# Johannes der Täufer

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> Johannes der Täufer
> 
> (Mt 3,1-12; Lk 3,1-18; Joh 1,19-27)
> 1:1    Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn
> Gottes.
> 
> 1:2    Wie geschrieben steht im Propheten Jesaja: »Siehe, ich sende meinen
> Boten vor dir her, der deinen Weg bereiten soll.«
> Mt 11,10
> 
> 1:3    »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg
> des Herrn, macht seine Steige eben!« (Maleachi 3,1; Jesaja 40,3):
> 
> 1:4    Johannes der Täufer war in der Wüste und predigte die Taufe der Buße
> zur Vergebung der Sünden.
> 
> 1:5    Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Leute von
> Jerusalem und ließen sich von ihm taufen im Jordan und bekannten
> ihre Sünden.
> 
> 1:6    Johannes aber trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen
> Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig
> 
> 1:7    und predigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der ist stärker
> als ich; und ich bin nicht wert, daß ich mich vor ihm bücke und die
> Riemen seiner Schuhe löse.
> 
> 1:8    Ich taufe euch mit Wasser; aber er wird euch mit dem heiligen Geist
> taufen.
> 
> Jesu Taufe und Versuchung
> 
> (Mt 3,13 - 4,11; Lk 3,21-22; 4,1-13; Joh 1,32-34)
> 1:9    Und es begab sich zu der Zeit, daß Jesus aus Nazareth in Galiläa
> kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan.
> Lk 2,51
> 
> 1:10   Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, daß sich der
> Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn.
> 
> 1:11   Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an
> dir habe ich Wohlgefallen.
> Kap 9,7
> 
> 1:12   Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste;
> 
> 1:13   und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem
> Satan und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
> 
> Der Beginn des Wirkens Jesu in Galiläa
> 
> (Mt 4,12-17; Lk 4,14-15)
> 1:14   Nachdem aber Johannes gefangengesetzt war, kam Jesus nach Galiläa
> und predigte das Evangelium Gottes
> 
> 1:15   und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist
> herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
> Gal 4,4
> 
> Die Berufung der ersten Jünger
> 
> (Mt 4,18-22; Lk 5,1-11; Joh 1,35-51)
> 1:16   Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und
> Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie
> waren Fischer.
> 
> 1:17   Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu
> Menschenfischern machen!
> 
> 1:18   Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.
> 
> 1:19   Und als er ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des
> Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, wie sie im Boot die Netze
> flickten.
> 
> 1:20   Und alsbald rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Boot
> mit den Tagelöhnern und folgten ihm nach.
> 
> Jesus in Kapernaum
> 
> (Mt 8,14-17; Lk 4,31-44)
> 1:21   Und sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald am Sabbat ging er
> in die Synagoge und lehrte.
> 
> 1:22   Und sie entsetzten sich über seine Lehre; denn er lehrte mit
> Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten.
> Mt 7,28-29
> 
> 1:23   Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch, besessen von einem
> unreinen Geist; der schrie:
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 1:24    Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu
> vernichten. Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
> Kap 5,7
> 
> 1:25   Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
> 
> 1:26   Und der unreine Geist riß ihn und schrie laut und fuhr aus von ihm.
> Kap 9,26
> 
> 1:27   Und sie entsetzten sich alle, so daß sie sich untereinander
> befragten und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht!
> Er gebietet auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm!
> 
> 1:28   Und die Kunde von ihm erscholl alsbald überall im ganzen
> galiläischen Land.
> 
> 1:29   Und alsbald gingen sie aus der Synagoge und kamen in das Haus des
> Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes.
> 
> 1:30   Und die Schwiegermutter Simons lag darnieder und hatte das Fieber;
> und alsbald sagten sie ihm von ihr.
> 
> 1:31   Da trat er zu ihr, faßte sie bei der Hand und richtete sie auf; und
> das Fieber verließ sie, und sie diente ihnen.
> 
> 1:32   Am Abend aber, als die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm
> alle Kranken und Besessenen.
> 
> 1:33   Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür.
> 
> 1:34   Und er half vielen Kranken, die mit mancherlei Gebrechen beladen
> waren, und trieb viele böse Geister aus und ließ die Geister nicht
> reden; denn sie kannten ihn.
> Apg 16,17-18
> 
> 1:35   Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er
> ging an eine einsame Stätte und betete dort.
> Mt 14,23; 26,36; Lk 5,16; 11,1
> 
> 1:36   Simon aber und die bei ihm waren, eilten ihm nach.
> 
> 1:37   Und als sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich.
> 
> 1:38   Und er sprach zu ihnen: Laßt uns anderswohin gehen, in die nächsten
> Städte, daß ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.
> 
> 1:39   Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb
> die bösen Geister aus.
> 
> Die Heilung eines Aussätzigen
> 
> (Mt 8,2-4; Lk 5,12-16)
> 1:40   Und es kam zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und
> sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen.
> 
> 1:41   Und es jammerte ihn, und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und
> sprach zu ihm: Ich will's tun; sei rein!
> 
> 1:42   Und sogleich wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein.
> 
> 1:43   Und Jesus drohte ihm und trieb ihn alsbald von sich
> Kap 3,12
> 
> 1:44   und sprach zu ihm: Sieh zu, daß du niemandem etwas sagst; sondern
> geh hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung,
> was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.
> Kap 7,36;  3. Mose 14,2-32
> 
> 1:45   Er aber ging fort und fing an, viel davon zu reden und die
> Geschichte bekanntzumachen, so daß Jesus hinfort nicht mehr
> öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an
> einsamen Orten; doch sie kamen zu ihm von allen Enden.
> 
>          Die Heilung eines Gelähmten (»Der Gichtbrüchige«)
> 
> (Mt 9,1-8; Lk 5,17-26)
> 2:1    Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde
> bekannt, daß er im Hause war.
> 
> 2:2    Und es versammelten sich viele, so daß sie nicht Raum hatten, auch
> nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort.
> 
> 2:3    Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren
> getragen.
> 
> 2:4    Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten
> sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett
> herunter, auf dem der Gelähmte lag.
> 
> 2:5    Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein
> Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
> 
> 2:6    Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen:
> 
> 2:7    Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als
> Gott allein?
> Ps 130,4; Jes 43,25
> 
> 2:8    Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, daß sie so bei sich
> selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren
> Herzen?
> 
> 2:9    Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden
> vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher?
> 
> 2:10   Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu
> vergeben auf Erden - sprach er zu dem Gelähmten:
> 
> 2:11   Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!
> 
> 2:12   Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller
> Augen, so daß sie sich alle entsetzten und Gott priesen und
> sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.
> 
> Die Berufung des Levi und das Mahl mit den Zöllnern
> 
> (Mt 9,9-13; Lk 5,27-32)
> 2:13   Und er ging wieder hinaus an den See; und alles Volk kam zu ihm, und
> er lehrte sie.
> 
> 2:14   Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll
> sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und
> folgte ihm nach.
> 
> 2:15   Und es begab sich, daß er zu Tisch saß in seinem Hause, da setzten
> sich viele Zöllner und Sünder zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern;
> denn es waren viele, die ihm nachfolgten.
> 
> 2:16   Und als die Schriftgelehrten unter den Pharisäern sahen, daß er mit
> den Sündern und Zöllnern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Ißt er
> mit den Zöllnern und Sündern?
> 
> 2:17   Als das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines
> Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen
> und nicht die Gerechten.
> 
> Die Frage nach dem Fasten
> 
> (Mt 9,14-17; Lk 5,33-38)
> 2:18   Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten viel; und es
> kamen einige, die sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des
> Johannes und die Jünger der Pharisäer, und deine Jünger fasten
> nicht?
> 
> 2:19   Und Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten,
> während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen
> ist, können sie nicht fasten.
> 
> 2:20   Es wird aber die Zeit kommen, daß der Bräutigam von ihnen genommen
> wird; dann werden sie fasten, an jenem Tage.
> 
> 2:21   Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid;
> sonst reißt der neue Lappen vom alten ab, und der Riß wird ärger.
> 
> 2:22   Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der
> Wein die Schläuche, und der Wein ist verloren und die Schläuche
> auch; sondern man soll neuen Wein in neue Schläuche füllen.
> 
> Das Ährenraufen am Sabbat
> 
> (Mt 12,1-8; Lk 6,1-5)
> 2:23   Und es begab sich, daß er am Sabbat durch ein Kornfeld ging, und
> seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen.
> 
> 2:24   Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger
> am Sabbat, was nicht erlaubt ist?
> 
> 2:25   Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er
> in Not war und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren:
> 
> 2:26   wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit Abjatars, des
> Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als
> die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren?
> 1. Sam 21,7;  3. Mose 24,9
> 
> 2:27   Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen
> gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.
> 2. Mose 20,10
> 
> 2:28   So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat.
> 
>          Die Heilung eines Mannes am Sabbat
> 
> (Mt 12,9-14; Lk 6,6-11)
> 3:1    Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch,
> der hatte eine verdorrte Hand.
> 
> 3:2    Und sie lauerten darauf, ob er auch am Sabbat ihn heilen würde,
> damit sie ihn verklagen könnten.
> 
> 3:3    Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Tritt hervor!
> 
> 3:4    Und er sprach zu ihnen: Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun,
> Leben erhalten oder töten? Sie aber schwiegen still.
> 
> 3:5    Und er sah sie ringsum an mit Zorn und war betrübt über ihr
> verstocktes Herz und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus!
> Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde gesund.
> 
> 3:6    Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit
> den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbrächten.
> 
> Zulauf des Volkes und viele Heilungen
> 
> (Mt 12,15-16; Lk 6,17-19)
> 3:7     Aber Jesus entwich mit seinen Jüngern an den See, und eine große
> Menge aus Galiläa folgte ihm; auch aus Judäa
> (7 und 8) Mt 4,25
> 
> 3:8    und Jerusalem, aus Idumäa und von jenseits des Jordans und aus der
> Umgebung von Tyrus und Sidon kam eine große Menge zu ihm, die von
> seinen Taten gehört hatte.
> 
> 3:9    Und er sagte zu seinen Jüngern, sie sollten ihm ein kleines Boot
> bereithalten, damit die Menge ihn nicht bedränge.
> 
> 3:10   Denn er heilte viele, so daß alle, die geplagt waren, über ihn
> herfielen, um ihn anzurühren.
> 
> 3:11   Und wenn ihn die unreinen Geister sahen, fielen sie vor ihm nieder
> und schrien: Du bist Gottes Sohn!
> Lk 4,41
> 
> 3:12   Und er gebot ihnen streng, daß sie ihn nicht offenbar machten.
> Kap 1,43-44
> 
> Die Berufung der Zwölf
> 
> (Mt 10,1-4; Lk 6,12-16)
> 3:13   Und er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und
> die gingen hin zu ihm.
