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Verborgene Worte Worte der Weisheit
Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme
Ein Titelsatz für diese Publikation ist bei der Deutschen Bibliothek erhältlich
Verborgene Worte, 11. revidierte Auflage 2001, ergänzt durch die „Worte der Weisheit“?und eine Auswahl weiterer Texte Bahá’u’lláhs
© Bahá’í-Verlag GmbH D-65719 Hofheim 2001 – 158 ISBN 3-87037-388-1?Titel-Nr. 421-151
DIE VERBORGENEN WORTE
Aus dem Arabischen
Er ist?der Allherrlichste! Dies ist herabgekommen aus dem Reiche der Herrlichkeit, gesprochen mit der Zunge der Kraft und Macht und einstens offenbart den Propheten. Als Zeichen der Gnade für die Gerechten haben Wir den Wesenskern daraus entnommen und in das Gewand der Kürze gekleidet, damit sie dem Bunde Gottes die Treue halten, Gottes Pfand durch ihr Leben einlösen und im Reiche des Geistes den Edelstein göttlicher Tugend erlangen.
12 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Geistes! Dies ist Mein erster Rat: Besitze ein reines, gütiges und strahlendes Herz, damit du unvergängliche Souveränität erlangest, während von Ewigkeit zu Ewigkeit. 1
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 13

O Sohn des Geistes! Von allem das Meistgeliebte ist Mir die Gerechtigkeit. Wende dich nicht ab von ihr, wenn du nach Mir verlangst, und vergiß sie nicht, damit Ich dir vertrauen kann. Mit ihrer Hilfe sollst du mit eigenen Augen sehen, nicht mit denen anderer, und durch eigene Erkenntnis Wissen erlangen, nicht durch die deines Nächsten. Bedenke im Herzen, wie du sein solltest. Wahrlich, Gerechtigkeit ist Meine Gabe und das Zeichen Meiner Gnade. So halte sie dir vor Augen. 2
14 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Verhüllt in Meinem unvordenklichen Sein und in der Urewigkeit Meines Wesens, wußte Ich um Meine Liebe zu dir. Darum erschuf Ich dich, prägte dir Mein Ebenbild ein und offenbarte dir Meine Schönheit. 3
O Sohn des Menschen! Ich liebte es, dich zu erschaffen, also erschuf Ich dich. Nun liebe du Mich, damit Ich deinen Namen nenne und deine Seele mit dem Geiste des Lebens erfülle. 4
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 15

O Sohn des Seins! Liebe Mich, damit Ich dich liebe. Wenn du Mich nicht liebst, kann Meine Liebe dich niemals erreichen. Erkenne dies, o Diener! 5
O Sohn des Seins! Dein Paradies ist Meine Liebe. Deine himmlische Heimstatt Wiedervereinigung mit Mir. Tritt ein ohne Zaudern. So wurde es dir in Unserem himmlischen Reich und Unserer erhabenen Herrschaft bestimmt. 6
16 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Wenn du Mich liebst, wende dich ab von dir, und wenn du Mein Wohlgefallen suchst, achte nicht auf deines, damit du in Mir vergehest und Ich ewig lebe in dir. 7
O Sohn des Geistes! Kein Frieden ist dir beschieden, es sei denn, du entsagst deinem Selbst und wendest dich Mir zu. Denn es ziemt dir, dich Meines Namens zu rühmen und nicht des deinen, dein Vertrauen in Mich zu setzen und nicht in dich, will Ich doch allein und über alles geliebt sein. 8
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 17

O Sohn des Seins! Meine Liebe ist Meine feste Burg. Wer sie betritt, ist sicher und wohlbehütet; wer sich abwendet, wird gewiß in die Irre gehen und verderben. 9
O Sohn des Wortes! Du bist Meine Burg. Tritt ein, auf daß du sicher wohnest. Meine Liebe ist in dir. Erkenne dies, damit du Mich nahe findest. 10
18 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Seins! Du bist Meine Lampe, und Mein Leuchten ist in dir. Entnimm daraus dein Licht und suche niemanden als Mich, denn Ich habe dich reich erschaffen und Meine Gunst über dich ergossen. 11
O Sohn des Seins! Mit den Händen der Macht erschuf Ich dich, mit den Fingern der Kraft formte Ich dich, und Ich barg in dich das Wesen Meines Lichtes. Sei damit zufrieden und suche nichts anderes, denn Mein Werk ist vollkommen und Mein Gebot bindend. Sei dessen gewiß und zweifle nicht. 12
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 19

O Sohn des Geistes! Reich erschuf Ich dich, warum machst du dich selbst arm? Edel erschuf Ich dich, warum erniedrigst du dich selbst? Aus dem Wesen des Wissens gab Ich dir Leben, warum suchst du Erleuchtung bei anderen als Mir? Aus dem Ton der Liebe formte Ich dich, warum befaßt du dich mit anderem? Schaue in dich, daß du Mich in dir findest, mächtig, stark und selbstbestehend. 13
20 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Du bist Mein Besitz, und Mein Besitz vergeht nicht. Warum fürchtest du deine Vergänglichkeit? Du bist Mein Licht, und Mein Licht verlöscht nie. Warum fürchtest du dein Verlöschen? Du bist Meine Herrlichkeit, und Meine Herrlichkeit schwindet nicht. Du bist Mein Gewand, und Mein Gewand veraltet nicht. So bleibe in deiner Liebe zu Mir, damit du Mich im Reiche der Herrlichkeit findest. 14
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 21

O Sohn des Wortes! Wende dein Antlitz Mir zu und entsage allem außer Mir, denn Mein Reich ist beständig und Meine Herrschaft vergeht nicht. Suchtest du einen anderen als Mich, dein Trachten wäre vergeblich, selbst wenn du das Weltall in Ewigkeit durchforschtest. 15
O Sohn des Lichtes! Vergiß alles außer Mir und werde vertraut mit Meinem Geiste. Dies gehört zum Wesen Meiner Gebote, darum halte dich daran. 16
22 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Laß dir genügen an Mir und suche keinen anderen Helfer, denn keiner außer Mir kann dir jemals genügen. 17
O Sohn des Geistes! Erbitte nicht von Mir, was Wir nicht für dich wünschen. Sei darum zufrieden mit dem, was Wir für dich bestimmt haben, denn das ist, was dir nützt, wenn du dich damit begnügst. 18
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 23

O Sohn der wunderbaren Schau! Einen Hauch Meines Geistes blies Ich dir ein, damit du Mich liebest. Warum hast du Mich verlassen und einen anderen Geliebten begehrt? 19
O Sohn des Geistes! Mein Recht auf dich ist groß und nicht zu vergessen. Meine Gnade für dich ist überreich und nicht zu verschleiern. Meine Liebe wohnt in dir und ist nicht zu verbergen. Mein Licht ist dir offenbar und nicht zu verdunkeln. 20
24 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! An den Baum strahlender Herrlichkeit habe Ich dir die erlesensten Früchte gehängt. Warum kehrst du dich ab und gibst dich mit Schlechterem zufrieden? Komm zurück zu dem, was besser für dich ist im Reiche der Höhe. 21
O Sohn des Geistes! Edel erschuf Ich dich, doch du erniedrigst dich. So erhebe dich zu dem, wozu du erschaffen bist. 22
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 25

O Sohn des Höchsten! Zum Ewigen rufe Ich dich, doch du suchst das Vergängliche. Was ließ dich Unseren Wunsch mißachten und deinem eigenen folgen? 23
O Sohn des Menschen! Überschreite deine Grenzen nicht und begehre nicht, was dir nicht ziemt. Wirf dich nieder vor dem Antlitz deines Gottes, des Herrn der Macht und Stärke. 24
26 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Geistes! Protze nicht vor dem Armen, denn Ich führe ihn auf seinem Wege, sehe dich in deinem Jammer und verwerfe dich für alle Zeit. 25
O Sohn des Seins! Wie konntest du deine eigenen Fehler vergessen und dich mit den Fehlern der anderen befassen? Wer solches tut, ist von Mir verworfen. 26
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 27

O Sohn des Menschen! Sprich nicht über die Sünden anderer, solange du selbst ein Sünder bist. So du dieses Gebot übertrittst, bist du verworfen – dies bezeuge Ich dir. 27
O Sohn des Geistes! Wisse fürwahr: Wer die Menschen zur Gerechtigkeit ruft und selber frevelt, ist nicht von Mir, selbst wenn er Meinen Namen trüge. 28
28 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Seins! Mute keiner Seele zu, was andere dir nicht zumuten sollen, und sprich nicht von dem, was du nicht tust. Dies ist Mein Gebot an dich. Gehorche ihm! 29
O Sohn des Menschen! Verleugne Meinen Diener nicht, wenn er etwas von dir erbittet, denn sein Antlitz ist Mein Antlitz. So schäme dich vor Mir. 30
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 29

O Sohn des Seins! Lege dir selbst jeden Tag Rechenschaft ab, ehe du zur Rechenschaft gezogen wirst. Denn unerwartet kommt der Tod, und dann mußt du deine Taten verantworten. 31
O Sohn des Höchsten! Den Tod machte Ich dir zum Boten der Freude. Warum bist du traurig? Das Licht erschuf Ich, dich zu erleuchten. Warum verhüllst du dich vor ihm? 32
30 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Geistes! Mit der freudigen Botschaft des Lichtes grüße Ich dich: Freue dich! Zum Hofe der Heiligkeit rufe Ich dich: Wohne darin, damit du ewig in Frieden lebest! 33
O Sohn des Geistes! Der Geist der Heiligkeit bringt dir die frohe Botschaft der Wiedervereinigung. Warum bist du traurig? Der Geist der Macht bestätigt dich in Seiner Sache. Warum verhüllst du dich? Das Licht Seines Antlitzes führt dich. Wie kannst du irregehen? 34
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 31

O Sohn des Menschen! Gräme dich nicht, außer du bist Uns ferne; und freue dich nicht, außer du kommst Uns nahe und kehrest zu Uns zurück. 35
O Sohn des Menschen! Frohlocke vor Herzensfreude, damit du würdig seiest, Mir zu begegnen und Meine Schönheit widerzuspiegeln. 36
32 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Entkleide dich nicht selbst Meines köstlichen Gewandes und verscherze dir nicht deinen Anteil an Meinem wundersamen Quell, daß dich nicht ewig dürste. 37
O Sohn des Seins! Wandle in Meinen Gesetzen aus Liebe zu Mir und entsage deinen eigenen Wünschen, wenn du Mein Wohlgefallen suchst. 38
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 33

O Sohn des Menschen! Vernachlässige Meine Gebote nicht, wenn du Meine Schönheit liebst, und vergiß Meine Ratschläge nicht, wenn du nach Meinem Wohlgefallen strebst. 39
O Sohn des Menschen! Durcheile die Weiten des Alls und durchquere die Höhen des Himmels – du wirst doch keine Ruhe finden, außer im Gehorsam gegen Unser Gebot und in der Demut vor Unserem Antlitz. 40
34 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Verherrliche Meine Sache, damit Ich dir die Geheimnisse Meiner Größe offenbare und auf dich strahle mit ewigem Lichte. 41
O Sohn des Menschen! Sei demütig vor Mir, damit Ich gnädiglich bei dir einkehre. Erhebe dich für den Triumph Meiner Sache, damit du noch auf Erden den Sieg erlangest. 42
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 35

O Sohn des Seins! Gedenke Meiner auf Meiner Erde, damit Ich deiner gedenke in Meinem Himmel. So werden Meine Augen und deine Augen erquickt. 43
O Sohn des Thrones! Dein Ohr ist Mein Ohr – höre damit; dein Auge ist Mein Auge – schaue damit, auf daß du tief im Herzen Meine höchste Heiligkeit bezeugest und Ich in Mir deine erhabene Stufe bestätige. 44
36 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Seins! Suche das Martyrium auf Meinem Pfade, zufrieden mit Meinem Wohlgefallen und dankbar für Meine Fügung, damit du mit Mir unter dem Baldachin der Erhabenheit hinter dem Thronzelt der Herrlichkeit ruhest. 45
O Sohn des Menschen! Denke nach und überlege wohl: Willst du in deinem Bette sterben oder als Märtyrer dein Blut im Staube auf Meinem Pfad vergießen, als Künder Meines Befehls und als Offenbarung Meines Lichtes im erhabensten Paradiese? Entscheide dich richtig, o Diener! 46
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 37

O Sohn des Menschen! Bei Meiner Schönheit! Wenn du dein Haar mit deinem Blute färbst, so ist dies in Meinen Augen größer als die Schöpfung des Weltalls und das Licht beider Welten. Strebe danach, o Diener! 47
O Sohn des Menschen! Für alles gibt es ein Zeichen. Das Zeichen der Liebe ist Standhaftigkeit in Meinem Ratschluß und Geduld in Meinen Prüfungen. 48
38 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Der aufrichtig Liebende sehnt sich nach Drangsal wie der Empörer nach Vergebung und der Sünder nach Erbarmen. 49
O Sohn des Menschen! Wenn dich auf Meinem Pfad keine Trübsal befiele, wie könntest du die Wege derer beschreiten, die mit Meinem Wohlgefallen zufrieden sind? Und wenn keine Prüfungen dich heimsuchten in deiner Sehnsucht nach Mir, wie könntest du dann das Licht in deiner Liebe zu Meiner Schönheit erlangen? 50
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 39

O Sohn des Menschen! Meine Trübsal ist Meine Vorsehung. Äußerlich ist sie Feuer und Züchtigung, zuinnerst aber Licht und Gnade. Eile ihr entgegen, auf daß du ein ewiges Licht und ein unsterblicher Geist werdest. Dies ist Mein Gebot an dich, beachte es! 51
O Sohn des Menschen! Ist Wohlstand dir beschieden, so juble nicht, und ist Erniedrigung dein Los, so gräme dich nicht; denn beides wird vergehen und nicht mehr sein. 52
40 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Seins! Kehrt Armut bei dir ein, so traure nicht, denn einst wird der König des Reichtums Einkehr halten bei dir. Fürchte nicht die Erniedrigung, denn Herrlichkeit wird dich einstmals umgeben. 53
O Sohn des Seins! Wenn du dein Herz auf das zeitlose, unvergängliche Reich und das urewige Leben richtest, dann entsage der sterblichen, flüchtigen Herrschaft! 54
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 41

O Sohn des Seins! Nicht auf diese Welt richte dein Sinnen und Trachten, denn im Feuer prüfen Wir das Gold und mit Gold prüfen Wir Unsere Diener. 55
O Sohn des Menschen! Du verlangst nach Gold, und Ich wünsche, daß du dich von ihm lösest. Du wähnst dich reich in seinem Besitz, wo Ich in der Heiligung davon deinen Reichtum sehe. Bei Meinem Leben! Dies ist Mein Wissen, jenes dein Wahn – wie paßt beides zueinander? 56
42 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Spende Meinen Reichtum Meinen Armen, damit du im Himmel aus der Fülle nie verblassenden Glanzes und den Schätzen unvergänglicher Herrlichkeit schöpfest. Aber bei Meinem Leben: Mir deine Seele darzubringen, ist weit herrlicher – könntest du doch mit Meinen Augen sehen! 57
O Sohn des Menschen! Der Tempel des Seins ist Mein Thron. Reinige ihn von allem, damit Ich darin wohne und bleibe. 58
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 43

O Sohn des Seins! Dein Herz ist Meine Wohnstatt. Heilige es für Mein Kommen. Dein Geist ist der Ort Meines Erscheinens. Läutere ihn für Meine Offenbarung. 59
O Sohn des Menschen! Stecke die Hand in den Busen* Meines Gewandes, auf daß Ich Mich leuchtend und strahlend über dir erhebe. 60
* Jaib; vgl. 2. Mose 4:6, Qur’án 27:12
44 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Erhebe dich zu Meinem Himmel, daß dir die Freude der Wiedervereinigung widerfahre, und trinke den unvergleichlichen Wein aus dem Kelche immerwährender Herrlichkeit. 61
O Sohn des Menschen! Viele deiner Tage sind dahingegangen, und es galt dir nur das eigene Verlangen voll Wunsch und Wahn. Wie lange noch willst du auf deinem Lager schlafen? – Wache auf, denn hoch am Mittag steht die Sonne und will auch dir mit dem Licht der Schönheit scheinen! 62
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 45

O Sohn des Menschen! Dir strahlt das Licht vom Horizont des heiligen Berges, und der Geist der Erleuchtung weht im Sinai deines Herzens. So befreie dich von den Schleiern eitlen Wahns und komm an Meinen Hof, auf daß du tauglich werdest zu ewigem Leben und würdig, Mir zu begegnen. Der Tod wird dann nicht über dich kommen, noch Schwäche und Verdruß. 63
46 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Menschen! Meine Ewigkeit ist Meine Schöpfung; für dich erschuf Ich sie. Mache sie zum Gewande deines Tempels. Meine Einheit ist Mein Werk; um deinetwillen erschuf Ich sie. Bekleide dich damit, auf daß du für immer die Offenbarung Meines ewigen Wesens werdest. 64
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 47

O Sohn des Menschen! Meine Erhabenheit ist Meine Gabe an dich, Meine Größe das Zeichen Meines Erbarmens. Was Mir gebührt, wird niemand verstehen und keiner beschreiben. Wahrlich, in den Gewölben Meiner Geheimnisse und den Schatzkammern Meines Gebotes verwahre ich sie zum Zeichen Meiner Gunst für Meine Diener und Meiner Barmherzigkeit für Mein Volk. 65
48
KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Kinder des göttlichen, unsichtbaren Wesens! Ihr werdet gehindert sein, Mich zu lieben, und die Seelen werden verstört, wenn sie Meiner gedenken; denn die Vernunft kann Mich nicht begreifen und das Herz Mich nicht fassen. 66
O Sohn der Schönheit! Bei Meinem Geist und Meiner Gunst! Bei Meinem Erbarmen und Meiner Schönheit! Alles, was Ich dir in der Sprache der Macht offenbarte und mit der Feder der Kraft niederschrieb, entspricht deiner Fähigkeit und deinem Verständnis, nicht Meiner Stufe und Meiner Weise. 67
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 49

O Menschenkinder! Wißt ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschufen? Damit sich keiner über den anderen erhebe. Bedenket allzeit in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid. Da Wir euch alle aus dem gleichen Stoff erschufen, ziemt es euch, wie eine Seele zu sein, auf selbem Fuße zu wandeln, in gleicher Weise zu essen und im selben Lande zu wohnen, auf daß aus eurem innersten Wesen durch eure Werke die Zeichen der Einheit und das Wesen der Loslösung offenbar werden. Solches rate Ich euch, o Scharen des Lichts. Achtet wohl auf diesen Rat, damit ihr die heiligen Früchte vom Baume wundersamerHerrlichkeiterlanget. 68
50 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O ihr Söhne des Geistes! Ihr seid Meine Schatzkammer, denn in euch legte Ich die Perlen Meiner Geheimnisse und die Edelsteine Meines Wissens. Behütet sie vor den Fremdlingen unter Meinen Dienern und vor den Frevlern in Meinem Volk. 69
O Sohn Dessen, der durch Sein Wesen im Reiche Seines Selbstes stand! Wisse, daß Ich alle Düfte der Heiligkeit zu dir strömen ließ, dir Mein Wort gänzlich offenbarte, Meine Großmut durch dich vollendete und für dich nur wünsche, was Ich für Mich selbst wünsche. Sei darum zufrieden mit Meinem Wohlgefallen und sei Mir dankbar. 70
VERBORGENE WORTE, ARABISCH 51

O Sohn des Menschen! Schreibe, was Wir dir offenbarten, mit der Tinte des Lichts auf die Tafel deines Geistes. Wenn du dies nicht vermagst, so mache das Wesen deines Herzens zu deiner Tinte. Bist du auch dazu außerstande, dann schreibe mit der roten Tinte, die auf Meinem Pfade vergossen ward, auf daß ihr Licht ewig leuchte. Wahrlich, schöner ist sie Mir als alles andere. 71
DIE VERBORGENEN WORTE
Aus dem Persischen
Im Namen des machtvollen Sprechers! O Menschen mit Verstand zu verstehen und mit Ohren zu hören! Dies ist der erste Ruf des Geliebten:?O mystische Nachtigall! Nur im Rosengarten des Geistes suche deinen Ruheplatz! O Bote des Salomo der Liebe! Nur im Sabá* des Vielgeliebten suche deine Zuflucht! O unsterblicher Phönix! Nur auf dem Berge der Treue lasse dich nieder! Da ist deine Wohnstatt, wenn du dich auf den Schwingen deiner Seele zum Reich des Raumlosen erhebst und dich aufmachst, dein Ziel zu erreichen. 1 * vgl. Qur’án 27:15-44; 34:15
56 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Geistes! Der Vogel sucht sein Nest, die Nachtigall den Zauber der Rose. Die Menschenherzen aber sind wie Vögel, die, zufrieden mit vergänglichem Staub, fern ihrem ewigen Neste in die Irre gehen. Auf den Sumpf der Achtlosigkeit starrend, sind sie der Herrlichkeit der göttlichen Gegenwart beraubt. Ach, wie seltsam, wie traurig! Um eines Bechers willen wenden sie sich ab von den wogenden Meeren des Allhöchsten und bleiben dem strahlendsten Horizonte fern. 2
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 57

O Freund! Nur der Liebe Rose pflanze in deines Herzens Garten und laß nicht ab von der Nachtigall der Zuneigung und der Sehnsucht. Hoch schätze den Umgang mit den Gerechten, und halte dich fern von der Gesellschaft der Frevler. 3
58 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn der Gerechtigkeit! Wohin kann ein Liebender gehen außer ins Land seines Geliebten? Und welcher Sucher fände Ruhe fern der Sehnsucht seines Herzens? Für den aufrichtig Liebenden ist Vereinigung Leben und Trennung Tod. Seine Brust kennt keine Geduld, sein Herz keinen Frieden. Tausend Leben gäbe er hin, um zur Wohnstatt seines Geliebten zu eilen. 4
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 59

O Sohn des Staubes! Wahrlich, Ich sage dir: Der nachlässigste aller Menschen ist, wer unnütz streitet und sich über seinen Bruder zu erheben trachtet. Sprich: O Brüder! Laßt Taten, nicht Worte eure Zier sein! 5
O Sohn der Erde! Wisse wahrlich: Ein Herz, darinnen noch die leiseste Spur von Neid verbleibt, soll niemals in Mein ewiges Reich gelangen noch die süßen Düfte der Heiligkeit atmen, die aus Meinem hochheiligen Reiche wehen. 6
60 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn der Liebe! Nur ein Schritt trennt dich von den herrlichen Höhen über dir und vom himmlischen Baum der Liebe. Tue diesen Schritt, und mit dem nächsten tritt ein in das Reich der Unsterblichkeit, in der Ewigkeit Zelt. Alsdann lausche dem, was die Feder der Herrlichkeit offenbarte. 7
O Sohn der Herrlichkeit! Eile voran auf dem Pfade der Heiligkeit und tritt ein in den Himmel der Gemeinschaft mit Mir. Läutere dein Herz mit der Flamme des Geistes und eile zum Hofe des Allhöchsten. 8
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 61

O vergänglicher Schatten! Des Zweifels niedre Stufen lasse hinter dir und schwinge dich empor zu den erhabnen Höhen der Gewißheit. Öffne der Wahrheit Auge, die unverschleierte Schönheit zu schauen und laut zu rufen: Geheiligt sei der Herr, der vortrefflichste aller Schöpfer! 9
O Sohn der Leidenschaft! Höre: Sterbliche Augen werden die ewige Schönheit niemals erkennen, und das leblose Herz wird sich nur der welken Blüte erfreuen. Denn Gleiches sucht Gleiches und gesellt sich gern zu seiner Art. 10
62 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Staubes! Werde blind, damit du Meine Schönheit schauest, werde taub, damit du den lieblichen Klang Meiner Stimme hörest. Leg ab alle Gelehrsamkeit, damit du an Meinem Wissen teilhabest. Löse dein Herz vom Besitz, damit du aus dem Meer Meines ewigen Reichtums einen bleibenden Anteil gewinnest. Werde blind, das heißt für alles außer Meiner Schönheit. Werde taub für alles außer Meinem Wort. Lege alle Gelehrsamkeit ab außer Meiner Erkenntnis, so daß du mit klarem Auge, reinem Herzen und wachem Ohr an Meiner Heiligkeit Hof gelangest. 11
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 63

O Mensch mit zweierlei Sehvermögen! Schließe ein Auge und öffne das andere. Schließe das eine vor der Welt und allem, was darinnen ist, und öffne das andere für die geheiligte Schönheit des Geliebten. 12
O Meine Kinder! Ich fürchte, so ihr nicht das Lied der Himmelstaube vernehmt, sinkt ihr in den Schatten völligen Vergessens, und ohne auf der Rose Schönheit zu blicken, kehrt ihr zurück zu Wasser und Staub. 13
64 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Freunde! Verschachert nicht die ewige Schönheit um vergänglicher Schönheit willen, und hängt nicht euer Herz an die sterbliche Welt des Staubes. 14
O Sohn des Geistes! Es kommt die Zeit, da die Nachtigall der Heiligkeit die inneren Geheimnisse nicht mehr enthüllt und ihr der himmlischen Weise und der göttlichen Stimme beraubt sein werdet. 15
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 65

O du Wesen der Achtlosigkeit! Tausend mystische Zungen sprechen in einer Sprache, und tausend verborgene Geheimnisse werden in einem Lied offenbar; aber ach, kein Ohr ist da, welches hört, und kein Herz, das versteht. 16
O Gefährten! Die Tore zum Raumlosen stehen offen, und die Wohnstatt des Geliebten ist geschmückt mit der Liebenden Blut, doch bis auf wenige sind alle von dieser himmlischen Stadt ausgeschlossen, und selbst von diesen ward nur eine winzige Handvoll als reinen Herzens und geheiligten Geistes befunden. 17
66
KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O ihr Bewohner des höchsten Paradieses! Verkündet den Kindern der Gewißheit, daß in den Reichen der Heiligkeit, nahe dem himmlischen Paradiese, ein neuer Garten erschien, den die Bewohner des Reiches der Höhe umkreisen und die Unsterblichen, die im erhabenen Paradiese wohnen. So mühet euch, zu diesem Orte zu gelangen, um aus seinen Anemonen Mysterien der Liebe zu enträtseln und aus seinen ewigen Früchten das Geheimnis göttlicher, vollendeter Weisheit zu erkennen. Getröstet sind die Augen derer, die eintreten und darinnen wohnen! 18 * Anísá, der „göttliche Lotosbaum“, der „Baum des Lebens“
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 67

