# 21 Der Prediger Salomo

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> Alles Irdische ist eitel
> 
> 1:1    Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu
> Jerusalem.
> 
> 1:2    Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz
> eitel.
> 
> 1:3    Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter
> der Sonne?
> Kap 2,23
> 
> 1:4     Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt
> immer bestehen.
> Ps 90,3
> 
> 1:5    Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, daß sie
> dort wieder aufgehe.
> 
> 1:6    Der Wind geht nach Süden und dreht sich nach Norden und wieder herum
> an den Ort, wo er anfing.
> 
> 1:7    Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den
> Ort, dahin sie fließen, fließen sie immer wieder.
> 
> 1:8    Alles Reden ist so voll Mühe, daß niemand damit zu Ende kommt. Das
> Auge sieht sich niemals satt, und das Ohr hört sich niemals satt.
> Ps 90,10;  Spr 27,20
> 
> 1:9    Was geschehen ist, eben das wird hernach sein. Was man getan hat,
> eben das tut man hernach wieder, und es geschieht nichts Neues unter
> der Sonne.
> 
> 1:10   Geschieht etwas, von dem man sagen könnte: »Sieh, das ist neu«? Es
> ist längst vorher auch geschehen in den Zeiten, die vor uns gewesen
> sind.
> 
> 1:11   Man gedenkt derer nicht, die früher gewesen sind, und derer, die
> hernach kommen; man wird auch ihrer nicht gedenken bei denen, die
> noch später sein werden.
> 
> Auch das Streben nach Weisheit ist eitel
> 
> 1:12   Ich, der Prediger, war König über Israel zu Jerusalem
> 
> 1:13   und richtete mein Herz darauf, die Weisheit zu suchen und zu
> erforschen bei allem, was man unter dem Himmel tut. Solch unselige
> Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, daß sie sich damit quälen
> sollen.
> 
> 1:14   Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es
> war alles eitel und Haschen nach Wind.
> 
> 1:15    Krumm kann nicht gerade werden, noch, was fehlt, gezählt werden.
> Kap 7,13
> 
> 1:16   Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und
> habe mehr Weisheit als alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem,
> und mein Herz hat viel gelernt und erfahren.
> 
> 1:17   Und ich richtete mein Herz darauf, daß ich lernte Weisheit und
> erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, daß auch dies
> ein Haschen nach Wind ist.
> Kap 2,12; 7,25
> 
> 1:18   Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämen, und wer viel lernt,
> der muß viel leiden.
> 
>          Torheit und Weisheit sind beide eitel
> 
> 2:1    Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan, ich will Wohlleben und gute
> Tage haben! Aber siehe, das war auch eitel.
> 
> 2:2    Ich sprach zum Lachen: Du bist toll! und zur Freude: Was schaffst
> du?
> 
> 2:3    Da dachte ich in meinem Herzen, meinen Leib mit Wein zu laben, doch
> so, daß mein Herz mich mit Weisheit leitete, und mich an Torheit zu
> halten, bis ich sähe, was den Menschen zu tun gut wäre, solange sie
> unter dem Himmel leben.
> Spr 31,4
> 
> 2:4    Ich tat große Dinge: ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir
> Weinberge,
> 
> 2:5    ich machte mir Gärten und Lustgärten und pflanzte allerlei
> fruchtbare Bäume hinein;
> 
> 2:6    ich machte mir Teiche, daraus zu bewässern den Wald der grünenden
> Bäume.
> 
> 2:7    Ich erwarb mir Knechte und Mägde und hatte auch Gesinde, im Hause
> geboren; ich hatte eine größere Habe an Rindern und Schafen als
> alle, die vor mir zu Jerusalem waren.
> 
> 2:8    Ich sammelte mir auch Silber und Gold und was Könige und Länder
> besitzen; ich beschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonne
> der Menschen, Frauen in Menge,
> 
> 2:9    und war größer als alle, die vor mir zu Jerusalem waren. Auch da
> blieb meine Weisheit bei mir.
> 1. Kön 10,23
> 
> 2:10   Und alles, was meine Augen wünschten, das gab ich ihnen und
> verwehrte meinem Herzen keine Freude, so daß es fröhlich war von
> aller meiner Mühe; und das war mein Teil von aller meiner Mühe.
> 
> 2:11   Als ich aber ansah alle meine Werke, die meine Hand getan hatte, und
> die Mühe, die ich gehabt hatte, siehe, da war es alles eitel und
> Haschen nach Wind und kein Gewinn unter der Sonne.
> 
> 2:12   Da wandte ich mich, zu betrachten die Weisheit und die Tollheit und
> Torheit. Denn was wird der Mensch tun, der nach dem König kommen
> wird? Was man schon längst getan hat.
> 
> 2:13   Da sah ich, daß die Weisheit die Torheit übertrifft wie das Licht
> die Finsternis;
> 
> 2:14   daß der Weise seine Augen im Kopf hat, aber die Toren in der
> Finsternis gehen; und ich merkte doch, daß es dem einen geht wie dem
> andern.
