# 32 Der Prophet Jona

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> Jonas Berufung und Flucht vor Gott
> 
> 1:1    Es geschah das Wort des HERRN zu Jona, dem Sohn Amittais:
> 2. Kön 14,25
> 
> 1:2    Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider
> sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.
> 
> 1:3    Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem HERRN nach Tarsis
> fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das
> nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit
> ihnen nach Tarsis zu fahren und dem HERRN aus den Augen zu kommen.
> Ps 139,7; 139,9-10
> 
> 1:4    Da ließ der HERR einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob
> sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, daß man meinte, das Schiff
> würde zerbrechen.
> 
> 1:5    Und die Schiffsleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu
> seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, daß
> es leichter würde. Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen,
> lag und schlief.
> 
> 1:6    Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schläfst du?
> Steh auf, rufe deinen Gott an! Ob vielleicht dieser Gott an uns
> gedenken will, daß wir nicht verderben.
> 
> 1:7    Und einer sprach zum andern: Kommt, wir wollen losen, daß wir
> erfahren, um wessentwillen es uns so übel geht. Und als sie losten,
> traf's Jona.
> Spr 16,33
> 
> 1:8    Da sprachen sie zu ihm: Sage uns, warum geht es uns so übel? Was ist
> dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und
> von welchem Volk bist du?
> 
> 1:9    Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN, den
> Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.
> 1. Mose 1,9-10
> 
> 1:10   Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Warum hast du
> das getan? Denn sie wußten, daß er vor dem HERRN floh; denn er hatte
> es ihnen gesagt.
> 
> 1:11   Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, daß das
> Meer stille werde und von uns ablasse? Denn das Meer ging immer
> ungestümer.
> 
> 1:12   Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das
> Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, daß um
> meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist.
> 
> 1:13   Doch die Leute ruderten, daß sie wieder ans Land kämen; aber sie
> konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an.
> 
> 1:14   Da riefen sie zu dem HERRN und sprachen: Ach, HERR, laß uns nicht
> verderben um des Lebens dieses Mannes willen und rechne uns nicht
> unschuldiges Blut zu; denn du, HERR, tust, wie dir's gefällt.
> 
> 1:15   Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still
> und ließ ab von seinem Wüten.
> 
> 1:16   Und die Leute fürchteten den HERRN sehr und brachten dem HERRN Opfer
> dar und taten Gelübde.
> 
>          Jonas Gebet
> 
> 2:1    Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen.
> Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte.
> Mt 12,40; 16,4
> 
> 2:2    Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches
> 
> 2:3    und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er
> antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest
> meine Stimme.
> Ps 120,1
> 
> 2:4    Du warfest mich in die Tiefe, mitten ins Meer, daß die Fluten mich
> umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich,
> Ps 42,8
> 
> 2:5    daß ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde
> deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen.
> Ps 31,23
> 
> 2:6     Wasser umgaben mich und gingen mir ans Leben, die Tiefe umringte
> mich, Schilf bedeckte mein Haupt.
> Ps 18,5; 69,2
> 
> 2:7    Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen
> sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben
> geführt, HERR, mein Gott!
> Ps 103,4
> 
> 2:8    Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und
> mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.
> Ps 142,2-4
> 
> 2:9    Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.
> Ps 31,7
> 
> 2:10   Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich
> erfüllen dem HERRN, der mir geholfen hat.
> Ps 50,14; 116,17-18
> 
> 2:11   Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.
> 
>          Jonas Predigt und Ninives Buße
> 
> 3:1     Und es geschah das Wort des HERRN zum zweitenmal zu Jona:
> (1 und 2) Kap 1,2
> 
> 3:2    Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was
> ich dir sage!
> 
> 3:3    Da machte sich Jona auf und ging hin nach Ninive, wie der HERR
> gesagt hatte. Ninive aber war eine große Stadt vor Gott, drei
> Tagereisen groß.
> Kap 4,11
> 
> 3:4    Und als Jona anfing, in die Stadt hineinzugehen, und eine Tagereise
> weit gekommen war, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig
> Tage, so wird Ninive untergehen.
> 
> 3:5    Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten
> ausrufen und zogen alle, groß und klein, den Sack zur Buße an.
> Mt 12,41;  Joel 1,14
> 
> 3:6    Und als das vor den König von Ninive kam, stand er auf von seinem
> Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte sich in den Sack und
> setzte sich in die Asche
> 
> 3:7    und ließ ausrufen und sagen in Ninive als Befehl des Königs und
> seiner Gewaltigen: Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Rinder
> noch Schafe Nahrung zu sich nehmen, und man soll sie nicht weiden
> noch Wasser trinken lassen;
> 
> 3:8    und sie sollen sich in den Sack hüllen, Menschen und Vieh, und zu
> Gott rufen mit Macht. Und ein jeder bekehre sich von seinem bösen
> Wege und vom Frevel seiner Hände!
> 
> 3:9    Wer weiß? Vielleicht läßt Gott es sich gereuen und wendet sich ab
> von seinem grimmigen Zorn, daß wir nicht verderben.
> Joel 2,14
> 
> 3:10   Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie sich bekehrten von ihrem bösen
> Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat's
> nicht.
> Jer 18,7-8
> 
>          Jonas Unmut und Gottes Antwort
> 
> 4:1    Das aber verdroß Jona sehr, und er ward zornig
> 
> 4:2    und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist's ja, was ich
> dachte, als ich noch in meinem Lande war, weshalb ich auch eilends
> nach Tarsis fliehen wollte; denn ich wußte, daß du gnädig,
> barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und läßt dich des
> Übels gereuen.
> 2. Mose 34,6
> 
> 4:3    So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot
> sein als leben.
> 1. Kön 19,4
> 
> 4:4    Aber der HERR sprach: Meinst du, daß du mit Recht zürnst?
> 
> 4:5    Und Jona ging zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt
> nieder und machte sich dort eine Hütte; darunter setzte er sich in
> den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde.
> 
> 4:6    Gott der HERR aber ließ eine Staude wachsen; die wuchs über Jona,
> daß sie Schatten gäbe seinem Haupt und ihm hülfe von seinem Unmut.
> Und Jona freute sich sehr über die Staude.
> 
> 4:7    Aber am Morgen, als die Morgenröte anbrach, ließ Gott einen Wurm
> kommen; der stach die Staude, daß sie verdorrte.
> 
> 4:8    Als aber die Sonne aufgegangen war, ließ Gott einen heißen Ostwind
> kommen, und die Sonne stach Jona auf den Kopf, daß er matt wurde. Da
> wünschte er sich den Tod und sprach: Ich möchte lieber tot sein als
> leben.
> 
> 4:9    Da sprach Gott zu Jona: Meinst du, daß du mit Recht zürnst um der
> Staude willen? Und er sprach: Mit Recht zürne ich bis an den Tod.
> 
> 4:10   Und der HERR sprach: Dich jammert die Staude, um die du dich nicht
> gemüht hast, hast sie auch nicht aufgezogen, die in einer Nacht ward
> und in einer Nacht verdarb,
> 
> 4:11   und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der
> mehr als hundertundzwanzigtausend Menschen sind, die nicht wissen,
> was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?
>
> — *32 Der Prophet Jona*

