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German — Internationales Jahr des Friedens.txt
In Vertretung der Bahá’í der Länder und Inseln im pazifischen Raum freut sich die Internationale Bahá’í-Gemeinde sehr, bei diesem Treffen des Ausschusses aus Beauftragten von Regierungen und Verwaltung eine Erklärung vorlegen zu können.

Dieses Jahr, das von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr des Friedens (IJF) erklärt wurde, bildet einen besonders markanten Punkt in der ständig voranschreitenden Entwicklung der Menschheit. Die Frage eines dauerhaften Friedens und erheblich weitreichenderer Völkervereinigung, die für das Überleben der Menschheitsfamilie im Mittelpunkt steht, wird jetzt sorgfältig geprüft – nicht als utopischer Traum, sondern als unvermeidliche, erreichbare Wirklichkeit. Sie ist für die Führer und Verwaltungsbehörden im Pazifik gleichzeitig Aufgabe und Herausforderung. Aus Anlaß des IJF hat das Universale Haus der Gerechtigkeit, der internationale Führungsrat des Bahá’í-Glaubens, eine an die Völker der Welt gerichtete Erklärung zum Frieden herausgegeben. Diese Erklärung wird allen Staatsoberhäuptern überreicht und zeigt in groben Zügen die zur Errichtung des Weltfriedens nötigen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und geistigen Voraussetzungen.

Die Völker im Südpazifik, deren besondere Merkmale Gemeinschafts- und Gruppengeist, Toleranz, Glaube, Langmut und gut nachbarschaftliches Verhalten sind, bieten eine gute Grundlage für den Aufbau höherer Ziele und Ideale, die dem dynamischen Gemeindewachstum und friedvollen Dasein wirklich nützen. Wie in den meisten Entwicklungsländern der Welt werden Gemeinschaftswerte auf dem Land, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt, am besten gepflegt.

Kraft und Wert der Entwicklung eines Landes hängen von der tatsächlichen und sinnvollen Mitarbeit seiner Bürger am Aufbauprozess des Staates ab. Schon immer verdiente die Tatsache Bewunderung, daß die Inseln und die Länder in der Region Südpazifik trotz der ungeheueren Probleme, die ihnen durch geographische Isolation, oftmals begrenzte Wirtschaftsquellen und ihre Vielfalt an Rassen und Sprachen aufgebürdet wurden, es schafften, daß sich unter ihrer jeweiligen Führung konsequent ein Sinn für Zweck und Hauptsache entwickelte und sich durch eine Beteiligungsart, wie sie dieses Treffen deutlich zeigt, ein bedeutsames Identitätsempfinden ausprägte.

Die Grundwerte einer Gesellschaft bestimmen die von einer Nation angestrebte Lebens- und Bildungsart. Diese beeinflußt ihrerseits deren technologische Ziele. Obwohl das Fördern von Bildung und Technologie ein Muß ist, wenn wir die Vorteile der Wissenschaft besser nutzbar machen wollen, müssen wir dennoch einsehen, daß diese an sich Hilfsmittel und nicht der Endzweck sind. Die Frage lautet dann: Auf welches Ziel richten wir unsere Zukunft aus, und wie können wir die uns zur Verfügung stehenden Mittel zu dessen Verwirklichung am besten einsetzen.

Die Internationale Bahá’í-Gemeinde möchte die Ansicht äußern, daß beim Ordnen der menschlichen Verhältnisse unsere Aufmerksamkeit auf das Schaffen einer Welt gerichtet sein sollte, die sich über alle wesentlichen Aspekte ihres Daseins einig ist. Dies beinhaltet das Erreichen einer dynamischen Verbundenheit von geistigen und praktischen Lebensbedingungen auf Erden. Wir sehen, daß eine einigende Geisteshaltung als unerläßliche Voraussetzung dasein muß, um ein sinnvolles soziales und wirtschaftliches Wachstum und genau den Frieden und die Sicherheit zustande zu bringen, nach denen sich die Region sehnt.

