Frauen á Textzusammenstellung á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 3.01 (O-2022-08-08) Frauen Textzusammenstellung Das Bahá’í-Konzept der Gleichberechtigung Aus den Schriften Bahá’u’lláhs 1 O Menschenkinder! Wisst ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschufen? Damit sich keiner über den anderen erhebe. Bedenket allzeit in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid. Da Wir euch alle aus dem gleichen Stoff erschufen, ziemt es euch, wie eine Seele zu sein, auf selbem Fuße zu wandeln, in gleicher Weise zu essen und im selben Lande zu wohnen, auf dass aus eurem innersten Wesen durch eure Werke die Zeichen der Einheit und das Wesen der Loslösung offenbar werden. Solches rate Ich euch, o Scharen des Lichts. Achtet wohl auf diesen Rat, damit ihr die heiligen Früchte vom Baume wundersamer Herrlichkeit erlanget.A1 2 Erhaben, unermesslich erhaben ist Er, der Unterschiede beseitigt und Eintracht begründet. Verherrlicht, unendlich verherrlicht ist Er, Der Zwietracht enden ließ und Gemeinschaft und Einheit verordnete. Gelobt sei Gott! Die Feder des Allhöchsten hob Unterschiede zwischen Seinen Dienern und Dienerinnen auf und verlieh allen durch Seine vollendete Gunst und allumfassende Barmherzigkeit Rang und Stand auf gleicher Stufe. Er zerschlug die eitlen Vorstellungen mit des Wortes Schwert und tilgte die Gefahren leerer Einbildungen durch die allgegenwärtige Kraft Seiner Macht.A2 3 Dieser Unterdrückte hat deine Stimme gehört und vernommen, was deine innere und äußere Zunge zum Lobe deines Herrn sprach. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Aller Besitz der Menschen, alle Schätze der Erde und alle Güter der Herrscher und Könige sind an diesem Tage geringer denn Sein Lobgesang. Der Herr des Königreichs bezeugt dies in diesem herrlichen Augenblick. Wir haben dein Seufzen und Klagen vernommen und antworten mit einem Sendschreiben, das laut kündet zwischen Himmel und Erde und deiner mit Worten gedenkt, die unsterblich machen, was du in Liebe zu Ihm, in Seinem Dienst, zu Seinem Gedenken und Preis vollbrachtest. Und Er ließ, was deinem Munde entströmte, zum Treueband werden zwischen Ihm und dir. Er ist wahrlich der Gnadenreichste, der Freigebigste. Wenn du wahrhaft auf das hörst, was Meine erhabenste Feder dir in diesem Augenblick offenbarte, so wirst du dich auf den Schwingen des Eifers in den Himmel der Liebe zum Herrn des Tages des Bundes erheben und alle Tage deines Lebens sprechen: Dank sei Dir, o Du Sehnsucht der Welt, gelobt seiest Du, o Du Geliebter der Einsichtigen. Möge alles Dasein ein Opfer sein für Deine Gunst und alles, was war und je sein wird, ein Lösegeld für Dein Wort, o Du Unterdrückter inmitten eines Volkes von Feinden, o Du, Dessen Hand die Zügel hält von allen im Himmel und auf Erden … An diesem Tag hat die Hand göttlicher Gnade alle Unterschiede getilgt. Gottes Diener und Seine Dienerinnen stehen auf derselben Stufe. Gesegnet der Diener, der erlangt, was Gott verordnete, und das Blatt, das sich im Windhauch Seines Willens bewegt. Groß ist diese Gunst, erhaben diese Stufe. Seine reichen Gaben sind allzeit gegenwärtig und offenbar. Wer könnte Ihm angemessen Dank sagen für den steten Strom Seiner Gunst und Gaben?A3 4 Bei Meinem Leben! Die Namen der Gott ergebenen Dienerinnen hat die Feder des Allhöchsten im Hochroten Buch aufgezeichnet. In den Augen Gottes übertreffen sie die Männer. Wie viele Helden und Ritter auf dem Schlachtfeld sind des Einen Wahren beraubt und haben keinen Anteil an Seiner Erkenntnis, du aber hast Erfüllung gefunden.A4 5 Wahrlich, die Feder des Allhöchsten hat bezeugt, dass du Ihn erkanntest, Ihn liebtest und dich dem Altehrwürdigen Antlitz zuwandtest zu einer Zeit, da die Welt Ihn zurückwies, bis auf jene, die Gott, der Allhöchste, bestimmte … Wohl steht es um dich, da du dich mit der Zier der Liebe Gottes schmücktest und Ihn zu erwähnen und zu lobpreisen vermochtest. Alle göttliche Gnade liegt in Gottes mächtigem Griff, gepriesen sei Er. Er verleiht sie, wem Er will. Schon mancher Mann hielt sich für einen berühmten Geistlichen, für einen Hort himmlischer Geheimnisse; wenn ihn jedoch die geringste Prüfung heimsuchte, empörte er sich voll Widerspruch und Auflehnung, so dass die Himmlischen Heerscharen darüber klagten und trauerten. Du aber gelangtest durch des Herrn Gaben und reiche Gunst zu dem verborgenen Geheimnis und dem wohlbehüteten Schatz. Bewahre nun im Namen Gottes diese erhabene Stufe und verbirg sie vor den Augen der Verräter. Der Ruhm vom Horizonte Meines Königreichs scheine auf dich und jede Dienerin, die zur Herrlichkeit Meines erhabenen Thrones gelangte.A5 6 Wir flehen zu Gott, dass Er allen Blättern beistehe, zur Erkenntnis des Baumes zu gelangen, und dass Er sie nicht des Meeres Seiner Freigebigkeit beraube. An diesem Tag wird Vornehmheit oder Niedrigkeit, Armut oder Reichtum, Adel und Herkunft, Schwäche oder Macht keine Beachtung geschenkt. Wer den unvergleichlichen Geliebten erkennt, besitzt wahren Reichtum und bekleidet göttlichen Rang. Am Hofe des Wahren sind heute die Königin der Welt und ihresgleichen nicht ein Senfkorn wert, denn wenn sie auch im Namen Gottes spricht, im Tempel ihres Körpers den Herrn der Schöpfung jeden Tag anruft und große Summen irdischen Reichtums für die Entwicklung ihres Volkes ausgibt, ist sie doch der Erkenntnis der Sonne Seiner Manifestation beraubt und ausgeschlossen von dem Wahren, Dessen sie gedenkt.A6 7 Jahrhunderte und Zeitalter hindurch hat mancher Mann die Offenbarung Gottes ersehnt, doch als das Licht am Horizont der Welt erstrahlte, wandten alle bis auf wenige ihr Antlitz ab. Wer von den Dienerinnen den Herrn aller Namen erkannt hat, wird von der Feder des Allhöchsten im Buche als einer dieser Männer aufgezeichnet. Preise den Geliebten der Welt, dass Er dir geholfen hat, den Tagesanbruch Seiner Zeichen und den Offenbarer der Beweise Seiner Herrlichkeit zu erkennen. Dies ist eine große Gabe, eine überreiche Gnade. Bewahre sie im Namen des Wahren …A7 Aus Schriften und Ansprachen ‘Abdu’l-Bahás 8 Vom Anfang des Daseins bis zum verheißenen Tag bewahrten die Männer in jeder Hinsicht ihre Überlegenheit gegenüber den Frauen. Im Qur’án wurde offenbart: »Männer sind den Frauen überlegen.« Aber in dieser wundersamen Sendung bewirkte die erhabenste Ausgießung des Herrn der Herrlichkeit eindeutige Errungenschaften der Frauen. Einige Dienerinnen erhoben sich und übertrafen die Männer auf dem Feld des Wissens. Sie traten mit solcher Liebe und Geistigkeit hervor, dass dadurch die Gnadengaben des Höchsten Herrn über die Menschheit regneten, und sie durch ihre Heiligkeit, Reinheit und geistigen Eigenschaften viele Menschen ans Ufer der Einheit geleiteten. Sie wurden zur Fackel der Führung für die Wanderer in der Öde des Irrtums, sie entflammten die Verzagten in der niederen Welt mit dem Feuer der Liebe des Herrn. Dies ist eine Wohltat dieses wundersamen Zeitalters, die dem schwächeren Geschlecht Kraft verleiht und den Frauen mannhafte Stärke gewährt …A8 9 O Dienerin Gottes! In dieser wundersamen Sendung, in der die Altehrwürdige Schönheit, das offenbare Licht – möge meine Seele ein Opfer für Seine Geliebten sein – am Horizont urewiger Hoffnungen erstrahlte, haben Frauen männliche Eigenschaften angenommen, indem sie Standhaftigkeit in der Sache Gottes bewiesen und Heldentum und Stärke furchtloser Männer bekundeten. Sie betraten die Stätte mystischer Erkenntnis und hissten das Banner auf den Höhen der Gewissheit. Auch du musst dich sehr anstrengen und großen Mut beweisen. Mühe dich und koste die Süße himmlischen Tranks, denn der süße Geschmack der Liebe Gottes wird bis ans Ende, das kein Ende hat, verbleiben.A9 10 Danke dem Herrn, dass du die erste Gläubige dieses VolkesA10 bist, die süßduftenden Brisen zu verbreiten suchst und dich aufmachst, andere zu führen. Ich hoffe, dass dein Antlitz durch die freigebige Gunst der Schönheit Abhá erleuchtet, dein Wesen angenehm und dein Duft verbreitet werden. Mögen deine Augen sehend, deine Ohren aufmerksam, deine Zunge beredt, dein Herz mit den erhabenen frohen Botschaften erfüllt und deine Seele durch die göttlichen Düfte erfrischt werden, damit du dich unter den Schwarzen erhebst, dich der Erziehung der Menschen widmest und mit Licht erfüllt werdest. Ist auch die Pupille des Auges schwarz, so ist sie doch die Quelle des Lichts. So solltest du sein. Die Wesensart sollte hell strahlen, nicht die äußere Erscheinung. Deshalb sprich voll Vertrauen und Gewissheit: »O Gott, mache mich zu einem strahlenden Licht, einer leuchtenden Lampe und einem funkelnden Stern, damit ich die Herzen mit hellem Strahl aus Deinem Königreich Abhá erleuchte …«A11 11 Die Gründung einer Frauenvereinigung zur Förderung von Wissen ist sehr zu begrüßen, aber der Meinungsaustausch muss sich auf Erziehung und Bildung beschränken. Sie sollte so arbeiten, dass Meinungsverschiedenheiten nach und nach gänzlich verschwinden und sie nicht – was Gott verhüte – zu einem Streitgespräch zwischen Männern und Frauen führen. Was das Tragen des Schleiers betrifft, so sollte nichts Unweises getan werden. Jede Frau sollte heutzutage in einer Weise handeln, dass dies zur Ursache ewigen Ruhms für das ganze weibliche Geschlecht wird, damit alle Frauen erleuchtet werden. Der Weg dazu sind Versammlungen, um das Lehren zu lernen, Zusammenkünfte, bei denen sie die Schriften lesen, zum Königreich des Herrn offenbarer Zeichen flehen und für die Bildung der Mädchen sorgen. Denkt darüber nach, wie Jináb-i-Ṭáhirih lehrte. Sie war frei von jeder Besorgnis, und darum strahlte sie. Nun sollte die Welt der Frauen eine geistige, keine politische Welt sein, damit sie strahle. Die Frauen anderer Nationen sind alle in Politik verstrickt. Welchen Nutzen hat das, welche Früchte trägt das? So gut ihr könnt, solltet ihr euch mit geistigen Themen beschäftigen, die der Verherrlichung des Wortes Gottes und der Verbreitung Seiner Düfte dienen. Euer Verhalten sollte zu allgemeiner Eintracht, zum Zusammenschluss und zum Wohlgefallen aller führen … Ich mühe mich mit Bahá’u’lláhs Bestätigung und Hilfe, das Leben der Dienerinnen so zu verbessern, dass alle sich wundern werden. Dieser Fortschritt soll sich auf Geistigkeit, Tugenden, menschliche Vollkommenheit und göttliches Wissen beziehen. In Amerika, der Wiege der Frauenbewegung, sind die Frauen noch immer von politischen Einrichtungen ausgeschlossen, weil sie sich streiten. Es gibt nicht einmal eine Frau im Repräsentantenhaus. Sogar Bahá’u’lláh sprach: »O ihr Männer des Hauses der Gerechtigkeit.« Ihr müsst ruhig und gelassen sein, damit die Arbeit mit Weisheit voranschreitet, sonst wird solches Chaos entstehen, dass ihr alles liegenlasst und weglauft … »Dieses Neugeborene durchmisst in einer Nacht den Weg, der hundert Jahre erfordert.« Kurz, beschäftigt euch jetzt nur mit rein geistigen Themen und streitet nicht mit den Männern. ‘Abdu’l-Bahá wird taktvoll geeignete Schritte unternehmen. Seid dessen versichert! Zuletzt werdet ihr ausrufen: »Dies war wirklich höchste Weisheit!« Ich bitte euch dringend, diesen Streit zwischen Männern und Frauen zu beenden … Niemand kann etwas allein erreichen. ‘Abdu’l-Bahá muss damit zufrieden sein und helfen.A12 12 Wisse, o Dienerin, dass vor dem Antlitz Bahás die Frauen so viel gelten wie die Männer und dass Gott die ganze Menschheit nach Seinem Ebenbild erschaffen hat. Dies bedeutet, dass Männer und Frauen gleichermaßen die Verkünder Seiner Namen und Eigenschaften sind und vom geistigen Standpunkt aus keinen Unterschied zwischen ihnen besteht. Wer sich Gott nähert, ob Mann oder Frau, hat die größte Gunst erlangt. Wie viele glühend ergebene Dienerinnen haben sich im schützenden Schatten Bahás den Männern überlegen erwiesen und selbst die Berühmten der Erde überflügelt. Das Haus der Gerechtigkeit jedoch ist gemäß dem ausdrücklichen Text des Gesetzes Gottes nur für MännerA13 bestimmt; dies ist eine der Weisheiten Gottes, des Herrn, die in absehbarer Zeit so klar wie die Sonne am Mittag offenbar werden wird.A14 13 Eine Lehre Bahá’u’lláhs ist ferner die Wesensgleichheit von Frauen und Männern. Die Menschenwelt hat zwei Flügel: Den einen bilden die Frauen, den anderen die Männer. Erst wenn beide Flügel gleichmäßig entwickelt sind, kann der Vogel fliegen. Bleibt ein Flügel schwächlich, so ist kein Flug möglich. Erst wenn die Frauenwelt der Männerwelt im Erwerb von Tugenden und Vollkommenheiten gleichkommt, sind Erfolg und Gedeihen so erreichbar, wie es sein soll.A15 14 In diesem Jahrhundert des Lichts wird offensichtlich, dass die Sonne der Wirklichkeit, das Wort Gottes, sich dem ganzen Menschengeschlecht offenbart hat. Eine der im Menschenreich verborgenen Anlagen war das Leistungsvermögen beziehungsweise die Fähigkeiten der Frau. Der Strahlenglanz der göttlichen Erleuchtung hat die Fähigkeiten der Frau in diesem Zeitalter soweit erweckt und in Erscheinung treten lassen, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau eine anerkannte Tatsache ist … In der heutigen Zeit muss der Mensch die Wirklichkeit unparteiisch und vorurteilslos erforschen, um zu wahrer Erkenntnis und den richtigen Schlussfolgerungen zu gelangen. Was macht dann die Ungleichheit zwischen Mann und Frau aus? Beide sind Menschen. In ihren Fähigkeiten und Aufgaben ergänzen sie sich gegenseitig. Der Unterschied besteht allenfalls darin, dass der Frau die Möglichkeiten vorenthalten wurden, deren sich der Mann solang erfreute, insbesondere das Vorrecht der Bildung … Die Wahrheit ist, dass in der ganzen Menschheit jeder Geschöpf und Diener des einen Gottes ist, und dass in Seinen Augen alle Menschen sind. Mensch ist ein Gattungsbegriff, der auf die ganze Menschheit zutrifft. Die biblische Aussage »Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei« bedeutet nicht, dass die Frau nicht erschaffen wurde. Die Ebenbildlichkeit Gottes gilt auch für sie. Im Persischen und Arabischen gibt es zwei verschiedene Begriffe, die im Englischen mit ›man‹ übersetzt werden: der eine bezieht sich auf Mann und Frau gleicherweise, der andere unterscheidet den Mann als männlich von der Frau als weiblich. Der erste Begriff und sein Pronomen ist ein generischer Sammelbegriff; der andere bezieht sich nur auf das Männliche. Im Hebräischen ist es genauso. Eine Unterscheidung, die Gott in der Schöpfung nicht vorgesehen hat, gelten zu lassen und an ihr festzuhalten, ist Unwissenheit und Aberglaube.