# 05 Das Buch Baruch

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> 1:1    Dies ist der Inhalt des Buches, das Baruch, der Sohn Nerijas, des
> Sohnes Machsejas, des Sohnes Zidkijas, des Sohnes Hasadjas, des
> Sohnes Hilkijas, niedergeschrieben hat in Babel
> Jer 36,4
> 
> 1:2    im fünften Jahr, am siebenten Tage des Monats, in dem die Chaldäer
> Jerusalem erobert und mit Feuer verbrannt hatten.
> 2. Kön 25,8-9
> 
> Die Geldsammlung der Juden und ihr Brief nach Jerusalem
> 
> 1:3     Und Baruch las dies Buch vor den Ohren Jechonjas, des Sohnes
> Jojakims, des Königs von Juda, und vor den Ohren des ganzen Volks,
> das dazukam,
> (3 und 4) 2. Kön 24,6; 24,10-16
> Jechonja = Jojachin (2. Kön 24,6).
> 
> 1:4    und vor den Ohren der Oberen und der Söhne der Könige und vor den
> Ältesten und vor dem ganzen Volk, klein und groß, das in Babel am
> Fluß Sud wohnte.
> 
> 1:5    Und sie weinten, fasteten und beteten vor dem Herrn
> 
> 1:6    und legten Geld zusammen, soviel wie jeder vermochte,
> 
> 1:7    und sandten es hin nach Jerusalem zu dem Priester Jojakim, dem Sohn
> Hilkijas, des Sohnes Schallums, und zu den andern Priestern und zu
> dem ganzen Volk, das bei ihm in Jerusalem war.
> 
> 1:8    Das geschah, nachdem Baruch am zehnten Tag des Monats Siwan die
> Gefäße des Hauses des Herrn, die aus dem Tempel weggenommen worden
> waren, empfangen hatte, damit sie wieder ins Land Juda gebracht
> würden: nämlich die silbernen Gefäße, die Zedekia, der König von
> Juda, der Sohn des Josia, hatte machen lassen,
> 2. Kön 24,17
> 
> 1:9    als Nebukadnezar, der König von Babel, den Jechonja und die Oberen
> und die Schmiede und die Mächtigen und das Volk des Landes aus
> Jerusalem weggeführt und sie nach Babel gebracht hatte.
> 
> 1:10   Und sie schrieben ihnen: Siehe, wir senden euch Geld; dafür kauft
> Brandopfer, Sündopfer und Weihrauch und richtet Speisopfer zu und
> opfert auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes.
> 
> 1:11    Und betet für das Leben Nebukadnezars, des Königs von Babel, und
> für das Leben Belsazars, seines Sohnes, daß ihre Tage seien wie die
> Tage des Himmels über der Erde.
> (11 und 12) 1. Tim 2,1-2;  Jer 29,7;  Dan 5,1-2
> 
> 1:12   So wird der Herr uns Kraft geben und unsere Augen hell machen, und
> wir werden leben unter dem Schatten Nebukadnezars, des Königs von
> Babel, und unter dem Schatten Belsazars, seines Sohnes, und ihnen
> lange Zeit dienen und Gnade vor ihnen finden.
> 
> 1:13    Betet auch für uns zu dem Herrn, unserm Gott; denn wir haben uns
> versündigt an dem Herrn, unserm Gott, und sein Grimm und Zorn hat
> sich nicht von uns gewandt bis auf den heutigen Tag.
> Jak 5,14-16
> 
> 1:14   Und lest dies Buch vor; denn wir haben es darum zu euch gesandt,
> damit ihr's im Hause des Herrn vorlesen sollt am Feiertag und an
> andern Festtagen,
> 
> 1:15   und sprecht:
> 
> Bußgebet
> 
> (vgl. Dan 9,4-19)
> Der Herr, unser Gott, ist gerecht; wir aber tragen heute mit Recht
> unsre Schande, wir, die Männer von Juda und die Einwohner von
> Jerusalem
> 
> 1:16   und unsre Könige, unsre Oberen, unsre Priester, unsre Propheten und
> unsre Väter,
> 
> 1:17   weil wir vor dem Herrn gesündigt und ihm nicht geglaubt haben
> 
> 1:18   und nicht gehorcht der Stimme des Herrn, unsres Gottes, nach seinen
> Geboten zu leben, die er uns gegeben hat.
> 
> 1:19   Ja, von der Zeit an, da der Herr unsre Väter aus Ägyptenland geführt
> hat, bis auf den heutigen Tag sind wir dem Herrn, unserm Gott,
> ungehorsam gewesen und haben es verachtet, seiner Stimme zu
> gehorchen.
> Ps 106,6-43
> 
> 1:20   Darum sind nun über uns die Strafe und der Fluch gekommen, die der
> Herr durch Mose, seinen Knecht, angekündigt hat, als der Herr unsre
> Väter aus Ägyptenland führte, um uns ein Land zu geben, in dem Milch
> und Honig fließt.
> 5. Mose 28,15-68
> 
> 1:21   Und wir gehorchten nicht der Stimme des Herrn, unsres Gottes, wie
> sie uns die Propheten sagten, die er zu uns sandte;
> Jer 25,4
> 
> 1:22   sondern jeder trieb es weiter nach den Gedanken seines bösen
> Herzens, und wir dienten fremden Göttern und taten, was böse war vor
> dem Herrn, unserm Gott.
