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Beratung á Textzusammenstellung á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 2.01 (O-2021-06-13)

Beratung
Textzusammenstellung

Aus den Schriften Bahá’u’lláhs

1

Das Erhabenste Wesen spricht: Der Himmel göttlicher Weisheit wird von zwei Leuchten erhellt: Beratung und Erbarmen. Haltet Rat miteinander in allen Angelegenheiten; denn Beratung ist die Lampe der Führung, die den Weg weist, und die Quelle des Verstehens.A1

2

Sprich: Der Mensch kann seine wahre Stufe nicht erlangen, es sei denn durch seine Gerechtigkeit. Keine Macht kann bestehen, es sei denn durch Einheit. Keine Wohlfahrt und kein Wohlergehen kann erreicht werden, es sei denn durch Beratung.A2

3

Beratung verleiht tiefere Kenntnis und verwandelt Vermutung in Gewissheit. Sie ist ein strahlendes Licht, das in einer dunklen Welt den Weg weist und Führung gibt. Für alles gibt es und wird es immer eine Stufe der Vollendung und Reife geben. Die Gabe der Einsicht zeigt ihre Reife in der Beratung.A3

4

Solche Angelegenheiten sollten durch Beratung entschieden werden, und was immer aus der Beratung jener Erwählten hervorgeht, das ist in der Tat der Befehl Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.A4

5

In allen Dingen muss beraten werden. Dieses solltest du nachdrücklich hervorheben, auf dass Beratung von allen beachtet werde. Die Absicht dessen, was von der Feder des Höchsten offenbart wurde, ist, dass Beratung unter den Freunden voll zur Anwendung kommen werde, da sie eine Ursache der Erkenntnis und des Erwachens und eine Quelle des Guten und des Wohlergehens ist und immer sein wird.A5

6

Es geziemt ihnen, die Vertrauten des Barmherzigen unter den Menschen zu sein und sich für alle, die auf Erden wohnen, als die von Gott bestimmten Hüter zu betrachten. Es ist ihre Pflicht, miteinander zu beraten und um Seinetwillen so auf die Belange der Diener Gottes zu achten, wie sie auf ihre eigenen Belange achten, und das zu wählen, was richtig und ziemlich ist. So hat es der Herr, euer Gott, der Gnädige, der Vergeber, euch befohlen. Hütet euch, dass ihr nicht unbeachtet lasst, was in Seinem Sendschreiben klar offenbart ist. Fürchtet Gott, o ihr, die ihr versteht!A6

7

Endet die Beratung zunächst in Uneinigkeit, so sind weitere Personen hinzuzuziehen. Bleibt auch dies ergebnislos, so sind Personen in der Zahl des Größten Namens (9) – die überschritten oder unterschritten werden kann – durch das Los zu bestimmen. Alsdann ist die Beratung wieder aufzunehmen und dem Ergebnis, wie es auch sei, zu gehorchen. Herrscht dann immer noch Uneinigkeit, so ist dasselbe Verfahren zu wiederholen. Danach gilt der Spruch der Mehrheit. Er führt wahrlich, wen Er will, den rechten Weg.A7

Aus den Schriften und Äußerungen ‘Abdu’l-Bahás

8

Es ist die Pflicht eines jeden, keinen Schritt zu unternehmen, ohne den Geistigen Rat zu befragen, und alle müssen gewisslich mit Herz und Seele seinem Gebot gehorchen und ihm folgen, damit die Dinge richtig geordnet und wohl geregelt seien. Andernfalls wird jeder unabhängig und nach seinem eigenen Gutdünken handeln, seinem persönlichen Wunsche folgen und der Sache Gottes Schaden zufügen.A8

9

Die Haupterfordernisse für jene, die miteinander beraten, sind Reinheit des Beweggrundes, strahlender Geist, Loslösung von allem außer Gott, Hingezogensein zu Seinen göttlichen Düften, Bescheidenheit und Demut vor Seinen Geliebten, Geduld und Langmut in Schwierigkeiten, Dienstbarkeit an Seiner erhabenen Schwelle. Wenn sie mit gnädigem Beistand diese Eigenschaften erlangen, wird ihnen vom unsichtbaren Reich Bahás der Sieg gewährt … Ihre Mitglieder müssen in solcher Weise miteinander beraten, dass sich kein Anlass für Unwillen oder Zwietracht ergibt. Dies ist erreichbar, wenn jedes Mitglied in vollkommener Freiheit seine eigene Meinung äußert und seine Beweisführung vorbringt. Er darf sich, sollte jemand widersprechen, auf keinen Fall verletzt fühlen, denn erst wenn eine Angelegenheit vollständig erörtert ist, kann sich der richtige Weg zeigen. Der strahlende Funke der Wahrheit erscheint nur nach dem Zusammenprall verschiedener Meinungen. Wenn nach der Beratung ein Beschluss einstimmig gefasst wird, ist dies schön und gut; wenn aber, was der Herr verhüten möge, sich Meinungsverschiedenheiten ergeben sollten, muss die Stimmenmehrheit maßgebend sein.A9

10

Die erste Bedingung ist vollkommene Liebe und Harmonie unter den Mitgliedern des Rates. Sie müssen völlig frei von Entfremdung sein und in sich selbst die Einheit Gottes offenbaren, denn sie sind die Wellen eines Meeres, die Tropfen eines Stromes, die Sterne eines Himmels, die Strahlen einer Sonne, die Bäume eines Obstgartens, die Blumen eines Gartens. Sollten Harmonie im Denken und vollkommene Einheit nicht vorhanden sein, wird diese Zusammenkunft zersplittern, und die Sitzung ist umsonst gewesen. Die zweite Bedingung: Sie müssen, wenn sie zusammenkommen, ihr Angesicht dem Königreich der Höhe zuwenden und um Hilfe aus dem Reiche der Herrlichkeit bitten. Dann müssen sie in völliger Ergebenheit, Höflichkeit, Würde, Sorgfalt und Mäßigung ihre Ansichten zum Ausdruck bringen. Sie müssen in jeder Angelegenheit nach der Wahrheit forschen und nicht auf ihrer eigenen Meinung beharren; denn Starrsinn und hartnäckiges Festhalten an der eigenen Meinung wird schließlich zu Uneinigkeit und Streit führen, und die Wahrheit wird verborgen bleiben. Die ehrenwerten Mitglieder müssen ihre eigenen Gedanken in aller Freiheit aussprechen, und es ist in keiner Weise jemandem erlaubt, die Gedanken eines anderen herabzusetzen; man muss vielmehr die Wahrheit mit Mäßigung darlegen, und sollten sich Meinungsverschiedenheiten ergeben, so muss die Stimmenmehrheit entscheiden, und alle müssen gehorchen und sich der Mehrheit fügen. Es ist außerdem nicht erlaubt, dass irgendeines der ehrenwerten Mitglieder innerhalb oder außerhalb der Sitzung einen zuvor gefassten Beschluss beanstandet oder kritisiert, selbst wenn dieser Beschluss nicht richtig wäre, denn solche Kritik würde verhindern, dass irgendein Beschluss durchgesetzt wird. Kurz: Was auch immer in Harmonie, Liebe und Reinheit des Beweggrundes zusammengefügt wird, dessen Ergebnis ist Licht; aber sollte die geringste Spur von Entfremdung herrschen, wird das Ergebnis Dunkel über Dunkel sein … Wenn dies so beachtet wird, dann wird jene Versammlung von Gott sein, andernfalls aber wird sie zu Kälte und Abneigung führen, die vom Bösen herkommen … Sollten sie sich bemühen, diese Bedingungen zu erfüllen, wird ihnen die Gnade des Heiligen Geistes zuteil, und jener Rat wird zum Mittelpunkt göttlicher Segnungen werden; das Heer der göttlichen Bestätigung wird ihnen zu Hilfe kommen, und Tag für Tag werden sie eine neue Ausgießung des Geistes erlangen.A10

11

Eine geheiligte Seele ist tausend anderen Seelen vorzuziehen. Wenn eine Handvoll Menschen sich in Liebe, in völliger Reinheit und Heiligkeit mit von der Welt gelösten Herzen versammelt, wenn sie dabei die Empfindungen des Königreiches und die machtvoll anziehende Kraft des Göttlichen verspürt, wenn sie eins ist in froher Gemeinschaft, so wird diese Versammlung ihren Einfluss über die ganze Erde breiten. Das Wesen dieser Menschen, die Worte, die sie sprechen, die Taten, die sie tun, setzen die Segnungen des Himmels frei und lassen einen Schimmer der ewigen Seligkeit ahnen. Die himmlischen Heerscharen werden sie verteidigen, die Engel des Paradieses Abhá werden ohne Unterlass zu ihrer Hilfe herabsteigen.A11

12

Wenn sie in einer Sache einig sind, so ist dies, seien sie auch im Irrtum, besser als uneinig zu sein und recht zu haben, denn diese Uneinigkeit wird die göttliche Grundlage zerstören. Wenn auch eine der Parteien recht haben mag, und sie sind uneinig, so wird dies die Ursache für tausendfaches Irren sein; wenn sie aber übereinstimmen und beide Parteien im Irrtum sind, so wird, wenn es in Einigkeit geschieht, die Wahrheit offenbar und das Falsche richtig werden.A12

13

Die Frage der Beratung ist von äußerster Wichtigkeit und eines der mächtigsten Werkzeuge, um Ruhe und Glück der Menschen zu fördern. Zum Beispiel: Wenn ein Gläubiger in seinen Angelegenheiten unsicher ist, oder wenn er ein Vorhaben oder einen Handel verfolgen will, sollten sich die Freunde versammeln und eine Lösung für ihn ersinnen. Er seinerseits sollte danach handeln. Ebenso bei weitergehenden Fragen, wenn sich ein Problem erhebt oder eine Schwierigkeit auftaucht, sollten sich die Weisen versammeln, beraten und eine Lösung ersinnen. Sie sollten dann dem einen, wahren Gott vertrauen und sich auf Seine Vorsehung verlassen, auf welchem Wege sie auch offenbar werden mag, denn göttliche Bestätigungen werden unzweifelhaft beistehen. Darum ist Beratung eine der ausdrücklichen Verordnungen des Herrn der Menschheit.A13

14

Der Mensch muss über alle Dinge, ob bedeutend oder gering, beraten, so dass er erkennen möge, was gut ist. Beratung gibt ihm Einsicht in die Dinge und befähigt ihn, sich in Fragen zu vertiefen, welche unbekannt sind. Das Licht der Wahrheit strahlt aus den Angesichtern derer, die sich der Beratung widmen. Solche Beratung lässt die lebendigen Wasser in den Wiesen der Wirklichkeit des Menschen fließen, lässt die Lichtstrahlen der altehrwürdigen Herrlichkeit auf ihn scheinen und schmückt den Baum seines Seins mit wunderbaren Früchten. Die beratenden Mitglieder aber sollten in äußerster Liebe, Harmonie und Aufrichtigkeit miteinander umgehen. Das Prinzip der Beratung ist eines der grundlegendsten Bestandteile des göttlichen Gebäudes. Selbst in ihren gewöhnlichen Angelegenheiten sollten die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft beraten.A14

15

Jeder der Freunde sollte den anderen aufs höchste loben, und jeder sollte sich selbst in der Gegenwart anderer für verschwindend klein und unendlich gering halten. Alle Angelegenheiten sollten in der Versammlung beraten werden, und was immer die Stimmenmehrheit ergibt, sollte ausgeführt werden. Ich schwöre bei dem einen, wahren Gott, es ist besser, dass alle einer falschen Entscheidung zustimmen als dass eine richtige Stimme herausgehoben wird, da einzelne Stimmen Quellen von Zwietracht sein können, die zum Verderben führen. Wenn sie auch in einem Falle eine falsche Entscheidung treffen, so werden sie doch in hundert anderen Fällen richtige Entscheidungen annehmen, und Eintracht und Einheit werden gewahrt. Dies wird jede Unzulänglichkeit ausgleichen und schließlich zur Berichtigung des Irrtums führen.A15

