# APOSTELG

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> Christi Himmelfahrt
> 
> 1:1    Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all
> dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte
> Lk 1,3
> 
> 1:2    bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den
> Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Weisung
> gegeben hatte.
> Mt 28,19-20
> 
> 1:3    Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der
> Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und
> redete mit ihnen vom Reich Gottes.
> 
> 1:4    Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht
> zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die
> ihr, so sprach er, von mir gehört habt;
> Lk 24,49; Joh 15,26
> 
> 1:5    denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem
> heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
> Mt 3,11
> 
> 1:6    Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr,
> wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?
> Lk 19,11; 24,21
> 
> 1:7    Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu
> wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat;
> Mt 24,36
> 
> 1:8    aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf
> euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in
> ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
> Lk 24,48;  Kap 8,1
> 
> 1:9    Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und
> eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.
> Mk 16,19; Lk 24,51
> 
> 1:10   Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen
> bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.
> Lk 24,4
> 
> 1:11   Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum
> Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde,
> wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.
> Lk 21,27
> 
> 1:12   Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg
> und liegt nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg entfernt.
> 
> 1:13   Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des
> Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus
> und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus,
> Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der
> Sohn des Jakobus.
> Lk 6,13-16
> 
> 1:14   Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen
> und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
> Joh 7,3
> 
> Die Nachwahl des zwölften Apostels
> 
> 1:15   Und in den Tagen trat Petrus auf unter den Brüdern - es war aber
> eine Menge beisammen von etwa hundertzwanzig - und sprach:
> Joh 21,15-19
> 
> 1:16   Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden,
> das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über
> Judas, der denen den Weg zeigte, die Jesus gefangennahmen;
> Ps 41,10
> 
> 1:17   denn er gehörte zu uns und hatte dieses Amt mit uns empfangen.
> 
> 1:18   Der hat einen Acker erworben mit dem Lohn für seine Ungerechtigkeit.
> Aber er ist vornüber gestürzt und mitten entzwei geborsten, so daß
> alle seine Eingeweide hervorquollen.
> Mt 27,3-10
> 
> 1:19   Und es ist allen bekanntgeworden, die in Jerusalem wohnen, so daß
> dieser Acker in ihrer Sprache genannt wird: Hakeldamach, das heißt
> Blutacker.
> 
> 1:20   Denn es steht geschrieben im Psalmbuch (Psalm 69,26; 109,8): »Seine
> Behausung soll verwüstet werden, und niemand wohne darin«, und:
> »Sein Amt empfange ein andrer.«
> 
> 1:21   So muß nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind die
> ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen
> ist
> Joh 15,27
> 
> 1:22   - von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an dem er von uns
> genommen wurde -, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.
> 
> 1:23   Und sie stellten zwei auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem
> Beinamen Justus, und Matthias,
> 
> 1:24   und beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige
> an, welchen du erwählt hast von diesen beiden,
> Kap 6,6
> 
> 1:25   damit er diesen Dienst und das Apostelamt empfange, das Judas
> verlassen hat, um an den Ort zu gehen, wohin er gehört.
> 
> 1:26   Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias; und
> er wurde zugeordnet zu den elf Aposteln.
> Spr 16,33;  Ri 21,17
> 
>          Das Pfingstwunder
> 
> 2:1    Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort
> beieinander.
> 3. Mose 23,15-21
> 
> 2:2    Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem
> gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
> 
> 2:3    Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er
> setzte sich auf einen jeden von ihnen,
> Mt 3,11
> 
> 2:4    und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an,
> zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab
> auszusprechen.
> Kap 4,31; 10,44-46
> Wörtlich: »in andern Zungen«; vgl. Sach- und Worterklärungen unter
> »Zungenrede« (siehe auch 10,46; 19,6).
> 
> 2:5    Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige
> Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
> Kap 13,26
> 
> 2:6    Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde
> bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
> 
> 2:7    Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe,
> sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?
> 
> 2:8    Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?
> 
> 2:9    Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien
> und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien,
> 
> 2:10   Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen
> und Einwanderer aus Rom,
> 
> 2:11   Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern
> Sprachen von den großen Taten Gottes reden.
> 
> 2:12   Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer
> zu dem andern: Was will das werden?
> 
> 2:13   Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem
> Wein.
> 
> Die Pfingstpredigt des Petrus
> 
> 2:14   Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu
> ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem
> wohnt, das sei euch kundgetan, und laßt meine Worte zu euren Ohren
> eingehen!
> 
> 2:15   Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die
> dritte Stunde am Tage;
> 
> 2:16   sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist
> (Joel 3,1-5):
> 
> 2:17   »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will
> ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und
> eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte
> sehen, und eure Alten sollen Träume haben;
> 
> 2:18   und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen
> von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.
> 
> 2:19   Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden,
> Blut und Feuer und Rauchdampf;
> 
> 2:20   die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden,
> ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt.
> 
> 2:21   Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der
> soll gerettet werden.«
> 
> 2:22   Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von
> Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die
> Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wißt -
> 
> 2:23   diesen Mann, der durch Gottes Ratschluß und Vorsehung dahingegeben
> war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und
> umgebracht.
> Kap 4,28
> 
> 2:24   Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes,
> wie es denn unmöglich war, daß er vom Tode festgehalten werden
> konnte.
> 
> 2:25   Denn David spricht von ihm (Psalm 16,8-11): »Ich habe den Herrn
> allezeit vor Augen, denn er steht mir zur Rechten, damit ich nicht
> wanke.
> 
> 2:26   Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt; auch mein
> Leib wird ruhen in Hoffnung.
> 
> 2:27   Denn du wirst mich nicht dem Tod überlassen und nicht zugeben, daß
> dein Heiliger die Verwesung sehe.
> 
> 2:28   Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen
> mit Freude vor deinem Angesicht.«
> 
> 2:29   Ihr Männer, liebe Brüder, laßt mich freimütig zu euch reden von dem
> Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist
> bei uns bis auf diesen Tag.
> 1. Kön 2,10
> 
> 2:30   Da er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm Gott verheißen hatte
> mit einem Eid, daß ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen
> sollte,
> 2. Sam 7,12-13; Ps 89,4-5
> 
> 2:31   hat er's vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt:
> Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung
> nicht gesehen.
> 
> 2:32   Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen.
> 
> 2:33   Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat
> den verheißenen heiligen Geist vom Vater, hat er diesen
> ausgegossen, wie ihr hier seht und hört.
> Joh 15,26
> 
> 2:34   Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst
> (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu
> meiner Rechten,
> 
> 2:35   bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.«
> 
> 2:36   So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen Jesus, den
> ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.
> Kap 5,31
> 
> Die erste Gemeinde
> 
> 2:37   Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie sprachen
> zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was
> sollen wir tun?
> Kap 16,30; Lk 3,10
> 
> 2:38   Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich
> taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so
> werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.
> Kap 3,17-19; Lk 24,47
> 
> 2:39   Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die
> fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
> Joel 3,5
> 
> 2:40   Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und
> sprach: Laßt euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!
> Mt 17,17; Phil 2,15
> 
> 2:41   Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage
> wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.
> 
> 2:42   Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der
> Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
> Kap 20,7
> 
> 2:43   Es kam aber Furcht über alle Seelen, und es geschahen auch viele
> Wunder und Zeichen durch die Apostel.
> 
> 2:44   Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten
> alle Dinge gemeinsam.
> Kap 4,32-35
> 
> 2:45   Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je
> nachdem es einer nötig hatte.
> 
> 2:46   Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das
> Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude
> und lauterem Herzen
> 
> 2:47   und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr
> aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.
> Kap 4,4; 5,14; 6,7; 11,21; 14,1
> 
>          Die Heilung des Gelähmten
> 
> 3:1    Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte
> Stunde, zur Gebetszeit.
> 
> 3:2    Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den
> setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne,
> damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen.
> 
> 3:3    Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel
> hineingehen wollten, bat er um ein Almosen.
> 
> 3:4    Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an!
> 
> 3:5    Und er sah sie an und wartete darauf, daß er etwas von ihnen
> empfinge.
> 
> 3:6    Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber
> habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf
> und geh umher!
> 
> 3:7    Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf.
> Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest,
> 
> 3:8    er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den
> Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.
> 
> 3:9    Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben.
> 
> 3:10   Sie erkannten ihn auch, daß er es war, der vor der Schönen Tür des
> Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung
> und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.
> 
> 3:11   Als er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zu
> ihnen in die Halle, die da heißt Salomos, und sie wunderten sich
> sehr.
> Kap 5,12; Joh 10,23
> 
> 3:12   Als Petrus das sah, sprach er zu dem Volk: Ihr Männer von Israel,
> was wundert ihr euch darüber, oder was seht ihr auf uns, als hätten
> wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, daß dieser gehen
> kann?
> 
> 3:13   Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat
> seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überantwortet und
> verleugnet habt vor Pilatus, als der ihn loslassen wollte.
> 
> 3:14   Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und darum
> gebeten, daß man euch den Mörder schenke;
> Mt 27,20-21
> 
> 3:15   aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott
> auferweckt von den Toten; dessen sind wir Zeugen.
> 
> 3:16   Und durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr
> seht und kennt, stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt
> ist, hat diesem die Gesundheit gegeben vor euer aller Augen.
> 
> 3:17   Nun, liebe Brüder, ich weiß, daß ihr's aus Unwissenheit getan habt
> wie auch eure Oberen.
> Lk 23,34
> 
> 3:18   Gott aber hat erfüllt, was er durch den Mund aller seiner Propheten
> zuvor verkündigt hat: daß sein Christus leiden sollte.
> Lk 24,44
> 
> 3:19   So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden getilgt werden,
> Kap 2,38
> 
> 3:20   damit die Zeit der Erquickung komme von dem Angesicht des Herrn und
> er den sende, der euch zuvor zum Christus bestimmt ist: Jesus.
> 
> 3:21   Ihn muß der Himmel aufnehmen bis zu der Zeit, in der alles
> wiedergebracht wird, wovon Gott geredet hat durch den Mund seiner
> heiligen Propheten von Anbeginn.
> 
> 3:22   Mose hat gesagt (5. Mose 18,15; 18,19): »Einen Propheten wie mich
> wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; den sollt
> ihr hören in allem, was er zu euch sagen wird.
> 
> 3:23   Und es wird geschehen, wer diesen Propheten nicht hören wird, der
> soll vertilgt werden aus dem Volk.«
> 
> 3:24   Und alle Propheten von Samuel an, wie viele auch danach geredet
> haben, die haben auch diese Tage verkündigt.
> 
> 3:25   Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott
> geschlossen hat mit euren Vätern, als er zu Abraham sprach (1. Mose
> 22,18): »Durch dein Geschlecht sollen gesegnet werden alle Völker
> auf Erden.«
> 
> 3:26    Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht Jesus erweckt und hat ihn zu
> euch gesandt, euch zu segnen, daß ein jeder sich bekehre von seiner
> Bosheit.
> Kap 13,46
> 
>          Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat
> 
> 4:1    Während sie zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der
> Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer,
> Lk 22,4; 22,52
> 
> 4:2    die verdroß, daß sie das Volk lehrten und verkündigten an Jesus die
> Auferstehung von den Toten.
> Kap 23,8
> 
> 4:3    Und sie legten Hand an sie und setzten sie gefangen bis zum Morgen;
> denn es war schon Abend.
> 
> 4:4    Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig;
> und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend.
> Kap 2,47
> 
> 4:5    Als nun der Morgen kam, versammelten sich ihre Oberen und Ältesten
> und Schriftgelehrten in Jerusalem,
> 
> 4:6    auch Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und
> Alexander und alle, die vom Hohenpriestergeschlecht waren;
> Lk 3,1-2
> 
> 4:7    und sie stellten sie vor sich und fragten sie: Aus welcher Kraft
> oder in welchem Namen habt ihr das getan?
> Mt 21,23
> 
> 4:8    Petrus, voll des heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Oberen des
> Volkes und ihr Ältesten!
> Mt 10,19-20
> 
> 4:9    Wenn wir heute verhört werden wegen dieser Wohltat an dem kranken
> Menschen, durch wen er gesund geworden ist,
> 
> 4:10   so sei euch und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu
> Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den
> Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch.
> Kap 3,6; 3,13-16
> 
> 4:11   Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein
> geworden ist.
> Mt 21,42
> 
> 4:12   Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter
> dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.
> Kap 10,43; Mt 1,21
> 
> 4:13   Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten
> sich; denn sie merkten, daß sie ungelehrte und einfache Leute waren,
> und wußten auch von ihnen, daß sie mit Jesus gewesen waren.
> 
> 4:14   Sie sahen aber den Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen
> stehen und wußten nichts dagegen zu sagen.
> Kap 3,8-9
> 
> 4:15   Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und verhandelten
> miteinander und sprachen:
> 
> 4:16   Was wollen wir mit diesen Menschen tun? Denn daß ein offenkundiges
> Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen bekannt, die in Jerusalem
> wohnen, und wir können's nicht leugnen.
> Joh 11,47
> 
> 4:17   Aber damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, wollen wir ihnen
> drohen, daß sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden.
> 
> 4:18   Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zu reden oder zu
> lehren in dem Namen Jesu.
> 
> 4:19   Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt
> selbst, ob es vor Gott recht ist, daß wir euch mehr gehorchen als
> Gott.
> Kap 5,28-29
> 
> 4:20   Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und
> gehört haben.
> 
> 4:21   Da drohten sie ihnen und ließen sie gehen um des Volkes willen, weil
> sie nichts fanden, was Strafe verdient hätte; denn alle lobten Gott
> für das, was geschehen war.
> 
> 4:22   Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen
> der Heilung geschehen war.
> 
> Das Gebet der Gemeinde
> 
> 4:23   Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und
> berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt
> hatten.
> 
> 4:24   Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und
> sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was
> darin ist, gemacht,
> 
> 4:25   du hast durch den heiligen Geist, durch den Mund unseres Vaters
> David, deines Knechtes, gesagt (Psalm 2,1-2): »Warum toben die
> Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was umsonst ist?
> 
> 4:26   Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich
> wider den Herrn und seinen Christus.«
> 
> 4:27   Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen
> heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius
> Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels,
> Lk 23,12
> 
> 4:28   zu tun, was deine Hand und dein Ratschluß zuvor bestimmt hatten, daß
> es geschehen solle.
> Kap 2,23
> 
> 4:29   Und nun, Herr, sieh an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit
> allem Freimut zu reden dein Wort;
> Eph 6,19
> 
> 4:30   strecke deine Hand aus, daß Heilungen und Zeichen und Wunder
> geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.
> 
> 4:31   Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt
> waren; und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und redeten
> das Wort Gottes mit Freimut.
> 
> Die Gütergemeinschaft der ersten Christen
> 
> 4:32   Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht
> einer sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war
> ihnen alles gemeinsam.
> Kap 2,44
> 
> 4:33   Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des
> Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.
> Kap 2,47
> 
> 4:34   Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von
> ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld
> für das Verkaufte
> Kap 2,45
> 
> 4:35   und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er
> nötig hatte.
> 
> 4:36   Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde - das heißt
> übersetzt: Sohn des Trostes -, ein Levit, aus Zypern gebürtig,
> Kap 11,22-26; 12,25; 15,2; Gal 2,1; Kol 4,10
> 
> 4:37   der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und
> legte es den Aposteln zu Füßen.
> 
>          Hananias und Saphira
> 
> 5:1    Ein Mann aber mit Namen Hananias samt seiner Frau Saphira verkaufte
> einen Acker,
> 
> 5:2    doch er hielt mit Wissen seiner Frau etwas von dem Geld zurück und
> brachte nur einen Teil und legte ihn den Aposteln zu Füßen.
> Kap 4,34-37
> 
> 5:3    Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt,
> daß du den heiligen Geist belogen und etwas vom Geld für den Acker
> zurückbehalten hast?
> 
> 5:4    Hättest du den Acker nicht behalten können, als du ihn hattest? Und
> konntest du nicht auch, als er verkauft war, noch tun, was du
> wolltest? Warum hast du dir dies in deinem Herzen vorgenommen? Du
> hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.
> 
> 5:5    Als Hananias diese Worte hörte, fiel er zu Boden und gab den Geist
> auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten.
> 
> 5:6    Da standen die jungen Männer auf und deckten ihn zu und trugen ihn
> hinaus und begruben ihn.
> 
> 5:7    Es begab sich nach einer Weile, etwa nach drei Stunden, da kam seine
> Frau herein und wußte nicht, was geschehen war.
> 
> 5:8    Aber Petrus sprach zu ihr: Sag mir, habt ihr den Acker für diesen
> Preis verkauft? Sie sprach: Ja, für diesen Preis.
> 
> 5:9    Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr euch denn einig geworden,
> den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen
> Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden auch dich
> hinaustragen.
> 
> 5:10   Und sogleich fiel sie zu Boden, ihm vor die Füße, und gab den Geist
> auf. Da kamen die jungen Männer und fanden sie tot, trugen sie
> hinaus und begruben sie neben ihrem Mann.
> 
> 5:11   Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle,
> die das hörten.
> 
> Wundertaten der Apostel
> 
> 5:12   Es geschahen aber viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände
> der Apostel; und sie waren alle in der Halle Salomos einmütig
> beieinander.
> Kap 3,11
> 
> 5:13   Von den andern aber wagte keiner, ihnen zu nahe zu kommen; doch das
> Volk hielt viel von ihnen.
> 
> 5:14   Desto mehr aber wuchs die Zahl derer, die an den Herrn glaubten -
> eine Menge Männer und Frauen -,
> Kap 2,47
> 
> 5:15   so daß sie die Kranken sogar auf die Straßen hinaustrugen und sie
> auf Betten und Bahren legten, damit, wenn Petrus käme, wenigstens
> sein Schatten auf einige von ihnen fiele.
> Kap 19,11-12
> 
> 5:16   Es kamen auch viele aus den Städten rings um Jerusalem und brachten
> Kranke und solche, die von unreinen Geistern geplagt waren; und alle
> wurden gesund.
> 
> Die Apostel vor dem Hohen Rat
> 
> 5:17   Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren,
> nämlich die Partei der Sadduzäer, von Eifersucht erfüllt,
> Kap 4,1; 4,6
> 
> 5:18   und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche
> Gefängnis.
> 
> 5:19   Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des
> Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach:
> Kap 12,7
> 
> 5:20   Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte des
> Lebens.
> 
> 5:21   Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und
> lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und
> riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen und
> sandten zum Gefängnis, sie zu holen.
> 
> 5:22   Die Knechte gingen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen
> zurück und berichteten:
> 
> 5:23   Das Gefängnis fanden wir fest verschlossen und die Wächter vor den
> Türen stehen; aber als wir öffneten, fanden wir niemanden darin.
> 
> 5:24   Als der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte
> hörten, wurden sie betreten und wußten nicht, was daraus werden
> sollte.
> 
> 5:25   Da kam jemand, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins
> Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk.
> 
> 5:26   Da ging der Hauptmann mit den Knechten hin und holte sie, doch nicht
> mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß sie
> gesteinigt würden.
> 
> 5:27   Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der
> Hohepriester fragte sie
> 
> 5:28   und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen
> nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer
> Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.
> Kap 4,18;  Mt 27,25
> 
> 5:29   Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muß Gott
> mehr gehorchen als den Menschen.
> Kap 4,19; Dan 3,17-18
> 
> 5:30   Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz
> gehängt und getötet habt.
> Kap 3,15
> 
> 5:31   Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und
> Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben.
> Kap 2,33
> 
> 5:32   Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der heilige
> Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.
> Lk 24,48;  Joh 15,26-27
> 
> 5:33   Als sie das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie wollten sie
> töten.
> 
> Der Rat des Gamaliel
> 
> 5:34   Da stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer auf mit Namen Gamaliel,
> ein Schriftgelehrter, vom ganzen Volk in Ehren gehalten, und ließ
> die Männer für kurze Zeit hinausführen.
