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Sieben Täler – Vier Täler á Bahá’u’lláh á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 4.04 (O-2022-02-12)

Sieben Täler – Vier Täler
Bahá’u’lláh

Die Sieben Täler

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen!
Preis sei Gott, Der das Sein aus dem Nichtsein gerufen, Der die Geheimnisse urewigen Vorseins in die Tafel des Menschen gegraben, ihn aus dem BayánA1 das, was er nicht wußte, gelehrt hat und aus ihm ein offenbares Buch gemacht hat für die, die glauben und gehorchen, Der ihn zum Zeugen der Schöpfung aller DingeA2 in diesen Tagen der Finsternis und Trübsal befähigt und ihn auf der erhabensten Höhe der Ewigkeit in ›Seinem edelsten Tempel‹A3 die wunderbarsten Weisen ertönen läßt, die jedem ermöglichen, in sich, durch sich und durch die Stufe der Offenbarung seines Herrn zu bezeugen, daß in Wahrheit kein Gott außer Ihm ist, und so zu den Gipfeln der Wirklichkeit emporzusteigen, bis er in allen Dingen nichts außer Gott sieht.
Segen und Heil dem ersten Meer, das sich aus dem Meer der Wesenheit Gottes ergossen, dem ersten Morgen, der vom Horizonte der Einheit dämmerte, der ersten Sonne, die am Himmel der Ewigkeit erstrahlte, der ersten Flamme, die in der Lampe der Einzigkeit am Lichte des Vorseins entfacht ward, Dem, Der in der Welt der Erhabenen Aḥmad heißt, Muḥammad in der Versammlung der Gott Nahen und Maḥmúd im Königreich der Geweihten!A4 »Und wie immer ihr Ihn anrufet: Er ist der Herr der erhabensten Namen«Q1 in den Herzen derer, die wissen. Überströmender, dauernder und ewiger Friede sei auf Seinem Hause und auf Seinen Gefährten!
Wahrlich, Ich habe das Lied gehört, das die Nachtigall der Erkenntnis in den Ästen des Baumes deines Seins gesungen, und vernommen, was die Taube der Gewißheit in den Zweigen der Laube deines Herzens gegirrt hat. Es war, als hätte Ich beim Lesen deines Briefes den Wohlgeruch vom Kleide deiner Liebe geatmet und mit dir vollkommene Begegnung gefunden. Und da du deine Nichtswerdung in Gott und dein Leben durch Ihn und deine Liebe zu Gottes Geliebten, zu den Offenbarungen Seiner Namen und den Orten des Aufgangs Seiner Attribute erwähnt hast, will Ich dir einige heilige, leuchtende Zeichen der Stufen der Herrlichkeit geben, auf daß du hingezogen werdest zum Hofe der Heiligkeit, Nähe und Schönheit und dorthin gelangest, wo du in der Schöpfung nichts mehr siehst außer dem verklärten Glanz deines Geliebten, des Ehrwürdigen, und du nicht mehr der Geschöpfe gedenkst, es sei denn wie an dem Tage, da nichts erwähnt wird.
Dies ist es, wovon die Nachtigall der Einzigkeit im Garten Ghawthíyyih gesungenA5: »Auf der Tafel deines Herzens wird zu lesen sein das zarte Geheimnis ›Fürchte Gott, und Gott wird dir Erkenntnis verleihen‹Q2, und der Vogel deiner Seele soll sich des Heiligtums ewigen Vorseins erinnern und sich auf Flügeln der Sehnsucht zum Himmel des ›Wandle auf dem Pfade deines Herrn‹Q3 erheben und von den Früchten der Gemeinschaft in den Gärten des ›Alsdann esset von jeglichen Früchten‹Q4 sammeln«A6Q.
Bei meinem Leben, o Freund, würdest du von diesen Früchten aus dem grünenden Garten dieser Blüten genießen, die da aus dem Boden der Erkenntnis unter dem Lichte der Wesenheit Gottes erwachsen, das aus den Spiegeln der Namen und Attribute zurückstrahlt, so würde dir das Verlangen die Zügel der Geduld und Beherrschung aus den Händen reißen, deine Seele durch das Leuchten des Göttlichen Lichtes erbeben lassen, dich weit aus der Heimat des Staubes zu der wirklichen göttlichen Heimat im Mittelpunkt der wahren Bedeutung entführen und dich aufsteigen lassen zu einer Ebene, auf der dich die Lüfte so tragen, wie du auf der Erde einhergehst, und du auf dem Wasser wandelst wie auf dem Lande. Möchte es Mich und dich und jeden erfreuen, der zum Himmel der Erkenntnis emporsteigt, und dessen Herz dadurch erfrischt ist, daß der Zephir der Gewißheit über den Garten seiner innersten Seele von dem Ṣabá des Allbarmherzigen her weht.
Friede sei mit dem, der den rechten Weg geht!
Der Stufen, die den Weg des Wanderers von der irdischen Wohnung zur Göttlichen Heimat bezeichnen, werden sieben gezählt, von manchen als ›Sieben Täler‹, von anderen als ›Sieben Städte‹ bezeichnet. Und es heißt, daß der Wanderer nicht eher zum Meer der Nähe und Einheit gelangen noch von dem unvergleichlichen Weine trinken wird, als bis er sein Ich aufgegeben und die Reise vollendet hat. Das erste Tal ist

das Tal des Suchens,

und Geduld ist das Fahrzeug, mit dem man hindurchgelangt. Ohne Geduld findet der Wanderer zu keinem Ende noch Ziel. Nie darf der Mut ihm entsinken, und müßte er hunderttausend Jahre lang sich bemühen, ohne die Schönheit des Freundes zu schauen, so dürfte er doch nicht verzagen, denn jene, die die Ka‘bahA7 des »hin zu Uns« zu finden bestrebt sind, wird die Verheißung erfreuen: »Wir werden sie leiten auf Unseren Wegen.«Q5 Sie haben sich in ihrem Suchen mit Festigkeit zu dienen entschlossen und trachten unablässig danach, sich von der Stätte der Nachlässigkeit abzukehren und der Welt des Seins zuzuwenden. Kein Band hält sie auf, und kein Rat kann sie hindern.
Das Herz dieser Diener, die Quelle göttlicher Schätze, muß frei sein von jedem Makel; sie dürfen nicht länger blindlings die Bräuche ihrer Väter und Ahnen befolgen und müssen das Tor des Freundlich- oder Feindlichseins für alle Bewohner der Erde verschließen.
Auf dieser Wanderung wird der Suchende eine Stufe erreichen, auf der er alle Geschöpfe in verwirrter Suche nach dem Freunde sieht. Wie manchen Jakob wird er erblicken, der seinem Josef nachjagt, wie manchen Liebenden gewahren, den das Verlangen nach dem Geliebten treibt, und eine Welt von Sehnenden tut sich ihm auf, die nach dem Ersehnten suchen. Jeder Augenblick läßt ihn bedeutsames Neues, jede Stunde ein Geheimnis erschauen, denn sein Herz ist gelöst von dieser und der anderen Welt, er ist auf dem Weg zur Ka‘bahA8 des Geliebten. Die Hilfe des Unsichtbaren umgibt ihn bei allen seinen Schritten, und die Glut seines Suchens ist entfacht.
Ermeßt das Suchen an dem Majnún der Liebe.A9 Es heißt, daß man Majnún eines Tages erblickte, wie er tränenden Auges die Erde siebte. Man fragte ihn: »Was machst du da?« Er sprach: »Ich suche nach Laylí.« Da sagte man zu ihm: »Weh dir! Ist Laylí doch reinen Geistes und du suchst sie im Staube.« Er antwortete: »Ich suche sie überall, vielleicht, daß ich sie irgendwo finde.«
Fürwahr, wenn die Weisen auch sagen, es zieme sich nicht, den Herrn der Herren im Staub zu suchen, so zeugt solch ein Tun doch von heißestem Verlangen des Suchens. »Wer sucht mit Bemühen, wird sicherlich finden.«A10
Der wahrhafte Sucher verfolgt nichts als den Gegenstand seines Verlangens, und der Liebende hat kein Ziel als die Vereinigung mit dem Geliebten. Doch wird der Sucher nur dann sein Ziel erreichen, wenn er allen Dingen entsagt: er muß alles, was er gesehen, gehört und verstanden hat, in den Wind schlagen können, um in das Reich des Geistes zu kommen, das die Stadt Gottes ist. Ernste Bemühung ist nötig in unserem Suchen nach Ihm und heißer Eifer, damit wir den Honig der Vereinigung mit Ihm zu kosten vermögen. Doch trinken wir aus diesem Kelch, so werden wir die Welt von uns werfen.
Auf dieser Wanderung wird der Reisende in allen Ländern verweilen und überall wohnen. In jedem Antlitz sucht er die Schönheit des Freundes, und in jedem Land schaut er nach dem Geliebten aus. Keine Gesellschaft meidet er, und sucht die Gemeinschaft mit einem jeden, damit er vielleicht das Geheimnis des Freundes in irgendeiner Seele entdecke oder die Schönheit des Geliebten in irgendeinem Angesicht schaue.
Wenn es ihm auf dieser Wanderung mit Gottes Hilfe gelingt, eine Spur des unauffindbaren Freundes zu finden und von dem Göttlichen Boten den Duft des verlorenen Josef A11 zu spüren, dann wird er sofort das

Tal der Liebe

betreten und im Feuer der Liebe zerschmelzen. Über dieser Stadt erhebt sich der Himmel des Entzückens, die alles erleuchtende Sonne der Sehnsucht scheint, und das Feuer der Liebe ist entfacht, und wenn das Feuer der Liebe entflammt ist, wird es die Ernte der Vernunft zu Asche verbrennen.
In diesem Zustand ist sich der Wanderer weder seiner selbst noch dessen, was außer ihm ist, bewußt. Er sieht weder Wissen noch Unwissenheit, weder Zweifel noch Gewißheit, noch erkennt er den Morgen der Führung oder die Nacht des Irrtums. Er flieht vor Unglaube und Glaube, und tödliches Gift ist ihm köstlich. Es ist wie ‘AṭṭárA12 gesagt hat:
»Laßt die Ungläubigen irren, die Gläubigen glauben; ‘Aṭṭárs Herz sucht nichts als ein Atom Deines Leides!«
Schmerz ist in diesem Tal das Fahrzeug, ohne das man niemals die Reise vollendet. In diesem Zustand hat der Liebende keinen anderen Gedanken als an den Geliebten, und er sucht keine Zuflucht außer beim Freunde. Auf dem Pfad zum Geliebten wird er hundertmal willig das Leben opfern und bei jedem Schritt tausendmal das Haupt zu Füßen des Freundes legen.
O mein Bruder! Ehe du nicht in das Ägypten der Liebe eingehst, wirst du nicht dem Josef der Schönheit des Freundes begegnen; und ehe du nicht wie Jakob nach außen erblindest, wirst du nie mit dem inneren Auge schauen. Solange du nicht vom Feuer der Liebe entflammt bist, wirst du dich nicht mit dem Freunde der Sehnsucht vereinen.
Der Liebende fürchtet nichts, und kein Leid kann ihm etwas antun. Du findest ihn kühl im Feuer und trocken im Meere:
»Ein Liebender ist, wer kalt im Feuer der Hölle, ein Wissender, wer trocken bleibt in der Tiefe des Meeres«. Q6
Liebe trägt keine Sehnsucht nach Dasein und hängt nicht am Leben. Sie sieht Leben im Tod und sucht Ruhm in der Schande. Ein Übermaß an geistiger Gesundheit ist nötig, ehe jemand des Wahnsinns der Liebe würdig, und eine Fülle von Geist, bis er der Bande des Freundes wert wird. Gepriesen der Hals, der in Seiner Schlinge sich gefangen, und glücklich das Haupt, das auf dem Pfad Seiner Liebe gefallen! Darum, o mein Freund, entsage deinem Selbst, auf daß du den Unvergleichlichen findest. Gehe an dieser sterblichen Erde vorüber, um in dem himmlischen Neste eine Heimat zu suchen. Werde zu Nichts, wenn du das Feuer des Seins zu entfachen wünschst, und sei bereit zum Weg der Liebe:
»Nicht befällt die Liebe die lebensgierige Seele, nicht jagt der Falke der leblosen Maus nach«. Q7
Liebe setzt in jedem Augenblick eine Welt in Flammen und zerstört alle Länder, in denen sie ihr Banner entfaltet. In ihrem Land hat das Dasein keinen Platz, und in ihrem Reich ist kein Raum für die Weisen. Sie verschlingt wie ein Ungeheuer die Vernunftbegabten und vernichtet die Einsichtsvollsten. Sieben Meere verschlingt sie, ohne den Durst ihres Herzens zu stillen, und spricht noch: »Gibt es da kein anderes mehr?«Q8 Sie flieht vor sich selbst und wendet sich von allem ab, was auf Erden ist:
»Die Liebe ist Erde und Himmel fremd, in ihr ist zweiundsiebenzigfältiger Wahnsinn«. Q9
Zahllose Opfer fängt die Liebe in ihren Schlingen, und unzählige Weise werden durch ihre Pfeile verwundet. Alles Rot in der Welt rechne ihrem Zorn zu und alle Blässe in den Gesichtern der Menschen ihrem Gifte. Sie kennt keine andere Heilung als den Tod und keine andere Zuflucht als im Tal des Nichtseins. Und dennoch ist dem Liebenden ihr Gift süßer als Honig und dem Suchenden das Nichtsein, das sie verursacht, erwünschter als hunderttausendfältiges Leben.
Darum muß das Feuer der Liebe die Schleier des teuflischen Selbstes verbrennen, damit der Geist geläutert und rein sei und die Stufe des Herrn der Welten erkenne.
»Entfach’ das Feuer der Liebe und verbrenne alle Dinge, dann geh in der Liebenden Land ein«. Q10
Ist der Liebende durch Gottes Beistand den Krallen des Adlers der Liebe entronnen, so gelangt er in das

Tal der Erkenntnis,

und er wird vom Zweifel zur Gewißheit, vom Dunkel der Täuschung zum Lichte der Führung in der Gottesfurcht kommen. Er wird mit dem Auge des inneren Schauens sehen und in vertraute Zwiesprache mit seinem Geliebten treten. Er wird die Pforte der Wahrheit und Ehrfurcht öffnen und die Türen der eitlen Einbildungen schließen. In diesem Zustand wird er sich dem Ratschluß Gottes ergeben, im Krieg den Frieden erblicken und im Tod die Geheimnisse ewigen Lebens erkennen. Mit den inneren und äußeren Augen sieht er die Geheimnisse der Auferstehung im Bereich der Schöpfung und in den Seelen der Menschen, und ein reines Herz läßt ihn die ewige Weisheit in den unendlichen Offenbarungen Gottes erfühlen. Im Meer erblickt er gleichsam einen Tropfen und in einem Tropfen das Geheimnis des Meeres:
»Spalte den Kern des Atoms auf, so findest du eine Sonne darin«. Q11
In diesem Tal sieht der Wanderer in Gottes Werk nichts als deutliche Schickung, und immerzu muß er rufen: »Es gibt keinen Makel in des barmherzigen Gottes Schöpfung. Schau nur um dich, ob du den mindesten Fehler siehst!«Q12 Er wird die Gerechtigkeit in der Ungerechtigkeit und die Gnade in der Gerechtigkeit schauen, manche Erkenntnis sehen, die in der Unwissenheit schlummert, und in der Erkenntnis hunderttausendfache Weisheit erblicken. Er zerbricht den Käfig des Körpers und der Leidenschaften und verbindet sich mit den Bewohnern des unsterblichen Reiches. Er steigt auf den Stufen der inneren Wahrheit empor und eilt zu den Himmeln der inneren Bedeutung. Er schifft sich in die Arche des: »Wir werden ihnen Unser Zeichen in der Welt und in ihnen selber weisen«Q13 ein, und er fährt über das Meer des »bis daß ihnen offenbar wird, daß dies (d. h. das Buch) die Wahrheit ist«Q14. Wenn ihn Ungerechtigkeit trifft, so ist er geduldig, ist er das Opfer des Zorns, so vergilt er mit Liebe.
Es wird erzählt, wie ein liebender Mann durch lange Jahre hindurch unter den Qualen der Trennung von der Geliebten gelitten hatte und vom Feuer des Fernseins verzehrt ward. Durch die Gewalt der Liebe wurde sein Herz der Geduld bar und sein Körper des Lebens müde. Leben ohne sie schien ihm Blendwerk, und die Zeit begann, ihn zu verzehren. Wie viele Tage verbrachte er ruhelos in Sehnsucht nach ihr, und in wie vielen Nächten floh ihn der Schlaf in seinem Schmerz nach ihr. So wurde sein Körper zum Seufzer, und die Wundheit seines Herzens machte ihn zum Wehlaut. Vergebens hätte er tausend Leben verschenkt, um nur einen Tropfen vom Wein ihrer Gegenwart zu kosten; aber es gelang ihm nicht. Kein Arzt vermochte ihn zu heilen, und seine Nähe wurde von den Freunden gemieden. Ärzte kennen kein Mittel, um Liebe zu heilen, nur die Hand der Geliebten vermag ihm zu helfen.
Schließlich trieb der Baum seiner Sehnsucht die Frucht der Verzweiflung, und das Feuer seiner Hoffnung erstarb in der Asche, so daß er eines Abends lebensmüde sein Haus verließ und die Straße hinauszog. Plötzlich gewahrte er, wie ihn eine Nachtwache verfolgte. Er versuchte zu fliehen, doch die Wache eilte ihm nach, und es wurden ihrer viele, so daß ihm am Ende jeder Ausweg verstellt war. Gehetzt schrie er auf, lief ohne Ziel hin und her und stöhnte: »Gewiß ist diese Wache ‘Izrá’íl, mein Engel des Todes, daß sie sich so eilt, mich zu packen, oder es ist ein Menschenschinder, der nach mir greift.« So kam dieser weidwunde Liebende mit Füßen, die liefen, und einem Herzen, das ächzte, bis an die Mauer eines Gartens, die er mit größter Mühe erklomm. Aber oben angelangt, erkannte er ihre schwindelnde Höhe und stürzte sich, sein Leben nicht achtend, hinab in den Garten.
Doch siehe, welch ein Anblick! Dort war seine Geliebte, eine Lampe in der Hand, einen Ring suchend, den sie verloren hatte. Und als er, der sein Herz verloren, sie, die es ihm geraubt hatte, ansah, entrang sich ihm ein Seufzer der Erlösung, und er rief, die Hände zum Himmel erhoben: »O Gott, gib der Wache Ruhm, Reichtum und langes Leben, denn sicher war sie der Engel Gabriel, der mich geführt hat, oder Isráfíl, der Engel des Lebens, der mich, den Gequälten, erquickte.«
Dieser Mann hatte recht, denn wieviel Gerechtigkeit und Erbarmen waren in der scheinbaren Grausamkeit jener Wache verborgen! In ihrem Grimm hatte sie den in der Wüste der Liebe Verdurstenden zum Meere der Geliebten geführt und die Finsternis der Trennung durch das Licht des Wiedersehens vertrieben. Sie hatte den Entfernten in den Garten der Nähe und die leidende Seele zum Arzte des Herzens geleitet.
Hätte der Liebende im voraus den Ausgang gesehen, so hätte er von Anfang an die Wache gesegnet und für sie gebetet, in ihrer Grausamkeit die Gerechtigkeit erkennend; doch da er das Ende nicht absah, begann er von Anfang an zu klagen und zu weinen. Die Wanderer aber in den Gärten der Erkenntnis sehen das Ende im Beginn und darum den Frieden im Krieg und die Freundlichkeit im Zorn.
Dies ist der Zustand derer, die in diesem Tal sind. Was indessen die Wanderer in den höheren Tälern betrifft, so machen sie keinen Unterschied mehr zwischen Anfang und Ende, sie sehen weder Anfang noch Ende, weder »Erstes« noch »Letztes«Q15, ja, die, die in der Stadt der Ewigkeit in dem grünenden Garten wohnen, sehen nicht einmal das »weder Erstes noch Letztes«. Überall fliehen sie das »Erste« und bekämpfen das »Letzte«, sind sie doch durch die Reiche der Namen gewandert und haben die Welten der Eigenschaften durchmessen mit der Schnelle des Blitzes. Wie die Überlieferung sagt: »Die wahre Göttliche Einheit kennt keinerlei Eigenschaften«Q16. Sie wohnen unter dem Schatten der Wesenheit Gottes.
Es ist so, wie Khájih ‘Abdu’lláh A13 – Gott heilige seinen herrlichen Geist – in seiner feinsinnigen, beredten Erklärung des Verses: »Zeige uns den richtigen Weg«Q17 gesagt hat: »Zeige uns den richtigen Weg, heißt, ehre uns mit der Liebe Deiner Wesenheit, so daß wir von jedem Gedanken an uns und an alles andere außer Dir befreit und von Dir allein erfüllt sind, nichts kennen als Dich, nichts sehen als Dich und an nichts denken außer an Dich.«
Nein, sie erheben sich sogar über diese Stufe hinaus, denn es heißt:
»Liebe ist ein Schleier zwischen dem Liebenden und dem Geliebten. Mehr darf ich nicht sagen«. Q18
In dieser Stunde ist der Morgen der Erkenntnis emporgestiegen, und die Wanderlampen verlöschen: A14
»Durch Schleier davon getrennt war Moses trotz all Seiner Kraft und Seinem Licht. Du, der du gar keine Schwingen hast, versuch nicht zu fliegen«. Q19
Bist du ein Mensch der Einkehr und des Gebetes, dann fliege auf mit den Flügeln des Beistandes heiliger Seelen, um die Geheimnisse des Freundes zu sehen und zum Lichte des Geliebten zu gelangen. »Wahrlich, wir kommen von Gott, und zu Ihm kehren wir zurück«Q20.
Wenn der Wanderer das Tal der Erkenntnis durchmessen hat, das das letzte begrenzte Land ist, so gelangt er zum

Tal der Einheit.

