# N03LUKAS

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> 1:1    Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den
> Geschichten, die unter uns geschehen sind,
> 
> 1:2    wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen
> haben und Diener des Worts gewesen sind.
> 1. Joh 1,1-4
> 
> 1:3    So habe auch ich's für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an
> sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in
> guter Ordnung aufzuschreiben,
> Apg 1,1; Kol 4,14
> 
> 1:4    damit du den sicheren Grund der Lehre erfahrest, in der du
> unterrichtet bist.
> 
> Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers
> 
> 1:5    Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester
> von der Ordnung Abija, mit Namen Zacharias, und seine Frau war aus
> dem Geschlecht Aaron und hieß Elisabeth.
> 1. Chr 24,10; 24,19
> 
> 1:6    Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten
> und Satzungen des Herrn untadelig.
> 
> 1:7    Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth  war unfruchtbar, und beide
> waren hochbetagt.
> 
> 1:8    Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah,
> da seine Ordnung an der Reihe war,
> 
> 1:9    daß ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das
> Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn.
> 2. Mose 30,7
> 
> 1:10   Und die ganze Menge des Volkes stand draußen und betete zur Stunde
> des Räucheropfers.
> 
> 1:11   Da erschien ihm der Engel des Herrn und stand an der rechten Seite
> des Räucheraltars.
> 
> 1:12   Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam Furcht über ihn.
> 
> 1:13   Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn
> dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn
> gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
> 
> 1:14   Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über
> seine Geburt freuen.
> 
> 1:15   Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird
> er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit
> dem heiligen Geist.
> Ri 13,4-5
> 
> 1:16   Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott,
> bekehren.
> 
> 1:17   Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, zu
> bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu
> der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl
> vorbereitet ist.
> Mal 3,1; 3,23-24; Mt 17,11-13
> 
> 1:18   Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen?
> Denn ich bin alt, und meine Frau ist betagt.
> 1. Mose 18,11
> 
> 1:19   Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor
> Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu
> verkündigen.
> Dan 8,16
> 
> 1:20   Und siehe, du wirst stumm werden und nicht reden können bis zu dem
> Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht
> geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit.
> 
> 1:21   Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, daß er so
> lange im Tempel blieb.
> 
> 1:22   Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie
> merkten, daß er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er
> winkte ihnen und blieb stumm.
> 
> 1:23   Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er
> heim in sein Haus.
> 
> 1:24   Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt
> sich fünf Monate verborgen und sprach:
> 
> 1:25   So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen
> hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.
> 1. Mose 30,23
> 
> Die Ankündigung der Geburt Jesu
> 
> 1:26   Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in
> eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth,
> 
> 1:27   zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom
> Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.
> Mt 1,16; 1,18
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Verlobung«.
> 
> 1:28   Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du
> Begnadete! Der Herr ist mit dir!
> 
> 1:29   Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das?
> 
> 1:30   Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast
> Gnade bei Gott gefunden.
> 
> 1:31   Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du
> sollst ihm den Namen Jesus geben.
> Jes 7,14;  Mt 1,21-23
> 
> 1:32   Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott
> der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben,
> Jes 9,6
> 
> 1:33   und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein
> Reich wird kein Ende haben.
> 
> 1:34   Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von
> keinem Mann weiß?
> 
> 1:35   Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über
> dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten;
> darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt
> werden.
> Mt 1,18; 1,20
> 
> 1:36   Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem
> Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man
> sagt, daß sie unfruchtbar sei.
> 
> 1:37   Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
> 1. Mose 18,14
> 
> 1:38   Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie
> du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.
> 
> Marias Besuch bei Elisabeth
> 
> 1:39   Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das
> Gebirge zu einer Stadt in Juda
> 
> 1:40   und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
> 
> 1:41   Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das
> Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom heiligen Geist erfüllt
> 
> 1:42   und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und
> gepriesen ist die Frucht deines Leibes!
> 
> 1:43   Und wie geschieht mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
> 
> 1:44   Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind
> vor Freude in meinem Leibe.
> 
> 1:45   Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet
> werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.
> Kap 11,27-28
> 
> Marias Lobgesang
> 
> 1:46    Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,
> (46-55) 1. Sam 2,1-10
> 
> 1:47   und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
> 
> 1:48   denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an
> werden mich seligpreisen alle Kindeskinder.
> 
> 1:49   Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen
> Name heilig ist.
> 
> 1:50   Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei
> denen, die ihn fürchten.
> Ps 103,13; 103,17
> 
> 1:51   Er übt Gewalt mit seinem Arm  und zerstreut, die hoffärtig sind in
> ihres Herzens Sinn.
> 1. Mose 11,8
> 
> 1:52   Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.
> Ps 147,6
> 
> 1:53   Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer
> ausgehen.
> Ps 34,11; 107,9
> 
> 1:54   Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,
> 
> 1:55   wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in
> Ewigkeit.
> 1. Mose 17,7; 18,18
> 
> 1:56   Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder
> heim.
> 
> Die Geburt Johannes des Täufers
> 
> 1:57   Und für Elisabeth kam die Zeit, daß sie gebären sollte; und sie
> gebar einen Sohn.
> 
> 1:58   Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, daß der Herr große
> Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr.
> 
> 1:59   Und es begab sich am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu
> beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen.
> 1. Mose 17,12
> 
> 1:60   Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll
> Johannes heißen.
> 
> 1:61   Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft,
> der so heißt.
> 
> 1:62   Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte.
> 
> 1:63   Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes.
> Und sie wunderten sich alle.
> 
> 1:64   Und sogleich wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge gelöst, und er
> redete und lobte Gott.
> 
> 1:65   Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte
> wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas.
> 
> 1:66   Und alle, die es hörten, nahmen's zu Herzen und sprachen: Was meinst
> du, will aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit
> ihm.
> 
> Der Lobgesang des Zacharias
> 
> 1:67   Und sein Vater Zacharias wurde vom heiligen Geist erfüllt, weissagte
> und sprach:
> 
> 1:68   Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und
> erlöst sein Volk
> Kap 7,16
> 
> 1:69   und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines
> Dieners David
> 
> 1:70   - wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen
> Propheten -,
> 
> 1:71   daß er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die
> uns hassen,
> 
> 1:72   und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen
> heiligen Bund
> 1. Mose 17,7
> 
> 1:73   und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu
> geben,
> 1. Mose 22,16-18; Mi 7,20
> 
> 1:74   daß wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde,
> 
> 1:75   ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und
> Gerechtigkeit vor seinen Augen.
> Tit 2,12; 2,14
> 
> 1:76   Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du
> wirst dem Herrn vorangehen, daß du seinen Weg bereitest
> Mal 3,1
> 
> 1:77   und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer
> Sünden,
> Jer 31,34
> 
> 1:78   durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns
> besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,
> Jes 60,1-2
> 
> 1:79   damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des
> Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
> Jes 9,1
> 
> 1:80   Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der
> Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.
> Mt 3,1
> 
>          Jesu Geburt
> 
> 2:1    Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser
> Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.
> 
> 2:2    Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da
> Quirinius Statthalter in Syrien war.
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 2:3    Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine
> Stadt.
> 
> 2:4    Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth,
> in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil
> er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
> 
> 2:5    damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe;
> die war schwanger.
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Verlobung«.
> 
> 2:6    Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.
> 
> 2:7    Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und
> legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der
> Herberge.
> Mt 1,25
> 
> 2:8    Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den
> Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
> 
> 2:9    Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn
> leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
> 
> 2:10   Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich
> verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
> 
> 2:11   denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der
> Herr, in der Stadt Davids.
> 
> 2:12   Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln
> gewickelt und in einer Krippe liegen.
> 
> 2:13   Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen
> Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
> Ps 103,20-21
> 
> 2:14    Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen
> seines Wohlgefallens.
> Kap 19,38;  4. Mose 6,26; Eph 2,14; 2,17
> Luther übersetzte nach anderer Überlieferung: »... und den Menschen
> ein Wohlgefallen«.
> 
> 2:15   Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten
> untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte
> sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
> 
> 2:16   Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das
> Kind in der Krippe liegen.
> 
> 2:17   Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu
> ihnen von diesem Kinde gesagt war.
> 
> 2:18   Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die
> Hirten gesagt hatten.
> 
> 2:19   Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
> 
> 2:20   Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles,
> was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
> 
> 2:21   Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden mußte, gab
> man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im
> Mutterleib empfangen war.
> Kap 1,59; 1. Mose 17,12;  Kap 1,31
> 
> Jesu Darstellung im Tempel. Simeon und Hanna
> 
> 2:22   Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren,
> brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen,
> 3. Mose 12,1-4;  4. Mose 18,15
> 
> 2:23   wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn (2. Mose 13,2; 13,15):
> »Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem
> Herrn geheiligt heißen«,
> 
> 2:24   und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des
> Herrn: »ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben« (3. Mose
> 12,6-8).
> 
> 2:25   Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser
> Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost
> Israels, und der heilige Geist war mit ihm.
> 1. Mose 49,18
> 
> 2:26   Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem heiligen Geist, er
> solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn
> gesehen.
> 
> 2:27   Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern
> das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es
> Brauch ist nach dem Gesetz,
> 
> 2:28   da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:
> 
> 2:29   Herr, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt
> hast;
> 
> 2:30   denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
> 
> 2:31   den du bereitet hast vor allen Völkern,
> 
> 2:32   ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes
> Israel.
> Jes 49,6
> 
> 2:33   Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm
> gesagt wurde.
> 
> 2:34   Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe,
> dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel
> und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird
> Kap 20,17-18; Apg 28,22; 1. Kor 1,23
> 
> 2:35   - und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen -, damit
> vieler Herzen Gedanken offenbar werden.
> Joh 19,25
> 
> 2:36   Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem
> Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem
> Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte,
> 
> 2:37   und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht
> vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.
> 1. Tim 5,5
> 
> 2:38   Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete
> von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
> 
> 2:39   Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn,
> kehrten sie wieder zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth.
> 
> 2:40   Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes
> Gnade war bei ihm.
> 
> Der zwölfjährige Jesus im Tempel
> 
> 2:41   Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest.
> 5. Mose 16,1-8
> 
> 2:42   Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch
> des Festes.
> 
> 2:43   Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen,
> blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wußten's nicht.
> 2. Mose 12,18
> 
> 2:44   Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine
> Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.
> 
> 2:45   Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und
> suchten ihn.
> 
> 2:46   Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel
> sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie
> fragte.
> 
> 2:47   Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand
> und seine Antworten.
> 
> 2:48   Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach
> zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater
> und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
> 
> 2:49   Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wißt ihr nicht,
> daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist?
> Joh 2,16
> 
> 2:50   Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.
> 
> 2:51   Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen
> untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
> 
> 2:52   Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den
> Menschen.
> 1. Sam 2,26
> 
>          Johannes der Täufer
> 
> (Mt 3,1-12; Mk 1,1-8)
> 3:1    Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius
> Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa
> und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft
> Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene,
> 
> 3:2    als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort
> Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste.
> Hes 1,3; Hos 1,1
> 
> 3:3    Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe
> der Buße zur Vergebung der Sünden,
> 
> 3:4    wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja (Jesaja
> 40,3-5): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet
> den Weg des Herrn und macht seine Steige eben!
> 
> 3:5    Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen
> erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was
> uneben ist, soll ebener Weg werden.
> 
> 3:6    Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.«
> 
> 3:7    Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm
> taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiß
> gemacht, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?
> 
> 3:8    Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch
> nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch:
> Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.
> 
> 3:9    Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum,
> der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
> 
> 3:10   Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun?
> 
> 3:11   Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe
> dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.
> 
> 3:12   Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu
> ihm: Meister, was sollen denn wir tun?
> 
> 3:13   Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!
> 
> 3:14   Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir
> tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und
> laßt euch genügen an eurem Sold!
> 
> 3:15   Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren
> Herzen von Johannes, ob er vielleicht der Christus wäre,
> Joh 1,19-28
> 
> 3:16   antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser;
> es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht
> wert, daß ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit
> dem heiligen Geist und mit Feuer taufen.
> 
> 3:17   In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine Tenne fegen
> und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er
> mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
> 
> 3:18   Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und verkündigte ihm
> das Heil.
> 
> 3:19    Der Landesfürst Herodes aber, der von Johannes zurechtgewiesen
> wurde wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles
> Bösen, das er getan hatte,
> (19 und 20) Mt 14,3-4; Mk 6,17-18
> 
> 3:20   fügte zu dem allen noch dies hinzu: er warf Johannes ins Gefängnis.
> 
> Jesu Taufe
> 
> (Mt 3,13-17; Mk 1,9-11)
> 3:21   Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch
> getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf,
> 
> 3:22   und der heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt
> wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein
> lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
> Joh 1,32;  Kap 9,35
> 
> Jesu Stammbaum
> 
> (Mt 1,1-17)
> 3:23   Und Jesus war, als er auftrat, etwa dreißig Jahre alt und wurde
> gehalten für einen Sohn Josefs, der war ein Sohn Elis,
> Kap 4,22
> 
> 3:24   der war ein Sohn Mattats, der war ein Sohn Levis, der war ein Sohn
> Melchis, der war ein Sohn Jannais, der war ein Sohn Josefs,
> 
> 3:25   der war ein Sohn Mattitjas, der war ein Sohn des Amos, der war ein
> Sohn Nahums, der war ein Sohn Heslis, der war ein Sohn Naggais,
> 
> 3:26   der war ein Sohn Mahats, der war ein Sohn Mattitjas, der war ein
> Sohn Schimis, der war ein Sohn Josechs, der war ein Sohn Jodas,
> 
> 3:27   der war ein Sohn Johanans, der war ein Sohn Resas, der war ein Sohn
> Serubbabels, der war ein Sohn Schealtiëls, der war ein Sohn Neris,
> 
> 3:28   der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Addis, der war ein Sohn
> Kosams, der war ein Sohn Elmadams, der war ein Sohn Ers,
> 
> 3:29   der war ein Sohn Joschuas, der war ein Sohn Eliësers, der war ein
> Sohn Jorims, der war ein Sohn Mattats, der war ein Sohn Levis,
> 
> 3:30   der war ein Sohn Simeons, der war ein Sohn Judas, der war ein Sohn
> Josefs, der war ein Sohn Jonams, der war ein Sohn Eljakims,
> 
> 3:31   der war ein Sohn Meleas, der war ein Sohn Mennas, der war ein Sohn
> Mattatas, der war ein Sohn Nathans, der war ein Sohn Davids,
> 2. Sam 5,14
> 
> 3:32   der war ein Sohn Isais, der war ein Sohn Obeds, der war ein Sohn
> des Boas, der war ein Sohn Salmons, der war ein Sohn Nachschons,
> Rut 4,17-22
> 
> 3:33    der war ein Sohn Amminadabs, der war ein Sohn Admins, der war ein
> Sohn Arnis, der war ein Sohn Hezrons, der war ein Sohn des Perez,
> der war ein Sohn Judas,
> (33-38) 1. Mose 5,1-32; 11,10-26; 21,2-3; 29,35
> 
> 3:34   der war ein Sohn Jakobs, der war ein Sohn Isaaks, der war ein Sohn
> Abrahams, der war ein Sohn Terachs, der war ein Sohn Nahors,
> 
> 3:35   der war ein Sohn Serugs, der war ein Sohn Regus, der war ein Sohn
> Pelegs, der war ein Sohn Ebers, der war ein Sohn Schelachs,
> 
> 3:36   der war ein Sohn Kenans, der war ein Sohn Arpachschads, der war ein
> Sohn Sems, der war ein Sohn Noahs, der war ein Sohn Lamechs,
> 
> 3:37   der war ein Sohn Metuschelachs, der war ein Sohn Henochs, der war
> ein Sohn Jereds, der war ein Sohn Mahalalels, der war ein Sohn
> Kenans,
> 
> 3:38   der war ein Sohn des Enosch, der war ein Sohn Sets, der war ein Sohn
> Adams, der war Gottes.
> 
>          Jesu Versuchung
> 
> (Mt 4,1-11; Mk 1,12-13)
> 4:1    Jesus aber, voll heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan und wurde
> vom Geist in die Wüste geführt
> 
> 4:2    und vierzig Tage lang von dem Teufel versucht. Und er aß nichts in
> diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn.
> 
> 4:3    Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu
> diesem Stein, daß er Brot werde.
> 
> 4:4    Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der
> Mensch lebt nicht allein vom Brot.«
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »sondern von einem jeden Wort Gottes« (vgl. Mt 4,4).
> 
> 4:5    Und der Teufel führte ihn hoch hinauf und zeigte ihm alle Reiche der
> Welt in einem Augenblick
> 
> 4:6    und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre
> Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich
> will.
> 
> 4:7    Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein.
> 
> 4:8    Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose
> 6,13): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein
> dienen.«
> 
> 4:9    Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des
> Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von
> hier hinunter;
> 
> 4:10   denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln
> deinetwegen befehlen, daß sie dich bewahren.
