# 35 Der Prophet Habakuk

*Exported from [Holy-Writings.com](https://www.holy-writings.com/) on 2026-06-18 — 1 clipping.*

---

> Klage über das Unglück in der Welt
> 
> 1:1    Dies ist die Last, die der Prophet Habakuk geschaut hat.
> 
> 1:2    HERR, wie lange soll ich schreien, und du willst nicht hören? Wie
> lange soll ich zu dir rufen: »Frevel!«, und du willst nicht helfen?
> 
> 1:3    Warum läßt du mich Bosheit sehen und siehst dem Jammer zu? Raub und
> Frevel sind vor mir; es geht Gewalt vor Recht.
> 
> 1:4    Darum ist das Gesetz ohnmächtig, und die rechte Sache kann nie
> gewinnen; denn der Gottlose übervorteilt den Gerechten; darum
> ergehen verkehrte Urteile.
> 
> Gottes Strafgericht durch die Chaldäer
> 
> 1:5    Schauet hin unter die Heiden, sehet und verwundert euch! Denn ich
> will etwas tun zu euren Zeiten, was ihr nicht glauben werdet, wenn
> man davon sagen wird.
> Apg 13,41
> 
> 1:6    Denn siehe, ich will die Chaldäer erwecken, ein grimmiges und
> schnelles Volk, das hinziehen wird, so weit die Erde ist, um
> Wohnstätten einzunehmen, die ihm nicht gehören.
> 
> 1:7    Grausam und schrecklich ist es; es gebietet und zwingt, wie es will.
> 
> 1:8    Ihre Rosse sind schneller als die Panther und bissiger als die
> Wölfe am Abend. Ihre Reiter fliegen in großen Scharen von ferne
> daher, wie die Adler eilen zum Fraß.
> Zef 3,3
> 
> 1:9    Sie kommen allesamt, um Schaden zu tun; wo sie hinwollen, stürmen
> sie vorwärts und raffen Gefangene zusammen wie Sand.
> 
> 1:10   Sie spotten der Könige, und der Fürsten lachen sie. Alle Festungen
> werden ihnen ein Scherz sein; denn sie schütten Erde auf und erobern
> sie.
> 
> 1:11   Alsdann brausen sie dahin wie ein Sturm und jagen weiter; mit
> alledem machen sie ihre Kraft zu ihrem Gott.
> 
> Frage des Propheten nach Gottes Gerechtigkeit
> 
> 1:12   Aber du, HERR, mein Gott, mein Heiliger, der du von Ewigkeit her
> bist, laß uns nicht sterben; sondern laß sie uns, o HERR, nur eine
> Strafe sein, und laß sie, o unser Fels, uns nur züchtigen.
> Jer 10,24
> 
> 1:13   Deine Augen sind zu rein, als daß du Böses ansehen könntest, und dem
> Jammer kannst du nicht zusehen! Warum siehst du dann aber den
> Räubern zu und schweigst, wenn der Gottlose den verschlingt, der
> gerechter ist als er?
> 
> 1:14   Du läßt es den Menschen gehen wie den Fischen im Meer, wie dem
> Gewürm, das keinen Herrn hat.
> 
> 1:15   Sie ziehen's alles mit der Angel heraus und fangen's mit ihrem Netze
> und sammeln's mit ihrem Garn. Darüber freuen sie sich und sind
> fröhlich.
> 
> 1:16   Darum opfern sie ihrem Netze und räuchern ihrem Garn, weil durch
> diese ihr Anteil so fett und ihre Speise so üppig geworden ist.
> 
> 1:17   Sollen sie darum ihr Netz immerdar ausleeren und Völker umbringen
> ohne Erbarmen?
> 
>          Gottes Antwort an den Propheten. Weherufe über den Unterdrücker
> 
> 2:1    Hier stehe ich auf meiner Warte und stelle mich auf meinen Turm und
> schaue und sehe zu, was er mir sagen und antworten werde auf das,
> was ich ihm vorgehalten habe.
