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Das Licht göttlicher Führung (Band 1)

Das Licht göttlicher Führung (Band 1) á Shoghi Effendi á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.03 (O-2021-06-12)

Das Licht göttlicher Führung (Band 1) Shoghi Effendi

17. Dezember 1922

17. Dezember 1922 Ihr Gesegneten und Geliebten ‘Abdu’l-Bahás! Dass ich aufgrund trauriger Umstände, die sich meinem Einfluss entzogen, nicht die Möglichkeit hatte, mit Ihnen, den geliebten Kindern ‘Abdu’l-Bahás nach Seinem Hinscheiden aus dieser Welt in enger und ständiger Verbindung zu bleiben, ist für mich ein Grund trauriger Verwunderung und tiefen, schmerzlichen Bedauerns. Zu sagen, ich sei seit Anbruch des Neuen Tages, der mein Leben völlig veränderte, im geringsten unwillig oder abgeneigt gewesen, mit jedem einzelnen von Ihnen in Verbindung zu treten oder ich sei gleichgültig gegenüber einer Sache, die Ihren Herzen so nah und teuer ist, würde wirklich jede Empfindung der Liebe und Gemeinschaft, die uns alle im Dienst an Seiner Heiligen Schwelle beseelt, Lügen strafen. Vielmehr waren es meine äußerste Erschöpfung, meine tiefen Gefühle der Trauer, das überwältigende Gefühl meiner eigenen Stellung und Verantwortung und der extreme Arbeitsdruck, die mich so lange schweigen ließen und den Anschein erweckten, ich sei achtlos gegenüber jenen tapferen und beherzten Geliebten des Meisters in diesem Lande. Zu den Gedanken, die mich in meinen Stunden erholsamer Zurückgezogenheit getragen und getröstet haben, gehörte die unauslöschliche Erkenntnis, dass der Meister in den deutschen Freunden ganz sicher treue und dankbare Kinder finden wird, die die zärtliche Liebe und väterliche Fürsorge, die Er für sie hegte, mit einer so tiefen Ergebenheit und bleibenden Dienstbarkeit erwidern werden, dass sie sich der vielen Segnungen, die ihnen in vergangenen Tagen zuteil wurden, als würdig erweisen werden. Die Nachricht von Ihren höchst geistigen Versammlungen, seit sich der Große Plan des Meisters, wie in Seinem Testament offenbart, vor unseren Augen entfaltet; die Bildung und das effiziente und harmonische Wirken der Nationalen Körperschaft; die Ausweitung Ihrer Tätigkeiten; die Verbreiterung Ihrer Korrespondenz; Ihre fortgesetzte großzügige und spontane Unterstützung bei unseren Schwierigkeiten im Heiligen Land und vor allem der Geist bereitwilliger Hingabe und stetig zunehmenden Eifers, der Rückgrat all dessen ist – das sind tröstliche Gedanken, die die hinterbliebenen Damen der Heiligen Familie erfreuen und die vielen Freunde ermutigen, die hier und im Ausland der Stunde entgegen sehen, da sich alle Verheißungen des Meisters für Seine Freunde in Deutschland erfüllen werden. Mit neuer Kraft und frischem Geist ins Heilige Land zurückgekehrt, werde ich mit der Hilfe des Meisters gewiss meinen Teil dazu beitragen, Ihnen zu ermöglichen, das ruhmreiche Banner Bahás immer weiter tief ins Herz und bis zu den äußersten Grenzen Deutschlands zu tragen und so das Kommen des Tages zu beschleunigen, an dem der Geist des Glaubens und Friedens, wie er sich in der Sache Bahá’u’lláhs offenbart, die Welt erfüllt und die Dunkelheit des Unfriedens völlig schwindet. In den Drei Heiligen Schreinen Ihrer liebevollen Mühen für Seine Sache zärtlich gedenkend, bin und bleibe ich Ihr Bruder und Mitarbeiter in Seinem Dienst.

19. Januar 1923

19. Januar 1923 An die Geliebten des Herrn und die Dienerinnen des Barmherzigen überall in Deutschland, zu Händen der Mitglieder des Nationalen Geistigen Rates. Meine innig geliebten Freunde! Seit ich meine Arbeit im Heiligen Land wieder aufgenommen habe, warte ich gespannt und mit besonderem Interesse auf die ausführlichen, sowohl von Einzelnen als auch gemeinschaftlich verfassten Briefe meiner Geliebten in Deutschland, die, dessen bin ich sicher, unermüdlich, hingebungsvoll und effizient das Große Werk, das der Meister ihnen in dieser Welt bestimmt hat, weiterführen. So sehr ich wünsche, mit jedem Einzelnen von Ihnen in Kontakt zu stehen, würde doch die Pflege einer individuellen Korrespondenz mit der großen und ständig wachsenden Zahl an Bahá’í im Osten und im Westen angesichts der wunderbar raschen Ausbreitung der Bewegung überall in der Welt so viel meiner Zeit und Energie beanspruchen, dass ich meinen anderen, derzeit so dringenden und lebenswichtigen Pflichten nicht mehr angemessenen nachkommen könnte. Daher muss ich mich bedauerlicherweise und sehr widerstrebend damit begnügen, in jedem Ort, sei es eine Stadt oder ein kleines Dorf, mit Bahá’í-Gruppen zu korrespondieren, mit ihnen direkt oder durch Ihre jeweiligen örtlichen Räte in ständiger Verbindung zu bleiben und ihre geistigen Bemühungen und Tätigkeiten durch den Nationalen Geistigen Rat (Nationale Körperschaft), der Vertretung aller Gläubigen und aller örtlichen Räte im Land, zu koordinieren. Mir ist dringend daran gelegen, sobald wie möglich, als Vorstudie zur getreuen Ausführung dieses Plans, einen offiziellen, umfassenden und detaillierten Bericht des Nationalen Geistigen Rates zu erhalten, der den tatsächlichen Stand der Sache in Deutschland genau wiedergibt und den Fortschritt der Tätigkeiten der Freunde in diesem Land und den angrenzenden Ländern wie Österreich und der Nord-Schweiz beschreibt und der die Namen, die zahlenmäßige Stärke, die Geschichte, den Bedarf und die Tätigkeiten in jedem noch so kleinen Ort in diesen Gebieten, in die das Licht der Sache bislang vordringen konnte, auflistet. Ich hoffe, mit dieser Maßnahme in direkten und ständigen Austausch mit jedem noch so kleinen Ort zu treten, an dem ein Einzelner oder mehrere Freunde sich bemühen, die Sache zu lehren und ein Bahá’í-Zentrum zu eröffnen. Es war mir eine große Freude, einige Briefe der vergangenen Monate zu lesen, die die deutschen Freunde an das Größte Heilige Blatt geschrieben haben und ich versichere Ihnen, dass mich die Lektüre mit größter Zufriedenheit erfüllte und mich nun noch stärker vom herrlichen Zeitalter geistiger Wiedererweckung überzeugte, das die unsichtbare Hand des Meisters in naher Zukunft unweigerlich vor unseren Augen entfalten wird. Ihre Arbeiten reißen nicht ab, Ihre Bemühungen kennen keine Grenzen, Ihre Hingabe und Selbstlosigkeit sind wirklich der vielen Segnungen wert, die unser Geliebter Ihnen gewährte und die Führung Bahá’u’lláhs und Sein uneingeschränkter Beistand werden Sie, da bin ich sicher, befähigen, Ihre beständigen Bemühungen mit herrlichem und wohlverdientem Erfolg zu krönen. In meinen Stunden des Gebets und der Meditation denke ich voller Zärtlichkeit an Sie und erflehe bei jedem Besuch der heiligen Schreine eine erneute Ausgießung Seiner Gnade und Seines Geistes auf Ihre Bemühungen für die Verbreitung und den Triumph Seiner Sache. Ich habe kürzlich verschiedene Bahá’í-Dokumente studiert und bin auf eine sehr inspirierende und ermutigende Botschaft unseres Geliebten in Seiner eigenen Handschrift gestoßen, die weder ein Datum trug, noch einen Hinweis auf den Ort oder die Umstände, unter denen sie offenbart wurde. Ich lege eine Kopie der Übersetzung zusammen mit verschiedenen Bahá’í-Gebeten und Sendschreiben bei, die Ihnen gewiss eine große Hilfe und Unterstützung bei Ihrer Arbeit im Dienst für die Sache sein werden. Ich überlasse alles den Mitgliedern des Nationalen Geistigen Rates zur Übersetzung ins Deutsche und zur Verbreitung unter den Freunden. Ich habe Jináb-i-Ávárih, einen sehr erfahrenen persischen Lehrer, der zurzeit in England ist, gebeten, die verschiedenen Bahá’í-Zentren in Deutschland zu besuchen und mit Ihrer uneingeschränkten Unterstützung überall im Land für ein tiefes und weit verbreitetes Interesse an der Bewegung zu sorgen. Ich bin sehr gespannt auf ein Exemplar Ihrer Bahá’í-Zeitschrift, die Sie gewiss sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch herausgeben können, und ich hoffe, sie wird genau und vollständig die große Anstrengung beschreiben, die jetzt in diesen Gegenden für die Verbreitung der Bahá’í-Prinzipien und Lehren unternommen wird. Mit der Einführung eines englischen Teils in Ihrer Bahá’í-Zeitschrift wird die Zahl der Abonnenten sicherlich stark zunehmen, da viele Freunde in Amerika, Großbritannien, Frankreich, Indien und Ägypten sehr froh und dankbar sein werden, Artikel mit den ausführlichen Nachrichten vom Vormarsch der Sache überall in Mitteleuropa zu lesen. Es wäre für die Freunde in Amerika und Indien ein großer Ansporn, wenn die deutschen Freunde durch ihre jeweiligen Räte die beiden führenden Bahá’í-Zeitschriften der Welt, den Star of the West und die Bahá’í-News, abonnieren würden und regelmäßig Berichte über ihre eigenen Tätigkeiten sowie passende, von den Mitgliedern des Nationalen Geistigen Rates genehmigte, sorgfältig verfasste Artikel über allgemeine geistige Themen beisteuern würden, damit der Osten und der Westen in enger Verbindung stehen und die Freunde überall auf der Welt gegenseitig von ihren Tätigkeiten und Diensten für die Sache erfahren können. Die Zeit wird sicher kommen, und die Anzeichen sind bereits erkennbar, da die verschiedenen, weit voneinander entfernt lebenden Mitglieder dieser großen Weltgemeinde sehen werden, wie ihre Tätigkeiten aufeinander abgestimmt, ihre Ziele vereint, ihre Bemühungen verstärkt sind und ihre gemeinsamen Anstrengungen überall in der Welt Wirkung zeigen. Möge die Macht Bahá’u’lláhs den dynamischen Geist des Lebens in die gemeinsamen und systematisierten Bemühungen der Freunde überall auf der Welt einhauchen und durch sie dem Körper der angeschlagenen Menschheit neues Leben und den Frieden schenken, nach dem sie sich sehnt, den aber die Welt niemals geben kann. Ihr ergebener Bruder

16. Februar 1923

16. Februar 1923 An die Geliebten des Herrn und die Dienerinnen des Barmherzigen überall in Deutschland, zu Händen der Mitglieder des Nationalen Geistigen Rates. Meine geliebten Brüder und Schwestern in ‘Abdu’l-Bahá, ich habe mit gemischten Gefühlen der Trauer und Dankbarkeit Ihren lang erwarteten Brief erhalten, der im Auftrag des Nationalen Geistigen Rates (Nationale Körperschaft) von unserem aufrichtigen und ergebenen Bruder Konsul Schwarz geschrieben wurde. Ich war erleichtert und dankbar, als ich schließlich die Nachricht bekam, dass Sie in Sicherheit sind und Ihre unerschütterliche Entschlossenheit zusichern, mit Herz und Seele bis zum Äußersten der Sache Bahá’u’lláhs zu dienen. Es erfüllt mich mit Kummer, von dem schweren Unglück, das Ihr Land heimgesucht hat, und von den Nöten, unter denen es leidet, zu erfahren. Lassen sie mich Ihnen zunächst versichern, dass die Damen des Haushaltes, die Freunde auf der ganzen Welt und ich selbst tiefes Mitgefühl an Ihrem großen Leid empfinden. Wir beten unermüdlich zu ‘Abdu’l-Bahá, Er möge diese aufziehenden Wolken der Feindseligkeit und des Streits zerstreuen und Ihr großes und geliebtes Land aus seinem gegenwärtigen Zustand der Ungewissheit und Gefahr befreien. Wozu aber Angst und Sorge haben? Haben wir nicht die ausdrückliche, nach dem Ende des Großen Krieges geäußerte Verheißung des Meisters, dass Deutschland jetzt zwar erniedrigt und geschwächt sei, sich aber ohne Zweifel von seinen Fesseln befreien und materiell und geistig entwickeln werde? Dass es eines Tages aus diesen traurigen Wirren stark, geeint und blühend hervortreten werde, bereit, seinen Platz in der großen Familie der fortgeschrittenen Länder der Welt einzunehmen? Ich lege Ihnen meine Übersetzungen einiger Auszüge aus den herzergreifenden und tröstenden Worten des Meisters bei, die Er vor etwa fünfundzwanzig Jahren, während der dunkelsten Tage Seiner Haft in der Gefängnisstadt ‘Akká, offenbarte. Ich hoffe, Sie werden sie übersetzen und in Ihrer Bahá’í-Zeitschrift Sonne der Wahrheit veröffentlichen. Ich würde mich sehr freuen, einige Exemplare davon zu erhalten und diese mit meinen Freunden im Heiligen Land zu teilen. Ich lege auch eine Kopie meines letzten Briefes an Sie bei, indem ich Sie unter anderem bat, mir einen detaillierten Bericht über Ihre Tätigkeiten zuzusenden. Ich hoffe sehr, nun recht bald eine ausführliche Antwort auf alle, in meinem letzten Brief angesprochenen Punkte von Ihnen zu erhalten. Ich lege auch meine überarbeitete Übersetzung der Verborgenen Worte Bahá’u’lláhs, der arabischen sowie der persischen, bei und hoffe, Ihnen künftig mehr von Seinen Worten und Lehren zusenden zu können. Ich erwarte Ihre Nachrichten und wünsche Ihnen den größten Erfolg in Ihrem ruhmreichen Werk des Dienstes, Ihr ergebener Bruder

4. Dezember 1923

4. Dezember 1923 An die innig geliebten Freunde in ganz Deutschland, Zu Händen des Nationalen Geistigen Rates. Meine vielgeliebten Freunde, was für eine Freude, nach langem ununterbrochenem Schweigen wieder mit Ihnen zu korrespondieren und meine herzlichen Gefühle der Liebe und Zuneigung für die geprüften und doch standhaften Geliebten ‘Abdu’l-Bahás zu bekunden! Ihre Prüfungen und Leiden waren eine ständige Quelle der Sorge und des schmerzhaften Kummers, nicht nur für mich, sondern auch für die Damen des Haushaltes sowie für die Freunde allgemein. Sicher, die Menschheit wird heute weithin von beispiellosen Übeln und Katastrophen heimgesucht, aber Sie, die erwählten und begünstigten Kinder ‘Abdu’l-Bahás, mussten aus einer für uns alle unergründlichen Weisheit diese Drangsal in höchstem Maße erleiden und die heroische Standhaftigkeit, der unerschütterliche Glaube und der unerschrockene Mut, womit Sie die Last Ihrer Verantwortung tragen, verdienen die Bewunderung selbst der am härtesten geprüften Leidensgefährten im fernen Persien. Ihr einziger Trost liegt in den unvergänglichen Worten unseres verstorbenen Meisters, der zuversichtlich erklärte, die Tage seien nicht mehr fern, da Deutschland seine jetzige Erniedrigung abschütteln und mächtig, geeint und herrlich hervortreten werde, nicht nur um seinen vorherbestimmten Platz in den Ratsversammlungen der Nationen einzunehmen, sondern auch, um das siegreiche Banner der Sache im Herzen Europas zu erheben. Seit Er von uns ging, haben sich Ihre unermüdlichen Tätigkeiten kontinuierlich erweitert, während sich Ihre Leiden und Drangsale vermehrten und ich hege die Hoffnung, dass der wahre Glaube Gottes über kurz oder lang seinen Wert in diesem Land zur Geltung bringt und in diesem verwirrten Erdteil in aller Öffentlichkeit die Botschaft der Erlösung einläutet. Ich sehne mich so sehr nach häufigen, umfassenden und aktuellen Berichten des Nationalen Geistigen Rates über die gegenwärtige Lage der Sache überall in Deutschland mit Schilderungen der Tätigkeiten der verschiedenen Bahá’í-Zentren, die vor kurzem in diesem Land eingerichtet wurden. Ihre Bahá’í-Zeitschrift habe ich regelmäßig erhalten und mit großem Interesse gelesen. Ich bitte Sie eindringlich, einen auf Deutsch und gleichfalls auf Englisch verfassten Teil darin für einen Bericht über die laufenden Tätigkeiten der Bewegung überall in Deutschland vorzusehen. Dieser Schritt, dessen bin ich sicher, wird die Herzen unserer geistigen Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt erfreuen. Die Mitglieder der Heiligen Familie und ich haben uns in letzter Zeit mit den im Heiligen Land ansässigen Freunden zusammengetan, um einen Beitrag zur Linderung der gegenwärtigen Not in Deutschland zu leisten und wir hoffen, unsere bescheidenen Bemühungen werden die Strenge des kommenden Winters in dem geplagten Land ein wenig mildern. Ich hoffe, von Einzelnen und auch von Ihnen gemeinsam zu hören und denke stets in meinen Gebeten an Sie, Ich bin Ihr Bruder und Mitarbeiter

28. Dezember 1923

28. Dezember 1923 An die Geliebten des Herrn und die Dienerinnen des Barmherzigen in Leipzig, Deutschland, zu Händen des geehrten Herrn Herrigel. Meine geliebten Brüder und Schwestern in ‘Abdu’l-Bahá, ich muss nicht betonen, welche reine und tiefe Freude ich empfand, als ich Ihren höchst willkommenen Brief vom 11. November 1923 erhielt und gelesen habe. Ich bin so stolz und dankbar, dass durch den allgegenwärtigen und allmächtigen Geist unseres verstorbenen Meisters bereits ein Neuanfang gemacht und ein vielversprechendes Zentrum in Ihrer schönen Stadt – einem der führenden Zentren des Denkens in Ihrem geliebten Land – eröffnet wurde. Zwar ist Ihr Vaterland jetzt das Opfer chaotischer Zustände und schwerer Bedrängnis, doch sollten wir alle in dieser Stunde der Prüfung und des Leids an die inspirierten Worte unseres Geliebten denken, Der mehr als einmal erklärte, dass Deutschland sich aus diesen erniedrigenden Wirren gewiss wieder erheben wird, geeint und mächtig, bereit seine Dienste für die Belange der Menschheit, geistig und auch materiell, zu leisten. Mögen diese Worte uns begeistern, mit Hoffnung und Zuversicht stärken und dazu inspirieren, Seiner Sache zu dienen und Seine Botschaft zu verbreiten, wie herausfordernd die Umstände auch sein mögen. Ich erwarte voll Liebe und Sehnsucht Ihre Briefe, sowohl von Einzelnen als auch von Ihnen gemeinsam und freue mich, vom Fortschritt Ihrer Tätigkeiten zu hören, von ausführlichen Berichten Ihrer Zusammenkünfte und von Ihren Plänen zur Förderung der Bahá’í-Bewegung. Möge Sein Geist Sie inmitten dieser schwierigen Umstände und Wechselfälle Ihres täglichen Lebens stärken und Sie leiten außergewöhnliche Dienste für unsere geliebte Sache zu leisten. Ich versichere Ihnen meine aufrichtigen Gebete für Sie, Ihr Bruder in Seiner Liebe

31. Dezember 1923

31. Dezember 1923 An die Geliebten des Herrn und die Dienerinnen des Barmherzigen in Hamburg, Gera, Schwerin, Rostock und Warnemünde. Meine innig geliebten Brüder und Schwestern in der Liebe Gottes, der Brief unseres geliebten und hochgeschätzten Mitarbeiters, Dr. Grossmann, zusammen mit den beiliegenden Bahá’í-Broschüren und Berichten sowie die höchst erfreulichen und ermutigenden Rundschreiben der Bahá’í-Räte aus Hamburg und Gera sind angekommen und dies alles zu lesen erfüllte uns mit Stolz und Dankbarkeit. So unerwartet waren diese Nachrichten, die uns vom äußersten Rand Deutschlands übermittelt wurden, und so schön im Geiste, dass wir uns alle davon zugleich überrascht, erfreut und inspiriert fühlten. Wie wunderbar, wie allbezwingend ist der Geist unseres geliebten Meisters, der trotz der schrecklichen Not, die jetzt überall in Deutschland herrscht, und trotz der Verwirrung und des krassen Materialismus, dem die Menschheit jetzt verfallen ist, dafür sorgt, dass krafterfüllte, strahlende und hoffnungsvolle Bahá’í-Zentren selbst in den entlegensten Gegenden Ihres großen Landes entstehen und miteinander verbunden und gefestigt werden. Ich habe den Freunden im Heiligen Land von all Ihren Neuigkeiten berichtet und werde sie an alle Bahá’í-Zentren im Osten weiterleiten, damit die Freunde ‘Abdu’l-Bahás deutlicher denn je erkennen mögen, wie Seine Verheißung sich erfüllt. Der Geistige Rat in Haifa wird Ihnen bald eine gesonderte Botschaft schicken und bestätigen, dass er Ihr Rundschreiben erhalten hat und Ihre Nachrichten unter den Freunden im Osten und Westen freudig verbreiten wird. Deutschland befindet sich derzeit in den Wirren beispielloser Leiden und die unmittelbare Zukunft mag noch dunkel und beunruhigend erscheinen, aber wir, die wir den Spuren des Meisters folgen, haben immer Seine sichere und nachdrückliche Verheißung vor Augen, dass die gegenwärtige Notlage Ihres Vaterlandes sich alsbald in materiellen Wohlstand und geistige Erneuerung, herrlicher als je zuvor, wandeln und der Welt als weites, fruchtbares und bereites Feld für die Verbreitung der Bahá’í-Prinzipien anbieten wird. Lassen Sie uns nun beherzt danach streben, uns zu vergeistigen und unsere Anzahl zu vergrößern, damit wir, gleich wie deprimierend und irritierend die Bedingungen um uns herum auch sein mögen, beharrlich bleiben, um mit klarer Vision, unerschütterlicher Hoffnung und mit vereinten Kräften der Bahá’í-Offenbarung weltweit zum Triumph verhelfen. Ich erwarte gespannt jede Nachricht, die Sie mir zu senden wünschen, denn ich dürste nach den frohen Botschaften vom Fortschritt der Sache in Ihrem mächtigen und vielversprechenden Land. Ihr Mitarbeiter, Shoghi

27. November 1924

27. November 1924 An meine innig geliebten Brüder und Schwestern in ‘Abdu’l-Bahá. Meine kostbarsten Brüder und Schwestern in der Liebe Gottes, Ihr höchst willkommener Brief mit den Unterschriften derer, die kürzlich in Stuttgart an Ihrer jährlichen Bahá’í-Tagung teilgenommen haben, erfüllte mein Herz mit unaussprechlicher Freude. Ich las ihn immer wieder und konnte dabei in jedem Wort, ja jeder Silbe Ihrer herzergreifenden Botschaft die verheißene belebende Kraft des Wortes Bahá’u’lláhs und die Liebe ‘Abdu’l-Bahás fühlen, die mit der Zeit, dessen bin ich mir sicher, die tiefgreifendste Umwandlung überall in Deutschland bewirken werden. Ihr großes und vielversprechendes Land, das Sie alle lieben, das die geheiligten Fußspuren ‘Abdu’l-Bahás gesegnet haben, das Gegenstand der Hoffnung und Zuneigung der Bahá’í in allen Landen ist, erhebt sich höchst erstaunlich wie ein Phönix aus der Asche der Erniedrigung und Verzweiflung; es ist nun entschlossen, das Banner Bahá’u’lláhs siegreich und unbeschwert zu hissen und mit Seiner Liebe die ganze Welt in Flammen zu setzen. Den Berichten über den wunderbaren Fortschritt Ihrer Arbeit, die zur Eröffnung einer wachsenden Zahl von Bahá’í-Zentren und Räten im Norden, Süden und der Mitte Deutschlands führt, kann ich gut entnehmen, wie treu und loyal Sie gegenüber den letzten Wünschen unseres verstorbenen Meisters sind, wie Seine versprochene Hilfe sich gleich Regenschauern über Sie ergossen hat, welch herrlichen Triumph Sie nun empfinden müssen, da die Stunde eines wieder erwachten Deutschlands geschlagen hat. Ich würde so gern einen umfassenden und aktuellen Bericht über die laufenden Tätigkeiten und die Lage und Stärke der Sache in Deutschland, zusammen mit einer Liste aller kürzlich gegründeten Bahá’í-Zentren, erhalten. Bleiben Sie beharrlich in Ihrer Aufgabe; verdoppeln Sie Ihre Anstrengungen; verteilen Sie sich bis in die entlegensten Winkel Ihres weiten und mächtigen Landes; gehen Sie furchtlos auf alle Schichten der Gesellschaft, ob hoch oder niedrig, zu; flößen Sie jedem Herzen den Bahá’í-Geist immer tiefer ein und ruhen Sie nicht einen Augenblick, bis Ihr ganzes Land überall freudig in Anerkennung dieser Größten Sache jubelt. Schaut, was ‘Abdu’l-Bahá sagte: »Die siegreichen Himmlischen Heerscharen stehen in den Reichen der Höhe aufgereiht und warten darauf, dem tapferen Ritter, der sein Schlachtross anspornt und voll Zuversicht auf das Feld des Dienens lenkt, zum sicheren Sieg zu verhelfen. Wohl dem furchtlosen Krieger, der, gerüstet mit der Macht wahrer Erkenntnis, auf das Feld stürmt, die Heere der Unwissenheit auseinander treibt und die Scharen des Irrtums zerstreut, das Banner göttlicher Führung empor hält und die Fanfare des Sieges erschallen lässt ... «Q1 Seien Sie, meine liebsten Freunde, meiner beständigen Gebete gewiss. Wenn wir dieser Tage blutenden Herzens des Hinscheidens unseres geliebten ‘Abdu’l-Bahá gedenken, dann denken wir besonders zärtlich an Sie, beten an Seinem Heiligen Schrein für Ihren Erfolg und sind zuversichtlich, dass Sie bald den größten Sieg erringen. Ich warte gespannt auf Ihre freudigen Nachrichten, Ihr wahrer Bruder

2. Februar 1925

2. Februar 1925 An meine geliebten Bahá’í-Brüder und -Schwestern in ganz Deutschland, zu Händen des Nationalen Geistigen Rates von Deutschland. Ihr treuen und fähigen Kinder unseres geliebten ‘Abdu’l-Bahá, mit größter Freude habe ich durch unseren innig geliebten Konsul Schwarz den Bericht des Nationalen Geistigen Rates über Ihre Tätigkeiten erhalten, die so lebendig den unstillbaren Geist der Liebe und der Selbstaufopferung spiegeln, der Sie in Ihrem Dienst für die Sache des Geliebten beseelt. Ihre unermüdlichen Arbeiten verdienen das höchste Lob. Der Erfolg, den Sie bisher errungen haben, ist wohlverdient. Die erfrischende Lebendigkeit, mit der sie ans Werk gehen, die Übereinstimmung in der Zielsetzung und das kürzlich von Ihrer schnell wachsenden Gemeinde erreichte gemeinsame Handeln sind strahlende Merkmale Ihrer Tätigkeiten. Diese Merkmale erinnern uns stets an die intensive Liebe des Meisters für Sie, Seine großen Hoffnungen, die Er in Sie setzte, Seine häufig geäußerte Bewunderung für die leidenschaftliche Hingabe, die fraglose Aufrichtigkeit, die beispiellose Kompetenz Seiner Lieben in Deutschland. Durch das, was Sie bereits geleistet haben und was Sie entschlossen in der nächsten Zeit anstreben, haben Sie Seinen reichen Segen verdient und sich im höchsten Maße Seiner unübertroffenen Zuneigung für Sie würdig erwiesen. Die Zeichen der verheißenen Wiederbelebung Ihres leidgeprüften Vaterlandes sind jetzt gut zu erkennen. Der materielle Wohlstand nimmt ständig zu; Macht und Ansehen in der Welt werden schnell wiedererlangt und vor allem scheint jetzt ein in Ihrer Geschichte beispielloses geistiges Erwachen zutage zu treten. Sein sicheres, immer wieder gegebenes Versprechen wird sich bald erfüllen. Möge Ihr Nationaler Rat daher seine Anstrengungen verdoppeln, einen neuen Feldzug stets zunehmender Tätigkeiten starten und den feierlichen Entschluss fassen, nicht zu ruhen, bis ihr einziges Ziel erreicht ist. Mögen Sie mit der vollen und nachhaltigen moralischen und finanziellen Unterstützung der großen Gemeinde der Gläubigen in Ihrem Lande Ihre Lehrer überall hin aussenden, damit sie sich über Deutschland verteilen, bis hin zu den äußersten Grenzen und sich bemühen, mit jeder durchdachten und wirksamen Methode den neu gegründeten Zentren frischen Schwung zu verleihen, ihre Anzahl zu vergrößern, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ihre Bemühungen aufeinander abzustimmen. Möge er, der die Ankunft des Tages zu beschleunigen sucht, an dem ganz Deutschland zur Anerkennung dieser einen Botschaft der Allumfassenden Erlösung erwacht, sich erheben und seinen Teil zu der Arbeit beitragen, die so herrlich begann und so wirksam weiter geführt wird. Möge er durch seine geschriebenen und gesprochenen Worte, privat und öffentlich, auf seinen Reisen und im Umgang mit unterschiedlichsten Menschen in jeder Lage die Sache Gottes mit reinem Herzen, unbeirrbarer Entschlossenheit und umfassendem Verständnis lehren. Ich versichere Ihnen, liebe Freunde, dass wir alle besonders zärtlich und liebevoll an Sie denken, wann immer wir die Drei Heiligen Schreine besuchen. Wir erflehen für Sie die Hilfe und Unterstützung aus der Höhe. Wir werden Ihn, Der Sie innigst liebte, anflehen, Er möge Sie noch reicher segnen als zuvor, Sie vor der Bosheit der Frevler schützen, Sie noch stärker miteinander verbinden, Ihren Glauben vertiefen, für die Klarheit ihrer Vision sorgen, Ihre Tätigkeitsbereiche ausweiten und Ihre edlen Bestrebungen verstärken. Wir alle lieben Sie, wir alle beten für Sie und wir alle warten auf die freudigen Botschaften aus Ihrem Lande. Ihr wahrer Bruder

7. März 1925

7. März 1925 An die Geliebten des Herrn und die Dienerinnen des Barmherzigen in Wien. Meine innig geliebten Brüder und Schwestern in ‘Abdu’l-Bahá, Ihr gemeinsamer Brief vom 13. Februar 1925 hat mein Herz erfreut und meine Bewunderung für die großartigen Bemühungen Ihres geistigen Lehrers, unseres unvergesslichen Bahá’í-Bruders, Herrn Herrigel, noch vergrößert. Als ich die Liste all ihrer geliebten Namen las, konnte ich nicht umhin eine freudige Erregung und Dankbarkeit zu empfinden für die vielfachen Segnungen unseres verstorbenen Meisters, Der Sie gnädiglich dazu berufen und auserwählt hat, das große Werk fortzuführen, dem Er Sein ganzes Leben geweiht hat. Es ist wirklich ein großes Vorrecht für Sie alle, in diesem Weinberg arbeiten zu können und das Fundament der geistigen sowie der materiellen Entwicklung Ihres geschichtsträchtigen und geliebten Landes zu legen. Ich wäre so glücklich, häufige und ausführliche Berichte über den Fortschritt Ihrer Tätigkeiten von Einzelnen und von Ihnen gemeinsam zu erhalten und versichere Ihnen meinen sehnlichen Wunsch, auf jede mir mögliche Weise bei der Ausweitung und Förderung Ihrer Arbeit zu helfen. Bleiben Sie beharrlich bei Ihren Aufgaben, setzten Sie alle verfügbaren Mittel ein, um Ihre Anzahl zu vergrößern, studieren Sie gründlich die Schriften Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás, legen Sie ein besonderes Augenmerk auf die angemessene Erziehung Ihrer Kinder und beginnen Sie damit, eine regelmäßige Korrespondenz mit den verschiedenen Bahá’í-Zentren in Ost und West aufzubauen und zu pflegen. Seien Sie des nachdrücklichen, unfehlbaren Versprechens unseres lieben Meisters gewiss: Wer sich erhebt, um diese Botschaft reinen Herzens und mit lauteren Absichten zu vermitteln, den werden die Höchsten Heerscharen in die Lage versetzen, in kurzer Zeit das zu erreichen, was alle Völker der Welt miteinander nie erreichen können. Ich werde an den Drei Heiligen Schreinen besonders für Sie beten, dass der All-Gütige Ihre Bemühungen reichlich segne, dass durch Ihre beharrlichen Anstrengungen die Saat unseres Geliebten in Wien keime und so die Zeit des wahren Glücks und Friedens für Ihr schmerzlich geprüftes, berühmtes Vaterland einleite. Ich erwarte gespannt die frohen Botschaften über den Fortschritt Ihrer Arbeit und versichere Sie meiner brüderlichen Liebe, Ich bin Ihr wahrer Bruder

27. Mai 1925

27. Mai 1925 An die Geliebten des Herrn und die Dienerinnen des Barmherzigen in Deutschland. Meine innig geliebten Freunde, unser geliebter Bruder und Mitarbeiter Dr. Esslemont ist auf ärztlichen Rat zur Behandlung und Erholung in den Schwarzwald gefahren. Er leidet in der letzten Zeit unter angegriffener Gesundheit, die seine einzigartige, außerordentlich wertvolle Arbeit hier in Haifa beeinträchtigt. Durch seine geleisteten Dienste, seine Selbstlosigkeit und Hingabe, sein unübertreffliches Buch, seinen edlen Charakter und großen Fleiß verdient er zu Recht die höchste Wertschätzung und wärmste Zuneigung eines jeden wahren Bahá’í. Ihm wurde empfohlen die heißen Sommermonate in einem trockenen und kühlen Klima zu verbringen, einem ruhigen und erholsamen Ort, wo für eine geeignete medizinische Behandlung gesorgt ist. Gewiss werden die deutschen Freunde, die schon voll Liebe und Bewunderung für solch einen kostbaren und fähigen Diener der Sache sind, alles in ihrer Macht Stehende tun, um ihm jede Unterstützung zu gewähren und für seine rasche und vollständige Genesung zu sorgen. Unsere liebe Bahá’í-Schwester Mrs. Lowell, die über Deutschland nach Amerika zurückkehrt, wird ihn begleiten und Sie werden sie sicherlich sehr gerne in Ihrer Mitte willkommen heißen. Seien Sie meiner Liebe und Gebete gewiss, Ich bin Ihr Bruder in Seinem Dienst

26. Oktober 1925

26. Oktober 1925 An den geschätzten Redakteur von La Nova Tago, der Internationalen Bahá’í-Esperanto-Zeitschrift. Mein lieber Mitarbeiter, es hat mir die größte Freude bereitet, die ersten Ausgaben der Bahá’í-Esperanto-Zeitung zu erhalten und den herrlichen Beginn eines Weges zu sehen, der Sie, da bin ich sicher, schließlich zu prächtigem und bleibendem Erfolg führen wird. Ich begrüße die Einrichtung einer internationalen Bahá’í-Zeitschrift, die im gegenwärtigen Stadium unserer Arbeit so dringend gebraucht wird und dazu bestimmt ist, einzigartige Dienste für alle Teile der ständig wachsenden Bahá’í-Welt zu leisten. Obwohl im Einflussbereich eingeschränkt und bescheiden ausgestattet, wird sie doch wegen der wichtigen Aufgabe, die sie erfüllt, immer weiter wachsen und ihrem Anspruch als das eine internationale Kommunikationsmittel der Bahá’í gerecht werden. Damit sie diesen Zweck erfüllen kann, müssen die für ihre Veröffentlichung und Entwicklung Verantwortlichen, Wege und Mittel zur Einrichtung und Pflege eines regelmäßigen und häufigen Austauschs mit den verschiedenen Nationalen Geistigen Räten der Bahá’í finden, damit diese vielversprechende Zeitung mit der Zeit die vielfältigen Errungenschaften der Bahá’í-Gemeinden überall in der Welt getreu, ausdrucksstark und ansprechend wiedergeben kann. Ich versichere Ihnen mein tiefstes Interesse für diesen jungen Bereich der Bahá’í-Unternehmungen und meinen starken Wunsch, in den Teilen der Bahá’í-Welt, in denen es die gegenwärtigen Umstände erlauben, das Studium einer internationalen Sprache zu fördern, die für unsere stetig voranschreitende Sache von so offensichtlichem und praktischen Nutzen ist. Möge ‘Abdu’l-Bahá Ihre Bemühungen reichlich segnen, Ihr Bruder und Mitarbeiter

5. November 1925

5. November 1925 An meine innig geliebten Brüder und Schwestern in ‘Abdu’l-Bahá, die Mitglieder des Nationalen Geistigen Rates, zu Händen der Sekretärin, Frau Konsul Schwarz, Stuttgart, Deutschland. Meine lieben Mitarbeiter, es ist uns allen stets eine große Freude, wenn wir vom deutschen Nationalen Geistigen Rat, in dessen Mitglieder wir die größten Hoffnungen setzen, regelmäßige detaillierte Berichte über die ihnen anvertraute Arbeit erhalten. Ich werde jede Ihrer Anregungen stets mit größter Freude und Zufriedenheit begrüßen und würde mich freuen, an dem Entwurf Ihrer Pläne, an der Bewältigung Ihrer vielfältigen Schwierigkeiten und Probleme und auch an der Freude über Ihre individuellen und gemeinschaftlichen Leistungen Teil zu haben. Ich bitte Sie daher dringend, mich so regelmäßig und so oft wie möglich über die verschiedenen Aspekte Ihrer Arbeit zu informieren; über die Pläne und Programme, die Sie im Sinn haben; über die verschiedenen Hindernisse auf Ihrem Weg und über alles, was für den friedlichen und stetigen Fortschritt und die Festigung Ihrer hingebungsvollen Arbeit nötig ist. Ein aktiver, geeinter und harmonischer Nationaler Geistiger Rat, ordnungsgemäß und gewissenhaft gewählt, tatkräftig, aufmerksam und sich seiner vielen und drängenden Aufgaben bewusst, in engem und ununterbrochenem Kontakt mit dem internationalen Zentrum im Heiligen Land und ungemein wachsam gegenüber jeder Entwicklung überall in seinem stetig wachsenden Tätigkeitsbereich – ist sicherlich an diesem Tag von dringlichster Notwendigkeit und überragender Bedeutung, denn er ist der Grundstein, auf dem das Gebäude der göttlichen Ordnung letztlich ruhen muss. Es ist meine Hoffnung und mein Gebet, dass der stets wachsame Geist ‘Abdu’l-Bahás Ihre unaufhörlichen und rückhaltlosen Bemühungen leiten, stärken und segnen möge und die Dienste, die Seine geliebten und treuen deutschen Freunde für Seine Sache leisten, mit glänzendem Erfolg krönen möge. Ich lege einen allgemeinen Aufruf an die erklärten Gläubigen in der Bahá’í-Welt bei, um sie mit der gegenwärtigen Situation der Landstücke in unmittelbarer Nähe der Schreine am Karmel vertraut zu machen und sie aufzufordern, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um für die zukünftigen Belange der näheren Umgebung des verehrten, heiligen Ortes Sorge zu tragen. Ich lege auch die Kopie der Liste der Transkriptionen bei, die in der Bahá’í-Literatur allgemein verwendet werden, und bitte Sie, diese in den verschiedenen Bahá’í-Zentren in Deutschland und Österreich zu verbreiten, damit die Freunde überall auf der Welt in ihren Schriften eine gemeinsame, verbindliche und einheitliche Schreibweise verwenden und so ein sonst unvermeidliches Durcheinander in der Zukunft vermeiden. Ich habe Sie bereits per Telegramm mit der traurigen und ernsten Situation hinsichtlich des Hauses Bahá’u’lláhs in Baghdád vertraut gemacht, das Haus, in dem Er den größten Teil seines Aufenthaltes im ‘Iráq verbrachte und das Er ausdrücklich als heilig, als Gegenstand der Verehrung und als Pilgerstätte für die Bahá’í bezeichnete und über dessen Zukunft Er mit glühendem Lobpreis und majestätischer Zuversicht sprach und schrieb. Ich bin sicher, dass jeder wahre Gläubige in Deutschland und Österreich im Bewusstsein der Schwere der gegenwärtigen Situation, nach reiflicher Überlegung und Beratung alles in seiner Macht Stehende tun wird, um ein so unendlich kostbares und heiliges Gebäude zu schützen. Die Veröffentlichung von La Nova Tago, der ersten Internationalen Esperanto-Zeitung, hat mich wirklich mit großer Zufriedenheit erfüllt und ich bin zuversichtlich, dass dieses vielversprechende Magazin – richtig geführt und gefördert – in Zukunft Großes für die Sache bewirken wird. Ich bitte Sie eindringlich, es zu unterstützen, es zu führen, es entlang der einträglichsten Wege zu leiten und es mit der Zeit zu einem getreuen Spiegel der weltweiten Tätigkeiten der Bahá’í-Sache zu machen. Möge es seine großartigen und lobenswerten Ziele erreichen! In meinen Stunden des Gebets und der Meditation an den drei heiligen Schreinen denke ich besonders innig an meine unvergesslichen deutschen Freunde, in deren Fähigkeiten, Hingabe, Gründlichkeit, Klugheit und Beständigkeit unser Geliebter den größten Glauben und das größte Vertrauen setzte, deren Land Er so hoch lobte und die Er mit Seiner Güte und Seinen Segensgaben überschüttete. Wir verfolgen Ihre gegenwärtigen Tätigkeiten mit ebenso großer Bewunderung und Zuneigung und sind sicher, dass Sie dazu bestimmt sind, Ihren Teil zur allgemeinen und universellen Anerkennung des Bahá’í-Glaubens beizutragen. Ich erwarte Ihre individuellen und gemeinsamen Briefe mit Spannung und versichere Ihnen meine unverminderte Zuneigung, Ich bin Ihr wahrer Bruder und Mitarbeiter

3. Dezember 1925

3. Dezember 1925 An die Geliebten Gottes und die Dienerinnen des Barmherzigen in Dresden. Zu Händen von Herrn Herrigel. Meine innig geliebten Freunde, dankbar und zufrieden habe ich durch Herrn Herrigels Brief die erfreuliche Neuigkeit von der Gründung eines Bahá’í-Zentrums in Dresden erfahren. Ich möchte Sie sogleich im Namen aller Bahá’í aufs herzlichste begrüßen und Ihnen unsere besten Wünsche für den Ausbau und die Festigung Ihres neu gegründeten Zentrums übermitteln. Die Bemühungen unseres unermüdlichen, ergebenen Bruders Herrn Herrigel tragen endlich die versprochenen Früchte. Wir sind sicher, dass sich durch die beständige Hilfe der Macht Bahá’u’lláhs und die Fürsorge unseres lieben Bruders Ihre Anzahl erhöhen, Ihr Wissen über diese Größte Sache vertiefen und Ihre Gelegenheiten für den Dienst an der Menschheit im Einklang mit den Höchsten Prinzipien Bahá’u’lláhs vervielfachen werden. Ich versichere Ihnen allen mein großes Interesse an Ihrer Arbeit, Ihren Plänen und Hoffnungen für die Zukunft und meine innigen Gebete für Ihr Glück, Ihren Erfolg und Ihr Wohlergehen, wann immer ich die Heiligen Stätten besuche. Ich bin zuversichtlich und bete darum, dass wir uns eines Tages persönlich in Haifa treffen und gemeinsam die verschiedenen historischen Stätten besuchen werden, die durch die Fußspuren Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás geheiligt sind. Ich rate Ihnen dringend, die Bahá’í-Geschichte und die Lehren ernsthaft zu studieren und besonders sorgfältig die Teile von Dr. Esselmonts Buch, die bereits ins Deutsche übersetzt worden sind, zu lesen. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen Erfolg und heiße Sie erneut herzlich in der Abhá-Gemeinde willkommen. Ich bin Ihr Bruder und wohlgesinnter Freund, Shoghi

1. April 1926

1. April 1926 Liebe geistige Brüder und Schwestern, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres Briefes vom 1. Bahá 83 zu bestätigen. Er ist stets auf die Nachrichten von den Fortschritten der Sache in Deutschland sehr gespannt. Dieses Land und die anderen Staaten Mitteleuropas wurden allesamt durch den Krieg und die spätere Entwicklung der politischen Verhältnisse beinahe zerstört. Sie alle spüren die Notwendigkeit für einen neuen Geist, der die Welt aus dem Sumpf zieht, in dem sie sich befindet. Wenn die Lehren der Sache richtig vorgebracht werden, wenn ihre Lösung für die sozialen Probleme klar dargelegt wird, werden die Menschen zweifellos ihre Bedeutung begreifen und sich für ihren Fortschritt einsetzen. Shoghi Effendi betet zu Gott, dass Sie in Ihren Diensten geführt werden mögen, so dass die Hoffnungen des Meisters sich in Deutschland sogar früher als erwartet verwirklichen. Es gibt keine besonderen Neuigkeiten hier in Haifa. Pilger kommen und gehen und sie nehmen den wunderbaren Geist mit, den sie an den Heiligen Schreinen empfangen. Alle Mitglieder der Familie sind wohlauf und warten gespannt auf Nachrichten von Ihrem Erfolg … [vom Hüter:] Meine lieben Mitarbeiter: Ihr Brief hat mich sehr in meiner Arbeit ermutigt. Ich setze große Hoffnungen in Ihre zukünftige Arbeit und bin zutiefst dankbar für das, was Sie schon erreicht haben. Ich werde in meinen Gebeten am Schrein des Geliebten an Sie denken und darum flehen, dass Sie für diese mächtige und wunderbare Offenbarung viele Seelen gewinnen mögen. Ihr wohlwollender Bruder Shoghi

28. Juni 1926

28. Juni 1926 Liebe Brüder und Schwestern im Glauben: Shoghi Effendi hat mich gebeten, Ihnen für die kurzen freundlichen Worte der Liebe, die Sie alle unterschrieben haben, zu danken. Das Bild, das Ihr Sekretär mit separater Post verschickte, ist ebenfalls angekommen. Er hofft, dass weitere solcher Kongresse in diesem Land abgehalten werden und die Jugendlichen sich zu der Aufgabe erheben, die ihnen auferlegt worden ist. Wenn sie nicht entflammt sind, wenn sie ihre Verantwortung nicht spüren, wenn sie sich nicht erheben, um aktiv und effektiv zu dienen, dann wird sich die Sache nicht wirklich ausbreiten und wird das ersehnte Ziel nicht schnell erreichen. Deutschland hat durch seine geographische Lage eine einzigartige Stellung für die Verbreitung der Sache in Europa. In der Mitte des Kontinents gelegen kann es seine Fühler ausstrecken, um allmählich ganz Europa zu vereinen. Es gibt deutliche Zeichen dafür, dass es eine solche Aufgabe übernehmen kann. Wir sehen dort die größte Anzahl äußerst aktiver und vielversprechender europäischer Bahá’í. Nur eines ist wichtig: je geeinter sie sind, je ergebener und standhafter sie in ihrem Glauben werden, desto eher werden sie ihr Ziel erreichen und ihre Aufgabe zu einem erfolgreichen und herrlichen Abschluss bringen. Shoghi Effendi bittet mich, Sie seiner Gebete zu versichern. Er hofft, dass die deutschen Freunde den Annalen der Sache einen unvergesslichen Beitrag hinzufügen werden und völlig den Erwartungen des Meisters für ihre geistige Zukunft gerecht werden … Meine lieben Mitarbeiter, Ihr höchst willkommener Brief hat mein Herz beglückt. Ihre großartigen Unternehmungen, Ihre Zielstrebigkeit, Ihre Festigkeit im Glauben, die Glut Ihrer Liebe und Ihr Verständnis für die göttlichen Lehren sind Vorzüge, die ich sehr achte und wertschätze. Ich hoffe und bete, dass Bahá’u’lláh Seinen unendlichen Segen über Sie ergieße, das Versprechen unseres lieben Meisters sich bald erfülle und Deutschland sich mit einer Stimme und in einem Geist erhebe, um für die Sache Gottes einzutreten und die Völker der Erde im Reich des Geistes auf den Weg wahrer Brüderlichkeit und des Friedens zu leiten. Sie haben ein großes Vorrecht und eine edle Mission; möge Er Sie befähigen, Ihren Herzenswunsch zu erlangen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

8. April 1927

Liebe Bahá’í-Brüder und -Schwestern, der geliebte Hüter, Shoghi Effendi, dankt Ihnen für Ihren schönen Naw-Rúz-Brief vom 1. Bahá 84. Er freut sich sehr, dass Sie voll Hoffnung in die Zukunft blicken und er wird an den Heiligen Schreinen für Sie beten, dass Sie reichlich gesegnet sein mögen und Sie befähigt werden, viele Seelen zum Licht dieser göttlichen Lehren hinzuziehen. Er ist sehr an Ihrem Plan interessiert, ein Holzhaus auf dem neuen Grundstück zu errichten, als Heim für Jung und Alt und als Heim für arme Kinder, das ihnen im Sommer Abwechslung und Ruhe bietet. Es wird eine sehr gute, vorzügliche Aufgabe sein, dieses Haus zu bauen. Shoghi Effendi wünscht Ihnen damit viel Erfolg und dass es sich als äußerst nützlich und vorteilhaft für die erweist, denen es an weltlichen Mitteln mangelt … Meine lieben Mitarbeiter, Ihre herzliche und berührende Botschaft der Treue und der Liebe hat mich sehr aufgemuntert und ermutigt. Ich bin begeistert, von Ihrer unerschütterlichen Liebe und Hingabe für unsere geliebte Sache zu erfahren. Der Gedanke an Ihre Beständigkeit im Dienst und an Ihre großartigen Errungenschaften ermutigt mich sehr. Ich bin zutiefst dankbar für Ihre Hilfe und Unterstützung zur Wahrung und Förderung der Interessen der Sache. Ich werde stets aus tiefstem Herzen für Sie alle beten, dass der Geliebte Ihr Verständnis vertiefe, Ihre Vision erweitere, die Hindernisse aus Ihrem Weg schaffe und Sie zu reinsten Spiegeln der Schönheit und des Strahlenglanzes der göttlichen Offenbarung werden lasse. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

3. April 1929

Liebe Bahá’í-Brüder und -Schwestern, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres gemeinsamen Briefes vom 21. März 1929 mit Ihren herzlichen Neujahrsgrüßen zu bestätigen. Er möchte, dass ich diese herzlichen Grüße erwidere und Sie seiner Gebete versichere. Er hofft, dass Ihre gemeinsamen Anstrengungen für die Sache im kommenden Jahr besonders in diesem Land zu wunderbarem Erfolg führen werden. Möge Gott unsere Gebete erhören und uns Seinen Segen schenken … Meine lieben Mitarbeiter, ich bin von Ihrer Nachricht tief beeindruckt. Ich werde in meinen Gebeten gewiss an Sie denken, auf dass Ihre Anzahl sich erhöhe, Ihr Einfluss sich vergrößere, Ihr Verständnis der Sache sich vertiefe und Ihre Bemühungen durch unseren geliebten verstorbenen Meister reich gesegnet werden mögen. Machen Sie unbeirrt weiter und studieren Sie die Lehren. Seien Sie sicher, dass Er auch weiterhin Ihre Bemühungen unterstützen wird und Sie befähigt, Ihren Herzenswunsch zu verwirklichen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

4. April 1930

Liebe Frau Brauns, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres Briefes vom 22. März 1930 sowie der von einigen Freunden unterschriebene beiliegende Notiz zu bestätigen. Shoghi Effendi hofft, der Geist des Meisters wird Ihnen beistehen und Sie durch diese Tage der großen Prüfungen leiten. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Freunden und geprüften Freunden. Gleich wie wertvoll die Erstgenannten sein mögen, beruht die Zukunft der Sache doch auf den letzteren. Bislang wurden die deutschen Freunde als liebevolle Bahá’í angesehen, ab jetzt gehören sie jedoch zu den Geprüften. In jedem Land, in dem solche Schwierigkeiten entstehen, führen diese in der Regel zu vermehrter Energie und intensiverem Dienst für die Sache. Shoghi Effendi hofft, dass auch in Deutschland die Umtriebe von Mrs. White die Freunde nur aufrütteln und sie dazu bringen ihre Energie zu verdoppeln. Sie können jetzt sehen, mit welchen Feinden der Glaube konfrontiert wird und wie wichtig es ist, seine Anhänger zu stärken. Im Bayán sagt der Báb, jede Religion sei dazu bestimmt gewesen, universell gültig zu sein und hätte das auch verdient gehabt. Der einzige Grund, warum es keine geschafft hat, das zu verwirklichen, war die Unfähigkeit der Gläubigen, die mit dieser Aufgabe betraut waren. Bemühen wir uns, damit nicht auch wir versäumen, das von Bahá’u’lláh vorgegebene Ideal zu verwirklichen. Bitte übermitteln Sie allen Freunden die liebevollen Grüße Shoghi Effendis und versichern Sie ihnen, dass er in den Momenten des Gebets Gott um Führung und Unterstützung für sie bitten wird … Meine lieben und kostbaren Mitarbeiter, ich freue mich so sehr über Ihre edle Beteuerung der Glaubenstreue gegenüber der Sache. Diese Sturm-und-Drang-Zeit wird dazu dienen, die Sache zu beleben, zu reinigen und ihr Fundament zu festigen. Bleiben Sie beharrlich in Ihren Bemühungen und seien Sie meiner Gebete gewiss. Der Meister wird sicher Seine loyalen, treuen und standhaften Geliebten stärken, leiten und segnen. Ich vertraue darauf, dass mein letztes Rundschreiben, das ich vor einer Woche nach Deutschland geschickt habe, eine klarere Vision vermitteln und das Verständnis der Freunde vertiefen wird. Mögen Bahá’u’lláhs allmächtige Arme Sie umfangen und Ihren Herzenswunsch erfüllen. Mit zärtlicher Liebe, Shoghi

4. April 1930

Liebe Freunde, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres Briefes vom 25. März 1930 zu bestätigen. Er hofft und betet, dass Sie in den Prüfungen dieser Tage stark bleiben, das Licht zu schätzen wissen und standhaft danach streben. Miss Wright stammt aus einem Land, in dem die Freunde wiederholt Prüfungen ausgesetzt waren. Sie kann somit die Schwierigkeiten einschätzen, vor denen die Freunde stehen. Shoghi Effendi hofft, dass sie den Geist, den sie an den Heiligen Schwellen empfing, mitbringt, wenn sie aus dem Heiligen Land zu Ihnen kommt. Seit Anbeginn der Sache haben wir ständig Angriffe erlebt. Manchmal kamen sie von außerhalb. Zu anderen Zeiten kamen sie von Seelen, denen das meiste Vertrauen und größte Liebe entgegengebracht wurde. In jedem Fall aber erwiesen sie sich als nützlich für den Glauben. Solche Ereignisse rütteln die Freunde zu intensiverem Dienst auf. Shoghi Effendi hofft, dass die Freunde in Folge der Umtriebe von Mrs. White geeinter werden und die Bedeutung ihrer Aufgabe in einem größeren Ausmaß erfassen. Hätten wir uns stärker bemüht, hätten wir größere Opfer gebracht, hätten wir dem ausdrücklichen Wunsch des Meisters entsprechend versucht, die Sache noch weiter zu verbreiten, als wir es getan haben, vielleicht hätten Mrs. White und ihresgleichen uns nicht in einem solchen Ausmaß kritisieren und behaupten können, die Verwaltung habe den Geist getötet. Wir sollten daher eine Lehre aus dem Geschehenen ziehen und uns zu Diensten für die Sache erheben, die noch beispiellos in der Geschichte der Bewegung sind. Schließlich möchte ich Sie der Gebete und der liebevollen Grüße Shoghi Effendis versichern … Meine innig geliebten Freunde, Ihre Treue und Beharrlichkeit haben mein Herz erfreut. Sie sind wirklich die heldenhaften Pioniere der Sache Gottes. Ich werde für jeden von Ihnen am Schrein des Geliebten flehen, dass sich Ihr Verständnis des Glaubens vertiefe und jeder von Ihnen sich zu einem leuchtenden Stern am Firmament unserer geliebten Sache entwickle. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

14. Juni 1930

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres Briefes vom 31.05.30 zu bestätigen. Zu Seiner Übersetzung des Íqán: Shoghi Effendi hat sie abgeschlossen, aber sie muss noch durchgegangen und abgetippt werden und das schafft er nicht vor dem Sommer. Zum nächsten Herbst, glaubt er, wird alles für die Veröffentlichung bereit sein. Shoghi Effendi empfiehlt Ihnen solange zu warten, bevor Sie eine Entscheidung hinsichtlich Ihrer deutschen Übersetzung treffen. Shoghi Effendi würdigt die von Ihnen geleisteten Dienste sehr. Der [BS2]Íqán ist das wichtigste Buch, das über die geistige Bedeutung der Sache verfasst wurde. Ich glaube nicht, dass jemand, der es nicht gründlich studiert hat, behaupten kann, mit den Lehren gut vertraut zu sein. Die Veröffentlichung in erstklassigem Deutsch wird daher einer der größten Dienste für die Sache in diesem Land sein … Schließlich darf ich Ihnen noch die liebevollen Grüße und die besten Wünsche Shoghi Effendis zusichern … Mein lieber Mitarbeiter, ich hoffe, dass bald der Tag kommen wird, da Sie nach Persien reisen, die Bahá’í dort treffen und die Schreine der Märtyrer besuchen können. Ich bete, dass der Geliebte Ihre Schritte leite, Ihr Herz erfreue und Ihre Bemühungen segne. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

20. Juni 1931

Meine lieben Freunde, unser Hüter bat mich, Ihnen für Ihren Brief vom 5. Juni zu danken. Er war höchst erfreut über Ihr Treffen, an dem alle lieben Wiener Freunde und unser guter Freund Herr Adam Benke aus Leipzig teilnahmen. Er schätzt besonders Ihre liebevolle Grußbotschaft, die jeder von Ihnen unterzeichnet hat. Solche Botschaften sind immer eine Quelle der Freude für ihn, aber er freut sich besonders, das neu eröffnete Zentrum in Wien so voller Begeisterung, Liebe und Hingabe für die Sache Bahá’u’lláhs zu sehen. Er betet aus tiefstem Herzen darum, dass unser kostbarer Meister Ihre Seelen mit Seinem wunderschönen Geist fülle und Ihnen helfe, Seiner Sache und der Menschheit zu dienen. Er ist so froh, dass Herr Benke nach Sofia geht, um Miss Jack zu helfen und vertraut darauf, dass er ihr eine sehr große Hilfe sein wird. Mit der Zusicherung der liebevollen Grüße Shoghi Effendis an Sie alle … Meine lieben und kostbaren Mitarbeiter, ich war so froh, von Ihnen zu hören und von Ihrer unerschütterliche Treue zur Sache zu erfahren. Die Freunde in Wien sind immer in meinen Gedanken und meinem Herzen und ich werde weiterhin den reichsten Segen des Meisters für sie erflehen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

23. Dezember 1931

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, Shoghi Effendi bat mich, Ihnen diese Zeilen zu schreiben, um Ihnen mitzuteilen, dass er Ihnen vor wenigen Tagen zu Händen von Frau Schwarz eine Ausgabe seiner gerade erschienenen Übersetzung des Íqán geschickt hat. Er hofft, sie wird Ihnen helfen, Ihre Übersetzung ins Deutsche, die sie bereits vorgenommen haben, zu überarbeiten. Damit wird sein Versprechen vom letzten Jahr erfüllt, Ihnen eine Ausgabe seiner englischen Übersetzung zu senden, sobald sie gedruckt ist. Shoghi Effendi hat von mehreren Seiten von den wunderbaren Diensten erfahren, die Sie für die Sache leisten. Er vertraut völlig darauf, dass die jungen, gebildeten Bahá’í, die ihre geistigen Fähigkeiten entwickelt haben und die daher die Bedeutung der Sendung Bahá’u’lláhs für die Entwicklung der Welt zu schätzen wissen, sich geschlossen erheben und das Reich Gottes auf Erden errichten werden. Die Welt um uns herum ist in einem bedauernswerten Zustand und ihre Krankheiten scheinen täglich zuzunehmen. Wir, die jungen Bahá’í, die mit dieser göttlichen Mission betraut wurden, müssen unser Möglichstes tun und dürfen nicht ruhen, bis die Aufgabe erfolgreich erfüllt ist. In seinen Zeiten des Gebets und der Meditation an den Schreinen wird Shoghi Effendi an Sie denken und um göttliche Führung und Beistand für Sie bitten …

24. Februar 1932

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, Shoghi Effendi bat mich, den Eingang Ihres Briefes vom 13. Februar 1932 zu bestätigen. Er war sehr froh zu erfahren, dass Ihre Gesundheit wiederhergestellt ist und Sie Ihre Arbeit und Ihre Dienste für die Sache wieder aufnehmen können. Wir können es uns sicherlich nicht leisten, die fähigen Diener des Glaubens in ihrer Gesundheit beeinträchtigt zu sehen. Es sind zu wenige, um auf sie verzichten zu können. Shoghi Effendi war sehr froh, dass Sie die neue Ausgabe des Íqán sicher erhalten haben und für die Überarbeitung Ihrer Übersetzung ins Deutsche verwenden werden. Er bedauert es natürlich sehr, dass Sie ohne Kenntnisse des Persischen nicht auf das Original zurückgreifen können. Er hofft sehr, dass bald einige der jüngeren deutschen Bahá’í das Übersetzen zu ihrem Lebenswerk machen werden und mit diesem Ziel vor Augen ein gründliches Studium des Persischen und des Arabischen in Angriff nehmen. Sie würden damit sicherlich ihrem Land und dem Glauben als Ganzem einen wunderbaren Dienst erweisen. Schließlich darf ich Sie der Gebete und der besten Wünsche Shoghi Effendis versichern. Er wartet immer darauf, vom wunderbaren Fortschritt des Glaubens in Deutschland und Ihrem bedeutenden Anteil daran zu hören … Liebe Mitarbeiter, ich möchte persönlich ein paar Worte hinzufügen und Sie meiner tiefen und herzlichen Wertschätzung Ihrer edlen und sorgfältigen Bemühungen zur Verbreitung und Festigung des Glaubens in diesem Land versichern. Die deutschen Gläubigen haben Prüfungen von beispielloser Härte erlebt. Sie haben dem Sturm mit wunderbarem Geist und mit edler und lobenswerter Entschlossenheit standgehalten. Diese Prüfungen wurden von Gott gesandt und werden dazu dienen, den Glauben in diesem vielversprechenden Land fester zu verankern. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer hingebungsvollen Arbeit und versichere Ihnen für Sie zu beten. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

30. März 1932

Liebe Bahá’í-Brüder und -Schwestern, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres Briefes zu bestätigen, den Sie anlässlich der Naw-Rúz-Feier mit den Grüßen zum Festtag schrieben. Er bittet mich, Ihre Gefühle zu erwidern und drückt seine Hoffnung aus, dass in diesem gerade begonnenen neuen Jahr, die Sache in Deutschland einen Schritt nach vorn machen möge, der beispiellos in der Geschichte der Sache in diesem Land ist. Die Welt als Ganzes, aber besonders die Völker Europas, leiden unter großen Katastrophen in der Folge von Kriegen, sozialer Unzufriedenheit, Angst, Hass und Eifersucht. Und diese Kräfte der Finsternis führen die Menschheit zur völligen Zerstörung. Dieser Zustand wird anhalten, bis die Welt die Bedeutung der Botschaft Bahá’u’lláhs erkennt – eine Botschaft, eigens von Gott gesandt, um die Krankheiten der Menschen dieser Tage zu heilen. Sollten wir, denen diese göttliche Sache anvertraut ist, uns nicht erheben und geschlossen das Wort Gottes weltweit verkünden? Dürfen wir zulassen, dass die Menschheit sich in ihrem Leid windet und wir selbst uns dem Bund des Meisters untreu erweisen – dem Bund, dem zu Folge wir bis zum letzten Atemzug danach streben werden, das Volk Gottes vor der völligen Vernichtung zu schützen? In seinen Momenten des Gebets wird Shoghi Effendi an Sie alle denken und Gott bitten, Ihre Schritte zu lenken und Ihre Bemühungen zu stärken, Seine göttliche Botschaft über den gesamten großen Kontinent zu verbreiten. Er hat Ihr Rundschreiben mit großem Interesse gelesen; möge das, was Sie zum nächsten Naw-Rúz schreiben, noch begeisterndere Nachrichten über den Fortschritt der Sache enthalten, um sie den Freunden überall auf der Welt zu übermitteln … Liebe Mitarbeiter, ich möchte ein paar persönliche Worte hinzufügen und versichere Ihnen erneut meine tiefe Zuneigung und mein großes Interesse an Ihren Tätigkeiten. Ihre Treue und Beharrlichkeit angesichts der gewaltigen Prüfungen verdienen in der Tat höchstes Lob. Möge der Geliebte auch weiterhin Ihre edlen Bemühungen segnen und leiten und jeden Einzelnen von Ihnen zu großen und unvergesslichen Diensten für Seine Sache befähigen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

19. Mai 1932

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, vor einiger Zeit erhielt ich einen Brief von Ihnen auf Persisch. Ich war so glücklich darüber, dass Sie diese Sprache lernen, dass ich Ihren Brief Shoghi Effendi gezeigt habe. Er gab mir daraufhin den Íqán sowie ein Büchlein mit den Verborgenen Worten, den Sieben Tälern und einigen Oden Bahá’u’lláhs, um sie Ihnen zu schicken. Da ich sehr beschäftigt bin, habe ich keinen Begleitbrief dazu gelegt. Ich hoffe sehr, Sie haben alles erhalten und versuchen es zu lesen. Auf jeden Fall bitte ich Sie, mir ein paar Zeilen zu schreiben, wenn Sie die Bücher erhalten haben …

10. September 1932

Liebe Bahá’í-Freunde, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres Briefes vom 20. August 1932 zu bestätigen und Ihnen allen seine herzliche Wertschätzung und seinen Dank zu übermitteln. Die Nachricht von Ihrer erfolgreichen ›Sommerwoche‹ hat sein wundes Herz sehr getröstet. Er hofft, dass solche wichtigen Zusammenkünfte dazu dienen werden, das Verständnis der Freunde zu vertiefen und sie mit neuem Glauben und Mut zu begeistern, um die Arbeit, die durch die wertvollen Bemühungen unserer deutschen Freunde bereits begonnen wurde, weiter auszubauen. Shoghi Effendi wünscht Ihnen Beharrlichkeit in Ihren Diensten und dass Sie auf die beständige Hilfe Gottes vertrauen. Der Meister sicherte uns zu, Er werde unsere Bemühungen segnen und uns niemals allein und ohne Unterstützung lassen. Mit der erneuten Zusicherung der besten Wünsche Shoghi Effendis und seiner inständigen Gebete für jeden von Ihnen … Liebe Mitarbeiter, ich kann nicht umhin, noch einige persönliche Worte als Zeichen meiner Bewunderung für die Art, wie Sie an die Ausbreitung der Sache herangehen, hinzuzufügen. Sie sind oft in meinen Gedanken und ich schließe sie in meine inständigen und liebevollen Gebete ein. Die Arbeit, die Sie im Sommer leisten, sollte ausgeweitet werden, ihr Einfluss muss sich verbreiten, die Teilnehmerzahl zunehmen und ihre Grundlagen müssen verstärkt werden. Möge der Geliebte Sie leiten und Ihre edlen Bemühungen unterstützen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

14. September 1932

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, ich habe Ihren Brief vom 4. September 1932 erhalten. Zu Ihrer Frage, wie die üblichen Feiertage in diesem Jahr der Trauer um das Größte Heilige Blatt begangen werden sollten; da Shoghi Effendi noch nicht von seinem Sommerurlaub zurück ist, kann ich ihm Ihre Frage nicht vorlegen und sie nicht sofort beantworten. Die Freunde in Amerika hatten jedoch das gleiche Problem und stellten ihm die gleiche Frage per Telegramm. Das Beste, was ich tun kann, ist, Ihnen eine Kopie der Antwort Shoghi Effendis zuzusenden. Ich glaube, das wird Ihnen die notwendige Führung bei der Lösung Ihres Problems bieten. Sein Telegramm lautet wie folgt: Bahá’í New York festliche Jubiläen sollten ausgesetzt werden. Verwaltungstreffen einschließlich Neunzehntagefeste sollten mit äußerster Einfachheit stattfinden …

30. November 1932

Liebe Bahá’í-Brüder und -Schwestern, Shoghi Effendi bat mich, den Erhalt Ihres gemeinsamen Briefes vom 12. November 1932, den Sie zum Jahrestag der Geburt Bahá’u’lláhs schrieben, zu bestätigen. Wir sollten höchst erfreut sein und Gott danken, denn in einer Zeit, in der die ganze Menschheit verzweifelt kämpft, können wir zusammenkommen, mit großer Zuversicht feiern und uns über den Anbruch eines neuen Tages freuen; wir erkennen in der Dunkelheit, die die Welt umhüllt, das Dämmern eines neuen Lichtes und den Anbruch eines neuen Zeitalters. Dies ist wirklich ein Segen und eine Gnadengabe Gottes für jene, die an Ihn glauben und Seine Offenbarung annehmen. Um unsere tiefe Wertschätzung für dieses Geschenk Gottes zu zeigen, sollten wir uns erheben und diese Botschaft der Hoffnung unter den leidenden Mitmenschen verbreiten. Das Geschenk ist solcher Art, dass unser eigener Anteil zunimmt, je mehr wir anderen davon geben. Denn welche Freude kommt der Freude gleich, anderen Herzen Frohsinn und Hoffnung zu bringen. Je glücklicher wir andere machen, desto größer wird unser eigenes Glück und desto tiefer unser Empfinden der Menschheit gedient zu haben. In seinen Momenten des Gebets an den gesegneten Schreinen wird Shoghi Effendi Ihrer aller gedenken und Gott bitten, Sie bei der Verbreitung Seiner Botschaft überall in Ihrem Land und in den Nachbarländern zu leiten und zu unterstützen. Er vertraut darauf, dass durch Ihre fortgesetzten Bemühungen unzählige Seelen zur Erkenntnis der Wahrheit geführt werden und zu deren Unterstützung herbeieilen … Liebe Mitarbeiter, Ihre gemeinsame willkommene Nachricht brachte meinem leidgeprüften Herzen Kraft und Trost. Die Last meiner Trauer und meines Leides wurde erheblich gelindert. Ich schätze die Gefühle, die Sie zum Ausdruck gebracht haben. Jeder von Ihnen ist meinem Herzen lieb und teuer. Ich werde weiterhin für Sie alle beten, der Geliebte möge Sie schützen, führen und segnen in Ihrem ständigen Bemühen, diese mächtige und kostbare Sache zu verbreiten. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