> 
> 4:11   Und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht
> an einen Stein stößt.«
> 
> 4:12   Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt (5. Mose 6,16):
> »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«
> 
> 4:13   Und als der Teufel alle Versuchungen vollendet hatte, wich er von
> ihm eine Zeitlang.
> Hebr 4,15
> 
> Der Beginn des Wirkens Jesu in Galiläa
> 
> (Mt 4,12-17; Mk 1,14-15)
> 4:14   Und Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa, und die
> Kunde von ihm erscholl durch alle umliegenden Orte.
> 
> 4:15   Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von jedermann gepriesen.
> 
> Jesu Predigt in Nazareth
> 
> (Mt 13,53-58; Mk 6,1-6)
> 4:16   Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach
> seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf und wollte
> lesen.
> 
> 4:17   Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das
> Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht (Jesaja
> 61,1-2):
> 
> 4:18   »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu
> verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu
> predigen den Gefangenen, daß sie frei sein sollen, und den Blinden,
> daß sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig
> sein sollen,
> Jes 42,7
> 
> 4:19   zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«
> 3. Mose 25,10
> 
> 4:20   Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und
> aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn.
> 
> 4:21   Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift
> erfüllt vor euren Ohren.
> 
> 4:22   Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich, daß solche
> Worte der Gnade aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht
> Josefs Sohn?
> Kap 3,23
> 
> 4:23   Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet mir freilich dies Sprichwort
> sagen: Arzt, hilf dir selber! Denn wie große Dinge haben wir gehört,
> die in Kapernaum geschehen sind! Tu so auch hier in deiner
> Vaterstadt!
> 
> 4:24   Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet gilt etwas in
> seinem Vaterland.
> Joh 4,44
> 
> 4:25    Aber wahrhaftig, ich sage euch: Es waren viele Witwen in Israel zur
> Zeit des Elia, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs
> Monate und eine große Hungersnot herrschte im ganzen Lande,
> (25 und 26) 1. Kön 17,1; 17,9-24
> 
> 4:26   und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als allein zu einer Witwe
> nach Sarepta im Gebiet von Sidon.
> 
> 4:27   Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa,
> und keiner von ihnen wurde rein als allein Naaman aus Syrien.
> 2. Kön 5,1-14
> 
> 4:28   Und alle, die in der Synagoge waren, wurden von Zorn erfüllt, als
> sie das hörten.
> 
> 4:29   Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn
> an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn
> hinabzustürzen.
> 
> 4:30   Aber er ging mitten durch sie hinweg.
> 
> Jesus in Kapernaum
> 
> (Mt 8,14-17; Mk 1,21-39)
> 4:31   Und er ging hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und
> lehrte sie am Sabbat.
> Mt 4,13; Joh 2,12
> 
> 4:32   Und sie verwunderten sich über seine Lehre; denn er predigte mit
> Vollmacht.
> Mt 7,28-29; Joh 7,46
> 
> 4:33   Und es war ein Mensch in der Synagoge, besessen von einem unreinen
> Geist, und der schrie laut:
> 
> 4:34   Halt, was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen,
> uns zu vernichten. Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
> 
> 4:35   Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
> Und der böse Geist warf ihn mitten unter sie und fuhr von ihm aus
> und tat ihm keinen Schaden.
> 
> 4:36   Und es kam eine Furcht über sie alle, und sie redeten miteinander
> und sprachen: Was ist das für ein Wort? Er gebietet mit Vollmacht
> und Gewalt den unreinen Geistern, und sie fahren aus.
> 
> 4:37   Und die Kunde von ihm erscholl in alle Orte des umliegenden Landes.
> 
> 4:38   Und er machte sich auf aus der Synagoge und kam in Simons Haus. Und
> Simons Schwiegermutter hatte hohes Fieber, und sie baten ihn für
> sie.
> 
> 4:39   Und er trat zu ihr und gebot dem Fieber, und es verließ sie. Und
> sogleich stand sie auf und diente ihnen.
> 
> 4:40   Und als die Sonne untergegangen war, brachten alle ihre Kranken mit
> mancherlei Leiden zu ihm. Und er legte die Hände auf einen jeden und
> machte sie gesund.
> 
> 4:41   Von vielen fuhren auch die bösen Geister aus und schrien: Du bist
> der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und ließ sie nicht reden; denn
> sie wußten, daß er der Christus war.
> Mt 8,29; Mk 3,11-12
> 
> 4:42   Als es aber Tag wurde, ging er hinaus an eine einsame Stätte; und
> das Volk suchte ihn, und sie kamen zu ihm und wollten ihn
> festhalten, damit er nicht von ihnen ginge.
> 
> 4:43   Er sprach aber zu ihnen: Ich muß auch den andern Städten das
> Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt.
> 
> 4:44   Und er predigte in den Synagogen Judäas.
> Mt 4,23
> 
>          Der Fischzug des Petrus
> 
> (Mt 4,18-22; Mk 1,16-20)
> 5:1    Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort
> Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth
> 
> 5:2    und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren
> ausgestiegen und wuschen ihre Netze.
> 
> 5:3    Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein
> wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge
> vom Boot aus.
> 
> 5:4    Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre
> hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!
> Joh 21,6
> 
> 5:5    Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht
> gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die
> Netze auswerfen.
> 
> 5:6    Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre
> Netze begannen zu reißen.
> 
> 5:7    Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie
> sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide
> Boote voll, so daß sie fast sanken.
> 
> 5:8    Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr,
> geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.
> Kap 18,13
> 
> 5:9    Denn ein Schrecken hatte ihn erfaßt und alle, die bei ihm waren,
> über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten,
> 
> 5:10   ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons
> Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an
> wirst du Menschen fangen.
> 
> 5:11   Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten
> ihm nach.
> 
> Die Heilung eines Aussätzigen
> 
> (Mt 8,1-4; Mk 1,40-45)
> 5:12   Und es begab sich, als er in einer Stadt war, siehe, da war ein Mann
> voller Aussatz. Als der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht
> und bat ihn und sprach: Herr, willst du, so kannst du mich reinigen.
> 
> 5:13   Und er streckte die Hand aus und rührte ihn an und sprach: Ich
> will's tun, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
> 
> 5:14   Und er gebot ihm, daß er's niemandem sagen sollte. Geh aber hin und
> zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose
> geboten hat, ihnen zum Zeugnis.
> 3. Mose 14,2-32
> 
> 5:15   Aber die Kunde von ihm breitete sich immer weiter aus, und es kam
> eine große Menge zusammen, zu hören und gesund zu werden von ihren
> Krankheiten.
> 
> 5:16   Er aber zog sich zurück in die Wüste und betete.
> Mk 1,35
> 
> Die Heilung eines Gelähmten (»Der Gichtbrüchige«)
> 
> (Mt 9,1-8; Mk 2,1-12)
> 5:17   Und es begab sich eines Tages, als er lehrte, daß auch Pharisäer und
> Schriftgelehrte dasaßen, die gekommen waren aus allen Orten in
> Galiläa und Judäa und aus Jerusalem. Und die Kraft des Herrn war mit
> ihm, daß er heilen konnte.
> 
> 5:18   Und siehe, einige Männer brachten einen Menschen auf einem Bett; der
> war gelähmt. Und sie versuchten, ihn hineinzubringen und vor ihn zu
> legen.
> 
> 5:19   Und weil sie wegen der Menge keinen Zugang fanden, ihn
> hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die
> Ziegel hinunter mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus.
> 
> 5:20   Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind
> dir vergeben.
> 
> 5:21   Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen und
> sprachen: Wer ist der, daß er Gotteslästerungen redet? Wer kann
> Sünden vergeben als allein Gott?
> Kap 7,49; Ps 130,4; Jes 43,25
> 
> 5:22   Als aber Jesus ihre Gedanken merkte, antwortete er und sprach zu
> ihnen: Was denkt ihr in euren Herzen?
> 
> 5:23   Was ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu
> sagen: Steh auf und geh umher?
> 
> 5:24    Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden
> Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh
> auf, nimm dein Bett und geh heim!
> Joh 5,36
> 
> 5:25   Und sogleich stand er auf vor ihren Augen und nahm das Bett, auf dem
> er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott.
> 
> 5:26   Und sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden von Furcht
> erfüllt und sprachen: Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.
> 
> Die Berufung des Levi und das Mahl mit den Zöllnern
> 
> (Mt 9,9-13; Mk 2,13-17)
> 5:27   Und danach ging er hinaus und sah einen Zöllner mit Namen Levi am
> Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!
> 
> 5:28   Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.
> 
> 5:29   Und Levi richtete ihm ein großes Mahl zu in seinem Haus, und viele
> Zöllner und andre saßen mit ihm zu Tisch.
> Kap 15,1
> 
> 5:30   Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sprachen zu
> seinen Jüngern: Warum eßt und trinkt ihr mit den Zöllnern und
> Sündern?
> 
> 5:31   Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des
> Arztes nicht, sondern die Kranken.
> 
> 5:32   Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die
> Gerechten.
> 
> Die Frage nach dem Fasten
> 
> (Mt 9,14-17; Mk 2,18-22)
> 5:33   Sie aber sprachen zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten oft und
> beten viel, ebenso die Jünger der Pharisäer; aber deine Jünger essen
> und trinken.
> 
> 5:34   Jesus sprach aber zu ihnen: Ihr könnt die Hochzeitsgäste nicht
> fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist.
> 
> 5:35   Es wird aber die Zeit kommen, daß der Bräutigam von ihnen genommen
> wird; dann werden sie fasten, in jenen Tagen.
> 
> 5:36   Und er sagte zu ihnen ein Gleichnis: Niemand reißt einen Lappen von
> einem neuen Kleid und flickt ihn auf ein altes Kleid; sonst zerreißt
> man das neue, und der Lappen vom neuen paßt nicht auf das alte.
> 
> 5:37   Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der
> neue Wein die Schläuche und wird verschüttet, und die Schläuche
> verderben.
> 
> 5:38   Sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche füllen.
> 
> 5:39   Und niemand, der vom alten Wein trinkt, will neuen; denn er spricht:
> Der alte ist milder.
> 
>          Das Ährenraufen am Sabbat
> 
> (Mt 12,1-8; Mk 2,23-28)
> 6:1     Und es begab sich an einem Sabbat, daß er durch ein Kornfeld ging;
> und seine Jünger rauften Ähren aus und zerrieben sie mit den Händen
> und aßen.
> (1-11) Kap 13,10-17; 14,1-6
> 
> 6:2    Einige der Pharisäer aber sprachen: Warum tut ihr, was am Sabbat
> nicht erlaubt ist?
> 
> 6:3    Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht das
> gelesen, was David tat, als ihn hungerte und die, die bei ihm
> waren?
> 1. Sam 21,7
> 
> 6:4    wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote nahm und aß, die
> doch niemand essen durfte als die Priester allein, und wie er sie
> auch denen gab, die bei ihm waren?
> 3. Mose 24,9
> 
> 6:5    Und er sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist ein Herr über den
> Sabbat.
> 
> Die Heilung eines Mannes am Sabbat
> 
> (Mt 12,9-14; Mk 3,1-6)
> 6:6    Es geschah aber an einem andern Sabbat, daß er in die Synagoge ging
> und lehrte. Und da war ein Mensch, dessen rechte Hand war verdorrt.
> 
> 6:7    Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer lauerten darauf, ob er auch
> am Sabbat heilen würde, damit sie etwas fänden, ihn zu verklagen.
> 
> 6:8    Er aber merkte ihre Gedanken und sprach zu dem Mann mit der
> verdorrten Hand: Steh auf und tritt hervor! Und er stand auf und
> trat vor.
> 
> 6:9    Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist's erlaubt, am Sabbat
> Gutes zu tun oder Böses, Leben zu erhalten oder zu vernichten?
> 
> 6:10   Und er sah sie alle ringsum an und sprach zu ihm: Strecke deine Hand
> aus! Und er tat's; da wurde seine Hand wieder zurechtgebracht.
> 
> 6:11   Sie aber wurden ganz von Sinnen und beredeten sich miteinander, was
> sie Jesus tun wollten.
> 
> Die Berufung der Zwölf
> 
> (Mt 10,1-4; Mk 3,13-19)
> 6:12   Es begab sich aber zu der Zeit, daß er auf einen Berg ging, um zu
> beten; und er blieb die Nacht über im Gebet zu Gott.
> Mk 1,35
> 
> 6:13    Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger und erwählte zwölf von
> ihnen, die er auch Apostel nannte:
> (13-16) Mt 10,2-4; Apg 1,13
> 
> 6:14   Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder,
> Jakobus und Johannes; Philippus und Bartholomäus;
> 
> 6:15   Matthäus und Thomas; Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon,
> genannt der Zelot;
> 
> 6:16   Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter
> wurde.
> 
> DIE PREDIGT AUF DEM FELDE (Verse 17-49)
> 
> 6:17   Und er ging mit ihnen hinab und trat auf ein ebenes Feld. Und um ihn
> war eine große Schar seiner Jünger und eine große Menge des Volkes
> aus ganz Judäa und Jerusalem und aus dem Küstenland von Tyrus und
> Sidon,
> 
> 6:18   die gekommen waren, ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt
> zu werden; und die von unreinen Geistern umgetrieben waren, wurden
> gesund.
> 
> 6:19   Und alles Volk suchte, ihn anzurühren; denn es ging Kraft von ihm
> aus, und er heilte sie alle.
> 
> Die Seligpreisungen
> 
> (Mt 5,3-12)
> 6:20   Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid
> ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.
> Jak 2,5
> 
> 6:21   Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt satt werden.
> Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.
> Offb 7,16-17
> 
> 6:22   Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und
> schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes
> willen.
> Joh 15,18-19
> 
> 6:23   Freut euch an jenem Tage und springt vor Freude; denn siehe, euer
> Lohn ist groß im Himmel. Denn das gleiche haben ihre Väter den
> Propheten getan.
> 
> Die Weherufe
> 
> 6:24   Aber dagegen: Weh euch Reichen! Denn ihr habt euren Trost schon
> gehabt.
> Mt 19,23; Jak 5,1
> 
> 6:25   Weh euch, die ihr jetzt satt seid! Denn ihr werdet hungern. Weh
> euch, die ihr jetzt lacht! Denn ihr werdet weinen und klagen.
> 
> 6:26   Weh euch, wenn euch jedermann wohlredet! Denn das gleiche haben ihre
> Väter den falschen Propheten getan.
> 
> Von der Feindesliebe
> 
> (Mt 5,39-48)
> 6:27   Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl
> denen, die euch hassen;
> 
> 6:28   segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.
> 1. Kor 4,12
> 
> 6:29   Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch
> dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock
> nicht.
> 
> 6:30   Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem
> fordere es nicht zurück.
> 
> 6:31   Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, so tut ihnen
> auch!
> Mt 7,12
> 
> 6:32   Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr
> davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde.
> 
> 6:33   Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon?
> Denn die Sünder tun dasselbe auch.
> 
> 6:34   Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft,
> welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern,
> damit sie das Gleiche bekommen.
> 5. Mose 15,7-8
> 
> 6:35   Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür
> zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet
> Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die
> Undankbaren und Bösen.
> 
> Von der Stellung zum Nächsten
> 
> (Mt 7,1-5)
> 6:36   Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
> 
> 6:37   Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt
> nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch
> vergeben.
> Mt 6,14
> 
> 6:38   Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und
> überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem
> Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch wieder messen.
> Mk 4,24
> 
> 6:39   Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem
> Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube
> fallen?
> Mt 15,14
> 
> 6:40   Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so
> ist er wie sein Meister.
> Mt 10,24-25; Joh 15,20
> 
> 6:41   Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den
> Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
> 
> 6:42   Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will
> den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den
> Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus
> deinem Auge und sieh dann zu, daß du den Splitter aus deines Bruders
> Auge ziehst!
> 
> Vom Baum und seinen Früchten
> 
> (Mt 12,33-35)
> 6:43    Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, und keinen
> faulen Baum, der gute Frucht trägt.
> (43 und 44) Mt 7,16-18
> 
> 6:44   Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Man pflückt
> ja nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den
> Hecken.
> 
> 6:45   Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines
> Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes
> das Herz voll ist, des geht der Mund über.
> 
> 6:46   Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch
> sage?
> Mal 1,6; Mt 7,21
> 
> Vom Hausbau
> 
> (Mt 7,24-27)
> 6:47   Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie - ich will euch
> zeigen, wem er gleicht.
> 
> 6:48   Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und
> legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riß der
> Strom an dem Haus und konnte es nicht bewegen; denn es war gut
> gebaut.
> 
> 6:49   Wer aber hört und nicht tut, der gleicht einem Menschen, der ein
> Haus baute auf die Erde, ohne Grund zu legen; und der Strom riß an
> ihm, und es fiel gleich zusammen, und sein Einsturz war groß.
> 
>          Der Hauptmann von Kapernaum
> 
> (Mt 8,5-13; Joh 4,46-53)
> 7:1    Nachdem Jesus seine Rede vor dem Volk vollendet hatte, ging er nach
> Kapernaum.
