# Zum wirklichen Leben (1923 Briefversion)

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> SHOGHI EFFENDI
> 
> ZUM WIRKLICHEN LEBEN
> 
> Auszüge aus Briefen und Schriften
> 1923-1957
> Herausgegeben vom
> Universalen Haus der Gerechtigkeit
> 
> BAHA'l VERLAG
> 
> 	Wie oft hörte man den geliebten Meister sagen: Wenn jeder der Freunde auf sich nähme, nur 
> eine einzige Lehre des Glaubens voll und ganz und mit allen Konsequenzen, in Hingabe und Los-
> lösung, mit Beständigkeit und Ausdauer zu befolgen und in allen Taten und Unternehmungen sei-
> nes Lebens ein Beispiel dafür zu geben, dann würde die Welt sich völlig verändern, und das Antlitz 
> der Erde würde die Herrlichkeit des Paradieses Abhá widerspiegeln. Bedenkt, welch wunderbare 
> Veränderung erzielt würde, wenn sich die Geliebten des Barmherzigen im persönlichen Bereich 
> wie auch als Gemeindeglieder gemäß den Ratschlägen und Ermahnungen verhielten, die aus der 
> Feder des Ruhmes geflossen sind. (Shoghi Effendi, aus einem Brief vom
> 12. Januar 1923 an die Bahá’í  von Persien, aus dem Persischen übersetzt)
> 
> Bedenkt, wie sehr die Geliebten Gottes in Wille und Testament ebenso wie in den heiligen Send-
> schreiben und Schriften dazu gedrängt und ermahnt wurden, Geradheit, guten Willen, Duldsam-
> keit, Heiligkeit, Loslösung von allem außer Gott und Trennung von allem, was zu dieser Welt ge-
> hört, an den Tag zu legen, Beispiel für himmlische Eigenschaften und Wesenszüge zu sein. Zu 
> allererst sollten sie jedes nur mögliche Mittel anwenden, um ihr Herz und ihre inneren Antriebe zu 
> reinigen; andernfalls wäre es nutzlos, sich für Unternehmungen irgendwelcher Art einzusetzen. 
> Ebenso notwendig ist es, sich der Heuchelei und der blinden Nachahmung zu enthalten, denn ihr 
> übler Geruch wird von jedem verständigen und weisen Menschen sehr bald entdeckt werden. Dar-
> über hinaus müssen die Freunde die fest gesetzten Zeiten für die Erwähnung Gottes, für Meditati-
> on, Andacht und Gebet einhalten, da es höchst unwahrscheinlich, ja, so gut wie unmöglich ist, daß 
> irgendeine Unternehmung ohne die göttlichen Gnadengaben und Bestätigungen Erfolg und Frucht 
> bringen kann. Man kann sich kaum vorstellen, welch großen Einfluß aufrichtige Liebe, Wahrhaftig-
> keit und Reinheit der Motive auf die Seelen der Menschen ausüben. Aber diese Eigenschaften 
> können nicht erworben werden, solange nicht jeder Gläubige sich tagtäglich bemüht, sie zu erlan-
> gen . . .
>   Die Geliebten Gottes sollten in erster Linie durch die Macht edlen Handelns und eines edlen 
> Charakters, außerdem kraft Darlegung und Beweises der Welt die Tatsache vor Augen führen, 
> daß die Verheißungen Gottes sich notwendigerweise erfüllen, daß sich diese Erfüllung schon jetzt 
> vollzieht und daß die frohen Botschaften klar, einleuchtend und vollständig sind. In der Tat, wenn 
> nicht einige hervorragende Seelen die Arena des Dienens beträten und ein strahlendes Licht in der 
> Gesellschaft der Menschen würden, dann würde es zu einer ungeheuerlichen Aufgabe, vor den 
> Augen der Weltweisen die Wahrheit dieser Sache zu vertreten. Aber wenn die Freunde Verkörpe-
> rungen glänzender Eigenschaften und Tugenden werden, bedarf es der Worte und Argumente 
> nicht mehr. Ihre Taten selbst dienen dann als beredtes Zeugnis, ihr edles Verhalten sichert den 
> Schutz, die Unversehrtheit und den Ruhm der Sache Gottes.
> (Shoghi Effendi, aus einem Brief vom 19. Dezember 1923 an die Bahá’í' des Ostens, aus dem 
> Persischen übersetzt)
> 
> Die Erwählten Gottes ... sollten nicht auf den verderbten Zustand der Gesellschaft schauen, in der 
> sie leben, oder auf die Beweise der Entartung und der Leichtfertigkeit, die die Menschen um sie 
> her an den Tag legen. Sie sollten sich nicht damit zufriedengeben, daß sie bloß im Vergleich zu 
> den anderen abstechen und herausragen. Vielmehr sollten sie den Blick auf erhabenere Gipfel 
> richten, indem sie sich die Ratschläge und Ermahnungen der Erhabensten Feder zum höchsten 
> Ziel setzen. Dann werden sie alsbald erkennen, wie zahlreich die Stufen sind, die noch durch
> schritten werden müssen, und wie weit entfernt das ersehnte Ziel liegt -, kein anderes Ziel als das, 
> Beispiel zu sein für himmlische Verhaltensnormen und Tugenden.
> (Shoghi Effendi, aus eitlem Brief vom 30. Oktober 1924 an den Geistigen Rat von Teheran, aus 
> dem Persischen übersetzt)
> 
>   Es ist unsere Pflicht und unser Vorrecht, die Liebe und Hingabe, die wir für unsere geliebte Sa-
> che empfinden, in Taten und Handlungen umzusetzen, die dem höchsten Wohl der Menschheit 
> dienlich sind. (Shoghi Effendi, aus eitlem Brief vom 20. November 1924 an einen Gläubigen)
> 
>   Wenn Sie die Äußerungen Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás selbstlos und aufmerksam lesen und 
> sich ganz darauf konzentrieren, werden Sie Wahrheiten entdecken, die Ihnen bislang unbekannt 
> sind, und Einsicht in die Probleme gewinnen, vor denen die großen Philosophen der Welt ratlos 
> standen. (Shoghi Effendi, aus einem Brief vom 30. Januar 1925 all einen Gläubigen)
> 
> Die Hauptsache ist, das wir das Leben führen - daß unser Leben mit den göttlichen Lehren und 
> dem Bahá’í-Geist so sehr gesättigt ist, daß die Menschen nicht umhin können, in unserem Charak-
> ter und in unserer Tätigkeit eine Freude, eine Kraft, Liebe und Reinheit, eine Ausstrahlung und 
> Tüchtigkeit wahrzunehmen, die uns von weltlich gesinnten Menschen abheben, so daß die Leute 
> sich fragen, was denn wohl das Geheimnis dieses neuen Lebens in uns ist. Wir müssen völlig 
> selbstlos werden und uns Gott ergeben, so daß wir an jedem Tag und in jedem Augenblick be-
> strebt sind, nur das zu tun, was Gott von uns getan haben will in der Art und Weise, wie Er es von 
> uns getan haben will. Wenn wir das aufrichtig tun, dann werden vollkommene Einheit und Eintracht 
> unter uns herrschen. Wo es an Eintracht mangelt, da fehlt der wahre Bahá’í-Geist. Wenn wir nicht 
> diese Umwandlung unseres Lebens, diese neue Kraft, diese gegenseitige Liebe und Eintracht zei-
> gen, dann sind die Bahá’í-Lehren für uns nur ein Name. (Aus einem Brief vom 14. Februar 1925 im 
> Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Wenn wir Bahá’í untereinander nicht herzliches Einvernehmen erreichen, dann haben wir den 
> Hauptzweck verkannt, der Leben und Leiden des Báb, Bahá’u’lláhs und des geliebten Meisters 
> bestimmte.
>   Eine der Grundvoraussetzungen für diese Einheit der Herzen, so haben Bahá’u’lláh und 'Ab-
> du'I-Bahá immer wieder betont, ist es, daß wir dem natürlichen Hang widerstehen, unsere Auf-
> merksamkeit auf die Fehler und Schwächen anderer zu richten und nicht auf unsere eigenen. Je-
> der von uns hat nur ein einziges Leben zu verantworten, und ist sein eigenes. Jeder ist unmeßbar 
> weit davon entfernt "vollkommen" zu sein, "wie unser himmlischer Vater vollkommen ist", die Auf-
> gabe, unser eigenes Leben und unseren eigenen Charakter zu vervollkommnen, erfordert unsere 
> ganze Aufmerksamkeit, Willenskraft und Energie. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit und Energie 
> auf Bemühungen verwenden, an anderen herumzubessern und ihre Fehler zu korrigieren, vergeu-
> den wir kostbare Zeit. Wir sind wie Pflüger, von denen jeder sein Gespann zu führen und seinen 
> Pflug zu lenken hat. Um seine Furche gerade zu halten, muß jeder seinen Blick auf sein Ziel rich-
> ten und sich auf seine eigene Aufgabe konzentrieren. Wenn er da - oder dorthin schaut, um zu 
> sehen, wie Hans und Gustav zurechtkommen, um ihre Arbeit zu kritisieren, dann wird seine eigene 
> Furche bestimmt krumm werden.
>   Keine Aussage wird in den Bahá’í-Schriften nachdrücklicher unterstrichen als die Notwendigkeit, 
> daß wir alles Herumkritisieren, alle üble Nachrede vermeiden, vielmehr immer daran arbeiten müs-
> sen, unsere eigenen Fehler zu entdecken und auszumerzen und unser eigenes Versagen zu ü-
> berwinden.
