Der Gottesbund á Textzusammenstellung á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 3.01 (O-2023-01-20)
Der Gottesbund Textzusammenstellung
Der Gottesbund: »... ein Vertrag zwischen Gott und dem Menschen ...«
1
Die erste Pflicht, die Gott Seinen Dienern auferlegt, ist die Anerkennung Dessen, Der der Tagesanbruch Seiner Offenbarung, der Urquell Seiner Gesetze ist und Gott im Reiche Seiner Sache und in der Welt der Schöpfung vertritt. Wer diese Pflicht erfüllt, hat alles Gute erreicht, und wer dessen beraubt ist, geht in die Irre, hätte er auch alle gerechten Werke vollbracht. Wer diese höchst erhabene Stufe, diesen Gipfel überragender Herrlichkeit erreicht, muss jedem Gebot Dessen folgen, Der der Ersehnte der Welt ist. Beide Pflichten sind untrennbar, und nur die Erfüllung beider wird angenommen. So wurde es von Ihm, dem Quell göttlicher Eingebung, verfügt. Wem Gott Einsicht gegeben, der wird leicht erkennen, dass Gottes Gesetz das beste Mittel ist, die Ordnung in der Welt zu erhalten und die Sicherheit ihrer Völker zu bewahren. Wer sich von ihm abwendet, zählt zu den Niedriggesinnten und Toren. Wir haben euch wahrlich geboten, euren üblen Leidenschaften und verderbten Neigungen den Befehl zu verweigern und nicht die Grenzen zu überschreiten, die die Feder des Höchsten gesetzt hat, denn diese Grenzen sind der Lebensodem für alles Erschaffene. Die Meere göttlicher Weisheit und göttlicher Rede wogen hoch im Windhauch des Allbarmherzigen. Eilt, euch satt zu trinken, o ihr Verständigen! Wer Gottes Bund verletzt, indem er Seine Gebote übertritt, wer auf dem Absatz kehrtmacht, hat sich vor Gott, dem Allbesitzenden, dem Höchsten, schmerzlich geirrt.A1
2
… Folgt darum nicht euren irdischen Wünschen, verletzt nicht den Bund Gottes und brecht nicht euer Gelübde für Ihn. Mit fester Entschlossenheit, mit der ganzen Liebe eurer Herzen, mit der vollen Kraft eurer Worte wendet euch Ihm zu und wandelt nicht auf den Wegen der Toren. Die Welt ist nur Schein, eitel und leer, ein bloßes Nichts, das der Wirklichkeit ähnelt. Hängt eure Liebe nicht an sie. Zerreißt nicht das Band, das euch mit eurem Schöpfer verbindet, und gehört nicht zu denen, die in die Irre gehen und von Seinen Wegen abirren. …A2
3
Groß ist dein Segen, denn du bist dem Bunde Gottes und Seinem Zeugnis treu, und du wirst geehrt durch diesen Sendbrief, durch welchen dein Name aufgezeichnet ist auf Meiner verwahrten Tafel. Weihe dich deinem Herrn und dem Dienst an Seiner Sache, hüte Sein Gedenken in deinem Herzen und feiere Seinen Lobpreis so, dass jede irrende, achtlose Seele dadurch aus dem Schlaf erwacht.A3
4
... Unter dem Schutz und mit der Hilfe der Gesegneten Schönheit – möge mein Leben ein Opfer für Seine Geliebten sein – sollt ihr euch so verhalten, dass ihr vornehm und leuchtend wie die Sonne unter den Menschenseelen hervorragt. Wenn einer von euch in eine Stadt kommt, soll er durch seine Aufrichtigkeit, seine Lauterkeit und Liebe, seine Ehrlichkeit und Treue, seine Wahrheitsliebe und Güte gegenüber allen Völkern der Welt zu einem Brennpunkt der Anziehungskraft werden, so dass die Menschen dieser Stadt ausrufen und sagen: »Dieser Mann ist ohne Zweifel ein Bahá’í, denn sein Benehmen, seine Haltung, seine Lebensweise, seine Sitten, seine Art und sein Wesen spiegeln die Eigenschaften der Bahá’í wider.« Bevor ihr diese Stufe erreicht, kann man nicht sagen, dass ihr dem Bund und Testament Gottes treu ergeben seid. Denn Er ist mit uns allen in unwiderleglichen Texten ein festes Bündnis eingegangen; es fordert von uns, dass wir nach Seinen heiligen Geboten und Ratschlägen handeln.A4
»... der Größere Bund, den jede Manifestation mit ihren Gläubigen schließt ...«
Eine Gesetzmäßigkeit 5 Niemals erweckte der Herr des Alls einen Propheten oder sandte ein Buch, ehe Er nicht Sein Bündnis mit allen Menschen errichtet und sie aufgerufen hatte, die nächste Offenbarung und das nächste Buch anzunehmen; denn Seine Freigebigkeit strömt unablässig und grenzenlos.A5
Die Epiphanie Bahá’u’lláhs
6
Abraham, Friede sei mit Ihm, errichtete einen Bund hinsichtlich Mose und gab die frohen Botschaften Seines Kommens. Moses errichtete einen Bund hinsichtlich des Verheißenen und verkündete der Welt die gute Kunde der Offenbarung Christi. Christus errichtete einen Bund hinsichtlich des Trösters und gab die Botschaft Seines Kommens. Der Prophet Muḥammad errichtete einen Bund hinsichtlich des Báb, und der Báb war der von Muḥammad Verheißene, denn Muḥammad gab die Botschaft Seines Kommens. Der Báb errichtete einen Bund hinsichtlich der Gesegneten Schönheit Bahá’u’lláh und verkündete die frohen Botschaften Seines Kommens, denn die Gesegnete Schönheit war Der, den der Báb verheißen hatte. Bahá’u’lláh errichtete einen Bund hinsichtlich eines Verheißenen, der in tausend oder Tausenden von Jahren offenbar werden wird. Jener Offenbarer ist der von Bahá’u’lláh Verheißene, der in tausend oder Tausenden von Jahren erscheinen wird. Und ebenso schloss Er durch Seine höchste Feder einen großen Bund mit allen Bahá’í und gebot ihnen, nach Seinem Hinscheiden dem Mittelpunkt des Bundes zu folgen und nicht um Haaresbreite vom Gehorsam, den sie Ihm leisten sollen, abzuweichen.A6Die Ankunft Bahá’u’lláhs