> Jer 11,8
> 
>   2:1    Und der Herr hat sein Wort gehalten, das er gegen uns geredet hat
> und gegen unsre Richter, Könige und Obere, die Israel regierten, und
> gegen Israel und Juda,
> 
> 2:2     und er hat eine so große Strafe über uns ergehen lassen, daß unter
> dem ganzen Himmel nie geschehen ist, was über Jerusalem ergangen
> ist, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose,
> (2 und 3) 5. Mose 28,53
> 
> 2:3    daß jeder von uns das Fleisch seines Sohnes und seiner Tochter essen
> soll.
> 
> 2:4    Und er machte sie zu Sklaven in allen Königreichen ringsumher, zur
> Schmach und zum Fluch bei allen Völkern um uns, unter die sie der
> Herr zerstreut hat.
> 
> 2:5    Und sie werden immer unterdrückt und können nicht mehr hochkommen;
> denn wir haben uns versündigt an dem Herrn, unserm Gott, indem wir
> seiner Stimme nicht gehorcht haben.
> 
> 2:6    Der Herr, unser Gott, ist gerecht; wir aber und unsre Väter tragen
> heute mit Recht unsre Schande.
> 
> 2:7    Alles Unglück, das der Herr gegen uns geredet hat, ist über uns
> gekommen.
> 
> 2:8    Wir haben ja auch nicht gefleht zu dem Herrn, daß sich jeder
> abgewandt hätte von den Gedanken seines bösen Herzens.
> 
> 2:9    Doch der Herr hat dies Unglück gewollt und hat's über uns kommen
> lassen. Denn der Herr ist gerecht in allen seinen Werken, die er uns
> geboten hat;
> Jer 44,27
> 
> 2:10   wir aber gehorchten seiner Stimme nicht und lebten nicht nach den
> Geboten des Herrn, die er uns gegeben hat.
> 
> 2:11   Und nun, Herr, Gott Israels, der du dein Volk aus Ägyptenland
> geführt hast mit starker Hand, durch Zeichen und Wunder, mit großer
> Macht und hoher Gewalt, und dir einen Namen gemacht hast, so wie es
> heute ist:
> 
> 2:12   Ach Herr, unser Gott, wir haben ja gesündigt und sind gottlos
> gewesen und haben Unrecht getan gegen alle deine Gebote.
> 
> 2:13   Laß ab von deinem Grimm über uns; denn nur noch wenige von uns sind
> übriggeblieben unter den Heiden, unter die du uns zerstreut hast.
> 
> 2:14   Erhöre, Herr, unser Gebet und unser Flehen und hilf uns um
> deinetwillen; laß uns Gnade finden bei denen, die uns weggeführt
> haben,
> 
> 2:15   damit alle Welt erkennt, daß du, Herr, unser Gott bist; denn Israel
> und seine Nachkommen sind ja nach dir genannt.
> 
> 2:16    Sieh herab, Herr, von deinem heiligen Haus und denke doch an uns;
> neige, Herr, dein Ohr und höre doch;
> 5. Mose 26,15
> 
> 2:17   tu deine Augen auf, Herr, und sieh doch! Denn nicht die Toten in
> der Unterwelt, deren Lebensodem aus ihrem Leibe gewichen ist, rühmen
> die Herrlichkeit und Gerechtigkeit des Herrn;
> Ps 6,6
> 
> 2:18   sondern die leben und sehr betrübt, gebeugt und schwach sind, mit
> ausgeweinten Augen und hungriger Seele, die rühmen, Herr, deine
> Herrlichkeit und Gerechtigkeit.
> Ps 74,21
> 
> 2:19   Und nun, Herr, unser Gott, liegen wir vor dir mit unserm Gebet,
> nicht wegen der Gerechtigkeit unsrer Väter und unsrer Könige;
> 
> 2:20   denn du hast deinen Grimm und Zorn über uns ergehen lassen, wie du
> geredet hast durch die Propheten, deine Knechte:
> 
> 2:21   So spricht der Herr: Beugt eure Schultern und seid untertan dem
> König von Babel, so werdet ihr im Lande bleiben, das ich euren
> Vätern gegeben habe;
> Jer 27,11-12
> 
> 2:22    wenn ihr aber der Stimme des Herrn nicht gehorchen und dem König
> von Babel nicht untertan sein werdet,
> (22 und 23) Jer 25,8-11
> 
> 2:23   so will ich von den Städten Judas und von Jerusalem den Jubel der
> Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams und der Braut
> wegnehmen, und das ganze Land soll wüst werden und niemand darin
> wohnen.
> 
> 2:24   Wir aber gehorchten deiner Stimme nicht und wurden dem König von
> Babel nicht untertan. Darum hast du dein Wort gehalten, das du
> geredet hast durch die Propheten, deine Knechte, daß man die
> Gebeine unsrer Könige und die Gebeine unsrer Väter aus ihren Gräbern
> geworfen und zerstreut hat,
> Jer 8,1-2
> 
> 2:25   so daß sie am Tag in der Sonne und des Nachts im Tau gelegen haben.