>   Wenn wir unsere Treue zu Bahá’u’lláh, zu unserem Geliebten Meister und zu unserem lieben 
> Hüter bekennen, dann müssen wir unsere Liebe dadurch zeigen, daß wir diesen klaren Lehren 
> gehorchen. Taten, nicht Worte sind es, was sie verlangen, und kein noch so großer Eifer bei Loya-
> litätsbekenntnissen und Schmeicheleien wird das Versäumnis aufwiegen, im Geist der Lehren zu 
> leben. (Aus einem Brief vom 12. Mai 1925 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Auf die Frage, ob es gestattet sei, eine Unwahrheit zu sagen, um einem anderen aus Gefahr zu 
> helfen, äußert er die Meinung, daß wir unter keinen Umständen eine Unwahrheit sagen, aber 
> gleichzeitig versuchen sollten, dem Betreffenden auf etwas legitimere Weise zu helfen. Gewiß ist 
> es nicht nötig, daß wir uns allzu deutlich äußern, bevor nicht die Frage direkt an uns gerichtet wur-
> de. (Aus einem Brief vom 21. Dezember 1927 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Wir sollten aber nicht vergessen, daß ein Wesensmerkmal dieser Welt Leid und Drangsal ist und 
> daß wir, indem wir diese überwinden, uns moralisch und geistig weiterentwickeln. Wie der Meister 
> sagt: "Leid ist mit Furchen zu vergleichen; je tiefer diese gehen, desto reichere Ernte werden wir 
> einbringen". (Aus einem Brief vom 5. November 1931 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubi-
> gen)
> 
>   Im Bayán sagt der Báb daß alle Religionen der Vergangenheit geeignet wären, die Weltreligion 
> zu werden. Der einzige Grund, warum sie dieses Ziel nicht erreichten, sei die Unfähigkeit ihrer An-
> hänger. Er fährt dann fort mit der klaren und bestimmten Verheißung, daß dies nicht das Schicksal 
> der Offenbarung Dessen sei, 'den Gott offenbaren werde', daß diese Offenbarung vielmehr zur 
> Weltreligion werde und alle Völker der Erde umfassen würde. Dies zeigt, daß wir letzten Endes 
> unser Ziel erreichen werden. Aber könnten wir nicht durch unsere Unterlassungen, durch man-
> gelnde Opferbereitschaft, durch den Widerwillen dagegen, daß wir unser Bemühen auf die Verbrei-
> tung der Sache konzentrieren, die Verwirklichung dieses Ideals hinauszögern? Und was würde das 
> bedeuten? Es bedeutet, daß wir vor Gott zur Rechenschaft gezogen werden, daß die Menschheit 
> noch länger in ihrem Zustand des Eigensinns verharrt, daß Kriege nicht schnell abgewendet wer-
> den können, daß die Leiden der Menschen länger dauern. (Aus einem Brief vom 20. Februar 1932 
> im Auftrag Skogki Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Jeder Tag hat seine bestimmten Erfordernisse. In den frühen Tagen brauchte der Glaube Märtyrer 
> und Menschen, die alle Arten von Grausamkeit und Verfolgung ertragen mußten, wenn sie ihren 
> Glauben kundtaten und die Botschaft Gottes verbreiteten. Diese Tage sind jedoch vorüber. Zum 
> gegenwärtigen Zeitpunkt braucht der Glaube keine Märtyrer, die für ihren Glauben sterben, son-
> dern Diener, deren Sehnsucht es ist, den Glauben in der ganzen Welt zu lehren und aufzurichten. 
> Leben, um lehren zu können, das bedeutet heute so viel wie in jenen frühen Tagen der Märtyrer-
> tod. Was zählt, ist der Geist, der uns treibt, nicht die Handlung, durch die dieser Geist sich aus-
> drückt; und dieser Geist muß der Sache Gottes mit Herz und Seele dienen. (Aus einem Brief vom 
> 3. August 1932 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen, zitiert in "Bahá’í  News", Nr. 68, 
> November 1932, S. 3)
> 
>   Es ist seine aufrichtige Hoffnung, daß durch diese Opfer das Gebäude vollendet werde und zu 
> einem Brennpunkt für den Geist und für die Verbreitung der Sache dortzulande werden möge; daß 
> das Licht der Führung von ihm ausgehe und der niedergedrückten Menschheit Freude und Hoff-
> nung ins Herz lege.
>   Wenn Sie das Geschichtswerk Nabils studieren, werden Sie sehen, wie der Glaube durch das 
> ständige Opfer der Freunde gespeist worden ist. Unter Entbehrungen, Verfolgungen und ständigen 
> Leiden ist die Botschaft Bahá’u’lláhs überall in der Welt aufgerichtet worden. (Aus einem Brief vom 
> 30. November 1932 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen, zitiert in "Bahá’í News", Nr. 
> 77, September 1933, S. 1)
> 
> Der Rat, den Ihnen Shoghi Effendi gab, daß Sie Ihre Zeit zwischen dem Dienst an der Sache und 
> der Erfüllung Ihrer übrigen Verpflichtungen aufteilen sollten, wurde vielen von Bahá’u’lláh und vom 
> Meister gegeben. Er stellt einen Kompromiß dar zwischen zwei Versen des Aqdas, von denen der 
> eine jeden Bahá’í verpflichtet, der Verbreitung des Glaubens zu dienen, während der andere be-
> sagt, daß jede Seele einer Beschäftigung nachgehen soll, die der Gesellschaft nützt. In einem Sei-
> ner Tablets sagt Bahá’u’lláh, daß es an diesem Tag die höchste Form der Loslösung ist, einem 
> Beruf nachzugehen und für seinen Unterhalt selbst aufzukommen. Ein guter Bahá’í ist also der-
> jenige, der sein Leben so gestaltet, daß er Zeit für die Befriedigung seiner materiellen Bedürfnisse 
> aufwendet, aber auch für den Dienst an der Sache. (Aus einem Brief vom 21. Februar 1933 im 
> Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie tief er es beklagt, daß in Bahá’í-Versammlungen und ganz 
> besonders auf einem so wichtigen Treffen wie der Nationaltagung so viele negative Kräfte am 
> Werk sind. Die oft wiederholten Worte des Meisters in bezug auf Einheit und einmütige Zusam-
> menarbeit unter den Freunden sollten sorgsam und gewissenhaft beherzigt werden, heute mehr 
> denn je. Nichts steht dem Geist der Sache mehr entgegen als Zwietracht und Streit, die die un-
> vermeidliche Folge von Selbstsucht und Gier sind. Reine Loslösung und selbstloser Dienst sollten 
> die alleinigen Motive jedes wahren Gläubigen sein. Und solange es nicht jedem einzelnen Freund 
> gelingt, diese Eigenschaften in lebendiges Handeln umzusetzen, können wir keinen weiteren Fort-
> schritt erhoffen. Gerade jetzt sind Einheit des Denkens und Handelns am allernötigsten. Gerade 
> jetzt, da der Glaube in eine neue Entwicklungsphase eintritt, da sich seine Verwaltungsordnung 
> allmählich festigt inmitten des Aufruhrs und Chaos einer zusammenbrechenden Zivilisation, sollten 
> sich die Freunde in geschlossener Front den Kräften der inneren Uneinigkeit entgegenstellen, die, 
> wenn sie nicht vollständig ausgelöscht werden, unser Werk unweigerlich zerstören werden. (Aus 
> einem Brief vom 24. September 1933 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Er beklagt die Tatsache außerordentlich, daß die Vertreter des höchsten administrativen Organs 
> in Ihrem Land Meinungsverschiedenheiten und Mißverständnissen gestattet haben, ein derartiges 
> Ausmaß anzunehmen, wiewohl alle Prinzipien und Gesetze der Administration von ihm mit aller 
> Klarheit und allem Nachdruck in vielen Botschaften seit dem Hinscheiden des Meisters dargelegt 
> worden sind. Wenn solchen Schwierigkeiten nicht sofort und mit aller Energie Einhalt geboten wird, 
> können sie dem Organismus der Sache Gottes unermeßlichen Schaden zufügen und nicht nur 
> verhindern, daß sie ihren Geist verströmt, sondern mehr noch, daß dieser Geist der Sache Gottes 
> auf die Welt einwirkt. Bei eingehender und leidenschaftsloser Prüfung findet man die Ursache für 
> solche Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen stets in Egoismus und Selbstsucht. Und wenn 
> diese giftigen Gefühle nicht vollkommen überwunden werden, kann es keine Hoffnung geben, daß 
> das Verwaltungssystem der Sache Gottes wirksam arbeiten und fortschreiten kann. (Aus einem 
> Brief vom 9. Mai 1934 im Auftrag Shoghi Effendis an den Nationalen Geistigen Rat von Indien und 
> Burma)
> 
>   Er bittet Sie dringend, den vielen Hindernissen, die Ihnen im Weg stehen, mutig zu begegnen 
> und sie zu überwinden, rät Ihnen aber gleichzeitig, im Fall eines Fehlschlags und ganz gleich, was 
> Ihnen zustößt, freudig und zufrieden zu bleiben und sich dem Göttlichen Willen voll und ganz zu 
> unterwerfen. Unsere Trübsale, Prüfungen und Leiden sind manchmal verhüllte Segnungen, da sie 
> uns lehren, mehr Glauben und Vertrauen in Gott zu haben, und uns Ihm näherbringen. (Aus einem 
> Brief vom 28. April 1936 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Hat uns Bahá’u’lláh nicht versichert, daß Leiden und Entbehrungen verhüllte Segnungen sind, 
> daß durch sie unsere inneren, geistigen Kräfte angeregt, gereinigt und veredelt werden? Bleiben 
> Sie deshalb zuversichtlich, daß Ihre materiellen Schwierigkeiten Sie keineswegs in Ihrem Einsatz 
> für die Sache Gottes behindern, daß sie vielmehr Ihrem Herzen einen mächtigen Antrieb geben 
> werden, die Interessen des Glaubens wahrzunehmen und zu fördern. (Aus einem Brief vom 22. 
> November 1936 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Persönliches Bemühen ist in der Tat eine lebenswichtige Voraussetzung für die Anerkennung 
> und Annahme der Sache Gottes. Gleichgültig, wie stark das Ausmaß göttlicher Gnade ist -, wenn 
> sie nicht durch persönliche, anhaltende, intelligente Bemühung ergänzt wird, kann sie nicht voll 
> wirksam werden und einen wirklichen, bleibenden Nutzen erbringen. (Aus eitlem Brief vom 27. 
