# 27 Das Buch Daniel

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> Die Erziehung Daniels und seiner Freunde am babylonischen Hof
> 
> 1:1    Im dritten Jahr der Herrschaft Jojakims, des Königs von Juda, zog
> Nebukadnezar, der König von Babel, vor Jerusalem und belagerte es.
> 2. Kön 24,1-2
> 
> 1:2    Und der Herr gab in seine Hand Jojakim, den König von Juda, und
> einen Teil der Geräte aus dem Hause Gottes. Die ließ er ins Land
> Schinar bringen, in den Tempel seines Gottes, und tat die Geräte in
> die Schatzkammer seines Gottes.
> 1. Mose 11,2
> 
> 1:3    Und der König sprach zu Aschpenas, seinem obersten Kämmerer, er
> sollte einige von den Israeliten auswählen, und zwar von
> königlichem Stamm und von edler Herkunft,
> 2. Kön 20,18
> 
> 1:4    junge Leute, die keine Gebrechen hätten, sondern schön, begabt,
> weise, klug und verständig wären, also fähig, an des Königs Hof zu
> dienen; und er sollte sie in Schrift und Sprache der Chaldäer
> unterrichten lassen.
> 
> 1:5    Und der König bestimmte, was man ihnen täglich geben sollte von
> seiner Speise und von dem Wein, den er selbst trank; so sollten sie
> drei Jahre erzogen werden und danach vor dem König dienen.
> 
> 1:6    Unter ihnen waren aus Juda Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja.
> 
> 1:7    Und der oberste Kämmerer gab ihnen andere Namen und nannte Daniel
> Beltschazar und Hananja Schadrach und Mischaël Meschach und Asarja
> Abed-Nego.
> 
> 1:8    Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, daß er sich mit des
> Königs Speise und mit seinem Wein nicht unrein machen wollte, und
> bat den obersten Kämmerer, daß er sich nicht unrein machen müßte.
> 3. Mose 11,1-47
> 
> 1:9    Und Gott gab es Daniel, daß ihm der oberste Kämmerer günstig und
> gnädig gesinnt wurde.
> 1. Mose 39,21
> 
> 1:10   Der sprach zu ihm: Ich fürchte mich vor meinem Herrn, dem König, der
> euch eure Speise und euern Trank bestimmt hat. Wenn er merken würde,
> daß euer Aussehen schlechter ist als das der andern jungen Leute
> eures Alters, so brächtet ihr mich bei dem König um mein Leben.
> 
> 1:11   Da sprach Daniel zu dem Aufseher, den der oberste Kämmerer über
> Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja gesetzt hatte:
> 
> 1:12   Versuch's doch mit deinen Knechten zehn Tage und laß uns Gemüse zu
> essen und Wasser zu trinken geben.
> 
> 1:13   Und dann laß dir unser Aussehen und das der jungen Leute, die von
> des Königs Speise essen, zeigen; und danach magst du mit deinen
> Knechten tun nach dem, was du sehen wirst.
> 
> 1:14   Und er hörte auf sie und versuchte es mit ihnen zehn Tage.
> 
> 1:15   Und nach den zehn Tagen sahen sie schöner und kräftiger aus als alle
> jungen Leute, die von des Königs Speise aßen.
> 
> 1:16   Da tat der Aufseher die Speise und den Trank, die für sie bestimmt
> waren, weg und gab ihnen Gemüse.
> 
> 1:17   Und diesen vier jungen Leuten gab Gott Einsicht und Verstand für
> jede Art von Schrift und Weisheit. Daniel aber verstand sich auf
> Gesichte und Träume jeder Art.
> Hes 28,3
> 
> 1:18   Und als die Zeit um war, die der König bestimmt hatte, daß sie
> danach vor ihn gebracht werden sollten, brachte sie der oberste
> Kämmerer vor Nebukadnezar.
> 
> 1:19   Und der König redete mit ihnen, und es wurde unter allen niemand
> gefunden, der Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja gleich war. Und
> sie wurden des Königs Diener.
> 
> 1:20   Und der König fand sie in allen Sachen, die er sie fragte, zehnmal
> klüger und verständiger als alle Zeichendeuter und Weisen in seinem
> ganzen Reich.
> 
> 1:21   Und Daniel blieb im Dienst bis ins erste Jahr des Königs Kyrus.
> Esr 1,1
> 
>          Nebukadnezars Traum von den vier Weltreichen
> 
> (vgl. Kap 7,1-28)
> 2:1    Im zweiten Jahr seiner Herrschaft hatte Nebukadnezar einen Traum,
> über den er so erschrak, daß er aufwachte.
> 
> 2:2    Und der König ließ alle Zeichendeuter und Weisen und Zauberer und
> Wahrsager zusammenrufen, daß sie ihm seinen Traum sagen sollten. Und
> sie kamen und traten vor den König.
> Jes 47,12-13
> 
> 2:3    Und der König sprach zu ihnen: Ich hab einen Traum gehabt; der hat
> mich erschreckt, und ich wollte gerne wissen, was es mit dem Traum
> gewesen ist.
> 
> 2:4    Da sprachen die Wahrsager zum König auf aramäisch: Der König lebe
> ewig! Sage deinen Knechten den Traum, so wollen wir ihn deuten.
> 
> 2:5    Der König antwortete und sprach zu den Wahrsagern: Mein Wort ist
> deutlich genug. Werdet ihr mir nun den Traum nicht kundtun und
> deuten, so sollt ihr in Stücke gehauen und eure Häuser sollen zu
> Schutthaufen gemacht werden.
> 
> 2:6    Werdet ihr mir aber den Traum kundtun und deuten, so sollt ihr
> Geschenke, Gaben und große Ehre von mir empfangen. Darum sagt mir
> den Traum und seine Deutung.
> 
> 2:7    Sie antworteten noch einmal und sprachen: Der König sage seinen
> Knechten den Traum, so wollen wir ihn deuten.
> 
> 2:8    Der König antwortete und sprach: Wahrlich, ich merke, daß ihr Zeit
> gewinnen wollt, weil ihr seht, daß mein Wort deutlich genug ist.
> 
> 2:9    Aber werdet ihr mir den Traum nicht sagen, so ergeht ein Urteil über
> euch alle, weil ihr euch vorgenommen habt, Lug und Trug vor mir zu
> reden, bis die Zeiten sich ändern. Darum sagt mir den Traum; so kann
> ich merken, daß ihr auch die Deutung trefft.
> 
> 2:10   Da antworteten die Wahrsager vor dem König und sprachen zu ihm: Es
> ist kein Mensch auf Erden, der sagen könnte, was der König fordert.
> Ebenso gibt es auch keinen König, wie groß oder mächtig er sei, der
> solches von irgendeinem Zeichendeuter, Weisen oder Wahrsager fordern
> würde.
> 
> 2:11   Denn was der König fordert, ist zu hoch, und es gibt auch sonst
> niemand, der es vor dem König sagen könnte, ausgenommen die Götter,
> die nicht bei den Menschen wohnen.
> 
> 2:12   Da wurde der König sehr zornig und befahl, alle Weisen von Babel
> umzubringen.
> 
> 2:13   Und das Urteil ging aus, daß man die Weisen töten sollte. Auch
> Daniel und seine Gefährten suchte man, um sie zu töten.
> 
> 2:14   Da wandte sich Daniel klug und verständig an Arjoch, den Obersten
> der Leibwache des Königs, der auszog, um die Weisen von Babel zu
> töten.
> Kap 1,20
> 
> 2:15   Und er fing an und sprach zu Arjoch, dem der König Vollmacht gegeben
> hatte: Warum ist ein so strenges Urteil vom König ergangen? Und
> Arjoch teilte es Daniel mit.
> 
> 2:16   Da ging Daniel hinein und bat den König, ihm eine Frist zu geben,
> damit er die Deutung dem König sagen könne.
> 
> 2:17   Und Daniel ging heim und teilte es seinen Gefährten Hananja,
> Mischaël und Asarja mit,
> 
> 2:18   damit sie den Gott des Himmels um Gnade bäten wegen dieses
> Geheimnisses und Daniel und seine Gefährten nicht samt den andern
> Weisen von Babel umkämen.
> 
> 2:19   Da wurde Daniel dies Geheimnis durch ein Gesicht in der Nacht
> offenbart. Und Daniel lobte den Gott des Himmels,
> 
> 2:20   fing an und sprach: Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu
> Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!
> 
> 2:21   Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein;
> er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren
> Verstand,
> Kap 4,14; 4,22; 4,29
> 
> 2:22   er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der
> Finsternis liegt, denn bei ihm ist lauter Licht.
> 
> 2:23   Ich danke dir und lobe dich, Gott meiner Väter, daß du mir Weisheit
> und Stärke verliehen und jetzt offenbart hast, was wir von dir
> erbeten haben; denn du hast uns des Königs Sache offenbart.
> 
> 2:24   Da ging Daniel hinein zu Arjoch, der vom König Befehl hatte, die
> Weisen von Babel umzubringen, und sprach zu ihm: Du sollst die
> Weisen von Babel nicht umbringen, sondern führe mich hinein zum
> König, ich will dem König die Deutung sagen.
> 
> 2:25   Arjoch brachte Daniel eilends hinein vor den König und sprach zu
> ihm: Ich habe einen Mann gefunden unter den Gefangenen aus Juda, der
> dem König die Deutung sagen kann.
> 
> 2:26   Der König antwortete und sprach zu Daniel, den sie Beltschazar
> nannten: Bist du es, der mir den Traum, den ich gesehen habe, und
> seine Deutung kundtun kann?
> 
> 2:27   Daniel fing an vor dem König und sprach: Das Geheimnis, nach dem der
> König fragt, vermögen die Weisen, Gelehrten, Zeichendeuter und
> Wahrsager dem König nicht zu sagen.
> 
> 2:28   Aber es ist ein Gott im Himmel, der kann Geheimnisse offenbaren.