> 
> 3:14   Und er setzte zwölf ein, die er auch Apostel nannte, daß sie bei ihm
> sein sollten und daß er sie aussendete zu predigen
> 
> 3:15   und daß sie Vollmacht hätten, die bösen Geister auszutreiben.
> 
> 3:16   Und er setzte die Zwölf ein und gab Simon den Namen Petrus;
> 
> 3:17   weiter: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des
> Jakobus, und gab ihnen den Namen Boanerges, das heißt: Donnersöhne;
> Lk 9,54
> 
> 3:18   weiter: Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und
> Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon
> Kananäus
> 
> 3:19   und Judas Iskariot, der ihn dann verriet.
> 
> Jesus und seine Angehörigen
> 
> 3:20   Und er ging in ein Haus. Und da kam abermals das Volk zusammen, so
> daß sie nicht einmal essen konnten.
> 
> 3:21   Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten ihn
> festhalten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.
> Kap 6,4; Joh 7,5; 8,48
> 
> Jesus und die bösen Geister
> 
> (Mt 12,24-32; Lk 11,14-23)
> 3:22   Die Schriftgelehrten aber, die von Jerusalem herabgekommen waren,
> sprachen: Er hat den Beelzebul, und: Er treibt die bösen Geister
> aus durch ihren Obersten.
> Mt 9,34
> 
> 3:23   Jesus aber rief sie zusammen und sprach zu ihnen in Gleichnissen:
> Wie kann der Satan den Satan austreiben?
> 
> 3:24   Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen.
> 
> 3:25   Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, kann es nicht
> bestehen.
> 
> 3:26   Erhebt sich nun der Satan gegen sich selbst und ist mit sich selbst
> uneins, so kann er nicht bestehen, sondern es ist aus mit ihm.
> 
> 3:27   Niemand kann aber in das Haus eines Starken eindringen und seinen
> Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt; erst dann
> kann er sein Haus berauben.
> 
> 3:28   Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Menschenkindern
> vergeben, auch die Lästerungen, wieviel sie auch lästern mögen;
> 
> 3:29   wer aber den heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in
> Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig.
> Hebr 6,4-6
> 
> 3:30   Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.
> Joh 10,20
> 
> Jesu wahre Verwandte
> 
> (Mt 12,46-50; Lk 8,19-21)
> 3:31   Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen,
> schickten zu ihm und ließen ihn rufen.
> 
> 3:32   Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine
> Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach
> dir.
> 
> 3:33   Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine
> Brüder?
> 
> 3:34   Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach:
> Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder!
> 
> 3:35   Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester
> und meine Mutter.
> 
>          Vom Sämann
> 
> (Mt 13,1-9; Lk 8,4-8)
> 4:1    Und er fing abermals an, am See zu lehren. Und es versammelte sich
> eine sehr große Menge bei ihm, so daß er in ein Boot steigen mußte,
> das im Wasser lag; er setzte sich, und alles Volk stand auf dem
> Lande am See.
> 
> 4:2    Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen; und in seiner Predigt
> sprach er zu ihnen:
> 
> 4:3    Hört zu! Siehe, es ging ein Sämann aus, zu säen.
> 
> 4:4    Und es begab sich, indem er säte, daß einiges auf den Weg fiel; da
> kamen die Vögel und fraßen's auf.
> 
> 4:5    Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und
> ging alsbald auf, weil es keine tiefe Erde hatte.
> 
> 4:6    Als nun die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel
> hatte, verdorrte es.
> 
> 4:7    Und einiges fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen empor und
> erstickten's, und es brachte keine Frucht.
> 
> 4:8    Und einiges fiel auf gutes Land, ging auf und wuchs und brachte
> Frucht, und einiges trug dreißigfach und einiges sechzigfach und
> einiges hundertfach.
> 
> 4:9    Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
> 
> Vom Sinn der Gleichnisse
> 
> (Mt 13,10-17; Lk 8,9-10)
> 4:10   Und als er allein war, fragten ihn, die um ihn waren, samt den
> Zwölfen, nach den Gleichnissen.
> 
> 4:11   Und er sprach zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes
> gegeben; denen aber draußen widerfährt es alles in Gleichnissen,
> 
> 4:12   damit sie es mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen, und
> mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie sich
> nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde.
> Jes 6,9-10
> 
> Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann
> 
> (Mt 13,18-23; Lk 8,11-15)
> 4:13   Und er sprach zu ihnen: Versteht ihr dies Gleichnis nicht, wie wollt
> ihr dann die andern alle verstehen?
> 
> 4:14   Der Sämann sät das Wort.
> 
> 4:15   Das aber sind die auf dem Wege: wenn das Wort gesät wird und sie es
> gehört haben, kommt sogleich der Satan und nimmt das Wort weg, das
> in sie gesät war.
> 
> 4:16   Desgleichen auch die, bei denen auf felsigen Boden gesät ist: wenn
> sie das Wort gehört haben, nehmen sie es sogleich mit Freuden auf,
> 
> 4:17   aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch;
> wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung um des Wortes willen erhebt, so
> fallen sie sogleich ab.
> 
> 4:18   Und andere sind die, bei denen unter die Dornen gesät ist: die hören
> das Wort,
> 
> 4:19   und die Sorgen der Welt und der betrügerische Reichtum und die
> Begierden nach allem andern dringen ein und ersticken das Wort, und
> es bleibt ohne Frucht.
> 
> 4:20   Diese aber sind's, bei denen auf gutes Land gesät ist: die hören das
> Wort und nehmen's an und bringen Frucht, einige dreißigfach und
> einige sechzigfach und einige hundertfach.
> 
> Vom Licht und vom rechten Maß
> 
> (Lk 8,16-18)
> 4:21   Und er sprach zu ihnen: Zündet man etwa ein Licht an, um es unter
> den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Keineswegs, sondern um
> es auf den Leuchter zu setzen.
> Mt 5,15
> 
> 4:22   Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, und
> ist nichts geheim, was nicht an den Tag kommen soll.
> Mt 10,26-27; Lk 12,2
> 
> 4:23   Wer Ohren hat zu hören, der höre!
> 
> 4:24   Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört! Mit welchem Maß ihr
> meßt, wird man euch wieder messen, und man wird euch noch
> dazugeben.
> Mt 7,2
> 
> 4:25   Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, dem wird man
> auch das nehmen, was er hat.
> Mt 13,12-13
> 
> Vom Wachsen der Saat
> 
> 4:26   Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch
> Samen aufs Land wirft
> 
> 4:27   und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und
> wächst - er weiß nicht, wie.
> Jak 5,7
> 
> 4:28   Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die
> Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre.
> 
> 4:29   Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die
> Sichel hin; denn die Ernte ist da.
> 
> Vom Senfkorn
> 
> (Mt 13,31-32; 13,34; Lk 13,18-19)
> 4:30   Und er sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und
> durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden?
> 
> 4:31   Es ist wie ein Senfkorn: wenn das gesät wird aufs Land, so ist's das
> kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden;
> 
> 4:32   und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle
> Kräuter und treibt große Zweige, so daß die Vögel unter dem Himmel
> unter seinem Schatten wohnen können.
> 
> 4:33   Und durch viele solche Gleichnisse sagte er ihnen das Wort so, wie
> sie es zu hören vermochten.
> 
> 4:34   Und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; aber wenn sie allein
> waren, legte er seinen Jüngern alles aus.
> 
> Die Stillung des Sturmes
> 
> (Mt 8,23-27; Lk 8,22-25)
> 4:35   Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Laßt uns
> hinüberfahren.
> 
> 4:36   Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot
> war, und es waren noch andere Boote bei ihm.
> 
> 4:37   Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in
> das Boot, so daß das Boot schon voll wurde.
> 
> 4:38   Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie
> weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts
> danach, daß wir umkommen?
> 
> 4:39   Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer:
> Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine
> große Stille.
> 
> 4:40   Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch
> keinen Glauben?
> 
> 4:41   Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist
> der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!
> 
>          Die Heilung des besessenen Geraseners
> 
> (Mt 8,28-34; Lk 8,26-39)
> 5:1    Und sie kamen ans andre Ufer des Sees in die Gegend der Gerasener.
> 
> 5:2    Und als er aus dem Boot trat, lief ihm alsbald von den Gräbern her
> ein Mensch entgegen mit einem unreinen Geist,
> 
> 5:3    der hatte seine Wohnung in den Grabhöhlen. Und niemand konnte ihn
> mehr binden, auch nicht mit Ketten;
> 
> 5:4    denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen und hatte
> die Ketten zerrissen und die Fesseln zerrieben; und niemand konnte
> ihn bändigen.
> 
> 5:5    Und er war allezeit, Tag und Nacht, in den Grabhöhlen und auf den
> Bergen, schrie und schlug sich mit Steinen.
> 
> 5:6    Als er aber Jesus sah von ferne, lief er hinzu und fiel vor ihm
> nieder
> 
> 5:7    und schrie laut: Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des
> Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!
> Kap 1,24
> 
> 5:8    Denn er hatte zu ihm gesagt: Fahre aus, du unreiner Geist, von dem
> Menschen!
> 
> 5:9    Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er sprach: Legion heiße ich;
> denn wir sind viele.
> 
> 5:10   Und er bat Jesus sehr, daß er sie nicht aus der Gegend vertreibe.
> 
> 5:11   Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Säue auf der Weide.
> 
> 5:12   Und die unreinen Geister baten ihn und sprachen: Laß uns in die Säue
> fahren!
> 
> 5:13   Und er erlaubte es ihnen. Da fuhren die unreinen Geister aus und
> fuhren in die Säue, und die Herde stürmte den Abhang hinunter in den
> See, etwa zweitausend, und sie ersoffen im See.
> 
> 5:14   Und die Sauhirten flohen und verkündeten das in der Stadt und auf
> dem Lande. Und die Leute gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen
> war,
> 
> 5:15   und kamen zu Jesus und sahen den Besessenen, wie er dasaß, bekleidet
> und vernünftig, den, der die Legion unreiner Geister gehabt hatte;
> und sie fürchteten sich.
> 
> 5:16   Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, was mit dem Besessenen
> geschehen war, und das von den Säuen.
> 
> 5:17   Und sie fingen an und baten Jesus, aus ihrem Gebiet fortzugehen.
> 
> 5:18   Und als er in das Boot trat, bat ihn der Besessene, daß er bei ihm
> bleiben dürfe.
> 
> 5:19   Aber er ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh hin in dein
> Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Wohltat dir der
> Herr getan und wie er sich deiner erbarmt hat.
> 
> 5:20   Und er ging hin und fing an, in den Zehn Städten auszurufen, welch
> große Wohltat ihm Jesus getan hatte; und jedermann verwunderte sich.
> Kap 7,31
> 
> Die Heilung einer blutflüssigen Frau und die
> Auferweckung der Tochter des Jaïrus
> 
> (Mt 9,18-26; Lk 8,40-56)
> 5:21   Und als Jesus wieder herübergefahren war im Boot, versammelte sich
> eine große Menge bei ihm, und er war am See.
