allen Eigenschaften der Herrlichkeit und Vollkommenheit ausgezeichnet und werden es immer sein, damit es sich erweist, dass der Offenbarer der wahre Lehrer und wirkliche Ausbilder ist, dass Er die Sonne der Wahrheit ist und ausgestattet mit höchstem Glanz die Schönheit Gottes widerspiegelt.

Hingegen ist es uns unmöglich, irgendeinen Menschen zu unterweisen und, nachdem wir ihn ausgebildet haben, an ihn zu glauben und ihn als die heilige Manifestation Gottes anzunehmen.

Der wahre Offenbarer Gottes muss mit göttlichem Wissen begabt und nicht von Schulwissen abhängig sein.

Er muss der Lehrende sein, nicht der Belehrte; Seine Leitlinie:

Eingebung statt Schulbildung.

Er muss vollkommen und nicht unvollkommen, groß und herrlich, nicht schwach und ohnmächtig sein.

Er muss reich sein an den Schätzen der geistigen Welt und nicht bedürftig.

Mit einem Wort, die heilige, göttliche Manifestation Gottes muss Sich in jeder Hinsicht und in jeder Fähigkeit vor allen anderen Menschen auszeichnen, damit Sie imstande ist, die menschliche Gesellschaft wirksam zu erziehen, die Finsternis, die die Menschenwelt umhüllt, zu beseitigen, die Menschheit aus einem niederen in ein höheres Reich zu erheben, durch die durchdringende Kraft Ihres Wortes die segensreiche Botschaft des Weltfriedens unter den Menschen zu verbreiten, die Einheit der Menschheit im religiösen Glauben durch eine offenbare göttliche Macht herbeizuführen, alle Glaubensrichtungen und Konfessionen in Einklang zu bringen und alle Länder und Nationen in eine einzige Heimat und ein Vaterland zu verwandeln.
Ich hoffe, dass die Segnungen Gottes uns alle umfangen, die göttlichen Gaben offenbar werden, das Licht der Sonne der Wahrheit unsere Augen erleuchte, unsere Herzen inspiriere, unseren Seelen freudige Botschaften Gottes vermittle, unsere Gedanken erhebe und unsere Anstrengungen zu herrlichen Ergebnissen führe. Mit einem Wort, die Hoffnung ist, dass wir das erreichen, was der Höhepunkt menschlichen Strebens und menschlicher Wünsche ist.
Ich habe neun Monate in Amerika verbracht und bin in alle großen Städte gereist, habe vor verschiedenen Versammlungen gesprochen, habe ihnen die Einheit der Menschenwelt verkündet und alle zu Vereinigung, Harmonie und Einheit aufgerufen. Ich habe in der Tat die größte Freundlichkeit des amerikanischen Volkes erfahren. Ich betrachte es als eine edle Nation, die zu jeder Vollkommenheit fähig ist. Morgen reise ich nach Europa, und jetzt verabschiede ich mich von Ihnen allen und erflehe für Sie göttliche Barmherzigkeit, unvergängliche Herrlichkeit und das ewige Leben; und ich bete darum, dass Sie die höchste menschliche Stufe erreichen. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Treffen. Meine Freude ist groß. Ich werde Sie nie vergessen. Sie werden immer in meinen Gedanken leben. Ich werde immer zum Reich Gottes flehen und um himmlischen Segen für Sie beten.

– 140 –

5. Dezember 1912
Ansprache am Abreisetag an Bord des Dampfschiffs Celtic, New York An Bord des Dampfschiffs Celtic, New York
Aufzeichnungen von Mariam Haney
Dies ist mein letztes Treffen mit euch, denn nun bin ich auf dem Schiff, bereit zur Abreise. Dies sind meine letzten Ratschläge. Ich habe euch immer wieder zur Einheit der Menschheit aufgerufen und verkündet, dass alle Menschen Diener desselben Gottes sind und Gott der Schöpfer aller ist. Er ist der Versorger und Lebensspender. Alle werden von Ihm gleichermaßen geliebt und sind Seine Diener, auf die Seine Barmherzigkeit und Sein Mitgefühl herabkommen. Deshalb müsst ihr den Völkern der Welt die größte Güte und Liebe erweisen, jeglichen Fanatismus beiseite lassen und religiöse, nationalistische und rassistische Vorurteile ablegen.
Die Erde ist eine einzige Heimat, ein einziges Zuhause, und alle Menschen sind Kinder eines einzigen Vaters. Gott hat sie erschaffen, und sie sind die Empfänger Seines Mitgefühls. Wer also einem anderen Unrecht tut, der tut Gott Unrecht. Es ist der Wunsch unseres himmlischen Vaters, dass jedes Herz vor Freude jubelt und wir glücklich und zufrieden zusammenleben. Rassistische und religiöse Vorurteile, Konkurrenzkampf und unmenschliches Verhalten gegeneinander stehen dem menschlichen Glück im Wege.
Eure Augen sind erleuchtet, eure Ohren sind aufmerksam und eure Herzen sind verständig. Ihr müsst frei von Vorurteilen und Fanatismus sein, ohne auf Unterschiede zwischen den Völkern und Religionen zu achten. Ihr müsst eure Augen auf Gott richten, denn Er ist der wahre Hirte und alle Menschen sind Seine Schafe. Er liebt sie alle, liebt sie in gleichem Maße. Da dies so ist, warum sollten dann die Schafe miteinander streiten? Sie sollten Gott von Herzen dankbar sein, und die beste Art, Gott zu danken, ist, einander zu lieben.
Habt acht, dass ihr kein Herz verletzt, dass ihr über niemanden in seiner Abwesenheit schlecht sprecht, dass ihr euch nicht den Dienern Gottes entfremdet. Ihr müsst alle Seine Diener als eure eigene Familie und eure Verwandten betrachten. Richtet all eure Anstrengungen darauf, die Verzagten glücklich zu machen, gebt den Hungrigen zu essen, kleidet die Bedürftigen und ehrt die Demütigen. Seid jedem Hilflosen ein Helfer und erweist euren Mitgeschöpfen Güte, damit ihr das Wohlgefallen Gottes erlangt. Dies führt zur Erleuchtung der Menschheit und zu eurem eigenen ewigen Glück. Ich erflehe Gottes ewige Herrlichkeit für euch; daher ist dies mein Gebet und meine Bitte.
Denkt daran, was derzeit auf dem Balkan passiert. Das Blut der Menschen wird vergossen, Häuser werden zerstört, Eigentum wird geplündert, Städte und Dörfer werden verwüstet. Auf dem Balkan ist ein Feuer ausgebrochen, das die Welt in Flammen setzt. Gott hat die Menschen erschaffen, einander zu lieben; stattdessen töten sie einander voll Grausamkeit und Blutvergießen. Gott hat sie erschaffen, damit sie zusammenwirken und sich einvernehmlich zueinander gesellen; stattdessen verwüsten, plündern und zerstören sie im Gemetzel der Schlacht. Gott hat sie als gegenseitige Quelle des Glücks und Friedens erschaffen; aber stattdessen entstehen Zwietracht, Trauer und Verzweiflung in den Herzen der Unschuldigen und Bedrängten.
Was euch betrifft: Euer Streben muss erhaben sein. Müht euch mit Herz und Seele, damit hoffentlich durch eure Anstrengungen das Licht des Weltfriedens erstrahle und die Finsternis der Entfremdung und Feindschaft zwischen den Menschen vertrieben werde, dass alle Menschen wie eine Familie werden und einander in Liebe und Güte begegnen, dass der Osten dem Westen beistehe und der Westen dem Osten helfe, denn alle sind Bewohner eines einzigen Planeten, das Volk eines einzigen ursprünglichen Herkunftslandes und die Herden eines einzigen Hirten.
Seht, wie die Propheten, die gesandt wurden, die erhabenen Seelen, die erschienen, und die Weisen, die sich in der Welt erhoben, die Menschen zur Einheit und zum Frieden riefen. Das war das Wesentliche ihrer Sendung und Lehre. Das war der Zweck ihrer Unterweisung und Botschaft. Die Propheten, Heiligen, Seher und Philosophen haben ihr Leben geopfert, um diese Grundsätze und Lehren unter den Menschen zu verbreiten. Seht die Achtlosigkeit in der Welt. Trotz all der Mühen und Leiden der Propheten Gottes sind die Völker und Nationen der Welt noch immer in Feindschaft und Kampf verstrickt. Ungeachtet der himmlischen Gebote, einander zu lieben, vergießen sie immer noch gegenseitig ihr Blut. Wie achtlos und unwissend sind die Völker der Welt! Wie undurchdringlich ist die Finsternis, die sie umhüllt! Obwohl sie die Kinder eines barmherzigen Gottes sind, leben und handeln sie auch weiterhin gegen Seinen Willen und Sein Wohlgefallen. Gott liebt alle Menschen und ist freundlich zu allen, und dennoch erweisen sie einander erbitterte Feindschaft und Hass. Gott ist ihr Lebensspender, und doch versuchen sie immer wieder, Leben zu vernichten. Gott segnet und beschützt ihr Heim. Sie aber wüten, plündern und zerstören gegenseitig ihre Häuser. Bedenkt ihre Unwissenheit und Achtlosigkeit!
Ihr müsst euch anders verhalten, denn ihr wisst um die Geheimnisse Gottes.

Eure Augen sind erleuchtet, eure Ohren mit Hörvermögen gesegnet.

Deshalb müsst ihr einander und der ganzen Menschheit mit größter Liebe und Freundlichkeit begegnen.

Ihr habt keine Entschuldigung vor Gott, wenn ihr nicht nach Seinem Gebot lebt, denn ihr wisst, was Gott wohlgefällig ist.

Ihr habt Seine Gebote und Grundsätze vernommen.

Ihr müsst daher zu allen Menschen gütig sein; ihr müsst selbst eure Feinde wie Freunde behandeln.

Seht in denen, die euch übelwollen, eure Wohltäter.

Seht diejenigen, die nicht mit euch übereinstimmen, als zu euch passend und angenehm an, damit vielleicht die Finsternis der Zwietracht und des Streites zwischen den Menschen schwindet und das Licht des Göttlichen aufleuchten kann; damit der Orient erleuchtet und der Okzident mit Wohlgeruch erfüllt werde; nein, vielmehr, damit Ost und West sich in Liebe umarmen und einander mit Sympathie und Zuneigung begegnen.

Solange der Mensch diese hohe Stufe nicht erreicht, wird die Menschenwelt nicht zur Ruhe kommen und keine ewige Glückseligkeit erlangen.

Wenn der Mensch aber nach diesen göttlichen Geboten lebt, wird diese irdische Welt in eine himmlische Welt verwandelt und diese materielle Welt in ein Paradies der Herrlichkeit.

Es ist meine Hoffnung, dass ihr diesem hohen Anspruch gerecht werdet, damit ihr die Menschheit wie strahlende Lampen erleuchtet und diesem Dasein mit dem Geist des Lebens neuen Auftrieb gebt und es beflügelt.

Das ist ewige Herrlichkeit.

Das ist immerwährende Glückseligkeit.

Das ist unsterbliches Leben.

Das ist himmlische Vollendung.

Das bedeutet, nach dem Ebenbild Gottes erschaffen zu sein.

Und hierzu rufe ich euch auf und bete zu Gott, dass Er euch stärke und segne.

Quellenangaben

Anmerkungen

A1 Jesaja 40,1
A2 Johannes 1,14
A3 1. Korinther 13,12
A4 'Akká war bis 1918, dem Ende des Osmanischen Reiches, Teil einer größeren syrischen Provinz
A5 Sultan des Osmanischen Reiches
A6 Johannes 16,12-13
A7 Lukas 23,34
A8 Das Dokument "Emancipation Proclamation" wurde am 1. Januar 1863 von Abraham Lincoln in Kraft gesetzt. Es erklärte alle Sklaven in den konföderierten Staaten für frei.
A9 Johannes 14,2
A10 Matthäus 18,3
A11 Lukas 9,60
A12 Johannes 3,6
A13 Matthäus 16,18
A14 1. Mose 1,26
A15 Ḥájí Mírzá Muḥammad-Taqí Afnán, ein Onkel des Báb
A16 Johannes 18,11
A17 Matthäus 5, 44ff.
A18 1861–1865 Sezessionskrieg in den USA
A19 'Akká war bis 1918, dem Ende des Osmanischen Reiches, Teil einer größeren syrischen Provinz.
A20 Bahá'u'lláh, Die Verborgenen Worte 1:59
A21 'Abdu'l-Bahá selbst
A22 Vergl. Matthäus Vers: 22,14: »Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.«
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The Promulgation of Universal Peace á 'Abdu'l-Bahá á Bahá'í World Centre, Auflage Bahá'í Reference Library edition (full diacritics) (2025)

The Promulgation of Universal Peace
Talks Delivered by ‘Abdu’l‑Bahá during His Visit to the United States and Canada in 1912
Compiled by Howard MacNutt
• • •
Table of Contents
Talks in New York and Brooklyn, 11—19 April 1912
Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney
Home of Mr. and Mrs. Howard MacNutt
Studio of Miss Phillips
Home of Mr. and Mrs. Alexander Morten
Church of the Ascension
Union Meeting of Advanced Thought Centers
Home of Mountfort Mills
Bahá’í Friends of New Jersey, Hotel Ansonia
Hotel Ansonia
Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney
Home of Mr. and Mrs. Marshall L. Emery
Columbia University
Bowery Mission
Talks in Washington, D.C., 20—25 April 1912
Orient-Occident-Unity Conference
Studio Hall
Universalist Church
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Howard University
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Bethel Literary Society
Children’s Reception
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Home of Mrs. Andrew J. Dyer
Theosophical Society
Message to Esperantists
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Talks in Chicago, Wilmette, and Evanston, 30 April—5 May 1912
Public Meeting Concluding Convention of Bahá’í Temple Unity
Hull House
Fourth Annual Conference of the National Association for the Advancement of Colored People
Dedication of the Mashriqu’l-Adhkár Grounds
Hotel Plaza
Federation of Women’s Clubs
Bahá’í Women’s Reception
Hotel Plaza
Hotel Plaza
Hotel Plaza
Hotel Plaza
Theosophical Society
Children’s Meeting
Plymouth Congregational Church
All-Souls Church
Talks in Cleveland, 6 May 1912
Euclid Hall
Sanatorium of Dr. C. M. Swingle
Talk in Pittsburgh, 7 May 1912
Hotel Schenley
Talks in New York, Montclair, and Jersey City, 11—20 May 1912
227 Riverside Drive
Unity Church
Meeting of International Peace Forum
Reception by New York Peace Society
Church of the Divine Paternity
Brotherhood Church
Woman’s Suffrage Meeting
Talks in Cambridge and Boston, 22—25 May 1912
Unitarian Conference
Home of Mr. and Mrs. Francis W. Breed
Huntington Chambers
Talks in New York and Fanwood, 26 May—8 June 1912
Mount Morris Baptist Church
Reception at Metropolitan Temple
Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney
Theosophical Lodge
Town Hall
Church of the Ascension
309 West Seventy-eighth Street
Talks in Philadelphia, 9 June 1912
Unitarian Church
Baptist Temple
Talks in New York and Brooklyn, 11—20 June 1912
Open Committee Meeting
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
Fourth Unitarian Church
Home of Mr. and Mrs. Howard MacNutt
Central Congregational Church
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
Talk in Montclair and West Englewood, 23—29 June 1912
Montclair
Unity Feast, Outdoors
Talks in New York, 1—15 July 1912
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
309 West Seventy-eighth Street
All Souls Unitarian Church
Home of Dr. and Mrs. Florian Krug
Talks in Boston, 23—25 July 1912
Hotel Victoria
Theosophical Society
Hotel Victoria
Talks in Dublin, 5—6 August 1912
Dublin Inn
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Talks at Green Acre, 16—17 August 1912
Green Acre
Green Acre
Green Acre
Green Acre
Green Acre
Talks in Boston and Malden, 25—29 August 1912
New Thought Forum, Metaphysical Club
Franklin Square House
Metaphysical Club
Home of Madame Morey
Talks in Montreal, 1—5 September 1912
Church of the Messiah
Home of Mr. and Mrs. William Sutherland Maxwell
Home of Mr. and Mrs. William Sutherland Maxwell
Home of Mr. and Mrs. William Sutherland Maxwell
Coronation Hall
St. James Methodist Church
Talk in Chicago, 16 September 1912
Home of Mrs. Corinne True
Talk in Minneapolis, 20 September 1912
Home of Mr. Albert L. Hall
Talk in St. Paul, 20 September 1912
Home of Dr. and Mrs. Clement Woolson
Talks in Denver, 24—25 September 1912
Home of Mrs. Sidney E. Roberts
Second Divine Science Church
Talks in Oakland, Palo Alto, San Francisco, and Sacramento, 7—26 October 1912
Japanese Young Men’s Christian Association
Leland Stanford Junior University
Open Forum
Temple Emmanu-El
Hotel Sacramento
Assembly Hall, Hotel Sacramento
Talks in Chicago, 31 October—1 November 1912
Hotel Plaza
Home of Mrs. Corinne True
Talk in Cincinnati, 5 November 1912
Grand Hotel
Talks in Washington, D.C., 6—10 November 1912
Universalist Church
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Eighth Street Temple, Synagogue
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Bahá’í Banquet, Rauscher’s Hall
Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons
Home of Mr. and Mrs. Joseph H. Hannen
1901 Eighteenth Street, NW
Talks in New York, 15 November—5 December 1912
Home of Miss Juliet Thompson
309 West Seventy-eighth Street
Genealogical Hall
Home of Mr. and Mrs. Frank K. Moxey
Banquet, Great Northern Hotel
Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney
Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney
Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney
Home of Dr. and Mrs. Florian Krug
Mr. Kinney’s Bible Class
Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney
Theosophical Society
On Board Steamship Celtic
Notes and References in this Publication
• • •
Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in New York and Brooklyn
11–19 April 1912
– 1 –
11 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by Hooper Harris
How are you? Welcome! Welcome!
After arriving today, although weary with travel, I had the utmost longing and yearning to see you and could not resist this meeting. Now that I have met you, all my weariness has vanished, for your meeting is the cause of spiritual happiness.
I was in Egypt and was not feeling well, but I wished to come to you in America. My friends said, “This is a long journey; the sea is wide; you should remain here.” But the more they advised and insisted, the greater became my longing to take this trip, and now I have come to America to meet the friends of God. This long voyage will prove how great is my love for you. There were many troubles and vicissitudes, but, in the thought of meeting you, all these things vanished and were forgotten.
I am greatly pleased with the city of New York. Its harbor entrance, its piers, buildings and broad avenues are magnificent and beautiful. Truly, it is a wonderful city. As New York has made such progress in material civilization, I hope that it may also advance spiritually in the Kingdom and Covenant of God so that the friends here may become the cause of the illumination of America, that this city may become the city of love and that the fragrances of God may be spread from this place to all parts of the world. I have come for this. I pray that you may be manifestations of the love of Bahá’u’lláh, that each one of you may become like a clear lamp of crystal from which the rays of the bounties of the Blessed Perfection may shine forth to all nations and peoples. This is my highest aspiration.
It was a long, long trip. The more we traveled, the greater seemed the expanse of the sea. The weather was brilliant and fine throughout; there was no storm and no end to the sea.
I am very happy to meet you all here today. Praise be to God that your faces are shining with the love of Bahá’u’lláh. To behold them is the cause of great spiritual happiness. We have arranged to meet you every day at the homes of the friends.
In the East people were asking me, “Why do you undertake this long voyage? Your body cannot endure such hardships of travel.” When it is necessary, my body can endure everything. It has withstood forty years of imprisonment and can still undergo the utmost trials.
I will see you again. Now I will greet each one of you personally. It is my hope that you will all be happy and that we may meet again and again.
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12 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Howard MacNutt 935 Eastern Parkway, Brooklyn, New York
Notes by Howard MacNutt
This is a most happy visit. I have crossed the sea from the land of the Orient for the joy of meeting the friends of God. Although I am weary after my long journey, the light of the spirit shining in your faces brings me rest and reward. In this meeting the divine susceptibilities are radiant. This is a spiritual house, the home of the spirit. There is no discord here; all is love and unity. When souls are gathered together in this way, the divine bestowals descend. The purpose of the creation of man is the attainment of the supreme virtues of humanity through descent of the heavenly bestowals. The purpose of man’s creation is, therefore, unity and harmony, not discord and separateness. If the atoms which compose the kingdom of the minerals were without affinity for each other, the earth would never have been formed, the universe could not have been created. Because they have affinity for each other, the power of life is able to manifest itself, and the organisms of the phenomenal world become possible. When this attraction or atomic affinity is destroyed, the power of life ceases to manifest; death and nonexistence result.
It is so, likewise, in the spiritual world. That world is the Kingdom of complete attraction and affinity. It is the Kingdom of the One Divine Spirit, the Kingdom of God. Therefore, the affinity and love manifest in this meeting, the divine susceptibilities witnessed here are not of this world but of the world of the Kingdom. When the souls become separated and selfish, the divine bounties do not descend, and the lights of the Supreme Concourse are no longer reflected even though the bodies meet together. A mirror with its back turned to the sun has no power to reflect the sun’s effulgence. Praise be to God! The purpose of this assembly is love and unity.
The divine Prophets came to establish the unity of the Kingdom in human hearts. All of them proclaimed the glad tidings of the divine bestowals to the world of mankind. All brought the same message of divine love to the world. Jesus Christ gave His life upon the cross for the unity of mankind. Those who believed in Him likewise sacrificed life, honor, possessions, family, everything, that this human world might be released from the hell of discord, enmity and strife. His foundation was the oneness of humanity. Only a few were attracted to Him. They were not the kings and rulers of His time. They were not rich and important people. Some of them were catchers of fish. Most of them were ignorant men, not trained in the knowledge of this world. One of the greatest of them, Peter, could not remember the days of the week. All of them were men of the least consequence in the eyes of the world. But their hearts were pure and attracted by the fires of the Divine Spirit manifested in Christ. With this small army Christ conquered the world of the East and the West. Kings and nations rose against Him. Philosophers and the greatest men of learning assailed and blasphemed His Cause. All were defeated and overcome, their tongues silenced, their lamps extinguished, their hatred quenched; no trace of them now remains. They have become as nonexistent, while His Kingdom is triumphant and eternal.
The brilliant star of His Cause has ascended to the zenith, while night has enveloped and eclipsed His enemies. His name, beloved and adored by a few disciples, now commands the reverence of kings and nations of the world. His power is eternal; His sovereignty will continue forever, while those who opposed Him are sleeping in the dust, their very names unknown, forgotten. The little army of disciples has become a mighty cohort of millions. The Heavenly Host, the Supreme Concourse are His legions; the Word of God is His sword; the power of God is His victory.
Jesus Christ knew this would come to pass and was content to suffer. His abasement was His glorification; His crown of thorns, a heavenly diadem. When they pressed it upon His blessed head and spat in His beautiful face, they laid the foundation of His everlasting Kingdom. He still reigns, while they and their names have become lost and unknown. He is eternal and glorious; they are nonexistent. They sought to destroy Him, but they destroyed themselves and increased the intensity of His flame by the winds of their opposition.
Through His death and teachings we have entered into His Kingdom. His essential teaching was the unity of mankind and the attainment of supreme human virtues through love. He came to establish the Kingdom of peace and everlasting life. Can you find in His words any justification for discord and enmity? The purpose of His life and the glory of His death were to set mankind free from the sins of strife, war and bloodshed. The great nations of the world boast that their laws and civilization are based upon the religion of Christ. Why then do they make war upon each other? The Kingdom of Christ cannot be upheld by destroying and disobeying it. The banners of His armies cannot lead the forces of Satan. Consider the sad picture of Italy carrying war into Tripoli. If you should announce that Italy was a barbarous nation and not Christian, this would be vehemently denied. But would Christ sanction what they are doing in Tripoli? Is this destruction of human life obedience to His laws and teachings? Where does He command it? Where does He consent to it? He was killed by His enemies; He did not kill. He even loved and prayed for those who hung Him on the cross. Therefore, these wars and cruelties, this bloodshed and sorrow are Antichrist, not Christ. These are the forces of death and Satan, not the hosts of the Supreme Concourse of heaven.
No less bitter is the conflict between sects and denominations. Christ was a divine Center of unity and love. Whenever discord prevails instead of unity, wherever hatred and antagonism take the place of love and spiritual fellowship, Antichrist reigns instead of Christ. Who is right in these controversies and hatreds between the sects? Did Christ command them to love or to hate each other? He loved even His enemies and prayed in the hour of His crucifixion for those who killed Him. Therefore, to be a Christian is not merely to bear the name of Christ and say, “I belong to a Christian government.” To be a real Christian is to be a servant in His Cause and Kingdom, to go forth under His banner of peace and love toward all mankind, to be self-sacrificing and obedient, to become quickened by the breaths of the Holy Spirit, to be mirrors reflecting the radiance of the divinity of Christ, to be fruitful trees in the garden of His planting, to refresh the world by the water of life of His teachings—in all things to be like Him and filled with the spirit of His love.
Praise be to God! The light of unity and love is shining in these faces. These spiritual susceptibilities are the real fruits of heaven. The Báb and Bahá’u’lláh over sixty years ago proclaimed the glad tidings of universal peace. The Báb was martyred in the Cause of God. Bahá’u’lláh suffered forty years as a prisoner and exile in order that the Kingdom of love might be established in the East and West. He has made it possible for us to meet here in love and unity. Because He suffered imprisonment, we are free to proclaim the oneness of the world of humanity for which He stood so long and faithfully. He was chained in dungeons, He was without food, His companions were thieves and criminals, He was subjected to every kind of abuse and infliction, but throughout it all He never ceased to proclaim the reality of the Word of God and the oneness of humanity. We have been brought together here by the power of His Word—you from America, I from Persia—all in love and unity of spirit. Was this possible in former centuries? If it is possible now after fifty years of sacrifice and teaching, what shall we expect in the wonderful centuries coming?
Therefore, let your faces be more radiant with hope and heavenly determination to serve the Cause of God, to spread the pure fragrances of the divine rose garden of unity, to awaken spiritual susceptibilities in the hearts of mankind, to kindle anew the spirit of humanity with divine fires and to reflect the glory of heaven to this gloomy world of materialism. When you possess these divine susceptibilities, you will be able to awaken and develop them in others. We cannot give of our wealth to the poor unless we possess it. How can the poor give to the poor? How can the soul that is deprived of the heavenly bounties develop in other souls capacity to receive those bounties?
Array yourselves in the perfection of divine virtues. I hope you may be quickened and vivified by the breaths of the Holy Spirit. Then shall ye indeed become the angels of heaven whom Christ promised would appear in this Day to gather the harvest of divine planting. This is my hope. This is my prayer for you.
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12 April 1912
Talk at Studio of Miss Phillips 39 West Sixty-seventh Street, New York
Notes by John G. Grundy
I give you greeting in love and unity. The affairs of this world are to be accounted as nothing compared to the joy and heavenly happiness of meeting the friends of God. It is to experience this great joy and blessing that I have come here although weary from my long voyage upon the sea. Tonight I am in the greatest happiness, looking upon this concourse of God. Your meeting here is surely an evidence that you are upholding the Cause of God, that you are aiding and assisting in establishing the Kingdom of God. Therefore, the culmination of my happiness is to look upon your faces and realize that you have been brought together by the power of the Blessed Perfection, Bahá’u’lláh. In this meeting you are upholding His standard and assisting His Cause. Therefore, I behold in you the making of a goodly tree upon which divine fruits will appear to give sustenance to the world of humanity.
With hearts set aglow by the fire of the love of God and spirits refreshed by the food of the heavenly spirit you must go forth as the disciples nineteen hundred years ago, quickening the hearts of men by the call of glad tidings, the light of God in your faces, severed from everything save God. Therefore, order your lives in accordance with the first principle of the divine teaching, which is love. Service to humanity is service to God. Let the love and light of the Kingdom radiate through you until all who look upon you shall be illumined by its reflection. Be as stars, brilliant and sparkling in the loftiness of their heavenly station. Do you appreciate the Day in which you live?
This is the century of the Blessed Perfection!
This is the cycle of the light of His beauty!
This is the consummate day of all the Prophets!
These are the days of seed sowing. These are the days of tree planting. The bountiful bestowals of God are successive. He who sows a seed in this day will behold his reward in the fruits and harvest of the heavenly Kingdom. This timely seed, when planted in the hearts of the beloved of God, will be watered by showers of divine mercy and warmed by the sunshine of divine love. Its fruitage and flower shall be the solidarity of mankind, the perfection of justice and the praiseworthy attributes of heaven manifest in humanity. All who sow such a seed and plant such a tree according to the teachings of Bahá’u’lláh shall surely witness this divine outcome in the degrees of its perfection and will attain unto the good pleasure of the Merciful One.
Today the nations of the world are self-engaged, occupied with mortal and transitory accomplishments, consumed by the fires of passion and self. Self is dominant; enmity and animosity prevail. Nations and peoples are thinking only of their worldly interests and outcomes. The clash of war and din of strife are heard among them. But the friends of the Blessed Perfection have no thoughts save the thoughts of heaven and the love of God. Therefore, you must without delay employ your powers in spreading the effulgent glow of the love of God and so order your lives that you may be known and seen as examples of its radiance. You must deal with all in loving-kindness in order that this precious seed entrusted to your planting may continue to grow and bring forth its perfect fruit. The love and mercy of God will accomplish this through you if you have love in your own heart.
The doors of the Kingdom are opened. The lights of the Sun of Truth are shining. The clouds of divine mercy are raining down their priceless jewels. The zephyrs of a new and divine springtime are wafting their fragrant breaths from the invisible world. Know ye then the value of these days.
Awake ye to the realization of this heavenly opportunity. Strive with all the power of your souls, your deeds, actions and words to assist the spread of these glad tidings and the descent of this merciful bounty. You are the reality and expression of your deeds and actions. If you abide by the precepts and teachings of the Blessed Perfection, the heavenly world and ancient Kingdom will be yours—eternal happiness, love and everlasting life. The divine bounties are flowing. Each one of you has been given the opportunity of becoming a tree yielding abundant fruits. This is the springtime of Bahá’u’lláh. The verdure and foliage of spiritual growth are appearing in great abundance in the gardens of human hearts. Know ye the value of these passing days and vanishing nights. Strive to attain a station of absolute love one toward another. By the absence of love, enmity increases. By the exercise of love, love strengthens and enmities dwindle away.
Consider me—in the years of my advanced age, burdened with physical infirmities—crossing the wide ocean to look upon your faces. It is my hope that through the life of the spirit you may all become as one soul, as one tree adorning the rose garden of the Kingdom. It is my hope that the endless treasures of the bestowals of God may be yours here and hereafter. It is my prayer that the Supreme Concourse may be illumined by your brilliant lights shining forever in the heavens of eternal glory.
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13 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Alexander Morten 141 East Twenty-first Street, New York
Notes by Esther Foster
Praise be to God! This is a radiant gathering. The faces are brilliant with the light of God. The hearts are attracted to the Kingdom of Bahá. I beg of God that day by day your faces may become brighter; day by day you may draw nearer to God; day by day you may take a greater portion from the outpourings of the Holy Spirit so that you may become encircled by the bounties of heaven.
The spiritual world is like unto the phenomenal world. They are the exact counterpart of each other. Whatever objects appear in this world of existence are the outer pictures of the world of heaven. When we look upon the phenomenal world, we perceive that it is divided into four seasons; one is the season of spring, another the season of summer, another autumn and then these three seasons are followed by winter. When the season of spring appears in the arena of existence, the whole world is rejuvenated and finds new life. The soul-refreshing breeze is wafted from every direction; the soul-quickening bounty is everywhere; the cloud of mercy showers down its rain, and the sun shines upon everything. Day by day we perceive that the signs of vegetation are all about us. Wonderful flowers, hyacinths and roses perfume the nostrils. The trees are full of leaves and blossoms, and the blossoms are followed by fruit. The spring and summer are followed by autumn and winter. The flowers wither and are no more; the leaves turn gray and life has gone. Then comes another springtime; the former springtime is renewed; again a new life stirs within everything.
The appearances of the Manifestations of God are the divine springtime. When Christ appeared in this world, it was like the vernal bounty; the outpouring descended; the effulgences of the Merciful encircled all things; the human world found new life. Even the physical world partook of it. The divine perfections were upraised; souls were trained in the school of heaven so that all grades of human existence received life and light. Then by degrees these fragrances of heaven were discontinued; the season of winter came upon the world; the beauties of spring vanished; the excellences and perfections passed away; the lights and quickening were no longer evident; the phenomenal world and its materialities conquered everything; the spiritualities of life were lost; the world of existence became like unto a lifeless body; there was no trace of the spring left.
Bahá’u’lláh has come into this world. He has renewed that springtime. The same fragrances are wafting; the same heat of the Sun is giving life; the same cloud is pouring its rain, and with our own eyes we see that the world of existence is advancing and progressing. The human world has found new life.
I hope that each and all of you may become like unto verdant and green trees so that through the breezes of the divine spring, the outpouring of heaven, the heat of the Sun of Truth, you may become eternally refreshed; that you may bear blossoms and become fruitful; that you may not be as fruitless trees. Fruitless trees do not bring forth fruits or flowers. I hope that all of you may become friends of the paradise of Abhá, appearing with the utmost freshness and spiritual beauty. I pray in your behalf and beg of God confirmation and assistance.
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14 April 1912
Talk at Church of the Ascension Fifth Avenue and Tenth Street, New York
Notes by Ahmad Sohráb and Howard MacNutt
In his scriptural lesson this morning the revered doctor read a verse from the Epistle of St. Paul to the Corinthians, “For now we see through a glass, darkly; but then face to face.”
The light of truth has heretofore been seen dimly through variegated glasses, but now the splendors of Divinity shall be visible through the translucent mirrors of pure hearts and spirits. The light of truth is the divine teaching, heavenly instruction, merciful principles and spiritual civilization. Since my arrival in this country I find that material civilization has progressed greatly, that commerce has attained the utmost degree of expansion; arts, agriculture and all details of material civilization have reached the highest stage of perfection, but spiritual civilization has been left behind. Material civilization is like unto the lamp, while spiritual civilization is the light in that lamp. If the material and spiritual civilization become united, then we will have the light and the lamp together, and the outcome will be perfect. For material civilization is like unto a beautiful body, and spiritual civilization is like unto the spirit of life. If that wondrous spirit of life enters this beautiful body, the body will become a channel for the distribution and development of the perfections of humanity.
Jesus Christ came to teach the people of the world this heavenly civilization and not material civilization. He breathed the breath of the Holy Spirit into the body of the world and established an illumined civilization. Among the principles of divine civilization He came to proclaim is the Most Great Peace of mankind. Among His principles of spiritual civilization is the oneness of the kingdom of humanity. Among the principles of heavenly civilization He brought is the virtue of the human world. Among the principles of celestial civilization He announced is the improvement and betterment of human morals.
Today the world of humanity is in need of international unity and conciliation. To establish these great fundamental principles a propelling power is needed. It is self-evident that the unity of the human world and the Most Great Peace cannot be accomplished through material means. They cannot be established through political power, for the political interests of nations are various and the policies of peoples are divergent and conflicting. They cannot be founded through racial or patriotic power, for these are human powers, selfish and weak. The very nature of racial differences and patriotic prejudices prevents the realization of this unity and agreement. Therefore, it is evidenced that the promotion of the oneness of the kingdom of humanity, which is the essence of the teachings of all the Manifestations of God, is impossible except through the divine power and breaths of the Holy Spirit. Other powers are too weak and are incapable of accomplishing this.
For man two wings are necessary. One wing is physical power and material civilization; the other is spiritual power and divine civilization. With one wing only, flight is impossible. Two wings are essential. Therefore, no matter how much material civilization advances, it cannot attain to perfection except through the uplift of spiritual civilization.
All the Prophets have come to promote divine bestowals, to found the spiritual civilization and teach the principles of morality. Therefore, we must strive with all our powers so that spiritual influences may gain the victory. For material forces have attacked mankind. The world of humanity is submerged in a sea of materialism. The rays of the Sun of Reality are seen but dimly and darkly through opaque glasses. The penetrative power of the divine bounty is not fully manifest.
In Persia among the various religions and sects there were intense differences. Bahá’u’lláh appeared in that country and founded the spiritual civilization. He established affiliation among the various peoples, promoted the oneness of the human world and unfurled the banner of the Most Great Peace. He wrote special Epistles covering these facts to all the kings and rulers of nations. Sixty years ago He conveyed His message to the leaders of the political world and to high dignitaries of the spiritual world. Therefore, spiritual civilization is progressing in the Orient, and oneness of humanity and peace among the nations is being accomplished step by step. Now I find a strong movement for universal peace emanating from America. It is my hope that this standard of the oneness of the world of humanity may be upraised with the utmost solidity so that the Orient and Occident may become perfectly reconciled and attain complete intercommunication, the hearts of the East and West become united and attracted, real union become unveiled, the light of guidance shine, divine effulgences be seen day by day so that the world of humanity may find complete tranquillity, the eternal happiness of man become evident and the hearts of the people of the world be as mirrors in which the rays of the Sun of Reality may be reflected. Consequently, it is my request that you should strive so that the light of reality may shine and the everlasting felicity of the world of man become apparent.
I will pray for you so you may attain this everlasting happiness. When I arrived in this city, I was made very happy, for I perceived that the people here have capacity for divine bestowals and have worthiness for the civilization of heaven. I pray that you may attain to all merciful bounties.
O Almighty! O God! O Thou compassionate One! This servant of Thine has hastened to the regions of the West from the uttermost parts of the East that, perchance, these nostrils may be perfumed by the fragrances of Thy bestowals; that the breeze of the rose garden of guidance may blow over these cities; that the people may attain to the capacity of receiving Thy favors; that the hearts may be rejoiced through Thy glad tidings; that the eyes may behold the light of reality; that the ears may hearken to the call of the Kingdom. O Almighty! Illumine the hearts. O kind God! Make the souls the envy of the rose garden and the meadow. O incomparable Beloved! Waft the fragrance of Thy bounty. Radiate the lights of compassion so that the hearts may be cleansed and purified and that they may take a share and portion from Thy confirmations. Verily, this congregation is seeking Thy path, searching for Thy mystery, beholding Thy face and desiring to be characterized with Thine attributes.
O Almighty! Confer Thou infinite bounties. Bestow Thine inexhaustible treasury so that these impotent ones may become powerful.
Verily, Thou art the Kind. Thou art the Generous. Thou art the Omniscient, the Omnipotent.
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14 April 1912
Talk at Union Meeting of Advanced Thought Centers Carnegie Lyceum West Fifty-seventh Street, New York
Notes by Mountfort Mills and Howard MacNutt
I have come from distant lands to visit the meetings and assemblies of this country. In every meeting I find people gathered, loving each other; therefore, I am greatly pleased. The bond of union is evidenced in this assembly today, where the power of God has brought together in faith, agreement and concord those who are engaged in furthering the development of the human world. It is my hope that all mankind may become similarly united in the bond and agreement of love. Unity is the expression of the loving power of God and reflects the reality of Divinity. It is resplendent in this Day through the bestowals of light upon humanity.
Throughout the universe the divine power is effulgent in endless images and pictures. The world of creation, the world of humanity may be likened to the earth itself and the divine power to the sun. This Sun has shone upon all mankind. In the endless variety of its reflections the divine Will is manifested. Consider how all are recipients of the bounty of the same Sun. At most the difference between them is that of degree, for the effulgence is one effulgence, the one light emanating from the Sun. This will express the oneness of the world of humanity. The body politic, or the social unity of the human world, may be likened to an ocean, and each member, each individual, a wave upon that same ocean.
The light of the sun becomes apparent in each object according to the capacity of that object. The difference is simply one of degree and receptivity. The stone would be a recipient only to a limited extent; another created thing might be as a mirror wherein the sun is fully reflected; but the same light shines upon both.
The most important thing is to polish the mirrors of hearts in order that they may become illumined and receptive of the divine light. One heart may possess the capacity of the polished mirror; another, be covered and obscured by the dust and dross of this world. Although the same Sun is shining upon both, in the mirror which is polished, pure and sanctified you may behold the Sun in all its fullness, glory and power, revealing its majesty and effulgence; but in the mirror which is rusted and obscured there is no capacity for reflection, although so far as the Sun itself is concerned it is shining thereon and is neither lessened nor deprived. Therefore, our duty lies in seeking to polish the mirrors of our hearts in order that we shall become reflectors of that light and recipients of the divine bounties which may be fully revealed through them.
This means the oneness of the world of humanity. That is to say, when this human body politic reaches a state of absolute unity, the effulgence of the eternal Sun will make its fullest light and heat manifest. Therefore, we must not make distinctions between individual members of the human family. We must not consider any soul as barren or deprived. Our duty lies in educating souls so that the Sun of the bestowals of God shall become resplendent in them, and this is possible through the power of the oneness of humanity. The more love is expressed among mankind and the stronger the power of unity, the greater will be this reflection and revelation, for the greatest bestowal of God is love. Love is the source of all the bestowals of God. Until love takes possession of the heart, no other divine bounty can be revealed in it.
All the Prophets have striven to make love manifest in the hearts of men. Jesus Christ sought to create this love in the hearts. He suffered all difficulties and ordeals that perchance the human heart might become the fountain source of love. Therefore, we must strive with all our heart and soul that this love may take possession of us so that all humanity—whether it be in the East or in the West—may be connected through the bond of this divine affection; for we are all the waves of one sea; we have come into being through the same bestowal and are recipients from the same center. The lights of earth are all acceptable, but the center of effulgence is the sun, and we must direct our gaze to the sun. God is the Supreme Center. The more we turn toward this Center of Light, the greater will be our capacity.
In the Orient there were great differences among races and peoples. They hated each other, and there was no association among them. Various and divergent sects were hostile, irreconcilable. The different races were in constant war and conflict. About sixty years ago Bahá’u’lláh appeared upon the eastern horizon. He caused love and unity to become manifest among these antagonistic peoples. He united them with the bond of love; their former hatred and animosity passed away; love and unity reigned instead. It was a dark world; it became radiant. A new springtime appeared through Him, for the Sun of Truth had risen again. In the fields and meadows of human hearts variegated flowers of inner significance were blooming, and the good fruits of the Kingdom of God became manifest.
I have come here with this mission: that through your endeavors, through your heavenly morals, through your devoted efforts a perfect bond of unity and love may be established between the East and the West so that the bestowals of God may descend upon all and that all may be seen to be the parts of the same tree—the great tree of the human family. For mankind may be likened to the branches, leaves, blossoms and fruit of that tree.
The favors of God are unending, limitless. Infinite bounties have encompassed the world. We must emulate the bounties of God, and just as each one of them—the bounty of life, for instance—surrounds and encompasses all, so likewise must we be connected and blended together until each part shall become the expression of the whole.
Consider: We plant a seed. A complete and perfect tree appears from it, and from each seed of this tree another tree can be produced. Therefore, the part is expressive of the whole, for this seed was a part of the tree, but therein potentially was the whole tree. So each one of us may become expressive or representative of all the bounties of life to mankind. This is the unity of the world of humanity. This is the bestowal of God. This is the felicity of the human world, and this is the manifestation of the divine favor.
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15 April 1912
Talk at Home of Mountfort Mills 327 West End Avenue, New York
Compiled from Stenographic Notes by Howard MacNutt
A few days ago I arrived in New York, coming direct from Alexandria. On a former trip I traveled to Europe, visiting Paris and London. Paris is most beautiful in outward appearance. The evidences of material civilization there are very great, but the spiritual civilization is far behind. I found the people of that city submerged and drowning in a sea of materialism. Their conversations and discussions were limited to natural and physical phenomena, without mention of God. I was greatly astonished. Most of the scholars, professors and learned men proved to be materialists. I said to them, “I am surprised and astonished that men of such perceptive caliber and evident knowledge should still be captives of nature, not recognizing the self-evident Reality.”
The phenomenal world is entirely subject to the rule and control of natural law.

These myriad suns, satellites and heavenly bodies throughout endless space are all captives of nature.

They cannot transgress in a single point or particular the fixed laws which govern the physical universe.

The sun in its immensity, the ocean in its vastness are incapable of violating these universal laws.

All phenomenal beings—the plants in their kingdom, even the animals with their intelligence—are nature’s subjects and captives.

All live within the bounds of natural law, and nature is the ruler of all except man.

Man is not the captive of nature, for although according to natural law he is a being of the earth, yet he guides ships over the ocean, flies through the air in airplanes, descends in submarines; therefore, he has overcome natural law and made it subservient to his wishes.

For instance, he imprisons in an incandescent lamp the illimitable natural energy called electricity—a material force which can cleave mountains—and bids it give him light.

He takes the human voice and confines it in the phonograph for his benefit and amusement.

According to his natural power man should be able to communicate a limited distance, but by overcoming the restrictions of nature he can annihilate space and send telephone messages thousands of miles.

All the sciences, arts and discoveries were mysteries of nature, and according to natural law these mysteries should remain latent, hidden; but man has proceeded to break this law, free himself from this rule and bring them forth into the realm of the visible.

Therefore, he is the ruler and commander of nature.

Man has intelligence; nature has not.

Man has volition; nature has none.

Man has memory; nature is without it.

Man has the reasoning faculty; nature is deprived.

Man has the perceptive faculty; nature cannot perceive.

It is therefore proved and evident that man is nobler than nature.
If we accept the supposition that man is but a part of nature, we are confronted by an illogical statement, for this is equivalent to claiming that a part may be endowed with qualities which are absent in the whole. For man who is a part of nature has perception, intelligence, memory, conscious reflection and susceptibility, while nature itself is quite bereft of them. How is it possible for the part to be possessed of qualities or faculties which are absent in the whole? The truth is that God has given to man certain powers which are supernatural. How then can man be considered a captive of nature? Is he not dominating and controlling nature to his own uses more and more? Is he not the very divinity of nature? Shall we say nature is blind, nature is not perceptive, nature is without volition and not alive, and then relegate man to nature and its limitations? How can we answer this question? How will the materialists and scholastic atheists prove and support such a supposition? As a matter of fact, they themselves make natural laws subservient to their own wish and purpose. The proof is complete that in man there is a power beyond the limitations of nature, and that power is the bestowal of God.
In New York I find the people more endowed with spiritual susceptibilities. They are not mere captives of nature’s control; they are rising out of the bonds and burden of captivity. For this reason I am very happy and hopeful that, God willing, in this populous country, in this vast continent of the West, the virtues of the world of humanity shall become resplendent; that the oneness of human world-power, the love of God, may enkindle the hearts, and that international peace may hoist its standards, influencing all other regions and countries from here. This is my hope.
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16 April 1912
Talk at Hotel Ansonia to Bahá’í Friends of New Jersey Broadway and Seventy-third Street, New York
Notes by Ahmad Sohráb
Souls from the East and West have been brought together here through the power of the Holy Spirit. Such a gathering as this would be impossible through material means. A meeting of this kind has never been established in New York, for here tonight we find people from remote regions of the earth, associated with the people of America in the utmost love and spiritual unity. This is only possible through the power of God. Christ appeared in this world nineteen hundred years ago to establish ties of unity and bonds of love between the various nations and different communities. He cemented together the sciences of Rome and the splendors of the civilization of Greece. He also accomplished affiliation between the Assyrian kingdom and the power of Egypt. The blending of these nations in unity, love and agreement had been impossible, but Christ through divine power established this condition among the children of men.
A much greater difficulty confronts us today when we endeavor to establish unity between the Orient and the Occident. Bahá’u’lláh through the power of heaven has brought the East and the West together. Erelong we shall know that they have been cemented by the power of God. The oneness of the kingdom of humanity will supplant the banner of conquest, and all communities of the earth will gather under its protection. No nation with separate and restricted boundaries—such as Persia, for instance—will exist. The United States of America will be known only as a name. Germany, France, England, Turkey, Arabia—all these various nations will be welded together in unity. When the people of the future are asked, “To which nationality do you belong?” the answer will be, “To the nationality of humanity. I am living under the shadow of Bahá’u’lláh. I am the servant of Bahá’u’lláh. I belong to the army of the Most Great Peace.” The people of the future will not say, “I belong to the nation of England, France or Persia”; for all of them will be citizens of a universal nationality—the one family, the one country, the one world of humanity—and then these wars, hatreds and strifes will pass away.
Bahá’u’lláh appeared in a country which was the center of prejudice. In that country were many different communities, religions, sects and denominations. All the animosities of past centuries existed among them. They were ready to kill each other. They considered the killing of others who did not agree with them in religious belief an act of worship. Bahá’u’lláh established such unity and agreement between these various communities that the greatest love and amity are now witnessed among them.
Today the Bahá’ís of the East are longing with deep desire to see you face to face. Their highest hope and fondest wish is that the day may come when they will be gathered together in an assembly with you. Consider well the power that accomplished this wonderful transformation.
The body of the human world is sick. Its remedy and healing will be the oneness of the kingdom of humanity. Its life is the Most Great Peace. Its illumination and quickening is love. Its happiness is the attainment of spiritual perfections. It is my wish and hope that in the bounties and favors of the Blessed Perfection we may find a new life, acquire a new power and attain to a wonderful and supreme source of energy so that the Most Great Peace of divine intention shall be established upon the foundations of the unity of the world of men with God. May the love of God be spread from this city, from this meeting to all the surrounding countries. Nay, may America become the distributing center of spiritual enlightenment, and all the world receive this heavenly blessing! For America has developed powers and capacities greater and more wonderful than other nations. While it is true that its people have attained a marvelous material civilization, I hope that spiritual forces may animate this great body and a corresponding spiritual civilization be established. May the inhabitants of this country become like angels of heaven with faces turned continually toward God. May all of them become the servants of the Omnipotent One. May they rise from present material attainments to such a height that heavenly illumination may stream from this center to all the peoples of the world.
The divine Jerusalem has come down from heaven. The bride of Zion has appeared. The voice of the Kingdom of God has been raised. May you attain supreme capacity and magnetic attraction in this realm of might and power—manifesting new energy and wonderful accomplishment, for God is your Assister and Helper. The breath of the Holy Spirit is your comforter, and the angels of heaven surround you. I desire this power for you. Rest assured that these bounties now overshadow you.
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17 April 1912
Talk at Hotel Ansonia Broadway and Seventy-third Street, New York
Notes by Howard MacNutt
During my visit to London and Paris last year I had many talks with the materialistic philosophers of Europe.

The basis of all their conclusions is that the acquisition of knowledge of phenomena is according to a fixed, invariable law—a law mathematically exact in its operation through the senses.

For instance, the eye sees a chair; therefore, there is no doubt of the chair’s existence.

The eye looks up into the heavens and beholds the sun; I see flowers upon this table; I smell their fragrance; I hear sounds outside, etc.

This, they say, is a fixed mathematical law of perception and deduction, the operation of which admits of no doubt whatever; for inasmuch as the universe is subject to our sensing, the proof is self-evident that our knowledge of it must be gained through the avenues of the senses.

That is to say, the materialists announce that the criterion and standard of human knowledge is sense perception.

Among the Greeks and Romans the criterion of knowledge was reason—that whatever is provable and acceptable by reason must necessarily be admitted as true.

A third standard or criterion is the opinion held by theologians that traditions or prophetic statement and interpretations constitute the basis of human knowing.

There is still another, a fourth criterion, upheld by religionists and metaphysicians who say that the source and channel of all human penetration into the unknown is through inspiration.

Briefly then, these four criteria according to the declarations of men are: first, sense perception; second, reason; third, traditions; fourth, inspiration.
In Europe I told the philosophers and scientists of materialism that the criterion of the senses is not reliable. For instance, consider a mirror and the images reflected in it. These images have no actual corporeal existence. Yet if you had never seen a mirror, you would firmly insist and believe that they were real. The eye sees a mirage upon the desert as a lake of water, but there is no reality in it. As we stand upon the deck of a steamer, the shore appears to be moving, yet we know the land is stationary and we are moving. The earth was believed to be fixed and the sun revolving about it, but although this appears to be so, the reverse is now known to be true. A whirling torch makes a circle of fire appear before the eye, yet we realize there is but one point of light. We behold a shadow moving upon the ground, but it has no material existence, no substance. In deserts the atmospheric effects are particularly productive of illusions which deceive the eye. Once I saw a mirage in which a whole caravan appeared traveling upward into the sky. In the far North other deceptive phenomena appear and baffle human vision. Sometimes three or four suns, called by scientists mock suns, will be shining at the same time, whereas we know that the great solar orb is one and that it remains fixed and single. In brief, the senses are continually deceived, and we are unable to separate that which is reality from that which is not.
As to the second criterion—reason—this likewise is unreliable and not to be depended upon. This human world is an ocean of varying opinions. If reason is the perfect standard and criterion of knowledge, why are opinions at variance and why do philosophers disagree so completely with each other? This is a clear proof that human reason is not to be relied upon as an infallible criterion. For instance, great discoveries and announcements of former centuries are continually upset and discarded by the wise men of today. Mathematicians, astronomers, chemical scientists continually disprove and reject the conclusions of the ancients; nothing is fixed, nothing final; everything is continually changing because human reason is progressing along new roads of investigation and arriving at new conclusions every day. In the future much that is announced and accepted as true now will be rejected and disproved. And so it will continue ad infinitum.
When we consider the third criterion—traditions—upheld by theologians as the avenue and standard of knowledge, we find this source equally unreliable and unworthy of dependence. For religious traditions are the report and record of understanding and interpretation of the Book. By what means has this understanding, this interpretation been reached? By the analysis of human reason. When we read the Book of God, the faculty of comprehension by which we form conclusions is reason. Reason is mind. If we are not endowed with perfect reason, how can we comprehend the meanings of the Word of God? Therefore, human reason, as already pointed out, is by its very nature finite and faulty in conclusions. It cannot surround the Reality Itself, the Infinite Word. Inasmuch as the source of traditions and interpretations is human reason, and human reason is faulty, how can we depend upon its findings for real knowledge?
The fourth criterion I have named is inspiration through which it is claimed the reality of knowledge is attainable. What is inspiration? It is the influx of the human heart. But what are satanic promptings which afflict mankind? They are the influx of the heart also. How shall we differentiate between them? The question arises: How shall we know whether we are following inspiration from God or satanic promptings of the human soul? Briefly, the point is that in the human material world of phenomena these four are the only existing criteria or avenues of knowledge, and all of them are faulty and unreliable. What then remains? How shall we attain the reality of knowledge? By the breaths and promptings of the Holy Spirit, which is light and knowledge itself. Through it the human mind is quickened and fortified into true conclusions and perfect knowledge. This is conclusive argument showing that all available human criteria are erroneous and defective, but the divine standard of knowledge is infallible. Therefore, man is not justified in saying, “I know because I perceive through my senses,” or “I know because it is proved through my faculty of reason,” or “I know because it is according to tradition and interpretation of the Holy Book,” or “I know because I am inspired.” All human standards of judgment are faulty, finite.
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17 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by John G. Grundy
In the Holy Books it is recorded that when the Sun of Truth dawns, it will appear in the East, and its light will be reflected in the West. Already its dawning has taken place in the East, and its signs are appearing in the West. Its illumination shall spread rapidly and widely in the Occident. The Sun of Truth has risen in Persia, and its effulgence is now manifest here in America. This is the greatest proof of its appearance in the horizon of the world, as recorded in the heavenly Books. Praise be to God! That which is prophesied in the Holy Books has been fulfilled.
On Sunday last at Carnegie Hall the revered soul who introduced ‘Abdu’l‑Bahá gave voice to the statement that according to tradition demons would appear from the land of the sunrise, but now we find angels appearing instead. At the time this statement was made a reply was not possible, but today we will speak of it. The great spiritual lights have always appeared in the East. The Blessed Perfection, Bahá’u’lláh, appeared in the East. Jesus Christ dawned upon the horizon of the East. Moses, Aaron, Joseph and all the Israelitish prophets such as Jeremiah, Ezekiel, Isaiah and others appeared from the Orient. The lights of Muḥammad and the Báb shone from the East. The eastern horizon has been flooded with the effulgence of these great lights, and only from the East have they risen to shine upon the West. Now—praise be to God!—you are living in the dawn of a cycle when the Sun of Truth is again shining forth from the East, illumining all regions.
The world has become a new world. The darkness of night which has enveloped humanity is passing. A new day has dawned. Divine susceptibilities and heavenly capacities are developing in human souls under the training of the Sun of Truth. The capacities of souls are different. Their conditions are various. For example, certain minerals come from the stony regions of the earth. All are minerals, all are produced by the same sun, but one remains a stone while another develops the capacity of a glittering gem or jewel. From one plot of land tulips and hyacinths grow; from another, thorns and thistles. Each plot receives the bounty of the sunshine, but the capacity to receive it is not the same. Therefore, it is requisite that we must develop capacity and divine susceptibility in order that the merciful bounty of the Sun of Truth intended for this age and time in which we are living may reflect from us as light from pure crystals.
The bounties of the Blessed Perfection are infinite. We must endeavor to increase our capacity daily, to strengthen and enlarge our capabilities for receiving them, to become as perfect mirrors. The more polished and clean the mirror, the more effulgent is its reflection of the lights of the Sun of Truth. Be like a well-cultivated garden wherein the roses and variegated flowers of heaven are growing in fragrance and beauty. It is my hope that your hearts may become as ready ground, carefully tilled and prepared, upon which the divine showers of the bounties of the Blessed Perfection may descend and the zephyrs of this divine springtime may blow with quickening breath. Then will the garden of your hearts bring forth its flowers of delightful fragrance to refresh the nostril of the heavenly Gardener. Let your hearts reflect the glories of the Sun of Truth in their many colors to gladden the eye of the divine Cultivator Who has nourished them. Day by day become more closely attracted in order that the love of God may illumine all those with whom you come in contact. Be as one spirit, one soul, leaves of one tree, flowers of one garden, waves of one ocean.
As difference in degree of capacity exists among human souls, as difference in capability is found, therefore, individualities will differ one from another. But in reality this is a reason for unity and not for discord and enmity. If the flowers of a garden were all of one color, the effect would be monotonous to the eye; but if the colors are variegated, it is most pleasing and wonderful. The difference in adornment of color and capacity of reflection among the flowers gives the garden its beauty and charm. Therefore, although we are of different individualities, different in ideas and of various fragrances, let us strive like flowers of the same divine garden to live together in harmony. Even though each soul has its own individual perfume and color, all are reflecting the same light, all contributing fragrance to the same breeze which blows through the garden, all continuing to grow in complete harmony and accord. Become as waves of one sea, trees of one forest, growing in the utmost love, agreement and unity.
If you attain to such a capacity of love and unity, the Blessed Perfection will shower infinite graces of the spiritual Kingdom upon you, guide, protect and preserve you under the shadow of His Word, increase your happiness in this world and uphold you through all difficulties. Therefore, it is my hope that day by day you will become more and more effulgent in the horizon of heaven, advance nearer and nearer toward the Kingdom of Abhá, attain greater and greater bounties of the Blessed Perfection. I am joyful, for I perceive the evidences of great love among you. I go to Chicago, and when I return I hope that love will have become infinite. Then will it be an eternal joy to me and the friends in the Orient.
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18 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Marshall L. Emery 273 West Ninetieth Street, New York
Notes by Miss Dixon
Tonight I wish to tell you something of the history of the Bahá’í Revelation.
The Blessed Perfection, Bahá’u’lláh, belonged to the nobility of Persia. From earliest childhood He was distinguished among His relatives and friends. They said, “This child has extraordinary power.” In wisdom, intelligence and as a source of new knowledge, He was advanced beyond His age and superior to His surroundings. All who knew Him were astonished at His precocity. It was usual for them to say, “Such a child will not live,” for it is commonly believed that precocious children do not reach maturity. During the period of youth the Blessed Perfection did not enter school. He was not willing to be taught. This fact is well established among the Persians of Ṭihrán. Nevertheless, He was capable of solving the difficult problems of all who came to Him. In whatever meeting, scientific assembly or theological discussion He was found, He became the authority of explanation upon intricate and abstruse questions presented.
Until His father passed away, Bahá’u’lláh did not seek position or political station notwithstanding His connection with the government. This occasioned surprise and comment. It was frequently said, “How is it that a young man of such keen intelligence and subtle perception does not seek lucrative appointments? As a matter of fact, every position is open to him.” This is an historical statement fully attested by the people of Persia.
He was most generous, giving abundantly to the poor. None who came to Him were turned away. The doors of His house were open to all. He always had many guests. This unbounded generosity was conducive to greater astonishment from the fact that He sought neither position nor prominence. In commenting upon this His friends said He would become impoverished, for His expenses were many and His wealth becoming more and more limited. “Why is he not thinking of his own affairs?” they inquired of each other; but some who were wise declared, “This personage is connected with another world; he has something sublime within him that is not evident now; the day is coming when it will be manifested.” In truth, the Blessed Perfection was a refuge for every weak one, a shelter for every fearing one, kind to every indigent one, lenient and loving to all creatures.
He became well-known in regard to these qualities before the Báb appeared. Then Bahá’u’lláh declared the Báb’s mission to be true and promulgated His teachings. The Báb announced that the greater Manifestation would take place after Him and called the Promised One “Him Whom God shall make manifest,” saying that nine years later the reality of His own mission would become apparent. In His writings He stated that in the ninth year this expected One would be known; in the ninth year they would attain to all glory and felicity; in the ninth year they would advance rapidly. Between Bahá’u’lláh and the Báb there was communication privately. The Báb wrote a letter containing three hundred and sixty derivatives of the root Bahá. The Báb was martyred in Tabríz; and Bahá’u’lláh, exiled into ‘Iráq in 1852, announced Himself in Baghdád. For the Persian government had decided that as long as He remained in Persia the peace of the country would be disturbed; therefore, He was exiled in the expectation that Persia would become quiet. His banishment, however, produced the opposite effect. New tumult arose, and the mention of His greatness and influence spread everywhere throughout the country. The proclamation of His manifestation and mission was made in Baghdád. He called His friends together there and spoke to them of God.
At one point He left the city and went alone into the mountains of Kurdistán, where He made His abode in caves and grottoes. A part of this time He lived in the city of Sulaymáníyyih. Two years passed during which neither His friends nor family knew just where He was.
Although Bahá’u’lláh was solitary, secluded and unknown in His retirement, the report spread throughout Kurdistán that this was a most remarkable and learned Personage, gifted with a wonderful power of attraction. In a short time Kurdistán was magnetized with His love. During this period Bahá’u’lláh lived in poverty. His garments were those of the poor and needy. His food was that of the indigent and lowly. An atmosphere of majesty haloed Him as the sun at midday. Everywhere He was greatly revered and beloved.
After two years He returned to Baghdád. Friends He had known in Sulaymáníyyih came to visit Him. They found Him in His accustomed environment of ease and affluence and were astonished at the appointments of One Who had lived in seclusion under such frugal conditions in Kurdistán.
The Persian government believed the banishment of the Blessed Perfection from Persia would be the extermination of His Cause in that country. These rulers now realized that it spread more rapidly. His prestige increased; His teachings became more widely circulated. The chiefs of Persia then used their influence to have Bahá’u’lláh exiled from Baghdád. He was summoned to Constantinople by the Turkish authorities. While in Constantinople He ignored every restriction, especially the hostility of ministers of state and clergy. The official representatives of Persia again brought their influence to bear upon the Turkish authorities and succeeded in having Bahá’u’lláh banished from Constantinople to Adrianople, the object being to keep Him as far away as possible from Persia and render His communication with that country more difficult. Nevertheless, the Cause still spread and strengthened.
Finally, they consulted together and said, “We have banished Bahá’u’lláh from place to place, but each time he is exiled his cause is more widely extended, his proclamation increases in power, and day by day his lamp is becoming brighter. This is due to the fact that we have exiled him to large cities and populous centers. Therefore, we will send him to a penal colony as a prisoner so that all may know he is the associate of murderers, robbers and criminals; in a short time he and his followers will perish.” The Sulṭán of Turkey then banished Him to the prison of ‘Akká in Syria.
When Bahá’u’lláh arrived at ‘Akká, through the power of God He was able to hoist His banner. His light at first had been a star; now it became a mighty sun, and the illumination of His Cause expanded from the East to the West. Inside prison walls He wrote Epistles to all the kings and rulers of nations, summoning them to arbitration and universal peace. Some of the kings received His words with disdain and contempt. One of these was the Sulṭán of the Ottoman kingdom. Napoleon III of France did not reply. A second Epistle was addressed to him. It stated, “I have written you an Epistle before this, summoning you to the Cause of God, but you are of the heedless. You have proclaimed that you were the defender of the oppressed; now it hath become evident that you are not. Nor are you kind to your own suffering and oppressed people. Your actions are contrary to your own interests, and your kingly pride must fall. Because of your arrogance God shortly will destroy your sovereignty. France will flee away from you, and you will be overwhelmed by a great conquest. There will be lamentation and mourning, women bemoaning the loss of their sons.” This arraignment of Napoleon III was published and spread.
Read it and consider: one prisoner, single and solitary, without assistant or defender, a foreigner and stranger imprisoned in the fortress of ‘Akká, writing such letters to the Emperor of France and Sulṭán of Turkey. Reflect upon this: how Bahá’u’lláh upraised the standard of His Cause in prison. Refer to history. It is without parallel. No such thing has happened before that time nor since—a prisoner and an exile advancing His Cause and spreading His teachings broadcast so that eventually He became powerful enough to conquer the very king who banished Him.
His Cause spread more and more. The Blessed Perfection was a prisoner twenty-five years. During all this time He was subjected to the indignities and revilement of the people. He was persecuted, mocked and put in chains. In Persia His properties were pillaged and His possessions confiscated. First, there was banishment from Persia to Baghdád, then to Constantinople, then to Adrianople, finally from Rumelia to the prison fortress of ‘Akká.
During His lifetime He was intensely active. His energy was unlimited. Scarcely one night was passed in restful sleep. He bore these ordeals, suffered these calamities and difficulties in order that a manifestation of selflessness and service might become apparent in the world of humanity; that the Most Great Peace should become a reality; that human souls might appear as the angels of heaven; that heavenly miracles would be wrought among men; that human faith should be strengthened and perfected; that the precious, priceless bestowal of God—the human mind—might be developed to its fullest capacity in the temple of the body; and that man might become the reflection and likeness of God, even as it hath been revealed in the Bible, “Let us make man in our image.”
Briefly, the Blessed Perfection bore all these ordeals and calamities in order that our hearts might become enkindled and radiant, our spirits be glorified, our faults become virtues, our ignorance be transformed into knowledge; in order that we might attain the real fruits of humanity and acquire heavenly graces; in order that, although pilgrims upon earth, we should travel the road of the heavenly Kingdom, and, although needy and poor, we might receive the treasures of eternal life. For this has He borne these difficulties and sorrows.
Trust all to God. The lights of God are resplendent. The blessed Epistles are spreading. The blessed teachings are promulgated throughout the East and West. Soon you will see that the heavenly Words have established the oneness of the world of humanity. The banner of the Most Great Peace has been unfurled, and the great community is appearing.
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19 April 1912
Talk at Earl Hall Columbia University, New York
From Stenographic Notes
If we look with a perceiving eye upon the world of creation, we find that all existing things may be classified as follows: first, mineral—that is to say, matter or substance appearing in various forms of composition; second, vegetable—possessing the virtues of the mineral plus the power of augmentation or growth, indicating a degree higher and more specialized than the mineral; third, animal—possessing the attributes of the mineral and vegetable plus the power of sense perception; fourth, human—the highest specialized organism of visible creation, embodying the qualities of the mineral, vegetable and animal plus an ideal endowment absolutely absent in the lower kingdoms—the power of intellectual investigation into the mysteries of outer phenomena. The outcome of this intellectual endowment is science, which is especially characteristic of man. This scientific power investigates and apprehends created objects and the laws surrounding them. It is the discoverer of the hidden and mysterious secrets of the material universe and is peculiar to man alone. The most noble and praiseworthy accomplishment of man, therefore, is scientific knowledge and attainment.
Science may be likened to a mirror wherein the images of the mysteries of outer phenomena are reflected. It brings forth and exhibits to us in the arena of knowledge all the product of the past. It links together past and present. The philosophical conclusions of bygone centuries, the teachings of the Prophets and wisdom of former sages are crystallized and reproduced in the scientific advancement of today. Science is the discoverer of the past. From its premises of past and present we deduce conclusions as to the future. Science is the governor of nature and its mysteries, the one agency by which man explores the institutions of material creation. All created things are captives of nature and subject to its laws. They cannot transgress the control of these laws in one detail or particular. The infinite starry worlds and heavenly bodies are nature’s obedient subjects. The earth and its myriad organisms, all minerals, plants and animals are thralls of its dominion. But man through the exercise of his scientific, intellectual power can rise out of this condition, can modify, change and control nature according to his own wishes and uses. Science, so to speak, is the breaker of the laws of nature.
Consider, for example, that man according to natural law should dwell upon the surface of the earth. By overcoming this law and restriction, however, he sails in ships over the ocean, mounts to the zenith in airplanes and sinks to the depths of the sea in submarines. This is against the fiat of nature and a violation of her sovereignty and dominion. Nature’s laws and methods, the hidden secrets and mysteries of the universe, human inventions and discoveries, all our scientific acquisitions should naturally remain concealed and unknown, but man through his intellectual acumen searches them out of the plane of the invisible, draws them into the plane of the visible, exposes and explains them. For instance, one of the mysteries of nature is electricity. According to nature this force, this energy, should remain latent and hidden, but man scientifically breaks through the very laws of nature, arrests it and even imprisons it for his use.
In brief, man through the possession of this ideal endowment of scientific investigation is the most noble product of creation, the governor of nature.

He takes the sword from nature’s hand and uses it upon nature’s head.

According to natural law night is a period of darkness and obscurity, but man by utilizing the power of electricity, by wielding this electric sword overcomes the darkness and dispels the gloom.

Man is superior to nature and makes nature do his bidding.

Man is a sensitive being; nature is without sensation.

Man has memory and reason; nature lacks them.

Man is nobler than nature.

There are powers within him of which nature is devoid.

It may be claimed that these powers are from nature itself and that man is a part of nature.

In answer to this statement we will say that if nature is the whole and man is a part of that whole, how could it be possible for a part to possess qualities and virtues which are absent in the whole?

Undoubtedly the part must be endowed with the same qualities and properties as the whole.

For example, the hair is a part of the human anatomy.

It cannot contain elements which are not found in other parts of the body, for in all cases the component elements of the body are the same.

Therefore, it is manifest and evident that man, although in body a part of nature, nevertheless in spirit possesses a power transcending nature; for if he were simply a part of nature and limited to material laws, he could possess only the things which nature embodies.

God has conferred upon and added to man a distinctive power—the faculty of intellectual investigation into the secrets of creation, the acquisition of higher knowledge—the greatest virtue of which is scientific enlightenment.
This endowment is the most praiseworthy power of man, for through its employment and exercise the betterment of the human race is accomplished, the development of the virtues of mankind is made possible and the spirit and mysteries of God become manifest. Therefore, I am greatly pleased with my visit to this university. Praise be to God that this country abounds in such institutions of learning where the knowledge of sciences and arts may readily be acquired.
As material and physical sciences are taught here and are constantly unfolding in wider vistas of attainment, I am hopeful that spiritual development may also follow and keep pace with these outer advantages. As material knowledge is illuminating those within the walls of this great temple of learning, so also may the light of the spirit, the inner and divine light of the real philosophy glorify this institution. The most important principle of divine philosophy is the oneness of the world of humanity, the unity of mankind, the bond conjoining East and West, the tie of love which blends human hearts.
Therefore, it is our duty to put forth our greatest efforts and summon all our energies in order that the bonds of unity and accord may be established among mankind.

For thousands of years we have had bloodshed and strife.

It is enough; it is sufficient.

Now is the time to associate together in love and harmony.

For thousands of years we have tried the sword and warfare; let mankind for a time at least live in peace.

Review history and consider how much savagery, how much bloodshed and battle the world has witnessed.

It has been either religious warfare, political warfare or some other clash of human interests.

The world of humanity has never enjoyed the blessing of universal peace.

Year by year the implements of warfare have been increased and perfected.

Consider the wars of past centuries; only ten, fifteen or twenty thousand at the most were killed, but now it is possible to kill one hundred thousand in a single day.

In ancient times warfare was carried on with the sword; today it is the smokeless gun.

Formerly, battleships were sailing vessels; today they are dreadnoughts.

Consider the increase and improvement in the weapons of war.

God has created us all human, and all countries of the world are parts of the same globe.

We are all His servants.

He is kind and just to all.

Why should we be unkind and unjust to each other?

He provides for all.

Why should we deprive one another?

He protects and preserves all.

Why should we kill our fellow creatures?

If this warfare and strife be for the sake of religion, it is evident that it violates the spirit and basis of all religion.

All the divine Manifestations have proclaimed the oneness of God and the unity of mankind.

They have taught that men should love and mutually help each other in order that they might progress.

Now if this conception of religion be true, its essential principle is the oneness of humanity.

The fundamental truth of the Manifestations is peace.

This underlies all religion, all justice.

The divine purpose is that men should live in unity, concord and agreement and should love one another.

Consider the virtues of the human world and realize that the oneness of humanity is the primary foundation of them all.

Read the Gospel and the other Holy Books.

You will find their fundamentals are one and the same.

Therefore, unity is the essential truth of religion and, when so understood, embraces all the virtues of the human world.

Praise be to God!

This knowledge has been spread, eyes have been opened, and ears have become attentive.

Therefore, we must endeavor to promulgate and practice the religion of God which has been founded by all the Prophets.

And the religion of God is absolute love and unity.
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19 April 1912
Talk at Bowery Mission 227 Bowery, New York
From Stenographic Notes
Tonight I am very happy, for I have come here to meet my friends. I consider you my relatives, my companions; and I am your comrade.
You must be thankful to God that you are poor, for Jesus Christ has said, “Blessed are the poor.”

He never said, “Blessed are the rich.”

He said, too, that the Kingdom is for the poor and that it is easier for a camel to enter a needle’s eye than for a rich man to enter God’s Kingdom.

Therefore, you must be thankful to God that although in this world you are indigent, yet the treasures of God are within your reach; and although in the material realm you are poor, yet in the Kingdom of God you are precious.

Jesus Himself was poor.

He did not belong to the rich.

He passed His time in the desert, traveling among the poor, and lived upon the herbs of the field.

He had no place to lay His head, no home.

He was exposed in the open to heat, cold and frost—to inclement weather of all kinds—yet He chose this rather than riches.

If riches were considered a glory, the Prophet Moses would have chosen them; Jesus would have been a rich man.

When Jesus Christ appeared, it was the poor who first accepted Him, not the rich.

Therefore, you are the disciples of Jesus Christ; you are His comrades, for He outwardly was poor, not rich.

Even this earth’s happiness does not depend upon wealth.

You will find many of the wealthy exposed to dangers and troubled by difficulties, and in their last moments upon the bed of death there remains the regret that they must be separated from that to which their hearts are so attached.

They come into this world naked, and they must go from it naked.

All they possess they must leave behind and pass away solitary, alone.

Often at the time of death their souls are filled with remorse; and worst of all, their hope in the mercy of God is less than ours.

Praise be to God!

Our hope is in the mercy of God, and there is no doubt that the divine compassion is bestowed upon the poor.

Jesus Christ said so; Bahá’u’lláh said so.

While Bahá’u’lláh was in Baghdád, still in possession of great wealth, He left all He had and went alone from the city, living two years among the poor.

They were His comrades.

He ate with them, slept with them and gloried in being one of them.

He chose for one of His names the title of The Poor One and often in His Writings refers to Himself as Darvísh, which in Persian means poor; and of this title He was very proud.

He admonished all that we must be the servants of the poor, helpers of the poor, remember the sorrows of the poor, associate with them; for thereby we may inherit the Kingdom of heaven.

God has not said that there are mansions prepared for us if we pass our time associating with the rich, but He has said there are many mansions prepared for the servants of the poor, for the poor are very dear to God.

The mercies and bounties of God are with them.

The rich are mostly negligent, inattentive, steeped in worldliness, depending upon their means, whereas the poor are dependent upon God, and their reliance is upon Him, not upon themselves.

Therefore, the poor are nearer the threshold of God and His throne.
Jesus was a poor man. One night when He was out in the fields, the rain began to fall. He had no place to go for shelter so He lifted His eyes toward heaven, saying, “O Father! For the birds of the air Thou hast created nests, for the sheep a fold, for the animals dens, for the fish places of refuge, but for Me Thou hast provided no shelter. There is no place where I may lay My head. My bed consists of the cold ground; My lamps at night are the stars, and My food is the grass of the field. Yet who upon earth is richer than I? For the greatest blessing Thou hast not given to the rich and mighty but unto Me, for Thou hast given Me the poor. To me Thou hast granted this blessing. They are Mine. Therefore am I the richest man on earth.”
So, my comrades, you are following in the footsteps of Jesus Christ. Your lives are similar to His life; your attitude is like unto His; you resemble Him more than the rich do. Therefore, we will thank God that we have been so blessed with real riches. And in conclusion, I ask you to accept ‘Abdu’l‑Bahá as your servant.
At the end of this meeting, ‘Abdu’l‑Bahá stood at the Bowery entrance to the Mission hall, shaking hands with four or five hundred men and placing within each palm a piece of silver.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Washington, D.C.
20–25 April 1912
– 14 –
20 April 1912
Talk at Orient-Occident-Unity Conference Public Library Hall, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
Tonight I am most happy in presenting myself before an audience such as this. I am an Oriental and have come into the West to meet the people of the Occident. Praise be to God! Upon the faces of those assembled here I perceive the light of God. This I consider an evidence of the possibility of uniting the East and the West, of establishing a perfect bond between Persia and America—one of the objects of this conference. For the Persians there is no government better fitted to contribute to the development of their natural resources and the helping of their national needs in a reciprocal alliance than the United States of America, and for the Americans there could be no better industrial outlet and market than the virgin commercial soil of Persia. The mineral wealth of Persia is still latent and untouched. It is my hope that the great American democracy may be instrumental in developing these hidden resources and that a bond of perfect amity and unity may be established between the American republic and the government of Persia. May this bond—whether material or spiritual—be well cemented. May the material civilization of America find complete efficacy and establishment in Persia, and may the spiritual civilization of Persia find acceptance and response in America.
Some of the creatures of existence can live solitary and alone. A tree, for instance, may live without the assistance and cooperation of other trees. Some animals are isolated and lead a separate existence away from their kind. But this is impossible for man. In his life and being cooperation and association are essential. Through association and meeting we find happiness and development, individual and collective.
For instance, when there is intercourse and cooperation between two villages, the advancement of each will be assured. Likewise, if intercommunication is established between two cities, both will benefit and progress. And if a reciprocal basis of agreement be reached between two countries, their individual and mutual interests will find great development. Therefore, in the unity of this radiant assemblage I behold the link between Orient and Occident. Such unity is the means and instrument of cooperation between the various countries of the East and West. It is evident, then, that the outcomes from this basis of agreement and accord are numberless and unlimited. Surely there will be great harvests of results forthcoming for Persia and America. In Persia advanced material civilization will be established and the doors thrown open wide to American commerce.
Above and beyond all this, a great love and fountain of affection shall bind and blend these two remote peoples, for Bahá’u’lláh has proclaimed to the world the solidarity of nations and the oneness of humanity. Addressing all mankind He has said, “Ye are all leaves of one tree and the drops of one sea.” The world of humanity has been expressed by Him as a unit—as one family. It is, therefore, hoped that the American and Persian nations may be conjoined and united in reciprocal love. May they become one race endowed with the same susceptibilities. May these bonds of amity and accord be firmly established.
Bahá’u’lláh passed forty years of His life in prison and exile in order that He might upraise the banner of the oneness of the world of men. For this He bore all these ordeals and difficulties. He was under the dominion of ‘Abdu’l-Ḥamíd. I, too, was in the prison of ‘Abdu’l-Ḥamíd until the Committee of Union and Progress hoisted the standard of liberty and my fetters were removed. They exhibited great kindness and love toward me. I was made free and thereby enabled to come to this country. Were it not for the action of this Committee, I should not be with you here tonight. Therefore, you must all ask assistance and confirmation in behalf of this Committee through which the liberty of Turkey was proclaimed.
Briefly, I have traveled this long distance, crossed the Atlantic Ocean to this western continent in the desire and hope that the strongest bond of unity may be established between America and Persia. I know this to be your wish and purpose also and am sure of your cooperation. We shall, therefore, offer supplication in the divine threshold that a great love may take possession of the hearts of men and unite the nations of the world. We will pray that the ensign of international peace may be uplifted and that the oneness of the world of humanity may be realized and accomplished. All this is made possible and practicable through your efforts. May this American democracy be the first nation to establish the foundation of international agreement. May it be the first nation to proclaim the universality of mankind. May it be the first to upraise the standard of the Most Great Peace, and through this nation of democracy may these philanthropic intentions and institutions be spread broadcast throughout the world. Truly, this is a great and revered nation. Here liberty has reached its highest degree. The intentions of its people are most praiseworthy. They are, indeed, worthy of being the first to build the Tabernacle of the Most Great Peace and proclaim the oneness of mankind. I will supplicate God for assistance and confirmation in your behalf.
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21 April 1912
Talk at Studio Hall 1219 Connecticut Avenue, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
I have come here to visit you.

With the greatest longing I have wished to see you.

Realizing it was only with great difficulty that you could come to me and that very few could make the trip, I decided to come to you so that all might have the pleasure of meeting.

Praise be to God!

I am here, and I am looking into your faces—faces radiant with inner beauty, hearts attracted to the Kingdom of Abhá, spirits exhilarated through the glad tidings of God.

Therefore, I have experienced the greatest possible happiness.

And surely this happiness must be mutual, for the hearts are connected with each other and are filled with the same vibration.

The flame and the light of love are reflected in all.

Spiritual susceptibilities and heart longings fill every heart.

If we should offer a hundred thousand thanksgivings every moment to the threshold of God for this love which has blended the Orient and Occident, we would fail to express our gratitude sufficiently.

If all the powers of earth should seek to bring about this love between East and West, they would prove incapable.

If they wished to establish this unity, it would prove impossible.

But Bahá’u’lláh has accomplished both through the power of the Holy Spirit, and this bond of unity through love is indissoluble.

It shall continue unto time everlasting, and day by day its power shall increase.

Erelong it shall enchain the world, and eventually the hearts of all the nations of the world will be brought together by its constraining clasp.

The world of humanity shall become the manifestation of the lights of Divinity, and the bestowals of God shall surround all.

From the standpoints of both material and spiritual civilization extraordinary progress and development will be witnessed.

In this present cycle there will be an evolution in civilization unparalleled in the history of the world.

The world of humanity has, heretofore, been in the stage of infancy; now it is approaching maturity.

Just as the individual human organism, having attained the period of maturity, reaches its fullest degree of physical strength and ripened intellectual faculties so that in one year of this ripened period there is witnessed an unprecedented measure of development, likewise the world of humanity in this cycle of its completeness and consummation will realize an immeasurable upward progress, and that power of accomplishment whereof each individual human reality is the depository of God—that outworking Universal Spirit—like the intellectual faculty, will reveal itself in infinite degrees of perfection.
Therefore, thank ye God that ye have come into the plane of existence in this radiant century wherein the bestowals of God are appearing from all directions, when the doors of the Kingdom have been opened unto you, the call of God is being raised, and the virtues of the human world are in the process of unfoldment. The day has come when all darkness is to be dispelled, and the Sun of Truth shall shine forth radiantly. This time of the world may be likened to the equinoctial in the annual cycle. For, verily, this is the spring season of God. In the Holy Books a promise is given that the springtime of God shall make itself manifest; Jerusalem, the Holy City, shall descend from heaven; Zion shall leap forth and dance; and the Holy Land shall be submerged in the ocean of divine effulgence.
At the time of the vernal equinox in the material world a wonderful vibrant energy and new life-quickening is observed everywhere in the vegetable kingdom; the animal and human kingdoms are resuscitated and move forward with a new impulse.

The whole world is born anew, resurrected.

Gentle zephyrs are set in motion, wafting and fragrant; flowers bloom; the trees are in blossom, the air temperate and delightful; how pleasant and beautiful become the mountains, fields and meadows.

Likewise, the spiritual bounty and springtime of God quicken the world of humanity with a new animus and vivification.

All the virtues which have been deposited and potential in human hearts are being revealed from that Reality as flowers and blossoms from divine gardens.

It is a day of joy, a time of happiness, a period of spiritual growth.

I beg of God that this divine spiritual civilization may have the fullest impression and effect upon you.

May you become as growing plants.

May the trees of your hearts bring forth new leaves and variegated blossoms.

May ideal fruits appear from them in order that the world of humanity, which has grown and developed in material civilization, may be quickened in the bringing forth of spiritual ideals.

Just as human intellects have revealed the secrets of matter and have brought forth from the realm of the invisible the mysteries of nature, may minds and spirits, likewise, come into the knowledge of the verities of God, and the realities of the Kingdom be made manifest in human hearts.

Then the world will be the paradise of Abhá, the standard of the Most Great Peace will be borne aloft, and the oneness of the world of humanity in all its beauty, glory and significance will become apparent.

And now in your presence I wish to pray in your behalf.

Let your hearts be attentive and directed to the Kingdom of Abhá.
Prayer in Persian
It is my hope that the supplication I have offered to the Kingdom of Abhá in your behalf may soon be answered and that its results and effects may become manifest in your hearts and lives.
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21 April 1912
Talk at Universalist Church Thirteenth and L Streets, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
The doctrines and creed of this church, so capably expressed by its revered minister, are truly commendable, sanctified and worthy of praise and glorification, for these precepts are opposed to the deep-rooted religious prejudices of the day. It is evident that prejudices arising from adherence to religious forms and imitation of ancestral beliefs have hindered the progress of humanity thousands of years. How many wars and battles have been fought, how much division, discord and hatred have been caused by this form of prejudice! But inasmuch as this century is a century of the revelation of reality—praise be to God!—the thoughts of men are being directed toward the welfare and unity of humanity. Daily the mirage of imitations is passing away, and the ocean of truth is surging more tumultuously. All the existing nations had a divine foundation of truth or reality originally, which was intended to be conducive to the unity and accord of mankind, but the light of that reality gradually became obscured. The darkness of superstitions and imitations came and took its place, binding the world of humanity in the chains and fetters of ignorance. Enmity arose among men, increasing to such an extent that nation strove against nation in hatred and violence. War has been a religious and political human heritage.
Now it is enough! We must investigate reality. We must put away these superstitions. It is a self-evident truth that all humanity is the creation of God. All are His servants and under His protection. All are recipients of His bestowals. God is kind to all His servants. At most it is this: that some are ignorant; they must be educated in order that they may become intelligent. Some are immature as children; they must be aided and assisted in order that they may become mature. Some are sick and ailing; they must be healed. But the suffering patient must not be tested by false treatment. The child must not be warped and hindered in its development. The ignorant must not be restricted by censure and criticism. We must look for the real, true remedy.
All the Prophets of God, including Jesus Christ, appeared in the world for the education of humanity, to develop immature souls into maturity, to transform the ignorant of mankind into the knowing, thereby establishing love and unity through divine education and training. The Prophets have not come to cause discord and enmity. For God has wished all good for His servants, and he who wishes the servants of God evil is against God; he has not obeyed the will and emulated the example of God; he has followed Satanic leadings and footprints. The attributes of God are love and mercy; the attribute of Satan is hate. Therefore, he who is merciful and kind to his fellowmen is manifesting the divine attribute, and he who is hating and hostile toward a fellow creature is satanic. God is absolute love, even as Jesus Christ has declared, and Satan is utter hatred. Wherever love is witnessed, know that there is a manifestation of God’s mercy; whenever you meet hatred and enmity, know that these are the evidences and attributes of Satan. The Prophets have appeared in this world with the mission that human souls may become the expressions of the Merciful, that they may be educated and developed, attain to love and amity and establish peace and agreement.
In the world of existence the animal is a captive of nature. Its actions are according to the exigencies and requirements of nature. It has no consideration or consciousness of good and evil. It simply follows its natural instinct and inclination. The Prophets of God have come to show man the way of righteousness in order that he may not follow his own natural impulse but govern his action by the light of Their precept and example. According to Their teachings he should do that which is found to be praiseworthy by the standard of reason and judgment of intellect, even though it be opposed to his natural human inclination; and he should not do that which is found to be unworthy by that same standard, even though it be in the direction of his natural impulse and desire. Therefore, man must follow and manifest the attributes of the Merciful.
The imperfect members of society, the weak souls in humanity, follow their natural trend. Their lives and actions are in accord with their natural propensities; they are captives of physical susceptibilities; they are not in touch or in tune with the spiritual bounties. Man has two aspects: the physical, which is subject to nature, and the merciful or divine, which is connected with God. If the physical or natural disposition in him should overcome the heavenly and merciful, he is, then, the most degraded of animal beings; and if the divine and spiritual should triumph over the human and natural, he is, verily, an angel. The Prophets come into the world to guide and educate humanity so that the animal nature of man may disappear and the divinity of his powers become awakened. The divine aspect or spiritual nature consists of the breaths of the Holy Spirit. The second birth of which Jesus has spoken refers to the appearance of this heavenly nature in man. It is expressed in the baptism of the Holy Spirit, and he who is baptized by the Holy Spirit is a veritable manifestation of divine mercy to mankind. Then he becomes just and kind to all humanity; he entertains prejudice and ill will toward none; he shuns no nation or people.
The foundations of the divine religions are one. If we investigate these foundations, we discover much ground for agreement, but if we consider the imitations of forms and ancestral beliefs, we find points of disagreement and division; for these imitations differ, while the sources and foundations are one and the same. That is to say, the fundamentals are conducive to unity, but imitations are the cause of disunion and dismemberment. Whosoever is lacking in love for humanity or manifests hatred and bigotry toward any part of it violates the foundation and source of his own belief and is holding to forms and imitations. Jesus Christ declares that the sun rises upon the evil and the good, and the rain descends upon the just and the unjust—upon all humanity alike. Christ was a divine mercy which shone upon all mankind, the medium for the descent of the bounty of God, and the bounty of God is transcendent, unrestricted, universal.
The revered minister read from the words of the Gospel, “I have yet many things to say unto you, but ye cannot bear them now. Howbeit when he, the Spirit of truth, is come, he will guide you into all truth.” The century has dawned when the Spirit of Truth can reveal these verities to mankind, proclaim that very Word, establish the real foundations of Christianity and deliver the nations and peoples from the bondage of forms and imitations. The cause of discord, prejudice and animosity will be removed, the basis of love and amity be established. Therefore, all of you must strive with heart and soul in order that enmity may disappear entirely and that strife and hatred pass away absolutely from the midst of the human world. You must listen to the admonition of this Spirit of Truth. You must follow the example and footprints of Jesus Christ. Read the Gospels. Jesus Christ was mercy itself, was love itself. He even prayed in behalf of His executioners—for those who crucified Him—saying, “Father, forgive them; for they know not what they do.” If they knew what they were doing, they would not have done it. Consider how kind Jesus Christ was, that even upon the cross He prayed for His oppressors. We must follow His example. We must emulate the Prophets of God. We must follow Jesus Christ. We must free ourselves from all these imitations which are the source of darkness in the world.
I shall ask you a question: Did God create us for love or for enmity? Did He create us for peace or discord? Surely He has created us for love; therefore, we should live in accordance with His will. Do not listen to anything that is prejudiced, for self-interest prompts men to be prejudiced. They are thoughtful only of their own will and purposes. They live and move in darkness. Consider how many different nations and divergent religious beliefs existed when Christ appeared. Enmity and strife prevailed among them—Romans, Greeks, Assyrians, Egyptians—all warring and hostile toward each other. Christ, through the breaths of the Holy Spirit, united them, established fellowship among them so that no trace of strife remained. Under His standard they became united and lived in peace through His teachings. Which is preferable and more commendable? To follow the example of Jesus Christ or to manifest the satanic instinct? Let us strive with all our powers to unite the East and West so that the nations of the world may be advanced and that all may live according to the one foundation of the religions of God. The essentials of the divine religion are one reality, indivisible and not multiple. It is one. And when through investigation we find it to be single, we have a basis for the oneness of the world of humanity. I will pray for you, asking confirmation and assistance in your behalf.
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22 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
See how good Bahá’u’lláh is to us, how great the power of His Word! From what distant parts of the world He has brought us together in this house and caused us to meet at this heavenly table, for love has prepared a feast and bidden ‘Abdu’l‑Bahá to let this entertainment be in His name. What a union of hearts and what a confirmation of Bahá’u’lláh between East and West has been established! How His bounty has embraced all! How His favors have been perfected for all!
When the Muslims conquered Persia, the chief of the Zoroastrian high priests went to drink wine. According to Muslim law wine is forbidden, and he who drinks it must be punished by eighty-one strokes of the whip. Therefore, the Muslims arrested the high priest and whipped him. At that time the Arabs were considered very low and degraded by the Persians, scarcely to be accounted as human beings. As Muḥammad was an Arab, the Persians looked upon Him with disdain; but when the high priest saw the evidences of a power in Muḥammad which controlled these despised people, he cried out, “O thou Arabian Muḥammad, what hast thou done? What hast thou done which has made thy people arrest the chief high priest of the Zoroastrians for committing something unlawful in thy religion?” By this circumstance the prejudice which caused the Zoroastrian to shun the Muslim had been overcome, for he recognized in what had happened to him the great influence Muḥammad exercised over these people.
Today in this meeting we have an evidence of how Bahá’u’lláh through the power of the love of God has exercised a wonderful spiritual influence throughout the world. From the remotest parts of Persia and the Orient He has caused men to come to this table to meet with the people of the West in the utmost love and affection, union and harmony. Behold how the power of Bahá’u’lláh has brought the East and West together. And ‘Abdu’l‑Bahá is standing, serving you. There is neither rod nor blow, whip nor sword; but the power of the love of God has accomplished this.
In this world we judge a cause or movement by its progress and development. Some movements appear, manifest a brief period of activity, then discontinue. Others show forth a greater measure of growth and strength, but before attaining mature development, weaken, disintegrate and are lost in oblivion. Neither of these mentioned are progressive and permanent.
There is still another kind of movement or cause which from a very small, inconspicuous beginning goes forward with sure and steady progress, gradually broadening and widening until it has assumed universal dimensions. The Bahá’í Movement is of this nature. For instance, when Bahá’u’lláh was exiled from Persia with ‘Abdu’l‑Bahá and the rest of His family, they traveled the long road from Ṭihrán to Baghdád, passing through many towns and villages. During the whole of that journey and distance they did not meet a single believer in the Cause for which they had been banished. At that time very little was known about it in any part of the world. Even in Baghdád there was but one believer who had been taught by Bahá’u’lláh Himself in Persia. Later on, two or three others appeared. You will see, therefore, that at the beginning the Cause of Bahá’u’lláh was almost unknown, but on account of being a divine Movement it grew and developed with irresistible spiritual power until in this day, wherever you travel—East or West—and in whatever country you journey, you will meet Bahá’í assemblies and institutions. This is an evidence that the Bahá’ís are spreading the blessings of unity and progressive development throughout the world under the direction of divine guidance and purpose, while other movements which are only temporary in their activities and accomplishments have no real, universal significance.
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23 April 1912
Talk at Howard University Washington, D.C.
Translated by Amin Banani
Today I am most happy, for I see here a gathering of the servants of God. I see white and black sitting together. There are no whites and blacks before God. All colors are one, and that is the color of servitude to God. Scent and color are not important. The heart is important. If the heart is pure, white or black or any color makes no difference. God does not look at colors; He looks at the hearts. He whose heart is pure is better. He whose character is better is more pleasing. He who turns more to the Abhá Kingdom is more advanced.
In the realm of existence colors are of no importance. Observe in the mineral kingdom colors are not the cause of discord. In the vegetable kingdom the colors of multicolored flowers are not the cause of discord. Rather, colors are the cause of the adornment of the garden because a single color has no appeal; but when you observe many-colored flowers, there is charm and display.
The world of humanity, too, is like a garden, and humankind are like the many-colored flowers. Therefore, different colors constitute an adornment. In the same way, there are many colors in the realm of animals. Doves are of many colors; nevertheless, they live in utmost harmony. They never look at color; instead, they look at the species. How often white doves fly with black ones. In the same way, other birds and varicolored animals never look at color; they look at the species.
Now ponder this: Animals, despite the fact that they lack reason and understanding, do not make colors the cause of conflict. Why should man, who has reason, create conflict? This is wholly unworthy of him. Especially white and black are the descendants of the same Adam; they belong to one household. In origin they were one; they were the same color. Adam was of one color. Eve had one color. All humanity is descended from them. Therefore, in origin they are one. These colors developed later due to climates and regions; they have no significance whatsoever. Therefore, today I am very happy that white and black have gathered together in this meeting. I hope this coming together and harmony reaches such a degree that no distinctions shall remain between them, and they shall be together in the utmost harmony and love.
But I wish to say one thing in order that the blacks may become grateful to the whites and the whites become loving toward the blacks. If you go to Africa and see the blacks of Africa, you will realize how much progress you have made. Praise be to God! You are like the whites; there are no great distinctions left. But the blacks of Africa are treated as servants. The first proclamation of emancipation for the blacks was made by the whites of America. How they fought and sacrificed until they freed the blacks! Then it spread to other places. The blacks of Africa were in complete bondage, but your emancipation led to their freedom also—that is, the European states emulated the Americans, and the emancipation proclamation became universal. It was for your sake that the whites of America made such an effort. Were it not for this effort, universal emancipation would not have been proclaimed.
Therefore, you must be very grateful to the whites of America, and the whites must become very loving toward you so that you may progress in all human grades. Strive jointly to make extraordinary progress and mix together completely. In short, you must be very thankful to the whites who were the cause of your freedom in America. Had you not been freed, other blacks would not have been freed either. Now—praise be to God!—everyone is free and lives in tranquillity. I pray that you attain to such a degree of good character and behavior that the names of black and white shall vanish. All shall be called human, just as the name for a flight of doves is dove. They are not called black and white. Likewise with other birds.
I hope that you attain to such a high degree—and this is impossible except through love. You must try to create love between yourselves; and this love does not come about unless you are grateful to the whites, and the whites are loving toward you, and endeavor to promote your advancement and enhance your honor. This will be the cause of love. Differences between black and white will be completely obliterated; indeed, ethnic and national differences will all disappear.
I am very happy to see you and thank God that this meeting is composed of people of both races and that both are gathered in perfect love and harmony. I hope this becomes the example of universal harmony and love until no title remains except that of humanity. Such a title demonstrates the perfection of the human world and is the cause of eternal glory and human happiness. I pray that you be with one another in utmost harmony and love and strive to enable each other to live in comfort.
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23 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
Today I have been speaking from dawn until now, yet because of love, fellowship and desire to be with you, I have come here to speak again briefly.

Within the last few days a terrible event has happened in the world, an event saddening to every heart and grieving every spirit.

I refer to the Titanic disaster, in which many of our fellow human beings were drowned, a number of beautiful souls passed beyond this earthly life.

Although such an event is indeed regrettable, we must realize that everything which happens is due to some wisdom and that nothing happens without a reason.

Therein is a mystery; but whatever the reason and mystery, it was a very sad occurrence, one which brought tears to many eyes and distress to many souls.

I was greatly affected by this disaster.

Some of those who were lost voyaged on the Cedric with us as far as Naples and afterward sailed upon the other ship.

When I think of them, I am very sad indeed.

But when I consider this calamity in another aspect, I am consoled by the realization that the worlds of God are infinite; that though they were deprived of this existence, they have other opportunities in the life beyond, even as Christ has said, “In my Father’s house are many mansions.”

They were called away from the temporary and transferred to the eternal; they abandoned this material existence and entered the portals of the spiritual world.

Foregoing the pleasures and comforts of the earthly, they now partake of a joy and happiness far more abiding and real, for they have hastened to the Kingdom of God.

The mercy of God is infinite, and it is our duty to remember these departed souls in our prayers and supplications that they may draw nearer and nearer to the Source itself.
These human conditions may be likened to the matrix of the mother from which a child is to be born into the spacious outer world.

At first the infant finds it very difficult to reconcile itself to its new existence.

It cries as if not wishing to be separated from its narrow abode and imagining that life is restricted to that limited space.

It is reluctant to leave its home, but nature forces it into this world.

Having come into its new conditions, it finds that it has passed from darkness into a sphere of radiance; from gloomy and restricted surroundings it has been transferred to a spacious and delightful environment.

Its nourishment was the blood of the mother; now it finds delicious food to enjoy.

Its new life is filled with brightness and beauty; it looks with wonder and delight upon the mountains, meadows and fields of green, the rivers and fountains, the wonderful stars; it breathes the life-quickening atmosphere; and then it praises God for its release from the confinement of its former condition and attainment to the freedom of a new realm.

This analogy expresses the relation of the temporal world to the life hereafter—the transition of the soul of man from darkness and uncertainty to the light and reality of the eternal Kingdom.

At first it is very difficult to welcome death, but after attaining its new condition the soul is grateful, for it has been released from the bondage of the limited to enjoy the liberties of the unlimited.

It has been freed from a world of sorrow, grief and trials to live in a world of unending bliss and joy.

The phenomenal and physical have been abandoned in order that it may attain the opportunities of the ideal and spiritual.

Therefore, the souls of those who have passed away from earth and completed their span of mortal pilgrimage in the Titanic disaster have hastened to a world superior to this.

They have soared away from these conditions of darkness and dim vision into the realm of light.

These are the only considerations which can comfort and console those whom they have left behind.
Furthermore, these events have deeper reasons. Their object and purpose is to teach man certain lessons. We are living in a day of reliance upon material conditions. Men imagine that the great size and strength of a ship, the perfection of machinery or the skill of a navigator will ensure safety, but these disasters sometimes take place that men may know that God is the real Protector. If it be the will of God to protect man, a little ship may escape destruction, whereas the greatest and most perfectly constructed vessel with the best and most skillful navigator may not survive a danger such as was present on the ocean. The purpose is that the people of the world may turn to God, the One Protector; that human souls may rely upon His preservation and know that He is the real safety. These events happen in order that man’s faith may be increased and strengthened. Therefore, although we feel sad and disheartened, we must supplicate God to turn our hearts to the Kingdom and pray for these departed souls with faith in His infinite mercy so that, although they have been deprived of this earthly life, they may enjoy a new existence in the supreme mansions of the Heavenly Father.
Let no one imagine that these words imply that man should not be thorough and careful in his undertakings. God has endowed man with intelligence so that he may safeguard and protect himself. Therefore, he must provide and surround himself with all that scientific skill can produce. He must be deliberate, thoughtful and thorough in his purposes, build the best ship and provide the most experienced captain; yet, withal, let him rely upon God and consider God as the one Keeper. If God protects, nothing can imperil man’s safety; and if it be not His will to safeguard, no amount of preparation and precaution will avail.
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23 April 1912
Talk to Bethel Literary Society Metropolitan African Methodist Episcopal Church M Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
As I stand here tonight and look upon this assembly, I am reminded curiously of a beautiful bouquet of violets gathered together in varying colors, dark and light. This is an evidence and indication that the United States of America is a just and free government, for I see black and white seated together in perfect harmony and agreement. Hearts are united. This just government makes such a meeting possible. You should thank God continually that you enjoy the security and protection of a government which furthers your development and rules with impartial equity and equality toward all, even as a father; for in the human world there is no greater blessing. This evening I will speak to you upon scientific subjects.
The virtues of humanity are many, but science is the most noble of them all. The distinction which man enjoys above and beyond the station of the animal is due to this paramount virtue. It is a bestowal of God; it is not material; it is divine. Science is an effulgence of the Sun of Reality, the power of investigating and discovering the verities of the universe, the means by which man finds a pathway to God. All the powers and attributes of man are human and hereditary in origin—outcomes of nature’s processes—except the intellect, which is supernatural. Through intellectual and intelligent inquiry science is the discoverer of all things. It unites present and past, reveals the history of bygone nations and events, and confers upon man today the essence of all human knowledge and attainment throughout the ages. By intellectual processes and logical deductions of reason this superpower in man can penetrate the mysteries of the future and anticipate its happenings.
Science is the first emanation from God toward man. All created beings embody the potentiality of material perfection, but the power of intellectual investigation and scientific acquisition is a higher virtue specialized to man alone. Other beings and organisms are deprived of this potentiality and attainment. God has created or deposited this love of reality in man. The development and progress of a nation is according to the measure and degree of that nation’s scientific attainments. Through this means its greatness is continually increased, and day by day the welfare and prosperity of its people are assured.
All blessings are divine in origin, but none can be compared with this power of intellectual investigation and research, which is an eternal gift producing fruits of unending delight.

Man is ever partaking of these fruits.

All other blessings are temporary; this is an everlasting possession.

Even sovereignty has its limitations and overthrow; this is a kingship and dominion which none may usurp or destroy.

Briefly, it is an eternal blessing and divine bestowal, the supreme gift of God to man.

Therefore, you should put forward your most earnest efforts toward the acquisition of science and arts.

The greater your attainment, the higher your standard in the divine purpose.

The man of science is perceiving and endowed with vision, whereas he who is ignorant and neglectful of this development is blind.

The investigating mind is attentive, alive; the callous and indifferent mind is deaf and dead.

A scientific man is a true index and representative of humanity, for through processes of inductive reasoning and research he is informed of all that appertains to humanity, its status, conditions and happenings.

He studies the human body politic, understands social problems and weaves the web and texture of civilization.

In fact, science may be likened to a mirror wherein the infinite forms and images of existing things are revealed and reflected.

It is the very foundation of all individual and national development.

Without this basis of investigation, development is impossible.

Therefore, seek with diligent endeavor the knowledge and attainment of all that lies within the power of this wonderful bestowal.
We have already stated that science or the attribute of scientific penetration is supernatural and that all other blessings of God are within the boundary of nature.

What is the proof of this?

All created things except man are captives of nature.

The stars and suns swinging through infinite space, all earthly forms of life and existence—whether mineral, vegetable or animal—come under the dominion and control of natural law.

Man through scientific knowledge and power rules nature and utilizes her laws to do his bidding.

According to natural limitations he is a creature of earth, restricted to life upon its surface, but through scientific utilization of material laws he soars in the sky, sails upon the ocean and dives beneath it.

The products of his invention and discovery, so familiar to us in daily life, were once mysteries of nature.

For instance, man has brought electricity out of the plane of the invisible into the plane of the visible, harnessed and imprisoned that mysterious natural agent and made it the servant of his needs and wishes.

Similar instances are many, but we will not prolong this.

Man, as it were, takes the sword out of nature’s hand and with it for his scepter of authority dominates nature itself.

Nature is without the crown of human faculties and attributes.

Man possesses conscious intelligence and reflection; nature does not.

This is an established fundamental among philosophers.

Man is endowed with volition and memory; nature has neither.

Man can seek out the mysteries latent in nature, whereas nature is not conscious of her own hidden phenomena.

Man is progressive; nature is stationary, without the power of progression or retrogression.

Man is endowed with ideal virtues—for example, intellection, volition, faith, confession and acknowledgment of God—while nature is devoid of all these.

The ideal faculties of man, including the capacity for scientific acquisition, are beyond nature’s ken.

These are powers whereby man is differentiated and distinguished from all other forms of life.

This is the bestowal of divine idealism, the crown adorning human heads.

Notwithstanding the gift of this supernatural power, it is most amazing that materialists still consider themselves within the bonds and captivity of nature.

The truth is that God has endowed man with virtues, powers and ideal faculties of which nature is entirely bereft and by which man is elevated, distinguished and superior.

We must thank God for these bestowals, for these powers He has given us, for this crown He has placed upon our heads.
How shall we utilize these gifts and expend these bounties? By directing our efforts toward the unification of the human race. We must use these powers in establishing the oneness of the world of humanity, appreciate these virtues by accomplishing the unity of whites and blacks, devote this divine intelligence to the perfecting of amity and accord among all branches of the human family so that under the protection and providence of God the East and West may hold each other’s hands and become as lovers. Then will mankind be as one nation, one race and kind—as waves of one ocean. Although these waves may differ in form and shape, they are waves of the same sea. Flowers may be variegated in colors, but they are all flowers of one garden. Trees differ though they grow in the same orchard. All are nourished and quickened into life by the bounty of the same rain, all grow and develop by the heat and light of the one sun, all are refreshed and exhilarated by the same breeze that they may bring forth varied fruits. This is according to the creative wisdom. If all trees bore the same kind of fruit, it would cease to be delicious. In their never-ending variety man finds enjoyment instead of monotony.
And now as I look into your faces, I am reminded of trees varying in color and form but all bearing luscious and delectable fruits, fragrant and delightful to the inner and outer senses. The radiance and spirituality of this meeting is through the favor of God. Our hearts are uplifted in thankfulness to Him. Praise be to God! You are living upon the great continent of the West, enjoying the perfect liberty, security and peace of this just government. There is no cause for sorrow or unhappiness anywhere; every means of happiness and enjoyment is about you, for in this human world there is no greater blessing than liberty. You do not know. I, who for forty years have been a prisoner, do know. I do know the value and blessing of liberty. For you have been and are now living in freedom, and you have no fear of anybody. Is there a greater blessing than this? Freedom! Liberty! Security! These are the great bestowals of God. Therefore, praise ye God! I will now pray in your behalf.
– 21 –
24 April 1912
Talk at Children’s Reception Studio Hall 1219 Connecticut Avenue, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
What a wonderful meeting this is! These are the children of the Kingdom. The song we have just listened to was very beautiful in melody and words. The art of music is divine and effective. It is the food of the soul and spirit. Through the power and charm of music the spirit of man is uplifted. It has wonderful sway and effect in the hearts of children, for their hearts are pure, and melodies have great influence in them. The latent talents with which the hearts of these children are endowed will find expression through the medium of music. Therefore, you must exert yourselves to make them proficient; teach them to sing with excellence and effect. It is incumbent upon each child to know something of music, for without knowledge of this art the melodies of instrument and voice cannot be rightly enjoyed. Likewise, it is necessary that the schools teach it in order that the souls and hearts of the pupils may become vivified and exhilarated and their lives be brightened with enjoyment.
Today illumined and spiritual children are gathered in this meeting.

They are the children of the Kingdom.

The Kingdom of heaven is for such souls as these, for they are near to God.

They have pure hearts.

They have spiritual faces.

The effect of the divine teachings is manifest in the perfect purity of their hearts.

That is why Christ has addressed the world, saying, “Except ye be converted, and become as little children, ye shall not enter into the kingdom of heaven”—that is, men must become pure in heart to know God.

The teachings have had great effect.

Spiritual souls!

Tender souls!

The hearts of all children are of the utmost purity.

They are mirrors upon which no dust has fallen.

But this purity is on account of weakness and innocence, not on account of any strength and testing, for as this is the early period of their childhood, their hearts and minds are unsullied by the world.

They cannot display any great intelligence.

They have neither hypocrisy nor deceit.

This is on account of the child’s weakness, whereas the man becomes pure through his strength.

Through the power of intelligence he becomes simple; through the great power of reason and understanding and not through the power of weakness he becomes sincere.

When he attains to the state of perfection, he will receive these qualities; his heart becomes purified, his spirit enlightened, his soul is sensitized and tender—all through his great strength.

This is the difference between the perfect man and the child.

Both have the underlying qualities of simplicity and sincerity—the child through the power of weakness and the man through the power of strength.
I pray in behalf of these children and beg confirmation and assistance for them from the Kingdom of Abhá so that each one may be trained under the shadow of the protection of God, each may become like a lighted candle in the world of humanity, a tender and growing plant in the rose garden of Abhá; that these children may be so trained and educated that they shall give life to the world of humanity; that they may receive insight; that they may bestow hearing upon the people of the world; that they may sow the seeds of eternal life and be accepted in the threshold of God; that they may become characterized with such virtues, perfections and qualities that their mothers, fathers and relatives will be thankful to God, well pleased and hopeful. This is my wish and prayer.
I give you my advice, and it is this: Train these children with divine exhortations. From their childhood instill in their hearts the love of God so they may manifest in their lives the fear of God and have confidence in the bestowals of God. Teach them to free themselves from human imperfections and to acquire the divine perfections latent in the heart of man. The life of man is useful if he attains the perfections of man. If he becomes the center of the imperfections of the world of humanity, death is better than life, and nonexistence better than existence. Therefore, make ye an effort in order that these children may be rightly trained and educated and that each one of them may attain perfection in the world of humanity. Know ye the value of these children, for they are all my children.
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24 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
You are welcome this afternoon, most welcome.

I am ever happy to see you.

I ask God that meeting me may be productive of results; that it may not be like ordinary gatherings, for those who hold meetings where groups of people assemble usually have some interest to further.

Praise be to God!

I have no personal interests.

I have an interest in the Kingdom, and this is a sincere intention.

I have perfect love for you; therefore, I have traveled this long distance to meet and greet you.

I hope that these gatherings may be productive of great results, and there is no greater result than the love of God.

There is no greater result than bonds of service in the divine Kingdom and attainment to the good pleasure of the Lord.

Therefore, I desire that your hearts may be directed to the Kingdom of God, that your intentions may be pure and sincere, your purposes turned toward altruistic accomplishment unmindful of your own welfare; nay, rather, may all your intentions center in the welfare of humanity, and may you seek to sacrifice yourselves in the pathway of devotion to mankind.

Even as Jesus Christ forfeited His life, may you, likewise, offer yourselves in the threshold of sacrifice for the betterment of the world; and just as Bahá’u’lláh suffered severe ordeals and calamities nearly fifty years for you, may you be willing to undergo difficulties and withstand catastrophes for humanity in general.

May you bear these trials and tests most willingly and joyously, for every night is followed by a day, and every day has a night.

Every spring has an autumn, and every autumn has its spring.

The coming of a Manifestation of God is the season of spiritual spring.

For instance, the appearance of Christ was a divine springtime.

Therefore, it caused a great commotion and vibrant movement in the world of humanity.

The Sun of Reality dawned, the cloud of mercy poured down its rain, the breezes of providence moved, the world became a new world, mankind reflected an extraordinary radiance, souls were educated, minds were developed, intelligences became acute, and the human world attained a new freshness of life, like unto the advent of spring.

Then gradually that spring was followed by the autumn of death and decay.

The teachings of Christ were forgotten.

The Christly bounties ceased.

Divine moralities disappeared.

Day ended in night.

The people became negligent and oblivious.

Minds weakened until conditions reached such a crisis that material science rose in the ascendant.

Knowledge and sciences of the Kingdom became obsolete, the mysteries of God deepened, and the traces of the bounties of Christ were completely obliterated.

The nations were enmeshed in superstition and blind imitation.

Discord and disagreement arose, culminating in strife, war and bloodshed.

Hearts were torn asunder in violence.