16

Der Zweck der Beratung ist, zu zeigen, dass die Ansichten verschiedener Menschen ganz gewiss der eines einzelnen Menschen vorzuziehen sind, genauso wie die Kraft einer Anzahl von Menschen selbstverständlich größer ist als die Kraft eines einzelnen. So wird Beratung in der Gegenwart des Allmächtigen annehmbar und wurde den Gläubigen zur Pflicht gemacht, damit sie sich über alltägliche und persönliche Dinge wie auch über Angelegenheiten allgemeiner und umfassender Natur beraten.
Wenn zum Beispiel jemand ein Vorhaben auszuführen hat, sollte er mit einigen seiner Brüder beraten; was zustimmungswürdig ist, wird gewiss erforscht, vor seinen Augen enthüllt, und die Wahrheit wird sichtbar werden. In gleicher Weise sollten auf höherer Ebene die Leute eines Dorfes miteinander über ihre Angelegenheiten beraten, die richtige Lösung wird sicherlich offenbar werden. Auf gleiche Art sollten die Angehörigen jedes Berufsstandes, die Beschäftigten in der Industrie beraten, und jene im Handel sollten ihre geschäftlichen Dinge ähnlich beraten. Kurz, Beratung ist wünschenswert und annehmbar in allen Dingen und allen Fragen.A16

17

Hinsichtlich deiner Frage über Beratung eines Vaters mit seinem Sohne oder eines Sohnes mit seinem Vater in Sachen des Handels und Gewerbes: Beratung ist eines der wesentlichen Elemente der Grundlage des Göttlichen Gesetzes. Eine solche Beratung ist ganz gewiss annehmbar, ob zwischen Vater und Sohn oder mit anderen. Es gibt nichts Besseres als dies. Der Mensch muss in allen Dingen beraten, denn dies wird ihn zum Kern jedes Problems führen und ihn befähigen, die richtige Lösung zu finden.A17

18

Die ehrenwerten Mitglieder des Geistigen Rates sollten sich sehr bemühen, damit keine Zwistigkeiten vorkommen können, und wenn solche Zwistigkeiten doch vorkommen, sollten sie nicht den Punkt erreichen, wo sie Streit, Hass und Feindseligkeit erzeugen, welche Gefahr bringen. Wenn du bemerkst, dass ein Zustand erreicht ist, wo Feindseligkeit und Gefahr aufkommen wollen, solltest du die Diskussion über das Thema sofort zurückstellen bis Zank, Streit und lautes Reden abklingen und eine günstige Zeit gekommen ist.A18

19

Regelt alle Dinge, ob groß oder klein, durch Beratung. Tut keinen wichtigen Schritt in euren eigenen persönlichen Angelegenheiten ohne vorherige Beratung. Kümmert euch umeinander. Fördert gegenseitig eure Vorhaben und Pläne. Sorgt euch umeinander. Lasst niemanden im ganzen Land in Not geraten. Erweist einander Freundschaft, bis ihr wie ein einziger Körper werdet, einer und alle … A19

20

Jede Versammlung, die zum Zweck der Einigkeit und der Eintracht stattfindet, wird dazu beitragen, Fremde in Freunde und Feinde in Gleichgesinnte zu verwandeln. ‘Abdu’l-Bahá wird mit Herz und Seele in dieser Versammlung gegenwärtig sein.A20

21

In dieser Sache Gottes ist Beratung von grundlegender Bedeutung; aber damit ist geistiger Austausch, nicht bloße Äußerung persönlicher Ansichten gemeint. In Frankreich wohnte ich einer Sitzung des Senats bei, aber diese Erfahrung war nicht beeindruckend. Parlamentarisches Verfahren sollte zum Ziel haben, dass das Licht der Wahrheit über den eingebrachten Fragen erstrahle, es sollte nicht als Schlachtfeld für Widerstreit und Eigensinn dienen. Widerstreit und Widerspruch sind etwas Unglückseliges und immer der Wahrheit abträglich. In der erwähnten Parlamentssitzung kamen Wortwechsel und nutzlose Haarspalterei häufig vor, größtenteils mit dem Ergebnis von Verwirrung und Tumult, einmal griffen sich zwei Mitglieder sogar tätlich an. Es war keine Beratung, sondern eine Komödie.
Was ich damit zeigen will, ist, dass Beratung das Erforschen der Wahrheit zum Ziel haben muss. Wer eine Ansicht äußert, sollte sie nicht als wahr und richtig hinstellen, sondern als einen Beitrag zur übereinstimmenden Meinung darbringen; denn das Licht der Wirklichkeit tritt in Erscheinung, wenn zwei Meinungen übereinstimmen. Ein Funke entsteht, wenn Feuerstein und Stahl zusammentreffen. Der Mensch sollte seine Meinungen mit äußerster Gelassenheit, Fassung und Ruhe abwägen. Bevor er seine eigene Ansicht äußert, sollte er die bereits von anderen dargelegten Meinungen sorgfältig in Betracht ziehen. Findet er, dass eine der vorher dargestellten Ansichten der Wahrheit näher und wertvoller ist, sollte er sie sofort annehmen und nicht halsstarrig bei seiner eigenen Ansicht bleiben. Nach dieser ausgezeichneten Methode ist er bemüht, zur Einheit und Wahrheit zu gelangen. Opposition und Spaltung sind beklagenswert. Da ist es besser, sich die Meinung eines weisen, scharfsinnigen Mannes zu eigen zu machen; sonst machen es Widerspruch und Streit, mit denen verschiedenartige und auseinandergehende Ansichten geäußert werden, notwendig, dass ein Gericht die Entscheidung über die Frage fällt. Auch die Meinung der Mehrheit oder eine allseitig übereinstimmende Ansicht kann falsch sein. Tausend Menschen können einer Ansicht sein und irren, während ein einziger Scharfsinniger Recht haben kann. Deshalb ist wahre Beratung geistiger Austausch in liebevoller Haltung und Atmosphäre. Die Mitglieder müssen einander im Geiste der Freundschaft lieben, damit gute Ergebnisse erzielt werden. Liebe und Freundschaft sind die Grundlage.
Das denkwürdigste Beispiel geistiger Beratung war die Versammlung der Jünger Christi auf dem Berge nach Seiner Himmelfahrt. Sie sagten: »Seine Heiligkeit Jesus Christus ist gekreuzigt worden; wir haben nicht länger Umgang und Verbindung mit Ihm in Seiner Körperlichkeit. Deshalb müssen wir Ihm treu und ergeben sein; wir müssen Ihm danken und Ihn verehren, denn Er hat uns von den Toten auferweckt, Er machte uns weise, Er hat uns ewiges Leben gegeben. Was sollen wir tun, um Ihm Treue zu erweisen?« Und so hielten sie Rat miteinander. Einer von ihnen sagte: »Wir müssen uns lösen von den Ketten und Fesseln der Welt; anders können wir nicht treu sein.« Die anderen antworteten: »So ist es.« Ein zweiter sagte: »Entweder sind wir verheiratet und müssen dann unseren Frauen und Kindern treu sein, oder wir dienen unserem Herrn frei von diesen Bindungen. Wir können nicht mit der Sorge und Vorsorge für eine Familie befasst sein und gleichzeitig das Reich Gottes in der Wildnis verkünden. Deshalb lasset die, welche unverheiratet sind, unverheiratet bleiben, und die verheiratet sind, mögen für den Unterhalt und die Bequemlichkeit ihrer Familien Sorge tragen und sodann ausziehen, die Frohe Botschaft zu verkünden.« Es gab keine abweichenden Meinungen; alle stimmten zu und sagten: »Das ist richtig.« Ein dritter Jünger sagte: »Um im Reich Gottes würdige Taten zu vollbringen, müssen wir des Weiteren aufopferungsvoll sein. Von nun an sollten wir aller Bequemlichkeit und körperlichen Behaglichkeit entsagen, alle Schwierigkeiten auf uns nehmen, unser Ich vergessen und die Sache Gottes lehren.« Dies fand bei allen anderen Zustimmung und Beifall. Schließlich sagte ein vierter Jünger: »Es gibt noch einen weiteren Gesichtspunkt für unseren Glauben und unsere Einheit. Um Jesu willen werden wir geschlagen, eingekerkert und verbannt werden. Es ist möglich, dass sie uns töten. Lasst uns jetzt die Lehre daraus ziehen. Lasst uns klar erkennen und uns entschließen, dass wir, auch wenn wir geschlagen, verbannt, verflucht, bespien und zum Tode geführt werden, all dies freudig hinnehmen und jene lieben, die uns hassen und verletzen.« Alle Jünger erwiderten: »Das wollen wir sicherlich tun; wir sind einverstanden, das ist richtig.« Dann stiegen sie vom Gipfel des Berges nieder, und jeder ging in eine andere Richtung seiner göttlichen Sendung nach.
Dies war wahre Beratung. Dies war geistige Beratung und nicht bloße Äußerung persönlicher Ansichten in Gegenrede und parlamentarischem Wortstreit.A21

22

Die erste Pflicht der Mitglieder ist, ihre eigene Einheit und Harmonie zu verwirklichen, damit sie gute Ergebnisse erzielen. Wenn die Einheit fehlt oder der Ausschuss zur Ursache von Zwietracht wird, so ist es zweifellos besser, dass er gar nicht existiert …
Darum ist es, wenn die Einheit der Mitglieder des Ausschusses fest begründet ist, ihre zweite Pflicht, die Verse und Mitteilungen zu lesen, um in einem Zustand des Gedenkens und der Achtsamkeit zu sein, auf dass sie einander ansehen, als seien sie in der Gegenwart Gottes.A22

Aus den Schriften Shoghi Effendis

23

Lasst uns auch daran denken, dass der Grundton der Sache Gottes nicht diktatorische Gewalt, sondern demütige Freundschaft ist, nicht willkürliche Macht, sondern der Geist freier und liebevoller Beratung. Nichts außer dem Geist eines wahren Bahá’í kann je hoffen, die Prinzipien der Gnade und Gerechtigkeit, der Freiheit und Ergebenheit, der Heiligkeit persönlicher Rechte und der Selbsthingabe, der Wachsamkeit, Verschwiegenheit und Vorsicht einerseits und der Freundschaft, der Offenheit und des Mutes andererseits zu versöhnen.A23

24

Die Pflichten derer, die die Freunde frei und gewissenhaft als ihre Vertreter gewählt haben, sind nicht weniger lebenswichtig und bindend als die Verpflichtungen jener, die sie gewählt haben. Es ist nicht ihre Aufgabe zu diktieren, sondern zu beraten, und nicht nur untereinander zu beraten, sondern so viel wie möglich auch mit den Freunden, die sie vertreten. Sich selbst dürfen sie nicht anders sehen denn als erwählte Werkzeuge für die noch wirksamere, noch würdigere Darbietung der Sache Gottes. Niemals sollten sie sich zu der irrigen Meinung verleiten lassen, sie seien die Schmuckstücke im Mittelpunkt der Sache Gottes, den anderen wesenhaft überlegen an Fähigkeit und Verdienst, die alleinigen Förderer göttlicher Lehren und Prinzipien. Mit tiefster Demut sollten sie an ihre Aufgabe herangehen und bestrebt sein, durch ihre Aufgeschlossenheit, ihren hohen Sinn für Gerechtigkeit, ihr Pflichtbewusstsein, ihre Aufrichtigkeit, Bescheidenheit und völlige Hingabe an die Wohlfahrt und die Interessen der Freunde, an die Sache Gottes und die Menschheit nicht nur das Vertrauen, die wirksame Unterstützung und Achtung derer zu gewinnen, denen sie dienen, sondern auch ihre Wertschätzung und wirkliche Zuneigung. Zu allen Zeiten müssen sie den Geist der Abgeschlossenheit und den Geruch der Geheimniskrämerei vermeiden, müssen sich von anmaßendem Benehmen frei machen und jede Art von Vorurteil und Leidenschaft aus ihren Beratungen verbannen. Innerhalb der Grenzen weiser Zurückhaltung sollten sie die Freunde ins Vertrauen ziehen, sie mit ihren Plänen bekanntmachen, ihre Schwierigkeiten und Sorgen mit ihnen teilen, ihren Rat und ihre Empfehlung suchen. Wenn sie aufgerufen sind, zu einem bestimmten Entschluss zu kommen, sollen sie sich nach leidenschaftsloser, bedachter und herzlicher Beratung im Gebet zu Gott wenden und mit Ernst, Überzeugung und Mut ihr Votum ablegen und sich an die Stimme der Mehrheit halten, von der unser Meister uns sagte, dass sie die Stimme der Wahrheit ist, die niemals abgelehnt, immer aus vollem Herzen befolgt werden soll. Dieser Stimme müssen die Freunde aufrichtig gehorchen und sie als das einzige Mittel ansehen, das den Schutz und die Verbreitung der Sache Gottes sichern kann.A24