> Der hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was in künftigen Zeiten
> geschehen soll. Mit deinem Traum und deinen Gesichten, als du
> schliefst, verhielt es sich so:
> 1. Mose 41,16
> 
> 2:29   Du, König, dachtest auf deinem Bett, was dereinst geschehen würde;
> und der, der Geheimnisse offenbart, hat dir kundgetan, was geschehen
> wird.
> 
> 2:30   Mir aber ist dies Geheimnis offenbart worden, nicht als wäre meine
> Weisheit größer als die Weisheit aller, die da leben, sondern damit
> dem König die Deutung kundwürde und du deines Herzens Gedanken
> erführest.
> 1. Mose 41,39
> 
> 2:31   Du, König, hattest einen Traum, und siehe, ein großes und hohes und
> hell glänzendes Bild stand vor dir, das war schrecklich anzusehen.
> 
> 2:32   Das Haupt dieses Bildes war von feinem Gold, seine Brust und seine
> Arme waren von Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Kupfer,
> 
> 2:33   seine Schenkel waren von Eisen, seine Füße waren teils von Eisen und
> teils von Ton.
> 
> 2:34   Das sahst du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von
> Menschenhänden; der traf das Bild an seinen Füßen, die von Eisen und
> Ton waren, und zermalmte sie.
> 
> 2:35   Da wurden miteinander zermalmt Eisen, Ton, Kupfer, Silber und Gold
> und wurden wie Spreu auf der Sommertenne, und der Wind verwehte sie,
> daß man sie nirgends mehr finden konnte. Der Stein aber, der das
> Bild zerschlug, wurde zu einem großen Berg, so daß er die ganze Welt
> füllte.
> 
> 2:36   Das ist der Traum. Nun wollen wir die Deutung vor dem König sagen.
> 
> 2:37   Du, König, bist ein König aller Könige, dem der Gott des Himmels
> Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat
> Hes 26,7
> 
> 2:38   und dem er alle Länder, in denen Leute wohnen, dazu die Tiere auf
> dem Felde und die Vögel unter dem Himmel in die Hände gegeben und
> dem er über alles Gewalt verliehen hat. Du bist das goldene Haupt.
> Jer 27,6; 28,14
> 
> 2:39   Nach dir wird ein anderes Königreich aufkommen, geringer als deines,
> danach das dritte Königreich, das aus Kupfer ist und über alle
> Länder herrschen wird.
> 
> 2:40   Und das vierte wird hart sein wie Eisen; denn wie Eisen alles
> zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles zerbricht, so wird es
> auch alles zermalmen und zerbrechen.
> 
> 2:41   Daß du aber die Füße und Zehen teils von Ton und teils von Eisen
> gesehen hast, bedeutet: das wird ein zerteiltes Königreich sein;
> doch wird etwas von des Eisens Härte darin bleiben, wie du ja
> gesehen hast Eisen mit Ton vermengt.
> 
> 2:42   Und daß die Zehen an seinen Füßen teils von Eisen und teils von Ton
> sind, bedeutet: zum Teil wird's ein starkes und zum Teil ein
> schwaches Reich sein.
> 
> 2:43   Und daß du gesehen hast Eisen mit Ton vermengt, bedeutet: sie werden
> sich zwar durch Heiraten miteinander vermischen, aber sie werden
> doch nicht aneinander festhalten, so wie sich Eisen mit Ton nicht
> mengen läßt.
> 
> 2:44   Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich
> aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf
> kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen
> und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben,
> Kap 7,14; 7,27; Jes 9,6; 1. Kor 15,24; Offb 11,15
> 
> 2:45   wie du ja gesehen hast, daß ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden
> vom Berg herunterkam, der Eisen, Kupfer, Ton, Silber und Gold
> zermalmte. So hat der große Gott dem König kundgetan, was dereinst
> geschehen wird. Der Traum ist zuverlässig, und die Deutung ist
> richtig.
> 
> 2:46   Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und warf sich
> nieder vor Daniel und befahl, man sollte ihm Speisopfer und
> Räucheropfer darbringen.
> 
> 2:47   Und der König antwortete Daniel und sprach: Es ist kein Zweifel,
> euer Gott ist ein Gott über alle Götter und ein Herr über alle
> Könige, der Geheimnisse offenbaren kann, wie du dies Geheimnis hast
> offenbaren können.
> Kap 3,29; Jos 2,11; Ps 86,8; Jes 42,8
> 
> 2:48   Und der König erhöhte Daniel und gab ihm große und viele Geschenke
> und machte ihn zum Fürsten über das ganze Land Babel und setzte ihn
> zum Obersten über alle Weisen in Babel.
> Vers 6; Kap 5,29
> 
> 2:49   Und Daniel bat den König, über die einzelnen Bezirke im Lande Babel
> Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu setzen. Daniel aber blieb am
> Hof des Königs.
> Kap 3,12
> 
>          Die drei Männer im Feuerofen
> 
> 3:1    Der König Nebukadnezar ließ ein goldenes Bild machen sechzig Ellen
> hoch und sechs Ellen breit und ließ es aufrichten in der Ebene Dura
> im Lande Babel.
> 
> 3:2    Und der König Nebukadnezar sandte nach den Fürsten, Würdenträgern,
> Statthaltern, Richtern, Schatzmeistern, Räten, Amtleuten und allen
> Mächtigen im Lande, daß sie zusammenkommen sollten, um das Bild zu
> weihen, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen.
> 
> 3:3    Da kamen zusammen die Fürsten, Würdenträger, Statthalter, Richter,
> Schatzmeister, Räte, Amtleute und alle Mächtigen im Lande, um das
> Bild zu weihen, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen.
> Und sie mußten sich vor dem Bild aufstellen, das Nebukadnezar hatte
> aufrichten lassen.
> 
> 3:4    Und der Herold rief laut: Es wird euch befohlen, ihr Völker und
> Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen:
> 
> 3:5    Wenn ihr hören werdet den Schall der Posaunen, Trompeten, Harfen,
> Zithern, Flöten, Lauten und aller andern Instrumente, dann sollt ihr
> niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König
> Nebukadnezar hat aufrichten lassen.
> 
> 3:6    Wer aber dann nicht niederfällt und anbetet, der soll sofort in den
> glühenden Ofen geworfen werden.
> 
> 3:7    Als sie nun hörten den Schall der Posaunen, Trompeten, Harfen,
> Zithern, Flöten und aller andern Instrumente, fielen nieder alle
> Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen und beteten an
> das goldene Bild, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten
> lassen.
> 
> 3:8    Da kamen einige chaldäische Männer und verklagten die Juden,
> 
> 3:9    fingen an und sprachen zum König Nebukadnezar: Der König lebe ewig!
> 
> 3:10   Du hast ein Gebot ergehen lassen, daß alle Menschen niederfallen
> und das goldene Bild anbeten sollten, wenn sie den Schall der
> Posaunen, Trompeten, Harfen, Zithern, Flöten, Lauten und aller
> andern Instrumente hören würden;
> Kap 6,13
> 
> 3:11   wer aber nicht niederfiele und anbetete, sollte in den glühenden
> Ofen geworfen werden.
> 
> 3:12   Nun sind da jüdische Männer, die du über die einzelnen Bezirke im
> Lande Babel gesetzt hast, nämlich Schadrach, Meschach und Abed-Nego;
> die verachten dein Gebot und ehren deinen Gott nicht und beten das
> goldene Bild nicht an, das du hast aufrichten lassen.
> Kap 2,49
> 
> 3:13   Da befahl Nebukadnezar mit Grimm und Zorn, Schadrach, Meschach und
> Abed-Nego vor ihn zu bringen. Und die Männer wurden vor den König
> gebracht.
> 
> 3:14   Da fing Nebukadnezar an und sprach zu ihnen: Wie? Wollt ihr,
> Schadrach, Meschach und Abed-Nego, meinen Gott nicht ehren und das
> goldene Bild nicht anbeten, das ich habe aufrichten lassen?
> 
> 3:15   Wohlan, seid bereit! Sobald ihr den Schall der Posaunen, Trompeten,
> Harfen, Zithern, Flöten, Lauten und aller andern Instrumente hören
> werdet, so fallt nieder und betet das Bild an, das ich habe machen
> lassen! Werdet ihr's aber nicht anbeten, dann sollt ihr sofort in
> den glühenden Ofen geworfen werden. Laßt sehen, wer der Gott ist,
> der euch aus meiner Hand erretten könnte!
> 2. Mose 5,2; 2. Kön 18,35
> 
> 3:16   Da fingen an Schadrach, Meschach und Abed-Nego und sprachen zum
> König Nebukadnezar: Es ist nicht nötig, daß wir dir darauf
> antworten.
> 
> 3:17   Wenn unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns erretten;
> aus dem glühenden Ofen und aus deiner Hand, o König, kann er
> erretten.
> 5. Mose 4,20; Ps 66,12
> 
> 3:18   Und wenn er's nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, daß wir
> deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild, das du hast aufrichten
> lassen, nicht anbeten wollen.
> 2. Mose 20,3-5
> 
> 3:19   Da wurde Nebukadnezar voll Grimm, und der Ausdruck seines Angesichts
> veränderte sich gegenüber Schadrach, Meschach und Abed-Nego, und er
> befahl, man sollte den Ofen siebenmal heißer machen, als man sonst
> zu tun pflegte.
> 
> 3:20   Und er befahl den besten Kriegsleuten, die in seinem Heer waren,
> Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu binden und in den glühenden
> Ofen zu werfen.
> 
> 3:21   Da wurden diese Männer in ihren Mänteln, Hosen, Hüten, in ihrer
> ganzen Kleidung, gebunden und in den glühenden Ofen geworfen.
> 
> 3:22   Weil das Gebot des Königs so streng war, schürte man das Feuer im
> Ofen so sehr, daß die Männer, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego
> hinaufbrachten, von den Feuerflammen getötet wurden.