3. Mai 1933

Liebe Bahá’í-Brüder und -Schwestern, der Hüter bat mich, Ihnen für Ihre freundlichen Worte und Festtagsgrüße vom 23. April 1933 zu danken. Er ist hoch erfreut, dass die Freunde, wenn sie bei solchen Treffen an den Anlass für diese Feier denken, ihre Entschlossenheit zum Dienst erneuern und Gott bitten, Seinen unendlichen Segen über sie zu ergießen und ihnen zu helfen, ihr edles Ziel zu erreichen. Je stärker die Gesellschaft durch Kriege bedroht wird und je mehr man sieht, dass die Menschheit ihren Problemen verzweifelt gegenüber steht, desto mutiger sollten die Bahá’í werden und wesentlich mehr Energie zur Verbreitung der Lehren aufbringen. Denn nur durch diese göttlichen Gebote kann die Welt zu Ruhe und Frieden gelangen und zu einem Umfeld werden, in dem der Mensch geistige Fortschritte machen und seiner edlen Bestimmung gerecht werden kann. In seinen Momenten des Gebets an den Gesegneten Schreinen wird der Hüter an Sie alle denken und Gott bitten Sie zu führen und Sie im Dienst Seines Glaubens zu unterstützen. Mögen alle Menschen in diesen Regionen durch das Licht, das von Ihren Versammlungen ausstrahlt, das Licht Gottes empfangen und ihren Weg zum ewigen Heil finden … Möge der Geliebte Ihre Schritte lenken, Ihre Herzen erfreuen, Sie befähigen überall die Interessen unseres geliebten Glaubens zu fördern und Sie unterstützen, seine aufstrebenden Institutionen zu festigen, In liebevoller Verbundenheit, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

16. Mai 1933

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, Der Hüter … hofft inständig, dass die Berichte über die grassierenden Ansichten in Deutschland, die wir hier erhalten, nicht zutreffen und es sich eher um eine Erneuerung bei den Menschen handelt als um die Rückentwicklung zu einer toten Vergangenheit. Denn ganz gleich, was wir von Deutschland sagen, müssen wir zugeben, dass die Menschen dort eine geistige Lebendigkeit besitzen, die der anderer Völker überlegen ist. Im Herzen dieses dicht bevölkerten Kontinents, von einem so starken religiösen Geist erfüllt, könnte Deutschland leicht eine wunderbare Rolle bei der Erneuerung der Welt spielen. Sicherlich schaut die Welt gespannt auf Deutschland, um zu sehen, was es unternimmt. Doch wir Bahá’í sollten bedenken, dass wir über der Politik stehen; dass uns dieser Bereich nicht interessiert; dass wir geistigen Dingen Bedeutung zumessen; dass wir Erlösung aus dem Glauben erwarten, der in unserem Herzen brennt. In seinen Momenten des Gebets und der Meditation an den Heiligen Schreinen wird der Hüter an Sie und die anderen Freunde in Deutschland denken und Gott bitten, Sie zu führen und dabei zu unterstützen, Ihre wichtige Rolle bei der Vergeistigung der ganzen Welt zu spielen – einer Welt, die derzeit tief im Streben nach materiellen Gütern und Interessen versunken ist … Lieber und kostbarer Mitarbeiter, ich habe mich sehr über Ihren Brief gefreut. Ich sehne mich danach, noch ausführlicher und häufiger von Ihnen zu hören. Sie sind ein Turm … und eine Säule Seines Glaubens in diesem Land. Deutschland sieht einer herrlichen Zukunft unter dem Banner des Glaubens Bahá’u’lláhs entgegen. Seine Mission ist, die Sache Gottes in Europa zu verfechten und sie fest im Herzen dieses Kontinents zu verankern. Die Prüfungen und Tests, die den Glauben in diesem Land befallen haben, waren notwendig und vorherbestimmt. Die deutschen Gläubigen, die den Sturm überstanden haben, müssen sich nun erheben und die Sache verbreiten, den unpolitischen Charakter ihres Glaubens verkünden, seine aufkeimenden Institutionen aufbauen und durch Wort und Tat beweisen, dass sie frei sind von jeglichem Makel des Partikularismus und des Vorurteils. Möge der Allmächtige ihre Schritte leiten, ihnen in ihren Bemühungen beistehen und ihr Handeln segnen. Shoghi

14. Juni 1933

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, vielen Dank für Ihren Brief vom 4. Juni 1933. Ich habe ihn zusammen mit dem beigefügten Bericht über die Sommerschule dem Hüter vorgelegt, der sich sehr gefreut hat, alles zu lesen. Er behielt den Bericht aber lässt mich Ihnen mitteilen, dass Band 5 der Bahá’í World nicht vor Ende des kommenden Sommers zusammengestellt und für den Druck bereit sei; Sie könnten also einen anderen, umfassenderen Bericht schreiben, der auch die Schule berücksichtigt, die in diesem Jahr stattfinden wird. Es wird sicherlich noch weitere interessante Punkte geben, die erwähnt werden könnten, und es ist immer besser, Berichte zu bekommen, die so aktuell wie möglich sind. Der Hüter hofft, dass in diesem Sommer ein großer Schritt in der Entwicklung der Schule getan wird und dass Sie eine wichtige Rolle dabei spielen werden. Falls ein weiterer Austausch zu diesem oder ähnlichen Themen erforderlich ist, wenden Sie sich bitte direkt an Shoghi Effendi, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden. Ich möchte Sie schließlich der Gebete des Hüters und der besten Wünsche für den Fortschritt Ihrer Arbeit im Dienst des Glaubens versichern …

27. Juni 1933

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, Shoghi Effendi bittet mich, in seinem Namen den Erhalt Ihres Briefes vom 11. Mai 1933 sowie des beiliegenden Programms der Bahá’í-Treffen in Stuttgart und Esslingen zu bestätigen. Er hat alles gründlich gelesen und wusste es sehr zu schätzen. Hinsichtlich der Transkription orientalischer Namen und Wörter ins Deutsche bittet er mich, Ihnen mitzuteilen, dass ein allgemeiner Orientalisten-Kongress, der weltweit die bedeutendsten Orientalisten vertritt, darunter einige herausragende deutsche Fachleute für verschiedene Bereiche der orientalischen Geschichte und Literatur, das System der Transkription, das in der Bahá’í-Welt eingesetzt wird, mit nur geringen Änderungen bestätigt und angenommen hat. Wie Sie also sehen, ist es ein sehr empfehlenswertes System der Transkription und darum empfiehlt der Hüter so nachdrücklich seine universelle Annahme durch die Bahá’í überall auf der Welt. Jede Abweichung von diesem System könnte seiner Überzeugung nach in Zukunft zu unkalkulierbaren Schwierigkeiten und Missverständnissen führen. Er möchte zweifellos, dass Sie es zunächst selbst verwenden und dann unseren deutschen Freunden empfehlen in allen ihren offiziellen Bahá’í-Publikationen das Gleiche zu tun, insbesondere in den kommenden Ausgaben der Sonne der Wahrheit, in denen einige Kapitel aus Nabils Bericht veröffentlicht werden. Bezüglich des Datums des Jahrestages der Erklärung des Báb denkt der Hüter, die Behandlung dieses Problems sollte besser verschoben werden, bis das Universale Haus der Gerechtigkeit errichtet sein wird. Bis dahin empfiehlt er Ihnen, das System zu benutzen, das in der Bahá’í-Welt, d.h. (seit 9 Jahren) auch in Deutschland verwendet wird. Nach diesem System sollte der hundertste Jahrestag der Verkündigung des Glaubens im Mai des Jahres 101 gefeiert werden, also wenn wir in das zweite Bahá’í-Jahrhundert eintreten. Beim Jahr 90 sollten wir nicht denken, dass 90 Jahre seit der Erklärung des Báb vergangen sind, sondern dass wir uns im 90sten Jahr befinden. Aber ob es besser ist dieses System zu übernehmen oder das von Ihnen vorgeschlagene, das, wie Sie anmerken, unter Christen und Muslimen in Gebrauch ist, muss das zukünftige Haus der Gerechtigkeit entscheiden. Zur Bahá’í-Trauerfeier möchte der Hüter Sie wissen lassen, dass sie von äußerster Einfachheit ist. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Gemeinschaftsgebet, das bisher noch nicht in eine der westlichen Sprachen übersetzt wurde. Shoghi Effendi plant jedoch die Übersetzung und Verbreitung unter den Freunden. Die Freunde und Verwandten des Verstorbenen, die der Feier nicht beiwohnen wollen, sollten nicht dazu gedrängt werden. Abschließend möchte ich Ihnen die liebevollen Grüße des Hüters ausrichten … Lieber und geschätzter Mitarbeiter, ich möchte Ihnen versichern, wie froh und dankbar ich bin, dass die deutschen Gläubigen sich so aktiv an den internationalen Unternehmungen der Sache beteiligen. Ihre Gründlichkeit, Befähigung, Geduld und Offenheit qualifiziert sie in hohem Maße dazu, solche Verantwortung zu tragen und so eine bedeutende Aufgabe zu übernehmen. Ich bin sicher, dass die Briefe, die Sie bald an den britischen Hochkommissar für Palästina entsenden werden, den Auftakt zu den herausragenden Diensten bilden, die Sie für die Sache Bahá’u’lláhs zu leisten bestimmt sind. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

9. August 1933

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, Shoghi Effendi hat mich angewiesen, den Erhalt Ihres Briefes vom 13. Juli 1933 mit der beigefügte Kopie der Petition des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í in Deutschland an den britischen Hochkommissar in Jerusalem zu bestätigen, ebenso wie den Bericht über die Bahá’í-Tätigkeiten in Stuttgart. Er hat alles sehr sorgfältig und mit größtem Interesse gelesen und mich gebeten, Ihnen seinen herzlichen Dank auszurichten. Ihre Petition, obwohl kurz, ist doch scharf formuliert und sehr gehaltvoll. Wir hoffen, dass sie die Behörden in Palästina beeindrucken wird, damit sie den Ernst und die Dringlichkeit unseres Falles erkennen können. Wir versichern Sie seiner besten Wünsche und seiner inständigen Gebete für den Erfolg Ihrer Arbeit, … Lieber und geschätzter Mitarbeiter, Ihre unverzügliche und gelungene Antwort auf meine Anfrage hat mich sehr berührt und ich möchte erneut meine tiefe Wertschätzung und bleibende Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ich hege große Hoffnungen für Ihre zukünftigen Beiträge zur Verbreitung und Festigung des Glaubens in jenem Land und werde auch weiterhin aus tiefstem Herzen für Ihren Erfolg beten. In liebevoller Verbundenheit, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

1. Oktober 1933 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Mitarbeiter, der Hüter hat gerade Ihre schöne Nachricht vom 3. September 33 erhalten, die freundlicherweise von Miss Jack geschrieben wurde. Er hat mich angewiesen Ihnen allen für den Erfolg Ihrer Sommerschulklassen in Esslingen zu danken. Solche jährlichen Versammlungen sind enorm wichtig und bedeutsam, da sie Ihnen allen die einzigartige Gelegenheit bieten, zusammenzukommen und gemeinsam über die Mittel und Wege zu beraten, wie der Glaube in Deutschland verbreitet und entwickelt werden kann. Durch den Gemeinschaftsgeist, die Einheit und die Begeisterung, die sie erzeugen, stärken diese Treffen die Bande der Freundschaft und Zusammenarbeit unter den Freunden und vermitteln Ihnen eine neue Vision der Sache, ihrer drängenden Nöte und Anforderungen in dieser Zeit politischer Umwälzungen und Konflikte. Die sozialen und politischen Bedingungen in Ihrem Land sind in der Tat sehr belastend und wenn sie lange Zeit unverändert so bleiben, könnten sie den Fortschritt des Glaubens behindern. Gerade jetzt sollten Sie mit einem Geist unbeirrbarer Hingabe an die Ideale und Lehren der Sache in größter Eintracht arbeiten. Shoghi Effendi hofft, dass Ihre Sommerschule sich zunehmend entwickelt und zu einem wichtigen Zentrum für die Verbreitung der Botschaft wird. Sie sollten versuchen, das intellektuelle sowie das geistige Niveau zu heben und den Weg für die zukünftige Entwicklung hin zu einer der führenden Bahá’í-Universitäten im Westen zu ebnen. Sie sollten viel Wert auf das gründliche Studium der Geschichte und der Lehren der Sache legen, insbesondere auf das Wesen, die Grundlagen und die besonderen Merkmale der Gemeindeordnung. Die schweren Tests und Prüfungen, die unsere deutschen Glaubensbrüder in den letzten Jahren durchgemacht haben, zeigen deutlich, wie sehr sie ein volles Verständnis der Verwaltungsgrundlagen der Sache benötigen. Wir hoffen in dieser Hinsicht auf große Fortschritte in den kommenden Jahren. In Zusicherung der besten Wünsche und der inständigen Gebete des Hüters in Ihrem Namen … Liebe Mitarbeiter, es ist so erfreulich, dass Sie die Freude und den Nutzen der Gemeinschaft mit unserer lieben und geschätzten Bahá’í-Schwester, Miss Jack hatten, für deren jüngsten und beispielhaften Dienste wir alle zutiefst dankbar sind. Ich werde in meinen Gebete an den heiligen Schreinen an Sie alle denken und für Sie den reichsten Segen des Geliebten erflehen. Möge Er Ihre Schritte leiten und Ihre Herzen im Dienst für Seinen herrlichen und heiligen Glauben beglücken, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

11. Februar 1934

Lieber Bahá’í-Bruder, der Hüter hat mich beauftragt, Ihnen für Ihren Brief vom 30. Januar zu danken sowie für die beiliegende Broschüre, die die Ansprache von Herrn Hitler vom 14. Oktober 1933 zur Haltung Deutschlands zum Frieden enthält. Er hat alles mit größter Sorgfalt und anhaltendem Interesse gelesen. Er bat mich, Ihnen und den Mitgliedern Ihres deutschen Nationalen Rates und dadurch allen Anhängern des Glaubens in Deutschland seine Ansichten über die gegenwärtigen Bedingungen in diesem Land, besonders hinsichtlich der Art und des Umfangs der Bahá’í-Tätigkeiten unserer deutschen Gläubigen zu übermitteln. Zunächst sollte unzweifelhaft klargestellt werden, dass die Bahá’í-Sache im Wesentlichen eine religiöse Bewegung mit geistigem Charakter ist, die in jeder Hinsicht überpolitisch und unparteiisch ist. Sie kann und darf somit nicht im Widerspruch mit den Prinzipien, Gesetzen und Vorschriften einer Regierung handeln. Gehorsam gegenüber den Bestimmungen und Gesetzen des Staates ist in der Tat die heilige Pflicht eines jeden wahren und treuen Bahá’í. Sowohl Bahá’u’lláh als auch ‘Abdu’l-Bahá haben uns aufgefordert, gehorsam und loyal gegenüber der Obrigkeit unserer jeweiligen Ländern zu sein. Daraus folgt die heilige Verpflichtung unsere deutschen Freunde, von ganzem Herzen dem bestehenden politischen Regime zu gehorchen, unabhängig von ihren persönlichen Ansichten und ihrer Kritik an den derzeitigen Vorgängen. Nichts steht dem Geist der Sache mehr entgegen als offene Auflehnung gegen die staatlichen Behörden eines Landes, insbesondere wenn sie nicht dem inneren und heiligen Glauben und den religiösen Überzeugungen des Einzelnen widersprechen. Und alles spricht dafür, dass das gegenwärtige Regime in Deutschland, das bisher in religiösen Fragen keinen Einfluss auf das individuelle Gewissen ausgeübt hat, sich auch in naher Zukunft nie einmischen wird, es sei denn, es kommt zu unvorhergesehenen und unerwarteten Veränderungen. Und das erscheint derzeit fraglich. Während die Freunde der Regierung, unter der sie leben, gehorchen sollten, selbst wenn sie riskieren die Belange und Interessen ihrer Verwaltung dafür aufgeben zu müssen, sollten sie doch unter keinen Umständen dulden, dass ihre inneren religiösen Ansichten und Überzeugungen von einer Obrigkeit, gleich welcher, verletzt oder missachtet werden. Zwischen geistigen Belangen und Verwaltungsangelegenheiten besteht ein Unterschied von grundsätzlicher Bedeutung. Während das erste heilig und unantastbar ist und daher nicht Gegenstand von Kompromissen sein kann, ist das zweite nachgeordnet und kann somit aufgegeben und sogar aus Gehorsam gegenüber den Gesetzen und Verordnungen der Regierung geopfert werden. Der Gehorsam gegenüber dem Staat ist so ein wichtiges Prinzip der Sache, dass, sollten die Behörden in Deutschland heute entscheiden, den Bahá’í die Abhaltung einer Sitzung oder die Veröffentlichung von Literatur zu verbieten, sie gehorchen und sich so unterordnen sollten, wie unsere russischen Gläubigen bislang unter dem sowjetischen Regime. Aber wie bereits erwähnt, gilt eine solche Treuepflicht nur in Bezug auf reine Verwaltungsangelegenheiten, und diese einzuschränken, kann den Fortschritt des Glaubens nur vorübergehend verzögern. In Glaubensfragen sollte jedoch kein Kompromiss geduldet werden, auch wenn es Tod oder Vertreibung zur Folge hätte. Ein weiterer Punkt muss in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden. Das Prinzip des Gehorsams gegenüber der Regierung verlangt von keinem Bahá’í, das politische Programm der Regierung als übereinstimmend mit den Lehren seines Glaubens zu betrachten. Denn eine solche Übereinstimmung ist nicht nur abwegig und widerspricht dem Geist sowie der Form der Bahá’í-Botschaft, sie würde auch zwangsläufig einen Gewissenskonflikt in jedem treuen Gläubigen erzeugen. Aus nur allzu offensichtlichen Gründen kann die Bahá’í-Philosophie einer sozialen und politischen Organisation nicht vollständig mit den politischen Doktrinen und Vorstellungen in Einklang gebracht werden, die gerade en vogue sind. Die Welle des Nationalismus, die so aggressiv und ansteckend in ihren Auswirkungen nicht nur Europa, sondern einen großen Teil der Menschheit überrollt hat, ist doch geradezu die Negierung der Botschaft des Friedens und der Brüderlichkeit, die Bahá’u’lláh verkündete. Der gegenwärtige Trend in der politischen Welt weicht wirklich weit von der Richtung der Bahá’í-Lehren ab. Die Welt nähert sich immer mehr einer alles umfassenden Katastrophe, die das Ende einer bankrotten, von Grund auf mit Fehlern behafteten Zivilisation kennzeichnen wird. Aus solchen Betrachtungen können wir sehr wohl schließen, dass wir als Bahá’í die Lehren Bahá’u’lláhs in keiner Weise mit menschengemachten Glaubensbekenntnissen und Konzepten gleichsetzen dürfen, die ihrem Wesenskern nach unfähig sind, die Welt vor den großen und wachsenden Gefahren, denen sie ausgesetzt ist, zu schützen. Der Hüter hofft, dass dem deutschen Nationalen Rat in seinen Bestrebungen, die Interessen des Glaubens zu wahren und zu fördern, diese kurzen Erläuterungen zur Führung genügen werden und dass der Rat dadurch eine neue Vision von der Sache und eine frische Entschlossenheit zur Verbreitung ihre Botschaft in der ganzen Welt bekommt. Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für Sie und für alle Freunde in Deutschland, … Lieber und geschätzter Mitarbeiter: Ich möchte einige Worte der liebevollen Wertschätzung Ihrer energischen, Ihrer klugen und hingebungsvollen Bemühungen für die Verbreitung und Festigung unseres geliebten Glaubens hinzufügen. Möge der Allmächtige Ihre Unternehmungen segnen, Ihr Verständnis für das Wesentliche und für die Erfordernisse unserer geliebten Sache vertiefen und es Ihnen in diesen schwierigen und herausfordernden Tagen ermöglichen, ihre Interessen zu fördern und ihre Institutionen zu festigen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

21. Februar 1934

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel: Auf Wunsch des Hüters schreibe ich diese Zeilen mit der Bitte an Sie, einen Artikel in deutscher Sprache zur Veröffentlichung in der kommenden Ausgabe der Bahá’í World beizutragen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Biennale eine internationale Bahá’í-Zeitschrift ist, hält Shoghi Effendi es für passend und in vollem Einklang mit ihrem Wesen und Zweck, den Rahmen dadurch zu erweitern, dass von Zeit zu Zeit Artikel in verschiedenen, wichtigen, unter den Freunden geläufigen Sprachen veröffentlicht werden. Es würde erheblich zu ihrer Verbesserung und zur effektiven Verbreitung der Bahá’í World beitragen, wenn die nicht-englischsprachigen Gläubigen sich mit einigen ihrer wichtigsten Inhalten besser vertraut machen könnten. Zwei Artikel auf Französisch wurden bereits zu diesem Zweck bereitgestellt. Einer von ihnen stammt aus der Feder einer neu erklärten, fähigen Gläubigen aus Paris, einer Prinzessin, und der andere ist von einem gewissen Professor, der mit der Universität Sofia in Verbindung steht. Obwohl nicht offiziell als Bahá’í anerkannt, steht er doch der Sache sehr nahe. Der Hüter hofft daher, dass Sie freundlicherweise seiner Bitte entsprechen werden. Er ist sicher, dass unsere deutschen Gläubigen Ihren Beitrag sehr schätzen werden und froh sein werden zu sehen, dass eines ihrer Mitglieder sie in der Vorbereitung dieser internationalen Bahá’í-Dokumentation so aktiv vertritt. Sie müssen keinen allzu detaillierten Artikel schreiben und Sie können das Thema frei wählen, solange es geistig und formal in jedem Punkt mit den Lehren des Glaubens übereinstimmt … P. S. Der Hüter kann bis Ende April auf Ihren Artikel warten. Würden Sie ihn bitte direkt an seine Adresse und nicht nach Amerika schicken?

8. Mai 1934

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel: Der Hüter bat mich, Ihnen für Ihren Brief vom 29. April zu danken sowie für den beiliegenden Artikel und die Gedichte in deutscher Sprache aus Ihrer Feder, die Sie freundlicherweise für die Bahá’í World zur Verfügung gestellt haben. Er plant ihre Veröffentlichung in der kommenden Ausgabe der Biennale. Die deutschen Gläubigen werden sie hoffentlich mit großem Vergnügen lesen und es wird sie sicherlich ermutigen, in der Zukunft häufiger Beiträge zur Veröffentlichung einer so wichtigen und bedeutsamen Dokumentation zu leisten. Mit der erneuten Zusicherung der besten Wünsche des Hüters und seiner Bittgebete für die Ausweitung Ihrer Bahá’í-Tätigkeiten … Mit der Zusicherung meiner tief empfundenen Wertschätzung für Ihre zügige Antwort und meiner fortwährenden Gebete für Ihr Wohlergehen und Ihren Erfolg, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

30. Juli 1934

Liebe Bahá’í-Freunde, Ihr Brief vom 19. Juni, von Frau Köstlin in Ihrem Namen geschrieben, ist angekommen und der Hüter hat den Inhalt sowie die begleitenden Dokumente und Notizen sorgfältig gelesen. Er bat mich Ihnen für alles zu danken und Ihnen allen seine tief empfundene Wertschätzung für Ihre akribischen Mühen zur Festigung der Verwaltung Ihrer Gemeinde zu übermitteln. Es ist ihm eine wahre Freude, zu sehen, mit welchem Geist Sie so hart auf dieses höchste Ziel hinarbeiten, und er betet inständig für Ihre Führung und Unterstützung, dass Sie rasch und wirksam Ihres Herzens Sehnsucht erreichen. In Anbetracht der Tatsache, dass es keine kompetenten und völlig zuverlässigen Personen für Übersetzungen aus dem Deutschen hier gibt, würde der Hüter es vorziehen, wenn Sie ihm von nun an eine Übersetzung der Sitzungsprotokolle auf Englisch zusenden könnten, so dass er sie ohne Schwierigkeiten lesen kann. Er ist sich völlig der Mühen bewusst, die eine solche Übertragung mit sich bringen wird und dafür möchte er Ihnen seine bleibende Wertschätzung und seine tief empfundene Dankbarkeit zusichern. Darf ich Ihnen schließlich noch seine Hoffnung für den Erfolg Ihrer nächsten Sommerschule bekunden. Aus verschiedenen Mitteilungen und Berichten, die wir vor kurzem von den Freunden erhalten haben, entnimmt er, dass eine große Zahl von Gläubigen aus Deutschland und dem Ausland planen, an der Sommerschule teilzunehmen. Möge sich eine solche Zusammenkunft als das richtige Mittel erweisen, um die deutschen Gläubigen einander näher als je zuvor zu bringen und um unter ihnen den Geist der Initiative, des Dienstes und der selbstlosen und uneingeschränkten Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf dem Pfad des Dienstes am Glauben zu fördern … Liebe kostbare Mitarbeiter, die Nachricht, die Sie mir geschickt haben, ist in der Tat höchst willkommen. Sie hat mein Herz mit Freude und Dankbarkeit erfüllt. Immer wieder dränge ich die Freunde und Pilger dazu, die deutschen Bahá’í-Zentren und vor allem die Esslinger Sommerschule zu besuchen, da ich den größten Wert auf diese wichtige nationale Institution lege. Ich werde weiterhin aus tiefstem Herzen für Ihren Erfolg beten. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

8. September 1934 (Sommerschule)

Liebe Freunde und Mitarbeiter, im Namen des Hüters danke ich Ihnen für Ihre hoch geschätzte Botschaft vom 11. August mit der erfreulichen Nachricht vom erfolgreichen Abschluss der Treffen und Kurse der jährlichen Bahá’í-Sommerschule in Esslingen. Er war tief beeindruckt von der großen Zahl der Gläubigen, die an diesen Versammlungen teilgenommen haben und vor allem von der Tatsache, dass so viele verschiedene Gemeinden aus Deutschland und dem Ausland vertreten waren. Es ist seine lang gehegte sehnsüchtige Hoffnung, dass sich diese jährlichen Treffen in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Zentrum für die Ausbildung von Bahá’í-Lehrern entwickeln wird und dass durch diese das Wissen über die Sache in ganz Deutschland und in den Nachbarländern und Regionen stetig an Boden gewinnen wird. Er legt jedem einzelnen von Ihnen nahe, sich zu bemühen, möglichst regelmäßig und mit ganzem Herzen an zukünftigen Kursen und Treffen in Esslingen teilzunehmen und Ihren Freunden zu raten, dasselbe zu tun, so dass sich diese jährlichen Zusammenkünfte durch Ihre gemeinsame und fortgesetzte Arbeit sowohl in ihrem Umfang als auch in ihrem Einfluss entwickeln. Der Hüter fleht inständig in Ihrer aller Namen und betet, dass Bahá’u’lláh weiterhin Ihre Anstrengungen zur Förderung und Festigung des Glaubens in ihrer jeweiligen Gemeinde segnen, bereichern und im Umfang erweitern möge. Mit seinen wärmsten Grüßen an Sie alle … Innig geliebte Mitarbeiter: Ihre Nachricht, die für mich ein überzeugender Beweis für die erneuernde Kraft und den unwiderstehlichen Fortschritt der Sache Gottes ist, hat meinem Herzen große Freude gebracht. Die Einberufung einer so repräsentativen Versammlung an einem solchen historischen Ort und unmittelbar nach den beispiellosen Prüfungen, die durch die geheimnisvollen Fügungen der Vorsehung den deutschen Gläubigen so schwer zugesetzt haben, ist in der Tat ein historisches Ereignis, das jeder Freund der Sache herzlich und freudig begrüßen sollte. Ein herrlicher Anfang ist gemacht. Ich bete, dass durch den unerschütterlichen Glauben und die anhaltenden Anstrengungen der deutschen Gläubigen diese Einrichtung an Wirksamkeit und Umfang zunehme und der Verbreitung der Sache in Ihrem vielversprechenden Land einen mächtigen Auftrieb verleihe. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

25. September 1934

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, der Hüter hat mich gebeten den Erhalt Ihres Briefes vom 29. August zu bestätigen und seine Wertschätzung für Ihre hoch geschätzten Bemühungen um die Übersetzung des Kitáb-i-‘Ahd ins Deutsche zu übermitteln. Er hofft, dass Abschriften dieses kostbaren Sendschreibens bald allen Freunden zur Verfügung stehen und, indem sie es studieren, ihr Wissen über die Lehren vertieft und ihr Eifer für ihre Verbreitung beflügelt und unterstützt werde. Der Begriff ›Afnán‹ bedeutet wörtlich kleiner Ast und bezieht sich auf die Verwandten des Báb, sowohl auf die Männer als auch auf die Frauen. Weil der einzige Sohn des Báb noch in der Kindheit verstarb, hatte Er keine direkten Nachkommen. Die ›Afnán‹ sind daher alle indirekt mit dem Báb verwandt. ›Aghṣán‹ bedeutet ebenfalls Ast. Aber es bezeichnet einen größeren Ast als ›Afnán‹. Es bezieht sich auf Bahá’u’lláhs Nachkommen. Das Kitáb-i-‘Ahd ist, wie Sie wissen, Bahá’u’lláhs Buch des Bundes. Es ist vollständig in Seiner eigenen Handschrift verfasst. Und angesichts der Einwände, die einige Gläubigen hinsichtlich ‘Abdu’l-Bahás Willen und Testament erhoben haben, ist es sehr wichtig zu beachten, dass Bahá’u’lláhs Buch des Bundes weder eine Unterschrift, noch ein Siegel, noch ein Datum trägt. Es wurde den Gläubigen neun Tage nach Bahá’u’lláhs Hinscheiden gezeigt und in ihrer Gegenwart verlesen. Das Manuskript war während ‘Abdu’l-Bahás gesamter Amtszeit in Seinem Besitz, und nach Seinem Tod wurde es zusammen mit Seinem eigenen letzten Willen gefunden. Diese beiden kostbaren Dokumente, Bahá’u’lláhs Buch des Bundes und ‘Abdu’l-Bahás Wille und Testament, wurden beide sorgfältig bewahrt und sind jetzt im Besitz des Hüters … Lieber und geschätzter Mitarbeiter: Ich hege große Wertschätzung für diese frischen Beweise Ihrer fortgesetzten, Ihrer intelligenten und äußerst hilfreichen Arbeit für ein besseres Verständnis und eine größere Verbreitung der wesentlichen Aspekte und Grundlagen unseres geliebten Glaubens. Sie sind wirklich eine Säule der Gemeindeordnung, einer Ordnung, die im Herzen Ihres geliebten und vielversprechenden Landes, trotz der Stürme und Prüfungen der letzten Jahre, sichtbar hervortritt. Führen Sie Ihre Arbeit beharrlich fort, seien Sie glücklich und zuversichtlich. Ich werde auch weiterhin aus tiefstem Herzen für Sie beten. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

3. November 1934

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, der Hüter hat Ihre Nachricht vom 8. Oktober erhalten und sehr gewürdigt und er hat mich gebeten, Ihnen dafür zu danken. Er ist wirklich erfreut, von Ihrem geplanten Besuch im Heiligen Land zu hören und bittet mich, Ihnen und Frau Mühlschlegel unverzüglich seine herzlichen Willkommensgrüße auszurichten. Es ist seine aufrichtige und lang gehegte Hoffnung, dass Ihnen diese Pilgerfahrt, zusätzlich zu ihren vielfältigen geistigen Segnungen, die umfassende Gelegenheit gibt, mit ihm ausführlich über die Lage der Sache in Deutschland zu diskutieren, insbesondere über die Mittel und Wege, wie die Freunde am besten die Grundlagen der Verwaltung in diesem Land ausbauen und festigen können. Sie sind jederzeit willkommen, am besten im Februar oder März – die Zeit, die für einen Besuch Palästinas am günstigsten ist. Mit der erneuten Zusicherung der besten Wünsche Shoghi Effendis und seiner Gebete für Sie und mit seinen herzlichen Grüßen an Sie und Ihre Familie, … Mit erneuter Versicherung meiner Liebe, meiner Bewunderung und Gebete für Sie und dem Ausdruck des herzlichen Willkommens für Sie beide, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

5. November 1934

Liebe Bahá’í-Freunde, Ihre Nachricht vom 20. Oktober an den Hüter liegt mir vor. Er hat sie mit großem Interesse gelesen und war von der Liebe und Hingabe, die darin zum Ausdruck kam, tief berührt. Er möchte, dass ich Ihnen dafür danke und jedem von Ihnen die herzlichen Grüße und guten Wünsche erwidere, die Sie ihm anlässlich der Feier des Geburtstags des Báb übermittelt haben. Er bat mich auch, Ihnen bei dieser Gelegenheit seine tief empfundene Wertschätzung Ihrer Mühen für das Studium und die Verbreitung der Sache in Esslingen zu bekunden. Er hofft und betet darum, dass Ihre Gemeinde in den kommenden Jahren für die Verbreitung der Botschaft in ganz Deutschland und insbesondere für die Stärkung der Grundlagen der Verwaltung in diesem Land eine zunehmend wichtigere Rolle spielen wird. Ihr Zentrum ist eines der ältesten und besten in Deutschland und verfügt über enorme Möglichkeiten. Sie sollten daher zuversichtlich sein und hart und unermüdlich arbeiten, damit Ihre Gemeinde sich sowohl an Zahl, als auch an Stärke und Einfluss entwickelt. Mit der erneuten Zusicherung der besten Wünsche des Hüters und seiner flehentlichen Gebete für Sie alle, … Innig geliebte Mitarbeiter: Ich bin Ihnen zutiefst dankbar für die vielen, wiederholten Beweise Ihrer strahlenden Ergebenheit und festen Entschlossenheit, den besten Interessen unseres herrlichen Glaubens zu dienen. Die Arbeit, für die Sie sich engagieren, ist mir eine kostbare Herzensangelegenheit. Meine Gebete sind immer mit Ihnen. Fahren Sie mit Ihrer Arbeit beharrlich fort und fühlen Sie sich nie entmutigt, wie groß die Hindernisse auf ihrem Weg auch sein mögen. Der Geliebte wacht sicherlich über Sie. Seien Sie glücklich und voll Zuversicht. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

10. Januar 1935

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, der Hüter hat Ihren Brief vom ersten dieses Monats erhalten und bittet mich, Ihnen dafür zu danken. Was Ihren Besuch der Heiligen Stätten betrifft, ist er wirklich betrübt, dass Ihr Kommen sich verzögert, er hofft aber dennoch, dass es sehr bald soweit ist und dass die Hindernisse, die Ihnen derzeit im Wege stehen, restlos beseitigt werden, so dass Sie Ihren Plan vollständig ausführen können. Er betet inständig für Ihre Unterstützung und Ihren Erfolg in dieser Hinsicht. Bezüglich der Entscheidung Ihres NGR, einige der wichtigen Schriften Bahá’u’lláhs und des Meisters in Form einer Broschüre zu veröffentlichen, möchte Shoghi Effendi Ihrem Nationalen Rat übermitteln, dass er Ihren Plan sehr befürwortet. Er hat in der Tat das Gefühl, dass für die deutschen Gläubigen die Zeit gekommen ist, eine gründliche Kenntnis sowie ein umfassendes Verständnis der so wichtigen Sendschreiben wie Bahá’u’lláhs Buch des Bundes und ‘Abdu’l-Bahás Testament zu erlangen, die zusammen das Fundament bilden, auf dem die gesamte Gemeindeordnung des Glaubens systematisch errichtet wurde. Die Sendung Bahá’u’lláhs stellt ebenfalls eine unschätzbare Ergänzung zu diesen oben genannten Sendschreiben dar. Bezüglich des Kitáb-i-‘Ahd meint der Hüter, es sei vorzuziehen, dass es in einem separaten Büchlein veröffentlicht wird und dass das Sendschreiben vom Zweig und das Lawḥ-i-Aqdas, die beide eher schlecht aus dem Original übersetzt wurden, nicht darin aufgenommen werden sollten. In Bezug auf die Treuhanderklärung und Satzung des NGR möchte er noch einmal betonen, wie wichtig es ist, dass Ihr Rat sich an den genauen Wortlaut der Verfassung des amerikanischen NSA hält, die, wie er wiederholt festgestellt hat, der Prototyp für alle nationalen Bahá’í-Verfassungen ist. Alles, was nicht ausdrücklich in dieser nationalen Satzung erwähnt wird, bleibt völlig dem Ermessen jedes NGR überlassen, da es Fragen von untergeordneter Bedeutung betrifft. In den wesentlichen Punkten sollte jedoch strikte Übereinstimmung in der ganzen Bahá’í-Welt gewahrt sein und zu dieser Kategorie gehören alle Prinzipien, Gesetze und Verordnungen, die im Text der Nationalen Verfassung festgelegt wurden. Als ein Beispiel für die Genauigkeit, mit der die Freunde diesem Prinzip folgen, fügt der Hüter eine Kopie der nationalen Verfassung der Bahá’í von Indien und Burma bei, die mit Ausnahme des Artikels VIII, der hinzugefügt wurde, in jedem Detail dem Text der Verfassung des amerikanischen NSA entspricht. Mit seinen liebevollen Grüßen an Sie und alle Freunde, … Mit der erneuten Versicherung meiner liebevollen Gebete für Sie und meiner tiefempfundenen Wertschätzung Ihrer großartigen Anstrengungen im Weinberg Gottes. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

4. Februar 1935

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, der Hüter hat Ihren Brief vom 29. Januar ordnungsgemäß erhalten und sorgfältig die Punkte zur Kenntnis genommen, die Sie im Zusammenhang mit bestimmten Verwaltungsvorschriften und Grundsätzen der Bahá’í zur Wahl von örtlichen und nationalen Räten aufgeworfen hatten. Zunächst bittet er mich, seine Hoffnung zu bekunden, dass die nächste Sitzung Ihres Nationalen Rates in den Beratungen über die verschiedenen Angelegenheiten, denen er sich derzeit gegenüber sieht, umfassend geführt werde; auch soll ich Sie und Ihre Mitarbeiter in diesem Gremium seiner Gebete für den Erfolg Ihrer Bemühungen in dieser Hinsicht versichern. Hinsichtlich der Anzahl der Delegierten auf der Jahrestagung der deutschen Freunde, bestätigt der Hüter völlig die bisherige Praxis Ihres Nationalen Geistigen Rates, und zwar 19 statt 95 Delegierte zu haben. Dies ist natürlich gegenwärtig die einzig mögliche Lösung in Anbetracht der begrenzten Zahl der erklärten Gläubigen in Deutschland. Was das Kandidaturverfahren bei Bahá’í-Wahlen angeht, so ist der Hüter der festen Überzeugung, dass es absolut nicht in Übereinstimmung mit dem Geiste steht, der alle Wahlen von Bahá’í beseelen und führen sollte, seien sie von örtlicher oder nationaler Natur und Bedeutung. Die Abwesenheit einer solchen Verfahrensweise bildet in der Tat das Unterscheidungsmerkmal und die deutliche Überlegenheit der Bahá’í-Wahlmethode über die Methoden, die in politischen Parteien und Fraktionen üblich sind. Das Kandidaturverfahren, das so dem Geist der Bahá’í-Gemeindeordnung widerspricht, sollte von allen Freunden gänzlich fallengelassen werden. Andernfalls wird die Freiheit des Bahá’í-Wählers in der Wahl der Mitglieder eines Bahá’í-Rates ernsthaft gefährdet und der Vorherrschaft von Persönlichkeiten der Weg geebnet. Und nicht nur dies, schon allein die Nominierung führt schließlich zur Parteienbildung – etwas, was dem Geist der Sache völlig fremd ist. Neben diesen ernsten Gefahren hat das Kandidaturverfahren noch den großen Nachteil, dass es bei den Gläubigen den Geist der Initiative und Selbstentfaltung auslöscht. Eine der wesentlichen Absichten der Verfahren und Methoden der Bahá’í-Wahl ist tatsächlich die Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein in jedem Gläubigen. Indem sie die Notwendigkeit unterstreichen, seine volle Freiheit bei den Wahlen zu wahren, machen sie ihm zur Pflicht, ein aktives, gut unterrichtetes Mitglied der Bahá’í-Gemeinde zu sein, in der er lebt. Damit er bei der Wahl eine kluge Entscheidung treffen kann, ist es notwendig, dass er in enger, stetiger Verbindung zu allen Tätigkeiten vor Ort, wie Lehrarbeit, Verwaltung und dergleichen steht und sich voll und von ganzem Herzen an der Arbeit der örtlichen wie der nationalen Ausschüsse und Räte in seinem Land beteiligt. Nur so kann ein Gläubiger ein echtes Gemeinschaftsbewusstsein entwickeln und ein wirkliches Verantwortungsgefühl für das erlangen, was die Interessen der Sache betrifft. So macht das Bahá’í-Gemeindeleben jedem ergebenen, aufrichtigen Gläubigen zur Pflicht, ein kluger, gut unterrichteter, verantwortlicher Wähler zu werden und es gibt ihm gleichzeitig die Gelegenheit, sich zu einer solchen Stufe zu erheben. Und weil das Kandidaturverfahren die Entwicklung solcher Eigenschaften bei den Gläubigen verhindert und außerdem zu Korruption und Vetternwirtschaft führt, muss es bei allen Bahá’í-Wahlen völlig verworfen werden. In diesem Zusammenhang möchte der Hüter die Aufmerksamkeit Ihres Rates auf die Notwendigkeit lenken, das Wahlsystem mit einfacher Mehrheit anzunehmen und nicht das mit absoluter Mehrheit. Da das letztere die Wiederholung der Wahlen nötig macht, übt es, wenn auch indirekt, viel Druck auf den einzelnen Wähler aus. Der Bahá’í-Wähler sollte, wie bereits betont, die volle Freiheit in der Wahl haben. Daher sollte alles, was auch nur im Geringsten eine solche Freiheit behindert, als verderblich angesehen und somit gänzlich abgeschafft werden. In allen Wahlen ist es, außer für einige wenige Individuen in einem hohen Amt, immer schwierig, eine absolute Mehrheit der Wählerstimmen zu erhalten. Die meisten wurden mit einfacher Stimmenmehrheit gewählt. Für das Prinzip der absoluten Mehrheit wäre es daher erforderlich, die Wahl immer wieder zu wiederholen, bis alle zu wählenden Mitglieder jeweils mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten haben – eine Angelegenheit, die noch schwieriger wird, wenn es darum geht, einen Rat mit neun Personen zu wählen. Dadurch werden Wiederholungen in Wahlen unvermeidlich. Und eine solche Wiederholung ist bereits selbst eine Beschränkung der Freiheit des Wählers. Daher ist der einzige Weg, dass jeder Wähler die Namen der neun, die ihm am geeignetsten erscheinen, aufschreibt. Die neun, die die höchste Stimmenzahl erhalten, bilden, ungeachtet der absoluten Mehrheit der abgegebenen Stimmen, die Mitglieder des Rates. Zu Ihrer letzten Frage, ob der einzelne Wähler guten Gewissens für sich selbst stimmen darf. Der Hüter denkt, dass der Bahá’í-Wähler nicht nur das Recht dazu hat, sondern die moralische Verpflichtung, sofern er sich für würdig und fähig hält, die Verantwortlichkeiten und Pflichten zu übernehmen, die den Mitgliedern eines ordnungsgemäß gewählten Bahá’í-Rates auferlegt sind. Jeder Gläubige sollte sorgfältig seine eigenen Verdienste und Fähigkeiten abwägen und nach einer gründlichen Selbstüberprüfung entscheiden, ob er für ein solches Amt geeignet ist oder nicht. Nichts ist schädlicher für den Einzelnen – und auch für die Gesellschaft, als falsche Bescheidenheit, die heuchlerisch und damit eines wahren Bahá’í unwürdig ist. Der wahre Gläubige ist jemand, der sich seiner Stärken sowie seiner Schwächen bewusst ist und der, während er von den vielfältigen Möglichkeiten und Segnungen, die Gott ihm verleiht, vollen Gebrauch macht, sich bemüht, seine Fehler und Schwächen zu überwinden, indem er sich gewissenhaft an alle Gesetze und Gebote, die Gott durch Seine Manifestation offenbarte, hält. Mit den Grüßen und besten Wünschen des Hüters an Sie und alle Freunde, … Möge der Allmächtige Sie beschützen, segnen und bei den historischen Diensten für Seinen Glauben unterstützen und Ihnen gnädig helfen, eine feste und unangreifbare Grundlage für die künftigen Fortschritte und den Ausbau der neugeborenen Institutionen unseres herrlichen Glaubens in Ihrem Land zu errichten. Shoghi

5. März 1935

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, der Hüter hat Ihren Brief vom 24. Februar erhalten und sorgfältig bedacht und bat mich, Ihnen dafür zu danken. In Bezug auf Ihre Fragen rund um das Kitáb-i-Aqdas glaubt er nicht, dass es derzeit ratsam wäre, eine der vorhandenen Übersetzungen dieses Buches zu verbreiten, weder unter den Freunden noch in der größeren Öffentlichkeit, da alle diese Versionen, Englisch sowie auch Russisch, nicht autorisiert sind und daher die Lehren völlig falsch darstellen könnten. Er möchte vielmehr vorschlagen, dass Ihr NGR einen Ausschuss ernennt, mit dem Zweck das Aqdas ins Deutsche zu übersetzen. Das ist gewiss eine außerordentlich schwierige Aufgabe, da in einem solchen Ausschuss einige der Mitglieder ausreichende Kenntnisse der arabischen Sprache haben sollten und außerdem gut mit der Geschichte und den Lehren des Islam vertraut sein müssen. Der Hüter hofft jedoch, dass Sie mit Ihrer Kenntnis des Arabischen und des Deutschen vielleicht einen wirklich wertvollen und bedeutenden Beitrag in dieser Hinsicht leisten können. Ihre Übersetzung kann natürlich nicht als endgültig angesehen werden. Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt wäre sie eine große Hilfe für die Freunde in Deutschland, die, wie Sie zurecht vorbringen, den großen Wunsch hegen, die Gesetze und Vorschriften der Sache, wie sie im Aqdas verzeichnet sind, kennen zu lernen. Nach der Fertigstellung, denkt der Hüter, sollte diese Übersetzung nicht ganz gedruckt und unter den Gläubigen in Umlauf gebracht werden. Lediglich Auszüge daraus sollten mit Zustimmung des NGR den Freunden an die Hand gegeben werden, bis die Zeit reif ist, da die Veröffentlichung des vollständigen Buches ratsam erscheint … Möge unser geliebter und wachsamer Meister Sie beschirmen und dazu inspirieren, die vielfältigen Interessen Seines Glaubens und dessen stetig sich entwickelnden Institutionen überall auf wirksamste Weise zu fördern. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

7. Mai 1935

Liebe Bahá’í-Mitarbeiter, der Hüter hat gerade Ihre warmherzige und ermutigende Nachricht vom 28. April erhalten und war tief bewegt von den herzlichen Grüßen und guten Wünschen, die Sie ihm anlässlich Ihrer dreizehnten jährlichen Bahá’í-Tagung in Stuttgart ausrichteten. Er bat mich die Gefühle, die Sie ihm übermittelten, zu erwidern und Ihnen allen seine bleibende Wertschätzung und Dankbarkeit zuzusichern, für die bemerkenswerte Einheit, die Effizienz und den Eifer, womit Sie die vielfältigen und lebenswichtigen Interessen unseres geliebten Glaubens in ganz Deutschland und Österreich fördern und sicherstellen. Er ist sich sicher, dass Ihre mächtigen und nachhaltigen Anstrengungen den Segen und die Führung des Allmächtigen wie ein Magnet anziehen werden und damit den Weg für die breitere Durchdringung und festere Begründung der Sache in Ihrem Land ebnen werden. Der Hüter war von der ungewöhnlich regen Teilnahme an der diesjährigen Nationaltagung sehr beeindruckt. Er hegt die Hoffnung, dass sich diese aktive und enge Zusammenarbeit der Gläubigen in Deutschland und Österreich in all Ihren örtlichen sowie nationalen Bahá’í-Tätigkeiten auch im kommenden Jahr zeigen wird. Er fleht zu Bahá’u’lláh, dass Seine Bestätigungen Sie in der Erfüllung Ihrer höchst dringenden und heiligen Mission stützen, stärken und inspirieren mögen. Mit dem erneuten Ausdruck seiner tief empfundenen Wertschätzung und seines Dankes und mit seinen herzlichen und äußerst liebevollen Grüßen an Sie alle … Liebste Mitarbeiter: Ihre beeindruckende und höchst willkommene Botschaft zeigte wieder einmal die Stärke der unwiderstehlichen Macht unseres Glaubens, die sich in den erneuten Tätigkeiten, der Solidarität, dem Bewusstsein und der Entschlossenheit der versammelten Vertreter der deutschen Gläubigen zeigte. Die diesjährige Tagung markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Sache in Ihrem Land. Sie legt beredt Zeugnis von der Festigkeit Ihres Glaubens ab, von Ihrem Verständnis seiner Unterscheidungsmerkmale und wesentlichen Grundsätze, Ihrem festen Entschluss, ein unangreifbares Fundament für die aufstrebenden Institutionen zu legen, Ihrer Fähigkeit, den heftigsten Stürmen standzuhalten und die gewaltigsten Hindernisse zu überwinden und Ihrem Wert, Fahnenträger des Glaubens Bahá’u’lláhs für den europäischen Kontinent zu sein. Mögen beachtliche Siege Ihre edlen Bemühungen krönen. Shoghi

5. Juli 1935

Geliebter Bahá’í-Bruder, im Namen des Hüters möchte ich den Erhalt Ihres geschätzten Briefes vom vergangenen vierzehnten Juni, der im Auftrag des Archiv-Ausschusses des deutschen NGR geschrieben wurde, bestätigen und Ihnen allen seine liebevolle Wertschätzung und seinen Dank übermitteln. Er vertraut darauf, dass sein Geschenk, das durch Frau Edith Horn Ihrem Nationalen Archiv überbracht wurde, dazu dienen wird, den deutschen Gläubigen die Bedeutung und den heiligen Charakter dieser Institution zu verdeutlichen und sie zu ermutigen, ihren vollen Anteil zu seiner Weiterentwicklung und Ausweitung beizutragen. Die Institution des Nationalen Bahá’í-Archivs, die alle Nationalen Räte bereits eingerichtet haben, ist in der Tat sehr wichtig und seine Bedeutung wird sich im Laufe der Jahre zunehmend zeigen. Da noch so viele kostbare Reliquien im Besitz von einzelnen Gläubigen sind, müssen jetzt Schritte unternommen werden, um ihre zuverlässige Aufbewahrung im Nationalen Archiv sicherzustellen. Die Freunde müssen angeregt werden, mit ihrem NGR auf dieses Ziel hin zusammenzuarbeiten. Darf ich Sie schließlich erneut der besten Wünsche Shoghi Effendis und seiner Gebete für Sie und Ihre Familie versichern und die Hoffnung bekunden, Ihr lang gehegter Wunsch, das Heilige Land zu besuchen, möge sich in naher Zukunft erfüllen. Mit seinen herzlichen Grüßen … Lieber und geschätzter Mitarbeiter: ich kann nicht umhin ein paar persönliche Worte hinzuzufügen und versichere Ihnen erneut meine tief empfundene Liebe, Wertschätzung und Dankbarkeit für Ihre Energie, Ihr Geschick und Ihre Treue, mit denen Sie die lebenswichtigen Interessen des Glaubens fördern. Meine Gebete für Sie und Ihre lieben und geschätzten Mitarbeiter werden weiterhin vor dem Thron Bahá’u’lláhs dargebracht werden. Ihr wahrer und dankbarer Bruder. Shoghi

10. August 1935

Geliebte Bahá’í-Freunde, im Auftrag des Hüters möchte ich den Erhalt Ihrer schönen Botschaft vom 8. Juli bestätigen und Ihnen seinen liebevollen Dank und seine Wertschätzung für die freundlichen Gefühle bekunden, die Sie zum Vorabend des Jahrestages des Märtyrertodes des Báb zum Ausdruck brachten. Er ist in der Tat sehr zufrieden und fühlt sich sehr ermutigt, von dem schönen Treffen zu erfahren, das Sie organisiert haben, um dieses traurigsten und doch einzigartigen Ereignisses in der Geschichte der Sache zu gedenken und er vertraut aufrichtig darauf, dass die Erinnerung an diese frühen Tage des heroischen Zeitalters des Glaubens dazu diente, Ihre Seelen mit frischem Enthusiasmus und neuem Elan zu füllen und dass Sie jetzt alle als Ergebnis den Drang verspüren, bei der Verbreitung der Sache in Österreich eine noch aktivere Rolle zu übernehmen. Der Hüter war auch über die Nachricht von der Hochzeit unseres lieben und ergebenen Mitarbeiters Herrn Franz Pollinger mit Frau Anny Mödlogl erfreut. Er wünscht ihnen beiden eine äußerst glückliche Ehe und betet zu Bahá’u’lláh, Er möge ihnen weiterhin Seine Gunst und Seinen Segen gewähren, damit das Leben der beiden erfolgreich und für Seine Sache nützlich werde. Mit herzlichen Grüßen des Hüters und mit seinen besten Wünschen und Gebeten für Sie alle, … Innig geliebte Mitarbeiter: Ihre Nachricht erfüllte mein Herz mit Freude und hat mich nachdrücklich an die Festigkeit Ihres Glaubens, das Ausmaß Ihrer Hingabe und den Grad Ihrer Selbstaufopferung und Anstrengungen zur Förderung der Sache Gottes erinnert. Ich rate Ihnen dringend, engsten Kontakt mit den Gläubigen in Deutschland und vor allem mit dem Nationalen Rat zu pflegen, die Kapitel aus Nabíls Bericht, wie sie in der Sonne der Wahrheit erscheinen, zu studieren und zu verinnerlichen, damit Sie ein umfassenderes Verständnis des Zieles, des Einflusses und der bewegenden Geschehnisse des Glaubens Bahá’u’lláhs erlangen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

12. Oktober 1935

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, der Hüter bat mich, Ihnen für Ihren Brief vom 7. September zu danken und seinem Bedauern für die Verzögerung bei der Beantwortung Ausdruck zu verleihen. Im Hinblick auf das Kitáb-i-‘Ahd und das Testament ‘Abdu’l-Bahás bat er mich, Ihnen mitzuteilen, dass er Ihrem Vorschlag, diese beiden Sendschreiben in einem einzigen Büchlein zu drucken, völlig zustimmt. Zur Frage, ob es ratsam ist, Auszüge aus dem Testament des Meisters zu drucken, empfiehlt er Ihrem Rat, dem Verfahren der amerikanischen Bahá’í in dieser Angelegenheit zu folgen, vorausgesetzt natürlich, dass es finanziell machbar ist. Der amerikanische Text des Testaments enthält in der Tat alle wesentlichen Punkte, die jeder Neuling, der der Bewegung beitreten will, über die Grundlagen und die verschiedenen unverzichtbaren Aspekte der Bahá’í-Gemeindeordnung wissen sollte. Ein Gläubiger, der stimmberechtigtes Mitglied werden möchte, benötigt unbedingt eine gründliche Kenntnis dieser Textauszüge. In Bezug auf die neue deutsche Ausgabe von Bahá’u’lláh und das Neue Zeitalter, die der NGR sehr bald veröffentlichen möchte, vertraut Shoghi Effendi darauf, dass diese Arbeit in naher Zukunft abgeschlossen sein wird. Er würde sich in der Tat über Vorschläge freuen, die der deutsche Verlags-Ausschuss in Hinsicht auf Veränderungen und Verbesserungen bestimmter Passagen des vorliegenden Textes machen möchte und wird Sie informieren, ob die vorgeschlagenen Änderungen empfehlenswert sind und ob sie daher in den neuen Band aufgenommen werden sollten oder nicht. Mit seinen herzlichen Grüßen und besten Wünsche an Sie und an alle Freunde in Stuttgart, insbesondere an Ihre liebe Familie … Lieber und geschätzter Mitarbeiter: Ich möchte meine tief empfundene Wertschätzung über die Art und den Geist bekräftigen, mit dem Sie versuchen, die Interessen unseres unbesiegbaren Glaubens zu fördern, zu festigen und zu verteidigen. Zukünftige Generationen werden ohne Zweifel Ihre Dienste in diesem gestaltenden Zeitabschnitt unserer Sache preisen. Machen Sie beharrlich weiter und seien Sie gewiss, dass meine inständigen Gebete auch weiterhin in Ihrem Namen dargeboten werden. In Dankbarkeit und Liebe, Shoghi

22. Oktober 1935

Liebe Bahá’í-Freunde, unser geliebter Hüter hat Ihre Botschaft vom ersten dieses Monats erhalten und die Lektüre erfüllte sein Herz mit großer Freude und Zufriedenheit. Er ist in der Tat zutiefst berührt von den freundlichen Worten, die Sie ihm bekunden und möchte, dass ich Ihre Grüße und guten Wünsche erwidere und Sie besonders seiner bleibenden Dankbarkeit für Ihre unaufhörlichen Mühen versichere, die Sie alle für die weitere Verbreitung und festere Verankerung der Sache in Ihrem Zentrum auf sich nehmen. Er hegt die größten Hoffnungen für die Zukunft des Glaubens in Esslingen und vertraut darauf, dass es sich in Folge der anhaltenden gemeinsamen Anstrengungen und der fortgesetzten Führung und Unterstützung durch den deutschen NGR, zu einer der aktivsten und blühendsten Bahá’í-Gemeinden, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa entwickeln wird. Es hat bereits große Berühmtheit und Bedeutung als internationaler Treffpunkt für alle Gläubigen dieses Kontinents erlangt, speziell im Zusammenhang mit der jährlichen Sommerschule der deutschen Freunde, die immer dort stattgefunden hat. Der Hüter betet inständig, dass dieser Fortschritt, der in den letzten Jahren die Entwicklung Ihrer Gemeinde kennzeichnete, weiter zunimmt und sich Ihre Mühen zum Aufbau und weiteren Vordringen des Glaubens in ganz Deutschland voll auszahlen. Mit seinem herzlichen Gruß an Sie alle, … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ich schätze die Empfindungen, die Sie in Ihrer höchst willkommenen Botschaft übermitteln sehr und ich bin tief berührt von ihrem Inhalt. Ich möchte Sie persönlich meiner liebenden und fortgesetzten Gebete versichern, dass Ihr Verständnis, Ihre Geistigkeit und Ihr Einfluss wachsen möge und Sie eine wertvolle Rolle für die Ausweitung und Festigung des Glaubens und seiner Institutionen spielen mögen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

12. November 1935

Sehr geehrter Herr Dr. Grossmann, der Hüter hat Ihren Brief vom 26. Oktober erhalten und ist hoch erfreut über die Nachricht von der Fertigstellung der deutschen Übersetzung von Die Sieben Täler. Er bat mich, Ihnen ganz herzlich zu gratulieren zu diesem großartigen Dienst, den Sie für die Sache leisten konnten und der ohne Zweifel die Reihe der vielfältigen Beiträge bereichern wird, die Sie auf hervorragende Weise in den letzten Jahren für die Ausbreitung des Glaubens in ganz Deutschland geleistet haben. Er betet zu Bahá’u’lláh, Er möge Sie weiterhin leiten und inspirieren und Sie unterstützen noch herausragendere Taten für die Sache in Ihrem Land zu vollbringen. Bezüglich der Veröffentlichung des Manuskripts hat er keine Einwände, es von einem Nicht-Bahá’í-Verlag herausgeben zu lassen, besonders, da es dann eine größere Attraktivität für die breite Öffentlichkeit haben wird. Aber natürlich sollten Sie in dieser wie auch in allen anderen ähnlichen, örtlichen Angelegenheiten die Zustimmung des NGR einholen. Die Druckkosten des Werkes sollten vorzugsweise durch den nationalen Fonds bestritten werden. Der Hüter freut sich auch sehr, von den neuen Veröffentlichungen zu erfahren, die der NGR in Kürze herausgeben will. Die Herausgabe der Vorträge der letzten Esslinger Sommerschule in Buchform wird ohne Zweifel sehr nützlich sein. Es ist zu hoffen, dass dafür, sowie für andere wichtige Publikationen die erforderlichen Mittel großzügig von den einzelnen Gläubigen und den örtlichen Gruppen und Räten aufgebracht werden. Bezüglich der Herausgabe des Kitáb-i-Íqán auf Esperanto hofft der Hüter auch, dass der NGR in dieser Angelegenheit entsprechende Maßnahmen ergreifen wird. Natürlich sollte die Herausgabe dieses und anderer Werke in nicht-deutscher Sprache der Veröffentlichung der Bahá’í-Literatur in deutscher Sprache untergeordnet werden … Lieber und geschätzter Mitarbeiter: Ich warte gespannt auf die Nachricht von der vollständigen Wiederherstellung Ihrer Gesundheit, denn ich glaube, Ihre Dienste sind in diesen unruhigen Tagen eine äußerst wertvolle Bereicherung für den Glauben, dem Sie dienen. Ich schätze die effiziente und unermüdliche Zusammenarbeit mit Ihnen, trotz aller Hindernisse, die Ihnen in so vielen Bereichen der Bahá’í-Tätigkeiten begegnen. Ich bin zuversichtlich, dass in Folge Ihrer unermüdlichen Anstrengungen die Verwaltungsinstitutionen in Ihrem Land weiter ausgebaut und gefestigt werden und die Lehrarbeit einen zusätzlichen Impuls bekommt. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

5. April 1936

Liebe Bahá’í-Freunde, Ihre sehr willkommene Botschaft vom ersten Naw-Rúz-Tag ist soeben eingetroffen und ihre Lektüre hat unserem Hüter unbeschreibliche Freude bereitet. Er ist so dankbar und glücklich, dass die Freunde in Wien so geeint und so begeistert arbeiten und er hofft, dass sich der Glaube in der Folge stetig weiter entwickeln wird und Ihr Zentrum eine der führenden Bahá’í-Gemeinden im Westen sein wird. Die wichtigste Angelegenheit, der Sie gemäß dem Wunsch des Hüters volle Aufmerksamkeit schenken sollten, ist die Stärkung der Verwaltungsgrundlagen. Erst wenn Ihre Gruppe gelernt hat, durch Gehorsam gegenüber dem örtlichen Rat und unter seiner Führung effizient zu arbeiten, kann es irgendeine Hoffnung auf zukünftige Ausbreitung geben. Die Freunde müssen die Notwendigkeit für interne Disziplin und Ordnung erkennen, die nur eine ordnungsgemäß gewählte und gut funktionierende Einrichtung wie der örtliche Rat wirksam gewährleisten kann. Der Gehorsam gegenüber den Entscheidungen des örtlichen Rates sollte uneingeschränkt und von ganzem Herzen erfolgen, da allein so die Gemeinde in geeinter Weise handeln und etwas Konstruktives und Dauerhaftes erreichen kann. Der Hüter möchte Sie dringend dazu ermutigen, in ständigem Kontakt mit den Freunden in Deutschland zu bleiben. Obwohl das Zentrum in Wien außerhalb der politischen Grenzen Deutschlands liegt, bildet es dennoch einen integralen Bestandteil der deutschsprachigen Bahá’í-Gemeinde. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Bande der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Ihnen und den deutschen Gläubigen zunehmend gestärkt und gefestigt werden, so dass sich durch Ihre vereinten Bemühungen der Glaube in Deutschland und Österreich schnell ausbreiten und auf einer soliden Grundlage aufgebaut werden möge … Innig geliebte Freunde: Ich bin Ihnen zutiefst dankbar für Ihren beständigen Einsatz, Ihre unerschütterliche Treue, Ihre feste Entschlossenheit und beispielhafte Hingabe an unsere geliebte Sache. Einigkeit und Zusammenarbeit sind absolut notwendig und lebenswichtig in der gegenwärtigen Phase Ihrer Entwicklung. Machen Sie beharrlich weiter und seien Sie zuversichtlich, ich werde auch weiterhin für Sie alle aus tiefstem Herzen beten. In liebevoller Zuneigung, Shoghi

10. Mai 1936

Lieber Herr Dr. Mühlschlegel, Ihr Brief vom 1. Mai mit der beiliegenden Botschaft von der Jahrestagung der deutschen Freunde ist gut angekommen und unser geliebter Hüter hat sie mit größter Aufmerksamkeit und Freude gelesen. Er ist in der Tat hoch erfreut, die Ergebnisse Ihrer nationalen Wahlen zu erfahren und er möchte, dass ich Sie bitte, freundlicherweise den Mitgliedern des neuen NGR seine herzlichen Glückwünsche und die Zusicherung seiner inständigen Gebete für Sie an den Heiligen Schreinen zu übermitteln. Der Hüter bedauert jedoch sehr, dass die Tagung nicht ganz repräsentativ für die Zentren in Deutschland war und er bedauert besonders die Tatsache, dass die Wiener Gemeinde nicht dazu in der Lage war, einen Delegierten zu der Tagung zu entsenden. Er möchte Sie dringend dazu bewegen, diese Angelegenheit dem NGR auf seiner nächsten Sitzung vorzulegen, damit sie allen örtlichen Gemeinden, in denen es einen Rat gibt, dringend empfehlen, jedes Jahr mindestens einen Vertreter zu der Tagung zu entsenden. Die Tagung ist in der Tat ein sehr wichtiges Treffen und den Freunden sollte seine Wichtigkeit und Bedeutung nachdrücklich eingeprägt werden. Mit etwas Mühe und Opferbereitschaft ist es den Delegierten immer möglich bei den Sitzungen der Tagung anwesend zu sein … Mein lieber Mitarbeiter: Ich bin so froh, eine so herrliche Botschaft von Ihrer Tagung zu erhalten. Ihnen ist zweifellos in sehr hohem Maße der bisher errungene Erfolg zu verdanken. Die Tage Ihrer Pilgerfahrt werden uns noch lange in Erinnerung bleiben und ich bin zuversichtlich und bete um Unterstützung für Sie und Ihre liebe Frau, dass Sie dem Fortschritt der Sache in Deutschland neue Impulse verleihen werden. Auf Ihnen ruht eine große Verantwortung und ich bin sicher, Sie werden sich der Lage völlig gewachsen zeigen. In liebevoller Zuneigung, Shoghi

10. Mai 1936 (Tagung)

Liebe Freunde und Mitarbeiter, Dr. Mühlschlegel hat freundlicherweise Ihre sehr herzliche Botschaft übermittelt und der Hüter hat sie mit größter Freude und Zufriedenheit gelesen; er war tief berührt von der Zusicherung der Ergebenheit und Treue, die Sie ihm so freundlich übermittelten. Er schätzt die freundlichen Worte sehr, die Sie darin zum Ausdruck bringen, und erwidert all Ihre Grüße und guten Wünsche. Er war von der großen Zahl der Anwesenden bei der diesjährigen Tagung wirklich beeindruckt und hofft, dass diese Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Die Jahrestagung ist in der Tat eine sehr wichtige Zusammenkunft und die Delegierten und die Besucher sollten alles in ihren Kräften stehende tun, um daran teilzunehmen. Es ist eine herrliche und einzigartige Gelegenheit für die Gläubigen zusammenzukommen und über die lebenswichtigen und drängenden Fragen, mit denen die Sache konfrontiert ist, zu beraten. Daher und auch weil die Tagung die alleinige Einrichtung ist, die mit der Wahl des NGR betraut ist, sollten die Freunde und vor allem die Delegierten jede Anstrengung auf sich nehmen, um an den Beratungen und Diskussionen dieser jährlichen Versammlung teilzunehmen. Mit den liebevollsten Grüßen und aufrichtigen guten Wünschen des Hüters an Sie alle … Innig geliebte Freunde: Die Tagung der deutschen Gläubigen ist ein weiterer Meilenstein im bemerkenswerten Fortschritt, den die deutsche Bahá’í-Gemeinde in den letzten Jahren gemacht hat. Mein Herz ist voller Dankbarkeit für die vielfältigen Beweise der Festigkeit des Glaubens, der gemeinsamen Anstrengungen, der gefestigten Einheit, der Leistungen der Verwaltung und der flammenden Begeisterung, die seine Mitglieder so eindrucksvoll aufweisen. ‘Abdu’l-Bahá, Dessen besondere Zuwendung, Liebe und Fürsorge für die Anhänger Bahá’u’lláhs in diesem vielversprechenden Land den meisten von Ihnen bewusst ist, und an die Sie sich zweifellos gut erinnern, ist wahrlich stolz auf Ihre Errungenschaften und hoch zufrieden mit dem Geist, der Sie so kraftvoll in Seinem Dienst beseelt. Sein Geist wird Sie auch weiterhin in Ihrer Arbeit beschirmen und Sie in Ihren Anstrengungen unterstützen und begleiten. Machen Sie beharrlich weiter und seien Sie zuversichtlich. In liebevoller Zuneigung Shoghi

10. September 1936 (Sommerschule)

Geliebte Bahá’í-Freunde, unsere liebe Freundin Frau Köstlin hat freundlicherweise dem Hüter die schöne Botschaft übermittelt, die Sie anlässlich der fünften deutschen Bahá’í-Sommerschule in Esslingen an ihn verfasst haben und ich beeile mich, Ihnen in seinem Namen für die liebevolle Hingabe und die Zusicherung der Treue, die Sie darin ausdrücken, zu danken. Er schätzt zutiefst die herzlichen Gefühle, die Sie zum Ausdruck gebracht haben und erwidert all Ihre Grüße und guten Wünsche. Was ihn besonders freute und sein Herz beglückte, ist die Erkenntnis, dass sich die Esslinger Sommerschule stetig weiterentwickelt und schnell den Charakter eines internationalen Treffpunkts für alle europäischen Bahá’í sowie für Reisende in ganz Europa bekommt. Der Erfolg Ihrer Schule in diesem Jahr, der durch das weite Spektrum sowie durch die große Anzahl der Teilnehmer hinlänglich belegt wird, ist wirklich ermutigend und verheißt Gutes für die Zukunft dieser Institution, von der wir annehmen können, dass sie dazu bestimmt ist, sich zu einer führenden Bahá’í-Universität im Westen zu entwickeln. Der Hüter hofft, dass der deutsche NGR wie schon in den letzten Jahren dafür sorgt, dass die Schule die moralische sowie die finanzielle Unterstützung bekommt, die sie für ihren weiteren Ausbau braucht und dafür, dass ihr Einfluss noch breiter und effektiver jedes Bahá’í-Zentrum überall in Europa durchdringt. Ebenso hofft er und möchte jeden einzelnen Gläubigen in Deutschland eindringlich bitten, den NGR umfassend und fortgesetzt bei seinen höchst verdienstvollen Bemühungen um den Ausbau und die Entwicklung der Sommerschule in Esslingen zu unterstützen. Er ist zuversichtlich, dass durch so eine enge und von ganzem Herzen kommende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gläubigen und dem NGR die Schule allmählich ihre einzigartige und wirklich edle Aufgabe, sowohl in Bezug auf Deutschland als auch auf Europa als Ganzes, allmählich erfolgreich erfüllen wird. Mit liebevollen Grüßen und den besten Wünschen des Hüters an Sie alle, … Liebe und geschätzte Freunde: Ich bin begeistert von der Stimmung und dem Charakter der gemeinsamen Botschaft, die Sie mir geschickt haben. Die großartigen Leistungen, die den Verlauf der diesjährigen Sommerschule auszeichnen, sind eine Quelle der anhaltenden Inspiration für mich in meiner Arbeit und werden wie ein starker Magnet in Zukunft Segnungen für das große und edle Werk anziehen, für dessen Förderung sich die Veranstalter einsetzen. Ich werde auch weiterhin für Sie und für Ihre Arbeit in einem solch vielversprechenden Bereich und für so ein lobenswertes Ziel beten. In Dankbarkeit und Liebe. Shoghi