… Ich hoffe, dass überall auf den fünf Kontinenten, wo die Gleichberechtigung bis heute noch nicht vollständig anerkannt und verwirklicht ist, ihr Banner gehisst wird. Die Frau in dieser aufgeklärten westlichen Welt ist den Frauen des Orients einen gewaltigen Schritt voraus. Und es sollte noch einmal deutlich gesagt werden: Bevor Mann und Frau nicht die Gleichberechtigung anerkennen und verwirklichen, ist gesellschaftlicher und politischer Fortschritt weder hier noch irgendwo sonst möglich. Denn die Menschenwelt teilt sich in zwei Hälften: zum einen die Frauen, zum anderen die Männer. Solange diese beiden Teile nicht gleich stark sind, kann die Einheit der Menschheit nicht erreicht werden, und Glück und Wohl der Menschheit werden nicht verwirklicht. So Gott will, wird es so kommen.A16 15 Heute sieht sich die Menschheit mit Fragen von größter Tragweite konfrontiert, Fragen, die charakteristisch für dieses strahlende Jahrhundert sind… Eine dieser Fragen betrifft die Rechte der Frau und ihre Gleichstellung mit dem Mann. Früher war man der Ansicht, Frauen und Männer seien nicht gleichwertig – das heißt, die Frau galt als dem Manne unterlegen, sogar im Hinblick auf ihre Anatomie und Erschaffung. Insbesondere galt sie als weniger intelligent, und ganz allgemein herrschte die Vorstellung, es sei für sie nicht zulässig, in wichtigen Angelegenheiten mitzumischen. In manchen Ländern gingen die Männer so weit, zu glauben und zu lehren, die Frau gehöre einer dem Menschen untergeordneten Sphäre an. Aber in diesem Jahrhundert, dem Jahrhundert des Lichts und der Offenbarung von Geheimnissen, beweist Gott der Menschheit hinreichend, dass dies alles Unwissenheit und Irrtum ist; nein, vielmehr steht fest, dass Mann und Frau als Teil der gesamten Menschheit gleichrangig sind und keine Unterschiede in der Wertschätzung zulässig sind, denn alle sind Menschen. Die Missstände in vergangenen Jahrhunderten beruhten auf dem Mangel an Möglichkeiten für die Frau. Ihr wurde der Anspruch und das Recht auf Bildung versagt und sie konnte sich nicht entfalten. Selbstverständlich war so kein Fortschritt für sie möglich. Gott aber hat die ganze Menschheit erschaffen, und in den Augen Gottes gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Wessen Herz rein ist, ist vor Seinen Augen annehmbar, sei es Mann oder Frau. Gott fragt nicht: »Bist du eine Frau oder bist du ein Mann?« Er beurteilt die Taten der Menschen. Sind diese an der Schwelle des Herrlichen annehmbar, werden Mann und Frau dafür in gleicher Weise anerkannt und belohnt.A17 16 Die Menschheit besteht aus zwei Teilen: männlich und weiblich. Jeder ist die Ergänzung des anderen. Wenn daher ein Teil mangelhaft ist, wird der andere notwendigerweise unvollständig sein und Vollkommenheit kann nicht erreicht werden. Beim menschlichen Körper gibt es eine rechte und eine linke Hand, die funktionell gleiche Aufgaben übernehmen. Erweist sich eine von beiden als mangelhaft, so wird sich der Mangel natürlich auf die andere auswirken und die Vollständigkeit des Ganzen beeinträchtigen; denn sie können nicht normal arbeiten, solange nicht beide vollkommen sind. Wenn wir sagen, eine Hand sei unzulänglich, dann ist damit die Unfähigkeit und das Unvermögen der anderen Hand belegt; denn einhändig gibt es kein vollwertiges Ergebnis. So wie ein körperliches Unterfangen nur mit zwei Händen gelingt, so müssen auch beide Teile des Gesellschaftskörpers, Mann und Frau, vollkommen sein. Es entspricht nicht der Natur, dass ein Teil unentwickelt bleibt. Erst wenn beide vervollkommnet sind, kann die Menschheit Glück finden.A18 17 Früher befand sich die Frau in einer höchst beklagenswerten Lage, denn im Orient glaubte man, es sei für die Frau am besten, unwissend zu sein. Man hielt es für besser, dass sie weder lesen noch schreiben konnte, damit sie nichts von den Ereignissen in der Welt mitbekam. Man war der Meinung, dass die Frau erschaffen wurde, um Kinder zu erziehen und den Haushaltspflichten nachzukommen. An Ausbildungskursen teilzunehmen galt als unkeusch; und so wurden Frauen zu Gefangenen des Haushalts gemacht. Die Häuser hatten nicht einmal Fenster zur Straße hin. Bahá’u’lláh hat diese Vorstellungen verworfen und die Gleichwertigkeit von Mann und Frau verkündet. Er verhalf der Frau zu Ansehen durch das Gebot, dass alle Frauen Bildung erhalten sollen, dass es darin keinen Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern geben darf und Mann und Frau die gleichen Rechte zukommen. In der Wertschätzung Gottes besteht kein Unterschied des Geschlechts. Wessen Gedanken rein sind, wessen Bildung umfassender ist, wer größere wissenschaftliche Leistungen aufzuweisen hat und wer sich durch menschenfreundliche Taten hervortut, hat Anspruch auf alle Rechte und Anerkennung, sei er Mann oder Frau, weiß oder schwarz, es gibt keinen wie auch immer gearteten Unterschied.A19 18 Dass die Frau nicht vorankam und ihre Fähigkeiten nicht ausschöpfte, lag an der fehlenden Bildungs- und Chancengleichheit. Hätte man ihr diese Gleichstellung zugestanden, wäre sie zweifellos in ihren Fähigkeiten und ihrem Leistungsvermögen dem Manne ebenbürtig. Das Glück der Menschheit wird Wirklichkeit, wenn Mann und Frau gleichberechtigt zusammenwirken und voranschreiten, denn jeder ist Ergänzung und Helfer des anderen.A20 19 Er legt die Gleichberechtigung von Mann und Frau fest. Dies ist eine Besonderheit der Lehren Bahá’u’lláhs, denn alle anderen Religionen haben den Mann über die Frau gestellt.A21 20 Die Frauen sind mit den Männern auf Erden gleichberechtigt. Für die Religion und die Gesellschaft stellen sie einen sehr wichtigen Bestandteil dar. Solange den Frauen die höchsten Möglichkeiten verschlossen bleiben, werden sie außerstande sein, die Bedeutung zu erlangen, zu der sie fähig wären.A22 21 In der Menschenwelt … wird das weibliche Geschlecht als niedriger stehend betrachtet, und es werden ihm keine gleichen Rechte und Vorrechte gestattet. Dieser Zustand ist keine Folge der Natur, sondern der Erziehung. In der göttlichen Schöpfung gibt es keine derartige Unterscheidung. Vor dem Angesicht Gottes ist kein Geschlecht dem anderen überlegen. Warum sollte dann ein Geschlecht das andere als untergeordnet erklären und ihm wohlbegründete Rechte und Vorrechte vorenthalten, als hätte Gott seine Ermächtigung zu einem solchen Verhalten gegeben? Wenn die Frauen die gleichen Vorzüge der Erziehung genießen wie die Männer, so wird das Ergebnis zeigen, dass sich beide gleicherweise zur Bildung eignen. In mancher Beziehung ist die Frau dem Manne überlegen. Sie ist weichherziger, empfänglicher und mit stärkerer Intuition begabt.A23 22 Die göttliche Gerechtigkeit verlangt, dass die Rechte beider Geschlechter gleicherweise geachtet werden, da in den Augen des Himmels keines dem anderen überlegen ist. Die Würde vor Gott hängt nicht vom Geschlecht, sondern von der Reinheit und Leuchtkraft des Herzens ab. Menschliche Tugenden sind im gleichen Maße Eigentum aller.A24 23 In der Offenbarung Bahá’u’lláhs schreitet die Frau Seite an Seite mit dem Mann voran. In keinem Bereich und zu keinem Zeitpunkt wird sie zurückbleiben. Sie hat die gleichen Rechte wie der Mann und wird in Zukunft in allen Bereichen der Staatsverwaltung tätig sein. Sie wird so weit aufsteigen, dass sie in jedem Unterfangen zur höchsten Stufe in der Menschenwelt gelangen wird. Seid dessen sicher! Schaut nicht auf den gegenwärtigen Zustand; in nicht allzu ferner Zukunft wird die Welt der Frauen voller Herrlichkeit erstrahlen, denn Bahá’u’lláh hat es so gewollt. Bei allen Wahlen haben die Frauen das unveräußerliche Wahlrecht, und unwiderlegbar, unstreitig haben die Frauen Zutritt zu allen Bereichen menschlichen Handelns. Kein Mensch kann dies aufhalten oder verhindern. Aber an manchem sollte eine Frau nicht teilnehmen, da es ihrer unwürdig ist. Zum Beispiel sind die Frauen vom Militärdienst befreit, wenn der Staat nachdrückliche Verteidigungsmaßnahmen gegen feindliche Angriffe ergreift. Es mag vorkommen, dass kriegerische, wilde Stämme die Volksgemeinschaft heftig angreifen mit dem Ziel, Massenmord an seinen Bürgern zu verüben. Unter solchen Umständen ist Verteidigung notwendig, aber es ist die Aufgabe der Männer, solche Verteidigungsmaßnahmen zu organisieren und durchzuführen, nicht die der Frauen – denn sie sind sanften Herzens und können den schrecklichen Anblick eines Blutbades nicht ertragen, selbst wenn es der Verteidigung dient. Von derartigen Unterfangen sind Frauen befreit. Was die Zusammensetzung des Hauses der Gerechtigkeit betrifft, so wendet sich Bahá’u’lláh an die Männer, wenn Er spricht: »O ihr Männer des Hauses der Gerechtigkeit!« Aber das Recht der Frauen bei der Wahl seiner Mitglieder ist unbestritten, soweit es sich auf ihre Stimmabgabe bezieht. Wenn die Frauen den höchsten Grad des Fortschritts erreichen, werden sie nach den Anforderungen von Zeit und Ort und gemäß ihren großen Fähigkeiten außergewöhnliche Vorrechte erhalten. Seid dessen gewiss. Bahá’u’lláh hat die Sache der Frauen sehr gefördert, und zu den wichtigsten Grundlehren ‘Abdu’l-Bahás gehören die Rechte und Vorrechte der Frauen. Verlasst euch darauf! Bald wird der Tag kommen, an dem die Männer sich an die Frauen wenden und sprechen: »Gesegnet seid ihr! Gesegnet seid ihr! Ihr seid fürwahr jeder Gabe würdig. Wahrlich, ihr verdient es, eure Häupter mit der Krone immerwährender Herrlichkeit zu schmücken, denn ihr werdet in Wissenschaften und Künsten, an Tugendhaftigkeit und Vollkommenheit dem Manne ebenbürtig sein, und ihn an Herzensgüte, reicher Barmherzigkeit und Mitgefühl übertreffen.«A25 24 Die Frau im Osten hat Fortschritte gemacht. In Indien, Persien und im ganzen Orient galt sie früher nicht als menschliches Wesen. Einige arabische Stämme zählten ihre Frauen zum Viehbestand. In ihrer Sprache bedeutet das Wort für Frau auch Esel, das heißt, für beide wurde derselbe Name gebraucht, und der Reichtum eines Mannes wurde nach seinem Besitz an Lasttieren bemessen. ›Du Weib!‹ war die schlimmste Beleidigung für einen Mann. Dies änderte sich aber mit dem Kommen Bahá’u’lláhs. Er beseitigte die Vorstellung vom Unterschied zwischen den Geschlechtern und erklärte sie als ebenbürtig in allen Fähigkeiten. Früher hielt man es für weiser, wenn die Frau weder lesen noch schreiben konnte; sie sollte sich nur mit mühseliger Arbeit quälen. Sie war völlig ungebildet. Bahá’u’lláh erklärte, dass die Erziehung der Frau Vorrang vor der des Mannes hat. Selbst wenn der Vater großes Wissen besitzt, wird die Erziehung des Kindes mangelhaft sein, wenn die Mutter ungebildet ist, denn die Erziehung beginnt schon beim Stillen. Ein Kind an der Mutterbrust gleicht einem zarten Zweig, den der Gärtner nach seinem Willen ziehen kann. Der Osten hat mit der Bildung der Frauen begonnen. Einige Frauen in Persien, deren Klugheit und Beredsamkeit die ‘Ulamá nicht bestreiten, sind durch diese Sache Gottes befreit worden. Viele von ihnen sind Dichterinnen. Sie sind völlig furchtlos … Ich hoffe auf einen ähnlichen Fortschritt der Frauen in Europa, damit eine jede wie eine Lampe leuchte, laut vom Gottesreich künde, den Männern wahrhaft zur Seite stehe, ja ihnen sogar überlegen werde, bewandert in den Wissenschaften und doch losgelöst – so dass die ganze Welt bezeugen kann, dass Mann und Frau völlig gleiche Rechte haben. Ich würde mich sehr freuen, solche Frauen zu sehen. Dies ist eine nützliche Aufgabe; durch sie wird die Frau Zutritt zum Gottesreich finden. Alles andere führt zu nichts.A26 25 In der Vergangenheit wurde die Welt durch Gewalt regiert, und der Mann herrschte aufgrund seiner stärkeren und mehr zum Angriff neigenden körperlichen und verstandesmäßigen Eigenschaften über die Frau. Aber schon neigt sich die Waage, Gewalt verliert ihr Gewicht und geistige Regsamkeit, Intuition und die geistigen Eigenschaften der Liebe und des Dienens, in denen die Frau stark ist, gewinnen an Einfluss. Folglich wird das neue Zeitalter weniger männlich und mehr von den weiblichen Leitbildern durchdrungen sein, oder genauer gesagt, es wird ein Zeitalter sein, in dem die männlichen und weiblichen Elemente der Kultur besser ausgeglichen sein werden.A27 Aus Briefen im Auftrag des Hüters 26 Wird die Stellung der Frauen so geschildert wie es den Bahá’í-Lehren entspricht, wird dies bestimmt große Aufmerksamkeit erregen, denn diese Lehren betreffen nicht nur den Rechtsstatus, sondern umfassen auch den geistigen und erzieherischen Bereich. Unsere Ideale sind erhaben und zugleich durchführbar, so dass alle anderen Anschauungen im Vergleich mit ihnen unzulänglich erscheinen.A28 27 Zu Ihrer Frage hinsichtlich der Mitgliedschaft im Universalen Haus der Gerechtigkeit: Es gibt ein Sendschreiben ‘Abdu’l-Bahás, in dem Er eindeutig feststellt, dass die Mitgliedschaft im Universalen Haus der Gerechtigkeit auf Männer beschränkt ist und dass die Weisheit hiervon künftig völlig offenbar und gewürdigt werden wird. Im örtlichen wie auch im nationalen Haus der Gerechtigkeit haben die Frauen jedoch volles Recht auf Mitgliedschaft. Lediglich in das Internationale Haus können sie nicht gewählt werden. Die Bahá’í sollten diese Erklärung des Meisters im Geiste tiefen Glaubens annehmen und darauf vertrauen, dass göttliche Führung und Weisheit darin verborgen sind, die sich allmählich den Augen der Welt enthüllen werden.A29 28 Was die Mitgliedschaft im Internationalen Haus der Gerechtigkeit angeht, so erklärt ‘Abdu’l-Bahá in einem Sendschreiben, dass sie auf Männer beschränkt ist und die Weisheit hiervon in Zukunft klar wie die Sonne offenbar werden wird. Auf jeden Fall sollten die Gläubigen wissen, dass beide Geschlechter, wie ‘Abdu’l-Bahá ausdrücklich erklärt, gleichberechtigt sind – bis auf wenige Ausnahmen, so dass der Ausschluss der Frauen vom Internationalen Haus der Gerechtigkeit nicht überraschen sollte. Auf Grund der Tatsache, dass die Geschlechter nicht die gleichen Aufgaben haben, sollte man jedoch nicht folgern, dass eines der Geschlechter dem anderen