# Riḍván-Botschaft 1966

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> Riḍván-Botschaft 1966 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1966)
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> Ridvan-Botschaft 1966
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> Der fünfzigste Jahrestag der Offenbarung der ersten Sendschreiben zum Göttlichen Plan durch
> `Abdu'l-Bahá im März und April 1916 ist Zeuge des Abschlusses einer Pionierleistung, die in den
> Annalen der Sache ohne Beispiel dasteht. Vor einem Jahr wurde der Ruf nach
> vierhunderteinundsechzig Pionieren erhoben, die innerhalb von zwölf Monaten ihr Heim verlassen
> und sich auf dem ganzen Erdball verstreuen sollten, um die Grundlagen der Weltgemeinde
> Bahá'u'lláhs zu verbreitern und zu stärken. Es besteht berechtigte Hoffnung, daß mit Ausnahme von
> vierunddreißig Posten, deren Besetzung von der Gunst der Umstände abhängig ist, alle Pionierziele an
> Ridván erfüllt sein werden oder ihre Besetzung durch feste Zusagen gesichert ist. Die Dankbarkeit und
> Bewunderung der ganzen Bahá'í-Welt wendet sich dieser edlen Schar von hingebungsvollen
> Gläubigen zu, die den Aufruf so herrlich beantwortet haben. Diese Pioniere, die zu den festgesetzten
> Zielen aufgebrochen sind, wurden durch weitere fünfundvierzig Gläubige verstärkt, die sich in den
> Zielgebieten niedergelassen haben; neunundsechzig zusätzliche Freunde haben ihre Heimat verlassen,
> um in sechsundzwanzig weiteren, dem Glauben bereits erschlossenen Ländern ihren Wohnsitz zu
> nehmen. Alles zusammengefaßt haben sich im Verlaufe eines Jahres fünfhundertundfünf Bahá'í
> erhoben, um außerhalb ihres Heimatlandes zu pionieren: die größte Anzahl, die dies jemals in der
> ganzen Geschichte des Glaubens in einem einzigen Jahr vollbracht hat.
> Dies ist ein weithin hallender Sieg, und im Lichte der Aussage des Meisters im ersten Sendschreiben
> zum Göttlichen Plan - »Es ist oft vorgekommen, daß eine begnadete Seele die Quelle der Führung
> einer Nation wurde« - ist es auch ein wundervolles Vorzeichen für die Zukunft. Das unmittelbare
> Ergebnis ist die Erschließung von vierundzwanzig neuen und die Wiederbesiedelung von vier anderen
> Gebieten für den Glauben sowie die Festigung dreiundneunzig weiterer Gebiete. Die neuerschlossenen
> Gebiete sind: Tschad und Niger in Afrika; die Halbinsel Alaska, Barbuda, die Cayman-Inseln, die
> Chiloe-Insel, die Providencia-Insel, das Quintana-Roo-Gebiet, Saba, die San-Andres-Insel, St.
> Eustatius, St. Kitts-Nevis, die St. Lawrence-Insel, Feuerland, sowie die Turks- und Caicos-Inseln in
> Nord- und Südamerika; die Lakkadiven-Inseln und die Marmara-Insel in Asien; die Niue-Insel in
> Australasien; sowie Bornholm, Capri, Elba, Gotland, Innere Hebriden und Ischia in Europa.
> Die wiederbesiedelten Gebiete sind: die Corisco-Insel und Spanisch-Guinea in Afrika sowie die
> Malediven und die Nikobaren in Asien.
> Wie zum letzten Ridván-Fest angekündigt, wird dieses Jahr die erste Nationaltagung der Bahá'í von
> Brunei während des zweiten Wochenendes der Ridván-Zeit abgehalten, wobei der erste Nationale
> Geistige Rat der Bahá'í von Brunei gewählt wird. Die Hand der Sache Collis Featherstone wird das
> Weltzentrum des Glaubens bei diesem historischen Ereignis vertreten.