9. Dezember 1936

Geliebte Bahá’í-Brüder und -Schwestern, Shoghi Effendi hat den Brief, den Sie ihm durch … am 28. November geschrieben haben, erhalten. Wie liebenswürdig von Ihnen, dass Sie anlässlich des Jahrestages des Hinscheidens unseres geliebten Meisters ‘Abdu’l-Bahá so berührende und bestärkende Worte an ihn richten. Ihre Worte haben ihn tief in seinem Herzen berührt und ihm frischen Mut und Trost geschenkt. Was könnte ihn da wirklich zufriedener machen als die Freunde, vor allem seine geliebten Mitarbeiter in Deutschland, zu sehen, wie sie einträchtig und vereint danach streben, die frohen Botschaften des Neuen Tages Gottes zu verbreiten? Es ist seine innigste Hoffnung und das Ziel seines unaufhörlichen Flehens an der Schwelle Bahá’u’lláhs, dass Ihre Gemeinde, die bereits mit so bemerkenswerter Energie, Einheit und Effizienz vorgeht, schnell an Größe und Kraft gewinnt und zu einem Leuchtfeuer wird, dessen Strahlen allmählich alle benachbarten Zentren und Gegenden durchdringen und umhüllen. Esslingen ist nicht nur eines der ältesten Zentren der Sache in Deutschland, sondern tatsächlich eine der aktivsten, erfolgreichsten und vielversprechendsten Gemeinden. Ihr Zentrum blickt in der Tat auf eine ruhmreiche Tradition zurück und es ist höchste Zeit für Sie alle, ob jung oder alt, ob reich oder arm, ungeachtet der begrenzten Mittel und Zahlen, sich vereint zu bemühen, die Grundlage Ihrer Lehrarbeit und Verwaltungstätigkeiten zu erweitern und weiter zu festigen. Der Hüter bittet Sie insbesondere, sich aufs Äußerste anzustrengen, um den Umfang Ihrer Lehrarbeit zu erweitern; aber er fordert Sie auf, in diesem Bereich sowie in allen anderen Bereichen der Bahá’í-Dienste mit äußerster Vorsicht und Weisheit vorzugehen, so dass Sie nicht Gefahr laufen, die Behörden zu verärgern, geschweige denn, Gegnerschaft zu erzeugen. Mit dieser wichtigen Überlegung im Sinne sollten Sie all Ihre Kräfte und Mittel aufbringen, um das Lehren dieser heiligen Sache in Esslingen und in den umliegenden Gemeinden zu fördern. Mit den wärmsten Grüßen und den herzlichsten Wünschen des Hüters, … Innig geliebte Freunde: Ich bin zutiefst von Ihrer Nachricht berührt. Ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen. Ich bin stolz auf Sie, auf Ihre Ausdauer, Ihre Hingabe und Ihre Treue. Bleiben Sie beharrlich und voll Zuversicht. Der Geliebte wacht über Sie und wird auch weiterhin Ihre verdienstvollen Bemühungen segnen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

17. März 1937

Liebe Bahá’í-Freunde: Euer Brief vom siebten März liegt mir vor und ich möchte euch unverzüglich dafür im Namen unseres geliebten Hüters danken und euch erneut seine Dankbarkeit und Wertschätzung für die Zusicherung eurer hingebungsvollen Liebe und Treue übermitteln. Er hegt in der Tat eine tiefe Wertschätzung für eure Gefühle und bewundert den Geist der Opferbereitschaft und die völlige Hingabe sehr, mit der ihr für die Förderung des Glaubens arbeitet. Der Erfolg eurer Bemühungen hängt sicher vom Grad der Einheit innerhalb eurer Gruppe ab und von eurer festen Entschlossenheit, die grundlegenden Wahrheiten, die den Lehren innewohnen, in Worten sowie in Taten hoch zu halten. Der Hüter möchte euch etwas besonders ans Herz legen, dass Ihr euch bemühen solltet, fortwährend in eurem privaten Leben sowie in euren sozialen Beziehungen, Spiegel der Schönheit, Reinheit und erneuernden Kraft der Botschaft Bahá’u’lláhs zu werden. Die Bahá’í-Jugend von heute sollte ein Vorbild für die Jugend der Welt sein und sich daher zu den höchsten Verhaltensstandards erheben. Nichts Geringeres kann die Außenwelt beeindrucken und ihre Aufmerksamkeit und ernsthafte Erwägung anziehen, als dass jeder junge Bahá’í, Mann oder Frau, getreu in Einheit und Entschlossenheit an den Idealen und Lehren des Glaubens festhält. Shoghi Effendi hofft daher, dass eure Jugendgruppe in diesem Jahr eine erneute, entschlossene Anstrengung unternehmen wird, um die Prinzipien und Lehren der Sache im täglichen Leben umzusetzen und damit der Nicht-Bahá’í-Jugend eures Landes die ungeheure Macht der Bahá’í-Lehren vor Augen zu führen, das Leben der Menschheit zu formen, zu gestalten und wiederherzustellen. Er betet zu Bahá’u’lláh, euch zu segnen und eure Bemühungen in diesem Sinne zu leiten … Möge die allmächtige Kraft Bahá’u’lláhs euch segnen und behüten, Seine Gaben über euch ergießen, Euer Verständnis für die grundlegenden Wahrheiten und Erfordernisse Seines Glaubens vertiefen und euch in die Lage versetzen, den Umfang eurer Tätigkeiten und Leistungen auszuweiten und deren Grundlage zu stärken. Euer wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

10. Dezember 1937

Liebe Frau Mühlschlegel, der Hüter war über Ihre sehr herzliche Botschaft vom 1. dieses Monats hoch erfreut und er ist wirklich glücklich darüber, dass Sie in den nächsten Monaten regelmäßig nach Zürich reisen werden und beabsichtigen, ihm so alle Neuigkeiten über die Lage der Sache in Deutschland zu übermitteln. Er begrüßt ihr Angebot aufrichtig und hält es für einen äußerst dringenden und wertvollen Dienst, den Sie dem Glauben damit erweisen können. Herr Greeven steht, wie Sie vielleicht wissen, in engem Kontakt mit den Behörden in Berlin und es gelang ihm bereits, die Regierung dazu zu bringen, unseren Fall wohlwollender zu behandeln. Der Sekretär des Ministers für Kirchenangelegenheiten hat ihm versprochen, dass die Gelder, Bücher und Archive zurückgegeben werden, aber dass es keine Hoffnung gibt, die Regierung dazu zu bringen, die Urteile vollständig aufzuheben. Wie Sie sehen, sind die Verhandlungen nicht ganz vergeblich gewesen. Die Freunde sollten nicht unnötig beunruhigt sein, sondern volles Vertrauen in die Zukunft haben, die, wie wir fest glauben, herrlich und vielversprechend ist. Wie schon in der Vergangenheit wird die deutsche Bahá’í-Gemeinde diese gegnerischen Kräfte schließlich überwinden und zerschlagen und aus dem stürmischen Aufruhr seiner heutigen Bedrängnis stärker, reiner und entschlossener hervorgehen, um die ihr zugewiesene Aufgabe der Errichtung der Neuen Weltordnung zu erfüllen. Versichern Sie den Gläubigen, dass sie keinen Grund zur Sorge haben. Es ist die Sache Gottes und daher in sicherer Hand. In Bezug auf die deutsche Übersetzung von Dispensation of Bahá’u’lláh: eine Kopie des Textes von Fräulein Grossmann für die deutsche Ausgabe dieses Heftes wurde vor etwa zwei Monaten durch Frau Brauns nach Haifa weitergeleitet. Der Hüter schrieb ihr in der Antwort, dass er das Manuskript zurückhalte bis zu dem Zeitpunkt, da Zeit und Mittel für die Veröffentlichung gefunden werden können. Jetzt möchte er wissen, ob die in Ihrem Brief erwähnte Übersetzung die gleiche ist, wie die von Frau Brauns übersandte oder ob es sich um eine neue Übertragung von Dr. Mühlschlegel handelt. Er sendet Ihnen, ihm, sowie allen Ihren Kindern seine liebevollen Gedanken und Grüße … P. S. Der Anweisung des Hüters gemäß, schicke ich ein Exemplar von Bahá’í World Band III an Ihre Adresse, da unklar ist, ob Sie oder einer der deutschen Freunde diese letzte Ausgabe des Jahrbuches gesehen haben … Liebe und geschätzte Mitarbeiterin: Ich möchte Ihnen und durch Sie allen unseren geliebten deutschen Freunden versichern, dass die Prüfungen, denen sie ausgesetzt sind, nur ein Vorspiel zu einer Zeit beispiellosen Ruhmes und tätigen Dienstes für die Sache Gottes sind. Diese Wolken werden sich zerstreuen und der Glanz des Glaubens wird zunehmend heller erstrahlen. Lassen Sie die Sache in Ruhe wachsen und weit tiefer in die Herzen der geprüften Gläubigen in diesem Land dringen; und der Tag wird kommen, da sich ihre Möglichkeiten in einer Weise zeigen, die jeden Betrachter staunen lässt. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

2. Februar 1938

Liebe Frau Mühlschlegel, der Hüter war erfreut Ihren Brief vom 26. Januar zu erhalten und von Ihnen erneut über die Lage der Sache in Deutschland zu hören. Es tut ihm außerordentlich leid, dass die Behörden ihrer eigenen Zusage noch nicht so weit gefolgt sind, die beschlagnahmten Bücher, Gelder und Archive zurückzugeben, aber er hofft noch immer, dass die wachsame Sorgfalt und die nachdrücklichen und klugen Bemühungen von Herrn Greeven schließlich zu konkreten Ergebnisse führen werden. Die Freunde brauchen den Mut nicht zu verlieren, sondern sollten volles Vertrauen in die Zukunft haben, die, wovon wir alle überzeugt sind, unermesslich hell erstrahlen wird. In Bezug auf das Manuskript der deutschen Ausgabe von Bahá’u’lláh und das Neue Zeitalter, hat es den Hüter mit großer Zufriedenheit erfüllt, zu erfahren, dass der Druck des Textes abgeschlossen ist; und er hat das Gefühl, dass es angesichts der gegenwärtigen Einschränkungen in Deutschland nicht ratsam wäre, die Bücher dort auch binden zu lassen. Er empfiehlt daher, die ungebundenen Exemplare auf sichersten Wegen an den Geistigen Rat in Wien zu senden, um die Bindung von so vielen Exemplaren des Buches fertigzustellen, wie sie vertreiben können. Es wäre nicht nur zu riskant und geradezu gefährlich, in dieser Zeit in Deutschland etwas zu veröffentlichen, es wäre auch ein Akt der Illoyalität von Seiten der deutschen Gläubigen gegenüber der Regierung, denn Sie wissen zweifellos, dass in solchen reinen Verwaltungsfragen den Freunden die strenge Verpflichtung des Gehorsams gegenüber den Behörden obliegt. In Bezug auf das Manuskript der Sendung Bahá’u’lláhs, sendet der Hüter Ihnen mit getrennter Post das Exemplar zu, das ihm vor einiger Zeit von Frau Martha Brauns zugestellt wurde, mit der Hoffnung, dass die Freunde möglicherweise Vorkehrungen für eine Veröffentlichung außerhalb von Deutschland treffen können. Abschließend bitte ich Sie, seinen herzlichen Dank der lieben Frau Vautier und Herrn Leo Bernhard für die freundlichen Worte zu übermitteln, die sie Ihrem Brief beigefügt haben. Er wird in seinen Gebeten an den Heiligen Schreinen an Sie alle denken, auf dass Sie allezeit unterstützt und in Ihrer Dienstbarkeit für Bahá’u’lláh geleitet werden …. Liebe und geschätzte Mitarbeiterin: Die Dienste, die Sie in dieser belastenden und unruhigen Zeit leisten, werden sehr geschätzt und verdienen das höchste Lob. Versichern Sie noch einmal die lieben deutschen Gläubigen meiner ständigen Gebete für sie. Die kritische Phase, die der Glaube in ihrem geliebten Land durchmacht, ist nur eine Entwicklungsstufe, ein Schritt, der sie weiterbringt auf dem glorreichen Pfad, den sie betreten haben. Beharrlichkeit ist die Tugend, die sie gegenwärtig am dringendsten brauchen. Eine Allmächtige Vorsehung wacht über sie. Niemals dürfen sie sich entmutigt fühlen. Ich bin zutiefst dankbar und wirklich stolz auf den Geist, den sie zeigen. Shoghi

31. März 1938

Lieber Dr. Mühlschlegel, Ihr Brief vom 20. dieses Monats aus Zürich ist gut bei unserem geliebten Hüter angekommen und er war sehr erfreut von Ihnen zu hören; er war tief berührt von den Nachrichten, die Sie und Frau Mühlschlegel, Frau Vautier und Herr Gollmer ihm anlässlich Ihres Besuchs in Zürich freundlicherweise sandten. Bitte sichern Sie ihnen seine höchste Wertschätzung für die Gefühle zu, die sie zum Ausdruck gebracht haben sowie seine Gebete für ihren Schutz und ihre Führung in diesen schwierigen und wirklich belastenden Zeiten. Der Hüter ist dankbar für den Bericht über die Lage der Sache in Deutschland, den Sie und Herr Gollmer ihm gegeben haben. Er beklagt die gegenwärtige Lage sehr, aber hofft immer noch, dass die Bedingungen sich früher oder später verbessern. Mit der Annexion Österreichs gibt es jedoch kaum eine Chance, dass die Behörden ihre derzeitige Entscheidung über das Verbot der Sache rückgängig machen, vielmehr gibt es allen Grund anzunehmen, dass auch der Rat in Wien in den nächsten Monaten aufgelöst werden wird. Nun zur Veröffentlichung der deutschen Ausgabe des Esslemont-Buches; jetzt, da das neue Regime in Österreich es den Freunden unmöglich macht, den Druck des Buches zu Ende zu bringen und für den Verkauf zu sorgen, hält es der Hüter für das Beste, wenn Sie den amerikanischen NGR kontaktieren und ihn bitten, die gesamte Bestellung zu erwerben. Durch die Ausweitung der Lehrarbeit in Südamerika, wo es, wie Sie wissen, insbesondere in Argentinien viele große deutsche Gemeinden gibt, würde es eine große Nachfrage nach diesem Buch geben und der Verlagsausschuss des NGR könnte dort für den Verkauf vieler Exemplare sorgen und weitere an verschiedene andere Bahá’í-Zentren in Europa und im Osten zum Verkauf verteilen. Der Hüter empfiehlt weiter, dass Sie sich auch an den britischen NGR wenden, der möglicherweise Wege findet, Sie in dieser Angelegenheit zu unterstützen … Lieber und geschätzter Mitarbeiter: Ich bin so froh zu erfahren, dass trotz der Sorgen und Hindernisse, die den innig geliebten deutschen Gläubigen entgegenstehen und sie plagen, ihre Hingabe, Loyalität, Vertrauen und Beharrlichkeit ungetrübt und unerschüttert bleiben. Ich freue mich die Summe von 30 £ beizusteuern, sobald ich von den Vorkehrungen höre, die für die Veröffentlichung von Esslemonts Buch getroffen wurden und ich vertraue darauf und bete dafür, dass Mittel und Wege gefunden werden, um dieses überaus wichtige Unternehmen zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen . Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

25. April 1938

Liebe Freunde, die Postkarte mit der Nachricht, die Sie anlässlich des Besuchs von Dr. Mühlschlegel in Wien an den Hüter geschickt haben, ist soeben angekommen und er war sehr glücklich zu sehen, dass die Freunde in Deutschland und Österreich wieder zusammen sind und sich näher stehen als je zuvor in der Vergangenheit. Er hofft, dass die Beseitigung der Hindernisse, die traurigerweise die deutschen und österreichischen Gemeinden bisher getrennt hatten, den Beginn einer neuen Ära des beispiellosen Wachstums und der Ausweitung Ihrer Angelegenheiten markiert. Er ist sicher, dass Sie die weitreichenden Möglichkeiten, die die gegenwärtige Zeit bietet, deutlich erkennen und wünscht daher, dass Sie glücklich und dankbar sind und auf die Segnungen vertrauen, die die Zukunft für Sie und Ihre lieben Mitarbeiter in diesem Land bereit hält. Ich nutze diese Gelegenheit, Ihre sehr lieben Grüße zu erwidern und Sie erneut seiner Gebete für Ihr Wohlergehen, Ihren Schutz und Ihre fortgesetzte Führung zu versichern, … Ich versichere Ihnen persönlich meine unaufhörlichen Gebete für Ihren Schutz, Ihre Führung und Ihr Glück, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

21. Mai 1938

Liebe Frau Mühlschlegel, der Hüter dankt Ihnen vielmals für Ihren sehr freundlichen Brief vom 11. dieses Monats, der gerade ankam, und auch für das überarbeitete Manuskript der deutschen Übersetzung von Dispensation of Bahá’u’lláh, das Sie mit getrennter Post geschickt haben. Er schätzt Dr. Mühlschlegels Sorgfalt bei der Überarbeitung des Textes wirklich sehr und möchte ihm versichern, dass er darum betet, dass sich bald ein Weg für die Veröffentlichung findet. In Bezug auf die deutsche Ausgabe von Bahá’u’lláh und das Neue Zeitalter, wird es Sie sicherlich freuen, zu erfahren, dass der amerikanische NGR kürzlich in einem Brief angeboten hat, die Druckkosten zu übernehmen und für die Veröffentlichung in der Schweiz Sorge zu tragen. Der Hüter antwortete ihnen darauf mit der Zustimmung zu dem Vorschlag und forderte sie auf, die erforderlichen Schritte unverzüglich einzuleiten; zudem informierte er sie über sein Angebot 30 £ zu den Druckkosten beizutragen. Er wird die Summe direkt an den NGR senden, sobald er von ihnen die Nachricht erhält, dass die notwendigen Verhandlungen abgeschlossen sind. Bezüglich der beschlagnahmten Bahá’í-Literatur und der Archive in Deutschland; der Hüter hat kürzlich in einem Brief Herrn Greeven dazu geraten, seine Verhandlungen mit den Behörden fortzusetzen aber auch die absolute Notwendigkeit betont, keinesfalls zu viel Druck auszuüben. Die Situation ist äußerst heikel und tatsächlich kann nichts anderes als göttliche Hilfe und Führung bewirken, dass die Freunde wenigstens dieses Minimum ihrer Forderungen von der Regierung erhalten. Bitte übermitteln Sie schließlich der lieben Frau Vautier die liebevolle Wertschätzung und den Dank des Hüters für die Grußworte, die sie Ihrem Brief freundlicherweise angehängt hat. Übermitteln Sie auch freundlicherweise Herrn Dr. Mühlschlegel und den Freunden in Stuttgart seine wärmsten und herzlichsten Grüße … Ich wünsche Ihnen und Ihrem lieben und hoch geschätzten Mann den größten Erfolg in Ihren unablässigen und edlen Bestrebungen für die Förderung und den Schutz des Glaubens in diesen Tagen der Belastungen und Prüfungen und versichere Ihnen meine beständige und liebevolle Dankbarkeit. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

7. Mai 1939

Geliebte Freunde, Shoghi Effendi hat Ihre willkommene Karte vom 20. April erhalten und würdigte zutiefst die Botschaft der Liebe und die Grüße, die Sie ihm anlässlich des Riḍván-Festes übermitteln. Auch möchte er, dass ich Ihnen seine tiefe Liebe und guten Wünsche anlässlich dieser glücklichen und gesegneten Gelegenheit übermittle und Ihnen und unseren lieben Freunden in Esslingen seine Gebete für Ihren Schutz und Ihre Führung in diesen Tagen der verbreiteten Trübsal und Verzweiflung zusichere, damit Ihre Herzen gestärkt und voll Zuversicht sein mögen und Sie aus Ihren gegenwärtigen Prüfungen und Schwierigkeiten geeinter und in Ihrer Liebe und Treue zum Glauben fester als je zuvor hervorgehen. Wie betrüblich die unmittelbare Zukunft auch erscheinen mag, sind doch die Aussichten für die Gemeinde der deutschen Gläubigen in ferner Zukunft so unermesslich strahlend, dass sie Ihnen in Zeiten des größten Kummers und der Bedrängnis doch nur Trost und Zuversicht in höchstem Maße vermitteln können. Mehr denn je wenden sich die Gedanken des Hüters heute Ihnen und unseren leidgeprüften Brüdern in Ihrem Lande zu, in Bewunderung für den Mut und die Tapferkeit, die Sie inmitten der schweren Prüfungen gezeigt haben und in Dankbarkeit gegenüber dem allmächtigen Gott, Der Sie immer wieder durch Seine unerschöpfliche Gnade und Seine mächtigen Bestätigungen unterstützt und gesegnet hat. Möge Sein Geist Ihrer Gemeinde in den kommenden leidvollen Tagen weiterhin beistehen und sie führen … Liebe Mitarbeiter: Es war so eine große Freude, von Ihnen zu hören. Sie und die anderen deutschen Gläubigen sind oft in meinen Gedanken und Gebeten. Ich werde weiterhin für die Verwirklichung Ihrer höchsten Hoffnungen beten. Verzweifeln Sie nicht, nein, seien Sie gewiss, dass eine glorreiche Zukunft, strahlender als Sie es sich vorstellen können, auf Sie wartet. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

6. Juni 1939

Mein lieber Freund, Shoghi Effendi hat mich angewiesen, Ihnen für Ihren Brief vom 19. Mai zu danken. Obwohl es ihm sehr leid tat, von den tiefen Missverständnissen und den immer noch bestehenden Mangel an Einheit in … zu hören, ist er dankbar, dass Sie ihm darüber schreiben; er weiß ganz genau, dass Sie nur geschrieben haben, weil Sie den innigen Wunsch hegen, jede Missstimmung unter den Freunden dort zu beseitigen. Tatsächlich ist der Hüter sehr traurig über den gegenwärtigen Zustand; und weil es für ihn nahezu unmöglich ist, aus einer solchen Entfernung und ohne Anhörung beider Seiten einzugreifen, hat er immer wieder gefordert, dass die Freunde sich zusammensetzen, offen und ohne Verstimmung reden und so ihr Problem lösen sollen. Dies war zu Shoghi Effendis tiefer Enttäuschung nicht möglich; Herr Herrigel bleibt kompromisslos und starr und das hat schließlich dazu geführt, dass der Glaube in … zum Stillstand gekommen ist. Aus diesem Grund bittet Shoghi Effendi jeden Einzelnen und vor allem Sie selbst darum, alles zu tun und in dieser Lage zu helfen … Mein lieber Mitarbeiter: Einer unserer vertrauten Freunde, Dr. Yúnis Khán, fährt nach Deutschland, um die Bahá’í-Zentren zu besuchen und ich bin zuversichtlich, dass er es schafft, wahres Verständnis und nachhaltige Zusammenarbeit in … zu erzeugen. Er ist höchst vertrauenswürdig und fähig. Ich werde auch weiterhin aus tiefstem Herzen für Sie beten. Seien Sie zuversichtlich und niemals mutlos. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

5. November 1945

Lieber Bahá’í-Bruder, die Nachricht vom 16. September aus Esslingen, von Ihnen und anderen unserer lieben Bahá’í-Freunde unterschrieben, ist bei unserem geliebten Hüter angekommen und brachte seinem Herzen große Freude. Wenn es Ihnen möglich ist, möchte er gern, dass Sie denjenigen, die unterschrieben haben, die folgende Botschaft weiterleiten: Sagen Sie ihnen, dass es für ihn eine Quelle tiefempfundener Erleichterung und Genugtuung war, von einigen der deutschen Bahá’í Worte der Liebe und Hingabe nach all den Jahren des Schweigens und der Gefahr zu erhalten. Er war so glücklich, dass es ihnen allen gut geht und dass sie sich mit Ihnen treffen konnten und Nachrichten vom Fortschritt des Glaubens in anderen Ländern erhielten. Er hofft, dass nun, da der Krieg vorbei ist und das Regime, das alle Bahá’í-Tätigkeiten in Deutschland verboten hat, nicht mehr existiert, die Gläubigen alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um unsere großartige Religion ihren Landsleuten zu lehren. Nach so vielen Jahren schwerer Leiden und bitterer Enttäuschung gibt es zweifellos viele Seelen, die nach Wahrheit dürsten und der Notwendigkeit einer geistigen Lösung für die Probleme der Welt stärker gewahr sind. Bitte übermitteln Sie allen seine Liebe und versichern Sie ihnen, dass er oft in seinen inständigen Gebeten an sie denkt. Der Hüter war sehr erfreut zu erfahren, dass Sie sich mit einigen der deutschen Bahá’í treffen konnten. Er bittet Sie, ihnen zu helfen und sie nach Kräften zu inspirieren. Seine liebevollen Gebete sind bei Ihnen, seien Sie dessen gewiss … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ich war begeistert von der Botschaft, die Sie gesandt haben und bin Bahá’u’lláh zutiefst dankbar für den Schutz, den Er Ihnen und Ihren lieben Mitarbeitern in diesem Land gewährte und für den Geist, den Sie trotz der Leiden und Wirren, die Ihr Land heimgesucht haben, so kraftvoll verkörpern und vorleben. Ich hege große Hoffnung für die Zukunft Ihrer Arbeit und ich bete von ganzem Herzen um den reichsten Segen des Allmächtigen für Ihre Tätigkeiten. Bleiben Sie zuversichtlich, seien Sie glücklich und standhaft in Ihrer historischen und verdienstvollen Arbeit. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

30. Dezember 1945

Geliebte Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat gerade Ihren Brief vom 4. April erhalten und mich angewiesen, sofort in seinem Namen darauf zu antworten. Mit Gefühlen von großem Stolz und tiefer Trauer las er von den Leiden, die die deutschen Gläubigen für ihren Glauben erduldeten und von den Verfolgungen, die sie so heldenhaft und mit solch unerschütterlicher Treue für unsere heilige Sache ertrugen. In allen diesen langen und tragischen Jahren des Krieges sind seine Gedanken bei der Gemeinde der deutschen Gläubigen gewesen und fortwährend hat er für ihren Schutz und um Erleichterung ihrer schweren Last gebetet. Andere Bahá’í-Gemeinden, wie Frankreich und England, haben auch gelitten, aber nicht in dem Ausmaß wie die Freunde in Deutschland und Birma, Länder, die von Krieg und Invasion verwüstet worden sind und wo die Freunde sich zugleich in der Gewalt von politischen Parteien befanden, die sie verfolgten. Der Verlust aller Aufzeichnungen des Nationalen Rates und der örtlichen Räte ist wirklich schwerwiegend und er hofft, dass Ihre Familie, Dr. Mühlschlegel, Dr. Schmidt, Herr Jörn, Anna Köstlin, Frau Schweizer, Frau Schwarz – in der Tat alle älteren Gläubigen versuchen werden, aus ihren Erinnerungen heraus, die Geschichte der Sache in Deutschland zu rekonstruieren und aufzuschreiben, so dass einige genaue Aufzeichnungen für die Zukunft erhalten bleiben. Er möchte auch, dass Sie für Bahá’í World Band 10 eine umfassende Darstellung dessen verfassen, was die Bahá’í in Deutschland seit 1937 ertragen mussten und dass Sie ihm diese so bald wie möglich zusenden. In den letzten zwei Bänden wurden die Berichte von den Tätigkeiten der deutschen Gläubigen schmerzlich vermisst und er würde es sehr gern sehen, dass sie so schnell wie möglich wieder darin erscheinen. Er hat gerade dem NGR von Amerika geschrieben und sie aufgefordert zu helfen und alles für den Schutz der deutschen Bahá’í zu tun; er hat sie auch aufgefordert, alle Anstrengungen zu unternehmen, um deutsche Bahá’í-Bücher herauszugeben und sobald wie möglich nach Deutschland zu schicken. Sie alle haben eine gewaltige Aufgabe vor sich. Er weiß, wie groß derzeit in Folge des Krieges das Leid schon für ganz normale deutsche Bürger ist – aber trotz dieser materiellen Not sind die deutschen Gläubigen dazu aufgerufen, die Institutionen ihres Glaubens erneut aufzubauen, den Massen ihre lebensspendende Botschaft zu vermitteln und ihrem Land zu helfen, die geistige Bestimmung, die ‘Abdu’l-Bahá voraussah, zu erlangen. Sie können sicher sein, dass der Hüter und die Bahá’í überall alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um den deutschen Gläubigen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu helfen. Bitte versichern Sie allen Freunden, vor allem denjenigen, die ihre Lieben im Krieg verloren haben, seine liebevollen und inständigen Gebete für sie und seine Gefühle des Stolzes und der Dankbarkeit für ihre Hingabe und Treue zum Glauben. Er schickt Ihnen allen seine liebevollen Grüßen, seine tiefe Wertschätzung Ihres Geistes und die Versicherung seiner ständigen Gebete. … Innig geliebte Freunde: Mein Herz ist voll Freude, Stolz und Dankbarkeit, da ich durch Ihren höchst willkommenen Brief Zeuge werde der Beweise für den Schutz des Allmächtigen und für die Lebenskraft des Glaubens der leidgeprüften deutschen Gläubigen, die sich so hingebungsvoll und tapfer während eines so langen und entscheidenden Zeitraums abmühten und als Gemeinde die größte Feuerprobe in der Geschichte ihres Glaubens in diesem Land überlebt haben.

In diesen Jahren der Gefahr, der Belastung, der Spannung und der Sorge waren meine Gebete allezeit mit ihnen und ich bin erfreut zu erfahren, dass sie in Sicherheit sind, einig, eifrig und entschlossen, sich zu erheben, um die große historische Arbeit wieder aufzunehmen, die sie ihrer Bestimmung gemäß in den vor uns liegenden Jahren zu einem triumphalen Abschluss bringen werden.

Der Aufbau der Geistigen Räte, die Wiederherstellung des Nationalen Rates, die Bildung von nationalen Ausschüssen sind die unmittelbaren Ziele und sollten, wenn es geht, so schnell wie möglich und mit Nachdruck verfolgt werden, denn darauf wird die Ausweitung und die Festigung der Tätigkeiten eines leidgeprüften Glaubens beruhen.

Ich bitte verschiedene Bahá’í-Gemeinden in Ost und West um Unterstützung, gleich welcher Art, für die schwierige Aufgabe des Wiederaufbaus, die nun vor den deutschen Gläubigen liegt.

Ich sehne mich danach, Neuigkeiten von den Freunden in anderen Teilen dieses Landes zu erfahren und werde mein Möglichstes tun, um ihnen zu helfen, ihre Tätigkeiten und Dienste für unseren geliebten Glauben wieder aufzunehmen.

Bitte sichern Sie allen meine große Liebe zu, meine tiefe Bewunderung, meine strahlenden Hoffnungen für ihre Zukunft, meinen herzlichen Dank für ihre Ausdauer und meine inständigen Gebete für ihren zukünftigen Erfolg. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

30. Dezember 1945

Liebe Bahá’í-Freunde: Mit großer Freude hat der geliebte Hüter Ihren Brief vom 1. August erhalten und er hat mich beauftragt, ihn in seinem Namen zu beantworten. Während dieser langen, traurigen Jahre der Trennung waren seine Gedanken ständig bei den geliebten deutschen Bahá’í und in den Heiligen Schreinen brachte er seine glühenden Gebete für ihren Schutz und den Schutz des Glaubens dar. Jetzt, wo die Freunde wieder die Freiheit haben, sich zu ihrem Glauben zu bekennen, ihre Sitzungen abzuhalten, die Sache zu lehren und sicherzustellen, dass ihre Institutionen weiterbestehen, werden sie, so hofft er, alles tun, um so schnell wie möglich die Bahá’í-Gemeinden in Deutschland wieder aufzubauen. Bevor der Glaube in diesem Land unterdrückt und verboten wurde, hatte er gerade erst begonnen, die Früchte langer Jahre der Lehrarbeit zu genießen und seine Verwaltungsgremien aufzubauen; er hofft, dass sich alle deutschen Bahá’í vereinen, damit der Glaube wieder im gleichen Maße gedeihe wie zuvor. Er versichert Ihnen allen und durch Sie allen Bahá’í-Brüdern und -Schwestern in Deutschland, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, um Sie in Ihren Mühen zu unterstützen und dass Ihre Mit-Bahá’í auf der ganzen Welt Ihnen ebenfalls nach Kräften beistehen werden. Der geliebte Meister hegte strahlende Hoffnungen für die Zukunft der deutschen Bahá’í. Seine Verheißungen und Prophezeiungen werden sicherlich erfüllt werden und der Heilige Glaube wird in Deutschland nicht nur wiederhergestellt werden, sondern wachsen und sich verbreiten wie nie zuvor. Der Hüter hat den amerikanischen NGR aufgefordert, die deutschen Bahá’í so schnell wie möglich mit Literatur zu versorgen; dadurch wird es Ihnen möglich, Ihren leidgeprüften Landsleuten die Lehren zu bringen und sie unter dem Banner Bahá’u’lláhs zu versammeln. Seien Sie gewiss, dass die liebevollen Gebete des Hüters mit Ihnen sind und Sie in Ihrer Arbeit für die Sache unterstützen … Innig geliebte Freunde: Ihr gemeinsamer und hoch willkommener Brief brachte meinem Herzen unbeschreibliche Freude.

Ich bin begeistert über diesen jüngsten wirklich bedeutsamen Beweis des beständigen Schutzes des Allmächtigen und Seiner vielfältigen Segnungen für Seine innig geliebten und wertvollen Diener, die so heldenhaft für Seinen Glauben in diesem Land arbeiten.

Obwohl mich das Schicksal, das einige von ihnen auf ihrem langen Leidensweg ereilt hat, stark betrübt, erkenne ich erfreut und dankbar, voll Stolz und Zufriedenheit, dass der Glaube selbst diese Feuerprobe überstanden hat und seine Widerstandsfähigkeit, seine Lebenskraft und seine Unbestechlichkeit über so einen entscheidenden Zeitraum der Belastung, des Leides und der Gefahr bewiesen hat.

Die Aufgabe, vor der die siegreiche Gemeinde in Ihrem Land steht, ist, mit größter Geschwindigkeit und Energie seine Verwaltungsinstitutionen und vor allem seinen Nationalen Rat wieder aufzubauen.

Ich werde unsere Glaubensbrüder in Ost und West um jede ihnen mögliche Unterstützung für den Wiederaufbau einer Gemeinde bitten, die dazu bestimmt ist, entsprechend der Verheißung ‘Abdu’l-Bahás, eine so lebenswichtige Rolle bei der künftigen Ausrichtung und Ausbreitung des weltweiten Glaubens Bahá’u’lláhs zu spielen.

Ich werde alles tun, was ich kann, um ihr bei dieser Aufgabe zu helfen und sie bei der Erfüllung ihrer hohen Bestimmung zu unterstützen.

Ich werde dafür den reichen Segen des Allmächtigen erbitten und darum flehen, dass ihr Einfluss wieder erstarke, ihre Mitgliederzahl wachse, ihre Tätigkeiten sich vervielfachen, ihre Finanzmittel sich entwickeln und ihre Mission sich erfülle. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

8. April 1946

Liebe Bahá’í-Freunde: eure liebevolle Nachricht an unseren geliebten Hüter brachte ihm große Freude und er hat mich beauftragt, euch in seinem Namen zu antworten. Wir alle wissen, wie finster und geistig tot die Welt heute ist und wie dringend sie der geistigen Führung bedarf. Allein die Bahá’í besitzen in der Botschaft Bahá’u’lláhs den Schlüssel zur Lösung der Probleme der Menschheit und da ein großer Teil der enormen Arbeit, die vor uns liegt, zwangsläufig von jungen Leuten geleistet werden muss, misst er den Tätigkeiten der Bahá’í-Jugend überall große Bedeutung bei. Er hofft, dass ihr alle intensiv die Lehren studieren werdet, da dies allein euch die Grundlagen verschafft, die Ihr für eure Dienste am Glauben benötigt. Auch solltet ihr jede Anstrengung unternehmen, damit sich eurer Leben von dem anderer junger Menschen eurer Generation unterscheidet, um so durch das Beispiel von Bahá’í-Tugenden und -Moral das Interesse und die Wertschätzung anderer zu gewinnen. Ihr könnt euch sicher sein, dass seine liebevollen Gebete für eure Führung und euren Schutz an den Heiligen Schreinen dargeboten werden. … Innig geliebte Freunde: Ich war so erfreut und dankbar eure höchst willkommene Botschaft zu erhalten und von der Wiederaufnahme eurer Tätigkeiten zu erfahren, denen ich die höchste Bedeutung beimesse. Ich werde aus tiefstem Herzen für euren Erfolg beten und bitte euch, so bald wie möglich mit der Bahá’í-Jugend in verschiedenen Teilen der Welt in Verbindung zu treten, die Bande, die euch miteinander vereinen, zu stärken und eng unter der Leitung eures Nationalen Rates zusammenzuarbeiten, sobald dieser gewählt ist. Möge der Geliebte euch segnen, stützen und zu allen Zeiten führen und Euer Handeln mit beachtlichem Erfolg krönen. Euer wahrer Bruder, Shoghi

4. Mai 1946

Liebe Bahá’í-Freunde: Euer Brief vom 17. März (von dem Herr Eichenauer ebenfalls eine Kopie weiterleitete) ist bei unserem geliebten Hüter angekommen, und er hat mich beauftragt, euch in seinem Namen zu antworten. Er ist sehr darauf bedacht, dass überall die jungen Bahá’í ihre Kenntnisse über die Lehren, die Bahá’í-Gemeindeordnung und die Gesetze vertiefen und ein beispielhaftes Bahá’í-Leben führen, um sich so auf ihre Arbeit als Lehrer und als Verwalter der Sache vorzubereiten. Sie sind diejenigen, die in den ruhmreichen und schweren Tagen, die vor uns liegen, hart arbeiten werden und sie müssen sich jetzt vorbereiten, um ihren zukünftigen großen Verantwortungen und Pflichten gerecht zu werden. Er versichert euch allen, dass er für eure Dienste, euren Fortschritt und eure Entwicklung in den Heiligen Schreinen beten wird und er hegt große Hoffnungen für eure Zukunft … Liebe Mitarbeiter: Mein Herz frohlockte und meine Seele wurde erquickt von eurer höchst willkommenen Botschaft, unterzeichnet von so einer großen Anzahl entflammter, jugendlicher Mitarbeiter in so einem verheißungsvollen, durch unseren Geliebten so sehr gesegneten und so schwer durch die Wechselfälle des Krieges geprüften Land. Ihr seid, das versichere ich euch, oft in meinen Gedanken und Gebeten und ich hege die strahlendsten Hoffnungen für eure zukünftige Arbeit. Ihr seid, dessen bin ich sicher, dazu bestimmt, unvergessliche Siege sowohl in eurem Heimatland als auch auf dem europäischen Kontinent zu erringen und ihr solltet euch sorgfältig und geeint auf diese ruhmreiche Aufgabe vorbereiten. Macht beharrlich weiter, vergrößert eure Anstrengungen und seid versichert, dass der Geliebte euch allzeit segnen und unterstützen wird. Euer wahrer Bruder, Shoghi

30. Juli 1946

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr Brief vom 29. Juni zusammen mit der Übersetzung, ist angekommen und unser geliebter Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war überaus glücklich, nach all den Jahren, seit diese wichtige Institution aufgelöst wurde, von Ihrem Rat zu hören und er hofft, dass Sie ihm von Zeit zu Zeit Berichte über Ihre Arbeit zusenden werden. In Bezug auf die Frage, die Sie ihm stellten: er denkt, dass die Bahá’í in Deutschland im Hinblick auf die Beendigung einer Kirchenmitgliedschaft auf jeden Fall genauso verfahren sollten wie in Amerika. Sie sollten die Gläubigen darauf hinweisen, dass die Zugehörigkeit zu anderen organisierten religiösen Körperschaften bedeuten würde, dass wir unaufrichtig handeln, sind wir doch fest davon überzeugt, dass Christus wiedergekehrt ist – wie also könnten wir einer Kirche angehören, die Bahá’u’lláh und Seine Botschaft nicht als die Erfüllung der Botschaft Jesu und die Wiederkehr Jesu Selbst akzeptiert? Er legt großen Wert darauf, dass Wege gefunden werden, damit Sie das Geld, das in Ṭihrán gesammelt wurde, erhalten und für die Sache und ihre Institutionen in Deutschland verwenden. Die Sehnsucht der Menschen, vom Glauben zu hören, hat allen deutschen Bahá’í die heilige Pflicht auferlegt dafür zu sorgen, dass ihnen diese göttliche Offenbarung in der Stunde der Not nicht vorenthalten wird. Sie können sicher sein, dass der Hüter alles in seiner Macht Stehende tun wird, um Sie zu unterstützen und dass er für Ihre Unterstützung, für Ihre Führung und für den Erfolg Ihrer heiligen Mühen, die Botschaft dieses kostbaren Glaubens in Deutschland zu verbreiten und die Belange der Sache dort mit Weisheit zu verwalten, seine inständigen Gebete in Ihrem Namen darbieten wird. Er bittet Sie dringend, möglichst häufig Sitzungen abzuhalten und in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen NGR so viel Literatur zu drucken und zu verbreiten wie Sie können … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ihr Brief hat mir mein Herz sehr erfreut.

Ich bin glücklich, von der Bildung Ihres Rates zu hören, dem Grundstein für das Fundament des Glaubens in diesem Land.

Ich fordere Sie auf, über die Belange des Glaubens so oft wie möglich ausführlich zu beraten, die wirksamsten Maßnahmen für seine Verbreitung zu ersinnen, das Angebot an Bahá’í-Publikationen zu erweitern und die Freunde so weit wie möglich in alle Richtungen zu entsenden, um die Zentren zu vermehren und neue Räte zu bilden, den Freunden in Wien jede mögliche Hilfe zukommen zu lassen und die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, damit Sie das Zentrum des Glaubens in Frankfurt errichten können.

Ihre Aufgabe ist gewaltig, die Hindernisse sind beachtlich, der Bedarf Ihrer Landsleute für die heilenden Wahrheiten des Glaubens ist dringend und erregt Mitleid, die versprochene Hilfe aus der Höhe steht bereit und ist zugesichert, wenn Sie beharrlich Ihrer Aufgabe nachgehen und sich erheben, um Ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

Die beträchtlichen Summen, die in Ṭihrán gesammelt wurden, werden Ihnen helfen, den Umfang Ihrer Tätigkeiten zu erweitern und Ihre Erfolge zu festigen.

Auch wenn diese Summen noch nicht angekommen sind, sollten Sie große Projekte beginnen und nach reiflicher Überlegung effektive Methoden für die Verbreitung unseres geliebten Glaubens entwickeln.

Ich verfolge den Fortschritt Ihrer höchst wichtigen Tätigkeiten mit großem Interesse.

Sie sind, das versichere ich Ihnen, oft in meinen Gedanken und Gebeten und ich werde auch weiterhin für Sie die reichsten Segnungen des Meisters erflehen. Bleiben Sie zuversichtlich, machen Sie beharrlich weiter und seien Sie glücklich. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

31. Juli 1946

Lieber Bahá’í-Bruder, unser geliebter Hüter hat Ihren Brief vom 1. Juli erhalten und mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er freute sich über die Bahá’í-Trauung, die vor kurzem in Ihrer Bahá’í-Gemeinde Stuttgart stattfand und er bedankt sich bei allen lieben Freunden, die anwesend waren und deren Namen Sie mit der beigefügten Liste weitergeleitet haben, für ihre Grüße und ihre liebevollen Gedanken an ihn. In Bezug auf die Wahl Frankfurts zum Sitz des Nationalen Verwaltungszentrums des Glaubens, möchte er Sie auf Folgendes aufmerksam machen: Es handelt sich um eine rein praktische Maßnahme, weil Frankfurt am Main so viel zentraler liegt als Stuttgart im Süden Deutschlands. Die lieben Freunde in Stuttgart dürfen nicht einen Moment lang das Gefühl haben, dass dies den einzigartigen Rang, den ihre Stadt in der Geschichte des Glaubens in Deutschland einnimmt, schmälert. In den Vereinigten Staaten geschah etwas ganz Ähnliches: ‘Abdu’l-Bahá verlieh New York zahlreiche Ehrungen und nannte es die ›Stadt des Bundes‹A1, aber dies verhinderte nicht, dass Chicago wegen seiner zentralen Lage in Amerika zum Hauptsitz der Nationalen Verwaltung gewählt wurde. Die Stuttgarter Freunde sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Entwicklung dieses Verwaltungszentrums in Frankfurt zu fördern und seinen Erfolg zu gewährleisten, da es das Beste für die Entwicklung des Glaubens in Deutschland ist. Aber Sie können sicher sein, dass Stuttgart einen einzigartigen Rang einnimmt und vom Meister selbst eine einzigartige Auszeichnung erhalten hat. Es ist wahrscheinlich, aber nicht sicher, dass der erste Tempel aus dem gleichen Grund ebenfalls in Frankfurt stehen wird. Auch die Verlagsarbeit sollte in Zukunft dort stattfinden, aber derzeit kann der NGR über den Standort entscheiden. Er war sehr erfreut zu hören, dass Sie alle Bahá’í angewiesen haben, ihre Mitgliedschaft in Kirchen und ähnlichen Organisationen zu beenden; er betrachtet Ihre Gemeinde als Muttergemeinde im Geiste und ist zuversichtlich, dass sie auch weiterhin in ihrem vorbildlichen Verhalten den Weg weist. Sie können sich seiner liebevollen Gebete für den Erfolg der Lehrarbeit und der Verwaltungsarbeit der Stuttgarter Gläubigen sicher sein … P. S. In Zukunft muss Stuttgart natürlich sein eigenes örtliches Verwaltungszentrum haben und er hofft, Sie werden bald einen geeigneten Ort gefunden haben. Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ich war so froh, Ihren höchst willkommenen Brief zu erhalten. Die Freunde in diesem Zentrum sind mir sehr lieb und nahe und ich hege die größten Hoffnungen für ihre Zukunft im Dienst unseres geliebten Glaubens. Der Geliebte hat Seine vielfältigen Segnungen über sie ausgegossen und ihren Geist sehr bewundert. Möge Sein Geist sie auch weiter in ihren künftigen Diensten und edlen Bemühungen zur Verbreitung des Glaubens führen, unterstützen und segnen. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

22. November 1946

Liebe Bahá’í-Freunde: Wie Sie sehen können, hat unser geliebter Hüter Ihren herzlich willkommenen Brief vom 21. August erst nach langer Verzögerung erhalten, aber er freute sich dennoch sehr darüber. Er hat mich beauftragt in seinem Namen darauf zu antworten. Er ist sich der traurigen und schwierigen Bedingungen voll bewusst, unter denen Sie sich mühen, das geistige Wohl der deutschen und österreichischen Gläubigen wiederherzustellen. Er ist jedoch zuversichtlich, dass Ihr starker Glaube, Ihre Entschlossenheit und Hingabe es Ihnen ermöglichen werden, Ihre Ziele zu erreichen und dass der Beistand Bahá’u’lláhs Ihnen sicherlich gewährt wird, während Sie Seiner Sache dienen und versuchen der vom Krieg erschöpften Bevölkerung Deutschlands Erleuchtung und Trost zu bringen. In Bezug auf die verschiedenen Punkte, die Sie in Ihrem Brief erwähnen: Es ist ihm sehr wichtig, dass die Sonne der Wahrheit erneut veröffentlicht wird; das wird sehr dabei helfen, die deutschen Gläubigen zu unterstützen und zu führen und andere deutschsprachige Menschen zu lehren. Er bittet Sie, die US-Behörden weiterhin um Erlaubnis zur Fortsetzung dieser wichtigen Tätigkeit zu ersuchen. Dass so viele Mitglieder der ehemaligen ›Bahá’í World Union‹ sich jetzt als Gläubige registrieren lassen wollen, gefällt ihm sehr und er denkt, dass sie auf jeden Fall als eingetragene Bahá’í akzeptiert werden sollten, es sei denn, Sie selbst sehen einen Grund, die Aufrichtigkeit Einzelner in Frage zu stellen. Er möchte gern regelmäßig die Protokolle Ihrer Ratssitzungen auf Deutsch erhalten; es ist nicht notwendig, jedes Mal das Ganze komplett zu übersetzen, aber die Zusendung einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Punkte in englischer Sprache würde er sehr zu schätzen wissen. Die blühende Betriebsamkeit der Bahá’í-Sommerschule in Esslingen gefiel ihm sehr und er ist so glücklich zu sehen, wie die Freunde dieses Bahá’í-Haus nicht nur während der langen Jahre des Krieges und der Verfolgung geschützt haben, sondern sich sofort wieder zusammentaten und es erneut zu einer Quelle der Einheit und zum Zentrum der Bahá’í-Studien gemacht haben. Die langen Sitzungen des Nationalen Rates sind ganz wesentlich für die Förderung der Arbeit und die Wiederaufnahme der Verwaltungstätigkeiten der Sache in Deutschland. Er fordert Sie auf, bei Ihren Sitzungen großen Wert auf die Durchführung der folgenden, sehr wichtigen Aufgaben zu legen: Es ist von größter Bedeutung, dass die Freunde nicht nur gut mit Bahá’í-Literatur versorgt werden, sondern auch mit regelmäßigen Bahá’í-Nachrichten – das Sprachrohr Ihres Rates – und auch mit ihrer eigenen Zeitschrift, der Sonne der Wahrheit. Er drängt Sie daher, diese Verlagsangelegenheiten beständig weiter zu verfolgen. Unnötig zu betonen, dass die Übersetzungsarbeit ebenfalls ununterbrochen fortgesetzt werden muss und allerhöchste Aufmerksamkeit bekommen sollte, da es jetzt eine Fülle von Bahá’í-Literatur in englischer Sprache gibt, auf die Sie zurückgreifen können und die von den deutschen Freunden dringend benötigt werden, um ihr Verständnis der Sache Gottes zu vertiefen und um sie besser für das Lehren zu befähigen. Die Lehrarbeit ist natürlich von allem das Wichtigste. Es hat ihn sehr bestärkt, die Bemühungen der Freunde in der US-Zone zu sehen und von den guten Ergebnissen zu erfahren, die sie erzielen. Aber die Hauptverantwortung für dieses große Werk liegt bei Ihrem Rat und Sie müssen so viele Mittel und Wege entwickeln wie möglich, um Ihre Lehrpläne in großem Maßstab und breit angelegt zu verfolgen. Jetzt, da Ihr Land in einem solch verzweifelten Zustand ist und die Menschen so sehr gelitten haben, sind, wie Sie das in Ihrem Brief herausstellten, ihre Herzen empfänglicher, und sie müssen deshalb in dieser Zeit mit der göttlichen Botschaft bekannt gemacht werden, bevor ihre Aufmerksamkeit durch eine neue innere Bindung, die sich verfestigt, und durch neue Probleme oder neue Möglichkeiten, die auftauchen, abgelenkt wird. Er hofft, dass Sie die Freunde immer wieder ermutigen sich zu erheben und zu lehren, dass Sie Mittel und Wege finden (z. B. die Sommer-Schule und verschiedene Konferenzen, Ausschüsse, etc.), um mehr von ihnen – besonders Jugendliche – als Redner und als Lehrer auszubilden; kurz gesagt: lassen Sie nichts unversucht bei der Verfolgung dieser größten Aufgabe. Hand in Hand mit der Intensivierung der Lehrarbeit muss die Vermehrung von Gruppen und ihre Entwicklung zu Geistigen Räten gehen. Eine weitere wichtige Angelegenheit, auf die er Ihre besondere Aufmerksamkeit lenken möchte, ist das Nationale Bahá’í-Zentrum in Frankfurt. Er ist sich völlig der Hindernisse bewusst, die überwunden werden müssen, um dieses historische Projekt durchzuführen, ist sich aber sicher, dass Bahá’u’lláh Sie unterstützen und begleiten wird, um eine geeignete Örtlichkeit zu finden und einleitende Maßnahmen zu treffen. Es gibt jetzt Zehntausend Pfund in dem besonderen Fond, den er in Ṭihrán für den Wiederaufbau des Glaubens in Deutschland und die Entlastung der lieben Freunde dort eingerichtet hat. Einen beträchtlichen Teil davon hat er selbst für diese Gemeinde beigetragen, die sowohl der Meister als auch er selbst so innig lieben – Sie sehen also, die Mittel sind vorhanden, um Ihnen bei den vielen großen Aufgaben zu helfen, vor denen Sie stehen. Es ist ihm sehr wichtig, dass dieses Geld bei Ihnen eintrifft und er hofft, dass bald Wege gefunden werden, um es Ihrem Rat zu senden; Sie sollten das ständig im Hinterkopf haben und ihn von etwaigen Möglichkeiten, die Sie für eine Übertragung dieser Summe sehen, in Kenntnis setzen. Ich brauche Ihnen nicht zu versichern, wie sehr Ihre Arbeit unserem Hüter am Herzen liegt, wie gespannt er Nachrichten von Ihren Tätigkeiten entgegensieht, wie sehr er sich über Ihre großen, aufopferungsvollen und anstrengenden Dienste zur Förderung unserer geliebten Sache freut! Er denkt oft in seinen Gebeten an Sie und er ist zuversichtlich, dass der Meister Selbst Ihnen für den Dienst in Seinem Glauben in jenem Land, das Er so sehr liebte, Seine Hilfe gewährt … Innig geliebte Mitarbeiter: Es ist so eine Freude, verbunden mit dem Gefühl tiefer Dankbarkeit für Bahá’u’lláh, die direkte Korrespondenz mit den gewählten nationalen Vertretern einer Gemeinde wieder aufnehmen zu können, die in der Vergangenheit so viel für unseren Glauben erreicht hat, die so innig von ‘Abdu’l-Bahá geliebt wurde und die, gemäß Seiner Verheißung, dazu bestimmt ist, das Licht der heiligen Offenbarung Gottes nicht nur im Herzen Europas, sondern über den gesamten dunklen, vom Krieg verwüsteten und geistig ausgehungerten Kontinent zu verbreiten.

Jetzt, wo die der Gemeinde angelegten Fesseln entfernt worden sind und ihre zentrale Verwaltungseinrichtung wieder kraftvoll funktioniert, muss eine konzertierte, nachhaltige und systematische Anstrengung, nicht nur von Seiten der Mitglieder dieser Institutionen, sondern auch durch die Reihen all ihrer Mitarbeiter im ganzen Land, unternommen werden, um die im Entstehen begriffenen Institutionen der Gemeinde zu erweitern, zu vermehren und zu festigen, um das Angebot an Literatur erheblich und rasch zu vergrößern, um den nationalen Hauptsitz, egal wie rudimentär in seiner Form, in Frankfurt, im Herzen des Landes, fest und endgültig einzurichten, um die Arbeit ihrer nationalen Ausschüsse zu verstärken und zu entwickeln, um ihre Sommerschulen und andere Zweiginstitutionen wieder zu beleben, um Kontakte durch Korrespondenz mit nationalen und örtlichen Räten in der Bahá’í-Welt zu pflegen und weiter zu entwickeln, um wirksame Maßnahmen, kühn und entschlossen, für die Verkündigung der Botschaft an die Massen auszuarbeiten, um ihr Gemeindeleben zu stärken und zu bereichern und eine unangreifbare Grundlage für seine zukünftige Entwicklung zu legen.

Die Aufgabe ist gewaltig, die Möglichkeiten sind unschätzbar wertvoll und vielfältig, die Stunde ist entscheidend und herausfordernd, die Verheißungen ‘Abdu’l-Bahás sind klar, unmissverständlich und seelenerquickend, Seine Unterstützung steht zuverlässig bereit.

Alles, was erforderlich ist, um Dankbarkeit für den Schutz zu zeigen, den Bahá’u’lláh der Gemeinde gewährte, ist, sich mit Mut, Entschlossenheit und klarer Vision zu erheben, die unmittelbare Aufgabe vollständig zu bewältigen und so den Weg zur Öffnung eines neuen und noch glorreicheren Kapitels in der Geschichte der Entwicklung des Glaubens in diesem Land zu ebnen.

Ich bete von ganzem Herzen für die rasche und vollständige Verwirklichung der großen Hoffnungen, die ich für die innig geliebte, leidgeprüfte, reich gesegnete Gemeinde hege. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

18. Februar 1947 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr Brief von der Esslinger Bahá’í-Sommerschule vom August 1946 an unseren geliebten Hüter brachte ihm große Freude und er hat mich beauftragt, darauf in seinem Namen zu antworten. Es ist wunderbar zu sehen, dass die deutschen Gläubigen endlich nicht nur frei sind sich zu treffen und den Glauben Gottes zu verkünden, sondern dass sie auch die öffentliche Anerkennung der Behörden genießen und dass ihre Zahl ständig ansteigt! All die Leiden, die die deutschen Gläubigen ertragen mussten, sind nicht vergeblich; jetzt sehen sie, wie so viele ihrer Landsleute endlich reif sind, die Botschaft Bahá’u’lláhs zu empfangen, der einige von ihnen früher niemals auch nur für einen Augenblick Aufmerksamkeit geschenkt hätten. Jetzt ist die Zeit, um die Sache Gottes in Deutschland zu lehren wie nie zuvor; trotz der Entbehrungen, die Sie alle erleiden, müssen Sie aktiv neue Bahá’í-Räte bilden, solange die Menschen noch geistige Nahrung suchen. Wir wissen nicht, wie ihr geistiger Zustand in der Zukunft sein wird, sobald ihr materielles Leben wieder mehr Stabilität und Sicherheit bietet – daher müssen wir diese goldene Gelegenheit nutzen und jedes Opfer bringen, um die Göttliche Botschaft in Deutschland zügig zu verbreiten. Er wird für Sie alle beten, dass Gott Sie segnen, unterstützen und führen möge …. Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ich war von Ihrer Nachricht tief berührt und ich schätze die Gefühle sehr, die Sie zum Ausdruck brachten und die Mühen, die Sie für die Förderung unseres geliebten Glaubens auf sich nehmen. Ich werde für Ihren Erfolg aus tiefstem Herzen beten. Bleiben Sie zuversichtlich und beharrlich in Ihren edlen und verdienstvollen Bemühungen. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

22. Februar 1947

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Briefe vom 24. September, 1. Oktober und 12. November 1946 sind alle angekommen, ebenso wie die interessanten Berichte, die Sie beigelegt haben, und unser geliebter Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war erfreut zu sehen, dass solche großen Studienkreise in Esslingen stattfinden und dass so viele Menschen anfangen, den Glauben zu studieren. Die deutschen Gläubigen müssen alle ihre Kräfte auf das Lehren der Sache konzentrieren, da es in der heutigen Zeit viele Wahrheitssucher gibt; in der Zukunft könnte es schwieriger werden, die Menschen zu erreichen. Die Sommerschule war ebenso ein großer Erfolg in diesem Jahr und unser Hüter war sehr glücklich, dass so viele teilgenommen haben und dass die Tätigkeiten der Bahá’í jetzt, nach so vielen Jahren der Verfolgung, öffentliche Zustimmung erhalten! Sie können gewiss sein, dass seine liebevollen Gebete für den Erfolg Ihrer hingebungsvollen Dienste für die Sache Gottes dargeboten werden …. Möge der Geist Bahá’u’lláhs Sie stärken, leiten und Ihre verdienstvollen Bemühungen segnen, Ihnen helfen beachtliche Dienste für unsere geliebte Sache zu leisten und ihre neu entstandenen, von Gott verordneten Institutionen zu festigen, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

26. Februar 1947

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr Brief an unseren geliebten Hüter, vom 25. September 1946 zusammen mit dem Protokoll Ihrer Sitzung vom 2. und 3. November ist angekommen und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Hinsichtlich der Frage von Herrn Jörn: Das Rauchen wurde von ‘Abdu’l-Bahá nicht verboten; Er rät aus gesundheitlichen Gründen davon ab, aber wir haben kein Recht, jemanden vom Rauchen abzuhalten. Der Alkohol- und Drogenkonsum ist jedoch streng verboten und die Bahá’í sollten diesem Gebot gehorchen. Der Hüter hat eine Reihe von Briefen von den Bahá’í in … erhalten und im Interesse der Förderung der Einheit unter den Freunden in Deutschland, wird er ihnen schreiben und sie anweisen, mit Ihrem Rat zu kooperieren und ihm zu gehorchen; er denkt, Sie sollten fähige Bahá’í dorthin schicken, um sie zu lehren und im Glauben zu stärken und um sicherzustellen, dass politischen Elementen nicht erlaubt wird, sich in ihre Gespräche einzuschleichen oder Teil ihrer Gruppe zu werden. Er hat kürzlich eintausendfünfhundert Dollar aus dem Hilfsfonds in Ṭihrán nach Amerika überwiesen, um sofort Lebensmittelpakete für die deutschen und österreichischen Bahá’í zu kaufen und er hofft, dass sie diese bald erhalten. Es ist äußerst schmerzlich, dass so viel Geld, über zehntausend Pfund (£ 10,000), im Namen der deutschen Freunde bereitliegt und doch kein Weg gefunden wird, es zu übersenden. Er hofft, dass Ihr Rat alle Anstrengungen unternehmen wird, um dieses Geld in Deutschland erhalten zu können. Er wartet auch sehr gespannt darauf, zu erfahren was genau mit dem Nationalen Bahá’í-Zentrum in Frankfurt geschieht; er entnimmt Ihren Protokollen, dass es bereits Verhandlungen für ein Gebäude in dieser Stadt gibt? Er legt großen Wert auf dieses Projekt und fordert Sie auf, die Angelegenheit mit Nachdruck zu verfolgen. Die Berichte, die er von der Jugend-Sommerschule und der Sommerschule in Esslingen erhielt, waren sehr ermutigend und er ist begeistert zu sehen, dass die Freunde trotz der vielen Hindernisse so hingebungsvoll und aktiv sind! Er war auch sehr glücklich zu erfahren, dass derzeit neue Geistige Räte entstehen und hofft, dass Sie sich auf ihren Aufbau und die Bildung vieler neuer Gruppen konzentrieren. Trotz der Lage in Deutschland ist es von größter Bedeutung, dass jetzt, da die Herzen der Menschen durch Leid und Enttäuschung empfänglicher sind, der Glaube möglichst umfassend, vor allem unter der Jugend gelehrt wird. Sie können sicher sein, dass seine inständigen und liebevollen Gebete für jeden Einzelnen von Ihnen und für den Erfolg Ihrer hingebungsvollen Mühen für die Sache Gottes dargeboten werden. … Innig geliebte Freunde: Das Wiederaufleben und die schnelle Festigung der deutschen Bahá’í-Gemeinde nach den langen und schrecklichen Prüfungen, denen sie ausgesetzt war, ist ein schlagender Beweis für die unwiderstehliche Macht des Glaubens Bahá’u’lláhs sowie ein prächtiges Zeugnis der Lebenskraft des Glaubens der deutschen Gläubigen.

Ich bin stolz und zutiefst dankbar für die Treue, die Beharrlichkeit, die Entschlossenheit, die Einheit, den Eifer und die Hingabe, die ihre gemeinsamen Anstrengungen und ihr Leben als Gemeinschaft im Dienst dieser ruhmreichen Sache kennzeichnen.

Der zügige Aufbau des nationalen Ḥaẓíratu’l-Quds in der Stadt Frankfurt; die rasche Übersetzung, Veröffentlichung und Verbreitung von Bahá’í-Literatur; die Vermehrung der Bahá’í-Zentren, ob Gruppen oder Räte; die Festigung der Institution der Sommerschule; die Einleitung von wirksamen Maßnahmen für eine enge Zusammenarbeit mit dem amerikanisch-europäischen Lehrausschuss; die Verkündigung der Lehren des Glaubens an die geistig ausgehungerten, desillusionierten und leidgeprüften Massen – dies sind die vorrangigen und dringendsten Aufgaben, die die unmittelbare, die ernsthafte und ungeteilte Aufmerksamkeit Ihres Rates erfordern.

Ich werde für Ihren Erfolg aus tiefstem Herzen beten und bin zuversichtlich, dass sich die innig geliebten heldenhaften deutschen Gläubigen trotz der Hindernisse, denen sie sich gegenüber sehen, geschlossen erheben, um diese unmittelbaren Aufgaben zu erfüllen, die nur der Auftakt für das enorme Unternehmen sind, das sie ihrer Bestimmung entsprechend in den kommenden Jahren bewältigen müssen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

4. Juni 1947 (Tagung)

Liebe Bahá’í-Freunde: Mit großer Freude erhielt unser geliebter Hüter Ihre liebevolle Botschaft vom 26. April, unterzeichnet von so vielen lieben Gläubigen. Er hat mich beauftragt Ihnen in seinem Namen zu antworten. Das Wiederaufblühen des heiligen, geliebten Glaubens in Deutschland nach so vielen bitteren Jahren der Unterdrückung und des Leides hat nicht nur sein Herz, sondern die Herzen der Bahá’í auf der ganzen Welt beglückt. Dass Sie in der Lage sind, in so relativ kurzer Zeit und angesichts so vieler Hindernisse Ihre Räte und den Nationalen Rat wieder aufzubauen, neue Räte zu wählen und Ihre Sommerschule sowie verschiedene Konferenzen abzuhalten, all dies weist den Weg in eine glänzende Zukunft für die deutschen Anhänger der Sache Gottes. Er bittet Sie, einzeln und gemeinsam Ihren geistig ausgehungerten Landsleuten den Glauben unermüdlich zu lehren, Ihren Nationalen Rat bei der Erfüllung seiner schweren Verantwortung zu unterstützen und alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um den Tag zu beschleunigen, da ein angemessenes Nationales Zentrum in Frankfurt a. M. erworben und eingerichtet sein wird, eines, das der Bedeutung der deutschen Bahá’í-Gemeinde, der stärksten und größten auf dem europäischen Kontinent, entsprechen wird. Sie können sicher sein, dass seine liebevollen und inständigen Gebete für Ihren Fortschritt und Erfolg an den Heiligen Schreinen dargeboten werden … Geliebte Freunde und Mitarbeiter: Ich war tief von Ihrer Nachricht berührt und ich schätze die Gefühle sehr, die Sie zum Ausdruck brachten, den Eifer und die Einheit, die Sie an den Tag legen, die Taten, die Sie vollbringen, die Pläne, die Sie entwerfen und vor allem den Geist, der sich so stark in Ihrer unermüdlichen Arbeit für die Ausbreitung und Festigung unseres geliebten Glaubens in Ihrem vielversprechenden Land zeigt.

Die deutsche Bahá’í-Gemeinde, die aus einer der schwersten Prüfungen, die je irgendeine ihrer Schwester-Gemeinden im Osten oder Westen heimgesucht hat, triumphierend hervorgeht, steht nun an der Schwelle einer neuen Ära ihrer Entwicklung.

Große Aufgaben stehen ihr bevor.

Die Einrichtung eines angemessenen Verwaltungszentrums im Herzen des Landes, die Vermehrung von Gruppen und Räten, die Verbreitung von Bahá’í-Literatur und die Verkündigung des Glaubens unter den Massen gehören zu den dringlichsten, den wichtigsten und herausragendsten Aufgaben.

Die ganze Gemeinde muss sich ungeachtet der gegenwärtigen schwierigen Umstände erheben und sie erfüllen.

Ihre Zukunft ist herrlich, wie es ‘Abdu’l-Bahá prophezeite.

Ihr Geist ist großartig.

Ihre Mitglieder zeichnen sich unter den Gläubigen in der ganzen Welt durch ihre Zähigkeit, ihre Gründlichkeit, ihre große Befähigung und ihren Einfallsreichtum aus.

Unser geliebter Meister, der über sie wacht, hat sie hoch gelobt, liebt sie von ganzem Herzen, ist bereit, ihre Arbeit zu segnen und ihre Anstrengungen zu unterstützen.

Ihre Mitglieder müssen der einzigartigen Gelegenheit, die sich ihnen jetzt bietet, gerecht werden.

Sie werden sich, da bin ich zuversichtlich, der großen Segnungen, die ihr Herr und Meister in der Vergangenheit über sie ergoss, würdig erweisen. In liebevoller Zuneigung, Shoghi

19. Juni 1947

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre liebevolle Botschaft an unseren geliebten Hüter anlässlich der Feier seiner 25-jährigen Amtszeit als Hüter ist bei ihm angekommen und hat ihn wirklich sehr berührt. Er empfindet eine besondere Zuneigung für die Gemeinde Esslingen, nicht nur weil sie eine der ältesten in Deutschland ist, sondern weil er sie in Verbindung mit der wichtigen Sommerschule in ihrer Nachbarschaft sieht. Ihre Liebe und Hingabe für unseren ruhmreichen Glauben werden sehr geschätzt und die vielen Dienste, die Mitglieder Ihrer Gemeinde geleistet haben und noch leisten, werden sehr gewürdigt. Er versichert Ihnen allen, für den Erfolg Ihrer Arbeit an den Heiligen Schreinen zu beten, auf dass Bahá’u’lláh Ihre Anzahl vergrößere und Sie alle reich segne … Möge der Geliebte Ihre Bemühungen segnen, Ihre Schritte leiten, jedes Hindernis für das Wachstum Ihrer Gemeinde beseitigen und Ihnen bei der Verkündigung der Wahrheiten Seines Glaubens und der Festigung seiner Institutionen helfen, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

24. Juni 1947

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr Brief vom 16. Juni ist angekommen und unser geliebter Hüter hat mich beauftragt, ihn in seinem Namen zu beantworten. Er versteht sehr gut, dass nach so vielen Jahren der Isolation vom Rest der Bahá’í-Welt einige von Ihnen überrascht sind zu hören, dass wir als Bahá’í keiner Kirche oder politischen Partei angehören dürfen. Aber er ist sich sicher, dass Sie, wenn Sie tief darüber nachdenken, die Weisheit darin selbst sehen. Wir Bahá’í dürfen niemals als Heuchler oder als Menschen, die in ihren Beteuerungen unaufrichtig sind, angesehen werden und aus diesem Grund können wir nicht dem Glauben Bahá’u’lláhs und zugleich den üblichen kirchlichen Dogmen folgen. Die Kirchen warten auf das Kommen Jesu Christi; wir glauben, dass er in der Herrlichkeit des Vaters wiedergekommen ist. Die Kirchen vertreten Doktrinen – unterschiedlicher Art in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen – die wir als Bahá’í nicht akzeptieren; etwa die leibliche Auferstehung, die Beichte oder, in einigen Bekenntnissen, die Leugnung der Jungfrauengeburt. Mit anderen Worten, es gibt heute keine christliche Kirche von deren Dogmen wir als Bahá’í wahrheitsgemäß sagen könnten, wir nähmen sie in ihrer Gesamtheit an – Mitglied einer Kirche zu bleiben ist somit für uns nicht richtig, denn wir müssten dazu falsche Tatsachen vorspiegeln. Wir sollten deshalb aus unseren Kirchen austreten, können aber, wenn wir wollen, mit ihren Mitgliedern und den Geistlichen weiterhin in Kontakt bleiben. Als Bahá’í ist unser Glaube an Christus so fest, so unerschütterlich und so erhaben in seiner Natur, dass heutzutage nur sehr wenige Christen zu finden sind, die Ihn so lieben, Ihn so verehren und so an Ihn glauben wie wir. Es sind allein die Dogmen und Glaubensbekenntnisse der Kirchen, von denen wir uns distanzieren, nicht vom Geist des Christentums. Aus ziemlich den gleichen Gründen ziehen wir uns aus allen politischen Bewegungen zurück, wie sehr einige ihrer Ideale auch den unsrigen nahe kommen. Wir Bahá’í sind eins auf der ganzen Welt, wir versuchen, eine neue, im Ursprung göttliche Weltordnung aufzubauen. Wie können wir dies erreichen, wenn jeder Bahá’í Mitglied einer anderen politischen Partei ist – von denen sich einige einander diametral gegenüber stehen? Wo bleibt dann unsere Einheit? Wir würden wegen der Politik entzweit und gegeneinander aufgebracht werden und das ist das Gegenteil unserer Zielsetzung. Es ist naheliegend, wenn ein Bahá’í in Österreich die Freiheit hat, eine politische Partei zu wählen und deren Mitglied zu werden, egal wie gut ihre Ziele sind, dann hat ein anderer Bahá’í in Japan oder Amerika oder Indien das Recht, das Gleiche zu tun und er könnte einer Partei angehören, die genau die gegenteiligen Prinzipien vertritt wie die, der der österreichische Bahá’í angehört. Wo wäre dann die Einheit des Glaubens? Diese beiden Brüder im Geiste würden wegen ihrer politischen Zugehörigkeit gegeneinander arbeiten (wie die Christen Europas es in so vielen Bruderkriegen taten). Ein Bahá’í kann seinem Land und der Welt am besten dienen, wenn er für die Errichtung der Weltordnung Bahá’u’lláhs, die allmählich alle Menschen vereinen wird, arbeitet und die polarisierenden politischen Systeme und religiösen Bekenntnisse überwindet. Er zwingt Sie nicht, dies sofort zu tun, aber er fordert Sie alle auf, den Entschluss zu fassen, innerhalb von etwa einem Jahr aus Ihren Kirchen und politischen Gruppen auszutreten und dann einander gegenseitig dabei zu helfen. Sie werden Ihre geistigen Kräfte für diesen Schritt gestärkt finden. Bitte sichern Sie der lieben Frau Schwarz seine liebevollen Gebete in ihrem Namen zu. Er wird auch in den Heiligen Schreinen für Sie alle beten und drängt Sie dazu in Ihren Diensten für unseren geliebten Glauben beharrlich fortzufahren … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ich war so erfreut über Ihre Botschaft und bin so dankbar für die Beweise der Hingabe, Entschlossenheit und Liebe, die sie enthielt. Die österreichischen Gläubigen sind meinem Herzen lieb und nah und ich hege tiefes Mitgefühl angesichts der Prüfungen und der Drangsal, die sie erlitten haben, wodurch sich das Ausmaß ihres Glaubens und die Tiefe ihrer Hingabe erwies. Die gesammelten Mittel für ihre Unterstützung und für die Entwicklung des Glaubens in ihrem Land, werden ihnen, dessen bin ich sicher, bald weitergeleitet und werden zweifellos sehr zum Wiederaufbau und zum Wachstum ihrer geliebten Gemeinde beitragen. Führen Sie Ihre verdienstvolle Arbeit beharrlich fort und seien Sie gewiss, dass Sie oft in meinen Gedanken und Gebeten sind und ich für Sie alle weiterhin den reichsten Segen des Meisters erflehe. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi P. S. Er denkt, dass die deutschen und die österreichischen Gläubigen in der Sprache eins sind und dass die österreichischen Freunde den NGR, genau wie vor dem Krieg, als ihren Nationalen Rat ansehen sollten. Wir sind Bahá’í und haben keine nationalistischen Gefühle in solchen Dingen. Unsere Bindungen sind rein geistig. Sie können aber auch den Europäischen Lehrausschuss befragen, wenn es mit dem NGR derzeit zu schwierig ist. Der Hüter möchte Sie wissen lassen, dass, sobald eine ausreichende Anzahl von Bahá’í-Räten in Österreich existieren, es natürlich seinen eigenen NGR haben wird.

