# Jesu Stammbaum

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> Jesu Stammbaum
> 
> (Lk 3,23-38)
> 1:1    Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes
> Davids, des Sohnes Abrahams.
> 1. Chr 17,11;  1. Mose 22,18
> 
> 1:2    Abraham zeugte Isaak. Isaak zeugte Jakob. Jakob zeugte Juda und
> seine Brüder.
> 1. Mose 21,3; 21,12;  1. Mose 25,26;  1. Mose 29,35; 49,10
> 
> 1:3     Juda zeugte Perez und Serach mit der Tamar. Perez zeugte Hezron.
> Hezron zeugte Ram.
> (3-6) Rut 4,18-22;  1. Mose 38,29-30
> 
> 1:4    Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nachschon. Nachschon zeugte
> Salmon.
> 
> 1:5    Salmon zeugte Boas mit der Rahab. Boas zeugte Obed mit der Rut.
> Obed zeugte Isai.
> Jos 2,1;  Rut 4,13-17
> 
> 1:6    Isai zeugte den König David. David zeugte Salomo mit der Frau des
> Uria.
> 2. Sam 12,24
> 
> 1:7     Salomo zeugte Rehabeam. Rehabeam zeugte Abija. Abija zeugte Asa.
> (7-11) 1. Chr 3,10-16
> 
> 1:8    Asa zeugte Joschafat. Joschafat zeugte Joram. Joram zeugte Usija.
> 
> 1:9    Usija zeugte Jotam. Jotam zeugte Ahas. Ahas zeugte Hiskia.
> 
> 1:10   Hiskia zeugte Manasse. Manasse zeugte Amon. Amon zeugte Josia.
> 
> 1:11   Josia zeugte Jojachin und seine Brüder um die Zeit der
> babylonischen Gefangenschaft.
> 2. Kön 25,7; 25,11; 25,21
> 
> 1:12   Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugte Jojachin Schealtiël.
> Schealtiël zeugte Serubbabel.
> 1. Chr 3,17;  Esr 3,2
> 
> 1:13   Serubbabel zeugte Abihud. Abihud zeugte Eljakim. Eljakim zeugte
> Asor.
> 
> 1:14   Asor zeugte Zadok. Zadok zeugte Achim. Achim zeugte Eliud.
> 
> 1:15   Eliud zeugte Eleasar. Eleasar zeugte Mattan. Mattan zeugte Jakob.
> 
> 1:16   Jakob zeugte Josef, den Mann der Maria, von der geboren ist Jesus,
> der da heißt Christus.
> Lk 1,27
> 
> 1:17   Alle Glieder von Abraham bis zu David sind vierzehn Glieder. Von
> David bis zur babylonischen Gefangenschaft sind vierzehn Glieder.
> Von der babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus sind vierzehn
> Glieder.
> 
> Jesu Geburt
> 
> 1:18   Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter,
> dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, daß sie
> schwanger war von dem heiligen Geist.
> Lk 1,35
> Siehe Sach- und Worterklärungen unter »Verlobung«.
> 
> 1:19   Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande
> bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.
> 
> 1:20   Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn
> im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht,
> Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das
> ist von dem heiligen Geist.
> 
> 1:21   Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus
> geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.
> Lk 2,21; Apg 4,12;  Ps 130,8
> 
> 1:22   Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr
> durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14):
> 
> 1:23   »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären,
> und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt:
> Gott mit uns.
> 
> 1:24   Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des
> Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.
> 
> 1:25   Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm
> den Namen Jesus.
> 
>          Die Weisen aus dem Morgenland
> 
> 2:1    Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs
> Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem
> und sprachen:
> Lk 2,1-7
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 2:2    Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern
> gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
> 4. Mose 24,17
> 
> 2:3    Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz
> Jerusalem,
> 
> 2:4    und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten
> des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden
> sollte.
> 
> 2:5    Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht
> geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1):
> Joh 7,42
> 
> 2:6    »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste
> unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der
> mein Volk Israel weiden soll.«
> 
> 2:7    Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von
> ihnen, wann der Stern erschienen wäre,
> 
> 2:8    und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht
> fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's
> wieder, daß auch ich komme und es anbete.
> 
> 2:9    Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der
> Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis
> er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.
> 
> 2:10   Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut
> 
> 2:11   und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner
> Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze
> auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.
> Ps 72,10; 72,15 Jes 60,6
> 
> 2:12   Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes
> zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr
> Land.
> 
> Die Flucht nach Ägypten
> 
> 2:13   Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des
> Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und
> seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich
> dir's sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es
> umzubringen.
> 
> 2:14   Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei
> Nacht und entwich nach Ägypten
> 
> 2:15   und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, damit erfüllt würde,
> was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea
> 11,1): »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«
> 
> Der Kindermord des Herodes
> 
> 2:16   Als Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, wurde er
> sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder in Bethlehem töten
> und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach
> der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte.
> 
> 2:17   Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da
> spricht (Jeremia 31,15):
> 
> 2:18   »In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen;
> Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen,
> denn es war aus mit ihnen.«
> 1. Mose 35,19
> 
> Die Rückkehr aus Ägypten
> 
> 2:19   Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des
> Herrn dem Josef im Traum in Ägypten
> 
> 2:20   und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und
> zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kindlein
> nach dem Leben getrachtet haben.
> 2. Mose 4,19
> 
> 2:21   Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich und
> kam in das Land Israel.
> 
> 2:22   Als er aber hörte, daß Archelaus in Judäa König war anstatt seines
> Vaters Herodes, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und im Traum
> empfing er Befehl von Gott und zog ins galiläische Land
> 
> 2:23   und kam und wohnte in einer Stadt mit Namen Nazareth, damit erfüllt
> würde, was gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazoräer heißen.
> Lk 2,39; Joh 1,46
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
>          Johannes der Täufer
> 
> (Mk 1,2-8; Lk 3,1-18)
> 3:1    Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von
> Judäa
> Lk 1,13
> 
> 3:2    und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
> Kap 4,17; Röm 12,2
> 
> 3:3    Denn dieser ist's, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt
> hat (Jesaja 40,3): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste:
> Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!«
> Joh 1,23
> 
> 3:4    Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren an und einen
> ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren
> Heuschrecken und wilder Honig.
> 2. Kön 1,8
> 
> 3:5    Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und ganz Judäa und alle
> Länder am Jordan
> 
> 3:6    und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden.
> 
> 3:7    Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen,
> sprach er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiß
> gemacht, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?
> Kap 23,33
> 
> 3:8    Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!
> 
> 3:9    Denkt nur nicht, daß ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham
> zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen
> Steinen Kinder zu erwecken.
> Joh 8,33; 8,39; Röm 2,28-29; 4,12
> 
> 3:10   Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: jeder
> Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer
> geworfen.
> Lk 13,6-9
> 
> 3:11   Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist
> stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen;
> der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen.
> Joh 1,26-27; 1,33; Apg 1,5; 2,3-4
> 
> 3:12   Er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und
> seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er
> verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
> Kap 13,30
> 
> Jesu Taufe
> 
> (Mk 1,9-11; Lk 3,21-22; Joh 1,32-34)
> 3:13   Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er
> sich von ihm taufen ließe.
> 
> 3:14   Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, daß ich von
> dir getauft werde, und du kommst zu mir?
> Joh 13,6
> 
> 3:15   Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt geschehen!
> Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's
> geschehen.
> 
> 3:16   Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser.
> Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist
> Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
> Jes 11,2
> 
> 3:17   Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein
> lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
> Kap 17,5;  Jes 42,1
> 
>          Jesu Versuchung
> 
> (Mk 1,12-13; Lk 4,1-13)
> 4:1    Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem
> Teufel versucht würde.
> Hebr 4,15
> 
> 4:2    Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte
> ihn.
> 2. Mose 34,28; 1. Kön 19,8
> 
> 4:3    Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so
> sprich, daß diese Steine Brot werden.
> 1. Mose 3,1-7
> 
> 4:4    Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3):
> »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden
> Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«
> 
> 4:5    Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte
> ihn auf die Zinne des Tempels
> 
> 4:6    und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es
> steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln
> deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen,
> damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«
> 
> 4:7    Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose
> 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«
> 
> 4:8    Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und
> zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
> 
> 4:9    und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du
> niederfällst und mich anbetest.
> Kap 16,26
> 
> 4:10   Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht
> geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen
> Gott, und ihm allein dienen.«
> 
> 4:11   Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und
> dienten ihm.
> Joh 1,51; Hebr 1,6; 1,14
> 
> Der Beginn des Wirkens Jesu in Galiläa
> 
> (Mk 1,14-15; Lk 4,14-15)
> 4:12   Als nun Jesus hörte, daß Johannes gefangengesetzt worden war, zog
> er sich nach Galiläa zurück.
> Kap 14,3
> 
> 4:13   Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See
> liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali,
> 
> 4:14   damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der
> da spricht (Jesaja 8,23; 9,1):
> 
> 4:15   »Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land
> jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa,
> 
> 4:16   das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und
> denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht
> aufgegangen.«
> Joh 8,12
> 
> 4:17   Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das
> Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
> Kap 3,2
> 
> Die Berufung der ersten Jünger
> 
> (Mk 1,16-20; Lk 5,1-11; Joh 1,35-51)
> 4:18   Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah er zwei Brüder,
> Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder; die
> warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer.
> 
> 4:19   Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu
> Menschenfischern machen!
> Kap 28,19-20
> 
> 4:20   Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.
> Kap 19,27
> 
> 4:21   Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus,
> den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit
> ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und er rief sie.
> 
> 4:22   Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm
> nach.
> 
> Krankenheilungen in Galiläa
> 
> (Mk 1,39; 3,7-12; Lk 4,44; 6,17-19)
> 4:23   Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und
> predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten
> und alle Gebrechen im Volk.
> 
> 4:24   Und die Kunde von ihm erscholl durch ganz Syrien. Und sie brachten
> zu ihm alle Kranken, mit mancherlei Leiden und Plagen behaftet,
> Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte; und er machte sie gesund.
> Mk 6,55
> 
> 4:25   Und es folgte ihm eine große Menge aus Galiläa, aus den Zehn
> Städten, aus Jerusalem, aus Judäa und von jenseits des Jordans.
> 
>          DIE BERGPREDIGT (Kapitel 5,1 - 7,29)
> 
> (Lk 6,20-49)
> Die Seligpreisungen
> 
> 5:1    Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich;
> und seine Jünger traten zu ihm.
> 
> 5:2    Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
> 
> 5:3    Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das
> Himmelreich.
> Jes 57,15
> 
> 5:4    Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
> Ps 126,5; Offb 7,17
> 
> 5:5    Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
> Kap 11,29; Ps 37,11
> 
> 5:6    Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn
> sie sollen satt werden.
> Lk 18,9-14; Joh 6,35
> 
> 5:7    Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit
> erlangen.
> Kap 25,35-46; Jak 2,13
> 
> 5:8    Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
> Ps 24,3-5; 51,12-13; 1. Joh 3,2-3
> 
> 5:9    Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder
> heißen.
> Hebr 12,14
> Andere Übersetzung: »die Frieden stiften«.
> 
> 5:10   Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn
> ihrer ist das Himmelreich.
> 1. Petr 3,14
> 
> 5:11   Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und
> verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
> Kap 10,22; Apg 5,41; 1. Petr 4,14
> 
> 5:12   Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt
> werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch
> gewesen sind.
> Hebr 11,33-38; Jak 5,10
> 
> Salz und Licht
> 
> 5:13   Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt,
> womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es
> wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten.
> Mk 9,50; Lk 14,34-35
> 
> 5:14   Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge
> liegt, nicht verborgen sein.
> Joh 8,12
> 
> 5:15   Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen
> Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im
> Hause sind.
> Mk 4,21; Lk 8,16
> 
> 5:16   So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten
> Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
> Phil 2,14-15;  Joh 15,8; Eph 5,8-9
> 
> Jesu Stellung zum Gesetz
> 
> 5:17   Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die
> Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu
> erfüllen.
> Kap 3,15; Röm 3,31; 10,4; 1. Joh 2,7
> 
> 5:18   Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird
> nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom
> Gesetz, bis es alles geschieht.
> Lk 16,17
> 
> 5:19   Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die
> Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber
> tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
> Jak 2,10
> 
> 5:20   Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die
> der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das
> Himmelreich kommen.
> Kap 23,2-33
> 
> Vom Töten
> 
> 5:21   Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12):
> »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts
> schuldig sein.
> 
> 5:22   Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des
> Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!,
> der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist
> des höllischen Feuers schuldig.
> 1. Joh 3,15
> 
> 5:23   Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir
> in den Sinn, daß dein Bruder etwas gegen dich hat,
> 
> 5:24   so laß dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und
> versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.
> Mk 11,25
> 
> 5:25   Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm
> auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter
> überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis
> geworfen werdest.
> Kap 18,23-35; Lk 12,58-59
> 
> 5:26   Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du
> auch den letzten Pfennig bezahlt hast.
> 
> Vom Ehebrechen
> 
> 5:27   Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 20,14): »Du sollst nicht
> ehebrechen.«
> 
> 5:28   Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat
> schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
> 2. Sam 11,2; Hiob 31,1; 2. Petr 2,14
> 
> 5:29    Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es
> aus und wirf's von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner
> Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen
> werde.
> (29 und 30) Kap 18,8-9; Mk 9,47; 9,43; Kol 3,5
> 
> 5:30   Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und
> wirf sie von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder
> verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.
> 
> 5:31   Es ist auch gesagt (5. Mose 24,1): »Wer sich von seiner Frau
> scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.«
> Kap 19,3-9; Mk 10,4-12
> 
> 5:32   Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn
> wegen Ehebruchs, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine
> Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
> Lk 16,18; 1. Kor 7,10-11
> 
> Vom Schwören
> 
> 5:33   Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19,12;
> 4. Mose 30,3): »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst
> dem Herrn deinen Eid halten.«
> 
> 5:34    Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder
> bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron;
> (34 und 35) Kap 23,16-22;  Jes 66,1
> 
> 5:35   noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei
> Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs.
> Ps 48,3
> 
> 5:36   Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst
> nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen.
> 
> 5:37   Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom
> Übel.
> Jak 5,12
> 
> Vom Vergelten
> 
> 5:38   Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 21,24): »Auge um Auge, Zahn
> um Zahn.«
> 
> 5:39   Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel,
> sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete
> die andere auch dar.
> Klgl 3,30; Joh 18,22-23; Röm 12,19; 12,21; 1. Petr 2,20-23
> 
> 5:40   Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen,
> dem laß auch den Mantel.
> 1. Kor 6,7;  Hebr 10,34
> 
> 5:41   Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm
> zwei.
> 
> 5:42   Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas
> von dir borgen will.
> 
> Von der Feindesliebe
> 
> 5:43   Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben«
> (3. Mose 19,18) und deinen Feind hassen.
> 
> 5:44   Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch
> verfolgen,
> 2. Mose 23,4-5; Lk 6,27-28; Röm 12,14; 12,20;  Lk 23,34; Apg 7,60
> In der späteren Überlieferung wird der Text erweitert: »Liebt eure
> Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen,
> und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen« (vgl. Lk
> 6,27-28). Den Feind zu hassen (Vers 43) wird im Alten Testament
> nirgends geboten.
> 
> 5:45   damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine
> Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und
> Ungerechte.
> Eph 5,1
> 
> 5:46   Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben?
> Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
> 
> 5:47   Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr
> Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?
> 
> 5:48   Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel
> vollkommen ist.
> 3. Mose 19,2
> 
>          Vom Almosengeben
> 
> 6:1    Habt acht auf eure Frömmigkeit, daß ihr die nicht übt vor den
> Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn
> bei eurem Vater im Himmel.
> 
> 6:2    Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen
> lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen,
> damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch:
> Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
> 1. Kor 13,3
> 
> 6:3    Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen,
> was die rechte tut,
> Kap 25,37-40; Röm 12,8
> 
> 6:4    damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das
> Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
> 
> Vom Beten. Das Vaterunser
> 
> 6:5    Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern
> in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie
> von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben
> ihren Lohn schon gehabt.
> 
> 6:6    Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür
> zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater,
> der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
> 
> 6:7    Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden;
> denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
> Jes 1,15
> 
> 6:8    Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr
> bedürft, bevor ihr ihn bittet.
> 
> 6:9     Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde
> geheiligt.
> (9-13) Lk 11,2-4;  Hes 36,23
> 
> 6:10   Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
> Lk 22,42
> 
> 6:11   Unser tägliches Brot gib uns heute.
> 
> 6:12   Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern
> Schuldigern.
> Kap 18,21-35
> 
> 6:13   Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem
> Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
> in Ewigkeit. Amen.]
> Joh 17,15; 1. Kor 10,13;  1. Chr 29,11-13
> Luther übersetzte: »erlöse uns von dem Übel«. Dieser Abschluß des
> Gebetes findet sich schon in einer Gemeindeordnung vom Anfang des 2.
> Jahrhunderts, wird aber in den neutestamentlichen Handschriften erst
> später bezeugt.
> 
> 6:14   Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch
> euer himmlischer Vater auch vergeben.
> Mk 11,25
> 
> 6:15   Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater
> eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
> 
> Vom Fasten
> 
> 6:16   Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler;
> denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen
> mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn
> schon gehabt.
> Jes 58,5-6
> 
> 6:17   Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,
> 
> 6:18   damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern
> vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das
> Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
> 
> Vom Schätzesammeln und Sorgen
> 
> 6:19   Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten
> und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.
> 
> 6:20   Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost
> fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
> Kap 19,21; Lk 12,33-34; Kol 3,1-2
> 
> 6:21   Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
> 
> 6:22   Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so
> wird dein ganzer Leib licht sein.
> Lk 11,34-36
> 
> 6:23   Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein.
> Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird
> dann die Finsternis sein!
> Joh 11,10
> 
> 6:24   Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen
> und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den
> andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
> Lk 16,13; Jak 4,4
> 
> 6:25    Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und
> trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet.
> Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die
> Kleidung?
> (25-33) Lk 12,22-31;  Phil 4,6; 1. Petr 5,7
> 
> 6:26   Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten
> nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater
> ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?
> Kap 10,29-31; Lk 12,6-7
> 
> 6:27   Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen
> könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?
> 
> 6:28   Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem
> Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie
> nicht.
> 
> 6:29   Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht
> gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
> 1. Kön 10,1-29
> 
> 6:30   Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht
> und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr
> für euch tun, ihr Kleingläubigen?
> 
> 6:31   Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was
> werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
> 
> 6:32   Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater
> weiß, daß ihr all dessen bedürft.
> 
> 6:33   Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner
> Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
> Röm 14,17;  1. Kön 3,13-14; Ps 37,4; 37,25
> 
> 6:34   Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das
> Seine sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage hat.
> 2. Mose 16,19
> 
>          Vom Richtgeist
> 
> 7:1    Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
> Röm 2,1; 1. Kor 4,5
> 
> 7:2    Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden;
> und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch zugemessen werden.
> Jes 33,1; Mk 4,24
> 
> 7:3    Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst
> nicht wahr den Balken in deinem Auge?
> 
> 7:4    Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den
> Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in
> deinem Auge.
> 
> 7:5    Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu,
> wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.
> 
> 7:6    Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt
> ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit
> ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen.
> Kap 10,11; Lk 23,9
> 
> Von der Gebetserhörung
> 
> (Lk 11,9-13)
> 7:7     Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden;
> klopfet an, so wird euch aufgetan.
> Mk 11,24; Joh 14,13;  Jer 29,13-14
> 
> 7:8    Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und
> wer da anklopft, dem wird aufgetan.
> 
> 7:9    Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um
> Brot, einen Stein biete?
> 
> 7:10   oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete?
> 
> 7:11   Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute
> Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes
> geben denen, die ihn bitten!
> Jak 1,17
> 
> Vom Tun des göttlichen Willens
> 
> 7:12   Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut
> ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.
> Kap 22,36-40; Röm 13,8-10; Gal 5,14
> 
> 7:13    Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und
> der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die
> auf ihm hineingehen.
> Lk 13,24
> 
> 7:14   Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt,
> und wenige sind's, die ihn finden!
> Kap 19,24; Apg 14,22
> 
> 7:15   Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu
> euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
> Kap 24,4-5; 24,24; 2. Kor 11,13-15
> 
> 7:16   An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben
> lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
> Gal 5,19-22
> 
> 7:17   So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt
> schlechte Früchte.
> Kap 12,33
> 
> 7:18   Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler
> Baum kann nicht gute Früchte bringen.
> 
> 7:19   Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins
> Feuer geworfen.
> Kap 3,10; Joh 15,2; 15,6
> 
> 7:20   Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
> 
> 7:21   Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das
> Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im
> Himmel.
> Röm 2,13; Jak 1,22
> 
> 7:22    Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir
> nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen
> böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele
> Wunder getan?
> (22 und 23) Lk 13,25-27;  Jer 27,15
> 
> 7:23   Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt;
> weicht von mir, ihr Übeltäter!
> Kap 25,12; 2. Tim 2,19
> 
> Vom Hausbau
> 
> 7:24   Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem
> klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
> 
> 7:25   Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde
> wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war
> auf Fels gegründet.
> 
> 7:26   Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem
> törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute.
> 
> 7:27   Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde
> wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war
> groß.
> 
> 7:28   Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, daß sich
> das Volk entsetzte über seine Lehre;
> Apg 2,12
> 
> 7:29   denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre
> Schriftgelehrten.
> Joh 7,16; 7,46
> 
>          Die Heilung eines Aussätzigen
> 
> (Mk 1,40-44; Lk 5,12-14)
> 8:1    Als er aber vom Berge herabging, folgte ihm eine große Menge.
> 
> 8:2    Und siehe, ein Aussätziger kam heran und fiel vor ihm nieder und
> sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.
> 
> 8:3    Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich
> will's tun; sei rein! Und sogleich wurde er von seinem Aussatz rein.
> 
> 8:4    Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu, sage es niemandem, sondern geh
> hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose
> befohlen hat, ihnen zum Zeugnis.
> Mk 8,30;  3. Mose 14,2-32
> 
> Der Hauptmann von Kapernaum
> 
> (Lk 7,1-10; Joh 4,46-53)
> 8:5    Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm;
> der bat ihn
> 
> 8:6    und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und
> leidet große Qualen.
> 
> 8:7    Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.
> 
> 8:8    Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß
> du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein
> Knecht gesund.
> 
> 8:9    Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe
> Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht
> er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem
> Knecht: Tu das!, so tut er's.
> 
> 8:10   Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm
> nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in
> Israel bei keinem gefunden!
> Mk 6,6; Lk 18,8
> 
> 8:11    Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen
> und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen;
> (11 und 12) Lk 13,28-29
> 
> 8:12   aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis;
> da wird sein Heulen und Zähneklappern.
> 
> 8:13   Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du
> geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.
> Kap 9,29; 15,28
> 
> Jesus im Haus des Petrus
> 
> (Mk 1,29-34; Lk 4,38-41)
> 8:14   Und Jesus kam in das Haus des Petrus und sah, daß dessen
> Schwiegermutter zu Bett lag und hatte das Fieber.
> 1. Kor 9,5
> 
> 8:15   Da ergriff er ihre Hand, und das Fieber verließ sie. Und sie stand
> auf und diente ihm.
> 
> 8:16   Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die
> Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund,
> 
> 8:17   damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der
> da spricht (Jesaja 53,4): »Er hat unsre Schwachheit auf sich
> genommen, und unsre Krankheit hat er getragen.«
> 
> Vom Ernst der Nachfolge
> 
> (Lk 9,57-60)
> 8:18   Als aber Jesus die Menge um sich sah, befahl er, hinüber ans andre
> Ufer zu fahren.
> 
> 8:19   Und es trat ein Schriftgelehrter herzu und sprach zu ihm: Meister,
> ich will dir folgen, wohin du gehst.
> 
> 8:20   Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem
> Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein
> Haupt hinlege.
> 2. Kor 8,9
> 
> 8:21   Und ein anderer unter den Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir,
> daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.
> Kap 10,37
> 
> 8:22   Aber Jesus spricht zu ihm: Folge du mir, und laß die Toten ihre
> Toten begraben!
> 
> Die Stillung des Sturms
> 
> (Mk 4,35-41; Lk 8,22-25)
> 8:23   Und er stieg in das Boot, und seine Jünger folgten ihm.
> 
> 8:24   Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so daß
> auch das Boot von Wellen zugedeckt wurde. Er aber schlief.
> 
> 8:25   Und sie traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf, wir
> kommen um!
> 
> 8:26   Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so
> furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da
> wurde es ganz stille.
> Ps 89,10; Apg 27,22; 27,34
> 
> 8:27   Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für
> ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam sind?
> 
> Die Heilung der zwei besessenen Gadarener
> 
> (Mk 5,1-17; Lk 8,26-37)
> 8:28   Und er kam ans andre Ufer in die Gegend der Gadarener. Da liefen ihm
> entgegen zwei Besessene; die kamen aus den Grabhöhlen und waren sehr
> gefährlich, so daß niemand diese Straße gehen konnte.
> 
> 8:29   Und siehe, sie schrien: Was willst du von uns, du Sohn Gottes? Bist
> du hergekommen, uns zu quälen, ehe es Zeit ist?
> Lk 4,41;  2. Petr 2,4; Jak 2,19
> 
> 8:30   Es war aber fern von ihnen eine große Herde Säue auf der Weide.
> 
> 8:31   Da baten ihn die bösen Geister und sprachen: Willst du uns
> austreiben, so laß uns in die Herde Säue fahren.
> 
> 8:32   Und er sprach: Fahrt aus! Da fuhren sie aus und fuhren in die Säue.
> Und siehe, die ganze Herde stürmte den Abhang hinunter in den See,
> und sie ersoffen im Wasser.
> 
> 8:33   Und die Hirten flohen und gingen hin in die Stadt und berichteten
> das alles und wie es den Besessenen ergangen war.
> 
> 8:34   Und siehe, da ging die ganze Stadt hinaus Jesus entgegen. Und als
> sie ihn sahen, baten sie ihn, daß er ihr Gebiet verlasse.
> 
>          Die Heilung eines Gelähmten (»Der Gichtbrüchige«)
> 
> (Mk 2,1-12; Lk 5,17-26)
> 9:1    Da stieg er in ein Boot und fuhr hinüber und kam in seine Stadt.
> Kap 4,13
> 
> 9:2    Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der lag auf einem
> Bett. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten:
> Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
> 2. Mose 34,6-7; Ps 103,3
> 
> 9:3    Und siehe, einige unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich
> selbst: Dieser lästert Gott.
> Kap 26,65
> 
> 9:4    Als aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so
> Böses in euren Herzen?
> Joh 2,25
> 
> 9:5    Was ist denn leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben,
> oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
> 
> 9:6    Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden
> die Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, hebe
> dein Bett auf und geh heim!
> Joh 17,2
> 
> 9:7    Und er stand auf und ging heim.
> 
> 9:8    Als das Volk das sah, fürchtete es sich und pries Gott, der solche
> Macht den Menschen gegeben hat.
> 
> Die Berufung des Matthäus und das Mahl mit den Zöllnern
> 
> (Mk 2,13-17; Lk 5,27-32)
> 9:9    Und als Jesus von dort wegging, sah er einen Menschen am Zoll
> sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er
> stand auf und folgte ihm.
> Kap 10,3
> 
> 9:10   Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen
> viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen
> Jüngern.
> 
> 9:11   Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum
> ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?
> 
> 9:12   Als das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes
> nicht, sondern die Kranken.
> Hes 34,16
> 
> 9:13   Geht aber hin und lernt, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe
> Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Ich bin
> gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.
> Kap 12,7; 1. Sam 15,22;  Kap 18,11
> 
> Die Frage nach dem Fasten
> 
> (Mk 2,18-22; Lk 5,33-38)
> 9:14   Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten
> wir und die Pharisäer so viel, und deine Jünger fasten nicht?
> Lk 18,12
> 
> 9:15   Jesus antwortete ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste Leid tragen,
> solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen,
> daß der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.
> Joh 3,29
> 
> 9:16   Niemand flickt ein altes Kleid mit einem Lappen von neuem Tuch; denn
> der Lappen reißt doch wieder vom Kleid ab, und der Riß wird ärger.
> Röm 7,6
> 
> 9:17   Man füllt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißen
> die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche
> verderben. Sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, so
> bleiben beide miteinander erhalten.
> 
> Die Heilung der blutflüssigen Frau und die
> Auferweckung der Tochter des Jaïrus
> 
> (Mk 5,21-43; Lk 8,40-56)
> 9:18   Als er dies mit ihnen redete, siehe, da kam einer von den Vorstehern
> der Gemeinde, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben
> gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie
> lebendig.
> 
> 9:19   Und Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
> 
> 9:20   Und siehe, eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluß hatte, trat
> von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes.
> 
> 9:21   Denn sie sprach bei sich selbst: Könnte ich nur sein Gewand
> berühren, so würde ich gesund.
> Kap 14,36
> 
> 9:22   Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine
> Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und die Frau wurde gesund zu
> derselben Stunde.
> 
> 9:23   Und als er in das Haus des Vorstehers kam und sah die Flötenspieler
> und das Getümmel des Volkes,
> 
> 9:24   sprach er: Geht hinaus! Denn das Mädchen ist nicht tot, sondern es
> schläft. Und sie verlachten ihn.
> Joh 11,11; 11,14; 11,25
> 
> 9:25   Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff
> sie bei der Hand. Da stand das Mädchen auf.
> 
> 9:26   Und diese Kunde erscholl durch dieses ganze Land.
> 
> Die Heilung zweier Blinder und eines Stummen
> 
> 9:27   Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die
> schrien: Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!
> Kap 20,30
> 
> 9:28   Und als er heimkam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus sprach zu
> ihnen: Glaubt ihr, daß ich das tun kann? Da sprachen sie zu ihm:
> Ja, Herr.
> Apg 14,9
> 
> 9:29   Da berührte er ihre Augen und sprach: Euch geschehe nach eurem
> Glauben!
> Kap 8,13
> 
> 9:30   Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus drohte ihnen und sprach:
> Seht zu, daß es niemand erfahre!
> Kap 8,4
> 
> 9:31   Aber sie gingen hinaus und verbreiteten die Kunde von ihm in diesem
> ganzen Lande.
> 
> 9:32   Als diese nun hinausgegangen waren, siehe, da brachten sie zu ihm
> einen Menschen, der war stumm und besessen.
> 
> 9:33   Als aber der böse Geist ausgetrieben war, redete der Stumme. Und das
> Volk verwunderte sich und sprach: So etwas ist noch nie in Israel
> gesehen worden.