> Neun neue Nationale Geistige Räte zu Ridván 1967:
> Ein weiteres Ergebnis der Bestätigungen, mit denen die gewaltigen Lehranstrengungen der letzten
> zwei Jahre belohnt wurden, ist der nun vom Universalen Haus ausgehende Aufruf zur Bildung der
> folgenden neun Nationalen Geistigen Räte an Ridván 1967: In Afrika: der Nationale Geistige Rat von
> Algerien und Tunesien mit Sitz in Algier; der Nationale Geistige Rat der Republik Kamerun mit Sitz
> in Victoria, dem auch Spanisch-Guinea, Fernando Poo, Corisco sowie So Tomé und die Principe-
> Inseln zugeordnet sind; der Nationale Geistige Rat von Swasiland, Mosambik und Basutoland mit Sitz
> in Mbabane; der Nationale Geistige Rat von Sambia mit Sitz in Lusaka. In Amerika: der Nationale
> Geistige Rat der Inseln über und unter dem Winde (Leeward- und Windward-Inseln) und der
> Jungferninseln mit Sitz in Charlotte-Amalie. In Asien: der Nationale Geistige Rat von Kambodscha
> mit Sitz in Phnom Penh; der Nationale Geistige Rat von Ost- und Südarabien mit Sitz in Bahrein; der
> Nationale Geistige Rat von Taiwan mit Sitz in Taipeh. In Australasien: der Nationale Geistige Rat der
> Gilbert- und Ellice-Inseln mit Sitz in Tarawa. Diese neun Nationalen Geistigen Räte, die zusammen
> mit dem neuen Nationalen Geistigen Rat von Brunei zehn zusätzliche Pfeiler des Universalen Hauses
> der Gerechtigkeit bilden, lassen die Zahl der Nationalen Geistigen Räte, die an Ridván 1968 der
> zweiten Internationalen Tagung für die Wahl dieser Institution beiwohnen werden, auf neunundsiebzig
> anwachsen.
> Dieses bedeutungsvolle Jahr darf nicht vorübergehen, ohne daß die unermüdlichen und
> hingebungsvollen Dienste der geliebten Hände der Sache, der Bannerträger des Neunjahresplanes,
> erwähnt werden sowie die fähige Unterstützung, die ihnen durch ihre Hilfsämter zuteil wurde. Die
> Sonderaufgaben, die sie im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit durchgeführt haben, die
> von ihnen unternommenen Lehrreisen, die von ihnen organisierten Konferenzen, ihre ständige Arbeit
> am Weltzentrum und vor allem ihre unermüdliche Ermutigung der Freunde und ihre Wachsamkeit über
> das Wohlergehen der Sache Gottes waren eine Auszeichnung für die Arbeit der gesamten Gemeinde
> und gaben ihr wirksame Leitung. Der Schmerz um den Verlust, den sie durch das Hinscheiden der
> Hand der Sache Leroy Ioas erlitten, wird von der ganzen Bahá'í-Welt geteilt.
> Dreifache Zielsetzung der internationalen Konferenzen:
> Die glänzenden Leistungen auf dem Gebiet des Pionierens und Lehrens und die begeisterte
> Aufmerksamkeit, mit der die Pläne für eine würdevolle Gestaltung der Einhundertjahrfeier der
> Verkündigung von Bahá'u'lláhs Botschaft an die Könige und Herrscher der Welt entwickelt werden,
> haben den ersten Abschnitt des Neunjahresplanes mit Erfolg gekrönt und den Weg für den zweiten
> Abschnitt geebnet, der eine Phase der Vorbereitung und Rüstung der Bahá'í-Welt für den dritten
> Abschnitt darstellen muß. Der dritte Abschnitt beginnt im Oktober 1967 mit den sechs
> Interkontinentalen Konferenzen, die den »Auftakt« bilden zu einer Phase der Verkündigung der Sache
> Gottes, die sich über die restlichen Jahre des Neunjahresplanes bis zur Jahrhundertfeier der
> Offenbarung des Kitáb-i-Aqdas im Jahre 1973 erstrecken wird. Diese Konferenzen haben eine
> dreifache Zielsetzung: den hundertsten Jahrestag des Beginns von Bahá'u'lláhs eigener Verkündigung
> Seiner Botschaft zu feiern, die göttliche Botschaft zu verkündigen und die Aufgaben der restlichen
> Jahre des Neunjahresplanes beratend zu erörtern.