27. September 1947 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter erhielt Ihre Briefe durch Herrn … und er war erfreut zu sehen, dass so viele Gläubige die Sommerschule in Esslingen besuchen konnten. Es zeigt die Lebendigkeit der deutschen Bahá’í und ihren intensiven Wunsch, die Interessen unseres herrlichen Glaubens in Deutschland zu fördern und seine Institutionen aufzubauen. Er bittet Sie alle eindringlich, in Ihrer Arbeit für die Sache in Ihren örtlichen Gemeinden die Notwendigkeit für die größte Liebe und Einheit der Bahá’í untereinander zu betonen. Es ist diese Liebe und geistige Solidarität, an der es der Welt zurzeit so schmerzlich mangelt und nach der die Menschen hungern. Wenn sie in der Bahá’í-Gemeinde den wahren Geist der Brüderlichkeit verwirklicht sehen, werden sie sich Bahá’u’lláh zuwenden und Seine Botschaft annehmen. Er drängt Sie auch sich unaufhörlich auf dem Feld des Lehrens einzubringen und neue Bahá’í-Zentren zu gründen, neue Geistige Räte zu bilden und die bestehenden Gruppen bis zum April des nächsten Jahres in Räte zu verwandeln. Die Sache hat, wie wir wissen, eine große Zukunft in Deutschland und er versichert Ihnen allen, ständig für den Erfolg Ihrer hingebungsvollen Arbeit zu beten …. Liebe Mitarbeiter: Ihre Botschaften haben mein Herz erfreut und ließen meine Gefühle der Zuneigung und Bewunderung für seine Mitglieder noch stärker werden. Sie sind ein beredtes Zeugnis für den lebendigen Glauben, der die deutsche Bahá’í-Gemeinde, die sich jetzt siegreich aus ihren langen und schweren Prüfungen erhebt, inspiriert und stärkt. Sie, die jetzt an der Schwelle eines neuen Zeitalters stehen, haben große Aufgaben vor sich und müssen eine herrliche Mission erfüllen. Die Institutionen, die Sie jetzt aufbauen und entwickeln, werden es Ihnen ohne Zweifel ermöglichen, schnell und effektiv Ihr Ziel zu erreichen. Der Geliebte wird über Sie wachen. Seine Liebe umgibt Sie und Sein Geist trägt und leitet Sie. Bleiben Sie beharrlich an Ihrer herrlichen Aufgabe. Seien Sie gewiss, dass meine Gebete weiterhin in Ihrem Namen dargeboten werden und vertrauen Sie darauf, dass Bahá’u’lláh Ihnen hilft, den endgültigen Sieg zu erringen. Shoghi

24. Oktober 1947

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihre Briefe vom 4. Dezember 1946, 6. Januar, 19. März, 15. Juni, 27. August und 28. September 1947 alle erhalten und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er hat auch einen Brief erhalten, der im Namen Ihres Sekretärs von Dr. Köller-Jager geschrieben wurde und eine englische Übersetzung Ihrer Protokolle einschließt. Er trug das Datum vom 13. März. Bezüglich der verschiedenen Fragen, die Sie in diesen Briefen angesprochen haben: Er nahm den Bericht von Frau Grossmann über ihre Begegnung mit der Enkeltochter von Ṣubḥ-i-Azal zur Kenntnis. Er ist der Ansicht, die Freunde sollten ihr so weit wie möglich aus dem Weg gehen, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie angesichts ihrer Herkunft irgendetwas anderes als Vorurteile gegenüber Bahá’u’lláh hegt. Er hat die Botschaft der Liebe und Treue sehr geschätzt, die Sie ihm anlässlich der Feier der 25 Jahre des Hütertums schickten. Er ist außerordentlich erfreut darüber, wie sich die Sache in Deutschland verbreitet und die Anzahl der Räte dort stetig wächst. Das wäre schon unter normalen Umständen eine beachtliche Leistung, aber angesichts des geschwächten Zustands der Bahá’í und der Entbehrungen, die sie und ihre Landsleute durchmachen, ist es geradezu heldenhaft. Überall beobachten die Bahá’í mit großer Bewunderung die Mühen ihrer deutschen Brüder und Schwestern. Zu Ihrer Frage, ob die Geistigen Räte in diesem Jahr, sobald die Umstände dies erlauben, gebildet werden sollen, ohne bis zum 21. April 1948 zu warten: Er glaubt nicht, dass dies ratsam wäre. Letztes Jahr machte er ein Ausnahme, um die deutschen Freunde, die so lange unterdrückt und am Dienst gehindert wurden, zu ermutigen, aber er denkt, dass in diesem Jahr alle Räte bis April mit ihrer Wahl warten sollten. Er hat vor kurzem dem Europäischen Lehrausschuss mitgeteilt, genauso zu verfahren, da einige der Pioniere sich anschickten, Räte zu bilden, sobald in einem der Zielländer 9 Bahá’í in einer Stadt lebten! Er freut sich zu hören, dass Sie die Nürnberger Bahá’í bestärkt und unterstützt haben und dass es jetzt so viele dort gibt. Auch freut er sich zu hören, dass Sie sie und die Sache vor den Falschdarstellungen und Ambitionen von Herrn … schützen. Große Wachsamkeit und Weisheit ist in solchen Angelegenheiten erforderlich. Bezüglich der Veröffentlichung von Büchern in der Schweiz für den Einsatz in Deutschland: er denkt, dies steht derzeit nicht zur Diskussion aufgrund der Tatsache, dass es unerschwinglich teuer wäre – sofern überhaupt möglich – persisches Geld in schweizerische Währung zu tauschen. Sie würden dabei viel zu viel verlieren. Er schlägt daher vor, in Kontakt mit Mr. David Hofman in England zu treten, der einen kleinen Verlag führt und sehr gern beim Druck von Bahá’í-Literatur behilflich sein möchte. Er ist Mitglied des britischen NGR und wenn Sie mit ihm einen zufriedenstellenden Weg vereinbaren, Bücher oder Broschüren für Sie zu drucken, wird es einfacher und billiger sein, zu diesem Zweck einen Teil des Geldes aus Ṭihrán nach England zu übertragen. Der Hüter hat bereits Herrn Hofman geschrieben und befürwortet, dies von ihm machen zu lassen, wenn Sie sich einigen können. Durch die Abwertung des Pfund bringt der Tausch von persischem Geld in amerikanische Dollar einen beträchtlichen Verlust mit sich. Angesichts dessen wird der Hüter Mr. Varqá in Ṭihrán beauftragen, dem amerikanischen NGR 500 £ zum Kauf von Hilfslieferungen zu übermitteln, die Ihnen zur Sicherung des Nationalen Zentrums zugeschickt werden. Der spezielle Fonds in Ṭihrán enthält etwa 10.000 £ für Ihren Rat. Er denkt, Sie sollten ein Drittel davon für Ihr Nationales Zentrum ausgeben. Aber wie oben erwähnt, rät er Ihnen zu versuchen, mit den vorläufigen Vorkehrungen und dem Einsatz von 500 £ in Hilfslieferungen auszukommen und somit nicht zu viel von diesem Geld durch den derzeit schlechten Wechselkurs zu verlieren. Er überlässt die Details dieser Angelegenheit dem Ermessen Ihres Rates und hofft, dass Sie ihn über die Maßnahmen, die Sie ergriffen haben und über die Fortschritte beim Erwerb des Nationalen Zentrums auf dem Laufenden halten. Er versichert Sie alle seiner Bewunderung für Ihre standhaften Mühen, jegliches Interesse unseres geliebten Glaubens in Deutschland zu schützen und zu fördern und seiner liebevollen und inständigen Gebete für den Erfolg Ihrer Arbeit. … Innig geliebte Freunde: Der Geist, den die Gesamtheit der deutschen Gläubigen zeigt, ist trotz der Schwierigkeiten und Prüfungen, die sie heldenhaft ertragen haben und noch ertragen, ein herrliches Beispiel für ihre Mitarbeiter in Ost und West, eine Quelle großer Inspiration für mich und ein starker Magnet für den Segen des Allmächtigen. Obwohl ich selbst in einem Meer von Arbeit und Sorgen versunken bin, wenden sich meine Gedanken oft in liebevoller Bewunderung und Dankbarkeit jenen zu, die sich seit über einem Jahrzehnt, im Angesicht der ständigen Gefahr, fest an den Glauben Gottes halten, die die größte Feuerprobe überstanden haben, die jemals den Glauben Bahá’u’lláhs im Westen getroffen hat und die nun vereint, entschlossen und aufopferungsvoll, den Weg zu noch größeren Siegen voranschreiten. Ich bin hocherfreut, von den ersten Schritten zu erfahren, die unternommen werden, damit die geliebte, vielversprechende deutsche Bahá’í-Gemeinde ihren ersten Nationalen Ḥaẓíratu’l-Quds im Herzen dieses leidgeprüften Landes in Besitz nehmen kann. Die größten Anstrengungen sollten unternommen werden, um die gegenwärtigen Verhandlungen zum Abschluss zu bringen und mit den nationalen Tätigkeiten in diesem Zentrum zu beginnen. Ich werde Ihren Rat auf jede mögliche Weise bei diesem jüngst begonnenen historischen Unternehmen unterstützen und bin zuversichtlich, dass der Geliebte Ihre Bemühungen segnen und Ihre höchsten Erwartungen in diesem wichtigen Bereich der Bahá’í-Tätigkeiten erfüllen wird. Die Verbreitung von Bahá’í-Literatur ist zudem eine Angelegenheit von zentraler Bedeutung, die mit allen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen, gefördert werden muss. Die Vermehrung von Bahá’í-Zentren, die Bildung neuer Räte, die Festigung der neu gegründeten Gruppen bilden desgleichen das vorrangige Ziel Ihres Rates, fordern beständige Anstrengung, Wachsamkeit und Führung von Ihrer Seite sowie die volle Unterstützung und noch größere Opfer aus den Reihen der Gläubigen. Die Förderung der Interessen der österreichischen Gläubigen sollte aufgrund ihrer Nähe zu Ihrem Land, ihrer früheren Verbindung mit Ihnen und ihrer fast völligen Abgeschiedenheit von den Bahá’í-Zentren in Ost und West, als eine Ihrer herausragenden Aufgaben betrachtet werden und ich bin zuversichtlich, dass jedes Hindernis überwunden wird, so dass Sie dadurch die Liste Ihrer bedeutenden Dienste am Glauben Bahá’u’lláhs bereichern können. Der Weg, den Sie beschreiten, ist hart und steinig und weist viele Fallstricke auf. Die Aufgaben, die zu bewältigen Sie aufgerufen sind, sind vielfältig, komplex, dringend und riesig. Die Ressourcen, über die Sie verfügen, sind dürftig. Die Stunde aber, um das Wort Bahá’u’lláhs zu verkünden, ist günstig. Die Herzen Ihrer Landsleute, durch Verwirrung und Leiden vorbereitet, sind bereit, auf Seine Botschaft zu reagieren. Sie stehen an der Schwelle eines neuen und herrlichen Zeitalters in der Entwicklung Seines Glaubens in diesem Land. Die Chancen der gegenwärtigen Stunde sind kostbar und kehren vielleicht nie wieder. Die Zeit drängt. Die Augen Ihrer Mitarbeiter in beiden Hemisphären sind auf Sie gerichtet. Unser geliebter Meister, der durch Seinen Besuch und Seine Botschaften an Sie so viel Liebe und Ermutigung und so großen Segen über Sie ergoss, wacht über Sie aus der Höhe, bereit, Ihre Bemühungen zu unterstützen und Sie zum Sieg zu führen. Dass Sie noch größere Höhen des Heldentums erklimmen, dass Sie Ihrer heiligen Aufgaben gerecht werden, dass Sie die Annalen Ihres Glaubens mit noch größeren Beweisen Ihrer Hingabe, Ihres Mutes und Ihrer Ausdauer schmücken, dass Sie Ihrer edle Bestimmung als Fackelträger des Lichtes göttlicher Führung für die Nachbarländer dieses Kontinents gerecht werden – das ist das Ziel meiner glühenden Gebete an den heiligen Schreinen und mein sehnlichster Herzenswunsch. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

15. November 1947 (Lehrkonferenz)

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Nachricht an unseren geliebten Hüter ist angekommen und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten und Ihnen zu berichten, wie erfreut er war, von Ihrer Lehrkonferenz zu erfahren. Solche Zusammenkünfte sind ein großer Ansporn für die Arbeit der Sache und inspirieren die Gläubigen, sich aufzumachen und die Botschaft Gottes zu verbreiten. Er hofft, dass mit der Zeit noch weitere in verschiedenen Teilen des Landes abgehalten werden, damit viel mehr Freunde daran teilnehmen können. Er versichert Sie alle seiner liebevollen Gebete für Ihr Wohlergehen und Ihre Bahá’í-Arbeit … Möge der Geliebte Ihnen beistehen, stetig den Umfang Ihrer wahrhaft verdienstvollen Leistungen zu erweitern, denkwürdige Siege auf dem Feld des Lehrens zu erringen und auf höchst effektive Weise die lebenswichtigen Interessen der Institutionen unseres ruhmreichen Glaubens zu fördern, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

17. Januar 1948

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT ANMERKUNGEN ZU GEBETEN, BEIGEFÜGT IN IHREM SCHREIBEN VOM 19. DEZEMBER, ZU STREICHEN. SHOGHI RABBANI

28. Februar 1948

Die Bahá’í-Jugend von Wien Liebe Bahá’í-Freunde: Eure Mitteilung vom 25. Januar an unseren geliebten Hüter ist angekommen und er hat mir aufgetragen, euch allen in seinem Namen zu antworten. Er war überaus glücklich zu sehen, dass es so viele Bahá’í-Jugendliche und Kinder in Wien gibt. Auch wenn eure Anzahl euch klein erscheinen mag, stellt sie den Anfang von etwas sehr Wichtigem dar, denn es ist der Anfang der Verbreitung dieses göttlichen Glaubens unter der Jugend in Österreich. Er ruft euch daher auf, beharrlich in eurer Hingabe für die Sache Gottes zu sein, die Lehren intensiv zu studieren und euer Verhalten an dem Muster des wahren Bahá’í-Lebens auszurichten. Er wird für euch alle beten, dass Gott euch segnen, führen und in jeder Hinsicht schützen möge … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ich war so froh, eure Nachricht zu erhalten und zu erfahren, wie ihr euch trotz der schweren Prüfungen, die ihr erlitten habt und noch immer erleidet, fortgesetzt im Dienst unseres Geliebten bemüht. Ihr seid oft in meinen Gedanken und Gebeten und ich werde zum Geliebten flehen, eure Schritte zu führen, jedes Hindernis auf eurem Pfad zu entfernen und euch zu helfen, den Umfang eurer wertvollen Tätigkeiten zu erweitern und beachtliche Siege für Seine Sache und ihre Institutionen zu erringen, euer wahrer Bruder, Shoghi

1. April 1948

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT HABE AMERIKA ANGEWIESEN LEBENSMITTELPAKETE FÜR SOMMERSCHULE ZU SENDEN. SHOGHI

11. Mai 1948

Lieber Bahá’í-Bruder: Ihre Mitteilungen vom 11. Januar, 14. Februar und 31. März an unseren geliebten Hüter sind angekommen und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Der Fortschritt des Glaubens in Deutschland ist eine Quelle großen Glücks für ihn und die von Ihnen geschickte Liste, die eine starke Zunahme der Zahl der Räte, Gruppen und einzelnen Bahá’í zeigt, hat ihn sehr ermutigt und er beeilte sich, diese gute Nachricht mit den Freunden in anderen Ländern zu teilen. Er war gleichfalls sehr erfreut zu sehen, dass die Esslinger Schule so gut besucht sein wird und dass Ihr Rat klugerweise diesen Ort zu einem Sammelpunkt für Bahá’í-Jugendliche und ihre Freunde macht. Nach Erhalt Ihres Briefes telegrafierte er Mr. Holley, Ihnen die Lebensmittelpakete, die Sie für die Sommerschule brauchen, zu schicken und er hofft, dass Sie diese sicher erhalten. Er ist begeistert von den Zeichen der Reife, die sich immer deutlicher in der deutschen Bahá’í-Gemeinde zeigen. Nicht nur wächst Ihre Mitgliederzahl ständig und die Anzahl Ihrer Räte vermehrt sich, auch erkennen die meisten Gläubigen die Notwendigkeit, ihre Mitgliedschaft in ihren Kirchen zu beenden und als Mitglieder einer unabhängigen Glaubensgemeinschaft aufzutreten. All dies sind willkommene Zeichen des Fortschritts und der Reife. Und in Anbetracht dieses Wachstums der Bahá’í-Mitgliederzahlen und des damit verbundenen raschen Anstiegs der Zahl der Geistigen Räte denkt er, dass Sie ab jetzt die Anzahl der Delegierten, aufgeteilt auf die deutsche und österreichische Bahá’í-Gemeinde, von 19 auf 38 erhöhen sollten (was freilich das Doppelte von neunzehn ist). Dies repräsentiert in passenderer Weise die zahlenmäßige Stärke der Bahá’í bei ihrer jährlichen Tagung und verhilft den Räten in einer großen Gemeinde zu einer besser proportionierten Vertretung. Die Sache Gottes muss vor den Feinden des Glaubens und vor denen, die Samen des Zweifels in die Herzen der Gläubigen säen, geschützt werden und die wirksamste aller Schutzmaßnahmen ist das Wissen:

Ohne Zweifel ist die Dümmste aller jemals vorgebrachten Anschuldigungen die, dass es sich beim Testament des Meisters um eine Fälschung handle!

Alles stammt aus Seiner eigenen Hand, ist an mehr als einer Stelle mit Seinem eigenen Siegel versehen und wurde nach Seinem Tod von einigen Mitgliedern Seiner eigenen Familie geöffnet, die es aus Seinem eigenen Tresor in diesem Haus nahmen und es wurde seit diesem Tag im Tresor sicher unter Verschluss bewahrt.

Die Vorwürfe von Mrs.

White waren das Ergebnis eines verwirrten Geistes.

Kein anderer Feind, selbst jene, die gewieft und scharfsinnig waren, machte diese törichte Anschuldigung!

Der Fall von Aḥmad Sohrab ist für den, der auch nur geringe Erfahrung mit Orientalen und mit Psychologie hat, leicht verständlich.

Er war einige Jahre lang der Sekretär ‘Abdu’l-Bahás und genoss daher und auf Grund der Tatsache, dass er Ihn nach Amerika begleitete (natürlich gemeinsam mit einer Reihe von anderen Persern) große Aufmerksamkeit durch die Bahá’í, die zu ihm aufsahen und ihn bewunderten.

Nachdem jedoch der Wille des Meisters verlesen war und sich die Gemeindeordnung unter dem Hütertum zu entwickeln begann, wurde er sich der Tatsache bewusst, dass er seine persönlichen Ambitionen auf Führerschaft zu einem gewissen Maß einer übergeordneten Aufsicht unterzuordnen habe, dass er den Nationalen und Örtlichen Räten, genau wie jeder andere Bahá’í, zu gehorchen habe und er nicht völlig unabhängig von jeglicher Anweisung oder Beaufsichtigung frei lehren könne.

Damit begann seine Abtrünnigkeit und am Ende befand er sich außerhalb der Grenzen des Glaubens: er lehnte es ab, nicht ständig als eine Ausnahme, ja als Ausnahme mit besonderen Vorrechten behandelt zu werden.

In der Tat:

Wenn wir das genau untersuchen, ist es fast immer der hochfliegende Ehrgeiz und die tiefverwurzelte Eigenliebe, die Menschen dazu bringt, sich vom Glauben abzuwenden.

Gegen Ende pflegte Sohrab im Laufe seiner Vorlesungen ein Zitat nach dem anderen aus Bahá’u’lláhs Worten in seine Vorlesungen einzuflechten, ohne auch nur einmal anzugeben, dass sie von Bahá’u’lláh stammten, und wenn die Gläubigen ihm wegen der Plagiate Vorhaltungen machten, ließ ihn das kalt.

Nachdem er aus eigenem Antrieb die Glaubensgemeinschaft verlassen und eine Versöhnung mit ihr verweigert hatte, fing er an, ihre Verwaltungsorgane anzugreifen, zunächst den amerikanischen NGR, dann die gesamte Gemeindeordnung und zum Schluss den Hüter.

Was er heute lehrt, ist so weit von unserem geliebten Glauben entfernt und so durchsetzt mit den Lehren der vielen ›Kulte‹, die wir allenthalben gedeihen sehen, dass es beinahe nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Sohrabs Einfluss und seine Umtriebe in Amerika sind stark geschwunden und er scheint jetzt seine einzige Chance zur Stiftung von Unheil darin zu sehen, mit seiner ›Karawane‹-Bewegung im Ausland aktiv zu werden.

Die veröffentlichten Bücher und Aufsätze, in denen er den Hüter und tatsächlich alles, was im Willen des Meisters verankert ist, angreift, zeigten keine Wirkung; weit entfernt davon, einen Bruch in der Einheit des Glaubens in Amerika herbeiführen zu können, wurde er von einigen der wenigen, die mit ihm die Sache verlassen hatten, aufgegeben und diese kehrten zurück, um der Sache mit doppeltem Eifer zu dienen! Der Hüter denkt, eines der besten Gegenmittel gegen diejenigen – wie Sohrab oder andere – die versuchen, den Glauben der Gläubigen auszuhöhlen, vor allem durch Pochen auf das Thema der Exkommunikation, ist, ihnen eine deutsche Ausgabe von Gott geht vorüber in die Hand zu drücken. Denn in diesem Buch hat er (der Hüter) deutlich darauf hingewiesen, dass der Glaube Gottes schon immer von innen heraus angegriffen worden ist und dass schon seit den Tagen des Báb das ›Meer der Wahrheit‹A2 immer wieder seine geistig Toten ausgeworfen hat. Das muss so sein, genau wie ein Körper danach strebt, sich von Giften zu befreien, um die Gesundheit des gesamten Organismus zu erhalten. Ihr Rat sollte alles daran setzen, die Gläubigen zu schützen und zu erziehen, so dass sie verstehen können, dass nicht persönliche Missgunst oder Mangel an Liebe zur Exkommunikation eines Menschen führen, sondern vielmehr die Tatsache, dass er wie ein Krebsgeschwür wurde, das entfernt werden muss, bevor der ganze Körper zerstört wird. Er ist sehr darauf bedacht, Berichte von den Arbeiten am Nationalen Zentrum in Frankfurt a. M. und die Bilder vom erworbenen Gebäude zu bekommen, um sie in der Bahá’í World zu veröffentlichen. Die Fortschritte in der Arbeitsweise Ihres Rates gefallen ihm sehr und er versichert Ihnen allen seine liebevollen Gebete für Sie, für Ihren Schutz und für Ihren Erfolg. … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Die wunderbaren Fortschritte der starken, standhaften und innig geliebten deutschen Bahá’í-Gemeinde in den letzten Monaten erfreuten mein Herz und vergrößerten in jedem Land die Bewunderung der Anhänger des Glaubens Bahá’u’lláhs für die Qualitäten des Verstandes und des Herzens, durch die sich die Anhänger dieser Sache in Ihrem Land auszeichnen. Die wunderbare Zunahme der Zahl der neu aufgenommenen Gläubigen, die Vermehrung von Gruppen und Räten in Ihrem gesamten Land, der Kauf und die geplante Wiederherstellung des nationalen Ḥaẓíratu’l-Quds in der Stadt Frankfurt, der Ansporn zur Übersetzung und Veröffentlichung von Bahá’í-Literatur, die Empfänglichkeit, die Ihre Landsleute gegenüber den Lehren Bahá’u’lláhs aufweisen, die Festigung der verschiedenen Hilfseinrichtungen einer unaufhaltsam wachsenden Gemeindeordnung in den verschiedenen Gegenden Ihres Landes – all dies verheißt Gutes für die vollständige Erfüllung der herrlichen Verheißungen ‘Abdu’l-Bahás für ihre Zukunft. Die Verdoppelung der Zahl der Delegierten zur nächsten Bahá’í-Nationaltagung legt beredt Zeugnis ab für dieses bemerkenswerte Wachstum und die rasche Festigung der Gemeinde, der zu dienen und die zu lenken Sie das Vorrecht haben. Während die Arbeiten in Deutschland unaufhaltsam voran gehen, sollten die Interessen der österreichischen Bahá’í-Gemeinde aufmerksam und entschlossen gefördert werden. Durch Führung, Unterstützung, Ermutigung, häufige Besuche, wann immer möglich, sollte die Gemeinde der Gläubigen in Österreich betreut und darauf vorbereitet werden, angemessen der Erfüllung ihrer heiligen Aufgaben nachzukommen, bis zu dem Zeitpunkt, da sie, wie es in Kanada der Fall ist, ihren eigenen Nationalen Rat wählen und sie ihren Status der Unabhängigkeit innerhalb der weltweiten Bahá’í-Gemeinde übernehmen kann. In dieser günstigen Stunde der Entwicklung des Glaubens in Ihrem Land, zu einer Zeit, da die amerikanische, die britische, die indische, die persische, die australische, die kanadische und die irakische nationale Bahá’í-Gemeinde eifrig die eigens konzipierten Pläne für die systematische Verbreitung des Glaubens in ihren jeweiligen Ländern und über deren Grenzen hinaus durchführen, ist es für eine Gemeinde, die so alt und geehrt ist wie Ihre, die so grausame Schläge überlebte, die in einer so beneidenswerten Lage mitten im Herzen von Europa liegt, die Empfängerin eines so großen Maßes an Gaben und liebevoller Freundlichkeit ‘Abdu’l-Bahás ist, nur angemessen, ihren eigenen Plan zu entwerfen, vorzugsweise einen Fünfjahresplan, dessen Höhepunkt für das Jahr 1953, dem hundertsten Jahrestag der Geburt der Sendung Bahá’u’lláhs im Síyáh-Chál von Ṭihrán vorgesehen ist. Zu den Zielen des Plans in Deutschland und Österreich glaube ich, dass Ihr Rat sie sorgfältig prüfen und nach reiflicher Überlegung den Gläubigen bekannt geben sollte und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür sorgen sollte, dass jedes gesetzte Ziel erreicht wird. Nach der Festigung der Institutionen des Glaubens in den drei Jahren seit Ende des Krieges, wird die Einführung eines solchen Plans ein Meilenstein in der Geschichte des Glaubens in diesem Land sein und ohne Zweifel als ein gewaltiger Magnet die Segnungen Bahá’u’lláhs anziehen und in einem nie dagewesenen Maß zur Verankerung Seiner Sache im Herzen Europas beitragen. Ich sehne mich nach der frohen Botschaft von der Fassung und Einführung eines solchen Plans, der die Anhänger Bahá’u’lláhs in Ost und West anspornen und die Annalen Seines Glaubens im ersten Jahrzehnt des zweiten Bahá’í-Jahrhunderts bereichern wird. Möge der Geist unseres geliebten Meisters, der aus der Höhe über die Schicksale dieser vielversprechenden, dieser reich ausgestatteten Gemeinde wacht, sie befähigen, diese neue Phase der inneren Entwicklung des Glaubens Seines Vaters in diesem Land in einer Weise einzuleiten, die seinen deutschsprachigen Anhängern zu Ruhm und Ehre gereicht. Shoghi

28. Mai 1948

SCHÄTZE ZUTIEFST BOTSCHAFT ERFREUT FORTSCHRITTE BITTE DRINGEND BEHARRLICHKEIT BETE INSTÄNDIG GRÖSSERE SIEGE. SHOGHI

18. Oktober 1948

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihren Brief vom 29. August und die Übersetzung einiger Anlagen erhalten, und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Hinsichtlich der Frage des Fonds für Deutschland, der derzeit in Ṭihrán ist: Leider ist der Wechselkurs des persischen Túmán in schweizerisches (oder amerikanisches oder britisches) Geld äußerst ungünstig und er ist der Auffassung, dass Ihr Verlust viel zu groß wäre, um gegenwärtig die gesamte Summe aus Ṭihrán in die Schweiz zu übertragen. Es ist auch äußerst schwierig, Geld aus Persien heraus zu bekommen, das jetzt ähnlich wie viele andere Länder Finanzgeschäfte einschränkt. Er prüft jedoch derzeit die Möglichkeiten, eine Summe für Ihren unmittelbaren Bedarf aus Persien in die Schweiz zu transferieren und sobald er dies organisieren kann, wird er Ihren Rat benachrichtigen. Die ergebenen Dienste der Bahá’í-Jugend bei der Säuberung des Ḥaẓíra Grundstücks von Schutt, wurden sehr von ihm geschätzt und er möchte, dass Sie ihnen sagen wie sehr er ihren Geist bewundert, der auf so nützliche Weise gezeigt wurde! Er war sehr betrübt vom traurigen frühen Tod der lieben Frau Brauns-Forel zu hören. Ihre Mitarbeiter in Deutschland werden ihre Dienste, die sie stets mit solch unermüdlicher Hingabe leistete, schmerzlich vermissen. Er hofft, dass ihre Tochter sich erheben wird, um den Platz ihrer Mutter in der aktiven Arbeit für die Sache einzunehmen. Er vertraut darauf, dass Ihr Rat jetzt in der Lage ist, die österreichischen Gläubigen noch aktiver zu unterstützen und sie in ihrer Arbeit anzuspornen. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass die Wiener Bahá’í tatkräftiger und entschlossener als je zuvor in ihrer Geschichte sind. Er hofft, dass der Bau des Ḥaẓíra in Frankfurt nun rasch fortschreiten kann. Sie können sicher sein, dass er alles tun wird, was er vermag, um Sie bei diesem wichtigen Unternehmen zu unterstützen. Er denkt voll Liebe in seinen Gebeten an Sie alle und er freut sich sehr darüber, wie der Glaube in Deutschland voran schreitet … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ich freue mich, von den tatkräftigen Schritten zu hören, die in den letzten Monaten im Zusammenhang mit dem Aufbau des Ḥaẓíratu’l-Quds in Frankfurt unternommen wurden. Diese Institution, der Dreh- und Angelpunkt aller nationalen Bahá’í-Vorhaben, sollte das Ziel der besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge der gesamten Gemeinde der deutschen Gläubigen in den unmittelbar bevorstehenden Jahren sein. Von ihr wird die Koordination, Festigung und Ausweitung der gemeinschaftlichen Bemühungen der Mitglieder dieser Gemeinde abhängen, die so eine wichtige und entscheidende Position im Herzen des europäischen Kontinents einnimmt. Zusammen mit diesem bewussten, entschlossenen und beharrlichen Engagement, muss Ihr Rat ständig und zunehmend gewissenhafte Anstrengungen unternehmen, um die Verwaltungszentren zu vermehren, die Anzahl der aktiven Unterstützer des Glaubens zu erhöhen, seine Wahrheiten mit Weisheit, vorbehaltlos, weit und breit zu verkünden, seine Literatur nachdrücklich und systematisch zu verbreiten und mit allen Mitteln das Verständnis und die Hingabe seiner Anhänger zu vertiefen. Dass diese unmittelbaren Ziele schnell erreicht werden mögen und es den Mitgliedern dieser tapferen und leidgeprüften Gemeinde ermöglichen, in den vor uns liegenden Jahre einen durchdachten Plan in Angriff zu nehmen, ist mein fortwährendes inständiges Gebet. Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

20. Oktober 1948 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihren Brief vom 9. September erhalten und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war erfreut, dass so viele der lieben deutschen Freunde an der Schule teilgenommen haben, da in diesem liebevollen Beisammensein der Bahá’í und dem Studium eine engere Einheit unter den Gläubigen erzeugt wird und neue Pläne für die vor uns liegende Lehrarbeit geboren werden. Er fordert Sie alle auf, jede Anstrengungen auf sich zu nehmen, um den Glauben in diesen dunklen Tagen der Krise, die die Welt immer noch durchlebt, zu verbreiten, denn allein in den Lehren Bahá’u’lláhs können die Menschen Hoffnung, Frieden und Trost finden. Er versichert Ihnen allen seine liebevollsten Gebete für Sie und für den Erfolg Ihrer hingebungsvollen Dienste … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Ihre gemeinsame Botschaft hat wirklich mein Herz erfreut und mich an die großartige Gemeinschaft meiner innig geliebten Glaubensbrüder erinnert, die sich in der Vergangenheit so hingebungsvoll mühten und derzeit so schwungvoll ihre historischen Aufgaben im Dienst unseres ruhmreichen Glaubens in Angriff nehmen; ich werde auch weiterhin zum Geliebten flehen, Er möge fortwährend Ihre edlen Anstrengungen segnen, Sie befähigen, den Umfang Ihrer großartigen Tätigkeiten zu erweitern und dem Vormarsch des Glaubens in Ihrem vielversprechenden Land einen enormen Antrieb verleihen, Ihr wahrer und dankbarer Bruder Shoghi

20. Oktober 1948

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr Brief vom 15. September an unseren geliebten Hüter ist angekommen und er bat mich, Ihnen in seinem Namen dafür zu danken, dass Sie so liebevoll daran gedacht haben, ihm Geburtstagsgrüße zu schicken. Er war sehr erfreut, das Programm der Schule in Esslingen zu sehen und dass es vier Veranstaltungen im Sommer gegeben hat. Diese Schule ist ein Sammelpunkt für die deutschen Gläubigen und ein starker Ansporn für ihre Einheit und ihre Begeisterung. Die weltweiten Aussichten sind so düster und dicht umwölkt, dass die Gläubigen sich Tag und Nacht mühen müssen, um den Menschen die Botschaft Bahá’u’lláhs zu bringen und Ihnen etwas Hoffnung für die Zukunft einzuflößen. Wir sehen, wie sich immer mehr Vorhersagen des geliebten Meisters erfüllen, während die Menschheit in ihrem Eigensinn und ihrer geistigen Blindheit verharrt. Es gibt kein anderes Heilmittel außer diese Sache. Er sichert Ihnen allen seine liebevollsten Gebete zu und würdigt zutiefst Ihre ergebenen Dienste … P.S. Ich sende das Antwortschreiben des Hüters an die Teilnehmer der Esslinger Sommerschule durch Sie, da deren Umschlag keine Adresse aufwies. Bitte übermitteln Sie es den Freunden. Möge der Geliebte unserer Herzen Sie leiten und unterstützen, Sie reichlich für Ihre tapferen Taten belohnen, Ihnen helfen, den Umfang Ihrer wohltätigen Dienste zu erweitern und Sie befähigen, kontinuierlich und wirksam zur Vermehrung und Festigung der Institutionen unseres ruhmreichen Glaubens beizutragen, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

14. September 1948

TEILE DEUTSCHEM NATIONALEN RAT FOLGENDES MIT: INFORMIEREN SIE GESAMTE DEUTSCHE BAHAI GEMEINDE GEHORSAMSVERWEIGERUNG FEHLVERHALTEN TREULOSEN BRUDERS HUSSAYN ERFORDERT SEINEN AUSSCHLUSS. WEGEN SEINES MÖGLICHEN BESUCHS DEUTSCHLANDS UND SEINER BEHARRLICHEN VERBINDUNG MIT BUNDESBRECHERN WARNEN SIE GLÄUBIGE JEGLICHE KOMMUNIKATION MIT IHM IST TREULOSIGKEIT GEGENÜBER BUND ABDUL-BAHAS SHOGHI RABBANI

21. Dezember 1948

ÜBERMITTELN SIE JAEGER STUTTGART HÖCHSTE WERTSCHÄTZUNG ÜBERSETZUNG VON GOTT GEHT VORÜBER. SHOGHI RABBANI

5. Januar 1949 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre liebevolle Botschaft an unseren geliebten Hüter von der 8. Sommerschule in Esslingen ist angekommen und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war sehr froh zu sehen, dass der liebe Herr Remey bei dieser Gelegenheit anwesend war, da er ein treuer und ergebener altgedienter Gläubiger ist und der Sache seit ihren frühesten Anfängen im Westen dient. Er bittet Sie alle dringend, Ihre Mühen auf die äußerst wichtige Arbeit des Lehrens zu konzentrieren und darauf, die Sache hin zu neuen Gebieten zu verbreiten. Sie dürfen sicher sein, dass er in den Heiligen Schreinen für Sie alle und für den Erfolg Ihrer Bemühungen beten wird … Möge der Allmächtige Ihre verdienstvollen Bemühungen segnen, Sie bei Ihren geschätzten Tätigkeiten führen und unterstützen, Sie befähigen, ständig Ihr Wissen über die Grundlagen Seines Glaubens zu vertiefen und der Weiterentwicklung seiner neugeborenen Institutionen einen enormen Antrieb verleihen, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

24. Februar 1949 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Die Ankunft Ihres Briefes an unseren geliebten Hüter hat sich einige Zeit verzögert. Aber er war sehr glücklich, dass so viele der lieben Freunde zum dritten Mal zur Sommerschule in Esslingen zusammengekommen sind. Es ist erfreulich zu sehen, wie diese wichtige Institution seit dem Ende des Krieges gewachsen ist und zu einem Anziehungspunkt für diejenigen wurde, die die Bahá’í-Lehre studieren wollen. Er hofft, dass das schon die Anzeichen einer wirklichen Bahá’í-Universität sind, die künftig zu den Tätigkeitsbereichen unseres herrlichen Glaubens gehören muss. Der Hüter fordert Sie alle miteinander auf, in größter Einheit und Liebe zusammen zu arbeiten, um die Botschaft in ganz Deutschland zu verbreiten und besonders um die Jugend zu lehren und sie in die Reihen des Glaubens aufzunehmen. Er wird für Sie alle in den Heiligen Schreinen beten … Möge der Geist Bahá’u’lláhs Sie in Ihrer Arbeit leiten und unterstützen, Sie zur ständigen Erweiterung des Umfangs Ihrer geschätzten Tätigkeiten befähigen sowie Ihr Wissen und Verständnis für die wesentlichen Wahrheiten Seines Glaubens vertiefen und Ihnen helfen, den von Gott verordneten Institutionen einen deutlichen Aufschwung für ihre Vermehrung und Festigung zu verschaffen, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

28. März 1949

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT WEGEN GEGENWÄRTIGER WECHSELKURSVERLUSTE TEHERAN ANGEWIESEN FÜNFHUNDERT PFUND WEITERZULEITEN.

30. März 1949

ÜBERMITTLE FOLGENDES DEUTSCHEM RAT TIEF BETRÜBT GEISTIGE LAGE DEUTSCHEN BAHAI-GEMEINDE IMMER WEITER VERSCHLECHTERT. NATIONALER RAT MUSS SICH TREU ERHEBEN GLAUBEN WACHSAM ENERGISCH SCHÜTZEN UND GLÄUBIGE IM BUND BAHAULLAHS ABDULBAHAS BESTÄRKEN. ENKELIN SUBHIAZALS MUSS VOLLSTÄNDIG GEMIEDEN WERDEN. UMTRIEBE HISTORY SOCIETY VOLLSTÄNDIG GETRENNT VOM GLAUBEN. ALLEN ORIENTALISCHEN UNHEILSTIFTERN MUSS ENTGEGENGEWIRKT WERDEN. SYMPATHISANTEN VON MRS WHITE ODER SOHRAB ODER UNTREUE MITGLIEDER FAMILIE ABDULBAHAS EINSCHLIESSLICH MEINES BRUDERS HUSSEYN DER DEUTSCHLAND DIESEN SOMMER VIELLEICHT BESUCHT MÜSSEN BEOBACHTET UND GEWARNT UND WENN NÖTIG AUSGESCHLOSSEN WERDEN. KOMPROMISS UNENTSCHLOSSENHEIT VERSCHLEPPUNG WIRD KRISE VERURSACHEN SO ERNST WIE HERRIGELS. BLEIBT APPELL UNBEACHTET WERDEN GROSSES LEID UND VERLUSTE GEMEINDE FOLGEN GLAUBE WIRD GLEICHWOHL SCHLIESSLICH TRIUMPHIEREN. SHOGHI RABBANI

20 April 1949

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT ABHALTUNG TAGUNG ABSOLUT UNVERZICHTBAR EBENSO WAHL NATIONALEN RATES. BETE EINHEIT WOHLERGEHEN LIEBEN DEUTSCHEN GLÄUBIGEN. SHOGHI

27. Mai 1949

ÜBERMITTLE DEUTSCHEM RAT NÄCHSTE WAHL NATIONALEN RATES DARF NICHT VERZÖGERT WERDEN BETE HARMONIE EINHEIT GEMEINDE. SHOGHI

30. Juni 1949

ÜBERMITTLE DEUTSCHEM RAT GROSSE WERTSCHÄTZUNG ANTWORT BETE INSTÄNDIG VOLLSTÄNDIGE WIEDERHERSTELLUNG VÖLLIGER HARMONIE TATKRÄFTIGE ZUSAMMENARBEIT RÄTE UND EINZELNEN MIT GEWÄHLTEN NATIONALEN VERTRETERN.

30. Juni 1949

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Briefe an unseren geliebten Hüter vom 17. und 22. Oktober, zwei vom 19. Dezember, vom 21. und 23. November 1948 vom 9. und 23. Januar, vom 28. Februar und vom 4. und 15. Mai 1949 sowie ihre zahlreichen Anlagen sind alle eingetroffen und ich wurde angewiesen, darauf in seinem Namen zu antworten. Er bedauert die lange Verzögerung bei der Beantwortung, aber er ist sehr beschäftigt und er wollte auch ein möglichst vollständiges Bild von der Lage haben, um Sie besser in der kürzlich entstandenen schwierigen Situation zu beraten. Bevor ich zu dieser Angelegenheit komme, soll ich Ihnen versichern, dass er von dem 5-Jahres-Plan, den Ihr Rat entworfen hat, begeistert war und ihm große Bedeutung beimisst. Ebenso freute er sich sehr, dass die Jahrestagung in Frankfurt stattfand, wenn auch leider nicht unter sehr glücklichen Umständen. Er war ebenfalls sehr glücklich, als er erfuhr, dass der NGR bezüglich der Arbeit am Nationalen Ḥaẓíra in Frankfurt voll mit … übereinstimmt, und dass die Übertragung der Mittel aus Ṭihrán über die Schweiz an Ihren Rat sich auf äußerst günstige Weise für Sie ergeben hat. Auch die gute Nachricht, dass die dringend benötigten Bücher von Esslemont jetzt in Deutschland sind und die Verborgenen Worte dort gedruckt werden, wurde sehr begrüßt. Er schickte Ihnen ein Telegramm als Antwort auf Ihren Brief über die Verborgenen Worte. Doch möchte er ganz deutlich machen, dass die ›Anmerkungen‹ nicht korrekt sind. Die Verbeugungen und das Waschen der Hände und des Gesichts (wie eindeutig in Bahá’u’lláhs Gebete und Meditationen niedergelegt, das er selbst übersetzt hat), die zu den beiden längeren täglichen Gebeten (Pflichtgebeten) gehören, sind Gesetze Bahá’u’lláhs, die für alle Bahá’í gelten, ob mit muslimischem, christlichem oder anderem Hintergrund. Es ist Gotteslästerung, anderes zu behaupten. Allerdings hat Bahá’u’lláh es den Bahá’í frei gestellt, eines der drei Pflichtgebete zu wählen und diejenigen, die diese Handlungen lieber nicht ausführen möchten, können das ganz kurze sprechen. Er möchte jedoch hinzufügen, dass er sehr die Arbeit würdigt, die … und andere Freunde mit dieser Übersetzung geleistet haben und er freut sich über die Veröffentlichung. Er schätzt sehr die Zusicherung der unverbrüchlichen Treue Ihres Rates gegenüber ihm und dem Testament des Meisters. Sie können sich sicher vorstellen, dass diese Entfremdung der Familie des Meisters ein sehr trauriger und schwerer Schlag für ihn war; und obwohl er sie viele Jahre mit seinem Schweigen gedeckt hatte, war er am Ende gezwungen, offen zu sprechen, um den Glauben zu schützen. Seit hundert Jahren leidet unsere geliebte Sache unter solchen inneren Drangsalen, und die Art, wie die Gläubigen von Generation zu Generation diesen Prüfungen mit unerschütterlichem Glauben, Treue und Hingabe bestanden haben, ist eines der Anzeichen dafür, dass dies die Sache Gottes ist, göttlich geschützt durch den Bund Bahá’u’lláhs und den des Meisters. Bezüglich der Krise, die unter den Gläubigen entstanden ist, wegen der von … und anderen erhobenen Vorwürfe, dem Rundschreiben Ihrer Körperschaft, etc., etc. Der Hüter denkt, dass es zwar zweifellos zu einer sehr ernsten Situation geführt hat, die die Stabilität und die Einheit der ganzen Gemeinde bedroht, dass das aber erfolgreich überwunden werden und zu einer neuen Stufe der Einheit und des Fortschritts des Glaubens in Deutschland führen kann. Mit der Hilfe Bahá’u’lláhs, Der immer bereit ist uns zu stärken und zu unterstützen, können wir Bahá’í stets unsere Stolpersteine in Trittstufen verwandeln und die oft ungestümen Kräfte, die durch aufrichtige, aber vielleicht fehlgeleitete Freunde freigesetzt werden, wie einen positiven Strom der Macht nutzen, indem wir sie in produktive Kanäle leiten, anstatt sie auf destruktive Weise zu verwenden. Er denkt, dass die Ursache dieser gegenwärtigen Krise im Grunde der Tatsache geschuldet ist, dass die deutsche Gemeinde – die so lange unterdrückt, unorganisiert, der Literatur beraubt und ohne die Besuche von Freunden aus Ländern war, in denen die Gläubigen seit jeher die Freiheit hatten, Bahá’í zu sein und die folglich die Verwaltung der Glaubensbelange zu einer höheren Effizienz entfaltet haben – keine Gelegenheit hatte, die Verwaltung ihrer Bahá’í-Angelegenheiten zu entwickeln und auch keine Möglichkeit hatte, als Bahá’í innerhalb einer reibungslos arbeitenden Gemeindeordnung zu reifen. Somit könnte man sagen, dass die derzeitigen Probleme weitgehend durch Unreife in ihrem Verständnis der Gemeindeordnung verursacht werden. Damit verbunden ist die in seinem Telegramm erwähnte Tatsache, dass das Wissen und das Verständnis der Bahá’í vom Testament ‘Abdu’l-Bahás vertieft werden muss. Sie sollten dies und die Sendung Bahá’u’lláhs studieren, denn es ist offenkundig, dass sie sich – zum größten Teil – nicht die Größe, die Herrlichkeit, die Kraft und den Schutz vorstellen können, die diesem Glauben durch die Institutionen verliehenen wurde, die der letzte Wille des Meisters vorsieht. Während er den Schriftverkehr und die Dokumente, die Ihr Rat weiterleitete, durchging (ihren Erhalt schätzte er sehr, weil sie ihm ein klareres Bild von der gesamten Situation vermittelten) stach ihm ins Auge, dass die Handlungen und Aussagen sowohl von Einzelpersonen als auch von Räten eine völlige Unkenntnis der Anwendung von Verwaltungsmaßnahmen zeigen. Wenn die Freunde sich anstrengen und aufrichtig nach Einheit und Fortschritt streben, kann sich die ganze Angelegenheit diesbezüglich als günstige Fügung erweisen. In diesem Zusammenhang war er beeindruckt von der Weisheit und Toleranz der Äußerungen von Herrn Oskar Schmitt in seinem Brief an Ihren Rat und er hofft, dass alle Gläubigen diese freundliche und tolerante Sichtweise annehmen, da die Freunde in ihrem Wunsch, das Richtige zu tun und zweifellos aus echter Hingabe für die Sache in ihren Reaktionen anscheinend alle Extreme ausgelotet haben. Damit haben sie paradoxerweise sowohl ihre Hingabe an die Sache als auch ihren völligen Mangel an tieferem Verständnis der Gemeindeordnung bewiesen. Offen gesagt, denkt der Hüter, dass das Rundschreiben Ihres Rates sich unerfreulich entwickelt hat.

Sie waren als Nationale Körperschaft völlig dazu berechtigt, einen solchen Brief herauszugeben und die heftigen Reaktionen von Sekretären verschiedener Räte und von einigen der Räte selbst, sowie von vielen einzelnen Gläubigen zeigte ein völliges Fehlen des Verständnisses für Verwaltungsverfahren.

Die Freunde sollten erkennen, dass die Nationale Körperschaft in Verwaltungsangelegenheiten Weisungsbefugnis über die örtlichen Räte und über die Gläubigen hat.

Einer der Grundsätze unserer Gemeindeordnung, die – daran sollten wir denken – das Muster für unsere Weltordnung sein wird, ist, dass selbst wenn ein Rat eine unkluge Entscheidung trifft, diese unterstützt werden muss, um die Einheit der Gemeinde zu wahren.

Gegen eine Entscheidung des örtlichen Rates kann beim Nationalen Rat Berufung eingelegt werden und gegen eine Entscheidung des Nationalen Rates beim Hüter.

Aber der Grundsatz der Amtsgewalt unserer gewählten Gremien muss aufrecht erhalten bleiben.

Das ist etwas, was nicht ohne Wachstumsschmerzen erlernt werden kann.

Die Bahá’í in anderen Ländern haben oft ihre Schwierigkeiten zu lernen, als Gläubige in einer geordneten Gemeinde zu leben, in der die vom Meister festgelegten Verwaltungsgrundsätze herrschen.

Aber da sie in Freiheit lebten, konnten sie mehrheitlich ein reiferes Verständnis erlangen als ihre deutschen Brüder und Schwestern, die dies bisher nicht vermochten.

Er hofft, dass dieser ganze Vorfall die deutschen Räte und die Gläubigen dazu veranlassen wird, wirklich die Bahá’í-Gemeindeordnung zu studieren. Er schrieb dem Rat … und bestand auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit dem Nationalen Rat. Er wies sie auch darauf hin, dass die Haltung ›alle für einen und einer für alle‹ ganz und gar falsch war. Ein Rat ist im Bereich seiner Jurisdiktion Treuhänder des Glaubens. Seine Mitglieder müssen zu jeder Zeit die Interessen des Glaubens über Persönlichkeiten stellen und unparteiisch allen Angelegenheiten, die an sie heran getragen werden, auf den Grund gehen. Theoretisch ist es immer möglich, dass ein Mitglied eines Rates unwürdig oder unaufrichtig ist. Die Haltung, jede Anschuldigung oder jeden Vorwurf gegen ein Ratsmitglied als einen Vorwurf gegen diese Körperschaft selbst zu verstehen, ist völlig falsch. Ein Rat muss den Glauben schützen und darf weder eines seiner Mitglieder blind beschuldigen, noch es blind verteidigen. Der Rat in … hat die Haltung eingenommen, dass die Bemerkungen, die sich auf … bezogen, eine Beleidigung für den ganzen Rat darstellten; gleichzeitig beschuldigt er die Nationale Körperschaft, von einem Einzelnen dominiert zu werden, ein Vorwurf, der bei seiner eigenen Haltung genauso gut an ihn selbst gerichtet werden könnte! Der Hüter hat das Gefühl, dass dies alles nur ein Beleg für die Unreife der Freunde in Bezug auf ihre Gemeindeordnung ist. Die Bahá’í müssen lernen, Persönlichkeiten zu vergessen und den Wunsch zu überwinden – so natürlich er für Menschen ist – Partei zu ergreifen und dafür zu kämpfen. Sie müssen auch lernen, das große Prinzip der Beratung wirklich zu nutzen. Es gibt während der Neunzehntagefeste eine dafür bestimmte Zeit, in der die Gemeinde eigene Ansichten äußern und ihrem Rat Vorschläge machen kann; der Rat und die Gläubigen sollten sich auf diese Zeit der unbeschwerten Diskussion freuen und sie weder fürchten noch sie unterdrücken. Ebenso sollten die Ratsmitglieder in aller Gründlichkeit beraten und in ihren Entscheidungen die Interessen der Sache und nicht Persönlichkeiten an die erste Stelle setzen und stets sollte die Mehrheit entscheiden. Dem Hüter fiel bei der Durchsicht der Korrespondenz, die er von Ihrem Rat erhielt, immer wieder auf, dass die Freunde ohne jede Verwaltungsgrundlage handeln. Anstatt ihre Beschuldigungen, ihre Probleme und ihr Unbehagen mit ihrem örtlichen Rat oder mit dem Nationalen Rat zu besprechen, wandten sie sich an einzelne Personen oder einzelne Mitglieder des Rates, oder sie weigerten sich, mit dem Rat zusammenzutreffen. Das erste, was ein Gläubiger tun sollte, ist sich an einen Rat zu wenden – dafür haben wir ja die Räte! Er denkt, dieser Ärger wäre niemals entstanden, hätten die Bahá’í ihre Räte so in Anspruch genommen, wie sie es tun sollten. Eines der Heilmittel, das Bahá’u’lláh einer kranken Welt gegeben hat, ist der Rat (der in Zukunft das Haus der Gerechtigkeit sein wird); seinen Mitgliedern obliegt eine sehr heilige und schwere Verantwortung und ebenso ist seine Macht, die Gemeinde zu lenken, seine Mitglieder zu schützen und zu unterstützen sehr groß. Frau …, eine sehr treue und ergebene Gläubige, versicherte dem Hüter, sie werde den NGR voll unterstützen und mit ihm zusammen arbeiten. Er hofft, Sie gewähren ihr jede Unterstützung in diesem Entschluss und ermutigen sie, die Gläubigen anzuspornen, die Verwaltungseinrichtungen zu unterstützen und ihnen beizubringen, sich an diese zu wenden und sie besser zu nutzen. In diesem Zusammenhang möchte er darauf hinweisen, dass jeder Bahá’í ihm direkt schreiben kann. Jeder Einzelne hat dieses Vorrecht. Er hat das Gefühl, dass …, eine sehr treue und ergebene Dienerin der Sache, mit … kommuniziert hat, in ihrem inständigen und sehr weisen Wunsch, eine engere Verbindung unter den deutschen Freunden zu fördern. Er denkt, dass ihr Rat darüber hinwegsehen sollte, weil das Motiv zweifellos sehr edel war. Er war sehr froh über den Brief von Herrn … und ist zuversichtlich, dass dieser alles in seiner Macht Stehende tun wird, um den Eindruck zu zerstreuen, den seine Haltung gegenüber dem Bund bei einigen der Freunde hinterlassen hatte …. Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Angesichts der herausragenden Stellung der deutschen Bahá’í-Gemeinde, die sie unmittelbar nach der schwersten Krise in ihrer Geschichte durch die gemeinsamen Leistungen ihrer Mitglieder erlangen konnte, hat mich der Verlauf der jüngsten Entwicklungen sehr beunruhigt und mit großer Sorge erfüllt. Die geistige Vitalität, die durch das Leben ihrer einzelnen Mitglieder so reichlich unter Beweis gestellt wurde, die Widerstandsfähigkeit, die sie als organisierte Körperschaft nachweislich zeigen konnte, die robuste Grundlage, auf der ihr Gemeinschaftsleben in den Jahren vor der großen Feuerprobe, die sie überlebte, aufgebaut wurde, die bemerkenswerte Schnelligkeit, mit der sie ihre Geschicke nach Ende der Feindseligkeiten wieder in die Hand nahm, haben in jedem Bahá’í-Herzen Gefühle von tiefer Zuneigung und Bewunderung sowohl für die Vertreter dieser Gemeinde als auch für die Masse der Gläubigen, die die Gemeinschaft der Getreuen in diesem Land bilden, wachgerufen. Die so geweckten Hoffnungen dürfen niemals von denen, die am Leben einer so starken Gemeinde aktiv teilnehmen, enttäuscht werden. Die Struktur, die jetzt so mühsam auf einer so festen Grundlage errichtet wird, darf unter keinen Umständen gefährdet werden, weder durch Vernachlässigung oder Zwietracht noch durch Abweichung von festgelegten Prinzipien, ob geistiger Art oder die Verwaltung betreffend. Der Prozess, der nach einer so langen Zeit des erzwungenen Stillstands in Bewegung gesetzt wurde und der den Institutionen des Glaubens so einen starken Anstoß zur Vermehrung und Festigung verleiht, darf auf keinen Fall durch irgendein Missverständnis, Ungehorsam oder Zwietracht zwischen den stimmberechtigten Mitgliedern der Gemeinde und ihren gewählten Vertretern, ob örtlich oder national, gestoppt oder auch nur verzögert werden. Ein strenges und unbeirrbares Festhalten an den geistigen Gesetzen und Verwaltungsprinzipien, die das Fundament des Glaubens bilden; ein ständig waches und vollständiges Bewusstsein für den Charakter, die Heiligkeit und entscheidende Bedeutung der aufeinander folgenden, von Bahá’u’lláh und ‘Abdu’l-Bahá errichteten Bunde; eine sofortige Einstellung aller Streitereien, die das Leben dieser Gemeinde in der gegenwärtigen kritischen Phase ihrer Entwicklung aufwühlen; eine enge Zusammenarbeit, völlige Harmonie und anhaltendes Verständnis unter den verschiedenen Beteiligten, seien es Räte oder Gemeinden, die Teil ihrer Entwicklung sind; Konzentration auf die unmittelbar erforderlichen Maßnahmen für den vollen Erfolg des neu eingeführten Fünf-Jahres-Plans von Seiten all ihrer Mitglieder und ihrer gewählten Vertreter; ständige Wachsamkeit jedes einzelnen Anhängers des Glaubens, jede Handlung, jedes Wort oder jede Verbindung zu meiden, die seine Integrität verletzen, seine Gesetze brechen, seine Gemeindeordnung unterlaufen oder ihren Fortschritt und ihre Festigung verzögern könnten – diese ragen als die dringlichsten, die heiligen und unausweichlichen Pflichten und Verantwortlichkeiten heraus, denen sich ihre Unterstützer in dieser schicksalsschweren Stunde ihrer Geschichte gegenüber sehen. Die unmittelbare Vergangenheit mit all ihren verworrenen Problemen und unangenehmen Erinnerungen muss ganz vergessen werden, wenn die vor uns liegende Aufgabe wirksam verfolgt werden soll. Persönliche Animositäten, Verdächtigungen, Anschuldigungen, verletzter Stolz, strittige Fragen müssen alle beiseitegelegt werden. Die Mitglieder von Räten, von nationalen wie von örtlichen, müssen die Ersten sein, die ein würdiges Vorbild für ihre Glaubensgefährten abgeben. Im Zentrum aller Gedanken und Diskussionen müssen künftig die Maßnahmen stehen, die erforderlich sind, um das Wachstum des Glaubens zu fördern, das geistige Leben seiner Mitglieder zu vertiefen und zu bereichern, um sie mit dem Charakter und der Arbeitsweise der Gemeindeordnung inniger vertraut zu machen und es ihnen zu ermöglichen, sich aktiver an der Ausführung des Plans, dem sie sich geweiht haben, zu beteiligen. Von ganzem Herzen rufe ich alle auf, zusammenzuhalten, ihre Herzen zu reinigen, zu einer umfassenderen Sicht zu gelangen, ihre Entschlossenheit zu erneuern, sich von Neuem ihrer herrlichen Aufgabe zu weihen, entschlossen dem Weg zu folgen, den ‘Abdu’l-Bahá ihnen vorausgegangen ist, jedes Hindernis auf ihrem Wege niederzureißen und zuversichtlich, geeint und entschieden vorwärts zu drängen, bis ihr Ziel erreicht ist und die erste Stufe in der Entwicklung ihrer gemeinsamen Aufgabe zu einem siegreichen Ende gebracht wurde. Möge der Geliebte, Der sie so herzlich liebte, Der in der Anfangsphase ihrer Entwicklung persönlich mitwirkte, Der so strahlende Hoffnungen für ihre Zukunft hegte und so edle Verheißungen über die Bedeutsamkeit dieser Zukunft äußerte, ihre Schritte leiten, ihre Bemühungen segnen und ihre sehnlichsten Hoffnungen erfüllen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

3. Juli 1949 (Erste Schule für Pioniere)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihre Botschaft von der Pionierschule erhalten und mich beauftragt, sie in seinem Namen zu beantworten und Ihnen zu versichern, dass er sehr erfreut war, dass eine solche Pionierschule stattgefunden hat Er war auch sehr froh darüber, dass die Gläubigen den Bund des Meisters studieren. Denn im Testament des Meisters sind die der Weltordnung zugrundeliegenden Prinzipien bewahrt und verankert, und ehe die Gläubigen nicht völlig die Erhabenheit, die Funktionen und den Zweck, der in diesem Testament beschriebenen (und vom Hüter in seinem Buch Die Sendung Bahá’u’lláhs ausgearbeiteten) Institutionen völlig erfassen, werden sie nicht in der Lage sein, als Bahá’í einzeln oder gemeinsam angemessen zu handeln. Die deutschen Freunde müssen ein tiefes Verständnis der Bahá’í-Gemeindeordnung erwerben, um als Gemeinde gemäß den Bahá’í-Gesetzen zu funktionieren und vor Prüfungen und Angriffen der Feinde des Glaubens geschützt zu sein … Liebe Mitarbeiter: Ich war so erfreut und ermutigt, Ihre Botschaft zu erhalten und von den Aktivitäten zu erfahren, die Sie eingeleitet haben. Ich werde für deren Erfolg und Ausweitung aus tiefstem Herzen beten. Setzen Sie beharrlich Ihre Bemühungen fort und seien Sie versichert, dass Sie geführt, unterstützt und für Ihre verdienstvollen, zur rechten Zeit erfolgten Leistungen reich belohnt werden. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

4. September 1949 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihren Brief erhalten und er war erfreut zu sehen, dass so viele Gläubige und Freunde an der Schule im Juli teilnahmen und auch von den ausgezeichneten Kursen zu erfahren, die Lehrer und Besucher der Schule für sie gegeben haben. Er war auch sehr erfreut, das Programm für die Jugendwoche im Schwarzwald zu sehen und er hält den Schwerpunkt, der sowohl in Esslingen als auch während dieser Jugendwoche auf das Studium des Bundes gelegt wird, für sehr wichtig. Die deutschen Bahá’í sowie alle Gläubigen überall werden in dem Maße, in dem sie fest im Bund Bahá’u’lláhs und des Meisters stehen, stark, geeint und geschützt sein. Er hofft, dass die Lehrarbeit in Deutschland große Fortschritte machen wird und er bittet Sie alle dringend, sich dieser gewaltigen Aufgabe und der Verbreitung von Liebe und Einheit unter den Bahá’í sowie dem besseren Verständnis der Gemeindeordnung unseres Glaubens zu widmen … Liebe Mitarbeiter: Ihre gemeinsame Botschaft füllte mein Herz mit Freude und Glück und erinnerte mich lebhaft an den unerschütterlichen Glauben der innig geliebten deutschen Gläubigen, an ihre Standhaftigkeit und Entschlossenheit, ihre Gründlichkeit und Sorgfalt im Studium der Glaubens und seiner Lehren und an ihre Hingabe an die Interessen seiner Institutionen. Ich werde den Geliebten in Ihrem Namen anflehen, dass Sie ein noch tieferes Verständnis für die Grundlagen Seiner Offenbarung erlangen und immer wirksamer den besten Interessen Seiner Sache dienen können, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

23. Dezember 1949

ÜBERMITTELE DEUTSCHEM JUGENDAUSSCHUSS ZUSICHERUNG GEBETE LIEBEVOLLER WERTSCHÄTZUNG. SHOGHI RABBANI

6. März 1950

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT HYPOTHEK HAZIRA NICHT RATSAM HILFSFONDS AUSGESCHÖPFT. GENEHMIGE VERMIETUNG RÄUME. SHOGHI

13. April 1950

BENACHRICHTIGE DEUTSCHEN RAT UMGEHEND LANDKARTE DEUTSCHLAND ÖSTERREICH ERSTELLEN MIT RÄTE GRUPPEN UND ISOLIERTE ZENTREN LUFTPOST HAIFA SHOGHI

28. Juni 1950

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Briefe vom 26. Mai, 29. Juni, 30. August von Herrn Gollmer, 19. November, 7. Dezember 1949 und 15. Januar, 15. Februar und 18. April 1950 sowie deren Beilagen und andere Materialien und Fotos, die Sie an unseren geliebten Hüter geschickt haben, sind eingetroffen und er hat mich beauftragt, darauf in seinem Namen zu antworten. Der letzte Winter und das letzte Frühjahr waren sehr schwierig für unseren geliebten Hüter und daher war er so lange nicht in der Lage, Ihnen (oder irgendeinem anderen Nationalen Rat) zu antworten. Wie Sie wissen, hat er den Bau der Arkaden, der ersten Stufe des Schreins des Báb, fortgeführt in Erwartung, sie zum 9. Juli, der Hundertjahrfeier Seines Märtyrertodes, fertig stellen zu können. Dies erforderte größere Aushubarbeiten von festem Gestein hinter dem Schrein, damit die Arkaden dort gebaut werden können. Der Hüter selbst betreute diese Arbeit, um sicher zu stellen, dass sie so wirtschaftlich und so schnell wie möglich ausgeführt werden; dies nahm sehr viel seiner Zeit und Kraft in Anspruch. Anfang April, als er gerade beabsichtigte, sich auf die Korrespondenz mit den verschiedenen NGRs zu konzentrieren, erkrankte Herr Maxwell, der Architekt des Schreins, sehr ernst und ist bis jetzt noch im Krankenhaus, wo er Tag und Nacht intensiv betreut wird. Sein Zustand hat sich jetzt sehr gebessert, aber die ständige Sorge und die Probleme, die sich täglich ergeben, haben unseren Hüter und seinen Sekretär bisher an der Beantwortung jeglicher Post gehindert. Er möchte Sie wissen lassen, dass Sie aus diesen Gründen so lange nichts von ihm gehört haben. Im Hinblick auf bestimmte Fragen, die Sie in Ihren Briefen aufgeworfen haben: er hält es derzeit nicht für notwendig, This Earth One Country zu veröffentlichen; es gibt andere Bücher die dringender von den deutschen Freunden benötigt werden, wie etwa Beantwortete Fragen und Ansprachen in Paris des Meisters. Er hat keine Einwände dagegen, dass Ihr Rat einige Räumlichkeiten im Ḥaẓíra von Frankfurt geeigneten Mietern überlässt, um dabei zu helfen, seinen Bau zu finanzieren. Auch denkt er, es ist Ihnen frei gestellt, den Bahá’í-Saal in diesem Gebäude an Gruppen, die ähnliche Ziele haben wie wir, oder an die Hochschule zu vermieten. In Bezug auf den Kauf des Nachbargeländes: obwohl dies wünschenswert wäre, hat er das Gefühl, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt außer Frage steht, da nicht genügend Mittel dafür bereit stehen und Sie bereits Schwierigkeiten haben, die hohen Kosten für den Bau des Ḥaẓíra selbst zu tragen. Der Hüter hat bereits Herrn Hofman eine Summe übertragen lassen, um die Ausgaben für die Veröffentlichung von Gott geht Vorüber zu bestreiten. Er vertraut darauf, dass dieses wichtige Werk bald zu Ihrer Verfügung stehen wird, da es von großem Wert für die Erziehung und Ausbildung der deutschen Gläubigen sein wird. Er hat das Gefühl, sie sind genau die Menschen, die ein solch gewichtiges Werk eines historischen Überblicks über die Geschehnisse des Glaubens zu schätzen wissen. Er freut sich sehr, dass die deutschen Bahá’í von ganzem Herzen auf seinen Aufruf im vergangenen Jahr geantwortet haben, einiger zu werden und ihr Verständnis über den Bund zu vertiefen. Er hat das Gefühl, dass dies erneut die Treue und den Glauben dieser Gemeinde gezeigt hat und seine Hoffnungen und Überzeugungen für die glänzende Zukunft, die vor ihnen liegt, rechtfertigt. Die gesamte Gemeinde der Freunde in Österreich und Deutschland sollte sich nun auf die Erfüllung ihres Plans konzentrieren. Der Erfolg der amerikanischen Freunde, der bemerkenswerte Sieg der britischen Bahá’í und der persischen Gläubigen, die Fortschritte, die die entfernteren Gemeinden in Australien und Neuseeland sowie in Indien, Pakistan und Burma gemacht haben, sollten sie anspornen, ihre Lenden zu gürten und ihre eigenen Anstrengungen mit dem Sieg zu krönen. Der Hüter ist sich sicher, dass nun, da ein höherer Grad an Einheit unter den deutschen Gläubigen erreicht worden ist, sie feststellen werden, dass Gott ihnen weit größere Kraft zur Bewältigung ihrer Arbeit für Seinen Glauben verleiht. Er versichert Ihnen, für alle Freunde zu beten, dass sie immer mehr wie eine Seele werden mögen, die in vielen Körpern wirkt. Er wird auch für alle Mitglieder Ihres Rates beten, dass Sie für die erfolgreiche Durchführung Ihrer historischen Arbeit Kraft bekommen … P. S. Er bedankt sich für die Landkarte, die die Verteilung der Bahá’í in Deutschland und Österreich zeigt und wird sie in der nächsten Ausgabe der Bahá’í World veröffentlichen. Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Der Fortschritt der deutschen Bahá’í-Gemeinde in den vergangenen Monaten unter der kompetenten Führung, der ständigen Wachsamkeit und liebevollen Fürsorge seiner gewählten nationalen Vertreter ist sehr erfreulich und erfüllt mich mit Hoffnung, Dankbarkeit und Bewunderung für die ausgezeichneten Qualitäten, durch die ihre Mitglieder in ihrem standhaften Dienst für den Glauben Bahá’u’lláhs herausragen. Die Wiederherstellung von Harmonie und Zusammenarbeit unter den innig geliebten, edelmütigen, großherzigen deutschen Gläubigen, die energische Durchführung ihrer neu gefassten Pläne, die schrittweise Restaurierung ihres neu erworbenen Ḥaẓíratu’l-Quds, die stetige Ausweitung des Umfangs ihrer Veröffentlichungen und die bemerkenswerte Vermehrung und Festigung ihrer wiedererstarkten Institutionen sind die jüngsten Beweise des unbesiegbaren Geistes und des unbeugsamen Glaubens, der sie in der Vergangenheit beständig belebt hat, und sie befähigte, im Laufe des letzten weltweiten Konflikts dem schwersten Sturm standzuhalten, der seit den Anfängen des Glaubens in ihrem Land über sie hereinbrach. Der Prozess der harmonischen Zusammenarbeit und der Geist des gegenseitigen Verständnisses, besonders sichtbar im Leben einer wieder erweckten, äußerst vielversprechenden, geistig bereicherten Gemeinde, muss vor allem in seiner Beziehung zu den örtlichen Gemeinden in Hamburg und Wien stetig gefördert werden, wie groß die Hindernisse auf dem Weg auch sein mögen.