> 
> 9:34   Aber die Pharisäer sprachen: Er treibt die bösen Geister aus durch
> ihren Obersten.
> Kap 12,24-32
> 
> Die große Ernte
> 
> 9:35   Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren
> Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle
> Krankheiten und alle Gebrechen.
> 
> 9:36   Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren
> verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten
> haben.
> 1. Kön 22,17; Hes 34,5;  Mk 6,34
> 
> 9:37   Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind
> der Arbeiter.
> 
> 9:38   Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte
> sende.
> Lk 10,2
> 
>          Die Berufung der Zwölf
> 
> (Mk 6,7; 3,3-19; Lk 9,1; 6,12-16)
> 10:1    Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die
> unreinen Geister, daß sie die austrieben und heilten alle
> Krankheiten und alle Gebrechen.
> 
> 10:2     Die Namen aber der zwölf Apostel sind diese: zuerst Simon, genannt
> Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, der Sohn des Zebedäus,
> und Johannes, sein Bruder;
> (2-4) Mk 3,16-19; Lk 6,14-16; Apg 1,13
> 
> 10:3    Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner;
> Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus;
> 
> 10:4    Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn verriet.
> 
> Die Aussendung der Zwölf
> 
> (Mk 6,7-13; Lk 9,2-6
> 10:5    Diese Zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den
> Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter,
> 
> 10:6    sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel.
> Kap 15,24; Apg 13,46
> 
> 10:7     Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe
> herbeigekommen.
> (7-15) Lk 10,1-12;  Kap 4,17
> 
> 10:8    Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt
> böse Geister aus. Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es
> auch.
> Mk 16,17
> 
> 10:9    Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln
> haben,
> Apg 20,33
> 
> 10:10   auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch
> keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.
> 4. Mose 18,31; 1. Kor 9,14; 1. Tim 5,18
> 
> 10:11   Wenn ihr aber in eine Stadt oder ein Dorf geht, da erkundigt euch,
> ob jemand darin ist, der es wert ist; und bei dem bleibt, bis ihr
> weiterzieht.
> 
> 10:12   Wenn ihr aber in ein Haus geht, so grüßt es;
> 
> 10:13   und wenn es das Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen. Ist
> es aber nicht wert, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden.
> 
> 10:14   Und wenn euch jemand nicht aufnehmen und eure Rede nicht hören wird,
> so geht heraus aus diesem Hause oder dieser Stadt und schüttelt den
> Staub von euren Füßen.
> Apg 13,51
> 
> 10:15   Wahrlich, ich sage euch: Dem Land der Sodomer und Gomorrer wird es
> erträglicher ergehen am Tage des Gerichts als dieser Stadt.
> 1. Mose 19,1-29
> 
> Die Ansage kommender Verfolgungen
> 
> (Mk 13,9-13; Lk 21,12-17)
> 10:16    Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum
> seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.
> Lk 10,3;  Röm 16,19; Eph 5,15
> 
> 10:17   Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den
> Gerichten überantworten und werden euch geißeln in ihren Synagogen.
> Apg 5,40; 2. Kor 11,24
> 
> 10:18   Und man wird euch vor Statthalter und Könige führen um
> meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
> Apg 25,23; 27,24
> 
> 10:19   Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorgt nicht, wie oder was
> ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was
> ihr reden sollt.
> 2. Mose 4,12; Lk 12,11-12; Apg 4,8
> 
> 10:20   Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist
> ist es, der durch euch redet.
> 1. Kor 2,4
> 
> 10:21   Es wird aber ein Bruder den andern dem Tod preisgeben und der Vater
> den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen ihre Eltern und
> werden sie töten helfen.
> Mi 7,6
> 
> 10:22   Und ihr werdet gehaßt werden von jedermann um meines Namens willen.
> Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig werden.
> 2. Tim 2,12;  Kap 24,9-13
> 
> 10:23    Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so flieht in eine
> andere. Wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels
> nicht zu Ende kommen, bis der Menschensohn kommt.
> Apg 8,1;  Kap 16,28
> 
> 10:24   Der Jünger steht nicht über dem Meister und der Knecht nicht über
> seinem Herrn.
> Lk 6,40; Joh 13,16; 15,20
> 
> 10:25   Es ist für den Jünger genug, daß er ist wie sein Meister und der
> Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebul genannt,
> wieviel mehr werden sie seine Hausgenossen so nennen!
> Kap 12,24
> 
> 10:26   Darum fürchtet euch nicht vor ihnen.
> 
> Menschenfurcht und Gottesfurcht
> 
> (Lk 12,2-9)
> Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim,
> was man nicht wissen wird.
> Mk 4,22; Lk 8,17
> 
> 10:27   Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was
> euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.
> 
> 10:28   Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die
> Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der
> Leib und Seele verderben kann in der Hölle.
> Hebr 10,31; Jak 4,12
> 
> 10:29   Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt
> keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.
> 
> 10:30   Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt.
> Apg 27,34
> 
> 10:31   Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge.
> Kap 6,26
> 
> 10:32   Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen
> vor meinem himmlischen Vater.
> Offb 3,5
> 
> 10:33   Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch
> verleugnen vor meinem himmlischen Vater.
> Mk 8,38; Lk 9,26; 2. Tim 2,12
> 
> Entzweiungen um Jesu willen
> 
> 10:34    Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen
> auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern
> das Schwert.
> (34-36) Lk 12,51-53; Mi 7,6
> 
> 10:35   Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater
> und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer
> Schwiegermutter.
> 
> 10:36   Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.
> 
> 10:37   Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht
> wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner
> nicht wert.
> 5. Mose 13,7-12; 33,9; Lk 14,26-27
> 
> 10:38   Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist
> meiner nicht wert.
> Kap 16,24-25
> 
> 10:39   Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben
> verliert um meinetwillen, der wird's finden.
> Lk 9,24; Joh 12,25
> 
> Aufnahme um Jesu willen
> 
> 10:40   Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der
> nimmt den auf, der mich gesandt hat.
> Lk 9,48; Joh 13,20; Gal 4,14
> 
> 10:41   Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, der wird den
> Lohn eines Propheten empfangen. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil
> es ein Gerechter ist, der wird den Lohn eines Gerechten empfangen.
> 1. Kön 17,8-24
> 
> 10:42   Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers
> zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: es
> wird ihm nicht unbelohnt bleiben.
> Kap 25,40; Mk 9,41
> 
>          Die Anfrage des Täufers
> 
> (Lk 7,18-23)
> 11:1    Und es begab sich, als Jesus diese Gebote an seine zwölf Jünger
> beendet hatte, daß er von dort weiterging, um in ihren Städten zu
> lehren und zu predigen.
> 
> 11:2    Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte
> er seine Jünger
> Kap 14,3
> 
> 11:3    und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen
> wir auf einen andern warten?
> Kap 3,11; Mal 3,1
> 
> 11:4    Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes
> wieder, was ihr hört und seht:
> 
> 11:5    Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube
> hören, Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt;
> Jes 35,5-6; 61,1
> 
> 11:6    und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.
> Kap 13,57; 26,31
> 
> Jesu Zeugnis über den Täufer
> 
> (Lk 7,24-35)
> 11:7    Als sie fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk von Johannes zu
> reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet
> ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht?
> Kap 3,1; 3,5
> 
> 11:8    Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen
> Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die weiche Kleider
> tragen, sind in den Häusern der Könige.
> 
> 11:9    Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen
> Propheten sehen? Ja, ich sage euch: er ist mehr als ein Prophet.
> Lk 1,76; 20,6
> 
> 11:10   Dieser ist's, von dem geschrieben steht (Maleachi 3,1): »Siehe, ich
> sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten
> soll.«
> 
> 11:11   Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren
> sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der
> Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als
> er.
> Kap 13,17
> 
> 11:12   Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das
> Himmelreich Gewalt, und die Gewalttätigen reißen es an sich.
> Lk 16,16
> 
> 11:13   Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu
> Johannes;
> 
> 11:14   und wenn ihr's annehmen wollt: er ist Elia, der da kommen soll.
> Kap 17,10-13; Mal 3,23
> 
> 11:15   Wer Ohren hat, der höre!
> 
> 11:16   Mit wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es gleicht den
> Kindern, die auf dem Markt sitzen und rufen den andern zu:
> 
> 11:17   Wir haben euch aufgespielt, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben
> Klagelieder gesungen, und ihr wolltet nicht weinen.
> Joh 5,35
> 
> 11:18   Johannes ist gekommen, aß nicht und trank nicht; so sagen sie: Er
> ist besessen.
> Kap 3,4
> 
> 11:19   Der Menschensohn ist gekommen, ißt und trinkt; so sagen sie: Siehe,
> was ist dieser Mensch für ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der
> Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden
> aus ihren Werken.
> Kap 9,10-15; Joh 2,2;  1. Kor 1,24-30
> 
> Jesu Weheruf über galiläische Städte
> 
> (Lk 10,13-15)
> 11:20   Da fing er an, die Städte zu schelten, in denen die meisten seiner
> Taten geschehen waren; denn sie hatten nicht Buße getan:
> 
> 11:21   Wehe dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wären solche Taten in Tyrus
> und Sidon geschehen, wie sie bei euch geschehen sind, sie hätten
> längst in Sack und Asche Buße getan.
> Jona 3,6
> 
> 11:22   Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen am
> Tage des Gerichts als euch.
> 
> 11:23   Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du
> wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden. Denn wenn in Sodom
> die Taten geschehen wären, die in dir geschehen sind, es stünde noch
> heutigen Tages.
> Kap 4,13; 8,5; 9,1;  Jes 14,13; 14,15
> 
> 11:24   Doch ich sage euch: Es wird dem Land der Sodomer erträglicher
> ergehen am Tage des Gerichts als dir.
> Kap 10,15
> 
> Jesu Lobpreis und Heilandsruf
> 
> 11:25    Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr
> des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen
> verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.
> (25-27) Jes 29,14; Lk 10,21-22; Joh 17,25;  1. Kor 1,18-29
> 
> 11:26   Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen.
> 
> 11:27    Alles ist mir übergeben von einem Vater; und niemand kennt den
> Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der
> Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
> Kap 28,18; Joh 3,35; 17,2; Phil 2,9
> 
> 11:28   Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will
> euch erquicken.
> Kap 12,20; 23,4; Jer 31,25
> 
> 11:29   Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig
> und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
> Jes 28,12; Jer 6,16
> 
> 11:30   Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
> Lk 11,46; 1. Joh 5,3
> 
>          Das Ährenraufen am Sabbat
> 
> (Mk 2,23-28; Lk 6,1-5)
> 12:1    Zu der Zeit ging Jesus durch ein Kornfeld am Sabbat; und seine
> Jünger waren hungrig und fingen an, Ähren auszuraufen und zu essen.
> 5. Mose 23,26
> 
> 12:2    Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine
> Jünger tun, was am Sabbat nicht erlaubt ist.
> 2. Mose 20,10
> 
> 12:3     Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als
> ihn und die bei ihm waren hungerte?
> (3 und 4) 1. Sam 21,7
> 
> 12:4    Wie er in das Gotteshaus ging und aß die Schaubrote, die doch weder
> er noch die bei ihm waren essen durften, sondern allein die
> Priester?
> 3. Mose 24,9
> 
> 12:5    Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im
> Tempel den Sabbat brechen und sind doch ohne Schuld?
> 
> 12:6    Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel.
> 
> 12:7    Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe
> Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer«, dann hättet ihr
> die Unschuldigen nicht verdammt.
> Kap 9,13
> 
> 12:8    Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat.
> 
> Die Heilung eines Mannes am Sabbat
> 
> (Mk 3,1-6; Lk 6,6-11)
> 12:9    Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.
> 
> 12:10   Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie
> fragten ihn und sprachen: Ist's erlaubt, am Sabbat zu heilen?, damit
> sie ihn verklagen könnten.
> 
> 12:11   Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, der sein einziges
> Schaf, wenn es ihm am Sabbat in eine Grube fällt, nicht ergreift und
> ihm heraushilft?
> Lk 14,3-5
> 
> 12:12   Wieviel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum darf man am
> Sabbat Gutes tun.
> 
> 12:13   Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er
> streckte sie aus; und sie wurde ihm wieder gesund wie die andere.
> 
> 12:14   Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat über ihn, wie sie ihn
> umbrächten.
> Joh 5,16
> 
> Der Gottesknecht
> 
> (Mk 3,7-12; Lk 6,17-19)
> 12:15   Aber als Jesus das erfuhr, entwich er von dort. Und eine große Menge
> folgte ihm, und er heilte sie alle
> 
> 12:16   und gebot ihnen, daß sie ihn nicht offenbar machten,
> Kap 8,4
> 
> 12:17   damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der
> da spricht (Jesaja 42,1-4):
> 
> 12:18   »Siehe, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, und mein
> Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat; ich will meinen
> Geist auf ihn legen, und er soll den Heiden das Recht verkündigen.
> Apg 3,13; 3,26;  Kap 3,17
> 
> 12:19   Er wird nicht streiten noch schreien, und man wird seine Stimme
> nicht hören auf den Gassen;
> 
> 12:20   das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden
> Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführt zum
> Sieg;
> 
> 12:21   und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.«
> 
> Jesu Macht über die bösen Geister
> 
> (Mk 3,22-27; Lk 11,14-23)
> 12:22   Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm;
> und er heilte ihn, so daß der Stumme redete und sah.
> 
> 12:23   Und alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht Davids
> Sohn?
> Kap 21,9; Joh 7,42
> 
> 12:24   Aber als die Pharisäer das hörten, sprachen sie: Er treibt die
> bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten.
> Kap 9,34
> 
> 12:25   Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich,
> das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder
> jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen.
> 
> 12:26   Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muß er mit sich selbst
> uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen?
> 
> 12:27   Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen
> treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
> 
> 12:28   Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe,
> so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.
> 1. Joh 3,8
> 
> 12:29   Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm
> seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt? Erst
> dann kann er sein Haus berauben.
> Kap 4,1-11; Jes 49,24
> 
> 12:30    Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir
> sammelt, der zerstreut.
> Mk 9,40
> 
> Die Sünde gegen den heiligen Geist
> 
> (Mk 3,28-30; Lk 12,10)
> 12:31   Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen
> vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.
> 1. Joh 5,16; Hebr 6,4-6; 10,26
> 
> 12:32   Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben;
> aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird's nicht
> vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.
> 1. Tim 1,13
> 
> Vom Baum und seinen Früchten
> 
> (Lk 6,43-45)
> 12:33   Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder
> nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein.
> Denn an der Frucht erkennt man den Baum.
> Kap 7,16-18
> 
> 12:34   Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid?
> Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
> Kap 3,7
> 
> 12:35   Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines
> Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen
> Schatz.
> 
> 12:36   Ich sage euch aber, daß die Menschen Rechenschaft geben müssen am
> Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet
> haben.
> Jak 3,6; Jud 1,15
> 
> 12:37   Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen
> Worten wirst du verdammt werden.
> 
> Die Zeichenforderung der Pharisäer
> 
> (Mk 8,11-12; Lk 11,29-32)
> 12:38   Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und
> sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir
> sehen.
> 
> 12:39   Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges
> Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen
> gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona.
> 
> 12:40   Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war,
> so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der
> Erde sein.