O Meine Freunde! Habt ihr den wahren, strahlenden Morgen vergessen, da ihr alle im heiligen, seligen Gefilde um Mich versammelt wart, unter dem Schatten des Lebensbaumes*, gepflanzt im allherrlichen Paradiese? Ehrfurchtsvoll lauschtet ihr, als Ich diese drei hochheiligen Verse sprach: O Freunde! Zieht euren Willen nicht dem Meinen vor, begehrt nichts, was Ich nicht für euch wünsche, und naht Mir nicht mit leblosem Herzen, besudelt mit weltlichen Wünschen und Begierden. Wolltet ihr nur eure Seelen heiligen, ihr würdet euch sogleich dieses Ortes und Gefildes erinnern; die Wahrheit Meiner Rede wäre dann euch allen offenbar. 19
68 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

Auf der achten der heiligsten Zeilen, auf der fünften Tafel des Paradieses, sagt Er:
O ihr, die ihr Toten gleich auf dem Lager der Achtlosigkeit liegt! Zeitalter sind vergangen, euer kostbares Leben naht sich dem Ende, doch kein reiner Hauch gelangte von euch zu Unserem Hof der Heiligkeit. Im Meer des Unglaubens versunken, bekennt ihr doch mit den Lippen den einen, wahren Glauben an Gott. Den Ich verabscheue, liebt ihr, und Meinen Feind habt ihr euch zum Freund genommen. Gleichwohl wandelt ihr eitel und selbstzufrieden auf Meiner Erde, nicht
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 69

gewahr, wie überdrüssig sie eurer ist und alles darinnen euch flieht. Wolltet ihr nur die Augen öffnen, fürwahr, ihr zöget tausend Trübsale dieser Freude vor und hieltet selbst den Tod für besser als solches Leben. 20
70 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O wandelnde Gestalt aus Staub! Ich wünsche Gemeinschaft mit dir, du aber hast kein Vertrauen zu Mir. Mit dem Schwerte deiner Empörung hast du den Baum deiner Hoffnung gefällt. Allezeit bin Ich dir nahe, doch du bist Mir immer fern. Unvergängliche Herrlichkeit habe Ich dir zugedacht, doch maßlose Schmach hast du dir gewählt. Kehre um, da noch Zeit ist, und nutze die Stunde! 21
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 71

O Sohn der Leidenschaft! Gelehrte und Weise haben lange Jahre vergebens versucht, die Gegenwart des Allherrlichen zu erlangen. Sie verbrachten ihr Leben auf der Suche nach Ihm, und doch haben sie die Schönheit Seines Antlitzes nicht geschaut. Du aber gelangtest ohne Mühe zum Ziel; ohne zu suchen, fandest du das Ziel deiner Sehnsucht. Und doch bliebest du vom Schleier deines Selbstes so verhüllt, daß deine Augen des Geliebten Schönheit nicht sahen und deine Hand den Saum Seines Gewandes nicht berührte. Wer Augen hat, der schaue und wundere sich! 22
72 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Bewohner der Stadt der Liebe! Tödliche Stürme bedrängen die ewig leuchtende Kerze, und schwarzer Staub verhüllt die Schönheit des himmlischen Jünglings. Der höchste König der Liebe wird unterdrückt vom Volk der Tyrannei, und der Heiligkeit Taube liegt gefangen in den Krallen von Eulen. Die Bewohner des Zeltes der Herrlichkeit und die himmlischen Heerscharen weinen und klagen, während ihr im Lande der Nachlässigkeit ruht und euch dennoch zu den aufrichtigen Freunden zählt. Wie leer ist euer Wahn! 23
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 73

O ihr Toren, die ihr für weise geltet! Warum verkleidet ihr euch als Hirten, da ihr doch innerlich zu Wölfen wurdet, die nach Meiner Herde trachten? Ihr gleicht dem Stern, der scheinbar hell und strahlend vor des Morgens Dämmern aufgeht und die Pilger zu Meiner Stadt in die Irre und auf den Pfad des Verderbens leitet. 24
74 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O ihr scheinbar Untadeligen, doch innerlich Verderbten! Ihr gleicht reinem, bitterem Wasser, das äußerlich kristallklar scheint, von dem aber bei der Probe durch den göttlichen Prüfer nicht ein Tropfen angenommen wird. Ja, der Sonnenstrahl fällt gleicherweise auf den Staub wie auf den Spiegel, doch in ihrem Widerschein unterscheiden sie sich wie der Stern von der Erde – nein, unermeßlich ist der Unterschied! 25
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 75

O Mein Freund dem Worte nach! Denke ein wenig nach! Hast du jemals gehört, daß Freund und Feind im selben Herzen wohnen? So vertreibe den Fremdling, daß der Freund in Seine Wohnung Einzug halte. 26
76 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Staubes! Alles im Himmel und auf Erden habe Ich dir bestimmt außer dem Menschenherzen, das Ich Meiner Schönheit und Herrlichkeit zur Wohnstatt bereitete. Du aber hast Meine Wohnung und Mein Heim einem anderen überlassen. Wann immer der Offenbarer Meiner Heiligkeit Seine Wohnstatt suchte, fand Er da einen Fremden; heimatlos eilte Er zurück zu des Geliebten Heiligtum. Dennoch verbarg Ich dein Geheimnis und wünschte nicht deine Schande. 27
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 77

O Wesen der Leidenschaft! Wie oft kam Ich zur Dämmerstunde aus den Reichen des Raumlosen zu deiner Wohnung und fand dich auf dem Lager der Muße mit anderem beschäftigt als mit Mir. Da kehrte Ich dem Blitzstrahl des Geistes gleich zu den Reichen himmlischer Herrlichkeit zurück. Den Heerscharen der Heiligkeit an Meinem Ruhesitz droben verriet Ich nichts. 28
78 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn der Großmut! Aus den Wüsten des Nichtseins formte Ich dich durch den Lehm Meines Befehls. Ich befahl allen Atomen des Seins und dem Wesen alles Erschaffenen, dich zu erziehen. Noch ehe du aus deiner Mutter Schoß entbunden warst, bestimmte Ich dir zwei Quellen heller Milch, Augen, über dich zu wachen, und Herzen, dich zu lieben. Voll Güte nährte Ich dich im Schatten Meines Erbarmens und wachte über dir durch das Wesen Meiner Gnade und Gunst. Dies alles tat Ich, damit du in Mein immerwährendes Reich gelangest und Meiner unsichtbaren Gaben würdig werdest.
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 79

Du aber bliebst achtlos. Herangereift mißachtetest du all Meine Gaben, befangen in deinem eitlen Wahn, so daß du alles vergaßest, dich vom Tore des Freundes abwandtest und am Hofe Meines Feindes Wohnung nahmst. 29
80 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sklave dieser Welt! Zu mancher Morgenstunde wehte der Hauch Meiner Güte über dich hin und fand dich tief schlafend auf dem Lager der Achtlosigkeit. Weinend über deinen Zustand, kehrte er zurück, woher er gekommen. 30
O Sohn der Erde! Wenn du Mich begehrst, suche niemanden außer Mir. Willst du Meine Schönheit schauen, so schließe deine Augen vor der Welt und allem, was darinnen ist. Denn Mein Wille und der Wille eines anderen sind wie Feuer und Wasser; sie können nicht im selben Herzen wohnen. 31
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 81

O Fremdling, dem Freundschaft erwiesen wird! Die Kerze deines Herzens ist durch die Hand Meiner Macht entzündet. Lösche sie nicht durch die widrigen Winde der Selbstsucht und der Leidenschaft. Meiner zu gedenken, ist dein Heil in allen Gebrechen; vergiß dies nicht. Mache Meine Liebe zu deinem Schatz und hege sie wie dein Augenlicht und dein Leben. 32
82 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Mein Bruder! Horch auf Meiner Zunge sanftes Wort und trinke den mystischen Strom* von Meinen süßen Lippen. Säe den Samen Meiner göttlichen Weisheit in deines Herzens reinen Grund und begieße ihn mit dem Wasser der Gewißheit, damit in der geheiligten Stadt deines Herzens die Hyazinthen Meiner Erkenntnis und Weisheit frisch und grün emporsprießen. 33
* Salsabíl, vgl. Qur’án 76:18
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 83

O ihr Bewohner Meines Paradieses! In den heiligen Paradiesgarten habe Ich mit gütigen Händen den jungen Baum eurer Liebe und Freundschaft gepflanzt; mit den erquickenden Schauern Meiner zärtlichen Gnade habe Ich ihn begossen. Nun, da er Früchte bringen soll, sehet zu, daß er behütet bleibe und nicht flammende Begierde und Leidenschaft ihn verzehre. 34
84 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Meine Freunde! Löschet die Lampe des Irrtums und entzündet in eurem Herzen die ewig brennende Fackel göttlicher Führung. Denn bald werden die Prüfer der Menschheit in der heiligen Gegenwart des Angebeteten nichts annehmen als reinste Tugend und makellose, heilige Taten. 35
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 85

O Sohn des Staubes! Die Weisen sind, die nicht reden, ehe sie Gehör finden, gleich wie der Mundschenk seinen Kelch nicht reicht, ehe er einen Dürstenden trifft, und der Liebende nicht aus tiefster Seele ruft, ehe er des Geliebten Schönheit schaut. So säe die Saat der Weisheit und Erkenntnis in des Herzens reine Erde und halte sie verborgen, bis die Hyazinthen göttlicher Weisheit aus dem Herzen aufsprießen und nicht aus Schlamm und Lehm. 36
86 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

In der ersten Zeile der Tafel ist folgendes aufgezeichnet und niedergeschrieben, im Heiligtum der Stiftshütte Gottes ist es verwahrt:
O Mein Diener! Tausche die ewige Herrschaft nicht ein für das, was vergeht, und verschleudere nicht die himmlische Souveränität wegen eines weltlichen Wunsches. Hier ist der Strom ewigen Lebens, der aus dem Urquell der Feder des Allbarmherzigen fließt. Wohl denen, die da trinken! 37
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 87

O Sohn des Geistes! Zerbrich den Käfig und dem Phönix der Liebe gleich schwinge dich auf in den Himmel der Heiligkeit. Entsage dem Selbst und ruhe, erfüllt vom Geist der Gnade, im Reiche himmlischer Reinheit. 38
88 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sproß des Staubes! Sei nicht zufrieden mit der Muße eines schwindenden Tages und beraube dich nicht der ewigen Ruhe. Verschachere nicht den Garten ewiger Freude um das Häuflein Staub einer sterblichen Welt. Erhebe dich aus deinem Gefängnis zu den herrlichen Gefilden der Höhe und nimm deinen Flug aus dem vergänglichen Käfig hin zum Paradies des Raumlosen. 39
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 89

O Mein Diener! Befreie dich aus den Banden dieser Welt und löse deine Seele aus dem Gefängnis des Selbstes. Ergreife die Gelegenheit, denn niemals kehrt sie wieder. 40
O Sohn Meiner Magd! Erschautest du das ewige Reich, so strebtest du danach, dieser vergänglichen Welt zu entsagen. Doch daß das eine dir verborgen, die andere dir offenbar ward, ist ein Mysterium, das nur versteht, wer reinen Herzens ist. 41
90 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Mein Diener! Reinige dein Herz von Bosheit, und frei von Neid tritt ein in der Heiligkeit himmlischen Hof. 42
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 91

O Meine Freunde! Auf Pfaden wandelt, die dem Freunde wohlgefallen, und wißt, Sein Wohlgefallen ist das Wohlgefallen Seiner Geschöpfe. Das heißt: Niemand betrete seines Freundes Haus, wenn es dem Freunde nicht wohlgefällt, noch lege er Hand an dessen Schätze oder ziehe den eigenen Willen dem des Freundes vor und versuche, ihn zu übervorteilen. Denket darüber nach, die ihr einsichtig seid! 43
92 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Gefährte Meines Thrones! Höre nichts Schlechtes und sieh nichts Schlechtes, erniedrige dich nicht, seufze und weine nicht! Sprich nichts Schlechtes, auf daß du nichts Schlechtes hörest, und vergrößere die Fehler anderer nicht, damit deine eigenen Fehler nicht groß erscheinen. Wünsche keinem Menschen Erniedrigung, damit deine eigene Niedrigkeit nicht offenkundig werde. Alsdann verbringe deine Lebenstage, die weniger sind als ein flüchtiger Augenblick, mit makellosem Gemüt, unbeflecktem Herzen, reinen Gedanken und geheiligtem Wesen, damit du die irdische Hülle frei und zufrieden ablegen, zum mystischen
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 93

Paradiese Zuflucht nehmen und im ewigen Königreiche wohnen kannst immerdar. 44
94 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

Wehe, wehe euch, die ihr Irdisches liebt und begehrt! Schnell wie der Blitz seid ihr am Geliebten vorübergeeilt und habt eure Herzen an teuflischen Trug gehängt. Vor leerem Wahn beugt ihr das Knie und nennt ihn Wahrheit. Auf den Dorn blicket ihr und nennt ihn Blume. Kein reiner Hauch ging von euch aus; kein Duft der Loslösung stieg aus den Auen eurer Herzen. Den liebenden Rat des Geliebten habt ihr in den Wind geschlagen und völlig von der Tafel eures Herzens getilgt. Und wie die Tiere auf dem Felde fristet ihr euer Dasein auf den Weiden der Lust und Leidenschaft. 45
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 95

O Brüder auf dem Pfade! Warum vernachlässigt ihr des Geliebten Gedenken und haltet euch fern Seiner heiligen Gegenwart? Das Wesen der Schönheit thront im unvergleichlichen Zelt auf dem Sitze der Herrlichkeit, und ihr gebt euch ab mit sinnlosem Streit. Der süße Duft der Heiligkeit strömt, der Hauch der Großmut weht, doch ihr seid alle vom Schnupfen befallen und habt nicht daran teil. Wehe euch und denen, die auf euren Wegen wandeln und euren Spuren folgen! 46
96 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Kinder der Leidenschaft! Legt ab der Hoffart Gewand und befreit euch aus dem Kleide des Hochmuts. 47
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 97

Auf der dritten hochheiligen Zeile, welche die Feder des Unsichtbaren auf der Rubinroten Tafel niederschrieb und aufzeichnete, wurde offenbart:
O Brüder! Habt Nachsicht miteinander und hängt euer Herz nicht an die Welt. Rühmt euch nicht eurer Herrlichkeit und schämt euch nicht eurer Erniedrigung. Bei Meiner Schönheit! Aus Staub habe Ich alle Dinge erschaffen und dem Staube werde Ich sie wieder zurückgeben. 48
98 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Kinder des Staubes! Berichte dem Reichen von des Armen Seufzer um Mitternacht, daß Achtlosigkeit ihn nicht auf den Pfad des Verderbens leite und er sich so den Baum wahren Reichtums verscherzt. Freigebigkeit und Großmut sind Meine Zeichen. Wohl dem, der den Schmuck Meiner Tugenden anlegt! 49
O du Inbegriff der Leidenschaft! Leg ab alle Habsucht und strebe nach Genügsamkeit, denn der Gierige bleibt immer fern, der Genügsame aber wird immer geliebt und gelobt. 50
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 99

O Sohn Meiner Magd! Sei nicht bekümmert in Armut noch selbstsicher im Reichtum, denn auf Armut folgt Reichtum und auf Reichtum Armut. Aber Armut in allem außer Gott ist eine wundersame Gabe. Achte sie nicht gering, denn am Ende wird sie dich reich machen in Gott. Du wirst die Bedeutung des Verses erkennen: „Wahrlich, ihr seid die Armen“*, und die heiligen Worte: „Gott ist der Allbesitzende“* werden dem Liebenden wie der wahre Morgen herrlich strahlend am Horizont seines Herzens aufleuchten. Dann wirst du sicher auf des Reichtums Throne weilen. 51 * Qur’án 35:15
100
KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Kinder der Achtlosigkeit und Leidenschaft! Meinen Feind habt ihr in Mein Haus eingelassen und Meinen Freund habt ihr daraus verstoßen, denn ihr wahrt in euren Herzen statt Meiner die Liebe zu einem anderen als Mir. Hört auf die Rede des Freundes und wendet euch Seinem Paradiese zu. Weltlich gesonnene Freunde halten zusammen aus Eigennutz, aber der wahre Freund liebt euch um eurer selbst willen. Fürwahr, zu eurer Führung hat Er unzählige Leiden getragen. Seid nicht treulos zu einem solchen Freund, nein, eilt Ihm entgegen. Also erhebt sich das Wort der Wahrheit und der Treue wie die
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 101

Morgensonne am Horizont der Feder des Herrn aller Namen. Öffnet eure Ohren, das Wort Gottes zu vernehmen, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden. 52
102 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O ihr, die ihr euch vergänglichen Reichtums brüstet! Wisset fürwahr, daß Reichtum eine mächtige Schranke ist zwischen dem Sucher und seinem Verlangen, dem Liebenden und seinem Geliebten. Nur wenige Reiche werden zum Hofe Seiner Gegenwart gelangen, nur wenige werden die Stadt der Genügsamkeit und des Verzichts betreten. Gut steht es deshalb um den Reichen, den der Reichtum nicht vom ewigen Königreich fernhält noch der unvergänglichen Herrschaft beraubt! Beim Größten Namen! Der Glanz eines solchen Reichen soll die Himmelsbewohner so erleuchten, wie die Sonne dem Erdenvolk Licht spendet. 53
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 103

O ihr Reichen auf Erden! Die Armen in eurer Mitte sind Mein Pfand; hütet Mein Pfand und trachtet nicht nur nach eurem Wohlergehen. 54
O Sohn der Leidenschaft! Reinige dich vom Staub des Reichtums und betritt in vollkommenem Frieden die Reiche der Armut; dort wirst du aus dem Quell der Loslösung den Wein ewigen Lebens trinken. 55
104 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Mein Sohn! Die Gesellschaft der Frevler vermehrt das Leid, die Gemeinschaft mit den Gerechten aber löst den Rost vom Herzen. Wer Gemeinschaft mit Gott sucht, der nehme Zuflucht bei Seinen Geliebten, und wer Gottes Wort hören will, der lausche den Worten Seiner Auserwählten. 56
O Sohn des Staubes! Hab acht! Verkehre nicht mit dem Frevler und suche nicht seine Gesellschaft, denn solcher Umgang verwandelt den Glanz des Herzens in das Feuer der Hölle. 57
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 105

O Sohn Meiner Magd! Suchst du die Gnade des Heiligen Geistes, so pflege Gemeinschaft mit dem Gerechten, denn er trinkt den Kelch ewigen Lebens aus der Hand des unsterblichen Mundschenks, und gleich dem wahren Morgen erleuchtet und belebt er die Herzen der Toten. 58
O ihr Achtlosen! Wähnt nicht, die Geheimnisse eures Herzens seien verborgen, nein, wisset vielmehr mit Gewißheit, daß sie in deutlichen Zeichen eingemeißelt und in der heiligen Gegenwart offenbar sind. 59
106 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Freunde! Wahrlich, Ich sage: Alles, was ihr in eurem Herzen verbergt, ist Uns unverhüllt und offenbar wie der Tag. Daß es verborgen blieb, ist Unsere Gnade und Gunst, nicht euer Verdienst. 60
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 107

O Sohn des Menschen! Einen Tautropfen aus dem unerschöpflichen Meer Meines Erbarmens ließ Ich auf die Erdenvölker fallen, fand indes keinen, der ihn beachtet hätte, weil ein jeder, den himmlischen Wein der Einheit fliehend, faulem Schmutz und Abschaum zugewandt ist und, mit dem sterblichen Becher zufrieden, den Kelch unsterblicher Schönheit verschmäht. Erbärmlich ist, womit man sich zufrieden gibt. 61
108 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn des Staubes! Wende deine Augen nicht ab von dem unvergleichlichen Wein des unsterblichen Geliebten und öffne sie nicht dem faulen, sterblichen Bodensatz. Nimm aus den Händen des göttlichen Mundschenks den Kelch unsterblichen Lebens, damit alle Weisheit dein sei und du die mystische Stimme aus dem Reich des Unsichtbaren rufen hörst. Laßt vernehmen, die ihr niedrigen Zielen zustrebt! Warum zieht ihr vergängliches Wasser Meinem heiligen, unvergänglichen Weine vor? 62
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 109

O ihr Völker der Welt! Wisset wahrlich, daß unerwartetes Unheil euch verfolgt und schmerzliche Vergeltung eurer harrt. Wähnt nicht, vor Meinem Angesicht sei getilgt, was ihr begangen. Bei Meiner Schönheit! Alle eure Taten hat Meine Feder mit klaren Lettern auf Tafeln von Chrysolith gemeißelt. 63
110 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O ihr Unterdrücker auf Erden! Hütet euch wohl vor Tyrannei, denn Ich habe gelobt, keines Menschen Unrecht zu vergeben. Dies ist Mein Bund, den Ich auf der verwahrten Tafel unwiderruflich beschlossen und mit Meinem Siegel der Herrlichkeit besiegelt habe. 64
O ihr Empörer! Meine Geduld hat euch dreist gemacht; Meine Langmut ließ euch gleichgültig werden; so jagt ihr nun dahin auf dem feurigen Roß der Leidenschaft, auf gefährlichen Wegen, die ins Verderben führen. Wähnt ihr Mich gleichgültig oder achtlos? 65
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 111

O ihr Auswanderer! Die Sprache bestimmte Ich zu Meinem Gedenken, besudelt sie nicht mit übler Nachrede. Übermannt euch das Feuer des Selbstes, so gedenkt eurer eigenen Fehler und nicht der Fehler Meiner Geschöpfe; denn ein jeder kennt sich selbst besser als den anderen. 66
O ihr Kinder des Wahns! Wisset wahrlich: Mit dem Anbruch dieses leuchtenden Morgens am Horizonte ewiger Heiligkeit werden die teuflischen Heimlichkeiten und Taten, begangen im Dunkel der Nacht, vor den Völkern dieser Welt aufgedeckt und offenbar. 67
112
KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Halm, der aus dem Staube sprießt! Wie kommt es, daß du mit schmutzigen Händen dein Gewand nicht berührst? Und warum suchest du mit einem Herzen voll Lust und Gier Gemeinschaft mit Mir und Eintritt in Mein heiliges Reich? Fern bist du dem, was du wünschet! 68
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 113

O Kinder Adams! Heilige Worte und reine, treffliche Taten steigen empor in das Reich himmlischen Ruhms. Strebt, daß eure Werke vom Staub der Selbstsucht und Heuchelei geläutert und am Hof der Herrlichkeit angenommen werden; denn bald werden die Prüfer der Menschheit in der heiligen Gegenwart des Angebeteten nur noch wahre Tugend und makellos reine Werke annehmen. So strahlt die Sonne der Weisheit und des göttlichen Geheimnisses am Horizont des göttlichen Willens. Selig, wer sich ihr zukehrt. 69
114 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn der Weltlichkeit! Schön sind die Gefilde wahren Seins, o daß du zu ihnen gelangtest! Herrlich ist das Reich der Ewigkeit, o daß du dich über diese sterbliche Welt erhöbest! Süß ist die heilige Verzückung, wenn du vom mystischen Kelch aus den Händen des himmlischen Jünglings trinkst. So du diese Stufe erreichst, bist du erlöst von Vernichtung und Tod, von Mühsal und Sünde. 70
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 115

O Meine Freunde! Gedenket des Bundes, den ihr mit Mir auf dem Berge Párán im heiligen Bereich von Zamán schlosset. Die himmlischen Heerscharen und die Bewohner der Stadt der Ewigkeit habe Ich zu Zeugen genommen, doch finde Ich jetzt keinen, der dem Bunde treu blieb. Sicherlich haben Stolz und Aufruhr ihn so aus den Herzen getilgt, daß keine Spur davon verblieb. Obwohl Ich dies wußte, habe Ich gewartet und nichts enthüllt. 71
116 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Mein Diener! Du gleichst einem wohlgeschmiedeten Schwert, das im Dunkel der Scheide verhüllt seinen Wert vor dem Kundigen verbirgt. So komm hervor aus der Scheide des Ichs und der Begierde, damit dein Wert vor aller Welt blitze und blinke. 72
O Mein Freund! Du bist die Sonne am Himmel Meiner Heiligkeit. Verdunkle nicht deinen Glanz mit dem Schmutz der Welt. Zerreiße den Schleier der Achtlosigkeit, strahle auf aus den Wolken und kleide alle Dinge in das Prachtgewand des Lebens. 73
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 117

O Kinder der Eitelkeit! Vergänglicher Herrschaft willen verzichtet ihr auf Mein unvergängliches Reich. Ihr schmückt euch mit der Welt buntem Tand und brüstet euch dessen. Bei Meiner Schönheit! Alle werde Ich unter der grauen Decke des Staubes versammeln und der Farben Vielfalt tilgen, außer bei denen, die Meine Farbe wählen, welche heiligt von aller Farbe. 74
118 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Kinder der Achtlosigkeit! Hängt nicht euer Herz an eine Herrschaft, die vergeht, und freut euch ihrer nicht. Ihr gleicht dem achtlosen Vogel, der unbekümmert in den Zweigen zwitschert, bis ihn der Vogelfänger Tod plötzlich in den Staub wirft. Lied, Gestalt und Farbe sind dahin, ohne eine Spur zu hinterlassen. Habt darum acht, o Knechte der Begierde! 75
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 119

O Sohn Meiner Magd! Früher wurde durch Worte geführt, nun aber sollen Taten uns leiten. Vom Menschen müssen heilige Taten ausgehen. Worte sind allen gemein, reine, heilige Taten sind nur Unseren Geliebten eigen. Darum strebt mit ganzer Seele, euch durch Taten auszuzeichnen. Solches raten Wir euch auf dieser heiligen, strahlenden Tafel. 76
120 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn der Gerechtigkeit! Zur Nachtzeit begab sich die Unsterbliche Schönheit von der smaragdenen Höhe der Treue zum Sidratu’l–Muntahá* und weinte so bitterlich, daß die himmlischen Heerscharen und die Bewohner der Reiche droben in Sein Klagen einstimmten. Nach dem Grund des Klagens und Weinens befragt, gab Er zur Antwort: Wie geheißen, weilte Ich erwartungsvoll auf dem Hügel der Treue, doch atmete Ich von denen, die auf Erden wohnen, nicht den Duft der Treue. Alsdann zur Rückkehr gerufen, gewahrte Ich etliche Tauben der Heiligkeit schmerzlich gequält in den Klauen
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 121

irdischer Hunde. Daraufhin eilte die Himmelsdienerin entschleiert und leuchtend aus ihrer mystischen Wohnstatt und fragte nach ihren Namen, und alle wurden genannt bis auf einen. Als auf dringendes Bitten der erste Buchstabe erklang, strömten die Bewohner der himmlischen Gemächer von ihrem Wohnsitz der Herrlichkeit herbei. Und da der zweite Buchstabe verkündet ward, fielen sie allesamt nieder in den Staub. Da erscholl ein Ruf aus dem innersten Heiligtum: „Bis hierher und nicht weiter! Wahrlich, Wir bezeugen, was sie getan haben und noch immer tun. 77 *vgl. Qur’án 53:9,14
122 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Sohn Meiner Magd! Trinke von den Lippen des Barmherzigen den Strom des göttlichen Geheimnisses und schaue im Morgenrot göttlicher Rede der Weisheit Sonne in entschleiertem Glanz. Säe die Saaten Meiner göttlichen Weisheit in des Herzens reinen Grund und tränke sie mit den Wassern der Gewißheit, damit die Hyazinthen des Wissens und der Weisheit frisch und grün in der heiligen Stadt des Herzens aufsprießen. 78
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 123