> Die Aufgaben des zweiten Abschnitts des Neunjahresplanes:
> Jetzt, da die Bahá'í-Welt den zweiten Abschnitt des Planes beginnt, hat sie fünf klar umrissene
> Aufgaben vor sich:
> Erstens: die restlichen Pioniere auf ihre Posten zu bringen und weitere dorthin zu entsenden, wo sie
> benötigt werden.
> Zweitens: Eingehende Vorbereitung auf den dritten Abschnitt des Planes durch die Entwicklung neuer
> Lehrprojekte und -methoden und den Ausbau der verschiedenen Bahá'í-Fonds auf internationaler,
> nationaler und lokaler Ebene.
> Drittens: Die beschleunigte Herausgabe von Bahá'í-Literatur, besonders die Übersetzung und
> Veröffentlichung in Sprachen, in denen bis jetzt nichts vorliegt oder der Bestand ungenügend ist.
> Viertens: Erwerb der restlichen nationalen .Ha.zíratu'l-Quds, Tempelgelände, nationalen Stiftungen
> und Lehrinstitute, die der Plan verlangt, bevor die fortschreitende Inflation, von der jetzt fast die ganze
> Welt erfaßt ist, den Ankauf dieser Besitztümer finanziell allzu stark belastet.
> Fünftens: Ausbau des Tempelfonds von Panama. Das Universale Haus der Gerechtigkeit eröffnet
> diesen Fonds mit einer Spende von $ 25 000,- und ruft nun die Gläubigen und Bahá'í-Gemeinden auf,
> ihn freigebig und fortlaufend zu speisen, bis die Mittel für die Fertigstellung dieses historischen
> Gebäudes gesichert sind. Die Spenden sollen direkt an den Nationalen Geistigen Rat von Panama
> geschickt werden. Über fünfzig Bauentwürfe sind eingegangen, und das Haus der Gerechtigkeit prüft
> derzeit die Empfehlungen des Nationalen Rates. Die getroffene Wahl wird bekanntgegeben werden,
> und die Freunde werden über den Fortschritt dieses höchst bedeutungsvollen und begeisternden
> Vorhabens ständig auf dem laufenden gehalten.
> Eine Herausforderung für jeden Gläubigen und jede Institution:
> Jeder einzelne Anhänger Bahá'u'lláhs wie auch die Institutionen des Glaubens auf örtlicher, nationaler,
> kontinentaler und Weltebene müssen sich jetzt der Herausforderung stellen, die Intensität der
> Lehrarbeit in noch nie gekanntem Ausmaß zu steigern, um die im Plan geforderte gewaltige
> Ausdehnung zu verwirklichen. Für alle Gläubigen, die in Ländern leben, wo sie ihren Glauben
> ungehindert lehren können, wiegt diese Herausforderung noch schwerer angesichts der
> Unterdrückungen, denen der Glaube an anderen Orten ausgesetzt ist. In Persien werden den Gläubigen
> ihre Grundrechte verweigert, und der Glaube ist noch weitgehend verboten. Im `Iráq wurden das
> nationale und ein örtliches .Ha.zíratu'l-Quds beschlagnahmt, und die Tätigkeit der Freunde wurde stark
> eingeschränkt. In Ägypten sind die Bahá'í-Besitztümer noch immer beschlagnahmt, und erst kürzlich
> kamen mehrere Freunde für einige Zeit ins Gefängnis; jetzt warten sie auf ihren Prozeß. Eine neue
> Unterdrückungswelle ist in Indonesien ausgebrochen, wo das nationale .Ha.zíratu'l-Quds
> beschlagnahmt und die planmäßige Arbeit der Gläubigen verboten wurde. Andernorts wiederum haben
> die Gläubigen unter Beschränkungen und Überwachung zu leiden. Doch in allen Fällen sind die
> Freunde standhaft und erwarten zuversichtlich ihre rechtliche Gleichstellung und den schließlichen
> Sieg der Sache.