> 
> 5:22   Da kam einer von den Vorstehern der Synagoge, mit Namen Jaïrus. Und
> als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen
> 
> 5:23   und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten
> Zügen; komm doch und lege deine Hände auf sie, damit sie gesund
> werde und lebe.
> 
> 5:24   Und er ging hin mit ihm. Und es folgte ihm eine große Menge, und sie
> umdrängten ihn.
> 
> 5:25   Und da war eine Frau, die hatte den Blutfluß seit zwölf Jahren
> 
> 5:26   und hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut dafür
> aufgewandt; und es hatte ihr nichts geholfen, sondern es war noch
> schlimmer mit ihr geworden.
> 
> 5:27   Als die von Jesus hörte, kam sie in der Menge von hinten heran und
> berührte sein Gewand.
> 
> 5:28   Denn sie sagte sich: Wenn ich nur seine Kleider berühren könnte, so
> würde ich gesund.
> 
> 5:29   Und sogleich versiegte die Quelle ihres Blutes, und sie spürte es am
> Leibe, daß sie von ihrer Plage geheilt war.
> 
> 5:30   Und Jesus spürte sogleich an sich selbst, daß eine Kraft von ihm
> ausgegangen war, und wandte sich um in der Menge und sprach: Wer hat
> meine Kleider berührt?
> Lk 6,19
> 
> 5:31   Und seine Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, daß dich die Menge
> umdrängt, und fragst: Wer hat mich berührt?
> 
> 5:32   Und er sah sich um nach der, die das getan hatte.
> 
> 5:33   Die Frau aber fürchtete sich und zitterte, denn sie wußte, was an
> ihr geschehen war; sie kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die
> ganze Wahrheit.
> 
> 5:34   Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund
> gemacht; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage!
> 
> 5:35   Als er noch so redete, kamen einige aus dem Hause des Vorstehers der
> Synagoge und sprachen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du
> weiter den Meister?
> 
> 5:36   Jesus aber hörte mit an, was gesagt wurde, und sprach zu dem
> Vorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur!
> Es kann auch übersetzt werden: »Jesus aber überhörte... «.
> 
> 5:37   Und er ließ niemanden mit sich gehen als Petrus und Jakobus und
> Johannes, den Bruder des Jakobus.
> Mt 17,1
> 
> 5:38   Und sie kamen in das Haus des Vorstehers, und er sah das Getümmel,
> und wie sehr sie weinten und heulten.
> 
> 5:39   Und er ging hinein und sprach zu ihnen: Was lärmt und weint ihr?
> Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.
> Joh 11,11
> 
> 5:40   Und sie verlachten ihn. Er aber trieb sie alle hinaus und nahm mit
> sich den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren, und
> ging hinein, wo das Kind lag,
> 
> 5:41   und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! -
> das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!
> Lk 7,14; Apg 9,40
> 
> 5:42   Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war aber zwölf
> Jahre alt. Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.
> 
> 5:43   Und er gebot ihnen streng, daß es niemand wissen sollte, und sagte,
> sie sollten ihr zu essen geben.
> 
>          Die Verwerfung Jesu in Nazareth
> 
> (Mt 13,53-58; Lk 4,16-30)
> 6:1    Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine
> Jünger folgten ihm nach.
> 
> 6:2    Und als der Sabbat kam, fing er an, zu lehren in der Synagoge. Und
> viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er
> das? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und
> solche mächtigen Taten, die durch seine Hände geschehen?
> Joh 7,15
> 
> 6:3    Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus
> und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier
> bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm.
> Joh 6,42
> 
> 6:4    Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in
> seinem Vaterland und bei seinen Verwandten und in seinem Hause.
> 
> 6:5    Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer daß er wenigen
> Kranken die Hände auflegte und sie heilte.
> 
> 6:6    Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er ging rings umher
> in die Dörfer und lehrte.
> 
> Die Aussendung der Zwölf
> 
> (Mt 10,1; 10,5-14; Lk 9,1-6)
> 6:7    Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden je zwei
> und zwei, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister
> Lk 10,1
> 
> 6:8    und gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen
> Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel,
> 
> 6:9    wohl aber Schuhe, und nicht zwei Hemden anzuziehen.
> 
> 6:10   Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus gehen werdet, da bleibt,
> bis ihr von dort weiterzieht.
> 
> 6:11   Und wo man euch nicht aufnimmt und nicht hört, da geht hinaus und
> schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.
> 
> 6:12   Und sie zogen aus und predigten, man solle Buße tun,
> 
> 6:13   und trieben viele böse Geister aus und salbten viele Kranke mit Öl
> und machten sie gesund.
> Jak 5,14-15
> 
> Das Ende Johannes des Täufers
> 
> (Mt 14,1-12; Lk 9,7-9; 3,19-20)
> 6:14   Und es kam dem König Herodes zu Ohren; denn der Name Jesu war nun
> bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den
> Toten auferstanden; darum tut er solche Taten.
> 
> 6:15   Einige aber sprachen: Er ist Elia; andere aber: Er ist ein Prophet
> wie einer der Propheten.
> 
> 6:16   Als es aber Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich
> enthauptet habe, der ist auferstanden.
> 
> 6:17   Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins
> Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders
> Philippus; denn er hatte sie geheiratet.
> 
> 6:18   Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, daß
> du die Frau deines Bruders hast.
> 2. Mose 20,14; 3. Mose 18,16
> 
> 6:19   Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es
> nicht.
> 
> 6:20   Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wußte, daß er ein frommer
> und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn
> hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern.
> 
> 6:21   Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein
> Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten
> von Galiläa.
> 
> 6:22   Da trat herein die Tochter der Herodias und tanzte und gefiel
> Herodes und denen, die mit am Tisch saßen. Da sprach der König zu
> dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir's geben.
> 
> 6:23   Und er schwor ihr einen Eid: Was du von mir bittest, will ich dir
> geben, bis zur Hälfte meines Königreichs.
> Est 5,3; 5,6
> 
> 6:24   Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die
> sprach: Das Haupt Johannes des Täufers.
> 
> 6:25   Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich
> will, daß du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt
> Johannes des Täufers.
> 
> 6:26   Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und derer,
> die mit am Tisch saßen, wollte er sie keine Fehlbitte tun lassen.
> 
> 6:27   Und sogleich schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt
> des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im
> Gefängnis
> 
> 6:28   und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab's dem Mädchen,
> und das Mädchen gab's seiner Mutter.
> 
> 6:29   Und als das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen
> Leichnam und legten ihn in ein Grab.
> 
> Die Speisung der Fünftausend
> 
> (Mt 14,13-21; Lk 9,10-17; Joh 6,1-13)
> 6:30   Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles,
> was sie getan und gelehrt hatten.
> Lk 9,10; 10,17
> 
> 6:31   Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und
> ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie
> hatten nicht Zeit genug zum Essen.
> 
> 6:32   Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.
> 
> 6:33   Und man sah sie wegfahren, und viele merkten es und liefen aus allen
> Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor.
> 
> 6:34   Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn,
> denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine
> lange Predigt an.
> Mt 9,36
> 
> 6:35    Als nun der Tag fast vorüber war, traten seine Jünger zu ihm und
> sprachen: Es ist öde hier, und der Tag ist fast vorüber;
> (35-44) Kap 8,1-9
> 
> 6:36   laß sie gehen, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsum gehen und
> sich Brot kaufen.
> 
> 6:37   Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und
> sie sprachen zu ihm: Sollen wir denn hingehen und für zweihundert
> Silbergroschen Brot kaufen und ihnen zu essen geben?
> 
> 6:38   Er aber sprach zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Geht hin und seht!
> Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf und zwei Fische.
> 
> 6:39   Und er gebot ihnen, daß sie sich alle lagerten, tischweise, auf das
> grüne Gras.
> 
> 6:40   Und sie setzten sich, in Gruppen zu hundert und zu fünfzig.
> 
> 6:41   Und er nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel,
> dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie unter
> ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle.
> Kap 7,34
> 
> 6:42   Und sie aßen alle und wurden satt.
> 
> 6:43   Und sie sammelten die Brocken auf, zwölf Körbe voll, und von den
> Fischen.
> 
> 6:44   Und die die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Mann.
> 
> Jesus kommt zu seinen Jüngern auf dem See
> 
> (Mt 14,22-33; Joh 6,15-21)
> 6:45   Und alsbald trieb er seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor
> ihm hinüberzufahren nach Betsaida, bis er das Volk gehen ließe.
> 
> 6:46   Und als er sie fortgeschickt hatte, ging er hin auf einen Berg, um
> zu beten.
> 
> 6:47   Und am Abend war das Boot mitten auf dem See und er auf dem Land
> allein.
> 
> 6:48   Und er sah, daß sie sich abplagten beim Rudern, denn der Wind stand
> ihnen entgegen. Um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen und ging
> auf dem See und wollte an ihnen vorübergehen.
> 
> 6:49   Und als sie ihn sahen auf dem See gehen, meinten sie, es wäre ein
> Gespenst, und schrien;
> 
> 6:50   denn sie sahen ihn alle und erschraken. Aber sogleich redete er mit
> ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch
> nicht!
> 
> 6:51   und trat zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und sie
> entsetzten sich über die Maßen;
> Kap 4,39
> 
> 6:52   denn sie waren um nichts verständiger geworden angesichts der Brote,
> sondern ihr Herz war verhärtet.
> Kap 8,17
> 
> Krankenheilungen in Genezareth
> 
> (Mt 14,34-36)
> 6:53   Und als sie hinübergefahren waren ans Land, kamen sie nach
> Genezareth und legten an.
> 
> 6:54   Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten ihn die Leute alsbald
> 
> 6:55   und liefen im ganzen Land umher und fingen an, die Kranken auf
> Bahren überall dorthin zu tragen, wo sie hörten, daß er war.
> 
> 6:56   Und wo er in Dörfer, Städte und Höfe hineinging, da legten sie die
> Kranken auf den Markt und baten ihn, daß diese auch nur den Saum
> seines Gewandes berühren dürften; und alle, die ihn berührten,
> wurden gesund.
> Kap 5,27-28; Apg 5,15; 19,11-12
> 
>          Von Reinheit und Unreinheit
> 
> (Mt 15,1-20)
> 7:1    Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und einige von den
> Schriftgelehrten, die aus Jerusalem gekommen waren.
> 
> 7:2    Und sie sahen einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt:
> ungewaschenen Händen das Brot essen.
> 
> 7:3    Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie nicht die
> Hände mit einer Handvoll Wasser gewaschen haben, und halten so die
> Satzungen der Ältesten;
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Älteste«.
