# JOHANNES

*Exported from [Holy-Writings.com](https://www.holy-writings.com/) on 2026-06-19 — 1 clipping.*

---

> Das Wort ward Fleisch
> 
> 1:1    Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das
> Wort.
> Kap 17,5; 1. Mose 1,1; 1. Joh 1,1-2; Offb 19,13
> 
> 1:2    Dasselbe war im Anfang bei Gott.
> 
> 1:3    Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts
> gemacht, was gemacht ist.
> 1. Kor 8,6; Kol 1,16-17; Hebr 1,2
> Mögliche andere Satzeinteilung aufgrund alter Überlieferung: »Was
> geworden ist - in ihm war das Leben.«
> 
> 1:4    In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
> Kap 8,12
> 
> 1:5    Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's
> nicht ergriffen.
> Kap 3,19
> 
> 1:6    Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes.
> Mt 3,1; Mk 1,4
> 
> 1:7    Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle
> durch ihn glaubten.
> Apg 19,4
> 
> 1:8    Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.
> 
> 1:9    Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese
> Welt kommen.
> 
> 1:10   Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die
> Welt erkannte ihn nicht.
> 
> 1:11   Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
> Ps 24,1
> 
> 1:12   Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu
> werden, denen, die an seinen Namen glauben,
> Gal 3,26
> 
> 1:13   die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus
> dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.
> Weish 7,2;  Kap 3,5-6
> 
> 1:14   Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen
> seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes
> vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
> 1. Tim 3,16;  2. Mose 33,18; Jes 60,1; 2. Petr 1,16-17
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 1:15   Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich
> gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er
> war eher als ich.
> 
> 1:16   Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
> Kap 3,34; Kol 1,19
> 
> 1:17   Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist
> durch Jesus Christus geworden.
> Röm 10,4
> 
> 1:18    Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in
> des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt.
> Kap 6,46;  Mt 11,27
> Luther übersetzte aufgrund anderer Textzeugen: »der eingeborene
> Sohn, der in des Vaters Schoß ist«.
> 
> Das Zeugnis des Täufers über sich selbst
> 
> (Mt 3,1-12; Mk 1,1-8; Lk 3,1-18)
> 1:19   Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten
> Priester und Leviten von Jerusalem, daß sie ihn fragten: Wer bist
> du?
> 
> 1:20   Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht
> der Christus.
> 
> 1:21   Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's
> nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein.
> Mal 3,23; Mt 17,10-13;  5. Mose 18,15
> 
> 1:22   Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann? daß wir Antwort geben
> denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst?
> 
> 1:23   Er sprach: »Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet
> den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat (Jesaja
> 40,3).
> 
> 1:24   Und sie waren von den Pharisäern abgesandt,
> 
> 1:25   und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn
> du nicht der Christus bist noch Elia noch der Prophet?
> 
> 1:26   Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er
> ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
> Lk 17,21
> 
> 1:27   Der wird nach mir kommen, und ich bin nicht wert, daß ich seine
> Schuhriemen löse.
> 
> 1:28   Dies geschah in Betanien jenseits des Jordans, wo Johannes taufte.
> 
> Das Zeugnis des Täufers vom Lamm Gottes
> 
> (Mt 3,13-17; Mk 1,9-11; Lk 3,21-22)
> 1:29   Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus zu ihm kommt, und spricht:
> Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!
> Jes 53,7
> 
> 1:30   Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der
> vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich.
> 
> 1:31   Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde,
> darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser.
> 
> 1:32   Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, daß der Geist herabfuhr
> wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm.
> 
> 1:33   Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte, zu taufen mit
> Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren
> und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem heiligen Geist tauft.
> 
> 1:34   Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.
> 
> Die ersten Jünger
> 
> 1:35   Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger;
> 
> 1:36   und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes
> Lamm!
> 
> 1:37   Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
> 
> 1:38   Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu
> ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi - das heißt
> übersetzt: Meister -, wo ist deine Herberge?
> 
> 1:39   Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen's und
> blieben diesen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
> 
> 1:40   Einer von den zweien, die Johannes gehört hatten und Jesus
> nachgefolgt waren, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus.
> Mt 4,18-20
> 
> 1:41   Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben
> den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte.
> 
> 1:42   Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist
> Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt
> übersetzt: Fels.
> Mt 16,18
> 
> 1:43   Am nächsten Tag wollte Jesus nach Galiläa gehen und findet Philippus
> und spricht zu ihm: Folge mir nach!
> 
> 1:44   Philippus aber war aus Betsaida, der Stadt des Andreas und Petrus.
> 
> 1:45    Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den
> gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben
> haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth.
> (45 und 46) Jes 53,2;  5. Mose 18,18; Jer 23,5; Hes 34,23
> 
> 1:46   Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann aus Nazareth Gutes kommen!
> Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!
> Kap 7,41
> 
> 1:47   Jesus sah Nathanael kommen und sagt von ihm: Siehe, ein rechter
> Israelit, in dem kein Falsch ist.
> 
> 1:48   Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und
> sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem
> Feigenbaum warst, sah ich dich.
> 
> 1:49   Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der
> König von Israel!
> Kap 6,69; Ps 2,7; Jer 23,5; Mt 14,33; 16,16
> 
> 1:50   Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt
> habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum. Du wirst noch
> Größeres als das sehen.
> 
> 1:51   Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet
> den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren
> über dem Menschensohn.
> 1. Mose 28,12; Mt 4,11
> 
>          Die Hochzeit zu Kana
> 
> 2:1    Und am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die
> Mutter Jesu war da.
> 
> 2:2    Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen.
> 
> 2:3    Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben
> keinen Wein mehr.
> 
> 2:4    Jesus spricht zu ihr: Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine
> Stunde ist noch nicht gekommen.
> 
> 2:5    Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut.
> 
> 2:6    Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung
> nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße.
> Mk 7,3-4
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 2:7    Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie
> füllten sie bis obenan.
> 
> 2:8    Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister!
> Und sie brachten's ihm.
> 
> 2:9    Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war,
> und nicht wußte, woher er kam - die Diener aber wußten's, die das
> Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam
> 
> 2:10   und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn
> sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein
> bis jetzt zurückbehalten.
> 
> 2:11   Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in
> Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger
> glaubten an ihn.
> Kap 1,14
> 
> 2:12   Danach ging Jesus hinab nach Kapernaum, er, seine Mutter, seine
> Brüder und seine Jünger, und sie blieben nicht lange da.
> Kap 7,3;  Mt 13,55
> 
> Die Tempelreinigung
> 
> (Mt 21,12-17; Mk 11,15-19; Lk 19,45-48)
> 2:13   Und das Passafest der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach
> Jerusalem.
> Kap 5,1; 7,10; Mt 20,18; Mk 11,1; Lk 19,28
> 
> 2:14   Und er fand im Tempel die Händler, die Rinder, Schafe und Tauben
> verkauften, und die Wechsler, die da saßen.
> 
> 2:15   Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel
> hinaus samt den Schafen und Rindern und schüttete den Wechslern das
> Geld aus und stieß die Tische um
> 
> 2:16   und sprach zu denen, die die Tauben verkauften: Tragt das weg und
> macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus!
> 
> 2:17   Seine Jünger aber dachten daran, daß geschrieben steht (Psalm
> 69,10): »Der Eifer um dein Haus wird mich fressen.«
> 
> 2:18   Da fingen die Juden an und sprachen zu ihm: Was zeigst du uns für
> ein Zeichen, daß du dies tun darfst?
> Mt 21,23
> 
> 2:19   Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und
> in drei Tagen will ich ihn aufrichten.
> Mt 26,61; 27,40
> 
> 2:20   Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren
> erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?
> 
> 2:21   Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
> 1. Kor 6,19
> 
> 2:22   Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger
> daran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem
> Wort, das Jesus gesagt hatte.
> Hos 6,2
> 
> 2:23   Als er aber am Passafest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen
> Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat.
> 
> 2:24   Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an; denn er kannte sie alle
> 
> 2:25   und bedurfte nicht, daß ihm jemand Zeugnis gab vom Menschen; denn
> er wußte, was im Menschen war.
> Mk 2,8
> 
>          Jesus und Nikodemus
> 
> 3:1    Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus,
> einer von den Oberen der Juden.
> Kap 7,50; 19,39
> 
> 3:2    Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen,
> du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen
> tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.
> 
> 3:3    Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage
> dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er
> das Reich Gottes nicht sehen.
> 1. Petr 1,23
> d. h.: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird (ebenso Vers 5).
> 
> 3:4    Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn
> er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und
> geboren werden?
> 
> 3:5    Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß
> jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das
> Reich Gottes kommen.
> Hes 36,25-27; Mt 3,11; Tit 3,5
> 
> 3:6    Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist
> geboren ist, das ist Geist.
> Kap 1,13;  Röm 8,5-9
> 
> 3:7    Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem
> geboren werden.
> 
> 3:8    Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du
> weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem,
> der aus dem Geist geboren ist.
> 
> 3:9    Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen?
> 
> 3:10   Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du Israels Lehrer und weißt
> das nicht?
> 
> 3:11   Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und
> bezeugen, was wir gesehen haben; ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht
> an.
> 
> 3:12   Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie
> werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?
> 
> 3:13   Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel
> herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn.
> 
> 3:14   Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der
> Menschensohn erhöht werden,
> 4. Mose 21,8-9
> 
> 3:15   damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.
> 
> 3:16   Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn
> gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern
> das ewige Leben haben.
> Röm 5,8; 8,32; 1. Joh 4,9
> 
> 3:17   Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt
> richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde.
> Lk 19,10
> 
> 3:18   Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt,
> der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des
> eingeborenen Sohnes Gottes.
> Kap 5,24
> 
> 3:19   Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist,
> und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn
> ihre Werke waren böse.
> Kap 1,5; 1,9-11
> 
> 3:20   Wer Böses tut, der haßt das Licht und kommt nicht zu dem Licht,
> damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.
> Eph 5,13
> 
> 3:21   Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar
> wird, daß seine Werke in Gott getan sind.
> 1. Joh 1,6-7
> 
> Das letzte Zeugnis des Täufers von Jesus
> 
> 3:22   Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und blieb dort
> eine Weile mit ihnen und taufte.
> Kap 4,1-2
> 
> 3:23   Johannes aber taufte auch noch in Änon, nahe bei Salim, denn es war
> da viel Wasser; und sie kamen und ließen sich taufen.
> 
> 3:24   Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen.
> Mk 1,14
> 
> 3:25   Da erhob sich ein Streit zwischen den Jüngern des Johannes und einem
> Juden über die Reinigung.
> 
> 3:26   Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir
> war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe,
> der tauft, und jedermann kommt zu ihm.
> Kap 1,26-34
> 
> 3:27   Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn
> es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.
> Hebr 5,4
> 
> 3:28   Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe: Ich bin nicht der
> Christus, sondern vor ihm her gesandt.
> Kap 1,20; 1,23; 1,27
> 
> 3:29   Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams
> aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme
> des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.
> Mt 9,15
> 
> 3:30   Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.
> 
> 3:31   Der von oben her kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der
> ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der
> ist über allen
> Kap 8,23
> 
> 3:32   und bezeugt, was er gesehen und gehört hat; und sein Zeugnis nimmt
> niemand an.
> 
> 3:33   Wer es aber annimmt, der besiegelt, daß Gott wahrhaftig ist.
> 
> 3:34   Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt
> den Geist ohne Maß.
> Kap 1,16
> 
> 3:35    Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand
> gegeben.
> Kap 5,20;  Mt 11,27
> 
> 3:36   Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn
> nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn
> Gottes bleibt über ihm.