> Februar 1938 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Solche Hindernisse (d. h. Krankheit und äußere Schwierigkeiten), so schwer und unüberwindlich 
> sie zuerst scheinen mögen, können und sollten durch die vereinte, anhaltende Macht des Gebets 
> und entschlossenen, fortgesetzten Bemühens gänzlich überwunden werden. Denn haben uns 
> nicht Bahá’u’lláh und ‘Abdu’l-Bahá  beide wiederholt versichert, daß die göttlichen, unsichtbaren, 
> siegreichen Heerscharen immer diejenigen bestätigen und bestärken werden, die sich tapfer und 
> voller Zuversicht in ihrem Namen bemühen? Diese Versicherung sollte es Ihnen in der Tat ermög-
> lichen, jedes Gefühl des Unwerts und der Unfähigkeit zum Dienst, jede innere oder äußere Hem-
> mung zu überwinden, die Ihre Anstrengungen für den Bahá’í-Glauben zu behindern droht. Sie soll-
> ten sich daher erheben und sollten sich mit einem freudevollen, zuversichtlichen Herzen bemühen, 
> jeden Beitrag zur weiteren Verbreitung und größeren Festigung unseres geliebten Glaubens zu 
> leisten, der nur irgend in Ihrer Macht liegt. Welches Feld des Dienstes Sie auch immer auswählen, 
> ob Lehrarbeit oder Verwaltungstätigkeit, es ist von entscheidender Wichtigkeit für Sie, durch-
> zuhalten und es keinem Bewußtsein Ihrer Unzulänglichkeiten zu gestatten, Ihren Eifer zu dämpfen, 
> noch viel weniger, Sie vom freudigen, aktiven Dienen abzuhalten. (Aus einem Brief vom 6. Februar 
> 1939 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Je größer Ihre Prüfungen und Leiden, desto stärker soll Ihre Bindung und Ihre Hingabe an die 
> Sache Gottes werden. Denn nur durch wiederholte Trübsale und Anfechtungen prüft Gott Seine 
> Diener, und darum sollten Sie diese als verhüllte Segnungen ansehen, als Gelegenheiten, durch 
> die Sie ein umfassendes Bewußtsein vom Willen und Plan Gottes erlangen können. (Aus einem 
> Brief vom 23. Februar 1939 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Der Lehrgang über Charakterschulung, den . . . geben wird, ist nach Meinung des Hüters beson-
> ders wichtig ; er sollte gebührenden Nachdruck erhalten und besonders von jüngeren Gläubigen, 
> die an der Schule teilnehmen, sorgfältig und gründlich studiert werden. Die Maßstäbe des Ba-
> há’í-Verhaltens, die er selbst in seinem letzten allgemeinen Rundschreiben über das Kommen 
> göttlicher Gerechtigkeit dargelegt hat, und die einzuhalten und durchzusetzen die höchste Pflicht 
> jedes ergebenen und gewissenhaften Gläubigen sein sollte, verdienen ernste Studien und Medi-
> tationen; sie sollten das zentrale Thema des Jahresprogramms an allen drei Ba-
> há’í-Sommerschulen in den Vereinigten Staaten sein. (Aus einem Brief vom 20. Mai 1939 im Auf-
> trag Shoghi Effendis an den Ausschuß der Louhelen Summer School)
> 
>   Sie haben sich über die unbefriedigenden Zustände in der Bahá’í-Gemeinde von . . . beklagt. 
> Dem Hüter ist die Situation des Glaubens dort wohl bekannt, aber er ist zuversichtlich, daß die 
> Hindernisse welcher Art auch immer, die dem Glauben entgegenstehen, letzten Endes überwun-
> gen werden. Sie sollten sich unter keinen Umständen entmutigen lassen; niemals sollten Sie es 
> solchen Schwierigkeiten, auch wenn sie aus falschem Verhalten, aus mangelnder Fähigkeit oder 
> Einsicht gewisser Gemeindemitglieder herrühren, gestatten, Ihren Glauben oder Ihre Ergebenheit 
> gegenüber der Bahá’í-Sache ins Wanken zu bringen. Ganz sicher dürfen wir einzelne Gläubige, so 
> fähig sie auch in der Lehrarbeit oder in der Verwaltung, so hoch ihre intellektuellen und geistigen 
> Verdienste auch sein mögen, niemals als den Maßstab ansehen, mit dem wir die göttliche Autorität 
> und die Sendung des Glaubens bewerten und messen. Vielmehr sollten die Gläubigen immer auf 
> die Lehren selbst und auf das Leben der Begründer der Sache Gottes blicken, um Führung und 
> Inspiration zu empfangen, und nur wenn sie diese wahre Haltung streng beachten, können sie die 
> Hoffnung haben, ihre Treue zu Bahá’u’lláh auf eine dauernde, unangreifbare Grundlage zu stellen. 
> Sie sollten daher Mut fassen und mit unermüdlicher Wachsamkeit, mit unaufhörlichem Eifer da-
> nach streben, Ihren vollen Anteil an der allmählichen Entfaltung dieser göttlichen Weltordnung 
> wahrzunehmen. (Aus einem Brief vom 23. August 1939 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläu-
> bigen)
> 
>   Dies sind wirklich die Tage, in denen von den Gläubigen Heldentum verlangt wird. Selbstaufop-
> ferung, Mut, unbeirrbare Hoffnung und Zuversicht sind die Merkmale, die sie ausstrahlen sollten, 
> denn genau diese Eigenschaften werden unweigerlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erre-
> gen und die Frage herausfordern, was denn in einer so hoffnungslos verwirrten und chaotischen 
> Welt diese Menschen dazu bringt, so sicher, so zuversichtlich und hingebungsvoll zu sein. Im Lau-
> fe der Zeit werden die Eigenschaften der Bahá’í zunehmend das sein, was die Aufmerksamkeit 
> ihrer Mitbürger erregt. Sie müssen zeigen, daß sie über dem Haß und den gegenseitigen Anschul-
> digungen stehen, die am Herzen der Menschheit nagen; durch Taten und Worte müssen sie ihren 
> tiefverwurzelten Glauben an die künftige friedliche Vereinigung der ganzen Menschheit beweisen. 
> (Aus einem Brief vom 26. Oktober 1941 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Wir müssen immer nach vorn schauen und danach streben, in der Zukunft das zu vollbringen, 
> was wir vielleicht in der Vergangenheit versäumt haben. Mißerfolge, Prüfungen und Schicksals-
> schläge können, wenn wir den richtigen Gebrauch davon machen, ein Mittel werden, unseren 
> Geist zu reinigen, unseren Charakter zu stärken. Sie können uns befähigen, zu höheren Stufen 
> des Dienstes aufzusteigen. (Aus einem Brief vom 14. Dezember 1941 im Auftrag Shoghi Effendis 
> an einen Gläubigen)
> 
>   Zu den Punkten, die Sie in Ihrem Brief anschneiden: Die völlige, gänzliche Auslöschung des Ich 
> würde Vollkommenheit bedeuten - die der Mensch nie ganz erreichen kann -, aber das Ich kann 
> und sollte in steigendem Maß der erleuchteten Seele des Menschen untergeordnet werden. Das 
> ist mit geistigem Fortschritt gemeint. (Aus einem Brief vom 19. Dezember 1941 im Auftrag Shoghi 
> Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Zu der Beschwerde von . . . meint der Hüter, daß es in diesem Fall das beste ist, die beiden be-
> troffenen Gläubigen zu bitten, die ganze Angelegenheit zu vergeben und zu vergessen. Er will 
> nicht, daß die Freunde damit anfangen, eine Art Bahá’í-Rechtsweg gegeneinander zu beschreiten. 
> Ihre Pflichten gegenüber der Menschheit sind in diesen Tagen, in denen die Sache Gottes um ihre 
> Verbreitung und um die Sicherung ihrer Unabhängigkeit kämpft, zu heilig und zu drängend, als daß 
> sie ihre kostbare Zeit - auch seine kostbare Zeit - in dieser Weise verbrauchen sollten. Fordern Sie 
> die beiden deshalb auf, sich zu verbinden, das Vergangene zu vergessen und der Sache zu die-
> nen wie nie zuvor. (Aus einem Brief vom 26. Dezember 1941 im Auftrag Shoghi Effendis an einen 
> Gläubigen)
> 
> Die Gläubigen haben es noch nicht ganz gelernt, in Zeiten der Not aus ihrer gegenseitigen Liebe 
> Kraft und Trost zu schöpfen. Die Sache Gottes ist mit ungeheuren Kräften ausgestattet, und der 
> Grund, warum die Gläubigen daraus nicht mehr Nutzen ziehen, ist, daß sie es noch nicht gelernt 
> haben, diese mächtigen Kräfte der Liebe, der Stärke und Harmonie, die der Bahá’í-Glaube hervor-
> ruft, ganz auszuschöpfen. Er rät Ihnen, Ihre Freundin ... zunächst einmal allein zu lassen und für 
> sie zu beten. Da sie im gegenwärtigen Zeitpunkt Ihre Hilfe nicht wünscht, können Sie ihr nur inner-
> lich helfen. Sie haben dem Bahá’í-Glauben viele wertvolle Dienste erwiesen und tun das noch im-
> mer, und dies sollte Ihr größter Trost sein. (Aus einem Brief vom 8. Mai 1942 im Auftrag Shoghi 
> Effendis an einen Gläubigen)
> 
> 	Die Freunde müssen Geduld miteinander haben und sich darüber im klaren sein, daß die Sache 
> Gottes noch im Stadium der Kindheit steht und ihre Institutionen noch nicht fehlerfrei arbeiten. Je 
> größer die Geduld, das liebevolle Verstehen und die Nachsicht sind, die die Freunde miteinander 
> und mit ihren Unzulänglichkeiten haben, desto größer wird der Fortschritt der Bahá’í-Weltgemein-
> schaft sein. (Aus einem Brief vom 27. Februar 1943 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubi-
> gen) 	
> 
>   Wir müssen uns unsere Unvollkommenheit vor Augen halten und dürfen es uns nicht leisten, 
> wegen der unglücklichen Dinge, die manchmal auf Nationaltagungen, manchmal in Geistigen Rä-
> ten oder Ausschüssen usw. vorkommen, aus der Fassung zu geraten. Solche Dinge gehören ih-
> rem Wesen nach zur Oberfläche; im Laufe der Zeit wird die Gemeinde daraus hinauswachsen. 