von Natur aus überlegen oder unterlegen ist oder dass sie nicht die gleichen Rechte hätten.A30 Aus Briefen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 29 Aus den Schriften des Hüters ist ersichtlich, dass ein Gesetz, das Bahá’u’lláh erlässt, um die Beziehung zwischen Mann und Frau zu regeln, auch mutatis mutandis zwischen Frau und Mann gilt, es sei denn, der Kontext schlösse dies aus. Zum Beispiel verbietet der Wortlaut des Kitáb-i-Aqdas einem Mann, die Frau seines Vaters (das heißt seine Stiefmutter) zu heiraten; der Hüter weist daraufhin, dass eine Frau ebenso wenig ihren Stiefvater heiraten darf.A31 30 Zu Ihren Fragen über die Gleichberechtigung von Mann und Frau: Dies ist, wie ‘Abdu’l-Bahá erklärte, ein grundlegendes Prinzip Bahá’u’lláhs, daher sollten die Gesetze des Aqdas in diesem Licht betrachtet werden. Gleichberechtigung von Mann und Frau bedeutet nicht – physiologisch wäre dies auch gar nicht möglich – Gleichheit der Aufgaben. In manchem übertreffen Frauen die Männer, für anderes eignen sich Männer besser als Frauen, während oft das Geschlecht keine Rolle spielt. Die Unterschiede in der Aufgabe sind in der Familie am deutlichsten. Die Fähigkeit zur Mutterschaft hat weitreichende Auswirkungen, die das Bahá’í-Gesetz würdigt. Zum Beispiel: Können nicht alle Kinder einer Familie ausgebildet werden, so haben die Töchter den Vorzug vor den Söhnen, denn Mütter sind die ersten Erzieher der nächsten Generation. Aus physiologischen Gründen sind die Frauen auch in bestimmten Fällen, die für Männer nicht gelten, vom Fasten befreit.A32 31 Die Hauptfrage, die es zu lösen gilt, lautet, wie die heutige Welt mit ihren tiefsitzenden Konfliktstrukturen in eine Welt verwandelt werden kann, in der Eintracht und Zusammenarbeit vorherrschen. Die Weltordnung lässt sich nur auf das unerschütterliche Bewusstsein von der Einheit der Menschheit gründen, eine geistige Wahrheit, die alle Humanwissenschaften bestätigen. Anthropologie, Physiologie und Psychologie kennen nur eine Gattung Mensch, wenngleich unendlich mannigfaltig in den sekundären Aspekten des Lebens. Wer diese Wahrheit anerkennt, muss vorurteilsfrei werden. Vorurteile jeglicher Art müssen abgelegt werden: Vorurteile der Rasse, Klasse, Hautfarbe, Religion, Nation, des Geschlechts, des Lebensstandards, alles, was Menschen ermöglicht, sich anderen überlegen zu dünken. Die Anerkennung der Einheit der Menschheit ist die erste, grundlegende Voraussetzung für die Neuordnung und rechtliche Gestaltung der Welt als ein Land, als die Heimat der Menschheit. Die weltweite Annahme dieses geistigen Grundsatzes ist wesentlich für jeden tauglichen Versuch, den Weltfrieden zu errichten.A33 Aus Briefen im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 32 Der Grundsatz, dass Frauen und Männer in der Bahá’í-Religion gleichberechtigt sind, ist – wie ‘Abdu’l-Bahá oft erklärte – ein grundlegendes Prinzip, das von Bahá’u’lláh stammt. Seine Erwähnung der »Männer der Gerechtigkeit« im Kitáb-i-Aqdas sollte im Lichte dieses Grundsatzes betrachtet werden.A34 33 ‘Abdu’l-Bahá erklärt: »In diesem göttlichen Zeitalter haben die Gnadengaben Gottes die Welt der Frau umfasst. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist, abgesehen von einigen unwesentlichen Ausnahmen, umfassend und kategorisch verkündet worden. Unterschiede sind völlig beseitigt.« Dass Mann und Frau sich in gewissen Eigenschaften und Aufgaben unterscheiden, ist eine unausweichliche Gegebenheit der Natur. Wichtig ist, dass ‘Abdu’l-Bahá solche Ungleichheiten, die zwischen den Geschlechtern bestehen bleiben, als ›unwesentlich‹ ansieht.A35 34 Sie stellen mit Recht fest, dass Männer und Frauen grundlegende und spezielle Eigenschaften besitzen. Die in den Lehren Bahá’u’lláhs vorgesehene Lösung besteht nicht darin, wie Sie richtig sehen, dass Männer zu Frauen und Frauen zu Männern werden sollten. ‘Abdu’l-Bahá gab uns den Schlüssel zur Lösung des Problems, indem Er lehrte, dass sich die Eigenschaften und Aufgaben von Mann und Frau gegenseitig ergänzen. Er erläuterte diese Frage weiter, indem Er sagte, dass das »neue Zeitalter ein Zeitalter« sein wird, »in dem die männlichen und weiblichen Kulturelemente ausgewogener sein werden«.A36 35 Es mag nützlich sein zu betonen, …dass das Bahá’í-Prinzip der Gleichberechtigung von Mann und Frau in den Lehren fest verankert ist; die Tatsache, dass sie in bestimmten Bereichen unterschiedliche Aufgaben haben, hebt dieses Prinzip nicht auf.A37 Die Rolle der Erziehung für die Entwicklung der Frauen Aus den Schriften Bahá’u’lláhs 36 Es ist die unabdingbare Pflicht der Eltern, ihre Kinder zur Festigkeit im Glauben zu erziehen … Denn jede lobenswerte Tat wird geboren aus dem Lichte der Religion, und fehlt diese höchste Gabe, wird das Kind sich weder von Bösem abwenden noch dem Guten zuwenden.A38 Aus Schriften und Ansprachen ‘Abdu’l-Bahás 37 Gelobt sei Gott, die Frauen unter den Gläubigen haben Treffen veranstaltet, um zu lernen, wie man den Glauben lehrt, die süßen Düfte der Lehren verströmt und Pläne für die Ausbildung der Kinder aufstellt. …Und weiterhin sollten sich die Anwesenden mit allen Bildungsmöglichkeiten für Mädchen beschäftigen, sie sollten sie in den verschiedenen Wissensgebieten unterrichten, sowie in gutem Benehmen und ordentlicher Lebensführung, Charakterbildung, Keuschheit und Treue, Standhaftigkeit, Kraft, Entschlossenheit, festem Vorsatz, ferner in Haushaltsführung, Kindererziehung und was Mädchen sonst noch besonders brauchen. So werden diese Mädchen, die in der Hochburg jeglicher Vollkommenheit aufgezogen und mit dem Schutze eines edlen Charakters versehen sind, wenn sie dann selbst Mütter werden, ihre eigenen Kinder von frühester Jugend an zu einem edlen Charakter und zu rechtem Verhalten erziehen. Sie sollten auch lernen, was der Gesundheit des Leibes und dem körperlichen Wohlbefinden dient und wie sie ihre Kinder vor Krankheit schützen können.A39 38 Arbeitet für die Führung der Frauen in jenem Lande, lehrt die jungen Mädchen und Kinder, damit die Mütter ihre Kleinen von frühester Kindheit an sorgfältig erziehen, sie zu einem guten Charakter und hoher Sittlichkeit anleiten, sie zu allen Tugenden der Menschheit führen, die Entwicklung tadelnswerten Betragens verhindern und sie im Schoße der Bahá’í-Erziehung fördern. So sollen diese zarten Kinder am Busen der Erkenntnis und Liebe Gottes genährt werden. So sollen sie wachsen und gedeihen, erzogen in Rechtschaffenheit, menschlicher Würde, Entschlossenheit und im Willen zu Strebsamkeit und Ausdauer. So sollen sie Beständigkeit in allen Dingen lernen, den Willen, voranzukommen, Hochherzigkeit und edle Entschlossenheit, Keuschheit und Reinheit des Lebens. So sollen sie fähig werden, was immer sie unternehmen, zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Die Mütter sollten daran denken, dass alles, was Kindererziehung berührt, den Vorrang hat. Sie sollten in dieser Hinsicht jede Anstrengung unternehmen, denn wenn der Zweig grün und zart ist, wird er in jede vorgegebene Richtung wachsen. Darum ist es die Pflicht der Mütter, ihre Kleinen so heranzuziehen, wie ein Gärtner seine jungen Pflanzen pflegt. Tag und Nacht sollen sie sich bemühen, in ihren Kindern Glauben und Gewissheit, Gottesfurcht, Liebe zu dem Geliebten der Welten sowie alle guten Eigenschaften und Charakterzüge zu verankern. Wann immer eine Mutter sieht, dass ihr Kind etwas gut gemacht hat, soll sie es loben, ihre Anerkennung äußern und sein Herz erfreuen. Und wenn sich der kleinste unerwünschte Zug zeigt, soll sie dem Kind raten, die Mittel der Vernunft gebrauchen und erforderlichenfalls das Kind auch durch sanften mündlichen Tadel strafen. Es ist jedoch nicht erlaubt, ein Kind zu schlagen oder es verächtlich zu machen, denn der Charakter des Kindes wird durch Prügel oder Beschimpfung völlig verdorben.A40 39 Es ist Pflicht des Vaters und der Mutter, ihre Kinder sowohl zu rechtem Verhalten als auch zum Studium der Bücher zu erziehen. Studium bedeutet im erforderlichen Umfang, so dass kein Kind, ob Mädchen oder Junge, Analphabet bleibt.A41 40 ‘Abdu’l-Bahá sieht mit größter Freude, dass einige Blätter unter den Dienerinnen der Gesegneten Schönheit erzogen wurden, das Wesen der Loslösung zu verkörpern, und über die Geheimnisse der Welt des Seins gut unterrichtet sind. Er hört, dass sie ihren Ruf zur Verherrlichung und zum Lobpreis des Größten Namens erschallen lassen und somit die Bewohner der Tempel des Königreichs anziehen und überglücklich machen. Er hört sie Gebete sprechen in Poesie und Prosa und die göttlichen Verse in klingenden Melodien singen. Ich hege die Hoffnung, dass du zu ihnen gehören wirst, Perlen ausstreust, fortwährend Seinen Lobpreis singst und himmlische Weisen zur Verherrlichung anstimmst.A42 41 Du hast über die Mädchenschule berichtet. Was früher geschrieben wurde, gilt noch immer. Es kann keinen Fortschritt geben, wenn die Mädchen nicht in Schulen oder Ausbildungsstätten erzogen, in Naturwissenschaften und anderen Wissensgebieten unterwiesen werden, wenn sie nicht, wie nötig, vielfältige Künste erlernen und göttlich erzogen werden. Denn eines Tages werden diese Mädchen Mütter sein. Mütter sind die ersten Erzieher der Kinder, die dem Kind Tugenden ins Herz pflanzen. Sie spornen das Kind zu Vervollkommnung und gutem Benehmen an, warnen es vor unschicklichen Eigenschaften, ermutigen es dazu, Entschlossenheit, Festigkeit und Standhaftigkeit in Schwierigkeiten zu zeigen und voranzuschreiten auf dem Weg des Fortschritts. Daher ist es notwendig, der Erziehung der Mädchen gebührende Beachtung zu schenken. Dies ist eine sehr wichtige Aufgabe, und sie sollte unter der Leitung des Geistigen Rates stehen und von ihm geregelt werden.A43 42 …Mädchen haben in diesem herrlichen Zeitalter die Pflicht, in den verschiedenen Wissensgebieten, den Wissenschaften, den Künsten und all den Wundern dieser herausragenden Zeit bestens bewandert zu sein, damit sie später ihre Kinder erziehen können und sie von ihren frühesten Tagen an auf den Wegen der Vollkommenheit geleiten.A44 43 Die Bildung der Frau ist zudem notwendiger und wichtiger als die des Mannes, denn die Frau ist die Erzieherin des Kindes von Geburt an. Ist sie selbst unvollkommen und voller Mängel, wird unausweichlich auch das Kind mit Fehlern behaftet sein; die Unvollkommenheit der Frau führt zur Unvollkommenheit der ganzen Menschheit, denn die Mutter erzieht, versorgt und betreut das Kind während es aufwächst. Das ist nicht Aufgabe des Vaters. Ist der Erzieher unfähig, so wird der Heranwachsende entsprechende Mängel haben. Das ist offensichtlich und unbestreitbar. Kann der Schüler hervorragend gebildet sein, wenn der Lehrer ungelehrt und unwissend ist? Die Mütter sind die ersten Erzieherinnen der Menschheit; sind sie unvollkommen, dann ist es schlimm um die Menschheit und ihre Zukunft bestellt… Einige haben eingewandt, die Frau sei weniger befähigt als der Mann und sei von Natur aus mit Mängeln behaftet. Das ist reine Einbildung. Die unterschiedliche Befähigung bei Mann und Frau beruht allein auf unterschiedlichen Chancen und Bildungsvoraussetzungen. Bisher blieb der Frau das Recht und der Vorzug einer gleichberechtigten Entwicklung versagt. Hätte sie die gleichen Chancen, wäre sie dem Manne zweifellos ebenbürtig. Das wird durch die Geschichte belegt. In der Vergangenheit haben sich namhafte Frauen für Staatsangelegenheiten eingesetzt und die Männer in ihren Leistungen übertroffen… Kurz, dies soll deutlich machen, dass die Frau, wenn sie umfassend gebildet ist und all ihre Rechte erhält, die Fähigkeit zu wunderbaren Leistungen entwickelt und sich dem Mann als ebenbürtig erweist. Sie ist Partnerin des Mannes, seine Ergänzung und seine Gefährtin. Beide sind Menschen; beide sind mit Verstandeskraft ausgestattet und verkörpern die Tugenden der Menschheit. In allem menschlichen Vermögen und Wirken sind sie ebenbürtige Partner. Gegenwärtig kann die Frau in den menschlichen Tätigkeitsbereichen ihre angeborenen Vorzüge nicht zum Ausdruck bringen, da es ihr an Bildung und Möglichkeiten mangelt. Ohne Zweifel wird Erziehung und Bildung zur Gleichberechtigung von Mann und Frau führen.A45 44 Mit der Verkündigung der Einheit der Menschheit lehrte Er, dass Männer und Frauen vor Gott gleichwertig sind und kein Unterschied zwischen ihnen gemacht werden darf. Der einzige Unterschied zwischen ihnen ist, dass es derzeit an Erziehung und Bildung mangelt. Wenn der Frau die gleichen Bildungschancen eingeräumt werden, werden alle Unterschiede verschwinden und die Frau wird nicht mehr als unterlegen angesehen werden… Er forderte den gleichen Bildungsweg für Mann und Frau. Töchter und Söhne müssen denselben Lehrplan durchlaufen und dadurch die Einheit der Geschlechter fördern. Wenn alle Menschen die gleichen Bildungschancen haben und die Gleichberechtigung von Mann und Frau verwirklicht ist, ist dem Krieg der Boden entzogen.A46 45 Warum sollte die Frau in ihrer geistigen Entwicklung zurückbleiben? Wissenschaft ist lobenswert – ob die Forschung nun durch den Verstand eines Mannes oder den einer Frau erfolgt. So machte die Frau nach und nach Fortschritte und bewies zunehmend, dass sie die gleichen Fähigkeiten wie der Mann besitzt – sei es in der wissenschaftlichen Forschung, in der Politik oder in irgendeinem anderen Bereich menschlichen Wirkens. Die Schlussfolgerung ist offensichtlich: Die Frau wurde abgehängt, weil Bildung und intellektuelle Anreize fehlten. Hätte sie die gleichen Bildungschancen und den gleichen Bildungsweg, würde sie die gleichen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln.A47 46 Bahá’u’lláh hat verkündet, dass alle Menschen Ausbildung und Anleitung bekommen müssen, da Unwissenheit und der Mangel an Erziehung und Bildung wie trennende Schranken zwischen den Menschen stehen. Durch diese Vorkehrung wird der Mangel an gegenseitigem Verständnis behoben, wird die Einheit der Menschheit gefördert und vorangebracht. Universelle Erziehung ist ein allgemeingültiges Gesetz. So ist jeder Vater verpflichtet, seine Kinder nach seinen Möglichkeiten zu unterrichten und zu unterweisen. Wenn er nicht in der Lage ist, sie zu unterrichten, müssen staatliche Stellen, Vertreter des Volkes