> Jona 2,1;  Eph 4,9; 1. Petr 3,19
> 
> 12:41   Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit
> diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach
> der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.
> Jona 3,5
> 
> 12:42   Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit
> diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der
> Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als
> Salomo.
> 1. Kön 10,1-10
> 
> Von der Rückkehr des bösen Geistes
> 
> (Lk 11,24-26)
> 12:43   Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so
> durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht.
> 
> 12:44   Dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem
> ich fortgegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's leer,
> gekehrt und geschmückt.
> 
> 12:45   Dann geht er hin und nimmt mit sich sieben andre Geister, die böser
> sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin;
> und es wird mit diesem Menschen hernach ärger, als es vorher war.
> So wird's auch diesem bösen Geschlecht ergehen.
> 2. Petr 2,20
> 
> Jesu wahre Verwandte
> 
> (Mk 3,31-35; Lk 8,19-21)
> 12:46   Als er noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und
> seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden.
> Kap 13,55
> 
> 12:47   Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen
> draußen und wollen mit dir reden.
> 
> 12:48   Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist
> meine Mutter, und wer sind meine Brüder?
> Kap 10,37; Lk 2,49
> 
> 12:49   Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da,
> das ist meine Mutter, und das sind meine Brüder!
> Hebr 2,11
> 
> 12:50   Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder
> und Schwester und Mutter.
> Röm 8,29
> 
>          Vom Sämann
> 
> (Mk 4,1-9; Lk 8,4-8)
> 13:1    An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den
> See.
> 
> 13:2    Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm, so daß er in ein
> Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer.
> 
> 13:3    Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Siehe, es
> ging ein Sämann aus, zu säen.
> 
> 13:4    Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg; da kamen die Vögel und
> fraßen's auf.
> 
> 13:5    Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und
> ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte.
> 
> 13:6    Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel
> hatte, verdorrte es.
> 
> 13:7    Einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und
> erstickten's.
> 
> 13:8    Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht, einiges hundertfach,
> einiges sechzigfach, einiges dreißigfach.
> 
> 13:9    Wer Ohren hat, der höre!
> 
> Vom Sinn der Gleichnisse
> 
> (Mk 4,10-12; Lk 8,9-10)
> 13:10   Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen
> in Gleichnissen?
> 
> 13:11   Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, die
> Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist's nicht
> gegeben.
> 1. Kor 2,10
> 
> 13:12   Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber
> nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
> Spr 9,9;  Kap 25,28-29; Mk 4,25; Lk 8,18
> 
> 13:13   Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen
> sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie
> verstehen es nicht.
> Joh 16,25;  5. Mose 29,3
> 
> 13:14   Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt
> (Jesaja 6,9-10): »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht
> verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es
> nicht erkennen.
> 
> 13:15   Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: ihre Ohren hören schwer,
> und ihre Augen sind geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen
> sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich
> bekehren, und ich ihnen helfe.«
> Joh 9,39
> 
> 13:16   Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie
> hören.
> Lk 10,23-24
> 
> 13:17   Wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt,
> zu sehen, was ihr seht, und haben's nicht gesehen, und zu hören, was
> ihr hört, und haben's nicht gehört.
> 1. Petr 1,10
> 
> Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann
> 
> (Mk 4,13-20; Lk 8,11-15)
> 13:18   So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann:
> 
> 13:19   Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt
> der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist; das ist der,
> bei dem auf den Weg gesät ist.
> 
> 13:20   Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort
> hört und es gleich mit Freuden aufnimmt;
> 
> 13:21   aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch;
> wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so
> fällt er gleich ab.
> 
> 13:22   Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört,
> und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das
> Wort, und er bringt keine Frucht.
> Kap 6,19-34; 1. Tim 6,9
> 
> 13:23   Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört
> und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt
> hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.
> 
> Vom Unkraut unter dem Weizen
> 
> 13:24   Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich
> gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
> 
> 13:25   Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut
> zwischen den Weizen und ging davon.
> 
> 13:26   Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das
> Unkraut.
> 
> 13:27   Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du
> nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das
> Unkraut?
> 
> 13:28   Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die
> Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten?
> 
> 13:29   Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft,
> wenn ihr das Unkraut ausjätet.
> 
> 13:30   Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit
> will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und
> bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt
> mir in meine Scheune.
> Kap 3,12; 15,13; Offb 14,15
> 
> Vom Senfkorn
> 
> (Mk 4,30-32; Lk 13,18-19)
> 13:31   Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich
> gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker
> säte;
> 
> 13:32   das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber
> gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum,
> so daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen
> Zweigen.
> Hes 17,23
> 
> Vom Sauerteig
> 
> 13:33   Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem
> Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl
> mengte, bis es ganz durchsäuert war.
> Lk 13,20-21
> 
> 13:34   Das alles redete Jesus in Gleichnissen zu dem Volk, und ohne
> Gleichnisse redete er nichts zu ihnen,
> Mk 4,33-34
> 
> 13:35   damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da
> spricht (Psalm 78,2): »Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen
> und will aussprechen, was verborgen war vom Anfang der Welt an.«
> 
> Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut
> 
> 13:36   Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten
> zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem
> Acker.
> 
> 13:37   Er antwortete und sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist's, der den
> guten Samen sät.
> 
> 13:38   Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs.
> Das Unkraut sind die Kinder des Bösen.
> 1. Kor 3,9;  Joh 8,44
> 
> 13:39   Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der
> Welt. Die Schnitter sind die Engel.
> 
> 13:40   Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird's
> auch am Ende der Welt gehen.
> 
> 13:41   Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus
> seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht
> tun,
> Kap 24,31
> 
> 13:42   und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und
> Zähneklappern sein.
> 
> 13:43   Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters
> Reich. Wer Ohren hat, der höre!
> Dan 12,3
> 
> Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle
> 
> 13:44   Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein
> Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und
> verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.
> Kap 19,29; Lk 14,33; Phil 3,7
> 
> 13:45   Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen
> suchte,
> 
> 13:46   und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte
> alles, was er hatte, und kaufte sie.
> 
> Vom Fischnetz
> 
> 13:47   Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen
> ist und Fische aller Art fängt.
> Kap 22,9-10
> 
> 13:48   Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich
> und lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen
> sie weg.
> 
> 13:49   So wird es auch am Ende der Welt gehen: Die Engel werden ausgehen
> und die Bösen von den Gerechten scheiden
> Kap 25,32
> 
> 13:50   und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und
> Zähneklappern sein.
> 
> 13:51   Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja.
> 
> 13:52   Da sprach er: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger
> des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem
> Schatz Neues und Altes hervorholt.
> 
> Die Verwerfung Jesu in Nazareth
> 
> (Mk 6,1-6; Lk 4,16-30)
> 13:53   Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, daß
> er davonging
> 
> 13:54   und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, so daß
> sie sich entsetzten und fragten: Woher hat dieser solche Weisheit
> und solche Taten?
> 
> 13:55   Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter
> Maria, und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas?
> 
> 13:56   Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm
> denn das alles?
> Joh 6,42; 7,15; 7,52
> 
> 13:57   Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein
> Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem
> Hause.
> Joh 4,44
> 
> 13:58   Und er tat dort nicht viele Zeichen wegen ihres Unglaubens.
> 
>          Das Ende Johannes des Täufers
> 
> (Mk 6,14-29; Lk 3,19-20; 9,7-9)
> 14:1    Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten Herodes.
> 
> 14:2    Und er sprach zu seinen Leuten: Das ist Johannes der Täufer; er ist
> von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten.
> 
> 14:3    Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und in das
> Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders
> Philippus.
> Kap 11,2
> 
> 14:4    Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, daß du sie
> hast.
> 2. Mose 20,14
> 
> 14:5    Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk;
> denn sie hielten ihn für einen Propheten.
> Kap 21,26
> 
> 14:6    Als aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter der
> Herodias vor ihnen. Das gefiel dem Herodes gut.
> 
> 14:7    Darum versprach er ihr mit einem Eid, er wolle ihr geben, was sie
> fordern würde.
> 
> 14:8    Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib
> mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers!
> 
> 14:9    Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit
> ihm zu Tisch saßen, befahl er, es ihr zu geben,
> 
> 14:10   und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.
> 
> 14:11   Und sein Haupt wurde hereingetragen auf einer Schale und dem Mädchen
> gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter.
> 
> 14:12   Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn;
> und sie kamen und verkündeten das Jesus.
> 
> Die Speisung der Fünftausend
> 
> (Mk 6,31-44; Lk 9,10-17; Joh 6,1-13)
> 14:13   Als das Jesus hörte, fuhr er von dort weg in einem Boot in eine
> einsame Gegend allein. Und als das Volk das hörte, folgte es ihm zu
> Fuß aus den Städten.
> 
> 14:14   Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn,
> und er heilte ihre Kranken.
> 
> 14:15   Am Abend aber traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Die Gegend
> ist öde, und die Nacht bricht herein; laß das Volk gehen, damit sie
> in die Dörfer gehen und sich zu essen kaufen.
> 
> 14:16   Aber Jesus sprach zu ihnen: Es ist nicht nötig, daß sie fortgehen;
> gebt ihr ihnen zu essen.
> 
> 14:17   Sie sprachen zu ihm: Wir haben hier nichts als fünf Brote und zwei
> Fische.
> 
> 14:18   Und er sprach: Bringt sie mir her!
> 
> 14:19   Und er ließ das Volk sich auf das Gras lagern und nahm die fünf
> Brote und die zwei Fische, sah auf zum Himmel, dankte und brach's
> und gab die Brote den Jüngern, und die Jünger gaben sie dem Volk.
> 
> 14:20   Und sie aßen alle und wurden satt und sammelten auf, was an Brocken
> übrigblieb, zwölf Körbe voll.
> 2. Kön 4,44
> 
> 14:21   Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Mann, ohne Frauen
> und Kinder.
> 
> Jesus und der sinkende Petrus auf dem See
> 
> (Mk 6,45-52; Joh 6,15-21)
> 14:22   Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor
> ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe.
> 
> 14:23   Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen
> Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein.
> Lk 6,12; 9,18
> 
> 14:24   Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch
> die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen.
> 
> 14:25   Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem
> See.
> 
> 14:26   Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und
> riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht.
> Lk 24,37
> 
> 14:27   Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich
> bin's; fürchtet euch nicht!
> 
> 14:28   Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl
> mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.
> 
> 14:29   Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf
> dem Wasser und kam auf Jesus zu.
> 
> 14:30   Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken
> und schrie: Herr, hilf mir!
> 
> 14:31   Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach
> zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
> 
> 14:32   Und sie traten in das Boot, und der Wind legte sich.
> 
> 14:33   Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist
> wahrhaftig Gottes Sohn!
> Kap 16,16; Joh 1,49
> 
> Krankenheilungen in Genezareth
> 
> (Mk 6,53-56)
> 14:34   Und sie fuhren hinüber und kamen ans Land in Genezareth.
> 
> 14:35   Und als die Leute an diesem Ort ihn erkannten, schickten sie
> Botschaft ringsum in das ganze Land und brachten alle Kranken zu ihm
> 
> 14:36   und baten ihn, daß sie nur den Saum seines Gewandes berühren
> dürften. Und alle, die ihn berührten, wurden gesund.
> Kap 9,21; Lk 6,19
> 
>          Von Reinheit und Unreinheit
> 
> (Mk 7,1-23)
> 15:1    Da kamen zu Jesus Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem und
> sprachen:
> 
> 15:2    Warum übertreten deine Jünger die Satzungen der Ältesten? Denn sie
> waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.
> Lk 11,38
> 
> 15:3    Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr Gottes
> Gebot um eurer Satzungen willen?
> 
> 15:4    Denn Gott hat geboten (2. Mose 20,12; 21,17): »Du sollst Vater und
> Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes
> sterben.«
> 
> 15:5     Aber ihr lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: Eine Opfergabe soll
> sein, was dir von mir zusteht,
> (5 und 6) Spr 28,24; 1. Tim 5,8
> 
> 15:6    der braucht seinen Vater nicht zu ehren. Damit habt ihr Gottes Gebot
> aufgehoben um eurer Satzungen willen.
> 
> 15:7    Ihr Heuchler, wie fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen
> (Jesaja 29,13):
> 
> 15:8    »Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von
> mir;
> 
> 15:9    vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts
> als Menschengebote sind.«
> 
> 15:10   Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Hört zu und
> begreift's:
> 
> 15:11    Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein;
> sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.
> Apg 10,15; 1. Tim 4,4; Tit 1,15
> 
> 15:12   Da traten seine Jünger zu ihm und fragten: Weißt du auch, daß die
> Pharisäer an dem Wort Anstoß nahmen, als sie es hörten?
> 
> 15:13   Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer
> Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen.
> Apg 5,38
> 
> 15:14   Laßt sie, sie sind blinde Blindenführer! Wenn aber ein Blinder den
> andern führt, so fallen sie beide in die Grube.
> Kap 23,24; Lk 6,39; Röm 2,19
> 
> 15:15   Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Deute uns dies Gleichnis!
> 
> 15:16   Und Jesus sprach zu ihnen: Seid denn auch ihr noch immer
> unverständig?
> 
> 15:17   Merkt ihr nicht, daß alles, was zum Mund hineingeht, das geht in den
> Bauch und wird danach in die Grube ausgeleert?
> 
> 15:18   Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das
> macht den Menschen unrein.
> 
> 15:19   Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht,
> Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.
> 1. Mose 8,21
> 
> 15:20   Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen. Aber mit
> ungewaschenen Händen essen macht den Menschen nicht unrein.
> 
> Die kanaanäische Frau
> 
> (Mk 7,24-30)
> 15:21   Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von
> Tyrus und Sidon.
> 
> 15:22   Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie:
> Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird
> von einem bösen Geist übel geplagt.
> 
> 15:23   Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm,
> baten ihn und sprachen: Laß sie doch gehen, denn sie schreit uns
> nach.
> Es kann auch übersetzt werden: »Stell sie zufrieden«.
> 
> 15:24   Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen
> Schafen des Hauses Israel.
> Kap 10,5-6; Röm 15,8
> 
> 15:25   Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
> 
> 15:26   Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, daß man den
> Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.
> 
> 15:27   Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen,
> die vom Tisch ihrer Herren fallen.
> 
> 15:28   Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß.
> Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu
> derselben Stunde.
> Kap 8,10; 8,13
> 
> Weitere Heilungen
> 
> 15:29   Und Jesus ging von dort weiter und kam an das Galiläische Meer und
> ging auf einen Berg und setzte sich dort.
> 
> 15:30   Und es kam eine große Menge zu ihm; die hatten bei sich Gelähmte,
> Verkrüppelte, Blinde, Stumme und viele andere Kranke und legten sie
> Jesus vor die Füße, und er heilte sie,
> 
> 15:31   so daß sich das Volk verwunderte, als sie sahen, daß die Stummen
> redeten, die Verkrüppelten gesund waren, die Gelähmten gingen, die
> Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels.
> Mk 7,37
> 
> Die Speisung der Viertausend
> 
> (Mk 8,1-10)
> 15:32    Und Jesus rief seine Jünger zu sich und sprach: Das Volk jammert
> mich; denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben
> nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit
> sie nicht verschmachten auf dem Wege.
> (32-39) Kap 14,13-21
> 
> 15:33   Da sprachen seine Jünger zu ihm: Woher sollen wir soviel Brot nehmen
> in der Wüste, um eine so große Menge zu sättigen?