> (Aus einem Brief vom 17. März 1943 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Nicht jeder von uns kann in der gleichen Weise dienen, aber die Art und Weise, wie jeder Bahá’í 
> den Glauben verbreiten kann, ist das gute Beispiel. Dieses beeinflußt die Herzen der Menschen 
> viel tiefer, als Worte es jemals vermögen. Die Liebe, die wir anderen erzeigen, die Gastfreund-
> schaft, das Verständnis und die Hilfsbereitschaft den Menschen gegenüber sind die allerbeste 
> Werbung für den Glauben. Die anderen werden etwas davon erfahren wollen, wenn sie diese Din-
> ge in unserem Leben sehen. (Aus einem Brief vom 14. Oktober 1943 im Auftrag Shoghi Effendis 
> an einen Gläubigen)
> 
>   Es hat ihn sehr gefreut zu hören, daß die Nationaltagung so gut besucht war, und daß die 
> Freunde voller Begeisterung und in Einigkeit zusammengekommen sind. Eines der Haupterforder-
> nisse der Sache Gottes in . . . ist, daß die Freunde sich vereinen, daß sie es sich ganz deutlich 
> bewußt machen, daß sie eine geistige Familie sind, die durch heiligere, weit weniger vergängliche 
> Bande zusammengehalten wird als die körperlichen Bindungen, die zwischen Familien-
> angehörigen bestehen. Wenn die Freunde alle persönlichen Unterschiede vergessen und ihre 
> Herzen einer großen gegenseitigen Liebe um Bahá’u’lláhs willen öffnen, dann werden sie finden, 
> daß ihre Kräfte ungeheuer wachsen; sie werden die Herzen ihrer Umgebung anziehen und eine 
> rasche Ausbreitung des heiligen Glaubens in . . . erleben. Der Nationale Geistige Rat sollte alles, 
> was in seiner Macht steht, unternehmen, um die Einheit unter den Gläubigen zu stärken, und um 
> sie in der Verwaltungsordnung zu erziehen; denn sie ist der Kanal, durch den das Gemein-
> schaftsleben fließen muß, und der, wenn er richtig verstanden und benutzt wird, die Möglichkeit 
> schafft, daß die Arbeit an der Bahá’í-Sache in gewaltigen Sprüngen voranschreitet. (Aus einem 
> Brief vom 26. Oktober 1943 im Auftrag Shoghi Effendis an den Nationalen Geistigen Rat von In-
> dien und Burma)
> 
> Letzten Endes spielt sich der ganze Lebenskampf in jedem einzelnen ab. Keine noch so große 
> Organisation kann die inneren Probleme lösen, keine kann in kritischen Augenblicken Siege und 
> Niederlagen herbeiführen oder abwenden. Besonders in Zeiten wie der gegenwärtigen steht jeder 
> einzelne unter einer Zerreißprobe durch starke Mächte in der Welt, und wir sehen, wie Schwache 
> plötzlich wie durch ein Wunder stark werden und wie Starke scheitern. Wir können nur versuchen, 
> so wie Ihr Ausschuß es getan hat, durch liebevollen Rat bei dem einzelnen Gläubigen die Hand-
> lung herbeizuführen, die der Sache Gottes am meisten dient. Denn selbstverständlich kann etwas, 
> was für die Bahá’í-Sache schlecht ist, für den einzelnen Bahá’í nicht das beste sein. (Aus einem 
> Brief vom 17. Dezember 1943 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Was die Welt heute braucht, ist der Bahá’í-Geist. Die Menschen haben Sehnsucht nach Liebe, 
> nach einem hohen sittlichen Maßstab, zu dem sie aufschauen können, aber auch nach einer Lö-
> sung ihrer vielen schweren Probleme. Die Bahá’í sollten die Menschen, denen sie begegnen, mit 
> dem warmen, lebenspendenden Bahá’í-Geist überschütten. Dies wird, verbunden mit der Lehrar-
> beit, unweigerlich die aufrichtigen Wahrheitssucher zum Glauben hinziehen. (Aus einem Brief vom 
> 18. Dezember 1943 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Zu Ihrer Frage nach der Notwendigkeit größerer Einheit unter den Freunden; diese trifft zweifellos 
> zu, und der Hüter meint, daß ein Hauptmittel, diese Einheit zu fördern, darin besteht, daß wir die 
> Bahá’í selbst in Bahá’í-Klassen und durch schriftliche Unterweisungen lehren, daß die Liebe zu 
> Gott und folglich auch die Liebe zu den Menschen die wesentliche Grundlage jeder Religion ist, 
> unsere eigene eingeschlossen. Ein größeres Maß an Liebe wird größere Einheit hervorbringen, 
> weil es den Menschen die Fähigkeit gibt, miteinander auszukommen, Geduld zu haben und
> einander zu vergeben. (Aus einem Brief vom 7. Juli 19 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläu-
> bigen, zitiert ' Bahá’í News" Nr. 173, Februar 1945)
> 
>   Er hofft, daß Sie sich in Ihrem Charakter wie in Ihrem Glauben zu richtigen Bahá’í entwickeln. 
> Das ganze Ziel Bahá’u’lláhs ist, daß wir uns zu einem neuen Volk entwickeln, zu aufrechten, 
> freundlichen, intelligenten, wahrhaftigen und ehrlichen Menschen, die im Einklang mit Seinen gro-
> ßen Gesetzen leben, wie sie für dieses neue Zeitalter in der Entwicklung der Menschheit niederge-
> schrieben worden sind. Es ist nicht genug, daß wir uns Bahá’í nennen; unser innerstes Wesen 
> muß durch ein wahres Bahá’í-Leben geadelt und erleuchtet werden. (Aus einem Brief vom 25. 
> August 1944 im Auftrag Shoghi Effendis an die Jugendklasse der Louhelen School, U.S.A.)
> 
>   So viele Mißverständnisse entstehen durch die leidenschaftliche Verbundenheit der Freunde mit 
> deren Glauben und auch durch ihre Unreife. Wir müssen deshalb sehr viel Geduld und Liebe zu-
> einander haben und versuchen, in der Bahá’í-Familie Einheit zu schaffen. Die Mißhelligkeiten . . ., 
> die Sie in Ihrem Brief beschrieben, sind nach seiner Meinung auf die obengenannten Gründe zu-
> rückzuführen und nicht auf feindliche Haltung gegenüber dem Glauben oder auf Unaufrichtigkeit. 
> Er bittet Sie dringend, Ihr Äußerstes zu tun, um größere Liebe und Eintracht in der Gemeinde her-
> zustellen und beharrlich fortzufahren, den Heiligen Glauben zu lehren. (Aus einem Brief vom 17. 
> Oktober 1944 im Auftrag Shoghi Effendi an einen Gläubigen)
> 
>   Er war sehr glücklich, von Ihnen zu hören und zu erfahren, daß Green Acre in diesem Jahr von 
> einer Liebe und Harmonie erfüllt war, die es bewirkt haben, daß viele neue Seelen im Glauben 
> gefestigt wurden. Diese Liebe unter den Gläubigen ist der Magnet, der mehr als alles andere die 
> Herzen anziehen und dem Glauben neue Seelen zuführen wird. Denn es ist klar: die Lehren - so 
> wunderbar sie sind - können die Welt nicht verändern, solange sich nicht der Geist der Liebe Ba-
> há’u’lláhs in den Bahá’í-Gemeinschaften widerspiegelt. (Aus einem Brief vorn 27. Oktober 1944 im 
> Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Wenn die Freunde danach streben und alles daransetzen könnten, hundertprozentige Bahá’í zu 
> werden, dann würden sie sehen, wie stark ihr Einfluß auf andere zunehmen, und wie schnell der 
> Glaube sich ausbreiten würde. Die Welt sucht keinen Kompromiß, sondern die Verkörperung eines 
> hohen, leuchtenden Ideals. Je mehr die Freunde ihr Leben in jeder Hinsicht nach unseren Lehren 
> ausrichten, zu Hause, im geschäftlichen Umgang, in ihren gesellschaftlichen Beziehungen, desto 
> größer wird die Anziehung, die sie auf die Herzen anderer ausüben. Er ist darüber erfreut, daß Sie 
> sich ganz natürlich, mit Überzeugungskraft und gutem Willen gegenüber allen Menschen unter die 
> Farbigen gemischt und bei ihnen Lehrarbeit getrieben haben. Wenn die Bahá’í die Lehren so in 
> ihrem Leben verwirklichten wie sie sollten, dann würde das zwar vielleicht bei einigen Leuten Wi-
> derstand hervorrufen, aber noch viel mehr würde es die Bewunderung der gerecht denkenden 
> Menschen erregen. (Aus einem Brief vom 23. Januar 1945 im Auftrag Shoghi Effendis an einen 
> Gläubigen)
> 
> Wenn wir die wachsende Finsternis in der Welt von heute sehen, können wir klar erkennen, daß es 
> in der Zukunft keinen Frieden und keinen geistigen Fortschritt geben kann, solange nicht die Bot-
> schaft Bahá’u’lláhs die Herzen erreicht und verwandelt. Seine ständige Hoffnung ist, die Bahá’í 
> mögen sich einzeln und in ihrem Bahá’í-Gemeindeleben so verhalten, daß sie die Aufmerksamkeit 
> anderer auf die Sache Gottes richten. Die Welt hungert nicht nur nach erhabenen Prinzipien und 
> Idealen, sie hungert vor allem nach dem leuchtenden Beispiel, das die Bahá’í geben können und 
> geben müssen. (Aus einem Brief vom 22. Februar 1945 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläu-
> bigen)
> 
>   Überall auf der Welt, innerhalb und außerhalb des Glaubens, ist heute das Bedürfnis nach einer 
> wahrhaft geistigen Bewußtheit sehr groß - eine Bewußtheit, die das Leben der Menschen durch-
> dringen, ändern und steuern sollte. Kein noch so gut ausgebauter Verwaltungsapparat und kein 
> Befolgen von Regeln kann an die Stelle dieser neuen Beseeltheit, dieser Durchgeistigung treten, 
> die das Wesen des Menschen ist. Er ist sehr froh darüber, daß Sie diesen Gesichtspunkt betonen 
> und den Freunden helfen, seine überragende Bedeutung zu erkennen. (Aus einem Brief vom 25. 