Die Bahá’í-Gemeinden im gesamten pazifischen Raum, selbst in den entlegensten Dörfern, erkennen und arbeiten für das Ziel, die geistigen und menschlichen Bedürfnisse wirklich in Übereinstimmung und Harmonie zu bringen. Dies zeigt sich im Aufbau nationaler und örtlicher Institutionen, welche die Bahá’í selbst wählen, und die sich um die geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Erfordernissen kümmern, indem sie ihre Angelegenheiten gemäß gemeinsam angenommenen Beratungsprinzipien regeln. Ein grundlegendes Prinzip ist für die Bahá’í das ständige Anwenden der Kunst der Beratung bei allen Angelegenheiten, ob groß oder klein. Genau nach diesem Prinzip werden gemeinsam gefaßte Beschlüsse, die zu gemeinsamen Aktionen führen, in die Realität der Gemeindearbeit übertragen. Der Schlüssel zum Erfolg, so glauben die Bahá’í, liegt im Geist der Einheit im Handeln. Im gesamten pazifischen Raum werden die sozialen und wirtschaftlichen Programme von den Bahá’í in ländlichen Gebieten durchgeführt. Manche sind voll in Betrieb, andere stecken im Anfangsstadium. Dazu gehören Gemeindeentwicklungsprojekte wie ein genossenschaftliches Bootebauprogramm in Fiji, Frauenentwicklungsarbeit in West Samoa und Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene in Vanuatu. Kindergärten und Tutorschulen arbeiten in Tuvalu, Tonga, Papua Neugionea und Vanuatu, und bescheidene Anfänge mit Gesundheits-, Ernährungs-, Landwirtschafts- und Viehzuchtprogrammen wurden hauptsächlich in West-Samoa und Papua Neuguinea gemacht. All dies ist das Ergebnis des Grundsatzes, daß die Gemeinden zusammenkommen, um über ihre Wohlfahrts- und Entwicklungsfragen zu beraten und nachzudenken. Dem liegt die Überzeugung zugrunde, daß die zur Entwicklung nötigen geistigen und materiellen Kräfte potentiell in den einzelnen und den Gemeinden vorhanden sind. Obwohl diese von einer relativ kleinen Bahá’í-Gemeinde mit begrenzten Mitteln durchgeführten Versuche bescheiden sind, vertrauen wir voll darauf und hoffen, daß mit der Zeit Bemühungen dieser Art nicht nur ein Beitrag zur nationalen Entwicklung sind, sondern daß auch einige der Bahá’í-Arbeitsprinzipien und -methoden als Modell zur geistigen Motivation ganzer Gemeinden dienen mögen.

Die Bildung und Förderung der Frauen ist eine der Hauptpflichten örtlicher und nationaler Bahá’í-Institutionen. Die Bahá’í sind der Meinung, daß erst wenn die Frauen als gleichberechtigte Partner in allen Bereichen menschlichen Strebens gern gesehen sind, das moralische und psychologische Klima geschaffen wird, in dem der internationale Friede sich entwickeln kann. Daß die Bahá’í dieses Prinzip anwenden zeigt sich deutlich in dem hohen, wachsenden Maße, in dem Frauen nicht nur in den Bahá’í-Institutionen, sondern auch in anderen Beratungsgruppen, die sich mit Fragen zur Förderung von Frauen und der Gemeinde als Ganzem beschäftigen, bereitwillig mitarbeiten.

Die Internationale Bahá’í-Gemeinde sieht außerdem in bestimmten anderen Bereichen die Möglichkeit zur Zusammenarbeit zwischen Bahá’í-Unternehmen und Regierungs-, bzw. Privatorganisationen, die sich im Südpazifik mit sozialen und wirtschaftlichen Programmen befassen. Im folgenden seien einige Bereiche geschildert, die eine nähere Betrachtung rechtfertigen:

Von den Bahá’í ins Leben gerufene Entwicklungsprojekte könnten für die Schüler der Schulen im Umkreis der Einsatzort sein, an dem sie ihren Sozialdienst und ihr Praktikum ableisten. Wenn man die Schüler in jungen Jahren in die Vorstellung von sinnvoller Teilnahme an der Gemeindearbeit einbezieht, prägt sich ihnen eine Geisteshaltung ein, die ihren künftigen Aufgaben als Erwachsene angemessen ist.

Die an der Basis der Gesellschaft vorhandenen, funktionierenden Bahá’í-Institutionen bilden eine Zuflucht, die Regierungsplaner, Administratoren und Volksbildungshelfer in Anspruch nehmen können, wenn sie lokale Informationen einholen, die Gemeinde betreffende Probleme erkennen oder andere sowohl technische wie beratende Unterstützung erhalten wollen.

