# Riḍván-Botschaft 1972

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> Riḍván-Botschaft 1972 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1972)
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> Ridvan-Botschaft 1972
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> Der Beginn des letzten Jahres im Neunjahresplan sieht die Bahá'í-Weltgemeinde im Endspurt vor
> einem überwältigenden Sieg. Dankbaren Herzens nehmen wir die fortgesetzten Bestätigungen wahr,
> die ihre Anstrengungen begleitet haben, und die göttlichen Gnadenbeweise, die unaufhörlich auf diese
> gesegnete, diese sich stetig entfaltende, keimhafte Weltordnung herniederströmen.
> Der Mashriqu'l-Adhkár in Panama, der Muttertempel für Lateinamerika, wird an diesem Ridván-Fest
> seiner Bestimmung übergeben. Drei geliebte Hände der Sache, Amatú'l-Bahá Rú.híyyih Khánum als
> Vertreterin des Universalen Hauses der Gerechtigkeit sowie Ugo Giachery und Dhikru'lláh Khádem,
> werden den historischen Feierlichkeiten beiwohnen. Der phantasievolle und durchgeistigte Entwurf
> des Architekten Peter Tillotson ist in bewundernswerter Weise verwirklicht worden. Dem Nationalen
> Geistigen Rat von Panama sprechen wir namens der gesamten Bahá'í-Welt herzliche Glückwünsche
> zur Vollendung dieses Werkes aus.
> Wiewohl beklagenswerterweise der Nationale Geistige Rat von `Iráq durch die Verfolgung des
> Glaubens in diesem Land aufgelöst worden ist, werden die zu diesem Ridván neu gebildeten 13
> Nationalen Geistigen Räte die Gesamtzahl der Pfeiler des Universalen Hauses der Gerechtigkeit auf
> 113 erhöhen.
> Diejenigen Ziele, die sich auf den Erwerb von Grundstücken und die Errichtung von Lehrinstituten
> beziehen, rücken der Erfüllung näher. In den Ländern, wo die gesetzlichen Bestimmungen es gestatten,
> geht die Eintragung der Geistigen Räte und die gesetzliche Anerkennung der Bahá'í-Trauung und der
> Bahá'í-Feiertage gut voran.
> Es sind die Ziele der Lehrarbeit, die jetzt unsere Aufmerksamkeit und unseren Einsatz fordern. Mehr
> als 260 Territorien haben die ihnen gesetzten Ziele in der Erschließung von Orten, an denen Bahá'í
> wohnen, erreicht; in einigen Ländern wurden diese Ziele sogar überschritten, so daß die Bahá'í-
> Weltgemeinde darüber jubeln darf, daß auf der Welt insgesamt die im Plan vorgesehene Gesamtzahl
> von Einzelzentren bereits mehr als erreicht ist. Dennoch verbleiben rund 60 Länder, in denen dieses
> Ziel noch nicht erreicht wurde und in denen ihm bis Ridván 1973 absoluter Vorrang eingeräumt
> werden muß.
> Wir erwarten, daß an Ridván eine große Zahl örtlicher Geistiger Räte gebildet wird. Sobald der Stand
> dieses Zieles festgestellt ist, wird eine ins einzelne gehende Aufstellung aller Länder der Welt, deren
> Ziel für Bahá'í-Zentren und örtliche Geistige Räte noch nicht erfüllt ist, jedem Nationalen Geistigen
> Rat zur sofortigen Unterrichtung der Freunde übermittelt.
> Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß während des letzten Planjahres der Grundsatz der
> Zusammenarbeit zwischen den Nationalen Geistigen Räten weit über die im Neunjahresplan gestellten
> Einzelaufgaben hinaus praktiziert wird. Diejenigen Gemeinden, die ihre Ziele bereits erreicht haben
> oder mit Sicherheit in Kürze erreichen werden, sollen sich mit der weltweiten Situation befassen, wie
> sie aus den oben erwähnten Listen ersichtlich sein wird, und alles ihnen Mögliche tun - ohne ihre
> eigenen Erfolge zu gefährden - , um ihre Schwestergemeinden durch Pioniere, Reiselehrer oder auf
> andere Weise zu unterstützen. Ein solches Vorgehen wird die Einheit und die brüderliche
> Verbundenheit der Bahá'í-Weltgemeinde wesentlich festigen.