Various denominations appeared, diverse sects and creeds arose, and the whole world was plunged into darkness.
At such a time as this Bahá’u’lláh dawned from the horizon of Persia. He reformed and renewed the fundamentals and realities of Christ’s teachings. He endured the greatest difficulties and underwent the severest ordeals.
Praise be to God that the teachings of God are revoiced, the light of reality has dawned again, the effulgence is increasing daily, and the radiance is shining more gloriously in the zenith. From the cloud of mercy a deluge is descending; the Sun of Reality is brilliant in its eternal station. Again we are hopeful that the same springtime may pitch its tent and that these boundless bestowals may appear once more among us. Through your efforts and sincerity this is made possible. If you arise in the Cause of God with divine power, heavenly grace, the sincerity of the Kingdom, a merciful heart and decisive intention, it is certain that the world of humanity will be entirely illumined, the moralities of mankind will become merciful, the foundations of the Most Great Peace will be laid, and the oneness of the kingdom of man will become a reality. This is the great bounty I desire for you, and I pray and supplicate the divine threshold, imploring in your behalf.
O Thou merciful God! O Thou Who art mighty and powerful! O Thou most kind Father! These servants have gathered together, turning to Thee, supplicating Thy threshold, desiring Thine endless bounties from Thy great assurance. They have no purpose save Thy good pleasure. They have no intention save service to the world of humanity.
O God! Make this assemblage radiant. Make the hearts merciful. Confer the bounties of the Holy Spirit. Endow them with a power from heaven. Bless them with heavenly minds. Increase their sincerity, so that with all humility and contrition they may turn to Thy kingdom and be occupied with service to the world of humanity. May each one become a radiant candle. May each one become a brilliant star. May each one become beautiful in color and redolent of fragrance in the Kingdom of God.
O kind Father! Confer Thy blessings. Consider not our shortcomings. Shelter us under Thy protection. Remember not our sins. Heal us with Thy mercy. We are weak; Thou art mighty. We are poor; Thou art rich. We are sick; Thou art the Physician. We are needy; Thou art most generous.
O God! Endow us with Thy providence. Thou art the Powerful. Thou art the Giver. Thou art the Beneficent.
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24 April 1912
Talk at Home of Mrs. Andrew J. Dyer 1937 Thirteenth Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
A meeting such as this seems like a beautiful cluster of precious jewels—pearls, rubies, diamonds, sapphires. It is a source of joy and delight. Whatever is conducive to the unity of the world of mankind is most acceptable and praiseworthy; whatever is the cause of discord and disunion is saddening and deplorable. Consider the significance of unity and harmony.
This evening I will speak to you upon the subject of existence and nonexistence, life and death. Existence is the expression and outcome of composition and combination. Nonexistence is the expression and outcome of division and disintegration. If we study the forms of existence in the material universe, we find that all created things are the result of composition. Material elements have grouped together in infinite variety and endless forms. Each organism is a compound; each object is an expression of elemental affinity. We find the complex human organism simply an aggregation of cellular structure; the tree is a composite of plant cells; the animal, a combination and grouping of cellular atoms or units, and so on. Existence or the expression of being is, therefore, composition; and nonexistence is decomposition, division, disintegration. When elements have been brought together in a certain plan of combination, the result is the human organism; when these elements separate and disperse, the outcome is death and nonexistence. Life is, therefore, the product of composition; and death signifies decomposition.
Likewise, in the world of minds and souls, fellowship, which is an expression of composition, is conducive to life, whereas discord, which is an expression of decomposition, is the equivalent of death. Without cohesion among the individual elements which compose the body politic, disintegration and decay must inevitably follow and life be extinguished. Ferocious animals have no fellowship. The vultures and tigers are solitary, whereas domestic animals live together in complete harmony. The sheep, black and white, associate without discord. Birds of various species and colors wing their flight and feed together without a trace of enmity or disagreement. Therefore, in the world of humanity it is wise and seemly that all the individual members should manifest unity and affinity. In the clustered jewels of the races may the blacks be as sapphires and rubies and the whites as diamonds and pearls. The composite beauty of humanity will be witnessed in their unity and blending. How glorious the spectacle of real unity among mankind! How conducive to peace, confidence and happiness if races and nations were united in fellowship and accord! The Prophets of God were sent into the world upon this mission of unity and agreement: that these long-separated sheep might flock together. When the sheep separate, they are exposed to danger, but in a flock and under protection of the shepherd they are safe from the attack of all ferocious enemies.
When the racial elements of the American nation unite in actual fellowship and accord, the lights of the oneness of humanity will shine, the day of eternal glory and bliss will dawn, the spirit of God encompass, and the divine favors descend. Under the leadership and training of God, the real Shepherd, all will be protected and preserved. He will lead them in green pastures of happiness and sustenance, and they will attain to the real goal of existence. This is the blessing and benefit of unity; this is the outcome of love. This is the sign of the Most Great Peace; this is the star of the oneness of the human world. Consider how blessed this condition will be. I pray for you and ask the confirmation and assistance of God in your behalf.
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25 April 1912
Talk to Theosophical Society Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
The greatest power in the realm and range of human existence is spirit—the divine breath which animates and pervades all things.

It is manifested throughout creation in different degrees or kingdoms.

In the vegetable kingdom it is the augmentative spirit or power of growth, the animus of life and development in plants, trees and organisms of the floral world.

In this degree of its manifestation spirit is unconscious of the powers which qualify the kingdom of the animal.

The distinctive virtue or plus of the animal is sense perception; it sees, hears, smells, tastes and feels but is incapable, in turn, of conscious ideation or reflection which characterizes and differentiates the human kingdom.

The animal neither exercises nor apprehends this distinctive human power and gift.

From the visible it cannot draw conclusions regarding the invisible, whereas the human mind from visible and known premises attains knowledge of the unknown and invisible.

For instance, Christopher Columbus from information based upon known and provable facts drew conclusions which led him unerringly across the vast ocean to the unknown continent of America.

Such power of accomplishment is beyond the range of animal intelligence.

Therefore, this power is a distinctive attribute of the human spirit and kingdom.

The animal spirit cannot penetrate and discover the mysteries of things.

It is a captive of the senses.

No amount of teaching, for instance, would enable it to grasp the fact that the sun is stationary, and the earth moves around it.

Likewise, the human spirit has its limitations.

It cannot comprehend the phenomena of the Kingdom transcending the human station, for it is a captive of powers and life forces which have their operation upon its own plane of existence, and it cannot go beyond that boundary.
There is, however, another Spirit, which may be termed the Divine, to which Jesus Christ refers when He declares that man must be born of its quickening and baptized with its living fire. Souls deprived of that Spirit are accounted as dead, though they are possessed of the human spirit. Jesus Christ has pronounced them dead inasmuch as they have no portion of the Divine Spirit. He says, “Let the dead bury their dead.” In another instance He declares, “That which is born of the flesh is flesh; and that which is born of the Spirit is spirit.” By this He means that souls, though alive in the human kingdom, are nevertheless dead if devoid of this particular spirit of divine quickening. They have not partaken of the divine life of the higher Kingdom, for the soul which partakes of the power of the Divine Spirit is, verily, living.
This quickening spirit emanates spontaneously from the Sun of Truth, from the reality of Divinity, and is not a revelation or a manifestation.

It is like the rays of the sun.

The rays are emanations from the sun.

This does not mean that the sun has become divisible, that a part of the sun has come out into space.

This plant beside me has risen from the seed; therefore, it is a manifestation and unfoldment of the seed.

The seed, as you can see, has unfolded in manifestation, and the result is this plant.

Every leaf of the plant is a part of the seed.

But the reality of Divinity is indivisible, and each individual of humankind cannot be a part of it as is often claimed.

Nay, rather, the individual realities of mankind, when spiritually born, are emanations from the reality of Divinity, just as the flame, heat and light of the sun are the effulgence of the sun and not a part of the sun itself.

Therefore, a spirit has emanated from the reality of Divinity, and its effulgences have become visible in human entities or realities.

This ray and this heat are permanent.

There is no cessation in the effulgence.

As long as the sun exists, the heat and light will exist, and inasmuch as eternality is a property of Divinity, this emanation is everlasting.

There is no cessation in its outpouring.

The more the world of humanity develops, the more the effulgences or emanations of Divinity will become revealed, just as the stone, when it becomes polished and pure as a mirror, will reflect in fuller degree the glory and splendor of the sun.
The mission of the Prophets, the revelation of the Holy Books, the manifestation of the heavenly Teachers and the purpose of divine philosophy all center in the training of the human realities so that they may become clear and pure as mirrors and reflect the light and love of the Sun of Reality. Therefore, I hope that—whether you be in the East or the West—you will strive with heart and soul in order that day by day the world of humanity may become glorified, more spiritual, more sanctified; and that the splendor of the Sun of Reality may be revealed fully in human hearts as in a mirror. This is worthy of the world of mankind. This is the true evolution and progress of humanity. This is the supreme bestowal. Otherwise, by simple development along material lines man is not perfected. At most, the physical aspect of man, his natural or material conditions, may become stabilized and improved, but he will remain deprived of the spiritual or divine bestowal. He is then like a body without a spirit, a lamp without the light, an eye without the power of vision, an ear that hears no sound, a mind incapable of perceiving, an intellect minus the power of reason.
Man has two powers; and his development, two aspects. One power is connected with the material world, and by it he is capable of material advancement. The other power is spiritual, and through its development his inner, potential nature is awakened. These powers are like two wings. Both must be developed, for flight is impossible with one wing. Praise be to God! Material advancement has been evident in the world, but there is need of spiritual advancement in like proportion. We must strive unceasingly and without rest to accomplish the development of the spiritual nature in man, and endeavor with tireless energy to advance humanity toward the nobility of its true and intended station. For the body of man is accidental; it is of no importance. The time of its disintegration will inevitably come. But the spirit of man is essential and, therefore, eternal. It is a divine bounty. It is the effulgence of the Sun of Reality and, therefore, of greater importance than the physical body.
I pray for you. You have come to visit me, and I am most grateful. I shall ask confirmation and assistance for you from God, the Generous, the Bestower, that you may be aided in serving the world of humanity.
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25 April 1912
Message to Esperantists Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
Today the greatest need of the world of humanity is discontinuance of the existing misunderstandings among nations.

This can be accomplished through the unity of language.

Unless the unity of languages is realized, the Most Great Peace and the oneness of the human world cannot be effectively organized and established because the function of language is to portray the mysteries and secrets of human hearts.

The heart is like a box, and language is the key.

Only by using the key can we open the box and observe the gems it contains.

Therefore, the question of an auxiliary international tongue has the utmost importance.

Through this means international education and training become possible; the evidence and history of the past can be acquired.

The spread of the known facts of the human world depends upon language.

The explanation of divine teachings can only be through this medium.

As long as diversity of tongues and lack of comprehension of other languages continue, these glorious aims cannot be realized.

Therefore, the very first service to the world of man is to establish this auxiliary international means of communication.

It will become the cause of the tranquillity of the human commonwealth.

Through it sciences and arts will be spread among the nations, and it will prove to be the means of the progress and development of all races.

We must endeavor with all our powers to establish this international auxiliary language throughout the world.

It is my hope that it may be perfected through the bounties of God and that intelligent men may be selected from the various countries of the world to organize an international congress whose chief aim will be the promotion of this universal medium of speech.
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25 April 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
In the world of existence the greatest bestowals of God are His teachings. The other bounties of God are limited as regards their benefits and provision. Human existence itself is a divine bestowal, but it is circumscribed with limitations. Sight and hearing are bounties of God; both are limited. And so it is with all the other bestowals; the circle of their operation is confined, restricted, whereas the sphere of the divine teachings is boundless. Centuries and ages pass away, but their efficacy continues like the spirit of life which animates the world of existence. Without the teachings of God the world of humanity is like the animal kingdom. What difference is there between the animal and man? The difference is this: that the animal is not capable of apprehending the divine teachings, whereas man is worthy of them and possesses the capacity to understand. In the animal kingdom there is no such bestowal; therefore, there is limited progression. At most, evolution in that kingdom is a development of the organism. In the beginning it is small, undeveloped; it develops, becomes larger; but its sphere of intellectual growth is limited. Therefore, the teachings of God are the bestowals specialized for man.
Although the divine teachings are truth and reality, yet with the passage of time thick clouds envelop and obscure them. These clouds are imitations and superstitions; they are not the fundamentals. Then the Sun of Truth, the Word of God, arises again, shines forth once more in the glory of its power and disperses the enveloping darkness.
For a long time the divine precepts of the effulgent Word were obscured by clouds of superstition and error until Bahá’u’lláh appeared upon the horizon of humanity, rent the shadows, scattered the clouds and revealed anew the foundations of the teachings of God.
The first teaching of Bahá’u’lláh is the duty incumbent upon all to investigate reality.

What does it mean to investigate reality?

It means that man must forget all hearsay and examine truth himself, for he does not know whether statements he hears are in accordance with reality or not.

Wherever he finds truth or reality, he must hold to it, forsaking, discarding all else; for outside of reality there is naught but superstition and imagination.

For example, during the days of Jesus Christ the Jews were expecting the appearance of the Messiah, praying and beseeching God day and night that the Promised One might appear.

Why did they reject Him when He did appear?

They denied Him absolutely, refused to believe in Him.

There was no abuse and persecution which they did not heap upon Him.

They reviled Him with curses, placed a crown of thorns upon His head, led Him through the streets in scorn and derision and finally crucified Him.

Why did they do this?

Because they did not investigate the truth or reality of Christ and were not able to recognize Him as the Messiah of God.

Had they investigated sincerely for themselves, they would surely have believed in Him, respected Him and bowed before Him in reverence.

They would have considered His manifestation the greatest bestowal upon mankind.

They would have accepted Him as the very Savior of man; but, alas, they were veiled, they held to imitations of ancestral beliefs and hearsay and did not investigate the truth of Christ.

They were submerged in the sea of superstitions and were, therefore, deprived of witnessing that glorious bounty; they were withheld from the fragrances or breaths of the Holy Spirit and suffered in themselves the greatest debasement and degradation.
Reality or truth is one, yet there are many religious beliefs, denominations, creeds and differing opinions in the world today. Why should these differences exist? Because they do not investigate and examine the fundamental unity, which is one and unchangeable. If they seek reality itself, they will agree and be united; for reality is indivisible and not multiple. It is evident, therefore, that there is nothing of greater importance to mankind than the investigation of truth.
The second teaching of Bahá’u’lláh is the oneness of the world of humanity. Every human creature is the servant of God. All have been created and reared by the power and favor of God; all have been blessed with the bounties of the same Sun of divine truth; all have quaffed from the fountain of the infinite mercy of God; and all in His estimation and love are equal as servants. He is beneficent and kind to all. Therefore, no one should glorify himself over another; no one should manifest pride or superiority toward another; no one should look upon another with scorn and contempt; and no one should deprive or oppress a fellow creature. All must be considered as submerged in the ocean of God’s mercy. We must associate with all humanity in gentleness and kindliness. We must love all with love of the heart. Some are ignorant; they must be trained and educated. One is sick; he must be healed. Another is as a child; we must assist him to attain maturity. We must not detest him who is ailing, neither shun him, scorn nor curse him, but care for him with the utmost kindness and tenderness. An infant must not be treated with disdain simply because it is an infant. Our responsibility is to train, educate and develop it in order that it may advance toward maturity.
The third teaching or principle of Bahá’u’lláh is that religion and science are in complete agreement.

Every religion which is not in accordance with established science is superstition.

Religion must be reasonable.

If it does not square with reason, it is superstition and without foundation.

It is like a mirage, which deceives man by leading him to think it is a body of water.

God has endowed man with reason that he may perceive what is true.

If we insist that such and such a subject is not to be reasoned out and tested according to the established logical modes of the intellect, what is the use of the reason which God has given man?

The eye is the organ of sense by which we view the world of outer phenomena; hearing is the faculty for distinguishing sounds; taste senses the properties of objects, such as bitter, sweet; smell detects and differentiates odors; touch reveals attributes of matter and perfects our communication with the outer world; yet after all, the circle and range of perception by the five senses is exceedingly limited.

But the intellectual faculty of man is unlimited in its sphere of action.

The eye views details perhaps a mile, but the intellect can perceive the far East and West.

The ear may hear tone modulations at one thousand feet, but the mind of man can detect the harmonies of the heavenly spheres as they swing in their courses.

Mind makes geological discoveries in subterranean depths and determines the processes of creation in the earth’s lowest strata.

The sciences and arts, all inventions, crafts, trades and their products have come forth from the intellect of man.

It is evident that within the human organism the intellect occupies the supreme station.

Therefore, if religious belief, principle or creed is not in accordance with the intellect and the power of reason, it is surely superstition.
At another time I shall speak further of the principles revealed in the teachings of Bahá’u’lláh.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Chicago, Wilmette, and Evanston
30 April–5 May 1912
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30 April 1912
Talk at Public Meeting Concluding Convention of Bahá’í Temple Unity Drill Hall, Masonic Temple, Chicago, Illinois
Notes by Joseph H. Hannen
Among the institutes of the Holy Books is that of the foundation of places of worship.

That is to say, an edifice or temple is to be built in order that humanity might find a place of meeting, and this is to be conducive to unity and fellowship among them.

The real temple is the very Word of God; for to it all humanity must turn, and it is the center of unity for all mankind.

It is the collective center, the cause of accord and communion of hearts, the sign of the solidarity of the human race, the source of eternal life.

Temples are the symbols of the divine uniting force so that when the people gather there in the House of God they may recall the fact that the law has been revealed for them and that the law is to unite them.

They will realize that just as this temple was founded for the unification of mankind, the law preceding and creating it came forth in the manifest Word.

Jesus Christ, addressing Peter, said, “Thou art Peter, and upon this rock I will build my church.”

This utterance was indicative of the faith of Peter, signifying:

This faith of thine, O Peter, is the very cause and message of unity to the nations; it shall be the bond of union between the hearts of men and the foundation of the oneness of the world of humanity.

In brief, the original purpose of temples and houses of worship is simply that of unity—places of meeting where various peoples, different races and souls of every capacity may come together in order that love and agreement should be manifest between them.

That is why Bahá’u’lláh has commanded that a place of worship be built for all the religionists of the world; that all religions, races and sects may come together within its universal shelter; that the proclamation of the oneness of mankind shall go forth from its open courts of holiness—the announcement that humanity is the servant of God and that all are submerged in the ocean of His mercy.

It is the Mashriqu’l-Adhkár.

The world of existence may be likened to this temple and place of worship.

For just as the external world is a place where the people of all races and colors, varying faiths, denominations and conditions come together—just as they are submerged in the same sea of divine favors—so, likewise, all may meet under the dome of the Mashriqu’l-Adhkár and adore the one God in the same spirit of truth; for the ages of darkness have passed away, and the century of light has come.

Ignorant prejudices are being dispelled, and the light of unity is shining.

The differences existing between nations and peoples will soon be annulled, and the fundamentals of the divine religions, which are no other than the oneness and solidarity of the human race, are being established.

For thousands of years the human race has been at war.

It is enough.

Now let mankind, for a time at least, consort in amity and peace.

Enmity and hatred have ruled.

Let the world, for a period, exercise love.

For thousands of years the nations have denied each other, considering each other as infidel and inferior.

It is sufficient.

We must now realize that we are the servants of one God, that we turn to one beneficent Father, live under one divine law, seek one reality and have one desire.

Thus may we live in the utmost friendship and love, and in return the favors and bounties of God shall surround us; the world of humanity will be reformed; mankind, enjoy a new life; eternal light will illumine, and heavenly moralities become manifest.
Then divine policy shall govern the world, for the divine policy is the oneness of humanity. God is just and kind to all. He considers all as His servants. He excludes none, and His judgments are correct and true. No matter how complete human policy and foresight may appear, they are imperfect. If we do not seek the counsel of God or if we refuse to follow His dictates, it is presumptive evidence that we are knowing and wise, whereas God is ignorant; that we are sagacious and God is not. God forbid! We seek shelter in His mercy for this suggestion! No matter how far the human intelligence may advance, it is still but a drop, while divine omniscience is the ocean. Shall we say that a drop is imbued or endowed with qualities of which the ocean is devoid? Shall we believe that the policy and plan of this atom of a human soul are superior to the wisdom of the Omniscient? There is no greater ignorance than this. Briefly, some are mere children; with the utmost love we must educate them to make them wise. Others are sick and ailing; we must tenderly treat them until they recover. Some have unworthy morals; we must train them toward the standard of true morality. Other than this we are all the servants of one God and under the providence and protection of one Father.
These are the institutions of God and the foundations of His temple, the Mashriqu’l-Adhkár. The outer edifice is a symbol of the inner. May the people be admonished thereby.
I pray in your behalf that your hearts may be enlightened with the light of the love of God; that your minds may develop daily; that your spirits may become aglow with the fire and illumination of His glad tidings, until these divine foundations may become established throughout the human world. The first of these institutions and foundations is the oneness of humanity and love among mankind. The second is the Most Great Peace. Praise be to God! This American democracy manifests capacity, showing forth readiness to become the standard-bearer of the Most Great Peace. May its hosts be the hosts of the oneness of humanity. May they serve the threshold of God and spread the message of the good pleasure of God.
O Thou kind Lord! This gathering is turning to Thee. These hearts are radiant with Thy love. These minds and spirits are exhilarated by the message of Thy glad tidings. O God! Let this American democracy become glorious in spiritual degrees even as it has aspired to material degrees, and render this just government victorious. Confirm this revered nation to upraise the standard of the oneness of humanity, to promulgate the Most Great Peace, to become thereby most glorious and praiseworthy among all the nations of the world. O God! This American nation is worthy of Thy favors and is deserving of Thy mercy. Make it precious and near to Thee through Thy bounty and bestowal.
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30 April 1912
Talk at Hull House Chicago, Illinois
Notes by Joseph H. Hannen
When we view the world of creation, we find that all living things may be classified under two aspects of existence. First, they possess bodies composed of material substance common to all—whether vegetable, animal or human. This is their point of agreement or, as it is philosophically termed, their point of contact. Second, they vary and differ from each other in degree and function—that is to say, in their respective kingdoms. This is their point of distinction and differentiation. For instance, the vegetable and animal are alike in the fact that their bodies are composed of the same material elements but widely different in their kingdoms and powers. Man is like the animal in physical structure but otherwise immeasurably separated and superior.
In the human kingdom itself there are points of contact, properties common to all mankind; likewise, there are points of distinction which separate race from race, individual from individual.

If the points of contact, which are the common properties of humanity, overcome the peculiar points of distinction, unity is assured.

On the other hand, if the points of differentiation overcome the points of agreement, disunion and weakness result.

One of the important questions which affect the unity and the solidarity of mankind is the fellowship and equality of the white and colored races.

Between these two races certain points of agreement and points of distinction exist which warrant just and mutual consideration.

The points of contact are many; for in the material or physical plane of being, both are constituted alike and exist under the same law of growth and bodily development.

Furthermore, both live and move in the plane of the senses and are endowed with human intelligence.

There are many other mutual qualifications.

In this country, the United States of America, patriotism is common to both races; all have equal rights to citizenship, speak one language, receive the blessings of the same civilization, and follow the precepts of the same religion.

In fact numerous points of partnership and agreement exist between the two races; whereas the one point of distinction is that of color.

Shall this, the least of all distinctions, be allowed to separate you as races and individuals?

In physical bodies, in the law of growth, in sense endowment, intelligence, patriotism, language, citizenship, civilization and religion you are one and the same.

A single point of distinction exists—that of racial color.

God is not pleased with—neither should any reasonable or intelligent man be willing to recognize—inequality in the races because of this distinction.
But there is need of a superior power to overcome human prejudices, a power which nothing in the world of mankind can withstand and which will overshadow the effect of all other forces at work in human conditions. That irresistible power is the love of God. It is my hope and prayer that it may destroy the prejudice of this one point of distinction between you and unite you all permanently under its hallowed protection. Bahá’u’lláh has proclaimed the oneness of the world of humanity. He has caused various nations and divergent creeds to unite. He has declared that difference of race and color is like the variegated beauty of flowers in a garden. If you enter a garden, you will see yellow, white, blue, red flowers in profusion and beauty—each radiant within itself and although different from the others, lending its own charm to them. Racial difference in the human kingdom is similar. If all the flowers in a garden were of the same color, the effect would be monotonous and wearying to the eye.
Therefore, Bahá’u’lláh hath said that the various races of humankind lend a composite harmony and beauty of color to the whole. Let all associate, therefore, in this great human garden even as flowers grow and blend together side by side without discord or disagreement between them.
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30 April 1912
Talk at Fourth Annual Conference of the National Association for the Advancement of Colored People Handel Hall, Chicago, Illinois
Notes by Joseph H. Hannen
According to the words of the Old Testament God has said, “Let us make man in our image, after our likeness.” This indicates that man is of the image and likeness of God—that is to say, the perfections of God, the divine virtues, are reflected or revealed in the human reality. Just as the light and effulgence of the sun when cast upon a polished mirror are reflected fully, gloriously, so, likewise, the qualities and attributes of Divinity are radiated from the depths of a pure human heart. This is an evidence that man is the most noble of God’s creatures.
Each kingdom of creation is endowed with its necessary complement of attributes and powers. The mineral possesses inherent virtues of its own kingdom in the scale of existence. The vegetable possesses the qualities of the mineral plus an augmentative virtue, or power of growth. The animal is endowed with the virtues of both the mineral and vegetable plane plus the power of intellect. The human kingdom is replete with the perfections of all the kingdoms below it with the addition of powers peculiar to man alone. Man is, therefore, superior to all the creatures below him, the loftiest and most glorious being of creation. Man is the microcosm; and the infinite universe, the macrocosm. The mysteries of the greater world, or macrocosm, are expressed or revealed in the lesser world, the microcosm. The tree, so to speak, is the greater world, and the seed in its relation to the tree is the lesser world. But the whole of the great tree is potentially latent and hidden in the little seed. When this seed is planted and cultivated, the tree is revealed. Likewise, the greater world, the macrocosm, is latent and miniatured in the lesser world, or microcosm, of man. This constitutes the universality or perfection of virtues potential in mankind. Therefore, it is said that man has been created in the image and likeness of God.
Let us now discover more specifically how he is the image and likeness of God and what is the standard or criterion by which he can be measured and estimated. This standard can be no other than the divine virtues which are revealed in him. Therefore, every man imbued with divine qualities, who reflects heavenly moralities and perfections, who is the expression of ideal and praiseworthy attributes, is, verily, in the image and likeness of God. If a man possesses wealth, can we call him an image and likeness of God? Or is human honor and notoriety the criterion of divine nearness? Can we apply the test of racial color and say that man of a certain hue—white, black, brown, yellow, red—is the true image of his Creator? We must conclude that color is not the standard and estimate of judgment and that it is of no importance, for color is accidental in nature. The spirit and intelligence of man is essential, and that is the manifestation of divine virtues, the merciful bestowals of God, the eternal life and baptism through the Holy Spirit. Therefore, be it known that color or race is of no importance. He who is the image and likeness of God, who is the manifestation of the bestowals of God, is acceptable at the threshold of God—whether his color be white, black or brown; it matters not. Man is not man simply because of bodily attributes. The standard of divine measure and judgment is his intelligence and spirit.
Therefore, let this be the only criterion and estimate, for this is the image and likeness of God. A man’s heart may be pure and white though his outer skin be black; or his heart be dark and sinful though his racial color is white. The character and purity of the heart is of all importance. The heart illumined by the light of God is nearest and dearest to God, and inasmuch as God has endowed man with such favor that he is called the image of God, this is truly a supreme perfection of attainment, a divine station which is not to be sacrificed by the mere accident of color.
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1 May 1912
Talk at Dedication of the Mashriqu’l-Adhkár Grounds Wilmette, Illinois
Notes by Joseph H. Hannen
The power which has gathered you here today notwithstanding the cold and windy weather is, indeed, mighty and wonderful. It is the power of God, the divine favor of Bahá’u’lláh which has drawn you together. We praise God that through His constraining love human souls are assembled and associated in this way.
Thousands of Mashriqu’l-Adhkárs, dawning points of praise and mention of God for all religionists will be built in the East and in the West, but this, being the first one erected in the Occident, has great importance.

In the future there will be many here and elsewhere—in Asia, Europe, even in Africa, New Zealand and Australia—but this edifice in Chicago is of especial significance.

It has the same importance as the Mashriqu’l-Adhkár in ‘Ishqábád, Caucasus, Russia, the first one built there.

In Persia there are many; some are houses which have been utilized for the purpose, others are homes entirely devoted to the divine Cause, and in some places temporary structures have been erected.

In all the cities of Persia there are Mashriqu’l-Adhkárs, but the great dawning point was founded in ‘Ishqábád.

It possesses superlative importance because it was the first Mashriqu’l-Adhkár built.

All the Bahá’í friends agreed and contributed their utmost assistance and effort.

The Afnán devoted his wealth, gave all he had to it.

From such a mighty and combined effort a beautiful edifice arose.

Notwithstanding their contributions to that building, they have assisted the fund here in Chicago as well.

The Mashriqu’l-Adhkár in ‘Ishqábád is almost completed.

It is centrally located, nine avenues leading into it, nine gardens, nine fountains; all the arrangement and construction is according to the principle and proportion of the number nine.

It is like a beautiful bouquet.

Imagine a very lofty, imposing edifice surrounded completely by gardens of variegated flowers, with nine avenues leading through them, nine fountains and pools of water.

Such is its matchless, beautiful design.

Now they are building a hospital, a school for orphans, a home for cripples, a hospice and a large dispensary.

God willing, when it is fully completed, it will be a paradise.
I hope the Mashriqu’l-Adhkár in Chicago will be like this. Endeavor to have the grounds circular in shape. If possible, adjust and exchange the plots in order to make the dimensions and boundaries circular. The Mashriqu’l-Adhkár cannot be triangular in shape. It must be in the form of a circle.
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2 May 1912
Talk at Hotel Plaza Chicago, Illinois
Notes by Joseph H. Hannen
In this Cause consultation is of vital importance, but spiritual conference and not the mere voicing of personal views is intended. In France I was present at a session of the senate, but the experience was not impressive. Parliamentary procedure should have for its object the attainment of the light of truth upon questions presented and not furnish a battleground for opposition and self-opinion. Antagonism and contradiction are unfortunate and always destructive to truth. In the parliamentary meeting mentioned, altercation and useless quibbling were frequent; the result, mostly confusion and turmoil; even in one instance a physical encounter took place between two members. It was not consultation but comedy.
The purpose is to emphasize the statement that consultation must have for its object the investigation of truth. He who expresses an opinion should not voice it as correct and right but set it forth as a contribution to the consensus of opinion, for the light of reality becomes apparent when two opinions coincide. A spark is produced when flint and steel come together. Man should weigh his opinions with the utmost serenity, calmness and composure. Before expressing his own views he should carefully consider the views already advanced by others. If he finds that a previously expressed opinion is more true and worthy, he should accept it immediately and not willfully hold to an opinion of his own. By this excellent method he endeavors to arrive at unity and truth. Opposition and division are deplorable. It is better then to have the opinion of a wise, sagacious man; otherwise, contradiction and altercation, in which varied and divergent views are presented, will make it necessary for a judicial body to render decision upon the question. Even a majority opinion or consensus may be incorrect. A thousand people may hold to one view and be mistaken, whereas one sagacious person may be right. Therefore, true consultation is spiritual conference in the attitude and atmosphere of love. Members must love each other in the spirit of fellowship in order that good results may be forthcoming. Love and fellowship are the foundation.
The most memorable instance of spiritual consultation was the meeting of the disciples of Jesus Christ upon the mount after His ascension.

They said, “Jesus Christ has been crucified, and we have no longer association and intercourse with Him in His physical body; therefore, we must be loyal and faithful to Him, we must be grateful and appreciate Him, for He has raised us from the dead, He made us wise, He has given us eternal life.

What shall we do to be faithful to Him?”

And so they held council.

One of them said, “We must detach ourselves from the chains and fetters of the world; otherwise, we cannot be faithful.”

The others replied, “That is so.”

Another said, “Either we must be married and faithful to our wives and children or serve our Lord free from these ties.

We cannot be occupied with the care and provision for families and at the same time herald the Kingdom in the wilderness.

Therefore, let those who are unmarried remain so, and those who have married provide means of sustenance and comfort for their families and then go forth to spread the message of glad tidings.”

There were no dissenting voices; all agreed, saying, “That is right.”

A third disciple said, “To perform worthy deeds in the Kingdom we must be further self-sacrificing.

From now on we should forego ease and bodily comfort, accept every difficulty, forget self and teach the Cause of God.”

This found acceptance and approval by all the others.

Finally a fourth disciple said, “There is still another aspect to our faith and unity.

For Jesus’ sake we shall be beaten, imprisoned and exiled.

They may kill us.

Let us receive this lesson now.

Let us realize and resolve that though we are beaten, banished, cursed, spat upon and led forth to be killed, we shall accept all this joyfully, loving those who hate and wound us.”

All the disciples replied, “Surely we will—it is agreed; this is right.”

Then they descended from the summit of the mountain, and each went forth in a different direction upon his divine mission.
This was true consultation. This was spiritual consultation and not the mere voicing of personal views in parliamentary opposition and debate.
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2 May 1912
Talk to Federation of Women’s Clubs Hotel La Salle, Chicago, Illinois
Notes by Joseph H. Hannen
One of the functions of the sun is to quicken and reveal the hidden realities of the kingdoms of existence. Through the light and heat of the great central luminary, all that is potential in the earth is awakened and comes forth into the realm of the visible. The fruit hidden in the tree appears upon its branches in response to the power of the sun; man and all other organisms live, move and have their being under its developing rays; nature is resplendent with countless evolutionary forms through its pervading impulse—so that we can say a function of the sun is the revelation of the mysteries and creative purposes hidden within the phenomenal world.
The outer sun is a sign or symbol of the inner and ideal Sun of Truth, the Word of God. Inasmuch as this is the century of light, it is evident that the Sun of Reality, the Word, has revealed itself to all humankind. One of the potentialities hidden in the realm of humanity was the capability or capacity of womanhood. Through the effulgent rays of divine illumination the capacity of woman has become so awakened and manifest in this age that equality of man and woman is an established fact. In past ages woman was wronged and oppressed. This was especially the case in Asia and Africa. In certain parts of Asia women were not considered as members of humankind. They were looked upon as inferior, unworthy creatures, subordinate and subject to man. A certain people known as the Nusayris held to the belief for a long period that woman was the incarnation of the evil spirit, or Satan, and that man alone was the manifestation of God, the Merciful. At last this century of light dawned, the realities shone forth, and the mysteries long hidden from human vision were revealed. Among these revealed realities was the great principle of the equality of man and woman, which is now finding recognition throughout the whole world—America, Europe and the Orient.
History records the appearance in the world of women who have been signs of guidance, power and accomplishment. Some were notable poets, some philosophers and scientists, others courageous upon the field of battle. Qurratu’l-‘Ayn, a Bahá’í, was a poetess. She discomfited the learned men of Persia by her brilliancy and fervor. When she entered a meeting, even the learned were silent. She was so well versed in philosophy and science that those in her presence always considered and consulted her first. Her courage was unparalleled; she faced her enemies fearlessly until she was killed. She withstood a despotic king, the Sháh of Persia, who had the power to decree the death of any of his subjects. There was not a day during which he did not command the execution of some. This woman singly and alone withstood such a despot until her last breath, then gave her life for her faith.
Consider the mysteries revealed during the last half century, all due to the effulgence of the Sun of Reality, which has been so gloriously manifested in this age and cycle.

In this day man must investigate reality impartially and without prejudice in order to reach the true knowledge and conclusions.

What, then, constitutes the inequality between man and woman?

Both are human.

In powers and function each is the complement of the other.

At most it is this: that woman has been denied the opportunities which man has so long enjoyed, especially the privilege of education.

But even this is not always a shortcoming.

Shall we consider it an imperfection and weakness in her nature that she is not proficient in the school of military tactics, that she cannot go forth to the field of battle and kill, that she is not able to handle a deadly weapon?

Nay, rather, is it not a compliment when we say that in hardness of heart and cruelty she is inferior to man?

The woman who is asked to arm herself and kill her fellow creatures will say, “I cannot.”

Is this to be considered a fault and lack of qualification as man’s equal?

Yet be it known that if woman had been taught and trained in the military science of slaughter, she would have been the equivalent of man even in this accomplishment.

But God forbid!

May woman never attain this proficiency; may she never wield weapons of war, for the destruction of humanity is not a glorious achievement.

The upbuilding of a home, the bringing of joy and comfort into human hearts are truly glories of mankind.

Let not a man glory in this, that he can kill his fellow creatures; nay, rather, let him glory in this, that he can love them.
When we consider the kingdoms of existence below man, we find no distinction or estimate of superiority and inferiority between male and female. Among the myriad organisms of the vegetable and animal kingdoms sex exists, but there is no differentiation whatever as to relative importance and value in the equation of life. If we investigate impartially, we may even find species in which the female is superior or preferable to the male. For instance, there are trees such as the fig, the male of which is fruitless while the female is fruitful. The male of the date palm is valueless while the female bears abundantly. Inasmuch as we find no ground for distinction or superiority according to the creative wisdom in the lower kingdoms, is it logical or becoming of man to make such distinction in regard to himself? The male of the animal kingdom does not glory in its being male and superior to the female. In fact, equality exists and is recognized. Why should man, a higher and more intelligent creature, deny and deprive himself of this equality the animals enjoy? His surest index and guide as to the creative intention concerning himself are the conditions and analogies of the kingdoms below him where equality of the sexes is fundamental.
The truth is that all mankind are the creatures and servants of one God, and in His estimate all are human. Man is a generic term applying to all humanity. The biblical statement “Let us make man in our image, after our likeness” does not mean that woman was not created. The image and likeness of God apply to her as well. In Persian and Arabic there are two distinct words translated into English as man: one meaning man and woman collectively, the other distinguishing man as male from woman the female. The first word and its pronoun are generic, collective; the other is restricted to the male. This is the same in Hebrew.
To accept and observe a distinction which God has not intended in creation is ignorance and superstition.

The fact which is to be considered, however, is that woman, having formerly been deprived, must now be allowed equal opportunities with man for education and training.

There must be no difference in their education.

Until the reality of equality between man and woman is fully established and attained, the highest social development of mankind is not possible.

Even granted that woman is inferior to man in some degree of capacity or accomplishment, this or any other distinction would continue to be productive of discord and trouble.

The only remedy is education, opportunity; for equality means equal qualification.

In brief, the assumption of superiority by man will continue to be depressing to the ambition of woman, as if her attainment to equality was creationally impossible; woman’s aspiration toward advancement will be checked by it, and she will gradually become hopeless.

On the contrary, we must declare that her capacity is equal, even greater than man’s.

This will inspire her with hope and ambition, and her susceptibilities for advancement will continually increase.

She must not be told and taught that she is weaker and inferior in capacity and qualification.

If a pupil is told that his intelligence is less than his fellow pupils, it is a very great drawback and handicap to his progress.

He must be encouraged to advance by the statement, “You are most capable, and if you endeavor, you will attain the highest degree.”
It is my hope that the banner of equality may be raised throughout the five continents where as yet it is not fully recognized and established. In this enlightened world of the West woman has advanced an immeasurable degree beyond the women of the Orient. And let it be known once more that until woman and man recognize and realize equality, social and political progress here or anywhere will not be possible. For the world of humanity consists of two parts or members: one is woman; the other is man. Until these two members are equal in strength, the oneness of humanity cannot be established, and the happiness and felicity of mankind will not be a reality. God willing, this is to be so.
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2 May 1912
Talk at Bahá’í Women’s Reception Hotel La Salle, Chicago, Illinois
Notes by Joseph H. Hannen
When we look upon the kingdoms of creation below man, we find three forms or planes of existence which await education and development.

For instance, the function of a gardener is to till the soil of the mineral kingdom and plant a tree which under his training and cultivation will attain perfection of growth.

If it be wild and fruitless, it may be made fruitful and prolific by grafting.

If small and unsightly, it will become lofty, beautiful and verdant under the gardener’s training, whereas a tree bereft of his cultivation retrogresses daily, its fruit grows acrid and bitter as the trees of the jungle, or it may become entirely barren and bereft of its fruitage.

Likewise, we observe that animals which have undergone training in their sphere of limitation will progress and advance unmistakably, become more beautiful in appearance and increase in intelligence.

For instance, how intelligent and knowing the Arabian horse has become through training, even how polite this horse has become through education.

As to the human world:

It is more in need of guidance and education than the lower creatures.

Reflect upon the vast difference between the inhabitants of Africa and those of America.

Here the people have been civilized and uplifted; there they are in the utmost and abject state of savagery.

What is the cause of their savagery and the reason of your civilization?

It is evident that this difference is due to education and the lack of education.

Consider, then, the effectiveness of education in the human kingdom.

It makes the ignorant wise, the tyrant merciful, the blind seeing, the deaf attentive, even the imbecile intelligent.

How vast this difference.

How wide the chasm which separates the educated man from the man who lacks teaching and training.

This is the effect when the teacher is merely an ordinary teacher.
But—praise be to God!—your Teacher and Instructor is Bahá’u’lláh. He is the Educator of the Orient and Occident. He is the Teacher of the very world of divinity and spirituality, the Sun of Truth, the Word of God. The lights of His education are radiating even as the sun. See what it has accomplished, how it is developing all humanity so that I, a Persian, have come to this meeting of revered souls upon the American continent and am standing here expounding to you in the greatest love. This is through the training of Bahá’u’lláh, which can unite and has united these hearts. In this way it has enlightened the world. Even so it has breathed the spirit of God into men. Even so it has resuscitated the hearts of men.
Therefore, praise be to God that you have been brought under the education of this One Who is the very Sun of Reality and Who is shining resplendently upon all humankind, endowing all with a life that is everlasting.
Praise be to God a thousand times!
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2 May 1912
Talk at Hotel Plaza Chicago, Illinois
Notes by Marzieh Moss
This morning the city is enveloped in fog and mist. How beautiful is a city brilliant with sunshine. Just as these mists and vapors conceal the phenomenal sun, so human imaginations obscure the Sun of Truth. Consider the radiant glory of the great solar center of our planetary system: how wonderful the sight, how its splendor illumines vision until clouds and mists veil it from the eye. In the same way, the Sun of Truth becomes veiled and hidden by the superstitions and imaginations of human minds. When the sun rises, no matter from what dawning point on the horizon it appears—northeast, east, southeast—the haze and mists disperse, and we have clear vision of its glory mounting to the zenith. Similarly, the nations have been directed to the dawning points of the Sun of Reality, each to a particular rising place from which the light of religion has become manifest; but after a time the dawning point has become the object of worship instead of the Sun itself, which is ever one Sun and stationary in the heavens of the divine Will. Differences have arisen because of this, causing clouds and darkness to overshadow again the glorious luminary of Reality. When the mists and darkness of superstition and prejudice are dispersed, all will see the Sun aright and alike. Then will all nations become as one in its radiance.
Inasmuch as these clouds and human vapors of superstition hide the light of the spiritual Sun, we must put forth our utmost endeavor to dispel them. May we unite in this and be enlightened to accomplish it, for the Sun is one and its radiance and bounty universal. All the inhabitants of earth are recipients of the bounty of the one phenomenal sun, and none are preferred above others; so, likewise, all receive the heavenly bestowals of the Word of God; none are specialized as favorites; all are under its protection and universal effulgence. Human strife and religious disagreement complex and disfigure the simple purity and beauty of the divine Cause until clouds obscure the light of reality and disunion results. Therefore, make use of intelligence and reason so that you may dispel these dense clouds from the horizon of human hearts and all hold to the one reality of all the Prophets. It is most certain that if human souls exercise their respective reason and intelligence upon the divine questions, the power of God will dispel every difficulty, and the eternal realities will appear as one light, one truth, one love, one God and a peace that is universal.
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2 May 1912
Talk at Hotel Plaza Chicago, Illinois
Notes by Henrietta C. Wagner
When we carefully investigate the kingdoms of existence and observe the phenomena of the universe about us, we discover the absolute order and perfection of creation.

The dull minerals in their affinities, plants and vegetables with power of growth, animals in their instinct, man with conscious intellect and the heavenly orbs moving obediently through limitless space are all found subject to universal law, most complete, most perfect.

That is why a wise philosopher has said, “There is no greater or more perfect system of creation than that which already exists.”

The materialists and atheists declare that this order and symmetry is due to nature and its forces; that composition and decomposition which constitute life and existence are exigencies of nature; that man himself is an exigency of nature; that nature rules and governs creation; and that all existing things are captives of nature.

Let us consider these statements.

Inasmuch as we find all phenomena subject to an exact order and under control of universal law, the question is whether this is due to nature or to divine and omnipotent rule.

The materialists believe that it is an exigency of nature for the rain to fall and that unless rain fell the earth would not become verdant.

They reason that if clouds cause a downpour, if the sun sends forth heat and light and the earth is endowed with capacity, vegetation must inevitably follow; therefore, plant life is a property of these natural forces and is a sign of nature; just as combustion is the natural property of fire, therefore, fire burns, and we cannot conceive of fire without its burning.
In reply to these statements we say that from the premises advanced by materialists, the conclusions are drawn that nature is the ruler and governor of existence and that all virtues and perfections are natural exigencies and outcomes. Furthermore, it follows that man is but a part or member of that whereof nature is the whole.
Man possesses certain virtues of which nature is deprived. He exercises volition; nature is without will. For instance, an exigency of the sun is the giving of light. It is controlled—it cannot do otherwise than radiate light—but it is not volitional. An exigency of the phenomenon of electricity is that it is revealed in sparks and flashes under certain conditions, but it cannot voluntarily furnish illumination. An exigency or property of water is humidity; it cannot separate itself from this property by its own will. Likewise, all the properties of nature are inherent and obedient, not volitional; therefore, it is philosophically predicated that nature is without volition and innate perception. In this statement and principle we agree with the materialists. But the question which presents food for reflection is this: How is it that man, who is a part of the universal plan, is possessed of certain qualities whereof nature is devoid? Is it conceivable that a drop should be imbued with qualities of which the ocean is completely deprived? The drop is a part; the ocean is the whole. Could there be a phenomenon of combustion or illumination which the great luminary the sun itself did not manifest? Is it possible for a stone to possess inherent properties of which the aggregate mineral kingdom is lacking? For example, could the fingernail which is a part of human anatomy be endowed with cellular properties of which the brain is deprived?
Man is intelligent, instinctively and consciously intelligent; nature is not.

Man is fortified with memory; nature does not possess it.

Man is the discoverer of the mysteries of nature; nature is not conscious of those mysteries herself.

It is evident, therefore, that man is dual in aspect: as an animal he is subject to nature, but in his spiritual or conscious being he transcends the world of material existence.

His spiritual powers, being nobler and higher, possess virtues of which nature intrinsically has no evidence; therefore, they triumph over natural conditions.

These ideal virtues or powers in man surpass or surround nature, comprehend natural laws and phenomena, penetrate the mysteries of the unknown and invisible and bring them forth into the realm of the known and visible.

All the existing arts and sciences were once hidden secrets of nature.

By his command and control of nature man took them out of the plane of the invisible and revealed them in the plane of visibility, whereas according to the exigencies of nature these secrets should have remained latent and concealed.

According to the exigencies of nature electricity should be a hidden, mysterious power; but the penetrating intellect of man has discovered it, taken it out of the realm of mystery and made it an obedient human servant.

In his physical body and its functions man is a captive of nature; for instance, he cannot continue his existence without sleep, an exigency of nature; he must partake of food and drink, which nature demands and requires.

But in his spiritual being and intelligence man dominates and controls nature, the ruler of his physical being.

Notwithstanding this, contrary opinions and materialistic views are set forth which would relegate man completely to physical subservience to nature’s laws.

This is equivalent to saying that the comparative degree exceeds the superlative, that the imperfect includes the perfect, that the pupil surpasses the teacher—all of which is illogical and impossible.

When it is clearly manifest and evident that the intelligence of man, his constructive faculty, his power of penetration and discovery transcend nature, how can we say he is nature’s thrall and captive?

This would indicate that man is deprived of the bounties of God, that he is retrograding toward the station of the animal, that his keen superintelligence is without function and that he estimates himself as an animal, without distinction between his own and the animal’s kingdom.
I was once conversing with a famous philosopher of the materialistic school in Alexandria. He was strongly opinionated upon the point that man and the other kingdoms of existence are under the control of nature and that, after all, man is only a social animal, often very much of an animal. When he was discomfited in argument, he said impetuously, “I see no difference between myself and the donkey, and I am not willing to admit distinctions which I cannot perceive.” ‘Abdu’l‑Bahá replied, “No, I consider you quite different and distinct; I call you a man and the donkey but an animal. I perceive that you are highly intelligent, whereas the donkey is not. I know that you are well versed in philosophy, and I also know that the donkey is entirely deficient in it; therefore, I am not willing to accept your statement.”
Consider the lady beside me who is writing in this little book. It seems a very trifling, ordinary matter; but upon intelligent reflection you will conclude that what has been written presupposses and proves the existence of a writer. These words have not written themselves, and these letters have not come together of their own volition. It is evident there must be a writer.
And now consider this infinite universe. Is it possible that it could have been created without a Creator? Or that the Creator and cause of this infinite congeries of worlds should be without intelligence? Is the idea tenable that the Creator has no comprehension of what is manifested in creation? Man, the creature, has volition and certain virtues. Is it possible that his Creator is deprived of these? A child could not accept this belief and statement. It is perfectly evident that man did not create himself and that he cannot do so. How could man of his own weakness create such a mighty being? Therefore, the Creator of man must be more perfect and powerful than man. If the creative cause of man be simply on the same level with man, then man himself should be able to create, whereas we know very well that we cannot create even our own likeness. Therefore, the Creator of man must be endowed with superlative intelligence and power in all points that creation involves and implies. We are weak; He is mighty, because, were He not mighty, He could not have created us. We are ignorant; He is wise. We are poor; He is rich. Otherwise, He would have been incapable of our creation.
Among the proofs of the existence of a divine power is this: that things are often known by their opposites. Were it not for darkness, light could not be sensed. Were it not for death, life could not be known. If ignorance did not exist, knowledge would not be a reality. It is necessary that each should exist in order that the other should have reality. Night and day must be in order that each may be distinguished. Night itself is an indication and evidence of day which follows, and day itself indicates the coming night. Unless night were a reality, there could not be day. Were it not for death, there could be no life. Things are known by their opposites.
Therefore, our weakness is an evidence that there is might; our ignorance proves the reality of knowledge; our need is an indication of supply and wealth. Were it not for wealth, this need would not exist; were it not for knowledge, ignorance would be unknown; were it not for power, there would be no impotence. In other words, demand and supply is the law, and undoubtedly all virtues have a center and source. That source is God, from Whom all these bounties emanate.
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3 May 1912
Talk at Hotel Plaza Chicago, Illinois
Notes by Marzieh Moss
I was in the Orient, and from the Orient to this part of the world is a long distance. Travel is difficult, especially difficult for me on account of my infirmities of body, increased by forty years in prison. My physical powers are weak; it is the power of will that sustains me. Realize from this how great has been my exertion and how strong my purpose in accomplishing this journey through the will of God. May it be the cause of great illumination in the Occident.
In this western world with its stimulating climate, its capacities for knowledge and lofty ideals, the message of peace should be easily spread. The people are not so influenced by imitations and prejudices, and through their comprehension of the real and unreal they should attain the truth. They should become leaders in the effort to establish the oneness of humankind. What is higher than this responsibility? In the Kingdom of God no service is greater, and in the estimation of the Prophets, including Jesus Christ, there is no deed so estimable.
Yet even now warfare prevails. Envy and hatred have arisen between nations. But because I find the American nation so capable of achievement and this government the fairest of western governments, its institutions superior to others, my wish and hope is that the banner of international reconciliation may first be raised on this continent and the standard of the Most Great Peace be unfurled here. May the American people and their government unite in their efforts in order that this light may dawn from this point and spread to all regions, for this is one of the greatest bestowals of God. In order that America may avail herself of this opportunity, I beg that you strive and pray with heart and soul, devoting all your energies to this end: that the banner of international peace may be upraised here and that this democracy may be the cause of the cessation of warfare in all other countries.
Observe what is taking place in Tripoli: men cutting each other into pieces, bombardment from the sea, attacks from the land and the hail of dynamite from the very heaven itself. The contending armies are thirsting for each other’s blood. How they can do this is inconceivable. They have fathers, mothers, children; they are human. What of their wives and families? Think of their anguish and suffering. How unjust, how terrible! Human beings should prevent and forbid this. These kings, rulers and chieftains should strive for the good of their subjects instead of their destruction. These shepherds should bring their sheep within the fold, comfort them and give them pasture instead of death and slaughter.
I supplicate the divine Kingdom and ask that you may be instrumental in establishing the great peace in this country and that this government and nation may spread it to all the world.
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3 May 1912
Talk at Hotel Plaza Chicago, Illinois
Notes by Marzieh Moss
According to the statement of philosophers the difference in degree of humankind from lowest to highest is due to education. The proofs they advance are these. The civilization of Europe and America is an evidence and outcome of education, whereas the semicivilized and barbarous peoples of Africa bear witness in their condition that they have been deprived of its advantages. Education makes the ignorant wise, the tyrant just, promotes happiness, strengthens the mind, develops the will and makes fruitless trees of humanity fruitful. Therefore, in the human world some have attained lofty degrees, while others grope in the abyss of despair. Nevertheless, the highest attainment is possible for every member of the human race even to the station of the Prophets. This is the statement and reasoning of the philosophers.
The Prophets of God are the first Educators. They bestow universal education upon man and cause him to rise from the lowest levels of savagery to the highest pinnacles of spiritual development. The philosophers, too, are educators along lines of intellectual training. At most, they have only been able to educate themselves and a limited number about them, to improve their own morals and, so to speak, civilize themselves; but they have been incapable of universal education. They have failed to cause an advancement for any given nation from savagery to civilization.
It is evident that although education improves the morals of mankind, confers the advantages of civilization and elevates man from lowest degrees to the station of sublimity, there is, nevertheless, a difference in the intrinsic or natal capacity of individuals. Ten children of the same age, with equal station of birth, taught in the same school, partaking of the same food, in all respects subject to the same environment, their interests equal and in common, will evidence separate and distinct degrees of capability and advancement; some will be exceedingly intelligent and progressive, some of mediocre ability, others limited and incapable. One may become a learned professor, while another under the same course of education proves dull and stupid. From all standpoints the opportunities have been equal, but the results and outcomes vary from the highest to lowest degree of advancement. It is evident, therefore, that mankind differs in natal capacity and intrinsic intellectual endowment. Nevertheless, although capacities are not the same, every member of the human race is capable of education.
Jesus Christ was an Educator of humanity. His teachings were altruistic; His bestowal, universal. He taught mankind by the power of the Holy Spirit and not through human agency, for the human power is limited, whereas the divine power is illimitable and infinite. The influence and accomplishment of Christ will attest this. Galen, the Greek physician and philosopher who lived in the second century A.D., wrote a treatise upon the civilization of nations. He was not a Christian, but he bore testimony that religious beliefs exercise an extraordinary effect upon the problems of civilization. In substance he said, “There are certain people among us, followers of Jesus, the Nazarene, who was killed in Jerusalem. These people are truly imbued with moral principles which are the envy of philosophers. They believe in God and fear Him. They have hopes in His favors; therefore, they shun all unworthy deeds and actions and incline to praiseworthy ethics and morals. Day and night they strive that their deeds may be commendable and that they may contribute to the welfare of humanity; therefore, each one of them is virtually a philosopher, for these people have attained unto that which is the essence and purport of philosophy. These people have praiseworthy morals, even though they may be illiterate.”
The purpose of this is to show that the holy Manifestations of God, the divine Prophets, are the first Teachers of the human race.

They are universal Educators, and the fundamental principles they have laid down are the causes and factors of the advancement of nations.

Forms and imitations which creep in afterward are not conducive to that progress.

On the contrary, these are destroyers of human foundations established by the heavenly Educators.

These are clouds which obscure the Sun of Reality.

If you reflect upon the essential teachings of Jesus, you will realize that they are the light of the world.

Nobody can question their truth.

They are the very source of life and the cause of happiness to the human race.

The forms and superstitions which appeared and obscured the light did not affect the reality of Christ.

For example, Jesus Christ said, “Put up thy sword into the sheath.”

The meaning is that warfare is forbidden and abrogated; but consider the Christian wars which took place afterward.

Christian hostility and inquisition spared not even the learned; he who proclaimed the revolution of the earth was imprisoned; he who announced the new astronomical system was persecuted as a heretic; scholars and scientists became objects of fanatical hatred, and many were killed and tortured.

How do these actions conform with the teachings of Jesus Christ, and what relation do they bear to His own example?

For Christ declared, “Love your enemies, … and pray for them which … persecute you; that you may be the children of your Father which is in heaven: for he maketh his sun to rise on the evil and on the good, and sendeth rain on the just and on the unjust.”

How can hatred, hostility and persecution be reconciled with Christ and His teachings?
Therefore, there is need of turning back to the original foundation. The fundamental principles of the Prophets are correct and true. The imitations and superstitions which have crept in are at wide variance with the original precepts and commands. Bahá’u’lláh has revoiced and reestablished the quintessence of the teachings of all the Prophets, setting aside the accessories and purifying religion from human interpretation. He has written a book entitled the Hidden Words. The preface announces that it contains the essences of the words of the Prophets of the past, clothed in the garment of brevity, for the teaching and spiritual guidance of the people of the world. Read it that you may understand the true foundations of religion and reflect upon the inspiration of the Messengers of God. It is light upon light.
We must not look for truth in the deeds and actions of nations; we must investigate truth at its divine source and summon all mankind to unity in reality itself.
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4 May 1912
Talk to Theosophical Society Northwestern University Hall, Evanston, Illinois
Notes by Marzieh Moss
I am very happy in being present at this meeting. Praise be to God! I see before me the faces of those who are endowed with capacity to know and who desire to investigate truth. This is conducive to the greatest joy.
According to divine philosophy there are two important and universal conditions in the world of material phenomena: one which concerns life, the other concerning death; one relative to existence, the other nonexistence; one manifest in composition, the other in decomposition.

Some define existence as the expression of reality or being and nonexistence as nonbeing, imagining that death is annihilation.

This is a mistaken idea, for total annihilation is an impossibility.

At most, composition is ever subject to decomposition or disintegration—that is to say, existence implies the grouping of material elements in a form or body, and nonexistence is simply the decomposing of these groupings.

This is the law of creation in its endless forms and infinite variety of expression.

Certain elements have formed the composite creature man.

This composite association of the elements in the form of a human body is, therefore, subject to disintegration, which we call death, but after disintegration the elements themselves persist unchanged.

Therefore, total annihilation is an impossibility, and existence can never become nonexistence.

This would be equivalent to saying that light can become darkness, which is manifestly untrue and impossible.

As existence can never become nonexistence, there is no death for man; nay, rather, man is everlasting and ever-living.

The rational proof of this is that the atoms of the material elements are transferable from one form of existence to another, from one degree and kingdom to another, lower or higher.

For example, an atom of the soil or dust of earth may traverse the kingdoms from mineral to man by successive incorporations into the bodies of the organisms of those kingdoms.

At one time it enters into the formation of the mineral or rock; it is then absorbed by the vegetable kingdom and becomes a constituent of the body and fibre of a tree; again it is appropriated by the animal, and at a still later period is found in the body of man.

Throughout these degrees of its traversing the kingdoms from one form of phenomenal being to another, it retains its atomic existence and is never annihilated nor relegated to nonexistence.
Nonexistence, therefore, is an expression applied to change of form, but this transformation can never be rightly considered annihilation, for the elements of composition are ever present and existent as we have seen in the journey of the atom through successive kingdoms, unimpaired; hence, there is no death; life is everlasting.

So to speak, when the atom entered into the composition of the tree, it died to the mineral kingdom, and when consumed by the animal, it died to the vegetable kingdom, and so on until its transference or transmutation into the kingdom of man; but throughout its traversing it was subject to transformation and not annihilation.

Death, therefore, is applicable to a change or transference from one degree or condition to another.

In the mineral realm there was a spirit of existence; in the world of plant life and organisms it reappeared as the vegetative spirit; thence it attained the animal spirit and finally aspired to the human spirit.

These are degrees and changes but not obliteration, and this is a rational proof that man is everlasting, ever-living.

Therefore, death is only a relative term implying change.

For example, we will say that this light before me, having reappeared in another incandescent lamp, has died in the one and lives in the other.

This is not death in reality.

The perfections of the mineral are translated into the vegetable and from thence into the animal, the virtue always attaining a superlative degree in the upward change.

In each kingdom we find the same virtues manifesting themselves more fully, proving that the reality has been transferred from a lower to a higher form and kingdom of being.

Therefore, nonexistence is only relative and absolute nonexistence inconceivable.

This rose in my hand will become disintegrated and its symmetry destroyed, but the elements of its composition remain changeless; nothing affects their elemental integrity.

They cannot become nonexistent; they are simply transferred from one state to another.
Through his ignorance man fears death, but the death he shrinks from is imaginary and absolutely unreal; it is only human imagination.
The bestowal and grace of God have quickened the realm of existence with life and being. For existence there is neither change nor transformation; existence is ever existence; it can never be translated into nonexistence. It is gradation; a degree below a higher degree is considered as nonexistence. This dust beneath our feet, as compared with our being, is nonexistent. When the human body crumbles into dust, we can say it has become nonexistent; therefore, its dust in relation to living forms of human being is as nonexistent, but in its own sphere it is existent, it has its mineral being. Therefore, it is well proved that absolute nonexistence is impossible; it is only relative.
The purpose is this: that the everlasting bestowal of God vouchsafed to man is never subject to corruption. Inasmuch as He has endowed the phenomenal world with being, it is impossible for that world to become nonbeing, for it is the very genesis of God; it is in the realm of origination; it is a creational and not a subjective world, and the bounty descending upon it is continuous and permanent. Therefore, man, the highest creature of the phenomenal world, is endowed with that continuous bounty bestowed by divine generosity without cessation. For instance, the rays of the sun are continuous, the heat of the sun emanates from it without cessation; no discontinuance of it is conceivable. Even so, the bestowal of God is descending upon the world of humanity, never ceasing, continuous, forever. If we say that the bestowal of existence ceases or falters, it is equivalent to saying that the sun can exist with cessation of its effulgence. Is this possible? Therefore, the effulgences of existence are ever present and continuous.
The conception of annihilation is a factor in human degradation, a cause of human debasement and lowliness, a source of human fear and abjection. It has been conducive to the dispersion and weakening of human thought, whereas the realization of existence and continuity has upraised man to sublimity of ideals, established the foundations of human progress and stimulated the development of heavenly virtues; therefore, it behooves man to abandon thoughts of nonexistence and death, which are absolutely imaginary, and see himself ever-living, everlasting in the divine purpose of his creation. He must turn away from ideas which degrade the human soul so that day by day and hour by hour he may advance upward and higher to spiritual perception of the continuity of the human reality. If he dwells upon the thought of nonexistence, he will become utterly incompetent; with weakened willpower his ambition for progress will be lessened and the acquisition of human virtues will cease.
Therefore, you must thank God that He has bestowed upon you the blessing of life and existence in the human kingdom.

Strive diligently to acquire virtues befitting your degree and station.

Be as lights of the world which cannot be hid and which have no setting in horizons of darkness.

Ascend to the zenith of an existence which is never beclouded by the fears and forebodings of nonexistence.

When man is not endowed with inner perception, he is not informed of these important mysteries.

The retina of outer vision, though sensitive and delicate, may, nevertheless, be a hindrance to the inner eye which alone can perceive.

The bestowals of God which are manifest in all phenomenal life are sometimes hidden by intervening veils of mental and mortal vision which render man spiritually blind and incapable, but when those scales are removed and the veils rent asunder, then the great signs of God will become visible, and he will witness the eternal light filling the world.

The bestowals of God are all and always manifest.

The promises of heaven are ever present.

The favors of God are all-surrounding, but should the conscious eye of the soul of man remain veiled and darkened, he will be led to deny these universal signs and remain deprived of these manifestations of divine bounty.

Therefore, we must endeavor with heart and soul in order that the veil covering the eye of inner vision may be removed, that we may behold the manifestations of the signs of God, discern His mysterious graces and realize that material blessings as compared with spiritual bounties are as nothing.

The spiritual blessings of God are greatest.

When we were in the mineral kingdom, although we were endowed with certain gifts and powers, they were not to be compared with the blessings of the human kingdom.

In the matrix of the mother we were the recipients of endowments and blessings of God, yet these were as nothing compared to the powers and graces bestowed upon us after birth into this human world.

Likewise, if we are born from the matrix of this physical and phenomenal environment into the freedom and loftiness of the spiritual life and vision, we shall consider this mortal existence and its blessings as worthless by comparison.
In the spiritual world the divine bestowals are infinite, for in that realm there is neither separation nor disintegration, which characterize the world of material existence. Spiritual existence is absolute immortality, completeness and unchangeable being. Therefore, we must thank God that He has created for us both material blessings and spiritual bestowals. He has given us material gifts and spiritual graces, outer sight to view the lights of the sun and inner vision by which we may perceive the glory of God. He has designed the outer ear to enjoy the melodies of sound and the inner hearing wherewith we may hear the voice of our Creator. We must strive with energies of heart, soul and mind to develop and manifest the perfections and virtues latent within the realities of the phenomenal world, for the human reality may be compared to a seed. If we sow the seed, a mighty tree appears from it. The virtues of the seed are revealed in the tree; it puts forth branches, leaves, blossoms, and produces fruits. All these virtues were hidden and potential in the seed. Through the blessing and bounty of cultivation these virtues became apparent. Similarly, the merciful God, our Creator, has deposited within human realities certain latent and potential virtues. Through education and culture these virtues deposited by the loving God will become apparent in the human reality, even as the unfoldment of the tree from within the germinating seed. I will pray for you.
O Thou kind Lord! These are Thy servants who have gathered in this meeting, have turned unto Thy Kingdom and are in need of Thy bestowal and blessing. O thou God! Manifest and make evident the signs of Thy oneness which have been deposited in all the realities of life. Reveal and unfold the virtues which Thou hast made latent and concealed in these human realities.
O God! We are as plants, and Thy bounty is as the rain; refresh and cause these plants to grow through Thy bestowal. We are Thy servants; free us from the fetters of material existence. We are ignorant; make us wise. We are dead; make us alive. We are material; endow us with spirit. We are deprived; make us the intimates of Thy mysteries. We are needy; enrich and bless us from Thy boundless treasury. O God! Resuscitate us; give us sight; give us hearing; familiarize us with the mysteries of life, so that the secrets of Thy kingdom may become revealed to us in this world of existence and we may confess Thy oneness. Every bestowal emanates from Thee; every benediction is Thine.
Thou art mighty. Thou art powerful. Thou art the Giver, and Thou art the Ever-Bounteous.
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5 May 1912
Talk at Children’s Meeting Hotel Plaza Chicago, Illinois
Notes by Marzieh Moss
You are the children of whom Christ has said, “Of such is the kingdom of God”; and according to the words of Bahá’u’lláh you are the very lamps or candles of the world of humanity, for your hearts are exceedingly pure and your spirits most sensitive. You are near the source; you have not yet become contaminated. You are the lambs of the heavenly Shepherd. You are as polished mirrors reflecting pure light. My hope is that your parents may educate you spiritually and give you thorough moral training. May you develop so that each one of you shall become imbued with all the virtues of the human world. May you advance in all material and spiritual degrees. May you become learned in sciences, acquire the arts and crafts, prove to be useful members of human society and assist the progress of human civilization. May you be a cause of the manifestation of divine bestowals—each one of you a shining star radiating the light of the oneness of humanity toward the horizons of the East and West. May you be devoted to the love and unity of mankind, and through your efforts may the reality deposited in the human heart find its divine expression. I pray for you, asking the assistance and confirmation of God in your behalf.
You are all my children, my spiritual children. Spiritual children are dearer than physical children, for it is possible for physical children to turn away from the Spirit of God, but you are spiritual children and, therefore, you are most beloved. I wish for you progress in every degree of development. May God assist you. May you be surrounded by the beneficent light of His countenance, and may you attain maturity under His nurture and protection. You are all blessed.
(To the Friends)
I am going away, but you must arise to serve the Word of God. Your hearts must be pure and your intentions sincere in order that you may become recipients of the divine bestowals. Consider that although the sun shines equally upon all things, yet in the clear mirror its reflection is most brilliant and not in the black stone. This great effulgence and heat have been produced by the crystal clearness of the glass. If there were no clearness and purity, these effects would not be witnessed. Should rain fall upon salty, stony earth, it will never have effect; but when it falls upon good pure soil, green and verdant growth follows, and fruits are produced.
This is the day when pure hearts have a portion of the everlasting bounties and sanctified souls are being illumined by the eternal manifestations.

Praise be to God!

You are believers in God, assured by the words of God and turning to the Kingdom of God.

You have heard the divine call.

Your hearts are moved by the breezes of the paradise of Abhá.

You have good intentions; your purpose is the good pleasure of God; you desire to serve in the Kingdom of the Merciful One.

Therefore, arise in the utmost power.

Be in perfect unity.

Never become angry with one another.

Let your eyes be directed toward the kingdom of truth and not toward the world of creation.

Love the creatures for the sake of God and not for themselves.

You will never become angry or impatient if you love them for the sake of God.

Humanity is not perfect.

There are imperfections in every human being, and you will always become unhappy if you look toward the people themselves.

But if you look toward God, you will love them and be kind to them, for the world of God is the world of perfection and complete mercy.

Therefore, do not look at the shortcomings of anybody; see with the sight of forgiveness.

The imperfect eye beholds imperfections.

The eye that covers faults looks toward the Creator of souls.

He created them, trains and provides for them, endows them with capacity and life, sight and hearing; therefore, they are the signs of His grandeur.

You must love and be kind to everybody, care for the poor, protect the weak, heal the sick, teach and educate the ignorant.
It is my hope that the unity and harmony of the friends in Chicago may be the cause of the unity of the friends throughout America and that all people may become recipients of their love and kindness. May they be an example for mankind. Then the confirmations of the Kingdom of Abhá and the bestowals of the Sun of Reality will be all-encircling.
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5 May 1912
Talk at Plymouth Congregational Church 935 East Fiftieth Street Chicago, Illinois
Notes by Marzieh Moss
I offer thanks to God for the privilege of being present in an assemblage which is commemorating Him, whose members have no thought or intention save His good pleasure and the unbiased investigation of reality. I praise God for this meeting of human souls free from the bondage of imitations and prejudice, willing to examine reasonably and accept that which is found to be true.
In our solar system the center of illumination is the sun itself. Through the will of God this central luminary is the one source of the existence and development of all phenomenal things. When we observe the organisms of the material kingdoms, we find that their growth and training are dependent upon the heat and light of the sun. Without this quickening impulse there would be no growth of tree or vegetation; neither would the existence of animal or human being be possible; in fact, no forms of created life would be manifest upon the earth. But if we reflect deeply, we will perceive that the great bestower and giver of life is God; the sun is the intermediary of His will and plan. Without the bounty of the sun, therefore, the world would be in darkness. All illumination of our planetary system proceeds or emanates from the solar center.
Likewise, in the spiritual realm of intelligence and idealism there must be a center of illumination, and that center is the everlasting, ever-shining Sun, the Word of God. Its lights are the lights of reality which have shone upon humanity, illumining the realm of thought and morals, conferring the bounties of the divine world upon man. These lights are the cause of the education of souls and the source of the enlightenment of hearts, sending forth in effulgent radiance the message of the glad tidings of the kingdom of God. In brief, the moral and ethical world and the world of spiritual regeneration are dependent for their progressive being upon that heavenly Center of illumination. It gives forth the light of religion and bestows the life of the spirit, imbues humanity with archetypal virtues and confers eternal splendors. This Sun of Reality, this Center of effulgences, is the Prophet or Manifestation of God. Just as the phenomenal sun shines upon the material world producing life and growth, likewise, the spiritual or prophetic Sun confers illumination upon the human world of thought and intelligence, and unless it rose upon the horizon of human existence, the kingdom of man would become dark and extinguished.
The Sun of Reality is one Sun, but it has different dawning places, just as the phenomenal sun is one although it appears at various points of the horizon. During the time of summer the luminary of the physical world rises far to the north of the equinoctial, in spring and fall it dawns midway, and in winter it appears in the most southerly point of its zodiacal journey. These daysprings or dawning points differ widely, but the sun is ever the same sun—whether it be the phenomenal or spiritual luminary. Souls who focus their vision upon the Sun of Reality will be the recipients of light no matter from what point it rises, but those who are fettered by adoration of the dawning point are deprived when it appears in a different station upon the spiritual horizon.
Furthermore, just as the solar cycle has its four seasons, the cycle of the Sun of Reality has its distinct and successive periods.

Each brings its vernal season or springtime.

When the Sun of Reality returns to quicken the world of mankind, a divine bounty descends from the heaven of generosity.

The realm of thoughts and ideals is set in motion and blessed with new life.

Minds are developed, hopes brighten, aspirations become spiritual, the virtues of the human world appear with freshened power of growth, and the image and likeness of God become visible in man.

It is the springtime of the inner world.

After the spring, summer comes with its fullness and spiritual fruitage; autumn follows with its withering winds which chill the soul; the Sun seems to be going away, until at last the mantle of winter overspreads, and only faint traces of the effulgence of that divine Sun remain.

Just as the surface of the material world becomes dark and dreary, the soil dormant, the trees naked and bare and no beauty or freshness remains to cheer the darkness and desolation, so the winter of the spiritual cycle witnesses the death and disappearance of divine growth and extinction of the light and love of God.

But again the cycle begins and a new springtime appears.

In it the former springtime has returned; the world is resuscitated, illumined and attains spirituality; religion is renewed and reorganized, hearts are turned to God, the summons of God is heard, and life is again bestowed upon man.

For a long time the religious world had been weakened and materialism had advanced; the spiritual forces of life were waning, moralities were becoming degraded, composure and peace had vanished from souls, and satanic qualities were dominating hearts; strife and hatred overshadowed humanity, bloodshed and violence prevailed.

God was neglected; the Sun of Reality seemed to have gone completely; deprivation of the bounties of heaven was a fact; and so the season of winter fell upon mankind.

But in the generosity of God a new springtime dawned, the lights of God shone forth, the effulgent Sun of Reality returned and became manifest, the realm of thoughts and kingdom of hearts became exhilarated, a new spirit of life breathed into the body of the world, and continuous advancement became apparent.
I hope that the lights of the Sun of Reality will illumine the whole world so that no strife and warfare, no battles and bloodshed remain. May fanaticism and religious bigotry be unknown, all humanity enter the bond of brotherhood, souls consort in perfect agreement, the nations of earth at last hoist the banner of truth, and the religions of the world enter the divine temple of oneness, for the foundations of the heavenly religions are one reality. Reality is not divisible; it does not admit multiplicity. All the holy Manifestations of God have proclaimed and promulgated the same reality. They have summoned mankind to reality itself, and reality is one. The clouds and mists of imitations have obscured the Sun of Truth. We must forsake these imitations, dispel these clouds and mists and free the Sun from the darkness of superstition. Then will the Sun of Truth shine most gloriously; then all the inhabitants of the world will be united, the religions will be one, sects and denominations will reconcile, all nationalities will flow together in the recognition of one Fatherhood, and all degrees of humankind will gather in the shelter of the same tabernacle, under the same banner.
Until the heavenly civilization is founded, no result will be forthcoming from material civilization, even as you observe. See what catastrophes overwhelm mankind. Consider the wars which disturb the world. Consider the enmity and hatred. The existence of these wars and conditions indicates and proves that the heavenly civilization has not yet been established. If the civilization of the Kingdom be spread to all the nations, this dust of disagreement will be dispelled, these clouds will pass away, and the Sun of Reality in its greatest effulgence and glory will shine upon mankind.
O God! O Thou Who givest! This congregation is turning to Thee, casting their glances toward Thy Kingdom and favor, longing to behold the lights of Thy face. O God! Bless this nation. Confirm this government. Reveal Thy glory unto this people and confer upon them life eternal. O God! Illumine the faces, render the hearts radiant, exhilarate the breasts, crown the heads with the diadem of Thy providence, cause them to soar in Thy pure atmosphere so they may reach the highest pinnacles of Thy splendor. Assist them in order that this world may ever find the light and effulgence of Thy presence. O God! Shelter this congregation and admonish this nation. Render them progressive in all degrees. May they become leaders in the world of humanity. May they be Thine examples among humankind. May they be manifestations of Thy grace. May they be filled with the inspiration of Thy Word. Thou art the Powerful. Thou art the Mighty. Thou art the Giver, and Thou art the Omniscient.
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5 May 1912
Talk at All-Souls Church Lincoln Center, Chicago, Illinois
Notes by Marzieh Moss
The divine religions were founded for the purpose of unifying humanity and establishing universal peace. Any movement which brings about peace and agreement in human society is truly a divine movement; any reform which causes people to come together under the shelter of the same tabernacle is surely animated by heavenly motives. At all times and in all ages of the world, religion has been a factor in cementing together the hearts of men and in uniting various and divergent creeds. It is the peace element in religion that blends mankind and makes for unity. Warfare has ever been the cause of separation, disunion and discord.
Consider how Jesus Christ united the divergent peoples, sects and denominations of the early days. It is evident that the fundamentals of religion are intended to unify and bind together; their purpose is universal, everlasting peace. Prior to the time of Jesus Christ the Word of God had unified opposite types and conflicting elements of human society; and since His appearance the divine Teachers of the primal principles of the law of God have all intended this universal outcome. In Persia Bahá’u’lláh was able to unite people of varying thought, creed and denomination. The inhabitants of that country were Christians, Muslims, Jews, Zoroastrians and a great variety of subdivided forms and beliefs together with racial distinctions such as Semitic, Arabic, Persian, Turk, etc.; but through the power and efficacy of religion Bahá’u’lláh united these differing peoples and caused them to consort together in perfect agreement. Such unity and accord became manifest among them that they were considered as one people and one kind.
The cause of this fellowship and unity lies in the fact that the divine law has two distinct aspects or functions: one the essential or fundamental, the other the material or accidental. The first aspect of the revealed religion of God is that which concerns the ethical development and spiritual progress of mankind, the awakening of potential human susceptibilities and the descent of divine bestowals. These ordinances are changeless, essential, eternal. The second function of the divine religion deals with material conditions, the laws of human intercourse and social regulation. These are subject to change and transformation in accordance with the time, place and conditions. The essential ordinances of religion were the same during the time of Abraham, the day of Moses and the cycle of Jesus, but the accidental or material laws were abrogated and superseded according to the exigency and requirement of each succeeding age. For example, in the law of Moses there were ten distinct commandments in regard to murder, which were revealed according to the requirement and capacity of the people, but in the day of Jesus these were abrogated and superseded in conformity with the changed and advanced human conditions.
The central purpose of the divine religions is the establishment of peace and unity among mankind. Their reality is one; therefore, their accomplishment is one and universal—whether it be through the essential or material ordinances of God. There is but one light of the material sun, one ocean, one rain, one atmosphere. Similarly, in the spiritual world there is one divine reality forming the center and altruistic basis for peace and reconciliation among various and conflicting nations and peoples. Consider how the Roman Empire and Greek nation were at war in enmity and hatred after the Messianic day, how the hostilities of Egypt and Assyria, though subdued in intensity, still flamed in the warring element of these ancient and declining nations. But the teachings of Jesus Christ proved to be the cement by which they were united; warfare ceased, strife and hatred passed away, and these belligerent peoples associated in love and friendship. For strife and warfare are the very destroyers of human foundations, whereas peace and amity are the builders and safeguards of human welfare. As an instance, two nations which have remained at peace for centuries declare war against each other. What destruction and loss befalls both in one year of strife and conflict—the undoing of centuries. How urgent their necessity and demand for peace, with its comfort and progress, instead of war, which blasts and destroys the foundation of all human attainment.
The body politic may be likened to the human organism. As long as the various members and parts of that organism are coordinated and cooperating in harmony, we have as a result the expression of life in its fullest degree. When these members lack coordination and harmony, we have the reverse, which in the human organism is disease, dissolution, death. Similarly, in the body politic of humanity dissension, discord and warfare are always destructive and inevitably fatal. All created beings are dependent upon peace and coordination, for every contingent and phenomenal being is a composition of distinct elements. As long as there is affinity and cohesion among these constituent elements, strength and life are manifest; but when dissension and repulsion arise among them, disintegration follows. This is proof that peace and amity, which God has willed for His children, are the saving factors of human society, whereas war and strife, which violate His ordinances, are the cause of death and destruction. Therefore, God has sent His Prophets to announce the message of goodwill, peace and life to the world of mankind.
Inasmuch as the essential reality of the religions is one and their seeming variance and plurality is adherence to forms and imitations which have arisen, it is evident that these causes of difference and divergence must be abandoned in order that the underlying reality may unite mankind in its enlightenment and upbuilding. All who hold fast to the one reality will be in agreement and unity. Then shall the religions summon people to the oneness of the world of humanity and to universal justice; then will they proclaim equality of rights and exhort men to virtue and to faith in the loving mercy of God. The underlying foundation of the religions is one; there is no intrinsic difference between them. Therefore, if the essential and fundamental ordinances of the religions be observed, peace and unity will dawn, and all the differences of sects and denominations will disappear.
And now let us consider the various peoples of the world.

All the nations—American, British, French, German, Turkish, Persian, Arab—are children of the same Adam, members of the same human household.

Why should dissension exist among them?

The surface of the earth is one native land, and that native land was provided for all.

God has not set these boundaries and race limitations.

Why should imaginary barriers which God has not originally destined be made a cause of contention?

God has created and provided for all.

He is the Preserver of all, and all are submerged in the ocean of His mercy.

Not a single soul is deprived.

Inasmuch as we have such a loving God and Creator, why should we be at war with each other?

Now that His light is shining universally, why should we cast ourselves into darkness?

As His table is spread for all His children, why should we deprive each other of its sustenance?

As His effulgence is shining upon all, why should we seek to live among the shadows?

There is no doubt that the only cause is ignorance and that the result is perdition.

Discord deprives humanity of the eternal favors of God; therefore, we must forget all imaginary causes of difference and seek the very fundamentals of the divine religions in order that we may associate in perfect love and accord and consider humankind as one family, the surface of the earth as one nationality and all races as one humanity.

Let us live under the protection of God, attaining eternal happiness in this world and everlasting life in the world to come.
O Thou kind Lord! Thou hast created all humanity from the same stock. Thou hast decreed that all shall belong to the same household. In Thy Holy Presence they are all Thy servants, and all mankind are sheltered beneath Thy Tabernacle; all have gathered together at Thy Table of Bounty; all are illumined through the light of Thy Providence.
O God! Thou art kind to all, Thou hast provided for all, dost shelter all, conferrest life upon all. Thou hast endowed each and all with talents and faculties, and all are submerged in the Ocean of Thy Mercy.
O Thou kind Lord! Unite all. Let the religions agree and make the nations one, so that they may see each other as one family and the whole earth as one home. May they all live together in perfect harmony.
O God! Raise aloft the banner of the oneness of mankind.
O God! Establish the Most Great Peace.
Cement Thou, O God, the hearts together.
O Thou kind Father, God! Gladden our hearts through the fragrance of Thy love. Brighten our eyes through the Light of Thy Guidance. Delight our ears with the melody of Thy Word, and shelter us all in the Stronghold of Thy Providence.
Thou art the Mighty and Powerful, Thou art the Forgiving and Thou art the One Who overlooketh the shortcomings of all mankind.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Cleveland
6 May 1912
– 42 –
6 May 1912
Talk at Euclid Hall Cleveland, Ohio
From Stenographic Notes
This is a very joyous evening, an evidence in itself of the possibility of uniting the East and the West—an eastern man appearing before an assemblage of reverent western people. The East and West, the Orient and Occident, shall be united. If we search history, we shall not find the record of such an occasion where one has traveled from the far East to the far West to address a meeting of this universal character. This is a miracle of the twentieth century which proves that the seemingly impossible may become real and possible in the kingdom of man. Praise be to God! The dark ages have disappeared, and the age of light has at last arrived. The Sun of Reality has dawned with supreme effulgence, the realities of things have become manifest and renewed, the mysteries of the unknown have been revealed, and great inventions and discoveries mark this period as a most wonderful age.
Through the ingenuity and inventions of man it is possible to cross the wide oceans, fly through the air and travel in submarine depths.

At any moment the Orient and Occident can communicate with each other.

Trains speed across the continents.

The human voice has been arrested and reproduced, and now man can speak at long distances from any point.

These are some of the signs of this glorious century.

The great progress mentioned has taken place in the material world.

Remarkable signs and evidences have become manifest.

Hidden realities and mysteries have been disclosed.

This is the time for man to strive and put forth his greatest efforts in spiritual directions.

Material civilization has reached an advanced plane, but now there is need of spiritual civilization.

Material civilization alone will not satisfy; it cannot meet the conditions and requirements of the present age; its benefits are limited to the world of matter.

There is no limitation to the spirit of man, for spirit in itself is progressive, and if the divine civilization be established, the spirit of man will advance.

Every developed susceptibility will increase the effectiveness of man.

Discoveries of the real will become more and more possible, and the influence of divine guidance will be increasingly recognized.

All this is conducive to the divine form of civilization.

This is what is meant in the Bible by the descent of the New Jerusalem.

The heavenly Jerusalem is none other than divine civilization, and it is now ready.

It is to be and shall be organized, and the oneness of humankind will be a visible fact.

Humanity will then be brought together as one.

The various religions will be united, and different races will be known as one kind.

The Orient and Occident will be conjoined, and the banner of international peace will be unfurled.

The world shall at last find peace, and the equalities and rights of men shall be established.

The capacity of humankind will be tested, and a degree shall be attained where equality is a reality.
All the peoples of the world will enjoy like interests, and the poor shall possess a portion of the comforts of life. Just as the rich are surrounded by their luxuries in palaces, the poor will have at least their comfortable and pleasant places of abode; and just as the wealthy enjoy a variety of food, the needy shall have their necessities and no longer live in poverty. In short, a readjustment of the economic order will come about, the divine Sonship will attract, the Sun of Reality will shine forth, and all phenomenal being will attain a portion.
Consider: What is this material civilization of the day giving forth? Has it not produced the instruments of warfare and destruction? In olden times the weapon of war was the sword; today it is the smokeless gun. Warships a century ago were sailing vessels; now we have dreadnoughts. Instruments and means of human destruction have enormously multiplied in this era of material civilization. But if material civilization shall become organized in conjunction with divine civilization, if the man of moral integrity and intellectual acumen shall unite for human betterment and uplift with the man of spiritual capacity, the happiness and progress of the human race will be assured. All the nations of the world will then be closely related and companionable, and the religions will merge into one, for the divine reality within them all is one reality. Abraham proclaimed this reality; Jesus promulgated it; all the Prophets who have appeared in the world have founded Their teachings upon it. Therefore, the people of the world have this one true, unchangeable basis for peace and agreement, and war, which has raged for thousands of years, will pass away.
For centuries and cycles humanity has been engaged in war and conflict.

At one time the pretext for war has been religion, at another time patriotism, racial prejudice, national politics, territorial conquest or commercial expansion; in brief, humanity has never been at peace during the period of known history.

What blood has been shed!

How many fathers have mourned the loss of sons; how many sons have wept for fathers, and mothers for dear ones!

Human beings have been the food and targets of the battlefield, and everywhere warfare and strife have been the theme and burden of history.

Ferocity has characterized men even more than animals.

The lion, tiger, bear and wolf are ferocious because of their needs.

Unless they are fierce, cruel and unrelenting, they will die of starvation.

The lion cannot graze; its teeth are fitted only for food of flesh.

This is also true of other wild animals.

Ferocity is natural to them as their means of subsistence; but human ferocity proceeds from selfishness, greed and oppression.

It springs from no natural necessity.

Man needlessly kills a thousand fellow creatures, becomes a hero and is glorified through centuries of posterity.

A great city is destroyed in one day by a commanding general.

How ignorant, how inconsistent is humankind!

If a man slays another man, we brand him as a murderer and criminal and sentence him to capital punishment, but if he kills one hundred thousand men, he is a military genius, a great celebrity, a Napoleon idolized by his nation.

If a man steals one dollar, he is called a thief and put into prison; if he rapes and pillages an innocent country by military invasion, he is crowned a hero.

How ignorant is humankind!

Ferocity does not belong to the kingdom of man.

It is the province of man to confer life, not death.

It behooves him to be the cause of human welfare, but inasmuch as he glories in the savagery of animalism, it is an evidence that divine civilization has not been established in human society.

Material civilization has advanced unmistakably, but because it is not associated with divine civilization, evil and wickedness abound.

In ancient times if two nations were at war twelve months, not over twenty thousand men would be killed; now the instruments of death have become so multiplied and perfected that one hundred thousand can be destroyed in a day.

In three months during the Russo-Japanese War one million perished.

This was undreamed of in former cycles.

The cause is the absence of divine civilization.
This revered American nation presents evidences of greatness and worth. It is my hope that this just government will stand for peace so that warfare may be abolished throughout the world and the standards of national unity and reconciliation be upraised. This is the greatest attainment of the world of humanity. This American nation is equipped and empowered to accomplish that which will adorn the pages of history, to become the envy of the world and be blest in the East and the West for the triumph of its democracy. I pray that this may come to pass, and I ask the blessing of God in behalf of you all.
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6 May 1912
Talk at Sanatorium of Dr. C. M. Swingle Cleveland, Ohio
Notes by Sigel T. Brooks
This is a beautiful city; the climate is pleasant; the views are charming. All the cities of America seem to be large and beautiful, and the people appear prosperous. The American continent gives signs and evidences of very great advancement; its future is even more promising, for its influence and illumination are far-reaching, and it will lead all nations spiritually. The flag of freedom and banner of liberty have been unfurled here, but the prosperity and advancement of a city, the happiness and greatness of a country depend upon its hearing and obeying the call of God. The light of reality must shine therein and divine civilization be founded; then the radiance of the Kingdom will be diffused and heavenly influences surround. Material civilization is likened to the body, whereas divine civilization is the spirit in that body. A body not manifesting the spirit is dead; a fruitless tree is worthless. Jesus declares that there is spiritual capacity in some people, for all are not submerged in the sea of materialism. They seek the Divine Spirit; they turn to God; they long for the Kingdom. It is my hope that these revered people present may attain both material and spiritual progress. As they have advanced wonderfully in material degrees, so may they, likewise, advance in spiritual development until the body shall become refined and beautiful through the wealth of spiritual potentiality and efficiency.
Praise be to God! The Sun of Reality has dawned, and its effulgences are shining from all horizons. The signs of God are resplendent, and the teachings of the heavenly Messengers are being spread. May the hearts be directed to the Kingdom of God and become illuminated by witnessing the lights of God in order that all created beings may obtain a portion of the divine bestowals. May the spirit of life be restored through the divine graces of the Almighty, and may the East and West be bound together. May oneness and harmony become manifest in all regions. May the people of the world become as one family and obtain the everlasting bounty. May the doors of the Kingdom be opened from all directions and the praise of the name Abhá be heard throughout the earth.
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Talk ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Pittsburgh
7 May 1912
– 44 –
7 May 1912
Talk at Hotel Schenley Pittsburgh, Pennsylvania
Notes by Suzanne Beatty
I have come from the Orient to visit your country. Surely this continent is praiseworthy from all points of view, and there are signs of prosperity everywhere. The people show refinement, and evidences of progressive civilization abound. I will give you a brief exposition of the fundamental principles of Bahá’u’lláh’s teachings in order that you may be informed of the nature and significance of the Bahá’í movement.
About sixty years ago the greatest enmity and strife existed among the various peoples and religious denominations of Persia.

Throughout the world generally war and dissension prevailed.

At this time Bahá’u’lláh appeared in Persia and began devoting Himself to the uplift and education of the people.

He united divergent sects and creeds, removed religious, racial, patriotic and political prejudices and established a strong bond of unity and reconciliation among varying degrees and classes of mankind.

The enmity then existing among the people was so bitter and intense that even ordinary association was out of the question.

They would not meet and consult with each other at all.

Through the power of the teachings of Bahá’u’lláh the most wonderful results were witnessed.

He removed the prejudices and hatred from human hearts and wrought such transformation in their attitudes toward each other that today in Persia there is perfect accord among hitherto bigoted religionists, varying sects and divergent classes.

This was not an easy accomplishment, for Bahá’u’lláh underwent severe trials, great difficulties and violent persecution.

He was imprisoned, tortures were inflicted upon Him, and finally He was banished from His native land.

He bore every ordeal and infliction cheerfully.

In His successive exiles from country to country up to the time of His ascension from this world, He was enabled to promulgate His teachings, even from prison.

Wherever His oppressors sent Him, He hoisted the standard of the oneness of the world of humanity and promulgated the principles of the unity of mankind.

Some of these principles are as follows.

First, it is incumbent upon all mankind to investigate truth.

If such investigation be made, all should agree and be united, for truth or reality is not multiple; it is not divisible.

The different religions have one truth underlying them; therefore, their reality is one.
Each of the divine religions embodies two kinds of ordinances. The first is those which concern spiritual susceptibilities, the development of moral principles and the quickening of the conscience of man. These are essential or fundamental, one and the same in all religions, changeless and eternal—reality not subject to transformation. Abraham heralded this reality, Moses promulgated it, and Jesus Christ established it in the world of mankind. All the divine Prophets and Messengers were the instruments and channels of this same eternal, essential truth.
The second kind of ordinances in the divine religions is those which relate to the material affairs of humankind. These are the material or accidental laws which are subject to change in each day of manifestation, according to exigencies of the time, conditions and differing capacities of humanity. For instance, in the day of Moses ten commandments in regard to murder were revealed by Him. These commandments were in accordance with the requirements of that day and time. Other laws embodying drastic punishments were enacted by Moses—an eye for an eye, a tooth for a tooth. The penalty for theft was amputation of the hand. These laws and penalties were applicable to the degree of the Israelitish people of that period, who dwelt in the wilderness and desert under conditions where severity was necessary and justifiable. But in the time of Jesus Christ this kind of law was not expedient; therefore, Christ abrogated and superseded the commands of Moses.
In brief, every one of the divine religions contains essential ordinances, which are not subject to change, and material ordinances, which are abrogated according to the exigencies of time. But the people of the world have forsaken the divine teachings and followed forms and imitations of the truth. Inasmuch as these human interpretations and superstitions differ, dissensions and bigotry have arisen, and strife and warfare have prevailed. By investigating the truth or foundation of reality underlying their own and other beliefs, all would be united and agreed, for this reality is one; it is not multiple and not divisible.
The second principle or teaching of Bahá’u’lláh is the proclamation of the oneness of the world of humanity—that all are servants of God and belong to one family; that God has created all and, therefore, His bestowals are universal; and that His providence, training, sustenance and loving-kindness surround all mankind.
This is the divine policy, and it is impossible for man to lay the foundation of a better plan and policy than that which God has instituted. Therefore, we must recognize and assist the purpose of the glorious Lord. Inasmuch as God is kind and loving to all, why should we be unkind? As this human world is one household, why should its members be occupied with animosity and contention? Therefore, humanity must be looked upon with the eye of equal estimate and in the same attitude of love. The noblest of men is he who serves humankind, and he is nearest the threshold of God who is the least of His servants. The glory and majesty of man are dependent upon his servitude to his fellow creatures and not upon the exercise of hostility and hatred.
The third principle or teaching of Bahá’u’lláh is the oneness of religion and science. Any religious belief which is not conformable with scientific proof and investigation is superstition, for true science is reason and reality, and religion is essentially reality and pure reason; therefore, the two must correspond. Religious teaching which is at variance with science and reason is human invention and imagination unworthy of acceptance, for the antithesis and opposite of knowledge is superstition born of the ignorance of man. If we say religion is opposed to science, we lack knowledge of either true science or true religion, for both are founded upon the premises and conclusions of reason, and both must bear its test.
The fourth principle or teaching of Bahá’u’lláh is the readjustment and equalization of the economic standards of mankind. This deals with the question of human livelihood. It is evident that under present systems and conditions of government the poor are subject to the greatest need and distress while others more fortunate live in luxury and plenty far beyond their actual necessities. This inequality of portion and privilege is one of the deep and vital problems of human society. That there is need of an equalization and apportionment by which all may possess the comforts and privileges of life is evident. The remedy must be legislative readjustment of conditions. The rich too must be merciful to the poor, contributing from willing hearts to their needs without being forced or compelled to do so. The composure of the world will be assured by the establishment of this principle in the religious life of mankind.
The fifth principle or teaching of Bahá’u’lláh is the abandoning of religious, racial, patriotic and political prejudices, which destroy the foundations of human society. All mankind are creatures and servants of the one God. The surface of the earth is one home; humanity is one family and household. Distinctions and boundaries are artificial, human. Why should there be discord and strife among men? All must become united and coordinated in service to the world of humanity.
The sixth principle or teaching of Bahá’u’lláh concerns the equality of man and woman.

He has declared that in the estimation of God there is no distinction of sex.

The one whose heart is most pure, whose deeds and service in the Cause of God are greater and nobler, is most acceptable before the divine threshold—whether male or female.

In the vegetable and animal kingdoms sex exists in perfect equality and without distinction or invidious estimate.

The animal, although inferior to man in intelligence and reason, recognizes sex equality.

Why should man, who is endowed with the sense of justice and sensibilities of conscience, be willing that one of the members of the human family should be rated and considered as subordinate?

Such differentiation is neither intelligent nor conscientious; therefore, the principle of religion has been revealed by Bahá’u’lláh that woman must be given the privilege of equal education with man and full right to his prerogatives.

That is to say, there must be no difference in the education of male and female in order that womankind may develop equal capacity and importance with man in the social and economic equation.

Then the world will attain unity and harmony.

In past ages humanity has been defective and inefficient because it has been incomplete.

War and its ravages have blighted the world; the education of woman will be a mighty step toward its abolition and ending, for she will use her whole influence against war.

Woman rears the child and educates the youth to maturity.

She will refuse to give her sons for sacrifice upon the field of battle.

In truth, she will be the greatest factor in establishing universal peace and international arbitration.

Assuredly, woman will abolish warfare among mankind.

Inasmuch as human society consists of two parts, the male and female, each the complement of the other, the happiness and stability of humanity cannot be assured unless both are perfected.

Therefore, the standard and status of man and woman must become equalized.
Among other teachings and principles Bahá’u’lláh counsels the education of all members of society. No individual should be denied or deprived of intellectual training, although each should receive according to capacity. None must be left in the grades of ignorance, for ignorance is a defect in the human world. All mankind must be given a knowledge of science and philosophy—that is, as much as may be deemed necessary. All cannot be scientists and philosophers, but each should be educated according to his needs and deserts.
Bahá’u’lláh teaches that the world of humanity is in need of the breath of the Holy Spirit, for in spiritual quickening and enlightenment true oneness is attained with God and man. The Most Great Peace cannot be assured through racial force and effort; it cannot be established by patriotic devotion and sacrifice; for nations differ widely and local patriotism has limitations. Furthermore, it is evident that political power and diplomatic ability are not conducive to universal agreement, for the interests of governments are varied and selfish; nor will international harmony and reconciliation be an outcome of human opinions concentrated upon it, for opinions are faulty and intrinsically diverse. Universal peace is an impossibility through human and material agencies; it must be through spiritual power. There is need of a universal impelling force which will establish the oneness of humanity and destroy the foundations of war and strife. None other than the divine power can do this; therefore, it will be accomplished through the breath of the Holy Spirit.
No matter how far the material world advances, it cannot establish the happiness of mankind. Only when material and spiritual civilization are linked and coordinated will happiness be assured. Then material civilization will not contribute its energies to the forces of evil in destroying the oneness of humanity, for in material civilization good and evil advance together and maintain the same pace. For example, consider the material progress of man in the last decade. Schools and colleges, hospitals, philanthropic institutions, scientific academies and temples of philosophy have been founded, but hand in hand with these evidences of development, the invention and production of means and weapons for human destruction have correspondingly increased. In early days the weapon of war was the sword; now it is the magazine rifle. Among the ancients, men fought with javelins and daggers; now they employ shells and bombs. Dreadnoughts are built, torpedoes invented, and every few days new ammunition is forthcoming.
All this is the outcome of material civilization; therefore, although material advancement furthers good purposes in life, at the same time it serves evil ends. The divine civilization is good because it cultivates morals. Consider what the Prophets of God have contributed to human morality. Jesus Christ summoned all to the Most Great Peace through the acquisition of pure morals. If the moral precepts and foundations of divine civilization become united with the material advancement of man, there is no doubt that the happiness of the human world will be attained and that from every direction the glad tidings of peace upon earth will be announced. Then humankind will achieve extraordinary progress, the sphere of human intelligence will be immeasurably enlarged, wonderful inventions will appear, and the spirit of God will reveal itself; all men will consort in joy and fragrance, and eternal life will be conferred upon the children of the Kingdom. Then will the power of the divine make itself effective and the breath of the Holy Spirit penetrate the essence of all things. Therefore, the material and the divine, or merciful, civilizations must progress together until the highest aspirations and desires of humanity shall become realized.
These are a few of the teachings and principles of Bahá’u’lláh, briefly presented so that you may be informed of their significance and purpose and find them a stimulus to your knowledge and actions. I ask God to assist this prosperous and progressive nation and to bestow His blessings upon this just government and wonderful continent of the West.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in New York, Montclair, and Jersey City
11–20 May 1912
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11 May 1912
Talk at 227 Riverside Drive, New York
Notes by John G. Grundy
It is only three weeks that we have been away from the New York friends, yet so great has been the longing to see you that it seems like three months. We have had no rest by day or night since we left you—either traveling, moving about or speaking—yet it was all so pleasantly done, and we have been most happy. Praise be to God! Everywhere and all the time it has been harakat, harakat, harakat (“motion, motion, motion”).
The friends in America are very good. All the people we have met here are kind and pleasant. They are polite and not antagonistic, although somewhat inquisitive. A small minority of them seem prejudiced, yet even these have their good points. The American people have a real love for advancement. They are not content to stand still. They are most energetic and progressive. When you see a tree growing and developing, be hopeful of its outcome. It will blossom and bear fruit eventually. If you see dry wood or old trees, there is no hope whatever of fruitage.
The questions asked us have been opportune and to the point. Our answers have not been utilized for controversy and argument. We met savants and learned men and satisfied them with our explanations. Important people expressed their satisfaction and pleasure at our replies to their inquiries. In brief, it would be difficult to find in the aggregate of people we met anyone who was dissatisfied. Some scholastic minds aimed only at fruitless discussion. In Chicago we met two clergymen—delivering an address at the church of one and having dinner with the other. Both manifested great love. Likewise, among all the people we met, not a single soul arose in opposition or went away disappointed.
Yesterday in Washington we met a group of important people. One prominent in political circles came with a justice of the Supreme Court. There were many ladies of the diplomatic circle present. After we had spoken, the politician referred to raised the point that the foundation of all religions from time immemorial had been peace, love and accord—principles conducive to fellowship and unification—yet Jesus, he declared, had been “the cause of discord and strife and not a factor in the realization of unity.” “Therefore,” he said, “I cannot accept your statements and explanations that religion has been the source of human betterment.” After we explained further he said, “What you have stated may cause me to change my views and agree with you.” During this time the justice remained silent. Fearing he might have some feeling of dissatisfaction, we asked if anything presented had been objectionable to his opinion. He replied, “Not at all! Not at all! It’s all right! It’s all right!” This is the characteristic expression of the Occident—“All right! All right!”
There were also present at this meeting several cabinet officers, United States senators, many from the foreign diplomatic service, army and navy officials and other dignitaries. The servant of God, our hostess, experienced much trouble in preparation and entertainment but was always active and energetic in service, inviting important and influential people to the gatherings. We spoke to all from their own standpoints with most satisfactory results; we were working day and night so there was very little time for individual and private interviews.
In Washington, too, we called a meeting of the blacks and whites. The attendance was very large, the blacks predominating. At our second gathering this was reversed, but at the third meeting we were unable to say which color predominated. These meetings were a great practical lesson upon the unity of colors and races in the Bahá’í teaching.
We said in part: The black man must ever be grateful to the white man, for he has manifested great courage and self-sacrifice in behalf of the black race. Four years he fought their cause, enduring severe hardships, sacrificing life, family, treasure, all for his black brother until the great war ended in the proclamation of freedom. By this effort and accomplishment the black race throughout the world was influenced and benefited. Had this not been accomplished, the black man in Africa would still be bound by the chains of slavery. Therefore, his race should everywhere be grateful, for no greater evidence of humanism and courageous devotion could be shown than the white man has displayed. If the blacks of the United States forget this sacrifice, zeal and manhood on the part of the whites, no ingratitude could be greater or more censurable. If they could see the wretched conditions and surroundings of the black people of Africa today, the contrast would be apparent and the fact clearly evident that the black race in America enjoys incomparable advantages. The comfort and civilization under which they live here are due to the white man’s effort and sacrifice. Had this sacrifice not been made, they would still be in the bonds and chains of slavery, scarcely lifted out of an aboriginal condition. Therefore, always show forth your gratitude to the white man. Eventually all differences will disappear, and you will completely win his friendship.
God maketh no distinction between the white and the black. If the hearts are pure both are acceptable unto Him. God is no respecter of persons on account of either color or race. All colors are acceptable to Him, be they white, black, or yellow. Inasmuch as all were created in the image of God, we must bring ourselves to realize that all embody divine possibilities. If you go into a garden and find all the flowers alike in form, species and color, the effect is wearisome to the eye. The garden is more beautiful when the flowers are many-colored and different; the variety lends charm and adornment. In a flock of doves some are white, some black, red, blue; yet they make no distinction among themselves. All are doves no matter what the color.
This variety in forms and colorings which is manifest in all the kingdoms is according to creative wisdom and has a divine purpose. Nevertheless, whether the creatures be all alike or all different should not be the cause of strife and quarreling among them. Especially why should man find cause for discord in the color or race of his fellow creature? No educated or illumined mind will allow that this differentiation and discord should exist or that there is any ground for it. Therefore, the whites should be just and kind to the blacks, who in turn should reflect an equal measure of appreciation and gratitude. Then will the world become as one great garden of flowering humanity, variegated and multicolored, rivaling each other only in the virtues and graces which are spiritual.
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12 May 1912
Talk at Unity Church Montclair, New Jersey
Notes by Esther Foster
I wish to speak upon the subject of divine unity, the oneness of God, before this revered assemblage.
It is a self-evident fact that phenomenal existence can never grasp nor comprehend the ancient and essential Reality.

Utter weakness cannot understand absolute strength.

When we view the world of creation, we discover differences in degree which make it impossible for the lower to comprehend the higher.

For example, the mineral kingdom, no matter how much it may advance, can never comprehend the phenomena of the vegetable kingdom.

Whatever development the vegetable may attain, it can have no message from nor come in touch with the kingdom of the animal.

However perfect may be the growth of a tree, it cannot realize the sensation of sight, hearing, smell, taste and touch; these are beyond its limitation.

Although it is the possessor of existence in the world of creation, a tree, nevertheless, has no knowledge of the superior degree of the animal kingdom.

Likewise, no matter how great the advancement of the animal, it can have no idea of the human plane, no knowledge of intellect and spirit.

Difference in degree is an obstacle to this comprehension.

A lower degree cannot comprehend a higher although all are in the same world of creation—whether mineral, vegetable or animal.

Degree is the barrier and limitation.

In the human plane of existence we can say we have knowledge of a vegetable, its qualities and product; but the vegetable has no knowledge or comprehension whatever of us.

No matter how near perfection this rose may advance in its own sphere, it can never possess hearing and sight.

Inasmuch as in the creational world, which is phenomenal, difference of degree is an obstacle or hindrance to comprehension, how can the human being, which is a created exigency, comprehend the ancient divine Reality, which is essential?

This is impossible because the reality of Divinity is sanctified beyond the comprehension of the created being, man.
Furthermore, that which man can grasp is finite to man, and man to it is as infinite. Is it possible then for the reality of Divinity to be finite and the human creature infinite? On the contrary, the reverse is true; the human is finite while the essence of Divinity is infinite. Whatever comes within the sphere of human comprehension must be limited and finite. As the essence of Divinity transcends the comprehension of man, therefore God brings forth certain Manifestations of the divine Reality upon Whom He bestows heavenly effulgences in order that They may be intermediaries between humanity and Himself. These holy Manifestations or Prophets of God are as mirrors which have acquired illumination from the Sun of Truth, but the Sun does not descend from its high zenith and does not effect entrance within the mirror. In truth, this mirror has attained complete polish and purity until the utmost capacity of reflection has been developed in it; therefore, the Sun of Reality with its fullest effulgence and splendor is revealed therein. These mirrors are earthly, whereas the reality of Divinity is in its highest apogee. Although its lights are shining and its heat is manifest in them, although these mirrors are telling their story of its effulgence, the Sun, nevertheless, remains in its own lofty station; it does not descend; it does not effect entrance, because it is holy and sanctified.
The Sun of Divinity and of Reality has revealed itself in various mirrors. Though these mirrors are many, yet the Sun is one. The bestowals of God are one; the reality of the divine religion is one. Consider how one and the same light has reflected itself in the different mirrors or manifestations of it. There are certain souls who are lovers of the Sun; they perceive the effulgence of the Sun from every mirror. They are not fettered or attached to the mirrors; they are attached to the Sun itself and adore it, no matter from what point it may shine. But those who adore the mirror and are attached to it become deprived of witnessing the light of the Sun when it shines forth from another mirror. For instance, the Sun of Reality revealed itself from the Mosaic mirror. The people who were sincere accepted and believed in it. When the same Sun shone from the Messianic mirror, the Jews who were not lovers of the Sun and who were fettered by their adoration of the mirror of Moses did not perceive the lights and effulgences of the Sun of Reality resplendent in Jesus; therefore, they were deprived of its bestowals. Yet the Sun of Reality, the Word of God, shone from the Messianic mirror through the wonderful channel of Jesus Christ more fully and more wonderfully. Its effulgences were manifestly radiant, but even to this day the Jews are holding to the Mosaic mirror. Therefore, they are bereft of witnessing the lights of eternity in Jesus.
In brief, the sun is one sun, the light is one light which shines upon all phenomenal beings. Every creature has a portion thereof, but the pure mirror can reveal the story of its bounty more fully and completely. Therefore, we must adore the light of the Sun, no matter through what mirror it may be revealed. We must not entertain prejudice, for prejudice is an obstacle to realization. Inasmuch as the effulgence is one effulgence, the human realities must all become recipients of the same light, recognizing in it the compelling force that unites them in its illumination.
As this is the radiant century, it is my hope that the Sun of Truth may illumine all humanity. May the eyes be opened and the ears become attentive; may souls become resuscitated and consort together in the utmost harmony as recipients of the same light. Perchance, God will remove this strife and warfare of thousands of years. May this bloodshed pass away, this tyranny and oppression cease, this warfare be ended. May the light of love shine forth and illumine hearts, and may human lives be cemented and connected until all of us may find agreement and tranquillity beneath the same tabernacle and with the standard of the Most Great Peace above us move steadily onward.
O Thou kind Lord! O Thou Who art generous and merciful! We are the servants of Thy threshold and are gathered beneath the sheltering shadow of Thy divine unity. The sun of Thy mercy is shining upon all, and the clouds of Thy bounty shower upon all. Thy gifts encompass all, Thy loving providence sustains all, Thy protection overshadows all, and the glances of Thy favor are cast upon all. O Lord! Grant Thine infinite bestowals, and let the light of Thy guidance shine. Illumine the eyes, gladden the hearts with abiding joy. Confer a new spirit upon all people and bestow upon them eternal life. Unlock the gates of true understanding and let the light of faith shine resplendent. Gather all people beneath the shadow of Thy bounty and cause them to unite in harmony, so that they may become as the rays of one sun, as the waves of one ocean, and as the fruit of one tree. May they drink from the same fountain. May they be refreshed by the same breeze. May they receive illumination from the same source of light. Thou art the Giver, the Merciful, the Omnipotent.
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12 May 1912
Talk at Meeting of International Peace Forum Grace Methodist Episcopal Church West 104th Street, New York
Notes by Esther Foster
When we review history from the beginning down to the present day, we find that strife and warfare have prevailed throughout the human world. Wars—religious, racial or political—have arisen from human ignorance, misunderstanding and lack of education. We will first consider religious strife and conflict.
It is evident that the divine Prophets have appeared in the world to establish love and agreement among mankind. They have been the Shepherds and not the wolves. The Shepherd comes forth to gather and lead his flock and not to disperse them by creating strife. Every divine Shepherd has assembled a flock which had formerly been scattered. Among the Shepherds was Moses. At a time when the tribes of Israel were wandering and dispersed, He assembled, united and educated them to higher degrees of capacity and progress until they passed out of the wilderness of discipline into the holy land of possession. He transformed their degradation into glory, changed their poverty into wealth and replaced their vices by virtues until they rose to such a zenith that the splendor of the sovereignty of Solomon was made possible, and the fame of their civilization extended to the East and the West. It is evident, therefore, that Moses was a divine Shepherd, for He gathered the tribes of Israel together and united them in the power and strength of a great nationhood.
When the Messianic star of Jesus Christ dawned, He declared He had come to gather together the lost tribes or scattered sheep of Moses. He not only shepherded the flock of Israel but brought together people of Chaldea, Egypt, Syria, ancient Assyria and Phoenicia. These people were in a state of utmost hostility, thirsting for the blood of each other with the ferocity of animals; but Jesus Christ brought them together, cemented and united them in His Cause and established such a bond of love among them that enmity and warfare were abandoned. It is evident, therefore, that the divine teachings are intended to create a bond of unity in the human world and establish the foundations of love and fellowship among mankind. Divine religion is not a cause for discord and disagreement. If religion becomes the source of antagonism and strife, the absence of religion is to be preferred. Religion is meant to be the quickening life of the body politic; if it be the cause of death to humanity, its nonexistence would be a blessing and benefit to man. Therefore, in this day the divine teachings must be sought, for they are the remedies for the present conditions of the world of humanity. The purpose of a remedy is to heal and cure. If it be productive of worse symptoms, its absence or discontinuance is preferable.
At a time when the Arabian tribes and nomadic peoples were widely separated, living in the deserts under lawless conditions, strife and bloodshed continual among them, no tribe free from the menace of attack and destruction by another—at such a critical time Muḥammad appeared. He gathered these wild tribes of the desert together, reconciled, united and caused them to agree so that enmity and warfare ceased. The Arabian nation immediately advanced until its dominion extended westward to Spain and Andalusia.
From these facts and premises we may conclude that the establishing of the divine religions is for peace, not for war and the shedding of blood. Inasmuch as all are founded upon one reality which is love and unity, the wars and dissensions which have characterized the history of religion have been due to imitations and superstitions which arise afterward. Religion is reality, and reality is one. The fundamentals of the religion of God are, therefore, one in reality. There is neither difference nor change in the fundamentals. Variance is caused by blind imitations, prejudices and adherence to forms which appear later; and inasmuch as these differ, discord and strife result. If the religions of the world would forsake these causes of difficulty and seek the fundamentals, all would agree, and strife and dissension would pass away; for religion and reality are one and not multiple.
Other wars are caused by purely imaginary racial differences; for humanity is one kind, one race and progeny, inhabiting the same globe.