> Jes 21,8
> 
> 2:2    Der HERR aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du
> geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, daß es lesen könne, wer
> vorüberläuft!
> Jes 30,8; Offb 1,11; 1,19
> 
> 2:3    Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird
> endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch
> hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiß kommen und nicht
> ausbleiben.
> Hes 12,23; 2. Petr 3,9
> 
> 2:4    Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen
> haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.
> Jes 48,22;  Röm 1,17; Gal 3,11; Hebr 10,38
> 
> 2:5    So wird auch der treulose Tyrann keinen Erfolg haben, der stolze
> Mann nicht bleiben, der seinen Rachen aufsperrt wie das Reich des
> Todes und ist wie der Tod, der nicht zu sättigen ist: Er rafft an
> sich alle Heiden und sammelt zu sich alle Völker.
> 
> 2:6    Was gilt's aber? Diese alle werden einen Spruch über ihn machen und
> ein Lied und ein Sprichwort sagen: Weh dem, der sein Gut mehrt mit
> fremdem Gut - wie lange wird's währen? - und häuft viel Pfänder bei
> sich auf!
> 
> 2:7    Wie plötzlich werden aufstehen, die dich beißen, und erwachen, die
> dich peinigen! Und du mußt ihnen zum Raube werden.
> 
> 2:8    Denn du hast viele Völker beraubt. So werden dich wieder berauben
> alle übrigen Völker um des Menschenblutes willen und um des Frevels
> willen, begangen am Lande und an der Stadt und an allen, die darin
> wohnen.
> Vers 17
> 
> 2:9    Weh dem, der unrechten Gewinn macht zum Unglück seines Hauses, auf
> daß er sein Nest in der Höhe baue, um dem Unheil zu entrinnen!
> 
> 2:10   Aber dein Ratschlag wird zur Schande deines Hauses geraten; denn du
> hast zu viele Völker zerschlagen und damit gegen dein Leben
> gesündigt.
> 
> 2:11   Denn auch die Steine in der Mauer werden schreien, und die Sparren
> am Gebälk werden ihnen antworten.
> Lk 19,40
> 
> 2:12   Weh dem, der die Stadt mit Blut baut und richtet die Burg auf mit
> Unrecht!
> Jer 22,13; Mi 3,10
> 
> 2:13   Wird's nicht so vom HERRN Zebaoth geschehen: Woran die Völker sich
> abgearbeitet haben, muß mit Feuer verbrennen, und wofür die Leute
> sich müde gemacht haben, das muß verloren sein?  -
> Jer 51,58
> 
> 2:14   Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des HERRN,
> wie Wasser das Meer bedeckt.
> Jes 11,9
> 
> 2:15   Weh dem, der seinen Nächsten trinken läßt und seinen Grimm beimischt
> und ihn trunken macht, daß er seine Blöße sehe!
> 
> 2:16   Du hast dich gesättigt mit Schande und nicht mit Ehre. So trinke du
> nun auch, daß du taumelst! Denn an dich wird kommen der Kelch in der
> Rechten des HERRN, und du wirst Schande haben statt Ehre.
> Jer 25,15; 25,26
> 
> 2:17   Denn der Frevel, den du am Libanon begangen, wird über dich kommen,
> und die vernichteten Tiere werden dich schrecken um des
> Menschenblutes willen und um des Frevels willen, begangen am Lande
> und an der Stadt und an allen, die darin wohnen.
> 
> 2:18   Was wird dann das Bild helfen, das sein Meister gebildet hat, und
> das gegossene Bild, das da Lügen lehrt? Dennoch verläßt sich sein
> Meister darauf, obgleich er nur stumme Götzen macht.
> Jes 44,10-20
> 
> 2:19   Weh dem, der zum Holz spricht: »Wach auf!« und zum stummen Steine:
> »Steh auf!« Wie sollte ein Götze lehren können? Siehe, er ist mit
> Gold und Silber überzogen, und kein Odem ist in ihm.
> Ps 115,4-8
> 
> 2:20   Aber der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille
> alle Welt!
