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Frieden á Textzusammenstellung á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 2.01 (O-2022-03-15)

Frieden Textzusammenstellung

Aus den Schriften Bahá’u’lláhs

1

Dies ist der Tag, da Gottes erhabenste Segnungen den Menschen zugeströmt sind, der Tag, da alles Erschaffene mit Seiner mächtigsten Gnade erfüllt wurde. Alle Völker haben die Pflicht, ihre Gegensätze auszugleichen und in größter Eintracht und in Frieden im Schatten des Baumes Seiner Obhut und Gnade zu wohnen. Sie müssen sich an das halten, was an diesem Tage der Erhöhung ihrer Stufe und der Förderung ihrer wahren Interessen am besten dient.A1

2

Wenn Gott Seine Propheten zu den Menschen sendet, ist Seine Absicht eine zweifache. Die erste ist, die Menschenkinder aus dem Dunkel der Unwissenheit zu befreien und sie zum Lichte wahren Verstehens zu führen, die zweite, den Frieden und die Ruhe der Menschheit zu sichern und alle Mittel bereitzustellen, durch die beides erreicht werden kann.A2

3

O ihr, die ihr auf Erden wohnt! Das Unterscheidungsmerkmal für die Einzigartigkeit dieser höchsten Offenbarung besteht darin, dass Wir einerseits aus Gottes Heiligem Buche gelöscht haben, was die Ursache von Streit, Bosheit und Unrecht unter den Menschenkindern gewesen ist, andererseits die wesentlichen Vorbedingungen für Eintracht, Verständigung und völlige und dauernde Einheit niedergelegt haben. Wohl dem, der Meine Gesetze hält.A3

4

In dem Wunsche, die Voraussetzungen für Frieden und Ruhe in der Welt und für den Fortschritt ihrer Völker zu offenbaren, hat das Höchste Wesen geschrieben: Die Zeit muss kommen, da die gebieterische Notwendigkeit für die Abhaltung einer ausgedehnten, allumfassenden Versammlung der Menschen weltweit erkannt wird. Die Herrscher und Könige der Erde müssen ihr unbedingt beiwohnen, an ihren Beratungen teilnehmen und solche Mittel und Wege erörtern, die den Grund zum Größten Weltfrieden unter den Menschen legen. Ein solcher Friede erfordert es, dass die Großmächte sich um der Ruhe der Völker der Erde willen zu völliger Aussöhnung untereinander entschließen. Sollte ein König die Waffen gegen einen anderen ergreifen, so müssen sich alle vereint erheben und ihn daran hindern. Wenn dies geschieht, werden die Nationen der Welt – außer für die Wahrung der Sicherheit ihrer Reiche und die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in ihrem Staatsgebiet – keine Waffen mehr brauchen. Dies wird jedem Volk, jeder Regierung und Nation Frieden und Ruhe sichern. Wir möchten gerne hoffen, dass die Könige und Herrscher der Erde, die Spiegel des barmherzigen und allmächtigen Namens Gottes, diese Stufe erreichen und die Menschheit vor dem Angriff der Tyrannei beschirmen werden … Der Tag naht, da alle Völker der Welt eine universale Sprache und eine einheitliche Schrift annehmen werden. Wenn dies erreicht ist, wird es für jeden Menschen, in welche Stadt er auch reisen mag, sein, als betrete er sein eigenes Heim. All dies ist verbindlich und durchaus wesentlich. Es ist die Pflicht eines jeden Menschen mit Einsicht und Verständnis, danach zu streben, das hier Niedergeschriebene in die Wirklichkeit und die Tat umzusetzen … Der ist wirklich ein Mensch, der sich heute dem Dienst am ganzen Menschengeschlecht hingibt. Das Höchste Wesen spricht: Selig und glücklich ist, wer sich erhebt, dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen. An anderer Stelle hat Er verkündet: Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.A4

5

O ihr Herrscher der Erde! Warum habt ihr, den Wolken gleich, die Sonne und ihren Glanz verdunkelt und sie am Scheinen gehindert? Hört auf den Rat, den euch die Feder des Höchsten gibt, damit ihr und die Armen Ruhe und Frieden finden. Wir flehen zu Gott, dass Er den Königen der Erde beistehe, den Frieden auf Erden zu errichten. Er – wahrlich – tut, was Er will. O Könige der Erde! Wir sehen euch jedes Jahr eure Ausgaben vermehren und deren Lasten euren Untertanen aufbürden. Das ist, wahrlich, höchst ungerecht. Fürchtet die Seufzer und Tränen dieses Unterdrückten und ladet nicht übermäßige Lasten auf eure Völker. Beraubt sie nicht, um Paläste für euch selbst aufzurichten. Nein, wählt vielmehr für sie, was ihr für euch selbst wählt. So legen Wir euch vor Augen, was euch nützt – würdet ihr es doch begreifen! Eure Völker sind eure Schätze. Hütet euch, dass eure Herrschaft die Gebote Gottes nicht verletze und ihr eure Schutzbefohlenen nicht dem Räuber an die Hand liefert. Durch sie herrscht ihr, von ihren Mitteln lebt ihr, mit ihrer Hilfe siegt ihr. Doch wie verächtlich blickt ihr auf sie! Wie seltsam, wie höchst seltsam! Nun, da ihr den Größten Frieden zurückgewiesen habt, haltet euch fest an diesen, den Geringeren Frieden, damit ihr eure eigene Lage und die eurer Untertanen einigermaßen bessert. Ihr Herrscher der Erde! Versöhnt euch miteinander, so dass ihr nicht mehr Kriegsrüstungen benötigt, als dem Schutz eurer Gebiete und Länder angemessen ist. Hütet euch, den Rat des Allwissenden, des Glaubwürdigen, zu missachten! Seid einig, o Könige der Erde, denn dadurch wird der Sturm des Haders gestillt, und eure Völker finden Ruhe – wenn ihr doch zu den Verstehenden gehörtet! Sollte einer unter euch gegen einen anderen die Waffen ergreifen, so erhebt euch alle gegen ihn, denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.A5

6

Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist. Diese Einheit kann so lange nicht zustande kommen, wie die Ratschläge, die die Feder des Höchsten offenbart hat, unbeachtet bleiben.A6

7

Wir flehen zu Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit –, und Wir hegen die Hoffnung, dass Er gnädig den Offenbarungen des Reichtums und der Macht, den Dämmerungsorten der Herrschaft und des Ruhmes, den Königen auf Erden, beistehe – möge Gott ihnen durch Seine stärkende Gnade helfen –, den Geringeren Frieden zu errichten. Dies ist in der Tat das beste Mittel, die Ruhe der Völker zu sichern. Es ist die Pflicht der Herrscher der Welt – möge ihnen Gott helfen –, sich vereint und standhaft an diesen Frieden zu halten, er ist das wichtigste Werkzeug für den Schutz der ganzen Menschheit. Wir hoffen, dass sich die Herrscher erheben werden, um das zu vollbringen, was die Wohlfahrt der Menschen verbürgt. Sie müssen eine allumfassende Versammlung einberufen, an der entweder sie selbst oder ihre Minister teilnehmen, und Maßnahmen durchsetzen, die erforderlich sind, um Einheit und Eintracht unter den Menschen zu schaffen. Die Waffen des Krieges müssen sie ablegen und sich den Machtmitteln weltweiten Aufbaus zuwenden. Sollte sich ein König gegen einen anderen erheben, müssen alle anderen Könige aufstehen, um ihn daran zu hindern. Dann werden sie Waffen und Kriegsgerät nur noch in dem Maß benötigen, wie es für die innere Sicherheit ihrer Länder unumgänglich ist. Wenn sich die Herrscher zu dieser allumfassenden Segnung entschließen, werden die Völker aller Staaten in Ruhe und Zufriedenheit ihren Geschäften nachgehen, und die Seufzer und Klagen der meisten Menschen werden verstummen. Wir flehen zu Gott, Er möge ihnen beistehen, nach Seinem Willen und Wohlgefallen zu handeln. Er, wahrlich, ist der Herr des Thrones in der Höhe und auf Erden hienieden, der Herr dieser und der kommenden Welt. Es wäre vorzuziehen und weit besser, wenn die hochgeehrten Könige selbst an jener Versammlung teilnähmen und ihre Beschlüsse verkündeten. Jeder König, der sich erhebt, um diese Aufgabe zu vollbringen, wird wahrlich vor Gottes Augen zum Leitstern aller Könige werden. Glücklich ist er, und groß ist sein Segen!A7

8

Die sechste frohe Botschaft ist die Begründung des Geringeren Friedens, dessen Einzelheiten bereits früher von Unserer Erhabensten Feder offenbart wurden. Groß ist der Segen dessen, der den Geringeren Frieden verteidigt und beachtet, was Gott, der Allwissende, der Allweise, bestimmt hat.A8

9

In allen Dingen ist Mäßigung wünschenswert. Wird etwas übertrieben, so erweist es sich als Quell des Unheils. Seht auf die Zivilisation des Westens, wie sie die Völker der Welt aufwühlt und beunruhigt. Eine Höllenmaschine wurde ausgeheckt und erweist sich als Waffe der Zerstörung, so grausam, wie man es nie zuvor gesehen oder gehört hat. Reinigung von dieser tiefverwurzelten, alles überflutenden Verderbnis ist nur möglich, wenn sich die Völker der Welt im Verfolg eines gemeinsamen Zieles vereinen und einen allumfassenden Glauben annehmen. Neigt euer Ohr dem Ruf dieses Unterdrückten und haltet euch fest an den Geringeren Frieden!A9

10

Erstens: Die Amtsträger des Hauses der Gerechtigkeit haben die Pflicht, den Geringeren Frieden zu fördern, damit das Erdenvolk der Bürde maßloser Staatsausgaben ledig werde. Diese Aufgabe ist zwingend und absolut wesentlich, zumal Streit und Feindseligkeiten die wahren Ursachen von Leid und Elend sind.A10

11

In der Fülle Unserer Gunst und Gnade haben Wir eigens für die Herrscher und Amtsträger der Welt offenbart, was Schutz und Sicherheit, Ruhe und Frieden bewirkt; hoffentlich bleiben die Menschenkinder von den Übeln der Unterdrückung bewahrt. Er ist fürwahr der Beschützer, der Helfer, Der den Sieg verleiht. Die Mitglieder von Gottes Haus der Gerechtigkeit haben die Pflicht, ihr Augenmerk bei Tag und bei Nacht auf das zu richten, was die Feder der Herrlichkeit für die Erziehung der Völker, den Aufbau der Nationen, den Schutz des Menschen und die Sicherung seiner Ehre aufleuchten ließ.A11

12

Wer Wohlstand besitzt und mit Macht und Amtsgewalt belehnt ist, muss der Religion die höchste Achtung schenken. Die Religion ist wahrlich ein strahlendes Licht und eine uneinnehmbare Feste für den Schutz und die Wohlfahrt aller Völker der Welt; denn die Gottesfurcht treibt den Menschen, sich fest an alles Gute zu halten und alles Böse zu meiden. Würde die Lampe der Religion verdunkelt, so wären Chaos und Verwirrung die Folge, und die Lichter der Redlichkeit und Gerechtigkeit, der Ruhe und des Friedens würden nicht länger scheinen. Dies wird jeder wahrhaft Verständige bezeugen.A12

13

Wir haben der ganzen Menschheit befohlen, den Geringeren Frieden zu begründen – das sicherste aller Mittel für den Schutz der Menschenwelt. Die Herrscher der Welt sollten sich einmütig daran halten; denn dies ist das vortrefflichste Werkzeug, das Gewähr für Sicherheit und Wohlfahrt aller Völker und Nationen bieten kann. Sie sind wahrlich die Offenbarungen der Macht Gottes und die Morgenröten Seiner Allgewalt. Wir flehen zum Allmächtigen, Er möge ihnen gnädig helfen in dem, was dem Wohlergehen ihrer Untertanen förderlich ist. Eine vollständige Darlegung dieser Angelegenheit hat die Feder der Herrlichkeit schon früher verfasst. Wohl denen, die danach handeln.A13

14

Das Ziel der Religion, wie sie vom Himmel des heiligen Willens Gottes offenbart ist, besteht darin, Einheit und Eintracht unter den Völkern der Welt zu stiften; macht sie nicht zur Ursache für Zwist und Streit. Die Religion Gottes und Sein göttliches Gesetz sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, dass das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht. Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes. Die Religion schenkt dem Menschen die wertvollste aller Gaben, reicht ihm den Kelch des Wohlstands, verleiht ihm ewiges Leben und lässt unzerstörbare Wohltaten auf die Menschheit herniedergehen. Es geziemt den Oberhäuptern und Herrschern der Welt, besonders den Treuhändern von Gottes Haus der Gerechtigkeit, sich bis an die Grenzen ihrer Kraft zu mühen, um die Stellung der Religion zu sichern, ihre Interessen zu fördern und ihre Stufe in den Augen der Welt zu erhöhen. Desgleichen ist es ihre Pflicht, die Lebensverhältnisse ihrer Untertanen zu erforschen und sich mit den Belangen und Tätigkeiten der verschiedenen Gemeinschaften in ihren Herrschaftsbereichen vertraut zu machen. Wir rufen die Offenbarungen der Allmacht Gottes – die Herrscher und Regenten auf Erden – auf, sich zu regen und alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um die Zwietracht zu bannen und die Welt mit dem Licht der Einheit zu erleuchten.A14

15

Unsere Hoffnung ist, dass sich die religiösen Führer der Welt und ihre Herrscher vereint für die Neugestaltung dieses Zeitalters und die Wiederherstellung seiner Wohlfahrt erheben werden. Lasst sie, nachdem sie über seine Nöte nachgedacht haben, zusammen beraten und nach sorgsamer, reiflicher Überlegung einer kranken, schwer leidenden Welt das Heilmittel darreichen, dessen sie bedarf. Das Erhabenste Wesen spricht: Der Himmel göttlicher Weisheit wird von zwei Leuchten erhellt: Beratung und Erbarmen. Haltet Rat miteinander in allen Angelegenheiten; denn Beratung ist die Lampe der Führung, die den Weg weist, und die Quelle des Verstehens.A15

16

Beratet miteinander über das, was der Menschheit nützt und ihre Lage bessert …! Betrachtet die Welt wie einen menschlichen Leib, der bei seiner Erschaffung gesund und vollkommen war, jedoch aus vielerlei Ursachen von schweren Störungen und Krankheiten befallen wurde. Nicht einen Tag lang wurde ihm Linderung zuteil, nein, seine Krankheit verschlimmerte sich noch, weil er in die Hände unfähiger Ärzte fiel, die sich nur von ihren persönlichen Wünschen leiten ließen und sich schmählich irrten. Und wurde einmal ein Organ von einem fähigen Arzt geheilt, so blieb doch der Rest so krank wie zuvor. So unterrichtet euch der Allwissende, der Allweise. Seht die Tage, da die Altehrwürdige Schönheit unter dem Größten Namen erschienen ist, die Welt neu zu beleben und ihre Völker zu vereinen. Sie jedoch haben sich mit scharfen Schwertern gegen Ihn erhoben und verübten, was den Geist der Treue klagen ließ, bis sie Ihn schließlich in der trostlosesten aller Städte gefangensetzten und den Gläubigen die Hand vom Saum Seines Gewandes fortrissen. Sagte jemand zu ihnen: »Der Welterneuerer ist gekommen«, so antworteten sie: »Fürwahr, es ist bewiesen, dass Er nur Zwietracht stiftet!«A16