> 
> 15:34   Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie
> antworteten: Sieben und ein paar Fische.
> 
> 15:35   Und er ließ das Volk sich auf die Erde lagern
> 
> 15:36   und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab
> sie seinen Jüngern, und die Jünger gaben sie dem Volk.
> 
> 15:37   Und sie aßen alle und wurden satt; und sie sammelten auf, was an
> Brocken übrigblieb, sieben Körbe voll.
> 
> 15:38   Und die gegessen hatten, waren viertausend Mann, ausgenommen Frauen
> und Kinder.
> 
> 15:39   Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er ins Boot und kam in
> das Gebiet von Magadan.
> 
>          Die Zeichenforderung der Pharisäer
> 
> (Mk 8,11-12; Lk 12,54-56)
> 16:1    Da traten die Pharisäer und Sadduzäer zu ihm; die versuchten ihn und
> forderten ihn auf, sie ein Zeichen vom Himmel sehen zu lassen.
> Kap 12,38
> 
> 16:2    Aber er antwortete und sprach: Des Abends sprecht ihr: Es wird ein
> schöner Tag werden, denn der Himmel ist rot.
> 
> 16:3    Und des Morgens sprecht ihr: Es wird heute ein Unwetter kommen, denn
> der Himmel ist rot und trübe. Über das Aussehen des Himmels könnt
> ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit
> urteilen?
> Kap 11,4
> Verse 2b-3 (»Des Abends ... urteilen?«) finden sich bei einigen
> wichtigen Textzeugen nicht.
> 
> 16:4    Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen; doch soll
> ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Jona.
> Und er ließ sie stehen und ging davon.
> Kap 12,39-40
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> Warnung vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer
> 
> (Mk 8,14-21)
> 16:5    Und als die Jünger ans andre Ufer gekommen waren, hatten sie
> vergessen, Brot mitzunehmen.
> 
> 16:6    Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem
> Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
> Lk 12,1
> 
> 16:7    Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird's sein, daß
> wir kein Brot mitgenommen haben.
> 
> 16:8    Als das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was
> bekümmert ihr euch doch, daß ihr kein Brot habt?
> 
> 16:9    Versteht ihr noch nicht? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die
> fünftausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt?
> Kap 14,17-21
> 
> 16:10   Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und wieviel
> Körbe voll ihr da aufgesammelt habt?
> Kap 15,34-38
> 
> 16:11   Wieso versteht ihr denn nicht, daß ich nicht vom Brot zu euch
> geredet habe? Hütet euch vielmehr vor dem Sauerteig der Pharisäer
> und Sadduzäer!
> 
> 16:12   Da verstanden sie, daß er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten
> vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer
> und Sadduzäer.
> 
> Das Bekenntnis des Petrus und die Verheißung an ihn
> 
> (Mk 8,27-30; Lk 9,18-21)
> 16:13   Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine
> Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß der Menschensohn sei?
> 
> 16:14   Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere,
> du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der
> Propheten.
> Kap 14,2;  Kap 17,10;  Lk 7,16
> 
> 16:15   Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, daß ich sei?
> 
> 16:16   Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des
> lebendigen Gottes Sohn!
> Joh 6,69
> 
> 16:17   Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas
> Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern
> mein Vater im Himmel.
> Kap 11,27; Gal 1,15-16
> 
> 16:18   Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will
> ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht
> überwältigen.
> Joh 1,42; Eph 2,20
> 
> 16:19   Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du
> auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und
> alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst
> sein.
> Kap 18,18
> 
> 16:20   Da gebot er seinen Jüngern, niemandem zu sagen, daß er der Christus
> sei.
> Kap 17,9
> 
> Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mk 8,31-33; Lk 9,22)
> 16:21   Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, wie er nach
> Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und
> Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am
> dritten Tage auferstehen.
> Kap 12,40; Joh 2,19
> 
> 16:22   Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott
> bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht!
> 
> 16:23   Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan!
> Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich,
> sondern was menschlich ist.
> 
> Von der Nachfolge
> 
> (Mk 8,34 - 9,1; Lk 9,23-27)
> 16:24    Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der
> verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
> (24 und 25) Kap 10,38-39;  1. Petr 2,21
> 
> 16:25   Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber
> sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.
> Offb 12,11
> 
> 16:26   Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme
> doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit
> er seine Seele auslöse?
> Lk 12,20;  Ps 49,9
> 
> 16:27   Denn es wird geschehen, daß der Menschensohn kommt in der
> Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er
> einem jeden vergelten nach seinem Tun.
> Röm 2,6
> 
> 16:28   Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod
> nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem
> Reich.
> Kap 10,23
> 
>          Die Verklärung Jesu
> 
> (Mk 9,2-13; Lk 9,28-36)
> 17:1    Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und
> Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg.
> Kap 26,37; Mk 5,37; 13,3; 14,33; Lk 8,51
> 
> 17:2     Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie
> die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.
> (2 und 5) 2. Petr 1,16-18;  Offb 1,16
> 
> 17:3    Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm.
> 
> 17:4    Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein!
> Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine
> und Elia eine.
> 
> 17:5    Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte
> Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein
> lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!
> Kap 3,17
> 
> 17:6    Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und
> erschraken sehr.
> 
> 17:7    Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und
> fürchtet euch nicht!
> 
> 17:8    Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus
> allein.
> 
> 17:9    Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr
> sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn
> von den Toten auferstanden ist.
> Kap 16,20
> 
> 17:10   Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die
> Schriftgelehrten, zuerst müsse Elia kommen?
> Kap 11,14
> 
> 17:11   Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Elia soll freilich kommen und
> alles zurechtbringen.
> 
> 17:12   Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen, aber sie haben ihn
> nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So
> wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.
> Kap 14,9-10
> 
> 17:13   Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen
> geredet hatte.
> Lk 1,17
> 
> Die Heilung eines mondsüchtigen Knaben
> 
> (Mk 9,14-29; Lk 9,37-42)
> 17:14   Und als sie zu dem Volk kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel ihm zu
> Füßen
> 
> 17:15   und sprach: Herr, erbarme dich über meinen Sohn! Denn er ist
> mondsüchtig und hat schwer zu leiden; er fällt oft ins Feuer und oft
> ins Wasser;
> 
> 17:16   und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, und sie konnten ihm
> nicht helfen.
> 
> 17:17   Jesus aber antwortete und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes
> Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich
> euch erdulden? Bringt ihn mir her!
> 
> 17:18   Und Jesus bedrohte ihn; und der böse Geist fuhr aus von ihm, und der
> Knabe wurde gesund zu derselben Stunde.
> 
> 17:19   Da traten seine Jünger zu ihm, als sie allein waren, und fragten:
> Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
> Kap 10,1
> 
> 17:20   Er aber sprach zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens. Denn wahrlich,
> ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr
> sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und
> euch wird nichts unmöglich sein.
> Kap 21,21; Lk 17,6; 1. Kor 13,2
> Vers 21 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Aber diese
> Art fährt nur aus durch Beten und Fasten« (vgl. Mk 9,29).
> 
> Die zweite Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mk 9,30-32; Lk 9,43-45)
> 17:22    Als sie aber beieinander waren in Galiläa, sprach Jesus zu ihnen:
> Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der
> Menschen,
> (22 und 23) Kap 16,21; 20,18-19
> 
> 17:23   und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferstehen.
> Und sie wurden sehr betrübt.
> 
> Von der Zahlung der Tempelsteuer
> 
> 17:24   Als sie nun nach Kapernaum kamen, traten zu Petrus, die den
> Tempelgroschen einnehmen, und sprachen: Pflegt euer Meister nicht
> den Tempelgroschen zu geben?
> 2. Mose 30,13; 2. Kön 12,5-6
> 
> 17:25   Er sprach: Ja. Und als er heimkam, kam ihm Jesus zuvor und fragte:
> Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die Könige auf Erden Zoll oder
> Steuern: von ihren Kindern oder von den Fremden?
> 
> 17:26   Als er antwortete: Von den Fremden, sprach Jesus zu ihm: So sind die
> Kinder frei.
> 
> 17:27   Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh hin an den See und
> wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm;
> und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenstück
> finden; das nimm und gib's ihnen für mich und dich.
> 
>          Der Rangstreit der Jünger
> 
> (Mk 9,33-37; Lk 9,46-48)
> 18:1    Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist
> doch der Größte im Himmelreich?
> 
> 18:2    Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie
> 
> 18:3    und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und
> werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
> Kap 19,14
> 
> 18:4    Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der
> Größte im Himmelreich.
> 
> 18:5    Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich
> auf.
> Kap 10,40
> 
> Warnung vor Verführung zum Abfall
> 
> (Mk 9,42-48; Lk 17,1-3a)
> 18:6    Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall
> verführt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals
> gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.
> 
> 18:7    Weh der Welt der Verführungen wegen! Es müssen ja Verführungen
> kommen; doch weh dem Menschen, der zum Abfall verführt!
> 
> 18:8     Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich zum Abfall verführt, so hau
> sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, daß du lahm
> oder verkrüppelt zum Leben eingehst, als daß du zwei Hände oder zwei
> Füße hast und wirst in das ewige Feuer geworfen.
> (8 und 9) Kap 5,29-30
> 
> 18:9    Und wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, reiß es aus und wirf's
> von dir. Es ist besser für dich, daß du einäugig zum Leben eingehst,
> als daß du zwei Augen hast und wirst in das höllische Feuer
> geworfen.
> 
> Vom verlorenen Schaf
> 
> (Lk 15,4-7)
> 18:10   Seht zu, daß ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich
> sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines
> Vaters im Himmel.
> Hebr 1,14
> Vers 11 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Denn der
> Menschensohn ist gekommen, selig zu machen, was verloren ist« (vgl.
> Lk 19,10).
> 
> 18:12   Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins unter
> ihnen sich verirrte: läßt er nicht die neunundneunzig auf den
> Bergen, geht hin und sucht das verirrte?
> 
> 18:13   Und wenn es geschieht, daß er's findet, wahrlich, ich sage euch: er
> freut sich darüber mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht
> verirrt haben.
> 
> 18:14   So ist's auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, daß auch
> nur eines von diesen Kleinen verloren werde.
> 
> Zurechtweisung und Gebet in der Gemeinde
> 
> 18:15   Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht
> zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen
> Bruder gewonnen.
> 3. Mose 19,17; Lk 17,3; Gal 6,1
> 
> 18:16   Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit
> jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde.
> 5. Mose 19,15
> 
> 18:17   Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die
> Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner.
> 1. Kor 5,13; 2. Thess 3,6; Tit 3,10
> 
> 18:18   Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch
> im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll
> auch im Himmel gelöst sein.
> Kap 16,19; Joh 20,23
> 
> 18:19   Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf
> Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von
> meinem Vater im Himmel.
> Mk 11,24
> 
> 18:20   Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich
> mitten unter ihnen.
> Kap 28,20
> 
> Von der Vergebung (»Der Schalksknecht«)
> 
> 18:21   Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muß ich denn meinem
> Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal?
> 
> 18:22   Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern
> siebzigmal siebenmal.
> 1. Mose 4,24; Lk 17,4; Eph 4,32
> 
> 18:23   Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten
> abrechnen wollte.
> 
> 18:24   Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war
> ihm zehntausend Zentner Silber schuldig.
> 
> 18:25   Da er's nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine
> Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und
> damit zu bezahlen.
> Neh 5,5
> 
> 18:26   Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab
> Geduld mit mir; ich will dir's alles bezahlen.
> 
> 18:27   Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei, und
> die Schuld erließ er ihm auch.
> 
> 18:28   Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der
> war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte
> ihn und sprach: Bezahle, was du mir schuldig bist!
> 
> 18:29   Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit
> mir; ich will dir's bezahlen.
> 
> 18:30   Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis,
> bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.
> 
> 18:31   Als aber seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und
> kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben
> hatte.
> 
> 18:32   Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du böser
> Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich
> gebeten hast;
> Lk 6,36
> 
> 18:33   hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht,
> wie ich mich über dich erbarmt habe?
> 1. Joh 4,11
> 
> 18:34   Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern,
> bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war.
> Kap 5,26
> 
> 18:35   So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr einander
> nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder.
> Kap 6,14-15; Jak 2,13
> 
>          Von Ehe, Ehescheidung, Ehelosigkeit
> 
> (Mk 10,1-12)
> 19:1    Und es begab sich, als Jesus diese Reden vollendet hatte, daß er
> sich aufmachte aus Galiläa und kam in das Gebiet von Judäa jenseits
> des Jordans;
> 
> 19:2    und eine große Menge folgte ihm nach, und er heilte sie dort.
> 
> 19:3    Da traten Pharisäer zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Ist's
> erlaubt, daß sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau
> scheidet?
> 
> 19:4    Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang
> den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau
> 1. Mose 1,27
> 
> 19:5    und sprach (1. Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter
> verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch
> sein«?
> 
> 19:6    So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott
> zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!
> 1. Kor 7,10-11
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Fleisch«.
> 
> 19:7    Da fragten sie: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief
> zu geben und sich von ihr zu scheiden?
> Kap 5,31
> 
> 19:8    Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von
> euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist's
> nicht so gewesen.
> 
> 19:9    Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn
> wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.
> Kap 5,32; Lk 16,18
> 
> 19:10   Da sprachen seine Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit
> seiner Frau so, dann ist's nicht gut zu heiraten.
> 
> 19:11   Er sprach aber zu ihnen: Dies Wort fassen nicht alle, sondern nur
> die, denen es gegeben ist.
> 1. Kor 7,7
> 
> 19:12   Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von
> Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich
> selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es
> fassen kann, der fasse es!
> 
> Die Segnung der Kinder
> 
> (Mk 10,13-16; Lk 18,15-17)
> 19:13   Da wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er die Hände auf sie legte
> und betete. Die Jünger aber fuhren sie an.
> 
> 19:14   Aber Jesus sprach: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir
> zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.
> Kap 18,2-3
> 
> 19:15   Und er legte die Hände auf sie und zog von dort weiter.
> 
> Die Gefahr des Reichtums (»Der reiche Jüngling«)
> 
> (Mk 10,17-27; Lk 18,18-27)
> 19:16   Und siehe, einer trat zu ihm und fragte: Meister, was soll ich Gutes
> tun, damit ich das ewige Leben habe?
> 
> 19:17   Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem, was gut ist? Gut
> ist nur Einer. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die
> Gebote.
> 
> 19:18   Da fragte er ihn: Welche? Jesus aber sprach: »Du sollst nicht töten;
> du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht
> falsch Zeugnis geben;
> 
> 19:19   ehre Vater und Mutter« (2. Mose 20,12-16); und: »Du sollst deinen
> Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18).
> 
> 19:20   Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was
> fehlt mir noch?
> 
> 19:21   Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin,
> verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen
> Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!
> Kap 6,20; Lk 12,33
> 
> 19:22   Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er
> hatte viele Güter.
> Ps 62,11
> 
> 19:23   Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein
> Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen.
> 
> 19:24   Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein
> Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
> 
> 19:25   Als das seine Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen:
> Ja, wer kann dann selig werden?
> 
> 19:26   Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist's
> unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.
> Hiob 42,2
> 
> Der Lohn der Nachfolge
> 
> (Mk 10,28-31; Lk 18,28-30)
> 19:27   Da fing Petrus an und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles
> verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür gegeben?
> Kap 4,20-22
> 
> 19:28   Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr
> mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der
> Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch
> sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels.