O Sohn der Lust! Wie lange noch willst du schweben in den Sphären der Lust? Schwingen gab Ich dir, in die Reiche mystischer Heiligkeit zu fliegen, nicht in die Gefilde teuflischen Trugs. Einen Kamm gab Ich dir, Meine schwarzen Locken zu kämmen, und nicht damit Meine Kehle zu zerfleischen. 79
124 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

O Meine Diener! Ihr seid die Bäume Meines Gartens. Ihr müßt edle, köstliche Früchte tragen, euch und anderen zum Nutzen. Darum soll sich jeder einem Gewerbe oder einem Beruf widmen, denn darin liegt das Geheimnis des Wohlstandes, o ihr Einsichtigen! Der Erfolg hängt von den Mitteln ab, und Gottes Gnade soll euch allgenügend sein. Bäume, die keine Frucht tragen, waren seit je fürs Feuer bestimmt und werden es allezeit sein. 80
VERBORGENE WORTE, PERSISCH 125

O Mein Diener! Am verächtlichsten ist, wer keine Frucht bringt auf Erden. Solche Menschen werden wahrlich zu den Toten gezählt, ja, die Toten sind besser vor Gott als diese trägen, nichtsnutzigen Seelen. 81
O Meine Diener! Die besten Menschen sind jene, die sich den Unterhalt durch ihren Beruf verdienen und ihn für sich und ihre Angehörigen verwenden in der Liebe zu Gott, dem Herrn aller Welten. 82
126 KALIMÁT-I-MAKNÚNIH

Die mystische, wundersame Braut, zuvor hinter dem Schleier der Rede verborgen, ist nun durch Gottes Gnade und Seine göttliche Gunst offenbart, dem strahlenden Lichte gleich, das von des Geliebten Schönheit ausgeht. Ich bezeuge, o Freunde: Die Gunst ist erwiesen, der Sinn erfüllt, der Beweis erbracht, das Zeugnis abgelegt. Laßt nun sehen, was euer Mühen auf dem Pfade der Loslösung erbringt. So wurde die göttliche Gunst euch und allen im Himmel und auf Erden in vollem Maße gewährt. Aller Lobpreis sei Gott, dem Herrn aller Welten! DIE WORTE DER WEISHEIT
WORTE DER WEISHEIT 131

Im Namen Gottes, des Erhabensten, des Höchsten.?Die Quelle alles Guten ist Vertrauen in Gott, Unterwerfung unter Sein Gebot und Zufriedenheit mit Seinem heiligen Willen und Wohlgefallen.
Das Wesen der Weisheit ist die Gottesfurcht, die Angst vor Seiner Rute und Strafe, die rasche Wahrnehmung Seiner Gerechtigkeit und Seines Geheißes.
Das Wesen der Religion ist zu bezeugen, was der Herr offenbarte, und zu befolgen, was Er in Seinem mächtigen Buch verordnete.
Die Quelle allen Ruhmes ist anzunehmen, was der Herr verleiht, und
132 ASL-I-KULLU’L–KHAYR

zufrieden zu sein mit dem, was Gott verfügt.
Das Wesen der Liebe ist für den Menschen, sein Herz dem Geliebten zuzukehren, sich von allem außer Ihm zu lösen und nichts anderes als sein Herr zu wünschen.
Wahres Gedenken ist, den Herrn, den Allgepriesenen, zu erwähnen und alles außer Ihm zu vergessen.
Wahre Zuversicht ist für den Diener, seinen beruflichen Pflichten in dieser Welt nachzugehen, sich fest an den Herrn zu halten und nur Seine Gnade zu suchen; denn in Seinen Händen liegen die Geschicke aller Seiner Diener.
WORTE DER WEISHEIT 133

Das Wesen der Loslösung ist für den Menschen, das Angesicht dem Hofe des Herrn zuzuwenden, in Seine Gegenwart zu treten, Sein Antlitz zu schauen und als Zeuge vor Ihm zu stehen.
Das Wesen der Vernunft ist, die eigene Armut zu bezeugen und sich in den Willen des Herrn, des unabhängigen Herrschers, des Gnädigen, des Allmachtvollen, zu fügen.
Die Quelle des Mutes und der Macht ist die Verbreitung des Wortes Gottes und die Standhaftigkeit in Seiner Liebe.
Das Wesen der Nächstenliebe ist für den Diener, von den Segnungen seines
134 ASL-I-KULLU’L–KHAYR

Herrn zu berichten und Ihm allezeit und in jeder Lage Dank zu sagen.
Das Wesen des Glaubens ist, wenig Worte zu machen und eine Fülle von Taten aufzuweisen. Wisse fürwahr, daß für den, der mehr redet, als er tut, der Tod besser ist als sein Leben.
Das Wesen wahrer Sicherheit ist, Schweigen zu wahren, auf das Ende der Dinge zu sehen und der Welt zu entsagen.
Der Anbeginn der Großmut ist, daß der Mensch seinen Reichtum für sich, seine Familie und die Armen unter seinen Glaubensbrüdern ausgibt.
Das Wesen des Wohlstandes ist die Liebe zu Mir. Wer Mich liebt, besitzt
WORTE DER WEISHEIT 135

alles, und wer Mich nicht liebt, gehört fürwahr zu den Armen und Bedürftigen. Dies ist, was der Finger der Herrlichkeit und des Glanzes offenbart.
Die Quelle alles Bösen ist für den Menschen, sich von Seinem Herrn abzuwenden und sein Herz an Gottloses zu hängen.
Das am heftigsten brennende Feuer ist, die Zeichen Gottes in Frage zu stellen, was Er offenbarte eitel in Zweifel zu ziehen, Ihn zu leugnen und sich stolz vor Ihm zu brüsten.
Die Quelle aller Bildung ist die Erkenntnis Gottes, erhaben sei Seine Herrlichkeit! Diese Erkenntnis kann nur durch die Erkenntnis Seiner göttli-
136 ASL-I-KULLU’L–KHAYR

chen Manifestation erlangt werden. Das Wesen der Erniedrigung ist, den Schatten des Barmherzigen zu verlassen und seine Zuflucht beim Bösen zu
suchen.?Die Quelle des Irrtums ist, nicht an
den einen wahren Gott zu glauben, sich auf anderes als Ihn zu verlassen und Sein Gebot zu fliehen.
Wahren Verlust erleidet, wer seine Tage in völliger Unkenntnis über sein wahres Selbst verbringt.
Das Wesen all dessen, was Wir für dich offenbarten, ist die Gerechtigkeit. Sie bedeutet für den Menschen, daß er sich von eitlem Wahn und Nachahmung frei mache, mit dem Auge
WORTE DER WEISHEIT 137

der Einheit das herrliche Werk Seiner Hände schaue und mit forschendem Blick in alles eindringe.
Also haben Wir dich unterwiesen und dir Worte der Weisheit offenbart, auf daß du dem Herrn, deinem Gott, dankbar seiest und dich damit unter allen Völkern rühmest.
AUS DEM LAWH-I-IBN-I-DHI’B
Brief an den Sohn des Wolfes

BRIEF AN DEN SOHN DES WOLFES 141

Sei freigebig im Glück und dankbar im Unglück. Sei des Vertrauens deines Nächsten wert und schaue hellen und freundlichen Auges auf ihn. Sei ein Schatz dem Armen, ein Mahner dem Reichen, eine Antwort auf den Schrei des Bedürftigen, und halte dein Versprechen heilig. Sei gerecht in deinem Urteil und behutsam in deiner Rede. Sei zu keinem Menschen ungerecht, und erweise allen Sanftmut. Sei wie eine Lampe für die, so im Dunkeln gehen, eine Freude den Betrübten, ein Meer für die Dürstenden, ein schützender Port für die Bedrängten, Stütze und Verteidiger für das Opfer der Unterdrük-
142 LAWH-I-IBN-I-DHI’B

kung. Laß Lauterkeit und Redlichkeit all dein Handeln auszeichnen. Sei ein Heim dem Fremdling, ein Balsam dem Leidenden, dem Flüchtling ein starker Turm. Sei dem Blinden Auge und ein Licht der Führung für den Fuß des Irrenden. Sei ein Schmuck für das Antlitz der Wahrheit, eine Krone für die Stirn der Treue, ein Pfeiler im Tempel der Rechtschaffenheit, Lebenshauch dem Körper der Menschheit, ein Banner für die Heerscharen der Gerechtigkeit, ein Himmelslicht am Horizont der Tugend, Tau für den Urgrund des Menschenherzens, eine Arche auf dem Meer der Erkenntnis, eine Sonne am Himmel
BRIEF AN DEN SOHN DES WOLFES 143

der Großmut, ein Stein im Diadem der Weisheit, ein strahlendes Licht am Firmament deiner Zeitgenossen, eine Frucht am Baume der Demut.
Wahrlich, Wir sind gekommen, alle, die auf Erden wohnen, zur Einheit zu führen. Dies bezeugt, was das Meer Meiner Rede unter den Menschen offenbarte, und doch sind die meisten Menschen in die Irre gegangen. So euch jemand schmäht, wenn euch Leid auf dem Pfade Gottes befällt, so seid geduldig und setzt euer Vertrauen auf Ihn, den Hörenden, den Sehenden. Er, wahrlich, ist Zeuge; Er sieht alles und tut kraft Seiner souveränen Herr-
144 LAWH-I-IBN-I-DHI’B

schaft, was Ihm beliebt. Wahrlich, Er ist der Herr der Stärke und der Macht. Im Buche Gottes, des Mächtigen, des Großen, haben Wir euch verboten, euch auf Wortstreit und Konflikte einzulassen. Haltet euch fest an das, was euch und den Völkern der Welt nützt. So befiehlt euch der König der Ewigkeit, der in Seinem Größten Namen offenbar ist. Er, wahrlich, ist der Gebieter, der Allweise.
Er hat euch vor den Stürmen des Irrglaubens und den Unwettern der Gottlosigkeit behütet. Er hat euch mit den Händen Seiner liebenden Vorsehung erzogen. Nun ist es für euch an der
BRIEF AN DEN SOHN DES WOLFES 145

Zeit, Blätter zu treiben und Frucht zu tragen. Die Früchte am Baume des Menschen waren seit je gute Taten und ein edler Charakter. Versagt diese Früchte nicht den Achtlosen! Werden sie angenommen, ist euer Ziel erreicht und der Zweck des Lebens erfüllt. Wo nicht, da überlaßt sie dem leeren Wortstreit, mit dem sie ihre Zeit vertun. Strebe danach, o Volk Gottes, die Herzen der Völker auf Erden mit den Wassern deiner Nachsicht und Güte von Feindseligkeit und Haß zu läutern, auf daß sie würdig und tauglich werden, die Strahlen der Sonne der Wahrheit aufzunehmen.
146 LAWH-I-IBN-I-DHI’B

Rüste dich, o Volk Bahás, und trachte danach, den Sturm religiösen Haders, der die Völker der Erde erregt, zum Schweigen zu bringen und jede Spur davon zu tilgen. Erhebe dich aus Liebe zu Gott und zu denen, die Ihm dienen, um dieser höchst erhabenen, bedeutungsvollen Offenbarung beizustehen. Religiöser Fanatismus und Haß sind ein weltverzehrendes Feuer, dessen Gewalt niemand löschen kann. Nur die Hand göttlicher Macht kann die Menschen von dieser verheerenden Plage erlösen ...
Das Wort Gottes ist eine Lampe, deren Licht der Vers ist: ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blät-
BRIEF AN DEN SOHN DES WOLFES 147

ter eines Zweiges. Verkehrt miteinander in inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Brüderlichkeit. Er, die Sonne der Wahrheit, bezeugt Mir: So machtvoll ist das Licht der Einheit, daß es die ganze Erde erleuchten kann. Der eine, wahre Gott, der alle Dinge kennt, bezeugt die Wahrheit dieser Worte.
Strebt danach, daß ihr diese überragende, diese höchst erhabene Stufe erreicht, die Stufe, welche der ganzen Menschheit Schutz und Sicherheit gewährt. Dieses Ziel überragt jedes andere Ziel, dieses Streben ist der Fürst allen Strebens. Doch solange die dichten Wolken der Tyrannei, die die Sonne
148 LAWH-I-IBN-I-DHI’B

der Gerechtigkeit verdunkeln, nicht vertrieben sind, kann man die Herrlichkeit dieser Stufe schwerlich vor den Augen der Menschen enthüllen ...
O Volk Bahás! Verkehrt mit allen Menschen im Geiste der Freundlichkeit und Brüderlichkeit. Wenn ihr um eine bestimmte Wahrheit wißt, wenn ihr ein Juwel besitzt, das anderen versagt ist, so teilt es ihnen mit in einer Sprache äußerster Liebenswürdigkeit und größten Wohlwollens. So es angenommen wird und seinen Zweck erfüllt, ist euer Ziel erreicht. Wenn jemand es zurückweist, überlaßt ihn sich selbst und bittet Gott, ihn zu führen. Habt acht, daß ihr ihn nicht unfreundlich
BRIEF AN DEN SOHN DES WOLFES 149

behandelt. Eine freundliche Zunge ist ein Magnet für die Menschenherzen. Sie ist das Brot des Geistes, sie kleidet die Worte in Bedeutung, sie ist der Lichtquell der Weisheit und des Verstehens ...
AUS DEM KITÁB–I–ÍQÁN
Das Buch der Gewißheit
BUCH DER GEWISSHEIT 153

O mein Bruder! Wenn ein wahrer Sucher sich entschließt, mit forschendem Schritt den Pfad zu betreten, der zur Erkenntnis des Altehrwürdigen der Tage führt, muß er vor allem sein Herz, den Sitz der Offenbarung der inneren Mysterien Gottes, vom trübenden Staub allen erworbenen Wissens und von den Andeutungen der Verkörperungen satanischer Wahngebilde reinigen. Er muß seine Brust, das Heiligtum der immerwährenden Liebe des Geliebten, von jeder Befleckung läutern und seine Seele von allem heiligen, was dem Wasser und dem Lehm zugehört, von allen schattenhaften, flüchtigen Verhaftungen. Er muß sein
154 KITÁB-I-ÍQÁN

Herz so läutern, daß kein Rest von Liebe oder Haß darin verbleibt, damit weder Liebe ihn blind zum Irrtum leite noch Haß ihn von der Wahrheit scheuche. Denn wie du an diesem Tage siehst, sind die meisten Menschen solcher Liebe und solchen Hasses wegen des unsterblichen Antlitzes beraubt, sind von den Verkörperungen der göttlichen Mysterien weit abgeirrt und streifen hirtenlos durch die Wildnis des Vergessens und des Irrtums. Der Sucher soll allezeit sein Vertrauen in Gott setzen und sich von den Erdenmenschen abkehren. Er soll sich von der Welt des Staubes lösen und Ihm, dem Herrn der Herren, anhangen. Nie darf er sich über einen
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anderen erheben wollen, jede Spur von Stolz und Dünkel soll er von der Tafel seines Herzens waschen. Er soll in Geduld und Ergebung harren, Schweigen üben und sich eitler Rede enthalten. Denn die Zunge ist ein schwelend Feuer, und zuviel der Rede ein tödlich Gift. Natürliches Feuer verbrennt den Körper, das Feuer der Zunge aber verzehrt Herz und Seele. Die Kraft des einen währt nur eine Weile, aber die Wirkung des anderen dauert ein Jahrhundert lang.
Auch soll der Sucher üble Nachrede als schweres Vergehen betrachten und sich von ihrem Einfluß fernhalten, denn sie verlöscht das Licht des Herzens und
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erstickt das Leben der Seele. Er soll sich mit wenigem begnügen und frei sein von allen zügellosen Wünschen. Er soll die Gesellschaft derer schätzen, die der Welt entsagt haben, und es als wertvollen Gewinn betrachten, prahlerische, weltlich gesinnte Menschen zu meiden. In der Morgenfrühe eines jeden Tages soll er sich Gott zuwenden und mit ganzer Seele bei der Suche nach seinem Geliebten verweilen. Er soll jeden eigenwilligen Gedanken mit der Flamme Seines liebevollen Gedenkens verbrennen und mit Blitzesschnelle an allem außer Ihm vorübereilen. Er soll dem Vertriebenen beistehen und dem Notleidenden nie-
BUCH DER GEWISSHEIT 157

mals seine Gunst versagen. Er soll gütig sein zu den Tieren, wie viel mehr zu seinem Nächsten, der mit der Macht der Sprache begabt ist. Er soll nicht zögern, sein Leben für seinen Geliebten hinzugeben, und sich nicht durch das Urteil der Menschen von der Wahrheit abbringen lassen. Für andere soll er nicht wünschen, was er für sich selbst nicht wünscht, und nicht versprechen, was er nicht hält. Aus ganzem Herzen soll er die Gesellschaft der Frevler meiden und um Vergebung ihrer Sünden beten. Er soll dem Sünder verzeihen und niemals dessen niedrigen Zustand verachten, denn niemand weiß, wie sein eigenes Ende sein wird.
158 KITÁB-I-ÍQÁN

Wie oft hat ein Sünder in der Todesstunde zum Wesenskern des Glaubens gefunden und, den unsterblichen Trank in Fülle trinkend, seinen Flug zur himmlischen Versammlung genommen! Und wie oft hat sich ein ergebener Gläubiger zur Stunde des Aufstiegs seiner Seele so gewandelt, daß er in das unterste Feuer fiel! Wir wollen mit der Offenbarung dieser überzeugenden, gewichtigen Worte dem Sucher tief einprägen, daß er alles außer Gott als vergänglich ansehen und alles außer Ihm, dem Ziel aller Anbetung, als äußerstes Nichtsein erachten soll.
AUS DER SÚRATU’L–BAYÁN
Die Tafel der Darlegung
DIE TAFEL DER DARLEGUNG 163

Macht euer Herz frei von der Liebe zu weltlichen Dingen, euere Zunge von jedem Gedenken außer Seinem Gedenken, euer ganzes Wesen von allem, was euch davon abhält, Ihm ins Angesicht zu blicken, und was euch verführt, den Einflüsterungen euerer bösen, verderbten Neigungen zu folgen. Fürchtet Gott, o Menschen, und gehört zu denen, die den Pfad der Rechtschaffenheit beschreiten.
Sprich: Wenn euer Verhalten, o Menschen, eueren Bekenntnissen widerspricht, wie glaubt ihr euch dann von denen unterscheiden zu können, die ihren Glauben an den Herrn, ihren
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Gott, bekannten, sich aber dennoch, als Er in der Wolke der Heiligkeit zu ihnen kam, weigerten, Ihn anzuerkennen, und Seine Wahrheit zurückwiesen. Macht euch frei von allen Bindungen an diese Welt und ihre Eitelkeiten. Hütet euch, ihnen zu nahen, denn sie verleiten euch dazu, eueren Lüsten und euerer Habsucht zu folgen, und hindern euch daran, den geraden, herrlichen Pfad zu betreten.
Wisset, daß mit der »Welt« gemeint ist, daß ihr unachtsam seid gegen Ihn, eueren Schöpfer, daß ihr von anderem erfüllt seid als von Ihm. Andererseits bedeutet »das künftige Leben« alles, was euch sicher zu Gott, dem Allherr-
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lichen, dem Unvergleichlichen, geleitet. Was euch an diesem Tage abhält, Gott zu lieben, ist nichts anderes als die Welt. Flieht sie, damit ihr zu den Seligen zählt! Möchte ein Mensch sich mit dem Schmuck dieser Erde schmücken, ihre Trachten tragen und die Wohltaten genießen, die sie zu schenken vermag, so kann ihm das nicht schaden, sofern er nichts zwischen sich und Gott treten läßt; denn Gott hat alle guten Dinge, ob sie in den Himmeln oder auf Erden erschaffen sind, für jene Seiner Diener bestimmt, die wahrhaft an ihn glauben. Genießet, o Menschen, die guten Dinge, die Gott euch erlaubt, und beraubt euch nicht selbst Seiner wun-
166 SÚRATU’L–BAYÁN

derbaren Gaben. Bringet Ihm Dank und Preis, und gehöret zu den wahrhaft Dankbaren.
... Verkünde den Menschen die Botschaft deines Herrn, damit sie sie davon abhalte, den Einflüsterungen ihrer bösen, verderbten Wünsche zu folgen, und sie zum Gedenken Gottes, des Erhabensten, des Größten, führe. Sprich: Fürchtet Gott, ihr Menschen, und vergießet nicht eines anderen Blut. Streitet nicht mit euerem Nächsten, und gehört zu denen, die Gutes tun. Hütet euch, daß ihr die Welt nicht in Unordnung bringt, nachdem sie wohl geordnet ist, und folgt nicht den Spuren derer, die in die Irre gingen.
DIE TAFEL DER DARLEGUNG 167

Wer immer sich unter euch erhebt, die Sache seines Herrn zu lehren, der lehre vor allem sich selbst, damit seine Rede die Herzen seiner Hörer anziehe. Ehe er sich nicht selbst lehrt, werden die Worte seines Mundes das Herz des Suchers nicht berühren. Habt acht, o Menschen, daß ihr nicht zu denen gehört, die anderen einen guten Rat geben, aber vergessen, ihn selbst zu befolgen. Ihre eigenen Worte und darüber hinaus die Worte der Wirklichkeiten aller Dinge, und jenseits dieser Wirklichkeiten die Gott nahen Engel klagen solche Menschen der Falschheit an.
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Sprich: Begehet nicht, o Menschen, was Schande über euch bringt oder die Sache Gottes in den Augen der Menschen entehrt, und gehört nicht zu den Unheilstiftern. Naht nicht den Dingen, die euere Vernunft verdammt. Meidet jede Art von Schlechtigkeit, denn solches ist euch verboten in dem Buche, das nur die zur Hand nehmen, die Gott von jedem Makel der Schuld gereinigt und zu den Gläubigen gezählt hat.
Seid aufrichtig gegen euch selbst und gegen andere, damit die Beweise der Gerechtigkeit durch euere Taten unter Unseren getreuen Dienern offenbar werden. Hütet euch, das Eigentum
DIE TAFEL DER DARLEGUNG 169

eueres Nächsten anzutasten. Erweist euch seines Vertrauens und seines guten Glaubens würdig, und versagt den Armen nicht die Gaben, die Gottes Gnade euch verliehen hat. Er, wahrlich, wird die Wohltäter belohnen und ihnen ihre Spenden doppelt vergelten. Es ist kein Gott außer Ihm. Die ganze Schöpfung und die Herrschaft über sie sind Sein. Er verleiht Seine Gaben, wem Er will, und Er versagt sie, wem Er will. Er ist der große Geber, der Großmütigste, der Gütige.
Streitet mit niemandem über die Dinge dieser Welt und ihre Belange, denn Gott hat sie denen überlassen, die ihr
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Herz daran hängen. Sich selbst hat Er aus der ganzen Welt die Herzen der Menschen erwählt – Herzen, die die Scharen der Offenbarung und der Rede bezwingen können. So hat es die Hand Bahás auf der Tafel des unwiderruflichen Ratschlusses Gottes nach dem Befehl des Höchsten Gebieters, des Allwissenden, verfügt.
Wenn ihr den Erniedrigten und Unterdrückten begegnet, so wendet euch nicht verächtlich von ihnen ab, denn der König der Herrlichkeit wacht allezeit über ihnen und umgibt sie mit einer Zärtlichkeit, die niemand ermessen kann außer jenen, die ihr Wünschen
DIE TAFEL DER DARLEGUNG 171

und Wollen im Willen eueres Herrn, des Gnädigen, des Allweisen, aufgehen ließen. O ihr Reichen auf Erden! Flieht nicht das Angesicht des Armen, der im Staube liegt, nein, helft ihm, und laßt euch von ihm die Geschichte des Leides berichten, mit dem Gottes unerforschlicher Ratschluß ihn heimgesucht hat. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Während ihr euch ihm zuwendet, werden die himmlischen Heerscharen auf euch niederschauen. Sie werden Fürbitte für euch tun, eueren Namen loben und euer Verhalten preisen. Gesegnet sind die Gebildeten, die sich nicht dessen brüsten, was sie erreicht haben, und wohl steht es um
172 SÚRATU’L–BAYÁN

die Rechtschaffenen, die die Sünder nicht verhöhnen, sondern deren Missetaten verschweigen, damit ihre eigenen Mängel vor den Augen der Menschen verborgen bleiben.
AUS DEM LAWH–I–MUHAMMAD MUSTAFÁ BAGHDÁDÍ
Brief an Muhammad Mustafá Baghdádí

BRIEF AN MUHAMMAD MUSTAFÁ BAGHDÁDÍ 177

Es ist Unser Wunsch und Verlangen, daß jeder von euch zu einem Quell alles Guten unter den Menschen und zu einem Beispiel der Aufrichtigkeit für die Menschheit werde. Hütet euch, daß ihr euch selbst nicht euerem Nächsten vorzieht. Richtet eueren Blick auf Ihn, den Tempel Gottes unter den Menschen. Er hat in Wahrheit Sein Leben als Lösegeld für die Erlösung der Welt dargebracht. Er ist wahrlich der Allgütige, der Gnädige, der Höchste. Wenn es unter euch zum Streit kommt, seht Mich vor euerem Angesicht stehen und überseht euere Mängel um Meines Namens willen und als ein Zeichen euerer Liebe zu Meiner offenbaren,
178 LAWH-I-MUHAMMAD MUSTAFÁ BAGHDÁDÍ

strahlenden Sache. Wir wünschen, euch allezeit in Freundschaft und Eintracht im Paradiese Meines Wohlgefallens miteinander verkehren zu sehen und aus eueren Taten den Duft der Freundlichkeit und Einigkeit, der Güte und Verbundenheit zu verspüren. So rät euch der Allwissende, der Getreue. Wir werden immer mit euch sein. So Wir den Duft euerer Verbundenheit verspüren, wird sich fürwahr Unser Herz freuen, denn nichts anderes kann Uns genügen. Dies bezeugt jeder wahrhaft Verstehende.
AUS DEM LAWH–I–HIKMAT
Die Tafel der Weisheit
DIE TAFEL DER WEISHEIT 183