In the creative plan there is no racial distinction and separation such as Frenchman, Englishman, American, German, Italian or Spaniard; all belong to one household.

These boundaries and distinctions are human and artificial, not natural and original.

All mankind are the fruits of one tree, flowers of the same garden, waves of one sea.

In the animal kingdom no such distinction and separation are observed.

The sheep of the East and the sheep of the West would associate peacefully.

The Oriental flock would not look surprised as if saying, “These are sheep of the Occident; they do not belong to our country.”

All would gather in harmony and enjoy the same pasture without evidence of local or racial distinction.

The birds of different countries mingle in friendliness.

We find these virtues in the animal kingdom.

Shall man deprive himself of these virtues?

Man is endowed with superior reasoning power and the faculty of perception; he is the manifestation of divine bestowals.

Shall racial ideas prevail and obscure the creative purpose of unity in his kingdom?

Shall he say, “I am a German,”

“I am a Frenchman” or an “Englishman” and declare war because of this imaginary and human distinction?

God forbid!

This earth is one household and the native land of all humanity; therefore, the human race should ignore distinctions and boundaries which are artificial and conducive to disagreement and hostility.

We have come from the East.

Praise be to God!

We find this continent prosperous, the climate salubrious and delightful, the inhabitants genial and courteous, the government equitable and just.

Shall we entertain any other thought and feeling than that of love for you?

Shall we say, “This is not our native land; therefore, everything is objectionable”?

This would be gross ignorance to which man must not subject himself.

Man is endowed with powers to investigate reality, and the reality is that humanity is one in kind and equal in the creative plan.

Therefore, false distinctions of race and native land, which are factors and causes of warfare, must be abandoned.
Consider what is happening in Tripoli: how the poor are being killed and the blood of the helpless is being shed upon both sides; children, made fatherless; fathers, lamenting the death of their sons; mothers, bewailing the loss of dear ones.

And what is the benefit after all?

Nothing conceivable.

Is it, therefore, justifiable?

The domestic animals do not manifest hatred and cruelty toward each other; that is the attribute of the wild and ferocious beasts.

In a flock of one thousand sheep you will witness no bloodshed.

Numberless species of birds are peaceful in flocks.

Wolves, lions, tigers are ferocious because it is their natural and necessary means for obtaining food.

Man has no need of such ferocity; his food is provided in other ways.

Therefore, it is evident that warfare, cruelty and bloodshed in the kingdom of man are caused by human greed, hatred and selfishness.

The kings and rulers of nations enjoy luxury and ease in their palaces and send the common people to the battlefield—offer them as the food and targets of cannon.

Each day they invent new instruments for the more complete destruction of the foundations of the human race.

They are callous and merciless toward their fellow creatures.

What shall atone for the sufferings and grief of mothers who have so tenderly cared for their sons?

What sleepless nights they have spent, and what days of devotion and love they have given to bring their children to maturity!

Yet the savagery of these warring rulers causes great numbers of their victims to be torn and mutilated in a day.

What ignorance and degradation, yea even greater than the ferocious beasts themselves!

For a wolf will carry away and devour one sheep at a time, whereas an ambitious tyrant may cause the death of one hundred thousand men in a battle and glory in his military prowess, saying, “I am commander in chief; I have won this mighty victory.”

Consider the ignorance and inconsistency of the human race.

If a man kills another, no matter what the cause may be, he is pronounced a murderer, imprisoned or executed; but the brutal oppressor who has slain one hundred thousand is idolized as a hero, conqueror or military genius.

A man steals a small sum of money; he is called a thief and sent to the penitentiary; but the military leader who invades and pillages a whole kingdom is acclaimed heroic and a mighty man of valor.

How base and ignorant is man!
In Persia previous to the middle of the nineteenth century among the various tribes and peoples, sects and denominations there existed the greatest animosity, strife and hatred. At that time, too, all the other nations of the East were in the same condition. Religionists were hostile and bigoted, sects were at enmity, races hated each other, tribes were constantly at war; everywhere antagonism and conflict prevailed. Men shunned and were suspicious of each other. The man who could kill a number of his fellow creatures was glorified for his heroism and strength. Among religionists it was esteemed a praiseworthy deed to take the life of one who held an opposite belief. At this time Bahá’u’lláh arose and declared His mission. He founded the oneness of the world of humanity, proclaimed that all are servants of the loving and merciful God Who has created, nourished and provided for all; therefore, why should men be unjust and unkind to each other, showing forth that which is contrary to God? As He loves us, why should we entertain animosity and hate? If God did not love all, He would not have created, trained and provided for all. Loving-kindness is the divine policy. Shall we consider human policy and attitude superior to the wisdom and policy of God? This would be inconceivable, impossible. Therefore, we must emulate and follow the divine policy, dealing with each other in the utmost love and tenderness.
Bahá’u’lláh declared the Most Great Peace and international arbitration. He voiced these principles in numerous Epistles which were circulated broadcast throughout the East. He wrote to all the kings and rulers, encouraging, advising and admonishing them in regard to the establishment of peace, making it evident by conclusive proofs that the happiness and glory of humanity can only be assured through disarmament and arbitration. This was nearly fifty years ago. Because He promulgated the message of universal peace and international agreement, the kings of the Orient arose against Him, for they did not find their personal and national benefits advanced by His admonition and teaching. They persecuted Him bitterly, inflicted upon Him every torment, imprisoned, bastinadoed, banished Him and eventually confined Him in a fortress. Then they arose against His followers. For the establishment of international peace the blood of twenty thousand Bahá’ís was spilled. Their homes were destroyed, their children made captives and their possessions pillaged, yet none of these people waxed cold or wavered in devotion. Even to this day the Bahá’ís are persecuted, and quite recently a number were killed, for wherever they are found they put forth the greatest efforts to establish the peace of the world. They not only promulgate principles; they are people of action.
In Persia today through the teachings of Bahá’u’lláh you will find people of various beliefs and denominations living together in the utmost peace and agreement.

The former enmities and hatred have passed away, and they exercise the utmost love toward all mankind, for they realize and know that all are the creatures and servants of one God.

This is directly due to the divine teachings.

At most it is simply this: that the ignorant must be educated, the ailing must be healed, those who are as children in the scale of development must be helped to reach the age of maturity.

We must not be unfriendly to anyone because of ignorance; neither must we reject the immature or turn away from the sick but administer the remedy for each human need until all are united in the providence of God.

Therefore, it is evident that the essential foundations of the divine religions are unity and love.

If religion be productive of discord among mankind, it is a destroyer and not divine, for religion implies unity and binding together and not separation.

Mere knowledge of principles is not sufficient.

We all know and admit that justice is good, but there is need of volition and action to carry out and manifest it.

For example, we might think it good to build a church, but simply thinking of it as a good thing will not help its erection.

The ways and means must be provided; we must will to build it and then proceed with the construction.

All of us know that international peace is good, that it is conducive to human welfare and the glory of man, but volition and action are necessary before it can be established.

Action is essential.

Inasmuch as this century is a century of light, capacity for action is assured to mankind.

Necessarily the divine principles will be spread among men until the time of action arrives.

Surely this has been so, and truly the time and conditions are ripe for action now.

All men know that, verily, war is a destroyer of human foundations, and in every country of the world this is admitted and apparent.

I find the United States of America an exceedingly progressive nation, the government just, the people in a state of readiness and the principle of equality established to an extraordinary degree.

Therefore, it is my hope that, inasmuch as the standard of international peace must be upraised, it may be upraised upon this continent, for this nation is more deserving and has greater capacity for such an initial step than any other.

If other nations should attempt to do this, the motive would be misunderstood.

For instance, if Great Britain should declare for international peace, it would be said that it has been done to ensure the safety of her colonies.

If France should hoist the standard, other nations would declare some hidden diplomatic policy underlies the action; Russia would be suspected of national designs if the first step were taken by that people, and so on with all the European and eastern governments.

But the United States of America could not be accused of any such selfish interest.

Your government has, strictly speaking, no colonies to protect.

You are not endeavoring to extend your domain, nor have you need of territorial expansion.

Therefore, if America takes the first step toward the establishing of world peace, it is certain to be ascribed to unselfishness and altruism.

The world will say, “There is no other motive than altruism and service to humanity in this action by the United States.”

Therefore, it is my hope that you may stand forth as the first herald of peace and hoist this banner, for this banner will be hoisted.

Raise it aloft, for you are the most qualified and deserving of nations.

The other countries await this summons, expect this call to the standard of reconciliation, for the whole world is distressed because of the excessive burden and irreparable damage of war.

Taxes are levied to meet its drain.

Every year the burden increases, and the people have come to their end.

Just now Europe is a battlefield of ammunition ready for a spark, and one spark will set aflame the whole world.

Before these complications and cataclysmic events happen, take the step to prevent it.
The foundations of all the divine religions are peace and agreement, but misunderstandings and ignorance have developed. If these are caused to disappear, you will see that all the religious agencies will work for peace and promulgate the oneness of humankind. For the foundation of all is reality, and reality is not multiple or divisible. Moses founded it, Jesus raised its tent, and its brilliant light has shone forth in all the religions. Bahá’u’lláh proclaimed this one reality and spread the message of the Most Great Peace. Even in prison He rested not until He lighted this lamp in the East. Praise be to God! All who have accepted His teachings are lovers of peace, peacemakers ready to sacrifice their lives and expend their possessions for it. Now let this standard be upraised in the West, and many will respond to the call. America has become renowned for her discoveries, inventions and artistic skill, famous for equity of government and stupendous undertakings; now may she also become noted and celebrated as the herald and messenger of universal peace. Let this be her mission and undertaking, and may its blessed impetus spread to all countries. I pray for all of you that you may render this service to the world of humanity.
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13 May 1912
Talk at Reception by New York Peace Society Hotel Astor, New York
Notes by Esther Foster
Although I felt indisposed this afternoon, yet because I attach great importance to this assembly and was longing to see your faces, I have come. The expression of kindly feelings and the spirit of hospitality manifested by the former speakers are most grateful. I am thankful for the susceptibilities of your hearts, for it is an evidence that your greatest desire is the establishment of international peace. You are lovers of the oneness of humanity, seekers after the good pleasure of the Lord, investigators of the foundations of the divine religions.
Today there is no greater glory for man than that of service in the cause of the Most Great Peace.

Peace is light, whereas war is darkness.

Peace is life; war is death.

Peace is guidance; war is error.

Peace is the foundation of God; war is a satanic institution.

Peace is the illumination of the world of humanity; war is the destroyer of human foundations.

When we consider outcomes in the world of existence, we find that peace and fellowship are factors of upbuilding and betterment, whereas war and strife are the causes of destruction and disintegration.

All created things are expressions of the affinity and cohesion of elementary substances, and nonexistence is the absence of their attraction and agreement.

Various elements unite harmoniously in composition, but when these elements become discordant, repelling each other, decomposition and nonexistence result.

Everything partakes of this nature and is subject to this principle, for the creative foundation in all its degrees and kingdoms is an expression or outcome of love.

Consider the restlessness and agitation of the human world today because of war.

Peace is health and construction; war is disease and dissolution.

When the banner of truth is raised, peace becomes the cause of the welfare and advancement of the human world.

In all cycles and ages war has been a factor of derangement and discomfort, whereas peace and brotherhood have brought security and consideration of human interests.

This distinction is especially pronounced in the present world conditions, for warfare in former centuries had not attained the degree of savagery and destructiveness which now characterizes it.

If two nations were at war in olden times, ten or twenty thousand would be sacrificed, but in this century the destruction of one hundred thousand lives in a day is quite possible.

So perfected has the science of killing become and so efficient the means and instruments of its accomplishment that a whole nation can be obliterated in a short time.

Therefore, comparison with the methods and results of ancient warfare is out of the question.
According to an intrinsic law all phenomena of being attain to a summit and degree of consummation, after which a new order and condition is established. As the instruments and science of war have reached the degree of thoroughness and proficiency, it is hoped that the transformation of the human world is at hand and that in the coming centuries all the energies and inventions of man will be utilized in promoting the interests of peace and brotherhood. Therefore, may this esteemed and worthy society for the establishment of international peace be confirmed in its sincere intentions and empowered by God. Then will it hasten the time when the banner of universal agreement will be raised and international welfare will be proclaimed and consummated so that the darkness which now encompasses the world shall pass away.
Sixty years ago Bahá’u’lláh was in Persia. Seventy years ago the Báb appeared there. These two Blessed Souls devoted Their lives to the foundation of international peace and love among mankind. They strove with heart and soul to establish the teachings by which divergent people might be brought together and no strife, rancor or hatred prevail. Bahá’u’lláh, addressing all humanity, said that Adam, the parent of mankind, may be likened to the tree of nativity upon which you are the leaves and blossoms. Inasmuch as your origin was one, you must now be united and agreed; you must consort with each other in joy and fragrance. He pronounced prejudice—whether religious, racial, patriotic, political—the destroyer of the body politic. He said that man must recognize the oneness of humanity, for all in origin belong to the same household, and all are servants of the same God. Therefore, mankind must continue in the state of fellowship and love, emulating the institutions of God and turning away from satanic promptings, for the divine bestowals bring forth unity and agreement, whereas satanic leadings induce hatred and war.
This remarkable Personage was able by these principles to establish a bond of unity among the differing sects and divergent people of Persia. Those who followed His teachings, no matter from what denomination or faction they came, were conjoined by the ties of love, until now they cooperate and live together in peace and agreement. They are real brothers and sisters. No distinctions of class are observed among them, and complete harmony prevails. Daily this bond of affinity is strengthening, and their spiritual fellowship continually develops. In order to ensure the progress of mankind and to establish these principles Bahá’u’lláh suffered every ordeal and difficulty. The Báb became a martyr, and over twenty thousand men and women sacrificed their lives for their faith. Bahá’u’lláh was imprisoned and subjected to severe persecutions. Finally, He was exiled from Persia to Mesopotamia; from Baghdád He was sent to Constantinople and Adrianople and from thence to the prison of ‘Akká in Syria. Through all these ordeals He strove day and night to proclaim the oneness of humanity and promulgate the message of universal peace. From the prison of ‘Akká He addressed the kings and rulers of the earth in lengthy letters, summoning them to international agreement and explicitly stating that the standard of the Most Great Peace would surely be upraised in the world.
This has come to pass.

The powers of earth cannot withstand the privileges and bestowals which God has ordained for this great and glorious century.

It is a need and exigency of the time.

Man can withstand anything except that which is divinely intended and indicated for the age and its requirements.

Now—praise be to God!—in all countries of the world, lovers of peace are to be found, and these principles are being spread among mankind, especially in this country.

Praise be to God!

This thought is prevailing, and souls are continually arising as defenders of the oneness of humanity, endeavoring to assist and establish international peace.

There is no doubt that this wonderful democracy will be able to realize it, and the banner of international agreement will be unfurled here to spread onward and outward among all the nations of the world.

I give thanks to God that I find you imbued with such susceptibilities and lofty aspirations, and I hope that you will be the means of spreading this light to all men.

Thus may the Sun of Reality shine upon the East and West.

The enveloping clouds shall pass away, and the heat of the divine rays will dispel the mist.

The reality of man shall develop and come forth as the image of God, his Creator.

The thoughts of man shall take such upward flight that former accomplishments shall appear as the play of children, for the ideas and beliefs of the past and the prejudices regarding race and religion have ever lowered and been destructive to human evolution.

I am most hopeful that in this century these lofty thoughts shall be conducive to human welfare.

Let this century be the sun of previous centuries, the effulgences of which shall last forever, so that in times to come they shall glorify the twentieth century, saying the twentieth century was the century of lights, the twentieth century was the century of life, the twentieth century was the century of international peace, the twentieth century was the century of divine bestowals, and the twentieth century has left traces which shall last forever.
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19 May 1912
Talk at Church of the Divine Paternity Central Park West, New York
Notes by Esther Foster
Religions are many, but the reality of religion is one. The days are many, but the sun is one. The fountains are many, but the fountainhead is one. The branches are many, but the tree is one.
The foundation of the divine religions is reality; were there no reality, there would be no religions. Abraham heralded reality. Moses promulgated reality. Christ established reality. Muḥammad was the Messenger of reality. The Báb was the door of reality. Bahá’u’lláh was the splendor of reality. Reality is one; it does not admit multiplicity or division. Reality is as the sun, which shines forth from different dawning points; it is as the light, which has illumined many lanterns.
Therefore, if the religions investigate reality and seek the essential truth of their own foundations, they will agree and no difference will be found. But inasmuch as religions are submerged in dogmatic imitations, forsaking the original foundations, and as imitations differ widely, therefore, the religions are divergent and antagonistic. These imitations may be likened to clouds which obscure the sunrise; but reality is the sun. If the clouds disperse, the Sun of Reality shines upon all, and no difference of vision will exist. The religions will then agree, for fundamentally they are the same. The subject is one, but predicates are many.
The divine religions are like the progression of the seasons of the year.

When the earth becomes dead and desolate and because of frost and cold no trace of vanished spring remains, the springtime dawns again and clothes everything with a new garment of life.

The meadows become fresh and green, the trees are adorned with verdure and fruits appear upon them.

Then the winter comes again, and all the traces of spring disappear.

This is the continuous cycle of the seasons—spring, winter, then the return of spring.

But though the calendar changes and the years move forward, each springtime that comes is the return of the springtime that has gone; this spring is the renewal of the former spring.

Springtime is springtime, no matter when or how often it comes.

The divine Prophets are as the coming of spring, each renewing and quickening the teachings of the Prophet Who came before Him.

Just as all seasons of spring are essentially one as to newness of life, vernal showers and beauty, so the essence of the mission and accomplishment of all the Prophets is one and the same.

Now the people of religion have lost sight of the essential reality of the spiritual springtime.

They have held tenaciously to ancestral forms and imitations, and because of this there is variance, strife and altercation among them.

Therefore, we must now abandon these imitations and seek the foundation of the divine teachings; and inasmuch as the foundation is one reality, the divergent religionists must agree in it so that love and unity will be established among all people and denominations.
At a time when the Orient was rent by religious dissension Bahá’u’lláh appeared. He founded teachings which became the means of uniting the various and divergent peoples. He promulgated principles which removed the cause of their dissension, until today in Persia those who had been constantly at war are united. Christians, Muslims, Zoroastrians, Jews—people of every belief and denomination who have followed the teachings of Bahá’u’lláh—have attained complete fellowship and spiritual agreement. Former differences and dissensions have passed away entirely. Some of the principles of Bahá’u’lláh’s teaching are as follows:
First, that the oneness of humanity shall be recognized and established. All men are the servants of God. He has created all; He is the Provider and Preserver; He is loving to all. Inasmuch as He is just and kind, why should we be unjust toward each other? As God has quickened us with life, why should we be the cause of death? As He has comforted us, why should we be the cause of anxiety and suffering? Can humanity conceive a plan and policy better and superior to that of God? It is certain that no matter how capable man may be in origination of plan and organization of purpose, his efforts will be inadequate when compared with the divine plan and purpose; for the policy of God is perfect. Therefore, we must follow the will and plan of God. As He is kind to all, we must be likewise; and it is certain that this will be most acceptable to God.
Second, that truth or reality must be investigated; for reality is one, and by investigating it all will find love and unity. Those who are ignorant must be educated, the ailing must be healed, the undeveloped must be brought to maturity. Shall we reject or oppose the ignorant, sick or immature because of their incapacity? Is it not better to be kind and gentle and to provide the means of remedy? Therefore, under no circumstances whatsoever should we assume any attitude except that of gentleness and humility.
Third, that religion is in harmony with science. The fundamental principles of the Prophets are scientific, but the forms and imitations which have appeared are opposed to science. If religion does not agree with science, it is superstition and ignorance; for God has endowed man with reason in order that he may perceive reality. The foundations of religion are reasonable. God has created us with intelligence to perceive them. If they are opposed to science and reason, how could they be believed and followed?
Fourth, that religion must be conducive to love and unity among mankind; for if it be the cause of enmity and strife, the absence of religion is preferable.

When Moses appeared, the tribes of Israel were in a state of disunion as captives of the Pharaohs.

Moses gathered them together, and the divine law established fellowship among them.

They became as one people, united, consolidated, after which they were rescued from bondage.

They passed into the promised land, advanced in all degrees, developed sciences and arts, progressed in material affairs, increased in divine or spiritual civilization until their nation rose to its zenith in the sovereignty of Solomon.

It is evident, therefore, that religion is the cause of unity, fellowship and progress among mankind.

The function of a shepherd is to gather the sheep together and not to scatter them.

Then Christ appeared.

He united varying and divergent creeds and warring people of His time.

He brought together Greeks and Romans, reconciled Egyptians and Assyrians, Chaldeans and Phoenicians.

Christ established unity and agreement among people of these hostile and warring nations.

Therefore, it is again evident that the purpose of religion is peace and concord.

Likewise, Muḥammad appeared at a time when the peoples and tribes of Arabia were divergent and in a state of continual warfare.

They killed each other, pillaged and took captive wives and children.

Muḥammad united these fierce tribes, established a foundation of fellowship among them so that they gave up warring against each other absolutely and established communities.

The result was that the Arabian tribes freed themselves from the Persian yoke and Roman control, established an independent sovereignty which rose to a high degree of civilization, advanced in sciences and arts, extended the Saracen dominion as far west as Spain and Andalusia and became famous throughout the world.

Therefore, it is proved once more that the religion of God is intended to be the cause of advancement and solidarity and not of enmity and dissolution.

If it becomes the cause of hatred and strife, its absence is preferable.

Its purpose is unity, and its foundations are one.
When Bahá’u’lláh appeared in Persia, violent strife and hatred separated the peoples and tribes of that country. They would not come together for any purpose except war; they would not partake of the same food, or drink of the same water; association and intercourse were impossible. Bahá’u’lláh founded the oneness of humanity among these people and bound their hearts together with such ties of love that they were completely united. He reestablished the prophetic foundations, reformed and renewed the principles laid down by the Messengers of God who had preceded Him. And now it is hoped that through His life and teachings the East and West shall become so united that no trace of enmity, strife and discord shall remain.
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19 May 1912
Talk at Brotherhood Church Bergen and Fairview Avenues, Jersey City, New Jersey
Notes by Esther Foster
Because this is called the Church of Brotherhood, I wish to speak upon the brotherhood of mankind. There is perfect brotherhood underlying humanity, for all are servants of one God and belong to one family under the protection of divine providence. The bond of fraternity exists in humanity because all are intelligent beings created in the realm of evolutionary growth. There is brotherhood potential in humanity because all inhabit this earthly globe under the one canopy of heaven. There is brotherhood natal in mankind because all are elements of one human society subject to the necessity of agreement and cooperation. There is brotherhood intended in humanity because all are waves of one sea, leaves and fruit of one tree. This is physical fellowship which ensures material happiness in the human world. The stronger it becomes, the more will mankind advance and the circle of materiality be enlarged.
The real brotherhood is spiritual, for physical brotherhood is subject to separation. The wars of the outer world of existence separate humankind, but in the eternal world of spiritual brotherhood separation is unknown. Material or physical association is based upon earthly interests, but divine fellowship owes its existence to the breaths of the Holy Spirit. Spiritual brotherhood may be likened to the light, while the souls of humankind are as lanterns. The incandescent lamps here are many, yet the light is one.
At a time in the Orient when even physical brotherhood was not in existence Bahá’u’lláh appeared.

At first He set forth the principles of physical brotherhood and afterward founded the spiritual brotherhood.

He breathed such a spirit into the countries of the Orient that various peoples and warring tribes were blended in unity.

Their bestowals and susceptibilities became one, their purposes one purpose, their desires one desire to such a degree that they sacrificed themselves for each other, forfeiting name, possessions and comfort.

Their fellowship became indissoluble.

This is eternal, spiritual fellowship, heavenly and divine brotherhood, which defies dissolution.

Material civilization advances through the physical association of mankind.

The progress you observe in the outer world is founded mainly upon the fraternity of material interests.

Were it not for this physical and mental association, civilization would not have progressed.

Now—praise be to God!—the indissoluble spiritual association is evident; therefore, it is certain that divine civilization has been founded, and the world will progress and advance spiritually.

In this radiant century divine knowledge, merciful attributes and spiritual virtues will attain the highest degree of advancement.

The traces have become manifest in Persia.

Souls have advanced to such a degree as to forfeit life and possessions for each other.

Their spiritual perceptions have developed; their intelligence has quickened; their souls are awakened.

The utmost love has been manifested.

Therefore, it is my hope that spiritual fraternity shall unite the East and the West and bring about the complete abolition of warfare among mankind.

May it bind together individuals and members of the human family and be the cause of advancing minds, illuminating hearts and allowing divine bestowals to encompass us from all directions.

May spiritual susceptibilities set hearts aglow with the message of glad tidings.

May spiritual brotherhood cause rebirth and regeneration, for its creative quickening emanates from the breaths of the Holy Spirit and is founded by the power of God.

Surely that which is founded through the divine power of the Holy Spirit is permanent in its potency and lasting in its effect.
Material brotherhood does not prevent nor remove warfare; it does not dispel differences among mankind.

But spiritual alliance destroys the very foundation of war, effaces differences entirely, promulgates the oneness of humanity, revivifies mankind, causes hearts to turn to the Kingdom of God and baptizes souls with the Holy Spirit.

Through this divine brotherhood the material world will become resplendent with the lights of Divinity, the mirror of materiality will acquire its lights from heaven, and justice will be established in the world so that no trace of darkness, hatred and enmity shall be visible.

Humanity shall come within the bounds of security, the Prophethood of all the Messengers of God shall be established, Zion shall leap and dance, Jerusalem shall rejoice, the Mosaic flame shall ignite, the Messianic light shall shine, the world will become another world, and humanity shall put on another power.

This is the greatest divine bestowal; this is the effulgence of the Kingdom of God; this is the day of illumination; this is the merciful century.

We must appreciate these things and strive in order that the utmost desire of the Prophets may now be realized and all the glad tidings be fulfilled.

Trust in the favor of God.

Look not at your own capacities, for the divine bestowal can transform a drop into an ocean; it can make a tiny seed a lofty tree.

Verily, divine bestowals are like the sea, and we are the fishes of that sea.

The fishes must not look at themselves; they must behold the ocean, which is vast and wonderful.

Provision for the sustenance of all is in this ocean; therefore, the divine bounties encompass all, and love eternal shines upon all.
The question has been asked:

Will the spiritual progress of the world equal and keep pace with material progress in the future?

In a living organism the full measure of its development is not known or realized at the time of its inception or birth.

Development and progression imply gradual stages or degrees.

For example, spiritual advancement may be likened to the light of the early dawn.

Although this dawn light is dim and pale, a wise man who views the march of the sunrise at its very beginning can foretell the ascendancy of the sun in its full glory and effulgence.

He knows for a certainty that it is the beginning of its manifestation and that later it will assume great power and potency.

Again, for example, if he takes a seed and observes that it is sprouting, he will know assuredly that it will ultimately become a tree.

Now is the beginning of the manifestation of the spiritual power, and inevitably the potency of its life forces will assume greater and greater proportions.

Therefore, this twentieth century is the dawn, or beginning, of spiritual illumination, and it is evident that day by day it will advance.

It will reach such a degree that spiritual effulgences will overcome the physical, so that divine susceptibilities will overpower material intelligence and the heavenly light dispel and banish earthly darkness.

Divine healing shall purify all ills, and the cloud of mercy will pour down its rain.

The Sun of Reality will shine, and all the earth shall put on its beautiful green carpet.

Among the results of the manifestation of spiritual forces will be that the human world will adapt itself to a new social form, the justice of God will become manifest throughout human affairs, and human equality will be universally established.

The poor will receive a great bestowal, and the rich attain eternal happiness.

For although at the present time the rich enjoy the greatest luxury and comfort, they are nevertheless deprived of eternal happiness; for eternal happiness is contingent upon giving, and the poor are everywhere in the state of abject need.

Through the manifestation of God’s great equity the poor of the world will be rewarded and assisted fully, and there will be a readjustment in the economic conditions of mankind so that in the future there will not be the abnormally rich nor the abject poor.

The rich will enjoy the privilege of this new economic condition as well as the poor, for owing to certain provisions and restrictions they will not be able to accumulate so much as to be burdened by its management, while the poor will be relieved from the stress of want and misery.

The rich will enjoy his palace, and the poor will have his comfortable cottage.
The essence of the matter is that divine justice will become manifest in human conditions and affairs, and all mankind will find comfort and enjoyment in life. It is not meant that all will be equal, for inequality in degree and capacity is a property of nature. Necessarily there will be rich people and also those who will be in want of their livelihood, but in the aggregate community there will be equalization and readjustment of values and interests. In the future there will be no very rich nor extremely poor. There will be an equilibrium of interests, and a condition will be established which will make both rich and poor comfortable and content. This will be an eternal and blessed outcome of the glorious twentieth century which will be realized universally. The significance of it is that the glad tidings of great joy revealed in the promises of the Holy Books will be fulfilled. Await ye this consummation.
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20 May 1912
Talk at Woman’s Suffrage Meeting Metropolitan Temple Seventh Avenue and Fourteenth Street, New York
Notes by Esther Foster
Today questions of the utmost importance are facing humanity, questions peculiar to this radiant century. In former centuries there was not even mention of them. Inasmuch as this is the century of illumination, the century of humanity, the century of divine bestowals, these questions are being presented for the expression of public opinion, and in all the countries of the world, discussion is taking place looking to their solution.
One of these questions concerns the rights of woman and her equality with man. In past ages it was held that woman and man were not equal—that is to say, woman was considered inferior to man, even from the standpoint of her anatomy and creation. She was considered especially inferior in intelligence, and the idea prevailed universally that it was not allowable for her to step into the arena of important affairs. In some countries man went so far as to believe and teach that woman belonged to a sphere lower than human. But in this century, which is the century of light and the revelation of mysteries, God is proving to the satisfaction of humanity that all this is ignorance and error; nay, rather, it is well established that mankind and womankind as parts of composite humanity are coequal and that no difference in estimate is allowable, for all are human. The conditions in past centuries were due to woman’s lack of opportunity. She was denied the right and privilege of education and left in her undeveloped state. Naturally, she could not and did not advance. In reality, God has created all mankind, and in the estimation of God there is no distinction as to male and female. The one whose heart is pure is acceptable in His sight, be that one man or woman. God does not inquire, “Art thou woman or art thou man?” He judges human actions. If these are acceptable in the threshold of the Glorious One, man and woman will be equally recognized and rewarded.
Furthermore, the education of woman is more necessary and important than that of man, for woman is the trainer of the child from its infancy. If she be defective and imperfect herself, the child will necessarily be deficient; therefore, imperfection of woman implies a condition of imperfection in all mankind, for it is the mother who rears, nurtures and guides the growth of the child. This is not the function of the father. If the educator be incompetent, the educated will be correspondingly lacking. This is evident and incontrovertible. Could the student be brilliant and accomplished if the teacher is illiterate and ignorant? The mothers are the first educators of mankind; if they be imperfect, alas for the condition and future of the race.
Again, it is well established in history that where woman has not participated in human affairs the outcomes have never attained a state of completion and perfection. On the other hand, every influential undertaking of the human world wherein woman has been a participant has attained importance. This is historically true and beyond disproof even in religion. Jesus Christ had twelve disciples and among His followers a woman known as Mary Magdalene. Judas Iscariot had become a traitor and hypocrite, and after the crucifixion the remaining eleven disciples were wavering and undecided. It is certain from the evidence of the Gospels that the one who comforted them and reestablished their faith was Mary Magdalene.
The world of humanity consists of two parts: male and female. Each is the complement of the other. Therefore, if one is defective, the other will necessarily be incomplete, and perfection cannot be attained. There is a right hand and a left hand in the human body, functionally equal in service and administration. If either proves defective, the defect will naturally extend to the other by involving the completeness of the whole; for accomplishment is not normal unless both are perfect. If we say one hand is deficient, we prove the inability and incapacity of the other; for single-handed there is no full accomplishment. Just as physical accomplishment is complete with two hands, so man and woman, the two parts of the social body, must be perfect. It is not natural that either should remain undeveloped; and until both are perfected, the happiness of the human world will not be realized.
The most momentous question of this day is international peace and arbitration, and universal peace is impossible without universal suffrage. Children are educated by the women. The mother bears the troubles and anxieties of rearing the child, undergoes the ordeal of its birth and training. Therefore, it is most difficult for mothers to send to the battlefield those upon whom they have lavished such love and care. Consider a son reared and trained twenty years by a devoted mother. What sleepless nights and restless, anxious days she has spent! Having brought him through dangers and difficulties to the age of maturity, how agonizing then to sacrifice him upon the battlefield! Therefore, the mothers will not sanction war nor be satisfied with it. So it will come to pass that when women participate fully and equally in the affairs of the world, when they enter confidently and capably the great arena of laws and politics, war will cease; for woman will be the obstacle and hindrance to it. This is true and without doubt.
It has been objected by some that woman is not equally capable with man and that she is deficient by creation.

This is pure imagination.

The difference in capability between man and woman is due entirely to opportunity and education.

Heretofore woman has been denied the right and privilege of equal development.

If equal opportunity be granted her, there is no doubt she would be the peer of man.

History will evidence this.

In past ages noted women have arisen in the affairs of nations and surpassed men in their accomplishments.

Among them was Zenobia, Queen of the East, whose capital was Palmyra.

Even today the site of that city bears witness to her greatness, ability and sovereignty; for there the traveler will find ruins of palaces and fortifications of the utmost strength and solidity built by this remarkable woman in the third century after Christ.

She was the wife of the governor-general of Athens.

After her husband’s death she assumed control of the government in his stead and ruled her province most efficiently.

Afterward she conquered Syria, subdued Egypt and founded a most wonderful kingdom with political sagacity and thoroughness.

The Roman Empire sent a great army against her.

When this army replete with martial splendor reached Syria, Zenobia herself appeared upon the field leading her forces.

On the day of battle she arrayed herself in regal garments, placed a crown upon her head and rode forth, sword in hand, to meet the invading legions.

By her courage and military strategy the Roman army was routed and so completely dispersed that they were not able to reorganize in retreat.

The government of Rome held consultation, saying, “No matter what commander we send, we cannot overcome her; therefore, the Emperor Aurelian himself must go to lead the legions of Rome against Zenobia.”

Aurelian marched into Syria with two hundred thousand soldiers.

The army of Zenobia was greatly inferior in size.

The Romans besieged her in Palmyra two years without success.

Finally, Aurelian was able to cut off the city’s supply of provisions so that she and her people were compelled by starvation to surrender.

She was not defeated in battle.

Aurelian carried her captive to Rome.

On the day of his entry into the city he arranged a triumphal procession—first elephants, then lions, tigers, birds, monkeys—and after the monkeys, Zenobia.

A crown was upon her head, a chain of gold about her neck.

With queenly dignity and unconscious of humiliation, looking to the right and left, she said, “Verily, I glory in being a woman and in having withstood the Roman Empire.” (At that time the dominion of Rome covered half the known earth.) “And this chain about my neck is a sign not of humiliation but of glorification.

This is a symbol of my power, not of my defeat.”
Among other historical women was Catherine I, wife of Peter the Great. Russia and Turkey were at war. Muḥammad Páshá, commander of the Turkish forces, had defeated Peter and was about to take St. Petersburg. The Russians were in a most critical position. Catherine, the wife of Peter, said, “I will arrange this matter.” She had an interview with Muḥammad Páshá, negotiated a treaty of peace and induced him to turn back. She saved her husband and her nation. This was a great accomplishment. Afterward she was crowned Empress of Russia and ruled with wisdom until her death.
The discovery of America by Columbus was during the reign of Isabella of Spain, to whose intelligence and assistance this wonderful accomplishment was largely due. In brief, many remarkable women have appeared in the history of the world, but further mention of them is not necessary.
Today among the Bahá’ís of Persia there are many women who are the very pride and envy of the men. They are imbued with all the virtues and excellences of humanity. They are eloquent; they are poets and scholars and embody the quintessence of humility. In political ability and acumen they have been able to cope and compete with representative men. They have consecrated their lives and forfeited their possessions in martyrdom for the sake of humanity, and the traces of their glory will last forever. The pages of the history of Persia are illumined by the lives and records of these women.
The purpose, in brief, is this: that if woman be fully educated and granted her rights, she will attain the capacity for wonderful accomplishments and prove herself the equal of man. She is the coadjutor of man, his complement and helpmeet. Both are human; both are endowed with potentialities of intelligence and embody the virtues of humanity. In all human powers and functions they are partners and coequals. At present in spheres of human activity woman does not manifest her natal prerogatives, owing to lack of education and opportunity. Without doubt education will establish her equality with men. Consider the animal kingdom, where no distinction is observed between male and female. They are equal in powers and privileges. Among birds of the air no distinction is evidenced. Their powers are equal; they dwell together in complete unity and mutual recognition of rights. Shall we not enjoy the same equality? Its absence is not befitting to mankind.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Cambridge and Boston
22–25 May 1912
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22 May 1912
Talk at the Tremont Temple at the Unitarian ConferenceBoston, Massachusetts
From Stenographic Notes
Creation is the expression of motion. Motion is life. A moving object is a living object, whereas that which is motionless and inert is as dead. All created forms are progressive in their planes, or kingdoms of existence, under the stimulus of the power or spirit of life. The universal energy is dynamic. Nothing is stationary in the material world of outer phenomena or in the inner world of intellect and consciousness.
Religion is the outer expression of the divine reality.

Therefore, it must be living, vitalized, moving and progressive.

If it be without motion and nonprogressive, it is without the divine life; it is dead.

The divine institutes are continuously active and evolutionary; therefore, the revelation of them must be progressive and continuous.

All things are subject to reformation.

This is a century of life and renewal.

Sciences and arts, industry and invention have been reformed.

Law and ethics have been reconstituted, reorganized.

The world of thought has been regenerated.

Sciences of former ages and philosophies of the past are useless today.

Present exigencies demand new methods of solution; world problems are without precedent.

Old ideas and modes of thought are fast becoming obsolete.

Ancient laws and archaic ethical systems will not meet the requirements of modern conditions, for this is clearly the century of a new life, the century of the revelation of reality and, therefore, the greatest of all centuries.

Consider how the scientific developments of fifty years have surpassed and eclipsed the knowledge and achievements of all the former ages combined.

Would the announcements and theories of ancient astronomers explain our present knowledge of the suns and planetary systems?

Would the mask of obscurity which beclouded medieval centuries meet the demand for clear-eyed vision and understanding which characterizes the world today?

Will the despotism of former governments answer the call for freedom which has risen from the heart of humanity in this cycle of illumination?

It is evident that no vital results are now forthcoming from the customs, institutions and standpoints of the past.

In view of this, shall blind imitations of ancestral forms and theological interpretations continue to guide and control the religious life and spiritual development of humanity today?

Shall man, gifted with the power of reason, unthinkingly follow and adhere to dogma, creeds and hereditary beliefs which will not bear the analysis of reason in this century of effulgent reality?

Unquestionably this will not satisfy men of science, for when they find premise or conclusion contrary to present standards of proof and without real foundation, they reject that which has been formerly accepted as standard and correct and move forward from new foundations.
The divine Prophets have revealed and founded religion. They have laid down certain laws and heavenly principles for the guidance of mankind. They have taught and promulgated the knowledge of God, established praiseworthy ethical ideals and inculcated the highest standards of virtues in the human world. Gradually these heavenly teachings and foundations of reality have been beclouded by human interpretations and dogmatic imitations of ancestral beliefs. The essential realities, which the Prophets labored so hard to establish in human hearts and minds while undergoing ordeals and suffering tortures of persecution, have now well nigh vanished. Some of these heavenly Messengers have been killed, some imprisoned, all of Them despised and rejected while proclaiming the reality of Divinity. Soon after Their departure from this world, the essential truth of Their teachings was lost sight of and dogmatic imitations adhered to.
Inasmuch as human interpretations and blind imitations differ widely, religious strife and disagreement have arisen among mankind, the light of true religion has been extinguished and the unity of the world of humanity destroyed. The Prophets of God voiced the spirit of unity and agreement. They have been the Founders of divine reality. Therefore, if the nations of the world forsake imitations and investigate the reality underlying the revealed Word of God, they will agree and become reconciled. For reality is one and not multiple.
The nations and religions are steeped in blind and bigoted imitations. A man is a Jew because his father was a Jew. The Muslim follows implicitly the footsteps of his ancestors in belief and observance. The Buddhist is true to his heredity as a Buddhist. That is to say, they profess religious belief blindly and without investigation, making unity and agreement impossible. It is evident, therefore, that this condition will not be remedied without a reformation in the world of religion. In other words, the fundamental reality of the divine religions must be renewed, reformed, revoiced to mankind.
From the seed of reality religion has grown into a tree which has put forth leaves and branches, blossoms and fruit.

After a time this tree has fallen into a condition of decay.

The leaves and blossoms have withered and perished; the tree has become stricken and fruitless.

It is not reasonable that man should hold to the old tree, claiming that its life forces are undiminished, its fruit unequaled, its existence eternal.

The seed of reality must be sown again in human hearts in order that a new tree may grow therefrom and new divine fruits refresh the world.

By this means the nations and peoples now divergent in religion will be brought into unity, imitations will be forsaken, and a universal brotherhood in reality itself will be established.

Warfare and strife will cease among mankind; all will be reconciled as servants of God.

For all are sheltered beneath the tree of His providence and mercy.

God is kind to all; He is the giver of bounty to all alike, even as Jesus Christ has declared that God “sendeth rain on the just and on the unjust”—that is to say, the mercy of God is universal.

All humanity is under the protection of His love and favor, and unto all He has pointed the way of guidance and progress.

Progress is of two kinds: material and spiritual.

The former is attained through observation of the surrounding existence and constitutes the foundation of civilization.

Spiritual progress is through the breaths of the Holy Spirit and is the awakening of the conscious soul of man to perceive the reality of Divinity.

Material progress ensures the happiness of the human world.

Spiritual progress ensures the happiness and eternal continuance of the soul.

The Prophets of God have founded the laws of divine civilization.

They have been the root and fundamental source of all knowledge.

They have established the principles of human brotherhood, of fraternity, which is of various kinds—such as the fraternity of family, of race, of nation and of ethical motives.

These forms of fraternity, these bonds of brotherhood, are merely temporal and transient in association.

They do not ensure harmony and are usually productive of disagreement.

They do not prevent warfare and strife; on the contrary, they are selfish, restricted and fruitful causes of enmity and hatred among mankind.

The spiritual brotherhood which is enkindled and established through the breaths of the Holy Spirit unites nations and removes the cause of warfare and strife.

It transforms mankind into one great family and establishes the foundations of the oneness of humanity.

It promulgates the spirit of international agreement and ensures universal peace.

Therefore, we must investigate the foundation of this heavenly fraternity.

We must forsake all imitations and promote the reality of the divine teachings.

In accordance with these principles and actions and by the assistance of the Holy Spirit, both material and spiritual happiness shall become realized.

Until all nations and peoples become united by the bonds of the Holy Spirit in this real fraternity, until national and international prejudices are effaced in the reality of this spiritual brotherhood, true progress, prosperity and lasting happiness will not be attained by man.

This is the century of new and universal nationhood.

Sciences have advanced; industries have progressed; politics have been reformed; liberty has been proclaimed; justice is awakening.

This is the century of motion, divine stimulus and accomplishment, the century of human solidarity and altruistic service, the century of universal peace and the reality of the divine Kingdom.
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23 May 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Francis W. Breed 367 Harvard Street, Cambridge, Massachusetts
From Stenographic Notes
Scientific knowledge is the highest attainment upon the human plane, for science is the discoverer of realities. It is of two kinds: material and spiritual. Material science is the investigation of natural phenomena; divine science is the discovery and realization of spiritual verities. The world of humanity must acquire both. A bird has two wings; it cannot fly with one. Material and spiritual science are the two wings of human uplift and attainment. Both are necessary—one the natural, the other supernatural; one material, the other divine. By the divine we mean the discovery of the mysteries of God, the comprehension of spiritual realities, the wisdom of God, inner significances of the heavenly religions and foundation of the law.
This is 23 May, the anniversary of the message and Declaration of the Báb. It is a blessed day and the dawn of manifestation, for the appearance of the Báb was the early light of the true morn, whereas the manifestation of the Blessed Beauty, Bahá’u’lláh, was the shining forth of the sun. Therefore, it is a blessed day, the inception of the heavenly bounty, the beginning of the divine effulgence. On this day in 1844 the Báb was sent forth heralding and proclaiming the Kingdom of God, announcing the glad tidings of the coming of Bahá’u’lláh and withstanding the opposition of the whole Persian nation. Some of the Persians followed Him. For this they suffered the most grievous difficulties and severe ordeals. They withstood the tests with wonderful power and sublime heroism. Thousands were cast into prison, punished, persecuted and martyred. Their homes were pillaged and destroyed, their possessions confiscated. They sacrificed their lives most willingly and remained unshaken in their faith to the very end. Those wonderful souls are the lamps of God, the stars of sanctity shining gloriously from the eternal horizon of the will of God.
The Báb was subjected to bitter persecution in Shíráz, where He first proclaimed His mission and message. A period of famine afflicted that region, and the Báb journeyed to Iṣfahán. There the learned men rose against Him in great hostility. He was arrested and sent to Tabríz. From thence He was transferred to Mákú and finally imprisoned in the strong castle of Chihríq. Afterward He was martyred in Tabríz.
This is merely an outline of the history of the Báb. He withstood all persecutions and bore every suffering and ordeal with unflinching strength. The more His enemies endeavored to extinguish that flame, the brighter it became. Day by day His Cause spread and strengthened. During the time when He was among the people He was constantly heralding the coming of Bahá’u’lláh. In all His Books and Tablets He mentioned Bahá’u’lláh and announced the glad tidings of His manifestation, prophesying that He would reveal Himself in the ninth year. He said that in the ninth year “you will attain to all happiness”; in the ninth year “you will be blessed with the meeting of the Promised One of Whom I have spoken.” He mentioned the Blessed Perfection, Bahá’u’lláh, by the title “Him Whom God shall make manifest.” In brief, that blessed Soul offered His very life in the pathway of Bahá’u’lláh, even as it is recorded in historical writings and records. In His first Book, the Best of Stories, He says, “O Remnant of God! I am wholly sacrificed to Thee; I am content with curses in Thy path; I crave nought but to be slain in Thy love; and God, the Supreme, sufficeth as an eternal protection.”
Consider how the Báb endured difficulties and tribulations; how He gave His life in the Cause of God; how He was attracted to the love of the Blessed Beauty, Bahá’u’lláh; and how He announced the glad tidings of His manifestation. We must follow His heavenly example; we must be self-sacrificing and aglow with the fire of the love of God. We must partake of the bounty and grace of the Lord, for the Báb has admonished us to arise in service to the Cause of God, to be absolutely severed from all else save God during the day of the Blessed Perfection, Bahá’u’lláh, to be completely attracted by the love of Bahá’u’lláh, to love all humanity for His sake, to be lenient and merciful to all for Him and to upbuild the oneness of the world of humanity. Therefore, this day, 23 May, is the anniversary of a blessed event.
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25 May 1912
Huntington Chambers Boston, Massachusetts
From Stenographic Notes
I am going away from your city, but I leave my heart with you. My spirit will be here; I will not forget you. I ask confirmation for you from the Kingdom of Bahá’u’lláh. I pray that you may advance continually in spiritual susceptibilities, that day by day you may grow more radiant and draw nearer to God until you become instrumental in illumining the world of humanity. May these confirmations of the Kingdom of God encompass you. This is my hope, my prayer.
In the estimation of historians this radiant century is equivalent to one hundred centuries of the past.

If comparison be made with the sum total of all former human achievements, it will be found that the discoveries, scientific advancement and material civilization of this present century have equaled, yea far exceeded the progress and outcome of one hundred former centuries.

The production of books and compilations of literature alone bears witness that the output of the human mind in this century has been greater and more enlightening than all the past centuries together.

It is evident, therefore, that this century is of paramount importance.

Reflect upon the miracles of accomplishment which have already characterized it: the discoveries in every realm of human research.

Inventions, scientific knowledge, ethical reforms and regulations established for the welfare of humanity, mysteries of nature explored, invisible forces brought into visibility and subjection—a veritable wonder-world of new phenomena and conditions heretofore unknown to man now open to his uses and further investigation.

The East and West can communicate instantly.

A human being can soar in the skies or speed in submarine depths.

The power of steam has linked the continents.

Trains cross the deserts and pierce the barriers of mountains; ships find unerring pathways upon the trackless oceans.

Day by day discoveries are increasing.

What a wonderful century this is!

It is an age of universal reformation.

Laws and statutes of civil and federal governments are in process of change and transformation.

Sciences and arts are being molded anew.

Thoughts are metamorphosed.

The foundations of human society are changing and strengthening.

Today sciences of the past are useless.

The Ptolemaic system of astronomy and numberless other systems and theories of scientific and philosophical explanation are discarded, known to be false and worthless.

Ethical precedents and principles cannot be applied to the needs of the modern world.

Thoughts and theories of past ages are fruitless now.

Thrones and governments are crumbling and falling.

All conditions and requisites of the past unfitted and inadequate for the present time are undergoing radical reform.

It is evident, therefore, that counterfeit and spurious religious teaching, antiquated forms of belief and ancestral imitations which are at variance with the foundations of divine reality must also pass away and be reformed.

They must be abandoned and new conditions be recognized.

The morals of humanity must undergo change.

New remedies and solutions for human problems must be adopted.

Human intellects themselves must change and be subject to the universal reformation.

Just as the thoughts and hypotheses of past ages are fruitless today, likewise dogmas and codes of human invention are obsolete and barren of product in religion.

Nay, it is true that they are the cause of enmity and conducive to strife in the world of humanity; war and bloodshed proceed from them, and the oneness of mankind finds no recognition in their observance.

Therefore, it is our duty in this radiant century to investigate the essentials of divine religion, seek the realities underlying the oneness of the world of humanity and discover the source of fellowship and agreement which will unite mankind in the heavenly bond of love.

This unity is the radiance of eternity, the divine spirituality, the effulgence of God and the bounty of the Kingdom.

We must investigate the divine source of these heavenly bestowals and adhere unto them steadfastly.

For if we remain fettered and restricted by human inventions and dogmas, day by day the world of mankind will be degraded, day by day warfare and strife will increase and satanic forces converge toward the destruction of the human race.
If love and agreement are manifest in a single family, that family will advance, become illumined and spiritual; but if enmity and hatred exist within it, destruction and dispersion are inevitable.

This is, likewise, true of a city.

If those who dwell within it manifest a spirit of accord and fellowship, it will progress steadily and human conditions become brighter, whereas through enmity and strife it will be degraded and its inhabitants scattered.

In the same way, the people of a nation develop and advance toward civilization and enlightenment through love and accord and are disintegrated by war and strife.

Finally, this is true of humanity itself in the aggregate.

When love is realized and the ideal spiritual bonds unite the hearts of men, the whole human race will be uplifted, the world will continually grow more spiritual and radiant and the happiness and tranquillity of mankind be immeasurably increased.

Warfare and strife will be uprooted, disagreement and dissension pass away and universal peace unite the nations and peoples of the world.

All mankind will dwell together as one family, blend as the waves of one sea, shine as stars of one firmament and appear as fruits of the same tree.

This is the happiness and felicity of humankind.

This is the illumination of man, the eternal glory and everlasting life; this is the divine bestowal.

I desire this station for you, and I pray God that the people of America may achieve this great end in order that the virtue of this democracy may be ensured and their names be glorified eternally.

May the confirmations of God uphold them in all things and their memories become revered throughout the East and the West.

May they become the servants of the Most High God, near and dear to Him in the oneness of the heavenly Kingdom.
Bahá’u’lláh endured ordeals and hardships sixty years. There was no persecution, vicissitude or suffering He did not experience at the hand of His enemies and oppressors. All the days of His life were passed in difficulty and tribulation—at one time in prison, another in exile, sometimes in chains. He willingly endured these difficulties for the unity of mankind, praying that the world of humanity might realize the radiance of God, the oneness of humankind become a reality, strife and warfare cease and peace and tranquillity be realized by all. In prison He hoisted the banner of human solidarity, proclaiming universal peace, writing to the kings and rulers of nations, summoning them to international unity and counseling arbitration. His life was a vortex of persecution and difficulty; yet catastrophes, extreme ordeals and vicissitudes did not hinder the accomplishment of His work and mission. Nay, on the contrary, His power became greater and greater, His efficiency and influence spread and increased until His glorious light shone throughout the Orient, love and unity were established, and the differing religions found a center of contact and reconciliation.
Therefore, we also must strive in this pathway of love and service, sacrificing life and possessions, passing our days in devotion, consecrating our efforts wholly to the Cause of God so that, God willing, the ensign of universal religion may be uplifted in the world of mankind and the oneness of the world of humanity be established.
In your hearts I have beheld the reflection of a great and wonderful love. The Americans have shown me uniform kindness, and I entertain a deep spiritual love for them. I am pleased with the susceptibilities of your hearts. I will pray for you, asking divine assistance, and then say farewell.
O my God! O my God! Verily, these servants are turning to Thee, supplicating Thy kingdom of mercy. Verily, they are attracted by Thy holiness and set aglow with the fire of Thy love, seeking confirmation from Thy wondrous kingdom, and hoping for attainment in Thy heavenly realm. Verily, they long for the descent of Thy bestowal, desiring illumination from the Sun of Reality. O Lord! Make them radiant lamps, merciful signs, fruitful trees and shining stars. May they come forth in Thy service and be connected with Thee by the bonds and ties of Thy love, longing for the lights of Thy favor. O Lord! Make them signs of guidance, standards of Thine immortal kingdom, waves of the sea of Thy mercy, mirrors of the light of Thy majesty.
Verily, Thou art the Generous. Verily, Thou art the Merciful. Verily, Thou art the Precious, the Beloved.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in New York and Fanwood
26 May - 8 June 1912
– 55 –
26 May 1912
Talk at Mount Morris Baptist Church Fifth Avenue and 126th Street, New York
Notes by Esther Foster
As I entered the church this evening, I heard the hymn “Nearer my God, to Thee.”

The greatest attainment in the world of humanity is nearness to God.

Every lasting glory, honor, grace and beauty which comes to man comes through nearness to God.

All the Prophets and apostles longed and prayed for nearness to the Creator.

How many nights they passed in sleepless yearning for this station; how many days they devoted to supplication for this attainment, seeking ever to draw nigh unto Him!

But nearness to God is not an easy accomplishment.

During the time Jesus Christ was upon the earth mankind sought nearness to God, but in that day no one attained it save a very few—His disciples.

Those blessed souls were confirmed with divine nearness through the love of God.

Divine nearness is dependent upon attainment to the knowledge of God, upon severance from all else save God.

It is contingent upon self-sacrifice and to be found only through forfeiting wealth and worldly possessions.

It is made possible through the baptism of water and fire revealed in the Gospels.

Water symbolizes the water of life, which is knowledge, and fire is the fire of the love of God; therefore, man must be baptized with the water of life, the Holy Spirit and the fire of the love of the Kingdom.

Until he attains these three degrees, nearness to God is not possible.

This is the process by which the Bahá’ís of Persia have attained it.

They gave their lives for this station, sacrificed honor, comfort and possessions, hastened with the utmost joy to the place of martyrdom; their blood was spilled, their bodies were tortured and destroyed, their homes pillaged, their children carried into captivity.

They endured all these conditions joyfully and willingly.

Through such sacrifice nearness to God is made possible.

And be it known that this nearness is not dependent upon time or place.

Nearness to God is dependent upon purity of the heart and exhilaration of the spirit through the glad tidings of the Kingdom.

Consider how a pure, well-polished mirror fully reflects the effulgence of the sun, no matter how distant the sun may be.

As soon as the mirror is cleaned and purified, the sun will manifest itself.

The more pure and sanctified the heart of man becomes, the nearer it draws to God, and the light of the Sun of Reality is revealed within it.

This light sets hearts aglow with the fire of the love of God, opens in them the doors of knowledge and unseals the divine mysteries so that spiritual discoveries are made possible.

All the Prophets have drawn near to God through severance.

We must emulate those Holy Souls and renounce our own wishes and desires.

We must purify ourselves from the mire and soil of earthly contact until our hearts become as mirrors in clearness and the light of the most great guidance reveals itself in them.
Bahá’u’lláh proclaims in the Hidden Words that God inspires His servants and is revealed through them. He says, “Thy heart is My home; sanctify it for My descent. Thy spirit is My place of revelation; cleanse it for My manifestation.” Therefore, we learn that nearness to God is possible through devotion to Him, through entrance into the Kingdom and service to humanity; it is attained by unity with mankind and through loving-kindness to all; it is dependent upon investigation of truth, acquisition of praiseworthy virtues, service in the cause of universal peace and personal sanctification. In a word, nearness to God necessitates sacrifice of self, severance and the giving up of all to Him. Nearness is likeness.
Behold how the sun shines upon all creation, but only surfaces that are pure and polished can reflect its glory and light.

The darkened soul has no portion of the revelation of the glorious effulgence of reality; and the soil of self, unable to take advantage of that light, does not produce growth.

The eyes of the blind cannot behold the rays of the sun; only pure eyes with sound and perfect sight can receive them.

Green and living trees can absorb the bounty of the sun; dead roots and withered branches are destroyed by it.

Therefore, man must seek capacity and develop readiness.

As long as he lacks susceptibility to divine influences, he is incapable of reflecting the light and assimilating its benefits.

Sterile soil will produce nothing, even if the cloud of mercy pours rain upon it a thousand years.

We must make the soil of our hearts receptive and fertile by tilling in order that the rain of divine mercy may refresh them and bring forth roses and hyacinths of heavenly planting.

We must have perceiving eyes in order to see the light of the sun.

We must cleanse the nostril in order to scent the fragrances of the divine rose garden.

We must render the ears attentive in order to hear the summons of the supreme Kingdom.

No matter how beautiful the melody, the ear that is deaf cannot hear it, cannot receive the call of the Supreme Concourse.

The nostril that is clogged with dust cannot inhale the fragrant odors of the blossoms.

Therefore, we must ever strive for capacity and seek readiness.

As long as we lack susceptibility, the beauties and bounties of God cannot penetrate.

Christ spoke a parable in which He said His words were like the seeds of the sower; some fall upon stony ground, some upon sterile soil, some are choked by thorns and thistles, but some fall upon the ready, receptive and fertile ground of human hearts.

When seeds are cast upon sterile soil, no growth follows.

Those cast upon stony ground will grow a short time, but lacking deep roots will wither away.

Thorns and thistles destroy others completely, but the seed cast in good ground brings forth harvest and fruitage.
In the same way, the words I speak to you here tonight may produce no effect whatever. Some hearts may be affected, then soon forget; others owing to superstitious ideas and imaginations may even fail to hear and understand; but the blessed souls who are attentive to my exhortation and admonition, listening with the ear of acceptance, allowing my words to penetrate effectively, will advance day by day toward full fruition, yea even to the Supreme Concourse. Consider how the parable makes attainment dependent upon capacity. Unless capacity is developed, the summons of the Kingdom cannot reach the ear, the light of the Sun of Truth will not be observed, and the fragrances of the rose garden of inner significance will be lost. Let us endeavor to attain capacity, susceptibility and worthiness that we may hear the call of the glad tidings of the Kingdom, become revivified by the breaths of the Holy Spirit, hoist the standard of the oneness of humanity, establish human brotherhood, and under the protection of divine grace attain the everlasting and eternal life.
O Thou forgiving God! These servants are turning to Thy kingdom and seeking Thy grace and bounty. O God! Make their hearts good and pure in order that they may become worthy of Thy love. Purify and sanctify the spirits that the light of the Sun of Reality may shine upon them. Purify and sanctify the eyes that they may perceive Thy light. Purify and sanctify the ears in order that they may hear the call of Thy kingdom.
O Lord! Verily, we are weak, but Thou art mighty. Verily, we are poor, but Thou art rich. We are the seekers, and Thou art the One sought. O Lord! Have compassion upon us and forgive us; bestow upon us such capacity and receptiveness that we may be worthy of Thy favors and become attracted to Thy kingdom, that we may drink deep of the water of life, may be enkindled by the fire of Thy love, and be resuscitated through the breaths of the Holy Spirit in this radiant century.
O God, my God! Cast upon this gathering the glances of Thy loving-kindness. Keep safe each and all in Thy custody and under Thy protection. Send down upon these souls Thy heavenly blessings. Immerse them in the ocean of Thy mercy and quicken them through the breaths of the Holy Spirit.
O Lord! Bestow Thy gracious aid and confirmation upon this just government. This country lieth beneath the sheltering shadow of Thy protection and this people is in Thy service. O Lord! Confer upon them Thy heavenly bounty and render the outpourings of Thy grace and favor copious and abundant. Suffer this esteemed nation to be held in honor and enable it to be admitted into Thy kingdom.
Thou art the Powerful, the Omnipotent, the Merciful, and Thou art the Generous, the Beneficent, the Lord of grace abounding.
– 56 –
28 May 1912
Talk at Reception at Metropolitan Temple Seventh Avenue and Fourteenth Street, New York
Notes by Esther Foster
The Fatherhood of God, His loving-kindness and beneficence are apparent to all. In His mercy He provides fully and amply for His creatures, and if any soul sins, He does not suspend His bounty. All created things are visible manifestations of His Fatherhood, mercy and heavenly bestowals. Human brotherhood is, likewise, as clear and evident as the sun, for all are servants of one God, belong to one humankind, inhabit the same globe, are sheltered beneath the overshadowing dome of heaven and submerged in the sea of divine mercy. Human brotherhood and dependence exist because mutual helpfulness and cooperation are the two necessary principles underlying human welfare. This is the physical relationship of mankind. There is another brotherhood—the spiritual—which is higher, holier and superior to all others. It is heavenly; it emanates from the breaths of the Holy Spirit and the effulgence of merciful attributes; it is founded upon spiritual susceptibilities. This brotherhood is established by the Manifestations of the Holy One.
The divine Manifestations since the day of Adam have striven to unite humanity so that all may be accounted as one soul.

The function and purpose of a shepherd is to gather and not disperse his flock.

The Prophets of God have been divine Shepherds of humanity.

They have established a bond of love and unity among mankind, made scattered peoples one nation and wandering tribes a mighty kingdom.

They have laid the foundation of the oneness of God and summoned all to universal peace.

All these holy, divine Manifestations are one.

They have served one God, promulgated the same truth, founded the same institutions and reflected the same light.

Their appearances have been successive and correlated; each One has announced and extolled the One Who was to follow, and all laid the foundation of reality.

They summoned and invited the people to love and made the human world a mirror of the Word of God.

Therefore, the divine religions They established have one foundation; Their teachings, proofs and evidences are one; in name and form They differ, but in reality They agree and are the same.

These holy Manifestations have been as the coming of springtime in the world.

Although the springtime of this year is designated by another name according to the changing calendar, yet as regards its life and quickening it is the same as the springtime of last year.

For each spring is the time of a new creation, the effects, bestowals, perfections and life-giving forces of which are the same as those of the former vernal seasons, although the names are many and various.

This is 1912, last year was 1911 and so on, but in fundamental reality no difference is apparent.

The sun is one, but the dawning points of the sun are numerous and changing.

The ocean is one body of water, but different parts of it have particular designations—Atlantic, Pacific, Mediterranean, Antarctic, etc.

If we consider the names, there is differentiation; but the water, the ocean itself, is one reality.
Likewise, the divine religions of the holy Manifestations of God are in reality one, though in name and nomenclature they differ.

Man must be a lover of the light, no matter from what dayspring it may appear.

He must be a lover of the rose, no matter in what soil it may be growing.

He must be a seeker of the truth, no matter from what source it come.

Attachment to the lantern is not loving the light.

Attachment to the earth is not befitting, but enjoyment of the rose which develops from the soil is worthy.

Devotion to the tree is profitless, but partaking of the fruit is beneficial.

Luscious fruits, no matter upon what tree they grow or where they may be found, must be enjoyed.

The word of truth, no matter which tongue utters it, must be sanctioned.

Absolute verities, no matter in what book they be recorded, must be accepted.

If we harbor prejudice, it will be the cause of deprivation and ignorance.

The strife between religions, nations and races arises from misunderstanding.

If we investigate the religions to discover the principles underlying their foundations, we will find they agree; for the fundamental reality of them is one and not multiple.

By this means the religionists of the world will reach their point of unity and reconciliation.

They will ascertain the truth that the purpose of religion is the acquisition of praiseworthy virtues, the betterment of morals, the spiritual development of mankind, the real life and divine bestowals.

All the Prophets have been the promoters of these principles; none of Them has been the promoter of corruption, vice or evil.

They have summoned mankind to all good.

They have united people in the love of God, invited them to the religions of the unity of mankind and exhorted them to amity and agreement.

For example, we mention Abraham and Moses.

By this mention we do not mean the limitation implied in the mere names but intend the virtues which these names embody.

When we say Abraham, we mean thereby a manifestation of divine guidance, a center of human virtues, a source of heavenly bestowals to mankind, a dawning point of divine inspiration and perfections.

These perfections and graces are not limited to names and boundaries.

When we find these virtues, qualities and attributes in any personality, we recognize the same reality shining from within and bow in acknowledgment of the Abrahamic perfections.

Similarly, we acknowledge and adore the beauty of Moses.

Some souls were lovers of the name Abraham, loving the lantern instead of the light, and when they saw this same light shining from another lantern, they were so attached to the former lantern that they did not recognize its later appearance and illumination.

Therefore, those who were attached and held tenaciously to the name Abraham were deprived when the Abrahamic virtues reappeared in Moses.

Similarly, the Jews were believers in Moses, awaiting the coming of the Messiah.

The virtues and perfections of Moses became apparent in Jesus Christ most effulgently, but the Jews held to the name Moses, not adoring the virtues and perfections manifest in Him.

Had they been adoring these virtues and seeking these perfections, they would assuredly have believed in Jesus Christ when the same virtues and perfections shone in Him.

If we are lovers of the light, we adore it in whatever lamp it may become manifest, but if we love the lamp itself and the light is transferred to another lamp, we will neither accept nor sanction it.

Therefore, we must follow and adore the virtues revealed in the Messengers of God—whether in Abraham, Moses, Jesus or other Prophets—but we must not adhere to and adore the lamp.

We must recognize the sun, no matter from what dawning point it may shine forth, be it Mosaic, Abrahamic or any personal point of orientation whatever, for we are lovers of sunlight and not of orientation.

We are lovers of illumination and not of lamps and candles.

We are seekers for water, no matter from what rock it may gush forth.

We are in need of fruit in whatsoever orchard it may be ripened.

We long for rain; it matters not which cloud pours it down.

We must not be fettered.

If we renounce these fetters, we shall agree, for all are seekers of reality.

The counterfeit or imitation of true religion has adulterated human belief, and the foundations have been lost sight of.

The variance of these imitations has produced enmity and strife, war and bloodshed.

Now the glorious and brilliant twentieth century has dawned, and the divine bounty is radiating universally.

The Sun of Truth is shining forth in intense enkindlement.

This is, verily, the century when these imitations must be forsaken, superstitions abandoned and God alone worshiped.

We must look at the reality of the Prophets and Their teachings in order that we may agree.
Praise be to God!

The springtime of God is at hand.

This century is, verily, the spring season.

The world of mind and kingdom of soul have become fresh and verdant by its bestowals.

It has resuscitated the whole realm of existence.

On one hand, the lights of reality are shining; on the other, the clouds of divine mercy are pouring down the fullness of heavenly bounty.

Wonderful material progress is evident, and great spiritual discoveries are being made.

Truly, this can be called the miracle of centuries, for it is replete with manifestations of the miraculous.

The time has come when all mankind shall be united, when all races shall be loyal to one fatherland, all religions become one religion, and racial and religious bias pass away.

It is a day in which the oneness of humankind shall uplift its standard and international peace, like the true morning, flood the world with its light.

Therefore, we offer supplications to God, asking Him to dispel these gloomy clouds and uproot these imitations in order that the East and West may become radiant with love and unity, that the nations of the world shall embrace each other and the ideal spiritual brotherhood illumine the world like the glorious sun of the high heavens.

This is our hope, our wish and desire.

We pray that through the bounty and grace of God we may attain thereto.

I am very happy to be present at this meeting which has innate radiance, intelligence, perception and longing to investigate reality.

Such meetings are the glory of the world of mankind.

I ask the blessing of God in your behalf.
– 57 –
29 May 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by Howard MacNutt
The divine Manifestations have been iconoclastic in Their teachings, uprooting error, destroying false religious beliefs and summoning mankind anew to the fundamental oneness of God. All of Them have, likewise, proclaimed the oneness of the world of humanity. The essential teaching of Moses was the law of Sinai, the Ten Commandments. Christ renewed and again revealed the commands of the one God and precepts of human action. In Muḥammad, although the circle was wider, the intention of His teaching was likewise to uplift and unify humanity in the knowledge of the one God. In the Báb the circle was again very much enlarged, but the essential teaching was the same. The Books of Bahá’u’lláh number more than one hundred. Each one is an evident proof sufficient for mankind; each one from foundation to apex proclaims the essential unity of God and humanity, the love of God, the abolition of war and the divine standard of peace. Each one also inculcates divine morality, the manifestation of lordly graces—in every word a book of meanings. For the Word of God is collective wisdom, absolute knowledge and eternal truth.
Consider the statement recorded in the first chapter of the book of John: “In the beginning was the Word, and the Word was with God, and the Word was God.” This statement is brief but replete with the greatest meanings. Its applications are illimitable and beyond the power of books or words to contain and express. Heretofore the doctors of theology have not expounded it but have restricted it to Jesus as “the Word made flesh,” the separation of Jesus from God, the Father, and His descent upon the earth. In this way the individualized separation of the godhead came to be taught.
The essential oneness of Father, Son and Spirit has many meanings and constitutes the foundation of Christianity. Today we will merely give a synopsis of explanation. Why was Jesus the Word?
In the universe of creation all phenomenal beings are as letters. Letters in themselves are meaningless and express nothing of thought or ideal—as, for instance, a, b, etc. Likewise, all phenomenal beings are without independent meaning. But a word is composed of letters and has independent sense and meaning. Therefore, as Christ conveyed the perfect meaning of divine reality and embodied independent significance, He was the Word. He was as the station of reality compared to the station of metaphor. There is no intrinsic meaning in the leaves of a book, but the thought they convey leads you to reflect upon reality. The reality of Jesus was the perfect meaning, the Christhood in Him which in the Holy Books is symbolized as the Word.
“The Word was with God.” The Christhood means not the body of Jesus but the perfection of divine virtues manifest in Him. Therefore, it is written, “He is God.” This does not imply separation from God, even as it is not possible to separate the rays of the sun from the sun. The reality of Christ was the embodiment of divine virtues and attributes of God. For in Divinity there is no duality. All adjectives, nouns and pronouns in that court of sanctity are one; there is neither multiplicity nor division. The intention of this explanation is to show that the Words of God have innumerable significances and mysteries of meanings—each one a thousand and more.
The Tablets of Bahá’u’lláh are many.

The precepts and teachings they contain are universal, covering every subject.

He has revealed scientific explanations ranging throughout all the realms of human inquiry and investigation—astronomy, biology, medical science, etc.

In the Kitáb-i-Íqán He has given expositions of the meanings of the Gospel and other heavenly Books.

He wrote lengthy Tablets upon civilization, sociology and government.

Every subject is considered.

His Tablets are matchless in beauty and profundity.

Even His enemies acknowledge the greatness of Bahá’u’lláh, saying He was the miracle of humanity.

This was their confession although they did not believe in Him.

He was eulogized by Christians, Jews, Zoroastrians and Muslims who denied His claim.

They frequently said, “He is matchless, unique.”

A Christian poet in the Orient wrote, “Do not believe him a manifestation of God, yet his miracles are as great as the sun.”

Mírzá Abu’l-Faḍl has mentioned many poems of this kind, and there are numerous others.

The testimony of His enemies witnessed that He was the “miracle of mankind,” that He “walked in a special pathway of knowledge” and was “peerless in personality.”

His teachings are universal and the standard for human action.

They are not merely theoretical and intended to remain in books.

They are the principles of action.

Results follow action.

Mere theory is fruitless.

Of what use is a book upon medicine if it is never taken from the library shelf?

When practical activity has been manifested, the teachings of God have borne fruit.
The great and fundamental teachings of Bahá’u’lláh are the oneness of God and unity of mankind. This is the bond of union among Bahá’ís all over the world. They become united among themselves, then unite others. It is impossible to unite unless united. Christ said, “Ye are the salt of the earth; but if the salt has lost his savor, wherewith shall it be salted?” This proves there were dissensions and lack of unity among His followers. Hence His admonition to unity of action.
Now must we, likewise, bind ourselves together in the utmost unity, be kind and loving to each other, sacrificing all our possessions, our honor, yea, even our lives for each other. Then will it be proved that we have acted according to the teachings of God, that we have been real believers in the oneness of God and unity of mankind.
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30 May 1912
Talk at Theosophical Lodge Broadway and Seventy-ninth Street, New York
Notes by Howard MacNutt
I am greatly pleased with these expressions of kindly feeling and evidences of spiritual susceptibility. Tonight I am very happy in the realization that our aims and purposes are the same, our desires and longings are one. This is a reflection and evidence of the oneness of the world of humanity and the intention toward accomplishment of the Most Great Peace. Therefore, we are united in will and purpose. In the world of existence there are no greater questions than these. Oneness of the world of humanity ensures the glorification of man. International peace is the assurance of the welfare of all humankind. There are no greater motives and purposes in the human soul. As we are agreed upon them, the certainty of unity and concord between Bahá’ís and Theosophists is most hopeful. Their purposes are one, their desires one, and spiritual susceptibilities are common to both. Their attention is devoted to the divine Kingdom; they partake alike of its bounty.
Today the human world is in need of a great power by which these glorious principles and purposes may be executed. The cause of peace is a very great cause; it is the Cause of God, and all the forces of the world are opposed to it. Governments, for instance, consider militarism as the step to human progress, that division among men and nations is the cause of patriotism and honor, that if one nation attack and conquer another, gaining wealth, territory and glory thereby, this warfare and conquest, this bloodshed and cruelty are the cause of that victorious nation’s advancement and prosperity. This is an utter mistake. Compare the nations of the world to the members of a family. A family is a nation in miniature. Simply enlarge the circle of the household, and you have the nation. Enlarge the circle of nations, and you have all humanity. The conditions surrounding the family surround the nation. The happenings in the family are the happenings in the life of the nation. Would it add to the progress and advancement of a family if dissensions should arise among its members, all fighting, pillaging each other, jealous and revengeful of injury, seeking selfish advantage? Nay, this would be the cause of the effacement of progress and advancement. So it is in the great family of nations, for nations are but an aggregate of families. Therefore, as strife and dissension destroy a family and prevent its progress, so nations are destroyed and advancement hindered.
All the heavenly Books, divine Prophets, sages and philosophers agree that warfare is destructive to human development, and peace constructive. They agree that war and strife strike at the foundations of humanity. Therefore, a power is needed to prevent war and to proclaim and establish the oneness of humanity.
But knowledge of the need of this power is not sufficient. Realizing that wealth is desirable is not becoming wealthy. The admission that scientific attainment is praiseworthy does not confer scientific knowledge. Acknowledgment of the excellence of honor does not make a man honorable. Knowledge of human conditions and the needed remedy for them is not the cause of their betterment. To admit that health is good does not constitute health. A skilled physician is needed to remedy existing human conditions. As a physician is required to have complete knowledge of pathology, diagnosis, therapeutics and treatment, so this World Physician must be wise, skillful and capable before health will result. His mere knowledge is not health; it must be applied and the remedy carried out.
The attainment of any object is conditioned upon knowledge, volition and action.

Unless these three conditions are forthcoming, there is no execution or accomplishment.

In the erection of a house it is first necessary to know the ground, and design the house suitable for it; second, to obtain the means or funds necessary for the construction; third, actually to build it.

Therefore, a power is needed to carry out and execute what is known and admitted to be the remedy for human conditions—namely, the unification of mankind.

Furthermore, it is evident that this cannot be realized through material process and means.

The accomplishment of this unification cannot be through racial power, for races are different and diverse in tendencies.

It cannot be through patriotic power, for nationalities are unlike.

Nor can it be effected through political power since the policies of governments and nations are various.

That is to say, any effort toward unification through these material means would benefit one and injure another because of unequal and individual interests.

Some may believe this great remedy can be found in dogmatic insistence upon imitations and interpretations.

This would likewise be without foundation and result.

Therefore, it is evident that no means but an ideal means, a spiritual power, divine bestowals and the breaths of the Holy Spirit will heal this world sickness of war, dissension and discord.

Nothing else is possible; nothing can be conceived of.

But through spiritual means and the divine power it is possible and practicable.
Consider history. What has brought unity to nations, morality to peoples and benefits to mankind? If we reflect upon it, we will find that establishing the divine religions has been the greatest means toward accomplishing the oneness of humanity. The foundation of divine reality in religion has done this, not imitations of ancestral religious forms. Imitations are opposed to each other and have ever been the cause of strife, enmity, jealousy and war. The divine religions are collective centers in which diverse standpoints may meet, agree and unify. They accomplish oneness of native lands, races and policies. For instance, Christ united various nations, brought peace to warring peoples and established the oneness of humankind. The conquering Greeks and Romans, the prejudiced Egyptians and Assyrians were all in a condition of strife, enmity and war, but Christ gathered these varied peoples together and removed the foundations of discord—not through racial, patriotic or political power, but through divine power, the power of the Holy Spirit. This was not otherwise possible. All other efforts of men and nations remain as mere mention in history, without accomplishment.
As this great result is contingent upon divine power and bestowals, where shall the world obtain that power? God is eternal and ancient—not a new God. His sovereignty is of old, not recent—not merely existent these five or six thousand years. This infinite universe is from everlasting. The sovereignty, power, names and attributes of God are eternal, ancient. His names presuppose creation and predicate His existence and will. We say God is Creator. This name Creator appears when we connote creation. We say God is the Provider. This name presupposes and proves the existence of the provided. God is Love. This name proves the existence of the beloved. In the same way God is Mercy, God is Justice, God is Life, etc. Therefore, as God is Creator, eternal and ancient, there were always creatures and subjects existing and provided for. There is no doubt that divine sovereignty is eternal. Sovereignty necessitates subjects, ministers, trustees and others subordinate to sovereignty. Could there be a king without country, subjects and armies? If we conceive of a time when there were no creatures, no servants, no subjects of divine lordship, we dethrone God and predicate a time when God was not. It would be as if He had been recently appointed and man had given these names to Him. The divine sovereignty is ancient, eternal. God from everlasting was Love, Justice, Power, Creator, Provider, the Omniscient, the Bountiful.
As the divine entity is eternal, the divine attributes are coexistent, coeternal. The divine bestowals are, therefore, without beginning, without end. God is infinite; the works of God are infinite; the bestowals of God are infinite. As His divinity is eternal, His lordship and perfections are without end. As the bounty of the Holy Spirit is eternal, we can never say that His bestowals terminate, else He terminates. If we think of the sun and then try to conceive of the cessation of the solar flame and heat, we have predicated the nonexistence of the sun. For separation of the sun from its rays and heat is inconceivable. Therefore, if we limit the bestowals of God, we limit the attributes of God and limit God.
Let us then trust in the bounty and bestowal of God. Let us be exhilarated with the divine breath, illumined and exalted by the heavenly glad tidings. God has ever dealt with man in mercy and kindness. He Who conferred the divine spirit in former times is abundantly able and capable at all times and periods to grant the same bestowals. Therefore, let us be hopeful. The God Who gave to the world formerly will do so now and in the future. God Who breathed the breath of the Holy Spirit upon His servants will breathe it upon them now and hereafter. There is no cessation to His bounty. The Divine Spirit is penetrating from eternity to eternity, for it is the bounty of God, and the bounty of God is eternal. Can you conceive of limitation of the divine power in atomic verities or cessation of the divine bounty in existing organisms? Could you conceive the power now manifest in this glass in cohesion of its atoms becoming nonexistent? The energy by which the water of the sea is constituted failing to exert itself and the sea disappearing? A shower of rain today and no more showers afterward? The effulgence of the sun terminated and no more light or heat?
When we observe that in the kingdom of minerals the divine bounties are continuous, how much more shall we expect and realize in the divine spiritual Kingdom! How much greater the radiation of the lights of God and the bounty of everlasting life upon the soul of man! As the body of the universe is continuous, indestructible, the bounties and bestowals of the divine spirit are everlasting.
I praise God that I am privileged to be present in this revered assembly which is quickened with spiritual susceptibilities and heavenly attraction—its members investigating reality, their utmost hope the establishment of international peace and their greatest purpose service to the world of humanity.
When we observe the world of created phenomena, we discover that each atom of the atoms of substance is moving through the various degrees and kingdoms of organic life. For instance, consider the ethereal element which is penetrating and traveling through all the contingent realities. When there is vibration or movement in the ethereal element, the eye is affected by that vibration and beholds what is known as light.
In the same manner the bestowals of God are moving and circulating throughout all created things. This illimitable divine bounty has no beginning and will have no ending. It is moving, circulating and becomes effective wherever capacity is developed to receive it. In every station there is a specialized capacity. Therefore, we must be hopeful that through the bounty and favor of God this spirit of life infusing all created beings shall quicken humanity, and from its bestowals the human world shall become a divine world, this earthly kingdom become the mirror of the realm of Divinity, the virtues and perfections of the world of humanity become unveiled and the image and likeness of God be reflected from this temple.
I am most grateful to the president of this society and express my most respectful greetings to him. It is my hope that all of you may be assisted in attaining the good pleasure of God. The spiritual susceptibility of those present has made me very happy, and I beg of God assistance and confirmation for all.
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31 May 1912
Talk at Town Hall Fanwood, New Jersey
From Persian Notes
The material world is subject to change and transformation.

The Cause of the Kingdom is eternal; therefore, it is the most important.

But, alas, day by day the power of the Kingdom in human hearts is weakened, and material forces gain the ascendancy.

The divine signs are becoming less and less, and human evidences grow stronger.

They have reached such a degree that materialists are advancing and aggressive while divine forces are waning and vanishing.

Irreligion has conquered religion.

The cause of the chaotic condition lies in the differences among the religions and finds its origin in the animosity and hatred existing between sects and denominations.

The materialists have availed themselves of this dissension amongst the religions and are constantly attacking them, intending to uproot the tree of divine planting.

Owing to strife and contention among themselves, the religions are being weakened and vanquished.

If a commander is at variance with his army in the execution of military tactics, there is no doubt he will be defeated by the enemy.

Today the religions are at variance; enmity, strife and recrimination prevail among them; they refuse to associate; nay, rather, if necessary they shed each other’s blood.

Read history and record to see what dreadful events have happened in the name of religion.

For instance, the Hebrew prophets were sent to announce Christ, but unfortunately the Talmud and its superstitions veiled Him so completely that they crucified their promised Messiah.

Had they renounced the talmudic traditions and investigated the reality of the religion of Moses, they would have become believers in Christ.

Blind adherence to forms and imitations of ancestral beliefs deprived them of their messianic bounty.

They were not refreshed by the downpouring rain of mercy, nor were they illumined by the rays of the Sun of Truth.
Imitation destroys the foundation of religion, extinguishes the spirituality of the human world, transforms heavenly illumination into darkness and deprives man of the knowledge of God. It is the cause of the victory of materialism and infidelity over religion; it is the denial of Divinity and the law of revelation; it refuses Prophethood and rejects the Kingdom of God. When materialists subject imitations to the intellectual analysis of reason, they find them to be mere superstitions; therefore, they deny religion. For instance, the Jews have ideas as to the purity and impurity of religion, but when you subject these ideas to scientific scrutiny, they are found to be without foundation.
Is it impossible for us to receive the infinite bounties of God? Is it impossible to attain the virtues of the spiritual world because we are not living in the time of Moses, the period of the prophets or the era of Christ? Those were spiritual cycles. Can we not develop spiritually because we are far from them and are living in a materialistic age? The God of Moses and Jesus is able to bestow the same favors, nay, greater favors upon His people in this day. For example, in past ages He bestowed reason, intelligence and understanding upon His servants. Can we say He is not able to confer His bounties in this century? Would it be just if He sent Moses for the guidance of past nations and entirely neglected those living now? Could it be possible that this present period has been deprived of divine bounties while past ages of tyranny and barbarism received an inexhaustible portion of them? The same merciful God Who bestowed His favors in the past has opened the doors of His Kingdom to us. The rays of His sun are shining; the breath of the Holy Spirit is quickening. That omniscient God still assists and confirms us, illumines our hearts, gladdens our souls and perfumes our nostrils with the fragrances of holiness. Divine wisdom and providence have encircled all and spread the heavenly table before us. We must take a bountiful share of this generous favor.
The work of the shepherd is to bring together the scattered sheep. If he disperses the united flock, he is not the shepherd. As the Prophets fulfilled Their mission in this respect, They are the true Shepherds. When Moses appeared, the Israelitish people were disorganized. Enmity and discord increased their disunion. With divine power He assembled and united this scattered flock, placed within their hearts the pearl of love, freed them from captivity and led them out of Egypt into the Holy Land. They made wonderful progress in sciences and arts. Bonds of social and national strength cemented them. Their progress in human virtues was so rapid and wonderful that they rose to the zenith of the Solomonic sovereignty. Could it be said that Moses was not a real Shepherd and that He did not gather these scattered people together?
Christ was a real Shepherd. At the time of His manifestation, the Greeks, Romans, Assyrians and Egyptians were like so many scattered flocks. Christ breathed upon them the spirit of unity and harmonized them.
Therefore, it is evident that the Prophets of God have come to unite the children of men and not to disperse them, to establish the law of love and not enmity. Consequently, we must lay aside all prejudice—whether it be religious, racial, political or patriotic; we must become the cause of the unification of the human race. Strive for universal peace, seek the means of love, and destroy the basis of disagreement so that this material world may become divine, the world of matter become the realm of the Kingdom and humanity attain to the world of perfection.
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2 June 1912
Talk at Church of the Ascension Fifth Avenue and Tenth Street, New York
Notes by Esther Foster
In the terminology of the Holy Books the church has been called the house of the covenant for the reason that the church is a place where people of different thoughts and divergent tendencies—where all races and nations—may come together in a covenant of permanent fellowship.

In the temple of the Lord, in the house of God, man must be submissive to God.

He must enter into a covenant with his Lord in order that he shall obey the divine commands and become unified with his fellowman.

He must not consider divergence of races nor difference of nationalities; he must not view variation in denomination and creed, nor should he take into account the differing degrees of thoughts; nay, rather, he should look upon all as mankind and realize that all must become united and agreed.

He must recognize all as one family, one race, one native land; he must see all as the servants of one God, dwelling beneath the shelter of His mercy.

The purport of this is that the church is a collective center.

Temples are symbols of the reality and divinity of God—the collective center of mankind.

Consider how within a temple every race and people is seen and represented—all in the presence of the Lord, covenanting together in a covenant of love and fellowship, all offering the same melody, prayer and supplication to God.

Therefore, it is evident that the church is a collective center for mankind.

For this reason there have been churches and temples in all the divine religions; but the real Collective Centers are the Manifestations of God, of Whom the church or temple is a symbol and expression.

That is to say, the Manifestation of God is the real divine temple and Collective Center of which the outer church is but a symbol.
Recall the statement of Jesus Christ in the Gospel. Addressing Peter, He said, “Thou art Peter, and upon this rock I will build my church.” It is evident, therefore, that the church of God is the law of God and that the actual edifice is but one symbol thereof. For the law of God is a collective center which unites various peoples, native lands, tongues and opinions. All find shelter in its protection and become attracted by it. For example, Moses and the Mosaic law were the unifying center for the scattered sheep of Israel. He united these wandering flocks, brought them under control of divine law, educated and unified them, caused them to agree and uplifted them to a superlative degree of development. At a time when they were debased, they became glorified; ignorant, they were made knowing; in the bonds of captivity, they were given freedom; in short, they were unified. Day by day they advanced until they attained the highest degree of progress witnessed in that age. We prove, therefore, that the Manifestation of God and the law of God accomplish unity.
It is self-evident that humanity is at variance. Human tastes differ; thoughts, native lands, races and tongues are many. The need of a collective center by which these differences may be counterbalanced and the people of the world be unified is obvious. Consider how nothing but a spiritual power can bring about this unification, for material conditions and mental aspects are so widely different that agreement and unity are not possible through outer means. It is possible, however, for all to become unified through one spirit, just as all may receive light from one sun. Therefore, assisted by the collective and divine center which is the law of God and the reality of His Manifestation, we can overcome these conditions until they pass away entirely and the races advance.
Consider the time of Christ.

Peoples, races and governments were many; religions, sects and denominations were various; but when Christ appeared, the Messianic reality proved to be the collective center which unified them beneath the same tabernacle of agreement.

Reflect upon this.

Could Jesus Christ have united these divergent factors or brought about such results through political power?

Was this unity and agreement possible through material forces?

It is evident that it was not; nay, rather, these various peoples were brought together through a divine power, through the breaths of the Holy Spirit.

They were blended and quickened by the infusion of a new life.

The spirituality of Christ overcame their difficulties so that their disagreements passed away completely.

In this way these divergent peoples were unified and became welded in a bond of love which alone can unite hearts.

Therefore, it is shown that the divine Manifestations, the holy Mouthpieces of God, are the Collective Centers of God.

These heavenly Messengers are the real Shepherds of humanity, for whenever They appear in the world They unite the scattered sheep.

The Collective Center has always appeared in the Orient.

Abraham, Moses, Jesus Christ, Muḥammad were Collective Centers of Their day and time, and all arose in the East.

Today Bahá’u’lláh is the Collective Center of unity for all mankind, and the splendor of His light has likewise dawned from the East.

He founded the oneness of humanity in Persia.

He established harmony and agreement among the various peoples of religious beliefs, denominations, sects and cults by freeing them from the fetters of past imitations and superstitions, leading them to the very foundation of the divine religions.

From this foundation shines forth the radiance of spirituality, which is unity, the love of God, the knowledge of God, praiseworthy morals and the virtues of the human world.

Bahá’u’lláh renewed these principles, just as the coming of spring refreshes the earth and confers new life upon all phenomenal beings.

For the freshness of the former springtimes had waned, the vivification had ceased, the life-giving breezes were no longer wafting their fragrances, winter and the season of darkness had come.

Bahá’u’lláh came to renew the life of the world with this new and divine springtime, which has pitched its tent in the countries of the Orient in the utmost power and glory.

It has refreshed the world of the Orient, and there is no doubt that if the world of the Occident should abandon dogmas of the past, turn away from empty imitations and superstitions, investigate the reality of the divine religions, holding fast to the example of Jesus Christ, acting in accordance with the teachings of God and becoming unified with the Orient, an eternal happiness and felicity would be attained.
In the western world material civilization has attained the highest point of development, but divine civilization was founded in the land of the East.

The East must acquire material civilization from the West, and the West must receive spiritual civilization from the East.

This will establish a mutual bond.

When these two come together, the world of humanity will present a glorious aspect, and extraordinary progress will be achieved.

This is clear and evident; no proof is needed.

The degree of material civilization in the Occident cannot be denied; nor can anyone fail to confirm the spiritual civilization of the Orient, for all the divine foundations of human uplift have appeared in the East.

This, likewise, is clear and evident.

Therefore, you must assist the East in order that it may attain material progress.

The East must, likewise, promulgate the principles of spiritual civilization in the western world.

By this commingling and union the human race will attain the highest degree of prosperity and development.

Material civilization alone is not sufficient and will not prove productive.

The physical happiness of material conditions was allotted to the animal.

Consider how the animal has attained the fullest degree of physical felicity.

A bird perches upon the loftiest branch and builds there its nest with consummate beauty and skill.

All the grains and seeds of the meadows are its wealth and food; all the fresh water of mountain springs and rivers of the plain are for its enjoyment.

Truly, this is the acme of material happiness, to which even a human creature cannot attain.

This is the honor of the animal kingdom.

But the honor of the human kingdom is the attainment of spiritual happiness in the human world, the acquisition of the knowledge and love of God.

The honor allotted to man is the acquisition of the supreme virtues of the human world.

This is his real happiness and felicity.

But if material happiness and spiritual felicity be conjoined, it will be “delight upon delight,” as the Arabs say.

We pray that God will unite the East and the West in order that these two civilizations may be exchanged and mutually enjoyed.

I am sure it will come to pass, for this is the radiant century.

This is an age for the outpouring of divine mercy upon the exigency of this new century—the unity of the East and the West.

It will surely be accomplished.
Question: What is the status of woman in the Orient?
Answer: The status of woman in former times was exceedingly deplorable, for it was the belief of the Orient that it was best for woman to be ignorant. It was considered preferable that she should not know reading or writing in order that she might not be informed of events in the world. Woman was considered to be created for rearing children and attending to the duties of the household. If she pursued educational courses, it was deemed contrary to chastity; hence women were made prisoners of the household. The houses did not even have windows opening upon the outside world. Bahá’u’lláh destroyed these ideas and proclaimed the equality of man and woman. He made woman respected by commanding that all women be educated, that there be no difference in the education of the two sexes and that man and woman share the same rights. In the estimation of God there is no distinction of sex. One whose thought is pure, whose education is superior, whose scientific attainments are greater, whose deeds of philanthropy excel, be that one man or woman, white or colored, is entitled to full rights and recognition; there is no differentiation whatsoever. Therefore, the status of women in the East has undergone change. At present they attend schools and colleges, pursue the ordinary curriculum and day by day are becoming indispensable to men and equal to them. This is the present condition of womankind in Persia.
Question: What relation do you sustain to the founder of your belief? Are you his successor in the same manner as the Pope of Rome?
Answer: I am the servant of Bahá’u’lláh, the Founder; and in this I glory. No honor do I consider greater than this, and it is my hope that I may be confirmed in servitude to Bahá’u’lláh. This is my station.
Question: Is it not a fact that universal peace cannot be accomplished until there is political democracy in all the countries of the world?
Answer: It is very evident that in the future there shall be no centralization in the countries of the world, be they constitutional in government, republican or democratic in form. The United States may be held up as the example of future government—that is to say, each province will be independent in itself, but there will be federal union protecting the interests of the various independent states. It may not be a republican or a democratic form. To cast aside centralization which promotes despotism is the exigency of the time. This will be productive of international peace. Another fact of equal importance in bringing about international peace is woman’s suffrage. That is to say, when perfect equality shall be established between men and women, peace may be realized for the simple reason that womankind in general will never favor warfare. Women will not be willing to allow those whom they have so tenderly cared for to go to the battlefield. When they shall have a vote, they will oppose any cause of warfare. Another factor which will bring about universal peace is the linking together of the Orient and the Occident.
Question: What is your belief about reincarnation?
Answer:

The subject of reincarnation has two aspects.

One is that which the Hindustani people believe, and even that is subdivided into two: reincarnation and metempsychosis.

According to one belief the soul goes and then returns in certain reincarnations; therefore, they say that a sick person is sick because of actions in a previous incarnation and that this is retribution.

The other school of Hinduism believes that man sometimes appears as an animal—a donkey, for instance—and that this is retribution for past acts.

I am referring to the beliefs in that country, the beliefs of the schools.

There is a reincarnation of the prophetic mission.

Jesus Christ, speaking of John the Baptist, declared he was Elias.

When John the Baptist was questioned, “Art thou Elias?” he said, “I am not.”

These two statements are apparently contradictory, but in reality they do not contradict.

The light is one light.

The light which illumined this lamp last night is illuminating it tonight.

This does not mean that the identical rays of light have reappeared but the virtues of illumination.

The light which revealed itself through the glass reveals itself again so that we can say the light of this evening is the light of last evening relighted.

This is as regards its virtues and not as regards its former identity.

This is our view of reincarnation.

We believe in that which Jesus Christ and all the Prophets have believed.

For example, the Báb states, “I am the return of all the Prophets.”

This is significant of the oneness of the prophetic virtues, the oneness of power, the oneness of bestowal, the oneness of radiation, the oneness of expression, the oneness of revelation.
Question: What is the attitude of your belief toward the family?
Answer: According to the teachings of Bahá’u’lláh the family, being a human unit, must be educated according to the rules of sanctity. All the virtues must be taught the family. The integrity of the family bond must be constantly considered, and the rights of the individual members must not be transgressed. The rights of the son, the father, the mother—none of them must be transgressed, none of them must be arbitrary. Just as the son has certain obligations to his father, the father, likewise, has certain obligations to his son. The mother, the sister and other members of the household have their certain prerogatives. All these rights and prerogatives must be conserved, yet the unity of the family must be sustained. The injury of one shall be considered the injury of all; the comfort of each, the comfort of all; the honor of one, the honor of all.
Question: What is the relation of the Bahá’í teaching to the ancient Zoroastrian religion?
Answer:

The religions of God have the same foundation, but the dogmas appearing later have differed.

Each of the divine religions has two aspects.

The first is essential.

It concerns morality and development of the virtues of the human world.

This aspect is common to all.

It is fundamental; it is one; there is no difference, no variation in it.

As regards the inculcation of morality and the development of human virtues, there is no difference whatsoever between the teachings of Zoroaster, Jesus and Bahá’u’lláh.

In this they agree; they are one.

The second aspect of the divine religions is nonessential.

It concerns human needs and undergoes change in every cycle according to the exigency of the time.

For example, in the time of Moses divorce was conformable to the needs and conditions; Moses, therefore, established it.

But in the time of Christ, divorces were numerous and the cause of corruption; as they were not suitable for the time, he made divorce unlawful and likewise changed other laws.

These are needs and conditions which have to do with the conduct of society; therefore, they undergo change according to the exigency of the time.

Moses dwelt in the desert.

As there were no penitentiaries, no means of restitution in the desert and wilderness, the laws of God were an eye for an eye, a tooth for a tooth.

Could this be carried out now?

If a man destroys another man’s eye, are you willing to destroy the eye of the offender?

If a man’s teeth are broken or his ear cut off, will you demand a corresponding mutilation of his assailant?

This would not be conformable to conditions of humanity at the present time.

If a man steals, shall his hand be cut off?

This punishment was just and right in the law of Moses, but it was applicable to the desert, where there were no prisons and reformatory institutions of later and higher forms of government.

Today you have government and organization, a police system, a judge and trial by jury.

The punishment and penalty is now different.

Therefore, the nonessentials which deal with details of community are changed according to the exigency of the time and conditions.

But the essential foundation of the teachings of Moses, Zoroaster, Jesus and Bahá’u’lláh is identical, is one; there is no difference whatsoever.
Question: Is peace a greater word than love?
Answer: No! Love is greater than peace, for peace is founded upon love. Love is the objective point of peace, and peace is an outcome of love. Until love is attained, peace cannot be; but there is a so-called peace without love. The love which is from God is the fundamental. This love is the object of all human attainment, the radiance of heaven, the light of man.
Question: Will you state the tenets of your faith?
Answer: First, investigate reality. Man must leave imitation and seek reality. The contemporaneous religious beliefs differ because of their allegiance to dogma. It is necessary, therefore, to abandon imitations and seek their fundamental reality.
Second, the oneness of humanity. All human creatures are the servants of God. All are submerged in the sea of His mercy. The Creator of all is one God; the Provider, the Giver, the Protector of all is one God. He is kind to all; why should we be unkind? All live beneath the shadow of His love; why should we hate each other? There are certain people who are ignorant; they must be educated. Some are like children; they must be trained and educated until they reach maturity. Others are sickly, intellectually ill, spiritually ill; they must be treated and healed. But all are the servants of God.
Third, religion must be conducive to love of all, the cause of fellowship, unity and light. If it be the cause of enmity, bloodshed and hatred, its nonbeing is better than its being, its nonexistence better than its existence. Religion and science conform and agree. If a question of religion violates reason and does not agree with science, it is imagination and not worthy of credence.
Fourth, equality between men and women. In all degrees they are equal. The readjustment of the economic laws for the livelihood of man must be effected in order that all humanity may live in the greatest happiness according to their respective degrees.
Fifth, spiritual brotherhood. All mankind must attain to spiritual fraternity—that is to say, fraternity in the Holy Spirit—for patriotic, racial and political fraternity are of no avail. Their results are meager; but divine fraternity, spiritual fraternity, is the cause of unity and amity among mankind. As heretofore material civilization has been extended, the divine civilization must now be promulgated. Until the two agree, real happiness among mankind will be unknown. By mere intellectual development and power of reason, man cannot attain to his fullest degree—that is to say, by means of intellect alone he cannot accomplish the progress effected by religion. For the philosophers of the past strove in vain to revivify the world of mankind through the intellectual faculty. The most of which they were capable was educating themselves and a limited number of disciples; they themselves have confessed failure. Therefore, the world of humanity must be confirmed by the breath of the Holy Spirit in order to receive universal education. Through the infusion of divine power all nations and peoples become quickened, and universal happiness is possible.
These are some of the principles of the Bahá’ís.
Question: Will women or men aid this new religion most? Which will be more capable?
Answer: In Persia the men have aided it more, but in the West perchance the women. In the West women evidently have precedence in religion, but in the East men surpass the women.
Question: What will be the food of the united people?
Answer: As humanity progresses, meat will be used less and less, for the teeth of man are not carnivorous. For example, the lion is endowed with carnivorous teeth, which are intended for meat, and if meat be not found, the lion starves. The lion cannot graze; its teeth are of different shape. The digestive system of the lion is such that it cannot receive nourishment save through meat. The eagle has a crooked beak, the lower part shorter than the upper. It cannot pick up grain; it cannot graze; therefore, it is compelled to partake of meat. The domestic animals have herbivorous teeth formed to cut grass, which is their fodder. The human teeth, the molars, are formed to grind grain. The front teeth, the incisors, are for fruits, etc. It is, therefore, quite apparent according to the implements for eating that man’s food is intended to be grain and not meat. When mankind is more fully developed, the eating of meat will gradually cease.
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8 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by John G. Grundy
The body politic today is greatly in need of a physician. It is similar to a human body afflicted with severe ailments. A doctor diagnoses the case and prescribes treatment. He does not prescribe, however, until he has made the diagnosis. The disease which afflicts the body politic is lack of love and absence of altruism. In the hearts of men no real love is found, and the condition is such that, unless their susceptibilities are quickened by some power so that unity, love and accord may develop within them, there can be no healing, no agreement among mankind. Love and unity are the needs of the body politic today. Without these there can be no progress or prosperity attained. Therefore, the friends of God must adhere to the power which will create this love and unity in the hearts of the sons of men. Science cannot cure the illness of the body politic. Science cannot create amity and fellowship in human hearts. Neither can patriotism nor racial allegiance effect a remedy. It must be accomplished solely through the divine bounties and spiritual bestowals which have descended from God in this day for that purpose. This is an exigency of the times, and the divine remedy has been provided. The spiritual teachings of the religion of God can alone create this love, unity and accord in human hearts.
Therefore, hold to these heavenly agencies which God has provided so that through the love of God this soul-bond may be established, this heart-attachment realized and the light of the reality of unity be reflected from you throughout the universe. If we do not hold fast to these divine agencies and means, no result will be possible. Let us pray to God that He will exhilarate our spirits so we may behold the descent of His bounties, illumine our eyes to witness His great guidance and attune our ears to enjoy the celestial melodies of the heavenly Word. This is our greatest hope. This is our ultimate purpose.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Philadelphia
9 June 1912
– 62 –
9 June 1912
Talk at Unitarian Church Fifteenth Street and Girard Avenue, Philadelphia, Pennsylvania
Notes by Edna McKinney
I have come from distant countries of the Orient where the lights of heaven have ever shone forth, from regions where the Manifestations of God have appeared and the radiance and power of God have been revealed to mankind. The purpose and intention of my visit is that, perchance, a bond of unity and agreement may be established between the East and West, that divine love may encompass all nations, divine radiance enlighten both continents and the bounties of the Holy Spirit revivify the body of the world. Therefore, I supplicate the threshold of God that the Orient and Occident may become as one, that the various peoples and religions be unified and souls be blended as the waves of one sea. May they become as trees, flowers and roses which adorn and beautify the same garden.
The realm of Divinity is an indivisible oneness, wholly sanctified above human comprehension; for intellectual knowledge of creation is finite, whereas comprehension of Divinity is infinite.

How can the finite comprehend the infinite?

We are utter poverty, whereas the reality of Divinity is absolute wealth.

How can utter poverty understand absolute wealth?

We are utter weakness, whereas the reality of Divinity is absolute power.

Utter weakness can never attain nor apprehend absolute power.

The phenomenal beings, which are captives of limitations, are ever subject to transformation and change in condition.

How can such phenomenal beings ever grasp the heavenly, eternal, unchanging reality?

Assuredly this is an absolute impossibility, for when we study the creational world, we see that the difference of degree is a barrier to such knowing.

An inferior degree can never comprehend a higher degree or kingdom.

The mineral, no matter how far it may advance, can never attain knowledge of the vegetable.

No matter how the plant or vegetable may progress, it cannot perceive the reality of the animal kingdom—in other words, it cannot grasp a world of life that is endowed with the power of the senses.

The animal may develop a wonderful degree of intelligence, but it can never attain the powers of ideation and conscious reflection which belong to man.

It is evident, therefore, that difference in degree is ever an obstacle to comprehension of the higher by the lower, the superior by the inferior.

This flower, so beautiful, fresh, fragrant and delicately scented, although it may have attained perfection in its own kingdom, nevertheless cannot comprehend the human reality, cannot possess sight and hearing; therefore, it exists unaware of the world of man, although man and itself are both accidental or conditional beings.

The difference is difference of degree.

The limitation of an inferior degree is the barrier to comprehension.
This being so, how can the human reality, which is limited, comprehend the eternal, unmanifest Creator? How can man comprehend the omniscient, omnipresent Lord? Undoubtedly, he cannot, for whatever comes within the grasp of human mind is man’s limited conception, whereas the divine Kingdom is unlimited, infinite. But although the reality of Divinity is sanctified beyond the comprehension of its creatures, it has bestowed its bounties upon all kingdoms of the phenomenal world, and evidences of spiritual manifestation are witnessed throughout the realms of contingent existence. The lights of God illumine the world of man, even as the effulgences of the sun shine gloriously upon the material creation. The Sun of Reality is one; its bestowal is one; its heat is one; its rays are one; it shines upon all the phenomenal world, but the capacity for comprehending it differs according to the kingdoms, each kingdom receiving the light and bounty of the eternal Sun according to its capacity. The black stone receives the light of the material sun; the trees and animals likewise are recipients of it. All exist and are developed by that one bounty. The perfect soul of man—that is to say, the perfect individual—is like a mirror wherein the Sun of Reality is reflected. The perfections, the image and light of that Sun have been revealed in the mirror; its heat and illumination are manifest therein, for that pure soul is a perfect expression of the Sun.
These mirrors are the Messengers of God Who tell the story of Divinity, just as the material mirror reflects the light and disc of the outer sun in the skies. In this way the image and effulgence of the Sun of Reality appear in the mirrors of the Manifestations of God. This is what Jesus Christ meant when He declared, “the father is in the son,” the purpose being that the reality of that eternal Sun had become reflected in its glory in Christ Himself. It does not signify that the Sun of Reality had descended from its place in heaven or that its essential being had effected an entrance into the mirror, for there is neither entrance nor exit for the reality of Divinity; there is no ingress or egress; it is sanctified above all things and ever occupies its own holy station. Changes and transformations are not applicable to that eternal reality. Transformation from condition to condition is the attribute of contingent realities.
At a time when warfare and strife prevailed among nations, when enmity and hatred separated sects and denominations and human differences were very great, Bahá’u’lláh appeared upon the horizon of the East, proclaiming the oneness of God and the unity of the world of humanity. He promulgated the teaching that all mankind are the servants of one God; that all have come into being through the bestowal of the one Creator; that God is kind to all, nurtures, rears and protects all, provides for all and extends His love and mercy to all races and people. Inasmuch as God is loving, why should we be unjust and unkind? As God manifests loyalty and mercy, why should we show forth enmity and hatred? Surely the divine policy is more perfect than human plan and theory; for no matter how wise and sagacious man may become, he can never attain a policy that is superior to the policy of God. Therefore, we must emulate the attitude of God, love all people, be just and kind to every human creature. We must consider all as the leaves, branches and fruit of one tree, children of one household; for all are the progeny of Adam. We are waves of one sea, grass of the same meadow, stars in the same heaven; and we find shelter in the universal divine Protector. If one be sick, he must be treated; the ignorant must be educated; the sleeping must be awakened; the dead must be quickened with life. These were principles of the teachings of Bahá’u’lláh.
In proclaiming the oneness of mankind He taught that men and women are equal in the sight of God and that there is no distinction to be made between them.

The only difference between them now is due to lack of education and training.

If woman is given equal opportunity of education, distinction and estimate of inferiority will disappear.

The world of humanity has two wings, as it were:

One is the female; the other is the male.

If one wing be defective, the strong perfect wing will not be capable of flight.

The world of humanity has two hands.

If one be imperfect, the capable hand is restricted and unable to perform its duties.

God is the Creator of mankind.

He has endowed both sexes with perfections and intelligence, given them physical members and organs of sense, without differentiation or distinction as to superiority; therefore, why should woman be considered inferior?

This is not according to the plan and justice of God.

He has created them equal; in His estimate there is no question of sex.

The one whose heart is purest, whose deeds are most perfect, is acceptable to God, male or female.

Often in history women have been the pride of humanity—for example, Mary, the mother of Jesus.

She was the glory of mankind.

Mary Magdalene, Ásíyih, daughter of Pharaoh, Sarah, wife of Abraham, and innumerable others have glorified the human race by their excellences.

In this day there are women among the Bahá’ís who far outshine men.

They are wise, talented, well-informed, progressive, most intelligent and the light of men.

They surpass men in courage.

When they speak in meetings, the men listen with great respect.

Furthermore, the education of women is of greater importance than the education of men, for they are the mothers of the race, and mothers rear the children.

The first teachers of children are the mothers.

Therefore, they must be capably trained in order to educate both sons and daughters.

There are many provisions in the words of Bahá’u’lláh in regard to this.
He promulgated the adoption of the same course of education for man and woman. Daughters and sons must follow the same curriculum of study, thereby promoting unity of the sexes. When all mankind shall receive the same opportunity of education and the equality of men and women be realized, the foundations of war will be utterly destroyed. Without equality this will be impossible because all differences and distinction are conducive to discord and strife. Equality between men and women is conducive to the abolition of warfare for the reason that women will never be willing to sanction it. Mothers will not give their sons as sacrifices upon the battlefield after twenty years of anxiety and loving devotion in rearing them from infancy, no matter what cause they are called upon to defend. There is no doubt that when women obtain equality of rights, war will entirely cease among mankind.
Bahá’u’lláh promulgated the fundamental oneness of religion. He taught that reality is one and not multiple, that it underlies all divine precepts and that the foundations of the religions are, therefore, the same. Certain forms and imitations have gradually arisen. As these vary, they cause differences among religionists. If we set aside these imitations and seek the fundamental reality underlying our beliefs, we reach a basis of agreement because it is one and not multiple.
Among other principles of Bahá’u’lláh’s teachings was the harmony of science and religion.

Religion must stand the analysis of reason.

It must agree with scientific fact and proof so that science will sanction religion and religion fortify science.

Both are indissolubly welded and joined in reality.

If statements and teachings of religion are found to be unreasonable and contrary to science, they are outcomes of superstition and imagination.

Innumerable doctrines and beliefs of this character have arisen in the past ages.

Consider the superstitions and mythology of the Romans, Greeks and Egyptians; all were contrary to religion and science.

It is now evident that the beliefs of these nations were superstitions, but in those times they held to them most tenaciously.

For example, one of the many Egyptian idols was to those people an authenticated miracle, whereas in reality it was a piece of stone.

As science could not sanction the miraculous origin and nature of a piece of rock, the belief in it must have been superstition.

It is now evident that it was superstition.

Therefore, we must cast aside such beliefs and investigate reality.

That which is found to be real and conformable to reason must be accepted, and whatever science and reason cannot support must be rejected as imitation and not reality.

Then differences of belief will disappear.

All will become as one family, one people, and the same susceptibility to the divine bounty and education will be witnessed among mankind.
O Thou forgiving Lord! Thou art the shelter of all these Thy servants. Thou knowest the secrets and art aware of all things. We are all helpless, and Thou art the Mighty, the Omnipotent. We are all sinners, and Thou art the Forgiver of sins, the Merciful, the Compassionate. O Lord! Look not at our shortcomings. Deal with us according to Thy grace and bounty. Our shortcomings are many, but the ocean of Thy forgiveness is boundless. Our weakness is grievous, but the evidences of Thine aid and assistance are clear. Therefore, confirm and strengthen us. Enable us to do that which is worthy of Thy holy Threshold. Illumine our hearts, grant us discerning eyes and attentive ears. Resuscitate the dead and heal the sick. Bestow wealth upon the poor and give peace and security to the fearful. Accept us in Thy kingdom and illumine us with the light of guidance. Thou art the Powerful and the Omnipotent. Thou art the Generous. Thou art the Clement. Thou art the Kind.
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9 June 1912
Talk at Baptist Temple Broad and Berks Streets, Philadelphia, Pennsylvania
Notes by Edna McKinney
I am greatly pleased to be present this evening. Truly this is a spiritual gathering. I perceive the fragrances of the heavenly Kingdom among you—devotion to God, sincere intention and spiritual love. Glad tidings!
From the time of the creation of Adam to this day there have been two pathways in the world of humanity: one the natural or materialistic, the other the religious or spiritual. The pathway of nature is the pathway of the animal realm. The animal acts in accordance with the requirements of nature, follows its own instincts and desires. Whatever its impulses and proclivities may be, it has the liberty to gratify them; yet it is a captive of nature. It cannot deviate in the least degree from the road nature has established. It is utterly lacking spiritual susceptibilities, ignorant of divine religion and without knowledge of the Kingdom of God. The animal possesses no power of ideation or conscious intelligence; it is a captive of the senses and deprived of that which lies beyond them. It is subject to what the eye sees, the ear hears, the nostrils sense, the taste detects and touch reveals. These sensations are acceptable and sufficient for the animal. But that which is beyond the range of the senses, that realm of phenomena through which the conscious pathway to the Kingdom of God leads, the world of spiritual susceptibilities and divine religion—of these the animal is completely unaware, for in its highest station it is a captive of nature.
One of the strangest things witnessed is that the materialists of today are proud of their natural instincts and bondage. They state that nothing is entitled to belief and acceptance except that which is sensible or tangible. By their own statements they are captives of nature, unconscious of the spiritual world, uninformed of the divine Kingdom and unaware of heavenly bestowals. If this be a virtue, the animal has attained it to a superlative degree, for the animal is absolutely ignorant of the realm of spirit and out of touch with the inner world of conscious realization. The animal would agree with the materialist in denying the existence of that which transcends the senses. If we admit that being limited to the plane of the senses is a virtue, the animal is indeed more virtuous than man, for it is entirely bereft of that which lies beyond, absolutely oblivious of the Kingdom of God and its traces, whereas God has deposited within the human creature an illimitable power by which he can rule the world of nature.
Consider how all other phenomenal existence and beings are captives of nature.