> Lk 22,30; Offb 3,21;  1. Kor 6,2
> 
> 19:29   Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter
> oder Kinder oder Äcker verläßt um meines Namens willen, der wird's
> hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben.
> 
> 19:30   Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten
> werden die Ersten sein.
> 
>          Von den Arbeitern im Weinberg
> 
> 20:1    Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen
> ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.
> 
> 20:2    Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen
> als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.
> 
> 20:3    Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem
> Markt stehen
> 
> 20:4    und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will
> euch geben, was recht ist.
> 
> 20:5    Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die
> neunte Stunde und tat dasselbe.
> 
> 20:6    Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu
> ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da?
> 
> 20:7    Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu
> ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.
> 
> 20:8    Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem
> Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei
> den letzten bis zu den ersten.
> 
> 20:9    Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder
> empfing seinen Silbergroschen.
> 
> 20:10   Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen;
> und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen.
> 
> 20:11   Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn
> 
> 20:12   und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch
> du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze
> getragen haben.
> 
> 20:13   Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu
> dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen
> Silbergroschen?
> 
> 20:14   Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe
> geben wie dir.
> 
> 20:15   Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein
> ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?
> Röm 9,16; 9,21
> 
> 20:16   So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt« (vgl. 22,14).
> 
> Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mk 10,32-34; Lk 18,31-33)
> 20:17   Und Jesus zog hinauf nach Jerusalem und nahm die zwölf Jünger
> beiseite und sprach zu ihnen auf dem Wege:
> 
> 20:18   Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird
> den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überantwortet werden; und
> sie werden ihn zum Tode verurteilen
> Joh 2,13;  Kap 16,21; 17,22-23
> 
> 20:19   und werden ihn den Heiden überantworten, damit sie ihn verspotten
> und geißeln und kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen.
> 
> Vom Herrschen und vom Dienen (»Die Söhne des Zebedäus«)
> 
> (Mk 10,35-45)
> 20:20   Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen,
> fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten.
> Kap 10,2
> 
> 20:21   Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese
> meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich einen zu deiner Rechten
> und den andern zu deiner Linken.
> Kap 19,28
> 
> 20:22   Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wißt nicht, was ihr bittet.
> Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie
> antworteten ihm: Ja, das können wir.
> Kap 26,39
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »und euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?«
> (vgl. Mk 10,38).
> 
> 20:23   Er sprach zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr zwar trinken, aber das
> Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, steht mir nicht zu.
> Das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist von meinem Vater.
> Apg 12,2; Offb 1,9
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft
> werden« (vgl. Mk 10,39).
> 
> 20:24    Als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder.
> (24-28) Lk 22,24-27
> 
> 20:25   Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wißt, daß die Herrscher
> ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun.
> 
> 20:26   So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein
> will, der sei euer Diener;
> Kap 23,11; 1. Kor 9,19
> 
> 20:27   und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht,
> Mk 9,35
> 
> 20:28   so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, daß er sich dienen
> lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung
> für viele.
> Phil 2,7;  1. Petr 1,18-19
> 
> Die Heilung von zwei Blinden bei Jericho
> 
> (Mk 10,46-52; Lk 18,35-43)
> 20:29   Und als sie von Jericho fortgingen, folgte ihm eine große Menge.
> 
> 20:30   Und siehe, zwei Blinde saßen am Wege; und als sie hörten, daß Jesus
> vorüberging, schrien sie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich
> unser!
> 
> 20:31   Aber das Volk fuhr sie an, daß sie schweigen sollten. Doch sie
> schrien noch viel mehr: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich
> unser!
> 
> 20:32   Jesus aber blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, daß ich
> für euch tun soll?
> 
> 20:33   Sie sprachen zu ihm: Herr, daß unsere Augen aufgetan werden.
> 
> 20:34   Und es jammerte Jesus, und er berührte ihre Augen; und sogleich
> wurden sie wieder sehend, und sie folgten ihm nach.
> 
>          Jesu Einzug in Jerusalem
> 
> (Mk 11,1-10; Lk 19,29-38; Joh 12,12-19)
> 21:1    Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den
> Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus
> 
> 21:2    und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und
> gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei
> ihr; bindet sie los und führt sie zu mir!
> 
> 21:3    Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf
> ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen.
> Kap 26,18
> 
> 21:4    Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den
> Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9):
> 
> 21:5    »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig
> und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines
> Lasttiers.«
> 
> 21:6    Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,
> 
> 21:7    und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider
> darauf, und er setzte sich darauf.
> 
> 21:8    Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg;
> andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
> 2. Kön 9,13
> 
> 21:9    Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna
> dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!
> Hosianna in der Höhe!
> Ps 118,25-26
> 
> 21:10   Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und
> fragte: Wer ist der?
> 
> 21:11   Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in
> Galiläa.
> 
> Die Tempelreinigung
> 
> (Mk 11,15-19; Lk 19,45-48; Joh 2,13-16)
> 21:12   Und Jesus ging in den Tempel hinein und trieb heraus alle Verkäufer
> und Käufer im Tempel und stieß die Tische der Geldwechsler um und
> die Stände der Taubenhändler
> 
> 21:13   und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus
> soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.
> Jer 7,11
> 
> 21:14   Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie.
> 
> 21:15   Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen,
> die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien: Hosianna dem Sohn
> Davids!, entrüsteten sie sich
> 
> 21:16   und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus
> antwortete ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen (Psalm 8,3): »Aus dem
> Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«?
> 
> 21:17   Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und
> blieb dort über Nacht.
> 
> Der verdorrte Feigenbaum
> 
> (Mk 11,12-14; 11,20-24)
> 21:18   Als er aber am Morgen wieder in die Stadt ging, hungerte ihn.
> 
> 21:19   Und er sah einen Feigenbaum an dem Wege, ging hin und fand nichts
> daran als Blätter und sprach zu ihm: Nun wachse auf dir niemals mehr
> Frucht! Und der Feigenbaum verdorrte sogleich.
> Lk 13,6
> 
> 21:20   Und als das die Jünger sahen, verwunderten sie sich und fragten: Wie
> ist der Feigenbaum so rasch verdorrt?
> 
> 21:21   Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch:
> Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein
> Taten wie die mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem
> Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird's geschehen.
> Kap 17,20
> 
> 21:22   Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr's
> empfangen.
> 
> Die Frage nach Jesu Vollmacht
> 
> (Mk 11,27-33; Lk 20,1-8)
> 21:23   Und als er in den Tempel kam und lehrte, traten die Hohenpriester
> und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Aus welcher
> Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
> Joh 2,18; Apg 4,7
> 
> 21:24   Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch eine
> Sache fragen; wenn ihr mir die sagt, will ich euch auch sagen, aus
> welcher Vollmacht ich das tue.
> 
> 21:25   Woher war die Taufe des Johannes? War sie vom Himmel oder von den
> Menschen? Da bedachten sie's bei sich selbst und sprachen: Sagen
> wir, sie war vom Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm
> dann nicht geglaubt?
> 
> 21:26   Sagen wir aber, sie war von Menschen, so müssen wir uns vor dem Volk
> fürchten, denn sie halten alle Johannes für einen Propheten.
> Kap 14,5
> 
> 21:27   Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen's nicht. Da
> sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher
> Vollmacht ich das tue.
> 
> Von den ungleichen Söhnen
> 
> 21:28   Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem
> ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg.
> 
> 21:29   Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es
> ihn, und er ging hin.
> 
> 21:30   Und der Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber
> antwortete und sprach: Ja, Herr! und ging nicht hin.
> Kap 7,21
> 
> 21:31   Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie antworteten: Der
> erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner
> und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.
> Lk 18,9-14
> 
> 21:32   Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr
> glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und
> obwohl ihr's saht, tatet ihr dennoch nicht Buße, so daß ihr ihm dann
> auch geglaubt hättet.
> Lk 7,29
> 
> Von den bösen Weingärtnern
> 
> (Mk 12,1-12; Lk 20,9-19)
> 21:33   Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen
> Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und
> baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer
> Landes.
> Jes 5,1-2
> 
> 21:34   Als nun die Zeit der Früchte herbeikam, sandte er seine Knechte zu
> den Weingärtnern, damit sie seine Früchte holten.
> 
> 21:35   Da nahmen die Weingärtner seine Knechte: den einen schlugen sie, den
> zweiten töteten sie, den dritten steinigten sie.
> 
> 21:36   Abermals sandte er andere Knechte, mehr als das erstemal; und sie
> taten mit ihnen dasselbe.
> 
> 21:37   Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sagte sich: Sie
> werden sich vor meinem Sohn scheuen.
> 
> 21:38   Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie zueinander:
> Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut an uns
> bringen!
> Kap 26,3-5; Joh 1,11
> 
> 21:39   Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten
> ihn.
> 
> 21:40   Wenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er mit diesen
> Weingärtnern tun?
> 
> 21:41   Sie antworteten ihm: Er wird den Bösen ein böses Ende bereiten und
> seinen Weinberg andern Weingärtnern verpachten, die ihm die Früchte
> zur rechten Zeit geben.
> 
> 21:42   Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift (Psalm
> 118,22-23): »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist
> zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein
> Wunder vor unsern Augen«?
> Apg 4,11; 1. Petr 2,4-8
> 
> 21:43   Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und
> einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt.
> 
> 21:44   Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber
> er fällt, den wird er zermalmen.
> Dieser Vers findet sich bei einigen alten Textzeugen nicht.
> 
> 21:45   Und als die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten,
> erkannten sie, daß er von ihnen redete.
> 
> 21:46   Und sie trachteten danach, ihn zu ergreifen; aber sie fürchteten
> sich vor dem Volk, denn es hielt ihn für einen Propheten.
> 
>          Die königliche Hochzeit
> 
> (Lk 14,16-24)
> 22:1    Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und
> sprach:
> 
> 22:2    Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit
> ausrichtete.
> Joh 3,29
> 
> 22:3    Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden;
> doch sie wollten nicht kommen.
> 
> 22:4    Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen:
> Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein
> Mastvieh ist geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!
> 
> 22:5    Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der
> andere an sein Geschäft.
> 
> 22:6    Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie.
> Kap 21,35
> 
> 22:7    Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte
> diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.
> Kap 24,2
> 
> 22:8    Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit,
> aber die Gäste waren's nicht wert.
> 
> 22:9    Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen
> ihr findet.
> 
> 22:10   Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten
> zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle
> voll.
> Kap 13,47
> 
> 22:11   Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen
> Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an,
> Offb 19,8
> 
> 22:12   und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast
> doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte.
> 
> 22:13   Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße
> und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und
> Zähneklappern sein.
> 
> 22:14   Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.
> 
> Die Frage nach der Steuer (»Der Zinsgroschen«)
> 
> (Mk 12,13-17; Lk 20,20-26)
> 22:15   Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn in seinen
> Worten fangen könnten;
> 
> 22:16   und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die
> sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrst
> den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht
> das Ansehen der Menschen.
> Joh 3,2
> 
> 22:17   Darum sage uns, was meinst du: Ist's recht, daß man dem Kaiser
> Steuern zahlt oder nicht?
> 
> 22:18   Als nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was
> versucht ihr mich?
> 
> 22:19   Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen
> Silbergroschen.
> 
> 22:20   Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
> 
> 22:21   Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem
> Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
> Röm 13,1; 13,7
> 
> 22:22   Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen
> davon.
> 
> Die Frage nach der Auferstehung
> 
> (Mk 12,18-27; Lk 20,27-40)
> 22:23   An demselben Tage traten die Sadduzäer zu ihm, die lehren, es gebe
> keine Auferstehung, und fragten ihn
> Apg 4,2; 23,6; 23,8
> 
> 22:24   und sprachen: Meister, Mose hat gesagt (5. Mose 25,5-6): »Wenn einer
> stirbt und hat keine Kinder, so soll sein Bruder die Frau heiraten
> und seinem Bruder Nachkommen erwecken.«
> 
> 22:25   Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und
> weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem
> Bruder;
> 
> 22:26   desgleichen der zweite und der dritte bis zum siebenten.
> 
> 22:27   Zuletzt nach allen starb die Frau.
> 
> 22:28   Nun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein von diesen
> sieben? Sie haben sie ja alle gehabt.
> 
> 22:29   Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder
> die Schrift kennt noch die Kraft Gottes.
> 
> 22:30   Denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich
> heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel.
> 
> 22:31   Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch
> gesagt ist von Gott, der da spricht (2. Mose 3,6):
> 
> 22:32   »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«?
> Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.
> 
> 22:33   Und als das Volk das hörte, entsetzten sie sich über seine Lehre.
> 
> Die Frage nach dem höchsten Gebot
> 
> (Mk 12,28-31; Lk 10,25-28)
> 22:34   Als aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern das Maul
> gestopft hatte, versammelten sie sich.
> 
> 22:35   Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte:
> 
> 22:36   Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz?
> 
> 22:37   Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
> von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose
> 6,5).
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 22:38   Dies ist das höchste und größte Gebot.
> 
> 22:39   Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben
> wie dich selbst« (3. Mose 19,18).
> 
> 22:40   In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
> Röm 13,9-10
> 
> Die Frage nach dem Davidssohn
> 
> (Mk 12,35-37; Lk 20,41-44)
> 22:41   Als nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus:
> 
> 22:42   Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie
> antworteten: Davids.
> Jes 11,1; Joh 7,42
> 
> 22:43   Da fragte er sie: Wie kann ihn dann David durch den Geist Herr
> nennen, wenn er sagt (Psalm 110,1):
> 
> 22:44   »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis
> ich deine Feinde unter deine Füße lege«?
> Kap 26,64
> 
> 22:45   Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er dann sein Sohn?
> 
> 22:46   Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, auch wagte niemand von
> dem Tage an, ihn hinfort zu fragen.
> 
>          Gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer
> 
> (Mk 12,38-40; Lk 20,45-47; 11,39-52)
> 23:1    Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern
> 
> 23:2    und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und
> Pharisäer.
> 
> 23:3    Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren
> Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen's zwar, tun's aber
> nicht.
> Mal 2,7-8; Röm 2,21-23
> 
> 23:4     Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den
> Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger
> dafür krümmen.
> Kap 11,28-30; Apg 15,10; 15,28
> 
> 23:5    Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen
> werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an
> ihren Kleidern groß.
> Kap 6,1;  4. Mose 15,38-39
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 23:6    Sie sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen
> Lk 14,7
> 
> 23:7    und haben's gern, daß sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten
> Rabbi genannt werden.
> 
> 23:8    Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer
> Meister; ihr aber seid alle Brüder.
> 
> 23:9    Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn
> einer ist euer Vater, der im Himmel ist.
> 
> 23:10   Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer
> Lehrer: Christus.
> 
> 23:11   Der größte unter euch soll euer Diener sein.
> Kap 20,26-27
> 
> 23:12   Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich
> selbst erniedrigt, der wird erhöht.
> Hiob 22,29; Spr 29,23; Hes 21,31; Lk 18,14; 1. Petr 5,5
> 
> 23:13   Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das
> Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und
> die hinein wollen, laßt ihr nicht hineingehen.
> Vers 14 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Weh euch,
> Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Häuser der
> Witwen freßt und zum Schein lange Gebete verrichtet! Darum werdet
> ihr ein um so härteres Urteil empfangen« (vgl. Mk 12,40).
