# 45MAKKAB2

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> Auch die ägyptischen Juden sollen das Fest der Tempelweihe feiern
> 
> 1:1    Wir Juden, eure Brüder, die in Jerusalem und im jüdischen Lande
> sind, grüßen und wünschen euch Juden, unsern Brüdern, die in
> Ägypten wohnen, Glück und Heil.
> Jer 43,7
> 
> 1:2    Gott segne euch und denke an seinen Bund, den er Abraham, Isaak und
> Jakob, seinen treuen Knechten, zugesagt hat,
> 2. Mose 2,24
> 
> 1:3    und gebe euch allen ein Herz, das bereit ist, ihn zu fürchten und
> seinen Weisungen gern und willig zu folgen;
> 
> 1:4    er tue euer Herz auf durch sein Gesetz und seine Gebote und schaffe
> Frieden;
> 
> 1:5    er erhöre euer Gebet und sei euch gnädig und verlasse euch nicht in
> der Not!
> 
> 1:6    Das alles erbitten wir hier jetzt für euch.
> Kol 1,9
> 
> 1:7    Zur Zeit des Königs Demetrius, im 169. Jahr, haben wir in Judäa an
> euch geschrieben in unsrer höchsten Not, die uns in jenen Jahren
> betroffen hatte, als Jason und sein Anhang von dem heiligen Lande
> und von dem Königtum abtrünnig geworden waren,
> Kap 4,7-17
> 144/143 v. Chr.
> 
> 1:8     unsre Tore verbrannt und unschuldiges Blut vergossen hatten. Damals
> beteten wir, und der Herr erhörte uns. Und wir brachten ihm Opfer
> und feinstes Mehl dar und zündeten die Lampen an und legten die
> Schaubrote auf.
> 1. Makk 4,38; Ps 24,7;  1. Makk 4,50-51; 2. Mose 25,23-39
> 
> 1:9    Und nun möchten wir, daß ihr das Tempelweihfest im Monat Kislew
> haltet wie wir. Gegeben im 188. Jahr.
> 1. Makk 4,59; Joh 10,22
> Wörtlich: »die Tage der Laubhütten«. Gemeint ist ein Fest mit so
> vielen Tagen wie das Laubhüttenfest. 125/124 v. Chr.
> 
> Den ägyptischen Juden wird die bevorstehende Tempelweihe angekündigt
> 
> 1:10   Wir in Jerusalem und in Judäa, die Ältesten und Judas Makkabäus
> wünschen dem Aristobulus, der ein Lehrer des Königs Ptolemäus und
> von hohepriesterlichem Stamme ist, und den andern Juden, die in
> Ägypten wohnen, Glück und Gesundheit.
> 
> 1:11   Wir danken Gott sehr, daß er uns, die wir uns gegen einen so
> mächtigen König wehren mußten, aus großer Not erlöst hat.
> 
> 1:12   Denn Gott selbst hat unsere Feinde aus der heiligen Stadt
> weggetrieben.
> 
> 1:13   Als nämlich der Fürst mit seinem scheinbar unüberwindlichen Heer
> nach Persien gekommen war, wurde er im Tempel der Nanäa durch List
> der Priester der Nanäa erschlagen.
> 1. Makk 6,1-16; Kap 9,1-29
> 
> 1:14   Denn Antiochus kam dorthin samt seinen Freunden, als wollte er die
> Göttin freien, dachte aber nur daran, die reichen Schätze aus dem
> Tempel als Mitgift zu nehmen.
> 
> 1:15   Als die Priester der Nanäa sie hervortrugen und er mit wenigen
> Freunden in das Heiligtum gegangen war, schlossen sie den Tempel zu.
> 
> 1:16   Dann öffneten sie die geheime Tür in der Decke und warfen den
> Fürsten mit Steinen zu Tode. Danach hieben sie alle in Stücke,
> schlugen ihnen die Köpfe ab und warfen sie denen zu, die draußen
> standen.
> 
> 1:17   Unser Gott sei für alles gelobt, der die Gottlosen so dahingegeben
> hat!
> 
> 1:18   Weil wir nun gedenken, am 25. Tag des Monats Kislew die Reinigung
> des Tempels zu begehen, haben wir's für unsere Pflicht gehalten,
> euch das mitzuteilen, damit auch ihr dies Fest so begeht, wie man
> das Laubhüttenfest und den Tag begeht, an dem Nehemia das Feuer
> gefunden hat, als er den Tempel und den Altar baute und wieder
> opferte.
> 1. Makk 4,59;  3. Mose 23,34
> 
> 1:19   Denn als unsre Väter nach Persien weggeführt wurden, haben die
> frommen Priester jener Zeit Feuer vom Altar genommen und es
> heimlich in der Höhlung eines Brunnens versteckt, der eine
> wasserfreie Stelle besaß; dort verwahrten sie es so, daß niemand den
> Ort erfuhr.
> Kap 2,1
> 
> 1:20   Als nun nach vielen Jahren Nehemia nach dem Willen Gottes vom König
> von Persien heimgesandt wurde, schickte er Nachkommen der Priester,
> die das Feuer verborgen hatten, damit sie es wieder suchten. Aber
> wie sie uns berichtet haben, haben sie kein Feuer, sondern
> dickflüssiges Wasser gefunden.
> Neh 2,1-8
> 
> 1:21    Das gebot er ihnen zu schöpfen und zu bringen. Als nun alles zum
> Opfer zugerüstet war, hat Nehemia den Priestern befohlen, sie
> sollten das Wasser über das Holz und das Opfer, das auf dem Holz
> lag, gießen.
> (21 und 22) 1. Kön 18,34-38
> 
> 1:22   Als sie das getan hatten und nach einiger Zeit die Wolken vergangen
> waren und die Sonne aufleuchtete, da entzündete sich ein großes
> Feuer. Darüber verwunderten sich alle.
> 
> 1:23   Die Priester und das Volk aber beteten, bis das Opfer verbrannt war.
> Und Jonatan stimmte an, die andern aber antworteten ihm mit
> Nehemia.
> Neh 8,6
> 
> 1:24   Dies aber war das Gebet: Herr, Herr, Gott, der du alle Dinge
> geschaffen hast und furchterregend, stark und gerecht bist und
> barmherzig und allein der rechte König und Wohltäter,
> 
> 1:25   der du allein alle Gaben gibst, der du allein gerecht, allmächtig
> und ewig bist, der du Israel erlöst aus allem Übel, der du unsere
> Väter erwählt und sie geheiligt hast;
> 
> 1:26   nimm das Opfer an für dein ganzes Volk Israel und bewahre und
> heilige dein Erbe.
> 
> 1:27   Bring unsere Zerstreuten wieder zusammen, erlöse, die den Heiden
> dienen müssen, und sieh die Verachteten an, vor denen alle ein
> Grauen haben: damit die Heiden erfahren, daß du unser Gott bist.
> 
> 1:28   Bestrafe, die uns unterdrücken und mit großem Übermut uns alle
> Schande antun.
> 
> 1:29   Pflanze dein Volk wieder ein an deinem heiligen Ort, wie Mose gesagt
> hat.
> 2. Mose 15,17; 5. Mose 30,3-5
> 
> 1:30   Die Priester aber sangen die Lobgesänge dazu. Als aber das Opfer
> verzehrt war,
> 
> 1:31   ließ Nehemia das übrige Wasser auf große Steine gießen.
> 
> 1:32   Auch da ging eine Flamme auf; aber sie wurde überstrahlt vom
> Leuchten des Feuers auf dem Altar. -
> 
> 1:33   Dies alles ist bekanntgeworden und vor den König der Perser
> gekommen, daß man nämlich an dem Ort, wo die weggeführten Priester
> das Feuer versteckt hatten, Wasser gefunden hätte, mit dem dann die
> Leute Nehemias die Opfer geheiligt hätten.
> 
> 1:34   Da prüfte es der König nach und ließ den Ort einfriedigen und zum
> Heiligtum erklären;
> 
> 1:35   und denen der König gnädig war, denen gab er viele kostbare
> Geschenke aus seinem Schatz.
> 
> 1:36   Und die Leute Nehemias nannten dies Wasser Neftar, auf deutsch:
> Reinigung; die meisten aber nennen es Neftai.
> 
>   2:1    Man findet auch in den Schriften, daß der Prophet Jeremia denen, die
> weggeführt wurden, geboten habe, sie sollten vom Feuer etwas
> verstecken, wie oben berichtet,
> Kap 1,19
> 
> 2:2    und daß er ihnen das Gesetz mitgegeben und befohlen habe, sie
> sollten die Gebote des Herrn ja nicht vergessen und sich nicht
> verführen lassen, wenn sie die goldenen und silbernen Götzen und
> ihren Schmuck sehen würden;
> Bar 6,7-72
> 
> 2:3    und er habe ihnen noch anderes dieser Art gesagt und sie ermahnt,
> sie sollten das Gesetz nicht aus ihrem Herzen lassen.
> 
> 2:4    Auch stand in derselben Schrift, der Prophet habe auf göttlichen
> Befehl hin geboten, die Stiftshütte und die Bundeslade sollten mit
> ihm kommen,
> 
> 2:5    als er auszog an den Berg, auf den Mose gestiegen war und von dem
> aus er das Erbland des Herrn gesehen hatte. Als Jeremia dorthin kam,
> fand er eine Höhle; darin versteckte er die Stiftshütte und die Lade
> und den Räucheraltar und verschloß den Eingang.
> 5. Mose 34,1
> 
> 2:6    Aber einige Männer, die ihm nachgegangen waren, traten hinzu und
> wollten sich an dem Zugang ein Zeichen machen; sie konnten ihn aber
> nicht finden.
> 
> 2:7    Als das Jeremia erfuhr, tadelte er sie und sagte: Diese Stätte soll
> kein Mensch kennen, bis Gott sein Volk wieder zusammenbringen und
> ihm gnädig sein wird.
> 
> 2:8    Dann wird der Herr dies alles wieder ans Licht bringen; und dann
> wird die Herrlichkeit des Herrn und die Wolke erscheinen, wie sie
> sich zu Moses Zeiten gezeigt hat und damals, als Salomo bat, daß
> die Stätte über die Maßen geheiligt würde.
> Hes 43,1-5;  2. Mose 40,34-35;  1. Kön 8,10-13; 8,28-30
> 
> 2:9    In dieser Schrift wird auch erzählt, wie weise Salomo gewesen ist
> und wie er zur Einweihung und Vollendung des Tempels geopfert hat.
> 1. Kön 5,9-11; 5,14;  1. Kön 8,63
> 
> 2:10   Und ebenso, wie Mose den Herrn gebeten hatte und Feuer vom Himmel
> fiel und die Opfer verzehrte, so betete auch Salomo, und das Feuer
> fiel herab und verzehrte die Brandopfer.
> 3. Mose 9,24;  2. Chr 7,1
> 
> 2:11   Und Mose sagte, das Sündopfer sei vom Feuer verzehrt worden, weil
> man's nicht gegessen habe.
> 3. Mose 10,16-20
> 
> 2:12   Ebenso hat auch Salomo die acht Tage gefeiert.
> 1. Kön 8,65-66
> 
> 2:13   Das alles findet man auch in den Schriften und den Denkwürdigkeiten,
> die zu Nehemias Zeiten geschrieben worden sind; ferner, wie Nehemia
> die Bücher über die Könige und Propheten, auch die von David und die
> Briefe der Könige über Weihgeschenke zusammengebracht und eine
> Bibliothek eingerichtet hat.
> 
> 2:14   Ebenso hat aber auch Judas die Bücher, die verlorengegangen waren,
> weil Kriege im Lande gewesen sind, alle wieder zusammengebracht;
> 
> 2:15   und wir haben sie hier. Solltet ihr sie also brauchen, so laßt sie
> bei uns holen!
> 
> 2:16   Weil wir nun die Tempelreinigung begehen wollen, schreiben wir es
> euch hiermit; ihr werdet also gut daran tun, die Tage auch zu
> begehen.
> 
> 2:17   Wir hoffen aber zu Gott, der seinem ganzen Volk geholfen und allen
> das Erbe verliehen hat, nämlich das Königtum und das Priestertum
> und die Heiligkeit,
> 2. Mose 19,5-6; 1. Petr 2,9
> 
> 2:18   wie er's im Gesetz verheißen hat: er wolle sich unser bald erbarmen
> und uns aus der weiten Welt an den heiligen Ort wieder
> zusammenbringen,
> 5. Mose 30,3-5
> 
> 2:19   wie er uns ja bereits aus großem Unglück errettet und die heilige
> Stätte gereinigt hat.
> 
> Der Verfasser legt die Absicht seines Buches dar
> 
> 2:20   Die Geschichten aber von Judas, dem Makkabäer, und seinen Brüdern
> und von der Reinigung des erhabenen Tempels und der Weihe des
> Altars;
> 
> 2:21   von den Kriegen gegen Antiochus Epiphanes und seinen Sohn Eupator;
> 
> 2:22   von den Erscheinungen vom Himmel her, die denen widerfuhren, die für
> das Judentum redlich gekämpft haben, so daß ihre kleine Schar das
> ganze Land wieder erobert und eine große Menge der Heiden in die
> Flucht geschlagen und verfolgt hat;
> 
> 2:23   und weiter davon, wie sie den Tempel, der in aller Welt berühmt ist,
> wieder gewonnen und die Stadt befreit haben und wie sie die Gesetze,
> die man auflösen wollte, wieder aufgerichtet haben, weil der Herr
> ihnen wohlwollte und gnädig war:
> 
> 2:24   dies alles, das Jason von Kyrene in fünf Büchern aufgezeichnet hat,
> gedenken wir, hier in eins zusammenzuziehen.
> 
> 2:25   Denn wir sehen, um wieviel Zahlen es geht und wie schwer es wegen
> der Fülle des Stoffs sein wird, wenn sich jemand in die Erzählungen
> und Berichte einarbeiten will.
> 
> 2:26   Wir haben uns also vorgenommen, denen, die gerne lesen, Anregung zu
> verschaffen, denen, die ihrem Gedächtnis etwas einprägen möchten,
> leichtere Übersicht zu geben, allen aber, die das Buch in die Hand
> nehmen, Gewinn zu bringen.
> 
> 2:27   Und wir merken wohl, daß es uns nicht eben leicht werden wird, uns
> der Mühe dieser Kürzung zu unterziehen; denn es gehört viel Arbeit
> und großer Fleiß dazu,
> 
> 2:28   wie es auch ohne Arbeit nicht zugeht, wenn man eine Mahlzeit
> bereiten und den Gästen etwas zugute tun will. Dennoch wollen wir
> diese Mühe gern auf uns nehmen, um vielen damit zu dienen,
> 
> 2:29   dabei allerdings die genaue Erforschung des einzelnen dem
> Geschichtsschreiber überlassen, uns selbst aber darum bemühen, die
> Vorlagen für unsere Zusammenfassung durchzugehen.
> 
> 2:30   Denn wie ein Baumeister, der ein neues Haus baut, sich um den
> gesamten Bau zu kümmern hat, der aber, der es übernimmt, das Haus
> auszumalen, nichts weiter zu bedenken hat, als was man zur
> Ausschmückung braucht, so, meine ich, steht es auch bei uns.
> 
> 2:31   In die Dinge einzudringen und sie zu durchforschen und sich mit den
> Einzelheiten genau zu beschäftigen, das kommt dem
> Geschichtsschreiber zu;
> 
> 2:32   wer aber nur nacherzählen will, der darf sich kürzer fassen und sich
> von der eingehenden Darstellung der Geschichte freimachen.
> 
> 2:33   Und nun wollen wir mit der Erzählung beginnen, nachdem wir so viel
> dem Voraufgeschickten hinzugefügt haben; es wäre ja töricht, wenn
> die Vorrede länger würde als die ganze Erzählung.
> Kap 1,1 - 2,19
> 
>          Der Tempelschatz wird vor Heliodor bewahrt
> 
> 3:1    Als man in gutem Frieden in Jerusalem wohnte und die Gesetze aufs
> beste gehalten wurden, weil der Hohepriester Onias fromm war und
> das Böse haßte,
> Kap 15,12
> 
> 3:2    wurden sogar die Könige bewogen, die Stadt zu ehren und herrliche
> Geschenke in den Tempel zu schicken.
> Ps 68,30; Offb 21,24
> 
> 3:3    So gewährte auch Seleukus, der König in Vorderasien, aus seinen
> eignen Einkünften alle Kosten, die der Opferdienst mit sich brachte.
> 
> 3:4    Nun lebte damals ein Vorsteher des Tempels, der hieß Simon und war
> ein Benjaminiter; der war mit dem Hohenpriester verfeindet wegen der
> Amtsführung des Marktvorstehers in der Stadt.
> 
> 3:5    Weil ihm aber Onias zu mächtig war, zog er zu Apollonius, dem Sohn
> des Tharseas, der damals Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien
> war,
> 
> 3:6    und meldete ihm, daß der Tempelschatz in Jerusalem unermeßlich reich
> sei, so daß man die Höhe der Gelder nicht errechnen könne; man
> bedürfe ihrer auch nicht zum Opfer; es sei möglich, daß diese Gelder
> unter das Verfügungsrecht des Königs fielen.