> Kap 22,3
> 
> 5:35   Und er sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, seht genau zu, was
> ihr mit diesen Menschen tun wollt.
> 
> 5:36   Denn vor einiger Zeit stand Theudas auf und gab vor, er wäre etwas,
> und ihm hing eine Anzahl Männer an, etwa vierhundert. Der wurde
> erschlagen, und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut und
> vernichtet.
> 
> 5:37   Danach stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Volkszählung
> und brachte eine Menge Volk hinter sich zum Aufruhr; und der ist
> auch umgekommen, und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut.
> 
> 5:38   Und nun sage ich euch: Laßt ab von diesen Menschen und laßt sie
> gehen! Ist dies Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird's
> untergehen;
> Mt 15,13
> 
> 5:39   ist es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten - damit ihr
> nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen. Da
> stimmten sie ihm zu
> 
> 5:40   und riefen die Apostel herein, ließen sie geißeln und geboten
> ihnen, sie sollten nicht mehr im Namen Jesu reden, und ließen sie
> gehen.
> Mt 10,17
> 
> 5:41   Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig
> gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden,
> Mt 5,10-12; 1. Petr 4,13
> 
> 5:42   und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in
> den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus
> Christus.
> 
>          Die Wahl der sieben Armenpfleger
> 
> 6:1    In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein
> Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die
> hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen
> Versorgung.
> Kap 4,35
> 
> 6:2    Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es
> ist nicht recht, daß wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das
> Wort Gottes vernachlässigen.
> 
> 6:3    Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer
> Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und
> Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst.
> 1. Tim 3,8-10
> 
> 6:4    Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben.
> 
> 6:5    Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus,
> einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und
> Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den
> Judengenossen aus Antiochia.
> Kap 8,5
> 
> 6:6    Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten
> die Hände auf sie.
> Kap 1,24; 13,3; 14,23
> 
> 6:7    Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde
> sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben
> gehorsam.
> Kap 2,47; 19,20
> 
> Stephanus vor dem Hohen Rat
> 
> 6:8    Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen
> unter dem Volk.
> 
> 6:9    Da standen einige auf von der Synagoge der Libertiner und der
> Kyrenäer und der Alexandriner und einige von denen aus Zilizien und
> der Provinz Asien und stritten mit Stephanus.
> 
> 6:10   Doch sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist,
> in dem er redete.
> Lk 21,15
> 
> 6:11   Da stifteten sie einige Männer an, die sprachen: Wir haben ihn
> Lästerworte reden hören gegen Mose und gegen Gott.
> Mt 26,60-66
> 
> 6:12   Und sie brachten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten
> auf, traten herzu und ergriffen ihn und führten ihn vor den Hohen
> Rat
> 
> 6:13   und stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: Dieser Mensch hört
> nicht auf, zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz.
> Jer 26,9; 26,11
> 
> 6:14   Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird
> diese Stätte zerstören und die Ordnungen ändern, die uns Mose
> gegeben hat.
> Joh 2,19
> 
> 6:15   Und alle, die im Rat saßen, blickten auf ihn und sahen sein
> Angesicht wie eines Engels Angesicht.
> 
>          Die Rede des Stephanus
> 
> 7:1    Da fragte der Hohepriester: Ist das so?
> 
> 7:2     Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, hört zu. Der Gott der
> Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in
> Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte,
> (2-16) 1. Mose 11,27 - 50,26; Jos 24,32
> 
> 7:3    und sprach zu ihm (1. Mose 12,1): »Geh aus deinem Land und von
> deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen
> will.«
> 
> 7:4    Da ging er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Und als
> sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von dort herüber in dies
> Land, in dem ihr nun wohnt,
> 
> 7:5    aber er gab ihm kein Eigentum darin, auch nicht einen Fuß breit, und
> verhieß ihm, er wolle es ihm und seinen Nachkommen zum Besitz geben,
> obwohl er noch kein Kind hatte.
> 
> 7:6    Denn so sprach Gott (1. Mose 15,13-14): »Deine Nachkommen werden
> Fremdlinge sein in einem fremden Lande, und man wird sie knechten
> und mißhandeln vierhundert Jahre lang.
> 2. Mose 12,40
> 
> 7:7    Aber das Volk, dem sie als Knechte dienen müssen, will ich richten«,
> sprach Gott, »und danach werden sie ausziehen und mir dienen an
> dieser Stätte.«
> 
> 7:8    Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er Isaak und
> beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die
> zwölf Erzväter.
> 
> 7:9    Und die Erzväter beneideten Josef und verkauften ihn nach Ägypten.
> Aber Gott war mit ihm
> 
> 7:10   und errettete ihn aus aller seiner Bedrängnis und gab ihm Gnade und
> Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum
> Regenten über Ägypten und über sein ganzes Haus.
> 
> 7:11   Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Kanaan und eine
> große Bedrängnis, und unsre Väter fanden keine Nahrung.
> 
> 7:12   Jakob aber hörte, daß es in Ägypten Getreide gäbe, und sandte unsre
> Väter aus zum erstenmal.
> 
> 7:13   Und beim zweitenmal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen; so
> wurde dem Pharao Josefs Herkunft bekannt.
> 
> 7:14   Josef aber sandte aus und ließ seinen Vater Jakob holen und seine
> ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Menschen.
> 
> 7:15   Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsre Väter;
> 
> 7:16   und sie wurden nach Sichem herübergebracht und in das Grab gelegt,
> das Abraham für Geld gekauft hatte von den Söhnen Hamors in Sichem.
> 
> 7:17    Als nun die Zeit der Verheißung sich nahte, die Gott dem Abraham
> zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,
> (17-35) 2. Mose 1,6 - 3,22
> 
> 7:18   bis ein andrer König über Ägypten aufkam, der nichts wußte von
> Josef.
> 
> 7:19   Dieser ging mit Hinterlist vor gegen unser Volk und mißhandelte
> unsre Väter und ließ ihre kleinen Kinder aussetzen, damit sie nicht
> am Leben blieben.
> 
> 7:20   Zu der Zeit wurde Mose geboren, und er war ein schönes Kind vor Gott
> und wurde drei Monate ernährt im Hause seines Vaters.
> 
> 7:21   Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter des Pharao auf
> und zog ihn auf als ihren Sohn.
> 
> 7:22   Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig
> in Worten und Werken.
> 
> 7:23   Als er aber vierzig Jahre alt wurde, gedachte er, nach seinen
> Brüdern, den Israeliten, zu sehen.
> 
> 7:24   Und sah einen Unrecht leiden; da stand er ihm bei und rächte den,
> dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.
> 
> 7:25   Er meinte aber, seine Brüder sollten's verstehen, daß Gott durch
> seine Hand ihnen Rettung bringe; aber sie verstanden's nicht.
> 
> 7:26   Und am nächsten Tag kam er zu ihnen, als sie miteinander stritten,
> und ermahnte sie, Frieden zu halten, und sprach: Liebe Männer, ihr
> seid doch Brüder; warum tut einer dem andern Unrecht?
> 
> 7:27   Der aber seinem Nächsten Unrecht getan hatte, stieß ihn von sich und
> sprach (2. Mose 2,14): »Wer hat dich zum Aufseher und Richter über
> uns gesetzt?
> 
> 7:28   Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?«
> 
> 7:29   Mose aber floh wegen dieser Rede und lebte als Fremdling im Lande
> Midian; dort zeugte er zwei Söhne.
> 2. Mose 18,3-4
> 
> 7:30   Und nach vierzig Jahren erschien ihm in der Wüste am Berge Sinai ein
> Engel in einer Feuerflamme im Dornbusch.
> 
> 7:31   Als aber Mose das sah, wunderte er sich über die Erscheinung. Als er
> aber hinzuging, zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu ihm (2.
> Mose 3,5-10):
> 
> 7:32   »Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und Isaaks und
> Jakobs.« Mose aber fing an zu zittern und wagte nicht hinzuschauen.
> 
> 7:33   Aber der Herr sprach zu ihm: »Zieh die Schuhe aus von deinen Füßen;
> denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land!
> 
> 7:34   Ich habe gesehen das Leiden meines Volkes, das in Ägypten ist, und
> habe sein Seufzen gehört und bin herabgekommen, es zu erretten. Und
> nun komm her, ich will dich nach Ägypten senden.«
> 
> 7:35   Diesen Mose, den sie verleugnet hatten, als sie sprachen: »Wer hat
> dich als Aufseher und Richter eingesetzt?«, den sandte Gott als
> Anführer und Retter durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschienen
> war.
> 
> 7:36   Dieser Mose führte sie heraus und tat Wunder und Zeichen in
> Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre lang.
> 2. Mose 7,10;  2. Mose 14,21
> 
> 7:37   Dies ist der Mose, der zu den Israeliten gesagt hat (5. Mose 18,15):
> »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken
> aus euren Brüdern.«
> 
> 7:38   Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste stand zwischen dem
> Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern.
> Dieser empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben.
> 2. Mose 19,1-25; 20,18-21;  5. Mose 9,10
> 
> 7:39   Ihm wollten unsre Väter nicht gehorsam werden, sondern sie stießen
> ihn von sich und wandten sich in ihrem Herzen wieder Ägypten zu
> 
> 7:40   und sprachen zu Aaron (2. Mose 32,1): »Mache uns Götter, die vor uns
> hergehen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem
> Lande Ägypten geführt hat, widerfahren ist.«
> 
> 7:41   Und sie machten zu der Zeit ein Kalb und opferten dem Götzenbild und
> freuten sich über das Werk ihrer Hände.
> 
> 7:42   Aber Gott wandte sich ab und gab sie dahin, so daß sie dem Heer des
> Himmels dienten, wie geschrieben steht im Buch der Propheten (Amos
> 5,25-27): »Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der Wüste
> mir je Opfer und Gaben dargebracht?
> 
> 7:43   Ihr trugt die Hütte Molochs umher und den Stern des Gottes Räfan,
> die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie anzubeten. Und ich will euch
> wegführen bis über Babylon hinaus.«
> 
> 7:44   Es hatten unsre Väter die Stiftshütte in der Wüste, wie der es
> angeordnet hatte, der zu Mose redete, daß er sie machen sollte nach
> dem Vorbild, das er gesehen hatte.
> 2. Mose 25,9
> 
> 7:45   Diese übernahmen unsre Väter und brachten sie mit Josua in das
> Land, das die Heiden innehatten, die Gott vertrieb vor dem Angesicht
> unsrer Väter, bis zur Zeit Davids.
> Jos 3,14; 18,1
> 
> 7:46   Der fand Gnade bei Gott und bat darum, daß er eine Stätte finden
> möge für das Haus Jakob.
> 2. Sam 7,1-16; Ps 132,3-5
> 
> 7:47   Salomo aber baute ihm ein Haus.
> 1. Kön 6,1-38
> 
> 7:48   Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht
> sind, wie der Prophet spricht (Jesaja 66,1-2):
> 
> 7:49   »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was
> wollt ihr mir denn für ein Haus bauen«, spricht der Herr, »oder was
> ist die Stätte meiner Ruhe?
> 
> 7:50   Hat nicht meine Hand das alles gemacht?«
> 
> 7:51   Ihr Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren, ihr
> widerstrebt allezeit dem heiligen Geist, wie eure Väter, so auch
> ihr.
> 2. Mose 32,9;  3. Mose 26,41; Röm 2,28-29
> Luther übersetzte wörtlich: »unbeschnitten an Herzen und Ohren«.
> 
> 7:52   Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben
> getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen
> Verräter und Mörder ihr nun geworden seid.
> 2. Chr 36,16; Mt 23,31
> 
> 7:53   Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln und habt's
> nicht gehalten.
> 2. Mose 20,1-21;  Gal 3,19; Hebr 2,2
> 
> Der Tod des Stephanus
> 
> 7:54   Als sie das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie knirschten mit
> den Zähnen über ihn.
> 
> 7:55   Er aber, voll heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die
> Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes
> 
> 7:56   und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn
> zur Rechten Gottes stehen.
> Lk 22,69
> 
> 7:57   Sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und stürmten
> einmütig auf ihn ein,
> 
> 7:58   stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen
> legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß
> Saulus,
> 3. Mose 24,16;  Kap 22,20
> 
> 7:59   und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und sprach:
> Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
> Lk 23,46
> 
> 7:60   Er fiel auf die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese
> Sünde nicht an! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
> Lk 23,34
> 
>   8:1    Saulus aber hatte Gefallen an seinem Tode.
> 
> Die Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem
> 
> Es erhob sich aber an diesem Tag eine große Verfolgung über die
> Gemeinde in Jerusalem; da zerstreuten sich alle in die Länder Judäa
> und Samarien, außer den Aposteln.
> Kap 1,8; 11,19
> 
> 8:2    Es bestatteten aber den Stephanus gottesfürchtige Männer und hielten
> eine große Klage über ihn.
> 
> 8:3    Saulus aber suchte die Gemeinde zu zerstören, ging von Haus zu Haus,
> schleppte Männer und Frauen fort und warf sie ins Gefängnis.
> Kap 9,1; 22,4; 1. Kor 15,9
> 
> Philippus in Samaria. Der Zauberer Simon
> 
> 8:4    Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort.
> 
> 8:5     Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte
> ihnen von Christus.
> Kap 6,5
> 
> 8:6    Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie
> ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat.
> 
> 8:7    Denn die unreinen Geister fuhren aus mit großem Geschrei aus vielen
> Besessenen, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund
> gemacht;
> Mk 16,17
> 
> 8:8    und es entstand große Freude in dieser Stadt.
> 
> 8:9    Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt
> Zauberei trieb und das Volk von Samaria in seinen Bann zog, weil er
> vorgab, er wäre etwas Großes.
> 
> 8:10   Und alle hingen ihm an, klein und groß, und sprachen: Dieser ist die
> Kraft Gottes, die die Große genannt wird.
> 
> 8:11   Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei
> in seinen Bann gezogen hatte.
> 
> 8:12   Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und
> von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und
> Frauen.
> 
> 8:13   Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu
> Philippus. Und als er die Zeichen und großen Taten sah, die
> geschahen, geriet er außer sich vor Staunen.
> 
> 8:14   Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, daß Samarien das Wort
> Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes.
> 
> 8:15   Die kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist
> empfingen.
> 
> 8:16   Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren
> allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
> 
> 8:17   Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen
> Geist.
> 
> 8:18   Als aber Simon sah, daß der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel
> die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an
> 
> 8:19   und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände
> auflege, den heiligen Geist empfange.
> 
> 8:20   Petrus aber sprach zu ihm: Daß du verdammt werdest mitsamt deinem
> Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt.
> 
> 8:21   Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz
> ist nicht rechtschaffen vor Gott.
> 
> 8:22   Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir
> das Trachten deines Herzens vergeben werden könne.
> 
> 8:23   Denn ich sehe, daß du voll bitterer Galle bist und verstrickt in
> Ungerechtigkeit.
> 
> 8:24   Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, daß
> nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt.
> 
> 8:25   Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten
> sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen
> Dörfern der Samariter.
> 
> Der Kämmerer aus Äthiopien
> 
> 8:26   Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf
> und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza
> hinabführt und öde ist.
> 
> 8:27   Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Äthiopien,
> ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von
> Äthiopien, welcher ihren ganzen Schatz verwaltete, der war nach
> Jerusalem gekommen, um anzubeten.
> 
> 8:28   Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den
> Propheten Jesaja.
> 
> 8:29   Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem
> Wagen!
> 
> 8:30   Da lief Philippus hin und hörte, daß er den Propheten Jesaja las,
> und fragte: Verstehst du auch, was du liest?
> 
> 8:31   Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und
> er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.
> 
> 8:32   Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser (Jesaja 53,7-8):
> »Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm,
> das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf.
> 
> 8:33   In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine
> Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde
> weggenommen.«
> 
> 8:34   Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich,
> von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand
> anderem?
> 
> 8:35   Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der
> Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus.
> 
> 8:36   Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da
> sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich
> mich taufen lasse?
> Vers 37 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Philippus
> aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so kann es
> geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus
> Christus Gottes Sohn ist.«
> 
> 8:38   Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab,
> Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.
> 
> 8:39   Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des
> Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog
> aber seine Straße fröhlich.
> 1. Kön 18,12
> 
> 8:40   Philippus aber fand sich in Aschdod wieder und zog umher und
> predigte in allen Städten das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.
> Kap 21,8-9
> 
>          Die Bekehrung des Saulus
> 
> 9:1     Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger
> des Herrn und ging zum Hohenpriester
> (1-19) Kap 22,3-16; 26,9-18;  Kap 8,3
> 
> 9:2    und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er
> Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände,
> gefesselt nach Jerusalem führe.
> 
> 9:3     Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam,
> umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel;
> (3-6) 1. Kor 15,8
> 
> 9:4    und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm:
> Saul, Saul, was verfolgst du mich?
> 
> 9:5    Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du
> verfolgst.
> 
> 9:6    Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun
> sollst.
> 
> 9:7    Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da;
> denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden.
> 
> 9:8    Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen
> aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und
> führten ihn nach Damaskus;
> 
> 9:9    und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.
> 
> 9:10   Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien
> der Herr und sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr.
> 
> 9:11   Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die
> Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit
> Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet
> 
> 9:12   und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias,
> der zu ihm hereinkam und die Hand auf ihn legte, damit er wieder
> sehend werde.
> 
> 9:13   Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über
> diesen Mann, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan
> hat;
> 
> 9:14   und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle
> gefangenzunehmen, die deinen Namen anrufen.
> 
> 9:15   Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein
> auserwähltes Werkzeug, daß er meinen Namen trage vor Heiden und
> vor Könige und vor das Volk Israel.
> Kap 13,46;  Kap 26,2; 27,24
> 
> 9:16   Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines Namens willen.
> 2. Kor 11,23-28
> 
> 9:17   Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf
> ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,
> Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, daß du wieder
> sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest.
> 
> 9:18   Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde
> wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen
> 
> 9:19   und nahm Speise zu sich und stärkte sich.
> 
> Saulus in Damaskus und Jerusalem
> 
> Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus.
> 
> 9:20   Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, daß dieser
> Gottes Sohn sei.
> 
> 9:21   Alle aber, die es hörten, entsetzten sich und sprachen: Ist das
> nicht der, der in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen
> Namen anrufen, und ist er nicht deshalb hierhergekommen, daß er sie
> gefesselt zu den Hohenpriestern führe?
> Kap 8,1; 26,10
> 
> 9:22   Saulus aber gewann immer mehr an Kraft und trieb die Juden in die
> Enge, die in Damaskus wohnten, und bewies, daß Jesus der Christus
> ist.
> Kap 18,28
> 
> 9:23   Nach mehreren Tagen aber hielten die Juden Rat und beschlossen, ihn
> zu töten.
> 
> 9:24   Aber es wurde Saulus bekannt, daß sie ihm nachstellten. Sie
> bewachten Tag und Nacht auch die Tore, um ihn zu töten.
> 
> 9:25   Da nahmen ihn seine Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb
> die Mauer hinab.
> 2. Kor 11,32-33
> 
> 9:26   Als er aber nach Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den Jüngern zu
> halten; doch sie fürchteten sich alle vor ihm und glaubten nicht,
> daß er ein Jünger wäre.
> Gal 1,17-19
> 
> 9:27   Barnabas aber nahm ihn zu sich und führte ihn zu den Aposteln und
> erzählte ihnen, wie Saulus auf dem Wege den Herrn gesehen und daß
> der mit ihm geredet und wie er in Damaskus im Namen Jesu frei und
> offen gepredigt hätte.
> 
> 9:28   Und er ging bei ihnen in Jerusalem ein und aus und predigte im Namen
> des Herrn frei und offen.
> 
> 9:29   Er redete und stritt auch mit den griechischen Juden; aber sie
> stellten ihm nach, um ihn zu töten.
> 
> 9:30   Als das die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea und
> schickten ihn weiter nach Tarsus.