Er wird aus dem Kelch des Unumschränkten trinken und auf die Offenbarungen der Einheit schauen. Auf dieser Stufe zerreißt er die Schleier der Vielfältigkeit und fliegt aus der Welt der Leidenschaften empor zum Himmel der Einzigkeit. Er wird mit göttlichen Ohren hören und mit göttlichen Augen die Geheimnisse der ewigen Schöpfung schauen. Er tritt in die verborgenen Gemächer des Freundes ein und wird zum Vertrauten im Zelte des Geliebten. Er streckt die Hand der Wahrheit aus dem Mantel des Unumschränkten hervor und zeigt das Geheimnis der Macht auf. Sich selbst rechnet er weder Namen noch Ruhm oder Rang zu, denn er erkennt, daß sein eigenes Lob in Gottes Lob ist und sein eigener Name im Namen des Wahrhaftigen. In allen Stimmen hört er die Stimme des Herrn und in »allen Gesängen Gottes Gesänge«Q21. Er sitzt auf dem Thron des »Sprich: es kommt alles von Gott«Q22 und ruht auf dem Teppich des »Es gibt keine Kraft und keine Macht außer durch Gott«Q23. Alles erblickt er mit dem Auge der Einheit und erkennt, daß die schimmernden Strahlen der Göttlichen Sonne alles, was ist, vom Aufgangsort der Wirklichkeit her gleicherweise bescheinen, und daß das Licht der Einzigkeit alle Geschöpfe erleuchtet.
Du weißt, daß alle Mannigfaltigkeit, die der Wanderer auf seiner Fahrt in der Erscheinungswelt sieht, allein in ihm selbst liegt. Zum klaren Verständnis nennen wir dir folgende Beispiele: Schau, wie die sichtbare Sonne alles Erschaffene durch den Willen des Königs der Offenbarung mit dem nämlichen Licht beleuchtet und doch an jedem Ort verschieden erscheint und ihr Licht so gibt, wie es durch die Eigenart des empfangenden Ortes bedingt ist. So erscheint sie im Spiegel, seiner Empfänglichkeit entsprechend, als Scheibe, im Kristall läßt sie Feuer erscheinen, während aus anderen Dingen nur ihre Wirkung und nicht ihre Scheibe zurückstrahlt. Und durch diese Wirkung bildet sie, wie du siehst, auf Befehl des Schöpfers alles gemäß seiner besonderen Beschaffenheit.
So erscheint auch die Farbe des Lichtes verschieden, je nachdem, wo es hinfällt: zum Beispiel erscheinen die Strahlen durch ein gelbes Lampenglas gelb, durch ein weißes weiß, durch ein rotes rot. Die Mannigfaltigkeit kommt nicht durch das Licht, sondern durch den Ort, auf den es trifft, und wenn der Ort ihm durch irgendein Hemmnis, eine Mauer oder ein Hausdach verwehrt ist, so bleibt er des Glanzes benommen, und die Sonne kann nicht dorthin scheinen.
So erklärt es sich, daß auch manche schwache Seele der Sonne der geistigen Bedeutung und der Geheimnisse des ewigen Geliebten beraubt ist, da sie den Boden der Erkenntnis mit der Mauer des Ichs und des Begehrens und durch die Schleier der Achtlosigkeit und Blindheit begrenzt hat. So wird sie ferngehalten von den Juwelen der Weisheit und der offenbaren Religion des Herrn der Boten und vom Eingang zum Heiligtum der Erhabenen Schönheit und von der Ka‘bahA15 der Herrlichkeit. Dies ist der Zustand der heutigen Menschen.
Und wenn sich eine NachtigallA16 über den Staub des niederen Selbstes aufschwingen würde, um in den Zweigen des Rosenbusches des Herzens zu wohnen, und sie die Geheimnisse Gottes in arabischen Weisen und lieblichen persischen Liedern verkünden würde, von denen ein einziges Wort die Toten zum Leben zurückbringt und über die ausgedörrten Gebeine den Heiligen Geist gießt, so würdest du sehen, wie tausend Krallen des Neides und aber tausend Schnäbel des Hasses sie zu erjagen und mit aller Macht zu vernichten bestrebt sind.
Ja, Wohlgerüche erscheinen dem Käfer übelriechend, und wem der Schnupfen den Geruch nimmt, den wird der Duft nicht berühren. Darum heißt es, den Unwissenden zur Leitung:
»Heil’ dir den Kopf und die Nase von Schnupfen, damit du den Dufthauch Gottes verspürst«. Q24
So kannst du den Unterschied in den Dingen verstehen. Wenn der Wanderer nur auf den Ort der Erscheinung achtet, wenn er gleichsam die verschiedenfarbigen Gläser anschaut, dann sieht er gelb, rot und weiß. Durch eine solche Art der Betrachtung ist die Menschheit ins Streiten geraten, und die Welt wurde von trübendem Staub umzogen, den menschliche Enge emporgeweht hat. Andere sehen die Strahlen des Lichtes, während die dritten, die vom Wein der Einheit getrunken haben, nichts als die Sonne selber schauen.
Weil nun die Wanderer in diesen drei verschiedenen Höhen dahinziehen, sind ihr Erkennen und ihre Benennung der Dinge verschieden, und so kommen fortgesetzt Gegensätze in die Welt. Einige weilen auf der Höhe der Einheit und sprechen von jener Welt, andere befinden sich in den Welten der Begrenzung und andere im Lande des Ichs, und wieder andere sind völlig von Schleiern umgeben. So erklärt es sich, daß die Unwissenden dieser Tage, die keinen Anteil am Glanz der Göttlichen Schönheit haben, mancherlei Ansprüche erheben und in jedem Zeitalter das Volk des Meeres der Einheit behandeln, wie sie selber behandelt zu werden verdienten. »Wenn Gott die Menschen für ihre Verderbtheiten strafte, so würde sich nichts auf der Erde mehr regen. Doch Er gibt ihnen Frist bis zu einem Tag, der bestimmt ist«Q25.
O mein Bruder! Ein reines Herz ist wie ein Spiegel, mache ihn durch Liebe und Loslösung rein von allem außer Gott, auf daß sich die wahre Sonne darin spiegeln und der ewige Morgen emporsteigen möge. Dann wirst du klar den Sinn des Verses verstehen: »Weder Meine Erde noch Mein Himmel vermögen Mich zu fassen, aber im Herzen Meiner getreuen Diener ist Meine Wohnung«Q26. Und so wirst du dein Leben in die Hand nehmen und es mit unendlicher Sehnsucht dem neuen Geliebten zu Füßen legen.
Wann immer die Strahlen der Offenbarung des Königs der Einheit auf den Thron des Herzens und der Seele des Menschen fallen, werden sie in allen Gliedern des Körpers sichtbar werden, und jener bekannte Vers wird seinen verborgenen Sinn bekunden: »Ein Diener nähert sich Mir im Gebet, bis Ich ihm Antwort gewähre, und wenn Ich ihm Antwort gewährt habe, dann werde Ich das Ohr, womit er hört …« Denn der Herr des Hauses ist in Seinem Hause erschienen, und alle Säulen darin erstrahlen in Seinem Lichte. Des Lichtes Wirkung und Kraft kommen vom Spender des Lichtes her, darum bewegt sich alles durch Ihn und erhebt sich nach Seinem Willen. Dies ist die Quelle, daraus jene trinken, die Gott nahe sind, wie es geschrieben steht: »Eine Quelle, aus der jene sich laben, die Gott nahe sind«Q27.
Man muß sich hüten, diesen Erklärungen die Deutung einer Vermenschlichung Gottes zu geben oder darin einen Abstieg der Welten Gottes auf die Ebene der Geschöpfe zu sehen. Auch du solltest dich nicht zu solchen Annahmen verleiten lassen, denn Er ist in Seinem Wesen erhaben über Aufstieg und Abstieg, Eintritt und Austritt. Stets war und ist Er frei von den Eigenschaften der Menschen. Niemand hat Ihn jemals begriffen, und keine Seele kann Sein Wesen je erfassen; alle Weisheit der Mystik wird zum Irrtum im Tal Seiner Erkenntnis, und alle Heiligen werden verwirrt, wenn sie Sein Wesen begreifen wollen. Heilig ist Er über allem Verstehen der Verständnisbegabten und erhaben über das Erkennen der Weisen. »Der Weg (zur Erkenntnis Seines Wesens) ist versperrt und das Suchen verworfen. Sein Zeugnis sind Seine Zeichen und Sein Sein ist Sein Beweis.«Q28
So haben denn die, die das Angesicht des Geliebten verehren, gesagt: »O Du, Dessen Wesen allein zu Deinem Wesen hinführt und Der über alle Vergleiche mit Seinen Geschöpfen geheiligt ist!«Q29 Wie kann völliges Nichts neben dem, was von Ewigkeit her ist, bestehen, wie sich der sterbliche Schatten mit der ewigen Sonne vergleichen? Der FreundA17 hat gesagt: »Ohne Dich hätten wir Dich nicht zu erkennen vermocht«Q30, und der Geliebte hat gesprochen: »und wären wir nicht zu Dir vorgedrungen.«Q31
Diese Erklärungen für die Stufen der Erkenntnis beziehen sich einzig auf die Erkenntnis der Offenbarungen jener Sonne der Wirklichkeit, die ihr Licht auf die Spiegel wirft. Der Abglanz dieses Lichtes ist in den Herzen, aber er wird verdeckt durch die Schleier der Sinne und die Gegebenheiten des irdischen Daseins wie eine Kerze in einer eisernen Glocke, und nur wenn man die Glocke entfernt, wird das Licht darunter erscheinen.
In gleicher Weise wird dir das Licht der Einheit erstrahlen, wenn du die Hüllen der Einbildung vom Herzen hinwegnimmst.
So ergibt sich, daß auch die Strahlen weder Eintritt noch Austritt haben, wieviel weniger dann das Wesen des Seins und das ersehnte Geheimnis. O mein Bruder! Denke über diese Stufe im Geiste des Suchens nach, anstatt blindlings der Meinung anderer zu folgen. Drohende Menschenworte dürfen den Wanderer nicht schrecken, noch darf ihn begriffliche Willkür in seinem Fortschritt behindern.
»Wie kann ein Vorhang Geliebte von Liebendem trennen? Selbst Alexanders Mauer ist für sie keine Schranke«. Q32
Geheimnisse gibt es viele, aber Unwissende unzählige. Bücher reichen nicht aus, um des Geliebten Geheimnis zu fassen, noch können es diese Seiten erschöpfen, und wäre es auch nur ein Wort, nur ein einziges Zeichen.»Erkenntnis ist nur ein einziger Punkt, durch die Unwissenden aber wird er vervielfacht«Q33.
Betrachte unter dem gleichen Gesichtspunkt die Unterscheidung zwischen den Welten. Obgleich die Welten Gottes unendlich sind, haben sie manche in vier Stufen gegliedert: in die Welt der Zeit (Zamán), die anfängt und endet, die Welt der Dauer (Dahr), die einen Anfang hat, bei der man jedoch das Ende nicht absieht, die Welt der Stetigkeit (Sarmad), von der man den Anfang nicht kennt, von der man jedoch weiß, daß sie endet, und die Welt der Ewigkeit (Azal), die weder anfängt noch endet. Vielerlei bliebe dazu zu erklären, doch es würde ermüden. Einige haben gemeint, die Welt der Stetigkeit sei ohne Anfang und Ende, und andere, die Welt der Ewigkeit sei der unsichtbare, unbezwingliche Feuerhimmel. Andere nennen diese Welten die Welten des himmlischen Hofes (Láhút), des Lichthimmels (Jabarút), des Engelreichs (Malakút), und die sterbliche Welt (Násút).
Auch die Wege der Liebe werden mit vier angegeben, von denen einer vom Geschöpf hin zu Gott, der zweite von Gott zum Geschöpf, der dritte von Geschöpf zu Geschöpf, der vierte dagegen von Gott zu Gott führt.
Viel haben die Weisen und Gelehrten vor Mir darüber geschrieben, was Ich hier nicht erwähne, denn Ich möchte nicht weiter auf früher Geschriebenes eingehen, da über die Worte anderer zu reden ein Zeichen erworbenen Wissens und nicht der Göttlichen Gabe wäre. Selbst das, was hier gesagt ist, fand nur entsprechend dem menschlichen Brauch und der Weise der Freunde Erwähnung. Solche Erklärungen überschreiten auch die diesem Schreiben gezogenen Grenzen. Nicht aus Stolz unterlasse Ich, von ihren Worten zu sprechen, sondern um Weisheit zu bekunden und Gunst zu erweisen.
»Wenn KhiḍrA18 das Schiff auf dem Meer dem Untergang preisgab, so lag tausendfach Recht in diesem Unrecht.« Q34
Dieser Diener erachtet Sich völlig als Nichts neben einem Geliebten Gottes, wieviel mehr noch in der Gegenwart Seiner Erwählten. Preis sei Meinem Herrn, dem Höchsten! Unser Ziel ist überdies, die Wegstrecken des Wanderers zu erklären und nicht, die widerstreitenden Worte der Mystiker zu erwähnen.
Wenn auch ein kurzes, Anfang und Ende der Welt der Beziehung und der Eigenschaften betreffendes Beispiel schon gegeben worden ist, so sei ein weiteres noch genannt, um vollends den Sinn des Gesagten zu erläutern: Sinne über dich selbst nach, wie du in bezug auf deinen Sohn der Erste, in Hinsicht auf deinen Vater dagegen der Letzte, als Erscheinung nach außen hin Ausdruck für die Macht des Göttlichen Schöpfungswillens und nach innen das verborgene Geheimnis bist, das in dich als Göttliche Gabe gelegt ward. So läßt sich sagen, daß sich in dir als Anfang und Ende, Erscheinung und Verborgenes, jene erwähnten vier Weisen äußern, so daß du in diesen vier Zuständen, womit du begnadet worden bist, die vier Zustände Gottes gleichermaßen zu verstehen imstande bist, und die Nachtigall deines Herzens von allen Zweigen des Rosengartens des verborgenen wie des sichtbaren Seins singt: »Gott wahrlich ist der Erste und der Letzte, der Offenbare und der Verborgene«Q35.
Das Gesagte gilt nur für die Stufen der Welt der Beziehung entsprechend der menschlichen Begrenzung. Diejenigen aber, die sich mit einem Schritt über die Welt der Beziehung und Begrenzung erhoben haben und auf dem beglückenden Boden des Unumschränkten verweilen, die ihr Zelt in der Welt der höchsten Macht und des Gebotes errichten, haben alle diese Beziehungen getilgt mit einem einzigen Funken und alle diese Worte gelöscht mit einem einzigen Tautropfen. Sie schwimmen im Meer des Geistes und durchschweben die heiligen Lüfte des Lichtes. Wie können auf dieser Stufe Worte bestehen, die Unterscheidungen wie »Erster« und »Letzter« oder dergleichen schaffen? In diesem Reich fällt der Erste mit dem Letzten und der Letzte mit dem Ersten zusammen.
»Entflamme in deiner Seele ein Feuer der Liebe und verbrenne alle Gedanken und Worte!« Q36
Schau in dich, o mein Freund. Wenn du nicht Vater geworden wärest und keinen Sohn gezeugt hättest, so würden dir diese Worte nicht einmal bekannt sein. Darum vergiß all dies, damit du in der Schule der Einheit unter der Leitung des Meisters der Liebe lernest und wieder zu Gott zurückkehrest. So magst du dich aus dem Zustand der inneren Unwirklichkeit lösenA19 und zu deiner wahren Bestimmung gelangen, um im Schatten des Baumes der Erkenntnis zu wohnen.
O du Hochgeliebter! Werde arm, damit du den hehren Hof des Reichtums betretest, beuge deinen Rücken in Demut, damit du aus dem Strom der Herrlichkeit trinkest und den Sinn der Gedichte verstehest, um den du gefragt hast.
So ist es denn klar, daß diese Stufen je nach dem Standpunkt des Wanderers verschieden erscheinen. Er sieht in jeder Stadt eine Welt, trifft in jedem Tal eine Quelle und hört in jeder Steppe den Klang eines Liedes. Der Falke des geheimnisvollen Himmels jedoch trägt viele wundersame Weisen des Geistes im Herzen, und der persische Vogel birgt manches süße arabische Lied in der Seele, aber sie sind und bleiben verborgen.A20
»Spräche ich weiter, würd’ mancher Verstand sich verwirren, und wenn ich schriebe, brächen die Federn.«Q37.
Friede sei mit dem, der diese herrliche Reise vollendet und dem Wahrhaftigen folgt durch die Lichter der Führung!
Hat der Wanderer die Höhen seiner himmelanstrebenden Reise durchmessen, so gelangt er zum

Tal des Genügens.

