# Riḍván-Botschaft 1985

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> Riḍván-Botschaft 1985 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1985)
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> April 1985 ‐ Ridván‐Botschaft 142
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> Da wir nun das letzte Jahr des Siebenjahresplanes beginnen, müssen Vertrauen auf den Sieg
> und das wachsende Bewußtsein, daß wir uns dem Anfang eines neuen Abschnitts in der
> fortschreitenden Entwicklung des Glaubens nähern, Gefühle der Dankbarkeit und der
> ungeduldigen Erwartung im Herzen eines jeden Baháʹí wachrufen. Die siegreiche Erfüllung
> des Planes ist nun in Sicht, und bei seiner Vollendung mag die Gesamtheit all dessen, was
> erreicht wurde, uns alle in Staunen versetzen. Aber das bedeutende, das historische
> Merkmal des gegenwärtigen Entwicklungsabschnitts ist das Hervortreten des Glaubens aus
> der Verborgenheit, das durch das unerschütterliche Heldentum der ruhmreichen,
> unermüdlichen, inniggeliebten Baháʹí‐Gemeinde im Geburtsland Baháʹuʹlláhs und des Báb
> bewirkt wurde.
> Diese dramatische Veränderung in der Stellung des Glaubens Gottes ereignet sich zu einem
> chaotischen Zeitpunkt der Weltgeschichte, da Staatsmänner, Führer und Leiter von
> Institutionen der Menschheit mit zunehmender Verzweiflung den Bankrott und die völlige
> Wirkungslosigkeit ihrer größten Anstrengungen erkennen, den Lauf des Verfalls
> aufzuhalten. Dies zwingt uns Baháʹí die Verpflichtung auf, uns erneut die Erklärung des
> geliebten Hüters vor Augen zu halten und tief darüber nachzudenken, daß »das Prinzip der
> Einheit der Menschheit ‐ der Angelpunkt, um den alle Lehren Baháʹuʹlláhs kreisen ‐ ... eine
> organische strukturelle Veränderung der heutigen Gesellschaft verlangt, eine Veränderung,
> wie sie die Welt noch nicht erlebt hat.«
> Die Anzeichen für ein in der Nicht‐Baháʹí‐Welt rasch wachsendes Bewußtsein, daß die
> Menschheit tatsächlich einen neuen Entwicklungsabschnitt erreicht hat, bieten uns Baháʹí
> völlig neue Gelegenheiten, um zu demonstrieren, daß die Baháʹí‐Weltgemeinde »nicht nur
> der Kern, sondern das eigentliche Modell« jener Weltgesellschaft ist, die zu errichten
> Baháʹuʹlláhs Ziel ist und auf die eine gequälte Menschheit ‐ wenn auch größtenteils
> unbewußt ‐ zustrebt.
> Die Zeit ist gekommen, daß die Baháʹí‐Gemeinde sich mehr am Leben der Gesellschaft um
> sie herum beteiligt, ohne dabei im geringsten die in der Welt bestehenden, todgeweihten,
> entzweienden Konzepte zu unterstützen oder im mindesten in ihren direkten
> Anstrengungen bei der Lehrarbeit nachzulassen. Vielmehr muß die Baháʹí‐Gemeinde, indem
> sie sich mit anderen verbindet, ihren Einfluß in Richtung Einheit geltend machen; sie muß
> ihre Fähigkeit, Streitigkeiten eher durch Beratung als durch Konfrontation, Gewalttätigkeit
> oder Spaltung zu schlichten, unter Beweis stellen und ihren Glauben an den göttlichen Plan
> für das Dasein des Menschen verkünden.
> Die Baháʹí‐Jugend nutzt die Tatsache, daß die Vereinten Nationen das Jahr 1985 zum Jahr der
> Jugend ausgerufen haben, für ihren eigenen Feldzug aktiver Zusammenarbeit mit anderen
> Jugendgruppen, bei dem sie ihnen die Baháʹí‐Ideale vermittelt und eine Zielvorstellung
> aufzeigt, wie sie die Welt zu gestalten beabsichtigt. Die Baháʹí‐Gemeinde wird bei der
> krönenden Abschlußveranstaltung der Vereinten Nationen zum Jahrzehnt der Frau, die
> ebenfalls in diesem Jahr stattfindet, stark vertreten sein.
> 1986 ist zum Jahr des Friedens bestimmt worden, und die Baháʹí werden zu diesem Thema
> keineswegs schweigen oder sich zurückhalten. Schon jetzt plant das Haus der Gerechtigkeit
> eine Aktion, um den Regierungen und Führern der Welt und ‐ durch die Baháʹí‐
> Weltgemeinde ‐ den nationalen und örtlichen Verwaltungsinstanzen und allen Teilen der
> vielgestaltigen Weltgesellschaft die Baháʹí‐Vorstellung vom Frieden zu unterbreiten. Am
> besten jedoch und in der vielfältigsten Weise kann der Glaube in den örtlichen Baháʹí‐
> Gemeinden dargeboten werden. Hier kann man das eigentliche Modell des Baháʹí‐Lebens
> erkennen. Hier kann am deutlichsten sichtbar werden, wie die Macht Baháʹuʹlláhs die
> menschlichen Angelegenheiten auf einer Basis geistiger Einheit ordnet. Jeder örtliche
> Geistige Rat, der in Einheit darum bemüht ist, größere Reife und eine wirksamere
> Arbeitsweise zu erlangen, und der seine Gemeinde ermutigt, ihre Bestimmung als
> grundlegender Baustein in der Weltordnung Baháʹuʹlláhs zu erfüllen, kann dazu beitragen,
> daß das Interesse an der Sache Gottes bei den Leuten zunimmt und daß sie schließlich als die
> einzige Hoffnung für die Menschheit erkannt wird.
> Überlegungen von solcher Art nehmen derzeit die Aufmerksamkeit des Universalen Hauses
> der Gerechtigkeit ernstlich in Anspruch. Die Einzelheiten ihrer Durchführung werden einen
> großen Teil des nächsten Planes ausmachen, der sofort auf die Vollendung des jetzigen
> folgen und sechs Jahre dauern wird. Indem wir den Siebenjahresplan erfüllen, unsere
> örtlichen Gemeinden festigen und vor allem unser Verständnis vom Ziel der Offenbarung
> Baháʹuʹlláhs verstärken und vertiefen, bereiten wir uns ständig darauf vor, unseren Teil dazu
> beizutragen, daß das Leben der Menschheit auf diesem Planeten jene notwendige
> Umwandlung erfährt, durch die sie erst würdig wird, die Gnadengaben und Segnungen des
> Reiches Gottes auf Erden zu empfangen.
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> — *Riḍván-Botschaft 1985 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