Die Erziehung und Ausbildung der Mitglieder der Gemeinde in den Prinzipien und wesentlichen Wahrheiten, die dem Bund Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás sowie der Gemeindeordnung des Glaubens zugrunde liegen – die beiden Säulen, die das geistige Leben und die Institutionen jeder organisierten Bahá’í-Gemeinde tragen – muss um jeden Preis energisch vorangebracht und systematisch intensiviert werden.

Die Vermehrung und die Festigung der Bahá’í-Verwaltungsinstitutionen muss in beiden Gebieten im Jurisdiktionsbereich der gewählten Vertreter der Gemeinde sowie im benachbarten Gebiet von Österreich, durch wiederholte Anstrengungen und sorgfältig erarbeitete Maßnahmen einen neuen Auftrieb erhalten.

Die ersten Schritte zur Eintragung des Nationalen Rates und jedes fest begründeten und gut funktionierenden örtlichen Rates sollten unverzüglich eingeleitet werden und den Auftakt für die Schaffung nationaler und örtlicher Bahá’í-Einrichtungen zum Wohle der ganzen Gemeinde bilden.

Es sollten äußerste Anstrengungen unternommen werden, um möglichst schnell einerseits die Restaurierung des nationalen Verwaltungs-Zentrums abzuschließen und andererseits die nationalen Tätigkeiten und vielfältigen Einrichtungen des Glaubens auf dieses im Herzen des Landes eingerichtete Zentrum zu konzentrieren.

Besonderes Augenmerk sollte zudem auf die wichtige Stadt Berlin, ihre Bedürfnisse, Interessen und Zukunftsaussichten gelegt werden.

Vor allem die Lehrarbeit, von ‘Abdu’l-Bahá so nachdrücklich in Seinem Willen als Eckpfeiler des Bahá’í-Gebäudes und das primäre Ziel jeder Bahá’í-Institution bekräftigt, sollte wiederbelebt und unermüdlich ausgebaut werden.

Eine engere Verbindung zu den rasch wachsenden Schwestergemeinden auf dem europäischen Kontinent, auf den Britischen Inseln, auf dem nord- und südamerikanischen Kontinent, in Asien, Afrika und Australien sollte sorgfältig durch Korrespondenz, die Teilnahme an Sommerschulen und Lehrkonferenzen und die Zusammenarbeit bei Veröffentlichungen ausgebaut werden. Eine Gemeinde, die in den Feuern des Leidens geläutert nun mit neuer Energie wiederbelebt wurde und mit Einheit, Eifer, Treue und Begeisterung ans Werk geht, muss sich diesen unmittelbaren, wesentlichen und heiligen Aufgaben als Auftakt für die zukünftige Entfaltung ihrer Mission über die Grenzen ihrer Heimat hinaus, unverzüglich voller Hingabe und erneuter ungeteilter Entschlossenheit zuwenden. Denn eine nationale Gemeinde, so pulsierend vor Leben, so gewissenhaft in ihrer Arbeit, so effizient in ihren Methoden, so unempfindlich gegen die Drangsale, die man auf sie häuft, so zentral gelegen auf einem politisch so verwirrten, geistig so ausgehungerten, sozial so aufgewühlten Kontinent, eine Gemeinde, die Empfänger solcher Segnungen und Verheißungen aus Mund und Feder ‘Abdu’l-Bahás ist, kann sich, wenn sie ihrer Bestimmung treu sein will, bei ihren künftigen Tätigkeiten nicht auf den engen Umkreis ihrer Heimat beschränken und hinter ihren vorwärts drängenden Schwestergemeinden in Ost und West zurückfallen, die zusätzlich zu ihren Aufgaben vor Ort das Banner des Glaubens sowohl in ferne Länder, als auch in benachbarte Gebiete, wie zum Beispiel Lateinamerika, die Zielländer Europas, die abhängigen Territorien im Hohen Norden, die Arabische Halbinsel, Mittel-, Ost-und Westafrika, die Pazifikinseln und Südostasien tragen. Diese Gemeinde hat bereits in den Jahren vor der großen Feuerprobe, der sie unterworfen wurde, ihre Lehrbemühungen, wenn auch zaghaft, über die Grenzen ihrer Heimat in eines der benachbarten Balkan-Gebiete erstreckt und als bleibendes Zeugnis für ihren Pioniergeist hat sie die sterblichen Überreste ihres ersten Märtyrers in die Erde dieses Gebietes zur Ruhe gebettet. Man kann sich kein angemesseneres und besseres Handlungsfeld als Ventil für die aufgestauten Energien eines geistig starken, weit entwickelten, außerordentlich treuen Zweiges der Familie der nationalen Bahá’í-Gemeinden vorstellen, als die benachbarten Gebiete auf der Balkanhalbinsel, die baltischen Staaten und darüber hinaus die weiten Gebiete, die jetzt in Dunkelheit gehüllt sind und deren Millionen und Abermillionen sich nach dem Licht der Heil bringenden Gnade und erlösenden Kraft Gottes sehnen. Für so eine herrliche und mächtige Mission muss sich diese Gemeinde jedoch, ungeachtet ihrer derzeit beschränkten Mittel, ihrer begrenzten Anzahl, der verschiedenen gewaltigen Hindernisse auf ihrem Weg, durch die beharrliche Auseinandersetzung mit den Anforderungen der gegenwärtigen Stunde vorbereiten und die notwendigen geistigen Fähigkeiten erwerben, um in den kommenden Jahren und möglicherweise schon unmittelbar nach der Jahrhundertfeier der Geburt der prophetischen Sendung Bahá’u’lláhs den ersten Abschnitt ihres historischen Auftrags in Angriff zu nehmen, der dazu bestimmt ist, so einen wichtigen Teil des europäischen und so ein riesiges Gebiet des asiatischen Kontinents zu umfassen. Möge sich diese Gemeinde ihrer hohen Bestimmung würdig erweisen. Shoghi

30. Dezember 1950

NICHTTEILNAHME FEST RECHTFERTIGT NICHT ENTZUG STIMMRECHTE. SHOGHI

2. März 1951

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Briefe vom 12. Juni, 23. Oktober und 14. Dezember 1950 und 12. und 13. Februar 1951, sowie Ihr letzter vom 2. März 51 sind zusammen mit den Anlagen angekommen und unser geliebter Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Das Material, das mit separater Post versandt wurde, ist ebenfalls eingetroffen. Bezüglich der verschiedenen Fragen, die Sie in Ihren Briefen aufgeworfen haben, denkt der Hüter, dass wir nicht das Recht haben, Bahá’í von der Wahlliste zu streichen, nur weil sie vom Geistigen Rat zurückgetreten sind. Obwohl es eine moralische Verantwortung von Seiten der Gläubigen gibt, in ihren Geistigen Räten zu dienen, wenn sie gewählt werden, bedeutet es sicher nicht, wenn sie aus einem Grund das Gefühl haben, aus dieser Körperschaft zurücktreten zu müssen – mit anderen Worten aus wirklich schwerwiegenden Gründen – dass sie ihre Bahá’í-Stimmrechte damit verloren hätten. Die Freunde sollten ermutigt werden, die Last der Verwaltungsarbeit zu schultern – auf der anderen Seite, können sie nicht dazu gezwungen werden, wenn sie einen triftigen Grund für ihre Weigerung haben. Der Hüter nahm mit Befriedigung zur Kenntnis, dass die Bahá’í zum ersten Mal bei einer Volkszählung auftauchten. Er hofft, dass Ihr Rat sich zukünftig rechtlich in einer solchen Weise etablieren kann, dass er als alleiniger Eigentümer und Verwalter von Bahá’í-Besitztümern auftreten kann. Wenn Sie bereits diesen Status haben, möchte er darüber informiert werden. Ein Bahá’í kann sicherlich ein Esperantist sein. Der Hüter glaubt nicht, dass es in dem erwähnten Fall richtig wäre, diesen alten Mann zu bitten, aus seiner Freimaurerloge auszutreten. Generell sollten die Freunde nicht Geheimgesellschaften beitreten. Es ist sicherlich viel besser für die Gläubigen, sich von diesen Organisationen zu distanzieren, aber wie gesagt, in diesem speziellen Fall scheint es unnötig, einen sehr alten Mann am Ende seines Lebens zu bitten, diese Verbindung zu beenden. … Es ist höchst bedauerlich, dass gerade jetzt, da die Gläubigen in der östlichen Zone beginnen aktiver zu werden und in der Lage sind, den Kontakt mit Ihrem Rat und mit den Bahá’í in anderen Teilen der Welt zu halten, sie plötzlich völlig abgeschnitten werden und ihre Tätigkeiten verboten werden sollen. Er glaubt jedoch, dass Ihr Rat eine weise Entscheidung in Bezug auf die Verbindung mit den Freunden getroffen hat. Wenn es etwa durch persönliche Briefe möglich ist, sie seiner Gebete zu versichern, möchte er, dass Sie dies bitte tun. Er ist sehr froh zu erfahren, dass das Nationale Zentrum jetzt praktisch fertig ist und er versichert Ihrem Rat seine Zustimmung zu einer ersten Hypothek, die Sie darauf aufnehmen können, sofern dies unumgänglich ist und Sie sicher sind, dass Sie die Rückzahlungen in Zukunft leisten können. Er würde es natürlich vorziehen, wenn dieses Gebäude, das von so großer Bedeutung für Ihre nationalen Tätigkeiten ist und auf das die Gläubigen alle so stolz sind, frei von allen Verbindlichkeiten bliebe. Der Wunsch der deutschen Gläubigen, sich am Bau des Heiligen Grabmals des Báb zu beteiligen, berührt ihn sehr und er würde vorschlagen, dass Sie, da es gegenwärtig nicht praktikabel erscheint, irgendwelche Mittel aus diesem Land zu schicken, Beiträge für diesen Fonds akzeptieren und sie zunächst in Deutschland ausgeben, bis zu dem zukünftigen Zeitpunkt, an dem es möglich sein wird, die Summe nach Haifa zu überweisen. Naw-Rúz und Riḍván werden in der ganzen Bahá’í-Welt nach dem Sonnenkalender gefeiert, es gibt keinen Unterschied des jeweiligen Datums im Osten oder im Westen. In Bezug auf Ihre Veröffentlichungsarbeit: Es ist höchst bedauerlich, dass Sie jetzt, aufgrund der Verzögerung beim Druck von Gott geht Vorüber, so eine exorbitante Summe dafür benötigen, es in England herauszugeben. Der Hüter hat Herrn Hofman erklärt, er denke, dass es nicht möglich sei, derzeit mit der Veröffentlichung fortzufahren, wenn keine Vorkehrungen mit Ihrem Rat getroffen werden können, dieses Buch zu der bereits für diesen Zweck übermittelten Summe herauszugeben, da die begrenzten Mittel der Sache nun konzentriert für den Bau der oberen Elemente des Schreins des Báb verwendet werden müssen. Wenn Ihr Rat eine Vorgehensweise mit Herrn Hofman vereinbaren könnte, eine gewisse Anzahl von Kopien – vielleicht ungebundene – kurzfristig zu erhalten und in Deutschland binden zu lassen, würde er dem zustimmen und er schlägt Ihnen vor, die Angelegenheit daraufhin zu prüfen. Wenn es natürlich irgendeinen Weg gäbe, wie Herr Hofman Ihnen das Geld, das er bekommen hat, übertragen könnte und Sie das Buch in Deutschland herausgeben könnten, würde der Hüter dem zustimmen. Er denkt, dass Beantwortete Fragen für die Lehrarbeit wichtiger ist, als Ansprachen in Paris und empfiehlt, Beantwortete Fragen zuerst zu veröffentlichen. Der Hüter hat bereits Herrn … geschrieben und ihn gebeten, sich mit Ihrem Rat zu versöhnen und diese Episode völlig zu vergessen, die er als Folge eines Missverständnisses betrachtet, und für die sich die allseits aufgewühlten Gefühle sicherlich nicht lohnen. Er hofft, Ihr Rat wird jeden Versuch einer Annäherung durch ihn oder seinen lieben Vater begrüßen und ihnen dabei helfen, die ganze Angelegenheit hinter sich zu lassen und mit ihrem aktiven Dienst für die Sache fortzufahren, die, wie wir wissen, beiden so am Herzen liegt. In diesem Zusammenhang möchte der Hüter Ihren Rat darauf hinweisen, dass es zwar manchmal notwendig ist, einem Gläubigen zur Disziplinierung die Stimmrechte zu entziehen, der Nationale Rat aber nur in Extremfällen von diesem Recht Gebrauch machen sollte. Es ist sehr schlecht, wenn die Gläubigen das Gefühl haben, dass ihr Rat zu hart mit Ihnen umgeht, und als Ergebnis entsteht nur ein Gefühl von Angst oder Entfremdung oder wachsendem Groll in ihren Herzen gegenüber einer Körperschaft, die sie nicht nur als ihren gewählten Vertreter ansehen sollten, sondern als ihren Helfer – fast möchte man sagen als ihren Vater – und an die sie sich getrost mit ihren Problemen wenden können und deren Wünsche und Anordnungen sie respektieren und ohne Zögern befolgen werden. Der Hüter hat noch nie von einer Regelung gehört, nach der einem Gläubigen, der an drei aufeinanderfolgenden 19-Tagefesten nicht teilnimmt, seine Stimmrechte entzogen werden können. Das ist seiner Ansicht nach keine Maßnahme, die in irgendeiner Weise vertretbar wäre. Die einzige Frage ist, ob eine Person sich selbst als Bahá’í betrachtet oder nicht und ob sie bereit ist, sich an die Grundsätze des Glaubens zu halten und die Autorität des Hüters und der Gemeindeordnung zu akzeptieren – ob ein einzelner dazu in der Lage ist oder psychisch immer in einem Zustand ist, an Festen und Bahá’í-Treffen teilzunehmen, ist ein ganz anderes Thema. Wenn jemand klarstellt, dass er nicht als aktives Mitglied der Bahá’í-Gemeinde angesehen werden will, mit ihr verbunden sein und sein Stimmrecht ausüben möchte, so sollte sein Name von der Wählerliste entfernt werden; aber wenn jemand sich selbst als Bahá’í betrachtet und aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage ist, sich an den Angelegenheiten der Gemeinde aktiv zu beteiligen, dann sollte er sicher nicht von unserer Wählerliste entfernt werden, schon gar nicht zurzeit, da die Mitgliederzahl in den Bahá’í-Gemeinden so klein ist. Unser geliebter Hüter bedauert außerordentlich die Verzögerung bei der Beantwortung vieler dieser Fragen. Dies war und ist noch immer eine extrem schwierige Zeit für ihn. Er hat so viel Arbeit – es gibt hier in Haifa so vieles zu betreuen – der Bau des Schreins und die Verwaltung der vielen hiesigen Bahá’í-Liegenschaften; auch wegen der Bildung des ersten Internationalen Bahá’í-Rates findet er es äußerst schwierig, seine Korrespondenz zu bewältigen – selbst so wichtige Briefe wie jene, die er von den nationalen Körperschaften erhält. Wir alle hoffen, dass dies lediglich eine vorübergehende und schwierige Phase ist, dass ihm angesichts der Last seiner Verpflichtungen bald eine Atempause vergönnt sein wird und er mehr Zeit aufbringen kann, sich um seine wertvolle Gesundheit zu kümmern. Wenn er nicht mit leider oft sehr unbedeutenden Details so überlastet wäre, könnte er den Gläubigen auf der ganzen Welt so viel mehr geben. Die Freunde sollten beten, dass Gott ihrem Hüter einige dieser Belastungen nimmt und es ihnen ermöglicht, an der ganzen Gabenfülle seines Geistes und Verstandes teilzuhaben, die er dem Körper des Glaubens einflößen könnte, wenn er nur nicht so erschöpft und beschäftigt wäre. Die erhöhte Geschäftigkeit Ihres Rates, die stärkere Einheit unter den Gläubigen und ihr offensichtlicher Sinn für die wachsende Verantwortung, die bereits für den Bau des nationalen Ḥaẓíras geleistete Arbeit – all diese Dinge verheißen Gutes für die Ausbreitung unseres herrlichen Glaubens in Deutschland und Österreich und werden zweifellos den Tag beschleunigen, da diese Gemeinde eine größere Rolle in den internationalen Angelegenheiten des Glaubens spielen wird und in der Lage sein wird, ihre eigenen finalen Pflichten in den Nachbarländern zu erfüllen und so die Liste ihrer Verdienste um die Sache Gottes zu bereichern. Er versichert Sie alle miteinander seiner liebevollen Gebete für den Erfolg Ihrer Arbeit und würdigt zutiefst den Geist der Hingabe, der Ihre Körperschaft beseelt … Post Script (8. März) In Bezug auf die Angelegenheit, die Sie in Ihrem letzten Brief angesprochen haben, sieht der Hüter nicht, wie er unter den gegenwärtigen Umständen für die Überweisung weiterer Gelder nach Deutschland sorgen kann. Er bedauert dies sehr, aber wie Sie wissen, kann nichts aus diesem Land heraus überwiesen werden und der Internationale Fonds kann derzeit keine weiteren Arbeiten an diesem nationalen Zentrum unterstützen. Er wird darum beten, dass dieses Hindernis für Sie schnell aus dem Weg geräumt wird. Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Die Fortschritte der deutschen Bahá’í-Gemeinde in den letzten Monaten, sowohl auf dem Feld des Lehrens als auch bei der Festigung der nationalen und örtlichen Verwaltungsinstitutionen, sind sehr begeisternd und vertieften meine Bewunderung für seine Mitglieder, die sich so treu erhoben haben, um die jahrelange Untätigkeit auszugleichen, die ihnen während des letzten Weltkonflikts von der repressiven politischen Linie aufgezwungen worden war. Die eine dunkle Wolke an einem sonst strahlenden Horizont sind die Beschränkungen, die ihre Mitgläubigen und Landsleute in der Ostzone ihres geteilten Landes erleiden und die fast völlige Trennung von ihnen in einer Zeit, da ihre enge Verbindung und Zusammenarbeit die Grundlagen ihres gemeinsamen Glaubens sehr gestärkt hätten und ihm zu Ruhm und Ehre gereicht hätten. Das Feld, das sich jetzt vor den Gläubigen erstreckt, die den größten Teil einer geteilten Gemeinde bilden, ist jedoch nach wie vor so ausgedehnt, seine Erfordernisse sind so groß und seine geistige Empfänglichkeit ist so ausgeprägt, dass sie es sich weder leisten können auch nur einen Moment lang in ihren Bemühungen zu ruhen, noch in der Ausführung ihrer heiligen Aufgabe zu zögern.

Den Glauben öffentlich bekannt zu machen und seine Literatur zu verbreiten; der Vermehrung und Festigung seiner im Entstehen begriffenen Institutionen immer stärkeren Antrieb zu verleihen; die Gründung von stabilen Räten zu beschleunigen; die Hindernisse für die Fertigstellung ihres nationalen Zentrums mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln zu überwinden; ihre Anstrengungen zur Führung, Ermutigung und Stärkung der Gemeinde ihrer Mitgläubigen in Österreich beharrlich fortzusetzen; mit Fleiß und Entschlossenheit den begonnenen Plan zu verfolgen; jede Spur von Uneinigkeit und Missverständnissen, die noch zwischen einigen Gemeindemitgliedern bestehen mögen, ein für alle Mal zu tilgen; frische Bande mit den neuen, flügge gewordenen Räten und ihren unterstützenden Einrichtungen in den Zielländern des europäischen Kontinents zu schmieden; die Verbindung zum einzigen Schwester-Rat in Europa und allgemein zu anderen Nationalen Räten der Bahá’í zu verstärken – diese können als die herausragenden und drängendsten Pflichten der gewählten nationalen Vertreter einer Gemeinde angesehen werden, die in der abschließenden Phase des Heroischen Zeitalters des Glaubens zum Empfänger dieser besonderen Segnungen und Begünstigungen durch den Mittelpunkt des Bundes Bahá’u’lláhs wurde, die unmittelbar nach Seinem Aufstieg so eine bemerkenswerte Rolle bei der Wahrung der Unversehrtheit der Sache Gottes und beim Aufbau der Institutionen ihrer aufstrebenden Gemeindeordnung spielte, die auf dem folgenden langen Leidensweg ihre Zähigkeit, Treue und vorbildliche Hingabe bewies und die sich jetzt auf die gigantischen Aufgaben vorbereitet, die darauf warten, von ihren tapferen Mitgliedern in einem so großen Teil des europäischen und asiatischen Kontinents bewältigt zu werden. Die Liste ihrer Dienste aus der Vergangenheit ist in der Tat höchst beeindruckend. Die Vision von künftigen Siegen in der Heimat und in entlegenen Gebieten, die sich nun vor ihnen entfaltet, ist sogar noch herrlicher und höchst herausfordernd. Je intensiver sie sich ihren gegenwärtigen Aufgaben widmen, je genauer und schneller sie die Anforderungen des Plans, dem sie sich verpflichtet haben, erfüllen, desto eher werden sie das geistige Potenzial erlangen, das sie befähigen wird, ihre Eignung für eine erfolgreiche Durchführung und die letztliche Vollendung eines so ungeheuren Unterfangens zu erwerben, das dazu bestimmt ist, einen großen und unvergänglichen Glanz sowohl auf ihre Gemeinde als auch auf ihre Nation zu ergießen. Dass ihnen von der Vorsehung all die Kraft und Führung gewährt werde, die sie benötigen, um ihre unmittelbaren Ziele zu erreichen, dass sie sich als würdig erweisen mögen, ein noch größeres Maß an himmlischer Kraft und göttlicher Unterstützung zu bekommen, um ihr letztliches Ziel zu erreichen, ist der innigste Wunsch meines Herzens und mein ständiges Gebet. Shoghi

30. April 1951 (Tagung)

VERSICHERE VERSAMMELTEN DELEGIERTEN LIEBEVOLLE INSTÄNDIGE GEBETE SCHREINEN FESTIGUNG AUSBREITUNG VIELFÄLTIGE VERDIENSTVOLLE TÄTIGKEITEN INNIG GELIEBTEN TAPFEREN AUSDAUERNDEN DEUTSCHEN BAHAI-GEMEINDE. FLEHE SEGNUNGEN BERATUNGEN. RATE DRINGEND STEIGERUNG ANSTRENGUNGEN ZIELE PLAN ERFÜLLEN UND WEG BEREITEN NOCH GRÖSSERE RUHMREICHERE UNTERNEHMUNGEN. SHOGHI

26. Juli 1951

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT ÜBERTRAGUNG WEITEREN BEITRAGS NATIONALFOND. SHOGHI

9. August 1951

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser Hüter war sehr erfreut, die Postkarte des neuen deutschen Nationalen Bahá’í-Zentrums zu sehen und auch von der offiziellen KündigungA3, bei der die jährliche Bahá’í-Tagung erwähnt wird, zu erfahren. Er ist sich sicher, dass der Glaube in Deutschland durch Mittel wie diese ein immer größeres Interesse der breiten Öffentlichkeit auf sich ziehen wird. Er wünscht Ihnen jeden Erfolg für Ihre hingebungsvollen Dienste für die Sache Gottes … Möge der Allmächtige Sie für Ihre Mühen reichlich belohnen, jeden Ihrer Schritte auf dem Weg des Dienstes leiten und Sie darin unterstützen, den Umfang Ihrer Errungenschaften ständig zu erweitern und wirksam zur Festigung der im Entstehen begriffenen Institutionen unseres geliebten Glaubens beizutragen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

27. August 1951 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihren Brief vom 22. Juli erhalten und mich beauftragt, ihn in seinem Namen zu beantworten. Er war sehr glücklich zu sehen, dass sich die Freunde jetzt regelmäßig an der Nutzung des Nationalzentrums erfreuen, das sie mit so großen Anstrengungen und Opfern gebaut haben. Dies markiert einen großen Schritt vorwärts in der Entwicklung des Glaubens in Deutschland und wird stets zunehmend zu weiteren Gnadengaben und Segnungen führen. Er versichert Ihnen allen seine liebevollsten Gebete für den Erfolg Ihrer ergebenen Dienste für die Sache Gottes … Möge der Allmächtige Sie für Ihre standhaften und verdienstvollen Mühen reichlich belohnen, Ihnen helfen ein besseres Verständnis für die Grundlagen Seines Glaubens zu erlangen und einen wirksamen Beitrag zur Festigung der im Entstehen begriffenen Institutionen zu leisten, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

28. September 1951 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihre liebevolle Nachricht erhalten und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war besonders erfreut zu hören, dass die Kurse der Schule in einer Atmosphäre der Liebe und Harmonie abgehalten wurden, denn dies ist das wahre Wesen des Bahá’í-Lebens. Er bittet Sie alle eindringlich, Ihre Lehrbemühungen in Ihren örtlichen Gemeinden zu verstärken und er wird für Sie alle beten … Möge der Geist Bahá’u’lláhs Sie in Ihren verdienstvollen Tätigkeiten unterstützen und leiten, Ihre edlen Bemühungen segnen und es Ihnen ermöglichen, der Festigung der Institutionen Seines glorreichen Glaubens einen starken Antrieb zu verleihen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

30. Oktober 1951 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihre Grüße erhalten und er war sehr froh zu sehen, dass Ihre Schule so erfolgreich und gut besucht war. Hamburg ist ein sehr wichtiges Zentrum, eines der ältesten Bahá’í-Zentren in Deutschland und es liegt in einer Gegend, die für die Ausbreitung des Glaubens günstig ist. Es ist deshalb von grundlegender Bedeutung, dass die dortigen Gläubigen fest und vereint im Dienst für den Glauben sind, in engem Kontakt zu den nationalen Institutionen des Glaubens in Deutschland stehen und eifrig lehren, aber auch den Umgang mit reisenden Bahá’í, die ihre Stadt besuchen, pflegen. Er wird für den Erfolg Ihrer Bahá’í-Arbeit beten … P. S. Er hat mit großem Interesse den Rundbrief gesehen, den Sie beigelegt haben. Möge der Allmächtige Ihre edlen Bemühungen segnen, Sie leiten und in Ihren verdienstvollen Tätigkeiten stützen und es Ihnen ermöglichen, die besten Interessen der Institutionen Seines Glaubens zu fördern, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

30. Oktober 1951

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Briefe vom 31. Mai, 14. August und zwei vom 16. September sind eingetroffen, ebenso wie das weitere Material, das Sie dem Hüter mit separater Post zustellten, und er hat mich beauftragt Ihnen in seinem Namen zu antworten. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich im Namen des geliebten Hüters direkt an Frau … geschrieben habe und sie seiner Gebete und seines Mitgefühls für ihre Leiden versichert habe. Krebs ist ein äußerst schlimmes Leiden und hat leider von einigen ausgezeichneten Bahá’í seinen Tribut gefordert! Der Hüter war besonders erfreut zu hören, dass so viele deutsche Freunde an der ET-Konferenz in Holland teilnehmen konnten. Diese Verbindung der Freunde ist ein großer Ansporn für die Arbeit und er hofft, dass sie im Umfang deutlich zunehmen wird, da sich die Situation in Europa verbessert. Er war auch sehr froh zu erfahren, dass Ihr Rat sich mit … und … traf, da Berlin und Wien wichtige Zentren sind und die Arbeit an beiden Orten und besonders in Wien belebt und gefördert werden muss. Der Hüter denkt, dass die Finanzierung des Ḥaẓíra – damit sich die Schulden nicht zu sehr anhäufen – und die Lehrarbeit sehr wichtig sind. Um sich auf die Ziele Ihres Plans zu konzentrieren, sollten Sie, wenn nötig, in anderen Bereichen Sparmaßnahmen ergreifen. In Amerika wurde über Jahre hinweg die Herausgabe des World Order Magazine eingestellt, da es nicht unverzichtbar war und das Geld in den Fonds anderweitig dringender benötigt wurde. Er glaubt, dass nötigenfalls die Sonne der Wahrheit und das Jugend-Magazin eingestellt werden könnten. Die Jugend kann in Ihren normalen Bahá’í-Nachrichten einen Platz für sich haben. Allerdings sollte Ihr Rat diese Angelegenheit abwägen und darüber entscheiden. Jetzt, da eine größere Einheit in der deutschsprachigen Gemeinde geschaffen wurde, ist das Wichtigste von allem die Förderung des Pionierbewusstseins der Freunde; sie müssen lernen sich hinaus zu wagen, ihr Vertrauen in Gott zu setzen und in neue größere und kleinere Städte zu ziehen, um die Sache dort aufzubauen. Das wird eine völlig neue Phase in der Geschichte der Sache in Deutschland einläuten und den Bahá’í ein Gefühl des Sieges und der Bedeutung verleihen, das sie bisher nicht kannten. Wenn sie sehen, wie sie nach Jahren der Verfolgung, des Krieges, der Besatzung, des Finanzchaos und der Instabilität ihr Ḥaẓíra gebaut haben und ihr Nationales Zentrum dorthin verlegt haben, müssen sie über ihren Sieg erstaunt und außerordentlich stolz sein. Haben sie jemals selbst geglaubt, dass so etwas möglich wäre? Lasst sie sich dann mit dem gleichen Glauben und mit gleicher Entschlossenheit erheben und neue Räte und Gruppen gründen. Sie werden feststellen, dass sie Erfolg haben werden, so wie sie mit ihrem Ḥaẓíra Erfolg hatten. Der Hüter denkt an Sie alle in seinen Gebeten und er ist sehr zufrieden mit den Fortschritten, die bisher von der deutschen Freunden gemacht wurden. Aber er hofft, sie werden jetzt noch größere Heldentaten vollbringen! … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Der Plan, der jetzt mit so viel Eifer, Treue, Einheit und Begeisterung von der lange unterdrückten, großherzigen, unermüdlichen, viel bewunderten deutschen Bahá’í-Gemeinde verfolgt wird, tritt trotz der Erschöpfung nach langem Leiden in seine Schlussphase ein. Dieses erste gemeinsame Unternehmen, das durch eine Gemeinde begonnen wurde, die aufgrund ihrer Größe, ihrer Erfahrung, ihrer bisherigen Errungenschaften eine herausragende Stellung auf dem europäischen Kontinent einnimmt, und dazu bestimmt ist, angesichts ihrer Fähigkeiten, Stärke, Widerstandsfähigkeit und Zielstrebigkeit eine herausragende Rolle sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft der Bahá’í-Geschichte zu spielen, muss durch eine gemeinsame äußerste Anstrengung ihrer Mitglieder zu einem siegreichen Abschluss gebracht werden. Sein erfolgreicher Abschluss wird nur der Startschuss für eine Reihe von Unternehmen sein, jedes herrlicher als das vorhergehende, die den Ruhm dieser Gemeinde, die bereits die Feuerprobe leidvoller Prüfungen bestanden hat und die ihr Gründer, Der ihr führendes Zentrum mit Seiner Gegenwart segnete, reich mit Seiner zärtlichen Gunst beschenkte, in Gebiete tragen werden, die weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus bis zu den östlichen Rändern des asiatischen Kontinents reichen. Bei solch einem ruhmreichen Unternehmen und im Zuge eines so weiten, so bedeutsamen und heiligen Unterfangens wird sie, wenn sie beherzt ihre gegenwärtigen Aufgabe erfüllt, in ihrem edlen Einsatz durch die gemeinsamen Bemühungen aller jungen Gemeinden des europäischen Kontinents unterstützt werden und wird gemeinsam mit den Treuhändern des Göttlichen Plans ‘Abdu’l-Bahás, die sich auf dem amerikanischen Kontinent mühen sowie mit ihren Schwestergemeinden, die in Afrika, Südostasien und Australasien an der geistigen Eroberung des gesamten Planeten arbeiten, eine bedeutende Rolle spielen. Vieles hängt jedoch von der Art ab, wie sie der Verantwortung der gegenwärtigen Stunde gerecht werden. Zuerst muss die Verwaltungsbasis, von der aus sie sich nach Ost- und Südeuropa und jenseits dieser Gegenden in das Herz Nord-Asiens, bis hin zum Chinesischen Meer verbreiten muss, gründlich gefestigt werden. Die tapferen Bataillone, die das Banner des Glaubens Bahá’u’lláhs in ferne Gefilde, inmitten von fremden Völkern, längs und quer durch riesige Gebiete und in unwirtliche Gegenden tragen sollen, müssen zunächst an Zahl zunehmen, größere Erfahrung gewinnen und ihren Glauben und ihr Verständnis vertiefen. Die Literatur, mit denen die Träger der erlösenden Botschaft Gottes ausgerüstet sein müssen, wenn sie sich aufmachen, um aus ihrer Heimat fortzuziehen, muss zur Vorbereitung auf ihren beschwerlichen Kreuzzug deutlich vermehrt werden und der Mentalität der mannigfaltigen Völker, die so einen großen Teil des Erdballs bewohnen, angepasst sein. Der Bahá’í-Verwaltungssitz, der nun im Herzen und in der Mitte der Heimat dieser Gemeinde fertiggestellt wurde, muss rasch gefestigt und weiter ausgebaut werden. Die Räte und Gruppen, die im Rahmen des derzeitigen Plans ins Leben gerufen werden müssen, müssen geschützt und gestärkt werden. Während sich der Prozess der Festigung der Verwaltung beschleunigt, muss das geistige Leben ihrer Mitglieder ständig reicher werden, ihre Vision umfassender, ihr Verständnis tiefer, ihre Einheit stärker und ihre Begeisterung durch Einrichtungen, wie die Sommerschulen, Tagungen, regionale Konferenzen, Jugendtreffen und Studienklassen entflammt werden. Die Einheit und der Zusammenhalt der Mitglieder dieser Gemeinde muss wachsam geschützt und ständig verstärkt werden. Die Verbindung zu seiner benachbarten Schwester-Gemeinde in Österreich muss erheblich verstärkt werden, die Arbeit der Verwaltungsinstitutionen in beiden Gemeinden muss eng abgestimmt und die Zusammenarbeit zwischen ihnen kontinuierlich gefördert werden. Dann und nur dann wird diese Gemeinde in der Lage sein, ihre erste Kampagne über die Grenzen ihrer Heimat hinweg auf angemessene Weise zu starten; dann und nur dann, während sie sich über ihre nationalen Grenzen hinauswagt und nah und fern den leuchtenden Strahlenglanz der erlösenden Offenbarung Bahá’u’lláhs verbreitet, wird sie die Kräfte zeigen können, mit denen sie ihr göttlicher Gründer – der Mittelpunkt des Bundes – im Laufe der letzten zehn Jahre Seiner Amtszeit ausgestattet hat. Während die Jahrhundertfeier der Geburt der Sendung Bahá’u’lláhs näher rückt, während der Plan, den diese Gemeinde gefasst hat, sich dem Ende neigt, muss eine äußerste Anstrengung, beispiellos an Umfang und Intensität gemeinsam von ihren Mitgliedern, jung und alt, vollbracht werden; eine Anstrengung, die die Bewunderung der ganzen Welt erregt, die ihren Wert und ihre Fähigkeit verkündet, so eine gewaltige Aufgabe in der Zukunft zu schultern und die dieses erste Unternehmen der deutschen und österreichischen Anhänger des Glaubens Bahá’u’lláhs im Herzen des europäischen Kontinents zu einem triumphalen Abschluss führt. Shoghi

18. April 1952

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT HÄNDE WÄHLBAR. SHOGHI

29. April 1952

SCHÄTZE ZUTIEFST BOTSCHAFT VERSICHERE DELEGIERTEN INSTÄNDIGE GEBETE BEISPIELLOSE SEGNUNGEN ZIELE HISTORISCHEN PLANS ERREICHEN LIEBEVOLLES GEDENKEN SCHREINEN. SHOGHI

30. Mai 1952

Lieber Bahá’í-Bruder: Der geliebte Hüter hat Ihre Briefe vom 29. Januar, 13. Februar, 7. April und 14. April (2) und vom 1. Mai 1952 erhalten und er hat mich beauftragt Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war sehr erfreut, von den Fortschritten der deutschen Bahá’í zu hören, nicht nur in ihrer Lehrarbeit, wie sie durch die Bildung neuer Räte und die Gründung neuer Gruppen gezeigt wird, sondern auch in Verwaltungsangelegenheiten. Die Berichte, die er über den Erfolg Ihrer diesjährigen Tagung erhalten hat, die ungezwungene Beratung und die Einheit, die unter den Freunden herrschte, bestärkte ihn sehr. Er hat das Gefühl, dass dies von einer neuen Stufe der Reife der deutschen Gläubigen zeugt. Sie müssen erkennen, dass die Gemeindeordnung sowohl ein lebendiges als auch ein dynamisches System ist und dass der Gehorsam gegenüber ihren Prinzipien und Regeln sie für das Lehren des Glaubens stärkt und sie in die Lage versetzt, ihre Energien mit vereinter Kraft in die verschiedenen Kanäle des Dienstes, die sich ihnen eröffnen, zu leiten. Einer der Hauptgründe, warum der Glaube nicht schneller voranschreitet ist, dass die Freunde nicht gelernt haben, mit der Gemeindeordnung zu leben und in ihrem Rahmen zu arbeiten. Entweder sie pressen sie in eine zu starre Form, oder sie wenden sich gegen etwas, was sie als ein System empfinden und gewähren ihr nicht genug Unterstützung. Beide Extreme behindern den Fortschritt des Glaubens und die Effizienz der Gläubigen. In diesem Zusammenhang möchte ich die Feststellung des Hüters erwähnen, dass die Hände der Sache für Verwaltungsämter wählbar sind, mit Ausnahme derer, die ständig in Haifa wohnen und den Hüter bei der Verwaltungsarbeit unterstützen. Sobald die Zeit für die Hände gekommen ist, ihre Verwaltungsämter aufzugeben, um freier zu sein, unter seiner Leitung zu dienen, wird er die Freunde darüber informieren. Die Tagung muss – wie alle Bahá’í-Wahlversammlungen – innerhalb der Riḍván-Zeit abgehalten werden und er war sehr erfreut zu sehen, dass Sie in der Lage waren, das Datum Ihrer Tagung vorzuverlegen, ohne ihren Erfolg zu beeinträchtigen. Zu ihrer Frage: die Bahá’í-Heiratsurkunde wurde von den israelischen Behörden akzeptiert. Alle Bahá’í-Liegenschaften und Importe sind von Steuern und Zöllen befreit und der Status des Glaubens als Religion wurde anerkannt. Derzeit planen wir unsere rechtliche Position mit der Regierung zu klären und alles auf eine solidere Basis zu stellen. Wir sind hier nicht eingetragen, aber es gibt die Palästina-Zweigstellen der Nationalen Geistigen Räte sowohl der Vereinigten Staaten als auch von Indien, die hier eingetragen sind und das Eigentumsrecht an Besitztümern halten. Er war sehr erfreut zu sehen, dass der Sekretär nun im Ḥaẓíra wohnt, da er dies Vorgehen als korrekt und wichtig für die nationale Arbeit ansieht. Er hat mit Bedauern erfahren, dass Sie immer noch so große finanzielle Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Verwaltungszentrum haben und hofft, dass durch die Opferbereitschaft der Gläubigen die Schulden allmählich getilgt werden können und Mittel für andere wichtige Bahá’í-Tätigkeiten bereit stehen werden. Er dankt Ihnen allen für Ihr liebevolles Mitgefühl, das Sie anlässlich des Hinscheidens des lieben Herrn Maxwell bekundeten. Seine Dienste werden lange in Erinnerung bleiben und er durfte als ganz besondere Gnadengabe das heilige Grabmal des Báb entwerfen. Er versichert Ihnen allen, dass er bei seinen Besuchen der Heiligen Schreine in seinen Gebeten liebevoll Ihrer gedenkt und flehentlich für Ihre Führung und den Fortschritt Ihrer Arbeit bittet … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Die Berichte und Mitteilungen ihres Rates, die im Laufe der letzten Monate eintrafen, bereiteten mir tiefe Befriedigung, weil ich den Geist der rückhaltlosen Hingabe spürte, der ihre Mitglieder bei der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben und heiligen Pflichten bewegte, denen sie sich bei der Ausführung ihres Plans stellen mussten. Es ist wirklich sehr erfreulich und eine Quelle großen Stolzes, nachzusinnen über den Fortschritt, der gemacht wurde, die Festigung, die erreicht wurde, die großen Opfer, die bereitwillig gebracht wurden, die Begeisterung, die Treue und die Beharrlichkeit, die so reichlich bewiesen wurden, die öffentliche Aufmerksamkeit, die dem Glauben zuteilwurde, die Pläne, die ausgearbeitet wurden, den ausgeprägten Ansporn, der den Tätigkeiten der Jugend gegeben wurde, die Harmonie, die die Zusammenarbeit der Gläubigen aus Orient und Okzident geprägt hat, die Fortschritte, die im Zusammenhang mit dem Nationalen Ḥaẓíratu’l-Quds gemacht wurden, die stetige Ausweitung der Veröffentlichungen und vor allem die deutliche Verbesserung im geistigen Leben der Gemeinde, die durch die größere Einheit, Zusammenarbeit und Verständigung unter den Mitgliedern bezeugt wird. Während sich das letzte Jahr des Plans der deutschen Bahá’í-Gemeinde unaufhaltsam seinem Ende neigt, sollte eine konzertierte, verstärkte Anstrengung unternommen werden, um sicherzustellen, dass alle Ziele ohne jede Ausnahme voll erfüllt werden, damit die Mitglieder dieser Gemeinde so die geistige Befähigung erwerben, die unerlässlich ist für den Start eines noch größeren Unternehmens unmittelbar nach der Feier des herannahenden Heiligen Bahá’í-Jahres – ein Unternehmen, das die oft bewunderte, innig geliebte, vielversprechende Gemeinde der Anhänger des Glaubens Bahá’u’lláhs in Deutschland sowie in Österreich direkt mit ihren Schwester-Gemeinden in der Bahá’í-Welt verbindet, um den weltweiten Kreuzzug zu beginnen, der dazu bestimmt ist, die zehn Jahre, die die beiden größten Jubiläen des zweiten Bahá’í-Jahrhunderts voneinander trennen, zu verewigen. Während jedes Quäntchen Energie in die Erfüllung ihrer gegenwärtigen Aufgaben fließt, sollte besonderes Augenmerk auf die Festigung der Verbindung – sowohl in geistiger Hinsicht, als auch in Verwaltungsangelegenheiten – der Gläubigen in der Westzone Deutschlands mit ihren Glaubensbrüdern in der Ostzone sowie mit denjenigen, die in der Republik Österreich leben, gelegt werden. Darüber hinaus sind besondere Anstrengungen zwingend nötig, um die Beziehung zwischen der deutschen Bahá’í-Gemeinde und den zivilen Behörden sowohl örtlich als auch überregional zu verbessern und zu festigen, um eine größere öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber dem Glauben zu bewirken und den Ausbau der Verwaltungseinrichtungen in den kommenden entscheidenden Jahren zu erleichtern. Mit gleicher Intensität muss die Eintragung der örtlichen Räte vorangetrieben werden und ein besserer Rechtsstatus für den deutschen Nationalen Rat der Bahá’í angestrebt werden, um damit den Status des Glaubens zu erhöhen und die Grundlagen seiner obersten Verwaltungskörperschaft im Herzen des europäischen Kontinents zu stärken. Der volle Erfolg des Plans, der jetzt die konzentrierte Aufmerksamkeit der gesamten deutschen Bahá’í-Gemeinde erfordert, ist in der Tat unerlässlich für die angemessene Erfüllung der noch größeren Aufgaben, die vor ihren Mitgliedern liegen und die ihrerseits den Auftakt bilden für die Entfaltung der herrlichen Mission, die sie erwartet, sobald die gegenwärtigen Hindernisse in Osteuropa sowie im Herzen des asiatischen Kontinents beseitigt worden sind. Das Ausmaß ihrer zukünftigen Unternehmungen auf beiden Kontinenten; ihr Beitrag zum Weltkreuzzug, der überall auf dem Planeten gestartet werden wird; ihre besondere und in vielerlei Hinsicht einzigartige Unterstützung der Arbeit, die hinsichtlich der Merkmale der akribischen Gründlichkeit, wissenschaftlichen Genauigkeit und leidenschaftslosen Urteilsfähigkeit, die das Volk, dem sie angehören, auszeichnen, mit zukünftiger Bahá’í-Forschung und Gelehrsamkeit verknüpft ist – das alles ist zu weitreichend und komplex, um es gegenwärtig beurteilen zu können. Ohne Zweifel stehen sie nach zwei aufeinanderfolgenden weltweiten Prüfungen, die dazu dienten, sie zu reinigen, zu beleben und zusammenzuschweißen, an der Schwelle zu einem Zeitalter ruhmreicher Errungenschaften in der Heimat sowie im Ausland. Ihr gegenwärtiger Plan ist nur das erste Kapitel in der Geschichte ihrer gemeinsamen Errungenschaften im Dienst für den Glauben Bahá’u’lláhs – ein Dienst, der in so glühenden Worten von dem Einen vorausgesehen wurde, durch Dessen schöpferische Kraft diese Gemeinde ins Leben gerufen wurde, die von klein auf durch Ihn gehegt und gepflegt wurde und die durch Seinen persönlichen Besuch auf unmittelbare und wirkungsvolle Art und Weise den Impuls erhielt, der dazu bestimmt ist, ihr Wachstum zu fördern, ihre Schritte zu lenken und sie letztlich zum Sieg zu führen. Die Beteiligung der deutschen und der österreichischen Bahá’í-Gemeinde an der bevorstehenden Stockholmer Interkontinentalen Konferenz, sowohl durch Einzelne als auch von offizieller Seite, zu der ihre Mitglieder, darauf vertraue ich, in Anbetracht der ihnen bestimmten Rolle, die sie zukünftig für die Erweckung des europäischen Kontinents spielen werden, einen bemerkenswerten Beitrag leisten werden, wird zweifellos die erste Phase ihres herrlichen Auftrags jenseits der Grenzen ihres jeweiligen Landes einläuten. Ihnen obliegt die zweifache und höchst anspruchsvolle Aufgabe, die Verwaltungsgrundlagen der Struktur, die sie mit großer Mühe und Sorgfalt im Herzen des europäischen Kontinents aufbauen, stetig und schnell zu festigen und das Banner der aufstrebenden Ordnung ihres Glaubens in den benachbarten unabhängigen Staaten und abhängigen Territorien dieses Kontinents und sogar über seine Grenzen hinaus bis ins Herz Asiens zu errichten. Die Zeit wird knapp. Die Arbeit, die sie bewältigen müssen, ist gewaltig, anspruchsvoll, spannend und unausweichlich. Wenn sie nur an ihrer klaren Vision festhalten, wenn sie keine Schwäche und kein Wanken zulassen, wenn sie durchhalten und treu festhalten an den geistigen Grundsätzen und denen der Verwaltung, die von ihrem Glauben geprägt werden, dann werden die himmlischen Heerscharen sie gewiss voran führen und ihnen einen überwältigenden Sieg sichern. Dass sie ihre ihnen anvertraute Aufgabe edel erfüllen, dass sie siegreich aus der ersten Phase ihrer gemeinsamen und historischen Verpflichtung hervorgehen, dass sie ihren Glaubensbrüdern in Ost und West ein unsterbliches Beispiel bieten für Bahá’í-Solidarität, für Zielstrebigkeit, für unbeirrbare Hingabe, für nicht nachlassende Wachsamkeit, für eifriges Bemühen, für harmonische Zusammenarbeit, für Kühnheit und für absolute Hingabe an die Ziele und Absichten ihres Glaubens, ist der Gegenstand meiner besonderen, meiner liebevollen und ständigen Gebete an der Schwelle des Schreins Bahá’u’lláhs. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

15. Juni 1952

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu schreiben und Sie zu bitten, die Informationen über Deutschland und Österreich und deren Tätigkeiten in der Broschüre Der Bahá’í-Glaube, Statistische und vergleichende Angaben zum Stichtag 1. Mai 1952 zu aktualisieren und ihm diese mit frühestmöglicher Luftpost zuzusenden. Die Neuauflage dieses wichtigen Buches wird eine der Besonderheiten im Heiligen Jahre sein und da das Heilige Jahr immer näher rückt, will der Hüter diese Informationen so schnell wie möglich haben. Kurz gesagt, folgende Informationen sollte Ihr NGR aktualisiert zum Stichtag 1. Mai 1952 bereitstellen: Eingetragene örtliche Geistige Räte in Deutschland und Österreich, dabei jedes Land einzeln mit seinen örtlichen Räten. Bahá’í-Zentren in Deutschland und Österreich, wenn möglich unterschieden nach örtlichen Geistigen Räten, Gruppen und einzelnen Gläubigen. Alle Informationen, die nicht unmittelbar verfügbar sind, sollten telegrafisch übermittelt werden, aber was verfügbar ist, sollte nicht wegen der einen oder anderen noch ausstehenden Information zurückgehalten werden. Sie werden verstehen, dass die Informationen zu einem sehr frühen Zeitpunkt beim Hüter eintreffen sollten, wenn die Broschüre frühzeitig im Heiligen Jahr veröffentlicht werden soll. Der Hüter sendet seine liebevollen Grüße an den Nationalen Rat und seine ergebenen Mitglieder …

9. Juli 1952

RATE ABHALTUNG TAGUNG APRIL. SHOGHI

27. August 1952

PLAN ABSCHLUSS APRIL 1953 SHOGHI

4. Oktober 1952

Lieber Bahá’í-Freund: Der geliebte Hüter ist sehr darauf bedacht, das Datum zu erfahren, an dem Ihr Nationaler Rat eingetragen wurde. Er wünscht sich auch Informationen über den aktuellen Wert des Nationalen Ḥaẓíra in Frankfurt. Würden Sie diese Informationen bitte postwendend mit Luftpost schicken, da er sie unverzüglich haben möchte, damit umgehend ein neues Statistik-Buch über den Glauben herausgegeben werden kann. Ich freue mich Ihnen mitzuteilen, dass der Hüter bei guter Gesundheit ist. Selbstverständlich wird es Sie ebenso interessieren, dass die Arbeit am Rundbau des schönen Schreins des Báb gut voran geht. Die Säulen zwischen den Spitzbogenfenstern wachsen mit jedem Tag höher. Die Schönheit dieses Juwels auf dem Karmel erweckt großes allgemeines Interesse, nicht nur seitens der Bahá’í, sondern auch seitens der Bevölkerung des Staates Israel …

11. Oktober 1952 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr Brief an den geliebten Hüter mit den Unterschriften aller Freunde ist eingetroffen und ich wurde angewiesen, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war sehr glücklich zu sehen, dass so viele Gläubige anwesend waren, die durch diese wichtige Bahá’í-Institution mit neuem Eifer und neuer Inspiration beseelt wurden. Wie er den Freunden bereits mitgeteilt hat, liegt vor Deutschland in den nächsten zehn Jahren ein großes Werk und es ist von äußerster Wichtigkeit, dass alle Bahá’í sich jetzt auf diese Arbeit vorbereiten … Möge der Allmächtige Ihre edlen Bemühungen reichlich segnen, Ihre Schritte lenken, jedes Hindernis auf Ihrem Weg entfernen und Ihnen helfen, dem Fortschritt unseres geliebten Glaubens einen enormen Auftrieb zu verleihen, Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi

29. November 1952

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter möchte unbedingt die Vorbereitung des neuen Statistik-Buchs über den Stand des Glaubens auf der ganzen Welt, das im Heiligen Jahr herausgegeben werden soll, abschließen. Wir haben immer noch nicht die Liste der Räte, Gruppen und einzelstehenden Gläubigen in Deutschland und Österreich. Könnten Sie postwendend mit Luftpost eine Liste der Räte, Gruppen und einzelstehenden Gläubigen in Deutschland schicken und auch eine weitere Liste mit den gleichen Angaben für Österreich? Mit anderen Worten, es sollte eine separate Liste für jedes Land geschickt werden …

8. März 1953

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT ZUSAMMENLEGUNG BONN ANDEREN STÄDTEN NICHT RATSAM. DRÄNGE UNABHÄNGIGEN RAT BONN. SHOGHI

30. März 1953

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT KÖLN BONN TRENNEN. SHOGHI

19. April 1953

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT NEUE REGELN ZIVILE GRENZEN SOLLTEN BIS APRIL 1954 DURCHGESETZT WERDEN. SHOGHI

19. April 1953

Lieber Bahá’í-Bruder: Aufgrund der Tatsache, dass Telegramme, die von hier gesendet werden, häufig bei der Übertragung verstümmelt werden und die Bedeutung nicht klar wird, sende ich Ihnen auf Anweisung unseres geliebten Hüters seine Botschaft an die deutsche Bahá’í-Tagung per Post. Bitte telegrafieren Sie ihm umgehend, sobald diese Nachricht angekommen ist, damit er weiß, dass Sie sie rechtzeitig zur Tagung erhalten haben. Es ist eigentlich ein Telegramm, das per Post an Sie verschickt wird, um Fehler zu vermeiden. Der Hüter hofft, dass die deutschen und österreichischen Freunde in diesem Jahr eine wundervolle Tagung zur Vorbereitung auf das kommende große Werk haben werden und er versichert Ihrer Körperschaft seiner Gebete für den Erfolg der Tagung und der vielfältigen Tätigkeiten der deutschen Gläubigen …

19. April 1953 (Tagung)

HERZ ERHOBEN AUSSICHT GLORREICHE MISSION FÜHRENDE BAHÁ’I-GEMEINDE EUROPÄISCHEN KONTINENT ERWARTET.

IHRE TAPFEREN MITGLIEDER STEHEN SCHWELLE BEISPIELLOSER AUSBREITUNG FESTIGUNG INSTITUTIONEN GLAUBENS JEDEN FRÜHEREN ABSCHNITT DEUTSCHEN BAHÁ’I GESCHICHTE SCHATTEN STELLEN.

ZEHNJAHRESPLAN ENTWORFEN FESTIGUNG INSTITUTIONEN DEUTSCHLAND ÖSTERREICH LÄUTET SENDUNG EIN DEUTSCHEN GLÄUBIGEN JENSEITS GRENZEN HEIMAT BEDEUTET ERSTENS ERSCHLIESSUNG UNBERÜHRTER LANDSTRICHE KRETA FRIESISCHEN INSELN GRIECHENLAND SOWIE UMSTÄNDE ERLAUBEN ALBANIEN, ESTLAND, FINNO-KARELIEN, LETTLAND, LITAUEN, MOLDAVIEN, RUMÄNIEN, WEISSRUSSLAND ZWEITENS FESTIGUNG ÖSTERREICH SOWIE AUCH WENN MÖGLICH BULGARIEN, TSCHECHOSLOWAKEI, UNGARN, POLEN RUSSISCHE SOZIALISTISCHE FÖDERATIVE SOWJETREPUBLIK, JUGOSLAWIEN DRITTENS BAU MASHRIQUL-ADHKAR FRANKFURT VIERTENS BILDUNG NATIONALEN GEISTIGEN RATES ÖSTERREICH FÜNFTENS EINTRAGUNG NATIONALEN GEISTIGEN RATES ÖSTERREICH SECHSTENS EINRICHTUNG NATIONALEN FONDS DEUTSCHLAND SIEBTENS EINRICHTUNG NATIONALEN FONDS ÖSTERREICH ACHTENS SCHAFFUNG NATIONALEN HAZÍRÁTUL-QUDS WIEN NEUNTENS VERDOPPELUNG ZAHL GEISTIGEN RÄTEN ORTE DEUTSCHLAND ZEHNTENS VERDOPPELUNG ZAHL GEISTIGEN RÄTEN ORTE ÖSTERREICH ELFTENS EINTRAGUNG NEUNZEHN ÖRTLICHER GEISTIGER RÄTEN DEUTSCHLAND ÖSTERREICH ZWÖLFTENS GRÜNDUNG DEUTSCHEN BAHÁ’I VERLAGS FRANKFURT DREIZEHNTENS EINRICHTUNG ZWEIGES DEUTSCHEN NATIONALEN GEISTIGEN RATES IN ISRAEL; VIERZEHNTENS BILDUNG EUROPÄISCHEN LEHR-AUSSCHUSS ANSPORN KOORDINATION PLANS LEHRTÄTIGKEITEN.

MÖGE GANZE GEMEINDE DEUTSCHEN ÖSTERREICHISCHEN GLÄUBIGEN ENTFLAMMT VISION GLORREICHEN BESTIMMUNG ERHEBEN BEDEUTSAMEN ANTEIL BEIZUTRAGEN ERFÜLLUNG WELT-KREUZZUGS WELTWEITEN FEIERLICHKEITEN HUNDERTSTEN JAHRESTAGES GIPFELT, BAHÁ’U’LLÁH SEIN PROPHETISCHES AMT ANNAHM. SHOGHI

26. April 1953 (Tagung)

GROSSE WERTSCHÄTZUNG BOTSCHAFT LIEBEVOLLES GEDENKEN SCHREINEN. GEBETE ERFOLG GROSSE BEVORSTEHENDE AUFGABEN DETAILLIERTE TAGUNGSBOTSCHAFT LETZTE WOCHE ZUGESCHICKT. SHOGHI

5. Mai 1953

Liebe Bahá’í-Freunde: Die Berichte von den weltweiten Lehrtätigkeiten haben den geliebten Hüter sehr ermutigt. Auch wenn wir gerade das Statistik-Buch mit den Zahlen der weltweiten Ortschaften, in denen Bahá’í wohnen, veröffentlicht haben, hätte der Hüter jetzt gern genaue Informationen, beruhend auf den Ergebnissen der Wahlen am 21. April 1953. Würden Sie mir daher bitte so schnell wie möglich eine Aufstellung der Orte in Ihrem Land und in Österreich senden, wo Bahá’í ihren Wohnsitz haben und für jeden Fall angeben, ob es sich um einen Rat, eine Gruppe oder um einzelne Gläubige handelt …

10. Juni 1953

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter wurde durch Berichte, die er aus allen Teilen der Bahá’í-Welt bekommt, sehr ermutigt – Berichte von den bereits errungenen Siegen und von den Plänen zur Durchführung des Zehnjahres-Kreuzzuges. Sie haben zu seinem beeindruckenden und herzergreifenden Telegramm vom 28. Mai geführt, worin er dazu aufruft, die unverzügliche Erschließung der 131 unberührten Gebiete des Plans so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen. Er ist überzeugt, dass die Freunde sich aufmachen werden und ihrer Begeisterung durch Taten Ausdruck verleihen, denn der Tenor des Kreuzzugs muss sein: Taten, Taten, Taten. Der geliebte Hüter hat mich angewiesen, Ihrem Rat zu schreiben, um einige Aspekte seiner dynamischen Botschaft herauszuarbeiten. Die Erschließung dieser unberührten Gebiete ist von einer solchen Dringlichkeit, dass er der Ansicht ist, Pionierdienst in einem davon habe den Vorrang vor jeder anderen Art von Bahá’í-Dienst – sei es im Bereich des Lehrens oder der Verwaltung des Glaubens. In Amerika haben sich rund 150 Menschen freiwillig für den Pionierdienst gemeldet und einige von Ihnen bereiten sich schon darauf vor, zu ihrem Posten aufzubrechen. Der Hüter hat den Amerikanischen Nationalen Rat informiert, dass dieser aufgrund seiner Stellung als Hauptverantwortlicher für den göttlichen Plan ‘Abdu’l-Bahás für das Lehren in der ganzen Welt, seine Pioniere in jede unberührte Region der Welt senden kann, unabhängig davon welchem NGR diese zugeordnet sein mag. Wenn einer ihrer Pionier in eine der Gegenden ziehen will, die Ihrem Rat zugeordnet sind, wird der amerikanische Rat mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Es gibt einige allgemeine Beobachtungen, die der Hüter Ihnen mitteilt und ferner einige konkrete Vorschläge, die im Folgenden aufgezählt werden. 1. Jeder Einzelne, der seine Pionierdienste anbietet, sollte auf jede mögliche Weise vom Nationalen Rat gefördert und unterstützt werden. 2. Jede Bewerbung für einen Pionierdienst muss unverzüglich bearbeitet werden und darf sich in keiner Weise hinziehen, weder bei der Bearbeitung durch den NGR noch durch einen Ausschuss, der für den NGR die Details erarbeitet. Der Nationale Rat muss die Erschließung seiner unberührten Gebiete zum dringlichsten Anliegen all seiner Geschäfte machen. Mit anderen Worten: nichts ist in dieser Zeit wichtiger, als die Erschließung der 131 unberührten Gebiete. 4. Mehr als zwei Pioniere sollten nicht an einen Ort gesendet werden, außer natürlich, wenn sie Mitglieder einer Familie sind. Tatsächlich wäre wünschenswert, dass sich in jedem Gebiet Bahá’í niederlassen und deshalb erfüllt ein einzelner Bahá’í diese anfängliche Aufgabe. Folgende konkrete Vorschläge werden vom Hüter gemacht: A1. Gegenden, die leicht zu erschließen und nicht weit entfernt sind, sollten als erstes in Angriff genommen werden. Danach die Gegenden, die schwieriger sind, und schließlich solche, in denen es sehr schwierig sein wird. B2. Wann immer ein Pionier ein neues Territorium betritt, sollte unverzüglich ein Telegramm an den Geliebten Hüter geschickt werden, das den Namen, Ort und alle zweckdienlichen Informationen enthält. C3. Ihr Rat sollte jeden Monat einen Bericht über die Fortschritte Ihrer Lehrtätigkeit in neuen Gebieten des Plans, vor allem in den unberührten Gebieten, die Ihrem NGR zugewiesen wurden, an den Generalsekretär des Internationalen Bahá’í-Rats schicken. Dies bedeutet nicht, dass Ihr Rat mit dem Internationalen Rat über Verwaltungsangelegenheiten im Zusammenhang mit dem Plan korrespondieren sollte, sondern lediglich, dass Berichte über den Fortschritt geschickt werden. Verwaltungsangelegenheiten etc. sollte Ihr Rat direkt mit dem Hüter diskutieren. D4. Der Hüter glaubt, dass folgende Gebiete leicht erschlossen werden können und er würde es schätzen, wenn Sie es einrichten könnten, so schnell wie möglich Pioniere dorthin zu schicken: Friesische Inseln. Griechenland – (das ist sehr wichtig, weil es die letzte nationale Gemeinde in Europa ohne Bahá’í ist). Kreta. Nachdem diese erschlossen sind, sollten andere, schwierigere in Angriff genommen werden. Der geliebte Hüter möchte, dass die deutschen Bahá’í ebenfalls aktiver bei der Verbreitung des Glaubens in Österreich helfen. Es sollten zusätzliche Bahá’í-Zentren in Österreich entstehen und er hofft, dass die deutschen Bahá’í dabei von großer Hilfe sein werden. Die Bahá’í in Deutschland und Österreich haben eine sehr große Verantwortung im Zusammenhang mit der Entwicklung des Zehnjahreskreuzzuges. ‘Abdu’l-Bahá Selbst besuchte Ihre Länder. Er sprach oft und liebevoll von den deutschen Freunden. Ihre Länder sind das Herz Europas und das Herz muss stark und kräftig sein. Die Zeit ist nun reif, dass die Gläubigen die vom Meister versprochenen Segnungen erlangen, indem sie ›sich verteilen‹ und ständig neue Gebiete erschließen. Der Hüter erwartet gespannt Berichte über Ihre Tätigkeiten in dem überaus wichtigen Bereich des Lehrens. Wie sein eindrucksvolles Telegramm anzeigt, wird der Hüter eine verzierte ›Ehrenrolle‹ gestalten lassen, auf der die Namen der ›Ritter Bahá’u’lláhs‹ eingetragen werden, die als erstes in eines der 131 unberührten Gebiete ziehen. Diese ›Ehrenrolle‹ wird in der Schwelle zum innersten Heiligtum des Grabmals Bahá’u’lláhs platziert werden. Von Zeit zu Zeit wird der Hüter der Bahá’í-Welt die Namen der Heiligen Seelen verkünden, die sich unter den Bedingungen, die in seiner Botschaft skizziert wurden, jetzt erheben und diese Gebiete für die Sache Gottes erschließen und erobern. Jetzt ist die Zeit für die Bahá’í der Welt gekommen, die geistige Lebenskraft des Glaubens zu demonstrieren und sich wie eine Seele zu erheben, um die Herrlichkeit des Herrn überall auf der Erde zu verbreiten. Der Hüter ist sich sicher, dass die Bahá’í in Deutschland und Österreich, die so lange dem Glauben gedient und sich dafür aufgeopfert haben, ihre ruhmreiche Geschichte fortsetzen werden, indem sie viele neue Siege für die Herrlichkeit des Herrn erringen. Der Hüter wird inständig für die Bahá’í in Deutschland und Österreich und für den Erfolg ihrer Bemühungen beten. Er wird für die Mitglieder des Rates beten, deren aufopferungsvolle Bemühungen er für alle Zeiten schätzen wird …