> 
> 2:15   Da dachte ich in meinem Herzen: Wenn es denn mir geht wie dem Toren,
> warum hab ich dann nach Weisheit getrachtet? Da sprach ich in meinem
> Herzen: Auch das ist eitel.
> 
> 2:16   Denn man gedenkt des Weisen nicht für immer, ebensowenig wie des
> Toren, und in künftigen Tagen ist alles vergessen. Wie stirbt doch
> der Weise samt dem Toren!
> Ps 49,11
> 
> 2:17   Darum verdroß es mich zu leben, denn es war mir zuwider, was unter
> der Sonne geschieht, daß alles eitel ist und Haschen nach Wind.
> 
> 2:18   Und mich verdroß alles, um das ich mich gemüht hatte unter der
> Sonne, weil ich es einem Menschen lassen muß, der nach mir sein
> wird.
> Vers 21; Ps 39,7
> 
> 2:19   Denn wer weiß, ob er weise oder töricht sein wird und soll doch
> herrschen über alles, was ich mit Mühe und Weisheit geschafft habe
> unter der Sonne. Das ist auch eitel.
> 
> 2:20   Da wandte ich mich dahin, daß ich mein Herz verzweifeln ließ an
> allem, um das ich mich mühte unter der Sonne.
> 
> 2:21   Denn es muß ein Mensch, der seine Arbeit mit Weisheit, Verstand und
> Geschicklichkeit mühsam getan hat, es einem andern zum Erbteil
> überlassen, der sich nicht darum gemüht hat. Das ist auch eitel und
> ein großes Unglück.
> 
> 2:22   Denn was kriegt der Mensch von aller seiner Mühe und dem Streben
> seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne?
> 
> 2:23   Alle seine Tage sind voller Schmerzen, und voll Kummer ist sein
> Mühen, daß auch sein Herz des Nachts nicht Ruhe findet. Das ist auch
> eitel.
> 
> 2:24   Ist's nun nicht besser für den Menschen, daß er esse und trinke und
> seine Seele guter Dinge sei bei seinem Mühen? Doch dies sah ich
> auch, daß es von Gottes Hand kommt.
> Kap 3,12; 3,22; 5,17; 8,15; 9,7
> 
> 2:25   Denn wer kann fröhlich essen und genießen ohne ihn?
> 
> 2:26   Denn dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Verstand und
> Freude; aber dem Sünder gibt er Mühe, daß er sammle und häufe und
> es doch dem gegeben werde, der Gott gefällt. Auch das ist eitel und
> Haschen nach Wind.
> Spr 13,22; 28,8
> 
>          Alles hat seine Zeit
> 
> 3:1    Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel
> hat seine Stunde:
> Kap 8,6; Ps 31,16
> 
> 3:2    geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat
> seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
> 
> 3:3    töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine
> Zeit, bauen hat seine Zeit;
> 
> 3:4    weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit,
> tanzen hat seine Zeit;
> 
> 3:5    Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit;
> herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
> 
> 3:6    suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine
> Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
> 
> 3:7    zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat
> seine Zeit, reden hat seine Zeit;
> 
> 3:8    lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit,
> Friede hat seine Zeit.
> 
> 3:9    Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.
> 
> 3:10   Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, daß sie sich
> damit plagen.
> 
> 3:11   Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit
> in ihr Herz gelegt; nur daß der Mensch nicht ergründen kann das
> Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
> Kap 8,17
> 
> 3:12   Da merkte ich, daß es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein
> und sich gütlich tun in seinem Leben.
> Kap 2,24
> 
> 3:13   Denn ein Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut bei all
> seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.
> 
> 3:14   Ich merkte, daß alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann
> nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, daß man sich vor ihm
> fürchten soll.
> 
> 3:15   Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist
> auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was
> vergangen ist.
> 
> Vergänglichkeit des Menschen
> 
> 3:16   Weiter sah ich unter der Sonne: An der Stätte des Rechts war
> Gottlosigkeit, und an der Stätte der Gerechtigkeit war Frevel.
> 
> 3:17   Da sprach ich in meinem Herzen: Gott wird richten den Gerechten und
> den Gottlosen; denn alles Vorhaben und alles Tun hat seine Zeit.
> Kap 12,14
> 
> 3:18   Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder,
> damit Gott sie prüfe und sie sehen, daß sie selber sind wie das
> Vieh.
> 
> 3:19   Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt
> auch er, und sie haben alle einen Odem, und der Mensch hat nichts
> voraus vor dem Vieh; denn es ist alles eitel.
> Ps 49,13; 49,21
> 
> 3:20   Es fährt alles an einen Ort. Es ist alles aus Staub geworden und
> wird wieder zu Staub.
> 1. Mose 3,19; Ps 146,4
> 
> 3:21   Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des
> Viehes hinab unter die Erde fahre?