> Ps 11,4;  Ps 76,9; Sach 2,17; Offb 8,1
> 
>          Der Psalm Habakuks
> 
> 3:1    Dies ist das Gebet des Propheten Habakuk, nach Art eines
> Klageliedes:
> 
> 3:2    HERR, ich habe die Kunde von dir gehört, ich habe dein Werk gesehen,
> HERR! mache es lebendig in naher Zeit, und laß es kundwerden in
> naher Zeit. Im Zorne denke an Barmherzigkeit!
> 
> 3:3    Gott kam von Teman und der Heilige vom Gebirge Paran. SELA. Seines
> Lobes war der Himmel voll, und seiner Ehre war die Erde voll.
> 5. Mose 33,2
> 
> 3:4    Sein Glanz war wie Licht; Strahlen gingen aus von seinen Händen.
> Darin war verborgen seine Macht.
> 
> 3:5    Pest ging vor ihm her, und Seuche folgte, wo er hintrat.
> 
> 3:6    Er stand auf und ließ erbeben die Erde; er schaute und ließ
> erzittern die Heiden. Zerschmettert wurden die uralten Berge, und
> bücken mußten sich die uralten Hügel, als er wie vor alters
> einherzog.
> Ps 104,32
> 
> 3:7    Ich sah die Hütten von Kuschan in Not und die Zelte der Midianiter
> betrübt.
> 
> 3:8    Warst du zornig, HERR, auf die Flut? Entbrannte dein Grimm wider die
> Wasser und dein Zorn wider das Meer, als du auf deinen Rossen
> rittest und deine Wagen den Sieg behielten?
> 
> 3:9    Du zogest deinen Bogen hervor, legtest die Pfeile auf deine Sehne.
> SELA. Du spaltetest das Land, daß Ströme flossen,
> 
> 3:10   die Berge sahen dich, und ihnen ward bange. Der Wasserstrom fuhr
> dahin, die Tiefe ließ sich hören. Ihren Aufgang vergaß die Sonne,
> Ps 77,17
> 
> 3:11   und der Mond stand still; beim Glänzen deiner Pfeile verblassen
> sie, beim Leuchten deines blitzenden Speeres.
> Jos 10,13
> 
> 3:12   Du zertratest das Land im Zorn und zerdroschest die Heiden im Grimm.
> 
> 3:13   Du zogest aus, deinem Volk zu helfen, zu helfen deinem Gesalbten. Du
> zerschlugst das Dach vom Hause des Gottlosen und entblößtest die
> Grundfeste bis auf den Fels. SELA.
> Ps 18,8; 18,16
> 
> 3:14   Du durchbohrtest mit seinen Pfeilen sein Haupt, seine Scharen
> zerstoben wie Spreu, denn ihre Freude war, zu zerstreuen und zu
> fressen den Elenden im Verborgenen.
> 
> 3:15   Du tratest nieder seine Rosse im Meer, im Schlamm der Wasserfluten.
> 
> 3:16   Weil ich solches höre, bebt mein Leib, meine Lippen zittern von dem
> Geschrei. Fäulnis fährt in meine Gebeine, und meine Knie beben. Aber
> ich will harren auf die Zeit der Trübsal, daß sie heraufziehe über
> das Volk, das uns angreift.
> 
> 3:17   Da wird der Feigenbaum nicht grünen, und es wird kein Gewächs sein
> an den Weinstöcken. Der Ertrag des Ölbaums bleibt aus, und die Äcker
> bringen keine Nahrung; Schafe werden aus den Hürden gerissen, und in
> den Ställen werden keine Rinder sein.
> 
> 3:18   Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott,
> meinem Heil.
> Jes 61,10
> 
> 3:19   Denn der HERR ist meine Kraft, er wird meine Füße machen wie
> Hirschfüße und wird mich über die Höhen führen. Vorzusingen, beim
> Saitenspiel.
> Ps 18,34
>
> — *35 Der Prophet Habakuk*