Aus Äußerungen Bahá’u’lláhs

17

Gelobt sei Gott, dass du es erreicht hast! … Du bist gekommen, um einen Gefangenen und Verbannten zu sehen … Wir wünschen nur das Wohl der Welt und das Glück der Völker; dennoch hält man Uns für Anstifter von Streit und Aufruhr, die Gefangenschaft und Verbannung verdienen … Wir wünschen, dass alle Völker in einem Glauben vereint und alle Menschen Brüder werden; dass das Band der Liebe und Einigkeit zwischen den Menschenkindern gestärkt werde, dass Religionsverschiedenheit aufhöre und dass die Unterschiede zwischen den Religionen keine Rolle mehr spielen und die Unterscheidung nach Herkunft und Hautfarbe aufhört – was ist nun Schlimmes hieran? … Aber trotz all dem wird es dahin kommen; diese fruchtlosen Kämpfe, diese zerstörenden Kriege werden aufhören und der ›Größte Friede‹ wird kommen … Habt ihr dies in Europa nicht auch nötig? Ist dies nicht das, was Christus verhieß? … Und doch sehen Wir, wie eure Könige und Herrscher ihre Schätze eher für Mittel verschwenden, die nur der Zerstörung der Menschheit dienen, als darauf, was zum Glück der Menschheit führen würde … Diese Kämpfe, dieses Blutvergießen und diese Zwietracht müssen aufhören, alle Menschen müssen sein, als ob sie einem Geschlecht und einer Familie angehörten. Es rühme sich kein Mensch dessen, dass er sein Land liebt, sondern eher dessen, dass er das ganze Menschengeschlecht liebt …A17

Aus den Schriften ‘Abdu’l-Bahás

18

Wisse, dass alle Mächte vereint nicht die Kraft haben, den Weltfrieden zu errichten oder zu allen Zeiten der überwältigenden Vorherrschaft dieser endlosen Kriege standzuhalten. Bald jedoch wird die Macht des Himmels, die Vorherrschaft des Heiligen Geistes, auf den hohen Gipfeln die Fahnen der Liebe und des Friedens hissen; hoch über den Burgen der Majestät und Macht werden diese Fahnen wehen in den rauschenden Winden, die Gottes liebender Gnade entströmen.A18

19

Sei deshalb gewiss: In diesem Zeitalter des Geistes wird das Reich des Friedens sein Königszelt auf den Gipfeln der Welt errichten. Das Gebot des Friedefürsten wird die Adern und die Nerven jedes Volkes so beherrschen, dass es alle Nationen auf Erden in Seinen schützenden Schatten zieht. An den Quellen der Liebe, der Wahrheit und der Einheit wird der wahre Hirte Seine Schafe tränken. O du Dienerin Gottes! Der Friede muss zuerst unter den einzelnen Menschen gestiftet werden, bis er schließlich zum Frieden unter den Nationen führt. O ihr Bahá’í! Strebt deshalb mit ganzer Kraft danach, durch die Macht des Gotteswortes echte Liebe, geistige Gemeinschaft und dauerhafte Bande zwischen den Menschen zu schaffen. Das ist eure Aufgabe.A19

20

Solange diese Vorurteile [religiöse, rassische, nationale und politische] bestehen, wird es beständig schreckliche Kriege geben. Um diesen Zustand zu heilen, brauchen wir den Weltfrieden, und um ihn zustandezubringen, muss ein höchster Gerichtshof, in welchem alle Regierungen und Völker vertreten sind, errichtet werden. Nationale wie internationale Streitfragen müssen ihm unterbreitet werden, und alle müssen die Entscheidungen dieses Gerichtshofes durchführen. Sollte eine Regierung oder ein Volk nicht gehorchen, so lasst die ganze Welt sich gegen diese Regierung oder dieses Volk erheben.A20

21

Heute ist der Weltfriede von großer Bedeutung, aber die Einheit des Gewissens ist dabei wesentlich, damit des Friedens Grundlage gesichert, sein Gefüge fest und sein Bau stark sei. Darum erläuterte Bahá’u’lláh vor fünfzig Jahren die Frage des Weltfriedens zu einer Zeit, als Er in der Festung ‘Akká in strenger Haft Unrecht erduldete und eingekerkert war. … Eine Seiner Lehren war die Erklärung des Weltfriedens. … Die Lehren waren ja nicht auf die Errichtung des Weltfriedens beschränkt; sie umfassten viele Lehren, welche die des Weltfriedens ergänzten und stützten. … Kurz, es gibt viele derartige Lehren. Diese mannigfaltigen Prinzipien – die mächtigste Grundlage für der Menschen Glück, eine Gnadengabe des Barmherzigen – müssen die Sache des Weltfriedens ergänzen und damit verbunden werden, so dass Erfolge eintreten. Auf andere Art, für sich allein ist der Weltfrieden in der Menschenwelt nur schwer zu verwirklichen. So wie Bahá’u’lláhs Lehren mit dem Weltfrieden verknüpft sind, gleichen sie einer Tafel mit frischen, köstlichen Speisen aller Art. An dieser Tafel unermesslicher Gaben kann jede Seele finden, was sie ersehnt. Bleibt aber die Frage allein auf den Weltfrieden beschränkt, so sind die herausragenden Erfolge, die man erwartet und erhofft, nicht zu erzielen. Die Perspektive des Weltfriedens muss so sein, dass alle Gemeinschaften und Religionen ihre höchste Sehnsucht darin verwirklicht finden.Bahá’u’lláhs Lehren sind so beschaffen, dass alle Gemeinschaften der Welt, religiöse, politische oder ethische, althergebrachte oder neuzeitliche, den Ausdruck ihrer höchsten Wünsche darin finden. … Zum Beispiel sagte Bahá’u’lláh über den Weltfrieden, dass der Höchste Gerichtshof begründet werden muss. Obgleich der Völkerbund geschaffen worden ist, ist er doch unfähig, den Weltfrieden zu errichten. Der Höchste Gerichtshof aber, den Bahá’u’lláh beschrieben hat, wird diese heilige Aufgabe mit größter Macht und Kraft erfüllen. Sein Plan geht dahin, dass die Nationalversammlungen jedes Landes und jeder Nation, das heißt, die Parlamente, zwei oder drei Personen auswählen, die Edelsten ihres Volkes, Kenner des internationalen Rechts sowie der Beziehungen zwischen den Regierungen, dazuhin vertraut mit den wesentlichen Bedürfnissen der heutigen Menschheit. Die Zahl dieser Abgeordneten sollte im Verhältnis zu der Bevölkerungszahl des Landes stehen. Die Wahl dieser Seelen durch die Nationalversammlung, das heißt, durch das Parlament, ist vom Oberhaus, vom Kongress, vom Kabinett und ebenso vom Präsidenten oder Monarchen zu bestätigen, damit diese Persönlichkeiten die Gewählten des ganzen Volkes und der Regierung sind. Aus diesem Personenkreis sind die Mitglieder des Höchsten Gerichtshofes zu wählen. Die ganze Menschheit hat somit Anteil daran; denn jeder Abgeordnete vertritt die ganze Nation. Wenn der Höchste Gerichtshof zu einer internationalen Frage ein Urteil fällt, entweder einmütig oder durch Mehrheitsbeschluss, so gibt es keinen Einwand mehr für den Kläger und keine Ausflucht für den Beklagten. Falls eine Regierung oder Nation die unwiderlegliche Entscheidung des Höchsten Gerichtshofs missachtet oder die Ausführung verschleppt, werden die übrigen Nationen dagegen auftreten; denn alle Regierungen und Nationen der Welt sind die Stützen dieses Höchsten Gerichtshofs. Überlegt, wie fest diese Grundlage ist! Ein beschränkter, eingeengter Bund jedoch erfüllt den Zweck nicht angemessen. Dies ist die Wahrheit über die erwähnte Lage. …A21

22

Wahre Kultur wird ihr Banner mitten im Herzen der Welt entfalten, sobald eine gewisse Zahl ihrer vorzüglichen, hochgesinnten Herrscher – leuchtende Vorbilder der Ergebenheit und Entschiedenheit – mit festem Entschluss und klarem Blick daran geht, den Weltfrieden zu stiften. Sie müssen die Friedensfrage zum Gegenstand allgemeiner Beratung machen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln versuchen, einen Weltvölkerbund zu schaffen. Sie müssen einen verbindlichen Vertrag und einen Bund schließen, dessen Verfügungen vernünftig, unverletzlich und bestimmt sind. Diesen Vertrag müssen sie der ganzen Welt bekannt geben und die Bestätigung des gesamten Menschengeschlechts für ihn erlangen. Ein derart erhabenes und edles Unternehmen – der wahre Quell des Friedens und Wohlergehens für die ganze Welt – sollte allen, die auf Erden wohnen, heilig sein. Alle Kräfte der Menschheit müssen frei gemacht werden, um die Dauer und Beständigkeit dieses größten aller Bündnisse zu sichern. In diesem allumfassenden Vertrag sollten die Grenzen jedes einzelnen Landes deutlich festgelegt, die Grundsätze, die den Beziehungen der Regierungen untereinander zugrunde liegen, klar verzeichnet und alle internationalen Vereinbarungen und Verpflichtungen bekräftigt werden. In gleicher Weise sollte der Umfang der Rüstungen für jede Regierung genauestens umgrenzt werden, denn wenn die Zunahme der Kriegsvorbereitungen und Truppenstärken in irgendeinem Land gestattet wäre, so würde dadurch das Misstrauen anderer geweckt. Die Hauptgrundlage dieses feierlichen Vertrages sollte so verankert werden, dass bei einer späteren Verletzung irgendeiner Bestimmung durch irgendeine Regierung sich alle Regierungen der Erde erheben, um jene wieder zu voller Unterwerfung unter den Vertrag zu bringen, nein, die Menschheit als Ganzes sollte sich entschließen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln jene Regierung zu vernichten. Wird dieses größte aller Heilmittel auf den kranken Körper der Welt angewandt, so wird er sich gewiss wieder von seinen Leiden erholen und dauernd bewahrt und heil bleiben. Wenn solche erfreulichen Zustände einträten, müsste keine Regierung mehr ständig Waffen speichern oder sich gezwungen sehen, immer neues Kriegsgerät herzustellen, um damit die Menschheit zu unterwerfen. Eine kleine Streitmacht für die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit, die Verfolgung krimineller und die Ordnung gefährdender Elemente und die Verhütung örtlicher Unruhen würde genügen – nichts weiter. Vor allem wäre auf diese Weise die ganze Weltbevölkerung von der drückenden Last der Rüstungsausgaben befreit; außerdem brauchten zahllose Menschen nicht länger ihre Zeit darauf zu verschwenden, ständig neue Vernichtungswaffen zu ersinnen, diese Zeugen von Habsucht und Blutrünstigkeit, so unvereinbar mit dem Geschenk des Lebens. Stattdessen könnten sie ihren Eifer auf die Entwicklung von dem, was das menschliche Leben erleichtert, Frieden und Wohlstand fördert, richten und so zu weltweitem Fortschritt und Wohlstand beitragen. Jede Nation auf Erden würde dann zu seinen Ehren regieren, und jedes Volk fühlte sich in Ruhe und Zufriedenheit geborgen. Einzelne, welche die im menschlichen Streben ruhende Kraft nicht kennen, halten diesen Gedanken für völlig undurchführbar, ja für jenseits dessen, was selbst die äußersten Anstrengungen des Menschen je erreichen können; doch ist dies nicht der Fall. Im Gegenteil kann dank der unerschöpflichen Gnade Gottes, der Herzensgüte Seiner Begünstigten, den beispiellosen Bemühungen weiser und fähiger Seelen und den Gedanken der unvergleichlichen Führer dieses Zeitalters nichts, was es auch sei, als unerreichbar angesehen werden. Eifer, unermüdlicher Eifer ist nötig. Nur unbezähmbare Entschlusskraft kann das Werk vollbringen. Manches hat man in vergangenen Zeiten als reines Hirngespinst betrachtet; heute ist es leicht durchführbar geworden. Warum sollte diese wichtigste und erhabenste Sache – das Tagesgestirn am Himmelszelt wahrer Kultur und die Ursache des Ruhmes, des Fortschritts, des Wohlergehens und Erfolges der ganzen Menschheit – unmöglich sein? Der Tag wird sicher kommen, an dem ihr klares Licht Erleuchtung über die gesamte Menschheit gießen wird. Wenn die Kriegsvorbereitungen im heutigen Umfang fortgeführt werden, wird der Konfliktmechanismus bald einen Punkt erreichen, an dem Krieg für die Menschheit unerträglich sein wird. Wie aus den bisherigen Ausführungen klar hervorgeht, bestehen Ruhm und Größe des Menschen nicht darin, dass er nach Blut dürstet und wie ein Tiger scharfe Klauen besitzt, dass er Städte zerstört und Verwüstung anrichtet, ganze Armeen und Scharen friedlicher Bürger abschlachtet. Dagegen würde es eine glänzende Zukunft für ihn bedeuten, wenn er für seine Gerechtigkeitsliebe bekannt wäre, allem Volk, ob hoch oder niedrig, Güte erweisen würde, Länder und Städte, Dörfer und Provinzen aufbaute, das Leben erleichterte und für seine Mitmenschen glücklich und friedvoll gestaltete, wenn er die Grundsätze des Fortschritts festlegte, den Lebensstandard und Wohlstand der ganzen Bevölkerung erhöhte. … Keine Macht der Erde kommt gegen die Armeen der Gerechtigkeit an, und jede Feste muss vor ihnen fallen; denn die Menschen beugen sich willig unter den siegreichen Schlägen dieser entscheidenden Waffe, und verwüstete Orte blühen unter den Füßen dieser Heerschar wieder auf. Zwei mächtige Banner sind es, deren Schatten, wenn er auf die Krone eines Königs fällt, bewirkt, dass der Einfluss seiner Herrschaft rasch und leicht wie das Sonnenlicht die ganze Erde durchdringt. Das erste ist das Banner der Weisheit, das zweite das der Gerechtigkeit. Gegen diese beiden mächtigsten Streitkräfte können selbst Berge von Eisen nichts ausrichten, und die Mauer Alexanders bricht vor ihnen in Stücke. Es ist doch offensichtlich, dass das Leben in dieser vergänglichen Welt so flüchtig und unbeständig wie der Morgenwind ist. Wie glücklich sind deshalb jene großen Menschen, die einen guten Namen und die Erinnerung an ein Leben hinterlassen, das auf dem Pfade des Wohlgefallens Gottes verbracht wurde. … Ein Feldzug kann lobenswert sein, und es gibt Zeiten, in denen der Krieg zu einer mächtigen Grundlage des Friedens wird und Zerstörung das wahre Mittel zum Wiederaufbau. Wenn zum Beispiel ein edelmütiger Herrscher seine Truppen aufs Schlachtfeld führt, um den Angriff eines Aufrührers oder eines Aggressors abzuwenden, wenn er sich mit Heeresmacht anschickt, ein entzweites Staatsvolk zu einigen, kurz, wenn er den Krieg für eine gerechte Sache führt, dann ist dieses scheinbare Unheil, diese äußerliche Gewaltanwendung wirkliche Gerechtigkeit und dieser Krieg der Grundstein des Friedens. Heute besteht jedoch die Aufgabe, die großen Herrschern zukommt, darin, den Weltfrieden zu errichten, denn in ihm liegt die Freiheit aller Völker begründet.A22