> 
> 3:22   So sah ich denn, daß nichts Besseres ist, als daß ein Mensch
> fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil. Denn wer will
> ihn dahin bringen, daß er sehe, was nach ihm geschehen wird?
> 
>          Bedrückung, Arbeitseifer, Vereinsamung
> 
> 4:1    Wiederum sah ich alles Unrecht an, das unter der Sonne geschieht,
> und siehe, da waren Tränen derer, die Unrecht litten und keinen
> Tröster hatten. Und die ihnen Gewalt antaten, waren zu mächtig, so
> daß sie keinen Tröster hatten.
> 
> 4:2    Da pries ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr als die
> Lebendigen, die noch das Leben haben.
> Hiob 3,11; 3,13
> 
> 4:3    Und besser daran als beide ist, wer noch nicht geboren ist und des
> Bösen nicht inne wird, das unter der Sonne geschieht.
> Kap 6,3
> 
> 4:4    Ich sah alles Mühen an und alles geschickte Tun: da ist nur
> Eifersucht des einen auf den andern. Das ist auch eitel und Haschen
> nach Wind.
> 
> 4:5    Ein Tor legt die Hände ineinander und verzehrt sein eigenes
> Fleisch.
> Spr 24,33-34
> 
> 4:6    Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und
> Haschen nach Wind.
> Spr 15,16
> 
> 4:7    Wiederum sah ich Eitles unter der Sonne:
> 
> 4:8    Da ist einer, der steht allein und hat weder Kind noch Bruder, doch
> ist seiner Mühe kein Ende, und seine Augen können nicht genug
> Reichtum sehen. Für wen mühe ich mich denn und gönne mir selber
> nichts Gutes? Das ist auch eitel und eine böse Mühe.
> 
> 4:9     So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn
> für ihre Mühe.
> (9-12) 1. Mose 2,18
> 
> 4:10   Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der
> allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm
> aufhilft.
> 
> 4:11   Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein
> einzelner warm werden?
> 
> 4:12   Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine
> dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.
> 
> Volksgunst ist eitel
> 
> 4:13   Ein Knabe, der arm, aber weise ist, ist besser als ein König, der
> alt, aber töricht ist und nicht versteht, sich raten zu lassen.
> 
> 4:14   Denn aus dem Gefängnis ist er auf den Thron gekommen und war doch
> arm geboren, als jener noch König war.
> 
> 4:15   Und ich sah alle Lebenden, die unter der Sonne wandelten, bei dem
> zweiten Knaben, der an jenes Stelle treten sollte.
> 
> 4:16   Und es war kein Ende des Volks, vor dem er herzog. Und doch wurden
> seiner nicht froh, die später kamen. Das ist auch eitel und Haschen
> nach Wind.
> 
> Warnung vor Unbedachtsamkeit beim Gottesdienst
> 
> 4:17    Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komm, daß
> du hörest. Das ist besser, als wenn die Toren Opfer bringen; denn
> sie wissen nichts als Böses zu tun.
> Ps 15,1; Jes 33,14-16; Mt 5,23-24;  1. Sam 15,22
> 
>   5:1    Sei nicht schnell mit deinem Munde und laß dein Herz nicht eilen,
> etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden;
> darum laß deiner Worte wenig sein.
> Jak 1,19;  Mt 6,7
> 
> 5:2    Denn wo viel Mühe ist, da kommen Träume, und wo viel Worte sind, da
> hört man den Toren.
> Kap 10,14; Spr 10,19
> 
> 5:3    Wenn du Gott ein Gelübde tust, so zögere nicht, es zu halten; denn
> er hat kein Gefallen an den Toren; was du gelobst, das halte.
> 5. Mose 23,22; 1. Sam 1,11; 1,28; Ps 50,14
> 
> 5:4    Es ist besser, du gelobst nichts, als daß du nicht hältst, was du
> gelobst.
> 
> 5:5    Laß nicht zu, daß dein Mund dich in Schuld bringe, und sprich vor
> dem Boten Gottes nicht: Es war ein Versehen. Gott könnte zürnen
> über deine Worte und verderben das Werk deiner Hände.
> Mal 2,7
> 
> 5:6    Wo viel Träume sind, da ist Eitelkeit und viel Gerede; darum
> fürchte Gott!
> Jer 23,27-28
> 
> Warnung bei offenbarem Unrecht
> 
> 5:7    Siehst du, wie im Lande der Arme Unrecht leidet und Recht und
> Gerechtigkeit zum Raub geworden sind, dann wundere dich nicht
> darüber; denn ein Hoher schützt den andern, und noch Höhere sind
> über beiden.
> 2. Mose 23,6
> 
> 5:8    Aber immer ist ein König, der dafür sorgt, daß das Feld bebaut wird,
> ein Gewinn für das Land.
> 
> Nichtigkeit des Reichtums
> 
> 5:9    Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt,
> wird keinen Nutzen davon haben. Das ist auch eitel.