21. Juni 1953

Lieber Bahá’í-Bruder: Ihre Briefe vom 18. und 24. Juni, vom 29. Juli, 11. August, 9. Oktober, 27. November 1952 und vom 5. Januar, 26. Februar, 12. und 18. März, 5. April, 6. und 31. Mai 1953 sind beim geliebten Hüter angekommen und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Die Arbeit hat hier am internationalen Zentrum auf Grund der Eröffnung des Zehnjahreskreuzzuges stark zugenommen. In der Tat fällt es dem geliebten Hüter immer schwerer, seine Korrespondenz zeitnah zu bewältigen, sogar die wichtige mit den Nationalen Geistigen Räten. Bezüglich verschiedener Themen, die Sie in Ihrer Korrespondenz mit ihm ansprachen: Die Nationaltagung der Bahá’í muss innerhalb der zwölf Tage der Riḍván-Zeit abgehalten werden. Jeder Nationale Rat kann innerhalb dieses Zeitraums die Termine, die ihm am besten passen, frei bestimmen. Die Frage der strikten Einhaltung des Grundsatzes, dass jeder Geistigen Rat sich aus stimmberechtigten Mitgliedern, die in den Verwaltungsgrenzen der Stadt leben, zusammensetzen muss und dass die Bahá’í-Gemeinde dieser Stadt ebenfalls aus Bewohnern innerhalb seiner Verwaltungsgrenzen bestehen muss, ist von größter Bedeutung. Das ist ein grundsätzliches Prinzip und die Bahá’í auf der ganzen Welt müssen sich danach richten, vor allem jetzt, da der Glaube in so vielen Nationen festen Fuß fasst. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Gläubigen eines bestimmten Gebiets, das aus mehreren Verwaltungsbezirken besteht, gemeinsam die Bahá’í-Feiertage begehen; die Neunzehntagefeste sollten jedoch von jedem Rat gesondert abgehalten werden. Es darf keine Ausnahmen von diesen Regeln geben und obwohl es vorübergehend die Anzahl der Räte in Ihrem Land verringern kann, sollten Sie die Sache bei den nächsten Bahá’í-Wahlen auf diese feste Grundlage stellen. Bitte senden Sie dem Hüter zehn Exemplare von Ansprachen in Paris und zehn Exemplare von Beantwortete Fragen für die internationale Bibliotheken hier und zehn Exemplare jeder zukünftigen Veröffentlichung in deutscher Sprache. Er war sehr glücklich zu hören, dass der Besuch der Hände und anderer Bahá’í, die durch Europa reisen, so eine anspornende Wirkung auf die Freunde hatte. Er hofft, dass möglichst viele deutsche Gläubige an der Stockholmer Konferenz teilnehmen, die sehr wichtig für die zukünftige Arbeit in Europa ist und zu der sie mit ihrer Anwesenheit sehr viel beitragen können … Was den Kauf des Grundstücks für den zukünftigen Tempel betrifft: Er denkt, es muss nicht im Herzen der Stadt liegen, es könnte sich auch in der Vorstadt befinden und eine Fläche von zehntausend Quadratmetern würde ausreichen, unter Umständen auch weniger. Der Tempel in Chicago bietet nur für 1200 Personen Sitzplätze, es ist also kein sehr großes Gebäude. Ihr Tempel könnte kleiner sein und konkurrierende Entwürfe könnten eingereicht werden. Aber der erste Schritt ist es, die Verfügbarkeit von Grundstücken zu prüfen und den Hüter zu informieren. Der Schritt, dem er zurzeit die größte Bedeutung beimisst, ist die Entsendung von Pionieren unter der Schirmherrschaft Ihres Rates in die unberührten Gebiete, die den deutschen und österreichischen Bahá’í im Zehnjahresplan zugeteilt wurden. Natürlich steht es derzeit außer Frage, auch nur in Betracht zu ziehen, jemanden in Länder zu entsenden, die von der UdSSR beherrscht werden. Aber es sollte jede Anstrengung unternommen werden, um jemanden nach Griechenland zu schicken, einem sehr wichtigen Land, das viel zu lange vernachlässigt wurde. In diesem Heiligen Jahr oder zumindest in diesem Kalenderjahr sollten wir es erreichen, alle Pionierposten zu besetzen, die nicht hinter dem Eisernen Vorhang liegen. Er hofft, dass einer der Freunde in der Lage sein wird, eine Anstellung in Griechenland zu finden, oder dass Sie diese Person dorthin entsenden können. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Vermehrung von Zentren an der Heimatfront, vor allem in Österreich, wo so langsame Fortschritte erzielt wurden. Wenn Österreich einen unabhängigen Nationalen Rat bekommen soll, muss die Arbeit in diesem Land erheblich beschleunigt werden, damit genügend örtliche Räte existieren, die die solide Grundlage für den Nationalen Rat bilden. Er hofft, dass die Mitglieder der deutschen Gemeinde als Reiselehrer dort hingehen und dass solche Freunde aus anderen Ländern, die in der Lage sind, dort zu arbeiten, unter der Führung Ihres Rates eingesetzt werden. Seine liebevollen Gedanken und Gebete, dessen können Sie sicher sein, sind stets bei Ihnen. … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Die Ausweitung und die Festigung der Institutionen des Glaubens Bahá’u’lláhs, als Ergebnis der Anwendung des Plans, der von Ihrem Rat unmittelbar nach einer der schwersten Prüfungen, die jemals die deutsche Bahá’í-Gemeinde befallen hat, in Angriff genommen wurde, markiert ein Kapitel von größter Bedeutung in den Annalen des Glaubens in Deutschland und Österreich und wird von der Nachwelt als ein Meilenstein von historischer Bedeutung in der Entwicklung des Glaubens auf dem europäischen Kontinent angesehen werden. Ich schätze sehr die Anstrengungen der deutschen und der österreichischen Bahá’í-Gemeinden, die in den letzten Jahren so entscheidend zum Aufstieg und zur Verankerung der Gemeindeordnung der Bahá’í im Herzen dieses Kontinents beitrugen, der dazu bestimmt ist, eine bemerkenswerte Rolle bei der Durchführung des geistigen Weltkreuzzugs zu spielen, der vor kurzem unter solch günstigen Umständen durch die Anhänger Bahá’u’lláhs sowohl in der östlichen als auch in der westlichen Hemisphäre gestartet wurde. Die deutschen und österreichischen Bahá’í-Gemeinden, denen ‘Abdu’l-Bahá so großzügig Seine Gunst erwies, für deren Zukunft Er so große Hoffnungen hegte, die sich in einer so zentralen Lage auf einem Kontinent befinden, der mit so großen Möglichkeiten ausgestattet ist, müssen auf Grund ihrer einzigartigen und führenden Stellung, ihrer Vergangenheit, ihrer Kraft, Beharrlichkeit und herrlichen Errungenschaften eine überragende Rolle bei der Durchführung eines Kreuzzugs spielen, zu dem alle Bahá’í-Gemeinden auf dem europäischen Festland, ob jung oder alt, aufgerufen sind, sich bis zum Äußersten ihrer Möglichkeiten und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beteiligen. Sie stehen zudem in dieser entscheidenden Stunde ihrer Bestimmung an der Schwelle einer neuen Ära in ihrer Geschichte – der Ära, die den Beginn ihrer Mission über die Grenzen ihrer Heimat hinaus erleben und die darin gipfeln muss, das Banner des Glaubens Bahá’u’lláhs weit über die östlichen Grenzen Europas hinaus zu tragen, bis in die Gebiete, die im Herzen des asiatischen Kontinents liegen. Ihre Aufgabe ist eine zweifache. Auf der einen Seite müssen sie mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln eine Festigung dessen anstreben, was bereits in ihrer Heimat erreicht wurde, zum anderen müssen sie die ihnen in der Ausführung der Bestimmungen des Zehnjahresplans übertragene verdienstvolle Aufgabe in Angriff nehmen, die unberührten Territorien und Inseln zu erschließen. In der Heimat ist ihre wichtigste, anstrengendste und herrlichste Aufgabe – eine Aufgabe, die weitreichende Auswirkungen nicht nur auf die Geschicke des Glaubens in ihrer Heimat, sondern auf dem ganzen Kontinent haben wird und die zwangsläufig einen weitreichenden Einfluss auf die Geschicke des Glaubens in der ganzen Welt haben wird – die Einleitung schneller und wirksamer Maßnahmen für die Auswahl und den Kauf des Grundstücks des ersten Mashriqu’l-Adhkár in Europa, gefolgt von der Annahme eines geeigneten Entwurfes und den notwendigen Schritten zu seiner Ausführung. Dieses Unternehmen ist zugegebenermaßen gewaltig, wenn man die begrenzten Mittel und Mitgliederzahlen der beiden Gemeinden berücksichtigt. Sobald es durch die Initiative und die Bemühungen Ihres Rates in Gang gesetzt wurde, wird es jedoch wegen seiner grundlegenden weltweiten Bedeutung ein beträchtliches Maß an Unterstützung vom Weltzentrum des Glaubens und von den verschiedenen Nationalen Räten der ganzen Bahá’í-Welt erhalten. Sobald das Gelände des geplanten Hauses der Andacht gewählt ist, entweder innerhalb von Frankfurt oder in unmittelbarer Nähe der Stadt, die aufgrund der Errichtung der Ḥaẓíratu’l-Quds innerhalb seiner Grenzen inzwischen als nationales Verwaltungszentrum der Bahá’í für Ihren Rat angesehen wird – ein Gebiet, das im Moment nicht größer als ein oder zwei Acre [0,4– 0,8 Hektar] sein muss – werden von mir selbst und auch von Ihren Geschwister-Räten in beiden Hemisphären Schritte unternommen werden, um Ihnen bei diesem historischen schicksalsträchtigen Unternehmen zu helfen, durch das sich der europäische Kontinent, der dritte in der Bahá’í-Welt, rühmen kann, in seinem Herzen ein eigenes Haus der Andacht errichtet zu haben, das, so Gott will, mit seiner Fertigstellung zur festgesetzten Stunde einen herausragenden Anteil an den geplanten Festlichkeiten zum Gedenken des hundertsten Jahrestages der Erklärung der Sendung des Stifters unseres Glaubens haben wird. An zweiter Stelle, aber nicht weniger dringend, steht die Aufgabe, vor Ende des laufenden Jahres die drei unberührten Gebiete, die Ihrem Rat zugewiesen wurden, durch die Entsendung von mindestens einem Pionier zu erschließen. Während diese vorrangigen und dringenden Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt verfolgt werden, sollte der so überaus wichtige Prozess der Vermehrung und Festigung der neu gegründeten Räte, Gruppen und isolierten Zentren sowohl in Deutschland als auch in Österreich mit äußerster Anstrengung vorangetrieben werden, als wesentliche Voraussetzung zur frühen Bildung unabhängiger Nationaler Räte in beiden Ländern, die sich in so zentraler Lage auf dem europäischen Kontinent befinden und dazu bestimmt sind, so eine wichtige Rolle bei der Förderung der Interessen des Glaubens im Herzen des Kontinents und in seinen östlichen sowie seinen südlichen Regionen zu spielen. Die diesen beiden Gemeinden für die kommenden zehn Jahre übertragen Aufgaben sind gewaltig, dringend, heilig und unausweichlich. Der Plan, der ihrer Obhut anvertraut ist, läutet eine neue herrliche Stufe in der Entfaltung ihrer historischen Mission ein – eine Stufe, die es ihnen ermöglichen wird, zum ersten Mal in ihrer Geschichte und in systematischer Weise das Banner Bahá’u’lláhs über die Grenzen ihrer Heimat hinaus zu tragen. Jedes Opfer sollte gebracht werden und alle Institutionen, örtliche, regionale und nationale müssen sich energisch, mit ganzem Herzen und standhaft beteiligen, um eine würdige Eröffnung und eine effiziente Durchführung des Zehnjahresplans zu gewährleisten, auf dem die unmittelbaren Geschicke dieser Gemeinden notwendigerweise beruhen. Ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht oder Beruf, sollten sich alle erheben und dem Fortschritt dieses enorm wichtigen und dynamischen Prozesses, der jetzt im Herzen Europas wirkt und dessen Möglichkeiten gegenwärtig nur vage erahnt werden können, mit all ihren Fähigkeiten Schwung verleihen. Verstärkt durch die stetigen, von ganzem Herzen kommenden, hartnäckigen Anstrengungen der gesamten Gemeinde der deutschen und österreichischen Gläubigen haben die Mitglieder Ihres Rates in ihren unablässigen Bemühungen, die Ziele ihres Zehnjahresplans zu erreichen, jetzt die äußerst günstige Gelegenheit, sich durch Taten solchen Mutes auszuzeichnen, dass alle ihre bisherigen Leistungen in den Schatten gestellt werden. In Kenntnis der herrlichen Qualitäten, die sie in ihrer Verantwortung für die Angelegenheiten des Glaubens Bahá’u’lláhs auszeichneten, im Bewusstsein der Leistungen, die sie sowohl im Bereich des Lehrens als auch in der Verwaltung der Bahá’í-Tätigkeiten erbracht haben, trotz der ernsten und andauernden Prüfungen und Schwierigkeiten, die sie erlebt haben, bin ich zuversichtlich, dass diese Gemeinden so tapfer, so reich begabt, so fest in ihrem Glauben und gediegen in ihrem Charakter, in diesen herausfordernden Stunden die einzigartige Gelegenheit ergreifen werden, um ein noch größeres Heldentum und eine noch unweigerlichere Liebe und Hingabe für die Sache zu zeigen, die sie so sehr lieben, der sie so unerschütterlich treu ergeben sind und der sie so lange und so gut gedient haben. Shoghi

4 August 1953

Liebe Bahá’í-Mitarbeiter, der geliebte Hüter war hoch erfreut über die Berichte, die er aus der ganzen Bahá’í-Welt über die Pioniere erhalten hat, die sich bereitwillig für den Dienst in den nicht erschlossenen Gebieten gemeldet haben. Darin zeigt sich die große Begeisterung seitens aller Bahá’í für den Zehnjahreskreuzzug und wenn dieser Geist bestehen bleibt, wird das, davon ist er überzeugt, sicherstellen, dass wir alle Ziele des Kreuzzugs erreichen werden. Der Hüter bittet darum, mir per Luftpost oder sofern möglich per Telegramm die Anzahl der Pionierangebote, die Ihr Rat erhalten hat, zuzusenden sowie die Zahl derer, die sich bereits niedergelassen haben und die Zahl derer, die Sie aktuell dafür vorbereiten. Der geliebte Hüter schickt seine liebevollen Grüße an alle Mitglieder Ihres Rates. Er würdigt sehr Ihre Hingabe und aufopferungsvollen Dienste für die Sache Gottes …

17. August 1953

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen bezüglich eines Geschenks zu schreiben, das von einem der sehr lieben Gläubigen in Persien, Herrn … für die internationalen Tätigkeiten des Glaubens gemacht wurde. Der Hüter hat beschlossen, dass die derzeit beste Verwendung für die Hälfte dieses Beitrags darin bestünde, Herrn … zu bitten, ihn an den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland und Österreich zu geben, damit er für den Bau des Tempels in Frankfurt verwendet wird. Er hat Herrn … dahingehend geschrieben; daher sollten Sie zu gegebener Zeit 50.000 Túmán oder den Gegenwert in Deutscher Mark erhalten. Sobald Sie das Geschenk dieses ergebenen Gläubigen erhalten haben, möchte der geliebte Hüter, dass Sie einen angemessenen Dankesbrief für diese äußerst großzügige Spende schreiben. Senden Sie den Dankesbrief an den Hüter, so dass er dafür sorgen kann, dass er sicher bei Herrn … ankommt. Der geliebte Hüter sendet jedem einzelnen von Ihnen seine liebevollen Grüße …

12. September 1953 (Jugendsommertreffen)

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat den Brief, den ihr ihm geschickt habt, erhalten und hat mich beauftragt, euch in seinem Namen zu antworten. Nun, da der Weltkreuzzug in Gang gesetzt wurde und volle Fahrt aufgenommen hat, was ihr ohne Zweifel von den Gläubigen erfahren habt, die das Vorrecht hatten, vor kurzem in Stockholm bei der dritten Interkontinentalen Lehrkonferenz zugegen zu sein, ist der Hüter davon überzeugt, dass ihr euch voll und ganz der enormen Verantwortung bewusst seid, die auf den Schultern der deutschen und der österreichischen Gemeinden in der Anfangsphase des Zehnjahreskreuzzugs ruht und dass ihr euch alle miteinander in entsprechender Weise erhebt, um diese Aufgaben angemessen zu erfüllen. Er wird für euch beten … Möge der Allmächtige euch segnen, leiten und in euren ergebenen Bemühungen stützen und es euch ermöglichen, große Siege im Dienst Seines Glaubens zu erringen, Euer wahrer Bruder, Shoghi

26. September 1953 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat Ihren liebevollen Brief, der von allen Teilnehmern der Sommerschule in diesem Jahr unterzeichnet wurde, erhalten und mich beauftragt Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war sehr glücklich von der Inspiration und den geistigen Impulsen zu erfahren, die die verehrten Hände der Sache Gottes aus verschiedenen Ländern, die bei dieser Gelegenheit dort waren, diesem Treffen verliehen haben. Da Sie nun alle mit den Zielen vertraut sind, die der Hüter den Gläubigen in den deutschen und österreichischen Gemeinden gesetzt hat und insbesondere mit denjenigen, die die vorrangige Aufmerksamkeit erfordern, ist er zuversichtlich, dass Sie sich einmütig erheben, um diese Aufgaben angemessen zu erfüllen. Seine liebevollen Gebete werden Sie umgeben, während Sie mit Ihren historischen Bemühungen fortfahren … P.S. – Der Hüter ist dankbar für das Programm und die beigelegte Ankündigung. Möge der Allmächtige Sie in Ihren hoch geschätzten Tätigkeiten unterstützen und leiten, Sie befähigen den Umfang Ihrer Dienste zu erweitern und großartige und unvergessliche Siege in den kommenden Tagen zu erringen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

15. Oktober 1953

Liebe Bahá’í-Freunde: Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glücklich der Hüter über die Ergebnisse war, die seit dem vielversprechenden Beginn des Zehnjahreskreuzzuges erzielt wurden. In seinem letzten Telegramm an die Konferenz in New Delhi übermittelte der Hüter den Freunden die Nachricht, dass 50 der bisher unberührten Gebiete zum 14. Oktober erschlossen wurden und für weitere 54 Gebiete Pioniere gefunden wurden. Der Hüter drängt alle Nationalen Geistigen Räte, die Pioniere, die sich verpflichtet haben, so schnell wie möglich in die noch unerschlossenen Gebiete zu entsenden. Ich lege die Kopie eines an jeden Pionier gesendeten Briefes bei, der den vollständigen Namen und, wenn möglich, eine feste Adresse erfragt. Würden Sie bitte dafür sorgen, dass diese Informationen mir zugeschickt werden, sobald weitere Pioniere ins Feld ziehen? Was der Hüter will, ist der vollständige Name des jeweiligen Pioniers in korrekter Schreibweise. Der Hüter sendet Ihnen allen seine liebevollen Grüße und versichert Sie seiner Gebete für den Erfolg Ihrer beschwerlichen Arbeit …

26. November 1953

Lieber Bahá’í-Freund: Ich habe Ihren liebevollen Brief vom 9. November nach meiner Rückkehr von einem kurzen Besuch in der Schweiz und in Frankreich erhalten. Ich hatte doch das Vergnügen, die Lehnes in Zürich zu treffen und war mehr als erfreut über diesen Kontakt zu zwei der aufrichtigen und aufopferungsvollen deutschen Bahá’í, die gegenwärtig so viele Siege für den Glauben erringen. Ich sprach mit unserem geliebten Hüter bezüglich der friesischen Inseln. Obwohl einige der Inseln zu den Niederlanden gehören und andere zu Deutschland, sagt er, dass die Verwaltung aller friesischen Inseln dem deutschen NGR unterstehe, wie es der Zehnjahreskreuzzug vorsieht. Der Hüter erklärte, er habe auch den amerikanischen NGR dahingehend informiert. Der geliebte Hüter ist sehr glücklich über die Berichte, die er über den Fortschritt des Zehnjahreskreuzzugs erhalten hat. Alle Länder außerhalb des Eisernen Vorhangs bis auf eines wurden erschlossen oder Pionieren zugewiesen. Die Gesamtzahl der Gebiete, die im Zehnjahreskreuzzug in dem Zeitraum von etwas mehr als 6 Monaten seit seinem Start erschlossen wurden, beträgt nun 71. Das ist sicherlich bemerkenswert und einer der großen Siege für den Glauben. Der Hüter sendet Ihnen seine liebevollen Grüße. Er betet für Ihre Führung und Bestätigung …

14. Februar 1954

Lieber Bahá’í-Bruder: Ihr umfassender Brief vom 5. Februar, der Ihren Brief vom 3. Februar ersetzt sowie Ihr Brief vom 7. Februar, der sich mit der Standortfrage für den Bahá’í-Tempel in Frankfurt befasst, sind beim geliebten Hüter eingetroffen und er hat mich gebeten, das in seinem Namen zu bestätigen. Der Hüter war sehr von der klaren und präzisen Zusammenfassung Ihrer Untersuchungen beeindruckt, die ihm den besten Überblick geben, um die Situation vollständig zu verstehen. Das Grundstück ›C‹ in der Steinbacher-Höhe ist nach Ansicht des geliebten Hüters am besten geeignet für den Bahá’í-Tempel und künftige Entwicklungen. Ihr Rat sollte daher seiner Ansicht nach sofort Maßnahmen für den unverzüglichen Erwerb eines Teils des Grundstücks ergreifen. Obwohl es natürlich wünschenswert wäre, ein weitläufiges Grundstück zu kaufen, machen es die Finanzen des Deutschen Nationalen Rates und die finanziellen Verpflichtungen der ganzen Bahá’í-Welt unmöglich, zu diesem Zeitpunkt ein großes Stück zu kaufen; und deshalb denkt er, sollten Sie rund 10.000 Quadratmeter erwerben, was seinem Verständnis nach ungefähr $10.000 kosten würde. Sollten Ihrem Rat auf der Bank mehr als $8.000 zur Verfügung stehen, hätte der Hüter keine ernsthaften Einwände gegen den Kauf eines kleinen zusätzlichen Grundstücks, aber die Gesamtausgaben sollten $12.000 nicht überschreiten. Ihrem Brief ist Ihre Angabe zu entnehmen, dass Sie $8.000 auf der Bank in Zürich haben, das aber Zusagen, die in Stockholm gemacht wurden, den Gesamtbetrag auf ca. $12.000 bringen. Auf Anweisung des Hüters bemühe ich mich, alle Beiträge und Fonds abzugleichen, so dass wir den Gesamtbetrag kennen, der zur Verfügung steht. Würden Sie mir bitte zur Klärung dieser Angelegenheit eine Aufstellung der Mittel senden, die in Zürich und – sofern überhaupt – in Deutschland verfügbar sind, und eine Liste der Beiträge, die Sie erhalten haben. Wenn es eine Anzahl von kleinen Beiträgen gibt, braucht der Hüter diese Informationen nicht, sondern lediglich Informationen darüber, wie viel Geld zum Beispiel in Stockholm gespendet wurde, wie viel von den großen Spendern eingegangen ist, wie viel von den Freunden in Deutschland selbst, etc. Derzeit schreibe ich auch andere Länder an, um zu sehen, ob andernorts Geld für Ihren Rat zum Erwerb eines Grundstücks bereitgehalten wird. Das Wichtigste ist jetzt der Erwerb des Grundstücks. Der Hüter erklärt, dass es nicht notwendig sei, ihm die speziellen Einzelheiten zu dem Grundstück zuzusenden, insofern beschlossen wurde, das Grundstück in der Steinbacher-Höhe zu erwerben. Er überlässt es Ihrem Rat, selbst das beste Grundstück in der Gegend für den Tempel auszusuchen. Später, wenn die finanziellen Voraussetzungen in Deutschland und für den Glauben im Allgemeinen besser sind, kann über zusätzliche Grundstücksflächen für erweiterte Einrichtungen des Tempels, etc. nachgedacht werden Der Hüter erklärt, es sei annehmbar, Entwürfe etc. von Architekten, Bahá’í sowie Nicht-Bahá’í, aus Deutschland und auch aus anderen Ländern zu beschaffen. Mit anderen Worten, Sie sind frei, in dieser Angelegenheit aktiv zu werden und sollten die Entwürfe dem Hüter zukommen lassen, sobald Sie diese erhalten. Der Hüter wünscht natürlich, dass Bahá’í-Architekten eine Gelegenheit bekommen, ihre Vorstellungen zu diesem heiligen Gebäude einzureichen. Bezüglich Ihrer Frage, wie Sie vorgehen sollten, wenn es annehmbar ist, Entwürfe von Architekten außerhalb von Deutschland einzuholen; es bleibt Ihnen natürlich überlassen, das auf Ihre eigene Weise zu behandeln. Natürlich ist es angebracht, mit den Geistigen Räten in den betreffenden Ländern zu korrespondieren und sie um Unterstützung in dieser wichtigen Angelegenheit zu bitten. Der Hüter hofft sehr, dass es Ihnen möglich sein wird, den Kauf des Grundstücks bis Mitte April abzuschließen. Es wird ein großer Sieg für den Glauben sein, wenn das innerhalb des ersten Jahres des Zehnjahreskreuzzugs erreicht werden kann. Der Hüter versichert Sie seiner Gebete für Sie, auf dass jedes Hindernis aus Ihrem Weg geschafft werde und Ihre Taten geführt und bestätigt werden … P. S. In Ihrem Brief vom 3. Februar, den angefügten Karten und Ihrem Brief vom 7. Februar verweisen Sie auf die Steinbacher-Höhe als Nr. C, während Sie sich in Ihrem Brief vom 5. Februar darauf als Nr. B beziehen. Damit sich alle Dokument auf das Gleiche beziehen, habe ich Ihren Brief vom 5. Februar geändert, um Steinbacher Höhe als Nr. C zu bezeichnen und Forsthausstraße als Nr. B.

3. April 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebten Hüter möchte unbedingt alle Informationen über die Pioniere in den unerschlossenen Gebieten des Zehnjahreskreuzzugs haben. Könnten Sie mir bitte zur Vervollständigung der Unterlagen, die ich für ihn zusammenstelle, die folgenden Informationen zukommen lassen: Friesische Inseln: Bitte senden Sie mir die Adresse von Fräulein Gertrude Ankersmidt auf den friesischen Inseln …

17. April 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Auf Anweisung unseres geliebten Hüters leite ich Ihnen hier seine Botschaft an die Nationaltagung weiter. [siehe Shoghi Effendi, Messages to the Bahá’í World, April 1954] Er möchte, dass sie vor den versammelten Delegierten verlesen und anschließend veröffentlicht und unter den Gläubigen verbreitet wird. …

21. April 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Ich leite Ihnen hiermit eine Kopie der Botschaft des Hüters an die Nationaltagung weiter, die Ihnen kürzlich zugeschickt wurde. Da gerade ein Pilger abreist, wird er dafür Sorge tragen, dass sie innerhalb Europas verschickt wird. Ich hoffe, sie kommt rechtzeitig zur Nationaltagung bei Ihnen an. …

30. April 1954

INFORMIERE DEUTSCHEN RAT 11400 QUADRATMETER AUSREICHEND TEMPELANLAGE. SHOGHI

2. Mai 1954

BEGRÜSSE ERNEUTE SELBSTVERPFLICHTUNG DELEGIERTEN DRÄNGE INTENSIVIERUNG ANSTRENGUNGEN ZIELE ERREICHEN LIEBEVOLL GEDENKEN SCHREINEN. SHOGHI

28. Mai 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat mich beauftragt, Ihnen bezüglich einer Maßnahme zu schreiben, die ihr Nationaler Rat, wie in Ihrer Januar-Februar-Ausgabe der Bahá’í Nachrichten veröffentlicht, kürzlich beschlossen hat, dass Nicht-Bahá’í an 19-Tagefesten teilnehmen dürfen, wenn die »Ernsthaftigkeit ihres Interesses am Glauben«Q2 durch einen erklärten Gläubigen verbürgt wird. Der Hüter möchte, dass ich Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenke, dass keine der Institutionen des Glaubens noch seine Grundprinzipien unter irgendwelchen Umständen verändert werden dürfen. Das 19-Tagefest ist eine Institution der Sache und wurde zunächst vom Báb ins Leben gerufen, von Bahá’u’lláh später bestätigt und nun zu einem bedeutenden Teil der Gemeindeordnung des Glaubens gemacht. Diese 19-Tagefeste sind für die Bahá’í und die Bahá’í allein; und keine Abweichung von diesem Grundsatz ist zulässig. Der Hüter denkt daher, dass Sie die Maßnahme Ihres Rates, die Feste für jene zu öffnen, »die dem Bahá’í-Glauben nahestehen«Q3, zurück nehmen sollten, da es nicht im Einklang mit dem Geist der Gemeindeordnung steht, dass Nicht-Bahá’í oder Freunde der Bahá’í an 19-Tagefesten, vor allem am Beratungsteil des Festes teilnehmen. Der Hüter erkennt den Geist, der Sie dazu bewegte, den Vorschlag zu machen, damit die Lehrarbeit noch offensiver vorangetrieben wird, aber er denkt, dass dies auf lange Sicht schädlich für den Glauben wäre und daher, wie zuvor gesagt, aufgegeben werden muss. Der Hüter sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

8. Juni 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter ist hocherfreut über die weltweiten Errungenschaften der Freunde im Laufe des ersten Jahres des Zehnjahreskreuzzugs. Siege wurden überall auf der Welt und an vielen Fronten errungen. Der Glaube wurde in 101 Ländern der Welt etabliert und bringt damit das Licht der Führung zu 229 Ländern und Inseln. Wir kommen nun zur zweiten Phase des Zehnjahreskreuzzugs. Die Botschaft des Hüters an die Nationaltagung hat die Ziele umrissen, die in dieser zweiten Phase erreicht werden sollten. Einer der wichtigsten Punkte ist der Kauf mehrerer Ḥaẓíratu’l-Quds für zukünftige Nationale Geistige Räte. Der Hüter denkt, dass sofortige Schritte unternommen werden sollten, um einen Teil dieses Projekts zu erfüllen. Insgesamt sollen 49 Ḥaẓíratu’l-Quds erworben werden, 4 gibt es bereits. Er denkt, dass während des zweiten Jahres des Kreuzzugs 17 zusätzliche Ḥaẓíratu’l-Quds erworben werden sollten. Es sollten keine aufwändigen Bauwerke sein, sondern bescheidene Häuser, die gegenwärtig als örtliche Ḥaẓíratu’l-Quds dienen können aber später, sobald die Nationalen Räte gebildet wurden, in Nationale Ḥaẓíratu’l-Quds umgewandelt werden. Der Hüter denkt, dass sofort Schritte unternommen werden sollten, um den Ḥaẓíratu’l-Quds in Wien zu kaufen. Ein Fonds sollte aufgelegt werden, damit die Freunde zu diesem wichtigen Projekt beitragen können, wenn sie dies wünschen. Dem Hüter wurde mitgeteilt, dass ein kleines Anwesen in Wien beschafft wurde, um als Hauptgeschäftsstelle zu dienen. Er möchte gerne wissen, ob dieses Grundstück gekauft oder gemietet wurde. Wenn es erworben wurde und Bahá’í-Eigentum ist, kann es natürlich vorübergehend als Ḥaẓíra für den örtlichen Rat dienen und dann später zum Nationalen Ḥaẓíra gemacht werden. Wenn andererseits das Gebäude gemietet wird und geeignet ist, sollten Anstrengungen unternommen werden, es zu kaufen. Wenn es nicht gekauft werden kann, dann sollte ein anderes kleines Gebäude gekauft werden. Der Hüter möchte, dass ganz klar verstanden wird, dass ein Ḥaẓíra sich auf einem Grundstück befinden muss, das sich im Besitz der Bahá’í befindet und nicht auf einem angemieteten Grundstück. Der Hüter wird es sehr schätzen, wenn Sie ihn so schnell wie möglich über die Schritte informieren, die Sie zur Erfüllung dieser wichtigen Aufgabe der zweiten Phase des Zehnjahresplans unternehmen. Er denkt, dass dieses Grundstück im Verlauf des Jahres gekauft werden sollte … P.S. Der Hüter möchte, dass Sie allen Freunden mitteilen, dass die Erfüllung der Aufgaben des Zehnjahreskreuzzugs gegenwärtig ihre wichtigste Pflicht ist. Dies erfordert, örtliche Tätigkeiten aufzugeben, damit die nationale und internationale Entwicklung des Glaubens ununterbrochen fortschreiten kann. Es sollte keine örtliche Einrichtung neu gegründet werden. Der Nationale Rat sollte darauf achten, dass Geld derzeit nicht für örtliche Zentren ausgegeben wird und die Freunde sollten ermutigt werden, sich auf die nationalen und internationalen Tätigkeiten des Glaubens zu konzentrieren.

25. Juni 1954

Liebe Bahá’í-Schwester: Die Briefe Ihres Rates vom 18. Juni, 11. August, 2. September (4) und 13. September, 14. Oktober, 9. und 24. November 1953 und 16. Januar (2), 3. Februar, 5. Februar (2), 7. und 11. Februar, 7. März, 19. April, 12. Mai und 19. Juni 1954 mit ihren Anlagen sowie das Material, das mit separater Post geschickt wurde, sind alle beim geliebten Hüter eingetroffen und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er bedauert, dass die Arbeitslast ihn daran hindert, häufiger an die Nationalen Geistigen Räte und damit auch an Ihren Rat zu schreiben. In der Tat fragt er sich langsam, wie lange er sich noch um die sich derzeit vervielfachenden Angelegenheiten der Sache kümmern und gleichzeitig die Korrespondenz erledigen kann. Er freut sich sehr, dass die Arbeit in Deutschland wirklich zusehends schneller voran geht. Die deutschen Freunde, eine der ältesten und so treu ergebenen Gemeinden in Europa, die während der beiden Kriege so schwer gelitten haben, sehen endlich in ihrer Heimat die Institutionen ihres Glaubens nicht mehr nur in ihren Hoffnungen und Träumen, sondern greifbar vor ihren Augen entstehen. Dem nationalen Ḥaẓíratu’l-Quds, der so kurz nach dem Ende der letzten Weltkatastrophe erworben wurde, folgt jetzt der Plan für den ersten Bahá’í-Tempel auf europäischem Boden, ein wahrhaft edles und inspirierendes Unternehmen. In diesem Zusammenhang möchte er Ihnen sagen, dass er den Vorschlägen, die Sie ihm bis jetzt schickten, leider nicht zustimmen konnte. Wie Ihrem Rat bewusst ist, errichten die Bahá’í auf der ganzen Welt nationale Institutionen und erwerben in verschiedenen Gegenden Tempelgelände, etc. Es ist nur natürlich, dass jeder Rat sich berechtigt fühlt, eine erste geeignete Investition für seine Tempelanlage oder seinen nationalen Ḥaẓíratu’l-Quds zu tätigen. Dennoch muss der Hüter, der alle Nachrichten aus der ganzen Welt erhält, leider feststellen, dass die Bahá’í-Welt nie in der Lage sein wird, ihre Schulden zu tilgen, wenn Ihr Rat, der kanadische Rat, die britische Gemeinde, der italienisch-schweizerische Rat etc. jeweils so hohe Summen für ihre Bahá’í-Tempelanlagen oder ihre nationalen Zentren ausgeben, wie sie das in ihren Berichten an ihn vorschlagen. So wünschenswert jeder Standort aus örtlicher Sicht betrachtet sein mag, würde das auf internationaler Ebene zu einem Vorhaben, das finanziell nicht tragbar ist. Daher hat er Ihren Rat aufgefordert, die Fläche und das Preislimit drastisch zu beschränken. Er hat das Gleiche in vielen anderen Teilen der Welt angeordnet. Er hofft, dass Sie in Kürze in der Lage sein werden, das erforderliche Grundstück zu erwerben. Es bleiben nun die wichtigen Überlegungen bezüglich eines Entwurfs für den Mashriqu’l-Adhkár. Es spielt keine Rolle, ob er von einem Bahá’í oder einem Nicht-Bahá’í-Architekten ausgeführt wird; das Wesentliche ist, er muss schön und würdevoll sein. Er darf nichts von diesem scheußlichen, übertriebenen, bizarren Stil haben, der bei vielen modernen Gebäuden zu sehen ist. Das wäre nicht angemessen für unser Haus der Andacht. Er denkt, Sie sollten das jedem Architekten, der Zeichnungen einreichen möchte, deutlich machen. Als wesentliche Vorgabe für die Gestaltung des Gebäudes legt ‘Abdu’l-Bahá eine kreisförmige Struktur mit neun Seiten fest. Abgesehen davon ist der Architekt in keiner Weise eingeschränkt, seinen eigenen Gestaltungsstil zu wählen. Wenn Sie eine ausreichende Sammlung von Zeichnungen haben, würde er sie gerne erhalten und Ihnen seinen Rat dazu geben. Ein sehr großes Gebäude ist zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig, da die Kosten unsere finanziellen Mittel zu weit übersteigen würden und die persischen Bahá’í, die so viel zahlreicher sind, in den kommenden neun Jahren in Ṭihrán ein viel größeres und anspruchsvolleres Gebäude errichten müssen, was natürlich viel teurer wird. Hinsichtlich der Angelegenheit von Herrn …: Einzelne Bahá’í werden immer ermutigt zu reisen und zu lehren und zweifellos ist er bisher eine große Hilfe in Deutschland gewesen. Der Hüter denkt aber, dass der Beschluss ihres Rates, Ihre begrenzten finanziellen Mittel anstatt für einen Reiselehrer in Deutschland zur Unterstützung von Pionieren auszugeben, völlig richtig war. Der Eifer der Freunde zu dienen, lässt sie im Überschwang oft vergessen, dass auch ein gesunder Geschäftssinn dringend nötig ist, um unsere Mittel zu schonen und all unsere Ziele zu erreichen. Er war sehr erfreut, dass so viele Bahá’í aus Deutschland bei der Stockholmer Konferenz waren und sich mit ihren Mitgläubigen aus Österreich treffen konnten. Er hofft, dass Ihre Lehrarbeit in Österreich im Laufe des Jahres deutliche Fortschritte machen wird. Die Sache wurde dort zu lange vernachlässigt und zweifellos gibt es dort ein sehr fruchtbares Feld, das nur darauf wartet, bestellt zu werden, um eine reiche Ernte einzutragen. Es war in der Tat ein großer Segen für die deutsche Gemeinde, dass sie im vergangenen Jahr von so vielen der Hände der Sache Gottes aus dem Ausland besucht wurde. Er hofft, dass das kürzlich eingerichtete Hilfsamt für Europa eine große Hilfe für die Arbeit sein wird, die die Verwaltungsinstitutionen in ganz Europa leisten müssen. Das Wichtigste ist, die bereits erschlossenen Pioniergebiete nicht zu verlieren. Es darf keinen Rückschritt geben. Die Freunde müssen dazu angehalten werden, um jeden Preis auf ihrem Posten zu bleiben. Sie müssen sich das herrliche Beispiel von Marion Jack vor Augen halten, die kürzlich in Bulgarien verstorben ist, nachdem sie in ihrer Wahlheimat fast 30 Jahre ihres Lebens dem Lehren des Glaubens gewidmet hat. Wie sich viele von Ihnen, die sie persönlich kannten, erinnern werden, war ihr Gesundheitszustand schon seit 1935 sehr schlecht, als sie die Esslinger Sommerschule besuchte. Er hatte sich niemals wirklich verbessert. Sie erlebte die Bombardierung und Evakuierung, schlief in einem zugigen, kalten Raum einer Schule auf dem Lande und sie litt, wie wir annehmen müssen, nach dem Krieg oft unter Hunger und unzureichender Bekleidung, da es schwierig war, Geld für sie in ein sowjetisch dominiertes Gebiet zu schicken. Sie hat nie die Sprache beherrscht und blieb ohne Freunde aus ihrem eigenen Land; dennoch harrte sie aus und sogar trotz der Bitten des Hüters, das Land während der schlimmsten Jahre des Krieges zu verlassen, blieb sie auf ihrem Posten und erwarb sich unvergänglichen Ruhm; ihr letzter Ruheplatz wird zum Heiligtum in Bulgarien, das die Menschen in diesem Land zunehmend ehren und würdigen werden. Die gegenwärtige Generation von Pionieren sollte zu dieser herrlichen Seele als Beispiel und Inspirationsquelle aufschauen. Er ist sehr glücklich, dass es den deutschen Bahá’í gelungen ist, sich auf Kreta und den friesischen Inseln niederzulassen; das ist ein großer Schritt vorwärts, wenn man bedenkt, wie sehr in der letzten dreißig Jahre ihre Tätigkeiten durch Umstände, über die sie keine Kontrolle hatten, eingeschränkt waren. Er bedankt sich für die Zusendung der zehn Exemplare einer jeden neuen Veröffentlichung und wünscht, dass Sie das so weiter machen, sobald neue Literatur erscheint. Bisher hat er noch kein Exemplar von God Passes By auf Deutsch erhalten, hofft aber, bald welche zu bekommen. Er schätzt sehr die Anteilnahme, die Sie im Zusammenhang mit dem Verlust unserer lieben Hände der Sache, Mr. Schopflocher und Mrs. Baker, zum Ausdruck gebracht haben. Die Freunde müssen sich überall bemühen, die Arbeit fortzusetzen, die diese ergebenen und heiligen Seelen geleistet hätten, wenn sie nicht ins Abhá-Königreich aufgestiegen wären. Auf diese Weise können sie am besten ihre Bewunderung und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Er war sehr glücklich zu sehen, dass Ihre Nationaltagung so erfolgreich war und dass der Einfluss des zukünftigen Tempels bereits spürbar ist und die Herzen der Gläubigen anzieht, darunter viele, die zuvor inaktiv waren. Es zeigt, was diese Bahá’í-Institutionen schaffen, während sie sich entwickeln. Sie können gewiss sein, dass er an alle Mitglieder Ihres Rates in seinen liebevollen Gebeten an den heiligen Schreinen denkt und darum fleht, dass die deutschen und österreichischen Bahá’í-Gemeinden all ihre Errungenschaften der Vergangenheit während dieses laufenden Bahá’í-Jahres übertreffen werden … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Die Errungenschaften der deutschen und österreichischen Bahá’í-Gemeinden seit Einführung des weltweiten Zehnjahreskreuzzugs, zu dem sich die Anhänger des Glaubens Bahá’u’lláhs aufgemacht haben, markieren einen bemerkenswerten Fortschritt in der Entwicklung und Festigung des Glaubens im Herzen des europäischen Kontinents. Die gewichtige historische Aufgabe, die so tapfer von diesen beiden Gemeinden geschultert wird, wurde herrlich begonnen und muss im Verlauf des Plans mit zunehmender Wachsamkeit, unbeirrbarer Entschlossenheit, rückhaltloser Hingabe, in vollständiger Einheit und mit beispielhafter Standhaftigkeit verfolgt werden. Das größte, dringendste und heiligste Unternehmen, das den Geist und die Mittel aller Mitglieder dieser beiden Gemeinden herausfordert – der Kauf des Grundstücks für den ersten Mashriqu’l-Adhkár Europas und die sofortige Einleitung von Maßnahmen für seinen Bau – erfordert in der gegenwärtigen Phase des Kreuzzugs äußerst konzentrierte Anstrengungen und höchste Opfer von Seiten der deutschen und österreichischen Gläubigen – Anstrengungen und Opfer, an denen sich ihre Glaubensbrüder im Osten sowie im Westen gerne beteiligen, als Zeichen ihrer Wertschätzung der historischen Bedeutung dieser mächtigen Institution, die dazu bestimmt ist, fest errichtet zu werden und ihren segensreichen Einfluss im Herzen dieses Kontinents erstrahlen zu lassen. Der Kauf des Geländes muss beschleunigt werden, die Wahl eines angemessenen Entwurfs für so ein herrliches Bauwerk muss mit geringstmöglicher Verzögerung getroffen werden und die Vorbereitung des Aushubs für das Fundament muss sorgfältig, unverzüglich und entschlossen durchgeführt werden. Der Errichtung dieses Symbols und Vorboten der Weltordnung Bahá’u’lláhs, die sich noch im embryonalen Stadium ihrer Entwicklung befindet, inmitten der Wirren, der Ängste, der Rivalitäten und der wiederkehrenden Krisen, die den Niedergang einer todgeweihten Zivilisation kennzeichnen, wird ohne Zweifel dem Vormarsch des Glaubens auf allen Kontinenten der Erde einen enormen Impuls verleihen und wird mehr als jede andere einzelne Tat die Aufmerksamkeit der geistig verarmten, wirtschaftlich angegriffenen, in ihren gesellschaftlichen Beziehungen verwirrten und moralisch desorientierten Massen eines leidgeprüften Kontinents auf seine im Entstehen begriffenen Institutionen lenken. Zugleich mit diesen Maßnahmen, die dazu bestimmt sind, so wirksam zum Aufbau der Gemeindeordnung des Glaubens in Deutschland und Österreich beizutragen, muss eine systematische Anstrengung der gewählten nationalen Vertreter der Bahá’í-Gemeinden dieser beiden Ländern unternommen werden, um durch eine weitere Ausbreitung der Gläubigen und durch eine intensive Lehrkampagne, die zur schnellen und stetigen Zunahme der Zahl der aktiven Unterstützer des Glaubens gestartet wird, so schnell wie möglich die Räte, Gruppen und isolierten Zentren zu vermehren. Die Pioniere, die sich so beherzt in den unerschlossenen, dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland und Österreich zugewiesenen Gebieten niedergelassen haben, müssen, wie groß das Opfer auch sei, den so mühsam gewonnenen Preis verteidigen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln danach streben, ihre herrlichen und unvergesslichen Errungenschaften durch ausgedehnte Lehrarbeit zu verteidigen. Während dieser doppelte Prozess der Vermehrung von Bahá’í-Zentren und der Entwicklung der neu eröffneten Gegenden fleißig voran gebracht wird, muss ein nicht weniger bemerkenswerter Fortschritt in der Festigung der beiden Gemeinden dadurch erzielt werden, dass örtliche Eintragungen erwirkt werden, die den Weg für die Schaffung von örtlichen Bahá’í-Einrichtungen ebnen und dazu dienen, die Grundlagen aller örtlichen Bahá’í-Gemeinden zu stärken. Die Schaffung eines nationalen Ḥaẓíratu’l-Quds in der Hauptstadt Österreichs sowie weiterer nationaler Einrichtungen in diesem Land – Maßnahmen, die die Bildung eines unabhängigen Nationalen Geistigen Rates einläuten werden und damit eine weitere Säule für das Universale Haus der Gerechtigkeit im Herzen des europäischen Kontinents errichten – sollten als die überragenden Ziele dieser zweiten Phase des Zehnjahreskreuzzugs, in die wir jetzt eintreten, angesehen werden. Nicht weniger wichtig und dringlich im Laufe dieser zweiten Phase der Entfaltung dieses weltweiten geistigen Kreuzzugs ist die Aufgabe, einen Bahá’í-Verlag zu gründen, der im Wesentlichen dem ähnelt, der bereits auf den Britischen Inseln arbeitet, sowie der Übersetzung, der Veröffentlichung und Verbreitung von Bahá’í-Literatur in deutscher Sprache neuen Schwung zu verleihen – eine Aufgabe, die die hochwichtige Lehrarbeit sehr beschleunigen, das Ansehen des Glaubens vergrößern und die lebenswichtigen Interessen ihrer Institutionen fördern wird. Die Gemeinde der deutschen und österreichischen Gläubigen, schon früher die Empfänger bemerkenswerter Auszeichnungen durch den Mittelpunkt des Bundes Bahá’u’lláhs; ins Leben gerufen und von klein auf durch die abschließenden Jahrzehnte des apostolischen Zeitalters des Glaubens unter Seiner schützenden Obhut genährt; in den unmittelbaren Jahren nach Seinem Hinscheiden außerordentlich erfolgreich bei der Schaffung der Grundlagen ihrer Gemeindeordnung; gereinigt und gestärkt hervorgegangen aus dem Feuer der schweren und anhaltenden Drangsal nach Abschluss des Zweiten Weltkriegs; ihre Fähigkeiten und Widerstandsfähigkeit durch den Start und die Ausführung eines sorgfältig entworfenen Plans unter Beweis stellend, trotz der Erschöpfung durch einen schrecklichen und grauenvollen Konflikt, der ihren Fortbestand gefährdete und sie in seinen Grundfesten erschütterte, – eine solche Gemeinde hat sich jetzt erhoben, um ihren rechtmäßigen Platz in dem weltumspannenden Kreuzzug einzunehmen, der von den Anhängern Bahá’u’lláhs ins Leben gerufen wurde; hat in großartiger Weise ihren Zehnjahresplan durch den Beginn ihrer herrlichen Mission im Ausland in Angriff genommen und drängt nun mit wunderbarem Mut, Entschlossenheit, Gründlichkeit und Genauigkeit voran in ihrem Bemühen, im Laufe dieser zweiten und neu begonnenen Phase der Entfaltung des Plans, dem sie sich geweiht hat, frische Lorbeeren zu gewinnen. Möge die Vision ihrer Mitglieder ungetrübt bleiben, ihre Entschlossenheit nicht wanken und mögen ihre Schritte niemals straucheln. Mögen sie im Laufe der Jahre erneut die Festigkeit ihres Glaubens beweisen, den Adel ihrer Motive, die Erhabenheit ihrer Hingabe, die Festigkeit ihres Entschlusses zum Dienst für einen Glauben, dem sie schon in der Vergangenheit so ergeben gedient haben und den sie zweifellos mit unvermindertem Eifer auch in der Zukunft fördern werden, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

28. Juni 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr liebevoller Brief vom 9. Juni mit den Berichten über die Tätigkeiten der Freunde im Zusammenhang mit der Entwicklung der Lehrarbeit in Deutschland und Österreich sowie in den Pioniergebieten liegt mir vor. Was Ihre Fragen betrifft, ist das Folgende die Antwort auf die Frage Nummer 1, insofern es eine Angelegenheit betrifft, die der Hüter erklärt hat. Die Führung der Pioniere liegt ganz in den Händen der Nationalen Räte, denen sie unterstehen. Der Hüter verkündet lediglich den Grundsatz und dann obliegt es den Nationalen Räten, diesen Grundsatz anzuwenden. Der Grundsatz ist, dass Pioniere, die das Feld des Pionierens betreten, erkennen sollten, dass sie dort die Sache vertreten, dass sie im Grunde die Sache verkörpern. Ihr Verstand und ihr Herz sollten sich auf ihre neuen Aufgaben und ihre neue Umgebung konzentrieren. Sie sollten nicht daran denken, wann sie nach Hause zurückkehren können, oder wann sie woanders hingehen können. Erst wenn der Glaube fest verankert ist, dürfen sie Gedanken an einen Umzug zulassen und dann nur in Absprache mit dem Nationalen Rat. Was Pioniere betrifft, die Urlaub machen möchten, so liegt das ganz im Ermessen des Nationalen Rates. Wie Sie erkennen können, hängt all dies vom Ort und zu einem gewissen Grad von den finanziellen Mitteln ab. Wenn jemand das Gefühl hat, er benötige eine kleine Veränderung für ein oder zwei Wochen, ist das natürlich etwas, was jeweils im Einzelfall behandelt werden sollte. Der Hüter möchte keine verbindlichen Regeln für diese Angelegenheiten festlegen. Ich werde Ihnen die Antworten auf die ausstehenden Fragen senden, sobald der Hüter seinen Rat dazu gegeben hat …

23. Juli 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Bitte richten Sie Ihre Aufmerksamkeit noch einmal auf Ihren Brief vom 9. Juni, in dem sie gewisse Fragen aufwerfen und auf meine Bestätigung dazu vom 28. Juni. Der geliebte Hüter hat mich angewiesen Ihnen wie folgt zu antworten: Nummer 2: Er denkt, Ihre Absicht, Einzelpersonen, die in Frankreich Bahá’í geworden sind, aber noch nicht ihre Kirchenzugehörigkeit aufgegeben haben, ein Jahr dafür einzuräumen, ist zufriedenstellend. Nummer 3: Bis zum Alter von 15 Jahren sind die Eltern für ihre Kinder weisungsbefugt. Im Alter von 15 können sie erklären, dass sie vom Glauben überzeugt sind, und sie können als Bahá’í-Jugendliche registriert werden, ob die Eltern Bahá’í sind oder nicht. Kinder von Bahá’í-Eltern unter 15 Jahren, die an Treffen teilnehmen und Gemeinschaft mit den Freunden als Bahá’í pflegen möchten, können dies tun. Wenn Nicht-Bahá’í-Eltern einem Kind, das jünger ist als 15 Jahre, erlauben, an Bahá’í-Treffen teilzunehmen und tatsächlich Bahá’í zu sein, ist dies ebenfalls zulässig. Nummer 4: Der geliebte Hüter hat verfügt, dass ein Rat, der zwischen einem Riḍván und dem nächsten einige Mitglieder verliert und dessen Mitgliederzahl sich dadurch auf weniger als 9 reduziert, sofort zum Status einer Gruppe zurückkehrt. Wenn sich allerdings eine ausreichende Zahl neuer Mitglieder findet, um 9 zu erreichen, dann bilden sie sofort wieder einen Rat. Der geliebte Hüter schätzt sehr Ihre ergebenen Dienste für den Glauben und die Art, wie Sie die schweren Aufgaben der Verbreitung des Glaubens sowie der Festigung seiner Institutionen bewältigen. Der Hüter versichert Sie seiner Gebete für Sie und sendet Ihnen seine herzlichen Grüße …

27. September 1954 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr liebevoller Gruß, der von allen Teilnehmern der Sommerschule unterzeichnet wurde, ist bei unserem geliebten Hüter eingetroffen und dies ist nur eine kurze Bestätigung in seinem Namen. Er war sehr glücklich zu erfahren, dass es so vielen Freunden möglich war, teilzunehmen und dass Sie das Vorrecht hatten, die geliebte Hand der Sache, Dr. Mühlschlegel bei sich zu haben. Er ist sicher, dass ein solches Treffen neue Kraft und neuen Eifer freigesetzt hat und dass jeder Einzelne sich nun entschließen wird, seine bisherigen Bemühungen im zweiten Jahr dieses historischen Zehnjahreskreuzzugs zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen. Er schickt Ihnen allen seine liebevollen Grüße … Möge der Allmächtige Ihre Bemühungen segnen, Ihnen zu allen Zeiten helfen, die lebenswichtigen Interessen Seines Glaubens zu fördern und ständig zur Vermehrung und Festigung seiner im Entstehen begriffenen göttlich verordneten Institutionen beizutragen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

18. November 1954

Liebe Bahá’í-Schwester: Dies ist die Bestätigung für den Erhalt Ihres freundlichen Briefes vom 9. November, der darüber informiert, dass Sie das Geschenk des geliebten Hüters von dreitausend Dollar für Ihren Tempel-Fonds bekommen haben. Ich teile dem Hüter Ihre große Dankbarkeit für sein Geschenk mit. Was die Errichtung der israelischen Zweigstelle des Nationalen Geistigen Rates von Deutschland und Österreich betrifft, gibt es derzeit nichts, was Sie in diesem Zusammenhang tun könnten. Diese Angelegenheit wird hier im Heiligen Land behandelt werden. Wenn es soweit ist, kann es notwendig und sinnvoll sein, dass Ihr Nationaler Rat diesbezüglich gewisse Beschlüsse fasst, aber ich werde Sie darüber zu gegebener Zeit informieren. Im Moment scheint die Gründung weiterer Niederlassungen in Israel nicht günstig zu sein und der Hüter hat deshalb angeordnet, dass diese Angelegenheit ein wenig aufgeschoben wird. Sie können aber sicher sein, dass zu gegebener Zeit dafür gesorgt wird. Mit liebevollen Grüßen an Sie und alle Mitglieder des Nationalen Rates …

12. Dezember 1954

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihren Brief vom 26. November erhalten und mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er ist sehr glücklich, Sie vom Geist der Liebe und Einheit beseelt zu sehen, denn ohne dies gibt es keinen Fortschritt in der Arbeit für die Sache Gottes. Persönliche Meinungsverschiedenheiten, Charakterunterschiede usw. müssen in der Liebe der Freunde zu Bahá’u’lláh und ihrem Wunsch, Seiner Sache zu dienen, dahinschmelzen. Er hofft, dass in naher Zukunft die Wiener Gemeinde ihren Ḥaẓíratu’l-Quds, dem er größte Bedeutung beimisst, haben wird, da er das sichtbare Zeichen der festen Grundlage ist, auf der die Gemeinde aufbaut. Er wird für Sie alle und für die rasche Ausbreitung des Glaubens durch Ihre Bemühungen beten … Möge der Allmächtige Ihre verdienstvollen Bemühungen segnen, Sie für Ihre geschätzten und beständigen Dienste reichlich belohnen und es Ihnen ermöglichen, große und denkwürdige Siege in den kommenden Tagen zu erringen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

10. Februar 1955

Liebe Frau Grossmann: Ihr liebevoller Brief vom 27. Dezember liegt mir jetzt nach meiner Rückkehr aus Europa vor. Ich habe den Eindruck, Sie möchten wissen, ob und wann die Botschaft unseres geliebten Hüters vom 27. November in Deutschland den Freunden mitgeteilt werden sollte. Es ist auf jeden Fall klar, dass der Hüter möchte, dass diese wichtige Botschaft allen Freunden übermittelt wird. Während der Wortlaut des letzten Absatzes ein wenig unklar scheinen mag, wollte der Hüter doch, dass alle Nationalen Räte davon eine Kopie zugeschickt bekommen, um diese wiederum an die Freunde weiterzugeben. Wir haben die Daten korrigiert, um zu zeigen, dass die Zahl der erklärten Anhänger des Glaubens in Heraklion, Kreta, eins ist und nicht zwei …

10. Februar 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat mich angewiesen, Ihnen im Zusammenhang mit dem Tempel-Projekt in Deutschland zu schreiben. Er hätte gern die neuesten Informationen im Hinblick auf den Erwerb des Geländes für den Tempel, in der Hoffnung, dass alle Probleme nun geklärt sind oder bald geklärt sein werden und die Eigentumsrechte auf Ihre Körperschaft übertragen werden. Er denkt auch, dass Sie mit der Vorbereitung der Entwürfe für den Tempel fortfahren sollten, was, soweit er Sie verstanden hat, durch einen Architekturwettbewerb geschehen soll. Er denkt, Sie sollten mit dieser Phase des Tempels unabhängig von der Frage des Landbesitzes fortfahren. Die Zeit verstreicht schnell und er hofft, dass es nicht lange dauern wird, bis der Entwurf gewählt ist. Nebenbei muss ein Punkt erwähnt werden und zwar, dass der Tempel in Wilmette weder eine Vorlage für andere Tempel noch eine neue Art der Bahá’í-Architektur darstellt. Daher ist es nicht nötig, dass Ihre Architekten sich bemühen, diesem Muster zu folgen. Wichtig ist es, den Anweisungen des Meisters bezüglich des Tempels zu folgen und dann etwas zu schaffen, was Ihren Wünschen entspricht und für Ihre Gegend angebracht ist …

23. Februar 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter beobachtet genau die Entwicklung des Zehnjahreskreuzzugs an allen Fronten. Eines der Ziele der zweiten Phase des Zehnjahreskreuzzugs ist die Eintragung der örtlichen und nationalen Räte in eine anerkannte Rechtsform. Der Hüter hofft, dass Ihr Nationaler Rat sich dieser wichtigen Angelegenheit annimmt, so dass im kommenden Bahá’í-Jahr so viele Ihrer örtlichen Räte wie möglich eingetragen werden. Er hält das für eine sehr wichtige Maßnahme, die Sie so genau wie möglich durchführen sollten. Würden Sie mir bitte über alle diesbezüglichen Schritte einen Bericht für den Hüter zusenden und wenn bisher keine unternommen wurden, was getan werden kann, um ein entsprechendes Programm auf den Weg zu bringen. Ich brauche nicht darauf hinzuweisen, dass ein weiteres der wichtigsten Ziele der zweiten Phase des Zehnjahreskreuzzugs die Vermehrung der Bahá’í-Zentren und insbesondere die Weiterentwicklung der Bahá’í-Gruppen zu Räten ist. Am besten kann dies erreicht werden, wenn sich Bahá’í aus den größeren Zentren in die schwachen Gebiete begeben, oder in ganz neue Zentren. Der Hüter sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

23. Februar 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Bitte beachten Sie meinen Brief vom 20. April an Dr. Giachery mit Kopie an Sie hinsichtlich der technischen Einzelheiten für Bahá’í-Tempel. Der geliebte Hüter hat mich gebeten, Ihnen zu schreiben und zu erklären, dass zwar zur Frage einer Kuppel für einen Bahá’í-Tempel in den Lehren keine Angaben gemacht werden, er jedoch der Ansicht ist, dass Sie für den Tempel in Deutschland ein Gebäude mit einer zentralen Kuppel planen sollten. Er denkt, es würde die Schönheit des Bauwerks, das für Frankfurt geplant ist, erhöhen …

8. März 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter möchte unbedingt so schnell wie möglich Daten über die Ḥaẓíratu’l-Quds zusammentragen, die in Verbindung mit den Zielen des Zehnjahreskreuzzugs erworben wurden. Daher legt er sehr großen Wert darauf, dass Sie die Informationen über den Ḥaẓíratu’l-Quds in Wien postwendend per Luftpost schicken. Er wüsste gern die Fläche des Grundstücks, die Größe des Gebäudes, soweit es die Anzahl der Räume betrifft, sowie den ursprünglichen Kaufpreis des Ḥaẓíratu’l-Quds, die Kosten der Abwicklung und schließlich die Gesamtkosten. Der Hüter bittet Sie, dies postwendend mit Luftpost zu senden …

11. März 1955

Liebe Bahá’í-Schwester: Ihr liebevoller Brief vom 25. Februar liegt mir vor. Es war mir eine große Freude, die Freunde in Frankfurt und Stuttgart zu besuchen und wir werden noch lange an die liebevolle Gastfreundschaft denken, die uns von all den Freunden erwiesen wurde. Ich weiß nicht, was für … noch getan werden kann. Gewisse Mitglieder des amerikanischen NSA stehen in engem Kontakt mit den Behörden in Washington und wenn Sie Ihnen geschrieben haben, dass nichts weiter getan werden könne, dann ist das meiner Meinung nach das letzte Wort, zumindest habe ich nichts, was ich noch vorschlagen könnte. Bitte übermitteln Sie meine tiefe Liebe allen Mitgliedern des Nationalen Rates …

29. März 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Am 21. April treten wir in das letzte Jahr der zweiten Phase des Zehnjahreskreuzzugs. Wie Sie wissen, ist eines der Ziele dieser zweiten Phase die schnelle Vermehrung von Räten, Gruppen und Zentren in der ganzen Welt. Im vergangenen Jahr erreichten die Freunde sehr viel durch ihre Anstrengungen, sich aus den dicht bevölkerten Zentren aufzumachen, um die Zielstädte zu gewinnen und neue Zentren zu gründen. Allerdings haben wir nicht viel erreicht auf dem Weg, die Zahl der Bahá’í oder die der Geistigen Räte zu erhöhen. Der geliebte Hüter hofft aufrichtig, Sie machen dies zu einem Schwerpunkt umfangreicher Untersuchungen und Überlegungen seitens Ihres Rates, so dass sich die gesamte Gemeinde der Erfüllung dieses großen Ziels während des kommenden Jahres hingeben möge. Die Grundlagen für viele weitere Räte müssen gelegt werden. Die Freunde müssen weg von den dicht bevölkerten Zentren und sich verteilen. Unsere Lehrarbeit muss so geheiligt und eindringlich sein, dass viele, viele Seelen bestätigt werden. Die Freunde müssen bei dieser großen Aufgabe sehr entschlossen voranschreiten, um im kommenden Jahr möglichst viele neue Räte zu gründen. Aus Briefen, die der geliebte Hüter bekommen hat, entnahm er, dass die Freunde das Gefühl haben, es gebe keine Notwendigkeit vor 1963 neue Räte zu gründen. Der Zehnjahreskreuzzug endet im Jahr 1963, aber es sollten so viele der Ziele so schnell wie möglich gewonnen werden. Es sollte sicherlich allen Freunden klar sein, dass wir nicht bis zum letzten Jahr des Kreuzzugs warten können, um die verschiedenen Ziele der uns auferlegten Aufgaben zu erreichen. Sie sollten so schnell wie möglich erreicht werden. Darüber hinaus gibt es viele Aufgaben des Kreuzzugs, die der Hüter nicht in Angriff nimmt, ehe nicht die vorbereitenden Ziele erreicht wurden. Zum Beispiel wäre es unmöglich, Nationale Räte in allen vorgeschlagenen Gebieten zu gründen, bevor es mehr Bahá’í, mehr Gruppen und mehr Räte in diesen Ländern gibt. An der Heimatfront hängen weitere Aufgaben von den Siegen ab, die jetzt errungen werden. Im laufenden Jahr wird der Leitgedanke der Lehrarbeit an der Heimatfront, so hofft der Hüter, die Verbreitung der Freunde in nie gekanntem Ausmaß sein und dass möglichst viele Räte hinzugewonnen werden. …

20. April 1955

Lieber Ugo: Ich habe Ihren Brief vom 10. April, der von Ihrem Gespräch mit dem deutschen Architekten, Prof. Dr. Bartning berichtet und von seiner Erklärung zu den Gestaltungselementen, die in den neuen Tempel für Deutschland integriert werden sollen. Der Geliebte Hüter erklärt, dass es kein Erfordernis gibt, ein Fenster nach Osten zu orientieren. Tatsächlich denkt er, dies sollte nicht gemacht werden, da sonst eine muslimische Praxis in Bezug auf ihre Gebetsnische etc. übernommen werden würde. Ich schicke eine Kopie dieser Erläuterung an den deutschen NGR, damit sie das nachvollziehen können. Der Hüter hat auch darauf hingewiesen, dass nichts in den Lehren eine einzelne Kuppel für das Gebäude verlangt, in Wirklichkeit nicht einmal überhaupt eine Kuppel. Im Allgemeinen ist es natürlich viel schöner, eine Kuppel oder sogar mehrere Kuppeln zu haben, aber das ist keine zwingend notwendige Voraussetzung für den Tempel. Desgleichen erklärt der Hüter, dass es nicht wesentlich ist, dass neun Türen vorhanden sind. Die eigentliche Voraussetzung ist, dass das Gebäude kreisförmig angelegt wird mit neun Seiten; dass es neun Gärten, Wege und dergleichen gibt …

1. Mai 1955 (Tagung)

SEHR DANKBAR NACHRICHT. FORDERE DELEGIERTEN ALLE GEMEINDEN WACHZURÜTTELN HÖCHSTE ANSTRENGUNG AUFZUBIETEN VERLAUF LETZTEN JAHRES ZWEITEN PHASE KREUZZUGS VERMEHRUNG ZENTREN RÄTEN FESTIGUNG ZUGETEILTEN NEU ERSCHLOSSENEN GEBIETE INTENSIVIERUNG LEHRARBEIT EINTRAGUNG RÄTE AUFBAU EINRICHTUNGEN VERLAG. RATE DRINGEND KONZENTRATION ARBEIT AUSBREITUNG ÖSTERREICH BESCHLEUNIGUNG VORLÄUFIGEN KONSTRUKTION TEMPELS ERFLEHE REICHEN SEGEN SHOGHI

1. Juli 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter war sehr glücklich, von der Bestätigung eines weiteren Bahá’í auf der Insel Kreta zu erfahren. Der Hüter möchte unbedingt den ethnischen Hintergrund der neuen Bahá’í in diesen neuen Gebieten erfahren. Ich frage mich daher, ob Sie mich wissen lassen könnten, welche Nationalität der erste neue Bahá’í in Kreta sowie dieser zweite Bahá’í hat. Der Hüter möchte gern wissen, ob einer der beiden rein griechischer Herkunft ist …

2. August 1955

Liebe Bahá’í-Schwester: Ihre Briefe vom 11. Juni, 16. und 22. Juli, 30. August, 12. und 17. Oktober, 2. und 17. November, 10. Dezember 1954 und vom 31. Januar, 19. Februar, 28. April und 21. Mai 1955 mit ihren verschiedenen Anlagen erreichten alle den geliebten Hüter und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Während die Arbeit des Zehnjahreskreuzzugs stetig zunimmt, findet er es zunehmend schwieriger, häufig mit den nationalen Räten zu korrespondieren; und tatsächlich fragt er sich, wie die Situation in einigen Jahren sein wird, wenn wir so viele zusätzliche Nationale Körperschaften haben werden. Dies erklärt, warum Sie nicht früher von ihm gehört haben. Er war sehr glücklich zu erfahren, dass der Wiener Ḥaẓíratu’l-Quds gekauft wurde, da dies eines der wichtigsten Ihrem Rat zugewiesenen Ziele im Zehnjahresplan erfüllt. Er würde sich freuen, Fotos vom Gebäude zu sehen. Er denkt, dass es sehr klug war, den Pionieren in Kreta zu raten, in jeder Hinsicht sehr diskret zu sein und zu entscheiden, dass die Korrespondenz mit Ihnen im Augenblick über ihre Eltern geführt wird. Die Freunde, die sich in neue Länder aufgemacht haben, können nicht vorsichtig genug sein. Falls sie gezwungen wären, wegzuziehen und nicht lange genug bleiben können, um zumindest eine kleine Gruppe von Menschen zu gewinnen, die fest im Glauben weiter arbeiten, würde viel Zeit und Geld verschwendet werden und die Umsetzung des Plans erlitte einen ernsten Rückschlag. Er wird sicherlich für die Pioniere dort beten, für ihren Schutz und ihre Führung. Sie sollten auf jeden Fall durchhalten und diskret handeln. Er war sehr zufrieden, von den Fortschritten zu erfahren, die bei der Lehrkonferenz in Frankfurt unter der Schirmherrschaft der Europäischen Hände gemacht wurden. Er ist sich sicher, dass dies half, die Arbeit anzuspornen und zu koordinieren. Umgang und Beratung miteinander, wie ‘Abdu’l-Bahá immer wieder betont hat, haben eine große Wirkung auf die Freunde und ermöglichen ihnen, die Arbeit der Sache als Ganzes zu sehen und nicht als ein kleines örtliches Unterfangen, bei dem ihre Persönlichkeit und die Persönlichkeiten anderer Menschen oft im Konflikt stehen; und sie fordern heraus, sich zu erheben und in neue Gebiete hinaus zu ziehen, um den Glauben überall zu verbreiten. Der Hüter legt größten Wert auf das Tempelprojekt. Er denkt, wenn Sie aus irgendeinem Grund den Fall nicht gewinnen und die Erlaubnis nicht bekommen, den Tempel auf dem Grundstück zu bauen, das Sie schon ausgesucht haben, muss zügig ein neues Grundstück gekauft werden. Er hofft, dass der Fall zufriedenstellend geklärt wird und dass es keine Notwendigkeit für Sie geben wird, sich weiter umzuschauen. Die Vorbereitung von Entwürfen für den Tempel sollte seiner Ansicht nach jedoch nicht auf den Abschluss des Gerichtsverfahrens warten. Es wird noch einige Zeit dauern, Entwürfe zu bekommen, sie ihm zur Begutachtung weiterzuleiten und mögliche, notwendig erscheinende Veränderungen einzubinden, sobald einer der Entwürfe zufriedenstellend ist. Er rät Ihnen daher den Wettbewerb so schnell wie möglich zu eröffnen und keine Zeit mehr zu verlieren. Er möchte an dieser Stelle Ihren Rat dringend an die gebotene Sparsamkeit erinnern. Der Tempel muss natürlich ein gediegenes und würdiges Bauwerk sein. Er hält keines dieser modernistischen Experimente in der Architektur überhaupt geeignet für ein Gebäude dieser Art, da es ihnen so oft an Schönheit und Würde mangelt. Er ist ferner der Auffassung, dass das Gebäude relativ klein sein sollte, sowohl wegen der Größe der Gemeinde in Deutschland als auch wegen der gegenwärtigen finanziellen Mittel des Glaubens. Das Allerwichtigste ist, diesen ersten Tempel auf europäischem Boden überhaupt zu errichten. In den Tagen, als ‘Abdu’l-Bahá den amerikanischen Bahá’í dringend ans Herz legte, den ersten Mashriqu’l-Adhkár der westlichen Welt zu bauen, betonte er immer wieder, es könne ein bescheidenes Gebäude sein und das Wichtigste sei das geistige Element, dass dieses Haus der Andacht im Namen Bahá’u’lláhs im Herzen von Amerika errichtet werde. Das Gleiche gilt jetzt für Ihren Tempel in Deutschland. Größe und Prunk sind nicht wichtig. Das Wichtigste ist, dass das Gebäude rasch errichtet wird und finanzierbar ist und nicht, wie der amerikanische Tempel, für die Freunde in den kommenden Jahren eine schreckliche Belastung darstellt. Er ist glücklich, dass die deutschen Freunde in den letzten Jahren viel beweglicher wurden, an Konferenzen in anderen europäischen Ländern teilnahmen, als Pioniere hinauszogen und schrittweise die Zahl der Zentren in Deutschland und Österreich erhöhten. Er legt darauf größten Wert, weil es eine der Hauptaufgaben des Rates ist, dafür zu sorgen, dass Österreich bis zum Ende des Plans einen unabhängigen Nationalen Rat hat; und das kann nicht erreicht werden, wenn seine Geistigen Räte nicht vermehrt werden, um eine breite Grundlage für diese Nationale Körperschaft zu schaffen. Er hofft, Sie werden die Wiener Bahá’í und die vereinzelten Gläubigen in Österreich ständig ermutigen, ihre Lehrbemühungen zu intensivieren, die Arbeit der Sache zu stärken, als Pioniere in neue Zentren zu ziehen und vor allem geeint zu sein, denn die Einheit gehört zu den größten Kräften, die uns zur Verfügung stehen, um in der Arbeit für die Sache erfolgreich zu sein. Er versichert Ihnen allen, dass er in seinen Gebeten an den heiligen Schreinen sehr liebevoll an Sie denkt und um die Beseitigung aller Hindernisse auf ihrem Weg und für das Erreichen all Ihrer Ziele fleht … P. S. Der Hüter möchte Ihnen allen besonders für Ihre liebevolle Botschaft zu Riḍván danken, über die er sich sehr freute. Er versichert Ihnen allen, dass er um große Siege betet, die Ihre Bemühungen zur Verbreitung des Glaubens und zur Festigung seiner Grundlagen begleiten mögen. Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Die stetige Ausweitung und die Festigung der Tätigkeiten, für die sich die Mitglieder der Bahá’í-Gemeinden in Deutschland und Österreich so hingebungsvoll, so vereint und energisch engagieren, haben mein Herz sehr erfreut, meine Bewunderung für sie vergrößert und meine Hoffnungen für den triumphalen Abschluss ihrer gemeinsamen Unternehmungen in Übereinstimmung mit den Vorkehrungen des Zehnjahresplans verstärkt. Durch die wichtige Lage, die sie im Herzen des europäischen Kontinents einnehmen; unter ihren Schwestergemeinden auf dem gleichen Kontinent für besondere Gunstbeweise vom Mittelpunkt des Bundes Bahá’u’lláhs ausersehen; durch die Ernennung von zwei Händen der Sache aus dem Kreis ihrer Mitglieder hervorgehoben; mit der gewaltigen und heiligen Verantwortung der Errichtung des ersten Hauses der Andacht auf europäischem Boden betraut; unmittelbar nach den so langen und grausamen Prüfungen eine Kraft aufweisend, einen Mut und eine Treue, die für ihre Schwestergemeinden, nicht nur in den benachbarten Ländern, sondern in der ganzen Bahá’í-Welt nachahmenswert ist – diese Zwillingsgemeinden, die durch die Gemeinsamkeit ihrer Sprache, ethnischen Merkmale und Traditionen dazu bestimmt sind, eine bemerkenswerte und besondere Rolle für den weltweiten Fortschritt des Glaubens auf dem europäischen und dem asiatischen Kontinent zu spielen, müssen weiter mit unbeugsamer Entschlossenheit, unerschütterlichem Glauben, klarer Vision und unverminderter Kraft auf dem Weg zur Erfüllung ihrer hohen Bestimmung vordrängen. Die ständige Zunahme der Zahl der Gläubigen in beiden Ländern und die Vermehrung der vereinzelten Zentren, Gruppen und örtlichen Räte ist eine Aufgabe von erstrangiger Bedeutung, der sie besondere Aufmerksamkeit im Laufe des letzten Jahres der zweiten Phase dieses weltumspannenden geistigen Kreuzzugs schenken müssen. Es ist genauso heilig und wichtig, die Fragen im Zusammenhang mit dem Kauf des Geländes für den zukünftigen Tempel in der Nähe von Frankfurt endgültig zu klären sowie seinen Entwurf auszuwählen, als wesentliche Vorbereitung zu den Aushubarbeiten für das Fundament und zur Errichtung des Gebäudes. Beides erfordert die konzentrierte und anhaltende Aufmerksamkeit der gewählten Vertreter dieser Gemeinden, deren Aufgabe die Beschleunigung dieses herausragenden Unternehmens ist, das dazu bestimmt ist, einen weitreichenden geistigen Einfluss auf die Geschicke des Glaubens auszuüben, nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auf dem ganzen europäischen Kontinent und sogar weit über dessen Grenzen hinaus. Noch eine andere Verpflichtung, die unter keinen Umständen aus den Augen verloren oder vernachlässigt werden darf, ist die Eintragung von fest etablierten örtlichen Räten in diesen beiden verbundenen Ländern, ein Prozess, der die Verwaltungsgrundlagen des Glaubens stark festigen und sein Ansehen auf dem europäischen Kontinent erhöhen wird. Dass diese gewählten nationalen Vertreter besondere Maßnahmen ergreifen, die dazu gedacht sind, die Entstehung eines unabhängigen Nationalen Geistigen Rates in Österreich zu beschleunigen, ist noch eine weitere Pflicht, die dringender und ernsthafter Überlegungen durch Sie bedarf und die, wenn sie angemessen erfüllt wird, dem Fortschritt des Glaubens in einem Land, das so zentral in Europa liegt, das so eine reiche Vergangenheit besitzt und gesegnet ist durch die Spuren ‘Abdu’l-Bahás, einen enormen Impuls verleihen wird. Die hervorragende Arbeit der deutschen Pioniere in den unerschlossenen Gebieten, in Nord- sowie in Südeuropa, die Gutes verheißt für die Durchführung einer ähnlichen Mission in den östlichen Gebieten, die Teil der ihnen zugeteilten Aufgaben im Zehnjahresplan ist, muss sorgsam behütet und stetig verstärkt werden, da sie einen Auftakt zu den Siegen darstellt, die im Verlauf der zukünftigen Pläne an den östlichen Grenzen dieses Kontinents und sogar weit bis ins Innerste Asiens gewonnen werden müssen. Auch darf die Gründung des geplanten Bahá’í-Verlags nicht verzögert werden, da das eines der wichtigsten Ziele des Kreuzzuges ausmacht, den die deutsche Bahá’í-Gemeinde in Angriff genommen hat. Kein Opfer kann als zu groß erachtet werden für die Verwirklichung dieser glanzvollen Ziele und die Gewinnung solch kostbarer Preise. Die Mitglieder dieser engverbundenen Gemeinden müssen sich wie nie zuvor erheben und sich für eine noch größere Leistung rüsten und für eine noch überzeugendere Verkörperung jener Eigenschaften, die ihre besondere Verantwortung für den Glauben Bahá’u’lláhs ausgezeichnet haben und sie müssen sich darauf vorbereiten, in den abschließenden Monaten des laufenden Jahres siegreich in die dritte Phase des Zehnjahresplans einzutreten. Durch die tragischen Leiden ihrer Glaubensbrüder im Heimatland Bahá’u’lláhs, die auch die Projekte dieser verfolgten Gemeinde zur Errichtung des Muttertempels in Ṭihrán zurückwerfen, muss ihre eigene Entschlossenheit, den Bau eines entsprechenden Hauses der Andacht im Herzen Europas zu beschleunigen, gestärkt werden. Die Bemühungen ihrer nationalen Abgeordneten, so anstrengend sie in den letzten Monaten waren, müssen verdoppelt, nein verdreifacht werden, um in diesem besonderen und äußerst wichtigen Feld die unvermeidliche und beklagenswerte Verzögerung bei der Erfüllung dieser so verdienstvollen, so bedeutsamen und historischen Aufgabe auszugleichen. Unbeirrt vom Geschrei der hartnäckigen, mächtigen und bösartigen Widersacher im Land der Geburt ihres Glaubens; unerschrocken von der beginnenden Gegnerschaft, die Vertreter religiöser Orthodoxie zu einem geringeren Grad jetzt in ihrer eigenen Heimat zeigen, müssen dieselben gewählten Vertreter entschlossen vorwärts drängen und jeglichem Hindernis, das ihnen derzeit im Weg stehen mag, entgegentreten und es zügig überwinden. Sie tragen in dieser historischen und entscheidenden Phase der Entwicklung ihres kostbaren und geliebten Glaubens eine Verantwortung, die sie weder verkleinern noch vernachlässigen können. In dieser bedeutungsträchtigen Stunde, die die überwältigende Mehrheit ihrer Mitgläubigen durchlebt, haben sie eine von Gott gesandte Gelegenheit, den unbestechlichen Charakter ihres Glaubens, den unbezähmbaren Geist, der sie belebt, und die Erhabenheit der Grundsätze, die ihr Handeln motiviert, zu demonstrieren und damit den Opfern der brutalen, weit verbreiteten und wiederholten Verfolgungen, die in der Wiege ihres Glaubens so viele ihrer Mitgläubigen bedrängen, einen bleibenden und bitter nötigen Trost zu spenden. Dass sie sich ihrer hohen Berufung als würdig erweisen mögen; dass sie durch die Anzahl und den Wert ihrer Errungenschaften ein inspirierendes Vorbild für ihre Mitarbeiter in beiden Hemisphären bieten mögen; dass sie in ihrer Gesamtheit die vielfältigen Aufgaben im Rahmen eines Plan erfüllen mögen, der so eine bemerkenswerte Etappe in der Durchführung der glorreichen Mission bildet, die ‘Abdu’l-Bahá für sie vorgesehen hat, ist der Gegenstand meiner unaufhörlichen Gebete, wenn ich an der Schwelle Seines Schreins flehe. Möge Sein wachsamer, Sein erhaltender und immer liebevoller Geist jeden Schritt, den sie unternehmen, leiten, alle Mühen, die sie auf sich nehmen, segnen und jede Hoffnung erfüllen, die sie im Streben nach den Siegen hegen, die zu erringen sie sich selbst entschlossen haben. Shoghi

