# 09 Stücke zu Daniel

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> Die Geschichte von Susanna und Daniel
> 
> (Zusatz am Anfang des Buches)
> 1:1    Es war ein Mann in Babylon mit Namen Jojakim;
> 
> 1:2    der hatte eine Frau, die hieß Susanna, eine Tochter Hilkijas; die
> war sehr schön und dazu gottesfürchtig.
> 
> 1:3    Denn sie hatte fromme Eltern, die sie nach dem Gesetz des Mose
> unterwiesen hatten.
> 5. Mose 6,6-7
> 
> 1:4    Und Jojakim war sehr reich und hatte einen schönen Garten an seinem
> Hause. Und die Juden kamen stets bei ihm zusammen, weil er der
> Angesehenste von allen war.
> 
> 1:5    Es wurden aber im selben Jahr zwei Älteste aus dem Volk als Richter
> bestellt; das waren solche Leute, von denen der Herr gesagt hatte:
> Bosheit ging aus von Babylon von den Ältesten und Richtern. In ihnen
> sah man die Führer des Volks.
> Jer 29,22-23
> 
> 1:6    Die kamen täglich zu Jojakim; und wer eine Streitsache hatte, mußte
> dorthin vor sie kommen.
> 
> 1:7    Und wenn das Volk mittags weggegangen war, pflegte Susanna sich im
> Garten ihres Mannes zu ergehen.
> 
> 1:8    Und als die beiden Ältesten sie täglich darin umhergehen sahen,
> entbrannten sie in Begierde nach ihr
> 
> 1:9    und wurden darüber zu Narren und warfen die Augen so sehr auf sie,
> daß sie nicht mehr zum Himmel aufsehen konnten und nicht mehr an
> gerechte Urteile dachten.
> Spr 6,32;  Mt 5,28-29
> 
> 1:10   Sie waren beide zugleich für sie entbrannt, verrieten jedoch
> einander ihre Leidenschaft nicht
> 
> 1:11   und schämten sich, einander ihre Begierde zu verraten; denn jeder
> hätte sich gern zu ihr gelegt.
> 
> 1:12   Und sie warteten täglich gespannt auf sie, um sie nur sehen zu
> können.
> 
> 1:13   Es sprach aber einer zum andern: Komm, laß uns heimgehen! Denn es
> ist nun Essenszeit. Und sie gingen hinaus und trennten sich.
> 
> 1:14   Danach kehrte jeder wieder um, und sie kamen an derselben Stelle
> wieder zusammen. Als nun einer den andern nach dem Grund fragte,
> bekannten sie beide ihre Begierde. Danach kamen sie miteinander
> überein, darauf zu warten, wann sie die Frau allein finden könnten.
> 
> 1:15   Und als sie auf einen günstigen Tag lauerten, kam Susanna nur mit
> zwei Mägden, wie es ihre Gewohnheit war, in den Garten, um zu baden;
> denn es war sehr heiß.
> 2. Sam 11,2
> 
> 1:16   Und es war kein Mensch im Garten außer den beiden Ältesten, die sich
> heimlich versteckt hatten und auf sie lauerten.
> 
> 1:17   Und sie sagte zu ihren Mägden: Holt mir Öl und Salben und schließt
> den Garten zu, damit ich baden kann!
> 
> 1:18   Und die Mägde taten, wie sie befohlen hatte, und schlossen den
> Garten zu und gingen zur hinteren Tür hinaus, um ihr zu bringen, was
> sie haben wollte; aber sie sahen die Ältesten nicht, denn die hatten
> sich versteckt.
> 
> 1:19   Als nun die Mägde hinausgegangen waren, kamen die beiden Ältesten
> hervor, liefen zu ihr und sagten:
> 
> 1:20   Siehe, der Garten ist zugeschlossen, und niemand sieht uns, und wir
> sind in Liebe zu dir entbrannt; darum sei uns zu Willen!
> Sir 23,25-28
> 
> 1:21   Willst du aber nicht, so werden wir dich beschuldigen, daß wir
> einen jungen Mann allein bei dir gefunden haben und daß du deine
> Mägde deshalb hinausgeschickt hast.
> 5. Mose 19,15
> 
> 1:22   Da seufzte Susanna und sagte: In wie großer Bedrängnis bin ich!
> Denn wenn ich das tue, so bin ich des Todes; tu ich's aber nicht,
> so komme ich nicht aus euren Händen.