25

Nicht selten, nein, oft wird der einfachste, ungebildetste und unerfahrenste unter den Freunden durch die reine, belebende Kraft selbstloser, glühender Hingabe einen deutlichen, denkwürdigen Beitrag zu einer recht verwickelten Diskussion in einem Rat leisten können.A25

26

Tatsächlich ist es immer der innige Wunsch ‘Abdu’l-Bahás, unseres Meisters, gewesen, die Freunde möchten in ihren Ratsversammlungen, örtlichen wie nationalen, durch ihre Offenheit, ihre reinen Absichten, ihre aufrichtige Gesinnung und ihre gründlichen Diskussionen Einmütigkeit in allen Fragen erreichen.A26

27

Beratung, aufrichtig und unbeschränkt, ist die Grundlage dieser einmaligen Ordnung.A27

Aus Briefen, die im Auftrag Shoghi Effendis geschrieben wurden

28

Betrifft die Anwesenheit gewisser Personen bei der Sitzung eines Rates auf dessen Einladung hin: Shoghi Effendi betrachtet dies wie den Ratschlag eines Sachverständigen, der für gute Verwaltung absolut notwendig ist. Man kann nicht erwarten, dass die Mitglieder des Rates über jede Sache alles wissen; so können sie Personen, die in dieser Frage bewandert sind, einladen, zu den Sitzungen zu kommen und ihre Ansichten darzulegen. Doch werden sie natürlich kein Stimmrecht haben.A28

29

Der Meister hat uns oft gesagt, dass wir unter solchen Umständen unsere Freunde und insbesondere die Geistigen Räte befragen und ihren Rat einholen sollten. Es wäre gut, wenn Sie diesem Rat folgen und einige Freunde ins Vertrauen ziehen würden. Vielleicht wird Gottes Wille am besten durch Beratung erreicht.A29

30

Mit geeigneter Beratung wird sicher eine Methode gefunden werden. Es ist nicht nötig zu warten, bis ein Geistiger Rat gebildet ist, um mit Beratung zu beginnen. Der Überblick zweier aufrichtiger Seelen ist immer besser als der einer einzigen.A30

31

Das Prinzip der Beratung, eines der grundlegenden Gesetze der Verwaltungsordnung, sollte bei allen Bahá’í-Tätigkeiten angewandt werden, die die gemeinschaftlichen Belange des Glaubens berühren; denn es sind Zusammenarbeit und fortwährender Austausch von Gedanken und Ansichten, wodurch die Belange der Sache am besten geschützt und gefördert werden können. Persönliche Initiative, Fähigkeit und Findigkeit einzelner sind, obwohl unentbehrlich, vollkommen untauglich, eine so gewaltige Aufgabe zu bewältigen, wenn sie nicht durch gemeinsame Erfahrungen und Weisheit der Gruppe unterstützt und bereichert werden.A31

32

Die Gläubigen sollten den Vorschriften und Anordnungen ihres Geistigen Rates vertrauen, selbst wenn sie nicht davon überzeugt sein sollten, dass diese gerecht und zweckmäßig sind. Wenn der Rat durch Stimmenmehrheit seiner Mitglieder zu einem Beschluss gekommen ist, sollten die Freunde bereitwillig gehorchen. Besonders jene Mitglieder im Rat, deren Meinung jener der Mehrheit der anderen Mitglieder zuwiderläuft, sollten der Gemeinde ein gutes Beispiel geben, indem sie ihre persönlichen Ansichten dem Grundsatz des Mehrheitsentscheides, auf dem die Wirksamkeit aller Bahá’í-Räte gebaut ist, zum Opfer bringen.
Aber ehe die Mehrheit des Geistigen Rates zu einer Entscheidung kommt, ist es nicht nur das Recht, sondern die heilige Pflicht eines jeden Mitgliedes, seine Ansichten frei und offen zum Ausdruck zu bringen, ohne sich zu fürchten, irgendeinem anderen Mitglied zu missfallen oder sich ihm zu entfremden. Im Hinblick auf dieses wichtige administrative Prinzip der freien und offenen Beratung, möchte der Hüter Ihnen raten, die Methode aufzugeben, andere Mitglieder zu bitten, Ihre Meinung und Ihre Vorschläge zu äußern. Dieser indirekte Weg, dem Rat Ihre Ansichten darzulegen, schafft nicht nur eine Atmosphäre der Heimlichkeit, die dem Geist der Sache völlig fremd ist, sondern dürfte auch zu vielen Missverständnissen und Verwicklungen führen. Ratsmitglieder müssen Zivilcourage besitzen; sie müssen aber auch dem wohlbedachten Urteil und den Anordnungen der Mehrheit aller Ratsmitglieder rückhaltlos und unbedingt gehorchen.A32

33

Wie ‘Abdu’l-Bahá festgestellt hat, wird der Funke der Wahrheit oftmals entzündet durch den Zusammenprall persönlicher Meinungen, und göttliche Führung wird offenbar. Die Freunde sollten sich nicht durch die Meinungsverschiedenheiten, die zwischen den Mitgliedern eines Rates bestehen mögen, entmutigen lassen, denn die Erfahrung zeigt und des Meisters Worte bezeugen, dass bei allen Beratungen des Rates Meinungsverschiedenheiten einen wertvollen Zweck erfüllen. Wenn aber die Meinung der Mehrheit einmal festgestellt ist, sollten alle Mitglieder des Rates ohne weiteres und rückhaltlos gehorchen und sie gewissenhaft ausführen. Geduld und Zurückhaltung sollten indessen zu allen Zeiten die Besprechungen und Beratungen der gewählten Vertreter örtlicher Gemeinden auszeichnen, und sie sollten sich unter keinen Umständen in fruchtlose Haarspaltereien einlassen.A33

34

Ihre letzte Frage betrifft Fälle, in denen diejenigen, die bei der Beratung gebraucht werden, nicht verfügbar sind, und eine Person über die Richtung, die in einer wichtigen Angelegenheit einzuschlagen ist, unsicher ist. Sie fragen, ob es ihr dann erlaubt sei, auf die Praxis des ›Istikhárih‹A34 zurückzugreifen und dabei das Kitáb-i-Aqdas zu benutzen. Der Hüter hat dargelegt, dass es in solchen Fällen nötig und wesentlich für die Person ist, ihr Herz völlig Gott zuzuwenden und Hilfe von der Quelle der Gnade und Eingebung zu erflehen – und nichts anderes. Falls es möglich ist, die Entscheidung aufzuschieben, bis die Voraussetzungen für die Beratung gegeben sind, so würde dies vorzuziehen und zweckmäßiger sein.A35

35

Das Heilmittel gegen Uneinigkeit in einem Rat kann nicht im Rücktritt oder in der Abwesenheit eines seiner Mitglieder bestehen. Der Rat muss lernen, trotz störender Elemente als Ganzes weiterzuwirken, andernfalls würde das ganze System durch Ausnahmen von der Regel unglaubwürdig werden.
Die Gläubigen, die die Sache über alles lieben und deren Belange an die erste Stelle setzen, müssen bereit sein, die damit verbundenen Härten zu ertragen, gleich welcher Natur sie sein mögen. Allein durch solche Beharrlichkeit und Selbstaufopferung können wir jemals hoffen, einerseits unsere göttlichen Institutionen heil zu bewahren und andererseits uns selbst anzutreiben, edlere und bessere Werkzeuge zu werden, um diesem herrlichen Glauben zu dienen.A36

36

Die Fragen, die Sie in Ihrem Brief über persönliche Führung stellen, haben sozusagen zwei Aspekte. Es ist richtig, dass Menschen sich zu Gott wenden und Seine Hilfe zur Bewältigung ihrer Probleme und zur Führung ihres Handelns wirklich jeden Tag ihres Lebens erflehen sollten, wenn sie den Wunsch dazu haben. Aber sie können unmöglich anderen aufdrängen, was sie als ihre Führung empfinden. Lasst die Räte oder Ausschüsse damit in Ruhe, denn Bahá’u’lláh hat ausdrücklich das Gesetz der Beratung niedergelegt und niemals angedeutet, dass irgendetwas anderes an seine Stelle träte.A37

37

Der Hüter rät, dass Sie andere Ärzte befragen und dem Votum der Mehrheit folgen sollten.A38

38

Sie haben darauf hingewiesen, dass es in beratenden Körperschaften manchmal geschehen mag, dass in einem bestimmten Fall die Ansicht eines der Mitglieder besser und von größerem Wert ist als die der anderen, diese Mitglieder aber nicht bereit sind, eine solche Ansicht zu teilen. Der Hüter hob hervor, dass es notwendig und unbedingt erforderlich ist, offen und mit reinen Beweggründen zu beraten, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Wenn einmal die Entscheidung gefallen ist, obliegt es allen, der Ansicht der Mehrheit zu folgen, sie voranzutreiben und in die Tat umzusetzen, auch dann, wenn die Entscheidung falsch ist.A39

39

Wir alle haben ein Recht auf unsere Meinungen, wir können nicht anders, als verschieden zu denken, aber ein Bahá’í muss die Mehrheitsentscheidung seines Rates annehmen und einsehen, dass Annahme und Eintracht – sogar wenn ein Fehler gemacht wurde – die wirklich wichtigen Dinge sind. Und wenn wir der Sache im Bahá’í-Sinne dienen, so wird Gott am Ende berichtigen, was falsch gemacht wurde.
Es wird von den Bahá’í nicht verlangt, in einem Geistigen Rat gegen ihr Gewissen zu stimmen. Es ist besser, wenn sie sich der Mehrheitsmeinung fügen, so dass diese einmütig wird. Aber dazu sind sie nicht gezwungen. Was sie jedoch tun müssen, ist, sich an den Beschluss der Mehrheit zu halten, weil dieser Beschluss das ist, was wirksam wird. Sie dürfen nicht umhergehen und gegen den Rat wühlen, indem sie sagen, sie stimmten mit der Mehrheit nicht überein. Mit anderen Worten: Sie müssen der Sache Gottes den ersten Stellenwert geben und nicht ihren eigenen Meinungen. Er (ein Mitglied des Geistigen Rates) kann den Rat bitten, eine Angelegenheit noch einmal zu untersuchen, aber er hat kein Recht, sie dazu zu zwingen oder Uneinigkeit zu verursachen, weil sie keine Änderung wollen. Einstimmige Beschlüsse sind vorzuziehen, aber sie können den Ratsmitgliedern gewiss nicht durch spitzfindige Methoden, wie sie in anderen Gesellschaften gebräuchlich sind, aufgezwungen werden.A40