> 
>          Jesus und die Samariterin
> 
> 4:1    Als nun Jesus erfuhr, daß den Pharisäern zu Ohren gekommen war, daß
> er mehr zu Jüngern machte und taufte als Johannes
> Kap 3,22; 3,26
> 
> 4:2    - obwohl Jesus nicht selber taufte, sondern seine Jünger -,
> 
> 4:3    verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa.
> 
> 4:4    Er mußte aber durch Samarien reisen.
> 
> 4:5    Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem
> Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab.
> 1. Mose 48,22; Jos 24,32
> 
> 4:6    Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der
> Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste
> Stunde.
> 
> 4:7    Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus
> spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!
> 
> 4:8    Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen.
> 
> 4:9    Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um
> etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische
> Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. -
> Lk 9,52-53
> 
> 4:10   Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe
> Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du
> bätest ihn, und der gäbe dir lebendiges Wasser.
> Kap 7,38-39
> 
> 4:11   Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du
> schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann
> lebendiges Wasser?
> 
> 4:12   Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben
> hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh.
> 
> 4:13   Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt,
> den wird wieder dürsten;
> Kap 6,58
> 
> 4:14   wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in
> Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde,
> das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige
> Leben quillt.
> Kap 6,35; 7,38-39; Ps 36,10
> 
> 4:15   Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich
> nicht dürstet und ich nicht herkommen muß, um zu schöpfen!
> 
> 4:16   Jesus spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her!
> 
> 4:17   Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus
> spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann.
> 
> 4:18   Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht
> dein Mann; das hast du recht gesagt.
> 
> 4:19   Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist.
> 
> 4:20   Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in
> Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll.
> 5. Mose 12,5; Ps 122,1-9
> 
> 4:21   Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, daß ihr
> weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
> 
> 4:22   Ihr wißt nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten;
> denn das Heil kommt von den Juden.
> 2. Kön 17,29-41;  Jes 2,3
> 
> 4:23   Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren
> Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn
> auch der Vater will solche Anbeter haben.
> 
> 4:24    Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und
> in der Wahrheit anbeten.
> 2. Kor 3,17;  Röm 12,1
> 
> 4:25   Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, der da
> Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
> Kap 1,41
> 
> 4:26   Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.
> 
> 4:27   Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, daß er mit
> einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du? Oder: Was
> redest du mit ihr?
> 
> 4:28   Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht
> zu den Leuten:
> 
> 4:29   Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan
> habe, ob er nicht der Christus sei!
> 
> 4:30   Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.
> 
> 4:31   Inzwischen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß!
> 
> 4:32   Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr
> nicht wißt.
> 
> 4:33   Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen
> gebracht?
> 
> 4:34   Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich tue den
> Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.
> Kap 6,38;  Kap 17,4
> 
> 4:35   Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die
> Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die
> Felder, denn sie sind reif zur Ernte.
> Mt 9,37
> 
> 4:36   Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen
> Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet.
> 
> 4:37   Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet.
> 
> 4:38   Ich habe euch gesandt, zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt;
> andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen.
> 
> 4:39   Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der
> Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich
> getan habe.
> 
> 4:40   Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu
> bleiben; und er blieb zwei Tage da.
> 
> 4:41   Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen
> 
> 4:42   und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um
> deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt:
> Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.
> Apg 8,5-8
> 
> Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten
> 
> (Mt 8,5-13; Lk 7,1-10)
> 4:43   Aber nach zwei Tagen ging er von dort weiter nach Galiläa.
> Mt 4,12
> 
> 4:44   Denn er selber, Jesus, bezeugte, daß ein Prophet daheim nichts
> gilt.
> Mt 13,57
> 
> 4:45   Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, die alles
> gesehen hatten, was er in Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn
> sie waren auch zum Fest gekommen.
> Kap 2,23
> 
> 4:46   Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu
> Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen
> Sohn lag krank in Kapernaum.
> Kap 2,1; 2,9
> 
> 4:47   Dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu
> ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der
> war todkrank.
> 
> 4:48   Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so
> glaubt ihr nicht.
> Kap 2,18; 1. Kor 1,22
> 
> 4:49   Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!
> 
> 4:50   Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte
> dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.
> 
> 4:51   Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten:
> Dein Kind lebt.
> 
> 4:52   Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm
> geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente
> Stunde verließ ihn das Fieber.
> 
> 4:53   Da merkte der Vater, daß es die Stunde war, in der Jesus zu ihm
> gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen
> Hause.
> 
> 4:54   Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa
> nach Galiläa kam.
> Kap 2,11
> 
>          Die Heilung eines Kranken am Teich Betesda
> 
> 5:1    Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
> Kap 2,13
> 
> 5:2    Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf
> hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen;
> Neh 3,1
> 
> 5:3    in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte.
> Die Verse 3b und 4 finden sich erst in der späteren Überlieferung:
> »Sie warteten darauf, daß sich das Wasser bewegte. 4 Denn der Engel
> des Herrn fuhr von Zeit zu Zeit herab in den Teich und bewegte das
> Wasser. Wer nun zuerst hineinstieg, nachdem sich das Wasser bewegt
> hatte, der wurde gesund, an welcher Krankheit er auch litt.«
> 
> 5:5    Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank.
> 
> 5:6    Als Jesus den liegen sah und vernahm, daß er schon so lange gelegen
> hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
> 
> 5:7    Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich
> in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber
> hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.
> 
> 5:8    Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!
> 
> 5:9    Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging
> hin. Es war aber an dem Tag Sabbat.
> 
> 5:10   Da sprachen die Juden zu dem, der gesund geworden war: Es ist heute
> Sabbat; du darfst dein Bett nicht tragen.
> 2. Mose 20,10; Jer 17,21-22
> 
> 5:11   Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir:
> Nimm dein Bett und geh hin!
> 
> 5:12   Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm
> dein Bett und geh hin?
> 
> 5:13   Der aber gesund geworden war, wußte nicht, wer es war; denn Jesus
> war entwichen, da so viel Volk an dem Ort war.
> 
> 5:14   Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist
> gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas
> Schlimmeres widerfahre.
> Kap 8,11
> 
> 5:15   Der Mensch ging hin und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn
> gesund gemacht habe.
> 
> 5:16   Darum verfolgten die Juden Jesus, weil er dies am Sabbat getan
> hatte.
> Mt 12,14
> 
> 5:17   Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag,
> und ich wirke auch.
> Kap 9,4
> 
> 5:18   Darum trachteten die Juden noch viel mehr danach, ihn zu töten,
> weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch sagte, Gott sei
> sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich.
> Kap 7,30; 10,33
> 
> Die Vollmacht des Sohnes
> 
> 5:19   Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich
> sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was
> er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise
> auch der Sohn.
> Kap 3,11; 3,32
> 
> 5:20   Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut,
> und wird ihm noch größere Werke zeigen, so daß ihr euch verwundern
> werdet.
> Kap 3,35
> 
> 5:21   Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so
> macht auch der Sohn lebendig, welche er will.
> 
> 5:22    Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn
> übergeben,
> (22 und 23) Dan 7,13-14;  Apg 10,42
> 
> 5:23   damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den
> Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
> Phil 2,10-11;  1. Joh 2,23
> 
> 5:24   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt
> dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht
> in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben
> hindurchgedrungen.
> Kap 3,16; 3,18
> 
> 5:25   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist
> schon jetzt, daß die Toten hören werden die Stimme des Sohnes
> Gottes, und die sie hören werden, die werden leben.
> Eph 2,5-6
> 
> 5:26   Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem
> Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber;
> Kap 1,1-4
> 
> 5:27   und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er
> der Menschensohn ist.
> Dan 7,13-14
> 
> 5:28   Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle,
> die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden,
> 
> 5:29   und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des
> Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
> Dan 12,2; Mt 25,46; 2. Kor 5,10
> 
> 5:30   Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und
> mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen,
> sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
> Kap 6,38
> 
> Das Zeugnis für den Sohn
> 
> 5:31   Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr.
> 
> 5:32   Ein anderer ist's, der von mir zeugt; und ich weiß, daß das Zeugnis
> wahr ist, das er von mir gibt.
> 
> 5:33   Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat die Wahrheit bezeugt.
> Kap 1,19-34
> 
> 5:34   Ich aber nehme nicht Zeugnis von einem Menschen; sondern ich sage
> das, damit ihr selig werdet.
> 
> 5:35   Er war ein brennendes und scheinendes Licht; ihr aber wolltet eine
> kleine Weile fröhlich sein in seinem Licht.
> 
> 5:36   Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die
> Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, eben
> diese Werke, die ich tue, bezeugen von mir, daß mich der Vater
> gesandt hat.
> Kap 3,2; 10,25; 10,38
> 
> 5:37   Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben.
> Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen,
> Mt 3,17
> 
> 5:38   und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen; denn ihr glaubt dem
> nicht, den er gesandt hat.
> 
> 5:39   Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben
> darin; und sie ist's, die von mir zeugt;
> Lk 24,27; 24,44; 2. Tim 3,15-17
> 
> 5:40   aber ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben hättet.
> 
> 5:41   Ich nehme nicht Ehre von Menschen;
> 
> 5:42   aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt.
> 
> 5:43   Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht
> an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet
> ihr annehmen.
> Mt 24,5
> 
> 5:44   Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die
> Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?
> Kap 12,42-43; 1. Thess 2,6
> 
> 5:45   Ihr sollt nicht meinen, daß ich euch vor dem Vater verklagen werde;
> es ist einer, der euch verklagt: Mose, auf den ihr hofft.
> 5. Mose 31,24-27
> 
> 5:46   Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von
> mir geschrieben.
> 1. Mose 3,15; 49,10; 5. Mose 18,15
> 
> 5:47   Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen
> Worten glauben?
> Lk 16,31
> 
>          Die Speisung der Fünftausend
> 
> (Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Lk 9,10-17)
> 6:1    Danach fuhr Jesus weg über das Galiläische Meer, das auch See von
> Tiberias heißt.
> 
> 6:2    Und es zog ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an
> den Kranken tat.
> 
> 6:3    Jesus aber ging auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen
> Jüngern.
> 
> 6:4    Es war aber kurz vor dem Passa, dem Fest der Juden.
> Kap 2,13; 11,55
> 
> 6:5    Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, daß viel Volk zu ihm kommt,
> und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen
> haben?
> 
> 6:6    Das sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er wußte wohl, was er tun
> wollte.
> 
> 6:7    Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Silbergroschen Brot ist
> nicht genug für sie, daß jeder ein wenig bekomme.
> 
> 6:8    Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon
> Petrus:
> 
> 6:9    Es ist ein Kind hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische;
> aber was ist das für so viele?
> 
> 6:10   Jesus aber sprach: Laßt die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras
> an dem Ort. Da lagerten sich etwa fünftausend Männer.
> 
> 6:11   Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich
> gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, soviel sie
> wollten.
> 
> 6:12   Als sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die
> übrigen Brocken, damit nichts umkommt.
> 
> 6:13   Da sammelten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe
> mit Brocken, die denen übrigblieben, die gespeist worden waren.
> 
> 6:14   Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie:
> Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll.
> 5. Mose 18,15
> 
> 6:15   Als Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn ergreifen, um
> ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst
> allein.
> Kap 18,36
> 
> Jesus auf dem See
> 
> (Mt 14,22-33; Mk 6,45-52)
> 6:16   Am Abend aber gingen seine Jünger hinab an den See,
> 
> 6:17   stiegen in ein Boot und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es
> war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen
> gekommen.