The sun, that colossal center of our solar system, the giant stars and planets, the towering mountains, the earth itself and its kingdoms of life lower than the human—all are captives of nature except man.

No other created thing can deviate in the slightest degree from obedience to natural law.

The sun in its glory and greatness millions of miles away is held prisoner in its orbit of universal revolution, captive of universal natural control.

Man is the ruler of nature.

According to natural law and limitation he should remain upon the earth, but behold how he violates this command and soars above the mountains in airplanes.

He sails in ships upon the surface of the ocean and dives into its depths in submarines.

Man makes nature his servant; he harnesses the mighty energy of electricity, for instance, and imprisons it in a small lamp for his uses and convenience.

He speaks from the East to the West through a wire.

He is able to store and preserve his voice in a phonograph.

Though he is a dweller upon earth, he penetrates the mysteries of starry worlds inconceivably distant.

He discovers latent realities within the bosom of the earth, uncovers treasures, penetrates secrets and mysteries of the phenomenal world and brings to light that which according to nature’s jealous laws should remain hidden, unknown and unfathomable.

Through an ideal inner power man brings these realities forth from the invisible plane to the visible.

This is contrary to nature’s law.
It is evident, therefore, that man is ruler over nature’s sphere and province. Nature is inert; man is progressive. Nature has no consciousness; man is endowed with it. Nature is without volition and acts perforce, whereas man possesses a mighty will. Nature is incapable of discovering mysteries or realities, whereas man is especially fitted to do so. Nature is not in touch with the realm of God; man is attuned to its evidences. Nature is uninformed of God; man is conscious of Him. Man acquires divine virtues; nature is denied them. Man can voluntarily discontinue vices; nature has no power to modify the influence of its instincts. Altogether it is evident that man is more noble and superior, that in him there is an ideal power surpassing nature. He has consciousness, volition, memory, intelligent power, divine attributes and virtues of which nature is completely deprived and bereft; therefore, man is higher and nobler by reason of the ideal and heavenly force latent and manifest in him.
How strange then it seems that man, notwithstanding his endowment with this ideal power, will descend to a level beneath him and declare himself no greater than that which is manifestly inferior to his real station. God has created such a conscious spirit within him that he is the most wonderful of all contingent beings. In ignoring these virtues he descends to the material plane, considers matter the ruler of existence and denies that which lies beyond. Is this virtue? In its fullest sense this is animalistic, for the animal realizes nothing more. In fact, from this standpoint the animal is the greater philosopher because it is completely ignorant of the Kingdom of God, possesses no spiritual susceptibilities and is uninformed of the heavenly world. In brief, this is a view of the pathway of nature.
The second pathway is that of religion, the road of the divine Kingdom. It involves the acquisition of praiseworthy attributes, heavenly illumination and righteous actions in the world of humanity. This pathway is conducive to the progress and uplift of the world. It is the source of human enlightenment, training and ethical improvement—the magnet which attracts the love of God because of the knowledge of God it bestows. This is the road of the holy Manifestations of God; for They are, in reality, the foundation of the divine religion of oneness. There is no change or transformation in this pathway. It is the cause of human betterment, the acquisition of heavenly virtues and the illumination of mankind.
Alas that humanity is completely submerged in imitations and unrealities, notwithstanding that the truth of divine religion has ever remained the same.

Superstitions have obscured the fundamental reality, the world is darkened, and the light of religion is not apparent.

This darkness is conducive to differences and dissensions; rites and dogmas are many and various; therefore, discord has arisen among the religious systems, whereas religion is for the unification of mankind.

True religion is the source of love and agreement amongst men, the cause of the development of praiseworthy qualities, but the people are holding to the counterfeit and imitation, negligent of the reality which unifies, so they are bereft and deprived of the radiance of religion.

They follow superstitions inherited from their fathers and ancestors.

To such an extent has this prevailed that they have taken away the heavenly light of divine truth and sit in the darkness of imitations and imaginations.

That which was meant to be conducive to life has become the cause of death; that which should have been an evidence of knowledge is now a proof of ignorance; that which was a factor in the sublimity of human nature has proved to be its degradation.

Therefore, the realm of the religionist has gradually narrowed and darkened, and the sphere of the materialist has widened and advanced; for the religionist has held to imitation and counterfeit, neglecting and discarding holiness and the sacred reality of religion.

When the sun sets, it is the time for bats to fly.

They come forth because they are creatures of the night.

When the lights of religion become darkened, the materialists appear.

They are the bats of night.

The decline of religion is their time of activity; they seek the shadows when the world is darkened and clouds have spread over it.
Bahá’u’lláh has risen from the eastern horizon. Like the glory of the sun He has come into the world. He has reflected the reality of divine religion, dispelled the darkness of imitations, laid the foundation of new teachings and resuscitated the world.
The first teaching of Bahá’u’lláh is the investigation of reality. Man must seek reality himself, forsaking imitations and adherence to mere hereditary forms. As the nations of the world are following imitations in lieu of truth and as imitations are many and various, differences of belief have been productive of strife and warfare. So long as these imitations remain, the oneness of the world of humanity is impossible. Therefore, we must investigate reality in order that by its light the clouds and darkness may be dispelled. Reality is one reality; it does not admit multiplicity or division. If the nations of the world investigate reality, they will agree and become united. Many people and sects in Persia have sought reality through the guidance and teaching of Bahá’u’lláh. They have become united and now live in a state of agreement and love; among them there is no longer the least trace of enmity and strife.
The Jews were expecting the appearance of the Messiah, looking forward to it with devotion of heart and soul, but because they were submerged in imitations, they did not believe in Jesus Christ when He appeared. Finally they rose against Him even to the extreme of persecution and shedding His blood. Had they investigated reality, they would have accepted their promised Messiah. These blind imitations and hereditary prejudices have invariably become the cause of bitterness and hatred and have filled the world with darkness and violence of war. Therefore, we must seek the fundamental truth in order to extricate ourselves from such conditions and then with illumined faces find the pathway to the Kingdom of God.
The second teaching of Bahá’u’lláh concerns the unity of mankind. All are the servants of God and members of one human family. God has created all, and all are His children. He rears, nourishes, provides for and is kind to all. Why should we be unjust and unkind? This is the policy of God, the lights of which have shone throughout the world. His sun bestows its effulgence unsparingly upon all; His clouds send down rain without distinction or favor; His breezes refresh the whole earth. It is evident that humankind without exception is sheltered beneath His mercy and protection. Some are imperfect; they must be perfected. The ignorant must be taught, the sick healed, the sleepers awakened. The child must not be oppressed or censured because it is undeveloped; it must be patiently trained. The sick must not be neglected because they are ailing; nay, rather, we must have compassion upon them and bring them healing. Briefly, the old conditions of animosity, bigotry and hatred between the religious systems must be dispelled and the new conditions of love, agreement and spiritual brotherhood be established among them.
The third teaching of Bahá’u’lláh is that religion must be the source of fellowship, the cause of unity and the nearness of God to man. If it rouses hatred and strife, it is evident that absence of religion is preferable and an irreligious man better than one who professes it. According to the divine Will and intention religion should be the cause of love and agreement, a bond to unify all mankind, for it is a message of peace and goodwill to man from God.
The fourth teaching of Bahá’u’lláh is the agreement of religion and science. God has endowed man with intelligence and reason whereby he is required to determine the verity of questions and propositions. If religious beliefs and opinions are found contrary to the standards of science, they are mere superstitions and imaginations; for the antithesis of knowledge is ignorance, and the child of ignorance is superstition. Unquestionably there must be agreement between true religion and science. If a question be found contrary to reason, faith and belief in it are impossible, and there is no outcome but wavering and vacillation.
Bahá’u’lláh also taught that prejudices—whether religious, racial, patriotic or political—are destructive to the foundations of human development. Prejudices of any kind are the destroyers of human happiness and welfare. Until they are dispelled, the advancement of the world of humanity is not possible; yet racial, religious and national biases are observed everywhere. For thousands of years the world of humanity has been agitated and disturbed by prejudices. As long as it prevails, warfare, animosity and hatred will continue. Therefore, if we seek to establish peace, we must cast aside this obstacle; for otherwise, agreement and composure are not to be attained.
Sixth, Bahá’u’lláh set forth principles of guidance and teaching for economic readjustment. Regulations were revealed by Him which ensure the welfare of the commonwealth. As the rich man enjoys his life surrounded by ease and luxuries, so the poor man must, likewise, have a home and be provided with sustenance and comforts commensurate with his needs. This readjustment of the social economy is of the greatest importance inasmuch as it ensures the stability of the world of humanity; and until it is effected, happiness and prosperity are impossible.
Seventh, Bahá’u’lláh taught that an equal standard of human rights must be recognized and adopted. In the estimation of God all men are equal; there is no distinction or preferment for any soul in the dominion of His justice and equity.
Eighth, education is essential, and all standards of training and teaching throughout the world of mankind should be brought into conformity and agreement; a universal curriculum should be established, and the basis of ethics be the same.
Ninth, a universal language shall be adopted and be taught by all the schools and institutions of the world. A committee appointed by national bodies of learning shall select a suitable language to be used as a medium of international communication. All must acquire it. This is one of the great factors in the unification of man.
Tenth, Bahá’u’lláh emphasized and established the equality of man and woman. Sex is not particularized to humanity; it exists throughout the animate kingdoms but without distinction or preference. In the vegetable kingdom there is complete equality between male and female of species. Likewise, in the animal plane equality exists; all are under the protection of God. Is it becoming to man that he, the noblest of creatures, should observe and insist upon such distinction? Woman’s lack of progress and proficiency has been due to her need of equal education and opportunity. Had she been allowed this equality, there is no doubt she would be the counterpart of man in ability and capacity. The happiness of mankind will be realized when women and men coordinate and advance equally, for each is the complement and helpmeet of the other.
The world of humanity cannot advance through mere physical powers and intellectual attainments; nay, rather, the Holy Spirit is essential. The divine Father must assist the human world to attain maturity. The body of man is in need of physical and mental energy, but his spirit requires the life and fortification of the Holy Spirit. Without its protection and quickening the human world would be extinguished. Jesus Christ declared, “Let the dead bury their dead.” He also said, “That which is born of the flesh is flesh; and that which is born of the Spirit is spirit.” It is evident, therefore, according to Christ that the human spirit which is not fortified by the presence of the Holy Spirit is dead and in need of resurrection by that divine power; otherwise, though materially advanced to high degrees, man cannot attain full and complete progress.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in New York and Brooklyn
11-20 June 1912
– 64 –
11 June 1912
Talk at Open Committee Meeting Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by Howard MacNutt
It is my hope that the meetings of the Bahá’í Assembly in New York shall become like meetings of the Supreme Concourse.

When you assemble, you must reflect the lights of the heavenly Kingdom.

Let your hearts be as mirrors in which the radiance of the Sun of Reality is visible.

Each bosom must be a telegraph station—one terminus of the wire attached to the soul, the other fixed in the Supreme Concourse—so that inspiration may descend from the Kingdom of Abhá and questions of reality be discussed.

Then opinions will coincide with truth; day by day there will be progression, and the meetings will become more radiant and spiritual.

This attainment is conditioned upon unity and agreement.

The more perfect the love and agreement, the more the divine confirmations and assistance of the Blessed Perfection will descend.

May this prove to be a divine meeting, and may boundless bestowals come down upon you.

Strive with all your hearts and with the very power of life that unity and love may continually increase.

In discussions look toward the reality without being self-opinionated.

Let no one assert and insist upon his own mere opinion; nay, rather, let each investigate reality with the greatest love and fellowship.

Consult upon every matter, and when one presents the point of view of reality itself, that shall be acceptable to all.

Then will spiritual unity increase among you, individual illumination will be greater, happiness will be more abundant, and you will draw nearer and nearer to the Kingdom of God.
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11 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Howard MacNutt
We have just returned from a visit to Philadelphia, spending two nights there and speaking in two large churches. The weather proved unpleasant and affected my health. The purpose in these movements here and there is a single purpose—it is to spread the light of truth in this dark world. On account of my age it is difficult to journey. Sometimes the difficulties are arduous, but out of love for the friends of God and with desire to sacrifice myself in the pathway of God, I bear them in gladness. The purpose is the result which is accomplished—love and unity among mankind. For the world is dark with discord and selfishness, hearts are negligent, souls are bereft of God and His heavenly bestowals. Man is submerged in the affairs of this world. His aims, objects and attainments are mortal, whereas God desires for him immortal accomplishments. In his heart there is no thought of God. He has sacrificed his portion and birthright of divine spirituality. Desire and passion, like two unmanageable horses, have wrested the reins of control from him and are galloping madly in the wilderness. This is the cause of the degradation of the world of humanity. This is the cause of its retrogression into the appetites and passions of the animal kingdom. Instead of divine advancement we find sensual captivity and debasement of heavenly virtues of the soul. By devotion to the carnal, mortal world human susceptibilities sink to the level of animalism.
What are the animals’ propensities?

To eat, drink, wander about and sleep.

The thoughts, the minds of the animals are confined to these.

They are captives in the bonds of these desires.

Man becomes a prisoner and slave to them when his ultimate desire is no higher than his welfare in this world of the senses.

Consider how difficult for man is the attainment of pleasures and happiness in this mortal world.

How easy it is for the animal.

Look upon the fields and flowers, prairies, streams, forests and mountains.

The grazing animals, the birds of the air, the fishes neither toil nor undergo hardships; they sow not, nor are they concerned about the reaping; they have no anxiety about business or politics—no trouble or worry whatsoever.

All the fields and grasses, all the meadows of fruits and grains, all the mountain slopes and streams of salubrious water belong to them.

They do not labor for their livelihood and happiness because everything is provided and made possible for them.

If the life of man be confined to this physical, material outlook, the animal’s life is a hundred times better, easier and more productive of comfort and contentment.

The animal is nobler, more serene and confident because each hour is free from anxiety and worriment; but man, restless and dissatisfied, runs from morn till eve, sailing the seas, diving beneath them in submarines, flying aloft in airplanes, delving into the lowest strata of the earth to obtain his livelihood—all with the greatest difficulty, anxiety and unrest.

Therefore, in this respect the animal is nobler, more serene, poised and confident.

Consider the birds in the forest and jungle: how they build their nests high in the swaying treetops, build them with the utmost skill and beauty—swinging, rocking in the morning breezes, drinking the pure, sweet water, enjoying the most enchanting views as they fly here and there high overhead, singing joyously—all without labor, free from worry, care and forebodings.

If man’s life be confined to the elemental, physical world of enjoyment, one lark is nobler, more admirable than all humanity because its livelihood is prepared, its condition complete, its accomplishment perfect and natural.
But the life of man is not so restricted; it is divine, eternal, not mortal and sensual. For him a spiritual existence and livelihood is prepared and ordained in the divine creative plan. His life is intended to be a life of spiritual enjoyment to which the animal can never attain. This enjoyment depends upon the acquisition of heavenly virtues. The sublimity of man is his attainment of the knowledge of God. The bliss of man is the acquiring of heavenly bestowals, which descend upon him in the outflow of the bounty of God. The happiness of man is in the fragrance of the love of God. This is the highest pinnacle of attainment in the human world. How preferable to the animal and its hopeless kingdom!
Therefore, consider how base a nature it reveals in man that, notwithstanding the favors showered upon him by God, he should lower himself into the animal sphere, be wholly occupied with material needs, attached to this mortal realm, imagining that the greatest happiness is to attain wealth in this world. How purposeless! How debased is such a nature! God has created man in order that he may be a dove of the Kingdom, a heavenly candle, a recipient of eternal life. God has created man in order that he may be resuscitated through the breaths of the Holy Spirit and become the light of the world. How debased the soul which can find enjoyment in this darkness, occupied with itself, the captive of self and passion, wallowing in the mire of the material world! How degraded is such a nature! What an ignorance this is! What a blindness! How glorious the station of man who has partaken of the heavenly food and built the temple of his everlasting residence in the world of heaven!
The Manifestations of God have come into the world to free man from these bonds and chains of the world of nature. Although They walked upon the earth, They lived in heaven. They were not concerned about material sustenance and prosperity of this world. Their bodies were subjected to inconceivable distress, but Their spirits ever soared in the highest realms of ecstasy. The purpose of Their coming, Their teaching and suffering was the freedom of man from himself. Shall we, therefore, follow in Their footsteps, escape from this cage of the body or continue subject to its tyranny? Shall we pursue the phantom of a mortal happiness which does not exist or turn toward the tree of life and the joys of its eternal fruits?
I have come to this country in the advanced years of my life, undergoing difficulties of health and climate because of excessive love for the friends of God. It is my wish that they may be assisted to become servants of the heavenly Kingdom, captives in the service of the will of God. This captivity is freedom; this sacrifice is glorification; this labor is reward; this need is bestowal. For service in love for mankind is unity with God. He who serves has already entered the Kingdom and is seated at the right hand of his Lord.
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11 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Emma C. Melick
Man must be lofty in endeavor. He must seek to become heavenly and spiritual, to find the pathway to the threshold of God and become acceptable in the sight of God. This is eternal glory—to be near to God. This is eternal sovereignty—to be imbued with the virtues of the human world. This is boundless blessing—to be entirely sanctified and holy above every stain and dross.
Consider the human world. See how nations have come and gone. They have been of all minds and purposes. Some were mere captives of self and desire, engulfed in the passions of the lower nature. They attained to wealth, to the comforts of life, to fame. And what was the final outcome? Utter evanescence and oblivion. Reflect upon this. Look upon it with the eye of admonition. No trace of them remains, no fruit, no result, no benefit; they have gone utterly—complete effacement.
Souls have appeared in the world who were pure and undefiled, who have directed their attention toward God, seeking the reward of God, attaining nearness to the threshold of God, acceptable in the good pleasure of God. They have been the lights of guidance and stars of the Supreme Concourse. Consider these souls, shining like stars in the horizon of sanctity forevermore.
It must not be implied that one should give up avocation and attainment to livelihood. On the contrary, in the Cause of Bahá’u’lláh monasticism and asceticism are not sanctioned. In this great Cause the light of guidance is shining and radiant. Bahá’u’lláh has even said that occupation and labor are devotion. All humanity must obtain a livelihood by sweat of the brow and bodily exertion, at the same time seeking to lift the burden of others, striving to be the source of comfort to souls and facilitating the means of living. This in itself is devotion to God. Bahá’u’lláh has thereby encouraged action and stimulated service. But the energies of the heart must not be attached to these things; the soul must not be completely occupied with them. Though the mind is busy, the heart must be attracted toward the Kingdom of God in order that the virtues of humanity may be attained from every direction and source.
We have forsaken the path of God; we have given up attention to the divine Kingdom; we have not severed the heart from worldly attractions; we have become defiled with qualities which are not praiseworthy in the sight of God; we are so completely steeped in material issues and tendencies that we are not partakers of the virtues of humanity.
Little reflection, little admonition is necessary for us to realize the purpose of our creation. What a heavenly potentiality God has deposited within us! What a power God has given our spirits! He has endowed us with a power to penetrate the realities of things; but we must be self-abnegating, we must have pure spirits, pure intentions, and strive with heart and soul while in the human world to attain everlasting glory.
I have come for the purpose of admonition and voicing the teachings of Bahá’u’lláh. It is my hope that His will and guidance may influence your spirits, souls and hearts, causing them to become pure, holy, sanctified and illumined and making you lamps of heavenly illumination to the world. This is my desire; this is my hope through the assistance of God.
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12 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Mary J. MacNutt
You are all exceedingly welcome.

Do you realize how much you should thank God for His blessings?

If you should thank Him a thousand times with each breath, it would not be sufficient because God has created and trained you.

He has protected you from every affliction and prepared every gift and bestowal.

Consider what a kind Father He is.

He bestows His gift before you ask.

We were not in the world of existence, but as soon as we were born, we found everything prepared for our needs and comfort without question on our part.

He has given us a kind father and compassionate mother, provided for us two springs of salubrious milk, pure atmosphere, refreshing water, gentle breezes and the sun shining above our heads.

In brief, He has supplied all the necessities of life although we did not ask for any of these great gifts.

With pure mercy and bounty He has prepared this great table.

It is a mercy which precedes asking.

There is another kind of mercy, which is realized after questioning and supplication.

He has bestowed both upon us—without asking and with supplication.

He has created us in this radiant century, a century longed for and expected by all the sanctified souls in past periods.

It is a blessed century; it is a blessed day.

The philosophers of history have agreed that this century is equal to one hundred past centuries.

This is true from every standpoint.

This is the century of science, inventions, discoveries and universal laws.

This is the century of the revelation of the mysteries of God.

This is the century of the effulgence of the rays of the Sun of Truth.

Therefore, you must render thanks and glorification to God that you were born in this age.

Furthermore, you have listened to the call of Bahá’u’lláh.

Your nostrils are perfumed with the breezes of the paradise of Abhá.

You have caught glimpses of the light from the horizon of the Orient.

You were asleep; you are awakened.

Your ears are attentive; your hearts are informed.

You have acquired the love of God.

You have attained to the knowledge of God.

This is the most great bestowal of God.

This is the breath of the Holy Spirit, and this consists of faith and assurance.

This eternal life is the second birth; this is the baptism of the Holy Spirit.

God has destined this station for you all.

He has prepared this for you.

You must appreciate the value of this bounty and engage your time in mentioning and thanking the True One.

You must live in the utmost happiness.

If any trouble or vicissitude comes into your lives, if your heart is depressed on account of health, livelihood or vocation, let not these things affect you.

They should not cause unhappiness, for Bahá’u’lláh has brought you divine happiness.

He has prepared heavenly food for you; He has destined eternal bounty for you; He has bestowed everlasting glory upon you.

Therefore, these glad tidings should cause you to soar in the atmosphere of joy forever and ever.

Render continual thanks unto God so that the confirmations of God may encircle you all.
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15 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Howard MacNutt
I have made you wait awhile, but as I was tired, I slept. While I was sleeping, I was conversing with you as though speaking at the top of my voice. Then through the effect of my own voice I awoke. As I awoke, one word was upon my lips—the word imtíyáz (“distinction”). So I will speak to you upon that subject this morning.
When we look upon the world of existence, we realize that all material things have a common bond; and yet, on the other hand, there are certain points of distinction between them. For instance, all earthly objects have common bodily ties. The minerals, vegetables and animals have elemental bodies in common with each other. Likewise, they have place in the order of creation. This is the common tie or point of contact between them. All of them pass through the process of composition and decomposition; this is a natural law to which all are subject. This law is ruling throughout creation and constitutes a bond of connection among created things. But at the same time there are certain distinguishing features between these objects. For instance, between the mineral and vegetable, the vegetable and animal, the animal and human, points of distinction exist which are unmistakable and significant. Likewise, there are distinctions between kinds and species of each kingdom. When we consider the mineral kingdom in detail, we observe not only points of similarity between objects but points of distinction as well. Some are immovable bodies, some hard and solid; some have the power of expansion and contraction; some are liquid, some gaseous; some have weight; others, like fire and electricity, have not. So there are many points of distinction among these kinds of elements.
In the vegetable kingdom also we observe distinction between the various sorts and species of organisms. Each has its own form, color and fragrance. In the animal kingdom the same law rules as many distinctions in form, color and function are noticeable. It is the same in the human kingdom. From the standpoint of color there are white, black, yellow and red people. From the standpoint of physiognomy there is a wide difference and distinction among races. The Asian, African and American have different physiognomies; the men of the North and men of the South are very different in type and features. From an economic standpoint in the law of living there is a great deal of difference. Some are poor, others wealthy; some are wise, others ignorant; some are patient and serene, some impatient and excitable; some are prone to justice, others practice injustice and oppression; some are meek, others arrogant. In brief, there are many points of distinction among humankind.
I desire distinction for you. The Bahá’ís must be distinguished from others of humanity. But this distinction must not depend upon wealth—that they should become more affluent than other people. I do not desire for you financial distinction. It is not an ordinary distinction I desire; not scientific, commercial, industrial distinction. For you I desire spiritual distinction—that is, you must become eminent and distinguished in morals. In the love of God you must become distinguished from all else. You must become distinguished for loving humanity, for unity and accord, for love and justice. In brief, you must become distinguished in all the virtues of the human world—for faithfulness and sincerity, for justice and fidelity, for firmness and steadfastness, for philanthropic deeds and service to the human world, for love toward every human being, for unity and accord with all people, for removing prejudices and promoting international peace. Finally, you must become distinguished for heavenly illumination and for acquiring the bestowals of God. I desire this distinction for you. This must be the point of distinction among you.
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16 June 1912
Talk at Fourth Unitarian Church Beverly Road, Flatbush, Brooklyn, New York
Notes by Esther Foster
This is a Unitarian church, and in the Arabic tongue this day may well be called Yawm-al’ Ittiḥád (“the Unitarian Day”). Therefore, I consider it appropriate to speak to you upon the subject of unity.
What is real unity? When we observe the human world, we find various collective expressions of unity therein. For instance, man is distinguished from the animal by his degree, or kingdom. This comprehensive distinction includes all the posterity of Adam and constitutes one great household or human family, which may be considered the fundamental or physical unity of mankind. Furthermore, a distinction exists between various groups of humankind according to lineage, each group forming a racial unity separate from the others. There is also the unity of tongue among those who use the same language as a means of communication; national unity where various peoples live under one form of government such as French, German, British, etc.; and political unity, which conserves the civil rights of parties or factions of the same government. All these unities are imaginary and without real foundation, for no real result proceeds from them. The purpose of true unity is real and divine outcomes. From these limited unities mentioned only limited outcomes proceed, whereas unlimited unity produces unlimited result. For instance, from the limited unity of race or nationality the results at most are limited. It is like a family living alone and solitary; there are no unlimited or universal outcomes from it.
The unity which is productive of unlimited results is first a unity of mankind which recognizes that all are sheltered beneath the overshadowing glory of the All-Glorious, that all are servants of one God; for all breathe the same atmosphere, live upon the same earth, move beneath the same heavens, receive effulgence from the same sun and are under the protection of one God. This is the most great unity, and its results are lasting if humanity adheres to it; but mankind has hitherto violated it, adhering to sectarian or other limited unities such as racial, patriotic or unity of self-interests; therefore, no great results have been forthcoming. Nevertheless, it is certain that the radiance and favors of God are encompassing, minds have developed, perceptions have become acute, sciences and arts are widespread, and capacity exists for the proclamation and promulgation of the real and ultimate unity of mankind, which will bring forth marvelous results. It will reconcile all religions, make warring nations loving, cause hostile kings to become friendly and bring peace and happiness to the human world. It will cement together the Orient and Occident, remove forever the foundations of war and upraise the ensign of the Most Great Peace. These limited unities are, therefore, signs of that great unity which will make all the human family one by being productive of the attractions of conscience in mankind.
Another unity is the spiritual unity which emanates from the breaths of the Holy Spirit.

This is greater than the unity of mankind.

Human unity or solidarity may be likened to the body, whereas unity from the breaths of the Holy Spirit is the spirit animating the body.

This is a perfect unity.

It creates such a condition in mankind that each one will make sacrifices for the other, and the utmost desire will be to forfeit life and all that pertains to it in behalf of another’s good.

This is the unity which existed among the disciples of Jesus Christ and bound together the Prophets and holy Souls of the past.

It is the unity which through the influence of the divine spirit is permeating the Bahá’ís so that each offers his life for the other and strives with all sincerity to attain his good pleasure.

This is the unity which caused twenty thousand people in Persia to give their lives in love and devotion to it.

It made the Báb the target of a thousand arrows and caused Bahá’u’lláh to suffer exile and imprisonment forty years.

This unity is the very spirit of the body of the world.

It is impossible for the body of the world to become quickened with life without its vivification.

Jesus Christ—may my life be a sacrifice to Him!—promulgated this unity among mankind.

Every soul who believed in Jesus Christ became revivified and resuscitated through this spirit, attained to the zenith of eternal glory, realized the everlasting life, experienced the second birth and rose to the acme of good fortune.
In the Word of God there is still another unity—the oneness of the Manifestations of God, Abraham, Moses, Jesus Christ, Muḥammad, the Báb and Bahá’u’lláh. This is a unity divine, heavenly, radiant, merciful—the one reality appearing in its successive Manifestations. For instance, the sun is one and the same, but its points of dawning are various. During the summer season it rises from the northern point of the ecliptic; in winter it appears from the southern point of rising. Each month between, it appears from a certain zodiacal position. Although these dawning points are different, the sun is the same sun which has appeared from them all. The significance is the reality of Prophethood which is symbolized by the sun, and the holy Manifestations are the dawning places or zodiacal points.
There is also the divine unity or entity, which is sanctified above all concept of humanity.

It cannot be comprehended nor conceived because it is infinite reality and cannot become finite.

Human minds are incapable of surrounding that reality because all thoughts and conceptions of it are finite, intellectual creations and not the reality of Divine Being which alone knows itself.

For example, if we form a conception of Divinity as a living, almighty, self-subsisting, eternal Being, this is only a concept apprehended by a human intellectual reality.

It would not be the outward, visible reality, which is beyond the power of human mind to conceive or encompass.

We ourselves have an external, visible entity; but even our concept of it is the product of our own brain and limited comprehension.

The reality of Divinity is sanctified above this degree of knowing and realization.

It has ever been hidden and secluded in its own holiness and sanctity above our comprehending.

Although it transcends our realization, its lights, bestowals, traces and virtues have become manifest in the realities of the Prophets, even as the sun becomes resplendent in various mirrors.

These holy realities are as reflectors, and the reality of Divinity is as the sun, which, although it is reflected from the mirrors, and its virtues and perfections become resplendent therein, does not stoop from its own station of majesty and glory and seek abode in the mirrors; it remains in its heaven of sanctity.

At most it is this: that its lights become manifest and evident in its mirrors or manifestations.

Therefore, its bounty proceeding from them is one bounty, but the recipients of that bounty are many.

This is the unity of God; this is oneness—unity of Divinity, holy above ascent or descent, embodiment, comprehension or idealization—divine unity.

The Prophets are its mirrors; its lights are revealed through Them; its virtues become resplendent in Them, but the Sun of Reality never descends from its own highest point and station.

This is unity, oneness, sanctity; this is glorification whereby we praise and adore God.
O my God! O my God! Verily, these are servants at the threshold of Thy mercy, and maidservants at the door of Thy oneness. Verily, they have gathered in this temple to turn to Thy face of glory, holding to the hem of Thy garment and to Thy singleness, seeking Thy good pleasure and ascent into Thy Kingdom. They receive effulgence from the Sun of Reality in this glorious century, and they long for Thy goodwill in all great affairs. O Lord! Illumine their sight with a vision of Thy signs and riches, and quicken their ears with hearkening to Thy Word. Render their hearts replete with Thy love, and gladden their spirits with Thy meeting. Deign to bestow upon them spiritual good in Thine earth and heaven, and make them signs of unity among Thy servants in order that the real unity may appear and all may become one in Thy Cause and Kingdom. Verily, Thou art the Generous. Verily, Thou art the Mighty, the Spiritual. Thou art the Merciful, the Clement.
(To the children in the Sunday School)
I am glad to see these bright, radiant children. God willing, all of them may realize the hopes and aspirations of their parents.
Praise be to God! I see before me these beautiful children of the Kingdom. Their hearts are pure, their faces are shining. They shall soon become the sons and daughters of the Kingdom. Thanks be to God! They are seeking to acquire virtues and will be the cause of the attainment of the excellences of humanity. This is the cause of oneness in the Kingdom of God. Praise be to God! They have kind and revered teachers who train and educate them well and who long for confirmation in order that, God willing, like tender plants in the garden of God they may be refreshed by the downpour of the clouds of mercy, grow and become verdant. In the utmost perfection and delicacy may they at last bring forth fruit.
I supplicate God that these children may be reared under His protection and that they may be nourished by His favor and grace until all, like beautiful flowers in the garden of human hopes and aspirations, shall blossom and become redolent of fragrance.
O God! Educate these children. These children are the plants of Thine orchard, the flowers of Thy meadow, the roses of Thy garden. Let Thy rain fall upon them; let the Sun of Reality shine upon them with Thy love. Let Thy breeze refresh them in order that they may be trained, grow and develop, and appear in the utmost beauty. Thou art the Giver. Thou art the Compassionate.
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16 June 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Howard MacNutt 935 Eastern Parkway, Brooklyn, New York
Notes by Esther Foster
This is a splendid gathering, a meeting of the maidservants of the Merciful and the beloved of God.

Whenever such gatherings have taken place in this world, the results have been very great.

They have exerted an influence upon the world of hearts and minds.

Wherever a lamp is lighted in the night, naturally people are attracted and gather around it.

When you see such an assemblage as this, you may know that a light is illumining the darkness.

There are lamps the light of which is limited.

There are lamps the light of which is unlimited.

There are lamps which illumine small places and lamps which illumine the horizons.

The lamp of the guidance of God, wherever lighted, has shed its radiance throughout the East and the West.

Praise be to God!

It has been lighted in this country; day by day its radiance is becoming more resplendent and its effulgence more widespread.

This is not known now, but later on its traces will become evident.

Consider the days of Christ: how the light of guidance brightened twelve hearts.

How limited it seemed, but how expansive it became afterward and illumined the world!

You are not a large body of people, but because the lamp of guidance has been lighted in your hearts, the effects will be wonderful in the years to come.

It is evident and manifest that the world will be illumined by this light; therefore, you must thank God that—praise be to God!—through His grace and favor the lamp of the most great guidance has been ignited in your hearts, and He has summoned you to His Kingdom.

He has caused the call of the Supreme Concourse to reach your ears.

The doors of heaven have been opened unto you.

The Sun of Reality is shining upon you, the cloud of mercy is pouring down, and the breezes of providence are wafting through your souls.

Although the bestowal is great and the grace is glorious, yet capacity and readiness are requisite.

Without capacity and readiness the divine bounty will not become manifest and evident.

No matter how much the cloud may rain, the sun may shine and the breezes blow, the soil that is sterile will give no growth.

The ground that is pure and free from thorns and thistles receives and produces through the rain of the cloud of mercy.

No matter how much the sun shines, it will have no effect upon the black rock, but in a pure and polished mirror its lights become resplendent.

Therefore, we must develop capacity in order that the signs of the mercy of the Lord may be revealed in us.

We must endeavor to free the soil of the hearts from useless weeds and sanctify it from the thorns of worthless thoughts in order that the cloud of mercy may bestow its power upon us.

The doors of God are open, but we must be ready and fitted to enter.

The ocean of divine providence is surging, but we must be able to swim.

The bestowals of the Almighty are descending from the heaven of grace, but capacity to receive them is essential.

The fountain of divine generosity is gushing forth, but we must have thirst for the living waters.

Unless there be thirst, the salutary water will not assuage.

Unless the soul hungers, the delicious foods of the heavenly table will not give sustenance.

Unless the eyes of perception be opened, the lights of the sun will not be witnessed.

Until the nostrils are purified, the fragrance of the divine rose garden will not be inhaled.

Unless the heart be filled with longing, the favors of the Lord will not be evident.

Unless a perfect melody be sung, the ears of the hearers will not be attracted.

Therefore, we must endeavor night and day to purify the hearts from every dross, sanctify the souls from every restriction and become free from the discords of the human world.

Then the divine bestowals will become evident in their fullness and glory.

If we do not strive and sanctify ourselves from the defects and evil qualities of human nature, we will not partake of the bestowals of God.

It is as if the sun is shining in its full glory, but no reflection is forthcoming from hearts that are black as stone.

If an ocean of salubrious water is surging and we be not thirsty, what benefit do we receive?

If the candle be lighted and we have no eyes, what enjoyment do we obtain from it?

If melodious anthems should rise to the heavens and we are bereft of hearing, what enjoyment can we find?
Therefore, we must endeavor always, cry, supplicate and invoke the Kingdom of God to grant us full capacity in order that the bestowals of God may become revealed and manifest in us.

And as we attain to these heavenly bounties, we shall offer thanks unto the threshold of oneness.

Then shall we rejoice in the Lord that in this wonderful century and glorious age, under the shelter of the Kingdom of God we have enjoyed these bestowals and will arise in praise and thanksgiving.

Therefore, I first exhort myself and then I entreat you to appreciate this great bestowal, recognize this most great guidance, accept these bounties of the Lord.

You must endeavor day and night to become worthy of a generous portion of these gifts and realize full capacity of attainment.

Praise be to God!

Your hearts are illumined, your faces are turned toward the Kingdom of God.

It is my hope that all of these degrees may be reached and these friends attain a station which shall be an example and stimulus for all friends in the world.

May the love of God spread from here onward and outward; may the knowledge of God be sent broadcast from this place; may spiritual forces become effective here; may the lights of the Kingdom shine; may intelligent souls be found here so that with all power they may be occupied in the service of God, furthering the oneness of the human world and the cause of the Most Great Peace.

May these souls be lighted candles and fruitful trees; may they be pearls of the shells of providence; may they be stars of heaven.

This is my supplication to God.

This is my request from the Beauty of Abhá: that He may submerge all of you in the ocean of His grace.
(Afterward, speaking of numbers)
Such suppositions regarding lucky or unlucky numbers are purely imaginary. The superstition concerning thirteen had its origin in the fact that Jesus Christ was surrounded by twelve disciples and that Judas Iscariot was the thirteenth member of their gathering. This is the source of the superstition, but it is purely imaginary. Although Judas was outwardly a disciple, in reality he was not. Twelve is the original number of significance and completion. Jacob had twelve sons from whom descended twelve tribes. The disciples of Jesus were twelve; the Imáms of Muḥammad were twelve. The zodiacal signs are twelve; the months of the year are twelve, etc.
The mysteries of the Holy Books have become explained in the manifestation of Bahá’u’lláh. Before He appeared, these mysteries were not understood. Bahá’u’lláh opened and unsealed these mysteries. It was my wish to come here today to have this meeting.
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16 June 1912
Talk at Central Congregational Church Hancock Street, Brooklyn, New York
Notes by Esther Foster
This is a goodly temple and congregation, for—praise be to God!—this is a house of worship wherein conscientious opinion has free sway. Every religion and every religious aspiration may be freely voiced and expressed here. Just as in the world of politics there is need for free thought, likewise in the world of religion there should be the right of unrestricted individual belief. Consider what a vast difference exists between modern democracy and the old forms of despotism. Under an autocratic government the opinions of men are not free, and development is stifled, whereas in democracy, because thought and speech are not restricted, the greatest progress is witnessed. It is likewise true in the world of religion. When freedom of conscience, liberty of thought and right of speech prevail—that is to say, when every man according to his own idealization may give expression to his beliefs—development and growth are inevitable. Therefore, this is a blessed church because its pulpit is open to every religion, the ideals of which may be set forth with openness and freedom. For this reason I am most grateful to the reverend doctor; I find him indeed a servant of the oneness of humanity.
The holy Manifestations Who have been the Sources or Founders of the various religious systems were united and agreed in purpose and teaching.

Abraham, Moses, Zoroaster, Buddha, Jesus, Muḥammad, the Báb and Bahá’u’lláh are one in spirit and reality.

Moreover, each Prophet fulfilled the promise of the One Who came before Him and, likewise, Each announced the One Who would follow.

Consider how Abraham foretold the coming of Moses, and Moses embodied the Abrahamic statement.

Moses prophesied the Messianic cycle, and Christ fulfilled the law of Moses.

It is evident, therefore, that the Holy Manifestations Who founded the religious systems are united and agreed; there is no differentiation possible in Their mission and teachings; all are reflectors of reality, and all are promulgators of the religion of God.

The divine religion is reality, and reality is not multiple; it is one.

Therefore, the foundations of the religious systems are one because all proceed from the indivisible reality; but the followers of these systems have disagreed; discord, strife and warfare have arisen among them, for they have forsaken the foundation and held to that which is but imitation and semblance.

Inasmuch as imitations differ, enmity and dissension have resulted.

For example, Jesus Christ—may my spirit be a sacrifice unto Him!—laid the foundation of eternal reality, but after His departure many sects and divisions appeared in Christianity.

What was the cause of this?

There is no doubt that they originated in dogmatic imitations, for the foundations of Christ were reality itself, in which no divergence exists.

When imitations appeared, sects and denominations were formed.
If Christians of all denominations and divisions should investigate reality, the foundations of Christ will unite them.

No enmity or hatred will remain, for they will all be under the one guidance of reality itself.

Likewise, in the wider field if all the existing religious systems will turn away from ancestral imitations and investigate reality, seeking the real meanings of the Holy Books, they will unite and agree upon the same foundation, reality itself.

As long as they follow counterfeit doctrines or imitations instead of reality, animosity and discord will exist and increase.

Let me illustrate this.

Moses and the prophets of Israel announced the advent of the Messiah but expressed it in the language of symbols.

When Christ appeared, the Jews rejected Him, although they were expecting His manifestation and in their temples and synagogues were crying and lamenting, saying, “O God, hasten the coming of the Messiah!”

Why did they deny Him when He announced Himself?

Because they had followed ancestral forms and interpretations and were blind to the reality of Christ.

They had not perceived the inner significances of the Holy Bible.

They voiced their objections, saying, “We are expecting Christ, but His coming is conditioned upon certain fulfillments and prophetic announcements.

Among the signs of His appearance is one that He shall come from an unknown place, whereas now this claimant of Messiahship has come from Nazareth.

We know his home, and we are acquainted with his mother.
“Second, one of the signs or Messianic conditions is that His scepter would be an iron rod, and this Christ has not even a wooden staff.
“Third, He was to be seated upon the throne of David, whereas this Messianic king is in the utmost state of poverty and has not even a mat.
“Fourth, He was to conquer the East and the West. This person has not even conquered a village. How can he be the Messiah?
“Fifth, He was to promulgate the laws of the Bible. This one has not only failed to promulgate the laws of the Bible, but he has broken the law of the sabbath.
“Sixth, the Messiah was to gather together all the Jews who were scattered in Palestine and restore them to honor and prestige, but this one has degraded the Jews instead of uplifting them.
“Seventh, during His sovereignty even the animals were to enjoy blessings and comfort, for according to the prophetic texts, He should establish peace to such a universal extent that the eagle and quail would live together, the lion and deer would feed in the same meadow, the wolf and lamb would lie down in the same pasture. In the human kingdom warfare was to cease entirely; spears would be turned into pruning hooks and swords into plowshares. Now we see in the day of this would-be Messiah such injustice prevails that even he himself is sacrificed. How could he be the promised Christ?”
And so they spoke infamous words regarding Him.
Now inasmuch as the Jews were submerged in the sea of ancestral imitations, they could not comprehend the meaning of these prophecies. All the words of the prophets were fulfilled, but because the Jews held tenaciously to hereditary interpretations, they did not understand the inner meanings of the Holy Bible; therefore, they denied Jesus Christ, the Messiah. The purpose of the prophetic words was not the outward or literal meaning, but the inner symbolical significance. For example, it was announced that the Messiah was to come from an unknown place. This did not refer to the birthplace of the physical body of Jesus. It has reference to the reality of the Christ—that is to say, the Christ reality was to appear from the invisible realm—for the divine reality of Christ is holy and sanctified above place.
His sword was to be a sword of iron. This signified His tongue which should separate the true from the false and by which great sword of attack He would conquer the kingdoms of hearts. He did not conquer by the physical power of an iron rod; He conquered the East and the West by the sword of His utterance.
He was seated upon the throne of David, but His sovereignty was neither a Napoleonic sovereignty nor the vanishing dominion of a Pharaoh. The Christ Kingdom was everlasting, eternal in the heaven of the divine Will.
By His promulgating the laws of the Bible the reality of the law of Moses was meant. The Sinaitic law is the foundation of the reality of Christianity. Christ promulgated it and gave it higher, spiritual expression.
He conquered and subdued the East and West. His conquest was effected through the breaths of the Holy Spirit, which eliminated all boundaries and shone from all horizons.
In His day, according to prophecy, the wolf and the lamb were to drink from the same fountain. This was realized in Christ. The fountain referred to was the Gospel, from which the water of life gushes forth. The wolf and lamb are opposed and divergent races symbolized by these animals. Their meeting and association were impossible, but having become believers in Jesus Christ those who were formerly as wolves and lambs became united through the words of the Gospel.
The purport is that all the meanings of the prophecies were fulfilled, but because the Jews were captives of ancestral imitations and did not perceive the reality of the meanings of these words, they denied Christ; nay, they even went so far as to crucify Him. Consider how harmful is imitation. These were interpretations handed down from fathers and ancestors, and because the Jews held fast to them, they were deprived.
It is evident, then, that we must forsake all such imitations and beliefs so that we may not commit this error. We must investigate reality, lay aside selfish notions and banish hearsay from our minds. The Jews consider Christ the enemy of Moses, whereas, on the contrary, Christ promoted the Word of Moses. He spread the name of Moses throughout the Orient and Occident. He promulgated the teachings of Moses. Had it not been for Christ, you would not have heard the name of Moses; and unless the manifestation of Messiahship had appeared in Christ, we would not have received the Old Testament.
The truth is that Christ fulfilled the Mosaic law and in every way upheld Moses; but the Jews, blinded by imitations and prejudices, considered Him the enemy of Moses.
Among the great religious systems of the world is Islám. About three hundred million people acknowledge it. For more than a thousand years there has been enmity and strife between Muslims and Christians, owing to misunderstanding and spiritual blindness. If prejudices and imitations were abandoned, there would be no enmity whatever between them, and these hundreds of millions of antagonistic religionists would adorn the world of humanity by their unity.
I wish now to call your attention to a most important point.

All Islám considers the Qur’án the Word of God.

In this sacred Book there are explicit texts which are not traditional, stating that Christ was the Word of God, that He was the Spirit of God, that Jesus Christ came into this world through the quickening breaths of the Holy Spirit and that Mary, His mother, was holy and sanctified.

In the Qur’án a whole chapter is devoted to the story of Jesus.

It records that in the time of His youth He worshiped God in the temple at Jerusalem, that manna descended from heaven for His sustenance and that He uttered words immediately after His birth.

In brief, in the Qur’án there is eulogy and commendation of Christ such as you do not find in the Gospel.

The Gospel does not record that the child Jesus spoke at birth or that God caused sustenance to descend from heaven for Him, but in the Qur’án it is repeatedly stated that God sent down manna day by day as food for Him.

Furthermore, it is significant and convincing that when Muḥammad proclaimed His work and mission, His first objection to His own followers was, “Why have you not believed on Jesus Christ?

Why have you not accepted the Gospel?

Why have you not believed in Moses?

Why have you not followed the precepts of the Old Testament?

Why have you not understood the prophets of Israel?

Why have you not believed in the disciples of Christ?

The first duty incumbent upon ye, O Arabians, is to accept and believe in these.

You must consider Moses as a Prophet.

You must accept Jesus Christ as the Word of God.

You must know the Old and the New Testaments as the Word of God.

You must believe in Jesus Christ as the product of the Holy Spirit.”

His people answered, “O Muḥammad!

We will become believers although our fathers and ancestors were not believers, and we are proud of them.

Tell us what is going to become of them?”

Muḥammad replied, “I declare unto you that they occupy the lowest stratum of hell because they did not believe in Moses and Christ and because they did not accept the Bible; and although they are my own ancestors, yet they are in despair in hell.”

This is an explicit text of the Qur’án; it is not a story or tradition but from the Qur’án itself, which is in the hands of the people.

Therefore, it is evident that ignorance and misunderstanding have caused so much warfare and strife between Christians and Muslims.

If both should investigate the underlying truth of their religious beliefs, the outcome would be unity and agreement; strife and bitterness would pass away forever and the world of humanity find peace and composure.

Consider that there are two hundred and fifty million Christians and three hundred million Muslims.

How much blood has flowed in their wars; how many nations have been destroyed; how many children have been made fatherless; how many fathers and mothers have mourned the loss of children and dear ones!

All this has been due to prejudice, misunderstanding and imitations of ancestral beliefs without investigation of reality.

If the Holy Books were rightly understood, none of this discord and distress would have existed, but love and fellowship would have prevailed instead.

This is true with all the other religions as well.

The conditions I have named will apply equally to all.

The essential purpose of the religion of God is to establish unity among mankind.

The divine Manifestations were Founders of the means of fellowship and love.

They did not come to create discord, strife and hatred in the world.

The religion of God is the cause of love, but if it is made to be the source of enmity and bloodshed, surely its absence is preferable to its existence; for then it becomes satanic, detrimental and an obstacle to the human world.
In the Orient the various peoples and nations were in a state of antagonism and strife, manifesting the utmost enmity and hatred toward each other.

Darkness encompassed the world of mankind.

At such a time as this Bahá’u’lláh appeared.

He removed all the imitations and prejudices which had caused separation and misunderstanding and laid the foundation of the one religion of God.

When this was accomplished, Muslims, Christians, Jews, Zoroastrians, Buddhists all were united in actual fellowship and love.

The souls who followed Bahá’u’lláh from every nation have become as one family living in agreement and accord, willing to sacrifice life for each other.

The Muslim will give his life for the Christian, the Christian for the Jew and all of them for the Zoroastrian.

They live together in love, fellowship and unity.

They have attained to the condition of rebirth in the Spirit of God.

They have become revivified and regenerated through the breaths of the Holy Spirit.

Praise be to God!

This light has come forth from the East, and eventually there shall be no discord or enmity in the Orient.

Through the power of Bahá’u’lláh all will be united.

He upraised this standard of the oneness of humanity in prison.

When subjected to banishment by two kings, while a refugee from enemies of all nations and during the days of His long imprisonment He wrote to the kings and rulers of the world in words of wonderful eloquence, arraigning them severely and summoning them to the divine standard of unity and justice.

He exhorted them to peace and international agreement, making it incumbent upon them to establish a board of international arbitration—that from all nations and governments of the world there should be delegates selected for a congress of nations which should constitute a universal arbitral court of justice to settle international disputes.

He wrote to Victoria, Queen of Great Britain, the Czar of Russia, the Emperor of Germany, Napoleon III of France and others, inviting them to world unity and peace.

Through a heavenly power He was enabled to promulgate these ideals in the Orient.

Kings could not withstand Him.

They endeavored to extinguish His light but served only to increase its intensity and illumination.

While in prison He stood against the Sháh of Persia and Sulṭán of Turkey and promulgated His teachings until He firmly established the banner of truth and the oneness of humankind.

I was a prisoner with Him for forty years until the Young Turks of the Committee of Union and Progress overthrew the despotism of ‘Abdu’l-Ḥamíd, dethroned him and proclaimed liberty.

This committee set me free from tyranny and oppression; otherwise, I should have been in prison until the days of my life were ended.

The purport is this: that Bahá’u’lláh in prison was able to proclaim and establish the foundations of peace although two despotic kings were His enemies and oppressors.

The King of Persia, Náṣiri’d-Dín Sháh, had killed twenty thousand Bahá’ís, martyrs who in absolute severance and complete willingness offered their lives joyfully for their faith.

These two powerful and tyrannical kings could not withstand a prisoner; this Prisoner upheld the standard of humanity and brought the people of the Orient into agreement and unity.

Today in the East, only those who have not followed Bahá’u’lláh are in opposition and enmity.

The people of the nations who have accepted Him as the standard of divine guidance enjoy a condition of actual fellowship and love.

If you should attend a meeting in the East, you could not distinguish between Christian and Muslim; you would not know which was Jew, Zoroastrian or Buddhist, so completely have they become fraternized and their religious differences been leveled.

They associate in the utmost love and spiritual fragrance as if they belonged to one family, as if they were one people.
– 72 –
17 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Emma C. Melick
We should all visit the sick. When they are in sorrow and suffering, it is a real help and benefit to have a friend come. Happiness is a great healer to those who are ill. In the East it is the custom to call upon the patient often and meet him individually. The people in the East show the utmost kindness and compassion to the sick and suffering. This has greater effect than the remedy itself. You must always have this thought of love and affection when you visit the ailing and afflicted.
The world of humanity may be likened to the individual man himself; it has its illness and ailments. A patient must be diagnosed by a skillful physician. The Prophets of God are the real Physicians. In whatever age or time They appear They prescribe for human conditions. They know the sicknesses; They discover the hidden sources of disease and indicate the necessary remedy. Whosoever is healed by that remedy finds eternal health. For instance, in the day of Jesus Christ the world of humanity was afflicted with various ailments. Jesus Christ was the real Physician. He appeared, recognized the symptoms and prescribed the real remedy. What was that remedy? It was His revealed teaching especially applicable to that age. Later on many new ailments and disorders appeared in the body politic. The world became sick; other severe maladies appeared, especially in the peninsula of Arabia. God manifested Muḥammad there. He came and prescribed for the conditions so that the Arabs became healthy, strong and virile in that time.
In this present age the world of humanity is afflicted with severe sicknesses and grave disorders which threaten death. Therefore, Bahá’u’lláh has appeared. He is the real Physician, bringing divine remedy and healing to the world of man. He has brought teachings for all ailments—the Hidden Words, Ishráqát, Ṭarázát, Tajallíyát, Words of Paradise, Glad Tidings, etc. These Holy Words and teachings are the remedy for the body politic, the divine prescription and real cure for the disorders which afflict the world. Therefore, we must accept and partake of this healing remedy in order that complete recovery may be assured. Every soul who lives according to the teachings of Bahá’u’lláh is free from the ailments and indispositions which prevail throughout the world of humanity; otherwise, selfish disorders, intellectual maladies, spiritual sicknesses, imperfections and vices will surround him, and he will not receive the life-giving bounties of God.
Bahá’u’lláh is the real Physician. He has diagnosed human conditions and indicated the necessary treatment. The essential principles of His healing remedies are the knowledge and love of God, severance from all else save God, turning our faces in sincerity toward the Kingdom of God, implicit faith, firmness and fidelity, loving-kindness toward all creatures and the acquisition of the divine virtues indicated for the human world. These are the fundamental principles of progress, civilization, international peace and the unity of mankind. These are the essentials of Bahá’u’lláh’s teachings, the secret of everlasting health, the remedy and healing for man.
It is my hope that you may assist in healing the sick body of the world through these teachings so that eternal radiance may illumine all the nations of mankind.
– 73 –
18 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Emma C. Melick
No matter how much the world of humanity advances in material civilization, it is nevertheless in need of the spiritual development mentioned in the Gospel. The virtues of the material world are limited, whereas divine virtues are unlimited. Inasmuch as material virtues are limited, man’s need of the perfections of the divine world is unlimited.
Throughout human history we find that although the very apex of human virtues has been reached at various times, yet they were limited, whereas divine attainments have ever been unbounded and infinite. The limited is ever in need of the unlimited. The material must be correlated with the spiritual. The material may be likened to the body, but divine virtues are the breathings of the Holy Spirit itself. The body without spirit is not capable of real accomplishment. Although it may be in the utmost condition of beauty and excellence, it is, nevertheless, in need of the spirit. The chimney of the lamp, no matter how polished and perfect it be, is in need of the light. Without the light, the lamp or candle is not illuminating. Without the spirit, the body is not productive. The teacher of material principles is limited. The philosophers who claimed to be the educators of mankind were at most only able to train themselves. If they educated others, it was within a restricted circle; they failed to bestow general education and development. This has been conferred upon humanity by the power of the Holy Spirit.
For example, Christ educated and developed mankind universally. He rescued nations and peoples from the bondage of superstition and idolatry. He summoned them all to the knowledge of the oneness of God. They were dark, they became illumined; they were material, they became spiritual; earthly they were, they became heavenly. He enlightened the world of morality. This general, universal development is not possible through the power of philosophy. It is only attainable through the pervading influence of the Holy Spirit. Therefore, no matter how far the world of humanity advances, it fails to attain the highest degree unless quickened by the education and divine bestowals of the Holy Spirit. This ensures human progress and prosperity.
Therefore, I exhort you to be devoted to your spiritual development. Just as you have striven along material lines and have attained to high degrees of worldly advancement, may you likewise become strengthened and proficient in the knowledge of God. May divine susceptibilities be increased and awakened; may your devotion to the heavenly Kingdom become intense. May you be the recipients of the impulses of the Holy Spirit, be assisted in the world of morality and attain ideal power so that the sublimity of the world of mankind may become apparent in you. Thus may you attain the highest happiness, the eternal life, the everlasting glory, the second birth, and become manifestations of the bestowals of God.
– 74 –
20 June 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Howard MacNutt
I am about to leave the city for a few days rest at Montclair. When I return, it is my wish to give a large feast of unity. A place for it has not yet been found. It must be outdoors under the trees, in some location away from city noise—like a Persian garden. The food will be Persian food. When the place is arranged, all will be informed, and we will have a general meeting in which hearts will be bound together, spirits blended and a new foundation for unity established. All the friends will come. They will be my guests. They will be as the parts and members of one body. The spirit of life manifest in that body will be one spirit. The foundation of that temple of unity will be one foundation. Each will be a stone in that foundation, solid and interdependent. Each will be as a leaf, blossom or fruit upon one tree. For the sake of fellowship and unity I desire this feast and spiritual gathering.
Whatsoever is conducive to unity is merciful and from the divine bounty itself. Every universal affair is divine. Everything which conduces to separation and estrangement is satanic because it emanates from the purposes of self. Consider how clearly it is shown in creation that the cause of existence is unity and cohesion and the cause of nonexistence is separation and dissension. By a divine power of creation the elements assemble together in affinity, and the result is a composite being. Certain of these elements have united, and man has come into existence. Certain other combinations produce plants and animals. Therefore, this affinity of the inanimate elements is the cause of life and being. Through their commingling, therefore, human affinity, love and fellowship are made possible. If the elements were not assembled together in affinity to produce the body of man, the higher intelligent forces could not be manifest in the body. But when these elements separate, when their affinity and cohesion are overcome, death and dissolution of the body they have built inevitably follow. Therefore, affinity and unity among even these material elements mean life in the body of man, and their discord and disagreement mean death. Throughout all creation, in all the kingdoms, this law is written: that love and affinity are the cause of life, and discord and separation are the cause of death.
Consider the bodies of all the natural organisms. Certain elements have gathered and combine in chemical affinity. The tree, the man, the fish are due to this attraction and cohesion which have brought the elements together. A composition or composite being has resulted. The outcome of certain atomic grouping, for instance, is a mirror, table or clock because a cohesive power has magnetized and bound these atoms together. When that attracting power is withdrawn, dissolution and disintegration follow; no mirror, table or clock remain—no trace, no existence. Therefore, commingling of the atoms brings forth a reality, while dispersion or dissemination of them is equivalent to nonexistence.
Study the law of affinity among the domestic animals. They manifest fellowship, they live in flocks and herds; the love of association is evident among them. Among birds we see evidences of instinctive fellowship and love. But the ferocious animals and birds of prey are just the reverse of the domestic. Sheep, cows and horses graze together in concord and agreement, but ferocious animals are never seen associating in love and fellowship. Each lives solitary and alone or with a single mate. When they see each other, they manifest the utmost ferocity. Dogs pounce upon dogs; wolves, tigers, lions rage, snarl and fight to the death. Their ferocity is instinctive. There is a creative reason for it. Birds of prey, like eagles and hawks, live solitary and build their nests apart, but doves fly in flocks and nest in the same branches. When an eagle meets another eagle, there is a furious battle. The meeting of two doves is a peace meeting. Therefore, it is evident that these blessed characteristics as well as the reverse are found among the creatures of a lower kingdom.
The great mass of humanity does not exercise real love and fellowship.

The elect of humanity are those who live together in love and unity.

They are preferable before God because the divine attributes are already manifest in them.

The supreme love and unity is witnessed in the divine Manifestations.

Among Them unity is indissoluble, changeless, eternal and everlasting.

Each One is expressive and representative of all.

If we deny One of the Manifestations of God, we deny all.

To inflict persecution upon One is to persecute the Others.

In all degrees of existence each One praises and sanctifies the Others.

Each of Them holds to the solidarity of mankind and promotes the unity of human hearts.

Next to the divine Manifestations come the believers whose characteristics are agreement, fellowship and love.

The Bahá’í friends in Persia attained such a brotherhood and love that it really became a hindrance in the conduct of material affairs.

Each one into whatever house of the friends he went considered himself the owner of the house, so to speak.

There was no duality but complete mutuality of interests and love.

The visiting friend would have no hesitation in opening the provision box and taking out enough food for his needs.

They wore each other’s clothes as their own when necessary.

If in need of a hat or cloak, they would take and use it.

The owner of the clothing would be thankful and grateful that the garment had gone.

When he returned home, he would perhaps be told, “So and so was here and took away your coat.”

He would reply, “Praise be to God!

I am so grateful to him.

Praise be to God!

I am so thankful I have been given this opportunity of showing my love for him.”

To such an extreme degree this love and fellowship expressed itself that Bahá’u’lláh commanded that no one should take possession of another’s belongings unless presented with them.

The intention is to show to what an extent unity and love prevailed among the Bahá’í friends in the East.
I hope that this same degree and intensity of love may become manifest and apparent here; that the spirit of God shall so penetrate your hearts that each one of the beloved of God shall be considered as all; that each one may become a cause of unity and center of accord and all mankind be bound together in real fellowship and love.
• • •
Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Montclair and West Englewood, New Jersey
23-29 June 1912
– 75 –
23 June 1912
Talk at Montclair, New Jersey
Notes by Frank E. Osborne
‘Abdu’l‑Bahá: You are always smiling.
Mr. Osborne: Surely our faces should reflect happiness in this presence.
‘Abdu’l‑Bahá: Yes! This is the day of Bahá’u’lláh, the age of the Blessed Perfection, the cycle of the Greatest Name. If you do not smile now, for what time will you await and what greater happiness could you expect? This is the springtime of manifestation. The vernal shower has descended from the cloud of divine mercy; the life-giving breeze of the Holy Spirit is wafting the perfume of blossoms. From field and meadow rises a fragrant breath of thanksgiving like pure incense ascending to the throne of God. The world has become a new world; souls are quickened, spirits renewed, refreshed. Truly it is a time for happiness.
(To people coming in)
Welcome! Welcome! You are very welcome!
(The church bells begin to ring)
I was not feeling very well this morning, or I would have gone to church. Everywhere we hear the call of the spiritual world; in everything we behold the works of God. The church bells are pealing in memory of Jesus Christ although more than nineteen hundred years have passed since He lived upon the earth. This is through the power of the spirit. No material power could do this. Yet people in their blindness deny Christ, seeking to perpetuate their names in worldly deeds. Everyone wishes to be remembered. Through earthly and material accomplishments one will hardly be remembered nine years, while the memory and glory of Christ continue after nineteen hundred have passed. For His name is eternal and His glory everlasting. Therefore, man should hear with attentive ear the call of the spiritual world, seeking first the Kingdom of God and its perfections. This is eternal life; this is everlasting remembrance.
How great the difference between the glory of Christ and the glory of an earthly conqueror! It is related by historians that Napoleon Bonaparte I embarked secretly by night from Egypt. His destination was France. During his campaign in Palestine revolution had broken out and grave difficulties had arisen in the home government. Christian worship had been forbidden by the revolutionists. The priests of Christianity had fled in terror. France had become atheistic; anarchy prevailed. The ship sailed out into a night brilliant with the light of the moon. Napoleon was pacing up and down the deck. His officers were sitting together, talking. One of them spoke of the similarity between Bonaparte and Christ. Napoleon stopped and said grimly, “Do you think I am going back to France to establish religion?”
Jesus Christ established the religion of God through love.

His sovereignty is everlasting.

Napoleon overthrew governments in war and bloodshed.

His dominion passed away; he himself was dethroned.

Bonaparte destroyed human life; Christ was a Savior.

Bonaparte controlled the physical bodies of men; Christ was a conqueror of human hearts.

None of the Prophets of God were famous men, but They were unique in spiritual power.

Love is the eternal sovereignty.

Love is the divine power.

By it all the kings of earth are overthrown and conquered.

What evidence of this could be greater than the accomplishment of Bahá’u’lláh?

He appeared in the East and was exiled.

He was sent to the prison of ‘Akká in Palestine.

Two powerful despotic kings arose against Him.

During His exile and imprisonment He wrote Tablets of authority to the kings and rulers of the world, announcing His spiritual sovereignty, establishing the religion of God, upraising the heavenly banners of the Cause of God.

One of these Tablets was sent to Napoleon III, Emperor of France.

He received it with contempt and cast it behind his back.

Bahá’u’lláh addressed a second Tablet to him, containing these words, “Hadst thou been sincere in thy words, thou wouldst have not cast behind thy back the Book of God, when it was sent unto thee.… We have proved thee through it, and found thee other than that which thou didst profess.

Arise, and make amends for that which escaped thee.

Erelong the world and all that thou possessest will perish, and the kingdom will remain unto God.… For what thou hast done, thy kingdom shall be thrown into confusion, and thine empire shall pass from thine hands, as a punishment for that which thou hast wrought.

Then wilt thou know how thou hast plainly erred.… Thy pomp … shall soon pass away, unless thou holdest fast by this firm Cord.

We see abasement hastening after thee.…”

All this happened just as announced by Bahá’u’lláh.

Napoleon III was dethroned and exiled.

His empire passed away and became nonexistent while the dominion and sovereignty of Bahá’u’lláh, the Prisoner, has become eternal through the confirmation of God.

This is as evident as the light of the sun at midday except to those who are spiritually blind.

If we are afflicted with a cold, we cannot inhale the delicate fragrances emanating from the rose garden of the divine Kingdom.
In brief, the nations of the world are becoming united under the sovereignty of the divine Kingdom. The East and the West are embracing here in love and affection today. This is not a commercial or political unity, but unity through the love of God. We have crossed the sea to spread that love in America, to announce the call of the Kingdom, to establish the spiritual foundations of international peace. Although men may arise against the Kingdom, the dominion and sovereignty of God will be set up. It is an eternal Kingdom, a divine sovereignty. In His day Christ was called Satan, Beelzebub, but hear the bells now ringing for Him! He was the Word of God and not Satan. They mocked Him, led Him through the city upon a donkey, crowned Him with thorns, spat upon His blessed face and crucified Him, but He is now with God and in God because He was the Word and not Satan. Fifty years ago no one would touch the Christian Bible in Persia. Bahá’u’lláh came and asked, “Why?” They said, “It is not the Word of God.” He said, “You must read it with understanding of its meanings, not as those who merely recite its words.” Now Bahá’ís all over the East read the Bible and understand its spiritual teaching. Bahá’u’lláh spread the Cause of Christ and opened the book of the Christians and Jews. He removed the barriers of names. He proved that all the divine Prophets taught the same reality and that to deny One is to deny the Others, for all are in perfect oneness with God.
In London some of the Christians said we were deniers of Christ. We say Christ is the Word of God. We are gathered here this morning for His mention. The bells have called us together in love and unity. This house is the temple of God. All are welcome! Very welcome!
Question: How shall we determine the truth or error of certain biblical interpretation, as, for instance, the higher criticism and other present-day Christian teachings?
‘Abdu’l‑Bahá: Your question is an abstruse and important one. Complete answer to it would require a long time. I will reply to it briefly. The only true Explainer of the Book of God is the Holy Spirit, for no two minds are alike, no two can comprehend alike, no two can speak alike. That is to say, from the mere human standpoint of interpretation there could be neither truth nor agreement.
Question: Do you approve of the new thought in which the control of mind over matter is the central principle?
‘Abdu’l‑Bahá: Philosophy develops the mind. Christ and the Word of God are revealed through the Spirit. Plato says, “The mental conclusions are so and so.” Christ says, “Be led of the Spirit.”
Question: Should children be allowed to read the higher criticism?
‘Abdu’l‑Bahá: They should first be taught the reality of religion as a foundation. For instance, in the Catholic Church the child is taught that through some act of the priest the bread and wine of the sacrament become the flesh and blood of Jesus Christ. The mind cannot accept this. The child must be taught that this transformation is symbolical of the truth that Christ is the food from heaven, the eating of which produces eternal life. The Jews had memorized the Bible but failed to grasp its meanings. If they had understood the spiritual significances of the scriptures, they would have been the first believers in Christ. You are among the first believers in this country. You are the children of the Kingdom. Bahá’u’lláh has taught you the reality of religion. There are many of the Bahá’í friends in Persia whom we do not know, but we know you here in America. Turn your faces to the Sun of Reality. That Sun has always risen in the East. Find the answer to your questions in your heart. Be as little children. Until the soil is prepared, it cannot receive the benefit of planting.
– 76 –
29 June 1912
Talk at Unity Feast, Outdoors West Englewood, New Jersey
Notes by Esther Foster
This is a delightful gathering; you have come here with sincere intentions, and the purpose of all present is the attainment of the virtues of God. The motive is attraction to the divine Kingdom. Since the desire of all is unity and agreement, it is certain that this meeting will be productive of great results. It will be the cause of attracting a new bounty, for we are turning to the Kingdom of Abhá, seeking the infinite bestowals of the Lord. This is a new Day, and this hour is a new Hour in which we have come together. Surely the Sun of Reality with its full effulgence will illumine us, and the darkness of disagreements will disappear. The utmost love and unity will result; the favors of God will encompass us; the pathway of the Kingdom will be made easy. Like candles these souls will become ignited and made radiant through the lights of supreme guidance. Such gatherings as this have no equal or likeness in the world of mankind, where people are drawn together by physical motives or in furtherance of material interests, for this meeting is a prototype of that inner and complete spiritual association in the eternal world of being.
True Bahá’í meetings are the mirrors of the Kingdom wherein images of the Supreme Concourse are reflected. In them the lights of the most great guidance are visible. They voice the summons of the heavenly Kingdom and echo the call of the angelic hosts to every listening ear. The efficacy of such meetings as these is permanent throughout the ages. This assembly has a name and significance which will last forever. Hundreds of thousands of meetings shall be held to commemorate this occasion, and the very words I speak to you today shall be repeated in them for ages to come. Therefore, be ye rejoiced, for ye are sheltered beneath the providence of God. Be happy and joyous because the bestowals of God are intended for you and the life of the Holy Spirit is breathing upon you.
Rejoice, for the heavenly table is prepared for you.
Rejoice, for the angels of heaven are your assistants and helpers.
Rejoice, for the glance of the Blessed Beauty, Bahá’u’lláh, is directed upon you.
Rejoice, for Bahá’u’lláh is your Protector.
Rejoice, for the everlasting glory is destined for you.
Rejoice, for the eternal life is awaiting you.
How many blessed souls have longed for this radiant century, their utmost hopes and desires centered upon the happiness and joy of one such day as this. Many the nights they passed sleepless and lamenting until the very morn in longing anticipation of this age, yearning to realize even an hour of this time. God has favored you in this century and has specialized you for the realization of its blessings. Therefore, you must praise and thank God with heart and soul in appreciation of this great opportunity and the attainment of this infinite bestowal—that such doors have been opened before your faces, that such abundance is pouring down from the cloud of mercy and that these refreshing breezes from the paradise of Abhá are resuscitating you. You must become of one heart, one spirit and one susceptibility. May you become as the waves of one sea, stars of the same heaven, fruits adorning the same tree, roses of one garden in order that through you the oneness of humanity may establish its temple in the world of mankind, for you are the ones who are called to uplift the cause of unity among the nations of the earth.
First, you must become united and agreed among yourselves.

You must be exceedingly kind and loving toward each other, willing to forfeit life in the pathway of another’s happiness.

You must be ready to sacrifice your possessions in another’s behalf.

The rich among you must show compassion toward the poor, and the well-to-do must look after those in distress.

In Persia the friends offer their lives for each other, striving to assist and advance the interests and welfare of all the rest.

They live in a perfect state of unity and agreement.

Like the Persian friends you must be perfectly agreed and united to the extent and limit of sacrificing life.

Your utmost desire must be to confer happiness upon each other.

Each one must be the servant of the others, thoughtful of their comfort and welfare.

In the path of God one must forget himself entirely.

He must not consider his own pleasure but seek the pleasure of others.

He must not desire glory nor gifts of bounty for himself but seek these gifts and blessings for his brothers and sisters.

It is my hope that you may become like this, that you may attain to the supreme bestowal and be imbued with such spiritual qualities as to forget yourselves entirely and with heart and soul offer yourselves as sacrifices for the Blessed Perfection.

You should have neither will nor desire of your own but seek everything for the beloved of God and live together in complete love and fellowship.

May the favors of Bahá’u’lláh surround you from all directions.

This is the greatest bestowal and supreme bounty.

These are the infinite favors of God.
• • •
Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in New York
1-15 July 1912
– 77 –
1 July 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Howard MacNutt
What could be better before God than thinking of the poor?

For the poor are beloved by our heavenly Father.

When Christ came upon the earth, those who believed in Him and followed Him were the poor and lowly, showing that the poor were near to God.

When a rich man believes and follows the Manifestation of God, it is a proof that his wealth is not an obstacle and does not prevent him from attaining the pathway of salvation.

After he has been tested and tried, it will be seen whether his possessions are a hindrance in his religious life.

But the poor are especially beloved of God.

Their lives are full of difficulties, their trials continual, their hopes are in God alone.

Therefore, you must assist the poor as much as possible, even by sacrifice of yourself.

No deed of man is greater before God than helping the poor.

Spiritual conditions are not dependent upon the possession of worldly treasures or the absence of them.

When one is physically destitute, spiritual thoughts are more likely.

Poverty is a stimulus toward God.

Each one of you must have great consideration for the poor and render them assistance.

Organize in an effort to help them and prevent increase of poverty.

The greatest means for prevention is that whereby the laws of the community will be so framed and enacted that it will not be possible for a few to be millionaires and many destitute.

One of Bahá’u’lláh’s teachings is the adjustment of means of livelihood in human society.

Under this adjustment there can be no extremes in human conditions as regards wealth and sustenance.

For the community needs financier, farmer, merchant and laborer just as an army must be composed of commander, officers and privates.

All cannot be commanders; all cannot be officers or privates.

Each in his station in the social fabric must be competent—each in his function according to ability but with justness of opportunity for all.
Lycurgus, King of Sparta, who lived long before the day of Christ, conceived the idea of absolute equality in government. He proclaimed laws by which all the people of Sparta were classified into certain divisions. Each division had its separate rights and function. First, farmers and tillers of the soil. Second, artisans and merchants. Third, leaders or grandees. Under the laws of Lycurgus, the latter were not required to engage in any labor or vocation, but it was incumbent upon them to defend the country in case of war and invasion. Then he divided Sparta into nine thousand equal parts or provinces, appointing nine thousand leaders or grandees to protect them. In this way the farmers of each province were assured of protection, but each farmer was compelled to pay a tax to support the grandee of that province. The farmers and merchants were not obliged to defend the country. In lieu of labor the grandees received the taxes. Lycurgus, in order to establish this forever as a law, brought nine thousand grandees together, told them he was going upon a long journey and wished this form of government to remain effective until his return. They swore an oath to protect and preserve his law. He then left his kingdom, went into voluntary exile and never came back. No man ever made such a sacrifice to ensure equality among his fellowmen. A few years passed, and the whole system of government he had founded collapsed, although established upon such a just and wise basis.
Difference of capacity in human individuals is fundamental. It is impossible for all to be alike, all to be equal, all to be wise. Bahá’u’lláh has revealed principles and laws which will accomplish the adjustment of varying human capacities. He has said that whatsoever is possible of accomplishment in human government will be effected through these principles. When the laws He has instituted are carried out, there will be no millionaires possible in the community and likewise no extremely poor. This will be effected and regulated by adjusting the different degrees of human capacity. The fundamental basis of the community is agriculture, tillage of the soil. All must be producers. Each person in the community whose need is equal to his individual producing capacity shall be exempt from taxation. But if his income is greater than his needs, he must pay a tax until an adjustment is effected. That is to say, a man’s capacity for production and his needs will be equalized and reconciled through taxation. If his production exceeds, he will pay a tax; if his necessities exceed his production, he shall receive an amount sufficient to equalize or adjust. Therefore, taxation will be proportionate to capacity and production, and there will be no poor in the community.
Bahá’u’lláh, likewise, commanded the rich to give freely to the poor. In the Kitáb-i-Aqdas it is further written by Him that those who have a certain amount of income must give one-fifth of it to God, the Creator of heaven and earth.
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1 July 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
From Stenographic Notes
I desire to make manifest among the friends in America a new light that they may become a new people, that a new foundation may be established and complete harmony be realized; for the foundation of Bahá’u’lláh is love. When you go to Green Acre, you must have infinite love for each other, each preferring the other before himself. The people must be so attracted to you that they will exclaim, “What happiness exists among you!” and will see in your faces the lights of the Kingdom; then in wonderment they will turn to you and seek the cause of your happiness. You must give the message through action and deed, not alone by word. Word must be conjoined with deed. You must love your friend better than yourself; yes, be willing to sacrifice yourself. The Cause of Bahá’u’lláh has not yet appeared in this country. I desire that you be ready to sacrifice everything for each other, even life itself; then I will know that the Cause of Bahá’u’lláh has been established. I will pray for you that you may become the cause of upraising the lights of God. May everyone point to you and ask, “Why are these people so happy?” I want you to be happy in Green Acre, to laugh, smile and rejoice in order that others may be made happy by you. I will pray for you.
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5 July 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Howard MacNutt
Question: You have stated that we are living in a universal cycle, the first Manifestation of which was Adam and the universal Manifestation of which is Bahá’u’lláh. Does this imply that other universal cycles preceded this one and that all traces of them have been effaced—cycles in which the ultimate purpose was the divine spiritualization of man just as it is the creative intention in this one?
The divine sovereignty is an ancient sovereignty, not an accidental sovereignty.
If we imagine this world of existence has a beginning, we can say the divine sovereignty is accidental—that is, there was a time when it did not exist. A king without a kingdom is impossible. He cannot be without a country, without subjects, without an army, without dominion, or he would be without kingship. All these exigencies or requirements of sovereignty must exist for a king. When they do exist, we can apply the word sovereignty to him. Otherwise, his sovereignty is imperfect, incomplete. If none of these conditions exists, sovereignty does not exist.
If we acknowledge that there is a beginning for this world of creation, we acknowledge that the sovereignty of God is accidental—that is, we admit a time when the reality of Divinity has been without dominion (lit.

“defeated”).

The names and attributes of Divinity are requirements of this world.

The names the Powerful, the Living, the Provider, the Creator require and necessitate the existence of creatures.

If there were no creatures, Creator would be meaningless.

If there were none to provide for, we could not think of the Provider.

If there were no life, the Living would be beyond the power of conception.

Therefore, all the names and attributes of God require the existence of objects or creatures upon which they have been bestowed and in which they have become manifest.

If there was a time when no creation existed, when there was none to provide for, it would imply a time when there was no existent One, no Trainer, and the attributes and qualities of God would have been meaningless and without significance.

Therefore, the requirements of the attributes of God do not admit of cessation or interruption, for the names of God are actually and forever existing and not potential.

Because they convey life, they are called Life-giving; because they provide, they are called Bountiful, the Provider; because they create, they are called Creator; because they educate and govern, the name Lord God is applied.

That is to say, the divine names emanate from the eternal attributes of Divinity.

Therefore, it is proved that the divine names presuppose the existence of objects or beings.
How then is a time conceivable when this sovereignty has not been existent? This divine sovereignty is not to be measured by six thousand years. This interminable, illimitable universe is not the result of that measured period. This stupendous laboratory and workshop has not been limited in its production to six thousand revolutions of the earth about the sun. With the slightest reflection man can be assured that this calculation and announcement is childish, especially in view of the fact that it is scientifically proved the terrestrial globe has been the habitation of man long prior to such a limited estimate.
As to the record in the Bible concerning Adam’s entering paradise, His eating from the tree and His expulsion through the temptation of Satan: These are all symbols beneath which there are wonderful and divine meanings not to be calculated in years, dates and measurement of time. Likewise, the statement that God created the heaven and the earth in six days is symbolic. We will not explain this further today. The texts of the Holy Books are all symbolical, needing authoritative interpretation.
When man casts even a cursory glance of reflection upon the question of the universe, he discovers it is very ancient. A Persian philosopher was looking up into the heavens, lost in wonder. He said, “I have written a book containing seventy proofs of the accidental appearance of the universe, but I still find it very ancient.”
Bahá’u’lláh says, “The universe hath neither beginning nor ending.” He has set aside the elaborate theories and exhaustive opinions of scientists and material philosophers by the simple statement, “There is no beginning, no ending.” The theologians and religionists advance plausible proofs that the creation of the universe dates back six thousand years; the scientists bring forth indisputable facts and say, “No! These evidences indicate ten, twenty, fifty thousand years ago,” etc. There are endless discussions pro and con. Bahá’u’lláh sets aside these discussions by one word and statement. He says, “The divine sovereignty hath no beginning and no ending.” By this announcement and its demonstration He has established a standard of agreement among those who reflect upon this question of divine sovereignty; He has brought reconciliation and peace in this war of opinion and discussion.
Briefly, there were many universal cycles preceding this one in which we are living. They were consummated, completed and their traces obliterated. The divine and creative purpose in them was the evolution of spiritual man, just as it is in this cycle. The circle of existence is the same circle; it returns. The tree of life has ever borne the same heavenly fruit.
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5 July 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Emma C. Melick and Howard MacNutt
You are very welcome, very welcome, all of you! In the divine Holy Books there are unmistakable prophecies giving the glad tidings of a certain Day in which the Promised One of all the Books would appear, a radiant dispensation be established, the banner of the Most Great Peace and conciliation be hoisted and the oneness of the world of humanity proclaimed. Among the various nations and peoples of the world no enmity or hatred should remain. All hearts were to be connected one with another. These things are recorded in the Torah, or Old Testament, in the Gospel, the Qur’án, the Zend-Avesta, and the books of Buddha. In brief, all the Holy Books contain these glad tidings. They announce that after the world is surrounded by darkness, radiance shall appear. For just as the night, when it becomes excessively dark, precedes the dawn of a new day, so likewise when the darkness of religious apathy and heedlessness overtakes the world, when human souls become negligent of God, when materialistic ideas overshadow spirituality, when nations become submerged in the world of matter and forget God—at such a time as this shall the divine Sun shine forth and the radiant morn appear.
Consider to what a remarkable extent the spirituality of people has been overcome by materialism so that spiritual susceptibility seems to have vanished, divine civilization become decadent, and guidance and knowledge of God no longer remain. All are submerged in the sea of materialism. Although some attend churches and temples of worship and devotion, it is in accordance with the traditions and imitations of their fathers and not for the investigation of reality. For it is evident they have not found reality and are not engaged in its adoration. They are holding to certain imitations which have descended to them from their fathers and ancestors. They have become accustomed to passing a certain length of time in temple worship and conforming to imitations and ceremonies. The proof of this is that the son of every Jewish father becomes a Jew and not a Christian; the son of every Muslim becomes a follower of Islám; the son of every Christian proves to be a Christian; the son of every Zoroastrian is a Zoroastrian, etc. Therefore, religious faith and belief is merely a remnant of blind imitations which have descended through fathers and ancestors. Because this man’s father was a Jew, he considers himself a Jew. Not that he has investigated reality and proved satisfactorily to himself that Judaism is right—nay, rather, he is aware that his forefathers have followed this course; therefore, he has held to it himself.
The purpose of this is to explain that the darkness of imitations encompasses the world. Every nation is holding to its traditional religious forms. The light of reality is obscured. Were these various nations to investigate reality, there is no doubt they would attain to it. As reality is one, all nations would then become as one nation. So long as they adhere to various imitations and are deprived of reality, strife and warfare will continue and rancor and sedition prevail. If they investigate reality, neither enmity nor rancor will remain, and they will attain to the utmost concord among themselves.
During the years when the darkness of heedlessness was most intense in the Orient and the people were so submerged in imitations that nations were thirsting for the blood of each other, considering each other as contaminated and refusing to associate—at such a time as this Bahá’u’lláh appeared. He arose in the Orient, uprooting the very foundations of imitations, and brought the dawn of the light of reality. Through Him various nations became united because all desired reality. Inasmuch as they investigated reality in religion, they found that all men are the servants of God, the posterity of Adam, children of one household and that the foundations of all the Prophets are one. For inasmuch as the teachings of the Prophets are reality, Their foundations are one. The enmity and strife of nations, therefore, are due to religious imitations and not to the reality which underlies the teachings of the Prophets. Through Bahá’u’lláh the nations and peoples grew to understand and comprehend this. Therefore, hearts became united, and lives were cemented together. After centuries of hatred and bitterness the Christian, Jew, Zoroastrian, Muslim and Buddhist met in fellowship, all of them in the utmost love and unity. They became welded and cemented because they had perceived reality.
The divine Prophets are conjoined in the perfect state of love.

Each One has given the glad tidings of His successor’s coming and each successor has sanctioned the One Who preceded Him.

They were in the utmost unity, but Their followers are in strife.

For instance, Moses gave the message of the glad tidings of Christ, and Christ confirmed the Prophethood of Moses.

Therefore, between Moses and Jesus there is no variation or conflict.

They are in perfect unity, but between the Jew and the Christian there is conflict.

Now, therefore, if the Christian and Jewish peoples investigate the reality underlying their Prophets’ teachings, they will become kind in their attitude toward each other and associate in the utmost love, for reality is one and not dual or multiple.

If this investigation of reality becomes universal, the divergent nations will ratify all the divine Prophets and confirm all the Holy Books.

No strife or rancor will then remain, and the world will become united.

Then will we associate in the reality of love.

We will become as fathers and sons, as brothers and sisters living together in complete unity, love and happiness; for this century is the century of light.

It is not like former centuries.

Former centuries were epochs of oppression.

Now human intellects have developed, and human intelligence has increased.

Each soul is investigating reality.

This is not a time when we shall wage war and be hostile toward each other.

We are living at a time when we should enjoy real friendship.
Fifty years ago Bahá’u’lláh sent Epistles to all the kings and nations of the world, at a time when there was no mention of international peace. One of these Epistles was sent by Him to the president of the American democracy. In these communications He summoned all to international peace and the oneness of the human world. He summoned mankind to the fundamentals of the teachings of all the Prophets. Some of the European kings were arrogant. Among them was Napoleon III. Bahá’u’lláh wrote a second Epistle to him, which was published thirty years ago. The context is this: “O Napoleon! Thou hast become haughty indeed. Thou hast become proud. Thou hast forgotten God. Thou dost imagine that this majesty is permanent for thee, that this dominion is abiding for thee. A letter have we sent unto thee for acceptance with thy greatest love; but, instead, thou hast shown arrogance. Therefore, God shall uproot the edifice of thy sovereignty; thy country shall flee away from thee. Thou shalt find humiliation hastening after thee because thou didst not arise for that which was enjoined upon thee, whereas that which was a duty incumbent upon thee was the cause of life to the world. The punishment of God shall soon be dealt out to thee.”
This Epistle was revealed in the year 1869, and after one year the foundations of the Napoleonic sovereignty were completely uprooted.
Among these Epistles was a very lengthy one to the Sháh of Persia. It was printed and spread broadcast throughout all the countries. This Epistle was revealed in the year 1870. In it Bahá’u’lláh admonished the Sháh of Persia to be kind to all his subjects, summoning him to dispense justice, counseling him to make no distinction between the religions, charging him to deal equally with Jew, Christian, Muslim and Zoroastrian and to remove the oppression prevailing in his country.
At that time the Jews were greatly oppressed in Persia. Bahá’u’lláh especially recommended justice for them, saying that all people are the servants of God, and in the eye of the government they should be equally estimated. “If justice is not dealt out, if these oppressions are not removed and if thou dost not obey God, the foundations of thy government will be razed, and thou shalt become evanescent, become as nothing. Thou shouldst gather all the learned men, and then summon Me. There I shall be present. I will then advance proofs and evidences as to My validity. I will manifest My proof and anything that you may ask. I am ready. But if no attention is paid to this book, thou, like unto the kings who became nonexistent, shalt likewise become nonexistent.” The Sháh did not answer this Epistle of the Blessed Perfection. Then God destroyed the foundations of his sovereignty.
Among those to whom Bahá’u’lláh wrote was the Sulṭán of Turkey. In it He arraigned him, saying, “Verily, thou didst incarcerate and make Me a prisoner. Dost thou imagine that imprisonment is a loss to Me, that imprisonment is a humiliation for Me? This imprisonment is a glory for Me because it is in the pathway of God. I have not committed a crime. It is for the sake of God that I have received this ordeal. Therefore, I am very happy; I am exceedingly joyous. But thou must wait; God will send thee a punishment; thou shalt receive retribution. Erelong thou shalt observe how ordeals shall descend upon thee like rain, and thou shalt become nonexistent.” And even so it was.
Likewise, He sent messages to the other kings and crowned heads of the earth, summoning all of them to love, equity, international peace and the oneness of humanity in order that mankind might become unified and agreed; that strife, warfare and sedition should pass away; that bitterness and enmity might cease and all arise to serve the one God.
In brief, two kings arose against Bahá’u’lláh: the Sháh of Persia and the Sulṭán of Turkey. They imprisoned Him in the fortress of ‘Akká in order to extinguish His light and exterminate His Cause. But Bahá’u’lláh while in prison wrote severe letters of arraignment to them. He declared that imprisonment was no obstacle to Him. He said, “This imprisonment will prove to be the means of the promotion of My Cause. This imprisonment shall be the incentive for the spreading of My teachings. No harm shall come to Me because I have sacrificed My life, I have sacrificed My blood, I have sacrificed My possessions, I have sacrificed all and for Me this imprisonment is no loss.” And just as He declared, so it came to pass. In prison He hoisted His banner, and His Cause spread throughout the world. It has reached America. Now the Cause of Bahá’u’lláh is extending to all nations of the earth. You go to Asia, and wherever you travel you will find Bahá’ís. You go to Africa, Europe; there you will find the Cause of Bahá’u’lláh. In America it is just beginning to grow and spread.
These two kings could not do anything to withstand Bahá’u’lláh, but God through Him was capable of destroying both of them. I, too, was in prison. God removed the chains from my neck and placed them around the neck of ‘Abdu’l-Ḥamíd. It was done suddenly—not a long time, in a moment as it were. The same hour that the Young Turks declared liberty, the Committee of Union and Progress set me free. They lifted the chains from my neck and threw them around the neck of ‘Abdu’l-Ḥamíd. That which he did to me was inflicted upon him. Now the position is precisely reversed. His days are spent in prison just as I passed the days in prison at ‘Akká, with this difference: that I was happy in imprisonment. I was in the utmost elation because I was not a criminal. They had imprisoned me in the path of God. Every time I thought of this, that I was a prisoner in the pathway of God, the utmost elation overcame me. ‘Abdu’l-Ḥamíd is now suffering punishment for his deeds. Because of the sins he committed, he is now in prison. This is retribution for his acts. Every hour he is mortified anew and his ignominy revived. He is in the utmost sorrow and disappointment while I am in perfect happiness. I was happy that—praise be to God!—I was a prisoner in the Cause of God, that my life was not wasted, that it was spent in the divine service. Nobody who saw me imagined that I was in prison. They beheld me in the utmost joy, complete thankfulness and health, paying no attention to the prison.
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6 July 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Emma C. Melick
In the world of existence man has traversed successive degrees until he has attained the human kingdom. In each degree of his progression he has developed capacity for advancement to the next station and condition. While in the kingdom of the mineral he was attaining the capacity for promotion into the degree of the vegetable. In the kingdom of the vegetable he underwent preparation for the world of the animal, and from thence he has come onward to the human degree, or kingdom. Throughout this journey of progression he has ever and always been potentially man.
In the beginning of his human life man was embryonic in the world of the matrix. There he received capacity and endowment for the reality of human existence. The forces and powers necessary for this world were bestowed upon him in that limited condition. In this world he needed eyes; he received them potentially in the other. He needed ears; he obtained them there in readiness and preparation for his new existence. The powers requisite in this world were conferred upon him in the world of the matrix so that when he entered this realm of real existence he not only possessed all necessary functions and powers but found provision for his material sustenance awaiting him.
Therefore, in this world he must prepare himself for the life beyond. That which he needs in the world of the Kingdom must be obtained here. Just as he prepared himself in the world of the matrix by acquiring forces necessary in this sphere of existence, so, likewise, the indispensable forces of the divine existence must be potentially attained in this world.
What is he in need of in the Kingdom which transcends the life and limitation of this mortal sphere? That world beyond is a world of sanctity and radiance; therefore, it is necessary that in this world he should acquire these divine attributes. In that world there is need of spirituality, faith, assurance, the knowledge and love of God. These he must attain in this world so that after his ascension from the earthly to the heavenly Kingdom he shall find all that is needful in that eternal life ready for him.
That divine world is manifestly a world of lights; therefore, man has need of illumination here. That is a world of love; the love of God is essential. It is a world of perfections; virtues, or perfections, must be acquired. That world is vivified by the breaths of the Holy Spirit; in this world we must seek them. That is the Kingdom of everlasting life; it must be attained during this vanishing existence.
By what means can man acquire these things? How shall he obtain these merciful gifts and powers? First, through the knowledge of God. Second, through the love of God. Third, through faith. Fourth, through philanthropic deeds. Fifth, through self-sacrifice. Sixth, through severance from this world. Seventh, through sanctity and holiness. Unless he acquires these forces and attains to these requirements, he will surely be deprived of the life that is eternal. But if he possesses the knowledge of God, becomes ignited through the fire of the love of God, witnesses the great and mighty signs of the Kingdom, becomes the cause of love among mankind and lives in the utmost state of sanctity and holiness, he shall surely attain to second birth, be baptized by the Holy Spirit and enjoy everlasting existence.
Is it not astonishing that although man has been created for the knowledge and love of God, for the virtues of the human world, for spirituality, heavenly illumination and eternal life, nevertheless, he continues ignorant and negligent of all this?

Consider how he seeks knowledge of everything except knowledge of God.

For instance, his utmost desire is to penetrate the mysteries of the lowest strata of the earth.

Day by day he strives to know what can be found ten meters below the surface, what he can discover within the stone, what he can learn by archaeological research in the dust.

He puts forth arduous labors to fathom terrestrial mysteries but is not at all concerned about knowing the mysteries of the Kingdom, traversing the illimitable fields of the eternal world, becoming informed of the divine realities, discovering the secrets of God, attaining the knowledge of God, witnessing the splendors of the Sun of Truth and realizing the glories of everlasting life.

He is unmindful and thoughtless of these.

How much he is attracted to the mysteries of matter, and how completely unaware he is of the mysteries of Divinity!

Nay, he is utterly negligent and oblivious of the secrets of Divinity.

How great his ignorance!

How conducive to his degradation!

It is as if a kind and loving father had provided a library of wonderful books for his son in order that he might be informed of the mysteries of creation, at the same time surrounding him with every means of comfort and enjoyment, but the son amuses himself with pebbles and playthings, neglectful of all his father’s gifts and provision.

How ignorant and heedless is man!

The Father has willed for him eternal glory, and he is content with blindness and deprivation.

The Father has built for him a royal palace, but he is playing with the dust; prepared for him garments of silk, but he prefers to remain unclothed; provided for him delicious foods and fruits, while he seeks sustenance in the grasses of the field.
Praise be to God! You have heard the call of the Kingdom. Your eyes are opened; you have turned to God. Your purpose is the good pleasure of God, the understanding of the mysteries of the heart and investigation of the realities. Day and night you must strive that you may attain to the significances of the heavenly Kingdom, perceive the signs of Divinity, acquire certainty of knowledge and realize that this world has a Creator, a Vivifier, a Provider, an Architect—knowing this through proofs and evidences and not through susceptibilities, nay, rather, through decisive arguments and real vision—that is to say, visualizing it as clearly as the outer eye beholds the sun. In this way may you behold the presence of God and attain to the knowledge of the holy, divine Manifestations.
You must come into the knowledge of the divine Manifestations and Their teachings through proofs and evidences. You must unseal the mysteries of the supreme Kingdom and become capable of discovering the inner realities of things. Then shall you be the manifestations of the mercy of God and true believers, firm and steadfast in the Cause of God.
Praise be to God! The door of divine knowledge has been opened by Bahá’u’lláh, for He has laid the foundation whereby man may become acquainted with the verities of heaven and earth and has bestowed the utmost confirmation in this day. He is our Teacher and Adviser; He is our Seer and the One clement toward us. He has prepared His gifts and vouchsafed His bounties, revealed every admonition and behest, prepared for us the means of eternal glory, breathed upon us the life-quickening breaths of the Holy Spirit, opened before our faces the doors of the paradise of Abhá and caused the lights of the Sun of Truth to shine upon us. The clouds of mercy have poured down their precious rain. The sea of favor is swelling and surging toward us.
The spiritual springtime has come. Infinite bounties and graces have appeared. What bestowal is greater than this? We must appreciate the divine generosity and act in accordance with the teachings of Bahá’u’lláh so that all good may be stored up for us and in both worlds we shall become precious and acceptable to God, attain to everlasting blessings, taste the delicacy of the love of God, find the sweetness of the knowledge of God, perceive the heavenly bestowal and witness the power of the Holy Spirit.
This is my advice, and this is my admonition.
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14 July 1912
Talk at All Souls Unitarian Church Fourth Avenue and Twentieth Street, New York
Notes by John G. Grundy and Howard MacNutt
Today I wish to speak to you upon the subject of the oneness of humanity, for in this great century the most important accomplishment is the unity of mankind. Although in former centuries and times this subject received some measure of mention and consideration, it has now become the paramount issue and question in the religious and political conditions of the world. History shows that throughout the past there has been continual warfare and strife among the various nations, peoples and sects; but now—praise be to God!—in this century of illumination, hearts are inclined toward agreement and fellowship, and minds are thoughtful upon the question of the unification of mankind. There is an emanation of the universal consciousness today which clearly indicates the dawn of a great unity.
In the investigation of a subject the right method of approach is to carefully examine its premises. Therefore, we must go back to the foundation upon which human solidarity rests—namely, that all are the progeny of Adam, the creatures and servants of one God; that God is the Protector and Provider; that all are submerged in the sea of divine mercy and grace and God is loving toward all.
Humanity shares in common the intellectual and spiritual faculties of a created endowment. All are equally subject to the various exigencies of human life and are similarly occupied in acquiring the means of earthly subsistence. From the viewpoint of creation human beings stand upon the same footing in every respect, subject to the same requirements and seeking the enjoyment and comfort of earthly conditions. Therefore, the things humanity shares in common are numerous and manifest. This equal participation in the physical, intellectual and spiritual problems of human existence is a valid basis for the unification of mankind.
Consider how discord and dissension have prevailed in this great human family for thousands of years.

Its members have ever been engaged in war and bloodshed.

Up to the present time in history the world of humanity has neither attained nor enjoyed any measure of peace, owing to incessant conditions of hostility and strife.

History is a continuous and consecutive record of warfare brought about by religious, sectarian, racial, patriotic and political causes.

The world of humanity has found no rest.

Mankind has always been in conflict, engaged in destroying the foundations, pillaging the properties and possessing the lands and territory of each other, especially in the earlier periods of savagery and barbarism where whole races and peoples were carried away captive by their conquerors.

Who shall measure or estimate the tremendous destruction of human life resulting from this hostility and strife?

What human powers and forces have been employed in the prosecution of war and applied to inhuman purposes of battle and bloodshed?

In this most radiant century it has become necessary to divert these energies and utilize them in other directions, to seek the new path of fellowship and unity, to unlearn the science of war and devote supreme human forces to the blessed arts of peace.

After long trial and experience we are convinced of the harmful and satanic outcomes of dissension; now we must seek after means by which the benefits of agreement and concord may be enjoyed.

When such means are found, we must give them a trial.
Consider the harmful effect of discord and dissension in a family; then reflect upon the favors and blessings which descend upon that family when unity exists among its various members. What incalculable benefits and blessings would descend upon the great human family if unity and brotherhood were established! In this century when the beneficent results of unity and the ill effects of discord are so clearly apparent, the means for the attainment and accomplishment of human fellowship have appeared in the world. Bahá’u’lláh has proclaimed and provided the way by which hostility and dissension may be removed from the human world. He has left no ground or possibility for strife and disagreement.
First, He has proclaimed the oneness of mankind and specialized religious teachings for existing human conditions. The first form of dissension arises from religious differences. Bahá’u’lláh has given full teachings to the world which are conducive to fellowship and unity in religion. Throughout past centuries each system of religious belief has boasted of its own superiority and excellence, abasing and scorning the validity of all others. Each has proclaimed its own belief as the light and all others as darkness. Religionists have considered the world of humanity as two trees: one divine and merciful, the other satanic; they themselves the branches, leaves and fruit of the divine tree and all others who differ from them in belief the product of the tree which is satanic. Therefore, sedition and warfare, bloodshed and strife have been continuous among them. The greatest cause of human alienation has been religion because each party has considered the belief of the other as anathema and deprived of the mercy of God.
The teachings specialized in Bahá’u’lláh are addressed to humanity. He says, “Ye are all the leaves of one tree.” He does not say, “Ye are the leaves of two trees: one divine, the other satanic.” He has declared that each individual member of the human family is a leaf or branch upon the Adamic tree; that all are sheltered beneath the protecting mercy and providence of God; that all are the children of God, fruit upon the one tree of His love. God is equally compassionate and kind to all the leaves, branches and fruit of this tree. Therefore, there is no satanic tree whatever—Satan being a product of human minds and of instinctive human tendencies toward error. God alone is Creator, and all are creatures of His might. Therefore, we must love mankind as His creatures, realizing that all are growing upon the tree of His mercy, servants of His omnipotent will and manifestations of His good pleasure.
Even though we find a defective branch or leaf upon this tree of humanity or an imperfect blossom, it, nevertheless, belongs to this tree and not to another. Therefore, it is our duty to protect and cultivate this tree until it reaches perfection. If we examine its fruit and find it imperfect, we must strive to make it perfect. There are souls in the human world who are ignorant; we must make them knowing. Some growing upon the tree are weak and ailing; we must assist them toward health and recovery. If they are as infants in development, we must minister to them until they attain maturity. We should never detest and shun them as objectionable and unworthy. We must treat them with honor, respect and kindness; for God has created them and not Satan. They are not manifestations of the wrath of God but evidences of His divine favor. God, the Creator, has endowed them with physical, mental and spiritual qualities that they may seek to know and do His will; therefore, they are not objects of His wrath and condemnation. In brief, all humanity must be looked upon with love, kindness and respect; for what we behold in them are none other than the signs and traces of God Himself. All are evidences of God; therefore, how shall we be justified in debasing and belittling them, uttering anathema and preventing them from drawing near unto His mercy? This is ignorance and injustice, displeasing to God; for in His sight all are His servants.
Another cause of dissension and disagreement is the fact that religion has been pronounced at variance with science. Between scientists and the followers of religion there has always been controversy and strife for the reason that the latter have proclaimed religion superior in authority to science and considered scientific announcement opposed to the teachings of religion. Bahá’u’lláh declared that religion is in complete harmony with science and reason. If religious belief and doctrine is at variance with reason, it proceeds from the limited mind of man and not from God; therefore, it is unworthy of belief and not deserving of attention; the heart finds no rest in it, and real faith is impossible. How can man believe that which he knows to be opposed to reason? Is this possible? Can the heart accept that which reason denies? Reason is the first faculty of man, and the religion of God is in harmony with it. Bahá’u’lláh has removed this form of dissension and discord from among mankind and reconciled science with religion by revealing the pure teachings of the divine reality. This accomplishment is specialized to Him in this Day.
Still another cause of disagreement and dissension has been the formation of religious sects and denominations.

Bahá’u’lláh said that God has sent religion for the purpose of establishing fellowship among humankind and not to create strife and discord, for all religion is founded upon the love of humanity.

Abraham promulgated this principle, Moses summoned all to its recognition, Christ established it, and Muḥammad directed mankind to its standard.

This is the reality of religion.

If we abandon hearsay and investigate the reality and inner significance of the heavenly teachings, we will find the same divine foundation of love for humanity.

The purport is that religion is intended to be the cause of unity, love and fellowship and not discord, enmity and estrangement.

Man has forsaken the foundation of divine religion and adhered to blind imitations.

Each nation has clung to its own imitations, and because these are at variance, warfare, bloodshed and destruction of the foundation of humanity have resulted.

True religion is based upon love and agreement.

Bahá’u’lláh has said, “If religion and faith are the causes of enmity and sedition, it is far better to be nonreligious, and the absence of religion would be preferable; for we desire religion to be the cause of amity and fellowship.

If enmity and hatred exist, irreligion is preferable.”

Therefore, the removal of this dissension has been specialized in Bahá’u’lláh, for religion is the divine remedy for human antagonism and discord.

But when we make the remedy the cause of the disease, it would be better to do without the remedy.
Other sources of human dissension are political, racial and patriotic prejudices. These have been removed by Bahá’u’lláh. He has said, and has guarded His statement by rational proofs from the Holy Books, that the world of humanity is one race, the surface of the earth one place of residence and that these imaginary racial barriers and political boundaries are without right or foundation. Man is degraded in becoming the captive of his own illusions and suppositions. The earth is one earth, and the same atmosphere surrounds it. No difference or preference has been made by God for its human inhabitants; but man has laid the foundation of prejudice, hatred and discord with his fellowman by considering nationalities separate in importance and races different in rights and privileges.
Diversity of languages has been a fruitful cause of discord. The function of language is to convey the thought and purpose of one to another. Therefore, it matters not what language man speaks or employs. Sixty years ago Bahá’u’lláh advocated one language as the greatest means of unity and the basis of international conference. He wrote to the kings and rulers of the various nations, recommending that one language should be sanctioned and adopted by all governments. According to this each nation should acquire the universal language in addition to its native tongue. The world would then be in close communication, consultation would become general, and dissensions due to diversity of speech would be removed.
Another teaching of Bahá’u’lláh is in relation to universal peace: that all mankind must be awakened to and become conscious of the harm of war, that they should be brought to realize the benefits of peace and know that peace is from God while warfare is satanic. Man must emulate the merciful God and turn away from satanic promptings in order that universal inclination shall be toward peace, love and unity and the discord of war vanish.
Lack of equality between man and woman is, likewise, a cause of human dissension.

Bahá’u’lláh has named this as an important factor of discord and separation, for so long as humankind remains unequally divided in right and importance between male and female, no unity can be established.

In a perfect human body it is not possible for one organ to be complete and another defective.

In the great body of human society it is impossible to establish unity and coordination if one part is considered perfect and the other imperfect.

When the perfect functions of both parts are in operation, harmony will prevail.

God has created man and woman equal as to faculties.

He has made no distinction between them.

Woman has not reached the level of man in human accomplishment because of the lack of opportunity and education.

If educational opportunities were made equal and similar, the two parts, man and woman, would equalize in attainment.

God has intended no difference between them that should be productive of discord.

He has endowed all with human faculties, and all are manifestations of His mercy.

If we say man and woman differ in creational endowment, it is contrary to divine justice and intention.

Both are human.

If God has created one perfect and the other defective, He is unjust.

But God is just; all are perfect in His intention and creative endowment.

To assume imperfection in the creature is to presuppose imperfection in the almighty Creator.

The soul that excels in attainment of His attributes and graces is most acceptable before God.
We are considering the divine plan for the reconciliation of the religious systems of the world. Bahá’u’lláh has said that if one intelligent member be selected from each of the varying religious systems, and these representatives come together seeking to investigate the reality of religion, they would establish an interreligious body before which all disputes and differences of belief could be presented for consideration and settlement. Such questions could then be weighed and viewed from the standpoint of reality and all imitations be discarded. By this method and procedure all sects, denominations and systems would become one.
Do not question the practicability of this, and be not astonished.

It has been accomplished and effected in Persia.

In that country the various religionists have conjoined in investigating reality and have united in complete fellowship and love.

No traces of discord or differences remain among them; now affection and unity are manifest instead.

They live together in harmony and accord like a single family.

Antagonism and strife have passed away; love and agreement have taken the place of hatred and animosity.

Furthermore, those souls who have followed Bahá’u’lláh and attained this condition of fellowship and affiliation are Muslims, Jews, Christians, Zoroastrians, Buddhists, Nestorians, Sunnites, Shiites and others.

No discord exists among them.

This is a proof of the possibility of unification among the religionists of the world through practical means.

Imitations and prejudices which have held men apart have been discarded, and the reality of religion envelops them in a perfect unity.

When reality envelops the soul of man, love is possible.

The divine purpose in religion is pure love and agreement.

The Prophets of God manifested complete love for all.

Each One announced the glad tidings of His successor, and each subsequent One confirmed the teachings and prophecies of the Prophet Who preceded Him.

There was no disagreement or variance in the reality of Their teaching and mission.

Discord has arisen among Their followers, who have lost sight of reality and hold fast to imitations.

If imitations be done away with and the radiant shining reality dawn in the souls of men, love and unity must prevail.

In this way humanity will be rescued from the strife and wars which have prevailed for thousands of years; dissensions will pass away and the illumination of unity dawn.

Consider how all the Prophets of God were persecuted and what hardships They experienced.

Jesus Christ endured affliction and accepted martyrdom upon the cross in order to summon mankind to unity and love.

What sacrifice could be greater?

He brought the religion of love and fellowship into the world.