> April 1945 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Bezüglich der Angelegenheit und der Uneinigkeit, die offenbar zwischen einigen der Freunde be-
> steht: Wenn Bahá’í es zulassen, daß die dunklen Gewalten der Welt in ihre eigenen Beziehungen 
> innerhalb des Glaubens eindringen, dann stellen sie dessen Fortschritt sehr in Frage. Es ist die 
> höchste Pflicht der Freunde, der örtlichen Geistigen Räte und ganz besonders des Nationalen Gei-
> stigen Rates, unter den Freunden Eintracht, Verstehen und Liebe zu fördern. Alle sollten bereit und 
> willens sein, jeden persönlichen Unmut - berechtigt oder nicht - im Dienst der Sache beiseite zu 
> räumen; denn die Menschen werden den Bahá’í-Glauben niemals annehmen, wenn sie nicht in 
> seinem Gemeinschaftsleben das widergespiegelt sehen, was der Welt heute so sichtbar fehlt: Lie-
> be und Einigkeit. (Aus einem Brief vom 13. Mai 1945 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubi-
> gen)
> 
>   Das allerwichtigste ist, daß Liebe und Einigkeit in der Bahá’í-Gemeinde vorherrschen, denn das 
> ist, was die Menschen im heutigen dunklen Zustand der Welt am meisten ersehnen. Worte ohne 
> das gelebte Beispiel werden niemals ausreichen, um den Herzen einer desillusionierten und oft-
> mals zynischen Generation Hoffnung einzuflößen. (Aus einem Brief vom 20. Oktober 1945 im Auf-
> trag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Da Sie sich an ihn mit der Bitte um Führung gewandt haben, will er ganz offen seine Meinung sa-
> gen. Er meint, daß die Uneinigkeit . . ., die gegenwärtig unter Ihnen vorherrscht, für den Fortschritt 
> der Sache sehr schädlich ist und nur zum Zerwürfnis führen und das Interesse neuer Gläubiger 
> abkühlen kann. Sie . . . sollten Ihre persönliche Beschwerde vergessen und sich zum Schutz des 
> Glaubens vereinen, dem Sie, wie er wohl weiß, alle treu ergeben sind, und für den Sie bereitwillig 
> Opfer bringen. Vielleicht ist die größte Prüfung, der Bahá’í je unterworfen werden, die durch ihre 
> Mitgläubigen. Aber um des Meisters willen sollten sie immer bereit sein, gegenseitig ihre Fehler zu 
> übersehen; sie sollten sich für harte Worte, die sie ausgesprochen haben, entschuldigen und sie 
> vergeben und vergessen. Er empfiehlt Ihnen dringend, so zu handeln. Auch meint er, daß Sie und 
> . . . den Versammlungen und Neunzehntagefesten in . . . nicht fernbleiben sollten; Sie haben jetzt 
> in Port Adelaide eine begeisterte Gruppe junger Bahá’í, und Sie sollten ihnen ein deutliches Bei-
> spiel von Bahá’í-Disziplin und von der Einheit geben, die in der Gemeinschaft des Größten Na-
> mens herrschen kann und muß. (Aus einem Brief vom 18. Dezember 1945 im Auftrag Shoghi Ef-
> fendis an einen Gläubigen)
> 
>   Sie fragen nach "geistigen Verdauungsstörungen": Bahá’í sollten versuchen, vielseitig, normal 
> und ausgeglichen zu sein, verstandlich wie seelisch. Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, daß 
> wir Fanatiker seien, aber gleichzeitig müssen wir unsere Prinzipien in unserem Leben verwirk-
> lichen. (Aus einem Brief vom 12. März 1946 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Sie dürfen versichert sein, daß er für die Einheit der Bahá’í in . . . beten wird, da sie von aller-
> größter Wichtigkeit ist; die Entfaltung der Bahá’í-Sache dort und der Erfolg jeder Lehrunterneh-
> mung hängen davon ab. Was die Freunde brauchen - überall -, ist mehr Liebe untereinander, und 
> diese kann durch größere Liebe zu Bahá’u’lláh erlangt werden. Denn wenn wir Ihn tief genug lie-
> ben, werden wir es niemals zulassen, daß persönliche Gefühle und Meinungen Seine Sache auf-
> halten; wir werden bereit, uns um des Glaubens willen für einander zu opfern und, wie der Meister 
> sagte, eine Seele in vielen Körpern zu werden. (Aus einem Brief vom 5. September 1946 im Auf-
> trag Shogh! Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Er stimmt mit Ihnen von ganzem Herzen darin überein, daß wir, wenn wir die Lehren nicht prak-
> tisch leben, unter keinen Umständen erwarten können, daß der Glaube wächst; denn es ist der 
> Hauptzweck aller Religionen - einschließlich der unseren -, den Menschen Gott näherzubringen 
> und seinen Charakter zu verändern, was von höchster Wichtigkeit ist. Oft wird zu großes Gewicht 
> auf die soziale und wirtschaftliche Seite der Lehren gelegt; aber die moralische Seite kann über-
> haupt nicht stark genug betont werden. (Aus einem Brief vom 6. September 1946 im Auftrag 
> Shoghi Effeudis an einen Gläubigen)
> 
>   Es hat ihn sehr gefreut, daß Sie einen Kurs über den "Bahá’í-Charakter" gehalten haben, denn 
> er hält es für eine der größten Pflichten Ihrer Generation von Gläubigen, ein Bahá’í-Leben zu füh-
> ren. Sie müssen durch Ihre hohen moralischen Maßstäbe, durch Ihre Höflichkeit, Ihre Lauterkeit 
> und Ihren Adel demonstrieren, daß unser Glaube nicht aus Worten besteht, sondern wahrhaftig 
> das Herz und den Lebensstil seiner Anhänger verändert. Aus einem Brief vom 19. September 
> 1946 im Auftrag Shoghi Effendis an die Jugend Arbeitsgruppe der Louhelen School, U.S.A.)
> 
>   Er meint, daß besonders die Jugend entschlossen und beharrlich danach streben muß, ein Ba-
> há’í-Leben beispielhaft zu verwirklichen. In der Welt um uns herum sehen wir moralischen Nieder-
> gang, freien Geschlechtsverkehr, Unanständigkeit, Verrohung, schlechtes Benehmen - die jungen 
> Bahá’í müssen das Gegenteil davon sein und durch ihre Reinheit und Standfestigkeit, ihren An-
> stand, ihre Gewissenhaftigkeit und ihr gutes Benehmen andere Menschen, alt und jung, zum 
> Glauben hinziehen. Die Welt ist der Worte müde; sie braucht das Beispiel, und es ist Sache der 
> Bahá’í-Jugend, es zu geben. (Aus einem Brief vom 19. September 1946 im Auftrag Shoghi Effen-
> dis an die jugendlichen Teilnehmer der Green Acre Summer School)
> 
> Die Freunde müssen sich zu allen Zeiten vor Augen halten, daß sie sozusagen Soldaten unter 
> Feindbeschuß sind. Die Welt ist gegenwärtig, geistig gesehen, in einem Zustand äußerster Ver-
> finsterung; Haß und Vorurteile aller Art reißen sie buchstäblich in Stücke. Wir sind demgegenüber 
> die Wächter der entgegengesetzten Kräfte, der Kräfte der Liebe, der Einheit, des Friedens und der 
> Gemeinsamkeit, und wir müssen ständig auf der Hut sein, als einzelne, als Geistiger Rat oder als 
> Gemeinde, damit nicht durch uns diese zerstörerischen, negativen Kräfte in unsere Mitte ein-
> dringen. Mit anderen Worten, wir müssen uns sorgsam hüten, daß nicht die Dunkelheit der Gesell-
> schaft sich vielleicht ganz unbewußt in unserem Handeln und unseren Einstellungen widerspiegelt. 