In diesem Tal empfindet er den Windhauch Göttlichen Genügens, der von der Ebene des Geistes her weht. Er verbrennt die Schleier des Mangels und schaut mit dem inneren und dem äußeren Auge das Verborgene und die Erscheinung aller Dinge, das Zeugnis des Tages, an dem »Gott aus Seiner Fülle heraus jedem vergelten wird«Q38. Seine Trübsal schlägt um in Entzücken, sein Kummer in Freude, und seine Bedrückung und Schwermut wird Frohsinn und Wonne.
Obschon von außen gesehen die Wanderer in diesem Tal auf der Erde verweilen, so thronen sie innerlich doch auf den Höhen des wahren Sinnes. Sie nehmen teil an den unerschöpflichen Gaben der inneren Bedeutung und trinken vom köstlichen Wein des Geistes.
Die Zunge ist nicht imstande, diese drei letzten Täler zu schildern, und die Sprache ist unzulänglich. Die Feder dringt nicht in ihr Gebiet, und die Tinte hinterläßt nichts als schwärzende Spuren. Auf diesen Stufen hat die Nachtigall des Herzens andere Weisen und Geheimnisse, die das Herz bewegen und die Seele in Erregung versetzen, doch will dieses Rätsel der wahren Bedeutung nur von Herz zu Herz offenbart und von Brust zu Brust anvertraut sein.
»Herz zu Herz allein kann von der Wonne der (um Gottes Geheimnisse) Wissenden sagen, kein Bote kann es künden, kein Brief es enthalten«. Q39
»Ohnmacht zwingt auch, auf vieles zu schweigen, und wollte ich sprechen, würden Worte versagen.« Q40
O Freund, ehe du nicht den Garten dieser inneren Bedeutungen erreicht hast, wirst du nicht vom unvergänglichen Wein dieses Tales trinken. Würdest du aber davon kosten, so würdest du alles andere vergessen und aus dem Kelch des Genügens trinken. Du würdest dich von allem anderen lösen, um dich Ihm zu verbinden, dein Leben auf Seinem Wege verschenken und deine Seele Ihm opfern – obwohl in dem Tal nichts anderes mehr ist, das du vergessen müßtest: »Da war Gott und nichts anderes außer Ihm«Q41. Denn in diesem Tal sieht der Wanderer überall die Schönheit des Freundes. Selbst im Feuer schaut er das Angesicht des Geliebten. Unwirkliches wird ihm zum Zeichen der Wirklichkeit, und die Eigenschaften werden ihm zum Zeugnis für das Geheimnis des göttlichen Wesens; hat er doch mit einem Hauch die Schleier verweht und mit einem einzigen Blick die Hüllen durchdrungen. Mit unterscheidendem Auge wird er die neue Schöpfung gewahr, und mit lichtem Herzen begreift er die sinnreichen Zeichen. Das Wort: »An diesem Tage werden Wir deinen Blick mit Unterscheidung begaben«Q42 bezeugt dies und genügt hier.
Wenn die Gefilde des lauteren Genügens vom Wanderer durchmessen sind, so gelangt er zum

Tal des Staunens.

Er taucht ein in die Meere erhabener Größe, und mit jedem Augenblick wächst sein Staunen. Bald scheint ihm der Reichtum reine Armut und das Wesen der Freiheit völlige Ohnmacht, bald wieder vergeht er vor der Schönheit des allherrlichen Gottes oder wird er seines eigenen Daseins müde. Wie viele Bäume der inneren Bedeutung hat der Windstoß des Staunens entwurzelt, wie viele Seelen des Atems beraubt! Denn in diesem Tal wird der Wanderer in Verwirrung gestürzt. Aber all diese Wunder sind dem, der zum Ziel kam, höchst willkommen. Jeder Augenblick zeigt ihm Welten des Wunders und eine neue Schöpfung. Er wandert von Verwunderung zu Verwunderung und vergeht aus Ehrfurcht vor den Werken des Herrn der Einheit.
Ja, mein Bruder, wenn wir über irgendeines der erschaffenen Dinge nachdenken, so werden wir hunderttausend vollkommene Weisheiten finden und ungezähltes wundersames und neues Wissen erfahren. Eine der erschaffenen Erscheinungen ist der Traum: Sieh, wie viele Geheimnisse er birgt, welche Weisheiten er enthält, und wie groß die Zahl der Welten ist, die er einschließt. Du schläfst in einer verschlossenen Wohnung und weilst doch plötzlich weitab in einer Stadt, in die du eintrittst, ohne die Glieder zu rühren oder dich des Körpers zu bedienen, du siehst ohne Augen, hörst ohne Ohren und sprichst ohne Zunge. Und vielleicht geschieht es, daß du zehn Jahre danach in der äußeren Welt dem, was du nächtlich im Traum geschaut hast, begegnest.
Viele Weisheiten sind im Traum, dessen wahren Sinn niemand sonst als der Wanderer in diesem Tale wirklich verstehen kann. Vor allem, was ist das für eine Welt, in der wir uns ohne Auge, Ohr, Hand oder Zunge dieser Sinne bedienen? Sodann, wie kommt es, daß sich dir heute in der äußeren Welt ein Traum verwirklicht, den du vielleicht zehn Jahre vorher geträumt hast? Denke über den Unterschied zwischen diesen beiden Welten nach und über die Geheimnisse, die darin verborgen liegen, damit dir göttliche Bestätigung und himmlische Entdeckung zuteil werden und du die Welten der Heiligkeit begreifest.
Gott, der Erhabene, hat diese Zeichen in die Menschen gelegt, damit die Philosophen die Geheimnisse des Fortlebens nicht zu leugnen vermögen, noch herabsetzen, was ihnen verheißen ist. Denn einige stützen sich allein auf die Vernunft und leugnen, was von ihr nicht erfaßt wird, obwohl außer der Göttlichen, Höchsten Vernunft nie die schwache Vernunft die eben geschilderten Dinge zu begreifen imstande ist.
»Wie kann die schwache Vernunft den Qur’án begreifen oder die Spinne einen Phönix im Netz erjagen?« Q43
Alle diese Welten erleben wir im Tal des Staunens, und der Wanderer begehrt jeden Augenblick, mehr zu erschauen. Nie wird er dessen müde. Darum hat der ›Herr der Ersten und Letzten‹A21 über die Stufen des Sinnens und den Ausdruck des Staunens gesprochen: »O Herr, laß mein Staunen über Dich wachsen!«Q44
Denke gleicherweise über die Vollkommenheit in der Schöpfung des Menschen nach, in der alle diese Welten und Stufen verborgen und versiegelt sind:
»Wähnst du dich nur eine schwächliche Form,wo in dir doch das Weltall im Kleinen verborgen ruht?«. Q45
Bemühen wir uns darum, in uns das Tierhafte zu vernichten, damit sich die wahre Bedeutung des Menschen offenbare.
So gab LuqmánA22, der aus der Quelle der Weisheit trank und aus dem Meere der Gnade kostete, seinem Sohne Nathan den Traum als Beispiel und Beweis für die Auferstehung und den Tod an. Wir erwähnen dies hier, damit die Erinnerung an jenen Jüngling in der Schule der Göttlichen Einheit, an jenen Älteren in der Kunst der Belehrung und Vergeistigung durch diesen demütigen Diener bewahrt bleibe. Er sagte: »O Sohn! Vermagst du den Schlaf zu bezwingen, so kannst du auch den Tod besiegen, und vermagst du dein Erwachen aus dem Schlaf zu verhüten, so kannst du auch deine Auferstehung vom Tode verhindern.«
O Freund! Dein Herz ist der Sitz ewiger Geheimnisse, mache es nicht zur Heimstatt sterblicher Gedanken und vergeude den Schatz deines kostbaren Lebens nicht, indem du ihn dieser vergänglichen Welt preisgibst. Du kommst aus der Welt der Heiligkeit, hänge dein Herz nicht an die Erde. Du bist ein Bewohner des Hofes der Nähe, erwähle dir nicht die Welt des Staubes zur Heimat.
Kurz, diese Stufen zu beschreiben ist noch kein Ende, doch ist dieser Diener um der vielen Schläge willen, die ihm die Bewohner dieser Welt versetzt haben, nicht gestimmt fortzufahren.
»Unvollendet blieb diese Rede, und ich habe nicht das Herz dazu. Bitte, verzeih mir!« Q46
Die Feder klagt und die Tinte weint, und der StromA23 des Herzens wälzt Wogen des Blutes. »Nichts, als was Gott uns bestimmt hat, wird uns begegnen«Q47. Friede sei mit dem, der den Rechten Weg geht!
Hat der Wanderer die Höhen des Staunens erstiegen, so betritt er

das Tal der wahren Armut und des völligen Vergehens.

Dies ist die Stufe, auf der das Ich stirbt und in Gott lebt, arm in sich selbst und reich durch den Ersehnten. Wenn wir auf dieser Stufe von Armut sprechen, so ist damit die Armut von allem gemeint, was in der erschaffenen Welt ist, und Reichtum durch alles, was in der Welt Gottes ist. Denn wenn ein aufrichtig Liebender und ergebener Freund in die Gegenwart des Geliebten tritt, so werden die leuchtende Schönheit des Geliebten und die Herzglut des Liebenden ein Feuer entzünden, durch das alle Hüllen und Schleier, ja alles, was er hat, vom Herzen bis zur Haut, verbrennen, und nichts verbleibt außer dem Freunde.
»Als sich die Eigenschaften des Urewigen offenbarten, verbrannte Moses die Eigenschaften der vergänglichen Dinge.« Q48
Wer diese Stufe erreicht hat, ist über alles, was von der Welt ist, geheiligt. Wenn darum die, die zu diesem Meer Seiner Gegenwart hingefunden, nichts mehr von den vergänglichen Dingen in der sterblichen Welt besitzen, sei es äußeres Gut oder eigene Meinung, so ist darin kein Harm, denn was immer die Geschöpfe besitzen, ist begrenzt durch ihre eigene Begrenzung, doch was Gottes ist, ist darüber geheiligt; viel Nachdenken erfordern diese Worte, damit ihr Sinn klar wird. »Wahrlich, der Gerechte wird aus einem Kelche trinken, dem Kampfer beigemischt ist«Q49. Würdet ihr begreifen, was »Kampfer« bedeutet, so würde der wahre Sinn euch klar sein. Diese Stufe ist jene Art Armut, von der gesagt ist: »Die Armut gereicht mir zum Ruhm«Q50. Es gibt mancherlei Stufen und Bedeutungen der äußeren und der inneren Armut, deren Erwähnung Ich hier nicht für zweckmäßig halte und die Ich darum, so Gott will und es die Vorsehung befiehlt, für ein andermal zurückhalte.
Dies ist eine Stufe, auf der im Wanderer die Kennzeichen aller DingeA24 vergehen und sich das Angesicht Gottes am Morgen der Ewigkeit aus dem Dunkel heraushebt und die Bedeutung des »alles auf Erden ist vergänglich außer Seinem Angesicht«Q51 offenbar wird.
O mein Freund! Lausche der Weise des Geistes mit Herz und Seele und schätze sie wie das Licht deiner Augen, denn nicht immer werden die göttlichen Weisheiten wie Frühlingsregen auf die Schollen der menschlichen Herzen strömen. Wenn auch des Allgütigen Gnade ohne Unterlaß strömt, so ist doch jeder Zeit und jedem Abschnitt ein bestimmter Anteil verordnet und eine gewisse Gabe bereitgehalten, die nach festgesetztem Maße gespendet wird. »Nichts ist, dessen Fülle nicht in Unserer Hand liegt, und Wir teilen davon nur das gesetzte Maß aus«Q52. Die Wolke der Gnade des Geliebten strömt nur auf den Garten des Geistes hernieder und spendet ihre Gunst nur im Frühling. Die übrigen Jahreszeiten sind dieser größten Gnade beraubt, und unfruchtbare Gebiete haben keinen Anteil an ihrer Gunst.
O mein Bruder! Nicht jedes Meer enthält Perlen, nicht an jedem Zweig erblühen Rosen, noch wird die Nachtigall überall singen. Darum bemühe dich, ehe die Nachtigall des Paradieses der inneren Bedeutung sich wieder zum Garten Gottes aufschwingt und die Strahlen des himmlischen Morgens zur Sonne der Wahrheit heimkehren – vielleicht vermagst du dann auf diesem vergänglichen Haufen Staubes einen Hauch aus dem ewigen Garten zu eratmen und im Schatten der Bewohner dieser ewigen Stadt zu verbleiben. Wenn du einmal diese höchste Stufe erreicht hast und zu dieser mächtigen Ebene gelangt bist, wirst du auf den Geliebten schauen und alles andere vergessen.
»An Tor und Mauer schaut der Freund hervor entschleiert, o ihr, die ihr Sehkraft habt.« Q53
So hast du nun den Tropfen des Lebens geopfert und dafür das Meer Dessen, Der das Leben spendet, gewonnen. Das ist das Ziel, nach dem du gefragt hast. So Gott will, wirst du es erreichen.
In dieser Stadt zerreißen und vergehen selbst die Schleier des Lichtes. »Nichts umschleiert Seine Schönheit außer dem Licht, und nichts umhüllt Sein Antlitz außer der Offenbarung«Q54. Wie seltsam, daß die Achtlosen nach Flitter und unedlem Metall jagen, während der Geliebte gleich der Sonne offenbar ist! Ja, durch die Stärke Seiner Offenbarung ist Er verdeckt, und im Überfluß Seines Glanzes bleibt Er verborgen.
»Mit dem Glanz der Sonne hat er geleuchtet, doch ach, in die Stadt der Blinden ist er gekommen«Q55.
In diesem Tal läßt der Wanderer die Stufen der ›Einheit des Wesens und der Erscheinung‹A25 hinter sich liegen und gelangt zu einer Einheit, die über beide geheiligt ist. Verzückung allein kann das Gesagte begreifen, nicht Erörterungen oder Wortstreit. Nur wer auf dieser Ebene geweilt oder den Hauch dieses Gartens eratmet hat, weiß, was Wir meinen.
Auf diesen ganzen Wanderungen darf der Wanderer nicht um Haaresbreite abgehen vom ›Gesetz‹, das in der Tat das Geheimnis des ›Weges‹ und die Frucht vom Baume der ›Wahrheit‹ ist.A26 Auf allen Stufen muß er sich an das Gewand des Gehorsams zu den Geboten halten und fest das Seil des Vermeidens alles Verbotenen fassen, damit er aus dem Kelch des Gesetzes genährt und mit den Geheimnissen der Wahrheit bekannt wird.
Was immer von diesen Meinen Erklärungen nicht verstanden wurde oder verwirren mag, sollte nochmals erfragt werden, damit kein Zweifel mehr bleibt und der Sinn gleich dem Antlitz des Geliebten klar am »Ort des Ruhmes«Q56 erscheine.
Obwohl diese Reisen im Zeitlichen ohne erkennbares Ende scheinen, kann der gelöste Wanderer, wenn ihm unsichtbare Bestätigung zufließt und der Hüter der Sache ihm beisteht, diese sieben Stufen mit sieben Schritten, oder mit sieben Atemzügen, ja gar in einem Atem, durchmessen, wenn dies Gott zuläßt und wünscht, denn »Er gibt Seinen Dienern durch Seine Gnade, wem immer Er will«Q57.
Wer in den Himmel der Einzigkeit aufgestiegen und zum Meer des Unumschränkten gelangt ist, der erkennt diese Stufe, die das Leben in Gott ist, als äußerstes Ziel für die mit mystischem Wissen Begabten und als höchstes Heim für die Liebenden. Doch für diesen in der See der inneren Bedeutung Aufgelösten ist diese Stufe das erste Tor zur Feste des Herzens, durch das der Mensch zum ersten Mal in die Stadt des Herzens eintritt. Es gibt für das Herz noch vier weitere Stufen, worüber berichtet werden mag, wenn eine verwandte Seele sich findet.
»Als die Feder diese Stufe zu beschreiben anhob, zerbrach sie und riß den Bogen in Stücke.«. Q58
Salám!A27
O Mein Freund! Viele Hunde hetzen diese Gazelle aus der Wüste der Einheit, und viele Krallen verwunden diese Nachtigall des ewigen Gartens. Unbarmherzige Krähen lauern im Hinterhalt auf diesen Vogel der Göttlichen Himmel, und der Jäger der Eifersucht jagt dieses Reh der Auen der Liebe.
O Shaykh, mache dein Bemühen zu einem Schirm, damit er vielleicht diese Flamme vor den Gegenwinden beschütze, obgleich dieses Licht sich sehnt, in der Lampe Gottes unter dem Schirm des Geistes zu brennen. Denn das Haupt, das sich in der Liebe Gottes erhebt, wird sicherlich unter dem Schwerte fallen, das Leben, das von Sehnsucht entflammt ist, gewißlich geopfert und das Herz, das sich dem Gedanken des Geliebten verbunden hat, sicher von Blut überströmen. Wie schön ist gesagt:
»Lebe gelöst von der Liebe, denn selbst ihre Ruhe ist peinvoll. Mit Leiden beginnt sie, und Tod ist ihr Ende«Q59.
Friede sei mit dem, der den Rechten Weg geht!
***
Was du über deine Gedanken bezüglich der Bedeutung (des Namens) des bekannten Vogels geschrieben hast, den die Perser Gunjishk (Sperling) nennen, wurde gelesen?A28 Es scheint, daß du mit mystischer Wahrheit wohl vertraut bist. Doch haben die verschiedenen Buchstaben auf jeder Stufe, gemäß den Gegebenheiten der betreffenden Stufe, ihren besonderen Sinn, ja, der Wanderer findet in jedem Namen ein Sinnbild und in jedem Buchstaben eine verborgene Bedeutung. In einem Sinne weisen diese Buchstaben auf ›Heiligkeit‹ hin:
Káf oder Gáf (K oder G) soviel wie ›Kuffi‹ (›frei‹) bedeutet: »Befreie dich von allem, wonach dein Begehr steht, alsdann wende dich deinem Herrn zu.«
Nún (N), ›Nazzih‹ (›reinige‹), bedeutet: »Reinige dich von allem außer Ihm, damit du dein Leben in Seiner Liebe hingeben mögest.«
Jím (J), ›Jánib‹ (›ziehe zurück‹), bedeutet: »Ziehe dich von der Schwelle des wahrhaftigen Gottes zurück, solange du noch die Zeichen der Welt trägst.«
Shín (Sh), ›Ushkur‹ (›danke‹), bedeutet: »Danke deinem Herrn auf Seiner Erde, daß Er dich segne in Seinem Himmel. Doch sind in der Welt der Einheit dieser Himmel und Seine Erde eins.«
Káf (K), ›Kuffi‹, bedeutet: »›Tue hinweg‹ die Schleier der Begrenzung, damit du erkennest, was dir von den Stufen der Heiligkeit nicht bekannt war«A29.
Wenn du den Weisen dieses sterblichen VogelsA30 lauschtest, würdest du nach dem ewigen Kelch begehren und auf den vergänglichen Becher verzichten.
Friede sei mit dem, der den Rechten Weg geht!