> 
> 3:23   Aber die drei Männer, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, fielen
> hinab in den glühenden Ofen, gebunden wie sie waren.
> 
> 3:24   Da entsetzte sich der König Nebukadnezar, fuhr auf und sprach zu
> seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden in das Feuer
> werfen lassen? Sie antworteten und sprachen zum König: Ja, König.
> 
> 3:25   Er antwortete und sprach: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer
> umhergehen, und sie sind unversehrt; und der vierte sieht aus, als
> wäre er ein Sohn der Götter.
> Jes 43,2
> 
> 3:26   Und Nebukadnezar trat vor die Tür des glühenden Ofens und sprach:
> Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte Gottes des Höchsten,
> tretet heraus und kommt her! Da traten Schadrach, Meschach und
> Abed-Nego heraus aus dem Feuer.
> 
> 3:27   Und die Fürsten, Würdenträger, Statthalter und Räte des Königs kamen
> zusammen und sahen, daß das Feuer den Leibern dieser Männer nichts
> hatte anhaben können und ihr Haupthaar nicht versengt und ihre
> Mäntel nicht versehrt waren; ja, man konnte keinen Brand an ihnen
> riechen.
> Hebr 11,33-34
> 
> 3:28   Da fing Nebukadnezar an und sprach: Gelobt sei der Gott Schadrachs,
> Meschachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt und seine
> Knechte errettet hat, die ihm vertraut und des Königs Gebot nicht
> gehalten haben, sondern ihren Leib preisgaben; denn sie wollten
> keinen andern Gott verehren und anbeten als allein ihren Gott!
> Kap 6,23
> 
> 3:29   So sei nun dies mein Gebot: Wer unter allen Völkern und Leuten aus
> so vielen verschiedenen Sprachen den Gott Schadrachs, Meschachs und
> Abed-Negos lästert, der soll in Stücke gehauen und sein Haus zu
> einem Schutthaufen gemacht werden. Denn es gibt keinen andern Gott
> als den, der so erretten kann.
> Kap 2,47
> 
> 3:30   Und der König gab Schadrach, Meschach und Abed-Nego große Macht im
> Lande Babel.
> 
> Nebukadnezars Wahnsinn
> 
> 3:31   König Nebukadnezar allen Völkern, Leuten aus so vielen verschiedenen
> Sprachen auf der ganzen Erde: Viel Friede zuvor!
> 
> 3:32   Es gefällt mir, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die Gott der
> Höchste an mir getan hat.
> 
> 3:33   Denn seine Zeichen sind groß, und seine Wunder sind mächtig, und
> sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und
> für.
> Kap 2,44; 4,31; 6,27; 7,14; 7,27; Ps 145,13
> 
>   4:1    Ich, Nebukadnezar, hatte Ruhe in meinem Hause und lebte zufrieden in
> meinem Palast.
> 
> 4:2    Da hatte ich einen Traum, der erschreckte mich, und die Gedanken,
> die ich auf meinem Bett hatte, und die Gesichte, die ich gesehen
> hatte, beunruhigten mich.
> 
> 4:3    Und ich befahl, daß alle Weisen Babels vor mich gebracht würden,
> damit sie mir sagten, was der Traum bedeutete.
> 
> 4:4    Da brachte man herein die Zeichendeuter, Weisen, Gelehrten und
> Wahrsager, und ich erzählte den Traum vor ihnen; aber sie konnten
> mir nicht sagen, was er bedeutete,
> 
> 4:5    bis zuletzt Daniel vor mich trat, der Beltschazar heißt nach dem
> Namen meines Gottes und der den Geist der heiligen Götter hat. Und
> ich erzählte vor ihm den Traum:
> Kap 5,11; 5,14
> 
> 4:6    Beltschazar, du Oberster unter den Zeichendeutern, von dem ich weiß,
> daß du den Geist der heiligen Götter hast und dir nichts verborgen
> ist, sage, was die Gesichte meines Traumes, die ich gesehen habe,
> bedeuten.
> 
> 4:7    Dies sind aber die Gesichte, die ich gesehen habe auf meinem Bett:
> Siehe, es stand ein Baum in der Mitte der Erde, der war sehr hoch.
> 
> 4:8    Und er wurde groß und mächtig, und seine Höhe reichte bis an den
> Himmel, und er war zu sehen bis ans Ende der ganzen Erde.
> 
> 4:9    Sein Laub war dicht und seine Frucht reichlich, und er gab Nahrung
> für alle. Alle Tiere des Feldes fanden Schatten unter ihm, und die
> Vögel des Himmels saßen auf seinen Ästen, und alles Fleisch nährte
> sich von ihm.
> 
> 4:10   Und ich sah ein Gesicht auf meinem Bett, und siehe, ein heiliger
> Wächter fuhr vom Himmel herab.
> 
> 4:11   Der rief laut und sprach: Haut den Baum um und schlagt ihm die Äste
> weg, streift ihm das Laub ab und zerstreut seine Frucht, daß die
> Tiere, die unter ihm liegen, weglaufen und die Vögel von seinen
> Zweigen fliehen.
> 
> 4:12   Doch laßt den Stock mit seinen Wurzeln in der Erde bleiben; er soll
> in eisernen und ehernen Ketten auf dem Felde im Grase und unter dem
> Tau des Himmels liegen und naß werden und soll sein Teil haben mit
> den Tieren am Gras auf der Erde.
> 
> 4:13   Und das menschliche Herz soll von ihm genommen und ein tierisches
> Herz ihm gegeben werden, und sieben Zeiten sollen über ihn hingehen.
> 
> 4:14   Dies ist im Rat der Wächter beschlossen und ist Gebot der Heiligen,
> damit die Lebenden erkennen, daß der Höchste Gewalt hat über die
> Königreiche der Menschen und sie geben kann, wem er will, und einen
> Niedrigen darüber setzen.
> Kap 2,21
> 
> 4:15   Solch einen Traum hab ich, König Nebukadnezar, gehabt; du aber,
> Beltschazar, sage, was er bedeutet. Denn alle Weisen in meinem
> Königreich können mir nicht kundtun, was er bedeutet; du aber kannst
> es, denn der Geist der heiligen Götter ist bei dir.
> 
> 4:16   Da entsetzte sich Daniel, der auch Beltschazar heißt, eine Zeitlang,
> und seine Gedanken beunruhigten ihn. Aber der König sprach:
> Beltschazar, laß dich durch den Traum und seine Deutung nicht
> beunruhigen. Beltschazar fing an und sprach: Ach, mein Herr, daß
> doch der Traum deinen Feinden und seine Deutung deinen Widersachern
> gelte!
> 
> 4:17   Der Baum, den du gesehen hast, der groß und mächtig wurde und
> dessen Höhe an den Himmel reichte und der zu sehen war auf der
> ganzen Erde,
> Hes 31,3-14
> 
> 4:18   dessen Laub dicht und dessen Frucht reichlich war, so daß er Nahrung
> für alle gab, unter dem die Tiere des Feldes wohnten und auf dessen
> Ästen die Vögel des Himmels saßen -
> 
> 4:19   das bist du, König, der du so groß und mächtig bist; denn deine
> Macht ist groß und reicht bis an den Himmel und deine Gewalt bis ans
> Ende der Erde.
> 
> 4:20   Daß aber der König einen heiligen Wächter gesehen hat vom Himmel
> herabfahren, der sagte: »Haut den Baum um und zerstört ihn, doch den
> Stock mit seinen Wurzeln laßt in der Erde bleiben; er soll in
> eisernen und ehernen Ketten auf dem Felde im Grase und unter dem Tau
> des Himmels liegen und naß werden und mit den Tieren des Feldes
> zusammenleben, bis über ihn sieben Zeiten hingegangen sind«;
> 
> 4:21   das, König, bedeutet - und zwar ergeht es als Ratschluß des Höchsten
> über meinen Herrn, den König -:
> 
> 4:22   man wird dich aus der Gemeinschaft der Menschen verstoßen, und du
> mußt bei den Tieren des Feldes bleiben, und man wird dich Gras
> fressen lassen wie die Rinder, und du wirst unter dem Tau des
> Himmels liegen und naß werden, und sieben Zeiten werden über dich
> hingehen, bis du erkennst, daß der Höchste Gewalt hat über die
> Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will.
> 
> 4:23   Wenn aber gesagt wurde, man solle dennoch den Stock des Baumes mit
> seinen Wurzeln übriglassen, das bedeutet: dein Königreich soll dir
> erhalten bleiben, sobald du erkannt hast, daß der Himmel die Gewalt
> hat.
> 
> 4:24   Darum, mein König, laß dir meinen Rat gefallen und mache dich los
> und ledig von deinen Sünden durch Gerechtigkeit und von deiner
> Missetat durch Wohltat an den Armen, so wird es dir lange
> wohlergehen.
> Spr 19,17; Mt 5,7
> 
> 4:25   Dies alles widerfuhr dem König Nebukadnezar.
> 
> 4:26   Denn nach zwölf Monaten, als der König auf dem Dach des königlichen
> Palastes in Babel sich erging,
> 
> 4:27    hob er an und sprach: Das ist das große Babel, das ich erbaut habe
> zur Königsstadt durch meine große Macht zu Ehren meiner
> Herrlichkeit.
> (27 und 28) Spr 16,18
> 
> 4:28   Ehe noch der König diese Worte ausgeredet hatte, kam eine Stimme vom
> Himmel: Dir, König Nebukadnezar, wird gesagt: Dein Königreich ist
> dir genommen,
> 
> 4:29   man wird dich aus der Gemeinschaft der Menschen verstoßen, und du
> sollst bei den Tieren des Feldes bleiben; Gras wird man dich fressen
> lassen wie die Rinder, und sieben Zeiten sollen hingehen, bis du
> erkennst, daß der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der
> Menschen und sie gibt, wem er will.