> Für die örtlichen und nationalen Verwaltungsinstitutionen des Glaubens besteht die Herausforderung
> darin, die Lehrarbeit durch systematische Pläne zu organisieren und voranzutreiben. Zusätzlich zu den
> regelmäßigen Heimkreisen bei den Freunden, zu den öffentlichen Veranstaltungen, Empfängen und
> Konferenzen, Wochenend-, Sommer- und Winterschulen, Jugendkonferenzen und Jugendprogrammen
> - die derzeit allesamt so tatkräftig verfolgt werden - sollte ein ununterbrochener Strom von
> Reiselehrern einsetzen, die jeden Ort besuchen. Die durch ein solches Verfahren entfesselten Kräfte
> hat Bahá'u'lláh mit folgenden Worten verherrlicht:
> »Schon allein das Reisen von Ort zu Ort, wenn es um der Sache Gottes willen geschieht, hat von jeher
> seinen Einfluß auf die Welt ausgeübt und kann dies auch jetzt tun. In den Büchern der Vergangenheit
> ist die Rangstufe derjenigen verzeichnet und niedergeschrieben, die in die Ferne oder in die nähere
> Umgebung gereist sind, um den Dienern Gottes Führung zu geben.«
> Und `Abdu'l-Bahá sagt in den Sendschreiben zum Göttlichen Plan:
> »Ständig müssen Lehrer in alle Teile des Kontinents reisen, nein, vielmehr in alle Teile der Welt ...«
> Hierzu müssen jetzt, während der Vorbereitungsphase, Pläne aufgestellt und entwickelt werden, so daß
> sie zu Beginn des Abschnittes der Verkündigung voll einsetzbar sind; von da ab müssen sie dann bis
> zum Ende des Planes unnachgiebig verfolgt werden.
> Ruf nach Reiselehrern:
> Das Universale Haus der Gerechtigkeit mißt dem Grundsatz des Reiselehrens eine solche Wichtigkeit
> bei, daß es beschlossen hat, ihn auch international anzuwenden, und nun nach Gläubigen ruft, die in
> diesem Bereich ihre Dienste zur Verfügung stellen. Durch ihre Besuche in anderen Ländern werden
> diese Freunde der Verkündigung und dem Lehren des Glaubens in allen Erdteilen mächtigen Auftrieb
> geben. Es steht zu hoffen, daß solche Projekte selbst finanziert werden können, da der Internationale
> Beistandsfonds noch weiter für die Pionierarbeit benötigt wird. Trotzdem wird das Haus der
> Gerechtigkeit Anträge auf Unterstützung aus dem Beistandsfonds prüfen, wenn einem Projekt
> besonderer Wert für den Glauben beigemessen wird und der betreffende Gläubige oder die Nationalen
> Räte, denen das Projekt zugute kommt, nicht dafür aufkommen können. Angebote für eine
> Reiselehrtätigkeit von beliebiger Dauer sind an den eigenen Nationalen Geistigen Rat oder an die
> Kontinentalen Pionierausschüsse zu richten, denen die zusätzliche Aufgabe übertragen wurde, die
> Nationalen Räte bei der Durchführung und gegenseitigen Abstimmung dieses neuen Unternehmens zu
> unterstützen. Mögen diejenigen, die sich erheben, an des Meisters Gebot denken: »reisen wie `Abdu'l-
> Bahá, ... geheiligt und frei von jeder Bindung und in äußerster Loslösung.«
> Ausdehnung und Festigung müssen Hand in Hand gehen:
> Mit dieser umfassenden, geordneten, ständig wachsenden Lehranstrengung muß die Festigungsarbeit
> als gleichrangig Hand in Hand gehen. Diese beiden Tätigkeiten sind tatsächlich als untrennbare
> Bestandteile der Ausbreitung des Glaubens zu betrachten. Natürlich kommt die Lehrarbeit zuerst;