23

Obwohl in vergangenen Religionszyklen Einklang begründet wurde, war in Ermangelung der Mittel die Einheit der Menschheit unerreichbar. Die Kontinente blieben weit voneinander getrennt, ja sogar unter den Völkern ein und desselben Kontinents waren Verbindung und Austausch nahezu unmöglich. Infolgedessen waren Umgang, Verständigung und Einheit zwischen allen Völkern und Geschlechtern der Erde unerreichbar. Heute jedoch haben sich die Kommunikationsmittel vervielfacht, und die fünf Kontinente der Erde sind im Grunde genommen zu einem Ganzen verschmolzen. … Ebenso sind alle Glieder der menschlichen Familie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, in steigendem Maße voneinander abhängig geworden. Keiner kann mehr in Selbstgenügsamkeit leben, weil politische Bindungen alle Völker und Nationen vereinen, die Bande des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft und des Bildungswesens Tag für Tag stärker werden. Folglich ist die Einheit der ganzen Menschheit heutzutage erreichbar geworden. Wahrlich, dies ist nur eines der Wunder dieses wunderbaren Zeitalters; dieses ruhmreichen Jahrhunderts. Die vergangenen Zeitalter waren all dessen beraubt, denn dieses Jahrhundert – das Jahrhundert des Lichts – ist mit einzigartiger, unvergleichlicher Herrlichkeit, mit Macht und Erleuchtung ausgestattet worden. Darum entfaltet sich mit jedem Tag ein ungeschautes, erstaunliches Wunder. Schließlich wird man sehen, wie hell seine Lichtstrahlen in der Gemeinschaft der Menschen leuchten werden.A23 Sieh, wie dieses Licht nun am dunklen Horizont der Welt zu dämmern beginnt! Der erste Lichtstrahl ist die Einheit im politischen Bereich; der allererste Schimmer davon lässt sich nunmehr erkennen. Der zweite Lichtstrahl ist die Einheit des Denkens in weltweiten Unternehmungen, die bald vollzogen werden wird. Der dritte Lichtstrahl ist die Einheit in der Freiheit, die sicherlich eintreten wird. Der vierte Lichtstrahl ist die Einheit in der Religion, der Eckstein, auf dem die Grundlage ruht; auch sie wird durch die Macht Gottes in ihrer ganzen Strahlenfülle offenbar werden. Der fünfte Lichtstrahl ist die Einheit der Nationen – eine Einheit, die in diesem Jahrhundert sicher begründet werden wird, so dass sich alle Völker der Welt als Bürger eines gemeinsamen Vaterlandes betrachten. Der sechste Lichtstrahl ist die Einheit aller Menschen jeglicher Herkunft und Hautfarbe, wodurch alle Erdenbewohner zu Angehörigen einer Menschheitsfamilie werden. Der siebte Lichtstrahl ist die Einheit der Sprache, das heißt die Wahl einer universalen Sprache, in der alle Menschen unterrichtet werden und miteinander verkehren. All dies wird unausweichlich eintreten, weil die Macht des Reiches Gottes seine Verwirklichung fördern und unterstützen wird.A24

24

…Jede bedeutende Sache in dieser Welt des Daseins findet ihren sichtbaren Ausdruck durch drei Mittel: erstens die Absicht, zweitens die Bestätigung, drittens das Handeln. Heute gibt es viele Seelen auf dieser Erde, die Frieden und Versöhnung fördern und sich nach der Verwirklichung der Einheit und Einigkeit der Menschheit sehnen. Diese Absicht erfordert jedoch eine dynamische Kraft, um in der Welt des Daseins offenbar zu werden. An diesem Tag verkünden Gottes Lehren und gebietenden Ermahnungen dieses größte Ziel, und die Bestätigungen des Reiches Gottes stützen und fördern ebenfalls die Verwirklichung dieser Absicht. Da die gemeinsamen Kräfte und Gedanken der Nationen der Welt dieses erhabene Ziel von sich aus nicht erreichen können, durchdringt die Kraft des Wortes Gottes alle Dinge, und die Hilfe des Reiches Gottes endet nicht. Binnen kurzem wird klar und offenkundig, dass das Sinnbild des Größten Friedens die Lehre Bahá’u’lláhs und das Zelt der Einheit und Eintracht unter den Nationen das Tabernakel des Reiches Gottes ist, denn darin werden alle drei, die Absicht, die Kraft und das Handeln, zusammengeführt. Die Verwirklichung von allem und jedem in der Welt des Seins hängt von diesen drei Elementen ab.A25

25

Gönnt euch so weit wie möglich keine Ruh, reist in den Norden und den Süden des Landes und ruft alle Menschen zur Einheit der Menschenwelt und zum Weltfrieden auf und sagt: O Menschen! Bahá’u’lláh legte schon vor fünfzig Jahren die Grundlage für den Weltfrieden. Er richtete sogar Sendbriefe an die Könige, in denen Er erklärte, dass der Krieg die Menschenwelt an der Wurzel zerstört, dass Friede zu ewigem Leben führt, und dass entsetzliches Leid der Menschheit harrt. Auch reiste ‘Abdu’l-Bahá drei Jahre vor Ausbruch des Weltkrieges nach Amerika und in viele Länder Europas. Dort erhob Er Seine Stimme in allen Versammlungen, Gesellschaften und Kirchen zu diesem Aufruf: O ihr Versammelten! Der europäische Kontinent ist buchstäblich ein mit Sprengstoff gefülltes Arsenal geworden. Es gibt riesige, unterirdisch versteckte Lager mit zerstörerischem Material, das durch einen einzigen Funken explodieren und die ganze Erde erschüttern kann. O ihr Menschen mit Einsicht! Rührt euch, damit diese Anhäufung von schnell verdampfbarem Material nicht explodieren möge! Aber der Appell blieb unbeachtet, und folglich brach dieser mörderische Krieg aus. Die Masse der Menschen erkennt nun, welch große Katastrophe ein Krieg ist und wie der Krieg den Menschen in ein wildes Tier verwandelt und dazu führt, dass blühende Städte und Dörfer zu Ruinen zerfallen und die Grundfesten des Menschheitsgebäudes bersten. Jetzt, nachdem alle Menschen wachgerüttelt und bereit sind zu hören, ist es Zeit, den Weltfrieden zu verkünden – einen Frieden, gegründet auf Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit, damit die Menschheit in Zukunft nicht weiteren Gefahren ausgesetzt sein möge. Nun dämmert der Morgen des Weltfriedens, und die ersten Streifen seines Lichtes beginnen sich zu zeigen. Wir hoffen inbrünstig, dass sein helles Gestirn aufsteigen und den Osten und den Westen mit seinen Strahlen überfluten möge. Die Errichtung des Weltfriedens ist nicht möglich außer durch die Macht des Wortes Gottes …A26

26

Chaos und Verwirrung in der Welt nehmen täglich zu. Sie werden so heftig, dass das Ordnungsgefüge der Menschheit sie nicht mehr ertragen können wird. Dann werden die Menschen wachgerüttelt und sich dessen bewusstwerden, dass die Religion die uneinnehmbare Feste und das offenbare Licht der Welt ist, und dass ihre Gesetze, Ermahnungen und Lehren die Quelle des Lebens auf Erden sind.A27

Aus Äußerungen ‘Abdu’l-Bahás

27

Was die Menschheit heute braucht, ist Einheit und Versöhnung der Nationen. Eine treibende Kraft ist nötig, um diese bedeutenden grundlegenden Prinzipien zu verankern. Es versteht sich von selbst, dass die Einheit der Menschheit und der Größte Frieden nicht mit materiellen Mitteln herbeigeführt werden können. Sie können nicht durch politische Macht errichtet werden, denn die politischen Interessen der Nationen sind verschieden und die Leitlinien der Völker sind unterschiedlich und unvereinbar. Sie können nicht durch rassistische oder patriotische Kräfte gegründet werden, denn dies sind selbstsüchtige und schwache Kräfte des Menschen. Rassismus und patriotische Vorurteile verhindern schon von ihrem Wesen her die Verwirklichung dieser Einheit und Verständigung. Daher ist erwiesen, dass die Förderung der Einheit der Menschheit, die das Wesen der Lehren aller Manifestationen Gottes ausmacht, ausschließlich durch göttliche Macht und den Odem des Heiligen Geistes erreichbar ist. Andere Kräfte sind zu schwach und dazu nicht in der Lage.A28

28

Wir werden beten, dass das Banner des Weltfriedens erhoben und die Einheit der Menschenwelt verwirklicht wird. Durch ihre Bemühungen wird all dies möglich und durchführbar. Möge diese amerikanische Demokratie die erste Nation werden, die die Basis für eine internationale Einigung schafft. Möge sie als erste Nation die Allgemeingültigkeit der Einheit der Menschheit verkünden. Möge sie die erste sein, die das Banner des Größten Friedens hisst, und möge diese demokratische Nation diese menschenfreundlichen Absichten und Einrichtungen in der ganzen Welt verbreiten. Wahrlich, dies ist eine große und angesehene Nation. Hier hat die Freiheit ihren höchsten Grad erreicht. Die Absichten ihrer Bewohner sind überaus lobenswert. Sie sind würdig, die Ersten zu sein, die das Tabernakel des Größten Friedens errichten und die Einheit der Menschheit verkünden. Ich flehe zu Gott, sie zu bestätigen und ihnen beizustehen.A29

29

Die größte Dringlichkeit für die Menschheit hat heute die Beseitigung der Unstimmigkeiten zwischen den Völkern und Nationen. Dies kann durch die Einheit der Sprache erreicht werden. Erst wenn die Einheit der Sprache verwirklicht ist, kann der Größte Friede und die Einheit der Menschheit erfolgreich auf den Weg gebracht und durchgesetzt werden, denn es ist die Aufgabe der Sprache, den Schätzen und Wundern im Innersten des Herzens Ausdruck zu verleihen. Das Herz gleicht einer Truhe und die Sprache ist der Schlüssel dazu. Nur mit Hilfe des Schlüssels können wir die Truhe öffnen und auf die darin enthaltenen Edelsteine blicken. Eine internationale Hilfssprache ist daher von größter Bedeutung. … Ich hoffe, dass sie durch die Freigebigkeit Gottes vervollkommnet wird und dass kluge Menschen aus den verschiedenen Ländern der Welt damit beauftragt werden, einen internationalen Kongress zu organisieren, dessen Hauptziel die Förderung dieses universellen Kommunikationsmittels sein wird.A30

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Doch da ich die amerikanische Nation für so befähigt, die gegenwärtige Regierung als die redlichste der westlichen Regierungen und ihre Institutionen als denen anderer überlegen erachte, ist meine sehnliche Hoffnung, dass das Banner der internationalen Versöhnung zuerst auf diesem Kontinent gehisst und die Standarte des Größten Friedens hier entfaltet werde. Mögen das amerikanische Volk und seine Regierung sich in ihren Bemühungen zusammenschließen, damit dieses Licht von diesem Ort aus aufleuchtet und in alle Gebiete ausstrahlt, denn dies ist eine der größten Gaben Gottes. Damit Amerika diese Gelegenheit ergreift, bitte ich darum, dass ihr euch mit Herz und Seele bemüht und betet und alle eure Kräfte diesem Ziel widmet: Dass das Banner des Weltfriedens hier gehisst wird und diese Demokratie dazu führt, dass in allen anderen Ländern der Krieg beendet wird.A31

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In früheren Zeiten war die Menschheit unzulänglich und ineffizient, weil sie noch unvollständig (ohne die Gleichberechtigung von Mann und Frau) war. Der Krieg und seine Verwüstungen haben die Welt verdorben; die Bildung der Frau wird ein gewaltiger Schritt sein, um den Krieg zu beseitigen und zu beenden, denn sie wird ihren ganzen Einfluss gegen den Krieg nutzen. Die Frau zieht das Kind auf und erzieht den Jugendlichen bis zur Reife. Sie wird sich weigern, ihre Söhne auf dem Schlachtfeld zu opfern. Sie wird tatsächlich der stärkste Faktor bei der Schaffung des Weltfriedens und des internationalen Schiedsgerichts sein. Gewiss wird die Frau den Krieg unter den Menschen abschaffen.A32

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Wir wissen alle, dass der Weltfriede eine gute Sache ist, dass er dem Wohl und Ruhm des Menschen dient, aber Willenskraft und Taten sind nötig, um ihn zu verwirklichen. Auf das Handeln kommt es an. Dieses Jahrhundert ist ein Jahrhundert des Lichts, daher ist gewährleistet, dass die Menschheit die Fähigkeit zum Handeln hat. Die göttlichen Prinzipien müssen unter den Menschen verbreitet werden, bis die Zeit zum Handeln kommt. So ist es geschehen und Zeit und Umstände sind jetzt wirklich reif zum Handeln.A33

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Das ist geschehen. Die Mächte der Erde haben den Vorrechten und Gaben, die Gott für dieses bedeutende und herrliche Jahrhundert verordnet hat, nichts entgegenzusetzen. Es ist eine Notwendigkeit, ein dringendes Erfordernis der Zeit. Der Mensch kann sich allem widersetzen, nur nicht dem, was gottgewollt ist und dem Zeitalter und dessen Erfordernissen entspricht. Jetzt finden sich gottlob in allen Ländern der Erde Menschen, die den Frieden lieben, und diese Prinzipien werden unter den Menschen verbreitet, besonders in diesem Land. Lasst dieses Jahrhundert die Sonne der früheren Jahrhunderte sein, dessen Glanz ewig währen wird, so dass man das zwanzigste Jahrhundert in künftigen Tagen verherrlichen wird, indem man sagt: Das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert des Lichtss, das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert des Lebens, das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert des Internationalen Friedens, das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert göttlicher Gaben, das zwanzigste Jahrhundert hinterließ Spuren, die ewig währen sollen.A34

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Das bedeutendste Anliegen dieser Zeit ist der internationale Friede und ein internationaler Schiedsgerichtshof, und der Weltfriede ist nur mit allgemeinem Wahlrecht erreichbar. Kinder werden von den Frauen erzogen. Die Mutter erduldet die Sorgen und Schwierigkeiten, die mit dem Aufziehen des Kindes verbunden sind, sie erträgt die Qualen seiner Geburt und Mühsal bei seiner Erziehung. Daher ist es äußerst schwer für Mütter, diejenigen, die sie mit solcher Liebe und Fürsorge hegten, auf das Schlachtfeld zu schicken. Stellen Sie sich einen Sohn vor, der zwanzig Jahre lang von einer hingebungsvollen Mutter aufgezogen und ausgebildet wurde. Wie viele schlaflose Nächte und rastlose, sorgenvolle Tage hat sie durchlebt! Nachdem sie ihn durch Gefahren und Schwierigkeiten bis zum Reifealter gebracht hat – was für eine Qual ist es, ihn dann auf dem Schlachtfeld zu opfern! Daher werden die Mütter den Krieg weder billigen, noch sich mit ihm abfinden. Die Zeit wird kommen, in der die Frauen voll und gleichberechtigt an den Angelegenheiten der Welt teilnehmen, selbstsicher und befähigt die große Arena von Recht und Politik betreten, und dann wird der Krieg enden, denn die Frau wird sich ihm in den Weg stellen und ihn verhindern. Das ist wahr und daran gibt es keinen Zweifel.A35

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Nun ist das glorreiche und strahlende zwanzigste Jahrhundert angebrochen und die göttliche Gnade strahlt über alle Welt. … Dies kann wahrlich das Wunder der Jahrhunderte genannt werden, denn es ist erfüllt von Offenbarungen des Wundersamen. Die Zeit ist gekommen, da die ganze Menschheit geeint sein wird, da alle Menschen jeglicher Herkunft einem Vaterland treu ergeben sind, da alle Religionen zu einer werden und Rassismus und religiöse Voreingenommenheit schwinden wird. Es ist ein Tag, da die Einheit der Menschheit ihr Banner erheben und weltweiter Friede gleich dem wahren Morgen die Erde mit seinem Licht überfluten wird.A36

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Er forderte den gleichen Bildungsgang für Mann und Frau. Töchter und Söhne müssen denselben Lehrplan durchlaufen und dadurch die Einheit der Geschlechter fördern. Wenn die ganze Menschheit dieselben Bildungschancen erhält, wenn die Gleichberechtigung von Mann und Frau verwirklicht wird, ist dem Krieg der Boden entzogen. Ohne Gleichberechtigung wird dies unmöglich sein, weil jede unterschiedliche Behandlung zu Zwietracht und Streit führt. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau trägt zur Abschaffung von Krieg bei, denn Frauen werden niemals bereit sein, den Krieg zu billigen. Mütter werden ihre Söhne, nachdem sie sie von klein auf zwanzig Jahre lang umsorgt und umhegt haben, nicht auf dem Schlachtfeld als Opfer hergeben, gleichgültig, um welcher Sache willen sie zur Verteidigung aufgerufen werden. Es besteht kein Zweifel, dass Krieg unter den Menschen gänzlich aufhören wird, sobald Frauen gleiche Rechte erlangen.A37