> 
> 3:7    Als nun Apollonius zum König kam, berichtete er ihm, was ihm über
> die Gelder bekannt war. Da bestimmte der König seinen Kanzler
> Heliodor, entsandte ihn und gab ihm den Befehl, sich die erwähnten
> Gelder ausliefern zu lassen.
> 
> 3:8    Der machte sich sogleich auf und gab an, er müßte die Städte in
> Zölesyrien und Phönizien bereisen. Seine Absicht aber war, den
> Befehl des Königs auszuführen.
> 
> 3:9    Als Heliodor nun nach Jerusalem kam und der Hohepriester und die
> Stadt ihn freundlich empfangen hatten, erzählte er, was seinem Herrn
> berichtet worden war, und teilte mit, wozu er da wäre, und fragte,
> ob es in Wahrheit so wäre oder nicht.
> 
> 3:10   Da antwortete ihm der Hohepriester: Es ist Geld, das Witwen und
> Waisen gehört, hinterlegt zu treuer Hand.
> 5. Mose 27,19
> 
> 3:11   Anderes aber gehört dem Hyrkanus, dem Sohn des Tobias, einem sehr
> bedeutenden Mann. Und es verhält sich gar nicht so, wie der Verräter
> Simon gesagt hat; denn es sind nicht mehr als vierhundert Zentner
> Silber und zweihundert Zentner Gold.
> 
> 3:12   So würde es ein großer Frevel sein, wenn man die betrügen wollte,
> die auf die Heiligkeit der Stätte vertraut haben und auf die Würde
> des Tempels, der in aller Welt so hoch geehrt wird, und auf seine
> Unverletzlichkeit.
> 
> 3:13   Aber Heliodor bestand auf dem Befehl des Königs und sagte, er müßte
> die Gelder für den königlichen Schatz nehmen,
> 
> 3:14   und bestimmte einen Tag und kam in den Tempel, um sie zu
> besichtigen. Da erhob sich großer Jammer in der ganzen Stadt.
> 
> 3:15   Die Priester warfen sich in ihrem heiligen Schmuck vor den Altar und
> riefen Gott im Himmel an, der zum Schutz dessen, was hinterlegt
> worden war, geboten hat, den Leuten das Ihre unversehrt zu
> erhalten.
> 2. Mose 22,6-7
> 
> 3:16   Den Hohenpriester aber konnte niemand ohne großes Mitleid anblicken;
> denn sein Aussehen und seine Gesichtsfarbe ließen erkennen, daß er
> in großen Ängsten war.
> 
> 3:17   Denn er war so tief erschrocken und zitterte am ganzen Leibe, daß
> alle, die ihn sahen, verspüren mußten, welches Leid sein Herz
> erfüllte.
> 
> 3:18   Die Leute aber liefen in Scharen aus den Häusern und beteten
> miteinander, weil sie sahen, daß die heilige Stätte in Schmach und
> Schande gebracht werden sollte.
> 
> 3:19   Und die Frauen legten Säcke an, entblößten die Brust und liefen auf
> die Gassen; und sogar jene Jungfrauen, die sonst nicht unter die
> Leute gingen, liefen unter die Tore und auf die Mauern oder schauten
> wenigstens aus den Fenstern;
> 
> 3:20   alle aber hoben ihre Hände auf zum Himmel und hielten das Bittgebet.
> 
> 3:21   Es war zum Erbarmen, wie das Volk in einem großen Durcheinander
> niederfiel und dem Hohenpriester so angst und bange vor dem
> Kommenden war.
> 
> 3:22   Während sie so den allmächtigen Herrn anriefen, daß er das
> anvertraute Gut denen, die es hinterlegt hatten, unversehrt und
> sicher erhalten wollte,
> 
> 3:23   suchte Heliodor sein Vorhaben auszuführen. Und als er schon mit den
> Kriegsleuten in der Schatzkammer stand,
> 
> 3:24   tat der Herrscher über die Geister und alle Mächte ein gewaltiges
> Zeichen, so daß alle, die einzudringen sich erdreistet hatten, von
> der Macht Gottes geschlagen in lähmende Furcht und Verzagtheit
> fielen.
> 
> 3:25   Denn es erschien ihnen ein Pferd, das mit prächtigem Geschirr
> geschmückt war, darauf saß ein furchterregender Reiter; das rannte
> mit aller Macht auf Heliodor zu und drang mit den Vorderfüßen auf
> ihn ein. Und der Reiter zeigte sich in einer goldenen Rüstung.
> 
> 3:26   Auch erschienen dem Heliodor zwei junge Männer, die stark und schön
> waren und prächtig gekleidet; die traten auf beiden Seiten neben ihn
> hin und geißelten ihn unablässig mit vielen Schlägen,
> 
> 3:27   so daß er im Nu zu Boden fiel und in Ohnmacht sank.
> 
> 3:28   Da nahm man ihn, der eben noch mit großem Gefolge und allen seinen
> Kriegsleuten in die Schatzkammer gegangen war, und trug ihn in einer
> Sänfte davon, weil er sich selbst nicht mehr helfen konnte,
> 
> 3:29   so daß man deutlich die Macht Gottes erkennen mußte. So lag er durch
> Gottes Wirken stumm da und war jeder Hoffnung und Hilfe beraubt;
> 
> 3:30   die Juden aber lobten den Herrn, der seine heilige Stätte so geehrt
> hatte. Und den Tempel, der kurz zuvor voll Furcht und Schrecken
> gewesen war, erfüllte Freude und Wonne nach diesem Zeichen des
> allmächtigen Herrn.
> 
> 3:31   Aber einige Freunde des Heliodor kamen eilends und baten Onias, daß
> er doch den Höchsten anrufen und dem Heliodor, der jetzt in den
> letzten Zügen lag, das Leben gnädig erwirken sollte.
> 1. Kön 13,6
> 
> 3:32   Weil aber der Hohepriester die Sorge hatte, der König könnte den
> Argwohn haben, die Juden hätten dem Heliodor schändlich mitgespielt,
> opferte er für ihn, damit er gesund würde.
> 
> 3:33   Und als der Hohepriester das Sühnopfer darbrachte, erschienen die
> beiden jungen Männer wieder in derselben Kleidung und sagten zu
> Heliodor: Dem Hohenpriester Onias hast du viel zu verdanken, denn um
> seinetwillen hat dir der Herr das Leben geschenkt;
> 
> 3:34   doch weil du vom Himmel gegeißelt worden bist, so verkündige allen,
> wie groß die Gewalt Gottes ist. Und als sie dies gesagt hatten,
> entschwanden sie.
> 
> 3:35   Heliodor aber ließ dem Herrn opfern und tat ihm sehr große Gelübde,
> weil er ihm das Leben wiedergegeben hatte, und empfing den Onias und
> kehrte danach mit der Streitmacht zum König zurück
> 
> 3:36   und bezeugte allen, wie er mit eignen Augen die Taten des höchsten
> Gottes gesehen hätte.
> 
> 3:37   Als ihn aber der König fragte, welchen geeigneten Mann er sonst noch
> einmal nach Jerusalem schicken könnte, antwortete ihm Heliodor:
> 
> 3:38   Wenn du einen Feind hast oder einen, der dich zu stürzen gedenkt,
> den schicke hin! Du wirst ihn dann zurückbekommen, nachdem er
> gegeißelt worden ist, wenn er überhaupt mit dem Leben davonkommt.
> 
> 3:39   Denn es wirkt wahrhaftig eine Kraft Gottes an jener Stätte; der
> seine Wohnung im Himmel hat, wacht darüber und hilft ihr; und alle,
> die ihr in böser Absicht nahen, schlägt und vernichtet er.
> 1. Kön 8,30; 8,43
> 
> 3:40   Dies ist die Geschichte von Heliodor und der Bewahrung der
> Schatzkammer.
> 
>          Onias wird von Simon verleumdet und reist zum König
> 
> 4:1    Jener Simon aber, der den Schatz und sein Vaterland verraten hatte,
> verleumdete den Onias, kein anderer als er habe dem Heliodor übel
> mitgespielt und sein Unglück angestiftet;
> 
> 4:2    ja, er beschuldigte ihn sogar, ein Feind von Land und Leuten zu
> sein, obwohl er doch der Stadt alles Gute tat und es mit seinem Volk
> treu meinte und voll Eifer an Gottes Geboten festhielt.
> 
> 4:3    Als nun die Feindschaft so groß geworden war, daß einer von Simons
> Vertrauten mehrere Morde verübte,
> 
> 4:4    und als Onias sah, daß viel Unheil aus solcher Uneinigkeit kommen
> würde, weil Apollonius, der Sohn des Menestheus, der Befehlshaber in
> Zölesyrien und Phönizien, den Simon in seiner Bosheit noch
> bestärkte, da machte Onias sich auf zum König,
> 
> 4:5    nicht, um seine Mitbürger zu verklagen, sondern weil er in allem auf
> das Wohl des ganzen Volkes bedacht war.
> 
> 4:6    Denn er sah: wenn der König nicht Vorsorge treffen würde, so wäre es
> nicht möglich, im öffentlichen Leben noch zum Frieden zu kommen und
> Simon von seiner Torheit abzubringen.
> 
> Jason erschleicht sich das Hohepriesteramt und
> führt griechische Sitten ein
> 
> 4:7    Als aber Seleukus gestorben und die Herrschaft an Antiochus mit dem
> Beinamen Epiphanes gekommen war, erschlich Jason, der Bruder des
> Onias, sich das Hohepriesteramt.
> 1. Makk 1,11
> D. h. der (in göttlichem Lichte) Strahlende.
> 
> 4:8    Er versprach dem König, als er mit ihm zusammentraf,
> dreihundertsechzig Zentner Silber und aus anderm Einkommen achtzig
> Zentner.
> 
> 4:9    Und darüber hinaus versprach er, ihm noch hundertfünfzig Zentner zu
> überschreiben, wenn man gestatten wollte, daß er aus eigner
> Vollmacht eine Kampfbahn und einen Übungsplatz für junge Leute
> herrichtete und die Jerusalemer als Antiochener einschrieb.
> 
> 4:10   Als der König zustimmte und Jason die Macht ergriffen hatte,
> gewöhnte er sogleich seine Mitbürger an die griechische Lebensart.
> 
> 4:11   Und die Vorrechte, die der König aus Menschenfreundlichkeit den
> Juden durch Vermittlung des Johannes verliehen hatte, den Vater
> jenes Eupolemus, der als Gesandter nach Rom gegangen war, um über
> Freundschaft und Waffenhilfe zu verhandeln, die gab er auf, schaffte
> die alten gesetzmäßigen Einrichtungen ab und führte Sitten ein, die
> dem Gesetz widersprachen.
> 1. Makk 8,17
> 
> 4:12   Ganz bewußt nämlich baute er unter der Burg eine Kampfbahn und
> brachte die besten der jungen Leute dazu, dort als Wettkämpfer
> aufzutreten.
> 1. Makk 1,15
> 
> 4:13   Und das griechische Wesen und die Aneignung fremder Sitten nahmen
> durch die übergroße Ruchlosigkeit des gottlosen falschen
> Hohenpriesters Jason so überhand,
> 
> 4:14   daß die Priester nicht mehr eifrig im Dienst am Altar waren,
> vielmehr den Tempel verachteten und die Opfer vernachlässigten und
> nach dem Aufruf zum Diskuswerfen zur Kampfbahn liefen und an den
> gesetzwidrigen Spielen teilnahmen;
> 
> 4:15   und was den Vätern eine Ehre war, galt ihnen nichts, aber die
> griechischen Auszeichnungen hielten sie für ungemein wertvoll.
> 
> 4:16   Das wurde ihnen freilich böse heimgezahlt; denn Gott machte eben
> die, denen sie in ihren Spielen und auch sonst ganz gleich werden
> wollten, zu ihren Feinden, die sie bestrafen mußten.
> 
> 4:17   Denn mit Gottes Wort ist nicht zu scherzen - das wird sich in der
> Folge zeigen.
> Gal 6,7
> 
> 4:18   Als man nun in Tyrus das Kampfspiel hielt, das alle fünf Jahre
> gefeiert wurde, und der König selbst dabei war,
> 
> 4:19   schickte der ruchlose Jason einige Jerusalemer, die Antiochener
> waren, als Zuschauer und durch sie dreihundert Drachmen Silber, um
> dem Herakles davon zu opfern. Als sie das überbrachten, baten sie
> darum, es nicht zum Opfer zu verwenden, weil sich das nicht
> schicken würde, sondern es für etwas anderes zurückzulegen.
> 5. Mose 13,7-9
> 
> 4:20   Obgleich er also das Geld zum Opfer für Herakles gesendet hatte,
> verwandte man es der Männer wegen, die es überbracht hatten, zur
> Ausrüstung von Kriegsschiffen.
> 
> 4:21   Antiochus sandte Apollonius, den Sohn des Menestheus, wegen der
> Thronbesteigung des Königs Philometor nach Ägypten. So erfuhr
> Antiochus, daß ihm Philometor abgeneigt geworden war, und daher war
> er auf seine Sicherheit bedacht; deshalb kam er nach Joppe und begab
> sich nach Jerusalem.
> 
> 4:22   Er wurde von Jason und der ganzen Stadt prächtig empfangen und mit
> Fackeln in großem Triumph hineingeleitet. Danach zog er mit seinem
> Heer wieder nach Phönizien.
> 
> Menelaus verdrängt Jason aus dem Hohepriesteramt
> 
> 4:23   Aber nach drei Jahren schickte Jason den Menelaus, den Bruder des
> oben genannten Simon, um dem König das Geld zu überbringen und
> notwendige Regierungsgeschäfte schriftlich abzuschließen.
> Kap 3,4
> 
> 4:24   Und als er bei dem König zu Gnaden kam, huldigte er ihm angesichts
> seiner Macht und brachte das Hohepriesteramt dadurch an sich selber,
> daß er dem König dreihundert Zentner Silber mehr gab als Jason.
> Vers 8
> 
> 4:25   Und nachdem er die königliche Beauftragung empfangen hatte, kam er
> nach Jerusalem; aber er hatte nichts von einem Hohenpriester an
> sich, sondern die Leidenschaften eines rohen Tyrannen und die Wut
> eines wilden Tieres.
> 
> 4:26   So wurde Jason, der seinen Bruder aus dem Amt gestoßen hatte, wieder
> durch einen andern fortgestoßen und mußte in das Land der Ammoniter
> fliehen;
> 
> 4:27   und Menelaus bemächtigte sich der Herrschaft. Als er aber das Geld,
> das er dem König versprochen hatte, nicht entrichten konnte, obwohl
> es Sostratus, der Burghauptmann, an den das Geld zu zahlen war, von
> ihm forderte,
> 
> 4:28   ließ der König die beiden vor sich laden.
> 
> 4:29   Und Menelaus ließ als seinen Stellvertreter im Hohenpriesteramt
> seinen Bruder Lysimachus zurück, Sostratus aber als seinen
> Stellvertreter den Krates, den Hauptmann über die Kriegsleute aus
> Zypern.
> 
> Auf Anstiften des Menelaus wird Onias ermordet
> 
> 4:30   Als die Dinge so standen, machten die Leute von Tarsus und Mallus
> einen Aufruhr, weil der König sie seiner Nebenfrau Antiochis
> geschenkt hatte.
> 
> 4:31   Da machte sich der König eilends auf, die Angelegenheit in Ordnung
> zu bringen, und ließ den Andronikus, einen seiner angesehensten
> Würdenträger, als Statthalter zurück.
> 
> 4:32   Menelaus aber dachte, daß er diese gute Gelegenheit nützen müßte: er
> stahl einige goldene Geräte aus dem Tempel und schenkte sie dem
> Andronikus; andere konnte er nach Tyrus und in die umliegenden
> Städte verkaufen.
> 
> 4:33   Als das Onias erfuhr, begab er sich an eine Freistatt in Daphne, das
> bei Antiochia liegt, und tadelte ihn scharf.
> 
> 4:34   Daher nahm Menelaus den Andronikus beiseite und forderte ihn auf,
> Hand an Onias zu legen. Der ging zu Onias, beredete ihn mit List,
> gab ihm Handschlag und Eid, und obwohl Onias Verdacht hegte,
> überredete Andronikus ihn, aus der Freistatt herauszukommen. Dann
> aber brachte er ihn sogleich um ohne alle Scheu vor dem Recht.
> 
> 4:35   Das fanden nicht allein die Juden entsetzlich, sondern auch viele
> Heiden; sie waren entrüstet über den ruchlosen Mord an diesem Mann.
> 
> 4:36   Als nun der König aus Zilizien wieder heimkehrte, wandten sich die
> Juden in allen Städten an ihn, und auch die Griechen zeigten sich
> mit ihnen darüber empört, daß Onias gewissenlos ermordet worden war.