> 
> 7:4    und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, wenn sie sich nicht
> gewaschen haben. Und es gibt viele andre Dinge, die sie zu halten
> angenommen haben, wie: Trinkgefäße und Krüge und Kessel und Bänke
> zu waschen.
> Mt 23,25
> 
> 7:5    Da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum leben deine
> Jünger nicht nach den Satzungen der Ältesten, sondern essen das Brot
> mit unreinen Händen?
> 
> 7:6    Er aber sprach zu ihnen: Wie fein hat von euch Heuchlern Jesaja
> geweissagt, wie geschrieben steht (Jesaja 29,13): »Dies Volk ehrt
> mich mit den Lippen; aber ihr Herz ist fern von mir.
> 
> 7:7    Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts
> sind als Menschengebote.«
> 
> 7:8    Ihr verlaßt Gottes Gebot und haltet der Menschen Satzungen.
> 
> 7:9    Und er sprach zu ihnen: Wie fein hebt ihr Gottes Gebot auf, damit
> ihr eure Satzungen aufrichtet!
> 
> 7:10   Denn Mose hat gesagt (2. Mose 20,12; 21,17): »Du sollst deinen Vater
> und deine Mutter ehren«, und: »Wer Vater oder Mutter flucht, der
> soll des Todes sterben.«
> 
> 7:11   Ihr aber lehrt: Wenn einer zu Vater oder Mutter sagt: Korban - das
> heißt: Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht -,
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 7:12   so laßt ihr ihn nichts mehr tun für seinen Vater oder seine Mutter
> 
> 7:13   und hebt so Gottes Wort auf durch eure Satzungen, die ihr
> überliefert habt; und dergleichen tut ihr viel.
> 
> 7:14   Und er rief das Volk wieder zu sich und sprach zu ihnen: Hört mir
> alle zu und begreift's!
> 
> 7:15   Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, das ihn
> unrein machen könnte; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das
> ist's, was den Menschen unrein macht.
> Apg 10,14-15
> Vers 16 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Hat jemand
> Ohren zu hören, der höre!« (vgl. 4,9; 4,23)
> 
> 7:17   Und als er von dem Volk ins Haus kam, fragten ihn seine Jünger nach
> diesem Gleichnis.
> 
> 7:18   Und er sprach zu ihnen: Seid ihr denn auch so unverständig? Merkt
> ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn
> nicht unrein machen kann?
> 
> 7:19   Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch, und kommt
> heraus in die Grube. Damit erklärte er alle Speisen für rein.
> 
> 7:20   Und er sprach: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den
> Menschen unrein;
> 
> 7:21   denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus böse
> Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,
> 
> 7:22   Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Mißgunst,
> Lästerung, Hochmut, Unvernunft.
> 
> 7:23   Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und machen den
> Menschen unrein.
> 
> Die Frau aus Syrophönizien
> 
> (Mt 15,21-28)
> 7:24   Und er stand auf und ging von dort in das Gebiet von Tyrus. Und er
> ging in ein Haus und wollte es niemanden wissen lassen und konnte
> doch nicht verborgen bleiben,
> 
> 7:25   sondern alsbald hörte eine Frau von ihm, deren Töchterlein einen
> unreinen Geist hatte. Und sie kam und fiel nieder zu seinen Füßen
> 
> 7:26   - die Frau war aber eine Griechin aus Syrophönizien - und bat ihn,
> daß er den bösen Geist von ihrer Tochter austreibe.
> 
> 7:27   Jesus aber sprach zu ihr: Laß zuvor die Kinder satt werden; es ist
> nicht recht, daß man den Kindern das Brot wegnehme und werfe es vor
> die Hunde.
> 
> 7:28   Sie antwortete aber und sprach zu ihm: Ja, Herr; aber doch fressen
> die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder.
> 
> 7:29   Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin, der böse
> Geist ist von deiner Tochter ausgefahren.
> 
> 7:30   Und sie ging hin in ihr Haus und fand das Kind auf dem Bett liegen,
> und der böse Geist war ausgefahren.
> 
> Die Heilung eines Taubstummen
> 
> 7:31    Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch
> Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn
> Städte.
> (31-37) Mt 15,29-31;  Kap 5,20
> 
> 7:32   Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten
> ihn, daß er die Hand auf ihn lege.
> 
> 7:33   Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in
> die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und
> 
> 7:34   sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das
> heißt: Tu dich auf!
> 
> 7:35   Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge
> löste sich, und er redete richtig.
> 
> 7:36   Und er gebot ihnen, sie sollten's niemandem sagen. Je mehr er's aber
> verbot, desto mehr breiteten sie es aus.
> Kap 1,43-45
> 
> 7:37   Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles
> wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.
> 
>          Die Speisung der Viertausend
> 
> (Mt 15,32-39)
> 8:1    Zu der Zeit, als wieder eine große Menge da war und sie nichts zu
> essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich und sprach zu ihnen:
> 
> 8:2     Mich jammert das Volk, denn sie haben nun drei Tage bei mir
> ausgeharrt und haben nichts zu essen.
> (2-9) Kap 6,34-44
> 
> 8:3    Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege
> verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen.
> 
> 8:4    Seine Jünger antworteten ihm: Wie kann sie jemand hier in der Wüste
> mit Brot sättigen?
> 
> 8:5    Und er fragte sie: Wieviel Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben.
> 
> 8:6    Und er gebot dem Volk, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die
> sieben Brote, dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit
> sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus.
> 
> 8:7    Und sie hatten auch einige Fische, und er dankte und ließ auch diese
> austeilen.
> 
> 8:8    Sie aßen aber und wurden satt und sammelten die übrigen Brocken auf,
> sieben Körbe voll.
> 
> 8:9    Und es waren etwa viertausend; und er ließ sie gehen.
> 
> Die Zeichenforderung der Pharisäer
> 
> (Mt 16,1-4)
> 8:10   Und alsbald stieg er in das Boot mit seinen Jüngern und kam in die
> Gegend von Dalmanuta.
> 
> 8:11   Und die Pharisäer kamen heraus und fingen an, mit ihm zu streiten,
> versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
> Joh 6,30
> 
> 8:12   Und er seufzte in seinem Geist und sprach: Was fordert doch dieses
> Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch: Es wird diesem
> Geschlecht kein Zeichen gegeben werden!
> 
> 8:13   Und er verließ sie und stieg wieder in das Boot und fuhr hinüber.
> 
> Warnung vor den Pharisäern und vor Herodes
> 
> (Mt 16,5-12)
> 8:14   Und sie hatten vergessen, Brot mitzunehmen, und hatten nicht mehr
> mit sich im Boot als ein Brot.
> 
> 8:15   Und er gebot ihnen und sprach: Schaut zu und seht euch vor vor dem
> Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes.
> Lk 12,1;  Kap 3,6
> 
> 8:16   Und sie bedachten hin und her, daß sie kein Brot hätten.
> 
> 8:17   Und er merkte das und sprach zu ihnen: Was bekümmert ihr euch doch,
> daß ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht, und begreift ihr
> noch nicht? Habt ihr noch ein verhärtetes Herz in euch?
> Kap 6,52
> 
> 8:18    Habt Augen und seht nicht, und habt Ohren und hört nicht, und denkt
> nicht daran:
> Mt 13,13; 13,16
> 
> 8:19   als ich die fünf Brote brach für die fünftausend, wieviel Körbe voll
> Brocken habt ihr da aufgesammelt? Sie sagten: Zwölf.
> Kap 6,41-44
> 
> 8:20   Und als ich die sieben brach für die viertausend, wieviel Körbe voll
> Brocken habt ihr da aufgesammelt? Sie sagten: Sieben.
> Vers 8-9
> 
> 8:21   Und er sprach zu ihnen: Begreift ihr denn noch nicht?
> 
> Die Heilung eines Blinden
> 
> 8:22   Und sie kamen nach Betsaida. Und sie brachten zu ihm einen Blinden
> und baten ihn, daß er ihn anrühre.
> Kap 6,56
> 
> 8:23   Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn hinaus vor das
> Dorf, tat Speichel auf seine Augen, legte seine Hände auf ihn und
> fragte ihn: Siehst du etwas?
> Joh 9,6
> 
> 8:24   Und er sah auf und sprach: Ich sehe die Menschen, als sähe ich Bäume
> umhergehen.
> 
> 8:25   Danach legte er abermals die Hände auf seine Augen. Da sah er
> deutlich und wurde wieder zurechtgebracht, so daß er alles scharf
> sehen konnte.
> 
> 8:26   Und er schickte ihn heim und sprach: Geh nicht hinein in das Dorf!
> 
> Das Bekenntnis des Petrus
> 
> (Mt 16,13-20; Lk 9,18-21; Joh 6,67-69)
> 8:27   Und Jesus ging fort mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea
> Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu
> ihnen: Wer sagen die Leute, daß ich sei?
> 
> 8:28   Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer;
> einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten.
> Kap 6,15
> 
> 8:29   Und er fragte sie: Ihr aber, wer sagt ihr, daß ich sei? Da
> antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus!
> 
> 8:30   Und er gebot ihnen, daß sie niemandem von ihm sagen sollten.
> Kap 9,9
> 
> Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mt 16,21-23; Lk 9,22)
> 8:31   Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muß viel leiden und
> verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und
> Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen
> auferstehen.
> Kap 9,31; 10,32-34
> 
> 8:32   Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite
> und fing an, ihm zu wehren.
> 
> 8:33   Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und
> sprach: Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich,
> sondern was menschlich ist.
> 
> Von der Nachfolge
> 
> (Mt 16,24-28; Lk 9,23-27)
> 8:34   Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu
> ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme
> sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
> 
> 8:35   Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer
> sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen,
> der wird's erhalten.
> Mt 10,39
> 
> 8:36   Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und
> nähme an seiner Seele Schaden?
> 
> 8:37   Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?
> 
> 8:38   Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem
> abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der
> Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines
> Vaters mit den heiligen Engeln.
> Mt 10,33
> 
>   9:1    Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige
> hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie sehen das Reich
> Gottes kommen mit Kraft.
> 
> Die Verklärung Jesu
> 
> (Mt 17,1-13; Lk 9,28-36)
> 9:2    Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus, Jakobus und
> Johannes und führte sie auf einen hohen Berg, nur sie allein. Und er
> wurde vor ihnen verklärt;
> 
> 9:3    und seine Kleider wurden hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher
> auf Erden so weiß machen kann.
> 
> 9:4    Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie redeten mit Jesus.
> 
> 9:5    Und Petrus fing an und sprach zu Jesus: Rabbi, hier ist für uns gut
> sein. Wir wollen drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia
> eine.
> 
> 9:6    Er wußte aber nicht, was er redete; denn sie waren ganz verstört.
> 
> 9:7    Und es kam eine Wolke, die überschattete sie. Und eine Stimme
> geschah aus der Wolke: Das ist mein lieber Sohn; den sollt ihr
> hören!