> 
> 23:15   Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land
> und Meer durchzieht, damit ihr einen Judengenossen gewinnt; und
> wenn er's geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle,
> doppelt so schlimm wie ihr.
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Gottesfürchtige«.
> 
> 23:16    Weh euch, ihr verblendeten Führer, die ihr sagt: Wenn einer
> schwört bei dem Tempel, das gilt nicht; wenn aber einer schwört
> bei dem Gold des Tempels, der ist gebunden.
> (16-22) Kap 5,34-37;  Kap 15,14
> 
> 23:17   Ihr Narren und Blinden! Was ist mehr: das Gold oder der Tempel, der
> das Gold heilig macht?
> 
> 23:18   Oder: Wenn einer schwört bei dem Altar, das gilt nicht; wenn aber
> einer schwört bei dem Opfer, das darauf liegt, der ist gebunden.
> 
> 23:19   Ihr Blinden! Was ist mehr: das Opfer oder der Altar, der das Opfer
> heilig macht?
> 
> 23:20   Darum, wer schwört bei dem Altar, der schwört bei ihm und bei allem,
> was darauf liegt.
> 
> 23:21   Und wer schwört bei dem Tempel, der schwört bei ihm und bei dem, der
> darin wohnt.
> 
> 23:22   Und wer schwört bei dem Himmel, der schwört bei dem Thron Gottes und
> bei dem, der darauf sitzt.
> 
> 23:23   Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den
> Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im
> Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den
> Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.
> 3. Mose 27,30; Lk 18,12;  Mi 6,8
> 
> 23:24   Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele
> verschluckt!
> 
> 23:25   Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die
> Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub
> und Gier!
> Mk 7,4; 7,8
> 
> 23:26   Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit
> auch das Äußere rein wird!
> Joh 9,40;  Tit 1,15
> 
> 23:27   Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid
> wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber
> innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat!
> 
> 23:28   So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber
> innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.
> 
> 23:29   Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den
> Propheten Grabmäler baut und die Gräber der Gerechten schmückt
> 
> 23:30   und sprecht: Hätten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir
> nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten!
> 
> 23:31   Damit bezeugt ihr von euch selbst, daß ihr Kinder derer seid, die
> die Propheten getötet haben.
> Jer 26,20-23; Kap 5,12; Apg 7,52
> 
> 23:32   Wohlan, macht auch ihr das Maß eurer Väter voll!
> 
> 23:33   Ihr Schlangen, ihr Otternbrut! Wie wollt ihr der höllischen
> Verdammnis entrinnen?
> 
> 23:34   Darum: siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und
> Schriftgelehrte; und von ihnen werdet ihr einige töten und
> kreuzigen, und einige werdet ihr geißeln in euren Synagogen und
> werdet sie verfolgen von einer Stadt zur andern,
> 
> 23:35   damit über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf
> Erden, von dem Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des
> Secharja, des Sohnes Berechjas, den ihr getötet habt zwischen Tempel
> und Altar.
> 1. Mose 4,8;  2. Chr 24,20-21
> 
> 23:36   Wahrlich, ich sage euch: das alles wird über dieses Geschlecht
> kommen.
> 
> Klage über Jerusalem
> 
> (Lk 13,34-35)
> 23:37   Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die
> zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln
> wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und
> ihr habt nicht gewollt!
> 
> 23:38   Siehe, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden« (Jeremia 22,5;
> Psalm 69,26).
> 1. Kön 9,7-8
> 
> 23:39   Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis
> ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
> Kap 21,9; 26,64
> 
>          JESU REDE ÜBER DIE ENDZEIT (Kapitel 24,1 - 25,46)
> Das Ende des Tempels
> 
> (Mk 13,1-2; Lk 21,5-6)
> 24:1    Und Jesus ging aus dem Tempel fort, und seine Jünger traten zu ihm
> und zeigten ihm die Gebäude des Tempels.
> 
> 24:2    Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich
> sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der
> nicht zerbrochen werde.
> Lk 19,44
> 
> Der Anfang der Wehen
> 
> (Mk 13,3-13; Lk 21,7-19)
> 24:3    Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und
> sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen?
> Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der
> Welt?
> Apg 1,6-8
> 
> 24:4    Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, daß euch nicht
> jemand verführe.
> 
> 24:5    Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin
> der Christus, und sie werden viele verführen.
> Joh 5,43;  1. Joh 2,18
> 
> 24:6    Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und
> erschreckt nicht. Denn das muß so geschehen; aber es ist noch nicht
> das Ende da.
> 
> 24:7    Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein
> Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und
> Erdbeben hier und dort.
> 
> 24:8    Das alles aber ist der Anfang der Wehen.
> 
> 24:9     Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und
> ihr werdet gehaßt werden um meines Namens willen von allen Völkern.
> (9-10) Kap 10,21-22; Joh 16,2
> 
> 24:10   Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten
> und werden sich untereinander hassen.
> 
> 24:11   Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele
> verführen.
> 2. Petr 2,1; 1. Joh 4,1
> 
> 24:12   Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in
> vielen erkalten.
> 2. Tim 3,1-5
> 
> 24:13   Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden.
> Kap 10,22; Offb 13,10
> 
> 24:14   Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen
> Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.
> Kap 28,19
> 
> Die große Bedrängnis
> 
> (Mk 13,14-23; Lk 21,20-24)
> 24:15   Wenn ihr nun sehen werdet das Greuelbild der Verwüstung stehen an
> der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel
> (Daniel 9,27; 11,31) - wer das liest, der merke auf! -,
> 
> 24:16   alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist;
> 
> 24:17    und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus
> seinem Hause zu holen;
> (17 und 18) Lk 17,31
> 
> 24:18   und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu
> holen.
> 
> 24:19   Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit!
> Lk 23,29
> 
> 24:20   Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am
> Sabbat.
> 
> 24:21   Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen
> ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird.
> Dan 12,1
> 
> 24:22   Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch
> selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage
> verkürzt.
> 
> 24:23   Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus!
> oder: Da!, so sollt ihr's nicht glauben.
> 
> 24:24   Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen
> und große Zeichen und Wunder tun, so daß sie, wenn es möglich wäre,
> auch die Auserwählten verführten.
> 5. Mose 13,2-4;  2. Thess 2,8-9; Offb 13,13
> 
> 24:25   Siehe, ich habe es euch vorausgesagt.
> 
> 24:26    Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so
> geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es
> nicht.
> (26 und 27) Lk 17,23-24
> 
> 24:27   Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so
> wird auch das Kommen des Menschensohns sein.
> 
> 24:28   Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier.
> Lk 17,37; Offb 19,17-18
> 
> Das Kommen des Menschensohns
> 
> (Mk 13,24-27; Lk 21,25-28)
> 24:29   Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich
> verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne
> werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins
> Wanken kommen.
> Jes 13,10; Offb 6,12-13;  2. Petr 3,10
> 
> 24:30   Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel.
> Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden
> sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer
> Kraft und Herrlichkeit.
> Offb 1,7;  Kap 26,64; Dan 7,13-14; Offb 19,11-13
> 
> 24:31   Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden
> seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des
> Himmels bis zum andern.
> 1. Kor 15,52; Offb 8,2
> 
> Mahnung zur Wachsamkeit
> 
> (Mk 13,28-32; Lk 21,29-33; 12,39-40)
> 24:32   An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: wenn seine Zweige jetzt
> saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer nahe
> ist.
> 
> 24:33   Ebenso auch: wenn ihr das alles seht, so wißt, daß er nahe vor der
> Tür ist.
> 
> 24:34   Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis
> dies alles geschieht.
> 
> 24:35   Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht
> vergehen.
> Kap 5,18; Jes 51,6
> 
> 24:36   Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im
> Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.
> Apg 1,7
> 
> 24:37    Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen
> des Menschensohns.
> (37 und 38) Lk 17,26-27; 1. Mose 6,9 - 7,23
> 
> 24:38   Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut - sie aßen, sie
> tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an
> dem Noah in die Arche hineinging;
> 
> 24:39   und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie
> alle dahin -, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns.
> 
> 24:40   Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der
> andere wird preisgegeben.
> 
> 24:41   Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen,
> die andere wird preisgegeben.
> Lk 17,35
> 
> 24:42   Darum wachet; denn ihr wißt nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
> Kap 25,13
> 
> 24:43   Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüßte, zu welcher
> Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht
> in sein Haus einbrechen lassen.
> 1. Thess 5,2
> 
> 24:44   Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer
> Stunde, da ihr's nicht meint.
> 
> Vom treuen und vom bösen Knecht
> 
> (Lk 12,41-46)
> 24:45   Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine
> Leute gesetzt hat, damit er ihnen zur rechten Zeit zu essen gebe?
> 
> 24:46   Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht.
> 
> 24:47   Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.
> Kap 25,21; 25,23
> 
> 24:48   Wenn aber jener als ein böser Knecht in seinem Herzen sagt: Mein
> Herr kommt noch lange nicht,
> 2. Petr 3,4
> 
> 24:49   und fängt an, seine Mitknechte zu schlagen, ißt und trinkt mit den
> Betrunkenen:
> 
> 24:50   dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er's
> nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,
> 
> 24:51   und er wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm sein Teil geben bei
> den Heuchlern; da wird sein Heulen und Zähneklappern.
> 
>          Von den klugen und törichten Jungfrauen
> 
> 25:1    Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen
> nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen.
> Lk 12,35-36; Offb 19,7
> 
> 25:2    Aber fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.
> 
> 25:3    Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit.
> 
> 25:4    Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.
> 
> 25:5    Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und
> schliefen ein.
> 
> 25:6    Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam
> kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!
> 
> 25:7    Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig.
> 
> 25:8    Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl,
> denn unsre Lampen verlöschen.
> 
> 25:9    Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns
> und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch
> selbst.
> 
> 25:10    Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit
> waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde
> verschlossen.
> (10-12) Lk 13,25
> 
> 25:11   Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu
> uns auf!
> 
> 25:12   Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne
> euch nicht.
> Kap 7,23
> 
> 25:13   Darum wachet! Denn ihr wißt weder Tag noch Stunde.
> Kap 24,42; 24,44
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte: »in
> der der Menschensohn kommen wird« (vgl. 24,44).
> 
> Von den anvertrauten Zentnern
> 
> (Lk 19,12-27)
> 25:14   Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: er rief
> seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an;
> 
> 25:15   dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten
> einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort.
> Röm 12,6
> 
> 25:16   Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und
> handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu.
> 
> 25:17   Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere
> dazu.
> 
> 25:18   Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde
> und verbarg das Geld seines Herrn.
> 
> 25:19   Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte
> Rechenschaft von ihnen.
> 
> 25:20   Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere
> fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner
> anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen.
> 
> 25:21   Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer
> Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel
> setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
> Kap 24,45-47
> 
> 25:22   Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach:
> Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit
> zwei weitere gewonnen.
> 
> 25:23   Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht,
> du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen;
> geh hinein zu deines Herrn Freude!
> 
> 25:24   Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach:
> Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist: du erntest, wo du
> nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast;
> 
> 25:25   und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der
> Erde. Siehe, da hast du das Deine.
> 
> 25:26   Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler
> Knecht! Wußtest du, daß ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und
> einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
> 
> 25:27   Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn
> ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen.
> 
> 25:28   Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner
> hat.
> 
> 25:29   Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle
> haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen
> werden.
> Kap 13,12; Spr 11,24-25
> 
> 25:30   Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein
> Heulen und Zähneklappern.
> 
> Vom Weltgericht
> 
> 25:31   Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und
> alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner
> Herrlichkeit,
> Kap 16,27;  Offb 20,11-13
> 
> 25:32   und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie
> voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken
> scheidet,
> Röm 14,10;  Kap 13,49
> 
> 25:33   und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur
> Linken.
> Hes 34,17
> 
> 25:34   Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her,
> ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet
> ist von Anbeginn der Welt!
> 
> 25:35    Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben.
> Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich
> bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.
> (35 und 36) Jes 58,7
> 
> 25:36   Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank
> gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen,
> und ihr seid zu mir gekommen.
> 
> 25:37   Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben
> wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder
> durstig und haben dir zu trinken gegeben?
> 
> 25:38   Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen,
> oder nackt und haben dich gekleidet?
> 
> 25:39   Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir
> gekommen?
> 
> 25:40   Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage
> euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten
> Brüdern, das habt ihr mir getan.
> Kap 10,42; Spr 19,17; Hebr 2,11
> 
> 25:41   Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr
> Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und
> seinen Engeln!
> Offb 20,10; 20,15
> 
> 25:42   Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen
> gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken
> gegeben.
> 
> 25:43   Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen.
> Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin
> krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.
> 
> 25:44   Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir
> dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder
> krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?
> 
> 25:45   Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was
> ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir
> auch nicht getan.
> 
> 25:46   Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten
> in das ewige Leben.
> Joh 5,29; Jak 2,13
> 
>          LEIDEN, STERBEN UND AUFERSTEHUNG JESU (Kapitel 16,1 - 28,20)
> 
> (Mk 14,1 - 16,20; Lk 22,1 - 24,53; Joh 18,1 - 21,25)
> Der Plan der Hohenpriester und Ältesten
> 
> 26:1    Und es begab sich, als Jesus alle diese Reden vollendet hatte, daß
> er zu seinen Jüngern sprach:
> 
> 26:2    Ihr wißt, daß in zwei Tagen Passa ist; und der Menschensohn wird
> überantwortet werden, daß er gekreuzigt werde.
> 2. Mose 12,1-20;  Kap 20,18
> 
> 26:3    Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes
> im Palast des Hohenpriesters, der hieß Kaiphas,
> Lk 3,1-2
> 
> 26:4    und hielten Rat, wie sie Jesus mit List ergreifen und töten könnten.
> 
> 26:5    Sie sprachen aber: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen
> Aufruhr gebe im Volk.
> 
> Die Salbung in Betanien
> 
> (Lk 7,36-50; Joh 12,1-8)
> 26:6    Als nun Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen,
> 
> 26:7    trat zu ihm eine Frau, die hatte ein Glas mit kostbarem Salböl und
> goß es auf sein Haupt, als er zu Tisch saß.
> 
> 26:8    Als das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu
> diese Vergeudung?
> 
> 26:9    Es hätte teuer verkauft und das Geld den Armen gegeben werden
> können.
> 
> 26:10   Als Jesus das merkte, sprach er zu ihnen: Was betrübt ihr die Frau?
> Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
> 
> 26:11   Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht
> allezeit.
> 5. Mose 15,11
> 
> 26:12   Daß sie das Öl auf meinen Leib gegossen hat, das hat sie für mein
> Begräbnis getan.
> 
> 26:13   Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in der
> ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie
> getan hat.
> 
> Der Verrat des Judas
> 
> 26:14   Da ging einer von den Zwölfen, mit Namen Judas Iskariot, hin zu den
> Hohenpriestern
> 
> 26:15   und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten.
> Und sie boten ihm dreißig Silberlinge.
> Joh 11,57;  Sach 11,12
> 
> 26:16   Und von da an suchte er eine Gelegenheit, daß er ihn verriete.
> 
> Das Abendmahl
> 
> (Joh 13,21-26)
> 26:17   Aber am ersten Tage der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu
> Jesus und fragten: Wo willst du, daß wir dir das Passalamm zum Essen
> bereiten?
> 2. Mose 12,18-20
> 
> 26:18   Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der
> Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das
> Passa feiern mit meinen Jüngern.