Mittel und Wege für ihre Ausbildung bereitstellen… Die Unterschiede in Abhängigkeit vom Geschlecht der Menschen ist auf die fehlende Bildung der Frauen zurückzuführen, die nicht die gleichen Chancen für ihre Entwicklung und ihren Fortschritt bekommen. Die Gleichstellung der Geschlechter wird entsprechend den wachsenden Möglichkeiten der Frau in diesem Zeitalter verwirklicht werden, denn Mann und Frau empfangen gleichermaßen die Kräfte und Gaben Gottes, des Schöpfers. Einen Unterschied zwischen ihnen hat Gott in Seinem vollendeten Ratschluss nicht vorgesehen.A48 47 Die Erziehung und Bildung eines jeden Kindes ist zwingend erforderlich … Ergänzend zu dieser allgemeinen Bildung muss jedes Kind in einem Beruf, einem Kunsthandwerk oder einem Gewerbe geschult werden, damit jedes Mitglied der Gemeinschaft seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Arbeit, im Geiste des Dienstes zu leisten, ist die höchste Form von Gottesdienst.A49 48 Schenkt der Schule für Mädchen besondere Aufmerksamkeit, denn die Größe dieses wunderbaren Zeitalters wird sich darin zeigen, welcher Fortschritt in der Welt der Frauen erzielt wird. Aus diesem Grund könnt ihr beobachten, dass in jedem Lande die Welt der Frauen voranschreitet. Dies liegt im Einfluss der größten Offenbarung und in der Macht der göttlichen Lehren begründet.A50 49 Unsere Herzen wurden durch deinen Brief über die Mädchenschule erfreut. Gelobt sei Gott, dass es nun eine Schule dieser Art in Ṭihrán gibt, in der junge Mädchen durch Seine Freigebigkeit eine Erziehung erhalten und mit aller Energie die Kenntnisse der Menschheit erwerben können. Sehr bald werden die Frauen auf jedem Gebiet mit den Männern Schritt halten. Bisher gab es in Persien keinen Weg für den Fortschritt der Frauen. Aber nun sind sie – Gott sei Dank –, seitdem der Morgen des Heils heraufdämmert, Tag für Tag vorangeschritten. Hoffentlich werden sie in Tugenden und Kenntnissen die Führung übernehmen, nahe dem Hofe des allmächtigen Gottes, in Glauben und Gewissheit. Mögen die Frauen des Ostens zum Vorbild für die Frauen des Westens werden.A51 Aus einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 50 Die Aufgabe der Allgemeinbildung, die bereits eine Armee engagierter Mitarbeiter aus allen Religionen und Nationen für sich gewonnen hat, verdient nachdrückliche Unterstützung durch die Regierungen der Welt. Unwissenheit ist unbestreitbar der Hauptgrund für den Abstieg und Untergang der Völker und für das Fortbestehen von Vorurteilen. Kein Staat kann Erfolg haben, wenn nicht allen seinen Bürgern Bildung vermittelt wird. Der Mangel an Mitteln beschneidet die Fähigkeit vieler Staaten, dieser Notwendigkeit zu entsprechen, und zwingt sie, Prioritäten zu setzen. Die zuständigen Entscheidungsgremien täten gut daran, der Bildung von Frauen und Mädchen höchste Priorität einzuräumen, denn durch gebildete Mütter kann der Nutzen des Wissens am wirksamsten und schnellsten die Gesellschaft durchdringen. Im Einklang mit den Erfordernissen der Zeit sollte in Betracht gezogen werden, den Gedanken der Weltbürgerschaft jedem Kind als Teil seiner Grundausbildung zu vermitteln.A52 Aus Briefen im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 51 Ein wichtiger Baustein auf dem Wege zur Gleichberechtigung ist Bahá’u’lláhs Vorschrift, dass für Jungen und Mädchen im Prinzip der gleiche Schullehrplan gelten muss.A53 52 Das Haus der Gerechtigkeit sieht in der Notwendigkeit, die Frauen zu ihrer Hauptverantwortung als Mütter zu erziehen und anzuleiten, eine ausgezeichnete Gelegenheit, Frauenaktivitäten zu organisieren. Ihre Bemühungen sollten sich darauf konzentrieren, ihnen bei ihrer Aufgabe als Erzieherinnen der heranwachsenden Generation zu helfen. Auch sollten die Frauen ermutigt werden, ihre Ehemänner und männlichen Familienmitglieder für den Glauben zu gewinnen, so dass die Bahá’í-Gemeinde repräsentativ für die Gesellschaft ist, der sie zugehört. Nach und nach wird sich dann der in unseren Lehren dargelegte Geist der Einheit und Freundschaft im Leben der Bahá’í-Familien widerspiegeln.A54 Anwendung des Prinzips der Gleichberechtigung auf das Familienleben Aus den Schriften Bahá’u’lláhs 53 Die Feder des Altehrwürdigen der Tage kündet auf Seinen Tafeln von der Standhaftigkeit in Seiner Sache. Danke dem Geliebten der Welt, dass du dein Herz auf Ihn gerichtet hast und Seinen Lobpreis verkündest. Manch ein Mann blieb an diesem Tag der Erwähnung des Allgenügenden Herrn und der Erkenntnis Seiner Wahrheit beraubt, und manch eine Frau richtete ihren Blick zum Horizont des Höchsten und schmückte sich mit dem Gewand der Liebe des von der Welt Ersehnten. Dies ist Gottes Gnade, die Er gewährt, wem Er will. Beim Tagesgestirn altehrwürdiger Geheimnisse! Der süße Duft eines jeden Atemzugs, der in der Liebe zu Gott gehaucht wird, weht zum Hof der Gegenwart des Herrn der Offenbarung. Der Lohn keiner einzigen guten Tat wird je verlorengehen. Gesegnet bist du, zweifach gesegnet! Du gehörst zu jenen Dienerinnen, deren Liebe zur Familie sie nicht hinderte, die Ufer des Meeres der Gnade und des Erbarmens zu erreichen. So Gott will, wirst du ewig im Schatten der Gunst des Allbarmherzigen verweilen und Seiner Gnadengaben versichert sein. Preise den Wahren und erfreue dich Seiner liebevollen Güte. Die Welt schwindet dahin; was ewig währt, ist Gottes Liebe. So Gott will, wirst du den Einen Wahren in jeder Seiner Welten umkreisen und gelöst sein von allem außer Ihm.A55 54 Erleuchtet vom Strahlenglanz der Sonne der Gewissheit sollten alle wissen: Vor Gott waren Frauen und Männer von jeher gleich und werden es immer sein. Der Aufgangsort des Lichtes Gottes erleuchtet alle mit gleichem Glanz. Wahrlich, Gott erschuf die Frau für den Mann und den Mann für die Frau. Die Liebsten vor Gott sind die Standhaftesten und jene, die in ihrer Liebe zu Gott, erhaben sei Seine Herrlichkeit, die anderen überragen. Gerechtigkeit, Unparteilichkeit, Güte und Liebe sollten der Schmuck der Freunde Gottes sein. Wie sie sich selbst gegen Grausamkeit und Übergriffe verwahren, so ist es ihre Pflicht, derartige Tyrannei von den Dienerinnen Gottes fernzuhalten. Er, wahrlich, spricht die Wahrheit und befiehlt, was Seinen Knechten und Mägden nützt. Für alle in dieser und der künftigen Welt ist Er der Beschützer.A56 Aus Schriften und Ansprachen ‘Abdu’l-Bahás 55 Der Herr, einzig ist Er, hat Mann und Frau erschaffen, damit sie in engster Gemeinschaft miteinander leben und wie eine einzige Seele seien. Sie sind zwei Gefährten, zwei nahe Freunde, die gegenseitig auf ihr Wohl bedacht sein sollten. Wenn sie so leben, werden sie diese Welt vollkommen zufrieden, glückselig und heiteren Gemüts durchschreiten, um im Himmelreich zum Ziel göttlicher Gnade und Gunst zu werden. Aber wenn sie sich anders verhalten, wird sich ihr Leben in großer Bitterkeit verzehren, jeden Augenblick werden sie den Tod herbeisehnen, und im Himmelreich werden sie beschämt sein. Seid daher bemüht, mit Leib und Seele wie zwei Tauben in einem Nest miteinander zu wohnen, denn dies bedeutet Segen in beiden Welten.A57 56 … folgt den Geboten Gottes und dem heiligen Gesetz und säugt eure Kinder vom ersten Tag an mit der Milch allumfassender Erziehung! Erzieht sie so, dass von frühester Kindheit an tief in ihren Herzen, in ihrem ureigensten Wesen, eine Lebensart fest begründet wird, die mit den göttlichen Lehren völlig übereinstimmt. Mütter sind die ersten Erzieher, die ersten Berater; sie sind es wahrlich, die das Glück, die zukünftige Bedeutung, die Liebenswürdigkeit, Bildung und Urteilskraft, das Verständnis und den Glauben ihrer Kleinen vorherbestimmen.A58 57 … Vater und Mutter sind verpflichtet, Tochter und Sohn mit größter Anstrengung auszubilden, sie an der Brust der Erkenntnis zu nähren und sie aufzuziehen am Busen der Wissenschaften und Künste. Wer diese Aufgabe vernachlässigt, der wird in Gegenwart des gestrengen Herrn zur Rechenschaft gezogen und mit Vorwürfen überhäuft werden.A59 58 Wisset, o ihr liebenden Mütter: In den Augen Gottes ist der beste Weg, Ihn zu verherrlichen, die Erziehung der Kinder und ihre Bildung in allen Vollkommenheiten der Menschheit. Keine edlere Tat ist denkbar.A60 59 Beachtet, wie leicht sich die Angelegenheiten einer Familie regeln lassen, wenn Einheit herrscht, welche Fortschritte die Familienmitglieder dann machen, wie erfolgreich sie in der Welt sind. Ihre Beziehungen sind geordnet, sie erfreuen sich behaglicher Ruhe. Sie sind ohne Sorge, ihre Stellung ist gesichert, sie werden von allen beneidet. Mit jedem Tag festigt eine solche Familie ihre Stellung und mehrt ihre dauernde Ehre.A61 60 Du hast gefragt, ob ein Mann seine Frau daran hindern könne, das göttliche Licht anzunehmen, oder ob eine Frau ihren Mann davon abhalten könne, das Reich Gottes zu betreten. Wahrlich, keiner von beiden kann den anderen daran hindern, in das Königreich zu gelangen, es sei denn, der Mann hat eine übertriebene Bindung an seine Frau oder die Frau an ihren Mann. Wenn ein Partner den anderen so anbetet, dass er darüber Gott vergisst, dann kann einer den anderen tatsächlich daran hindern, den Weg zu Seinem Königreich einzuschlagen.A62 61 Frage: Wie steht Ihr Glaube zur Familie? Antwort: Nach den Lehren Bahá’u’lláhs muss die Familie als Gemeinschaft nach den Regeln der Heiligkeit erzogen werden. Alle Tugenden müssen in der Familie gelehrt werden. Die Unversehrtheit der Familienbande ist stets zu berücksichtigen; die Rechte der Familienmitglieder dürfen nicht verletzt werden. Niemandes Recht, weder von Vater, Mutter oder Sohn darf verletzt oder willkürlich ausgelegt werden. So wie der Sohn bestimmte Pflichten gegenüber seinem Vater hat, hat auch der Vater bestimmte Pflichten gegenüber seinem Sohn. Die Mutter, die Schwester und andere Haushaltsmitglieder haben ihre eigenen Vorrechte. All diese Rechte und Vorrechte müssen gewahrt werden, die Einheit der Familie muss jedoch erhalten bleiben. Der Schaden für einen von ihnen soll als Schaden für alle angesehen werden, das Wohl des Einzelnen als das Wohl aller, die Auszeichnung von einem als Ehre aller.A63 Aus Briefen im Auftrag des HütersA64 62 Es ist sehr bedauerlich, wenn es zwischen Mann und Frau zu unterschiedlichen Meinungen und Überzeugungen kommt, denn dies schwächt zweifelsohne das geistige Band, das, vor allem in schwierigen Zeiten, ein Bollwerk für den Familienzusammenhalt ist. Die Bewältigung solcher Probleme liegt sicherlich nicht in einem Verhalten, das zur Entfremdung führt. Es ist ein Ziel der Sache Gottes, engere Bande in den Familien zu knüpfen. In allen derartigen Fällen empfahl der Meister deshalb, auf die Wünsche des anderen einzugehen und zu beten. Beten Sie, dass Ihr Mann nach und nach das Licht erkennen möge, und verhalten Sie sich gleichzeitig so, dass Sie ihn dem Glauben näherbringen, statt ihn dagegen einzunehmen. Ist die Eintracht erst einmal gesichert, werden Sie in der Lage sein, ungehindert zu dienen.A65 63 Shoghi Effendi vertraut darauf, dass Ihre Frau auf sein Telegramm und diesen Brief hin ihrer Familie etwas mehr Zeit zu widmen vermag, aber er hofft auch, dass Sie ihr helfen werden, Zeit und Gelegenheit zum Dienst an der Sache zu finden, die ihrem Herzen so lieb und wert ist und in der ihre Dienste sehr geschätzt werden.A66 64 Der Hüter meinte mit seinen Bemerkungen … über die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, Mann und Frau in Amerika, dass die Kinder dortzulande dazu neigen, die Wünsche ihrer Eltern zu wenig zu berücksichtigen und ihnen den schuldigen Respekt zu versagen. Auch neigen Frauen in manchen Fällen dazu, ihre Ehemänner zu beherrschen. Das ist natürlich ebenso verkehrt wie die ungerechte Herrschaft des Mannes über seine Frau.A67 65 Eine der wesentlichen Lehren des Glaubens ist, dass in der Familie die Einheit gewahrt werden muss. Natürlich bedeutet das nicht, dass ein Familienmitglied das Recht hat, Einfluss auf den Glauben eines anderen zu nehmen. Wenn das alle Familienmitglieder berücksichtigen, ist die Einheit gewiss möglich.A68 66 Der Hüter schätzt Ihren Wunsch, in dieser Zeit aufzubrechen und als Pionier mitzuhelfen, den Glauben in unerschlossene Gegenden zu tragen; aber Sie sollten sich nicht gegen den Willen Ihres Mannes aufmachen und ihn zwingen, alles aufzugeben, damit Sie dem Glauben auf diese Weise dienen können. Wir müssen den Wünschen und Rechten der uns Nahestehenden Rechnung tragen. Wünscht Ihr Mann, dass Sie bleiben, wo Sie sind, so gibt es gewiss auch dort ein weites Feld für Lehrarbeit.A69 67 Wo immer eine Bahá’í-Familie lebt, sollten die Beteiligten alles in ihrer Macht Stehende tun, um sie zu erhalten; denn die Scheidung wird in den Lehren scharf missbilligt, wohingegen Harmonie, Einheit und Liebe als höchste Ideale für die menschlichen Beziehungen gepriesen werden. Dies muss immer für die Bahá’í gelten, ob sie als Pioniere dienen oder nicht. A70 Aus Briefen im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 68 Dass der erste Lehrer des Kindes die Mutter ist, sollte nicht überraschen, denn zuerst richtet sich das Kind nach seiner Mutter. Diese Vorkehrung der Natur setzt die Vaterrolle in der Bahá’í-Familie keineswegs herab. Auch hier bedeutet Gleichberechtigung nicht Gleichheit der Aufgabe.A71 69 In Anbetracht der Probleme, die Sie und Ihre Frau haben, weist das Haus der Gerechtigkeit daraufhin, dass die Einheit Ihrer Familie Vorrang vor jeder anderen Überlegung haben sollte. Bahá’u’lláh kam, der Welt die Einheit zu bringen; dabei ist die Einheit der Familie grundlegend. Wir müssen daran denken, dass der Glaube die Familie stärken, nicht sie schwächen soll. Zum Beispiel sollte der Dienst für die Sache nicht zur Vernachlässigung der Familie führen. Es ist für Sie wichtig, Ihre Zeit so einzuteilen, dass Ihr Familienleben harmonisch verläuft und Ihr Haushalt die nötige Aufmerksamkeit erfährt. Bahá’u’lláh betonte auch, wie wichtig die Beratung ist. Wir sollten nicht denken, dass diese wertvolle Methode der Problemlösung auf die Verwaltungsinstitutionen der Sache beschränkt ist. Beratung in der Familie, bei der offen und frei gesprochen wird und die beseelt ist von der Erkenntnis, dass Mäßigung und Ausgewogenheit notwendig sind, kann das Allheilmittel für häusliche Konflikte sein. Weder sollten Frauen versuchen, ihre Ehemänner zu beherrschen, noch Ehemänner ihre Frauen.A72 70 Das Haus der Gerechtigkeit hat zur Kenntnis genommen, dass Sie und Ihr Mann mit Ihrem Geistigen Rat über Ihre familiären Probleme beraten haben, ohne einen Rat zu erhalten, und dass Sie mit einem Familienberater Ihre Situation ohne Erfolg erörtert haben, und ist der Meinung, dass es für Ihren Mann und Sie sehr wesentlich ist, zu erkennen, dass die Ehe ein Quell des Wohlbefindens sein kann und ein Gefühl von Sicherheit und geistigem Glück vermittelt. Aber das kommt nicht zufällig. Damit die Ehe zu einem Hafen der Zufriedenheit wird, bedarf es des gemeinsamen Bemühens der Ehepartner und der Hilfe ihrer Familien.A73 71 Alle Familienmitglieder haben gegeneinander und gegenüber der Familie als Ganzem Pflichten und Verantwortlichkeiten, und diese Pflichten und Verantwortlichkeiten sind verschieden wegen der natürlichen Beziehungen der Familienangehörigen zueinander. Die Eltern haben unausweichlich die Pflicht, ihre Kinder zu erziehen – nicht umgekehrt; die Kinder haben die Pflicht, ihren Eltern zu gehorchen – die Eltern gehorchen nicht den Kindern. Die Mutter – nicht der Vater – bringt die Kinder zur Welt, umsorgt sie im Säuglingsalter und ist somit ihr erster Erzieher; deshalb haben die Töchter vor den Söhnen das vorrangige Recht auf Bildung, und wie der Sekretär des Hüters in dessen Auftrag schrieb, »wird in den Bahá’í-Schriften immer wieder betont, dass ein Bahá’í-Kind großzuziehen, die Hauptpflicht der Mutter ist, die in der Tat das einzigartige Vorrecht hat, in ihrem Heim die Bedingungen zu schaffen, die dem körperlichen wie geistigen Wohlergehen und der Förderung des Kindes am besten dienen. Die Erziehung, die ein Kind zuerst von der Mutter erhält, legt die sicherste Grundlage seiner künftigen Entwicklung.