> 3. Mose 20,10
> 
> 1:23   Doch ich will lieber unschuldig in eure Hände fallen als gegen den
> Herrn sündigen.
> 1. Mose 39,9
> 
> 1:24   Und Susanna fing an, laut zu schreien; aber die Ältesten schrien
> gegen sie an.
> 5. Mose 22,24
> 
> 1:25   Und der eine lief hin zu der Tür des Gartens und öffnete sie.
> 
> 1:26   Als nun die Leute im Haus das Geschrei im Garten hörten, liefen sie
> durch die hintere Tür herbei, um zu sehen, was ihr widerfahren wäre.
> 
> 1:27   Und als die Ältesten anfingen, gegen sie auszusagen, schämten sich
> die Diener ihretwegen sehr; denn so etwas war bisher nie über
> Susanna gesagt worden.
> 
> 1:28   Und am andern Tag, als das Volk im Hause Jojakims, ihres Mannes,
> zusammenkam, da kamen auch die beiden Ältesten in der schändlichen
> Absicht, Susanna dem Tod zu überliefern;
> 
> 1:29   und sie sagten vor allem Volk: Schickt hin und laßt Susanna, die
> Tochter Hilkijas, Jojakims Frau, herholen! Da schickten sie hin.
> 
> 1:30   Und sie kam mit ihren Eltern und Kindern und ihrer ganzen
> Verwandtschaft.
> 
> 1:31   Sie aber war sehr schön von Gestalt und Angesicht;
> 
> 1:32   darum ließen die Bösewichte ihr den Schleier wegreißen, mit dem sie
> verhüllt war, um sich an ihrer Schönheit zu ergötzen.
> 
> 1:33   Und alle, die bei ihr standen und sie sahen, weinten um sie.
> 
> 1:34   Und die beiden Ältesten traten auf mitten unter dem Volk und legten
> die Hände auf ihr Haupt.
> 3. Mose 24,14
> 
> 1:35   Sie aber weinte und hob die Augen auf zum Himmel; denn ihr Herz
> vertraute auf den Herrn.
> Vers 9
> 
> 1:36   Und die Ältesten fingen an und sagten: Als wir beide allein im
> Garten umhergingen, kam sie hinein mit zwei Mägden und schloß den
> Garten zu und schickte die Mägde fort.
> 
> 1:37   Da kam ein junger Mann zu ihr, der sich versteckt hatte, und legte
> sich zu ihr.
> 
> 1:38   Als wir aber in einem Winkel im Garten solche Schande sahen, liefen
> wir eilends hinzu und fanden sie beieinander.
> 
> 1:39   Aber den jungen Mann konnten wir nicht überwältigen; denn er war uns
> zu stark und stieß die Tür auf und sprang davon.
> 
> 1:40   Sie aber ergriffen wir und fragten, wer der junge Mann wäre. Aber
> sie wollte es uns nicht sagen. Das bezeugen wir.
> 
> 1:41   Und das Volk glaubte den beiden als Ältesten und Richtern im Volk,
> und man verurteilte Susanna zum Tode.
> 
> 1:42   Sie aber schrie mit lauter Stimme: Herr, ewiger Gott, der du alle
> Heimlichkeiten kennst und alle Dinge zuvor weißt, ehe sie geschehen,
> Sir 42,18-20
> 
> 1:43   du weißt, daß diese mich zu Unrecht beschuldigt haben. Und nun
> siehe, ich muß sterben, obwohl ich doch nicht begangen habe, was sie
> so bösartig gegen mich zusammengelogen haben.
> 
> 1:44   Und Gott erhörte ihr Rufen.
> Ps 66,18-19
> 
> 1:45   Und als man sie zum Tode führte, erweckte Gott den heiligen Geist
> eines jungen Mannes, der hieß Daniel; der fing an, laut zu rufen:
> Dan 4,5
> 
> 1:46   Ich will unschuldig sein an diesem Blut!
> 
> 1:47   Und die Menge wandte sich ihm zu und fragte ihn, was er mit solchen
> Worten meinte.
> 
> 1:48   Er aber trat unter sie und sprach: Seid ihr Männer von Israel solche
> Narren, daß ihr eine Tochter Israels verdammt, ehe ihr die Sache
> erforscht und Gewißheit erlangt habt?