> Kap 21,3
> 
> 26:19   Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten
> das Passalamm.
> 
> 26:20   Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen.
> 
> 26:21   Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter
> euch wird mich verraten.
> 
> 26:22   Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln, ihn zu
> fragen: Herr, bin ich's?
> 
> 26:23   Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel
> taucht, der wird mich verraten.
> 
> 26:24   Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht;
> doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es
> wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.
> Lk 17,1-2
> 
> 26:25   Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi?
> Er sprach zu ihm: Du sagst es.
> 
> 26:26    Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und
> gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.
> (26-28) 1. Kor 10,16; 11,23-25
> 
> 26:27   Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket
> alle daraus;
> 
> 26:28   das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur
> Vergebung der Sünden.
> 2. Mose 24,8;  Jer 31,31; Hebr 9,15-16
> Luther übersetzte: »des (neuen) Testaments«.
> 
> 26:29   Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs
> des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon
> trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.
> 
> 26:30   Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den
> Ölberg.
> Ps 113,1 - 118,29
> 
> Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus
> 
> 26:31   Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle Ärgernis
> nehmen an mir. Denn es steht geschrieben (Sacharja 13,7): »Ich werde
> den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich
> zerstreuen.«
> Joh 16,32
> 
> 26:32   Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach
> Galiläa.
> Kap 28,7
> 
> 26:33   Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle
> Ärgernis nehmen, so will ich doch niemals Ärgernis nehmen an dir.
> 
> 26:34   Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe
> der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
> Joh 13,38
> 
> 26:35   Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müßte, will ich
> dich nicht verleugnen. Das gleiche sagten auch alle Jünger.
> 
> Jesus in Gethsemane
> 
> 26:36   Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und
> sprach zu den Jüngern: Setzt euch hier, solange ich dorthin gehe und
> bete.
> 
> 26:37   Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und
> fing an zu trauern und zu zagen.
> Kap 17,1;  Hebr 5,7
> 
> 26:38   Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod;
> bleibt hier und wacht mit mir!
> Joh 12,27
> 
> 26:39   Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und
> betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch
> an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!
> Joh 18,11;  Joh 6,38; Hebr 5,8
> 
> 26:40   Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu
> Petrus: Könnt ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?
> 
> 26:41    Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist
> willig; aber das Fleisch ist schwach.
> Eph 6,18;  Hebr 2,18
> 
> 26:42   Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater,
> ist's nicht möglich, daß dieser Kelch an mir vorübergehe, ohne daß
> ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!
> 
> 26:43   Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren
> voller Schlaf.
> 
> 26:44   Und er ließ sie und ging abermals hin und betete zum dritten Mal
> und redete dieselben Worte.
> 2. Kor 12,8
> 
> 26:45   Dann kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr
> weiter schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, daß der
> Menschensohn in die Hände der Sünder überantwortet wird.
> 
> 26:46   Steht auf, laßt uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät.
> 
> Jesu Gefangennahme
> 
> 26:47   Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zwölfen,
> und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den
> Hohenpriestern und Ältesten des Volkes.
> 
> 26:48   Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen
> ich küssen werde, der ist's; den ergreift.
> 
> 26:49   Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi! und
> küßte ihn.
> 
> 26:50   Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, dazu bist du gekommen? Da
> traten sie heran und legten Hand an Jesus und ergriffen ihn.
> 
> 26:51   Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand
> aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des
> Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
> 
> 26:52   Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer
> das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.
> 1. Mose 9,6
> 
> 26:53   Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, daß er mir
> sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?
> Kap 4,11
> 
> 26:54   Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, daß es so geschehen muß?
> 
> 26:55   Zu der Stunde sprach Jesus zu der Schar: Ihr seid ausgezogen wie
> gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen.
> Habe ich doch täglich im Tempel gesessen und gelehrt, und ihr habt
> mich nicht ergriffen.
> 
> 26:56   Aber das ist alles geschehen, damit erfüllt würden die Schriften der
> Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.
> 
> Jesus vor dem Hohen Rat
> 
> 26:57   Die aber Jesus ergriffen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester
> Kaiphas, wo die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt
> hatten.
> 
> 26:58   Petrus aber folgte ihm von ferne bis zum Palast des Hohenpriesters
> und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, um zu sehen, worauf
> es hinaus wollte.
> 
> 26:59   Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten falsches
> Zeugnis gegen Jesus, daß sie ihn töteten.
> 
> 26:60   Und obwohl viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch nichts.
> Zuletzt traten zwei herzu
> 
> 26:61   und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen
> und in drei Tagen aufbauen.
> Apg 6,14;  Joh 2,19-21
> 
> 26:62   Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du
> nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?
> 
> 26:63   Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich
> beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der
> Christus bist, der Sohn Gottes.
> Kap 27,12;  Joh 10,24
> 
> 26:64   Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an
> werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und
> kommen auf den Wolken des Himmels.
> Ps 110,1;  Kap 16,27; 24,30; Dan 7,13
> 
> 26:65    Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott
> gelästert! Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr
> die Gotteslästerung gehört.
> (65 und 66) 3. Mose 24,16; Joh 10,33; 19,7
> 
> 26:66   Was ist euer Urteil? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes
> schuldig.
> 
> 26:67   Da spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Einige
> aber schlugen ihn ins Angesicht
> Jes 50,6
> 
> 26:68   und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist's, der dich schlug?
> 
> Die Verleugnung des Petrus
> 
> 26:69   Petrus aber saß draußen im Hof; da trat eine Magd zu ihm und sprach:
> Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa.
> 
> 26:70   Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du
> sagst.
> 
> 26:71   Als er aber hinausging in die Torhalle, sah ihn eine andere und
> sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von
> Nazareth.
> 
> 26:72   Und er leugnete abermals und schwor dazu: Ich kenne den Menschen
> nicht.
> 
> 26:73   Und nach einer kleinen Weile traten hinzu, die da standen, und
> sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von denen, denn
> deine Sprache verrät dich.
> 
> 26:74   Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den
> Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn.
> 
> 26:75   Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der
> Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und
> weinte bitterlich.
> 
>          Jesus vor Pilatus. Das Ende des Judas
> 
> 27:1    Am Morgen aber faßten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes
> den Beschluß über Jesus, ihn zu töten,
> 
> 27:2    und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem
> Statthalter Pilatus.
> 
> 27:3    Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er zum Tode verurteilt
> war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den
> Hohenpriestern und Ältesten zurück
> Kap 26,15
> 
> 27:4    und sprach: Ich habe Unrecht getan, daß ich unschuldiges Blut
> verraten habe. Sie aber sprachen: Was geht uns das an? Da sieh du
> zu!
> 
> 27:5    Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte
> sich.
> Apg 1,18-19
> 
> 27:6    Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist
> nicht recht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist
> Blutgeld.
> 5. Mose 23,19
> 
> 27:7    Sie beschlossen aber, den Töpferacker davon zu kaufen zum Begräbnis
> für Fremde.
> 
> 27:8    Daher heißt dieser Acker Blutacker bis auf den heutigen Tag.
> 
> 27:9    Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da
> spricht: »Sie haben die dreißig Silberlinge genommen, den Preis für
> den Verkauften, der geschätzt wurde bei den Israeliten,
> 
> 27:10   und sie haben das Geld für den Töpferacker gegeben, wie mir der Herr
> befohlen hat« (Jeremia 32,9; Sacharja 11,12-13).
> 
> 27:11   Jesus aber stand vor dem Statthalter; und der Statthalter fragte ihn
> und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach: Du sagst
> es.
> 
> 27:12   Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde,
> antwortete er nichts.
> Kap 26,63; Jes 53,7
> 
> 27:13   Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie hart sie dich
> verklagen?
> 
> 27:14   Und er antwortete ihm nicht auf ein einziges Wort, so daß sich der
> Statthalter sehr verwunderte.
> Joh 19,9
> 
> Jesu Verurteilung und Verspottung
> 
> 27:15   Zum Fest aber hatte der Statthalter die Gewohnheit, dem Volk einen
> Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten.
> 
> 27:16   Sie hatten aber zu der Zeit einen berüchtigten Gefangenen, der hieß
> Jesus Barabbas.
> 
> 27:17   Und als sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt
> ihr? Wen soll ich euch losgeben, Jesus Barabbas oder Jesus, von dem
> gesagt wird, er sei der Christus?
> 
> 27:18   Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
> Joh 12,19
> 
> 27:19   Und als er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und
> ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten;
> denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen.
> 
> 27:20   Aber die Hohenpriester und Ältesten überredeten das Volk, daß sie um
> Barabbas bitten, Jesus aber umbringen sollten.
> 
> 27:21   Da fing der Statthalter an und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr?
> Wen von den beiden soll ich euch losgeben? Sie sprachen: Barabbas!
> 
> 27:22   Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem
> gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn
> kreuzigen!
> 
> 27:23   Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Sie schrien aber noch
> mehr: Laß ihn kreuzigen!
> 
> 27:24   Als aber Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern das
> Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die
> Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut;
> seht ihr zu!
> 5. Mose 21,6
> 
> 27:25   Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns
> und unsere Kinder!
> Apg 5,28
> 
> 27:26   Da gab er ihnen Barabbas los, aber Jesus ließ er geißeln und
> überantwortete ihn, daß er gekreuzigt werde.
> 
> 27:27   Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit sich in das
> Prätorium und sammelten die ganze Abteilung um ihn.
> 
> 27:28   Und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an
> 
> 27:29   und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm aufs Haupt und
> gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm
> und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden
> König!
> 
> 27:30   und spien ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.
> Jes 50,6
> 
> Jesu Kreuzigung und Tod
> 
> 27:31   Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und
> zogen ihm seine Kleider an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.
> 
> 27:32   Und als sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen aus Kyrene mit
> Namen Simon; den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trug.
> 
> 27:33   Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt:
> Schädelstätte,
> 
> 27:34   gaben sie ihm Wein zu trinken mit Galle vermischt; und als er's
> schmeckte, wollte er nicht trinken.
> Ps 69,22
> 
> 27:35   Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider
> und warfen das Los darum.
> Joh 19,24
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »damit erfüllt werde, was gesagt ist durch den Propheten (Psalm
> 22,19): Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über
> mein Gewand das Los geworfen« (vgl. Joh 19,24).
> 
> 27:36   Und sie saßen da und bewachten ihn.
> 
> 27:37   Und oben über sein Haupt setzten sie eine Aufschrift mit der Ursache
> seines Todes: Dies ist Jesus, der Juden König.
> 
> 27:38   Und da wurden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und
> einer zur Linken.
> Jes 53,12
> 
> 27:39   Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe
> Ps 22,8
> 
> 27:40   und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei
> Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab
> vom Kreuz!
> Kap 26,61; Joh 2,19
> 
> 27:41   Desgleichen spotteten auch die Hohenpriester mit den
> Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:
> 
> 27:42   Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der
> König von Israel, so steige er nun vom Kreuz herab. Dann wollen wir
> an ihn glauben.
> 
> 27:43   Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm
> hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.
> Ps 22,9;  Weish 2,13; 2,16-20
> 
> 27:44   Desgleichen schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt
> waren.
> 
> 27:45   Und von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze
> Land bis zur neunten Stunde.
> 
> 27:46   Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani?
> Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
> Ps 22,2
> 
> 27:47   Einige aber, die da standen, als sie das hörten, sprachen sie: Der
> ruft nach Elia.
> 
> 27:48   Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn
> mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken.
> Ps 69,22
> 
> 27:49   Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihm
> helfe!
> 
> 27:50   Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.
> 
> 27:51   Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an
> bis unten aus.
> 2. Mose 26,31-33; 2. Chr 3,14
> 
> 27:52   Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten
> sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf
> 
> 27:53   und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die
> heilige Stadt und erschienen vielen.
> 
> 27:54   Als aber der Hauptmann und die mit ihm Jesus bewachten das Erdbeben
> sahen und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen:
> Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!
> 
> 27:55   Und es waren viele Frauen da, die von ferne zusahen; die waren Jesus
> aus Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient;
> Lk 8,2-3
> 
> 27:56   unter ihnen war Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus
> und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
> 
> Jesu Grablegung
> 
> 27:57    Am Abend aber kam ein reicher Mann aus Arimathäa, der hieß Josef
> und war auch ein Jünger Jesu.
> (57 und 58) 5. Mose 21,22-23
> 
> 27:58   Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man
> sollte ihm ihn geben.
> 
> 27:59   Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch
> 
> 27:60   und legte ihn in sein eigenes neues Grab, das er in einen Felsen
> hatte hauen lassen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des
> Grabes und ging davon.
> 
> 27:61   Es waren aber dort Maria von Magdala und die andere Maria; die saßen
> dem Grab gegenüber.
> 
> Die Bewachung des Grabes
> 
> 27:62   Am nächsten Tag, der auf den Rüsttag folgt, kamen die Hohenpriester
> mit den Pharisäern zu Pilatus
> Mk 15,42
> 
> 27:63   und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, daß dieser Verführer
> sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen.
> Kap 20,19
> 
> 27:64   Darum befiehl, daß man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit
> nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist
> auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der
> erste.
> 
> 27:65   Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht
> es, so gut ihr könnt.
> 
> 27:66   Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten
> den Stein.
> 
>          Jesu Auferstehung
> 
> (Mk 16,1-10; Lk 24,1-10; Joh 20,1-18)
> 28:1    Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche
> anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem
> Grab zu sehen.
> Apg 20,7; 1. Kor 16,2; Offb 1,10
> 
> 28:2    Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn
> kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte
> sich darauf.
> 
> 28:3    Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der
> Schnee.
> Kap 17,2; Apg 1,10
> 
> 28:4    Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären
> sie tot.
> 
> 28:5    Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß,
> daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
> 
> 28:6    Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt
> her und seht die Stätte, wo er gelegen hat;
> Kap 12,40; 16,21; 17,23; 20,19
> 
> 28:7    und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, daß er auferstanden
> ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach
> Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
> Kap 26,32
> 
> 28:8    Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und
> liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.
> 
> 28:9    Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und
> sie traten zu ihm und umfaßten seine Füße und fielen vor ihm nieder.
> 
> 28:10   Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und
> verkündigt es meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa gehen: dort
> werden sie mich sehen.
> Hebr 2,11
> 
> 28:11   Als sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die
> Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
> 
> 28:12   Und sie kamen mit den Ältesten zusammen, hielten Rat und gaben den
> Soldaten viel Geld
> 
> 28:13   und sprachen: Sagt, seine Jünger sind in der Nacht gekommen und
> haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
> Kap 27,64
> 
> 28:14   Und wenn es dem Statthalter zu Ohren kommt, wollen wir ihn
> beschwichtigen und dafür sorgen, daß ihr sicher seid.
> 
> 28:15   Sie nahmen das Geld und taten, wie sie angewiesen waren. Und so ist
> dies zum Gerede geworden bei den Juden bis auf den heutigen Tag.
> 
> Der Missionsbefehl
> 
> 28:16   Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus
> sie beschieden hatte.
> 
> 28:17   Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber
> zweifelten.
> 
> 28:18   Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle
> Gewalt im Himmel und auf Erden.
> Kap 11,27; Eph 1,20-22
> 
> 28:19   Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf
> den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
> Kap 24,14; Mk 16,15-16; 2. Kor 5,20
> 
> 28:20   und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe,
> ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
> Kap 18,20
>
> — *Jesu Stammbaum*