> So sind sie jämmerlich umgekommen durch Hunger, Schwert und Pest.
> 
> 2:26   Und um der Missetat willen des Hauses Israel und des Hauses Juda
> hast du dein Haus, das nach deinem Namen genannt war, so zerstören
> lassen, wie es jetzt ist.
> 
> 2:27   Und du, Herr, unser Gott, bist sehr gnädig und barmherzig mit uns
> umgegangen,
> 
> 2:28    wie du durch Mose, deinen Knecht, geredet hast an dem Tag, als du
> ihm gebotest, dein Gesetz vor den Israeliten zu schreiben, und
> sprachst:
> (28-35) 5. Mose 31,24-29; 4,25-31; 30,1-6
> 
> 2:29   Wenn ihr meiner Stimme nicht gehorchen werdet, so wird gewiß diese
> große und zahlreiche Menge ganz klein werden unter den Heiden, unter
> die ich sie zerstreuen will.
> 
> 2:30   Denn ich weiß genau, daß sie mir nicht gehorchen werden; denn es ist
> ein halsstarriges Volk. Sie werden aber in dem Land, in dem sie
> gefangen sind, in sich gehen
> 
> 2:31   und erkennen, daß ich, der Herr, ihr Gott bin. Und ich will ihnen
> ein verständiges Herz geben und Ohren, die hören.
> 
> 2:32   Dann werden sie mich preisen in dem Land, in dem sie gefangen sind,
> und an meinen Namen denken
> 
> 2:33   und sich von ihrer Hartnäckigkeit und von ihren Sünden abkehren.
> Denn sie werden daran denken, wie es ihren Vätern ergangen ist, die
> vor dem Herrn sündigten.
> 
> 2:34   Und ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern
> Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie sollen darin
> herrschen, und ich will sie mehren und nicht mindern.
> 
> 2:35   Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen aufrichten, daß ich ihr
> Gott sein will und sie mein Volk; und ich will mein Volk Israel
> nicht mehr aus dem Land vertreiben, das ich ihnen gegeben habe.
> Jer 31,31-33
> 
>   3:1    Allmächtiger Herr, du Gott Israels, in Angst und Not schrei ich zu
> dir:
> 
> 3:2    Höre und sei gnädig, Herr; denn wir haben vor dir gesündigt!
> 
> 3:3    Du regierst in Ewigkeit; wir aber vergehen für immer.
> 
> 3:4    Allmächtiger Herr, du Gott Israels, höre nun das Gebet der
> Israeliten, die dem Tod im Rachen stecken, und das Gebet der Söhne,
> die sich an dir versündigt und der Stimme des Herrn, ihres Gottes,
> nicht gehorcht haben; darum ist auch die Strafe stets hinter uns her
> gewesen.
> 
> 3:5    Denke nicht an die Missetaten unsrer Väter, sondern denke jetzt an
> die Taten deiner Hand und an deinen Namen!
> 
> 3:6    Denn du bist ja der Herr, unser Gott; und wir wollen, Herr, dich
> loben.
> 
> 3:7    Denn darum hast du die Furcht vor dir in unser Herz gegeben, damit
> wir deinen Namen anrufen und dich in unserer Gefangenschaft loben.
> Denn alle Missetaten unsrer Väter, die vor dir gesündigt haben,
> haben wir aus unserm Herzen getilgt,
> 
> 3:8    wir, die jetzt in Gefangenschaft sind, in die du uns verstoßen hast
> zur Schmach, zum Fluch und zur Strafe für alle Missetaten unsrer
> Väter, die von dem Herrn, ihrem Gott, abgewichen sind.
> 
> Umkehr zur Weisheit
> 
> 3:9     Höre, Israel, die Gebote des Lebens; achtet gut darauf, daß ihr
> Klugheit lernt!
> (9-13) 5. Mose 30,15-20
> 
> 3:10   Wie kommt es, Israel, daß du im Land deiner Feinde bist,
> 
> 3:11   daß du in einem fremden Land alt wirst, daß du dich unrein machst
> unter den Toten, daß du zu denen gerechnet wirst, die in die Grube
> fahren?
> 4. Mose 19,11
> 
> 3:12   Das ist die Ursache: weil du die Quelle der Weisheit verlassen
> hast.
> Sir 1,5; Spr 13,14; 14,27
> 
> 3:13   Wärst du auf Gottes Weg geblieben, du hättest wohl immer im Frieden
> gewohnt.
> 
> 3:14   So lerne nun, wo es rechte Weisheit, Tüchtigkeit und Einsicht gibt,
> damit du zugleich erfährst, wo es langes Leben und Glück, leuchtende
> Augen und Frieden gibt.
> 
> 3:15    Wer weiß, wo die Weisheit wohnt? Wer ist in ihre Schatzkammern
> gekommen?
> (15-23) Hiob 28,1-28
> 
> 3:16   Wo sind die Fürsten der Völker und die, die über die Tiere auf Erden
> herrschen,
> 
> 3:17   die mit den Vögeln unter dem Himmel spielen, die Silber und Gold
> sammeln, worauf die Menschen ihr Vertrauen setzen und wovon sie nie
> genug haben können,
> 
> 3:18   die das Silber bearbeiten und sich darum mühen und deren Werke nicht
> zu begreifen sind?