40

Die Bahá’í müssen lernen, Persönlichkeiten zu vergessen und den Wunsch zu überwinden – so natürlich er für Menschen ist – Partei zu ergreifen und dafür zu kämpfen. Sie müssen auch lernen, das große Prinzip der Beratung wirklich zu nutzen.A41

41

In der Sache Gottes gibt es keine Gegenstimmen. Wenn die Mehrheit eines Rates eine Angelegenheit entscheidet, sollte die Minderheit, so hat es uns der Meister gesagt, dies annehmen. Darauf zu bestehen, dass eine Gegenstimme festgehalten wird, ist nicht richtig, und führt zu keinem guten Ende.A42

42

Im Hinblick auf die Erklärung des Meisters, dass die Beratungen von Geistigen Räten geheim und vertraulich sein müssen, stellt der Hüter mit Bedauern fest, dass es nicht möglich ist, jemanden, der nicht Mitglied des Rates ist, an einer Sitzung des Nationalen Geistigen Rates teilnehmen zu lassen. Sie sollten stets bedenken, dass es in Grundsatzfragen keine Ausnahmen geben darf; es mag Ihnen in Amerika möglich sein, einen gänzlich vertrauenswürdigen Gläubigen zu finden, aber wenn Ihrem Rat erlaubt wird, dass Sekretäre anwesend sind, die nicht zum Rat gehören, dann muss das gleiche Vorrecht auch den orientalischen und lateinamerikanischen Räten zugestanden werden. Doch kann sichergestellt werden, dass in diesen Ländern Menschen vom selben Format gefunden werden, wie Sie sie gefunden haben? Oft werden höchst persönliche Angelegenheiten, die der Ehre und dem Glück anderer schaden, von den Nationalen Räten behandelt, und die Gefahr, dass Vertrauliches verraten wird, ist groß genug bei den neun von der ganzen Gemeinde gewählten Vertretern – geschweige denn bei Teilnehmern, die nicht Mitglieder des Rates sind. Sie müssen eben ihr Protokoll ein wenig gedrängter abfassen und notfalls den Nutzeffekt ihrer Arbeit drosseln, um diesen sehr wichtigen Grundsatz zu befolgen.A43

Aus Briefen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit

43

Obwohl Örtliche Geistige Räte in erster Linie dafür verantwortlich sind, Gläubige hinsichtlich persönlicher Probleme zu beraten, mag es Zeiten geben, wo es nach dem Urteil des Nationalen oder Örtlichen Rates vorzuziehen wäre, Einzelpersonen oder Ausschüsse mit beratenden Aufgaben zu betrauen. Dies liegt im Ermessen des Rates.A44

44

Es ist wichtig, zu erkennen, dass der Geist der Bahá’í-Beratung sehr von dem abweicht, der beim Entscheidungsprozess in Nicht-Bahá’í-Körperschaften vorwaltet.
Das Ideal einer Bahá’í-Beratung ist es, zu einem einmütigen Beschluss zu kommen. Wenn dies nicht möglich ist, muss abgestimmt werden. Mit den Worten des geliebten Hüters: »… wenn sie aufgerufen sind, zu einem bestimmten Entschluss zu kommen, sollen sie sich nach leidenschaftsloser, bedachter und herzlicher Beratung im Gebet zu Gott wenden und mit Ernst, Überzeugung und Mut ihr Votum ablegen und sich an die Stimme der Mehrheit halten, von der der Meister uns sagte, dass sie die Stimme der Wahrheit ist, die niemals abgelehnt, immer aus vollem Herzen befolgt werden soll.«
Sobald ein Beschluss gefasst ist, wird es der Beschluss des ganzen Rates, nicht nur jener Mitglieder, die zufällig zur Mehrheit gehörten.
Meint ein Ratsmitglied, wenn über eine Angelegenheit abgestimmt werden soll, dass es noch zusätzliche Tatbestände oder Gesichtspunkte gibt, die erforscht werden müssten, bevor es sich eine Meinung bilden und vernünftig über den Vorschlag abstimmen kann, sollte es diesen Eindruck dem Rat mitteilen, und der Rat hat zu entscheiden, ob weitere Beratung vor der Abstimmung nötig ist oder nicht.
Wann immer beschlossen ist, über einen Vorschlag abzustimmen, ist es nur noch notwendig, festzustellen, wie viele Mitglieder dafür stimmen; ist es die Mehrheit der Anwesenden, wird der Antrag angenommen, ist es die Minderheit, ist der Antrag abgelehnt. So kommt die ganze Frage der Stimmenthaltung bei der Bahá’í-Abstimmung nicht auf. Ein Mitglied, das nicht zu Gunsten eines Vorschlags stimmt, stimmt in Wirklichkeit dagegen, auch wenn es selbst merkt, dass es ihm in diesem Augenblick nicht möglich war, sich in dieser Angelegenheit zu entschließen.A45

45

Ihr Brief vom 14. Februar 1973, mit der Anfrage über den Gebrauch der Bahá’í-Beratung, ist angekommen.
Dies ist selbstverständlich eine Sache, in der Härte vermieden werden sollte.
Hat ein Gläubiger ein Problem, worüber er eine Entscheidung treffen muss, so stehen ihm mehrere Wege offen. Wenn es eine Angelegenheit ist, welche die Belange des Glaubens betrifft, sollte er mit dem zuständigen Rat oder Ausschuss beraten, aber Einzelpersonen haben viele Probleme, die rein persönlicher Art sind, und sie sind nicht verpflichtet, solche Probleme den Institutionen des Glaubens zu unterbreiten. Da in der Tat die Erfordernisse der Lehrarbeit so dringlich sind, ist es besser, wenn die Freunde ihre Räte nicht mit persönlichen Problemen belasten, die sie selbst lösen können.
Ein Bahá’í, der ein Problem hat, mag nach Gebet und nachdem er alle Gesichtspunkte erwogen hat, den Wunsch haben, selbst eine Entscheidung zu treffen; er könnte es vorziehen, den Rat einzelner Freunde oder Fachberater, wie seines Arztes oder Rechtsanwaltes, zu suchen, so dass er deren Rat bei seiner Entscheidung in Betracht ziehen kann; oder wenn mehrere Menschen in einen Fall verwickelt sind, wie in einer Familienangelegenheit, mag er die Betroffenen versammeln wollen, so dass sie zu einem gemeinsamen Entschluss kommen können. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Bahá’í eine Gruppe von Leuten bittet, zusammen ein Problem, dem er gegenübersteht, zu beraten.
Man sollte daran denken, dass jede Beratung darauf ausgerichtet ist, zur Lösung eines Problems zu kommen. Sie ist ganz verschieden von der Art Seelenentblößung in Gruppen, die heutzutage in einigen Kreisen beliebt ist und an so etwas wie Beichte grenzt, die im Glauben verboten ist. Hinsichtlich der Beichte schrieb der Sekretär des Hüters in seinem Auftrag an einen Gläubigen: »Es ist uns verboten, irgendjemandem unsere Sünden und Fehler zu bekennen, wie es die Katholiken vor ihren Priestern tun, oder öffentlich zu beichten, wie es bei einigen Sekten üblich ist. Wenn wir jedoch spontan eingestehen möchten, dass wir irgendwo im Unrecht waren oder dass wir irgendeinen Charakterfehler haben und jemand anderen dafür um Verzeihung bitten, steht uns dies ganz frei. Der Hüter möchte jedoch darauf hinweisen, dass wir nicht dazu verpflichtet sind. Es liegt ganz im Ermessen des Einzelnen.«A46

Aus einem Brief, geschrieben im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit

46

Die Aussage, die Sie im zweiten Absatz Ihres Briefes zitierenA47, ist einem Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás entnommen, das Er an die Freunde in Ṭihrán zu einer Zeit richtete, als ohne Wissen und Erlaubnis des Geistigen Rates und gegen Anordnungen der Regierung einer der Freunde das Kitáb-i-Aqdas zu drucken unternahm. Die Richtlinien ‘Abdu’l-Bahás, die Sie anführen, wurden aus diesem Anlass und in diesem Zusammenhang gegeben.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat betont, dass Shoghi Effendi, der die Aufgaben des Örtlichen Geistigen Rates in Bahá’í Administration, S. 37, aufzählt, darauf hinweist, dass örtliche Angelegenheiten, die die Sache Gottes betreffen, dem Örtlichen Geistigen Rat zu übergeben sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass persönliche Schwierigkeiten den Bahá’í-Räten nicht unterbreitet werden können. Der Örtliche Geistige Rat ist jedoch nicht die einzige Einrichtung oder Vermittlungsstelle, an die sich die Freunde wenden können, um persönliche Angelegenheiten zu beraten. Solche Beratung kann mit Mitgliedern der eigenen Familie, mit Freunden oder Sachverständigen gepflogen werden. ‘Abdu’l-Bahá fasst zum Beispiel in einem Seiner Sendschreiben die Möglichkeit ins Auge, dass Fachleute desselben Berufes miteinander beraten.A48

Bibliografie

Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, Auflage 3.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2019
Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas, Auflage 6.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2020
Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften, Auflage 2.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2019
Abdu’l-Bahá, Tablets of Abdul-Baha Abbas, vol. 2, Chicago: Bahá’í Publishing Society, 1915
Abdu’l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace, 2nd ed., Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1982
Shoghi Effendi, Bahá’í Administration,
Shoghi Effendi, Unfolding Destiny, London: Bahá’í Publishing Trust 1981
Shoghi Effendi, Das Licht göttlicher Führung, 1. Auflage (print) Bahá’í Verlag 2015
Bahá’í World Faith: Selected Writings of Bahá’u’lláh and ‘Abdu’l-Bahá (Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1976
Star of the West, vol. 8, no. 9, 20 August 1917

Quellenangaben

Anmerkungen

A1 Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, Auflage 3.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2019, 11:15
A2 Aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen
A3 Aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen
A4 Aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Arabischen
A5 Aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Arabischen
A6 Bahá’u’lláh, zitiert in: Shoghi Effendi, An die Freunde in Amerika, 5. März 1922, in: Bahá’í Administration, S. 21
A7 Bahá’u’lláh, in: Fragen und Antworten in: Kitáb-i-Aqdas, Auflage 6.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2020, 3:100:2
A8 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, An die Freunde in Amerika, Brief vom 5. März 1922, in: Bahá’í Administration, p. 21
A9 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, An die Freunde in Amerika, Brief vom 5. März 1922, in: Bahá’í Administration, p. 21
A10 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, An die Freunde in Amerika, Brief vom 5. März 1922, in: Bahá’í Administration, p. 22–23
A11 ‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften, Auflage 2.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2019, 39:2
A12 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Bahá’í World Faith, p. 411
A13 Aus einem Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás – übersetzt aus dem Persischen
A14 Aus einem Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás – übersetzt aus dem Persischen
A15 Aus einem Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás – übersetzt aus dem Persischen
A16 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, An den Nationalen Geistigen Rat von Persien, 15. Februar 1922
A17 Aus einem Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás – übersetzt aus dem Persischen
A18 Aus einem Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás – übersetzt aus dem Persischen
A19 Aus einem Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás – übersetzt aus dem Persischen
A20 ‘Abdu’l-Bahá, in: Tablets of Abdul-Baha Abbas, vol. 2 (Chicago: Bahá’í Publishing Society, 1915, p 553)
A21 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, 2nd ed., Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1982, pp. 72–73
A22 Star of the West, vol. 8, no. 9, 20 August 1917, p. 114
A23 Shoghi Effendi, in: Bahá’í Administration, p. 63–64
A24 Shoghi Effendi, in: Bahá’í Administration, p. 64
A25 Shoghi Effendi, in: Bahá’í Administration, p. 79
A26 Shoghi Effendi, in: Bahá’í Administration, p. 80
A27 Handschriftlicher Nachsatz von Shoghi Effendi zu einem Brief vom 18. November 1933 an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten und Kanadas
A28 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 23. Oktober 1926, in: Unfolding Destiny, London: Bahá’í Publishing Trust 1981, p. 59
A29 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 12. November 1930
A30 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 16. Juni 1932
A31 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 30. August 1933
A32 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 28. Oktober 1935
A33 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 18. April 1939
A34 Dies ist eine Art Weissagung, geübt durch Bibliomantie, indem ein Heiliges Buch aufs Geratewohl geöffnet und Führung für jemandes Problem durch Lesen von Abschnitten auf der geöffneten Seite des Buches gesucht wird.
A35 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 23. April 1941, aus dem Persischen übersetzt
A36 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 20. November 1941
A37 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 25. Januar 1943
A38 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 14. Februar 1945, aus dem Arabischen übersetzt
A39 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 1. Februar 1946, aus dem Persischen
A40 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 19. Oktober 1947
A41 Shoghi Effendi, in: Das Licht göttlicher Führung, 1. Auflage (print) Bahá’í Verlag 2015, 99.14
A42 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 19. März 1950
A43 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 5. Juli 1950, An den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten
A44 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief vom 27. März 1966, An einen Nationalen Geistigen Rat
A45 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief vom 6. März 1970, An einen Nationalen Geistigen Rat
A46 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief vom 19. März 1973, An den Nationalen Geistigen Rat von Kanada
A47 Vgl. Zitat Nr. 8
A48 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in seinem Auftrag vom 8. April 1975, An einen Gläubigen
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Passages uit de Geschriften van Bahá'u'lláh