Shall we make use of it to create discord, violence and hatred among mankind?
Moses was persecuted and driven out into the desert, Abraham was banished, Muḥammad took refuge in caves, the Báb was killed and Bahá’u’lláh was exiled and imprisoned forty years. Yet all of Them desired fellowship and love among men. They endured hardships, suffered persecution and death for our sakes that we might be taught to love one another and be united and affiliated instead of discordant and at variance. Enough of these long centuries which have brought such vicissitudes and hardships into the world through strife and hatred. Now in this radiant century let us try to do the will of God that we may be rescued from these things of darkness and come forth into the boundless illumination of heaven, shunning division and welcoming the divine oneness of humanity. Perchance, God willing, this terrestrial world may become as a celestial mirror upon which we may behold the imprint of the traces of Divinity, and the fundamental qualities of a new creation may be reflected from the reality of love shining in human hearts. From the light and semblance of God in us may it be, indeed, proved and witnessed that God has created man after His own image and likeness.
O my God! O my God! Verily, I invoke Thee and supplicate before Thy threshold, asking Thee that all Thy mercies may descend upon these souls. Specialize them for Thy favor and Thy truth.
O Lord! Unite and bind together the hearts, join in accord all the souls, and exhilarate the spirits through the signs of Thy sanctity and oneness. O Lord! Make these faces radiant through the light of Thy oneness. Strengthen the loins of Thy servants in the service of Thy kingdom.
O Lord, Thou possessor of infinite mercy! O Lord of forgiveness and pardon! Forgive our sins, pardon our shortcomings, and cause us to turn to the kingdom of Thy clemency, invoking the kingdom of might and power, humble at Thy shrine and submissive before the glory of Thine evidences.
O Lord God! Make us as waves of the sea, as flowers of the garden, united, agreed through the bounties of Thy love. O Lord! Dilate the breasts through the signs of Thy oneness, and make all mankind as stars shining from the same height of glory, as perfect fruits growing upon Thy tree of life.
Verily, Thou art the Almighty, the Self-Subsistent, the Giver, the Forgiving, the Pardoner, the Omniscient, the One Creator.
– 83 –
15 July 1912
Talk at Home of Dr. and Mrs. Florian Krug 830 Park Avenue, New York
Notes by Howard MacNutt
I am greatly pleased to see you. Your hearts are illumined by the lights of Bahá. This meeting is in reality a divine, celestial assembly under the favor of God, for we have no other purpose than praising and meeting God. The prayer you have just offered is a prayer of thankfulness.
Thankfulness is of various kinds. There is a verbal thanksgiving which is confined to a mere utterance of gratitude. This is of no importance because perchance the tongue may give thanks while the heart is unaware of it. Many who offer thanks to God are of this type, their spirits and hearts unconscious of thanksgiving. This is mere usage, just as when we meet, receive a gift and say thank you, speaking the words without significance. One may say thank you a thousand times while the heart remains thankless, ungrateful. Therefore, mere verbal thanksgiving is without effect. But real thankfulness is a cordial giving of thanks from the heart. When man in response to the favors of God manifests susceptibilities of conscience, the heart is happy, the spirit is exhilarated. These spiritual susceptibilities are ideal thanksgiving.
There is a cordial thanksgiving, too, which expresses itself in the deeds and actions of man when his heart is filled with gratitude. For example, God has conferred upon man the gift of guidance, and in thankfulness for this great gift certain deeds must emanate from him. To express his gratitude for the favors of God man must show forth praiseworthy actions. In response to these bestowals he must render good deeds, be self-sacrificing, loving the servants of God, forfeiting even life for them, showing kindness to all the creatures. He must be severed from the world, attracted to the Kingdom of Abhá, the face radiant, the tongue eloquent, the ear attentive, striving day and night to attain the good pleasure of God. Whatsoever he wishes to do must be in harmony with the good pleasure of God. He must observe and see what is the will of God and act accordingly. There can be no doubt that such commendable deeds are thankfulness for the favors of God.
Consider how grateful anyone becomes when healed from sickness, when treated kindly by another or when a service is rendered by another, even though it may be of the least consequence. If we forget such favors, it is an evidence of ingratitude. Then it will be said a loving-kindness has been done, but we are thankless, not appreciating this love and favor. Physically and spiritually we are submerged in the sea of God’s favor. He has provided our foods, drink and other requirements; His favors encompass us from all directions. The sustenances provided for man are blessings. Sight, hearing and all his faculties are wonderful gifts. These blessings are innumerable; no matter how many are mentioned, they are still endless. Spiritual blessings are likewise endless—spirit, consciousness, thought, memory, perception, ideation and other endowments. By these He has guided us, and we enter His Kingdom. He has opened the doors of all good before our faces. He has vouchsafed eternal glory. He has summoned us to the Kingdom of heaven. He has enriched us by the bestowals of God. Every day he has proclaimed new glad tidings. Every hour fresh bounties descend.
Consider how all the people are asleep, and ye are awake. They are dead, and ye are alive through the breaths of the Holy Spirit. They are blind while ye are endowed with perceptive sight. They are deprived of the love of God, but in your hearts it exists and is glowing. Consider these bestowals and favors.
Therefore, in thanksgiving for them ye must act in accordance with the teachings of Bahá’u’lláh. Ye must read the Tablets—the Hidden Words, Ishráqát, Glad Tidings—all the holy utterances, and act according to them. This is real thanksgiving, to live in accord with these utterances. This is true thankfulness and the divine bestowal. This is thanksgiving and glorification of God.
I hope you all may attain thereto, be mindful of these favors of God and be attentive. It is my hope that I may go away from New York with a happy heart, and my heart is happy when the friends of God love each other, when they manifest the mercy of God to all people. If I see this, I shall go away happy.
Salutations!
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Boston
23-25 July 1912
– 84 –
23 July 1912
Talk at Hotel Victoria Boston, Massachusetts
Notes by Edna McKinney
The Bahá’ís must not engage in political movements which lead to sedition. They must interest themselves in movements which conduce to law and order. In Persia at the present time the Bahá’ís have no part in the revolutionary upheavals which have terminated in lawlessness and rebellion. Nevertheless, a Bahá’í may hold a political office and be interested in politics of the right type. Ministers, state officials and governor-generals in Persia are Bahá’ís, and there are many other Bahá’ís holding governmental positions; but nowhere throughout the world should the followers of Bahá’u’lláh be engaged in seditious movements. For example, if there should be an uprising here in America having for its purpose the establishment of a despotic government, the Bahá’ís should not be connected with it.
The Bahá’í Cause covers all economic and social questions under the heading and ruling of its laws. The essence of the Bahá’í spirit is that, in order to establish a better social order and economic condition, there must be allegiance to the laws and principles of government. Under the laws which are to govern the world, the socialists may justly demand human rights but without resort to force and violence. The governments will enact these laws, establishing just legislation and economics in order that all humanity may enjoy a full measure of welfare and privilege; but this will always be according to legal protection and procedure. Without legislative administration, rights and demands fail, and the welfare of the commonwealth cannot be realized. Today the method of demand is the strike and resort to force, which is manifestly wrong and destructive of human foundations. Rightful privilege and demand must be set forth in laws and regulations.
While thousands are considering these questions, we have more essential purposes. The fundamentals of the whole economic condition are divine in nature and are associated with the world of the heart and spirit. This is fully explained in the Bahá’í teaching, and without knowledge of its principles no improvement in the economic state can be realized. The Bahá’ís will bring about this improvement and betterment but not through sedition and appeal to physical force—not through warfare, but welfare. Hearts must be so cemented together, love must become so dominant that the rich shall most willingly extend assistance to the poor and take steps to establish these economic adjustments permanently. If it is accomplished in this way, it will be most praiseworthy because then it will be for the sake of God and in the pathway of His service. For example, it will be as if the rich inhabitants of a city should say, “It is neither just nor lawful that we should possess great wealth while there is abject poverty in this community,” and then willingly give their wealth to the poor, retaining only as much as will enable them to live comfortably.
Strive, therefore, to create love in the hearts in order that they may become glowing and radiant. When that love is shining, it will permeate other hearts even as this electric light illumines its surroundings. When the love of God is established, everything else will be realized. This is the true foundation of all economics. Reflect upon it. Endeavor to become the cause of the attraction of souls rather than to enforce minds. Manifest true economics to the people. Show what love is, what kindness is, what true severance is and generosity. This is the important thing for you to do. Act in accordance with the teachings of Bahá’u’lláh. All His Books will be translated. Now is the time for you to live in accordance with His words. Let your deeds be the real translation of their meaning. Economic questions will not attract hearts. The love of God alone will attract them. Economic questions are most interesting; but the power which moves, controls and attracts the hearts of men is the love of God.
– 85 –
24 July 1912
Talk to Theosophical Society The Kensington Exeter and Boylston Streets, Boston, Massachusetts
Notes by Edna McKinney
In the world of existence there is nothing so important as spirit, nothing so essential as the spirit of man. The spirit of man is the most noble of phenomena. The spirit of man is the meeting between man and God. The spirit of man is the animus of human life and the collective center of all human virtues. The spirit of man is the cause of the illumination of this world. The world may be likened to the body; man is the spirit of the body, because the light of the world is the human spirit. Man is the life of the world, and the life of man is the spirit. The happiness of the world depends upon man, and the happiness of man is dependent upon the spirit. The world may be likened to the lamp chimney, whereas man is the light. Man himself may be likened to the lamp; his spirit is the light within the lamp. Therefore, we will speak of this spirit.
The philosophers of the world are divided into two classes: materialists, who deny the spirit and its immortality, and the divine philosophers, the wise men of God, the true illuminati who believe in the spirit and its continuance hereafter. The ancient philosophers taught that man consists simply of the material elements which compose his cellular structure and that when this composition is disintegrated the life of man becomes extinct. They reasoned that man is body only, and from this elemental composition the organs and their functions, the senses, powers and attributes which characterize man have proceeded, and that these disappear completely with the physical body. This is practically the statement of all the materialists.
The divine philosophers proclaim that the spirit of man is ever-living and eternal, and because of the objections of the materialists, these wise men of God have advanced rational proofs to support the validity of their statement. Inasmuch as the materialistic philosophers deny the Books of God, scriptural demonstration is not evidence to them, and materialistic proofs are necessary. Answering them, the men of divine knowledge have said that all existing phenomena may be resolved into grades or kingdoms, classified progressively as mineral, vegetable, animal and human, each of which possesses its degree of function and intelligence. When we consider the mineral, we find that it exists and is possessed of the power of affinity or combination. The vegetable possesses the qualities of the mineral plus the augmentative virtue or power of growth. It is, therefore, evident that the vegetable kingdom is superior to the mineral. The animal kingdom in turn possesses the qualities of the mineral and vegetable plus the five senses of perception whereof the kingdoms below it are lacking. Likewise, the power of memory inherent in the animal does not exist in the lower kingdoms.
Just as the animal is more noble than the vegetable and mineral, so man is superior to the animal.

The animal is bereft of ideality—that is to say, it is a captive of the world of nature and not in touch with that which lies within and beyond nature; it is without spiritual susceptibilities, deprived of the attractions of consciousness, unconscious of the world of God and incapable of deviating from the law of nature.

It is different with man.

Man is possessed of the emanations of consciousness; he has perception, ideality and is capable of discovering the mysteries of the universe.

All the industries, inventions and facilities surrounding our daily life were at one time hidden secrets of nature, but the reality of man penetrated them and made them subject to his purposes.

According to nature’s laws they should have remained latent and hidden; but man, having transcended those laws, discovered these mysteries and brought them out of the plane of the invisible into the realm of the known and visible.

How wonderful is the spirit of man!

One of the mysteries of natural phenomena is electricity.

Man has discovered this illimitable power and made it captive to his uses.

How many of nature’s secrets have been penetrated and revealed!

Columbus, while in Spain, discovered America.

Man has accurately determined that the sun is stationary while the earth revolves about it.

The animal cannot do this.

Man perceives the mirage to be an illusion.

This is beyond the power of the animal.

The animal can only know through sense impressions and cannot grasp intellectual realities.

The animal cannot conceive of the power of thought.

This is an abstract intellectual matter and not limited to the senses.

The animal is incapable of knowing that the earth is round.

In brief, abstract intellectual phenomena are human powers.

All creation below the kingdom of man is the captive of nature; it cannot deviate in the slightest degree from nature’s laws.

But man wrests the sword of dominion from nature’s hand and uses it upon nature’s head.

For example, it is a natural exigency that man should be a dweller upon the earth, but the power of the human spirit transcends this limitation, and he soars aloft in airplanes.

This is contrary to the law and requirement of nature.

He sails at high speed upon the ocean and dives beneath its surface in submarines.

He imprisons the human voice in a phonograph and communicates in the twinkling of an eye from East to West.

These are things we know to be contrary to the limitations of natural law.

Man transcends nature, while the mineral, vegetable and animal are helplessly subject to it.

This can be done only through the power of the spirit, because the spirit is the reality.
In the physical powers and senses, however, man and the animal are partners. In fact, the animal is often superior to man in sense perception. For instance, the vision of some animals is exceedingly keen and the hearing of others most acute. Consider the instinct of a dog: how much greater than that of man. But, although the animal shares with man all the physical virtues and senses, a spiritual power has been bestowed upon man of which the animal is devoid. This is a proof that there is something in man above and beyond the endowment of the animal—a faculty and virtue peculiar to the human kingdom which is lacking in the lower kingdoms of existence. This is the spirit of man. All these wonderful human accomplishments are due to the efficacy and penetrating power of the spirit of man. If man were bereft of this spirit, none of these accomplishments would have been possible. This is as evident as the sun at midday.
All the organisms of material creation are limited to an image or form.

That is to say, each created material being is possessed of a form; it cannot possess two forms at the same time.

For example, a body may be spherical, triangular or square; but it is impossible for it to be two of these shapes simultaneously.

It may be triangular, but if it is to become square, it must first rid itself of the triangular shape.

It is absolutely impossible for it to be both at the same time.

Therefore, it is evident in the reality of material organisms that different forms cannot be simultaneously possessed.

In the spiritual reality of man, however, all geometrical figures can be simultaneously conceived, while in physical realities one image must be forsaken in order that another may be possible.

This is the law of change and transformation, and change and transformation are precursors of mortality.

Were it not for this change in form, phenomena would be immortal; but because the phenomenal existence is subject to transformation, it is mortal.

The reality of man, however, is possessed of all virtues; it is not necessary for him to give up one image for another as mere physical bodies do.

Therefore, in that reality there is no change or transformation; it is immortal and everlasting.

The body of man may be in America while his spirit is laboring and working in the Far East, discovering, organizing and planning.

While occupied in governing, making laws and erecting a building in Russia, his body is still here in America.

What is this power which, notwithstanding that it is embodied in America, is operating at the same time in the Orient, organizing, destroying, upbuilding?

It is the spirit of man.

This is irrefutable.
When you wish to reflect upon or consider a matter, you consult something within you.

You say, shall I do it, or shall I not do it?

Is it better to make this journey or abandon it?

Whom do you consult?

Who is within you deciding this question?

Surely there is a distinct power, an intelligent ego.

Were it not distinct from your ego, you would not be consulting it.

It is greater than the faculty of thought.

It is your spirit which teaches you, which advises and decides upon matters.

Who is it that interrogates?

Who is it that answers?

There is no doubt that it is the spirit and that there is no change or transformation in it, for it is not a composition of elements, and anything that is not composed of elements is eternal.

Change and transformation are peculiarities of composition.

There is no change and transformation in the spirit.

In proof of this, the body may become weakened in its members.

It may be dismembered, or one of its members may be incapacitated.

The whole body may be paralyzed; and yet the mind, the spirit, remains ever the same.

The mind decides; the thought is perfect; and yet the hand is withered, the feet have become useless, the spinal column is paralyzed, and there is no muscular movement at all, but the spirit is in the same status.

Dismember a healthy man; the spirit is not dismembered.

Amputate his feet; his spirit is there.

He may become lame; the spirit is not affected.

The spirit is ever the same; no change or transformation can you perceive, and because there is no change or transformation, it is everlasting and permanent.
Consider man while in the state of sleep; it is evident that all his parts and members are at a standstill, are functionless. His eye does not see, his ear does not hear, his feet and hands are motionless; but, nevertheless, he does see in the world of dreams, he does hear, he speaks, he walks, he may even fly in an airplane. Therefore, it becomes evident that though the body be dead, yet the spirit is alive and permanent. Nay, the perceptions may be keener when man’s body is asleep, the flight may be higher, the hearing may be more acute; all the functions are there, and yet the body is at a standstill. Hence it is proof that there is a spirit in the man, and in this spirit there is no distinction as to whether the body be asleep or absolutely dead and dependent. The spirit is not incapacitated by these conditions; it is not bereft of its existence; it is not bereft of its perfections. The proofs are many, innumerable.
These are all rational proofs. Nobody can refute them. As we have shown that there is a spirit and that this spirit is permanent and everlasting, we must strive to learn of it. May you become informed of its power, hasten to render it divine, to have it become sanctified and holy and make it the very light of the world illumining the East and the West.
– 86 –
25 July 1912
Talk at Hotel Victoria Boston, Massachusetts
Notes by Edna McKinney
I am very happy to greet you here today. This is the second time the breeze of God has wafted over Boston. I am expecting results from this visit and hope that my coming may not be fruitless. The results I expect are these: that the individual soul shall be released from self and desire and freed from the bondage of satanic suggestions. May the mirrors of hearts be cleansed from dust in order that the Sun of Truth may be reflected therein.
Man possesses two kinds of susceptibilities: the natural emotions, which are like dust upon the mirror, and spiritual susceptibilities, which are merciful and heavenly characteristics.
There is a power which purifies the mirror from dust and transforms its reflection into intense brilliancy and radiance so that spiritual susceptibilities may chasten the hearts and heavenly bestowals sanctify them. What is the dust which obscures the mirror? It is attachment to the world, avarice, envy, love of luxury and comfort, haughtiness and self-desire; this is the dust which prevents reflection of the rays of the Sun of Reality in the mirror. The natural emotions are blameworthy and are like rust which deprives the heart of the bounties of God. But sincerity, justice, humility, severance, and love for the believers of God will purify the mirror and make it radiant with reflected rays from the Sun of Truth.
It is my hope that you may consider this matter, that you may search out your own imperfections and not think of the imperfections of anybody else. Strive with all your power to be free from imperfections. Heedless souls are always seeking faults in others. What can the hypocrite know of others’ faults when he is blind to his own? This is the meaning of the words in the Seven Valleys. It is a guide for human conduct. As long as a man does not find his own faults, he can never become perfect. Nothing is more fruitful for man than the knowledge of his own shortcomings. The Blessed Perfection says, “I wonder at the man who does not find his own imperfections.”
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Dublin
5-6 August 1912
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5 August 1912
Talk at Dublin Inn Dublin, New Hampshire
Notes by Howard MacNutt
The people of Christianity have clung to literal interpretation of the statement in the Gospel that Christ came from heaven. The Jews, likewise, at the time of His manifestation held to outward and visible expectation of the fulfillment of the prophecies. They said, “The Messiah shall appear from heaven. This man came from Nazareth; we know his house; we know his parents and people. It is only hearsay that he descended from heaven; this cannot be proved.”
The text of the Gospel states that He came from heaven although physically born of the mother. The meaning is that the divine reality of Christ was from heaven, but the body was born of Mary. Therefore, He came according to the prophecies of the Holy Book and, likewise, according to natural law—His reality from heaven, His body earthly. As He came before, so must He come this time in the same way. But some arise with objections, saying, “We must have literal proof of this through the senses.”
The reality of Christ was always in heaven and will always be. This is the intention of the text of the Gospel. For while Jesus Christ walked upon the earth, He said, “The Son of Man is in heaven.” Therefore, holding to literal interpretation and visible fulfillment of the text of the Holy Books is simply imitation of ancestral forms and beliefs; for when we perceive the reality of Christ, these texts and statements become clear and perfectly reconcilable with each other. Unless we perceive reality, we cannot understand the meanings of the Holy Books, for these meanings are symbolical and spiritual—such as, for instance, the raising of Lazarus, which has spiritual interpretation. We must first establish the fact that the power of God is infinite, unlimited, and that it is within that power to accomplish anything.
Second, we must understand the interpretation of Christ’s words concerning the dead. A certain disciple came to Christ and asked permission to go and bury his father. He answered, “Let the dead bury their dead.” Therefore, Christ designated as dead some who were still living—that is, let the living dead, the spiritually dead, bury your father. They were dead because they were not believers in Christ. Although physically alive, they were dead spiritually. This is the meaning of Christ’s words, “That which is born of flesh is flesh; and that which is born of Spirit is spirit.” He meant that those who were simply born of the human body were dead spiritually, while those quickened by the breaths of the Holy Spirit were living and eternally alive. These are the interpretations of Christ Himself. Reflect upon them, and the meanings of the Holy Books will become clear as the sun at midday.
The Holy Books have their special terminologies which must be known and understood. Physicians have their own peculiar terms; architects, philosophers have their characteristic expressions; poets have their phrases; and scientists, their nomenclature. In the scripture we read that Zion is dancing. It is evident that this has other than literal interpretation. The meaning is that the people of Zion shall rejoice. The Jews said Christ was not the Messiah but Antichrist, because one of the signs of the Messiah’s coming was the dancing of Mount Zion, which had not yet come to pass. In reality, when Christ appeared, not only Mount Zion but all Palestine danced and rejoiced. Again in scriptures it is said, “The trees of the field shall clap their hands.” This is symbolical. There are terms and expressions of usage in every language which cannot be taken literally. For instance, in oriental countries it is customary to say, “When my friend entered the house, the doors and walls began to sing and dance.” In Persia they say, “Get at the head,” meaning engage in the matter according to its own terms and usages. All these have other and inner meanings.
You have asked concerning approval of Christian Science treatment and healing. Spirit has influence; prayer has spiritual effect. Therefore, we pray, “O God! Heal this sick one!” Perchance God will answer. Does it matter who prays? God will answer the prayer of every servant if that prayer is urgent. His mercy is vast, illimitable. He answers the prayers of all His servants. He answers the prayer of this plant. The plant prays potentially, “O God! Send me rain!” God answers the prayer, and the plant grows. God will answer anyone. He answers prayers potentially. Before we were born into this world did we not pray, “O God! Give me a mother; give me two fountains of bright milk; purify the air for my breathing; grant me rest and comfort; prepare food for my sustenance and living”? Did we not pray potentially for these needed blessings before we were created? When we came into this world, did we not find our prayers answered? Did we not find mother, father, food, light, home and every other necessity and blessing, although we did not actually ask for them? Therefore, it is natural that God will give to us when we ask Him. His mercy is all-encircling.
But we ask for things which the divine wisdom does not desire for us, and there is no answer to our prayer. His wisdom does not sanction what we wish. We pray, “O God! Make me wealthy!” If this prayer were universally answered, human affairs would be at a standstill. There would be none left to work in the streets, none to till the soil, none to build, none to run the trains. Therefore, it is evident that it would not be well for us if all prayers were answered. The affairs of the world would be interfered with, energies crippled and progress hindered. But whatever we ask for which is in accord with divine wisdom, God will answer. Assuredly!
For instance, a very feeble patient may ask the doctor to give him food which would be positively dangerous to his life and condition. He may beg for roast meat. The doctor is kind and wise. He knows it would be dangerous to his patient so he refuses to allow it. The doctor is merciful; the patient, ignorant. Through the doctor’s kindness the patient recovers; his life is saved. Yet the patient may cry out that the doctor is unkind, not good, because he refuses to answer his pleading.
God is merciful. In His mercy He answers the prayers of all His servants when according to His supreme wisdom it is necessary.
– 88 –
6 August 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons Dublin, New Hampshire
Notes by Howard MacNutt
Today we are enjoying temperate weather. As there are many strangers present, we will answer questions.
Question: Are not all Christians Bahá’ís? Is there any difference?
Answer:

When Christians act according to the teachings of Christ, they are called Bahá’ís.

For the foundations of Christianity and the religion of Bahá’u’lláh are one.

The foundations of all the divine Prophets and Holy Books are one.

The difference among them is one of terminology only.

Each springtime is identical with the former springtime.

The distinction between them is only one of the calendar—1911, 1912 and so on.

The difference between a Christian and a Bahá’í, therefore, is this:

There was a former springtime, and there is a springtime now.

No other difference exists because the foundations are the same.

Whoever acts completely in accordance with the teachings of Christ is a Bahá’í.

The purpose is the essential meaning of Christian, not the mere word.

The purpose is the sun itself and not the dawning points.

For though the sun is one sun, its dawning points are many.

We must not adore the dawning points but worship the sun.

We must adore the reality of religion and not blindly cling to the appellation Christianity.

The Sun of Reality must be worshiped and followed.

We must seek the fragrance of the rose from whatever bush it is blooming—whether oriental or western.

Be seekers of light, no matter from which lantern it shines forth.

Be not lovers of the lantern.

At one time the light has shone from a lantern in the East, now in the West.

If it comes from North, South, from whatever direction it proceeds, follow the light.

Let me illustrate further.

A certain person bestowed a coin upon five beggars.

They resolved to spend it for food.

The Englishman said, “Buy grapes.”

The Turk wanted uzum, the Arab ‘anab, the Greek stafi’ li, the Persian angúr.

Not understanding each other’s language, they quarreled and fought.

A stranger came along.

He was familiar with all five languages.

He said, “Give me the coin; I will buy what you wish.”

When he brought them grapes, they were all satisfied.

They wanted the same thing but differed in the term only.

Briefly, when reality dawns in the midst of the religions, all will be unified and reconciled.
Question: Does ‘Abdu’l‑Bahá find Christianity is not lived up to and carried out in America?
Answer: My meaning is that it should be completely carried out and lived up to. Man needs eyes, ears, arms, a head, feet and various other members. When he possesses all and all work together, there is symmetry and perfection in him. So Christ said, “Be ye therefore perfect, even as your Father which is in heaven is perfect,” meaning that perfection is the requirement of Christianity. Be the image and likeness of God. This is not easy. It necessitates the focalization of all heavenly virtues. It requires that we become recipients of all the perfections of God. Then we become His image and likeness. For in the Bible it is stated, “Let us make man in our image, after our likeness.” The attainment of this is most difficult.
When Christ appeared with those marvelous breaths of the Holy Spirit, the children of Israel said, “We are quite independent of him; we can do without him and follow Moses; we have a book and in it are found the teachings of God; what need, therefore, have we of this man?” Christ said to them, “The book sufficeth you not.” It is possible for a man to hold to a book of medicine and say, “I have no need of a doctor; I will act according to the book; in it every disease is named, all symptoms are explained, the diagnosis of each ailment is completely written out, and a prescription for each malady is furnished; therefore, why do I need a doctor?” This is sheer ignorance. A physician is needed to prescribe. Through his skill the principles of the book are correctly and effectively applied until the patient is restored to health. Christ was a heavenly Physician. He brought spiritual health and healing into the world. Bahá’u’lláh is, likewise, a divine Physician. He has revealed prescriptions for removing disease from the body politic and has remedied human conditions by spiritual power.
Therefore, mere knowledge is not sufficient for complete human attainment. The teachings of the Holy Books need a heavenly power and divine potency to carry them out. A house is not built by mere acquaintance with the plans. Money must be forthcoming; volition is necessary to construct it; a carpenter must be employed in its erection. It is not enough to say, “The plan and purpose of this house are very good; I will live in it.” There are no walls of protection, there is no roof of shelter in this mere statement; the house must be actually built before we can live in it.
Briefly, the teachings of the Holy Books need a divine potency to complete their accomplishment in human hearts. In Persia Bahá’u’lláh reared and taught souls, established a bond of affiliation among various peoples and united divergent religious beliefs to such an extent that twenty thousand devoted ones sacrificed themselves for the Cause of God in the glorious unity of martyrdom. No differences whatever remained among these blessed souls—Christians, Jews, Muslims, Zoroastrians, all blended, unified and agreed through the potency of His heavenly power, not by mere words, not by merely saying, “Unity is good, and love is praiseworthy.”
Bahá’u’lláh not only proclaimed this unity and love; He established it. As a heavenly Physician He not only gave prescriptions for these ailments of discord and hatred but accomplished the actual healing. We may read in a medical book that a certain form of illness requires such and such a remedy. While this may be absolutely true, the remedy is useless unless there be volition and executive force to apply it. Every man in the king’s army can give a command; but when the king speaks, it is carried out. This one, that one, may say, “Go conquer a country”; but when the king says, “Go!”, the army advances. Therefore, it is evident that the confirmation of the Holy Spirit and impelling influence of a heavenly power are needed to accomplish the divine purpose in human hearts and conditions. Jesus Christ, single, solitary and alone, accomplished what all the kings of the earth could not have carried out. If all the kingdoms and nations of the world had combined to effect it, they would have failed.
It is, therefore, evident and proved that an effort must be put forward to complete the purpose and plan of the teachings of God in order that in this great Day of days the world may be reformed, souls resuscitated, a new spirit of life found, hearts become illumined, mankind rescued from the bondage of nature, saved from the baseness of materialism and attain spirituality and radiance in attraction toward the divine Kingdom. This is necessary; this is needful. Mere reading of the Holy Books and texts will not suffice.
Many years ago in Baghdád I saw a certain officer sitting upon the ground. Before him a large paper was placed into which he was sticking needles tipped with small red and white flags. First he would stick them into the paper, then thoughtfully pull them out and change their position. I watched him with curious interest for a long time, then asked, “What are you doing?” He replied, “I have in mind something which is historically related of Napoleon I during his war against Austria. One day, it is said, his secretary found him sitting upon the ground as I am now doing, sticking needles into a paper before him. His secretary inquired what it meant. Napoleon answered, ‘I am on the battlefield figuring out my next victory. You see, Italy and Austria are defeated, and France is triumphant.’ In the great campaign which followed, everything came out just as he said. His army carried his plans to a complete success. Now, I am doing the same as Napoleon, figuring out a great campaign of military conquest.” I said, “Where is your army? Napoleon had an army already equipped when he figured out his victory. You have no army. Your forces exist only on paper. You have no power to conquer countries. First get ready your army, then sit upon the ground with your needles.” We need an army to attain victory in the spiritual world; mere plans are not sufficient; ideas and principles are helpless without a divine power to put them into effect.
Aside from all this, there is need of the stimulus of the joy of glad tidings in human hearts. Certain spiritual attraction is requisite in order that hearts may willingly take the step forward in the divine Cause. We must become attracted to God. The breaths of the Holy Spirit must take effect. Unless this is so, it is impossible for the teachings of God to accomplish in us. An ideal power is necessary. The people of America have remarkably quick perception, intelligence and understanding. Their thoughts are free and not fettered by the yoke of governmental tyranny. They should investigate reality and not be occupied with ancestral forms and imitations. Consider what Christ accomplished. He caused souls to attain a station where with complete willingness and joy they laid down their lives. What a power! Thousands of human souls, in the utmost joy because of their spiritual susceptibilities, were so attracted to God that they were dispossessed of volition, deprived of will in His path. If they had been told simply that sacrifice in the path of God was good and praiseworthy, this would never have happened. They would not have acted. Christ attracted them, wrested the reins of control from them, and they went forth in ecstasy to sacrifice themselves.
Qurratu’l-‘Ayn was a Persian woman without fame and importance—unknown, like all other Persian women.

When she saw Bahá’u’lláh, she changed completely, visibly, and looked within another world.

The reins of volition were taken out of her hands by heavenly attraction.

She was so overcome that physical susceptibilities ceased.

Her husband, her sons and her family arose in the greatest hostility against Bahá’u’lláh.

She became so attracted to the divine threshold that she forsook everything and went forth to the plain of Badasht, no fear in her heart, dauntless, intrepid, openly proclaiming the message of light which had come to her.

The Persian government stood against her.

They made every effort to quiet her, they imprisoned her in the governor’s house, but she continued to speak.

Then she was taken and killed.

To her very last breath she spoke with fervid eloquence and so became famous for her complete attraction in the path of God.

If she had not seen Bahá’u’lláh, no such effect would have been produced.

She had read and heard the teachings of scriptures all her life, but the action and enkindlement were missing.

All women in Persia are enveloped in veils in public.

So completely covered are they that even the hand is not visible.

This rigid veiling is unspeakable.

Qurratu’l-‘Ayn tore off her veils and went forth fearlessly.

She was like a lioness.

Her action caused a great turmoil throughout the land of Persia.

So excessive and compulsory is the requirement for veiling in the East that the people in the West have no idea of the excitement and indignation produced by the appearance of an unveiled woman.

Qurratu’l-‘Ayn lost all thought of herself and was unconscious of fear in her attraction to God.
Question: Do the Bahá’í women go without veils in the East?
Answer: It is not possible for them to do so universally yet, but the conditions are not nearly so restrictive as they were. The Bahá’í men and women meet together. This is the beginning of woman’s emancipation from the thralldom of centuries. Qurratu’l-‘Ayn was really the liberator of all Persian women.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered at Green Acre
16-17 August 1912
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16 August 1912
Talk at Green Acre Eliot, Maine
Notes by Edna McKinney
Every subject presented to a thoughtful audience must be supported by rational proofs and logical arguments. Proofs are of four kinds: first, through sense perception; second, through the reasoning faculty; third, from traditional or scriptural authority; fourth, through the medium of inspiration. That is to say, there are four criteria or standards of judgment by which the human mind reaches its conclusions. We will first consider the criterion of the senses. This is a standard still held to by the materialistic philosophers of the world. They believe that whatever is perceptible to the senses is a verity, a certainty and without doubt existent. For example, they say, “Here is a lamp which you see, and because it is perceptible to the sense of sight, you cannot doubt its existence. There is a tree; your sense of vision assures you of its reality, which is beyond question. This is a man; you see that he is a man; therefore, he exists.” In a word, everything confirmed by the senses is assumed to be as undoubted and unquestioned as the product of five multiplied by five; it cannot be twenty-six nor less than twenty-five. Consequently, the materialistic philosophers consider the criterion of the senses to be first and foremost.
But in the estimation of the divine philosophers this proof and assurance is not reliable; nay, rather, they deem the standard of the senses to be false because it is imperfect. Sight, for instance, is one of the most important of the senses, yet it is subject to many aberrations and inaccuracies. The eye sees the mirage as a body of water; it regards images in the mirror as realities when they are but reflections. A man sailing upon the river imagines that objects upon the shore are moving, whereas he is in motion, and they are stationary. To the eye the earth appears fixed, while the sun and stars revolve about it. As a matter of fact, the heavenly orbs are stationary, and the earth is turning upon its axis. The colossal suns, planets and constellations which shine in the heavens appear small, nay, infinitesimal to human vision, whereas in reality they are vastly greater than the earth in dimension and volume. A whirling spark appears to the sight as a circle of fire. There are numberless instances of this kind which show the error and inaccuracy of the senses. Therefore, the divine philosophers have considered this standard of judgment to be defective and unreliable.
The second criterion is that of the intellect. The ancient philosophers in particular considered the intellect to be the most important agency of judgment. Among the wise men of Greece, Rome, Persia and Egypt the criterion of true proof was reason. They held that every matter submitted to the reasoning faculty could be proved true or false and must be accepted or rejected accordingly. But in the estimation of the people of insight this criterion is likewise defective and unreliable, for these same philosophers who held to reason or intellect as the standard of human judgment have differed widely among themselves upon every subject of investigation. The statements of the Greek philosophers are contradictory to the conclusions of the Persian sages. Even among the Greek philosophers themselves there is continual variance and lack of agreement upon any given subject. Great difference of thought also prevailed between the wise men of Greece and Rome. Therefore, if the criterion of reason or intellect constituted a correct and infallible standard of judgment, those who tested and applied it should have arrived at the same conclusions. As they differ and are contradictory in conclusions, it is an evidence that the method and standard of test must have been faulty and insufficient.
The third criterion or standard of proof is traditional or scriptural—namely, that every statement or conclusion should be supported by traditions recorded in certain religious books. When we come to consider even the Holy Books—the Books of God—we are led to ask, “Who understands these books? By what authority of explanation may these Books be understood?” It must be the authority of human reason, and if reason or intellect finds itself incapable of explaining certain questions, or if the possessors of intellect contradict each other in the interpretation of traditions, how can such a criterion be relied upon for accurate conclusions?
The fourth standard is that of inspiration. In past centuries many philosophers have claimed illumination or revelation, prefacing their statements by the announcement that “this subject has been revealed through me” or “thus do I speak by inspiration.” Of this class were the philosophers of the Illuminati. Inspirations are the promptings or susceptibilities of the human heart. The promptings of the heart are sometimes satanic. How are we to differentiate them? How are we to tell whether a given statement is an inspiration and prompting of the heart through the merciful assistance or through the satanic agency?
Consequently, it has become evident that the four criteria or standards of judgment by which the human mind reaches its conclusions are faulty and inaccurate. All of them are liable to mistake and error in conclusions. But a statement presented to the mind accompanied by proofs which the senses can perceive to be correct, which the faculty of reason can accept, which is in accord with traditional authority and sanctioned by the promptings of the heart, can be adjudged and relied upon as perfectly correct, for it has been proved and tested by all the standards of judgment and found to be complete. When we apply but one test, there are possibilities of mistake. This is self-evident and manifest.
We will now consider the subject of love which has been suggested, submitting it to the four standards of judgment and thereby reaching our conclusions.
We declare that love is the cause of the existence of all phenomena and that the absence of love is the cause of disintegration or nonexistence.

Love is the conscious bestowal of God, the bond of affiliation in all phenomena.

We will first consider the proof of this through sense perception.

As we look upon the universe, we observe that all composite beings or existing phenomena are made up primarily of single elements bound together by a power of attraction.

Through this power of attraction cohesion has become manifest between atoms of these composing elements.

The resultant being is a phenomenon of the lower contingent type.

The power of cohesion expressed in the mineral kingdom is in reality love or affinity manifested in a low degree according to the exigencies of the mineral world.

We take a step higher into the vegetable kingdom where we find an increased power of attraction has become manifest among the composing elements which form phenomena.

Through this degree of attraction a cellular admixture is produced among these elements which make up the body of a plant.

Therefore, in the degree of the vegetable kingdom there is love.

We enter the animal kingdom and find the attractive power binding together single elements as in the mineral, plus the cellular admixture as in the vegetable, plus the phenomena of feelings or susceptibilities.

We observe that the animals are susceptible to certain affiliation and fellowship and that they exercise natural selection.

This elemental attraction, this admixture and selective affinity is love manifest in the degree of the animal kingdom.
Finally, we come to the kingdom of man. As this is the superior kingdom, the light of love is more resplendent. In man we find the power of attraction among the elements which compose his material body, plus the attraction which produces cellular admixture or augmentative power, plus the attraction which characterizes the sensibilities of the animal kingdom, but still beyond and above all these lower powers we discover in the being of man the attraction of heart, the susceptibilities and affinities which bind men together, enabling them to live and associate in friendship and solidarity. It is, therefore, evident that in the world of humanity the greatest king and sovereign is love. If love were extinguished, the power of attraction dispelled, the affinity of human hearts destroyed, the phenomena of human life would disappear.
This is a proof perceptible to the senses, acceptable to reason, in accord with traditions and teachings of the Holy Books and verified by the promptings of human hearts themselves. It is a proof upon which we can absolutely rely and declare to be complete. But these are only degrees of love which exist in the natural or physical world. Their manifestation is ever according to the requirement of natural conditions and standards.
Real love is the love which exists between God and His servants, the love which binds together holy souls. This is the love of the spiritual world, not the love of physical bodies and organisms. For example, consider and observe how the bestowals of God successively descend upon mankind, how the divine effulgences ever shine upon the human world. There can be no doubt that these bestowals, these bounties, these effulgences emanate from love. Unless love be the divine motive, it would be impossible for the heart of man to attain or receive them. Unless love exists, the divine blessing could not descend upon any object or thing. Unless there be love, the recipient of divine effulgence could not radiate and reflect that effulgence upon other objects. If we are of those who perceive, we realize that the bounties of God manifest themselves continuously, even as the rays of the sun unceasingly emanate from the solar center. The phenomenal world through the resplendent effulgence of the sun is radiant and bright. In the same way the realm of hearts and spirits is illumined and resuscitated through the shining rays of the Sun of Reality and the bounties of the love of God. Thereby the world of existence, the kingdom of hearts and spirits, is ever quickened into life. Were it not for the love of God, hearts would be inanimate, spirits would wither, and the reality of man would be bereft of the everlasting bestowals.
Consider to what extent the love of God makes itself manifest. Among the signs of His love which appear in the world are the dawning points of His Manifestations. What an infinite degree of love is reflected by the divine Manifestations toward mankind! For the sake of guiding the people They have willingly forfeited Their lives to resuscitate human hearts. They have accepted the cross. To enable human souls to attain the supreme degree of advancement, They have suffered during Their limited years extreme ordeals and difficulties. If Jesus Christ had not possessed love for the world of humanity, surely He would not have welcomed the cross. He was crucified for the love of mankind. Consider the infinite degree of that love. Without love for humanity John the Baptist would not have offered his life. It has been likewise with all the Prophets and Holy Souls. If the Báb had not manifested love for mankind, surely He would not have offered His breast for a thousand bullets. If Bahá’u’lláh had not been aflame with love for humanity, He would not have willingly accepted forty years’ imprisonment.
Observe how rarely human souls sacrifice their pleasure or comfort for others, how improbable that a man would offer his eye or suffer himself to be dismembered for the benefit of another. Yet all the divine Manifestations suffered, offered Their lives and blood, sacrificed Their existence, comfort and all They possessed for the sake of mankind. Therefore, consider how much They love. Were it not for Their love for humanity, spiritual love would be mere nomenclature. Were it not for Their illumination, human souls would not be radiant. How effective is Their love! This is a sign of the love of God, a ray of the Sun of Reality.
Therefore, we must give praise unto God, for it is the light of His bounty which has shone upon us through His love which is everlasting. His divine Manifestations have offered Their lives through love for us. Consider, then, what the love of God means. Were it not for the love of God, all the spirits would be inanimate. The meaning of this is not physical death; nay, rather, it is that condition concerning which Christ declared, “Let the dead bury their dead,” for “That which is born of the flesh is flesh; and that which is born of the Spirit is spirit.” Were it not for the love of God, the hearts would not be illumined. Were it not for the love of God, the pathway of the Kingdom would not be opened. Were it not for the love of God, the Holy Books would not have been revealed. Were it not for the love of God, the divine Prophets would not have been sent to the world. The foundation of all these bestowals is the love of God. Therefore, in the human world there is no greater power than the love of God. It is the love of God which has brought us together here tonight. It is the love of God which is affiliating the East and the West. It is the love of God which has resuscitated the world. Now we must offer thanks to God that such a great bestowal and effulgence has been revealed to us.
We come to another aspect of our subject:

Are the workings and effects of love confined to this world, or do they extend on and on to another existence?

Will its influence affect our existence here only, or will it extend to the everlasting life?

When we look upon the human kingdom, we readily observe that it is superior to all others.

In the differentiation of life in the world of existence, there are four degrees or kingdoms: the mineral, vegetable, animal and human.

The mineral kingdom is possessed of a certain virtue which we term cohesion.

The vegetable kingdom possesses cohesive properties plus the power of growth, or augmentative power.

The animal kingdom is possessed of the virtues of the mineral and vegetable plus the powers of the senses.

But the animal, although gifted with sensibilities, is utterly bereft of consciousness, absolutely out of touch with the world of consciousness and spirit.

The animal possesses no powers by which it can make discoveries which lie beyond the realm of the senses.

It has no power of intellectual origination.

For example, an animal located in Europe is not capable of discovering the continent of America.

It understands only phenomena which come within the range of its senses and instinct.

It cannot abstractly reason out anything.

The animal cannot conceive of the earth being spherical or revolving upon its axis.

It cannot apprehend that the little stars in the heavens are tremendous worlds vastly greater than the earth.

The animal cannot abstractly conceive of intellect.

Of these powers it is bereft.

Therefore, these powers are peculiar to man, and it is made evident that in the human kingdom there is a reality of which the animal is lacking.

What is that reality?

It is the spirit of man.

By it man is distinguished above all the other phenomenal kingdoms.

Although he possesses all the virtues of the lower kingdoms, he is further endowed with the spiritual faculty, the heavenly gift of consciousness.
All material phenomena are subject to nature. All material organisms are captives of nature. None of them can deviate in the slightest from the laws of nature. This earth, these great mountains, the animals with their wonderful powers and instincts cannot go beyond natural limitations. All things are captives of nature except man. Man is the sovereign of nature; he breaks nature’s laws. Though an animal fitted by nature to live upon the surface of the earth, he flies in the air like a bird, sails upon the ocean and dives deep beneath its waves in submarines. Man is gifted with a power whereby he penetrates and discovers the laws of nature, brings them forth from the world of invisibility into the plane of visibility. Electricity was once a latent force of nature. According to nature’s laws it should remain a hidden secret, but the spirit of man discovered it, brought it forth from its secret depository and made its phenomena visible. It is evident and manifest that man is capable of breaking nature’s laws. How does he accomplish it? Through a spirit with which God has endowed him at creation. This is a proof that the spirit of man differentiates and distinguishes him above all the lower kingdoms. It is this spirit to which the verse in the Old Testament refers when it states, “And God said, Let us make man in our image, after our likeness.” The spirit of man alone penetrates the realities of God and partakes of the divine bounties.
This great power must evidently be differentiated from the physical body or temple in which it is manifested.

Observe and understand how this human body changes; nevertheless, the spirit of man remains ever in the same condition.

For instance, the body sometimes grows weak, it becomes strong or stout, sometimes it grows smaller or may be dismembered, but there is no effect upon the spirit.

The eye may become blind, the foot may be amputated, but no imperfection afflicts the spirit.

This is proof that the spirit of man is distinct from his body.

Defects in the body or its members do not imply defects in the spirit.

This leads to the accurate conclusion that if the whole body should be subjected to a radical change, the spirit will survive that change; that even if the body of man is destroyed and becomes nonexistent, the spirit of man remains unaffected.

For the spirit of man is everlasting.

Sometimes the body sleeps, the eyes do not see, the ears do not hear, the members cease to act, every function is as inactive as death; nevertheless, the spirit sees, hears and soars on high.

For it is possessed of these faculties which operate without the instrumentality of the body.

In the world of thought it sees without eyes, hears without ears and travels without the motion of foot.

Without physical force it exercises every function.

This makes it evident that during sleep the spirit is alive though the body is as dead.

In the world of dreams the body becomes absolutely passive, but the spirit still functions actively, possessed of all susceptibilities.

This leads to the conclusion that the life of the spirit is neither conditional nor dependent upon the life of the body.

At most it can be said that the body is a mere garment utilized by the spirit.

If that garment be destroyed, the wearer is not affected but is, in fact, protected.
Furthermore, all phenomena are subject to changes from one condition to another, and the revolution caused by this transformation produces a form of nonexistence. For instance, when a man is transformed from the human kingdom to the mineral, we say that he is dead, for he has relinquished the physical form of man and assumed the condition of the mineral substances. This transformation or transmutation is called death. Therefore, it follows that no phenomenal organism can be possessed of two forms at the same time. If an object or phenomenon presents a triangular shape, it cannot simultaneously possess the shape of a square. If it is spherical, it cannot at the same time be pentagonal or hexagonal. In order to assume any given figure or form it must relinquish its previous shape or dimension. Thus the triangular must be abandoned to assume the square; the square must change to become a pentagon. These transformations or changes from one condition to another are equivalent to death. But the reality of man, the human spirit, is simultaneously possessed of all forms and figures without being bereft of any of them. It does not require transformation from one concept to another. Were it to be bereft of one or all figures, we would then say it has been transferred to another, and this would be equivalent to death. But as the human spirit possesses all the figures simultaneously, it has no transformation or death.
Again, according to natural philosophy it is an assured fact that single or simple elements are indestructible. As nature is indestructible, every simple element of nature is lasting and permanent. Death and annihilation affect only compounds and compositions. That is to say, compositions are destructible. When decomposition takes place, death occurs. For example, certain single elements have combined to make this flower. When this combination is disintegrated, this composition decomposed, the flower dies as an organism of the vegetable kingdom. But the single elements of which this flower is composed do not suffer death, for all single elements are permanent, everlasting and not subject to destruction. They are indestructible because they are single and not compound. Thus they cannot disintegrate nor become separated in their component atoms but are single, simple and, therefore, everlasting.
If an elementary substance is possessed of immortality, how can the human spirit or reality, which is wholly above combination and composition, be destroyed? Nay, rather, that spirit, which is all in all, is a unit and not a compound. Its destruction, therefore, is not possible. The spirit of man transcends the qualities and attributes of any natural element. It is greater in attributes than gold, silver or iron, which are single elements and indestructible. As they are free from destruction and qualified with permanence, how much more so is the human spirit free and immortal. How will that ever be destroyed? This is a subject of great importance. There are innumerable proofs in support of it. I hope we may continue it at another time.
Before we leave, I desire to offer a prayer in behalf of Miss Farmer; for, verily, she has been the founder of this organization, the source of this loving fellowship and assemblage.
O Thou kind God! Encircle these servants with the glances of Thy providence. Set aglow the hearts of this assemblage with the fire of Thy love. Illumine these faces with the light of heaven. Enlighten these hearts with the light of the most great guidance.
O God! The clouds of superstitions have covered the horizons of the hearts. O Lord! Dispel these clouds so that the lights of the Sun of Reality may shine. O Lord! Illumine our eyes so that we may behold Thy light. O Lord! Attune our ears so that we may hear the call of the Supreme Concourse. O Lord! Render our tongues eloquent so that we may become engaged in Thy commemoration. O Lord! Sanctify and purify the hearts so that the effulgence of Thy love may shine therein.
O Thou kind Lord! Bestow quick recovery through Thy power and bounty upon the founder of this Association. O Lord! This woman has served Thee, has turned her face toward Thy Kingdom and has established these conferences in order that reality might be investigated and the light of reality shine.
O Lord! Be Thou ever her support. O Lord! Be Thou ever her comforter. O Lord! Bestow upon her quick healing. Verily, Thou art the Clement. Verily, Thou art the Merciful. Verily, Thou art the Generous.
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17 August 1912
Talk at Green Acre Eliot, Maine
Notes by Edna McKinney
The physical beauty of this place is very wonderful. We hope that a spiritual charm may surround and halo it; then its beauty will be perfect. There is a spiritual atmosphere manifest here particularly at sunset.
In cities like New York the people are submerged in the sea of materialism. Their sensibilities are attuned to material forces, their perceptions purely physical. The animal energies predominate in their activities; all their thoughts are directed to material things; day and night they are devoted to the attractions of this world, without aspiration beyond the life that is vanishing and mortal. In schools and temples of learning knowledge of the sciences acquired is based upon material observations only; there is no realization of Divinity in their methods and conclusions—all have reference to the world of matter. They are not interested in attaining knowledge of the mysteries of God or understanding the secrets of the heavenly Kingdom; what they acquire is based altogether upon visible and tangible evidences. Beyond these evidences they are without susceptibilities; they have no idea of the world of inner significances and are utterly out of touch with God, considering this an indication of reasonable attitude and philosophical judgement whereof they are self-sufficient and proud.
As a matter of fact, this supposed excellence is possessed in its superlative degree by the animals. The animals are without knowledge of God; so to speak, they are deniers of Divinity and understand nothing of the Kingdom and its heavenly mysteries. As deniers of the Kingdom, they are utterly ignorant of spiritual things and uninformed of the supernatural world. Therefore, if it be a perfection and virtue to be without knowledge of God and His Kingdom, the animals have attained the highest degree of excellence and proficiency. Then the donkey is the greatest scientist and the cow an accomplished naturalist, for they have obtained what they know without schooling and years of laborious study in colleges, trusting implicitly to the evidence of the senses and relying solely upon intuitive virtues. The cow, for instance, is a lover of the visible and a believer in the tangible, contented and happy when pasture is plenty, perfectly serene, a blissful exponent of the transcendental school of philosophy. Such is the status of the material philosophers, who glory in sharing the condition of the cow, imagining themselves in a lofty station. Reflect upon their ignorance and blindness.
Nay, rather, the virtue of man is this: that he can investigate the ideals of the Kingdom and attain knowledge which is denied the animal in its limitation. The station of man is this: that he has the power to attain those ideals and thereby differentiate and consciously distinguish himself an infinite degree above the kingdoms of existence below him.
The station of man is great, very great. God has created man after His own image and likeness. He has endowed him with a mighty power which is capable of discovering the mysteries of phenomena. Through its use man is able to arrive at ideal conclusions instead of being restricted to the mere plane of sense impressions. As he possesses sense endowment in common with the animals, it is evident that he is distinguished above them by his conscious power of penetrating abstract realities. He acquires divine wisdom; he searches out the mysteries of creation; he witnesses the radiance of omnipotence; he attains the second birth—that is to say, he is born out of the material world just as he is born of the mother; he attains to everlasting life; he draws nearer to God; his heart is replete with the love of God. This is the foundation of the world of humanity; this is the image and likeness of God; this is the reality of man; otherwise, he is an animal. Verily, God has created the animal in the image and likeness of man, for though man outwardly is human, yet in nature he possesses animal tendencies.
You must endeavor to understand the mysteries of God, attain the ideal knowledge and arrive at the station of vision, acquiring directly from the Sun of Reality and receiving a destined portion from the ancient bestowal of God.
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17 August 1912
Talk at Green Acre Eliot, Maine
Notes by Edna McKinney
Although the body was weak and not fitted to undergo the vicissitudes of crossing the Atlantic, yet love assisted us, and we came here. At certain times the spirit must assist the body. We cannot accomplish really great things through physical force alone; the spirit must fortify our bodily strength. For example, the body of man may be able to withstand the ordeal of imprisonment for ten or fifteen years under temperate conditions of climate and restful physical routine. During our imprisonment in ‘Akká means of comfort were lacking, troubles and persecutions of all kinds surrounded us, yet notwithstanding such distressful conditions, we were able to endure these trials for forty years. The climate was very bad, necessities and conveniences of life were denied us, yet we endured this narrow prison forty years. What was the reason? The spirit was strengthening and resuscitating the body constantly. We lived through this long, difficult period in the utmost love and heavenly servitude. The spirit must assist the body under certain conditions which surround us, because the body of itself cannot endure the extreme strain of such hardships.
The human body is in reality very weak; there is no physical body more delicately constituted.

One mosquito will distress it; the smallest quantity of poison will destroy it; if respiration ceases for a moment, it will die.

What instrument could be weaker and more delicate?

A blade of grass severed from the root may live an hour, whereas a human body deprived of its forces may die in one minute.

But in the proportion that the human body is weak, the spirit of man is strong.

It can control natural phenomena; it is a supernatural power which transcends all contingent beings.

It has immortal life, which nothing can destroy or pervert.

If all the kingdoms of life arise against the immortal spirit of man and seek its destruction, this immortal spirit, singly and alone, can withstand their attacks in fearless firmness and resolution because it is indestructible and empowered with supreme natural virtues.

For this reason we say that the spirit of man can penetrate and discover the realities of all things, can solve the secrets and mysteries of all created objects.

While living upon the earth, it discovers the stars and their satellites; it travels underground, finds the metals in their hidden depths and unlocks the secrets of geological ages.

It can cross the abysses of interstellar space and discover the motion of inconceivably distant suns.

How wonderful it is!

It can attain to the Kingdom of God.

It can penetrate the mysteries of the divine Kingdom and attain to everlasting life.

It receives illumination from the light of God and reflects it to the whole universe.

How wonderful it is!

How powerful the spirit of man, while his body is so weak!

If the susceptibilities of the spirit control him, there is no created being more heroic, more undaunted than man; but if physical forces dominate, you cannot find a more cowardly or fearful object because the body is so weak and incapable.

Therefore, it is divinely intended that the spiritual susceptibilities of man should gain precedence and overrule his physical forces.

In this way he becomes fitted to dominate the human world by his nobility and stand forth fearless and free, endowed with the attributes of eternal life.
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17 August 1912
Talk at Green Acre Eliot, Maine
Notes by Edna McKinney
Are you all well and happy? This is a delightful spot; the scenery is beautiful, and an atmosphere of spirituality haloes everything. In the future, God willing, Green Acre shall become a great center, the cause of the unity of the world of humanity, the cause of uniting hearts and binding together the East and the West. This is my hope.
Tonight I wish to speak upon the oneness of the world of humanity. This is one of the important subjects of the present period. If the oneness of the human world were established, all the differences which separate mankind would be eradicated. Strife and warfare would cease, and the world of humanity would find repose. Universal peace would be promoted, and the East and West would be conjoined in a strong bond. All men would be sheltered beneath one tabernacle. Native lands would become one; races and religions would be unified. The people of the world would live together in harmony, and their well-being would be assured.
From the beginning of human history down to the present time the various religions of the world have anathematized and accused each other of falsity.

Each religion has considered the others bereft of the face of God, deprived of His mercy and in the direct line of divine wrath.

Therefore, they have shunned each other most rigidly, exercising mutual animosity and rancor.

Consider the record of religious warfare, the battles between nations, the bloodshed and destruction in the name of religion.

One of the greatest religious wars, the Crusades, extended over a period of two hundred years.

In this succession of great campaigns the western crusaders were constantly invading the Orient, bent upon recovering the Holy City from the hands of the Islamic people.

Army after army raised in Europe poured its fanatical legions into the East.

The kings of European nations personally led these Crusades, killing and shedding the blood of the Orientals.

During this period of two hundred years the East and West were in a state of violence and commotion.

Sometimes the crusaders were successful, killing, pillaging and taking captive the Muslim people; sometimes the Muslims were victorious, inflicting bloodshed, death and ruin in turn upon the invaders.

So they continued for two centuries, alternately fighting with fury and relaxing from weakness, until the European religionists withdrew from the East, leaving ashes of desolation behind them and finding their own nations in a condition of turbulence and upheaval.

Hundreds of thousands of human beings were killed and untold wealth wasted in this fruitless religious warfare.

How many fathers mourned the loss of their sons!

How many mothers and wives lamented the absence of their dear ones!

Yet this was only one of the “holy” wars.

Consider and reflect.
Religious wars have been many. Nine hundred thousand martyrs to the Protestant cause was the record of conflict and difference between that sect of Christians and the Catholics. Consult history and confirm this. How many languished in prisons! How merciless the treatment of captives! All in the name of religion! Consider and estimate the outcome of other wars between the people and sects of religious belief.
From the beginning of human history down to this time the world of humanity has not enjoyed a day of absolute rest and relaxation from conflict and strife. Most of the wars have been caused by religious prejudice, fanaticism and sectarian hatred. Religionists have anathematized religionists, each considering the other as deprived of the mercy of God, abiding in gross darkness and the children of Satan. For example, the Christians and Muslims considered the Jews satanic and the enemies of God. Therefore, they cursed and persecuted them. Great numbers of Jews were killed, their houses burned and pillaged, their children carried into captivity. The Jews in turn regarded the Christians as infidels and the Muslims as enemies and destroyers of the law of Moses. Therefore, they call down vengeance upon them and curse them even to this day.
Consider what injuries, ordeals and calamities have been inflicted upon mankind since the beginning of history. Every city, country, nation and people has been subjected to the destruction and havoc of war. Each one of the divine religions considers itself as belonging to a goodly and blessed tree, the tree of the Merciful, and all other religious systems as belonging to a tree of evil, the tree of Satan. For this reason they heap execration and abuse upon each other. This is clearly apparent in books of historical record and prevailed until the time of the appearance of Bahá’u’lláh.
When the light of Bahá’u’lláh dawned from the East, He proclaimed the promise of the oneness of humanity. He addressed all mankind, saying, “Ye are all the fruits of one tree. There are not two trees: one a tree of divine mercy, the other the tree of Satan.” Again He said, “Ye are all the fruits of one tree, the leaves of one branch.” This was His announcement; this was His promise of the oneness of the world of humanity. Anathema and execration were utterly abrogated. He said, “It is not becoming in man to curse another; it is not befitting that man should attribute darkness to another; it is not meet that one human being should consider another human being as bad; nay, rather, all mankind are the servants of one God; God is the Father of all; there is not a single exception to that law. There are no people of Satan; all belong to the Merciful. There is no darkness; all is light. All are the servants of God, and man must love humanity from his heart. He must, verily, behold humanity as submerged in the divine mercy.”
Bahá’u’lláh has made no exception to this rule.

He said that among mankind there may be those who are ignorant; they must be trained.

Some are sick; they must be treated.

Some are immature; they must be helped to attain maturity.

In other respects humanity is submerged in the ocean of divine mercy.

God is the Father of all.

He educates, provides for and loves all; for they are His servants and His creation.

Surely the Creator loves His creatures.

It would be impossible to find an artist who does not love his own production.

Have you ever seen a man who did not love his own actions?

Even though they be bad actions, he loves them.

How ignorant, therefore, the thought that God, Who created man, educated and nurtured him, surrounded him with all blessings, made the sun and all phenomenal existence for his benefit, bestowed upon him tenderness and kindness and then did not love him.

This is palpable ignorance, for no matter to what religion a man belongs, even though he be an atheist or materialist, nevertheless, God nurtures him, bestows His kindness and sheds upon him His light.

How then can we believe God is wrathful and unloving?

How can we even imagine this, when as a matter of fact we are witnesses of the tenderness and mercy of God upon every hand?

All about us we behold manifestations of the love of God.

If, therefore, God be loving, what should we do?

We have nothing else to do but to emulate Him.

Just as God loves all and is kind to all, so must we really love and be kind to everybody.

We must consider none bad, none worthy of detestation, no one as an enemy.

We must love all; nay, we must consider everyone as related to us, for all are the servants of one God.

All are under the instructions of one Educator.

We must strive day and night that love and amity may increase, that this bond of unity may be strengthened, that joy and happiness may more and more prevail, that in unity and solidarity all mankind may gather beneath the shadow of God, that people may turn to God for their sustenance, finding in Him the life that is everlasting.

Thus may they be confirmed in the Kingdom of God and live forever through His grace and bounty.
Bahá’u’lláh has clearly said in His Tablets that if you have an enemy, consider him not as an enemy. Do not simply be long-suffering; nay, rather, love him. Your treatment of him should be that which is becoming to lovers. Do not even say that he is your enemy. Do not see any enemies. Though he be your murderer, see no enemy. Look upon him with the eye of friendship. Be mindful that you do not consider him as an enemy and simply tolerate him, for that is but stratagem and hypocrisy. To consider a man your enemy and love him is hypocrisy. This is not becoming of any soul. You must behold him as a friend. You must treat him well. This is right.
We return to the subject. When we observe the phenomena of the universe, we realize that the axis around which life revolves is love, while the axis around which death and destruction revolve is animosity and hatred. Let us view the mineral kingdom. Here we see that if attraction did not exist between the atoms, the composite substance of matter would not be possible. Every existent phenomenon is composed of elements and cellular particles. This is scientifically true and correct. If attraction did not exist between the elements and among the cellular particles, the composition of that phenomenon would never have been possible. For instance, the stone is an existent phenomenon, a composition of elements. A bond of attraction has brought them together, and through this cohesion of ingredients this petrous object has been formed. This stone is the lowest degree of phenomena, but nevertheless within it a power of attraction is manifest without which the stone could not exist. This power of attraction in the mineral world is love, the only expression of love the stone can manifest.
Look now upon the next highest stage of life, the vegetable kingdom. Here we see that the plant is the result of cohesion among various elements, just as the mineral is in its kingdom; but, furthermore, the plant has the power of absorption from the earth. This is a higher degree of attraction which differentiates the plant from the mineral. In the kingdom of the vegetable this is an expression of love, the highest capacity of expression the vegetable possesses. By this power of attraction, or augmentation, the plant grows day by day. Therefore, in this kingdom, also, love is the cause of life. If repulsion existed among the elements instead of attraction, the result would be disintegration, destruction and nonexistence. Because cohesion exists among the elements and cellular attraction is manifest, the plant appears. When this attraction is dispelled and the ingredients separate, the plant ceases to exist.
Then we come to the animal world, which is still higher in degree than the vegetable kingdom. In it the power of love makes itself still more manifest. The light of love is more resplendent in the animal kingdom because the power of attraction whereby elements cohere and cellular atoms commingle now reveals itself in certain emotions and sensibilities which produce instinctive fellowship and association. The animals are imbued with kindness and affinity which manifests itself among those of the same species.
Finally, we reach the kingdom of man. Here we find that all the degrees of the mineral, vegetable and animal expressions of love are present plus unmistakable attractions of consciousness. That is to say, man is the possessor of a degree of attraction which is conscious and spiritual. Here is an immeasurable advance. In the human kingdom spiritual susceptibilities come into view, love exercises its superlative degree, and this is the cause of human life.
The proof is clear that in all degrees and kingdoms unity and agreement, love and fellowship are the cause of life, whereas dissension, animosity and separation are ever conducive to death.

Therefore, we must strive with life and soul in order that day by day unity and agreement may be increased among mankind and that love and affinity may become more resplendently glorious and manifest.

In the animal kingdom you will observe that domestic species live together in the utmost fellowship.

See how sociable and friendly sheep gather together in a flock.

Look at the doves and other domestic birds.

There is no partisanship among them, no separation due to notions of patriotism.

They live together in the utmost love and unity, flying, feeding, associating.

Ferocious animals—beasts of prey such as the wolf, bear, tiger and hyena—are never amicable and do not associate together.

They attack one another.

Whenever they meet, they fight.

Three wolves are never seen associating happily.

If you see them together, it is with some ferocious intent.

They are like selfish, brutal men who are inimical, cursing and killing each other.

Better that man should resemble the domestic animals than the ferocious beasts of prey, for in the estimation of God love is acceptable, whereas hatred and animosity are rejected.

Why should we act contrary to the good pleasure of God?

Why should we be as ferocious animals, constantly shedding blood, pillaging and destroying?

Because we belong to one race or family of humankind, why should we consider all others bad and inferior, deserving of death, pillage and invasion—people of darkness, worthy of hatred and detestation by God?

Why does man show forth such attitude and actions toward his fellowman?

We see that God is kind to all.

Just as He loves us, He loves all others; just as He provides for us, He provides for the rest.

He nurtures and trains all with equal solicitude.
God is great! God is kind! He does not behold human shortcomings; He does not regard human weaknesses. Man is a creature of His mercy, and to His mercy He summons all. Why then should we despise or detest His creatures because this one is a Jew, another a Buddhist or Zoroastrian and so on? This is ignorance, for the oneness of humanity as servants of God is an assured and certain fact.
Bahá’u’lláh has proclaimed the promise of the oneness of humanity. Therefore, we must exercise the utmost love toward each other. We must be loving to all the people of the world. We must not consider any people the people of Satan, but know and recognize all as the servants of the one God. At most it is this: Some do not know; they must be guided and trained. They must be taught to love their fellow creatures and be encouraged in the acquisition of virtues. Some are ignorant; they must be informed. Some are as children, undeveloped; they must be helped to reach maturity. Some are ailing, their moral condition is unhealthy; they must be treated until their morals are purified. But the sick man is not to be hated because he is sick, the child must not be shunned because he is a child, the ignorant one is not to be despised because he lacks knowledge. They must all be treated, educated, trained and assisted in love. Everything must be done in order that humanity may live under the shadow of God in the utmost security, enjoying happiness in its highest degree.
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17 August 1912
Talk at Green Acre Eliot, Maine
Notes by Edna McKinney
The worlds of God are in perfect harmony and correspondence one with another. Each world in this limitless universe is, as it were, a mirror reflecting the history and nature of all the rest. The physical universe is, likewise, in perfect correspondence with the spiritual or divine realm. The world of matter is an outer expression or facsimile of the inner kingdom of spirit. The world of minds corresponds with the world of hearts.
If we look reflectively upon the material world, we realize that all outer phenomena are dependent upon the sun. Without the sun the phenomenal world would be in a state of utter darkness and devoid of life. All earthly creation—whether mineral, vegetable, animal or human—is dependent upon the heat, light and splendor of the great central solar body for training and development. Were it not for the solar heat and sunlight, no minerals would have been formed, no vegetable, animal and human organisms would or could have become existent. It is clearly evident, therefore, that the sun is the source of life to all earthly and outer phenomena.
In the inner world, the world of the Kingdom, the Sun of Reality is the Trainer and Educator of minds, souls and spirits. Were it not for the effulgent rays of the Sun of Reality, they would be deprived of growth and development; nay, rather, they would be nonexistent. For just as the physical sun is the trainer of all outer and phenomenal forms of being through the radiation of its light and heat, so the radiation of the light and heat of the Sun of Reality gives growth, education and evolution to minds, souls and spirits toward the station of perfection.
Christ was the Sun of Reality which shone from the heavenly horizon of Christianity, training, protecting, confirming minds, souls and spirits until they came into harmony with the divine Kingdom and attained capacity for descent of the infinite bounties of God. Were it not for the appearance of His splendor, they would have remained in the darkness of imperfection and remoteness from God. But because that Sun of Reality shone forth and flooded its light into the world of minds, souls and spirits, they became radiant. He conferred a new and eternal life upon them.
When the phenomenal sun appears from the vernal point of dawning in the zodiac, a wondrous and vibrant commotion is set up in the body of the earthly world. The withered trees are quickened with animation, the black soil becomes verdant with new growth, fresh and fragrant flowers bloom, the world of dust is refreshed, renewed life forces surge through the veins of every animate being, and a new springtime carpets the meadows, plains, mountains and valleys with wondrous forms of life. That which was dead and desolate is revived and resuscitated; that which was withered, faded and stricken is transformed by the spirit of a new creation. In the same way the Sun of Reality, when it illumines the horizon of the inner world, animates, vivifies and quickens with a divine and wonderful power. The trees of human minds clothe themselves in new and verdant robes, putting on leaves and blossoms and bearing spiritual fruits of the heavenly glad tidings. Then fragrant flowers of inner significances appear from the soil of human souls, and the whole being of man awakens to a new and divine activity. This is the growth and development of the inner world through the effulgent light of divine guidance and the heat of the fire of the love of God.
The physical sun has its rising and its setting. The earthly world has its day and its night. After each sunset there is a sunrise and the coming of a new dawn. The Sun of Reality, likewise, has its rising and setting. There is a day and a night in the world of spirituality. After each departure there is a return and the dawning light of a new day.
Furthermore, the reality of Divinity is characterized by certain names and attributes. Among these names are Creator, Resuscitator, Provider, the All-Present, Almighty, Omniscient and Giver. These names and attributes of Divinity are eternal and not accidental. This is a very subtle point which demands close attention. Their existence is proved and necessitated by the appearance of phenomena. For example, Creator presupposes creation, Resuscitator implies resuscitation, Provider necessitates provision; otherwise, these would be empty and impossible names. Merciful evidences an object upon which mercy is bestowed. If mercy were not manifest, this attribute of God would not be realized. The name Lord proves the existence of subjects over whom sovereignty is exercised. The name Omniscient demands the objects of all-knowing. Unless these objects existed, omniscience would be meaningless and without function. The name the Wise necessitates objects for the exercise of wisdom; and unless wisdom comprehended them, this name would be inconceivable. Therefore, the divine names and attributes presuppose the existence of phenomena implied by those names and attributes. And vice versa—the sovereignty of God is proved and established through their verity and being.
Reflect then carefully that the sovereignty of God is not accidental but everlasting and eternal, and that it necessitates the existence of phenomenal being. Kingship necessitates a kingdom, an army, a treasury, subjects, a court and ministers. How could there be a king without subjects, dominion and wealth? Otherwise, anybody could claim to be a king. “Where is your army?” “I do not need one.” “Where is your country?” “It is unnecessary. I am a king without a kingdom, without army, subjects or sovereignty.” Is this possible?
Therefore, divine sovereignty necessitates a creation over which its dominion is exercised. There must be evidences of sovereignty. If we try to conceive of a time when creation was nonexistent, when there were no subjects or creatures under divine dominion and control, Divinity itself would disappear; there would be a cessation of the bounty of God, just as the kingship and favor of an earthly monarch would disappear if his kingdom did not exist. The sovereignty of God is eternal. There has been no beginning; there will be no end. This is as evident as the sun at midday, even to one endowed with limited reason.
When we consider the phenomenal sun, we see that its heat and light are continuous. There is no cessation to the solar bounty. If the sun at any time were without light or heat, it would not be the sun. How do we recognize the sun? Through its heat and effulgence. If it be deprived of its rays and heat, it is no longer a sun; it is merely a dark globe or sphere in the heavens. The bounties of the sun must be perpetual in order that it may be qualified as a solar center of energy, illumination and attraction.
Likewise, the divine bounties of the Sun of Reality are perpetual. Its light is forever shining. Its love is forever radiating. Its bounty never ceases. It could not be said that the power and effulgence of God was ever subject to cessation. It could not be claimed that the divinity of the Almighty One had come to an end. For the divinity of God is eternal. Therefore, the divine bounties—whether phenomenal and accidental or spiritual and ideal—are perpetual. But the people of religion are of two kinds: Some worship the sun, and some adore the dawning points from which the sun rises. For instance, the Jews adore the Mosaic point of dawning, the Zoroastrians that of Zoroaster. The people of Abraham turned to the point of rising in Abraham. When the Sun of Reality transferred its illumination from the Abrahamic to the Mosaic point of dawning, the people of Abraham denied its appearance because they were turning toward the point and not to the Sun of Reality itself. When that Sun of Reality with its divine bestowal, its heavenly glow and effulgence transferred to the Messianic point of rising, the Jews denied its appearance in Jesus, for they were not worshipers of the Sun itself but adored its rising in Moses. Had they been worshipers of the Sun of Reality, they would have turned to Christ instead of denying Him as the Messiah.
What was the reason of this deprivation? It was simply because they were imitating fathers and ancestors in forms of belief instead of turning toward the Sun of Divinity. For this reason they were deprived of the bounty which dawned in the Messianic dayspring. Holding tenaciously to the former dawning point, they still remain in this position of deprivation. Consider the people and nations of the earth today and observe this same tenacious allegiance to ancestral belief. He whose father was a Zoroastrian is a Zoroastrian. He whose father was a Buddhist remains a Buddhist. The son of a Muslim continues a Muslim, and so on throughout. Why is this? Because they are slaves and captives of mere imitation. They have not investigated the reality of religion and arrived at its fundamentals and conclusions. The Jew, for instance, has not proved the validity of Moses by investigating reality. He is a Jew because his father was a Jew. He imitates the forms and belief of his fathers and ancestors. There is no thought or mention of reality. And so it is with the other peoples of religion. This is the purpose of our statement that they worship the dawning point rather than the Sun of Reality itself.
If in the day of Jesus Christ the Jews had forsaken imitation and investigated reality, they would assuredly have believed in and accepted Him, for the Messianic effulgence was far greater than the Mosaic. The Sun of Reality, when it appeared from the dawning point of Christ, was as the midsummer sun in brilliancy and beauty.
Now, therefore, we must be admonished and realize that mere imitation of fathers and ancestors is fruitless. Nay, rather, we must exert ourselves to the utmost in investigating and turning toward the Sun of Reality, no matter from what dayspring or dawning point it may appear. The phenomenal sun is one sun. If tomorrow it should rise in the West, it is the same sun. We cannot say, “This is not the sun because it has appeared in the West.” For East and West are but earthly and imaginary directions. In the station of the sun there is neither East nor West. It is ever shining from its place in the heavens. In the focal point of the solar circle there is no rising, no setting. Therefore, sunrise and sunset have relation to earthly observation and not to the luminary itself. Nay, rather, night in the solar orb is inconceivable. In that center of effulgence, constant light and illumination prevail. Its risings and settings are, therefore, only apparent and not actual. They have relation to our earthly point of view. We could not consider it the sun if there were a cessation of its light, heat and splendor. To do so would be equivalent to calling a black stone a diamond. This would be meaningless. If a man is a miser and you call him generous, it will produce no change in him.
The purport of this is that God is almighty, but His greatness cannot be brought within the grasp of human limitation. We cannot limit God to a boundary. Man is limited, but the world of Divinity is unlimited. Prescribing limitation to God is human ignorance. God is the Ancient, the Almighty; His attributes are infinite. He is God because His light, His sovereignty, is infinite. If He can be limited to human ideas, He is not God. Strange it is that, notwithstanding these are self-evident truths, man continues to build walls and fences of limitation about God, about Divinity so glorious, illimitable, boundless. Consider the endless phenomena of His creation. They are infinite; the universe is infinite. Who shall declare its height, its depth and length? It is absolutely infinite. How could an almighty sovereignty, a Divinity so wondrous, be brought within the limitations of faulty human minds even as to terms and definition? Shall we then say that God has performed a certain thing and He will never be able to perform it again? That the Sun of His effulgence once shone upon the world but now has set forever? That His mercy, His grace, His bounty once descended but now have ceased? Is this possible? No! We can never say nor believe with truth that His Manifestation, the adored verity, the Sun of Reality, shall cease to shine upon the world.
O God! Thou Who art kind. Verily, certain souls have gathered in this meeting turning to Thee with their hearts and spirits. They are seeking the everlasting bounty. They are in need of Thine infinite mercy.
O Lord! Remove the veils from their eyes, and dispel the darkness of ignorance. Confer upon them the light of knowledge and wisdom. Illumine these contrite hearts with the radiance of the Sun of Reality. Make these eyes perceptive through witnessing the lights of Thy sovereignty. Suffer these spirits to rejoice through the great glad tidings, and receive these souls into Thy supreme Kingdom.
O Lord! Verily, we are weak; make us mighty. We are poor; assist us from the treasury of Thy munificence. We are dead; resuscitate us through the breath of the Holy Spirit. We lack patience in tests and in long-suffering; permit us to attain the lights of oneness.
O Lord! Make this assemblage the cause of upraising the standard of the oneness of the world of humanity, and confirm these souls so that they may become the promoters of international peace.
O Lord! Verily, the people are veiled and in a state of contention with each other, shedding the blood and destroying the possessions of each other. Throughout the world there is war and conflict. In every direction there is strife, bloodshed and ferocity.
O Lord! Guide human souls in order that they may turn away from warfare and battle, that they may become loving and kind to each other, that they may enter into affiliation and serve the oneness and solidarity of humanity.
O Lord! The horizons of the world are darkened by this dissension. O God! Illumine them, and through the lights of Thy love let the hearts become radiant. Through the blessing of Thy bestowal resuscitate the spirits until every soul shall perceive and act in accordance with Thy teachings. Thou art the Almighty. Thou art the Omniscient. Thou art the Seer. O Lord, be compassionate to all.
• • •
Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Boston and Malden
25-29 August 1912
– 94 –
25 August 1912
Talk at the New Thought Forum Metaphysical Club Boston, Massachusetts
Notes by Edna McKinney
O Thou kind God! In the utmost state of humility and submission do we entreat and supplicate at Thy threshold, seeking Thine endless confirmations and illimitable assistance. O Thou Lord! Regenerate these souls, and confer upon them a new life. Animate the spirits, inform the hearts, open the eyes, and make the ears attentive. From Thine ancient treasury confer a new being and animus, and from Thy preexistent abode assist them to attain to new confirmations.
O God! Verily, the world is in need of reformation. Bestow upon it a new existence. Give it newness of thoughts, and reveal unto it heavenly sciences. Breathe into it a fresh spirit, and grant unto it a holier and higher purpose.
O God! Verily, Thou hast made this century radiant, and in it Thou hast manifested Thy merciful effulgence. Thou hast effaced the darkness of superstitions and permitted the light of assurance to shine. O God! Grant that these servants may be acceptable at Thy threshold. Reveal a new heaven, and spread out a new earth for habitation. Let a new Jerusalem descend from on high. Bestow new thoughts, new life upon mankind. Endow souls with new perceptions, and confer upon them new virtues. Verily, Thou art the Almighty, the Powerful. Thou art the Giver, the Generous.
It is easy to bring human bodies under control. A king can bring under his rule and authority the bodies of his subjects throughout a whole country. In former centuries kings and rulers have absolutely dominated millions of men and have been thereby enabled to carry out whatsoever they desire. If they willed to bestow happiness and peace, they could do so; and if they determined to inflict suffering and discomfort, they were equally capable. If they desired to send men to the field of battle, none could oppose their authority; and if they decreed their kingdoms should enjoy the bliss and serenity of immunity from war, this condition prevailed. In a word, kings and rulers have been able to control millions of human beings and have exercised that dominion with the utmost despotism and tyranny.
The point is this: that to gain control over physical bodies is an extremely easy matter, but to bring spirits within the bonds of serenity is a most arduous undertaking. This is not the work of everybody. It necessitates a divine and holy potency, the potency of inspiration, the power of the Holy Spirit. For example, Christ was capable of leading spirits into that abode of serenity. He was capable of guiding hearts into that haven of rest. From the day of His manifestation to the present time He has been resuscitating hearts and quickening spirits. He has exercised that vivifying influence in the realm of hearts and spirits; therefore, His resuscitating is everlasting.
In this century of the latter times Bahá’u’lláh has appeared and so resuscitated spirits that they have manifested powers more than human. Thousands of His followers have given their lives; and while under the sword, shedding their blood, they have proclaimed, “Yá Bahá’u’l-Abhá!” Such resuscitation is impossible except through a heavenly potency, a supernatural power, the divine power of the Holy Spirit. Through a natural and mere human power this is impossible. Therefore, the question arises: How is this resuscitation to be accomplished?
There are certain means for its accomplishment by which mankind is regenerated and quickened with a new birth.

This is the second birth mentioned in the heavenly Books.

Its accomplishment is through the baptism of the Holy Spirit.

The resuscitation or rebirth of the spirit of man is through the science of the love of God.

It is through the efficacy of the water of life.

This life and quickening is the regeneration of the phenomenal world.

After the coming of the spiritual springtime, the falling of the vernal showers, the shining of the Sun of Reality, the blowing of the breezes of perfection, all phenomena become imbued with the life of a new creation and are reformed in the process of a new genesis.

Reflect upon the material springtime.

When winter comes, the trees are leafless, the fields and meadows withered, the flowers die away into dustheaps; in prairie, mountain and garden no freshness lingers, no beauty is visible, no verdure can be seen.

Everything is clad in the robe of death.

Wherever you look around, you will find the expression of death and decay.

But when the spring comes, the showers descend, the sun floods the meadows and plains with light; you will observe creation clad in a new robe of expression.

The showers have made the meadows green and verdant.

The warm breezes have caused the trees to put on their garments of leaves.

They have blossomed and soon will produce new, fresh and delightful fruits.

Everything appears endowed with a newness of life; a new animus and spirit is everywhere visible.

The spring has resuscitated all phenomena and has adorned the earth with beauty as it willeth.
Even so is the spiritual springtime when it comes. When the holy, divine Manifestations or Prophets appear in the world, a cycle of radiance, an age of mercy dawns. Everything is renewed. Minds, hearts and all human forces are reformed, perfections are quickened, sciences, discoveries and investigations are stimulated afresh, and everything appertaining to the virtues of the human world is revitalized. Consider this present century of radiance, and compare it with the past centuries. What a vast difference exists between them! How minds have developed! How perceptions have deepened! How discoveries have increased! What great projects have been accomplished! How many realities have become manifest! How many mysteries of creation have been probed and penetrated! What is the cause of this? It is through the efficacy of the spiritual springtime in which we are living. Day by day the world attains a new bounty. In this radiant century neither the old customs nor the old sciences, crafts, laws and regulations have remained. The old political principles are undergoing change, and a new body politic is in process of formation. Nevertheless, some whose thoughts are congealed and whose souls are bereft of the light of the Sun of Reality seek to arrest this development in the world of the minds of men. Is this possible?
In the unmistakable and universal reformation we are witnessing, when outer conditions of humanity are receiving such impetus, when human life is assuming a new aspect, when sciences are stimulated afresh, inventions and discoveries increasing, civic laws undergoing change and moralities evidencing uplift and betterment, is it possible that spiritual impulses and influences should not be renewed and reformed? Naturally, new spiritual thoughts and inclinations must also become manifest. If spirituality be not renewed, what fruits come from mere physical reformation? For instance, the body of man may improve, the quality of bone and sinew may advance, the hand may develop, other limbs and members may increase in excellence, but if the mind fails to develop, of what use is the rest? The important factor in human improvement is the mind. In the world of the mind there must needs be development and improvement. There must be reformation in the kingdom of the human spirit; otherwise, no result will be attained from betterment of the mere physical structure.
In this new year new fruits must be forthcoming, for that is the provision and intention of spiritual reformation. The renewal of the leaf is fruitless. From the reformation of bark or branch no fruit will come forth. The renewal of verdure produces nothing. If there be no renewal of fruit from the tree, of what avail is the reformation of bark, blossom, branch and trunk? For a fruitless tree is of no special value. Similarly, of what avail is the reformation of physical conditions unless they are concomitant with spiritual reformations? For the essential reality is the spirit, the foundation is the spirit, the life of man is due to the spirit; the happiness, the animus, the radiance, the glory of man—all are due to the spirit; and if in the spirit no reformation takes place, there will be no result to human existence.
Therefore, we must strive with life and heart that the material and physical world may be reformed, human perception become keener, the merciful effulgence manifest and the radiance of reality shine. Then the star of love shall appear and the world of humanity become illumined. The purpose is that the world of existence is dependent for its progress upon reformation; otherwise, it will be as dead. Consider: If a new springtime failed to appear, what would be the effect upon this globe, the earth? Undoubtedly it would become desolate and life extinct. The earth has need of an annual coming of spring. It is necessary that a new bounty should be forthcoming. If it comes not, life would be effaced. In the same way the world of spirit needs new life, the world of mind necessitates new animus and development, the world of souls a new bounty, the world of morality a reformation, the world of divine effulgence ever new bestowals. Were it not for this replenishment, the life of the world would become effaced and extinguished. If this room is not ventilated and the air freshened, respiration will cease after a length of time. If no rain falls, all life organisms will perish. If new light does not come, the darkness of death will envelop the earth. If a new springtime does not arrive, life upon this globe will be obliterated.
Therefore, thoughts must be lofty and ideals uplifted in order that the world of humanity may become assisted in new conditions of reform. When this reformation affects every degree, then will come the very Day of the Lord of which all the prophets have spoken. That is the Day wherein the whole world will be regenerated. Consider: Are the laws of past ages applicable to present human conditions? Evidently they are not. For example, the laws of former centuries sanctioned despotic forms of government. Are the laws of despotic control fitted for present-day conditions? How could they be applied to solve the questions surrounding modern nations? Similarly, we ask: Would the status of ancient thought, the crudeness of arts and crafts, the insufficiency of scientific attainment serve us today? Would the agricultural methods of the ancients suffice in the twentieth century? Transportation in the former ages was restricted to conveyance by animals. How would it provide for human needs today? If modes of transportation had not been reformed, the teeming millions now upon the earth would die of starvation. Without the railway and the fast-going steamship, the world of the present day would be as dead. How could great cities such as New York and London subsist if dependent upon ancient means of conveyance? It is also true of other things which have been reformed in proportion to the needs of the present time. Had they not been reformed, man could not find subsistence.
If these material tendencies are in such need of reformation, how much greater the need in the world of the human spirit, the world of human thought, perception, virtues and bounties! Is it possible that that need has remained stationary while the world has been advancing in every other condition and direction? It is impossible.
Therefore, we must invoke and supplicate God and strive with the utmost effort in order that the world of human existence in all its degrees may receive a mighty impulse, complete human happiness be attained and the resuscitation of all spirits and emanations be realized through the boundless favor of the mercy of God.
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26 August 1912
Talk at Franklin Square House Boston, Massachusetts
Notes by Edna McKinney
Among the teachings of Bahá’u’lláh is the principle of equality of man and woman. Bahá’u’lláh has said that both belong to humankind and that in the estimation of God they are equal, for each is the complement of the other in the divine creative plan. The only distinction between them in the sight of God is the purity and righteousness of their deeds and actions, for that one is preferred by God who is most nearly in the spiritual image and likeness of the Creator. Throughout the kingdoms of living organisms there is sex differentiation in function, but no preference or distinction is made in favor of either male or female. In the animal kingdom individual sex exists, but rights are equal and without distinction. Likewise, in the plane or kingdom of the vegetable sex appears, but equality of function and right is evident. Inasmuch as sex distinction and preference are not observed in these kingdoms of inferior intelligence, is it befitting the superior station of man that he should make such differentiation and estimate, when as a matter of fact there is no difference indicated in the law of creation?
In ancient times and medieval ages woman was completely subordinated to man. The cause of this estimate of her inferiority was her lack of education. A woman’s life and intellect were limited to the household. Glimpses of this may be found even in the Epistles of Saint Paul. In later centuries the scope and opportunities of a woman’s life broadened and increased. Her mind unfolded and developed; her perceptions awakened and deepened. The question concerning her was: Why should a woman be left mentally undeveloped? Science is praiseworthy—whether investigated by the intellect of man or woman. So, little by little, woman advanced, giving increasing evidence of equal capabilities with man—whether in scientific research, political ability or any other sphere of human activity. The conclusion is evident that woman has been outdistanced through lack of education and intellectual facilities. If given the same educational opportunities or course of study, she would develop the same capacity and abilities.
There are some who declare that woman is not naturally endowed or imbued with the same capabilities as man; that she is intellectually inferior to man, weaker in willpower and lacking his courage. This theory is completely contradicted by history and facts of record. Certain women of superlative capacity and determination have appeared in the world, peers of man in intellect and equally courageous. Zenobia was the wife of the governor-general of Athens. Her husband died, and like the Russian Queen, Catherine, she manifested the highest degree of capability in the administration of public affairs. The Roman government appointed her to succeed her husband. Afterward she conquered Syria, conducted a successful campaign in Egypt and established a memorable sovereignty. Rome sent an army against her under direction of distinguished commanders. When the two forces met in battle, Zenobia arrayed herself in gorgeous apparel, placed the crown of her kingdom upon her head and rode forth at the head of her army, defeating the Roman legions so completely that they were not able to reorganize. The Emperor of Rome himself took command of the next army of one hundred thousand soldiers and marched into Syria. At that time Rome was at the zenith of greatness and was the strongest military power in the world. Zenobia withdrew with her forces to Palmyra and fortified it to withstand a siege. After two years the Roman Emperor cut off her supplies, and she was forced to surrender.
The Romans returned in triumphal procession and pageant to their own country. They entered Rome in great pomp and splendor, led by African elephants. After the elephants there were lions, then tigers, bears and monkeys, and after the monkeys, Zenobia—barefooted, walking, a chain of gold about her neck and a crown in her hand, dignified, majestic, queenly and courageous notwithstanding her downfall and defeat.
Among other noted women of history was Cleopatra, Queen of Egypt, who held her kingdom against the armies of Rome for a long time. Catherine, wife of Peter the Great, displayed courage and military strategy of the very highest order during the war between Russia and Muḥammad Páshá. When the cause of Russia seemed hopeless, she took her jewels and went before the Turkish victor, presented them to him and pled the justice of her country’s cause with such convincing skill and diplomacy that peace was declared.
Victoria, Queen of England, was really superior to all the kings of Europe in ability, justness and equitable administration. During her long and brilliant reign the British Empire was immensely extended and enriched, due to her political sagacity, skill and foresight.
The history of religion, likewise, furnishes eloquent examples of woman’s capability under conditions of great difficulty and necessity. The conquest of the Holy Land by the Israelites after forty years’ wandering in the desert and wilderness of Judea was accomplished through the strategy and cunning of a woman.
After the martyrdom of Christ, to Whom be glory, the disciples were greatly disturbed and disheartened. Even Peter had denied Christ and tried to shun Him. It was a woman, Mary Magdalene, who confirmed the wavering disciples in their faith, saying, “Was it the body of Christ or the reality of Christ that ye have seen crucified? Surely it was His body. His reality is everlasting and eternal; it hath neither beginning nor ending. Therefore, why are ye perplexed and discouraged? Christ always spoke of His being crucified.” Mary Magdalene was a mere villager, a peasant woman; yet she became the means of consolation and confirmation to the disciples of Christ.
In the Cause of Bahá’u’lláh there have been women who were superior to men in illumination, intellect, divine virtues and devotion to God. Among them was Qurratu’l-‘Ayn. When she spoke, she was listened to reverently by the most learned men. They were most respectful in her presence, and none dared to contradict her. Among the Bahá’í women in Persia today there are Rúḥu’lláh and others who are gifted with knowledge, invincible steadfastness, courage, virtue and power of will. They are superior to men and well-known throughout Persia.
Briefly, history furnishes evidence that during the past centuries there have been great women as well as great men; but in general, owing to lack of educational advantages, women have been restricted and deprived of opportunity to become fully qualified and representative of humankind. When given the opportunity for acquiring education, they have shown equal capacity with men. Some philosophers and writers have considered woman naturally and by creation inferior to man, claiming as a proof that the brain of man is larger and heavier than that of woman. This is frail and faulty evidence, inasmuch as small brains are often found coupled with superior intellect and large brains possessed by those who are ignorant, even imbecilic. The truth is that God has endowed all humankind with intelligence and perception and has confirmed all as His servants and children; therefore, in the plan and estimate of God there is no distinction between male or female. The soul that manifests pure deeds and spiritual graces is most precious in His sight and nearer to Him in its attainments.
The realities of things have been revealed in this radiant century, and that which is true must come to the surface.

Among these realities is the principle of the equality of man and woman—equal rights and prerogatives in all things appertaining to humanity.

Bahá’u’lláh declared this reality over fifty years ago.

But while this principle of equality is true, it is likewise true that woman must prove her capacity and aptitude, must show forth the evidences of equality.

She must become proficient in the arts and sciences and prove by her accomplishments that her abilities and powers have merely been latent.

Demonstrations of force, such as are now taking place in England, are neither becoming nor effective in the cause of womanhood and equality.

Woman must especially devote her energies and abilities toward the industrial and agricultural sciences, seeking to assist mankind in that which is most needful.

By this means she will demonstrate capability and ensure recognition of equality in the social and economic equation.

Undoubtedly God will confirm her in her efforts and endeavors, for in this century of radiance Bahá’u’lláh has proclaimed the reality of the oneness of the world of humanity and announced that all nations, peoples and races are one.

He has shown that although individuals may differ in development and capacity, they are essentially and intrinsically equal as human beings, just as the waves of the sea are innumerable and different, but the reality of the sea is one.

The plurality of humanity may be likened to the waves, but the reality of humankind is like the sea itself.

All the waves are of the same water; all are waves of one ocean.
Therefore, strive to show in the human world that women are most capable and efficient, that their hearts are more tender and susceptible than the hearts of men, that they are more philanthropic and responsive toward the needy and suffering, that they are inflexibly opposed to war and are lovers of peace. Strive that the ideal of international peace may become realized through the efforts of womankind, for man is more inclined to war than woman, and a real evidence of woman’s superiority will be her service and efficiency in the establishment of universal peace.
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27 August 1912
Talk at Metaphysical Club Boston, Massachusetts
Notes by Edna McKinney
Upon the faces of those present I behold the expression of thoughtfulness and wisdom; therefore, I shall discourse upon a subject involving one of the divine questions, a question of religious and metaphysical importance—namely, the progressive and perpetual motion of elemental atoms throughout the various degrees of phenomena and the kingdoms of existence. It will be demonstrated and become evident that the origin and outcome of phenomena are identical and that there is an essential oneness in all existing things. This is a subtle principle appertaining to divine philosophy and requiring close analysis and attention.
The elemental atoms which constitute all phenomenal existence and being in this illimitable universe are in perpetual motion, undergoing continuous degrees of progression. For instance, let us conceive of an atom in the mineral kingdom progressing upward to the kingdom of the vegetable by entering into the composition and fibre of a tree or plant. From thence it is assimilated and transferred into the kingdom of the animal and finally, by the law and process of composition, becomes a part of the body of man. That is to say, it has traversed the intermediate degrees and stations of phenomenal existence, entering into the composition of various organisms in its journey. This motion or transference is progressive and perpetual, for after disintegration of the human body into which it has entered, it returns to the mineral kingdom whence it came and will continue to traverse the kingdoms of phenomena as before. This is an illustration designed to show that the constituent elemental atoms of phenomena undergo progressive transference and motion throughout the material kingdoms.
In its ceaseless progression and journeyings the atom becomes imbued with the virtues and powers of each degree or kingdom it traverses. In the degree of the mineral it possessed mineral affinities; in the kingdom of the vegetable it manifested the augmentative virtue or power of growth; in the animal organism it reflected the intelligence of that degree; and in the kingdom of man it was qualified with human attributes or virtues.
Furthermore, the forms and organisms of phenomenal being and existence in each of the kingdoms of the universe are myriad and numberless.

The vegetable plane or kingdom, for instance, has its infinite variety of types and material structures of plant life—each distinct and different within itself, no two exactly alike in composition and detail—for there are no repetitions in nature, and the augmentative virtue cannot be confined to any given image or shape.

Each leaf has its own particular identity—so to speak, its own individuality as a leaf.

Therefore, each atom of the innumerable elemental atoms, during its ceaseless motion through the kingdoms of existence as a constituent of organic composition, not only becomes imbued with the powers and virtues of the kingdoms it traverses but also reflects the attributes and qualities of the forms and organisms of those kingdoms.

As each of these forms has its individual and particular virtue, therefore, each elemental atom of the universe has the opportunity of expressing an infinite variety of those individual virtues.

No atom is bereft or deprived of this opportunity or right of expression.

Nor can it be said of any given atom that it is denied equal opportunities with other atoms; nay, all are privileged to possess the virtues existent in these kingdoms and to reflect the attributes of their organisms.

In the various transformations or passages from kingdom to kingdom the virtues expressed by the atoms in each degree are peculiar to that degree.

For example, in the world of the mineral the atom does not express the vegetable form and organism, and when through the process of transmutation it assumes the virtues of the vegetable degree, it does not reflect the attributes of animal organisms, and so on.
It is evident, then, that each elemental atom of the universe is possessed of a capacity to express all the virtues of the universe. This is a subtle and abstract realization. Meditate upon it, for within it lies the true explanation of pantheism. From this point of view and perception pantheism is a truth, for every atom in the universe possesses or reflects all the virtues of life, the manifestation of which is effected through change and transformation. Therefore, the origin and outcome of phenomena is, verily, the omnipresent God; for the reality of all phenomenal existence is through Him. There is neither reality nor the manifestation of reality without the instrumentality of God. Existence is realized and possible through the bounty of God, just as the ray or flame emanating from this lamp is realized through the bounty of the lamp, from which it originates. Even so, all phenomena are realized through the divine bounty, and the explanation of true pantheistic statement and principle is that the phenomena of the universe find realization through the one power animating and dominating all things, and all things are but manifestations of its energy and bounty. The virtue of being and existence is through no other agency. Therefore, in the words of Bahá’u’lláh, the first teaching is the oneness of the world of humanity.
When the man who is spiritually sagacious and possessed of insight views the world of humanity, he will observe that the lights of the divine bounty are flooding all mankind, just as the lights of the sun shed their splendor upon all existing things. All phenomena of material existence are revealed through the ray emanating from the sun. Without light nothing would be visible. Similarly, all phenomena in the inner world of reality receive the bounties of God from the source of divine bestowal. This human plane, or kingdom, is one creation, and all souls are the signs and traces of the divine bounty. In this plane there are no exceptions; all have been recipients of their bestowals through the heavenly bounty. Can you find a soul bereft of the nearness of God? Can you find one whom God has deprived of its daily sustenance? This is impossible. God is kind and loving to all, and all are manifestations of the divine bounty. This is the oneness of the world of humanity.
But some souls are weak; we must endeavor to strengthen them. Some are ignorant, uninformed of the bounties of God; we must strive to make them knowing. Some are ailing; we must seek to restore them to health. Some are immature as children; they must be trained and assisted to attain maturity. We nurse the sick in tenderness and the kindly spirit of love; we do not despise them because they are ill. Therefore, we must exercise extreme patience, sympathy and love toward all mankind, considering no soul as rejected. If we look upon a soul as rejected, we have disobeyed the teachings of God. God is loving to all. Shall we be unjust or unkind to anyone? Is this allowable in the sight of God? God provides for all. Is it befitting for us to prevent the flow of His merciful provisions for mankind? God has created all in His image and likeness. Shall we manifest hatred for His creatures and servants? This would be contrary to the will of God and according to the will of Satan, by which we mean the natural inclinations of the lower nature. This lower nature in man is symbolized as Satan—the evil ego within us, not an evil personality outside.
Bahá’u’lláh teaches that the foundations of the divine religion are one reality which does not admit of multiplicity or division. Therefore, the commandments and teachings of God are one. The religious differences and divisions which exist in the world are due to blind imitations of forms without knowledge or investigation of the fundamental divine reality which underlies all the religions. Inasmuch as these imitations of ancestral forms are various, dissensions have arisen among the people of religion. Therefore, it is necessary to free mankind from this subjection to blind belief by pointing the way of guidance to reality itself, which is the only basis of unity.
Bahá’u’lláh says that religion must be conducive to love and unity. If it proves to be the source of hatred and enmity, its absence is preferable; for the will and law of God is love, and love is the bond between human hearts. Religion is the light of the world. If it is made the cause of darkness through human misunderstanding and ignorance, it would be better to do without it.
Religion must conform to science and reason; otherwise, it is superstition. God has created man in order that he may perceive the verity of existence and endowed him with mind or reason to discover truth. Therefore, scientific knowledge and religious belief must be conformable to the analysis of this divine faculty in man.
Prejudices of all kinds—whether religious, racial, patriotic or political—are destructive of divine foundations in man. All the warfare and bloodshed in human history have been the outcome of prejudice. This earth is one home and native land. God has created mankind with equal endowment and right to live upon the earth. As a city is the home of all its inhabitants although each may have his individual place of residence therein, so the earth’s surface is one wide native land or home for all races of humankind. Racial prejudice or separation into nations such as French, German, American and so on is unnatural and proceeds from human motive and ignorance. All are the children and servants of God. Why should we be separated by artificial and imaginary boundaries? In the animal kingdom the doves flock together in harmony and agreement. They have no prejudices. We are human and superior in intelligence. Is it befitting that lower creatures should manifest virtues which lack expression in man?
Bahá’u’lláh has proclaimed and promulgated the foundation of international peace. For thousands of years men and nations have gone forth to the battlefield to settle their differences. The cause of this has been ignorance and degeneracy. Praise be to God! In this radiant century minds have developed, perceptions have become keener, eyes are illumined and ears attentive. Therefore, it will be impossible for war to continue. Consider human ignorance and inconsistency. A man who kills another man is punished by execution, but a military genius who kills one hundred thousand of his fellow creatures is immortalized as a hero. One man steals a small sum of money and is imprisoned as a thief. Another pillages a whole country and is honored as a patriot and conqueror. A single falsehood brings reproach and censure, but the wiles of politicians and diplomats excite the admiration and praise of a nation. Consider the ignorance and inconsistency of mankind. How darkened and savage are the instincts of humanity!
Bahá’u’lláh has announced that no matter how far the world of humanity may advance in material civilization, it is nevertheless in need of spiritual virtues and the bounties of God.

The spirit of man is not illumined and quickened through material sources.

It is not resuscitated by investigating phenomena of the world of matter.

The spirit of man is in need of the protection of the Holy Spirit.

Just as he advances by progressive stages from the mere physical world of being into the intellectual realm, so must he develop upward in moral attributes and spiritual graces.

In the process of this attainment he is ever in need of the bestowals of the Holy Spirit.

Material development may be likened to the glass of a lamp, whereas divine virtues and spiritual susceptibilities are the light within the glass.

The lamp chimney is worthless without the light; likewise, man in his material condition requires the radiance and vivification of the divine graces and merciful attributes.

Without the presence of the Holy Spirit he is lifeless.

Although physically and mentally alive, he is spiritually dead.

Christ announced, “That which is born of the flesh is flesh; and that which is born of the Spirit is spirit,” meaning that man must be born again.

As the babe is born into the light of this physical world, so must the physical and intellectual man be born into the light of the world of Divinity.

In the matrix of the mother the unborn child was deprived and unconscious of the world of material existence, but after its birth it beheld the wonders and beauties of a new realm of life and being.

In the world of the matrix it was utterly ignorant and unable to conceive of these new conditions, but after its transformation it discovers the radiant sun, trees, flowers and an infinite range of blessings and bounties awaiting it.

In the human plane and kingdom man is a captive of nature and ignorant of the divine world until born of the breaths of the Holy Spirit out of physical conditions of limitation and deprivation.

Then he beholds the reality of the spiritual realm and Kingdom, realizes the narrow restrictions of the mere human world of existence and becomes conscious of the unlimited and infinite glories of the world of God.

Therefore, no matter how man may advance upon the physical and intellectual plane, he is ever in need of the boundless virtues of Divinity, the protection of the Holy Spirit and the face of God.
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29 August 1912
Talk at Home of Madame Morey 34 Hillside Avenue, Malden, Massachusetts
Notes by Edna McKinney
In the Books of the Prophets certain glad tidings are recorded which are absolutely true and free from doubt. The East has ever been the dawning point of the Sun of Reality. All the Prophets of God have appeared there. The religions of God have been promulgated, the teachings of God have been spread and the law of God founded in the East. The Orient has always been the center of lights. The West has acquired illumination from the East, but in some respects the reflection of the light has been greater in the Occident. This is especially true of Christianity. Christ appeared in Palestine, and His teachings were founded there. Although the doors of the Kingdom were opened in that country and the bestowals of Divinity were spread broadcast from its center, the people of the West have embraced and promulgated Christianity more fully than those in the East. The Sun of Reality shone forth from the horizon of the East, but its heat and ray are most resplendent in the West, where the radiant standard of Christ has been upraised. I have great hopes that the lights of Bahá’u’lláh’s appearance may also find the fullest manifestation and reflection in these western regions, for the teachings of Bahá’u’lláh are especially applicable to the conditions of the people here. The western nations are endowed with the capability of understanding the rational and peerless words of Bahá’u’lláh and realizing that the essence of the teachings of all the former Prophets can be found in His utterance.
The teachings of Christ have been promulgated by Bahá’u’lláh, Who has also revealed new teachings applicable to present conditions in the world of humanity. He has trained the people of the East through the power and protection of the Holy Spirit, cemented the souls of humanity together and established the foundations of international unity.
Through the power of His words the hearts of the people of all religions have been attuned in harmony. For instance, among the Bahá’ís in Persia there are Christians, Muslims, Zoroastrians, Jews and many others of varying denominations and beliefs who have been brought together in unity and love in the Cause of Bahá’u’lláh. Although these people were formerly hostile and antagonistic, filled with hatred and bitterness toward each other, bloodthirsty and pillaging, considering that animosity and attack were the means of attaining the good pleasure of God, they have now become loving and filled with the radiant zeal of fellowship and brotherhood, the purpose of them all being service to the world of humanity, promotion of international peace, the unification of the divine religions and deeds of universal philanthropy. By their words and actions they are proving the verity of Bahá’u’lláh.
Consider the animosity and hatred existing today between the various nations of the world.

What disagreements and hostilities arise, what warfare and contention, how much bloodshed, what injustice and tyranny!

Just now there is war in eastern Turkey, also war between Turkey and Italy.

Nations are devoted to conquest and bloodshed, filled with the animus of religious hatred, seeking the good pleasure of God by killing and destroying those whom in their blindness they consider enemies.

How ignorant they are!

That which is forbidden by God they consider acceptable to Him.

God is love; God seeketh fellowship, purity, sanctity and long-suffering; these are the attributes of Divinity.

Therefore, these warring, raging nations have arisen against Divinity, imagining they are serving God.

What gross ignorance this is!

What injustice, blindness and lack of realization!

Briefly, we must strive with heart and soul in order that this darkness of the contingent world may be dispelled, that the lights of the Kingdom shall shine upon all the horizons, the world of humanity become illumined, the image of God become apparent in human mirrors, the law of God be well established and that all regions of the world shall enjoy peace, comfort and composure beneath the equitable protection of God.

My admonition and exhortation to you is this:

Be kind to all people, love humanity, consider all mankind as your relations and servants of the most high God.

Strive day and night that animosity and contention may pass away from the hearts of men, that all religions shall become reconciled and the nations love each other so that no racial, religious or political prejudice may remain and the world of humanity behold God as the beginning and end of all existence.

God has created all, and all return to God.

Therefore, love humanity with all your heart and soul.

If you meet a poor man, assist him; if you see the sick, heal him; reassure the affrighted one, render the cowardly noble and courageous, educate the ignorant, associate with the stranger.

Emulate God.

Consider how kindly, how lovingly He deals with all, and follow His example.

You must treat people in accordance with the divine precepts—in other words, treat them as kindly as God treats them, for this is the greatest attainment possible for the world of humanity.
Furthermore, know ye that God has created in man the power of reason, whereby man is enabled to investigate reality.

God has not intended man to imitate blindly his fathers and ancestors.

He has endowed him with mind, or the faculty of reasoning, by the exercise of which he is to investigate and discover the truth, and that which he finds real and true he must accept.

He must not be an imitator or blind follower of any soul.

He must not rely implicitly upon the opinion of any man without investigation; nay, each soul must seek intelligently and independently, arriving at a real conclusion and bound only by that reality.

The greatest cause of bereavement and disheartening in the world of humanity is ignorance based upon blind imitation.

It is due to this that wars and battles prevail; from this cause hatred and animosity arise continually among mankind.

Through failure to investigate reality the Jews rejected Jesus Christ.

They were expecting His coming; by day and night they mourned and lamented, saying, “O God!

Hasten Thou the day of the advent of Christ,” expressing most intense longing for the Messiah; but when Christ appeared, they denied and rejected Him, treated Him with arrogant contempt, sentenced Him to death and finally crucified Him.

Why did this happen?

Because they were blindly following imitations, believing that which had descended to them as a heritage from their fathers and ancestors, tenaciously holding to it and refusing to investigate the reality of Christ.

Therefore, they were deprived of the bounties of Christ, whereas if they had forsaken imitations and investigated the reality of the Messiah, they would have surely been guided to believing in Him.

Instead of this they said, “We have heard from our fathers and have read in the Old Testament that Christ must come from an unknown place; now we find that this one has come from Nazareth.”

Steeped in the literal interpretation and imitating the beliefs of fathers and ancestors, they failed to understand the fact that although the body of Jesus came from Nazareth, the reality of the Christ came from the unknown place of the divine Kingdom.

They also said that the scepter of Christ would be of iron—that is to say, He should wield a sword.

When Christ appeared, He did possess a sword; but it was the sword of His tongue with which He separated the false from the true.

But the Jews were blind to the spiritual significance and symbolism of the prophetic words.

They also expected that the Messiah would sit upon the throne of David, whereas Christ had neither throne nor semblance of sovereignty; nay, rather, He was a poor man, apparently abject and vanquished; therefore, how could He be the veritable Christ?

This was one of their most insistent objections based upon ancestral interpretation and teaching.

In reality, Christ was glorified with an eternal sovereignty and everlasting dominion—spiritual and not temporal.

His throne and Kingdom were established in human hearts, where He reigns with power and authority without end.

Notwithstanding the fulfillment of all the prophetic signs in Christ, the Jews denied Him and entered the period of their deprivation because of their allegiance to imitations and ancestral forms.
Among other objections they said, “We are promised through the tongue of the prophets that Christ at the time of His coming would proclaim the law of the Torah, whereas now we see this person abrogating the commands of the Pentateuch, disturbing our blessed Sabbath and abolishing the law of divorce. He has left nothing of the ancient law of Moses; therefore, he is the enemy of Moses.” In reality, Christ proclaimed and completed the law of Moses. He was the very helper and assister of Moses. He spread the Book of Moses throughout the world and established anew the fundamentals of the law revealed by Him. He abolished certain unimportant laws and forms which were no longer compatible with the exigencies of the time, such as divorce and plurality of wives. The Jews did not comprehend this, and the cause of their ignorance was blind and tenacious adherence to imitations of ancient forms and teachings; therefore, they finally sentenced Christ to death.
They, likewise, said, “Through the tongues of the prophets it was announced that during the time of Christ’s appearance the justice of God would prevail throughout the world, tyranny and oppression would be unknown, justice would even extend to the animal kingdom, ferocious beasts would associate in gentleness and peace, the wolf and the lamb would drink from the same spring, the lion and the deer meet in the same meadow, the eagle and quail dwell together in the same nest; but instead of this, we see that during the time of this supposed Christ the Romans have conquered Palestine and are ruling it with extreme tyranny, justice is nowhere apparent, and signs of peace in the animal kingdom are conspicuously absent.”

These statements and attitudes of the Jews were inherited from their fathers—blind allegiance to literal expectations which did not come to pass during the time of Jesus Christ.

The real purport of these prophetic statements was that various peoples, symbolized by the wolf and lamb, between whom love and fellowship were impossible would come together during the Messiah’s reign, drink from the same fountain of life in His teachings and become His devoted followers.

This was realized when peoples of all religions, nationalities and dispositions became united in their beliefs and followed Christ in humility, associating in love and brotherhood under the shadow of His divine protection.

The Jews, being blind to this and holding to their bigoted imitations, were insolent and arrogant toward Christ and crucified Him.

Had they investigated the reality of Christ, they would have beheld His beauty and truth.
God has given man the eye of investigation by which he may see and recognize truth. He has endowed man with ears that he may hear the message of reality and conferred upon him the gift of reason by which he may discover things for himself. This is his endowment and equipment for the investigation of reality. Man is not intended to see through the eyes of another, hear through another’s ears nor comprehend with another’s brain. Each human creature has individual endowment, power and responsibility in the creative plan of God. Therefore, depend upon your own reason and judgment and adhere to the outcome of your own investigation; otherwise, you will be utterly submerged in the sea of ignorance and deprived of all the bounties of God. Turn to God, supplicate humbly at His threshold, seeking assistance and confirmation, that God may rend asunder the veils that obscure your vision. Then will your eyes be filled with illumination, face to face you will behold the reality of God and your heart become completely purified from the dross of ignorance, reflecting the glories and bounties of the Kingdom.
Holy souls are like soil which has been plowed and tilled with much earnest labor, the thorns and thistles cast aside and all weeds uprooted.

Such soil is most fruitful, and the harvest from it will prove full and plenteous.

In this same way man must free himself from the weeds of ignorance, thorns of superstitions and thistles of imitations that he may discover reality in the harvests of true knowledge.

Otherwise, the discovery of reality is impossible, contention and divergence of religious belief will always remain, and mankind, like ferocious wolves, will rage and attack each other in hatred and antagonism.

We supplicate God that He may destroy the veils which limit our vision and that these becloudings, which darken the way of the manifestation of the shining lights, may be dispelled in order that the effulgent Sun of Reality may shine forth.

We implore and invoke God, seeking His assistance and confirmation.

Man is a child of God, most noble, lofty and beloved by God, his Creator.

Therefore, he must ever strive that the divine bounties and virtues bestowed upon him may prevail and control him.

Just now the soil of human hearts seems like black earth, but in the innermost substance of this dark soil there are thousands of fragrant flowers latent.

We must endeavor to cultivate and awaken these potentialities, discover the secret treasure in this very mine and depository of God, bring forth these resplendent powers long hidden in human hearts.

Then will the glories of both worlds be blended and increased and the quintessence of human existence be made manifest.
We must not be content with simply following a certain course because we find our fathers pursued that course. It is the duty of everyone to investigate reality, and investigation of reality by another will not do for us. If all in the world were rich and one man poor, of what use are these riches to that man? If all the world be virtuous and a man steeped in vice, what good results are forthcoming from him? If all the world be resplendent and a man blind, where are his benefits? If all the world be in plenty and a man hungry, what sustenance does he derive? Therefore, every man must be an investigator for himself. Ideas and beliefs left by his fathers and ancestors as a heritage will not suffice, for adherence to these are but imitations, and imitations have ever been a cause of disappointment and misguidance. Be investigators of reality that you may attain the verity of truth and life.
You have asked why it was necessary for the soul that was from God to make this journey back to God? Would you like to understand the reality of this question just as I teach it, or do you wish to hear it as the world teaches it? For if I should answer you according to the latter way, this would be but imitation and would not make the subject clear.
The reality underlying this question is that the evil spirit, Satan or whatever is interpreted as evil, refers to the lower nature in man. This baser nature is symbolized in various ways. In man there are two expressions: One is the expression of nature; the other, the expression of the spiritual realm. The world of nature is defective. Look at it clearly, casting aside all superstition and imagination. If you should leave a man uneducated and barbarous in the wilds of Africa, would there be any doubt about his remaining ignorant? God has never created an evil spirit; all such ideas and nomenclature are symbols expressing the mere human or earthly nature of man. It is an essential condition of the soil of earth that thorns, weeds and fruitless trees may grow from it. Relatively speaking, this is evil; it is simply the lower state and baser product of nature.
It is evident, therefore, that man is in need of divine education and inspiration, that the spirit and bounties of God are essential to his development. That is to say, the teachings of Christ and the Prophets are necessary for his education and guidance. Why? Because They are the divine Gardeners Who till the earth of human hearts and minds. They educate man, uproot the weeds, burn the thorns and remodel the waste places into gardens and orchards where fruitful trees grow. The wisdom and purpose of Their training is that man must pass from degree to degree of progressive unfoldment until perfection is attained. For instance, if a man should live his entire life in one city, he cannot gain a knowledge of the whole world. To become perfectly informed he must visit other cities, see the mountains and valleys, cross the rivers and traverse the plains. In other words, without progressive and universal education perfection will not be attained.
Man must walk in many paths and be subjected to various processes in his evolution upward. Physically he is not born in full stature but passes through consecutive stages of fetus, infant, childhood, youth, maturity and old age. Suppose he had the power to remain young throughout his life. He then would not understand the meaning of old age and could not believe it existed. If he could not realize the condition of old age, he would not know that he was young. He would not know the difference between young and old without experiencing the old. Unless you have passed through the state of infancy, how would you know this was an infant beside you? If there were no wrong, how would you recognize the right? If it were not for sin, how would you appreciate virtue? If evil deeds were unknown, how could you commend good actions? If sickness did not exist, how would you understand health? Evil is nonexistent; it is the absence of good. Sickness is the loss of health; poverty, the lack of riches. When wealth disappears, you are poor; you look within the treasure box but find nothing there. Without knowledge there is ignorance; therefore, ignorance is simply the lack of knowledge. Death is the absence of life. Therefore, on the one hand, we have existence; on the other, nonexistence, negation or absence of existence.
Briefly, the journey of the soul is necessary. The pathway of life is the road which leads to divine knowledge and attainment. Without training and guidance the soul could never progress beyond the conditions of its lower nature, which is ignorant and defective.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Montreal
1-5 September 1912
– 98 –
1 September 1912
Talk at Church of the Messiah Montreal, Canada
From Stenographic Notes
God, the Almighty, has created all mankind from the dust of earth.

He has fashioned them all from the same elements; they are descended from the same race and live upon the same globe.

He has created them to dwell beneath the one heaven.

As members of the human family and His children He has endowed them with equal susceptibilities.

He maintains, protects and is kind to all.

He has made no distinction in mercies and graces among His children.

With impartial love and wisdom He has sent forth His Prophets and divine teachings.

His teachings are the means of establishing union and fellowship among mankind and awakening love and kindness in human hearts.

He proclaims the oneness of the kingdom of humanity.

He rebukes those things which create differences and destroy harmony; He commends and praises every means that will conduce to the solidarity of the human race.

He encourages man in every step of advancement which leads to ultimate union.

The Prophets of God have been inspired with the message of love and unity.

The Books of God have been revealed for the upbuilding of fellowship and union.

The Prophets of God have been the servants of reality; Their teachings constitute the science of reality.

Reality is one; it does not admit plurality.

We conclude, therefore, that the foundation of the religions of God is one foundation.