> 
> 3:19   Sie sind verschwunden und zu den Toten gefahren, und andere sind an
> ihre Stelle getreten.
> 
> 3:20   Die Nachkommen sahen zwar das Licht und wohnten auf dem Erdboden und
> fanden doch den Weg der Weisheit nicht
> 
> 3:21   und erkannten die Pfade nicht, die zu ihr führen; auch ihre Kinder
> erfaßten sie nicht und sind irregegangen.
> 
> 3:22    In Kanaan hörte man nichts von ihr; in Teman sah man sie nicht.
> (22 und 23) Jer 49,7; Hiob 4,1
> 
> 3:23   Die Kinder Hagars forschten der irdischen Weisheit zwar nach, die
> Kaufleute von Midian und Teman dichteten zwar Fabeln und strebten
> nach Einsicht; aber sie fanden doch den Weg zur Weisheit nicht, und
> an ihre Pfade dachten sie nicht.
> 
> 3:24   O Israel, wie groß ist das Haus Gottes! Wie weit ist die Stätte, die
> er besitzt!
> Jes 66,1-2
> 
> 3:25   Sie ist groß und hat kein Ende und ist unermeßlich hoch.
> 
> 3:26    Da waren vorzeiten Riesen, große, berühmte Leute und gute Krieger;
> (26-28) 1. Mose 6,4; 5. Mose 2,10-12; 2,20-21
> 
> 3:27   die hat der Herr nicht erwählt noch ihnen den Weg der Erkenntnis
> offenbart.
> 
> 3:28   Und weil sie die Weisheit nicht hatten, sind sie untergegangen in
> ihrer Torheit.
> 
> 3:29    Wer ist zum Himmel gefahren und hat sie geholt und aus den Wolken
> herabgebracht?
> (29 und 30) 5. Mose 30,11-14
> 
> 3:30   Wer ist übers Meer gefahren und hat sie gefunden und für kostbares
> Gold hergebracht?
> 
> 3:31   Es gibt niemand, der den Weg weiß, wo man die Weisheit findet, noch
> über den Pfad zu ihr nachdenkt.
> 
> 3:32   Der aber alle Dinge weiß, kennt die Weisheit und hat sie durch
> seinen Verstand gefunden, er, der die Erde auf ewige Zeit gegründet
> und sie mit vielerlei Tieren erfüllt hat,
> Jes 66,22
> 
> 3:33    der den Blitz sendet, und er fährt dahin, und wenn er ihn
> zurückruft, so gehorcht er mit Zittern.
> (33-35) Hiob 38,35; Sir 43,9-11
> 
> 3:34   Die Sterne leuchten in ihrer Ordnung mit Freuden, und wenn er sie
> ruft, antworten sie:
> 
> 3:35   Hier sind wir! und leuchten mit Freuden für den, der sie geschaffen
> hat.
> 
> 3:36   Das ist unser Gott, und keiner ist ihm zu vergleichen.
> 
> 3:37   Er hat jeden Weg der Erkenntnis gefunden und hat sie Jakob, seinem
> Diener, und Israel, seinem Geliebten, gegeben.
> 
> 3:38   Danach ist sie auf Erden erschienen und hat bei den Menschen
> gewohnt.
> Sir 24,7-13
> 
>   4:1    Diese Weisheit ist das Buch von den Geboten Gottes und das Gesetz,
> das ewig ist. Alle, die fest an ihr halten, werden leben; die sie
> aber verlassen, werden sterben.
> Sir 24,32-34; Ps 119,98;  3. Mose 18,5
> 
> 4:2    Kehre um, Jakob, und nimm sie an; geh in ihrem Licht, das dir
> entgegenleuchtet!
> Joh 8,12
> 
> 4:3    Überlaß nicht deine Ehre einem andern und deinen Schatz einem
> fremden Volk!
> 
> 4:4    Selig sind wir, Israel! denn Gott hat uns seinen Willen offenbart.
> 5. Mose 4,8
> 
> Trost und Verheißung
> 
> 4:5     Sei getrost, mein Volk: An Israel wird noch gedacht werden!
> Vers 27
> 
> 4:6    Ihr seid an die Heiden verkauft, doch nicht ganz zum Verderben. Weil
> ihr Gott erzürnt habt, seid ihr euren Feinden übergeben.
> 
> 4:7    Denn ihr habt den, der euch erschaffen hat, dadurch zum Zorn
> gereizt, daß ihr nicht Gott, sondern den Teufeln geopfert habt.
> 5. Mose 32,15-18
> 
> 4:8    Ihr habt den ewigen Gott vergessen, der euch ernährt hat, und habt
> Jerusalem betrübt, das euch großgezogen hat.
> 
> 4:9    Denn es hat den Zorn Gottes gesehen, der über euch gekommen ist, und
> hat gesagt: Hört zu, ihr Nachbarn Zions! Gott hat mir großes Leid
> geschickt;
> 
> 4:10   denn ich habe die Gefangenschaft meiner Söhne und Töchter gesehen,
> die der Ewige über sie gebracht hat.