> Unsere Liebe zueinander, das tiefe Bewußtsein, daß wir ein neuer Organismus, die Morgenboten 
> einer neuen Weltordnung sind, müssen unser Bahá’í-Leben ständig beleben, und wir müssen dar-
> um beten, vor der Ansteckung durch die an Vorurteilen siechende Welt geschützt zu werden. (Aus 
> einem Brief vom 5. Februar 1947 im Auftrag Shoghi Effendis an den örtlichen Geistigen Rat von 
> Atlanta, Georgia; zitiert in "Bahá’í News" Nr. 210, August 1948, S. 2)
> 
> Die Bahá’í-Sache wächst in ... sehr schnell, und je weiter sie sich ausdehnt, desto mehr wird die 
> Öffentlichkeit auf sie aufmerksam werden. Dadurch wird den Gläubigen eine schwere Verantwor-
> tung auferlegt, denn sie müssen einen solchen Geist der Liebe und der Einheit untereinander aus-
> strahlen, daß die Herzen anderer angezogen werden und sie ermutigt werden, sich dem Glauben 
> in großer Zahl anzuschließen. Wir müssen uns immer vor Augen halten, daß die Lehren vollkom-
> men sind, und daß der einzige Grund, warum nicht schon mehr unserer Mitmenschen sie ange-
> nommen haben, der ist, daß wir Bahá’í auf der ganzen Welt noch nicht so selbstlose und strahlen-
> de Spiegel von Bahá’u’lláhs Wahrheit sind, wie wir es sein sollten und sein könnten. Wir müssen 
> ständig danach streben, ein besseres Beispiel für Seine Lehren zu werden. (Aus einem Brief vom 
> 17. Februar 1947 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Wir müssen uns darauf konzentrieren, unseren Charakter als einzelne Bahá’í zu vervollkomm-
> nen und unsere noch immer keimhafte und nur unzureichend verstandene Weltordnung zur Reife 
> zu bringen, die Botschaft gemäß den Vorkehrungen des Göttlichen Plans zu verbreiten und eine 
> eng verknüpfte, weltweite Bahá’í-Gemeinschaft aufzubauen. Wir sind verhältnismäßig wenige an 
> Zahl und haben eine so kostbare, einzigartige und verantwortungsvolle Aufgabe. Wir müssen un-
> sere ganzen Kräfte darauf konzentrieren. (Aus einem Brief vom 9. Mai 1947 im Auftrag Shoghi 
> Effendis an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten und Kanadas)
> 
> Letzten Endes müssen die Neubelebung, die Ausdehnung und Bereicherung der Arbeit an der 
> heimatlichen Front vom einzelnen Gläubigen abhängen, der die grundlegende Einheit im Aufbau 
> dieser Front bildet. Je angestrengter sich der einzelne zu Hause Tag für Tag und planmäßig darum 
> bemüht, zu größeren Höhen der Hingabe, der Selbstverleugnung aufzusteigen, durch Pionieren im 
> eigenen Land zur Vermehrung der isolierten Bahá’í-Zentren, der Gruppen und Geistigen Räte bei-
> zutragen und durch gewissenhafte, sorgfältige und fortgesetzte Bemühung empfängliche Seelen 
> zu dem von ihm angenommenen Glauben hinzuführen, die Zahl der aktiven und aufrichtigen An-
> hänger zu vergrößern, desto schneller werden die ausgedehnten und vielfältigen Unternehmun-
> gen, die jenseits der Grenzen des Heimatlandes in Gang gesetzt wurden, und die jetzt so dringend 
> nach zusätzlichen Menschen und Hilfsmitteln rufen, die notwendige Unterstützung erhalten, die 
> ihre ununterbrochene Entwicklung sicherstellen und letztlich die Ernte beschleunigt herbeiführen 
> wird. (Shoghi Effendi, aus einem Brief vom 21. September 1947 an den Nationalen Geistigen Rat 
> der Vereinigten Staaten und Kanadas)
> 
>   Zu Ihrer Frage: Der Begriff Selbst hat in den Bahá’í-Schriften tatsächlich zwei Bedeutungen oder 
> wird in zweifachem Sinn gebraucht. Zum einen ist das Selbst die Identität des von Gott geschaffe-
> nen Einzelmenschen. Es ist das Selbst, das in Sätzen wie diesem gemeint ist: "Der hat Gott er-
> kannt, der sich selbst erkannt hat" usw. Das andere Selbst ist die Ichhaftigkeit, das dunkle triebhaf-
> te Erbe, das jeder von uns hat, die niedere Natur, die zu einem Ungeheuer von Selbstsucht, Bruta-
> lität, Lust usw. auswachsen kann. Dieses Selbst - oder diese Seite unserer Natur - ist es, gegen 
> das wir ankämpfen müssen, um das geistige Wesen in uns zu kräftigen und zu befreien und ihm 
> zu helfen, seine Vervollkommnung zu erlangen. Selbstaufgabe meint die Unterordnung dieser nie-
> deren Natur und ihrer Begierden unter die göttlichere und höhere Seite unseres Selbstes. Letzten 
> Endes und in ihrem höchsten Sinn bedeutet Selbstaufgabe, daß wir unseren Willen und unser 
> ganzes Wesen Gott hingeben, damit Er nach Seinem Wohlgefallen darüber verfüge. Dann läutert 
> und verherrlicht Er unser wahres Selbst, bis es zu einer leuchtenden und wunderbaren Wirklichkeit 
> wird. (Aus einem Brief vom 10. Dezember 1947 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Was im Dienst an diesem Glauben Früchte bringt, ist die Stärke der Hingabe und der Selbstauf-
> opferung, nicht so sehr das Vermögen, die Fähigkeit oder der finanzielle Rückhalt. (Aus einem 
> Brief vom 11. Mai 1948 im Auftrag Shoghi Effendis an den Nationalen Geistigen Rat von Australien 
> und Neuseeland)
> 
>   Wir dürfen uns nicht zu lange bei den Einstellungen und Gefühlen unserer Mitgläubigen uns ge-
> genüber aufhalten. Das Allerwichtigste ist, daß wir Liebe und Eintracht pflegen und uns um Abfuh-
> ren, die wir vielleicht erhalten, gar nicht kümmern. Dann werden die Schwächen der menschlichen 
> Natur und die Eigenheiten oder die Haltung einer bestimmten Person nicht vergrößert, sondern sie 
> verblassen bis zur Bedeutungslosigkeit im Vergleich mit unserem gemeinsamen Dienst an dem 
> Glauben, den wir alle lieben. (Aus einem Brief vom 19. September 1948 im Auftrag Shoghi Effen-
> dis an einen Gläubigen)
> 
>   Es fällt uns oft schwer, bestimmte Dinge zu tun, weil sie von dem uns Gewohnten so sehr ver-
> schieden sind, nicht aber, weil die Sache selbst besonders schwierig ist. Für Sie wie für die meis-
> ten Bahá’í, die jetzt als Erwachsene diesen herrlichen Glauben annehmen, sind zweifellos manche 
> der Gebote, wie Fasten und tägliches Gebet, anfangs schwer zu verstehen und zu befolgen. Aber 
> wir müssen immer bedenken, daß diese Dinge eine Gabe an alle Menschen für die kommenden 
> tausend Jahre sind. Für Bahá’í-Kinder, die sehen, wie diese Dinge zu Hause ausgeführt werden, 
> werden sie etwas so Natürliches und Notwendiges sein, wie es der sonntägliche Kirchgang für 
> eine gläubigere Generation von Christen gewesen ist. Bahá’u’lláh hätte uns diese Dinge nicht ge-
> geben, wenn sie uns nicht ganz stark fördern würden. Und so müssen wir wie Kinder, die einsichtig 
> genug sind, um zu erkennen, daß ihr Vater weise ist und für sie das Beste tut, uns darein schicken, 
> diese Gebote zu befolgen, auch wenn wir zunächst ihre Notwendigkeit nicht erkennen können. 
> Indem wir sie befolgen, werden wir langsam in uns selbst die Segnungen erkennen, die sie vermit-
> teln.
> (Aus einem Brief vom 16, März 1949 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   . . . indem wir diese Schicksalsschläge erdulden, müssen wir daran denken, daß auch die Offen-
> barer Gottes selbst nicht immun waren gegen die Dinge, unter denen Menschen zu leiden haben. 
> Auch Sie kannten Kummer, Krankheit und Schmerz. Sie erhoben sich über diese Dinge durch Ih-
> ren Geist, und das müssen auch wir versuchen, wenn uns Leid befällt. Die Trübsale dieser Welt 
> gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben. Darauf 
> müssen wir also unser Augenmerk lenken - daß wir geistiger werden und Gott näher kommen, 
> ohne Rücksicht darauf, was unser menschlicher Verstand und unser Körper durchzumachen hat. 
> (Aus einem Brief vom 5. 8. 1949 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen, zitiert in "Bahá’í  
> News" Nr. 231, Mai 1950, S. 1)
> 
>   Es hat uns sehr bekümmert, einige Dinge zu erfahren, die Sie beschreiben. Es zeugt von großer 
> geistiger Unreife seitens einiger Bahá’í und von einem erstaunlichen Mangel an Verständnis und 
> Studium der Lehren. Die ethischen Lehren unseres Glaubens in unserem Leben zu verwirklichen, 
> ist eine viel schwerere Aufgabe, als nach jenen vornehmen Prinzipien zu leben, die die Moralische 
> Aufrüstung auferlegt, so großartig und umfassend diese auch sind! Jedes zweite Wort in den 
> Schriften Bahá’u’lláhs und 'Abdu'I-Bahás ist eine Predigt über moralisches und ethisches Verhal-
> ten. Alles andere ist die Form, der Kelch, in den der reine Geist gegossen werden muß. Ohne den 
> Geist und die Tat, die ihn erweisen muß, ist es leblose Form. Dem, was Sie sagen, entnimmt er, 
> daß die Freunde, oder jedenfalls viele von ihnen, nicht von Anfang an in der richtigen Weise unter-
> richtet worden sind. Sicher ist nichts dagegen zu sagen, daß man die "vier Normen" der Morali-
> schen Aufrüstung betont, -obwohl jede Lehre unseres kostbaren Glaubens viel tiefer in diese The-
> men eindringen und ihnen viel mehr hinzufügen würde. Wenn wir uns klarmachen, daß Bahá’u’lláh 
> sagt, Ehebruch hemmt den Fortschritt der Seele im kommenden Leben - so schwer ist sein Ge-
> wicht -, und daß Trinken den Geist zerstört, und daß wir uns diesen Dingen nicht einmal nähern 
> dürfen, dann sehen wir, wie klar unsere Lehren hierüber sind. Sie dürfen nicht den großen Fehler 
> machen, unseren Glauben an Hand einer einzigen Gemeinde zu beurteilen, die offensichtlich 
> Nachholbedarf im Studium und im Gehorsam gegenüber den Lehren hat. Menschliche Schwächen 
> und Absonderlichkeiten können eine große Prüfung sein. Aber der einzige Weg, oder vielleicht 
> sollte ich sagen, der wichtigste und beste Weg, solche Zustände zu heilen, besteht darin, daß man 
> selbst das Richtige tut. Eine Seele kann die Ursache für die geistige Erleuchtung eines Kontinents 
> werden. Jetzt, da Sie einen großen Fehler in Ihrem eigenen Leben erkannt und geheilt haben, 
> jetzt, da Sie deutlicher sehen, was in Ihrer eigenen Gemeinde fehlt, gibt es nichts, was Sie hindern 
> könnte, sich zu erheben und ein solches Beispiel, solche Liebe und einen solchen Geist des Die-
> nens zu zeigen, daß die Herzen Ihrer Mit-Bahá’í entflammt werden. Er bittet Sie dringend, sich in 
> die Lehren zu vertiefen, anderen Leuten die Lehren weiterzugeben, mit solchen Bahá’í, die danach 
> verlangen, die tieferen Lehren unseres Glaubens zu studieren und durch Ihr Beispiel, Ihre Bemü-
> hung und Ihr Gebet einen Wandel herbeizuführen. (Aus einem Brief vom 30. September 1949 im 
> Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Ohne den Geist wirklicher Liebe zu Bahá’u’lláh, Seinem Glauben und dessen Institutionen, ohne 
> die Liebe der Gläubigen untereinander kann die Bahá’í-Sache niemals wirklich große Massen von 
> Anhängern gewinnen. Denn die Welt verlangt heute nicht nach Predigten und Lebensregeln, son-
> dern nach Liebe und nach Taten. (Aus einem Brief vom 25. Oktober 1949 im Auftrag Shoghi Ef-
> fendis an einen Gläubigen)
> 
>   Er fühlt . . . sehr deutlich, daß, wenn . . . in dem Zustand ist, den Ihr Brief anzudeuten scheint . . . 