> 
> 4:37   Und Antiochus war in tiefster Seele betrübt und von Mitleid
> ergriffen und weinte, daß ein Mann von so edler Gesinnung und so
> untadeliger Haltung umgekommen war;
> 
> 4:38   und er ergrimmte voll Zorn und ließ dem Andronikus sogleich das
> Purpurkleid abnehmen und die Kleider zerreißen, ihn so in der ganzen
> Stadt umherführen und zuletzt den Meuchelmörder an dem Ort aus der
> Welt schaffen, wo er Onias freventlich umgebracht hatte. So hat Gott
> ihn nach seinem Verdienst bestraft.
> 
> Das Volk erhebt sich gegen Lysimachus
> 
> 4:39   Als aber Lysimachus in der Stadt mit Wissen seines Bruders Menelaus
> viel aus dem Tempel gestohlen hatte und die Kunde davon unter die
> Leute gekommen war, versammelte sich die Gemeinde gegen Lysimachus,
> als schon viele goldene Geräte weggebracht worden waren.
> 
> 4:40   Als nun die Massen sich erregten und sehr zornig waren, bewaffnete
> Lysimachus an die dreitausend Mann und begann mit Gewalttaten; dabei
> war der Anführer ein gewisser Auranus, der zwar schon ein älterer
> Mann, aber keineswegs schon vernünftig war.
> Sir 25,6-8
> 
> 4:41   Als die Bürger sahen, daß Lysimachus sie angreifen ließ, nahmen die
> einen Steine, die andern dicke Holzstücke, wieder andre rafften
> etwas von der daliegenden Asche zusammen und warfen alles
> miteinander auf die Leute des Lysimachus,
> 
> 4:42   so daß viele von ihnen verwundet, andre zu Boden geschlagen wurden,
> alle aber davonliefen. Den Tempelräuber selbst aber erschlugen sie
> bei der Schatzkammer.
> 
> Durch Bestechung bleibt Menelaus Hoherpriester
> 
> 4:43   Wegen dieser Vorgänge wurde Menelaus vor Gericht gezogen.
> 
> 4:44   Und sobald der König nach Tyrus gekommen war, trugen drei Gesandte
> des Hohen Rats ihm die Klage vor.
> 
> 4:45   Als aber Menelaus schon unterlegen war, versprach er Ptolemäus, dem
> Sohn des Dorymenes, viel Geld, damit er den König bereden sollte.
> 1. Makk 3,38
> 
> 4:46   Da nahm Ptolemäus den König beiseite und ging mit ihm in einen
> Säulengang, als wollte er ihm Kühlung verschaffen, und stimmte ihn
> um,
> 
> 4:47   so daß er den Menelaus, der doch alles Unglück angerichtet hatte,
> von der Anklage freisprach, aber die armen Leute zum Tode
> verurteilte, die doch sogar bei den Skythen als unschuldig erkannt
> und freigelassen worden wären.
> Kap 7,4
> 
> 4:48   Sogleich mußten die, die für die Stadt, das Volk und die heiligen
> Geräte eingetreten waren, unschuldig sterben.
> 
> 4:49   Darüber waren sogar Leute von Tyrus empört, und sie bereiteten ihnen
> ein großartiges Begräbnis.
> 
> 4:50   Menelaus aber blieb an der Macht dank der Habsucht der Herrschenden
> und trieb es je länger desto ärger und tat den Bürgern alles Unrecht
> an.
> 
>          Himmelserscheinungen beunruhigen Jerusalem
> 
> 5:1    Um diese Zeit zog Antiochus zum zweitenmal gegen Ägypten.
> 
> 5:2    Man sah aber in der ganzen Stadt fast vierzig Tage lang, wie Reiter
> in golddurchwirkten Gewändern mit Lanzen und gezückten Schwertern in
> Zügen geordnet durch die Lüfte einhersprengten;
> 
> 5:3    und man sah Reiterscharen in Schlachtordnung  aufeinandertreffen und
> gegeneinander anrennen, eine Bewegung von Schilden, eine Menge von
> Speeren, das Fliegen von Geschossen, das Schimmern von goldenen
> Rüstungen und Harnische von vielerlei Art.
> 
> 5:4    Da beteten alle, daß dies doch ja nichts Böses bedeuten sollte.
> 
> Jason nimmt ein schmähliches Ende
> 
> 5:5    Nun kam das falsche Gerücht auf, daß Antiochus tot sei. Da nahm
> Jason nicht weniger als tausend Mann und griff unversehens die Stadt
> an. Als aber die Verteidiger der Mauer zurückgetrieben worden waren
> und die Stadt gerade erobert wurde,
> 
> 5:6    floh Menelaus auf die Burg. Jason aber schlachtete seine Mitbürger
> schonungslos ab und bedachte nicht, daß Kriegsglück gegen
> Blutsverwandte das größte Unglück ist, sondern er meinte, er siegte
> gegen Feinde und nicht gegen Landsleute.
> 
> 5:7    Er konnte aber gleichwohl die Macht nicht erlangen, sondern erntete
> Schande für seinen Anschlag und floh wieder ins Land der Ammoniter.
> Kap 4,26
> 
> 5:8    Schließlich kam es mit ihm zu einem bösen Ende. Er wurde bei Aretas,
> dem König der Araber, angeklagt und mußte von einer Stadt in die
> andere fliehen, von allen verfolgt; er wurde gehaßt, weil er von den
> Gesetzen abtrünnig war, und verabscheut als Verräter seines
> Vaterlands und Henker seiner Mitbürger, so daß man ihn nach Ägypten
> verstieß.
> 
> 5:9    Und wie er viele Leute aus ihrem Vaterland vertrieben hatte, so
> mußte er auch selbst in der Fremde sterben, in Lazedämon, wo er um
> der Verwandtschaft willen Sicherheit zu finden gehofft hatte.
> 1. Makk 12,21
> 
> 5:10   Und wie er viele unbegraben hatte liegen lassen, so ist er auch
> hingestorben, ohne daß jemand um ihn Leid getragen hätte; er hat
> nicht nur das Glück entbehren müssen, bei seinen Vätern begraben zu
> werden, sondern hat überhaupt kein ehrliches Grab gefunden.
> Tob 1,20-21
> 
> Antiochus IV. Epiphanes plündert den Tempel von Jerusalem
> 
> (vgl. 1. Makk 1,21-29)
> 5:11   Als diese Vorfälle dem König zu Ohren kamen, dachte er, ganz Judäa
> würde von ihm abfallen. Und er zog in wildem Grimm von Ägypten
> herauf und nahm Jerusalem mit Gewalt ein
> 
> 5:12   und befahl den Kriegsleuten, ohne Erbarmen alle zu erschlagen, die
> ihnen in die Hände fielen, und auch die abzuschlachten, die sich auf
> die Häuser hinaufflüchteten.
> 
> 5:13   Da mordete man hin Junge und Alte, Jünglinge, Frauen und Kinder,
> Jungfrauen und auch die Kinder in der Wiege,
> 
> 5:14   so daß in drei Tagen achtzigtausend Menschen zugrunde gingen, von
> denen vierzigtausend getötet und ebenso viele verkauft wurden.
> 
> 5:15   Aber dem Antiochus genügte selbst das nicht, sondern er wagte sogar,
> in die heiligste Stätte auf Erden einzudringen; und Menelaus, der
> Verräter der Gesetze und des Vaterlands, führte ihn hinein.
> Kap 4,23-25
> 
> 5:16   Da raubte er mit seinen unreinen Händen die heiligen Geräte; und
> alles, was andere Könige zu Mehrung, Glanz und Ehre der Stätte
> gegeben hatten, das raffte er mit seinen sündigen Händen hinweg
> 2. Kön 25,13-17
> 
> 5:17   und überhob sich sehr und sah nicht, daß der Herr um der Sünden
> derer willen, die in der Stadt wohnten, für kurze Zeit erzürnt war.
> Das war der Grund, daß Gott dem Schicksal der heiligen Stätte
> gegenüber so gleichgültig blieb.
> Jes 54,7-8
> 
> 5:18   Wäre das Volk nicht in so viele Sünden verstrickt gewesen, so würde
> es dem Antiochus ebenso ergangen sein wie dem Heliodor, der vom
> König Seleukus gesandt worden war, um die Schatzkammer zu
> besichtigen; der wurde, als er eindrang, alsbald gegeißelt, so daß
> er von seinem frevelhaften Vorgehen ablassen mußte.
> Kap 3,22-29
> 
> 5:19   Denn der Herr hat das Volk nicht auserwählt um der Stätte willen,
> sondern die Stätte um des Volkes willen.
> 
> 5:20   Darum mußte die heilige Stätte auch mit leiden, als das Volk im
> Unglück war, wie sie auch an den Wohltaten teilhatte, die dem Volk
> später erwiesen wurden. Denn wie die Stätte im Stich gelassen wurde,
> als der Allmächtige zürnte, so ist sie mit aller Herrlichkeit wieder
> zu Ehren gebracht worden, als Gott, der große Herrscher, seinem Volk
> wieder gnädig wurde.
> Mi 3,12 - 4,2
> 
> 5:21   Als Antiochus nun achtzehnhundert Zentner Silber aus dem Tempel
> geraubt hatte, zog er eilends nach Antiochia; aus Hoffart und
> Überheblichkeit dachte er, er könnte schaffen, daß man auf dem Land
> mit Schiffen fahren könnte wie auf dem Meer und auf dem Meer gehen
> wie auf dem Land.
> 
> 5:22   Und er ließ Vögte zurück, die das Volk quälen sollten: in Jerusalem
> den Philippus, einen Phrygier, der noch ärger und wilder war als
> sein Herr;
> 
> 5:23   auf dem Garizim den Andronikus; neben den beiden aber Menelaus, der
> noch ärger als die andern sich über die Bürger erhob und gegen seine
> jüdischen Mitbürger feindselig gesinnt war.
> 
> Judas Makkabäus zieht sich in die Wüste zurück
> 
> (vgl. 1. Makk 1,30-39)
> 5:24   Antiochus aber schickte den Erzbösewicht Apollonius mit
> zweiundzwanzigtausend Mann ins Land und gebot ihm, er sollte alle
> erwachsenen Männer erschlagen, die Frauen aber und die jungen Leute
> verkaufen.
> 1. Makk 3,10
> 
> 5:25   Als er nun nach Jerusalem kam, stellte er sich friedlich bis zum
> heiligen Sabbattag; sobald er aber sah, daß die Juden nicht
> arbeiteten, befahl er seinen Leuten, sich zu rüsten.
> 
> 5:26   Als nun alle herauskamen, um zu sehen, was da werden würde, ließ er
> sie alle erstechen; dann stürmte er mit seinem Heer in die Stadt und
> erschlug eine große Zahl.
> 
> 5:27   Aber Judas, der auch Makkabäus heißt, machte sich mit neun andern
> davon in die Wildnis und ernährte sich im Gebirge mit seinen
> Gefährten nach Art der Tiere von Kräutern, um nicht unter Unreinen
> leben zu müssen.
> 1. Makk 2,28
> 
>          Antiochus IV. Epiphanes zwingt die Juden, als Heiden zu leben
> 
> (vgl. 1. Makk 1,43-56)
> 6:1    Nicht lange danach sandte der König einen alten Mann von Athen,
> damit er die Juden dazu bringen sollte, daß sie von den Gesetzen
> ihrer Väter abfielen und nicht mehr nach Gottes Gesetzen lebten.
> 
> 6:2    Auch sollte er den Tempel zu Jerusalem entweihen und ihn Tempel des
> Zeus Olympios nennen und den auf dem Garizim Tempel des Zeus
> Xenios, weil gastfreie Leute dort wohnten.
> 1. Makk 1,57;  Joh 4,20-24
> 
> 6:3    Aber das wüste Treiben nahm so überhand, daß es allen sehr weh tat.
> 
> 6:4    Denn die Heiden schwelgten und praßten im Tempel, gaben sich
> leichtfertig mit Dirnen ab, und sogar im heiligen Bezirk wohnten sie
> Frauen bei; auch trugen sie viel hinein, was sich nicht gehörte.
> 
> 6:5     Man opferte auf dem Altar Opfer, die in den Gesetzen verboten sind;
> (5 und 6) 1. Makk 1,46-52; Dan 7,25
> 
> 6:6    es war nicht mehr möglich, den Sabbat oder andere altgewohnte
> Feiertage zu halten, und niemand durfte bekennen, daß er ein Jude
> wäre;
> 
> 6:7    vielmehr trieb man die Juden mit roher Gewalt alle Monate zum
> Opferschmaus, wenn der König seinen Geburtstag feierte. Wenn man
> aber das Fest des Dionysos beging, zwang man sie, daß sie mit
> Kränzen von Efeu dem Dionysos zu Ehren einherziehen mußten.
> 
> 6:8    Man hatte auch auf Anraten des Ptolemäus an die benachbarten
> griechischen Städte ein Gebot ausgehen lassen, sie sollten die Juden
> ebenso zum Opferschmaus zwingen;
> 1. Makk 3,38
> 
> 6:9    wenn aber jemand darauf bestehen würde, nicht zu den griechischen
> Sitten überzugehen, den sollte man niedermachen. Da sah man, welch
> großer Jammer sich eingestellt hatte.
> 
> 6:10   Zwei Frauen nämlich wurden vorgeführt, weil sie ihre Söhne
> beschnitten hatten. Denen band man die Kindlein an die Brust und
> führte sie öffentlich herum durch die ganze Stadt und warf sie
> zuletzt über die Mauer hinab.
> 1. Makk 1,63-64
> 
> 6:11   Einige Männer hatten sich in den nahen Höhlen zusammengefunden, um
> heimlich den Sabbat zu halten. Als das Philippus angezeigt wurde,
> verbrannte man sie; denn sie wollten sich nicht wehren, damit sie
> sich nicht gegen den hochheiligen Tag vergingen.
> 1. Makk 2,31-38
> 
> Der Sinn der Leiden des jüdischen Volkes
> 
> 6:12    Ich möchte aber hier den Leser ermahnen, sich durch diesen Jammer
> nicht entmutigen zu lassen, sondern zu bedenken, daß unserm Volk
> Strafen nicht zum Verderben, sondern zur Erziehung widerfahren.
> (12-17) Spr 3,11-12
> 
> 6:13   Denn das ist ein Zeichen großer Gnade, wenn Gott die Sünder nicht
> lange Zeit gewähren läßt, sondern sie bald der Strafe anheimgibt.
> 
> 6:14   Denn unser Herrscher sieht uns nicht so langmütig zu wie den andern
> Völkern, die er hingehen läßt, bis sie das Maß ihrer Sünden erfüllt
> haben, und sie dann bestraft; sondern er wehrt uns, daß wir's nicht
> so weit treiben mit unsern Sünden und er uns zuletzt vernichtend
> bestrafen müßte.
> 
> 6:15   Deshalb nimmt er seine Barmherzigkeit nie ganz von uns; und wenn er
> uns durch ein Unglück erzieht, läßt er doch sein Volk nie im Stich.
> Kap 7,16
> 
> 6:16   Das sei gesagt, damit wir daran denken.
> 
> 6:17   Nun aber wollen wir rasch wieder auf die Geschichte kommen.
> 
> Der greise Eleasar gibt ein Beispiel tapferen Sterbens
> 
> 6:18   Eleasar war einer der angesehensten Schriftgelehrten, ein schon
> betagter und sehr schöner Mann; dem sperrte man mit Gewalt den Mund
> auf, weil er Schweinefleisch essen sollte.
> 3. Mose 11,7
> 
> 6:19   Aber er wollte lieber in Ehren sterben als in Schande leben und spie
> es aus
> 
> 6:20   und ging freiwillig zur Marter, wie es sich ziemt für die, die sich
> standhaft weigern, aus Liebe zum zeitlichen Leben Verbotenes zu
> essen.
> Dan 1,8
> 
> 6:21   Weil nun die Männer, die zur Aufsicht beim gesetzwidrigen
> Opferschmaus bestellt waren, ihn seit langer Zeit gekannt hatten,
> nahmen sie ihn beiseite und redeten ihm zu, er sollte sich Fleisch
> besorgen, das er essen dürfte, und es selbst zubereiten; er sollte
> aber so tun, als wäre es das vom König befohlene Opferfleisch,
> 
> 6:22   damit er so am Leben bleiben und wegen der alten Freundschaft mit
> ihnen Freundlichkeit erfahren könnte.
> 
> 6:23   Aber er dachte so edel, wie es seinen hohen Jahren, dem Ansehen
> seines Greisenalters und seinem in Ehren ergrauten Haupt wohl
> anstand, auch seinem untadeligen Wandel von Jugend auf; und mehr
> noch: er folgte der heiligen Gesetzgebung Gottes und sagte sogleich
> geradeheraus: Schickt mich nur immer unter die Erde!
> 
> 6:24   Denn es will meinem Alter übel anstehen, daß ich heuchle, so daß
> viele von den Jungen denken müssen: Eleasar, der nun neunzig Jahre
> alt ist, sei auch zum Heiden geworden,
> 
> 6:25   und sie durch mich verführt werden, weil ich vor den Leuten heuchle
> und so mein Leben noch eine winzig kleine Zeit friste. Das wäre für
> mein Alter Schimpf und Schande.