> 
> 6:18   Und der See wurde aufgewühlt von einem starken Wind.
> 
> 6:19   Als sie nun etwa eine Stunde gerudert hatten, sahen sie Jesus auf
> dem See gehen und nahe an das Boot kommen; und sie fürchteten sich.
> 
> 6:20   Er aber sprach zu ihnen: Ich bin's; fürchtet euch nicht!
> 
> 6:21   Da wollten sie ihn ins Boot nehmen; und sogleich war das Boot am
> Land, wohin sie fahren wollten.
> 
> Jesus das Brot des Lebens
> 
> 6:22   Am nächsten Tag sah das Volk, das am andern Ufer des Sees stand, daß
> kein anderes Boot da war als das eine und daß Jesus nicht mit seinen
> Jüngern in das Boot gestiegen war, sondern seine Jünger waren allein
> weggefahren.
> 
> 6:23   Es kamen aber andere Boote von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das
> Brot gegessen hatten unter der Danksagung des Herrn.
> 
> 6:24   Als nun das Volk sah, daß Jesus nicht da war und seine Jünger auch
> nicht, stiegen sie in die Boote und fuhren nach Kapernaum und
> suchten Jesus.
> 
> 6:25   Und als sie ihn fanden am andern Ufer des Sees, fragten sie ihn:
> Rabbi, wann bist du hergekommen?
> 
> 6:26   Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage
> euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern
> weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid.
> 
> 6:27   Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt
> zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn auf
> dem ist das Siegel Gottes des Vaters.
> Kap 5,36
> 
> 6:28   Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, daß wir Gottes Werke wirken?
> 
> 6:29   Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr
> an den glaubt, den er gesandt hat.
> 
> 6:30   Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, damit wir sehen
> und dir glauben? Was für ein Werk tust du?
> 
> 6:31   Unsre Väter haben in der Wüste das Manna gegessen, wie geschrieben
> steht (Psalm 78,24): »Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.«
> 2. Mose 16,13-15
> 
> 6:32   Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht
> Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt
> euch das wahre Brot vom Himmel.
> 
> 6:33   Denn Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das
> Leben.
> 
> 6:34   Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot.
> 
> 6:35   Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir
> kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird
> nimmermehr dürsten.
> Kap 4,14; 7,37
> 
> 6:36   Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und glaubt doch
> nicht.
> 
> 6:37   Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir
> kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
> Mt 11,28
> 
> 6:38   Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue,
> sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
> Kap 4,34
> 
> 6:39   Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich nichts
> verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern daß ich's
> auferwecke am Jüngsten Tage.
> Kap 10,28-29; 17,12
> 
> 6:40   Denn das ist der Wille meines Vaters, daß, wer den Sohn sieht und
> glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken
> am Jüngsten Tage.
> Kap 5,29; 11,24
> 
> 6:41   Da murrten die Juden über ihn, weil er sagte: Ich bin das Brot, das
> vom Himmel gekommen ist,
> 
> 6:42   und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josefs Sohn, dessen Vater und
> Mutter wir kennen? Wieso spricht er dann: Ich bin vom Himmel
> gekommen?
> Lk 4,22
> 
> 6:43   Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Murrt nicht untereinander.
> 
> 6:44   Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der
> mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.
> 
> 6:45   Es steht geschrieben in den Propheten (Jesaja 54,13): »Sie werden
> alle von Gott gelehrt sein.« Wer es vom Vater hört und lernt, der
> kommt zu mir.
> 
> 6:46   Nicht als ob jemand den Vater gesehen hätte außer dem, der von Gott
> gekommen ist; der hat den Vater gesehen.
> Kap 1,18
> 
> 6:47   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige
> Leben.
> Kap 3,16
> 
> 6:48   Ich bin das Brot des Lebens.
> Vers 35
> 
> 6:49   Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind
> gestorben.
> 1. Kor 10,3-5
> 
> 6:50   Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon ißt, nicht
> sterbe.
> 
> 6:51   Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von
> diesem Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist
> mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.
> Mk 14,22
> 
> 6:52   Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann der uns
> sein Fleisch zu essen geben?
> 
> 6:53   Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr
> nicht das Fleisch des Menschensohns eßt und sein Blut trinkt, so
> habt ihr kein Leben in euch.
> 
> 6:54   Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben,
> und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.
> Mt 26,26-28
> 
> 6:55   Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre
> Trank.
> 
> 6:56   Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und
> ich in ihm.
> Kap 15,4; 1. Joh 3,24
> 
> 6:57   Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich lebe um des Vaters
> willen, so wird auch, wer mich ißt, leben um meinetwillen.
> 
> 6:58   Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei
> den Vätern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot
> ißt, der wird leben in Ewigkeit.
> 
> 6:59   Das sagte er in der Synagoge, als er in Kapernaum lehrte.
> 
> Scheidung unter den Jüngern
> 
> 6:60   Viele nun seiner Jünger, die das hörten, sprachen: Das ist eine
> harte Rede; wer kann sie hören?
> 
> 6:61   Da Jesus aber bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber
> murrten, sprach er zu ihnen: Ärgert euch das?
> 
> 6:62   Wie, wenn ihr nun sehen werdet den Menschensohn auffahren dahin, wo
> er zuvor war?
> Lk 24,50-51
> 
> 6:63    Der Geist ist's, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze.
> Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind
> Leben.
> Kap 3,6; 2. Kor 3,6
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 6:64   Aber es gibt einige unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wußte
> von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn
> verraten würde.
> 
> 6:65   Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir
> kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben.
> 
> Das Bekenntnis des Petrus
> 
> 6:66   Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort
> nicht mehr mit ihm.
> 
> 6:67   Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen?
> 
> 6:68   Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du
> hast Worte des ewigen Lebens;
> 
> 6:69   und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.
> Mt 16,16
> 
> 6:70   Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer
> von euch ist ein Teufel.
> 
> 6:71   Er redete aber von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Der verriet
> ihn hernach und war einer der Zwölf.
> 
>          Die Reise zum Laubhüttenfest
> 
> 7:1    Danach zog Jesus umher in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa
> umherziehen, weil ihm die Juden nach dem Leben trachteten.
> Kap 4,43
> 
> 7:2    Es war aber nahe das Laubhüttenfest der Juden.
> 3. Mose 23,34-36
> 
> 7:3    Da sprachen seine Brüder zu ihm: Mach dich auf von hier und geh
> nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du tust.
> Kap 2,12; Mt 12,46; Apg 1,14
> 
> 7:4    Niemand tut etwas im Verborgenen und will doch öffentlich etwas
> gelten. Willst du das, so offenbare dich vor der Welt.
> 
> 7:5    Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
> 
> 7:6    Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit
> ist allewege.
> Kap 2,4
> 
> 7:7    Die Welt kann euch nicht hassen. Mich aber haßt sie, denn ich
> bezeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind.
> Kap 15,18
> 
> 7:8    Geht ihr hinauf zum Fest! Ich will nicht hinaufgehen zu diesem Fest,
> denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.
> 
> 7:9    Das sagte er und blieb in Galiläa.
> 
> 7:10   Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren zum Fest, da ging auch er
> hinauf, nicht öffentlich, sondern heimlich.
> Kap 2,13
> 
> 7:11   Da suchten ihn die Juden auf dem Fest und fragten: Wo ist er?
> 
> 7:12   Und es war ein großes Gemurmel über ihn im Volk. Einige sprachen: Er
> ist gut; andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk.
> 
> 7:13   Niemand aber redete offen über ihn aus Furcht vor den Juden.
> Kap 9,22; 12,42; 19,38
> 
> Jesus auf dem Fest
> 
> 7:14   Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte.
> 
> 7:15   Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die
> Schrift verstehen, wenn er es doch nicht gelernt hat?
> Mt 13,56
> 
> 7:16   Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir,
> sondern von dem, der mich gesandt hat.
> 
> 7:17   Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese
> Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede.
> 
> 7:18   Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre; wer
> aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig,
> und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
> Kap 5,41; 5,44
> 
> 7:19   Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? Und niemand unter euch tut
> das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten?
> Röm 2,17-24;  Kap 5,16; 5,18
> 
> 7:20   Das Volk antwortete: Du bist besessen; wer sucht dich zu töten?
> Kap 10,20
> 
> 7:21   Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein einziges Werk habe ich
> getan, und es wundert euch alle.
> Kap 5,16
> 
> 7:22   Mose hat euch doch die Beschneidung gegeben - nicht daß sie von
> Mose kommt, sondern von den Vätern -, und ihr beschneidet den
> Menschen auch am Sabbat.
> 1. Mose 17,10-12; 3. Mose 12,3
> 
> 7:23   Wenn nun ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht
> das Gesetz des Mose gebrochen werde, was zürnt ihr dann mir, weil
> ich am Sabbat den ganzen Menschen gesund gemacht habe?
> 
> 7:24   Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht.
> 
> 7:25   Da sprachen einige aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu
> töten suchen?
> 
> 7:26   Und siehe, er redet frei und offen, und sie sagen ihm nichts.
> Sollten unsere Oberen nun wahrhaftig erkannt haben, daß er der
> Christus ist?
> 
> 7:27   Doch wir wissen, woher dieser ist; wenn aber der Christus kommen
> wird, so wird niemand wissen, woher er ist.
> Hebr 7,3
> 
> 7:28   Da rief Jesus, der im Tempel lehrte: Ihr kennt mich und wißt, woher
> ich bin. Aber nicht von mir selbst aus bin ich gekommen, sondern es
> ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt.
> 
> 7:29    Ich aber kenne ihn; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt.
> Mt 11,27
> 
> 7:30   Da suchten sie ihn zu ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn,
> denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
> Kap 8,20; Lk 22,53
> 
> 7:31   Aber viele aus dem Volk glaubten an ihn und sprachen: Wenn der
> Christus kommen wird, wird er etwa mehr Zeichen tun, als dieser
> getan hat?
> 
> 7:32   Und es kam den Pharisäern zu Ohren, daß im Volk solches Gemurmel
> über ihn war. Da sandten die Hohenpriester und Pharisäer Knechte
> aus, die ihn ergreifen sollten.
> 
> 7:33   Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch,
> und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.
> Kap 13,33
> 
> 7:34    Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, könnt ihr
> nicht hinkommen.
> Kap 8,21
> 
> 7:35   Da sprachen die Juden untereinander: Wo will dieser hingehen, daß
> wir ihn nicht finden könnten? Will er zu denen gehen, die in der
> Zerstreuung unter den Griechen wohnen, und die Griechen lehren?
> 
> 7:36   Was ist das für ein Wort, daß er sagt: Ihr werdet mich suchen und
> nicht finden; und wo ich bin, da könnt ihr nicht hinkommen?
> 
> 7:37   Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf
> und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
> 3. Mose 23,36;  Kap 4,10; Jes 55,1; Offb 22,17
> 
> 7:38   Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden
> Ströme lebendigen Wassers fließen.
> Jes 58,11
> 
> 7:39   Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an
> ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch
> nicht verherrlicht.
> Kap 16,7
> 
> Zwiespalt im Volk
> 
> 7:40   Einige nun aus dem Volk, die diese Worte hörten, sprachen: Dieser
> ist wahrhaftig der Prophet.
> Kap 6,14
> 
> 7:41   Andere sprachen: Er ist der Christus. Wieder andere sprachen: Soll
> der Christus aus Galiläa kommen?
> Kap 1,46
> 
> 7:42   Sagt nicht die Schrift: aus dem Geschlecht Davids und aus dem Ort
> Bethlehem, wo David war, soll der Christus kommen?