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Die Welt braucht vor allem anderen den Frieden unter den Nationen. Ehe er nicht errichtet ist, wird die Menschheit nicht zur Ruhe kommen. Die Nationen und Regierungen müssen einen internationalen Gerichtshof gründen und alle Streitfragen an ihn verweisen. Die Entscheidung dieses Gerichtshofs wird endgültig sein. Persönliche Streitfälle werden von einem örtlichen Gericht entschieden. Internationale Fragen werden vor den Weltschiedsgerichtshof kommen, und so wird es keine Ursache für Krieg mehr geben.A38

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Ich halte diese beiden großen amerikanischen Nationen (die Vereinigten Staaten und Kanada) in Bezug auf alles, was mit Fortschritt und Zivilisation zu tun hat, für höchst fähig und fortgeschritten … Daher hoffe ich, dass diese verehrten Nationen zu herausragenden Faktoren bei der Schaffung des Weltfriedens und der Einheit der Menschheit werden.A39

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Die Menschenwelt besitzt zwei Flügel, den männlichen und den weiblichen. Solange diese beiden Schwingen nicht gleich stark sind, wird der Vogel nicht fliegen. Solange die Frau nicht denselben Rang einnimmt wie der Mann, solange sie nicht Zugang zu denselben Tätigkeitsbereichen genießt, wird die Menschheit nichts Außergewöhnliches verwirklichen, kann sich die Menschheit nicht zu den Höhen wahrer Errungenschaften aufschwingen. Wenn die beiden Flügel gleich stark werden und die gleichen Vorrechte genießen, wird der Flug des Menschen überaus erhaben und bemerkenswert sein. Daher muss die Frau die gleiche Erziehung und Ausbildung erhalten wie der Mann und jede Ungleichheit muss ausgeglichen werden. Mit gleichen Vorzügen begabt wie die Männer, erreichen sie jeden Grad menschlicher Errungenschaft; die Frauen werden den Männern gleichgestellt und solange diese Gleichstellung nicht erreicht ist, wird sich wahrer Fortschritt und Erfolg für die Menschheit nicht einstellen. Die offensichtlichen Gründe dafür sind folgende: Die Frau ist von Natur aus gegen den Krieg, sie ist eine Verfechterin des Friedens. Die Kinder werden von den Müttern aufgezogen, die die Grundlage ihrer Erziehung legen und sich gewissenhaft für sie einsetzen. Stellen Sie sich eine Mutter vor, die zwanzig Jahre lang einen Sohn bis zum Reifealter liebevoll aufgezogen hat. Sicherlich billigt sie nicht, dass ihr Sohn in Stücke gerissen und auf dem Schlachtfeld getötet wird. Wenn daher die Frau dem Mann an Macht und Privilegien einschließlich dem Wahlrecht und der Einflussnahme in der Staatsführung gleichkommt, wird es ganz bestimmt keinen Krieg mehr geben; denn die Frau ist von Natur aus die ergebenste und entschiedenste Verfechterin des Weltfriedens.A40

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Die Völker und Regierungen aller Länder müssen einen obersten Gerichtshof wählen, in dem Mitglieder der einzelnen Länder und Regierungen in Einigkeit tagen. Alle Streitfragen sollen vor dieses Gericht gebracht werden, dessen Aufgabe die Verhütung von Kriegen ist.A41

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Ein höchster Gerichtshof muss durch die Völker und Regierungen aller Staaten errichtet werden und aus gewählten Mitgliedern aller Länder und Regierungen bestehen. Die Mitglieder dieses großen Rates müssen in Einigkeit tagen. Alle Streitigkeiten internationalen Charakters sind diesem Gerichtshof zu unterbreiten, dessen Sache es ist, durch Schiedsspruch alles zu schlichten, was sonst zur Ursache des Krieges würde. Die Aufgabe dieses Gerichtshofes wäre, den Krieg zu verhindern.A42

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»Was die Abrüstungsfrage betrifft, so müssen alle Nationen zur gleichen Zeit abrüsten. Es führt zu gar nichts und wird auch nicht vorgeschlagen, dass einige Nationen die Waffen niederlegen, während andere, ihre Nachbarn, bewaffnet bleiben. Der Weltfriede muss durch internationale Vereinbarung herbeigeführt werden. Alle Nationen müssen übereinkommen, gleichzeitig abzurüsten … Keine Nation kann eine Friedenspolitik verfolgen, während ihr Nachbar kriegerisch bleibt … Darin liegt keine Gerechtigkeit. Niemand käme auf den Gedanken vorzuschlagen, der Weltfriede könne auf diesem Wege herbeigeführt werden. Er muss durch eine allgemeine, umfassende internationale Vereinbarung zustande gebracht werden und durch nichts anderes … Gleichzeitiges Handeln ist bei jedem Abrüstungsplan nötig. Alle Regierungen der Welt müssen ihre Schlacht- und Kriegsschiffe in Handelsschiffe umbauen. Aber eine Nation allein kann von sich aus nicht mit einer solchen Politik beginnen, und ein solcher Versuch eines einzelnen Staates wäre töricht. Er würde nur zur Zerstörung verlocken …« »Gibt es irgendwelche Anzeichen, dass der dauerhafte Weltfriede etwa in absehbarer Zeit errichtet wird?«, wurde ‘Abdu’l-Bahá gefragt. »Er wird in diesem Jahrhundert errichtet«, antwortete er. »Er wird im zwanzigsten Jahrhundert die Welt umfassen. Alle Nationen werden dazu gezwungen sein.« … »Durch wirtschaftlichen Druck?« »Ja. Die Nationen werden zum Frieden und zur Übereinkunft über die Abschaffung des Krieges gezwungen sein. Die Menschen werden die entsetzliche Steuerlast für Kriegszwecke nicht mehr ertragen können …« »Nein«, sagte ‘Abdu’l-Bahá abschließend, »ich wiederhole, keine Nation kann unter diesen Umständen abrüsten. Abrüstung wird sicherlich kommen, sie muss kommen, und sie wird durch die weltweite Zustimmung der zivilisierten Nationen der Erde kommen. Durch internationale Übereinkunft werden sie ihre Waffen niederlegen und das große Zeitalter des Friedens wird dann eingeleitet. Nur auf diese und keine andere Weise kann der Friede auf Erden begründet werden.«A43

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Sobald das Parlament der Menschheit gegründet und dessen Teilbereiche organisiert sind, sobald die Regierungen der Welt ein Bündnis ewiger Freundschaft eingegangen sind, werden sie kein stehendes Heer und keine Kriegsmarine mehr brauchen. Einige wenige Bataillone zum Schutz der inneren Ordnung und eine internationale Polizei zur Sicherung der Meeresstraßen sind alles, was nötig sein wird. Dann werden diese ungeheuren Summen in andere, nützlichere Kanäle gelenkt, die Massenarmut wird verschwinden, die Bildung zunehmen, Dichter und Sänger werden die Triumphe des Friedens besingen, das Wissen wird die Lebensbedingungen verbessern und die Menschheit wird in der Wiege des Glücks und der Wonne Schutz finden. Dann werden die Herrscher, ob ihre Regierung konstitutionell oder republikanisch, erblich-monarchisch oder demokratisch ist, ihre Zeit dem Wohlergehen ihrer Nationen, der Festlegung von gerechten und vernünftigen Gesetzen und der Förderung von engeren, freundschaftlicheren Beziehungen mit ihren Nachbarn widmen. So wird die Welt der Menschheit zu einem Spiegel für die Tugenden und Eigenschaften des Reiches Gottes. Alle Regierungen der Welt müssen durch ein allgemeines Übereinkommen gleichzeitig abrüsten … Es würde nicht helfen, wenn die eine ihre Waffen niederlegte und die andere sich weigerte, dasselbe zu tun. Die Nationen der Welt müssen hinsichtlich dieser höchst wichtigen Angelegenheit zusammenwirken, auf dass sie gemeinsam auf die tödlichen Waffen des Menschengemetzels verzichten. Solange ein Volk seinen Etat für Militär und Kriegsmarine vergrößert, werden andere Nationen durch ihre natürlichen und vermeintlichen Interessen gezwungen sein, diesen wahnwitzigen Wettbewerb mitzumachen. … Das Problem der Abrüstung muss jetzt von allen Nationen, nicht nur von einer oder zwei, in Angriff genommen werden. Folglich müssen die Verfechter des Friedens Tag und Nacht bestrebt sein, dass die einzelnen Menschen in allen Ländern friedliebend werden, die öffentliche Meinung eine starke, dauerhafte Basis erlangt, das Heer des Weltfriedens Tag für Tag vergrößert wird, völlige Abrüstung stattfindet und das Banner der weltweiten Versöhnung auf den höchsten Berggipfeln der Erde weht. … Die Ideale des Friedens müssen genährt und unter den Bewohnern der Welt verbreitet werden. Sie müssen in den Schulen über den Frieden und das Unheil des Krieges unterrichtet werden. Erstens: Die Geldgeber und Bankiers müssen aufhören, irgendeiner Regierung Geld zu leihen, wenn diese einen ungerechten Krieg gegen eine unschuldige Nation zu führen vorhat. Zweitens: Die Direktoren und Geschäftsführer der Eisenbahnen und Dampfschifffahrtsgesellschaften müssen die Beförderung von Kriegsmunition, Höllenmaschinen, Gewehren, Kanonen und Schießpulver von einem Land zum anderen unterlassen. Drittens: Die Soldaten müssen durch ihre Vertreter die Kriegsminister, die Politiker, die Parlamentarier und die Generale ersuchen, in deutlicher und verständlicher Sprache Gründe und Ursachen vorzutragen, die sie an den Rand eines solch nationalen Unheils gebracht haben. Die Soldaten müssen dies als eines ihrer Vorrechte fordern. »Beweist uns«, müssen sie sagen, »dass dies ein gerechter Krieg ist, dann werden wir das Schlachtfeld betreten, andernfalls tun wir keinen Schritt. Kommt hervor aus Euren Verstecken, betretet das Schlachtfeld, wenn ihr einander angreifen möchtet und reißt einander in Stücke, wenn ihr euren sogenannten Streit in der Öffentlichkeit austragen wollt. Zwist und Fehde sind zwischen euch, warum macht ihr uns unschuldige Menschen dabei zur Partei? Wenn Kampf und Blutvergießen gut sind, dann führt uns unter eurem Dabeisein ins Gefecht!« Kurz, jeder Grund, der Krieg erzeugt, muss geprüft werden, und die Mittel, die den Ausbruch des Krieges verhindern, müssen gefördert werden, so dass physischer Kampf zur Unmöglichkeit wird. Andererseits muss jedes Land richtig abgegrenzt, seine Grenzen exakt markiert, seine nationale Integrität gesichert, seine dauerhafte Unabhängigkeit geschützt und seine lebenswichtigen Interessen von der Familie der Nationen respektiert werden. Diese Dienste sollten von einer unparteiischen internationalen Kommission geleistet werden. Auf diese Weise werden alle Ursachen von Reiberei und Meinungsverschiedenheiten beseitigt. Und falls Streitigkeiten unter ihnen entstehen, könnten sie sich vor dem Parlament der Menschheit, dessen Abgeordnete unter den weisesten und klügsten Menschen aller Nationen der Welt ausgewählt werden sollten, einem Schiedsspruch unterwerfen.A44

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Jedes Jahrhundert besitzt die Lösung für ein vorherrschendes Problem. Obwohl es viele Probleme geben mag, wird sich dennoch eines der unzähligen Probleme auftürmen und zum wichtigsten von allen werden … In diesem leuchtenden Jahrhundert ist die größte Gabe der Welt für die Menschheit der Weltfriede, der gegründet werden muss, so dass das Reich der Schöpfung zur Ruhe kommt, der Osten und der Westen, die mit ihrer Reichweite die fünf Kontinente des Erdballs umfassen, einander umarmen, die Menschen unter dem Zelt der Einheit der Menschheit Ruhe finden und das Banner des Weltfriedens über alle Regionen wehen möge … Heute ist die wahre Pflicht eines mächtigen Königs, den Weltfrieden zu stiften; denn dies bekundet wahrlich die Freiheit aller Menschen in der Welt. Manche, die von der Existenz wahrer Menschlichkeit und deren hohem Streben für das Wohl aller nichts wissen, halten eine solch herrliche Lebensform für sehr schwierig, ja sogar unmöglich erreichbar. Aber dem ist nicht so, ganz im Gegenteil.A45

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O ihr Glieder der Menschheit, findet die Mittel, diesem Massenmord und Blutvergießen Einhalt zu gebieten. Jetzt ist die festgesetzte Zeit! Jetzt ist die günstigste Zeit! Erhebt euch, bemüht euch, zeigt außergewöhnliche Kraft, hisst das Banner des Weltfriedens und dämmt die unbändige Raserei dieser tobenden Flut ein, die überall Vernichtung und Zerstörung bringt.A46

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»Durch welche Schritte«, fuhr der Fragende fort, »wird dieser Friede auf Erden errichtet? Wird er plötzlich nach einer weltweiten Verkündung der Wahrheit kommen?« »Nein, er wird schrittweise erreicht«, sagte ‘Abdu’l-Bahá. »Eine Pflanze, die zu schnell wächst, lebt nur kurze Zeit. Ihr seid meine Familie«, und Er sah mit einem Lächeln um sich, »meine neuen Kinder! Wenn eine Familie in Einklang lebt, werden große Ergebnisse erzielt. Zieht einen größeren Kreis: Wenn eine Stadt in inniger Eintracht lebt, werden größere Ergebnisse die Folge sein, und ein völlig geeinter Erdteil wird ebenso alle anderen Erdteile einen. Dann ist die Zeit der größten Ergebnisse gekommen, denn alle Bewohner der Erde gehören zu einem Heimatland.«A47