Notwithstanding this, certain forms and imitations have been persistently adhered to which have nothing to do with the foundation of the teachings of the Prophets of God.

As these imitations are various and different, contention and strife prevail among the people of religious beliefs, and the foundation of the religion of God has become obscured.

Like beasts of prey, men are warring and killing each other, destroying cities and homes, devastating countries and kingdoms.
God has created His servants in order that they may love and associate with each other.

He has revealed the glorious splendor of His sun of love in the world of humanity.

The cause of the creation of the phenomenal world is love.

All the Prophets have promulgated the law of love.

Man has opposed the will of God and acted in opposition to the plan of God.

Therefore, from the beginning of history to the present time the world of humanity has had no lasting rest; warfare and strife have continuously prevailed, and hearts have manifested hatred toward each other.

The cause of bloodshed and battle, strife and hatred throughout the past has been either religious, racial, patriotic or political prejudice.

Therefore, the world of humanity has ever been in torment.

These prejudices are more pronounced in the Orient, where freedom is restricted.

In the nineteenth century the nations of the East were restless and in a state of inner commotion.

The darkness of imitations and forms had enveloped religious belief.

The people of religions were in constant warfare, filled with enmity, hatred and bitterness.

In the midst of these conditions Bahá’u’lláh appeared.

He proclaimed the oneness of the world of humanity and announced that all are the servants of God.

He taught that all the religions are beneath the shadow and protection of the Almighty, that God is compassionate and loving to all, that the revelations of all the Prophets of the past have been in perfect unity and agreement, that the heavenly Books have confirmed each other; therefore, why should contention and strife exist among the people?
As all mankind have been created by the one God, we are sheep under the care and protection of one Shepherd. Therefore, as His sheep we must associate in accord and agreement. If one single lamb becomes separated from the flock, the thoughts and efforts of all the others must be to bring it back again. Consequently, Bahá’u’lláh proclaimed that, inasmuch as God is the one heavenly Shepherd and all mankind are the sheep of His fold, the religion or guidance of God must be the means of love and fellowship in the world. If religion proves to be the source of hatred, enmity and contention, if it becomes the cause of warfare and strife and influences men to kill each other, its absence is preferable. For that which is productive of hatred amongst the people is rejected by God, and that which establishes fellowship is beloved and sanctioned by Him. Religion and divine teachings are like unto a remedy. A remedy must produce the condition of health. If it occasions sickness, it is wiser and better to have no remedy whatever. This is the significance of the statement that if religion becomes the cause of warfare and bloodshed, irreligion and the absence of religion are preferable among mankind.
Bahá’u’lláh has declared that religion must be in accord with science and reason. If it does not correspond with scientific principles and the processes of reason, it is superstition. For God has endowed us with faculties by which we may comprehend the realities of things, contemplate reality itself. If religion is opposed to reason and science, faith is impossible; and when faith and confidence in the divine religion are not manifest in the heart, there can be no spiritual attainment.
According to the teachings of Bahá’u’lláh all religious, racial, patriotic and political prejudice must be abandoned, for these are the destroyers of the real foundation of humanity.

He has announced that the religion of God is one, for all revelations of it are based upon reality.

Abraham summoned the people to reality; Moses proclaimed reality; Christ founded reality.

Likewise, all the Prophets were the servants and promulgators of reality.

Reality is one and indivisible.

Therefore, the prejudices and bigotries which exist today among the religions are not justifiable, inasmuch as they are opposed to reality.

All prejudices are against the will and plan of God.

Consider, for instance, racial distinction and enmity.

All humanity are the children of God; they belong to the same family, to the same original race.

There can be no multiplicity of races, since all are the descendants of Adam.

This signifies that racial assumption and distinction are nothing but superstition.

In the estimate of God there are no English, French, Germans, Turkish or Persians.

All these in the presence of God are equal; they are of one race and creation; God did not make these divisions.

These distinctions have had their origin in man himself.

Therefore, as they are against the plan and purpose of reality, they are false and imaginary.

We are of one physical race, even as we are of one physical plan of material body—each endowed with two eyes, two ears, one head, two feet.

Among the animals racial prejudice does not exist.

Consider the doves; there is no distinction as to whether it is an oriental or an occidental dove.

The sheep are all of one race; there is no assumption of distinction between an eastern and a western sheep.

When they meet, they associate with perfect fellowship.

If a dove from the West should go to the Orient, it will associate with the eastern doves unhesitatingly.

There will be no attitude of unwillingness as if saying, “You belong to the East; I am from the West.”

Is it reasonable or allowable that a racial prejudice which is not observed by the animal kingdom should be entertained by man?
Consider the prejudice of patriotism. This is one globe, one land, one country. God did not divide it into national boundaries. He created all the continents without national divisions. Why should we make such division ourselves? These are but imaginary lines and boundaries. Europe is a continent; it is not naturally divided; man has drawn the lines and established the limits of kingdoms and empires. Man declares a river to be a boundary line between two countries, calling this side French and the other side German, whereas the river was created for both and is a natural artery for all. Is it not imagination and ignorance which impels man to violate the divine intention and make the very bounties of God the cause of war, bloodshed and destruction? Therefore, all prejudices between man and man are falsehoods and violations of the will of God. God desires unity and love; He commands harmony and fellowship. Enmity is human disobedience; God Himself is love.
Bahá’u’lláh has announced that inasmuch as ignorance and lack of education are barriers of separation among mankind, all must receive training and instruction. Through this provision the lack of mutual understanding will be remedied and the unity of mankind furthered and advanced. Universal education is a universal law. It is, therefore, incumbent upon every father to teach and instruct his children according to his possibilities. If he is unable to educate them, the body politic, the representative of the people, must provide the means for their education.
In the Orient women were degraded and considered subordinate to man. Bahá’u’lláh proclaimed equality of the sexes—that both man and woman are servants of God before Whom there is no distinction. Whosoever has a pure heart and renders good deeds is nearer to God and the object of His favor—whether man or woman. The sex distinction which exists in the human world is due to the lack of education for woman, who has been denied equal opportunity for development and advancement. Equality of the sexes will be established in proportion to the increased opportunities afforded woman in this age, for man and woman are equally the recipients of powers and endowments from God, the Creator. God has not ordained distinction between them in His consummate purpose.
Bahá’u’lláh has proclaimed the adoption of a universal language. A language shall be agreed upon by which unity will be established in the world. Each person will require training in two languages: his native tongue and the universal auxiliary form of speech. This will facilitate intercommunication and dispel the misunderstandings which the barriers of language have occasioned in the world. All people worship the same God and are alike His servants. When they are able to communicate freely, they will associate in friendship and concord, entertain the greatest love and fellowship for each other, and in reality the Orient and Occident will embrace in unity and agreement.
The world is in greatest need of international peace. Until it is established, mankind will not attain composure and tranquillity. It is necessary that the nations and governments organize an international tribunal to which all their disputes and differences shall be referred. The decision of that tribunal shall be final. Individual controversy will be adjudged by a local tribunal. International questions will come before the universal tribunal, and so the cause of warfare will be taken away.
Fifty years ago Bahá’u’lláh wrote Epistles to the kings and rulers of the world in which the teachings and principles revealed by Him were embodied and set forth. These Epistles were printed in India forty years ago and spread broadcast.
Briefly, by the promulgation of these principles Bahá’u’lláh has caused the prejudices which afflicted the people of the Orient to disappear. The communities which have accepted His teachings are now living together in the greatest love and harmony. When you enter a meeting of these people, you will find Christians, Jews, Muslims, Zoroastrians, Buddhists gathered together in perfect fellowship and agreement. In their discussions the greatest spirit of tolerance and friendship has supplanted the former hostility and hatred witnessed among them.
I have visited America and find everywhere the evidences of just and equitable government. Therefore, I pray God that these western peoples may become the means of establishing international peace and spreading the oneness of the world of humanity. May you become the cause of unity and agreement among the nations. May a lamp be lighted here which will illumine the whole universe with the oneness of the world of humanity, with love between the hearts of the children of men, and the unity of all mankind. I hope that you may become assisted in this supreme accomplishment, that you may raise the flag of international peace and reconciliation upon this continent, that this government and people may be the means of spreading these lofty ideals in order that the world of man may find rest, in order that the good pleasure of the Most High God shall be attained and His favors encircle the Orient and Occident.
O Thou compassionate, almighty One! This assemblage of souls have turned their faces unto Thee in supplication. With the utmost humility and submission they look toward Thy Kingdom and beg Thee for pardon and forgiveness. O God! Endear this assembly to Thyself. Sanctify these souls, and cast upon them the rays of Thy guidance. Illumine their hearts, and gladden their spirits with Thy glad tidings. Receive all of them in Thy holy Kingdom; confer upon them Thine inexhaustible bounty; make them happy in this world and in the world to come. O God! We are weak; give us strength. We are poor; bestow upon us Thine illimitable treasures. We are sick; grant unto us Thy divine healing. We are impotent; give us Thy heavenly power. O Lord! Make us useful in this world; free us from the condition of self and desire. O Lord! Make us brethren in Thy love, and cause us to be loving toward all Thy children. Confirm us in service to the world of humanity so that we may become the servants of Thy servants, that we may love all Thy creatures and become compassionate to all Thy people. O Lord, Thou art the Almighty. Thou art the Merciful. Thou art the Forgiver. Thou art the Omnipotent.
– 99 –
1 September 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. William Sutherland Maxwell 716 Pine Avenue West, Montreal, Canada
From Stenographic Notes
I am exceedingly happy to meet you.

Praise be to God!

I see before me souls who have unusual capability and the power of spiritual advancement.

In reality, the people of this continent possess great capacity; they are the cause of my happiness, and I ever pray that God may confirm and assist them to progress in all the degrees of existence.

As they have advanced along material lines, may they develop in idealistic degrees, for material advancement is fruitless without spiritual progress and not productive of everlasting results.

For example, no matter how much the physical body of man is trained and developed, there will be no real progression in the human station unless the mind correspondingly advances.

No matter how much man may acquire material virtues, he will not be able to realize and express the highest possibilities of life without spiritual graces.

God has created all earthly things under a law of progression in material degrees, but He has created man and endowed him with powers of advancement toward spiritual and transcendental kingdoms.

He has not created material phenomena after His own image and likeness, but He has created man after that image and with potential power to attain that likeness.

He has distinguished man above all other created things.

All created things except man are captives of nature and the sense world, but in man there has been created an ideal power by which he may perceive intellectual or spiritual realities.

He has brought forth everything necessary for the life of this world, but man is a creation intended for the reflection of divine virtues.

Consider that the highest type of creation below man is the animal, which is superior to all degrees of life except man.

Manifestly, the animal has been created for the life of this world.

Its highest virtue is to express excellence in the material plane of existence.

The animal is perfect when its body is healthy and its physical senses are whole.

When it is characterized by the attributes of physical health, when its physical forces are in working order, when food and surrounding conditions minister to its needs, it has attained the ultimate perfection of its kingdom.

But man does not depend upon these things for his virtues.

No matter how perfect his health and physical powers, if that is all, he has not yet risen above the degree of a perfect animal.

Beyond and above this, God has opened the doors of ideal virtues and attainments before the face of man.

He has created in his being the mysteries of the divine Kingdom.

He has bestowed upon him the power of intellect so that through the attribute of reason, when fortified by the Holy Spirit, he may penetrate and discover ideal realities and become informed of the mysteries of the world of significances.

As this power to penetrate the ideal knowledges is superhuman, supernatural, man becomes the collective center of spiritual as well as material forces so that the divine spirit may manifest itself in his being, the effulgences of the Kingdom shine within the sanctuary of his heart, the signs of the attributes and perfections of God reveal themselves in a newness of life, the everlasting glory and eternal existence be attained, the knowledge of God illumine, and the mysteries of the realm of might be unsealed.
Man is like unto this lamp, but the effulgences of the Kingdom are like the rays of the lamp. Man is like unto the glass, but spiritual splendors are like unto the light within the glass. No matter how translucent the glass may be, as long as there is no light within, it remains dark. Likewise, man, no matter how much he advances in material accomplishments, will remain like the glass without light if he is deprived of the spiritual virtues. Material virtues are like unto a perfect body, but this body is in need of the spirit. No matter how handsome and perfect the body may be, if it is deprived of the spirit and its animus, it is dead. But when that same body is affiliated with the spirit and expressing life, perfection and virtue become realized in it. Deprived of the Holy Spirit and its bounties, man is spiritually dead.
Children, for instance, no matter how good and pure, no matter how healthy their bodies, are, nevertheless, considered imperfect because the power of intellect is not fully manifest in them.

When the intellectual power fully displays its influences and they attain to the age of maturity, they are considered as perfect.

Likewise, man, no matter how much he may advance in worldly affairs and make progress in material civilization, is imperfect unless he is quickened by the bounties of the Holy Spirit; for it is evident that until he receives that divine impetus he is ignorant and deprived.

For this reason Jesus Christ said, “Except a man be born of water and of the Spirit, he cannot enter into the kingdom of God.”

By this Christ meant that unless man is released from the material world, freed from the captivity of materialism and receiving a portion of the bounties of the spiritual world, he shall be deprived of the bestowals and favors of the Kingdom of God, and the utmost we can say of him is that he is a perfect animal.

No one can rightly call him a man.

In another place He said, “That which is born of the flesh is flesh; and that which is born of the Spirit is spirit.”

The meaning of this is that if man is a captive of nature, he is like unto an animal because he is only a body physically born—that is, he belongs to the world of matter and remains subject to the law and control of nature.

But if he is baptized with the Holy Spirit, if he is freed from the bondage of nature, released from animalistic tendencies and advanced in the human realm, he is fitted to enter into the divine Kingdom.

The world of the Kingdom is the realm of divine bestowals and the bounties of God.

It is attainment of the highest virtues of humanity; it is nearness to God; it is capacity to receive the bounties of the ancient Lord.

When man advances to this station, he attains the second birth.

Before his first or physical birth man was in the world of the matrix.

He had no knowledge of this world; his eyes could not see; his ears could not hear.

When he was born from the world of the matrix, he beheld another world.

The sun was shining with its splendors, the moon radiant in the heavens, the stars twinkling in the expansive firmament, the seas surging, trees verdant and green, all kinds of creatures enjoying life here, infinite bounties prepared for him.

In the world of the matrix none of these things existed.

In that world he had no knowledge of this vast range of existence; nay, rather, he would have denied the reality of this world.

But after his birth he began to open his eyes and behold the wonders of this illimitable universe.

Similarly, as long as man is in the matrix of the human world, as long as he is the captive of nature, he is out of touch and without knowledge of the universe of the Kingdom.

If he attains rebirth while in the world of nature, he will become informed of the divine world.

He will observe that another and a higher world exists.

Wonderful bounties descend; eternal life awaits; everlasting glory surrounds him.

All the signs of reality and greatness are there.

He will see the lights of God.

All these experiences will be his when he is born out of the world of nature into the divine world.

Therefore, for the perfect man there are two kinds of birth: the first, physical birth, is from the matrix of the mother; the second, or spiritual birth, is from the world of nature.

In both he is without knowledge of the new world of existence he is entering.

Therefore, rebirth means his release from the captivity of nature, freedom from attachment to this mortal and material life.

This is the second, or spiritual, birth of which Jesus Christ spoke in the Gospels.
The majority of people are captives in the matrix of nature, submerged in the sea of materiality. We must pray that they may be reborn, that they may attain insight and spiritual hearing, that they may receive the gift of another heart, a new transcendent power, and in the eternal world the unending bestowal of divine bounties.
Today the world of humanity is walking in darkness because it is out of touch with the world of God. That is why we do not see the signs of God in the hearts of men. The power of the Holy Spirit has no influence. When a divine spiritual illumination becomes manifest in the world of humanity, when divine instruction and guidance appear, then enlightenment follows, a new spirit is realized within, a new power descends, and a new life is given. It is like the birth from the animal kingdom into the kingdom of man. When man acquires these virtues, the oneness of the world of humanity will be revealed, the banner of international peace will be upraised, equality between all mankind will be realized, and the Orient and Occident will become one. Then will the justice of God become manifest, all humanity will appear as the members of one family, and every member of that family will be consecrated to cooperation and mutual assistance. The lights of the love of God will shine; eternal happiness will be unveiled; everlasting joy and spiritual delight will be attained.
I will pray, and you must pray, likewise, that such heavenly bounty may be realized; that strife and enmity may be banished, warfare and bloodshed taken away; that hearts may attain ideal communication and that all people may drink from the same fountain. May they receive their knowledge from the same divine source. May all hearts become illumined with the rays of the Sun of Reality; may all of them enter the university of God, acquire spiritual virtues and seek for themselves heavenly bounties. Then this material, phenomenal world will become the mirror of the world of God, and within this pure mirror the divine virtues of the realm of might will be reflected.
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1 September 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. William Sutherland Maxwell 716 Pine Avenue West, Montreal, Canada
From Stenographic Notes
The subject of immortality has been suggested.
Life is the expression of composition; and death, the expression of decomposition.

In the world or kingdom of the minerals certain materials or elemental substances exist.

When through the law of creation they enter into composition, a being or organism comes into existence.

For example, certain material atoms are brought together, and man is the result.

When this composition is destroyed and disintegrated, decomposition takes place; this is mortality, or death.

When certain elements are composed, an animal comes into being.

When these elements are scattered or decomposed, this is called the death of the animal.

Again, certain atoms are bound together by chemical affinity; a composition called a flower appears.

When these atoms are dispersed and the composition they have formed is disintegrated, the flower has come to its end; it is dead.

Therefore, it is evident that life is the expression of composition, and mortality, or death, is equivalent to decomposition.

As the spirit of man is not composed of material elements, it is not subject to decomposition and, therefore, has no death.

It is self-evident that the human spirit is simple, single and not composed in order that it may come to immortality, and it is a philosophical axiom that the individual or indivisible atom is indestructible.

At most, it passes through a process of construction and reconstruction.

For example, these individual atoms are brought together in a composition, and through this composition a given organism—such as a man, an animal or a plant—is created.

When this composition is decomposed, that created organism is brought to an end, but the component atoms are not annihilated; they continue to exist because they are single, individual and not composed.

Therefore, it may be said that these individual atoms are eternal.

Likewise, the human spirit, inasmuch as it is not composed of individual elements or atoms—as it is sanctified above these elements—is eternal.

This is a self-evident proof of its immortality.
Second, consider the world of dreams, wherein the body of man is immovable, seemingly dead, not subject to sensation; the eyes do not see, the ears do not hear nor the tongue speak. But the spirit of man is not asleep; it sees, hears, moves, perceives and discovers realities. Therefore, it is evident that the spirit of man is not affected by the change or condition of the body. Even though the material body should die, the spirit continues eternally alive, just as it exists and functions in the inert body in the realm of dreams. That is to say, the spirit is immortal and will continue its existence after the destruction of the body.
Third, the human body has one form. In its composition it has been transferred from one form to another but never possesses two forms at the same time. For example, it has existed in the elemental substances of the mineral kingdom. From the mineral kingdom it has traversed the vegetable kingdom and its constituent substances; from the vegetable kingdom it has risen by evolution into the kingdom of the animal and from thence attained the kingdom of man. After its disintegration and decomposition it will return again to the mineral kingdom, leaving its human form and taking a new form unto itself. During these progressions one form succeeds another, but at no time does the body possess more than one.
The spirit of man, however, can manifest itself in all forms at the same time. For example, we say that a material body is either square or spherical, triangular or hexagonal. While it is triangular, it cannot be square; and while it is square, it is not triangular. Similarly, it cannot be spherical and hexagonal at the same time. These various forms or shapes cannot be manifest at the same instant in one material object. Therefore, the form of the physical body of man must be destroyed and abandoned before it can assume or take unto itself another. Mortality, therefore, means transference from one form to another—that is, transference from the human kingdom to the kingdom of the mineral. When the physical man is dead, he will return to dust; and this transference is equivalent to nonexistence. But the human spirit in itself contains all these forms, shapes and figures. It is not possible to break or destroy one form so that it may transfer itself into another. As an evidence of this, at the present moment in the human spirit you have the shape of a square and the figure of a triangle. Simultaneously also you can conceive a hexagonal form. All these can be conceived at the same moment in the human spirit, and not one of them needs to be destroyed or broken in order that the spirit of man may be transferred to another. There is no annihilation, no destruction; therefore, the human spirit is immortal because it is not transferred from one body into another body.
Consider another proof: Every cause is followed by an effect and vice versa; there could be no effect without a cause preceding it. Sight is an effect; there is no doubt that behind that effect there is a cause. When we hear a discourse, there is a speaker. We could not hear words unless they proceeded from the tongue of a speaker. Motion without a mover or cause of motion is inconceivable. Jesus Christ lived two thousand years ago. Today we behold His manifest signs; His light is shining; His sovereignty is established; His traces are apparent; His bounties are effulgent. Can we say that Christ did not exist? We can absolutely conclude that Christ existed and that from Him these traces proceeded.
Still another proof: The body of man becomes lean or fat; it is afflicted with disease, suffers mutilation; perhaps the eyes become blind, the ears deaf; but none of these imperfections and failings afflict or affect the spirit. The spirit of man remains in the same condition, unchanged. A man is blinded, but his spirit continues the same. He loses his hearing, his hand is cut off, his foot amputated; but his spirit remains the same. He becomes lethargic, he is afflicted with apoplexy; but there is no difference, change or alteration in his spirit. This is proof that death is only destruction of the body, while the spirit remains immortal, eternal.
Again, all phenomena of the material world are subject to mortality and death, but the immortal spirit does not belong to the phenomenal world; it is holy and sanctified above material existence. If the spirit of man belonged to the elemental existence, the eye could see it, the ear hear it, the hand touch. As long as these five senses cannot perceive it, the proof is unquestioned that it does not belong to the elemental world and, therefore, is beyond death or mortality, which are inseparable from that material realm of existence. If being is not subject to the limitation of material life, it is not subject to mortality.
There are many other proofs of the immortality of the spirit of man. These are but a few of them. Salutations!
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2 September 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. William Sutherland Maxwell 716 Pine Avenue West, Montreal, Canada
From Stenographic Notes
Nature is the material world. When we look upon it, we see that it is dark and imperfect. For instance, if we allow a piece of land to remain in its natural condition, we will find it covered with thorns and thistles; useless weeds and wild vegetation will flourish upon it, and it will become like a jungle. The trees will be fruitless, lacking beauty and symmetry; wild animals, noxious insects and reptiles will abound in its dark recesses. This is the incompleteness and imperfection of the world of nature. To change these conditions, we must clear the ground and cultivate it so that flowers may grow instead of thorns and weeds—that is to say, we must illumine the dark world of nature. In their primal natural state, the forests are dim, gloomy, impenetrable. Man opens them to the light, clears away the tangled underbrush and plants fruitful trees. Soon the wild woodlands and jungle are changed into productive orchards and beautiful gardens; order has replaced chaos; the dark realm of nature has become illumined and brightened by cultivation.
If man himself is left in his natural state, he will become lower than the animal and continue to grow more ignorant and imperfect. The savage tribes of central Africa are evidences of this. Left in their natural condition, they have sunk to the lowest depths and degrees of barbarism, dimly groping in a world of mental and moral obscurity. If we wish to illumine this dark plane of human existence, we must bring man forth from the hopeless captivity of nature, educate him and show him the pathway of light and knowledge, until, uplifted from his condition of ignorance, he becomes wise and knowing; no longer savage and revengeful, he becomes civilized and kind; once evil and sinister, he is endowed with the attributes of heaven. But left in his natural condition without education and training, it is certain that he will become more depraved and vicious than the animal, even to the extreme degree witnessed among African tribes who practice cannibalism. It is evident, therefore, that the world of nature is incomplete, imperfect until awakened and illumined by the light and stimulus of education.
In these days there are new schools of philosophy blindly claiming that the world of nature is perfect. If this is true, why are children trained and educated in schools, and what is the need of extended courses in sciences, arts and letters in colleges and universities? What would be the result if humanity were left in its natural condition without education or training? All scientific discoveries and attainments are the outcomes of knowledge and education. The telegraph, phonograph, telephone were latent and potential in the world of nature but would never have come forth into the realm of visibility unless man through education had penetrated and discovered the laws which control them. All the marvelous developments and miracles of what we call civilization would have remained hidden, unknown and, so to speak, nonexistent, if man had remained in his natural condition, deprived of the bounties, blessings and benefits of education and mental culture. The intrinsic difference between the ignorant man and the astute philosopher is that the former has not been lifted out of his natural condition, while the latter has undergone systematic training and education in schools and colleges until his mind has awakened and unfolded to higher realms of thought and perception; otherwise, both are human and natural.
God has sent forth the Prophets for the purpose of quickening the soul of man into higher and divine recognitions. He has revealed the heavenly Books for this great purpose. For this the breaths of the Holy Spirit have been wafted through the gardens of human hearts, the doors of the divine Kingdom opened to mankind and the invisible inspirations sent forth from on high. This divine and ideal power has been bestowed upon man in order that he may purify himself from the imperfections of nature and uplift his soul to the realm of might and power. God has purposed that the darkness of the world of nature shall be dispelled and the imperfect attributes of the natal self be effaced in the effulgent reflection of the Sun of Truth. The mission of the Prophets of God has been to train the souls of humanity and free them from the thralldom of natural instincts and physical tendencies. They are like unto Gardeners, and the world of humanity is the field of Their cultivation, the wilderness and untrained jungle growth wherein They proceed to labor. They cause the crooked branches to become straightened, the fruitless trees to become fruitful, and gradually transform this great wild, uncultivated field into a beautiful orchard producing wonderful abundance and outcome.
If the world of nature were perfect and complete in itself, there would be no need of such training and cultivation in the human world—no need of teachers, schools and universities, arts and crafts.

The revelations of the Prophets of God would not have been necessary, and the heavenly Books would have been superfluous.

If the world of nature were perfect and sufficient for mankind, we would have no need of God and our belief in Him.

Therefore, the bestowal of all these great helps and accessories to the attainment of divine life is because the world of nature is incomplete and imperfect.

Consider this Canadian country during the early history of Montreal when the land was in its wild, uncultivated and natural condition.

The soil was unproductive, rocky and almost uninhabitable—vast forests stretching in every direction.

What invisible power caused this great metropolis to spring up amid such savage and forbidding conditions?

It was the human mind.

Therefore, nature and the effect of nature’s laws were imperfect.

The mind of man remedied and removed this imperfect condition, until now we behold a great city instead of a savage unbroken wilderness.

Before the coming of Columbus America itself was a wild, uncultivated expanse of primeval forest, mountains and rivers—a very world of nature.

Now it has become the world of man.

It was dark, forbidding and savage; now it has become illumined with a great civilization and prosperity.

Instead of forests, we behold productive farms, beautiful gardens and prolific orchards.

Instead of thorns and useless vegetation, we find flowers, domestic animals and fields awaiting harvest.

If the world of nature were perfect, the condition of this great country would have been left unchanged.
If a child is left in its natural state and deprived of education, there is no doubt that it will grow up in ignorance and illiteracy, its mental faculties dulled and dimmed; in fact, it will become like an animal. This is evident among the savages of central Africa, who are scarcely higher than the beast in mental development.
The conclusion is irresistible that the splendors of the Sun of Truth, the Word of God, have been the source and cause of human upbuilding and civilization.

The world of nature is the kingdom of the animal.

In its natural condition and plane of limitation the animal is perfect.

The ferocious beasts of prey have been completely subject to the laws of nature in their development.

They are without education or training; they have no power of abstract reasoning and intellectual ideals; they have no touch with the spiritual world and are without conception of God or the Holy Spirit.

The animal can neither recognize nor apprehend the spiritual power of man and makes no distinction between man and itself, for the reason that its susceptibilities are limited to the plane of the senses.

It lives under the bondage of nature and nature’s laws.

All the animals are materialists.

They are deniers of God and without realization of a transcendent power in the universe.

They have no knowledge of the divine Prophets and Holy Books—mere captives of nature and the sense world.

In reality they are like the great philosophers of this day who are not in touch with God and the Holy Spirit—deniers of the Prophets, ignorant of spiritual susceptibilities, deprived of the heavenly bounties and without belief in the supernatural power.

The animal lives this kind of life blissfully and untroubled, whereas the material philosophers labor and study for ten or twenty years in schools and colleges, denying God, the Holy Spirit and divine inspirations.

The animal is even a greater philosopher, for it attains the ability to do this without labor and study.

For instance, the cow denies God and the Holy Spirit, knows nothing of divine inspirations, heavenly bounties or spiritual emotions and is a stranger to the world of hearts.

Like the philosophers, the cow is a captive of nature and knows nothing beyond the range of the senses.

The philosophers, however, glory in this, saying, “We are not captives of superstitions; we have implicit faith in the impressions of the senses and know nothing beyond the realm of nature, which contains and covers everything.”

But the cow, without study or proficiency in the sciences, modestly and quietly views life from the same standpoint, living in harmony with nature’s laws in the utmost dignity and nobility.
This is not the glory of man. The glory of man is in the knowledge of God, spiritual susceptibilities, attainment to transcendent powers and the bounties of the Holy Spirit. The glory of man is in being informed of the teachings of God. This is the glory of humanity. Ignorance is not glory but darkness. Can these souls who are steeped in the lower strata of ignorance become informed of the mysteries of God and the realities of existence while Jesus Christ was without knowledge of them? Is the intellect of these people greater than the intellect of Christ? Christ was heavenly, divine and belonged to the world of the Kingdom. He was the embodiment of spiritual knowledge. His intellect was superior to these philosophers, His comprehension deeper, His perception keener, His knowledge more perfect. How is it that He overlooked and denied Himself everything in this world? He attached little importance to this material life, denying Himself rest and composure, accepting trials and voluntarily suffering vicissitudes because He was endowed with spiritual susceptibilities and the power of the Holy Spirit. He beheld the splendors of the divine Kingdom, embodied the bounties of God and possessed ideal powers. He was illumined with love and mercy, and so, likewise, were all the Prophets of God.
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3 September 1912
‘Abdu’l‑Bahá’s address to Socialists and Labor leaders in Coronation Hall Montreal, Canada
It seems as though all creatures can exist singly and alone. For example, a tree can exist solitary and alone on a given prairie or in a valley or on the mountainside. An animal upon a mountain or a bird soaring in the air might live a solitary life. They are not in need of cooperation or solidarity. Such animated beings enjoy the greatest comfort and happiness in their respective solitary lives.
On the contrary, man cannot live singly and alone. He is in need of continuous cooperation and mutual help. For example, a man living alone in the wilderness will eventually starve. He can never, singly and alone, provide himself with all the necessities of existence. Therefore, he is in need of cooperation and reciprocity. The mystery of this phenomenon, the cause thereof is this: that mankind has been created from one single origin, has branched off from one family. Thus, in reality, all mankind represents one family. God has not created any difference. He has created all as one that thus this family might live in perfect happiness and well-being.
Regarding reciprocity and cooperation, each member of the body politic should live in the utmost comfort and welfare because each individual member of humanity is a member of the body politic, and if one member is in distress or is afflicted with some disease, all the other members must necessarily suffer. For example, a member of the human organism is the eye. If the eye should be affected, that affliction would affect the whole nervous system. Hence, if a member of the body politic becomes afflicted, in reality, from the standpoint of sympathetic connection, all will share that affliction since this [one afflicted] is a member of the group of members, a part of the whole. Is it possible for one member or part to be in distress and the other members to be at ease? It is impossible! Hence, God has desired that in the body politic of humanity each one shall enjoy perfect welfare and comfort.
Although the body politic is one family, yet, because of lack of harmonious relations some members are comfortable and some in direst misery; some members are satisfied and some are hungry; some members are clothed in most costly garments and some families are in need of food and shelter. Why? Because this family lacks the necessary reciprocity and symmetry. This household is not well arranged. This household is not living under a perfect law. All the laws which are legislated do not ensure happiness. They do not provide comfort. Therefore, a law must be given to this family by means of which all the members of this family will enjoy equal well-being and happiness.
Is it possible for one member of a family to be subjected to the utmost misery and to abject poverty and for the rest of the family to be comfortable? It is impossible unless those members of the family be senseless, atrophied, inhospitable, unkind. Then they would say, “Though these members do belong to our family, let them alone. Let us look after ourselves. Let them die. So long as I am comfortable, I am honored, I am happy—this, my brother—let him die. If he be in misery, let him remain in misery, so long as I am comfortable. If he is hungry, let him remain so; I am satisfied. If he is without clothes, so long as I am clothed, let him remain as he is. If he is shelterless, homeless, so long as I have a home, let him remain in the wilderness.”
Such utter indifference in the human family is due to lack of control, to lack of a working law, to lack of kindness in its midst. If kindness had been shown to the members of this family, surely all the members thereof would have enjoyed comfort and happiness.
Bahá’u’lláh has given instructions regarding every one of the questions confronting humanity. He has given teachings and instructions with regard to every one of the problems with which man struggles. Among them are [the teachings] concerning the question of economics, that all the members of the body politic may enjoy through the working out of this solution the greatest happiness, welfare and comfort without any harm or injury attacking the general order of things. Thereby no difference or dissension will occur. No sedition or contention will take place. This solution is this:
First and foremost is the principle that to all the members of the body politic shall be given the greatest achievements of the world of humanity. Each one shall have the utmost welfare and well-being. To solve this problem we must begin with the farmer; there will we lay a foundation for system and order because the peasant class and the agricultural class exceed other classes in the importance of their service. In every village there must be established a general storehouse which will have a number of revenues.
The first revenue will be that of the tenth or tithes.
The second revenue [will be derived] from the animals.
The third revenue, from the minerals; that is to say, every mine prospected or discovered, a third thereof will go to this vast storehouse.
The fourth is this: whosoever dies without leaving any heirs, all his heritage will go to the general storehouse.
Fifth, if any treasures shall be found on the land, they should be devoted to this storehouse.
All these revenues will be assembled in this storehouse.
As to the first, the tenths or tithes: We will consider a farmer, one of the peasants. We will look into his income. We will find out for instance, what is his annual revenue and also what are his expenditures. Now, if his income be equal to his expenditures, from such a farmer nothing whatever will be taken. That is, he will not be subjected to taxation of any sort, needing as he does all his income. Another farmer may have expenses running up to one thousand dollars, we will say, and his income is two thousand dollars. From such an one a tenth will be required, because he has a surplus. But if his income be ten thousand dollars and his expenses one thousand dollars or his income twenty thousand dollars, he will have to pay as taxes, one fourth. If his income be one hundred thousand dollars, and his expenses five thousand, one third will he have to pay because he has still a surplus since his expenses are five thousand and his income one hundred thousand. If he pays, say, thirty-five thousand dollars, in addition to the expenditure of five thousand he still has sixty thousand left. But if his expenses be ten thousand and his income two hundred thousand, then he must give an even half because ninety thousand will be in that case the sum remaining. Such a scale as this will determine allotment of taxes. All the income from such revenues will go to this general storehouse.
Then there must be considered such emergencies as follows: A certain farmer whose expenses run up to ten thousand dollars and whose income is only five thousand will receive necessary expenses from the storehouse. Five thousand dollars will be allotted to him so he will not be in need.
Then the orphans will be looked after, all of whose expenses will be taken care of. The cripples in the village—all their expenses will be looked after. The poor in the village—their necessary expenses will be defrayed. And other members who for valid reasons are incapacitated—the blind, the old, the deaf—their comfort must be looked after. In the village no one will remain in need or in want. All will live in the utmost comfort and welfare. Yet no schism will assail the general order of the body politic.
Hence, the expenses or expenditures of the general storehouse are now made clear and its activities made manifest. The income of this general storehouse has been shown. Certain trustees will be elected by the people in a given village to look after these transactions. The farmers will be taken care of, and, if after all these expenses are defrayed, any surplus is found in the storehouse, it must be transferred to the national treasury.
This system is all thus ordered so that in the village the very poor will be comfortable, the orphans will live happily and well; in a word, no one will be left destitute. All the individual members of the body politic will thus live comfortably and well.
For larger cities, naturally, there will be a system on a larger scale. Were I to go into that solution the details thereof would be very lengthy.
The result of this [system] will be that each individual member of the body politic will live most comfortably and happily under obligation to no one. Nevertheless, there will be preservation of degree because in the world of humanity there must needs be degrees. The body politic may well be likened to an army. In this army there must be a general, there must be a sergeant, there must be a marshal, there must be the infantry; but all must enjoy the greatest comfort and welfare.
God is not partial and is no respecter of persons. He has made provision for all. The harvest comes forth for everyone. The rain showers upon everybody and the heat of the sun is destined to warm everyone. The verdure of the earth is for everyone. Therefore, there should be for all humanity the utmost happiness, the utmost comfort, the utmost well-being.
But if conditions are such that some are happy and comfortable and some in misery, some are accumulating exorbitant wealth and others are in dire want—under such a system it is impossible for man to be happy and impossible for him to win the good pleasure of God. God is kind to all. The good pleasure of God consists in the welfare of all the individual members of mankind.
A Persian king was one night in his palace, living in the greatest luxury and comfort. Through excessive joy and gladness he addressed a certain man, saying, “Of all my life this is the happiest moment. Praise be to God, from every point prosperity appears and fortune smiles! My treasury is full and the army is well taken care of. My palaces are many; my land unlimited; my family is well off; my honor and sovereignty are great. What more could I want?”
The poor man at the gate of his palace spoke out, saying: “O kind king! Assuming that you are from every point of view so happy, free from every worry and sadness, do you not worry for us? You say that on your own account you have no worries, but do you never worry about the poor in your land? Is it becoming or meet that you should be so well off and we in such dire want and need? In view of our needs and troubles, how can you rest in your palace, how can you even say that you are free from worries and sorrows? As a ruler you must not be so egoistic as to think of yourself alone, but you must think of those who are your subjects. When we are comfortable, then you will be comfortable; when we are in misery, how can you, as a king, be in happiness?”
The purport is this, that we are all inhabiting one globe of earth. In reality we are one family, and each one of us is a member of this family. We must all be in the greatest happiness and comfort, under a just rule and regulation which is according to the good pleasure of God, thus causing us to be happy, for this life is fleeting.
If man were to care for himself only he would be nothing but an animal, for only the animals are thus egoistic. If you bring a thousand sheep to a well to kill nine hundred and ninety-nine, the one remaining sheep would go on grazing, not thinking of the others and worrying not at all about the lost, never bothering that its own kind had passed away, or had perished or been killed. To look after one’s self only is, therefore, an animal propensity. It is the animal propensity to live solitary and alone. It is the animal proclivity to look after one’s own comfort. But man was created to be a man—to be fair, to be just, to be merciful, to be kind to all his species, never to be willing that he himself be well off while others are in misery and distress. This is an attribute of the animal and not of man. Nay, rather, man should be willing to accept hardships for himself in order that others may enjoy wealth; he should enjoy trouble for himself that others may enjoy happiness and well-being. This is the attribute of man. This is becoming of man. Otherwise man is not man—he is less than the animal.
The man who thinks only of himself and is thoughtless of others is undoubtedly inferior to the animal because the animal is not possessed of the reasoning faculty. The animal is excused; but in man there is reason, the faculty of justice, the faculty of mercifulness. Possessing all these faculties, he must not leave them unused. He who is so hard-hearted as to think only of his own comfort, such an one will not be called man.
Man is he who forgets his own interests for the sake of others. His own comfort he forfeits for the well-being of all. Nay, rather, his own life must he be willing to forfeit for the life of mankind. Such a man is the honor of the world of humanity. Such a man is the glory of the world of mankind. Such a man is the one who wins eternal bliss. Such a man is near to the threshold of God. Such a man is the very manifestation of eternal happiness. Otherwise, men are like animals, exhibiting the same proclivities and propensities as the world of animals. What distinction is there? What prerogatives, what perfection? None whatever! Animals are better even—thinking only of themselves and negligent of the needs of others.
Consider how the greatest men in the world—whether among prophets or philosophers—all have forfeited their own comfort, have sacrificed their own pleasure for the well-being of humanity. They have sacrificed their own lives for the body politic. They have sacrificed their own wealth for that of the general welfare. They have forfeited their own honor for the honor of mankind. Therefore, it becomes evident that this is the highest attainment for the world of humanity.
We ask God to endow human souls with justice so that they may be fair, and may strive to provide for the comfort of all, that each member of humanity may pass his life in the utmost comfort and welfare. Then this material world will become the very paradise of the Kingdom, this elemental earth will be in a heavenly state and all the servants of God will live in the utmost joy, happiness and gladness. We must all strive and concentrate all our thoughts in order that such happiness may accrue to the world of humanity.
The question of socialization is very important. It will not be solved by strikes for wages. All the governments of the world must be united and organize an assembly the members of which should be elected from the parliaments and the nobles of the nations. These must plan with utmost wisdom and power so that neither the capitalist suffer from enormous losses nor the laborers become needy. In the utmost moderation they should make the law; then announce to the public that the rights of the working people are to be strongly preserved. Also the rights of the capitalists are to be protected. When such a general plan is adopted by the will of both sides, should a strike occur, all the governments of the world collectively should resist it. Otherwise, the labor problem will lead to much destruction, especially in Europe. Terrible things will take place.
For instance, the owners of properties, mines and factories should share their incomes with their employees and give a fairly certain percentage of their products to their workingmen in order that the employees may receive, beside their wages, some of the general income of the factory so that the employee may strive with his soul in the work.
No more trusts will remain in the future. The question of the trusts will be wiped away entirely. Also, every factory that has ten thousand shares will give two thousand shares of these ten thousand to its employees and will write the shares in their names, so that they may have them, and the rest will belong to the capitalists. Then at the end of the month or year whatever they may earn after the expenses and wages are paid, according to the number of shares, should be divided among both. In reality, so far great injustice has befallen the common people. Laws must be made because it is impossible for the laborers to be satisfied with the present system. They will strike every month and every year. Finally, the capitalists will lose. In ancient times a strike occurred among the Turkish soldiers. They said to the government: “Our wages are very small and they should be increased.” The government was forced to give them their demands. Shortly afterwards they struck again. Finally all the incomes went to the pockets of the soldiers to the extent that they killed the king, saying: “Why didst thou not increase the income so that we might have received more?”
It is impossible for a country to live properly without laws. To solve this problem rigorous laws must be made, so that all the governments of the world will be the protectors thereof.
In the Bolshevistic principles equality is effected through force. The masses who are opposed to the people of rank and to the wealthy class desire to partake of their advantages.
But in the divine teachings equality is brought about through a ready willingness to share. It is commanded as regards wealth that the rich among the people, and the aristocrats should, by their own free will and for the sake of their own happiness, concern themselves with and care for the poor. This equality is the result of the lofty characteristics and noble attributes of mankind.
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5 September 1912
Talk at St. James Methodist Church Montreal, Canada
From Stenographic Notes
Praise be to God! It is with a deep realization of happiness that I am present here this evening, for I am looking upon the faces of those who are earnest in their search for reality and who sincerely long to attain knowledge of truth. God has created man and endowed him with the power of reason whereby he may arrive at valid conclusions. Therefore, man must endeavor in all things to investigate the fundamental reality. If he does not independently investigate, he has failed to utilize the talent God has bestowed upon him. I am pleased with the American people because, as a rule, they are independent seekers of the truth; their minds are actively employed instead of remaining idle and unproductive. This is most praiseworthy.
Some souls imagine that there is a cessation to the bounties of God, as if at one time the divine bestowals are poured out, at another time withheld from mankind and ceasing.

If we carefully reflect upon this matter, we find that such a statement is in fact a denial of Divinity, for the reality of Divinity is evidenced by virtue of its outpourings or bestowals.

The cessation of the bestowals of God at any time would be equivalent to the cessation of the sovereignty of God.

The sun is the sun because of its ray and heat; it is the sun because of its bestowal; but if at any time its effulgence, splendor and radiance should cease to emanate, it would no longer be the sun.

Consequently, it is inconceivable that the bounties of Divinity should cease, for the attributes of Divinity are everexistent.

God has ever been divine; He hath ever exercised His sovereignty and still possesses everlasting divinity and sovereignty.

He is like the sun, which has ever had its splendor, heat and radiance and will continue to possess these bounties and attributes.

If at any time its splendor and heat should cease, it would no longer be pronounced the sun.

Therefore, the sound reasoning mind concludes that the bounties of the Holy Spirit are continuous and that holy souls are ever the recipients of these divine emanations.

The potency of the Holy Spirit is everlasting, not temporary; for the sanctity of the Holy Spirit is its power and efficacy manifest in the spirits it quickens.

We pray that all of us may become recipients of its bestowals, that we may be illumined by the lights of heaven, edified through the teachings of God and imbued with the virtues of divine character, as mirrors reflecting the light of the sun.

Unless the mirror reflects the sunlight, it is only dark, inanimate matter.

Likewise, the hearts and spirits of mankind, when deprived and without their portion of the bounties of the Holy Spirit, linger in the abyss of darkness and ignorance.
From time immemorial the divine teachings have been successively revealed, and the bounties of the Holy Spirit have ever been emanating.

All the teachings are one reality, for reality is single and does not admit multiplicity.

Therefore, the divine Prophets are one, inasmuch as They reveal the one reality, the Word of God.

Abraham announced teachings founded upon reality, Moses proclaimed reality, Christ established reality and Bahá’u’lláh was the Messenger and Herald of reality.

But humanity, having forsaken the one essential and fundamental reality which underlies the religion of God, and holding blindly to imitations of ancestral forms and interpretations of belief, is separated and divided in the strife, contention and bigotry of various sects and religious factions.

If all should be true to the original reality of the Prophet and His teaching, the peoples and nations of the world would become unified, and these differences which cause separation would be lost sight of.

To accomplish this great and needful unity in reality, Bahá’u’lláh appeared in the Orient and renewed the foundations of the divine teachings.

His revelation of the Word embodies completely the teachings of all the Prophets, expressed in principles and precepts applicable to the needs and conditions of the modern world, amplified and adapted to present-day questions and critical human problems.

That is to say, the words of Bahá’u’lláh are the essences of the words of the Prophets of the past.

They are the very spirit of the age and the cause of the unity and illumination of the East and the West.

The followers of His teachings are in conformity with the precepts and commands of all the former heavenly Messengers.

Differences and dissensions, which destroy the foundations of the world of humanity and are contrary to the will and good pleasure of God, disappear completely in the light of the revelation of Bahá’u’lláh; difficult problems are solved, unity and love are established.

For the good pleasure of God is the effulgence of love and the establishment of unity and fellowship in the human world, whereas discord, contention, warfare and strife are satanic outcomes and contrary to the will of the Merciful.

In order that human souls, minds and spirits may attain advancement, tranquillity and vision in broader horizons of unity and knowledge, Bahá’u’lláh proclaimed certain principles or teachings, some of which I will mention.
First, man must independently investigate reality, for the disagreements and dissensions which afflict and affect humanity primarily proceed from imitations of ancestral beliefs and adherences to hereditary forms of worship. These imitations are accidental and without sanction in the Holy Books. They are the outcomes of human interpretations and teachings which have arisen, gradually obscuring the real light of divine meaning and causing men to differ and dissent. The reality proclaimed in the heavenly Books and divine teachings is ever conducive to love, unity and fellowship.
Second, the oneness of the world of humanity shall be realized, accepted and established.

When we reflect upon this blessed principle, it will become evident and manifest that it is the healing remedy for all human conditions.

All mankind are the servants of the glorious God, our Creator.

He has created all.

Assuredly He must have loved them equally; otherwise, He would not have created them.

He protects all.

Assuredly He loves His creatures; otherwise, He would not protect them.

He provides for all, proving His love for all without distinction or preference.

He manifests His perfect goodness and loving-kindness toward all.

He does not punish us for our sins and shortcomings, and we are all immersed in the ocean of His infinite mercy.

Inasmuch as God is clement and loving to His children, lenient and merciful toward our shortcomings, why should we be unkind and unforgiving toward each other?

As He loves humanity without distinction or preference, why should we not love all?

Can we conceive of a plan and policy superior to the divine purpose?

Manifestly, we cannot.

Therefore, we must strive to do the will of the glorious Lord and emulate His policy of loving all mankind.

The wisdom and policy of God are reality and truth, whereas human policy is accidental and limited to our finite understanding.

The policy of God is infinite.

We must emulate His example.

If a soul be ailing and infirm, we must produce remedies; if ignorant, we must provide education; if defective, we must train and perfect that which is lacking; if immature and undeveloped, we must supply the means of attainment to maturity.

No soul should be hated, none neglected; nay, rather, their very imperfections should demand greater kindness and tender compassion.

Therefore, if we follow the example of the Lord of divinity, we will love all mankind from our hearts, and the means of the unity of the world of humanity will become as evident and manifest to us as the light of the sun.

And from our example the light of the love of God will be enkindled among men.

For God is love, and all phenomena find source and emanation in that divine current of creation.

The love of God haloes all created things.

Were it not for the love of God, no animate being would exist.

This is clear, manifest vision and truth unless a man is veiled by superstitions and a captive to imaginations, differentiating mankind according to his own estimate, loving some and hating others.

Such an attitude is most unworthy and ignoble.
Third, religion must be the mainspring and source of love in the world, for religion is the revelation of the will of God, the divine fundamental of which is love. Therefore, if religion should prove to be the cause of enmity and hatred instead of love, its absence is preferable to its existence.
Fourth, religion must reconcile and be in harmony with science and reason. If the religious beliefs of mankind are contrary to science and opposed to reason, they are none other than superstitions and without divine authority, for the Lord God has endowed man with the faculty of reason in order that through its exercise he may arrive at the verities of existence. Reason is the discoverer of the realities of things, and that which conflicts with its conclusions is the product of human fancy and imagination.
Fifth, prejudice—whether it be religious, racial, patriotic or political in its origin and aspect—is the destroyer of human foundations and opposed to the commands of God.

God has sent forth His Prophets for the sole purpose of creating love and unity in the world of human hearts.

All the heavenly Books are the written word of love.

If they prove to be the cause of prejudice and human estrangement, they have become fruitless.

Therefore, religious prejudice is especially opposed to the will and command of God.

Racial and national prejudices which separate mankind into groups and branches, likewise, have a false and unjustifiable foundation, for all men are the children of Adam and essentially of one family.

There should be no racial alienation or national division among humankind.

Such distinctions as French, German, Persian, Anglo-Saxon are human and artificial; they have neither significance nor recognition in the estimation of God.

In His estimate all are one, the children of one family; and God is equally kind to them.

The earth has one surface.

God has not divided this surface by boundaries and barriers to separate races and peoples.

Man has set up and established these imaginary lines, giving to each restricted area a name and the limitation of a native land or nationhood.

By this division and separation into groups and branches of mankind, prejudice is engendered which becomes a fruitful source of war and strife.

Impelled by this prejudice, races and nations declare war against each other; the blood of the innocent is poured out, and the earth torn by violence.

Therefore, it has been decreed by God in this day that these prejudices and differences shall be laid aside.

All are commanded to seek the good pleasure of the Lord of unity, to follow His command and obey His will; in this way the world of humanity shall become illumined with the reality of love and reconciliation.
Sixth, the world of humanity is in need of the confirmations of the Holy Spirit.

True distinction among mankind is through divine bestowals and receiving the intuitions of the Holy Spirit.

If man does not become the recipient of the heavenly bestowals and spiritual bounties, he remains in the plane and kingdom of the animal.

For the distinction between the animal and man is that man is endowed with the potentiality of divinity in his nature, whereas the animal is entirely bereft of that gift and attainment.

Therefore, if a man is bereft of the intuitive breathings of the Holy Spirit, deprived of divine bestowals, out of touch with the heavenly world and negligent of the eternal truths, though in image and likeness he is human, in reality he is an animal; even as Christ declared, “That which is born of the flesh is flesh; and that which is born of the Spirit is spirit.”

This means that if man be a captive of physical susceptibilities and be lacking the quickening of spiritual emotions, he is merely an animal.

But every soul who possesses spiritual susceptibilities and has attained a goodly portion of the bestowals of the Holy Spirit is alive with the divine life of the higher Kingdom.

The soul that is portionless and bereft is as dead.

Therefore, He said, “Let the dead bury their dead.”

Just as the physical body of man is in need of its force of life, even so the human soul is in need of the divine animus and vivification emanating from the Holy Spirit.

Without this vivification and sustenance, man would be an animal, nay, rather, dead.
Seventh, the necessity of education for all mankind is evident. Children especially must be trained and taught. If the parent cannot afford to do this owing to lack of means, the body politic must make necessary provision for its accomplishment. Through the broadening spirit of education illiteracy will disappear, and misunderstandings due to ignorance will pass away.
Eighth, universal peace will be established among the nations of the world by international agreement. The greatest catastrophe in the world of humanity today is war. Europe is a storehouse of explosives awaiting a spark. All the European nations are on edge, and a single flame will set on fire the whole of that continent. Implements of war and death are multiplied and increased to an inconceivable degree, and the burden of military maintenance is taxing the various countries beyond the point of endurance. Armies and navies devour the substance and possessions of the people; the toiling poor, the innocent and helpless are forced by taxation to provide munitions and armament for governments bent upon conquest of territory and defense against powerful rival nations. There is no greater or more woeful ordeal in the world of humanity today than impending war. Therefore, international peace is a crucial necessity. An arbitral court of justice shall be established by which international disputes are to be settled. Through this means all possibility of discord and war between the nations will be obviated.
Ninth, there must be an equality of rights between men and women. Women shall receive an equal privilege of education. This will enable them to qualify and progress in all degrees of occupation and accomplishment. For the world of humanity possesses two wings: man and woman. If one wing remains incapable and defective, it will restrict the power of the other, and full flight will be impossible. Therefore, the completeness and perfection of the human world are dependent upon the equal development of these two wings.
Tenth, there shall be an equality of rights and prerogatives for all mankind.
Eleventh, one language must be selected as an international medium of speech and communication. Through this means misunderstandings will be lessened, fellowship established and unity assured.
These are a few of the principles proclaimed by Bahá’u’lláh. He has provided the remedy for the ailments which now afflict the human world, solved the difficult problems of individual, social, national and universal welfare and laid the foundation of divine reality upon which material and spiritual civilization are to be founded throughout the centuries before us.
Praise be to God! I find these two great American nations highly capable and advanced in all that appertains to progress and civilization. These governments are fair and equitable. The motives and purposes of these people are lofty and inspiring. Therefore, it is my hope that these revered nations may become prominent factors in the establishment of international peace and the oneness of the world of humanity; that they may lay the foundations of equality and spiritual brotherhood among mankind; that they may manifest the highest virtues of the human world, revere the divine lights of the Prophets of God and establish the reality of unity so necessary today in the affairs of nations. I pray that the nations of the East and West shall become one flock under the care and guidance of the divine Shepherd. Verily, this is the bestowal of God and the greatest honor of man. This is the glory of humanity. This is the good pleasure of God. I ask God for this with a contrite heart.
O my Lord! Thou Who art ever-forgiving! Verily, this assembly hath turned its face toward Thy Kingdom. Verily, they are all of Thy flock, and Thou art the one Shepherd of all. O Thou real Shepherd! Educate and train Thy sheep in Thy green and verdant pastures. Suffer these birds of Thine to build their nests in Thy rose garden. Adorn Thine orchard with these fresh plants and flowers. Refresh these human trees by Thy shower of beneficence and favor. O God! Verily, we are all Thy servants—all Thine—and Thou art the One Lord. We all adore Thee, and Thou art the beneficent Master. O Lord! Render the eyes perceptive that they may witness the lights of Thy Kingdom. Render the ears attentive that they may hear the heavenly summons. Resuscitate the spirits that they may be exhilarated through the breath of the Holy Spirit. O Lord! Verily, we are weak, but Thou art almighty. We are poor, but Thou art rich. Have mercy upon us. Apportion unto us a goodly share of Thy realities, and lead us into the arena of Thine attainments. Thou art the Powerful. Thou art the Able. Thou art the kind Lord.
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Talk ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Chicago
16 September 1912
– 104 –
16 September 1912
Talk at Home of Mrs. Corinne True 5338 Kenmore Avenue, Chicago, Illinois
Notes by Gertrude Buikema
Alláh-u-Abhá! Praise be to God! I have spent a number of days among you, associating with you in love and fragrance. Praise be to God! Your hearts are pure, your faces radiant, your spirits exhilarated through the glad tidings of God. I pray in your behalf, seeking heavenly confirmations for you that each one may become a radiant candle, shedding light in the world of humanity. May you become the quintessence of love. May you prove to be the effulgence of God, replete with the efficacy of the Holy Spirit and the cause of unity and fellowship in the world of humanity, for today mankind has the greatest need of love and agreement. If the world should remain as it is today, great danger will face it. But if reconciliation and unity are witnessed, if security and confidence be established, if with heart and soul we strive in order that the teachings of Bahá’u’lláh may find effective penetration in the realities of humankind, inducing fellowship and accord, binding together the hearts of the various religions and uniting divergent peoples, the world of mankind shall attain peace and composure, the will of God will become the will of man and the earth a veritable habitation of angels. Souls shall be educated, vice be dispelled, the virtues of the world of humanity prevail, materialism pass away, religion be strengthened and prove to be the bond which shall cement together the hearts of men.
In the world of existence there are various bonds which unite human hearts, but not one of these bonds is completely effective. The first and foremost is the bond of family relationship, which is not an efficient unity, for how often it happens that disagreement and divergence rend asunder this close tie of association. The bond of patriotism may be a means of fellowship and agreement, but oneness of native land will not completely cement human hearts; for if we review history, we shall find that people of the same race and native land have frequently waged war against each other. Often in civil strife they have shed the same racial blood and destroyed the possessions of their own native kind. Therefore, this bond is not sufficient. Another means of seeming unity is the bond of political association, where governments and rulers have been allied for reasons of intercourse and mutual protection, but which agreement and union afterward became subject to change and violent hatred even to the extreme of war and bloodshed. It is evident that political oneness is not permanently effective.
The source of perfect unity and love in the world of existence is the bond and oneness of reality. When the divine and fundamental reality enters human hearts and lives, it conserves and protects all states and conditions of mankind, establishing that intrinsic oneness of the world of humanity which can only come into being through the efficacy of the Holy Spirit. For the Holy Spirit is like unto the life in the human body, which blends all differences of parts and members in unity and agreement. Consider how numerous are these parts and members, but the oneness of the animating spirit of life unites them all in perfect combination. It establishes such a unity in the bodily organism that if any part is subjected to injury or becomes diseased, all the other parts and functions sympathetically respond and suffer, owing to the perfect oneness existing. Just as the human spirit of life is the cause of coordination among the various parts of the human organism, the Holy Spirit is the controlling cause of the unity and coordination of mankind. That is to say, the bond or oneness of humanity cannot be effectively established save through the power of the Holy Spirit, for the world of humanity is a composite body, and the Holy Spirit is the animating principle of its life.
Therefore, we must strive in order that the power of the Holy Spirit may become effective throughout the world of mankind, that it may confer a new quickening life upon the body politic of the nations and peoples and that all may be guided to the protection and shelter of the Word of God.

Then this human world will become angelic, earthly darkness pass away and celestial illumination flood the horizons, human defects be effaced and divine virtues become resplendent.

This is possible and real, but only through the power of the Holy Spirit.

Today the greatest need of the world is the animating, unifying presence of the Holy Spirit.

Until it becomes effective, penetrating and interpenetrating hearts and spirits, and until perfect, reasoning faith shall be implanted in the minds of men, it will be impossible for the social body to be inspired with security and confidence.

Nay, on the contrary, enmity and strife will increase day by day, and the differences and divergences of nations will be woefully augmented.

Continual additions to the armies and navies of the world will be made, and the fear and certainty of the great pandemic war—the war unparalleled in history—will be intensified; for armament, heretofore limited, is now being increased upon a colossal scale.

Conditions are becoming acute, drawing nigh unto the degree of men warring upon the seas, warring upon the plains, warring in the very atmosphere with a violence unknown in former centuries.

With the growth of armament and preparation the dangers are increasingly great.
We must use our utmost endeavors in order that the Holy Spirit may influence minds and hearts toward peace, the bounties of God surround, the divine effulgences become successive, human souls advance, minds expand in wider vision, souls become more holy and the world of humanity be rid of its great menace.

For the betterment of the world Bahá’u’lláh endured all the hardships, ordeals and vicissitudes of life, sacrificing His very being and comfort, forfeiting His estates, possessions and honor—all that pertains to human existence—not for one year, nay, rather, for nearly fifty years.

During this long period He was subjected to persecution and abuse, was cast into prison, was banished from His native land, underwent severities and humiliation and was exiled four times.

He was first exiled from Persia to Baghdád, thence to Constantinople, thence to Rumelia and finally to the great prison-fortress of ‘Akká in Syria, where He passed the remainder of His life.

Every day a new oppression and abuse was heaped upon Him until He winged His flight from the dungeon to the supreme world and returned to His Lord.

He endured these ordeals and difficulties in order that this earthly human world might become heavenly, that the illumination of the divine Kingdom should become a reality in human hearts, that the individual members of mankind might progress, the power of the Holy Spirit increase its efficacy and penetration and the happiness of the world of humanity be assured.

He desired for all tranquillity and composure and exercised loving-kindness toward the nations regardless of conditions and differences.

He addressed humanity, saying, “O humankind!

Verily, ye are all the leaves and fruits of one tree; ye are all one.

Therefore, associate in friendship; love one another; abandon prejudices of race; dispel forever this gloomy darkness of human ignorance, for the century of light, the Sun of Reality hath appeared.

Now is the time for affiliation, and now is the period of unity and concord.

For thousands of years ye have been contending in warfare and strife.

It is enough.

Now is the time for unity.

Lay aside all self-purposes, and know for a certainty that all men are the servants of one God Who will bind them together in love and agreement.”
Inasmuch as great differences and divergences of denominational belief had arisen throughout the past, every man with a new idea attributing it to God, Bahá’u’lláh desired that there should not be any ground or reason for disagreement among the Bahá’ís.

Therefore, with His own pen He wrote the Book of His Covenant, addressing His relations and all people of the world, saying, “Verily, I have appointed One Who is the Center of My Covenant.

All must obey Him; all must turn to Him; He is the Expounder of My Book, and He is informed of My purpose.

All must turn to Him.

Whatsoever He says is correct, for, verily, He knoweth the texts of My Book.

Other than He, no one doth know My Book.”

The purpose of this statement is that there should never be discord and divergence among the Bahá’ís but that they should always be unified and agreed.

In His prayers Bahá’u’lláh also said, “O God!

Whosoever violates My Covenant, O God, humiliate him.

Verily, whosoever violates My Covenant, O God, erase and efface him.”

In all His Tablets, among which is the Tablet of the Branch, He has mentioned and explained the attributes and qualities of the Personage to Whom He referred in the Book of His Covenant.

He has fully expounded the function and potency of that Personage, so that no one shall say, “I understand this from the writings of Bahá’u’lláh,” for He has appointed the Center, or Expounder, of the Book.

He said, “Verily, He is the appointed one; other than He, there is none,” intending that no sects or prejudices should be formed, and preventing every man here and there with a new thought from creating dissension and variance.

It is as though a king should appoint a governor-general.

Whosoever obeys him, obeys the king.

Whosoever violates and disobeys him, violates the king.

Therefore, whosoever obeys the Center of the Covenant appointed by Bahá’u’lláh has obeyed Bahá’u’lláh, and whosoever disobeys Him has disobeyed Bahá’u’lláh.

It has nothing to do with Him (‘Abdu’l‑Bahá) at all—precisely as the governor-general appointed by the king—whosoever obeys the governor-general obeys the king; whosoever disobeys the governor-general disobeys the king.
Therefore, you must read the Tablets of Bahá’u’lláh. You must read the Tablet of the Branch and regard that which He has so clearly stated. Beware! Beware! lest anyone should speak from the authority of his own thoughts or create a new thing out of himself. Beware! Beware! According to the explicit Covenant of Bahá’u’lláh you should care nothing at all for such a person. Bahá’u’lláh shuns such souls. I have expounded these things for you, for the conservation and protection of the teachings of Bahá’u’lláh, in order that you may be informed, lest any souls shall deceive you and lest any souls shall cause suspicion among you. You must love all people, and yet if any souls put you in doubt, you must know that Bahá’u’lláh is severed from them. Whosoever works for unity and fellowship is a servant of Bahá’u’lláh, and Bahá’u’lláh is his assistant and helper. I ask God that He may cause you to be the very means of agreement and unity, that He may make you radiant, merciful, heavenly children of the divine Kingdom; that you may advance day by day; that you may become as bright as these lamps, bestowing light upon all humanity. Salutations and farewell!
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Talk ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Minneapolis
20 September 1912
– 105 –
20 September 1912
Talk at Home of Mr. Albert L. Hall 2030 Queen Avenue South, Minneapolis, Minnesota
Notes by Ellen T. Pursell
Praise be to God! This is a beautiful and radiant assemblage. It is a merciful gathering, for you have met here in the utmost love and spirituality. There are many meetings in the world, thousands of them perhaps being held at this very moment, mostly for social, political, scientific or commercial purposes; but our gathering here tonight is for God, for heavenly purposes. We are neither attached to commerce nor is our interest scientific; our spirit and motive are solely for the manifestation of divine bestowals.
Man possesses two types of virtues: One is material, and the other ideal in character. For example, the body of man expresses certain material virtues, but the spirit of man manifests virtues that are ideal. The sense of sight in man is a physical virtue; but insight, the power of inner perception, is ideal in its nature. The sense of hearing is a physical endowment, whereas memory in man is ideal. Among other human forces the power of ideation, or faculty of intellection, is material, but the power of love is spiritual. The acquisition of the realities of phenomena is an ideal virtue; likewise, the emotions of man and his ability to prove the existence of God. Realization of moral standards and the world of discovery involve virtues essentially ideal.
If we review history, we will observe that human advancement has been greatest in the development of material virtues. Civilization is the sign and evidence of this progression. Throughout the world, material civilization has attained truly wonderful heights and degrees of efficiency—that is to say, the outward powers and virtues of man have greatly developed, but the inner and ideal virtues have been correspondingly delayed and neglected. It is now the time in the history of the world for us to strive and give an impetus to the advancement and development of inner forces—that is to say, we must arise to service in the world of morality, for human morals are in need of readjustment. We must also render service to the world of intellectuality in order that the minds of men may increase in power and become keener in perception, assisting the intellect of man to attain its supremacy so that the ideal virtues may appear. Before a step is taken in this direction we must be able to prove Divinity from the standpoint of reason so that no doubt or objection may remain for the rationalist. Afterward, we must be able to prove the existence of the bounty of God—that the divine bounty encompasses humanity and that it is transcendental. Furthermore, we must demonstrate that the spirit of man is immortal, that it is not subject to disintegration and that it comprises the virtues of humanity.
Material virtues have attained great development, but ideal virtues have been left far behind.

If you should ask a thousand persons, “What are the proofs of the reality of Divinity?” perhaps not one would be able to answer.

If you should ask further, “What proofs have you regarding the essence of God?”

“How do you explain inspiration and revelation?”

“What are the evidences of conscious intelligence beyond the material universe?”

“Can you suggest a plan and method for the betterment of human moralities?”

“Can you clearly define and differentiate the world of nature and the world of Divinity?”—you would receive very little real knowledge and enlightenment upon these questions.

This is due to the fact that development of the ideal virtues has been neglected.

People speak of Divinity, but the ideas and beliefs they have of Divinity are, in reality, superstition.

Divinity is the effulgence of the Sun of Reality, the manifestation of spiritual virtues and ideal powers.

The intellectual proofs of Divinity are based upon observation and evidence which constitute decisive argument, logically proving the reality of Divinity, the effulgence of mercy, the certainty of inspiration and immortality of the spirit.

This is, in reality, the science of Divinity.

Divinity is not what is set forth in dogmas and sermons of the church.

Ordinarily when the word Divinity is mentioned, it is associated in the minds of the hearers with certain formulas and doctrines, whereas it essentially means the wisdom and knowledge of God, the effulgence of the Sun of Truth, the revelation of reality and divine philosophy.
Philosophy is of two kinds: natural and divine.

Natural philosophy seeks knowledge of physical verities and explains material phenomena, whereas divine philosophy deals with ideal verities and phenomena of the spirit.

The field and scope of natural philosophy have been greatly enlarged, and its accomplishments are most praiseworthy, for it has served humanity.

But according to the evidence of present world conditions divine philosophy—which has for its object the sublimation of human nature, spiritual advancement, heavenly guidance for the development of the human race, attainment to the breaths of the Holy Spirit and knowledge of the verities of God—has been outdistanced and neglected.

Now is the time for us to make an effort and enable it to advance apace with the philosophy of material investigation so that awakening of the ideal virtues may progress equally with the unfoldment of the natural powers.

In the same proportion that the body of man is developing, the spirit of man must be strengthened; and just as his outer perceptions have been quickened, his inner intellectual powers must be sensitized so that he need not rely wholly upon tradition and human precedent.

In divine questions we must not depend entirely upon the heritage of tradition and former human experience; nay, rather, we must exercise reason, analyze and logically examine the facts presented so that confidence will be inspired and faith attained.

Then and then only the reality of things will be revealed to us.

The philosophers of Greece—such as Aristotle, Socrates, Plato and others—were devoted to the investigation of both natural and spiritual phenomena.

In their schools of teaching they discoursed upon the world of nature as well as the supernatural world.

Today the philosophy and logic of Aristotle are known throughout the world.

Because they were interested in both natural and divine philosophy, furthering the development of the physical world of mankind as well as the intellectual, they rendered praiseworthy service to humanity.

This was the reason of the triumph and survival of their teachings and principles.

Man should continue both these lines of research and investigation so that all the human virtues, outer and inner, may become possible.

The attainment of these virtues, both material and ideal, is conditioned upon intelligent investigation of reality, by which investigation the sublimity of man and his intellectual progress is accomplished.

Forms must be set aside and renounced; reality must be sought.

We must discover for ourselves where and what reality is.

In religious beliefs nations and peoples today are imitators of ancestors and forefathers.

If a man’s father was a Christian, he himself is a Christian; a Buddhist is the son of a Buddhist, a Zoroastrian of a Zoroastrian.

A gentile or an idolator follows the religious footsteps of his father and ancestry.

This is absolute imitation.

The requirement in this day is that man must independently and impartially investigate every form of reality.
The great question appertaining to humanity is religion. The first condition is that man must intelligently investigate its foundations. The second condition is that he must admit and acknowledge the oneness of the world of humanity. By this means the attainment of true fellowship among mankind is assured, and the alienation of races and individuals is prevented. All must be considered the servants of God; all must recognize God as the one kind Protector and Creator. In proportion to the acknowledgment of the oneness and solidarity of mankind, fellowship is possible, misunderstandings will be removed and reality become apparent. Then will the light of reality shine forth, and when reality illumines the world, the happiness of humankind will become a verity. Man must spiritually perceive that religion has been intended by God to be the means of grace, the source of life and cause of agreement. If it becomes the cause of discord, enmity and hatred, it is better that man should be without it. For in its teachings we seek the spirit of charity and love to bind the hearts of men together. If, on the contrary, we find it alienates and embitters human hearts, we are justified in casting it aside. Therefore, when man through sincere investigation discovers the fundamental reality of religion, his former prejudices disappear, and his new condition of enlightenment is conducive to the development of the world of humanity.
The purport of our subject is that, just as man is in need of outward education, he is likewise in need of ideal refinement; just as the outer sense of sight is necessary to him, he should also possess insight and conscious perception; as he needs hearing, at the same time memory is essential; as a body is indispensable to him, likewise a mind is requisite; one is a material virtue, the other is ideal. As human creatures fitted and qualified with this dual endowment, we must endeavor through the assistance and grace of God and by the exercise of our ideal power of intellect to attain all lofty virtues, that we may witness the effulgence of the Sun of Reality, reflect the spirit of the Kingdom, behold the manifest evidences of the reality of Divinity, comprehend irrefutable proofs of the immortality of the soul, live in conscious at-one-ment with the eternal world and become quickened and awake with the life and love of God.
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Talk ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in St. Paul
20 September 1912
– 106 –
20 September 1912
Talk at Home of Dr. and Mrs. Clement Woolson 870 Laurel Avenue, St. Paul, Minnesota
From Stenographic Notes
The materialists hold to the opinion that the world of nature is complete. The divine philosophers declare that the world of nature is incomplete. There is a wide difference between the two. The materialists call attention to the perfection of nature, the sun, moon and stars, the trees in their adornment, the whole earth and the sea—even unimportant phenomena revealing the most perfect symmetry. The divine philosophers deny this seeming perfection and completeness in nature’s kingdom, even though admitting the beauty of its scenes and aspects and acknowledging the irresistible cosmic forces which control the colossal suns and planets. They hold that while nature seems perfect, it is, nevertheless, imperfect because it has need of intelligence and education. In proof of this they say that man, though he be a very god in the realm of material creation, is himself in need of an educator. Man undeveloped by education is savage, animalistic, brutal. Laws and regulations, schools, colleges and universities have for their purpose the training of man and his uplift from the dark borderland of the animal kingdom. What is the difference between the people of America and the inhabitants of central Africa?
All are human beings. Why have the people of America advanced to a high degree of civilization while the tribes of central Africa remain in extreme ignorance and barbarism? The difference and distinction between them is the degree of education. This is unquestioned. The people of Europe and America have been uplifted by education and training from the world of defects and have ascended toward the realm of perfection, whereas the people of Africa, denied educational development, remain in a natural condition of illiteracy and deprivation, for nature is incomplete and defective. Education is a necessity. If a piece of ground be left in its natural and original state, it will either become a thorny waste or be covered by worthless weeds. When cleared and cultivated, this same unproductive field will yield plentiful harvests of food for human sustenance.
This same difference is noticeable among animals; some have been domesticated, educated, others left wild.

The proof is clear that the world of nature is imperfect, the world of education perfect.

That is to say, man is rescued from the exigencies of nature by training and culture; consequently, education is necessary, obligatory.

But education is of various kinds.

There is a training and development of the physical body which ensures strength and growth.

There is intellectual education or mental training for which schools and colleges are founded.

The third kind of education is that of the spirit.

Through the breaths of the Holy Spirit man is uplifted into the world of moralities and illumined by the lights of divine bestowals.

The moral world is only attained through the effulgence of the Sun of Reality and the quickening life of the divine spirit.

For this reason the holy Manifestations of God appear in the human world.

They come to educate and illuminate mankind, to bestow spiritual susceptibilities, to quicken inner perceptions and thereby adorn the reality of man—the human temple—with divine graces.

Through Them man may become the point of the emanations of God and the recipient of heavenly bounties.

Under the influence of Their teachings he may become the manifestation of the effulgences of God and a magnet attracting the lights of the supreme world.

For this reason the holy, divine Manifestations are the first Teachers and Educators of humanity; Their traces are the highest evidences, and Their spiritual tuition is universal in its application to the world of mankind.

Their influence and power are immeasurable and unlimited.

One heavenly Personage has developed many nations.

For example, Jesus Christ, single and unassisted, educated the Roman, Greek and Assyrian nations and all of Europe.

It is evident, therefore, that the greatest education is that of the Spirit.
The spirit of man must acquire its bounties from the Kingdom of God in order that it may become the mirror and manifestation of lights and the dawning point of divine traces, because the human reality is like the soil. If no bounty of rain descends from heaven upon the soil, if no heat of the sun penetrates, it will remain black, forbidding, unproductive; but when the moistening shower and the effulgent glow of the sun’s rays fall upon it, beautiful and redolent flowers grow from its bosom. Similarly, the human spirit or reality of man, unless it becomes the recipient of the lights of the Kingdom, develops divine susceptibilities and consciously reflects the effulgence of God, will not be the manifestation of ideal bounties, for only the reality of man can become the mirror wherein the lights of God are revealed. The reality of man will then be as the spirit of this world, for just as the animus of life quickens the physical human body, so the body of the world will receive its vivification through the animating virtue of the sanctified spirit of man.
It is evident that the holy Manifestations and divine dawning points are necessary, for these blessed and glorious Souls are the foremost Teachers and Educators of mankind, and all human souls are developed through Them by the bounty of the Holy Spirit of God.
During the ministry of Jesus Christ in Palestine He was surrounded by people of various nations, including the Jews, all of them living in the condition of extreme ignorance, bereft of the Word of God and darkened in consciousness. Christ educated these people and quickened them with the life of the Word so that they in turn became the instruments of educating the world, illumining the East and the West.
Consider the wonderful effect of spiritual education and training. By it the fisherman Peter was transformed into the greatest of teachers. Spiritual education made the disciples radiant lamps in the darkness of the world and caused the Christians of the first and second centuries to become renowned everywhere for their virtues. Even philosophers bore testimony to this. Among them was Galen, the physician, who wrote a book upon the subject of the progress of the nations. He was a celebrated philosopher of the Greeks, although not a Christian. In his book he stated that religious beliefs exercise a tremendous influence upon civilization and that the world is in need of such belief. In proof of this, he said, in substance, “In our time there is a certain people called Christians, who, though neither philosophers nor scholastically trained, are superior to all others as regards their morality. They are perfect in morals. Each one of them is like a great philosopher in morals, ethics and turning toward the Kingdom of God.” This is evidence from the testimony of an intelligent outside observer that spiritual education is the light of the world of humanity and that its absence in the world is darkness itself.
Bahá’u’lláh appeared in Persia at a time when the darkness of ignorance enveloped the East, and there was no trace of human love and fellowship. Through divine education and the power of the breaths of the Holy Spirit He so refined the souls of the Persians who followed Him that they attained a station of highest intelligence and reflected the attributes of perfection to the world. Whereas formerly they were ignorant, they became knowing; they were weak, they became mighty; they were without integrity, they became conscientious; they were hostile toward all men, they developed love for humanity; they were spiritually negligent, they became mindful and attentive; they were sleeping, they became awakened; they disagreed among themselves, they united in love and are now striving to render service to the world of humankind. Service to God and mankind is their sole intention; they have neither wish nor desire save that which is in accordance with the good pleasure of God. The good pleasure of God is love for His creatures. The will and plan of God is that each individual member of humankind shall become illumined like unto a lamp, radiant with all the destined virtues of humanity, leading his fellow creatures out of natural darkness into the heavenly light. Therein rests the virtue and glory of the world of humanity. This is the perfection, honor and glory of man; otherwise, man is an animal and without differentiation from the creatures of that lower kingdom.
It is clearly evident that while man possesses powers in common with the animal, he is distinguished from the animal by intellectual attainment, spiritual perception, the acquisition of virtues, capacity to receive the bestowals of Divinity, lordly bounty and emanations of heavenly mercy.

This is the adornment of man, his honor and sublimity.

Humanity must strive toward this supreme station.

Christ has interpreted this station as the second birth.

Man is first born from a world of darkness, the matrix of the mother, into this physical world of light.

In the dark world from whence he came he had no knowledge of the virtues of this existence.

He has been liberated from a condition of darkness and brought into a new and spacious realm where there is sunlight, the stars are shining, the moon sheds its radiance, there are beautiful views, gardens of roses, fruits and all the blessings of the present world.

How did he attain these blessings?

Through the agency of birth from the mother.

Just as man has been physically born into this world, he may be reborn from the realm and matrix of nature, for the realm of nature is a condition of animalism, darkness and defect.

In this second birth he attains the world of the Kingdom.

There he witnesses and realizes that the world of nature is a world of gloom, whereas the Kingdom is a world of radiance; the world of nature is a world of defects, the Kingdom is a realm of perfection; the world of nature is a world without enlightenment, the Kingdom of spiritual humanity is a heaven of illumination.

Great discoveries and revelations are now possible for him; he has attained the reality of perception; his circle of understanding is illimitably widened; he views the realities of creation, comprehends the divine bounties and unseals the mystery of phenomena.

This is the station which Christ has interpreted as the second birth.

He says that just as ye were physically born from the mother into this world, ye must be born again from the mother world of nature into the life of the divine Kingdom.

May you all attain this second, spiritual birth.

“That which is born of the flesh is flesh; and that which is born of the Spirit is spirit.”
I pray that the confirmation of God may descend upon you. May you all be born again from this mortal world into the realm of the Kingdom. May you clearly witness the signs of God, sense the virtues of the divine, attain the eternal bounties and perceive the reality of everlasting life.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Denver
24-25 September 1912
– 107 –
24 September 1912
Talk at Home of Mrs. Sidney E. Roberts Denver, Colorado
From Stenographic Notes
I have come from distant lands of the East to visit you, crossing the great ocean and traveling a long distance upon this continent. Consider how I have longed to meet you, for my body is frail and weak, incapable of long endurance, yet—praise be to God!—we have at last reached Denver. Such a gathering as this is worthy of thanksgiving; it is peerless and unique among meetings. Other meetings are held from motives of material interests—such as social, political, commercial, educational—but this assemblage has no other purpose than attainment to the divine Kingdom; therefore, it is unique, unequaled. The hearts have turned to God; spirits are exalted through the glad tidings of God; the intentions of all are directed to God. What better meeting could be imagined than this?
Such a gathering is fundamentally spiritual, sincere and most important. But we must arise in the accomplishment of its purposes, for our attention is directed toward the heavenly Kingdom unto which we must render faithful service. Therefore, all individuals present here must be in the attitude of perfect love and fellowship, manifesting the utmost humility and self-sacrifice, turning our thoughts toward the Kingdom of God so that our meeting may be an expression of the glorified hosts of the Supreme Concourse.
Praise be to God! We are living in a century of light. Praise be to God! We are upon earth in the day of divine effulgence. Praise be to God! We are alive in this time of the manifestation of divine love. Praise be to God that we live in the day of the outpouring of heavenly bounty. Praise be to God! This is a day wherein the lights and splendors have awakened progress throughout the East and the West. Many holy souls in former times longed to witness this century, lamenting night and day, yearning to be upon the earth in this cycle; but our presence and privilege is the beneficent gift of the Lord. In His divine mercy and absolute virtue He has bestowed this upon us, even as Christ declared, “Many are called but few are chosen.” Verily, God has chosen you for His love and knowledge; God has chosen you for the worthy service of unifying mankind; God has chosen you for the purpose of investigating reality and promulgating international peace; God has chosen you for the progress and development of humanity, for spreading and proclaiming true education, for the expression of love toward your fellow creatures and the removal of prejudice; God has chosen you to blend together human hearts and give light to the human world. The doors of His generosity are wide, wide open to us; but we must be attentive, alert and mindful, occupied with service to all mankind, appreciating the bestowals of God and ever conforming to His will.
Observe how darkness has overspread the world. In every corner of the earth there is strife, discord and warfare of some kind. Mankind is submerged in the sea of materialism and occupied with the affairs of this world. They have no thought beyond earthly possessions and manifest no desire save the passions of this fleeting, mortal existence. Their utmost purpose is the attainment of material livelihood, physical comforts and worldly enjoyments such as constitute the happiness of the animal world rather than the world of man.
The honor of man is through the attainment of the knowledge of God; his happiness is from the love of God; his joy is in the glad tidings of God; his greatness is dependent upon his servitude to God.

The highest development of man is his entrance into the divine Kingdom, and the outcome of this human existence is the nucleus and essence of eternal life.

If man is bereft of the divine bestowals and if his enjoyment and happiness are restricted to his material inclinations, what distinction or difference is there between the animal and himself?

In fact, the animal’s happiness is greater, for its wants are fewer and its means of livelihood easier to acquire.

Although it is necessary for man to strive for material needs and comforts, his real need is the acquisition of the bounties of God.

If he is bereft of divine bounties, spiritual susceptibilities and heavenly glad tidings, the life of man in this world has not yielded any worthy fruit.

While possessing physical life, he should lay hold of the life spiritual, and together with bodily comforts and happiness, he should enjoy divine pleasures and content.

Then is man worthy of the title man; then will he be after the image and likeness of God, for the image of the Merciful consists of the attributes of the heavenly Kingdom.

If no fruits of the Kingdom appear in the garden of his soul, man is not in the image and likeness of God, but if those fruits are forthcoming, he becomes the recipient of ideal bestowals and is enkindled with the fire of the love of God.

If his morals become spiritual in character, his aspirations heavenly and his actions conformable to the will of God, man has attained the image and likeness of his Creator; otherwise, he is the image and likeness of Satan.

Therefore, Christ hath said, “Ye shall know them by their fruits.”
What are the fruits of the human world?

They are the spiritual attributes which appear in man.

If man is bereft of those attributes, he is like a fruitless tree.

One whose aspiration is lofty and who has developed self-reliance will not be content with a mere animal existence.

He will seek the divine Kingdom; he will long to be in heaven although he still walks the earth in his material body, and though his outer visage be physical, his face of inner reflection will become spiritual and heavenly.

Until this station is attained by man, his life will be utterly devoid of real outcomes.

The span of his existence will pass away in eating, drinking and sleeping, without eternal fruits, heavenly traces or illumination—without spiritual potency, everlasting life or the lofty attainments intended for him during his pilgrimage through the human world.

You must thank God that your efforts are high and noble, that your endeavors are worthy, that your intentions are centered upon the Kingdom of God and that your supreme desire is the acquisition of eternal virtues.

You must act in accordance with these requirements.

A man may be a Bahá’í in name only.

If he is a Bahá’í in reality, his deeds and actions will be decisive proofs of it.

What are the requirements?

Love for mankind, sincerity toward all, reflecting the oneness of the world of humanity, philanthropy, becoming enkindled with the fire of the love of God, attainment to the knowledge of God and that which is conducive to human welfare.
This evening we were speaking of the fellowship and unity of the Persian Bahá’ís. They can truly be called lovers. For example, if one of the friends of God arrived in their city, all the friends would rejoice and assemble together in a meeting with him. If he were ill, they would care for him; if sad, they would comfort him. They would care for him in every way and give unmistakable evidence that there is a spiritual relationship amongst them.
Strangers and outsiders are astonished at this love and radiant affection existing among the Bahá’ís. They inquire about it. They observe the unity and agreement manifest among them. They say, “What a beautiful spirit shines in their faces!” All envy it and wish that such a bond of love might be witnessed everywhere. Therefore, to you my first admonition is this: Associate most kindly with all; be as one family; pursue this same pathway. Let your intentions be one that your love may permeate and affect the hearts of others so that they may grow to love each other and all attain to this condition of oneness.
The world of humanity is filled with darkness; you are its radiant candles. It is very poor; you must be the treasury of the Kingdom. It is exceedingly debased; you must be the cause of its exaltation. It is bereft of divine graces; you must give it impetus and spiritual quickening. According to the teachings of Bahá’u’lláh you must love and cherish each individual member of humanity.
The first sign of faith is love. The message of the holy, divine Manifestations is love; the phenomena of creation are based upon love; the radiance of the world is due to love; the well-being and happiness of the world depend upon it. Therefore, I admonish you that you must strive throughout the human world to diffuse the light of love. The people of this world are thinking of warfare; you must be peacemakers. The nations are self-centered; you must be thoughtful of others rather than yourselves. They are neglectful; you must be mindful. They are asleep; you should be awake and alert. May each one of you be as a shining star in the horizon of eternal glory. This is my wish for you and my highest hope. I have come long distances that you may attain these attributes and divine favors. Praise be to God! I have attended this meeting which has for its purpose the commemoration of God.
– 108 –
25 September 1912
Talk at Second Divine Science Church 3929 West Thirty-eighth Avenue, Denver, Colorado
From Stenographic Notes
In the Orient I was informed of the lofty purposes and wonderful attainments of the American people. When I arrived in this country, I realized that American ideals are indeed most praiseworthy and that the people here are lovers of truth. They investigate reality, and there is no trace of fanaticism among them. Today the nations of the world are on the verge of war, influenced and impelled by prejudices of ignorance and racial fanaticism. Praise be to God! You are free from such prejudice, for you believe in the oneness and solidarity of the world of humanity. There is no doubt that the divine confirmations will uphold you.
One of the forms of prejudice which afflict the world of mankind is religious bigotry and fanaticism.

When this hatred burns in human hearts, it becomes the cause of revolution, destruction, abasement of humankind and deprivation of the mercy of God.

For the holy Manifestations and divine Founders of religion Themselves were completely unified in love and agreement, whereas Their followers are characterized by bitter antagonism and attitudes of hostility toward each other.

God has desired for mankind the effulgence of love, but through blindness and misapprehension man has enveloped himself in veils of discord, strife and hatred.

The supreme need of humanity is cooperation and reciprocity.

The stronger the ties of fellowship and solidarity amongst men, the greater will be the power of constructiveness and accomplishment in all the planes of human activity.

Without cooperation and reciprocal attitude the individual member of human society remains self-centered, uninspired by altruistic purposes, limited and solitary in development like the animal and plant organisms of the lower kingdoms.

The lower creatures are not in need of cooperation and reciprocity.

A tree can live solitary and alone, but this is impossible for man without retrogression.

Therefore, every cooperative attitude and activity of human life is praiseworthy and foreintended by the will of God.

The first expression of cooperation is family relationship, which is unreliable and uncertain in its potency, for it is subject to separation and does not permanently cement together the individual members of humanity.

There is also a cooperation and oneness in nativity or race which is likewise not efficient, for although its members may agree in general, they differ radically in personal and particular points of view.

Racial association, therefore, will not ensure the requirements of divine relationship.

There are other means in the human world by which physical association is established, but these fail to weld together the hearts and spirits of men and are correspondingly inefficient.

Therefore, it is evident that God has destined and intended religion to be the cause and means of cooperative effort and accomplishment among mankind.

To this end He has sent the Prophets of God, the holy Manifestations of the Word, in order that the fundamental reality and religion of God may prove to be the bond of human unity, for the divine religions revealed by these holy Messengers have one and the same foundation.

All will admit, therefore, that the divine religions are intended to be the means of true human cooperation, that they are united in the purpose of making humanity one family, for they rest upon the universal foundation of love, and love is the first effulgence of Divinity.
Each one of the divine religions has established two kinds of ordinances: the essential and the accidental.

The essential ordinances rest upon the firm, unchanging, eternal foundations of the Word itself.

They concern spiritualities, seek to stabilize morals, awaken intuitive susceptibilities, reveal the knowledge of God and inculcate the love of all mankind.

The accidental laws concern the administration of outer human actions and relations, establishing rules and regulations requisite for the world of bodies and their control.

These are ever subject to change and supersedure according to exigencies of time, place and condition.

For example, during the time of Moses, ten commandments concerning the punishment of murder were revealed in His Book.

Divorce was sanctioned and polygamy allowable to a certain extent.

If a man committed theft, his hand was cut off.

This was drastic law and severe punishment applicable to the time of Moses.

But when the time of Christ came, minds had developed, realizations were keener and spiritual perceptions had advanced so that certain laws concerning murder, plurality of wives and divorce were abrogated.

But the essential ordinances of the Mosaic dispensation remained unchanged.

These were the fundamental realities of the knowledge of God and the holy Manifestations, the purification of morals, the awakening of spiritual susceptibilities—eternal principles in which there is no change or transformation.

Briefly, the foundation of the divine religions is one eternal foundation, but the laws for temporary conditions and exigencies are subject to change.

Therefore, by adherence to these temporary laws, blindly following and imitating ancestral forms, difference and divergence have arisen among followers of the various religions, resulting in disunion, strife and hatred.

Blind imitations and dogmatic observances are conducive to alienation and disagreement; they lead to bloodshed and destruction of the foundations of humanity.

Therefore, the religionists of the world must lay aside these imitations and investigate the essential foundation or reality itself, which is not subject to change or transformation.

This is the divine means of agreement and unification.
The purpose of all the divine religions is the establishment of the bonds of love and fellowship among men, and the heavenly phenomena of the revealed Word of God are intended to be a source of knowledge and illumination to humanity. So long as man persists in his adherence to ancestral forms and imitation of obsolete ceremonials, denying higher revelations of the divine light in the world, strife and contention will destroy the purpose of religion and make love and fellowship impossible. Each of the holy Manifestations announced the glad tidings of His successor, and each One confirmed the message of His predecessor. Therefore, inasmuch as They were agreed and united in purpose and teaching, it is incumbent upon Their followers to be likewise unified in love and spiritual fellowship. In no other way will discord and alienation disappear and the oneness of the world of humanity be established.
After we have proved the validity of the Manifestations of the Word of God by investigating the divine teachings, we must discover for a certainty whether They have been real Educators of mankind.

Among the revelators of the law of God was Moses.

When He appeared, all the contemporaneous nations rejected Him.

Notwithstanding this, single and alone He promulgated the divine teachings and liberated a nation from the lowest condition of degradation and bondage.

The people of Israel were ignorant, lowly, debased in morals—a race of slaves under burdensome oppression.

Moses led them out of captivity and brought them to the Holy Land.

He educated and disciplined them, established among them the foundations of material and divine civilization.

Through the education of Moses these ignorant people attained an advanced degree of power and prestige, culminating in the glory of the reign of Solomon.

From the abyss of bereavement and slavery they were uplifted to the highest plane of progress and civilized nationhood.

It is evident, therefore, that Moses was an Educator and Teacher.

The purpose and mission of the holy, divine Messengers is the training and advancement of humanity, the cultivation of divine fruits in the gardens of human hearts, the reflection of heavenly effulgence in the mirrors of human souls, the quickening of mental capacity and the increase of spiritual susceptibilities.

When these results and outcomes are witnessed in mankind, the function and mission of the Manifestations are unmistakable.

Christ, single and alone, without schooling or outward education and trained to labor in the shop of a carpenter, appeared in the world at the time when the Jewish nation was in the greatest abasement.

This radiant Youth, without wealth, power of armies or prestige, rescued the Jews who believed on Him from tyranny and degradation and lifted them to the highest plane of development and glory.

Peter, His disciple, was a fisherman.

Through the power of Christ he shed light upon all the horizons of the world.

Furthermore, various people of the Greek, Roman, Egyptian and Assyrian nations were brought together in unity and agreement; where warfare and bloodshed had existed, humility and love were manifest, and the foundations of divine religion were established, never to be destroyed.

This proves that Christ was a heavenly Teacher and Educator of the world of humanity, for such evidences are historical and irrefutable, not based upon tradition and circumstantial report.

The power of His Word in cementing these nations together is as clear and evident as the sun at midday.

There is no need of further demonstration.
The proof of the validity of a Manifestation of God is the penetration and potency of His Word, the cultivation of heavenly attributes in the hearts and lives of His followers and the bestowal of divine education upon the world of humanity. This is absolute proof. The world is a school in which there must be Teachers of the Word of God. The evidence of the ability of these Teachers is efficient education of the graduating classes.
In the early part of the nineteenth century the horizon of Persia was shrouded in great darkness and ignorance.

The people of that country were in a condition of barbarism.

Hatred and bigotry prevailed among the various religions; bloodshed and hostility were frequent among sects and denominations of belief.

There were no evidences of affiliation and unity; violent prejudice and antagonism ruled the hearts of men.

At such a time as this Bahá’u’lláh proclaimed the first principle of His mission and teaching—the oneness of the world of humanity.

His second announcement was the investigation of reality; the third was the oneness of the foundations of the divine religions.

Through spiritual education He led the people out of darkness and ignorance into the clear light of truth, illuminated their hearts with the splendor of knowledge, laid a true and universal basis for religious teachings, cultivated the virtues of humanity, conferred spiritual susceptibilities, awakened inner perceptions and changed the dishonor of prejudiced souls to the highest degree of honor and capacity.

Today in Persia and the Orient you will find the followers of Bahá’u’lláh united in the closest ties of fellowship and love.

They have abandoned religious prejudices and have become as one family.

When you enter their meetings, you will find Christians, Muslims, Buddhists, Zoroastrians, Jews and representatives of other beliefs present, all conjoined in a wonderful unity without a trace of bigotry or fanaticism, and the light of the oneness of the world of humanity reflected in their faces.

Day by day they are advancing, manifesting greater and still greater love for each other.

Their faith is fixed upon the unification of mankind, and their highest purpose is the oneness of religious belief.

They proclaim to all humanity the sheltering mercy and infinite grace of God.

They teach the reconciliation of religion with science and reason.

They show forth in words and deeds the reality of love for all mankind as the servants of one God and the recipients of His universal bounty.

These are their thoughts, their beliefs, their guiding principles, their religion.

No trace of religious, racial, patriotic or political prejudice can be found among them, for they are real servants of God and obedient to His will and command.
My highest hope and desire is that the strongest and most indissoluble bond shall be established between the American nation and the people of the Orient. This is my prayer to God. May the day come when through divine and spiritual activity in the human world the religions shall be reconciled and all races of mankind come together in unity and love. Fifty years ago Bahá’u’lláh proclaimed the peace of the nations and oneness of the divine religions, addressing His words to all the kings and rulers of the world in specific Tablets. Therefore, my supreme desire is the unity of the East and West, universal peace and the oneness of the world of humanity.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Oakland, Palo Alto, San Francisco, and Sacramento
7-26 October 1912
– 109 –
7 October 1912
Talk to Japanese Young Men’s Christian Association Japanese Independent Church, Oakland, California
Notes by Bijou Straun
It is a great happiness to be here this evening, especially for the reason that the members of this Association have come from the region of the Orient. For a long time I have entertained a desire to meet some of the Japanese friends. That nation has achieved extraordinary progress in a short space of time—a progress and development which have astonished the world. Inasmuch as they have advanced in material civilization, they must assuredly possess the capacity for spiritual development. For this reason, I have an excessive longing to meet them. Praise be to God! This pleasure is now afforded me, for here in this city I am face to face with a revered group of the Japanese. According to report the people of the Japanese nation are not prejudiced. They investigate reality. Wherever they find truth, they prove to be its lovers. They are not attached tenaciously to blind imitations of ancient beliefs and dogmas. Therefore, it is my great desire to discourse with them upon a subject in order that the unity and blending together of the nations of the East and the nations of the West may be furthered and accomplished. In this way religious, racial and political prejudice, partisan bias and sectarianism will be dispelled amongst men. Any kind of prejudice is destructive to the body politic.
When we review history from the beginning of human existence to the present age in which we live, it is evident all war and conflict, bloodshed and battle, every form of sedition has been due to some form of prejudice—whether religious, racial or national—to partisan bias and selfish prejudice of some sort. Even today we witness an upheaval in the Balkans, a war of religious prejudice. Some years ago when I was living in Rumelia, war broke out among the religious peoples. There was no attitude of justice or equity whatever amongst them. They pillaged the properties of each other, burning each others’ homes and houses, slaughtering men, women and children, imagining that such warfare and bloodshed was the means of drawing near to God. This clearly proved that prejudice is a destroyer of the foundations of the world of humanity, whereas religion was meant to be the cause of fellowship and agreement.
Religion must be the cause of love. Religion must be the cause of justice, for the wisdom of the Manifestations of God is directed toward the establishing of the bond of a love which is indissoluble. The bonds which hold together the body politic are not sufficient. These bonds may be mentioned—for instance, the bond of patriotism. This is evidently not a sufficient bond, for how often it happens that people of the same nation wage civil war amongst themselves. The bond of fellowship may be racial, but history proves this is not sufficiently strong, for tremendous wars have broken out between peoples of the same racial lineage. Again, the bond holding men together may be political. How often it happens that the diplomacy of nations makes a treaty of peace one day and on the morrow a declaration of war! It is historically evident and manifest that these bonds are not self-sufficient.
The real bond of integrity is religious in character, for religion indicates the oneness of the world of humanity. Religion serves the world of morality. Religion purifies the hearts. Religion impels men to achieve praiseworthy deeds. Religion becomes the cause of love in human hearts, for religion is a divine foundation, the foundation ever conducive to life. The teachings of God are the source of illumination to the people of the world. Religion is ever constructive, not destructive.
The foundation of all the divine religions is one. All are based upon reality. Reality does not admit plurality, yet amongst mankind there have arisen differences concerning the Manifestations of God. Some have been Zoroastrians, some are Buddhists, some Jews, Christians, Muslims and so on. This has become a source of divergence, whereas the teachings of the holy Souls Who founded the divine religions are one in essence and reality. All these have served the world of humanity. All have summoned souls to peace and accord. All have proclaimed the virtues of humanity. All have guided souls to the attainment of perfections, but among the nations certain imitations of ancestral forms of worship have arisen. These imitations are not the foundation and essence of the divine religions. Inasmuch as they differ from the reality and the essential teachings of the Manifestations of God, dissensions have arisen, and prejudice has developed. Religious prejudice thus becomes the cause of warfare and battle.
If we abandon these timeworn blind imitations and investigate reality, all of us will be unified. No discord will remain; antagonism will disappear. All will associate in fellowship. All will enjoy the cordial bonds of friendship. The world of creation will then attain composure. The dark and gloomy clouds of blind imitations and dogmatic variances will be scattered and dispelled; the Sun of Reality will shine most gloriously.
Verily, we should consider the divine Prophets as the intermediaries, but mankind has made use of Them as causes of dissension and pretexts for warfare and strife. In reality, They were the intermediaries of love and reconciliation. If They were not sources of love and fellowship amongst men, then undoubtedly They were not true, for the divine wisdom and purpose in sending the Prophets was the manifestation of love in human hearts. Therefore, we must investigate reality. First of all, let us determine whether these Prophets were valid or not by using rational proofs and shining arguments, not simply by quoting traditionary evidences, because traditions are divergent and the source of dissension.
Among the holy, divine Manifestations of God were Moses, Buddha, etc. The sending of Prophets has ever been for the training of humanity. They are the first Educators and Trainers. If Moses has developed the body politic, there is no doubt that He was a true Teacher and Educator. This will be proof and evidence that He was a Prophet. We shall consider how He was sent to the children of Israel when they were in the abyss of despair, in the lowest degree of ignorance and heedlessness, degraded and under conditions of bondage. Moses rescued these degraded people of Israel from that state of bondage. He raised them from that condition of ignorance, saved them from barbarism and led them into the Holy Land. He educated them, endowed them with sagacious instincts, made them worthy and honorable. He civilized them, raised them to a higher plane of existence until they were enabled to establish a national sovereignty, the great kingdom of Solomon. This proves that Moses was a Teacher and an Educator. He had neither army nor dominion; neither did He possess wealth. It was only through an idealistic power that He cemented them together, proving that He was a Prophet of God, an Educator and Trainer.
Likewise, must we set aside prejudice in considering other divine Educators by investigating reality. For instance, let us take Christ. He achieved results greater than Moses. He educated the body politic, trained mighty nations. There is no doubt whatever that such Souls were Prophets, for the mission of Prophethood is education, and these wondrous Souls trained and educated mankind.
Christ was a unique Personage, without helper or assistant. Single and solitary He arose to train great and mighty nations; the Romans, Greeks, Egyptians, Syrians, Chaldeans and Assyrians came under His influence. He was able to bind together many nations, melting them together, as it were, and pouring them into one mold, changing their enmity into love, war into peace. Under His influence satanic souls became veritable angels, tyrannical rulers became just, the human moral standard was raised. This proves that Christ was an Educator, a Teacher and Trainer of nations. If we deny this, it is nought but injustice.
Blessed souls—whether Moses, Jesus, Zoroaster, Krishna, Buddha, Confucius or Muḥammad—were the cause of the illumination of the world of humanity. How can we deny such irrefutable proof? How can we be blind to such light? How can we dispute the validity of Christ? This is injustice. This is a denial of reality. Man must be just. We must set aside bias and prejudice. We must abandon the imitations of ancestors and forefathers. We ourselves must investigate reality and be fair in judgment.
The old nation of Persia denied all these facts, harboring the utmost hatred and enmity toward other religious beliefs besides their own. We have investigated reality and found that these holy souls were all sent of God. All of them have sacrificed life, endured ordeals and tribulations in order that They might educate us. How can such love be forgotten? The light of Christ is evident. The candle of Buddha is shining. The star of Moses is sparkling. The flame ignited by Zoroaster is still burning. How can we deny Them? It is injustice. It is a denial of complete evidence. If we forsake imitations, all will become united, and no differences will remain to separate us.
We entertain no prejudice against Muḥammad.

Outwardly the Arabian nation was instrumental in overthrowing the Pársí dominion, the sovereignty of Persia.

Therefore, the old Pársí nation manifested the utmost contempt toward the Arabs.

But we deal justly and will never abandon the standard of fairness.

The Arabians were in the utmost state of degradation.

They were bloodthirsty and barbarous, so savage and degraded that the Arabian father often buried his own daughter alive.

Consider:

Could any barbarism be lower than this?

The nation consisted of warring, hostile tribal peoples inhabiting the vast Arabian peninsula, and their business consisted in fighting and pillaging each other, making captive women and children, killing each other.

Muḥammad appeared among such a people.

He educated and unified these barbarous tribes, put an end to their shedding of blood.

Through His education they reached such a degree of civilization that they subdued and governed continents and nations.

What a great civilization was established in Spain by the Muslims!

What a marvelous civilization was founded in Morocco by the Moors!

What a powerful caliphate or successorship was set up in Baghdád!

How much Islám served and furthered the cause of science!

Why then should we deny Muḥammad?

If we deny Him, we awaken enmity and hatred.

By our prejudice we become the cause of war and bloodshed, for prejudice was the cause of the tremendous storm which swept through human history for thirteen hundred years and still continues.

Even now in the Balkans a commotion is apparent, reflecting it.
The Christian people number nearly three hundred millions and the Muslims about the same. It is no small task to do away with such numbers. And furthermore, why should they be obliterated? For these are all servants of the one God. Let us strive to establish peace between Christians and Muslims. Is it not better? What is the benefit of war? What is its fruitage? For thirteen hundred years there has been warfare and hostility. What good result has been forthcoming? Is it not folly? Is God pleased with it? Is Christ pleased? Is Muḥammad? It is evident that They are not. The Prophets have extolled each other to the utmost. Muḥammad declared Christ to be the Spirit of God. This is an explicit text of the Qur’án. He declared Christ to be the Word of God. He eulogized the disciples of Christ to the utmost. He bestowed upon Mary, the mother of Christ, the highest praise. Likewise, Christ extolled Moses. He spread broadcast the Old Testament, the Torah, and caused the name of Moses to reach unto the East and the West. The purpose is this: that the Prophets Themselves have manifested the utmost love toward each other, but the nations who believe and follow Them are hostile and antagonistic among themselves.
The world was in this condition of darkness when Bahá’u’lláh appeared upon the Persian horizon. He hoisted the banner of the oneness of the world of humanity. He proclaimed international peace. He admonished the Persian nation to investigate reality, announced that religion must be the cause of unity and love, that it must be the means of binding hearts together, the cause of life and illumination. If religion becomes the cause of enmity and bloodshed, then irreligion is to be preferred, for religion is the remedy for every ailment, and if a remedy should become the cause of ailment and difficulty, it is better to abandon it. Today in Persia you will see the Muslims, Christians, Zoroastrians, Buddhists assembled together in the same meeting, living in accordance with the teachings of Bahá’u’lláh, manifesting utmost love and accord. Rancor, hatred, antagonism and violence have disappeared; they live together as one family.
And ye who are the people of the Orient—the Orient which has ever been the dawning point of lights from whence the Sun of Reality has ever shone forth, casting its effulgence upon the West—ye, therefore, must become the manifestations of lights. Ye must become brilliant lamps. Ye must shine as stars radiating the light of love toward all mankind. May you be the cause of love amongst the nations. Thus may the world become witness that the Orient has ever been the dawning point of illumination, the source of love and reconciliation. Make peace with all the world. Love everybody; serve everybody. All are the servants of God. God has created all. He provideth for all. He is kind to all. Therefore, must we be kind to all.
I am greatly pleased with this meeting. I am joyous and happy, for here in these western regions I find Orientals seeking education and who are free from prejudice. May God assist you!
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8 October 1912
Talk at Leland Stanford Junior University Palo Alto, California
Notes by Bijou Straun
The greatest attainment in the world of humanity has ever been scientific in nature. It is the discovery of the realities of things. Inasmuch as I find myself in the home of science—for this is one of the great universities of the country and well known abroad—I feel a keen sense of joy.
The highest praise is due to men who devote their energies to science, and the noblest center is a center wherein the sciences and arts are taught and studied. Science ever tends to the illumination of the world of humanity. It is the cause of eternal honor to man, and its sovereignty is far greater than the sovereignty of kings. The dominion of kings has an ending; the king himself may be dethroned; but the sovereignty of science is everlasting and without end. Consider the philosophers of former times. Their rule and dominion is still manifest in the world. The Greek and Roman kingdoms with all their grandeur passed away; the ancient sovereignties of the Orient are but memories, whereas the power and influence of Plato and Aristotle still continue. Even now in schools and universities of the world their names are revered and commemorated, but where do we hear the names of bygone kings extolled? They are forgotten and rest in the valley of oblivion. It is evident that the sovereignty of science is greater than the dominion of rulers. Kings have invaded countries and achieved conquest through the shedding of blood, but the scientist through his beneficent achievements invades the regions of ignorance, conquering the realm of minds and hearts. Therefore, his conquests are everlasting. May you attain extraordinary progress in this center of education. May you become radiant lights flooding the dark regions and recesses of ignorance with illumination.
Inasmuch as the fundamental principle of the teaching of Bahá’u’lláh is the oneness of the world of humanity, I will speak to you upon the intrinsic oneness of all phenomena. This is one of the abstruse subjects of divine philosophy.
Fundamentally all existing things pass through the same degrees and phases of development, and any given phenomenon embodies all others. An ancient statement of the Arabian philosophers declares that all things are involved in all things. It is evident that each material organism is an aggregate expression of single and simple elements, and a given cellular element or atom has its coursings or journeyings through various and myriad stages of life. For example, we will say the cellular elements which have entered into the composition of a human organism were at one time a component part of the animal kingdom; at another time they entered into the composition of the vegetable, and prior to that they existed in the kingdom of the mineral. They have been subject to transference from one condition of life to another, passing through various forms and phases, exercising in each existence special functions. Their journeyings through material phenomena are continuous. Therefore, each phenomenon is the expression in degree of all other phenomena. The difference is one of successive transferences and the period of time involved in evolutionary process.
For example, it has taken a certain length of time for this cellular element in my hand to pass through the various periods of metabolism. At one period it was in the mineral kingdom subject to changes and transferences in the mineral state. Then it was transferred to the vegetable kingdom where it entered into different grades and stations. Afterward it reached the animal plane, appearing in forms of animal organisms until finally in its transferences and coursings it attained to the kingdom of man. Later on it will revert to its primordial elemental state in the mineral kingdom, being subject, as it were, to infinite journeyings from one degree of existence to another, passing through every stage of being and life. Whenever it appears in any distinct form or image, it has its opportunities, virtues and functions. As each component atom or element in the physical organisms of existence is subject to transference through endless forms and stages, possessing virtues peculiar to those forms and stations, it is evident that all phenomena of material being are fundamentally one. In the mineral kingdom this component atom or element possesses certain virtues of the mineral; in the kingdom of the vegetable it is imbued with vegetable qualities or virtues; in the plane of animal existence it is empowered with animal virtues—the senses; and in the kingdom of man it manifests qualities peculiar to the human station.
As this is true of material phenomena, how much more evident and essential it is that oneness should characterize man in the realm of idealism, which finds its expression only in the human kingdom. Verily, the origin of all material life is one and its termination likewise one. In view of this fundamental unity and agreement of all phenomenal life, why should man in his kingdom of existence wage war or indulge in hostility and destructive strife against his fellowman? Man is the noblest of the creatures. In his physical organism he possesses the virtues of the mineral kingdom. Likewise, he embodies the augmentative virtue, or power of growth, which characterizes the kingdom of the vegetable. Furthermore, in his degree of physical existence he is qualified with functions and powers peculiar to the animal, beyond which lies the range of his distinctive human mental and spiritual endowment. Considering this wonderful unity of the kingdoms of existence and their embodiment in the highest and noblest creature, why should man be at variance and in conflict with man? Is it fitting and justifiable that he should be at war, when harmony and interdependence characterize the kingdoms of phenomenal life below him? The elements and lower organisms are synchronized in the great plan of life. Shall man, infinitely above them in degree, be antagonistic and a destroyer of that perfection? God forbid such a condition!
From the fellowship and commingling of the elemental atoms life results. In their harmony and blending there is ever newness of existence. It is radiance, completeness; it is consummation; it is life itself. Just now the physical energies and natural forces which come under our immediate observation are all at peace. The sun is at peace with the earth upon which it shines. The soft breathing winds are at peace with the trees. All the elements are in harmony and equilibrium. A slight disturbance and discord among them might bring another San Francisco earthquake and fire. A physical clash, a little quarreling among the elements as it were, and a violent cataclysm of nature results. This happens in the mineral kingdom. Consider, then, the effect of discord and conflict in the kingdom of man, so superior to the realm of inanimate existence. How great the attendant catastrophe, especially when we realize that man is endowed by God with mind and intellect. Verily, mind is the supreme gift of God. Verily, intellect is the effulgence of God. This is manifest and self-evident.
For all created things except man are subjects or captives of nature; they cannot deviate in the slightest degree from nature’s law and control. The colossal sun, center of our planetary system, is nature’s captive, incapable of the least variation from the law of command. All the orbs and luminaries in this illimitable universe are, likewise, obedient to nature’s regulation. Our planet, the earth, acknowledges nature’s omnipresent sovereignty. The kingdoms of the mineral, vegetable and animal respond to nature’s will and fiat of control. The great bulky elephant with its massive strength has no power to disobey the restrictions nature has laid upon him; but man, weak and diminutive in comparison, empowered by mind which is an effulgence of Divinity itself, can resist nature’s control and apply natural laws to his own uses.
According to the limitations of his physical powers man was intended by creation to live upon the earth, but through the exercise of his mental faculties, he removes the restriction of this law and soars in the air like a bird. He penetrates the secrets of the sea in submarines and builds fleets to sail at will over the ocean’s surface, commanding the laws of nature to do his will. All the sciences and arts we now enjoy and utilize were once mysteries, and according to the mandates of nature should have remained hidden and latent, but the human intellect has broken through the laws surrounding them and discovered the underlying realities. The mind of man has taken these mysteries out of the plane of invisibility and brought them into the plane of the known and visible.
It has classified and adapted these laws to human needs and uses, this being contrary to the postulates of nature.

For example, electricity was once a hidden, or latent, natural force.

It would have remained hidden if the human intellect had not discovered it.

Man has broken the law of its concealment, taken this energy out of the invisible treasury of the universe and brought it into visibility.

Is it not an extraordinary accomplishment that this little creature, man, has imprisoned an irresistible cosmic force in an incandescent lamp?

It is beyond the vision and power of nature itself to do this.

The East can communicate with the West in a few minutes.

This is a miracle transcending nature’s control.

Man takes the human voice and stores it in a phonograph.

The voice naturally should be free and transient according to the law and phenomenon of sound, but man arrests its vibrations and puts it in a box in defiance of nature’s laws.

All human discoveries were once secrets and mysteries sealed and stored up in the bosom of the material universe until the mind of man, which is the greatest of divine effulgences, penetrated them and made them subservient to his will and purpose.

In this sense man has broken the laws of nature and is constantly taking out of nature’s laboratory new and wonderful things.