> Mt 22,42;  Mi 5,1; Mt 2,5-6
> 
> 7:43   So entstand seinetwegen Zwietracht im Volk.
> Kap 9,16
> 
> 7:44   Es wollten aber einige ihn ergreifen; aber niemand legte Hand an
> ihn.
> 
> 7:45   Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und die
> fragten sie: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?
> 
> 7:46   Die Knechte antworteten: Noch nie hat ein Mensch so geredet wie
> dieser.
> Mt 7,28-29
> 
> 7:47   Da antworteten ihnen die Pharisäer: Habt ihr euch auch verführen
> lassen?
> 
> 7:48   Glaubt denn einer von den Oberen oder Pharisäern an ihn?
> 
> 7:49   Nur das Volk tut's, das nichts vom Gesetz weiß; verflucht ist es.
> 
> 7:50   Spricht zu ihnen Nikodemus, der vormals zu ihm gekommen war und der
> einer von ihnen war:
> Kap 3,1-2
> 
> 7:51   Richtet denn unser Gesetz einen Menschen, ehe man ihn verhört und
> erkannt hat, was er tut?
> 5. Mose 1,16
> 
> 7:52   Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galiläer?
> Forsche und sieh: Aus Galiläa steht kein Prophet auf.
> 
> Jesus und die Ehebrecherin
> 
> 7:53   Und jeder ging heim.
> Der Bericht 7,53 - 8,11 ist in den ältesten Textzeugen des
> Johannes-Evangeliums nicht enthalten.
> 
>   8:1    Jesus aber ging zum Ölberg.
> 
> 8:2    Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu
> ihm, und er setzte sich und lehrte sie.
> 
> 8:3    Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm,
> beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte
> 
> 8:4    und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim
> Ehebruch ergriffen worden.
> 
> 8:5     Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen.
> Was sagst du?
> 3. Mose 20,10
> 
> 8:6    Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen
> könnten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die
> Erde.
> 
> 8:7    Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und
> sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den
> ersten Stein auf sie.
> Röm 2,1
> 
> 8:8    Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
> 
> 8:9    Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die
> Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der
> Mitte stand.
> 
> 8:10   Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie, Frau? Hat
> dich niemand verdammt?
> 
> 8:11   Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich
> dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
> Kap 5,14
> 
> Jesus das Licht der Welt
> 
> 8:12   Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der
> Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis,
> sondern wird das Licht des Lebens haben.
> Kap 1,5; 1,9; Jes 49,6; 60,20; Mt 5,14-16
> 
> 8:13   Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst;
> dein Zeugnis ist nicht wahr.
> 
> 8:14   Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst
> zeuge, ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, woher ich gekommen bin
> und wohin ich gehe; ihr aber wißt nicht, woher ich komme oder wohin
> ich gehe.
> Kap 5,31;  Kap 7,28
> 
> 8:15   Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand.
> Kap 3,17
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 8:16   Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht; denn ich bin's
> nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.
> 
> 8:17   Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, daß zweier Menschen Zeugnis
> wahr sei.
> 5. Mose 19,15
> 
> 8:18   Ich bin's, der von sich selbst zeugt; und der Vater, der mich
> gesandt hat, zeugt auch von mir.
> 
> 8:19   Da fragten sie ihn: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt
> weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr
> auch meinen Vater.
> Kap 14,7
> 
> 8:20   Diese Worte redete Jesus an dem Gotteskasten, als er lehrte im
> Tempel; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht
> gekommen.
> Kap 7,30
> 
> Jesu Weg zur Erhöhung
> 
> 8:21    Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet
> mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr
> nicht hinkommen.
> (21 und 22) Kap 7,34-35; 13,33
> 
> 8:22   Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, daß er sagt:
> Wohin ich gehe, da könnt ihr nicht hinkommen?
> 
> 8:23   Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben
> her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.
> Kap 3,31
> 
> 8:24   Darum habe ich euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden;
> denn wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, werdet ihr sterben in
> euren Sünden.
> Jes 43,10
> 
> 8:25   Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen:
> Zuerst das, was ich euch auch sage.
> 
> 8:26   Ich habe viel von euch zu reden und zu richten. Aber der mich
> gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das
> rede ich zu der Welt.
> 
> 8:27   Sie verstanden aber nicht, daß er zu ihnen vom Vater sprach.
> 
> 8:28   Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet,
> dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin und nichts von mir selber
> tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich.
> Kap 3,14; 12,32
> 
> 8:29   Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er läßt mich nicht allein;
> denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.
> 
> Die wahre Freiheit
> 
> 8:30   Als er das sagte, glaubten viele an ihn.
> 
> 8:31   Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr
> bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger
> Kap 15,7
> 
> 8:32   und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei
> machen.
> 
> 8:33   Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Kinder und sind niemals
> jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei
> werden?
> Mt 3,9
> 
> 8:34   Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage
> euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.
> 
> 8:35   Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig.
> 
> 8:36   Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.
> Röm 6,16; 6,18; 6,22
> 
> Abrahamskinder und Teufelskinder
> 
> 8:37   Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Kinder seid; aber ihr sucht mich zu
> töten, denn mein Wort findet bei euch keinen Raum.
> 
> 8:38   Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was
> ihr von eurem Vater gehört habt.
> 
> 8:39   Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater.
> Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr
> Abrahams Werke.
> 
> 8:40   Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die
> Wahrheit gesagt hat, wie ich sie von Gott gehört habe. Das hat
> Abraham nicht getan.
> 
> 8:41   Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind
> nicht unehelich geboren; wir haben EINEN Vater: Gott.
> 
> 8:42   Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich;
> denn ich bin von Gott ausgegangen und komme von ihm; denn ich bin
> nicht von selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt.
> 
> 8:43   Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort
> nicht hören könnt!
> 1. Kor 2,14
> 
> 8:44   Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt
> ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der
> Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet,
> so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater
> der Lüge.
> 1. Joh 3,8-10;  1. Mose 3,4; 3,19
> 
> 8:45   Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.
> 
> Der Streit um Jesu Ehre
> 
> 8:46    Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich aber die
> Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?
> 2. Kor 5,21; 1. Petr 2,22; 1. Joh 3,5; Hebr 4,15
> 
> 8:47    Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; ihr hört darum nicht, weil
> ihr nicht von Gott seid.
> Kap 18,37
> 
> 8:48   Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit
> Recht, daß du ein Samariter bist und einen bösen Geist hast?
> Kap 7,20
> 
> 8:49   Jesus antwortete: Ich habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre
> meinen Vater, aber ihr nehmt mir die Ehre.
> 
> 8:50   Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht, und er
> richtet.
> 
> 8:51   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hält, der wird den
> Tod nicht sehen in Ewigkeit.
> Kap 6,40; 6,47
> 
> 8:52   Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du einen bösen
> Geist hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du
> sprichst: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken in
> Ewigkeit.
> 
> 8:53   Bist du mehr als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die
> Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?
> 
> 8:54   Jesus antwortete: Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre
> nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er
> ist unser Gott;
> Jes 63,16
> 
> 8:55   und ihr kennt ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen
> wollte: Ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, wie ihr seid.
> Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.
> Kap 7,28-29
> 
> 8:56   Abraham, euer Vater, wurde froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und
> er sah ihn und freute sich.
> 
> 8:57   Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt
> und hast Abraham gesehen?
> 
> 8:58   Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe
> Abraham wurde, bin ich.
> Kap 1,1-2
> 
> 8:59   Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg
> sich und ging zum Tempel hinaus.
> Kap 10,31
> 
>          Die Heilung eines Blindgeborenen
> 
> 9:1    Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren
> war.
> 
> 9:2    Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat
> gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist?
> Lk 13,2
> 
> 9:3    Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern,
> sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.
> Kap 11,4
> 
> 9:4    Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange
> es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
> Kap 5,17;  Jer 13,16
> 
> 9:5    Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
> Kap 8,12; 12,35
> 
> 9:6    Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus
> einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden.
> Mk 8,23
> 
> 9:7    Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah - das heißt übersetzt:
> gesandt - und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam
> sehend wieder.
> 
> 9:8    Die Nachbarn nun und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten,
> sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
> 
> 9:9    Einige sprachen: Er ist's; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er
> selbst aber sprach: Ich bin's.
> 
> 9:10   Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden?
> 
> 9:11   Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und
> strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und
> wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend.
> 
> 9:12   Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiß es nicht.
> 
> 9:13   Da führten sie ihn, der vorher blind gewesen war, zu den Pharisäern.
> 
> 9:14   Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Brei machte und seine
> Augen öffnete.
> 
> 9:15   Da fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er
> aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich
> wusch mich und bin nun sehend.
> 
> 9:16   Da sprachen einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott,
> weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein
> sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter
> ihnen.
> 
> 9:17   Da sprachen sie wieder zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, daß er
> deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.
> 
> 9:18   Nun glaubten die Juden nicht von ihm, daß er blind gewesen und
> sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend
> geworden war,
> 
> 9:19   und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr
> sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend?
> 
> 9:20   Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, daß dieser
> unser Sohn ist und daß er blind geboren ist.
> 
> 9:21   Aber wieso er nun sehend ist, wissen wir nicht, und wer ihm seine
> Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn, er ist alt
> genug; laßt ihn für sich selbst reden.
> 
> 9:22   Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden.
> Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: wenn jemand ihn als den
> Christus bekenne, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden.
> Kap 7,13;  Kap 12,42
> 
> 9:23   Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst.
> 
> 9:24   Da riefen sie noch einmal den Menschen, der blind gewesen war, und
> sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch
> ein Sünder ist.
> 
> 9:25   Er antwortete: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß
> ich: daß ich blind war und bin nun sehend.
> 
> 9:26   Da fragten sie ihn: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen
> aufgetan?
> 
> 9:27   Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt's
> nicht gehört! Was wollt ihr's abermals hören? Wollt ihr auch seine
> Jünger werden?
> 
> 9:28   Da schmähten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber
> sind Moses Jünger.
> 
> 9:29   Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist,
> wissen wir nicht.
> 
> 9:30   Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist verwunderlich,
> daß ihr nicht wißt, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan.
> 
> 9:31   Wir wissen, daß Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der
> gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er.
> Ps 66,18; Jes 1,15;  Spr 15,29
> 
> 9:32   Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, daß jemand einem
> Blindgeborenen die Augen aufgetan habe.
> 
> 9:33   Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun.
> 
> 9:34   Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren
> und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus.
> 
> 9:35   Es kam vor Jesus, daß sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn
> fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn?
> 
> 9:36   Er antwortete und sprach: Herr, wer ist's? daß ich an ihn glaube.
> 
> 9:37   Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet,
> der ist's.
> Kap 4,26
> 
> 9:38   Er aber sprach: Herr, ich glaube, und betete ihn an.
> 
> 9:39   Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit,
> die nicht sehen, sehend werden, und die sehen, blind werden.
> Mt 13,11-15
> 
> 9:40   Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm waren, und fragten ihn:
> Sind wir denn auch blind?
> 
> 9:41   Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde;
> weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.
> Kap 15,22
> 
>          Der gute Hirte
> 
> 10:1    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in
> den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und
> ein Räuber.
> 
> 10:2    Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe.
> 
> 10:3    Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und
> er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus.
> 
> 10:4    Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen
> her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.
> 
> 10:5    Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm;
> denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.
> 
> 10:6    Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was
> er ihnen damit sagte.
> 
> 10:7    Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin
> die Tür zu den Schafen.
> 
> 10:8    Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die
> Schafe haben ihnen nicht gehorcht.