7
Heute ist der Tag, o mein Herr, den Du der ganzen Menschheit angekündigt als den Tag, da Du Dich selbst offenbarest, Deinen Glanz verbreitest und hell überall Deinen Geschöpfen strahlest. Darüber hinaus hast Du mit allen Menschen in Deinen Büchern und Schriften, auf Deinen Rollen und Tafeln einen Bund geschlossen für Ihn, den Morgen Deiner Offenbarung, und hast den Bayán zum Herold bestimmt für diese Größte, Allherrliche Manifestation, diese strahlendste, erhabenste Erscheinung.A7
Der eine neue Manifestation betreffende Bund Bahá’u’lláhs
8
Wahrlich, Gott wird Ihn erwecken, den Gott offenbaren wird, und nach Ihm wen immer Er will, wie Er Propheten werden ließ vor dem Punkt des Bayán. Er hat in Wahrheit Macht über alle Dinge.A8
9
Wer vor Ablauf eines vollen Jahrtausends den Anspruch auf eine unmittelbare Gottesoffenbarung erhebt, ist gewiss ein Lügner und Betrüger. …A9 Sollte ein Mensch bevor noch volle tausend Jahre vorbei sind, auftreten – jedes der Jahre zu zwölf Monaten nach dem Qur’án und zu neunzehn Monaten zu neunzehn Tagen nach dem Bayán gerechnet – und sollte gleich ein solcher Mensch vor euren Augen alle Zeichen Gottes offenbaren, so sollt ihr ihn doch ohne Zögern von euch weisen.A10
10
Jahrhunderte, … nein, ungezählte Zeitalter müssen vergehen, ehe das Tagesgestirn der Wahrheit wieder in seiner hochsommerlichen Pracht erstrahlt oder aufs Neue im Glanze frühlingsfrischer Herrlichkeit scheint … Was jene Manifestationen angeht, die zukünftig »in den Schatten der Wolken« herniederkommen werden, … so wisse wahrlich, dass sie in ihrer Beziehung zur Quelle ihrer Eingebung unter dem Schatten der Altehrwürdigen Schönheit stehen. Jedoch in ihrer Beziehung zu dem Zeitalter, in dem sie erscheinen, tut jeder von ihnen, »was immer Er will.«A11
Der Kleinere Bund: »... den Bahá’u’lláh mit Seinen Gläubigen bezüglich ‘Abdu’l-Bahá Schloss ...«
Die Designation
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… Es ist den Aghṣán, den Afnán und Meiner Verwandtschaft zur Pflicht gemacht, dass sie allesamt ihr Antlitz dem Mächtigsten Ast zuwenden. Beachtet, was Wir in Unserem Heiligsten Buche offenbart haben: »Wenn das Meer Meiner Gegenwart verebbt und das Buch Meiner Offenbarung abgeschlossen ist, wendet euer Angesicht Ihm zu, Den Gott bestimmt hat, Der aus dieser urewigen Wurzel entspross.«Q1 Mit diesem heiligen Vers ist kein anderer gemeint als der Mächtigste AstA12. So haben Wir euch gnädig Unseren machtvollen Willen offenbart, und wahrlich, Ich bin der Gnadenvolle, der Allmächtige.A13
12
Im Einklang mit dem ausdrücklichen Wortlaut des Kitáb-i-Aqdas hat Bahá’u’lláh zum Ausleger Seines Wortes den Mittelpunkt des Bundes gemacht – eines Bundes, so fest und so mächtig, wie ihn ähnlich keine religiöse Sendung seit Anbeginn der Zeit bis auf den heutigen Tag hervorgebracht hat.A14
13
Das Wichtigste ist heute Standhaftigkeit im Bund, denn Standhaftigkeit im Bund bewahrt vor Uneinigkeit. Bahá’u’lláh hat in Seinem Bund nicht verfügt, dass ich der Verheißene sei, sondern der Ausleger des Buches und der Mittelpunkt Seines Bundes bin, und dass der Verheißene Bahá’u’lláhs nach tausend oder Tausenden von Jahren erscheinen wird. So lautet der Bund, den Bahá’u’lláh schloss. Wenn jemand davon abweicht, wird er an der Schwelle Bahá’u’lláhs nicht angenommen. In Streitfällen muss ‘Abdu’l-Bahá um Rat gefragt werden. Alle müssen sein Wohlgefallen umkreisen. Nach ‘Abdu’l-Bahá wird das Universale Haus der Gerechtigkeit, wann immer es errichtet sein wird, Uneinigkeit verhindern.A15
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Weil es in der Vergangenheit bei den Glaubensbekenntnissen immer große Unterschiede und Abweichungen gab, und jeder, der eine neue Idee hatte, sie Gott zuschrieb, war es Bahá’u’lláhs Wunsch, dass es unter den Bahá’í keinen Grund zum Meinungsstreit geben solle. Deshalb schrieb Er mit Seiner Feder das Buch Seines Bundes nieder, in welchem Er Sich an Seine Verwandten und alle Völker der Welt mit den Worten wendet: »Wahrlich, Ich habe Einen zum Mittelpunkt Meines Bundes ernannt. Ihm müssen alle gehorchen. An Ihn sollen sich alle halten. Er ist der Ausleger Meines Buches, Er kennt Mein Ziel. Alle müssen sich Ihm zuwenden. Was immer Er sagt, ist richtig, denn wahrlich, Er kennt die Texte Meines Buches; allein Er kennt Mein Buch, niemand sonst.« Diese Erklärung soll verhindern, dass es unter den Bahá’í jemals zu Missklang und Meinungsstreit kommt. Sie sollen immer einig sein und sich verständigen ... Wer deshalb dem von Bahá’u’lláh ernannten Mittelpunkt des Bundes gehorcht, gehorcht Bahá’u’lláh, und wer Ihm nicht gehorcht, gehorcht Bahá’u’lláh nicht ... Habt Acht, habt Acht, dass niemand aus der Autorität seiner eigenen Gedanken spricht oder aus sich selbst heraus Neues schafft! Habt Acht, habt Acht! Nach dem ausdrücklichen Bund Bahá’u’lláhs sollt ihr euch um einen solchen Menschen nicht scheren. Bahá’u’lláh hielt Sich von solchen Seelen fern.A16