Die Vier Täler

Er ist der Starke, der Inniggeliebte!
»O Licht der Wahrheit, Ḥisám-i-Dín, du Gütiger, Die Welt hat noch keinen Fürsten hervorgebracht, der Dir gliche«Q60.
Ich frage Mich, warum das Band der Liebe so plötzlich zerrissen und der feste Bund der Freundschaft gebrochen wurde. Ließ Meine Ehrerbietung – was Gott verhüten möge – jemals nach, oder erschlaffte die Reinheit Meiner Liebe, daß du Mich vergaßest und aus deinem Gedächtnis auslöschtest?
»Welcher Fehler von Mir ließ deine Gunst schwinden? Ist es darum, weil Wir gering sind, und du von hohem Range?« Q61
Oder vertrieb dich ein einziger Pfeil vom Schlachtfelde?A31 Hat man dir nicht gesagt, daß Treue auf dem mystischen Weg notwendig und der wahre Führer zu Seiner heiligen Gegenwart ist? »Auf jene, die sprechen ›Gott ist unser Herr‹ und die standhaft dabei bleiben – auf jene steigen die Engel herab«Q62.
Auch ist gesagt: »Gehe standhaft voran, wie es dir befohlen ward«Q63. Denn dieser Weg ist bindend für jene, die in der Gegenwart Gottes wohnen.
»Ich erfülle meine Pflicht und überbringe die Botschaft – nicht achtend, ob sie dir Rat oder Ärger schenkt.« Q64
Obgleich Ich auf Meine Briefe keine Antwort erhalten habe und es sich für den Weisen nicht ziemt, eine Äußerung seiner Achtung zu wiederholen, so hat doch diese neue Liebe alle alten Regeln und Gepflogenheiten aufgehoben.
»Erzähle uns nicht die Geschichte von Laylí und von Majnúns Kummer – deine Liebe ließ die Welt alle alte Liebe vergessen. Einst, als dein Name auf den Zungen war, vernahmen ihn die Liebenden – und er ließ Sprecher und Hörer vor Freude tanzen.« Q65
Über göttliche Weisheit und himmlischen Rat sagt Rúmí:
»Nach jedem Mond, o mein Geliebter, bin ich drei Tage lang außer mir; heute ist der erste Tag – darum bin ich so glücklich.« Q66
Es wurde Mir berichtet, daß du nach Tabríz und Tiflís gereist bist, um dort Weisheit zu säen, oder daß du anderer hoher Ziele wegen nach SanandajA32 gegangen bist.A33
O Mein teurer Freund! Wer die Höhen der Wanderschaft erklimmt, wird nach vier Stufen gerechnet. Ich erwähne sie kurz, damit dir die Stufe und Eigenart jeder dieser vier Arten klar werden.

Das erste Tal

Wenn die Wanderer nach dem ›Ersehnten‹ (Maqṣúd) streben, so erstreckt sich diese Stufe auf das Ich – jenes, das das »Ich Gottes ist, wie es mit Gesetzen in Ihm steht«Q67.
In diesem Zustand wird das Ich geliebt und nicht verworfen. Es ist hocherfreulich und muß nicht gemieden werden. Obschon diese Stufe am Anfang eine Ebene des Konfliktes ist, so besteht doch ihr Ende im Erreichen des Thrones der Herrlichkeit. So heißt es: »O Abraham dieses Tages, o Freund Abraham des Geistes! Töte diese vier Raubvögel«Q68, damit dadurch das Geheimnis des Lebens nach dem Tode offenbar werde.
Dies ist die Stufe des Ichs, das Gott wohlgefällig ist. Das besagt der Vers:
»O Seele, die du zur Ruhe gehst – kehre zurück zu deinem Herrn, zufrieden und Ihm wohlgefällig!« Q69
und er endet:
»werde einer Meiner Diener und tritt ein in Mein Paradies.« Q70
Diese Stufe kennt viele Zeichen und unzählige Beweise. Daher ist gesagt: »Darauf werden Wir ihnen Unsere Zeichen in den Regionen der Erde und in ihnen selbst weisen, damit ihnen klar werden möge, daß es die Wahrheit ist«Q71 und daß es keinen Gott gibt außer Ihm.
So muß man nun lieber das Buch der eigenen Seele lesen denn eine bloße, schönrednerische Abhandlung. Darum hat Er gesagt: »Lies dein Buch! Du bedarfst keines anderen als deiner selbst, um Rechenschaft über dich abzulegen an diesem Tage«Q72.
Es wird erzählt, daß einst ein um das Göttliche Wissender mit einem gelehrten Grammatiker auf eine Reise ging. Sie kamen an die Küste der See der Erhabenheit. Der Weise warf sich ohne Zaudern in die Fluten, aber der Gelehrte stand da, gedankenverloren in Erörterungen, die auf Wasser geschriebenen Worten glichen. Der Weise rief ihm zu: »Warum folgst du nicht?« Er aber antwortete: »O mein Bruder, ich wage nicht, dir zu folgen, ich muß wohl wieder umkehren.« Da rief ihm der Weise zu: »Vergiß, was du in den Büchern von Síbavíyih und Qawlavíyih, von Ibn-i-Ḥájib und Ibn-i-MálikA34 gelesen hast, überquere das Wasser.«
»Des niederen Selbstes Tod ist hier vonnöten, kein Wissen um Worte: Darum werde zu Nichts und sicher wandelst du auf den Wellen.« Q73
Auch ist gesagt: »Zähle nicht zu jenen, die Gott vergessen haben, und die Gott deshalb sich selbst vergessen ließ. Sie sind in der Tat gottlos«Q74.

Das zweite Tal

Wenn das Ziel des Wanderers das Gemach des ›Preiswürdigen‹ (Maḥmúd)A35 ist, gehört diese Stufe der Urvernunft an, die als der Offenbarer und der Größte Pfeiler bekannt istA36. Aber mit Vernunft ist hier der göttliche, universale Geist gemeint, dessen Herrschaft die ganze Schöpfung erleuchtet, nicht aber jedes schwache Gehirn – so, wie von dem weisen Saná’íA37 geschrieben wurde:
»Wie kann schwache Vernunft den Qur’án erfassen? Wie kann eine Spinne einen Phönix in ihrem Netz erjagen? Willst du, daß dein Verstand nicht plötzlich dich in eine Schlinge wirft, dann lehre ihn das Wissen um die Liebe Gottes.« Q75
In diesem Zustand trifft der Wanderer auf unzählige Prüfungen und Rückschläge. Bald wird er himmelwärts erhoben – bald wird er in die Tiefe hinabgeschleudert, wie gesagt ward: »Nun ziehst Du mich zum Gipfel der Herrlichkeit empor, und dann wirfst Du mich in den tiefsten Abgrund.« Das verborgene Geheimnis dieses Zustandes wurde geoffenbart in dem heiligen Verse der Súrah Die Höhle:A38
»Hättest du nur die Sonne bei ihrem Aufgang zur Rechten ihrer (der Gefährten) Höhle vorüberwandern und sie (die Gefährten) bei ihrem Untergang zur Linken zurücklassen sehen können, indes sie (die Gefährten) sich in ihrem weiten Raume befanden. Dies ist eines der Zeichen Gottes. Wahrhaft geleitet ist, wen Gott leitet. Für jenen aber, den Gott in die Irre gehen läßt, wirst du keinen Helfer finden.« Q76
Sollte jemand verstehen, was alles in diesem Vers verborgen liegt, so wird ihm dies genügen. Darum hat Er zum Preise solcher Menschen gesagt: »Sie sind Menschen, die weder Ware noch Handel von der Erwähnung Gottes abhält«Q77.
Diese Stufe verleiht das wahre Maß der Erkenntnis, und sie befreit den Menschen von Prüfungen. In einem solchen Zustande braucht man nicht nach der Erkenntnis zu suchen, denn Er hat, was die Führung der Wanderer auf dieser Stufe anbelangt, gesagt: »Fürchtet Gott, und Gott wird euch lehren«Q78. Gleicherweise ward gesagt: »Erkenntnis ist ein Licht, das Gott, wem immer Er will, ins Herz gießt«Q79.
Darum soll man sein Herz zu einer Stätte bereiten, die der Ausgießung himmlischer Gnade würdig ist, damit der gütige Träger des Kelches einen den Wein der Gunst aus dem Kelche der Barmherzigkeit trinken lasse. »Laßt die sich Mühenden um solches ringen«Q80.
Nun aber sage Ich: »Wahrlich, wir sind Gottes und zu Ihm werden wir zurückkehren«Q81.

Das dritte Tal

Wenn die liebenden Sucher im Bereich des ›Anziehenden‹A39 wohnen wollen, vermag außer der Schönheit der Liebe keine Seele diesen königlichen Thron innezuhaben. Dieses Reich kann nicht mit Worten beschrieben werden.
»Die Liebe meidet diese Welt und jene Welt – sie enthält zweiundsiebzigfältigen Wahnsinn. Der Sänger der Liebe spielt auf der Harfe das Lied: Dienen unterjocht und Herrschaft verführt.« Q82
Dieser Zustand erfordert reine Zuneigung und den klaren Strom des Verbundenseins. Bei Erwähnung jener Gefährten in der HöhleA40 heißt es: »Sie sprechen nicht, bevor Er spricht, und sie befolgen Seine Befehle«Q83.
Auf dieser Stufe genügt weder die Herrschaft der Vernunft noch die Macht des niederen Selbstes. Darum fragte einer der Offenbarer Gottes: »O mein Herr, wie sollen wir zu Dir gelangen?« Und Er antwortete: »Gib dein Selbst auf, dann nähere dich Mir.«
Dies sind Menschen, welche den niedersten Ort als eins mit dem Throne der Herrlichkeit ansehen und die den Hof der Schönheit gleich zählen dem Schlachtfelde, auf dem für die Sache des Geliebten gestritten wurde.
Die Bewohner dieser Stufe sprechen keine Worte, vielmehr reiten sie nur auf ihren Rossen dahin. Sie sehen im Geliebten nichts denn Seine innerste Wirklichkeit. Sie betrachten alle sinnvollen Worte als sinnlos, und alle sinnlosen Worte als bedeutungsvoll. Sie vermögen kein Glied vom andern, noch zwischen einzelnen Teilen zu unterscheiden. Die Luftspiegelung nennen sie den Fluß selbst, und sie rechnen die Abfahrt als Rückkehr, so wie gesagt ward:
»Die Beschreibung Deiner Schönheit erreichte das Tal des Einsiedlers; Da verließ ihn die Vernunft, und er eilte zur Schenke, wo sie den Wein kaufen und verkaufen. Deine Liebe zertrümmerte vollständig die Festung der Geduld, Deine Schmerzen verstellten völlig das Tor der Hoffnung.« Q84
In diesem Zustand werden Unterweisungen gewißlich vergeblich sein.
»Der Liebenden Lehrer ist die Schönheit des Geliebten, Sein Antlitz ist ihr Unterricht und allein ihr Lehrbuch. Das Lernen von Staunen, sehnsüchtiger Liebe ist ihre Pflicht, Sie schauen nicht auf wortkluge Abhandlungen und träge Themen. Die Kette, die sie bindet, ist Sein moschusduftendes Haar. Das Bild der WiederkehrA41 ist ihnen nur eine Stufe zu Ihm.« Q85
Nun ein Gebet zu Gott, dem Erhabenen, dem Verherrlichten:
»O Gott! O Du, Dessen Gnade Wünsche gewährt! Ich stehe vor Dir, alles außer Dir vergessend. Gib, daß das Fünkchen Erkenntnis in meiner Seele vorden Leidenschaften und dem Niederen der Erde bewahrt bleibe. Gib, daß Dein urewiges Geschenk für mich, der Tropfen Weisheit, mit Deinem mächtigen Meere vereinigt werde.« Q86
So spreche Ich: »Es gibt keine Macht und keine Herrschaft außer bei Gott«Q87, dem Beschützer, dem Selbstbestehenden.

Das vierte Tal

Wenn die um das Geheimnis Wissenden zu denen gehören, die zu der Schönheit des ›Geliebten‹ (Maḥbúb) gelangt sind, ist dieser Zustand der Gipfel der Bewußtheit und das Mysterium göttlicher Führung. Dies ist der Kern des Geheimnisses: »Er tut, was immer Er will, und Er verordnet, was immer Er wünscht«Q88.
Sollten alle Bewohner der Himmel und der Erde diese leuchtende Anspielung und dieses tiefe Rätsel bis zu dem Tag, da die Trompete erschallt, enthüllen, so würden sie dennoch nicht einmal einen einzigen Buchstaben verstehen können. Denn solches ist der Zustand der Göttlichen Verordnung und des vorbestimmten Geheimnisses. Wenn daher Fragende sich danach erkundigen, antwortet Er: »Es ist eine See ohne Grund, die niemals je ergründet wird«Q89. Wiederum fragten sie, Er aber sprach: »Es ist die finsterste Nacht, durch die niemand seinen Weg finden kann.«Q90
Wer dieses Geheimnis erfaßt, wird es gewißlich verbergen, und sollte er nur eine einzige Spur von ihm offenbaren, so würden sie ihn kreuzigen. Doch, bei dem lebendigen Gott, wenn es aufrichtige Sucher geben würde, würde Ich es ihnen offenbaren. So ist gesagt: »Die Liebe ist ein Licht, das niemals in einem furchtsamen Herzen wohnt.«
Wahrlich, der Wanderer, welcher zu Gott und zu dem Roten Pfeiler auf dem schneeweißen Pfade wandert, wird dieses Ziel nur durch vollständige Aufgabe alles dessen erreichen, was Menschen besitzen: »Und wenn er Gott nicht fürchtet, wird Gott ihn alle Dinge fürchten lassen. Wer aber Gott fürchtet, den fürchten alle Dinge«Q91.
»Sprich Persisch, wenn auch Arabisch dir besser gefällt. Ein Liebender vermag viele Sprachen zu sprechen.« Q92
Wie schön beschreiben diese beiden Zeilen eine solche Wahrheit:
»Wenn Er Gnade gleich Perlen regnen läßt, siehst du unsere Herzen gleich Muscheln geöffnet, Wenn Er Pfeile der Seelenpein schleudert, ist unser Leben die Zielscheibe.« Q93
Wenn es nicht gegen das Gesetz des Buches wäre, würde Ich gewißlich einen Teil Meines Besitzes dem vermachen, der Mich erschlüge; Ich würde ihn zu Meinem Erben einsetzen, ja, Ich würde ihm sogar Dankbarkeit erzeigen und trachten, Meine Augen mit der Berührung seiner Hand zu erfrischen. Aber was vermag Ich zu tun? Ich habe keinen Besitz und keine Macht – und dies hat Gott so verordnet.A42
In diesem Augenblick vermeine Ich den süßen Duft Seines GewandesA43 einzuatmen, wie er aus dem Ägypten von BaháA44 kommt, als ob Er wirklich nahe sei, obschon Ihn die Menschen weit weg wähnen mögen.A45 Meine Seele atmet den Wohlgeruch ein, der vom Geliebten ausgeht, Mein Sinn ist erfüllt von dem süßen Dufte Meines liebenden Begleiters.
»Der Pflicht genüge langer Jahre des Liebens und plaudere von jenen glücklichen Zeiten, daß Erde und Himmel darob vor Freude jauchzen, Verstand und Herz und Auge sich daran ergötzen.« Q94
Diese Ebene ist die Ebene vollkommener Bewußtheit und äußerster Selbstauslöschung. Selbst Liebe hat keinen Zugang zu diesem Bereiche, und Sehnsucht hat hier keinen Raum; wie schon gesagt ward: »Liebe ist ein Schleier zwischen dem Liebenden und dem Geliebten«Q95. Die Liebe wird auf dieser Stufe zum Hemmnis und zur Schranke, und alles außer Ihm wird zu einem trennenden Vorhange. Darum sagte der Weise Saná’í:
»Kein von Verlangen erfülltes Herz wird jenen treffen, der das Herz an sich nimmt, keine in einen Schleier gehüllte Seele wird mit der Rose der Schönheit Vereinigung erfahren.« Q96
Denn dies ist die Welt des Unbedingten Gebotes, und sie ist geheiligt von allen irdischen Eigenschaften.
Die erhabenen Bewohner dieser Stätte üben göttliche Herrschaft aus im Hofe des Frohlockens, in Freude und Wonne, und sie tragen das Zepter der Macht. Auf den erhabenen Sitzen der Gerechtigkeit erlassen sie ihre Verordnungen und verleihen Gaben, nach eines jeden rechtmäßigem Anteil. Jene, welche aus diesem Becher trinken, wohnen in den hohen Gemächern des Glanzes über dem Throne des Urewigen der Tage, und sie ruhen im Lichthimmel der Macht im Zelte der Erhabenheit: »Jene fühlen dort weder die Hitze der Sonne noch starre Kälte«Q97.
Hier stehen die erhabenen Himmel in keinem Gegensatz zur niederen Erde, noch suchen sie diese zu übertreffen. Denn dies ist das Land der Gnade und nicht das Reich der Unterscheidung. Obschon sie in jedem Augenblick einen anderen Dienst leisten, so ist doch der Zustand dieser Seelen immer der gleiche. So wurde über dieses Reich gesagt: »Kein Werk wird Ihn vor einem anderen zurückhalten«Q98. Und zum anderen heißt es: »Er erscheint jeden Tag mit einem neuen Werk«Q99. Dies ist die Nahrung, deren Geschmack sich niemals ändert und deren Farbe nimmer schwindet. Wenn du von ihr genießest, wirst du wahrlich diesen Vers singen: »Wahrlich, ich wende mein Angesicht zu Ihm, Der Himmel und Erde erschuf, … und ich zähle nicht zu denen, die Ihm Götter beigesellten«Q100. »Gleicherweise zeigten Wir Abraham die Reiche der Himmel und der Erde, damit Er zu den wahrhaft Wissenden gehöre«Q101. Darum lege deine Hand auf deine Brust; alsdann strecke sie aus mit Macht und siehe, du wirst sie als ein Licht für die ganze Welt erkennen.A46
Wie rein ist doch dieses frische Wasser, das der anbietet, der den Kelch trägt! Wie klar ist dieser reine Wein aus der Hand des Geliebten! Wie kostbar ist ein Trunk aus dem himmlischen Kelche! Möge er jene erfrischen, welche davon trinken, seine Süße genießen und zu seiner Erkenntnis gelangen.
»Mehr zu sagen geziemt sich nicht, kein Strombett kann das Meer ja fassen.« Q102
Denn das Geheimnis dieser Äußerung ist verborgen im Speicher der Großen UnfehlbarkeitA47 und ist niedergelegt in den Schatzkammern der Macht. Es ist geheiligt vor den Edelsteinen der Erklärung und steht über dem Scharfsinn der Erläuterung.
In diesem Zustande wird das Staunen hochgeschätzt, und vollkommene Armut ist wesentlich. Darum heißt es: »Armut ist Mein Stolz«Q103. Und gleicherweise wird gesagt: »Gott hält ein Volk unter dem Dom der Herrlichkeit, welches Er im Gewand leuchtender Armut verbirgt«Q104. Dies sind jene, welche mit Seinen Augen sehen und mit Seinen Ohren hören, wie es in der bekannten Überlieferung berichtet ist.
Bezüglich dieses Zustandes gibt es viele Überlieferungen und Verse von allgemeiner und besonderer Bedeutung – zwei davon werden jedoch ausreichen, um sich den mit Herz und Verstand Ausgestatteten als Licht zu erweisen.
Zum ersten der Spruch: »O Mein Diener! Gehorche Mir, und Ich werde dich Mir Selbst ähnlich machen. Ich sage ›Es sei‹ und es ist, und du wirst sagen ›Es sei‹ und es wird sein.«
Und zum zweiten: »O Sohn Adams! Geselle dich zu niemandem, ehe du Mich nicht gefunden hast, und wann immer du nach Mir verlangst, wirst du Mich dir nahe finden.«
Welche erhabenen Beweise und wundervollen Hinweise auch immer hier erwähnt wurden, so beachte davon doch nur einen Buchstaben und einen einzigen Punkt. »Dies ist Gottes Weg …, und du wirst kein Abgehen vom Wege Gottes feststellen können«Q105.
Mich deiner erinnernd, hatte Ich dieses Schreiben vor einiger Zeit begonnen. Da jedoch damals dein Brief noch nicht angekommen war, wurden eingangs einige Worte der Klage erwähnt. Aber nun vertrieb dein letztes Schreiben dieses Gefühl und veranlaßte Mich, dir diesen Brief zu senden. Es erübrigt sich, von Meiner Liebe zu dir zu sprechen. »Gott genügt hierfür als Zeuge«Q106. Was Shaykh Muḥammad anbetrifft, – Gott der Allmächtige möge ihn segnen! – so beschränke Ich Mich auf die beiden folgenden Verse, um deren Übermittlung an ihn Ich bitte:
»Ich suche deine Nähe, die angenehmer als der süße Himmel ist; Ich betrachte dein Antlitz, das lieblicher denn der Garten des Paradieses ist« Q107
Als Ich diese Liebesbotschaft der Feder anvertraute, weigerte sie sich, die Last zu tragen und wurde ohnmächtig. Als sie das Bewußtsein wiedererlangte, sprach sie: »Preis sei Dir! Ich bereue vor Dir, und ich bin die erste unter denen, die glauben«Q108. Preis sei Gott, dem Herrn der Welten!
»Laßt uns ein andermal künden von Wunde und Weh dieser Trennung. Es ist besser, wenn die Geheimnisse der Liebe auf andere Weise erzählt werden. Suche nicht Streit, Geschrei und ähnliches, sprich nimmermehr von Shams-i-Tabrízí.« A48
Friede ruhe auf dir und auf jenen, die um dich sind und deine Begegnung erfahren.
Was Ich zuvor geschrieben habe, wurde von den Fliegen verzehrt. Dies geschah, weil die Tinte so süß war – wie Sa‘dí schrieb: »Ich werde nicht mehr weiterschreiben, denn meine Worte sind so süß, daß ich von Fliegen belästigt werde«Q109.
Nun aber ist die Hand unfähig, mehr zu schreiben, und fordert, es sei genug. Darum sage Ich: »Die Herrlichkeit deines Herrn, des Herrn aller Größe, ist weit erhaben über alles, was sie Ihm zuschreiben«Q110.