> 5. Mose 19,18
> 
> 1:49   Kehrt wieder um vors Gericht, denn diese haben sie zu Unrecht
> beschuldigt!
> 
> 1:50   Und die Menge kehrte eilends wieder um. Und alle Ältesten sagten zu
> Daniel: Setze dich her zu uns und berichte uns; denn dir hat Gott
> gegeben, was er sonst nur dem Alter gibt.
> Hiob 32,7-9; Weish 8,10
> 
> 1:51   Und Daniel sagte zu ihnen: Stellt die beiden weit auseinander, so
> will ich jeden für sich verhören!
> 
> 1:52   Als nun der eine vom andern getrennt war, rief er den einen und
> sagte zu ihm: Du alter Bösewicht, jetzt treffen dich deine Sünden,
> die du bisher begangen hast,
> 
> 1:53   als du ungerechte Urteile gesprochen und die Unschuldigen verdammt,
> aber die Schuldigen losgesprochen hast, obwohl doch der Herr geboten
> hat: Du sollst den Unschuldigen und Gerechten nicht töten.
> Spr 17,15;  2. Mose 23,7
> 
> 1:54   Hast du nun diese Frau gesehen, so sag doch: Unter welchem Baum hast
> du die zwei beieinander gefunden? Er aber antwortete: Unter einer
> Linde.
> Um ein Wortspiel des griechischen Textes wiederzugeben, reimte
> Luther: »Unter einer Linden. (V. 55)... der Engel des Herrn wird
> dich finden.«
> 
> 1:55   Da sagte Daniel: Ganz recht! Mit deiner Lüge bringst du dich selbst
> um dein Leben. Denn schon hat der Engel des Herrn von Gott dein
> Urteil empfangen und wird dich mittendurch spalten.
> Apg 5,4-5;  1. Chr 21,15-16
> 
> 1:56   Und er ließ ihn wegbringen und den andern vor sich kommen und sagte
> zu ihm: Du Mann nach Kanaans und nicht nach Judas Art, die
> Schönheit hat dich betört, und die Begierde hat dein Herz verkehrt.
> 3. Mose 18,3; 18,20; 18,28
> 
> 1:57   So seid ihr mit den Töchtern Israels verfahren, und sie haben euch
> aus Furcht zu Willen sein müssen. Aber diese Tochter Judas hat nicht
> in eure Schlechtigkeit gewilligt.
> 
> 1:58   Nun sage mir: Unter welchem Baum hast du sie beieinander ertappt? Er
> aber antwortete: Unter einer Eiche.
> Luther: »Unter einer Eichen. (V. 59)... der Engel des Herrn wird
> dich zeich(n)en«.
> 
> 1:59   Da sagte Daniel: Ganz recht! Mit deiner Lüge bringst du dich selbst
> um dein Leben. Der Engel des Herrn wartet schon mit seinem Schwert
> und wird dich mittendurch hauen, um euch so beide zu vernichten.
> 
> 1:60   Da fing das ganze Volk an, mit lauter Stimme zu rufen, und sie
> priesen Gott, der denen hilft, die auf ihn hoffen und vertrauen.
> 
> 1:61   Und sie erhoben sich gegen die beiden Ältesten, weil Daniel sie aus
> ihren eignen Worten überführt hatte, daß sie falsche Zeugen waren.
> 
> 1:62   Und man tat mit ihnen nach dem Gesetz des Mose, wie sie gedacht
> hatten, ihrem Nächsten zu tun, und tötete sie. So wurde an diesem
> Tage unschuldiges Blut errettet.
> 5. Mose 19,18-19
> 
> 1:63   Aber Hilkija und seine Frau lobten Gott um Susannas, ihrer Tochter,
> willen, mit Jojakim, ihrem Mann, und der ganzen Verwandtschaft, daß
> nichts Unehrenhaftes an ihr gefunden worden war.
> 
> 1:64   Und Daniel wurde groß vor dem Volk von dem Tage an und blieb es auch
> weiterhin.
> 
>          Vom Bel zu Babel
> 
> (Zusatz am Schluß des Buches Daniel)
> 2:1    Nach dem Tod des Königs Astyages kam das Königreich an Kyrus aus 
> Persien. Und Daniel war stets um den König und angesehener als 
> alle »Freunde des Königs«.