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Er ist zuerst und vor allem der Mittelpunkt und die Achse des unvergleichlichen und allumfassenden Bundes Bahá’u’lláhs und sollte für immer so betrachtet werden, als Seine erhabenste Schöpfung, der fleckenlose Spiegel Seines Lichtes, das vollkommene Beispiel Seiner Lehren, der niemals irrende Ausleger Seines Wortes, der Ausdruck eines jeglichen Bahá’í-Ideals, die Verkörperung jeder Bahá’í-Tugend, der Mächtigste Ast, der aus der Urewigen Wurzel hervorging, der Arm des göttlichen Gesetzes, das Wesen, »um das sich alle Namen bewegen«, die Triebkraft der Vereinigung der Menschheit, das Banner des Größten Friedens, der Mond des Zentralgestirns dieser heiligsten Sendung. Dies alles sind Benennungen und Ehrennamen, die sich aus Seiner Stufe ergeben und ihren getreuesten, höchsten, edelsten Ausdruck in dem Zaubernamen ‘Abdu’l-Bahá finden. Er ist, jenseits von allen diesen Benennungen, ›das Geheimnis Gottes‹ – ein Ausdruck, den Bahá’u’lláh selbst gewählt hat, um Ihn zu bezeichnen, und der, ohne uns irgendwie zur Zuerkennung der Stufe der Prophetenschaft zu berechtigen, andeutet, wie in der Gestalt ‘Abdu’l-Bahás die auseinanderlaufenden Kennzeichen menschlicher Natur und übermenschlicher Erkenntnis und Vollkommenheit verschmolzen und in völlige Übereinstimmung gebracht sind.A17
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Bahá’u’lláh, der Offenbarer des Wortes Gottes an diesem Tag, die Quelle der Autorität, Urquell der Gerechtigkeit, Schöpfer einer neuen Weltordnung, Stifter des Größten Friedens und einer Weltkultur, der Richter, Gesetzgeber, Vereiniger und Erlöser der ganzen Menschheit, hat die Ankunft des Reiches Gottes auf Erden verkündet, dessen Gesetze, Gebote und Grundsätze formuliert und dessen Institutionen verfügt. Um die Kräfte zu kanalisieren, die Seine Offenbarung freisetzte, stiftete Er Seinen Bund, dessen Macht die Unversehrtheit Seines Glaubens sicherte, seine Einheit bewahrte und seine weltweite Ausbreitung in den aufeinander folgenden Amtszeiten ‘Abdu’l-Bahás und Shoghi Effendis vorantrieb. Der Bund erfüllt weiterhin seinen lebenspendenden Zweck durch die Institution des Universalen Hauses der Gerechtigkeit. Als einer der Zwillingsnachfolger Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás hat es das grundlegende Ziel, die Kontinuität der göttlich verordneten Autorität, die der Quelle des Glaubens entspringt, sicher zu stellen, die Einheit der Gläubigen zu schützen und die Unversehrtheit und Anpassungsfähigkeit der Lehren zu wahren.A18
Die Einzigartigkeit des Bundes Bahá’u’lláhs
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Das herausragendste Merkmal der Offenbarung Bahá’u’lláhs, eine Besonderheit, die bei keinem der früheren Propheten zu finden ist, ist das Amt und die Designation des ›Mittelpunkt des Bundes‹. Durch diese Einrichtung und die gleichzeitige Designation sichert und schützt Bahá’u’lláh die Religion Gottes gegen Meinungsstreit und Schisma, so dass niemand mehr eine Sekte oder Fraktion bilden kann.A19
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Um die Kräfte zu steuern und in Bahnen zu lenken, die durch diesen vom Himmel gesandten Prozess freigesetzt wurden, und ihr harmonisches Fortwirken nach Seinem Hinscheiden sicherzustellen, war ein göttlich verordnetes Instrument, das unbestreitbare Autorität besaß und mit dem Urheber der Offenbarung selbst in organischer Verbindung stand, eindeutig unerlässlich. Für dieses Instrument hatte Bahá’u’lláh ausdrücklich durch die Institution des Bundes gesorgt, eine Institution, die Er vor Seinem Hinscheiden dauerhaft errichtet hatte. Diesen Bund hatte Er schon im Kitáb-i-Aqdas vorweggenommen, wies auf ihn hin, als Er in den Tagen vor Seinem Tod Abschied von Seiner um das Bett versammelten Familie nahm, und Er verankerte ihn in einem eigenen Dokument, das Er Das Buch Meines Bundes nannte, und das Er während Seiner letzten Krankheit Seinem ältesten Sohn ‘Abdu’l-Bahá anvertraute. Vollständig mit eigener Hand geschrieben; am neunten Tag nach Seinem Hinscheiden vor neun Zeugen aus dem Kreise Seiner Gefährten und Familienmitglieder entsiegelt; am selben Nachmittag vor einer großen Versammlung, unter ihnen Seine Söhne, einige Verwandte des Báb, Pilger und ansässige Gläubige, an Seinem Heiligsten Grab verlesen, bleibt dieses einzigartige, bahnbrechende Dokument, das Bahá’u’lláh als Seine »Größte Tafel« bezeichnete und im Brief an den Sohn des Wolfes als das »Karmesinrote Buch« erwähnte, im Schrifttum aller früheren Offenbarungen, einschließlich der des Báb, ohne jede Parallele; denn nirgends in den Büchern irgendeines religiösen Systems, nicht einmal unter den Schriften des Begründers der Bábí-Offenbarung, finden wir auch nur ein Dokument, das einen Bund mit vergleichbarer Autorität errichtet wie diesen von Bahá’u’lláh Selbst gestifteten Bund.A20