> 
> 4:11   Ich habe sie mit Freuden großgezogen; mit Weinen aber und Herzeleid
> mußte ich sie ziehen lassen.
> 
> 4:12   Niemand mache sich lustig über mich, weil ich eine Witwe und von
> vielen verlassen bin; ich bin einsam geworden wegen der Sünden
> meiner Kinder.
> 
> 4:13   Denn sie sind vom Gesetz Gottes abgewichen und haben sich um seine
> Rechte nicht gekümmert; sie haben nicht nach Gottes Geboten gelebt
> und sind nicht auf den Pfaden der Zucht in seiner Gerechtigkeit
> gegangen.
> 
> 4:14   Kommt her, ihr Nachbarn Zions, und denkt an die Gefangenschaft
> meiner Söhne und Töchter, in die der Ewige sie gebracht hat!
> 
> 4:15    Denn er hat ein Volk von fern her über sie gebracht, ein freches
> Volk mit einer unbekannten Sprache,
> (15 und 16) 5. Mose 28,49-50
> 
> 4:16   die keine Rücksicht auf die Alten nehmen noch sich der Kinder
> erbarmen; die haben die geliebten Söhne der Witwe weggeführt und die
> Einsame ihrer Töchter beraubt.
> 
> 4:17   Aber wie kann ich euch helfen?
> 
> 4:18   Denn nur der dies Unglück über euch gebracht hat, wird euch aus der
> Hand eurer Feinde erretten.
> Hos 6,1
> 
> 4:19   Zieht hin, liebe Kinder, zieht hin! Ich aber bin verlassen und
> einsam.
> 
> 4:20   Ich habe mein Freudenkleid ausgezogen und das Trauerkleid angezogen;
> ich will zu dem Ewigen schreien, solange ich lebe.
> 
> 4:21   Seid getrost, Kinder! Schreit zu Gott, so wird er euch aus der
> Gewalt und Hand der Feinde erlösen;
> 
> 4:22   denn ich hoffe doch, daß der Ewige euch helfen wird, und ich werde
> Freude von dem Heiligen empfangen wegen der Barmherzigkeit, die euch
> von unserm ewigen Helfer bald widerfahren wird.
> 
> 4:23   Ich habe euch ziehen lassen mit Trauern und Weinen; Gott aber wird
> euch mir wiedergeben mit Wonne und Freude für immer.
> 
> 4:24   Denn wie die Nachbarn Zions nun eure Gefangenschaft gesehen haben,
> so werden sie auch bald die Hilfe eures Gottes sehen, die über euch
> kommen wird mit großer Herrlichkeit und dem Glanz des Ewigen.
> 
> 4:25   Ihr Kinder, leidet geduldig den Zorn, der von Gott über euch kommt.
> Denn dein Feind hat dich verfolgt; aber du wirst in kurzem sein
> Verderben sehen, und auf seinen Nacken wirst du treten.
> 
> 4:26   Meine zarten Kinder mußten auf rauhem Wege gehen; sie sind wie eine
> Herde weggeführt, vom Feinde geraubt.
> 
> 4:27   Seid getrost, ihr Kinder, und schreit zu Gott! denn der euch hat
> wegführen lassen, wird euch nicht vergessen.
> Jes 54,7-8
> 
> 4:28   Denn wie ihr darauf aus wart, von Gott abzuweichen, so trachtet nun
> zehnmal mehr danach, ihn zu suchen.
> 5. Mose 4,29
> 
> 4:29   Denn der diese Strafe hat über euch kommen lassen, der wird euch
> helfen und erfreuen für alle Zeit.
> 
> 4:30   Jerusalem, sei getrost! Der wird dich trösten, der dich mit Namen
> genannt hat.
> Jes 43,1
> 
> 4:31   Unglücklich sollen werden, die dir Leid angetan und sich über deinen
> Fall gefreut haben.
> Ps 137,7
> 
> 4:32   Unglücklich sollen die Städte werden, denen deine Kinder gedient
> haben, und unglücklich die Stadt, die deine Kinder gefangenhält.
> 
> 4:33   Denn wie sie über deinen Fall gejauchzt und über dein Verderben sich
> gefreut hat, so soll sie betrübt sein, wenn sie selbst verwüstet
> wird.
> 
> 4:34   Und ich will die Menge ihres Volkes, auf die sie stolz ist,
> wegnehmen und ihre Prahlerei in Klage verwandeln.
> 
> 4:35   Denn ein Feuer wird von dem Ewigen über sie kommen viele Tage lang,
> und Teufel werden ihre Wohnung in ihr haben lange Zeit.
> Jes 34,12
> 
> 4:36   Sieh umher, Jerusalem, nach Osten, und schaue den Trost, der dir von
> Gott kommt!
> 
> 4:37    Siehe, deine Kinder kommen, die du hast ziehen lassen müssen! Ja,
> sie kommen versammelt vom Osten und vom Westen durch das Wort des
> Heiligen und freuen sich über Gottes Herrlichkeit.
> Jes 49,12; 49,22
> 
>   5:1    Zieh dein Trauerkleid aus, Jerusalem, und zieh den herrlichen
> Schmuck von Gott an für immer!