> Dan 6,29
> 
> 2:2    Nun hatten die Babylonier einen Götzen, der hieß Bel; dem mußte man
> täglich opfern zwölf Sack Weizenmehl und vierzig Schafe und sechs
> Eimer Wein.
> Jer 50,2
> 
> 2:3    Selbst der König diente dem Götzen und ging täglich hin, um ihn
> anzubeten; aber Daniel betete seinen Gott an.
> 
> 2:4    Und der König sagte zu ihm: Warum betest du nicht auch den Bel an?
> Er aber sagte: Ich diene nicht den Götzen, die mit Händen gemacht
> sind, sondern dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat
> und ein Herr ist über alles, was lebt.
> Ps 115,3-9; Bar 6,4-6
> 
> 2:5    Da sagte der König zu ihm: Hältst du denn den Bel nicht für einen
> lebendigen Gott? Siehst du nicht, wieviel er täglich ißt und trinkt?
> 
> 2:6    Aber Daniel lachte und sagte: Mein König, laß dich nicht täuschen;
> denn dieser Bel ist innen nur Ton und außen nur Kupfer und hat noch
> nie etwas gegessen oder getrunken.
> 1. Kön 18,27
> 
> 2:7    Da wurde der König zornig und ließ seine Priester rufen und sprach
> zu ihnen: Werdet ihr mir nicht sagen, wer dies Opfer verzehrt, so
> müßt ihr sterben!
> 
> 2:8    Könnt ihr aber beweisen, daß der Bel es verzehrt, so muß Daniel
> sterben; denn er hat den Bel gelästert. Und Daniel sprach zum König:
> Es geschehe, wie du gesagt hast.
> 
> 2:9    Es gab aber siebzig Priester des Bel, ohne ihre Frauen und Kinder.
> Und der König ging mit Daniel in den Tempel des Bel.
> 
> 2:10   Da sagten die Priester des Bel: Siehe, wir wollen hinausgehen; und
> du, König, sollst die Speise selbst hinstellen und den Trank selbst
> mischen und hinsetzen und die Tür hinter dir zuschließen und mit
> deinem eignen Ring versiegeln.
> 
> 2:11   Und wenn du morgen früh wiederkommst und findest, daß der Bel nicht
> alles verzehrt hat, so wollen wir gern sterben; sonst muß Daniel
> getötet werden, der uns verleumdet hat.
> 
> 2:12   Sie verließen sich aber darauf, daß sie einen geheimen Gang bis
> unter den Opfertisch gemacht hatten; durch den gingen sie immer
> wieder hinein und verzehrten, was da war.
> 
> 2:13   Als nun die Priester hinausgegangen waren, ließ der König dem Bel
> die Speise vorsetzen. Aber Daniel befahl seinen Dienern, Asche zu
> holen, und ließ sie durch den ganzen Tempel streuen vor dem König,
> als er nur noch allein drin war. Danach gingen sie hinaus und
> schlossen die Tür zu und versiegelten sie mit dem Ring des Königs
> und gingen davon.
> 
> 2:14   Die Priester aber gingen in der Nacht hinein nach ihrer Gewohnheit
> mit ihren Frauen und Kindern und aßen und tranken alles, was da war.
> 
> 2:15   Und früh am Morgen stand der König auf und Daniel mit ihm.
> 
> 2:16   Und der König fragte: Ist das Siegel unversehrt, Daniel?
> 
> 2:17   Er aber antwortete: Ja, mein König. Und sobald die Tür aufgetan war,
> sah der König auf den Tisch und rief mit lauter Stimme: Bel, du bist
> ein großer Gott, und bei dir gibt es keinen Betrug, auch nicht
> einen!
> 
> 2:18   Aber Daniel lachte und hielt den König zurück, damit er nicht
> hineinging, und sagte: Sieh auf den Boden und erkenne, wessen
> Fußtapfen das sind.
> 
> 2:19   Der König sagte: Ich sehe die Fußtapfen von Männern, Frauen und
> Kindern.
> 
> 2:20   Da wurde der König zornig und ließ die Priester mit ihren Frauen und
> Kindern ergreifen. Und sie mußten ihm die geheimen Gänge zeigen,
> durch die sie ein- und ausgegangen waren und verzehrt hatten, was
> auf dem Tisch lag.
> 
> 2:21   Und der König ließ sie töten und gab den Bel in Daniels Gewalt; der
> zerstörte ihn und seinen Tempel.
