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KERNZIEL

Durch den Vierjahresplan soll ein Prozeß beginnen, durch den ein spürbarer Anteil der Menschen in Deutschland die Lehren Bahá’u’lláhs als wichtig und wertvoll für die Erneuerung der menschlichen Zivi- lisation erkennt. Aus dieser Identifikation soll eine qualitativ wie quantitativ starke Bahá'í-Gemeinde her- vorgehen. Die Voraussetzungen dieses Wachstums sind: die Vergeistigung aller Lebensbereiche, die Ent- wicklung der Qualitäten Liebe und Einheit, die Aktivierung der unterschiedlichen menschlichen Potentiale, ein Gleichgewicht zwischen Ausbreitung und Festigung sowie die Entwicklung der Bahá'í-Gemeinde zu einem alternativen Mittel und Modell gesellschaftlicher Organisation.

ZIEL 1

Jeder Bahá’í soll sich über seine Fähigkeiten und Möglichkeiten sowie seine Verantwortung in der Ba- há'í-Gemeinde und als Bahá’í in der Gesellschaft bewußt werden und diese möglichst aktiv ausfüllen.

• Institute. Es sollen an mindestens vier Orten Bahá’í-Fortbildungs-institute errichtet werden, die regel- mäßige praxisorientierte Programme zu geistigen Qualitäten, grundlegenden Bahá’í-Lehren und besonde- ren Fertigkeiten sowie zu ihrer Vermittlung und Anwendung auf die Nöte der Zeit anbieten. Die Zurück- haltung beim Lehren und Anwenden der zentralen Glaubensinhalte soll dadurch schrittweise einem der geistigen Potentiale bewußten Hineintragen der Lehren Bahá’u’lláhs in die Gesellschaft weichen. Diese Institute sollten von der ganzen Bahá’í-Gemeinde als zentrales Instrument des Vierjahresplanes und als willkommene Bereicherung für ihre Bahá’í-Entwicklung angenommen werden. (Bitte Vorschläge zur Na- mensgebung)

• Netzwerke. Die einzelnen Bahá’í wie die Institutionen sind dazu aufgerufen, Initiativen zu ergreifen, damit sich Bahá’í aus ähnlichen Berufsfeldern und mit ähnlichen Interessensschwerpunkten zu funktionie- renden Netzwerken zusammentun, um nach Wegen zu suchen, die Bahá’í-Lehren auf ihre Sachgebiete anzuwenden und daraus geeignete Projekte innerhalb der Bahá’í-Gemeinde und nach außen zu entwickeln.

• Kinder. Es sollen weitere Bahá’í-Kinderschulen mit regelmäßigen Programmangeboten gegründet wer- den, so daß bis zum Ende des Vierjahresplanes mindestens 75% der Bahá’í-Kinder Gelegenheit zum Be- such einer solchen Schule in ihrer Nähe haben. Für alle Bahá’í-Kinder soll es regelmäßig national oder regional Kinderfeste und Kinderprogramme geben sowie ein gutes kindgerechtes Begleitprogramm bei allen wichtigen Erwachsenenprogrammen. Sie sollten ferner mit ihrer Kreativität und mit ihren Fähigkei- ten mehr in das allgemeine Gemeindeleben integriert werden. Gut entwickelte Kinderschulen sollten sich mehr als bisher bewußt auch für Nicht-Bahá’í-Kinder öffnen.

• Jugend. Schwerpunkte der Arbeit der Bahá’í-Jugend sollen die Ausweitung von Lehrprojekten sein, die Erhöhung der Anzahl der Freunde, die ein freiwilliges Jahr des Dienstes in Deutschland oder in einem anderen Land leisten, die Förderung der Teilnahme von Jugendlichen an den Fortbildungsinstituten oder ähnlichen Programmen z.B. der Landegg Academy oder von De Poort sowie die Förderung von Kunst und Musik in der Bahá’í-Gemeinde.

• Familie. Es soll ein abgestimmtes Konzept mit vorbereitenden und begleitenden Angeboten geschaffen werden, um eine spürbare Verbesserung aller Aspekte des Bahá’í-Familienlebens zu erreichen, von der Ehevorbereitung über die Kindererziehung bis zur Hilfe bei Ehekonflikten.

• Senioren. Das reiche und vielfältige Potential der älteren Menschen in der Bahá’í-Gemeinde soll durch geeignete Programme gefördert und zur Bereicherung der verschiedensten Bahá’í- Aktivitäten weit mehr als bisher genutzt werden .