> 
> 7:2    Ein Hauptmann aber hatte einen Knecht, der ihm lieb und wert war;
> der lag todkrank.
> 
> 7:3    Als er aber von Jesus hörte, sandte er die Ältesten der Juden zu ihm
> und bat ihn, zu kommen und seinen Knecht gesund zu machen.
> 
> 7:4    Als sie aber zu Jesus kamen, baten sie ihn sehr und sprachen: Er ist
> es wert, daß du ihm die Bitte erfüllst;
> 
> 7:5    denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut.
> 
> 7:6    Da ging Jesus mit ihnen. Als er aber nicht mehr fern von dem Haus
> war, sandte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Ach
> Herr, bemühe dich nicht; ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach
> gehst;
> 
> 7:7    darum habe ich auch mich selbst nicht für würdig geachtet, zu dir zu
> kommen; sondern sprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund.
> 
> 7:8    Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe
> Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er
> hin; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem
> Knecht: Tu das!, so tut er's.
> 
> 7:9    Als aber Jesus das hörte, wunderte er sich über ihn und wandte sich
> um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch:
> Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.
> 
> 7:10   Und als die Boten wieder nach Hause kamen, fanden sie den Knecht
> gesund.
> 
> Der Jüngling zu Nain
> 
> 7:11   Und es begab sich danach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging;
> und seine Jünger gingen mit ihm und eine große Menge.
> 
> 7:12   Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten
> heraus, der der einzige Sohn seiner Mutter war, und sie war eine
> Witwe; und eine große Menge aus der Stadt ging mit ihr.
> 
> 7:13   Und als sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr:
> Weine nicht!
> 
> 7:14   Und trat hinzu und berührte den Sarg, und die Träger blieben stehen.
> Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf!
> Mk 5,41
> 
> 7:15   Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab
> ihn seiner Mutter.
> 1. Kön 17,23; 2. Kön 4,36
> 
> 7:16   Und Furcht ergriff sie alle, und sie priesen Gott und sprachen: Es
> ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und: Gott hat sein
> Volk besucht.
> Mt 16,14;  Kap 1,68
> 
> 7:17   Und diese Kunde von ihm erscholl in ganz Judäa und im ganzen
> umliegenden Land.
> 
> Die Anfrage des Täufers
> 
> (Mt 11,2-6)
> 7:18   Und die Jünger des Johannes verkündeten ihm das alles. Und Johannes
> rief zwei seiner Jünger zu sich
> 
> 7:19   und sandte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: Bist du, der da kommen
> soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
> 
> 7:20   Als aber die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer
> hat uns zu dir gesandt und läßt dich fragen: Bist du, der da kommen
> soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
> 
> 7:21   Zu der Stunde machte Jesus viele gesund von Krankheiten und Plagen
> und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.
> 
> 7:22   Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht und verkündet
> Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme
> gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen
> wird das Evangelium gepredigt;
> 
> 7:23   und selig ist, wer sich nicht ärgert an mir.
> 
> Jesu Zeugnis über den Täufer
> 
> (Mt 11,7-19)
> 7:24   Als aber die Boten des Johannes fortgingen, fing Jesus an, zu dem
> Volk über Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die
> Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das vom Wind bewegt
> wird?
> 
> 7:25   Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen
> Menschen sehen in weichen Kleidern? Seht, die herrliche Kleider
> tragen und üppig leben, die sind an den königlichen Höfen.
> 
> 7:26   Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen
> Propheten sehen? Ja, ich sage euch: Er ist mehr als ein Prophet.
> Kap 1,76
> 
> 7:27   Er ist's, von dem geschrieben steht (Maleachi 3,1): »Siehe, ich
> sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten
> soll.«
> 
> 7:28   Ich sage euch, daß unter denen, die von einer Frau geboren sind,
> keiner größer ist als Johannes; der aber der Kleinste ist im Reich
> Gottes, der ist größer als er.
> Kap 1,15
> 
> 7:29   Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht und
> ließen sich taufen mit der Taufe des Johannes.
> Kap 3,7; 3,12; Mt 21,32
> 
> 7:30   Aber die Pharisäer und Schriftgelehrten verachteten, was Gott ihnen
> zugedacht hatte, und ließen sich nicht von ihm taufen.
> Apg 13,46
> 
> 7:31   Mit wem soll ich die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und
> wem sind sie gleich?
> 
> 7:32   Sie sind den Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und rufen
> einander zu: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt;
> wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.
> 
> 7:33   Denn Johannes der Täufer ist gekommen und aß kein Brot und trank
> keinen Wein; so sagt ihr: Er ist besessen.
> Mt 3,4
> 
> 7:34   Der Menschensohn ist gekommen, ißt und trinkt; so sagt ihr: Siehe,
> dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der
> Zöllner und Sünder!
> Kap 15,2
> 
> 7:35   Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren
> Kindern.
> 1. Kor 1,24-30
> 
> Jesu Salbung durch die Sünderin
> 
> 7:36   Es bat ihn aber einer der Pharisäer, bei ihm zu essen. Und er ging
> hinein in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch.
> Kap 11,37
> 
> 7:37   Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als
> die vernahm, daß er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte
> sie ein Glas mit Salböl
> Mk 14,3
> 
> 7:38   und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße
> mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen,
> und küßte seine Füße und salbte sie mit Salböl.
> 
> 7:39   Als aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er
> bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte
> er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist
> eine Sünderin.
> 
> 7:40   Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu
> sagen. Er aber sprach: Meister, sag es!
> 
> 7:41   Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert
> Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig.
> 
> 7:42   Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er's beiden. Wer von
> ihnen wird ihn am meisten lieben?
> 
> 7:43   Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er am meisten
> geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt.
> 
> 7:44   Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese
> Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für
> meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und
> mit ihren Haaren getrocknet.
> 1. Mose 18,4
> 
> 7:45   Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber hat, seit ich
> hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen.
> Röm 16,16
> 
> 7:46   Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit
> Salböl gesalbt.
> 
> 7:47   Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat
> viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
> 
> 7:48   Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben.
> 
> 7:49   Da fingen die an, die mit zu Tisch saßen, und sprachen bei sich
> selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergibt?
> Kap 5,21
> 
> 7:50   Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin
> in Frieden!
> Kap 8,48; 17,19; 18,42
> 
>          Jüngerinnen Jesu
> 
> 8:1    Und es begab sich danach, daß er durch Städte und Dörfer zog und
> predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die
> Zwölf waren mit ihm,
> 
> 8:2    dazu einige Frauen, die er gesund gemacht hatte von bösen Geistern
> und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben
> böse Geister ausgefahren waren,
> Joh 20,1; 20,11-18
> 
> 8:3    und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters des Herodes, und
> Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.
> Mk 15,40-41
> 
> Vom Sämann
> 
> (Mt 13,1-9; Mk 4,1-9)
> 8:4    Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu
> ihm eilten, redete er in einem Gleichnis:
> 
> 8:5    Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte,
> fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter
> dem Himmel fraßen's auf.
> 
> 8:6    Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es,
> weil es keine Feuchtigkeit hatte.
> 
> 8:7    Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit
> auf und erstickten's.
> 
> 8:8    Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug
> hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu
> hören, der höre!
> 
> Vom Sinn der Gleichnisse
> 
> (Mt 13,10-17; Mk 4,10-12)
> 8:9    Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute.
> 
> 8:10   Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches
> Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es
> nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn
> sie es hören.
> Jes 6,9-10
> 
> Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann
> 
> (Mt 13,18-23; Mk 4,13-20)
> 8:11   Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.
> 
> 8:12   Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der
> Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben
> und selig werden.
> 
> 8:13   Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das
> Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang
> glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.
> 
> 8:14   Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin
> und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des
> Lebens und bringen keine Frucht.
> 
> 8:15   Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und
> behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in
> Geduld.
> Apg 16,14
> 
> Vom Licht und vom rechten Hören
> 
> (Mk 4,21-25)
> 8:16   Niemand aber zündet ein Licht an und bedeckt es mit einem Gefäß oder
> setzt es unter eine Bank; sondern er setzt es auf einen Leuchter,
> damit, wer hineingeht, das Licht sehe.
> Mt 5,15
> 
> 8:17   Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, auch
> nichts geheim, was nicht bekanntwerden und an den Tag kommen soll.
> Mt 10,26; 1. Kor 4,5
> 
> 8:18   So seht nun darauf, wie ihr zuhört; denn wer da hat, dem wird
> gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er
> meint zu haben.
> Mt 25,29
> 
> Jesu wahre Verwandte
> 
> (Mt 12,46-50; Mk 3,31-35)
> 8:19   Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm und konnten wegen
> der Menge nicht zu ihm gelangen.
> 
> 8:20   Da wurde ihm gesagt: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen
> und wollen dich sehen.
> 
> 8:21   Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine
> Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.
> 
> Die Stillung des Sturms
> 
> (Mt 8,23-27; Mk 4,35-41)
> 8:22   Und es begab sich an einem der Tage, daß er in ein Boot stieg mit
> seinen Jüngern; und er sprach zu ihnen: Laßt uns über den See
> fahren. Und sie stießen vom Land ab.
> 
> 8:23   Und als sie fuhren, schlief er ein. Und es kam ein Windwirbel über
> den See, und die Wellen überfielen sie, und sie waren in großer
> Gefahr.
> 
> 8:24   Da traten sie zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Meister,
> Meister, wir kommen um! Da stand er auf und bedrohte den Wind und
> die Wogen des Wassers, und sie legten sich, und es entstand eine
> Stille.
> 
> 8:25   Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten
> sich und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist dieser?
> Auch dem Wind und dem Wasser gebietet er, und sie sind ihm gehorsam.
> 
> Die Heilung des besessenen Geraseners
> 
> (Mt 8,28-34; Mk 5,1-20)
> 8:26   Und sie fuhren weiter in die Gegend der Gerasener, die Galiläa
> gegenüberliegt.
> 
> 8:27   Und als er ans Land trat, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der
> hatte böse Geister; er trug seit langer Zeit keine Kleider mehr und
> blieb in keinem Hause, sondern in den Grabhöhlen.
> 
> 8:28   Als er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und
> rief laut: Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes des
> Allerhöchsten? Ich bitte dich: Quäle mich nicht!
> 
> 8:29   Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen
> auszufahren. Denn der hatte ihn lange Zeit geplagt; und er wurde mit
> Ketten und Fesseln gebunden und gefangengehalten, doch er zerriß
> seine Fesseln und wurde von dem bösen Geist in die Wüste getrieben.
> 
> 8:30   Und Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Legion. Denn es
> waren viele böse Geister in ihn gefahren.
> 
> 8:31   Und sie baten ihn, daß er ihnen nicht gebiete, in den Abgrund zu
> fahren.
> 
> 8:32   Es war aber dort auf dem Berg eine große Herde Säue auf der Weide.
> Und sie baten ihn, daß er ihnen erlaube, in die Säue zu fahren. Und
> er erlaubte es ihnen.
> 
> 8:33   Da fuhren die bösen Geister von dem Menschen aus und fuhren in die
> Säue; und die Herde stürmte den Abhang hinunter in den See und
> ersoff.
> 
> 8:34   Als aber die Hirten sahen, was da geschah, flohen sie und
> verkündeten es in der Stadt und in den Dörfern.
> 
> 8:35   Da gingen die Leute hinaus, um zu sehen, was geschehen war, und
> kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die bösen Geister
> ausgefahren waren, sitzend zu den Füßen Jesu, bekleidet und
> vernünftig, und sie erschraken.
> 
> 8:36   Und die es gesehen hatten, verkündeten ihnen, wie der Besessene
> gesund geworden war.
> 
> 8:37   Und die ganze Menge aus dem umliegenden Land der Gerasener bat ihn,
> von ihnen fortzugehen; denn es hatte sie große Furcht ergriffen. Und
> er stieg ins Boot und kehrte zurück.
> 
> 8:38   Aber der Mann, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, bat ihn,
> daß er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus schickte ihn fort und
> sprach:
> 
> 8:39   Geh wieder heim und sage, wie große Dinge Gott an dir getan hat. Und
> er ging hin und verkündigte überall in der Stadt, wie große Dinge
> Jesus an ihm getan hatte.
> 
> Die Heilung einer blutflüssigen Frau und die
> Auferweckung der Tochter des Jaïrus
> 
> (Mt 9,18-26; Mk 5,21-43)
> 8:40   Als Jesus zurückkam, nahm ihn das Volk auf; denn sie warteten alle
> auf ihn.
> 
> 8:41   Und siehe, da kam ein Mann mit Namen Jaïrus, der ein Vorsteher der
> Synagoge war, und fiel Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu
> kommen;
> 
> 8:42   denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, die lag in
> den letzten Zügen. Und als er hinging, umdrängte ihn das Volk.
> 
> 8:43   Und eine Frau hatte den Blutfluß seit zwölf Jahren; die hatte alles,
> was sie zum Leben hatte, für die Ärzte aufgewandt und konnte von
> keinem geheilt werden.
> Der Versteil »hatte alles ... aufgewandt und« findet sich bei
> einigen wichtigen Textzeugen nicht.
> 
> 8:44   Die trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines
> Gewandes; und sogleich hörte ihr Blutfluß auf.
> 
> 8:45   Und Jesus fragte: Wer hat mich berührt? Als es aber alle abstritten,
> sprach Petrus: Meister, das Volk drängt und drückt dich.
> 
> 8:46   Jesus aber sprach: Es hat mich jemand berührt; denn ich habe
> gespürt, daß eine Kraft von mir ausgegangen ist.
> 
> 8:47   Als aber die Frau sah, daß es nicht verborgen blieb, kam sie mit
> Zittern und fiel vor ihm nieder und verkündete vor allem Volk, warum
> sie ihn angerührt hatte und wie sie sogleich gesund geworden war.
> 
> 8:48   Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.
> Geh hin in Frieden!
> Kap 7,50
> 
> 8:49   Als er noch redete, kam einer von den Leuten des Vorstehers der
> Synagoge und sprach: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister
> nicht mehr.
> 
> 8:50   Als aber Jesus das hörte, antwortete er ihm: Fürchte dich nicht;
> glaube nur, so wird sie gesund!
> 
> 8:51   Als er aber in das Haus kam, ließ er niemanden mit hineingehen als
> Petrus und Johannes und Jakobus und den Vater und die Mutter des
> Kindes.
> Mt 17,1
> 
> 8:52   Sie weinten aber alle und klagten um sie. Er aber sprach: Weint
> nicht! Sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft.
> Kap 7,13
> 
> 8:53   Und sie verlachten ihn, denn sie wußten, daß sie gestorben war.
> 
> 8:54   Er aber nahm sie bei der Hand und rief: Kind, steh auf!
> 
> 8:55   Und ihr Geist kam wieder, und sie stand sogleich auf. Und er befahl,
> man solle ihr zu essen geben.
> 
> 8:56   Und ihre Eltern entsetzten sich. Er aber gebot ihnen, niemandem zu
> sagen, was geschehen war.
> Kap 5,14; Mk 7,36
> 
>          Die Aussendung der Zwölf
> 
> (Mt 10,1; 10,5-14; Mk 6,7-13)
> 9:1     Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht
> über alle bösen Geister, und daß sie Krankheiten heilen konnten,
> (1-6) Kap 10,1-12
> 
> 9:2    und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und die Kranken zu
> heilen.
> 
> 9:3    Und er sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit auf den Weg nehmen,
> weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld; es soll auch einer nicht
> zwei Hemden haben.
> 
> 9:4    Und wenn ihr in ein Haus geht, dann bleibt dort, bis ihr
> weiterzieht.
> 
> 9:5    Und wenn sie euch nicht aufnehmen, dann geht fort aus dieser Stadt
> und schüttelt den Staub von euren Füßen zu einem Zeugnis gegen sie.
> 
> 9:6    Und sie gingen hinaus und zogen von Dorf zu Dorf, predigten das
> Evangelium und machten gesund an allen Orten.
> 
> Herodes und Jesus
> 
> (Mt 14,1-2; Mk 6,14-16)
> 9:7    Es kam aber vor Herodes, den Landesfürsten, alles, was geschah; und
> er wurde unruhig, weil von einigen gesagt wurde: Johannes ist von
> den Toten auferstanden;
> 
> 9:8    von einigen aber: Elia ist erschienen; von andern aber: Einer von
> den alten Propheten ist auferstanden.
> 
> 9:9    Und Herodes sprach: Johannes, den habe ich enthauptet; wer ist aber
> dieser, über den ich solches höre? Und er begehrte ihn zu sehen.
> Kap 23,8
> 
> Die Speisung der Fünftausend
> 
> (Mt 14,13-21; Mk 6,31-44; Joh 6,1-13)
> 9:10   Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge
> sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen
> allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida.
> 
> 9:11   Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich
> und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der
> Heilung bedurften.
> 
> 9:12   Aber der Tag fing an, sich zu neigen. Da traten die Zwölf zu ihm und
> sprachen: Laß das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer und
> Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier in
> der Wüste.