> Kap 1,11; 2. Petr 1,17
> 
> 9:8    Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei
> sich als Jesus allein.
> 
> 9:9    Als sie aber vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus, daß sie
> niemandem sagen sollten, was sie gesehen hatten, bis der
> Menschensohn auferstünde von den Toten.
> Kap 8,30
> 
> 9:10   Und sie behielten das Wort und befragten sich untereinander: Was ist
> das, auferstehen von den Toten?
> 
> 9:11   Und sie fragten ihn und sprachen: Sagen nicht die Schriftgelehrten,
> daß zuvor Elia kommen muß?
> 
> 9:12   Er aber sprach zu ihnen: Elia soll ja zuvor kommen und alles wieder
> zurechtbringen. Und wie steht dann geschrieben von dem Menschensohn,
> daß er viel leiden und verachtet werden soll?
> Mal 3,23;  Jes 53,3-5
> 
> 9:13   Aber ich sage euch: Elia ist gekommen, und sie haben ihm angetan,
> was sie wollten, wie von ihm geschrieben steht.
> Mt 11,14;  1. Kön 19,2; 19,10
> 
> Die Heilung eines besessenen Knaben
> 
> (Mt 17,14-20; Lk 9,37-42)
> 9:14   Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine große Menge um sie herum
> und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten.
> 
> 9:15   Und sobald die Menge ihn sah, entsetzten sich alle, liefen herbei
> und grüßten ihn.
> 
> 9:16   Und er fragte sie: Was streitet ihr mit ihnen?
> 
> 9:17   Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn
> hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist.
> Siehe Sach- und Worterklärungen (»Geister, böse«.)
> 
> 9:18   Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn; und er hat Schaum vor dem Mund
> und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen
> Jüngern geredet, daß sie ihn austreiben sollen, und sie konnten's
> nicht.
> 
> 9:19   Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht,
> wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen?
> Bringt ihn her zu mir!
> 
> 9:20   Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah,
> riß er ihn. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum
> vor dem Mund.
> 
> 9:21   Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist's, daß ihm das
> widerfährt? Er sprach: Von Kind auf.
> 
> 9:22   Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, daß er ihn
> umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf
> uns!
> 
> 9:23   Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst - alle Dinge sind
> möglich dem, der da glaubt.
> 
> 9:24   Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem
> Unglauben!
> 
> 9:25   Als nun Jesus sah, daß das Volk herbeilief, bedrohte er den unreinen
> Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich
> gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein!
> 
> 9:26   Da schrie er und riß ihn sehr und fuhr aus. Und der Knabe lag da
> wie tot, so daß die Menge sagte: Er ist tot.
> Kap 1,26
> 
> 9:27   Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er
> stand auf.
> 
> 9:28   Und als er heimkam, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum
> konnten wir ihn nicht austreiben?
> 
> 9:29   Und er sprach: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch
> Beten.
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »und Fasten«.
> 
> Die zweite Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mt 17,22-23; Lk 9,43-45)
> 9:30   Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa; und er wollte
> nicht, daß es jemand wissen sollte.
> 
> 9:31   Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Menschensohn
> wird überantwortet werden in die Hände der Menschen, und sie werden
> ihn töten; und wenn er getötet ist, so wird er nach drei Tagen
> auferstehen.
> Kap 8,31; 10,32-34
> 
> 9:32   Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu
> fragen.
> Lk 18,34
> 
> Der Rangstreit der Jünger
> 
> (Mt 18,1-5; Lk 9,46-48)
> 9:33   Und sie kamen nach Kapernaum. Und als er daheim war, fragte er sie:
> Was habt ihr auf dem Weg verhandelt?
> 
> 9:34   Sie aber schwiegen; denn sie hatten auf dem Weg miteinander
> verhandelt, wer der Größte sei.
> 
> 9:35   Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn
> jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und
> aller Diener.
> Kap 10,43-44; Mt 23,11; Lk 22,26-27
> 
> 9:36   Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und
> sprach zu ihnen:
> 
> 9:37   Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf;
> und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der
> mich gesandt hat.
> Mt 10,40
> 
> Der fremde Wundertäter
> 
> (Lk 9,49-50)
> 9:38   Johannes sprach zu ihm: Meister, wir sahen einen, der trieb böse
> Geister in deinem Namen aus, und wir verboten's ihm, weil er uns
> nicht nachfolgt.
> 4. Mose 11,27-28
> 
> 9:39   Jesus aber sprach: Ihr sollt's ihm nicht verbieten. Denn niemand,
> der ein Wunder tut in meinem Namen, kann so bald übel von mir reden.
> 1. Kor 12,3
> 
> 9:40   Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
> Mt 12,30; Lk 11,23
> 
> 9:41   Denn wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt deshalb, weil ihr
> Christus angehört, wahrlich, ich sage euch: Es wird ihm nicht
> unvergolten bleiben.
> Mt 10,42
> 
> Warnung vor Verführung zum Abfall
> 
> (Mt 18,6-9; Lk 17,1-2)
> 9:42   Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall
> verführt, für den wäre es besser, daß ihm ein Mühlstein an den Hals
> gehängt und er ins Meer geworfen würde.
> 
> 9:43   Wenn dich aber deine Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab! Es
> ist besser für dich, daß du verkrüppelt zum Leben eingehst, als daß
> du zwei Hände hast und fährst in die Hölle, in das Feuer, das nie
> verlöscht.
> Mt 5,30
> 
> 9:45   Wenn dich dein Fuß zum Abfall verführt, so haue ihn ab! Es ist
> besser für dich, daß du lahm zum Leben eingehst, als daß du zwei
> Füße hast und wirst in die Hölle geworfen.
> In der späteren Überlieferung wird als Vers 44 und 46 der Text von
> Vers 48 eingefügt.
> 
> 9:47   Wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf's von dir! Es ist
> besser für dich, daß du einäugig in das Reich Gottes gehst, als daß
> du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen,
> Mt 5,29
> 
> 9:48   wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht.
> Jes 66,24
> 
> 9:49   Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden.
> 
> 9:50   Das Salz ist gut; wenn aber das Salz nicht mehr salzt, womit wird
> man's würzen? Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander!
> Mt 5,13; Lk 14,34;  Kol 4,6
> 
>          Von der Ehescheidung
> 
> (Mt 19,1-9)
> 10:1    Und er machte sich auf und kam von dort in das Gebiet von Judäa und
> jenseits des Jordans. Und abermals lief das Volk in Scharen bei ihm
> zusammen, und wie es seine Gewohnheit war, lehrte er sie abermals.
> 
> 10:2    Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich
> scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.
> 
> 10:3    Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
> 
> 10:4    Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben
> und sich zu scheiden.
> 5. Mose 24,1; Mt 5,31-32
> 
> 10:5    Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er
> euch dieses Gebot geschrieben;
> 
> 10:6    aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann
> und Frau.
> 1. Mose 1,27
> 
> 10:7     Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und
> wird an seiner Frau hängen,
> (7 und 8) 1. Mose 2,24
> 
> 10:8    und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr
> zwei, sondern ein Fleisch.
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Fleisch«.
> 
> 10:9    Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
> 
> 10:10   Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger danach.
> 
> 10:11   Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und
> heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe;
> Lk 16,18; 1. Kor 7,10-11
> 
> 10:12   und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen
> andern, bricht sie ihre Ehe.
> 
> Die Segnung der Kinder
> 
> (Mt 19,13-15; Lk 18,15-17)
> 10:13   Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger
> aber fuhren sie an.
> 
> 10:14   Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt
> die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört
> das Reich Gottes.
> 
> 10:15   Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein
> Kind, der wird nicht hineinkommen.
> Mt 18,3
> 
> 10:16   Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.
> Kap 9,36
> 
> Die Gefahr des Reichtums (»Der reiche Jüngling«)
> 
> (Mt 19,16-26; Lk 18,18-27)
> 10:17   Und als er sich auf den Weg machte, lief einer herbei, kniete vor
> ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit
> ich das ewige Leben ererbe?
> 
> 10:18   Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut
> als Gott allein.
> 
> 10:19   Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht
> ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis
> reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.«
> 2. Mose 20,12-17
> 
> 10:20   Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von
> meiner Jugend auf.
> 
> 10:21   Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines
> fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den
> Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge
> mir nach!
> Kap 8,34; Mt 10,38
> In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte:
> »und nimm das Kreuz auf dich.«
> 
> 10:22   Er aber wurde unmutig über das Wort und ging traurig davon; denn er
> hatte viele Güter.
> 
> 10:23   Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer
> werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!
> Ps 62,11; 1. Tim 6,17
> 
> 10:24   Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus
> antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer
> ist's, ins Reich Gottes zu kommen!
> 
> 10:25   Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein
> Reicher ins Reich Gottes komme.
> 
> 10:26   Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander:
> Wer kann dann selig werden?
> 
> 10:27   Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist's unmöglich,
> aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.
> 
> Der Lohn der Nachfolge
> 
> (Mt 19,27-30; Lk 18,28-30)
> 10:28   Da fing Petrus an und sagte zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen
> und sind dir nachgefolgt.
> 
> 10:29   Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder
> Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker
> verläßt um meinetwillen und um des Evangeliums willen,
> 
> 10:30   der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und
> Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter
> Verfolgungen - und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
> 
> 10:31   Viele aber werden die Letzten sein, die die Ersten sind, und die
> Ersten sein, die die Letzten sind.
> 
> Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
> 
> (Mt 20,17-19; Lk 18,31-34)
> 10:32   Sie waren aber auf dem Wege hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging
> ihnen voran; und sie entsetzten sich; die ihm aber nachfolgten,
> fürchteten sich. Und er nahm abermals die Zwölf zu sich und fing
> an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde:
> Kap 9,31
> 
> 10:33   Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird
> überantwortet werden den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und
> sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden überantworten.
> 
> 10:34   Die werden ihn verspotten und anspeien und geißeln und töten, und
> nach drei Tagen wird er auferstehen.
> 
> Vom Herrschen und vom Dienen (»Die Söhne des Zebedäus«)
> 
> (Mt 20,20-28)
> 10:35   Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und
> sprachen: Meister, wir wollen, daß du für uns tust, um was wir dich
> bitten werden.
> 
> 10:36   Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, daß ich für euch tue?
> 
> 10:37   Sie sprachen zu ihm: Gib uns, daß wir sitzen einer zu deiner Rechten
> und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.
> 
> 10:38   Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wißt nicht, was ihr bittet. Könnt
> ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit
> der Taufe, mit der ich getauft werde?
> Kap 14,36;  Lk 12,50
> 
> 10:39   Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu
> ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und
> getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;
> Apg 12,2; Offb 1,9
> 
> 10:40   zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht
> mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die
> es bestimmt ist.
> 
> 10:41   Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und
> Johannes.
> 
> 10:42    Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wißt, die als
> Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun
> ihnen Gewalt an.