ZIEL 2

IN DER BAHA'Í-GEMEINDE sollen nach innen und außen jene Freude, Vision und Ethik deutlich sichtbar werden, die den Glauben Bahá’u’lláhs beseelen.

• Kunst & Musik. Kunst und Musik sollen in den nächsten vier Jahren einen bedeutenden Platz im Leben und Wirken der Bahá’í-Gemeinde erlangen.

• Meditation. Besonderes Augenmerk soll im Vierjahresplan auf die Entwicklung von größerer Spirituali- tät und einer meditativen Baha'i-Kultur gelegt werden. Dazu gehört beispielsweise, daß alle Andachten zu einem meditativen und festlichen Erlebnis werden.

• Festlichkeit. Ein Schwerpunkt der Entwicklung der Bahá’í-Gemeinden soll die Kultivierung einer viel- fältigen Festlichkeit der Neunzehntagefeste, der sonstigen Bahá’í-Feste und des Gemeindelebens insge- samt bilden.

• Vielfalt. Das Bewußtsein für die Bedeutung von Vielfalt für die gesunde Entwicklung der Ba- há’í-Gemeinde soll gestärkt werden. Dies bedeutet insbesondere die aktive Öffnung gegenüber und Einbe- ziehung von Minderheiten und von noch nicht für die Bahá’í -Gemeinde erschlossenen gesellschaftlichen Gruppierungen. Es sollen dezentrale Projekte der besonderen Zuwendung zu Minderheiten entwickelt werden.

• Ethik der Konfliktlösung. Ein Kreis von Experten soll eine -Ethik und Praxis der Konfliktlösung ent- sprechend der Bahá’í-Grundsätze erarbeiten. Dieser Leitfaden soll von allen Bahá’í- nicht nur und nicht erst bei Konfliktfällen - gründlich studiert werden, so daß sich die einzelnen Bahá’í wie die Ba- há’í-Gemeinde insgesamt in deutlichen Schritten dem Bahá’í-Ideal des friedlichen, liebevollen und kon- struktiven Umgangs mit Konflikten nähern.

• Integration von Ost & West. Die besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen der Bahá'í-Freunde im Os- ten Deutschlands sollen in der gesamtdeutschen Gemeinde bewußter zum Tragen kommen. Die geistige und administrative Einheit soll im Vierjahresplan durch eine verstärkte wechselseitige Zusammenarbeit weiterwachsen.

ZIEL 3

DIE INSTITUTIONEN sollen lernen, ihre zunehmende Verantwortung mit der nötigen Weitsicht, Effizienz und Impulsgebung zur Förderung der menschlichen Potentiale wahrzunehmen.

• Das Potential des Einzelnen fördern. Die Bahá’í -Institutionen sollen lernen, das Potential des Einzel- nen im Höchstmaß zu fördern. Sie sollen geeignete Wege finden, wie diese Potentiale für die Bereiche- rung der Gemeinden und der Umsetzung der Bahá’í-Ziele genutzt werden können.

• Informationskultur. Die Struktur des internen Informationsaustausches soll überdacht und an die neuen Anforderungen und die neuen technischen Möglichkeiten angepaßt werden.

• Beratungskultur und Effizienz. Die Bahá’í-Institutionen sollen lernen, eine korrekte Arbeitsweise mit einer deutlichen Steigerung ihrer Effizienz zu verbinden, so daß sie ihre eigentliche Aufgaben besser wahrnehmen können, ohne sich in Selbstverwaltung zu verlieren.

• Regionale Strukturen. In Abstimmung zwischen dem Nationalen Geistigen Rat, den örtlichen Geistigen Räten und den Bahá’í der Regionen sollen geeignete Strukturen für einer stärkere Regionalisierung ent- wickelt werden. Diese regionalen Strukturen sollen sowohl zu einer konzentrierteren Zusammenarbeit in den Regionen beitragen als auch zur Entlastung des Nationalen Geistigen Rates.

• Nationales Zentrum. Das Bahá’í Haus der Andacht und das Nationale Bahá’í-Zentrum soll zu einem weit größeren Anziehungspunkt sowohl für die Bahá’í als auch für Nicht-Bahá’í werden.

• Finanzfreiräume. In den Budgets des Nationalen Geistigen Rates und der örtlichen Geistigen Räte sol- len die erforderlichen zusätzlichen Freiräume für die Unterstützung der zahlreichen neuen Projekte des Vierjahresplanes geschaffen werden.