«Q1 Eine natürliche Folge dieser Verantwortung ist das Recht der Mutter, von ihrem Mann versorgt zu werden – ein Mann hat gegenüber seiner Frau kein ausdrückliches Recht auf Versorgung … Trotz liebevoller Beratung verbleiben in jeder Gruppe gelegentlich Fragen, über die sich keine Übereinstimmung erzielen lässt. In einem Geistigen Rat wird dieses Problem durch die Stimmenmehrheit gelöst. Jedoch kann es keine Stimmenmehrheit geben, wenn nur zwei Partner betroffen sind, wie im Falle von Mann und Frau. Deshalb sollte manchmal eine Frau ihrem Mann und manchmal der Mann seiner Frau nachgeben, aber keiner sollte jemals den anderen beherrschen. Kurz gesagt, die Beziehung zwischen Mann und Frau sollte so sein, wie es in dem von ‘Abdu’l-Bahá offenbarten Gebet heißt, das oft bei Bahá’í-Trauungen gelesen wird: »Wahrlich, sie sind vermählt nach Deinem Gebot. So lass sie denn bis ans Ende der Zeit zu Zeichen der Eintracht und der Einigkeit werden.«Q2 Dies alles sind Beziehungen innerhalb der Familie, aber es gibt einen weiteren Bereich von Beziehungen zwischen Mann und Frau außerhalb der Familie; auch dies müssen wir im Kontext der Bahá’í-Gesellschaft und nicht unter vergangenen oder gegenwärtigen gesellschaftlichen Normen betrachten. Obwohl zum Beispiel die Mutter die erste Erzieherin des Kindes ist und den wichtigsten gestaltenden Einfluss auf seine Entwicklung hat, ist auch der Vater für die Erziehung der Kinder verantwortlich. Diese Verantwortung ist so schwerwiegend, dass Bahá’u’lláh bestimmt hat, dass ein Vater seine Vaterschaftsrechte verwirkt, wenn er dieser Verantwortung nachzukommen versäumt. Liegt auch die Hauptverantwortung, die Familie finanziell zu versorgen, beim Mann, so bedeutet dies keineswegs, dass die Aufgabe der Frau auf das Heim beschränkt sei.A74 72 Sie haben jedoch nach besonderen Verhaltensregeln gefragt, um die Beziehungen zwischen Eheleuten zu ordnen. Das Haus der Gerechtigkeit möchte dieser Bitte nicht entsprechen, da in der Zusammenstellung über dieses Thema bereits Führung in ausreichendem Maße enthalten ist. So etwa das Prinzip, dass im Familienverband die Rechte jedes einzelnen und aller gewahrt werden müssen, und der Rat, dass der Grundgedanke liebevolle Beratung sein sollte, dass alle Angelegenheiten in Liebe und Eintracht geregelt werden sollten und manchmal der Mann, manchmal die Frau den Wünschen des anderen nachgeben sollte. Unter welchen Umständen man nachgeben sollte, muss jedes Ehepaar selbst entscheiden.A75 73 Sie fragen nach der Ermahnung, dass jeder arbeiten muss, und möchten wissen, ob dies heißt, dass Sie als Frau und Mutter ebenso wie Ihr Mann für den Lebensunterhalt zu arbeiten haben. Wir wurden gebeten, zu Ihrer Einsicht eine Schriftstelle, Die zwölfte frohe Botschaft aus Bahá’u’lláhs Sendschreiben Bishárát beizufügen.A76 Sie werden daraus ersehen, dass die Freunde angewiesen werden, einen Beruf auszuüben, der der Menschheit nützt. Haushaltsführung ist eine höchst ehrenwerte und verantwortungsvolle Arbeit von grundlegender Bedeutung für die Menschheit.A77 74 Sie haben gefragt, ob Mütter außer Haus arbeiten sollten. Es ist hilfreich, dies aus dem Blickwinkel des Bahá’í-Familienkonzepts zu betrachten. Dieses Konzept beruht auf dem Grundsatz, dass der Mann die Hauptverantwortung für den Familienunterhalt trägt, die Frau aber die wichtigste und erste Erzieherin der Kinder ist. Das heißt aber keinesfalls, dass diese Aufgaben starr festgelegt sind und nicht abgewandelt und den besonderen Familienverhältnissen angepasst werden könnten. Es heißt auch nicht, dass der Wirkungskreis der Frau auf das Haus beschränkt ist. Vielmehr sind damit zwar Hauptverantwortlichkeiten zugewiesen, aber es ist vorgesehen, dass Väter eine maßgebliche Rolle bei der Kindererziehung spielen und Frauen auch den Familienunterhalt verdienen können. Wie Sie richtig bemerken, ermutigte ‘Abdu’l-Bahá die Frauen, »an den Angelegenheiten der Welt in vollem Umfang und gleichberechtigt mitzuwirken«. Was Ihre besonderen Fragen angeht, so hängt die Entscheidung, wieviel Zeit eine Mutter für die Arbeit außer Haus aufbringen kann, von den jeweiligen Familienverhältnissen ab, die sich von Zeit zu Zeit ändern können. Beratung in der Familie wird hier helfen, die Antworten zu finden.A78 75 Die große Bedeutung der Mutterrolle ist darin begründet, dass die Mutter die erste Erzieherin des Kindes ist. Ihr Verhalten, ihre Gebete, sogar ihre Essgewohnheiten und ihr Gesundheitszustand haben großen Einfluss auf das Kind im Mutterleib. Nach der Geburt des Kindes ist sie es, die von Gott mit der Milch ausgestattet wurde, dem ersten Nahrungsmittel, das dem Kind bestimmt ist. Und es ist so vorgesehen, dass die Mutter nach Möglichkeit während der ersten Tage und Monate mit dem Kind zusammen ist, um es zu erziehen und zu stillen. Das heißt nicht, dass der Vater sein Kind nicht auch liebt, für es betet und sorgt, aber da er die Hauptverantwortung für den Lebensunterhalt der Familie trägt, ist die Zeit, die er mit dem Kind verbringt, gewöhnlich begrenzt, während die Mutter üblicherweise mit dem Kind in dieser äußerst prägenden Zeit eng verbunden ist, in der es schneller wächst und sich entwickelt als jemals wieder in seinem ganzen Leben. Wenn das Kind älter und unabhängiger wird, ändert sich die Beziehung zu Mutter und Vater, und der Vater kann eine größere Rolle spielen.A79 Frauen in der Gesellschaft Aus den Schriften Bahá’u’lláhs 76 Jedem von euch ist es zur Pflicht gemacht, sich in einem Beruf – einem Handwerk, Gewerbe und dergleichen – zu betätigen. Wir haben eure Tätigkeit bei solcher Arbeit gnädiglich zum Rang des Dienstes an Gott, dem Wahren, erhoben. Denkt in euren Herzen über die Gnade und den Segen Gottes nach und sagt Ihm Dank des Abends und des Morgens. Vergeudet eure Zeit nicht mit Faulheit und Müßiggang. Beschäftigt euch mit dem, was euch und anderen nützt. So ist es verordnet in diesem Sendschreiben, von dessen Horizont die Sonne der Weisheit und des Wortes widerstrahlt. Die verächtlichsten Menschen in den Augen Gottes sind die, die faul dasitzen und betteln. Haltet euch fest an das Seil der weltlichen Mittel, im vollen Vertrauen auf Gott, der euch mit allen Gütern versorgt. Wer sich in einem Handwerk oder Gewerbe betätigt, dessen Tätigkeit wird von Gott als Gottesdienst gewertet; und dies ist nur ein Zeichen Seiner unendlichen, alles durchdringenden Großmut.A80 Aus Schriften und Ansprachen ‘Abdu’l-Bahás 77 Die Mägde Gottes und die Dienerinnen an Seinem himmlischen Hof sollten solche Eigenschaften und solches Verhalten unter den Frauen der Welt zeigen, dass sie in Frauenkreisen hervorragen und zu hohem Ansehen gelangen. Das heißt, sie sollten in höchster Keuschheit und unerschütterlichem Anstand, mit unbeugsamem Glauben, klarer Sprache und beredter Zunge, mit unwiderlegbarem Zeugnis und fester Entschlossenheit mit ihnen verkehren. Flehe zu Gott, dass du all diese Gaben erlangst.A81 78 Solange die Gleichstellung von Mann und Frau nicht vollständig verwirklicht ist, kann sich die menschliche Gesellschaft nicht zur Reife entwickeln. Selbst wenn man annähme, dass die Frau dem Mann zu einem gewissen Grad an Fähigkeit oder an Leistung unterlegen ist, so schafft diese oder jede andere Unterscheidung doch nur weiterhin Zwietracht und Unruhe. Das einzige Heilmittel ist Erziehung, Bildungschancen, denn Gleichstellung bedeutet gleiche Qualifikation… Und es sollte noch einmal deutlich gesagt werden: Bevor Mann und Frau nicht die Gleichberechtigung anerkennen und verwirklichen, ist gesellschaftlicher und politischer Fortschritt weder hier noch irgendwo sonst möglich.A82 79 …Bahá’u’lláh hat deshalb den Grundsatz der Religion offenbart, nach dem der Frau das gleiche Recht auf Erziehung und Ausbildung zusteht wie dem Mann und sie die gleichen Privilegien genießt wie er. Das heißt, in der Erziehung und Ausbildung von Mann und Frau darf es keinen Unterschied geben, damit die Frau in sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhängen die gleiche Befähigung und Bedeutung wie der Mann entwickeln kann. Dann wird die Welt zur Einheit und Harmonie gelangen. In früheren Zeiten war die Menschheit unzulänglich und ineffizient, weil sie noch unvollständig war. Der Krieg und seine Verwüstungen haben die Welt verdorben; die Bildung der Frau wird ein gewaltiger Schritt sein, um den Krieg zu beseitigen und zu beenden, denn sie wird ihren ganzen Einfluss gegen den Krieg nutzen. Die Frau zieht das Kind auf und erzieht den Jugendlichen bis zur Reife. Sie wird sich weigern, ihre Söhne auf dem Schlachtfeld zu opfern. Sie wird tatsächlich der stärkste Faktor bei der Schaffung des Weltfriedens und des internationalen Schiedsgerichts sein. Gewiss wird die Frau den Krieg unter den Menschen abschaffen.A83 80 Auch hier hat sich in der Geschichte gezeigt, dass dort, wo die Frau nicht an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten beteiligt war, die Ergebnisse nie einen Zustand der Vollendung und Vollkommenheit erreicht haben. Andererseits hat jedes einflussreiche Vorhaben der Menschenwelt, an dem die Frau beteiligt war, Bedeutung erlangt. Das ist historisch belegt und selbst in der Religion nicht zu widerlegen. Jesus Christus hatte zwölf Jünger und unter seinen Anhängern eine Frau, die als Maria Magdalena bekannt ist. Judas Ischariot wurde zum Verräter und Heuchler, und nach der Kreuzigung waren die verbliebenen elf Jünger wankelmütig und unentschlossen. Die Evangelien bezeugen eindeutig, dass es Maria Magdalena war, die sie tröstete und ihren Glauben aufrichtete … Das bedeutsamste Anliegen dieser Zeit ist der internationale Friede und ein internationaler Schiedsgerichtshof, und der Weltfriede ist nur mit allgemeinem Wahlrecht erreichbar.A84 81 Frage: Ist es nicht eine Tatsache, dass weltweiter Friede nicht erreicht werden kann, ehe nicht alle Länder der Welt demokratisch regiert werden? Antwort: Es ist ganz klar, dass es in der Zukunft in den Ländern der Welt keine Zentralisierung geben wird, seien sie konstitutionell, republikanisch oder demokratisch regiert. Die Vereinigten Staaten könnten ein Beispiel für eine künftige Regierung sein – das heißt, jede Provinz wird selbst unabhängig sein, aber es wird einen föderalistischen Bund geben, der die Interessen der diversen unabhängigen Staaten schützt. Diese Staatsform kann man nicht unbedingt als republikanisch oder als demokratisch bezeichnen. Die Zeit fordert, Zentralisierung zu vermeiden, weil Zentralisierung Despotentum begünstigt. Das wird zu internationalem Frieden führen. Eine ebenso wichtige Bedeutung für die Schaffung des Weltfriedens hat das Frauenwahlrecht. Das heißt, wenn zwischen Männern und Frauen völlige Gleichberechtigung hergestellt sein wird, kann Friede verwirklicht werden aus dem einfachen Grund, dass Frauen im Allgemeinen niemals Krieg befürworten werden. Frauen werden es nicht zulassen, dass jene, für die sie so zärtlich gesorgt haben, aufs Schlachtfeld gehen. Wenn sie eine Stimme haben, werden sie sich gegen jede Kriegsursache aussprechen. Ein weiterer Faktor, der zu universellem Frieden führen wird, ist die Verbindung von Orient und Okzident.A85 82 Wenn alle Menschen die gleichen Bildungschancen haben und die Gleichberechtigung von Mann und Frau verwirklicht ist, ist dem Krieg der Boden entzogen. Ohne Gleichberechtigung ist dies unmöglich, weil alle trennenden Unterschiede zu Zwietracht und Streit führen. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau trägt zur Abschaffung von Krieg bei, denn Frauen werden niemals bereit sein, ihn zu billigen.A86 83 Die Frau muss ihre Energien und Fähigkeiten besonders den mit Industrie und Landwirtschaft verbundenen Wissenschaften widmen, um die Menschheit in dem zu unterstützen, was am nötigsten ist. Dadurch wird die Frau ihr Können beweisen und erreichen, dass ihre Gleichwertigkeit auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet anerkannt wird.A87 84 Daher bemüht euch, der Menschheit zu zeigen, dass Frauen äußerst fähig und tüchtig sind, ihre Herzen zärtlicher und empfänglicher als Männerherzen, dass sie menschenfreundlicher sind und den Armen und Notleidenden mehr Verständnis entgegenbringen, unnachgiebig den Krieg ablehnen und den Frieden lieben. Bemüht euch, damit das Ideal des Weltfriedens durch die Anstrengungen der Frauen verwirklicht wird, denn der Mann neigt mehr zum Krieg als die Frau; ein wirklicher Beweis für die Überlegenheit der Frau wird ihr wirksamer Einsatz bei der Errichtung des Weltfriedens sein.A88 85 So wird die Frau, ausgestattet mit den gleichen Qualitäten wie der Mann, durch alle Stufen menschlicher Errungenschaften aufsteigen und den Männern ebenbürtig sein, und erst wenn diese Gleichstellung gegeben ist, werden wahre Fortschritte und Errungenschaften für die Menschheit möglich sein. Die offensichtlichen Gründe dafür sind folgende: Die Frau ist von Natur aus gegen den Krieg eingestellt, sie ist eine Verfechterin des Friedens. Die Kinder werden von ihren Müttern gehegt und großgezogen. Die Mütter sorgen für die ersten Grundlagen ihrer Erziehung und Bildung und arbeiten unermüdlich für ihr Wohl. Stellen Sie sich eine Mutter vor, die zwanzig Jahre lang einen Sohn bis zum Reifealter liebevoll aufgezogen hat. Sicherlich billigt sie nicht, dass ihr Sohn in Stücke gerissen und auf dem Schlachtfeld getötet wird. Wenn daher die Frau dem Mann an Macht und Privilegien einschließlich dem Wahlrecht und der Einflussnahme in der Staatsführung gleichkommt, wird es ganz bestimmt keinen Krieg mehr geben; denn die Frau ist von Natur aus die ergebenste und entschiedenste Verfechterin des Weltfriedens.A89 86 Dem Geist dieses Zeitalters entsprechend müssen die Frauen Fortschritte machen und in allen Lebensbereichen ihrer Bestimmung gerecht werden, um den Männern gleichzukommen. Sie müssen dieselbe Stufe wie die Männer einnehmen und sich gleicher Rechte erfreuen. Dies ist meine inständige Bitte und einer der Hauptgrundsätze Bahá’u’lláhs.A90 87 Die Frau hat für die Menschheit tatsächlich die größere Bedeutung. Sie hat die größere Last zu tragen und schwerere Arbeit zu leisten. Betrachten wir die Pflanzen- und die Tierwelt. Die fruchttragende Palme ist der vom Züchter am meisten geschätzte Baum. Der Araber weiß, dass auf einer weiten Reise die Stute den längeren Atem hat. Wegen ihrer größeren Kraft und Wildheit fürchtet der Jäger die Löwin mehr als den Löwen. Die Frau hat mehr Zivilcourage als der Mann; sie hat auch besondere Gaben, die sie in Gefahr und Krisenzeiten befähigen, den Überblick zu bewahren.A91 Aus Briefen im Auftrag des Hüters 88 Zur Teilnahme der Bahá’í bei der Gesamtasiatischen Frauenkonferenz: Diese ist zweifellos sehr empfehlenswert, besonders da die Sache Gottes so viel zur Stellung der Frau in der Gesellschaft beizutragen hat. Shoghi Effendi hofft, dass der Nationale Rat sein Bestes tun wird, um mit den betreffenden Lehren der Sache die Wertschätzung aller dort versammelten Delegierten zu gewinnen. Immer wenn sich solche Gelegenheiten bieten, sollten wir sie wahrnehmen. Vielleicht gelingt es uns, der Gesellschaft einen bescheidenen Dienst zu erweisen und ihre Krankheiten zu lindern.A92 89 Zum Einsatz der Frauen für den Frieden meinte ‘Abdu’l-Bahá, dass dies die Frauen ganz unmittelbar betrifft. Bilden sie eine bewusste, von der überwältigenden Mehrheit getragene öffentliche Meinung gegen den Krieg, so kann es keinen Krieg geben. Die Bahá’í-Frauen sind bereits als Mitglieder des Glaubens und in der Administrativen Ordnung organisiert und bedürfen keiner weiteren Organisation. Jedoch sollten sie durch das Lehren und durch aktive moralische Unterstützung jeder Frieden fördernden Bewegung großen Einfluss auf das Denken anderer Frauen in dieser lebenswichtigen Angelegenheit auszuüben suchen.A93 Aus einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 90 Die Emanzipation der Frau, die volle Gleichberechtigung der Geschlechter, ist eine der wichtigsten, wenngleich kaum anerkannten, Voraussetzungen des Friedens. Die Verweigerung der Gleichberechtigung bedeutet ein Unrecht gegenüber der Hälfte der Weltbevölkerung und leistet bei den Männern Vorschub für schädliche Einstellungen und Gewohnheiten, die aus der Familie an den Arbeitsplatz, ins politische Leben und letztlich in die internationalen Beziehungen hineingetragen werden. Es gibt keine moralischen, praktischen oder biologischen Gründe, die eine solche Verweigerung rechtfertigten. Erst wenn die Frau in allen Bereichen menschlichen Strebens zu voller Partnerschaft willkommen geheißen wird, entsteht das moralisch-psychologische Klima, in dem sich der internationale Frieden entwickeln kann.A94 Aus Briefen im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 91 … Aber es gibt einen viel weiteren Bereich von Beziehungen zwischen Mann und Frau außerhalb der Familie; auch dies müssen wir im Kontext der Bahá’í-Gesellschaft und nicht unter vergangenen oder gegenwärtigen gesellschaftlichen Normen betrachten. Obwohl zum Beispiel die Mutter die erste Erzieherin des Kindes ist und den wichtigsten gestaltenden Einfluss auf seine Entwicklung hat, ist auch der Vater für die Erziehung der Kinder verantwortlich. Diese Verantwortung ist so schwerwiegend, dass Bahá’u’lláh bestimmt hat, dass ein Vater seine Vaterschaftsrechte verwirkt, wenn er dieser Verantwortung nachzukommen versäumt. Liegt auch die Hauptverantwortung für den Lebensunterhalt der Familie beim Mann, so bedeutet dies keineswegs, dass die Aufgabe der Frau auf das Heim beschränkt sei. Im Gegenteil erklärt ‘Abdu’l-Bahá: »In der Offenbarung Bahá’u’lláhs schreitet die Frau Seite an Seite mit dem Mann voran. In keinem Bereich und zu keinem Zeitpunkt wird sie zurückbleiben. Sie hat die gleichen Rechte wie der Mann und wird in Zukunft in allen Bereichen der Staatsverwaltung tätig sein. Sie wird so weit aufsteigen, dass sie in jedem Unterfangen zur höchsten Stufe in der Menschenwelt gelangen wird.« Q3 Und an anderer Stelle: »Die Zeit wird kommen, in der die Frauen sich völlig gleichberechtigt an den Angelegenheiten der Welt beteiligen, selbstsicher und kompetent die große Arena von Recht und Politik betreten, und dann wird der Krieg enden.« Q4 Im Sendschreiben über die Welt hat Bahá’u’lláh selbst in Betracht gezogen, dass sowohl Frauen als auch Männer die Ernährer sein können, indem Er feststellt: Jeder, Mann oder Frau, muss einer Vertrauensperson ein Teil seines Ertrages aus Gewerbe, Landwirtschaft oder anderweitiger Beschäftigung für die Ausbildung und Erziehung der Kinder übergeben, damit es für diesen Zweck mit Kenntnis der Vertrauensleute des Hauses der Gerechtigkeit verwendet wird.A95 92 Die Aufgabe der Frauen als erste Erzieher der Menschheit ist in den Schriften klar niedergelegt. Jede Frau muss nun, wenn sie Mutter wird, entscheiden, wie sie einerseits am besten ihrer Hauptverantwortung als Mutter nachkommen und andererseits so weit wie irgend möglich an anderen Aufgaben der Gesellschaft, der sie angehört, teilnehmen kann.A96 Förderung der Frau Aus den Schriften Bahá’u’lláhs 93 An diesem Tage spricht der gesegnete Baum des Gedenkens im Reiche der Rede die Worte: Wohl dem Diener, der sein Angesicht Ihm zuwendet und Seine Wahrheit erfasst; wohl der Magd, die Seiner Stimme lauscht und zu den Glückseligen gehört. Sie ist wahrlich siegreich auf dem Felde wahren Verstehens. Dies bezeugt die Zunge der Wahrheit von Seiner erhabenen Stufe. O mein Blatt, gesegnet bist du, da du Meinem Rufe folgtest, als dieser im Namen des Wahren erscholl. Du hast Meine Offenbarung erkannt, während berühmte Menschen in offenbarem Wahn verstrickt waren. Immer wieder hast du die Gnade deines Herrn erlangt. Danke Ihm und verherrliche Ihn mit deinem Lobpreis. Er ist fürwahr mit Seinen Dienerinnen und Dienern, die sich Ihm zuwenden. Die strahlende Herrlichkeit vom Horizont Meines Königreichs ruhe auf dir und auf dem, der dich auf Meinen geraden Pfad führte.A97 94 Wir flehen den Wahren an, Seine Mägde mit der Zier der Keuschheit, der Vertrauenswürdigkeit, der Rechtschaffenheit und Reinheit zu schmücken. Er ist wahrlich der Allschenkende, der Freigebigste. Wir gedenken zu dieser Stunde der Dienerinnen Gottes und verkünden ihnen die frohe Botschaft von den Zeichen der Gnade und Barmherzigkeit Gottes und Seiner Fürsorglichkeit für sie, verherrlicht sei Er; und Wir erflehen von Ihm Seinen ganzen Beistand für solche Taten, die Sein Wort erhöhen. Fürwahr, Er spricht die Wahrheit und befiehlt Seinen Dienern und Dienerinnen, was ihnen in jeder Seiner Welten nützen wird. Er ist wahrlich der Allvergebende, der Allgnädige.A98 Aus Schriften und Ansprachen ‘Abdu’l-Bahás 95 Der Glanz der Sonne der Wahrheit strahlt in Fülle, und die Gaben der gesegneten Schönheit umgeben die gläubigen Frauen und die Mägde, die Gewissheit erlangt haben. In jedem Augenblick wird eine überreiche Gabe enthüllt. Die Mägde des Barmherzigen sollten die Gelegenheiten ergreifen, die sich in diesen Tagen bieten. Eine jede sollte danach streben, der göttlichen Schwelle näher zu kommen, und sollte Gaben aus der Quelle des Seins suchen. Sie sollte eine solche Stufe erreichen und mit solcher Macht ausgestattet sein, dass sie mit nur einem Wort den Geringen verehrungswürdig macht, den Benachteiligten in die Welt des Geistes führt, dem Mutlosen Hoffnung schenkt, dem Mittellosen einen Anteil der Gabenfülle zukommen lässt, dem Unwissenden und Blinden Wissen und Einsicht und dem Untätigen und Gleichgültigen wache Achtsamkeit verleiht. Dies ist das Kennzeichen der Mägde des Barmherzigen. Dies ist das Merkmal der Dienerinnen an Gottes Schwelle. O ihr Blätter, die ihr Gewissheit erlangt habt! In den Ländern Europas und Amerikas haben die Dienerinnen des Barmherzigen den Preis der Vortrefflichkeit und des Fortschritts über die Männer auf deren eigenem Felde errungen; im Lehren und in der Verbreitung der göttlichen Düfte zeigten sie außerordentliches Geschick. Bald werden sie, den Vögeln der Himmlischen Heerscharen gleich, zu den entferntesten Winkeln der Welt ausschwärmen, die Menschen führen und ihnen die göttlichen Geheimnisse offenbaren. Ihr gesegneten Blätter des Ostens solltet mit noch hellerer Flamme brennen und die süßen Düfte des Herrn verbreiten, die Verse Gottes auf den Lippen. So erhebt euch und müht euch, den Ermahnungen und Ratschlägen der Gesegneten Schönheit nachzukommen, damit sich alle Hoffnungen erfüllen, und das weite Land der Bäche und Obsthaine zum Garten der Einheit werde. Die Herrlichkeit des Allherrlichen sei mit euch Männern und Frauen.A99 96 In diesem großen Zyklus, dieser wundersamen Sendung wurden einige Frauen als Sinnbilder der Einheit und Wahrzeichen der Einzigkeit ausersehen, denn die Offenbarung göttlicher Gnadengaben wird Männern wie Frauen gleicherweise zuteil. »Wahrlich, der ist vor Gott der Angesehenste, der unter euch der Gerechteste ist.«Q5 trifft auf Männer und Frauen, Diener und Dienerinnen gleichermaßen zu. Alle stehen im Schutz des Wortes Gottes und schöpfen ihre Kraft aus den Gnadengaben des Herrn. Halte dich also nicht für unbedeutend und bezweifle nicht, was eine Dienerin, verborgen hinter dem Schleier, vollbringen könnte … Erhebe dich mit standhaftem Herzen und festem Schritt, um mit beredter Zunge das Wort Gottes zu verbreiten. Sprich: »O Gott, obwohl hinter dem Schirm der Keuschheit verborgen und durch den Schleier und die Forderungen der Sittsamkeit zurückgehalten, ist es mein sehnlicher Wunsch, das Banner des Dienstes zu entfalten und eine Magd an Deiner Heiligen Schwelle zu sein, mit einem Streitross in das Heer der Unwissenden einzudringen, seine mächtigen Truppen zu besiegen und die Grundfesten des Irrtums und der Willkür zu zerstören. Du bist der Helfer der Schwachen. Du bist die Stütze der Armen, Du bist der Beistand der Dienerinnen. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Kraftvolle.«A100 97 Ihr werdet gewiss die Bestätigungen des Gottesreiches empfangen, die einige leuchtende Blätter befähigen werden, vor aller Welt in strahlendem Glanze, mit klaren Beweisen und überzeugenden Gründen zu erscheinen, als Zier für die Sache der Frauen. Sie werden den Beweis erbringen, dass in diesem Zyklus die Frauen den Männern ebenbürtig sind – ja sie in mancher Hinsicht sogar übertreffen werden. Bedenkt: In dieser wundersamen Sache gab es zahlreiche Männer, die die Höhen des Wissens erklommen; ihr Stil war glänzend, ihre Beweisführung überzeugend, ihre Zunge beredt, ihre Worte erhaben, doch das gesegnete Blatt, Jináb-i-Ṭáhirih, trat mit überwältigendem Glanz in Erscheinung, weil sie eine Frau war, und ließ alle Menschen verstummen. Bei einem Mann wäre das nicht so gewesen. So wisset: Die Größe der Sache hat Nerven und Adern der Welt in einer Weise durchdrungen, dass ein Blatt, das von der Sache gefesselt ist und gelernt hat, anschauliche Gründe und Beweise anzuführen und klares Zeugnis abzulegen, strahlendes Licht verbreiten wird. O ihr leuchtenden Blätter, ich schwöre bei der Schönheit des Ersehnten und dem Geheimnis des Seins, wenn ihr euch tatkräftig auf diesem Felde müht, werden sich die Segensgaben der Gesegneten Schönheit, der Sonne gleich, in den Herzen widerspiegeln. Euer Fortschritt wird alle erstaunen. Die zum Glauben hingezogenen Blätter sollten bei ihren Zusammenkünften nicht nur über das Wetter, das kühle Wasser, die schönen Blumen und Gärten oder das frische Gras und sprudelnde Bäche reden. Vielmehr sollten sie ihre Gespräche auf Verherrlichung und Lobpreis, auf die Darlegung von Beweisen und Gründen beschränken, sie sollten Schriftstellen und Überlieferungen zitieren und deutliches Zeugnis ablegen, damit die Heime der Geliebten zu Versammlungsorten für die Unterweisung im Lehren der Sache Gottes werden. Wenn ihr dies tut, werden in Kürze die Segnungen des Königreiches offenbar, so dass jede Dienerin des Barmherzigen zu einem offenen Buche wird, das die Geheimnisse des Herrn der Gnade enthüllt. Die Herrlichkeit des Allherrlichen sei mit euch.A101 98 In dieser wundersamen Sendung werden die Gnadengaben des Herrlichen Herrn den Mägden des Barmherzigen zuteil. Sie sollten daher, den Männern gleich, nach Auszeichnung streben und Außergewöhnliches leisten. So wird sich erweisen und offenbar werden, dass der durchdringende Einfluss der Worte Gottes in dieser neuen Sendung die Frauen befähigt, den Männern ebenbürtig zu werden und auf dem Felde der Prüfungen andere zu übertreffen. So müssen die getreuen Mägde der Gesegneten Schönheit durch den Geist der Loslösung belebt und vom Lufthauch des Hingezogenseins erfrischt werden. Mit Herzen, überfließend von der