Aus den Schriften Shoghi Effendis

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Innig geliebte Freunde! Ob wir die Menschheit im Lichte der persönlichen Lebensführung oder der Beziehungen zwischen den organisierten Gemeinschaften und Nationen betrachten, sie ist leider zu weit abgeirrt, hat einen zu tiefen Niedergang erlitten, als dass sie allein durch die unbeholfenen Anstrengungen selbst der besten unter ihren anerkannten Herrschern und Staatsmännern – wie uneigennützig ihre Beweggründe, wie wohlabgestimmt ihr Handeln, wie rückhaltlos ihr Eifer und ihre Hingabe an ihre Sache auch seien – erlöst werden könnte. Kein Plan, den die Berechnungen höchster Staatskunst noch ersännen, kein Lehrgebäude, das die hervorragendsten Vertreter der Wirtschaftstheorie noch errichteten, kein Grundsatz, den der glühendste Moralist noch einimpfen wollte, können letzten Endes ausreichende Grundlagen bieten, auf die die Zukunft einer verwirrten Welt gebaut werden kann. Kein Aufruf zu gegenseitiger Duldsamkeit, den die Weltweisen erheben, wie zwingend und nachdrücklich er auch sein mag, kann die Leidenschaften dieser Welt beruhigen oder ihr helfen, ihre Lebenskraft zurückzugewinnen. Auch hat kein rein organisatorischer Gesamtplan internationaler Zusammenarbeit, auf welchem Gebiet menschlichen Wirkens er sich immer bewegt, wie geistreich er erdacht und wie umfassend er auch aufgefasst wird, den gewünschten Erfolg, wenn es darum geht, die Grundursache des Übels zu beseitigen, das die heutige Gesellschaft so hart aus dem Gleichgewicht geworfen hat. Ja, ich wage zu behaupten, dass nicht einmal das Ersinnen eines Ordnungsgefüges, wie es für die politische und wirtschaftliche Vereinigung der Menschheit erforderlich ist – eine Grundforderung, die in letzter Zeit immer stärker vertreten wird, – dass nicht einmal dieser Vorgang aus sich selbst heraus das Heilmittel gegen das Gift bieten könnte, welches ständig die Kraftreserven der entwickelten Völker und Nationen auszehrt. Was sonst, so können wir getrost fragen, als die vorbehaltlose Annahme des göttlichen Programms, das Bahá’u’lláh vor bereits sechzig Jahren mit solcher Macht und Schlichtheit verkündet hat, eines Programms, das in seinen Wesenszügen Gottes Plan für die Vereinigung der Menschheit in diesem Zeitalter zum Ausdruck bringt, kann in Verbindung mit der unüberwindlichen Gewissheit der sicheren Wirkung aller seiner Vorkehrungen schließlich den Kräften innerer Auflösung widerstehen, die sich, wenn ihnen kein Einhalt geboten wird, immer tiefer in das Mark einer verzweifelten Gesellschaft hineinfressen? Diesem Ziel – dem Ziel einer neuen Weltordnung, göttlich im Ursprung, allumfassend in der Reichweite, unparteiisch im Grundsatz, herausfordernd im Charakter – muss eine gequälte Menschheit zustreben. Zu behaupten, alle Zusammenhänge von Bahá’u’lláhs gewaltigem Plan weltweiter Solidarität erfasst oder seine Bedeutung ergründet zu haben, wäre selbst vonseiten der erklärten Anhänger Seines Glaubens vermessen. Ja, der Versuch, sich diesen Plan mit all seinen Möglichkeiten vorzustellen, seine künftigen Vorteile abzuschätzen, sich seine Größe auszumalen, wäre sogar in dem heute so fortgeschrittenen Stadium der Entwicklung der Menschheit verfrüht. Das Einzige, was wir vernünftigerweise versuchen können, ist, uns zu bemühen, einen Schimmer der ersten Lichtstreifen der verheißenen Dämmerung zu erhaschen, die, wenn die Zeit gekommen ist, das die Menschheit umschließende Dunkel verjagen wird. Lediglich in groben Zügen können wir herausstellen, was uns als die leitenden Prinzipien erscheint, die der Weltordnung Bahá’u’lláhs zugrunde liegen, wie sie ‘Abdu’l-Bahá, Mittelpunkt Seines Bundes mit der ganzen Menschheit und ernannter Ausleger und Erklärer Seines Wortes, ausführlich dargestellt und erläutert hat. Dass die Unruhe und das Leid, die die Masse der Menschheit peinigen, in einem nicht geringen Maße die unmittelbaren Folgen des Weltkriegs sind, dass sie der Unklugheit und Kurzsichtigkeit der Gestalter der Friedensverträge zugeschrieben werden müssen, kann nur ein Voreingenommener sich weigern zuzugeben. … Die Behauptung wäre jedoch müßig, allein der Krieg mit all seinen Folgeschäden, seinen entfesselten Leidenschaften und seiner Hinterlassenschaft an Leid sei verantwortlich für die beispiellose Verwirrung, in die fast jeder Lebensbereich der zivilisierten Welt gegenwärtig gestürzt ist. Ist es nicht eine Tatsache – und das ist der Kerngedanke, den ich hier betonen möchte –, dass die grundlegende Ursache dieser weltweiten Unruhe nicht so sehr den Auswirkungen dessen zuzuschreiben ist, was man früher oder später als eine vorübergehende Gewichtsverlagerung in den Angelegenheiten einer sich ständig wandelnden Welt betrachten wird, sondern vielmehr dem Versäumnis jener, die die unmittelbaren Schicksale von Völkern und Nationen in Händen halten, – dem Versäumnis, ihr System wirtschaftlicher und politischer Institutionen den zwingenden Notwendigkeiten eines Zeitalters stürmischer Entwicklung anzupassen? Gehen diese immer wiederkehrenden Krisen, die die heutige Gesellschaft durchzucken, nicht hauptsächlich zu Lasten der bedauerlichen Unfähigkeit der anerkannten Führer in der Welt, die Zeichen der Zeit richtig zu lesen, sich ein für alle Mal von ihren vorgefassten Meinungen, ihren engen Glaubensvorstellungen zu lösen und das Räderwerk ihrer jeweiligen Regierungen nach den Maßstäben zu erneuern, die sich aus Bahá’u’lláhs Verkündigung der Einheit der Menschheit, dem hauptsächlichen und hervorragenden Merkmal Seines Glaubens, zwingend ergeben? … Wie kläglich sind doch die Bemühungen jener Führer menschlicher Institutionen, welche in völliger Missachtung des Zeitgeistes bestrebt sind, nationale Verfahrensweisen, die längst vergangenen Tagen selbstgenügsamer Nationen entsprachen, einem Zeitalter anzupassen, das entweder, wie von Bahá’u’lláh vorgezeichnet, die Einheit der Welt erreichen oder aber zugrunde gehen muss. In einer so kritischen Stunde der Kulturgeschichte geziemt es den Führern aller Nationen der Erde, groß und klein, im Osten wie im Westen, Sieger oder Besiegte, dem Posaunenruf Bahá’u’lláhs Beachtung zu schenken und, völlig durchdrungen von einem Empfinden der Weltsolidarität, dem sine qua non der Treue zu Seiner Sache, sich mannhaft zu erheben, um den einen Heilsplan, den Er, der göttliche Arzt, für eine gequälte Menschheit verordnet hat, zur Gänze durchzuführen. Mögen sie ein für alle Mal jede vorgefasste Meinung, jedes nationale Vorurteil ablegen und den erhabenen Rat ‘Abdu’l-Bahás, des autorisierten Erklärers Seiner Lehren, beachten: »Sie können Ihrem Land am besten dienen«, erwiderte ‘Abdu’l-Bahá einem hohen Beamten im Dienste der Bundesregierung der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Frage, wie er die Interessen seiner Regierung und seines Volkes am besten fördern könnte, »indem Sie in Ihrer Eigenschaft als Weltbürger bestrebt sind mitzuhelfen, dass das Prinzip des Föderalismus, das der Regierung Ihres eigenen Landes zugrunde liegt, endlich auf die Beziehungen angewandt wird, die jetzt zwischen den Völkern und Nationen der Welt bestehen.« … Ein Welt-Überstaat, an den alle Nationen der Erde willig den Anspruch, Krieg zu führen, gewisse Rechte der Erhebung von Steuern und alle Rechte auf Kriegsrüstung außer zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in ihren Gebieten abtreten – ein solcher Staat muss notwendigerweise in irgendeiner Form entwickelt werden. Sein Organisationsrahmen wird eine internationale Exekutive einschließen müssen, die jedem widerspenstigen Mitglied der Gemeinschaft ihre höchste und unantastbare Autorität aufzwingen kann; ein Weltparlament, dessen Mitglieder durch das Volk aller Länder gewählt werden und in ihrer Amtsübernahme von den jeweiligen Regierungen bestätigt werden, sowie einen Obersten Gerichtshof, dessen Urteil bindende Gültigkeit haben wird, selbst in Fällen, in denen die Parteien ihren Streit nicht freiwillig seiner Rechtsfindung unterwerfen. Eine Weltgemeinschaft, in der alle wirtschaftlichen Schranken für immer niedergerissen werden, in der die gegenseitige Abhängigkeit von Kapital und Arbeit ausdrücklich anerkannt wird, in der das Geschrei religiösen Eifers und Streites endgültig verstummt ist, in der die Flamme des Rassismus ein für alle Mal gelöscht ist, deren einheitliches System internationalen Rechts als Ergebnis der wohlüberlegten Entscheidung der weltweit vereinigten Volksvertreter durch das sofortige, zwingende Eingreifen der vereinten Streitkräfte der Verbündeten sanktioniert wird; und schließlich: eine Weltgemeinschaft, in der der Sturm eines tollkühn-militanten Nationalismus in ein dauerhaftes Bewusstsein des Weltbürgertums verwandelt ist – so wahrlich sieht, in groben Zügen gezeichnet, die von Bahá’u’lláh vorausgeschaute Ordnung aus, eine Ordnung, die einmal als die edelste Frucht eines langsam heranreifenden Zeitalters betrachtet werden wird. … Der belebende Sinn des weltweiten Gesetzes Bahá’u’lláhs darf keine Befürchtungen hervorrufen. Weit davon entfernt, auf den Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung abzuzielen, sucht es ihre Grundlage zu erweitern, ihre Institutionen in einer Weise umzugestalten, die mit den Bedürfnissen einer stets sich wandelnden Welt in Einklang steht. Es kann mit keiner rechtmäßigen Untertanenpflicht in Widerspruch sein, noch kann es wirkliche Treue untergraben. Seine Absicht ist weder, die Flamme einer vernünftigen Vaterlandsliebe in den Herzen der Menschen zu ersticken, noch den Grundsatz nationaler Selbständigkeit abzuschaffen, der so wesentlich ist, wenn die Übel übertriebener Zentralisation vermieden werden sollen. Es ignoriert weder die Vielfalt von Ethnien, Klima, Geschichte, Sprachen und Traditionen, Gedanken und Gewohnheiten, die die Völker und Nationen der Welt voneinander unterscheiden, noch versucht es, sie zu unterdrücken. Es ruft nach größerer Treue, stärkerem Bemühen als irgendein anderes, das je die Menschenwelt beseelt hat. Es besteht auf der Unterordnung nationaler Regungen und Belange unter die zwingenden Ansprüche einer geeinten Welt. Es verwirft einerseits die übersteigerte Zentralisation und entsagt zum andern allen Versuchen der Gleichmacherei. Seine Losung ist Einheit in der Mannigfaltigkeit, wie ‘Abdu’l-Bahá selbst erklärte. … Der Grundsatz der Einheit der Menschheit – der Angelpunkt, um den alle Lehren Bahá’u’lláhs kreisen – ist kein bloßer Ausdruck unkundiger Gefühlsseligkeit oder unklarer frommer Hoffnung. Sein Ruf ist nicht gleichbedeutend mit einer bloßen Wiedererweckung des Geistes der Brüderlichkeit und des guten Willens unter den Menschen, noch geht es nur um die Förderung harmonischer Zusammenarbeit zwischen einzelnen Völkern und Ländern. Die Folgerungen gehen tiefer, der Anspruch ist höher als alles, was den früheren Propheten zu äußern erlaubt war. Die Botschaft gilt nicht nur dem einzelnen, sondern befasst sich in erster Linie mit der Natur jener notwendigen Beziehungen, die alle Staaten und Nationen als Glieder einer menschlichen Familie verbinden müssen. Der Grundsatz der Einheit stellt nicht nur die Verkündigung eines Ideals dar, sondern ist unzertrennlich mit einer Institution verbunden, die seine Wahrheit verkörpert, seine Gültigkeit bekundet und seinen Einfluss dauernd zur Geltung bringt. Er verlangt eine organische, strukturelle Veränderung der heutigen Gesellschaft, eine Veränderung, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat. Er stellt eine Herausforderung, kühn und weltumfassend, für die nationalen Glaubensparolen dar, deren Zeit vorüber ist und die im normalen Verlauf der Ereignisse, wie die Vorsehung sie formt und fügt, einem neuen Evangelium Platz machen müssen, das grundlegend anders und unendlich höherwertig ist als das, was die Welt bis jetzt begriffen hat. Er fordert nichts Geringeres als den Wiederaufbau und die Entmilitarisierung der ganzen zivilisierten Welt, einer Welt, die in allen Grundfragen des Lebens, in ihrem politischen Mechanismus, ihren geistigen Bestrebungen, in Handel und Finanzwesen, Schrift und Sprache organisch zusammengewachsen und doch in den nationalen Eigentümlichkeiten ihrer verbündeten Staatenglieder von einer unendlichen Mannigfaltigkeit ist. Er stellt die Vollendung der menschlichen Entwicklung dar, einer Entwicklung, die ihren Uranfang in der Geburt des Familienlebens hat, deren weitere Entfaltung zur Stammeseinheit und zur Bildung des Stadtstaates führte, und die sich später zur Bildung unabhängiger, souveräner Nationen erweiterte. … Nehmen wir nur ein Beispiel: Wie überzeugt klangen die Erklärungen, die in den Tagen vor der Vereinigung der Staaten des nordamerikanischen Kontinents über die unüberwindlichen Schranken auf dem Weg zu diesem Zusammenschluss abgegeben wurden! Hat man nicht ausführlich und nachdrücklich dargelegt, die widersprüchlichen Interessen, das gegenseitige Misstrauen, die Unterschiede in Amtsführung und Brauchtum zwischen den Staaten seien so stark, dass keine geistliche oder weltliche Macht jemals hoffen dürfe, sie zu harmonisieren oder zu beherrschen? Und doch, wie verschieden waren die vor 150 Jahren herrschenden Bedingungen von denen, die für die heutige Gesellschaft bezeichnend sind! Ohne Übertreibung kann man sagen, dass das Fehlen jener Erleichterungen, die der neueste wissenschaftliche Fortschritt der heutigen Menschheit dienstbar machte, das Problem, die amerikanischen Staaten zu einem Bund zu verschweißen, weit komplizierter machte als es die Aufgabe ist, der eine gespaltene Menschheit bei ihrem Bemühen um Welteinheit gegenübersteht. Wer weiß andererseits, ob nicht für die Verwirklichung eines so erhabenen Planes noch schlimmere Leiden über die Menschheit kommen müssen als alle, die sie bis jetzt ausgestanden hat? Konnte etwas Geringeres als das Feuer eines Bürgerkrieges mit all seiner Gewalttätigkeit und seinen Wechselfällen – ein Krieg, der die große amerikanische Republik fast gespalten hätte – die Staaten nicht nur zu einem Bund unabhängiger Einheiten, sondern zu einer Nation verschmelzen, trotz all der völkischen Unterschiede, die ihre Bestandteile charakterisierendie Staaten, nicht nur zu einem Bund unabhängiger Einheiten, sondern trotz all der charakteristischen ethnischen Unterschiede ihrer Bestandteile zu einer Nation verschmelzen? Dass eine so grundlegende Umwälzung mit einem so weitreichenden Wandel in der Gesellschaftsstruktur auf dem gewöhnlichen Weg der Diplomatie und der Erziehung erreicht werden kann, scheint höchst unwahrscheinlich. Wir brauchen nur die blutgetränkte Menschheitsgeschichte zu betrachten, um festzustellen, dass allein die heftigste geistige und körperliche Pein imstande war, derart epochemachende Wandlungen, wie sie die wichtigsten Wahrzeichen der Kulturentwicklung bilden, rasch herbeizuführen. So groß und weitreichend jene früheren Veränderungen auch gewesen sind – in ihrer richtigen Perspektive betrachtet, können sie doch nur als zweitrangige Anpassungsvorgänge erscheinen, als Vorspiel für diese Wandlung von unvergleichlicher Majestät und Reichweite, die die Menschheit in unserem Zeitalter erdulden muss. Dass nur die Kräfte einer Weltkatastrophe eine derart neue Phase menschlichen Denkens vorantreiben können, wird leider immer deutlicher. Dass nichts Geringeres als das Feuer eines harten Gottesgerichts, heftiger als je zuvor, die uneinigen Elemente der heutigen Zivilisation zu sich ergänzenden Bestandteilen des künftigen Weltgemeinwesens verschweißen und verschmelzen kann, ist eine Wahrheit, die künftige Ereignisse immer mehr beweisen werden. Die prophetische Stimme Bahá’u’lláhs warnte in den abschließenden Sprüchen der Verborgenen Worte »die Völker der Welt«, dass »unerwartete Trübsal sie verfolgt und schmerzhafte Vergeltung ihrer harrt«. Dies wirft in der Tat ein gespenstisches Licht auf die unmittelbaren Geschicke einer bekümmerten Menschheit. Nur eine Feuerprobe, aus der diese Menschheit geläutert und vorbereitet wiederersteht, kann ihr ein Gefühl für die Verantwortung einbrennen, welche die Führer eines neugeborenen Zeitalters auf ihre Schultern nehmen müssen. Zum wiederholten Male möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf jene bedeutenden Worte Bahá’u’lláhs lenken, die ich bereits angeführt habe: »Und wenn die festgesetzte Stunde kommt, wird plötzlich erscheinen, was der Menschheit Glieder zittern macht.« Hat nicht ‘Abdu’l-Bahá selbst in unzweideutiger Sprache versichert, dass »ein zweiter Krieg, grimmiger als der letzte, sicherlich ausbrechen wird«? Von der Vollendung dieses kolossalen, dieses unsagbar ruhmreichen Unternehmens – eines Unternehmens, das die Erfindergabe römischer Staatskunst in Verwirrung stürzte, vor dem die verzweifelten Kraftakte eines Napoleon versagten – wird die endgültige Verwirklichung jenes Tausendjährigen Reiches abhängen, von dem die Dichter aller Zeiten sangen und die Seher seit alters träumten. Von dieser Vollendung wird es abhängen, dass die Verheißungen der alten Propheten sich erfüllen, wonach die Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden und der Löwe und das Lamm beisammen ruhen. Allein diese Vollendung kann zum Reich des Himmlischen Vaters führen, wie es der Glaube Jesu Christi verheißen hat. Allein diese Vollendung kann das Fundament für die neue Weltordnung, wie sie Bahá’u’lláh vor Augen stand, legen – eine Weltordnung, die, wenn auch nur schwach, auf Erden den unbeschreiblichen Strahlenglanz des Reiches Abhá widerspiegeln wird. Ein weiteres Wort zum Beschluss: Die Verkündigung der Einheit der Menschheit – der Eckstein der allumfassenden Herrschaft Bahá’u’lláhs – kann unter keinen Umständen mit solchen Verlautbarungen frommer Hoffnung verglichen werden, wie sie früher geäußert wurden. Bahá’u’lláh hat nicht nur einen Ruf erschallen lassen, allein und ohne Hilfe im Angesicht des hartnäckigen, vereinten Widerstandes zweier der mächtigsten orientalischen Herrscher Seiner Zeit, während Er selbst ein Verbannter und Gefangener in ihren Händen war. Sein Ruf enthält zugleich eine Warnung und ein Versprechen: eine Warnung, dass in ihm selbst das einzige Mittel zum Heil einer grausam leidenden Welt liegt, und ein Versprechen, dass die Verwirklichung dieses Heils nahe bevorsteht. Verkündet zu einer Zeit, als man seine Möglichkeit noch in keinem Teil der Erde ernstlich ins Auge fasste, wird dieser Ruf kraft der himmlischen Macht des Geistes Bahá’u’lláhs heute von einer wachsenden Zahl denkender Menschen nicht nur als eine sich anbahnende Möglichkeit betrachtet, sondern als das notwendige Ergebnis der Kräfte, die in unserer Welt am Werke sind. Sicherlich hat es diese Welt – durch den erstaunlichen Fortschritt im Reich der Physik sowie durch die weltweite Ausdehnung von Handel und Industrie zusammengeschrumpft und in einen eng verflochtenen Organismus verwandelt, unter dem lastenden Druck der weltwirtschaftlichen Mächte und inmitten der Fallgruben einer materialistischen Zivilisation – bitter nötig, dass ihr die Wahrheit, die allen Offenbarungen der Vergangenheit zugrunde liegt, neu dargereicht wird, und zwar in einer Sprache, die ihren wesentlichen Bedürfnissen entspricht. Und welche Stimme außer Bahá’u’lláh, dem Sprachrohr Gottes für dieses Zeitalter, ist imstande, eine Veränderung der Gesellschaft herbeizuführen, so radikal wie die Veränderung, die Er bereits in den Herzen jener Männer und Frauen bewirkte, die aus ihrer scheinbaren Verschiedenartigkeit und Unversöhnlichkeit zur Körperschaft Seiner erklärten Anhänger auf der ganzen Erde zusammengewachsen sind? Dass eine so mächtige Idee im menschlichen Denken rasch aufblühen wird, dass sich Stimmen zu ihrer Unterstützung erheben werden, dass ihre wesentlichen Strukturen im Bewusstsein der Machthaber rasch kristallisieren müssen, kann in der Tat kaum jemand bezweifeln. Dass ihre bescheidenen Anfänge in der weltweiten Gemeinschaftsordnung, die das Wesen der Anhängerschaft Bahá’u’lláhs ausmacht, bereits Gestalt annehmen, können nur jene, deren Herzen vom Vorurteil vergiftet sind, übersehen.A48