Notwithstanding this supreme bestowal of God, which is the greatest power in the world of creation, man continues to war and fight, killing his fellowman with the ferocity of a wild animal.

Is this in keeping with his exalted station?

Nay, rather, this is contrary to the divine purpose manifest in his creation and endowment.
If the animals are savage and ferocious, it is simply a means for their subsistence and preservation. They are deprived of that degree of intellect which can reason and discriminate between right and wrong, justice and injustice; they are justified in their actions and not responsible. When man is ferocious and cruel toward his fellowman, it is not for subsistence or safety. His motive is selfish advantage and willful wrong. It is neither seemly nor befitting that such a noble creature, endowed with intellect and lofty thoughts, capable of wonderful achievements and discoveries in sciences and arts, with potential for ever higher perceptions and the accomplishment of divine purposes in life, should seek the blood of his fellowmen upon the field of battle. Man is the temple of God. He is not a human temple. If you destroy a house, the owner of that house will be grieved and wrathful. How much greater is the wrong when man destroys a building planned and erected by God! Undoubtedly, he deserves the judgment and wrath of God.
God has created man lofty and noble, made him a dominant factor in creation. He has specialized man with supreme bestowals, conferred upon him mind, perception, memory, abstraction and the powers of the senses. These gifts of God to man were intended to make him the manifestation of divine virtues, a radiant light in the world of creation, a source of life and the agency of constructiveness in the infinite fields of existence. Shall we now destroy this great edifice and its very foundation, overthrow this temple of God, the body social or politic? When we are not captives of nature, when we possess the power to control ourselves, shall we become captives of nature and act according to its exigencies?
In nature there is the law of the survival of the fittest.

Even if man be not educated, then according to the natural institutes this natural law will demand of man supremacy.

The purpose and object of schools, colleges and universities is to educate man and thereby rescue and redeem him from the exigencies and defects of nature and to awaken within him the capability of controlling and appropriating nature’s bounties.

If we should relegate this plot of ground to its natural state, allow it to return to its original condition, it would become a field of thorns and useless weeds, but by cultivation it will become fertile soil, yielding a harvest.

Deprived of cultivation, the mountain slopes would be jungles and forests without fruitful trees.

The gardens bring forth fruits and flowers in proportion to the care and tillage bestowed upon them by the gardener.

Therefore, it is not intended that the world of humanity should be left to its natural state.

It is in need of the education divinely provided for it.

The holy, heavenly Manifestations of God have been the Teachers.

They are the divine Gardeners Who transform the jungles of human nature into fruitful orchards and make the thorny places blossom as the rose.

It is evident, then, that the intended and especial function of man is to rescue and redeem himself from the inherent defects of nature and become qualified with the ideal virtues of Divinity.

Shall he sacrifice these ideal virtues and destroy these possibilities of advancement?

God has endowed him with a power whereby he can even overcome the laws and phenomena of nature, wrest the sword from nature’s hand and use it against nature itself.

Shall he, then, remain its captive, even failing to qualify under the natural law which commands the survival of the fittest?

That is to say, shall he continue to live upon the level of the animal kingdom without distinction between them and himself in natural impulses and ferocious instincts?

There is no lower degree nor greater debasement for man than this natural condition of animalism.

The battlefield is the acme of human degradation, the cause of the wrath of God, the destruction of the divine foundation of man.
Praise be to God! I find myself in an assemblage, the members of which are peace loving and advocates of international unity. The thoughts of all present are centered upon the oneness of the world of mankind, and every ambition is to render service in the cause of human uplift and betterment. I supplicate God that He may confirm and assist you, that each one of you may become a professor emeritus in the world of scientific knowledge, a faithful standard-bearer of peace and bonds of agreement between the hearts of men.
Fifty years ago Bahá’u’lláh declared the necessity of peace among the nations and the reality of reconciliation between the religions of the world. He announced that the fundamental basis of all religion is one, that the essence of religion is human fellowship and that the differences in belief which exist are due to dogmatic interpretation and blind imitations which are at variance with the foundations established by the Prophets of God. He proclaimed that if the reality underlying religious teaching be investigated all religions would be unified, and the purpose of God, which is love and the blending of human hearts, would be accomplished. According to His teachings if religious belief proves to be the cause of discord and dissension, its absence would be preferable; for religion was intended to be the divine remedy and panacea for the ailments of humanity, the healing balm for the wounds of mankind. If its misapprehension and defilement have brought about warfare and bloodshed instead of remedy and cure, the world would be better under irreligious conditions.
Bahá’u’lláh especially emphasized international peace.

He declared that all mankind is the one progeny of Adam and members of one great universal family.

If the various races and distinct types of mankind had each proceeded from a different original paternity—in other words, if we had two or more Adams for our human fathers—there might be reasonable ground for difference and divergence in humanity today; but inasmuch as we belong to one progeny and one family, all names which seek to differentiate and distinguish mankind as Italian, German, French, Russian and so on are without significance and sanction.

We are all human, all servants of God and all come from Mr.

Adam’s family.

Why, then, all these fallacious national and racial distinctions?

These boundary lines and artificial barriers have been created by despots and conquerors who sought to attain dominion over mankind, thereby engendering patriotic feeling and rousing selfish devotion to merely local standards of government.

As a rule they themselves enjoyed luxuries in palaces, surrounded by conditions of ease and affluence, while armies of soldiers, civilians and tillers of the soil fought and died at their command upon the field of battle, shedding their innocent blood for a delusion such as “we are Germans,”

“our enemies are French,” etc., when, in reality, all are humankind, all belong to the one family and posterity of Adam, the original father.

This prejudice or limited patriotism is prevalent throughout the world, while man is blind to patriotism in the larger sense which includes all races and native lands.

From every real standpoint there must and should be peace among all nations.
God created one earth and one mankind to people it. Man has no other habitation, but man himself has come forth and proclaimed imaginary boundary lines and territorial restrictions, naming them Germany, France, Russia, etc. And torrents of precious blood are spilled in defense of these imaginary divisions of our one human habitation, under the delusion of a fancied and limited patriotism.
After all, a claim and title to territory or native land is but a claim and attachment to the dust of earth. We live upon this earth for a few days and then rest beneath it forever. So it is our graveyard eternally. Shall man fight for the tomb which devours him, for his eternal sepulcher? What ignorance could be greater than this? To fight over his grave, to kill another for his grave! What heedlessness! What a delusion!
It is my hope that you who are students in this university may never be called upon to fight for the dust of earth which is the tomb and sepulcher of all mankind, but that during the days of your life you may enjoy the most perfect companionship one with another, even as one family—as brothers, sisters, fathers, mothers—associating together in peace and true fellowship.
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10 October 1912
Talk at Open Forum San Francisco, California
Notes by Bijou Straun
Although I was feeling indisposed this evening, yet owing to the love I entertain for you I have attended this meeting. For I have heard that this is an open forum, investigating reality; that you are free from blind imitations, desiring to arrive at the truth of things, and that your endeavors are lofty. Therefore, I have thought it expedient to discourse upon the subject of philosophy, which is alike interesting to the East and the West, enabling us to consider the analogies and differences between the philosophical teachings of the Orient and Occident.
The criterion of judgment in the estimation of western philosophers is sense perception. They consider that which is tangible or perceptible to the senses to be a reality—that there is no doubt of its existence. For example, we prove the existence of this light through the sense of sight; we visualize this room; we see the sun, the green fields; we use our sense of sight to observe them. The opinion of these philosophers is that such perception is reality, that the senses are the highest standard of perception and judgment, in which there can neither be doubt nor uncertainty. In the estimation of the philosophers of the Orient, especially those of Greece and Persia, the standard of judgment is the intellect. They are of the opinion that the criterion of the senses is defective, and their proof is that the senses are often deceived and mistaken. That which is liable to mistake cannot be infallible, cannot be a true standard of judgment.
Among the senses the most powerful and reliable is that of sight. This sense views a mirage as a body of water and is positive as to its character, whereas a mirage is nonexistent. The sense of vision, or sight, sees reflected images in a mirror as verities, when reason declares them to be nonexistent. The eye sees the sun and planets revolving around the earth, whereas in reality the sun is stationary, central, and the earth revolves upon its own axis. The sense of sight sees the earth as a plane, whereas the faculty of reason discovers it to be spherical. The eye views the heavenly bodies in boundless space as small and insignificant, whereas reason declares them to be colossal suns. The sense of sight beholds a whirling spark of fire as a circle of light and is without doubt as to it, whereas such a circle is nonexistent. A man sailing in a ship sees the banks on either side as if they were moving, whereas the ship is moving. Briefly, there are many instances and evidences which disprove the assertion that tangibilities and sense impressions are certainties, for the senses are misleading and often mistaken. How, then, can we rightly declare that they prove reality when the standard or criterion itself is defective?
The philosophers of the East consider the perfect criterion to be reason or intellect, and according to that standard the realities of all objects can be proved; for, they say, the standard of reason and intellect is perfect, and everything provable through reason is veritable. Therefore, those philosophers consider all philosophical deductions to be correct when weighed according to the standard of reason, and they state that the senses are the assistants and instruments of reason, and that although the investigation of realities may be conducted through the senses, the standard of knowing and judgment is reason itself. In this way the philosophers of the East and West differ and disagree. The materialistic philosophers of the West declare that man belongs to the animal kingdom, whereas the philosophers of the East—such as Plato, Aristotle and the Persians—divide the world of existence or phenomena of life into two general categories or kingdoms: one the animal kingdom, or world of nature, the other the human kingdom, or world of reason.
Man is distinguished above the animals through his reason. The perceptions of man are of two kinds: tangible, or sensible, and reasonable, whereas the animal perceptions are limited to the senses, the tangible only. The tangible perceptions may be likened to this candle, the reasonable perceptions to the light. Calculations of mathematical problems and determining the spherical form of the earth are through the reasonable perceptions. The center of gravity is a hypothesis of reason. Reason itself is not tangible, perceptible to the senses. Reason is an intellectual verity or reality. All qualities are ideal realities, not tangible realities. For instance, we say this man is a scholarly man. Knowledge is an ideal attainment not perceptible to the senses. When you see this scholarly man, your eye does not see his knowledge, your ear cannot hear his science, nor can you sense it by taste. It is not a tangible verity. Science itself is an ideal verity. It is evident, therefore, that the perceptions of man are twofold: the reasonable and the tangible, or sensible.
As to the animal: It is endowed only with sense perception. It is lacking the reasonable perception. It cannot apprehend ideal realities. The animal cannot conceive of the earth as a sphere. The intelligence of an animal located in Europe could never have planned the discovery of the continent of America. The animal kingdom is incapable of discovering the latent mysteries of nature—such as electricity—and bringing them forth from the invisible to the plane of visibility. It is evident that the discoveries and inventions transcend the animal intelligence. The animal cannot penetrate the secrets of genesis and creation. Its mind is incapable of conceiving the verity of ether. It cannot know the mysteries of magnetism because the bestowals of abstract reason and intellect are absent in its endowment. That is to say, the animal in its creation is a captive of the senses. Beyond the tangibilities and impressions of the senses it cannot accept anything. It denies everything. It is incapable of ideal perception and, therefore, a captive of the senses.
Virtue, or perfection, belongs to man, who possesses both the capacity of the senses and ideal perception.

For instance, astronomical discoveries are man’s accomplishments.

He has not gained this knowledge through his senses.

The greater part of it has been attained through intellect, through the ideal senses.

Man’s inventions have appeared through the avenue of his reasonable faculties.

All his scientific attainments have come through the faculty of reason.

Briefly, the evidences of intellect or reason are manifest in man.

By them he is differentiated from the animal.

Therefore, the animal kingdom is distinct and inferior to the human kingdom.

Notwithstanding this, the philosophers of the West have certain syllogisms, or demonstrations, whereby they endeavor to prove that man had his origin in the animal kingdom; that although he is now a vertebrate, he originally lived in the sea; from thence he was transferred to the land and became vertebrate; that gradually his feet and hands appeared in his anatomical development; then he began to walk upon all fours, after which he attained to human stature, walking erect.

They find that his anatomy has undergone successive changes, finally assuming human form, and that these intermediate forms or changes are like links connected.

Between man and the ape, however, there is one link missing, and to the present time scientists have not been able to discover it.

Therefore, the greatest proof of this western theory of human evolution is anatomical, reasoning that there are certain vestiges of organs found in man which are peculiar to the ape and lower animals, and setting forth the conclusion that man at some time in his upward progression has possessed these organs which are no longer functioning but appear now as mere rudiments and vestiges.
For example, a serpent has a certain appendage which indicates that at one time it was possessed of long limbs, but as this creature began to find its habitation in the holes of the earth, these limbs, no longer needed, became atrophied and shrunk, leaving but a vestige, or appendage, as an evidence of the time when they were lengthy and serviceable. Likewise, it is claimed man had a certain appendage which shows that there was a time when his anatomical structure was different from his present organism and that there has been a corresponding transformation or change in that structure. The coccyx, or extremity of the human spinal column, is declared to be the vestige of a tail which man formerly possessed but which gradually disappeared when he walked erect and its utility ceased. These statements and demonstrations express the substance of western philosophy upon the question of human evolution.
The philosophers of the Orient in reply to those of the western world say:

Let us suppose that the human anatomy was primordially different from its present form, that it was gradually transformed from one stage to another until it attained its present likeness, that at one time it was similar to a fish, later an invertebrate and finally human.

This anatomical evolution or progression does not alter or affect the statement that the development of man was always human in type and biological in progression.

For the human embryo when examined microscopically is at first a mere germ or worm.

Gradually as it develops it shows certain divisions; rudiments of hands and feet appear—that is to say, an upper and a lower part are distinguishable.

Afterward it undergoes certain distinct changes until it reaches its actual human form and is born into this world.

But at all times, even when the embryo resembled a worm, it was human in potentiality and character, not animal.

The forms assumed by the human embryo in its successive changes do not prove that it is animal in its essential character.

Throughout this progression there has been a transference of type, a conservation of species or kind.

Realizing this we may acknowledge the fact that at one time man was an inmate of the sea, at another period an invertebrate, then a vertebrate and finally a human being standing erect.

Though we admit these changes, we cannot say man is an animal.

In each one of these stages are signs and evidences of his human existence and destination.

Proof of this lies in the fact that in the embryo man still resembles a worm.

This embryo still progresses from one state to another, assuming different forms until that which was potential in it—namely, the human image—appears.

Therefore, in the protoplasm, man is man.

Conservation of species demands it.
The lost link of Darwinian theory is itself a proof that man is not an animal. How is it possible to have all the links present and that important link absent? Its absence is an indication that man has never been an animal. It will never be found.
The significance is this: that the world of humanity is distinct from the animal kingdom.

This is the teaching of the philosophers of the Orient.

They have a proof for it.

The proof is that the animals are captives of nature.

All existence and phenomena of the lower kingdoms are captives of nature; the mighty sun, the numberless stars, the kingdoms of the vegetable and mineral, none of these can deviate one hair’s breadth from the limitation of nature’s laws.

They are, as it were, arrested by nature’s hands.

But man breaks the laws of nature and makes them subservient to his uses.

For instance, man is an animate earthly being in common with the animals.

The exigency of nature demands that he should be restricted to the earth; but he, by breaking the laws of nature, soars in the atmosphere high above it.

By the application of his intellect he overcomes natural law and dives beneath the seas in submarines or sails across them in ships.

He arrests a mighty force of nature such as electricity and imprisons it in an incandescent lamp.

According to the law of nature he should be able to communicate at a distance of, say, one thousand feet; but through his inventions and discoveries he communicates with the East and with the West in a few moments.

This is breaking the laws of nature.

Man arrests the human voice and reproduces it in a phonograph.

At most his voice should be heard only a few hundred feet away, but he invents an instrument which transmits it one thousand miles.

In brief, all the present arts and sciences, inventions and discoveries man has brought forth were once mysteries which nature had decreed should remain hidden and latent, but man has taken them out of the plane of the invisible and brought them into the plane of the visible.

This is contrary to nature’s laws.

Electricity should be a latent mystery, but man discovers it and makes it his servant.

He wrests the sword from nature’s hand and uses it against nature, proving that there is a power in him which is beyond nature, for it is capable of breaking and subduing the laws of nature.

If this power were not supernatural and extraordinary, man’s accomplishments would not have been possible.
Furthermore, it is evident that in the world of nature conscious knowledge is absent. Nature is without knowing, whereas man is conscious. Nature is devoid of memory; man possesses memory. Nature is without perception and volition; man possesses both. It is evident that virtues are inherent in man which are not present in the world of nature. This is provable from every standpoint.
If it be claimed that the intellectual reality of man belongs to the world of nature—that it is a part of the whole—we ask is it possible for the part to contain virtues which the whole does not possess? For instance, is it possible for the drop to contain virtues of which the aggregate body of the sea is deprived? Is it possible for a leaf to be imbued with virtues which are lacking in the whole tree? Is it possible that the extraordinary faculty of reason in man is animal in character and quality? On the other hand, it is evident and true, though most astounding, that in man there is present this supernatural force or faculty which discovers the realities of things and which possesses the power of idealization or intellection. It is capable of discovering scientific laws, and science we know is not a tangible reality. Science exists in the mind of man as an ideal reality. The mind itself, reason itself, is an ideal reality and not tangible.
Notwithstanding this, some of the sagacious men declare: We have attained to the superlative degree of knowledge; we have penetrated the laboratory of nature, studying sciences and arts; we have attained the highest station of knowledge in the human world; we have investigated the facts as they are and have arrived at the conclusion that nothing is rightly acceptable except the tangible, which alone is a reality worthy of credence; all that is not tangible is imagination and nonsense.
Strange indeed that after twenty years training in colleges and universities man should reach such a station wherein he will deny the existence of the ideal or that which is not perceptible to the senses. Have you ever stopped to think that the animal already has graduated from such a university? Have you ever realized that the cow is already a professor emeritus of that university? For the cow without hard labor and study is already a philosopher of the superlative degree in the school of nature. The cow denies everything that is not tangible, saying, “I can see! I can eat! Therefore, I believe only in that which is tangible!”
Then why should we go to the colleges? Let us go to the cow.
– 112 –
12 October 1912
Talk at Temple Emmanu-El 450 Sutter Street, San Francisco, California
Notes by Bijou Straun
The greatest bestowal of God in the world of humanity is religion, for assuredly the divine teachings of religion are above all other sources of instruction and development to man. Religion confers upon man eternal life and guides his footsteps in the world of morality. It opens the doors of unending happiness and bestows everlasting honor upon the human kingdom. It has been the basis of all civilization and progress in the history of mankind.
We will, therefore, investigate religion, seeking from an unprejudiced standpoint to discover whether it is the source of illumination, the cause of development and the animating impulse of all human advancement. We will investigate independently, free from the restrictions of dogmatic beliefs, blind imitations of ancestral forms and the influence of mere human opinion; for as we enter this question, we will find some who declare that religion is a cause of uplift and betterment in the world, while others assert just as positively that it is a detriment and a source of degradation to mankind. We must give these questions thorough and impartial consideration so that no doubt or uncertainty may linger in our minds regarding them.
How shall we determine whether religion has been the cause of human advancement or retrogression?
We will first consider the Founders of the religions—the Prophets—review the story of Their lives, compare the conditions preceding Their appearance with those subsequent to Their departure, following historical records and irrefutable facts instead of relying upon traditionary statements which are open to both acceptance and denial.
Among the great Prophets was Abraham, Who, being an iconoclast and a Herald of the oneness of God, was banished from His native land. He founded a family upon which the blessing of God descended, and it was owing to this religious basis and ordination that the Abrahamic house progressed and advanced. Through the divine benediction noteworthy and luminous prophets issued from His lineage. There appeared Isaac, Ishmael, Jacob, Joseph, Moses, Aaron, David and Solomon. The Holy Land was conquered by the power of the Covenant of God with Abraham, and the glory of the Solomonic wisdom and sovereignty dawned. All this was due to the religion of God which this blessed lineage established and upheld. It is evident that throughout the history of Abraham and His posterity this was the source of their honor, advancement and civilization. Even today the descendants of His household and lineage are found throughout the world.
There is another and more significant aspect to this religious impulse and impetus.

The children of Israel were in bondage and captivity in the land of Egypt four hundred years.

They were in an extreme state of degradation and slavery under the tyranny and oppression of the Egyptians.

While they were in the condition of abject poverty, in the lowest degree of abasement, ignorance and servility, Moses suddenly appeared among them.

Although He was but a shepherd, such majesty, grandeur and efficiency became manifest in Him through the power of religion that His influence continues to this day.

His Prophethood was established throughout the land, and the law of His Word became the foundation of the laws of the nations.

This unique Personage, single and alone, rescued the children of Israel from bondage through the power of religious training and discipline.

He led them to the Holy Land and founded there a great civilization which has become permanent and renowned and under which these people attained the highest degree of honor and glory.

He freed them from bondage and captivity.

He imbued them with qualities of progressiveness and capability.

They proved to be a civilizing people with instincts toward education and scholastic attainment.

Their philosophy became renowned; their industries were celebrated throughout the nations.

In all lines of advancement which characterize a progressive people they achieved distinction.

In the splendor of the reign of Solomon their sciences and arts advanced to such a degree that even the Greek philosophers journeyed to Jerusalem to sit at the feet of the Hebrew sages and acquire the basis of Israelitish law.

According to eastern history this is an established fact.

Even Socrates visited the Jewish doctors in the Holy Land, consorting with them and discussing the principles and basis of their religious belief.

After his return to Greece he formulated his philosophical teaching of divine unity and advanced his belief in the immortality of the spirit beyond the dissolution of the body.

Without doubt, Socrates absorbed these verities from the wise men of the Jews with whom he came in contact.

Hippocrates and other philosophers of the Greeks likewise visited Palestine and acquired wisdom from the Jewish prophets, studying the basis of ethics and morality, returning to their country with contributions which have made Greece famous.
When a movement fundamentally religious makes a weak nation strong, changes a nondescript tribal people into a mighty and powerful civilization, rescues them from captivity and elevates them to sovereignty, transforms their ignorance into knowledge and endows them with an impetus of advancement in all degrees of development (this is not theory, but historical fact), it becomes evident that religion is the cause of man’s attainment to honor and sublimity.
But when we speak of religion, we mean the essential foundation or reality of religion, not the dogmas and blind imitations which have gradually encrusted it and which are the cause of the decline and effacement of a nation.

These are inevitably destructive and a menace and hindrance to a nation’s life—even as it is recorded in the Torah and confirmed in history that when the Jews became fettered by empty forms and imitations, the wrath of God became manifest.

When they forsook the foundations of the law of God, Nebuchadnezzar came and conquered the Holy Land.

He killed and made captive the people of Israel, laid waste the country and populous cities and burned the villages.

Seventy thousand Jews were carried away captive to Babylon.

He destroyed Jerusalem, despoiled the great Temple, desecrated the Holy of Holies and burned the Torah, the heavenly book of Scriptures.

Therefore, we learn that allegiance to the essential foundation of the divine religions is ever the cause of development and progress, whereas the abandonment and beclouding of that essential reality through blind imitations and adherence to dogmatic beliefs are the causes of a nation’s debasement and degradation.

After their conquest by the Babylonians the Jews were successively subjugated by the Greeks and Romans.

Under the Roman general Titus in A.D.

70 the Holy Land was stripped and pillaged, Jerusalem razed to its foundations and the Israelites scattered broadcast throughout the world.

So complete was their dispersion that they have continued without a country and government of their own to the present day.
From this review of the history of the Jewish people we learn that the foundation of the religion of God laid by Moses was the cause of their eternal honor and national prestige, the animating impulse of their advancement and racial supremacy and the source of that excellence which will always command the respect and reverence of those who understand their peculiar destiny and outcome. The dogmas and blind imitations which gradually obscured the reality of the religion of God proved to be Israel’s destructive influences, causing the expulsion of these chosen people from the Holy Land of their Covenant and promise.
What, then, is the mission of the divine Prophets? Their mission is the education and advancement of the world of humanity. They are the real Teachers and Educators, the universal Instructors of mankind. If we wish to discover whether any one of these great Souls or Messengers was in reality a Prophet of God, we must investigate the facts surrounding His life and history, and the first point of our investigation will be the education He bestowed upon mankind. If He has been an Educator, if He has really trained a nation or people, causing it to rise from the lowest depths of ignorance to the highest station of knowledge, then we are sure that He was a Prophet. This is a plain and clear method of procedure, proof that is irrefutable. We do not need to seek after other proofs. We do not need to mention miracles, saying that out of rock water gushed forth, for such miracles and statements may be denied and refused by those who hear them. The deeds of Moses are conclusive evidences of His Prophethood. If a man be fair, unbiased and willing to investigate reality, he will undoubtedly testify to the fact that Moses was, verily, a man of God and a great Personage.
In further consideration of this subject, I wish you to be fair and reasonable in your judgment, setting aside all religious prejudices. We should earnestly seek and thoroughly investigate realities, recognizing that the purpose of the religion of God is the education of humanity and the unity and fellowship of mankind. Furthermore, we will establish the point that the foundations of the religions of God are one foundation. This foundation is not multiple, for it is reality itself. Reality does not admit of multiplicity, although each of the divine religions is separable into two divisions. One concerns the world of morality and the ethical training of human nature. It is directed to the advancement of the world of humanity in general; it reveals and inculcates the knowledge of God and makes possible the discovery of the verities of life. This is ideal and spiritual teaching, the essential quality of divine religion, and not subject to change or transformation. It is the one foundation of all the religions of God. Therefore, the religions are essentially one and the same.
The second classification or division comprises social laws and regulations applicable to human conduct.

This is not the essential spiritual quality of religion.

It is subject to change and transformation according to the exigencies and requirements of time and place.

For instance, in the time of Noah certain requirements made it necessary that all seafood be allowable or lawful.

During the time of the Abrahamic Prophethood it was considered allowable, because of a certain exigency, that a man should marry his aunt, even as Sarah was the sister of Abraham’s mother.

During the cycle of Adam it was lawful and expedient for a man to marry his own sister, even as Abel, Cain and Seth, the sons of Adam, married their sisters.

But in the law of the Pentateuch revealed by Moses these marriages were forbidden and their custom and sanction abrogated.

Other laws formerly valid were annulled during the time of Moses.

For example, it was lawful in Abraham’s cycle to eat the flesh of the camel, but during the time of Jacob this was prohibited.

Such changes and transformations in the teaching of religion are applicable to the ordinary conditions of life, but they are not important or essential.

Moses lived in the wilderness of Sinai where crime necessitated direct punishment.

There were no penitentiaries or penalties of imprisonment.

Therefore, according to the exigency of the time and place it was a law of God that an eye should be given for an eye and a tooth for a tooth.

It would not be practicable to enforce this law at the present time—for instance, to blind a man who accidentally blinded you.

In the Torah there are many commands concerning the punishment of a murderer.

It would not be allowable or possible to carry out these ordinances today.

Human conditions and exigencies are such that even the question of capital punishment—the one penalty which most nations have continued to enforce for murder—is now under discussion by wise men who are debating its advisability.

In fact, laws for the ordinary conditions of life are only valid temporarily.

The exigencies of the time of Moses justified cutting off a man’s hand for theft, but such a penalty is not allowable now.

Time changes conditions, and laws change to suit conditions.

We must remember that these changing laws are not the essentials; they are the accidentals of religion.

The essential ordinances established by a Manifestation of God are spiritual; they concern moralities, the ethical development of man and faith in God.

They are ideal and necessarily permanent—expressions of the one foundation and not amenable to change or transformation.

Therefore, the fundamental basis of the revealed religion of God is immutable, unchanging throughout the centuries, not subject to the varying conditions of the human world.
Christ ratified and proclaimed the foundation of the law of Moses. Muḥammad and all the Prophets have revoiced that same foundation of reality. Therefore, the purposes and accomplishments of the divine Messengers have been one and the same. They were the source of advancement to the body politic and the cause of the honor and divine civilization of humanity, the foundation of which is one and the same in every dispensation. It is evident, then, that the proofs of the validity and inspiration of a Prophet of God are the deeds of beneficent accomplishment and greatness emanating from Him. If He proves to be instrumental in the elevation and betterment of mankind, He is undoubtedly a valid and heavenly Messenger.
I wish you to be reasonable and just in your consideration of the following statements:
At the time when the Israelites had been dispersed by the power of the Roman Empire and the national life of the Hebrew people had been effaced by their conquerors—when the law of God had seemingly passed from them and the foundation of the religion of God was apparently destroyed—Jesus Christ appeared.

When He arose among the Jews, the first thing He did was to proclaim the validity of the Manifestation of Moses.

He declared that the Torah, the Old Testament, was the Book of God and that all the prophets of Israel were valid and true.

He extolled the mission of Moses, and through His proclamation the name of Moses was spread throughout the world.

Through Christianity the greatness of Moses became known among all nations.

It is a fact that before the appearance of Christ, the name of Moses had not been heard in Persia.

In India they had no knowledge of Judaism, and it was only through the Christianizing of Europe that the teachings of the Old Testament became spread in that region.

Throughout Europe there was not a copy of the Old Testament.

But consider this carefully and judge it aright:

Through the instrumentality of Christ, through the translation of the New Testament, the little volume of the Gospel, the Old Testament, the Torah, has been translated into six hundred languages and spread everywhere in the world.

The names of the Hebrew prophets became household words among the nations, who believed that the children of Israel were, verily, the chosen people of God, a holy nation under the especial blessing and protection of God, and that, therefore, the prophets who had arisen in Israel were the daysprings of revelation and brilliant stars in the heaven of the will of God.
Therefore, Christ really promulgated Judaism; for he was a Jew and not opposed to the Jews. He did not deny the Prophethood of Moses; on the contrary, He proclaimed and ratified it. He did not invalidate the Torah; He spread its teachings. That portion of the ordinances of Moses which concerned transactions and unimportant conditions underwent transformation, but the essential teachings of Moses were revoiced and confirmed by Christ without change. He left nothing unfinished or incomplete. Likewise, through the supreme efficacy and power of the Word of God He united most of the nations of the East and the West. This was accomplished at a time when these nations were opposed to each other in hostility and strife. He led them beneath the overshadowing tent of the oneness of humanity. He educated them until they became united and agreed, and through His spirit of conciliation the Roman, Greek, Chaldean and Egyptian were blended in a composite civilization. This wonderful power and extraordinary efficacy of the Word prove conclusively the validity of Christ. Consider how His heavenly sovereignty is still permanent and lasting. Verily, this is conclusive proof and manifest evidence.
From another horizon we see Muḥammad, the Prophet of Arabia, appearing.

You may not know that the first address of Muḥammad to His tribe was the statement, “Verily, Moses was a Prophet of God, and the Torah is a Book of God.

Verily, O ye people, ye must believe in the Torah, in Moses and the prophets.

Ye must accept all the prophets of Israel as valid.”

In the Qur’án, the Muslim Bible, there are seven statements or repetitions of the Mosaic narrative, and in all the historic accounts Moses is praised.

Muḥammad announces that Moses was the greatest Prophet of God, that God guided Him in the wilderness of Sinai, that through the light of guidance Moses hearkened to the summons of God, that He was the Interlocutor of God and the bearer of the tablet of the Ten Commandments, that all the contemporary nations of the world arose against Him and that eventually Moses conquered them, for falsehood and error are ever overcome by truth.

There are many other instances of Muḥammad’s confirmation of Moses.

I am mentioning but a few.

Consider that Muḥammad was born among the savage and barbarous tribes of Arabia, lived among them and was outwardly illiterate and uninformed of the Holy Books of God.

The Arabian people were in the utmost ignorance and barbarism.

They buried their infant daughters alive, considering this to be an evidence of a valorous and lofty nature.

They lived in bondage and serfdom under the Persian and Roman governments and were scattered throughout the desert, engaged in continual strife and bloodshed.

When the light of Muḥammad dawned, the darkness of ignorance was dispelled from the deserts of Arabia.

In a short period of time those barbarous peoples attained a superlative degree of civilization which, with Baghdád as its center, extended as far westward as Spain and afterward influenced the greater part of Europe.

What proof of Prophethood could be greater than this, unless we close our eyes to justice and remain obstinately opposed to reason?
Today the Christians are believers in Moses, accept Him as a Prophet of God and praise Him most highly. The Muslims are, likewise, believers in Moses, accept the validity of His Prophethood, at the same time believing in Christ. Could it be said that the acceptance of Moses by the Christians and Muslims has been harmful and detrimental to those people? On the contrary, it has been beneficial to them, proving that they have been fair-minded and just. What harm could result to the Jewish people, then, if they in return should accept Christ and acknowledge the validity of the Prophethood of Muḥammad? By this acceptance and praiseworthy attitude the enmity and hatred which have afflicted mankind so many centuries would be dispelled, fanaticism and bloodshed pass away and the world be blessed by unity and agreement. Christians and Muslims believe and admit that Moses was the Interlocutor of God. Why do you not say that Christ was the Word of God? Why do you not speak these few words that will do away with all this difficulty? Then there will be no more hatred and fanaticism, no more warfare and bloodshed in the Land of Promise. Then there will be peace among you forever.
Verily, I now declare to you that Moses was the Interlocutor of God and a most noteworthy Prophet, that Moses revealed the fundamental law of God and founded the real ethical basis of the civilization and progress of humanity.

What harm is there in this?

Have I lost anything by saying this to you and believing it as a Bahá’í?

On the contrary, it benefits me; and Bahá’u’lláh, the Founder of the Bahá’í Movement, confirms me, saying, “You have been fair and just in your judgment; you have impartially investigated the truth and arrived at a true conclusion; you have announced your belief in Moses, a Prophet of God, and accepted the Torah, the Book of God.”

Inasmuch as it is possible for me to sweep away all evidences of prejudice by such a liberal and universal statement of belief, why is it not possible for you to do likewise?

Why not put an end to this religious strife and establish a bond of connection between the hearts of men?

Why should not the followers of one religion praise the Founder or Teacher of another?

The other religionists extol the greatness of Moses and admit that He was the Founder of Judaism.

Why do the Hebrews refuse to praise and accept the other great Messengers Who have appeared in the world?

What harm could there be in this?

What rightful objection?

None whatever.

You would lose nothing by such action and statement.

On the contrary, you would contribute to the welfare of mankind.

You would be instrumental in establishing the happiness of the world of humanity.

The eternal honor of man depends upon the liberalism of this modern age.

Inasmuch as our God is one God and the Creator of all mankind, He provides for and protects all.

We acknowledge Him as a God of kindness, justice and mercy.

Why then should we, His children and followers, war and fight, bringing sorrow and grief into the hearts of each other?

God is loving and merciful.

His intention in religion has ever been the bond of unity and affinity between humankind.
Praise be to God!

The medieval ages of darkness have passed away and this century of radiance has dawned, this century wherein the reality of things is becoming evident, wherein science is penetrating the mysteries of the universe, the oneness of the world of humanity is being established, and service to mankind is the paramount motive of all existence.

Shall we remain steeped in our fanaticisms and cling to our prejudices?

Is it fitting that we should still be bound and restricted by ancient fables and superstitions of the past, be handicapped by superannuated beliefs and the ignorances of dark ages, waging religious wars, fighting and shedding blood, shunning and anathematizing each other?

Is this becoming?

Is it not better for us to be loving and considerate toward each other?

Is it not preferable to enjoy fellowship and unity, join in anthems of praise to the most high God and extol all His Prophets in the spirit of acceptance and true vision?

Then, indeed, this world will become a paradise, and the promised Day of God will dawn.

Then, according to the prophecy of Isaiah, the wolf and the lamb will drink from the same stream, the owl and the vulture will nest together in the same branches, and the lion and the calf pasture in the same meadow.

What does this mean?

It means that fierce and contending religions, hostile creeds and divergent beliefs will reconcile and associate, notwithstanding their former hatreds and antagonism.

Through the liberalism of human attitude demanded in this radiant century they will blend together in perfect fellowship and love.

This is the spirit and meaning of Isaiah’s words.

There will never be a day when this prophecy will come to pass literally, for these animals by their natures cannot mingle and associate in kindness and love.

Therefore, this prophecy symbolizes the unity and agreement of races, nations and peoples who will come together in attitudes of intelligence, illumination and spirituality.
The age has dawned when human fellowship will become a reality.
The century has come when all religions shall be unified.
The dispensation is at hand when all nations shall enjoy the blessings of international peace.
The cycle has arrived when racial prejudice will be abandoned by tribes and peoples of the world.
The epoch has begun wherein all native lands will be conjoined in one great human family.
For all mankind shall dwell in peace and security beneath the shelter of the great tabernacle of the one living God.
– 113 –
25 October 1912
Talk at Hotel Sacramento Sacramento, California
Notes by Bijou Straun
When Christ appeared, certain blessed souls followed His example. They were with their Master, ever watching and observing His conduct, movements and thoughts. They witnessed the persecutions which were heaped upon Him and were informed of all the events appertaining to that marvelous life—recipients of His kindness and favors. After the ascension of Christ they hastened to various regions of the world, scattering broadcast the teachings and instructions which He had given them. Through their devotion and efforts other places and remote nations became informed of the principles revealed by Him.
Through their instrumentality the East was illumined, and the light which flooded the East flooded the West. This light was the cause of guiding great hosts of people. It proved to be a preventive of warfare in many instances. This is evidenced in the unification and conjoining of various nations which had formerly been hostile to each other—such as the Greeks, Romans, Egyptians, Syrians, Chaldeans and Assyrians. Through Christ the oneness of the world of humanity received its expression and proved to be the cause of spiritual illumination for mankind. The breaths of the Holy Spirit became effective in the hearts of people.
Now we have, likewise, come from the Orient, announcing the appearance of Bahá’u’lláh, Who shone from the horizon of the East. We have observed His life and beheld His deeds. We have been witnesses of His ordeals and sufferings, observers of His imprisonment and exile. We are fully acquainted with the persecutions heaped upon His blessed Personality. Therefore, we who are His disciples have been scattered throughout the world in order that His teachings may be widespread and be heard by every ear. Thus may the people receive the glad tidings of the dawn of His great dispensation, become aware of the divine evidences manifest in Him, be informed of the wonderful episodes of His marvelous life, the greatness of His power in withstanding the kings of the Orient, the might of His spirit in upholding under all circumstances the standard of the oneness of the world of mankind. Perchance you have heard or read of Him. I will give you a brief epitome of His life in order that you may be informed of the history of His great movement and know His teachings.
Bahá’u’lláh was a Persian personage descended from prominent lineage. During His early years a Youth Whose name was ‘Alí-Muḥammad appeared in Persia. He was entitled the Báb, which means door or gate. The bearer of this title was a great Soul from Whom spiritual signs and evidences became manifest. He withstood the tests of time and lived contrary to the custom and usages of Persia. He revealed a new system of faith opposed to the beliefs in His country and promulgated certain principles contrary to the thoughts of the people. For this, that remarkable Personality was imprisoned by the Persian government. Eventually, by order of the government He was martyred. The account of this martyrdom, briefly stated, is as follows: He was suspended in a square as a target and shot to death. This revered Personage foreshadowed the advent of another Soul of Whom He said, “When He cometh He shall reveal greater things unto you.”
Thus, after the martyrdom of the Báb, Bahá’u’lláh appeared. The government arose against Him. The priesthood in Persia opposed Him, subjecting Him to severe persecution. His possessions were confiscated, His relatives and friends were killed, and He was placed in a dungeon. For a long period He was imprisoned, chained and subjected to severest suffering. Afterward, He was exiled to ‘Iráq, or Mesopotamia, from thence to Constantinople, then transferred to Adrianople and finally to ‘Akká in Syria. He spent twenty-four years in the prison of ‘Akká, where He underwent the severest ordeals and privations without a day or night of relaxation and repose. Notwithstanding this imprisonment and suffering, He manifested utmost spiritual power and majesty. Although imprisoned, He withstood two tyrant kings and eventually overcame both.
Shortly after His imprisonment He addressed Epistles, or Tablets, to all the kings and rulers of the world, summoning them to universal peace, to unity and international brotherhood. Among these sovereigns was the Sháh of Persia, through whose instrumentality chiefly He had been imprisoned. In His letter to that ruler He arraigned him severely and prophesied his downfall, saying, “Thou art a tyrant; thy country will be laid waste; and thy family, humiliated and debased.” He wrote to the Sulṭán of Turkey in similar terms, saying, “Thy dominion will pass away from thee.” The Epistles to the kings and rulers summoning them to international peace were written by Bahá’u’lláh fifty years ago. Everything He wrote has come to pass. These letters were published in Bombay thirty years ago and are now spread broadcast throughout the world. Briefly, Bahá’u’lláh endured forty years of vicissitudes, ordeals and hardships for the purpose of spreading His teachings, which may be mentioned as follows:
The first teaching is that man should investigate reality, for reality is contrary to dogmatic interpretations and imitations of ancestral forms of belief to which all nations and peoples adhere so tenaciously. These blind imitations are contrary to the fundamental basis of the divine religions, for the divine religions in their central and essential teaching are based upon unity, love and peace, whereas these variations and imitations have ever been productive of warfare, sedition and strife. Therefore, all souls should consider it incumbent upon them to investigate reality. Reality is one; and when found, it will unify all mankind. Reality is the love of God. Reality is the knowledge of God. Reality is justice. Reality is the oneness or solidarity of mankind. Reality is international peace. Reality is the knowledge of verities. Reality unifies humanity.
In brief, His theme was that reality underlies all the great religious systems of the world. He summoned the nations and peoples of the world to it. Hostile nations because of their acceptance of the reality of His words became unified. Strife, discord and contention among them passed away; they attained a station of utmost love. At present in Asia those who have accepted His teachings and followed His example, although formerly most hostile and bitter toward each other, now associate in brotherhood and fellowship. The strife and warfare of past times have ceased among them. Jews, Zoroastrians, Christians, Muslims and others have attained to a superlative state of love and agreement through Bahá’u’lláh. They now consort together as one family. They have investigated reality. Reality does not accept multiplicity, nor is it subject to divisibility. These irreconcilable peoples have become unified and agreed.
The second teaching of Bahá’u’lláh is the principle of the oneness of the world of humanity. God is one; His servants are, likewise, one. God has created all; He is kind to all. Inasmuch as He is such a tender Father to all, why should His children disagree? Why should they war and fight? Like the Heavenly Father we must live in love and unity. Man is the temple of God, the image and likeness of the Lord. Surely if one should destroy the temple of God, he will incur the displeasure of the Creator. For this reason, we must live together in amity and love. Bahá’u’lláh has addressed the world of humanity, saying, “Verily, ye are the fruits of one tree and the leaves of one branch.” This signifies that the entire world of humanity is one tree. The various nations and peoples are the branches of that tree. Individual members of mankind are represented by the twigs and blossoms. Why should these parts of the same tree manifest strife and discord toward each other?
The third teaching of Bahá’u’lláh concerns universal peace among the nations, among the religions, among the races and native lands. He has declared that so long as prejudice—whether religious, racial, patriotic, political or sectarian—continues to exist among mankind, universal peace cannot become a reality in the world. From the earliest history of man down to the present time all the wars and bloodshed which have taken place were caused either by religious, racial, political or sectarian bias. Therefore, it is evident that so long as these prejudices continue, the world of humanity cannot attain peace and composure.
Among the teachings of Bahá’u’lláh is His declaration that religion must be the cause of love and fellowship, must be the source of unity in the hearts of men. If religion becomes a cause of enmity and hatred, it is evident that the abolition of religion is preferable to its promulgation; for religion is a remedy for human ills. If a remedy should be productive of disease, it is certainly advisable to abandon it.
Furthermore, the teachings of Bahá’u’lláh announce that religion must be in conformity with science and reason; otherwise, it is superstition; for science and reason are realities, and religion itself is the Divine Reality unto which true science and reason must conform.

God has bestowed the gift of mind upon man in order that he may weigh every fact or truth presented to him and adjudge whether it be reasonable.

That which conforms to his reason he may accept as true, while that which reason and science cannot sanction may be discarded as imagination and superstition, as a phantom and not reality.

Inasmuch as the blind imitations or dogmatic interpretations current among men do not coincide with the postulates of reason, and the mind and scientific investigation cannot acquiesce thereto, many souls in the human world today shun and deny religion.

That is to say, imitations, when weighed in the scales of reason, will not conform to its standard and requirement.

Therefore, these souls deny religion and become irreligious, whereas if the reality of the divine religions becomes manifest to them and the foundation of the heavenly teachings is revealed coinciding with facts and evident truths, reconciling with scientific knowledge and reasonable proof, all may acknowledge them, and irreligion will cease to exist.

In this way all mankind may be brought to the foundation of religion, for reality is true reason and science, while all that is not conformable thereto is mere superstition.
The teachings of Bahá’u’lláh also proclaim equality between man and woman, for He has declared that all are the servants of God and endowed with capacity for the attainment of virtues and bestowals.

All are the manifestations of the mercy of the Lord.

In the creation of God no distinction obtains.

All are His servants.

In the estimation of God there is no gender.

The one whose deeds are more worthy, whose sayings are better, whose accomplishments are more useful is nearest and dearest in the estimation of God, be that one male or female.

When we look upon creation, we find the male and female principle apparent in all phenomena of existence.

In the vegetable kingdom we find the male and female fig tree, the male and female palm, the mulberry tree and so on.

All plant life is characterized by this difference in gender, but no distinction or preference is evidenced.

Nay, rather, there is perfect equality.

Likewise, in the animal kingdom gender obtains; we have male and female, but no distinction or preference.

Perfect equality is manifest.

The animal, bereft of the degree of human reason and comprehension, is unable to appreciate the questions of suffrage, nor does it assert its prerogative.

Man, endowed with his higher reason, accomplished in attainments and comprehending the realities of things, will surely not be willing to allow a great part of humanity to remain defective or deprived.

This would be the utmost injustice.

The world of humanity is possessed of two wings: the male and the female.

So long as these two wings are not equivalent in strength, the bird will not fly.

Until womankind reaches the same degree as man, until she enjoys the same arena of activity, extraordinary attainment for humanity will not be realized; humanity cannot wing its way to heights of real attainment.

When the two wings or parts become equivalent in strength, enjoying the same prerogatives, the flight of man will be exceedingly lofty and extraordinary.

Therefore, woman must receive the same education as man and all inequality be adjusted.

Thus, imbued with the same virtues as man, rising through all the degrees of human attainment, women will become the peers of men, and until this equality is established, true progress and attainment for the human race will not be facilitated.
The evident reasons underlying this are as follows: Woman by nature is opposed to war; she is an advocate of peace. Children are reared and brought up by the mothers who give them the first principles of education and labor assiduously in their behalf. Consider, for instance, a mother who has tenderly reared a son for twenty years to the age of maturity. Surely she will not consent to having that son torn asunder and killed in the field of battle. Therefore, as woman advances toward the degree of man in power and privilege, with the right of vote and control in human government, most assuredly war will cease; for woman is naturally the most devoted and staunch advocate of international peace.
Bahá’u’lláh teaches that material civilization is incomplete, insufficient and that divine civilization must be established. Material civilization concerns the world of matter or bodies, but divine civilization is the realm of ethics and moralities. Until the moral degree of the nations is advanced and human virtues attain a lofty level, happiness for mankind is impossible. The philosophers have founded material civilization. The Prophets have founded divine civilization. Christ was the Founder of heavenly civilization. Mankind receives the bounties of material civilization as well as divine civilization from the heavenly Prophets. The capacity for achieving extraordinary and praiseworthy progress is bestowed by Them through the breaths of the Holy Spirit, and heavenly civilization is not possible of attainment or accomplishment otherwise. This evidences the need of humanity for heavenly bestowals, and until these heavenly bestowals are received, eternal happiness cannot be realized.
In brief, the purport is this: The teachings of Bahá’u’lláh are boundless, innumerable; time will not allow us to mention them in detail. The foundation of progress and real prosperity in the human world is reality, for reality is the divine standard and the bestowal of God. Reality is reasonableness, and reasonableness is ever conducive to the honorable station of man. Reality is the guidance of God. Reality is the cause of illumination of mankind. Reality is love, ever working for the welfare of humanity. Reality is the bond which conjoins hearts. This ever uplifts man toward higher stages of progress and attainment. Reality is the unity of mankind, conferring everlasting life. Reality is perfect equality, the foundation of agreement between the nations, the first step toward international peace.
– 114 –
26 October 1912
Talk at Assembly Hall, Hotel Sacramento Sacramento, California
Notes by Bijou Straun
I have visited your Capitol and its gardens. No other Capitol has such beautiful surroundings. Just as it is imposing and distinguished above all others, so may the people of California become the most exalted and perfect altruists of the world. California is, indeed, a blessed country. The climate is temperate, the sun ever shining, the fruits abundant and delicious. All outer blessings are evident here. The Californians are a noble people; therefore, I hope they may make extraordinary progress and become renowned for their virtues.
The issue of paramount importance in the world today is international peace. The European continent is like an arsenal, a storehouse of explosives ready for ignition, and one spark will set the whole of Europe aflame, particularly at this time when the Balkan question is before the world. Even now war is raging furiously in some places, the blood of innocent people is being shed, children are made captive, women are left without support, and homes are being destroyed. Therefore, the greatest need in the world today is international peace. The time is ripe. It is time for the abolition of warfare, the unification of nations and governments. It is the time for love. It is time for cementing together the East and the West.
Inasmuch as the Californians seem peace loving and possessed of great worthiness and capacity, I hope that advocates of peace may daily increase among them until the whole population shall stand for that beneficent outcome.

May the men of affairs in this democracy uphold the standard of international conciliation.

Then may altruistic aims and thoughts radiate from this center toward all other regions of the earth, and may the glory of this accomplishment forever halo the history of this country.

May the first flag of international peace be upraised in this state.

May the first illumination of reality shine gloriously upon this soil.

May this center and capital become distinguished in all degrees of accomplishment, for the virtues of humanity and the possibilities of human advancement are boundless.

There is no end to them, and whatever be the degree to which humanity may attain, there are always degrees beyond.

There is no attainment in the contingent realm of which it may be said, “Beyond this state of being and perfection there is no other,” or “This has achieved the superlative degree.”

No matter how perfect it may appear, there is always a greater degree of attainment to be reached.

Therefore, no matter how much humanity may advance, there are ever higher stations to be attained because virtues are unlimited.

There is a consummation for everything except virtues, and although this country has achieved extraordinary progress, I hope that its attainment may be immeasurably greater, for the divine bounties are infinite and unlimited.
There are some who believe that the divine bounties are subject to cessation. For example, they think that the revelation of God, the effulgence of God and the bounties of God have ended. This is self-evidently a mistaken idea, for none of these is subject to termination. The reality of Divinity is like unto the sun, and revelation is like unto the rays thereof. If we should assert that the bounties of God are not everlasting, we are forced to believe that Divinity can come to an end, whereas the reality of Divinity enfolds all virtues and by reason of these bounties is perfect. Were it not possessed of all these perfections or virtues, it could not be Divinity. The sun is the sun because of its rays, light and heat. If it could be dispossessed of them, it would not be the sun. Therefore, if we say that the divinity or sovereignty of God is accidental and subject to termination, we must perforce think that Divinity itself is accidental, without foundation and not essential.
God is the Creator. The word creator presupposes or connotes creation. God is the Provider. The word provider implies recipients of provision. Another name for the Creator is the Resuscitator, which demands the existence of creatures to be resuscitated. If He be not the Provider, how could we conceive of creatures to receive His bounty? If He be not the Lord, how could we conceive of subjects? If He be not the Knower, how could we conceive of those known? If we should say that there was a time in past ages when God was not possessed of His creation or that there was a beginning for the world, it would be a denial of creation and the Creator. Or if we should declare that a time may come when there will be a cessation of divine bounties, we should virtually deny the existence of Divinity. It is as though man should conceive of a king without country, army, treasury and all that constitutes sovereignty or kingdom. Is it possible to conceive of such a sovereign? A king must be possessed of a dominion, an army and all that appertains to sovereignty in order that his sovereignty may be a reality. It is even so with the reality of Divinity which enfolds all virtues. The sovereignty thereof is everlasting, and the creation thereof is without beginning and without end.
Among the bounties of God is revelation. Hence revelation is progressive and continuous. It never ceases. It is necessary that the reality of Divinity with all its perfections and attributes should become resplendent in the human world. The reality of Divinity is like an endless ocean. Revelation may be likened to the rain. Can you imagine the cessation of rain? Ever on the face of the earth somewhere rain is pouring down. Briefly, the world of existence is progressive. It is subject to development and growth. Consider how great has been the progress in this radiant century. Civilization has unfolded. Nations have developed. Industrialism and jurisprudence have expanded. Sciences, inventions and discoveries have increased. All of these show that the world of existence is continuously progressing and developing; and therefore, assuredly, the virtues characterizing the maturity of man must, likewise, expand and grow.
The greatest bestowal of God to man is the capacity to attain human virtues. Therefore, the teachings of religion must be reformed and renewed because past teachings are not suitable for the present time. For example, the sciences of bygone centuries are not adequate for the present because sciences have undergone reform. The industrialism of the past will not ensure present efficiency because industrialism has advanced. The laws of the past are being superseded because they are not applicable to this time. All material conditions pertaining to the world of humanity have undergone reform, have achieved development, and the institutes of the past are not to be compared with those of this age. The laws and institutes of former governments cannot be current today, for legislation must be in conformity with the needs and requirements of the body politic at this time.
This has been the case also with the religious teachings so long set forth in the temples and churches, because they were not based upon the fundamental principles of the religions of God. In other words, the foundation of the divine religions had become obscured and nonessentials of form and ceremony were adhered to—that is, the kernel of religion had apparently disappeared, and only the shell remained. Consequently, it was necessary that the fundamental basis of all religious teaching should be restored, that the Sun of Reality which had set should rise again, that the springtime which had refreshed the arena of life in ages gone by should appear anew, that the rain which had ceased should descend, that the breezes which had become stilled should blow once more.
Therefore, Bahá’u’lláh appeared from the horizon of the Orient and reestablished the essential foundation of the religious teachings of the world.

The worn-out traditional beliefs current among men were removed.

He caused fellowship and agreement to exist between the representatives of varying denominations so that love became manifest among the contending religions.

He created a condition of harmony among hostile sects and upheld the banner of the oneness of the world of humanity.

He established the foundation for international peace, caused the hearts of nations to be cemented together and conferred new life upon the various peoples of the East.

Among those who have followed the teachings of Bahá’u’lláh no one says, “I am a Persian,”

“I am a Turk,”

“I am a Frenchman,” or “I am an Englishman.”

No one says, “I am a Muslim, upholding the only true religion,”

“I am a Christian, loyal to my traditional and inherited beliefs,”

“I am a Jew, following talmudic interpretations,” or “I am a Zoroastrian and opposed to all other religions.”

On the contrary, all have been rescued from religious, racial, political and patriotic prejudices and are now associating in fellowship and love to the extent that if you should attend one of their meetings you would be unable to observe any distinction between Christian and Muslim, Jew and Zoroastrian, Persian and Turk, Arab and European; for their meetings are based upon the essential foundations of religion, and real unity has been established among them.

Former antagonisms have passed away; the centuries of sectarian hatred are ended; the period of aversion has gone by; the medieval conditions of ignorance have ceased to exist.
Verily, the century of radiance has dawned, minds are advancing, perceptions are broadening, realizations of human possibilities are becoming universal, susceptibilities are developing, the discovery of realities is progressing. Therefore, it is necessary that we should cast aside all the prejudices of ignorance, discard superannuated beliefs in traditions of past ages and raise aloft the banner of international agreement. Let us cooperate in love and through spiritual reciprocity enjoy eternal happiness and peace.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Chicago
31 October - 1 November 1912
– 115 –
31 October 1912
Talk at Hotel Plaza Chicago, Illinois
Notes by Gertrude Buikema
In Los Angeles and San Francisco great interest was manifested in the teachings of Bahá’u’lláh by the newspapers, universities and churches. Our addresses were lengthy, the message of the Cause was proclaimed and arguments and evidences advanced. There was no dissent. All heard the glad tidings with complete acquiescence, and praise was unanimous, even including the ministers.
The friends in Los Angeles and San Francisco are very firm in the Covenant. If they sense the least violation on the part of anyone, they shun him entirely; for they know that such a person is engaged in extinguishing the lamps of faith ignited by the light of the Covenant, thereby producing weakness and indifference in the divine Cause. For instance, the firm ones teach a person. Then the violators go to him and instill suspicion until he becomes lukewarm. There have been violators here in Chicago for twenty years. What have they done? Nothing. Have they been able to teach anybody? Have they been able to speak in churches or address audiences elsewhere? Have they been able to make anybody firm in the Cause? They are doing nothing except extinguishing the lamps we ignite. The friends in San Francisco are exceedingly firm. They do not receive violators in their homes. Recently a violator went to that city. The Bahá’í friends turned him away, saying, “You are not with us; why do you try to come among us?” Today the most important principle of faith is firmness in the Covenant, because firmness in the Covenant wards off differences. Therefore, you must be firm as mountains.
After the departure of Christ many appeared who were instrumental in creating factions, schisms and discussions. It became difficult to know which one was following the right path. One of these disturbers was Nestorius, a Syrian, who proclaimed that Christ was not a Prophet of God. This created a division and sect called the Nestorians. The Catholics declared Jesus Christ to be the Son of God, even pronouncing Him to be Deity itself. The Protestants announced the doctrine that Christ embodied two elements: the human and the divine. In brief, divisions were created in the religion of God, and it was not known which was pursuing the right pathway because there was no appointed center to whom Christ referred everyone, no successor whose word was a gateway to the truth. If Christ had revealed a Covenant with some soul, commanding all to cling to his word and interpretation as correct, it would have been evident which belief and statement was valid and true.
Inasmuch as there was no appointed explainer of the Book of Christ, everyone made the claim to authority, saying, “This is the true pathway and others are not.”

To ward off such dissensions as these and prevent any person from creating a division or sect the Blessed Perfection, Bahá’u’lláh, appointed a central authoritative Personage, declaring Him to be the expounder of the Book.

This implies that the people in general do not understand the meanings of the Book, but this appointed One does understand.

Therefore, Bahá’u’lláh said, “He is the explainer of My Book and the Center of My Testament.”

In the last verses of the Book instructions are revealed, declaring that, “After Me,” you must turn toward a special Personage and “whatsoever He says is correct.”

In the Book of the Covenant Bahá’u’lláh declares that by these two verses this Personage is meant.

In all His Books and Tablets He has praised those who are firm in the Covenant and rebuked those who are not.

He said, “Verily, shun those who are shaken in the Covenant.

Verily, God is the Confirmer of the firm ones.”

In His prayers He has said, “O God!

Render those who are firm in the Covenant blessed, and degrade those who are not.

O God!

Be the Protector of him who protecteth Him, and confirm him who confirms the Center of the Covenant.”

Many utterances are directed against the violators of the Covenant, the purpose being that no dissension should arise in the blessed Cause; that no one should say, “My opinion is this”; and that all may know Who is the authoritative expounder and whatsoever He says is correct.

Bahá’u’lláh has not left any possible room for dissension.

Naturally, there are some who are antagonistic, some who are followers of self-desire, others who hold to their own ideas and still others who wish to create dissension in the Cause.

For example, Judas Iscariot was one of the disciples, yet he betrayed Christ.

Such a thing has happened in the past, but in this day the Blessed Perfection has declared, “This person is the expounder of My Book and all must turn to Him.”

The purpose is to ward off dissension and differences among His followers.

Notwithstanding this safeguard and provision against disagreement, there are certain souls here in America and a few in ‘Akká who have violated this explicit command.

For twenty years these violators have accomplished nothing.

Have they accomplished anything in Chicago?

The friends here must be like the friends in San Francisco.

Whenever they sense the least violation from anyone, they should say, “Begone!

You shall not associate with us.”
– 116 –
1 November 1912
Talk at Home of Mrs. Corinne True 5338 Kenmore Avenue, Chicago, Illinois
Notes by Gertrude Buikema
I am well pleased with every person here this evening and most happy in meeting the friends of God and maidservants of the Merciful. Praise be to God! The faces are radiant, and the hearts are attracted to the Kingdom of Abhá. Faith is evident in the countenances of all, and this is a source of joy. The Blessed Perfection, Bahá’u’lláh, endured hardships and vicissitudes nearly fifty years. There was no ordeal or difficulty He did not experience, yet He endured all in perfect joy and happiness.
Those who beheld Him were assured of His great happiness, for no trace of sadness or sorrow was ever visible upon His face. Even in prison He was like a king enthroned in majesty and greatness, and He ever bore Himself with supreme confidence and dignity. When the officers and grandees of the government were presented to Him, they became respectful at once. His majesty and dignity were awe-inspiring. Remember: He was a prisoner—He was in prison. He endured ordeals and calamities for the sole purpose of illuminating us and in order that our hearts might be attracted to the Kingdom of God, our faces become radiant with the glad tidings of God; in order that we might be submerged in the ocean of lights and be as brilliant and shining candles, illuminating the dark recesses and flooding the regions with brightness. Now, as I look around, I observe that your faces—praise be to God!—are shining, your hearts are filled with the love of God, and you are thinking of service in the Cause of God. Therefore, I am very happy to be here, and I hope that this happiness will be with you always—an eternal condition.
We visited San Francisco and from there went to Los Angeles. In these places we found most devoted friends. Truly zealous and aglow with the fire of the love of God, their sole purpose is ever to serve the Kingdom of Abhá. I hope that you may serve even more faithfully and take precedence over all the other friends. May the fire of the love of God be so enkindled in Chicago that all the cities in America shall be ignited. This is my hope.
My third visit here expresses the degree of my longing to see you and the extent of my love. It was thought that I should go direct from San Francisco to New York and thence to the Orient; but impelled by excessive love, I have visited Chicago again to associate with you in fellowship and fragrance. I hope that these three visits may be most productive of future results. May you all become signs of unity; may each one be a standard of Bahá’u’lláh, each one shine as a star, each one become precious and worthy in the Kingdom of God. May you attain such a condition of spirituality that the people will be astounded, saying, “Verily, these souls are proofs in themselves of the validity of Bahá’u’lláh, for through His training they have been completely regenerated. These souls are peerless; they are truly the people of the Kingdom; they are distinguished above the people about them. This is in reality a proof of Bahá’u’lláh. Behold how educated and illumined they have become.”
When this Cause appeared in the Orient, the friends and followers were self-sacrificing to the utmost, forfeiting everything.

It is a significant and wonderful fact that, although the most precious thing on earth is life, yet twenty thousand people offered themselves willingly in the pathway of martyrdom.

Recently, in Yazd two hundred of the Bahá’í friends were cruelly slain.

They went to the place of martyrdom in the utmost ecstasy of attraction, smiling with joy and gratitude upon their persecutors.

Some of them offered sweetmeats to their executioners, saying, “Taste of this in order that with sweetness and enjoyment you may bestow upon us the blessed cup of martyrdom.”

Among these beloved and glorified ones were a number of women who were subjected to the most cruel manner of execution.

Some were cut to pieces; and their executioners, not content with such butchery, set others on fire, and their bodies were consumed.

Throughout these terrible ordeals not a single soul among the Bahá’í friends objected or recanted.

They offered no resistance, although the Bahá’ís in that city were most courageous and strong.

In physical strength and fortitude one of these Bahá’ís could have withstood many of their enemies, but they accepted martyrdom in the spirit of complete resignation and nonresistance.

Many of them died, crying out, “O Lord!

Forgive them; they know not what they do.

If they knew, they would not commit this wrong.”

In the throes of martyrdom they willingly offered all they possessed in this life.
It is stated in certain prophecies that when the standard of God appears in the East, its signs will become evident in the West. This is truly good news and glad tidings for you. I hope that this promise may be fulfilled in you and that all may be able to testify to the spirit and truth of the prophetic announcement, saying, “Verily, the standard of God did appear in the East, and its tokens have become resplendent in the West.” This realization will be a source of great joy to all the friends in the Orient who anticipate the good news and await the glad tidings from the land of the Occident. They look forward to hearing that the friends in the West have become firm and steadfast, that they have distinguished themselves by establishing the oneness of the world of humanity, that they are even offering their lives for the foundations of international peace, that they have become the lights of the Kingdom and have proved to be the manifestations of divine mercy, that the friends in the West are the expression of the favors of the Blessed Perfection, the very stars of the bestowal of God, blessed trees and flowers in the garden of His purity and sanctity. Any good news from here is the cause of rejoicing in the East and a source of deep gratitude to them. They hold a feast and praise God for the blessed tidings. If the occasion demanded, they would give their lives for you without the least hesitation. The friends in the East are all united and agreed.
There are none who waver in the East, none who oppose the Covenant of God. There is not a single soul among the Bahá’ís in Persia who is opposed to the Covenant. They are all steadfast. If any soul wishes to speak in this Cause, they will ask, “Is this a word of your own, or is it by the authority of the Center of the Covenant? If you have the authority of the Center of the Covenant, produce it. Where is the letter from Him? Where is His signature?” If he produces the letter, they will accept it. If he fails to do so, they say, “We cannot accept your words because they emanate from you only and return to you. We have no command from the Blessed Perfection, Bahá’u’lláh, to obey you. He has revealed a Book in which He has covenanted with us to obey an appointed Center of the Covenant. He has not covenanted with us to obey you. Therefore, the statement you make is rejected. You must furnish proof of your authority and sanction. We are commanded to turn to one Center. We do not obey various centers. The Blessed Perfection has made a Covenant with us, and we are holding to this Covenant and Testament. We do not listen to anything else, for people may arise who speak words of their own, and we are commanded not to pay attention to them.”
It was not so in former dispensations.

Christ, for instance, did not appoint a center of authority and explanation.

He did not say to His followers, “Obey the one whom I have chosen.”

Upon one occasion He asked His disciples, “Whom say ye that I am?”

Simon Peter answered and said, “Thou art the Christ, the Son of the living God.”

Christ, wishing to make firm the faith of Peter, said, “Thou art Peter, and upon this rock I will build my church,” meaning that the faith of Peter was the true faith.

It was a sanction of Peter’s faith.

He did not say that all should turn to Peter.

He did not say, “He is the branch extended from my ancient root.”

He did not say, “O God!

Bless all who serve Peter.

O God!

Degrade those who are not obedient to him.

Shun him who is a violator of the Covenant.

O God!

Thou knowest that I love all who are steadfast in the Covenant.”

This has been revealed, however, in all the Books, Writings and Epistles of Bahá’u’lláh regarding the appointed Center of the Covenant in this dispensation.

Therefore, the Bahá’í dispensation is distinguished from all others in this fact, the purpose of Bahá’u’lláh being that no one could arise to cause differences and disunion.

After the departure of Christ various sects and denominations arose, each one claiming to be the true channel of Christianity, but none of them possessed a written authority from Christ; none could produce proof from Him; yet all claimed His sanction and approval.

Bahá’u’lláh has written a Covenant and Testament with His own pen, declaring that the One Whom He has appointed the Center of the Covenant shall be turned to and obeyed by all.

Therefore, thank God that Bahá’u’lláh has made the pathway straight.

He has clearly explained all things and opened every door for advancing souls.

There is no reason for hesitation by anyone.

The purpose of the Covenant was simply to ward off disunion and differences so that no one might say, “My opinion is the true and valid one.”
Any opinion expressed by the Center of the Covenant is correct, and there is no reason for disobedience by anyone. Be watchful, for perchance there may be violators (náqiḍín) of the Covenant among you. Do not listen to them. Read the Book of the Covenant. All have been commanded to obey the Covenant, and the first admonition is addressed to the sons of Bahá’u’lláh, the Branches: “You must turn to the appointed Center; He is the expounder of the Book.”
Should any soul so clearly violate and disobey this command, can he even say he is a Bahá’í? If anyone disobeys the explicit command of Christ, can he truthfully say he is a Christian?
In conclusion, I would say that I am greatly pleased with this meeting. I shall pray for you, seeking confirmation from the Blessed Perfection. Praise be to God! You must be grateful that He has chosen you from among the people of the world, that such glorious bestowal and such endless graces and favors have been specialized for you. You must not look at present accomplishments, for this is but the beginning as it was at the time of Christ. Before long you will see that you will be distinguished among all people. In every way the divine confirmation will uphold you, and the radiance of the Kingdom of Bahá’u’lláh will illumine your countenances. Be truly grateful for all these blessings. I hope I may always hear good news of you, showing that the friends in Chicago are occupied with service in the divine Cause, filled with the joy of promoting the Word of God, engaged in spreading the teachings of Bahá’u’lláh and manifesting love and kindness to all humanity. This is my hope and anticipation. I am sure that you will endeavor to accomplish this so that the friends in Persia and I may experience the happiness of the good tidings. May you be a source of joy and happiness to us, a source of tranquillity and composure.
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Talk ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Cincinnati
5 November 1912
– 117 –
5 November 1912
Talk at Grand Hotel Cincinnati, Ohio
From Stenographic Notes
As we are in Cincinnati, the home of President Taft, who has rendered such noble service in the cause of peace, I will dictate a statement for the people of Cincinnati and America generally.

In the Orient I was informed that there are many lovers of peace in America.

Therefore, I left my native land to associate here with those who are the standard-bearers of international conciliation and agreement.

Having traveled from coast to coast, I find the United States of America vast and progressive, the government just and equitable, the nation noble and independent.

I attended many meetings where international peace was discussed and am always extremely happy to witness the results of such meetings, for one of the great principles of Bahá’u’lláh’s teachings is the establishment of agreement among the peoples of the world.

He founded and taught this principle in the Orient fifty years ago.

He proclaimed international unity, summoned the religions of the world to harmony and reconciliation and established fellowship among many races, sects and communities.

At that time He wrote Epistles to the kings and rulers of the world, calling upon them to arise and cooperate with Him in spreading these principles, saying that the stability and advancement of humanity could only be realized through the unity of the nations.

Through His efforts this principle of universal harmony and agreement was practically demonstrated in Persia and other countries.

Today in Persia, for instance, there are many people of various races and religions who have followed the exhortations of Bahá’u’lláh and are living together in love and fellowship without religious, patriotic or racial prejudices—Muslims, Jews, Christians, Buddhists, Zoroastrians and many others.
America has arisen to spread the teachings of peace, to increase the illumination of humankind and bestow happiness and prosperity upon the children of men. These are the principles and evidences of divine civilization. America is a noble nation, the standard-bearer of peace throughout the world, shedding light to all regions. Foreign nations are not untrammeled and free from intrigues and complications like the United States; therefore, they are not able to bring about universal harmony. But America—praise be to God!—is at peace with all the world and is worthy of raising the flag of brotherhood and international agreement. When this is done, the rest of the world will accept. All nations will join in adopting the teachings of Bahá’u’lláh revealed more than fifty years ago. In His Epistles He asked the parliaments of the world to send their wisest and best men to an international world conference which should decide all questions between the peoples and establish universal peace. This would be the highest court of appeal, and the parliament of man so long dreamed of by poets and idealists would be realized. Its accomplishment would be more far-reaching than the Hague tribunal.
I am most grateful to President Taft for having extended his influence toward the establishment of universal peace. What he has accomplished in making treaties with various nations is very good, but when we have the interparliamentary body composed of delegates from all the nations of the world and devoted to the maintenance of agreement and goodwill, the utopian dream of sages and poets, the parliament of man, will be realized.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in Washington, D.C.
6-10 November 1912
– 118 –
6 November 1912
Talk at Universalist Church Thirteenth and L Streets, NW, Washington, D.C.
Notes by Joseph H. Hannen
Praise be to God!

The standard of liberty is held aloft in this land.

You enjoy political liberty; you enjoy liberty of thought and speech, religious liberty, racial and personal liberty.

Surely this is worthy of appreciation and thanksgiving.

In this connection let me mention the freedom, hospitality and universal welcome extended to me during my recent travels throughout America.

I wish also to reciprocate fully and completely the warm greeting and friendly attitude of the reverend doctor, pastor of this church, whose loving and quickened susceptibilities especially command acknowledgment.

Surely men who are leaders of thought must conform to the example of his kindliness and goodwill.

Liberalism is essential in this day—justness and equity toward all nations and people.

Human attitudes must not be limited; for God is unlimited, and whosoever is the servant of the threshold of God must, likewise, be free from limitations.

The world of existence is an emanation of the merciful attribute of God.

God has shone forth upon the phenomena of being through His effulgence of mercy, and He is clement and kind to all His creation.

Therefore, the world of humanity must ever be the recipient of bounties from His majesty, the eternal Lord, even as Christ has declared, “Be ye therefore perfect, even as your Father which is in heaven is perfect.”

For His bounties, like the light and heat of the sun in the material heavens, descend alike upon all mankind.

Consequently, man must learn the lesson of kindness and beneficence from God Himself.

Just as God is kind to all humanity, man also must be kind to his fellow creatures.

If his attitude is just and loving toward his fellowmen, toward all creation, then indeed is he worthy of being pronounced the image and likeness of God.
Brotherhood, or fraternity, is of different kinds.

It may be family association, the intimate relationship of the household.

This is limited and subject to change and disruption.

How often it happens that in a family love and agreement are changed into enmity and antagonism.

Another form of fraternity is manifest in patriotism.

Man loves his fellowmen because they belong to the same native land.

This is also limited and subject to change and disintegration as, for instance, when sons of the same fatherland are opposed to each other in war, bloodshed and battle.

Still another brotherhood, or fraternity, is that which arises from racial unity, the oneness of racial origin, producing ties of affinity and association.

This, likewise, has its limitation and liability to change, for often war and deadly strife have been witnessed between people and nations of the same racial lineage.

There is a fourth kind of brotherhood, the attitude of man toward humanity itself, the altruistic love of humankind and recognition of the fundamental human bond.

Although this is unlimited, it is, nevertheless, susceptible to change and destruction.

Even from this universal fraternal bond the looked-for result does not appear.

What is the looked-for result?

Loving-kindness among all human creatures and a firm, indestructible brotherhood which includes all the divine possibilities and significances in humanity.

Therefore, it is evident that fraternity, love and kindness based upon family, native land, race or an attitude of altruism are neither sufficient nor permanent since all of them are limited, restricted and liable to change and disruption.

For in the family there is discord and alienation; among sons of the same fatherland, strife and internecine warfare are witnessed; between those of a given race, hostility and hatred are frequent; and even among the altruists, varying aspects of opinion and lack of unselfish devotion give little promise of permanent and indestructible unity among mankind.
Therefore, the Lord of mankind has caused His holy, divine Manifestations to come into the world.

He has revealed His heavenly Books in order to establish spiritual brotherhood and through the power of the Holy Spirit has made it practicable for perfect fraternity to be realized among mankind.

And when through the breaths of the Holy Spirit this perfect fraternity and agreement are established amongst men—this brotherhood and love being spiritual in character, this loving-kindness being heavenly, these constraining bonds being divine—a unity appears which is indissoluble, unchanging and never subject to transformation.

It is ever the same and will forever remain the same.

For example, consider the foundation of the brotherhood laid by Christ.

Observe how that fraternity was conducive to unity and accord and how it brought various souls to a plane of uniform attainment where they were willing to sacrifice their lives for each other.

They were content to renounce possessions and ready to forfeit joyously life itself.

They lived together in such love and fellowship that even Galen, the famous Greek philosopher who was not a Christian, in his work entitled “The Progress of the Nations” said that religious beliefs are greatly conducive to the foundation of real civilization.

As a proof thereof he said, “A certain number of people contemporaneous with us are known as Christians.

These enjoy the superlative degree of moral civilization.

Each one of them is as a great philosopher because they live together in the utmost love and good fellowship.

They sacrifice life for each other.

They offer worldly possessions for each other.

You can say of the Christian people that they are as one person.

There is a bond amongst them that is indissoluble in character.”
It is evident, therefore, that the foundation of real brotherhood, the cause of loving cooperation and reciprocity and the source of real kindness and unselfish devotion is none other than the breaths of the Holy Spirit. Without this influence and animus it is impossible. We may be able to realize some degrees of fraternity through other motives, but these are limited associations and subject to change. When human brotherhood is founded upon the Holy Spirit, it is eternal, changeless, unlimited.
In various parts of the Orient there was a time when brotherhood, loving-kindness and all the praiseworthy qualities of mankind seemed to have disappeared.

There was no evidence of patriotic, religious or racial fraternity; but conditions of bigotry, hatred and prejudice prevailed instead.

The adherents of each religion were violent enemies of the others, filled with the spirit of hostility and eager for shedding of blood.

The present war in the Balkans furnishes a parallel of these conditions.

Consider the bloodshed, ferocity and oppression manifested there even in this enlightened century—all of it based fundamentally upon religious prejudice and disagreement.

For the nations involved belong to the same races and native lands; nevertheless, they are savage and merciless toward each other.

Similar deplorable conditions prevailed in Persia in the nineteenth century.

Darkness and ignorant fanaticism were widespread; no trace of fellowship or brotherhood existed amongst the races.

On the contrary, human hearts were filled with rage and hatred; darkness and gloom were manifest in human lives and conditions everywhere.

At such a time as this Bahá’u’lláh appeared upon the divine horizon, even as the glory of the sun, and in that gross darkness and hopelessness of the human world there shone a great light.

He founded the oneness of the world of humanity, declaring that all mankind are as sheep and that God is the real and true Shepherd.

The Shepherd is one, and all people are of His flock.
The world of humanity is one, and God is equally kind to all.

What, then, is the source of unkindness and hatred in the human world?

This real Shepherd loves all His sheep.

He leads them in green pastures.

He rears and protects them.

What, then, is the source of enmity and alienation among humankind?

Whence this conflict and strife?

The real underlying cause is lack of religious unity and association, for in each of the great religions we find superstition, blind imitation of creeds, and theological formulas adhered to instead of the divine fundamentals, causing difference and divergence among mankind instead of agreement and fellowship.

Consequently, strife, hatred and warfare have arisen, based upon this divergence and separation.

If we investigate the foundations of the divine religions, we find them to be one, absolutely changeless and never subject to transformation.

For example, each of the divine religions contains two kinds of laws or ordinances.

One division concerns the world of morality and ethical institutions.

These are the essential ordinances.

They instill and awaken the knowledge and love of God, love for humanity, the virtues of the world of mankind, the attributes of the divine Kingdom, rebirth and resurrection from the kingdom of nature.

These constitute one kind of divine law which is common to all and never subject to change.

From the dawn of the Adamic cycle to the present day this fundamental law of God has continued changeless.

This is the foundation of divine religion.
The second division comprises laws and institutions which provide for human needs and conditions according to exigencies of time and place. These are accidental, of no essential importance and should never have been made the cause and source of human contention. For example, during the time of Moses—upon Him be peace!—according to the exigencies of that period, divorce was permissible. During the cycle of Christ, inasmuch as divorce was not in conformity with the time and conditions, Jesus Christ abrogated it. In the cycle of Moses plurality of wives was permissible. But during the time of Christ the exigency which had sanctioned it did not exist; therefore, it was forbidden. Moses lived in the wilderness and desert of Sinai; therefore, His ordinances and commandments were in conformity with those conditions. The penalty for theft was to cut off a man’s hand. An ordinance of this kind was in keeping with desert life but is not compatible with conditions of the present day. Such ordinances, therefore, constitute the second or nonessential division of the divine religions and are not of importance, for they deal with human transactions which are ever changing according to the requirements of time and place. Therefore, the intrinsic foundations of the divine religions are one. As this is true, why should hostility and strife exist among them? Why should this hatred and warfare, ferocity and bloodshed continue? Is this allowable and justified? God forbid!
An essential principle of Bahá’u’lláh’s teaching is that religion must be the cause of unity and love amongst men; that it is the supreme effulgence of Divinity, the stimulus of life, the source of honor and productive of eternal existence. Religion is not intended to arouse enmity and hatred nor to become the source of tyranny and injustice. Should it prove to be the cause of hostility, discord and the alienation of mankind, assuredly the absence of religion would be preferable. Religious teachings are like a course of treatment having for its purpose the cure and healing of mankind. If the only outcome of a course of treatment should be mere diagnosis and fruitless discussion of symptoms, it would be better to abandon and abolish it. In this sense the absence of religion would be at least some progress toward unity.
Furthermore, religion must conform to reason and be in accord with the conclusions of science. For religion, reason and science are realities; therefore, these three, being realities, must conform and be reconciled. A question or principle which is religious in its nature must be sanctioned by science. Science must declare it to be valid, and reason must confirm it in order that it may inspire confidence. If religious teaching, however, be at variance with science and reason, it is unquestionably superstition. The Lord of mankind has bestowed upon us the faculty of reason whereby we may discern the realities of things. How then can man rightfully accept any proposition which is not in conformity with the processes of reason and the principles of science? Assuredly such a course cannot inspire man with confidence and real belief.
The teachings of Bahá’u’lláh embody many principles; I am giving you only a synopsis.

One of these principles concerns equality between men and women.

He declared that as all are created in the image and likeness of the one God, there is no distinction as to sex in the estimation of God.

He who is purest in heart, whose knowledge exceeds and who excels in kindness to the servants of God, is nearest and dearest to the Lord, our Creator, irrespective of sex.

In the lower kingdoms, the animal and vegetable, we find sex differentiation in function and organism.

All plants, trees and animals are subject to that differentiation by creation, but among themselves there is absolute equality without further distinction as to sex.

Why, then, should mankind make a distinction which the lower creatures do not regard?

Especially so when we realize that all are of the same kingdom and kindred; that all are the leaves of one tree, the waves of one sea?

The only reasonable explanation is that woman has not been afforded the same educational facilities as man.

For if she had received the same opportunities for training and development as man has enjoyed, undoubtedly she would have attained the same station and level.

In the estimate of God no distinction exists; both are as one and possess equal degrees of capacity.

Therefore, through opportunity and development woman will merit and attain the same prerogatives.

When Jesus Christ died upon the cross, the disciples who witnessed His crucifixion were disturbed and shaken.

Even Peter, one of the greatest of His followers, denied Him thrice.

Mary Magdalene brought them together and confirmed their faith, saying, “Why are ye doubting?

Why have ye feared?

O thou Peter!

Why didst thou deny Him?

For Christ was not crucified.

The reality of Christ is ever-living, everlasting, eternal.

For that divine reality there is no beginning, no ending, and, therefore, there can be no death.

At most, only the body of Jesus has suffered death.”

In brief, this woman, singly and alone, was instrumental in transforming the disciples and making them steadfast.

This is an evidence of extraordinary power and supreme attributes, a proof that woman is the equivalent and complement of man.

The one who is better trained and educated, whose aptitude is greater and whose ideals are higher is most distinguished and worthy—whether man or woman.
Through the teachings of Bahá’u’lláh the horizon of the East was made radiant and glorious.

Souls who have hearkened to His words and accepted His message live together today in complete fellowship and love.

They even offer their lives for each other.

They forego and renounce worldly possessions for one another, each preferring the other to himself.

This has been due to the declaration and foundation of the oneness of the world of humanity.

Today in Persia there are meetings and assemblages wherein souls who have become illumined by the teachings of Bahá’u’lláh—representative Muslims, Christians, Jews, Zoroastrians, Buddhists and of the various denominations of each—mingle and conjoin in perfect fellowship and absolute agreement.

A wonderful brotherhood and love is established among them, and all are united in spirit and service for international peace.

More than twenty thousand Bahá’ís have given their lives in martyrdom for the Cause of God.

The governments of the East arose against them, bent upon their extermination.

They were killed relentlessly, but day by day their numbers have increased, day by day they have multiplied in strength and become more eloquent.

They have been strengthened through the efficacy of a wonderful spiritual power.

How savage and fearful the ferocity of man against his fellowman!

Consider what is taking place now in the Balkans, what blood is being shed.

Even the wild beasts and ferocious animals do not commit such acts.

The most ferocious wolf kills but one sheep a day, and even that for his food.

But now in the Balkans one man destroys ten fellow beings.

The commanders of armies glory in having killed ten thousand men, not for food, nay, rather, for military control, territorial greed, fame and possession of the dust of the earth.

They kill for national aggrandizement, notwithstanding this terrestrial globe is but a dark world of grossest matter.

It is a world of sorrow and grief, a world of disappointment and unhappiness, a world of death.

For after all, the earth is but the everlasting graveyard, the vast, universal cemetery of all mankind.

Yet men fight to possess this graveyard, waging war and battle, killing each other.

What ignorance!

How spacious the earth is with room in plenty for all!

How thoughtful the providence which has so allotted that every man may derive his sustenance from it!

The Lord, our Creator, does not ordain that anyone should starve or live in want.

All are intended to participate in the blessed and abundant bestowals of our God.

Fundamentally, all warfare and bloodshed in the human world are due to the lack of unity between the religions, which through superstitions and adherence to theological dogmas have obscured the one reality which is the source and basis of them all.
As to the American people: This noble nation, intelligent, thoughtful, reflective, is not impelled by motives of territorial aggrandizement and lust for dominion. Its boundaries are insular and geographically separated from the other nations. Here we find a oneness of interest and unity of national policy. These are, indeed, United States. Therefore, this nation possesses the capacity and capability for holding aloft the banner of international peace. May this noble people be the cause of unifying humanity. May they spread broadcast the heavenly civilization and illumination, become the cause of the diffusion of the love of God, proclaim the solidarity of mankind and be the cause of the guidance of the human race. Therefore, I ask that you will give this all-important question your most serious consideration and efforts. May the world of humanity find peace and composure and this dark earth be transformed into a realm of radiance. May the East and West clasp hands together. May the oneness of God become reflected and fully revealed in the hearts of humanity and all mankind prove to be the manifestations of the favors of God.
Necessarily there will be some who are defective amongst men, but it is our duty to enable them by kind methods of guidance and teaching to become perfected. Some will be found who are morally sick; they should be treated in order that they may be healed. Others are immature and like children; they must be trained and educated so that they may become wise and mature. Those who are asleep must be awakened; the indifferent must become mindful and attentive. But all this must be accomplished in the spirit of kindness and love and not by strife, antagonism nor in a spirit of hostility and hatred, for this is contrary to the good pleasure of God. That which is acceptable in the sight of God is love. Love is, in reality, the first effulgence of Divinity and the greatest splendor of God.
O Thou compassionate Lord, Thou Who art generous and able! We are servants of Thine sheltered beneath Thy providence. Cast Thy glance of favor upon us. Give light to our eyes, hearing to our ears, and understanding and love to our hearts. Render our souls joyous and happy through Thy glad tidings. O Lord! Point out to us the pathway of Thy kingdom and resuscitate all of us through the breaths of the Holy Spirit. Bestow upon us life everlasting and confer upon us never-ending honor. Unify mankind and illumine the world of humanity. May we all follow Thy pathway, long for Thy good pleasure and seek the mysteries of Thy kingdom. O God! Unite us and connect our hearts with Thine indissoluble bond. Verily, Thou art the Giver, Thou art the Kind One and Thou art the Almighty.
– 119 –
7 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
Consider events in the Balkans today where a great conflagration of war is furiously raging and so much blood is being shed. Virtually the whole world of humanity is mourning and lamenting because of the revival of these calamitous conditions. Governments are in the process of change and transformation. The sovereignty of oriental nations is tottering; outcomes are wrapped in the greatest uncertainty. I desire, therefore, to speak to you upon this subject.
I will call your attention more especially to the aspects of this war which Bahá’u’lláh prophesied forty years ago fully and completely. During His exile and while under surveillance in the prison of ‘Akká He addressed a letter to the Sulṭán of Turkey. He, likewise, sent Epistles to Napoleon III and to the Sháh of Persia. All His letters to the kings and rulers of the earth were compiled in a book published thirty-five years ago in Bombay, India. There were several editions of this book.
I have with me a copy of an edition published twenty-two years ago. In 1891 Professor E. G. Browne of Cambridge University, England, wrote a book detailing his visit to ‘Akká. This was followed by a second volume in which he quoted extracts from Bahá’u’lláh’s Epistles to the kings and rulers. There are also translations of some of these Epistles in your libraries. When you get them, you will read the remarkable statements made by Bahá’u’lláh.
I will read to you from the Arabic text the very words written by Bahá’u’lláh in His Epistle to the Sulṭán of Turkey. They will be translated to you as I read. “O King! Thou hast committed that by reason of which Muḥammad, the Prophet of God, lamenteth in the highest heaven. Verily, the world hath made thee proud so that thou hast turned away from the face of Him by Whose light the people of the supreme assembly are illuminated, and erelong thou shalt find thyself in manifest loss. Thou hast united with the Persian chief in opposition to Me after I came unto you from the rising place of greatness and might with a matter which has consoled the eyes of those near unto God. Verily, this is a day wherein the Fire speaketh through all things, declaring that the Beloved of the two worlds hath come, and on the part of everything an Interlocutor of the matter hath sprung up to listen unto the Word of thy Lord, the Precious, the Knowing. Dost thou imagine that thou canst quench the fire which God hath kindled in the horizons? No! By Himself, the True One, wert thou of those who know. Rather, by that which thou hast done its burning is increased and its blaze augmented; and it shall encompass the earth and whosoever is thereupon. Thus the matter hath been decreed, and whosoever is in the heavens and upon the earth could not withstand His command.
“The day is approaching when the Land of Mystery [Adrianople], and what is beside it shall be changed, and shall pass out of the hands of the king, and commotions shall appear, and the voice of lamentation shall be raised, and the evidences of mischief shall be revealed on all sides, and confusion shall spread by reason of that which hath befallen these captives at the hands of the hosts of oppression.

The course of things shall be altered, and conditions shall wax so grievous, that the very sands on the desolate hills will moan, and the trees on the mountain will weep, and blood will flow out of all things.

Then wilt thou behold the people in sore distress.

Was Pharaoh able to hinder God by exercising his dominion when he rebelled upon the earth and was of the disobedient?

We have indeed manifested the Interlocutor [Moses] from his house in spite of his will; verily, we were able to do this.

And remember when Nimrod kindled the fire of polytheism whereby he would burn the Friend of God [Abraham].

Verily, we extinguished the fire by the truth and brought upon Nimrod manifest grief.

Verily, the oppressor [King of Persia] slew the Beloved of the Worlds [the Báb] that he might thereby extinguish the light of God among His creatures and deprive mankind of the pure water of life in the days of his Lord, the Mighty, the Kind.

We have made the matter manifest in the country and elevated His mention among the unitarians.

Verily, the Servant hath assuredly come to vivify the world and bring to union whosoever is upon the surface of the whole earth.

That which God willeth shall overcome, and thou shalt see the earth as the garden of Abhá.

Thus hath it been written by the pen of command in an irrevocable Tablet.”
There are many other prophecies in this book, especially in the Epistle to the Sháh of Persia, all of which prophecies have come to pass. As they are lengthy, we will not have time to quote them.
The purpose of these quotations is to show that Bahá’u’lláh’s great endeavor in the East was to unify mankind, to cause them to agree and become reconciled, thereby manifesting the oneness of the world of humanity, preparing the way for international peace and establishing the foundations of happiness and welfare. But the nations have not hearkened to His summons and message. The Persian and Turkish governments arose against His Cause, and the result is that both these governments have been disintegrated and broken. Had they been attentive to His commands and received His admonitions, they would have been protected. They would have enjoyed happiness and prosperity. They would have been bound together in ties of fellowship and brotherhood, availing themselves of the wonderful bounties of love and unity and dwelling in the delectable paradise of the divine Kingdom. But, alas, the commands and guidance of the Blessed One have been neglected and ignored. Day by day they have followed their own devices and imaginations, until now this fire of war is raging most furiously.
– 120 –
7 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
In the world of nature we behold the living organisms in a ceaseless struggle for existence. Everywhere we are confronted by evidences of the physical survival of the fittest. This is the very source of error and misapprehension in the opinions and theories of men who fail to realize that the world of nature is inherently defective in cause and outcome and that the defects therein must be removed by education. For example, consider man himself. If we study human beings such as the aboriginal tribes of central Africa, who have been reared in complete subjection to nature’s rule, we will find them deficient indeed. They are without religious education; neither do they give evidences of any advance whatever toward civilization. They have simply grown and developed in the natural plane of barbarism. We find them bloodthirsty, immoral and animalistic in type to such an extent that they even kill and devour each other. It is evident, therefore, that the world of nature unassisted is imperfect because it is a plane upon which the struggle for physical existence expresses itself.
If a piece of ground is left in its natural state, wild weeds, thorns and trees of the jungle will grow upon it.

But if we cultivate that same piece of ground, the result will be that it will rid itself of natural imperfections and become transformed into a beautiful rose garden or an orchard of fruitful trees.

This is proof that the world of nature is defective.

The founding of schools and establishing of educational systems in the world are intended to replace the defects of nature with virtues and perfections.

If there were no defects, there would be no need of training, culture and education, but inasmuch as we find that children need training and schooling, it is a conclusive proof that the world of nature must be developed.

Many things show this clearly.

One of the basic evidences is the survival of the fittest in the animal kingdom, their ignorance, sensuality and unbridled instincts and passions.

Therefore, in the natural world there is need of an Educator and Teacher for mankind.

He must be universal in his powers and accomplishments.

Teachers are of two kinds: universal and special.

The universal Instructors are the Prophets of God, and the special teachers are the philosophers.

The philosophers are capable of educating and training a limited circle of human souls, whereas the holy, divine Manifestations of God confer general education upon humanity.

They arise to bestow universal moral training.

For example, Moses was a universal Teacher.

He trained and disciplined the people of Israel, enabled them to rescue themselves from the lowest abyss of despair and ignorance and caused them to attain an advanced degree of knowledge and development.

They were captives and in the bondage of slavery; through Him they became free.

He led them out of Egypt into the Holy Land and opened the doors of their advancement into higher civilization.

Through His training this oppressed and downtrodden people, slaves and captives of the Pharaohs, established the splendor of the Solomonic sovereignty.

This is an example of a universal Teacher, a universal Educator.

Again, consider Christ: how that marvelous expression of unity bestowed education and ethical training upon the Roman, Greek, Egyptian, Syrian and Assyrian nations and welded together a people from them in a permanent and indissoluble bond.

These nations were formerly at enmity and in a state of continual hostility and strife.

He cemented them together, caused them to agree, conferred tranquillity upon humanity and established the foundations of human welfare throughout the world.

Therefore, He was a real Educator, the Instructor of reality.
When we review the conditions existing in the East prior to the rise of the Prophet of Arabia, we find that throughout the Arabian peninsula intense mental darkness and the utmost ignorance prevailed among its inhabitants. Those tribal peoples were constantly engaged in war, killing and shedding blood, burning and pillaging the homes of each other and living in conditions of the utmost debasement and immorality. They were lower and more brutal than the animals. Muḥammad appeared as a Prophet among such a people. He educated these barbarous tribes, lifted them out of their ignorance and savagery and put an end to the continuous strife and hatred which had existed among them. He established agreement and reconciliation among them, unified them and taught them to look upon each other as brothers. Through His training they advanced rapidly in prestige and civilization. They were formerly ignorant; they became wise. They were barbarous; they attained refinement and culture. They were debased and brutal; He uplifted and elevated them. They were humiliated and despised; their civilization and renown spread throughout the world. This is perfect proof that Muḥammad was an Educator and Teacher.
In the nineteenth century strife and hostility prevailed among the people of the Orient.

Apathy and ignorance characterized the nations.

They were indeed gloomy and dark, negligent of God and under the subjection of the baser instincts and passions of mankind.

The struggle for existence was intense and universal.

At such a time as this Bahá’u’lláh appeared among them like a luminary in the heavens.

He flooded the East with light.

He proclaimed new principles and teachings.

He laid a basis for new institutions which are the very spirit of modernism, the light of the world, the development of the body politic and eternal honor.

The souls who hearkened to these teachings among the various oriental nations immediately renounced the spirit of strife and hostility and began to associate in goodwill and fellowship.

From extremes of animosity they attained the acme of love and brotherhood.

They had been warring and quarreling; now they became loving and lived together in complete unity and agreement.

Among them today you will find no religious, political or patriotic prejudice; they are friendly, loving and associate in the greatest happiness.

They have no part in the war and strife which take place in the East; their attitude toward all men is that of goodwill and loving-kindness.

A standard of universal peace has been unfurled among them.

The light of guidance has flooded their souls.

It is light upon light, love upon love.

This is the education and training of Bahá’u’lláh.

He has led these souls to this standard and given them teachings which ensure eternal illumination.

Anyone who becomes well versed in His teachings will say, “Verily, I declare that these words constitute the illumination of humanity, that this is the everlasting honor, that these are heavenly precepts and the cause of never-ending life among men.”
– 121 –
8 November 1912
Talk at Eighth Street Temple, Synagogue Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
God is one, the effulgence of God is one, and humanity constitutes the servants of that one God. God is kind to all. He creates and provides for all, and all are under His care and protection. The Sun of Truth, the Word of God, shines upon all mankind; the divine cloud pours down its precious rain; the gentle zephyrs of His mercy blow, and all humanity is submerged in the ocean of His eternal justice and loving-kindness. God has created mankind from the same progeny in order that they may associate in good fellowship, exercise love toward each other and live together in unity and brotherhood.
But we have acted contrary to the will and good pleasure of God. We have been the cause of enmity and disunion. We have separated from each other and risen against each other in opposition and strife. How many have been the wars between peoples and nations! What bloodshed! Numberless are the cities and homes which have been laid waste. All of this has been contrary to the good pleasure of God, for He hath willed love for humanity. He is clement and merciful to all His creatures. He hath ordained amity and fellowship amongst men.
Most regrettable of all is the state of difference and divergence we have created between each other in the name of religion, imagining that a paramount duty in our religious belief is that of alienation and estrangement, that we should shun each other and consider each other contaminated with error and infidelity. In reality, the foundations of the divine religions are one and the same. The differences which have arisen between us are due to blind imitations of dogmatic beliefs and adherence to ancestral forms of worship. Abraham was the founder of reality. Moses, Christ, Muḥammad were the manifestations of reality. Bahá’u’lláh was the glory of reality. This is not simply an assertion; it will be proved.
Let me ask your closest attention in considering this subject.

The divine religions embody two kinds of ordinances.

First, there are those which constitute essential, or spiritual, teachings of the Word of God.

These are faith in God, the acquirement of the virtues which characterize perfect manhood, praiseworthy moralities, the acquisition of the bestowals and bounties emanating from the divine effulgences—in brief, the ordinances which concern the realm of morals and ethics.

This is the fundamental aspect of the religion of God, and this is of the highest importance because knowledge of God is the fundamental requirement of man.

Man must comprehend the oneness of Divinity.

He must come to know and acknowledge the precepts of God and realize for a certainty that the ethical development of humanity is dependent upon religion.

He must get rid of all defects and seek the attainment of heavenly virtues in order that he may prove to be the image and likeness of God.

It is recorded in the Holy Bible that God said, “Let us make man in our image, after our likeness.”

It is self-evident that the image and likeness mentioned do not apply to the form and semblance of a human being because the reality of Divinity is not limited to any form or figure.

Nay, rather, the attributes and characteristics of God are intended.

Even as God is pronounced to be just, man must likewise be just.

As God is loving and kind to all men, man must likewise manifest loving-kindness to all humanity.

As God is loyal and truthful, man must show forth the same attributes in the human world.

Even as God exercises mercy toward all, man must prove himself to be the manifestation of mercy.

In a word, the image and likeness of God constitute the virtues of God, and man is intended to become the recipient of the effulgences of divine attributes.

This is the essential foundation of all the divine religions, the reality itself, common to all.

Abraham promulgated this; Moses proclaimed it.

Christ and all the Prophets upheld this standard and aspect of divine religion.
Second, there are laws and ordinances which are temporary and nonessential.

These concern human transactions and relations.

They are accidental and subject to change according to the exigencies of time and place.

These ordinances are neither permanent nor fundamental.

For instance, during the time of Noah it was expedient that seafood be considered as lawful; therefore, God commanded Noah to partake of all marine animal life.

During the time of Moses this was not in accordance with the exigencies of Israel’s existence; therefore, a second command was revealed partly abrogating the law concerning marine foods.

During the time of Abraham—upon Him be peace!—camel’s milk was considered a lawful and acceptable food; likewise, the flesh of the camel; but during Jacob’s time, because of a certain vow He made, this became unlawful.

These are nonessential, temporary laws.

In the Holy Bible there are certain commandments which according to those bygone times constituted the very spirit of the age, the very light of that period.

For example, according to the law of the Torah if a man committed theft of a certain amount, they cut off his hand.

Is it practicable and reasonable in this present day to cut off a man’s hand for the theft of a dollar?

In the Torah there are ten ordinances concerning murder.

Could these be made effective today?

Unquestionably no; times have changed.

According to the explicit text of the Bible if a man should change or break the law of the Sabbath or if he should touch fire on the Sabbath, he must be killed.

Today such a law is abrogated.

The Torah declares that if a man should speak a disrespectful word to his father, he should suffer the penalty of death.

Is this possible of enforcement now?

No; human conditions have undergone changes.

Likewise, during the time of Christ certain minor ordinances conformable to that period were enforced.
It has been shown conclusively, therefore, that the foundation of the religion of God remains permanent and unchanging. It is that fixed foundation which ensures the progress and stability of the body politic and the illumination of humanity. It has ever been the cause of love and justice amongst men. It works for the true fellowship and unification of all mankind, for it never changes and is not subject to supersedure. The accidental, or nonessential, laws which regulate the transactions of the social body and everyday affairs of life are changeable and subject to abrogation.
Let me ask: What is the purpose of Prophethood? Why has God sent the Prophets? It is self-evident that the Prophets are the Educators of men and the Teachers of the human race. They come to bestow universal education upon humanity, to give humanity training, to uplift the human race from the abyss of despair and desolation and to enable man to attain the apogee of advancement and glory. The people are in darkness; the Prophets bring them into the realm of light. They are in a state of utter imperfection; the Prophets imbue them with perfections. The purpose of the prophetic mission is none other than the education and guidance of the people. Therefore, we must regard and be on the lookout for the man who is thus qualified—that is to say, any soul who proves to be the Educator of mankind and the Teacher of the human race is undoubtedly the Prophet of His age.
For example, let us review the events connected with the history of Moses—upon Him be peace!

He dwelt in Midian at a time when the children of Israel were in captivity and bondage in the land of Egypt, subjected to every tyranny and severe oppression.

They were illiterate and ignorant, undergoing cruel ordeals and experiences.

They were in such a state of helplessness and impotence that it was proverbial to state that one Egyptian could overcome ten Israelites.

At such a time as this and under such forbidding conditions Moses appeared and shone forth with a heavenly radiance.

He saved Israel from the bondage of Pharaoh and released them from captivity.

He led them out of the land of Egypt and into the Holy Land.

They had been scattered and broken; He unified and disciplined them, conferred upon them the blessing of wisdom and knowledge.

They had been slaves; He made them princes.

They were ignorant; He made them learned.

They were imperfect; He enabled them to attain perfection.

In a word, He led them out of their condition of hopelessness and brought them to efficiency in the plane of confidence and valor.

They became renowned throughout the ancient world until finally in the zenith and splendor of their new civilization the glory of the sovereignty of Solomon was attained.

Through the guidance and training of Moses these slaves and captives became the dominating people amongst the nations.

Not only in physical and military superiority were they renowned, but in all the degrees of arts, letters and refinement their fame was widespread.

Even the celebrated philosophers of Greece journeyed to Jerusalem in order to study with the Israelitish sages, and many were the lessons of philosophy and wisdom they received.

Among these philosophers was the famous Socrates.

He visited the Holy Land and studied with the prophets of Israel, acquiring principles of their philosophical teaching and a knowledge of their advanced arts and sciences.

After his return to Greece he founded the system known as the unity of God.

The Greek people rose against him, and at last he was poisoned in the presence of the king.

Hippocrates and many other Greek philosophers sat at the feet of the learned Israelitish doctors and absorbed their expositions of wisdom and inner truth.
Inasmuch as Moses through the influence of His great mission was instrumental in releasing the Israelites from a low state of debasement and humiliation, establishing them in a station of prestige and glorification, disciplining and educating them, it is necessary for us to reach a fair and just judgment in regard to such a marvelous Teacher. For in this great accomplishment He stood single and alone. Could He have made such a change and brought about such a condition among these people without the sanction and assistance of a heavenly power? Could He have transformed a people from humiliation to glory without a holy and divine support?
None other than a divine power could have done this. Therein lies the proof of Prophethood because the mission of a Prophet is education of the human race such as this Personage accomplished, proving Him to be a mighty Prophet among the Prophets and His Book the very Book of God. This is a rational, direct and perfect proof.
In brief, Moses—upon Whom be peace!—founded the law of God, purified the morals of the people of Israel and gave them an impetus toward nobler and higher attainments.

But after the departure of Moses, following the decline of the glory of Solomon’s era and during the reign of Jeroboam there came a great change in this nation.

The high ethical standards and spiritual perfections ceased to exist.

Conditions and morals became corrupt, religion was debased, and the perfect principles of the Mosaic law were obscured in superstition and polytheism.

War and strife arose among the tribes, and their unity was destroyed.

The followers of Jeroboam declared themselves rightful and valid in kingly succession, and the supporters of Rehoboam made the same claim.

Finally, the tribes were torn asunder by hostility and hatred, the glory of Israel was eclipsed, and so complete was the degradation that a golden calf was set up as an object of worship in the city of Tyre.

Thereupon God sent Elijah, the prophet, who redeemed the people, renewed the law of God and established an era of new life for Israel.

History shows a still later change and transformation when this oneness and solidarity were followed by another dispersion of the tribes.

Nebuchadnezzar, King of Babylon, invaded the Holy Land and carried away captive seventy thousand Israelites to Chaldea, where the greatest reverses, trials and suffering afflicted these unfortunate people.

Then the prophets of God again reformed and reestablished the law of God, and the people in their humiliation again followed it.

This resulted in their liberation, and under the edict of Cyrus, King of Persia, there was a return to the Holy City.

Jerusalem and the Temple of Solomon were rebuilt, and the glory of Israel was restored.

This lasted but a short time; the morality of the people declined, and conditions reached an extreme degree until the Roman general Titus took Jerusalem and razed it to its foundations.

Pillage and conquest completed the desolation; Palestine became a waste and wilderness, and the Jews fled from the Holy Land of their ancestors.

The cause of this disintegration and dispersion was the departure of Israel from the foundation of the law of God revealed by Moses—namely, the acquisition of divine virtues, morality, love, the development of arts and sciences and the spirit of the oneness of humanity.
I now wish you to examine certain facts and statements which are worthy of consideration. My purpose and intention is to remove from the hearts of men the religious enmity and hatred which have fettered them and to bring all religions into agreement and unity. Inasmuch as this hatred and enmity, this bigotry and intolerance are outcomes of misunderstandings, the reality of religious unity will appear when these misunderstandings are dispelled. For the foundation of the divine religions is one foundation. This is the oneness of revelation or teaching. But, alas, we have turned away from that foundation, holding tenaciously to various dogmatic forms and blind imitation of ancestral beliefs. This is the real cause of enmity, hatred and bloodshed in the world—the reason of alienation and estrangement among mankind. Therefore, I wish you to be very just and fair in your judgment of the following statements.
During the time that the people of Israel were being tossed and afflicted by the conditions I have named, Jesus Christ appeared among them.

Jesus of Nazareth was a Jew.

He was single and unaided, alone and unique.

He had no assistant.

The Jews at once pronounced Him to be an enemy of Moses.

They declared that He was the destroyer of the Mosaic laws and ordinances.

Let us examine the facts as they are, investigate the truth and reality in order to arrive at a true opinion and conclusion.

For a completely fair opinion upon this question we must lay aside all we have and investigate independently.

This Personage, Jesus Christ, declared Moses to have been the Prophet of God and pronounced all the prophets of Israel as sent from God.

He proclaimed the Torah the very Book of God, summoned all to conform to its precepts and follow its teachings.

It is an historical fact that during a period of fifteen hundred years the kings of Israel were unable to promulgate broadcast the religion of Judaism.

In fact, during that period the name and history of Moses were confined to the boundaries of Palestine and the Torah was a book well known only in that country.

But through Christ, through the blessing of the New Testament of Jesus Christ, the Old Testament, the Torah, was translated into six hundred different tongues and spread throughout the world.

It was through Christianity that the Torah reached Persia.

Before that time there was no knowledge in that country of such a book, but Christ caused its spread and acceptance.

Through Him the name of Moses was elevated and revered.

He was instrumental in publishing the name and greatness of the Israelitish prophets, and He proved to the world that the Israelites constituted the people of God.

Which of the kings of Israel could have accomplished this?

Were it not for Jesus Christ, would the Bible, the Torah have reached this land of America?

Would the name of Moses be spread throughout the world?

Refer to history.

Everyone knows that when Christianity was spread, there was a simultaneous spread of the knowledge of Judaism and the Torah.

Throughout the length and breadth of Persia there was not a single volume of the Old Testament until the religion of Jesus Christ caused it to appear everywhere so that today the Holy Bible is a household book in that country.

It is evident, then, that Christ was a friend of Moses, that He loved and believed in Moses; otherwise, He would not have commemorated His name and Prophethood.

This is self-evident.

Therefore, Christians and Jews should have the greatest love for each other because the Founders of these two great religions have been in perfect agreement in Book and teaching.

Their followers should be likewise.
We have already stated the valid proofs of Prophethood.

We find the very evidences of the validity of Moses were witnessed and duplicated in Christ.

Christ was also a unique and single Personage born of the lineage of Israel.

By the power of His Word He was able to unite people of the Roman, Greek, Chaldean, Egyptian and Assyrian nations.

Whereas they had been cruel, bloodthirsty and hostile, killing, pillaging and taking each other captive, He cemented them together in a perfect bond of unity and love.

He caused them to agree and become reconciled.

Such mighty effects were the results of the manifestation of one single Soul.

This proves conclusively that Christ was assisted by God.

Today all Christians admit and believe that Moses was a Prophet of God.

They declare that His Book was the Book of God, that the prophets of Israel were true and valid and that the people of Israel constituted the people of God.

What harm has come from this?

What harm could come from a statement by the Jews that Jesus was also a Manifestation of the Word of God?

Have the Christians suffered for their belief in Moses?

Have they experienced any loss of religious enthusiasm or witnessed any defeat in their religious belief by declaring that Moses was a Prophet of God, that the Torah was a Book of God and that all the prophets of Israel were prophets of God?

It is evident that no loss comes from this.

And now it is time for the Jews to declare that Christ was the Word of God, and then this enmity between two great religions will pass away.

For two thousand years this enmity and religious prejudice have continued.

Blood has been shed, ordeals have been suffered.

These few words will remedy the difficulty and unite two great religions.

What harm could follow this: that just as the Christians glorify and praise the name of Moses, likewise the Jews should commemorate the name of Christ, declare Him to be the Word of God and consider Him as one of the chosen Messengers of God?
A few words concerning the Qur’án and the Muslims:

When Muḥammad appeared, He spoke of Moses as the great Man of God.

In the Qur’án He refers to the sayings of Moses in seven different places, proclaims Him a Prophet and the possessor of a Book, the Founder of the law and the Spirit of God.

He said, “Whosoever believes in Him is acceptable in the estimation of God, and whosoever shuns Him or any of the prophets is rejected of God.”

Even in conclusion He calls upon His own relatives, saying, “Why have ye shunned and not believed in Moses?

Why have ye not acknowledged the Torah?

Why have ye not believed in the Jewish prophets?”

In a certain súrih of the Qur’án He mentions the names of twenty-eight of the prophets of Israel, praising each and all of them.

To this great extent He has ratified and commended the prophets and religion of Israel.

The purport is this: that Muḥammad praised and glorified Moses and confirmed Judaism.

He declared that whosoever denies Moses is contaminated and even if he repents, his repentance will not be accepted.

He pronounced His own relatives infidels and impure because they had denied the prophets.

He said, “Because you have not believed in Christ, because you have not believed in Moses, because you have not believed in the Gospels, you are infidels and contaminated.”

In this way Muḥammad has praised the Torah, Moses, Christ and the prophets of the past.

He appeared amongst the Arabs, who were a people nomadic and illiterate, barbarous in nature and bloodthirsty.

He guided and trained them until they attained a high degree of development.

Through His education and discipline they rose from the lowest levels of ignorance to the heights of knowledge, becoming masters of erudition and philosophy.

