# Riḍván-Botschaft 1969

*Exported from [Holy-Writings.com](https://www.holy-writings.com/) on 2026-06-18 — 1 clipping.*

---

> Riḍván-Botschaft 1969 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1969)
> 
> Ridvan-Botschaft 1969
> 
> Der beständige Fortschritt der Sache Gottes steht im krassen Gegensatz zu der chronischen Unruhe,
> die die menschliche Gesellschaft heimsucht - ein Gegensatz, den die Ereignisse des letzten Jahres
> innerhalb wie außerhalb des Glaubens nur noch vertieft haben. Inmitten des Zerfalls der alten Ordnung
> hat die Sache Gottes ihren erhabenen Weg weiterverfolgt, hat ihre Tätigkeiten und ihren Einfluß
> ausgedehnt und ihre Verwaltungsordnung weiter entwickelt.
> Den Auftakt des Jahres bildete die Zweite Internationale Tagung zur Wahl des Universalen Hauses der
> Gerechtigkeit im Heiligen Land, gefolgt von bemerkenswerten Aktivitäten in der Sache. Die
> bedeutendste und weitestreichende Entwicklung war zweifellos die Ernennung der elf Kontinentalen
> Beraterämter, womit das Ziel des Neunjahresplanes erfüllt wurde, das die Entwicklung der Institution
> der Hände der Sache Gottes - eine Verlängerung der ihr zugeteilten Aufgaben des Schutzes und der
> Verbreitung in die Zukunft hinein - vorsah. Dieser Schritt, nach eingehender Beratung mit den Händen
> der Sache unternommen, hat die Tätigkeit dieser Institution wesentlich gestärkt und es den einzelnen
> Händen zugleich ermöglicht, den Rahmen ihres Dienstes über die kontinentalen Grenzen hinaus zu
> erweitern. Dadurch werden den Freunden die Liebe, die Weisheit und der Geist der Hingabe, die diese
> vom Hüter Ernannten beseelen, weltweit zuteil. Wir möchten an dieser Stelle die beispielhafte Weise
> lobend hervorheben, in der die Berater unter der Führung der Hände ihre hohen Pflichten aufgegriffen
> haben.
> Im August gedachte die erste in Palermo abgehaltene Ozeanische Bahá'í-Konferenz der Reise
> Bahá'u'lláhs über das Mittelmeer auf Seinem Weg zum Größten Gefängnis. Teilnehmer dieser
> Konferenz besuchten unmittelbar anschließend die Qiblih ihres Glaubens, um am Schrein des Stifters
> ihre Ehrfurcht zu bezeugen und um der lange vorhergesagten Ankunft des Herrn der Heerscharen an
> den Küsten des Heiligen Landes im vollen Bewußtsein ihrer geistigen Bedeutung zu gedenken. Diese
> Zusammenkunft von über zweitausend Gläubigen stand in einem unbeschreiblich krassen Gegensatz
> zur damaligen Ankunft Bahá'u'lláhs vor einhundert Jahren, - zurückgewiesen von den Herrschern
> dieser Erde, verhöhnt von den Leuten am Ort. So groß ist die bezwingende Kraft Seiner Botschaft, so
> die unbesiegbare Macht des Königs der Könige!
> Diese selbe Botschaft wird nun von Seinen Anhängern von einem Ende der Welt zum anderen
> verkündet. Schon einhundertzweiundzwanzig Staatsoberhäuptern wurde die Sonderausgabe des
> Buches Die Verkündigung Bahá'u'lláhs überreicht, und Tausende von Beamten und führenden
> Persönlichkeiten erhielten weitere Exemplare.
> Bahá'í-Gemeinden in der ganzen Welt haben die Tatsache, daß die Vereinten Nationen das Jahr 1968
> zum Jahr der Menschenrechte erklärten, voll genutzt und nicht nur die Bande zwischen der
> Internationalen Bahá'í-Gemeinde und den Vereinten Nationen gestärkt, sondern gleichzeitig den
> Glauben und seine heilende Botschaft verkündet. Ein Land nach dem anderen hat erstmals Berichte
> über die Sache in den modernen Massenmedien gehört. Dieser Ruf an die Völker der Welt verstärkt
> sich von Tag zu Tag und muß fortgesetzt werden bis zur Beendigung des Planes und darüber hinaus, so
> daß jede Gesellschaftsschicht erfaßt wird.