> würde sie jedoch alleine betrieben, ohne Festigung oder Vertiefung, so bliebe die Gemeinde
> unvorbereitet zur Aufnahme der Massen, die früher oder später für die lebenspendende Botschaft der
> Sache empfänglich sein werden. Die Anleitung unseres geliebten Hüters in dieser lebenswichtigen
> Angelegenheit ist wie immer klar und unmißverständlich: »Jeder Vorstoß in neue Gebiete, jede
> Vermehrung der Bahá'í-Institutionen muß von einem tieferen Eintreiben der Wurzeln begleitet sein,
> die das geistige Leben der Gemeinde erhalten und ihre gesunde Entwicklung gewährleisten. Diese
> lebenswichtige, ständig vor uns stehende Notwendigkeit darf zu keiner Zeit außer acht gelassen, sie
> darf unter keinen Umständen vernachlässigt oder der nicht minder lebenswichtigen und dringenden
> Aufgabe, die äußere Ausdehnung der Bahá'í-Verwaltungsinstitutionen sicherzustellen, untergeordnet
> werden.« Von jetzt ab muß die Bahá'í-Gemeinde das richtige Gleichgewicht zwischen diesen zwei
> wesentlichen Seiten ihrer Entwicklung halten, da wir in das Zeitalter der Massengewinnung eintreten.
> Die Festigung darf sich nicht nur auf die Errichtung von Bahá'í-Verwaltungsinstitutionen erstrecken;
> sie umfaßt ebenso eine wirkliche Vertiefung in den grundlegenden Wahrheiten der Sache und ihren
> geistigen Grundsätzen, ein Verständnis ihrer Hauptabsicht der Errichtung der Einheit der Menschheit,
> eine Unterweisung in ihren Verhaltensnormen in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens
> sowie in der speziellen Führung des Bahá'í-Lebens bei Dingen wie tägliches Gebet, Kindererziehung,
> Einhaltung der Gesetze zur Bahá'í-Eheschließung, Enthaltung von Politik, Pflicht zum Spenden für
> den Fonds, Bedeutung des Neunzehntagefestes sowie die Gelegenheit, sich eine fundierte Kenntnis der
> Bahá'í-Administration, wie sie derzeit gehandhabt wird, zu verschaffen.
> Die dringende Notwendigkeit eines verstärkten Spendenstromes:
> Der Vormarsch des Glaubens verlangt einen großen Zuwachs an Spenden für die verschiedenen Fonds,
> ja er ist davon abhängig. Alle dem Weltzentrum des Glaubens zugeteilten Ziele, besonders aber
> diejenigen, welche die Erschließung und Verschönerung des die Heiligen Schreine umgebenden
> Besitzes und die Ausdehnung der Gärten auf dem Berg Karmel betreffen, sind mit hohen Ausgaben
> verbunden. Weitere Summen erfordert der Bau der beiden im Plan vorgesehenen Tempel, und der
> weltweite Feldzug des Lehrens und der Festigung, der jetzt noch verstärkt werden soll, muß von einem
> stark angewachsenen, ununterbrochenen Zufluß von Geldmitteln getragen werden. Der Internationale
> Beistandsfonds muß aufrechterhalten und vergrößert werden, nicht nur für den weiteren Pionierbedarf,
> sondern auch um das Reiselehrerprogramm zu unterstützen und zu entwickeln, zu dem nun aufgerufen
> wurde. Nachdem es nur denjenigen, die ihre Anerkennung Bahá'u'lláhs öffentlich erklärt haben,
> erlaubt ist, finanziell zur Errichtung Seiner Weltordnung beizutragen, versteht es sich von selbst, daß
> mehr, viel mehr von den wenigen verlangt wird, die heute dieses Vorrecht besitzen. Unsere
> Verantwortung auf diesem Gebiet ist sehr groß: sie ist der Gnade ebenbürtig, Träger des Namens
> Gottes an diesem Tage zu sein.