> Kap 5,21
> 
> 4:30   Im gleichen Augenblick wurde das Wort erfüllt an Nebukadnezar, und
> er wurde verstoßen aus der Gemeinschaft der Menschen, und er fraß
> Gras wie die Rinder, und sein Leib lag unter dem Tau des Himmels und
> wurde naß, bis sein Haar wuchs so groß wie Adlerfedern und seine
> Nägel wie Vogelklauen wurden.
> 
> 4:31   Nach dieser Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen auf zum Himmel,
> und mein Verstand kam mir wieder, und ich lobte den Höchsten. Ich
> pries und ehrte den, der ewig lebt, dessen Gewalt ewig ist und
> dessen Reich für und für währt,
> Kap 3,33
> 
> 4:32   gegen den alle, die auf Erden wohnen, für nichts zu rechnen sind.
> Er macht's, wie er will, mit den Mächten im Himmel und mit denen,
> die auf Erden wohnen. Und niemand kann seiner Hand wehren noch zu
> ihm sagen: Was machst du?
> Jes 40,17;  Hiob 9,12
> 
> 4:33   Zur selben Zeit kehrte mein Verstand zu mir zurück, und meine
> Herrlichkeit und mein Glanz kamen wieder an mich zur Ehre meines
> Königreichs. Und meine Räte und Mächtigen suchten mich auf, und ich
> wurde wieder über mein Königreich eingesetzt und gewann noch größere
> Herrlichkeit.
> 
> 4:34   Darum lobe, ehre und preise ich, Nebukadnezar, den König des
> Himmels; denn all sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht,
> und wer stolz ist, den kann er demütigen.
> Lk 1,51; 18,14
> 
>          Belsazars Gastmahl
> 
> 5:1    König Belsazar machte ein herrliches Mahl für seine tausend
> Mächtigen und soff sich voll mit ihnen.
> 
> 5:2    Und als er betrunken war, ließ er die goldenen und silbernen Gefäße
> herbringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem
> weggenommen hatte, damit der König mit seinen Mächtigen, mit seinen
> Frauen und mit seinen Nebenfrauen daraus tränke.
> Kap 1,2; 2. Chr 36,10; Esr 1,7-11
> 
> 5:3    Da wurden die goldenen und silbernen Gefäße herbeigebracht, die aus
> dem Tempel, aus dem Hause Gottes zu Jerusalem, weggenommen worden
> waren; und der König, seine Mächtigen, seine Frauen und Nebenfrauen
> tranken daraus.
> 
> 5:4    Und als sie so tranken, lobten sie die goldenen, silbernen, ehernen,
> eisernen, hölzernen und steinernen Götter.
> 
> 5:5    Im gleichen Augenblick gingen hervor Finger wie von einer
> Menschenhand, die schrieben gegenüber dem Leuchter auf die getünchte
> Wand in dem königlichen Saal. Und der König erblickte die Hand, die
> da schrieb.
> 
> 5:6    Da entfärbte sich der König, und seine Gedanken erschreckten ihn, so
> daß er wie gelähmt war und ihm die Beine zitterten.
> 
> 5:7    Und der König rief laut, daß man die Weisen, Gelehrten und Wahrsager
> herbeiholen solle. Und er ließ den Weisen von Babel sagen: Welcher
> Mensch diese Schrift lesen kann und mir sagt, was sie bedeutet, der
> soll mit Purpur gekleidet werden und eine goldene Kette um den Hals
> tragen und der Dritte in meinem Königreich sein.
> 
> 5:8    Da wurden alle Weisen des Königs hereingeführt, aber sie konnten
> weder die Schrift lesen noch die Deutung dem König kundtun.
> 
> 5:9    Darüber erschrak der König Belsazar noch mehr und verlor seine Farbe
> ganz, und seinen Mächtigen wurde angst und bange.
> 
> 5:10   Da ging auf die Worte des Königs und seiner Mächtigen die
> Königinmutter in den Saal hinein und sprach: Der König lebe ewig!
> Laß dich von deinen Gedanken nicht so erschrecken, und entfärbe dich
> nicht!
> 
> 5:11   Es ist ein Mann in deinem Königreich, der den Geist der heiligen
> Götter hat. Denn zu deines Vaters Zeiten fand sich bei ihm
> Erleuchtung, Klugheit und Weisheit wie der Götter Weisheit. Und dein
> Vater, der König Nebukadnezar, setzte ihn über die Zeichendeuter,
> Weisen, Gelehrten und Wahrsager,
> Kap 4,5;  Kap 2,48
> 
> 5:12   weil ein überragender Geist bei ihm gefunden wurde, dazu Verstand
> und Klugheit, Träume zu deuten, dunkle Sprüche zu erraten und
> Geheimnisse zu offenbaren. Das ist Daniel, dem der König den Namen
> Beltschazar gab. So rufe man nun Daniel; der wird sagen, was es
> bedeutet.
> Kap 1,17
> 
> 5:13   Da wurde Daniel vor den König geführt. Und der König sprach zu
> Daniel: Bist du Daniel, einer der Gefangenen aus Juda, die der
> König, mein Vater, aus Juda hergebracht hat?
> 
> 5:14   Ich habe von dir sagen hören, daß du den Geist der heiligen Götter
> habest und Erleuchtung, Verstand und hohe Weisheit bei dir zu finden
> sei.
> 
> 5:15   Nun hab ich vor mich rufen lassen die Weisen und Gelehrten, damit
> sie mir diese Schrift lesen und kundtun sollen, was sie bedeutet;
> aber sie können mir nicht sagen, was sie bedeutet.
> 
> 5:16   Von dir aber höre ich, daß du Deutungen zu geben und Geheimnisse zu
> offenbaren vermagst. Kannst du nun die Schrift lesen und mir sagen,
> was sie bedeutet, so sollst du mit Purpur gekleidet werden und eine
> goldene Kette um deinen Hals tragen und der Dritte in meinem
> Königreich sein.
> 
> 5:17   Da fing Daniel an und sprach vor dem König: Behalte deine Gaben und
> gib dein Geschenk einem andern; ich will dennoch die Schrift dem
> König lesen und kundtun, was sie bedeutet.
> 
> 5:18   Mein König, Gott der Höchste hat deinem Vater Nebukadnezar
> Königreich, Macht, Ehre und Herrlichkeit gegeben.
> Kap 2,37
> 
> 5:19   Und um solcher Macht willen, die ihm gegeben war, fürchteten und
> scheuten sich vor ihm alle Völker und Leute aus so vielen
> verschiedenen Sprachen. Er tötete, wen er wollte; er ließ leben, wen
> er wollte; er erhöhte, wen er wollte; er demütigte, wen er wollte.
> 
> 5:20   Als sich aber sein Herz überhob und er stolz und hochmütig wurde, da
> wurde er vom königlichen Thron gestoßen und verlor seine Ehre
> 
> 5:21   und wurde verstoßen aus der Gemeinschaft der Menschen, und sein Herz
> wurde gleich dem der Tiere, und er mußte bei dem Wild hausen und
> fraß Gras wie die Rinder, und sein Leib lag unter dem Tau des
> Himmels und wurde naß, bis er lernte, daß Gott der Höchste Gewalt
> hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will.
> Kap 4,29
> 
> 5:22   Aber du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt,
> obwohl du das alles wußtest,
> 
> 5:23   sondern hast dich gegen den Herrn des Himmels erhoben, und die
> Gefäße seines Hauses hat man vor dich bringen müssen, und du, deine
> Mächtigen, deine Frauen und deine Nebenfrauen, ihr habt daraus
> getrunken; dazu hast du die silbernen, goldenen, ehernen, eisernen,
> hölzernen, steinernen Götter gelobt, die weder sehen noch hören noch
> fühlen können. Den Gott aber, der deinen Odem und alle deine Wege in
> seiner Hand hat, hast du nicht verehrt.
> 
> 5:24   Darum wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift
> geschrieben.
> 
> 5:25    So aber lautet die Schrift, die dort geschrieben steht: Mene mene
> tekel u-parsin.
> (25-28) Jes 47,11
> 
> 5:26   Und sie bedeutet dies: Mene, das ist, Gott hat dein Königtum gezählt
> und beendet.
> 
> 5:27   Tekel, das ist, man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht
> befunden.
> 
> 5:28   Peres, das ist, dein Reich ist zerteilt und den Medern und Persern
> gegeben.
> 
> 5:29   Da befahl Belsazar, daß man Daniel mit Purpur kleiden sollte und ihm
> eine goldene Kette um den Hals geben; und er ließ von ihm verkünden,
> daß er der Dritte im Königreich sei.
> Kap 2,48; 1. Mose 41,42-43
> 
> 5:30   Aber in derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer,
> getötet.
> 
>          Daniel in der Löwengrube
> 
> 6:1    Und Darius aus Medien übernahm das Reich, als er zweiundsechzig
> Jahre alt war.
> Kap 9,1;  Jes 13,17
> Abweichende Verszählung statt 6,1-29: 5,31 - 6,28.
> 
> 6:2    Und es gefiel Darius, über das ganze Königreich hundertundzwanzig
> Statthalter zu setzen.
> 
> 6:3    Über sie setzte er drei Fürsten, von denen einer Daniel war. Ihnen
> sollten die Statthalter Rechenschaft ablegen, damit der König der
> Mühe enthoben wäre.
> 
> 6:4    Daniel aber übertraf alle Fürsten und Statthalter, denn es war ein
> überragender Geist in ihm. Darum dachte der König daran, ihn über
> das ganze Königreich zu setzen.
> Kap 5,12
> 
> 6:5    Da trachteten die Fürsten und Statthalter danach, an Daniel etwas zu
> finden, das gegen das Königreich gerichtet wäre. Aber sie konnten
> keinen Grund zur Anklage und kein Vergehen finden; denn er war treu,
> so daß man keine Schuld und kein Vergehen bei ihm finden konnte.
> 
> 6:6    Da sprachen die Männer: Wir werden keinen Grund zur Anklage gegen
> Daniel finden, es sei denn wegen seiner Gottesverehrung.