> (42-45) Lk 22,25-27
> 
> 10:43   Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter
> euch, der soll euer Diener sein;
> 
> 10:44   und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.
> Kap 9,35; 1. Petr 5,3
> 
> 10:45   Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen
> lasse, sondern daß er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für
> viele.
> 
> Die Heilung eines Blinden bei Jericho
> 
> (Mt 20,29-34; Lk 18,35-43)
> 10:46   Und sie kamen nach Jericho. Und als er aus Jericho wegging, er und
> seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am
> Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus.
> 
> 10:47   Und als er hörte, daß es Jesus von Nazareth war, fing er an, zu
> schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
> 
> 10:48   Und viele fuhren ihn an, er solle stillschweigen. Er aber schrie
> noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
> 
> 10:49   Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den
> Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
> 
> 10:50   Da warf er seinen Mantel von sich, sprang auf und kam zu Jesus.
> 
> 10:51   Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich für
> dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich sehend
> werde.
> 
> 10:52   Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und
> sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.
> 
>          Jesu Einzug in Jerusalem
> 
> (Mt 21,1-11; Lk 19,29-40; Joh 12,12-19)
> 11:1    Und als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und
> Betanien an den Ölberg, sandte er zwei seiner Jünger
> 
> 11:2    und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und
> sobald ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf
> dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und führt es
> her!
> 
> 11:3    Und wenn jemand zu euch sagen wird: Warum tut ihr das?, so sprecht:
> Der Herr bedarf seiner, und er sendet es alsbald wieder her.
> 
> 11:4    Und sie gingen hin und fanden das Füllen angebunden an einer Tür
> draußen am Weg und banden's los.
> 
> 11:5    Und einige, die dort standen, sprachen zu ihnen: Was macht ihr da,
> daß ihr das Füllen losbindet?
> 
> 11:6    Sie sagten aber zu ihnen, wie ihnen Jesus geboten hatte, und die
> ließen's zu.
> 
> 11:7    Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf,
> und er setzte sich darauf.
> 
> 11:8    Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber grüne
> Zweige, die sie auf den Feldern abgehauen hatten.
> 
> 11:9    Und die vorangingen und die nachfolgten, schrien: Hosianna! Gelobt
> sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!
> Ps 118,25-26
> 
> 11:10   Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt! Hosianna in
> der Höhe!
> 
> 11:11   Und Jesus ging hinein nach Jerusalem in den Tempel, und er besah
> ringsum alles, und spät am Abend ging er hinaus nach Betanien mit
> den Zwölfen.
> 
> Der verdorrte Feigenbaum. Die Tempelreinigung
> 
> (Mt 21,12-22; Lk 19,45-48; Joh 2,13-16)
> 11:12   Und am nächsten Tag, als sie von Betanien weggingen, hungerte ihn.
> 
> 11:13   Und er sah einen Feigenbaum von ferne, der Blätter hatte; da ging er
> hin, ob er etwas darauf fände. Und als er zu ihm kam, fand er nichts
> als Blätter; denn es war nicht die Zeit für Feigen.
> 
> 11:14   Da fing Jesus an und sprach zu ihm: Nun esse niemand mehr eine
> Frucht von dir in Ewigkeit! Und seine Jünger hörten das.
> 
> 11:15   Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing
> an, auszutreiben die Verkäufer und Käufer im Tempel; und die Tische
> der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler stieß er um
> 
> 11:16   und ließ nicht zu, daß jemand etwas durch den Tempel trage.
> 
> 11:17   Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben (Jesaja
> 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber
> habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.
> Jer 7,11
> 
> 11:18   Und es kam vor die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und sie
> trachteten danach, wie sie ihn umbrächten. Sie fürchteten sich
> nämlich vor ihm; denn alles Volk verwunderte sich über seine Lehre.
> 
> 11:19   Und abends gingen sie hinaus vor die Stadt.
> 
> 11:20   Und als sie am Morgen an dem Feigenbaum vorbeigingen, sahen sie, daß
> er verdorrt war bis zur Wurzel.
> 
> 11:21   Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, sieh, der
> Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.
> 
> 11:22   Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!
> 
> 11:23   Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und
> wirf dich ins Meer! und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern
> glaubte, daß geschehen werde, was er sagt, so wird's ihm geschehen.
> Kap 9,23; Mt 17,20
> 
> 11:24   Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt
> nur, daß ihr's empfangt, so wird's euch zuteil werden.
> Mt 7,7; Joh 14,13; 1. Joh 5,14-15
> 
> 11:25   Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen
> jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure
> Übertretungen.
> Mt 5,23-24; 6,14-15
> Vers 26 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Wenn ihr
> aber nicht vergebt, so wird euer Vater, der im Himmel ist, eure
> Übertretungen auch nicht vergeben« (vgl. Mt 6,15).
> 
> Die Frage nach Jesu Vollmacht
> 
> (Mt 21,23-27; Lk 20,1-8)
> 11:27   Und sie kamen wieder nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherging,
> kamen zu ihm die Hohenpriester und Schriftgelehrten und Ältesten
> 
> 11:28   und fragten ihn: Aus welcher Vollmacht tust du das? Oder wer hat dir
> diese Vollmacht gegeben, daß du das tust?
> 
> 11:29   Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will euch auch eine Sache fragen;
> antwortet mir, so will ich euch sagen, aus welcher Vollmacht ich das
> tue.
> 
> 11:30   Die Taufe des Johannes - war sie vom Himmel oder von Menschen?
> Antwortet mir!
> 
> 11:31   Und sie bedachten bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie war
> vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht
> geglaubt?
> 
> 11:32   Oder sollen wir sagen, sie war von Menschen? - da fürchteten sie
> sich vor dem Volk. Denn sie hielten alle Johannes wirklich für
> einen Propheten.
> Lk 7,29-30
> 
> 11:33   Und sie antworteten und sprachen zu Jesus: Wir wissen's nicht. Und
> Jesus sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher
> Vollmacht ich das tue.
> 
>          Von den bösen Weingärtnern
> 
> (Mt 21,33-46; Lk 20,9-19)
> 12:1    Und er fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Ein Mensch
> pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine
> Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und
> ging außer Landes.
> Jes 5,1-2
> 
> 12:2    Und er sandte, als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern,
> damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des
> Weinbergs hole.
> 
> 12:3    Sie nahmen ihn aber, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren
> Händen fort.
> 
> 12:4    Abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht; dem schlugen sie
> auf den Kopf und schmähten ihn.
> 2. Chr 36,16
> 
> 12:5    Und er sandte noch einen andern, den töteten sie; und viele andere:
> die einen schlugen sie, die andern töteten sie.
> 
> 12:6    Da hatte er noch einen, seinen geliebten Sohn; den sandte er als
> letzten auch zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem
> Sohn scheuen.
> 
> 12:7    Sie aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dies ist der
> Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein!
> 
> 12:8    Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den
> Weinberg.
> Hebr 13,12
> 
> 12:9    Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die
> Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.
> 
> 12:10   Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort gelesen (Psalm 118,22-23):
> »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein
> geworden.
> 
> 12:11   Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen«?
> 
> 12:12   Und sie trachteten danach, ihn zu ergreifen, und fürchteten sich
> doch vor dem Volk; denn sie verstanden, daß er auf sie hin dies
> Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ihn und gingen davon.
> 
> Die Frage nach der Steuer (»Der Zinsgroschen«)
> 
> (Mt 22,15-22; Lk 20,20-26)
> 12:13   Und sie sandten zu ihm einige von den Pharisäern und von den
> Anhängern des Herodes, daß sie ihn fingen in Worten.
> 
> 12:14   Und sie kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du
> wahrhaftig bist und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das
> Ansehen der Menschen, sondern du lehrst den Weg Gottes recht. Ist's
> recht, daß man dem Kaiser Steuern zahlt oder nicht? Sollen wir sie
> zahlen oder nicht zahlen?
> 
> 12:15   Er aber merkte ihre Heuchelei und sprach zu ihnen: Was versucht ihr
> mich? Bringt mir einen Silbergroschen, daß ich ihn sehe!
> 
> 12:16   Und sie brachten einen. Da sprach er: Wessen Bild und Aufschrift ist
> das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers.
> 
> 12:17   Da sprach Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist,
> und Gott, was Gottes ist! Und sie wunderten sich über ihn.
> Röm 13,1; 13,7
> 
> Die Frage nach der Auferstehung
> 
> (Mt 22,23-33; Lk 20,27-38)
> 12:18   Da traten die Sadduzäer zu ihm, die lehren, es gebe keine
> Auferstehung; die fragten ihn und sprachen:
> 
> 12:19   Meister, Mose hat uns vorgeschrieben (5. Mose 25,5-6): »Wenn jemand
> stirbt und hinterläßt eine Frau, aber keine Kinder, so soll sein
> Bruder sie zur Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.«
> 
> 12:20   Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau; der starb und
> hinterließ keine Kinder.
> 
> 12:21   Und der zweite nahm sie und starb und hinterließ auch keine Kinder.
> Und der dritte ebenso.
> 
> 12:22   Und alle sieben hinterließen keine Kinder. Zuletzt nach allen starb
> die Frau auch.
> 
> 12:23   Nun in der Auferstehung, wenn sie auferstehen: wessen Frau wird sie
> sein unter ihnen? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
> 
> 12:24   Da sprach Jesus zu ihnen: Ist's nicht so? Ihr irrt, weil ihr weder
> die Schrift kennt noch die Kraft Gottes.
> 
> 12:25   Wenn sie von den Toten auferstehen werden, so werden sie weder
> heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie die Engel
> im Himmel.
> 
> 12:26   Aber von den Toten, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im
> Buch des Mose, bei dem Dornbusch, wie Gott zu ihm sagte und sprach
> (2. Mose 3,6): »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und
> der Gott Jakobs«?
> 
> 12:27   Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Ihr irrt
> sehr.
> 
> Die Frage nach dem höchsten Gebot
> 
> (Mt 22,35-40; Lk 10,25-28)
> 12:28   Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen
> zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, daß er
> ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste
> Gebot von allen?
> 
> 12:29   Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel,
> der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,
> 
> 12:30   und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von
> ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« (5.
> Mose 6,4-5).
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 12:31   Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich
> selbst« (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
> 
> 12:32    Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig
> recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm;
> (32-34) Lk 20,39-40
> 
> 12:33   und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen
> Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr
> als alle Brandopfer und Schlachtopfer.
> 1. Sam 15,22; Hos 6,6; Mt 9,13
> 
> 12:34   Als Jesus aber sah, daß er verständig antwortete, sprach er zu ihm:
> Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu
> fragen.
> Apg 26,27-29
> 
> Die Frage nach dem Davidssohn
> 
> (Mt 22,41-46; Lk 20,41-44)
> 12:35   Und Jesus fing an und sprach, als er im Tempel lehrte: Wieso sagen
> die Schriftgelehrten, der Christus sei Davids Sohn?