1 Het Verheven Wezen zegt: De hemel van goddelijke wijsheid is verlicht door de twee hemellichten consultatie en mededogen. Beraadslaagt tezamen in alle aangelegenheden, aangezien consultatie het lichtbaken is dat de weg wijst en de schenker van begrip.
(Tablets of Bahá'u'lláh revealed after the Kitáb-i-Aqdas, blz. 168.)

2 Zeg: geen mens kan zijn ware staat bereiken dan door rechtvaardig te zijn. Er kan geen kracht bestaan dan door eenheid. Er kan geen voorspoed en geen welzijn worden verkregen dan door consultatie.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

3 Consultatie verleent een ruimer bewustzijn en verandert gissingen in zekerheid. Ze is een stralend licht dat in een duistere wereld de weg wijst en leiding geeft. Voor alles is er, en dat zal steeds zo blijven, een staat van vervolmaking en rijping. De volmaaktheid van de gave van begrip komt tot uiting door consultatie.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

4 Over dergelijke zaken moet worden besloten door consultatie, en wat er ook uit de consultatie van die gekozenen voortkomt is waarlijk het gebod van God, de Helper-in-Nood, de Bij-Zich-Bestaande.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

5 In alle aangelegenheden is consultatie noodzakelijk. Hierop moet u sterk de nadruk leggen, zodat iedereen consultatie in acht zal nemen. De bedoeling van wat door de Pen van de Allerhoogste werd geopenbaard, is dat consultatie door de vrienden ten volle mag worden uitgevoerd, want consultatie is de oorzaak van bewustwording en het ontwaken, is een bron van het goede en van welzijn, en zal dat altijd blijven.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

6 Het betaamt hun de vertrouwelingen van de Barmhartige onder de mensen te zijn, en zichzelf te beschouwen als de door God aangestelde beschermers van allen die op aarde wonen. Het is hun plicht samen te beraadslagen en terwille van God rekening te houden met de belangen van Zijn dienaren zoals zij rekening houden met hun eigen belangen, en datgene te kiezen wat gepast en betamelijk is. Dit heeft de Heer uw God u bevolen. Weest op uw hoede dat gij niet terzijde legt hetgeen duidelijk in Zijn Tafel is geopenbaard. Vreest God, o gij die waarneemt.
(De Kitáb-i-Aqdas 30, blz. 40)

7 Als consultatie onder de eerste groep mensen die bijeengekomen is eindigt in verschil van mening, moeten er nieuwe mensen aan toegevoegd worden, waarna er mensen tot het aantal van de Grootste Naam, of meer of minder, door het lot uitgekozen worden. Daarna moet de consultatie worden hervat en moet men aan de uitslag, welke die ook is, gehoor geven. Als er echter nog steeds verschil van mening bestaat moet dezelfde procedure nog een keer herhaald worden en moet de beslissing van de meerderheid gelden. Hij leidt waarlijk al wie het Hem behaagt naar het rechte pad.1
(Vragen en Antwoorden nr. 99, in De Kitáb-i-Aqdas, blz. 140/1)

PASSAGES UIT DE GESCHRIFTEN EN TOESPRAKEN VAN 'Abdu'l-Bahá

8 Het is de plicht van een ieder geen enkele stap te ondernemen zonder de Geestelijke Raad te raadplegen. De gelovigen moeten zeer zeker met hart en ziel de besluiten van de Raad gehoorzamen en zich eraan onderwerpen, opdat alles naar behoren geordend en juist geregeld kan worden. Anders zou iedereen onafhankelijk en naar eigen oordeel handelen, zijn eigen weg bewandelen en de Zaak Gods schaden.
(Aangehaald in brief van de Behoeder van 5 maart 1922 aan de vrienden in Amerika; Bahá'í Administation, blz. 21)

9 De eerste vereisten voor hen die samen consulteren zijn zuivere beweegredenen, stralende geestkracht, onthechtheid aan alles buiten God, verlangen naar goddelijke geuren, nederigheid en deemoed onder Zijn beminden geduld en lankmoedigheid in moeilijkheden en dienstbaarheid aan Zijn verheven drempel. Wanneer zij genadiglijk worden geholpen deze eigenschappen te verwerven, zal hun de overwinning uit het onzichtbare koninkrijk van Bahá worden geschonken.
(Selections from the Writings of 'Abdu'l-Bahá 43, blz. 87)

10 De leden daarvan2 moeten op zodanige wijze samen consulteren, dat er geen aanleiding tot onbehagen kan ontstaan. Dit kan worden verkregen, wanneer ieder lid in volkomen vrijheid zijn eigen mening naar voren brengt en zijn inzichten uiteenzet. Mocht iemand er tegen zijn, dan moet hij zich onder geen beding gekwetst voelen, want niet voordat de kwestie volledig is besproken, kan de juiste weg worden onthuld. De lichtende vonk der waarheid komt alleen te voorschijn na het botsen van de verschillende meningen. Als na bespreking een besluit unaniem wordt aangenomen, dan is dat goed, maar als er, wat de Heer verhoede, meningsverschillen zouden optreden, moet een meerderheid van stemmen beslissen.
(Selections from the Writings of 'Abdu'l-Bahá 44, blz. 87)

11 De eerste voorwaarde is absolute liefde en harmonie onder de leden van de Raad. Zij moeten zich geheel vrij voelen en moeten in zichzelf de eenheid van God tonen, want zij zijn de golven van één zee, de druppels van één rivier, de sterren van één hemel, de stralen van één zon, de bomen van één boomgaard, de bloemen van één tuin. Indien er geen overeenstemming van gedachten en geen absolute eenheid heersen zal die bijeenkomst ophouden te bestaan. De tweede voorwaarde is: zij moeten wanneer zij samenkomen, hun gelaat naar het koninkrijk in den hoge keren en hulp vragen uit het rijk van Heerlijkheid. Zij moeten vervolgens met de uiterste toewijding, wellevendheid, waardigheid, zorg en gematigdheid hun inzichten te kennen geven. Zij moeten in elke aangelegenheid naar de waarheid zoeken en niet op hun eigen standpunt blijven staan, want het hardnekkig vasthouden aan eigen inzicht zal tenslotte tot onenigheid en twist leiden, en de waarheid zal verborgen blijven. De geëerde leden moeten in alle vrijheid hun eigen gedachten uiten en het is aan niemand toegestaan op enigerlei wijze de gedachten van een ander te kleineren; neen, ieder moet met gematigdheid de waarheid uiteenzetten en indien er verschil van mening opkomt, moet een meerderheid van stemmen beslissen, en allen moeten de meerderheid gehoorzamen en zich erbij neerleggen. Ook is het niet toegestaan dat een van de geëerde leden, hetzij in of buiten de vergadering opkomt tegen of aanmerking maakt op een eerder genomen besluit, ook al zou het besluit niet juist zijn. Want een dergelijke kritiek zou de uitvoering van ieder besluit verhinderen. Kortom, van al hetgeen in eendracht en met liefde en zuiverheid van beweegreden wordt geregeld, is het resultaat licht, en als er het geringste spoor van vervreemding heerst, zal het resultaat duisternis op duisternis zijn.... Als hierop acht wordt geslagen, zal de Raad van God zijn, doch anders zal hij naar verkoeling en vervreemding leiden die uit de Boze voortkomt.... Wanneer zij pogen aan deze voorwaarden te voldoen, zal de genade van de Heilige Geest hun worden geschonken en dan zal die Raad het middelpunt worden van de goddelijke zegeningen, zullen de heerscharen van goddelijke bekrachtiging hen te hulp komen en zullen zij dag aan dag een nieuwe uitstorting van de Geest ontvangen.
(Selections from the Writings of 'Abdu'l-Bahá 45, blz. 87/9)

12 Als enkele mensen in een hartelijke sfeer tezamen komen op een bijeenkomst, met de gevoelens uit het Koninkrijk, met de goddelijke aantrekkingskracht, met een zuiver hart en in volomen zuiverheid en toewijding, om met geestelijke geuren elkaar te bejegenen, dan zal die bijeenkomst een invloed hebben op de gehele wereld. De omstandigheden, de woorden en de daden van die bijeenkomst zullen leiden tot een wereld van eeuwig geluk en zullen een getuigenis zijn van de gunsten van het Koninkrijk. De Heilige Geest zal hen sterken en de hemelse heerscharen zullen hen doen zegevieren, en de engelen van 'Abhá zullen in rijen volgen.
(Tablets of 'Abdu'l-Bahá, blz. 508.)

13 Indien men het eens is over een onderwerp, zelfs al zou het verkeerd zijn, is dat beter dan het oneens te zijn en gelijk te hebben, want zo'n geschil zal de vernietiging van de goddelijke fundering tot gevolg hebben. Hoewel één van de partijen het grootste gelijk kan hebben en er is toch geen toch geen overeenstemming, kan dat duizend ongerechtigheden veroorzaken, maar indien men een besluit neemt en beide partijen hebben ongelijk, zal de waarheid, daar er eendracht heerst, aan de dag treden en zal de fout worden hersteld.
(Bahá'í World Faith, blz. 411.)