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Kein Apparat, der hinter dem Maßstab der Bahá’í-Offenbarung zurückbleibt und dem erhabenen Modell der Lehren Bahá’u’lláhs widerspricht, sei er durch die vereinten Bemühungen der Menschheit auch noch so gut ausgeklügelt, kann je hoffen, irgendetwas über jenen ›Geringeren Frieden‹ hinaus zu vollbringen, auf den der Begründer unseres Glaubens in Seinen Schriften selbst angespielt hat. »Jetzt, da ihr den Größten Frieden abgelehnt habt«, schrieb Er zur Ermahnung der Könige und Herrscher der Erde, »haltet euch an diesen, den Geringeren Frieden, damit ihr eure eigene Lage und die eurer Untertanen einigermaßen bessern möget.« Im selben Sendschreiben spricht Er eingehender über diesen Geringeren Frieden und wendet sich wie folgt an die Herrscher der Erde: »Versöhnt euch, so dass ihr nicht mehr Kriegsrüstungen brauchet, als in dem Maße, um eure Länder und Herrschaften zu schützen … Seid vereinigt, o Könige der Erde, denn dadurch wird der Sturm der Zwietracht unter euch gestillt, und eure Völker werden Ruhe finden – so ihr zu denen gehöret, die verständig sind. Sollte einer von euch die Waffen gegen einen anderen ergreifen, so erhebt euch alle gegen ihn; denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.« Der Größte Friede andererseits, wie ihn Bahá’u’lláh versteht – ein Friede, der sich unausweichlich als praktische Folge aus der Vergeistigung der Welt und der Verschmelzung aller ihrer Völker, Konfessionen, Klassen und Nationen ergibt –, kann auf keine andere Grundlage gestellt und durch keine andere Wirkkraft bewahrt werden als die gottgegebenen Satzungen, die in der mit Seinem heiligen Namen verbundenen Weltordnung inbegriffen sind. … Die Offenbarung Bahá’u’lláhs, deren höchstes Ziel es ist, diese organische, geistige Einheit aller Nationen in ihrer Gesamtheit zu vollenden, muss, wenn wir zu ihren selbstverständlichen Folgerungen stehen, als Signal für den Eintritt des gesamten Menschengeschlechts in den Zustand der Mündigkeit betrachtet werden. Sie darf nicht nur als eine weitere geistige Erneuerung in den allzeit wechselnden Geschicken der Menschheit angesehen werden, nicht nur als ein weiteres Glied in einer Kette fortschreitender Offenbarungen, selbst nicht nur als der Gipfelpunkt in einer Stufenfolge wiederholter prophetischer Zyklen. Vielmehr bezeichnet die Offenbarung Bahá’u’lláhs die letzte, höchste Stufe in der atemberaubenden Entwicklung des menschlichen Gesellschaftslebens auf diesem Planeten. Das Hervortreten einer Weltgemeinschaft, das Bewusstsein des Weltbürgertums, die Begründung einer Weltzivilisation und Weltkultur – Strukturen, die allesamt mit den Anfangsstadien in der Entfaltung des Goldenen Zeitalters der Bahá’í-Ära zusammenfallen müssen – sollten ihrer wahren Natur nach, was dieses planetarische Leben anbelangt, als die äußersten Grenzen für die Organisation der menschlichen Gesellschaft angesehen werden, wenngleich der Mensch als Einzelwesen im Ergebnis dieser Vollendung unbegrenzt weiter fortschreiten, sich weiter entwickeln wird und muss. … Das ganze Menschengeschlecht stöhnt und schmachtet danach, zur Einheit geführt zu werden und sein lange Zeitalter währendes Martyrium zu beenden. Und dennoch weigert es sich hartnäckig, das Licht aufzunehmen und die souveräne Amtsgewalt jener einzigen Macht anzuerkennen, die es aus seinen Verwicklungen befreien und das leidvolle Unheil abwenden kann, das es in den Abgrund zu reißen droht. Schicksalsträchtig ist in der Tat die Stimme Bahá’u’lláhs, die aus diesen prophetischen Worten klingt: »O Völker der Welt! Wisset wahrlich, dass unerwartetes Unheil euch verfolgt und schmerzliche Vergeltung euer harrt. Wähnet nicht, was ihr begangen habt, sei vor Meinem Angesicht getilgt.« Und wiederum: »Wir haben euch eine Frist gesetzt, o Völker. Wenn ihr versäumt, euch bis zur festgesetzten Stunde Gott zuzuwenden, wird Er wahrlich gewaltig Hand an euch legen und schwere Leiden von allen Seiten über euch kommen lassen. Wie streng ist fürwahr die Züchtigung, mit der euer Herr euch dann züchtigen wird!« Muss die Menschheit wirklich, gepeinigt wie sie schon ist, noch schlimmer von Drangsalen befallen werden, ehe deren läuternder Einfluss sie für den Eintritt in das himmlische Königreich, das auf Erden errichtet werden soll, vorbereiten kann? Muss der Beginn eines so großen, so einzigartigen, so erleuchteten Zeitalters angekündigt werden durch eine Katastrophe in den menschlichen Angelegenheiten von solchen Ausmaßen, dass sie den entsetzlichen Zusammenbruch der römischen Kultur in den ersten Jahrhunderten des christlichen Zeitalters in Erinnerung ruft, ja übertrifft? Muss eine Folge tiefgreifender Erschütterungen das Menschengeschlecht rütteln und schütteln, ehe Bahá’u’lláh im Herzen und Gewissen der Massen auf den Thron gesetzt werden kann, ehe Seine Überlegenheit allgemein und unumstritten anerkannt wird, ehe das edle Bauwerk Seiner Weltordnung aufgeschlagen und errichtet wird? Die langen Zeiten der Kindheit und der Minderjährigkeit, welche die Menschheit zu durchschreiten hatte, sind in den Hintergrund getreten. Die Menschheit erlebt jetzt die Erregungen, die unabänderlich mit der stürmischsten Stufe ihrer Entwicklung, dem Jünglingsalter, verbunden sind. In dieser Zeit erreichen jugendliche Unbändigkeit und Heftigkeit den Höhepunkt; sie müssen Schritt für Schritt von der Ruhe, der Weisheit und der Vollendung abgelöst werden, welche die Stufe des Mannesalters kennzeichnen. Dann wird das Menschengeschlecht jene Gestalt der Reife erlangen, die es befähigen wird, alle die Kräfte und Fähigkeiten zu erwerben, von denen seine Entwicklung letztlich abhängt. Die Vereinigung der ganzen Menschheit ist das Kennzeichen der Stufe, der sich die menschliche Gesellschaft heute nähert. Die Einheit der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation ist nacheinander in Angriff genommen und völlig erreicht worden. Welteinheit ist das Ziel, dem eine gequälte Menschheit zustrebt. Der Aufbau von Nationalstaaten ist zu einem Ende gekommen. Die Anarchie, die der nationalstaatlichen Souveränität anhaftet, nähert sich heute einem Höhepunkt. Eine Welt, die zur Reife heranwächst, muss diesen Fetisch aufgeben, die Einheit und Ganzheit der menschlichen Beziehungen erkennen und ein für alle Mal den Apparat aufrichten, der diesen Leitgrundsatz ihres Daseins am besten zu verkörpern vermag. … Die Einheit des Menschengeschlechts, wie sie Bahá’u’lláh vorausschaut, umschließt die Errichtung eines Weltgemeinwesens, in dem alle Nationen, Völker, Konfessionen und Klassen eng und dauerhaft vereint, die Autonomie seiner nationalstaatlichen Glieder sowie die persönliche Freiheit und Selbständigkeit der einzelnen Menschen, aus denen es gebildet ist, ausdrücklich und völlig gesichert sind. Dieses Gemeinwesen muss, soweit wir es uns vorstellen können, aus einer Weltlegislative bestehen, deren Mitglieder als Treuhänder der ganzen Menschheit die gesamten Ressourcen aller Mitgliedstaaten überwachen. Sie muss die erforderlichen Gesetze geben, um das Leben aller Nationen und Völker zu steuern, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ihre wechselseitigen Beziehungen anzupassen. Eine Weltexekutive, gestützt auf eine internationale Streitmacht, wird die Beschlüsse jener Weltlegislative ausführen, deren Gesetze anwenden und die organische Einheit des ganzen Gemeinwesens sichern. Ein Weltgerichtshof wird seine bindende, endgültige Entscheidung in sämtlichen Streitfragen, die zwischen den vielen Gliedern dieses allumfassenden Systems auftreten können, fällen und zustellen. Ein Netzwerk weltweiter Kommunikation wird ersonnen werden; es wird den ganzen Erdball umspannen und, von allen nationalen Hindernissen und Beschränkungen frei, mit wunderbarer Schnelligkeit und vollkommener Pünktlichkeit ablaufen. Eine Welthauptstadt wird als Nervenzentrum einer Weltzivilisation und als Brennpunkt wirken, in dem die einigenden Lebenskräfte zusammenlaufen und von dem ihre kraftbringenden Einflüsse ausstrahlen werden. Eine Weltsprache wird entweder geschaffen oder unter den bestehenden Sprachen ausgewählt und in den Schulen aller verbündeten Nationen als ein Hilfsmittel neben der jeweiligen Muttersprache gelehrt werden. Eine Weltschrift, eine Weltliteratur, ein einheitliches, allumfassendes Währungs-, Gewichts- und Maßsystem werden den Verkehr und die Verständigung unter den Nationen und Völkern der Menschheit vereinfachen und erleichtern. In dieser Weltgesellschaft werden Wissenschaft und Religion, die beiden gewaltigsten Kräfte im menschlichen Leben, in Einklang gebracht sein; sie werden zusammenwirken und sich harmonisch entwickeln. Die Presse wird in einem solchen System der Darlegung der verschiedenen Ansichten und Überzeugungen der Menschheit vollen Spielraum gewähren, aber nicht mehr durch althergebrachte Interessen, seien sie persönlicher oder allgemeiner Natur, unheilvoll gelenkt sein; vom Einfluss streitender Regierungen und Völker wird sie befreit sein. Die wirtschaftlichen Hilfsmittel der Welt werden organisiert, ihre Rohstoffquellen erschlossen und restlos nutzbar gemacht, ihre Märkte aufeinander abgestimmt und entwickelt, die Verteilung ihrer Erzeugnisse unparteiisch geregelt werden. Nationale Rivalität, Hass und Intrigen werden aufhören, rassistische Feindseligkeiten und Vorurteile werden durch Freundschaft, Verständigung und Zusammenarbeit ersetzt werden. Die Ursachen religiöser Zwistigkeiten werden für immer aus dem Wege geräumt werden; wirtschaftliche Schranken und Hindernisse werden völlig beseitigt, der maßlose Klassenunterschied verwischt werden. Mangel auf der einen Seite und unmäßige Anhäufung von Eigentumsrechten auf der anderen Seite werden verschwinden. Die ungeheuren Kräfte, die für die wirtschaftliche oder politische Kriegsführung verzettelt und vergeudet werden, fließen Zwecken zu, welche die Reichweite menschlicher Erfindungen erweitern, die technische Entwicklung fördern, die Produktivität der Menschheit steigern, Krankheiten ausrotten, wissenschaftliche Forschungen ausdehnen, den körperlichen Gesundheitszustand heben, den menschlichen Verstand schärfen und verfeinern, die ungenutzten, ungeahnten Ressourcen dieser Erde ausbeuten, das menschliche Dasein verlängern und jedwedes andere Mittel fördern, welches das verstandliche, sittliche und geistige Leben des ganzen Menschengeschlechts anzuregen vermag. Ein Weltbundsystem, das die ganze Erde beherrscht und unanfechtbare Amtsgewalt über ihre unvorstellbar großen Ressourcen hat, das die Ideale sowohl des Ostens wie auch des Westens verkörpert und in Einklang bringt, vom Fluch und Elend des Krieges befreit und auf die Ausnützung aller verfügbaren Kraftquellen der Erdoberfläche bedacht ist, ein System, in dem die Gewalt zur Dienerin der Gerechtigkeit gemacht ist, dessen Leben von der allumfassenden Anerkennung eines Gottes und vom Gehorsam gegen eine gemeinsame Offenbarung getragen ist – dies ist das Ziel, dem die Menschheit, durch die vereinenden Lebenskräfte angetrieben, zustrebt.A49