> 
> 9:13   Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir
> haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, daß
> wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen.
> 
> 9:14   Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen
> Jüngern: Laßt sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig.
> 
> 9:15   Und sie taten das und ließen alle sich setzen.
> 
> 9:16   Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und
> dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk
> austeilten.
> 
> 9:17   Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was
> sie an Brocken übrigließen, zwölf Körbe voll.
> 
> Das Bekenntnis des Petrus
> 
> (Mt 16,13-19; Mk 8,27-29; Joh 6,67-69)
> 9:18   Und es begab sich, als Jesus allein war und betete und nur seine
> Jünger bei ihm waren, da fragte er sie und sprach: Wer sagen die
> Leute, daß ich sei?
> 
> 9:19   Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seist Johannes der
> Täufer; einige aber, du seist Elia; andere aber, es sei einer der
> alten Propheten auferstanden.
> Vers 7-8
> 
> 9:20   Er aber sprach zu ihnen: Wer sagt ihr aber, daß ich sei? Da
> antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes!
> 
> Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mt 16,20-21; Mk 8,30-31)
> 9:21   Er aber gebot ihnen, daß sie das niemandem sagen sollten,
> 
> 9:22   und sprach: Der Menschensohn muß viel leiden und verworfen werden
> von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet
> werden und am dritten Tag auferstehen.
> Vers 44-45; Kap 18,31-34
> 
> Von der Nachfolge
> 
> (Mt 16,24-28; Mk 8,34 - 9,1)
> 9:23   Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich
> selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.
> 
> 9:24   Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber
> sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's erhalten.
> Kap 17,33; Mt 10,39; Joh 12,25
> 
> 9:25   Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne
> und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst?
> 
> 9:26   Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der
> Menschensohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner
> Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.
> Mt 10,33; 2. Tim 1,8
> 
> 9:27   Ich sage euch aber wahrlich: Einige von denen, die hier stehen,
> werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes sehen.
> 
> Die Verklärung Jesu
> 
> (Mt 17,1-8; Mk 9,2-8)
> 9:28   Und es begab sich, etwa acht Tage nach diesen Reden, daß er mit sich
> nahm Petrus, Johannes und Jakobus und ging auf einen Berg, um zu
> beten.
> 
> 9:29   Und als er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders, und
> sein Gewand wurde weiß und glänzte.
> 
> 9:30   Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm; das waren Mose und Elia.
> 
> 9:31   Sie erschienen verklärt und redeten von seinem Ende, das er in
> Jerusalem erfüllen sollte.
> 
> 9:32   Petrus aber und die bei ihm waren, waren voller Schlaf. Als sie aber
> aufwachten, sahen sie, wie er verklärt war, und die zwei Männer, die
> bei ihm standen.
> 
> 9:33   Und es begab sich, als sie von ihm schieden, da sprach Petrus zu
> Jesus: Meister, hier ist für uns gut sein! Laßt uns drei Hütten
> bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Er wußte aber nicht, was
> er redete.
> 
> 9:34   Als er aber dies redete, kam eine Wolke und überschattete sie; und
> sie erschraken, als sie in die Wolke hineinkamen.
> 
> 9:35   Und es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist
> mein auserwählter Sohn; den sollt ihr hören!
> Kap 3,22; Ps 2,7;  5. Mose 18,15
> 
> 9:36   Und als die Stimme geschah, fanden sie Jesus allein. Und sie
> schwiegen davon und verkündeten in jenen Tagen niemandem, was sie
> gesehen hatten.
> 
> Die Heilung eines besessenen Knaben
> 
> (Mt 17,14-21; Mk 9,14-29)
> 9:37   Es begab sich aber, als sie am nächsten Tag von dem Berg kamen, da
> kam ihm eine große Menge entgegen.
> 
> 9:38   Und siehe, ein Mann aus der Menge rief: Meister, ich bitte dich,
> sieh doch nach meinem Sohn; denn er ist mein einziger Sohn.
> 
> 9:39   Siehe, ein Geist ergreift ihn, daß er plötzlich aufschreit, und er
> reißt ihn, daß er Schaum vor dem Mund hat, und läßt kaum von ihm ab
> und reibt ihn ganz auf.
> 
> 9:40   Und ich habe deine Jünger gebeten, daß sie ihn austrieben, und sie
> konnten es nicht.
> 
> 9:41   Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes
> Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein und euch erdulden?
> Bring deinen Sohn her!
> 
> 9:42   Und als er zu ihm kam, riß ihn der böse Geist und zerrte ihn. Jesus
> aber bedrohte den unreinen Geist und machte den Knaben gesund und
> gab ihn seinem Vater wieder.
> Kap 7,15
> 
> 9:43   Und sie entsetzten sich alle über die Herrlichkeit Gottes.
> 
> Die zweite Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mt 17,22-23; Mk 9,30-32)
> Als sie sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach
> er zu seinen Jüngern:
> 
> 9:44   Laßt diese Worte in eure Ohren dringen: Der Menschensohn wird
> überantwortet werden in die Hände der Menschen.
> Vers 22; Kap 18,31-34
> 
> 9:45   Aber dieses Wort verstanden sie nicht, und es war vor ihnen
> verborgen, so daß sie es nicht begriffen. Und sie fürchteten sich,
> ihn nach diesem Wort zu fragen.
> Kap 24,45
> 
> Der Rangstreit der Jünger
> 
> (Mt 18,1-5; Mk 9,33-37)
> 9:46   Es kam aber unter ihnen der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte
> sei.
> 
> 9:47   Als aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind
> und stellte es neben sich
> 
> 9:48   und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der
> nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich
> gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist
> groß.
> Mt 10,40
> 
> Der fremde Wundertäter
> 
> (Mk 9,38-40)
> 9:49   Da fing Johannes an und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb
> böse Geister aus in deinem Namen; und wir wehrten ihm, denn er folgt
> dir nicht nach mit uns.
> 
> 9:50   Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt ihm nicht! Denn wer nicht gegen euch
> ist, der ist für euch.
> Kap 11,23; Phil 1,18
> 
> Aufbruch nach Jerusalem. Ablehnung Jesu durch Samariter
> 
> 9:51   Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, daß er hinweggenommen
> werden sollte, da wandte er sein Angesicht, stracks nach Jerusalem
> zu wandern.
> Mk 10,32
> 
> 9:52   Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen in ein
> Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten.
> 
> 9:53   Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte,
> nach Jerusalem zu wandern.
> Joh 4,9
> 
> 9:54   Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie:
> Herr, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle
> und sie verzehre.
> 2. Kön 1,10-12
> 
> 9:55   Jesus aber wandte sich um und wies sie zurecht.
> Die Versteile 55b und 56a finden sich erst in der späteren
> Überlieferung: »und sprach: Wißt ihr nicht, welches Geistes Kinder
> ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Leben der
> Menschen zu vernichten, sondern zu erhalten.«
> 
> 9:56   Und sie gingen in ein andres Dorf.
> 
> Vom Ernst der Nachfolge
> 
> (Mt 8,19-22)
> 9:57   Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir
> folgen, wohin du gehst.
> 
> 9:58   Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel
> unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo
> er sein Haupt hinlege.
> 
> 9:59   Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber:
> Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.
> 
> 9:60   Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; du aber
> geh hin und verkündige das Reich Gottes!
> 
> 9:61   Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube
> mir zuvor, daß ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus
> sind.
> 1. Kön 19,20
> 
> 9:62   Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht
> zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
> Phil 3,13
> 
>          Die Aussendung der zweiundsiebzig Jünger
> 
> (Mt 10,7-16)
> 10:1    Danach setzte der Herr weitere zweiundsiebzig Jünger ein und
> sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte,
> wohin er gehen wollte,
> Kap 6,13-16; 9,1;  Mk 6,7
> Statt »zweiundsiebzig« haben andere Textzeugen »siebzig«.
> 
> 10:2    und sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind
> wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter aussende
> in seine Ernte.
> Mt 9,37-38; Joh 4,35
> 
> 10:3    Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.
> 
> 10:4     Tragt keinen Geldbeutel bei euch, keine Tasche und keine Schuhe,
> und grüßt niemanden unterwegs.
> (4-11) Kap 9,3-5;  2. Kön 4,29
> 
> 10:5    Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem
> Hause!
> Joh 20,19
> 
> 10:6    Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm
> ruhen; wenn aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch
> wenden.
> 
> 10:7    In demselben Haus aber bleibt, eßt und trinkt, was man euch gibt;
> denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von einem
> Haus zum andern gehen.
> 
> 10:8    Und wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, dann eßt,
> was euch vorgesetzt wird,
> 
> 10:9    und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich
> Gottes ist nahe zu euch gekommen.
> 
> 10:10   Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, so
> geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht:
> 
> 10:11   Auch den Staub aus eurer Stadt, der sich an unsre Füße gehängt hat,
> schütteln wir ab auf euch. Doch sollt ihr wissen: das Reich Gottes
> ist nahe herbeigekommen.
> 
> 10:12   Ich sage euch: Es wird Sodom erträglicher ergehen an jenem Tage als
> dieser Stadt.
> 1. Mose 19,1-29
> 
> Jesu Weherufe über galiläische Städte
> 
> (Mt 11,20-24)
> 10:13   Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Denn wären solche Taten in
> Tyrus und Sidon geschehen, wie sie bei euch geschehen sind, sie
> hätten längst in Sack und Asche gesessen und Buße getan.
> 
> 10:14   Doch es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen im Gericht als
> euch.
> 
> 10:15   Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst
> bis in die Hölle hinuntergestoßen werden.
> 
> 10:16   Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet
> mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt
> hat.
> Mt 10,40; Joh 5,23
> 
> Jesu Jubelruf
> 
> (Mt 11,25-27)
> 10:17   Die Zweiundsiebzig aber kamen zurück voll Freude und sprachen:
> Herr, auch die bösen Geister sind uns untertan in deinem Namen.
> Statt »zweiundsiebzig« haben andere Textzeugen »siebzig«.
> 
> 10:18   Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie
> einen Blitz.
> Joh 12,31; Offb 12,8-9
> 
> 10:19   Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und
> Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird
> euch schaden.
> Ps 91,13; Mk 16,18
> 
> 10:20   Doch darüber freut euch nicht, daß euch die Geister untertan sind.
> Freut euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.
> 2. Mose 32,32; Jes 4,3; Phil 4,3; Offb 3,5
> 
> 10:21   Zu der Stunde freute sich Jesus im heiligen Geist und sprach: Ich
> preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den
> Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen
> offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen.
> 1. Kor 2,7
> 
> 10:22   Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der
> Sohn ist, als nur der Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der
> Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
> 
> 10:23   Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen allein:
> Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht.
> Mt 13,16-17
> 
> 10:24   Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was
> ihr seht, und haben's nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und
> haben's nicht gehört.
> 1. Petr 1,10
> 
> Der barmherzige Samariter
> 
> 10:25    Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und
> sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?
> (25-27) Mt 22,35-40; Mk 12,28-34; Kap 18,18-20
> 
> 10:26   Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest
> du?
> 
> 10:27   Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
> von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von
> ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3.
> Mose 19,18).
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 10:28   Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst
> du leben.
> 3. Mose 18,5; Mt 19,17
> 
> 10:29   Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer
> ist denn mein Nächster?
> 
> 10:30   Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von
> Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen
> ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn
> halbtot liegen.
> 
> 10:31   Es traf sich aber, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und
> als er ihn sah, ging er vorüber.
> 
> 10:32   Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah,
> ging er vorüber.
> 
> 10:33   Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn
> sah, jammerte er ihn;
> 
> 10:34   und er ging zu ihm, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie
> ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und
> pflegte ihn.
> 
> 10:35   Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt
> und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's
> bezahlen, wenn ich wiederkomme.
> 
> 10:36   Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der
> unter die Räuber gefallen war?
> 
> 10:37   Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu
> ihm: So geh hin und tu desgleichen!
> Joh 13,17
> 
> Maria und Marta
> 
> 10:38   Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit
> Namen Marta, die nahm ihn auf.
> Joh 11,1; 12,2-3
> 
> 10:39   Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem
> Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.
> 
> 10:40   Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat
> hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, daß mich meine
> Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß sie mir helfen
> soll!
> 
> 10:41   Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast
> viel Sorge und Mühe.
> 
> 10:42   Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht
> von ihr genommen werden.
> Mt 6,33
> 
>          Das Vaterunser
> 
> (Mt 6,9-13)
> 11:1    Und es begab sich, daß er an einem Ort war und betete. Als er
> aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns
> beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.
> 
> 11:2    Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein
> Name werde geheiligt. Dein Reich komme.
> 
> 11:3    Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag
> 
> 11:4    und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben allen, die an
> uns schuldig werden. Und führe uns nicht in Versuchung.
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzliche Versteile:
> Vers 2: »Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel«, Vers 4:
> »sondern erlöse uns von dem Bösen« (entsprechend Mt 6,10; 6,13).
> 
> Der bittende Freund
> 
> (Mt 7,7-11)
> 11:5    Und er sprach zu ihnen: Wenn jemand unter euch einen Freund hat und
> ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih
> mir drei Brote;
> 
> 11:6    denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe
> nichts, was ich ihm vorsetzen kann,
> 
> 11:7    und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe!
> Die Tür ist schon zugeschlossen, und meine Kinder und ich liegen
> schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben.
> 
> 11:8    Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt,
> weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines
> unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf.
> 
> 11:9    Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so
> werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
> 
> 11:10   Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und
> wer da anklopft, dem wird aufgetan.
> Kap 13,25
> 
> 11:11   Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen
> Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete?
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »... ums Brot bittet, dafür einen Stein biete? oder wenn er...«
> (vgl. Mt 7,9).
> 
> 11:12   oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete?
> 
> 11:13   Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben
> könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist
> geben denen, die ihn bitten!
> 
> Jesus und die bösen Geister
> 
> (Mt 12,22-30; Mk 3,22-27)
> 11:14   Und er trieb einen bösen Geist aus, der war stumm. Und es geschah,
> als der Geist ausfuhr, da redete der Stumme. Und die Menge
> verwunderte sich.
> 
> 11:15   Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die bösen Geister aus
> durch Beelzebul, ihren Obersten.
> 
> 11:16   Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom
> Himmel.
> Mk 8,11
> 
> 11:17   Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das
> mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und ein Haus fällt über
> das andre.
> 
> 11:18   Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich
> bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die bösen Geister aus durch
> Beelzebul.
> 
> 11:19   Wenn aber ich die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen
> treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
> 
> 11:20   Wenn ich aber durch Gottes Finger die bösen Geister austreibe, so
> ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.
> 2. Mose 8,15
> 
> 11:21   Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast bewacht, so bleibt, was er
> hat, in Frieden.
> 
> 11:22   Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt
> er ihm seine Rüstung, auf die er sich verließ, und verteilt die
> Beute.
> Kol 2,15; 1. Joh 4,4
> 
> 11:23   Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir
> sammelt, der zerstreut.
> Kap 9,50
> 
> Von der Rückkehr des bösen Geistes
> 
> (Mt 12,43-45)
> 11:24   Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so
> durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; dann
> spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich
> fortgegangen bin.
> 
> 11:25   Und wenn er kommt, so findet er's gekehrt und geschmückt.
> 
> 11:26   Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit sich, die böser
> sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin,
> und es wird mit diesem Menschen hernach ärger als zuvor.
> Joh 5,14
> 
> Eine Seligpreisung Jesu
> 
> 11:27   Und es begab sich, als er so redete, da erhob eine Frau im Volk ihre
> Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen
> hat, und die Brüste, an denen du gesogen hast.
> Kap 1,28; 1,48
> 
> 11:28   Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und
> bewahren.
> Kap 8,15; 8,21
> 
> Ablehnung der Zeichenforderung
> 
> (Mt 12,38-42)
> 11:29   Die Menge aber drängte herzu. Da fing er an und sagte: Dies
> Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es fordert ein Zeichen, aber
> es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des
> Jona.
> Vers 16
> 
> 11:30   Denn wie Jona ein Zeichen war für die Leute von Ninive, so wird es
> auch der Menschensohn sein für dieses Geschlecht.
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Jona«.
> 
> 11:31   Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit den
> Leuten dieses Geschlechts und wird sie verdammen; denn sie kam vom
> Ende der Welt, zu hören die Weisheit Salomos. Und siehe, hier ist
> mehr als Salomo.
> 1. Kön 10,1
> 
> 11:32   Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit
> diesem Geschlecht und werden's verdammen; denn sie taten Buße nach
> der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.
> Jona 3,5
> 
> Bildworte vom Licht
> 
> (Mt 5,15; 6,22-23)
> 11:33   Niemand zündet ein Licht an und setzt es in einen Winkel, auch nicht
> unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit, wer
> hineingeht, das Licht sehe.
> Kap 8,16
> 
> 11:34   Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist,
> so ist dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch
> dein Leib finster.