> Kap 4,20
> 
> 5:2    Zieh den Mantel der Gerechtigkeit Gottes an, und setze die Krone
> der Herrlichkeit des Ewigen auf dein Haupt!
> Jes 61,10
> 
> 5:3    Gott wird deinen Glanz unter dem ganzen Himmel offenbaren;
> 
> 5:4    denn dein Name wird von Gott genannt werden für alle Zeit: »Friede
> der Gerechtigkeit; Lobpreis der Frömmigkeit«.
> Jes 61,3
> 
> 5:5    Mache dich auf, Jerusalem, und tritt auf die Höhe und sieh umher
> nach Osten und schaue deine Kinder, die vom Westen und vom Osten
> versammelt sind durch das Wort des Heiligen und sich freuen, daß
> Gott wieder an sie gedacht hat!
> Kap 4,5
> 
> 5:6    Sie zogen aus von dir zu Fuß, weggeführt von den Feinden; Gott aber
> bringt sie zu dir, in Ehren getragen wie auf einem Königsthron.
> 
> 5:7    Denn Gott will alle hohen Berge und die ewigen Hügel niedrig machen
> und die Täler auffüllen, damit das Land eben wird und Israel sicher
> heimziehen kann unter Gottes Herrlichkeit.
> Jes 40,3-5
> 
> 5:8    Die Wälder aber und alle wohlriechenden Bäume werden Israel auf
> Gottes Befehl Schatten geben.
> Jes 55,12-13
> 
> 5:9    Denn Gott wird Israel zurückbringen mit Freuden im Licht seiner
> Herrlichkeit, mit seiner Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.
> 
>          Der Brief des Jeremia
> 
> 6:1    Dies ist die Abschrift des Briefes, den Jeremia an die gesandt hat,
> die von dem König von Babel nach Babel gefangen weggeführt werden
> sollten, worin er ihnen verkündigte, wie es ihm Gott befohlen hatte.
> 
> 6:2    Wegen eurer Sünden, die ihr gegen Gott begangen habt, werdet ihr
> nach Babel gefangen weggeführt werden von Nebukadnezar, dem König
> von Babel.
> 
> 6:3    Und ihr werdet in Babel bleiben müssen viele Jahre und eine lange
> Zeit bis zum siebenten Geschlecht; danach will ich euch von dort
> wieder herausführen mit Frieden.
> Jer 29,10
> 
> 6:4    Nun werdet ihr aber in Babel sehen, daß man auf den Schultern die
> silbernen, goldenen und hölzernen Götzen tragen wird, vor denen
> sich die Heiden fürchten.
> Ps 115,4-8; Jes 40,18-20; 44,6-20; Jes 46,1-7; Jer 10,1-16
> Weish 13,1 - 15,19; StzuDan 2,1-21
> 
> 6:5    Darum seht euch vor, daß ihr ihnen das nicht nachtut und den Heiden
> nicht gleich werdet und Furcht vor den Götzen auch euch ergreift.
> 
> 6:6    Und wenn ihr seht, wie das Volk vor und hinter den Götzen hergeht
> und sie anbetet, so sprecht in eurem Herzen: Herr, dich soll man
> anbeten!
> 
> 6:7    Denn mein Engel ist bei euch und will euer Leben erhalten.
> 2. Mose 23,20; Dan 3,28; 12,1
> 
> 6:8    Ihre Zunge ist vom Künstler fein gemacht; sie selbst sind mit Gold
> und Silber überzogen; aber sie sind Truggebilde und können nicht
> reden.
> 
> 6:9    Sie schmücken sie mit Gold wie ein putzsüchtiges Mädchen und setzen
> ihnen Kronen aufs Haupt.
> 
> 6:10   Es kommt aber auch vor, daß die Priester das Gold und Silber von den
> Götzen stehlen und es für sich verwenden, ja sogar den Huren im
> Freudenhaus davon geben.
> 
> 6:11   Und sie schmücken die silbernen, goldenen und hölzernen Götzen mit
> Kleidern, als wären's Menschen.
> 
> 6:12   Die Götzen können sich aber nicht vor Rost und Motten schützen.
> 
> 6:13   Und wenn man ihnen ein Purpurkleid anzieht, so muß man ihnen den
> Staub des Tempels vom Gesicht abwischen, der dick auf ihnen liegt.
> 
> 6:14   Und der Götze trägt ein Zepter in der Hand wie ein König und kann
> doch niemand bestrafen, der ihm ein Leid antut.
> 
> 6:15   Er hat auch ein Schwert und eine Axt in der Hand; er kann sich aber
> des Kriegsvolks und der Räuber nicht erwehren. Daran sieht man
> deutlich, daß sie nicht Götter sind. Darum fürchtet sie nicht!
> Vers 23; Vers 29; Vers 50; Vers 52; Vers 65
> 
> 6:16   Wie ein Gefäß, das ein Mensch braucht, nutzlos ist, wenn es
> zerbrochen wird, so sind ihre Götzen,
> 
> 6:17   wenn man sie in ihre Tempel setzt. Ihre Augen werden voll Staub von
> den Füßen derer, die hineingehen.
> 
> 6:18   Die Priester verwahren die Tempel der Götzen mit Türen, Schlössern
> und Riegeln, damit sie von den Räubern nicht gestohlen werden, so
> wie man einen gefangensetzt und verwahrt, der sich am König
> vergriffen hat und zum Tode verurteilt ist.