Wir ermahnen die Menschheit in diesen Tagen, da das Antlitz der Gerechtigkeit in Staub gehüllt ist, da hoch die Flammen des Unglaubens lodern und das Gewand der Weisheit zerrissen ist, da Ruhe und Treue verebben, Prüfungen und Drangsale aber heftig angeschwollen sind, da Bünde gebrochen und Bande zertrennt werden, da kein Mensch mehr weiß, wie er das Licht von der Finsternis, die Führung vom Irrtum unterscheiden soll.
O Völker der Welt! Gebt alles Böse auf und haltet fest, was gut ist. Strebt danach, der ganzen Menschheit leuchtende Beispiele zu bieten und Wahr-
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zeichen der göttlichen Tugenden unter den Menschen zu sein. Wer sich aufmacht, Meiner Sache zu dienen, sollte Meine Weisheit offenbaren und alle Mühe darauf wenden, die Unwissenheit von der Erde zu verbannen. Seid einig in der Beratung, seid eins im Denken. Laßt jeden Morgen besser sein als den Abend davor und jeden neuen Tag reicher werden als den gestrigen. Des Menschen Vorzug liegt im Dienst und in der Tugend, nicht im Prunk des Wohllebens und des Reichtums. Habt acht, daß eure Worte rein sind von eitlem Wahn und weltlichen Lüsten und eure Taten von List und Argwohn. Vergeudet nicht den Reichtum eures
DIE TAFEL DER WEISHEIT 185

kostbaren Lebens im Verfolg böser, verderbter Neigung, noch laßt eure Mühe völlig in der Förderung eurer eigenen Interessen aufgehen. Seid großzügig in Tagen der Fülle und geduldig in der Stunde des Verlustes. Auf Not kommt Erfolg, und Jubel folgt dem Wehe. Nehmt euch in acht vor Faulheit und Müßiggang, haltet euch an das, was der Menschheit, ob jung oder alt, hoch oder niedrig, Nutzen bringt. Hütet euch, das Unkraut des Zwistes unter die Menschen zu säen oder die Dornen des Zweifels in reine, strahlende Herzen zu pflanzen.
O ihr Geliebten des Herrn! Begeht nichts, was den klaren Fluß der Liebe
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verschmutzt oder den süßen Duft der Freundschaft tilgt. Bei der Gerechtigkeit des Herrn! Ihr seid erschaffen, einander Liebe zu bezeigen, nicht Eigensinn und Groll. Seid nicht stolz auf eure Eigenliebe, sondern auf die Liebe zu euren Mitgeschöpfen. Rühmt euch nicht der Liebe zu eurem Vaterland, sondern der Liebe zur ganzen Menschheit. Laßt euer Auge keusch, eure Hand getreu, eure Zunge wahr und euer Herz licht sein. Setzt nicht die Stufe der Gelehrten in Bahá herab und schmälert nicht den Rang solcher Herrscher, die Gerechtigkeit zwischen euch üben. Vertraut auf die Heerschar der Gerechtigkeit, legt den Harnisch
DIE TAFEL DER WEISHEIT 187

der Weisheit an, schmückt euch mit Vergebung und Barmherzigkeit sowie mit allem, was den Begünstigten Gottes das Herz erfreut.
AUS DER TAFEL ISHRÁQÁT
Die Pracht

DIE PRACHT 191

Wir ermahnen Unsere Geliebten zur Gottesfurcht, die der Urquell aller guten Taten und Sitten ist. In der Stadt Bahás ist sie Gebieterin über die Heerscharen des Rechts. Glücklich der Mensch, der in den Schatten ihres leuchtenden Banners tritt und sich fest daran hält. Er, wahrlich, zählt zu den Gefährten der Roten Arche ...
Sprich: O Volk Gottes! Schmückt eure Tempel mit der Zier der Vertrauenswürdigkeit und Frömmigkeit. Alsdann helft eurem Herrn mit den Heerscharen guter Taten und edler Eigenschaften. In Meinen Büchern, Abhandlungen, Schriftrollen und Sendbriefen haben Wir euch Streit und
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Zwist verboten, und dabei wünschten Wir nur eure Erhöhung und euren Fortschritt. Dies bezeugen die Himmel und ihre Sterne, die Sonne und ihr Glanz, die Bäume und ihre Blätter, die Meere und ihre Wogen, die Erde und ihre Schätze. Wir bitten Gott, Seinen Geliebten beizustehen und sie in dem zu stärken, was auf dieser glückseligen, dieser mächtigen, wunderbaren Stufe ihrer würdig ist ...
... In verschiedenen Sendschreiben haben Wir sie ausführlich ermahnt und zu Gott gefleht, Er möge ihnen gnädig helfen und sie befähigen, Ihm nahezukommen, und möge sie in allem bestätigen, was den Herzen Frieden,
DIE PRACHT 193

den Seelen Ruhe bringt und ihre Hände abhält von Taten, die Seinen Tagen übel anstehen.
Sprich: O Meine Geliebten in Meinen Landen! Höret auf den Rat Dessen, der euch um Gottes willen ermahnt. Er hat euch wahrlich erschaffen, Er hat vor euren Augen enthüllt, was euch erhöht und eure Belange fördert. Er hat euch Seinen geraden Pfad gewiesen und euch Seine Große Verkündigung angezeigt.
... Ermahne die Menschen zur Gottesfurcht. Bei Gott! Die Gottesfurcht ist die Oberbefehlshaberin über die Streitmacht deines Herrn. Ihre Truppen sind hehre Tugenden und gute Taten.
194 ISHRÁQÁT

So hat sie durch alle Jahrhunderte und Zeitalter die Städte der Menschenherzen erobert und die Banner der Überlegenheit und des Sieges hoch über allen anderen Bannern gehißt.
AUS DER TAFEL TARÁZÁT
Der Schmuck
DER SCHMUCK 199

Der erste Lichtstrahl, der am Horizont des Mutterbuches anbricht, ist, daß der Mensch sich selbst erkennen und unterscheiden soll, was zu Erhöhung und Erniedrigung, zu Ruhm und Schande, zu Reichtum und Armut führt ... Der gerade Pfad ist derjenige, welcher den Menschen zum Morgen der Wahrnehmung, zum Dämmerort wahren Verstehens führt und ihn zu dem bringt, was ihm zu Ruhm, Ehre und Größe gereicht.
Wir hoffen, daß durch die Gnade des Allweisen, des Allwissenden, trübender Staub beseitigt und die Wahrnehmungskräfte gestärkt werden, damit das Volk den Zweck erkenne,
200 TARÁZÁT für den es ins Leben gerufen wurde
...
Wer aufrichtig und getreu ist, sollte sich in strahlender Freude mit allen Völkern und Geschlechtern der Erde verbinden, da der Verkehr mit anderen Menschen Einheit und Eintracht schafft, was wiederum zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der Welt und zur Neugeburt der Nationen führt. Selig ist, wer sich fest an das Seil der Freundlichkeit und des zarten Erbarmens hält, frei von Haß und Feindseligkeit.
Dieser Unterdrückte ermahnt die Völker der Welt, Duldsamkeit und Rechtschaffenheit zu üben; dies sind

DER SCHMUCK 201

zwei Lichter im Dunkel der Welt, zwei Erzieher für die Bildung der Menschheit. Glücklich sind, die dazu gelangen, und wehe den Achtlosen! ... Ein guter Charakter ist wahrlich der beste Mantel Gottes für die Menschen. Gott schmückt damit Seine Geliebten. Bei Meinem Leben! Das Licht eines guten Charakters überstrahlt die Sonne und ihren Glanz. Wer ihn erlangt, gilt als Juwel unter den Menschen. Ruhm und Aufschwung der Welt hängen völlig davon ab. Ein guter Charakter ist das Mittel, die Menschen auf den Geraden Pfad zu leiten und zur Großen Verkündigung zu führen. Wohl dem, der mit den
202 TARÁZÁT

heiligen Merkmalen und dem Charakter der himmlischen Heerscharen geschmückt ist.
Es geziemt euch, den Blick in allen Lebenslagen auf Gerechtigkeit und Redlichkeit zu richten. In den Verborgenen Worten hat Unsere Erhabenste Feder feierlich diese Äußerung offenbart:
»O Sohn des Geistes! Von allem das Meistgeliebte ist Mir die Gerechtigkeit; wende dich nicht von ihr ab, wenn du nach Mir verlangst, und mißachte sie nicht, damit Ich dir vertrauen kann. Durch ihre Hilfe wirst du mit deinen eigenen Augen und nicht mit denen anderer sehen und durch die eigene
DER SCHMUCK 203

Erkenntnis und nicht durch die deines Nächsten Wissen erlangen. Erwäge in deinem Herzen, wie du sein solltest. Wahrlich, Gerechtigkeit ist Meine Gabe an dich und das Zeichen Meiner Gnade. Halte sie dir immer vor Augen.«*
Wer gerecht und redlich in seinem Urteil ist, steht auf einer hohen Stufe und hält einen erhabenen Rang. Das Licht der Frömmigkeit und der Aufrichtigkeit leuchtet strahlend aus seiner Seele. Wir hoffen sehr, daß die Völker und Länder der Welt des Strahlenglanzes dieser beiden Leuchten nicht beraubt bleiben.
* vgl. arab. 2
204 TARÁZÁT

Wahrlich, Vertrauenswürdigkeit ist die Pforte zur Sicherheit für alle Erdenbewohner und ein Zeichen der Herrlichkeit von seiten des Allbarmherzigen. Wer daran teilhat, besitzt in der Tat die Schätze des Wohlstandes und des Glücks. Vertrauenswürdigkeit ist das weite, breite Tor zur Ruhe und Sicherheit des Volkes. In Wahrheit ist ohne sie, heute wie eh und je, nichts von Bestand. Alle Bereiche der Macht, Größe und Wohlfahrt leuchten in ihrem Licht.
Vor kurzem hat die Feder des Höchsten diese erhabenen Worte offenbart: »Wir wollen dir nun von der Vertrauenswürdigkeit und von der Stelle
DER SCHMUCK 205

künden, die sie vor Gott, deinem Herrn, dem Herrn des Mächtigen Thrones, einnimmt. Eines Tages begaben Wir Uns auf Unsere grüne Insel.* Als Wir sie betraten, sahen Wir fließende Bäche und Bäume in voller Pracht, zwischen denen das Sonnenlicht spielte. Unser Gesicht nach rechts wendend, sahen Wir, was die Feder nicht zu beschreiben vermag; sie kann nicht kundtun, was das Auge des Herrn der Menschheit an diesem heiligsten, hehrsten, gesegnetsten, erhabensten Orte wahrnahm. Wir wandten
* Garten Na‘mayn in ‘Akká, von Bahá’u’lláh mit der Benennung Ridván geehrt, nicht zu verwechseln mit dem Garten Ridván in Baghdád (vgl. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 5. 219).

206 TARÁZÁT

Uns darauf zur Linken. Dort sahen Wir eine der Schönen des erhabensten Paradieses auf einer Säule reinen Lichtes stehen und mit lauter Stimme rufen: ›O ihr Bewohner der Erde und des Himmels! Schauet Meine Schönheit, Meine Strahlung, Meine Offenbarung, Meinen Glanz! Bei Gott, dem Wahren! Ich bin die Vertrauenswürdigkeit, ihre Offenbarung und ihre Schönheit. Ich will jeden belohnen, der sich an Mich hält, Meinen Rang und Meine Stufe erkennt und sich fest an Meinen Saum klammert. Ich bin der edelste Schmuck für das Volk Bahás, die Robe des Ruhmes für alle im Reiche der Schöpfung. Ich bin das erhabenste Werkzeug
DER SCHMUCK 207

für die Wohlfahrt der Welt, der Horizont der Sicherheit für alle Wesen.‹ So haben Wir dir herniedergesandt, was die Menschen dem Herrn der Schöpfung nahebringen wird.«
O Volk Bahás! Vertrauenswürdigkeit ist wahrlich das beste Gewand für eure Tempel und die ruhmreichste Krone für eure Häupter. Haltet euch fest an sie auf Befehl Dessen, der der Gebieter, der Allunterrichtete ist.
AUS DEN KALIMÁT–I– FIRDAWSÍYYIH
Worte des Paradieses
WORTE DES PARADIESES 211

O ihr Verkörperungen der Gerechtigkeit und Unparteilichkeit, ihr Offenbarungen der Aufrichtigkeit und der himmlischen Gaben! Unter Tränen klagend, ruft dieser Unterdrückte laut und spricht: O Gott, mein Gott! Schmücke die Häupter Deiner Geliebten mit der Krone der Loslösung und kleide ihre Tempel mit dem Gewande der Rechtschaffenheit.
Es geziemt dem Volke Bahás, durch die Macht seiner Rede dem Herrn zum Siege zu verhelfen und die Menschen durch edle Taten und guten Charakter zu ermahnen, zumal Taten größeren Einfluß üben als Worte.
212 KALIMÁT–I–FIRDAWSÍYYIH

... Sprich: Ehrlichkeit, Tugend, Weisheit und ein heiliger Charakter gereichen dem Menschen zur Ehre, während ihn Unredlichkeit, Schwindel, Unwissenheit und Heuchelei in Erniedrigung stürzen. Bei Meinem Leben! Nicht im Schmuck und Reichtum liegt des Menschen Adel, sondern in tugendsamem Verhalten und wahrem Verständnis.
O Sohn des Menschen! Wenn du auf Barmherzigkeit siehst, dann gib auf, was dir Nutzen bringt, und halte dich an das, was der Menschheit nützt. Und wenn du auf Gerechtigkeit siehst, dann wähle für deinen Nächsten, was du für dich selbst wählst. Demut erhebt den
WORTE DES PARADIESES 213

Menschen zum Himmel des Ruhmes und der Macht, Stolz dagegen erniedrigt ihn zu Schmach und Schande.
... Vor allem anderen ist die größte Gabe und der wunderbarste Segen seit jeher und in aller Zukunft die Weisheit. Sie ist des Menschen unfehlbare Beschützerin. Sie hilft ihm und stärkt ihn. Die Weisheit ist Gottes Botin; sie enthüllt Seinen Namen, der Allwissende. Durch sie wird des Menschen Stufe in ihrer Erhabenheit offenbar und augenscheinlich. Sie ist allwissend und die vornehmste Lehrerin in der Schule des Seins. Die Führerin ist sie, mit hehrer Würde bekleidet.
214 KALIMÁT–I–FIRDAWSÍYYIH

Ihr erzieherischer Einfluß hat irdische Wesen mit perlengleichem Geist erfüllt, der alle Himmel überstrahlt. In der Stadt der Gerechtigkeit ist sie unangefochten die Sprecherin, die im Jahre neun* die Welt mit der frohen Botschaft dieser Offenbarung erleuchtete. Und es war diese unvergleichliche Quelle der Weisheit, die zu Anbeginn der Welt die Stufen innerer Bedeutung erklomm, und als sie auf der Kanzel der Rede thronte, sprach sie durch das Wirken des göttlichen Willens zwei Worte. Das erste kündete die Verheißung des Lohnes, das zweite grollte unheilvoll die Warnung vor Strafe. Die * 1852/53 n. Chr.
WORTE DES PARADIESES 215

Verheißung brachte Hoffnung hervor, die Warnung zeugte Furcht. So ward der Weltordnung auf diesen beiden Sätzen ein fester Grund gelegt. Erhaben ist der Herr der Weisheit, der Besitzer großer Gabenfülle.
... Der Menschen Licht ist die Gerechtigkeit. Löscht es nicht durch die Stürme der Unterdrückung und der Tyrannei. Der Zweck der Gerechtigkeit ist das Zustandekommen von Einheit unter den Menschen. Das Meer göttlicher Weisheit wogt in diesem erhabenen Wort, und alle Bücher der Welt können seine innere Bedeutung nicht fassen. Würde die Menschheit mit diesem Gewande geschmückt, sie
216 KALIMÁT–I–FIRDAWSÍYYIH

würde die Sonne des Spruches »An jenem Tage wird Gott alle aus Seiner Fülle befriedigen«* hell am Horizont der Welt strahlen sehen. Schätzet den Wert dieses Spruches; er ist eine edle Frucht, die der Baum der Allherrlichen Feder gezeitigt hat. Glücklich der Mensch, der ihm sein Ohr leiht und sein Gebot befolgt. Wahrlich, Ich sage: Alles, was vom Himmel des göttlichen Willens herniederkommt, ist Mittel zur Errichtung von Ordnung in der Welt und fördert Einheit und Freundschaft zwischen ihren Völkern. So spricht die Zunge dieses Unterdrückten aus Seinem Größten Gefängnis.
* vgl. Qur’án 4:130
WORTE DES PARADIESES 217

... O ihr Weisen unter den Nationen! Schließt eure Augen vor Entfremdung; sodann richtet euren Blick auf die Einheit. Haltet euch beharrlich an das, was der ganzen Menschheit Wohlfahrt und Ruhe bringt. Diese Handbreit Erde ist nur eine Heimat und eine Wohnstatt. Euch geziemt es, alle Hoffart aufzugeben, weil sie Entfremdung schafft, und eure Herzen auf das zu richten, was Eintracht stiftet. Nach dem Urteil des Volkes Bahás liegt des Menschen Ruhm in seiner Erkenntnis, seinem aufrechten Verhalten, seinem lobenswerten Charakter und seiner Weisheit, nicht in Rang und Volkszugehörigkeit. O Volk auf Erden! Achtet den Wert
218 KALIMÁT–I–FIRDAWSÍYYIH

dieses himmlischen Wortes. Fürwahr, es gleicht einem Schiff für das Meer der Erkenntnis, einem strahlenden Licht für das Reich der Wahrnehmung.
Barmherzige Werke sind in den Augen Gottes wohlgefällig und des Lobes würdig; sie sind als ein Fürst aller edlen Taten anzusehen. Bedenket und erinnert euch, was der Allbarmherzige im Qur’án offenbart hat: »Sie ziehen jene sich selber vor, auch wenn Armut ihr eigenes Schicksal ist. Gut wird es um die bestellt sein, die vor ihrer eigenen Habsucht bewahrt sind.«* In diesem Lichte betrachtet, ist das obenstehende gesegnete Wort fürwahr die
WORTE DES PARADIESES 219

Sonne aller Worte. Selig ist, wer seinen Bruder sich selbst vorzieht. Wahrlich, ein solcher Mensch wird kraft des Willens Gottes, des Allwissenden, des Allweisen, zum Volke Bahás gezählt, das in der Roten Arche wohnt.
... Wir gebieten den Wahrzeichen Seiner Namen und Eigenschaften, hinfort fest bei dem zu bleiben, was in dieser Größten Offenbarung dargelegt ist, keinen Streit zu verursachen und bis zum Ende, das kein Ende kennt, ihre Augen auf das Morgenlicht der auf dieser Tafel verzeichneten strahlenden Worte gerichtet zu halten. Streit führt zu Blutvergießen und schafft Aufruhr * Qur’án 59:9
220 KALIMÁT–I–FIRDAWSÍYYIH

im Volke. Hört auf die Stimme dieses Unterdrückten und geht nicht davon ab.
... Sein Ziel ist ..., durch hehre Worte die Seelen zum Gipfel überragender Herrlichkeit hinzuziehen und ihren Blick für das zu schärfen, was die Völker der Welt vom Hader und Zwist um religiöse Unterschiede läutert und reinigt. Dies bezeugen Mein Herz, Meine Feder, Mein inneres und äußeres Wesen. Gebe Gott, daß sich alle Menschen den Schätzen zuwenden, die in ihrem eigenen Wesen verborgen ruhen.
O Volk Bahás! ... Gebt euch alle Mühe, daß aus dem Bergwerk eures
WORTE DES PARADIESES 221

Geistes solche Edelsteine der Weisheit und der Rede aufleuchten, die bei allen Geschlechtern auf Erden Wohlfahrt und Eintracht fördern.
In jeder Lage, in Glück und Not, ob geehrt oder leidgeprüft, befiehlt dieser Unterdrückte allen Menschen, einander Liebe, Zuneigung, Mitleid und Eintracht zu bezeigen.
AUS DEM LAWH–I–MAQSÚD
Brief an Maqsúd
BRIEF AN MAQSÚD 225

O ihr Vielgeliebten! Das Heiligtum der Einheit ist errichtet; betrachtet einander nicht als Fremde. Ihr seid die Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges. Wir hegen die Hoffnung, daß das Licht der Gerechtigkeit über die Welt scheine und sie von aller Tyrannei heilige ... Das Erhabenste Wesen spricht: Das Bauwerk der Beständigkeit und Ordnung dieser Welt ist auf den beiden Pfeilern von Lohn und Strafe errichtet und wird weiterhin von ihnen getragen werden ... Der Gerechtigkeit steht eine starke Streitmacht zu Gebote. Sie ist nichts anderes als Lohn und Strafe für der Menschen Taten. Durch diese Streitmacht
226 LAWH-I-MAQSÚD

ist das Königszelt der Ordnung über der ganzen Welt errichtet; sie läßt die Bösen ihre Triebnatur bezähmen aus Furcht vor Strafe.
... Hüte dich, o Schar der Herrscher in der Welt! Es gibt keine Macht auf Erden, die an sieghafter Gewalt der Macht der Gerechtigkeit und Weisheit gleichkäme. Fürwahr, Ich bestätige, daß es nie eine mächtigere Heerschar gab als die Gerechtigkeit und Weisheit. Selig der König, der das Banner der Weisheit vor sich entfaltet und voranschreitet, die Heere der Gerechtigkeit hinter sich scharend. Er ist wahrlich der Schmuck, der die Stirn des Friedens und das Antlitz der Sicherheit
BRIEF AN MAQSÚD 227

ziert. Zweifellos würde das Antlitz der Erde völlig verwandelt, wenn die von den Wolken der Tyrannei verdunkelte Sonne der Gerechtigkeit ihr Licht über die Menschen ergösse.
Der ist wirklich ein Mensch, der sich heute dem Dienst am ganzen Menschengeschlecht hingibt. Das Erhabenste Wesen spricht: Selig und glücklich ist, wer sich erhebt, dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen ... Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.
228 LAWH-I-MAQSÚD

Das Erhabenste Wesen spricht: O ihr Menschenkinder! Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen. Laßt sie nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zwietracht, des Hasses und der Feindschaft werden. Dies ist der gerade Pfad, die feste, unverrückbare Grundlage. Was immer auf dieser Grundlage errichtet ist, dessen Stärke können Wandel und Wechsel der Welt nie beeinträchtigen, noch wird der Ablauf zahlloser Jahrhunderte seinen Bau untergraben ...
BRIEF AN MAQSÚD 229

Das Erhabenste Wesen spricht: Der Himmel göttlicher Weisheit wird von zwei Leuchten erhellt: Beratung und Erbarmen. Haltet Rat miteinander in allen Angelegenheiten; denn Beratung ist die Lampe der Führung, die den Weg weist, und die Quelle des Verstehens.
Am Anfang jeder Bemühung hat man die Pflicht, auf das Ende zu sehen.
Jedes Wort ist mit einem Geist versehen. Deshalb sollte der Redner oder Erklärer seine Worte zur rechten Zeit am rechten Ort äußern; denn der Eindruck, den jedes Wort hinterläßt, liegt
230 LAWH-I-MAQSÚD

klar und spürbar zutage. Das Erhabenste Wesen spricht: Ein bestimmtes Wort mag dem Feuer zu vergleichen sein, ein anderes dem Lichte, und der Einfluß, den beide üben, ist in der Welt offenbar. Darum sollte ein aufgeklärter, weiser Mensch vornehmlich in Worten reden, die sanft wie Milch sind, damit seine Worte die Menschenkinder nähren und erbauen, so daß sie das höchste Ziel menschlichen Daseins erreichen: die Stufe wahren Verstehens und geistigen Adels. Desgleichen spricht Er: Ein bestimmtes Wort ist wie der Frühling, der die zarten Schößlinge im Rosengarten der Erkenntnis grünen und blühen läßt, während ein
BRIEF AN MAQSÚD 231

anderes Wort wie tödliches Gift ist. Ein umsichtiger, weiser Mensch sollte deshalb voll Milde und Geduld reden, damit die Süße seiner Worte einen jeden erlangen läßt, was der Stufe des Menschen angemessen ist.
Hoch ist die Stufe des Menschen. Hochgemut muß auch sein Bemühen um den Wiederaufbau der Welt und die Wohlfahrt der Völker sein. Ich flehe zu dem einen wahren Gott, daß Er dich gnädiglich in alledem bestätige, was der Stufe des Menschen würdig ist.
AUS DER TAFEL BISHÁRÁT
Die frohen Botschaften

DIE FROHEN BOTSCHAFTEN 235

O Volk der Erde! Die erste frohe Botschaft, die das Mutterbuch in dieser Größten Offenbarung allen Völkern der Welt überbringt, ist, daß das Gesetz des heiligen Krieges aus dem Buche getilgt ist. Verherrlicht sei der Allbarmherzige, der Herr überströmender Gnade, durch den das Tor himmlischer Gaben vor dem Angesicht aller im Himmel und auf Erden weit aufgetan ist.
Es ist gestattet, daß die Völker und Geschlechter der Welt sich in strahlender Freude miteinander verbinden. O Volk! Verkehre mit den Anhängern aller Religionen im Geist des Wohlwollens und der Verbundenheit. So
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erstrahlt die Sonne Seiner heiligenden Amtsgewalt vom Horizont des Ratschlusses Gottes, des Herrn der Welten.
Wir hegen die Hoffnung, daß die Träger der Macht Gottes — gepriesen sei Seine Herrlichkeit — mit aufrichtigen Bemühungen auf der ganzen Welt Kriegswaffen in Werkzeuge des Aufbaus verwandeln und daß Kampf und Streit aus der Menschen Mitte vertrieben werden.
O Volk Gottes! Was die Welt erzieht, ist die Gerechtigkeit, denn sie wird von zwei Säulen getragen: Lohn und
DIE FROHEN BOTSCHAFTEN 237