> 
> 6:26   Wenn ich auch jetzt der Strafe der Menschen entgehen würde, so werde
> ich doch den Händen des Allmächtigen, ich sei lebendig oder tot,
> nicht entfliehen können.
> Ps 139,7-10; Hebr 10,31
> 
> 6:27   Darum will ich jetzt tapfer sterben, wie es mir altem Mann wohl
> ansteht,
> 
> 6:28   und den Jungen ein gutes Beispiel hinterlassen, damit auch sie
> freudig und tapfer um der erhabenen, heiligen Gesetze willen einen
> guten Tod sterben.
> Dan 12,3
> 
> 6:29   Als er diese Worte gesagt hatte, ging er sogleich zur Marter. Die
> ihn aber führten und ihm kurz vorher freundlich gewesen waren,
> wurden ihm jetzt feind um solcher Worte willen; denn sie meinten, er
> hätte sie aus Trotz gesagt.
> 
> 6:30   Als sie ihn aber geschlagen hatten und er dem Tode nahe war, seufzte
> er und sprach: Der Herr, der die heilige Erkenntnis hat, der weiß,
> daß ich die Schläge und großen Schmerzen, die ich an meinem Leibe
> ertrage, und den Tod wohl hätte umgehen können, daß ich sie aber der
> Seele nach gern erleide, weil ich Gott fürchte.
> Mt 10,28
> 
> 6:31   Und so ist er verschieden und hat mit seinem Tod ein Beispiel edler
> Gesinnung hinterlassen, das nicht allein die Jugend, sondern alle
> zur Tapferkeit mahnen soll.
> 
>          Sieben Brüder und ihre Mutter sterben den Märtyrertod
> 
> 7:1    Es wurden auch sieben Brüder samt ihrer Mutter gefangen und mit
> Geißeln und Riemen geschlagen und vom König bedrängt, sie sollten
> Schweinefleisch essen, was ihnen im Gesetz verboten war.
> Kap 6,18
> 
> 7:2    Da sagte der Älteste unter ihnen: Was willst du viel fragen und von
> uns wissen? Wir wollen eher sterben als etwas gegen das Gesetz der
> Väter tun.
> Dan 3,16-18
> 
> 7:3    Da ergrimmte der König und gebot, man sollte Pfannen und Kessel über
> das Feuer setzen.
> 
> 7:4    Als man das sogleich getan hatte, gebot er, man sollte dem, der für
> sie das Wort geführt hatte, die Zunge ausschneiden und die Haut vom
> Kopf abziehen, wie das die Skythen tun, und Hände und Füße abhauen,
> und die andern Brüder und die Mutter sollten dabei zusehen.
> 
> 7:5    Als er nun so verstümmelt war, ließ er ihn noch lebend zum Feuer
> bringen und in der Pfanne braten. Und als der Dampf aus der Pfanne
> sich weithin verbreitete, ermahnten sie und die Mutter sich
> untereinander, unverzagt zu sterben, und sprachen:
> 
> 7:6    Gott der Herr sieht alles und wird sich unser ganz gewiß erbarmen,
> wie Mose in seinem Gesang den Feinden ins Angesicht bezeugt hat,
> wenn er verkündigt: »Und über seine Knechte wird er sich erbarmen.«
> 5. Mose 32,36
> 
> 7:7    Als der erste so aus dem Leben geschieden war, führten sie den
> zweiten auch hin, um ihren Mutwillen mit ihm zu treiben; und sie
> zogen ihm vom Kopf Haut und Haar ab und fragten ihn, ob er
> Saufleisch essen wollte oder den ganzen Leib Glied für Glied martern
> lassen.
> 
> 7:8    Er aber antwortete in seiner Sprache und sagte: Ich will's nicht
> tun.
> 
> 7:9    Daher marterten sie ihn weiter wie den ersten. Als er nun in den
> letzten Zügen lag, sprach er: Du verruchter Mensch, du nimmst uns
> wohl das zeitliche Leben; aber der König der Welt wird uns, die wir
> um seiner Gesetze willen sterben, wieder erwecken in der
> Auferstehung zum ewigen Leben.
> Dan 12,2
> 
> 7:10   Danach nahmen sie den dritten und trieben auch mit ihm ihren
> Mutwillen. Und als sie es von ihm forderten, streckte er sogleich
> die Zunge heraus und hielt unerschrocken die Hände hin und sagte
> tapfer:
> 
> 7:11   Diese Glieder sind mir vom Himmel gegeben; darum will ich sie gern
> geringachten um seiner Gesetze willen; denn ich hoffe, er wird sie
> mir wiedergeben.
> 
> 7:12   Der König aber und seine Diener wunderten sich darüber, daß der
> Jüngling so mutig war und die Marter für nichts achtete.
> 
> 7:13   Als auch dieser aus dem Leben geschieden war, peinigten sie den
> vierten ebenso und geißelten ihn.
> 
> 7:14   Als es aber mit ihm zum Sterben ging, sprach er: Das ist für uns ein
> großer Trost: die Menschen können uns töten, aber wir hoffen auf
> Gottes Verheißung, daß er uns wieder auferwecken wird; du aber
> wirst nicht auferweckt werden zum Leben.
> Mt 16,25;  Hebr 11,35
> 
> 7:15   Gleich danach brachten sie den fünften und geißelten ihn. Der sah
> Antiochus an und sprach zu ihm:
> 
> 7:16    Du bist zwar ein Mensch und mußt sterben; weil du aber unter den
> Menschen Gewalt hast, tust du, was du willst. Du sollst aber nicht
> meinen, daß Gott unser Volk im Stich gelassen hat.
> (16 und 17) Dan 5,18-30;  Kap 6,15
> 
> 7:17   Mach nur so weiter, dann wirst du erfahren, wie mächtig Gott ist,
> der dich und dein Geschlecht plagen wird.
> Kap 9,5
> 
> 7:18   Nach diesem führten sie den sechsten auch heran. Der sagte, als er
> sterben sollte: Mach dir nichts vor! Wir haben ja unser Leiden sehr
> wohl verdient, da wir uns an unserm Gott versündigt haben; und er
> handelt schrecklich an uns.
> Bar 1,15
> 
> 7:19   Du aber bilde dir nicht ein, du würdest ungestraft bleiben, nachdem
> du gewagt hast, so gegen Gott zu toben.
> Jes 10,5-7
> 
> 7:20   Überaus bewundernswert aber war die Mutter und wert, daß man mit
> höchstem Lobe an sie denkt. Denn sie sah, wie ihre Söhne alle sieben
> nacheinander an einem einzigen Tag zu Tode gemartert wurden, und
> durchlitt es tapfer um der Hoffnung willen, die sie zu Gott hatte.
> 
> 7:21   Dadurch wurde sie so hochgesinnt, daß sie einen Sohn nach dem andern
> in ihrer Sprache tröstete, und faßte sich, obwohl sie nur eine
> schwache Frau war, ein männliches Herz und sprach zu ihnen:
> 
> 7:22   Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Schoß entstanden seid, und den
> Odem und das Leben habe ich euch nicht gegeben, noch habe ich
> zusammengefügt, woraus jeder von euch besteht.
> Ps 139,13-15; Pred 11,5
> 
> 7:23   Darum wird der, der die Welt geschaffen und alle Menschen gemacht
> und das Werden aller Dinge erdacht hat, euch den Odem und das Leben
> gnädig zurückgeben, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen
> keinerlei Rücksicht nehmt auf euch selbst.
> 
> 7:24   Antiochus meinte voll Argwohn, sie verachtete und schmähte ihn in
> ihrer Sprache; so redete er dem jüngsten Sohn, der noch übrig war,
> nicht allein mit guten Worten zu, sondern verhieß ihm sogar mit
> einem Eide, wenn er sich von den Gesetzen seiner Väter lossagen
> würde, so wollte er ihn reich und glücklich machen, ihn unter seine
> Freunde aufnehmen und ihm Ämter anvertrauen.
> 1. Makk 2,18
> 
> 7:25   Als der Jüngling sich aber nicht bereden lassen wollte, ließ der
> König die Mutter vor sich kommen und ermahnte sie, sie sollte den
> Sohn doch zu seinem Besten beraten.
> 
> 7:26   Als er sie mit vielen Worten ermahnt hatte, nahm sie es auf sich,
> ihren Sohn zu überreden.
> 
> 7:27   Aber sie spottete nur über den rohen Tyrannen. Denn sie neigte sich
> zu ihrem Sohn und redete in ihrer Sprache mit ihm und sagte:
> 
> 7:28   Mein lieber Sohn, den ich neun Monate unter meinem Herzen getragen
> und drei Jahre gestillt und großgezogen und bis zu diesem Alter
> geleitet und gepflegt habe, erbarme dich doch über mich! Ich bitte
> dich, mein Kind, sieh Himmel und Erde an und alles, was darin ist,
> und bedenke: dies hat Gott alles aus nichts gemacht, und wir
> Menschen sind auch so gemacht.
> Hebr 11,3
> 
> 7:29   Darum fürchte dich nicht vor diesem Henker, sondern nimm den Tod
> auf dich wie deine Brüder, damit dich Gott zur Zeit des Erbarmens
> samt deinen Brüdern mir wiedergebe.
> Mt 19,29
> 
> 7:30   Während sie noch redete, sprach der Jüngling: Auf wen wartet ihr
> noch? Ich gehorche dem Gebot des Königs nicht, sondern ich höre auf
> das Gebot des Gesetzes, das unsern Vätern durch Mose gegeben ist.
> Apg 5,29
> 
> 7:31   Du kannst dir zwar gegen die Hebräer alles Leid ausdenken, wirst
> aber der Hand Gottes gewiß nicht entrinnen.
> 
> 7:32   Wir leiden ja um unsrer Sünden willen;
> 
> 7:33   aber obwohl unser lebendiger Herr eine Zeitlang zornig ist und uns
> bestraft und züchtigt, so wird er doch seinen Knechten wieder gnädig
> werden.
> Jes 54,7-8
> 
> 7:34   Du Gottloser, Verruchtester unter allen Menschen, überhebe dich
> nicht in eitlen Hoffnungen und lege nicht in deiner Wut Hand an die
> Kinder Gottes!
> 
> 7:35   Denn du bist dem Gericht des allmächtigen Gottes, der alle Dinge
> sieht, noch nicht entronnen.
> 
> 7:36   Unsere Brüder, die eine kurze Zeit sich haben martern lassen, die
> haben jetzt teil am ewigen Leben nach der Verheißung Gottes: du aber
> sollst nach dem Urteil Gottes bestraft werden, wie du es mit deinem
> Hochmut verdient hast.
> 2. Kor 4,17
> 
> 7:37   Ich will Leib und Leben um der Gesetze meiner Väter willen
> dahingeben wie meine Brüder und zu Gott schreien, daß er bald seinem
> Volk gnädig werde, du aber unter großer Marter und Qual bekennen
> mußt, daß er allein Gott ist.
> Kap 9,13-17
> 
> 7:38   Der Zorn des Allmächtigen aber, der mit Recht über unser ganzes Volk
> ergangen ist, möge an mir und meinen Brüdern zum Stehen kommen.
> 
> 7:39   Als dies der König hörte, wurde er toll und töricht und ließ ihn
> noch schlimmer martern als die andern; denn es verdroß ihn, daß er
> so verächtlich von ihnen behandelt wurde.
> 
> 7:40   So ist auch dieser, ohne unrein geworden zu sein, gestorben und hat
> sein ganzes Vertrauen auf den Herrn gestellt.
> 
> 7:41   Zuletzt, nach den Söhnen, wurde auch die Mutter hingerichtet.
> 
> 7:42   Dies sei genug von den heidnischen Opferschmäusen und den grausamen
> Martern.
> 
>          Judas Makkabäus beginnt den Kampf
> 
> (vgl. 1. Makk 3,1-9)
> 8:1    Aber Judas Makkabäus und seine Gefährten gingen auf Schleichwegen
> heimlich in die Ortschaften und riefen ihre Blutsverwandten zusammen
> und was sonst noch bei dem Glauben der Juden geblieben war, und
> brachten an sechstausend Mann zusammen.
> Kap 5,27
> 
> 8:2    Und sie riefen den Herrn an, er wolle das Volk ansehen, das von
> allen zu Boden getreten worden war, und sich erbarmen über den
> Tempel, den die gottlosen Menschen entheiligt hatten,
> 
> 8:3    und über die Stadt, die eben zugrunde ging und ganz dem Erdboden
> gleichgemacht werden sollte. Auch wolle er doch das unschuldige
> Blut, das zu ihm rief, hören
> 1. Mose 4,10
> 
> 8:4    und an die unschuldigen Kindlein denken, die wider alles Recht
> umgebracht wurden, und sich an die Lästerung seines Namens erinnern
> und seinen Haß gegen all dies Böse erweisen.
> Kap 6,10; Mt 2,16
> 
> 8:5    Dem Makkabäus aber mit seiner Heerschar konnten die Heiden schon
> nicht mehr Widerstand leisten; denn der Herr ließ von seinem Zorn ab
> und war seinem Volk wieder gnädig.
> 
> 8:6    Judas aber überfiel unversehens Städte und Dörfer und steckte sie in
> Brand und brachte die günstig gelegenen Orte an sich und schlug
> nicht wenige Feinde in die Flucht;
> 
> 8:7    dabei nutzte er besonders die Nächte aus. So sprach man weit und
> breit von seinen tapferen Taten.
> 
> Judas Makkabäus siegt über Nikanor, Timotheus und Bakchides
> 
> (vgl. 1. Makk 3,37 - 4,25)
> 8:8    Als aber Philippus sah, daß Judas je länger desto stärker wurde,
> zumal ihm oft das Glück beistand, schrieb er an Ptolemäus, den
> Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien, er solle der Sache des
> Königs zu Hilfe kommen.
> Kap 5,22
> 
> 8:9    Der aber bestimmte alsbald den Nikanor, den Sohn des Patroklus, der
> zu den engsten Freunden des Königs gehörte, und schickte ihn mit
> nicht weniger als zwanzigtausend Mann aus den verschiedensten
> Völkern, um die Juden vollständig auszurotten; und er gab ihm einen
> Hauptmann bei, mit Namen Gorgias, der ein erfahrener Krieger war.
> 
> 8:10   Nikanor aber hatte vor, mit den gefangenen Juden den Betrag
> hereinzubringen, den der König den Römern jährlich zahlen mußte,
> nämlich zweitausend Zentner in Silber.
> 1. Makk 8,7
> 
> 8:11   Darum schickte er alsbald in die Städte am Meer und forderte dazu
> auf, jüdische Sklaven zu kaufen, neunzig Juden für einen Zentner.
> Er dachte aber nicht daran, daß ihm die Strafe des Allmächtigen so
> nahe wäre.
> 3. Mose 25,42
> 
> 8:12   Als nun Judas hörte, daß Nikanor heranzog, gab er seinen Leuten
> bekannt, daß ein Heer heranrückte.
> 
> 8:13   Da liefen alle auseinander, die verzagt waren und nicht darauf
> vertrauten, daß Gott die Feinde bestrafen würde, und machten sich
> davon.
> 1. Makk 3,56
> 
> 8:14   Die andern aber verkauften alles, was sie noch hatten, und baten den
> Herrn, er wolle sie erretten, die der gottlose Nikanor schon vor dem
> Kampf verkauft hatte;
> 
> 8:15   und wenn er sie schon nicht um ihretwillen erretten wolle, so möge
> er es doch tun um des Bundes willen, den er mit ihren Vätern
> geschlossen hatte, und um seines heiligen und herrlichen Namens
> willen, nach dem sie genannt sind.
> 3. Mose 26,42-45;  4. Mose 6,27; Dan 9,18-19
> 
> 8:16   Als nun Makkabäus seine Leute versammelt hatte, sechstausend Mann,
> ermahnte er sie, sie sollten sich nicht entsetzen vor den Feinden
> noch sich fürchten vor der großen Zahl der Heiden, die ohne alles
> Recht gegen sie heranzogen,
> 
> 8:17   sondern sich tapfer wehren und an die Schmach denken, die die Feinde
> der heiligen Stätte freventlich angetan, und wie sie die Stadt
> verhöhnt und geplagt und die ererbten Ordnungen zerstört hatten.
> 
> 8:18   Sie verlassen sich, sagte er, auf ihre Waffen und auf ihre Kühnheit;
> aber wir verlassen uns auf den allmächtigen Gott, der mit einem
> einzigen Wink nicht allein die, die jetzt gegen uns ziehen, sondern
> auch die ganze Welt zu Boden schlagen kann.