ZIEL 4

IN DER GESELLSCHAFT sollen konkrete Konzepte und Projekte sichtbar werden, die den Geist der Lehren Bahá'u'lláhs erfassen und auf die Nöte der Zeit anwenden.

• Themenschwerpunkte. Die Bahá’í-Gemeinden sollen sich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit sowie in ihren Projekten auf folgende Schwerpunktthemen konzentrieren: Wohlergehen der Menschheit, moralische Er- ziehung, Förderung der Frauen und Menschenrechte.

• Persönliche Kompetenz. Eine wachsende Zahl von Bahá’í soll sich intensiv in diese vier Themenberei- che einarbeiten, sowohl bezüglich des Bahá’í -Verständnisses als auch in Bezug auf die wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskussion zu diesen Themen. Diese Bahá’í -Freunde sollen verstärkt an Tagungen, Konferenzen und Arbeitskreisen zu diesen Themenfelder teilnehmen und sich dort sowie in geeigneten Nicht- Regierungs-Organisationen aktiv einbringen. Aus diesem Kreis soll sich eine kontinuierliche themenorien- tierte Öffentlichkeitsarbeit entwickeln.

• Nicht-Regierungs-Organisatio-nen. Ähnlich dem Bahá’í -Frauen- Forum sollen sich auch in den anderen Schwerpunktbereichen Nicht- Regierungs-Organisationen herausbilden, die sich an den Bahá’í-Zielen und - Grundsätzen orientieren .

• Wirtschaftliche und soziale Basisproiekte. Die Basisprojekte von Bahá’í -Gemeinden und Gruppen und Einzelnen innerhalb der Bahá’í-Gemeinde sollen insbesondere die Qualität der langfristigen Bestän- digkeit entwickeln und die Perspektive haben, daß sie ein fester Beitrag zur geistigen und sozialen Erneue- rung der Gesellschaft sind. Eine Öffnung derartiger Projekte für Nicht-Bahá’í und die Zusammenarbeit mit Nicht-Bahá'í- Organisationen und anderen gesellschaftlichen Gruppierungen ist besonders wünschenswert.

• Öffentlichkeitsarbeit. Die Öffentlichkeitsarbeit soll eine Struktur erhalten, die den neuen Herausforde- rungen wird. Sie soll mit entsprechendem zeitgemäßem Material ausgestattet werden. Es sollen möglichst drei Büros für Öffentlichkeitsarbeit in Berlin, Bonn und Langenhain eröffnet werden.

• Eigene Medienpräsenz. Das bereits gut entwickelte Programm an Primär und Sekundärliteratur des Bahá’í-Verlages soll im Vierjahresplan eine entscheidende Ergänzung erfahren: Es soll eine Palette von Büchern und anderen Medien entwickelt werden, die nach Inhalt und Präsentation geeignet sind, ihren Platz in der deutschen Medienlandschaft zu finden. Dieses Programm soll sich sowohl über Bahá’í -eigene als auch über Organe der Gesellschaft etablieren.

ZIEL 5

EIN BESONDERES PRIVILEG obliegt der deutschen Bahá'í-Gemeinde bei der Erfüllung einer Reihe von internationalen Zielen.

• Projekt Berg Karmel. Der im internationalen Vergleich hohe Wohlstand in Deutschland legt der deut- schen Bahá’í -Gemeine eine herausragende Pflicht für die finanzielle Absicherung der historischen Bau- projekte am Berg Karmel auf.

• Internationaler Austausch. Der internationale Austausch an Reiselehrern und Pionieren ist eines der machtvollsten Mittel der individuellen wie gemeinschaftlichen geistigen Bereicherung. Ein Internationales Lehr- und Pionierkomitee soll eingerichtet und von den Bahá’í-Freunden als Agentur für die Vermittlung von Lehrreisen und Pioniervorhaben intensiv genutzt werden.

• Konkrete internationale Ziele. China Osteuropa... Diese Ziele müssen noch erarbeitet werden. Bitte um Vorschläge!

• Finanzielle Unterstützung von sozialen Projekten. Die Entwicklung von wirtschaftlichen und sozialen Bahá’í-Projekten in vielen Ländern der Welt gewinnt eine immer größere Dynamik. Die deutsche Bahá’í -Gemeinde soll diese im Laufe des Vierjahresplanes mindestens mit einem Betrag von 81.000 Dollar un- terstützen.

Der Vierjahresplan 1996 - 2000 des Nationalen Geistigen Rates vorläufiges Exemplar (vierjahr.doc) Blatt: 1