> Als Anstoß und Hilfe für diese lebenswichtige Arbeit sowie zur Förderung aller Ziele des Planes geben
> wir hiermit eine Serie von acht Ozeanischen und Kontinentalen Konferenzen bekannt, die zwischen
> August 1970 und September 1971 durchgeführt werden, und zwar wie folgt: La Paz/Bolivien und
> Rose Hill/Mauritius im August 1970, Monrovia/Liberia und Djakarta/Indonesien im Januar 1971;
> Suva/Fidschi und Kingston/Jamaika im Mai 1971; Sapporo/Japan und Reykjavik/Island im September
> 1971.
> Ein Überblick über die Entwicklung des Neunjahresplanes läßt erkennen, daß große Fortschritte beim
> Erwerb von .Ha.zíratu'l-Quds, Tempelgeländen und Lehrinstituten, bei der Übersetzung von Bahá'í-
> Literatur in weitere Sprachen und bei der Eintragung von örtlichen und Nationalen Geistigen Räten
> gemacht wurden. Das Baugelände für den Panama-Tempel wurde für die Errichtung des Gebäudes
> vorbereitet, mit der begonnen wird, sobald die endgültigen Pläne und anderen Einzelheiten sowie die
> Bauvergabe genehmigt sind.
> Als Ergebnis der beschleunigten Ausdehnung und Festigung, die ihren Anfang nahm und die, wenn
> beibehalten und unterstützt, eine Hochflut siegreicher Errungenschaften hervorbringen wird,
> verkünden wir mit großer Freude die Bildung von zwölf weiteren Nationalen Geistigen Räten. Zwei
> davon werden an Ridván 1969 gebildet: der Nationale Geistige Rat der Bahá'í von Rwanda-Burundi
> mit Sitz in Bujumbura und der Nationale Geistige Rat der Bahá'í von Papua-Neuguinea mit Sitz Lae;
> zehn weitere an Ridván 1970, davon sechs in Afrika, nämlich die Nationalen Geistigen Räte der Bahá'í
> der Kongo-Republik (Kinshasa); von Ghana; Dahomey, Togo und Niger; Malawi; Botswana; sowie
> von Gambia, Senegal, Portugiesisch-Guinea und den Kapverdischen Inseln; einer auf dem
> amerikanischen Kontinent, nämlich der Nationale Geistige Rat der Bahá'í der Guayanas; einer in
> Asien: der Nationale Geistige Rat der Bahá'í des Nahen Ostens; und zwei in Australasien: die
> Nationalen Geistigen Räte der Bahá'í von Tonga und den Cook-Inseln sowie von Samoa. Damit steigt
> die Zahl der Nationalen Geistigen Räte an Ridván 1970 auf dreiundneunzig.
> In Übereinstimmung mit dem weltweiten Wachstum der Sache entwickelt sich auch das Weltzentrum
> schnell. Die Pilger sind, wie der geliebte Hüter sagte, das Lebensblut dieses Weltzentrums, und es war
> schon lange unsere große Hoffnung und unser Wunsch, allen den Segen einer Pilgerreise zum Heiligen
> Land gewähren zu können, die dazu in der Lage sind. Es erfüllt uns deshalb mit großer Freude, daß
> wir nun die Möglichkeit haben, das Tor der Pilgerreise für eine viel größere Anzahl von Gläubigen zu
> öffnen. Ab Oktober dieses Jahres wird die Größe jeder Gruppe von Freunden, die eingeladen wird,
> vervierfacht werden, und die Anzahl der jährlichen Gruppen wird ebenfalls erhöht werden, so daß
> jedes Jahr beinahe sechsmal so viel Pilger wie jetzt die Möglichkeit haben werden, an den Schreinen
> der Zentralgestalten ihres Glaubens zu beten, die durch die Fußspuren, Leiden und Triumphe
> Bahá'u'lláhs und `Abdu'l-Bahás gesegneten Orte zu besuchen und in der Stille dieser heiligen Vorhöfe
> zu meditieren, die mit so viel Sorgfalt von unserem geliebten Hüter verschönt wurden.
> Der größere Zustrom von Pilgern wird die geistige Entwicklung der Bahá'í-Weltgemeinde stark
> fördern, die nun nach fünf Jahren anstrengender Arbeit und mit dem Lorbeer hervorragender Siege
> gekrönt in den vierten Abschnitt des Neunjahresplanes eintritt.
