# Riḍván-Botschaft 1983

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> Riḍván-Botschaft 1983 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1983)
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> April 1983 ‐ Ridván‐Botschaft 140
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> Die in den letzten zehn Jahren zu beobachtende Beschleunigung jener zwei vom geliebten
> Hüter beschriebenen Prozesse ‐ Auflösung der alten Ordnung einerseits, Fortschritt und
> Festigung der neuen Weltordnung Baháʹuʹlláhs andererseits ‐ wird von künftigen
> Geschichtsschreibern vielleicht als eines der hervorstechendsten Merkmale dieses Zeitalters
> betrachtet werden. Ganz besonders bemerkenswert ist, daß diese Beschleunigung sich in
> allerjüngster Zeit noch zugenommen hat. Innerhalb wie außerhalb der Sache Gottes arbeiten
> starke Kräfte darauf hin, die beiden Zwillingsprozesse dieses bedeutungsvollen
> Jahrhunderts zu einem Höhepunkt zu bringen. Unter den vielen Anzeichen, die diesen
> Vorgang sichtbar machen, sind einerseits das stete Ansteigen von Gesetzlosigkeit,
> Terrorismus, Verwirrung im wirtschaftlichen Bereich, Unmoral und die durch die Zunahme
> von Vernichtungswaffen wachsende Gefahr zu nennen, andererseits die weltweite, göttlich
> bewirkte Ausdehnung und Festigung des Glaubens selbst und sein rasches Heraustreten ins
> Rampenlicht der Weltereignisse ‐ ein Vorgang, der gekrönt wird vom wunderbaren
> Aufblühen des Berges Karmel, des Berges Gottes, dessen göttliche Frühlingszeit nun
> prachtvolle Blüten sprießen läßt.
> Im Lauf der letzten fünf Jahre hat sich die historische Dialektik von Triumph und Unheil in
> der Sache Gottes in gleicher Weise bemerkbar gemacht. Die Armee des Lichtes hat den
> Verlust von sechs Händen der Sache Gottes und Wogen bitterer Verfolgung erlitten, welche
> erneut die leidgeprüfte Gemeinde im Iran umbrandet und zur Schleifung des Hauses des
> Báb, zur Zerstörung des Wohnsitzes der Vorfahren Baháʹuʹlláhs in Tákur und zum
> Märtyrertod einer großen Anzahl tapferer Seelen geführt haben. Und doch haben diese
> unheilvollen Geschehnisse neue Kräfte in den Herzen der Freunde erweckt, die tiefen
> Wurzeln der Sache gestärkt und eine reiche Ernte an bemerkenswerten Siegen bewirkt. Die
> bedeutendsten sind der erfolgreiche Abschluß des Fünfjahresplanes und der Beginn des
> Siebenjahresplanes, der sich nun im letzten Jahr seiner zweiten Phase befindet, sowie eine
> noch nie dagewesene Proklamation des Glaubens bei Staatsoberhäuptern, Parlamenten und
> Abgeordneten, Ministern und hohen Beamten, führenden Denkern und bedeutenden
> Persönlichkeiten aus verschiedensten Berufsgruppen. Dies hat auch eine Änderung in der
> Haltung der Massenmedien bewirkt, die sich nun zunehmend an uns wenden, um
> Informationen über die Sache zu erhalten.
> Neben diesen Geschehnissen müssen auch die weltweiten Gedenkveranstaltungen zur 50.
> Wiederkehr des Hinscheidens des Größten Heiligen Blattes genannt werden, ferner der
> Abschluß der Renovierung des oberen Stockwerks des Hauses von `Abduʹlláh Páshá, das
> gerade jetzt den ersten Besuchern zugänglich gemacht wurde, der Einzug des Universalen
> Hauses der Gerechtigkeit in seinen endgültigen Amtssitz, wodurch die bedeutende
> Prophezeiung aus dem Sendschreiben vom Karmel ein Stück weiter erfüllt worden ist, sowie
> der stetige Fortschritt bei der Errichtung des ersten Mashriquʹl‐Adhkár der Pazifischen
> Inseln auf Samoa und des Muttertempels des indischen Subkontinents in Neu‐Delhi.