Strafe. Diese beiden Säulen sind die Lebensquellen der Welt ...
O Volk Bahás! Ihr seid die Dämmerorte der Liebe Gottes, die Morgenröten Seiner Gnade. Besudelt eure Zungen nicht mit Flüchen und Schmähreden auf irgendeine Seele und hütet eure Augen gegen Unschickliches. Tut dar, was ihr besitzet. Wird es günstig aufgenommen, ist euer Zweck erreicht; wo nicht, ist Widerspruch fruchtlos. Überlaßt diese Seele sich selbst und kehrt euch zum Herrn, dem Beschützer, dem Selbstbestehenden. Verursacht keinen Kummer, geschweige denn Zwietracht und Streit. Es ist zu hoffen, daß ihr im Schatten des
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Baumes Seines sanften Erbarmens wahre Erziehung erlangt und nach Gottes Wunsch handelt. Ihr seid alle die Blätter eines Baumes und die Tropfen eines Meeres.
AUS DEM LAWH–I– ISMU’LLÁHU’L–ASDAQ
Brief an Ismu’lláhu’l–Asdaq
Brief an Ismu’lláhu’l-ASdaq 243

Sprich: Befreit euere Seelen, o Menschen, aus der Knechtschaft des Selbstes, und läutert sie von aller Bindung an anderes als Mich. Meiner zu gedenken macht alle Dinge rein von Befleckung, könntet ihr es doch erkennen! ...
Sprich: Säet nicht die Saat der Zwietracht unter den Menschen, o Volk, und streitet nicht mit euerem Nächsten. Seid allezeit geduldig und setzt euer ganzes Vertrauen, euere Zuversicht auf Gott. Helft euerem Herrn mit dem Schwerte der Weisheit und der Rede. Dies, wahrlich, steht der Stufe des Menschen an. Davon abzugehen wäre
244 LawH-i-Ismu’lláhu’l-ASdaq

Gottes, des höchsten Herrn aller, des Verherrlichten, unwürdig. Aber das Volk wurde irregeleitet und gehört wahrlich zu den Achtlosen.
Veredelt euere Zunge durch Wahrhaftigkeit, o Menschen, und ziert euere Seele mit dem Schmuck der Ehrlichkeit. Hütet euch, o Menschen, daß ihr nicht gegen jemanden falsch seid. Seid Gottes Treuhänder unter Seinen Geschöpfen und die Wahrzeichen Seiner Großmut unter Seinem Volke. Wer seinen Lüsten und verderbten Neigungen folgt, geht in die Irre und vergeudet seine Mühe. Er gehört wahrlich zu den Verlorenen. Strebt danach, o Menschen, daß
Brief an Ismu’lláhu’l-ASdaq 245

euere Augen auf Gottes Barmherzigkeit gerichtet, daß euere Herzen auf Sein wunderbares Gedenken eingestellt sind, daß euere Seelen zuversichtlich in Seiner Gnade und Großmut ruhen und euere Füße den Pfad Seines Wohlgefallens beschreiten. Das sind die Ratschläge, die Ich euch als Vermächtnis gebe. Wolltet ihr doch Meinen Ratschlägen folgen! AUS DEM LAWH–I–MÍRZÁ HAYDAR ‘ALÍ
Brief an Mírzá Haydar ‘Alí
BRIEF AN MÍRZÁ HAYDAR ‘ALÍ 249

Wer zum Volke Gottes gehört, hat nur den Ehrgeiz, die Welt zu erneuern, ihr Leben zu veredeln und ihre Völker zu beleben. Wahrhaftigkeit und Wohlwollen haben allezeit die Beziehungen dieses Volkes zu allen Menschen gekennzeichnet. Ihr äußeres Verhalten ist nur die Widerspiegelung ihres inneren Lebens und ihr inneres Leben der Spiegel ihres äußeren Verhaltens. Kein Schleier verbirgt oder verdunkelt die Wahrheit, auf die ihr Glaube sich gründet ...
O Freunde! Stehet dem einen, wahren Gott bei – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – durch euere edlen Werke,
250 LAWH-I-MÍRZÁ HAYDAR ‘ALÍ

durch ein Verhalten und durch einen Charakter, die vor Ihm annehmbar sind. Wer an diesem Tage ein Helfer Gottes sein möchte, der schließe seine Augen vor allem, was er besitzt, und öffne sie dem, was von Gott ist. Er widme sich nicht länger dem, was ihm selbst Nutzen bringt, sondern sorge sich um alles, was den allbezwingenden Namen des Allmächtigen erhöhen wird. Sein Herz reinige er von allen Leidenschaften und verderbten Wünschen; denn die Gottesfurcht ist die Waffe, die ihn siegreich machen kann, das wichtigste Mittel, sein Ziel zu erreichen. Die Gottesfurcht ist der Schutz, der Seine Sache verteidigt, der
BRIEF AN MÍRZÁ HAYDAR ‘ALÍ 251

Schild, der Sein Volk befähigt, den Sieg zu erringen. Sie ist ein Banner, das kein Mensch entwürdigen kann, eine Kraft, der keine Macht gleicht. Mit ihrer Hilfe und mit Seiner, des Herrn der Heerscharen, Erlaubnis wurden die Gott Nahen befähigt, die Festungen der Menschenherzen zu bezwingen und zu erobern.
AUS DEM LAWH-I-DUNYÁ
Die Tafel über die Welt
DIE TAFEL ÜBER DIE WELT 255

O Volk Gottes! Seid nicht beschäftigt mit euren eigenen Belangen! Laßt euere Gedanken fest auf das gerichtet sein, was das Glück der Menschheit wiederherstellen und der Menschen Herzen und Seelen heiligen wird. Am besten kann dies durch reine und heilige Taten, durch ein Leben der Tugend und durch edles Betragen vollbracht werden.
Es ist in dieser Zeit eines jeden Menschen Pflicht, sich fest an das zu halten, was das Wohl aller Völker und gerechten Regierungen fördert und ihre Stufe erhöht. Durch jeden einzelnen Vers, den die Feder des Höchsten offenbarte,
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sind die Tore der Liebe und Einigkeit erschlossen und weit vor den Augen der Menschheit aufgetan. Wir haben zuvor erklärt — und Unser Wort ist die Wahrheit —: »Verkehret mit den Anhängern aller Religionen im Geiste des Wohlwollens und der Brüderlichkeit.« Was immer die Menschenkinder einander meiden ließ, was Zwietracht und Spaltung unter ihnen hervorrief, ist nun durch die Offenbarung dieser Worte ungültig und abgeschafft. Aus dem Himmel des göttlichen Willens wurde mit dem Ziel, die Welt des Seins zu veredeln und die Menschen an Geist und Seele emporzuheben, herabgesandt, was das wirksamste Mittel zur
DIE TAFEL ÜBER DIE WELT 257

Erziehung des ganzen Menschengeschlechts ist. Der tiefste Sinn und der vollkommenste Ausdruck dessen, was die Völker früherer Zeiten gesagt und geschrieben haben, ist durch diese mächtigste Offenbarung aus dem Himmel des Willens des Allbesitzenden, des Immerwährenden Gottes herabgesandt. Einst wurde offenbart: »Die Liebe zum Vaterland ist ein Bestandteil des Gottesglaubens.« Die Zunge der Größe jedoch verkündet am Tage Seiner Offenbarung: »Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt.« Durch die von diesem erhabenen Wort entfesselte Kraft verleiht Er den Vögeln der Men-
258 LAWH-I-DUNYÁ

schenherzen frischen Schwung, weist ihnen eine neue Richtung und tilgt jede Spur von Beschränkung und Begrenzung aus Gottes heiligem Buch.
Dieser Unterdrückte hat dem Volke Gottes verboten, sich in Streit und Hader einzulassen, und hat es zu rechtschaffenen Taten und edlen Charaktereigenschaften ermahnt. Die Heerscharen, die heutzutage den Sieg der Sache Gottes sichern, sind gute Taten und ein angenehmes Wesen. Selig ist, wer diesen standhaft anhangt, und wehe dem, der sich davon abkehrt.
O Volk Gottes! Ich ermahne dich, höflich zu sein, denn Höflichkeit ist vor allem anderen die Fürstin der
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Tugenden. Gut steht es mit dem, der vom Lichte der Höflichkeit erleuchtet und mit dem Gewande der Aufrichtigkeit bekleidet ist. Der mit Höflichkeit Begabte hat in der Tat eine erhabene Stufe erreicht. Es ist zu hoffen, daß dieser Unterdrückte und alle anderen befähigt werden, Höflichkeit zu erlangen, sicher zu wahren, anzuwenden und unseren Blick auf sie zu heften. Das ist ein bindendes Gebot, das aus der Feder des Größten Namens geströmt ist.
Dies ist der Tag, da die Edelsteine der Beständigkeit aus dem Schatzberg des tiefsten Menschenherzens ans Licht gefördert werden müssen. O Volk der
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Gerechtigkeit! Sei so strahlend wie das Licht und so leuchtend wie das Feuer, das im Brennenden Busche lodert. Der Glanz des Feuers eurer Liebe wird zweifellos die widerstreitenden Völker und Geschlechter der Erde einen und verschmelzen, wogegen die wilde Flamme der Feindschaft und des Hasses nur zu Streit und Untergang führen kann. Wir flehen zu Gott, daß Er Seine Geschöpfe vor den üblen Ränken Seiner Feinde behüte. Wahrlich, Er hat Macht über alle Dinge.
O Volk Gottes, neige dein Herz den Ratschlägen deines wahren, deines unvergleichlichen Freundes! Das Wort
DIE TAFEL ÜBER DIE WELT 261

Gottes mag mit einem jungen Sämling verglichen werden, dessen Wurzeln in die Herzen der Menschen gepflanzt wurden. Es ist eure Pflicht, sein Wachstum durch die lebendigen Wasser der Weisheit, durch lautere, heilige Worte zu fördern, damit seine Wurzeln festwachsen und seine Zweige sich bis in die Himmel und noch höher ausbreiten.
O ihr, die ihr auf Erden wohnt! Das Unterscheidungsmerkmal für die Einzigartigkeit dieser höchsten Offenbarung besteht darin, daß Wir einerseits aus Gottes Heiligem Buche gelöscht haben, was die Ursache von Streit, Bosheit und Unrecht unter den Men-
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schenkindern gewesen ist, andererseits die wesentlichen Vorbedingungen für Eintracht, Verständigung und völlige, dauernde Einheit niedergelegt haben. Wohl dem, der Meine Gesetze hält.
Immer wieder haben Wir Unsere Geliebten ermahnt, alles zu meiden, ja zu fliehen, was auch nur den Geruch eines Unrechts an sich hat. Die Welt ist in großem Aufruhr und der Geist ihrer Bewohner im Zustand völliger Verwirrung. Wir flehen zum Allmächtigen, daß Er sie gnädig erleuchte durch die Pracht Seiner Gerechtigkeit und sie befähige, dessen gewahr zu werden, was ihnen zu allen Zeiten und unter allen Umständen zum Vorteil gereicht.
DIE TAFEL ÜBER DIE WELT 263

Er, wahrlich, ist der Allbesitzende, der Höchste.
... Wer diesem Unterdrückten treu ergeben ist, der sei befruchtend wie eine Regenwolke zu Zeiten der Nächstenliebe und der Wohltätigkeit, aber wie eine Feuerlohe, wenn es um die Zähmung seines niedrigen, begehrlichen Wesens geht.
O Gott, mein Gott! Du siehst mich, wie ich vor der Tür Deiner Güte und Vergebung stehe, wie ich meinen Blick auf den Himmelssaum Deiner großmütigen Gunst und Deines mannigfachen Segens richte. Ich bitte dich bei Deiner süßen Stimme und bei dem
264 LAWH-I-DUNYÁ

schrillen Laut Deiner Feder, o Du Herr der ganzen Menschheit, hilf gnädig Deinen Dienern, wie es Deinen Tagen entspricht und der Herrlichkeit Deiner Manifestation und Deiner Majestät ansteht. Wahrlich, Du bist mächtig zu tun, was Du willst. Alle Bewohner der Himmel und der Erde bezeugen Deine Kraft und Deine Macht, Deine Herrlichkeit und Deine Freigebigkeit. Preis sei Dir, Du Herr der Welten, Du Einziggeliebter für das Herz jedes Einsichtsvollen! Du siehst, o mein Gott, wie das Wesen der Armut das Meer Deines Reichtums sucht, wie sich der Inbegriff der Bosheit nach den Wassern Deiner
DIE TAFEL ÜBER DIE WELT 265

Vergebung und Deiner sanften Gnade sehnt. Gewähre, o mein Gott, was Deiner großen Herrlichkeit entspricht und der Erhabenheit Deiner grenzenlosen Gnade entspringt. Du bist in Wahrheit der alles Gewährende, der Herr überströmender Gnade, der Gesetzgeber, der Allweise. Kein Gott ist außer Dir, dem Mächtigsten, dem Allbezwingenden, dem Allmachtvollen.
AUS DEM LAWH–I–NABÍL–I–A‘ZAM
Brief an Nabíl–i–A‘zam
BRIEF AN NABÍL–I–A‘ZAM 269

Bei der Gerechtigkeit Gottes! Die Welt und ihre Eitelkeiten, ihr Ruhm und alles, was sie an Freuden bieten kann, ist vor Gott so wertlos wie Staub und Asche, nein, noch viel verächtlicher. Könnten es die Menschenherzen doch begreifen! Reinige dich gründlich, o Volk Bahás, von dem Schmutz der Welt und allem, was ihr zugehört! Gott selbst ist Mein Zeuge! Die Dinge der Erde stehen euch schlecht an. Gebt sie auf für jene, die nach ihnen verlangen, und richtet euere Augen fest auf diese heiligste, diese strahlendste Schau.
Was euch geziemt, ist die Liebe zu Ihm, der Manifestation Seines Wesens,
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und die Befolgung all dessen, was Ihm beliebt, euch zu gebieten, wenn ihr es doch wüßtet! Sprich: Laßt Wahrhaftigkeit und Höflichkeit euer Schmuck sein. Duldet nicht, daß ihr des Gewandes der Langmut und der Gerechtigkeit beraubt werdet, damit aus eueren Herzen die süßen Düfte der Heiligkeit über alles Erschaffene wehen. Sprich: Sei achtsam, o Volk Bahás, daß du nicht auf den Wegen jener wandelst, deren Worte sich von ihren Taten unterscheiden. Strebt, daß ihr fähig werdet, den Völkern der Erde Gottes Zeichen zu offenbaren und Seine Gebote widerzuspiegeln. Laßt euer Handeln Füh-
BRIEF AN NABÍL–I–A‘ZAM 271

rung für die ganze Menschheit sein, denn bei den meisten Menschen, ob hoch oder niedrig, unterscheidet sich das Bekenntnis vom Verhalten. Durch euere Taten aber könnt ihr euch vor anderen auszeichnen. Durch sie kann der Glanz eueres Lichtes über die ganze Erde verbreitet werden. Glücklich der Mensch, der Meinen Rat beachtet und die Gebote hält, die Er, der Allwissende, der Allweise, gegeben hat.
AUS DEM KITÁB–I–AQDAS
Das Heiligste Buch
DAS HEILIGSTE BUCH 275

Sprich: Freut euch nicht dessen, was ihr besitzt. Heute nacht ist es noch euer, morgen werden andere es besitzen. So warnt euch der Allwissende, der Allunterrichtete. Sprich: Könnt ihr behaupten, euer Besitz sei dauerhaft oder sicher? Nein, bei Mir, dem Allbarmherzigen, ihr könnt es nicht, so ihr zu denen gehört, die gerecht urteilen! Die Tage eures Lebens verfliegen wie ein Windhauch, und all eure Pracht und Herrlichkeit wird vergehen wie die Pracht und Herrlichkeit derer, die vor euch waren. Bedenket, o Menschen! Was ist aus euren vergangenen Tagen geworden, was aus euren verlorenen Jahrhunderten? Glücklich die Tage,
276 KITÁB–I–AQDAS

die dem Gedenken Gottes gewidmet waren, und selig die Stunden, die in Seinem, des Allweisen, Lobpreis verbracht wurden. Bei Meinem Leben! Weder die Pracht der Mächtigen noch der Überfluß der Reichen oder gar die Vorherrschaft der Frevler werden von Dauer sein. Alles wird vergehen auf ein Wort von Ihm. Wahrlich, Er ist der Allmachtvolle, der Allbezwingende, der Allmächtige. Welcher Nutzen liegt in der Menschen irdischem Besitz? Was ihnen Gewinn bringt, haben sie völlig vernachlässigt. Bald werden sie aus ihrem Schlaf erwachen und erkennen, daß für sie unwiederbringlich ist, was ihnen in den Tagen ihres Herrn,
DAS HEILIGSTE BUCH 277

des Allmächtigen, des Allgepriesenen, entgangen ist. Wenn sie es wüßten, entsagten sie allem, damit ihre Namen vor Seinem Thron genannt werden. Sie zählen wahrlich zu den Toten.
Klagt nicht in Zeiten der Heimsuchung, noch erfreut euch ihrer. Suchet den Mittelweg: Gedenket Meiner in eurer Betrübnis und bedenket, was euch in Zukunft widerfahren kann. Also unterrichtet euch Er, der Allwissende, der alles kennt.
O Volk der Welt! Folgt nicht den Forderungen des Selbstes, denn es verlangt unnachgiebig nach Bosheit und Laster.
278 KITÁB–I–AQDAS

Folgt vielmehr Ihm, dem Besitzer alles Erschaffenen, der euch gebietet, Frömmigkeit zu bezeigen und Gottesfurcht zu offenbaren. Er ist wahrlich unabhängig von allen Seinen Geschöpfen. Stiftet im Lande kein Unheil, nachdem es wohlgeordnet ward. Wer so handelt, gehört nicht zu Uns, mit ihm haben Wir nichts zu schaffen. Dies ist der Befehl, der durch die Macht der Wahrheit vom Himmel der Offenbarung kundgetan ward.
Bei Meinem Leben! Alle auf Erden werden vergehen, nur gute Werke sind von Dauer. Gott selbst bezeugt die Wahrheit Meiner Worte ...
DAS HEILIGSTE BUCH 279

Habt acht, daß euch die Welt nicht betöre, wie sie das Volk betörte, das vor euch dahinging! Haltet die Gesetze und Satzungen eures Herrn und beschreitet diesen Pfad, der vor euch gebahnt wurde in Gerechtigkeit und Wahrheit. Wer Unrecht und Irrtum verabscheut und sich an die Tugend hält, zählt in den Augen des einen wahren Gottes zu den erlesensten Seiner Geschöpfe. Sein Name wird in den Reichen der Höhe gerühmt von der himmlischen Schar und von den Bewohnern dieses Tabernakels, das im Namen Gottes errichtet ward.
... Keiner erhebe sich über den anderen. Alle sind nur Sklaven vor dem
280 KITÁB–I–AQDAS

Herrn, und alle sind Symbole für die Wahrheit, daß außer Ihm kein Gott ist. Er ist wahrlich der Allweise, dessen Weisheit alle Dinge umfängt.
Schmückt euch mit dem Gewand guter Werke. Wessen Werke Gottes Wohlgefallen erlangen, der zählt gewiß zum Volke Bahás. Seiner wird vor Seinem Thron gedacht. Steht dem Herrn der ganzen Schöpfung bei mit rechtschaffenen Werken, aber auch durch Weisheit und durch Rede. Dies wurde euch fürwahr auf den meisten Tafeln befohlen von Ihm, dem Allbarmherzigen. Er weiß wahrlich, was Ich sage. Streitet euch nicht, noch töte einer den anderen. Dies war euch
DAS HEILIGSTE BUCH 281

wahrlich schon verboten in einem Buch, das im Tabernakel der Herrlichkeit verborgen lag. Wie, wollt ihr den töten, den Gott belebt hat, dem Er durch Seinen Hauch Geist verlieh? Schwer wäre da eure Sünde vor Seinem Thron! Fürchtet Gott und erhebet nicht die Hand des Unrechts und der Unterdrückung, um zu zerstören, was Er selbst erschaffen hat. Nein, wandelt in dem Pfade Gottes, des Wahren. Kaum waren die Heerscharen wahren Wissens, die Banner göttlicher Rede in Händen, erschienen, als die Scharen der Religionen auch schon in die Flucht geschlagen wurden, ausgenommen jene, die trinken wollten vom Strom
282 KITÁB–I–AQDAS

ewigen Lebens in einem Paradiese, das der Odem des Allherrlichen geschaffen hat.
Kränzt euch das Haupt mit Vertrauenswürdigkeit und Treue, schmückt euer Herz mit der Zier der Gottesfurcht, eure Zunge mit unbedingter Wahrhaftigkeit, euren Leib mit dem Gewand der Höflichkeit. Dies ist wahrlich der rechte Schmuck für den Tempel des Menschen — gehörtet ihr doch zu denen, die nachdenken! O Volk Bahás, klammert euch an das Seil der Dienstbarkeit vor Gott, dem Wahren, denn so wird eure Stufe offenbar, euer Name aufgezeichnet und verwahrt, euer Rang
DAS HEILIGSTE BUCH 283

erhöht und euer Andenken geehrt werden auf der Verwahrten Tafel. Habt acht, daß euch die Erdenbewohner nicht von dieser herrlichen, erhabenen Stufe abhalten. Also ermahnten Wir euch in den meisten Unserer Sendbriefe und nun hier auf Unserer heiligen Tafel, über der das Tagesgestirn der Gesetze des Herrn, eures Gottes, des Gewaltigen, des Allweisen, erstrahlt.
Verkehret mit allen Religionen in Herzlichkeit und Eintracht, auf daß sie Gottes süße Düfte von euch einatmen. Hütet euch, daß euch im Umgang mit den Menschen nicht die Hitze törichter Unwissenheit übermanne. Alles
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hat seinen Anfang in Gott und alles kehrt zu Ihm zurück. Er ist aller Dinge Ursprung, und in Ihm haben alle Dinge ihr Ende.
Es ist euch im Buche Gottes verboten, euch auf Wortstreit und Konflikte einzulassen, einen anderen zu schlagen oder ähnliches zu begehen, was die Herzen und Seelen betrübt. ... Er ... ermahnt euch, Gerechtigkeit und Frömmigkeit an den Tag zu legen ... Wünschet anderen nichts, was ihr nicht für euch selbst wünschet. Fürchtet Gott und gehöret nicht zu den Hochmütigen. Ihr seid alle aus Wasser erschaffen, und zum Staub kehret ihr zurück. Denkt
DAS HEILIGSTE BUCH 285

an das Ende, das euch erwartet, und wandelt nicht auf den Wegen des Unterdrückers. Höret auf die Verse Gottes, die Er, der geheiligte Lotosbaum, euch vorträgt. Sie sind gewißlich die unfehlbare Waage, aufgestellt von Gott, dem Herrn dieser und der künftigen Welt. Sie lassen die Menschenseele ihren Flug zum Morgen der Offenbarung nehmen. Durch sie wird das Herz eines jeden wahren Gläubigen mit Licht erfüllt. Dies sind die Gesetze, die Gott euch gibt, dies sind Seine Gebote, die euch auf Seiner heiligen Tafel gegeben sind. Gehorchet ihnen in Freude und Heiterkeit, denn dies ist das Beste für euch, o daß ihr es doch wüßtet! 286 KITÁB–I–AQDAS

Sprecht die Verse Gottes jeden Morgen und jeden Abend. Wer versäumt, sie zu sprechen, ist Gottes Bund und Seinem Testament nicht treu, und wer sich an diesem Tage von den heiligen Versen abkehrt, zählt zu denen, die sich seit Ewigkeit von Gott abgekehrt haben. Fürchtet Gott, o Meine Diener! Rühmt euch nicht der langen Schriftlektüre und vieler frommer Handlungen bei Tag und Nacht. So jemand einen einzigen Vers in Freude und Heiterkeit liest, ist es besser für ihn, als wenn er ermüdet alle Bücher Gottes liest, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden. Lest Gottes Verse in solchem Maße, daß nicht Schwäche und
DAS HEILIGSTE BUCH 287

Verzagtheit euch überkommen. Bürdet euren Seelen nicht auf, was sie ermattet und niederdrückt, sondern gebt ihnen, was sie erleichtert und emporhebt, so daß sie sich auf den Flügeln der Verse Gottes aufschwingen zum Dämmerort Seiner offenbaren Zeichen. Dies wird euch Gott näherbringen, wenn ihr es nur begriffet.
Wird jemand auf euch zornig, so begegnet ihm mit Milde, und schilt euch jemand, so scheltet nicht zurück, sondern überlaßt ihn sich selbst und setzt euer Vertrauen auf Gott, den allmächtigen Rächer, den Herrn der Gerechtigkeit und der Macht.
288 KITÁB–I–AQDAS

Selig, wer den Duft innerer Bedeutungen entdeckt in den Spuren dieser Feder, durch deren Bewegung der Windhauch Gottes über die ganze Schöpfung weht und durch deren Ruhe das Wesen der Ruhe im Reiche des Seins erscheint. Verherrlicht sei der Allerbarmer, der Offenbarer solch unschätzbarer Gaben. Sprich: Weil Er das Unrecht trug, erschien die Gerechtigkeit auf Erden, und weil Er Erniedrigung auf sich nahm, erstrahlte Gottes Majestät inmitten der Menschheit.
AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN
AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN 293

Die göttlichen Tugenden und Eigenschaften sind alle offenbar; sie wurden in allen heiligen Büchern genannt und beschrieben. Unter ihnen sind Vertrauenswürdigkeit, Wahrhaftigkeit, Reinheit des Herzens in der Zwiesprache mit Gott, Langmut, Ergebenheit in alles, was der Allmächtige verordnet, Zufriedenheit mit allem, was Sein Wille bestimmt, Geduld, ja Dankbarkeit inmitten von Leiderfahrungen und vollkommenes Vertrauen auf Ihn in allen Lebenslagen. Nach Gottes Urteil zählen diese Tugenden zu den höchsten und rühmlichsten. Alle anderen sind zweitrangig, diesen nachgeordnet, und werden es immer bleiben.
294 AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN

Der Geist, der des Menschen Herz belebt, ist die Erkenntnis Gottes, und sein wahrer Schmuck ist die Anerkennung der Wahrheit, daß »Er tut, was Er will, und verordnet, was Ihm gefällt.«* Sein Gewand ist die Gottesfurcht und seine Vollkommenheit die Standhaftigkeit in Seinem Glauben. So unterweist Gott jeden, der Ihn sucht. Er, wahrlich, liebt den, der sich Ihm zuwendet. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Vergebenden, dem Großmütigsten. Aller Lobpreis sei Gott, dem Herrn aller Welten.
* Qur’án 2:254, 14:28, 22:15, 22:19
AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN 295