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... Es ist jedoch ein großer Unterschied zwischen dieser Sendung und den früheren; denn Bahá’u’lláh schreibt, dies sei »der Tag, dem keine Nacht folgt«. Er schenkte uns Seinen Bund, mit dem ein dauerhaftes Zentrum göttlicher Führung in der Welt ist. Dem Bahá’í-Glauben fehlte es nicht an ehrgeizigen Menschen, die die Zügel der Herrschaft an sich reißen und den Glauben für ihre eigenen Zwecke verdrehen wollten. Aber sie richteten sich in allen Fällen damit selbst zugrunde, alle ihre Hoffnungen zerschellten am Felsen des Bundes.A21
Der Kleinere Bund: »... den ‘Abdu’l-Bahá mit der Gemeindeordnung fortführte ...«
Die Zwillingsnachfolger
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O meine lieben Freunde! Nach dem Heimgang dieses Unterdrückten obliegt es den Aghṣán, den Afnán des Heiligen Lotosbaumes, den Händen (Säulen) der Sache Gottes und den Geliebten der Schönheit Abhá, sich Shoghi Effendi zuzuwenden, dem jugendlichen Ast, hervorgegangen aus den beiden geweihten, heiligen Lotusbäumen, der Frucht, entstanden aus der Vereinigung der beiden Sprösslinge des Baumes der Heiligkeit, denn er ist das Zeichen Gottes, der ausersehene Ast, der Hüter der Sache Gottes, dem sich alle Aghṣán, Afnán, Hände der Sache Gottes und Seine Geliebten zuwenden müssen. Er ist der Erklärer der Worte Gottes, und auf ihn wird der Erstgeborene seiner geradlinigen Abkommen folgen.A22
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Was nun das Haus der Gerechtigkeit anbelangt, das Gott zum Quell alles Guten bestimmt und von allem Irrtum befreit hat, so muss es durch allgemeines Wahlrecht, das heißt von den Gläubigen, gewählt werden. Seine Mitglieder müssen Verkörperungen der Gottesfurcht, Morgenröten der Erkenntnis und des Verständnisses sein, im Gottesglauben standhaft und der ganzen Menschheit wohlgesinnt. …A23
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... Dem Heiligsten Buche muss sich jeder zuwenden, und was darin nicht ausdrücklich verzeichnet ist, ist dem Universalen Haus der Gerechtigkeit vorzulegen. Was diese Körperschaft einstimmig oder mit Stimmenmehrheit beschließt, wahrlich, das ist die Wahrheit und Gottes eigener Wille. …A24
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... Sie (Bahá’u’lláh und ‘Abdu’l-Bahá) haben auch in eindeutiger und eindringlicher Sprache die Zwillingsinstitutionen des Hauses der Gerechtigkeit und des Hütertums als ihre erwählten Nachfolger eingesetzt und ihnen die Aufgabe übertragen, die Grundsätze anzuwenden, die Gesetze zu verkünden, die Institutionen zu schützen, den Glauben bundestreu und vernunftgemäß den Erfordernissen einer fortschreitenden Gesellschaft anzupassen und das unverbrüchliche Erbe zu vollenden, das die Begründer dieses Glaubens der Welt hinterlassen haben.A25
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... im Rahmen des Bundes Gottes war Shoghi Effendi während seiner Amtszeit als Hüter der Sache der Mittelpunkt der Autorität unseres Glaubens, an den sich alle wenden mussten ... Das gleiche gilt für die Stellung, die das Universale Haus der Gerechtigkeit in seiner Beziehung zu den Gläubigen innehat.A26
Autorität
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Der heilige, jugendliche Ast, der Hüter der Sache Gottes, wie auch das Universale Haus der Gerechtigkeit, das universell zu wählen und einzusetzen ist, stehen beide unter der Fürsorge und dem Schutz der Schönheit Abhá, unter dem Schirm und der unfehlbaren Führung Seiner Heiligkeit des Erhabenen – möge mein Leben ein Opfer für sie beide sein. Was immer sie entscheiden, ist von Gott. Wer ihm nicht gehorcht oder ihnen nicht gehorcht, hat Gott nicht gehorcht. Wer sich gegen ihn oder gegen sie auflehnt, hat sich gegen Gott aufgelehnt. Wer sich ihm entgegenstellt, hat sich Gott entgegengestellt. Wer sie bekämpft, hat Gott bekämpft. Wer mit ihm streitet, hat mit Gott gestritten. Wer ihn leugnet, hat Gott geleugnet. Wer an ihm zweifelt, hat an Gott gezweifelt. Wer von ihm abweicht, sich von ihm trennt und abwendet, ist in Wahrheit von Gott abgewichen, hat sich von Ihm getrennt und abgewandt.A27
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... wird unzweifelhaft klar und deutlich, dass der Hüter des Glaubens zum Ausleger des Wortes gemacht und dem Universalen Haus der Gerechtigkeit die Gesetzgebungsgewalt für die Gegenstände verliehen worden ist, die nicht ausdrücklich in den Lehren offenbart sind. Die Auslegung durch den Hüter ist innerhalb seines Bereiches ebenso autoritativ und bindend wie die Entscheidungen des Internationalen Hauses der Gerechtigkeit, dessen ausschließliches Recht und Privileg es ist, über solche Gesetze und Anordnungen zu befinden und letztgültig zu entscheiden, die Bahá’u’lláh nicht ausdrücklich offenbart hat. Keine von beiden Institutionen kann und wird je in das geweihte und festgelegte Gebiet der anderen übergreifen, keine von ihnen versuchen, die besondere, unbestrittene Amtsgewalt zu schmälern, mit der beide von Gott her ausgestattet wurden.A28