> Gal 1,21
> 
> 9:31   So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und
> Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und
> mehrte sich unter dem Beistand des heiligen Geistes.
> 
> Petrus in Lydda
> 
> 9:32   Es geschah aber, als Petrus überall im Land umherzog, daß er auch zu
> den Heiligen kam, die in Lydda wohnten.
> 
> 9:33   Dort fand er einen Mann mit Namen Äneas, seit acht Jahren ans Bett
> gebunden; der war gelähmt.
> 
> 9:34   Und Petrus sprach zu ihm: Äneas, Jesus Christus macht dich gesund;
> steh auf und mach dir selber das Bett. Und sogleich stand er auf.
> 
> 9:35   Da sahen ihn alle, die in Lydda und in Scharon wohnten, und
> bekehrten sich zu dem Herrn.
> 
> Die Auferweckung der Tabita
> 
> 9:36   In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabita, das heißt übersetzt:
> Reh. Die tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen.
> 
> 9:37   Es begab sich aber zu der Zeit, daß sie krank wurde und starb. Da
> wuschen sie sie und legten sie in das Obergemach.
> 
> 9:38   Weil aber Lydda nahe bei Joppe ist, sandten die Jünger, als sie
> hörten, daß Petrus dort war, zwei Männer zu ihm und baten ihn: Säume
> nicht, zu uns zu kommen!
> 
> 9:39   Petrus aber stand auf und ging mit ihnen. Und als er hingekommen
> war, führten sie ihn hinauf in das Obergemach, und es traten alle
> Witwen zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, die
> Tabita gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.
> 
> 9:40   Und als Petrus sie alle hinausgetrieben hatte, kniete er nieder,
> betete und wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabita, steh
> auf! Und sie schlug ihre Augen auf; und als sie Petrus sah, setzte
> sie sich auf.
> Mk 5,41
> 
> 9:41   Er aber gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen und rief die
> Heiligen und die Witwen und stellte sie lebendig vor sie.
> 
> 9:42   Und das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an
> den Herrn.
> 
> 9:43   Und es geschah, daß Petrus lange Zeit in Joppe blieb bei einem
> Simon, der ein Gerber war.
> 
>          Der Hauptmann Kornelius
> 
> 10:1    Es war aber ein Mann in Cäsarea mit Namen Kornelius, ein Hauptmann
> der Abteilung, die die Italische genannt wurde.
> 
> 10:2    Der war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem
> Volk viele Almosen und betete immer zu Gott.
> 
> 10:3    Der hatte eine Erscheinung um die neunte Stunde am Tage und sah
> deutlich einen Engel Gottes bei sich eintreten; der sprach zu ihm:
> Kornelius!
> 
> 10:4    Er aber sah ihn an, erschrak und fragte: Herr, was ist? Der sprach
> zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind vor Gott gekommen, und
> er hat ihrer gedacht.
> Tob 3,24-25
> 
> 10:5    Und nun sende Männer nach Joppe und laß holen Simon mit dem Beinamen
> Petrus.
> 
> 10:6    Der ist zu Gast bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt.
> Kap 9,43
> 
> 10:7    Und als der Engel, der mit ihm redete, hinweggegangen war, rief
> Kornelius zwei seiner Knechte und einen frommen Soldaten von denen,
> die ihm dienten,
> 
> 10:8    und erzählte ihnen alles und sandte sie nach Joppe.
> Kap 11,5-17
> 
> 10:9    Am nächsten Tag, als diese auf dem Wege waren und in die Nähe der
> Stadt kamen, stieg Petrus auf das Dach, zu beten um die sechste
> Stunde.
> 
> 10:10   Und als er hungrig wurde, wollte er essen. Während sie ihm aber
> etwas zubereiteten, geriet er in Verzückung
> 
> 10:11   und sah den Himmel aufgetan und etwas wie ein großes leinenes Tuch
> herabkommen, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde.
> 
> 10:12   Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und
> Vögel des Himmels.
> 
> 10:13   Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und
> iß!
> 
> 10:14   Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas
> Verbotenes und Unreines gegessen.
> 3. Mose 11,1-47; Hes 4,14
> 
> 10:15   Und die Stimme sprach zum zweitenmal zu ihm: Was Gott rein gemacht
> hat, das nenne du nicht verboten.
> Röm 14,14
> 
> 10:16   Und das geschah dreimal; und alsbald wurde das Tuch wieder
> hinaufgenommen gen Himmel.
> 
> 10:17   Als aber Petrus noch ratlos war, was die Erscheinung bedeute, die er
> gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer, von Kornelius gesandt,
> nach dem Haus Simons und standen an der Tür,
> 
> 10:18   riefen und fragten, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast
> wäre.
> 
> 10:19   Während aber Petrus nachsann über die Erscheinung, sprach der Geist
> zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich;
> 
> 10:20   so steh auf, steig hinab und geh mit ihnen und zweifle nicht, denn
> ich habe sie gesandt.
> 
> 10:21   Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin's,
> den ihr sucht; warum seid ihr hier?
> 
> 10:22   Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und
> gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden,
> hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, daß er dich sollte
> holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast.
> 
> 10:23   Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er
> sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit
> ihm.
> 
> 10:24   Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf
> sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen.
> 
> 10:25   Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm
> zu Füßen und betete ihn an.
> 
> 10:26   Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, ich bin auch nur
> ein Mensch.
> Kap 14,15; Offb 19,10
> 
> 10:27   Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die
> zusammengekommen waren.
> 
> 10:28   Und er sprach zu ihnen: Ihr wißt, daß es einem jüdischen Mann nicht
> erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber
> Gott hat mir gezeigt, daß ich keinen Menschen meiden oder unrein
> nennen soll.
> 
> 10:29   Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde.
> So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen.
> 
> 10:30   Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die
> neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir
> in einem leuchtenden Gewand
> 
> 10:31   und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist
> gedacht worden vor Gott.
> 
> 10:32   So sende nun nach Joppe und laß herrufen Simon mit dem Beinamen
> Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer.
> 
> 10:33   Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, daß du
> gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu
> hören, was dir vom Herrn befohlen ist.
> 
> 10:34   Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in
> Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht;
> 5. Mose 10,17; 1. Sam 16,7; Röm 2,11
> 
> 10:35   sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm
> angenehm.
> Joh 10,16
> 
> 10:36   Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt
> durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alle.
> Eph 2,17
> 
> 10:37   Ihr wißt, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen von Galiläa
> nach der Taufe, die Johannes predigte,
> Mt 4,12-17
> 
> 10:38   wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und
> Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund
> gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm.
> Mt 3,16
> 
> 10:39   Und wir sind Zeugen für alles, was er getan hat im jüdischen Land
> und in Jerusalem. Den haben sie an das Holz gehängt und getötet.
> 
> 10:40   Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen
> lassen,
> 1. Kor 15,4-7
> 
> 10:41    nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten
> Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er
> auferstanden war von den Toten.
> Joh 14,19; 14,22;  Lk 24,30; 24,43
> 
> 10:42   Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, daß
> er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten.
> Joh 5,22
> 
> 10:43   Von diesem bezeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle,
> die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.
> Jes 53,5-6; Jer 31,34
> 
> 10:44   Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf
> alle, die dem Wort zuhörten.
> 
> 10:45   Und die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren,
> entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des heiligen
> Geistes ausgegossen wurde;
> 
> 10:46   denn sie hörten, daß sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen.
> Da antwortete Petrus:
> Kap 2,4
> 
> 10:47   Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den
> heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir?
> 
> 10:48   Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie
> ihn, noch einige Tage dazubleiben.
> 
>          Petrus in Jerusalem
> 
> 11:1    Es kam aber den Aposteln und Brüdern in Judäa zu Ohren, daß auch die
> Heiden Gottes Wort angenommen hatten.
> 
> 11:2    Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die gläubig
> gewordenen Juden mit ihm
> 
> 11:3    und sprachen: Du bist zu Männern gegangen, die nicht Juden sind, und
> hast mit ihnen gegessen!
> Gal 2,12
> 
> 11:4    Petrus aber fing an und erzählte es ihnen der Reihe nach und sprach:
> 
> 11:5     Ich war in der Stadt Joppe im Gebet und geriet in Verzückung und
> hatte eine Erscheinung; ich sah etwas wie ein großes leinenes Tuch
> herabkommen, an vier Zipfeln niedergelassen vom Himmel; das kam bis
> zu mir.
> (5-17) Kap 10,9-48
> 
> 11:6    Als ich hineinsah, erblickte ich vierfüßige Tiere der Erde und wilde
> Tiere und kriechende Tiere und Vögel des Himmels.
> 
> 11:7    Ich hörte aber auch eine Stimme, die sprach zu mir: Steh auf,
> Petrus, schlachte und iß!
> 
> 11:8    Ich aber sprach: O nein, Herr; denn es ist nie etwas Verbotenes oder
> Unreines in meinen Mund gekommen.
> 
> 11:9    Aber die Stimme antwortete zum zweitenmal vom Himmel: Was Gott rein
> gemacht hat, das nenne du nicht verboten.
> 
> 11:10   Das geschah aber dreimal; und alles wurde wieder gen Himmel
> hinaufgezogen.
> 
> 11:11   Und siehe, auf einmal standen drei Männer vor dem Hause, in dem wir
> waren, von Cäsarea zu mir gesandt.
> 
> 11:12   Der Geist aber sprach zu mir, ich solle mit ihnen gehen und nicht
> zweifeln. Es kamen aber mit mir auch diese sechs Brüder, und wir
> gingen in das Haus des Mannes.
> 
> 11:13   Der berichtete uns, wie er den Engel in seinem Haus gesehen habe,
> der zu ihm sagte: Sende Männer nach Joppe und laß holen Simon, mit
> dem Beinamen Petrus;
> 
> 11:14   der wird dir die Botschaft sagen, durch die du selig wirst und dein
> ganzes Haus.
> 
> 11:15   Als ich aber anfing zu reden, fiel der heilige Geist auf sie ebenso
> wie am Anfang auf uns.
> Kap 2,1-4
> 
> 11:16   Da dachte ich an das Wort des Herrn, als er sagte: Johannes hat mit
> Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft
> werden.
> Kap 1,5
> 
> 11:17   Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die
> wir zum Glauben gekommen sind an den Herrn Jesus Christus: wer war
> ich, daß ich Gott wehren konnte?
> 
> 11:18   Als sie das hörten, schwiegen sie still und lobten Gott und
> sprachen: So hat Gott auch den Heiden die Umkehr gegeben, die zum
> Leben führt!
> 
> Erste Christen in Antiochia
> 
> 11:19   Die aber zerstreut waren wegen der Verfolgung, die sich wegen
> Stephanus erhob, gingen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia
> und verkündigten das Wort niemandem als allein den Juden.
> Kap 8,1-4
> 
> 11:20   Es waren aber einige unter ihnen, Männer aus Zypern und Kyrene, die
> kamen nach Antiochia und redeten auch zu den Griechen und predigten
> das Evangelium vom Herrn Jesus.
> 
> 11:21   Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde
> gläubig und bekehrte sich zum Herrn.
> Kap 2,47
> 
> 11:22   Es kam aber die Kunde davon der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren; und
> sie sandten Barnabas, daß er nach Antiochia ginge.
> Kap 4,36
> 
> 11:23   Als dieser dort hingekommen war und die Gnade Gottes sah, wurde er
> froh und ermahnte sie alle, mit festem Herzen an dem Herrn zu
> bleiben;
> 
> 11:24   denn er war ein bewährter Mann, voll heiligen Geistes und Glaubens.
> Und viel Volk wurde für den Herrn gewonnen.
> Kap 5,14
> 
> 11:25   Barnabas aber zog aus nach Tarsus, Saulus zu suchen.
> Kap 9,30
> 
> 11:26   Und als er ihn fand, brachte er ihn nach Antiochia. Und sie blieben
> ein ganzes Jahr bei der Gemeinde und lehrten viele. In Antiochia
> wurden die Jünger zuerst Christen genannt.
> Gal 2,11
> 
> 11:27   In diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia.
> Kap 13,1; 15,32
> 
> 11:28   Und einer von ihnen mit Namen Agabus trat auf und sagte durch den
> Geist eine große Hungersnot voraus, die über den ganzen Erdkreis
> kommen sollte; dies geschah unter dem Kaiser Klaudius.
> Kap 21,10
> 
> 11:29   Aber unter den Jüngern beschloß ein jeder, nach seinem Vermögen den
> Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden.
> 
> 11:30   Das taten sie auch und schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas
> und Saulus.
> Kap 12,25; 1. Kor 16,1-4
> 
>          Der Tod des Jakobus und die Befreiung des Petrus
> 
> 12:1    Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der
> Gemeinde, sie zu mißhandeln.
> 
> 12:2    Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.
> Mt 20,20-23
> 
> 12:3    Und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch
> Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der Ungesäuerten Brote.
> 
> 12:4    Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und
> überantwortete ihn vier Wachen von je vier Soldaten, ihn zu
> bewachen. Denn er gedachte, ihn nach dem Fest vor das Volk zu
> stellen.
> 
> 12:5    So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde
> betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.
> 
> 12:6    Und in jener Nacht, als ihn Herodes vorführen lassen wollte, schlief
> Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, und die
> Wachen vor der Tür bewachten das Gefängnis.
> 
> 12:7    Und siehe, der Engel des Herrn kam herein, und Licht leuchtete auf
> in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und
> sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen
> Händen.
> Kap 5,19
> 
> 12:8    Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und zieh deine Schuhe an!
> Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge
> mir!
> 
> 12:9    Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß ihm das
> wahrhaftig geschehe durch den Engel, sondern meinte, eine
> Erscheinung zu sehen.
> 
> 12:10   Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen zu dem
> eisernen Tor, das zur Stadt führt; das tat sich ihnen von selber
> auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Straße weit, und alsbald
> verließ ihn der Engel.
> 
> 12:11   Und als Petrus zu sich gekommen war, sprach er: Nun weiß ich
> wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand
> des Herodes errettet hat und von allem, was das jüdische Volk
> erwartete.
> 
> 12:12   Und als er sich besonnen hatte, ging er zum Haus Marias, der Mutter
> des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo viele beieinander waren
> und beteten.
> Vers 25; Kap 13,5; 13,13; 15,37
> 
> 12:13   Als er aber an das Hoftor klopfte, kam eine Magd mit Namen Rhode, um
> zu hören, wer da wäre.
> 
> 12:14   Und als sie die Stimme des Petrus erkannte, tat sie vor Freude das
> Tor nicht auf, lief hinein und verkündete, Petrus stünde vor dem
> Tor.
> 
> 12:15   Sie aber sprachen zu ihr: Du bist von Sinnen. Doch sie bestand
> darauf, es wäre so. Da sprachen sie: Es ist sein Engel.
> 
> 12:16   Petrus aber klopfte weiter an. Als sie nun aufmachten, sahen sie ihn
> und entsetzten sich.
> 
> 12:17   Er aber winkte ihnen mit der Hand, daß sie schweigen sollten, und
> erzählte ihnen, wie ihn der Herr aus dem Gefängnis geführt hatte,
> und sprach: Verkündet dies dem Jakobus und den Brüdern. Dann ging er
> hinaus und zog an einen andern Ort.
> 
> Das Ende des Herodes Agrippa
> 
> 12:18   Als es aber Tag wurde, entstand eine nicht geringe Verwirrung unter
> den Soldaten, was wohl mit Petrus geschehen sei.
> Kap 5,21-22
> 
> 12:19   Als aber Herodes ihn holen lassen wollte und ihn nicht fand,
> verhörte er die Wachen und ließ sie abführen. Dann zog er von Judäa
> hinab nach Cäsarea und blieb dort eine Zeitlang.
> 
> 12:20   Er war aber zornig auf die Einwohner von Tyrus und Sidon. Sie aber
> kamen einmütig zu ihm und überredeten Blastus, den Kämmerer des
> Königs, und baten um Frieden, weil ihr Land seine Nahrung aus dem
> Land des Königs bekam.
> Hes 27,17
> 
> 12:21   Und an einem festgesetzten Tag legte Herodes das königliche Gewand
> an, setzte sich auf den Thron und hielt eine Rede an sie.
> 
> 12:22   Das Volk aber rief ihm zu: Das ist Gottes Stimme und nicht die eines
> Menschen!
> Hes 28,2
> 
> 12:23   Alsbald schlug ihn der Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre
> gab. Und von Würmern zerfressen, gab er den Geist auf.
> Dan 5,20;  2. Makk 9,9
> 
> 12:24   Und das Wort Gottes wuchs und breitete sich aus.
> Kap 6,7
> 
> 12:25   Barnabas und Saulus aber kehrten zurück, nachdem sie in Jerusalem
> die Gabe überbracht hatten, und nahmen mit sich Johannes, der den
> Beinamen Markus hat.
> Kap 11,29-30;  Kap 13,5
> 
>          Der Beginn der ersten Missionsreise
> 
> 13:1    Es waren aber in Antiochia in der Gemeinde Propheten und Lehrer,
> nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene
> und Manaën, der mit dem Landesfürsten Herodes erzogen worden war,
> und Saulus.
> Kap 11,27; 1. Kor 12,28
> 
> 13:2    Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige
> Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich
> sie berufen habe.
> Kap 9,15
> 
> 13:3    Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen
> sie ziehen.
> Kap 6,6
> 
> Auf der Insel Zypern
> 
> 13:4    Nachdem sie nun ausgesandt waren vom heiligen Geist, kamen sie nach
> Seleuzia und von da zu Schiff nach Zypern.
> 
> 13:5    Und als sie in die Stadt Salamis kamen, verkündigten sie das Wort
> Gottes in den Synagogen der Juden; sie hatten aber auch Johannes
> als Gehilfen bei sich.
> Kap 12,12; 12,25
> 
> 13:6    Als sie die ganze Insel bis nach Paphos durchzogen hatten, trafen
> sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, der hieß
> Barjesus;
> 
> 13:7    der war bei dem Statthalter Sergius Paulus, einem verständigen Mann.
> Dieser rief Barnabas und Saulus zu sich und begehrte, das Wort
> Gottes zu hören.
> 
> 13:8    Da widerstand ihnen der Zauberer Elymas - denn so wird sein Name
> übersetzt - und versuchte, den Statthalter vom Glauben abzuhalten.
> 
> 13:9    Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll heiligen Geistes, sah ihn
> an
> 
> 13:10   und sprach: Du Sohn des Teufels, voll aller List und aller Bosheit,
> du Feind aller Gerechtigkeit, hörst du nicht auf, krumm zu machen
> die geraden Wege des Herrn?
> 
> 13:11   Und nun siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und du sollst
> blind sein und die Sonne eine Zeitlang nicht sehen! Auf der Stelle
> fiel Dunkelheit und Finsternis auf ihn, und er ging umher und suchte
> jemanden, der ihn an der Hand führte.
> 
> 13:12   Als der Statthalter sah, was geschehen war, wurde er gläubig und
> verwunderte sich über die Lehre des Herrn.
> 
> In Antiochia in Pisidien
> 
> 13:13   Paulus aber und die um ihn waren, fuhren von Paphos ab und kamen
> nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und
> kehrte zurück nach Jerusalem.
> Kap 15,38
> 
> 13:14   Sie aber zogen von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien
> und gingen am Sabbat in die Synagoge und setzten sich.
> 
> 13:15   Nach der Lesung des Gesetzes und der Propheten aber schickten die
> Vorsteher der Synagoge zu ihnen und ließen ihnen sagen: Liebe
> Brüder, wollt ihr etwas reden und das Volk ermahnen, so sagt es.
> Kap 15,21
> 
> 13:16   Da stand Paulus auf und winkte mit der Hand und sprach: Ihr Männer
> von Israel und ihr Gottesfürchtigen, hört zu!
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 13:17   Der Gott dieses Volkes Israel hat unsre Väter erwählt und das Volk
> groß gemacht, als sie Fremdlinge waren im Lande Ägypten, und mit
> starkem Arm führte er sie von dort heraus.