In manchen Gebieten des Südpazifik ist der Zugang zu abgelegenen, einsamen Dörfern oft ein Problem. In manchen Fällen haben die in solchen Gebieten lebenden Menschen nicht einmal die einfachste, planmäßige Infrastruktur oder die Vorteile modernen Wissens, um aus den vielen Programmen und Projekten, die ihre Regierungen für sie planen, Gewinn zu ziehen. Das Problem, zu motivieren und die örtlichen Initiativen in Gang zu halten, hat zur Folge, daß die Nutzung vieler dieser Pläne von kurzer Dauer ist. Die Bahá’í in diesen einsamen Gemeinden, denen ihre jeweiligen örtlichen und nationalen Institutionen helfen, können zum Entstehen des für das Gemeindewachstum lebenswichtigen Geistes der Zusammenarbeit beitragen und geeignete Wege zum Dialog öffnen.

Die nationalen und örtlichen Bahá’í-Institutionen halten im gesamten südpazifischen Raum untereinander enge Beziehungen aufrecht. Diese Verbindung ermöglicht ihnen, Ideen und Erfahrungen untereinander auszutauschen. Die Bahá’í schätzen die Unterstützung, die sie von ihrer jeweiligen Regierung erhalten, und die Internationale Bahá’í-Gemeinde teilt ihre Sachkenntnis und ihren Dienst, wie bereits in Verbindung mit der Südpazifik-Kommission geschehen, gerne mit Ihnen.

An diese Bereiche denken wir jetzt, und sicher werden weitere entstehen, während die Bahá’í-Gemeinden in diesem Gebiet sich konsolidieren und ihre sozialen und wirtschaftlichen Programme ausbauen.

Die Internationale Bahá’í-Gemeinde ist den Organisatoren dieses Treffens wirklich dankbar, daß sie die Gelegenheit zur Darstellung einiger ihrer Gesichtspunkte bekam. Das Engagement der Internationalen Bahá’í-Gemeinde in Sachen sinnvoller sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung im Südpazifik wurde bereits bei früheren Foren dieser Art zum Ausdruck gebracht. Sie wird weiterhin lebhaftes Interesse zeigen, durch ihre Mitarbeit beitragen und nach Möglichkeiten suchen, um der Entwicklung dieses Gebietes und seiner Völker ihre Dienste zu erweisen.
English — International Year of Peace.txt Open standalone →
In representing the Baha'i­s of the countries and islands in the Pacific, the Baha'i­ International Community is very happy to be able to present a statement to this meeting of the Committee of Representatives of Governments and Administrations.

This year, declared by the United Nations to be the International Year of Peace (IYP), marks a particularly significant point in the ever advancing development of mankind. The issue of an enduring peace and the greater unification of peoples, central to the survival of the human family, is now being critically examined not as a utopian dream but as both a necessary and attainable reality. It presents simultaneously a task and a challenge to the leaders and administrators in the Pacific. On the occasion of the IYP, the Universal House of Justice, international governing council of the Baha'i­ Faith, has issued a statement on peace, addressed to the peoples of the world. The statement, which is being presented to all heads of state, outlines political, social, economic and spiritual requirements for the establishment of world peace.

The peoples of the South Pacific, characterized by their communal and collective spirit, their tolerance, acceptance, forbearance and neighborliness, provide a good basis upon which to build the realization of higher endeavors and ideals conducive to dynamic community growth and peaceful existence. As in most developing countries of the world, community values are best sustained in rural settings where the majority of the population reside.

The strength and the quality of a country's growth depends upon effective and meaningful participation of its population in the nation-building process. It has always been a point of admiration that the islands and countries of the South Pacific region, despite the enormous problems imposed by geographical isolation, the often limited resources and their racial and linguistic diversity, have been able to consistently bring about, under their respective leadership, a sense of purpose and focus and to forge a meaningful sense of identity, through a process of participation such as is evidenced in this meeting.

A society's fundamental values determine the type of living and education to which a nation aspires. This in turn influences its technological pursuits. Whereas the advancement of education and technology is a must if we wish to better harness the benefits of science, it must be recognized that they are means and not ends in themselves. The question then is: towards what end are we planning our future and how best can we marshall all our resources towards its realization?