We see, therefore that the proofs applicable to one Prophet are equally applicable to another.
In conclusion, since the Prophets themselves, the Founders, have loved, praised and testified of each other, why should we disagree and be alienated? God is one. He is the Shepherd of all. We are His sheep and, therefore, should live together in love and unity. We should manifest the spirit of justness and goodwill toward each other. Shall we do this, or shall we censure and pronounce anathema, praising ourselves and condemning all others? What possible good can come from such attitude and action? On the contrary, nothing but enmity and hatred, injustice and inhumanity can possibly result. Has not this been the greatest cause of bloodshed, woe and tribulation in the past?
Praise be to God! You are living in a land of freedom. You are blessed with men of learning, men who are well versed in the comparative study of religions. You realize the need of unity and know the great harm which comes from prejudice and superstition. I ask you, is not fellowship and brotherhood preferable to enmity and hatred in society and community? The answer is self-evident. Love and fellowship are absolutely needful to win the good pleasure of God, which is the goal of all human attainment. We must be united. We must love each other. We must ever praise each other. We must bestow commendation upon all people, thus removing the discord and hatred which have caused alienation amongst men. Otherwise, the conditions of the past will continue, praising ourselves and condemning others; religious wars will have no end, and religious prejudice, the prime cause of this havoc and tribulation, will increase. This must be abandoned, and the way to do it is to investigate the reality which underlies all the religions. This underlying reality is the love of humanity. For God is one and humanity is one, and the only creed of the Prophets is love and unity.
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9 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
The address delivered last evening in the Jewish synagogue evidently disturbed some of the people, including the revered rabbi who called upon me this afternoon. Together we went over the ground again, which I shall now review for your benefit.
It was not possible to make the subject completely plain to the rabbi last night, as he was very much pressed for time, but today the opportunity was sufficient for a reconsideration of the statements in detail. I wish you to understand them thoroughly and memorize them in order that you may discourse with the Jews and thus, perchance, become instrumental in leading them aright.
The quintessence of our subject was this: What is the mission of the Prophet, and what is the object of a divine law? In answer we stated: There is no doubt that the purpose of a divine law is the education of the human race, the training of humanity. All mankind may be considered as pupils or children who are in need of a divine Educator, a real Teacher. The essential requirement and qualification of Prophethood is the training and guidance of the people. Therefore, we shall first consider the efficacy of the teachings of those who have been followed and accepted as the Prophets of God. The question that must be answered is: Have They taught mankind? Have They proved Themselves efficient Educators?
Among Them was Moses. We find that He appeared as the leader of the children of Israel during a period of their captivity. They were in a state of extreme humiliation, ignorance and heedlessness, living in a very lowly manner in Egypt under conditions of life worse than death. Imagine an ignorant people, downtrodden and oppressed, thoughtless, negligent and mentally darkened, held in subjection as slaves. Moses was appointed for their deliverance and training. He guided them, led them out of bondage into the Holy Land, uplifted them from ignorance and despair, trained them so that they rose from a condition of lowliness and subjection into one of honor and importance, and enabled them to reach a high degree of perfection. They became proficient in sciences and arts, attained a lofty plane of civilization, honorable and esteemed among nations, whereas formerly they had been lowly and despised. They were ignorant; they became intelligent, finally reaching that period of supremacy and power witnessed in the Solomonic sovereignty. Their name became widespread throughout the world, and they were esteemed for distinct virtues. Even the philosophers of Greece went to Palestine to drink from the fountains of their wisdom and sit at the feet of their sages. All these facts prove that Moses was a Prophet and a Teacher.
As to Christ: He was a single, unique and lowly individual Who appeared at a time when the Israelitish nation had fallen from the heights of its glory to the lowest condition of bondage and contempt, subject to the tyranny of the Roman Empire, living under a yoke of humiliation, ignorant and negligent of God. The historical records of the Holy Books confirm these statements. Christ—this single and unique Personage—appeared amongst these despised and degraded people, reflecting a divine power and the potency of the Holy Spirit. He unified the various peoples and nations of the world, brought them together in fellowship and agreement and gathered them beneath the overshadowing protection of one Word. His prestige and mention were not confined to the children of Israel alone, who were at that time a limited race and people, but His spiritual power had also permeated and united great influential nations who had been warlike and hostile, such as the Romans, Greeks, Egyptians, Chaldeans, Syrians and Assyrians. He dispelled their hostility, healed their hatred, made them a united people, and by His Word created the utmost love amongst them so that they advanced immeasurably in the degrees of education and human perfection, thereby attaining a never-ending glory.
The Jews had become dispersed and widely scattered. This single and unique Personage overcame all the then known world, founding an everlasting sovereignty, a mighty nation indeed. Such a result proved Him to be a great man, the first Educator of His time, the first Teacher of His period. What proofs could be greater than these? What would be more convincing than this evidence that a single individual resuscitated so many nations and peoples, unified so many tribes and sects, removed so much warfare and hatred? Undoubtedly, such accomplishment could be wrought only through the power of God and not by mere human effort, which is altogether incapable of producing these mighty results.
When Christ appeared, the Jews pronounced Him an enemy of Moses. Pharisaical rabbis of that age declared Him to be the destroyer of the Mosaic law and the institutes of the Torah. They proclaimed that He would bring great misfortune to the people of Israel, considering Him the violator of the holy Sabbath and destroyer of the Temple of Solomon. Therefore, they turned away from Him. Let us investigate this and discover whether such accusations were true or false. We will find that in reality Christ caused the name and prestige of Moses to become widespread. Through His efforts and teaching the Book of Moses, the Bible, became known everywhere. In fifteen hundred years there had been but one translation of the Old Testament, the Torah, which translation was made from Hebrew into Greek. But through the instrumentality of Christ’s message and teachings it was translated into six hundred tongues and spread to every part of the world. All the kings and prophets of Israel were unable to promulgate the teachings of Judaism and the name of Moses beyond the borders of Palestine, whereas through Christ Judaism became an established religion in Asia, Africa, Europe and the world generally. Through the message of Christ, Moses was everywhere proclaimed a Prophet of God and His Book the Book of God. Shall we consider this Personage an enemy or a friend of Moses?
Justice is needed; we must render fair judgment upon this question. Had He been an enemy, He would not have allowed the name and teachings of Moses to become widespread in the world. He would not have promulgated the law and principles of the Torah. Would there have been any mention of Moses in America? Could even the name of Judaism have reached this part of the world through any other instrumentality? Undoubtedly, it was owing to the blessed agency and influence of Christianity that Judaism became established in this western world. Moses had no better friend and sympathizer than Christ. Consider how the illiterate among the Israelites conceal the reality of these facts and continue the delusion that Christ was an enemy of Moses. All Christians believe in Moses. They declare that He was a Man of God, the Interlocutor and Prophet of God, that His Book was the Book of God, that the people of Israel were the people of God and that all the prophets of Israel were valid and true. They offer unlimited praise, sincere eulogy, and manifest unlimited love for the religion of Moses. What harm comes from this? And if the Jews should say that Christ was also the Word of God, the Spirit of God, what harm could follow this statement? Just these few words would be the cause of reconciling the Christians and Jews. The Christians accept Moses and His Book. What harm have they suffered on account of this belief? Have they lost anything because of it?
In answer to all these questions the rabbi answered, “No.”
We continued:

What harm could result if the Jews were in a similar attitude toward Christianity, declaring that Christ was the Word of God, that the Gospel is the Book of God?

Such an attitude as this would cause the enmity of many centuries to pass away.

If we declare that Moses was the Prophet of God and that His Book was the law of God, does it harm our religious standpoint?

Not at all.

Furthermore, every nation is proud of its great men and heroes even though those great ones may have been atheists or agnostics.

Today France glorifies Napoleon Bonaparte, saying, “He was a French military genius,” whereas, in reality, he was a tyrant.

They say, “Voltaire was ours,” although Voltaire was an atheist.

“Rousseau was a great man of this nation,” and yet Rousseau was irreligious.

France is proud of these great men.

Feasts are held commemorating them, their names are perpetuated in special days, their memories treasured in prominent places, and there is music and celebration in their honor.

The nation is proud of them.

And now, do you consider these great men of France greater than Jesus of Nazareth?

It is evident that in comparison with Jesus Christ they are as nothing.

Consider the grandeur and majesty of Jesus in contrast with such men as we have mentioned.

Consider Him from the standpoint of fame and renown.

Where is the station of Christ, and where is their station?

What comparison is there?

In reality, Christ is incomparable.

What harm, then, could come from your declaration that Jesus of Nazareth was a great man of Israelitish birth and, therefore, we love Him?

That we have given to the world a great man indeed?

That this mighty Personage, Whose Word has spread throughout the world, Who has conquered the East and the West, was an Israelite?

Should you not be proud of Him?

When you glorify and honor the memory of Christ, rest assured that the Christians will take your hands in real fellowship.

All difficulty, hesitancy and restraint will vanish.

Consider the troubles and persecutions heaped upon you in Russia for your fanaticism of unbelief.

And you must not think that this is ended.
This humiliation will continue forever. The time may come when in Europe itself they will arise against the Jews. But your declaration that Christ was the Word of God will end all such trouble. My advice is that in order to become honorable, protected and secure among the nations of the world, in order that the Christians may love and safeguard the Israelitish people, you should be willing to announce your belief in Christ, the Word of God. This is a complete statement; there is nothing more. Is it not thoughtless, ignorant prejudice which restrains you from doing so? Declare that, verily, the Word of God was realized in Him, and all will be right.
The rabbi thoughtfully said, “I believe that what you have said is perfectly true, but I must ask one thing of you. Will you not tell the Christians to love us a little more?”
We replied, “We have advised them and will continue to do so.”
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9 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
Every composition is necessarily subject to destruction or disintegration. For instance, this flower is a composition of various elements; its decomposition is inevitable. When this composed form undergoes decomposition—in other words, when these elements separate and disintegrate—that is what we call the death of the flower. For inasmuch as it is composed of single elements, the grouping of multitudinous cellular atoms, it is subject to disintegration. This is the mortality of the flower. Similarly, the body of man is composed of various elements. This composition of the elements has been given life. When these elements disintegrate, life disappears, and that is death. Existence in the various planes, or kingdoms, implies composition; and nonexistence, or death, is decomposition.
But the inner and essential reality of man is not composed of elements and, therefore, cannot be decomposed. It is not an elemental composition subject to disintegration or death. A true and fundamental scientific principle is that an element itself never dies and cannot be destroyed for the reason that it is single and not composed. Therefore, it is not subject to decomposition.
Another evidence or proof of the indestructibility of the reality of man is that it is not affected by the changes of the physical body. These changing conditions of the bodily composition are definite and continual. At one time it is normal, at another time abnormal. Now it is weak, now strong. It suffers injury, a hand may be amputated, a limb broken, an eye destroyed, an ear deafened or some defect appear in a certain organ, but these changes do not affect the human spirit, the soul of man. If the body becomes stout or thin, decrepit or strong, the spirit or soul is unaffected thereby. If a part of the bodily organism be destroyed, even if it be dismembered completely, the soul continues to function, showing that no changes of the body affect its operation. We have seen that death and mortality are synonymous with change and disintegration. As we find the soul unaffected by this change and disintegration of the body, we, therefore, prove it to be immortal; for that which is changeable is accidental, evanescent.
Furthermore, this immortal human soul is endowed with two means of perception: One is effected through instrumentality; the other, independently. For instance, the soul sees through the instrumentality of the eye, hears with the ear, smells through the nostrils and grasps objects with the hands. These are the actions or operations of the soul through instruments. But in the world of dreams the soul sees when the eyes are closed. The man is seemingly dead, lies there as dead; the ears do not hear, yet he hears. The body lies there, but he—that is, the soul—travels, sees, observes. All the instruments of the body are inactive, all the functions seemingly useless. Notwithstanding this, there is an immediate and vivid perception by the soul. Exhilaration is experienced. The soul journeys, perceives, senses. It often happens that a man in a state of wakefulness has not been able to accomplish the solution of a problem, and when he goes to sleep, he will reach that solution in a dream. How often it has happened that he has dreamed, even as the prophets have dreamed, of the future; and events which have thus been foreshadowed have come to pass literally.
Therefore, we learn that the immortality of the soul, or spirit, is not contingent or dependent upon the so-called immortality of the body, because the body in the quiescent state, in the time of sleep, may be as dead, unconscious, senseless; but the soul, or spirit, is possessed of perceptions, sensations, motion and discovery. Even inspiration and revelation are obtained by it. How many were the prophets who have had marvelous visions of the future while in that state! The spirit, or human soul, is the rider; and the body is only the steed. If anything affects the steed, the rider is not affected by it. The spirit may be likened to the light within the lantern. The body is simply the outer lantern. If the lantern should break, the light is ever the same because the light could shine even without the lantern. The spirit can conduct its affairs without the body. In the world of dreams it is precisely as this light without the chimney glass. It can shine without the glass. The human soul by means of this body can perform its operations, and without the body it can, likewise, have its control. Therefore, if the body be subject to disintegration, the spirit is not affected by these changes or transformations.
It is an evident fact that the body does not conduct the process of intellection or thought radiation.

It is only the medium of the grossest sensations.

This human body is purely animal in type and, like the animal, it is subject only to the grosser sensibilities.

It is utterly bereft of ideation or intellection, utterly incapable of the processes of reason.

The animal perceives what its eye sees and judges what the ear hears.

It perceives according to its animal senses, the scent of the nostril, the taste of the tongue.

It comprehends not beyond its sense perceptions.

The animal is confined to its feelings and sensibilities, a prisoner of the senses.

Beyond these, in the finer higher processes of reasoning, the animal cannot go.

For instance, the animal cannot conceive of the earth whereon it stands as a spherical object because the spherical shape of the earth is a matter of conscious reasoning.

It is not a matter of sense perception.

An animal in Europe could not foresee and plan the discovery of America as Columbus did.

It could not take the globe map of the earth and scan the various continents, saying, “This is the eastern hemisphere; there must be another, the western hemisphere.”

No animal could know these things for the reason that they are referable to intellection.

The animal cannot become aware of the fact that the earth is revolving and the sun stationary.

Only processes of reasoning can come to this conclusion.

The outward eye sees the sun as revolving.

It mistakes the stars and the planets as moving about the earth.

But reason decides their orbit, knows that the earth is moving and the other worlds fixed, knows that the sun is the solar center and ever occupies the same place, proves that it is the earth which revolves around it.

Such conclusions are entirely intellectual, not according to the senses.
Hence, we know that in the human organism there is a center of intellection, a power of intellectual operation which is the discoverer of the realities of things. This power can unravel the mysteries of phenomena. It can comprehend that which is knowable, not alone the sensible. All the inventions are its products. For all of these have been the mysteries of nature. There was a time when the energy of electricity was a mystery of nature, but that collective reality which is manifest in man discovered this mystery of nature, this latent force. Having discovered it, man brought it into the plane of visibility. All the sciences which we now utilize are the products of that wondrous reality. But the animal is deprived of its operations. The arts we now enjoy are the expressions of that marvelous reality. The animal is bereft of them because these conscious realities are peculiar to the human spirit. All the traces are the outcoming of the perfections which comprehend realities. The animal is bereft of these.
Such evidences prove conclusively that man is possessed of two realities, as it were: a reality connected with the senses which is shared in common with the animal, and another reality which is conscious and ideal in character. This latter is the collective reality and the discoverer of mysteries. That which discovers the realities of things undoubtedly is not of the elemental substances. It is distinct from them. For mortality and disintegration are the properties inherent in compositions and are referable to things which are subject to sense perceptions, but the collective reality in man, not being so subject, is the discoverer of things. Therefore, it is real, eternal and does not have to undergo changes and transformations.
There are many other proofs concerning this vital subject, but I shall conclude with the words of Jesus Christ: “That which is born of the Spirit is spirit” and is acceptable in the Kingdom of God. This means that just as in the first birth the fetus comes forth from the matrix of the mother into the conditions of the human kingdom, even so the spirit of man must be born out of the matrix of naturalism, out of the baser nature, in order that he may comprehend the great things of the Kingdom of God. He must be born out of mother earth to find the everlasting life. And this collective reality, or spirit, of man, being born out of the world of nature, possessing the attributes of God, will continue to live forever in the eternal realm.
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9 November 1912
Talk at Bahá’í Banquet Rauscher’s Hall, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
I feel a keen sense of joy in being present at this banquet this evening, for—praise be to God!—before me are radiant faces, ears attuned to the melodies of the Supreme Concourse, hearts aglow with the fire of the love of God, spirits exhilarated through the glad tidings of God, souls sheltered beneath the overshadowing power of the Kingdom of Abhá. I see before me an assemblage of souls who are of the chosen and not of the many called. And it is my hope that through the favors of Bahá’u’lláh He may continue to attract you to His Kingdom and render you victorious and triumphant in your service to the oneness and solidarity of mankind. May He assist all who are firm in establishing the unity of the inhabitants of this earth. May all of you thereby become my partners and coadjutors in servitude.
O Lord! Confirm and aid this assemblage. Confirm these souls through the breaths of Thy Holy Spirit. Enlighten the eyes by the vision of these radiant lights, and make the ears joyful through the anthems of Thy call to service. O God! Verily, we have gathered here in the fragrance of Thy love. We have turned to Thy Kingdom. We seek naught save Thee and desire nothing save Thy good pleasure. O God! Let this food be Thy manna from heaven, and grant that this assemblage may be a concourse of Thy supreme ones. May they be the quickening cause of love to humanity and the source of illumination to the human race. May they be the instruments of Thy guidance upon earth. Verily, Thou art powerful. Thou art the Bestower. Thou art the Forgiver, and Thou art the Almighty.
In the world many banquets, assemblages and meetings have been organized, but those gatherings have been commercial, political, educational or social in their purpose and motive.

Meetings are held for the promotion of financial plans or promulgation of the arts and sciences.

Others have sought to establish agricultural industries or consummate territorial agreements.

Innumerable assemblages have been held for consultation upon subjects of learning and education.

All such meetings have for their object the advancement of civilization.

But—praise be to God!—this banquet and this assemblage are for none other purpose than love, for the purpose of announcing the divine Kingdom, for the manifestation of the ineffable traces of God, for reflecting the effulgences of the Kingdom of God, for binding hearts together, for service to the world of humanity, for the promulgation of humanitarian and altruistic realities, for the advancement and advocating of international peace, for the illumination of the whole world.

Therefore, such an assemblage is matchless and peerless because other assemblages are held for a limited object and personal motive, whereas this meeting is for God and God only, for His love and purpose.

It is for love of the hearts of men and the oneness of the world of humanity.

Therefore, we should offer thanks to God, for He has confirmed us in attaining to the happiness of this occasion.

He has appointed us servants of the human world, advocates of peace and unity among the religions, heralds of universal agreement among the races and nations, founders of divine reconciliation among all peoples.
It is my fond and fervent hope through the favor of God that this present meeting may be instrumental in ushering in the day when the standard of the oneness of the world of humanity shall be held aloft in America.

May it be the first real foundation of international peace, having for its object universal service to man.

May it be divine philanthropy without distinctions or differentiations in humankind.

May you consider all religions the instruments of God and regard all races as channels of divine manifestation.

May you view mankind as the sheep of God and know for a certainty that He is the real Shepherd.

Consider how this kind and tender Shepherd cares for all His flock; how He leads them in green pastures and beside the still waters.

How well He protects them!

Verily, this Shepherd makes no distinctions whatsoever; to all the sheep He is equally kind.

Therefore, we must follow the example of God and strive in pathways of goodwill toward all humanity.

May we endeavor with heart and soul to reconcile the religions of the earth, unify the peoples and races and blend the nations in a perfect solidarity.

May we uphold the flag of international agreement and enkindle a light which shall illumine all regions with the radiance of oneness.

May our purposes centralize in the earnest desire of attaining the good pleasure of God, and may our supreme energies be directed to welding together the human household.

Let us not regard our own respective capacities; nay, rather, let us regard forever the favors and bounties of God.

The drop must not estimate its own limited capacity; it must realize the volume and sufficiency of the ocean, which ever glorifieth the drop.

The tender and simple seed, solitary though it may be, must not look upon its own lack of power.

Nay, rather, its attention must ever be directed to the sun, in the rays of which it finds life and quickening; and it must ever consider the downpour of the cloud of mercy.

For the bounty of the cloud, the effulgence and heat of the sun and the breath of the vernal zephyrs can transform the tiny seed and develop it into a mighty tree.

And may you remember that a single infinitesimal atom in the ray of the sun through a shining beam of the solar energy becomes glorified and radiant.
Therefore, let us ever trust in God and seek confirmation and assistance from Him.

Let us have perfect and absolute confidence in the bounty of the Kingdom.

Review the events surrounding souls of bygone times in the beginning of their day; and again consider them when, through the aid and assistance of God, they proved to be the mighty ones of God.

Remember that Peter was a fisherman, but through the bounty of the Kingdom he became the great apostle.

Mary Magdalene was a villager of lowly type, yet that selfsame Mary was transformed and became the means through which the confirmation of God descended upon the disciples.

Verily, she served the Kingdom of God with such efficiency that she became well-known and oft mentioned by the tongues of men.

Even today she is shining from the horizon of eternal majesty.

Consider how infinite is the bounty of God that a woman such as Mary Magdalene should be selected by God to become the channel of confirmation to the disciples and a light of nearness in His Kingdom.

Consequently, trust ye in the bounty and grace of God, and rest assured in the bestowals of His eternal outpouring.

I hope that each one of you may become a shining light even as these electric lights are now brilliant in their intensity.

Nay, may each one of you be a luminary like unto a sparkling star in the heaven of the divine Will.

This is my supplication at the throne of God.

This is my hope through the favors of Bahá’u’lláh.

I offer this prayer in behalf of all of you and beg with a contrite heart that you may be assisted and glorified with an eternal bestowal.
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10 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Arthur J. Parsons 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
What is the reality of Divinity, or what do we understand by God?
When we consider the world of existence, we find that the essential reality underlying any given phenomenon is unknown.

Phenomenal, or created, things are known to us only by their attributes.

Man discerns only manifestations, or attributes, of objects, while the identity, or reality, of them remains hidden.

For example, we call this object a flower.

What do we understand by this name and title?

We understand that the qualities appertaining to this organism are perceptible to us, but the intrinsic elemental reality, or identity, of it remains unknown.

Its external appearance and manifest attributes are knowable; but the inner being, the underlying reality or intrinsic identity, is still beyond the ken and perception of our human powers.

Inasmuch as the realities of material phenomena are impenetrable and unknowable and are only apprehended through their properties or qualities, how much more this is true concerning the reality of Divinity, that holy essential reality which transcends the plane and grasp of mind and man?

That which comes within human grasp is finite, and in relation to it we are infinite because we can grasp it.

Assuredly, the finite is lesser than the infinite; the infinite is ever greater.

If the reality of Divinity could be contained within the grasp of human mind, it would after all be possessed of an intellectual existence only—a mere intellectual concept without extraneous existence, an image or likeness which had come within the comprehension of finite intellect.

The mind of man would be transcendental thereto.

How could it be possible that an image which has only intellectual existence is the reality of Divinity, which is infinite?

Therefore, the reality of Divinity in its identity is beyond the range of human intellection because the human mind, the human intellect, the human thought are limited, whereas the reality of Divinity is unlimited.

How can the limited grasp the unlimited and transcend it?

Impossible.

The unlimited always comprehends the limited.

The limited can never comprehend, surround nor take in the unlimited.

Therefore, every concept of Divinity which has come within the intellection of a human being is finite, or limited, and is a pure product of imagination, whereas the reality of Divinity is holy and sacred above and beyond all such concepts.
But the question may be asked:

How shall we know God?

We know Him by His attributes.

We know Him by His signs.

We know Him by His names.

We know not what the reality of the sun is, but we know the sun by the ray, by the heat, by its efficacy and penetration.

We recognize the sun by its bounty and effulgence, but as to what constitutes the reality of the solar energy, that is unknowable to us.

The attributes characterizing the sun, however, are knowable.

If we wish to come in touch with the reality of Divinity, we do so by recognizing its phenomena, its attributes and traces, which are widespread in the universe.

All things in the world of phenomena are expressive of that one reality.

Its lights are shining, its heat is manifest, its power is expressive, and its education, or training, resplendent everywhere.

What proof could there be greater than that of its functioning or its attributes which are manifest?

This plant or this flower—we ask:

Does it exist or not?

Can this plant—this flower—comprehend the reality of man?

Can it put itself in touch with the human existence or reality?

Evidently not.

It is entirely out of tune with the human kingdom; it is not possessed of the capacity, although both man and the flower have been created.

But the difference in the degrees between the vegetable and the human is ever a hindrance, an obstacle.

Inasmuch as the degree of capacity appertaining to this plant is inferior to our human kingdom, it is entirely impossible for the plant, which is inferior, to comprehend man, who is superior, although both are accidental, or created.

We are created; likewise, this plant is existent, this mineral exists, this wood exists.

But can this flooring here comprehend those who are standing upon it?

It cannot, because sight and hearing are properties or faculties belonging to a higher kingdom than the mineral.

The difference between these two kingdoms, the vast difference between the mineral kingdom and the human kingdom, is a hindrance to comprehension.
How, then, can the reality of man, which is accidental, ever comprehend the Reality of God, which is eternal? It is self-evidently an impossibility. Hence we can observe the traces and attributes of God, which are resplendent in all phenomena and shining as the sun at midday, and know surely that these emanate from an infinite source. We know that they come from a source which is infinite indeed.
Furthermore, it is a philosophical principle that the existence of phenomena implies composition and that mortality, or nonexistence, is equivalent to decomposition.

For example, certain elements have come together, and as a result of that composition man is here.

Certain elements have entered into the structure of this flower.

Certain organic or cellular elements have been utilized in the composition of every animal organism.

Therefore, we can state that existence necessitates composition, and death is another expression for decomposition.

When there is disintegration amongst these composing elements, that is death; that is mortality.

The elements which have gone into the body of this flower and which have given existence to this form and shape will finally disintegrate; this beautiful organism will decompose; and this we call mortality, death.

Consequently, the conclusion is that life means composition, and death is equivalent to decomposition.

On this account the materialists are of the opinion that life is the mere conjoining of elemental substances into myriad forms and shapes.

The materialist comes to the conclusion that life, in other words, means composition; that wherever we find single elements combined in aggregate form, there we behold the phenomena of organic life; that every organic composition is organic life.

Now if life means composition of elements, then the materialist may come to the conclusion of the nonnecessity of a composer, the nonnecessity of a creator; for composition is all there is to it, and that is accomplished by adhesion or cohesion.

In response to this we say that composition must needs be of three kinds:

One form of composition is termed philosophically the accidental, another the involuntary, and a third the voluntary.

As to the first, or accidental, composition:

This would signify that certain elements through inherent qualities and powers of attraction or affinity have been gathered together, have blended, and so composed a certain form, being or organism.

This can be proven to be false; for composition is an effect, and philosophically no effect is conceivable without causation.

No effect can be conceived of without some primal cause.

For example, this heat is an effect; but that energy which gives forth this phenomenon of heat is the cause.

This light is an effect, but back of it is the energy which is the cause.

Is it possible for this light to be separated from the energy whereof it is a property?

That is impossible and inconceivable.

It is self-evidently false.

Accidental composition is, therefore, a false theory and may be excluded.
As to the second form of composition—involuntary: This means that each element has within itself as an inherent property the power of composition. For example, the inherent quality of fire is burning, or heat; heat is a property of fire. Humidity is the inherent nature or property of water. You cannot conceive H2O, which is the chemical form of water, without having humidity associated; for that is an inherent quality of water. The power of attraction has as its function attractive, or magnetic, qualities. We cannot separate attraction from that power. The power of repulsion has as its function repelling—sending off. You cannot separate the effect from the cause. If these premises be true—and they are self-evident—then it would be impossible for a composite being, for the elements which have gone into the makeup of a composite organism, ever to be decomposed because the inherent nature of each element would be to hold fast together. As fire cannot be separated from heat, likewise the elemental being could not be subjected to decomposition, and this does not hold true because we see decomposition everywhere. Hence this theory is untrue, inasmuch as we observe that after each composition there is a process of decomposition which forever ends it. By this we learn that composition as regards phenomena is neither accidental nor involuntary.
Then what have we left as a form of composition? It is the voluntary form of composition, which means that composition is effected through a superior will, that there is will expressed in this motive or action. It is thus proved that the existence of phenomena is effected through the eternal Will, the Will of the Living, Eternal and Self-subsistent, and this is a rational proof concerning composition whereof there is no doubt or uncertainty. Furthermore, it is quite evident that our kind of life, our form of existence, is limited and that the reality of all accidental phenomena is, likewise, limited. The very fact that the reality of phenomena is limited well indicates that there must needs be an unlimited reality, for were there no unlimited, or infinite, reality in life, the finite being of objects would be inconceivable. To make it plainer for you, if there were no wealth in the world, you would not have poverty. If there were no light in the world, you could not conceive of darkness, for we know things philosophically by their antitheses. We know, for example, that poverty is the lack of wealth. Where there is no knowledge, there is no ignorance. What is ignorance? It is the absence of knowledge. Therefore, our limited existence is a conclusive proof that there is an unlimited reality, and this is a shining proof and evident argument. Many are the proofs concerning this matter, but there is not time to go into the subject further.
This is our last evening, and I ask God that His confirmations may encompass you, that your hearts may become radiant, that your eyes become illumined through witnessing the signs of God, that your ears hearken to the anthems of heaven, that your faces be set aglow with the radiant light of the Word of God. May you all be united, may you be agreed, may you serve the solidarity of mankind. May you be well-wishers of all humanity. May you be assistants of every poor one. May you be nurses for the sick. May you be sources of comfort to the broken in heart. May you be a refuge for the wanderer. May you be a source of courage to the affrighted one. Thus, through the favor and assistance of God may the standard of the happiness of humanity be held aloft in the center of the world and the ensign of universal agreement be unfurled.
– 126 –
10 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Joseph H. Hannen 1252 Eighth Street, NW, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
This is a beautiful assembly. I am very happy that white and black are together. This is the cause of my happiness, for you all are the servants of one God and, therefore, brothers, sisters, mothers and fathers. In the sight of God there is no distinction between whites and blacks; all are as one. Anyone whose heart is pure is dear to God—whether white or black, red or yellow. Among the animals colors exist. The doves are white, black, red, blue; but notwithstanding this diversity of color they flock together in unity, happiness and fellowship, making no distinction among themselves, for they are all doves. Man is intelligent and thoughtful, endowed with powers of mind. Why, then, should he be influenced by distinction of color or race, since all belong to one human family? There is no sheep which shuns another as if saying, “I am white, and you are black.” They graze together in complete unity, live together in fellowship and happiness. How then can man be limited and influenced by racial colors? The important thing is to realize that all are human, all are one progeny of Adam. Inasmuch as they are all one family, why should they be separated?
I had a servant who was black; his name was Isfandíyár.

If a perfect man could be found in the world, that man was Isfandíyár.

He was the essence of love, radiant with sanctity and perfection, luminous with light.

Whenever I think of Isfandíyár, I am moved to tears, although he passed away fifty years ago.

He was the faithful servant of Bahá’u’lláh and was entrusted with His secrets.

For this reason the Sháh of Persia wanted him and inquired continually as to his whereabouts.

Bahá’u’lláh was in prison, but the Sháh had commanded many persons to find Isfandíyár.

Perhaps more than one hundred officers were appointed to search for him.

If they had succeeded in catching him, they would not have killed him at once.

They would have cut his flesh into pieces to force him to tell them the secrets of Bahá’u’lláh.

But Isfandíyár with the utmost dignity used to walk in the streets and bazaars.

One day he came to us.

My mother, my sister and myself lived in a house near a corner.

Because our enemies frequently injured us, we were intending to go to a place where they did not know us.

I was a child at that time.

At midnight Isfandíyár came in.

My mother said, “O Isfandíyár, there are a hundred policemen seeking for you.

If they catch you, they will not kill you at once but will torture you with fire.

They will cut off your fingers.

They will cut off your ears.

They will put out your eyes to force you to tell them the secrets of Bahá’u’lláh.

Go away!

Do not stay here.”

He said, “I cannot go because I owe money in the street and in the stores.

How can I go?

They will say that the servant of Bahá’u’lláh has bought and consumed the goods and supplies of the storekeepers without paying for them.

Unless I pay all these obligations, I cannot go.

But if they take me, never mind.

If they punish me, there is no harm in that.

If they kill me, do not be grieved.

But to go away is impossible.

I must remain until I pay all I owe.

Then I will go.”

For one month Isfandíyár went about in the streets and bazaars.

He had things to sell, and from his earnings he gradually paid his creditors.

In fact, they were not his debts but the debts of the court, for all our properties had been confiscated.

Everything we had was taken away from us.

The only things that remained were our debts.

Isfandíyár paid them in full; not a single penny remained unpaid.

Then he came to us, said good-bye and went away.

Afterward Bahá’u’lláh was released from prison.

We went to Baghdád, and Isfandíyár came there.

He wanted to stay in the same home.

Bahá’u’lláh, the Blessed Perfection, said to him, “When you fled away, there was a Persian minister who gave you shelter at a time when no one else could give you protection.

Because he gave you shelter and protected you, you must be faithful to him.

If he is satisfied to have you go, then come to us; but if he does not want you to go, do not leave him.”

His master said, “I do not want to be separated from Isfandíyár.

Where can I find another like him, with such sincerity, such faithfulness, such character, such power?

Where can I find one?

O Isfandíyár!

I am not willing that you should go, yet if you wish to go, let it be according to your own will.”

But because the Blessed Perfection had said, “You must be faithful,”

Isfandíyár stayed with his master until he died.

He was a point of light.

Although his color was black, yet his character was luminous; his mind was luminous; his face was luminous.

Truly, he was a point of light.
Then it is evident that excellence does not depend upon color.

Character is the true criterion of humanity.

Anyone who possesses a good character, who has faith in God and is firm, whose actions are good, whose speech is good—that one is accepted at the threshold of God no matter what color he may be.

In short—praise be to God!—you are the servants of God.

The love of Bahá’u’lláh is in your hearts.

Your souls are rejoicing in the glad tidings of Bahá’u’lláh.

My hope is that the white and the black will be united in perfect love and fellowship, with complete unity and brotherhood.

Associate with each other, think of each other, and be like a rose garden.

Anyone who goes into a rose garden will see various roses, white, pink, yellow, red, all growing together and replete with adornment.

Each one accentuates the beauty of the other.

Were all of one color, the garden would be monotonous to the eye.

If they were all white or yellow or red, the garden would lack variety and attractiveness; but when the colors are varied, white, pink, yellow, red, there will be the greatest beauty.

Therefore, I hope that you will be like a rose garden.

Although different in colors, yet—praise be to God!—you receive rays from the same sun.

From one cloud the rain is poured upon you.

You are under the training of one Gardener, and this Gardener is kind to all.

Therefore, you must manifest the utmost kindness towards each other, and you may rest assured that whenever you are united, the confirmations of the Kingdom of Abhá will reach you, the heavenly favors will descend, the bounties of God will be bestowed, the Sun of Reality will shine, the cloud of mercy will pour its showers, and the breeze of divine generosity will waft its fragrances upon you.
I hope you will continue in unity and fellowship. How beautiful to see blacks and whites together! I hope, God willing, the day may come when I shall see the red men, the Indians, with you, also Japanese and others. Then there will be white roses, yellow roses, red roses, and a very wonderful rose garden will appear in the world.
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10 November 1912
Talk at 1901 Eighteenth Street, NW, Washington, D. C.
Notes by Joseph H. Hannen
I am greatly pleased with the friends in Washington and experience real happiness in meeting them. Likewise, I am pleased with the friends from Baltimore, for I have observed that their hearts are attracted to the love of Bahá’u’lláh. Their vision is extended toward the Kingdom of Bahá. Their spirits are rejoicing in the glad tidings of Abhá. Verily, they are servants of the Cause of God. All are engaged in service, and the perfection of their desire is to enter into the Kingdom of Abhá and draw near unto God. For that reason I am very happy and well pleased with them. I pray for you all. May the favors of the Blessed Beauty, Bahá’u’lláh, encompass you, and may the lights of the Sun of Reality be your illumination. May you all become united and assured. May you serve the Cause of God as one single, united force. I give you the glad tidings that the confirmations of God will descend upon you. Be ye assured of this. Ye will become illumined. Ye will become conquerors.
But after I leave, some people may arise in opposition, heaping persecutions upon you in their bitterness, and in the newspapers there may be articles published against the Cause.

Rest ye in the assurance of firmness.

Be well poised and serene, remembering that this is only as the harmless twittering of sparrows and that it will soon pass away.

If such things do not happen, the fame of the Cause will not become widespread, and the summons of God will not be heard.

Consider the history of the past.

Recall, for instance, the days of Christ and the events subsequent thereto.

How many were the books written against Him!

What calumnies were attributed to Him!

How violent were the utterances in the temples against Him!

How many the accusations!

What hatred and persecution!

How they scoffed at Him in derision and contempt!

Consider the titles and epithets they bestowed upon His majesty!

They even designated Him Beelzebub—Satan.

They said Beelzebub had been captured and crucified.

They placed a crown of thorns upon Beelzebub’s head and paraded Him through the streets.

This was the name the Jews bestowed upon Christ; it is written in the Gospel.

There were many other forms of reviling and persecution, spitting in His beautiful face, cursing and anathematizing, bowing backward toward Him, saying, “Peace be on thee, thou king of the Jews!”

“Peace be on thee, thou destroyer of the temple!”

“Peace be on thee, thou king and pretender who would restore the temple in three days!”

The philosophers of the times, Romans and Greeks, wrote against Christ.

Even the kings wrote books of abuse, calumny and contempt.

One of these kings was a Caesar.

He was also a philosopher.

In his book he says, concerning the people of Christ, “The most degraded of people are the Christians.

The most immoral of the people of this time are the Christians.

Jesus of Nazareth has led them astray.

O people!

If you wish to know who Jesus is and what Christian means, go and ask his relatives.

Go and ask the Jews who know him.

See what a bad person he is, how degraded he is.”

There were many similar accounts.

But remember that these statements did not affect the cause of Christianity.

On the contrary, Christianity advanced daily in power and potency.
Day by day the majesty of Christ grew in splendor and effulgence. Therefore, my purpose is to warn and strengthen you against accusations, criticisms, revilings and derision in newspaper articles or other publications. Be not disturbed by them. They are the very confirmation of the Cause, the very source of upbuilding to the Movement. May God confirm the day when a score of ministers of the churches may arise and with bared heads cry at the top of their voices that the Bahá’ís are misguided. I would like to see that day, for that is the time when the Cause of God will spread. Bahá’u’lláh has pronounced such as these the couriers of the Cause. They will proclaim from pulpits that the Bahá’ís are fools, that they are a wicked and unrighteous people, but be ye steadfast and unwavering in the Cause of God. They will spread the message of Bahá’u’lláh.
His Honor Mírzá Abu’l-Faḍl has written a treatise answering the criticisms of a London preacher. Each one of you should have a copy.1 Read, memorize and reflect upon it. Then, when accusations and criticisms are advanced by those unfavorable to the Cause, you will be well armed.
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Talks ‘Abdu’l‑Bahá Delivered in New York
15 November - 5 December 1912
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15 November 1912
Talk at Home of Miss Juliet Thompson 48 West Tenth Street, New York
Notes by Hooper Harris
I have spoken in the various Christian churches and in the synagogues, and in no assemblage has there been a dissenting voice. All have listened, and all have conceded that the teachings of Bahá’u’lláh are superlative in character, acknowledging that they constitute the very essence or spirit of this new age and that there is no better pathway to the attainment of its ideals. Not a single voice has been raised in objection. At most there have been some who have refused to acknowledge the mission of Bahá’u’lláh, although even these have admitted that He was a great teacher, a most powerful soul, a very great man. Some who could find no other pretext have said, “These teachings are not new; they are old and familiar; we have heard them before.” Therefore, I will speak to you upon the distinctive characteristics of the manifestation of Bahá’u’lláh and prove that from every standpoint His Cause is distinguished from all others. It is distinguished by its didactic character and method of exposition, by its practical effects and application to present world conditions, but especially distinguished from the standpoint of its spread and progress.
When Bahá’u’lláh appeared in Persia, all the contemporaneous religious sects and systems rose against Him. His enemies were kings. The enemies of Christ were the Jews, the Pharisees; but the enemies of Bahá’u’lláh were rulers who could command armies and bring hundreds of thousands of soldiers into the arena of operation. These kings represented some fifty million people, all of whom under their influence and domination were opposed to Bahá’u’lláh. Therefore, in effect Bahá’u’lláh, singly and alone, virtually withstood fifty million enemies. Yet these great numbers, instead of being able to dominate Him, could not withstand His wonderful personality and the power and influence of His heavenly Cause. Although they were determined upon extinguishing the light in that most brilliant lantern, they were ultimately defeated and overthrown, and day by day His splendor became more radiant. They made every effort to lessen His greatness, but His prestige and renown grew in proportion to their endeavors to diminish it. Surrounded by enemies who were seeking His life, He never sought to conceal Himself, did nothing to protect Himself; on the contrary, in His spiritual might and power He was at all times visible before the faces of men, easy of access, serenely withstanding the multitudes who were opposing Him. At last His banner was upraised.
If we study historical record and review the pages of Holy Writ, we will find that none of the Prophets of the past ever spread His teachings or promulgated His Cause from a prison. But Bahá’u’lláh upheld the banner of the Cause of God while He was in a dungeon, addressing the kings of the earth from His prison cell, severely arraigning them for their oppression of their subjects and their misuse of power. The letter He sent to the Sháh of Persia under such conditions may now be read by anyone. His Epistles to the Sulṭán of Turkey, Napoleon III, Emperor of France, and to the other rulers of the world including the President of the United States are, likewise, current and available. The book containing these Epistles to the kings was published in India about thirty years ago and is known as the Súratu’l-Haykal (“Discourse of the Temple”). Whatever is recorded in these Epistles has happened. Some of the prophecies contained in them came to pass after two years; others were fulfilled after five, ten and twenty years. The most important prophecies relative to events transpiring in the Balkans are being fulfilled at the present time though written long ago. For instance, in the Epistle which Bahá’u’lláh addressed to the Sulṭán of Turkey, the war and the occurrences of the present day were foretold by Him. These events were also prophesied in the Tablet He addressed to the city of Constantinople, even to the details of happenings now being witnessed in that city.
While addressing these powerful kings and rulers He was a prisoner in a Turkish dungeon. Consider how marvelous it was for a prisoner under the eye and control of the Turks to arraign so boldly and severely the very king who was responsible for His imprisonment. What power this is! What greatness! Nowhere in history can the record of such a happening be found. In spite of the iron rule and absolute dominion of these kings, His function was to withstand them; and so constant and firm was He that He caused their banners to come down and His own standard to be upraised. For today the flags of both the Persian and the Ottoman Empires are trailing in the dust, whereas the ensign of Bahá’u’lláh is being held aloft in the world both in the East and in the West. Consider what a mighty power this is! What a decisive argument! Although a prisoner in a fortress, He paid no heed to these kings, regarded not their power of life and death, but, on the contrary, addressed them in plain and fearless language, announcing explicitly that the time would come when their sovereignty would be brought low and His own dominion be established.
He said in substance, “Erelong you will find yourselves in manifest loss. Your sovereignties will be laid waste; your empires will become a wilderness and a heap of ruins; hosts from without will invade and subdue your lands; lamentation and mourning will rise from your homes. There will be no throne; there will be no crown; there will be no palace; there will be no armies. Nay, rather, all these will be brought low; but the standard of the Cause of God will be held aloft. Then will you see that hosts and hosts will enter the Cause of God and that this mighty revelation will be spread throughout the world.” Read the prophecies contained in the Súratu’l-Haykal and ponder carefully over them.
This is one of the characteristics of Bahá’u’lláh’s message and teachings. Can you find events and happenings of this kind in any other prophetic dispensation? If so, in what cycle have similar things taken place? Do you find such specific prophecies and explicit statements concerning the future in the Holy Books of the past? We will now compare the teachings of Bahá’u’lláh with the Holy Words which have descended in the former cycles.
First among the great principles revealed by Him is that of the investigation of reality. The meaning is that every individual member of humankind is exhorted and commanded to set aside superstitious beliefs, traditions and blind imitation of ancestral forms in religion and investigate reality for himself. Inasmuch as the fundamental reality is one, all religions and nations of the world will become one through investigation of reality. The announcement of this principle is not found in any of the sacred Books of the past.
A second characteristic principle of the teachings of Bahá’u’lláh is that which commands recognition of the oneness of the world of humanity.

Addressing all mankind, He says, “Ye are all the leaves of one tree.”

There are no differences or distinctions of race among you in the sight of God.

Nay, rather, all are the servants of God, and all are submerged in the ocean of His oneness.

Not a single soul is bereft.

On the contrary, all are the recipients of the bounties of God.

Every human creature has a portion of His bestowals and a share of the effulgence of His reality.

God is kind to all.

Mankind are His sheep, and He is their real Shepherd.

No other scriptures contain such breadth and universality of statement; no other teachings proclaim this unequivocal principle of the solidarity of humanity.

As regards any possible distinctions, the utmost that Bahá’u’lláh says is that conditions among men vary, that some, for instance, are defective.

Therefore, such souls must be educated in order that they may be brought to the degree of perfection.

Some are sick and ailing; they must be treated and cared for until they are healed.

Some are asleep; they need to be awakened.

Some are immature as children; they should be helped to attain maturity.

But all must be loved and cherished.

The child must not be disliked simply because it is a child.

Nay, rather, it should be patiently educated.

The sick one must not be avoided nor slighted merely because he is ailing.

Nay, rather, he must be regarded with sympathy and affection and treated until he is healed.

The soul that is asleep must not be looked upon with contempt but awakened and led into the light.
Bahá’u’lláh teaches that religion must be in conformity with science and reason. If belief and teaching are opposed to the analysis of reason and principles of science, they are not worthy of acceptance. This principle has not been revealed in any of the former Books of divine teaching.
Another fundamental announcement made by Bahá’u’lláh is that religion must be the source of unity and fellowship in the world. If it is productive of enmity, hatred and bigotry, the absence of religion would be preferable. This is a new principle of revelation found only in the utterances of Bahá’u’lláh.
Again, Bahá’u’lláh declares that all forms of prejudice among mankind must be abandoned and that until existing prejudices are entirely removed, the world of humanity will not and cannot attain peace, prosperity and composure. This principle cannot be found in any other sacred volume than the teachings of Bahá’u’lláh.
Another teaching is that there shall be perfect equality between men and women. Why should man create a distinction which God does not recognize? In the kingdoms below man sex exists, but the distinction between male and female is neither repressive nor restrictive. The mare, for instance, is as strong and often more speedy than the horse. Throughout the animal and vegetable kingdoms there is perfect equality between the sexes. In the kingdom of mankind this equality must likewise exist, and the one whose heart is purest, whose life and character are highest and nearest to the divine standard is most worthy and excellent in the sight of God. This is the only true and real distinction, be that one man or woman.
Bahá’u’lláh has announced the necessity for a universal language which shall serve as a means of international communication and thus remove misunderstandings and difficulties. This teaching is set forth in the Kitáb-i-Aqdas (“Most Holy Book”) published fifty years ago.
He has also proclaimed the principle that all mankind shall be educated and that no illiteracy be allowed to remain. This practical remedy for the need of the world cannot be found in the text of any other sacred Books.
He teaches that it is incumbent upon all mankind to become fitted for some useful trade, craft or profession by which subsistence may be assured, and this efficiency is to be considered as an act of worship.
The teachings of Bahá’u’lláh are boundless and without end in their far-reaching benefit to mankind. The point and purpose of our statement today is that they are new and that they are not found in any of the religious Books of the past. This is in answer to the question, “What has Bahá’u’lláh brought that we have not heard before?” Therefore, it is conclusive and evident that the Manifestation of God in this day is distinguished from all former appearances and revelations by His majesty, His power and the efficacy and application of His Word.
All the Prophets of God were scorned and persecuted. Consider Moses. The people called Him a murderer. They said, “You killed a man and fled from punishment and retribution. Is it possible after your former deeds that you could become a Prophet?”
Many similar experiences are recorded concerning the holy, divine Messengers. How bitter and severe was the persecution to which They were subjected! Consider how they endeavored to efface and belittle Christ. They placed upon His head a crown of thorns and paraded Him through the streets and bazaars in mockery crying, “Peace be upon thee, thou king of the Jews!” Some would bow to Him backward, saying in scornful tones, “Thou king of the Jews!” or “Lord of lords, peace be upon thee!” Still others would spit upon His blessed countenance. In brief, the persecutions which Christ suffered during the time of His manifestation are mentioned in the books of the old cycle, Jewish, Roman or Greek. No praises were bestowed upon Him. The only recognition and acceptance offered Him was from His believers and followers. Peter, for instance, was one who praised Him; and the other disciples spoke in His behalf. Numerous books were written against Him. In the history of the Church you will find record of the hatred and antagonism manifested by the Roman, Greek and Egyptian philosophers, attributing calumnies and ascribing imperfection to Him.
But during the manifestation of Bahá’u’lláh, from the day of His appearance to the time of His departure, the people of all nations acknowledged His greatness, and even those who were His most bitter enemies have said of Him, “This man was truly great; his influence was mighty and wonderful.

This personage was glorious; his power was tremendous, his speech most eloquent; but, alas, he was a misleader of the people.”

This was the essence of their praise, eulogy and denial.

It is evident that the authors of such statements, although His enemies, were profoundly impressed by His greatness and majesty.

Some of His enemies have even written poems about Him, which though intended for satire and sarcastic allusion, have in reality been praise.

For instance, a certain poet opposed to His Cause has said, “Beware!

Beware! lest ye approach this person, for he is possessed of such power and of such an eloquent tongue that he is a sorcerer.

He charms men, he drugs them; he is a hypnotizer.

Beware!

Beware! lest you read his book follow his example and associate with his companions because they are the possessors of tremendous power and they are misleaders.”

That is to say, this poet used such characterizations, believing them to be terms of belittlement and disparagement, unaware that they were in reality praises, because a wise man, after reading such a warning, would say, “The power of this man must unquestionably be very great if even his enemies acknowledge it.

Undoubtedly, such a power is heavenly in its nature.”

This was one of the reasons why so many were moved to investigate.

The more His enemies wrote against Him, the more the people were attracted and the greater the number who came to inquire about the truth.

They would say, “This is remarkable.

This is a great man, and we must investigate.

We must look into this cause to find out what it all means, to discover its purpose, examine its proofs and learn for ourselves what it signifies.”

In this way the malign and sinister statements of His enemies caused the people to become friendly and approach the Cause.

In Persia the mullás went so far as to proclaim from the pulpits against the Cause of Bahá’u’lláh casting their turbans upon the ground—a sign of great agitation—and crying out, “O people!

This Bahá’u’lláh is a sorcerer who is seeking to mesmerize you; he is alienating you from your own religion and making you his own followers.

Beware! lest you read his book.

Beware! lest you associate with his friends.”
Bahá’u’lláh, speaking of these very ones who were attacking and decrying Him, said, “They are My heralds; they are the ones who are proclaiming My message and spreading My Word. Pray that they may be multiplied, pray that their number may increase and that they may cry out more loudly. The more they abuse Me by their words and the greater their agitation, the more potent and mighty will be the efficacy of the Cause of God, the more luminous the light of the Word and the greater the radiance of the divine Sun. And eventually the gloomy darkness of the outer world will disappear, and the light of reality will shine until the whole earth will be effulgent with its glory.”
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16 November 1912
Talk at 309 West Seventy-eighth Street, New York
Notes by Edna McKinney
Wherever the mention of Bahá’u’lláh rises up, that is the paradise of Abhá. Wherever purified, severed and illumined souls are found, that is the paradise of Bahá. Ṭihrán is the paradise of Bahá’u’lláh, for souls are found there you cannot call human; they are angels. In reality, the Bahá’í friends in that city are of the heavenly host. Whenever I think of them, I become happy.
The Blessed Perfection suffered innumerable ordeals and calamities, but during His lifetime He trained in all regions many souls who were peerless. The purpose of the appearance of the Manifestations of God is the training of the people. That is the only result of Their mission, the real outcome. The outcome of the whole life of Jesus was the training of eleven disciples and two women. Why did He suffer troubles, ordeals and calamities? For the training of these few followers. That was the result of His life. The product of the life of Christ was not the churches but the illumined souls of those who believed in Him. Afterward, they spread His teachings.
It is my hope that you all may become the product of the life of Bahá’u’lláh and the outcomes of His heavenly training. When the people ask you, “What has Bahá’u’lláh accomplished?” say to them, “He has created these; He has trained us.”
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17 November 1912
Talk at Genealogical Hall 252 West Fifty-eighth Street, New York
Notes by Edna McKinney
This is a blessed meeting, for these revered souls have come together in complete unity and with an intelligent purpose. It is an occasion of great joy to me. Before me are faces radiant with the glad tidings of God, hearts aglow with the fire of the love of God, ears attuned to the melodies of the Kingdom and eyes illumined by the signs and evidences of Divinity.
All created things have their degree, or stage, of maturity. The period of maturity in the life of a tree is the time of its fruit bearing. The maturity of a plant is the time of its blossoming and flower. The animal attains a stage of full growth and completeness, and in the human kingdom man reaches his maturity when the lights of intelligence have their greatest power and development.
From the beginning to the end of his life man passes through certain periods, or stages, each of which is marked by certain conditions peculiar to itself. For instance, during the period of childhood his conditions and requirements are characteristic of that degree of intelligence and capacity. After a time he enters the period of youth, in which his former conditions and needs are superseded by new requirements applicable to the advance in his degree. His faculties of observation are broadened and deepened; his intelligent capacities are trained and awakened; the limitations and environment of childhood no longer restrict his energies and accomplishments. At last he passes out of the period of youth and enters the stage, or station, of maturity, which necessitates another transformation and corresponding advance in his sphere of life activity. New powers and perceptions clothe him, teaching and training commensurate with his progression occupy his mind, special bounties and bestowals descend in proportion to his increased capacities, and his former period of youth and its conditions will no longer satisfy his matured view and vision.
Similarly, there are periods and stages in the life of the aggregate world of humanity, which at one time was passing through its degree of childhood, at another its time of youth but now has entered its long presaged period of maturity, the evidences of which are everywhere visible and apparent. Therefore, the requirements and conditions of former periods have changed and merged into exigencies which distinctly characterize the present age of the world of mankind. That which was applicable to human needs during the early history of the race could neither meet nor satisfy the demands of this day and period of newness and consummation. Humanity has emerged from its former degrees of limitation and preliminary training. Man must now become imbued with new virtues and powers, new moralities, new capacities. New bounties, bestowals and perfections are awaiting and already descending upon him. The gifts and graces of the period of youth, although timely and sufficient during the adolescence of the world of mankind, are now incapable of meeting the requirements of its maturity. The playthings of childhood and infancy no longer satisfy or interest the adult mind.
From every standpoint the world of humanity is undergoing a reformation. The laws of former governments and civilizations are in process of revision; scientific ideas and theories are developing and advancing to meet a new range of phenomena; invention and discovery are penetrating hitherto unknown fields, revealing new wonders and hidden secrets of the material universe; industries have vastly wider scope and production; everywhere the world of mankind is in the throes of evolutionary activity indicating the passing of the old conditions and advent of the new age of reformation. Old trees yield no fruitage; old ideas and methods are obsolete and worthless now. Old standards of ethics, moral codes and methods of living in the past will not suffice for the present age of advancement and progress.
This is the cycle of maturity and reformation in religion as well. Dogmatic imitations of ancestral beliefs are passing. They have been the axis around which religion revolved but now are no longer fruitful; on the contrary, in this day they have become the cause of human degradation and hindrance. Bigotry and dogmatic adherence to ancient beliefs have become the central and fundamental source of animosity among men, the obstacle to human progress, the cause of warfare and strife, the destroyer of peace, composure and welfare in the world. Consider conditions in the Balkans today: fathers, mothers, children in grief and lamentation, the foundations of life overturned, cities laid waste and fertile lands made desolate by the ravages of war. These conditions are the outcome of hostility and hatred between nations and peoples of religion who imitate and adhere to the forms and violate the spirit and reality of the divine teachings.
While this is true and apparent, it is, likewise, evident that the Lord of mankind has bestowed infinite bounties upon the world in this century of maturity and consummation. The ocean of divine mercy is surging, the vernal showers are descending, the Sun of Reality is shining gloriously. Heavenly teachings applicable to the advancement in human conditions have been revealed in this merciful age. This reformation and renewal of the fundamental reality of religion constitute the true and outworking spirit of modernism, the unmistakable light of the world, the manifest effulgence of the Word of God, the divine remedy for all human ailment and the bounty of eternal life to all mankind.
Bahá’u’lláh, the Sun of Truth, has dawned from the horizon of the Orient, flooding all regions with the light and life which will never pass away. His teachings, which embody the divine spirit of the age and are applicable to this period of maturity in the life of the human world, are:
The oneness of the world of humanity
The protection and guidance of the Holy Spirit
The foundation of all religion is one
Religion must be the cause of unity
Religion must accord with science and reason
Independent investigation of truth
Equality between men and women
The abandoning of all prejudices among mankind
Universal peace
Universal education
A universal language
Solution of the economic problem
An international tribunal.
Everyone who truly seeks and justly reflects will admit that the teachings of the present day emanating from mere human sources and authority are the cause of difficulty and disagreement amongst mankind, the very destroyers of humanity, whereas the teachings of Bahá’u’lláh are the very healing of the sick world, the remedy for every need and condition. In them may be found the realization of every desire and aspiration, the cause of the happiness of the world of humanity, the stimulus and illumination of mentality, the impulse for advancement and uplift, the basis of unity for all nations, the fountain source of love amongst mankind, the center of agreement, the means of peace and harmony, the one bond which will unite the East and the West.
After every night there is a morn.

In the supreme wisdom of God it is decreed that when the gross darkness of religious hatred and hostility, the obscurity of religious ignorance, superstition and blind imitations cover the world, the Sun of Truth shall arise and the spirit of reality become manifest and reflected in human hearts.

At such a time as this Bahá’u’lláh appeared upon the horizon of the Orient.

For fifty years He endured the greatest hardships and ordeals, ever striving to dispel the darkness of religious conditions, to remove the cause of enmity and rancor, to awaken the world of humanity from the beds of negligence and heedlessness by the flashing light of the glorious glad tidings and trumpet tone of the heavenly call and summons.

For the spread of this message He offered His life and bore every vicissitude.… He was always under the threat and menace of the sword, yet He uplifted the standard of divine teachings and flooded the world of the East with illumination.

In the Orient today the light of the heavenly glad tidings is visible everywhere, the divine call is heard, the effulgence of the Sun of Reality is shining, the precious rain is pouring down from the clouds of mercy, and the breaths of the Holy Spirit are bestowing fresh life upon the hearts of men.

Erelong the darkness will pass away entirely, and the regions of the East will become completely illumined; enmity, hatred, ignorance and bigotry will no longer remain; the satanic powers which destroy human equality and religious unity will be dethroned, and the nations will dwell in peace and harmony under the overspreading banner of the oneness of humanity.

Therefore, we supplicate the Lord our God with sincere and contrite hearts, asking aid and assistance in the accomplishment of this mighty end: that the nations shall be unified in the Word of God; that war, enmity and hatred between races, religions, native lands and denominations shall disappear and be forever unknown; and that peoples and nations shall spiritually embrace each other in the indissoluble bond and power of the love of God.

Then will the world of humanity become radiant and the human race enjoy to the fullest capacity the graces of divine bestowal.

So long as religious discord and enmity continue among mankind, the world of humanity will find neither happiness, rest nor composure.
Pray that God may assist in this heavenly undertaking, that the world of mankind shall be saved from the ordeals of ignorance, blindness and spiritual death. Then will you behold light upon light, joy upon joy, absolute happiness reigning everywhere, the people of the religions consorting together in fragrance and felicity, this world in its maturity becoming the reflection of the eternal Kingdom and this terrestrial abode of man the very paradise of God. Pray for this! Pray for this!
O my God! O my God! Verily, Thou dost perceive those who are present here turning unto Thee, relying upon Thee. O my Lord! O my Lord! Illumine their eyes by the light of love, and enkindle their hearts by the rays streaming from the heaven of the Supreme Concourse. Suffer them to become the signs of Thy bestowal amongst the people and the standards of Thy grace amongst mankind. O Lord! Make those who are here the hosts of heaven, and through their service and instrumentality subdue the hearts of humanity. Cause Thy great mercy to descend upon them, and render all Thy friends victorious. Direct them that they may turn toward Thy Kingdom of mercy and proclaim Thy name among the people. May they lead the people to the bounty of Thy most great guidance.
O Lord! O Lord! Cast the glance of Thy mercy upon them all.
O Lord! O Lord! Ordain for them the beauty of Thy holiness in Thy Kingdom of eternity.
O Lord! O Lord! Protect them in every test, make every foot firm in the pathway of Thy love, and help them to be as mighty mountains in Thy Cause so that their faith shall not be wavering, their sight shall not be dimmed nor hindered from witnessing the lights emanating from Thy supreme Kingdom. Verily, Thou art the Generous. Thou art the Almighty. Verily, Thou art the Clement, the Merciful.
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18 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Frank K. Moxey 575 Riverside Drive, New York
Notes by Esther Foster
I offer thanks to God for this meeting with you. From the outer standpoint such meetings are inconceivable, for we are orientals whereas you are occidentals. Between us there is no patriotic, linguistic, racial, commercial nor political relation. No worldly bond nor connection of any kind exists between us that would justify such a gathering as this. The love of God has brought us together, and this is the best of means and motive. Every other bond of friendship is limited in effectiveness, but fellowship based upon the love of God is unlimited, everlasting, divine and radiant. Therefore, we must be thankful to God for uniting us in love and agreement, praise Him for creating such affinity between us that those from the faraway Orient may associate with the beloved ones of the West in the utmost fragrance.
Surely for everything there is an all-comprehending wisdom, especially for the great and important affairs of life.

The supreme and most important happening in the human world is the Manifestation of God and the descent of the law of God.

The holy, divine Manifestations did not reveal themselves for the purpose of founding a nation, sect or faction.

They did not appear in order that a certain number might acknowledge Their Prophethood.

They did not declare Their heavenly mission and message in order to lay the foundation for a religious belief.

Even Christ did not become manifest that we should merely believe in Him as the Christ, follow Him and adore His mention.

All these are limited in scope and requirement, whereas the reality of Christ is an unlimited essence.

The infinite and unlimited Reality cannot be bounded by any limitation.

Nay, rather, Christ appeared in order to illumine the world of humanity, to render the earthly world celestial, to make the human kingdom a realm of angels, to unite the hearts, to enkindle the light of love in human souls, so that such souls might become independent, attaining complete unity and fellowship, turning to God, entering into the divine Kingdom, receiving the bounties and bestowals of God and partaking of the manna from heaven.

Through Christ they were intended to be baptized by the Holy Spirit, attain a new spirit and realize the everlasting life.

All the holy precepts and the announcements of prophetic laws were for these various and heavenly purposes.

Therefore, we offer thanks to God that although no earthly relation obtains among us, yet—praise be to God!—ideal and divine bonds blend us together.

We have gathered here in this meeting, eagerly anticipating the showing forth of the divine bestowals.
In past centuries the nations of the world have imagined that the law of God demanded blind imitation of ancestral forms of belief and worship.

For example, the Jews were captives of hereditary racial religious observances.

The Muslims, likewise, have been held in the bondage of traditionary forms and ceremonials.

The Christians also have been implicit followers of ancient tradition and hereditary teaching.

At the same time the basic foundation of the religion of God, which was ever the principle of love, unity and the fellowship of humanity, has been forsaken and cast aside, each religious system holding tenaciously to imitations of ancestral forms as the supreme essential.

Therefore, hatred and hostility have appeared in the world instead of the divine fruitage of unity and love.

By reason of this it has been impossible for the followers of religion to meet together in fellowship and agreement.

Even contact and communication have been considered contaminating, and the outcome has been a condition of complete alienation and mutual bigotry.

There has been no investigation of the essential underlying basis of reality.

One whose father was a Jew invariably proved to be a Jew, a Muslim was born of a Muslim, a Buddhist was a Buddhist because of the faith of his father before him, and so on.

In brief, religion was a heritage descending from father to son, ancestry to posterity, without investigation of the fundamental reality; consequently, all religionists were veiled, obscured and at variance.
Praise be to God!

We are living in this most radiant century wherein human perceptions have developed and investigations of real foundations characterize mankind.

Individually and collectively man is proving and penetrating into the reality of outer and inner conditions.

Therefore, it has come to pass that we are renouncing all that savors of blind imitation, and impartially and independently investigating truth.

Let us understand what constitutes the reality of the divine religions.

If a Christian sets aside traditionary forms and blind imitation of ceremonials and investigates the reality of the Gospels, he will discover that the foundation principles of the teachings of Christ were mercy, love, fellowship, benevolence, altruism, the resplendence or radiance of divine bestowals, acquisition of the breaths of the Holy Spirit and oneness with God.

Furthermore, he will learn that Christ declared that the Father “maketh his sun to rise on the evil and on the good, and sendeth rain on the just and on the unjust.”

The meaning of this declaration is that the mercy of God encircles all mankind, that not a single individual is deprived of the mercy of God, and no soul is denied the resplendent bestowals of God.

The whole human race is submerged in the sea of the mercy of the Lord, and we are all the sheep of the one divine Shepherd.

Whatever shortcomings exist among us must be remedied.

For example, those who are ignorant must be educated so that they may become wise; the sick must be treated until they recover; those who are immature must be trained in order to reach maturity; those asleep must be awakened.

All this must be accomplished through love and not through hatred and hostility.

Furthermore, Jesus Christ, referring to the prophecy of Isaiah, spoke of those who having eyes, see not, having ears, hear not, having hearts, understand not; yet they were to be healed.

Therefore, it is evident that the bounties of Christ transformed the eye which was blind into a seeing one, rendered the ear which was formerly deaf, attentive, and made the hard, callous heart tender and sensitive.

In other words, the meaning is that although the people possess external eyes, yet the insight, or perception, of the soul is blind; although the outer ear hears, the spiritual hearing is deaf; although they possess conscious hearts, they are without illumination; and the bounties of Christ save souls from these conditions.

It is evident, then, that the manifestation of the Messiah was synonymous with universal mercy.

His providence was universal, and His teachings were for all.

His lights were not restricted to a few.

Every Christ came to the world of mankind.

Therefore, we must investigate the foundation of divine religion, discover its reality, reestablish it and spread its message throughout the world so that it may become the source of illumination and enlightenment to mankind, the spiritually dead become alive, the spiritually blind receive sight and those who are inattentive to God become awakened.
The teachings and ordinances of the divine religions are of two kinds. The first are spiritual and essential in nature—such as faith in God, faith in Christ, faith in Moses, faith in Abraham, faith in Muḥammad, the love of God and the oneness of the world of humanity. These divine principles shall be spread throughout the world. Strife and enmity shall disappear, ignorance, hatred and hostility cease and all the human race be bound together. The second kind of ordinances and teachings concern the outer conditions and transactions of the world of mankind. They are the nonessential, accidental or temporary laws of human affairs which are subject to change and transformation according to the exigencies of time and place. For instance, during the time of Moses divorce was permitted, but in the time of Christ it was made unlawful. In the Torah there are ten commandments concerning retribution for murder, which would not be possible to enforce at the present time and under existing conditions of the world. Therefore, these nonessential, temporary laws are superseded and abrogated to suit the exigencies and requirements of successive periods.
But the followers of the divine religions have turned away from the principles and ordinances which are essential and unchanging in the Word of God, forsaking those fundamental realities which have to do with the life of the human world, the eternal life—such as the love of God, faith in God, philanthropy, knowledge, spiritual perception, divine guidance—holding these to be contingent and nonessential while wrangling and disagreeing over such questions as whether divorce is lawful or unlawful, or whether this or that observance of a minor law is orthodox and true. The Jews consider divorce lawful; the Catholic Christians deem it unlawful; the outcome is discord and hostility between them. If they would investigate the one fundamental reality underlying the laws revealed by Moses and Christ, this condition of hatred and misunderstanding would be dispelled and divine unity prevail.
Christ commanded that if we are smitten upon the right cheek, we should turn the other cheek also. Consider what is happening now in the Balkans. What conformity with the teachings of Christ do we witness in that deplorable picture? Has not man absolutely forgotten and forsaken the divine command of Christ? In fact, such discord and warfare are evidences of disagreement upon the non-essential precepts and laws of religious belief. Investigation of the one fundamental reality and allegiance to the essential unchanging principles of the Word of God can alone establish unity and love in human hearts.
Throughout the Orient in the nineteenth century spiritual darkness prevailed, and the religions were submerged in the ocean of blind imitations and adherence to hereditary forms. There was no trace of the essential foundation of divine revelation. Because of this, hostility and hatred surrounded mankind; discord, rancor and warfare afflicted humanity; blood overspread the horizons of the eastern world. Instead of fellowship and agreement, religion had become the cause of hatred; instead of unity, it produced discord, enmity and strife. The conditions were similar to those existing in the Balkans today, where it might appear as if the basis of divine religion were war and conflict, the adherents of one religion seeking to extirpate and destroy another, and the adherents of both imbued with the fanatical impulse to kill. They consider the pathway to the good pleasure of God a pathway of blood, and the more a religionist kills, the nearer he draws to God. These are the results of blind imitations. How gloomy and destructive to humanity is such an outcome! If this be the foundation of divine religion, its absence is preferable; for even the infidels do not shed blood in this way, nor are they hostile toward each other. The forces of hostility and strife are the religions of the present day, and that which should have contributed to the illumination and betterment of the world has become productive of gross darkness and degradation.
To resume: Consider how similar blind imitations had made the darkness in the Orient all-encircling. At such a time Bahá’u’lláh dawned from the eastern horizon like the glory of the sun. He renewed the basis of the religions of God, destroyed blind adherence to ancestral forms and established in their stead love and spiritual fellowship so that no strife, discord or hostility remained. This reconciliation of divergent sects is visible and evident. They now live together in love and unity. If you should enter one of their meetings, you would realize that they have become as one race, one native land, one religion; that they associate together in brotherhood and agreement. Praise be to God! These blind imitations and this darkness have ceased to exist, and the reality of the oneness of humanity has been practically proven.
I consider the American people a highly civilized and intelligent nation, a nation investigating truth and reality. It is my hope that through the efforts of this noble nation the solidarity of humanity may be continually advanced, that the illumination of the human world may become widespread, that the banner of universal peace may be held aloft, the lamp of the oneness of the human world be ignited and the hearts of the East and West be conjoined. Then the reality of the divine religions shall become resplendent and refulgent, indicating that they were meant to be the cause of unity and love and that through them heavenly bestowals have ever been conferring light upon the human world.
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23 November 1912
Talk at Banquet Great Northern Hotel 118 West Fifty-seventh Street, New York
Notes by Edna McKinney
Throughout the world there are innumerable meetings and assemblages, more or less important according to their measure of contribution to human betterment, yet limited in their purpose and object to material questions and outcomes. They are political, commercial or educational in character; they seek to promote economic advancement, further agricultural purposes, encourage scientific research and assist discoveries; they provide for the establishment of new institutions, plan financial measures and agree upon laws of civic and social control. Such meetings are useful, but their influence and intention do not extend beyond the material welfare and government of mankind—that is to say, they serve material civilization.
This meeting of yours tonight is very different in character.

It is a universal gathering; it is heavenly and divine in purpose because it serves the oneness of the world of humanity and promotes international peace.

It is devoted to the solidarity and brotherhood of the human race, the spiritual welfare of mankind, unity of religious belief through knowledge of God and the reconciliation of religious teaching with the principles of science and reason.

It promotes love and fraternity among all humankind, seeks to abolish and destroy barriers which separate the human family, proclaims the equality of man and woman, instills divine precepts and morals, illumines and quickens minds with heavenly perception, attracts the infinite bestowals of God, removes racial, national and religious prejudices and establishes the foundation of the heavenly Kingdom in the hearts of all nations and peoples.

The effect of such an assembly as this is conducive to divine fellowship and strengthening of the bond which cements and unifies hearts.

This is the indestructible bond of spirit which conjoins the East and West.

By it the very foundations of race prejudice are uprooted and destroyed, the banner of spiritual democracy is hoisted aloft, the world of religion is purified from superannuated beliefs and hereditary imitations of forms, and the oneness of the reality underlying all religions is revealed and disclosed.

For such a meeting is established upon the very foundation of the laws of God.

Therefore, in its constraining spiritual bond it unites all religions and reconciles all sects, denominations and factions in kindliness and love toward each other.

In this way and by the instrumentality of such a gathering the causes of animosity, hatred and bigotry are removed, and enmity and discord pass away entirely.

Every limiting and restricting movement or meeting of mere personal interest is human in nature.

Every universal movement unlimited in scope and purpose is divine.

The Cause of God is advanced whenever and wherever a universal meeting is established among mankind.
Therefore, endeavor that your attitudes and intentions here tonight be universal and altruistic in nature. Consecrate and devote yourselves to the betterment and service of all the human race. Let no barrier of ill feeling or personal prejudice exist between these souls, for when your motives are universal and your intentions heavenly in character, when your aspirations are centered in the Kingdom, there is no doubt whatever that you will become the recipients of the bounty and good pleasure of God.
This meeting is, verily, the noblest and most worthy of all meetings in the world because of these underlying spiritual and universal purposes. Such a banquet and assemblage command the sincere devotion of all present and invite the downpouring of the blessings of God. Therefore, be ye assured and confident that the confirmations of God are descending upon you, the assistance of God will be given unto you, the breaths of the Holy Spirit will quicken you with a new life, the Sun of Reality will shine gloriously upon you, and the fragrant breezes of the rose gardens of divine mercy will waft through the windows of your souls. Be ye confident and steadfast; your services are confirmed by the powers of heaven, for your intentions are lofty, your purposes pure and worthy. God is the helper of those souls whose aim is to serve humanity and whose efforts and endeavors are devoted to the good and betterment of all mankind.
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29 November 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by Esther Foster
This evening I wish to speak to you concerning the mystery of sacrifice. There are two kinds of sacrifice: the physical and the spiritual. The explanation made by the churches concerning this subject is, in reality, superstition. For instance, it is recorded in the Gospel that Christ said, “I am the living bread which came down from heaven: if any man eat of this bread, he shall live for ever.” He also said, “This [wine] is my blood … which is shed for many for the remission of sins.” These verses have been interpreted by the churches in such a superstitious way that it is impossible for human reason to understand or accept the explanation.
They say that Adam disobeyed the command of God and partook of the fruit of the forbidden tree, thereby committing a sin which was transmitted as a heritage to His posterity. They teach that because of Adam’s sin all His descendants have, likewise, committed transgression and have become responsible through inheritance; that, consequently, all mankind deserves punishment and must make retribution; and that God sent forth His Son as a sacrifice in order that man might be forgiven and the human race delivered from the consequences of Adam’s transgression.
We wish to consider these statements from the standpoint of reason. Could we conceive of the Divinity, Who is Justice itself, inflicting punishment upon the posterity of Adam for Adam’s own sin and disobedience? Even if we should see a governor, an earthly ruler punishing a son for the wrongdoing of his father, we would look upon that ruler as an unjust man. Granted the father committed a wrong, what was the wrong committed by the son? There is no connection between the two. Adam’s sin was not the sin of His posterity, especially as Adam is a thousand generations back of the man today. If the father of a thousand generations committed a sin, is it just to demand that the present generation should suffer the consequences thereof?
There are other questions and evidences to be considered. Abraham was a Manifestation of God and a descendant of Adam; likewise, Ishmael, Isaac, Jeremiah and the whole line of prophets including David, Solomon and Aaron were among His posterity. Were all these holy men condemned to a realm of punishment because of a deed committed by the first father, because of a mistake said to have been made by their mutual and remotest ancestor Adam? The explanation is made that when Christ came and sacrificed Himself, all the line of holy Prophets who preceded Him became free from sin and punishment. Even a child could not justly make such an assertion. These interpretations and statements are due to a misunderstanding of the meanings of the Bible.
In order to understand the reality of sacrifice let us consider the crucifixion and death of Jesus Christ. It is true that He sacrificed Himself for our sake. What is the meaning of this? When Christ appeared, He knew that He must proclaim Himself in opposition to all the nations and peoples of the earth. He knew that mankind would arise against Him and inflict upon Him all manner of tribulations. There is no doubt that one who put forth such a claim as Christ announced would arouse the hostility of the world and be subjected to personal abuse. He realized that His blood would be shed and His body rent by violence. Notwithstanding His knowledge of what would befall Him, He arose to proclaim His message, suffered all tribulation and hardships from the people and finally offered His life as a sacrifice in order to illumine humanity—gave His blood in order to guide the world of mankind. He accepted every calamity and suffering in order to guide men to the truth. Had He desired to save His own life, and were He without wish to offer Himself in sacrifice, He would not have been able to guide a single soul. There was no doubt that His blessed blood would be shed and His body broken. Nevertheless, that Holy Soul accepted calamity and death in His love for mankind. This is one of the meanings of sacrifice.
As to the second meaning: He said, “I am the living bread which came down from heaven.” It was not the body of Christ which came from heaven. His body came from the womb of Mary, but the Christly perfections descended from heaven; the reality of Christ came down from heaven. The Spirit of Christ and not the body descended from heaven. The body of Christ was but human. There could be no question that the physical body was born from the womb of Mary. But the reality of Christ, the Spirit of Christ, the perfections of Christ all came from heaven. Consequently, by saying He was the bread which came from heaven He meant that the perfections which He showed forth were divine perfections, that the blessings within Him were heavenly gifts and bestowals, that His light was the light of Reality. He said, “If any man eat of this bread, he shall live for ever.” That is to say, whosoever assimilates these divine perfections which are within me will never die; whosoever has a share and partakes of these heavenly bounties I embody will find eternal life; he who takes unto himself these divine lights shall find everlasting life. How manifest the meaning is! How evident! For the soul which acquires divine perfections and seeks heavenly illumination from the teachings of Christ will undoubtedly live eternally. This is also one of the mysteries of sacrifice.
In reality, Abraham sacrificed Himself, for He brought heavenly teachings to the world and conferred heavenly food upon mankind.
As to the third meaning of sacrifice, it is this: If you plant a seed in the ground, a tree will become manifest from that seed. The seed sacrifices itself to the tree that will come from it. The seed is outwardly lost, destroyed; but the same seed which is sacrificed will be absorbed and embodied in the tree, its blossoms, fruit and branches. If the identity of that seed had not been sacrificed to the tree which became manifest from it, no branches, blossoms or fruits would have been forthcoming. Christ outwardly disappeared. His personal identity became hidden from the eyes, even as the identity of the seed disappeared; but the bounties, divine qualities and perfections of Christ became manifest in the Christian community which Christ founded through sacrificing Himself. When you look at the tree, you will realize that the perfections, blessings, properties and beauty of the seed have become manifest in the branches, twigs, blossoms and fruit; consequently, the seed has sacrificed itself to the tree. Had it not done so, the tree would not have come into existence. Christ, like unto the seed, sacrificed Himself for the tree of Christianity. Therefore, His perfections, bounties, favors, lights and graces became manifest in the Christian community, for the coming of which He sacrificed Himself.
As to the fourth significance of sacrifice: It is the principle that a reality sacrifices its own characteristics. Man must sever himself from the influences of the world of matter, from the world of nature and its laws; for the material world is the world of corruption and death. It is the world of evil and darkness, of animalism and ferocity, bloodthirstiness, ambition and avarice, of self-worship, egotism and passion; it is the world of nature. Man must strip himself of all these imperfections, must sacrifice these tendencies which are peculiar to the outer and material world of existence.
On the other hand, man must acquire heavenly qualities and attain divine attributes. He must become the image and likeness of God. He must seek the bounty of the eternal, become the manifestor of the love of God, the light of guidance, the tree of life and the depository of the bounties of God. That is to say, man must sacrifice the qualities and attributes of the world of nature for the qualities and attributes of the world of God. For instance, consider the substance we call iron. Observe its qualities; it is solid, black, cold. These are the characteristics of iron. When the same iron absorbs heat from the fire, it sacrifices its attribute of solidity for the attribute of fluidity. It sacrifices its attribute of darkness for the attribute of light, which is a quality of the fire. It sacrifices its attribute of coldness to the quality of heat which the fire possesses so that in the iron there remains no solidity, darkness or cold. It becomes illumined and transformed, having sacrificed its qualities to the qualities and attributes of the fire.
Likewise, man, when separated and severed from the attributes of the world of nature, sacrifices the qualities and exigencies of that mortal realm and manifests the perfections of the Kingdom, just as the qualities of the iron disappeared and the qualities of the fire appeared in their place.
Every man trained through the teachings of God and illumined by the light of His guidance, who becomes a believer in God and His signs and is enkindled with the fire of the love of God, sacrifices the imperfections of nature for the sake of divine perfections. Consequently, every perfect person, every illumined, heavenly individual stands in the station of sacrifice. It is my hope that through the assistance and providence of God and through the bounties of the Kingdom of Abhá you may be entirely severed from the imperfections of the world of nature, purified from selfish, human desires, receiving life from the Kingdom of Abhá and attaining heavenly graces. May the divine light become manifest upon your faces, the fragrances of holiness refresh your nostrils and the breath of the Holy Spirit quicken you with eternal life.
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2 December 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by Edna McKinney
These are the days of my farewell to you, for I am sailing on the fifth of the month. Wherever I went in this country, I returned always to New York City. This is my fourth or fifth visit here, and now I am going away to the Orient. It will be difficult for me to visit this country again except it be the will of God. I must, therefore, give you my instructions and exhortations today, and these are none other than the teachings of Bahá’u’lláh.
You must manifest complete love and affection toward all mankind.

Do not exalt yourselves above others, but consider all as your equals, recognizing them as the servants of one God.

Know that God is compassionate toward all; therefore, love all from the depths of your hearts, prefer all religionists before yourselves, be filled with love for every race, and be kind toward the people of all nationalities.

Never speak disparagingly of others, but praise without distinction.

Pollute not your tongues by speaking evil of another.

Recognize your enemies as friends, and consider those who wish you evil as the wishers of good.

You must not see evil as evil and then compromise with your opinion, for to treat in a smooth, kindly way one whom you consider evil or an enemy is hypocrisy, and this is not worthy or allowable.

You must consider your enemies as your friends, look upon your evil-wishers as your well-wishers and treat them accordingly.

Act in such a way that your heart may be free from hatred.

Let not your heart be offended with anyone.

If someone commits an error and wrong toward you, you must instantly forgive him.

Do not complain of others.

Refrain from reprimanding them, and if you wish to give admonition or advice, let it be offered in such a way that it will not burden the hearer.

Turn all your thoughts toward bringing joy to hearts.

Beware!

Beware! lest ye offend any heart.

Assist the world of humanity as much as possible.

Be the source of consolation to every sad one, assist every weak one, be helpful to every indigent one, care for every sick one, be the cause of glorification to every lowly one, and shelter those who are overshadowed by fear.
In brief, let each one of you be as a lamp shining forth with the light of the virtues of the world of humanity. Be trustworthy, sincere, affectionate and replete with chastity. Be illumined, be spiritual, be divine, be glorious, be quickened of God, be a Bahá’í.
– 135 –
2 December 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by Esther Foster
You are all welcome. This is a goodly assemblage. Praise be to God! The hearts are directed to the Kingdom of Abhá, and souls are rejoiced by the glad tidings of God.
I will speak to you concerning the special teachings of Bahá’u’lláh. All the divine principles announced by the tongue of the Prophets of the past are to be found in the words of Bahá’u’lláh; but in addition to these He has revealed certain new teachings which are not found in any of the sacred Books of former times. I shall mention some of them; the others, which are many in number, may be found in the Books, Tablets and Epistles written by Bahá’u’lláh—such as the Hidden Words, the Glad Tidings, the Words of Paradise, Tajallíyát, Ṭarázát and others. Likewise, in the Kitáb-i-Aqdas there are new teachings which cannot be found in any of the past Books or Epistles of the Prophets.
A fundamental teaching of Bahá’u’lláh is the oneness of the world of humanity. Addressing mankind, He says, “Ye are all leaves of one tree and the fruits of one branch.” By this it is meant that the world of humanity is like a tree, the nations or peoples are the different limbs or branches of that tree, and the individual human creatures are as the fruits and blossoms thereof. In this way Bahá’u’lláh expressed the oneness of humankind, whereas in all religious teachings of the past the human world has been represented as divided into two parts: one known as the people of the Book of God, or the pure tree, and the other the people of infidelity and error, or the evil tree. The former were considered as belonging to the faithful, and the others to the hosts of the irreligious and infidel—one part of humanity the recipients of divine mercy, and the other the object of the wrath of their Creator. Bahá’u’lláh removed this by proclaiming the oneness of the world of humanity, and this principle is specialized in His teachings, for He has submerged all mankind in the sea of divine generosity. Some are asleep; they need to be awakened. Some are ailing; they need to be healed. Some are immature as children; they need to be trained. But all are recipients of the bounty and bestowals of God.
Another new principle revealed by Bahá’u’lláh is the injunction to investigate truth—that is to say, no man should blindly follow his ancestors and forefathers. Nay, each must see with his own eyes, hear with his own ears and investigate the truth himself in order that he may follow the truth instead of blind acquiescence and imitation of ancestral beliefs.
Bahá’u’lláh has announced that the foundation of all the religions of God is one, that oneness is truth and truth is oneness which does not admit of plurality. This teaching is new and specialized to this Manifestation.
He sets forth a new principle for this day in the announcement that religion must be the cause of unity, harmony and agreement among mankind. If it is the cause of discord and hostility, if it leads to separation and creates conflict, the absence of religion would be preferable in the world.
Furthermore, He proclaims that religion must be in harmony with science and reason. If it does not conform to science and reconcile with reason, it is superstition. Down to the present day it has been customary for man to accept a religious teaching, even though it was not in accord with human reason and judgment. The harmony of religious belief with reason is a new vista which Bahá’u’lláh has opened for the soul of man.
He establishes the equality of man and woman. This is peculiar to the teachings of Bahá’u’lláh, for all other religions have placed man above woman.
A new religious principle is that prejudice and fanaticism—whether sectarian, denominational, patriotic or political—are destructive to the foundation of human solidarity; therefore, man should release himself from such bonds in order that the oneness of the world of humanity may become manifest.
Universal peace is assured by Bahá’u’lláh as a fundamental accomplishment of the religion of God—that peace shall prevail among nations, governments and peoples, among religions, races and all conditions of mankind. This is one of the special characteristics of the Word of God revealed in this Manifestation.
Bahá’u’lláh declares that all mankind should attain knowledge and acquire an education. This is a necessary principle of religious belief and observance, characteristically new in this dispensation.
He has set forth the solution and provided the remedy for the economic question. No religious Books of the past Prophets speak of this important human problem.
He has ordained and established the House of Justice, which is endowed with a political as well as a religious function, the consummate union and blending of church and state. This institution is under the protecting power of Bahá’u’lláh Himself. A universal, or international, House of Justice shall also be organized. Its rulings shall be in accordance with the commands and teachings of Bahá’u’lláh, and that which the Universal House of Justice ordains shall be obeyed by all mankind. This international House of Justice shall be appointed and organized from the Houses of Justice of the whole world, and all the world shall come under its administration.
As to the most great characteristic of the revelation of Bahá’u’lláh, a specific teaching not given by any of the Prophets of the past:

It is the ordination and appointment of the Center of the Covenant.

By this appointment and provision He has safeguarded and protected the religion of God against differences and schisms, making it impossible for anyone to create a new sect or faction of belief.

To ensure unity and agreement He has entered into a Covenant with all the people of the world, including the interpreter and explainer of His teachings, so that no one may interpret or explain the religion of God according to his own view or opinion and thus create a sect founded upon his individual understanding of the divine Words.

The Book of the Covenant or Testament of Bahá’u’lláh is the means of preventing such a possibility, for whosoever shall speak from the authority of himself alone shall be degraded.

Be ye informed and cognizant of this.

Beware lest anyone shall secretly question or deny this to you.

There are some people of self-will and desire who do not communicate their intentions to you in clear language.

They envelop their meanings in secret statements and insinuations.

For instance, they praise a certain individual, saying he is wise and learned, that he was glorified in the presence of Bahá’u’lláh, conveying this to you in an insidious way or by innuendos.

Be ye aware of this!

Be awakened and enlightened!

For Christ has said that no one hides the lamp under a bushel.

The purport of my admonition is that certain people will endeavor to influence you in the direction of their own personal views and opinions.

Therefore, be upon your guard in order that none may assail the oneness and integrity of Bahá’u’lláh’s Cause.

Praise be to God!

Bahá’u’lláh left nothing unsaid.

He explained everything.

He left no room for anything further to be said.

Yet there are some who for the sake of personal interest and prestige will attempt to sow the seeds of sedition and disloyalty among you.

To protect and safeguard the religion of God from this and all other attack, the Center of the Covenant has been named and appointed by Bahá’u’lláh.

Therefore, if anyone should set forth a statement in praise or recognition of another than this appointed Center, you must ask him to produce a written proof of the authority he follows.

Let him show you a trace from the pen of the Center of the Covenant Himself, substantiating his praise and support of any other than the rightful one.

Inform him that you are not permitted to accept the words of everyone.

Say to him, “It is possible to love and praise a person today, to accept and follow another tomorrow and still another next day.

Therefore, we cannot afford to listen to this or that individual.

Where are your proofs and writings?

Where is your authority from the pen of the Center of the Covenant?”
My purpose is to explain to you that it is your duty to guard the religion of God so that none shall be able to assail it outwardly or inwardly. If you find harmful teachings are being set forth by some individual, no matter who that individual be, even though he should be my own son, know, verily, that I am completely severed from him. If anyone speaks against the Covenant, even though he should be my son, know that I am opposed to him. Those who speak falsehoods, who covet worldly things and seek to accumulate the riches of this earth are not of me. But when you find a person living up to the teachings of Bahá’u’lláh, following the precepts of the Hidden Words, know that he belongs to Bahá’u’lláh; and, verily, I proclaim that he is of me. If, on the other hand, you see anyone whose deeds and conduct are contrary to and not in conformity with the good pleasure of the Blessed Perfection and against the spirit of the Hidden Words, let that be your standard and criterion of judgment against him, for know that I am altogether severed from him no matter who he may be. This is the truth.
The teachings of Bahá’u’lláh are boundless and illimitable. You have asked me what new principles have been revealed by Him. I have mentioned a few only. There are many others, but time does not permit their mention tonight. I, therefore, pray to God that you may be strengthened in good deeds. I pray that God may confirm you in order that you may live according to the teachings of Bahá’u’lláh.
Upon ye be Bahá’u’l-Abhá!
– 136 –
3 December 1912
Talk at Home of Dr. and Mrs. Florian Krug 830 Park Avenue, New York
You have assembled here this afternoon in the utmost love, engaged in the commemoration of God. It is my hope that this gathering may increase in number day by day; that you may become more and more attracted, more spiritual, more illumined, acquire knowledge of the teachings of Bahá’u’lláh from each other and be able to spread the message of truth. May your hearts become so attracted that the instant a question is asked, you will be able to give the right answer and that the truth of the Holy Spirit may speak through your tongues. Be ye helpful through the providence and favor of the Blessed Perfection, for His favors change a drop into an ocean, cause a seed to become a tree and make an atom as glorious as the sun. His graces are boundless. The treasure houses of God are filled with bounties. God, Who hath shown favors unto others, will certainly bestow favors upon you. I offer supplication to the Kingdom of Abhá and seek extraordinary blessings and confirmations in your behalf in order that your tongues may become fluent, your hearts like clear mirrors flooded with the rays of the Sun of Truth, your thoughts expanded, your comprehension more vivid and that you may progress in the plane of human perfections.
Until man acquires perfections himself, he will not be able to teach perfections to others. Unless man attains life himself, he cannot convey life to others. Unless he finds light, he cannot reflect light. We must, therefore, endeavor ourselves to attain to the perfections of the world of humanity, lay hold of everlasting life and seek the divine spirit in order that we may thereby be enabled to confer life upon others, be enabled to breathe life into others.
You must offer supplications unto the Kingdom of Abhá and seek eternal bounties from Him. You must pray that your hearts may become filled with glorious lights, even as a purified mirror; then will the lights of the Sun of Truth shine therein. You must supplicate and pray to God every night and every day, seeking His assistance and help, saying:
O Lord! We are weak; strengthen us. O God! We are ignorant; make us knowing. O Lord! We are poor; make us wealthy. O God! We are dead; quicken us. O Lord! We are humiliation itself; glorify us in Thy Kingdom. If Thou dost assist us, O Lord, we shall become as scintillating stars. If Thou dost not assist us, we shall become lower than the earth. O Lord! Strengthen us. O God! Confer victory upon us. O God! Enable us to conquer self and overcome desire. O Lord! Deliver us from the bondage of the material world. O Lord! Quicken us through the breath of the Holy Spirit in order that we may arise to serve Thee, engage in worshiping Thee and exert ourselves in Thy Kingdom with the utmost sincerity. O Lord, Thou art powerful. O God, Thou art forgiving. O Lord, Thou art compassionate.
– 137 –
3 December 1912
Talk to Mr. Kinney’s Bible Class 780 West End Avenue, New York
Notes by Edna McKinney
I have been informed that the purpose of your class meeting is to study the significances and mysteries of the Holy Scriptures and understand the meaning of the divine Testaments.

It is a cause of great happiness to me that you are turning unto the Kingdom of God, that you desire to approach the presence of God and to become informed of the realities and precepts of God.

It is my hope that you may put forth your most earnest endeavor to accomplish this end, that you may investigate and study the Holy Scriptures word by word so that you may attain knowledge of the mysteries hidden therein.

Be not satisfied with words, but seek to understand the spiritual meanings hidden in the heart of the words.

The Jews read the Old Testament night and day, memorizing its words and texts yet without comprehending a single meaning or inner significance, for had they understood the real meanings of the Old Testament, they would have become believers in Christ, inasmuch as the Old Testament was revealed to prepare His coming.

As the Jewish doctors and rabbis did not believe in Christ, it is evident that they were ignorant of the real significance of the Old Testament.

It is difficult to comprehend even the words of a philosopher; how much more difficult it is to understand the Words of God.

The divine Words are not to be taken according to their outer sense.

They are symbolical and contain realities of spiritual meaning.

For instance, in the book of Solomon’s songs you will read about the bride and bridegroom.

It is evident that the physical bride and bridegroom are not intended.

Obviously, these are symbols conveying a hidden and inner significance.

In the same way the Revelations of St.

John are not to be taken literally, but spiritually.

These are the mysteries of God.

It is not the reading of the words that profits you; it is the understanding of their meanings.

Therefore, pray God that you may be enabled to comprehend the mysteries of the divine Testaments.
Consider the symbolical meanings of the Words and teachings of Christ. He said, “I am the living bread which came down from heaven; if any man eat of this bread, he shall live for ever.” When the Jews heard this, they took it literally and failed to understand the significance of His meaning and teaching. The spiritual truth which Christ wished to convey to them was that the reality of Divinity within Him was like a blessing which had come down from heaven and that he who partook of this blessing should never die. That is to say, bread was the symbol of the perfections which had descended upon Him from God, and he who ate of this bread, or endowed himself with the perfections of Christ, would undoubtedly attain to everlasting life. The Jews did not understand Him, and taking the words literally, said, “How can this man give us his flesh to eat?” Had they understood the real meaning of the Holy Book, they would have become believers in Christ.
All the texts and teachings of the holy Testaments have intrinsic spiritual meanings. They are not to be taken literally. I, therefore, pray in your behalf that you may be given the power of understanding these inner real meanings of the Holy Scriptures and may become informed of the mysteries deposited in the words of the Bible so that you may attain eternal life and that your hearts may be attracted to the Kingdom of God. May your souls be illumined by the light of the Words of God, and may you become repositories of the mysteries of God, for no comfort is greater and no happiness is sweeter than spiritual comprehension of the divine teachings. If a man understands the real meaning of a poet’s verses such as those of Shakespeare, he is pleased and rejoiced. How much greater his joy and pleasure when he perceives the reality of the Holy Scriptures and becomes informed of the mysteries of the Kingdom!
I pray that the divine blessings may descend upon you day by day, that your hearts may be opened to perceive the inner significances of the Word of God. There is no fruit in knowing the mere letters of the Book. Most of the Jews had memorized the texts of the Old Testament and repeated them night and day, but inasmuch as they were ignorant of the meanings, they were deprived of the bounties of Christ. I pray that you may be quickened by the breaths of the Holy Spirit and illumined by the rays of the Sun of Truth. May you be favored with heavenly blessings in the threshold of God and attain to eternal life. This is my prayer. May God bless and enlighten you.
– 138 –
3 December 1912
Talk at Home of Mr. and Mrs. Edward B. Kinney 780 West End Avenue, New York
Notes by Edna McKinney
I have attended more meetings in New York than in all the other cities combined. Day and night, individually and collectively you have listened to the teachings and exhortations of Bahá’u’lláh. I have proclaimed unto you the glad tidings of the Kingdom of God and explained the wishes of the Blessed Perfection. I have set forth that which is conducive to human progress and shown you the humility of servitude. The teachings of Bahá’u’lláh have been clearly interpreted. The time has now come when I must leave you; therefore, this will be our farewell meeting.
I am greatly pleased with you all and rejoice that you have shown me the utmost kindness and affection.

It is my desire that Bahá’u’lláh shall be pleased with you, that you may follow His precepts and become worthy of His confirmations.

The requirements are that your minds must be illumined, your souls must be rejoiced with the glad tidings of God, you must become imbued with spiritual moralities, your daily life must evidence faith and assurance, your hearts must be sanctified and pure, reflecting a high degree of love and attraction toward the Kingdom of Abhá.

You must become the lamps of Bahá’u’lláh so that you may shine with eternal light and be the proofs and evidences of His truth.

Then will such signs of purity and chastity be witnessed in your deeds and actions that men will behold the heavenly radiance of your lives and say, “Verily, ye are the proofs of Bahá’u’lláh.

Verily, Bahá’u’lláh is the True One, for He has trained such souls as these, each one of which is a proof in himself.”

They will say to others, “Come and witness the conduct of these souls; come and listen to their words, behold the illumination of their hearts, see the evidences of the love of God in them, consider their praiseworthy morals, and discover the foundations of the oneness of humanity firmly implanted within them.

What greater proof can there be than these people that the message of Bahá’u’lláh is truth and reality?”

It is my hope that each one of you shall be a herald of God, proclaiming the evidences of His appearance, in words, deeds and thoughts.

Let your actions and utterances be a witness that you are of the Kingdom of Bahá’u’lláh.

These are the duties enjoined upon you by Bahá’u’lláh.
Bahá’u’lláh endured the greatest hardships. He found neither rest by night nor peace by day. He was constantly under the stress of great calamity—now in prison, now in chains, now threatened by the sword—until finally He broke the cage of captivity, left this mortal world and ascended to the heaven of God. He endured all these tribulations for our sakes and suffered these deprivations that we might attain the bestowals of divine bounty. Therefore, we must be faithful to Him and turn away from our own selfish desires and fancies in order that we may accomplish that which is required of us by our Lord.
It is my wish that you shall arise to live according to these teachings and exhortations; that all of us may be divinely strengthened, enter the paradise of the spiritual Kingdom, diffuse the lights of the Sun of Truth, cause the waves of this Most Great Ocean to reach all human souls so that this world of earth may be transformed into the world of heaven and this devastated ground be changed into the paradise of Abhá.
– 139 –
4 December 1912
Talk to Theosophical Society 2228 Broadway, New York
Notes by Esther Foster
Those who are uninformed of the world of reality, who do not comprehend existing things, who are without perception of the inner truth of creation, who do not penetrate the real mysteries of material and spiritual phenomena and who possess only a superficial idea of universal life and being are but embodiments of pure ignorance. They believe only that which they have heard from their fathers and ancestors. Of themselves they have no hearing, no sight, no reason, no intellect; they rely solely upon tradition. Such persons imagine that the dominion of God is an accidental dominion, or Kingdom.
For instance, they believe that this world of existence was created six or seven thousand years ago, as if God did not reign before that time and had no creation before that period. They think that Divinity is accidental, for to them Divinity is dependent upon existing things, whereas, in reality, as long as there has been a God, there has been a creation. As long as there has been light, there have been recipients of that light, for light cannot become manifest unless those things which perceive and appreciate it exist. The world of Divinity presupposes creation, presupposes recipients of bounty, presupposes the existence of worlds. No Divinity can be conceived as separate from creation, for otherwise it would be like imagining an empire without a people. A king must needs have a kingdom, must needs have an army and subjects. Is it possible to be a king and have no country, no army, no subjects? This is an absurdity. If we say that there was a time when there was no country, no army and no subjects, how then could there have been a king and ruler? For these things are essential to a king.
Consequently, just as the reality of Divinity never had a beginning—that is, God has ever been a Creator, God has ever been a Provider, God has ever been a Quickener, God has ever been a Bestower—so there never has been a time when the attributes of God have not had expression.

The sun is the sun because of its rays, because of its heat.

Were we to conceive of a time when there was a sun without heat and light, it would imply that there had been no sun at all and that it became the sun afterward.

So, likewise, if we say there was a time when God had no creation or created beings, a time when there were no recipients of His bounties and that His names and attributes had not been manifested, this would be equivalent to a complete denial of Divinity, for it would mean that Divinity is accidental.

To explain it still more clearly, if we think that fifty thousand years ago or one hundred thousand years ago there was no creation, that there were then no worlds, no human beings, no animals, this thought of ours would mean that previous to that period there was no Divinity.

If we should say that there was a time when there was a king but there were no subjects, no army, no country for him to rule over, it would really be asserting that there was a time when no king existed and that the king is accidental.

It is, therefore, evident that inasmuch as the reality of Divinity is without a beginning, creation is also without a beginning.

This is as clear as the sun.

When we contemplate this vast machinery of omnipresent power, perceive this illimitable space and its innumerable worlds, it will become evident to us that the lifetime of this infinite creation is more than six thousand years; nay, it is very, very ancient.
Notwithstanding this, we read in Genesis in the Old Testament that the lifetime of creation is but six thousand years. This has an inner meaning and significance; it is not to be taken literally. For instance, it is said in the Old Testament that certain things were created in the first day. The narrative shows that at that time the sun was not yet created. How could we conceive of a day if no sun existed in the heavens? For the day depends upon the light of the sun. Inasmuch as the sun had not been made, how could the first day be realized? Therefore, these statements have significances other than literal.
To be brief: Our purpose is to show that the divine sovereignty, the Kingdom of God, is an ancient sovereignty, that it is not an accidental sovereignty, just as a kingdom presupposes the existence of subjects, of an army, of a country; for otherwise the state of dominion, authority and kingdom cannot be conceived of. Therefore, if we should imagine that the creation is accidental, we would be forced to admit that the Creator is accidental, whereas the divine bounty is ever flowing, and the rays of the Sun of Truth are continuously shining. No cessation is possible to the divine bounty, just as no cessation is possible to the rays of the sun. This is clear and obvious.
Thus there have been many holy Manifestations of God. One thousand years ago, two hundred thousand years ago, one million years ago, the bounty of God was flowing, the radiance of God was shining, the dominion of God was existing.
Why do these holy Manifestations of God appear? What is the wisdom and purpose of Their coming? What is the outcome of Their mission? It is evident that human personality appears in two aspects: the image or likeness of God, and the aspect of Satan. The human reality stands between these two: the divine and the satanic. It is manifest that beyond this material body, man is endowed with another reality, which is the world of exemplars constituting the heavenly body of man. In speaking, man says, “I saw,” “I spoke,” “I went.” Who is this I? It is obvious that this I is different from this body. It is clear that when man is thinking, it is as though he were consulting with some other person. With whom is he consulting? It is evident that it is another reality, or one aside from this body, with whom he enters into consultation when he thinks, “Shall I do this work or not?” “What will be the result of my doing this?” Or when he questions the other reality, “What is the objection to this work if I do it?” And then that reality in man communicates its opinion to him concerning the point at issue. Therefore, that reality in man is clearly and obviously other than his body—an ego with which man enters into consultation and whose opinion man seeks.
Often a man makes up his mind positively about a matter; for instance, he determines to undertake a journey. Then he thinks it over—that is, he consults his inner reality—and finally concludes that he will give up his journey. What has happened? Why did he abandon his original purpose? It is evident that he has consulted his inner reality, which expresses to him the disadvantages of such a journey; therefore, he defers to that reality and changes his original intention.
Furthermore, man sees in the world of dreams. He travels in the East; he travels in the West; although his body is stationary, his body is here. It is that reality in him which makes the journey while the body sleeps. There is no doubt that a reality exists other than the outward, physical reality. Again, for instance, a person is dead, is buried in the ground. Afterward, you see him in the world of dreams and speak with him, although his body is interred in the earth. Who is the person you see in your dreams, talk to and who also speaks with you? This again proves that there is another reality different from the physical one which dies and is buried. Thus it is certain that in man there is a reality which is not the physical body. Sometimes the body becomes weak, but that other reality is in its own normal state. The body goes to sleep, becomes as one dead; but that reality is moving about, comprehending things, expressing them and is even conscious of itself.
This other and inner reality is called the heavenly body, the ethereal form which corresponds to this body. This is the conscious reality which discovers the inner meaning of things, for the outer body of man does not discover anything. The inner ethereal reality grasps the mysteries of existence, discovers scientific truths and indicates their technical application. It discovers electricity, produces the telegraph, the telephone and opens the door to the world of arts. If the outer material body did this, the animal would, likewise, be able to make scientific and wonderful discoveries, for the animal shares with man all physical powers and limitations. What, then, is that power which penetrates the realities of existence and which is not to be found in the animal? It is the inner reality which comprehends things, throws light upon the mysteries of life and being, discovers the heavenly Kingdom, unseals the mysteries of God and differentiates man from the brute. Of this there can be no doubt.
As we have before indicated, this human reality stands between the higher and the lower in man, between the world of the animal and the world of Divinity. When the animal proclivity in man becomes predominant, he sinks even lower than the brute. When the heavenly powers are triumphant in his nature, he becomes the noblest and most superior being in the world of creation. All the imperfections found in the animal are found in man. In him there is antagonism, hatred and selfish struggle for existence; in his nature lurk jealousy, revenge, ferocity, cunning, hypocrisy, greed, injustice and tyranny. So to speak, the reality of man is clad in the outer garment of the animal, the habiliments of the world of nature, the world of darkness, imperfections and unlimited baseness.
On the other hand, we find in him justice, sincerity, faithfulness, knowledge, wisdom, illumination, mercy and pity, coupled with intellect, comprehension, the power to grasp the realities of things and the ability to penetrate the truths of existence. All these great perfections are to be found in man. Therefore, we say that man is a reality which stands between light and darkness. From this standpoint his nature is threefold: animal, human and divine. The animal nature is darkness; the heavenly is light in light.
The holy Manifestations of God come into the world to dispel the darkness of the animal, or physical, nature of man, to purify him from his imperfections in order that his heavenly and spiritual nature may become quickened, his divine qualities awakened, his perfections visible, his potential powers revealed and all the virtues of the world of humanity latent within him may come to life. These holy Manifestations of God are the Educators and Trainers of the world of existence, the Teachers of the world of humanity. They liberate man from the darkness of the world of nature, deliver him from despair, error, ignorance, imperfections and all evil qualities. They clothe him in the garment of perfections and exalted virtues. Men are ignorant; the Manifestations of God make them wise. They are animalistic; the Manifestations make them human. They are savage and cruel; the Manifestations lead them into kingdoms of light and love. They are unjust; the Manifestations cause them to become just. Man is selfish; They sever him from self and desire. Man is haughty; They make him meek, humble and friendly. He is earthly; They make him heavenly. Men are material; the Manifestations transform them into divine semblance. They are immature children; the Manifestations develop them into maturity. Man is poor; They endow him with wealth. Man is base, treacherous and mean; the Manifestations of God uplift him into dignity, nobility and loftiness.
These holy Manifestations liberate the world of humanity from the imperfections which beset it and cause men to appear in the beauty of heavenly perfections. Were it not for the coming of these holy Manifestations of God, all mankind would be found on the plane of the animal. They would remain darkened and ignorant like those who have been denied schooling and who never had a teacher or trainer. Undoubtedly, such unfortunates will continue in their condition of need and deprivation.
If the mountains, hills and plains of the material world are left wild and uncultivated under the rule of nature, they will remain an unbroken wilderness, no fruitful tree to be found anywhere upon them. A true cultivator changes this forest and jungle into a garden, training its trees to bring forth fruit and causing flowers to grow in place of thorns and thistles. The holy Manifestations are the ideal Gardeners of human souls, the divine Cultivators of human hearts. The world of existence is but a jungle of disorder and confusion, a state of nature producing nothing but fruitless, useless trees. The ideal Gardeners train these wild, uncultivated human trees, cause them to become fruitful, water and cultivate them day by day so that they adorn the world of existence and continue to flourish in the utmost beauty.
Consequently, we cannot say that the divine bounty has ceased, that the glory of Divinity is exhausted or the Sun of Truth sunk into eternal sunset, into that darkness which is not followed by light, into that night which is not followed by a sunrise and dawn, into that death which is not followed by life, into that error which is not followed by truth. Is it conceivable that the Sun of Reality should sink into an eternal darkness? No! The sun was created in order that it may shed light upon the world and train all the kingdoms of existence. How then can the ideal Sun of Truth, the Word of God, set forever? For this would mean the cessation of the divine bounty, and the divine bounty by its very nature is continuous and ceaseless. Its sun is ever shining; its cloud is ever producing rain; its breezes are ever blowing; its bestowals are all-comprehending; its gifts are ever perfect. Consequently, we must always anticipate, always be hopeful and pray to God that He will send unto us His holy Manifestations in Their most perfect might, with the divine penetrative power of His Word, so that these heavenly Ones may be distinguished above all other beings in every respect, in every attribute, just as the glorious sun is distinguished above all stars.
Although the stars are scintillating and brilliant, the sun is superior to them in luminous effulgence.

Similarly, these holy, divine Manifestations are and must always be distinguished above all other beings in every attribute of glory and perfection in order that it may be proven that the Manifestation is the true Teacher and real Trainer; that He is the Sun of Truth, endowed with a supreme splendor and reflecting the beauty of God.

Otherwise, it is not possible for us to train one human individual and then after training him, believe in him and accept him as the holy Manifestation of Divinity.

The real Manifestation of God must be endowed with divine knowledge and not dependent upon learning acquired in schools.

He must be the Educator, not the educated; His standard, intuition instead of tuition.

He must be perfect and not imperfect, great and glorious instead of being weak and impotent.

He must be wealthy in the riches of the spiritual world and not indigent.

In a word, the holy, divine Manifestation of God must be distinguished above all others of mankind in every aspect and qualification in order that He may be able to train effectively the human body politic, eliminate the darkness enshrouding the human world, uplift humanity from a lower to a higher kingdom, be able through the penetrative power of His Word to promote and spread broadcast the beneficent message of universal peace among men, bring about the unification of mankind in religious belief through a manifest divine power, harmonize all sects and denominations and convert all native lands and nationalities into one native land and fatherland.
It is our hope that the bounties of God will encompass us all, the gifts of the divine become manifest, the lights of the Sun of Truth illumine our eyes, inspire our hearts, convey to our souls cheerful glad tidings of God, cause our thoughts to become lofty and our efforts to be productive of glorious results. In a word, it is our hope that we may attain to that which is the summit of human aspirations and wishes.
I have been in America nine months and have traveled to all the large cities, speaking before various assemblages, proclaiming to them the oneness of the world of humanity, summoning all to union, harmony and oneness. I have indeed received the greatest kindness from the American people. I look upon them as a noble nation, capable of every perfection. Tomorrow I am going away to Europe, and now I bid farewell to you all, seeking for you the divine mercy, the eternal glory and everlasting life; and I pray that you may attain the highest station of humanity. I am greatly pleased with this meeting. My happiness is great. I shall never forget you. You shall always live in my thought. I shall always pray and supplicate before the Kingdom of God and seek heavenly blessings for you.
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5 December 1912
Talk on Day of Departure On Board Steamship Celtic, New York
Notes by Mariam Haney
This is my last meeting with you, for now I am on the ship ready to sail away. These are my final words of exhortation. I have repeatedly summoned you to the cause of the unity of the world of humanity, announcing that all mankind are the servants of the same God, that God is the creator of all; He is the Provider and Life-giver; all are equally beloved by Him and are His servants upon whom His mercy and compassion descend. Therefore, you must manifest the greatest kindness and love toward the nations of the world, setting aside fanaticism, abandoning religious, national and racial prejudice.
The earth is one native land, one home; and all mankind are the children of one Father. God has created them, and they are the recipients of His compassion. Therefore, if anyone offends another, he offends God. It is the wish of our heavenly Father that every heart should rejoice and be filled with happiness, that we should live together in felicity and joy. The obstacle to human happiness is racial or religious prejudice, the competitive struggle for existence and inhumanity toward each other.
Your eyes have been illumined, your ears are attentive, your hearts knowing. You must be free from prejudice and fanaticism, beholding no differences between the races and religions. You must look to God, for He is the real Shepherd, and all humanity are His sheep. He loves them and loves them equally. As this is true, should the sheep quarrel among themselves? They should manifest gratitude and thankfulness to God, and the best way to thank God is to love one another.
Beware lest ye offend any heart, lest ye speak against anyone in his absence, lest ye estrange yourselves from the servants of God. You must consider all His servants as your own family and relations. Direct your whole effort toward the happiness of those who are despondent, bestow food upon the hungry, clothe the needy, and glorify the humble. Be a helper to every helpless one, and manifest kindness to your fellow creatures in order that ye may attain the good pleasure of God. This is conducive to the illumination of the world of humanity and eternal felicity for yourselves. I seek from God everlasting glory in your behalf; therefore, this is my prayer and exhortation.
Consider what is happening in the Balkans. Human blood is being shed, properties are destroyed, possessions pillaged, cities and villages devastated. A world-enkindling fire is astir in the Balkans. God has created men to love each other; but instead, they kill each other with cruelty and bloodshed. God has created them that they may cooperate and mingle in accord; but instead, they ravage, plunder and destroy in the carnage of battle. God has created them to be the cause of mutual felicity and peace; but instead, discord, lamentation and anguish rise from the hearts of the innocent and afflicted.
As to you: Your efforts must be lofty. Exert yourselves with heart and soul so that, perchance, through your efforts the light of universal peace may shine and this darkness of estrangement and enmity may be dispelled from amongst men, that all men may become as one family and consort together in love and kindness, that the East may assist the West and the West give help to the East, for all are the inhabitants of one planet, the people of one original native land and the flocks of one Shepherd.
Consider how the Prophets Who have been sent, the great souls who have appeared and the sages who have arisen in the world have exhorted mankind to unity and love. This has been the essence of their mission and teaching. This has been the goal of their guidance and message. The Prophets, saints, seers and philosophers have sacrificed their lives in order to establish these principles and teachings amongst men. Consider the heedlessness of the world, for notwithstanding the efforts and sufferings of the Prophets of God, the nations and peoples are still engaged in hostility and fighting. Notwithstanding the heavenly commandments to love one another, they are still shedding each other’s blood. How heedless and ignorant are the people of the world! How gross the darkness which envelops them! Although they are the children of a compassionate God, they continue to live and act in opposition to His will and good pleasure. God is loving and kind to all men, and yet they show the utmost enmity and hatred toward each other. God is the Giver of life to them, and yet they constantly seek to destroy life. God blesses and protects their homes; they rage, sack and destroy each other’s homes. Consider their ignorance and heedlessness!
Your duty is of another kind, for you are informed of the mysteries of God.

Your eyes are illumined; your ears are quickened with hearing.

You must, therefore, look toward each other and then toward mankind with the utmost love and kindness.

You have no excuse to bring before God if you fail to live according to His command, for you are informed of that which constitutes the good pleasure of God.

You have heard His commandments and precepts.

You must, therefore, be kind to all men; you must even treat your enemies as your friends.

You must consider your evil-wishers as your well-wishers.

Those who are not agreeable toward you must be regarded as those who are congenial and pleasant so that, perchance, this darkness of disagreement and conflict may disappear from amongst men and the light of the divine may shine forth, so that the Orient may be illumined and the Occident filled with fragrance, nay, so that the East and West may embrace each other in love and deal with one another in sympathy and affection.

Until man reaches this high station, the world of humanity shall not find rest, and eternal felicity shall not be attained.

But if man lives up to these divine commandments, this world of earth shall be transformed into the world of heaven, and this material sphere shall be converted into a paradise of glory.

It is my hope that you may become successful in this high calling so that like brilliant lamps you may cast light upon the world of humanity and quicken and stir the body of existence like unto a spirit of life.

This is eternal glory.

This is everlasting felicity.

This is immortal life.

This is heavenly attainment.

This is being created in the image and likeness of God.

And unto this I call you, praying to God to strengthen and bless you.
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Notes and References in this Publication
Talks in Washington, D.C., 6—10 November 1912
Mirza Abul Fazl Gulpaygan, The Brilliant Proof (Chicago: Press of Bahai News Service, 1912). The booklet was published under the direction of ‘Abdu’l‑Bahá while He was in America. ↩
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