Der Mensch ist wie ein Baum. Wenn ihn Früchte schmücken, war und ist er allezeit des Lobes und des Preises würdig. Ein unfruchtbarer Baum taugt nur für das Feuer. Die Früchte vom menschlichen Baume sind köstlich, hoch erwünscht und heiß begehrt. Dazu gehören ein aufrechtes Wesen, Taten der Tugend und anmutige Rede. Zu den irdischen Bäumen kommt der Frühling einmal im Jahr; der Frühling für menschliche Bäume indessen erscheint am Tage Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit. Würden die Bäume des menschlichen Lebens jetzt in der göttlichen Frühlingszeit mit den bereits erwähnten
296 AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN

Früchten geschmückt, so würde das Himmelslicht der Gerechtigkeit ganz gewiß mit seinem Strahlenglanz alle Erdenbewohner erleuchten, und jeder würde ruhig und zufrieden im Schatten Dessen, Der das Ziel der ganzen Menschheit ist, verweilen. Das Wasser für diese Bäume ist das Lebenswasser der heiligen Worte, welche die Geliebten der Welt äußern. Kaum sind solche Bäume gepflanzt, da recken sie bereits unter den Regenschauern göttlicher Gnade ihre Äste hoch in den Himmel. Ein dürrer Baum jedoch war und ist keiner Erwähnung wert.
Glücklich der Gläubige, der sich mit dem Gewand edlen Bemühens kleidet
AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN 297

und sich aufmacht, dieser Sache zu dienen! Eine solche Seele hat fürwahr das ersehnte Ziel erreicht und begriffen, zu welchem Zweck sie erschaffen wurde. Aber tausendmal wehe um die Irregegangenen, die wie dürres Laub in den Staub sinken. Bald wird der Sturm des Todes sie forttragen an den Ort, der ihnen bestimmt ist. Unwissend sind sie gekommen, unwissend dämmern sie dahin, unwissend kehren sie zu ihrer Stätte zurück.
Unaufhörlich verkündet die Welt diese Worte: Habt acht, ich bin vergänglich, und vergänglich sind alle meine äußerlichen Erscheinungen und Farben. Hütet euch vor dem Wandel
298 AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN

und Wechsel, der in mich hineingelegt ist, und wacht auf aus eurem Schlummer. Und doch gibt es kein scharfes Auge, das sieht, und kein feines Ohr, das lauscht.
Die Geschlechter vor euch – wohin sind sie entschwunden? Und jene, um die sich zu ihren Lebzeiten die Schönsten und Lieblichsten des Landes bewegten, wo sind sie jetzt? Lernt aus ihrem Beispiel, o Menschen, und gehört nicht zu denen, die in die Irre gehen! Bald werden andere euere Habe in Besitz nehmen und in euere Wohnun-
AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN 299

gen ziehen. Neigt euer Ohr Meinen Worten, und zählt nicht zu den Törichten.
Es ist eines jeden Menschen höchste Pflicht, für sich selbst zu wählen, was kein anderer beeinträchtigen, keiner ihm entreißen kann. Das aber – und dafür ist der Allmächtige Mein Zeuge – ist die Liebe Gottes, könntet ihr es doch begreifen! Baut euch Häuser, die Regen und Flut niemals zerstören können und die euch vor dem Wechsel und Wandel dieses Lebens beschützen. Dies ist die Weisung dessen, dem die Welt Unrecht tat und den sie im Stich ließ.
300 AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN

Wäre die ganze Erde in Silber und Gold verwandelt, so ließe sich niemand, von dem man sagen kann, er sei wirklich in den Himmel des Glaubens und der Gewißheit aufgestiegen, dazu herab, dieses zu beachten oder gar danach zu greifen und es zu behalten ... Wer die Süße dieser Worte gekostet hat, wird niemals billigen, daß die von Gott gesetzten Grenzen überschritten werden, noch wird er seinen Blick auf einen anderen richten als auf seinen Vielgeliebten. Ein solcher Mensch wird mit seinem inneren Auge rasch erkennen, wie nichtig und verächtlich die Dinge dieser Welt allesamt sind, und wird seinen Sinn auf Höheres richten.
AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN 301

Wahrlich, Ich sage: Neigt euer Ohr Meiner süßen Stimme und heiligt euch von der Befleckung durch euere üblen Leidenschaften und verderbten Wünsche. Wer im Heiligtum Gottes wohnt und den Ehrensitz ewiger Herrlichkeit einnimmt, wird sich weigern, selbst wenn er Hungers stürbe, die Hand widerrechtlich nach dem Eigentum seines Nächsten auszustrecken, wie niedrig und unwürdig dieser auch sei.
Der eine, wahre Gott hat sich selbst offenbart, um die ganze Menschheit zu Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit, zu Frömmigkeit und Vertrauenswürdigkeit, zu Entsagung und Ergebenheit
302 AUS VERSCHIEDENEN TEXTEN

in den Willen Gottes, zu Nachsicht und Güte, zu Ehrlichkeit und Klugheit aufzurufen. Sein Ziel ist es, jeden Menschen in den Mantel eines geheiligten Charakters zu kleiden und ihn mit der Zier heiliger, edler Werke zu schmücken.
AUS DEM LAWH–I–AQDAS
Die heiligste Tafel
DIE HEILIGSTE TAFEL 307

Sprich: Selig ist der Träumer, den Mein Odem erweckt.
Selig der Leblose, den Mein belebender Hauch erquickt.
Selig das Auge, das der Blick auf Meine Schönheit tröstet.
Selig der Wanderer, der seine Schritte zum Heiligtum Meiner Herrlichkeit und Majestät lenkt.
Selig der Elende, der Zuflucht sucht im Schatten Meines Baldachins.
308 LAWH–I–AQDAS Selig der Dürstende, der zu den stillen
Strömen Meiner Gnade eilt.
Selig die unersättliche Seele, die ihre selbstischen Lüste aus Liebe zu Mir verwirft und ihren Platz an der Festtafel einnimmt, die Ich vom Himmel göttlicher Großmut für Meine Erwählten herniedergesandt habe.
Selig der Erniedrigte, der sich fest an das Seil Meiner Herrlichkeit hält, und der Bedürftige, der in den heiligen Schatten Meines Reichtums tritt.
Selig der Unwissende, der den Springquell Meines Wissens sucht, und der

DIE HEILIGSTE TAFEL 309

Achtlose, der sich an das Tau des Meingedenkens klammert.
Selig die Seele, die Mein erquickender Odem zum Leben erweckt und die Einlaß in Mein himmlisches Reich erlangt.
Selig der Mensch, den der Duft der Wiedervereinigung mit Mir bewegt und treibt, dem Morgen Meiner Offenbarung nahezukommen.
Selig das Ohr, das hört, und die Zunge, die zeugt, und das Auge, das sieht und den Herrn erkennt in Seiner großen Herrlichkeit und Maje-
310 LAWH–I–AQDAS stät, bekleidet mit Pracht und Herr-
schaft.
Selig, wer in Seine Gegenwart gelangt.
Selig, wer Erleuchtung von der Sonne Meines Wortes sucht.
Selig, wer sein Haupt mit dem Perlenband Meiner Liebe krönt.
Selig, wer Meinen Schmerz vernimmt und sich aufmacht, Mir beizustehen unter Meinem Volke.

DIE HEILIGSTE TAFEL 311

Selig, wer sein Leben hingibt auf Meinem Pfad und mannigfache Mühsal Meines Namens wegen duldet.
Selig, wer, von Meinem Wort bestärkt, sich von den Toten erhebt, Mein Lob zu feiern.
Selig, wer sich von Meinen wundersamen Weisen entzücken läßt und mit Meiner starken Macht die Schleier zerreißt.
Selig, wer Meinem Bund die Treue hält und wen die Dinge der Welt nicht hindern, Meinen heiligen Hof zu erreichen.
312 LAWH–I–AQDAS

Selig der Mensch, der sich löst von allem außer Mir, sich aufschwingt in die Höhen Meiner Liebe, der Einlaß findet in Mein Reich, Meine Gefilde der Herrlichkeit schaut, die Lebenswasser Meiner Gaben leert, sich am himmlischen Strom Meiner liebenden Vorsehung satt trinkt, mit Meiner Sache vertraut wird, begreift, was Ich in den Schatzkammern Meiner Worte verborgen habe, und, Meinen Ruhm und Preis kündend, vom Himmel göttlicher Erkenntnis strahlt. Wahrlich, er ist von Mir. Mit ihm seien Meine Barmherzigkeit, Meine Gnade, Meine Wohltat und Meine Herrlichkeit.
GEBETE
GEBETE 317

Manch erstarrtes Herz, o mein Gott, ward vom Feuer Deiner Sache entflammt, und mancher Schläfer ward von Deiner süßen Stimme erweckt. Wie viele Fremde suchen Schutz im Schatten des Baumes Deiner Einheit, und wie zahlreich sind die Dürstenden, die in Deinen Tagen nach dem Quell Deines Lebenswassers lechzen.
Selig ist, wer sich aufmacht zu Dir und sich eilt, zum Morgenlicht Deines Antlitzes zu gelangen; selig, wer sich mit all seiner Liebe zum Dämmerort Deiner Offenbarung, zum Urquell Deiner Erleuchtung hinwendet; selig, wer auf Deinem Pfade hingibt, was Du ihm durch Deine Großmut und
318 GEBETE

Gunst verliehen hast; selig, wer in seinem heftigen Verlangen nach Dir alles andere beiseite wirft; selig, wer vertraute Zwiesprache mit Dir hält und sich freimacht von jeglicher Bindung außer der Deinen.
Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei Ihm, der Dein Name ist, der sich durch die Kraft Deiner Macht und Souveränität über den Horizont Seines Gefängnisses erhob, bestimme einem jeden, was Dir gefällt und was Deiner Erhabenheit entspricht.
Deine Macht ist wahrlich allem gewachsen.
GEBETE 319

Gelobt sei Dein Name, o mein Gott, Du Gott aller Dinge, Du meine Herrlichkeit und aller Dinge Herrlichkeit, meine Sehnsucht und aller Dinge Sehnsucht, meine Kraft und aller Dinge Kraft, mein König und aller Dinge König, mein Besitzer und aller Dinge Besitzer, mein Ziel und aller Dinge Ziel, mein Urheber und aller Dinge Urheber! Laß es nicht zu, ich flehe Dich an, daß ich vom Meere Deines zarten Erbarmens ferngehalten werde oder von den Gestaden Deiner Nähe.
Nichts außer Dir nützet mir, o mein Herr, und keines anderen Nähe bringt mir Gewinn. Ich flehe Dich an bei der Fülle Deines Reichtums, die Dich
320 GEBETE

unabhängig macht von allem außer Dir selbst, zähle mich zu denen, die Dir ihr Angesicht zuwenden und sich erheben, Dir zu dienen. Und vergib, o mein Herr, Deinen Dienern und Dienerinnen. Du bist wahrlich der Immervergebende, der Mitleidvollste.
Verherrlicht sei Dein Name, o Herr mein Gott! Ich flehe Dich an bei Deiner Macht, die alles Erschaffene umfaßt, bei Deiner Souveränität, welche die ganze Schöpfung überragt, und bei Deinem Wort, das in Deiner Weisheit verborgen war und durch das Du Deinen Himmel und Deine Erde
GEBETE 321

erschufest – mache uns standhaft in unserer Liebe zu Dir und im Gehorsam gegen Dein Wohlgefallen. Lenke unseren Blick auf Dein Antlitz und laß uns Deine Herrlichkeit preisen. Alsdann gib uns die Kraft, Deine Zeichen weithin unter Deinen Geschöpfen zu verbreiten und Deinen Glauben in Deinem Reiche zu bewahren. Du warst immer unabhängig vom Gedenken Deiner Geschöpfe und wirst immerdar bleiben, wie Du bist.
In Dich setze ich mein ganzes Vertrauen, Dir wende ich mein Angesicht zu, an das Seil Deiner liebevollen Vorsehung halte ich mich und eile in den Schatten Deines Erbarmens. Verstoße
322 GEBETE

mich nicht als einen Enttäuschten von Deiner Tür, o mein Gott, und versage mir nicht Deine Gnade, denn nach Dir allein verlangt es mich. Es ist kein Gott außer Dir, dem Immervergebenden, dem Großmütigsten.
Preis sei Dir, der Du der Geliebte aller bist, die Dich erkannt haben! Von den duftenden Strömen Deiner Ewigkeit gib mir zu trinken, o mein Gott, und laß mich die Früchte vom Baume Deines Wesens kosten, o meine Hoffnung! Aus den kristallenen Quellen Deiner Liebe laß mich trinken die Fülle, o meine Herrlich-
GEBETE 323

keit, und wohnen im Schatten Deiner unvergänglichen Vorsehung, o mein Licht. Durch die Auen Deiner Nähe, in Deiner Gegenwart, laß mich schweifen, o mein Geliebter, und sitzen zur Rechten des Thrones Deines Erbarmens, o meine Sehnsucht! Laß von den duftenden Winden Deiner Freude einen Hauch über mich wehen, o mein Ziel, und gewähre mir Zutritt zu den Paradieseshöhen Deiner Wirklichkeit, o mein Angebeteter! Den Liedern der Taube Deiner Einzigkeit laß mich lauschen, o Du Strahlender, und durch den Geist Deiner Kraft und Macht belebe mich, o mein Versorger! Im Geist Deiner Liebe laß standhaft mich
324 GEBETE

bleiben, o mein Helfer, und laß fest mich schreiten auf dem Pfad Deines Wohlgefallens, o mein Schöpfer! Im Garten Deiner Unsterblichkeit, vor Deinem Antlitz, laß immerdar mich weilen, o Du, der Du barmherzig zu mir bist, und gründe mich fest auf dem Sitz Deiner Herrlichkeit, o Du mein Besitzer! Erhebe mich in den Himmel Deiner Güte, o mein Beleber, und geleite mich zur Sonne Deiner Führung, o Du, der Du mich anziehst! Bei den Offenbarungen Deines unsichtbaren Geistes laß mich zugegen sein, o Du mein Ursprung und mein höchster Wunsch, und zurückkehren zum duftenden Wesen Deiner Schönheit,
GEBETE 325

das Du offenbaren willst, o Du, der Du mein Gott bist! Du hast die Macht zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Erhabenste, der Allherrliche, der Allhöchste.
Erschaffe in mir ein reines Herz, o mein Gott, und schenke mir wieder ein ruhiges Gewissen, o meine Hoffnung! Bestätige mich durch den Geist der Macht in Deiner Sache, o mein Vielgeliebter, und offenbare mir Deinen Pfad durch das Licht Deiner Herrlichkeit, o Du Ziel meiner Sehnsucht! Erhebe mich durch die Kraft Deiner höchsten Macht in den Himmel Deiner
326 GEBETE

Heiligkeit, o Quell meines Seins, und erfreue mich mit den sanften Winden Deiner Ewigkeit, o Du, der Du mein Gott bist! Laß Deine ewigen Weisen Ruhe über mich strömen, o mein Gefährte, laß den Reichtum Deines urewigen Angesichts mich von allem außer Dir befreien, o mein Meister, und laß die Botschaft der Offenbarung Deines unzerstörbaren Wesens mir Freude bringen, o Du, der Du der Offenbarste des Offenbaren und der Verborgenste des Verborgenen bist! GEBETE 327

ODu, dessen Nähe mein Verlangen, dessen Gegenwart meine Hoffnung, dessen Gedenken mein Wunsch, dessen Hof der Herrlichkeit und dessen Wohnung mein Ziel ist, dessen Name meine Heilung, dessen Liebe die Leuchte meines Herzens und dessen Dienst meine tiefste Sehnsucht ist. Ich flehe Dich an bei Deinem Namen, durch den Du alle, die Dich erkennen, befähigst, sich zu den höchsten Höhen Deiner Erkenntnis aufzuschwingen, und durch den Du alle, die Dich fromm verehren, die Kraft gibst, in die Bereiche des Hofes Deiner heiligen Gunst aufzusteigen – hilf mir, mein Angesicht Deinem Antlitz zuzuwenden, meine Augen fest auf Dich
328 GEBETE

zu richten und von Deiner Herrlichkeit zu künden.
Alles außer Dir habe ich vergessen, o mein Herr, und mich der Morgenröte Deiner Gnade zugewandt; allem außer Dir habe ich entsagt in der Hoffnung, Deinem Hofe näherzukommen. So sieh mich denn hinaufschauen zu dem Thronsitz, der da leuchtet im Strahlenglanz Deines Antlitzes. Sende alsdann auf mich herab, was mich standhaft macht in Deiner Sache, auf daß die Zweifel der Ungläubigen mich nicht hindern, mich Dir zuzuwenden.
Du bist wahrlich der Gott der Macht, der Helfer in Gefahr, der Allherrliche, der Allmächtige.
GEBETE 329

O Du, dessen Prüfungen denen zum Heilmittel werden, die Dir nahe sind; dessen Schwert alle heiß begehren, die Dich lieben, dessen Pfeil der teuerste Wunsch derer ist, die nach Dir sich sehnen, dessen Ratschluß die einzige Hoffnung derer ist, die Deine Wahrheit erkennen! Ich flehe Dich an, bei Deiner göttlichen Anmut, beim herrlichen Glanz Deines Angesichts, sende aus den Höhen Deiner Abgeschiedenheit auf uns hernieder, was uns Dir nahebringt. Festige sodann unsere Schritte in Deiner Sache, o mein Gott, erleuchte unsere Herzen mit dem Strahl Deiner Erkenntnis, und erfülle unsere Brust mit dem Glanz Deiner Namen.
330 GEBETE

Verherrlicht bist Du, o mein Gott! Dank sei Dir, daß Du mich Ihn, den Morgen Deines Erbarmens, den Aufgangspunkt Deiner Gnade, den Verwahrungsort Deiner Sache erkennen ließest. Ich flehe Dich an bei Deinem Namen, durch den die Angesichter der Dir Nahen weiß wurden und die Herzen der Dir Ergebenen ihren Flug zu Dir erhoben, gib, daß ich mich in jeder Lage allezeit an Dein Seil klammere und mich von allen Bindungen außer der Deinen löse, daß ich meine Augen auf den Horizont Deiner Offenbarung richte und vollbringe, was Du mir auf Deinen Tafeln vorgeschrieben hast.
GEBETE 331

Schmücke mich, o mein Herr, innerlich wie äußerlich mit dem Gewande Deiner Gunst und Güte. Bewahre mich alsdann vor allem, was Du verabscheust, und hilf mir und meinen Verwandten gnädiglich, Dir zu gehorchen und alles zu meiden, was einen bösen oder verderbten Wunsch in mir erwekken könnte.
Du bist wahrlich der Herr der ganzen Menschheit, der Herr über diese und die zukünftige Welt. Kein Gott ist außer Dir, dem Allwissenden, dem Allweisen.
332 GEBETE

Gelobt seiest Du, o Herr mein Gott! Dies ist ein Diener, der in Deinen Tagen den Wein Deines zarten Erbarmens aus den Händen Deiner Gnade in großen Zügen trinkt und den Duft Deiner Liebe kostet. Ich flehe Dich an bei den Verkörperungen Deiner Namen, die kein Kummer daran hindern kann, sich Deiner Liebe zu erfreuen und Dein Antlitz zu schauen, und die alle Heerscharen der Achtlosen nicht vom Pfade Deines Wohlgefallens abzubringen vermögen – versorge ihn mit dem Guten, das Du besitzest, und erhebe ihn zu solchen Höhen, daß er die Welt nur als einen Schatten betrachtet, der schneller dahinschwindet als ein Augenblick.
GEBETE 333

Bewahre ihn auch, o mein Gott, durch die Macht Deiner unermeßlichen Majestät vor allem, was Du verabscheust. Du bist wahrlich sein Herr und der Herr aller Welten.
Ruhm sei Dir, o Gott, für Deine Offenbarung der Liebe zur Menschheit. O Du, der Du unser Leben bist und unser Licht, führe Deine Diener auf Deinen Pfad, mache uns reich in Dir und frei von allem außer Dir.
O Gott, lehre uns Deine Einzigkeit und laß uns Deine Einheit erkennen, so daß wir niemanden schauen
334 GEBETE

außer Dir. Du bist der Barmherzige, der Spender reicher Gaben.
O Gott, entzünde in den Herzen Deiner Geliebten das Feuer Deiner Liebe, auf daß es die Gedanken an alles außer Dir verzehre.
Offenbare uns, o Gott, Deine erhabene Ewigkeit – daß Du immer warst und immer sein wirst und daß kein Gott ist außer Dir. Wahrlich, in Dir werden wir Trost und Kraft finden.
Ounser Gott! Wir bitten Dich beim König der Namen, dem Schöpfer von Himmel und Erde, beim Blätterrauschen des Lebensbaumes und bei
GEBETE 335

Deinem Wort, das uns aller Dinge Wirklichkeit nahebringt, gib, daß bald die Einheit, die aus der Liebe Gottes kommt, in aller Welt gestiftet werde. Leite Du uns allezeit unfehlbar hin zu dem, was wir nach Deinem Willen tun sollen, und laß uns immerdar standhaft und bereit sein, Dir ohne Zögern genauen, unbedingten Gehorsam zu leisten.
O mein Gott! Ich bitte Dich bei Deinem erhabensten Namen, hilf mir zu tun, was die Belange Deiner Diener fördert und Deine Städte erblühen läßt. Du hast wahrlich Macht über alle Dinge.
336 GEBETE

Sprich: O Gott, mein Gott! Schmücke mein Haupt mit der Krone des Rechts und meinen Tempel mit der Zier der Treue. Wahrlich, Du bist der Besitzer aller Gnadengaben.
Sprich: Verherrlicht bist Du, o mein Gott! Ich flehe Dich an bei dem Dämmerorte Deiner Zeichen und bei dem Offenbarer Deiner schlüssigen Beweise, gib, daß ich mich in jeder Lage fest an das Seil Deiner liebenden Vorsehung halte und an den Saum Deiner Großmut klammere. Zähle mich alsdann zu denen, die der Wandel und Wechsel der Welt nicht davon
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abbringen kann, Dir zu dienen und Dir die Treue zu wahren, und die der Angriff des Volkes nicht zu hindern vermag, Deinen Namen zu verherrlichen und Deinen Lobpreis zu künden. Stehe mir gnädig bei, o Herr, zu tun, was Du liebst und wünschest. Laß mich sodann vollbringen, was Deinen Namen erhöht und das Feuer Deiner Liebe entfacht.
Du bist fürwahr der Vergebende, der Freigebige.
338
GEBETE

Er ist der Barmherzige, der Allgütige! O Gott, mein Gott! Du siehst mich, Du kennst mich. Du bist mein Hafen und meine Zuflucht. Ich habe keinen gesucht und will keinen suchen denn Dich. Keinen Pfad habe ich betreten und will keinen betreten als den Pfad Deiner Liebe. In der Verzweiflung dunkler Nacht wendet sich mein Herz voll Hoffnung dem Morgen Deiner grenzenlosen Gunst zu, und zur Stunde der Morgendämmerung wird meine matte Seele erfrischt und gestärkt im Gedenken an Deine Schönheit und Vollkommenheit. Wem die Gnade Deines Erbarmens hilft, der wird,
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und wäre er nur ein Tropfen, zu einem endlosen Meer, und das kleinste Atom leuchtet dank der Ausgießung Deiner Güte gleich einem strahlenden Stern.
Birg unter Deinem Schutz, Du Geist der Reinheit, Du allgütiger Versorger, Deinen entzückten, entflammten Diener. Hilf ihm, in der Welt des Seins standhaft und fest an Deiner Liebe zu hangen, und laß diesen Vogel mit gebrochenem Flügel in Deinem göttlichen Nest auf dem himmlischen Baume Schutz und Zuflucht finden.
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Mein Gott, mein Angebeteter, mein König, meine Sehnsucht! Welche Zunge könnte meinen Dank an Dich bekunden? Ich war achtlos, Du aber erwecktest mich. Ich hatte mich von Dir abgewandt, Du aber halfest mir gnädig, daß ich mich Dir wieder zukehrte. Ich glich einem Toten, Du aber belebtest mich mit dem Wasser des Lebens. Ich war wie verdorrt, Du aber erquicktest mich mit dem himmlischen Strom Deiner Worte, die sich aus der Feder des Allbarmherzigen ergossen.
O göttliche Vorsehung! Alles Dasein ist durch Deine Gnadenfülle erzeugt; beraube es nicht der Wasser Deiner Großmut und versage ihm nicht das
GEBETE 341

Meer Deines Erbarmens. Ich bitte Dich flehentlich, stehe mir allezeit, in jeder Lage bei und hilf mir, da ich nach Deiner urewigen Gunst aus dem Himmel Deiner Gnade trachte. Du bist in Wahrheit der Herr der Großmut, der Herrscher im Reiche der Ewigkeit.
O unser Gott! Wir bitten Dich beim König der Namen, dem Schöpfer von Himmel und Erde, beim Blätterrauschen des Lebensbaumes und bei Deinem Wort, das uns aller Dinge Wirklichkeit nahebringt, gib, daß bald die Einheit, die aus der Liebe Gottes kommt, in aller Welt gestiftet werde.
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Leite Du uns allezeit unfehlbar hin zu dem, was wir nach Deinem Willen tun sollen, und laß uns immerdar standhaft und bereit sein, Dir ohne Zögern genauen, unbedingten Gehorsam zu leisten.
O Du, zu dessen Antlitz sich meine Anbetung erhebt! Deine Schönheit ist mein Heiligtum, Deine Wohnstatt mein Ziel, Dein Lobpreis meine Hoffnung, Deine Vorsehung mein Gefährte, Deine Liebe der Grund meines Seins, Dein Gedenken mein Trost, Deine Nähe mein Verlangen, Deine Gegenwart mein liebster Wunsch
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und meine höchste Sehnsucht. Darum bitte ich Dich flehentlich, versage mir nicht, was Du für die Erwählten unter Deinen Dienern bestimmt hast, und versorge mich mit allem Guten in dieser und der zukünftigen Welt.
Du bist fürwahr der König aller Menschen. Es ist kein Gott außer Dir, dem Immervergebenden, dem Großmütigsten.
QUELLENNACHWEIS
QUELLENNACHWEIS 347