23. September 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter möchte sobald wie möglich den aktuellen Stand der Dinge zum Kauf des Tempelgeländes in Deutschland und zum Architekturentwurf für den Tempel wissen. Können Sie mir bitte postwendend schreiben und mich wissen lassen, wie der Stand dieser beiden sehr wichtigen Angelegenheiten ist? Ihm ist sehr daran gelegen, dass die Arbeit am Tempel in jeder Weise beschleunigt wird, weil er fürchtet, dass, wenn die Arbeit nicht bald beginnt, es sich als unmöglich erweisen könnte, die Aufgabe innerhalb des Zeitraums von zehn Jahren abzuschließen. Er wird es sehr schätzen, wenn Sie mir alle Einzelheiten dazu schreiben …

23. September 1955 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Dies ist nur eine kurze Bestätigung im Namen des geliebten Hüters für Ihren Brief vom 21. August. Er denkt oft in seinen liebevollen Gebeten an die lieben Freunde in diesem Land und fleht darum, dass sie die nötige Kraft und Führung bekommen, um in einer angemessenen Weise ihren Teil zu dieser besonderen Phase des weltweiten Geistigen Kreuzzuges beizutragen … Möge der Geliebte Ihre stetigen und ehrenvollen Bemühungen und Dienste segnen und es Ihnen ermöglichen, ständig den Umfang Ihrer Errungenschaften zu erweitern, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

30. September 1955

DER HÜTER ERHIELT EIN PAKET TEMPELZEICHNUNGEN. SIND DIES ALLE BEITRÄGE ODER SIND ANDERE UNTERWEGS? LIEBEVOLLE GRÜSSE …

20. Oktober 1955

IHR TELEGRAMM 15. OKTOBER VERMUTEN ENTSCHEIDUNG TEMPELENTWURF HAT KEINEN EINFLUSS AUF GERICHTSENTSCHEIDUNG 26. OKTOBER. IST DAS RICHTIG? HABEN SIE VORABINFORMATIONEN DARÜBER, WIE ENTSCHEIDUNG AUSFÄLLT? HÜTER HAT KEINE ENTSCHEIDUNG GETROFFEN, SCHEINT ABER AZAMAT VON HOPFER STUTTGART ZU BEVORZUGEN. BITTE TELEGRAFIEREN VORGESCHLAGENE HÖHE UND BREITE. HABEN SIE EINE VORSTELLUNG BAUKOSTEN …

19. Oktober 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Ich telegrafierte Ihnen auf heutige Anweisung unseres geliebten Hüters wie folgt: »Ihr Telegramm 15. Oktober vermuten Entscheidung Tempelentwurf hat keinen Einfluss auf gerichtliche Entscheidung 26. Oktober. Ist das richtig? Haben Sie Vorabinformationen darüber, wie Entscheidung ausfällt? Hüter hat keine Entscheidung getroffen, scheint aber Azamat von Hopfer Stuttgart zu bevorzugen. Bitte telegrafieren vorgeschlagene Höhe und Breite. Haben Sie eine Vorstellung Baukosten«. Wie das Telegramm schon sagt, verstehe ich es so, dass die Entscheidung bezüglich des Tempelentwurfs nichts zu tun hat mit der Entscheidung in dem Gerichtsverfahren, sondern dass Sie eine Entscheidung des Hüters wünschen, um für eine angemessene öffentliche Bekanntgabe zu sorgen. Wir hoffen und beten darum, dass die Entscheidung positiv ausfällt Bei der Überprüfung der Vorgaben, die Sie für den Tempel festgelegt haben, möchte der Hüter darauf aufmerksam machen, dass Sie einige Elemente in die Vorgaben aufgenommen haben, die nicht notwendig sind und definitiv nicht zu einem Bahá’í-Tempel gehören, wie folgende: Ihre Nr. 14-Versammlungsraum. Der Tempel ist nur für den Gottesdienst und ein Versammlungsraum ist nicht zulässig. (In Amerika wurde das Untergeschoss des Tempels nur vorübergehend als Gemeindesaal verwendet.) Dies geschah, weil für den Bau des Gebäudes so viel Zeit benötigt wurde. Nr. 17- Konferenzräume. Da der Tempel nur für Gottesdienste bestimmt ist, sind Konferenzräume nicht erforderlich. Nr. 18 - Bibliothek und Archive. Diese Einrichtungen sind in einem Haus der Andacht weder erforderlich noch wünschenswert. Nr. 19 und 20 - Kücheneinrichtung. Dies ist nicht erforderlich, da im Tempel kein Essen serviert werden darf. Der Tempel ist nur für Gebet und Gottesdienst bestimmt. Nr. 27 - Luftschutzbunker. Diese sind nicht erforderlich. Nr. 30 - Hausmeisterwohnung. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich, da der Hausmeister in einem der freien Räume des Tempels übernachten kann. Dem Hüter ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass der Tempel so wirtschaftlich und umsichtig wie möglich gebaut werden muss und nur die Einrichtungen, die für ein Haus der Andacht vorgeschrieben sind, umfassen sollte. Der Glaube ist gegenwärtig mit so hohen Ausgaben belastet, dass wir keine Gebäude errichten können, die einen zu großen Aufwand an Mitteln erfordern. Der Hüter würden sich freuen, wenn Sie so schnell wie möglich eine vorläufige Einschätzung der Baukosten für den Tempel, der als ›Azamat‹ bezeichnet wird, abgeben könnten. Auch möchte er, dass Sie ihm jetzt so viele Details wie möglich über den Bau dieses Gebäudes, Materialien, die verwendet werden sollen, usw. zusenden. Ich nehme an, dass Sie bereits die vorgeschlagene Höhe und Breite telegrafiert haben werden, wenn dieser Brief Sie erreicht. Der Hüter würde es sehr schätzen, so schnell wie möglich detaillierte Informationen über ›Azamat‹ von Ihnen zu erhalten …

28. Oktober 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihren Brief vom 26. September erhalten und er hat mich angewiesen, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Wie Sie wissen, ist er sehr glücklich, dass die Gläubigen in Wien ihr eigenes Zentrum haben und dass es in Kürze für Bahá’í-Angelegenheiten bereit stehen wird. Diese wichtigen Institutionen des Glaubens sind für sich genommen bereits großartige Lehrer. Der Geist der Liebe und Einheit unter den Freunden, wenn sie ihre Tätigkeiten für den Glauben in ihrem Ḥaẓíratu’l-Quds diskutieren, vorbereiten und durchführen, wird wie ein Magnet die göttliche Gaben anziehen. Der Hüter hofft, dass von diesem Zentrum ausgehend der Glaube nicht nur in ganz Wien, sondern auch in andere Städte Österreichs getragen wird … Möge der Allmächtige, Dessen Sache Sie mit so viel Mut, Hingabe und Ausdauer dienen, Sie leiten und stützen und Ihnen helfen, Seinem Glauben in den kommenden Tagen bemerkenswerte Dienste zu erweisen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

10. November 1955

Lieber Bahá’í-Freund: Der geliebte Hüter hat Ihren letzten Brief mit den Entwürfen für den Tempel, der in Deutschland gebaut werden soll, sehr sorgfältig gelesen. Er möchte, dass Sie die folgenden Erklärungen dazu übermittelt bekommen und ich werde sie daher aufzählen, damit keine Missverständnisse aufkommen. 1. Der Hüter hat nicht definitiv den Tempelentwurf ›Azamat‹ als den Tempel für Deutschland gewählt. Unter den Einsendungen, die bis zu diesem Zeitpunkt gemacht wurden, denkt er, dass dieser am besten geeignet ist, um als Grundlage für das endgültige Design des Tempels zu dienen. Er möchte jedoch ganz klar stellen, dass er bis jetzt diesen Entwurf noch nicht endgültig akzeptiert hat. 2. Der Hüter will sich nicht zu sehr in Fragen des nationalen Geschmacks oder in Vorgehensweisen des Nationalen Rates einmischen, aber er legt größten Wert auf den Tempel in Eschborn, da dies der erste Tempel in Europa ist und der einzige, der im Laufe des Zehnjahreskreuzzugs in Europa gebaut werden soll. Deshalb denkt er, dass dieses Haus der Andacht in ganz Europa die Würde und den Geist des Glaubens vertreten muss. 3. Der Hüter ist daher der Auffassung, dass wir kein ultra-modernes Gebäude akzeptieren sollten, das mehr oder weniger den aktuellen Zeitgeist wiedergibt und nicht die vornehme architektonische Schönheit, die der Geist des Glaubens erzeugen sollte. 4. Der Hüter wäre glücklich, wenn Ihr Rat den Entwurf eines Gebäudes erstellen könnte, das anmutig in seiner äußeren Form ist und über eine Kuppel verfügt. Wenn sie dazu in der Lage wären, würde er sich sehr freuen. Der Architekt muss vor allem die Ausmaße des Gebäudes, die Formgebung und seine architektonische Schönheit im Auge haben. Die meisten Sakralbauten, darunter der Tempel in Wilmette, enthalten Elemente der bisherigen Architekturschulen in einer Komposition, die etwas Neues darzustellen scheint. Er denkt, die Architekten sollten die anmutigen Ausmaße des Tempels in Wilmette, den Entwurf von Mr. Remey für den Tempel auf dem Berg Karmel und den Schrein des Bab sowie die Umrisse der Kuppeln von wichtigen Gebäuden, vor allem die Kuppel des Petersdom in Rom studieren. Auf diese Weise werden sie eine Vorstellung von den geeigneten Proportionen bekommen. Die Details und der Stil sind eher sekundär und bleiben dem Geschmack des Architekten überlassen. 5. Die Zeit des Zehnjahreskreuzzugs verrinnt sehr schnell und daher hofft der Hüter, dass Ihr Rat ihm Ihre abschließenden Ansichten im Zusammenhang mit dem Tempelentwurf so früh wie möglich vorstellen wird; ansonsten, fürchtet er, wird dieses äußerst wichtige Projekt nicht im Zeitraum der zehn Jahren vollendet werden. Der geliebte Hüter war sehr betrübt, von Dr. Mühlschlegels Krankheit zu hören. Er möchte Sie und ebenfalls Dr. Mühlschlegel seiner liebevollen Gebete für die vollständige Genesung von Dr. Mühlschlegel versichern. Er schätzt Dr. Mühlschlegels Dienste sehr und hofft, dass er bald wieder in der Lage sein wird, in der Bahá’í-Arbeit sehr aktiv zu sein … Der Hüter versichert Ihnen, für Sie zu beten. Er sendet jedem seine liebevollen Grüße.

November 1955A4

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in Bezug auf ihren letzten Brief an ihn zu schreiben, betreffend den Tempel, der in Deutschland gebaut werden soll. Der geliebte Meister hat nicht sehr viele Einzelheiten zum Haus der Andacht festgelegt. Er hat aber in Sendschreiben geschrieben, dass das Gebäude rund und 9-seitig sein muss. Der Hüter denkt, dass derzeit alle Bahá’í-Tempel eine Kuppel haben sollten. Mit anderen Worten, die Anweisungen des Meisters, die ein rundes, 9-seitiges Gebäude fordern, müssen sehr sorgfältig beachtet werden; aber darüber hinaus denkt der Hüter, dass die Tempel, die derzeit gebaut werden, auch eine Kuppel haben sollten. Der Hüter hat keine Einwände dagegen, andere Architekten zu bitten, mit dem Architekten des Entwurfs ›Azamat‹ zusammenzuarbeiten. Es sollte jedoch ganz klar sein, dass der Hüter nicht möchte, dass diese Zusammenarbeit oder die Anpassungen zu der Art von ultra-modernem Gebäude führt, die das Leitmotiv der eingesandten Entwürfe war, die er abgelehnt hat. Der Hüter weist darauf hin, dass die zwei Entwürfe, die Ihr Rat und die Architekten aus Deutschland favorisieren, nicht annehmbar sind und daher eine weitere Korrespondenz im Hinblick auf diese Entwürfe nicht länger notwendig ist. Die Zeit vergeht und der Hüter hofft daher, dass ihm das Ergebnis der Zusammenarbeit und der Anpassungen des ›Azamat‹-Entwurfs in naher Zukunft vorgestellt werden. Der Hüter hat natürlich keine Einwände dagegen, dass neue Entwürfe vorgestellt werden, aber sie müssen den würdevollen Geist des Glaubens in sich bergen und im Einklang mit der Auszeichnung und der Ehre stehen, die den Tempeln zukommt, die heute als die ersten ihres jeweiligen Kontinents gebaut werden. Mein Brief vom 10. November beschreibt die Vorstellungen, die der Hüter von einem Bahá’í-Tempel hat, etwas genauer und er hofft, dass etwas Passendes vielleicht schon bald für einen Tempel in Deutschland gefunden wird. Der Hüter versichert Ihnen, für Sie zu beten und sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

23. November 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat Ihren Brief vom 8. November erhalten, in dem weiter der Frage nach dem Bahá’í-Tempel in Deutschland nachgegangen wird. Ihr Brief überschnitt sich mit meinem Brief an Sie aus der vergangenen Woche. Der Hüter hat mich gebeten, Ihnen ergänzend die folgenden Punkte zu schreiben: 1. Er genehmigt keinen der Entwürfe, weder Nr. 11335 noch Cupola. 2. Wie ich Ihnen zuvor geschrieben habe, denkt er, dass die einzige ihm vorliegende Eingabe, die sich für Anpassungen für den Tempel in Deutschland anbietet, der Entwurf ›Azamat‹ ist. 3. Wie ich in meinem Brief der vergangenen Woche dargelegt habe, hat der Hüter keine Einwände, wenn Sie für einen anderen Architekten sorgen, der mit Herrn Hopfner zusammen arbeiten soll. Doch in dieser Zusammenarbeit sollte die allgemeine Gestaltung des Tempels ›Azamat‹ fortgesetzt werden und unter keinen Umständen sollte sie dahin gehend geändert werden, dass es der ultra-modernen architektonischen Art eines Gebäudes ähnelt, die das Leitmotiv der anderen Beiträge war. 4. Wie der Hüter angegeben hat, genügt es, wenn das Gebäude 500 bis 600 Sitzplätze bietet. 5. Es sollte eher ein bescheidenes Bauwerk sein, wie es im bisherigen Schriftverkehr beschrieben worden ist. Der Hüter denkt, dass die Höhe 30 Meter nicht überschreiten sollte und die anderen Proportionen des Gebäudes entsprechend angepasst werden sollten. 6. Der Hüter denkt, dass die Kosten etwa $ 300.000 oder ein wenig mehr betragen können, jedoch keinesfalls mehr als $ 400.000. Deshalb sollte der Plan bei der Überarbeitung in einer Weise vereinfacht werden, dass die Kosten gesenkt werden – auf einen Betrag von etwa $ 300.000. In den Einzelheiten des ›Azamat‹ wird auf eine Reihe von Dingen hingewiesen, die noch enthalten sind, aber auf die man im Augenblick getrost verzichten kann. Das Weglassen eines Versammlungsraumes im Keller, der Teeküche und des Speiseraums sowie der Konferenzräume, Bibliothek, Archiv und der anderen in Erwägung gezogenen Räume, sollte schon zu einer beachtlichen Senkung der Kosten führen. Ebenso sollte das Hausmeisterquartier weggelassen werden, da der Hausmeister im Augenblick wahrscheinlich im Untergeschoss leben könnte. Aufzüge müssen nicht vorgesehen werden. Das Untergeschoss des Tempels in Chicago hat einen Boden aus Beton und, wenn Beton sich für jenen Tempel eignet, genügt das auch für den Tempel in Deutschland. Drei Jahre des Kreuzzugs sind fast vorbei. Der Hüter hofft daher, dass er frühzeitig den Vorschlag zur Überarbeitung des ›Azamat‹ -Entwurfes erhält, der nicht wesentlich geändert werden sollte, aber vereinfacht werden kann, so dass die Arbeit am Bau frühzeitig beginnen kann. Der Hüter fürchtet, wenn diese Angelegenheit sich weiter verzögert, dass der Tempel dann nicht im Laufe des Zehnjahreskreuzzugs fertig wird. Der Hüter versichert Sie seiner Gebete für Sie und sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

15. Dezember 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat mich beauftragt, Ihnen im Zusammenhang mit dem Kauf von zwei Liegenschaften für den Nationalen Geistigen Rat von Deutschland und Österreich zu schreiben. Wie Sie wissen, hat die Hand der Sache, Frau Amelia E. Collins, tausend Dollar für den Kauf einer jeder dieser Liegenschaften beigetragen. Der Hüter denkt, dass zwei kleine Landstücke, die jeweils etwa tausend amerikanische Dollar kosten, ausreichen, um diese beiden Ziele des Zehnjahreskreuzzugs zu erreichen. Er hofft daher, dass Ihr Rat Schritte unternimmt, um zum einen ein kleines Stück Land in Deutschland und zum anderen eines in Österreich zu erwerben. Würden Sie mich bitte zu gegebener Zeit informieren, was Ihr Rat unternehmen wird, um diese höchst wichtige Aufgabe zu erfüllen? …

15. Dezember 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: … Dem Hüter ist sehr daran gelegen, dass die Angelegenheit des Tempelgeländes und des Tempelentwurfs möglichst frühzeitig abgeschlossen wird, da die Zeit sehr schnell verrinnt. Er hat mich gebeten mit Ihrem Rat zusammenzutreffen, wenn der Rat sich während meines Besuchs in Europa treffen sollte oder treffen kann. Ich könnte es einrichten, Anfang Januar in Deutschland zu sein … [Fußnote?]

20. Dezember 1955

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr liebevoller Brief vom 8. Dezember ist eingetroffen und wurde sofort unserem geliebten Hüter vorgelegt: Er wies mich an, Ihnen gestern ein Telegramm zu senden, was ich wie folgt tat: »Hüter stimmt zu, andere Nationale Räte zu bitten, Gericht zu schreiben. Schlägt vor Sie schreiben ihnen direkt übermitteln genaue Einzelheiten. Denkt Ausstellung nicht angemessen bis Tempelentwurf endgültig genehmigt. Brief folgt.« Der Hüter ist ganz und gar einverstanden damit, dass Sie die verschiedenen Nationalen Räte bitten, dem Gericht mit Hinweis auf die weltweite Bedeutung des Tempels zu schreiben. Er denkt, Sie sollten ihnen direkt schreiben und ihnen ausführlich darlegen, was Sie sich in ihren Briefen wünschen, an wen sie gerichtet werden sollten und alle weiteren erforderlichen relevanten Daten. Er hofft, dass dies bei der Erledigung dieser wichtigen Angelegenheit hilfreich sein wird. Der Hüter denkt, es wäre so lange nicht ratsam, eine Ausstellung von Entwürfen für den Tempel zu zeigen, bis der endgültige Entwurf gebilligt worden ist. Daher sollten Sie die Ausstellung bis auf weiteres zurückhalten. Ich habe Ihnen mit separater Post die Entwürfe, Fotos, etc., die Sie an den Hüter geschickt haben, zugesandt. Der Hüter versichert Ihnen, für Sie zu beten und sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

3. Februar 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter hat mich angewiesen, Ihrem Rat zu schreiben und seine Ansicht zu erläutern, dass jetzt, da der Nationale Ḥaẓíra eingerichtet wurde und gut in der Lage ist, das nationale Sekretariat des Nationalen Rates aufzunehmen, das Büro des Generalsekretärs des Nationalen Rates dort sobald wie möglich eingerichtet werden sollte. Vom Ḥaẓíra sollten alle nationalen Verwaltungstätigkeiten ausgehen und dies kann nicht geschehen, solange das Nationale Sekretariat dort nicht eingerichtet wird. Er fordert Ihren Rat auf, die Angelegenheit zu untersuchen und zu prüfen, ob nicht bald ein Plan ausarbeitet werden kann, damit das nationale Sekretariat dauerhaft in Frankfurt im Nationalen Ḥaẓíra eingerichtet werden kann. Der Hüter versichert den Mitgliedern des Rates, für sie zu beten. Er schickt Ihnen seine liebevollen Grüße …

20. März 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Vielen Dank für Ihren lieben Brief vom 10. März im Hinblick auf die Übersetzungen ins Russische. Ich hoffe die Broschüre, die Frau Sommerau vorbereitet hat, wird bald veröffentlicht werden, so dass Literatur für die Lehrarbeit zur Verfügung stehen wird. Dem Hüter ist wirklich sehr daran gelegen, dass gute Kontakte mit den Gläubigen hinter dem Eisernen Vorhang geknüpft werden. Allerdings muss größte Umsicht walten; und sicherlich darf niemand in Schriftverkehr mit ihnen treten. Ich denke Sie sollten … informieren, dass es dem Hüter sehr wichtig ist, dass engste Kontakte geknüpft und gehalten werden, aber nicht durch Korrespondenz. Das Gleiche gilt, wenn ein Bahá’í hinter den Eisernen Vorhang geht und die Gläubigen kontaktiert; das muss sehr diskret und umsichtig passieren. Kann ich dem Brief entnehmen, dass … beabsichtigt, hinter den Eisernen Vorhang zu gehen, um die Gläubigen zu besuchen? Das wäre verdienstvoll, wenn es gelingt …

23. März 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter freut sich über den Empfang Ihrer Grußbotschaft vom 19. Februar, die von allen Anwesenden unterzeichnet wurde, und darüber, dass so eine große Zahl von Freunden zu diesem Treffen kommen konnten. Er hofft, dass dieses Jahr 113, das Jahr Abhá im sechsten Váḥid des Bahá’í-Kalenders, sich als ein wahrhaft ›äußerst strahlendes‹ erweist und dass Ihr Nationaler Rat trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten, vor denen er ständig steht und die er überwinden muss, in all seinen Bemühungen von der Gesamtheit der Gläubigen unterstützt, den Glauben in diesen Regionen mit noch größerer Dynamik und Kraft voran schreiten lässt. Er wird an Sie alle in seinen liebevollen Gebeten denken … Möge der Allmächtige Ihre Bemühungen segnen, jeden Ihrer Schritte leiten, alle Hindernisse aus dem Weg räumen und Ihnen helfen, große Siege im Dienst Seines herrlichen Glaubens zu erringen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

25. März 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Bezugnehmend auf Ihren lieben Brief vom 19. März im Hinblick auf die Entwürfe für den Tempel in Frankfurt: Die Entwürfe des zweiten Wettbewerbs sind gut bei unserem geliebten Hüter eingetroffen. Er begutachtet sie im Moment sehr eingehend. Sobald ein Entschluss gefällt wird, werde ich Ihnen das gerne sofort mitteilen. Die Mitglieder des Internationalen Rates schätzen Ihre herzlichen Naw-Rúz-Grüße sehr und erwidern sie von ganzem Herzen. Wir werden an den Schreinen beten, dass jede Ihrer Bemühungen von Erfolg begleitet werde und dass die überaus wichtige Frage der Tempelanlage und des Tempelgrundstücks in sehr naher Zukunft zufriedenstellend geklärt werden möge …

6. April 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Beigefügt ist die Botschaft des geliebten Hüters an alle Bahá’í-Nationaltagungen. Er möchte, dass Sie sie bitte den Abgeordneten und den Freunden, die zu Ihrer Nationaltagung kommen, zur Verfügung stellen. Er hofft, sie wird die Lehrarbeit und insbesondere die Pionierarbeit beleben …

7. April 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Ihr liebevoller Brief vom 28. März ist eingetroffen und zeigte den starken Geist, der die Freunde in Deutschland belebt. Die Antworten auf die Fragen, die Sie in Ihrem Brief aufgeworfenen haben, sind wie folgt: Der Hüter weist darauf hin, dass er es Ihrem Ermessen überlässt, wie die $ 1.000, die in Amerika für die Liegenschaften bereitstehen, verwendet werden sollen. Mit anderen Worten, Sie können ein weiteres Stück Land für $ 1.000 erwerben, können das Geld zur Renovierung von Besitztümern verwenden, die sie neben dem Ḥaẓíra haben, wie das Haus in Esslingen, oder Sie können es für den Tempel-Fonds verwenden. 1. Die Ziele des Zehnjahreskreuzzugs beinhalten den Kauf einer Liegenschaft für Deutschland. Wenn Sie auf Seite 72 des am Anfang des Zehnjahreskreuzzugs veröffentlichten britischen Statistikbuches nachschauen, werden Sie feststellen, dass für Deutschland der Bedarf für eine Liegenschaft aufgeführt wird. Ich denke, der Rat sollte mit dem amerikanischen Nationalen Geistigen Rat korrespondieren, damit die eintausend Dollar, die Mrs. Collins zur Verfügung gestellt hat, an Sie überwiesen werden können. 2. Der geliebten Hüter weist darauf hin, dass … auf seiner Liste derer stehen, die die Pilgerfahrt machen wollen. Sobald es möglich ist, hierher zu kommen, wird er ihnen das mitteilen. Sie könnten diesen lieben Freunden erklären, dass es sehr viele persische Bahá’í gibt, die die Pilgerfahrt machen wollen und der Hüter denkt, dass er entsprechend dem Zeitpunkt ihrer Anfrage einladen muss. Mit anderen Worten, diejenigen, die als erste um Erlaubnis gefragt haben, wären die ersten, die eingeladen werden, die Pilgerfahrt zu machen. 3. Ich habe dem Hüter nicht die Frage gestellt, ob neue Bahá’í in Griechenland ihre Kirchenzugehörigkeit behalten dürfen, nachdem sie Bahá’í geworden sind, weil ich wusste, dass es keinen solchen Fall gibt. Der Hüter möchte nicht aufgefordert werden, Regelungen für Eventualfälle zu treffen. Er hat bereits sehr deutlich das Prinzip betont, dass Menschen, die Bahá’í werden, wenn nicht sofort, dann innerhalb kurzer Zeit die Kirche verlassen sollten. Wenn eine Ausnahme von diesen Regeln gemacht werden sollte, beschränkte sie sich auf spezifische Fälle auf Grund einer spezifischen Anfrage durch einen Nationalen Rat. Wenn durch die Pioniere in Griechenland Personen bereit sind, Bahá’í zu werden und wenn dann die Kirchenfrage ein abschreckender Faktor ist, mag ihr Rat vielleicht zu diesem Zeitpunkt die Angelegenheit dem Hüter vorbringen. Ich bin sicher, er würde keine Entscheidung über einen möglichen künftigen Fall treffen wollen. Wenn dieses Vorgehen für Ihren Rat nicht zufriedenstellend ist und Sie möchten, dass ich die Angelegenheit dem Hüter vorlege, dann lassen Sie mich das wissen und ich werde es tun. 4. Ich hoffe, dass Maßnahmen ergriffen wurden, um russische Literatur umgehend zu veröffentlichen. Es wird in dieser Zeit für das Lehren vor Ort von Vorteil sein und deshalb sollte das, was möglich ist, auf jeden Fall vorbereitet werden. Ich habe Frau Sommerau mitgeteilt, dass ich dafür sorgen werde, dass ihre Broschüre finanziert wird und ich hatte diesbezüglich mit ihr und Marion Little korrespondiert. Wenn sich Entwicklungen ergeben, werde ich sie darüber gern auf dem Laufenden halten … Der Hüter sendet seine liebevollen Grüße an die Mitglieder des NGR

27. April 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Der Geliebte Hüter hat sehr sorgfältig das Modell für den Tempel, der in Frankfurt gebaut werden soll, geprüft. Er hat das Gefühl, dass der Entwurf Nr. 102-A des Architekten Teuto Rocholl geeignet ist zu der Art von Gebäude entwickelt zu werden, die wir uns wünschen. Der Hüter bittet Sie, mit dem Architekten zu beraten und ihn zu bitten, einige Änderungen des Plans einzureichen, einfach als grobe Bleistiftskizze, unter Einbeziehung der folgenden Anpassungen: 1. Eine dritte Etage sollte vorgesehen werden, natürlich ohne die Ausmaße des Gebäudes zu vergrößern. 2. Das Gebäude muss 9-seitig sein statt rund. 3. Eine Laterne sollte auf die Spitze der Kuppel platziert werden. 4. Die Kuppel sollte etwas anmutiger geformt werden, nach oben etwas spitzer zulaufend. 5. Man könnte vielleicht einen Teil der Fenster an die Basis der Kuppel setzen, um den Eindruck eines Obergaden zu erzeugen. Dem Architekten fallen vielleicht selbst einige andere Modifikationen ein, während er die Pläne bearbeitet. Wenn Sie diese Angelegenheit so schnell wie möglich erledigen lassen, wäre der Hüter sehr dankbar. Die Zeit verrinnt sehr schnell und wenn mit dem Bau nicht sehr früh begonnen wird, könnte es schwierig werden, ihn im Laufe des Zehnjahresplans zu vollenden. Der Hüter sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

19. Mai 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Zu Ihrem Brief vom 5. Mai in Bezug auf das Modell des Tempels: Ich telegrafierte Ihnen am 14 Mai, dass der Hüter noch keinen Entwurf für den Tempel gebilligt hat. Er dachte nur, dass der Entwurf des Architekten Rocholl, Nr. 102-A zu einem geeigneten Entwurf entwickelt werden könnte. Er ist mit den eingereichten Entwürfen nicht zufrieden gewesen, aber sobald er die Revisionen von Herrn Rocholl zugeschickt bekommen hat, wird er sie alle neu bewerten, um zu sehen, ob eine davon näher in Betracht kommt. Bitte beachten Sie meinen Brief vom 23. November 1955, Punkt 6, wo es heißt, der Hüter denke, dass »die Kosten etwa $ 300.000 oder ein wenig mehr betragen dürfen, jedoch keinesfalls mehr als $ 400.000.«Q4 Der Hüter hat mich angewiesen Ihnen mitzuteilen, er sei jetzt der Ansicht, dass für den Bau maximal $ 300.000 ausgegeben werden sollen, nicht mehr …

19. Mai 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr liebevoller Brief vom 13. Mai liegt mir vor und ich möchte Ihnen darauf sofort antworten, insbesondere auf den Abschnitt, der die Übersetzungen ins Russische betrifft: Frau … ist in Russland aufgewachsen, zumindest in der ersten Hälfte ihres Lebens. Sie ist gemeinsam mit anderen während der Revolution geflohen. So sollte sie exzellente Kenntnisse der russischen Sprache haben. Sie ist vor kurzem in Lausanne Bahá’í geworden. In Lausanne ist noch eine andere Frau, eine Russin mit ausgezeichneten Sprachkenntnissen, Bahá’í geworden. Soweit ich es verstehe, wird sie jetzt bei jeder Übersetzung konsultiert. Ich denke, dass Ihr Rat mit dem NGR von Italien und der Schweiz korrespondieren sollte, um ein Verfahren für russische Übersetzungen und den Druck aufzustellen. Wie Sie wissen ist … aus Genf, Russe und ebenfalls ein guter Übersetzer. Wenn Ihre beiden Nationalen Geistigen Räte einen gesamtverantwortlichen Übersetzungsausschuss gründen, wird dieser, da bin ich sicher, großartige Ergebnisse erzielen. Ich schicke Frau … einige Ansichten der Schreine und der Gärten, die ihr hoffentlich Freude bereiten …

19. Mai 1956

Liebe Freunde: Der geliebte Hüter hat mich angewiesen, Ihnen bezüglich des Gerichtsverfahrens im Zusammenhang mit dem Tempelgelände in der Nähe von Eschborn zu schreiben. Sie haben gefragt, ob sie, falls die Entscheidung des Gerichts ungünstig sein sollte, Berufung bei einer höheren Instanz einlegen sollten. Der Hüter denkt, wenn die Entscheidung des Gerichts ungünstig ausfällt, sollten Sie keine Berufung einlegen, sondern sofort nach einem anderen Ort für den Tempel suchen. Die Zeit verrinnt schnell und es sollte keine weitere Zeit für Verhandlungen in dem Fall verloren gehen. Sie sollten ein anderes Stück Land finden, so dass die Arbeiten an dem Tempel beginnen können. Der Hüter fürchtet, wenn es zu weiteren Verzögerungen kommt, sei es in Verbindung mit dem Grundstück oder dem Entwurf, wird die Zeit so schnell verflogen sein, dass der Tempel in Deutschland nicht während des Zehnjahreskreuzzugs zu bauen sein wird. Er versichert Ihnen, für Sie zu beten und sendet allen Mitgliedern des Rates seine liebevollen Grüße …

5. Juni 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihren Brief vom 19. April erhalten und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er ist sehr glücklich, dass Wien nun ein eigenes Ḥaẓíratu’l-Quds hat, das das Nationale Zentrum des österreichischen Nationalen Geistigen Rates werden wird, sobald dieser gebildet sein wird. Dieser wichtige Schritt nach vorn muss sich in der Lehrarbeit spiegeln und viele neue Seelen zum Glauben ziehen. Die Gründung der anderen Zentren in Österreich während des vergangenen Jahres war sehr ermutigend und er hofft, dass bis zum Frühjahr des nächsten Jahres eine Reihe blühender Geistiger Räte entstehen wird. Er wird für Sie alle und für den Erfolg der Arbeit in Wien beten … Möge der Allmächtige, Dessen Sache Sie so hingebungsvoll dienen, Sie reichlich belohnen für Ihre Mühen, alle Hindernisse aus Ihrem Weg räumen und es Ihnen ermöglichen, große Siege in den kommenden Tagen zu erringen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

8. Juni 1956

Liebe Bahá’í-Mitarbeiter, der geliebte Hüter hat mich beauftragt, Ihnen als Antwort auf Ihren letzten Brief an ihn bezüglich der geänderten Tempelpläne von Herrn Rocholl zu schreiben. Wie er die Situation sieht, ist Ihr NGR mit den geänderten Plänen nicht zufrieden und Herr Rocholl sagt, dass er ein oder zwei andere einreichen wird. Der Hüter wird den Erhalt dieser weiteren Änderungen abwarten, wenn das die Angelegenheit nicht zu lange verzögert. Was die Änderungen von Herrn Grund betrifft, hat er das Gefühl, auf neue Pläne von ihm zu warten, würde das Projekt zu lange hinauszögern, es sei denn natürlich, dass sie bereits für den Versand bereit sind. Mit anderen Worten, der Hüter wird eine angemessene Zeit auf den Eingang der weiteren Pläne von Herrn Rocholl warten, bevor er eine endgültige Entscheidung fällt und wenn bis dahin etwaige Änderungen von Herr Grund eingetroffen sind, wird er diese berücksichtigen, aber er hat nicht das Gefühl, dass wir noch auf eine ganze neue Entwicklung durch Herrn Grund warten können, es sei denn, sie ist bereits unterwegs …

8. Juni 1956

Liebe Bahá’í-Mitarbeiter, wie Sie wissen, möchte der geliebte Hüter unbedingt, dass die Angelegenheit des Tempelgeländes in der Nähe von Frankfurt so schnell wie möglich beschlossen wird und er hofft, dass schon bald ein positives Gerichtsurteil gefällt wird. Würden Sie mir bitte telegrafieren, sobald das Urteil gefällt ist, lediglich das Ergebnis, so dass ich es dem Hüter sofort übermitteln kann …

21. Juni 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Briefe vom 8. und 18. August, 9. September, 4. Oktober, 8., 9. und 13. November, einem undatierten, eingetroffen am 18. Dezember 1955 sowie vom 27. Januar, einer vom Januar, 7., 24. und 28. Februar, 21. April, 5. und 31. Mai mit Anlagen sowie das Material, das mit separater Post zugestellt wurde, trafen alle beim geliebten Hüter ein und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Die zunehmende Aktivität der deutschen Bahá’í, die die Lehr-Konferenzen zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten gezeigt haben, und die zusätzlichen neuen Zentren in Österreich, die mehr oder weniger das direkte Ergebnis der hingebungsvollen Pionier-Bemühungen von Mitgliedern der deutschen Bahá’í-Gemeinde waren, haben ihn während des letzten Jahres sehr ermutigt. Das erfüllt einen seiner lang gehegten Wünsche und war eine Quelle großer Zufriedenheit. Er hofft, dass die Gruppen in Graz, Innsbruck und Salzburg zum nächsten Riḍván den Status eines Rates erlangen werden und so der österreichischen Gemeinde eine viel festere Grundlage verleihen und sie für den Tag vorbereiten, da es seinen unabhängigen Nationalen Rat haben wird, ein Tag, der schließlich nicht mehr sehr weit weg ist und auf den sie stetig mit wachsendem Eifer und Hingabe hin arbeiten müssen. Er war auch sehr froh zu erfahren, dass sich die Wiener Gemeinde in ihrem eigenen Ḥaẓíratu’l-Quds, ihrem zukünftigen nationalen Zentrum, eingerichtet hat und dass dies nicht nur ein Zentrum für die Bahá’í ist, sondern, was noch wichtiger ist, ein Zentrum für ihre Lehrtätigkeiten in dieser Stadt in einem größeren und noch beeindruckenderen Umfang. Wie er sie bereits informiert hat, denkt er, dass die großzügige Spende der lieben Mrs. Collins für den Kauf einer Nationalen Liegenschaft in Österreich allein für diesen Zweck verwendet werden sollte und nicht davon abweichend zur Einrichtung oder Verschönerung des Ḥaẓíratu’l-Quds. Er hofft, dass in Österreich die Anwesenheit der ergebenen amerikanischen Bahá’í, Mrs. Edna Johnson Norvell, eine Hilfe für die Freunde sein wird. Sie möchte unbedingt dienen und in jeder ihr möglichen Weise helfen. Es war eine große Freude für den Hüter, hier kürzlich vier der Pioniere aus Athen als Gäste zu haben. Diese Begegnung war höchst willkommen und er hat das Gefühl, dass Ihr Rat stolz auf diese wunderbaren jungen Menschen sein kann, die alles daran setzen, um die den deutschen Bahá’í für Griechenland gesetzten Ziele zu erreichen. Er hatte auch das große Vergnügen, hier die erste deutsche Bahá’í seit Vorkriegszeiten zu empfangen, nämlich Fräulein Weber, eine Pionierin auf Kreta. Er hofft, dass die deutsche Bahá’í-Gemeinde jede Anstrengung auf sich nehmen wird, um eine größere Anzahl von Pionieren in die Länder zu schicken, für die sie im Rahmen des Weltkreuzzuges eine besondere Verantwortung haben und auch um die Arbeit in Österreich zu intensivieren. Sie dürfen nie vergessen, dass einer der ersten ›Pioniere‹, bevor dieser Begriff überhaupt in Gebrauch kam, der sehr geehrte Herr Benke war, der sein Leben im Dienst des Glaubens mit einem solch beispielhaften Geist der Hingabe geopfert hat, dass der Hüter sich veranlasst sah, ihn als den ersten europäischen Märtyrer für den Glauben zu bezeichnen. Dadurch wurde den deutschen Bahá’í eine große Auszeichnung und ein Segen zuteil, der viele andere dazu anregen sollte, in seine Fußstapfen zu treten. Der Hüter bedauert sehr, dass es in Bezug auf den Tempel in Frankfurt zu so großen Verzögerungen kam, sowohl wegen der Schwierigkeit, die Baugenehmigung für das gewählte Gelände zu bekommen, als auch wegen der Schwierigkeit, zu einer Entscheidung über den Entwurf zu gelangen. Er denkt, da dies der Mutter-Tempel Europas ist und damit eine Institution, die durch Beiträge der Bahá’í auf der ganzen Welt unterstützt wird, dass er eine besonders große Bedeutung hat und unter allen Umständen würdevoll sein muss und keine extreme Richtung in der Architektur vertreten darf. Niemand weiß, wie der Stil der heutigen Zeit nach zwei oder drei Generationen beurteilt wird, aber die Bahá’í können es sich nicht leisten, einen zweiten Tempel zu bauen, wenn der eine, der in der heutigen Zeit gebaut wurde, in der Zukunft zu extrem und unpassend erscheinen sollte. Im Hinblick darauf hat er sehr sorgfältig die Entwürfe, die ihm vorgelegt wurden, erwogen und auch Herrn Remey hinzugezogen. Er hofft, bald eine Entscheidung zu treffen und wird Ihren Rat entsprechend informieren. Er schätzte sehr die Kooperationsbereitschaft der vielen deutschen Architekten und ihr Angebot hierher zu kommen und mit ihm zu beraten. Dies wäre allerdings unpraktikabel und eine Verschwendung von Geldern des Glaubens gewesen; wenn Ihr Rat aber die Gelegenheit findet, möchte er gern, dass sie den Herren für ihre freundliche Kooperationsbereitschaft in Bezug auf unseren Tempel danken. Er denkt, dass das Nationale Ḥaẓíratu’l-Quds in Frankfurt auch als Sekretariat des Nationalen Rates dienen sollte. Dies ist der Hauptgrund, warum die Bahá’í nationale Zentren haben, damit das Büro des Nationalen Geistigen Rates vom ständigen Sitz des Nationalen Rates aus operieren kann. Dies mag manchmal unbequem erscheinen, aber es ist wichtig, so zu verfahren. Er hat andere nationale Körperschaften in gleicher Weise instruiert, das heißt diejenigen, die ihr Sekretariat noch nicht in das Ḥaẓíratu’l-Quds verlegt hatten. Er denkt, dass Ihr Rat sich derzeit besonders auf die Intensivierung der Arbeiten an der Heimatfront konzentrieren sollte. Die vielleicht schwierigste Aufgabe für einen Nationalen Rat ist die Erhöhung der Zahl der Räte und Zentren in seinem Jurisdiktionsbereich vor dem Ende des Zehnjahresplans. Die Freunde müssen erkennen, dass es für diese Art Aufgabe riskant ist, sie auf die letzten Jahre des Plans zu verschieben. Der Aufbau von Räten ist immer ein langwieriger Prozess und einer, der für seinen Erfolg ein hohes Maß an Vorbereitung und Voraussicht und Zeit verlangt. Je früher die Gläubigen daher ins Feld ziehen und durch Umzug oder durch erweiterte Lehrarbeit oder Tätigkeiten als Reiselehrer, oder auf welche Weise auch immer dabei helfen, den Grundstein für diese neuen Räte zu legen, desto besser. Er hofft, dass die Bahá’í-Jugend in Deutschland ermutigt wird, eine aktivere Rolle in Verwaltungsangelegenheiten und in der Lehrarbeit zu spielen. Sie müssen sich immer vor Augen halten, dass sie die Zukunft der Sache sind und sie sollten aus den Erfahrungen der älteren Freunde als Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter Nutzen ziehen, um sich auf die Zeit vorzubereiten, da die Last der Arbeit auf ihre Schultern fallen wird. Auch die Neuigkeiten von den Veröffentlichungen, an denen sie arbeiten, waren ermutigend und er hofft, dass Sie, sobald Sie Ihre Entschädigung von den zivilen Behörden erhalten haben, den neuen Bahá’í-Verlag auf ein solides Fundament stellen und mehr Literatur herausgeben können, die das Rückgrat der Lehrarbeit ist. Sie können sicher sein, dass er in seinen Gebeten an den heiligen Schreinen oft Ihrer gedenkt und er den Geist der Hingabe zutiefst schätzt, mit dem Sie den Interessen des Glaubens in Deutschland und in Österreich und in den Ihnen anvertrauten unerschlossenen Gebieten dienen. Er hofft, sie können die nationale Arbeit in einer Weise einrichten, dass keine zu große Belastung für die Hände der Sache entsteht, die bereits mit einer anderen wichtigen Aufgabe betraut sind, aber doch aufgrund ihrer Kompetenz für die Arbeit des Nationalen Rates gebraucht werden. Er war sehr betrübt, von der Krankheit einiger Mitglieder zu erfahren, die bei der Lehrarbeit in Deutschland so dringend benötigt werden und er hofft und betet, dass sie sich jetzt vollständig erholt haben. Die gute Nachricht, dass Ihre Nationaltagung so erfolgreich abgehalten wurde, erfreute ihn sehr und er war ebenso glücklich zu sehen, dass ein junger und vergleichsweise neuer Bahá’í zu Ihrer Körperschaft hinzukam. Dies wird zweifellos eine große Hilfe für die Arbeit des Rates sein. Er war auch glücklich zu sehen, dass Sie eine weitere Eintragung in einer so wichtigen Stadt wie Frankfurt erwirken konnten, dem Nationalen Sitz. … P. S. Mr. Ioas schrieb kürzlich Ihrem Rat, dass der Hüter nicht denke, es sei irgendwie zweckdienlich, die Tempelentwürfe mit Prof. Grund erneut zu überdenken; bitte danken Sie ihm für seine Hilfsbereitschaft und sein Einfühlungsvermögen. Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Der in den letzten Jahren, besonders seit der Einführung des Zehnjahresplans, von den deutschen und österreichischen Bahá’í-Gemeinden erreichte Fortschritt im Feld des Lehrens und bei der Verwaltung der Bahá’í-Tätigkeiten, war derartig, dass er Gefühle tiefer und beständiger Dankbarkeit in meinem Herzen hervorrief und die Bewunderung ihrer Schwestergemeinden in Ost und West erregte. Vor mehr als einem Jahrzehnt traten diese Gemeinden aus einer langen Zeit der Not hervor, durch die die Nationen, zu denen sie gehören, gereinigt, diszipliniert und geistig belebt wurden; während der Belastungsproben, die sie durchmachten, bewiesen sie zur Genüge die edlen Qualitäten ihres Glaubens und die Tiefe ihrer unerschütterlichen Hingabe an die Sache, für die sie eintreten; unmittelbar nach dieser Feuerprobe stellten sie die Institutionen einer Gemeindeordnung wieder her, die vorübergehend zerschlagen worden waren und in den Jahren der Unterdrückung, des Leides und der Verwirrung einen Tiefpunkt erlebt hatten; gemeinsam mit Bahá’í-Gemeinden auf der ganzen Welt nahmen sie später den Zehnjahresplan in Angriff, der aufgestellt wurde, um sie einen Schritt weiter auf dem Weg zu ihrer hohen Bestimmung zu führen – die Mitglieder dieser Gemeinden gehen jetzt sowohl einzeln als auch gemeinschaftlich rückhaltlos an die Erfüllung ihrer heiligen und schweren Aufgaben – Aufgaben, denen sie sich nicht entziehen können und die sie, da bin ich zuversichtlich, hervorragend und gänzlich erfüllen werden. Die dritte Phase des Plans, in die sie jetzt eingetreten sind, muss in den verschiedenen ihnen zugeordneten Bereichen eine derartige Beschleunigung der Bahá’í-Tätigkeiten erleben und eine solche Tiefe der Hingabe an die Aufgaben, die sie geschultert haben, dass dadurch in diesen beiden Ländern jedes Zeugnis der Tapferkeit aus den Anfängen des Glaubens in den Schatten gestellt wird. Auf die unerschlossenen Gebiete, die Ihrem Rat im Zehnjahresplan zugeteilt wurden, muss sorgfältig geachtet werden und die in diesen Bereichen errungenen Siege müssen um jeden Preis ständig ausgebaut werden durch die Entsendung einer größeren Zahl von Pionieren und einer mehr als nur ausreichenden Befriedigung sowohl der materiellen als auch der geistigen Bedürfnisse jener tapferen Seelen, die aufgrund der besonderen Natur ihrer Dienste die Vorhut der künftigen Armee Bahá’u’lláhs bilden, die in den kommenden Tagen in diesen Gebieten aufgestellt werden soll.

Die Heimatfront, das Reservoir, das ständig aufgefüllt werden muss, wenn die Unterstützung dieser Pioniere sich letztlich als ausreichend und wirksam erweisen soll, muss zum Gegenstand der Sorge und der dringlichen Beratungen der Mitglieder ihres Rates gemacht werden.

Der bemerkenswerte Erfolg, der kürzlich durch die Vermehrung von Bahá’í-Räten, Gruppen und isolierten Zentren erzielt wurde, muss sich fortsetzen durch eine entsprechende Erhöhung der Anzahl der bekennenden und aktiven Unterstützer des Glaubens – der Grundlage, auf der die Stärke und Stabilität der ganzen Gemeinde ruhen muss.

Die Vorstufen zu dem größten Unternehmen, dem sich die deutsche Bahá’í-Gemeinde gegenüber sieht – dem Bau des Muttertempels von Europa – müssen rasch und energisch in Angriff genommen werden, insbesondere hinsichtlich der endgültigen Klärung der Frage des Tempelgeländes und der erforderlichen Baugenehmigung für das Fundament und die Errichtung des Gebäudes. Eine weitere Angelegenheit von entscheidender Bedeutung und dazu bestimmt, einen dauerhaften Einfluss auf das unmittelbare Schicksal der deutschen Bahá’í-Gemeinde auszuüben, ist das Ergreifen der erforderlichen Maßnahmen zur Einführung des Glaubens in angrenzende Gebiete, wie zum Beispiel die Übersetzung von Bahá’í-Literatur ins Russische und in die Sprachen der baltischen Staaten sowie die Erkundung aller Möglichkeiten für die deutschen Bahá’í-Pioniere, mit dieser großen, dieser historischen und verdienstvollen Kampagne jenseits der östlichen Grenzen ihrer Heimat zu beginnen. Der Prozess der Eintragung von fest etablierten örtlichen Bahá’í-Räten, der bisher leider so langsam war, muss weiter angekurbelt werden, um die rechtlichen Grundlagen der Verwaltungsstruktur des Glaubens in diesem Land sowie in Österreich zu festigen. Die Einrichtung des Nationalfonds, dessen grundlegende Bedeutung nicht überschätzt werden kann, muss ein breiteres und umfassenderes Maß an Unterstützung durch die Gesamtheit der Gläubigen erfahren, damit er besser als bisher die drängenden materiellen Bedürfnisse der in den Kinderschuhen steckenden Institutionen des Glaubens, die jetzt mit so ungeheuren und unausweichlichen Verantwortlichkeiten konfrontiert sind, befriedigen kann. Besondere Aufmerksamkeit muss zudem den lebenswichtigen und dringenden Bedürfnissen des Glaubens in Österreich geschenkt werden, wo eine im Entstehen begriffene Gemeinde heldenhaft darum kämpft, als nationale Bahá’í-Gemeinde unabhängig auf einer festen Grundlage zu stehen. Ständige Ermutigung in jeder erdenklichen Weise muss darüber hinaus den unterdrückten und isolierten Gemeinden in Ostdeutschland zukommen, die heute so schmerzlich von der Gesamtheit der Anhänger des Glaubens in diesem Land abgeschnitten sind, und jede in Ihrer Macht stehende Hilfe muss ihnen gewährt werden, damit es möglich wird, dass einige ihrer Mitglieder in die verbleibenden Gebiete ziehen, die Ihrem Rat im Rahmen des Zehnjahresplans zugewiesen wurden. Die unerschütterliche deutsche Bahá’í-Gemeinde, eine der ältesten und sicherlich eine der bedeutendsten Gemeinden in Europa; fest im Herzen dieses Kontinents etabliert; eine der führenden Hochburgen des Glaubens innerhalb seiner Grenzen; immer wieder bestätigt durch die glühenden Verheißungen, die in unmissverständlicher Sprache vom Mittelpunkt des Bundes in den frühen Jahren des Bestehens dieser Gemeinde geäußert wurden; so reichlich durch Seinen unvergesslichen Besuch in ihrer Heimat gesegnet; durch eine harte Schule der Widrigkeiten gestählt und geläutert; über die Widersacher triumphierend, die so zwecklos versuchten, ihren Vormarsch zu stoppen, ihre Hoffnungen zu trüben und ihre Grundlagen zu zerstören; durch mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Verwaltung der Bahá’í-Gemeinde gut gerüstet – diese Gemeinde findet sich zu dieser historischen Stunde geschlossen und voll Hoffnung mit einem Unternehmen betraut, das es ihr bei erfolgreicher Durchführung ermöglichen wird, ein Kapitel von größter Bedeutung in der Entwicklung des Glaubens Bahá’u’lláhs in diesem Land zu einem Abschluss zu bringen. Im Bewusstsein ihrer vielfältigen Aufgaben, entschlossen, die teuersten Hoffnungen zu erfüllen, die ‘Abdu’l-Bahá für sie hegte, im Bewusstsein ihrer eigenen Kräfte und angespornt durch ihre vielfältigen herzergreifenden Errungenschaften, muss diese Gemeinde, gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwestergemeinde ihre Bemühungen verdoppeln, um noch weitere Höhen zu erklimmen, um noch größere Tiefen der Hingabe auszuloten, um noch edleres Heldentum erkennen zu lassen und um durch ihre Leistungen und vor allem durch einen noch überzeugenderen Beweis des Geistes, der ihre Mitglieder belebt, die Gefühle der Bewunderung zu vergrößern, die sowohl ich selbst als auch die Gläubigen in anderen Ländern angesichts ihrer gewaltigen Anstrengungen und unvergesslichen Heldentaten im Dienst für Bahá’u’lláh und Seine Sache ihnen gegenüber empfinden. Möge sein Geist stets auf ihre Herzen scheinen und sie wärmen. Mögen Seine Gebote stets ihre Schritte leiten und möge Seine unerschöpfliche Gnade, die ihnen aus dem Reich der Höhe gewährt wurde, über sie so überreichlich ausgegossen werden, dass sie in den nun vor uns liegenden Jahren den umfassenden und vollständigen Sieg erringen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

7. Juli 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Mit separater Post sende ich Ihnen den neuesten Entwurf von Herrn Teuto Rocholl, den der Geliebte Hüter sorgfältig überprüft hat. Im gleichen Paket befindet sich auch ein Entwurf für den deutschen Tempel, der von Mr. Charles Remey erstellt wurde und der ebenfalls sehr sorgfältig vom Hüter geprüft wurde. Der Hüter ist der Ansicht, dass der deutsche Nationale Rat jetzt einen der beiden Entwürfe für den deutschen Tempels wählen kann. Er sagt, es bleibe Ihnen überlassen, sich entweder für Herr Rocholls oder für Herrn Remeys Entwurf zu entscheiden. Bei Ihrer Wahl müssen Sie natürlich das Budget im Auge behalten, da das Gebäude nicht mehr als $ 300.000 kosten darf. Würden Sie mir bitte telegrafieren, sobald Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, damit ich den Hüter informieren kann. Der Hüter versichert Sie seiner Gebete und schickt Ihnen seine liebevollen Grüße …

7. Juli 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Der Hüter hat mich angewiesen, Ihnen mitzuteilen, dass er sich freut, dass Sie für einen Arbeitsplatz für die Sekretariatskraft des NGR im Ḥaẓíra in Frankfurt gesorgt haben. Der Hüter möchte, dass Sie diese wichtige Angelegenheit im Auge behalten, denn mit der Zeit muss das ganze Sekretariat im Ḥaẓíra eingerichtet werden …

7. Juli 1956

Frau Anna Grossmann: Die Juni-Ausgabe von Pflanze und Garten, erschienen 1956 in Darmstadt, Nicolaiweg 9, enthält einen Artikel über den Glauben und eine Reihe von Fotografien der Gärten und des Schreins des Bab sowie des Landhauses in Bahjí. Wenn Sie das nicht schon gesehen haben, möchten Sie sich sicherlich ein Exemplar besorgen. Würden Sie mir bitte bei der Gelegenheit sechs Exemplare zusenden, die wir hier verwenden können? Es ist nicht notwendig, für alle sechs die vollständige Zeitschrift zu senden, es genügen die Seiten mit dem Artikel. Zwei vollständige Zeitschriften werden genügen, für die anderen vier reichen die Seiten aus …

8. Juli 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Zu meinen gestrigen Brief bezüglich des Entwurfs für den deutschen Tempel. Mein Brief sollte klargestellt haben, dass der neueste überarbeitete Entwurf von Herrn Rocholl, Nr. 102-F, derjenige ist, der für die Auswahl berücksichtigt werden sollte und nicht einer der früheren Entwürfe des Herrn Rocholl. Mit anderen Worten, dem NGR von Deutschland bleibt die Wahl zwischen Herrn Rocholls Entwurf Nr. 102-F und Herrn Remeys Entwurf …

27. Juli 1956

Innig geliebte Mitarbeiter: Ich habe Ihnen heute auf Anweisung des geliebten Hüters seinen Wunsch telegrafiert, dass Ihr Rat sich jetzt vorrangig darauf konzentrieren sollte, das neue Gelände für den Tempel zu beschaffen. Nachdem Sie nun den Entwurf des Tempels festgelegt haben, ist es äußerst wichtig, das Grundstück zu kaufen, auf dem er gebaut werden soll. Der Hüter hält dies für eine Aufgabe von größter Bedeutung, denn die Zeit verrinnt schnell und er befürchtet, wenn die Arbeit am Tempel nicht bald beginnt, dass sie dann nicht während des Zehnjahreskreuzzugs abgeschlossen wird, was sehr beklagenswert wäre. Der Hüter möchte gern frühzeitig erfahren, welche Fortschritte Sie bezüglich des Standorts des Tempels machen …

31. Juli 1956

Innig geliebte Freunde: Der Geliebte Hüter hat mich angewiesen, Ihnen im Zusammenhang mit dem Tempelentwurf für Deutschland und den damit verbundenen Tätigkeiten zu schreiben. 1. Der Hüter meint, dass Ihr Rat den Freunden derzeit noch nicht die Entscheidung für einen Entwurf bekannt geben sollte. Sie sollten die Angelegenheit sorgfältig und in Ruhe überprüfen sowie ermitteln, welche Kosten für den Bau entstehen werden. Es könnte sein, dass einige weitere Überlegungen nötig werden, wenn die Ausgaben die verfügbaren Summen übersteigen. 2. Sie sollten alle Ihre Energien darauf konzentrieren, das Tempelgelände zu erwerben. Dies ist wichtig, da der Tempelbau natürlich nicht beginnen kann, bevor das Grundstück gekauft wurde. 3. Sobald Sie alles für den Kauf des Grundstücks geregelt und die Kosten für den Bau des Tempels ermittelt haben, lassen Sie es den Hüter wissen und er wird Ihnen den nächsten Schritt mitteilen. 4. Der Hüter wird die Entscheidung für den Tempelentwurf der Bahá’í-Welt bekanntgeben, nachdem all diese Fragen geklärt sind. Der Hüter hofft, Sie können alle diese Angelegenheiten beschleunigen, denn wie ich schon geschrieben habe, denkt er, dass keine Zeit zu verlieren ist, wenn der Tempel vor dem Ende der Zehnjahreskreuzzugs fertiggestellt werden soll. Der Hüter sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

26. August 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Ihr liebevoller Brief vom 17. Juli ist gut angekommen und sein Inhalt wurde dem Geliebten Hüter vorgelegt. Für die Liegenschaft in Österreich sollte nicht mehr als $ 1.000. ausgegeben werden. Ich habe Ihnen in Bezug auf das Geschenk des Herrn … telegrafiert und um seinen vollen Namen gebeten oder seine Initialen, wenn Sie den vollen Namen nicht kennen. Diese Informationen sind notwendig, da es sich um eine Person handeln könnte, deren Stimmrechte vom … NGR entzogen wurden und wenn das so wäre, könnte sein Beitrag nicht angenommen werden. Sobald ich seinen Vornamen und seine Initialen habe, werde ich das sagen können und dann werde ich Sie auf jeden Fall informieren. Ihr Bericht für das Jahr 112 auf Englisch wurde an den Hüter geschickt, der ihn sorgfältig durchsehen wird. …

24. September 1956 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat Ihren Brief vom 17. August, der von den Teilnehmern der Sommerschule unterzeichnet wurde, erhalten und mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war glücklich zu sehen, dass die Hände der Sache dort vertreten waren und auch, dass Bahá’í aus verschiedenen Ländern anwesend waren. Die Freunde können große geistige Kraft aus der inneren Stärke ihrer Mit-Bahá’í gewinnen und der Hüter hofft, dass die, die diesen Sommer nach Esslingen kamen, diese neue Kraft aus dem engen Umgang mit den anderen Bahá’í ziehen konnten und entschlossener denn je in ihre Heimat zurückkehrten, um auf schnellste und effizienteste Weise die Arbeit des geistigen Weltkreuzzuges voranzubringen. Er schätzt die Gebete der Freunde und sendet Ihnen allen seine liebevollen Grüße … Möge der Geist Bahá’u’lláhs Ihnen in Ihren großartigen Aktivitäten beistehen, Ihnen helfen ein umfassenderes Verständnis der grundlegenden und charakteristischen Merkmale und Lehren unseres geliebten Glaubens zu erwerben und seinem Vormarsch einen kräftigen Schwung verleihen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

27. September 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Der Geliebte Hüter hat mich angewiesen, Ihnen zu schreiben, um den aktuellen Stand der Dinge in Bezug auf den Kauf des neuen Geländes für den Tempel in Frankfurt zu ermitteln. Wie Sie wissen, legt er größten Wert auf diese Angelegenheit und bedauert, dass sie bis jetzt noch nicht abgeschlossen wurde. Er fürchtet, dass der Tempel nicht im Laufe des Zehnjahreskreuzzugs in Deutschland gebaut werden wird, es sei denn, es werden unverzüglich einige wirkungsvolle Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Kauf des Grundstücks vorgenommen und dann die Bauarbeiten vorangebracht. Würde Ihr Rat mich bitte postwendend per Luftpost informieren, wie es um den Grundstückskauf steht …

27. September 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: In Bezug auf Ihren Brief vom 17. Juli und meiner Antwort vom 26. August, hinsichtlich des Geschenks von $ 1000 von … für den österreichischen Fonds: Es ist in Ordnung, dieses Geschenk anzunehmen, da … den Unterlagen des … Rates zufolge Bahá’í ist. Wie ich Ihnen schon schrieb, kann es aber nicht für die Liegenschaft verwendet werden, da ein Geschenk von $ 1.000 für diesen Zweck bereits von … gemacht wurde. Darüber sollte Herr … informiert werden, damit er bestimmen kann, auf welche Weise das Geld verwendet werden soll, oder ob er es dem allgemeinen Fonds spendet, was natürlich am besten wäre …

27. September 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter hat mich angewiesen Ihrem Rat zu schreiben, um den Stand des Erwerbs der Liegenschaft in Österreich zu erfragen, die, so hofft er, in Kürze gekauft werden wird. Dies sollte eine relativ einfache Angelegenheit sein und er hofft, dass es unverzüglich erfolgen kann. Die Eintragung der örtlichen Räte ist ihm ebenfalls sehr wichtig. Er hofft, Ihr Rat wird die Angelegenheit jetzt weiter überprüfen, um herauszufinden, ob derzeit nicht noch weitere Räte eingetragen werden können …

28. September 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter hat Ihren jüngsten Brief erhalten und mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war tief betrübt, als er vom Hinscheiden von Herrn Rahmatollah Saffar erfuhr. Er schätzt zutiefst die Dienste, die er dem Glauben erwies und möchte seiner Familie sein liebevolles Mitgefühl übermitteln und sie seiner Gebete für den Fortschritt seiner Seele versichern. Der Hüter wird in Kürze dem deutschen Nationalen Geistigen Rat fünfhundert Pfund für die Unterstützung der Lehrarbeit senden …

6. Oktober 1956 (Erste Sommerschule in Österreich)

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat Ihre Grußbotschaft vom 29. August, die von allen unterzeichnet wurde, die bei diesem wichtigen Anlass dabei waren, einschließlich der Anlagen erhalten, und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war glücklich, die Namen von so vielen Teilnehmern zu sehen, da solche Versammlungen allen Freunden einen frischen Geist und erneute Entschlossenheit zur Fortsetzung der Arbeit vermitteln. Der Hüter versichert Ihnen, dass er Ihrer in seinen liebevollen Gebeten gedenkt und er bittet Sie dringend, stetig, mutig und mit ganzem Herzen Ihre Ziele in dem historischen geistigen Weltkreuzzug zu verfolgen, zuversichtlich, dass dies die Segnungen Bahá’u’lláhs anziehen wird … Möge der Allmächtige Ihre Schritte auf dem Weg des Dienens leiten, alle Hindernisse aus Ihrem Weg räumen und es Ihnen ermöglichen, den Umfang Ihrer verdienstvollen Dienste zu erweitern und großartige Siege in den kommenden Tagen zu erringen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

20. Oktober 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihr liebevoller Brief vom 3. Oktober wurde dem Geliebten Hüter vorgelegt. Der Hüter hat mich angewiesen, Ihrem Rat zu versichern, dass er dafür betet, dass jedes Hindernis auf dem Weg zum Erwerb des Grundstücks für den Tempel in Frankfurt entfernt werden möge. Er hofft, dass Sie und Ihr Ausschuss die Angelegenheit weiterhin mit Hochdruck behandeln, da er hofft, dass diese wichtige Angelegenheit in naher Zukunft erfolgreich zu Ende gebracht werden kann. Sobald Sie den Kauf abgeschlossen haben, würde er sich über ein Telegramm von Ihnen freuen. Er schickt seine liebevollen Grüße an jeden von Ihnen …

22. Oktober 1956 (Lehrkonferenz)

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat den Brief vom 30. September, den Sie alle unterzeichneten, erhalten und mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Wenn wir innehalten und darüber nachdenken, dass wir bereits im vierten Jahr des geistigen Weltkreuzzugs stehen, erkennen wir, dass wir es uns nicht leisten können, auf unsere vergangenen Erfolge zu blicken, dass wir uns vielmehr der Zukunft und der gewaltigen Aufgaben, die vor uns liegen, stellen müssen. Er weiß, dass die Verwirklichung der Ziele des Kreuzzugs ein Anliegen ist, das zutiefst im Herzen eines jeden Gläubigen verankert ist, und er ist zuversichtlich, dass durch diese Konferenz Teilnehmer mit erneuerter Entschlossenheit ausgesandt wurden, um in den kommenden Tagen und Wochen einzeln und gemeinsam alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den letztlichen Erfolg zu sichern … Möge der Allmächtige Sie in Ihren stetigen Bemühungen zur Verbreitung des Glaubens leiten und Sie bei der kontinuierlichen Ausweitung Ihrer geschätzten Unternehmungen unterstützen und in den kommenden Tagen dem Fortschritt und der Festigung seiner Institutionen einen kräftigen Schwung verleihen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

9. November 1956

Liebe Bahá’í-Freunde: Der Geliebte Hüter hat mich angewiesen, Ihren letzten Brief an ihn, in Bezug auf den Tempelentwurf und weiteres zu beantworten. Dem Hüter gefallen die Anpassungen, die Herr Rocholl an seinem Entwurf vorgenommen hat, und er genehmigt jetzt die Zeichnungen, die Sie ihm geschickt haben. Deshalb sollten Sie jetzt mit den folgenden Einschränkungen weiter machen. Keine weiteren Änderungen sollten am Entwurf vorgenommen werden. Wenn es notwendig ist, die Größe zu reduzieren, um im Rahmen der finanziellen Mittel zu bleiben, ist dies zulässig, aber sonst sollte keine Veränderung der Größe oder der Proportionen vorgenommen werden. Wie bereits mitgeteilt, ist der Hüter der Ansicht, dass die Baukosten für diesen Tempel 300.000 $ nicht übersteigen dürfen. Er ist bereit, einer Anhebung dieser Grenze für die Ausstattung um 20.000 $, höchstens aber um 30.000 $ zuzustimmen. Jetzt ist es notwendig, dass Ihr Rat die Angelegenheit genau untersucht und das weitere Vorgehen beschließt, um den Tempel innerhalb dieses finanziellen Rahmens zu bauen. Der Tempel muss von den Bahá’í der Welt finanziert werden und angesichts der hohen Ausgaben überall ist Sparsamkeit bei all unseren Unternehmungen zwingend erforderlich, sowie dass Budgetgrenzen gesetzt werden. Das Wichtigste ist jetzt, ein Haus der Andacht zu bauen; das wird unermesslichen geistigen Segen bringen, eine breite öffentliche Aufmerksamkeit und, so wollen wir hoffen, zu einer raschen Zunahme der Zahl der Bahá’í und der Zentren führen. Wie ich aufgezeigt habe, ist es hinnehmbar, die Größe des Bauwerks zu verringern, sofern es notwendig ist, aber es sollten keine Änderungen am Entwurf oder den Proportionen der Hauptstruktur des Gebäudes gemacht werden. Der finanzielle Rahmen von 320.000 $ bezieht sich auf den fertigen Tempel einschließlich der Installation und Ausstattung. Natürlich kann der Tempel nicht gebaut werden, bevor das Grundstück erworben wurde. Er bittet Ihren Rat dringend, diese wichtige Angelegenheit auf jede mögliche Weise zu beschleunigen. Er fürchtet, wenn die Arbeiten am Tempel nicht frühzeitig begonnen werden, könnte es unmöglich werden, den Tempel in Deutschland im Laufe des Zehnjahreskreuzzugs zu bauen. Er versichert Ihnen, für Sie zu beten. Er schickt seine liebevollen Grüße … P. S. Die Entscheidung, welche Materialien verwendet werden sollen, überlässt er ihrem Rat. Sie sollten sich bemühen, Materialien einzusetzen, die nicht zu teuer und doch für den Tempel angemessen sind.