> 1. Sam 17,45-47
> 
> 8:19   Er zählte ihnen aber auf, wie Gott so oft ihren Vätern geholfen
> hätte, und wie zur Zeit Sanheribs hundertfünfundachtzigtausend Mann
> umgekommen wären;
> 2. Kön 19,35
> 
> 8:20   und wie Gott in Babylon bei der Schlacht gegen die Galater geholfen
> hätte, als im ganzen nur achttausend Juden und viertausend
> Mazedonier in die Schlacht zogen; als aber die Mazedonier in große
> Not gekommen waren, erschlugen die achttausend Juden allein durch
> die Hilfe vom Himmel her hundertzwanzigtausend Mann und erlangten
> dadurch große Beute.
> 
> 8:21   Als er sie so wieder mutig und sogar bereit gemacht hatte, um der
> Gesetze und des Vaterlands willen zu sterben,
> 
> 8:22    teilte er das Heer in vier Abteilungen ein und stellte seine Brüder
> an ihre Spitze, nämlich Simon, Josef und Jonatan, und unterstellte
> einem jeden tausendfünfhundert Mann
> (22 und 23) 1. Makk 2,2-5
> 
> 8:23   und auch dem Eleasar. Danach las er das heilige Buch vor, gab ihnen
> die Losung: Gott unsre Hilfe!, zog selbst der ersten Schar voran
> und griff Nikanor an.
> Kap 13,15; Ps 46,2
> 
> 8:24   Aber der allmächtige Gott stand ihnen bei, so daß sie Nikanors
> ganzes Heer in die Flucht schlugen, nachdem sie den größeren Teil
> verwundet und verstümmelt und über neuntausend erschlagen hatten.
> 
> 8:25   Denen aber, die gekommen waren, um die Juden zu kaufen, nahmen sie
> das Geld ab.
> 
> 8:26   Und nachdem sie den Feinden lange nachgejagt hatten, mußten sie
> wieder umkehren; denn es war der Abend vor dem Sabbat. Darum hörten
> sie auf, jenen nachzueilen.
> 
> 8:27   Sie sammelten die Waffen der Feinde und nahmen ihnen die Rüstungen
> ab; dann hielten sie den Sabbat und lobten und priesen Gott aus
> vollem Herzen, daß er ihnen bis zu diesem Tage durchgeholfen und
> wieder angefangen hatte, ihnen seine Gnade zu erweisen.
> Kap 6,6
> 
> 8:28   Nach dem Sabbat teilten sie von der Beute aus unter die Bedrängten,
> Witwen und Waisen; und das übrige behielten sie für sich und ihre
> Kinder.
> 4. Mose 31,27; 5. Mose 24,19-21
> 
> 8:29   Als sie dies alles vollbracht hatten, hielten sie ein gemeinsames
> Gebet und riefen den barmherzigen Herrn an, daß er seinen Knechten
> bis ans Ende gnädig bleiben wolle.
> 
> 8:30   Danach hatten sie viele Kämpfe mit den Leuten des Timotheus und
> Bakchides, erschlugen über zwanzigtausend Mann und eroberten starke
> Festungen; sie teilten die große Beute gleichmäßig unter sich und
> unter die Bedrängten, Waisen, Witwen, aber auch die Alten.
> 1. Makk 5,6;  1. Makk 7,8
> 
> 8:31   Und als sie sich mit Waffen versorgt hatten, lagerten sie diese alle
> sorgfältig an günstig gelegenen Orten und brachten den Rest der
> Rüstungen nach Jerusalem.
> 
> 8:32   Sie töteten den Befehlshaber der Leute des Timotheus, einen überaus
> gottlosen Mann, der die Juden sehr geplagt hatte.
> 
> 8:33   Sie feierten aber ihren Sieg daheim in Jerusalem. Dabei verbrannten
> sie die Männer, die die heiligen Tore angezündet hatten, und
> Kallisthenes, der in ein kleines Haus geflohen war; so empfing er
> den verdienten Lohn für seine Gottlosigkeit.
> Kap 1,8; Ps 100,4
> 
> 8:34   Der Erzfrevler Nikanor aber, der die tausend Kaufleute mitgebracht
> hatte, daß sie die Juden kaufen sollten,
> 
> 8:35   wurde durch die Hilfe des Herrn von denen gedemütigt, die er für die
> Allergeringsten gehalten hatte. Und nachdem er sein prächtiges
> Gewand abgelegt hatte, kam er ganz allein wie ein entlaufener Knecht
> mitten durchs Land nach Antiochia und konnte darüber noch froh sein,
> da doch sein Heer vernichtet war.
> 
> 8:36   Und er, der den Römern versprochen hatte, er werde von dem Erlös für
> die Gefangenen Jerusalems den Tribut bezahlen, mußte jetzt
> verkünden, daß ein andrer für die Juden streite und daß die Juden
> unverwundbar seien, weil sie in den Geboten wandelten, die jener
> ihnen gegeben habe.
> 2. Mose 23,22
> 
>          Antiochus IV. Epiphanes stirbt trotz später
> Reue eines schrecklichen Todes
> 
> (vgl. 1. Makk 6,1-16)
> 9:1    Um dieselbe Zeit mußte Antiochus mit Schanden aus Persien abziehen.
> 
> 9:2    Denn als er in Persepolis eingerückt war und den Tempel zu plündern
> und die Stadt fest in die Hand zu bekommen versuchte, machten sich
> die Einwohner in Scharen auf und suchten Hilfe bei den Waffen; so
> kam es, daß Antiochus von ihnen zurückgeschlagen wurde und mit
> Schimpf und Schande abziehen mußte.
> 
> 9:3    Als er nun in Ekbatana war, kam ihm zu Ohren, wie es Nikanor und
> den Leuten des Timotheus ergangen war.
> Jdt 1,1
> 
> 9:4    Zornentbrannt nahm er sich vor, die Schmach, die ihm von denen
> widerfahren war, die ihn in die Flucht geschlagen hatten, nunmehr an
> den Juden zu rächen. Darum gebot er dem Wagenlenker, Tag und Nacht
> zu fahren, um die Reise rasch hinter sich zu bringen. Doch das
> Gericht vom Himmel her schwebte schon über ihm. Denn in seiner
> Überheblichkeit hatte er gesagt: Sobald ich nach Jerusalem komme,
> mache ich aus der Stadt einen Totenacker für die Juden.
> Spr 16,18
> 
> 9:5    Darum bestrafte ihn der Herr, der alles sieht, der Gott Israels,
> mit einem inneren Leiden, das niemand heilen konnte. Denn sobald er
> das gesagt hatte, kam ihn ein solches Reißen im Leib an und ein so
> großes Grimmen in den Därmen, daß man ihm nicht helfen konnte.
> Ps 33,13-16;  Kap 7,17
> 
> 9:6    So geschah ihm eben recht, weil er andere Leute mit so vielen und
> bisher unerhörten Martern geplagt hatte.
> 
> 9:7    Dennoch ließ er von seinem wilden Trotz nicht ab, sondern wurde noch
> überheblicher und schnaubte Feuer und Flammen gegen die Juden und
> befahl, noch schneller zu fahren. Da stürzte er von dem
> dahinsausenden Wagen und tat einen so unglücklichen Fall, daß ihm
> alle Glieder seines Leibes verrenkt wurden.
> 
> 9:8    Da mußte er, der soeben noch in übermenschlicher Prahlerei meinte,
> er könnte den Wogen des Meeres gebieten und die hohen Berge auf die
> Waagschale legen, nach einem einzigen Fall sich auf einer Sänfte
> tragen lassen, so daß alle an ihm die Gewalt Gottes erkannten.
> Kap 5,21;  Jes 40,12
> 
> 9:9    Es kam soweit, daß auch unzählige Würmer aus dem Leibe des
> Gottlosen hervorkrochen und daß ihm noch bei lebendigem Leibe unter
> großen Schmerzen und Qualen ganze Stücke seines Fleisches abfielen
> und daß er so scheußlich stank, daß das ganze Heer darunter litt.
> Apg 12,23
> 
> 9:10   Und ihn, der kurz zuvor noch gemeint hatte, er könnte nach den
> Sternen am Himmel greifen, den konnte niemand mehr tragen wegen des
> Gestanks, der nicht auszuhalten war.
> Jes 14,13-17
> 
> 9:11   Da begann er, schwer getroffen, von seiner Überheblichkeit
> abzulassen und zur Erkenntnis zu kommen, weil er von Gott so
> gegeißelt wurde und die Schmerzen jeden Augenblick größer wurden.
> 
> 9:12   Und als er zuletzt den Gestank selbst nicht mehr ertragen konnte, da
> sagte er: Es ist recht, daß man sich Gott unterwirft und daß ein
> sterblicher Mensch nicht so vermessen ist, zu meinen, er sei Gott
> gleich.
> Dan 4,27-34
> 
> 9:13   Und der Verruchte hob an und betete zu dem Herrscher, der sich nun
> freilich nicht mehr über ihn erbarmen wollte,
> Kap 6,14
> 
> 9:14   und versprach, daß er die heilige Stadt, auf die er eilends
> zugefahren war, um sie dem Erdboden gleichzumachen und sie in einen
> Totenacker zu verwandeln, für frei erklären wollte.
> 
> 9:15   Und die Juden, die er zuvor nicht wert geachtet hatte, daß sie
> begraben würden, sondern samt ihren Kindern den Vögeln und wilden
> Tieren zu fressen geben wollte, die wollte er alle den Bürgern von
> Athen gleichstellen.
> 
> 9:16   Und den heiligen Tempel, den er zuvor beraubt hatte, wollte er mit
> den schönsten Weihgeschenken schmücken und viel mehr heilige Geräte
> dahin erstatten, als zuvor da gewesen wären; und alle Zuwendungen,
> die man für Opfer nötig hatte, wollte er von seinen eignen
> Einkünften gewähren.
> Kap 3,2-3
> 
> 9:17   Darüber hinaus wollte er selber ein Jude werden und an allen Orten
> die Gewalt Gottes verkünden.
> Kap 7,37
> 
> 9:18   Als aber die Qualen nicht nachlassen wollten - denn es war Gottes
> gerechtes Gericht über ihn gekommen -, verzweifelte er an seinem
> Leben und schrieb an die Juden wie in einer Bittschrift:
> 
> 9:19   Antiochus, König und Feldherr, entbietet seinen Bürgern, den
> redlichen Juden, seinen Gruß und wünscht ihnen Gesundheit und
> Wohlergehen.
> 
> 9:20   Wenn ihr samt euren Kindern frisch und gesund seid und es euch nach
> Wunsch geht, will ich dafür Gott danken. Ich aber setze meine
> Hoffnung auf den Himmel
> 
> 9:21   und denke in Liebe an eure Ehrerbietung und Freundlichkeit. Weil ich
> bei der Rückkehr aus Persien schwer krank geworden bin, habe ich es
> für nötig gehalten, für die gemeinsame Sicherheit aller zu sorgen,
> 
> 9:22   wiewohl ich an meinem Aufkommen nicht verzweifle, sondern fest
> hoffe, daß es besser mit mir werden wird.
> 
> 9:23   Aber wie mein Vater, als er mit einem Heer in die oberen Länder zog,
> seinen künftigen Nachfolger bestimmte,
> 
> 9:24   damit man wüßte, falls sich etwas Unerwartetes ereignete oder etwas
> Schlimmes gemeldet würde, wer Herr sein sollte, und das Reich nicht
> in Verwirrung geriete;
> 
> 9:25   so auch ich: weil ich überdies sehe, wie die angrenzenden Fürsten
> und die Nachbarn des Reiches auf die Gelegenheit lauern und darauf
> warten, wie es ausgehen wird, habe ich meinen Sohn Antiochus zum
> König bestimmt, den ich den meisten von euch schon oft anvertraut
> und anbefohlen habe, wenn ich in die oberen Provinzen gezogen bin.
> Im gleichen Sinn habe ich auch an ihn geschrieben.
> 1. Makk 3,32-37
> 
> 9:26   Deshalb ermahne und bitte ich euch, an all die Wohltaten euch zu
> erinnern, die ich allen gemeinsam wie auch jedem einzelnen erwiesen
> habe, und mir und meinem Sohn fortan wie bisher freundlich und treu
> zu sein.
> 
> 9:27   Denn ich habe das Vertrauen zu ihm, er werde meine Milde und
> Menschenfreundlichkeit fortsetzen und so mit euch gut auskommen.
> 
> 9:28   So litt denn der Mörder und Gotteslästerer so große Schmerzen, wie
> er sie andern angetan hatte, und starb eines jämmerlichen Todes in
> fremdem Lande in der Wildnis.
> 
> 9:29    Philippus aber, der mit ihm erzogen worden war, besorgte seine
> Bestattung. Das ist der Philippus, der später, weil er sich vor dem
> Sohn des Antiochus fürchtete, nach Ägypten zu Ptolemäus Philometor
> geflohen ist.
> 1. Makk 6,14-15;  Kap 4,21
> 
>          Die Juden gewinnen den Tempel zurück und
> setzen das Fest der Tempelweihe ein
> 
> (vgl. 1. Makk 4,36-59)
> 10:1    Gott aber trieb Makkabäus und seine Leute dazu an, den Tempel und
> die Stadt wieder einzunehmen.
> 
> 10:2     Und sie zerstörten die Altäre, die die Heiden auf dem Marktplatz
> errichtet hatten, und die Götzenhaine.
> (2 und 3) 5. Mose 12,1-6
> 
> 10:3    Und nachdem sie den Tempel gereinigt hatten, bauten sie einen neuen
> Altar und nahmen Feuersteine, schlugen Feuer und brachten wieder
> Opfer dar - das war zwei Jahre lang nicht geschehen -, opferten
> Räucherwerk, zündeten die Lampen an und legten die Schaubrote auf.
> 1. Makk 1,21-23
> 
> 10:4    Als nun das alles geschehen war, warfen sie sich mit dem ganzen
> Körper auf die Erde nieder und baten den Herrn: er wolle sie ja
> nicht wieder in solchen Jammer kommen lassen, sondern, wenn sie sich
> auch einmal versündigen würden, sie in Milde züchtigen und nicht in
> die Hände der Gotteslästerer, der grausamen Heiden, geben.
> Jer 10,24
> 
> 10:5    Und Gott schickte es so, daß an dem gleichen Tage, an dem die
> Fremden den Tempel unrein gemacht hatten, nämlich am
> fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew, der Tempel gereinigt
> wurde.
> 
> 10:6    Und sie feierten mit Freuden acht Tage lang, wie beim
> Laubhüttenfest, und dachten daran, daß sie noch vor kurzer Zeit ihr
> Laubhüttenfest in der Wildnis und in den Höhlen wie wilde Tiere
> gehalten hatten.
> Kap 1,18;  Hebr 11,37-38
> 
> 10:7    Sie trugen laubumwundene Stäbe und schöne Zweige und Palmwedel und
> priesen mit Lobgesängen den, der es gefügt hatte, daß seine heilige
> Stätte wieder gereinigt wurde.
> 
> 10:8    Dann stimmten sie in der Gemeinde ab, faßten den Beschluß und ließen
> als Gebot für das ganze Volk der Juden ausgehen, daß man diese Tage
> jährlich feiern sollte.
> 
> Die Feindschaft der Syrer gegen die Juden hält an
> 
> 10:9    So ging es zu, als Antiochus mit dem Beinamen Epiphanes starb.
> Kap 4,7
> 
> 10:10   Nun kommen wir zu Antiochus Eupator, dem Sohn des gottlosen
> Antiochus, und erzählen so kurz wie möglich die wichtigsten
> Kriegsnöte.
> 1. Makk 6,17
> 
> 10:11   Als Eupator König wurde, setzte er Lysias, den obersten
> Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien, zum Kanzler ein.
> 1. Makk 3,32
> 
> 10:12    Ptolemäus Makron nämlich, der die Juden gern in ihrem Recht
> geschützt hätte, weil sie bisher so viel Unrecht erlitten hatten,
> arbeitete darauf hin, sie in Frieden leben zu lassen.
> Kap 9,29; 1. Makk 1,19
> 
> 10:13   Deshalb verklagten ihn die Freunde des Königs bei Eupator; auch
> nannte man ihn bei jeder Gelegenheit einen Verräter, weil er die
> Insel Zypern, die ihm Philometor anvertraut hatte, verlassen hatte
> und zu Antiochus Epiphanes übergegangen war; und da er nicht mehr
> mit Ehren sein Amt führen konnte, nahm er sich mit Gift das Leben.
> 
> 10:14   Als nun Gorgias in diesen Gebieten Befehlshaber wurde, nahm er
> Kriegsleute in Sold und hielt den Krieg mit den Juden beständig in
> Gang.
> Kap 8,9; 1. Makk 5,59
> 
> Judas Makkabäus erobert idumäische Festungen
> 
> 10:15   Gemeinsame Sache mit Gorgias machten auch die Idumäer: da sie
> günstig gelegene Festungen innehatten, ließen sie die Juden nicht
> zur Ruhe kommen; auch nahmen sie die bei sich auf, die aus Jerusalem
> verjagt worden waren, und ließen den Krieg immer wieder aufflammen.