> 
> 10:9    Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig
> werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
> Kap 14,6
> 
> 10:10   Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen.
> Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.
> 
> 10:11   Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die
> Schafe.
> Ps 23,1-6; Jes 40,11; Hes 34,11-23;  Kap 15,13; Hebr 13,20
> 
> 10:12   Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht
> gehören, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht -
> und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -,
> 
> 10:13   denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.
> 
> 10:14   Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen
> mich,
> 2. Tim 2,19
> 
> 10:15   wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse
> mein Leben für die Schafe.
> 
> 10:16   Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall;
> auch sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und
> es wird eine Herde und ein Hirte werden.
> Kap 11,52; Apg 10,34-35
> 
> 10:17   Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, daß ich's
> wiedernehme.
> 
> 10:18   Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe
> Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot
> habe ich empfangen von meinem Vater.
> Kap 5,26
> 
> 10:19   Da entstand abermals Zwietracht unter den Juden wegen dieser Worte.
> Kap 7,43; 9,16
> 
> 10:20   Viele unter ihnen sprachen: Er hat einen bösen Geist und ist von
> Sinnen; was hört ihr ihm zu?
> Kap 7,20; Mk 3,21
> 
> 10:21   Andere sprachen: Das sind nicht Worte eines Besessenen; kann denn
> ein böser Geist die Augen der Blinden auftun?
> 
> 10:22   Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem, und es war
> Winter.
> 
> 10:23   Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos.
> Apg 3,11
> 
> 10:24   Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du
> uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus.
> 
> 10:25   Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt
> nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen
> von mir.
> Kap 5,36
> 
> 10:26   Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen.
> Kap 8,45; 8,47
> 
> 10:27    Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen
> mir;
> (27 und 28) Ps 95,7
> 
> 10:28   und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr
> umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
> 
> 10:29   Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und
> niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen.
> 
> 10:30   Ich und der Vater sind eins.
> 
> Der Vorwurf der Gotteslästerung
> 
> 10:31   Da hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen.
> Kap 8,59
> 
> 10:32   Jesus sprach zu ihnen: Viele gute Werke habe ich euch erzeigt vom
> Vater; um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen?
> 
> 10:33   Die Juden antworteten ihm und sprachen: Um eines guten Werkes willen
> steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen,
> denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.
> Mt 9,3; 26,65;  Kap 5,18
> 
> 10:34   Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz
> (Psalm 82,6): »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter«?
> 
> 10:35   Wenn er die Götter nennt, zu denen das Wort Gottes geschah - und die
> Schrift kann doch nicht gebrochen werden -,
> Mt 5,17
> 
> 10:36   wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt
> gesandt hat: Du lästerst Gott -, weil ich sage: Ich bin Gottes
> Sohn?
> Kap 5,17-20
> 
> 10:37   Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubt mir nicht;
> 
> 10:38   tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr mir nicht
> glauben wollt, damit ihr erkennt und wißt, daß der Vater in mir ist
> und ich in ihm.
> 
> 10:39   Da suchten sie abermals, ihn zu ergreifen. Aber er entging ihren
> Händen.
> Kap 8,59;  Lk 4,30
> 
> 10:40   Dann ging er wieder fort auf die andere Seite des Jordans an den
> Ort, wo Johannes zuvor getauft hatte, und blieb dort.
> Kap 1,28
> 
> 10:41   Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat kein Zeichen
> getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, das ist wahr.
> 
> 10:42   Und es glaubten dort viele an ihn.
> 
>          Die Auferweckung des Lazarus
> 
> 11:1    Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und
> ihrer Schwester Marta.
> Lk 10,38-39
> 
> 11:2    Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße
> mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank.
> Kap 12,3
> 
> 11:3    Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr,
> siehe, der, den du liebhast, liegt krank.
> 
> 11:4    Als Jesus das hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode,
> sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch
> verherrlicht werde.
> Kap 9,3
> 
> 11:5    Jesus aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und Lazarus.
> 
> 11:6    Als er nun hörte, daß er krank war, blieb er noch zwei Tage an dem
> Ort, wo er war;
> 
> 11:7    danach spricht er zu seinen Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa
> ziehen!
> 
> 11:8    Seine Jünger aber sprachen zu ihm: Meister, eben noch wollten die
> Juden dich steinigen, und du willst wieder dorthin ziehen?
> Kap 10,31
> 
> 11:9    Jesus antwortete: Hat nicht der Tag zwölf Stunden? Wer bei Tag
> umhergeht, der stößt sich nicht; denn er sieht das Licht dieser
> Welt.
> Kap 9,4-5
> 
> 11:10   Wer aber bei Nacht umhergeht, der stößt sich; denn es ist kein Licht
> in ihm.
> Kap 12,35
> 
> 11:11   Das sagte er, und danach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser
> Freund, schläft, aber ich gehe hin, ihn aufzuwecken.
> Mt 9,24
> 
> 11:12   Da sprachen seine Jünger: Herr, wenn er schläft, wird's besser mit
> ihm.
> 
> 11:13   Jesus aber sprach von seinem Tode; sie meinten aber, er rede vom
> leiblichen Schlaf.
> 
> 11:14   Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben;
> 
> 11:15   und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dagewesen bin, damit
> ihr glaubt. Aber laßt uns zu ihm gehen!
> 
> 11:16   Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Jüngern: Laßt
> uns mit ihm gehen, daß wir mit ihm sterben!
> Kap 20,24-28
> 
> 11:17   Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen.
> 
> 11:18   Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde
> entfernt.
> 
> 11:19   Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten
> wegen ihres Bruders.
> 
> 11:20   Als Marta nun hörte, daß Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria
> aber blieb daheim sitzen.
> 
> 11:21   Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder
> wäre nicht gestorben.
> 
> 11:22   Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott
> geben.
> 
> 11:23   Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
> 
> 11:24   Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird - bei
> der Auferstehung am Jüngsten Tage.
> Kap 5,28-29; 6,40; Mt 22,23-33
> 
> 11:25   Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an
> mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;
> 
> 11:26   und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.
> Glaubst du das?
> Kap 8,51
> 
> 11:27   Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist,
> der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.
> Mt 16,16
> 
> 11:28   Und als sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester
> Maria heimlich und sprach zu ihr: Der Meister ist da und ruft dich.
> 
> 11:29   Als Maria das hörte, stand sie eilend auf und kam zu ihm.
> 
> 11:30   Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern war noch
> dort, wo ihm Marta begegnet war.
> 
> 11:31   Als die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen,
> daß Maria eilend aufstand und hinausging, folgten sie ihr, weil sie
> dachten: Sie geht zum Grab, um dort zu weinen.
> 
> 11:32   Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und sah ihn, fiel sie ihm zu
> Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder
> wäre nicht gestorben.
> 
> 11:33   Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die
> mit ihr gekommen waren, ergrimmte er im Geist und wurde sehr
> betrübt
> Kap 13,21
> 
> 11:34   und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie antworteten ihm: Herr,
> komm und sieh es!
> 
> 11:35   Und Jesus gingen die Augen über.
> 
> 11:36   Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn liebgehabt!
> 
> 11:37   Einige aber unter ihnen sprachen: Er hat dem Blinden die Augen
> aufgetan; konnte er nicht auch machen, daß dieser nicht sterben
> mußte?
> Kap 9,7
> 
> 11:38   Da ergrimmte Jesus abermals und kam zum Grab. Es war aber eine
> Höhle, und ein Stein lag davor.
> Mt 27,60
> 
> 11:39   Jesus sprach: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta, die
> Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er liegt
> seit vier Tagen.
> 
> 11:40   Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst,
> wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
> 
> 11:41   Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und
> sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast.
> 
> 11:42   Ich weiß, daß du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen,
> das umhersteht, sage ich's, damit sie glauben, daß du mich gesandt
> hast.
> Kap 12,30
> 
> 11:43   Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm
> heraus!
> 
> 11:44   Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen
> und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch.
> Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und laßt ihn gehen!
> 
> 11:45   Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was
> Jesus tat, glaubten an ihn.
> 
> Der Entschluß zur Tötung Jesu
> 
> 11:46   Einige aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen,
> was Jesus getan hatte.
> 
> 11:47   Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat
> und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen.
> Mt 26,3-4
> 
> 11:48   Lassen wir ihn so, dann werden sie alle an ihn glauben, und dann
> kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute.
> 
> 11:49   Einer aber von ihnen, Kaiphas, der in dem Jahr Hoherpriester war,
> sprach zu ihnen: Ihr wißt nichts;
> 
> 11:50   ihr bedenkt auch nicht: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe
> für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe.
> Kap 18,14
> 
> 11:51   Das sagte er aber nicht von sich aus, sondern weil er in dem Jahr
> Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das
> Volk,
> 
> 11:52   und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die verstreuten
> Kinder Gottes zusammenzubringen.
> Kap 7,35;  Kap 10,16; 1. Joh 2,2
> 
> 11:53   Von dem Tage an war es für sie beschlossen, daß sie ihn töteten.
> 
> 11:54   Jesus aber ging nicht mehr frei umher unter den Juden, sondern ging
> von dort weg in eine Gegend nahe der Wüste, in eine Stadt mit Namen
> Ephraim, und blieb dort mit den Jüngern.
> 2. Sam 13,23; 1. Makk 11,34
> 
> 11:55   Es war aber nahe das Passafest der Juden; und viele aus der Gegend
> gingen hinauf nach Jerusalem vor dem Fest, daß sie sich reinigten.
> 2. Chr 30,17-18
> 
> 11:56   Da fragten sie nach Jesus und redeten miteinander, als sie im Tempel
> standen: Was meint ihr? Er wird doch nicht zum Fest kommen?
> 
> 11:57   Die Hohenpriester und Pharisäer aber hatten Befehl gegeben: Wenn
> jemand weiß, wo er ist, soll er's anzeigen, damit sie ihn ergreifen
> könnten.
> 
>          Die Salbung in Betanien
> 
> (Mt 26,6-13; Mk 14,3-9)
> 12:1    Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus
> war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten.
> Kap 11,1; 11,43
> 
> 12:2    Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente ihm; Lazarus aber
> war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen.
> 
> 12:3    Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde
> und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße;
> das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls.
> Lk 7,38
> 
> 12:4    Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach
> verriet:
> 
> 12:5    Warum ist dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft
> worden und den Armen gegeben?
> 
> 12:6    Das sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er
> war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was
> gegeben war.
> Kap 13,29
> 
> 12:7    Da sprach Jesus: Laß sie in Frieden! Es soll gelten für den Tag
> meines Begräbnisses.
> 
> 12:8    Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht
> allezeit.
> 5. Mose 15,11
> 
> 12:9    Da erfuhr eine große Menge der Juden, daß er dort war, und sie kamen
> nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den
> er von den Toten erweckt hatte.
> 
> 12:10   Aber die Hohenpriester beschlossen, auch Lazarus zu töten;
> 
> 12:11   denn um seinetwillen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.
> 
> Der Einzug in Jerusalem
> 
> (Mt 21,1-11; Mk 11,1-10; Lk 19,29-40)
> 12:12   Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war,
> hörte, daß Jesus nach Jerusalem käme,
> 
> 12:13   nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen:
> Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König
> von Israel!
> Ps 118,25-26
> 
> 12:14   Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben
> steht (Sacharja 9,9):
> 
> 12:15   »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und
> reitet auf einem Eselsfüllen.«
> 
> 12:16   Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus
> verherrlicht war, da dachten sie daran, daß dies von ihm geschrieben
> stand und man so mit ihm getan hatte.