Liebe Gottes, mit Seelen, erfreut durch die himmlischen Frohen Botschaften, in größter Bescheidenheit und Demut sollten sie beredt die Stimme erheben, den Erhabenen Herrn preisen und verherrlichen – da sie die Offenbarungen solcher Gnadengaben sind, geschmückt mit der Krone einer solchen Pracht.A102 99 Gesegnet seid ihr, weil ihr geistige Zusammenkünfte veranstaltet und euch der Darlegung göttlicher Beweise und Zeugnisse widmet. Durch überzeugende Argumente und Beweise aus den Heiligen Schriften der Vergangenheit sucht ihr eifrig für das offenbare Licht der Sache einzutreten und damit der Wahrheit zu dienen. Dies ist ein edles Ziel, und eure Hoffnung trägt zur Erleuchtung aller Völker und Nationen bei. Vom Anbeginn des Seins bis zum heutigen Tag wurden in keinem früheren Zeitalter, keiner Sendung jemals Frauengruppen gebildet noch von Frauen Kurse zum Zwecke der Verbreitung der Lehren abgehalten. Dies ist ein Merkmal dieser herrlichen Sendung und dieses großen Zeitalters. Ganz gewiss solltet ihr danach streben, diese Versammlung zu vervollkommnen und eure Kenntnis von den Wahrheiten der göttlichen Geheimnisse zu vertiefen, auf dass, so Gott will, die Frauen binnen kurzem den Männern ebenbürtig sein werden. Unter den Gelehrten werden sie eine führende Stellung einnehmen, jede wird fließend mit beredter Zunge sprechen und wie eine Lampe der Führung die ganze Welt erleuchten. In mancher Hinsicht haben Frauen erstaunliche Fähigkeiten, sie werden von Gott sehr schnell angezogen und brennen leidenschaftlich für Ihn. Kurz gesagt, verbringt eure Tage und Nächte damit, die heiligen Worte zu studieren und euch zu vervollkommnen. Beschäftigt euch ständig mit der Erörterung dieser Themen. Übermittelt die Frohen Botschaften, wenn ihr euch trefft, und gebt einander Hoffnung durch die Bestätigungen und Gnadengaben Gottes, des Altehrwürdigen und Immerwährenden Herrn. Eine jede lege Beweise und Zeugnisse dar und spreche über die Geheimnisse des Königreichs, damit der wahre und göttliche Geist den Körper der bedingten Welt durchdringe und die Geheimnisse aller vergangenen und künftigen Dinge strahlend zutage treten. O ihr geliebten Dienerinnen Gottes! Seht nicht auf eure jetzigen Verdienste und Fähigkeiten, sondern richtet euren Blick auf die Gnadengaben und Bestätigungen der Gesegneten Schönheit, denn Seine ewigwährende Gnade lässt aus einer unscheinbaren Pflanze einen gesegneten Baum werden, wandelt die Luftspiegelung zu kühlem Wasser und Wein, macht das einsame Atom zum wahren Kern des Seins und den Unbedeutenden zum Gelehrten in der Schule des Wissens; den Dornenbusch lässt sie erblühen und die dunkle Erde duftende, blühende Hyazinthen hervorbringen, den Stein wird sie zum kostbaren Rubin verwandeln und die Muscheln mit glänzenden Perlen füllen. Dem noch unerfahrenen Schulkind wird sie helfen, zu einem weisen Lehrer zu werden, und einen zarten Embryo befähigen, die Wirklichkeit des Verses zu offenbaren: »Gepriesen sei Gott, der beste der Schöpfer«.A103 100 An diesem Tag ist es für alle, Männer und Frauen gleicherweise, Pflicht, die Sache zu lehren. In Amerika haben die Frauen darin die Männer übertroffen und die Führung übernommen. Sie mühen sich stärker, die Völker der Welt zu führen, und ihre Anstrengungen sind größer. Sie werden durch himmlische Gnadengaben und Segnungen bestätigt. Ich hoffe, dass sich die Dienerinnen des Barmherzigen im Osten ebenso mühen werden, ihre Kräfte entfalten und ihre Fähigkeiten beweisen.A104 101 Jetzt ist es Zeit, die Stimme zu erheben und Reden zu halten, zu lehren und Zeugnis abzulegen. Löse deine Zunge, erkläre die Wahrheiten und erweise die Gültigkeit des Verses: »Der Allbarmherzige hat den Qur’án gelehrt.«Q6 Der Heilige Geist spricht durch die innerste Wirklichkeit der menschlichen Zunge, der Geist Gottes wünscht Gemeinschaft mit der menschlichen Seele und enthüllt die Wahrheiten, der Geist der Treue schreibt sie nieder und der Geist des Altehrwürdigen der Tage bestätigt sie. Ich schwöre bei der Unvergleichlichen Schönheit im Unsichtbaren Königreich: Wenn die Blätter ihre Zunge zum Lobpreis und zur Verherrlichung des Allliebenden Herrn lösen und die Sache des Gütigen Herrn lehren, werden die Heerscharen des Königreichs und die Bewohner des unsichtbaren Reiches lauschen und in höchster Freude jubeln. Herrlichkeit sei mit dir und mit jeder Dienerin, die standhaft im Bund ist.A105 102 O Dienerin Gottes! … Den Müttern müssen die göttlichen Lehren und wirksame Ratschläge gegeben werden, sie müssen ermutigt und begeistert werden, ihre Kinder auszubilden, denn die Mutter ist die erste Erzieherin des Kindes. Sie ist es, die zunächst das Neugeborene an der Brust des Gottesglaubens und des Gottesgesetzes stillt. So soll das Kind göttliche Liebe schon mit der Muttermilch saugen und bis zum letzten Atemzug bewahren. Wenn die Mutter in der Erziehung ihrer Kinder versagt und sie nicht auf eine ordentliche Lebensbahn lenkt, wird auch alle spätere Erziehung nicht voll zur Wirkung kommen. Es obliegt den Geistigen Räten, den Müttern ein wohldurchdachtes Programm für die Kindererziehung zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie das Kind vom Säuglingsalter an behütet und belehrt werden muss. Diese Anweisungen müssen jeder Mutter gegeben werden, so dass sie sich danach richten und ihre Kinder nach den göttlichen Lehren bilden und hegen kann.A106 103 Darum dürfen wir keine Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedern der Familie der Menschheit machen. Wir dürfen niemanden als nutzlos oder unzulänglich betrachten. Wir haben die Pflicht, für die Bildung und Erziehung der Menschen zu sorgen, so dass die Sonne der Gaben Gottes in ihnen erstrahlt, und dies wird durch die Macht der Einheit der Menschheit möglich. Je mehr Liebe unter den Menschen zum Ausdruck kommt und je stärker die Macht der Einheit ist, desto umfassender wird diese Spiegelung und Offenbarung sein, denn die größte Gabe Gottes ist die Liebe. Liebe ist der Ursprung aller Gaben Gottes. Solange die Liebe nicht vom Herzen Besitz ergreift, kann sich keine andere göttliche Gabe darin offenbaren.A107 104 Kurz gesagt, die Annahme einer Überlegenheit durch den Mann wird auch weiterhin das Streben der Frau behindern, so als ob ihr Streben nach Gleichheit schöpfungsbedingt unmöglich wäre. Das Streben der Frau nach Fortschritt wird dadurch gebremst, und sie wird allmählich die Hoffnung verlieren. Wir müssen also ganz im Gegenteil erklären, dass ihre Befähigung gleich ist, sogar größer als die des Mannes. Dies wird sie mit Hoffnung und Ehrgeiz beflügeln und ihre Fähigkeit Fortschritte zu machen wird kontinuierlich zunehmen. Ihr darf nicht gesagt und gelehrt werden, dass sie in Bezug auf ihre Fähigkeiten und Qualifikation schwächer und unterlegen ist. Wenn man einem Schüler sagt, er sei weniger intelligent als seine Mitschüler, dann wirft ihn das sehr stark zurück und behindert seinen Fortschritt. Er muss zum Fortschritt ermutigt werden, mit der Aussage: »Du bist sehr fähig, und wenn du dich anstrengst, wirst du den besten Abschluss erreichen.«A108 105 Kurz, dies soll deutlich machen, dass die Frau, wenn sie umfassend gebildet ist und all ihre Rechte erhält, die Fähigkeit zu wunderbaren Leistungen entwickelt und sich dem Mann als ebenbürtig erweist. Sie ist Partnerin des Mannes, seine Ergänzung und seine Gefährtin.A109 106 In diesem strahlenden Jahrhundert wurde die Wirklichkeit der Dinge offenbart, und was wahr ist, muss zutage treten. Zu dieser Wirklichkeit gehört das Prinzip der Gleichwertigkeit von Mann und Frau – gleiche Rechte und Vorrechte in allen Angelegenheiten, die die Menschheit betreffen. Bahá’u’lláh erklärte diese Wahrheit vor über fünfzig Jahren. Aber obwohl dieses Prinzip der Gleichwertigkeit wahr ist, ist es gleichermaßen wahr, dass die Frau ihre Fähigkeit und ihr Geschick beweisen und ihre Gleichwertigkeit vorweisen muss. Sie muss die Künste und Wissenschaften beherrschen und durch ihre Leistungen beweisen, dass ihre Fähigkeiten und Kräfte nur latent verborgen waren. Machtdemonstrationen, wie sie jetzt in England stattfinden, werden weder für die Sache der Frauen, noch für ihre Gleichstellung eine Wirkung zeigen. Die Frau muss ihre Energien und Fähigkeiten besonders den mit Industrie und Landwirtschaft verbundenen Wissenschaften widmen, um die Menschheit in dem zu unterstützen, was am nötigsten ist. Dadurch wird die Frau ihr Können beweisen und erreichen, dass ihre Gleichwertigkeit auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet anerkannt wird. Ohne Zweifel wird Gott sie in ihren Bemühungen und Bestrebungen bestätigen, denn in diesem Jahrhundert des Lichtes hat Bahá’u’lláh die Wirklichkeit der Einheit der Menschenwelt verkündet und erklärt, dass alle Nationen und alle Völker gleich welcher Herkunft eins sind.A110 107 Die Gleichstellung der Geschlechter wird entsprechend den wachsenden Möglichkeiten der Frau in diesem Zeitalter verwirklicht werden, denn Mann und Frau empfangen gleichermaßen die Kräfte und Gaben Gottes, des Schöpfers. Einen Unterschied zwischen ihnen hat Gott in Seinem vollendeten Ratschluss nicht vorgesehen.A111 108 Die Frau muss sich daher um größere Vervollkommnung bemühen, um dem Mann in jeder Beziehung gleich zu werden und in allem, worin sie zurückgeblieben war, fortzuschreiten, so dass der Mann gezwungen wird, ihre gleichen Möglichkeiten und Leistungen anzuerkennen. In Europa haben die Frauen größere Fortschritte gemacht als im Osten, aber es bleibt noch viel zu tun. Wenn Schüler am Ende ihrer Schulzeit stehen, werden sie geprüft, und das Ergebnis der Prüfung entscheidet über das Wissen und die Fähigkeit jedes Schülers. So wird es auch mit der Frau sein. Ihre Taten werden ihre Stärke beweisen. Es wird nicht mehr nötig sein, sie durch Worte zu verkünden. Ich hoffe, dass sowohl die Frauen des Ostens als auch ihre westlichen Schwestern rasche Fortschritte machen, bis die Menschheit vervollkommnet ist. Gottes Güte ist für alle da und gibt die Kraft zu jedem Fortschritt. Besitzen die Menschen erst einmal die Gleichstellung der Frau, so werden die Frauen nicht mehr für ihre Rechte zu kämpfen brauchen. Daher ist einer der Grundsätze Bahá’u’lláhs die Gleichstellung der Geschlechter. Die Frauen müssen größte Anstrengungen machen, um geistige Kraft zu erwerben und die Tugenden der Weisheit und Heiligkeit zu vermehren, bis es ihrer Erleuchtung und ihrem Streben gelingt, die Einheit der Menschheit zu verwirklichen. Sie müssen mit glühender Begeisterung arbeiten, um die Lehre Bahá’u’lláhs unter die Völker zu tragen, damit das strahlende Licht göttlicher Güte die Seelen aller Nationen der Erde umgebe.A112 Aus Briefen des Hüters 109 Was die Rolle der Bahá’í-Frauen in Indien und Burma und ihre künftige Zusammenarbeit mit den Männern in der Verwaltung der Sache Gottes anbelangt, so halte ich die Zeit jetzt für reif, dass Frauen, die bereits dem allgemeinen Brauch in Indien und Burma folgend den Schleier abgelegt haben, nicht nur das aktive Wahlrecht für ihre örtlichen und nationalen Vertreter erhalten, sondern überall in Indien und Burma auch selbst in alle Bahá’í-Räte, örtlich oder national, wählbar sein sollten. Dieser konkrete und sehr wichtige Schritt sollte jedoch mit größter Sorgfalt, Behutsamkeit, Umsicht und Überlegung erfolgen. Ihre tatsächlichen Fähigkeiten und derzeitigen Leistungen müssen dabei angemessen berücksichtigt werden, und nur wer für die Mitgliedschaft am besten befähigt ist, gleich ob Mann oder Frau und unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung, sollte in das höchst verantwortungsvolle Amt eines Bahá’í-Ratsmitglieds gewählt werden. Ich vertraue darauf, dass diese bedeutsame Entscheidung ein großer Ansporn für die Bahá’í-Frauen in ganz Indien und Burma sein wird. Ich hoffe, dass sie sich nun aufmachen und sich nach besten Kräften mühen, ein besseres, tieferes Wissen über die Sache Gottes zu erwerben, um tatkräftiger und systematischer an den allgemeinen Angelegenheiten der Bewegung mitzuwirken, und sich in jeder Hinsicht als vorurteilsfreie, verantwortungsvolle und tüchtige Mitarbeiter ihrer männlichen Partner erweisen bei der gemeinsamen Aufgabe – des Fortschritts der Sache überall in ihrem Lande. Ich hoffe, dass sie ihre große Verantwortung an diesem Tag vollständig erkennen, alles in ihrer Macht Stehende tun, um die großen Hoffnungen, die wir für ihre Zukunft hegen, zu rechtfertigen, und sich in jeder Hinsicht der edlen Mission, die ihnen die Bahá’í-Welt jetzt anvertraut, würdig erweisen.A113 110 Den Bahá’í-Frauen, die in der Wiege des Glaubens wohnen, wurde das uneingeschränkte Recht zur Mitgliedschaft in dem Nationalen wie in den örtlichen Geistigen Räten gewährt. Damit wurde das letzte noch verbliebene Hindernis zu völliger Rechtsgleichheit in den Verwaltungsangelegenheiten der persischen Bahá’í-Gemeinde beseitigt.A114 111 Es gehört zu den innigsten Wünschen eines liebenden und sehnenden Herzens an diesem bedeutsamen Wendepunkt in den Geschicken der Sache Bahá’u’lláhs auf dem amerikanischen Kontinent, dass die Mitglieder dieser Gemeinde, gleich welchen Geschlechts oder Alters, welcher Hautfarbe oder Herkunft, wie beschränkt ihre Erfahrung, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen auch seien, sich wie ein Mann erheben und mit beiden Händen die gottgegebenen Gelegenheiten ergreifen, die sich ihnen jetzt durch das Walten einer alliebenden, stets wachsamen, beständigen Vorsehung bieten, und damit den treibenden Kräften, die das Wirken dieses jüngst eröffneten, unbeschreiblich mächtigen, weltumspannenden Kreuzzugs geheimnisvoll leiten, gewaltigen Schwung verleihen.A115 Aus Briefen und einem Fernschreiben des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 112 Sie schreiben in Ihrem Brief, … dass die Frauenbewegung in … extreme Positionen vertritt, die auf beeinflussbare junge Bahá’í-Frauen einen gewissen Eindruck machen. Wir hielten es für hilfreich, wenn Ihr Geistiger Rat die einzigartige Stellung betonte, die Frauen als Mitglieder der Bahá’í-Religion innehaben, besonders durch Mitarbeit in dessen Verwaltung auf örtlicher wie auf nationaler Ebene.A116 113 ‘Abdu’l-Bahá führte aus: »Zu den Wundern, die diese heilige Sendung auszeichnen, gehört, dass Frauen, die in die Reihen des Glaubens traten, größeren Mut beweisen als Männer.