> Am 1,11-12
> 
> 10:16   Da kamen Makkabäus und seine Leute zusammen und hielten ein
> Bittgebet, daß ihnen Gott beistehen möchte;
> 
> 10:17   dann brachen sie gegen die Festungen der Idumäer auf, griffen
> kräftig an und eroberten sie; alle, die sich auf den Mauern zur
> Gegenwehr stellten, vertrieben sie; wer ihnen sonst in die Hände
> fiel, den machten sie nieder und töteten nicht weniger als
> zwanzigtausend Menschen.
> 1. Makk 5,3
> 
> 10:18   Es entrannen ihnen aber an die neuntausend in zwei überaus starke
> Burgen, die gegen eine Belagerung mit allem ausgerüstet waren.
> 
> 10:19   Da ließ Makkabäus den Simon und Josef, dazu Zachäus und seine Leute
> zurück, die zur Belagerung stark genug waren; er selbst aber zog
> fort vor andere Städte, wo man ihn notwendig brauchte.
> 
> 10:20   Gewisse Leute um Simon aber ließen sich, geldgierig wie sie waren,
> durch einige von den Belagerten bestechen und nahmen siebzigtausend
> Drachmen von ihnen und ließen sie entkommen.
> 
> 10:21   Als das nun Makkabäus erfuhr, rief er die Hauptleute zusammen und
> klagte jene an, sie hätten ihre Brüder für schnödes Geld verkauft,
> indem sie die Feinde hatten entkommen lassen.
> 5. Mose 24,7
> 
> 10:22   Er ließ sie als Verräter töten und stürmte alsbald die beiden
> Burgen.
> 
> 10:23   Und weil ihm alles glückte, was er mit den Waffen unternahm, brachte
> er in den beiden Festungen mehr als zwanzigtausend Menschen ums
> Leben.
> 
> Timotheus wird bei der Eroberung der Festung Geser getötet
> 
> 10:24   Timotheus aber, den die Juden einst geschlagen hatten, rüstete sich
> mit einer Menge fremden Kriegsvolks und sammelte viel Reiterei aus
> Asien und trat mit der Absicht auf, Judäa mit Gewalt einzunehmen.
> Kap 8,30
> 
> 10:25   Und als er sich dem Lande näherte, streuten Makkabäus und seine
> Leute zum gemeinsamen Gebet vor Gott
> 
> 10:26    Erde auf ihr Haupt und legten Säcke an und fielen am Fuße des
> Altars nieder und baten, daß Gott ihnen gnädig und ihren Feinden
> ungnädig sein wolle und Widersacher ihrer Widersacher, wie es im
> Gesetz verkündet ist.
> Jdt 4,14;  2. Mose 23,22
> 
> 10:27   Als sie nun gebetet hatten, nahmen sie ihre Waffen auf und zogen ein
> gutes Stück vor die Stadt hinaus, bis sie in die Nähe der Feinde
> kamen; da machten sie halt.
> 
> 10:28   Und sobald die Sonne aufging, stießen die beiden Heere aufeinander;
> und die einen hatten neben ihrer Tapferkeit als Bürgschaft für
> Kriegsglück und Sieg die Zuflucht, die sie zum Herrn genommen
> hatten; die andern aber ließen sich im Kampf allein von ihrer
> menschlichen Leidenschaft führen.
> 
> 10:29   Als nun die Schlacht am heftigsten war, erschienen den Feinden vom
> Himmel her fünf strahlende Gestalten auf Pferden mit goldenen
> Zäumen; die zogen vor den Juden her,
> Kap 3,25
> 
> 10:30   und zwei von ihnen hielten sich zu beiden Seiten neben Makkabäus und
> beschützten ihn mit ihren Waffen, so daß ihn niemand verwunden
> konnte, und schossen blitzende Pfeile auf die Feinde, so daß sie
> geblendet, verwirrt und niedergeschlagen wurden.
> 
> 10:31   Und es wurden erschlagen zwanzigtausendfünfhundert Mann zu Fuß und
> sechshundert Reiter.
> 
> 10:32   Timotheus selbst aber entfloh nach Geser, einem stark befestigten
> Platz; dort führte der Hauptmann Chäreas den Befehl.
> 
> 10:33   Da belagerten Makkabäus und seine Leute den festen Platz mit
> freudigem Mut vier Tage lang.
> 
> 10:34   Aber die Besatzung verließ sich auf die Stärke des Orts und stieß
> ungeheuerliche Lästerungen und Schmähungen aus.
> 
> 10:35   Aber am fünften Tage wurden zwanzig junge Männer von den Leuten des
> Makkabäus sehr zornig über die dauernde Schmähung und liefen
> mannhaft Sturm gegen die Mauer und erschlugen in wilder Wut jeden,
> der ihnen in den Weg kam.
> 
> 10:36   Ebenso erstiegen andere den Ort auf einer andern Seite, legten Feuer
> an die Türme und verbrannten die Gotteslästerer bei lebendigem
> Leibe.
> 
> 10:37   Wieder andere hieben die Tore auf, ließen das übrige Heer hinein und
> eroberten so die Stadt. Sie erschlugen Timotheus, der sich in einer
> Zisterne versteckt hatte, und seinen Bruder Chäreas und
> Apollophanes.
> 
> 10:38   Als sie das alles vollbracht hatten, priesen sie mit Lobgesängen und
> Dankliedern den Herrn, der Israel eine so große Wohltat erwiesen und
> ihnen den Sieg gegeben hatte.
> 
>          Judas Makkabäus besiegt Lysias
> 
> (vgl. 1. Makk 4,26-35)
> 11:1    Als nun Lysias, der Vormund und Vetter und Kanzler des Königs, dies
> alles erfuhr, ging es ihm sehr nahe.
> Kap 10,11
> 
> 11:2    Und er zog in ganz kurzer Zeit achtzigtausend Mann und die ganze
> Reiterei zusammen und wandte sich gegen die Juden in der Absicht,
> Griechen in der Stadt Jerusalem anzusiedeln,
> 
> 11:3    den Tempel nach Art der andern Heidentempel abgabepflichtig zu
> machen und das Hohepriesteramt jährlich für Geld zu vergeben.
> 
> 11:4    Er bedachte aber nicht die Macht Gottes, sondern pochte auf die
> Zehntausende zu Fuß und die Tausende zu Roß und auf die achtzig
> Elefanten.
> Ps 147,10-11
> 
> 11:5    Als er nun nach Judäa kam, lagerte er sich vor einen festen Ort,
> Bet-Zur genannt, der etwa fünf Stunden von Jerusalem entfernt lag,
> und setzte ihm hart zu.
> 
> 11:6    Als aber Makkabäus und seine Leute hörten, daß er die Festungen
> belagerte, baten sie mit dem ganzen Volk unter Wehklagen und Tränen
> den Herrn, einen guten Engel zu senden, der Israel helfen sollte.
> 2. Mose 23,20
> 
> 11:7    Und Makkabäus war der erste, der die Waffen aufnahm, und er mahnte
> die andern, es mit ihm zusammen zu wagen und ihren Brüdern Hilfe zu
> bringen.
> 
> 11:8    So zogen sie mutig miteinander aus. Sobald sie aber hinaus aus der
> Stadt Jerusalem kamen, erschien ihnen einer hoch zu Roß in einem
> weißen Gewand und goldene Waffen schwingend und zog vor ihnen her.
> 
> 11:9    Da lobten sie alle den barmherzigen Gott und wurden in ihrer
> Zuversicht so gestärkt, daß sie bereit waren, nicht nur gegen
> Menschen, sondern auch gegen die wildesten Tiere und eiserne Mauern
> anzugehen.
> 
> 11:10   Sie rückten in bester Ordnung vor; denn sie hatten den Helfer, den
> ihnen der barmherzige Gott vom Himmel her gesandt hatte.
> 
> 11:11   Und sie griffen ihre Feinde an wie Löwen und erschlugen von ihnen
> elftausend zu Fuß und sechzehnhundert zu Roß
> 
> 11:12   und trieben die andern alle in die Flucht. Der größte Teil warf die
> Waffen fort und kam verwundet davon; Lysias selbst floh auch
> schimpflich und entkam.
> 
> Vertrag des Lysias mit den Juden
> 
> (vgl. 1. Makk 6,58-60)
> 11:13   Lysias aber war kein uneinsichtiger Mann. Als er nun über die
> Schlacht nachdachte, die er verloren hatte, sah er ein, daß die
> Hebräer unüberwindlich waren, weil ihnen Gott der Allmächtige
> beistand. Deshalb sandte er zu ihnen und bot ihnen Frieden unter
> gerechten Bedingungen an
> 
> 11:14   und versprach ihnen, den König dahin zu bringen, daß er ihr guter
> Freund würde.
> 
> 11:15   Makkabäus ging auf alles ein, was Lysias anbot; denn er erkannte,
> daß es das beste war. Und der König bewilligte alles, was Makkabäus
> dem Lysias wegen der Juden schriftlich vorgetragen hatte.
> 
> 11:16   Denn das Schreiben des Lysias an die Juden lautete: »Lysias
> entbietet dem Volk der Juden seinen Gruß.
> 
> 11:17   Johannes und Abschalom, eure Gesandten, haben das von euch
> unterzeichnete Schriftstück überbracht und um Antwort auf die darin
> gemachten Vorschläge gebeten.
> 
> 11:18   Was nun auch dem König vorzulegen gewesen ist, habe ich ihm
> berichtet, und er hat alles bewilligt, was sich annehmen ließ.
> 
> 11:19   Werdet ihr nun der Regierung Treue und Glauben halten, so will ich
> auch weiterhin bemüht sein, zu eurem Besten mitzuwirken.
> 
> 11:20   Über dies alles und über einzelnes haben eure und meine Gesandten
> Befehl, sich mit euch zu besprechen. Gehabt euch wohl!
> 
> 11:21   Gegeben im 148. Jahr, am vierundzwanzigsten Tage des Monats
> Dioskorus.«
> März 164 v. Chr.
> 
> Lysias vermittelt Frieden zwischen Antiochus V. Eupator und den Juden
> 
> (vgl. 1. Makk 6,60)
> 11:22   Das Schreiben des Königs lautete: »König Antiochus entbietet seinem
> Bruder Lysias seinen Gruß.
> 
> 11:23   Nachdem unser Vater von hinnen geschieden und ein Gott geworden
> ist, ist uns nichts lieber, als daß Friede in unserm Reich herrscht,
> damit alle sich um das Ihre kümmern können.
> Weish 14,15-20
> 
> 11:24   Nun hören wir, daß die Juden in den Übergang zu griechischen
> Sitten, wie ihn mein Vater forderte, nicht einwilligen, sondern bei
> ihrer Lebensweise bleiben wollen und deshalb bitten, daß man ihnen
> ihre Gesetze läßt.
> 1. Makk 1,46-52
> 
> 11:25   Weil wir es nun für gut ansehen, daß auch dies Volk in aller Ruhe
> lebt, so ist das unsre Meinung, daß man ihnen ihren Tempel
> wiedergibt und sie ihr Gemeinwesen führen läßt, wie es ihre
> Vorfahren gehalten haben.
> 
> 11:26   Du wirst also gut daran tun, wenn du Gesandte zu ihnen schickst und
> einen Vertrag mit ihnen schließt, damit sie unsere Entscheidung
> erfahren, guten Mutes werden und sich ihrer Angelegenheiten ohne
> alle Sorge annehmen können.«
> 
> 11:27   Das Schreiben des Königs an die Juden lautete: »König Antiochus
> entbietet dem Rat und der Gemeinde der Juden seinen Gruß.
> 
> 11:28   Wenn es euch allen gutginge, so wäre uns das lieb; uns geht es auch
> gut.
> 
> 11:29    Menelaus hat uns berichtet, daß ihr gern nach Haus und Hof
> zurückkehren und wieder euer Gewerbe betreiben möchtet.
> Kap 5,15
> 
> 11:30   Darum soll für alle, die zwischen heute und dem dreißigsten Tag des
> Xanthikus zurückkehren werden, die Zusicherung gelten,
> 
> 11:31   daß die Juden unter dem Schutz der Straflosigkeit ihren eignen
> Tempeldienst und ihre eignen Gesetze ganz wie früher halten dürfen
> und daß niemand unter ihnen irgendwie für Ungesetzlichkeiten belangt
> werden soll, die er aus Unkenntnis begangen hat.
> 
> 11:32   Auch sende ich Menelaus, um euch gut zuzureden.
> 
> 11:33   Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«
> April 164 v. Chr.
> 
> Die Römer bieten ebenfalls ihre Vermittlung an
> 
> 11:34   Es schrieben aber auch die Römer den Juden wie folgt: »Quintus
> Memmius und Titus Manius, die Botschafter der Römer, entbieten dem
> Volk der Juden ihren Gruß.
> 
> 11:35   Allem, was euch Lysias, des Königs Vetter, zugestanden hat, stimmen
> auch wir zu.
> 
> 11:36   Über die Fragen aber, die er dem König vorlegen will, beratet euch
> untereinander und sendet sogleich jemand zu uns, damit wir sie
> darlegen, wie es für euch günstig ist; wir sind nämlich unterwegs
> nach Antiochia.
> 
> 11:37   Darum sendet eilends einige Leute, damit auch wir erfahren, was eure
> Meinung ist.
> 
> 11:38   Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«
> Vgl. Vers 33.
> 
>          Die Juden werden weiterhin beunruhigt
> 
> 12:1    Nachdem diese Verträge abgeschlossen waren, begab sich Lysias zum
> König; die Juden aber wandten sich wieder dem Ackerbau zu.
> 
> 12:2    Aber von den Unterbefehlshabern ließen Timotheus und Apollonius, der
> Sohn des Gennäus, ferner Hieronymus und Demophon, dazu Nikanor, der
> Hauptmann über die Kriegsleute aus Zypern, sie nicht zu Ruhe und
> friedlicher Arbeit kommen.
> 
> Judas Makkabäus bestraft die Städte Joppe und Jamnia
> 
> 12:3    Leute von Joppe aber verübten eine himmelschreiende Tat: sie
> beredeten die Juden, die bei ihnen wohnten, mit ihren Frauen und
> Kindern in bereitgestellte Boote zu steigen, als wären sie gut
> Freund mit ihnen.
> 
> 12:4    Das geschah aber auf allgemeinen Beschluß der Stadt. Als nun die
> Juden das annahmen, weil sie möglichst Frieden halten wollten und
> keinerlei Verdacht hegten, führte man sie auf die hohe See und
> ertränkte sie, nicht weniger als zweihundert Personen.
> 
> 12:5    Als nun Judas hörte, wie greulich man an seinen Landsleuten
> gehandelt hatte, bot er seine Männer auf
> 
> 12:6    und rief zu Gott, dem gerechten Richter, und zog gegen die aus, die
> seine Brüder ermordet hatten, und zündete bei Nacht den Hafen an und
> verbrannte die Boote; und alle, die dahin geflohen waren, tötete er
> mit dem Schwert.
> 
> 12:7    Weil aber die Stadt selbst verschlossen war, zog er ab in der
> Absicht, bald wiederzukommen und die gesamte Bürgerschaft von Joppe
> auszurotten.
> 
> 12:8    Es wurde ihm aber mitgeteilt, daß die Leute von Jamnia das gleiche
> mit den Juden vorhatten, die bei ihnen wohnten.
> 
> 12:9    Darum überfiel er auch sie bei Nacht und verbrannte den Hafen und
> alle Schiffe, so daß man das Feuer in Jerusalem sah, das doch
> zweihundertvierzig Stadien davon entfernt lag.
> 
> Judas Makkabäus bekämpft arabische Nomaden und den Timotheus
> 
> 12:10   Als Judas von dort neun Stadien weitergezogen war, weil er sich
> gegen Timotheus wenden wollte, warfen sich ihm Araber entgegen,
> nicht weniger als fünftausend Mann und fünfhundert Reiter.
> 
> 12:11   Es kam zu einem heftigen Kampf; doch Judas mit seinen Leuten behielt
> durch Gottes Hilfe den Sieg. Und da die Araber unterlegen waren,
> baten sie ihn um Frieden und versprachen, sie wollten ihm Vieh
> liefern und auch sonst Hilfe leisten.
> 
> 12:12   Judas bedachte, wie sie ihm in der Tat in vielem nützlich sein
> könnten, und sagte ihnen Frieden zu. Und als er ihnen das durch
> Handschlag besiegelt hatte, kehrten sie zu ihren Zelten zurück.
> 
> 12:13   Auch griff Judas eine Stadt an, die mit Wällen gut gesichert und mit
> einer Mauer umschlossen war und in der ein bunt gemischtes Volk
> wohnte; die hieß Kaspin.
> 1. Makk 5,26; 5,36
> 
> 12:14   Ihre Einwohner verließen sich auf ihre festen Mauern und den großen
> Vorrat an Nahrung und benahmen sich unverschämt gegen Judas und
> seine Leute: sie schmähten sie, ja, sie lästerten und führten
> frevelhafte Reden.
> 
> 12:15   Da riefen Judas und seine Leute zu dem mächtigen Herrscher aller
> Welt, der zu Josuas Zeiten ohne Mauerbrecher und Sturmgerät Jericho
> zum Einsturz gebracht hatte.