> 
> 12:17   Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief
> und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat.
> 
> 12:18   Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe
> dieses Zeichen getan.
> 
> 12:19   Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, daß ihr nichts
> ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.
> Kap 11,48
> 
> Die Ankündigung der Verherrlichung
> 
> 12:20   Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren,
> um anzubeten auf dem Fest.
> 
> 12:21   Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und
> baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen.
> Kap 1,44
> 
> 12:22   Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas
> sagen's Jesus weiter.
> 
> 12:23   Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, daß
> der Menschensohn verherrlicht werde.
> 
> 12:24   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die
> Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt,
> bringt es viel Frucht.
> Röm 14,9; 1. Kor 15,36
> 
> 12:25   Wer sein Leben liebhat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf
> dieser Welt haßt, der wird's erhalten zum ewigen Leben.
> Mt 10,39; 16,25; Lk 17,33
> 
> 12:26   Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll
> mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater
> ehren.
> Kap 17,24
> 
> 12:27   Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf
> mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.
> Mt 26,38
> 
> 12:28   Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich
> habe ihn verherrlicht und will ihn abermals verherrlichen.
> Kap 13,31; Mt 3,17; 17,5
> 
> 12:29   Da sprach das Volk, das dabeistand und zuhörte: Es hat gedonnert.
> Die andern sprachen: Ein Engel hat mit ihm geredet.
> 
> 12:30   Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen
> geschehen, sondern um euretwillen.
> Kap 11,42
> 
> 12:31   Jetzt ergeht das Gericht über diese Welt; nun wird der Fürst dieser
> Welt ausgestoßen werden.
> Kap 14,30; 16,11; Lk 10,18
> 
> 12:32   Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu
> mir ziehen.
> Kap 8,28
> 
> 12:33   Das sagte er aber, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde.
> 
> 12:34   Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetz gehört, daß
> der Christus in Ewigkeit bleibt; wieso sagst du dann: Der
> Menschensohn muß erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn?
> Ps 110,4; Dan 7,14
> 
> 12:35   Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei
> euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis
> nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo
> er hingeht.
> Kap 11,10
> 
> 12:36   Glaubt an das Licht, solange ihr's habt, damit ihr Kinder des
> Lichtes werdet. Das redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor
> ihnen.
> Eph 5,8
> 
> Der Unglaube des Volkes
> 
> 12:37   Und obwohl er solche Zeichen vor ihren Augen tat, glaubten sie doch
> nicht an ihn,
> 
> 12:38   damit erfüllt werde der Spruch des Propheten Jesaja, den er sagte
> (Jesaja 53,1): »Herr, wer glaubt unserm Predigen? Und wem ist der
> Arm des Herrn offenbart?«
> 
> 12:39   Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja hat wiederum gesagt
> (Jesaja 6,9-10):
> 
> 12:40   »Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, damit sie
> nicht etwa mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen und sich
> bekehren, und ich ihnen helfe.«
> Mt 13,14-15
> 
> 12:41   Das hat Jesaja gesagt, weil er seine Herrlichkeit sah und redete
> von ihm.
> Jes 6,1
> 
> 12:42   Doch auch von den Oberen glaubten viele an ihn; aber um der
> Pharisäer willen bekannten sie es nicht, um nicht aus der Synagoge
> ausgestoßen zu werden.
> Kap 9,22
> 
> 12:43   Denn sie hatten lieber Ehre bei den Menschen als Ehre bei Gott.
> Kap 5,44
> 
> 12:44   Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich,
> sondern an den, der mich gesandt hat.
> 
> 12:45   Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.
> Kap 14,9
> 
> 12:46   Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich
> glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.
> Kap 8,12
> 
> 12:47   Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht
> richten; denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte,
> sondern daß ich die Welt rette.
> Kap 3,17; Lk 9,56
> 
> 12:48   Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon
> seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten
> am Jüngsten Tage.
> 
> 12:49   Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der
> mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und
> reden soll.
> 
> 12:50   Und ich weiß: sein Gebot ist das ewige Leben. Darum: was ich rede,
> das rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.
> 
>          JESU ABSCHIEDSREDEN (Kapitel 13,1 - 17,26)
> Die Fußwaschung
> 
> 13:1    Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, daß seine Stunde gekommen
> war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; und wie er die Seinen
> geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.
> Kap 7,30; 17,1
> 
> 13:2    Und beim Abendessen, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn,
> dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,
> Lk 22,3
> 
> 13:3    Jesus aber wußte, daß ihm der Vater alles in seine Hände gegeben
> hatte und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging,
> Kap 3,35;  Kap 16,28
> 
> 13:4    da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen
> Schurz und umgürtete sich.
> 
> 13:5    Danach goß er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu
> waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.
> 
> 13:6    Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir
> die Füße waschen?
> 
> 13:7    Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du
> jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.
> 
> 13:8    Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen!
> Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein
> Teil an mir.
> 
> 13:9    Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern
> auch die Hände und das Haupt!
> 
> 13:10   Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als daß ihm
> die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein. Und ihr seid
> rein, aber nicht alle.
> Kap 15,3
> 
> 13:11   Denn er kannte seinen Verräter; darum sprach er: Ihr seid nicht alle
> rein.
> 
> 13:12   Als er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und
> setzte sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wißt ihr, was ich
> euch getan habe?
> 
> 13:13   Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich
> bin's auch.
> Mt 23,8; 23,10
> 
> 13:14   Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe,
> so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen.
> Lk 22,27
> 
> 13:15   Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch
> getan habe.
> Phil 2,5; 1. Petr 2,21
> 
> 13:16   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als
> sein Herr und der Apostel nicht größer als der, der ihn gesandt hat.
> Mt 10,24
> 
> 13:17   Wenn ihr dies wißt - selig seid ihr, wenn ihr's tut.
> Mt 7,24
> 
> 13:18   Das sage ich nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt
> habe. Aber es muß die Schrift erfüllt werden (Psalm 41,10): »Der
> mein Brot ißt, tritt mich mit Füßen.«
> 
> 13:19   Jetzt sage ich's euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es
> geschehen ist, glaubt, daß ich es bin.
> 
> 13:20   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer jemanden aufnimmt, den ich
> senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt
> den auf, der mich gesandt hat.
> Mt 10,40
> 
> Jesus und der Verräter
> 
> (Mt 26,21-25; Mk 14,18-21; Lk 22,21-23)
> 13:21   Als Jesus das gesagt hatte, wurde er betrübt im Geist und bezeugte
> und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird
> mich verraten.
> Kap 12,27
> 
> 13:22   Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange,
> von wem er wohl redete.
> 
> 13:23   Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus liebhatte, der
> lag bei Tisch an der Brust Jesu.
> Kap 19,26; 20,2; 21,20
> 
> 13:24   Dem winkte Simon Petrus, daß er fragen sollte, wer es wäre, von dem
> er redete.
> 
> 13:25   Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer
> ist's?
> 
> 13:26   Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe.
> Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn
> des Simon Iskariot.
> 
> 13:27   Und als der den Bissen nahm, fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus
> zu ihm: Was du tust, das tue bald!
> 
> 13:28   Aber niemand am Tisch wußte, wozu er ihm das sagte.
> 
> 13:29   Einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm:
> Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder daß er den Armen etwas
> geben sollte.
> 
> 13:30   Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es
> war Nacht.
> 
> Die Verherrlichung und das neue Gebot
> 
> 13:31   Als Judas nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der
> Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm.
> Kap 12,23; 12,28
> 
> 13:32   Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird Gott ihn auch verherrlichen
> in sich und wird ihn bald verherrlichen.
> Kap 17,1-5
> 
> 13:33   Liebe Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet
> mich suchen. Und wie ich zu den Juden sagte, sage ich jetzt auch zu
> euch: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen.
> Kap 8,21
> 
> 13:34   Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebt, wie
> ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt.
> Kap 15,12-13; 15,17
> 
> 13:35   Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr
> Liebe untereinander habt.
> 
> Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus
> 
> (Mt 26,33-35; Mk 14,29-31; Lk 22,31-34)
> 13:36   Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehst du hin? Jesus antwortete
> ihm: Wo ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du
> wirst mir später folgen.
> Kap 21,18-19
> 
> 13:37   Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht
> folgen? Ich will mein Leben für dich lassen.
> 
> 13:38   Jesus antwortete ihm: Du willst dein Leben für mich lassen?
> Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du
> mich dreimal verleugnet hast.
> 
>          Jesus der Weg zum Vater
> 
> 14:1    Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
> 
> 14:2    In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre,
> hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu
> bereiten?
> 
> 14:3    Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich
> wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.
> Kap 12,26; 17,24
> 
> 14:4    Und wo ich hingehe, den Weg wißt ihr.
> 
> 14:5    Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie
> können wir den Weg wissen?
> 
> 14:6    Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das
> Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
> Kap 10,9; Mt 11,27; Röm 5,1-2; Hebr 10,20
> 
> 14:7    Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater
> erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
> 
> 14:8    Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt
> uns.
> 
> 14:9    Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich
> nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst
> du dann: Zeige uns den Vater?
> Kap 12,45; Hebr 1,3
> 
> 14:10   Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir? Die
> Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus.
> Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke.
> Kap 12,49
> 
> 14:11   Glaubt mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht,
> so glaubt mir doch um der Werke willen.
> Kap 10,25; 10,38
> 
> 14:12   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die
> Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun;
> denn ich gehe zum Vater.
> Mt 28,19
> 
> 14:13    Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit
> der Vater verherrlicht werde im Sohn.
> (13 und 14) Kap 15,7; 16,24; Mk 11,24; 1. Joh 5,14-15
> 
> 14:14   Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.
> 
> Die Verheißung des heiligen Geistes
> 
> 14:15   Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.
> Kap 15,10; 1. Joh 5,3
> 
> 14:16   Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern
> Tröster geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit:
> Kap 15,26; 16,7
> Andere Übersetzungen: »Fürsprecher«, »Beistand« (vgl. 15,26; 16,7).
> 
> 14:17   den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie
> sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt
> bei euch und wird in euch sein.
> Kap 16,13
> 
> 14:18   Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.
> 
> 14:19   Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr
> sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch
> leben.
> Kap 20,20
> 
> 14:20   An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und
> ihr in mir und ich in euch.
> 
> 14:21   Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebt. Wer
> mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich
> werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
> 1. Joh 5,3;  Kap 16,27
> 
> 14:22   Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, daß
> du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?
> 
> 14:23   Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein
> Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm
> kommen und Wohnung bei ihm nehmen.
> Spr 8,17; Eph 3,17
> 
> 14:24   Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das
> Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der
> mich gesandt hat.
> Kap 7,16-17
> 
> 14:25   Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin.
> 
> 14:26   Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in
> meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern,
> was ich euch gesagt habe.
> 
> Der Friede Christi
> 
> 14:27   Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht
> gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und
> fürchte sich nicht.
> Kap 16,33; Phil 4,7
> 
> 14:28   Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme
> wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß
> ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.
> 
> 14:29   Und jetzt habe ich's euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr
> glaubt, wenn es nun geschehen wird.
> 
> 14:30   Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst
> dieser Welt. Er hat keine Macht über mich;
> Kap 12,31; Eph 2,2
> 
> 14:31   aber die Welt soll erkennen, daß ich den Vater liebe und tue, wie
> mir der Vater geboten hat. Steht auf und laßt uns von hier weggehen.
> Kap 10,18
> 
>          Der wahre Weinstock
> 
> 15:1     Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner.