> Spr 28,22; Lk 12,15
> 
> 5:10   Denn wo viele Güter sind, da sind viele, die sie aufessen; und was
> hat ihr Besitzer mehr davon als das Nachsehen?
> 
> 5:11   Wer arbeitet, dem ist der Schlaf süß, er habe wenig oder viel
> gegessen; aber die Fülle läßt den Reichen nicht schlafen.
> 
> 5:12   Es ist ein böses Übel, das ich sah unter der Sonne: Reichtum, wohl
> verwahrt, wird zum Schaden dem, der ihn hat.
> Mt 19,22
> 
> 5:13   Denn der Reiche kommt um durch ein böses Geschick, und wenn er einen
> Sohn gezeugt hat, dem bleibt nichts in der Hand.
> 
> 5:14   Wie einer nackt von seiner Mutter Leibe gekommen ist, so fährt er
> wieder dahin, wie er gekommen ist, und trotz seiner Mühe nimmt er
> nichts mit sich in seiner Hand, wenn er dahinfährt.
> Hiob 1,21;  Ps 49,18; 1. Tim 6,7
> 
> 5:15   Das ist ein böses Übel, daß er dahinfährt, wie er gekommen ist. Was
> hilft's ihm denn, daß er in den Wind gearbeitet hat?
> 
> 5:16   Sein Leben lang hat er im Finstern und in Trauer gesessen, in großem
> Grämen und Krankheit und Verdruß.
> 
> 5:17   So habe ich nun das gesehen, daß es gut und fein sei, wenn man ißt
> und trinkt und guten Mutes ist bei allem Mühen, das einer sich macht
> unter der Sonne in der kurzen Zeit seines Lebens, die ihm Gott gibt;
> denn das ist sein Teil.
> 
> 5:18   Denn wenn Gott einem Menschen Reichtum und Güter gibt und läßt ihn
> davon essen und trinken und sein Teil nehmen und fröhlich sein bei
> seinem Mühen, so ist das eine Gottesgabe.
> 
> 5:19   Denn er denkt nicht viel an die Kürze seines Lebens, weil Gott sein
> Herz erfreut.
> Ps 73,26
> 
>   6:1    Es ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, und es liegt schwer
> auf den Menschen:
> 
> 6:2    Da ist einer, dem Gott Reichtum, Güter und Ehre gegeben hat, und es
> mangelt ihm nichts, was sein Herz begehrt; aber Gott gibt ihm doch
> nicht Macht, es zu genießen, sondern ein Fremder verzehrt es. Das
> ist auch eitel und ein schlimmes Leiden.
> 
> 6:3    Wenn einer auch hundert Kinder zeugte und hätte ein so langes Leben,
> daß er sehr alt würde, aber er genösse das Gute nicht und bliebe
> ohne Grab, von dem sage ich: Eine Fehlgeburt hat es besser als er.
> Kap 4,3
> 
> 6:4    Denn sie kommt ohne Leben, und in Finsternis fährt sie dahin, und
> ihr Name bleibt von Finsternis bedeckt,
> 
> 6:5    auch hat sie die Sonne nicht gesehen noch gekannt; so hat sie mehr
> Ruhe als jener.
> 
> 6:6    Und ob er auch zweitausend Jahre lebte und hätte nichts Gutes
> genossen: fährt nicht alles dahin an einen Ort?
> 
> 6:7    Alles Mühen des Menschen ist für seinen Mund, aber sein Verlangen
> bleibt ungestillt.
> Kap 1,8
> 
> 6:8    Denn was hat ein Weiser dem Toren voraus? Was hilft's dem Armen, daß
> er versteht, unter den Lebenden zu wandeln?
> 
> 6:9    Es ist besser, zu gebrauchen, was vor Augen ist, als nach anderm zu
> verlangen. Das ist auch eitel und Haschen nach Wind.
> 
> Der Mensch hat keine Macht über sein Leben
> 
> 6:10   Was da ist, ist längst mit Namen genannt, und bestimmt ist, was ein
> Mensch sein wird. Darum kann er nicht hadern mit dem, der ihm zu
> mächtig ist.
> Hiob 9,2-4; 9,32
> 
> 6:11   Denn je mehr Worte, desto mehr Eitelkeit; was hat der Mensch davon?
> 
> 6:12   Denn wer weiß, was dem Menschen nützlich ist im Leben, in seinen
> kurzen, eitlen Tagen, die er verbringt wie einen Schatten? Oder wer
> will dem Menschen sagen, was nach ihm kommen wird unter der Sonne?
> 1. Chr 29,15; Ps 144,4
> Abweichende Verszählung statt 7,1-29: 7,2-30.
> 
>          Von der wahren Weisheit
> 
> 7:1    Ein guter Ruf ist besser als gute Salbe und der Tag des Todes
> besser als der Tag der Geburt.