> 
> 11:35   So schaue darauf, daß nicht das Licht in dir Finsternis sei.
> 
> 11:36   Wenn nun dein Leib ganz licht ist und kein Teil an ihm finster ist,
> dann wird er ganz licht sein, wie wenn dich das Licht erleuchtet mit
> hellem Schein.
> 
> Weherufe gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten
> 
> (Mt 23,1-36)
> 11:37   Als er noch redete, bat ihn ein Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er
> ging hinein und setzte sich zu Tisch.
> Kap 7,36; 14,1
> 
> 11:38   Als das der Pharisäer sah, wunderte er sich, daß er sich nicht vor
> dem Essen gewaschen hatte.
> Mt 15,2
> 
> 11:39   Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher
> und Schüsseln außen rein; aber euer Inneres ist voll Raubgier und
> Bosheit.
> 
> 11:40   Ihr Narren, hat nicht der, der das Äußere geschaffen hat, auch das
> Innere geschaffen?
> 
> 11:41   Gebt doch, was drinnen ist, als Almosen, siehe, dann ist euch alles
> rein.
> 
> 11:42   Aber weh euch Pharisäern! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und
> Raute und allerlei Gemüse, aber am Recht und an der Liebe Gottes
> geht ihr vorbei. Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.
> Joh 5,42
> 
> 11:43   Weh euch Pharisäern! Denn ihr sitzt gern obenan in den Synagogen
> und wollt gegrüßt sein auf dem Markt.
> Kap 14,7
> 
> 11:44   Weh euch! Denn ihr seid wie die verdeckten Gräber, über die die
> Leute laufen, und wissen es nicht.
> 
> 11:45   Da antwortete einer von den Schriftgelehrten und sprach zu ihm:
> Meister, mit diesen Worten schmähst du uns auch.
> 
> 11:46   Er aber sprach: Weh auch euch Schriftgelehrten! Denn ihr beladet die
> Menschen mit unerträglichen Lasten, und ihr selbst rührt sie nicht
> mit einem Finger an.
> 
> 11:47   Weh euch! Denn ihr baut den Propheten Grabmäler; eure Väter aber
> haben sie getötet.
> Apg 7,52
> 
> 11:48   So bezeugt ihr und billigt die Taten eurer Väter; denn sie haben sie
> getötet; und ihr baut ihnen Grabmäler!
> 
> 11:49   Darum spricht die Weisheit Gottes: Ich will Propheten und Apostel zu
> ihnen senden, und einige von ihnen werden sie töten und verfolgen,
> 
> 11:50   damit gefordert werde von diesem Geschlecht das Blut aller
> Propheten, das vergossen ist seit Erschaffung der Welt,
> 
> 11:51   von Abels Blut an bis hin zum Blut des Secharja, der umkam zwischen
> Altar und Tempel. Ja, ich sage euch: Es wird gefordert werden von
> diesem Geschlecht.
> 
> 11:52   Weh euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel der
> Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und
> habt auch denen gewehrt, die hinein wollten.
> 
> 11:53   Und als er von dort hinausging, fingen die Schriftgelehrten und
> Pharisäer an, heftig auf ihn einzudringen und ihn mit vielen Fragen
> auszuhorchen,
> 
> 11:54   und belauerten ihn, ob sie etwas aus seinem Mund erjagen könnten.
> Kap 20,20
> 
>          Mahnung zum furchtlosen Bekennen
> 
> (Mt 10,26-33)
> 12:1    Unterdessen kamen einige tausend Menschen zusammen, so daß sie sich
> untereinander traten. Da fing er an und sagte zuerst zu seinen
> Jüngern: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das ist die
> Heuchelei.
> Mt 16,6; Mk 8,15
> 
> 12:2    Es ist aber nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts
> geheim, was man nicht wissen wird.
> Kap 8,17
> 
> 12:3    Darum, was ihr in der Finsternis sagt, das wird man im Licht hören;
> und was ihr ins Ohr flüstert in der Kammer, das wird man auf den
> Dächern predigen.
> 
> 12:4    Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen,
> die den Leib töten und danach nichts mehr tun können.
> 
> 12:5    Ich will euch aber zeigen, vor wem ihr euch fürchten sollt: Fürchtet
> euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, in die
> Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch.
> Hebr 12,29
> 
> 12:6    Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor
> Gott nicht einer von ihnen vergessen.
> 
> 12:7    Aber auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum
> fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge.
> Kap 21,18
> 
> 12:8    Ich sage euch aber: Wer mich bekennt vor den Menschen, den wird auch
> der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes.
> 
> 12:9    Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet
> werden vor den Engeln Gottes.
> Kap 9,26; 1. Sam 2,30
> 
> 12:10   Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben
> werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht
> vergeben werden.
> Mt 12,32; Mk 3,28-29
> 
> 12:11    Wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen und vor die
> Machthaber und die Obrigkeit, so sorgt nicht, wie oder womit ihr
> euch verantworten oder was ihr sagen sollt;
> (11 und 12) Kap 21,12-15; Mt 10,17-20
> 
> 12:12   denn der heilige Geist wird euch in dieser Stunde lehren, was ihr
> sagen sollt.
> 
> Warnung vor Habgier
> 
> 12:13   Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem
> Bruder, daß er mit mir das Erbe teile.
> 
> 12:14   Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder
> Erbschlichter über euch gesetzt?
> 
> 12:15   Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier;
> denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.
> Pred 5,9; 1. Tim 6,9-10
> 
> Der reiche Kornbauer
> 
> 12:16   Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher
> Mensch, dessen Feld hatte gut getragen.
> 
> 12:17   Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe
> nichts, wohin ich meine Früchte sammle.
> 
> 12:18   Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und
> größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine
> Vorräte
> 
> 12:19    und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen
> Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut!
> (19 und 20) Ps 49,17-20
> 
> 12:20   Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele
> von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?
> 
> 12:21   So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei
> Gott.
> Mt 6,20
> 
> Vom falschen und rechten Sorgen
> 
> (Mt 6,25-33; 6,20-21)
> 12:22   Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt nicht
> um euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um euren Leib, was
> ihr anziehen sollt.
> 
> 12:23   Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die
> Kleidung.
> 
> 12:24   Seht die Raben an: sie säen nicht, sie ernten auch nicht, sie haben
> auch keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch.
> Wieviel besser seid ihr als die Vögel!
> 
> 12:25   Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich auch darum sorgt, seines
> Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte?
> 
> 12:26   Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr euch
> um das andre?
> 
> 12:27   Seht die Lilien an, wie sie wachsen: sie spinnen nicht, sie weben
> nicht. Ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner
> Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
> 
> 12:28   Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in
> den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr wird er euch
> kleiden, ihr Kleingläubigen!
> 
> 12:29   Darum auch ihr, fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr
> trinken sollt, und macht euch keine Unruhe.
> 
> 12:30   Nach dem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater
> weiß, daß ihr dessen bedürft.
> 
> 12:31   Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch das alles
> zufallen.
> 
> 12:32   Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater
> wohlgefallen, euch das Reich zu geben.
> Kap 22,29
> 
> 12:33   Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die
> nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo
> kein Dieb hinkommt und den keine Motten fressen.
> Kap 18,22
> 
> 12:34   Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
> 
> Vom Warten auf das Kommen Christi
> 
> (Mt 24,43-51)
> 12:35    Laßt eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen
> 2. Mose 12,11; 1. Petr 1,13;  Mt 25,1-13
> 
> 12:36   und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er
> aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und
> anklopft, sie ihm sogleich auftun.
> Offb 3,20
> 
> 12:37   Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet.
> Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch
> bitten und kommen und ihnen dienen.
> 
> 12:38   Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und
> findet's so: selig sind sie.
> 
> 12:39   Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr wüßte, zu welcher
> Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen.
> 1. Thess 5,2
> 
> 12:40   Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
> da ihr's nicht meint.
> 
> 12:41   Petrus aber sprach: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder auch
> zu allen?
> 
> 12:42   Der Herr aber sprach: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter,
> den der Herr über seine Leute setzt, damit er ihnen zur rechten Zeit
> gibt, was ihnen zusteht?
> 
> 12:43   Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht.
> 
> 12:44   Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.
> 
> 12:45   Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr kommt noch
> lange nicht, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch
> zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen,
> 
> 12:46   dann wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an dem er's
> nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird
> ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den
> Ungläubigen.
> 
> 12:47   Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt, hat aber nichts
> vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge
> erleiden müssen.
> Jak 4,17
> 
> 12:48   Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird
> wenig Schläge erleiden. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man
> viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so
> mehr fordern.
> 
> Entzweiungen um Jesu willen
> 
> (Mt 10,34-36)
> 12:49   Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden; was wollte ich
> lieber, als daß es schon brennte!
> 
> 12:50   Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe, und wie ist
> mir so bange, bis sie vollbracht ist!
> Kap 18,31; Mt 20,22; 26,38
> 
> 12:51   Meint ihr, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich
> sage: Nein, sondern Zwietracht.
> 
> 12:52   Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen
> zwei und zwei gegen drei.
> 
> 12:53   Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater,
> die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die
> Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter
> gegen die Schwiegermutter.
> 
> Beurteilung der Zeit
> 
> 12:54    Er sprach aber zu der Menge: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen seht
> vom Westen her, so sagt ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht
> so.
> (54-56) Mt 16,2-3
> 
> 12:55   Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr: Es wird heiß werden. Und es
> geschieht so.
> 
> 12:56   Ihr Heuchler! Über das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr
> urteilen; warum aber könnt ihr über diese Zeit nicht urteilen?
> 
> 12:57   Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch aus darüber, was recht
> ist?
> 
> 12:58    Denn wenn du mit deinem Gegner zum Gericht gehst, so bemühe dich
> auf dem Wege, von ihm loszukommen, damit er nicht etwa dich vor
> den Richter ziehe, und der Richter überantworte dich dem
> Gerichtsdiener, und der Gerichtsdiener werfe dich ins Gefängnis.
> (58 und 59) Mt 5,25-26
> 
> 12:59   Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den
> allerletzten Heller bezahlt hast.
> 
>          Der Untergang der Galiläer. Der Turm von Siloah
> 
> 13:1    Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den
> Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.
> 
> 13:2    Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, daß diese
> Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das
> erlitten haben?
> Joh 9,2
> 
> 13:3    Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr
> alle auch so umkommen.
> 
> 13:4    Oder meint ihr, daß die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel
> und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen,
> die in Jerusalem wohnen?
> 
> 13:5    Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr
> alle auch so umkommen.
> 
> Das Gleichnis vom Feigenbaum
> 
> 13:6    Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum,
> der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht
> darauf und fand keine.
> Mt 21,19
> 
> 13:7    Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang
> gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum und finde
> keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft?
> 
> 13:8    Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr,
> bis ich um ihn grabe und ihn dünge;
> 2. Petr 3,9; 3,15
> 
> 13:9    vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn
> ab.
> Kap 3,9
> 
> Die Heilung einer verkrümmten Frau am Sabbat
> 
> 13:10    Und er lehrte in einer Synagoge am Sabbat.
> (10-17) Kap 6,6-11
> 
> 13:11   Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen
> Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich
> nicht mehr aufrichten.
> 
> 13:12   Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau,
> sei frei von deiner Krankheit!
> 
> 13:13   Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und
> pries Gott.
> 
> 13:14   Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, daß
> Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage,
> an denen man arbeiten soll; an denen kommt und laßt euch heilen,
> aber nicht am Sabbattag.
> 2. Mose 20,9-10
> 
> 13:15   Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht
> jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel von der
> Krippe los und führt ihn zur Tränke?
> Kap 14,5
> 
> 13:16   Sollte dann nicht diese, die doch Abrahams Tochter ist, die der
> Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser
> Fessel gelöst werden?
> Kap 19,9
> 
> 13:17   Und als er das sagte, mußten sich schämen alle, die gegen ihn
> gewesen waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen
> Taten, die durch ihn geschahen.
> 
> Vom Senfkorn und vom Sauerteig
> 
> (Mt 13,31-33; Mk 4,30-32)
> 13:18   Er aber sprach: Wem gleicht das Reich Gottes, und womit soll ich's
> vergleichen?
> 
> 13:19   Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten
> säte; und es wuchs und wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels
> wohnten in seinen Zweigen.
> 
> 13:20   Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?
> 
> 13:21   Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen
> halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
> 
> Von der engen Pforte und der verschlossenen Tür
> 
> 13:22   Und er ging durch Städte und Dörfer und lehrte und nahm seinen Weg
> nach Jerusalem.
> 
> 13:23   Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinst du, daß nur wenige selig
> werden? Er aber sprach zu ihnen:
> 
> 13:24   Ringt darum, daß ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele,
> das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und
> werden's nicht können.
> Mt 7,13-14
> 
> 13:25   Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, und
> ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu
> sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen:
> Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her?
> Mt 25,11-12
> 
> 13:26    Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und
> getrunken, und auf unsern Straßen hast du gelehrt.
> (26 und 27) Mt 7,22-23
> 
> 13:27   Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her?
> Weicht alle von mir, ihr Übeltäter!
> 
> 13:28    Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet
> Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch
> aber hinausgestoßen.
> (28 und 29) Mt 8,11-12
> 
> 13:29   Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von
> Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.
> Kap 14,15
> 
> 13:30   Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind
> Erste, die werden die Letzten sein.
> Mt 19,30
> 
> Die Feindschaft des Herodes
> 
> 13:31   Zu dieser Stunde kamen einige Pharisäer und sprachen zu ihm: Mach
> dich auf und geh weg von hier; denn Herodes will dich töten.
> 
> 13:32   Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich
> treibe böse Geister aus und mache gesund heute und morgen, und am
> dritten Tage werde ich vollendet sein.
> 
> 13:33   Doch muß ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern;
> denn es geht nicht an, daß ein Prophet umkomme außerhalb von
> Jerusalem.
> 
> Jesu Klage über Jerusalem
> 
> (Mt 23,37-39)
> 13:34    Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst,
> die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln
> wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt
> nicht gewollt!
> (34 und 35) Kap 19,41-44
> 
> 13:35   Seht, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden« (Jeremia 22,5;
> Psalm 69,26). Aber ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen,
> bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt
> in dem Namen des Herrn!
> Ps 118,26
> 
>          Die Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat
> 
> 14:1    Und es begab sich, daß er an einem Sabbat in das Haus eines Oberen
> der Pharisäer kam, das Brot zu essen, und sie belauerten ihn.
> Kap 6,6-11; 11,37
> 
> 14:2    Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig.
> 
> 14:3    Und Jesus fing an und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern:
> Ist's erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?
> 
> 14:4    Sie aber schwiegen still. Und er faßte ihn an und heilte ihn und
> ließ ihn gehen.
> 
> 14:5    Und er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, dem sein Sohn oder sein
> Ochse in den Brunnen fällt und der ihn nicht alsbald herauszieht,
> auch am Sabbat?
> Kap 13,15; Mt 12,11
> 
> 14:6    Und sie konnten ihm darauf keine Antwort geben.
> 
> Von Rangordnung und Auswahl der Gäste
> 
> 14:7    Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, als er merkte, wie sie
> suchten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen:
> Mt 23,6
> 
> 14:8     Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht
> obenan; denn es könnte einer eingeladen sein, der vornehmer ist als
> du,
> (8-10) Spr 25,6-7
> 
> 14:9    und dann kommt der, der dich und ihn eingeladen hat, und sagt zu
> dir: Weiche diesem!, und du mußt dann beschämt untenan sitzen.
> 
> 14:10   Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setz dich untenan,
> damit, wenn der kommt, der dich eingeladen hat, er zu dir sagt:
> Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit
> dir zu Tisch sitzen.
> 
> 14:11   Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer
> sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden.
> Kap 18,14; Mt 23,12; Jak 4,6; 4,10
> 
> 14:12   Er sprach aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein
> Mittags- oder Abendmahl machst, so lade weder deine Freunde noch
> deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit
> sie dich nicht etwa wieder einladen und dir vergolten wird.
> 
> 14:13    Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme
> und Blinde ein,
> (13 und 14) 5. Mose 14,29
> 
> 14:14   dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu
> vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung
> der Gerechten.
> Weish 5,16; 1. Kor 15,23; Apg 24,15
> 
> Das große Abendmahl
> 
> (Mt 22,1-10)
> 14:15   Als aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus:
> Selig ist, der das Brot ißt im Reich Gottes!
> Kap 13,29
> 
> 14:16   Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes
> Abendmahl und lud viele dazu ein.
> 
> 14:17   Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den
> Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit!
> 
> 14:18   Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der
> erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß
> hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.
> 
> 14:19   Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft, und
> ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige
> mich.
> 
> 14:20   Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich
> nicht kommen.
> 1. Kor 7,33
> 
> 14:21   Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der
> Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf
> die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten,
> Blinden und Lahmen herein.
> 
> 14:22   Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast;
> es ist aber noch Raum da.
> 
> 14:23   Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen
> und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, daß mein Haus voll
> werde.