15. November 1956

Geliebte Schwester: Der geliebte Hüter hat mich angewiesen, Sie bezüglich des Kaufs der Liegenschaft für Österreich anzuschreiben. Er hofft sehr, dass es Ihnen möglich sein wird, diese Liegenschaft vor Riḍván 1957 zu erwerben. Er bittet darum, dass Sie mir schreiben, wie der Stand dieser Angelegenheit ist und wann Ihrer Ansicht nach der Kauf abgeschlossen werden kann …

30. November 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter hat Ihre liebevollen Briefe vom 19. und 22. November erhalten, und er hat mich angewiesen, sie in seinem Namen zu bestätigen. Er schätzte sehr Ihre freundlichen Worte anlässlich des 35. Jahrestags seiner Einsetzung als Hüter und war davon sehr berührt. Der Geist der Ergebenheit und Hingabe der deutschen Gläubigen und ihres Nationalen Rates ist ein gutes Vorzeichen für die Zukunft des Glaubens in Ihrem Land. Er ist sicher, dass der Meister Sie in Ihrer Arbeit führen und bestätigen wird, während Sie die Verfügungen Seines Bundes und Seiner Sendschreiben zum Lehren weiter durchsetzen. In Bezug auf das Tempelgelände ist der Hüter der Ansicht, dass es in Frankfurt oder Umgebung erworben werden muss. Er genehmigt nicht den Kauf in Offenbach. Er ist der Ansicht, Sie können das Land irgendwo in Frankfurt oder Umgebung erwerben, wo es für unsere Zwecke am besten geeignet erscheint. Der neue Standort in der Nähe von Eschborn scheint geeignet zu sein, aber Sie müssen sicher sein, dass es keine Probleme mit der Baugenehmigung geben wird. Er denkt, Sie sollten die ganze Angelegenheit noch einmal sehr sorgfältig überprüfen und er hofft, dass Sie bald den Ort finden, an dem das Haus der Andacht in Deutschland stehen wird. Im Hinblick auf die Mittel denkt er, es ist am besten, sie wie bisher bei der Bank zu belassen. Der Hüter sendet Ihnen seine liebevollen Grüße … Er betet für Sie und für den Erfolg Ihrer Arbeit für den Glauben …

30. November 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Ihr liebevoller Brief vom 17. Oktober ist eingetroffen und sein Inhalt wurde dem Geliebten Hüter vorgelegt. Er hat mich angewiesen, darauf wie folgt zu antworten: Er denkt, es sei ratsamer, dass … anstatt nach Österreich oder nach Deutschland zu ziehen, in Budapest bleibt, wo der Glaube jede Hilfe, die er bekommen kann, nötig hat. Natürlich haben die schrecklichen Ereignisse in Ungarn möglicherweise das Gesamtbild dieser wichtigen Angelegenheit verändert und die Frage muss jetzt nicht beantwortet werden. Der Hüter hofft, dass … kein Leid oder Unglück in dieser beklagenswerten Stadt traf. Zugleich wird der Glaube dringender benötigt als je zuvor und die bedrückenden gegenwärtigen Umstände könnten es möglich machen, dass mehr Möglichkeiten zur Lehrarbeit entstehen …

5. Dezember 1956

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter hat mich angewiesen Ihnen zu schreiben wegen einiger Kopien der Bilder, die Herr Rocholl vom Entwurf des Tempels für Frankfurt gemacht hat. Er hätte gern 15 Kopien des Fotos, das Herr Rocholl geschickt hat, das den Tempel in weißen Linien vor schwarzem Hintergrund zeigt. Der Tempel selbst sollte nicht größer sein als der Schrein auf den farbigen Bildern vom Schrein des Báb. Somit sind die Abmessungen der Bilder, die gesendet werden sollten, 21 cm x 13 cm. Es muss nur wenig Platz unter und über dem Tempel sein, aber lassen Sie den schwarzen Hintergrund an beiden Seiten bündig bis zum Rand laufen. Habe ich verständlich gemacht, was der Hüter will? Wenn Sie Herrn Rocholl ein Bild vom Schrein des Báb in Farbe zeigen, wie es in Amerika zum Verkauf gedruckt wird und auf der ersten Seite der Bahá’í World Band 9 erscheint, kann er die Bilder entsprechend machen. Die Bilder sollten schwarz-weiß, und auf möglichst leichtem Glanzpapier gedruckt werden. Mit leicht meine ich das Gewicht. Bitte telegrafieren Sie mir beim Erhalt, ob dies klar ist und ob Herr Rocholl die 15 Bilder möglichst bald liefern kann …

1. Januar 1957

Frau Anna Grossmann: Ihr liebevoller Brief vom 16. Dezember ist eingetroffen und sein Inhalt wurde dem Geliebten Hüter vorgelegt. Natürlich war er sehr beunruhigt über die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Tempelgelände und dem Gebäude. Diese Angelegenheit zieht sich schon über einen langen Zeitraum hin und sie erreicht jetzt seiner Ansicht nach einen Punkt, an dem sie beginnt, sich negativ auf den Glauben selbst auszuwirken. Er ist sich sehr sicher: Sollte es nicht gelingen, den Tempel in Frankfurt zu bauen, dann wäre das ein großer Rückschlag für den Glauben, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Der Hüter schlägt ihrem Rat vor, sorgfältig die vielen Aussagen und Briefe an den amerikanischen Nationalen Rat über die Bedeutung des Tempels und seiner Errichtung zu lesen. Er selbst sagt, es werde der wichtigste Lehrer des Glaubens sein und mit seiner Fertigstellung werde eine neue geistige Bewegung in Amerika entstehen. Alles, was der Meister in Bezug auf den Tempel in Amerika sagte, gilt im gleichen Maße auch für Deutschland. Sicherlich dürfen wir nicht zulassen, dass die negativen Einflüsse, die in Frankfurt und Deutschland in Verbindung mit unserem Tempelprojekt wirken, unseren Fortschritt bremsen. Der Hüter möchte, dass ihr Rat den Erwerb des Tempelgeländes und die Errichtung des Gebäudes als seine wichtigste Aufgabe betrachtet und ihr Vorrang vor allen anderen Problemen einräumt. Was die Frage der Umgebung von Frankfurt betrifft, so überlässt er es Ihnen, zu bestimmen, was zur Umgebung von Frankfurt gehört. Wenn Sie glauben, dass Offenbach, das eine eigene Stadt ist, zur Umgebung von Frankfurt gehört, wird er den Bau dort genehmigen. Wenn die Taunusberge zur Umgebung gehören, wird er diesen Standort genehmigen. Wenn der Einwand der Stadt Frankfurt gegen den Tempelentwurf wegen seiner Größe erhoben wird, warum sollten wir nicht seine Größe reduzieren? Das Wichtigste ist jetzt nicht die Größe des Gebäudes, sondern dass es uns möglich ist, überhaupt ein Gebäude zu errichten. Deshalb wird der Hüter einer Verkleinerung zustimmen, wenn damit der Bau jetzt und in Frankfurt oder Umgebung genehmigt wird. Der Hüter wird dafür beten, dass Ihr Rat bei der Erarbeitung dieses wichtigen Projekts geführt werde, dass es zügig erledigt sein wird und wir bald mit Begeisterung erleben können, wie die Arbeit am Tempel voranschreitet …

10. Januar 1957

HÜTER GENEHMIGT LANDKAUF POLISCHER BERG MIT ZUSICHERUNG KEINE KOMPLIKATIONEN BAU TEMPELS.

11. Januar 1957

HERR SABET VOM HÜTER AUFGETRAGEN MIT IHREM NGR TREFFEN WICHTIGE ANWEISUNGEN. BITTE DATUM ORT NÄCHSTER SITZUNG TELEGRAFIEREN.

11. Januar 1957

IST KRIFTEL, AM ERSTEN ERWÄHNT, IDENTISCH MIT POLISCHER BERG MEINEM TELEGRAMM ACHTEN ERWÄHNT.

13. Januar 1957

HÜTER DRÄNGT SOFORTIGEN KAUF TEMPELGELÄNDES. ÜBERSETZUNG IN SPRACHEN UNERSCHLOSSENEN GEBIETE EBENSO PIONIERE BEREIT STEHEN ERSTER GELEGENHEIT UMZUZIEHEN.

19. Januar 1957

WIE IST STATUS TEMPELGELÄNDES POLISCHER BERG? BITTE TELEGRAFIEREN.

19. Januar 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Ich habe Ihnen heute ein Telegramm mit folgendem Inhalt gesendet: »Wie ist Status Kauf Tempelgelände Polischer Berg. Bitte telegrafieren.« Ich habe Ihnen am 8. Januar telegrafiert, dass der Hüter den Kauf des Grundstücks am Polischer Berg genehmigt unter der Zusicherung, dass es im Zusammenhang mit dem Bau des Tempels keine Komplikationen gebe. Ihr Brief sprach später von dem Tempelgelände in der Nähe von Kriftel und ich telegrafierte, um festzustellen, ob dies das gleiche Grundstück ist, das Sie als Polischer Berg bezeichnet haben. Ich gehe davon aus, dass es so ist. Der Hüter hofft, dass alle Fragen geklärt sind und Ihr Rat in der Lage ist, dieses Grundstück zu kaufen und somit mit dem Bau des Tempels beginnen kann. Er wird sehr dankbar sein, wenn Sie Ihm bald antworten und eine Bestätigung senden…

19. Januar 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Fräulein Bertha Matthiessen, eine liebe Bahá’í aus Südkalifornien, die einige Zeit in Deutschland verbracht hat und die Ihnen ohne Zweifel bekannt ist, kehrt im März 1957 aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland zurück. Sie hat dem Hüter geschrieben, dass sie nach einem Aufenthalt in Bad Nauheim in Kontakt mit Ihrem Rat oder dem Lehrausschuss treten möchte, um die Lehrarbeit zu unterstützen. Der Hüter hat ihr seine Dankbarkeit für ihr Angebot, die wichtige Arbeit in Deutschland und Österreich zu unterstützen, mitgeteilt und darauf hingewiesen, dass es höchst verdienstvoll wäre, wenn sie sich nach Rücksprache mit Ihrem Rat oder dem Lehrausschuss in einer der Zielstädte in Österreich niederlassen könnte. Sie bekommen diesen Hinweis, damit Sie im Bilde sind, wenn sie in diesem Frühjahr mit Ihnen Kontakt aufnimmt …

24. Januar 1957 (Winterschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat Ihre Nachricht vom 5. Januar erhalten und er war sehr glücklich zu erfahren, dass die Freunde sich treffen und ihr Verständnis des Glaubens vertiefen konnten. Er hofft, dass die deutschen Bahá’í, vor allem die Jugend, alles tun werden, um die Grundlagen der Arbeit zu festigen, die in Deutschland so mühsam über einen Zeitraum von fast einem halben Jahrhundert gelegt wurden und dass jeder Bahá’í es als sein Privileg und seine Pflicht ansieht, die Lehrarbeit zu unterstützen, entweder als Pionier in neuen Zentren, oder durch Stärkung schwacher Räte, oder durch die Unterstützung von Gruppen, damit sie Räte werden. Er sichert Ihnen allen seine liebevollen Gebete für Ihren Erfolg zu … Möge der Allmächtige Ihre Bemühungen segnen, Sie führen und stützen und es Ihnen ermöglichen, den Umfang Ihrer geschätzten Tätigkeiten zu erweitern, ein besseres Verständnis der Merkmale Seines Glaubens zu erwerben und dem Fortschritt und der Festigung der von Gott verordneten Institutionen Antrieb zu verleihen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

26. Januar 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Gestern rief ein jüdischer Seemann an, um Grüße von Mrs. Santa Felbermann zu übermitteln, die mit der britischen Gesandtschaft in Budapest in Verbindung steht. Dieser Herr, der den Namen Alexander Goldhammer angab, teilte mit, dass er kürzlich in Budapest gewesen sei und Frau Felbermann ihn gebeten habe, ihre Grüße an die Freunde hier weiter zu leiten. Mir fällt ein, dass Sie vielleicht in Korrespondenz mit ihr treten möchten, wenn Korrespondenz mit Ungarn von Westdeutschland aus jetzt möglich ist. Sie haben vielleicht Informationen von den Bahá’í, die Ungarn vor kurzem verlassen haben, und die zweifellos mit Ihnen in Verbindung standen. Ich sende auch eine Kopie dieses Briefes an Frau Anne Lynch, so dass sie an Mrs. Felbermann schreiben kann, wenn Korrespondenz aus der Schweiz jetzt möglich ist …

30. Januar 1957

GENEHMIGE OFFENBACH DRÄNGE SOFORTIGEN KAUF SHOGHI

17. Februar 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter hat vorgeschlagen, dass Ihr Rat Vorkehrungen für eine Telegramm-Adresse in Frankfurt trifft, was das Telegrafieren mit Ihrer ehrenwerten Körperschaft vereinfachen würde. Einige Nationale Räte verwenden die Kennung ›Bahá’í‹. Wenn wir somit zum Beispiel dem amerikanischen NSA ein Telegramm schicken, adressieren wir es einfach mit ›Bahá’í, Wilmette‹. Australien verwendet dazu ›Natbahai‹. Sobald Sie mit dem Telegrafie-Unternehmen für Ihre Telegrammanschrift entsprechende Vorkehrungen getroffen haben, schicken Sie mir bitte die Informationen für den Hüter …

17. Februar 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter hat mich angewiesen Ihrem Rat bezüglich der persischen Bahá’í, die sich in Deutschland und Österreich niedergelassen haben, zu schreiben. Er hat die Angelegenheit im Einzelnen mit … diskutiert, als sie hier waren, und sie gebeten, die Angelegenheit erneut mit Ihrem Rat zu besprechen. Es ist nicht natürlich, wenn Gemeinden oder Räte mit Persern oder mit Bahá’í aus anderen Ländern aufgebaut werden. Die Gemeinden und Räte sollten mit Einheimischen gebildet werden. Wenn sich somit in einem Zentrum eine große Zahl persischer Bahá’í niedergelassen hat, sollte Ihr Rat die Angelegenheit mit ihnen besprechen und sie auffordern, in Zielstädte zu ziehen, um die Lehrarbeit da zu unterstützen, wo es keine Bahá’í oder Gruppen gibt. So müssen die zuvor ›künstlich‹ geschaffenen Räte unbedingt mit einheimischen Bahá’í gebildet werden, und so werden viele neue Zentren eröffnet. Auf diese Weise werden die persischen Bahá’í zu Pionieren und tragen sehr zur Lehrarbeit bei. Das bedeutet zugleich, dass die deutschen Bahá’í ihre Anstrengungen erneut verdoppeln müssen und in den nicht natürlich gewachsenen Gemeinden, aus denen die Perser wegziehen, viele neue Freunde für den Glauben gewinnen müssen. Der Hüter hofft, dass diese Maßnahme die Lehrarbeit in ganz Deutschland anspornen wird. Er schickt Ihnen seine liebevollen Grüße …

10. März 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter möchte gern eine aktuelle Liste mit der Anzahl der Bahá’í, die am 1. April 1957 in den Zielländern des Zehnjahreskreuzzugs leben. Zu diesem Zweck habe ich Briefe für jedes Land und jede Insel vorbereitet. Einige der aktuellen Adressen etc. habe ich nicht und ich nehme mir die Freiheit, die Briefe für die friesischen Inseln und für Kreta beizulegen. Darf ich Sie bitten, diese per Luftpost direkt an die richtigen Personen zu senden? Bitte senden Sie mir eine Bestätigung und teilen Sie mir mit, ob Sie das für mich veranlassen werden …

12. März 1957 (Regionale Konferenz)

Liebe Bahá’í-Freunde: Ihre Grußbotschaft ist angekommen und unser geliebter Hüter war sehr glücklich zu sehen, dass so viele der altgedienten und neuen Gläubigen zusammen gekommen waren, und er hofft, dass aus Ihren Studien und Ihrer Beratung ein neuer Ansporn für die Lehrarbeit in Deutschland entsteht. Sie können sicher sein, dass er für Ihren Erfolg an den Heiligen Schreinen beten wird, und er fordert jeden einzelnen von Ihnen auf, sich auf die Erfordernisse des Zehnjahresplans zu konzentrieren, soweit es die Arbeit in Deutschland betrifft … Möge der Geliebte Ihre höchst verdienstvollen Bemühungen segnen, Ihnen helfen, den Umfang Ihrer geschätzten Tätigkeiten stetig zu erweitern, jedes Hindernis zu überwinden und dem Vormarsch unseres geliebten Glaubens und der Entwicklung und Festigung der Verwaltungsinstitutionen einen enormen Impuls zu verleihen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

13. März 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Der Geliebte Hüter möchte gern eine aktuelle Liste über die Gesamtzahl der Bahá’í-Zentren haben, jeweils getrennt für Deutschland und Österreich – ausgenommen natürlich die Zielgebiete des Zehnjahreskreuzzugs, wie die friesischen Inseln, usw. Darf ich Sie bitten, mir bei Erhalt dieses Briefes ein Telegramm zu schicken, das einfach nur die Zahlen für die einzelnen Länder angibt, wie zum Beispiel ›Deutschland 100, Österreich 25‹. Es besteht keine Notwendigkeit für eine Aufschlüsselung nach Räten, Gruppen oder isolierten Zentren …

14. März 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Der Geliebte Hüter war von der großen Zahl von Lehrkonferenzen, die im vergangenen Jahr abgehalten wurden, stark beeindruckt. Von einer Konferenz in Österreich habe ich einen unvollständigen Bericht. Können Sie mir telegrafieren, ob diese Konferenz abgehalten wurde, den Termin und den Ort … P. S. Bitte schicken Sie das Telegramm unmittelbar nach Erhalt dieses Briefes.

17. März 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Betreffend … und … und Herr und Frau … und ihre Kinder, möchte der Hüter wissen, ob sie ihren Wohnsitz in Deutschland haben, oder ob sie Perser sind, die in Deutschland reisen oder nur für eine kurze Zeit da sind. Wann sind sie ankommen und welche Pläne haben sie? Diese Information ist nötig, denn, wenn sie tatsächlich ihren Wohnsitz in Persien haben und nur in Europa reisen, dann müssen sie auf die persische Liste gesetzt werden und können kommen, wenn sie an der Reihe sind. Wenn sie dauerhaft in Deutschland wohnen, dann verhält es sich anders … P. S. Bitte teilen Sie auch mit, welchen Hintergrund sie haben!

29. März 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Wie Sie mich in Ihrem Brief vom 23. März baten, informierte ich den Geliebten Hüter über das Hinscheiden von Herrn Lehne aus Berlin am 20. März. Der geliebte Hüter hat mich gebeten, Ihnen und Herrn Lehnes Frau mitzuteilen, dass er für den Fortschritt von Herr Lehnes Seele in der nächsten Welt beten wird. Er hat herausragende Dienste für den Glauben geleistet und die Ideale des Glaubens in den schwierigen Tagen des Krieges hoch gehalten … Würden Sie das bitte Frau Lehne übermitteln?

3. April 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Ihr liebevoller Brief vom 22. März ist gut angekommen und sein Inhalt wurde dem Geliebten Hüter vorgelegt. Er wird gerne … bei ihrer Pilgerreise empfangen, wenn sie an der Reihe sind. Es ist im Moment nicht möglich, dass sie kommen, wenn … aus Haifa zurückkehren. Der Hüter informiert …, wann die Zeit für ihre Pilgerreise gekommen ist. Es sind so viele, die den Wunsch haben, die Pilgerfahrt zu machen, dass der Hüter sie in der Reihenfolge ihrer Bewerbung empfangen muss. Wenn also die Zeit für … kommt, wird der Hüter sie das wissen lassen …

9. April 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Der Geliebte Hüter hat Ihren liebevollen Brief vom 2. April erhalten und er hat mich angewiesen dies in seinem Namen zu bestätigen. Er ist glücklich, von dem Fortschritt zu hören, den Sie im Zusammenhang mit dem Kauf des Tempelgeländes und der Beschaffung der notwendigen Baugenehmigungen machen. Er hofft, Sie werden keine ernsthaften Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Baugenehmigung haben, so dass die Arbeit an diesem höchst wichtigen Projekt so bald wie möglich beginnen kann. Er wird für Ihren Rat beten, dass Sie in der Lage sein mögen, alle Hindernisse zu überwinden und dass der Weg zu einem frühen Abschluss dieser beschwerlichen Angelegenheit geebnet werde. Was das Grundstück in Offenbach betrifft, und den Plan der Stadt, dass wir die Arbeiten an der Straße finanzieren sollen – das ist völlig unmöglich. Die Kosten sind zu hoch und außerdem sollten wir nicht in örtliche städtische Projekte eingebunden werden. Er schickt Ihnen seine liebevollen Grüße …

12. April 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Beigefügt ist die Tagungsbotschaft des geliebten Hüters, die Sie bitte freundlicherweise dem Vorsitzenden der Nationaltagung übermitteln, damit sie den Freunden vorgetragen wird. Dieser Brief wird, um Zeit zu sparen, von einem zurückgekehrten Pilger von Rom aus verschickt … P. S. – Würden Sie bitte den Empfang dieses Briefes dem Hüter per Telegramm bestätigen.

18. April 1957

ROCHOLLS BESUCH HAIFA UNNÖTIG NICHT RATSAM EMPFEHLE ER UNTERBREITET VORSCHLÄGE GROSSMANNS ZUR DISKUSSION WENN HIER…

19. April 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Der geliebte Hüter war tief beeindruckt vom letzten Buch unseres lieben verstorbenen Mitarbeiters, der Hand der Sache George Townshend mit dem Titel Christus und Bahá’u’lláh. Wenn Sie bisher keine Exemplare erhalten haben, sollten Sie dafür nach England schreiben, so dass die Freunde mit seinem Inhalt vertraut werden. Dieses Buch umreißt klar die Beziehung zwischen Christus und Bahá’u’lláh und stellt die Art und Weise dar, wie der Bahá’í-Glaube das Reich Gottes, für das die Christen beten, errichtet. Der Hüter ist der Ansicht, dass Ihr Rat dieses Buch sehr breit einsetzen sollte. Sie sollten für öffentliche Aufmerksamkeit sorgen durch Zeitungsartikel und wenn möglich durch Buchbesprechungen. Exemplare sollten religiösen Führern, insbesondere hohen evangelischen Würdenträgern übersandt werden. Dieses Buch ist eine Herausforderung für religiöse Führer und sollte natürlich auch jenen geschickt werden, die sich gegen den Verkauf des Tempelgeländes gestellt haben. Es mag eine gewisse Gegnerschaft und Kritik hervorrufen, aber auf lange Sicht wird es zu sehr guten Ergebnissen für den Glauben führen. Der Hüter sendet Ihnen seine liebevollen Grüße …

19. April 1957

Liebe Bahá’í-Schwester: Als S. E. Herr Ollenhauer in Israel war, wurde in Übereinstimmung mit dem Vorschlag Ihres Rates versucht, ihn zu kontaktieren und ihn einzuladen, den Schrein und die Gärten auf dem Berg Karmel zu besuchen. Leider kam kein Kontakt zustande. Herr Ioas verbrachte einen Tag in Jerusalem und versuchte, ihn zu treffen, aber er war so beschäftigt mit den Regierungsbeamten, dass dies unmöglich war. Herr Ioas hinterließ ihm jedoch eine Nachricht in seinem Hotel, in der er ihn in Israel begrüßte und ihn einlud, Haifa und unsere Schreine und Gärten zu besuchen. Wir übermittelten ihm auch die Grüße des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í in Deutschland, mit Sitz in Frankfurt. Beigefügt ist ein Brief, den wir von jemandem aus seinem Gefolge, vermutlich seinem Sekretär, erhielten, in dem er uns für den Gruß dankt und sagt, er habe, als er in der Stadt war, zusammen mit dem Bürgermeister von Haifa den Schrein und die Gärten besucht. Der Geliebte Hüter dachte, Sie würden gern seinen Brief sehen, um von den Maßnahmen zu erfahren, die hier unternommen wurden, um ein Treffen herbeizuführen. Sie können seinen Brief für Ihre Akten behalten.

28. April 1957

SCHÄTZE ZUTIEFST BOTSCHAFT BEGRÜSSE EDLE ENTSCHLOSSENHEIT ABGEORDNETEN FLEHE INSTÄNDIG BEACHTLICHE SIEGE DRÄNGE VERDOPPELUNG ANSTRENGUNGEN ZIELE ERREICHEN BESCHLEUNIGUNG BAUBEGINNS TEMPELS TIEFSTE LIEBE SHOGHI

14. August 1957

Lieber Bahá’í-Bruder: Die Briefe Ihres Rates mit den Anlagen sowie das Material, das mit separater Post zugestellt wurde, sind alle gut angekommen und der geliebte Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten und den Erhalt der Briefe mit folgenden Daten zu bestätigen: vom 14. Juni, 8. und 28. August, 2. September, 27. Oktober, 19. und 22. November und 4. und 26. Dezember 1956 und vom 1. und 15. Januar, 4. Februar, 1., 2. und 9. März, 2., 16. und 25. April, 14. und zwei vom 19. Juni und 3., 8. und 19. Juli. Da eine Reihe von Fragen, die in Ihren Briefen aufgeworfenen wurden, per Telegramm oder über den Sekretär beantwortet wurden, werde ich darauf nicht erneut eingehen. Er dankt Ihrem Rat für die Mühe, die Sie sich machten, ihm Proben der Fliesen für den Archivboden zu schicken. Eine Gummi-Kachel, die er als brauchbar erachtet, wurde nun aus England bestellt. Da ein Mitglied des Nationalen Rates, die liebe Frau Anna Grossmann, gerade vor kurzem Haifa besucht hat und viele der Punkte zum Tempelgelände mit ihr diskutiert worden sind, hat sie Ihnen inzwischen zweifellos die Sicht des Hüters übermittelt. Er denkt, dass der deutsche Nationale Rat äußerst pragmatisch in der Handhabung dieser Angelegenheit vorgehen und den Kauf eines Grundstücks für den Tempel so schnell wie möglich vorantreiben sollte, ohne dass daran Verpflichtungen geknüpft sein dürfen, wie etwa die Notwendigkeit, eine Straße auf unsere Kosten zu bauen oder Darlehen von anderen Nationalen Körperschaften aufzunehmen, was äußerst unpraktikabel und sehr unklug wäre. Die deutschen Freunde verfügen über Geld, um das Grundstück zu erwerben und mit dem Bau des Tempels zu beginnen und sie sollten dieses Geld für den vorgesehenen Zweck aufsparen und weder andere Nationale Körperschaften um Darlehen bitten, noch Verstrickungen mit kommunalen oder staatlichen Behörden eingehen, die so viel wie möglich von den Bahá’í erhalten wollen, aber zur gleichen Zeit, wie es scheint, so wenig Hilfe wie möglich geben wollen. Er hat mit Frau Großmann auch bestimmte Fragen diskutiert, die sie im Hinblick auf den Tempelentwurf und die Größe vorbrachte. Sie hat zweifellos Ihrem Rat seine Ansicht dazu mitgeteilt. Er war schockiert und empört über das Verhalten einiger persischer Bahá’í-Studenten in Deutschland, die so kriminell waren, dass sie sogar verhaftet wurden. Er denkt, dass Ihr Rat sich die Waage vor Augen halten muss, die Bahá’u’lláh Selbst aufstellte, mit anderen Worten: Gerechtigkeit, Belohnung und Strafe. Obwohl der Glaube noch jung und zart ist und viele der Gläubigen unerfahren sind und daher oft liebevolle Nachsicht an Stelle harter Maßnahmen angebracht ist, bedeutet dies nicht, dass ein Nationaler Geistiger Rat, unter welchen Umständen auch immer, schändliches Verhalten, das in eklatantem Gegensatz zu unseren Lehren steht, von Seiten seiner Mitglieder tolerieren darf, wer auch immer sie sind und woher sie auch kommen mögen. Sie sollten wachsam die Interessen der Bahá’í-Gemeinde beobachten und schützen, und sobald Sie sehen, dass einer der in Deutschland lebenden Perser, oder auch deutsche Bahá’í selbst, sich in einer Weise verhalten, die dem Ruf des Glaubens schadet, sollten Sie sie warnen und ihnen, falls erforderlich, sofort ihre Stimmrechte entziehen, wenn sie sich weigern, ihre Gewohnheiten zu ändern. Nur so kann die Reinheit des Glaubens bewahrt bleiben. Kompromisse und schwache Maßnahmen würden den Blick seiner Anhänger trüben, seine Stärke mindern, ihn im Ansehen der Öffentlichkeit herabsetzen und jeglichen Fortschritt verhindern. Der Nationale Rat wacht über das Wohlergehen des Glaubens, eine äußerst heilige und große Verantwortung, der er sich zu stellen hat. Er muss immer wachsam sein, immer auf der Hut, immer bereit, Maßnahmen zu ergreifen und sich in allen Angelegenheiten von fundamentaler Bedeutung weigern, auch nur einen Augenblick lang Kompromisse zuzulassen. Nur auf diese Weise kann der Körper der Sache frei von Krankheit bleiben. Er denkt, Sie sollten die Situation in … untersuchen und herausfinden, wer Bahá’í ist und wer nicht und darauf bestehen, dass diese Angelegenheiten auf Bahá’í-Weise von registrierten Bahá’í geregelt werden und dass diejenigen, die noch keine Bestätigung aus Persien haben, in eine andere Kategorie gehören, als jene, die von Ihrem Rat als stimmberechtigte Mitglieder und als Gläubige registriert und akzeptiert sind. Die persischen Bahá’í, die nach Deutschland gegangen sind, um entweder zu studieren oder mit reinen Absichten die Arbeit des Glaubens zu unterstützen, haben der deutschen Gemeinde unschätzbare Dienste erwiesen, und jeder sollte ihnen sowohl für ihren Geist als auch für ihr Beispiel gebührend dankbar sein. Allerdings sollten wir diese ergebenen Gläubigen nicht mit jenen verwechseln, die nicht vom Geist des Glaubens belebt werden, niedere Motive haben oder gleichgültig sind gegenüber ihrem persönlichen Ruf oder dem Schaden, den sie möglicherweise der Sache in den Augen der Öffentlichkeit zufügen. Welten liegen zwischen diesen beiden Kategorien und ihr Rat muss immer wachsam und bereit sein, nötigenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Es ist kein normaler Zustand, dass ein Viertel einer Gemeinde aus fremden und daher unsteten Elementen besteht. Obwohl in Ländern wie England und Deutschland besonders die persischen Freunde eine große Hilfe bei der Fortführung und sogar bei der Gründung neuer Räte und Zentren waren, muss die Nationale Körperschaft bedenken, dass dies kein Normalzustand ist. In Deutschland sind es die Deutschen und in England die Engländer, die das Rückgrat und die überwiegende Mehrheit der Gemeinde bilden müssen. Wenn aus irgendeinem Grund die Fremden wieder in ihre Heimat zurückkehren oder gezwungen sind, das Land zu verlassen, werden sonst die Gemeinden, die von ihnen abhängig sind, mangels Mitgliederzahlen zerfallen. Alles sollte getan werden, um die deutschen Bahá’í, die in einigen Städten Deutschlands, besonders in Stuttgart, so zahlreich sind, zu bewegen, dass sie sich aufmachen und sich an der Gründung neuer Geistiger Räte in ihrem eigenen Land beteiligen. Dies ist zugleich ihre Pflicht und ihr Vorrecht. Der Hüter hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es ausreicht, wenn fünfzehn aktive Gläubige in einer Stadt bleiben, sogar in Städten wie New York, Chicago oder San Francisco. Dies gilt auch für Deutschland, und die Bahá’í sollten angehalten werden, als Pioniere in ihrer Heimat zu dienen und neue Geistige Räte, neue Gruppen und neue isolierte Zentren zu gründen. Auf diese Weise werden die Angelegenheiten des Glaubens die Segnungen Bahá’u’lláhs anziehen und die Gläubigen werden von Ihm dafür belohnt, dass sie ihre Pflicht erfüllen und die derzeitigen Herausforderungen annehmen. Sollte ein weiterer Umbruch in Europa stattfinden, werden die großen Städte besonders gefährdet sein. Warum halten die Bahá’í so hartnäckig daran fest, wenn sie doch viel sicherer wären und den Interessen des Glaubens dienten, wenn sie in kleinere Orte zögen? Er möchte nicht, dass die Freunde sich ängstigen oder bei den unangenehmen Eventualitäten der Zukunft verweilen. Sie müssen die Haltung einnehmen, dass, wenn sie ihren Teil tun, was bedeutet, die Ziele des Zehnjahresplans zu erreichen, sie sicher sein können, dass Gott Seinen Teil dazu beitragen und über sie wachen wird … Er war sehr glücklich über die Bildung des ersten historischen Geistigen Rates in Athen, eine Errungenschaft, die in diesem Jahr durch die direkten Bemühungen der deutschen Pioniere möglich wurde. Er schätzt ihren Geist sehr und er hofft, dass trotz der Abreise einiger amerikanischer Pioniere die Gemeinde zahlenmäßig zunimmt und der Rat im April nächsten Jahres erhalten bleibt. Ihr Rat sollte dieser Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit schenken. Er hofft auch, dass Verstärkung nach Kreta gesendet werden kann sowie auf die friesischen Inseln, wo die hingebungsvolle Arbeit des Pioniers mit der Aufnahme von einigen Einheimischen dieser Inseln erste Früchte zu zeigen beginnt … Er war ebenfalls sehr begeistert über den Fortschritt, der im vergangenen Jahr in Österreich gemacht wurde. Die Bildung von vier Räten kennzeichnet einen gewaltigen Schritt vorwärts in der Arbeit in diesem Land, das zu lange hinter dem Fortschritt in Deutschland zurückgeblieben ist. Endlich zeigen sich in Österreich erste Früchte und er hofft, dass durch die Tätigkeiten der österreichischen Gläubigen und der Pioniere, die sich zur Unterstützung zusammengeschlossen haben, sowie durch die kluge Führung Ihres Rates die Zahl der Zentren rasch zunehmen und die Geistigen Räte sich derart vermehren werden, dass er den Termin festlegen kann, an dem Österreich seine unabhängige nationale Körperschaft erhält. Das Erreichen dieses Ziels beruht ganz auf der Lehrarbeit und hängt von der Bildung weiterer Räte ab. Er war froh, dass es in Deutschland einen großen Bedarf für mehr Veröffentlichungen gibt, für mehr Literatur, die in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt werden sollte. Natürlich sind diese Dinge abhängig von den finanziellen Möglichkeiten. Er war jedoch glücklich zu erfahren, dass in Frankfurt regelmäßig ein Nachrichtenblatt herausgegeben wird und dass es für die Freunde, vor allem in Verbindung mit ihren Neunzehntagefesten, hilfreich ist. Solche Maßnahmen sollten von ihrem Rat ermutigt und gefördert werden. Die Bahá’í sind weit über das ganze Land verteilt, viele von Ihnen sind weit davon entfernt wohlhabend zu sein und wie bescheiden das Instrument ist, mit dem sie erreicht werden, es erfüllt dennoch den großen Zweck, sie anzuspornen und zu ermutigen. Reiselehrer sollten regelmäßiger in die verschiedenen Zentren geschickt werden, da die beiden Hände der Sache in Deutschland so überbeansprucht sind, dass es ihnen unmöglich ist, so oft im Interesse des Glaubens zu reisen, wie sie möchten oder sollten. Deshalb sollte Ihr Rat Reiselehrer ermutigen oder Lehrreisen der Freunde fördern, die in der Lage sind, eine bestimmte Zeit lang solche Dienste anzubieten. Er hat sich im vergangenen Jahr auch sehr gefreut, aus dem Buch mit den Zeitungsausschnitten, das er erhielt, zu entnehmen, wie viel Aufmerksamkeit der Glaube kostenlos erhalten hat, nicht nur in der Presse, sondern allgemein von einigen der bekanntesten Zeitschriften Deutschlands. Hätte es nicht den gewaltigen Widerstand in Verbindung mit dem Kauf des Tempelgeländes gegeben, wäre dies nicht möglich gewesen; und die Freunde können deutlich sehen, dass unsere Aktivitäten, wenn wir sie beharrlich und energisch fortführen, Widerstand erregen, der eine äußerst heilsame Wirkung hat. In der Tat wurden einige der Berichte aus deutschen Zeitungen über den Widerstand, dem die Bahá’í im Zusammenhang mit ihrem Tempelgelände begegnet sind, in führenden französischen Zeitungen veröffentlicht. Die Freunde sollten von diesen Zeugnissen der wachsenden Bekanntheit des Glaubens sehr ermutigt werden. Sie sollten Widerstand begrüßen und in allen prinzipiellen Fragen fest bleiben. Auf diese Weise werden sie neue Menschen für den Glauben gewinnen und die Skeptiker dazu bringen, unsere Lehren anzunehmen. Er freute sich sehr über das Foto des neuen NGR und hofft, dass dieser in den kommenden Monaten Großes erreichen wird. Wenn jemand die Pilgerreise nach Haifa machen möchte, ist es nicht nötig, über Ihren Rat anzufragen; jeder kann den Hüter direkt fragen. Der Grund für dieses Verfahren in Persien ist die sehr große Zahl der Freunde und dass die damit verbundene Arbeit zu viel von der Zeit des Hüters erfordern würde. So wird das durch den persischen NGR bearbeitet, der ihm lange Listen mit Namen übermittelt. Er ist sich sicher, dass das Hinscheiden der lieben Frau Reyhani nicht ohne Bedeutung ist und dass ihre Ergebenheit und die ihrer Familie dazu dienen werden, viele Herzen zu unserem geliebten Glauben anzuziehen. Der Hüter versichert Ihnen allen seine liebevollen Gebete für den Erfolg Ihrer Arbeit und dass Sie die Kraft bekommen mögen, die Last der Verantwortung für die Durchführung des Zehnjahresplans in Ihrer Region zu tragen … Liebe und geschätzte Mitarbeiter: Das gerade vergangene Jahr hat zwar die zarten Hoffnungen, die für die deutsche Bahá’í-Gemeinde gehegt wurden, nicht vollständig erfüllt, wurde aber trotzdem Zeuge einiger Errungenschaften sowohl in der Verwaltung als auch in der Lehrarbeit, für die wir dankbar sein können. Es kann keinen Zweifel geben, dass die Probleme, Hindernisse und Herausforderungen, der sich die altbewährte, leidgeprüfte, schnell reifende Gemeinde gegenüber sah, gewaltig waren und in einigen Fällen solcher Art, dass es ihren Geist einschüchterte und sie in ihren Bemühungen entmutigte. Die fortwährende und überaus beklagenswerte Teilung der deutschen Nation, die eine fast unüberwindliche Barriere zwischen der großen Mehrheit der deutschen Anhänger des Glaubens Bahá’u’lláhs und ihren isolierten Glaubensbrüdern im östlichen Teil des Landes errichtet; … die ausgedehnten ideologischen und politischen Barrieren, die den Kontakt der in der westlichen Zone von Deutschland wohnenden Gläubigen zu den Bewohnern der Gebiete jenseits des Eisernen Vorhangs verhindern, vor allem zu den baltischen Staaten, Moldawien, Weißrussland, Albanien und Rumänien, die Ihnen nach den Bestimmungen der Zehnjahresplans zugewiesen wurden; der starke Konservativismus und die religiöse Orthodoxie der Bewohner der friesischen Inseln, Kretas und Griechenlands die eine zusätzliche Barriere bilden und noch ein weiteres Hindernis auf dem Weg für die Pioniere errichten, die sich im Rahmen der Ziele des weltweiten geistigen Kreuzzuges der Aufgabe geweiht haben, das Banner des Glaubens auf diesen Inseln in diesem historischen Land zu erheben; die Begrenzungen, die ihnen durch ihre eingeschränkte Zahl und die bescheidenen Mittel auferlegt sind; die Versuchungen und Ablenkungen, denen sie durch die rasche Rückkehr zu materiellem Wohlstand stetig und zunehmend ausgesetzt sind – dies spricht alles ohne Zweifel gegen die rasche und wirksame Erfüllung ihrer vielfältigen und heiligen Aufgaben. Es ist jedoch nicht nötig, bei den Prüfungen, Problemen und den damit verbundenen Schwierigkeiten zu verharren, von denen die Gemeinde der Anhänger Bahá’u’lláhs und in geringerem Umfang ihre Schwestergemeinde in Österreich in diesen kritischen Jahren der Entfaltung des Zehnjahresplans bedrängt werden. Wie schwer ihre Prüfungen und wie entmutigend die gegenwärtige Situation auch erscheinen mag, sie müssen sich daran erinnern, dass der Glaube, dem sie ihre Loyalität schulden, vor nicht allzu langer Zeit Stürme von weit größerem Ausmaß überstanden hat, die manchmal drohten seine im Entstehen begriffenen Institutionen zu verschlingen und auszulöschen. Das neu gepflanzte Bäumchen einer göttlich entworfenen Gemeindeordnung, das seine Wurzeln tief in den deutschen Boden getrieben hat, beugte sich kurz unter dem Orkan, der so heftig über sie fegte; doch kaum hatte der Sturm seine Kraft verbraucht, da richtete es sich auf und wuchs mit frischer Kraft, trieb Zweige und Ausläufer, die jetzt das ganze Land überschatten und sich sogar bis ins Herz von Österreich erstrecken. Allein die Erfahrung der wundersamen Genesung von einer so verheerenden Feuerprobe sollte genügen, um jenen einen belebenden Geist einzuflößen, die davon betroffen waren sowie der neuen Generation, die diesen Ereignissen noch nahe genug steht, um ihre extreme Gewalt einschätzen zu können, so dass sie dadurch nicht nur Angriffen von noch größerer Härte standhalten können, sondern jung und alt, Männer und Frauen gleichermaßen anspornt werden, mit doppeltem Eifer und tieferer Hingabe zu kämpfen, um den drängenden und vielfältigen Anforderungen der gegenwärtigen Stunde zu begegnen. Um den Vorwürfen ihrer Gegner und Kritiker gegen sie und den von ihnen vertretenen Glauben entschieden entgegenzutreten, können sie nichts Besseres tun als sich zu entschließen – nein, als sicherzustellen – dass ihre Zahl überall in ihrer Heimat rasch zunimmt; dass die isolierten Zentren, Gruppen und örtlichen Räte sich in einem bisher nicht gekannten Ausmaß vermehren; dass jeder fest etablierte örtliche geistige Rat ordnungsgemäß eingetragen wird; dass die Bahá’í-Heiratsurkunde und die Bahá’í-Feiertage von den zivilen Behörden anerkannt werden; dass die Literatur des Glaubens auf Deutsch, Russisch und den Sprachen der baltischen Staaten nicht nur in einem bisher nicht gekannten Umfang übersetzt wird, sondern weit verbreitet wird; und vor allem, dass, was auch immer ihnen zustoßen mag, ihr Eifer ungedämpft, ihr Geist unbezwinglich, ihre Loyalität unbeugsam, ihr Entschluss zum Erfolg unerschütterlich bleibt. Während die Reihen der Gläubigen unermüdliche Anstrengungen in dieser Richtung unternehmen, müssen genauso energische Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass die Pioniere in den neu erschlossenen Gebieten im Norden sowie im Süden weiterhin in ausreichendem Maße geführt und unterstützt werden, damit es ihnen möglich wird, neue Zentren zu gründen und das Fundament zu stärken, das sie so geduldig und hingebungsvoll gelegt haben.

Die Einrichtung des Nationalen Fonds, so unverzichtbar für die lebendige Arbeitsweise der wachsenden Zahl der Institutionen des Glaubens, muss großzügig und systematisch von den Reihen der Gläubigen unterstützt werden, wie groß die erforderlichen finanziellen Opfer auch sein mögen, sind es doch solche Opfer, die diesen Institutionen erlauben, größten geistigen Einfluss zu üben und ihren Teil zur Ausweitung und Festigung des Glaubens beizutragen.

Ihre Glaubensbrüdern in der Ostzone, die durch die unglücklichen Behinderungen, die sie schon so lange und so geduldig ertragen, so schwer eingeschränkt sind, müssen in jeder Hinsicht konsequent unterstützt werden, und alle Möglichkeiten sollten erforscht werden, um sicherzustellen, dass die Flamme in jenen tapferen, so stark von Sorgen und Ängsten belasteten Herzen, nicht ausgelöscht wird.

Die nicht minder wichtige Verpflichtung, den Glauben, wenn auch zögerlich, in den Gebieten jenseits der östlichen Grenzen ihrer Heimat und besonders in den baltischen Staaten zu verbreiten, muss umgehend und ernsthaft berücksichtigt werden, denn darauf wird zu einem sehr großen Maß der Erfolg der Mission aufbauen, die ‘Abdu’l-Bahá für sie vorgesehenen hat und die jetzt durch die Bestimmungen des Zehnjahresplans bekräftigt wird.

Die Unterstützung für ihre Glaubensbrüder und Mitarbeiter in Österreich, die in letzter Zeit erfolgreich den Rahmen ihre nutzbringenden Tätigkeiten ausweiten konnten, sollte darüber hinaus beibehalten, ja verstärkt werden, mit dem Zweck, die örtlichen Geistigen Räte zu vermehren und damit die Entstehung eines unabhängigen Nationalen Geistigen Rates in diesem Land zu beschleunigen.

Vor allem muss die brennende Frage des Grundstückkaufs und des Baus des Muttertempels für Europa entschlossen angegangen werden und ein für alle Mal endgültig entschieden werden, selbst wenn es dafür notwendig wäre, Frankfurt im Herzen ihres Landes sowie das nationale Verwaltungszentrum ihres Glaubens preiszugeben und als Ersatz dafür Stuttgart zum Ort für ihren ersten Mashriqu’l-Adhkár zu bestimmen.

Was immer getan werden muss, sollte zügig erfolgen, da die Zeit rasch verrinnt und der Zehnjahreskreuzzug sich rasant und unaufhaltsam der zweiten Hälfte nähert.

Auf jedem Kontinent der Erde, wo Bahá’í wohnen, warten alle gespannt auf einen zeitigen und endgültigen Abschluss dieser langwierigen Verhandlungen und beten und hoffen, die ersten erkennbaren Anzeichen der Errichtung des edlen Bauwerks zu sehen, eines Vorhabens, das der größten und einer der ältesten nationalen Bahá’í-Gemeinden auf dem europäischen Kontinent anvertraut wurde. Die verschiedenen und gewaltigen Hindernisse, die den Geist und die Mittel und Kräfte dieser leidgeprüften, fest verankerten, reich begnadeten, viel bewunderten Gemeinde herausfordern, wurden bedacht und benannt. Die lebenswichtigen und unausweichlichen Verpflichtungen, die ein sofortiges entschlossenes Handeln von Seiten aller ihrer privilegierten Mitglieder verlangen, sind angesprochen und hinreichend betont worden. Wenn überhaupt, dann ist jetzt die Zeit zum Handeln, da fast die Hälfte der vorgesehenen Zeit für die Durchführung des zehnjährigen Kreuzzuges bereits hinter uns liegt. Die deutsche Bahá’í-Gemeinde, die führende Festung des Glaubens auf dem europäischen Festland, darf nicht, ja kann nicht scheitern. Alle ihre geistigen und auch materiellen Ressourcen müssen in dieser Stunde mobilisiert werden, um die zügige Verwirklichung einiger der glorreichsten Ziele eines glorreichen Kreuzzuges zu gewährleisten. Ich bitte ihre Mitglieder inständig, insbesondere ihre wachsamen, sorgfältigen, ergebenen gewählten nationalen Vertreter, sich alle wie ein Mann zu erheben und zu einem erfolgreichen Abschluss einer weiteren Etappe in der Entfaltung ihrer historischen Mission beizutragen. Möge Er, Der durch Seine Macht diese Gemeinde ins Leben rief, sie nährte und ihr Seine besonderen Segnungen gewährte, ihre gegenwärtigen und zukünftigen Bemühungen mit einem Erfolg krönen, der in der ganzen Bahá’í-Welt widerhallen wird. Shoghi

16. August 1957

VERWENDEN ENGLISCHE AUSGABE BASIS ÜBERSETZUNG BEANTWORTETE FRAGEN BETRÜBT HINSCHEIDEN ALBRECHT NAGEL ERGEBENER FÖRDERER GLAUBENS BETE INSTÄNDIG FORTSCHRITT SEELE KÖNIGREICH GENEHMIGE ÜBERARBEITETEN ENTWÜRFE TEMPEL DRÄNGE SCHNELLSTEN KAUF GELÄNDES LIEBEVOLLEN GEBETE. SHOGHI

27. August 1957

BETRÜBT HINSCHEIDEN HERVORRAGENDEN DIENERIN MITTELPUNKTES BUNDES SEHR GELIEBTEN TIEF BEWUNDERTEN ANNAMARIE SCHWEIZER LISTE BEMERKENSWERTEN DIENSTE LETZTEN JAHRE HEROISCHEN DREI JAHRZEHNTE GESTALTENDEN ZEITALTERS BAHÁ’Í-SENDUNG UNVERGÄNGLICHEN LOHN ERHABENEN KÖNIGREICH BETE INSTÄNDIG FORTSCHRITT SEELE SHOGHI

3. September 1957

Liebe Bahá’í-Freunde: Unser geliebter Hüter hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen bezüglich Herrn … zu schreiben Er hat nicht nur von ihm einen höchst unglücklichen und bedauerlichen Brief erhalten, sondern auch Briefe von einigen der deutschen Freunde, die verzweifelt und unglücklich über die harten Maßnahmen sind, die Ihr Rat im Hinblick auf seine Lehrtätigkeit und Bewegungsfreiheit getroffen hat. Er hat das Gefühl, Sie sollten in dieser Angelegenheit mit mehr Freundlichkeit und Nachsicht vorgehen; soweit er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe versteht, wurden sie aufgrund bestimmter emotionaler Beziehungen erhoben, die er gehabt hat. In solchen Dingen sind Weisheit und Geduld erforderlich. Nur in Fällen offenkundiger Unsittlichkeit sollte der Rat einschreiten und den betreffenden Gläubigen ermahnen, sich in einer Weise zu verhalten, die des Glaubens würdig ist. Er bezweifelt, dass Herr … sich so verhalten hat. Auf jeden Fall wünscht er, dass Sie alles tun, um diese unglückliche Situation zu klären und zu verhindern, dass es zu einem ernsthaften Problem wird …

4. September 1957

Liebe Bahá’í-Mitarbeiter, Der geliebte Hüter hat Ihnen vor kurzem telegrafiert, dass er die Veränderungen am Tempel, die von Ihnen und Herrn Rocholl eingereicht worden sind, genehmigt hat. Der Hüter hat mich angewiesen, diese Angelegenheit mit Ihnen abzustimmen, damit keine Missverständnisse entstehen. Mit anderen Worten, er hält die neuen Zeichnungen, die Sie eingereicht haben, für annehmbar. Er ist sich bewusst, dass das Gebäude selbst, in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Städteplanung der Region, nicht höher als 30 Meter sein darf. Wie Sie wissen, liegt ihm dieses sehr wichtige Ziel des Zehnjahreskreuzzugs besonders am Herzen und er hofft inständig, dass alle Hindernisse jetzt beseitigt werden und Sie schon bald die Genehmigung haben, mit den Bauarbeiten zu beginnen. Er betet für Sie und für den Erfolg Ihrer Arbeit. Er sendet seine liebevollen Grüße …

5. September 1957

Liebe Bahá’í-Freunde: In einem Brief von … wies er kürzlich darauf hin, dass er dem deutschen NGR ein Angebot gemacht habe, die Kosten für die Übersetzung des neuesten Buches von Dr. Townshend, Christus und Bahá’u’lláh, zu bestreiten und die Veröffentlichung in deutscher Sprache zu finanzieren. Wie ich Ihnen zuvor geschrieben habe, legt der Hüter größten Wert auf dieses Buch, da es seiner Meinung nach in der allgemeinen Wahrnehmung Klarheit über die Beziehung zwischen Christus und Bahá’u’lláh schaffen wird. Es mag einige orthodoxe religiöse Führer schockieren, aber zugleich haben wir vielleicht den Punkt erreicht, wo ihnen ein Schock gut tun wird. Wenn es auch im Moment zu negativer Kritik kommen sollte, denkt der Hüter, dass die Veröffentlichung dieses Buches und seine weite Verbreitung für den Glauben auf lange Sicht zu erneutem Interesse und erneutem Handeln führen werden. So hofft er, dass Ihr Rat sich jetzt um eine frühzeitige Veröffentlichung des Buches kümmert, insbesondere da die Kosten der Veröffentlichung von … übernommen wurden.

22. September 1957

Lieber Bahá’í-Bruder: Auf Anweisung unseres geliebten Hüters schreibe ich, um Ihnen mitzuteilen, dass er Mr. Varqá gebeten hat, Ihrem Rat in seinem Namen die Summe von 500 Pfund Sterling zukommen zu lassen. Dieser Beitrag ist zur Unterstützung der vielen Aufgaben gedacht, die Ihr Rat ausführt …

26. September 1957 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat den von Ihnen allen unterzeichneten Brief vom 22. August erhalten, und er hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Er war wirklich glücklich, dass so viele Freunde anwesend waren und ist sicher, dass es eine große Inspiration und Freude für alle war. Die Gedanken aller Bahá’í überall sind jetzt darauf gerichtet, die Ziele unseres glorreichen Geistigen Weltkreuzzuges zu erreichen und der Hüter versichert Sie seiner Gebete um Unterstützung für Ihre edlen Beiträge in der gegenwärtigen Etappe dieses großen Kreuzzugs, welcher Art sie auch sein mögen … Möge der Geist Bahá’u’lláhs stets Ihre Schritte leiten, Sie inspirieren und stärken, jedes Hindernis aus Ihrem Weg entfernen und Ihnen gnädig helfen, der überaus wichtigen Lehrarbeit in diesem vielversprechenden Lande beispiellosen Auftrieb zu verleihen, Ihr wahrer Bruder, Shoghi

3. Oktober 1957 (Sommerschule)

Liebe Bahá’í-Freunde: Der geliebte Hüter hat Ihre Grußbotschaft vom 5. September erhalten, die von den Teilnehmern der Sommerschule unterzeichnet wurde. Er hofft, die Freunde werden ihre Aufmerksamkeit auf die Erfordernisse des nun so rasch fortschreitenden Zehnjahreskreuzzugs konzentrieren und sich in ihren Heimatgemeinden bemühen, der Erreichung der Ziele, die den Gläubigen in diesem Land zugewiesen wurden, jede ihnen mögliche Unterstützung zu gewähren. Dies wird ihnen geistige Stärkung und Erfolg bringen, trotz der Schwierigkeiten, auf die sie vielleicht treffen könnten … Möge der Allmächtige Sie reichlich und unaufhörlich in Ihren Tätigkeiten, Überlegungen und Diensten segnen, jeden Ihrer Schritte leiten und Ihnen jeden Wunsch erfüllen, den Sie für die Förderung und den endgültigen Triumph Seines Glaubens hegen. Ihr wahrer Bruder, Shoghi

27. Oktober 1957

Lieber Bahá’í-Bruder: Ihr liebevoller Brief vom 17. Oktober mit der Frage zur Veröffentlichung des Telegramms des Hüters in den deutschen Bahá’í-Nachrichten bezüglich Mírzá Buzurg ist gut angekommen. Dieses Telegramm ist in allen Bahá’í-Nachrichten veröffentlicht worden und daher sollte es keinen Einwand dagegen geben, es in den deutschen Nachrichten zu veröffentlichen. Wenn der Hüter davon spricht, auf öffentliche Bekanntmachung zu verzichten, bezieht er sich speziell auf Zeitungswerbung oder andere Arten öffentlicher Werbung …

30. Oktober 1957 (Lehrkonferenz)

VERSICHERE TEILNEHMERN GRÖSSTE WERTSCHÄTZUNG BOTSCHAFT ERFLEHE UNVERGLEICHLICHE SEGNUNGEN NOCH GRÖSSERE SIEGE. SHOGHI

Liste der Empfänger

Nr. Datum Empfänger 1 17.12.1922 Die Freunde in Deutschland 2 19.01.1923 siehe Brief 3 16.02.1923 siehe Brief 4 04.12.1923 siehe Brief 5 28.12.1923 siehe Brief 6 31.12.1923 siehe Brief 7 27.11.1924 Die Freunde in Deutschland 8 02.02.1925 siehe Brief 9 07.03.1925 siehe Brief 10 27.05.1925 siehe Brief 11 26.10.1925 siehe Brief 12 05.11.1925 siehe Brief 13 03.12.1925 siehe Brief 14 01.04.1926 Die Bahá’í in Esslingen 15 28.06.1926 Die Bahá’í in Esslingen 16 08.04.1927 Die Bahá’í in Esslingen 17 03.04.1929 Die Bahá’í in Wien 18 04.04.1930 Frau Brauns 19 04.04.1930 Die Bahá’í in Esslingen 20 14.06.1930 Dr. Mühlschlegel 21 20.06.1931 Die Bahá’í in Wien 22 23.12.1931 Dr. Mühlschlegel 23 24.02.1932 Dr. Mühlschlegel 24 30.03.1932 Die Bahá’í in Esslingen 25 19.05.1932 Dr. Mühlschlegel 26 10.09.1932 Die Bahá’í in Esslingen 27 14.09.1932 Dr. Mühlschlegel 28 30.11.1932 Die Bahá’í in Esslingen 29 03.05.1933 Die Bahá’í in Esslingen 30 16.05.1933 Dr. Mühlschlegel 31 14.06.1933 Dr. Mühlschlegel 32 27.06.1933 Dr. Mühlschlegel 33 09.08.1933 Dr. Mühlschlegel 34 01.10.1933 Sommerschule in Esslingen 35 11.02.1934 Dr. Mühlschlegel 36 21.02.1934 Dr. Mühlschlegel 37 08.05.1934 Dr. Mühlschlegel 38 30.07.1934 Die Bahá’í in Esslingen 39 08.09.1934 Sommerschule in Esslingen 40 25.09.1934 Dr. Mühlschlegel 41 03.11.1934 Dr. Mühlschlegel 42 05.11.1934 Die Freunde in Deutschland 43 10.01.1935 Dr. Mühlschlegel 44 04.02.1935 Dr. Mühlschlegel 45 05.03.1935 Dr. Mühlschlegel 46 07.05.1935 13. Nationaltagung 47 05.07.1935 Dr. Mühlschlegel 48 10.08.1935 Die Bahá’í in Wien 49 12.10.1935 Dr. Mühlschlegel 50 22.10.1935 Die Bahá’í in Esslingen 51 12.11.1935 Dr. Grossmann 52 05.04.1936 Die Bahá’í in Wien 53 10.05.1936 Dr. Mühlschlegel 54 10.05.1936 14. Nationaltagung 55 10.09.1936 Sommerschule in Esslingen 56 09.12.1936 Die Bahá’í in Esslingen 57 17.03.1937 Bahá’í-Jugend in Esslingen 58 10.12.1937 Frau Mühlschlegel 59 02.02.1938 Frau Mühlschlegel 60 31.03.1938 Dr. Mühlschlegel 61 25.04.1938 Frau und Dr. Mühlschlegel, Frau und Herr Pöllinger, Frau Julia Schwarz 62 21.05.1938 Frau Mühlschlegel 63 07.05.1939 Frau und Herr Schäfer, Frl. Anna Köstlin 64 06.06.1939 Marta Brauns 65 05.11.1945 Die Bahá’í in Esslingen 66 30.12.1945 Bahá’í in Deutschland, c/o Dr. Grossmann 67 30.12.1945 Die Bahá’í in Esslingen 68 08.04.1946 Bahá’í-Jugend 69 04.05.1946 Bahá’í-Jugend 70 30.07.1946 Der Nationale Geistige Rat der Bahá’í in Deutschland und Österreich (NGR) 71 31.07.1946 Bahá’í-Gemeinde in Stuttgart 72 22.11.1946 NGR 73 18.02.1947 Sommerschule in Esslingen 74 22.02.1947 Die Bahá’í in Esslingen 75 26.02.1947 NGR 76 04.06.1947 Nationaltagung 77 19.06.1947 Die Bahá’í in Esslingen 78 24.06.1947 Die Bahá’í in Wien 79 27.09.1947 Sommerschule in Esslingen 80 24.10.1947 NGR 81 15.11.1947 Lehrkonferenz 82 17.01.1948 Telegramm an den NGR 83 28.02.1948 Bahá’í-Jugend in Wien 84 01.04.1948 Telegramm an den NGR 85 11.05.1948 NGR 86 28.05.1948 Telegramm an den NGR 87 18.10.1948 NGR 88 20.10.1948 Sommerschule in Esslingen 89 20.10.1948 Frau Anna Maria Schweizer, Frau Anna Köstlin, Frl. Marta Weiss 90 14.09.1948 Telegramm an den NGR 91 21.12.1948 Telegramm an den NGR 92 05.01.1949 Sommerschule in Esslingen 93 24.02.1949 Sommerschule in Esslingen 94 28.03.1949 Telegramm an den NGR 95 30.03.1949 Telegramm an den NGR 96 20.04.1949 Telegramm an den NGR 97 27.05.1949 Telegramm an den NGR 98 30.06.1949 Telegramm an den NGR 99 30.06.1949 NGR 100 03.07.1949 Erste Pionierschulung 101 04.09.1949 Sommerschule in Esslingen 102 23.12.1949 Telegramm an den NGR 103 06.03.1950 Telegramm an den NGR 104 13.04.1950 Telegramm an den NGR 105 28.06.1950 NGR 106 30.12.1950 Telegramm an den NGR 107 02.03.1951 NGR 108 30.04.1951 Telegramm an die Nationaltagung 109 26.07.1951 Telegramm an den NGR 110 09.08.1951 Antwort an die Nationaltagung 111 27.08.1951 Sommerschule in Frankfurt 112 28.09.1951 Sommerschule in Esslingen 113 30.10.1951 Sommerschule in Hamburg 114 30.10.1951 NGR 115 18.04.1952 Telegramm an den NGR 116 29.04.1952 Telegramm an den NGR 117 30.05.1952 NGR 118 15.06.1952 NGR 119 09.07.1952 Telegramm an den NGR 120 27.08.1952 Telegramm an den NGR 121 04.10.1952 NGR 122 11.10.1952 Sommerschule in Esslingen 123 29.11.1952 NGR 124 08.03.1953 Telegramm an den NGR 125 30.03.1953 Telegramm an den NGR 126 19.04.1953 Telegramm an den NGR 127 19.04.1953 NGR 128 19.04.1953 Telegramm an die Nationaltagung 129 26.04.1953 Antwort auf das Telegramm der Nationaltagung 130 05.05.1953 NGR 131 10.06.1953 NGR 132 21.06.1953 NGR 133 04.08.1953 NGR 134 17.08.1953 NGR 135 12.09.1953 Jugendsommerschule in Ortenberg 136 26.09.1953 Sommerschule in Esslingen 137 15.10.1953 NGR 138 26.11.1953 NGR 139 14.02.1954 NGR 140 03.04.1954 NGR 141 17.04.1954 NGR 142 21.04.1954 NGR 143 30.04.1954 Telegramm an den NGR 144 02.05.1954 Telegramm an den NGR 145 28.05.1954 NGR 146 08.06.1954 NGR 147 25.06.1954 NGR 148 28.06.1954 NGR 149 23.07.1954 NGR 150 27.09.1954 Sommerschule in Esslingen 151 18.11.1954 NGR 152 12.12.1954 Bahá’í in Wien 153 10.02.1955 NGR 154 10.02.1955 NGR 155 23.02.1955 NGR 156 23.02.1955 NGR 157 08.03.1955 NGR 158 11.03.1955 NGR 159 29.03.1955 NGR 160 20.04.1955 Dr. Giachery, Kopie an den Nationalen Geistigen Rat in Deutschland 161 01.05.1955 Telegramm an die Nationaltagung 162 01.07.1955 NGR 163 02.08.1955 NGR 164 23.09.1955 NGR 165 23.09.1955 Sommerschule in Esslingen 166 30.09.1955 Telegramm an den NGR 167 20.10.1955 Telegramm an den NGR 168 19.10.1955 NGR 169 28.10.1955 Bahá’í in Wien 170 10.11.1955 NGR 171 01.11.1955 NGR 172 23.11.1955 NGR 173 15.12.1955 NGR 174 15.12.1955 NGR 175 20.12.1955 NGR 176 03.02.1956 NGR 177 20.03.1956 NGR 178 23.03.1956 Wahlbezirksversammlung in Stuttgart 179 25.03.1956 NGR 180 06.04.1956 NGR 181 07.04.1956 NGR 182 27.04.1956 NGR 183 19.05.1956 NGR 184 19.05.1956 NGR 185 19.05.1956 NGR 186 05.06.1956 Bahá’í in Wien 187 08.06.1956 NGR 188 08.06.1956 NGR 189 21.06.1956 NGR 190 07.07.1956 NGR 191 07.07.1956 NGR 192 07.07.1956 NGR 193 08.07.1956 NGR 194 27.07.1956 NGR 195 31.07.1956 NGR 196 26.08.1956 NGR 197 24.09.1956 Sommerschule in Esslingen 198 27.09.1956 NGR 199 27.09.1956 NGR 200 27.09.1956 NGR 201 28.09.1956 NGR 202 06.10.1956 Erste österreichische Sommerschule 203 20.10.1956 NGR 204 22.10.1956 Lehrkonferenz in Frankfurt 205 09.11.1956 NGR 206 15.11.1956 NGR 207 30.11.1956 NGR 208 30.11.1956 NGR 209 05.12.1956 NGR 210 01.01.1957 NGR 211 10.01.1957 Telegramm an den NGR 212 11.01.1957 Telegramm an den NGR 213 11.01.1957 Telegramm an den NGR 214 13.01.1957 Telegramm an den NGR 215 19.01.1957 Telegramm an den NGR 216 19.01.1957 NGR 217 19.01.1957 NGR 218 24.01.1957 Winterschule im Schwarzwald 219 26.01.1957 NGR 220 30.01.1957 Telegramm an den NGR 221 17.02.1957 NGR 222 17.02.1957 NGR 223 10.03.1957 224 12.03.1957 Wahlbezirksversammlung in Stuttgart 225 13.03.1957 NGR 226 14.03.1957 NGR 227 17.03.1957 NGR 228 29.03.1957 NGR 229 03.04.1957 NGR 230 09.04.1957 NGR 231 12.04.1957 NGR 232 18.04.1957 Telegramm an den NGR 233 19.04.1957 NGR 234 19.04.1957 235 28.04.1957 Telegramm an den NGR 236 14.08.1957 NGR 237 16.08.1957 Telegramm an den NGR 238 27.08.1957 Telegramm an den NGR 239 03.09.1957 NGR 240 04.09.1957 NGR 241 05.09.1957 NGR 242 22.09.1957 NGR 243 26.09.1957 Sommerschule in Esslingen 244 03.10.1957 Sommerschule im Harz 245 27.10.1957 NGR 246 30.10.1957 Lehrkonferenz

Quellenangaben

Q1 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 208:1 – Anm. d. Hrsg. Q2 Q3 Q4

Anmerkungen

A1 A2 A3 Worauf sich die ›offizielle Kündigung‹ bezieht, ist den Übersetzern nicht zweifelsfrei klar – Anm. d. Übers. A4 Brief ohne Datum, am 23. November 1955 erhalten.