14 Consultatie is een uiterst belangrijke zaak en is een van de belangrijkste instrumenten om de rust en het geluk van de mensen te bevorderen. Als een gelovige bijvoorbeeld onzeker is over zaken die hem aangaan, of als hij een plan heeft of een beroep wil gaan uitoefenen, moeten de vrienden samenkomen en een oplossing voor hem trachten te vinden. Hij moet van zijn kant in overeenstemming hiermee handelen. Evenzo wat betreft kwesties in groter verband, als er een probleem rijst, of een moeilijkheid zich voordoet, moeten de wijzen samenkomen, consulteren en een oplossing bedenken. Dan moeten zij zich verlaten op de Ene ware God, en zich overgeven aan Zijn voorzienigheid, in welke vorm die zich ook mag openbaren, want goddelijke bekrachtigingen zullen ongetwijfeld te hulp komen. Consultatie is dan ook een van de uitdrukkelijke verordeningen van de Heer der mensheid.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

15 De mens moet over alle aangelegenheden, zowel de belangrijke als de minder belangrijke, consulteren, zodat hij kennis kan nemen van wat goed is. Consultatie geeft hem inzicht in dingen en stelt hem in staat vraagstukken te doorvorsen die onbekend waren. Het licht van waarheid schijnt van de gezichten van hen die samen consulteren. Zo een consultatie zorgt ervoor dat de levende wateren in de weiden van de menselijke realiteit stromen, dat de stralen van aloude glorie hun licht over hem doen schijnen en dat de boom van zijn wezen wordt getooid met prachtige vruchten. De leden die consulteren moeten zich echter in de grootste liefde, harmonie en oprechtheid ten opzichte van elkaar gedragen. Het beginsel van consultatie is een van de zeer fundamentele elementen van het goddelijke bouwwerk. Zelfs over de gewone dagelijkse dingen moeten de leden van een gemeenschap consulteren.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

16 Een ieder van de vrienden moet de ander ten zeerste prijzen en ieder moet zichzelf als onbeduidend beschouwen en als niets in de aanwezigheid van anderen. Op de bijeenkomst moet er over alle zaken worden geconsulteerd en wat ook de meerderheid van stemmen is, dat moet worden uitgevoerd. Ik zeer bij de Ene ware God dat het beter is om overeenstemming te bereiken over een onjuiste beslissing, dan dat een stem apart komt te staan, want een enkele stem kan de bron worden van tweedracht, hetgeen tot ondergang leidt. Want ook al zouden zij in één geval een verkeerd besluit nemen, dan zullen zij in honderd andere gevallen wel de juiste besluiten nemen, en dan zijn de eendracht en de eenheid bewaard. Dit zal een tekortkoming weer goed maken en zal uiteindelijk leiden tot het rechtzetten van een verkeerd besluit.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

17 Het doel van consultatie is om aan te tonen dat de inzichten van verscheidene personen zeker te verkiezen zijn boven die van één mens, zoals de kracht van een aantal mensen natuurlijk groter is dan de kracht van één mens. Zodoende is consultatie aanvaardbaar in de tegenwoordigheid van de Almachtige en is aan de gelovigen opgedragen, zodat zij zowel over alledaagse en persoonlijke zaken kunnen beraadslagen, als over zaken van algemene en universele aard.
Wanneer bijvoorbeeld iemand een project moet uitvoeren, en hij zou met enkele van zijn broeders hierover consulteren, dan zal vanzelfsprekend dat wat gewenst is onderzocht, en hem duidelijk worden, en zal de waarheid worden onthuld. Zo gaat het ook op een hoger niveau, zou de bevolking van een dorp haar zaken samen bespreken, dan zal de juiste oplossing zeker worden onthuld. Zo moeten ook mensen met eenzelfde beroep, zoals in de industrie, samen overleg plegen en ook zij die in de hemel zijn, moeten consulteren over hun zakelijke aangelegenheden. Kort gezegd, consultatie is wenselijk en aanvaardbaar in alle dingen en over alle kwesties.
(Aangehaald in brief van de Behoeder van 15 februari 1922 aan de Nationale Geestelijke Raad van Perzië.)

18 Wat betreft uw vraag over consultatie van een vader met zijn zoon, of een zoon met zijn vader aangaande hun handelsbelangen: consultatie is één der belangrijkste elementen van het fundament van de Wet van God. Een dergelijke consultatie is voorzeker welkom, zowel tussen vader en zoon of met anderen. Er is niets beters. De mens moet over alle dingen consulteren, want dat leidt hem tot de bodem van elk probleem en stelt hem in staat de juiste oplossing te vinden.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

19 De geëerde leden van de Geestelijke Raad moeten zich alle moeite getroosten, opdat geen verschillen van mening zich voordoen, en als zulke meningsverschillen zich voordoen moeten deze niet zo ver gaan dat zij conflicten, haat en tegenstand veroorzaken, welke tot bedreiging leiden. Als u bemerkt, dat u in een stadium bent gekomen waarin vijandigheid en bedreigingen zich gaan voordoen, moet u onmiddellijk de bespreking over dat onderwerp opschorten, totdat getwist, woordenwisselingen en ruzie verdwijnen en er een gunstige tijd aanbreekt.
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

20 Regelt alle dingen, de grote en de kleine, door consultatie. Neemt zonder voorafgaande consultatie geen enkele belangrijke stap met betrekking tot uw eigen persoonlijke zaken. Pleegt overleg met elkaar. Helpt elkaar met ieders ondernemingen en plannen. Weest bezorgd voor elkaar. Laat niemand in het gehele land in nood zitten. Wordt elkanders vrienden, totdat u als één enkel lichaam wordt, allen tezamen....
(Uit een nog niet eerder vertaalde Tafel)

21 Iedere bijeenkomst die met het doel van eenheid en eendracht wordt georganiseerd, zal er toe leiden dat vreemdelingen in vrienden en vijanden in kameraden veranderen, en 'Abdu'l-Bahá zal met hart en ziel aanwezig zijn in die bijeenkomst.
(Tablets of 'Abdu'l-Bahá, blz. 533.)

22 In dit Geloof is consultatie van het allergrootste belang; beoogd wordt echter geestelijke beraadslaging en niet het louter uitspreken van persoonlijke meningen. In Frankrijk was ik bij een zitting van de senaat aanwezig, maar de ervaring was niet indrukwekkend. Een parlementaire werkwijze zou als doel het bereiken van het licht van waarheid op gestelde vragen moeten hebben en zou niet een arena voor oppositie en eigendunk moeten zijn. Verzet en tegenspraak zijn betreurenswaardig en altijd verderfelijk voor de waarheid. In de vermelde parlementaire vergadering waren woordenwisselingen en nutteloze spitsvondigheden veelvuldig, het resultaat was veelal verwarring en opschudding; in èèn geval vond zelfs een handgemeen plaats tussen twee leden. Het was geen consultatie maar een komedie.
Het oogmerk is om de nadruk te leggen op de verklaring, dat consultatie het onderzoek naar de waarheid ten doel heeft. Degene die een mening onder woorden brengt moet het niet als de enige juiste naar voren brengen, maar als een bijdrage tot het bereiken van eenstemmigheid, want het licht van werkelijkheid wordt zichtbaar, als twee meningen overeenstemmen. Er ontstaat een vonk als vuursteen een vuurslag elkaar raken. De mens moet zijn meningen met de uiterste gemoedsrust, kalmte en behoedzaamheid afwegen. Voordat hij zijn eigen inzichten naar voren brengt, moet hij zorgvuldig de inzichten die reeds door anderen geopperd zijn, overwegen. Als hij vindt dat een eerder uitgesproken mening juister is en van meer waarde, moet hij deze onmiddellijk aanvaarden en niet halsstarrig vasthouden aan zijn eigen mening. Door deze voortreffelijke handelwijze tracht hij tot eenheid en waarheid te komen. Tegenstand en verdeeldheid zijn betreurenswaardig. Dan is het beter om de mening van een wijs en scherpzinnig mens in te winnen, anders zullen tegenspraak en woordenwisseling, die uiteenlopende en afwijkende inzichten opleveren, het voor een gerechtelijke instelling nodig maken een beslissing te nemen aangaande de kwestie. Zelfs een meerderheid van mening of eenstemmigheid kan onjuist zijn. Duizend mensen kunnen èèn mening hebben en zich vergissen, terwijl daarentegen èèn scherpzinnig mens gelijk kan hebben. Daarom is ware consultatie een geestelijke beraadslaging in een geesteshouding en sfeer van liefde. De leden moeten elkaar liefhebben in de geest van kameraadschap, opdat er goede resultaten zullen zijn. Liefde en kameraadschap zijn de basis.
Het meest gedenkwaardige voorbeeld van geestelijke consultatie was de bijeenkomst van de discipelen van Jezus Christus op de berg na Zijn hemelvaart. Zij zeiden: "Jezus Christus is gekruisigd en wij hebben niet langer omgang en gesprekken met Hem zoals toen Hij nog lichamelijk bij ons was; wij moeten Hem daarom trouw en gehoorzaam zijn, wij moeten Hem dankbaar zijn en Hem waarderen, want Hij heeft ons uit de dood doen opstaan, Hij gaf ons wijsheid, Hij gaf ons eeuwig leven. Wat zullen wij doen om Hem trouw te blijven?" En zo beraadslaagden zij. Een van hen zei: "Wij moeten ons vrij-maken van de ketenen en boeien van deze wereld, anders kunnen wij niet trouw zijn." De anderen antwoordden: "Dat is juist". Een ander zei: "of wij zijn getrouwd en trouw aan onze vrouw en kinderen, òf wij dienen onze Heer vrij van deze banden. Wij kunnen niet bezig zijn met de zorg en de voorzieningen voor het gezin en tegelijkertijd in de wildernis het Koninkrijk aan-kondigen. Laten daarom zij die ongetrouwd zijn dit blijven en zij die getrouwd zijn in de middelen voor het onderhoud en de geriefelijkheid van hun gezin voorzien en daarna uitgaan om de blijde boodschap te verspreiden". Er waren geen meningsverschillen; allen waren het eens en zeiden: "Dat is juist". Een derde discipel zei: "Om in het Koninkrijk waardige daden te verrichten moeten wij ons nog meer opofferen. Van nu af aan moeten wij van alle gemakken en lichamelijk gerief afzien, iedere moeilijkheid aanvaardden, onszelf vergeten en het Geloof van God onderrichten". Alle anderen keurden dit goed en aanvaardden het. Tenslotte zei een vierde dis-cipel: "Er is nog een ander aspekt aan ons geloof en onze eenheid. Om der wille van Jezus zullen wij geslagen, gevangen gezet en verbannen worden. Men kan ons doden. Laat ons deze les nu leren. Laten wij het ons realiseren en besluiten dat, al worden wij geslagen, verbannen, vervloekt, bespuwd en wegggebracht om gedood te worden, wij dit alles vol vreugde zullen aanvaarden en hen liefhebben die ons haten en kwetsen". Alle discipelen antwoorden: "Voorzeker, dit willen wij - hierover zijn wij het eens; dit is juist". Toen daalden zij van de bergtop af en ieder ging in een verschillende richting zijns weegs met zijn goddelijke zending.
Dit was ware consultatie. Dit was geestelijke consultatie en niet het louter uitspreken van persoonlijke inzichten in de parlementaire oppositie en debatten.
(Promulgation of Universal Peace, blz. 72-73)

23 De eerste plicht van de leden is om onder elkaar eenheid en harmonie tot stand te brengen, teneinde goede resultaten te bereiken. Als er geen eenheid is, of als het Comité de oorzaak wordt van disharmonie, is het ongetwijfeld beter dat het niet bestaat
Wanneer dan de eenheid van de leden van het Comité gevestigd is, is het hun tweede plicht om de verzen en gebeden te lezen om in een toestand van godsgedenken te komen, zodat zij elkaar zullen zien alsof zij in Gods tegenwoordigheid zijn.
(Star of the West, deel VIII, nr. 9, blz. 114.)

UIT DE GESCHRIFTEN VAN SHOGHI EFFENDI EN BRIEVEN NAMENS HEM GESCHREVEN.

24 Onthoudt, dat de grondtoon van de Zaak Gods niet dicatoriaal gezag is, maar nederige broerderschap; niet willekeurige macht, maar de geest van openhartig en liefdevol overleg. Alleen van een waar bahá'í kan verwacht worden dat hij de grondbeginselen van genade en rechtvaardigheid, van vrijheid en onderwerping, van onschendbaarheid van het recht van het individu en van zelfovergave, van waakzaamheid, tact en bedachtzaamheid enerzijds en broederschap, oprechtheid en moed anderzijds met elkaar in overeenstemming brengt.
(Uit een brief van 23 februari 1924 aan de vrienden in Amerika; Bahá'í Administration, blz. 63.)