> 
> 6:7    Da kamen die Fürsten und Statthalter eilends vor den König gelaufen
> und sprachen zu ihm: Der König Darius lebe ewig!
> 
> 6:8    Es haben die Fürsten des Königreichs, die Würdenträger, die
> Statthalter, die Räte und Befehlshaber alle gedacht, es solle ein
> königlicher Befehl gegeben und ein strenges Gebot erlassen werden,
> daß jeder, der in dreißig Tagen etwas bitten wird von irgendeinem
> Gott oder Menschen außer von dir, dem König, allein, zu den Löwen in
> die Grube geworfen werden soll.
> 
> 6:9    Darum, o König, wollest du ein solches Gebot ausgehen lassen und ein
> Schreiben aufsetzen, das nicht wieder geändert werden darf nach dem
> Gesetz der Meder und Perser, das unaufhebbar ist.
> Est 1,19; 8,8
> 
> 6:10   So ließ der König Darius das Schreiben und das Gebot aufsetzen.
> 
> 6:11   Als nun Daniel erfuhr, daß ein solches Gebot ergangen war, ging er
> hinein in sein Haus. Er hatte aber an seinem Obergemach offene
> Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie,
> betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er es auch vorher zu tun
> pflegte.
> 1. Kön 8,48
> 
> 6:12   Da kamen jene Männer eilends gelaufen und fanden Daniel, wie er
> betete und flehte vor seinem Gott.
> 
> 6:13   Da traten sie vor den König und redeten mit ihm über das königliche
> Gebot: O König, hast du nicht ein Gebot erlassen, daß jeder, der in
> dreißig Tagen etwas bitten würde von irgendeinem Gott oder Menschen
> außer von dir, dem König, allein, zu den Löwen in die Grube geworfen
> werden solle? Der König antwortete und sprach: Das ist wahr, und das
> Gesetz der Meder und Perser kann niemand aufheben.
> Kap 3,10
> 
> 6:14   Sie antworteten und sprachen vor dem König: Daniel, einer der
> Gefangenen aus Juda, der achtet weder dich noch dein Gebot, das du
> erlassen hast; denn er betet dreimal am Tage.
> 
> 6:15   Als der König das hörte, wurde er sehr betrübt und war darauf
> bedacht, Daniel die Freiheit zu erhalten, und mühte sich, bis die
> Sonne unterging, ihn zu erretten.
> 
> 6:16   Aber die Männer kamen wieder zum König gelaufen und sprachen zu ihm:
> Du weißt doch, König, es ist das Gesetz der Meder und Perser, daß
> alle Gebote und Befehle, die der König beschlossen hat, unverändert
> bleiben sollen.
> 
> 6:17   Da befahl der König, Daniel herzubringen. Und sie warfen ihn zu den
> Löwen in die Grube. Der König aber sprach zu Daniel: Dein Gott, dem
> du ohne Unterlaß dienst, der helfe dir!
> Kap 3,15
> 
> 6:18   Und sie brachten einen Stein, den legten sie vor die Öffnung der
> Grube; den versiegelte der König mit seinem eigenen Ring und mit dem
> Ringe seiner Mächtigen, damit nichts anderes mit Daniel geschähe.
> 
> 6:19   Und der König ging weg in seinen Palast und fastete die Nacht über
> und ließ kein Essen vor sich bringen und konnte auch nicht schlafen.
> 
> 6:20   Früh am Morgen, als der Tag anbrach, stand der König auf und ging
> eilends zur Grube, wo die Löwen waren.
> 
> 6:21   Und als er zur Grube kam, rief er Daniel mit angstvoller Stimme. Und
> der König sprach zu Daniel: Daniel, du Knecht des lebendigen
> Gottes, hat dich dein Gott, dem du ohne Unterlaß dienst, auch
> erretten können von den Löwen?
> Kap 3,17
> 
> 6:22   Daniel aber redete mit dem König: Der König lebe ewig!
> 
> 6:23   Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen
> zugehalten hat, so daß sie mir kein Leid antun konnten; denn vor ihm
> bin ich unschuldig, und auch gegen dich, mein König, habe ich nichts
> Böses getan.
> Kap 3,28;  Ps 22,22; Hebr 11,33
> 
> 6:24   Da wurde der König sehr froh und ließ Daniel aus der Grube
> herausziehen. Und sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man
> fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.
> 
> 6:25   Da ließ der König die Männer, die Daniel verklagt hatten, holen und
> zu den Löwen in die Grube werfen samt ihren Kindern und Frauen. Und
> ehe sie den Boden erreichten, ergriffen die Löwen sie und zermalmten
> alle ihre Knochen.
> 
> 6:26   Da ließ der König Darius allen Völkern und Leuten aus so vielen
> verschiedenen Sprachen auf der ganzen Erde schreiben: Viel Friede
> zuvor!
> 
> 6:27   Das ist mein Befehl, daß man in meinem ganzen Königreich den Gott
> Daniels fürchten und sich vor ihm scheuen soll. Denn er ist der
> lebendige Gott, der ewig bleibt, und sein Reich ist unvergänglich,
> und seine Herrschaft hat kein Ende.
> Kap 3,33
> 
> 6:28   Er ist ein Retter und Nothelfer, und er tut Zeichen und Wunder im
> Himmel und auf Erden. Der hat Daniel von den Löwen errettet.
> 
> 6:29   Und Daniel hatte große Macht im Königreich des Darius und auch im
> Königreich des Kyrus von Persien.
> Kap 1,21
> 
>          Daniels Gesicht von den vier Tieren und dem Menschensohn
> 
> (vgl. Kap 2,1-49)
> 7:1    Im ersten Jahr Belsazars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen
> Traum und Gesichte auf seinem Bett; und er schrieb den Traum auf,
> und dies ist sein Inhalt:
> Kap 5,1
> 
> 7:2    Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde
> unter dem Himmel wühlten das große Meer auf.
> 
> 7:3     Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders
> als das andere.
> (3-7) Offb 13,1-2
> 
> 7:4    Das erste war wie ein Löwe und hatte Flügel wie ein Adler. Ich sah,
> wie ihm die Flügel genommen wurden. Und es wurde von der Erde
> aufgehoben und auf zwei Füße gestellt wie ein Mensch, und es wurde
> ihm ein menschliches Herz gegeben.
> 
> 7:5    Und siehe, ein anderes Tier, das zweite, war gleich einem Bären und
> war auf der einen Seite aufgerichtet und hatte in seinem Maul
> zwischen seinen Zähnen drei Rippen. Und man sprach zu ihm: Steh auf
> und friß viel Fleisch!
> 
> 7:6    Danach sah ich, und siehe, ein anderes Tier, gleich einem Panther,
> das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken, und das Tier
> hatte vier Köpfe, und ihm wurde große Macht gegeben.
> 
> 7:7    Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, ein
> viertes Tier war furchtbar und schrecklich und sehr stark und hatte
> große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte, und was übrigblieb,
> zertrat es mit seinen Füßen. Es war auch ganz anders als die vorigen
> Tiere und hatte zehn Hörner.
> 
> 7:8    Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach ein anderes
> kleines Horn zwischen ihnen hervor, vor dem drei der vorigen Hörner
> ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie
> Menschenaugen und ein Maul; das redete große Dinge.
> Kap 11,36
> 
> 7:9    Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer, der uralt war,
> setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem
> Haupt rein wie Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder
> loderndes Feuer.
> Hes 1,26; Offb 4,2;  Ps 90,2
> 
> 7:10   Und von ihm ging aus ein langer feuriger Strahl. Tausendmal
> Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor
> ihm. Das Gericht wurde gehalten, und die Bücher wurden aufgetan.
> Offb 5,11;  Ps 69,29; Offb 20,12
> 
> 7:11   Ich merkte auf um der großen Reden willen, die das Horn redete, und
> ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und ins
> Feuer geworfen wurde.
> Offb 19,20
> 
> 7:12   Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war
> ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte.
> Kap 2,21
> 
> 7:13   Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit
> den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem,
> der uralt war, und wurde vor ihn gebracht.
> Lk 21,27; Offb 1,13; 14,14
> 
> 7:14   Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker und Leute aus
> so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist
> ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.
> 
> 7:15   Ich, Daniel, war entsetzt, und dies Gesicht erschreckte mich.
> 
> 7:16   Und ich ging zu einem von denen, die dastanden, und bat ihn, daß er
> mir über das alles Genaueres berichtete. Und er redete mit mir und
> sagte mir, was es bedeutete.
> 
> 7:17   Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen
> werden.
> 
> 7:18   Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen und
> werden's immer und ewig besitzen.
> 
> 7:19   Danach hätte ich gerne Genaueres gewußt über das vierte Tier, das
> ganz anders war als alle andern, ganz furchtbar, mit eisernen Zähnen
> und ehernen Klauen, das um sich fraß und zermalmte und mit seinen
> Füßen zertrat, was übrigblieb;
> Vers 7
> 
> 7:20   und über die zehn Hörner auf seinem Haupt und über das andere Horn,
> das hervorbrach, vor dem drei ausfielen; und es hatte Augen und ein
> Maul, das große Dinge redete, und war größer als die Hörner, die
> neben ihm waren.
> 
> 7:21   Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den
> Sieg über sie,
> Offb 13,7
> 
> 7:22   bis der kam, der uralt war, und Recht schaffte den Heiligen des
> Höchsten und bis die Zeit kam, daß die Heiligen das Reich empfingen.
> 
> 7:23   Er sprach: Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden
> sein; das wird ganz anders sein als alle andern Königreiche; es wird
> alle Länder fressen, zertreten und zermalmen.
> 
> 7:24   Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich
> hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der
> wird ganz anders sein als die vorigen und wird drei Könige stürzen.
> Offb 17,12
> 
> 7:25   Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten
> vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu
> ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei
> Zeiten und eine halbe Zeit.
> Offb 13,5-6;  Kap 12,7
> 
> 7:26   Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht
> genommen und ganz und gar vernichtet werden.