Für diese Zusammenstellung verwendete Werke Bahá’u’lláhs:
Ährenlese, Hofheim 41999 Botschaften aus ‘Akká, Hofheim 1982
(zitiert als „Botschaften“)?Brief an den Sohn des Wolfes, Hofheim
21988 (zitiert als „Brief“)?Das Buch der Gewißheit — Kitáb-i-Íqán,
Hofheim 42000 (zitiert als „Íqán“) Gebete und Meditationen, Hofheim 31992
(zitiert als „Meditationen“)?Der Kitáb-i-Aqdas — Das Heiligste Buch,
Hofheim 2000 (zitiert als „Aqdas“) Gebete, offenbart von Bahá’u’lláh, Báb und ‘Abdu’l-Bahá, Hofheim 31996 (zitiert als
„Gebete“)
QUELLENNACHWEIS 349

Die Verborgenen Worte — Kalimáti-Maknúnih, revidierte Übersetzung 2001
Worte der Weisheit — Asl-i-Kullu’lKhayr, Botschaften 10:1-24
Aus dem Lawh-i-Ibn-i-Dhi’b, Brief 147 (S. 88f; Ährenlese 130), 41 (S. 36f), 45 (S. 38), 18-21 (S. 28f; Ährenlese 132:2-5)
Aus dem Kitáb-i-Íqán, Íqán 213-214 Aus der Súratu’l-Bayán, Ährenlese
128:2-6,8-9,11; 145?Aus dem Lawh-i-Muhammad Mustafá
Baghdádí, Ährenlese 146?Aus dem Lawh-i-Hikmat, Botschaften
9:3-5

350 QUELLENNACHWEIS

Aus der Tafel Ishráqát, Botschaften 8:39-43
Aus der Tafel Tarázát, Botschaften 4:8-9,11-20
Aus den Kalimát-i-Firdawsíyyih, Botschaften 6:2-4,20,25-27,38-42
Aus dem Lawh-i-Maqsúd, Botschaften 11:6-7,13,15-17,31,37
Aus der Tafel Bishárát, Botschaften 3:4-5,10,25-26
Aus dem Lawh-i-Ismu’lláhu’l-Asdaq, Ährenlese 136:1,4,6
Aus dem Lawh-i-Mírzá Haydar ‘Alí, Ährenlese 126:2,4
Aus dem Lawh-i-Dunyá, Botschaften 7:11,13-16,33-36,38-39

QUELLENNACHWEIS 351

Aus dem Lawh-i-Nabíl-i-A‘zam, Ährenlese 139:6-8
Aus dem Kitáb-i-Aqdas, Aqdas 40,43, 64,70-73,120,144,148-149,153,158
Aus verschiedenen Texten, Ährenlese 134:2-3, Botschaften 17:94-96, Ährenlese 123:1-4, Ährenlese 137:1,3-4
Aus dem Lawh-i-Aqdas, Botschaften 2:25,
Gebete, Meditationen 29,42, 132,165, 155,104,133,137,12; Gebete 24, 104,55,40; Botschaften 17:13-14; Gebete 73; Meditationen 173,166
INHALT
INHALT 355

Die Verborgenen Worte — Kalimát-i-Maknúnih 7
Worte der Weisheit — Asl-iKullu’l-Khayr 129
Aus dem Lawh-i-Ibn-i-Dhi’b?(Brief an den Sohn des Wolfes)139
Aus dem Kitáb-i-Íqán?(Das Buch der Gewißheit) 151
Aus der Súratu’l-Bayán?(Die Tafel der Darlegung) 161
Aus dem Lawh-i-Muhammad Mustafá Baghdádí?(Brief an Muhammad Mustafá Baghdádí) 175
Aus dem Lawh-i-Hikmat?(Die Tafel der Weisheit) 181

356
INHALT

Aus der Tafel Ishráqát (Die Pracht)
Aus der Tafel Tarázát (Der Schmuck)
189
197

Aus den Kalimát-i-Firdawsíyyih (Worte des Paradieses) 209
Aus dem Lawh-i-Maqsúd?(Brief an Maqsúd) 223
Aus der Tafel Bishárát?(Die frohen Botschaften) 233
Aus dem Lawh-i-Ismu’lláhu’lAsdaq (Brief an Ismu’lláhu’l-Asdaq) 241
Aus dem Lawh-i-Mírzá?Haydar ‘Alí (Brief an Mírzá Haydar ‘Alí) 247

INHALT 357

Aus dem Lawh-i-Dunyá?(Die Tafel über die Welt) 253
Aus dem Lawh-i-Nabíl-i-A‘zam (Brief an Nabíl-i-A‘zam) 267
Aus dem Kitáb-i-Aqdas?(Das Heiligste Buch) 273
Aus verschiedenen Texten 291 Aus dem Lawh-i-Aqdas
(Die heiligste Tafel) 305 Gebete 315 Quellennachweis 345 Inhalt 353
Engels — Hidden Words.txt Apart openen →
Source: Bahá'í Library Online (bahai-library.com), curated by Jonah Winters. Used by permission of the curator. Original citation: Bahá'u'lláh, Hidden Words, Wilmette, IL: Bahá'i Publishing Trust, 1985 [1927], bahai-library.com.
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Hidden Words

Bahá'u'lláh

Shoghi Effendi, translator

Wilmette, IL: Bahá'i Publishing Trust, 1985 [1927]
original date

1857-1858 (1274 A.H)

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Conclusion

Part I—From the Arabic

Preamble ("This is that which hath descended")

1 ("My first counsel is this")

2 ("The best beloved of all things")

3 ("Veiled in My immemorial being")

4 ("I loved thy creation")

5 ("Love Me, that I may love thee")

6 ("Thy Paradise is My love")

7 ("If thou lovest Me")

8 ("There is no peace for thee")

9 ("My love is My stronghold")

10 ("Thou art My stronghold")

11 ("Thou art My lamp")

12 ("With the hands of power")

13 ("I created thee rich")

14 ("Thou art My dominion")

15 ("Turn thy face unto Mine")

16 ("Forget all save Me")

17 ("Be thou content with Me ")

18 ("Ask not of Me")

19 ("I have breathed within thee")

20 ("My claim on thee is great")

21 ("Upon the tree of effulgent glory")

22 ("Noble have I created thee")

23 ("To the eternal I call thee")

24 ("Transgress not thy limits")

25 ("Vaunt not thyself over the poor")

26 ("How couldst thou forget thine own faults ")

27 ("Breathe not the sins of others ")

28 ("Know thou of a truth")

29 ("Ascribe not to any soul")

30 ("Deny not My servant should he ask")

31 ("Bring thyself to account each day")

32 ("I have made death a messenger of joy ")

33 ("With the joyful tidings of light")

34 ("The spirit of holiness beareth unto thee")

35 ("Sorrow not save that thou art far")

36 ("Rejoice in the gladness of thine heart")

37 ("Divest not thyself of My beauteous robe")

38 ("Walk in My statutes for love of Me")

39 ("Neglect not My commandments")

40 ("Wert thou to speed through the immensity")

41 ("Magnify My cause")

42 ("Humble thyself before Me")

43 ("Make mention of Me on My earth")

44 ("Thy hearing is My hearing")

45 ("Seek a martyr's death in My path")

46 ("Ponder and reflect. Is it thy wish to die")

47 ("By My beauty! To tinge thy hair")

48 ("For everything there is a sign")

49 ("The true lover yearneth for tribulation")

50 ("If adversity befall thee not in My path")

51 ("My calamity is My providence")

52 ("Should prosperity befall thee")

53 ("If poverty overtake thee, be not sad")

54 ("If thine heart be set upon this eternal")

55 ("Busy not thyself with this world")

56 ("Thou dost wish for gold")

57 ("Bestow My wealth upon My poor")

58 ("The temple of being is My throne")

59 ("Thy heart is My home; sanctify it")

60 ("Put thy hand into My bosom")

61 ("Ascend unto My heaven")

62 ("Many a day hath passed over thee")

63 ("The light hath shone on thee")

64 ("My eternity is My creation")

65 ("My majesty is My gift to thee")

66 ("Ye shall be hindered from loving Me")

67 ("By My spirit and by My favor!")

68 ("Know ye not why We created you")

69 ("Ye are My treasury")

70 ("Know thou, that I have wafted unto thee")

71 ("Write all that We have revealed unto thee")

Part II—From the Persian

Preamble ("In the Name of the Lord")

1 ("The first call of the Beloved")

2 ("The bird seeketh its nest")

3 ("In the garden of thy heart")

4 ("Whither can a lover go")

5 ("Verily I say unto thee")

6 ("Know, verily, the heart wherein")

7 ("Thou art but one step away")

8 ("Be swift in the path of holiness")

9 ("Pass beyond the baser stages")

10 ("Give ear unto this")

11 ("Blind thine eyes")

12 ("Close one eye and open the other")

13 ("I fear lest, bereft of the melody")

14 ("Abandon not the everlasting beauty")

15 ("The time cometh, when the nightingale")

16 ("Myriads of mystic tongues find utterance")

17 ("The gates that open on the Placeless")

18 ("Proclaim unto the children of assurance")

19 ("Have ye forgotten that true and radiant")

20 ("Ages have passed and your precious lives")

21 ("I desire communion with thee")

22 ("The learned and the wise")

23 ("Mortal blasts have beset")

24 ("Wherefore do ye wear the guise")

25 ("Ye are like clear but bitter water")

26 ("Ponder awhile. Hast thou ever heard ")

27 ("All that is in heaven and earth")

28 ("At many a dawn have I turned")

29 ("Out of the wastes of nothingness")

30 ("Many a dawn hath the breeze")

31 ("Wouldst thou have Me")

32 ("The candle of thine heart")

33 ("Hearken to the delightsome words")

34 ("With the hands of loving-kindness")

35 ("Quench ye the lamp of error")

36 ("The wise are they that speak not")

37 ("Abandon not for that which perisheth")

38 ("Burst thy cage asunder")

39 ("Be not content with the ease")

40 ("Free thyself from the fetters")

41 ("Didst thou behold immortal sovereignty")

42 ("Purge thy heart from malice")

43 ("Walk ye in the ways of the good pleasure")

44 ("Hear no evil, and see no evil")

45 ("Even as the swiftness of lightning")

46 ("Wherefore have ye neglected")

47 ("Put away the garment of vainglory")

48 ("Be forbearing one with another")

49 ("Tell the rich of the midnight sighing")

50 ("Put away all covetousness")

51 ("Be not troubled in poverty")

52 ("Ye have suffered My enemy")

53 ("Know ye in thruth that wealth")

54 ("The poor in your midst are My trust")

55 ("Cleanse thyself from the defilement")

56 ("The company of the ungodly")

57 ("Beware! Walk not with the ungodly")

58 ("Wouldst thou seek the grace")

59 ("Think not the secrets of hearts")

60 ("Verily I say, whatsoever ye have concealed")

61 ("A dewdrop out of the fathomless ocean")

62 ("Turn not away thine eyes")

63 ("Know, verily, that an unforeseen calamity")

64 ("Withdraw your hands from tyranny")

65 ("My forbearance hath emboldened you")

66 ("The tongue I have designed")

67 ("Know, verily, that while the radiant dawn")

68 ("Wherefore have not these soiled hands")

69 ("Holy words and pure and goodly deeds")

70 ("Pleasant is the realm of being")

71 ("Call ye to mind that covenant")

72 ("Thou art even as a finely tempered sword")

73 ("Thou art the daystar of the heavens")

74 ("For a fleeting sovereignty ye have")

75 ("Set not your affections on mortal")

76 ("Guidance hath ever been given by words")

77 ("In the night-season the beauty of the ")

78 ("Quaff from the tongue of the merciful")

79 ("How long wilt thou soar in the realms")

80 ("Ye are the trees of My garden")

81 ("The basest of men are they that yield no")

82 ("The best of men are they that earn")

Conclusion ("The mystic and wondrous Bride")

Part I

From the Arabic

He is the Glory of Glories

This is that which hath descended from the realm of glory, uttered by the
tongue of power and might, and revealed unto the Prophets of old. We have
taken the inner essence thereof and clothed it in the garment of brevity,
as a token of grace unto the righteous, that they may stand faithful unto
the Covenant of God, may fulfil in their lives His trust, and in the realm
of spirit obtain the gem of Divine virtue.

1. O SON OF SPIRIT!

My first counsel is this: Possess a pure, kindly and radiant heart, that thine
may be a sovereignty ancient, imperishable and everlasting.

2. O SON OF SPIRIT!

The best beloved of all things in My sight is Justice; turn not away therefrom
if thou desirest Me, and neglect it not that I may confide in thee. By its aid
thou shalt see with thine own eyes and not through the eyes of others, and
shalt know of thine own knowledge and not the knowledge of thy neighbour.
Ponder this in thy heart how it behoveth thee to be. Verily justice is My gift
to thee and the sign of My loving kindness. Set it then before thine eyes.

3. O SON OF MAN!

Veiled in My immemorial being and in the ancient eternity of My essence, I knew
My love for thee: therefore I created thee, have engraved on thee Mine image
and revealed to thee My beauty.

4. O SON OF MAN!

I loved thy creation, hence I created thee. Wherefore, do thou love Me, that I
may name thy name and fill thy soul with the spirit of life.

5. O SON OF BEING!

Love Me, that I may love thee. If thou lovest Me not, My love can in no wise
reach thee. Know this, O servant.

6. O SON OF BEING!

Thy Paradise is My love; thy heavenly home, reunion with Me. Enter therein and
tarry not. This is that which hath been destined for thee in Our kingdom above
and Our exalted dominion.

7. O SON OF MAN!

If thou lovest Me, turn away from thyself; and if thou seekest My pleasure,
regard not thine own; that thou mayest die in Me and I may eternally live in
thee.

8. O SON OF SPIRIT!

There is no peace for thee save by renouncing thyself and turning unto Me; for
it behoveth thee to glory in My name, not thine own; to put thy trust in Me
and not in thyself, since I desire to be loved alone and above all that is.

9. O SON OF BEING!

My love is My stronghold; he that entereth therein is safe and secure, and he
that turneth away shall surely stray and perish.

10. O SON OF UTTERANCE!

Thou art My stronghold; enter therein that thou mayest abide in safety. My love
is in thee, know it, that thou mayest find Me near unto thee.

11. O SON OF BEING!

Thou art My lamp and My light is in thee. Get thou from it thy radiance and
seek none other than Me. For I have created thee rich and have bountifully
shed My favour upon thee.

12. O SON OF BEING!

With the hands of power I made thee and with the fingers of strength I created
thee; and within thee have I placed the essence of My light. Be thou content
with it and seek naught else, for My work is perfect and My command is
binding. Question it not, nor have a doubt thereof.

13. O SON OF SPIRIT!

I created thee rich, why dost thou bring thyself down to poverty? Noble I made
thee, wherewith dost thou abase thyself? Out of the essence of knowledge I gave
thee being, why seekest thou enlightenment from anyone beside Me? Out of the
clay of love I molded thee, how dost thou busy thyself with another? Turn thy sight unto thyself,
that thou mayest find
Me standing within thee, mighty, powerful and self-subsisting.

14. O SON OF MAN!

Thou art My dominion and My dominion perisheth not, wherefore fearest thou thy
perishing? Thou art My light and My light shall never be extinguished, why dost
thou dread extinction? Thou art My glory and My glory fadeth not; thou art My
robe and My robe shall never be outworn. Abide then in thy love for Me, that
thou mayest find Me in the realm of glory.

15. O SON OF UTTERANCE!

Turn thy face unto Mine and renounce all save Me; for My sovereignty endureth
and My dominion perisheth not. If thou seekest another than Me, yea, if thou
searchest the universe for evermore, thy quest will be in vain.

16. O SON OF LIGHT!

Forget all save Me and commune with My spirit. This is of the essence of My
command, therefore turn unto it.

17. O SON OF MAN!

Be thou content with Me and seek no other helper. For none but Me can ever
suffice thee.

18. O SON OF SPIRIT!

Ask not of Me that which We desire not for thee, then be content with what We
have ordained for thy sake, for this is that which profiteth thee, if therewith
thou dost content thyself.

19. O SON OF THE WONDROUS VISION!

I have breathed within thee a breath of My own Spirit, that thou mayest be My
lover. Why hast thou forsaken Me and sought a beloved other than Me?

20. O SON OF SPIRIT!

My claim on thee is great, it cannot be forgotten. My grace to thee is
plenteous, it cannot be veiled. My love has made in thee its home, it cannot be
concealed. My light is manifest to thee, it cannot be obscured.

21. O SON OF MAN!

Upon the tree of effulgent glory I have hung for thee the choicest fruits,
wherefore hast thou turned away and contented thyself with that which is less
good? Return then unto that which is better for thee in the realm on high.

22. O SON OF SPIRIT!

Noble I created thee, yet thou hast abased thyself. Rise then unto that for which
thou wast created.

23. O SON OF THE SUPREME!

To the eternal I call thee, yet thou dost seek that which perisheth. What hath
made thee turn away from Our desire and seek thine own?

24. O SON OF MAN!

Transgress not thy limits, nor claim that which beseemeth thee not. Prostrate
thyself before the countenance of thy God, the Lord of might and power.

25. O SON OF SPIRIT!

Vaunt not thyself over the poor, for I lead him on his way and behold thee in
thy evil plight and confound thee for evermore.

26. O SON OF BEING!

How couldst thou forget thine own faults and busy thyself with the faults of
others? Whoso doeth this is accursed of Me.

27. O SON OF MAN!

Breathe not the sins of others so long as thou art thyself a sinner. Shouldst
thou transgress this command, accursed wouldst thou be, and to this I bear
witness.

28. O SON OF SPIRIT!

Know thou of a truth: He that biddeth men be just and himself committeth
iniquity is not of Me, even though he bear My name.

29. O SON OF BEING!

Ascribe not to any soul that which thou wouldst not have ascribed to thee, and
say not that which thou doest not. This is My command unto thee, do thou
observe it.

30. O SON OF MAN!

Deny not My servant should he ask anything from thee, for his face is My face;
be then abashed before Me.

31. O SON OF BEING!

Bring thyself to account each day ere thou art summoned to a reckoning: for
death, unheralded, shall come upon thee and thou shalt be called to give
account for thy deeds.

32. O SON OF THE SUPREME!

I have made death a messenger of joy to thee. Wherefore dost thou grieve? I
made the light to shed on thee its splendour. Why dost thou veil thyself
therefrom?

33. O SON OF SPIRIT!

With the joyful tidings of light I hail thee: rejoice! To the court of holiness
I summon thee; abide therein that thou mayest live in peace for evermore.

34. O SON OF MAN!

The spirit of holiness beareth unto thee the joyful
tidings of reunion; wherefore dost thou
grieve? The spirit of power confirmeth thee
in His cause; why dost thou veil thyself? The light
of His countenance doth lead thee; how canst
thou go astray?

35. O SON OF MAN!

Sorrow not save that thou art far from Us. Rejoice not save that thou art
drawing near and returning unto Us.

36. O SON OF MAN!

Rejoice in the gladness of thine heart, that thou mayest be worthy to meet Me
and to mirror forth My beauty.

37. O SON OF MAN!

Divest not thyself of My beauteous robe, and forfeit not thy portion from My
wondrous fountain, lest thou shouldst thirst for evermore.

38. O SON OF BEING!

Walk in My statutes for love of Me and deny thyself that which thou desirest if
thou seekest My pleasure.

39. O SON OF MAN!

Neglect not My commandments if thou lovest My beauty, and forget not My
counsels if thou wouldst attain My good pleasure.

40. O SON OF MAN!

Wert thou to speed through the immensity of space and traverse the expanse of
heaven, yet thou wouldst find no rest save in submission to Our command and
humbleness before Our Face.

41. O SON OF MAN!

Magnify My cause that I may reveal unto thee the mysteries of My greatness and
shine upon thee with the light of eternity.

42. O SON OF MAN!

Humble thyself before Me, that I may graciously visit thee. Arise for the
triumph of My cause, that while yet on earth thou mayest obtain the victory.

43. O SON OF BEING!

Make mention of Me on My earth, that in My heaven I may remember thee, thus
shall Mine eyes and thine be solaced.

44. O SON OF THE THRONE!

Thy hearing is My hearing, hear thou therewith. Thy sight is My sight, do thou
see therewith, that in thine inmost soul thou mayest testify unto My exalted
sanctity, and I within Myself may bear witness unto an exalted station for
thee.

45. O SON OF BEING!

Seek a martyr's death in My path, content with My pleasure and thankful for
that which I ordain, that thou mayest repose with Me beneath the canopy of
majesty behind the tabernacle of glory.

46. O SON OF MAN!

Ponder and reflect. Is it thy wish to die upon thy bed, or to shed thy
life-blood on the dust, a martyr in My path, and so become the manifestation
of My command and the revealer of My light in the highest paradise? Judge thou
aright, O servant!

47. O SON OF MAN!

By My beauty! To tinge thy hair with thy blood is greater in My sight than the
creation of the universe and the light of both worlds. Strive then to attain
this, O servant!

48. O SON OF MAN!

For everything there is a sign. The sign of love is fortitude under My decree
and patience under My trials.

49. O SON OF MAN!

The true lover yearneth for tribulation even as doth the rebel for forgiveness
and the sinful for mercy.

50. O SON OF MAN!

If adversity befall thee not in My path, how canst thou walk in the ways of
them that are content with My pleasure? If trials afflict thee not in thy
longing to meet Me, how wilt thou attain the light in thy love for My beauty?

51. O SON OF MAN!

My calamity is My providence, outwardly it is fire and vengeance, but inwardly
it is light and mercy. Hasten thereunto that thou mayest become an eternal
light and an immortal spirit. This is My command unto thee, do thou observe
it.

52. O SON OF MAN!

Should prosperity befall thee, rejoice not and should abasement come upon thee,
grieve not, for both shall pass away and be no more.

53. O SON OF BEING!

If poverty overtake thee, be not sad; for in time the Lord of wealth shall
visit thee. Fear not abasement, for glory shall one day rest on thee.

54. O SON OF BEING!

If thine heart be set upon this eternal, imperishable dominion, and this
ancient, everlasting life, forsake this mortal and fleeting sovereignty.

55. O SON OF BEING!

Busy not thyself with this world, for with fire We test the gold and with gold
We test Our servants.

56. O SON OF MAN!

Thou dost wish for gold and I desire thy freedom from it. Thou thinkest thyself
rich in its possession, and I recognize thy wealth in thy sanctity therefrom.
By My life! This is My knowledge, and that is thy fancy; how can My way accord
with thine?

57. O SON OF MAN!

Bestow My wealth upon My poor, that in heaven thou mayest draw from stores of
unfading splendour and treasures of imperishable glory. But by My life! To
offer up thy soul is a more glorious thing couldst thou but see with Mine eye.

58. O SON OF MAN!

The temple of being is My throne; cleanse it of all things, that there I may be
established and there I may abide.

59. O SON OF BEING!

Thy heart is my home; sanctify it for My descent. Thy spirit is My place of
revelation; cleanse it for My manifestation.

60. O SON OF MAN!

Put thy hand into My bosom, that I may arise above thee, radiant and
resplendent.

61. O SON OF MAN!

Ascend unto My heaven, that thou mayest obtain the joy of reunion, and from the
chalice of imperishable glory quaff the peerless wine.

62. O SON OF MAN!

Many a day hath passed over thee whilst thou hast busied thyself with thy
fancies and idle imaginings. How long art thou to slumber on thy bed? Lift up
thy head from slumber, for the Sun has risen to the zenith, haply it may shine
upon thee with the light of beauty.

63. O SON OF MAN!

The light hath shone on thee from the horizon of the sacred Mount and the
spirit of enlightenment hath breathed in the Sinai of thy heart. Wherefore,
free thyself from the veils of idle fancies and enter into My court, that thou
mayest be fit for everlasting life and worthy to meet Me. Thus may death not
come upon thee, neither weariness nor trouble.

64. O SON OF MAN!

My eternity is My creation, I have created it for thee. Make it the garment of
thy temple. My unity is My handiwork; I have wrought it for thee; clothe
thyself therewith, that thou mayest be to all eternity the revelation of My
everlasting being.

65. O SON OF MAN!

My majesty is My gift to thee, and My grandeur the token of My mercy unto thee.
That which beseemeth Me none shall understand, nor can any one recount. Verily,
I have preserved it in My hidden storehouses and in the treasuries of My
command, as a sign of My loving-kindness unto My servants and My mercy unto My
people.

66. O CHILDREN OF THE DIVINE AND INVISIBLE ESSENCE!

Ye shall be hindered from loving Me and souls shall be perturbed as they make
mention of Me. For minds cannot grasp Me nor hearts contain Me.

67. O SON OF BEAUTY!

By My spirit and by My favour! By My mercy and by My beauty! All that I have
revealed unto thee with the tongue of power, and have written for thee with the
pen of might, hath been in accordance with thy capacity and understanding, not
with My state and the melody of My voice.

68. O CHILDREN OF MEN!

Know ye not why We created you all from the same dust? That no one should exalt
himself over the other. Ponder at all times in your hearts how ye were created.
Since We have created you all from one same substance it is incumbent on you to
be even as one soul, to walk with the same feet, eat with the same mouth and
dwell in the same land, that from your inmost being, by your deeds and
actions, the signs of oneness and the essence of detachment may be made
manifest. Such is My counsel to you, O concourse of light! Heed ye this
counsel that ye may obtain the fruit of holiness from the tree of wondrous
glory.

69. O YE SONS OF SPIRIT!

Ye are My treasury, for in you I have treasured the pearls of My mysteries and
the gems of My knowledge. Guard them from the strangers amidst My servants and
from the ungodly amongst My people.

70. O SON OF HIM THAT STOOD BY HIS OWN ENTITY IN THE KINGDOM OF HIS SELF!

Know thou, that I have wafted unto thee all the fragrances of holiness, have
fully revealed to thee My word, have perfected through thee My bounty and have
desired for thee that which I have desired for My Self. Be then content with
My pleasure and thankful unto Me.

71. O SON OF MAN!

Write all that We have revealed unto thee with the ink of light upon the tablet
of thy spirit. Should this not be in thy power, then make thine ink of the
essence of thy heart. If this thou canst not do, then write with that crimson
ink that hath been shed in My path. Sweeter indeed is this to Me than all
else, that its light may endure for ever.

Part II

From the Persian

In the Name of the Lord of Utterance, the Mighty.

1. O YE PEOPLE THAT HAVE MINDS TO KNOW AND EARS TO HEAR!

The first call of the Beloved is this: O mystic nightingale! Abide not but in
the rose-garden of the spirit. O messenger of the Solomon of love! Seek thou
no shelter except in the Sheba of the well-beloved, and O immortal phoenix!
dwell not save on the mount of faithfulness. Therein is thy habitation, if on
the wings of thy soul thou soarest to the realm of the infinite and seekest to
attain thy goal.