> 2. Mose 12,37; 12,40-41; 14,8
> 
> 13:18   Und vierzig Jahre lang ertrug er sie in der Wüste
> Ps 106,13-33
> 
> 13:19   und vernichtete sieben Völker in dem Land Kanaan und gab ihnen
> deren Land zum Erbe;
> 5. Mose 7,1;  Jos 14,2
> 
> 13:20   das geschah in etwa vierhundertfünfzig Jahren. Danach gab er ihnen
> Richter bis zur Zeit des Propheten Samuel.
> Ri 2,16;  1. Sam 3,20
> 
> 13:21   Und von da an baten sie um einen König; und Gott gab ihnen Saul,
> den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig
> Jahre.
> 1. Sam 8,5;  1. Sam 10,21-24
> 
> 13:22   Und als er diesen verstoßen hatte, erhob er David zu ihrem König,
> von dem er bezeugte (1. Samuel 13,14): »Ich habe David gefunden, den
> Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der soll meinen ganzen
> Willen tun.«
> 
> 13:23   Aus dessen Geschlecht hat Gott, wie er verheißen hat, Jesus kommen
> lassen als Heiland für das Volk Israel,
> Jes 11,1
> 
> 13:24   nachdem Johannes, bevor Jesus auftrat, dem ganzen Volk Israel die
> Taufe der Buße gepredigt hatte.
> Lk 3,3
> 
> 13:25   Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Ich bin nicht
> der, für den ihr mich haltet; aber siehe, er kommt nach mir, dessen
> Schuhriemen zu lösen ich nicht wert bin.
> Joh 1,20;  Mk 1,7; Lk 3,16; Joh 1,27
> 
> 13:26   Ihr Männer, liebe Brüder, ihr Söhne aus dem Geschlecht Abrahams und
> ihr Gottesfürchtigen, uns ist das Wort dieses Heils gesandt.
> 
> 13:27   Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Oberen haben, weil sie
> Jesus nicht erkannten, die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat
> vorgelesen werden, mit ihrem Urteilsspruch erfüllt.
> Joh 16,3
> 
> 13:28   Und obwohl sie nichts an ihm fanden, das den Tod verdient hätte,
> baten sie doch Pilatus, ihn zu töten.
> Mt 27,22-23
> 
> 13:29   Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht,
> nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab.
> Mt 27,59-60
> 
> 13:30   Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten;
> Kap 3,15
> 
> 13:31   und er ist an vielen Tagen denen erschienen, die mit ihm von
> Galiläa hinauf nach Jerusalem gegangen waren; die sind jetzt seine
> Zeugen vor dem Volk.
> Kap 1,3
> 
> 13:32   Und wir verkündigen euch die Verheißung, die an die Väter ergangen
> ist,
> 
> 13:33   daß Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus
> auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht (Psalm
> 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.«
> 
> 13:34   Daß er ihn aber von den Toten auferweckt hat und ihn nicht der
> Verwesung überlassen wollte, hat er so gesagt (Jesaja 55,3): »Ich
> will euch die Gnade, die David verheißen ist, treu bewahren.«
> 
> 13:35   Darum sagt er auch an einer andern Stelle (Psalm 16,10): »Du wirst
> nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.«
> Kap 2,27
> 
> 13:36   Denn nachdem David zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte,
> ist er entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat
> die Verwesung gesehen.
> 
> 13:37   Der aber, den Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht
> gesehen.
> 
> 13:38   So sei euch nun kundgetan, liebe Brüder, daß euch durch ihn
> Vergebung der Sünden verkündigt wird; und in all dem, worin ihr
> durch das Gesetz des Mose nicht gerecht werden konntet,
> Röm 8,3-4
> 
> 13:39   ist der gerecht gemacht, der an ihn glaubt.
> Röm 10,4
> 
> 13:40   Seht nun zu, daß nicht über euch komme, was in den Propheten gesagt
> ist (Habakuk 1,5):
> 
> 13:41   »Seht, ihr Verächter, und wundert euch und werdet zunichte! Denn ich
> tue ein Werk zu euren Zeiten, das ihr nicht glauben werdet, wenn es
> euch jemand erzählt.«
> 
> 13:42   Als sie aber aus der Synagoge hinausgingen, baten die Leute, daß sie
> am nächsten Sabbat noch einmal von diesen Dingen redeten.
> 
> 13:43   Und als die Gemeinde auseinanderging, folgten viele Juden und
> gottesfürchtige Judengenossen dem Paulus und Barnabas. Diese
> sprachen mit ihnen und ermahnten sie, daß sie bleiben sollten in der
> Gnade Gottes.
> 
> 13:44   Am folgenden Sabbat aber kam fast die ganze Stadt zusammen, das Wort
> Gottes zu hören.
> 
> 13:45   Als aber die Juden die Menge sahen, wurden sie neidisch und
> widersprachen dem, was Paulus sagte, und lästerten.
> 
> 13:46   Paulus und Barnabas aber sprachen frei und offen: Euch mußte das
> Wort Gottes zuerst gesagt werden; da ihr es aber von euch stoßt und
> haltet euch selbst nicht für würdig des ewigen Lebens, siehe, so
> wenden wir uns zu den Heiden.
> Kap 3,25-26; Mt 10,5-6
> 
> 13:47   Denn so hat uns der Herr geboten (Jesaja 49,6): »Ich habe dich zum
> Licht der Heiden gemacht, damit du das Heil seist bis an die Enden
> der Erde.«
> 
> 13:48   Als das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des
> Herrn, und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt
> waren.
> Röm 8,29-30
> 
> 13:49   Und das Wort des Herrn breitete sich aus in der ganzen Gegend.
> 
> 13:50   Aber die Juden hetzten die gottesfürchtigen vornehmen Frauen und die
> angesehensten Männer der Stadt auf und stifteten eine Verfolgung an
> gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.
> 
> 13:51   Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen zum Zeugnis gegen
> sie und kamen nach Ikonion.
> Kap 18,6; Mt 10,14
> 
> 13:52   Die Jünger aber wurden erfüllt von Freude und heiligem Geist.
> 
>          In Ikonion
> 
> 14:1    Es geschah aber in Ikonion, daß sie wieder in die Synagoge der Juden
> gingen und so predigten, daß eine große Menge Juden und Griechen
> gläubig wurde.
> 
> 14:2    Die Juden aber, die ungläubig blieben, stifteten Unruhe und hetzten
> die Seelen der Heiden auf gegen die Brüder.
> 
> 14:3    Dennoch blieben sie eine lange Zeit dort und lehrten frei und offen
> im Vertrauen auf den Herrn, der das Wort seiner Gnade bezeugte und
> ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände.
> Kap 19,11; Hebr 2,4
> 
> 14:4    Die Menge in der Stadt aber spaltete sich; die einen hielten's mit
> den Juden und die andern mit den Aposteln.
> 
> 14:5    Als sich aber ein Sturm erhob bei den Heiden und Juden und ihren
> Oberen und sie sie mißhandeln und steinigen wollten,
> 2. Tim 3,11
> 
> 14:6    merkten sie es und entflohen in die Städte Lykaoniens, nach Lystra
> und Derbe, und in deren Umgebung
> 
> 14:7    und predigten dort das Evangelium.
> 
> In Lystra
> 
> 14:8    Und es war ein Mann in Lystra, der hatte schwache Füße und konnte
> nur sitzen; er war gelähmt von Mutterleib an und hatte noch nie
> gehen können.
> 
> 14:9    Der hörte Paulus reden. Und als dieser ihn ansah und merkte, daß er
> glaubte, ihm könne geholfen werden,
> Mt 9,28
> 
> 14:10   sprach er mit lauter Stimme: Stell dich aufrecht auf deine Füße! Und
> er sprang auf und ging umher.
> 
> 14:11   Als aber das Volk sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre
> Stimme und riefen auf lykaonisch: Die Götter sind den Menschen
> gleich geworden und zu uns herabgekommen.
> Kap 28,6
> 
> 14:12   Und sie nannten Barnabas Zeus und Paulus Hermes, weil er das Wort
> führte.
> 
> 14:13   Und der Priester des Zeus aus dem Tempel vor ihrer Stadt brachte
> Stiere und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt dem Volk.
> 
> 14:14   Als das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie ihre
> Kleider und sprangen unter das Volk und schrien:
> 
> 14:15   Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen wie
> ihr und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt
> von diesen falschen Göttern zu dem lebendigen Gott, der Himmel und
> Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat.
> Kap 10,26
> 
> 14:16   Zwar hat er in den vergangenen Zeiten alle Heiden ihre eigenen Wege
> gehen lassen;
> Kap 17,30
> 
> 14:17   und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes
> getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat
> euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt. -
> 
> 14:18   Und obwohl sie das sagten, konnten sie kaum das Volk davon
> abbringen, ihnen zu opfern.
> 
> 14:19   Es kamen aber von Antiochia und Ikonion Juden dorthin und
> überredeten das Volk und steinigten Paulus und schleiften ihn zur
> Stadt hinaus, und meinten, er wäre gestorben.
> 2. Kor 11,25; 2. Tim 3,11
> 
> 14:20   Als ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und ging in die
> Stadt.
> 
> Die Rückkehr nach Antiochia in Syrien
> 
> Am nächsten Tag zog er mit Barnabas weiter nach Derbe;
> 
> 14:21   und sie predigten dieser Stadt das Evangelium und machten viele zu
> Jüngern. Dann kehrten sie zurück nach Lystra und Ikonion und
> Antiochia,
> 
> 14:22   stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu
> bleiben, und sagten: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das
> Reich Gottes eingehen.
> Röm 5,3-5; 1. Thess 3,3
> 
> 14:23   Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten
> und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.
> Kap 6,6
> 
> 14:24   Und sie zogen durch Pisidien und kamen nach Pamphylien
> 
> 14:25   und sagten das Wort in Perge und zogen hinab nach Attalia.
> 
> 14:26   Und von da fuhren sie mit dem Schiff nach Antiochia, wo sie der
> Gnade Gottes befohlen worden waren zu dem Werk, das sie nun
> ausgerichtet hatten.
> Kap 13,1-2
> 
> 14:27   Als sie aber dort ankamen, versammelten sie die Gemeinde und
> verkündeten, wieviel Gott durch sie getan und wie er den Heiden die
> Tür des Glaubens aufgetan hätte.
> 1. Kor 16,9
> 
> 14:28   Sie blieben aber dort eine nicht geringe Zeit bei den Jüngern.
> 
>          Die Apostelversammlung in Jerusalem
> 
> 15:1    Und einige kamen herab von Judäa und lehrten die Brüder: Wenn ihr
> euch nicht beschneiden laßt nach der Ordnung des Mose, könnt ihr
> nicht selig werden.
> Gal 5,2
> 
> 15:2    Als nun Zwietracht entstand und Paulus und Barnabas einen nicht
> geringen Streit mit ihnen hatten, ordnete man an, daß Paulus und
> Barnabas und einige andre von ihnen nach Jerusalem hinaufziehen
> sollten zu den Aposteln und Ältesten um dieser Frage willen.
> Gal 2,1
> 
> 15:3    Und sie wurden von der Gemeinde geleitet und zogen durch Phönizien
> und Samarien und erzählten von der Bekehrung der Heiden und machten
> damit allen Brüdern große Freude.
> 
> 15:4    Als sie aber nach Jerusalem kamen, wurden sie empfangen von der
> Gemeinde und von den Aposteln und von den Ältesten. Und sie
> verkündeten, wieviel Gott durch sie getan hatte.
> 
> 15:5    Da traten einige von der Partei der Pharisäer auf, die gläubig
> geworden waren, und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen
> gebieten, das Gesetz des Mose zu halten.
> 
> 15:6    Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, über diese Sache zu
> beraten.
> 
> 15:7    Als man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und
> sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wißt, daß Gott vor
> langer Zeit unter euch bestimmt hat, daß durch meinen Mund die
> Heiden das Wort des Evangeliums hörten und glaubten.
> Kap 10,44; 11,15
> 
> 15:8    Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den
> heiligen Geist gegeben wie auch uns,
> 
> 15:9    und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen,
> nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben.
> 
> 15:10   Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, daß ihr ein Joch auf den
> Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen
> können?
> Mt 23,4; Gal 5,1
> 
> 15:11   Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu
> werden, ebenso wie auch sie.
> Gal 2,16; Eph 2,4-10
> 
> 15:12   Da schwieg die ganze Menge still und hörte Paulus und Barnabas zu,
> die erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan
> hatte unter den Heiden.
> 
> 15:13   Danach, als sie schwiegen, antwortete Jakobus und sprach: Ihr
> Männer, liebe Brüder, hört mir zu!
> Kap 21,18; Gal 2,9
> 
> 15:14   Simon hat erzählt, wie Gott zum ersten Mal die Heiden gnädig
> heimgesucht hat, um aus ihnen ein Volk für seinen Namen zu gewinnen.
> 
> 15:15   Und dazu stimmen die Worte der Propheten, wie geschrieben steht
> (Amos 9,11-12):
> 
> 15:16   »Danach will ich mich wieder zu ihnen wenden und will die zerfallene
> Hütte Davids wieder bauen, und ihre Trümmer will ich wieder aufbauen
> und will sie aufrichten,
> 
> 15:17   damit die Menschen, die übriggeblieben sind, nach dem Herrn fragen,
> dazu alle Heiden, über die mein Name genannt ist, spricht der Herr,
> 
> 15:18   der tut, was von alters her bekannt ist.«
> 
> 15:19   Darum meine ich, daß man denen von den Heiden, die sich zu Gott
> bekehren, nicht Unruhe mache,
> 
> 15:20   sondern ihnen vorschreibe, daß sie sich enthalten sollen von
> Befleckung durch Götzen und von Unzucht und vom Erstickten und
> vom Blut.
> 3. Mose 19,4;  3. Mose 19,29;  3. Mose 3,17
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 15:21   Denn Mose hat von alten Zeiten her in allen Städten solche, die ihn
> predigen, und wird alle Sabbattage in den Synagogen gelesen.
> Kap 13,15
> 
> Die Beschlüsse der Apostelversammlung
> 
> 15:22   Und die Apostel und Ältesten beschlossen samt der ganzen Gemeinde,
> aus ihrer Mitte Männer auszuwählen und mit Paulus und Barnabas nach
> Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabbas und
> Silas, angesehene Männer unter den Brüdern.
> 
> 15:23   Und sie gaben ein Schreiben in ihre Hand, also lautend: Wir, die
> Apostel und Ältesten, eure Brüder, wünschen Heil den Brüdern aus den
> Heiden in Antiochia und Syrien und Zilizien.
> 
> 15:24   Weil wir gehört haben, daß einige von den Unsern, denen wir doch
> nichts befohlen hatten, euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen
> verwirrt haben,
> 
> 15:25   so haben wir, einmütig versammelt, beschlossen, Männer auszuwählen
> und zu euch zu senden, mit unsern geliebten Brüdern Barnabas und
> Paulus,
> 
> 15:26   Männer, die ihr Leben eingesetzt haben für den Namen unseres Herrn
> Jesus Christus.
> 
> 15:27   So haben wir Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe
> mitteilen werden.
> 
> 15:28   Denn es gefällt dem heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last
> aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge:
> 
> 15:29   daß ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom
> Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr
> recht. Lebt wohl!
> 
> Die Benachrichtigung der Gemeinde in Antiochia
> 
> 15:30   Als man sie hatte gehen lassen, kamen sie nach Antiochia und
> versammelten die Gemeinde und übergaben den Brief.
> 
> 15:31   Als sie ihn lasen, wurden sie über den Zuspruch froh.
> 
> 15:32   Judas aber und Silas, die selbst Propheten waren, ermahnten die
> Brüder mit vielen Reden und stärkten sie.
> Kap 11,27; 13,1
> 
> 15:33   Und als sie eine Zeitlang dort verweilt hatten, ließen die Brüder
> sie mit Frieden gehen zu denen, die sie gesandt hatten.
> Vers 34 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Es gefiel
> aber Silas, dort zu bleiben.«
> 
> 15:35   Paulus und Barnabas aber blieben in Antiochia, lehrten und predigten
> mit vielen andern das Wort des Herrn.
> 
> Der Beginn der zweiten Missionsreise
> 
> 15:36   Nach einigen Tagen sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns wieder
> aufbrechen und nach unsern Brüdern sehen in allen Städten, in denen
> wir das Wort des Herrn verkündigt haben, wie es um sie steht.
> 
> 15:37   Barnabas aber wollte, daß sie auch Johannes mit dem Beinamen Markus
> mitnähmen.
> Kap 12,12; 12,25
> 
> 15:38   Paulus aber hielt es nicht für richtig, jemanden mitzunehmen, der
> sie in Pamphylien verlassen hatte und nicht mit ihnen ans Werk
> gegangen war.
> Kap 13,13
> 
> 15:39   Und sie kamen scharf aneinander, so daß sie sich trennten. Barnabas
> nahm Markus mit sich und fuhr nach Zypern.
> 
> 15:40   Paulus aber wählte Silas und zog fort, von den Brüdern der Gnade
> Gottes befohlen.
> 
> 15:41   Er zog aber durch Syrien und Zilizien und stärkte die Gemeinden.
> 
>          In Kleinasien
> 
> 16:1    Er kam auch nach Derbe und Lystra; und siehe, dort war ein Jünger
> mit Namen Timotheus, der Sohn einer jüdischen Frau, die gläubig
> war, und eines griechischen Vaters.
> Kap 17,14; 19,22; 20,4; Phil 2,19-22; 1. Thess 3,2; 3,6
> 2. Tim 1,5
> 
> 16:2    Der hatte einen guten Ruf bei den Brüdern in Lystra und Ikonion.
> 
> 16:3    Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen, und er nahm ihn und
> beschnitt ihn wegen der Juden, die in jener Gegend waren; denn sie
> wußten alle, daß sein Vater ein Grieche war.
> Gal 2,3
> 
> 16:4    Als sie aber durch die Städte zogen, übergaben sie ihnen die
> Beschlüsse, die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem gefaßt
> worden waren, damit sie sich daran hielten.
> Kap 15,23-29
> 
> 16:5    Da wurden die Gemeinden im Glauben gefestigt und nahmen täglich zu
> an Zahl.
> 
> 16:6    Sie zogen aber durch Phrygien und das Land Galatien, da ihnen vom
> heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort zu predigen in der Provinz
> Asien.
> Kap 18,23
> 
> 16:7    Als sie aber bis nach Mysien gekommen waren, versuchten sie, nach
> Bithynien zu reisen; doch der Geist Jesu ließ es ihnen nicht zu.
> 
> 16:8    Da zogen sie durch Mysien und kamen hinab nach Troas.
> 
> Der Ruf nach Mazedonien
> 
> 16:9    Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: ein Mann aus Mazedonien
> stand da und bat ihn: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!
> 
> 16:10   Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich
> nach Mazedonien zu reisen, gewiß, daß uns Gott dahin berufen hatte,
> ihnen das Evangelium zu predigen.
> 
> In Philippi
> 
> 16:11   Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake, am
> nächsten Tag nach Neapolis
> 
> 16:12   und von da nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von
> Mazedonien, eine römische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in
> dieser Stadt.
> 
> 16:13   Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Fluß, wo wir
> dachten, daß man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten
> mit den Frauen, die dort zusammenkamen.
> 
> Die Bekehrung der Lydia
> 
> 16:14   Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin
> aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, so
> daß sie darauf achthatte, was von Paulus geredet wurde.
> 
> 16:15   Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach:
> Wenn ihr anerkennt, daß ich an den Herrn glaube, so kommt in mein
> Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.
> 
> Die Magd mit dem Wahrsagegeist
> 
> 16:16   Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, da begegnete uns eine
> Magd, die hatte einen Wahrsagegeist und brachte ihren Herren viel
> Gewinn ein mit ihrem Wahrsagen.