Quellenangaben

Q1 Qur’án 17:110.
Q2 Qur’án 2:282.
Q3 Qur’án 16:69.
Q4 Qur’án 16:69.
Q5 Qur’án 29:69. Eigentlich: »Die aber sich treulich um Uns mühen, die werden Wir leiten auf Unseren Wegen.«.
Q6 Mystischer persischer Vers.
Q7 Mystischer persischer Vers, vgl. auch. Verborgene Worte arab. 7.
Q8 Qur’án 50:29.
Q9 Rúmí, Mathnaví. Jaláli’d-Dín-i-Rúmí (1207–1273), genannt Mawláná (Meister) ist der größte persische Ṣúfí-Dichter und der Begründer der Mawlaví, des ›wirbelnden‹ Derwisch-Ordens. Verfasser des Mathnaví, ein Gedicht in 6 Büchern (ca. 1246–1273).
Q10 Aus einem religiösen Gedicht Bahá’u’lláhs
Q11 Mystischer persischer Vers.
Q12 Qur’án 67:3.
Q13 Qur’án 41:53.
Q14 Qur’án 41:53.
Q15 Qur’án 57:3.
Q16 Wird ‘Alí zugeschrieben.
Q17 Qur’án 1:6.
Q18 Rúmí, Mathnaví 27.
Q19 Rúmí, Mathnaví
Q20 Qur’án 2:156 .
Q21 Rúmí, Mathnaví.
Q22 Qur’án 4:78.
Q23 Qur’án 18:39.
Q24 Rúmí, Mathnaví .
Q25 Qur’án 16:61.
Q26 Ḥadíth d. h. Ausspruch oder Tat, die von Muḥammad oder einem der heiligen Imáme überliefert wurden. [Gelten z. T. im sunnítischen Islám neben dem Qur’án als kanonische Texte].
Q27 Qur’án 83:28.
Q28 Aus einer Predigt ‘Alís.
Q29 Ḥadíth .
Q30 Muḥammad, Ḥadíth – Anm. d. Hrsg.
Q31 Muḥammad, Ḥadíth – Anm. d. Hrsg.
Q32 Shamsu’d-Dín Muḥammad Ḥáfiẓ aus Shíráz (1320–90). Verfasser unübertroffener mystischer Gedichte in der Ghaselenform.
Q33 Ḥadíth .
Q34 Rúmí, Mathnaví.
Q35 Qur’án 57:3.
Q36 Rúmí, Mathnaví .
Q37 Rúmí, Mathnaví
Q38 Qur’án 4:130.
Q39 Shamsu’d-Dín Muḥammad Ḥáfiẓ
Q40 Arabischer Vers.
Q41 Ḥadíth .
Q42 Qur’án 50:22.
Q43 Mystischer persischer Vers.
Q44 ‘Alí, Ḥadíth – Anm. d. Hrsg.
Q45 ‘Alí, Ḥadíth
Q46 Rúmí, Mathnaví .
Q47 Qur’án 9:51.
Q48 Rúmí, Mathnaví .
Q49 Qur’án 76:5.
Q50 Muḥammad.
Q51 Qur’án 55:26–27.
Q52 Qur’án 15:21.
Q53 Farídu’d-Dín ‘Aṭṭár (ca. 1150–1230 A.D.), der berühmte persische Ṣúfí-Dichter.
Q54 Ḥadíth .
Q55 Rúmí, Mathnaví .
Q56 Qur’án 17:79 (Maqám-i-Maḥmúd).
Q57 Qur’án 2:90.
Q58 Mystischer persischer Vers.
Q59 Arabischer Vers.
Q60 Aus dem Mathnaví des Jaláli’d-Dín-i-Rúmí (1207–1273).
Q61 Verse von Sa‘dí, Muṣliḥu’d-Dín aus Shíráz (ca. 1184–1291). Bedeutender persischer Dichter, Verfasser des Bústán (Garten) und des Gulistán (Rosengarten).
Q62 Qur’án 41:30.
Q63 Qur’án 11:112, Qur’án 42:15.
Q64 Vers von Sa‘dí.
Q65 Vers von Sa‘dí .
Q66 Rúmí .
Q67 Islámische Überlieferung (Ḥadíth).
Q68 Aus dem Mathnaví von Jaláli’d-Dín-i-Rúmí. Der Dichter berichtet hier von 4 Raubvögeln, die nach ihrem Tod in 4 liebliche Vögel verwandelt wurden. Damit soll die Aufgabe schlechter Eigenschaften und ihr Ersatz durch gute Tugenden angedeutet werden.
Q69 Qur’án 89:27–28.
Q70 Qur’án 89:29–30.
Q71 Qur’án 41:53.
Q72 Qur’án 17:14.
Q73 Rúmí, Mathnaví .
Q74 Qur’án 59:19.
Q75 Saná’í.
Q76 Qur’án 18:17.
Q77 Qur’án 24:37.
Q78 Qur’án 2:282.
Q79 Ḥadíth.
Q80 Qur’án 37:61.
Q81 Qur’án 2:156.
Q82 Rúmí, Mathnaví.
Q83 Qur’án 21:27.
Q84 Verse von Sa‘dí .
Q85 Rúmí: aus dem Mathnaví .
Q86 Rúmí: aus dem Mathnaví .
Q87 Qur’án 18:39.[Das Zitat aus dem Qur’án geht nicht bis zum Ende des Absatzes. Ich habe die Anführungszeichen und die Fußnote verschoben]
Q88 Qur’án 2:253, 5:1.
Q89 Ḥadíth, der ‘Alí, dem Schwiegersohn Muḥammads, zugeschrieben wird.
Q90 ‘Alí, Ḥadíth – Anm. d. Hrsg.
Q91 Arabischer Spruch.
Q92 Rúmí: aus dem Mathnaví .
Q93 Persischer Spruch – Anm. d. Hrsg.
Q94 Rúmí: aus dem Mathnaví .
Q95 Ḥadíth – Anm. d. Hrsg.
Q96 Saná’í, – Anm. d. Hrsg.
Q97 Qur’án 76:13.
Q98 Dieses Zitat ist von einem der Erklärer des Qur’án-Verses 55:29 verfaßt worden. Vgl. das Wörterbuch Lisánu’l-‘Arab.
Q99 Qur’án 55:29.
Q100 Qur’án 6:79.
Q101 Qur’án 6:75.
Q102 Rúmí: aus dem Mathnaví .
Q103 Muḥammad, Ḥadíth.
Q104 Ḥadíth.
Q105 Qur’án 33:62 und 48:23.
Q106 Qur’án 4:166.
Q107 Verse von Sa‘dí, .
Q108 Qur’án 7:143.
Q109 Verse von Sa‘dí, – Anm. d. Hrsg.
Q110 Qur’án 37:180.

Anmerkungen

A1 Gesetzbuch des Báb – Anm. d. Hrsg.
A2 Kull-i-Shay’.
A3 d. i. dem Offenbarer.
A4 Muḥammad, Aḥmad und Maḥmúd sind Namen und Titel des Offenbarers, abgeleitet von dem Verb für ›loben, erhöhen‹.
A5 Bezieht sich auf eine Predigt von Imám ‘Alí.
A6 Worte ‘Alís, des Schwiegersohns und Nachfolgers Muḥammads – Anm. d. Hrsg.
A7 Heiligtum in Mekka; hier bedeutet es ›Ziel‹.
A8 Heiligtum in Mekka; hier bedeutet es ›Ziel‹.
A9 Majnún bedeutet wörtlich ›wahnsinnig‹. Es ist der Name des berühmten Liebenden in der arabischen und persischen Dichtung, dessen Geliebte Laylí war, die Tochter eines arabischen Prinzen. In ihnen ist die echte, menschliche Liebe verkörpert, die an die göttliche grenzt. Die Geschichte findet sich in vielen schwärmerischen persischen Gedichten, vor allem bei Niẓámí von Ganjih (1140–1202) im 3. Stück seines Panj Ganj (5 Schätze) von 1188/89.
A10 Arabisches Sprichwort.
A11 Bezieht sich auf die Josefsgeschichte im Alten Testament und im Qur’án.
A12 Farídu’d-Dín ‘Aṭṭár (ca. 1150–1230 A.D.), the great Persian Ṣúfí poet.
A13 Shaykh Abú-Ismá‘íl-‘Abdu’lláh Anṣárí aus Hirát (1006–1088), Ṣúfí-Führer und Nachkomme von Muḥammads Begleiter Abú-Ayyúb. Verfasser der Munáját (Bittgebete) und der Rubá‘íyyát (vierzeilige Strophen). ›Anṣár‹ bedeutet ›Helfer‹ oder Begleiter Muḥammads in Medina.
A14 »Lösch die Lampe, wenn die Sonne erschienen ist« (‘Alí) – Die Sonne bezieht sich auf den Offenbarer Gottes am neuen Tag. Eine Warnung, keinen menschlichen Führern zu folgen, wenn der Tag des göttlichen Offenbarers erschienen ist. Nach der Ṣúfí-Lehre erfolgt die mystische Wanderung und Suche nach der Wahrheit unter der Führung des ›Lichtes‹, d. h. der Ṣúfí-Führer.
A15 Das Heiligtum in Mekka. Hier in der Bedeutung von ›Ziel‹.
A16 Dies bezieht sich auf Bahá’u’lláhs eigene Offenbarung.
A17 Name für Muḥammad.
A18 Eigentlich ›der Grüne‹. Meist mit der im Qur’án (18:59–81) erwähnten Person gleichgesetzt. Er soll den Quell des Lebens entdeckt und davon getrunken haben, daher dessen ›Wächter‹ genannt. Er steht für die wahre Führung, der man unbedingt zu folgen verpflichtet ist – Anm. d. Hrsg.
A19 Dies bezieht sich auf die Ṣúfí-Idee von der inneren Ebene, die im Vergleich zur geoffenbarten Wahrheit unwirklich ist.
A20 Bezieht sich auf Bahá’u’lláh, der Seine Sendung damals noch nicht erklärt hatte – Anm. d. Hrsg.
A21 Ehrenname ‘Alís – Anm. d. Hrsg.
A22 Ein Weiser, nach dem die 31. Súrah des Qur’án benannt ist. Rúmí sieht in ihm einen Sklaven. Oft wird er mit Aesop gleichgesetzt – Anm. d. Hrsg.
A23 Eigentlich ›Jayhún‹, ein Fluß in Turkistán.
A24 arabisch Kull-i-Shay’ – Anm. d. Hrsg.
A25 Pantheismus, eine Ṣúfí-Lehre, abgeleitet von der Formel: »Nur Gott ist; Er ist in allen Dingen, und alle Dinge ruhen in Ihm.«.
A26 Dies bezieht sich auf die 3 Stufen eines Ṣúfí-Lebens: 1. Sharí‘at (religiöses Gesetz), 2. Ṭaríqat (Pfad, auf dem der mystische Wanderer auf der Suche nach Gott geht; diese Stufe schließt Einsiedler ein). 3. Ḥaqíqat (Wahrheit, die dem Ṣúfí Ziel bedeutet). Bahá’u’lláh lehnt hier die Ansicht einiger Ṣúfí ab, wonach auf der Suche nach Wahrheit das religiöse Gesetz übergangen werden dürfe.
A27 ›Friede‹. Dieses Wort wird verwendet um eine Ausführung abzuschließen.
A28 Die fünf Buchstaben dieses persischen Wortes sind: G, N, J, Sh, K, d. h. Gáf, Nún, Jím, Shín, Káf.
A29 Diese, sowie die vorangehenden Passagen beziehen sich auf islámische Lehren.
A30 Das ist im traditionellen persischen Stil ein Hinweis auf Bahá’u’lláh selbst.
A31 Persisches Sprichwort. Bezeichnung für einen rasch entmutigten Menschen. Es steht hier in der Bedeutung, daß der Shaykh seine Stellung als Führer des mystischen Ṣúfí-Ordens durch die Verkündung der neuen Wahrheit durch Bahá’u’lláh gefährdet sehen könnte.
A32 Senna, die Hauptstadt der persischen Provinz Kurdistán.
A33 Diese Einleitung zu den Vier Tälern ist in erlesenem persischen Briefstil verfaßt. Die Regeln für die Abfassung eines Briefes in Persisch verlangen Zitate aus berühmten Schriftwerken und Versicherungen von unverbrüchlicher Liebe für den Empfänger, der gleichzeitig getadelt wird, den Schreiber vergessen zu haben.
A34 Namen bekannter arabischer Grammatiker und Rhetoriker.
A35 Eine Eigenschaft Gottes und einer der Titel Muḥammads.
A36 Maqám-i-Maḥmúd (preiswürdige Stufe), bezeichnet den mit Standhaftigkeit ausgestatteten Rang der Offenbarer.
A37 Der erste bedeutende persische Dichter der Mystik. Er verfaßte das Ḥidíqatu’l-Ḥaqíqat (Garten der Wahrheit) um 1131. Er stammt aus Ghazná oder Balkh – Anm. d. Hrsg.
A38 Qur’án 18. Sie bezieht sich auf die Stufe unbedingten Glaubens. Die ›Gefährten der Höhle‹ sind die frühen christlichen Märtyrer.
A39 Majdhúb – Jene göttliche Eigenschaft, die alle Geschöpfe zu Ihm hinzieht.
A40 Die Gefährten der Höhle sind die frühen christl. Märtyrer – Anm. d. Hrsg.
A41 Die Zyklentheorie des Abu-‘Alí Síná (Avicenna; 980–1037), von ihm selbst in einem Vierzeiler niedergeschrieben: »Jede Erscheinung, jede Gestalt, die heute vergeht, Wird in der Schatzkammer der Zeit sicher verwahrt. Wenn die Welt wieder zu ihrem Ausgangsorte zurückkehrt Holt Er ihr Antlitz aus dem Unsichtbaren hervor«.Vgl. dazu ‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen Kap. 81: Reinkarnation.
A42 Dies wurde vor Bahá’u’lláhs Erklärung (1863) geoffenbart. Die folgenden Zeilen beziehen sich auf das nahe Bevorstehen dieses Ereignisses.
A43 Wörtlich: ›das Gewand von Há‹. ›Há‹ bedeutet den Buchstaben ›H‹, der hier ›Bahá‹ versinnbildlicht.
A44 Dies bezieht sich auf die Josephserzählung in der Bibel und im Qur’án.
A45 Gemeint sind damit die, die nicht die unmittelbar bevorstehende Erklärung Dessen erwarteten, Den Gott offenbaren wird.
A46 Vgl. dazu Qur’án 7:108, 27:12, 28.32 und das Ḥadíth
A47 ‘Iṣmat-i-Kubrá: die unveränderliche Eigenschaft der Göttlichen Manifestation.
A48 Shams-i-Tabrízí, ein Ṣúfí, der auf Jaláli’d-Dín-i-Rúmí großen Einfluß ausübte, indem er dessen Aufmerksamkeit von der Wissenschaft auf die Mystik lenkte. Viele Werke Rúmís sind ihm gewidmet. Diese Zeilen stammen aus dem Mathnaví.
English — The Seven Valleys and the Four Valleys.txt Open standalone →
Source: Bahá'í Library Online (bahai-library.com), curated by Jonah Winters. Used by permission of the curator. Original citation: Bahá'u'lláh, The Seven Valleys and the Four Valleys, Wilmette, IL: Bahá'í Publishing Trust, 1991, bahai-library.com.
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The Seven Valleys and the Four Valleys

Bahá'u'lláh

Marzieh Gail, translator

Wilmette, IL: Bahá'í Publishing Trust, 1991

The Seven Valleys

Preamble
(View with index frames)

The Valley of Search

The Valley of Love

The Valley of Knowledge

The Valley of Unity

The Valley of Contentment

The Valley of Wonderment

The Valley of True Poverty
and Absolute Nothingness

The Four Valleys

Preamble
(View with index frames)

The First Valley

The Second Valley

The Third Valley

The Fourth Valley

About The Seven Valleys
and the Four valleys

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The Seven Valleys

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Preamble

In the Name of God, the Clement, the Merciful.

Praise be to God Who hath made being to come forth from nothingness; graven upon the tablet of man the secrets of preexistence; taught him from the mysteries of divine utterance that which he knew not; made him a Luminous Book unto those who believed and surrendered themselves; caused him to witness the creation of all things (Kullu Shay') in this black and ruinous age, and to speak forth from the apex of eternity with a wondrous voice in the Excellent Temple [The Manifestation]: to the end that every man may testify, in himself, by himself, in the station of the Manifestation of his Lord, that verily there is no God save Him, and that every man may thereby win his way to the summit of realities, until none shall contemplate anything whatsoever but that he shall see God therein.

1

And I praise and glorify the first sea which hath branched from the ocean of the Divine Essence, and the first morn which hath glowed from the Horizon of Oneness, and the first sun which hath risen in the Heaven of Eternity, and the first fire which was lit from the Lamp of Preexistence in the lantern of singleness: He who was Ahmad in the kingdom of the exalted ones, and Muhammad amongst the concourse of the near ones, and Mahmád [Muhammad, Ahmad and Mahmád are names and titles of the Prophet, derived from the verb "to praise," "to exalt."] in the realm of the sincere ones. "...by whichsoever (name) ye will, invoke Him: He hath most excellent names" [Qur'án 17:110] in the hearts of those who know. And upon His household and companions be abundant and abiding and eternal peace!

2

Further, we have harkened to what the nightingale of knowledge sang on the boughs of the tree of thy being, and learned what the dove of certitude cried on the branches of the bower of thy heart. Methinks I verily inhaled the pure fragrances of the garment of thy love, and attained thy very meeting from perusing thy letter. And since I noted thy mention of thy death in God, and thy life through Him, and thy love for the beloved of God and the Manifestations of His Names and the Dawning-Points of His Attributes—I therefore reveal unto thee sacred and resplendent tokens from the planes of glory, to attract thee into the court of holiness and nearness and beauty, and draw thee to a station wherein thou shalt see nothing in creation save the Face of thy Beloved One, the Honored, and behold all created things only as in the day wherein none hath a mention.