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Bei der Handhabung der Verwaltungsangelegenheiten des Glaubens und bei der Gesetzgebung, die zur Ergänzung der Gesetze des Kitáb-i-Aqdas notwendig ist, sind die Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, wie wir im Auge behalten sollten, nach Bahá’u’lláhs klaren Worten nicht verantwortlich gegenüber jenen, die sie vertreten, noch ist ihnen gestattet, sich von den Gefühlen, der allgemeinen Meinung und selbst der Überzeugung der Menge der Gläubigen oder derer, durch die sie unmittelbar gewählt werden, beherrschen zu lassen. Sie müssen in Gebetshaltung den Befehlen und Eingebungen ihres Gewissens folgen. Sie dürfen, ja müssen sich mit den in der Gemeinde herrschenden Zuständen vertraut machen, müssen in ihrem Geiste leidenschaftslos die wesentlichen Gesichtspunkte an jedem Fall, der ihnen zur Beratung vorgelegt wird, abwägen, sich aber das Recht der freien Entscheidung vorbehalten. »Gott wird ihnen wahrlich eingeben, was immer Er will.«, ist Bahá’u’lláhs unbestreitbare Versicherung. Damit sind sie, und nicht die Gesamtheit ihrer unmittelbaren oder mittelbaren Wähler, zu Empfängern der göttlichen Führung gemacht, die für diese Offenbarung Herzblut und eigentlicher Schutz zugleich ist.A29
Der Tod Shoghi Effendis
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Zur Zeit des Todes unseres geliebten Shoghi Effendi war bei der gegebenen Sachlage und angesichts der expliziten Bestimmungen der heiligen Texte offenkundigA30, dass es ihm nicht möglich war, gemäß den Bestimmungen des Testaments ‘Abdu’l-Bahás einen Nachfolger zu ernennen.A31
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Nach sorgfältigem, andächtigem Studium der heiligen Texte zur Frage der Ernennung eines Nachfolgers Shoghi Effendis als »Hüter der Sache Gottes« und nach umfassender Beratung, bei der die Ansichten der Hände der Sache Gottes im Heiligen Land berücksichtigt wurden, kam das Universale Haus der Gerechtigkeit zu dem Ergebnis, dass es keinen Weg gibt, einen zweiten Hüter als Nachfolger Shoghi Effendis zu ernennen oder ein Gesetz zu erlassen, das eine solche Ernennung ermöglicht.A32
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
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Der Bund Bahá’u’lláhs ist ungebrochen, seine allumfassende Kraft unverletzt. Die beiden einzigartigen Merkmale, die ihn von allen religiösen Bundesschlüssen der Vergangenheit unterscheiden, bestehen unverändert und sind voll wirksam. Das offenbarte Wort in seiner ursprünglichen Reinheit, ergänzt durch die von Gott gelenkten Interpretationen ‘Abdu’l-Bahás und Shoghi Effendis, besteht unwandelbar, unverfälscht durch von Menschen erdachte Glaubensbekenntnisse oder Dogmen, durch unverantwortliche Schlüsse oder unbefugte Interpretationen. Durch diese von Bahá’u’lláh gestiftete und von Ihm mit höchster Autorität und unfehlbarer Führung versehene Institution, von der der Meister schrieb, dass »alles an diese Körperschaft verwiesen werden muss«, bleibt der Kanal göttlicher Führung geöffnet und anpassungsfähig für alle Bedürfnisse der Menschheit. Wie klar erkennen wir die Wahrheit der Feststellung Bahá’u’lláhs: »Die Hand der Allmacht hat Seine Offenbarung auf einen unverletzlichen, dauerhaften Grund gestellt. Stürme menschlichen Streites vermögen ihre Grundfeste nicht zu schwächen, noch werden die wunderlichen Ideen der Menschen ihrem Aufbau schaden können.«Q2
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Das Universale Haus der Gerechtigkeit, von dem der Hüter sagte, dass es von der Nachwelt als die »letzte Zufluchtsstätte einer untergehenden Zivilisation« angesehen würde, ist jetzt in Abwesenheit des Hüters die einzige unfehlbar geführte Institution auf der Welt, der sich alle zuwenden müssen. Auf ihm lastet die Verantwortung, die Einheit und den Fortschritt der Sache Gottes in Übereinstimmung mit dem offenbarten Wort zu sichern.A33
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Die Unfehlbarkeit des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, die innerhalb der ihm verliehenen Zuständigkeit gilt, ist nicht davon abhängig gemacht, dass der Hüter der Sache zu seinen Mitgliedern zählt ... Abgesehen von seiner Aufgabe als Mitglied und geheiligtes Oberhaupt des Universalen Hauses der Gerechtigkeit auf Lebenszeit, hatte der Hüter in seinem ureigenen Zuständigkeitsbereich das Recht und die Pflicht, »den Bereich der gesetzgeberischen Tätigkeit« des Universalen Hauses der Gerechtigkeit »zu bestimmen«. Mit anderen Worten, er hatte die Autorität festzustellen, ob etwas schon in den heiligen Texten behandelt war oder ob es in der Zuständigkeit des Universalen Hauses der Gerechtigkeit liegt, den Gegenstand gesetzlich zu regeln ... Daher erhebt sich die Frage: Ist das Universale Haus der Gerechtigkeit ohne Hüter in Gefahr, seine eigene Zuständigkeit zu überschreiten und somit in Irrtum zu verfallen? Hierzu sollten wir drei Dinge sehen: Erstens hat Shoghi Effendi während seiner sechsunddreißig Jahre währenden Amtszeit bereits eine Fülle von Interpretationen ‘Abdu’l-Bahás und Bahá’u’lláhs erläutert. Wie den Gläubigen schon mitgeteilt, geht jedem Gesetzgebungsakt des Universalen Hauses der Gerechtigkeit ein sorgfältiges Studium der Texte und Interpretationen zu der betreffenden Materie voraus. Zweitens ist sich das Universale Haus der Gerechtigkeit, dem die göttliche Führung selbst verheißen ist, der Abwesenheit des Hüters sehr wohl bewusst. Es wird sich auf eine Gesetzgebung nur einlassen, wenn es sich seiner Zuständigkeit sicher ist, die der Hüter als »klar umgrenzt« bezeichnet hat. Drittens sollten wir nicht die schriftliche Aussage des Hüters über beide Institutionen vergessen: »Keine von beiden ... kann und wird je die geheiligte und klar definierte Zuständigkeit der anderen verletzen.«Q3