> Zu den herausragenden Zeichen im Bereich der Lehrarbeit und der Festigung gehören die
> anhaltend wirksamen Ergebnisse durch die Teilnahme von über 16 000 Gläubigen aus allen
> Teilen der Welt an den fünf Internationalen Konferenzen, die intensiven Lehrfeldzüge, die
> aktiv aus allen Schichten der Gemeinde unterstützt werden und die Begeisterung und das
> Potential der Jugend nützen, die Errichtung eines zweiten Rundfunksenders in Südamerika,
> die Wiederbildung der Nationalen Geistigen Räte von Uganda und Nepal und die
> Errichtung von neun neuen Nationalen Geistigen Räten, von denen zwei im Mai dieses
> Jahres gewählt werden; hierdurch erhöht sich die Gesamtzahl dieser sekundären Häuser der
> Gerechtigkeit auf 135.
> Dies alles wird noch weit übertroffen von der Einheit im Handeln, die die Baháʹí‐
> Weltgemeinde bei ihrem Bemühen erreicht hat, öffentliche Unterstützung für die innig
> geliebten, zutiefst bewunderten und grausam bedrängten iranischen Gläubigen zu
> gewinnen. Diese Einheit findet ihren Niederschlag auch in einem Strom von Spenden für
> den Fonds, um den Ausgleich zu schaffen für die früher so reichlich geflossenen Spenden
> der iranischen Freunde, und in einer Welle der persönlichen Hingabe, wie sie so weitgestreut
> noch selten beobachtet wurde und zu den höchsten Erwartungen für die Zukunft berechtigt.
> Die wachsende Reife einer weltweiten Religionsgemeinschaft, die sich in all diesen
> Entwicklungen zeigt, kommt auch darin zum Ausdruck, daß mehrere nationale Gemeinden
> auf das soziale und wirtschaftliche Leben ihrer Länder einzuwirken beginnen, indem sie
> zum Beispiel private Grundschulen gründen, Radiosender einrichten, ländliche
> Entwicklungsprogramme betreiben und medizinische und landwirtschaftliche Vorhaben
> durchführen. Neben diesen ersten Ansätzen müssen die im Gefolge der iranischen Krise
> erworbenen unleugbaren Fähigkeiten im Umgang mit internationalen Organisationen,
> nationalen Regierungen und Massenmedien erwähnt werden ‐ eben jenen Teilen der
> Gesellschaft, mit denen die Baháʹí‐Gemeinde auf dem Weg zur Verwirklichung des
> Weltfriedens wird verstärkt zusammenarbeiten müssen.
> Vor uns eröffnet sich ein weiter Horizont, erleuchtet durch die weltweit immer stärker in
> Erscheinung tretende Kraft des Glaubes, die Angelegenheiten der Menschheit zu ordnen. In
> diesem Licht können nicht nur die unmittelbar vor uns liegenden Aufgaben erkannt werden,
> sondern umrißhaft bereits neue Vorhaben und Unternehmungen, mit denen wir uns in
> Kürze werden beschäftigen müssen. Im Augenblick müssen wir die Ziele des
> Siebenjahresplanes erfüllen und jenen inneren geistigen Entwicklungen große
> Aufmerksamkeit schenken, die ihren Ausdruck in größerer Einheit der Freunde finden
> werden und darin, daß die Nationalen und örtlichen Geistigen Räte »einträchtig, energisch
> und effektiv« arbeiten, wie es der Hüter wünschte.
> Wir zweifeln nicht, daß die Baháʹí‐Weltgemeinde alle diese Aufgaben erfüllen und zu neuen
> Errungenschaften fortschreiten wird. Die von Baháʹuʹlláh freigesetzten Kräfte sind den
> Anforderungen der Zeiten gewachsen. Deshalb können wir fest darauf vertrauen, daß der
> neue Energiestrom, der die Sache Gottes jetzt durchpulst, sie befähigen wird, den nächsten
> Herausforderungen zu begegnen, entsprechend ihrem Reifegrad, und soweit es ihre Mittel
> erlauben, die Entwicklung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Völker
> unterstützen, mit all jenen Kräften, die zur Errichtung von Ordnung in der Welt führen,
> zusammenarbeiten, auf die Nutzung und den sinnvollen Einsatz moderner Technologien
> Einfluß nehmen und durch all diese Methoden das Ansehen und den Rang des Glaubens
> erhöhen und den Zustand der Menschheit insgesamt bessern.
> Jetzt ist die Zeit zur Freude. Die Sonne Baháʹuʹlláhs steigt am Himmel empor. Sie beleuchtet
> immer klarer den Kontrast zwischen der Finsternis, der Verzweiflung, den Enttäuschungen
> und Verwirrungen der Welt und der strahlenden Zuversicht und freudigen Gewißheit derer,
> die Ihn lieben. Erhebt Eure Herzen. Der Tag Gottes ist da.
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> — *Riḍván-Botschaft 1983 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