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Die welterschütternde, harte Prüfung, die Bahá’u’lláh, wie auf den vorangegangenen Seiten angeführt, so anschaulich vorhergesagt hat, mag sie in einem noch nie dagewesenen Grade in ihren Wirbel hineinreißen. Im Gegensatz zu ihrer Reaktion auf den letzten Weltkonflikt wird sie vermutlich aus ihm in bewusster Entschlossenheit auftauchen, um die Gelegenheit zu ergreifen, das volle Gewicht ihres Einflusses auf die ungeheuren Probleme geltend zu machen, die solch eine harte Prüfung nach sich zieht, und um in Verbindung mit ihren Schwesternationen des Ostens und Westens den größten Fluch zu bannen, der seit undenklichen Zeiten die Menschheit heimgesucht und erniedrigt hat. Dann und nur dann wird die amerikanische Nation, geformt und gereinigt im Schmelztiegel eines allgemeinen Krieges, abgehärtet gegen seine Fieberfröste und diszipliniert durch seine Schule, in der Lage sein, ihre Stimme im Rat der Nationen zu erheben, selbst den Grundstein für einen weltweiten und dauernden Frieden zu legen, die Geschlossenheit, Einheit und Reife der Menschheit zu verkünden und bei der Errichtung der versprochenen Herrschaft der Gerechtigkeit auf Erden mitzuhelfen. Dann und nur dann wird die amerikanische Nation, während die Gemeinde der amerikanischen Gläubigen in ihrem Herzen ihren göttlich erteilten Auftrag ausführt, in der Lage sein, die unaussprechlich herrliche Sendung zu erfüllen, die ihr vom Allmächtigen bestimmt wurde und in den Schriften ‘Abdu’l-Bahás unvergänglich verwahrt ist. Dann und nur dann wird die amerikanische Nation das vollbringen, »was die Seiten der Geschichte schmücken wird«, »von der Welt beneidet und in Ost und West … gesegnet.«A50

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Die Welt bewegt sich wahrlich ihrem vorherbestimmten Geschick entgegen. Die gegenseitige Abhängigkeit der Völker und Nationen der Erde ist, was immer die Führer der spaltenden Kräfte in der Welt sagen oder tun mögen, bereits eine vollendete Tatsache. Ihre Einheit im wirtschaftlichen Bereich wird jetzt verstanden und anerkannt. Die Wohlfahrt des Teiles bedeutet Wohlfahrt des Ganzen, und die Not des Teiles bringt Not dem Ganzen. Die Offenbarung Bahá’u’lláhs hat, nach Seinen eigenen Worten, diesem gewaltigen, jetzt in der Welt waltenden Geschehen »einen neuen Impuls verliehen und eine neue Richtung gewiesen«. Die durch das große Gottesgericht entzündeten Feuer sind Folgen des Versagens der Menschen, dieses Geschehen zu erkennen. Sie beschleunigen zudem seine Vollendung. Fortgesetzte, weltumfassende, schmerzliche, dem Chaos und der allgemeinen Zerstörung verbündete Trübsal muss notwendigerweise die Nationen erschüttern, das Gewissen der Welt aufrütteln, die Massen ernüchtern, im Gesellschaftsbegriff selbst den völligen Wandel beschleunigen und schließlich die ausgerenkten, blutenden Glieder der Menschheit zu einem einzigen, organisch vereinten und unteilbaren Körper verbinden. Auf die allgemeine Wesensart, die Folgerungen und Merkmale dieses Weltstaatenbundes, der früher oder später aus dem Blutbad, dem Todeskampf und der Verwüstung dieser großen Welterschütterung aufzusteigen bestimmt ist, habe ich schon in den vorhergehenden Ausführungen hingewiesen. Es genügt zu sagen, dass diese Vollendung, entsprechend ihrer Wesensart, einen schrittweisen Verlauf nehmen wird, und, wie Bahá’u’lláh selbst vorausgesehen hat, zuerst zur Gründung jenes ›Kleineren Friedens‹ führen muss, den die Nationen der Erde von sich aus errichten werden, noch ohne sich Seiner Offenbarung bewusst zu sein und noch ohne Wissen darüber, dass sie die allgemeinen Grundsätze durchsetzen, die Er verkündet hat. Dieser bedeutungsvolle und historische Schritt, der die Wiederherstellung der Menschheit als Ergebnis allgemeiner Erkenntnis ihrer Einheit und Ganzheit enthält, wird die Vergeistigung der Massen unmittelbar mit sich bringen, die auf die Erkenntnis der Wesensart und die Anerkennung der Ansprüche des Glaubens Bahá’u’lláhs folgt. Sie sind die wesentlichen Vorbedingungen dafür, dass alle Völker, Konfessionen, Klassen und Nationen letztlich miteinander verschmelzen, was das Aufsteigen Seiner Neuen Weltordnung kennzeichnen wird. Dann wird die Zeit der Reife des ganzen Menschengeschlechtes von allen Völkern und Nationen der Erde verkündet und gefeiert werden. Dann wird das Banner des ›Größten Friedens‹ gehisst werden. Dann wird die weltweite Herrschaft Bahá’u’lláhs, des Begründers des Reiches vom Vater, wie sie vom Sohne geweissagt und von den Offenbarern Gottes vor und nach Ihm vorausgeschaut ist, anerkannt, mit Freude begrüßt und fest errichtet werden. Dann wird eine Weltzivilisation geboren werden, blühen und für immer fortdauern, eine Zivilisation mit einer Lebensfülle, wie sie die Welt weder gesehen hat noch bis jetzt begreifen kann. Dann wird der Ewige Bund voll erfüllt werden. Dann wird die in allen Büchern Gottes eingeschlossene Verheißung eingelöst werden, alle durch die Propheten alter Zeiten ausgesprochene Weissagungen werden eintreffen, und die Gesichte der Seher und Dichter werden sich verwirklichen. Dann wird der Planet, vergoldet durch den allumfassenden Glauben seiner Bewohner an einen Gott und ihre Ergebenheit in eine allgemeine Offenbarung, in den ihm gesetzten Grenzen den strahlenden Ruhm der Herrschaft Bahá’u’lláhs widerspiegeln, der in der Fülle seines Glanzes im Abhá-Paradiese leuchtet. Er wird zum Schemel Seines Thrones in der Höhe gemacht und als der Himmel auf Erden bejubelt werden, der fähig ist, das unaussprechliche Schicksal zu erfüllen, das ihm seit undenklichen Zeiten durch die Liebe und Weisheit seines Schöpfers bestimmt war.A51

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Er drängt nachdrücklich auf das Prinzip der kollektiven Sicherheit und empfiehlt die Beschränkung der nationalen Rüstungen; und verkündet, es sei unumgänglich und notwendig, eine Weltkonferenz einzuberufen, auf der die Könige und Herrscher der Welt über die Errichtung von Frieden unter den Nationen beraten.A52

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Während dieses gestaltenden Zeitalters des Glaubens, in der gegenwärtigen und den folgenden Epochen, wird der letzte, krönende Abschnitt beim Aufbau des Systems der administrativen Ordnung des Glaubens Bahá’u’lláhs – die Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit – vollendet, der Kitab-i-Aqdas, das Mutterbuch Seiner Offenbarung, wird kodifiziert, seine Gesetze verkündet, der Geringere Friede geschaffen, die Einheit der Menschheit erreicht und ihre Reife erlangt, der von ‘Abdu’l-Bahá aufgestellte Plan durchgeführt, der Glaube von den Fesseln religiöser Orthodoxie befreit und sein Status als unabhängige Religion weltweit anerkannt worden sein. … … Wir können nicht versäumen, zwei gleichzeitig wirkende Prozesse wahrzunehmen, deren Ursprung weit zurück in den abschließenden Jahren des heroischen Zeitalters unseres Glaubens liegt, jeder genau umrissen, jeder deutlich vom andern getrennt und dennoch eng verknüpft und dazu ausersehen, in einem Punkt einzigartig herrlicher Vollendung zu gipfeln, sobald die Zeit erfüllt sein wird. Einer dieser Prozesse ist mit dem Auftrag der amerikanischen Bahá’í-Gemeinde verbunden, der andere mit dem Schicksal der amerikanischen Nation. Der eine dient unmittelbar den Interessen der administrativen Ordnung des Glaubens Bahá’u’lláhs … Der andere Prozess geht auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zurück, der die große Republik des Westens in den Strudel der ersten Phase einer Weltumwälzung warf. Er erhielt seinen ersten Anstoß durch die Formulierung von Präsident Wilsons Vierzehn Punkten, die zum ersten Mal jene Republik mit den Geschicken der Alten Welt eng verband. Er erlitt seinen ersten Rückschlag, als sich jene Republik vom gerade ins Leben gerufenen Völkerbund lossagte, den zu schaffen jener Präsident sich so eifrig eingesetzt hatte. Er erhielt neuen Schwung mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, welcher der Republik bislang beispielloses Leid zufügte und sie noch weiter in die Angelegenheiten aller Kontinente des Erdballs hineinzog. Er wurde ferner durch die in der Atlantik-Charta formulierten Deklaration gestärkt, deren Hauptverfechter Franklin D. Roosevelt war. Er erhielt durch die Geburt der Vereinten Nationen bei der Konferenz von San Francisco ein fest umrissenes Konzept. Er gewann zusätzlich an Bedeutung durch die Wahl gerade der Stadt des Bundes zum Sitz der neugeborenen Organisation, durch die vor kurzem abgegebene Erklärung des amerikanischen Präsidenten im Zusammenhang mit dem Engagement seines Landes in Griechenland und der Türkei sowie die an die Generalversammlung der Vereinten Nationen gerichtete Unterbreitung des heiklen und herausfordernden Problems des Heiligen Landes, das geistiges wie auch administratives Zentrum des Weltglaubens Bahá’u’lláhs ist. Er muss, wie lang und umständlich der Weg auch sein mag, durch eine Reihe von Siegen und Niederlagen zur politischen Vereinigung der östlichen und westlichen Hemisphäre, zur Entstehung einer Weltregierung und zur Gründung des Geringeren Friedens führen, so wie Bahá’u’lláh vorausgesagt und der Prophet Jesaia angedeutet hat. Er muss schließlich im Entfalten des Banners des Größten Friedens im Goldenen Zeitalter der Sendung Bahá’u’lláhs gipfeln.A53

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Das Entstehen dieses Gebäudes (des Internationalen Bahá’í-Archivs) wird seinerseits die Errichtung verschiedener anderer Bauwerke ankündigen, die im Laufe aufeinanderfolgender Epochen des Gestaltenden Zeitalters des Glaubens erstellt und als Verwaltungssitze für so göttlich verordnete Institutionen wie das Hütertum, die Hände der Sache und das Universale Haus der Gerechtigkeit dienen werden. Diese Bauwerke werden wie ein weit geschwungener Bogen in harmonischem Baustil die Ruhestätten des Größten Heiligen Blattes, das in der Bahá’í-Sendung unter allen ihres Geschlechts an erster Stelle steht, die ihres Bruders, von Bahá’u’lláh als Lösegeld für die Belebung und Einigung der Welt hingegeben, und die ihrer Mutter, die Er zu Seiner erwählten »Gefährtin in allen Welten Gottes« erklärt hatte, umgeben. Die schließliche Vollendung dieses gewaltigen Unterfangens wird den Höhepunkt der Entwicklung einer weltweiten, göttlich bestimmten Verwaltungsordnung kennzeichnen, deren Beginn sich bis in die letzten Jahre des Heroischen Zeitalters des Glaubens zurückverfolgen lässt. Dieser ungeheure, unaufhaltbare Prozess, der ohne Beispiel ist in der Geistesgeschichte der Menschheit und zeitlich mit zwei nicht minder bedeutsamen Entwicklungsabschnitten zusammenfällt, nämlich mit der Gründung des Geringeren Friedens und der Entfaltung der nationalen und örtlichen Bahá’í-Institutionen – das eine außerhalb, das andere innerhalb der Bahá’í-Welt, wird seine schließliche Vollendung im Goldenen Zeitalter des Glaubens durch das Hissen des Banners des Größten Friedens und durch das Sichtbarwerden des in der Fülle seiner Kraft und Herrlichkeit strahlenden Brennpunktes der die Weltordnung Bahá’u’lláhs bildenden Organe erreichen. Die schließliche Errichtung dieses Sitzes des künftigen Bahá’í-Weltgemeinwesens wird zugleich die Verkündigung der Souveränität des Stifters unseres Glaubens und das Kommen des Reiches des Vaters, von Jesus Christus wiederholt gepriesen und verheißen, kennzeichnen. Diese Weltordnung wird ihrerseits im Laufe der im Bahá’í­Zyklus aufeinander folgenden Sendungen ihre edelste Frucht in der Geburt und Blüte einer Kultur zeitigen, die göttlich inspiriert, einzigartig in ihren Merkmalen, weltumfassend in ihrem Ausmaß und von Grund auf geistig in ihrer Wesensart ist, eine Kultur, die ihre ersten Impulse aus eben dem Geiste der Institutionen empfängt, die sich jetzt keimhaft im Mutterleib des gegenwärtigen Gestaltenden Zeitalters des Glaubens regen.A54

Aus Briefen im Auftrag Shoghi Effendis

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Die Welt ist in großem Aufruhr, und höchst beklagenswert ist, dass sie gelernt hat, sich von Gott fern zu halten, Der allein sie retten und ihre Leiden lindern kann. Wir, die mit der Aufgabe betraut wurden, das von Bahá’u’lláh gegebene göttliche Heilmittel anzuwenden, haben die Pflicht, unsere Aufmerksamkeit auf das Erfüllen dieser Aufgabe zu konzentrieren und nicht zu ruhen, bis der von den Propheten Gottes vorausgesagte Friede dauerhaft errichtet ist.A55

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Shoghi Effendi schrieb seinen letzten allgemeinen Brief (Das Ziel: die neue Weltordnung) an die Freunde im Westen, weil er meinte, dass der Öffentlichkeit die Einstellung des Bahá’í-Glaubens zu den herrschenden Problemen in Wirtschaft und Politik verständlich gemacht werden sollte. Wir sollten die Welt wissen lassen, was die wahre Absicht Bahá’u’lláhs war. Bis heute hatte die Einheit der Menschheit nur akademische Bedeutung. Nun wird sie mehr und mehr zum Thema, über das international tätige Staatsmänner nachdenken sollten. Sie ist dabei, in den Bereich der praktischen Politik einzudringen. Daher haben wir die wunderbare Gelegenheit, hervorzutreten und diese Lehre, Zweck und Ziel der sozialen Gebote Bahá’u’lláhs, zu erläutern. Shoghi Effendi hofft, dass die Freunde diesen Ruf nach einer organischen Einheit der Menschheit widerhallen lassen, bis er zur bewussten Überzeugung jedes Erdenbewohners wird. Man sollte jedoch mit Feingefühl vorgehen, damit wir nicht missverstanden werden und unser Glaube nicht als radikale Bewegung eingestuft wird.A56

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Shoghi Effendi möchte, dass ich den Erhalt Ihres Briefes vom 26. Januar 1932, dem ein gedrucktes Exemplar seines letzten allgemeinen Briefes (Das Ziel: die neue Weltordnung) beigelegt war, bestätigte … Er ist zutiefst dankbar zu erfahren, dass die Freunde es interessant und der Mühe wert finden, den darin behandelten Stoff zum Thema ihrer Lehrkampagne zu machen. Er hofft aufrichtig, dass dabei außerdem einigen Freunden die Bedeutung dieses Prinzips der Sache bewusst und sie anregen wird, sich in dessen Studium gründlich zu vertiefen, denn ohne Zweifel wird hier das Ziel der gesellschaftlichen Gebote des Glaubens aufgestellt. Es gibt keinen Grund, weshalb nicht die Bahá’í die Führung übernehmen sollten beim Verfechten einer solchen Weltförderation, auf die die Welt durch Kräfte, die sie nicht kontrollieren kann, zugetrieben wird.A57