> 
> 6:19   Sie zünden ihnen Lampen an, sogar mehr als für sich selbst, von
> denen sie keine einzige sehen können.
> 
> 6:20   Die Götzen sind wie die Balken im Hause, deren Inneres, wie man
> sagt, herausgefressen wird; von den Würmern, die auf der Erde
> kriechen und sie und ihre Kleider fressen, fühlen sie nichts.
> 
> 6:21   In ihrem Angesicht sind sie schwarz vom Rauch im Hause.
> 
> 6:22   Und die Fledermäuse, Schwalben und andere Vögel setzen sich auf ihre
> Leiber und auf ihre Köpfe, ebenso auch die Katzen.
> 
> 6:23   Daran könnt ihr merken, daß es nicht Götter sind. Darum fürchtet sie
> nicht!
> 
> 6:24   Das Gold, mit dem man sie behängt, um sie damit zu schmücken, glänzt
> nicht, wenn man den Rost nicht abwischt. Nicht einmal, als sie
> gegossen wurden, fühlten sie es.
> 
> 6:25   Für teures Geld hat man sie gekauft, und es ist doch kein Leben in
> ihnen.
> 
> 6:26   Weil sie nicht gehen können, muß man sie auf den Schultern tragen;
> daran können die Leute sehen, wie nichtig sie sind.
> 
> 6:27   Es müssen sich auch die schämen, die ihnen dienen. Denn wenn die
> Götter zu Boden fallen, müssen sie von ihnen wieder aufgerichtet
> werden; wenn man sie aufrecht hinsetzt, können sie sich nicht von
> selbst bewegen; wenn sie sich zur Seite geneigt haben, können sie
> sich nicht aufrichten. Und wie Toten setzt man ihnen die Gaben vor.
> 
> 6:28   Was ihnen aber geopfert wird, das verkaufen und verbrauchen ihre
> Priester; ähnlich handeln auch ihre Frauen: sie salzen davon ein und
> geben weder dem Armen noch dem Kranken etwas davon.
> 
> 6:29    Unreine Frauen und Wöchnerinnen rühren ihre Opfer an. Daran könnt
> ihr merken, daß es nicht Götter sind. Darum fürchtet sie nicht!
> 3. Mose 12,2-5
> 
> 6:30   Denn woher sollen sie Götter genannt werden? Denn Frauen setzen den
> silbernen, goldenen und hölzernen Götzen Speisen vor.
> 
> 6:31   Und die Priester sitzen in ihren Tempeln mit zerrissenen Gewändern,
> scheren den Bart ab und tragen Glatzen, sitzen da mit bloßen Köpfen,
> 3. Mose 21,5
> 
> 6:32   heulen und schreien vor ihren Götzen, wie es bei einem Begräbnis
> Sitte ist.
> 1. Kön 18,28
> 
> 6:33   Die Priester stehlen ihnen die Kleider und kleiden ihre Frauen und
> Kinder damit.
> 
> 6:34   Ob man ihnen Böses oder Gutes tut, sie können es doch nicht
> vergelten. Sie können einen König weder einsetzen noch absetzen.
> 
> 6:35   Ebenso können sie weder Geld noch Gut geben. Gelobt ihnen jemand
> etwas und hält es nicht, so werden sie es gewiß nicht einfordern.
> Mal 1,14
> 
> 6:36    Sie können einen Menschen vom Tod nicht erretten noch einen
> Schwächeren dem Starken entreißen;
> (36 und 37) 5. Mose 32,37-39
> 
> 6:37   sie können keinen Blinden sehend machen; sie können einem Menschen
> in der Not nicht helfen;
> 
> 6:38   sie erbarmen sich der Witwen nicht und tun den Waisen nichts Gutes.
> Ps 68,6
> 
> 6:39   Denn sie sind aus Holz, mit Gold und Silber überzogen, den Steinen
> gleich, die man aus dem Berg haut. Darum müssen, die ihnen dienen,
> zuschanden werden.
> 
> 6:40   Wie soll man sie denn für Götter halten oder so nennen? Ja, selbst
> die Chaldäer halten nichts von ihnen.
> 
> 6:41   Wenn sie einen Stummen sehen, der nicht reden kann, bringen sie den
> Bel herbei und fordern vom Stummen, er sollte zu ihm schreien, als
> ob Bel das vernehmen könnte.
> Mk 7,32-37
> 
> 6:42   Und obwohl sie das wissen, vermögen sie nicht, die Götzen zu
> verlassen, die doch nichts vernehmen können.
> 
> 6:43   Die Jungfrauen aber sitzen an den Wegen, mit Stricken umgürtet, und
> räuchern Kleie.
> 
> 6:44   Und wenn jemand vorübergeht und eine von ihnen mitnimmt und bei ihr
> schläft, verspottet sie die andere, weil diese nicht so wert gewesen
> sei wie sie und ihr der Gürtel nicht gelöst wurde.
> 
> 6:45   Alles, was mit den Götzen geschieht, ist nichts als Betrug. Wie soll
> man sie denn für Götter halten oder so nennen?