> 
> 14:24   Denn ich sage euch, daß keiner der Männer, die eingeladen waren,
> mein Abendmahl schmecken wird.
> 
> Von Nachfolge und Selbstverleugnung
> 
> 14:25   Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und
> sprach zu ihnen:
> 
> 14:26   Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Frau,
> Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein
> Jünger sein.
> Kap 18,29-30; 5. Mose 33,9; 1. Kor 7,29
> 
> 14:27   Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht
> mein Jünger sein.
> Kap 9,23
> 
> 14:28   Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich
> nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, ob er genug habe, um es
> auszuführen, -
> 
> 14:29   damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann's nicht
> ausführen, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten,
> 
> 14:30   und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann's nicht
> ausführen?
> 
> 14:31   Oder welcher König will sich auf einen Krieg einlassen gegen einen
> andern König und setzt sich nicht zuvor hin und hält Rat, ob er mit
> Zehntausend dem begegnen kann, der über ihn kommt mit
> Zwanzigtausend?
> 
> 14:32   Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch
> fern ist, und bittet um Frieden.
> 
> 14:33   So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er
> hat, der kann nicht mein Jünger sein.
> Kap 9,62
> 
> 14:34   Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz nicht mehr salzt, womit
> soll man würzen?
> Mt 5,13; Mk 9,50
> 
> 14:35   Es ist weder für den Acker noch für den Mist zu gebrauchen, sondern
> man wird's wegwerfen. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
> 
>          Vom verlorenen Schaf
> 
> 15:1    Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu
> hören.
> 
> 15:2    Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser
> nimmt die Sünder an und ißt mit ihnen.
> Kap 5,30; 19,7
> 
> 15:3    Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:
> 
> 15:4     Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er
> eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt
> und geht dem verlorenen nach, bis er's findet?
> (4-7) Mt 18,12-14;  Kap 19,10; Hes 34,12; Joh 10,11-12
> 
> 15:5    Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern
> voller Freude.
> 
> 15:6    Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und
> spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf
> gefunden, das verloren war.
> 
> 15:7    Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder,
> der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße
> nicht bedürfen.
> 
> Vom verlorenen Groschen
> 
> 15:8    Oder welche Frau, die zehn Silbergroschen hat und einen davon
> verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit
> Fleiß, bis sie ihn findet?
> 
> 15:9    Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und
> Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe meinen
> Silbergroschen gefunden, den ich verloren hatte.
> 
> 15:10   So, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen
> Sünder, der Buße tut.
> 
> Vom verlorenen Sohn
> 
> 15:11   Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.
> 
> 15:12   Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das
> Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.
> 
> 15:13   Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und
> zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit
> Prassen.
> Spr 29,3
> 
> 15:14   Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot
> über jenes Land, und er fing an zu darben
> 
> 15:15   und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der
> schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten.
> 
> 15:16   Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die
> Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.
> Spr 23,21
> 
> 15:17   Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater,
> die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!
> 
> 15:18   Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen:
> Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.
> Ps 51,6; Jer 3,12-13
> 
> 15:19   Ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich
> zu einem deiner Tagelöhner!
> 
> 15:20   Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch
> weit entfernt war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn; er lief
> und fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
> 
> 15:21   Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den
> Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein
> Sohn heiße.
> 
> 15:22   Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste
> Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand
> und Schuhe an seine Füße
> 
> 15:23   und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; laßt uns essen und
> fröhlich sein!
> 
> 15:24   Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er
> war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu
> sein.
> Eph 2,5
> 
> 15:25   Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause
> kam, hörte er Singen und Tanzen
> 
> 15:26   und rief zu sich einen der Knechte, und fragte, was das wäre.
> 
> 15:27   Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das
> gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.
> 
> 15:28    Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater
> heraus und bat ihn.
> (28-32) Mt 20,15
> 
> 15:29   Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre
> diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast
> mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich
> gewesen wäre.
> 
> 15:30   Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit
> Huren verpraßt hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.
> 
> 15:31   Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und
> alles, was mein ist, das ist dein.
> 
> 15:32   Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein
> Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und
> ist wiedergefunden.
> 
>          Vom unehrlichen Verwalter
> 
> 16:1    Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der
> hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er
> verschleudere ihm seinen Besitz.
> 
> 16:2    Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir?
> Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht
> Verwalter sein.
> 
> 16:3    Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr
> nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu
> betteln.
> 
> 16:4    Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen,
> wenn ich von dem Amt abgesetzt werde.
> 
> 16:5    Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für
> sich, und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
> 
> 16:6    Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen
> Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig.
> 
> 16:7    Danach fragte er den zweiten: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er
> sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen
> Schuldschein und schreib achtzig.
> 
> 16:8    Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt
> hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger
> als die Kinder des Lichts.
> Eph 5,8-9
> 
> 16:9    Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon,
> damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen
> Hütten.
> Kap 14,14; Mt 6,20; 19,21
> 
> Von der Treue
> 
> 16:10   Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im
> Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.
> Kap 19,17
> 
> 16:11   Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer wird
> euch das wahre Gut anvertrauen?
> 
> 16:12   Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu seid, wer wird euch
> geben, was euer ist?
> 
> 16:13   Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen
> hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und
> den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
> Mt 6,24
> 
> Die Selbstgerechtigkeit der Pharisäer. Das Gesetz
> 
> 16:14   Das alles hörten die Pharisäer. Die waren geldgierig und spotteten
> über ihn.
> 
> 16:15   Und er sprach zu ihnen: Ihr seid's, die ihr euch selbst
> rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was
> hoch ist bei den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott.
> Kap 18,9-14
> 
> 16:16    Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. Von da an
> wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt, und jedermann drängt
> sich mit Gewalt hinein.
> Mt 11,12-13
> 
> 16:17   Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß ein
> Tüpfelchen vom Gesetz fällt.
> Mt 5,18
> 
> 16:18   Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der
> bricht die Ehe; und wer die von ihrem Mann Geschiedene heiratet, der
> bricht auch die Ehe.
> Mt 5,32; 19,9
> 
> Vom reichen Mann und armen Lazarus
> 
> 16:19   Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und
> kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
> 
> 16:20   Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll
> von Geschwüren
> 
> 16:21   und begehrte, sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch
> fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre.
> 
> 16:22   Es begab sich aber, daß der Arme starb, und er wurde von den Engeln
> getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde
> begraben.
> 
> 16:23   Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual
> und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
> 
> 16:24   Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus,
> damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die
> Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen.
> 
> 16:25   Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen
> hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird
> er hier getröstet, und du wirst gepeinigt.
> Kap 6,24
> 
> 16:26   Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, daß
> niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und
> auch niemand von dort zu uns herüber.
> 
> 16:27   Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines
> Vaters Haus;
> 
> 16:28   denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht
> auch kommen an diesen Ort der Qual.
> 
> 16:29   Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie
> hören.
> 2. Tim 3,16
> 
> 16:30   Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den
> Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun.
> 
> 16:31   Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden
> sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten
> auferstünde.
> 
>          Von Verführung zum Abfall. Von der Vergebung
> 
> (Mt 18,6-7; 18,15; 18,21-22; Mk 9,42)
> 17:1     Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, daß keine
> Verführungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen!
> (1 und 2) Mt 18,6-7
> 
> 17:2    Es wäre besser für ihn, daß man einen Mühlstein an seinen Hals
> hängte und würfe ihn ins Meer, als daß er einen dieser Kleinen zum
> Abfall verführt.
> 
> 17:3    Hütet euch! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn
> er es bereut, vergib ihm.
> Mt 18,15
> 
> 17:4    Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal
> wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm
> vergeben.
> Mt 18,21-22
> 
> Von der Kraft des Glaubens
> 
> 17:5    Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben!
> 
> 17:6    Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein
> Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich
> aus und versetze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
> Mt 17,20; 21,21
> 
> Vom Knechtslohn
> 
> 17:7    Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet,
> und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz
> dich zu Tisch?
> 
> 17:8    Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen,
> schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe;
> danach sollst du auch essen und trinken?
> 
> 17:9    Dankt er etwa dem Knecht, daß er getan hat, was befohlen war?
> 
> 17:10   So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so
> sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun
> schuldig waren.
> 1. Kor 9,16
> 
> Die zehn Aussätzigen
> 
> 17:11   Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, daß er durch
> Samarien und Galiläa hin zog.
> Kap 9,51; 13,22
> 
> 17:12   Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer;
> die standen von ferne
> 3. Mose 13,45-46
> 
> 17:13   und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme
> dich unser!
> 
> 17:14   Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den
> Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein.
> Kap 5,14
> 
> 17:15   Einer aber unter ihnen, als er sah, daß er gesund geworden war,
> kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme
> 
> 17:16   und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und
> das war ein Samariter.
> 
> 17:17   Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden?
> Wo sind aber die neun?
> 
> 17:18   Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die
> Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?
> 
> 17:19   Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir
> geholfen.
> Kap 7,50
> 
> Vom Kommen des Gottesreiches
> 
> (Mt 24,1-51; Mk 13,1-37)
> 17:20   Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich
> Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt
> nicht so, daß man's beobachten kann;
> Joh 18,36
> 
> 17:21   man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! Oder: Da ist es! Denn
> siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
> Luther übersetzte Vers 20b.21: »Das Reich Gottes kommt nicht mit
> äußerlichen Gebärden... sehet, das Reich Gottes ist inwendig in
> euch«.
> 
> 17:22   Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr
> begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und
> werdet ihn nicht sehen.
> 
> 17:23   Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da! Oder: Siehe, hier! Geht
> nicht hin und lauft ihnen nicht nach!
> Kap 21,8
> 
> 17:24   Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels
> bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.
> 
> 17:25   Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen werden von diesem
> Geschlecht.
> Kap 9,22
> 
> 17:26   Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in
> den Tagen des Menschensohns:
> 1. Mose 6,9-7,23
> 
> 17:27   Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis
> zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und
> brachte sie alle um.
> 
> 17:28   Ebenso, wie es geschah zu den Zeiten Lots: Sie aßen, sie tranken,
> sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten;
> 1. Mose 19,15; 19,24-25
> 
> 17:29   an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und
> Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um.
> 
> 17:30   Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage, wenn der Menschensohn
> wird offenbar werden.
> 
> 17:31   Wer an jenem Tage auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, der
> steige nicht hinunter, um sie zu holen. Und ebenso, wer auf dem Feld
> ist, der wende sich nicht um nach dem, was hinter ihm ist.
> 
> 17:32   Denkt an Lots Frau!
> 1. Mose 19,26
> 
> 17:33   Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es
> verlieren wird, der wird es gewinnen.
> Kap 9,24
> 
> 17:34   Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett liegen; der
> eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben werden.
> 
> 17:35   Zwei Frauen werden miteinander Korn mahlen; die eine wird
> angenommen, die andere wird preisgegeben werden.
> Vers 36 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Zwei
> werden auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird
> preisgegeben werden« (vgl. Mt 24,40).
> 
> 17:37   Und sie fingen an und fragten ihn: Herr, wo? Er aber sprach zu
> ihnen: Wo das Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.
> 
>          Von der bittenden Witwe
> 
> 18:1    Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, daß sie allezeit beten
> und nicht nachlassen sollten,
> 1. Thess 5,17
> 
> 18:2    und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich
> nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen.
> 
> 18:3    Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam zu ihm und
> sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher!
> 
> 18:4    Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst:
> Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen
> scheue,
> 
> 18:5    will ich doch dieser Witwe, weil sie mir soviel Mühe macht, Recht
> schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage.
> Kap 11,7-8
> 
> 18:6    Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt!
> 
> 18:7    Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu
> ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen?
> 
> 18:8    Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der
> Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf
> Erden?
> 
> Vom Pharisäer und Zöllner
> 
> 18:9    Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und
> verachteten die andern, dies Gleichnis:
> Röm 10,3
> 
> 18:10   Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine
> ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
> 
> 18:11    Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott,
> daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher
> oder auch wie dieser Zöllner.
> (11 und 12) Jes 58,2-3
> 
> 18:12   Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was
> ich einnehme.
> Mt 23,23
> 
> 18:13   Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben
> zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir
> Sünder gnädig!
> Ps 51,3; 51,19
> 
> 18:14   Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht
> jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und
> wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
> Mt 21,31;  Kap 14,11; Mt 23,12
> 
> Die Segnung der Kinder
> 
> (Mt 19,13-15; Mk 10,13-16)
> 18:15   Sie brachten auch kleine Kinder zu ihm, damit er sie anrühren
> sollte. Als das aber die Jünger sahen, fuhren sie sie an.
> 
> 18:16   Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir
> kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.
> 
> 18:17   Wahrlich, ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein
> Kind, der wird nicht hineinkommen.
> 
> Die Gefahr des Reichtums (»Der reiche Jüngling«)
> 
> (Mt 19,16-26; Mk 10,17-27)
> 18:18   Und es fragte ihn ein Oberer und sprach: Guter Meister, was muß ich
> tun, damit ich das ewige Leben ererbe?
> Kap 10,25-28
> 
> 18:19   Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut
> als Gott allein.
> 
> 18:20   Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht
> töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis
> reden; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!«
> 2. Mose 20,12-16
> 
> 18:21   Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von Jugend auf.
> 
> 18:22   Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Es fehlt dir noch eines.
> Verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen
> Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!
> Mt 6,20
> 
> 18:23   Als er das aber hörte, wurde er traurig; denn er war sehr reich.
> 
> 18:24   Als aber Jesus sah, daß er traurig geworden war, sprach er: Wie
> schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes!
> Kap 19,9
> 
> 18:25   Denn es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß
> ein Reicher in das Reich Gottes komme.
> 
> 18:26   Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden?
> 
> 18:27   Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott
> möglich.
> 
> Der Lohn der Nachfolge
> 
> (Mt 19,27-30; Mk 10,28-31)
> 18:28   Da sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und
> sind dir nachgefolgt.
> 
> 18:29   Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand,
> der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verläßt um
> des Reiches Gottes willen,
> 
> 18:30   der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der
> zukünftigen Welt das ewige Leben.
> 
> Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mt 20,17-19; Mk 10,32-34)
> 18:31    Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir
> gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden,
> was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
> (31-33) Kap 9,22; 9,44-45;  Jes 52,13 - 53,12
> 
> 18:32   Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet
> und mißhandelt und angespien werden,
> 
> 18:33   und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er
> auferstehen.
> 
> 18:34   Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen
> verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.
> Kap 9,45; 24,45
> 
> Die Heilung eines Blinden bei Jericho
> 
> (Mt 20,29-34; Mk 10,46-52)
> 18:35   Es begab sich aber, als er in die Nähe von Jericho kam, daß ein
> Blinder am Wege saß und bettelte.
> 
> 18:36   Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das
> wäre.
> 
> 18:37   Da berichteten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorbei.
> 
> 18:38   Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
> 
> 18:39   Die aber vornean gingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber
> schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
> 
> 18:40   Jesus aber blieb stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er aber
> näher kam, fragte er ihn:
> 
> 18:41   Was willst du, daß ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, daß ich
> sehen kann.
> 
> 18:42   Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.
> Kap 17,19
> 
> 18:43   Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und
> alles Volk, das es sah, lobte Gott.
> 
>          Zachäus
> 
> 19:1    Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch.
> 
> 19:2    Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der
> Zöllner und war reich.
> 
> 19:3    Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht
> wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt.
> 
> 19:4    Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu
> sehen; denn dort sollte er durchkommen.
> 
> 19:5    Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm:
> Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muß heute in deinem Haus
> einkehren.
> 
> 19:6    Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.
> 
> 19:7    Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder
> ist er eingekehrt.
> Kap 15,2
> 
> 19:8    Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte
> von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen
> habe, so gebe ich es vierfach zurück.
> 2. Mose 21,37; Hes 33,14-16
> 
> 19:9    Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren,
> denn auch er ist Abrahams Sohn.
> Kap 13,16
> 
> 19:10   Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen,
> was verloren ist.
> Kap 5,32; Hes 34,16; 1. Tim 1,15
> 
> Von den anvertrauten Pfunden
> 
> (Mt 25,14-30)
> 19:11   Als sie nun zuhörten, sagte er ein weiteres Gleichnis; denn er war
> nahe bei Jerusalem, und sie meinten, das Reich Gottes werde sogleich
> offenbar werden.
> 
> 19:12   Und er sprach: Ein Fürst zog in ein fernes Land, um ein Königtum zu
> erlangen und dann zurückzukommen.
> 
> 19:13   Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und
> sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!
> 
> 19:14   Seine Bürger aber waren ihm feind und schickten eine Gesandtschaft
> hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über
> uns herrsche.
> Joh 1,11
> 
> 19:15   Und es begab sich, als er wiederkam, nachdem er das Königtum erlangt
> hatte, da ließ er die Knechte rufen, denen er das Geld gegeben
> hatte, um zu erfahren, was ein jeder erhandelt hätte.
> 
> 19:16   Da trat der erste herzu und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund
> eingebracht.
> 
> 19:17   Und er sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger Knecht; weil du im
> Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn
> Städte.
> Kap 16,10
> 
> 19:18   Der zweite kam auch und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund
> erbracht.