The Baha'i­ International Community wishes to express the view that in the process of ordering human affairs our attention should be directed towards bringing into being a world unified in all the essential aspects of its life. This implies the achievement of a dynamic coherence between the spiritual and practical requirements of life on earth. We recognize that the presence of a unifying spirit is an indispensable prerequisite towards the bringing about of meaningful social and economic growth and the peace and security towards which the region aspires.

Amongst the Baha'i­ community throughout the Pacific, even in the most remote villages, there is a recognition and a striving towards the goal of true unification and the harmonization of spiritual and human needs. This is expressed through the establishment of national and local institutions, elected by the Baha'i­s themselves, and which, conducting their affairs through commonly accepted consultative principles, serve spiritual, social and economic needs.

The constant practice of the art of consultation in all matters, large and small, is a principle fundamental to Baha'i­s. It is upon this principle that joint decisions resulting in joint efforts are translated into the reality of community action. The key to success, Baha'i­s believe, lies in the spirit of unity in action. Social and economic activities are carried out by Baha'i­s at grassroots level throughout the Pacific region, some of which are in full operation, others in their infancy. These include community development projects such as the cooperative boat building scheme in Fiji, women's development activities in Western Samoa and adult literacy programmes in Vanuatu. Kindergartens and tutorial schools are functioning in Tuvalu, Tonga, Papua New Guinea and Vanuatu, while small beginnings in health and nutrition, agricultural and livestock programmes have been made in communities notably those in Western Samoa and Papua New Guinea. These are resulting from the application of the principle of communities coming together to consult and deliberate on matters pertaining to their welfare and development. This is based on the conviction that the spiritual and material forces necessary for development are potentially within individuals and communities. Whereas these are modest attempts offered by a relatively small Baha'i­ community in this region restricted by limited resources, there is full confidence and hope that in time such efforts will not only contribute to national endeavors in development but also offer some of its operational principles and methods as models for the upliftment of whole communities.

The education and advancement of women is a key responsibility of local and national Baha'i­ institutions. Baha'i­s believe that only as women are welcomed into full partnership in all fields of human endeavor will the moral and psychological climate be created in which international peace can emerge. The exercise of this principle by Baha'i­s is evident from the high and increasing degree of willing participation of women in not only Baha'i­ institutions but also in other forums concerned with issues regarding the development of women and the community at large.

In addition, the Baha'i­ International Community recognizes opportunities for other specific areas of collaboration between Baha'i­ undertakings and government and private agencies concerned with social and economic activities in the South Pacific. The following describes some of the areas which may warrant consideration:

Development activities initiated by Baha'i­s could provide field settings and opportunities for students from surrounding schools to undertake their social service and practical assignments. Exposing students from an early age to the idea of purposeful participation in community work inculcates in them a mind-set suitable for future responsibilities in their adult life.

The existence at grassroots level of functioning Baha'i­ institutions provides resources which government planners, administrators, and extension workers can draw upon for local information, the identification of problems pertaining to the community, as well as for other types of assistance including technical and consultative.

Accessibility into remote and isolated villages in some of the territories of the South Pacific is often a problem. In some instances, the people residing in such areas may not have the elementary organizational infrastructure or the benefits of modern knowledge to take advantage of the many programmes and schemes designed for them by their governments. The problem of motivation and sustaining local initiative makes the benefit of many of these schemes short-lived. Baha'i­s in these isolated communities, aided by their respective local and national institutions, can assist in generating a spirit of cooperation vital for community growth and open possible channels for dialogue.

National and local Baha'i­ institutions throughout the South Pacific maintain close relations with one another. Such communication enables them to share ideas and experience. While the Baha'i­s value the assistance they receive from their respective governments, the Baha'i­ International Community is also happy to share its expertise and service, as has already been done in relation to the South Pacific Commission.

These are the areas which come to mind and there will surely be others which may emerge as Baha'i­ communities and their social and economic activities in the region consolidate and expand.

The Baha'i­ International Community is indeed grateful to the organizers of this meeting for the opportunity to offer some of its views. The commitment of the Baha'i­ International Community to the idea of meaningful social and economic development in the South Pacific has already been expressed in earlier forums such as this. It will continue to demonstrate keen interest, contribute its participation and seek for opportunities to render its services to the development of the region and its peoples.