25 De taken van degenen die de vrienden uit eigen vrije wil en weloverdacht als hun vertegenwoordigers kozen zijn niet minder essentieel en bindend dan de verplichtingen van degenen die hen hebben gekozen. Het is niet hun taak hun wil op te leggen, doch te consulteren, en niet slechts te consulteren onder elkaar, maar zoveel mogelijk met de vrienden die zij vertegenwoordigen. Zij moeten zichzelf slechts zien in het licht van gekozen werktuigen tot een meer doeltreffende en waardige presentatie van de Zaak Gods. Zij mogen er nooit toe komen te denken, dat zij de hoofdtooi zijn van het lichaam van de Zaak, in bekwaamheid of verdienste wezenlijk superieur aan anderen en de enige bevorderaars van haar leer en beginselen. Zij moeten hun taak benaderen met de uiterste nederigheid en trachten door hun onbevooroordeeldheid, hun diep besef van rechtvaardigheid en plicht, hun oprechtheid, hun bescheidenheid en algehele toewijding aan het welzijn en de belangen van de vrienden, de Zaak en de mensheid, niet slechts het vertrouwen, de oprechte steun en waardering van hen die zij dienen, winnen, doch ook hun achting en ware genegenheid. Zij moeten te allen tijde het gevoel van exclusiviteit, de sfeer van geheimhouding vermijden, zich bevrijden van een dominerende houding, en iedere vorm van vooroordeel en voorkeur uit hun overwegingen bannen. Zij moeten, binnen de grenzen van wijs beleid, de vrienden in vertrouwen nemen, hen op de hoogte stellen van hun plannen, met hen hun problemen en zorgen delen, en hun advies en raad inwinnen. En als zij tot een bepaalde beslissing moeten komen moeten zij zich na onpartijdige, nauwgezette en hartelijke consultatie in gebed tot God wenden, en met ernst, overtuiging en moed hun stem uitbrengen en zich neerleggen bij de meerderheid van stemmen; dit is volgens onze Meester de stem der waarheid die nooit moet worden aangevochten en altijd van ganser harte moet worden nageleefd. Op deze stem moeten de vrienden van harte reageren en hem beschouwen als de enige manier waarop de bescherming en bevordering van de Zaak kan worden gewaarborgd.
(Uit een brief van 23 februari 1924 aan de vrienden in Amerika; Bahá'í Administration, blz. 64.)

26 Niet zelden, maar zelfs vrij vaak, zullen de nederigste, de meest ongeschoolde en onervaren vrienden door niets anders dan de inspirerende kracht van hun onbaatzuchtige en vurige toewijding, een duidelijk en gedenkwaardig aandeel leveren aan een zeer ingewikkelde discussie in een of andere gemeenschap.
(Uit een brief van 29 januari 1925 aan de Nationale Geestelijke Raad van de Verenigde Staten en Canada; Bahá'í Administration, blz. 79.)

27 Het is waarlijk altijd de diepgekoesterde wens van onze Meester, 'Abdu'l-Bahá, geweest dat de vrienden in hun consultaties, zowel in plaatselijk als nationaal verband, eenstemmingheid in alle aangelegenheden bereiken door hun eerlijkheid, hun oprechte bedoelingen, hun doelgerichtheid en hun grondige benadering van de discussies.
(uit een brief van 29 januari 1925 aan de Nationale Geestelijke Raad van de Verenigde Staten en Canada; Bahá'í Administration, blz. 80)

28 Wat betreft het bijwonen door bepaalde personen van een raadsvergadering en op uitnodiging van die Raad. Dit beschouwt Shoghi Effendi als een deskundig advies dat absoluut noodzakelijk is voor een goed beleid. Er wordt niet verondersteld dat de leden van de Raad alles weten op elk gebied; zij kunnen dus iemand die in een bepaalde kwestie ervaring heeft, uitnodigen om hun vergadering bij te wonen en zijn visie uiteen te zetten. Maar hij heeft natuurlijk niet het recht om te stemmen.
(Uit een brief van 23 oktober 1926, namens Shoghi Effendi geschreven aan de Nationale Geestelijke Raad van de Britse Eilanden.)

29 De Meester heeft ons dikwijls gezegd, dat wij in zulke omstandigheden met onze vrienden en speciaal de Raden moeten consulteren en hun advies moeten vragen. Het zou prettig zijn als u die raad zou opvolgen en enkele vrienden in vertrouwen nemen. Waarschijnlijk wordt Gods wil het beste bereikt door consultatie.
(Uit een brief van 12 november 1930, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

30 Door goede consultatie vindt men zeker een of andere werkwijze. Als men wil gaan beraadslagen, hoeft men niet te wachten tot er een Raad is gevormd. De mening van twee serieuze mensen is altijd beter dan van één.
(Uit een brief van 16 juni 1932, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

31 Het beginsel van consultatie, dat een van de fundamentele wetten van het Bestuursstelsel vormt, moet worden toegepast op alle Bahá'í activiteiten die de gemeenschappelijke belangen van het Geloof betreffen, want samenwerking en voortdurende uitwisseling van gedachten en meningen kunnen de Zaak het beste waarborgen en de belangen ervan behartigen, Persoonlijk initiatief, bekwaamheid en vindingrijkheid zijn, hoe onmisbaar ook, toch absoluut niet in staat zulk een geweldige taak te volbrengen, tenzij deze worden gesteund en verrijkt door de gemeenschappelijke ervaringen en wijsheid van de groep.
(Uit een brief van 30 augustus 1933, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

32 Openhartige en vrije consultatie is de basis van deze unieke Orde.
(Uit een P.S. van Shoghi Effendi, bij een brief geschreven nmens hem op 18 november 1933 aan de Nationale Geestelijke Raad van de Verenigde Staten en Canada.)

33 De gelovigen moeten vertrouwen hebben in de richtlijnen en opdrachten van hun Raad, ook al zijn zij er misschien niet van overtuigd dat deze rechtvaardig en juist zijn. Als de Raad met een meerderheid van stemmen tot een besluit komt, moeten de vrienden hieraan bereidwillig gehoorzamen. Vooral de leden binnen de Raad wier mening afwijkt van die van de meerderheid van de andere raadsleden, moeten in tegenwoordigheid van de gemeenschap een goed voorbeeld geven door hun persoonlijke mening te laten varen en zich neer te leggen bij het beginsel dat er een meerderheid van stemmen moet zijn - het beginsel dat ten grondslag ligt aan de werkwijze van alle bahá'í-raden.
Maar voordat de meerderheid van de Raad tot een besluit komt, is het niet alleen het recht maar ook een heilige plicht van elk raadslid om vrij en openlijk zijn mening te verkondigen, zonder dat hij bang behoeft te zijn iemand van zijn medeleden te mishagen of van zich te vervreemden. Met het oog op dit belangrijke bestuurlijke uitgangspunt van eerlijke en open consultatie, wil de Behoeder u adviseren om af te stappen van de methode dat aan andere leden wordt gevraagd uw mening en voorstellen uit te spreken. Deze indirecte manier om uw inzichten aan de Raad kenbaar te maken, schept niet alleen een sfeer van geheimzinnigheid die volkomen vreemd is aan de geest van het Geloof, maar kan ook tot veel misverstanden en complicaties leiden. De raadsleden moeten de moed hebben naar hun overtuiging te handelen, maar moeten ook van harte uitdrukking geven aan onvoorwaardelijke gehoorzaamheid aan het weloverwogen oordeel en de richtlijnen van de medeleden.
(Uit een brief van 28 oktober 1935, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

34 Zoals 'Abdu'l-Bahá heeft gezegd, wordt door de botsing van persoonlijke meningen vaak de vonk van waarheid ontstoken en goddelijke leiding onthuld. De vrienden moeten zich dan ook niet ontmoedigd voelen bij meningsverschillen die er misschien heersen onder de leden van de Raad, want deze vervullen, zoals de ervaring heeft geleerd en de woorden van de Meester getuigen, een waardevolle functie in alle beraadslagingen van een Raad. Maar vastgesteld, moeten alle leden deze als vanzelfsprekend en zonder terughouding gehoorzamen en deze getrouw uitvoeren. Geduld en zelfbeheersing moeten echter te allen tijde de discussies en beraadslagingen van de gekozen vertegenwoordigers der plaatselijke gemeenschap kenmerken, en in geen enkele situatie mag er worden toegegeven aan vruchteloze discussies en haarkloverijen.
(Uit een brief van 18 april 1939, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

35 In uw laatste vraag - over gevallen waarin degenen die nodig zijn om een consultatie te houden onbereikbaar zijn, en iemand onzeker is over de weg die gevold moet worden bij een belangrijke zaak - vraagt u of het voor hem is toegestaan dat hij zijn toevlucht neemt tot het beoefenen van 'istikhárih'3 en daarbij de Kitáb-i-Aqdas gebruikt. De Behoeder heeft verklaard dat het in zulke gevallen noodzakelijk is, en van groot belang, dat hij zich met geheel zijn hart tot God keert en om hulp smeekt aan de Bron van genade en inspiratie, en niets anders. Als het mogelijk is om de beslissing uit te stellen, verdient dat de voorkeur, en is gepaster, totdat het mogelijk is de consultatie te houden.
(Uit een brief van 23 april 1941, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige, en vertaald uit de Perzisch.)

36 De remedie tegen disharmonie in de Raad kan niet liggen in het aftreden of het wegblijven van een van zijn leden. De Raad moet leren om ondanks storende elementen als een geheel te functioneren, anders wordt het hele systeem in diskrediet gebracht door uitzonderingen op de regel in te voeren. Omdat de gelovigen, meer dan wat ook, de Zaak liefhebben en zijn belangen vooropstellen, moeten zij bereid zijn de lasten die daarvan deel uitmaken, van welke aard die ook mogen zijn, te dragen. Slechts door zulke volharding en zelfopoffering kunnen wij ooit verwachten om enerzijds onze goddelijke instellingen in tact te houden en anderzijds onszelf te dwingen om nobeler, betere werktuigen te worden om dit glorierijke Geloof te dienen.
(Uit een brief van 20 november 1941, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

37 De vragen die u in uw brief stelt over individuele leiding hebben, zou men kunnen zeggen, twee aspecten. Het is goed dat mensen zich tot God keren en Zijn hulp afsmeken bij het oplossen van hun problemen en bij het richting geven aan hun daden; dat kunnen zij werkelijk elke dag van hun leven doen als zij het verlangen daartoe gevoelen. Maar zij kunnen onmogelijk datgene wat zij als hun leiding ervaren, aan een ander opdringen, laat staan aan Raden en comités, aangezien Bahá'u'lláh uitdrukkelijk de wet van consultatie heeft uitgevaardigd en nooit heeft aangegeven dat iets anders deze wet afschaft.
(Uit een brief van 25 januari 1943, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

38 De Behoeder adviseert u zich te wenden tot andere dokters en zich te houden aan de meerderheid van stemmen.4
(Uit een brief van 14 februari 1945, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige en vertaald uit het Perzisch.)

39 U hebt erop gewezen dat het in raadgevende lichamen wel eens voorkomt, dat in een bepaald geval de mening van één der leden beter en verdienstelijker is dan die van de anderen, maar dat deze leden niet bereid zijn die mening te accepteren. De Behoeder heeft gesteld dat het noodzakelijk en geboden is om eerlijk en met zuivere motieven te consulteren alvorens tot een besluit te komen. Wanneer het besluit eenmaal is genomen, betaamt het allen om de mening van de meerderheid op te volgen, deze te bekrachtigen en uit te voeren, ook al is het een verkeerd besluit.
(Uit een brief van 12 januari 1946, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige uit het Perzisch.)