> (1-6) Ps 80,9-12; Jes 5,1-7; Jer 2,21
> 
> 15:2    Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen;
> und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr
> Frucht bringe.
> 
> 15:3    Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet
> habe.
> Kap 13,10; 1. Petr 1,23
> 
> 15:4    Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen
> kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch
> ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.
> 
> 15:5    Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich
> in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts
> tun.
> 2. Kor 3,5-6
> 
> 15:6    Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und
> verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie
> müssen brennen.
> 
> 15:7    Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr
> bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
> Mk 11,24
> 
> 15:8    Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und
> werdet meine Jünger.
> Mt 5,16
> 
> Das Gebot der Liebe
> 
> 15:9    Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner
> Liebe!
> 
> 15:10   Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich
> meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.
> 
> 15:11   Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude
> vollkommen werde.
> Kap 17,13
> 
> 15:12   Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch
> liebe.
> Kap 13,34
> 
> 15:13   Niemand hat größere Liebe als die, daß er sein Leben läßt für seine
> Freunde.
> Kap 10,11; 1. Joh 3,16
> 
> 15:14   Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
> Kap 8,31; Mt 12,50
> 
> 15:15   Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß
> nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde
> seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich
> euch kundgetan.
> 
> 15:16   Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und
> bestimmt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt,
> damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe.
> 
> 15:17   Das gebiete ich euch, daß ihr euch untereinander liebt.
> 
> Der Haß der Welt
> 
> 15:18   Wenn euch die Welt haßt, so wißt, daß sie mich vor euch gehaßt hat.
> Kap 7,7
> 
> 15:19   Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr
> aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt
> habe, darum haßt euch die Welt.
> Kap 17,14; 1. Joh 4,4-5
> 
> 15:20   Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht
> größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch
> auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures
> auch halten.
> Kap 13,16; Mt 10,24-25
> 
> 15:21   Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn
> sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.
> Kap 16,3
> 
> 15:22   Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten
> sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, um ihre Sünde
> zu entschuldigen.
> Kap 9,41
> 
> 15:23   Wer mich haßt, der haßt auch meinen Vater.
> Lk 10,16
> 
> 15:24   Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan
> hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und
> doch hassen sie mich und meinen Vater.
> 
> 15:25   Aber es muß das Wort erfüllt werden, das in ihrem Gesetz geschrieben
> steht: »Sie hassen mich ohne Grund« (Psalm 69,5).
> 
> 15:26   Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom
> Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird
> Zeugnis geben von mir.
> Kap 14,16; 14,26;  Lk 24,49
> 
> 15:27   Und auch ihr seid meine Zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir
> gewesen.
> Apg 1,8; 1,21-22; 5,32
> 
>  16:1    Das habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt.
> 
> 16:2    Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit,
> daß, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit.
> Mt 10,17; 10,22;  Mt 24,9
> 
> 16:3    Und das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich
> erkennen.
> Kap 15,21
> 
> 16:4    Aber dies habe ich zu euch geredet, damit, wenn ihre Stunde kommen
> wird, ihr daran denkt, daß ich's euch gesagt habe. Zu Anfang aber
> habe ich es euch nicht gesagt, denn ich war bei euch.
> 
> Das Werk des heiligen Geistes
> 
> 16:5    Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand
> von euch fragt mich: Wo gehst du hin?
> 
> 16:6    Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer.
> 
> 16:7    Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich
> weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu
> euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.
> Kap 14,16; 14,26
> 
> 16:8    Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde
> und über die Gerechtigkeit und über das Gericht;
> 
> 16:9    über die Sünde: daß sie nicht an mich glauben;
> Kap 15,22; 15,24
> 
> 16:10   über die Gerechtigkeit: daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort
> nicht seht;
> Apg 5,31; Röm 4,25
> 
> 16:11   über das Gericht: daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
> Kap 12,31
> 
> 16:12   Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht
> ertragen.
> 1. Kor 3,1
> 
> 16:13   Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch
> in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden;
> sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist,
> wird er euch verkündigen.
> Kap 14,26; 1. Joh 2,27
> 
> 16:14   Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er's nehmen und
> euch verkündigen.
> 
> 16:15    Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er
> wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.
> Kap 3,35; 17,10
> 
> Trauer und Hoffnung bei Jesu Abschied
> 
> 16:16   Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und
> abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen.
> Kap 14,19
> 
> 16:17   Da sprachen einige seiner Jünger untereinander: Was bedeutet das,
> was er zu uns sagt: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich
> nicht sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich
> sehen; und: Ich gehe zum Vater?
> 
> 16:18   Da sprachen sie: Was bedeutet das, was er sagt: Noch eine kleine
> Weile? Wir wissen nicht, was er redet.
> 
> 16:19   Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen:
> Danach fragt ihr euch untereinander, daß ich gesagt habe: Noch eine
> kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals eine
> kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen?
> 
> 16:20   Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen,
> aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure
> Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
> Mk 16,10
> 
> 16:21   Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre Stunde
> ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht
> mehr an die Angst um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt
> gekommen ist.
> Jes 26,17
> 
> 16:22   Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen,
> und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von
> euch nehmen.
> 
> 16:23   An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich
> sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem
> Namen, wird er's euch geben.
> Kap 14,13-14
> 
> 16:24   Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet
> ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei.
> Kap 15,11
> 
> 16:25   Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Zeit, daß ich
> nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus
> verkündigen von meinem Vater.
> 
> 16:26   An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch
> nicht, daß ich den Vater für euch bitten will;
> 
> 16:27   denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und
> glaubt, daß ich von Gott ausgegangen bin.
> Kap 14,21
> 
> 16:28   Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse
> die Welt wieder und gehe zum Vater.
> 
> 16:29   Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und
> nicht mehr in Bildern.
> 
> 16:30   Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst dessen nicht,
> daß dich jemand fragt. Darum glauben wir, daß du von Gott
> ausgegangen bist.
> 
> 16:31   Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr?
> 
> 16:32   Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, daß ihr
> zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein laßt. Aber
> ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
> Sach 13,7; Mt 26,31
> 
> 16:33   Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In
> der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt
> überwunden.
> Kap 14,27; Röm 5,1;  1. Joh 5,4
> 
>          Das hohepriesterliche Gebet
> 
> 17:1    So redete Jesus, und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach:
> Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn
> dich verherrliche;
> 
> 17:2    denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das
> ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.
> Mt 11,27
> 
> 17:3    Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer
> Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
> 1. Joh 5,20
> 
> 17:4    Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du
> mir gegeben hast, damit ich es tue.
> 
> 17:5    Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit,
> die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
> Kap 1,1; Phil 2,6
> 
> 17:6    Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der
> Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und
> sie haben dein Wort bewahrt.
> 
> 17:7    Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.
> 
> 17:8    Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und
> sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, daß ich von dir
> ausgegangen bin, und sie glauben, daß du mich gesandt hast.
> Kap 16,30
> 
> 17:9    Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die,
> die du mir gegeben hast; denn sie sind dein.
> Kap 6,37; 6,44
> 
> 17:10   Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist
> mein; und ich bin in ihnen verherrlicht.
> Kap 16,15
> 
> 17:11   Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich
> komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du
> mir gegeben hast, daß sie eins seien wie wir.
> 
> 17:12   Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du
> mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen
> ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift
> erfüllt werde.
> Kap 6,39;  Ps 41,10
> 
> 17:13   Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit meine
> Freude in ihnen vollkommen sei.
> Kap 15,11
> 
> 17:14   Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehaßt; denn
> sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
> Kap 15,19
> 
> 17:15   Ich bitte dich nicht, daß du sie aus der Welt nimmst, sondern daß
> du sie bewahrst vor dem Bösen.
> Mt 6,13; 2. Thess 3,3
> 
> 17:16   Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
> 
> 17:17   Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.
> Ps 119,160
> 
> 17:18   Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die
> Welt.
> Kap 20,21
> 
> 17:19   Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in
> der Wahrheit.
> Hebr 10,10
> 
> 17:20   Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die
> durch ihr Wort an mich glauben werden,
> Röm 10,17
> 
> 17:21   damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in
> dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, daß du
> mich gesandt hast.
> Gal 3,28
> 
> 17:22   Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben
> hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind,
> Apg 4,32
> 
> 17:23    ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die
> Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich
> liebst.
> 1. Kor 6,17
> 
> 17:24   Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du
> mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir
> gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt
> gelegt war.
> Kap 12,26;  Spr 8,22-31
> 
> 17:25   Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und
> diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast.
> 
> 17:26   Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun,
> damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in
> ihnen.
> 
>          LEIDEN, STERBEN UND AUFERSTEHUNG JESU
> (Kapitel 18,1 - 21,25; vgl. Kapitel 13,1-35)
> 
> (Mt 26,1 - 28,20; Mk 14,1 - 16,20; Lk 22,1 - 24,53)
> Jesu Gefangennahme
> 
> 18:1    Als Jesus das geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über
> den Bach Kidron; da war ein Garten, in den gingen Jesus und seine
> Jünger.
> 
> 18:2    Judas aber, der ihn verriet, kannte den Ort auch, denn Jesus
> versammelte sich oft dort mit seinen Jüngern.
> Lk 21,37
> 
> 18:3    Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und
> Knechte von den Hohenpriestern und Pharisäern, kommt er dahin mit
> Fackeln, Lampen und mit Waffen.
> 
> 18:4    Da nun Jesus alles wußte, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus
> und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr?
> 
> 18:5    Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich
> bin's! Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen.
> 
> 18:6    Als nun Jesus zu ihnen sagte: Ich bin's!, wichen sie zurück und
> fielen zu Boden.
> 
> 18:7    Da fragte er sie abermals: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus
> von Nazareth.
> 
> 18:8    Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin. Sucht ihr
> mich, so laßt diese gehen!
> 
> 18:9    Damit sollte das Wort erfüllt werden, das er gesagt hatte: Ich habe
> keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast.
> Kap 17,12
> 
> 18:10   Simon Petrus aber hatte ein Schwert und zog es und schlug nach dem
> Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der
> Knecht hieß Malchus.
> 
> 18:11   Da sprach Jesus zu Petrus: Steck dein Schwert in die Scheide! Soll
> ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?
> 
> Jesu Verhör vor Hannas und Kaiphas und die Verleugnung des Petrus
> 
> 18:12   Die Schar aber und ihr Anführer und die Knechte der Juden nahmen
> Jesus und banden ihn
> 
> 18:13   und führten ihn zuerst zu Hannas; der war der Schwiegervater des
> Kaiphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war.
> 
> 18:14    Kaiphas aber war es, der den Juden geraten hatte, es wäre gut, ein
> Mensch stürbe für das ganze Volk.
> Lk 3,1-2;  Kap 11,49-50
> 
> 18:15   Simon Petrus aber folgte Jesus nach und ein anderer Jünger. Dieser
> Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in
> den Palast des Hohenpriesters.
> 
> 18:16   Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da kam der andere Jünger, der
> dem Hohenpriester bekannt war, heraus und redete mit der Türhüterin
> und führte Petrus hinein.
> 
> 18:17   Da sprach die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist du nicht auch
> einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sprach: Ich bin's nicht.
> 
> 18:18   Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer
> gemacht, denn es war kalt, und sie wärmten sich. Aber auch Petrus
> stand bei ihnen und wärmte sich.
> 
> 18:19   Der Hohepriester befragte nun Jesus über seine Jünger und über seine
> Lehre.
> 
> 18:20   Jesus antwortete ihm: Ich habe frei und offen vor aller Welt
> geredet. Ich habe allezeit gelehrt in der Synagoge und im Tempel, wo
> alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet.