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Das Universale Haus der Gerechtigkeit wurde über seine Funktion als Gesetzgeber hinaus mit der generellen Aufgabe des Schutzes und der Verwaltung der Sache betraut, mit der Lösung unklarer Fragen und der Entscheidung über Angelegenheiten, die zu Streit geführt haben.A34
34
Dem Universalen Haus der Gerechtigkeit ist nach den Worten des Hüters »das ausschließliche Recht der Gesetzgebung in allem, was nicht ausdrücklich in der Schrift offenbart ist, verliehen.« Seine Verfügungen, die es selbst wieder ändern oder aufheben kann, haben den Zweck, das Gesetz Gottes zu ergänzen und einzuführen. Wenngleich dem Haus der Gerechtigkeit auch die Funktion der Auslegung nicht verliehen ist, ist es gleichwohl in der Lage, alles Notwendige zu tun, um die Weltordnung Bahá’u’lláhs auf dieser Erde zu errichten. Die Einheit der Lehre wird durch die authentischen Texte der Schrift und durch die umfangreichen Interpretationen ‘Abdu’l-Bahás und Shoghi Effendis sowie durch das absolute Verbot für alle, »autoritative« oder »inspirierte« Auslegungen vorzubringen oder sich gar die Funktion des Hüters anzumaßen, garantiert. Die organisatorische Einheit der Gemeinde ist durch die Autorität des Universalen Hauses der Gerechtigkeit gewährleistet.A35
35
Im Bahá’ítum sind zwei autoritative Instanzen eingesetzt, an die sich die Gläubigen zu halten haben, denn der berufene Ausleger des Wortes ist in Wirklichkeit nur eine Ausdehnung der einen Instanz, die das Wort selbst ist. Das Buch ist das aufgezeichnete Wort Bahá’u’lláhs, während der göttlich inspirierte Ausleger das lebendige Sprachrohr dieses Buches ist – nur er kann den Sinn des Buches verbindlich erklären. Die eine Instanz ist somit das Buch und sein Interpret; die andere das Universale Haus der Gerechtigkeit, das unter Gottes Führung über alles entscheidet, was nicht ausdrücklich im Buch offenbart ist. Diese Zweiheit der Instanzen und ihr Verhältnis zueinander treten in jedem Stadium der Entfaltung der Sache zutage. Im Kitáb-i-Aqdas trägt Bahá’u’lláh den Gläubigen auf, sich nach Seinem Hinscheiden dem Buch zuzuwenden und »Ihm, den Gott bestimmt hat, Ihm, der dieser Urewigen Wurzel entspross«. Im Kitáb-i-‘Ahd (dem Buch des Bundes) stellt Er klar, dass dieser Hinweis sich auf ‘Abdu’l-Bahá bezieht. Im Aqdas verfügt Bahá’u’lláh auch die Institution des Universalen Hauses der Gerechtigkeit und verleiht ihm alle Gewalten, die erforderlich sind, die ihm zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen. Der Meister setzt in Seinem Testament ausdrücklich das Hütertum ein, das, wie Shoghi Effendi erklärt, in den Versen des Kitáb-i-Aqdas klar vorgesehen war; Er bestätigt und erläutert die Autorität des Universalen Hauses der Gerechtigkeit und Er verweist die Gläubigen wiederum auf das Buch: »Dem Heiligsten Buch muss sich jeder zuwenden, und alles, was darin nicht ausdrücklich verwahrt ist, ist dem Universalen Haus der Gerechtigkeit vorzulegen«; und ganz am Schluss des Testaments sagt Er: »Alle müssen Führung suchen und sich dem Mittelpunkt der heiligen Sache und dem Haus der Gerechtigkeit zuwenden: Wer sich anderem zuwendet, ist fürwahr in schmerzlichem Irrtum.«A36
Der Kleinere Bund garantiert, dass »... der Glaube geeint und rein bleibt«
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Die erste Bedingung ist Festigkeit im Bund Gottes; denn die Macht des Bundes schützt die Sache Bahá’u’lláhs vor den Zweifeln der Irrenden. Der Bund ist die starke Feste der Sache Gottes, der sichere Pfeiler der Religion Gottes. Es gibt heute keine Macht, die Einheit der Bahá’í-Welt zu bewahren außer dem Bunde Gottes; ohne diesen würde Streit die Bahá’í-Welt umfangen wie ein heftiger Sturm. Offensichtlich ist die Achse der Einheit der Menschheit nichts anderes als die Macht des Bundes. … Darum muss ein jeder zuallererst sicheren Schritts im Bund wandeln, damit die Bestätigung Bahá’u’lláhs ihn von allen Seiten umgibt, damit die Höchsten Heerscharen ihm Hilfe und Beistand bringen und die Ermahnungen und Ratschläge ‘Abdu’l-Bahás wie in Stein gemeißelt, immerwährend und unauslöschlich auf den Tafeln der Herzen stehen.A37
37