> 
> 19:19   Zu dem sprach er auch: Und du sollst über fünf Städte sein.
> 
> 19:20   Und der dritte kam und sprach: Herr, siehe, hier ist dein Pfund, das
> ich in einem Tuch verwahrt habe;
> 
> 19:21   denn ich fürchtete mich vor dir, weil du ein harter Mann bist; du
> nimmst, was du nicht angelegt hast, und erntest, was du nicht gesät
> hast.
> 
> 19:22   Er sprach zu ihm: Mit deinen eigenen Worten richte ich dich, du
> böser Knecht. Wußtest du, daß ich ein harter Mann bin, nehme, was
> ich nicht angelegt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe:
> 
> 19:23   warum hast du dann mein Geld nicht zur Bank gebracht? Und wenn ich
> zurückgekommen wäre, hätte ich's mit Zinsen eingefordert.
> 
> 19:24   Und er sprach zu denen, die dabeistanden: Nehmt das Pfund von ihm
> und gebt's dem, der zehn Pfund hat.
> 
> 19:25   Und sie sprachen zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn Pfund.
> 
> 19:26   Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem
> aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
> Kap 8,18; Mt 13,12
> 
> 19:27   Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, daß ich ihr König werde,
> bringt her und macht sie vor mir nieder.
> 
> Jesu Einzug in Jerusalem
> 
> (Mt 21,1-11; Mk 11,1-10; Joh 12,12-16)
> 19:28   Und als er das gesagt hatte, ging er voran und zog hinauf nach
> Jerusalem.
> 
> 19:29   Und es begab sich, als er nahe von Betfage und Betanien an den Berg
> kam, der Ölberg heißt, da sandte er zwei Jünger
> 
> 19:30   und sprach: Geht hin in das Dorf, das vor uns liegt. Und wenn ihr
> hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch
> nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und bringt's her!
> 
> 19:31   Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, dann sagt: Der
> Herr bedarf seiner.
> 
> 19:32   Und die er gesandt hatte, gingen hin und fanden's, wie er ihnen
> gesagt hatte.
> 
> 19:33   Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen seine Herren zu ihnen:
> Warum bindet ihr das Füllen los?
> 
> 19:34   Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner.
> 
> 19:35   Und sie brachten's zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen
> und setzten Jesus darauf.
> 
> 19:36   Als er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg.
> 
> 19:37   Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze
> Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme
> über alle Taten, die sie gesehen hatten,
> 
> 19:38   und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des
> Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!
> Ps 118,26;  Kap 2,14
> 
> 19:39   Und einige Pharisäer in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise
> doch deine Jünger zurecht!
> 
> 19:40   Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen
> werden, so werden die Steine schreien.
> 
> Jesus weint über Jerusalem
> 
> 19:41   Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie
> 
> 19:42   und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum
> Frieden dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen.
> Kap 13,34;  Mt 13,13-14
> 
> 19:43   Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um
> dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten
> bedrängen,
> 
> 19:44   und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir
> und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit
> nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.
> Kap 21,6
> 
> Die Tempelreinigung
> 
> (Mt 21,12-16; Mk 11,15-18; Joh 2,13-16)
> 19:45   Und er ging in den Tempel und fing an, die Händler auszutreiben,
> 
> 19:46   und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus
> soll ein Bethaus sein«; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht.
> Jer 7,11
> 
> 19:47   Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und
> Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach,
> daß sie ihn umbrächten,
> 
> 19:48   und fanden nicht, wie sie es machen sollten; denn das ganze Volk
> hing ihm an und hörte ihn.
> 
>          Die Frage nach Jesu Vollmacht
> 
> (Mt 21,23-27; Mk 11,27-33)
> 20:1    Und es begab sich eines Tages, als er das Volk lehrte im Tempel und
> predigte das Evangelium, da traten zu ihm die Hohenpriester und
> Schriftgelehrten mit den Ältesten
> 
> 20:2    und sprachen zu ihm: Sage uns, aus welcher Vollmacht tust du das?
> Oder wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
> 
> 20:3    Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch eine
> Sache fragen; sagt mir:
> 
> 20:4    Die Taufe des Johannes - war sie vom Himmel oder von Menschen?
> 
> 20:5    Sie aber bedachten's bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, vom
> Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt?
> Kap 7,29-30
> 
> 20:6    Sagen wir aber, von Menschen, so wird uns alles Volk steinigen; denn
> sie sind überzeugt, daß Johannes ein Prophet war.
> 
> 20:7    Und sie antworteten, sie wüßten nicht, wo sie her wäre.
> 
> 20:8    Und Jesus sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher
> Vollmacht ich das tue.
> 
> Von den bösen Weingärtnern
> 
> (Mt 21,33-46; Mk 12,1-12)
> 20:9    Er fing aber an, dem Volk dies Gleichnis zu sagen: Ein Mensch
> pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingärtner und ging
> außer Landes für eine lange Zeit.
> 
> 20:10    Und als die Zeit kam, sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern,
> damit sie ihm seinen Anteil gäben an der Frucht des Weinbergs. Aber
> die Weingärtner schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen
> fort.
> (10-12) 2. Chr 36,15-16
> 
> 20:11   Und er sandte noch einen zweiten Knecht; sie aber schlugen den auch
> und verhöhnten ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.
> 
> 20:12   Und er sandte noch einen dritten; sie aber schlugen auch den blutig
> und stießen ihn hinaus.
> 
> 20:13   Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen
> lieben Sohn senden; vor dem werden sie sich doch scheuen.
> 
> 20:14   Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, dachten sie bei sich selbst
> und sprachen: Das ist der Erbe; laßt uns ihn töten, damit das Erbe
> unser sei!
> 
> 20:15   Und sie stießen ihn hinaus vor den Weinberg und töteten ihn. Was
> wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun?
> 
> 20:16   Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und seinen Weinberg
> andern geben. Als sie das hörten, sprachen sie: Nur das nicht!
> 
> 20:17   Er aber sah sie an und sprach: Was bedeutet dann das, was
> geschrieben steht (Psalm 118,22): »Der Stein, den die Bauleute
> verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden«?
> 
> 20:18   Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen er aber
> fällt, den wird er zermalmen.
> Dan 2,34-35; 2,44-45
> 
> 20:19   Und die Schriftgelehrten und Hohenpriester trachteten danach, Hand
> an ihn zu legen noch in derselben Stunde, und fürchteten sich doch
> vor dem Volk; denn sie hatten verstanden, daß er auf sie hin dies
> Gleichnis gesagt hatte.
> Kap 19,48
> 
> Die Frage nach der Steuer (»Der Zinsgroschen«)
> 
> (Mt 22,15-22; Mk 12,13-17)
> 20:20   Und sie belauerten ihn und sandten Leute aus, die sich stellen
> sollten, als wären sie fromm; die sollten ihn fangen in seinen
> Worten, damit man ihn überantworten könnte der Obrigkeit und Gewalt
> des Statthalters.
> Kap 11,54; 23,2
> 
> 20:21   Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, daß du
> aufrichtig redest und lehrst und achtest nicht das Ansehen der
> Menschen, sondern du lehrst den Weg Gottes recht.
> 
> 20:22   Ist's recht, daß wir dem Kaiser Steuern zahlen oder nicht?
> 
> 20:23   Er aber merkte ihre List und sprach zu ihnen:
> 
> 20:24   Zeigt mir einen Silbergroschen! Wessen Bild und Aufschrift hat er?
> Sie sprachen: Des Kaisers.
> 
> 20:25   Er aber sprach zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist,
> und Gott, was Gottes ist!
> Röm 13,1; 13,7
> 
> 20:26   Und sie konnten ihn in seinen Worten nicht fangen vor dem Volk und
> wunderten sich über seine Antwort und schwiegen still.
> 
> Die Frage nach der Auferstehung
> 
> (Mt 22,23-33; 22,46; Mk 12,18-27; 12,34)
> 20:27   Da traten zu ihm einige der Sadduzäer, die lehren, es gebe keine
> Auferstehung, und fragten ihn und sprachen:
> 
> 20:28   Meister, Mose hat uns vorgeschrieben (5. Mose 25,5-6): »Wenn jemand
> stirbt, der eine Frau hat, aber keine Kinder, so soll sein Bruder
> sie zur Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.«
> 
> 20:29   Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb
> kinderlos.
> 
> 20:30   Und der zweite nahm sie,
> 
> 20:31   und der dritte; desgleichen alle sieben, sie hinterließen keine
> Kinder und starben.
> 
> 20:32   Zuletzt starb auch die Frau.
> 
> 20:33   Nun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein unter ihnen? Denn
> alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
> 
> 20:34   Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und
> lassen sich heiraten;
> 
> 20:35   welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die
> Auferstehung von den Toten, die werden weder heiraten noch sich
> heiraten lassen.
> 
> 20:36   Denn sie können hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln
> gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind.
> 1. Joh 3,1-2
> 
> 20:37   Daß aber die Toten auferstehen, darauf hat auch Mose gedeutet beim
> Dornbusch, wo er den Herrn nennt Gott Abrahams und Gott Isaaks und
> Gott Jakobs (2. Mose 3,6).
> 
> 20:38   Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn
> ihm leben sie alle.
> Röm 14,8
> 
> 20:39   Da antworteten einige der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du
> hast recht geredet.
> 
> 20:40   Und sie wagten nicht mehr, ihn etwas zu fragen.
> 
> Die Frage nach dem Davidssohn
> 
> (Mt 22,41-44; Mk 12,35-37)
> 20:41   Er sprach aber zu ihnen: Wieso sagen sie, der Christus sei Davids
> Sohn?
> 
> 20:42   Denn David selbst sagt im Psalmbuch (Psalm 110,1): »Der Herr sprach
> zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,
> 
> 20:43   bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.«
> 
> 20:44   David nennt ihn also einen Herrn; wie ist er dann sein Sohn?
> 
> Warnung vor den Schriftgelehrten
> 
> (Mt 23,5-7)
> 20:45   Als aber alles Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern:
> 
> 20:46   Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in langen
> Gewändern einherzugehen, und lassen sich gern grüßen auf dem Markt
> und sitzen gern obenan in den Synagogen und bei Tisch;
> Kap 11,43
> 
> 20:47   sie fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange
> Gebete. Die werden ein um so härteres Urteil empfangen.
> 
>          Das Scherflein der Witwe
> 
> (Mk 12,41-44)
> 21:1    Er blickte aber auf und sah, wie die Reichen ihre Opfer in den
> Gotteskasten einlegten.
> 
> 21:2    Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein
> ein.
> 
> 21:3    Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr
> als sie alle eingelegt.
> 
> 21:4    Denn diese alle haben etwas von ihrem Überfluß zu den Opfern
> eingelegt; sie aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum
> Leben hatte.
> 2. Kor 8,12
> 
> JESU REDE ÜBER DIE ENDZEIT (Verse 5-36)
> 
> (Mt 24,1-36; Mk 13,1-32)
> Das Ende des Tempels
> 
> 21:5    Und als einige von dem Tempel sagten, daß er mit schönen Steinen und
> Kleinoden geschmückt sei, sprach er:
> 
> 21:6    Es wird die Zeit kommen, in der von allem, was ihr seht, nicht ein
> Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde.
> Kap 19,44
> 
> Die Vorzeichen
> 
> 21:7    Sie fragten ihn aber: Meister, wann wird das geschehen? Und was wird
> das Zeichen sein, wenn das geschehen wird?
> 
> 21:8    Er aber sprach: Seht zu, laßt euch nicht verführen. Denn viele
> werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin's, und: Die Zeit
> ist herbeigekommen. - Folgt ihnen nicht nach!
> 
> 21:9    Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Aufruhr, so entsetzt euch
> nicht. Denn das muß zuvor geschehen; aber das Ende ist noch nicht so
> bald da.
> 
> 21:10   Dann sprach er zu ihnen: Ein Volk wird sich erheben gegen das andere
> und ein Reich gegen das andere,
> 
> 21:11   und es werden geschehen große Erdbeben und hier und dort Hungersnöte
> und Seuchen; auch werden Schrecknisse und vom Himmel her große
> Zeichen geschehen.
> 
> Die Verfolgung der Gemeinde
> 
> 21:12    Aber vor diesem allen werden sie Hand an euch legen und euch
> verfolgen, und werden euch überantworten den Synagogen und
> Gefängnissen und euch vor Könige und Statthalter führen um meines
> Namens willen.
> (12-18) Mt 10,18-22; 10,30
> 
> 21:13   Das wird euch widerfahren zu einem Zeugnis.
> 
> 21:14   So nehmt nun zu Herzen, daß ihr euch nicht vorher sorgt, wie ihr
> euch verantworten sollt.
> Kap 12,11
> 
> 21:15   Denn ich will euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Gegner
> nicht widerstehen noch widersprechen können.
> Apg 6,10
> 
> 21:16   Ihr werdet aber verraten werden von Eltern, Brüdern, Verwandten und
> Freunden; und man wird einige von euch töten.
> 
> 21:17   Und ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines Namens willen.
> 
> 21:18   Und kein Haar von eurem Haupt soll verlorengehen.
> Kap 12,7
> 
> 21:19   Seid standhaft, und ihr werdet euer Leben gewinnen.
> Hebr 10,36
> Luther übersetzte: »Fasset eure Seelen mit Geduld.«
> 
> Das Ende Jerusalems
> 
> 21:20   Wenn ihr aber sehen werdet, daß Jerusalem von einem Heer belagert
> wird, dann erkennt, daß seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist.
> 
> 21:21   Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer in der
> Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht
> herein.
> 
> 21:22   Denn das sind die Tage der Vergeltung, daß erfüllt werde alles, was
> geschrieben ist.
> 5. Mose 32,35
> 
> 21:23   Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es
> wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen,
> 
> 21:24   und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen
> weggeführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden
> von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.
> Jes 63,18; Offb 11,2;  Röm 11,25
> 
> Das Kommen des Menschensohns
> 
> 21:25    Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und
> auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor
> dem Brausen und Wogen des Meeres,
> Offb 6,12-13
> 
> 21:26   und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der
> Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der
> Himmel werden ins Wanken kommen.
> 
> 21:27   Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke
> mit großer Kraft und Herrlichkeit.
> Dan 7,13
> 
> 21:28   Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure
> Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
> Phil 4,4-5
> 
> Vom Feigenbaum
> 
> 21:29   Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume
> an:
> 
> 21:30   wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wißt ihr selber, daß
> jetzt der Sommer nahe ist.
> 
> 21:31   So auch ihr: wenn ihr seht, daß dies alles geschieht, so wißt, daß
> das Reich Gottes nahe ist.
> 
> Ermahnung zur Wachsamkeit
> 
> 21:32   Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis
> es alles geschieht.
> 
> 21:33   Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.
> 
> 21:34   Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen
> und Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich
> über euch komme wie ein Fallstrick;
> Mk 4,19;  1. Thess 5,3
> 
> 21:35   denn er wird über alle kommen, die auf der ganzen Erde wohnen.
> 
> 21:36   So seid allezeit wach und betet, daß ihr stark werdet, zu entfliehen
> diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem
> Menschensohn.
> 
> 21:37   Er lehrte des Tags im Tempel; des Nachts aber ging er hinaus und
> blieb an dem Berg, den man den Ölberg nennt.
> 
> 21:38   Und alles Volk machte sich früh auf zu ihm, ihn im Tempel zu hören.
> 
>          LEIDEN, STERBEN UND AUFERSTEHUNG JESU (Kapitel 22,1 - 24,53)
> 
> (Mt 26,1 - 28,20; Mk 14,1 - 16,20; Joh 18,1 - 21,25)
> Der Verrat des Judas
> 
> 22:1    Es war aber nahe das Fest der Ungesäuerten Brote, das Passa heißt.
> 
> 22:2    Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten danach, wie
> sie ihn töten könnten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk.
> Kap 20,19
> 
> 22:3    Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der
> Zwölf gehörte.
> Joh 13,2; 13,27
> 
> 22:4    Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den
> Hauptleuten darüber, wie er ihn an sie verraten könnte.
> 
> 22:5    Und sie wurden froh und versprachen, ihm Geld zu geben.
> 
> 22:6    Und er sagte es zu und suchte eine Gelegenheit, daß er ihn an sie
> verriete ohne Aufsehen.
> 
> Das Abendmahl
> 
> 22:7    Es kam nun der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm
> opfern mußte.
> 2. Mose 12,18-20
> 
> 22:8    Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet
> uns das Passalamm, damit wir's essen.
> 
> 22:9    Sie aber fragten ihn: Wo willst du, daß wir's bereiten?
> 
> 22:10   Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird
> euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in
> das Haus, in das er hineingeht,
> 
> 22:11   und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist der
> Raum, in dem ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?
> 
> 22:12   Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen
> ist; dort bereitet es.
> 
> 22:13   Sie gingen hin und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte, und
> bereiteten das Passalamm.