> 
> 16:17   Die folgte Paulus und uns überall hin und schrie: Diese Menschen
> sind Knechte des allerhöchsten Gottes, die euch den Weg des Heils
> verkündigen.
> Mk 1,24; 1,34
> 
> 16:18   Das tat sie viele Tage lang. Paulus war darüber so aufgebracht, daß
> er sich umwandte und zu dem Geist sprach: Ich gebiete dir im Namen
> Jesu Christi, daß du von ihr ausfährst. Und er fuhr aus zu
> derselben Stunde.
> Mk 16,17
> 
> 16:19   Als aber ihre Herren sahen, daß damit ihre Hoffnung auf Gewinn
> ausgefahren war, ergriffen sie Paulus und Silas, schleppten sie auf
> den Markt vor die Oberen
> 
> 16:20    und führten sie den Stadtrichtern vor und sprachen: Diese Menschen
> bringen unsre Stadt in Aufruhr; sie sind Juden
> Kap 17,6
> 
> 16:21   und verkünden Ordnungen, die wir weder annehmen noch einhalten
> dürfen, weil wir Römer sind.
> 
> 16:22   Und das Volk wandte sich gegen sie; und die Stadtrichter ließen
> ihnen die Kleider herunterreißen und befahlen, sie mit Stöcken zu
> schlagen.
> 2. Kor 11,25; Phil 1,30; 1. Thess 2,2
> 
> Paulus und Silas im Gefängnis
> 
> 16:23   Nachdem man sie hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis
> und befahl dem Aufseher, sie gut zu bewachen.
> 
> 16:24   Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste
> Gefängnis und legte ihre Füße in den Block.
> 
> 16:25   Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und
> die Gefangenen hörten sie.
> 
> 16:26   Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, so daß die Grundmauern
> des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen, und
> von allen fielen die Fesseln ab.
> 
> 16:27   Als aber der Aufseher aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des
> Gefängnisses offenstehen, zog er das Schwert und wollte sich selbst
> töten; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen.
> 
> 16:28   Paulus aber rief laut: Tu dir nichts an; denn wir sind alle hier!
> 
> 16:29   Da forderte der Aufseher ein Licht und stürzte hinein und fiel
> zitternd Paulus und Silas zu Füßen.
> 
> 16:30   Und er führte sie heraus und sprach: Liebe Herren, was muß ich tun,
> daß ich gerettet werde?
> Kap 2,37
> 
> 16:31   Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus
> selig!
> 
> 16:32   Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause
> waren.
> 
> 16:33   Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch
> ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich
> taufen
> 
> 16:34   und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute
> sich mit seinem ganzen Hause, daß er zum Glauben an Gott gekommen
> war.
> 
> 16:35   Als es aber Tag geworden war, sandten die Stadtrichter die
> Amtsdiener und ließen sagen: Laß diese Männer frei!
> 
> 16:36   Und der Aufseher überbrachte Paulus diese Botschaft: Die
> Stadtrichter haben hergesandt, daß ihr frei sein sollt. Nun kommt
> heraus und geht hin in Frieden!
> 
> 16:37   Paulus aber sprach zu ihnen: Sie haben uns ohne Recht und Urteil
> öffentlich geschlagen, die wir doch römische Bürger sind, und in
> das Gefängnis geworfen, und sollten uns nun heimlich fortschicken?
> Nein! Sie sollen selbst kommen und uns hinausführen!
> Kap 22,25
> 
> 16:38   Die Amtsdiener berichteten diese Worte den Stadtrichtern. Da
> fürchteten sie sich, als sie hörten, daß sie römische Bürger seien,
> 
> 16:39   und kamen und redeten ihnen zu, führten sie heraus und baten sie,
> die Stadt zu verlassen.
> 
> 16:40   Da gingen sie aus dem Gefängnis und gingen zu der Lydia. Und als sie
> die Brüder gesehen und sie getröstet hatten, zogen sie fort.
> 
>          In Thessalonich
> 
> 17:1    Nachdem sie aber durch Amphipolis und Apollonia gereist waren, kamen
> sie nach Thessalonich; da war eine Synagoge der Juden.
> 1. Thess 2,2
> 
> 17:2    Wie nun Paulus gewohnt war, ging er zu ihnen hinein und redete mit
> ihnen an drei Sabbaten von der Schrift,
> 
> 17:3    tat sie ihnen auf und legte ihnen dar, daß Christus leiden mußte
> und von den Toten auferstehen und daß dieser Jesus, den ich - so
> sprach er - euch verkündige, der Christus ist.
> Lk 24,26-27; 24,45-46
> 
> 17:4    Einige von ihnen ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus
> und Silas an, auch eine große Menge von gottesfürchtigen Griechen,
> dazu nicht wenige von den angesehensten Frauen.
> 1. Thess 1,1; 2. Thess 1,1
> 
> 17:5    Aber die Juden ereiferten sich und holten sich einige üble Männer
> aus dem Pöbel, rotteten sich zusammen und richteten einen Aufruhr in
> der Stadt an und zogen vor das Haus Jasons und suchten sie, um sie
> vor das Volk zu führen.
> 
> 17:6    Sie fanden sie aber nicht. Da schleiften sie Jason und einige Brüder
> vor die Oberen der Stadt und schrien: Diese, die den ganzen
> Weltkreis erregen, sind jetzt auch hierher gekommen;
> Kap 16,20
> 
> 17:7    die beherbergt Jason. Und diese alle handeln gegen des Kaisers
> Gebote und sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus.
> Lk 23,2
> 
> 17:8    So brachten sie das Volk auf und die Oberen der Stadt, die das
> hörten.
> 
> 17:9    Und erst nachdem ihnen von Jason und den andern Bürgschaft geleistet
> war, ließen sie sie frei.
> 
> In Beröa
> 
> 17:10   Die Brüder aber schickten noch in derselben Nacht Paulus und Silas
> nach Beröa. Als sie dahin kamen, gingen sie in die Synagoge der
> Juden.
> 
> 17:11   Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen
> das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob
> sich's so verhielte.
> Joh 5,39
> 
> 17:12   So glaubten nun viele von ihnen, darunter nicht wenige von den
> vornehmen griechischen Frauen und Männern.
> 
> 17:13   Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, daß auch in Beröa das
> Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie und erregten
> Unruhe und verwirrten auch dort das Volk.
> 
> 17:14   Da schickten die Brüder Paulus sogleich weiter bis an das Meer;
> Silas und Timotheus aber blieben zurück.
> Kap 16,1
> 
> 17:15   Die aber Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen. Und nachdem
> sie den Auftrag empfangen hatten, daß Silas und Timotheus so schnell
> wie möglich zu ihm kommen sollten, kehrten sie zurück.
> 
> In Athen
> 
> 17:16   Als aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in
> ihm, als er die Stadt voller Götzenbilder sah.
> 
> 17:17   Und er redete zu den Juden und den Gottesfürchtigen in der Synagoge
> und täglich auf dem Markt zu denen, die sich einfanden.
> 
> 17:18   Einige Philosophen aber, Epikureer und Stoiker, stritten mit ihm.
> Und einige von ihnen sprachen: Was will dieser Schwätzer sagen?
> Andere aber: Es sieht so aus, als wolle er fremde Götter
> verkündigen. Er hatte ihnen nämlich das Evangelium von Jesus und
> von der Auferstehung verkündigt.
> 1. Kor 4,12
> 
> 17:19   Sie nahmen ihn aber mit und führten ihn auf den Areopag und
> sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die
> du lehrst?
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 17:20   Denn du bringst etwas Neues vor unsere Ohren; nun wollen wir gerne
> wissen, was das ist.
> 
> 17:21   Alle Athener nämlich, auch die Fremden, die bei ihnen wohnten,
> hatten nichts anderes im Sinn, als etwas Neues zu sagen oder zu
> hören.
> 
> 17:22   Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von
> Athen, ich sehe, daß ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt.
> 
> 17:23   Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand
> einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun
> verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt.
> 
> 17:24   Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der
> Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit
> Händen gemacht sind.
> 1. Kön 8,27
> 
> 17:25   Auch läßt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der
> etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und
> alles gibt.
> Ps 50,9-12
> 
> 17:26   Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht,
> damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt,
> wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen,
> 5. Mose 32,8
> 
> 17:27   damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden
> könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.
> Jes 55,6
> 
> 17:28   Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei
> euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.
> 
> 17:29   Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen,
> die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen
> Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.
> 1. Mose 1,27;  Jes 40,18
> 
> 17:30   Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun
> aber gebietet er den Menschen, daß alle an allen Enden Buße tun.
> Kap 14,16;  Lk 24,47
> 
> 17:31   Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten
> will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat,
> und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten
> auferweckt hat.
> Kap 10,42; Mt 25,31-33
> 
> 17:32   Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu
> spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein
> andermal weiter hören.
> 
> 17:33   So ging Paulus von ihnen.
> 
> 17:34   Einige Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen
> war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen
> Damaris und andere mit ihnen.
> 
>          In Korinth
> 
> 18:1    Danach verließ Paulus Athen und kam nach Korinth
> 
> 18:2    und fand einen Juden mit Namen Aquila, aus Pontus gebürtig; der war
> mit seiner Frau Priszilla kürzlich aus Italien gekommen, weil Kaiser
> Klaudius allen Juden geboten hatte, Rom zu verlassen. Zu denen ging
> Paulus.
> Röm 16,3
> 
> 18:3    Und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und
> arbeitete mit ihnen; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher.
> Kap 20,34; 1. Kor 4,12
> 
> 18:4    Und er lehrte in der Synagoge an allen Sabbaten und überzeugte Juden
> und Griechen.
> 
> 18:5    Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien kamen, richtete sich
> Paulus ganz auf die Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden,
> daß Jesus der Christus ist.
> Kap 17,14-15; 2. Kor 1,19
> 
> 18:6    Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider
> aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt; ohne
> Schuld gehe ich von nun an zu den Heiden.
> Kap 13,51; Neh 5,15;  Kap 20,26
> 
> 18:7    Und er machte sich auf von dort und kam in das Haus eines Mannes mit
> Namen Titius Justus, eines Gottesfürchtigen; dessen Haus war neben
> der Synagoge.
> 
> 18:8     Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, kam zum Glauben an den
> Herrn mit seinem ganzen Hause, und auch viele Korinther, die
> zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.
> 1. Kor 1,14
> 
> 18:9     Es sprach aber der Herr durch eine Erscheinung in der Nacht zu
> Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!
> (9 und 10) Jer 1,8;  1. Kor 2,3
> 
> 18:10   Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu
> schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
> Joh 10,16
> 
> 18:11   Er blieb aber dort ein Jahr und sechs Monate und lehrte unter ihnen
> das Wort Gottes.
> 
> 18:12   Als aber Gallio Statthalter in Achaja war, empörten sich die Juden
> einmütig gegen Paulus und führten ihn vor den Richterstuhl
> 
> 18:13   und sprachen: Dieser Mensch überredet die Leute, Gott zu dienen dem
> Gesetz zuwider.
> 
> 18:14    Als aber Paulus den Mund auftun wollte, sprach Gallio zu den Juden:
> Wenn es um einen Frevel oder ein Vergehen ginge, ihr Juden, so würde
> ich euch anhören, wie es recht ist;
> (14 und 15) Kap 25,18-20
> 
> 18:15   weil es aber Fragen sind über Lehre und Namen und das Gesetz bei
> euch, so seht ihr selber zu; ich gedenke, darüber nicht Richter zu
> sein.
> Joh 18,31
> 
> 18:16   Und er trieb sie weg von dem Richterstuhl.
> 
> 18:17   Da ergriffen sie alle Sosthenes, den Vorsteher der Synagoge, und
> schlugen ihn vor dem Richterstuhl, und Gallio kümmerte sich nicht
> darum.
> 
> Die Rückkehr nach Antiochia
> 
> 18:18   Paulus aber blieb noch eine Zeitlang dort. Danach nahm er Abschied
> von den Brüdern und wollte nach Syrien fahren und mit ihm Priszilla
> und Aquila. Zuvor ließ er sich in Kenchreä sein Haupt scheren, denn
> er hatte ein Gelübde getan.
> Kap 21,24; 21,26
> 
> 18:19   Und sie kamen nach Ephesus, und er ließ die beiden dort zurück; er
> aber ging in die Synagoge und redete mit den Juden.
> 
> 18:20   Sie baten ihn aber, daß er längere Zeit bei ihnen bleibe. Doch er
> willigte nicht ein,
> 
> 18:21   sondern nahm Abschied von ihnen und sprach: Will's Gott, so will
> ich wieder zu euch kommen. Und er fuhr weg von Ephesus
> Jak 4,15
> 
> 18:22   und kam nach Cäsarea und ging hinauf nach Jerusalem und grüßte die
> Gemeinde und zog hinab nach Antiochia.
> Kap 21,15
> 
> Der Beginn der dritten Missionsreise
> 
> 18:23   Und nachdem er einige Zeit geblieben war, brach er wieder auf und
> durchzog nacheinander das galatische Land und Phrygien und stärkte
> alle Jünger.
> 
> Apollos in Ephesus
> 
> 18:24   Es kam aber nach Ephesus ein Jude mit Namen Apollos, aus Alexandria
> gebürtig, ein beredter Mann und gelehrt in der Schrift.
> 1. Kor 3,5-6
> 
> 18:25   Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist
> und lehrte richtig von Jesus, wußte aber nur von der Taufe des
> Johannes.
> Kap 19,3
> 
> 18:26   Er fing an, frei und offen zu predigen in der Synagoge. Als ihn
> Aquila und Priszilla hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm
> den Weg Gottes noch genauer aus.
> 
> 18:27   Als er aber nach Achaja reisen wollte, schrieben die Brüder an die
> Jünger dort und empfahlen ihnen, ihn aufzunehmen. Und als er dahin
> gekommen war, half er denen viel, die gläubig geworden waren durch
> die Gnade.
> 
> 18:28   Denn er widerlegte die Juden kräftig und erwies öffentlich durch
> die Schrift, daß Jesus der Christus ist.
> Kap 9,22; 17,3
> 
>          Paulus in Ephesus
> 
> 19:1    Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, daß Paulus durch das
> Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand.
> 
> 19:2    Zu denen sprach er: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr
> gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, daß
> es einen heiligen Geist gibt.
> Kap 2,38
> 
> 19:3    Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten:
> Auf die Taufe des Johannes.
> 
> 19:4    Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und
> dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen
> werde, nämlich an Jesus.
> Mt 3,11
> 
> 19:5    Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn
> Jesus.
> 
> 19:6    Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist auf
> sie, und sie redeten in Zungen und weissagten.
> Kap 8,17; 10,44; 10,46
> 
> 19:7    Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.
> 
> 19:8    Er ging aber in die Synagoge und predigte frei und offen drei Monate
> lang, lehrte und überzeugte sie von dem Reich Gottes.
> 
> 19:9    Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge
> übel redeten von der Lehre, trennte er sich von ihnen und sonderte
> auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus.
> 
> 19:10   Und das geschah zwei Jahre lang, so daß alle, die in der Provinz
> Asien wohnten, das Wort des Herrn hörten, Juden und Griechen.
> 
> 19:11   Und Gott wirkte nicht geringe Taten durch die Hände des Paulus.
> Kap 14,3; 2. Kor 12,12
> 
> 19:12   So hielten sie auch die Schweißtücher und andere Tücher, die er auf
> seiner Haut getragen hatte, über die Kranken, und die Krankheiten
> wichen von ihnen, und die bösen Geister fuhren aus.
> Kap 5,15
> 
> 19:13   Es unterstanden sich aber einige von den Juden, die als Beschwörer
> umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse
> Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den
> Paulus predigt.
> Lk 9,49
> 
> 19:14   Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen
> Skevas, die dies taten.
> 
> 19:15   Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich
> wohl, und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr?
> 
> 19:16   Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und
> überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und
> verwundet aus dem Haus flohen.
> 
> 19:17   Das aber wurde allen bekannt, die in Ephesus wohnten, Juden und
> Griechen; und Furcht befiel sie alle, und der Name des Herrn Jesus
> wurde hoch gelobt.
> 
> 19:18   Es kamen auch viele von denen, die gläubig geworden waren, und
> bekannten und verkündeten, was sie getan hatten.
> 
> 19:19   Viele aber, die Zauberei getrieben hatten, brachten die Bücher
> zusammen und verbrannten sie öffentlich und berechneten, was sie
> wert waren, und kamen auf fünfzigtausend Silbergroschen.
> 
> 19:20   So breitete sich das Wort aus durch die Kraft des Herrn und wurde
> mächtig.
> Kap 12,24
> 
> 19:21   Als das geschehen war, nahm sich Paulus im Geist vor, durch
> Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, und
> sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muß ich auch Rom sehen.
> Kap 23,11
> 
> 19:22   Und er sandte zwei, die ihm dienten, Timotheus und Erastus, nach
> Mazedonien; er aber blieb noch eine Weile in der Provinz Asien.
> 2. Tim 4,20
> 
> Der Aufruhr des Demetrius
> 
> 19:23   Es erhob sich aber um diese Zeit eine nicht geringe Unruhe über den
> neuen Weg.
> 2. Kor 1,8-9
> 
> 19:24   Denn einer mit Namen Demetrius, ein Goldschmied, machte silberne
> Tempel der Diana und verschaffte denen vom Handwerk nicht geringen
> Gewinn.
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 19:25   Diese und die Zuarbeiter dieses Handwerks versammelte er und sprach:
> Liebe Männer, ihr wißt, daß wir großen Gewinn von diesem Gewerbe
> haben;
> 
> 19:26   und ihr seht und hört, daß nicht allein in Ephesus, sondern auch
> fast in der ganzen Provinz Asien dieser Paulus viel Volk abspenstig
> macht, überredet und spricht: Was mit Händen gemacht ist, das sind
> keine Götter.
> 
> 19:27   Aber es droht nicht nur unser Gewerbe in Verruf zu geraten, sondern
> auch der Tempel der großen Göttin Diana wird für nichts geachtet
> werden, und zudem wird ihre göttliche Majestät untergehen, der doch
> die ganze Provinz Asien und der Weltkreis Verehrung erweist.
> 
> 19:28   Als sie das hörten, wurden sie von Zorn erfüllt und schrien: Groß
> ist die Diana der Epheser!
> 
> 19:29   Und die ganze Stadt wurde voll Getümmel; sie stürmten einmütig zum
> Theater und ergriffen Gajus und Aristarch aus Mazedonien, die
> Gefährten des Paulus.
> Kap 20,4
> 
> 19:30   Als aber Paulus unter das Volk gehen wollte, ließen's ihm die Jünger
> nicht zu.
> 
> 19:31   Auch einige der Oberen der Provinz Asien, die ihm freundlich gesinnt
> waren, sandten zu ihm und ermahnten ihn, sich nicht zum Theater zu
> begeben.
> 
> 19:32   Dort schrien die einen dies, die andern das, und die Versammlung war
> in Verwirrung, und die meisten wußten nicht, warum sie
> zusammengekommen waren.
> 
> 19:33   Einige aber aus der Menge unterrichteten den Alexander, den die
> Juden vorschickten. Alexander aber winkte mit der Hand und wollte
> sich vor dem Volk verantworten.
> 
> 19:34   Als sie aber innewurden, daß er ein Jude war, schrie alles wie aus
> einem Munde fast zwei Stunden lang: Groß ist die Diana der Epheser!
> 
> 19:35   Als aber der Kanzler das Volk beruhigt hatte, sprach er: Ihr Männer
> von Ephesus, wo ist ein Mensch, der nicht weiß, daß die Stadt
> Ephesus eine Hüterin der großen Diana ist und ihres Bildes, das vom
> Himmel gefallen ist?