Geht deshalb sicheren Schritts voran und befasst euch voll Vertrauen und Zuversicht damit, Gottes Düfte zu verbreiten, Sein Wort zu verherrlichen und im Bündnis standhaft zu sein. Seid versichert, dass eine Seele, die sich in äußerster Standhaftigkeit erhebt, den Ruf zum Gottesreich anstimmt und entschlossen vom Bündnis kündet, befähigt wird, selbst als winzige Ameise den gewaltigen Elefanten aus dem Feld zu jagen und als zarter Nachtfalter das Gefieder des räuberischen Geiers zu zerfetzen.A38
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Der Fortschritt der Sache Gottes gewinnt immer mehr Schwungkraft, und vertrauensvoll dürfen wir dem Tag entgegensehen, an dem diese Gemeinde – wann immer es Gott gefällt – die Entwicklungsphasen durchlaufen haben wird, die ihr Hüter ihr vorzeichnete; der Tag, an dem sie auf diesem gepeinigten Planeten die lichten Wohnstätten des Reiches Gottes errichtet haben wird, in denen die Menschheit Ruhe findet von den selbst verursachten Wirren, dem Chaos und Zerfall, dem Tag, da der Hass und die Gewalttaten der heutigen Zeit in ein dauerhaftes Bewusstsein der Weltbruderschaft und des Friedens verwandelt sein wird. All dies wird erreicht im Bund des ewigen Vaters, dem Bund Bahá’u’lláhs.A39
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Die Bahá’í müssen sich an die Erkenntnis halten, dass die Sache sicher in Gottes Hand ruht, dass der Bund Bahá’u’lláhs unzerstörbar ist und dass sie volles Vertrauen setzen können in die Kompetenz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, »unter der Obhut und dem Schutz der Schönheit Abhá, unter dem Schirm und der unfehlbaren Führung Seiner Heiligkeit des Erhabenen« zu wirken.A40
Die Macht des Bundes
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Die pulsierende Kraft in den Schlagadern des Weltkörpers ist heute der Geist des Bundes – der Geist, der die Ursache des Lebens ist. Wen immer dieser Geist belebt, in dem werden sich Frische und Schönheit des Lebens zeigen; er wird mit dem Heiligen Geist getauft und wiedergeboren, befreit von Unterdrückung und Tyrannei, von Achtlosigkeit und Härte, die den Geist töten; er erlangt das ewige Leben. Preise Gott, dass du standhaft bist im Bund und Testament und dein Antlitz dem Licht der Welt, Bahá’u’lláh, dem Erhabenen, zuwendest.A41
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Der Angelpunkt der Einheit der Menschheit … ist unbezweifelbar nichts anderes als die Macht des Bundes. … Die Macht des Bundes gleicht der Sonnenwärme, die die Entwicklung alles Erschaffenen auf Erden belebt und fördert. Ebenso ist das Licht des Bundes der Erzieher von Geist und Verstand, von Herz und Seele des Menschen.A42
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Der Herr der Heerscharen ist heute der Verteidiger des Bündnisses; die Streitmacht des Gottesreiches ist sein Beschützer. Himmlische Seelen bieten ihre Dienste, die Engel der Höhe verkünden und verbreiten das Bündnis in allen Landen. Wer es mit Einsicht betrachtet, der sieht alle Kräfte des Weltalls letzten Endes dem Bündnis dienen.A43
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Nur die Macht des Bundes kann Differenzen beilegen. Sie ist allumfassend und löst alle Schwierigkeiten, denn die Feder der Herrlichkeit hat ausdrücklich verkündet, dass alle aufkommenden Differenzen dem Mittelpunkt des Bundes vorzulegen sind.A44
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Würde die schützende Macht des Bundes die uneinnehmbare Feste der Sache Gottes nicht bewachen, so entstünden an einem Tag unter den Bahá’í tausend verschiedene Sekten, wie dies in früheren Zeiten geschah. Aber in dieser Sendung hat die Gesegnete Schönheit – möge meine Seele ein Opfer für Ihn sein – mit der Höchsten Feder den Bund und das Testament verfasst, um der Sache Gottes Bestand zu verleihen und Zwietracht unter dem Volke Gottes zu bannen.A45
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Dies waren die TatenA46, welche die Arche des Bundes Bahá’u’lláhs in die aufgewühlten Wogen unaufhörlicher Drangsale hinein vom Stapel ließen, damit sie, gesteuert vom machtvollen Arm ‘Abdu’l-Bahás, bemannt mit einer Schar schwer geprüfter Jünger voll kühnen Wagemuts und überquellender Lebenskraft, seit jenen Tagen stetig ihren Kurs verfolgen konnte, ungeachtet all der Stürme bitteren Missgeschicks, die sie umtost haben und weiterhin umtosen werden, während sie sich ihren Weg zu dem verheißenen Hafen ungetrübten, gesicherten Friedens bahnt.A47
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Der Bund ist die »Achse der Einheit der Menschenwelt«, weil er die Einheit und Unversehrtheit des Glaubens bewahrt und ihn davor schützt, durch Menschen, die davon überzeugt sind, dass nur sie die Lehre richtig verstünden, gespalten zu werden – ein Schicksal, das alle früheren Offenbarungsreligionen ereilte. Überdies ist der Bund im Schrifttum Bahá’u’lláhs verankert. Bahá’u’lláh anzunehmen bedeutet also, wie Sie deutlich sehen, auch die Annahme Seines Bundes. Seinen Bund ablehnen heißt, Bahá’u’lláh ablehnen.A48
Bibliografie
‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften, Auflage 4.01-online (2021-09-29), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 ‘Abdu’l-Bahá, Sendschreiben zum Göttlichen Plan, Auflage 3.04-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 ‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament, Auflage 3.02-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Báb, Der Báb – Eine Auswahl aus Seinen Schriften, Auflage 4.03-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Bahá’u’lláh, Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs, Auflage 9.02-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká, Auflage 3.03-online (2021-12-15), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Bahá’u’lláh, Gebete und Meditationen, Auflage 4.03-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas, Auflage 6.02-online (2020-08-08), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2020 Die Verfassung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, Auflage 2.01-P (2019-11-27), Bahá’í Verlag 2019 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Auflage 3.04-online (2022-03-19), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2022 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, Auflage 6.03-online (2021-06-12), bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021
Quellenangaben
Q1 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 4:121 Q2 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1963–1968, S.13; aus einem Brief vom 6. Oktober 1963 Q3 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1963–1968, S.51 f.; aus einem Brief vom 27. Mai 1966
Anmerkungen
A1 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 4:1–2 A2 Bahá’u’lláh, Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs 153:8 A3 Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká 17:110 A4 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 35:5 A5 Báb, Der Báb - Eine Auswahl aus Seinen Schriften 3.12:2 A6 ‘Abdu’l-Bahá, in: Bahá’í World Faith, p.358 A7 Bahá’u’lláh, Gebete und Meditationen 176:24 A8 Báb, Der Báb - Eine Auswahl aus Seinen Schriften 5.15:4 A9 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 4:37 A10 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:71 A11 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:16 A12 ‘Abdu’l-Bahá A13 Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká 15:9 A14 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:82 A15 ‘Abdu’l-Bahá, in: Star of the West, Bd.IV, Nr. 14, November 1913, p.237 A16 ‘Abdu’l-Bahá, in: Promulgation of Universal Peace, p.322 f. A17 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:75 A18 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Die Verfassung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 4 A19 ‘Abdu’l-Bahá, in: Promulgation of Universal Peace, p.455 f. A20 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 441–442 A21 Aus einem Brief vom 14. Januar 1979 im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen Bahá’í. A22 ‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 16 A23 ‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 25 A24 ‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 37 A25 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 2:11 A26 Aus einem Brief im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 9. November 1981 an einen Bahá’í A27 ‘Abdu’l-Bahá, Wille und Testament 17 A28 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:110 A29 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 6:120 A30 Shoghi Effendi hatte keine Kinder und alle lebenden Aghsán hatten den Bund gebrochen A31 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1963–1968, S.28; aus einem Brief vom 9. März 1965 A32 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1963–1968, S.12; aus einem Brief vom 6. Oktober 1963 A33 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1963–1968, S.56; aus einem Brief vom 27. Mai 1966 A34 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1969–1973, S.103; aus einem Brief vom 7. Dezember 1969 A35 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1963–1968, S.33 f.; aus einem Brief vom 9. März 1965 A36 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1968–1973, S.106; aus einem Brief vom 7. Dezember 1969 A37 ‘Abdu’l-Bahá, Sendschreiben zum Göttlichen Plan 8:7 A38 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 184:2 A39 Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 1973–1978, S.153f.; aus der Riḍván-Botschaft 1973 A40 Aus einem Brief im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 28. Mai 1975 an einen Bahá’í A41 ‘Abdu’l-Bahá, in: Star of the West, Bd.14, Nr.7, Oktober 1923, p.225 A42 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 443 A43 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 192:1 A44 ‘Abdu’l-Bahá, aus einem kürzlich übersetzten Tablet A45 ‘Abdu’l-Bahá, in: Bahá’í World Faith, p.357 f. A46 Events associated with the introduction of the Faith in the West. A47 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 5:23 A48 Aus einem Brief im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 3. Januar 1982 an einen Bahá’í