3

Of this hath the nightingale of oneness sung in the garden of Ghawthíyyih. [Sermon by `Alí] He saith: "And there shall appear upon the tablet of thine heart a writing of the subtle mysteries of `Fear God and God will give you knowledge'; [Qur'án 2:282] and the bird of thy soul shall recall the holy sanctuaries of preexistence and soar on the wings of longing in the heaven of `walk the beaten paths of thy Lord', [Qur'án 16:71] and gather the fruits of communion in the gardens of `Then feed on every kind of fruit.'" [Qur'án 16:71]

4

By My life, O friend, wert thou to taste of these fruits, from the green garden of these blossoms which grow in the lands of knowledge, beside the orient lights of the Essence in the mirrors of names and attributes—yearning would seize the reins of patience and reserve from out thy hand, and make thy soul to shake with the flashing light, and draw thee from the earthly homeland to the first, heavenly abode in the Center of Realities, and lift thee to a plane wherein thou wouldst soar in the air even as thou walkest upon the earth, and move over the water as thou runnest on the land. Wherefore, may it rejoice Me, and thee, and whosoever mounteth into the heaven of knowledge, and whose heart is refreshed by this, that the wind of certitude hath blown over the garden of his being, from the Sheba of the All-Merciful.

5

Peace be upon him who followeth the Right Path!

6

And further: The stages that mark the wayfarer's journey from the abode of dust to the heavenly homeland are said to be seven. Some have called these Seven Valleys, and others, Seven Cities. And they say that until the wayfarer taketh leave of self, and traverseth these stages, he shall never reach to the ocean of nearness and union, nor drink of the peerless wine. The first is The Valley of Search.

7

Valley of Search

The steed of this Valley is patience; without patience the wayfarer on this journey will reach nowhere and attain no goal. Nor should he ever be downhearted; if he strive for a hundred thousand years and yet fail to behold the beauty of the Friend, he should not falter. For those who seek the Ka'bih [The holy Sanctuary at Mecca. Here the word means "goal."] of "for Us" rejoice in the tidings:"In Our ways will We guide them." [Qur'án 29:69: "And whoso maketh efforts for Us, in Our ways will We guide them."] In their search, they have stoutly girded up the loins of service, and seek at every moment to journey from the plane of heedlessness into the realm of being. No bond shall hold them back, and no counsel shall deter them.

8

It is incumbent on these servants that they cleanse the heart—which is the wellspring of divine treasures—from every marking, and that they turn away from imitation, which is following the traces of their forefathers and sires, and shut the door of friendliness and enmity upon all the people of the earth.

9

In this journey the seeker reacheth a stage wherein he seeth all created things wandering distracted in search of the Friend. How many a Jacob will he see, hunting after his Joseph; he will behold many a lover, hasting to seek the Beloved, he will witness a world of desiring ones searching after the One Desired. At every moment he findeth a weighty matter, in every hour he becometh aware of a mystery; for he hath taken his heart away from both worlds, and set out for the Ka'bih [The holy Sanctuary at Mecca. Here the word means "goal."] of the Beloved. At every step, aid from the Invisible Realm will attend him and the heat of his search will grow.

10

One must judge of search by the standard of the Majnún of Love. [Literally, Majnún means "insane." This is the title of the celebrated lover of ancient Persian and Arabian lore, whose beloved was Laylí, daughter of an Arabian prince. Symbolizing true human love bordering on the divine, the story has been made the theme of many a Persian romantic poem, particularly that of Nizámí, written in 1188-1189 A.D.] It is related that one day they came upon Majnún sifting the dust, and his tears flowing down. They said, "What doest thou?" He said, "I seek for Laylí." They cried, "Alas for thee! Laylí is of pure spirit, and thou seekest her in the dust!" He said, "I seek her everywhere; haply somewhere I shall find her."

11

Yea, although to the wise it be shameful to seek the Lord of Lords in the dust, yet this betokeneth intense ardor in searching. "Whoso seeketh out a thing with zeal shall find it." [Arabian proverb.]

12

The true seeker hunteth naught but the object of his quest, and the lover hath no desire save union with his beloved. Nor shall the seeker reach his goal unless he sacrifice all things. That is, whatever he hath seen, and heard, and understood, all must he set at naught, that he may enter the realm of the spirit, which is the City of God. Labor is needed, if we are to seek Him; ardor is needed, if we are to drink of the honey of reunion with Him; and if we taste of this cup, we shall cast away the world.

13

On this journey the traveler abideth in every land and dwelleth in every region. In every face, he seeketh the beauty of the Friend; in every country he looketh for the Beloved. He joineth every company, and seeketh fellowship with every soul, that haply in some mind he may uncover the secret of the Friend, or in some face he may behold the beauty of the Loved One.

14

And if, by the help of God, he findeth on this journey a trace of the traceless Friend, and inhaleth the fragrance of the long-lost Joseph from the heavenly messenger, [Refer to the story of Joseph in the Qur'án and the Old Testament.] he shall straightway step into The Valley of Love ...

15

The Valley of Love

... he shall straightway step into The Valley of Love and be dissolved in the fire of love. In this city the heaven of ecstasy is upraised and the world-illuming sun of yearning shineth, and the fire of love is ablaze; and when the fire of love is ablaze, it burneth to ashes the harvest of reason.

(15)

Now is the traveler unaware of himself, and of aught besides himself. He seeth neither ignorance nor knowledge, neither doubt nor certitude; he knoweth not the morn of guidance from the night of error. He fleeth both from unbelief and faith, and deadly poison is a balm to him. Wherefore Attár [Farídu'd-Dín Attár (ca. 1150-1230 A.D.), the great Persian Súfí poet.] saith:

For the infidel, error—for the faithful, faith;

For Attár's heart, an atom of Thy pain.

The steed of this Valley is pain; and if there be no pain this journey will never end. In this station the lover hath no thought save the Beloved, and seeketh no refuge save the Friend. At every moment he offereth a hundred lives in the path of the Loved One, at every step he throweth a thousand heads at the feet of the Beloved.

16

O My Brother! Until thou enter the Egypt of love, thou shalt never come to the Joseph of the Beauty of the Friend; and until, like Jacob, thou forsake thine outward eyes, thou shalt never open the eye of thine inward being; and until thou burn with the fire of love, thou shalt never commune with the Lover of Longing.

17

A lover feareth nothing and no harm can come nigh him: Thou seest him chill in the fire and dry in the sea.

A lover is he who is chill in hell fire;

A knower is he who is dry in the sea.
[Persian mystic poem.]

Love accepteth no existence and wisheth no life: He seeth life in death, and in shame seeketh glory. To merit the madness of love, man must abound in sanity; to merit the bonds of the Friend, he must be full of spirit. Blessed the neck that is caught in His noose, happy the head that falleth on the dust in the pathway of His love. Wherefore, O friend, give up thy self that thou mayest find the Peerless One, pass by this mortal earth that thou mayest seek a home in the nest of heaven. Be as naught, if thou wouldst kindle the fire of being and be fit for the pathway of love.

Love seizeth not upon a living soul,

The falcon preyeth not on a dead mouse.
[Persian mystic poem. Cf. The Hidden Words, No. 7, Arabic.]

Love setteth a world aflame at every turn, and he wasteth every land where he carrieth his banner. Being hath no existence in his kingdom; the wise wield no command within his realm. The leviathan of love swalloweth the master of reason and destroyeth the lord of knowledge. He drinketh the seven seas, but his heart's thirst is still unquenched, and he saith, "Is there yet any more?" [Qur'án 50:29] He shunneth himself and draweth away from all on earth.

Love's a stranger to earth and heaven too;

In him are lunacies seventy-and-two.
[Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

He hath bound a myriad victims in his fetters, wounded a myriad wise men with his arrow. Know that every redness in the world is from his anger, and every paleness in men's cheeks is from his poison. He yieldeth no remedy but death, he walketh not save in the valley of the shadow; yet sweeter than honey is his venom on the lover's lips, and fairer his destruction in the seeker's eyes than a hundred thousand lives.

18

Wherefore must the veils of the satanic self be burned away at the fire of love, that the spirit may be purified and cleansed and thus may know the station of the Lord of the Worlds.

Kindle the fire of love and burn away all things,

Then set thy foot into the land of the lovers.
[From an ode by Bahá'u'lláh.]

And if, confirmed by the Creator, the lover escapes from the claws of the eagle of love, he will enter The Valley of Knowledge ...

19

The Valley of Knowledge

... he will enter The Valley of Knowledge and come out of doubt into certitude, and turn from the darkness of illusion to the guiding light of the fear of God. His inner eyes will open and he will privily converse with his Beloved; he will set ajar the gate of truth and piety, and shut the doors of vain imaginings. He in this station is content with the decree of God, and seeth war as peace, and findeth in death the secrets of everlasting life. With inward and outward eyes he witnesseth the mysteries of resurrection in the realms of creation and the souls of men, and with a pure heart apprehendeth the divine wisdom in the endless Manifestations of God. In the ocean he findeth a drop, in a drop he beholdeth the secrets of the sea.

Split the atom's heart, and lo!

Within it thou wilt find a sun. [Persian mystic poem.]

The wayfarer in this Valley seeth in the fashionings of the True One nothing save clear providence, and at every moment saith: "No defect canst thou see in the creation of the God of Mercy: Repeat the gaze: Seest thou a single flaw?" [Qur'án 67:3] He beholdeth justice in injustice, and in justice, grace. In ignorance he findeth many a knowledge hidden, and in knowledge a myriad wisdoms manifest. He breaketh the cage of the body and the passions, and consorteth with the people of the immortal realm. He mounteth on the ladders of inner truth and hasteneth to the heaven of inner significance. He rideth in the ark of "we shall show them our signs in the regions and in themselves," [Qur'án 41:53] and journeyeth over the sea of "until it become plain to them that (this Book) is the truth." [Qur'án 41:53] And if he meeteth with injustice he shall have patience, and if he cometh upon wrath he shall manifest love.

(19)

There was once a lover who had sighed for long years in separation from his beloved, and wasted in the fire of remoteness. From the rule of love, his heart was empty of patience, and his body weary of his spirit; he reckoned life without her as a mockery, and time consumed him away. How many a day he found no rest in longing for her; how many a night the pain of her kept him from sleep; his body was worn to a sigh, his heart's wound had turned him to a cry of sorrow. He had given a thousand lives for one taste of the cup of her presence, but it availed him not. The doctors knew no cure for him, and companions avoided his company; yea, physicians have no medicine for one sick of love, unless the favor of the beloved one deliver him.

20

At last, the tree of his longing yielded the fruit of despair, and the fire of his hope fell to ashes. Then one night he could live no more, and he went out of his house and made for the marketplace. On a sudden, a watchman followed after him. He broke into a run, with the watchman following; then other watchmen came together, and barred every passage to the weary one. And the wretched one cried from his heart, and ran here and there, and moaned to himself: "Surely this watchman is Izrá'íl, my angel of death, following so fast upon me; or he is a tyrant of men, seeking to harm me." His feet carried him on, the one bleeding with the arrow of love, and his heart lamented. Then he came to a garden wall, and with untold pain he scaled it, for it proved very high; and forgetting his life, he threw himself down to the garden.

21

And there he beheld his beloved with a lamp in her hand, searching for a ring she had lost. When the heart-surrendered lover looked on his ravishing love, he drew a great breath and raised up his hands in prayer, crying: "O God! Give Thou glory to the watchman, and riches and long life. For the watchman was Gabriel, guiding this poor one; or he was Isráfíl, bringing life to this wretched one!"

22

Indeed, his words were true, for he had found many a secret justice in this seeming tyranny of the watchman, and seen how many a mercy lay hid behind the veil. Out of wrath, the guard had led him who was athirst in love's desert to the sea of his loved one, and lit up the dark night of absence with the light of reunion. He had driven one who was afar, into the garden of nearness, had guided an ailing soul to the heart's physician.

23

Now if the lover could have looked ahead, he would have blessed the watchman at the start, and prayed on his behalf, and he would have seen that tyranny as justice; but since the end was veiled to him, he moaned and made his plaint in the beginning. Yet those who journey in the garden land of knowledge, because they see the end in the beginning, see peace in war and friendliness in anger.

24

Such is the state of the wayfarers in this Valley; but the people of the Valleys above this see the end and the beginning as one; nay, they see neither beginning nor end, and witness neither "first" nor "last." [Qur'án 57:3.] Nay rather, the denizens of the undying city, who dwell in the green garden land, see not even "neither first nor last"; they fly from all that is first, and repulse all that is last. For these have passed over the worlds of names, and fled beyond the worlds of attributes as swift as lightning. Thus is it said: "Absolute Unity excludeth all attributes." [Saying attributed to `Alí.] And they have made their dwelling-place in the shadow of the Essence.

25

Wherefore, relevant to this, Khájih `Abdu'lláh [Shaykh Abú Ismá'íl `Abdu'lláh Ansárí of Hirát (1006-1088 A.D.) Súfí leader, descended from the Prophet's companion Abú Ayyúb. Chiefly known for his Munáját (Supplications) and Rubá'íyyát (Quatrains). "Ansár" means the "Helpers" or companions of Muhammad in Medina.] —may God the Most High sanctify his beloved spirit—hath made a subtle point and spoken an eloquent word as to the meaning of "Guide Thou us on the straight path," [Qur'án 1:5] which is: "Show us the right way, that is, honor us with the love of Thine Essence, that we may be freed from turning toward ourselves and toward all else save Thee, and may become wholly Thine, and know only Thee, and see only Thee, and think of none save Thee."

26

Nay, these even mount above this station, wherefore it is said:

Love is a veil betwixt the lover and the loved one;

More than this I am not permitted to tell. [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

At this hour the morn of knowledge hath arisen and the lamps of wayfaring and wandering are quenched. [This refers to the mystic wandering and search for truth guided by "Lights" or Súfí leaders. Bahá'u'lláh here warns the mystics that the coming of the Divine Manifestation in His Day makes further search unnecessary, as it was said by `Alí: "Quench the lamp when the sun hath risen"—the sun referring to the Manifestation of God in the New Day.]

Veiled from this was Moses

Though all strength and light;

Then thou who hast no wings at all,

Attempt not flight. [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

If thou be a man of communion and prayer, soar up on the wings of assistance from Holy Souls, that thou mayest behold the mysteries of the Friend and attain to the lights of the Beloved, "Verily, we are from God and to Him shall we return." [Qur'án 2:151]

27

After passing through the Valley of knowledge, which is the last plane of limitation, the wayfarer cometh to the Valley of Unity ...

28

The Valley of Unity

... the wayfarer cometh to the Valley of Unity and drinketh from the cup of the Absolute, and gazeth on the Manifestations of Oneness. In this station he pierceth the veils of plurality, fleeth from the worlds of the flesh, and ascendeth into the heaven of singleness. With the ear of God he heareth, with the eye of God he beholdeth the mysteries of divine creation. He steppeth into the sanctuary of the Friend, and shareth as an intimate the pavilion of the Loved One. He stretcheth out the hand of truth from the sleeve of the Absolute; he revealeth the secrets of power. He seeth in himself neither name nor fame nor rank, but findeth his own praise in praising God. He beholdeth in his own name the name of God; to him, "all songs are from the King," [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.] and every melody from Him. He sitteth on the throne of "Say, all is from God," [Qur'án 4:80] and taketh his rest on the carpet of "There is no power or might but in God." [Qur'án 18:37] He looketh on all things with the eye of oneness, and seeth the brilliant rays of the divine sun shining from the dawning-point of Essence alike on all created things, and the lights of singleness reflected over all creation.

27

It is clear to thine Eminence that all the variations which the wayfarer in the stages of his journey beholdeth in the realms of being, proceed from his own vision. We shall give an example of this, that its meaning may become fully clear: Consider the visible sun; although it shineth with one radiance upon all things, and at the behest of the King of Manifestation bestoweth light on all creation, yet in each place it becometh manifest and sheddeth its bounty according to the potentialities of that place. For instance, in a mirror it reflecteth its own disk and shape, and this is due to the sensitivity of the mirror; in a crystal it maketh fire to appear, and in other things it showeth only the effect of its shining, but not its full disk. And yet, through that effect, by the command of the Creator, it traineth each thing according to the quality of that thing, as thou observest.

28

In like manner, colors become visible in every object according to the nature of that object. For instance, in a yellow globe, the rays shine yellow; in a white the rays are white; and in a red, the red rays are manifest. Then these variations are from the object, not from the shining light. And if a place be shut away from the light, as by walls or a roof, it will be entirely bereft of the splendor of the light, nor will the sun shine thereon.

29

Thus it is that certain invalid souls have confined the lands of knowledge within the wall of self and passion, and clouded them with ignorance and blindness, and have been veiled from the light of the mystic sun and the mysteries of the Eternal Beloved; they have strayed afar from the jewelled wisdom of the lucid Faith of the Lord of Messengers, have been shut out of the sanctuary of the All-Beauteous One, and banished from the Ka'bih [The holy Sanctuary at Mecca. Here the word means "goal."] of splendor. Such is the worth of the people of this age!

30

And if a nightingale [This refers to Bahá'u'lláh's own Manifestation.] soar upward from the clay of self and dwell in the rose bower of the heart, and in Arabian melodies and sweet Íránian songs recount the mysteries of God—a single word of which quickeneth to fresh, new life the bodies of the dead, and bestoweth the Holy Spirit upon the moldering bones of this existence—thou wilt behold a thousand claws of envy, a myriad beaks of rancor hunting after Him and with all their power intent upon His death.

31

Yea, to the beetle a sweet fragrance seemeth foul, and to the man sick of a rheum a pleasant perfume is as naught. Wherefore, it hath been said for the guidance of the ignorant:

Cleanse thou the rheum from out thine head

And breathe the breath of God instead. [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

In sum, the differences in objects have now been made plain. Thus when the wayfarer gazeth only upon the place of appearance—that is, when he seeth only the many-colored globes—he beholdeth yellow and red and white; hence it is that conflict hath prevailed among the creatures, and a darksome dust from limited souls hath hid the world. And some do gaze upon the effulgence of the light; and some have drunk of the wine of oneness and these see nothing but the sun itself.

32

Thus, for that they move on these three differing planes, the understanding and the words of the wayfarers have differed; and hence the sign of conflict doth continually appear on earth. For some there are who dwell upon the plane of oneness and speak of that world, and some inhabit the realms of limitation, and some the grades of self, while others are completely veiled. Thus do the ignorant people of the day, who have no portion of the radiance of Divine Beauty, make certain claims, and in every age and cycle inflict on the people of the sea of oneness what they themselves deserve. "Should God punish men for their perverse doings, He would not leave on earth a moving thing! But to an appointed term doth He respite them...." [Qur'án 16:63]

33

O My Brother! A pure heart is as a mirror; cleanse it with the burnish of love and severance from all save God, that the true sun may shine within it and the eternal morning dawn. Then wilt thou clearly see the meaning of "Neither doth My earth nor My heaven contain Me, but the heart of My faithful servant containeth Me." [Hadíth, i.e. action or utterance traditionally attributed to the Prophet Muhammad or to one of the holy Imáms.] And thou wilt take up thy life in thine hand, and with infinite longing cast it before the new Beloved One.