> 
> 7:27   Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche
> unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten
> gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm
> dienen und gehorchen.
> 
> 7:28   Das war das Ende der Rede. Aber ich, Daniel, wurde sehr beunruhigt
> in meinen Gedanken, und jede Farbe war aus meinem Antlitz gewichen;
> doch behielt ich die Rede in meinem Herzen.
> Kap 8,18; 10,8; 10,16-18
> 
>          Daniels Gesicht vom Widder und Ziegenbock
> 
> 8:1    Im dritten Jahr der Herrschaft des Königs Belsazar erschien mir,
> Daniel, ein Gesicht, nach jenem, das mir zuerst erschienen war.
> Kap 7,1
> 
> 8:2    Ich hatte ein Gesicht, und während meines Gesichtes war ich in der
> Festung Susa im Lande Elam, am Fluß Ulai.
> 
> 8:3    Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, ein Widder stand vor
> dem Fluß, der hatte zwei hohe Hörner, doch eins höher als das
> andere, und das höhere war später hervorgewachsen.
> 
> 8:4    Ich sah, daß der Widder mit den Hörnern stieß nach Westen, nach
> Norden und nach Süden hin. Und kein Tier konnte vor ihm bestehen und
> vor seiner Gewalt errettet werden, sondern er tat, was er wollte,
> und wurde groß.
> Vers 20
> 
> 8:5    Und indem ich darauf achthatte, siehe, da kam ein Ziegenbock vom
> Westen her über die ganze Erde, ohne den Boden zu berühren, und der
> Bock hatte ein ansehnliches Horn zwischen seinen Augen.
> Vers 21
> 
> 8:6    Und er kam bis zu dem Widder, der zwei Hörner hatte, den ich vor dem
> Fluß stehen sah, und er lief in gewaltigem Zorn auf ihn zu.
> 
> 8:7    Und ich sah, daß er nahe an den Widder herankam, und voller Grimm
> stieß er den Widder und zerbrach ihm seine beiden Hörner. Und der
> Widder hatte keine Kraft, daß er vor ihm hätte bestehen können,
> sondern der Bock warf ihn zu Boden und zertrat ihn, und niemand
> konnte den Widder von seiner Gewalt erretten.
> 
> 8:8    Und der Ziegenbock wurde sehr groß. Und als er am stärksten geworden
> war, zerbrach das große Horn, und es wuchsen an seiner Stelle vier
> andere Hörner nach den vier Winden des Himmels hin.
> Kap 11,4
> 
> 8:9    Und aus einem von ihnen wuchs ein kleines Horn; das wurde sehr groß
> nach Süden, nach Osten und nach dem herrlichen Land hin.
> Kap 7,8
> 
> 8:10   Und es wuchs bis an das Heer des Himmels und warf einige von dem
> Heer und von den Sternen zur Erde und zertrat sie.
> 
> 8:11   Ja, es wuchs bis zum Fürsten des Heeres und nahm ihm das tägliche
> Opfer weg und verwüstete die Wohnung seines Heiligtums.
> Kap 9,27
> 
> 8:12   Und es wurde Frevel an dem täglichen Opfer verübt, und das Horn warf
> die Wahrheit zu Boden. Und was es tat, gelang ihm.
> 
> 8:13   Ich hörte aber einen Heiligen reden, und ein anderer Heiliger sprach
> zu dem, der da redete: Wie lange gilt dies Gesicht vom täglichen
> Opfer und vom verwüstenden Frevel und vom Heiligtum, das zertreten
> wird?
> 
> 8:14   Und er antwortete mir: Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen
> vergangen sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden.
> 
> 8:15   Und als ich, Daniel, dies Gesicht sah und es gerne verstanden hätte,
> siehe, da stand einer vor mir, der aussah wie ein Mann,
> 
> 8:16   und ich hörte eine Menschenstimme mitten über dem Ulai rufen und
> sprechen: Gabriel, lege diesem das Gesicht aus, damit er's
> versteht.
> Vers 2;  Kap 9,21; Lk 1,19; 1,26
> 
> 8:17   Und Gabriel trat nahe zu mir. Ich erschrak aber, als er kam, und
> fiel auf mein Angesicht. Er aber sprach zu mir: Merk auf, du
> Menschenkind! Denn dies Gesicht geht auf die Zeit des Endes.
> Offb 10,6
> 
> 8:18   Und als er mit mir redete, sank ich in Ohnmacht zur Erde auf mein
> Angesicht. Er aber rührte mich an und richtete mich auf, so daß ich
> wieder stand.
> 
> 8:19   Und er sprach: Siehe, ich will dir kundtun, wie es gehen wird zur
> letzten Zeit des Zorns; denn auf die Zeit des Endes geht das
> Gesicht.
> 
> 8:20   Der Widder mit den beiden Hörnern, den du gesehen hast, bedeutet die
> Könige von Medien und Persien.
> 
> 8:21   Der Ziegenbock aber ist der König von Griechenland. Das große Horn
> zwischen seinen Augen ist der erste König.
> Kap 11,3
> 
> 8:22   Daß aber vier an seiner Stelle wuchsen, nachdem es zerbrochen war,
> bedeutet, daß vier Königreiche aus seinem Volk entstehen werden,
> aber nicht so mächtig wie er.
> 
> 8:23    Aber gegen Ende ihrer Herrschaft, wenn die Frevler überhandnehmen,
> wird aufkommen ein frecher und verschlagener König.
> (23 und 24) Kap 11,21
> 
> 8:24   Der wird mächtig sein, doch nicht so mächtig wie sie. Er wird
> ungeheures Unheil anrichten, und es wird ihm gelingen, was er tut.
> Er wird die Starken vernichten. Und gegen das heilige Volk
> 
> 8:25   richtet sich sein Sinnen, und es wird ihm durch Betrug gelingen, und
> er wird überheblich werden, und unerwartet wird er viele verderben
> und wird sich auflehnen gegen den Fürsten aller Fürsten; aber er
> wird zerbrochen werden ohne Zutun von Menschenhand.
> 
> 8:26   Dies Gesicht von den Abenden und Morgen, das dir hiermit kundgetan
> ist, das ist wahr; aber du sollst das Gesicht geheimhalten; denn es
> ist noch eine lange Zeit bis dahin.
> Kap 12,4
> 
> 8:27   Und ich, Daniel, war erschöpft und lag einige Tage krank. Danach
> stand ich auf und verrichtete meinen Dienst beim König. Und ich
> wunderte mich über das Gesicht, und niemand konnte es mir auslegen.
> 
>          Daniels Bußgebet und das Geheimnis der siebzig Jahre
> 
> 9:1    Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, aus dem Stamm
> der Meder, der über das Reich der Chaldäer König wurde,
> Kap 6,1
> Griechisch: Xerxes.
> 
> 9:2    in diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den
> Büchern auf die Zahl der Jahre, von denen der HERR geredet hatte zum
> Propheten Jeremia, daß nämlich Jerusalem siebzig Jahre wüst liegen
> sollte.
> Jer 25,11-12; 29,10
> 
> 9:3    Und ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen
> unter Fasten und in Sack und Asche.
> 
> 9:4     Ich betete aber zu dem HERRN, meinem Gott, und bekannte und sprach:
> Ach, Herr, du großer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade
> bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten!
> (4-19) Jer 14,7;  5. Mose 7,9; Neh 1,5
> 
> 9:5    Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und
> abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten
> abgewichen.
> 
> 9:6    Wir gehorchten nicht deinen Knechten, den Propheten, die in deinem
> Namen zu unsern Königen, Fürsten, Vätern und zu allem Volk des
> Landes redeten.
> 
> 9:7    Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen, die
> von Juda und von Jerusalem und vom ganzen Israel, die, die nahe
> sind, und die zerstreut sind in allen Ländern, wohin du sie
> verstoßen hast um ihrer Missetat willen, die sie an dir begangen
> haben.
> 
> 9:8    Ja, HERR, wir, unsre Könige, unsre Fürsten und unsre Väter müssen
> uns schämen, daß wir uns an dir versündigt haben.
> Esr 9,7; Jes 43,27
> 
> 9:9    Bei dir aber, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung.
> Denn wir sind abtrünnig geworden
> Ps 130,4
> 
> 9:10   und gehorchten nicht der Stimme des HERRN, unseres Gottes, und
> wandelten nicht in seinem Gesetz, das er uns vorlegte durch seine
> Knechte, die Propheten;
> 
> 9:11   sondern ganz Israel übertrat dein Gesetz, und sie wichen ab und
> gehorchten deiner Stimme nicht. Darum trifft uns auch der Fluch,
> den er geschworen hat und der geschrieben steht im Gesetz des Mose,
> des Knechtes Gottes, weil wir an ihm gesündigt haben.
> 3. Mose 26,14-39; 5. Mose 28,15-68
> 
> 9:12   Und Gott hat seine Worte gehalten, die er geredet hat gegen uns und
> unsere Richter, die uns richten sollten, daß er ein so großes
> Unglück über uns hat kommen lassen; denn unter dem ganzen Himmel ist
> derartiges nicht geschehen wie in Jerusalem.
> 
> 9:13   Wie es geschrieben steht im Gesetz des Mose, so ist all dies große
> Unglück über uns gekommen. Aber wir beteten auch nicht vor dem
> HERRN, unserm Gott, so daß wir uns von unsern Sünden bekehrt und auf
> deine Wahrheit geachtet hätten.
> 
> 9:14   Darum ist der HERR auch bedacht gewesen auf dies Unglück und hat's
> über uns kommen lassen. Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in
> allen seinen Werken, die er tut; aber wir gehorchten seiner Stimme
> nicht.
> 
> 9:15   Und nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus Ägyptenland geführt
> hast mit starker Hand und hast dir einen Namen gemacht, so wie es
> heute ist: wir haben gesündigt, wir sind gottlos gewesen.