> Die größten, die dringendsten Notwendigkeiten in diesem Abschnitt des Planes sind ein schnelles
> Anwachsen der Anzahl der Gläubigen und ein großer Schritt vorwärts bei der Erschließung
> zusätzlicher Zentren wie auch bei der Bildung von gut fundierten örtlichen Geistigen Räten, wie im
> Plan vorgesehen. Diese weltweite Tätigkeit, Wahrzeichen des vierten Abschnittes des Planes und
> Antwort auf die gewaltigen Möglichkeiten, welche sich durch den gegenwärtigen Zustand der
> Menschheit bieten, wird beträchtlich verstärkt durch die Fortsetzung der Proklamation, ist die
> wesentliche Grundlage für die Errichtung der restlichen Nationalen Geistigen Räte und wird in
> zunehmendem Maße Zeuge der günstigen Auswirkungen des internationalen Reiselehrens und der
> Zusammenarbeit zwischen den Räten sein. Vor allem bedarf es eines aufopferungsvollen
> Spendenflusses von seiten der Freunde zur Speisung der Fonds des Glaubens, und schließlich einer
> gewaltigen Schar von Pionieren.
> Im zweiten Jahr des Planes vollbrachte die Bahá'í-Welt ihre größte Heldentat in geplantem Pionieren,
> als sich eine Gesamtzahl von fünfhundertundfünf Gläubigen erhob, um sich in den noch
> unerschlossenen und schwach besetzten Gebieten der Erde niederzulassen. Diese herrliche Leistung
> muß nun übertroffen werden. Der Aufruf ergeht an siebenhundertdreiunddreißig Gläubige, ihr Heim zu
> verlassen und sich in den Gebieten des Erdballs anzusiedeln, die dringend der Pionierunterstützung
> bedürfen oder dem Glauben noch nicht erschlossen sind. Diese hingebungsvollen Gläubigen, die sich
> ohne Zögern erheben sollten, werden im vierten Abschnitt des Planes gebraucht, um sich in 184 genau
> bezeichneten Gebieten in allen Teilen der Welt niederzulassen: 48 in Afrika, 40 in beiden Amerikas, 40
> in Asien, 18 in Australasien und 38 in Europa. Obgleich die Verantwortung dafür in erster Linie
> denjenigen nationalen Bahá'í-Gemeinden übertragen wurde, die am ehesten Pioniere zur Verfügung
> stellen können, sollten doch alle in ihrem Herzen bedenken, ob nicht vielleicht auch sie diesem Aufruf
> Folge leisten können, entweder indem sie selbst gehen oder, wie es Bahá'u'lláh geboten hat, diejenigen
> unterstützen, die an ihrer Stelle gehen können. Weitere Einzelheiten werden den Nationalen Geistigen
> Räten zugesandt, um sicherzustellen, daß diese lebenswichtige Aufstellung von Bahá'í-Streitern so
> schnell wie möglich erfolgt.
> Geliebte Freunde! Der Neunjahresplan ist gut vorangeschritten, unsere Arbeit wird durch die nie
> endenden Segnungen Bahá'u'lláhs bestätigt, und der gesamten Bahá'í-Weltgemeinde obliegt es jetzt,
> den vollständigen Sieg zu erringen. Jene glückhafte Vollendung, welche sich bereits schwach sichtbar
> am Horizont abzeichnet, kann nur durch harte Arbeit, realistische Planung, opferbereite Taten,
> Verstärkung der Lehrarbeit und vor allem durch das ständige Bemühen jedes einzelnen Bahá'í erreicht
> werden, sein inneres Leben jenem herrlichen Ideal anzupassen, das von Bahá'u'lláh für die Menschheit
> aufgestellt und von `Abdu'l-Bahá vorgelebt wurde. Betrachten wir das göttliche Beispiel, das der
> Meister uns gegeben hat, so wird uns klar, daß Sein Leben und Seine Taten nicht einem Modell der
> Zweckmäßigkeit entsprachen, sondern der unvermeidliche und spontane Ausdruck Seines innersten
> Selbstes waren. Auch wir sollen nach Seinem Beispiel nur in dem Maße handeln, wie unsere innere
> Gesinnung, die durch die Erziehung des Gebetes und der praktischen Lehrarbeit wächst und reift, zum
> Urquell unserer Haltung und unserer Handlungen wird. Dies wird die Absicht Gottes erfüllen helfen,
> den Triumph Seines Glaubens sicherstellen und uns befähigen, den jetzigen Lauf der Sache mit einer
> gewaltigen Antriebsenergie zu versehen, deren Kraft die Gemeinde des Größten Namens zu einem
> herrlichen Sieg im Jahre 1973 führen wird und darüber hinaus zu den für uns noch unfaßlichen
> Gestaden des Größten Friedens.
>
> — *Riḍván-Botschaft 1969 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