34

Whensoever the light of Manifestation of the King of Oneness settleth upon the throne of the heart and soul, His shining becometh visible in every limb and member. At that time the mystery of the famed tradition gleameth out of the darkness: "A servant is drawn unto Me in prayer until I answer him; and when I have answered him, I become the ear wherewith he heareth...." For thus the Master of the house hath appeared within His home, and all the pillars of the dwelling are ashine with His light. And the action and effect of the light are from the Light-Giver; so it is that all move through Him and arise by His will. And this is that spring whereof the near ones drink, as it is said: "A fount whereof the near unto God shall drink...." [Qur'án 83:28]

35

However, let none construe these utterances to be anthropomorphism, nor see in them the descent of the worlds of God into the grades of the creatures; nor should they lead thine Eminence to such assumptions. For God is, in His Essence, holy above ascent and descent, entrance and exit; He hath through all eternity been free of the attributes of human creatures, and ever will remain so. No man hath ever known Him; no soul hath ever found the pathway to His Being. Every mystic knower hath wandered far astray in the valley of the knowledge of Him; every saint hath lost his way in seeking to comprehend His Essence. Sanctified is He above the understanding of the wise; exalted is He above the knowledge of the knowing! The way is barred and to seek it is impiety; His proof is His signs; His being is His evidence. [Sermon by `Alí]

36

Wherefore, the lovers of the face of the Beloved have said: "O Thou, the One Whose Essence alone showeth the way to His Essence, and Who is sanctified above any likeness to His creatures." [Hadíth, i.e. action or utterance traditionally attributed to the Prophet Muhammad or to one of the holy Imáms.] How can utter nothingness gallop its steed in the field of preexistence, or a fleeting shadow reach to the everlasting sun? The Friend [The Prophet Muhammad] hath said, "But for Thee, we had not known Thee," and the Beloved [The Prophet Muhammad] hath said, "nor attained Thy presence."

37

Yea, these mentionings that have been made of the grades of knowledge relate to the knowledge of the Manifestations of that Sun of Reality, which casteth Its light upon the Mirrors. And the splendor of that light is in the hearts, yet it is hidden under the veilings of sense and the conditions of this earth, even as a candle within a lantern of iron, and only when the lantern is removed doth the light of the candle shine out.

38

In like manner, when thou strippest the wrappings of illusion from off thine heart, the lights of oneness will be made manifest.

39

Then it is clear that even for the rays there is neither entrance nor exit—how much less for that Essence of Being and that longed-for Mystery. O My Brother, journey upon these planes in the spirit of search, not in blind imitation. A true wayfarer will not be kept back by the bludgeon of words nor debarred by the warning of allusions.

How shall a curtain part the lover and the loved one?

Not Alexander's wall can separate them!
[Háfiz: Shamsu'd-Dín Muhammad, of Shíráz, died ca.
1389 A.D. One of the greatest of Persian poets.]

Secrets are many, but strangers are myriad. Volumes will not suffice to hold the mystery of the Beloved One, nor can it be exhausted in these pages, although it be no more than a word, no more than a sign. "Knowledge is a single point, but the ignorant have multiplied it." [Hadíth, i.e. action or utterance traditionally attributed to the Prophet Muhammad or to one of the holy Imáms.]

40

On this same basis, ponder likewise the differences among the worlds. Although the divine worlds be never ending, yet some refer to them as four: The world of time (zamán), which is the one that hath both a beginning and an end; the world of duration (dahr), which hath a beginning, but whose end is not revealed; the world of perpetuity (sarmad), whose beginning is not to be seen but which is known to have an end; and the world of eternity (azal), neither a beginning nor an end of which is visible. Although there are many differing statements as to these points, to recount them in detail would result in weariness. Thus, some have said that the world of perpetuity hath neither beginning nor end, and have named the world of eternity as the invisible, impregnable Empyrean. Others have called these the worlds of the Heavenly Court (Lahút), of the Empyrean Heaven (Jabarút), of the Kingdom of the Angels (Malakút), and of the mortal world (Násút).

41

The journeys in the pathway of love are reckoned as four: From the creatures to the True One; from the True One to the creatures; from the creatures to the creatures; from the True One to the True One.

42

There is many an utterance of the mystic seers and doctors of former times which I have not mentioned here, since I mislike the copious citation from sayings of the past; for quotation from the words of others proveth acquired learning, not the divine bestowal. Even so much as We have quoted here is out of deference to the wont of men and after the manner of the friends. Further, such matters are beyond the scope of this epistle. Our unwillingness to recount their sayings is not from pride, rather is it a manifestation of wisdom and a demonstration of grace.

If Khidr did wreck the vessel on the sea,

Yet in this wrong there are a thousand rights.
[Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

Otherwise, this Servant regardeth Himself as utterly lost and as nothing, even beside one of the beloved of God, how much less in the presence of His holy ones. Exalted be My Lord, the Supreme! Moreover, our aim is to recount the stages of the wayfarer's journey, not to set forth the conflicting utterances of the mystics.

43

Although a brief example hath been given concerning the beginning and ending of the relative world, the world of attributes, yet a second illustration is now added, that the full meaning may be manifest. For instance, let thine Eminence consider his own self; thou art first in relation to thy son, last in relation to thy father. In thine outward appearance, thou tellest of the appearance of power in the realms of divine creation; in thine inward being thou revealest the hidden mysteries which are the divine trust deposited within thee. And thus firstness and lastness, outwardness and inwardness are, in the sense referred to, true of thyself, that in these four states conferred upon thee thou shouldst comprehend the four divine states, and that the nightingale of thine heart on all the branches of the rosetree of existence, whether visible or concealed, should cry out: "He is the first and the last, the Seen and the Hidden...." [Qur'án 57:3]

44

These statements are made in the sphere of that which is relative, because of the limitations of men. Otherwise, those personages who in a single step have passed over the world of the relative and the limited, and dwelt on the fair plane of the Absolute, and pitched their tent in the worlds of authority and command—have burned away these relativities with a single spark, and blotted out these words with a drop of dew. And they swim in the sea of the spirit, and soar in the holy air of light. Then what life have words, on such a plane, that "first" and "last" or other than these be seen or mentioned! In this realm, the first is the last itself, and the last is but the first.

In thy soul of love build thou a fire

And burn all thoughts and words entire.
[Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

O my friend, look upon thyself: Hadst thou not become a father nor begotten a son, neither wouldst thou have heard these sayings. Now forget them all, that thou mayest learn from the Master of Love in the schoolhouse of oneness, and return unto God, and forsake the inner land of unreality [This refers to the Súfí idea of the inner plane, which compared to Revealed Truth is but unreal.] for thy true station, and dwell within the shadow of the tree of knowledge.

45

O thou dear one! Impoverish thyself, that thou mayest enter the high court of riches; and humble thy body, that thou mayest drink from the river of glory, and attain to the full meaning of the poems whereof thou hadst asked.

46

Thus it hath been made clear that these stages depend on the vision of the wayfarer. In every city he will behold a world, in every Valley reach a spring, in every meadow hear a song. But the falcon of the mystic heaven hath many a wondrous carol of the spirit in His breast, and the Persian bird keepeth in His soul many a sweet Arab melody; yet these are hidden, and hidden shall remain.

If I speak forth, many a mind will shatter,

And if I write, many a pen will break. [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.],
[This refers to Bahá'u'lláh Himself, Who had not yet declared
His mission.]

Peace be upon him who concludeth this exalted journey and followeth the True One by the lights of guidance.

47

And the wayfarer, after traversing the high planes of this supernal journey, entereth The Valley of Contentment.

48

The Valley of Contentment

In this Valley he feeleth the winds of divine contentment blowing from the plane of the spirit. He burneth away the veils of want, and with inward and outward eye, perceiveth within and without all things the day of: "God will compensate each one out of His abundance." [Qur'án 4:129] From sorrow he turneth to bliss, from anguish to joy. His grief and mourning yield to delight and rapture.

48

Although to outward view, the wayfarers in this Valley may dwell upon the dust, yet inwardly they are throned in the heights of mystic meaning; they eat of the endless bounties of inner significances, and drink of the delicate wines of the spirit.

49

The tongue faileth in describing these three Valleys, and speech falleth short. The pen steppeth not into this region, the ink leaveth only a blot. In these planes, the nightingale of the heart hath other songs and secrets, which make the heart to stir and the soul to clamor, but this mystery of inner meaning may be whispered only from heart to heart, confided only from breast to breast.

Only heart to heart can speak the bliss of mystic knowers;

No messenger can tell it and no missive bear it.[Háfiz: Shamsu'd-Dín Muhammad, of Shíráz, died ca.
1389 A.D. One of the greatest of Persian poets.]

I am silent from weakness on many a matter,

For my words could not reckon them and my speech would fall short. [Arabian poem]

O friend, till thou enter the garden of such mysteries, thou shalt never set lip to the undying wine of this Valley. And shouldst thou taste of it, thou wilt shield thine eyes from all things else, and drink of the wine of contentment; and thou wilt loose thyself from all things else, and bind thyself to Him, and throw thy life down in His path, and cast thy soul away. However, there is no other in this region that thou need forget: "There was God and there was naught beside Him." [Hadíth, i.e. action or utterance traditionally attributed to the Prophet Muhammad or to one of the holy Imáms.] For on this plane the traveler witnesseth the beauty of the Friend in everything. Even in fire, he seeth the face of the Beloved. He beholdeth in illusion the secret of reality, and readeth from the attributes the riddle of the Essence. For he hath burnt away the veils with his sighing, and unwrapped the shroudings with a single glance; with piercing sight he gazeth on the new creation; with lucid heart he graspeth subtle verities. This is sufficiently attested by: "And we have made thy sight sharp in this day." [From Qur'án 50:21]

50

After journeying through the planes of pure contentment, the traveler cometh to the Valley of Wonderment ...

51

The Valley of Wonderment

After journeying through the planes of pure contentment, the traveler cometh to the Valley of Wonderment and is tossed in the oceans of grandeur, and at every moment his wonder groweth. Now he seeth the shape of wealth as poverty itself, and the essence of freedom as sheer impotence. Now is he struck dumb with the beauty of the All-Glorious; again is he wearied out with his own life. How many a mystic tree hath this whirlwind of wonderment snatched by the roots, how many a soul hath it exhausted. For in this Valley the traveler is flung into confusion, albeit, in the eye of him who hath attained, such marvels are esteemed and well beloved. At every moment he beholdeth a wondrous world, a new creation, and goeth from astonishment to astonishment, and is lost in awe at the works of the Lord of Oneness.

51

Indeed, O Brother, if we ponder each created thing, we shall witness a myriad perfect wisdoms and learn a myriad new and wondrous truths. One of the created phenomena is the dream. Behold how many secrets are deposited therein, how many wisdoms treasured up, how many worlds concealed. Observe, how thou art asleep in a dwelling, and its doors are barred; on a sudden thou findest thyself in a far-off city, which thou enterest without moving thy feet or wearying thy body; without using thine eyes, thou seest; without taxing thine ears, thou hearest; without a tongue, thou speakest. And perchance when ten years are gone, thou wilt witness in the outer world the very things thou hast dreamed tonight.

52

Now there are many wisdoms to ponder in the dream, which none but the people of this Valley can comprehend in their true elements. First, what is this world, where without eye and ear and hand and tongue a man puts all of these to use? Second, how is it that in the outer world thou seest today the effect of a dream, when thou didst vision it in the world of sleep some ten years past? Consider the difference between these two worlds and the mysteries which they conceal, that thou mayest attain to divine confirmations and heavenly discoveries and enter the regions of holiness.

53

God, the Exalted, hath placed these signs in men, to the end that philosophers may not deny the mysteries of the life beyond nor belittle that which hath been promised them. For some hold to reason and deny whatever the reason comprehendeth not, and yet weak minds can never grasp the matters which we have related, but only the Supreme, Divine Intelligence can comprehend them:

How can feeble reason encompass the Qur'án,

Or the spider snare a phoenix in his web? [Persian mystic poem.]

All these states are to be witnessed in the Valley of Wonderment, and the traveler at every moment seeketh for more, and is not wearied. Thus the Lord of the First and the Last in setting forth the grades of contemplation, and expressing wonderment hath said: "O Lord, increase my astonishment at Thee!"

54

Likewise, reflect upon the perfection of man's creation, and that all these planes and states are folded up and hidden away within him.

Dost thou reckon thyself only a puny form

When within thee the universe is folded? [`Alí.]

Then we must labor to destroy the animal condition, till the meaning of humanity shall come to light.

55

Thus, too, Luqmán, who had drunk from the wellspring of wisdom and tasted of the waters of mercy, in proving to his son Nathan the planes of resurrection and death, advanced the dream as an evidence and an example. We relate it here, that through this evanescent Servant a memory may endure of that youth of the school of Divine Unity, that elder of the art of instruction and the Absolute. He said: "O Son, if thou art able not to sleep, then thou art able not to die. And if thou art able not to waken after sleep, then thou shalt be able not to rise after death."

56

O friend, the heart is the dwelling of eternal mysteries, make it not the home of fleeting fancies; waste not the treasure of thy precious life in employment with this swiftly passing world. Thou comest from the world of holiness—bind not thine heart to the earth; thou art a dweller in the court of nearness—choose not the homeland of the dust.

57

In sum, there is no end to the description of these stages, but because of the wrongs inflicted by the peoples of the earth, this Servant is in no mood to continue:

The tale is still unfinished and I have no heart for it—

Then pray forgive me. [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

The pen groaneth and the ink sheddeth tears, and the river [Literally "Jayhún," a river in Turkistán.] of the heart moveth in waves of blood. "Nothing can befall us but what God hath destined for us." [Qur'án 9:51.] Peace be upon him who followeth the Right Path!

58

The Valley of True Poverty and Absolute Nothingness

This station is the dying from self and the living in God, the being poor in self and rich in the Desired One. Poverty as here referred to signifieth being poor in the things of the created world, rich in the things of God's world. For when the true lover and devoted friend reacheth to the presence of the Beloved, the sparkling beauty of the Loved One and the fire of the lover's heart will kindle a blaze and burn away all veils and wrappings. Yea, all he hath, from heart to skin, will be set aflame, so that nothing will remain save the Friend.

When the qualities of the Ancient of Days stood revealed,

Then the qualities of earthly things did Moses burn away. [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

He who hath attained this station is sanctified from all that pertaineth to the world. Wherefore, if those who have come to the sea of His presence are found to possess none of the limited things of this perishable world, whether it be outer wealth or personal opinions, it mattereth not. For whatever the creatures have is limited by their own limits, and whatever the True One hath is sanctified therefrom; this utterance must be deeply pondered that its purport may be clear. "Verily the righteous shall drink of a winecup tempered at the camphor fountain." [Qur'án 76:5] If the interpretation of "camphor" become known, the true intention will be evident. This state is that poverty of which it is said, "Poverty is My glory." [Muhammad] And of inward and outward poverty there is many a stage and many a meaning which I have not thought pertinent to mention here; hence I have reserved these for another time, dependent on what God may desire and fate may seal.

59

This is the plane whereon the vestiges of all things (Kullu Shay') are destroyed in the traveler, and on the horizon of eternity the Divine Face riseth out of the darkness, and the meaning of "All on the earth shall pass away, but the face of thy Lord...." [Qur'án 55:26, 27] is made manifest.

60

O My friend, listen with heart and soul to the songs of the spirit, and treasure them as thine own eyes. For the heavenly wisdoms, like the clouds of spring, will not rain down on the earth of men's hearts forever; and though the grace of the All-Bounteous One is never stilled and never ceasing, yet to each time and era a portion is allotted and a bounty set apart, this in a given measure. "And no one thing is there, but with Us are its storehouses; and We send it not down but in settled measure." [Qur'án 15:21.] The cloud of the Loved One's mercy raineth only on the garden of the spirit, and bestoweth this bounty only in the season of spring. The other seasons have no share in this greatest grace, and barren lands no portion of this favor.

61

O Brother! Not every sea hath pearls; not every branch will flower, nor will the nightingale sing thereon. Then, ere the nightingale of the mystic paradise repair to the garden of God, and the rays of the heavenly morning
return to the Sun of Truth—make thou an effort, that haply in this dustheap of the mortal world thou mayest catch a fragrance from the everlasting garden, and live forever in the shadow of the peoples of this city. And when thou hast attained this highest station and come to this mightiest plane, then shalt thou gaze on the Beloved, and forget all else.

The Beloved shineth on gate and wall

Without a veil, O men of vision. [Farídu'd-Dín Attár (ca. 1150-1230 A.D.), the great Persian Súfí poet.]

Now hast thou abandoned the drop of life and come to the sea of the Life-Bestower. This is the goal thou didst ask for; if it be God's will, thou wilt gain it.

62

In this city, even the veils of light are split asunder and vanish away. "His beauty hath no veiling save light, His face no covering save revelation." [Hadíth, i.e. action or utterance traditionally attributed to the Prophet Muhammad or to one of the holy Imáms.] How strange that while the Beloved is visible as the sun, yet the heedless still hunt after tinsel and base metal. Yea, the intensity of His revelation hath covered Him, and the fullness of His shining forth hath hidden Him.

Even as the sun, bright hath He shined,

But alas, He hath come to the town of the blind! [Jalálu'd-Dín Rúmí (1207-1273 A.D.);
The Mathnaví. Jalálu'd-Dín, called Mawláná ("our Master"),
is the greatest of all Persian Súfí poets, and founder
of the Mawlaví "whirling" dervish order.]

In this Valley, the wayfarer leaveth behind him the stages of the "oneness of Being and Manifestation" [Pantheism, a Súfí doctrine derived from the formula: "Only God exists; He is in all things, and all things are in Him."] and reacheth a oneness that is sanctified above these two stations. Ecstasy alone can encompass this theme, not utterance nor argument; and whosoever hath dwelt at this stage of the journey, or caught a breath from this garden land, knoweth whereof We speak.

63

In all these journeys the traveler must stray not the breadth of a hair from the "Law," for this is indeed the secret of the "Path" and the fruit of the Tree of "Truth"; and in all these stages he must cling to the robe of obedience to the commandments, and hold fast to the cord of shunning all forbidden things, that he may be nourished from the cup of the Law and informed of the mysteries of Truth. [This refers to the three stages of Súfí life: 1. Sharí'at, or Religious Laws; 2. Taríqat, or the Path on which the mystic wayfarer journeys in search of the True One; this stage also includes anchoretism. 3. Haqíqat, or the Truth which, to the Súfí, is the goal of the journey through all three stages. Here Bahá'u'lláh teaches that, contrary to the belief of certain Súfís who in their search for the Truth consider themselves above all law, obedience to the Laws of Religion is essential.]

64

If any of the utterances of this Servant may not be comprehended, or may lead to perturbation, the same must be inquired of again, that no doubt may linger, and the meaning be clear as the Face of the Beloved One shining from the "Glorious Station." [Maqám-i-Mahmúd. Qur'án 17:81]

65

These journeys have no visible ending in the world of time, but the severed wayfarer—if invisible confirmation descend upon him and the Guardian of the Cause assist him—may cross these seven stages in seven steps, nay rather in seven breaths, nay rather in a single breath, if God will and desire it. And this is of "His grace on such of His servants as He pleaseth." [Qur'án 2:84]

66

They who soar in the heaven of singleness and reach to the sea of the Absolute, reckon this city—which is the station of life in God—as the furthermost state of mystic knowers, and the farthest homeland of the lovers. But to this evanescent One of the mystic ocean, this station is the first gate of the heart's citadel, that is, man's first entrance to the city of the heart; and the heart is endowed with four stages, which would be recounted should a kindred soul be found.

When the pen set to picturing this station,

It broke in pieces and the page was torn. [Persian mystic poem.]