> 
> 9:16   Ach Herr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn
> und Grimm von deiner Stadt Jerusalem und deinem heiligen Berg. Denn
> wegen unserer Sünden und wegen der Missetaten unserer Väter trägt
> Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns her wohnen.
> 
> 9:17   Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen.
> Laß leuchten dein Antlitz über dein zerstörtes Heiligtum um
> deinetwillen, Herr!
> 
> 9:18   Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und sieh an
> unsere Trümmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist.
> Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf
> unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
> 
> 9:19   Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach Herr, merk auf! Tu es und
> säume nicht - um deinetwillen, mein Gott! Denn deine Stadt und dein
> Volk ist nach deinem Namen genannt.
> Jer 14,9
> 
> 9:20   Als ich noch so redete und betete und meine und meines Volkes Israel
> Sünde bekannte und mit meinem Gebet für den heiligen Berg meines
> Gottes vor dem HERRN, meinem Gott, lag,
> 
> 9:21   eben als ich noch so redete in meinem Gebet, da flog der Mann
> Gabriel, den ich zuvor im Gesicht gesehen hatte, um die Zeit des
> Abendopfers dicht an mich heran.
> Kap 8,16
> 
> 9:22   Und er unterwies mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt
> bin ich ausgegangen, um dir zum rechten Verständnis zu verhelfen.
> 
> 9:23   Denn als du anfingst zu beten, erging ein Wort, und ich komme, um
> dir's kundzutun; denn du bist von Gott geliebt. So merke nun auf das
> Wort, damit du das Gesicht verstehst.
> 
> 9:24   Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige
> Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan
> und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und
> Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt
> werden.
> Gemeint sind Jahrwochen; jede umfaßt sieben Jahre.
> 
> 9:25   So wisse nun und gib acht: Von der Zeit an, als das Wort erging,
> Jerusalem werde wiederaufgebaut werden, bis ein Gesalbter, ein
> Fürst, kommt, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang
> wird es wieder aufgebaut sein mit Plätzen und Gräben, wiewohl in
> kummervoller Zeit.
> 
> 9:26   Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet
> werden und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen
> und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt das Ende
> durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und
> Verwüstung, die längst beschlossen ist.
> Jes 28,22; Lk 21,23-24
> 
> 9:27   Er wird aber vielen den Bund schwermachen eine Woche lang. Und in
> der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen.
> Und im Heiligtum wird stehen ein Greuelbild, das Verwüstung
> anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die
> Verwüstung ergießen wird.
> Kap 8,11; 11,31; 12,11; Mt 24,15;  Jes 10,22-23
> 
>          Vorbereitung und Empfang einer letzten Offenbarung
> und Versiegelung des Buches
> 
> 10:1    Im dritten Jahr des Königs Kyrus von Persien wurde dem Daniel, der
> Beltschazar heißt, etwas offenbart, was gewiß ist und von großen
> Dingen handelt. Und er achtete darauf und verstand das Gesicht.
> Kap 1,21;  Kap 1,7
> 
> 10:2    Zu der Zeit trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang.
> 
> 10:3    Ich aß keine leckere Speise; Fleisch und Wein kamen nicht in meinen
> Mund; und ich salbte mich auch nicht, bis die drei Wochen um waren.
> 
> 10:4    Und am vierundzwanzigsten Tage des ersten Monats war ich an dem
> großen Strom Tigris
> 
> 10:5     und hob meine Augen auf und sah, und siehe, da stand ein Mann, der
> hatte leinene Kleider an und einen goldenen Gürtel um seine Lenden.
> (5 und 6) Kap 8,15; 12,6; Hes 9,2; Offb 1,13-15
> 
> 10:6    Sein Leib war wie ein Türkis, sein Antlitz sah aus wie ein Blitz,
> seine Augen wie feurige Fackeln, seine Arme und Füße wie helles,
> glattes Kupfer, und seine Rede war wie ein großes Brausen.
> Hes 1,27-28
> 
> 10:7    Aber ich, Daniel, sah dies Gesicht allein, und die Männer, die bei
> mir waren, sahen's nicht; doch fiel ein großer Schrecken auf sie, so
> daß sie flohen und sich verkrochen.
> 
> 10:8    Ich blieb allein und sah dies große Gesicht. Es blieb aber keine
> Kraft in mir; jede Farbe wich aus meinem Antlitz, und ich hatte
> keine Kraft mehr.
> 
> 10:9    Und ich hörte seine Rede; und während ich sie hörte, sank ich
> ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde.
> 
> 10:10   Und siehe, eine Hand rührte mich an und half mir auf die Knie und
> auf die Hände,
> 
> 10:11   und er sprach zu mir: Daniel, du von Gott Geliebter, merk auf die
> Worte, die ich mit dir rede, und richte dich auf; denn ich bin jetzt
> zu dir gesandt. Und als er dies mit mir redete, richtete ich mich
> zitternd auf.
> 
> 10:12   Und er sprach zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel; denn von dem
> ersten Tage an, als du von Herzen begehrtest zu verstehen und
> anfingst, dich zu demütigen vor deinem Gott, wurden deine Worte
> erhört, und ich wollte kommen um deiner Worte willen.
> 
> 10:13   Aber der Engelfürst des Königreichs Persien hat mir einundzwanzig
> Tage widerstanden; und siehe, Michael, einer der Ersten unter den
> Engelfürsten, kam mir zu Hilfe, und ihm überließ ich den Kampf mit
> dem Engelfürsten des Königreichs Persien.
> Jes 24,21
> 
> 10:14   Nun aber komme ich, um dir Bericht zu geben, wie es deinem Volk
> gehen wird am Ende der Tage; denn das Gesicht geht auf ferne Zeit.
> 
> 10:15   Und als er das alles mit mir redete, neigte ich mein Angesicht zur
> Erde und schwieg still.
> 
> 10:16   Und siehe, einer, der einem Menschen gleich war, rührte meine
> Lippen an. Da tat ich meinen Mund auf und redete und sprach zu dem,
> der vor mir stand: Mein Herr, meine Glieder bebten, als ich das
> Gesicht hatte, und es war keine Kraft mehr in mir.
> Jes 6,7; Jer 1,9
> 
> 10:17   Wie kann der Knecht meines Herrn mit meinem Herrn reden, da auch
> jetzt noch keine Kraft in mir ist und mir der Atem fehlt?
> 
> 10:18   Da rührte mich abermals der an, der aussah wie ein Mensch, und
> stärkte mich
> Kap 8,18
> 
> 10:19   und sprach: Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter! Friede sei
> mit dir! Sei getrost, sei getrost! Und als er mit mir redete,
> ermannte ich mich und sprach: Mein Herr, rede; denn du hast mich
> gestärkt.
> Offb 1,17
> 
> 10:20   Und er sprach: Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Und jetzt
> muß ich wieder hin und mit dem Engelfürsten von Persien kämpfen; und
> wenn ich das hinter mich gebracht habe, siehe, dann wird der
> Engelfürst von Griechenland kommen.
> 
> 10:21   - Doch zuvor will ich dir kundtun, was geschrieben ist im Buch der
> Wahrheit. - Und es ist keiner, der mir hilft gegen jene, außer eurem
> Engelfürsten Michael.
> 
>  11:1    Und ich stand auch bei ihm im ersten Jahr des Darius des Meders, um
> ihm zu helfen und ihn zu stärken.
> 
> 11:2    Und nun will ich dir kundtun, was gewiß geschehen soll. Siehe, es
> werden noch drei Könige in Persien aufstehen, der vierte aber wird
> größeren Reichtum haben als alle andern. Und wenn er in seinem
> Reichtum am mächtigsten ist, wird er alles gegen das Königreich
> Griechenland aufbieten.
> Kap 10,21
> 
> 11:3    Danach wird ein mächtiger König aufstehen und mit großer Macht
> herrschen, und was er will, wird er ausrichten.
> Kap 8,21
> 
> 11:4    Aber wenn er emporgekommen ist, wird sein Reich zerbrechen und in
> die vier Winde des Himmels zerteilt werden, nicht auf seine
> Nachkommen, auch nicht mit solcher Macht, wie er sie hatte; denn
> sein Reich wird zerstört und Fremden zuteil werden.
> Kap 8,8; 8,22
> 
> 11:5    Und der König des Südens wird mächtig werden; aber gegen ihn wird
> einer seiner Fürsten noch mächtiger werden und herrschen; dessen
> Herrschaft wird groß sein.
> 
> 11:6    Nach einigen Jahren aber werden sie sich miteinander befreunden. Und
> die Tochter des Königs des Südens wird kommen zum König des Nordens,
> um die Einigkeit zu festigen. Aber sie wird keinen Erfolg haben, und
> auch ihr Nachkomme wird nicht bleiben, sondern sie wird preisgegeben
> werden samt denen, die sie gebracht haben, und mit dem, der sie
> erzeugt hat, und mit dem, der sie zur Frau genommen hat. Zu der Zeit
> 
> 11:7    wird einer aus ihrem Stamm emporkommen; der wird gegen die
> Heeresmacht des Königs des Nordens ziehen und in seine Festung
> eindringen und wird an ihnen seine Macht zeigen.
> 
> 11:8    Auch wird er ihre Götter samt den Bildern und den kostbaren Geräten
> aus Silber und Gold wegführen nach Ägypten und einige Jahre von dem
> König des Nordens ablassen.
> 
> 11:9    Aber der wird eindringen in das Reich des Königs des Südens, jedoch
> dann wieder in sein Land zurückkehren.
> 
> 11:10   Aber seine Söhne werden Krieg führen und große Heere
> zusammenbringen; und der eine wird kommen und wie eine Flut
> heranbrausen und wiederum Krieg führen bis vor seine Festung.
> 
> 11:11   Dann wird der König des Südens ergrimmen und ausziehen und mit dem
> König des Nordens kämpfen. Der wird ein großes Heer zusammenbringen,
> aber das Heer wird in die Hand des andern gegeben
> 
> 11:12   und vernichtet werden. Daraufhin wird sich dessen Herz überheben,
> und er wird viele Tausende erschlagen; aber er wird nicht mächtig
> bleiben.