> Kap 7,14; 7,26
> 
> 18:21   Was fragst du mich? Frage die, die gehört haben, was ich zu ihnen
> geredet habe. Siehe, sie wissen, was ich gesagt habe.
> 
> 18:22   Als er so redete, schlug einer von den Knechten, die dabeistanden,
> Jesus ins Gesicht und sprach: Sollst du dem Hohenpriester so
> antworten?
> 
> 18:23   Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise, daß es böse
> ist; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?
> 
> 18:24   Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas.
> 
> 18:25   Simon Petrus aber stand da und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm:
> Bist du nicht einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin's
> nicht.
> 
> 18:26   Spricht einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter
> dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im
> Garten bei ihm?
> 
> 18:27   Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn.
> 
> Jesu Verhör vor Pilatus
> 
> 18:28   Da führten sie Jesus von Kaiphas zum Prätorium; es war früh am
> Morgen. Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein würden,
> sondern das Passamahl essen könnten.
> 
> 18:29   Da kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Was für eine Klage bringt
> ihr gegen diesen Menschen vor?
> 
> 18:30   Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein
> Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet.
> 
> 18:31   Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn
> nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand
> töten.
> Kap 19,6-7
> 
> 18:32   So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um
> anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde.
> Kap 12,32-33; Mt 20,19
> 
> 18:33   Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und
> fragte ihn: Bist du der König der Juden?
> 
> 18:34   Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir's andere
> über mich gesagt?
> 
> 18:35   Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die
> Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan?
> 
> 18:36   Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein
> Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, daß ich
> den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht
> von dieser Welt.
> 
> 18:37   Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus
> antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und
> in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus
> der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.
> 1. Tim 6,13
> 
> 18:38   Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt
> hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich
> finde keine Schuld an ihm.
> 
> 18:39   Es besteht aber die Gewohnheit bei euch, daß ich euch einen zum
> Passafest losgebe; wollt ihr nun, daß ich euch den König der Juden
> losgebe?
> 
> 18:40   Da schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas
> aber war ein Räuber.
> 
>          Jesu Geißelung und Verspottung
> 
> 19:1    Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.
> 
> 19:2    Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf
> sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an
> 
> 19:3    und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! und
> schlugen ihm ins Gesicht.
> 
> 19:4    Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe
> ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, daß ich keine Schuld an ihm
> finde.
> 
> 19:5    Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand.
> Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!
> 
> Jesu Verurteilung
> 
> 19:6    Als ihn die Hohenpriester und die Knechte sahen, schrien sie:
> Kreuzige! kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und
> kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm.
> 
> 19:7    Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz
> muß er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.
> Kap 10,33; 3. Mose 24,16
> 
> 19:8    Als Pilatus dies Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr
> 
> 19:9    und ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesus: Woher
> bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.
> 
> 19:10   Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht,
> daß ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu
> kreuzigen?
> 
> 19:11   Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir
> nicht von oben her gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet
> hat, der hat größere Sünde.
> 
> 19:12   Von da an trachtete Pilatus danach, ihn freizulassen. Die Juden aber
> schrien: Läßt du diesen frei, so bist du des Kaisers Freund nicht;
> denn wer sich zum König macht, der ist gegen den Kaiser.
> StzuDan 2,1;  Apg 17,7
> 
> 19:13   Als Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus heraus und setzte
> sich auf den Richterstuhl an der Stätte, die da heißt Steinpflaster,
> auf hebräisch Gabbata.
> 
> 19:14   Es war aber am Rüsttag für das Passafest um die sechste Stunde. Und
> er spricht zu den Juden: Seht, das ist euer König!
> 
> 19:15   Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu
> ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester
> antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser.
> Kap 18,37
> 
> 19:16   Da überantwortete er ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde.
> 
> Jesu Kreuzigung und Tod
> 
> Sie nahmen ihn aber,
> 
> 19:17   und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt
> Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha.
> 
> 19:18   Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten,
> Jesus aber in der Mitte.
> 
> 19:19   Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz;
> und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.
> 
> 19:20   Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus
> gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in
> hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.
> 
> 19:21   Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht:
> Der König der Juden, sondern, daß er gesagt hat: Ich bin der König
> der Juden.
> 
> 19:22   Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich
> geschrieben.
> 
> 19:23   Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine
> Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu
> auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem
> Stück.
> 
> 19:24   Da sprachen sie untereinander: Laßt uns das nicht zerteilen, sondern
> darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt
> werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich
> geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die
> Soldaten.
> 
> 19:25   Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter
> Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
> 
> 19:26   Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er
> liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein
> Sohn!
> Kap 13,23
> 
> 19:27   Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und
> von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
> 
> 19:28   Danach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, spricht
> er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.
> Ps 22,16
> 
> 19:29   Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit
> Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den
> Mund.
> Ps 69,22
> 
> 19:30   Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist
> vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.
> 
> 19:31   Weil es aber Rüsttag war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben
> sollten den Sabbat über - denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag -,
> baten die Juden Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen und sie
> abgenommen würden.
> 5. Mose 21,23
> 
> 19:32   Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem
> andern, der mit ihm gekreuzigt war.
> 
> 19:33   Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war,
> brachen sie ihm die Beine nicht;
> 
> 19:34   sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und
> sogleich kam Blut und Wasser heraus.
> 
> 19:35   Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist
> wahr, und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt.
> 
> 19:36   Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde (2. Mose
> 12,46): »Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.«
> 
> 19:37   Und wiederum sagt die Schrift an einer andern Stelle (Sacharja
> 12,10): »Sie werden den sehen, den sie durchbohrt haben.«
> Offb 1,7
> 
> Jesu Grablegung
> 
> 19:38   Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, doch
> heimlich, aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, daß er den
> Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und
> nahm den Leichnam Jesu ab.
> Kap 7,13
> 
> 19:39   Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus
> gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert
> Pfund.
> Kap 3,2
> 
> 19:40   Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit
> wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu begraben pflegen.
> 
> 19:41   Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im
> Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war.
> 
> 19:42   Dahin legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab
> nahe war.
> 
>          Der Ostermorgen
> 
> (Mt 28,1-10; Mk 16,1-8; Lk 24,1-12)
> 20:1    Am ersten Tag der Woche kommt Maria von Magdala früh, als es noch
> finster war, zum Grab und sieht, daß der Stein vom Grab weg war.
> 
> 20:2    Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger,
> den Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn
> weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt
> haben.
> Kap 13,23
> 
> 20:3    Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab.
> 
> 20:4    Es liefen aber die zwei miteinander, und der andere Jünger lief
> voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab,
> 
> 20:5    schaut hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht
> hinein.
> 
> 20:6    Da kam Simon Petrus ihm nach und ging in das Grab hinein und sieht
> die Leinentücher liegen,
> 
> 20:7    aber das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht
> bei den Leinentüchern liegen, sondern daneben, zusammengewickelt an
> einem besonderen Ort.
> Kap 11,44
> 
> 20:8    Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen
> war, und sah und glaubte.
> 
> 20:9    Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, daß er von den Toten
> auferstehen müßte.
> Lk 24,25-27; Apg 2,24-32; 1. Kor 15,4
> 
> 20:10   Da gingen die Jünger wieder heim.
> 
> Maria von Magdala
> 
> 20:11   Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun
> weinte, schaute sie in das Grab
> 
> 20:12   und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten
> und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt
> hatten.
> 
> 20:13   Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen:
> Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn
> hingelegt haben.
> 
> 20:14   Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und
> weiß nicht, daß es Jesus ist.
> 
> 20:15   Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint,
> es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn
> weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich
> ihn holen.
> 
> 20:16   Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu
> ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
> 
> 20:17   Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht
> aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage
> ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem
> Gott und zu eurem Gott.
> Hebr 2,11-12
> 
> 20:18   Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den
> Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.
> 
> Die Vollmacht der Jünger
> 
> (Mk 16,14-18; Lk 24,36-49)
> 20:19   Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger
> versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den
> Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen:
> Friede sei mit euch!
> 
> 20:20   Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine
> Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen.
> 1. Joh 1,1
> 
> 20:21   Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich
> der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
> Kap 17,18
> 
> 20:22   Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen:
> Nehmt hin den heiligen Geist!
> 
> 20:23   Welchen ihr die Sünden erlaßt, denen sind sie erlassen; und welchen
> ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
> Mt 18,18
> 
> Thomas
> 
> 20:24    Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht
> bei ihnen, als Jesus kam.
> Kap 11,16; 14,5; 21,2
> 
> 20:25   Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er
> aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale
> sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in
> seine Seite lege, kann ich's nicht glauben.
> Kap 19,34
> 
> 20:26   Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt,
> und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen
> waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch!
> 
> 20:27   Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine
> Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und
> sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
> 
> 20:28   Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
> Kap 1,1
> 
> 20:29   Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum
> glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
> 1. Petr 1,8; Hebr 11,1
> 
> 20:30   Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht
> geschrieben sind in diesem Buch.
> Kap 21,24-25
> 
> 20:31   Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der
> Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das
> Leben habt in seinem Namen.
> 1. Joh 5,13
> 
>          Der Auferstandene am See Tiberias
> 
> 21:1    Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias.
> Er offenbarte sich aber so:
> 
> 21:2    Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt
> wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus
> und zwei andere seiner Jünger.
> Kap 1,45
> 
> 21:3    Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen
> zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen
> in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.
> 
> 21:4    Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger
> wußten nicht, daß es Jesus war.
> Kap 20,14; Lk 24,16
> 
> 21:5    Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie
> antworteten ihm: Nein.
> Lk 24,41
> 
> 21:6    Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes,
> so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr
> ziehen wegen der Menge der Fische.
> Lk 5,4-7
> 
> 21:7    Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der
> Herr! Als Simon Petrus hörte, daß es der Herr war, gürtete er sich
> das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser.
> Kap 13,23
> 
> 21:8    Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern
> vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den
> Fischen.
> 
> 21:9    Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische
> darauf und Brot.
> 
> 21:10   Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt
> gefangen habt!
> 
> 21:11   Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer
> Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriß
> doch das Netz nicht.
> 
> 21:12   Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber
> unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie
> wußten, daß es der Herr war.
> 
> 21:13   Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt's ihnen, desgleichen
> auch die Fische.
> Kap 6,11
> 
> 21:14   Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus den Jüngern offenbart wurde,
> nachdem er von den Toten auferstanden war.
> 
> Petrus und Johannes
> 
> 21:15   Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon
> Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich
> diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich
> liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!
> Kap 1,42
> 
> 21:16   Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du
> mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich
> liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
> 1. Petr 5,2; 5,4
> 
> 21:17   Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du
> mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm
> sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle
> Dinge, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide
> meine Schafe!
> Kap 13,38;  Kap 16,30
> 
> 21:18   Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du
> dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst,
> wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten
> und führen, wo du nicht hin willst.
> 
> 21:19   Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen
> würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir
> nach!
> Kap 13,36
> 
> 21:20   Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus
> liebhatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und
> gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät?
> Kap 13,23; 13,25
> 
> 21:21   Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit
> diesem?
> 
> 21:22   Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibt, bis ich komme,
> was geht es dich an? Folge du mir nach!
> 
> 21:23   Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht.
> Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn
> ich will, daß er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?
> 
> 21:24   Dies ist der Jünger, der dies alles bezeugt und aufgeschrieben hat,
> und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist.
> Kap 15,27
> 
> 21:25   Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins
> nach dem andern aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich,
> die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.
> Kap 20,30; Ps 106,2
>
> — *JOHANNES*