« Shoghi Effendi hat dazu festgestellt, dass dieser ›Mut‹ im Laufe der Zeit »überzeugender bewiesen« werden und »für die geliebte Sache mehr als je zuvor begeisternde Siege erringen« muss. Auch wenn natürlich die gesamte Bahá’í-Welt verpflichtet ist, die wichtige Rolle der Frau in der Bahá’í-Gemeinde wie in der Gesellschaft allgemein zu stärken und zu fördern, ruft der Fünfjahresplan besonders achtzig Nationale Geistige Räte auf, die Bahá’í-Aktivitäten für Frauen aufzubauen. Im Laufe dieses Jahres, das von den Vereinten Nationen weltweit als das ›Internationale Jahr der Frau‹ ausersehen wurde, sollten die Bahá’í, vor allem in diesen achtzig nationalen Gemeinden, Programme in die Wege leiten und durchführen, die in allen Bereichen des Bahá’í-Gemeindelebens die uneingeschränkte, gleichberechtigte Mitarbeit der Frauen anregen und fördern. Durch diese Leistung werden die Freunde den hervorragenden Rang der Sache Gottes in diesem Bereich menschlichen Strebens beweisen.A117 114 Rufen besonders Bahá’í-Frauen auf, deren Fähigkeiten in vielen Ländern noch weitgehend ungenutzt und deren Potential für den Dienst der Sache so groß, sich zu erheben und zu zeigen, welch bedeutende Rolle sie auf allen Gebieten des Glaubens spielen müssen.A118 115 Die Jugend stand lange in der vordersten Reihe der Lehrarbeit; jetzt sind wir von Herzen erfreut, da Frauen in vielen Ländern, wo ihre Fähigkeiten bislang kaum genutzt wurden, dem Bahá’í-Gemeindeleben ihre nützlichen Dienste widmen.A119 116 Im Mittelpunkt aller Tätigkeiten muss die Entwicklung und Pflege des geistigen, des intellektuellen und des gemeinschaftlichen Lebens der Gläubigen stehen. Dazu ist erforderlich: Die Entwicklung der örtlichen Geistigen Räte nachdrücklicher voranzutreiben, damit sie ihren segensreichen Einfluss, ihre Führung, auf das Leben der Bahá’í-Gemeinde ausüben können; ein tieferes Verständnis für das Bahá’í-Familienleben heranzubilden; die Bahá’í-Erziehung der Kinder, einschließlich regelmäßiger Bahá’í-Kinderklassen und, wo nötig, der Gründung von ›Tutorial Schools‹, um eine Grundschulbildung zu gewährleisten; die Ermutigung der Bahá’í-Jugend zu Studium und Dienen; die Ermutigung der Bahá’í-Frauen, ihre Rechte und ihre Pflichten in der Arbeit der Gemeinde uneingeschränkt wahrzunehmen, damit sie dem Gedächtnis des Größten Heiligen Blatts, der unsterblichen Heldin der Bahá’í-Sendung, am Vorabend ihres fünfzigsten Todestags gebührend Achtung zollen.A120 117 Die Gleichberechtigung von Mann und Frau gilt heute noch nicht überall. In Gebieten, in denen traditionsbedingte Ungleichheit noch immer die Entwicklung hemmt, müssen wir vorangehen, indem wir nach diesem Bahá’í-Prinzip verfahren. Bahá’í-Frauen und -Mädchen müssen ermutigt werden, an sozialen, geistigen und administrativen Aktivitäten ihrer Gemeinden teilzunehmen.A121 118 Wir rufen die örtlichen und nationalen Bahá’í-Gemeinden auf, ein weites Betätigungsfeld zu schaffen, das die Aufmerksamkeit von Menschen aller Gesellschaftsschichten auf verschiedene, für den Frieden bedeutsame Themen lenken wird, wie die Rolle der Frau …A122 Aus Briefen im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 119 Das Haus der Gerechtigkeit sieht in der Notwendigkeit, die Frauen zu ihrer Hauptverantwortung als Mütter auszubilden und anzuleiten, eine ausgezeichnete Gelegenheit, Frauenaktivitäten zu organisieren. Ihre Bemühungen sollten sich darauf konzentrieren, ihnen bei ihrer Aufgabe als Erzieherinnen der heranwachsenden Generation zu helfen.A123 120 Der Grundsatz der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann kann wie die anderen Lehren des Glaubens tatsächlich und allgemein unter den Freunden verwirklicht werden, wenn er in Verbindung mit all den anderen Aspekten des Bahá’í-Lebens verfolgt wird. Wandel ist ein Entwicklungsprozess; er erfordert Geduld mit sich und anderen, liebevolle Erziehung und das Vergehen von Zeit, während die Gläubigen ihr Wissen über die Glaubensgrundsätze vertiefen, nach und nach ihre eingewurzelten tradierten Haltungen aufgeben und schrittweise ihr Leben nach den Einheit stiftenden Lehren der Sache ausrichten.A124 Bibliografie Bahá’u’lláh, ––– Botschaften aus ‘Akká, Auflage 3.01-P, Bahá’í Verlag 2019 ––– Die verborgenen Worte, Auflage 2.02-P, Bahá’í Verlag 2020 ‘Abdu’l-Bahá, ––– Ansprachen in Paris, 10. veränd. Auflage, Bahá’í Verlag 2014 ––– ‘Abdu’l-Bahá in London, 1. Auflage, Bahá’í Verlag 2011 ––– Abdul-Baha on Divine Philosophy, compiled by Isabel F. Chamberlain, Boston 1917 ––– Briefe und Botschaften, Auflage 3.01-Print 2020 ––– Paris Talks, Addresses given by ‘Abdu’l-Bahá in Paris in 1911–1912. London: Bahá’í Publishing Trust, 1961 ––– The Promulgation of Universal Peace: Talks Delivered by ‘Abdu’l-Bahá during His Visit to the United States and Canada in 1912, Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1982 Shoghi Effendi, ––– Citadel of Faith, Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1980 ––– Hüterbotschaften an die Bahá’í-Welt 1952–1957, im Manuskript vervielfältigt, Bahá’í Verlag 1962 ––– Messages to the Bahá’í World, 1950 -1957, Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1971 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, ––– Die Verheißung des Weltfriedens, 6. Auflage, Bahá’í Verlag 2016 Esslemont, John E., Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, 13. Auflage, Bahá’í Verlag 2010 Kompilationen ––– Einheit der Familie, Bahá’í Verlag 2010 ––– Gebete – offenbart von Bahá’u’lláh, Bab und ‘Abdu’l-Bahá, 7. erweiterte Auflage, Bahá’í Verlag 2022 ––– Ziele der Kindererziehung, 4. erweiterte Auflage, Bahá’í Verlag 2018 Quellenangaben Q1 16. November 1939 Q2 in: Gebete, 7. erweiterte Auflage, Bahá’í Verlag 2022, Nr. 285 Q3 Das Zitat aus dem ursprünglichen Brief in Paris Talks, p. 182, entnommen, wurde durch diese überarbeitete Übersetzung ersetzt. Q4 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 135 Q5 Qur’án 49:13 Q6 Qur’án 23:14 Anmerkungen A1 Die Verborgenen Worte, arab. 68 A2 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A3 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen und Arabischen A4 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A5 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen und Arabischen A6 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen und Arabischen A7 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen und Arabischen A8 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A9 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A10 Dieses Sendschreiben war an eine Mrs. Pocohontas in Washington gerichtet. Laut Fáḍil Mázindarání war die Empfängerin des Sendschreibens eine schwarze Frau. Siehe Táríkh-i-Ẓuhúru’l-Ḥaqq, Band 8, Teil 2, S. 1209 (Ṭihrán: Bahá’í Publishing Trust, 132 B.E.). Zusätzliche Informationen aus dem Archiv des Nationalen Geistigen Rates der Vereinigten Staates weisen darauf hin, dass Louis Gregory in einer Geschichte der Bahá’í-Gemeinde in Washington, D.C., eine schwarze Bahá’í, Mrs. Pocohontas Pope, erwähnt, bei der es sich wahrscheinlich um dieselbe Person handelt. Frau Pope lernte den Bahá’í-Glauben durch Alma und Fanny Knobloch und Joseph und Pauline Hannen kennen. Zurzeit gibt es keine weiteren Informationen über Frau Pope. A11 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A12 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A13 Aus anderen Texten geht hervor, dass die Beschränkung der Mitgliedschaft auf Männer nur für das Universale Haus der Gerechtigkeit gilt, nicht aber für die Nationalen und Lokalen Häuser der Gerechtigkeit. A14 in: Briefe und Botschaften 38:3–4 A15 in: Briefe und Botschaften 227:18 A16 in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache vom 2. Mai 1912 beim Bund der Frauenvereine im Hotel La Salle, Chicago, Illinois A17 in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache vom 20. Mai 1912 beim Suffragettentreffen, im Metropolitan Temple, Seventh Avenue and Fourteenth Street, New York. A18 in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache vom 20. Mai 1912 beim Suffragettentreffen, im Metropolitan Temple, Seventh Avenue and Fourteenth Street, New York. A19 in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache vom 31. Mai 1912 im Rathaus von Fanwood, New Jersey A20 in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache vom 9. Juni 1912 im Baptisten-Tempel Broad and Berks Street, Philadelphia, Pennsylvania. A21 in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache vom 2. Dezember 1912 im Hause von Herrn und Frau Edward B. Kinney, 780 West End Avenue, New York A22 in: Ansprachen in Paris, Auflage 10.03-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021, 2:2:43 A23 in: Ansprachen in Paris 2:12:6–7 A24 in: Ansprachen in Paris 2:12:11 A25 aus einem Sendschreiben an einen Gläubigen – übersetzt aus dem Persischen, publiziert in: Paris Talks: Addresses given by ‘Abdu’l-Bahá in Paris in 1911-1912, pp. 182–184 A26 in: ‘Abdu’l-Bahá on Divine Philosophy, Boston: Tudor Press, 1918, pp. 86–88 A27 zitiert in: Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, S. 173 A28 7. Januar 1931, An den Nationalen Geistigen Rat von Indien und Burma A29 28. Juli 1936, An einen Gläubigen A30 14. Dezember 1940, An den Nationalen Geistigen Rat von Indien und Burma A31 28. April 1974, An einen Gläubigen A32 24. Juli 1975, An einen Gläubigen A33 Die Verheißung des Weltfriedens 4:1–3 A34 29. Juni 1976. An einen Gläubigen A35 8. Januar 1981, An den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten A36 22. April 1981, An einen Gläubigen A37 23. August 1984, An zwei Gläubige A38 zitiert in: Ziele der Kindererziehung 1:12:1 A39 in: Briefe und Botschaften 95:1–2 A40 in: Briefe und Botschaften 95:1–2 A41 in: Briefe und Botschaften 101 A42 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A43 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A44 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A45 in: The Promulgation of Universal Peace, pp. 133–137 A46 in: The Promulgation of Universal Peace, pp. 174–175 A47 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 281 A48 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 300 A49 in: ‘Abdu’l-Bahá on Divine Philosophy, p. 78 A50 zitiert in: Ziele der Kindererziehung 2:41:4 A51 zitiert in: Ziele der Kindererziehung 2:55:2–3 A52 Die Verheißung des Weltfriedens 3:10 (neu übersetzt) A53 28. Dezember 1980, An den Nationalen Geistigen Rat von Neuseeland A54 29. Februar 1984, An den Nationalen Geistigen Rat der Mariana Inseln A55 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A56 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A57 in: Briefe und Botschaften 92:1–3 A58 in: Briefe und Botschaften 96:1–2 A59 in: Briefe und Botschaften 98:2 A60 in: Briefe und Botschaften 114 A61 in: Briefe und Botschaften 221:9 A62 zitiert in: Einheit der Familie, Abs. 15 A63 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 168 A64 An einzelne Gläubige, wenn nicht anders vermerkt. A65 15. Juli 1928, zitiert in: Einheit der Familie, Abs. 17 A66 19. Juni 1931 A67 22. Juli 1943 A68 6. Juli 1952 A69 31. Juli 1953 A70 9. November 1956, An den Nationalen Geistigen Rat von Zentralamerika A71 23. Juni 1974 A72 1. August 1978 A73 24. Juni 1979 A74 28. Dezember 1980, An den Nationalen Geistigen Rat von Neuseeland A75 16. Mai 1982 A76 Dieser Abschnitt ist in der vorliegenden Zusammenstellung unter Teil IV angeführt. A77 16. Juni 1982 A78 9. August 1984 A79 23. August 1984 A80 in: Botschaften aus ‘Akká 3.12:1–2 A81 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A82 in: The Promulgation of Universal Peace, pp. 76–77 A83 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 108 A84 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 134 A85 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 167 A86 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 175 A87 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 283 A88 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 284 A89 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 375 A90 zitiert in: Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, S. 171 A91 in: ‘Abdu’l-Bahá in London, Auflage 1.04-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 20211.6:14 A92 10. November 1930, An den Nationalen Geistigen Rat von Indien und Burma A93 24. März 1945, An einen Gläubigen A94 Die Verheißung des Weltfriedens 3:9 A95 in: Botschaften aus ‘Akká 7:22 A96 22. April 1981, An einen Gläubigen A97 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Arabischen A98 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen und Arabischen A99 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A100 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A101 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A102 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A103 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A104 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A105 aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A106 in: Briefe und Botschaften 113:1–2 A107 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 15 A108 in: The Promulgation of Universal Peace, pp. 76–77 A109 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 136 A110 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 283f A111 in: The Promulgation of Universal Peace, p. 300 A112 in: Ansprachen in Paris 51:11–15 A113 27. Dezember 1923, An den Nationalen Geistigen Rat von Indien und Burma A114 April 1954, in: Hüterbotschaften an die Bahá’í-Welt, S. 42 A115 20. Juni 1954, zitiert in: Citadel of Faith, p. 132 A116 9. April 1971, An den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten A117 25. Mai 1975, An alle Nationalen Geistigen Räte A118 24. März 1977, An alle Nationalen Geistigen Räte A119 Riḍván 1978, An die Internationale Tagung A120 Naw-Rúz 1979, An die Bahá’í der Welt A121 Riḍván 1984, An die Bahá’í der Welt A122 23. Januar 1985, An alle Nationalen Geistigen Räte A123 29. Februar 1984, An den Nationalen Geistigen Rat der Mariana Inseln A124 25. Juli 1984, An einen Gläubigen