> 
> 6:46   Von Künstlern und Goldschmieden sind sie gemacht; und was die
> Handwerker wollen, das muß daraus werden und nichts anderes.
> 
> 6:47   Und die sie gemacht haben, leben nicht lange. Wie sollten denn das
> Götter sein, die von ihnen gemacht worden sind?
> 
> 6:48   Sie hinterlassen ja den Nachkommen nichts als Betrug und Spott.
> 
> 6:49   Denn wenn Krieg oder sonst ein Unglück über sie kommt, beraten sich
> die Priester, wo sie sich zugleich mit den Götzen verbergen können.
> 
> 6:50   Wie sollte man da nicht merken, daß es keine Götter sind, wenn sie
> sich selber weder vor Krieg noch vor anderm Unglück schützen können?
> 
> 6:51   Denn da sie aus Holz und mit Gold und Silber überzogen sind, wird
> man zuletzt erkennen, daß es Truggebilde sind; allen Heiden und
> Königen wird offenbar werden, daß sie nicht Götter, sondern von
> Menschenhänden gemacht sind und daß keine Gotteskraft in ihnen ist.
> 
> 6:52   Darum kann jeder deutlich merken, daß es nicht Götter sind.
> 
> 6:53   Denn sie erwecken keinen König über ein Land, sie geben den
> Menschen nicht Regen
> 1. Kön 14,14;  Jer 14,22
> 
> 6:54   und schaffen ihnen kein Recht, noch retten sie den, dem Unrecht
> geschieht; sie sind auch gar nicht dazu imstande, so wenig wie die
> Krähen, die in der Luft hin und her fliegen.
> Ps 103,6
> 
> 6:55   Wenn im Hause der hölzernen, vergoldeten und versilberten Götzen
> Feuer ausbricht, so laufen die Priester davon und retten sich; die
> Götzen aber verbrennen wie Balken.
> 
> 6:56   Sie können weder Königen noch Feinden widerstehen. Wie soll man sie
> denn für Götter halten oder so nennen?
> 
> 6:57   Die hölzernen, versilberten und vergoldeten Götzen können sich vor
> Dieben und Räubern nicht schützen.
> 
> 6:58   Denn die sie in ihre Gewalt bekommen, die ziehen ihnen das Gold und
> Silber ab und das Gewand, mit dem sie bekleidet sind, und gehen
> damit fort; so können sie sich selber nicht helfen.
> 
> 6:59   Darum ist's viel besser, ein König zu sein, der seine Macht beweisen
> kann, oder ein nützlicher Hausrat zu sein, den der Besitzer
> gebrauchen kann, oder eine Tür, die das Haus verwahrt, oder eine
> hölzerne Säule in einem königlichen Saal, als solche ohnmächtigen
> Götzen.
> 
> 6:60    Sonne, Mond und Sterne, die hell scheinen und nützlich sein sollen,
> sind gehorsam.
> (60-63) Hiob 37,1-24
> 
> 6:61   Ebenso ist auch der Blitz, wenn er aufleuchtet, herrlich anzusehen;
> ebenso weht der Wind in jedem Land;
> 
> 6:62   und die Wolken ziehen über die ganze Welt und tun, was Gott ihnen
> befiehlt.
> 
> 6:63   Auch das Feuer, das von oben her gesandt ist, um Berge und Wälder zu
> verzehren, tut, was ihm geboten ist.
> 
> 6:64   Die Götzen aber sind ihnen allen weder an Gestalt noch an Kräften zu
> vergleichen. Darum soll man sie nicht für Götter halten oder so
> nennen; denn sie können weder strafen noch den Menschen helfen.
> 
> 6:65   Weil ihr also wißt, daß es nicht Götter sind, so fürchtet euch nicht
> vor ihnen.
> 
> 6:66   Denn sie können Könige weder verfluchen noch segnen.
> 
> 6:67   Sie können auch keine Zeichen am Himmel den Heiden geben; sie
> können es nicht hell machen wie die Sonne noch einen Schein geben
> wie der Mond.
> Jes 7,11; Am 8,9; Lk 21,25-26
> 
> 6:68   Die unvernünftigen Tiere sind besser daran als sie; die können doch
> in eine Höhle fliehen und sich selber helfen.
> 
> 6:69   Darum ist uns auf jede Weise offenbar geworden, daß sie keine Götter
> sind. Darum fürchtet sie nicht!
> 
> 6:70   Denn wie eine Vogelscheuche, die im Garten nichts bewachen kann, so
> sind auch ihre hölzernen, vergoldeten und versilberten Götzen.
> 
> 6:71   Und wie eine Hecke im Garten ist, auf die sich mancherlei Vögel
> setzen, oder wie ein Toter, der im Grabe liegt, so sind ihre
> hölzernen, vergoldeten und versilberten Götzen.
> 
> 6:72   Auch daran kann man es merken, daß sie nicht Götter sind: der
> Scharlach und die kostbare Leinwand, die sie umhaben, werden
> zerfallen und sie selbst endlich auch dazu, so daß alle über sie
> spotten.
> 
> 6:73   Wohl dem Menschen, der gerecht ist und keine Götzen hat! Der wird
> nicht zu Spott.
>
> — *05 Das Buch Baruch*