2. O SON OF SPIRIT!

The bird seeketh its nest; the nightingale the charm of the rose; whilst those
birds, the hearts of men, content with transient dust, have strayed far from
their eternal nest, and with eyes turned towards the slough of heedlessness
are bereft of the glory of the divine presence. Alas! How strange and pitiful;
for a mere cupful, they have turned away from the billowing seas of the Most
High, and remained far from the most effulgent horizon.

3. O FRIEND!

In the garden of thy heart plant naught but the rose of love, and from the
nightingale of affection and desire loosen not thy hold. Treasure the
companionship of the righteous and eschew all fellowship with the ungodly.

4. O SON OF JUSTICE!

Whither can a lover go but to the land of his beloved? And what seeker findeth
rest away from his heart's desire? To the true lover reunion is life, and
separation is death. His breast is void of patience and his heart hath no
peace. A myriad lives he would forsake to hasten to the abode of his beloved.

5. O SON OF DUST!

Verily I say unto thee: Of all men the most negligent is he that disputeth idly
and seeketh to advance himself over his brother. Say, O brethren! Let deeds,
not words, be your adorning.

6. O SON OF EARTH!

Know, verily, the heart wherein the least remnant of envy yet lingers, shall
never attain My everlasting dominion, nor inhale the sweet savours of holiness
breathing from My kingdom of sanctity.

7. O SON OF LOVE!

Thou art but one step away from the glorious heights above and from the
celestial tree of love. Take thou one pace and with the next advance into the
immortal realm and enter the pavilion of eternity. Give ear then to that which
hath been revealed by the pen of glory.

8. O SON OF GLORY!

Be swift in the path of holiness, and enter the heaven of communion with Me.
Cleanse thy heart with the burnish of the spirit, and hasten to the court of
the Most High.

9. O FLEETING SHADOW!

Pass beyond the baser stages of doubt and rise to the exalted heights of
certainty. Open the eye of truth, that thou mayest behold the veilless beauty
and exclaim: Hallowed be the Lord, the most excellent of all creators!

10. O SON OF DESIRE!

Give ear unto this: Never shall mortal eye recognize the everlasting beauty,
nor the lifeless heart in aught but in the withered bloom. For like seeketh
like, and taketh pleasure in the company of its kind.

11. O SON OF DUST!

Blind thine eyes, that thou mayest behold My beauty; stop thine ears, that thou
mayest hearken unto the sweet melody of My voice; empty thyself of all
learning, that thou mayest partake of My knowledge; and sanctify thyself from
riches, that thou mayest obtain a lasting share from the ocean of My eternal
wealth. Blind thine eyes, that is, to all save My beauty;
stop thine ears to all save My word;
empty thyself of all
learning save the knowledge of Me; that with a clear vision, a pure heart and
an attentive ear thou mayest enter the court of My holiness.

12. O MAN OF TWO VISIONS!

Close one eye and open the other. Close one to the world and all that is
therein, and open the other to the hallowed beauty of the Beloved.

13. O MY CHILDREN!

I fear lest, bereft of the melody of the dove of heaven, ye will sink back to
the shades of utter loss, and, never having gazed upon the beauty of the rose,
return to water and clay.

14. O FRIENDS!

Abandon not the everlasting beauty for a beauty that must die, and set not your
affections on this mortal world of dust.

15. O SON OF SPIRIT!

The time cometh, when the nightingale of holiness will no longer unfold the
inner mysteries and ye will all be bereft of the celestial melody and the
voice from on high.

16. O ESSENCE OF NEGLIGENCE!

Myriads of mystic tongues find utterance in one speech, and myriads of hidden
mysteries are revealed in a single melody; yet, alas, there is no ear to hear,
nor heart to understand.

17. O COMRADES!

The gates that open on the Placeless stand wide and the habitation of the loved
one is adorned with the lovers' blood, yet all but a few remain bereft of
this celestial city, and even of these few, none but the smallest handful hath
been found with a pure heart and sanctified spirit.

18. O YE DWELLERS IN THE HIGHEST PARADISE!

Proclaim unto the children of assurance that within the realms of holiness,
nigh unto the celestial paradise, a new garden hath appeared, round which
circle the denizens of the realm on high and the immortal dwellers of the
exalted paradise. Strive, then, that ye may attain that station, that ye may
unravel the mysteries of love from its wind-flowers and learn the secret of
divine and consummate wisdom from its eternal fruits. Solaced are the eyes of
them that enter and abide therein!

19. O MY FRIENDS!

Have ye forgotten that true and radiant morn, when in those hallowed and
blessed surroundings ye were all gathered in My presence beneath the shade of
the tree of life, which is planted in the all-glorious paradise? Awe-struck ye
listened as I gave utterance to these three most holy words: O friends! Prefer
not your own will to Mine, never desire that which I have not desired for you,
and approach Me not with lifeless hearts, defiled with worldly desires and
cravings. Would ye but

sanctify your souls, ye would at this present hour recall that place and
those surroundings, and the truth of My utterance should be made evident
unto all of you.

In the eighth of the most holy lines, in the fifth Tablet of Paradise, He
saith:

20. O YE THAT ARE LYING AS DEAD ON THE COUCH OF HEEDLESSNESS!

Ages have passed and your precious lives are well-nigh ended, yet not a single
breath of purity hath reached Our court of holiness from you. Though immersed
in the ocean of misbelief, yet with your lips ye profess the one true faith of
God. Him whom I abhor ye have loved, and of My foe ye have made a friend.
Notwithstanding, ye walk on My earth complacent and self-satisfied, heedless
that My earth is weary of you and everything within it shunneth you. Were ye
but to open your eyes, ye would, in truth, prefer a myriad griefs unto this
joy, and would count death itself better than this life.

21. O MOVING FORM OF DUST!

I desire communion with thee, but thou wouldst put no trust in Me. The sword of
thy rebellion hath felled the tree of thy hope. At all times I am near unto
thee, but thou art ever far from Me. Imperishable glory I have chosen for
thee, yet boundless shame thou hast chosen for thyself. While there is yet
time, return, and lose not thy chance.

22. O SON OF DESIRE!

The learned and the wise have for long years striven and failed to attain the
presence of the All-Glorious; they have spent their lives in search of Him, yet
did not behold the beauty of His countenance. Thou without the least effort
didst attain thy goal, and without search hast obtained the object of thy
quest. Yet, notwithstanding, thou didst remain so wrapt in the veil of self,
that thine eyes beheld not the beauty of the Beloved, nor did thy hand touch
the hem of His robe. Ye that have eyes behold and wonder.

23. O DWELLERS IN THE CITY OF LOVE!

Mortal blasts have beset the everlasting candle, and the beauty of the
celestial Youth is veiled in the darkness of dust. The chief of the monarchs
of love is wronged by the people of tyranny and the dove of holiness lies
prisoned in the talons of owls. The dwellers in the pavilion of glory and the
celestial concourse bewail and lament, while ye repose in the realm of
negligence, and esteem yourselves as of the true friends. How vain are your
imaginings!

24. O YE THAT ARE FOOLISH, YET HAVE A NAME TO BE WISE!

Wherefore do ye wear the guise of shepherds, when inwardly ye have become
wolves, intent upon My flock? Ye are even as the star, which riseth ere the
dawn, and which, though it seem radiant and luminous, leadeth the wayfarers of
My city astray into the paths of perdition.

25. O YE SEEMING FAIR YET INWARDLY FOUL!

Ye are like clear but bitter water, which to outward seeming is crystal pure but of
which, when tested by the divine Assayer, not a drop is accepted. Yea, the
sunbeam falls alike upon the dust and the mirror, yet differ they in reflection
even as doth the star from the earth: nay, immeasurable is the difference!

26. O MY FRIEND IN WORD!

Ponder awhile. Hast thou ever heard that friend and foe should abide in one
heart? Cast out then the stranger, that the Friend may enter His home.

27. O SON OF DUST!

All that is in heaven and earth I have ordained for thee, except the human
heart, which I have made the habitation of My beauty and glory; yet thou didst
give My home and dwelling to another than Me; and whenever the manifestation
of My holiness sought His own abode, a stranger found He there, and, homeless,
hastened unto the sanctuary of the Beloved. Notwithstanding I have concealed
thy secret and desire not thy shame.

28. O ESSENCE OF DESIRE!

At many a dawn have I turned from the realms of the Placeless unto thine abode,
and found thee on the bed of ease busied with others than Myself. Thereupon,
even as the flash of the spirit, I returned to the realms of celestial glory
and breathed it not in My retreats above unto the hosts of holiness.

29. O SON OF BOUNTY!

Out of the wastes of nothingness, with the clay of My command I made thee to
appear, and have ordained for thy training every atom in existence the essence
of all created things. Thus, ere thou didst issue from thy mother's womb, I
destined for thee two founts of gleaming milk, eyes to watch over thee, and
hearts to love thee. Out of My loving-kindness, 'neath the shade of My mercy I
nurtured thee, and guarded thee by the essence of My grace and favour. And My
purpose in all this was that thou mightest attain My everlasting dominion and
become worthy of My invisible bestowals. And yet heedless thou didst remain,
and when fully grown, thou didst neglect all My bounties and occupied thyself
with thine idle imaginings, in such wise that thou didst become wholly
forgetful, and, turning away from the portals of the Friend, didst abide
within the courts of My enemy.

30. O BOND SLAVE OF THE WORLD!

Many a dawn hath the breeze of My loving-kindness wafted over thee and found
thee upon the bed of heedlessness fast asleep. Bewailing then thy plight it
returned whence it came.

31. O SON OF EARTH!

Wouldst thou have Me, seek none other than Me; and wouldst thou gaze upon My
beauty, close thine eyes to the world and all that is therein; for My will and
the will of another than Me, even as fire and water, cannot dwell together in
one heart.

32. O BEFRIENDED STRANGER!

The candle of thine heart is lighted by the hand of My power, quench it not
with the contrary winds of self and passion. The healer of all thine ills is
remembrance of Me, forget it not. Make My love thy treasure and cherish it
even as thy very sight and life.

33. O MY BROTHER!

Hearken to the delightsome words of My honeyed tongue, and quaff the stream of
mystic holiness from My sugar-shedding lips. Sow the seeds of My divine wisdom
in the pure soil of thy heart, and water them with the water of certitude, that
the hyacinths of My knowledge and wisdom may spring up fresh and green in the
sacred city of thy heart.

34. O DWELLERS OF MY PARADISE!

With the hands of loving-kindness I have planted in the holy garden of paradise
the young tree of your love and friendship, and have watered it with the
goodly showers of My tender grace; now that the hour of its fruiting is come,
strive that it may be protected, and be not consumed with the flame of desire
and passion.

35. O MY FRIENDS!

Quench ye the lamp of error, and kindle within your hearts the everlasting
torch of divine guidance. For ere long the assayers of mankind shall, in the
holy presence of the Adored, accept naught but purest virtue and deeds of
stainless holiness.

36. O SON OF DUST!

The wise are they that speak not unless they obtain a hearing, even as the
cup-bearer, who proffereth not his cup till he findeth a seeker, and the
lover who crieth not out from the depths of his heart until he gazeth upon
the beauty of his beloved. Wherefore sow the seeds of wisdom and knowledge in
the pure soil of the heart, and keep them hidden, till the hyacinths of
divine wisdom spring from the heart and not from mire and clay.

In the first line of the Tablet is recorded and written, and within the
sanctuary of the tabernacle of God is hidden:

37. O MY SERVANT!

Abandon not for that which perisheth an everlasting dominion, and cast not away
celestial sovereignty for a worldly desire. This is the river of everlasting
life that hath flowed from the well-spring of the pen of the merciful; well is
it with them that drink!

38. O SON OF SPRIT!

Burst thy cage asunder, and even as the phoenix of love soar into the firmament
of holiness. Renounce thyself and, filled with the spirit of mercy, abide in
the realm of celestial sanctity.

39. O OFFSPRING OF DUST!

Be not content with the ease of a passing day, and deprive not thyself of
everlasting rest. Barter not the garden of eternal delight for the dust-heap
of a mortal world. Up from thy prison ascend unto the glorious meads above,
and from thy mortal cage wing thy flight unto the paradise of the Placeless.

40. O MY SERVANT!

Free thyself from the fetters of this world, and loose thy Soul from the prison
of self. Seize thy chance, for it will come to thee no more.

41. O SON OF MY HANDMAID!

Didst thou behold immortal sovereignty, thou wouldst strive to pass from this
fleeting world. But to conceal the one from thee and to reveal the other is a
mystery which none but the pure in heart can comprehend.

42. O MY SERVANT!

Purge thy heart from malice and, innocent of envy, enter the divine court of holiness.

43. O MY FRIENDS!

Walk ye in the ways of the good pleasure of the Friend, and know that His
pleasure is in the pleasure of His creatures. That is: no man should enter the
house of his friend save at his friend's pleasure, nor lay hands upon his
treasures nor prefer his own will to his friend's, and in no wise seek an
advantage over him. Ponder this, ye that have insight!

44. O COMPANION OF MY THRONE!

Hear no evil, and see no evil, abase not thyself, neither sigh nor weep. Speak
no evil, that thou mayest not hear it spoken unto thee, and magnify not the
faults of others that thine own faults may not appear great; and wish not the
abasement of anyone, that thine own abasement be not exposed. Live then the
days of thy life, that are less than a fleeting moment, with thy mind
stainless, thy heart unsullied, thy thoughts pure, and thy nature sanctified,
so that, free and content, thou mayest put away this mortal frame, and repair
unto the mystic paradise and abide in the eternal kingdom for evermore.

45. ALAS! ALAS! O LOVERS OF WORLDLY DESIRE!

Even as the swiftness of lightning ye have passed by the Beloved One, and have
set your hearts on satanic fancies. Ye bow the knee before your vain
imaginings, and call it truth. Ye turn your eyes towards the thorn, and name
it a flower. Not a pure breath have ye breathed, nor hath the breeze of
detachment been wafted from the meadows of your hearts. Ye have cast to the
winds the loving counsels of the Beloved and have effaced them utterly from
the tablet of your hearts, and even as the beasts of the field, ye move and
have your being within the pastures of desire and passion.

46. O BRETHREN IN THE PATH!

Wherefore have ye neglected the mention of the loved one, and kept remote from
His holy presence? The essence of beauty is within the peerless pavilion, set
upon the throne of glory, whilst ye busy yourselves with idle contentions. The
sweet savours of holiness are breathing and the breath of bounty is wafted,
yet ye are all sorely afflicted and deprived thereof. Alas for you and for
them that walk in your ways and follow in your footsteps!

47. O CHILDREN OF DESIRE!

Put away the garment of vainglory, and divest yourselves of the attire of
haughtiness.

In the third of the most holy lines writ and recorded in the Ruby Tablet by
the pen of the unseen this is revealed:

48. O BRETHREN!

Be forbearing one with another and set not your affection on things below.
Pride not yourselves in your glory, and be not ashamed of abasement. By My
beauty! I have created all things from dust, and to dust will I return them
again.

49. O CHILDREN OF DUST!

Tell the rich of the midnight sighing of the poor, lest heedlessness lead them
into the path of destruction, and deprive them of the Tree of Wealth. To give
and to be generous are attributes of Mine; well is it with him that adorneth
himself with My virtues.

50. O QUINTESSENCE OF PASSION!

Put away all covetousness and seek contentment; for the covetous hath ever been
deprived, and the contented hath ever been loved and praised.

51. O SON OF MY HANDMAID!

Be not troubled in poverty nor confident in riches, for poverty is followed by
riches, and riches are followed by poverty. Yet to be poor in all save God is a
wondrous gift, belittle not the value thereof, for in the end it will make thee
rich in God, and thus thou shalt know the meaning of the utterance, "In truth
ye are the poor," and the holy words, "God is the all-possessing," shall even
as the true morn break forth gloriously resplendent upon the horizon of the
lover's heart, and abide secure on the throne of wealth.

52. O CHILDREN OF NEGLIGENCE AND PASSION!

Ye have suffered My enemy to enter My house and have cast out My friend, for ye
have enshrined the love of another than Me in your hearts. Give ear to the
sayings of the Friend and turn towards His paradise. Worldly friends, seeking
their own good, appear to love one the other, whereas the true Friend has
loved and doth love you for your own sakes; indeed He hath suffered for your
guidance countless afflictions. Be not disloyal to such a Friend, nay rather
hasten unto Him. Such is the day-star of the word of truth and faithfulness,
that hath dawned above the horizon of the pen of the Lord of all names. Open
your ears that ye may hearken unto the word of God, the Help in peril, the
Self-existent.

53. O YE THAT PRIDE YOURSELVES ON MORTAL RICHES!

Know ye in truth that wealth is a mighty barrier between the seeker and his
desire, the lover and his beloved. The rich, but for a few, shall in no wise
attain the court of His presence nor enter the city of content and
resignation. Well is it then with him, who, being rich, is not hindered by his
riches from the eternal kingdom, nor deprived by them of imperishable
dominion. By the Most Great Name! The splendour of such a wealthy man shall
illuminate the dwellers of heaven, even as the sun enlightens the people of
the earth!

54. O YE RICH ONES ON EARTH!

The poor in your midst are My trust; guard ye My trust, and be not intent only
on your own ease.

55. O SON OF PASSION!

Cleanse thyself from the defilement of riches and in perfect peace advance into
the realm of poverty; that from the well-spring of detachment thou mayest quaff
the wine of immortal life.

56. O MY SON!

The company of the ungodly increaseth sorrow, whilst fellowship with the
righteous cleaneth the rust from off the heart. He that seeketh to commune
with God, let him betake himself to the companionship of His loved ones; and
he that desireth to hearken unto the word of God, let him give ear to the
words of His chosen ones.

57. O SON OF DUST!

Beware! Walk not with the ungodly and seek not fellowship with him, for such
companionship turneth the radiance of the heart into infernal fire.

58. O SON OF MY HANDMAID!

Wouldst thou seek the grace of the holy spirit, enter into fellowship with the
righteous, for he hath drunk the cup of eternal life at the hands of the
immortal Cup-bearer and even as the true morn doth quicken and illumine the
hearts of the dead.

59. O HEEDLESS ONES!

Think not the secrets of hearts are hidden, nay, know ye of a certainty that in
clear characters they are engraved and openly manifest in the holy Presence.

60. O FRIENDS!

Verily I say, whatsoever ye have concealed within your hearts is to Us open and
manifest as the day; but that it is hidden is of Our grace and favour, and not
of your deserving.

61. O SON OF MAN!

A dewdrop out of the fathomless ocean of My mercy I have shed upon the peoples
of the world, yet found none turn thereunto, inasmuch as everyone hath turned
away from the celestial wine of unity unto the foul dregs of impurity, and,
content with mortal cup, hath put away the chalice of immortal beauty. Vile is
that wherewith he is contented.

62. O SON OF DUST!

Turn not away thine eyes from the matchless wine of immortal Beloved, and open
them not to foul and mortal dregs. Take from the hands of the divine Cup-bearer
the chalice of immortal life, that all wisdom may be thine, and that thou
mayest hearken unto the mystic voice calling from the realm of the invisible.
Cry aloud, ye that are of low aim! Wherefore have ye turned away from My holy
and immortal wine unto evanescent water?

63. O YE PEOPLES OF THE WORLD!

Know verily that an unforeseen calamity is following you and that grievous
retribution awaiteth you. Think not the deeds ye have committed have been
blotted from My sight. By My beauty! All your doings hath My pen graven with
open characters upon tablets of chrysolite. [See discussion of translation of this passage at bahai-library.com/uhj_hidden_words_pup.]

64. O OPPRESSORS OF EARTH!

Withdraw your hands from tyranny, for I have pledged Myself not to forgive any
man's injustice. This is My covenant which I have irrevocably decreed in the
preserved tablet and sealed it with My seal of glory.

65. O REBELLIOUS ONES!

My forbearance hath emboldened you and My long-suffering hath made you
negligent, in such wise that ye have spurred on the fiery charger of passion
into perilous ways that lead unto destruction. Have ye thought Me heedless or
that I was unaware?

66. O EMIGRANTS!

The tongue I have designed for the mention of Me, defile it not with
detraction. If the fire of self overcome you, remember your own faults and not
the faults of My creatures, inasmuch as everyone of you knoweth his own self
better than he knoweth others.

67. O CHILDREN OF FANCY!

Know verily, that while the radiant dawn breaketh above the horizon of eternal
holiness, the satanic secrets and deeds done in the gloom of might shall be
laid bare and manifest before the peoples of the world.

68. O WEED THAT SPRINGETH OUT OF DUST!

Wherefore have not these soiled hands of thine touched first thine own garment,
and why with thine heart defiled with desire and passion dost thou seek to
commune with Me and to enter My sacred realm? Far, far are ye from that which
ye desire.

69. O CHILDREN OF ADAM!

Holy words and pure and goodly deeds ascend unto the heaven of celestial glory.
Strive that your deeds may be cleansed from the dust of self and hypocrisy and
find favour at the court of glory; for ere long the assayers of mankind shall,
in the holy presence of the Adored one, accept naught but absolute virtue and
deeds of stainless purity. This is the day-star of wisdom and of divine
mystery that hath shone above the horizon of the divine will. Blessed are they
that turn thereunto.

70. O SON OF WORLDLINESS!

Pleasant is the realm of being, wert thou to attain thereto; glorious is the
domain of eternity, shouldst thou pass beyond the world of mortality; sweet is
the holy ecstasy if thou drinkest of the mystic chalice from the hands of the
celestial Youth. Shouldst thou attain this station, thou wouldst be freed from
destruction and death, from toil and sin.

71. O MY FRIENDS!

Call ye to mind that covenant ye have entered into with Me upon Mount Paran,
situate within the hallowed precincts of Zaman. I have taken to witness the
concourse on high and the dwellers in the city of eternity, yet now none do I
find faithful unto the covenant. Of a certainty pride and rebellion have
effaced it from the hearts, in such wise that no trace thereof remaineth. Yet
knowing this, I waited and disclosed it not.

72. O MY SERVANT!

Thou art even as a finely tempered sword concealed in the darkness of its
sheath and its value hidden from the artificer's knowledge. Wherefore come
forth from the sheath of self and desire that thy worth may be made
resplendent and manifest unto all the world.

73. O MY FRIEND!

Thou art the day-star of the heavens of My holiness, let not the defilement of
the world eclipse thy splendour. Rend asunder the veil of heedlessness, that
from behind the clouds thou mayest emerge resplendent and array all things with
the apparel of life.

74. O CHILDREN OF VAINGLORY!

For a fleeting sovereignty ye have abandoned My imperishable dominion, and have
adorned yourselves with the gay livery of the world and made of it your boast.
By My beauty! All will I gather beneath the one-coloured covering of the dust
and efface all these diverse colours save them that choose My own, and that is
purging from every colour.

75. O CHILDREN OF NEGLIGENCE!

Set not your affections on mortal sovereignty and rejoice not therein. Ye are
even as the unwary bird that with full confidence warbleth upon the bough;
till of a sudden the fowler Death throws it upon the dust, and the melody, the
form and the colour are gone, leaving not a trace. Wherefore take heed, O
bondslaves of desire!

76. O SON OF MY HANDMAID!

Guidance hath ever been given by words, and now it is given by deeds. Every one
must show forth deeds that are pure and holy, for words are the property of all
alike, whereas such deeds as these belong only to Our loved ones. Strive then
with heart and soul to distinguish yourselves by your deeds. In this wise We
counsel you in this holy and resplendent tablet.

77. O SON OF JUSTICE!

In the night-season the beauty of the immortal Being hath repaired from the
emerald height of fidelity unto the Sadratu'l-Muntahá, and wept with such a
weeping that the concourse on high and the dwellers of the realms above wailed
at His lamenting. Whereupon there was asked, Why the wailing and weeping? He
made reply: As bidden I waited expectant upon the hill of faithfulness, yet
inhaled not from them that dwell on earth the fragrance of fidelity. Then
summoned to return I beheld, and lo! certain doves of holiness were sore tried
within the claws of the dogs of the earth. Thereupon the Maid of heaven
hastened forth unveiled and resplendent from Her mystic mansion, and asked of
their names, and all were told but one. And when urged, the first letter
thereof was uttered, whereupon the dwellers of the celestial chambers rushed
forth out of their habitation of glory. And whilst the second letter was
pronounced they fell down, one and all, upon the dust. At that moment a voice
was heard from the inmost shrine: "Thus far and no farther." Verily we bear
witness to that which they have done and are now doing.

78. O SON OF MY HANDMAID!

Quaff from the tongue of the merciful the stream of divine mystery, and behold
from the dayspring of divine utterance the unveiled splendour of the day-star
of wisdom. Sow the seeds of My divine wisdom in the pure soil of the heart,
and water them with the waters of certitude, that the hyacinths of knowledge
and wisdom may spring up fresh and green from the holy city of the heart.

79. O SON OF DESIRE!

How long wilt thou soar in the realms of desire? Wings have I bestowed upon
thee, that thou mayest fly to the realms of mystic holiness and not the
regions of satanic fancy. The
comb, too, have I given thee that thou mayest
dress My raven locks, and not lacerate My
throat.

80. O MY SERVANTS!

Ye are the trees of My garden; ye must give forth
goodly and wondrous fruits, that ye yourselves
and others may profit therefrom. Thus it is incumbent
on every one to engage in crafts and professions,
for therein lies the secret of wealth, O men
of understanding! For results depend upon
means, and the grace of God shall be all-sufficient
unto you. Trees that yield no fruit have been and
will ever be for the fire.

81. O MY SERVANT!

The basest of men are they that yield no fruit
on earth. Such men are verily counted as
among the dead, nay better are the dead in
the sight of God than those idle and worthless
souls.

82. O MY SERVANT!

The best of men are they that earn a livelihood
by their calling and spend upon themselves and
upon their kindred for the love of God, the Lord
of all worlds.

The mystic and wondrous Bride, hidden ere this beneath the
veiling of utterance, hath now, by the grace of God and His
divine favor, been made manifest even as the resplendent light
shed by the beauty of the Beloved. I bear witness, O friends!
that the favor is complete, the argument fulfilled, the proof
manifest and the evidence established. Let it now be seen what
your endeavors in the path of detachment will reveal. In this
wise hath the divine favor been fully vouchsafed unto you
and unto them that are in heaven and on earth. All praise
to God, the Lord of all Worlds.

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