> 
> Vom Drachen zu Babel
> 
> (Fortsetzung des Vorigen)
> 2:22   Es gab da auch einen großen Drachen, den die Babylonier anbeteten.
> 
> 2:23   Und der König sagte zu Daniel: Wie? Willst du von dem auch
> behaupten, daß er nichts als ein eherner Götze ist? Siehe, er lebt
> ja, denn er ißt und trinkt, und du kannst nicht behaupten, daß er
> kein lebendiger Gott ist. Darum bete ihn an!
> 
> 2:24   Aber Daniel antwortete: Ich will den Herrn, meinen Gott, anbeten;
> denn er ist der lebendige Gott.
> Jes 37,17-20
> 
> 2:25   Du aber, mein König, erlaube es mir, dann will ich diesen Drachen
> umbringen ohne Schwert und Spieß. Und der König sagte: Ja, es sei
> dir erlaubt.
> 1. Sam 17,45
> 
> 2:26   Da nahm Daniel Pech, Fett und Haare und kochte es zusammen, machte
> Fladen daraus und warf sie dem Drachen ins Maul; und der Drache
> barst davon mitten entzwei. Und Daniel sagte: Seht, das sind eure
> Götter!
> 
> 2:27    Als nun die Babylonier das hörten, verdroß es sie sehr, und sie
> machten einen Aufruhr gegen den König und sagten: Unser König ist
> ein Jude geworden; denn er hat den Bel zerstört und den Drachen
> getötet und die Priester umgebracht.
> (27-41) Dan 6,15-28
> 
> 2:28   Und sie traten vor den König und sagten: Gib uns Daniel heraus;
> sonst werden wir dich und dein ganzes Haus umbringen!
> 
> 2:29   Als nun der König sah, daß sie mit Gewalt auf ihn eindrangen, mußte
> er ihnen Daniel herausgeben.
> 
> 2:30   Und sie warfen ihn zu den Löwen in den Graben; darin lag er sechs
> Tage lang.
> 
> 2:31   Und es waren sieben Löwen im Graben; denen gab man täglich zwei
> Menschen und zwei Schafe. Aber während dieser Tage gab man ihnen
> nichts, damit sie Daniel fressen sollten.
> 
> 2:32   Es war aber ein Prophet, Habakuk, in Judäa; der hatte einen Brei
> gekocht und Brot eingebrockt in eine tiefe Schüssel und ging damit
> aufs Feld, um es den Schnittern zu bringen.
> 
> 2:33   Und der Engel des Herrn sprach zu Habakuk: Bring das Essen, das du
> trägst, zu Daniel nach Babel in den Löwengraben.
> 
> 2:34   Und Habakuk antwortete: Herr, ich habe die Stadt Babel nie gesehen
> und weiß nicht, wo der Graben ist.
> 
> 2:35   Da faßte ihn der Engel des Herrn beim Schopf, trug ihn im
> Windesbrausen an den Haaren nach Babel und setzte ihn oben am Graben
> nieder.
> Hes 8,3
> 
> 2:36   Und Habakuk rief: Daniel, Daniel, nimm das Essen, das dir Gott
> gesandt hat!
> Jer 15,16; Hab 2,4; Mt 4,4
> 
> 2:37   Und Daniel sprach: Gott, du denkst ja noch an mich und verläßt die
> nicht, die dich lieben!
> Sir 2,12
> 
> 2:38   Und er stand auf und aß. Aber der Engel Gottes brachte Habakuk
> sogleich wieder an seinen Ort.
> 
> 2:39   Und der König kam am siebenten Tage, um Daniel zu beklagen. Und als
> er zum Graben kam und hineinschaute, siehe, da saß Daniel mitten
> unter den Löwen.
> 
> 2:40   Und der König rief laut: Herr, du Gott Daniels, du bist ein großer
> Gott, und es gibt keinen andern außer dir!
> 
> 2:41   Und er ließ ihn aus dem Graben ziehen; aber die andern, die seinen
> Tod gewollt hatten, ließ er in den Graben werfen; und sie wurden
> sofort vor seinen Augen von den Löwen verschlungen.
> 
>          Das Gebet Asarjas
> 
> (Zusatz: zu Dan 3,23)
> 3:1    Und Asarja stand mitten im glühenden Ofen und tat seinen Mund auf
> und betete:
> Dan 1,7
> 
> 3:2     Gelobt seist du, Herr, du Gott unsrer Väter, und dein Name soll
> gepriesen und verherrlicht werden ewiglich!