> . ganz sicher seine Angelegenheit falsch anfaßt. Damit ist nicht der Geistige Rat gemeint, damit ist 
> jeder gemeint. Denn wo ist Bahá’í-Liebe? Wo ist etwas davon zu spüren, daß Einheit und Eintracht 
> über alles gestellt werden? Wo ist die Bereitschaft, die persönlichen Gefühle und Meinungen zu 
> opfern, um Liebe und Eintracht zu erreichen? Was führt die Bahá’í zu der Annahme, die administ-
> rativen Gesetze könnten funktionieren, wenn die geistigen Gesetze geopfert werden? Er bittet Sie 
> dringend, Ihr Äußerstes zu unternehmen, um die Bahá’í in . . . dazu zu bringen, so schädliche Beg-
> riffe wie "radikal", "konservativ", „progressiv", „Feinde des Glaubens", "die Lehren kaputtmachen" 
> usw. beiseite zu lassen. Wenn sie nur einen Augenblick innehielten, um zu bedenken, zu welchem 
> Zweck der Báb und die Märtyrer ihr Leben hingegeben, wozu Bahá’u’lláh und der Meister so viel 
> Leid auf sich genommen haben, dann würden solche Begriffe und Anschuldigungen niemals über 
> ihre Lippen kommen, während sie übereinander sprechen. Solange die Freunde miteinander strei-
> ten, wird auf ihren Bemühungen kein Segen sein, denn sie sind ungehorsam gegen Gott. (Aus 
> einem Brief vom 24. Februar 1950 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Es gibt zwei Arten von Bahá’í, so könnte man sagen: die einen, deren Religion Bahá’í ist, und 
> die anderen, die für den Glauben leben. Unnötig zu sagen: Wenn man der zweiten Kategorie an-
> gehören kann, wenn man in der vordersten Reihe der Helden, Märtyrer und Heiligen stehen kann, 
> dann ist das ruhmreicher in den Augen Gottes.
> (Aus einem Brief vom 16. April 1950 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen, zitiert in Bak-
> d'i News" Nr. 241, März 1951, S. 2)
> 
>   Wir müssen eine geistige Ebene erreichen, auf der Gott zuerst kommt und große menschliche 
> Leidenschaften nicht von ihm ablenken können. Immer sehen wir Menschen die entweder durch 
> die Gewalt des Hasses oder du die leidenschaftliche Bindung an eine andere Person Prinzipien 
> opfern oder sich selbst den Pfad Gottes versperren Wir müssen Gott lieben, und in diesem Zu-
> stand wird eine vollkommene Liebe zu allen Menschen möglich. Wir können nicht jeden Menschen 
> um seiner selbst willen lieben aber unser Gefühl gegenüber der Menschheit sollte durch unsere 
> Liebe zum Vater motiviert sein, der alle Menschen erschaffen hat. (Aus einem Brief vom 4. Okto-
> ber 1950 Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Er bittet Sie dringend, alles in Ihren Kräften Stehende zu tun, um Einigkeit und Liebe in der dorti-
> gen Gemeinde zu fördern, denn dessen scheint sie am dringendsten zu bedürfen. So oft überse-
> hen junge Gemeinden in ihrem Bestreben aufzubauen, daß diese geistigen Beziehungen viel wich-
> tiger und grundlegender sind als die Gesetze und Bestimmungen, die die Gemeindeverwaltung 
> regeln müssen. (Aus einem Brief vom 4. Oktober 1950 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläu-
> bigen)
> 
>   Überall in der Bahá’í-Gemeinschaft scheint es am allernotwendigsten zu sein, den Freunden 
> einzuschärfen, daß sie sich untereinander lieben. Es gibt eine Tendenz, die administrativen Funk-
> tionen falsch zu deuten und zu versuchen, sie auf die persönlichen Beziehungen anzuwenden. 
> Das führt zu nichts; denn der Rat ist ein werdendes Haus der Gerechtigkeit und hat die Aufgabe, 
> die Gemeinschaftsangelegenheiten nach den Lehren zu verwalten. Die einzelnen Gläubigen da-
> gegen werden in ihrem Verhältnis zueinander durch Liebe, Einigkeit, Nachsicht und durch ein sün-
> denbedeckendes Auge geleitet. Wenn die Freunde das einmal begriffen haben, dann werden sie 
> viel besser miteinander auskommen, aber sie spielen immer wieder untereinander Geistiger Rat 
> und erwarten vom Rat, daß er sich wie eine Einzelperson verhält. (Aus einem Brief vom 5. Oktober 
> 1950 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
> Wenn wir innerhalb einer Bahá’í-Gemeinschaft Kritik und harte Worte laut werden lassen, dann 
> gibt es nur das eine Heilmittel, das Vergangene hinter sich zu lassen und alle Beteiligten dazu zu 
> bringen, daß sie eine neue Seite aufschlagen und um Gottes und Seines Glaubens willen davon 
> Abstand nehmen, die Themen zu erwähnen, die zu Mißverständnissen und Uneinigkeit geführt 
> haben. Je mehr die Freunde hin und her argumentieren und jede Seite darauf beharrt, daß ihr 
> Standpunkt der richtige ist, desto verfahrener wird die ganze Angelegenheit. Wenn wir den Zu-
> stand sehen, in dem sich die Welt heute befindet, dann müssen wir gewiß diese völlig unbedeu-
> tenden inneren Auseinandersetzungen vergessen und vereint der Menschheit zu Hilfe eilen. Sie 
> sollten Ihre Mit-Bahá’í dazu drängen, diese Haltung einzunehmen und gemeinsam mit Ihnen eine 
> mächtige Anstrengung zu machen, jeden kritischen Gedanken, jedes harte Wort zu unterdrücken, 
> damit der Geist Bahá’u’lláhs in die ganze Gemeinde einfließen und sie in Seiner Liebe und in Sei-
> nem Dienst vereinen kann. (Aus einem Brief vom 16. Februar 1951 im Auftrag Shoghi Effendis an 
> einen Gläubigen)
> 
>   Der Hüter ist sich ganz sicher, daß der frühere Beitrag Ihrer Bekannten, die für kurze Zeit nicht 
> aktiv im Glauben gewesen ist, das Mittel sein wird, das sie zu erneutem Dienen anregt. Im Ba-
> há’í-Glauben gibt es nichts, was so sehr Erfolg bringt wie das Dienen. Das Dienen ist der Magnet, 
> der die göttlichen Bestätigungen anzieht. Wenn Bahá’í also aktiv sind, werden sie vom Heiligen 
> Geist gesegnet. Sind sie aber inaktiv, dann kann der Heilige Geist in ihrem Wesen kein Gefäß fin-
> den, und sie werden dadurch seiner heilenden, belebenden Strahlen beraubt. (Aus einem Brief 
> vom 12. Juli 1952 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Der Hüter meint, daß Ihre Stellungnahme gegen die unredliche Praxis, von anderen Ärzten und 
> Drogisten Provisionen anzunehmen, höchst bewundernswert ist. Je aufrechter und würdiger die 
> Bahá’í in ihrem Verhalten sind, desto mehr werden sie die Öffentlichkeit durch die geistige Leben-
> digkeit des Glaubens, dem sie anhängen, beeindrucken. (Aus einem Brief vom 20. Oktober 1953 
> im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Dieser so strengen, so nachdrücklichen und doch so ruhmreichen Herausforderung sieht sich 
> zweifellos in erster Linie der einzelne Gläubige gegenüber, von dem letzten Endes das Schicksal 
> der ganzen Bahá’í-Gemeinschaft abhängt. Er verkörpert Kette und Schuß, von denen Qualität und 
> Muster des ganzen Gewebes abhängen. Er wirkt als eines der zahllosen Glieder in der mächtigen 
> Kette, die jetzt den Erdball umspannt. Er dient als einer in der Menge der Bausteine, die das feste 
> Gefüge der Verwaltungsordnung, die jetzt in jedem Teil der Welt errichtet wird, tragen und ihre 
> Standsicherheit gewährleisten. Ohne seine rückhaltlose, großzügige Unterstützung ist jede Maß-
> nahme, die das nationale Organ der Gemeinschaft, der er angehört, ergreift, und jeder Plan, den 
> es ausarbeitet, zum Scheitern verurteilt. Ja, sogar das Weltzentrum des Glaubens ist gelähmt, 
> wenn ihm diese Unterstützung seitens der Mitglieder der Gemeinschaft vorenthalten wird. Der Ur-
> heber des Göttlichen Planes selbst wird in Seiner Absicht behindert, wenn es an den geeigneten 
> Instrumenten zur Ausführung Seines Entwurfes fehlt. Die erhaltende Kraft Bahá’u’lláhs, des Be-
> gründers des Bahá’í-Glaubens, wird jedem einzelnen Gläubigen entzogen werden, der es auf die 
> Dauer versäumt, sich zu erheben und die ihm zugewiesene Rolle zu spielen. (Aus einem Brief 
> Shoghi Effendis vom 28. Juli 1954 an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten, zitiert 
> in "Citadel of Faith“, S. 130-31) 
> 
>   Was sich tatsächlich abspielt, wenn jemand Bahá’í wird, ist, daß der Same des Geistes in der 
> menschlichen Seele zu wachsen beginnt. Dieser Same muß durch das Ausströmen des Heiligen 
> Geistes bewässert werden. Die Segnungen des Geistes werden durch Gebet, Meditation, Studium 
> der Heiligen Schriften und Dienst an der Sache Gottes erlangt. Es ist so, daß der Dienst an der 
> Sache mit dem Pflug zu vergleichen ist, der den Naturboden aufwühlt, wenn der Same ausgesät 
> wird. Es ist notwendig, daß der Boden umgepflügt wird, denn er kann dadurch angereichert wer-
> den und ein kräftigeres Wachstum des Samens bewirken. Ganz ebenso erfolgt die Entfaltung des 
> Geistes dadurch, daß der Boden des Herzens umgepflügt wird, so daß er eine ständige Wider-
> spiegelung des Heiligen Geistes wird. Auf diese Weise wächst und entfaltet sich der menschliche 
> Geist in gewaltigen Sprüngen. Naturgemäß wird es Zeiten des Kummers und der Schwierigkeiten 
> und sogar harter Prüfungen geben; aber wenn sich der Betreffende unbeirrt dem göttlichen Offen-
> barer zuwendet, sorgfältig Seine heiligen Lehren studiert und die Segnungen des Heiligen Geistes 
> empfängt, dann wird er finden, daß diese Prüfungen und Schwierigkeiten in Wirklichkeit die Gabe 
> Gottes waren, die ihm zu Wachstum und Entwicklung verhelfen.