> Spr 22,1
> 
> 7:2    Es ist besser, in ein Haus zu gehen, wo man trauert, als in ein
> Haus, wo man feiert; denn da zeigt sich das Ende aller Menschen, und
> der Lebende nehme es zu Herzen!
> 
> 7:3    Trauern ist besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz
> gebessert.
> 
> 7:4    Das Herz der Weisen ist dort, wo man trauert, aber das Herz der
> Toren dort, wo man sich freut.
> 
> 7:5    Es ist besser, das Schelten des Weisen zu hören als den Gesang der
> Toren.
> 
> 7:6    Denn wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen, so ist das Lachen
> der Toren; auch das ist eitel.
> 
> 7:7    Unrechter Gewinn macht den Weisen zum Toren, und Bestechung verdirbt
> das Herz.
> 
> 7:8    Der Ausgang einer Sache ist besser als ihr Anfang. Ein Geduldiger
> ist besser als ein Hochmütiger.
> 
> 7:9     Sei nicht schnell, dich zu ärgern; denn Ärger ruht im Herzen des
> Toren.
> Jak 1,19
> 
> 7:10   Sprich nicht: Wie kommt's, daß die früheren Tage besser waren als
> diese? Denn du fragst das nicht in Weisheit.
> 
> 7:11   Weisheit ist gut mit einem Erbgut und hilft denen, die die Sonne
> sehen.
> 
> 7:12   Denn wie Geld beschirmt, so beschirmt auch Weisheit; aber die
> Weisheit erhält das Leben dem, der sie hat.
> Spr 3,1-2
> 
> 7:13   Sieh an die Werke Gottes; denn wer kann das gerade machen, was er
> krümmt?
> Kap 1,15
> 
> 7:14   Am guten Tage sei guter Dinge, und am bösen Tag bedenke: Diesen hat
> Gott geschaffen wie jenen, damit der Mensch nicht wissen soll, was
> künftig ist.
> 
> 7:15   Dies alles hab ich gesehen in den Tagen meines eitlen Lebens: Da
> ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit, und da
> ist ein Gottloser, der lebt lange in seiner Bosheit.
> Kap 8,14; Ps 73,12-14
> 
> 7:16   Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht
> zugrunde richtest.
> Lk 18,11-12
> 
> 7:17   Sei nicht allzu gottlos und sei kein Tor, damit du nicht sterbest
> vor deiner Zeit.
> 
> 7:18   Es ist gut, wenn du dich an das eine hältst und auch jenes nicht aus
> der Hand läßt; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allen.
> 
> 7:19   Die Weisheit macht den Weisen stärker als zehn Gewaltige, die in der
> Stadt sind.
> 
> 7:20   Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, daß er nur Gutes tue
> und nicht sündige.
> Ps 14,3
> 
> 7:21   Nimm auch nicht zu Herzen alles, was man sagt, daß du nicht hören
> müssest, wie dein Knecht dir flucht;
> 
> 7:22   denn dein Herz weiß, daß du andern auch oftmals geflucht hast.
> 
> 7:23   Das alles hab ich versucht mit der Weisheit. Ich dachte, ich will
> weise werden, sie blieb aber ferne von mir.
> 
> 7:24   Alles, was da ist, das ist fern und ist sehr tief; wer will's
> finden?
> 
> 7:25   Ich richtete meinen Sinn darauf, zu erfahren und zu erforschen und
> zu suchen Weisheit und Einsicht, zu erkennen, daß Gottlosigkeit
> Torheit ist und Narrheit Tollheit.
> Ps 14,1
> 
> 7:26   Und ich fand, bitterer als der Tod sei ein Weib, das ein Fangnetz
> ist und Stricke ihr Herz und Fesseln ihre Hände. Wer Gott gefällt,
> der wird ihr entrinnen; aber der Sünder wird durch sie gefangen.
> Spr 2,16-22
> 
> 7:27   Schau, das habe ich gefunden, spricht der Prediger, eins nach dem
> andern, daß ich Erkenntnis fände.
> 
> 7:28   Und ich suchte immerfort und hab's nicht gefunden: unter tausend
> habe ich einen Mann gefunden, aber ein Weib hab ich unter allen
> nicht gefunden.
> 
> 7:29   Schau, allein das hab ich gefunden: Gott hat den Menschen
> aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste.
> 1. Mose 1,27
> 
>   8:1    Wer ist wie der Weise, und wer versteht etwas zu deuten? Die
> Weisheit der Menschen erleuchtet sein Angesicht; aber ein freches
> Angesicht wird gehaßt.
> 
> Das Unrecht in der Welt und das verborgene Walten Gottes
> 
> 8:2    Achte auf das Wort des Königs; aber wenn du einen Eid bei Gott
> leisten sollst,
> 
> 8:3    so übereile dich nicht! Geh von seinem Angesicht weg und halte dich
> nicht zu einer bösen Sache; denn er tut alles, was er will.