> 
> 19:36   Weil das nun unwidersprechlich ist, sollt ihr euch ruhig verhalten
> und nichts Unbedachtes tun.
> 
> 19:37   Ihr habt diese Menschen hergeführt, die weder Tempelräuber noch
> Lästerer unserer Göttin sind.
> 
> 19:38   Haben aber Demetrius und die mit ihm vom Handwerk sind einen
> Anspruch an jemanden, so gibt es Gerichte und Statthalter; da laßt
> sie sich untereinander verklagen.
> 
> 19:39   Wollt ihr aber darüber hinaus noch etwas, so kann man es in einer
> ordentlichen Versammlung entscheiden.
> 
> 19:40   Denn wir stehen in Gefahr, wegen der heutigen Empörung verklagt zu
> werden, ohne daß ein Grund vorhanden ist, mit dem wir diesen Aufruhr
> entschuldigen könnten. Und als er dies gesagt hatte, ließ er die
> Versammlung gehen.
> 
>          Paulus in Mazedonien und Griechenland
> 
> 20:1    Als nun das Getümmel aufgehört hatte, rief Paulus die Jünger zu sich
> und tröstete sie, nahm Abschied und brach auf, um nach Mazedonien
> zu reisen.
> 2. Kor 2,13
> 
> 20:2    Und als er diese Gegenden durchzogen und die Gemeinden mit vielen
> Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland
> 
> 20:3    und blieb dort drei Monate. Da ihm aber die Juden nachstellten, als
> er zu Schiff nach Syrien fahren wollte, beschloß er, durch
> Mazedonien zurückzukehren.
> 
> 20:4    Es zogen aber mit ihm Sopater aus Beröa, der Sohn des Pyrrhus, aus
> Thessalonich aber Aristarch und Sekundus und Gajus aus Derbe und
> Timotheus, aus der Provinz Asien aber Tychikus und Trophimus.
> Kap 17,10;  Kap 19,29;  Kap 16,1;  Eph 6,21;  Kap 21,29
> 
> 20:5    Diese reisten voraus und warteten auf uns in Troas.
> 
> In Troas
> 
> 20:6    Wir aber fuhren nach den Tagen der Ungesäuerten Brote mit dem Schiff
> von Philippi ab und kamen am fünften Tag zu ihnen nach Troas und
> blieben dort sieben Tage.
> 
> 20:7     Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot
> zu brechen, predigte ihnen Paulus, und da er am nächsten Tag
> weiterreisen wollte, zog er die Rede hin bis Mitternacht.
> Mt 28,1;  Kap 2,42; 2,46
> 
> 20:8    Und es waren viele Lampen in dem Obergemach, wo wir versammelt
> waren.
> 
> 20:9    Es saß aber ein junger Mann mit Namen Eutychus in einem Fenster und
> sank in einen tiefen Schlaf, weil Paulus so lange redete; und vom
> Schlaf überwältigt fiel er hinunter vom dritten Stock und wurde tot
> aufgehoben.
> 
> 20:10   Paulus aber ging hinab und warf sich über ihn, umfing ihn und
> sprach: Macht kein Getümmel; denn es ist Leben in ihm.
> 1. Kön 17,21
> 
> 20:11   Dann ging er hinauf und brach das Brot und aß und redete viel mit
> ihnen, bis der Tag anbrach; und so zog er hinweg.
> 
> 20:12   Sie brachten aber den jungen Mann lebend herein und wurden nicht
> wenig getröstet.
> 
> Die Reise nach Milet
> 
> 20:13   Wir aber zogen voraus zum Schiff und fuhren nach Assos und wollten
> dort Paulus zu uns nehmen; denn er hatte es so befohlen, weil er
> selbst zu Fuß gehen wollte.
> 
> 20:14   Als er uns nun traf in Assos, nahmen wir ihn zu uns und kamen nach
> Mitylene.
> 
> 20:15   Und von dort fuhren wir weiter und kamen am nächsten Tag auf die
> Höhe von Chios; am folgenden Tag gelangten wir nach Samos und am
> nächsten Tag kamen wir nach Milet.
> 
> 20:16   Denn Paulus hatte beschlossen, an Ephesus vorüberzufahren, um in
> der Provinz Asien keine Zeit zu verlieren; denn er eilte, am
> Pfingsttag in Jerusalem zu sein, wenn es ihm möglich wäre.
> Kap 18,21
> 
> Die Abschiedsrede des Paulus an die Ältesten von Ephesus
> 
> 20:17   Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der
> Gemeinde rufen.
> 
> 20:18   Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wißt, wie ich
> mich vom ersten Tag an, als ich in die Provinz Asien gekommen bin,
> die ganze Zeit bei euch verhalten habe,
> Kap 18,19; 19,10
> 
> 20:19   wie ich dem Herrn gedient habe in aller Demut und mit Tränen und
> unter Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden
> widerfahren sind.
> 
> 20:20   Ich habe euch nichts vorenthalten, was nützlich ist, daß ich's euch
> nicht verkündigt und gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern,
> 
> 20:21   und habe Juden und Griechen bezeugt die Umkehr zu Gott und den
> Glauben an unsern Herrn Jesus.
> 
> 20:22   Und nun siehe, durch den Geist gebunden, fahre ich nach Jerusalem
> und weiß nicht, was mir dort begegnen wird,
> Kap 19,21
> 
> 20:23   nur daß der heilige Geist in allen Städten mir bezeugt, daß Fesseln
> und Bedrängnisse auf mich warten.
> Kap 9,16; 21,4; 21,11
> 
> 20:24   Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen
> Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus
> empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.
> Kap 21,13;  2. Tim 4,7
> 
> 20:25   Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen
> werdet, ihr alle, zu denen ich hingekommen bin und das Reich
> gepredigt habe.
> 
> 20:26    Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, daß ich rein bin vom Blut
> aller;
> (26 und 27) Hes 3,17-19;  Kap 18,6
> 
> 20:27   denn ich habe nicht unterlassen, euch den ganzen Ratschluß Gottes zu
> verkündigen.
> 
> 20:28   So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der
> euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die
> Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.
> 1. Tim 4,16;  1. Petr 5,2-4
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 20:29   Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch
> kommen, die die Herde nicht verschonen werden.
> Mt 7,15
> 
> 20:30   Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren,
> um die Jünger an sich zu ziehen.
> 1. Joh 2,18-19
> 
> 20:31   Darum seid wachsam und denkt daran, daß ich drei Jahre lang Tag und
> Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen.
> 
> 20:32   Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da
> mächtig ist, euch zu erbauen und euch das Erbe zu geben mit allen,
> die geheiligt sind.
> 
> 20:33   Ich habe von niemandem Silber oder Gold oder Kleidung begehrt.
> 
> 20:34   Denn ihr wißt selber, daß mir diese Hände zum Unterhalt gedient
> haben für mich und die, die mit mir gewesen sind.
> Kap 18,3; 1. Kor 4,12; 1. Thess 2,9
> 
> 20:35   Ich habe euch in allem gezeigt, daß man so arbeiten und sich der
> Schwachen annehmen muß im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der
> selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.
> 
> 20:36   Und als er das gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen
> allen.
> Kap 21,5
> 
> 20:37   Da begannen alle laut zu weinen, und sie fielen Paulus um den Hals
> und küßten ihn,
> 
> 20:38   am allermeisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, sie
> würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Und sie geleiteten ihn auf
> das Schiff.
> 
>          Von Milet nach Cäsarea
> 
> 21:1    Als wir uns nun von ihnen losgerissen hatten und abgefahren waren,
> kamen wir geradewegs nach Kos und am folgenden Tage nach Rhodos und
> von da nach Patara.
> 
> 21:2    Und als wir ein Schiff fanden, das nach Phönizien fuhr, stiegen wir
> ein und fuhren ab.
> 
> 21:3    Als aber Zypern in Sicht kam, ließen wir es linker Hand liegen und
> fuhren nach Syrien und kamen in Tyrus an, denn dort sollte das
> Schiff die Ware ausladen.
> 
> 21:4    Als wir nun die Jünger fanden, blieben wir sieben Tage dort. Die
> sagten Paulus durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem
> hinaufziehen.
> Kap 20,23
> 
> 21:5    Und es geschah, als wir die Tage zugebracht hatten, da machten wir
> uns auf und reisten weiter. Und sie geleiteten uns alle mit Frauen
> und Kindern bis hinaus vor die Stadt, und wir knieten nieder am
> Ufer und beteten.
> Kap 20,36
> 
> 21:6    Und als wir voneinander Abschied genommen hatten, stiegen wir ins
> Schiff; jene aber wandten sich wieder heimwärts.
> 
> 21:7    Wir beendeten die Seefahrt und kamen von Tyrus nach Ptolemaïs,
> begrüßten die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen.
> 
> 21:8    Am nächsten Tag zogen wir weiter und kamen nach Cäsarea und gingen
> in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der einer von den
> Sieben war, und blieben bei ihm.
> Kap 6,5; 8,40
> 
> 21:9    Der hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen und weissagten.
> 
> 21:10   Und als wir mehrere Tage dablieben, kam ein Prophet mit Namen
> Agabus aus Judäa herab.
> Kap 11,28
> 
> 21:11   Und als er zu uns kam, nahm er den Gürtel des Paulus und band sich
> die Füße und Hände und sprach: Das sagt der heilige Geist: Den
> Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so
> binden und überantworten in die Hände der Heiden.
> Kap 20,23
> 
> 21:12   Als wir aber das hörten, baten wir und die aus dem Ort, daß er nicht
> hinauf nach Jerusalem zöge.
> Mt 16,22
> 
> 21:13   Paulus aber antwortete: Was macht ihr, daß ihr weint und brecht mir
> mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen,
> sondern auch zu sterben in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus.
> Kap 20,24
> 
> 21:14   Da er sich aber nicht überreden ließ, schwiegen wir und sprachen:
> Des Herrn Wille geschehe.
> Lk 22,42
> 
> Die Ankunft in Jerusalem
> 
> 21:15   Und nach diesen Tagen machten wir uns fertig und zogen hinauf nach
> Jerusalem.
> 
> 21:16   Es kamen aber mit uns auch einige Jünger aus Cäsarea und führten uns
> zu einem alten Jünger mit Namen Mnason aus Zypern, bei dem wir zu
> Gast sein sollten.
> 
> 21:17   Als wir nun nach Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder gerne auf.
> 
> 21:18   Am nächsten Tag aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und es kamen
> die Ältesten alle dorthin.
> Kap 15,13
> 
> 21:19   Und als er sie begrüßt hatte, erzählte er eins nach dem andern, was
> Gott unter den Heiden durch seinen Dienst getan hatte.
> 
> 21:20   Als sie aber das hörten, lobten sie Gott und sprachen zu ihm:
> Bruder, du siehst, wieviel tausend Juden gläubig geworden sind, und
> alle sind Eiferer für das Gesetz.
> Kap 15,1
> 
> 21:21   Ihnen ist aber berichtet worden über dich, daß du alle Juden, die
> unter den Heiden wohnen, den Abfall von Mose lehrst und sagst, sie
> sollen ihre Kinder nicht beschneiden und auch nicht nach den
> Ordnungen leben.
> Kap 16,3
> 
> 21:22   Was nun? Auf jeden Fall werden sie hören, daß du gekommen bist.
> 
> 21:23   So tu nun das, was wir dir sagen. Wir haben vier Männer, die haben
> ein Gelübde auf sich genommen;
> Kap 18,18
> 
> 21:24   die nimm zu dir und laß dich reinigen mit ihnen und trage die Kosten
> für sie, daß sie ihr Haupt scheren können; so werden alle erkennen,
> daß es nicht so ist, wie man ihnen über dich berichtet hat, sondern
> daß du selber auch nach dem Gesetz lebst und es hältst.
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Gottgeweihter«.
> 
> 21:25   Wegen der gläubig gewordenen Heiden aber haben wir beschlossen und
> geschrieben, daß sie sich hüten sollen vor dem Götzenopfer, vor
> Blut, vor Ersticktem und vor Unzucht.
> Kap 15,20; 15,29
> 
> 21:26   Da nahm Paulus die Männer zu sich und reinigte sich am nächsten Tag
> mit ihnen und ging in den Tempel und zeigte an, daß die Tage der
> Reinigung beendet sein sollten, sobald für jeden von ihnen das Opfer
> dargebracht wäre.
> 4. Mose 6,13-21; 1. Kor 9,20
> 
> Die Verhaftung des Paulus
> 
> 21:27   Als aber die sieben Tage zu Ende gingen, sahen ihn die Juden aus der
> Provinz Asien im Tempel und erregten das ganze Volk, legten die
> Hände an ihn
> 
> 21:28   und schrien: Ihr Männer von Israel, helft! Dies ist der Mensch, der
> alle Menschen an allen Enden lehrt gegen unser Volk, gegen das
> Gesetz und gegen diese Stätte; dazu hat er auch Griechen in den
> Tempel geführt und diese heilige Stätte entweiht.
> Kap 6,13;  Hes 44,7
> 
> 21:29   Denn sie hatten Trophimus, den Epheser, mit ihm in der Stadt
> gesehen; den, meinten sie, hätte Paulus in den Tempel geführt.
> Kap 20,4; 2. Tim 4,20
> 
> 21:30   Und die ganze Stadt wurde erregt, und es entstand ein Auflauf des
> Volkes. Sie ergriffen aber Paulus und zogen ihn zum Tempel hinaus.
> Und sogleich wurden die Tore zugeschlossen.
> 
> 21:31   Als sie ihn aber töten wollten, kam die Nachricht hinauf vor den
> Oberst der Abteilung, daß ganz Jerusalem in Aufruhr sei.
> 
> 21:32   Der nahm sogleich Soldaten und Hauptleute und lief hinunter zu
> ihnen. Als sie aber den Oberst und die Soldaten sahen, hörten sie
> auf, Paulus zu schlagen.
> 
> 21:33   Als nun der Oberst herangekommen war, nahm er ihn fest und ließ ihn
> fesseln mit zwei Ketten und fragte, wer er wäre und was er getan
> hätte.
> Kap 20,23
> 
> 21:34   Einer aber rief dies, der andre das im Volk. Da er aber nichts
> Gewisses erfahren konnte wegen des Getümmels, ließ er ihn in die
> Burg führen.
> 
> 21:35   Und als er an die Stufen kam, mußten ihn die Soldaten tragen wegen
> des Ungestüms des Volkes;
> 
> 21:36   denn die Menge folgte und schrie: Weg mit ihm!
> Kap 22,22; Lk 23,18
> 
> 21:37   Als nun Paulus in die Burg geführt werden sollte, fragte er den
> Oberst: Darf ich mit dir reden? Er aber sprach: Kannst du
> Griechisch?
> 
> 21:38   Bist du nicht der Ägypter, der vor diesen Tagen einen Aufruhr
> gemacht und viertausend von den Aufrührern in die Wüste
> hinausgeführt hat?
> 
> 21:39   Paulus aber sprach: Ich bin ein jüdischer Mann aus Tarsus in
> Zilizien, Bürger einer namhaften Stadt. Ich bitte dich, erlaube mir,
> zu dem Volk zu reden.
> 
> 21:40   Als er es ihm aber erlaubte, trat Paulus auf die Stufen und winkte
> dem Volk mit der Hand. Da entstand eine große Stille, und er redete
> zu ihnen auf hebräisch und sprach:
> 
>          Die Verteidigungsrede des Paulus
> 
> 22:1    Ihr Männer, liebe Brüder und Väter, hört mir zu, wenn ich mich jetzt
> vor euch verantworte.
> 
> 22:2    Als sie aber hörten, daß er auf hebräisch zu ihnen redete, wurden
> sie noch stiller. Und er sprach:
> Kap 21,40
> 
> 22:3     Ich bin ein jüdischer Mann, geboren in Tarsus in Zilizien,
> aufgewachsen aber in dieser Stadt und mit aller Sorgfalt unterwiesen
> im väterlichen Gesetz zu Füßen Gamaliels, und war ein Eiferer für
> Gott, wie ihr es heute alle seid.
> (3-21) Kap 9,1-29; 26,9-20;  Kap 5,34
> 
> 22:4    Ich habe die neue Lehre verfolgt bis auf den Tod; ich band Männer
> und Frauen und warf sie ins Gefängnis,
> Kap 8,3
> 
> 22:5    wie mir auch der Hohepriester und alle Ältesten bezeugen. Von ihnen
> empfing ich auch Briefe an die Brüder und reiste nach Damaskus, um
> auch die, die dort waren, gefesselt nach Jerusalem zu führen, damit
> sie bestraft würden.
> 
> 22:6    Es geschah aber, als ich dorthin zog und in die Nähe von Damaskus
> kam, da umleuchtete mich plötzlich um die Mittagszeit ein großes
> Licht vom Himmel.
> 
> 22:7    Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die sprach zu mir:
> Saul, Saul, was verfolgst du mich?
> 
> 22:8    Ich antwortete aber: Herr, wer bist du? Und er sprach zu mir: Ich
> bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst.
> 
> 22:9    Die aber mit mir waren, sahen zwar das Licht, aber die Stimme
> dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht.
> 
> 22:10   Ich fragte aber: Herr, was soll ich tun? Und der Herr sprach zu mir:
> Steh auf und geh nach Damaskus. Dort wird man dir alles sagen, was
> dir zu tun aufgetragen ist.
> 
> 22:11   Als ich aber, geblendet von der Klarheit dieses Lichtes, nicht sehen
> konnte, wurde ich an der Hand geleitet von denen, die bei mir waren,
> und kam nach Damaskus.
> 
> 22:12   Da war aber ein gottesfürchtiger Mann, der sich an das Gesetz hielt,
> mit Namen Hananias, der einen guten Ruf bei allen Juden hatte, die
> dort wohnten.
> 
> 22:13   Der kam zu mir, trat vor mich hin und sprach zu mir: Saul, lieber
> Bruder, sei sehend. Und zur selben Stunde konnte ich ihn sehen.
> 
> 22:14   Er aber sprach: Der Gott unserer Väter hat dich erwählt, daß du
> seinen Willen erkennen sollst und den Gerechten sehen und die Stimme
> aus seinem Munde hören;
> 
> 22:15   denn du wirst für ihn vor allen Menschen Zeuge sein von dem, was du
> gesehen und gehört hast.
> 
> 22:16   Und nun, was zögerst du? Steh auf und rufe seinen Namen an und laß
> dich taufen und deine Sünden abwaschen.
> 
> 22:17   Es geschah aber, als ich wieder nach Jerusalem kam und im Tempel
> betete, daß ich in Verzückung geriet
> 
> 22:18   und ihn sah. Da sprach er zu mir: Eile und mach dich schnell auf aus
> Jerusalem; denn dein Zeugnis von mir werden sie nicht annehmen.
> 
> 22:19   Und ich sprach: Herr, sie wissen doch, daß ich die, die an dich
> glaubten, gefangennahm und in den Synagogen geißeln ließ.
> 
> 22:20   Und als das Blut des Stephanus, deines Zeugen, vergossen wurde,
> stand ich auch dabei und hatte Gefallen daran und bewachte denen die
> Kleider, die ihn töteten.
> Kap 7,58; 8,1
> 
> 22:21   Und er sprach zu mir: Geh hin; denn ich will dich in die Ferne zu
> den Heiden senden.
> Kap 13,2
> 
> Paulus vor dem römischen Oberst
> 
> 22:22   Sie hörten ihm aber zu bis zu diesem Wort; dann erhoben sie ihre
> Stimme und riefen: Hinweg mit diesem von der Erde! Denn er darf
> nicht mehr leben.
> Kap 21,36
> 
> 22:23   Als sie aber schrien und ihre Kleider abwarfen und Staub in die Luft
> wirbelten,
> 
> 22:24   befahl der Oberst, ihn in die Burg zu führen, und sagte, daß man ihn
> geißeln und verhören sollte, um zu erfahren, aus welchem Grund sie
> so gegen ihn schrien.