>   
>   So können Sie auch Ihre eigenen Schwierigkeiten auf dem Weg des Dienstes ansehen. Sie sind 
> das Mittel, durch das Ihr Geist wächst und sich entwickelt. Plötzlich werden Sie merken, daß Sie 
> viele der Probleme, die Sie aus dem Gleichgewicht bringen, bewältigt haben, und dann werden Sie 
> sich fragen, wieso sie Ihnen überhaupt zu schaffen gemacht haben. Der einzelne muß sein ganzes 
> Herz und seinen Geist auf den Dienst an der Sache konzentrieren, in Übereinstimmung mit den 
> hohen Maßstäben, die von Bahá’u’lláh gesetzt worden sind. Wenn er das getan hat, dann wird ihm 
> die Streitmacht der himmlischen Heerscharen zu Hilfe kommen, und jede Schwierigkeit und jede 
> Prüfung wird allmählich gemeistert werden. (Aus einem Brief vom 6. Oktober 1954 im Auftrag 
> Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Die Straße ist steinig und viele Prüfungen warten auf ihr; aber wie Sie sagen: Wenn die Freunde 
> es lernen, den Lehren Bahá’u’lláhs gemäß zu leben, dann werden sie entdecken, daß sie in der 
> Tat auf verborgene, machtvolle Weise wirken, daß immer Hilfe zur Hand ist, daß Hindernisse ü-
> berwunden werden und der Erfolg am Ende sicher ist. (Aus einem Brief vom 23. April 1956 im Auf-
> trag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Der einzelne muß allein ihren Charakter (nämlich seiner Aufgabe) abwägen, er muß sein Gewis-
> sen befragen und im Gebet alle ihre Seiten betrachten, er muß männlich gegen die natürliche 
> Trägheit ankämpfen, die ihn bei seiner Bemühung, sich zu erheben, nach unten zieht, er muß hel-
> denhaft und unwiderruflich die unnützen und überflüssigen Bindungen abstreifen, die ihn zurück-
> halten, er muß sich jedes Gedankens entledigen, der ein Hindernis auf seinem Weg werden könn-
> te, er muß im Gehorsam gegenüber den Ratschlägen des Urhebers seines Glaubens und in der 
> Nachfolge dessen, der das wahrhafte Vorbild ist, mit Männern und Frauen aus allen sozialen 
> Schichten zusammenkommen und versuchen, ihre Herzen durch seine vornehmen Gedanken, 
> Worte und Taten anzurühren, sie durch Takt und Liebe, durch Gebet und Beharrlichkeit für den 
> Glauben zu gewinnen, dem er sich selbst angelobt hat. (Aus einem Brief Shoghi Effendis vom 19. 
> Juli 1956 an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten, zitiert in „Citadel of Faith", S. 
> 148)
> 
>   Es hat ihn sehr betrübt, von der Uneinigkeit der Freunde dort zu erfahren, und er meint, daß das 
> einzig weise Vorgehen darin besteht, daß sich alle Freunde der Lehrarbeit widmen und mit ihrem 
> Nationalen Rat zusammenarbeiten. Solche Prüfungen und Tests, durch die alle Bahá’í-Gemeinden 
> unvermeidlich hindurch müssen, erscheinen im Augenblick oft schrecklich, aber in der Rückschau 
> verstehen wir, daß sie ihre Ursache in der Schwäche der menschlichen Natur, in Mißverständnis-
> sen und auch in den Wachstumsschmerzen haben, die jede Bahá’í-Gemeinschaft erleiden muß. 
> (Aus einem Brief vom 25. November 1956 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen)
> 
>   Er ist sehr glücklich darüber, daß Sie eines der ermutigendsten Gebote 'Abdu'I-Bahás in die Tat 
> umgesetzt haben. Er sagte, wir sollen versuchen, jedes Hindernis, das uns zu Fall bringen will, in 
> ein Sprungbrett zum Fortschritt zu verwandeln. In Ihrem bisherigen Leben sind Sie alle sehr 
> schwer gestrauchelt; aber weit davon entfernt, sich durch diese Erfahrung verbittern oder nieder-
> schlagen zu lassen, haben Sie sich entschlossen, aus ihr ein Mittel zu machen, um Ihr Wesen zu 
> reinigen, Ihren Charakter zu verbessern und Sie zu befähigen, in Zukunft bessere Mitmenschen zu 
> werden. Dies ist in den Augen Gottes wahrhaftig wohlgefällig. (Aus einem Brief vom 26. März 1957 
> im Auftrag Shoghi Effendis an die Bahá’í im Kgl. Gefängnis in Farm Kitalya, Uganda)
> 
>   Die Bahá’í müssen angesichts des Zustandes, in dem sich die Welt heute befindet, fest und mu-
> tig als Anhänger Bahá’u’lláhs hervortreten, Seine Gesetze befolgen und danach streben, Seine 
> Weltordnung aufzubauen. Durch Kompromisse wird es uns nie gelingen, unseren Glauben aufzu-
> richten oder die Herzen anderer für ihn zu gewinnen. Damit ist oft ein großes persönliches Opfer 
> verbunden, aber wir wissen, daß Gott uns, wenn wir das Richtige tun, auch die Kraft gibt, es aus-
> zuführen, und daß wir dadurch Seinen Segen auf uns ziehen. Wir lernen zu solchen Zeiten, daß 
> unser Mißgeschick wirklich eine Segnung ist. (Aus einem Brief vom 7. Mai 1957 im Auftrag Shoghi 
> Effendis an den Nationalen Geistigen Rat von Australien, zitiert in "Bahá’í News" Nr. 335, Januar 
> 1959, S. 2)
> 
> Es ist nicht genug für die Freunde, sich damit zu entschuldigen, daß ihre besten Lehrer und vor-
> bildlichen Gläubigen sich erhoben haben, um dem Pionieraufruf zu folgen.
> 
> Ein "bester Lehrer" und "vorbildlicher Gläubiger" ist letztlich nicht mehr oder weniger als ein ge-
> wöhnlicher Bahá’í, der sich der Arbeit am Glauben geweiht, sein Wissen und sein Verständnis der 
> Lehren vertieft, sein Vertrauen in Bahá’u’lláh gesetzt und sich erhoben hat, Ihm nach seinen bes-
> ten Fähigkeiten zu dienen. Diese Tür wird sich, dessen sind wir sicher, vor jedem Anhänger des 
> Bahá’í-Glaubens öffnen, der - im Bild gesprochen - fest genug anklopft. Wenn der Wille und das 
> Verlangen stark genug sind, wird das Mittel gefunden und der Weg geöffnet, um entweder im örtli-
> chen Rahmen stärker mitzuarbeiten, in eine neue Zielstadt innerhalb der Vereinigten Staaten zu 
> gehen oder das Feld des Pionierens in fremden Ländern zu betreten.
> 
>   Nicht nur Ihr Rat muß die erforderliche Ermutigung und Führung vermitteln und die Freunde da-
> zu ermuntern, sich zu erheben und ihre Rolle zu spielen; auch die örtlichen Geistigen Räte müssen 
> alles in ihren Kräften Stehende tun, um den Freunden zu helfen, voranzuschreiten und ihre Ziele 
> zu erreichen. Jeder Bahá’í muß gleicherweise fühlen, daß dies heutzutage seine persönliche 
> Pflicht gegenüber dem Glauben und sein größtes Vorrecht ist, jeder muß sich fragen, was er wäh-
> rend der kommenden sechs Jahre, von heute angefangen, tun kann, um das Erreichen der Ziele 
> des Zehnjahresplans zu beschleunigen. Die Bahá’í sind der Sauerteig Gottes, der die Masse des 
> Volkes säuern muß.
> (Aus einem Brief vom 21. September 1957 im Auftrag Shoghi Effendis an den Nationalen Geisti-
> gen Rat der Vereinigten Staaten)
> 
> In der ganzen Weit hört man schöne Reden preisen und edle Lehren bewun-
> dern. Alle Menschen sagen, daß sie das Gute lieben und alles Übel hassen.
> 
> Aber ... Taten müssen mehr als Worte sein ... Unsere Taten werden die Welt 
> weiterbringen... Nicht durch bloßen Lippendienst sind die Erwählten Gottes 
> zur Heiligkeit gekommen, sondern durch ein geduldiges Leben tätigen Diens-
> tes.
> 
> Strebt darum, daß Eure Taten tagtäglich wundervolle Gebete seien.
> 
> 	‘Abdu’l-Bahá Ansprachen in Paris
> Zum Wirklichen Leben – Auszüge aus Briefen und Schriften Shoghi Effendis von 1923 – 1957;             Seite:1 von  15
>
> — *Zum wirklichen Leben (1923 Briefversion)*