> 
> 8:4    In des Königs Wort ist Gewalt, und wer darf zu ihm sagen: Was machst
> du?
> 
> 8:5    Wer das Gebot hält, der will nichts von einer bösen Sache wissen;
> denn des Weisen Herz weiß um Zeit und Gericht.
> 
> 8:6    Denn jedes Vorhaben hat seine Zeit und sein Gericht, und des
> Menschen Bosheit liegt schwer auf ihm.
> Kap 3,1
> 
> 8:7    Denn er weiß nicht, was geschehen wird, und wer will ihm sagen, wie
> es werden wird?
> Kap 10,14
> 
> 8:8    Der Mensch hat keine Macht, den Wind aufzuhalten, und hat keine
> Macht über den Tag des Todes, und keiner bleibt verschont im Krieg,
> und das gottlose Treiben rettet den Gottlosen nicht.
> 
> 8:9    Das alles hab ich gesehen und richtete mein Herz auf alles Tun, das
> unter der Sonne geschieht zur Zeit, da ein Mensch herrscht über den
> andern zu seinem Unglück.
> 
> 8:10   Und weiter sah ich Gottlose, die begraben wurden und zur Ruhe kamen;
> aber die recht getan hatten, mußten hinweg von heiliger Stätte und
> wurden vergessen in der Stadt. Das ist auch eitel.
> 
> 8:11   Weil das Urteil über böses Tun nicht sogleich ergeht, wird das Herz
> der Menschen voll Begier, Böses zu tun.
> Hiob 35,15-16; Mal 3,14-15
> 
> 8:12    Wenn ein Sünder auch hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß
> ich doch, daß es wohlgehen wird denen, die Gott fürchten, die sein
> Angesicht scheuen.
> (12 und 13) Ps 37,18; 73,17-26
> 
> 8:13   Aber dem Gottlosen wird es nicht wohlgehen, und wie ein Schatten
> werden nicht lange leben, die sich vor Gott nicht fürchten.
> 
> 8:14   Es ist eitel, was auf Erden geschieht: es gibt Gerechte, denen geht
> es, als hätten sie Werke der Gottlosen getan, und es gibt Gottlose,
> denen geht es, als hätten sie Werke der Gerechten getan. Ich sprach:
> Das ist auch eitel.
> Kap 7,15
> 
> 8:15   Darum pries ich die Freude, daß der Mensch nichts Besseres hat
> unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein.
> Das bleibt ihm bei seinem Mühen sein Leben lang, das Gott ihm gibt
> unter der Sonne.
> Kap 2,24
> 
> 8:16   Ich richtete mein Herz darauf, zu erkennen die Weisheit und zu
> schauen die Mühe, die auf Erden geschieht, daß einer weder Tag noch
> Nacht Schlaf bekommt in seine Augen.
> 
> 8:17   Und ich sah alles Tun Gottes, daß ein Mensch das Tun nicht
> ergründen kann, das unter der Sonne geschieht. Und je mehr der
> Mensch sich müht, zu suchen, desto weniger findet er. Und auch wenn
> der Weise meint: »Ich weiß es«, so kann er's doch nicht finden.
> Kap 3,11; Jes 55,8-9
> 
>          Aufruf zur Freude trotz der Eitelkeit des Lebens
> 
> 9:1    Denn ich habe das alles zu Herzen genommen, um dies zu erforschen:
> Gerechte und Weise und ihr Tun sind in Gottes Hand. Auch über Liebe
> und Haß bestimmt der Mensch nicht; alles ist vor ihm festgelegt.
> 
> 9:2     Es begegnet dasselbe dem einen wie dem andern: dem Gerechten wie
> dem Gottlosen, dem Guten und Reinen wie dem Unreinen; dem, der
> opfert, wie dem, der nicht opfert. Wie es dem Guten geht, so geht's
> auch dem Sünder. Wie es dem geht, der schwört, so geht's auch dem,
> der den Eid scheut.
> Kap 2,14; Hiob 9,22
> 
> 9:3    Das ist das Unglück bei allem, was unter der Sonne geschieht, daß es
> dem einen geht wie dem andern. Und dazu ist das Herz der Menschen
> voll Bosheit, und Torheit ist in ihrem Herzen, solange sie leben;
> danach müssen sie sterben.
> Kap 8,11
> 
> 9:4    Denn wer noch bei den Lebenden weilt, der hat Hoffnung; denn ein
> lebender Hund ist besser als ein toter Löwe.
> 
> 9:5    Denn die Lebenden wissen, daß sie sterben werden, die Toten aber
> wissen nichts; sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Andenken
> ist vergessen.
> 
> 9:6    Ihr Lieben und ihr Hassen und ihr Eifern ist längst dahin; sie haben
> kein Teil mehr auf der Welt an allem, was unter der Sonne geschieht.
> 
> 9:7    So geh hin und iß dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit
> gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen.