> 
> 22:25   Als man ihn aber zum Geißeln festband, sprach Paulus zu dem
> Hauptmann, der dabeistand: Ist es erlaubt bei euch, einen Menschen,
> der römischer Bürger ist, ohne Urteil zu geißeln?
> Kap 16,37; 23,27
> 
> 22:26   Als das der Hauptmann hörte, ging er zu dem Oberst und berichtete
> ihm und sprach: Was willst du tun? Dieser Mensch ist römischer
> Bürger.
> 
> 22:27   Da kam der Oberst zu ihm und fragte ihn: Sage mir, bist du römischer
> Bürger? Er aber sprach: Ja.
> 
> 22:28   Da sagte der Oberst: Ich habe dies Bürgerrecht für viel Geld
> erworben. Paulus aber sprach: Ich aber bin schon als römischer
> Bürger geboren.
> 
> 22:29   Da ließen sogleich von ihm ab, die ihn verhören sollten. Und der
> Oberst fürchtete sich, als er vernahm, daß es ein römischer Bürger
> war, den er hatte festbinden lassen.
> 
> 22:30   Am nächsten Tag wollte er genau erkunden, warum Paulus von den Juden
> verklagt wurde. Er ließ ihn von den Ketten lösen und befahl den
> Hohenpriestern und dem ganzen Hohen Rat zusammenzukommen, und führte
> Paulus hinab und stellte ihn vor sie.
> 
>          Paulus vor dem Hohen Rat
> 
> 23:1    Paulus aber sah den Hohen Rat an und sprach: Ihr Männer, liebe
> Brüder, ich habe mein Leben mit gutem Gewissen vor Gott geführt,
> bis auf diesen Tag.
> Kap 24,16
> 
> 23:2    Der Hohepriester Hananias aber befahl denen, die um ihn standen, ihn
> auf den Mund zu schlagen.
> 
> 23:3    Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte
> Wand! Sitzt du da und richtest mich nach dem Gesetz und läßt mich
> schlagen gegen das Gesetz?
> Mt 23,27
> 
> 23:4    Aber die dabeistanden, sprachen: Schmähst du den Hohenpriester
> Gottes?
> 
> 23:5    Und Paulus sprach: Liebe Brüder, ich wußte es nicht, daß er der
> Hohepriester ist. Denn es steht geschrieben (2. Mose 22,27): »Dem
> Obersten deines Volkes sollst du nicht fluchen.«
> 
> 23:6    Als aber Paulus erkannte, daß ein Teil Sadduzäer war und der andere
> Teil Pharisäer, rief er im Rat: Ihr Männer, liebe Brüder, ich bin
> ein Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern. Ich werde angeklagt um
> der Hoffnung und um der Auferstehung der Toten willen.
> Kap 22,3; 26,5; Gal 1,14
> 
> 23:7    Als er aber das sagte, entstand Zwietracht zwischen Pharisäern und
> Sadduzäern, und die Versammlung spaltete sich.
> 
> 23:8    Denn die Sadduzäer sagen, es gebe keine Auferstehung noch Engel und
> Geister; die Pharisäer aber lehren beides.
> Mt 22,23
> 
> 23:9    Es entstand aber ein großes Geschrei; und einige Schriftgelehrte von
> der Partei der Pharisäer standen auf, stritten und sprachen: Wir
> finden nichts Böses an diesem Menschen; vielleicht hat ein Geist
> oder ein Engel mit ihm geredet.
> Kap 25,25
> 
> 23:10   Als aber die Zwietracht groß wurde, befürchtete der Oberst, sie
> könnten Paulus zerreißen, und ließ Soldaten hinabgehen und Paulus
> ihnen entreißen und in die Burg führen.
> 
> 23:11   In der folgenden Nacht aber stand der Herr bei ihm und sprach: Sei
> getrost! Denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst, so mußt du
> auch in Rom Zeuge sein.
> Kap 1,8; 25,11-12; 27,23-24
> 
> Der Mordanschlag gegen Paulus
> 
> 23:12   Als es aber Tag wurde, rotteten sich einige Juden zusammen und
> verschworen sich, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus
> getötet hätten.
> 
> 23:13   Es waren aber mehr als vierzig, die diese Verschwörung machten.
> 
> 23:14   Die gingen zu den Hohenpriestern und Ältesten und sprachen: Wir
> haben uns durch einen Eid gebunden, nichts zu essen, bis wir Paulus
> getötet haben.
> 
> 23:15   So wirkt nun ihr mit dem Hohen Rat bei dem Oberst darauf hin, daß er
> ihn zu euch herunterführen läßt, als wolltet ihr ihn genauer
> verhören; wir aber sind bereit, ihn zu töten, ehe er vor euch kommt.
> 
> 23:16   Als aber der Sohn der Schwester des Paulus von dem Anschlag hörte,
> ging er und kam in die Burg und berichtete es Paulus.
> 
> 23:17   Paulus aber rief einen von den Hauptleuten zu sich und sprach: Führe
> diesen jungen Mann zu dem Oberst, denn er hat ihm etwas zu sagen.
> 
> 23:18   Der nahm ihn und führte ihn zum Oberst und sprach: Der Gefangene
> Paulus hat mich zu sich rufen lassen und mich gebeten, diesen jungen
> Mann zu dir zu führen, der dir etwas zu sagen hat.
> 
> 23:19   Da nahm ihn der Oberst bei der Hand und führte ihn beiseite und
> fragte ihn: Was ist's, das du mir zu sagen hast?
> 
> 23:20   Er aber sprach: Die Juden sind übereingekommen, dich zu bitten, daß
> du Paulus morgen vor den Hohen Rat hinunterbringen läßt, so als
> wollten sie ihn genauer verhören.
> 
> 23:21   Du aber traue ihnen nicht; denn mehr als vierzig Männer von ihnen
> lauern ihm auf; die haben sich verschworen, weder zu essen noch zu
> trinken, bis sie ihn getötet hätten; und jetzt sind sie bereit und
> warten auf deine Zusage.
> 
> 23:22   Da ließ der Oberst den jungen Mann gehen und gebot ihm, niemandem zu
> sagen, daß er ihm das eröffnet hätte.
> 
> Die Überführung des Paulus nach Cäsarea
> 
> 23:23   Und der Oberst rief zwei Hauptleute zu sich und sprach: Rüstet
> zweihundert Soldaten, daß sie nach Cäsarea ziehen, und siebzig
> Reiter und zweihundert Schützen für die dritte Stunde der Nacht;
> 
> 23:24   und haltet Tiere bereit, Paulus draufzusetzen und wohlverwahrt zu
> bringen zum Statthalter Felix.
> 
> 23:25   Und er schrieb einen Brief, der lautete:
> 
> 23:26   Klaudius Lysias dem edlen Statthalter Felix: Gruß zuvor!
> 
> 23:27   Diesen Mann hatten die Juden ergriffen und wollten ihn töten. Da
> kam ich mit Soldaten dazu und entriß ihnen den und erfuhr, daß er
> ein römischer Bürger ist.
> Kap 21,33;  Kap 22,25
> 
> 23:28   Da ich aber erkunden wollte, weshalb sie ihn anklagten, führte ich
> ihn hinunter vor ihren Hohen Rat.
> Kap 22,30
> 
> 23:29   Da fand ich, daß er beschuldigt wird wegen Fragen ihres Gesetzes,
> aber keine Anklage gegen sich hatte, auf die Tod oder Gefängnis
> steht.
> Kap 18,14-15
> 
> 23:30   Und als vor mich kam, daß ein Anschlag gegen den Mann geplant sei,
> sandte ich ihn sogleich zu dir und wies auch die Kläger an, vor dir
> zu sagen, was sie gegen ihn hätten.
> Kap 24,8
> 
> 23:31   Die Soldaten nahmen Paulus, wie ihnen befohlen war, und führten ihn
> in der Nacht nach Antipatris.
> 
> 23:32   Am nächsten Tag aber ließen sie die Reiter mit ihm ziehen und
> kehrten wieder in die Burg zurück.
> 
> 23:33   Als aber jene nach Cäsarea kamen, übergaben sie den Brief dem
> Statthalter und führten ihm auch Paulus vor.
> 
> 23:34   Als der Statthalter den Brief gelesen hatte, fragte er, aus welchem
> Land er sei. Und als er erfuhr, daß er aus Zilizien sei, sprach er:
> Kap 22,3
> 
> 23:35   Ich will dich verhören, wenn deine Ankläger auch da sind. Und er
> ließ ihn in Gewahrsam halten im Palast des Herodes.
> 
>          Vor dem Statthalter Felix
> 
> 24:1    Nach fünf Tagen kam der Hohepriester Hananias mit einigen Ältesten
> und dem Anwalt Tertullus herab; die erschienen vor dem Statthalter
> gegen Paulus.
> 
> 24:2    Als der aber herbeigerufen worden war, fing Tertullus an, ihn
> anzuklagen, und sprach: Daß wir in großem Frieden leben unter dir
> und daß diesem Volk viele Wohltaten widerfahren sind durch deine
> Fürsorge, edelster Felix,
> 
> 24:3    das erkennen wir allezeit und überall mit aller Dankbarkeit an.
> 
> 24:4    Damit ich dich aber nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du
> wollest uns kurz anhören in deiner Güte.
> 
> 24:5    Wir haben erkannt, daß dieser Mann schädlich ist und daß er Aufruhr
> erregt unter allen Juden auf dem ganzen Erdkreis und daß er ein
> Anführer der Sekte der Nazarener ist.
> Kap 17,6
> 
> 24:6    Er hat auch versucht, den Tempel zu entweihen. Ihn haben wir
> ergriffen.
> Kap 21,28-29
> Die Verse 6b-8a finden sich erst in der späteren Überlieferung:
> »und wollten ihn richten nach unserm Gesetz. 7 Aber der Oberst
> Lysias kam dazu und riß ihn mit großer Gewalt aus unsern Händen 8
> und wies seine Ankläger an dich.«
> 
> 24:8    Wenn du ihn verhörst, kannst du selbst das alles von ihm erkunden,
> dessentwegen wir ihn verklagen.
> 
> 24:9    Auch die Juden bekräftigten das und sagten, es verhielte sich so.
> 
> 24:10   Paulus aber antwortete, als ihm der Statthalter winkte zu reden:
> Weil ich weiß, daß du in diesem Volk nun viele Jahre Richter bist,
> will ich meine Sache unerschrocken verteidigen.
> 
> 24:11   Du kannst feststellen, daß es nicht mehr als zwölf Tage sind, seit
> ich nach Jerusalem hinaufzog, um anzubeten.
> Kap 21,17
> 
> 24:12   Und sie haben mich weder im Tempel noch in den Synagogen noch in der
> Stadt dabei gefunden, wie ich mit jemandem gestritten oder einen
> Aufruhr im Volk gemacht hätte.
> 
> 24:13   Sie können dir auch nicht beweisen, wessen sie mich jetzt verklagen.
> 
> 24:14   Das bekenne ich dir aber, daß ich nach dem Weg, den sie eine Sekte
> nennen, dem Gott meiner Väter so diene, daß ich allem glaube, was
> geschrieben steht im Gesetz und in den Propheten.
> 
> 24:15   Ich habe die Hoffnung zu Gott, die auch sie selbst haben, nämlich
> daß es eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten geben
> wird.
> Dan 12,2; Joh 5,28-29
> 
> 24:16   Darin übe ich mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben vor
> Gott und den Menschen.
> Kap 23,1
> 
> 24:17   Nach mehreren Jahren aber bin ich gekommen, um Almosen für mein
> Volk zu überbringen und zu opfern.
> Röm 15,25-26; Gal 2,10
> 
> 24:18    Als ich mich im Tempel reinigte, ohne Auflauf und Getümmel, fanden
> mich dabei
> (18 und 19) Kap 21,27
> 
> 24:19   einige Juden aus der Provinz Asien. Die sollten jetzt hier sein vor
> dir und mich verklagen, wenn sie etwas gegen mich hätten.
> 
> 24:20   Oder laß diese hier selbst sagen, was für ein Unrecht sie gefunden
> haben, als ich vor dem Hohen Rat stand;
> 
> 24:21   es sei denn dies eine Wort, das ich rief, als ich unter ihnen stand:
> Um der Auferstehung der Toten willen werde ich von euch heute
> angeklagt.
> Kap 23,6
> 
> Die Verschleppung des Prozesses
> 
> 24:22   Felix aber zog die Sache hin, denn er wußte recht gut um diese Lehre
> und sprach: Wenn der Oberst Lysias herabkommt, so will ich eure
> Sache entscheiden.
> Kap 23,26
> 
> 24:23   Er befahl aber dem Hauptmann, Paulus gefangenzuhalten, doch in
> leichtem Gewahrsam, und niemandem von den Seinen zu wehren, ihm zu
> dienen.
> Kap 27,3
> 
> 24:24   Nach einigen Tagen aber kam Felix mit seiner Frau Drusilla, die eine
> Jüdin war, und ließ Paulus kommen und hörte ihn über den Glauben an
> Christus Jesus.
> 
> 24:25   Als aber Paulus von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und von dem
> zukünftigen Gericht redete, erschrak Felix und antwortete: Für
> diesmal geh! Zu gelegener Zeit will ich dich wieder rufen lassen.
> 
> 24:26   Er hoffte aber nebenbei, daß ihm von Paulus Geld gegeben werde;
> darum ließ er ihn auch oft kommen und besprach sich mit ihm.
> 
> 24:27   Als aber zwei Jahre um waren, kam Porzius Festus als Nachfolger des
> Felix. Felix aber wollte den Juden eine Gunst erweisen und ließ
> Paulus gefangen zurück.
> 
>          Die Verhandlung vor Festus
> 
> 25:1    Als nun Festus ins Land gekommen war, zog er nach drei Tagen von
> Cäsarea hinauf nach Jerusalem.
> 
> 25:2    Da erschienen die Hohenpriester und die Angesehensten der Juden vor
> ihm gegen Paulus und drangen in ihn
> Kap 24,1
> 
> 25:3    und baten ihn um die Gunst, daß er Paulus nach Jerusalem kommen
> ließe; denn sie wollten ihm einen Hinterhalt legen, um ihn unterwegs
> umzubringen.
> Kap 23,15
> 
> 25:4    Da antwortete Festus, Paulus werde weiter in Gewahrsam gehalten in
> Cäsarea; er selber aber werde in Kürze wieder dahin ziehen.
> 
> 25:5    Die nun unter euch ermächtigt sind, sprach er, die laßt mit
> hinabziehen und den Mann verklagen, wenn etwas Unrechtes an ihm ist.
> 
> 25:6    Nachdem aber Festus bei ihnen nicht mehr als acht oder zehn Tage
> gewesen war, zog er hinab nach Cäsarea. Und am nächsten Tag setzte
> er sich auf den Richterstuhl und ließ Paulus holen.
> 
> 25:7    Als der aber vor ihn kam, umringten ihn die Juden, die von Jerusalem
> herabgekommen waren, und brachten viele und schwere Klagen gegen ihn
> vor, die sie aber nicht beweisen konnten.
> 
> 25:8    Paulus aber verteidigte sich: Ich habe mich weder am Gesetz der
> Juden noch am Tempel noch am Kaiser versündigt.
> 
> Die Berufung an den Kaiser
> 
> 25:9    Festus aber wollte den Juden eine Gunst erweisen und antwortete
> Paulus und sprach: Willst du hinauf nach Jerusalem und dich dort in
> dieser Sache von mir richten lassen?
> 
> 25:10   Paulus aber sprach: Ich stehe vor des Kaisers Gericht; da muß ich
> gerichtet werden. Den Juden habe ich kein Unrecht getan, wie auch du
> sehr wohl weißt.
> 
> 25:11   Habe ich aber Unrecht getan und todeswürdig gehandelt, so weigere
> ich mich nicht zu sterben; ist aber nichts an dem, dessentwegen sie
> mich verklagen, so darf mich ihnen niemand preisgeben. Ich berufe
> mich auf den Kaiser!
> Kap 23,11; 28,19
> 
> 25:12   Da besprach sich Festus mit seinen Ratgebern und antwortete: Auf den
> Kaiser hast du dich berufen, zum Kaiser sollst du ziehen.
> 
> König Agrippa beim Statthalter Festus
> 
> 25:13   Nach einigen Tagen kamen König Agrippa und Berenike nach Cäsarea,
> Festus zu begrüßen.
> 
> 25:14   Und als sie mehrere Tage dort waren, legte Festus dem König die
> Sache des Paulus vor und sprach: Da ist ein Mann von Felix als
> Gefangener zurückgelassen worden;
> Kap 24,27
> 
> 25:15   um dessentwillen erschienen die Hohenpriester und Ältesten der Juden
> vor mir, als ich in Jerusalem war, und baten, ich solle ihn richten
> lassen.
> 
> 25:16   Denen antwortete ich: Es ist der Römer Art nicht, einen Angeklagten
> preiszugeben, bevor er seinen Klägern gegenüberstand und Gelegenheit
> hatte, sich gegen die Anklage zu verteidigen.
> Kap 22,25
> 
> 25:17   Als sie aber hier zusammenkamen, duldete ich keinen Aufschub,
> sondern hielt am nächsten Tag Gericht und ließ den Mann vorführen.
> 
> 25:18   Als seine Ankläger auftraten, brachten sie keine Anklage vor wegen
> Vergehen, wie ich sie erwartet hatte.
> 
> 25:19   Sie hatten aber Streit mit ihm über einige Fragen ihres Glaubens und
> über einen verstorbenen Jesus, von dem Paulus behauptete, er lebe.
> Kap 18,15
> 
> 25:20   Da ich aber von diesem Streit nichts verstand, fragte ich, ob er
> nach Jerusalem reisen und sich dort deswegen richten lassen wolle.
> 
> 25:21   Als aber Paulus sich auf sein Recht berief, bis zur Entscheidung des
> Kaisers in Gewahrsam zu bleiben, ließ ich ihn gefangenhalten, bis
> ich ihn zum Kaiser senden könnte.
> 
> 25:22   Agrippa sprach zu Festus: Ich möchte den Menschen auch gerne hören.
> Er aber sprach: Morgen sollst du ihn hören.
> Lk 23,8
> 
> 25:23   Und am nächsten Tag kamen Agrippa und Berenike mit großem Gepränge
> und gingen in den Palast mit den Hauptleuten und vornehmsten Männern
> der Stadt. Und als Festus es befahl, wurde Paulus gebracht.
> 
> 25:24   Und Festus sprach: König Agrippa und all ihr Männer, die ihr mit uns
> hier seid, da seht ihr den, um dessentwillen die ganze Menge der
> Juden in Jerusalem und auch hier in mich drang und schrie, er dürfe
> nicht länger leben.
> Kap 22,22
> 
> 25:25   Als ich aber erkannte, daß er nichts getan hatte, das des Todes
> würdig war, und er auch selber sich auf den Kaiser berief, beschloß
> ich, ihn dorthin zu senden.
> 
> 25:26   Etwas Sicheres über ihn aber habe ich nicht, das ich meinem Herrn
> schreiben könnte. Darum habe ich ihn vor euch bringen lassen, vor
> allem aber vor dich, König Agrippa, damit ich nach geschehenem
> Verhör etwas hätte, was ich schreiben könnte.
> 
> 25:27   Denn es erscheint mir unsinnig, einen Gefangenen zu schicken und
> keine Beschuldigung gegen ihn anzugeben.
> 
>          Paulus vor Agrippa und Festus
> 
> 26:1    Agrippa aber sprach zu Paulus: Es ist dir erlaubt, für dich selbst
> zu reden. Da streckte Paulus die Hand aus und verantwortete sich:
> 
> 26:2    Es ist mir sehr lieb, König Agrippa, daß ich mich heute vor dir
> verantworten soll wegen all der Dinge, deren ich von den Juden
> beschuldigt werde,
> 
> 26:3    vor allem weil du alle Ordnungen und Streitfragen der Juden kennst.