> Jos 6,20
> 
> 12:16   Sie stürmten in wilder Wut gegen die Mauer an und eroberten nach
> Gottes Willen die Stadt und töteten unsagbar viele Menschen, so daß
> der Teich, der dabei lag und wohl zwei Stadien breit war, aussah wie
> lauter Blut.
> 
> 12:17   Danach zogen sie siebenhundertfünfzig Stadien weiter und kamen nach
> Charax zu den Juden, die man Tubianer nennt.
> 
> 12:18   Aber sie fanden Timotheus dort nicht; denn er hatte die Gegend
> verlassen, nachdem er dort nichts ausgerichtet, sondern nur eine
> Ortschaft stark besetzt hatte.
> 
> 12:19   Da machten sich zwei Hauptleute aus der Schar des Makkabäus auf,
> nämlich Dositheus und Sosipater, und brachten alle um, die Timotheus
> in der Festung zurückgelassen hatte, mehr als zehntausend Mann.
> 
> 12:20   Makkabäus aber stellte sein Kriegsvolk in mehreren Abteilungen auf
> und setzte jene beiden an ihre Spitze und zog gegen Timotheus, der
> hundertzwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausendfünfhundert Reiter
> bei sich hatte.
> 1. Makk 5,37
> 
> 12:21   Als nun Timotheus erfuhr, daß Judas gegen ihn heranzog, schickte er
> Frauen und Kinder und den übrigen Troß fort nach Karnajim, einem
> Ort, der so tief im Gebirge lag, daß man ihn nicht belagern und nur
> schwer erreichen konnte.
> 
> 12:22   Als aber die Feinde die erste Abteilung des Judas sahen, überfiel
> sie Furcht und Schrecken, weil zugleich der vor ihnen erschien, der
> alle Dinge sieht; und sie wandten sich zur Flucht, der eine dahin,
> der andere dorthin, so daß sie sich selbst oft untereinander
> verwundeten und mit der Spitze des Schwerts durchbohrten.
> 
> 12:23   Judas aber drückte ungestüm nach und schlug die Gottlosen zusammen
> und brachte an die dreißigtausend von ihnen um.
> 
> 12:24   Timotheus selbst aber geriet den Leuten des Dositheus und Sosipater
> in die Hände und bat sie um Leben und Freiheit; denn er hätte viele
> ihrer Väter und Brüder in seiner Gewalt, und diese müßten sterben,
> wie er mit großer Übertreibung vorgab, wenn er getötet würde.
> 
> 12:25   Nachdem er sich nun feierlich verbürgt hatte, daß er sie bis zu
> einem bestimmten Tag wohlbehalten ihnen übergeben wollte, ließen sie
> ihn frei, um ihre Brüder zu retten.
> 
> 12:26   Danach zog Makkabäus gegen Karnajim und den Tempel der Atargatis
> und machte fünfundzwanzigtausend Menschen nieder.
> 1. Makk 5,43-44
> 
> Judas Makkabäus erobert Efron und verschont Skythopolis
> 
> (vgl. 1. Makk 5,45-54)
> 12:27   Nachdem sie besiegt und vernichtet waren, brach Judas gegen die
> feste Stadt Efron auf, in der Lysias und eine Bevölkerung aus
> mancherlei Stämmen wohnte. Die kräftige junge Mannschaft aber, die
> vor der Stadt stand, wehrte sich tapfer, und drinnen hatten sie
> Geschütze und Geschosse genug.
> 
> 12:28   Da riefen die Juden zu dem Herrscher, der mit Gewalt die Stärke der
> Feinde zerbricht, und eroberten die Stadt und erschlugen von denen,
> die darin waren, an fünfundzwanzigtausend Menschen.
> 
> 12:29   Von dort brachen sie auf und zogen gegen Skythopolis, das
> sechshundert Stadien von Jerusalem entfernt liegt.
> 
> 12:30   Weil aber die Juden, die dort wohnten, den Bürgern von Skythopolis
> bezeugten, daß sie ihnen wohlgesinnt gewesen wären und ihnen in den
> schweren Zeiten alle Freundschaft bewiesen hätten,
> 
> 12:31   so dankten sie den Bürgern dafür und legten ihnen ans Herz, auch
> weiterhin gegen ihr Volk guten Willens zu sein. Dann zogen sie
> wieder nach Jerusalem, als das Wochenfest nahe bevorstand.
> 
> Judas Makkabäus siegt über Gorgias
> 
> (vgl. 1. Makk 5,65-66)
> 12:32   Nach dem Fest, das auch Pfingsten genannt wird, zogen sie gegen
> Gorgias, den Befehlshaber von Idumäa.
> 
> 12:33   Der begegnete ihnen mit dreitausend Mann zu Fuß und vierhundert
> Reitern.
> 
> 12:34   Als man nun handgemein wurde, fielen einige Juden.
> 
> 12:35   Und Dositheus, ein Reiter aus der Schar des Bakenor, ein mutiger
> Mann, packte Gorgias und hielt ihn am Mantel und zog ihn mit Gewalt
> fort und wollte den Verfluchten lebendig gefangennehmen. Aber ein
> Reiter aus Thrazien sprengte auf ihn zu und hieb ihm den Arm ab. So
> entkam Gorgias nach Marescha.
> 
> 12:36   Als nun Esri und seine Schar vom allzu langen Kampf müde wurden,
> rief Judas zum Herrn, er möge ihnen als Helfer erscheinen und an
> ihrer Spitze kämpfen,
> 
> 12:37   stimmte in der Sprache der Väter unter Lobgesängen das
> Kriegsgeschrei an und stürmte auf die Leute des Gorgias unerwartet
> los und jagte sie in die Flucht.
> Kap 7,8; 7,27
> 
> 12:38   Und Judas zog mit dem Heer in die Stadt Adullam; und weil der
> siebente Tag herbeigekommen war, reinigten sie sich nach dem Gesetz
> und hielten dort den Sabbat.
> 
> Sühnopfer für Gefallene, die Schuld auf sich geladen hatten
> 
> 12:39   Am Tage danach zogen die Leute des Judas aus, weil es schon höchste
> Zeit geworden war, um die Toten zu holen und in den Gräbern der
> Väter bei ihren Verwandten zu bestatten.
> 
> 12:40   Da fanden sie bei jedem der Erschlagenen unter dem Hemd Abbilder der
> Götzen von Jamnia, die den Juden im Gesetz verboten sind. Da wurde
> es allen deutlich, daß sie um dieser Schuld willen gefallen waren.
> 2. Mose 20,4-5
> 
> 12:41   Da priesen alle den Herrn, den gerechten Richter, der das Verborgene
> an den Tag bringt.
> 
> 12:42   Dann wandten sie sich zum gemeinsamen Gebet und flehten, daß diese
> Sünde gänzlich getilgt werden möchte. Und der edle Judas ermahnte
> die Menge, sich fortan vor Sünden zu hüten, weil sie nun mit eignen
> Augen sehen könnten, daß diese um ihrer Sünde willen gefallen wären.
> 
> 12:43    Danach brachte er durch eine Sammlung an die zweitausend Drachmen
> in Silber zusammen; die schickte er nach Jerusalem zum Sündopfer.
> Und er tat gut und löblich daran, weil er an die Auferstehung
> dachte.
> (43-46) Kap 7,9
> 
> 12:44   Wenn er nicht erwartet hätte, daß die Gefallenen auferstehen würden,
> so wäre es überflüssig, ja töricht gewesen, für Tote zu bitten.
> 1. Kor 15,29
> 
> 12:45   Sodann aber bedachte er auch, daß denen, die als fromme Leute
> entschlafen, die herrlichste Gnadengabe bereitet ist; das ist ein
> frommer und heiliger Gedanke.
> 
> 12:46   Darum hat er auch für diese Toten ein Sühnopfer dargebracht, damit
> sie von ihrer Sünde erlöst würden.
> 
>          Menelaus findet verdient einen schmählichen Tod
> 
> 13:1     Im 149. Jahr kam es Judas und seinen Leuten zu Ohren, daß
> Antiochus Eupator mit einer großen Heeresmacht gegen Judäa heranzöge
> (1 und 2) 1. Makk 6,17
> 164/163 v. Chr.
> 
> 13:2    und Lysias, sein Vormund und Kanzler, mit ihm, und zwar jeder mit
> einem griechischen Heer von hundertzehntausend Mann zu Fuß und
> fünftausenddreihundert zu Roß und zweiundzwanzig Elefanten und
> dreihundert Sichelwagen.
> 
> 13:3    Und Menelaus schlug sich auch auf ihre Seite und redete auf
> Antiochus ein zum Verderben seines Vaterlands und verschwieg seine
> Hoffnung, dadurch das Hohepriesteramt wieder zu erlangen.
> Kap 4,23-24
> 
> 13:4    Aber der König aller Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen
> diesen Frevler. Denn Lysias legte ihm dar, daß Menelaus die Ursache
> aller dieser Unruhen wäre; darum ließ der König ihn nach Beröa
> führen und so, wie es dort der Brauch ist, töten.
> 1. Tim 6,15
> 
> 13:5    Denn es war ein Turm da, fünfzig Ellen hoch, voll glühender Asche;
> und über der Asche war eine umlaufende Rampe, die überall zur Asche
> hin steil abfiel.
> 
> 13:6    Dorthin trieb die Volksmenge jeden, der des Tempelraubs schuldig war
> oder andere große Verbrechen begangen hatte, so daß er umkam.
> 
> 13:7    Eines solchen Todes mußte auch der abtrünnige Menelaus sterben und
> ohne Grab bleiben.
> 
> 13:8    Und es geschah ihm recht. Denn weil er sich so oft an dem Altar,
> dessen Feuer und Asche heilig sind, versündigt hatte, mußte er auch
> in der Asche den Tod finden.
> Weish 11,16
> 
> Judas Makkabäus siegt bei Modeïn durch einen Überfall
> 
> (vgl. 1. Makk 6,28; 6,32-46)
> 13:9    Der König aber wurde so zornig wie ein Wilder, zog heran und wollte
> den Juden noch Schrecklicheres antun, als unter seinem Vater
> geschehen war.
> 
> 13:10   Das erfuhr Judas und gebot dem ganzen Volk, sie sollten Tag und
> Nacht den Herrn anrufen, damit er ihnen jetzt, wie schon oft, gegen
> die helfen möchte, die ihnen das Gesetz, das Vaterland und den
> heiligen Tempel rauben wollten,
> 
> 13:11   und daß er das Volk, das sich kaum ein wenig erholt hatte, nicht in
> die Hände der ruchlosen Heiden geben möchte.
> 
> 13:12   Als sie das nun einhellig miteinander taten und den barmherzigen
> Gott unter Weinen und Fasten baten und drei Tage unaufhörlich auf
> der Erde lagen, ermunterte sie Judas und befahl ihnen, sich
> bereitzuhalten.
> 
> 13:13   Und als er und die Ältesten beisammen waren, beschloß er mit ihnen,
> er wollte, ehe der König mit seinem Heer nach Judäa kommen und die
> Stadt einnehmen könnte, ihm entgegenziehen und die Sache mit Gottes
> Hilfe enden.
> 
> 13:14   Und er vertraute sich dem Schöpfer der Welt an und ermahnte seine
> Leute, sie sollten tapfer bis in den Tod kämpfen, um die Gesetze,
> den Tempel, die Stadt, das Vaterland und ihre eigne Ordnung zu
> erhalten.
> Kap 7,23
> 
> 13:15   Und er lagerte sich bei Modeïn und gab ihnen diese Worte zur Losung:
> Gott gibt Sieg! Danach machte er sich bei Nacht auf mit den besten
> und auserlesensten jungen Kriegsleuten und überfiel die königliche
> Befestigung und erschlug im Lager an die zweitausend Mann und den
> Leitelefanten und den, der mit ihm im Stall war.
> 
> 13:16   Damit brachten sie zum Schluß großen Schrecken und Verwirrung in das
> ganze Lager und zogen glücklich davon
> 
> 13:17   am Morgen, als der Tag anbrach; denn Gott war ihr Helfer gewesen.
> 
> Antiochus V. Eupator belagert Bet-Zur
> 
> (vgl. 1. Makk 6,29-31; 6,47-50)
> 13:18   Als aber der König verspürt hatte, daß die Juden so wagemutig waren,
> suchte er die Orte mit List in seine Gewalt zu bringen
> 
> 13:19   und zog vor die Festung der Juden Bet-Zur. Aber er wurde in die
> Flucht geschlagen, griff wieder an und richtete nichts aus;
> 
> 13:20   denn Judas hatte alles Nötige in die Festung geschickt.
> 
> 13:21   Es war aber einer unter den Juden, Rhodokus, der verriet den Feinden
> alles Geheime. Man suchte nach ihm, nahm ihn fest und warf ihn ins
> Gefängnis.
> 
> 13:22   Danach verhandelte der König wieder und schloß Frieden mit der
> Besatzung von Bet-Zur und zog davon; dann griff er Judas und seine
> Leute an und verlor die Schlacht.
> 
> Antiochus V. Eupator schließt Frieden mit den Juden
> 
> (vgl. 1. Makk 6,55-63)
> 13:23   Und als Antiochus erfahren hatte, daß Philippus, den er in
> Antiochia als Statthalter zurückgelassen hatte, abgefallen war,
> wurde er unsicher und sandte den Juden eine freundliche Botschaft,
> unterhandelte und schwor einen Eid und einigte sich mit ihnen zu
> gerechten Bedingungen. Er opferte und ehrte den Tempel und
> behandelte die Stadt freundlich.
> 1. Makk 6,14
> 
> 13:24   Er empfing auch Makkabäus und machte den Hegemonides zum
> Befehlshaber über das Land von Ptolemais bis zum Gebiet der
> Gerrener.
> 
> 13:25   Als aber der König nach Ptolemais kam, sahen die Ptolemaier den
> Vertrag nicht gern; denn sie fanden ihn unerträglich und wollten
> deswegen die Abmachungen aufheben.
> 
> 13:26   Da trat Lysias öffentlich auf und entschuldigte den König soviel als
> möglich und beredete sie, daß sie zufrieden waren, und beruhigte
> sie; danach kehrte er wieder nach Antiochia zurück. So gingen
> Anmarsch und Abzug des Königs vor sich.
> 
>          Demetrius I. Soter schickt Nikanor gegen die Juden
> 
> (vgl. 1. Makk 7,1-7; 7,26)
> 14:1    Drei Jahre danach vernahmen Judas und seine Leute, daß Demetrius,
> der Sohn des Seleukus, im Hafen von Tripolis mit starker Heeresmacht
> und vielen Schiffen angekommen war
> 
> 14:2    und das Land eingenommen und Antiochus samt seinem Vormund Lysias
> erschlagen hatte.
> 
> 14:3    Alkimus aber, der vorher Hoherpriester gewesen war und zur Zeit des
> Widerstandes schmählich nachgegeben hatte, dachte nun, daß ihm sonst
> nichts helfen, er auch nicht wieder zum Hohepriesteramt kommen
> könnte.
> 
> 14:4    So zog er im 151. Jahr zu König Demetrius, brachte ihm einen
> goldenen Kranz und einen Palmwedel und dazu Ölzweige, die im Tempel
> gebräuchlich waren;
> 162/161 v. Chr.
> 
> 14:5    und an diesem Tag verhielt er sich ruhig. Er fand eine günstige
> Gelegenheit für seine Ruchlosigkeit, als ihn Demetrius vor den
> Kronrat fordern und fragen ließ, wie es bei den Juden stünde und was
> sie vorhätten.
> 
> 14:6     Da antwortete er: Die unter den Juden, die sich Hasidäer nennen und
> die Judas Makkabäus anführt, halten Krieg und Aufruhr immer in Gang
> und lassen dein Reich nicht gedeihen,
> (6-10) StzuEst 1,3-4
> 
> 14:7    haben auch mir meine ererbte Würde, nämlich das Hohepriesteramt,
> geraubt. Darum bin ich hierher gekommen:
> 
> 14:8    zum ersten, weil ich mich dem König aufrichtig verpflichtet weiß;
> zum andern, weil ich auch um meine Landsleute Sorge habe; denn durch
> ihre Unvernunft wird unser ganzes Volk ins Unglück stürzen.
> 
> 14:9    Darum wolle der König, weil er dies alles erkannt hat, nach seiner
> entgegenkommenden Freundlichkeit zu jedermann unserm Lande und
> unserm bedrängten Volk in dieser Sache raten und helfen.
> 
> 14:10   Denn solange Judas lebt, ist es nicht möglich, daß Friede im Lande
> wird.
> 
> 14:11   Als er das gesagt hatte, hetzten auch die andern Freunde des Königs,
> die dem Judas feindlich gesinnt waren, Demetrius gegen ihn auf.
> 
> 14:12   Sogleich rief er Nikanor, den Hauptmann über die Elefanten, zu sich
> und machte ihn zum Befehlshaber über Judäa und sandte ihn aus
> 
> 14:13   mit dem Auftrag, Judas unschädlich zu machen und seine Leute zu
> zerstreuen und Alkimus zum Hohenpriester des erhabenen Tempels
> einzusetzen.