> Jes 11,1; Joh 7,42; Röm 1,3
> 
> 12:36   David selbst hat durch den heiligen Geist gesagt (Psalm 110,1):
> »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis
> ich deine Feinde unter deine Füße lege.«
> 2. Sam 23,2
> 
> 12:37   Da nennt ihn ja David selbst seinen Herrn. Woher ist er dann sein
> Sohn? Und alles Volk hörte ihn gern.
> 
> Warnung vor den Schriftgelehrten
> 
> (Mt 23,5-14; Lk 20,45-47)
> 12:38   Und er lehrte sie und sprach zu ihnen: Seht euch vor vor den
> Schriftgelehrten, die gern in langen Gewändern gehen und lassen sich
> auf dem Markt grüßen
> 
> 12:39   und sitzen gern obenan in den Synagogen und am Tisch beim Mahl;
> 
> 12:40   sie fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange
> Gebete. Die werden ein um so härteres Urteil empfangen.
> Jak 1,27
> 
> Das Scherflein der Witwe
> 
> (Lk 21,1-4)
> 12:41   Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie
> das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten
> viel ein.
> 2. Kön 12,10
> 
> 12:42   Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das macht
> zusammen einen Pfennig.
> 
> 12:43   Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich
> sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als
> alle, die etwas eingelegt haben.
> 
> 12:44   Denn sie haben alle etwas von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber
> hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum
> Leben hatte.
> 
>          JESU REDE ÜBER DIE ENDZEIT (Kapitel 13,1-37)
> 
> (Mt 24,1-51; Lk 21,5-36; 17,23-37)
> Das Ende des Tempels
> 
> 13:1    Und als er aus dem Tempel ging, sprach zu ihm einer seiner Jünger:
> Meister, siehe, was für Steine und was für Bauten!
> 
> 13:2    Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Nicht ein
> Stein wird auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.
> 
> Der Anfang der Wehen
> 
> 13:3    Und als er auf dem Ölberg saß gegenüber dem Tempel, fragten ihn
> Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, als sie allein waren:
> Mt 17,1
> 
> 13:4    Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein,
> wenn das alles vollendet werden soll?
> 
> 13:5    Jesus fing an und sagte zu ihnen: Seht zu, daß euch nicht jemand
> verführe!
> 
> 13:6    Es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin's, und
> werden viele verführen.
> Joh 5,43
> 
> 13:7    Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Kriegsgeschrei, so
> fürchtet euch nicht. Es muß so geschehen. Aber das Ende ist noch
> nicht da.
> 
> 13:8    Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein
> Königreich gegen das andere. Es werden Erdbeben geschehen hier und
> dort, es werden Hungersnöte sein. Das ist der Anfang der Wehen.
> 
> 13:9    Ihr aber seht euch vor! Denn sie werden euch den Gerichten
> überantworten, und in den Synagogen werdet ihr gegeißelt werden, und
> vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um
> meinetwillen, ihnen zum Zeugnis.
> 
> 13:10   Und das Evangelium muß zuvor gepredigt werden unter allen Völkern.
> Kap 16,15
> 
> 13:11   Wenn sie euch nun hinführen und überantworten werden, so sorgt euch
> nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde
> gegeben wird, das redet. Denn ihr seid's nicht, die da reden,
> sondern der heilige Geist.
> 
> 13:12   Und es wird ein Bruder den andern dem Tod preisgeben und der Vater
> den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen die Eltern und
> werden sie töten helfen.
> 
> 13:13   Und ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines Namens willen.
> Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig.
> Joh 15,18; 15,21
> 
> Die große Bedrängnis
> 
> 13:14   Wenn ihr aber sehen werdet das Greuelbild der Verwüstung stehen, wo
> es nicht soll - wer es liest, der merke auf! -, alsdann, wer in
> Judäa ist, der fliehe auf die Berge.
> Dan 9,27; 11,31
> 
> 13:15   Wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter und gehe nicht
> hinein, etwas aus seinem Hause zu holen.
> 
> 13:16   Und wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um, seinen Mantel zu
> holen.
> 
> 13:17   Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit!
> 
> 13:18   Bittet aber, daß es nicht im Winter geschehe.
> 
> 13:19   Denn in diesen Tagen wird eine solche Bedrängnis sein, wie sie nie
> gewesen ist bis jetzt vom Anfang der Schöpfung, die Gott geschaffen
> hat, und auch nicht wieder werden wird.
> Dan 12,1
> 
> 13:20   Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch
> selig; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat
> er diese Tage verkürzt.
> 
> 13:21   Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus;
> siehe, da ist er!, so glaubt es nicht.
> 
> 13:22   Denn es werden sich erheben falsche Christusse und falsche
> Propheten, die Zeichen und Wunder tun, so daß sie die Auserwählten
> verführen würden, wenn es möglich wäre.
> 
> 13:23   Ihr aber seht euch vor! Ich habe euch alles zuvor gesagt!
> 
> Das Kommen des Menschensohns
> 
> 13:24   Aber zu jener Zeit, nach dieser Bedrängnis, wird die Sonne sich
> verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren,
> 
> 13:25   und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel
> werden ins Wanken kommen.
> Hebr 12,26
> 
> 13:26   Und dann werden sie sehen den Menschensohn kommen in den Wolken mit
> großer Kraft und Herrlichkeit.
> Dan 7,13
> 
> 13:27   Und dann wird er die Engel senden und wird seine Auserwählten
> versammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des
> Himmels.
> Mt 13,41
> 
> Mahnung zur Wachsamkeit
> 
> 13:28   An dem Feigenbaum aber lernt ein Gleichnis: Wenn jetzt seine Zweige
> saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer nahe
> ist.
> 
> 13:29   Ebenso auch: wenn ihr seht, daß dies geschieht, so wißt, daß er nahe
> vor der Tür ist.
> 
> 13:30   Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis
> dies alles geschieht.
> 
> 13:31   Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht
> vergehen.
> 
> 13:32   Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im
> Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.
> 
> 13:33   Seht euch vor, wachet! Denn ihr wißt nicht, wann die Zeit da ist.
> Lk 12,35-40; 21,36
> 
> 13:34   Wie bei einem Menschen, der über Land zog und verließ sein Haus und
> gab seinen Knechten Vollmacht, einem jeden seine Arbeit, und gebot
> dem Türhüter, er solle wachen:
> 
> 13:35   so wacht nun; denn ihr wißt nicht, wann der Herr des Hauses kommt,
> ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am
> Morgen,
> Lk 12,38
> 
> 13:36   damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt.
> 
> 13:37   Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!
> 
>          LEIDEN, STERBEN UND AUFERSTEHUNG JESU (Kapitel 14,1 - 16,20)
> 
> (Mt 26,1 - 28,20; Lk 22,1 - 24,53; Joh 18,1 - 21,25)
> Der Plan der Hohenpriester und Schriftgelehrten
> 
> 14:1    Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der
> Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten
> suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten.
> 
> 14:2    Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen
> Aufruhr im Volk gebe.
> 
> Die Salbung in Betanien
> 
> 14:3    Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß
> zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem
> und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goß es auf
> sein Haupt.
> 
> 14:4    Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese
> Vergeudung des Salböls?
> 
> 14:5    Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen
> verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie
> an.
> 
> 14:6    Jesus aber sprach: Laßt sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat
> ein gutes Werk an mir getan.
> 
> 14:7    Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr
> ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
> 5. Mose 15,11
> 
> 14:8    Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im voraus gesalbt
> für mein Begräbnis.
> 
> 14:9    Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller
> Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt
> getan hat.
> 
> Der Verrat des Judas
> 
> 14:10   Und Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, ging hin zu den
> Hohenpriestern, daß er ihn an sie verriete.
> 
> 14:11   Als die das hörten, wurden sie froh und versprachen, ihm Geld zu
> geben. Und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit verraten
> könnte.
> 
> Das Abendmahl
> 
> 14:12   Und am ersten Tage der Ungesäuerten Brote, als man das Passalamm
> opferte, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir
> hingehen und das Passalamm bereiten, damit du es essen kannst?
> 
> 14:13   Und er sandte zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in
> die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen
> Krug mit Wasser; folgt ihm,
> 
> 14:14   und wo er hineingeht, da sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister läßt
> dir sagen: Wo ist der Raum, in dem ich das Passalamm essen kann mit
> meinen Jüngern?
> Kap 11,3
> 
> 14:15   Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen
> und vorbereitet ist; dort richtet für uns zu.
> 
> 14:16   Und die Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden's, wie
> er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm.
> 
> 14:17   Und am Abend kam er mit den Zwölfen.
> 
> 14:18    Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich
> sage euch: Einer unter euch, der mit mir ißt, wird mich verraten.
> (18-20) Joh 13,21-26
> 
> 14:19   Und sie wurden traurig und fragten ihn, einer nach dem andern: Bin
> ich's?
> 
> 14:20   Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir seinen
> Bissen in die Schüssel taucht.
> 
> 14:21   Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh
> aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre
> für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.
> 
> 14:22    Und als sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's
> ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib.
> (22-24) 1. Kor 11,23-25
> 
> 14:23   Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken
> alle daraus.
> 
> 14:24   Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für
> viele vergossen wird.
> 2. Mose 24,8; Hebr 9,15-16
> Luther übersetzte: »des (neuen) Testaments«.
> 
> 14:25   Wahrlich, ich sage euch, daß ich nicht mehr trinken werde vom
> Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs neue davon
> trinke im Reich Gottes.
> 
> Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus
> 
> 14:26   Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den
> Ölberg.
> Ps 113,1 - 118,29
> 
> 14:27   Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet alle Ärgernis nehmen; denn es
> steht geschrieben (Sacharja 13,7): »Ich werde den Hirten schlagen,
> und die Schafe werden sich zerstreuen.«
> Joh 16,32
> 
> 14:28   Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach
> Galiläa.
> Kap 16,7
> 
> 14:29   Petrus aber sagte zu ihm: Und wenn sie alle Ärgernis nehmen, so doch
> ich nicht!
> 
> 14:30   Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser
> Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal
> verleugnen.
> Joh 13,38
> 
> 14:31   Er aber redete noch weiter: Auch wenn ich mit dir sterben müßte,
> werde ich dich nicht verleugnen! Das gleiche sagten sie alle.
> 
> Jesus in Gethsemane
> 
> 14:32   Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu
> seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe.
> 
> 14:33   Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu
> zittern und zu zagen
> Mt 17,1
> 
> 14:34   und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt
> hier und wachet!
> Joh 12,27
> 
> 14:35   Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete,
> daß, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge,
> 
> 14:36   und sprach: Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen
> Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!
> Kap 10,38
> 
> 14:37   Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon,
> schläfst du? Vermochtest du nicht, eine Stunde zu wachen?