40 Wij hebben allemaal het recht op een eigen mening, wij denken uiteraard verschillend; maar een bahá'í moet het besluit van de meerderheid van zijn Raad aanvaarden en zich er van bewust zijn dat aanvaarding en harmonie - zelfs als er een fout is gemaakt - de werkelijk belangrijke zaken zijn en als wij de Zaak goed, op de bahá'í-manier dienen, zal God uiteindelijk ieder gedaan onrecht herstellen.
(Uit een brief van 19 oktober 1947, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

41 Bahá'ís behoeven in een Raad niet tegen hun geweten in te stemmen. Het is beter als zij toegeven aan de mening van de meerderheid en er een unaniem besluit van maken, maar zij worden daar niet toe gedwongen. Zij moeten zich echter houden aan het besluit van de meerderheid, aangezien dit van kracht wordt. Zij moeten de Raad niet ondermijnen door rond te vertellen dat zij het niet met de meerderheid eens waren. Zij moeten, met andere woorden, de Zaak en niet hun eigen mening vooropstellen. Hij (Lid van een Geestelijke Raad) kan de Raad vragen een zaak opnieuw in overweging te nemen, maar hij heeft niet het recht hen ertoe te dwingen of disharmonie te scheppen, omdat zij hun mening niet willen veranderen. Eensgezinde stemmen verdienen de voorkeur, maar mogen zeker niet aan Raadsleden worden opgedragen met kunstmatige methoden zoals anderen verenigingen die gebruiken.
(Uit een brief van 19 oktober 1947, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

42 De bahá'ís moeten leren niet persoonlijk te worden en hun neiging - zo normaal bij mensen - te overwinnen om partij te kiezen en erover te twisten. Zij moeten ook werkelijk leren gebruik te maken van het grootse beginsel van beraadslaging.
(Uit een brief van 30 juni 1949, namens Shoghi Effendi geschreven aan de Nationale Geestelijke Raad van Duitsland en Oostenrijk.)

43 In dit Geloof kan men niet tegenstemmen. Wanneer de meerderheid van een Raad over een Zaak beslist, moet - zo zegt ons de Meester - de minderheid dit aanvaarden. Het is niet goed dat iemand erop staat te notuleren, dat hij heeft tegengestemd en er wordt ook niets opbouwends mee bereikt.
(Uit een brief van 19 maart 1950, namens Shoghi Effendi geschreven aan een gelovige.)

44 De Behoeder betreurt dat het, met het oog op de verklaring van de Meester dat de besprekingen van Raden geheim en vertrouwelijk moeten zijn, niet mogelijk is om een niet-raadslid aanwezig laten zijn bij de vergadering van de Nationale Geestelijke Raad... Nationale Raden behandelen vaak hoogst persoonlijke onderwerpen die schade zouden kunnen doen aan de eer en het geluk van anderen en het gevaar dat het vertrouwen wordt beschaamd is al groot genoeg met de negen gekozen vertegenwoordigers van de gehele gemeenschap, laat staan dat men niet-raadsleden aanwezig laat zijn. U zult uw notulen gewoon wat beknopter moeten maken en zo nodig een deel van de doelmatigheid opofferen om dit zeer belangrijke beginsel te kunnen opvolgen.5
(Uit een brief van 5 juli 1950, namens Shoghi Effendi geschreven aan de Nationale Geestelijke Raad van de Verenigde Staten.)



UIT DE BOODSCHAPPEN VAN HET UNIVERSELE HUIS VAN GERECHTIGHEID.

45 Hoewel Plaatselijke Geestelijke Raden in eerste instantie verantwoordelijkheid dragen om met de gelovigen over hun persoonlijke problemen te spreken, kan het voorkomen dat het, naar het oordeel van de Nationale of de Plaatselijke Geestelijke Raad, de voorkeur verdient om de taak van beraadslagen of adviseren aan personen of comités over te dragen. Dit ligt geheel bij het oordeel van de Raad.
(Uit een brief van 27 maart 1966 aan de Nationale Geestelijke Raad van Bolivia.)

46 Het is belangrijk om in te zien dat de geest van Bahá'í consultatie zeer veel verschilt van de geest die men vaak aantreft bij de beslissingsprocedure van niet-Bahá'í instellingen.
Het ideaal van Bahá'í consultatie is om te komen tot een unaniem besluit. Als dat niet mogelijk blijkt, moet er worden gestemd. In de woorden van de geliefde Behoeder: '.... als zij tot een bepaald besluit moeten komen, moeten zij zich na onpartijdige, nauwgezette en hartelijke consultatie in gebed tot God wenden, en met ernst en overtuiging en moed hun stem uitbrengen en zich neerleggen bij de meerderheid van stemmen; dit is volgens onze Meester de stem der waarheid die nooit moet worden aangevochten en altijd van ganser harte moet worden nageleefd.
Zodra er een besluit is genomen, wordt dit het besluit van de gehele Raad, niet alleen van de leden die toevallig tot de meerderheid behoorden.
Wanneer er een voorstel wordt gedaan om een bepaalde aangelegenheid in stemming te brengen, kan het zijn dat een bepaalde lid van de Raad vindt dat er bijkomende feiten en inzichten een rol kunnen spelen die moeten worden nagegaan, voordat hij zich een oordeel kan vormen en een zinnige stem kan uitbrengen over dat voorstel. Hij moet deze gedachte bij de Raad brengen, en dan is het aan de Raad om te beslissen of er nog verdere consultatie nodig is, voordat het voorstel in stemming komt.
Wanneer er wordt besloten over een voorstel te stemmen, is het slechts nodig om zich ervan te vergewissen hoeveel leden er voor zijn; als dat een meerderheid van de aanwezigen is, wordt de motie aangenomen; als het een minderheid is, is de motie niet aangenomen. Zo komt de hele kwestie van 'stemonthouding' niet voor bij een Bahá'í stemming. Een lid dat niet ten gunste van het voorstel stemt, is er in feite tegen, zelfs als hij op dat moment vindt dat hij niet in staat was over de kwestie een besluit te nemen.
(Uit een brief van 6 maart 1970 aan de Nationale Geestelijke Raad van Canada.)

47 Uw brief van 14 februari 1973 over de toepassing van de Bahá'í consultatie hebben wij ontvangen. Dit is uiteraard een kwestie waarbij iedere starheid moet worden vermeden.
Als een gelovige een probleem heeft waarover hij een beslissing moet nemen, staan er verschillende wegen voor hem open. Als het een kwestie is die de belangen van het Geloof aangaan, moet hij consulteren met de aanwezige Raad of het comité, maar er zijn mensen die vele problemen hebben van persoonlijke aard, en zij zijn niet verplicht om die bij de instellingen van het Geloof aanhangig te maken; als er feitelijk veel urgent onderrichtswerk is te doen, is het beter dat de vrienden hun Raad niet lastig vallen met persoonlijke problemen die ze zelf kunnen oplossen.
Een Bahá'í die met een probleem worstelt, kan zijn eigen beslissing erover nemen, nadat hij heeft gebeden en alle facetten ervan tegen elkaar heeft afgewogen; hij kan besluiten advies te vragen bij persoonlijke vrienden of bij beroepsraadgevers, zoals zijn huisarts of zijn advocaat, zodat hij met die adviezen kan gaan werken bij het nemen van zijn besluit, of in het geval waarbij verscheidene mensen zijn betrokken, zoals bijvoorbeeld een familieaangelegenheid, dan kan hij die mensen bijeenbrengen die ermee te maken hebben, zodat ze tot een gezamenlijk besluit kunnen komen. Er is ook geen enkel bezwaar tegen, dat een Bahá'í een groepje mensen vraagt om over een bepaald probleem waarmee hij zit, te beraadslagen.
Men moet goed bedenken dat iedere consultatie tot doel heeft een probleem op te lossen en dat is heel iets anders dan wat momenteel in bepaalde kringen erg populair is, namelijk om in een groep elkaars ziel bloot te leggen, hetgeen grenst aan het soort biecht dat in ons Geloof is verboden.
Over het onderwerp biecht schreef de secretaris van de Behoeder eens uit zijn naam aan een gelovige: 'Het is ons verboden om aan iemand onze zonden en tekortkomingen te biechten, zoals de Rooms Katholieken bij hun priesters doen of dit in het openbaar te doen, zoals bepaalde religieuze sekten. Als wij echter spontaan wensen toe te geven dat wij in een bepaald geval verkeerd hebben gehandeld of dat wij een bepaalde karakterfout hebben en daarvoor aan een ander vergeving vragen, staat het ons geheel vrij dit te doen. De Behoeder wenst alleen uit te leggen, dat wij niet verplicht zijn dat te doen. Het wordt volledig aan de persoon in kwestie overgelaten.'
(Uit een brief van 19 maart 1973 aan de Nationale Geestelijke Raad van Canada.)

48 De passage die u aanhaalt6 in de tweede alinea van uw brief staat in de Tafel van 'Abdu'l-Bahá die door Hem werd gericht van de vrienden in Tihrán op een moment dat één van de vrienden, zonder de voorkennis of de toestemming van de Geestelijke Raad en in strijd met de regeringsvoorschriften, het ondernam de Kitáb-i-Aqdas te drukken. De opdrachten van 'Abdu'l-Bahá die u aanhaalt, verschenen bij die gelegenheid in dat verband.
Het Universele Huis van Gerechtigheid heeft uiteengezet dat, als Shoghi Effendi in 'Bahá'í Administation', blz. 37 de bevoegdheden van een Plaatselijke Geestelijke Raad opnoemt, hij erop doelt dat de plaatselijke aangelegenheden die naar de Plaatselijke Geestelijke Raad verwezen moeten worden die zijn 'welke betrekking hebben op het Geloof'. Dit betekent uiteraard niet, dat men niet met zijn persoonlijke problemen bij de Bahá'í Raden te rade kan gaan. De Plaatselijke Geestelijke Raad is echter niet de enige instelling waartoe vrienden zich voor overleg kunnen wenden in aangelegenheden op het persoonlijke vlak. Zulk een overleg kan ook worden belegd met iemands familieleden, vrienden of deskundigen. 'Abdu'l-Bahá bijvoorbeeld, geeft in een van Zijn Tafelen de mogelijkheden aan dat vakdeskundigen samen overleg plegen.
(Uit een brief van 8 april 1975 aan een gelovige.)

1 Deze vraag werd geopenbaard in antwoord op een vraag over de bahá'í-leer inzake consultatie. Deze verklaring vindt men in Vragen en Antwoorden, welke Bahá'u'lláh schreef als een bijlage bij de Kitáb-i-Aqdas. Deze was geopenbaard, voordat de Geestelijke Raden waren ingesteld en was een antwoord op een vraag over de bahá'í-leer inzake consultatie. Het ontstaan van Geestelijker Raden, tot welke de vrienden zich altijd kunnen wenden, verhindert hen op geen enkele wijze, als zij dit wensen, om de procedure te volgen die in bovenstaande aanhaling is aangegeven, wanneer zij wensen te consulteren over jun persoonlijke problemen. De aanhaling geeft duidelijk Bahá'u'lláhs voorkeur voor eensgezindheid aan.
2 van een Geestelijke Raad
3 Dit is een werkwijze bij waarzeggerij, bibliomantie genaamd. Dat is: een heilig boek op een willekeurige plaats openslaan en een oplossing voor een probleem zoeken door op de opengeslagen bladzijde bepaalde passages te lezen.
4 Dit advies gaf de Behoeder aan iemand die de hulp van de Behoeder had ingeroepen, aangeziend de visie van de ene dokter luidde dater een operatie nodig was terwijl een andere dokter een dergelijke opratie niet noodzakelijk achtte.
5 Deze raad gaf de Behoeder in antwoord op een verzoek van de Nationale Geestelijke Raad om een niet-raadslid aanezig te laten zijn tijdens besprkingen om aantekeningen te maken en de besluiten van de Raad te notuleren. Dit is niet in tegenspraak met de richtlijn die werd gegeven in de hiervoor vermelde aanhaling gedateerd 23 oktober 1926.
6 zie passage nr. 8.