> Die Herausforderung an den einzelnen Bahá'í auf jedem Gebiet des Dienstes, doch vor allem beim
> Lehren der Sache Gottes, hört nie auf. Mit jeder neuen Trübsal, die die Menschheit heimsucht, tritt
> unsere unausweichliche Pflicht deutlicher in Erscheinung; auch sollten wir nie vergessen, daß, wenn
> wir diese Pflicht vernachlässigen, - in den Worten Shoghi Effendis - »andere aufgerufen werden,
> unsere Aufgabe zu erfüllen, sich der schreienden Not dieser gequälten Welt anzunehmen.« Es hat
> durchaus den Anschein, daß wir jetzt in einen Zeitabschnitt der lange ersehnten Ausdehnung unseres
> geliebten Glaubens eintreten. Der Menschheit wachsender Hunger nach geistiger Wahrheit ist unsere
> Gelegenheit. Während wir die Hand nach dieser Gelegenheit ausstrecken, sollten wir über die
> folgenden Worte Bahá'u'lláhs nachdenken:
> »Euer Verhalten eurem Nachbarn gegenüber sollte so sein, daß es klar die Zeichen des einen wahren
> Gottes offenbart, denn ihr seid die ersten unter den Menschen, die durch Seinen Geist
> wiedererschaffen wurden, die ersten, die Ihn anbeten und das Knie vor Ihm beugen, die ersten, die
> Seinen Thron der Herrlichkeit umkreisen.«
> Je tiefer die Menschheit in den Zustand hineintreibt, von dem Bahá'u'lláh schrieb, daß es »nicht
> ziemlich und passend wäre, ihn jetzt zu enthüllen«, desto mehr müssen die Gläubigen als
> zuversichtliche, klar bestimmte und von Grund auf glückliche Wesen hervortreten, die einer Norm
> folgen, welche in direktem Gegensatz zu der niedrigen und amoralischen Verhaltensweise der
> modernen Gesellschaft steht und damit die Quelle ihrer Ehre, Stärke und Reife ist. Gerade dieser
> ausgeprägte Unterschied zwischen der Stärke, Einheit und Disziplin der Bahá'í-Gemeinde einerseits
> und der wachsenden Verwirrung, Verzweiflung und dem fieberhaften Tempo einer dem Untergang
> geweihten Gesellschaft andererseits wird in den vor uns liegenden stürmischen Jahren die Augen der
> Menschheit auf das Heiligtum des welterlösenden Glaubens Bahá'u'lláhs lenken.
> Der beständige Fortschritt der Sache Gottes ist eine Quelle der Freude für uns alle und ein Anstoß zu
> weiterem Handeln. Aber nicht zu gewöhnlichem Handeln! Zu heroischen Taten ist nun aufgerufen, wie
> sie nur von göttlich gestützten, losgelösten Seelen vollbracht werden können. `Abdu'l-Bahá, der
> Gebieter der Heerscharen des Herrn, hat in einem der Sendschreiben zum Göttlichen Plan diesen Ruf
> ausgestoßen: »O, wie sehne ich mich danach, diese Gegenden zu durchreisen, wenn nötig, sogar zu
> Fuß und in tiefster Armut die Städte, die Dörfer, die Berge, die Wüsten und die Meere zu durchqueren,
> mit höchster Stimme den Ruf `Yá Bahá'u'l-Abhá' zu erheben und die göttlichen Lehren zu verbreiten.
> Dies aber kann ich nicht tun. Wie tief beklage ich dies.« Und er schloß mit diesem herzbewegenden
> Ausruf: »Wenn es Gott gefällt, werdet ihr es vielleicht vollbringen.«
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> — *Riḍván-Botschaft 1966 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