> Apg 16,25
> 
> 3:3     Denn du bist gerecht in allem, was du an uns getan hast; alle deine
> Werke sind beständig, und deine Wege sind gerade, und alle deine
> Gerichte sind gerecht.
> (3-9) Dan 9,5-12
> 
> 3:4    Du tust uns recht, daß du uns bestraft hast mit all den Strafen, die
> du über uns hast ergehen lassen und über Jerusalem, die heilige
> Stadt unsrer Väter; ja, du tust recht und billig mit alledem um
> unsrer Sünden willen.
> Neh 9,33
> 
> 3:5    Denn wir haben gesündigt und böse gehandelt, weil wir von dir
> gewichen sind. Und wir haben in allem schwer gesündigt
> 
> 3:6    und deinen Geboten nicht gehorcht noch sie bewahrt und haben nicht
> getan, wie du uns befohlen hast, damit es uns gutgehen sollte.
> 
> 3:7    Darum hast du recht daran getan, daß du das alles über uns hast
> kommen lassen und uns das alles angetan hast
> 
> 3:8    und uns übergeben hast den Händen unsrer Feinde, der gottlosen,
> abtrünnigen Widersacher, und dem ungerechten, grausamsten König auf
> Erden.
> 
> 3:9    Und nun dürfen wir unsern Mund nicht auftun: so sehr sind deine
> Knechte und alle, die dich fürchten, zuschanden und zu Spott
> geworden.
> 
> 3:10   Aber dennoch verstoße uns nicht ganz um deines heiligen Namens
> willen, und verwirf deinen Bund nicht,
> 3. Mose 26,42; 26,45
> 
> 3:11   und nimm deine Barmherzigkeit nicht von uns um Abrahams, deines
> geliebten Freundes, willen und deines Knechtes Isaak und Israels,
> deines Heiligen,
> 2. Chr 20,7; Jes 41,8
> 
> 3:12   denen du verheißen hast, ihre Nachkommen zu mehren wie die Sterne
> am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meers.
> 1. Mose 22,17; 26,4; 28,14
> 
> 3:13   Denn, Herr, wir sind geringer geworden als alle Heiden und sind
> heute die Verachtetsten auf Erden um unsrer Sünden willen.
> 
> 3:14   Wir haben jetzt keinen Fürsten, Propheten noch Vorsteher mehr und
> weder Brandopfer noch Schlachtopfer noch Speisopfer noch Räucherwerk
> und haben keine Stätte, wo wir vor dir opfern und Gnade finden
> könnten;
> Hos 3,4
> 
> 3:15   sondern mit betrübtem Herzen und demütigem Geist kommen wir vor
> dich,
> Ps 51,19
> 
> 3:16   als brächten wir Brandopfer von Widdern und Rindern und viel tausend
> fetten Schafen. So wollest du unser Opfer heute vor dir gelten und
> wohlgefällig sein lassen; denn du läßt nicht zuschanden werden, die
> auf dich hoffen.
> 
> 3:17   Und nun kommen wir mit ganzem Herzen und suchen dein Angesicht mit
> Furcht.
> Jer 29,13-14
> 
> 3:18   Darum laß uns nicht zuschanden werden; sondern tu mit uns, Herr,
> nach deiner Gnade und nach deiner großen Barmherzigkeit!
> Dan 9,18
> 
> 3:19   Und errette uns nach deinen Wundertaten und gib deinem Namen die
> Ehre, daß sich alle schämen müssen, die deinen Knechten Leid antun,
> 
> 3:20   und alle zuschanden werden mit ihrer großen Macht und ihre Gewalt
> zerstört wird,
> 
> 3:21    damit sie erfahren, daß du, Herr, allein Gott bist, herrlich auf
> dem ganzen Erdkreis.
> Jes 37,20
> 
> 3:22   Und die Diener des Königs, die sie in den Ofen geworfen hatten,
> hörten nicht auf, ihn mit Erdharz, Pech, Werg und dürren Reisern zu
> heizen,
> 
> 3:23   und die Flamme, etwa neunundvierzig Ellen hoch, schlug oben aus dem
> Ofen,
> 
> 3:24   fraß um sich und verbrannte die Chaldäer, die sie vor dem Ofen
> erreichte.