> Inzwischen rufen wir alle Gläubigen auf, im Gebet ihre persönlichen Verhältnisse zu überdenken und
> sich aufzumachen, solange es noch Zeit ist, um die internationalen Pionierziele des Planes zu erfüllen.
> Es stehen noch 267 Pioniere aus, und zwar 75 für Afrika, 57 für Amerika, 40 für Asien, 30 für
> Australasien und 65 für Europa.
> Die außerordentlichen Fortschritte, die seit Ridván 1964, dem Beginn des Neunjahresplanes, gemacht
> worden sind und durch die der geplante, zielbewußte Prozeß des Lehrens im Weltmaßstab fortgeführt
> wurde, den unser geliebter Hüter mit dem Zehnjahres-Kreuzzug eingeleitet hatte, verpflichten uns,
> unser Augenmerk auf neue Erfordernisse dieser sich stetig ausweitenden Weltordnung zu richten,
> sowohl im Hinblick auf ihr eigenes organisches Zusammenleben als auch im Bezug zu der
> auseinanderfallenden Gesellschaft, in die hinein sie gestellt ist. Der Abstand zwischen den Wegen der
> Welt und denen der Sache Gottes wird immer größer; dennoch müssen beider Wege zusammenführen.
> Die Bahá'í-Gemeinde muß in immer stärkerem Maße ihre Befähigung zeigen, die Ordnungslosigkeit,
> den mangelnden Zusammenhalt, die Zügellosigkeit und Gottlosigkeit der modernen Gesellschaft
> wiedergutzumachen. Die Gesetze und religiösen Gebote, die sittlichen Verpflichtungen des Bahá'í-
> Lebens, dessen Grundsätze und Maßstäbe für Würde, Anstand und Ehrfurcht, müssen im Bewußtsein
> der Bahá'í fest verwurzelt und in zunehmendem Maß für die Gemeinde aussagefähig und
> charakterisierend sein. Ein solcher Prozeß erfordert es, daß die örtlichen Geistigen Räte nachhaltig zu
> Reife und Tatkraft entwickelt werden.
> Die Ziele und Maßstäbe der Sache müssen immer klarer verstanden, immer mutiger vorgelebt werden.
> Der Einfluß der Kontinentalen Beraterämter und die Arbeit ihrer Hilfsämter müssen weiter zunehmen
> und das ganze Gefüge der Bahá'í-Gemeinde durchdringen. Ein ausgedehntes, systematisches
> Programm für die Herausgabe von Bahá'í-Literatur muß vorangetrieben werden.
> Unsere unmittelbare, unausweichliche Aufgabe aber ist es sicherzustellen, daß jedes erreichbare Ziel
> des Neunjahresplanes erfüllt wird. Dies muß um jeden Preis geschehen. Kein Opfer, keine
> Hintanstellung anderer, liebevoll gehegter Vorhaben darf gescheut werden, wenn es gilt, die
> »allerwichtigste« unter den vielen »wichtigen« Aufgaben, denen wir gegenüberstehen, vollkommen zu
> erfüllen. Wer könnte daran zweifeln, daß dieser letzte, äußerste Einsatz von Erfolg gekrönt sein wird?
> Fidschi, das als nationale Gemeinde zuerst den Lorbeer der Erfüllung aller ihm zugewiesenen
> Aufgaben trägt, führt den festlichen Zug der frohlockenden siegreichen Armee des Lichtes an. Wir tun
> gut daran, der Bahá'í-Jugend nachzueifern, deren jüngstes Vorwärtsdrängen in die vordersten Linien
> der Verkündigung und des Lehrens eine besonders ermutigende und bedeutsame Entwicklungstendenz
> im Glauben darstellt; vor ihren Einsätzen bestürmt sie die Tore des Himmels durch lang anhaltendes
> Gebet um Beistand in ihren Unternehmungen. Wir alle sind dazu fähig, Bahá'u'lláh um Seine göttliche,
> allmächtige Hilfe anzurufen. Er wird uns sicher helfen. Denn Er ist der Erhörer der Gebete, der
> Antwortende.
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> — *Riḍván-Botschaft 1972 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