> Kap 2,24
> 
> 9:8    Laß deine Kleider immer weiß sein und laß deinem Haupte Salbe nicht
> mangeln.
> 
> 9:9     Genieße das Leben mit deinem Weibe, das du liebhast, solange du das
> eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das
> ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst
> unter der Sonne.
> Spr 5,18-19
> 
> 9:10   Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das
> tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch
> Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.
> 
> Wertlosigkeit der Weisheit
> 
> 9:11   Wiederum sah ich, wie es unter der Sonne zugeht: Zum Laufen hilft
> nicht schnell sein, zum Kampf hilft nicht stark sein, zur Nahrung
> hilft nicht geschickt sein, zum Reichtum hilft nicht klug sein; daß
> einer angenehm sei, dazu hilft nicht, daß er etwas gut kann,
> sondern alles liegt an Zeit und Glück.
> Spr 16,9
> 
> 9:12   Auch weiß der Mensch seine Zeit nicht, sondern wie die Fische
> gefangen werden mit dem verderblichen Netz und wie die Vögel mit dem
> Garn gefangen werden, so werden auch die Menschen verstrickt zur
> bösen Zeit, wenn sie plötzlich über sie fällt.
> 
> 9:13   Ich habe unter der Sonne auch diese Weisheit gesehen, die mich groß
> dünkte:
> 
> 9:14   Da war eine kleine Stadt und wenig Männer darin, und es kam ein
> großer König, der belagerte sie und baute große Bollwerke gegen sie.
> 
> 9:15   Und es fand sich darin ein armer, weiser Mann, der hätte die Stadt
> retten können durch seine Weisheit; aber kein Mensch dachte an
> diesen armen Mann.
> 
> 9:16   Da sprach ich: Weisheit ist zwar besser als Stärke, doch des Armen
> Weisheit wird verachtet, und auf seine Worte hört man nicht.
> 
> 9:17   Der Weisen Worte, in Ruhe vernommen, sind besser als des Herrschers
> Schreien unter den Törichten.
> 
> 9:18   Weisheit ist besser als Kriegswaffen; aber ein einziger Bösewicht
> verdirbt viel Gutes.
> 
>          Über Weisheit und Torheit
> 
> 10:1    Tote Fliegen verderben gute Salben. Ein wenig Torheit wiegt schwerer
> als Weisheit und Ehre.
> 
> 10:2    Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten, aber des Toren Herz ist zu
> seiner Linken.
> 
> 10:3    Auch wenn der Tor auf der Straße geht, fehlt es ihm an Verstand,
> doch er hält jeden andern für einen Toren.
> 
> 10:4    Wenn des Herrschers Zorn wider dich ergeht, so verlaß deine Stätte
> nicht; denn Gelassenheit wendet großes Unheil ab.
> 
> 10:5    Dies ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, gleich einem
> Versehen, das vom Gewaltigen ausgeht:
> 
> 10:6    Ein Tor sitzt in großer Würde, und Reiche müssen in Niedrigkeit
> sitzen.
> 
> 10:7    Ich sah Knechte auf Rossen und Fürsten zu Fuß gehen wie Knechte.
> 
> 10:8     Wer eine Grube gräbt, der kann selbst hineinfallen, und wer eine
> Mauer einreißt, den kann eine Schlange beißen.
> Spr 26,27
> 
> 10:9    Wer Steine bricht, der kann sich dabei wehe tun, und wer Holz
> spaltet, der kann dabei verletzt werden.
> 
> 10:10   Wenn ein Eisen stumpf wird und an der Schneide ungeschliffen bleibt,
> muß man mit ganzer Kraft arbeiten. Aber Weisheit bringt Vorteil und
> Gewinn.
> 
> 10:11   Wenn die Schlange beißt vor der Beschwörung, so hat der Beschwörer
> keinen Vorteil.
> Ps 58,5-6
> 
> 10:12   Die Worte aus dem Munde des Weisen bringen ihm Gunst; aber des Toren
> Lippen verschlingen ihn selber.
> 
> 10:13   Der Anfang seiner Worte ist Narrheit und das Ende verderbliche
> Torheit.
> 
> 10:14   Der Tor macht viele Worte; aber der Mensch weiß nicht, was sein
> wird, und wer will ihm sagen, was nach ihm werden wird?
> Kap 5,2;  Kap 8,7
> 
> 10:15   Die Arbeit ermüdet den Toren, der nicht einmal weiß, in die Stadt zu
> gehen.
> 
> 10:16   Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist und dessen Fürsten schon
> in der Frühe tafeln!
> Jes 3,4;  Jes 5,11
> 
> 10:17   Wohl dir, Land, dessen König ein Edler ist und dessen Fürsten zur
> rechten Zeit tafeln als ehrbare Männer und nicht als Zecher.
> 
> 10:18   Durch Faulheit sinken die Balken, und durch lässige Hände tropft es
> im Haus.