> 
> 11:13   Denn der König des Nordens wird wiederum ein Heer zusammenbringen,
> größer als das vorige war; und nach einigen Jahren wird er ausziehen
> mit großer Heeresmacht und vielem Troß.
> 
> 11:14   Und zur selben Zeit werden viele aufstehen gegen den König des
> Südens. Auch werden sich Abtrünnige aus deinem Volk erheben und eine
> Weissagung erfüllen und werden fallen.
> 
> 11:15   Und der König des Nordens wird kommen und einen Wall aufschütten und
> eine feste Stadt einnehmen. Und die Heere des Südens können's nicht
> verhindern, und sein bestes Kriegsvolk kann nicht widerstehen;
> 
> 11:16   sondern der gegen ihn zieht, wird tun, was ihm gut dünkt, und
> niemand wird ihm widerstehen können. Er wird auch in das herrliche
> Land kommen, und Verderben ist in seiner Hand.
> Kap 8,9
> 
> 11:17   Und er wird seinen Sinn darauf richten, daß er mit Macht sein ganzes
> Königreich bekomme, und sich mit ihm vertragen und wird ihm seine
> Tochter zur Frau geben, um ihn zu verderben. Aber es wird ihm nicht
> gelingen, und es wird nichts daraus werden.
> 
> 11:18   Danach wird er sich gegen die Inseln wenden und viele von ihnen
> gewinnen. Aber ein Mächtiger wird ihn zwingen, mit Schmähen
> aufzuhören, und wird ihm seine Schmähungen heimzahlen.
> 
> 11:19   Danach wird er sich wenden gegen die Festungen seines eigenen
> Landes; er wird straucheln und fallen, daß man ihn nirgends finden
> wird.
> 
> 11:20   Und an seiner Statt wird einer emporkommen, der wird einen Kämmerer
> das herrliche Land durchziehen lassen, um Abgaben einzutreiben; doch
> nach einigen Jahren wird er umgebracht werden, aber weder öffentlich
> noch im Kampf.
> 
> 11:21   Dann wird an seiner Statt emporkommen ein verächtlicher Mensch, dem
> die Ehre des Thrones nicht zugedacht war. Der wird unerwartet kommen
> und sich durch Ränke die Herrschaft erschleichen.
> Kap 8,23-24
> 
> 11:22   Und heranflutende Heere werden vor ihm hinweggeschwemmt und
> vernichtet werden, dazu auch der Fürst des Bundes.
> 
> 11:23   Denn nachdem er sich mit ihm angefreundet hat, wird er listig
> handeln und heraufziehen und mit wenigen Leuten Macht gewinnen.
> 
> 11:24   Und unerwartet wird er in die besten Städte des Landes kommen und
> wird tun, was weder seine Väter noch seine Vorväter getan haben, und
> Raub, Beute und Güter an seine Leute verteilen; er wird nach den
> allerfestesten Städten trachten, aber nur für eine befristete Zeit.
> 
> 11:25   Und er wird seine Macht und seinen Mut gegen den König des Südens
> aufbieten mit einem großen Heer. Dann wird der König des Südens sich
> aufmachen zum Kampf mit einem großen, mächtigen Heer, aber er wird
> nicht bestehen; denn es werden Pläne gegen ihn geschmiedet.
> 
> 11:26   Und die sein Brot essen, die werden helfen, ihn zu verderben und
> sein Heer zu verjagen, so daß viele erschlagen werden.
> 
> 11:27   Und beide Könige werden darauf bedacht sein, wie sie einander
> schaden können, und sie werden an einem Tisch verlogen miteinander
> reden. Es wird ihnen aber nicht gelingen, denn das Ende ist noch auf
> eine andere Zeit bestimmt.
> 
> 11:28   Danach wird er wieder heimziehen mit großer Beute und dabei seinen
> Sinn richten gegen den heiligen Bund; er wird es ausführen und in
> sein Land zurückkehren.
> 
> 11:29   Und nach einer bestimmten Zeit wird er wieder nach Süden ziehen;
> aber es wird beim zweitenmal nicht so sein wie beim erstenmal.
> 
> 11:30   Denn es werden Schiffe aus Kittim gegen ihn kommen, so daß er
> verzagen wird und umkehren muß. Dann wird er gegen den heiligen Bund
> ergrimmen und danach handeln und sich denen zuwenden, die den
> heiligen Bund verlassen.
> 
> 11:31   Und seine Heere werden kommen und Heiligtum und Burg entweihen und
> das tägliche Opfer abschaffen und das Greuelbild der Verwüstung
> aufstellen.
> Kap 9,27
> 
> 11:32   Und er wird mit Ränken alle zum Abfall bringen, die den Bund
> übertreten. Aber die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden sich
> ermannen und danach handeln.
> 
> 11:33   Und die Verständigen im Volk werden vielen zur Einsicht verhelfen;
> darüber werden sie verfolgt werden mit Schwert, Feuer, Gefängnis und
> Raub eine Zeitlang.
> 
> 11:34   Während sie verfolgt werden, wird ihnen eine kleine Hilfe zuteil
> werden; aber viele werden sich nicht aufrichtig zu ihnen halten.
> 
> 11:35   Und einige von den Verständigen werden fallen, damit viele bewährt,
> rein und lauter werden für die Zeit des Endes; denn es geht ja um
> eine befristete Zeit.
> 
> 11:36   Und der König wird tun, was er will, und wird sich überheben und
> großtun gegen alles, was Gott ist. Und gegen den Gott aller Götter
> wird er Ungeheuerliches reden, und es wird ihm gelingen, bis sich
> der Zorn ausgewirkt hat; denn es muß geschehen, was beschlossen ist.
> 2. Thess 2,4;  Kap 7,8; 7,25; Offb 13,5-6
> 
> 11:37   Auch die Götter seiner Väter wird er nicht achten; er wird weder
> den Lieblingsgott der Frauen noch einen andern Gott achten; denn er
> wird sich über alles erheben.
> Hes 8,14
> 
> 11:38   Dagegen wird er den Gott der Festungen verehren; den Gott, von dem
> seine Väter nichts gewußt haben, wird er ehren mit Gold, Silber,
> Edelsteinen und Kostbarkeiten.
> 
> 11:39   Und er wird die starken Festungen dem fremden Gott unterstellen.
> Denen, die ihn erwählen, wird er große Ehre antun und sie zu Herren
> machen über viele und ihnen Land zum Lohn austeilen.
> 
> 11:40   Und zur Zeit des Endes wird sich der König des Südens mit ihm
> messen, und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen
> Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und
> sie überschwemmen und überfluten.
> 
> 11:41   Und er wird in das herrliche Land einfallen, und viele werden
> umkommen. Es werden aber seiner Hand entrinnen Edom, Moab und der
> Hauptteil der Ammoniter.
> Vers 16
> 
> 11:42   Und er wird seine Hand ausstrecken nach den Ländern, und Ägypten
> wird ihm nicht entrinnen,
> 
> 11:43   sondern er wird Herr werden über die goldenen und silbernen Schätze
> und über alle Kostbarkeiten Ägyptens; Libyer und Kuschiter werden
> ihm folgen müssen.
> 
> 11:44   Es werden ihn aber Gerüchte erschrecken aus Osten und Norden, und er
> wird mit großem Grimm ausziehen, um viele zu vertilgen und zu
> verderben.
> 
> 11:45   Und er wird seine prächtigen Zelte aufschlagen zwischen dem Meer und
> dem herrlichen, heiligen Berg; aber es wird mit ihm ein Ende nehmen,
> und niemand wird ihm helfen.
> 
>  12:1    Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk
> eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal
> sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu
> jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle,
> die im Buch geschrieben stehen.
> Kap 10,13; Offb 12,7;  Mt 24,21;  Kap 7,10
> 
> 12:2    Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen,
> die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und
> Schande.
> Joh 5,29
> 
> 12:3    Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die
> viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.
> Kap 11,33;  Spr 4,18; Mt 13,43
> 
> 12:4    Und du, Daniel, verbirg diese Worte, und versiegle dies Buch bis
> auf die letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und große
> Erkenntnis finden.
> Offb 10,4
> 
> 12:5    Und ich, Daniel, sah, und siehe, es standen zwei andere da, einer an
> diesem Ufer des Stroms, der andere an jenem Ufer.
> 
> 12:6    Und er sprach zu dem Mann in leinenen Kleidern, der über den
> Wassern des Stroms stand: Wann sollen denn diese großen Wunder
> geschehen?
> Kap 10,5
> 
> 12:7    Und ich hörte den Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern
> des Stroms stand. Er hob seine rechte und linke Hand auf gen Himmel
> und schwor bei dem, der ewiglich lebt, daß es eine Zeit und zwei
> Zeiten und eine halbe Zeit währen soll; und wenn die Zerstreuung des
> heiligen Volks ein Ende hat, soll dies alles geschehen.
> Kap 7,25; Offb 10,5-6
> 
> 12:8    Und ich hörte es, aber ich verstand's nicht und sprach: Mein Herr,
> was wird das Letzte davon sein?
> 
> 12:9    Er aber sprach: Geh hin, Daniel; denn es ist verborgen und
> versiegelt bis auf die letzte Zeit.
> 
> 12:10   Viele werden gereinigt, geläutert und geprüft werden, aber die
> Gottlosen werden gottlos handeln; alle Gottlosen werden's nicht
> verstehen, aber die Verständigen werden's verstehen.
> 
> 12:11   Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft und das
> Greuelbild der Verwüstung aufgestellt wird, sind
> tausendzweihundertneunzig Tage.
> Kap 9,27
> 
> 12:12   Wohl dem, der da wartet und erreicht
> tausenddreihundertfünfunddreißig Tage!
> 
> 12:13   Du aber, Daniel, geh hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis du
> auferstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage!
>
> — *27 Das Buch Daniel*