Salám! ["Peace." This word is used in concluding a thesis.]

67

O My friend! Many a hound pursueth this gazelle of the desert of oneness; many a talon claweth at this thrush of the eternal garden. Pitiless ravens do lie in wait for this bird of the heavens of God, and the huntsman of envy stalketh this deer of the meadow of love.

68

O Shaykh! Make of thine effort a glass, perchance it may shelter this flame from the contrary winds; albeit this light doth long to be kindled in the lamp of the Lord, and to shine in the globe of the spirit. For the head raised up in the love of God will certainly fall by the sword, and the life that is kindled with longing will surely be sacrificed, and the heart which remembereth the Loved One will surely brim with blood. How well is it said:

Live free of love, for its very peace is anguish;

Its beginning is pain, its end is death. [Arabian poem.]

Peace be upon him who followeth the Right Path!

69

The thoughts thou hast expressed as to the interpretation of the common species of bird that is called in Persian Gunjishk (sparrow) were considered. [The five letters comprising this word in Persian are: G, N, J, SH, K, that is, Gáf, Nún, Jím, Shín, Káf.] Thou appearest to be well-grounded in mystic truth. However, on every plane, to every letter a meaning is allotted which relateth to that plane. Indeed, the wayfarer findeth a secret in every name, a mystery in every letter. In one sense, these letters refer to holiness.

70

Káf or Gáf (K or G) referreth to Kuffi ("free"), that is, "Free thyself from that which thy passion desireth; then advance unto thy Lord."

71

Nún referreth to Nazzih ("purify"), that is, "Purify thyself from all else save Him, that thou mayest surrender thy life in His love."

72

Jím is Jánib ("draw back"), that is, "Draw back from the threshold of the True One if thou still possessest earthly attributes."

73

Shín is Ushkúr ("thank")—"Thank thy Lord on His earth that He may bless thee in His heaven; albeit in the world of oneness, this heaven is the same as His earth."

74

Káf referreth to Kuffi, that is: "Take off from thyself the wrappings of limitations, that thou mayest come to know what thou hast not known of the states of Sanctity." [This and the foregoing quotations are from the teachings of Islám.]

75

Wert thou to harken to the melodies of this mortal Bird, [This is a reference in the traditional Persian style to Bahá'u'lláh Himself.] then wouldst thou seek out the undying chalice and pass by every perishable cup.

76

Peace be upon those who walk in the Right Path!

77

The Four Valleys

Preamble

He is the Strong, the Well-Beloved!

O light of truth, Hisám-i-Dín, the bounteous,

No prince hath the world begot like unto Thee!
[Mathnaví of Rúmí]

I am wondering why the tie
of love was so abruptly severed, and the firm covenant of friendship broken.
Did ever, God forbid, My devotion lessen, or My deep affection fail, that
thou hast thus forgot Me and blotted Me from thy thoughts?

What fault of Mine hath made thee cease thy favors?

Is it that We are lowly and thou of high degree? [Sa'dí,
Muslihu'd-Dín of Shíráz (ca. 1184-1291),
famed author of the Gulistán and other poetical works.]

Or is that a single arrow hath driven thee from the
battle? [Persian proverb describing a man who gives up easily.
As used here one connotation is that the Shaykh might
have considered his station as a mystic leader compromised by the fact
of his being taught the new truth by Bahá'u'lláh.]
Have they not told thee that faithfulness is a duty on those who
follow the mystic way, that it is the true guide to His Holy Presence?
"But as for those who say, `Our Lord is God,' and who go straight
to Him, the angels shall descend to them..."
[Qur'án 41:30]

1

Likewise He saith, "Go
straight on then as thou hast been commanded." [Qur'án
11:114; 42:14] Wherefore, this course is incumbent on those
who dwell in the presence of God.

I do as bidden, and I bring the message,

Whether it give thee counsel or offense. [Sa'dí]

2

Albeit I have received no
answer to My letters and it is contrary to the usage of the wise to
express My regard anew, yet this new love hath broken all the old
rules and ways.

Tell us not the tale of Laylí or of Majnún's woe—

thy love hath made the world forget the loves of long ago.

when once thy name was on the tongue, the lovers caught it

and it set the speakers and the hearers dancing to and fro. [Sa'dí]

And of divine wisdom and heavenly counsel, [Rúmí says]:

Each moon, O my beloved, for three days I go mad;

Today's the first of these—'Tis why thou seest me glad.

3

We hear that thou hast
journeyed to Tabríz and Tiflis to disseminate knowledge, or
that some other high purpose hath taken thee to Sanandaj. [fn
8: Senna, capital of Persian Kurdistán.], [fn
9: This preamble to The Four Valleys is written in the finest Persian
epistolary style. The rules of classical letter writing in Persian
require quotations from literary works, and assertions of abiding love
for the one addressed, who is chided for having neglected the writer.]

4

O My eminent friend! Those who progress in mystic wayfaring are of four kinds. I shall describe them in brief, that the grades and qualities of each kind may become plain to thee.

5

The First Valley

If the travelers seek after the goal of the Intended One (maqsúd), this station appertaineth to the self—but that self which is "The Self of God standing within Him with laws." [Hadíth]

6

On this plane, the self is not rejected but beloved; it is well-pleasing and not to be shunned. Although at the beginning, this plane is the realm of conflict, yet it endeth in attainment to the throne of splendor. As they have said: "O Abraham of this day, O Friend Abraham of the Spirit! Kill these four birds of prey," [The Mathnaví. Here Rúmí tells a story of four evil birds which, when put to death, changed into four birds of goodness. The allegory refers to subduing evil qualities and replacing them with good.] that after death the riddle of life may be unraveled.

7

This is the plane of the soul who is pleasing unto God. Refer to the verse:

O thou soul who art well assured,

Return to thy Lord, well-pleased, and pleasing unto Him.
[Qur'án 89:27-30]

which endeth:

Enter thou among My servants,

And enter thou My paradise.
[Qur'án 89:27-30]

8

This station hath many signs, unnumbered proofs. Hence it is said: "Hereafter We will show them Our signs in the regions of the earth, and in themselves, until it become manifest unto them that it is the truth," [Qur'án 41:53] and that there is no God save Him.

9

One must, then, read the book of his own self, rather than some treatise on rhetoric. Wherefore He hath said, "Read thy Book: There needeth none but thyself to make out an account against thee this day." [Qur'án 17:15]

10

The story is told of a mystic knower, who went on a journey with a learned grammarian as his companion. They came to the shore of the Sea of Grandeur. The knower straightway flung himself into the waves, but the grammarian stood lost in his reasonings, which were as words that are written on water. The knower called out to him, "Why dost thou not follow?" The grammarian answered, "O Brother, I dare not advance. I must needs go back again." Then the knower cried, "Forget what thou didst read in the books of Síbávayh and Qawlavayh, of Ibn-i-Hajíb and Ibn-i-Málik, [Famed writers on grammar and rhetoric.] and cross the water."

The death of self is needed here, not rhetoric:

Be nothing, then, and walk upon the waves.
[The Mathnaví]

11

Likewise is it written, "And be ye not like those who forget God, and whom He hath therefore caused to forget their own selves. These are the wicked doers." [Qur'án 59:19]

12

The Second Valley

If the wayfarer's goal be the dwelling of the Praiseworthy One (Mahmúd), [An attribute of God and one of the titles of Muhammad.] this is the station of primal reason which is known as the Prophet and the Most Great Pillar. [Maqám-i-Mahmúd—Praiseworthy Station—is the rank of Prophets endowed with constancy.] Here reason signifieth the divine, universal mind, whose sovereignty enlighteneth all created things—nor doth it refer to every feeble brain; for it is as the wise Saná'í hath written:

How can feeble reason encompass the Qur'án,

Or the spider snare a phoenix in his web?

Wouldst thou that the mind should not entrap thee?

Teach it the science of the love of God!

13

On this plane, the traveler meeteth with many a trial and reverse. Now is he lifted up to heaven, now is he cast into the depths. As it hath been said: "Now Thou drawest me to the summit of glory, again Thou castest me into the lowest abyss." The mystery treasured in this plane is divulged in the following holy verse from the Súrih of THE CAVE [Qur'án 18:16. This is a reference to the station of complete faith. The companions of the Cave are identified with early Christian martyrs.]:

14

"And thou mightest have seen the sun when it arose, pass on the right of their cave, and when it set, leave them on the left, while they were in its spacious chamber. This is one of the signs of God. Guided indeed is he whom God guideth; but for him whom He misleadeth, thou shalt by no means find a patron."

15

If a man could know what lieth hid in this one verse, it would suffice him. Wherefore, in praise of such as these, He hath said: "Men whom neither merchandise nor traffic beguile from the remembrance of God...." [Qur'án 24:37]

16

This station conferreth the true standard of knowledge, and freeth man from tests. In this realm, to search after knowledge is irrelevant, for He hath said concerning the guidance of travelers on this plane, "Fear God, and God will instruct thee." [Qur'án 2:282] And again: "Knowledge is a light which God casteth into the heart of whomsoever He willeth." [Hadíth]

17

Wherefore, a man should make ready his heart that it be worthy of the descent of heavenly grace, and that the bounteous Cup-Bearer may give him to drink of the wine of bestowal from the merciful vessel. "For the like of this let the travailers travail!" [Qur'án 37:59]

18

And now do I say, "Verily we are from God, and to Him shall we return." [Qur'án 2:151]

19

The Third Valley

If the loving seekers wish to live within the precincts of the Attracting One (Majdhúb), [That attribute of God which draws all creatures to Him.] no soul may dwell on this Kingly Throne save the beauty of love. This realm is not to be pictured in words.

Love shunneth this world and that world too,

In him are lunacies seventy-and-two.

The minstrel of love harpeth this lay:

Servitude enslaveth, kingship doth betray.
[The Mathnaví]

20

This plane requireth pure affection and the bright stream of fellowship. In telling of these companions of the Cave He saith: "They speak not till He hath spoken; and they do His bidding." [Qur'án 21:27]

21

On this plane, neither the reign of reason
is sufficient nor the authority of self. Hence,
one of the Prophets of God hath asked: "O my
Lord, how shall we reach unto Thee?" And
the answer came, "Leave thyself behind, and
then approach Me."

22

These are a people who deem the lowest
place to be one with the throne of glory, and
to them beauty's bower differeth not from the
field of a battle fought in the cause of the
Beloved.

23

The denizens of this plane speak no words—but they gallop their chargers. They see but the inner reality of the Beloved. To them all words of sense are meaningless, and senseless words are full of meaning. They cannot tell one limb from another, one part from another. To them the mirage is the real river; to them going away is returning. Wherefore hath it been said:

The story of Thy beauty reached the hermit's dell;

Crazed, he sought the Tavern where the wine they buy and sell.

The love of Thee hath leveled down the fort of patience,

The pain of Thee hath firmly barred the gate of hope as well. [Sa'dí]

24

In this realm, instruction is assuredly of no avail.

The lover's teacher is the Loved One's beauty,

His face their lesson and their only book.

Learning of wonderment, of longing love their duty,

Not on learned chapters and dull themes they look.

The chain that binds them is His musky hair,

The Cyclic Scheme,
[The Cyclic Theory of Abú-'Ali Síná (Avicenna—980-1037) as expressed by him in the quatrain: Every semblance, every shape that perisheth today In the treasure-house of Time is safely stored away. When the world revolveth to its former place, Out of the Invisible He draweth forth its face. See also Some Answered Questions, p. 326.]
to them, is but to Him a stair.
[The Mathnaví]

25

Here followeth a supplication to God, the Exalted, the Glorified:

O Lord! O Thou Whose bounty granteth wishes!

I stand before Thee, all save Thee forgetting.

Grant that the mote of knowledge in my spirit

Escape desire and the lowly clay;

Grant that Thine ancient gift, this drop of wisdom,

Merge with Thy mighty sea. [The Mathnaví]

26

Thus do I say: There is no power or might save in God, the Protector, the Self-Subsistent. [From Qur'án 18:37]

27

The Fourth Valley

If the mystic knowers be of those who have reached to the beauty of the Beloved One (Mahbúb), this station is the apex of consciousness and the secret of divine guidance. This is the center of the mystery: "He doth what He willeth, ordaineth what He pleaseth." [Qur'án 2:254; 5:1, etc.]

28

Were all the denizens of earth and heaven to unravel this shining allusion, this darksome riddle, until the Day when the Trumpet soundeth, yet would they fail to comprehend even a letter thereof, for this is the station of God's immutable decree, His foreordained mystery. Hence, when searchers inquired of this, He made reply, "This is a bottomless sea which none shall ever fathom." [Statement attributed to `Alí.] And they asked again, and He answered, "It is the blackest of nights through which none can find his way."

29

Whoso knoweth this secret will assuredly hide it, and were he to reveal but its faintest trace they would nail him to the cross. Yet, by the Living God, were there any true seeker, I would divulge it to him; for they have said: "Love is a light that never dwelleth in a heart possessed by fear."

30

Verily, the wayfarer who journeyeth unto God, unto the Crimson Pillar in the snow-white path, will never reach unto his heavenly goal unless he abandoneth all that men possess: "And if he feareth not God, God will make him to fear all things; whereas all things fear him who feareth God." [This quotation is in Arabic.]

Speak in the Persian tongue, though the Arab please thee more;

A lover hath many a tongue at his command. [The Mathnaví]

How sweet is this couplet which revealeth such a truth:

See, our hearts come open like shells,
when He raineth grace like pearls,

And our lives are ready targets, when agony's arrows He hurls.

31

And were it not contrary to the Law of the Book, I would verily bequeath a part of My possessions to the one who would put Me to death, and I would name him My heir; yea, I would bestow upon him a portion, would render him thanks, would seek to refresh Mine eyes with the touch of his hand. But what can I do? I have no possessions, no power, and this is what God hath ordained. [This was revealed before the Declaration of Bahá'u'lláh. The lines following refer to the imminence of His Manifestation.]

32

Methinks at this moment, I catch the fragrance of His garment [Literally, the garment of Há, which is the letter "H" and here represents Bahá.] blowing from the Egypt of Bahá; [This reference is to the story of Joseph in the Qur'án and the Bible.] verily He seemeth near at hand, though men may think Him far away. [This refers to those who did not expect the imminent advent of Him Whom God Shall Manifest.] My soul doth smell the perfume shed by the Beloved One; My sense is filled with the fragrance of My dear Companion.

The duty of long years of love obey

And tell the tale of happy days gone by,

That land and sky may laugh aloud today,

And it may gladden mind and heart and eye.
[The Mathnaví]

33

This is the realm of full awareness, of utter self-effacement. Even love is no pathway to this region, and longing hath no dwelling here; wherefore is it said, "Love is a veil betwixt the lover and the beloved." Here love becometh an obstruction and a barrier, and all else save Him is but a curtain. The wise Saná'í hath written:

Never the covetous heart shall come to the stealer of hearts,

Never the shrouded soul unite with beauty's rose.

34

For this is the realm of Absolute Command and is free of all the attributes of earth.

35

The exalted dwellers in this mansion do wield divine authority in the court of rapture, with utter gladness, and they do bear a kingly sceptre. On the high seats of justice, they issue their commands, and they send down gifts according to each man's deserving. Those who drink of this cup abide in the high bowers of splendor above the Throne of the Ancient of Days, and they sit in the Empyrean of Might within the Lofty Pavilion: "Naught shall they know of sun or piercing cold." [Qur'án 76:13]

36

Herein the high heavens are in no conflict with the lowly earth, nor do they seek to excel it, for this is the land of mercy, not the realm of distinction. Albeit at every moment these souls appear in a new office, yet their condition is ever the same. Wherefore of this realm it is written, "No work withholdeth Him from another." [This quotation is from one of the commentators on Qur'án 55:29. Cf. the dictionary Lisánu'l-`Arab.] And of another state it is said: "Every day doth some new work employ Him." [Qur'án 55:29] This is the food whose savor changeth not, whose color altereth not. If thou eatest thereof, thou shalt verily chant this verse: "I turn my face to Him Who hath created the Heavens and the earth ... I am not one of those who add gods to God." [Qur'án 6:79] "And thus did we show Abraham the Kingdom of the Heavens and of the Earth, that He might be established in knowledge." [Qur'án 6:75] Wherefore, put thy hand into thy bosom, then stretch it forth with power, and behold, thou shalt find it a light unto all the world." [Cf. Qur'án 7:105 etc., and Hadíth]

37

How crystal this cool water that the Cup-Bearer bringeth! How bright this pure wine in the hands of the Beloved! How delicate this draught from the Heavenly Cup! May it do them good, whoso drink thereof, and taste of its sweetness and attain to its knowledge.

It is not fitting that I tell thee more,

For the stream's bed cannot hold the sea.
[The Mathnaví]

38

For the mystery of this utterance is hid within the storehouse of the Great Infallibility [Ismat-i-Kubrá, the invariable attribute of the Divine Manifestation.] and laid up in the treasuries of power. It is sanctified above the jewels of explanation; it is beyond what the most subtle of tongues can tell.

39

Astonishment here is highly prized, and utter poverty essential. Wherefore hath it been said, "Poverty is My pride." [Muhammad] And again: "God hath a people beneath the dome of glory, whom He hideth in the clothing of radiant poverty." [Hadíth] These are they who see with His eyes, hear with His ears, as it is written in the well-known tradition.

40

Concerning this realm, there is many a tradition and many a verse, of broad or special relevancy, but two of these will suffice to serve as a light for men of mind and heart.

41

The first is His statement: "O My Servant! Obey Me and I shall make thee like unto Myself. I say `Be,' and it is, and thou shalt say `Be,' and it shall be."

42

And the second: "O Son of Adam! Seek fellowship with none until thou hast found Me, and whenever thou shalt long for Me, thou shalt find Me close to thee."

43

Whatever high proofs and wondrous allusions are recounted herein, concern but a single Letter, a single Point. "Such hath been the way of God ... and no change canst thou find in the way of God." [Qur'án 33:62; 48:23]

44

I began this epistle some time ago, in thy remembrance, and since thy letter had not reached me then, I began with some words of reproach. Now, thy new missive hath dispelled that feeling and causeth Me to write thee. To speak of My love for thine Eminence is needless. "God is a sufficient witness!" [Qur'án 4:164] For his Eminence Shaykh Muhammad—May God the Exalted bless him!—I shall confine Myself to the two following verses which I request be delivered to him:

I seek thy nearness, dearer than sweet Heaven;

I see thy visage, fairer than Paradise bowers.
[Sa'dí]

45

When I entrusted this message of love to My pen, it refused the burden, and it swooned away. Then coming to itself, it spoke and said, "Glory be to Thee! To Thee do I turn in penitence, and I am the first of them that believe." [Qur'án 7:140] Praise be to God, the Lord of the worlds!

Let us tell, some other day

This parting hurt and woe;

Let us write, some other way,

Love's secrets—better so.

Leave blood and noise and all of these,

And say no more of Shams-i-Tabríz.
[Shams-i-Tabríz, the Súfí who exerted a powerful influence
on Jalálu'd-Dín Rúmí, diverting his attention from science to Mysticism.
A great part of Rúmí's works are dedicated to him. These lines are from
the Mathnaví.]

46

Peace be upon thee, and upon those who circle around thee and attain thy meeting.

47

What I had written ere this hath been eaten by the flies, so sweet was the ink. As Sa'dí saith: "I shall forbear from writing any longer, for my sweet words have drawn the flies about me."

48

And now the hand can write no more, and pleadeth that this is enough. Wherefore do I say, "Far be the glory of thy Lord, the Lord of all greatness, from what they affirm of Him." [Qur'án 37:180]

50

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