> 
> 14:14   Da schlugen sich alle die scharenweise auf Nikanors Seite, die als
> Heiden vor Judas aus Judäa geflüchtet waren, und hofften, das
> Unglück der Juden sollte ihr Glück sein.
> 
> Nikanor einigt sich mit Judas Makkabäus
> 
> (vgl. 1. Makk 7,27-29)
> 14:15   Als nun die Juden hörten, daß Nikanor heranzöge und die Heiden ihn
> unterstützten, bestreuten sie sich mit Erde und riefen Gott an, der
> sein Volk seit ewigen Zeiten beschützt hat und den Seinen immer
> offenkundig hilft.
> Kap 10,26
> 
> 14:16   Als nun der Anführer Befehl gab, machten sie sich sogleich auf und
> stießen auf die Feinde beim Dorf Dessau.
> 
> 14:17   Simon aber, der Bruder des Judas, war schon auf Nikanor getroffen
> und wäre fast geschlagen worden, als ihn die Feinde so plötzlich
> überraschten.
> 
> 14:18   Doch als Nikanor hörte, daß Judas so kühne Leute bei sich hatte, die
> Leib und Gut getrost für ihr Vaterland wagten, fürchtete er sich und
> wollte keine Schlacht mit ihnen schlagen,
> 
> 14:19   sondern sandte Posidonius, Theodotus und Mattatias zu ihm, um
> Frieden zu schließen.
> 
> 14:20   Als man nun lange darüber beraten und der Anführer dem Kriegsvolk
> die Sache vorgetragen hatte und sie in der Sache einig wurden,
> willigten sie in den Vertrag
> 
> 14:21   und bestimmten einen Tag, an dem die beiden allein zusammenkommen
> sollten. Als nun der Tag kam, stellte man für jeden einen Stuhl auf.
> 
> 14:22   Und Judas verteilte einige Bewaffnete auf günstige Plätze, falls die
> Feinde doch unerwartet eine Falle stellen würden. Doch kamen sie zu
> voller Übereinstimmung.
> 
> 14:23   Nikanor blieb eine Zeitlang in Jerusalem und unternahm nichts
> Unrechtes gegen sie und entließ die zusammengeströmten Scharen.
> 
> 14:24   Und er hatte den Judas allezeit bei sich und behandelte ihn
> freundlich,
> 
> 14:25   ermahnte ihn auch, daß er eine Frau nehmen und Kinder zeugen sollte.
> So nahm denn Judas eine Frau und hatte guten Frieden und genoß das
> Leben.
> Pred 9,9
> 
> Nikanor muß gegen Judas Makkabäus feindlich vorgehen
> 
> (vgl. 1. Makk 7,29-38)
> 14:26   Als nun Alkimus sah, daß diese beiden miteinander eins waren, nahm
> er den Vertrag, ging zu Demetrius und verklagte den Nikanor, er wäre
> untreu geworden; denn er hätte den Judas, einen Feind des Reiches,
> zu seinem Nachfolger als Hohenpriester eingesetzt.
> 
> 14:27   Da wurde der König durch die Lüge des Verleumders sehr erregt und
> zornig und schrieb an Nikanor, es gefiele ihm gar nicht, daß er
> Frieden mit den Juden geschlossen hätte, und gebot ihm, er sollte
> eilends Makkabäus gefangennehmen und nach Antiochia schicken.
> 
> 14:28   Als nun dieser Befehl Nikanor erreichte, wurde er bestürzt und
> unwillig, daß er den Vertrag brechen sollte, obwohl doch Judas
> nichts verschuldet hatte.
> 
> 14:29   Aber weil er nicht gegen den König zu handeln wagte, wartete er auf
> eine Gelegenheit, ihn mit List zu fangen.
> 
> 14:30   Aber Makkabäus merkte, daß er sich unfreundlicher gegen ihn verhielt
> und ihm nicht mehr so herzlich begegnete, und erkannte, daß sein
> abweisendes Wesen nichts Gutes bedeutete, und nahm einige von seinen
> Leuten zu sich und verbarg sich vor Nikanor.
> 
> 14:31   Als nun Nikanor sah, daß ihn Makkabäus geschickt überlistet hatte,
> ging er hinauf zu dem erhabenen und heiligen Tempel und befahl den
> Priestern, die die gebotenen Opfer darbrachten, sie sollten ihm den
> Mann herausgeben.
> 
> 14:32   Als sie aber hoch und heilig schworen, sie wüßten nicht, wo er wäre,
> streckte er seine rechte Hand gegen den Tempel aus
> 
> 14:33   und schwor: Werdet ihr mir den Judas nicht gebunden übergeben, so
> will ich dies Gotteshaus dem Erdboden gleichmachen und den Altar
> umreißen und dem Dionysos einen prächtigen Tempel hinstellen.
> Kap 6,7
> 
> 14:34   Und als er das gesagt hatte, ging er davon. Die Priester aber hoben
> ihre Hände empor zum Himmel und riefen den an, der allezeit unser
> Volk beschützt hat,
> 
> 14:35    und sprachen: Herr, du brauchst kein irdisches Haus; dennoch hat es
> dir wohlgefallen, daß dein Tempel, in dem du wohnst, unter uns ist.
> (35 und 36) 1. Kön 8,27-30
> 
> 14:36   Darum, du heiliger Gott, der du allein heilig machst, bewahre fortan
> dein Haus, das wir vor kurzem neu geweiht haben, damit es nicht
> wieder unrein wird.
> 
> Rasi gibt ein Beispiel opfermütigen Sterbens
> 
> 14:37   Es wurde aber Nikanor angezeigt, daß ein Ältester von Jerusalem mit
> Namen Rasi ein Mann sei, der seine Mitbürger liebte, in hohem
> Ansehen stand und wegen seiner aufrechten Gesinnung ein Vater der
> Juden genannt wurde.
> 
> 14:38   Auch war er früher in der Zeit des Widerstandes wegen seines
> jüdischen Glaubens verklagt worden und hatte Leib und Leben dafür
> beharrlich gewagt.
> 
> 14:39   Als nun Nikanor zeigen wollte, wie bitter feind er den Juden war,
> sandte er über fünfhundert Kriegsleute, die Rasi gefangennehmen
> sollten.
> 
> 14:40   Denn er meinte, wenn er ihn gefangen hätte, würde er den Juden
> dadurch großen Schaden zufügen.
> 
> 14:41   Als sie aber den Turm, in dem er wohnte, erobern und das Hoftor
> stürmen wollten, ließen sie Feuer bringen und das Tor anzünden. Da
> merkte er, daß er gefangen war, und wollte sich selbst erstechen.
> 
> 14:42   Denn er wollte lieber ehrenhaft sterben als den Gottlosen in die
> Hände fallen und von ihnen erniedrigt und verhöhnt werden. Aber in
> der Hast traf er sich nicht recht.
> 1. Sam 31,4
> 
> 14:43   Als nun die Menge in die Türen eindrang, zog er sich entschlossen
> auf die Mauer zurück und stürzte sich mutig hinab unter die Leute.
> 
> 14:44   Sie wichen ihm aber schnell aus, so daß ein freier Raum entstand;
> und er fiel mitten auf den leeren Platz.
> 
> 14:45   Er lebte aber gleichwohl noch und stand in glühendem Opfermut auf,
> obwohl er sehr blutete und die Wunden ihn schmerzten, lief durch das
> Volk hindurch und trat auf einen hohen Felsen.
> 
> 14:46   Und obwohl er schon fast verblutet war, riß er sich noch die Därme
> aus dem Leibe, faßte sie mit beiden Händen und warf sie unter die
> Kriegsleute und rief zu Gott, der über Leben und Geist Herr ist,
> dies alles möge er ihm wiedergeben, und starb so.
> Kap 7,11
> 
>          Judas Makkabäus siegt über Nikanor
> 
> (vgl. 1. Makk 7,39-46)
> 15:1    Als aber Nikanor hörte, daß Judas sich mit seinen Leuten in Samarien
> aufhielt, dachte er, er könnte sie am Sabbat ohne jede Gefahr
> angreifen.
> 
> 15:2    Und als ihn die Juden, die er gezwungen hatte mitzuziehen, baten, er
> möchte sie nicht so grausam und unmenschlich umbringen, sondern den
> heiligen Tag achten, den Gott selbst geehrt und geheiligt hätte,
> 
> 15:3    fragte sie der Erzfrevler: Gibt es im Himmel den Herrscher, der den
> Sabbat geboten hat?
> 
> 15:4    Und als sie ihm antworteten: Ja, es gibt den lebendigen Herrn; er
> ist im Himmel der Herrscher, der den siebenten Tag zu feiern
> geboten hat -,
> 2. Mose 20,8
> 
> 15:5    sagte er darauf: So bin ich der Herrscher auf Erden und gebiete
> euch, ihr sollt die Waffen ergreifen und den Befehl des Königs
> ausführen.
> Dan 7,25
> 
> 15:6    Aber er konnte sein ruchloses Vorhaben trotzdem nicht vollbringen.
> Und Nikanor prahlte vermessen und hatte sich schon vorgenommen, für
> seinen Sieg über Judas ein Denkmal öffentlich aufzustellen.
> 
> 15:7    Aber Makkabäus hatte unablässig die Zuversicht und Hoffnung, der
> Herr würde ihm beistehen,
> 
> 15:8    und ermunterte seine Männer, sie sollten sich vor den anrückenden
> Heiden nicht fürchten, sondern an die Hilfe denken, die ihnen früher
> oft vom Himmel gesandt worden war, und jetzt auch auf den Sieg
> hoffen, den der Allmächtige ihnen schicken würde.
> 
> 15:9    Er sagte ihnen ermutigende Worte aus dem Gesetz und den Propheten
> und erinnerte sie an die Schlachten, die sie früher gewonnen hatten,
> und machte ihnen so Mut.
> 1. Makk 12,9; 2. Mose 14,13-14
> 
> 15:10   Als er sie so angefeuert hatte, erzählte er ihnen auch, wie die
> Heiden ihre Zusagen nicht gehalten und ihre Eide gebrochen hätten.
> 
> 15:11   Dadurch rüstete er sie aus, daß sie nicht durch Spieß oder Schild
> sicher waren, sondern durch Gottes Wort Vertrauen gewannen. Er sagte
> ihnen auch von einer Erscheinung, die glaubwürdig war; davon bekamen
> alle Mut.
> 
> 15:12   Und das war die Erscheinung: Onias, der frühere Hohepriester, ein
> trefflicher, im Umgang bescheidener, gütiger, beredter Mann, der von
> Jugend auf allem Guten nachgestrebt hatte, der streckte seine Hände
> aus und betete für die ganze Gemeinde der Juden.
> Kap 3,1
> 
> 15:13   Danach erschien ihm ein würdiger, alter Mann, und um ihn war ein
> wunderbarer, herrlicher Glanz.
> 
> 15:14   Und Onias sagte zu Judas: Dies ist Jeremia, der Prophet Gottes, der
> deine Brüder sehr liebhat und stets für das Volk und die heilige
> Stadt betet.
> Jer 37,3
> 
> 15:15    Danach gab Jeremia mit der Rechten dem Judas ein goldenes Schwert
> (15 und 16) Jer 47,6-7; Hes 30,24-25
> 
> 15:16   und sagte zu ihm: Nimm hin das heilige Schwert, das dir Gott
> schenkt; damit sollst du die Feinde schlagen!
> 
> 15:17   Als sie nun Judas mit solchen guten Worten, die zur Tapferkeit
> anfeuern und den Jungen männlichen Mut geben konnten, aufgerufen
> hatte, beschlossen sie, kein Lager mehr aufzuschlagen, sondern mutig
> gegen die Feinde zu ziehen und sie männlich anzugreifen und die
> Sache zur Entscheidung zu bringen; denn die Stadt, der Gottesdienst
> und der Tempel waren in Gefahr.
> Kap 4,13-15; 14,3-13
> 
> 15:18   Denn sie bangten nicht so sehr um ihre Frauen und Kinder, Brüder und
> Freunde, sondern sie sorgten sich vor allem um den heiligen Tempel.
> 
> 15:19   Und die in der Stadt blieben, waren in großer Sorge um ihr
> Kriegsvolk draußen im Felde.
> 
> 15:20   Als es nun zum Treffen kommen sollte und die Feinde zusammengezogen
> und in Schlachtordnung angetreten und die Elefanten an einem
> günstigen Ort aufgestellt und die Reiter auf beide Flügel verteilt
> worden waren
> 
> 15:21   und als Makkabäus die Feinde sah und ihre vielfältige Rüstung und
> die schrecklichen Tiere, streckte er seine Hände zum Himmel empor
> und betete zum Herrn, der Wunder tut; denn er wußte wohl, daß der
> Sieg nicht durch Waffen kommt, sondern Gott ihn denen gibt, die er
> würdig findet.
> Kap 12,22
> 
> 15:22   Und er betete so: Herr, zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, hast
> du deinen Engel gesandt; der erschlug in Sanheribs Lager
> hundertfünfundachtzigtausend Mann.
> 2. Kön 19,35; Kap 8,19
> 
> 15:23   So schicke nun auch, du Herrscher im Himmel, einen guten Engel vor
> uns her, die Feinde zu erschrecken.
> 
> 15:24   Laß die erschrecken vor deinem starken Arm, die mit Gotteslästerung
> gegen dein heiliges Volk ziehen. Und damit hörte Judas auf.
> 
> 15:25   So zogen Nikanor und sein Heer heran mit Trompeten und
> Kriegsgeschrei.
> 
> 15:26   Judas aber und seine Leute griffen die Feinde an mit Gebet und
> Flehen. Und mit den Händen führten sie das Schwert,
> 
> 15:27   mit dem Herzen aber schrien sie zu Gott und erschlugen nicht weniger
> als fünfunddreißigtausend Mann; und sie freuten sich sehr, daß Gott
> sich so mächtig gezeigt hatte.
> 
> 15:28   Als nun die Schlacht beendet war und sie mit Freuden wieder abzogen,
> sahen sie, wie Nikanor in seinem Harnisch gefallen dalag.
> 
> 15:29   Da erhob sich ein Freudengeschrei und Jauchzen, und sie lobten Gott
> in ihrer Sprache.
> 
> Die Feier des Sieges über Nikanor veranlaßt die
> Einführung eines jährlichen Gedenktages
> 
> (vgl. 1. Makk 7,47-49)
> 15:30   Judas, der Leib und Leben für sein Volk eingesetzt und von Jugend
> auf sich zu seinen Landsleuten gehalten hatte, gebot, man sollte
> dem Nikanor den Kopf und die Hand samt der Schulter abhauen und mit
> nach Jerusalem bringen.
> 1. Sam 17,54
> 
> 15:31   Als er nun dorthin kam, rief er seine Landsleute zusammen und
> stellte die Priester vor den Altar und schickte zu den Feinden auf
> der Burg
> 
> 15:32   und zeigte den Kopf des verruchten Nikanor und die Hand des
> Lästerers, die er gegen das heilige Haus des Allmächtigen
> ausgestreckt und dabei Lästerworte ausgestoßen hatte.
> 
> 15:33   Er schnitt auch dem gottlosen Nikanor die Zunge aus und ließ sie in
> Stücken den Vögeln vorwerfen und die Hand, mit der er so unsinnig
> gehandelt hatte, gegenüber dem Tempel aufhängen.
> Kap 7,4
> 
> 15:34   Und das ganze Volk lobte den Herrn, der sichtbar geholfen hatte, und
> sprach: Gelobt sei, der seine Stätte bewahrt hat, daß sie nicht
> unrein geworden ist!
> 
> 15:35   Und er steckte Nikanors Kopf auf, so daß ihn alle aus der Burg sehen
> konnten, zu einem öffentlichen Zeichen dafür, daß ihnen der Herr
> geholfen hatte.
> 
> 15:36    Es wurde auch einträchtig von allen beschlossen, man sollte diesen
> Tag niemals vergessen,
> (36 und 37) Est 9,17-19
> 
> 15:37   sondern ihn feiern am dreizehnten Tag des zwölften Monats, der auf
> syrisch Adar heißt, einen Tag vor dem Mordechai-Fest.
> Adar = März/April.
> 
> Schlußwort des Verfassers
> 
> 15:38   So will ich nun hiermit dies Buch beschließen, nachdem Nikanor
> umgekommen ist und die Hebräer die Stadt seit jener Zeit wieder in
> Besitz haben.
> 
> 15:39   Und wenn es gut gelungen und geschickt geordnet ist, so war das
> meine Absicht. Ist's aber zu einfach geraten, so habe ich doch
> getan, soviel ich vermochte.
> 
> 15:40   Denn immer nur Wein oder nur Wasser trinken wird einem zuwider; wenn
> aber Wein mit Wasser vermischt erst wirklich Freude macht, so
> erfreut die Art, wie man die Worte setzt, die Ohren derer, die die
> Geschichte hören. Damit bin ich am Ende angelangt.
>
> — *45MAKKAB2*