> Dan 3,22
> 
> 3:25   Aber der Engel des Herrn war zugleich mit Asarja und denen, die bei
> ihm waren, in den Ofen gestiegen;
> Dan 3,24-25
> 
> 3:26   hatte die Feuerflamme aus dem Ofen herausgestoßen und ließ es mitten
> im Ofen so sein, als ob ein Wind wehte, der kühlen Tau bringt. So
> rührte das Feuer sie überhaupt nicht an und fügte ihnen weder
> Schmerz noch Schaden zu.
> 
> Der Gesang der drei Männer im Feuerofen
> 
> (Fortsetzung des Zusatzes: zu Dan 3,23)
> 3:27   Da fingen die drei wie mit einem Munde an zu singen, priesen und
> lobten Gott in dem Ofen und sprachen:
> 
> 3:28   Gelobt seist du, Herr, du Gott unsrer Väter, und sollst gepriesen
> und hoch gerühmt werden ewiglich!
> 
> 3:29   Gelobt sei dein herrlicher und heiliger Name und soll gepriesen und
> hoch gerühmt werden ewiglich!
> 
> 3:30   Gelobt seist du in deinem heiligen, herrlichen Tempel und sollst
> gepriesen und hoch gerühmt werden ewiglich!
> 
> 3:31   Gelobt seist du, der du sitzt über den Cherubim und siehst in die
> Tiefen, und sollst gepriesen und hoch gerühmt werden ewiglich!
> Ps 80,2
> 
> 3:32   Gelobt seist du auf deinem königlichen Thron und sollst gepriesen
> und hoch gerühmt werden ewiglich!
> 
> 3:33    Gelobt seist du in der Feste des Himmels und sollst gepriesen und
> hoch gerühmt werden ewiglich!
> (33-63) Ps 148,1-14
> 
> 3:34   Lobt den Herrn, alle seine Werke, und preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:35   Ihr Himmel, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:36    Lobt den Herrn, ihr Engel des Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> Ps 103,20
> 
> 3:37   Alle Wasser droben am Himmel, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> 
> 3:38   Alle Heerscharen des Herrn, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> 
> 3:39   Sonne und Mond, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:40   Alle Sterne am Himmel, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> 
> 3:41   Regen und Tau, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:42   Alle Winde, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:43   Feuer und Hitze, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:44   Frost und Kälte, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> Tropfen und Flocken, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:45   Tag und Nacht, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:46   Licht und Finsternis, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:47   Eis und Frost, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:48   Reif und Schnee, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:49   Blitze und Wolken, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:50   Die Erde lobe den Herrn, sie preise und rühme ihn ewiglich!
> 
> 3:51   Berge und Hügel, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:52   Alles, was auf der Erde wächst, lobe den Herrn, preise und rühme ihn
> ewiglich!
> 
> 3:53   Ihr Quellen, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:54   Meer und Wasserströme, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> 
> 3:55   Walfische und alles, was sich im Wasser regt, lobt den Herrn, preist
> und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:56   Alle Vögel unter dem Himmel, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> 
> 3:57   Alle zahmen und wilden Tiere, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> 
> 3:58   Ihr Menschenkinder, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!
> 
> 3:59   Israel, lobe den Herrn, preise und rühme ihn ewiglich!
> 
> 3:60   Ihr Priester des Herrn, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> 
> 3:61   Ihr Knechte des Herrn, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich!
> Ps 134,1
> 
> 3:62   Ihr Geister und Seelen der Gerechten, lobt den Herrn, preist und
> rühmt ihn ewiglich!
> Ps 103,1-5; Lk 1,46
> 
> 3:63   Ihr Heiligen und die ihr von Herzen demütig seid, lobt den Herrn,
> preist und rühmt ihn ewiglich!
> Mt 11,29
> 
> 3:64   Hananja, Asarja und Mischaël, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn
> ewiglich! Denn er hat uns erlöst aus dem Totenreich und uns errettet
> vom Tode, er hat uns befreit aus dem glühenden Ofen und hat uns
> mitten aus dem Feuer gerissen.
> 
> 3:65    Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet
> ewiglich.
> (65 und 66) Ps 136,1-26
> 
> 3:66   Alle, die den Herrn fürchten, lobt den Gott aller Götter, preist ihn
> und rühmt, daß seine Güte ewiglich währt!
>
> — *09 Stücke zu Daniel*