> 
> 10:19   Man hält Mahlzeiten, um zu lachen, und der Wein erfreut das Leben,
> und das Geld muß alles zuwege bringen.
> Ps 104,15
> 
> 10:20   Fluche dem König auch nicht in Gedanken und fluche dem Reichen auch
> nicht in deiner Schlafkammer; denn die Vögel des Himmels tragen die
> Stimme fort, und die Fittiche haben, sagen's weiter.
> 
>          Berechne nicht die Zukunft, sondern nütze den Tag!
> 
> 11:1    Laß dein Brot über das Wasser fahren; denn du wirst es finden nach
> langer Zeit.
> 
> 11:2    Verteil es unter sieben oder unter acht; denn du weißt nicht, was
> für Unglück auf Erden kommen wird.
> 
> 11:3    Wenn die Wolken voll sind, so geben sie Regen auf die Erde, und wenn
> der Baum fällt - er falle nach Süden oder Norden zu -, wohin er
> fällt, da bleibt er liegen.
> 
> 11:4    Wer auf den Wind achtet, der sät nicht, und wer auf die Wolken
> sieht, der erntet nicht.
> 
> 11:5    Gleichwie du nicht weißt, welchen Weg der Wind nimmt und wie die
> Gebeine im Mutterleibe bereitet werden, so kannst du auch Gottes
> Tun nicht wissen, der alles wirkt.
> Joh 3,8;  Ps 139,13;  Kap 8,17
> 
> 11:6    Am Morgen säe deinen Samen, und laß deine Hand bis zum Abend nicht
> ruhen; denn du weißt nicht, was geraten wird, ob dies oder das, oder
> ob beides miteinander gut gerät.
> 
> 11:7    Es ist das Licht süß, und den Augen lieblich, die Sonne zu sehen.
> 
> 11:8    Denn wenn ein Mensch viele Jahre lebt, so sei er fröhlich in ihnen
> allen und denke an die finstern Tage, daß es viele sein werden; denn
> alles, was kommt, ist eitel.
> 
> Freue dich deiner Jugend, ehe Alter und Tod kommen!
> 
> 11:9    So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und laß dein Herz guter
> Dinge sein in deinen jungen Tagen. Tu, was dein Herz gelüstet und
> deinen Augen gefällt; aber wisse, daß dich Gott um das alles vor
> Gericht ziehen wird.
> Kap 2,24
> 
> 11:10   Laß den Unmut fern sein von deinem Herzen und halte fern das Übel
> von deinem Leibe; denn Kindheit und Jugend sind eitel.
> 
>  12:1    Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen
> und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: »Sie gefallen mir
> nicht«;
> 
> 12:2    ehe die Sonne und das Licht, Mond und Sterne finster werden und
> Wolken wiederkommen nach dem Regen, -
> 
> 12:3    zur Zeit, wenn die Hüter des Hauses zittern und die Starken sich
> krümmen und müßig stehen die Müllerinnen, weil es so wenige geworden
> sind, und wenn finster werden, die durch die Fenster sehen,
> Bilder für das Altern der Menschen.
> 
> 12:4    und wenn die Türen an der Gasse sich schließen, daß die Stimme der
> Mühle leiser wird, und wenn sie sich hebt, wie wenn ein Vogel singt,
> und alle Töchter des Gesanges sich neigen;
> 
> 12:5    wenn man vor Höhen sich fürchtet und sich ängstigt auf dem Wege,
> wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich belädt und die
> Kaper aufbricht; denn der Mensch fährt dahin, wo er ewig bleibt, und
> die Klageleute gehen umher auf der Gasse; -
> 
> 12:6    ehe der silberne Strick zerreißt und die goldene Schale zerbricht
> und der Eimer zerschellt an der Quelle und das Rad zerbrochen in den
> Brunnen fällt.
> 
> 12:7    Denn der Staub muß wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und
> der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.
> Kap 3,20; 1. Mose 3,19
> 
> 12:8    Es ist alles ganz eitel, spricht der Prediger, ganz eitel.
> 
> Nachwort über den Prediger
> 
> 12:9    Es bleibt noch übrig zu sagen: Der Prediger war ein Weiser und
> lehrte auch das Volk gute Lehre, und er erwog und forschte und
> dichtete viele Sprüche.
> 
> 12:10   Er suchte, daß er fände angenehme Worte und schriebe recht die Worte
> der Wahrheit.
> 
> 12:11   Die Worte der Weisen sind wie Stacheln, und wie eingeschlagene
> Nägel sind die einzelnen Sprüche; sie sind von einem Hirten gegeben.
> Jes 22,23
> 
> 12:12   Und über dem allen, mein Sohn, laß dich warnen; denn des vielen
> Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren macht den Leib müde.
> 
> 12:13   Laßt uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte
> seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.
> 5. Mose 6,2
> 
> 12:14   Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen
> ist, es sei gut oder böse.
> Röm 2,16; 2. Kor 5,10
>
> — *21 Der Prediger Salomo*