> 
> 14:38   Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist
> willig; aber das Fleisch ist schwach.
> 
> 14:39   Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte
> 
> 14:40   und kam zurück und fand sie abermals schlafend; denn ihre Augen
> waren voller Schlaf, und sie wußten nicht, was sie ihm antworten
> sollten.
> 
> 14:41   Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr
> weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen.
> Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder.
> 
> 14:42   Steht auf, laßt uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.
> 
> Jesu Gefangennahme
> 
> 14:43   Und alsbald, während er noch redete, kam herzu Judas, einer von den
> Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von
> den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten.
> 
> 14:44   Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen
> ich küssen werde, der ist's; den ergreift und führt ihn sicher ab.
> 
> 14:45   Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi! und küßte
> ihn.
> 
> 14:46   Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn.
> 
> 14:47   Einer aber von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert und schlug
> nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
> 
> 14:48   Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr seid ausgezogen wie
> gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen.
> 
> 14:49   Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr
> habt mich nicht ergriffen. Aber so muß die Schrift erfüllt werden.
> 
> 14:50   Da verließen ihn alle und flohen.
> 
> 14:51   Ein junger Mann aber folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand
> bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm.
> 
> 14:52   Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt davon.
> Am 2,16
> 
> Jesus vor dem Hohen Rat
> 
> 14:53   Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich
> alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten.
> 
> 14:54   Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des
> Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am
> Feuer.
> 
> 14:55   Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen
> Jesus, daß sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts.
> 
> 14:56   Denn viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn; aber ihr Zeugnis
> stimmte nicht überein.
> 
> 14:57   Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn und
> sprachen:
> 
> 14:58   Wir haben gehört, daß er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der
> mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern
> bauen, der nicht mit Händen gemacht ist.
> Joh 2,19-21
> 
> 14:59   Aber ihr Zeugnis stimmte auch so nicht überein.
> 
> 14:60   Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus
> und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich
> bezeugen?
> 
> 14:61   Er aber schwieg still und antwortete nichts. Da fragte ihn der
> Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der
> Sohn des Hochgelobten?
> Kap 15,5; Jes 53,7
> 
> 14:62   Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn
> sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.
> Ps 110,1; Dan 7,13-14
> 
> 14:63   Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen
> wir weiterer Zeugen?
> 
> 14:64   Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie aber
> verurteilten ihn alle, daß er des Todes schuldig sei.
> Joh 19,7
> 
> 14:65   Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken
> und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns!
> Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.
> 
> Die Verleugnung des Petrus
> 
> 14:66   Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des
> Hohenpriesters;
> 
> 14:67   und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und
> sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth.
> 
> 14:68   Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was
> du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte.
> 
> 14:69   Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die
> dabeistanden: Das ist einer von denen.
> 
> 14:70   Und er leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sprachen die,
> die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von
> denen; denn du bist auch ein Galiläer.
> 
> 14:71   Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den
> Menschen nicht, von dem ihr redet.
> 
> 14:72   Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an
> das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht,
> wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen.
> 
>          Jesus vor Pilatus
> 
> 15:1    Und alsbald am Morgen hielten die Hohenpriester Rat mit den Ältesten
> und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat, und sie banden Jesus,
> führten ihn ab und überantworteten ihn Pilatus.
> 
> 15:2    Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber
> antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es.
> 
> 15:3    Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart.
> 
> 15:4    Pilatus aber fragte ihn abermals: Antwortest du nichts? Siehe, wie
> hart sie dich verklagen!
> 
> 15:5    Jesus aber antwortete nichts mehr, so daß sich Pilatus verwunderte.
> Kap 14,61; Jes 53,7
> 
> Jesu Verurteilung und Verspottung
> 
> 15:6    Er pflegte ihnen aber zum Fest einen Gefangenen loszugeben, welchen
> sie erbaten.
> 
> 15:7    Es war aber einer, genannt Barabbas, gefangen mit den Aufrührern,
> die beim Aufruhr einen Mord begangen hatten.
> 
> 15:8    Und das Volk ging hinauf und bat, daß er tue, wie er zu tun pflegte.
> 
> 15:9    Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, daß ich euch den König der
> Juden losgebe?
> 
> 15:10   Denn er erkannte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet
> hatten.
> Joh 11,48
> 
> 15:11   Aber die Hohenpriester reizten das Volk auf, daß er ihnen viel
> lieber den Barabbas losgebe.
> 
> 15:12   Pilatus aber fing wiederum an und sprach zu ihnen: Was wollt ihr
> denn, daß ich tue mit dem, den ihr den König der Juden nennt?
> 
> 15:13   Sie schrien abermals: Kreuzige ihn!
> 
> 15:14   Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Aber sie
> schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn!
> 
> 15:15   Pilatus aber wollte dem Volk zu Willen sein und gab ihnen Barabbas
> los und ließ Jesus geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt
> werde.
> 
> 15:16   Die Soldaten aber führten ihn hinein in den Palast, das ist ins
> Prätorium, und riefen die ganze Abteilung zusammen
> 
> 15:17   und zogen ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone
> und setzten sie ihm auf
> 
> 15:18   und fingen an, ihn zu grüßen: Gegrüßet seist du, der Juden König!
> 
> 15:19   Und sie schlugen ihn mit einem Rohr auf das Haupt und spien ihn an
> und fielen auf die Knie und huldigten ihm.
> 
> 15:20   Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel
> aus und zogen ihm seine Kleider an.
> 
> Jesu Kreuzigung und Tod
> 
> Und sie führten ihn hinaus, daß sie ihn kreuzigten.
> 
> 15:21   Und zwangen einen, der vorüberging, mit Namen Simon von Kyrene, der
> vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, daß er ihm das
> Kreuz trage.
> Röm 16,13
> 
> 15:22   Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt:
> Schädelstätte.
> 
> 15:23   Und sie gaben ihm Myrrhe in Wein zu trinken; aber er nahm's nicht.
> 
> 15:24   Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das
> Los, wer was bekommen solle.
> Ps 22,19
> 
> 15:25   Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
> 
> 15:26   Und es stand über ihm geschrieben, welche Schuld man ihm gab,
> nämlich: Der König der Juden.
> 
> 15:27   Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und
> einen zu seiner Linken.
> Vers 28 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Da wurde
> die Schrift erfüllt: Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.«
> 
> 15:29   Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und
> sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei
> Tagen,
> Kap 14,58
> 
> 15:30   hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz!
> 
> 15:31   Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander
> samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und
> kann sich selber nicht helfen.
> 
> 15:32   Ist er der Christus, der König von Israel, so steige er nun vom
> Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt
> waren, schmähten ihn auch.
> Mt 16,1; 16,4
> 
> 15:33   Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis
> zur neunten Stunde.
> 
> 15:34   Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani?
> Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
> verlassen?
> Ps 22,2
> 
> 15:35   Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie:
> Siehe, er ruft den Elia.
> 
> 15:36   Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf
> ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, laßt sehen, ob Elia
> komme und ihn herabnehme!
> 
> 15:37   Aber Jesus schrie laut und verschied.
> 
> 15:38   Und der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis
> unten aus.
> 2. Mose 26,31-33; 2. Chr 3,14
> 
> 15:39   Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, daß er
> so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn
> gewesen!
> 
> 15:40   Und es waren auch Frauen da, die von ferne zuschauten, unter ihnen
> Maria von Magdala und Maria, die Mutter Jakobus' des Kleinen und des
> Joses, und Salome,
> 
> 15:41    die ihm nachgefolgt waren, als er in Galiläa war, und ihm gedient
> hatten, und viele andere Frauen, die mit ihm hinauf nach Jerusalem
> gegangen waren.
> Lk 8,2-3
> 
> Jesu Grablegung
> 
> 15:42   Und als es schon Abend wurde, und weil Rüsttag war, das ist der Tag
> vor dem Sabbat,
> 
> 15:43   kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das
> Reich Gottes wartete, der wagte es und ging hinein zu Pilatus und
> bat um den Leichnam Jesu.
> 
> 15:44   Pilatus aber wunderte sich, daß er schon tot sei, und rief den
> Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.
> 
> 15:45   Und als er's erkundet hatte von dem Hauptmann, gab er Josef den
> Leichnam.
> 
> 15:46   Und der kaufte ein Leinentuch und nahm ihn ab und wickelte ihn in
> das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen,
> und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür.
> 
> 15:47   Aber Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er
> hingelegt wurde.
> 
>          Jesu Auferstehung
> 
> (Mt 28,1-10; Lk 24,1-12; Joh 20,1-10)
> 16:1    Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und
> Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um
> hinzugehen und ihn zu salben.
> 
> 16:2    Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die
> Sonne aufging.
> 
> 16:3    Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des
> Grabes Tür?
> 
> 16:4    Und sie sahen hin und wurden gewahr, daß der Stein weggewälzt war;
> denn er war sehr groß.
> 
> 16:5    Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur
> rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie
> entsetzten sich.
> 
> 16:6    Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von
> Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.
> Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
> 
> 16:7    Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch
> hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch
> gesagt hat.
> Kap 14,28
> 
> 16:8    Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und
> Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn
> sie fürchteten sich.
> 
> Erscheinungen des Auferstandenen und Himmelfahrt
> 
> (Lk 24,36-49; Joh 20,19-23)
> 16:9    Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche,
> erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse
> Geister ausgetrieben hatte.
> Lk 8,2; Joh 20,11-18
> 
> 16:10   Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren
> und Leid trugen und weinten.
> 
> 16:11   Und als diese hörten, daß er lebe und sei ihr erschienen, glaubten
> sie es nicht.
> 
> 16:12   Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen
> unterwegs, als sie über Land gingen.
> Lk 24,13-35
> 
> 16:13   Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch
> denen glaubten sie nicht.
> 
> 16:14   Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und
> schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, daß sie nicht
> geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen.
> 1. Kor 15,5
> 
> 16:15   Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das
> Evangelium aller Kreatur.
> Kap 13,10; Mt 28,18-20
> 
> 16:16   Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber
> nicht glaubt, der wird verdammt werden.
> Apg 2,38; 16,31; 16,33
> 
> 16:17   Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind
> diese: in meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in
> neuen Zungen reden,
> Apg 16,18;  Apg 10,46; 19,6
> 
> 16:18    Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches
> trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die
> Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden.
> Lk 10,19; Apg 28,3-6;  Jak 5,14-15
> 
> 16:19   Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben
> gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
> Apg 1,2;  Ps 110,1; Apg 7,55
> 
> 16:20   Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr
> wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden
> Zeichen.
> Apg 14,3; Hebr 2,4
> Nach den ältesten Textzeugen endet das Markusevangelium mit Vers 8.
> Die Verse 9-20 sind im 2. Jahrhundert hinzugefügt worden, vermutlich
> um dem Markusevangelium einen den andern Evangelien entsprechenden
> Abschluß zu geben.
>
> — *Johannes der Täufer*