> Kap 19,32
> 
> 22:14   Und als die Stunde kam, setzte er sich nieder und die Apostel mit
> ihm.
> 
> 22:15   Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm
> mit euch zu essen, ehe ich leide.
> 
> 22:16   Denn ich sage euch, daß ich es nicht mehr essen werde, bis es
> erfüllt wird im Reich Gottes.
> Kap 13,29
> 
> 22:17   Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn
> unter euch;
> 
> 22:18   denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem
> Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt.
> 
> 22:19    Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und
> sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu
> meinem Gedächtnis.
> (19 und 20) 1. Kor 11,23-25
> 
> 22:20   Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch
> ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!
> Luther übersetzte: »das neue Testament«.
> 
> 22:21   Doch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir am Tisch.
> Joh 13,21-22
> 
> 22:22   Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie es beschlossen ist; doch
> weh dem Menschen, durch den er verraten wird!
> 
> 22:23   Und sie fingen an, untereinander zu fragen, wer es wohl wäre unter
> ihnen, der das tun würde.
> 
> Gespräche mit den Jüngern
> 
> 22:24    Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der
> Größte gelten solle.
> (24-30) Mt 20,25-28; Mk 10,42-45;  Kap 9,46
> 
> 22:25   Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und
> ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.
> 
> 22:26   Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der
> Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener.
> 
> 22:27   Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist's nicht
> der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.
> Joh 13,4-14
> 
> 22:28   Ihr aber seid's, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen
> Anfechtungen.
> Joh 6,67-68
> 
> 22:29   Und ich will euch das Reich zueignen, wie mir's mein Vater
> zugeeignet hat,
> 
> 22:30   daß ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und
> sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels.
> Mt 19,28
> 
> 22:31   Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den
> Weizen.
> 2. Kor 2,11
> 
> 22:32   Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und
> wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.
> Joh 17,11; 17,15
> 
> 22:33   Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis
> und in den Tod zu gehen.
> 
> 22:34   Er aber sprach: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht
> krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, daß du mich kennst.
> 
> 22:35   Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne
> Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr da je Mangel
> gehabt? Sie sprachen: Niemals.
> Kap 9,3; 10,4
> 
> 22:36   Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme
> ihn, desgleichen auch die Tasche, und wer's nicht hat, verkaufe
> seinen Mantel und kaufe ein Schwert.
> 
> 22:37   Denn ich sage euch: Es muß das an mir vollendet werden, was
> geschrieben steht (Jesaja 53,12): »Er ist zu den Übeltätern
> gerechnet worden.« Denn was von mir geschrieben ist, das wird
> vollendet.
> 
> 22:38   Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber
> sprach zu ihnen: Es ist genug.
> 
> Jesus in Gethsemane
> 
> 22:39   Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten
> ihm aber auch die Jünger.
> 
> 22:40   Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, damit ihr nicht in
> Anfechtung fallt!
> 
> 22:41   Und er riß sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete
> nieder, betete
> 
> 22:42   und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch
> nicht mein, sondern dein Wille geschehe!
> Mt 6,10
> 
> 22:43   Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
> 
> 22:44   Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde
> wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.
> Die Verse 43-44 finden sich in einigen wichtigen Textzeugen nicht.
> 
> 22:45   Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand
> sie schlafend vor Traurigkeit
> 
> 22:46   und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr
> nicht in Anfechtung fallt!
> 
> Jesu Gefangennahme
> 
> 22:47   Als er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar; und einer von den
> Zwölfen, der mit dem Namen Judas, ging vor ihnen her und nahte sich
> zu Jesus, um ihn zu küssen.
> 
> 22:48   Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du den Menschensohn mit
> einem Kuß?
> 
> 22:49   Als aber, die um ihn waren, sahen, was geschehen würde, sprachen
> sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?
> 
> 22:50   Und einer von ihnen schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und
> hieb ihm sein rechtes Ohr ab.
> 
> 22:51   Da sprach Jesus: Laßt ab! Nicht weiter! Und er rührte sein Ohr an
> und heilte ihn.
> 
> 22:52   Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels
> und den Ältesten, die zu ihm hergekommen waren: Ihr seid wie gegen
> einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen ausgezogen.
> 
> 22:53   Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt nicht Hand
> an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der
> Finsternis.
> Joh 7,30; 8,20
> 
> Die Verleugnung des Petrus
> 
> 22:54   Sie ergriffen ihn aber und führten ihn ab und brachten ihn in das
> Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne.
> 
> 22:55   Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Hof und setzten sich
> zusammen; und Petrus setzte sich mitten unter sie.
> 
> 22:56   Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen und sah ihn genau an und
> sprach: Dieser war auch mit ihm.
> 
> 22:57   Er aber leugnete und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht.
> 
> 22:58   Und nach einer kleinen Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist
> auch einer von denen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht.
> 
> 22:59   Und nach einer Weile, etwa nach einer Stunde, bekräftigte es ein
> anderer und sprach: Wahrhaftig, dieser war auch mit ihm; denn er ist
> ein Galiläer.
> 
> 22:60   Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und
> alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn.
> 
> 22:61   Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an
> des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn
> kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
> 
> 22:62   Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
> Ps 51,19
> 
> Jesus vor dem Hohen Rat
> 
> 22:63   Die Männer aber, die Jesus gefangenhielten, verspotteten ihn und
> schlugen ihn,
> 
> 22:64   verdeckten sein Angesicht und fragten: Weissage, wer ist's, der dich
> schlug?
> 
> 22:65   Und noch mit vielen andern Lästerungen schmähten sie ihn.
> 
> 22:66   Und als es Tag wurde, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die
> Hohenpriester und Schriftgelehrten und führten ihn vor ihren Rat
> 
> 22:67   und sprachen: Bist du der Christus, so sage es uns! Er sprach aber
> zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubt ihr's nicht;
> Joh 3,12
> 
> 22:68   frage ich aber, so antwortet ihr nicht.
> 
> 22:69   Aber von nun an wird der Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft
> Gottes.
> Ps 110,1
> 
> 22:70   Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen:
> Ihr sagt es, ich bin es.
> 
> 22:71   Sie aber sprachen: Was bedürfen wir noch eines Zeugnisses? Wir
> haben's selbst gehört aus seinem Munde.
> 
>          Jesus vor Pilatus
> 
> 23:1    Und die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus
> 
> 23:2    und fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Wir haben gefunden,
> daß dieser unser Volk aufhetzt und verbietet, dem Kaiser Steuern zu
> geben, und spricht, er sei Christus, ein König.
> Apg 24,5;  Kap 20,25
> 
> 23:3    Pilatus aber fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Er
> antwortete ihm und sprach: Du sagst es.
> 
> 23:4    Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine
> Schuld an diesem Menschen.
> 
> 23:5    Sie aber wurden noch ungestümer und sprachen: Er wiegelt das Volk
> auf damit, daß er lehrt hier und dort in ganz Judäa, angefangen von
> Galiläa bis hierher.
> 
> Jesus vor Herodes
> 
> 23:6    Als aber Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch aus Galiläa
> wäre.
> 
> 23:7    Und als er vernahm, daß er ein Untertan des Herodes war, sandte er
> ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch in Jerusalem war.
> Kap 3,1
> 
> 23:8    Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hätte ihn
> längst gerne gesehen; denn er hatte von ihm gehört und hoffte, er
> würde ein Zeichen von ihm sehen.
> Kap 9,9
> 
> 23:9    Und er fragte ihn viel. Er aber antwortete ihm nichts.
> 
> 23:10   Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen dabei und
> verklagten ihn hart.
> 
> 23:11   Aber Herodes mit seinen Soldaten verachtete und verspottete ihn,
> legte ihm ein weißes Gewand an und sandte ihn zurück zu Pilatus.
> 
> 23:12   An dem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; denn vorher waren sie
> einander feind.
> 
> Jesu Verurteilung
> 
> 23:13   Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Oberen und das Volk
> zusammen
> 
> 23:14   und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als
> einen, der das Volk aufwiegelt; und siehe, ich habe ihn vor euch
> verhört und habe an diesem Menschen keine Schuld gefunden,
> derentwegen ihr ihn anklagt;
> 
> 23:15   Herodes auch nicht, denn er hat ihn uns zurückgesandt. Und siehe, er
> hat nichts getan, was den Tod verdient.
> 
> 23:16   Darum will ich ihn schlagen lassen und losgeben.
> Vers 17 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Er mußte
> ihnen aber zum Fest einen Gefangenen losgeben.«
> 
> 23:18   Da schrien sie alle miteinander: Hinweg mit diesem, gib uns Barabbas
> los!
> 
> 23:19   Der war wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt geschehen war, und
> wegen eines Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
> 
> 23:20   Da redete Pilatus abermals auf sie ein, weil er Jesus losgeben
> wollte.
> 
> 23:21   Sie riefen aber: Kreuzige, kreuzige ihn!
> 
> 23:22   Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat denn dieser Böses
> getan? Ich habe nichts an ihm gefunden, was den Tod verdient; darum
> will ich ihn schlagen lassen und losgeben.
> 
> 23:23   Aber sie setzten ihm zu mit großem Geschrei und forderten, daß er
> gekreuzigt würde. Und ihr Geschrei nahm überhand.
> 
> 23:24   Und Pilatus urteilte, daß ihre Bitte erfüllt werde,
> 
> 23:25   und ließ den los, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen
> war, um welchen sie baten; aber Jesus übergab er ihrem Willen.
> 
> Jesu Weg nach Golgatha
> 
> 23:26   Und als sie ihn abführten, ergriffen sie einen Mann, Simon von
> Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's
> Jesus nachtrüge.
> 
> 23:27   Es folgte ihm aber eine große Volksmenge und Frauen, die klagten und
> beweinten ihn.
> 
> 23:28   Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von
> Jerusalem, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und
> über eure Kinder.
> 
> 23:29   Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in der man sagen wird: Selig
> sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und
> die Brüste, die nicht genährt haben!
> Kap 21,23
> 
> 23:30   Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallt über uns!
> und zu den Hügeln: Bedeckt uns!
> Hos 10,8; Offb 6,16; 9,6
> 
> 23:31   Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden?
> 1. Petr 4,17
> 
> Jesu Kreuzigung und Tod
> 
> 23:32   Es wurden aber auch andere hingeführt, zwei Übeltäter, daß sie mit
> ihm hingerichtet würden.
> 
> 23:33   Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte,
> kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten
> und einen zur Linken.
> 
> 23:34   Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was
> sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.
> Jes 53,12; Apg 7,60;  Apg 3,17;  Ps 22,19
> 
> 23:35   Und das Volk stand da und sah zu. Aber die Oberen spotteten und
> sprachen: Er hat andern geholfen; er helfe sich selber, ist er der
> Christus, der Auserwählte Gottes.
> 
> 23:36   Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm
> Essig
> 
> 23:37   und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber!
> 
> 23:38   Es war aber über ihm auch eine Aufschrift: Dies ist der Juden König.
> 
> 23:39   Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und
> sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!
> 
> 23:40   Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich
> auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?
> 
> 23:41   Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten
> verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
> 
> 23:42   Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich
> kommst!
> Mt 20,21
> 
> 23:43   Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit
> mir im Paradies sein.
> 2. Kor 12,4
> 
> 23:44   Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis
> über das ganze Land bis zur neunten Stunde,
> 
> 23:45   und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riß
> mitten entzwei.
> 2. Mose 26,31-33; 2. Chr 3,14
> 
> 23:46   Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine
> Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
> Ps 31,6; Apg 7,59
> 
> 23:47   Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und
> sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!
> 
> 23:48   Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da
> geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wieder um.
> 
> 23:49   Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, auch die Frauen,
> die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, und sahen das alles.
> Kap 8,2-3
> 
> Jesu Grablegung
> 
> 23:50   Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Ratsherr, der war
> ein guter, frommer Mann
> 
> 23:51   und hatte ihren Rat und ihr Handeln nicht gebilligt. Er war aus
> Arimathäa, einer Stadt der Juden, und wartete auf das Reich Gottes.
> Kap 2,25; 2,38
> 
> 23:52   Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu
> 
> 23:53   und nahm ihn ab, wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein
> Felsengrab, in dem noch nie jemand gelegen hatte.
> 
> 23:54   Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an.
> 
> 23:55   Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus
> Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt
> wurde.
> 
> 23:56   Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben.
> Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.
> 2. Mose 20,10
> 
>          Jesu Auferstehung
> 
> (Mt 28,1-10; Mk 16,1-8; Joh 20,1-10)
> 24:1    Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab und trugen
> bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten.
> 
> 24:2    Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab
> 
> 24:3    und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus nicht.
> 
> 24:4    Und als sie darüber bekümmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei
> Männer mit glänzenden Kleidern.
> 
> 24:5    Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen
> die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
> 
> 24:6    Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch
> gesagt hat, als er noch in Galiläa war:
> 
> 24:7    Der Menschensohn muß überantwortet werden in die Hände der Sünder
> und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.
> Kap 9,22
> 
> 24:8    Und sie gedachten an seine Worte.
> 
> 24:9    Und sie gingen wieder weg vom Grab und verkündigten das alles den
> elf Jüngern und den andern allen.
> 
> 24:10   Es waren aber Maria von Magdala und Johanna und Maria, des Jakobus
> Mutter, und die andern mit ihnen; die sagten das den Aposteln.
> Kap 8,2-3
> 
> 24:11   Und es erschienen ihnen diese Worte, als wär's Geschwätz, und sie
> glaubten ihnen nicht.
> 
> 24:12   Petrus aber stand auf und lief zum Grab und bückte sich hinein und
> sah nur die Leinentücher und ging davon und wunderte sich über das,
> was geschehen war.
> Joh 20,6-10
> 
> Die Emmausjünger
> 
> (Mk 16,12-13)
> 24:13   Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das
> war von Jerusalem etwa zwei Wegstunden entfernt; dessen Name ist
> Emmaus.
> 
> 24:14   Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.
> 
> 24:15   Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen,
> da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
> 
> 24:16   Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten.
> 
> 24:17   Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander
> verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen.
> 
> 24:18   Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist
> du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was
> in diesen Tagen dort geschehen ist?
> 
> 24:19   Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit
> Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und
> Worten vor Gott und allem Volk;
> Mt 21,11
> 
> 24:20   wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet
> und gekreuzigt haben.
> 
> 24:21   Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das
> alles ist heute der dritte Tag, daß dies geschehen ist.
> Apg 1,6
> 
> 24:22   Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind
> früh bei dem Grab gewesen,
> 
> 24:23   haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine
> Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.
> 
> 24:24   Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden's so, wie die
> Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.
> 
> 24:25   Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu
> glauben, was die Propheten geredet haben!
> 
> 24:26   Mußte nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit
> eingehen?
> 
> 24:27   Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was
> in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.
> 5. Mose 18,15; Ps 22,1-32; Jes 52,13 - 53,12
> 
> 24:28   Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte
> sich, als wollte er weitergehen.
> 
> 24:29   Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will
> Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei
> ihnen zu bleiben.
> Ri 19,9
> 
> 24:30   Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot,
> dankte, brach's und gab's ihnen.
> Kap 9,16; 22,19
> 
> 24:31   Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er
> verschwand vor ihnen.
> 
> 24:32   Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als
> er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?
> 
> 24:33   Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach
> Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren;
> 
> 24:34   die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon
> erschienen.
> 1. Kor 15,4-5
> 
> 24:35   Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er
> von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.
> 
> Jesu Erscheinung vor den Jüngern
> 
> (Mk 16,14-19; Joh 20,19-23; Apg 1,1-14; 1. Kor 15,5)
> 24:36   Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie
> und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!
> 
> 24:37   Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen
> einen Geist.
> Mt 14,26
> 
> 24:38   Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum
> kommen solche Gedanken in euer Herz?
> 
> 24:39   Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Faßt mich an und
> seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht,
> daß ich sie habe.
> 
> 24:40   Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße.
> Joh 20,20
> 
> 24:41   Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten,
> sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?
> 
> 24:42   Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor.
> Joh 21,5; 21,10; Apg 10,41
> 
> 24:43   Und er nahm's und aß vor ihnen.
> 
> 24:44   Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch
> gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt
> werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den
> Propheten und in den Psalmen.
> Kap 18,31-33;  Vers 26-27; Kap 18,31
> 
> 24:45   Da öffnete er ihnen das Verständnis, so daß sie die Schrift
> verstanden,
> Kap 9,45; Joh 12,16
> 
> 24:46   und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, daß Christus leiden
> wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage;
> Hos 6,2
> 
> 24:47   und daß gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der
> Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem,
> Apg 2,38; 17,30
> 
> 24:48   und seid dafür Zeugen.
> 
> 24:49   Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen
> hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet
> werdet mit Kraft aus der Höhe.
> Joh 15,26; 16,7;  Apg 2,1-4
> 
> Jesu Himmelfahrt
> 
> 24:50   Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf
> und segnete sie.
> 
> 24:51   Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf
> gen Himmel.
> 
> 24:52   Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer
> Freude
> 
> 24:53   und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
>
> — *N03LUKAS*