> Darum bitte ich dich, mich geduldig anzuhören.
> 
> 26:4    Mein Leben von Jugend auf, wie ich es von Anfang an unter meinem
> Volk und in Jerusalem zugebracht habe, ist allen Juden bekannt,
> 
> 26:5    die mich von früher kennen, wenn sie es bezeugen wollten. Denn nach
> der allerstrengsten Richtung unsres Glaubens habe ich gelebt als
> Pharisäer.
> Kap 23,6; Phil 3,5
> 
> 26:6    Und nun stehe ich hier und werde angeklagt wegen der Hoffnung auf
> die Verheißung, die unsern Vätern von Gott gegeben ist.
> Kap 28,20
> 
> 26:7    Auf ihre Erfüllung hoffen die zwölf Stämme unsres Volkes, wenn sie
> Gott bei Tag und Nacht beharrlich dienen. Wegen dieser Hoffnung
> werde ich, o König, von den Juden beschuldigt.
> Kap 24,15
> 
> 26:8    Warum wird das bei euch für unglaublich gehalten, daß Gott Tote
> auferweckt?
> Kap 23,8
> 
> 26:9     Zwar meinte auch ich selbst, ich müßte viel gegen den Namen Jesu
> von Nazareth tun.
> (9-20) Kap 9,1-29; 22,3-21
> 
> 26:10   Das habe ich in Jerusalem auch getan; dort brachte ich viele Heilige
> ins Gefängnis, wozu ich Vollmacht von den Hohenpriestern empfangen
> hatte. Und wenn sie getötet werden sollten, gab ich meine Stimme
> dazu.
> 
> 26:11   Und in allen Synagogen zwang ich sie oft durch Strafen zur
> Lästerung, und ich wütete maßlos gegen sie, verfolgte sie auch bis
> in die fremden Städte.
> 
> 26:12   Als ich nun nach Damaskus reiste mit Vollmacht und im Auftrag der
> Hohenpriester,
> 
> 26:13   sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Weg ein Licht vom Himmel,
> heller als der Glanz der Sonne, das mich und die mit mir reisten
> umleuchtete.
> 
> 26:14   Als wir aber alle zu Boden stürzten, hörte ich eine Stimme zu mir
> reden, die sprach auf hebräisch: Saul, Saul, was verfolgst du mich?
> Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu löcken.
> Dahinter steht das Bild widerspenstiger Zugtiere, die gegen den
> Treiber ausschlagen.
> 
> 26:15   Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus,
> den du verfolgst;
> 
> 26:16   steh nun auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir
> erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das,
> was du von mir gesehen hast und was ich dir noch zeigen will.
> 
> 26:17   Und ich will dich erretten von deinem Volk und von den Heiden, zu
> denen ich dich sende,
> 
> 26:18   um ihnen die Augen aufzutun, daß sie sich bekehren von der
> Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So
> werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt
> denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich.
> Kap 20,32
> 
> 26:19   Daher, König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht
> ungehorsam,
> Gal 1,16
> 
> 26:20   sondern verkündigte zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem und im
> ganzen jüdischen Land und dann auch den Heiden, sie sollten Buße tun
> und sich zu Gott bekehren und rechtschaffene Werke der Buße tun.
> 
> 26:21   Deswegen haben mich die Juden im Tempel ergriffen und versucht, mich
> zu töten.
> Kap 21,30-31
> 
> 26:22   Aber Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe
> nun hier und bin sein Zeuge bei groß und klein und sage nichts, als
> was die Propheten und Mose vorausgesagt haben:
> Lk 24,44-47
> 
> 26:23   daß Christus müsse leiden und als erster auferstehen von den Toten
> und verkündigen das Licht seinem Volk und den Heiden.
> 1. Kor 15,20
> 
> 26:24   Als er aber dies zu seiner Verteidigung sagte, sprach Festus mit
> lauter Stimme: Paulus, du bist von Sinnen! Das große Wissen macht
> dich wahnsinnig.
> 
> 26:25   Paulus aber sprach: Edler Festus, ich bin nicht von Sinnen, sondern
> ich rede wahre und vernünftige Worte.
> 
> 26:26   Der König, zu dem ich frei und offen rede, versteht sich auf diese
> Dinge. Denn ich bin gewiß, daß ihm nichts davon verborgen ist; denn
> dies ist nicht im Winkel geschehen.
> Joh 18,20
> 
> 26:27   Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubst.
> 
> 26:28   Agrippa aber sprach zu Paulus: Es fehlt nicht viel, so wirst du mich
> noch überreden und einen Christen aus mir machen.
> 
> 26:29   Paulus aber sprach: Ich wünschte vor Gott, daß über kurz oder lang
> nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, das würden, was
> ich bin, ausgenommen diese Fesseln.
> 
> 26:30   Da stand der König auf und der Statthalter und Berenike und die bei
> ihnen saßen.
> 
> 26:31   Und als sie sich zurückzogen, redeten sie miteinander und sprachen:
> Dieser Mensch hat nichts getan, was Tod oder Gefängnis verdient
> hätte.
> 
> 26:32   Agrippa aber sagte zu Festus: Dieser Mensch könnte freigelassen
> werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte.
> Kap 25,11
> 
>          Paulus auf der Fahrt nach Rom
> 
> 27:1    Als es aber beschlossen war, daß wir nach Italien fahren sollten,
> übergaben sie Paulus und einige andre Gefangene einem Hauptmann mit
> Namen Julius von einer kaiserlichen Abteilung.
> Kap 25,12
> 
> 27:2    Wir bestiegen aber ein Schiff aus Adramyttion, das die Küstenstädte
> der Provinz Asien anlaufen sollte, und fuhren ab; mit uns war auch
> Aristarch, ein Mazedonier aus Thessalonich.
> Kap 20,4
> 
> 27:3    Und am nächsten Tag kamen wir in Sidon an; und Julius verhielt sich
> freundlich gegen Paulus und erlaubte ihm, zu seinen Freunden zu
> gehen und sich pflegen zu lassen.
> Kap 24,23; 28,16
> 
> 27:4    Und von da stießen wir ab und fuhren im Schutz von Zypern hin, weil
> uns die Winde entgegen waren,
> 
> 27:5    und fuhren über das Meer längs der Küste von Zilizien und Pamphylien
> und kamen nach Myra in Lyzien.
> 
> 27:6    Und dort fand der Hauptmann ein Schiff aus Alexandria, das nach
> Italien ging, und ließ uns darauf übersteigen.
> 
> 27:7    Wir kamen aber viele Tage nur langsam vorwärts und gelangten mit
> Mühe bis auf die Höhe von Knidos, denn der Wind hinderte uns; und
> wir fuhren im Schutz von Kreta hin, bis auf die Höhe von Salmone,
> 
> 27:8    und gelangten kaum daran vorbei und kamen an einen Ort, der
> »Guthafen« heißt; nahe dabei lag die Stadt Lasäa.
> 
> 27:9    Da nun viel Zeit vergangen war und die Schiffahrt bereits
> gefährlich wurde, weil auch die Fastenzeit schon vorüber war,
> ermahnte sie Paulus
> 2. Kor 11,25-26;  3. Mose 16,29
> 
> 27:10   und sprach zu ihnen: Liebe Männer, ich sehe, daß diese Fahrt nur mit
> Leid und großem Schaden vor sich gehen wird, nicht allein für die
> Ladung und das Schiff, sondern auch für unser Leben.
> 
> 27:11   Aber der Hauptmann glaubte dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr
> als dem, was Paulus sagte.
> 
> 27:12   Und da der Hafen zum Überwintern ungeeignet war, bestanden die
> meisten von ihnen auf dem Plan, von dort weiterzufahren und zu
> versuchen, ob sie zum Überwintern bis nach Phönix kommen könnten,
> einem Hafen auf Kreta, der gegen Südwest und Nordwest offen ist.
> 
> Seesturm und Schiffbruch
> 
> 27:13   Als aber der Südwind wehte, meinten sie, ihr Vorhaben ausführen zu
> können, lichteten die Anker und fuhren nahe an Kreta entlang.
> 
> 27:14   Nicht lange danach aber brach von der Insel her ein Sturmwind los,
> den man Nordost nennt.
> 
> 27:15   Und da das Schiff ergriffen wurde und nicht mehr gegen den Wind
> gerichtet werden konnte, gaben wir auf und ließen uns treiben.
> 
> 27:16   Wir fuhren aber vorbei an einer Insel, die Kauda heißt, da konnten
> wir mit Mühe das Beiboot in unsre Gewalt bekommen.
> 
> 27:17   Sie zogen es herauf und umspannten zum Schutz das Schiff mit Seilen.
> Da sie aber fürchteten, in die Syrte zu geraten, ließen sie den
> Treibanker herunter und trieben so dahin.
> 
> 27:18   Und da wir großes Ungewitter erlitten, warfen sie am nächsten Tag
> Ladung ins Meer.
> 
> 27:19   Und am dritten Tag warfen sie mit eigenen Händen das Schiffsgerät
> hinaus.
> 
> 27:20   Da aber viele Tage weder Sonne noch Sterne schienen und ein
> gewaltiges Ungewitter uns bedrängte, war all unsre Hoffnung auf
> Rettung dahin.
> 
> 27:21   Und als man lange nichts gegessen hatte, trat Paulus mitten unter
> sie und sprach: Liebe Männer, man hätte auf mich hören sollen und
> nicht von Kreta aufbrechen, dann wäre uns Leid und Schaden erspart
> geblieben.
> 
> 27:22   Doch nun ermahne ich euch: seid unverzagt; denn keiner von euch wird
> umkommen, nur das Schiff.
> 
> 27:23   Denn diese Nacht trat zu mir der Engel des Gottes, dem ich gehöre
> und dem ich diene,
> 
> 27:24   und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du mußt vor den Kaiser
> gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir
> fahren.
> Kap 23,11
> 
> 27:25   Darum, liebe Männer, seid unverzagt; denn ich glaube Gott, es wird
> so geschehen, wie mir gesagt ist.
> 
> 27:26   Wir werden aber auf eine Insel auflaufen.
> Kap 28,1
> 
> 27:27   Als aber die vierzehnte Nacht kam, seit wir in der Adria trieben,
> wähnten die Schiffsleute um Mitternacht, sie kämen an ein Land.
> 
> 27:28   Und sie warfen das Senkblei aus und fanden es zwanzig Faden tief;
> und ein wenig weiter loteten sie abermals und fanden es fünfzehn
> Faden tief.
> 
> 27:29   Da fürchteten sie, wir würden auf Klippen geraten, und warfen hinten
> vom Schiff vier Anker aus und wünschten, daß es Tag würde.
> 
> 27:30   Als aber die Schiffsleute vom Schiff zu fliehen suchten und das
> Beiboot ins Meer herabließen und vorgaben, sie wollten auch vorne
> die Anker herunterlassen,
> 
> 27:31   sprach Paulus zu dem Hauptmann und zu den Soldaten: Wenn diese nicht
> auf dem Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden.
> 
> 27:32   Da hieben die Soldaten die Taue ab und ließen das Beiboot ins Meer
> fallen.
> 
> 27:33   Und als es anfing hell zu werden, ermahnte Paulus sie alle, Nahrung
> zu sich zu nehmen, und sprach: Es ist heute der vierzehnte Tag, daß
> ihr wartet und ohne Nahrung geblieben seid und nichts zu euch
> genommen habt.
> 
> 27:34   Darum ermahne ich euch, etwas zu essen; denn das dient zu eurer
> Rettung; es wird keinem von euch ein Haar vom Haupt fallen.
> Mt 10,30
> 
> 27:35   Und als er das gesagt hatte, nahm er Brot, dankte Gott vor ihnen
> allen und brach's und fing an zu essen.
> Joh 6,11
> 
> 27:36   Da wurden sie alle guten Mutes und nahmen auch Nahrung zu sich.
> 
> 27:37   Wir waren aber alle zusammen im Schiff zweihundertsechsundsiebzig.
> 
> 27:38   Und nachdem sie satt geworden waren, erleichterten sie das Schiff
> und warfen das Getreide in das Meer.
> 
> 27:39   Als es aber Tag wurde, kannten sie das Land nicht; eine Bucht aber
> wurden sie gewahr, die hatte ein flaches Ufer. Dahin wollten sie das
> Schiff treiben lassen, wenn es möglich wäre.
> 
> 27:40   Und sie hieben die Anker ab und ließen sie im Meer, banden die
> Steuerruder los und richteten das Segel nach dem Wind und hielten
> auf das Ufer zu.
> 
> 27:41   Und als sie auf eine Sandbank gerieten, ließen sie das Schiff
> auflaufen, und das Vorderschiff bohrte sich ein und saß fest, aber
> das Hinterschiff zerbrach unter der Gewalt der Wellen.
> 
> 27:42   Die Soldaten aber hatten vor, die Gefangenen zu töten, damit niemand
> fortschwimmen und entfliehen könne.
> 
> 27:43   Aber der Hauptmann wollte Paulus am Leben erhalten und wehrte ihrem
> Vorhaben und ließ die, die schwimmen konnten, als erste ins Meer
> springen und sich ans Land retten,
> 
> 27:44   die andern aber einige auf Brettern, einige auf dem, was noch vom
> Schiff da war. Und so geschah es, daß sie alle gerettet ans Land
> kamen.
> Vers 22-25
> 
>          Auf der Insel Malta
> 
> 28:1    Und als wir gerettet waren, erfuhren wir, daß die Insel Malta hieß.
> 
> 28:2    Die Leute aber erwiesen uns nicht geringe Freundlichkeit, zündeten
> ein Feuer an und nahmen uns alle auf wegen des Regens, der über uns
> gekommen war, und wegen der Kälte.
> 2. Kor 11,27
> 
> 28:3    Als nun Paulus einen Haufen Reisig zusammenraffte und aufs Feuer
> legte, fuhr wegen der Hitze eine Schlange heraus und biß sich an
> seiner Hand fest.
> 
> 28:4    Als aber die Leute das Tier an seiner Hand hängen sahen, sprachen
> sie untereinander: Dieser Mensch muß ein Mörder sein, den die Göttin
> der Rache nicht leben läßt, obgleich er dem Meer entkommen ist.
> 
> 28:5    Er aber schlenkerte das Tier ins Feuer, und es widerfuhr ihm nichts
> Übles.
> Mk 16,18
> 
> 28:6    Sie aber warteten, daß er anschwellen oder plötzlich tot umfallen
> würde. Als sie nun lange gewartet hatten und sahen, daß ihm nichts
> Schlimmes widerfuhr, änderten sie ihre Meinung und sprachen: Er ist
> ein Gott.
> Kap 14,11
> 
> 28:7    In dieser Gegend hatte der angesehenste Mann der Insel, mit Namen
> Publius, Landgüter; der nahm uns auf und beherbergte uns drei Tage
> lang freundlich.
> 
> 28:8    Es geschah aber, daß der Vater des Publius am Fieber und an der Ruhr
> darnieder lag. Zu dem ging Paulus hinein und betete und legte die
> Hände auf ihn und machte ihn gesund.
> 
> 28:9    Als das geschehen war, kamen auch die andern Kranken der Insel
> herbei und ließen sich gesund machen.
> 
> 28:10   Und sie erwiesen uns große Ehre; und als wir abfuhren, gaben sie uns
> mit, was wir nötig hatten.
> 
> Von Malta nach Rom
> 
> 28:11   Nach drei Monaten aber fuhren wir ab mit einem Schiff aus
> Alexandria, das bei der Insel überwintert hatte und das Zeichen der
> Zwillinge führte.
> 
> 28:12   Und als wir nach Syrakus kamen, blieben wir drei Tage da.
> 
> 28:13   Von da fuhren wir die Küste entlang und kamen nach Rhegion; und da
> am nächsten Tag der Südwind sich erhob, kamen wir in zwei Tagen nach
> Puteoli.
> 
> 28:14   Dort fanden wir Brüder und wurden von ihnen gebeten, sieben Tage da
> zu bleiben. Und so kamen wir nach Rom.
> 
> 28:15   Dort hatten die Brüder von uns gehört und kamen uns entgegen bis
> Forum Appii und Tres-Tabernae. Als Paulus sie sah, dankte er Gott
> und gewann Zuversicht.
> 
> 28:16   Als wir nun nach Rom hineinkamen, wurde dem Paulus erlaubt, für
> sich allein zu wohnen mit dem Soldaten, der ihn bewachte.
> Kap 27,3
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »übergab der Hauptmann die Gefangenen dem Oberst; aber es (wurde)«.
> 
> Paulus in Rom
> 
> 28:17   Es geschah aber nach drei Tagen, daß Paulus die Angesehensten der
> Juden bei sich zusammenrief. Als sie zusammengekommen waren, sprach
> er zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ich habe nichts getan gegen
> unser Volk und die Ordnungen der Väter und bin doch als Gefangener
> aus Jerusalem überantwortet in die Hände der Römer.
> Kap 23,1
> 
> 28:18   Diese wollten mich losgeben, nachdem sie mich verhört hatten, weil
> nichts gegen mich vorlag, das den Tod verdient hätte.
> 
> 28:19   Da aber die Juden widersprachen, war ich genötigt, mich auf den
> Kaiser zu berufen, nicht als hätte ich mein Volk wegen etwas zu
> verklagen.
> Kap 25,11
> 
> 28:20   Aus diesem Grund habe ich darum gebeten, daß ich euch sehen und zu
> euch sprechen könnte; denn um der Hoffnung Israels willen trage ich
> diese Ketten.
> Kap 26,6-7
> 
> 28:21   Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben deinetwegen weder Briefe aus
> Judäa empfangen noch ist ein Bruder gekommen, der über dich etwas
> Schlechtes berichtet oder gesagt hätte.
> 
> 28:22   Doch wollen wir von dir hören, was du denkst; denn von dieser Sekte
> ist uns bekannt, daß ihr an allen Enden widersprochen wird.
> Kap 24,14;  Lk 2,34
> 
> 28:23   Und als sie ihm einen Tag bestimmt hatten, kamen viele zu ihm in die
> Herberge. Da erklärte und bezeugte er ihnen das Reich Gottes und
> predigte ihnen von Jesus aus dem Gesetz des Mose und aus den
> Propheten vom frühen Morgen bis zum Abend.
> 
> 28:24   Die einen stimmten dem zu, was er sagte, die andern aber glaubten
> nicht.
> 
> 28:25   Sie waren aber untereinander uneins und gingen weg, als Paulus dies
> eine Wort gesagt hatte: Mit Recht hat der heilige Geist durch den
> Propheten Jesaja zu euren Vätern gesprochen (Jesaja 6,9-10):
> 
> 28:26   »Geh hin zu diesem Volk und sprich: Mit den Ohren werdet ihr's hören
> und nicht verstehen; und mit den Augen werdet ihr's sehen und nicht
> erkennen.
> 
> 28:27   Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und ihre Ohren hören
> schwer, und ihre Augen sind geschlossen, damit sie nicht etwa mit
> den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen
> und sich bekehren, und ich ihnen helfe.«
> 
> 28:28   So sei es euch kundgetan, daß den Heiden dies Heil Gottes gesandt
> ist; und sie werden es hören.
> Kap 13,46
> Vers 29 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Und als er
> das gesagt hatte, gingen die Juden weg und stritten heftig
> untereinander.«
> 
> 28:30   Paulus aber blieb zwei volle Jahre in seiner eigenen Wohnung und
> nahm alle auf, die zu ihm kamen,
> 
> 28:31   predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus
> mit allem Freimut ungehindert.
> Eph 6,20
>
> — *APOSTELG*