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Die verschiedenen Nationen der Welt werden niemals Frieden erlangen, es sei denn, sie anerkennen die Bedeutung der Lehren und unterstützen sie von ganzem Herzen, denn durch diese Richtlinien werden alle internationalen Probleme gelöst, und jedem Menschen wird das geistige Umfeld garantiert, in dem sich seine Seele entwickeln und ihre edelsten Früchte zeitigen kann.A58

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Der Hüter hat auch mit großem Interesse alle beigefügten Schriftstücke gelesen. Er ist fest davon überzeugt, dass durch Standhaftigkeit und gemeinsames Vorgehen die Sache des Friedens schließlich über alle, die heute das Wohlergehen und den Fortschritt der heutigen Welt bedrohenden dunklen Mächte, siegen wird. Solche rein menschlichen Bemühungen sind jedoch zweifellos ohne Wirkung, wenn sie nicht durch die Macht des Glaubens beseelt und geführt sind. Ohne Gottes Hilfe, wie sie durch Bahá’u’lláhs Botschaft gewährt wurde, kann der Friede niemals verlässlich und hinreichend errichtet werden. Die Bahá’í-Lösung für den Weltfrieden zu missachten heißt, auf Sand zu bauen. Sie zu akzeptieren und anzuwenden bedeutet, den Frieden nicht zu einem bloßen Traum oder Ideal, sondern zu einer lebendigen Wirklichkeit zu machen. Der Hüter möchte, dass Sie gerade diesen Punkt herausschälen, immer wieder betonen und durch überzeugende Gründe bekräftigen. Das Bahá’í-Friedensprogramm ist in der Tat nicht einfach ein Weg zum Erlangen dieses Zieles. Es ist auch nicht das verhältnismäßig beste. Es ist letztenendes das wirkungsvolle Instrument zum Errichten des Friedensreiches in dieser Welt. Diese Einstellung beinhaltet nicht die völlige Ablehnung anderer Lösungen, die von verschiedenen Philanthropen angeboten werden. Sie zeigt lediglich deren Unzulänglichkeit im Vergleich mit dem Göttlichen Plan zur Vereinigung der Welt. Wir können der Wahrheit nicht entfliehen, dass Weltliches letztendlich nicht von Dauer sein kann, es sei denn, die Macht Gottes stütze es und stehe ihm bei.A59

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Ungeachtet unsere Unzulänglichkeiten und der gewaltigen Mächte der Finsternis, die uns heute bedrängen, die Einigung der Menschheit in der Fülle der Zeit wird so, wie durch die Weltordnung Bahá’u’lláhs vorgezeichnet und garantiert, fest und dauerhaft zustande kommen. Bahá’u’lláh gab dieses Versprechen und keine Macht der Erde kann letztlich dessen angemessene Verwirklichung verhindern oder auch nur verzögern. Deshalb sollten die Freunde die Hoffnung nicht verlieren, sondern ihrer Macht und ihrer Rolle voll bewusst, in ihrem gewaltigen Bemühen um die Ausweitung und Festigung der umfassenden Herrschaft Bahá’u’lláhs auf Erden standhaft bleiben.A60

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Hinsichtlich der Internationalen Exekutive, auf die der Hüter in Das Ziel der Neuen Weltordnung hinweist, sollte beachtet werden, dass sich diese Darlegung keinesfalls auf das Bahá’í-Gemeinwesen der Zukunft bezieht, sondern lediglich auf die Weltregierung, welche die Weltordnung Bahá’u’lláhs ankündet und zu deren endgültiger Errichtung führt. Die Bildung dieser Internationalen Exekutive, die der obersten Exekutivperson oder -behörde der heutigen nationalen Regierungen entspricht, ist nur ein zur Bahá’í-Weltregierung der Zukunft führender Schritt, und folglich sollte sie weder mit der Institution des Hütertums, noch mit der des Internationalen Hause der Gerechtigkeit gleichgesetzt werden.A61

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Im Zusammenhang mit Ihrer Lehrarbeit möchte der Hüter, dass Sie in allen Ihren Vorträgen nachdrücklich hervorheben, wie höchst notwendig es für jeden einzelnen wie für alle Nationen ist, Bahá’u’lláhs Gesellschaftsprogramm für den Wiederaufbau des religiösen, wirtschaftlichen und politischen Lebens der Menschheit vollständig zu übernehmen. Er wünscht, dass Sie die Elemente, die diese göttliche Weltordnung errichten helfen, im Lichte der Tagesereignisse und der Zustände in der Welt erklären und analysieren. Besonderes Gewicht, meint er, sollte auf die zwingende Notwendigkeit der Gründung eines wie von Bahá’u’lláh beschriebenen übernationalen souveränen Weltstaates gelegt werden. Da die Welt zunehmend noch nie erlebten Tumulten und Erschütterungen ausgesetzt sein wird, dringt das Wahrnehmen solch einer Notwendigkeit nicht nur ins Bewusstsein der Weisen und Gelehrten, sondern auch der einfachen Leute ein. Deshalb sollten die Gläubigen diese Gelegenheit ergreifen und sich äußerst bemühen, die gesellschaftlichen und humanitären Lehren des Glaubens, die unserer Überzeugung nach das einzige Heilmittel für die unzähligen, unsere heutige Welt quälenden Leiden sind, überzeugend und beredt vorzutragen.A62

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Bezugnehmend auf Ihre Frage über ‘Abdu’l-Bahás Hinweis auf die ›Einheit im politischen Bereich‹: Diese Einheit sollte von der ›Einheit der Nationen‹ klar unterschieden werden. Die erste ist eine Einheit, die politisch unabhängige, souveräne Staaten unter sich erreichen, wo hingegen die zweite zwischen den Nationen zustande gebracht wird. Wie Sie wissen, ist der Unterschied zwischen einem Staat und einer Nation, dass der erstgenannte ein politisches Gebilde ist, ohne notwendigerweise rassisch homogen zu sein, während die zweitgenannte sowohl nationale wie auch politische Homogenität umfasst.A63

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Hinsichtlich Ihrer Lehrarbeit hat der Hüter Ihnen bereits geraten, in Ihren Ansprachen die Idee eines Welt-Überstaates und das zugrundeliegende Konzept der Einheit der Menschheit hervorzuheben. Zusätzlich wünscht er, Sie mögen auch die Tatsache betonen, dass die Menschheit als Ganzes in die kritischste, folgenschwerste Phase ihrer Entwicklung eingetreten ist, in die Phase der Reife. Die Idee der Mündigkeit der Menschheit ist der Kernpunkt der Bahá’í-Lehren und das Merkmal, durch das sich die Offenbarung Bahá’u’lláhs am meisten unterscheidet. Das richtige Verständnis für dieses Konzept liefert den Schlüssel zur angemessenen Würdigung des vom Stifter des Glaubens erhobenen ungeheuren Anspruchs sowohl für Seine eigene Stufe als auch für die unvergleichbare Größe Seiner Sendung.A64

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Zu Ihrer Frage über den Zeitpunkt und die Mittel, durch die der Geringere und der Größte Friede, auf die Bahá’u’lláh hingewiesen hat, nach dem kommenden Weltkrieg errichtet werden wird: Ihre Ansicht, dass der Geringere Friede durch die politischen Bemühungen der Staaten und Nationen der Welt und unabhängig von jeglicher unmittelbaren Bahá’í-Planung oder -Bemühung zustande kommen, und dass der Größte Friede durch das Mitwirken der Gläubigen und durch die direkte Wirkung der von Bahá’u’lláh offenbarten Gesetze und Prinzipien sowie die Tätigkeit des Universalen Hauses der Gerechtigkeit als dem höchsten Organ des Bahá’í-Überstaates errichtet wird – Ihre Ansicht zu diesem Thema ist völlig richtig und steht in vollem Einklang mit den Erklärungen des Hüters, dargestellt in Die Entfaltung der Weltkultur.A65

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Obwohl es noch verfrüht ist, zu versuchen und sich zu bemühen, vorauszusehen, auf welcher Grundlage die verschiedenen Nationen in einem internationalen Rat oder einer internationalen Regierungsform, welcher Art auch immer, vertreten sein werden, ist doch klar, dass vom Bahá’í­Standpunkt aus dies nur auf der Grundlage wahrer Gerechtigkeit verwirklicht werden kann. Gerechtigkeit bedeutet, dass keine Bevölkerungsgruppe ein höherwertiges Stimmrecht hat als Vertreter einer anderen Gruppe und damit die Möglichkeit, andere zu beherrschen.A66

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Mit der Aussage, dass die Frauen sich für den Frieden erheben werden, meinte ‘Abdu’l-Bahá, dass diese Sache die Frauen zutiefst berührt, und wenn sie einen bewussten und überwältigenden Teil der öffentlichen Meinung gegen den Krieg bilden, kann es keinen Krieg mehr geben. Die Bahá’í-Frauen sind durch ihre Zugehörigkeit zum Glauben und der administrativen Ordnung bereits organisiert. Weitere Organisation ist nicht erforderlich. Sie sollten jedoch durch das Lehren und die aktive moralische Unterstützung jeder auf den Frieden gerichteten Bewegung versuchen, in dieser wichtigen Angelegenheit starken Einfluss auf die Meinung anderer Frauen auszuüben.A67

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Die sieben Lichter der Einheit werden nicht unbedingt in der angegebenen Reihenfolge sichtbar werden. Weltkultur könnte aber ein Ergebnis des zweiten sein.A68

68

Die Lehren Bahá’u’lláhs werden einen neuen Lebensstil für die Menschheit schaffen. Wer Bahá’í ist, muss sich bemühen, diesen Lebensstil so schnell wie möglich zu verwirklichen. Nachdem nun die Zeit gekommen ist, dass der Bahá’í-Glaube an Bekanntheit gewinnt und von vielen Völkern gemustert und genau beobachtet wird, ist es notwendig, dass die Anhänger des Glaubens in jeder Beziehung den hohen Idealen des Glaubens entsprechend leben. Auf diese Art können sie zeigen, dass der Bahá’í-Glaube eine neue Lebensweise hervorbringt, die den einzelnen völlig mit dem Willen Gottes verbindet und auf diese Weise eine friedvolle, universelle Gesellschaft errichtet. Bindungen an Trennendes sind menschlich, während universeller Dienst göttlich ist. Dem Hüter liegt viel daran, dass alle Freunde ein universelles Bewusstsein und einen universellen Lebensstil erlangen.A69

69

Die Weltregierung wird kommen; aber den Zeitpunkt wissen wir nicht.A70

Aus Briefen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit

70

Als Bahá’u’lláh im 19. Jahrhundert Seine Botschaft an die Welt verkündete, machte Er zur Genüge klar, dass der erste, unumgängliche Schritt auf dem Weg zu Frieden und Fortschritt der Menschheit ihre Vereinigung sei. »Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.« (Kitáb-i-Aqdas, Einführung 28) Bis auf den heutigen Tag können Sie jedoch feststellen, dass die meisten Menschen einen entgegengesetzten Standpunkt einnehmen: Sie halten die Einheit für ein letztes, fast unerreichbares Ziel und konzentrieren sich darauf, zunächst alle anderen Leiden der Menschheit zu heilen. Wenn sie nur wüssten, dass alle diese anderen Leiden nur verschiedenartige Symptome und Nebenwirkungen der grundlegenden Krankheit – der Uneinigkeit – sind! Bahá’u’lláh hat darüber hinaus erklärt, dass die Wiederbelebung der Menschheit und die Heilung aller ihrer Gebrechen nur durch das Mittel Seines Glaubens erreicht werden kann. … Shoghi Effendi erklärt uns, dass zwei große Prozesse in der Welt ablaufen: zum einen der große Plan Gottes, der stürmisch fortschreitend durch die Menschheit als Ganzes wirkt, die Barrieren gegen die Welteinheit niederreißt und die menschliche Gesellschaft im Feuer des Leides und der Erfahrung zu einem geeinten Organismus umschmiedet. Dieser Prozess wird in der von Gott bestimmten Zeit den Geringeren Frieden, die politische Vereinigung der Welt, herbeiführen. Zu jener Zeit kann die Menschheit mit einem Körper verglichen werden, der vereinigt, aber ohne Leben ist. Der zweite Vorgang, diesem geeinten Organismus Leben einzuhauchen, wahre Einheit und Geistigkeit zu schaffen und im Größten Frieden seinen Höhepunkt zu erreichen, ist die Aufgabe der Bahá’í, die sich mit genauen Weisungen und unter fortgesetzt göttlicher Führung bewusst bemühen, die Strukturen des Reiches Gottes auf Erden zu errichten, in das sie ihre Mitmenschen herbeirufen und ihnen auf diese Weise ewiges Leben verleihen.A71

71

Es ist richtig, dass ‘Abdu’l-Bahá Erklärungen gegeben hat, die die Errichtung der Einheit der Nationen mit dem zwanzigsten Jahrhundert in Verbindung bringen. Z.B.: „… Die fünfte Kerze ist die Einheit der Nationen, – eine Einheit, die in diesem Jahrhundert sicher errichtet und alle Menschen der Welt veranlassen wird, sich als Bürger eines gemeinsamen Vaterlandes zu betrachten…“. Ebenso folgt Shoghi Effendi in Der Verheißene Tag ist gekommen einer ähnlichen Aussage, die aus Beantwortete Fragen zitiert ist, und gibt diese Erklärung: „Dies ist das Stadium, dem sich die Welt jetzt nähert, das Stadium der Welteinheit, das, wie ‘Abdu’l-Bahá uns versichert, in diesem Jahrhundert sicherlich erreicht wird.“ Es gibt auch die folgende Erklärung in einem Brief, der 1946 im Auftrag des geliebten Hüters durch seinen Sekretär an einen Gläubigen geschrieben wurde: „… Alles, was wir wissen, ist, dass der Geringere und der Größte Friede kommen werden – ihre genauen Daten wissen wir nicht. Das gleiche trifft für die Möglichkeit eines künftigen Krieges zu. Wir können nicht dogmatisch behaupten, dass dies geschehen oder nicht geschehen wird. Was wir wissen ist nur, dass die Menschheit leiden und ausreichend bestraft werden muss, damit sie dazu kommt, sich Gott zuzuwenden.“A72

Aus Briefen im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit

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… Der Bahá’í-Glaube trachtet danach, jeden Krieg, einschließlich des nuklearen, auszurotten. Die Grundabsicht unseres Glaubens ist die Einheit und die Stiftung des Friedens. Dieses Ziel, nach dem sich die Menschen in allen Teilen einer zunehmend unsichereren Welt sehnen, kann nur durch die Lehren Bahá’u’lláhs erreicht werden. Da nur die Bahá’í diese Lehren der Menschheit darreichen können, müssen die Freunde sorgfältig abwägen, wie sie ihre Zeit und Kraft einsetzen und sich davor schützen, in Aktivitäten verwickelt zu werden, die sie übermäßig von ihrer wichtigsten Verantwortung, der Weitergabe der Botschaft Bahá’u’lláhs, ablenken.A73

73

Gegenwärtig ist das Thema der nuklearen Abrüstung in hohem Maße ein politisches Problem geworden, verbunden mit Demonstrationen nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in England und einigen westeuropäischen Ländern. Das Aussondern der nuklearen Abrüstung genügt dem Bahá’í-Standpunkt nicht und könnte den Glauben in die gegenwärtigen Auseinandersetzungen zwischen den Nationen verwickeln. Es ist vollkommen klar, dass die Bahá’í die Abrüstung nicht nur von nuklearen, sondern auch von biologischen, chemischen und allen anderen Waffenarten für notwendig erachten.A74

74

Was den Übergang vom gegenwärtigen System nationaler Souveränität zu einem Weltregierungssystem betrifft, stimmt das Haus der Gerechtigkeit Ihrer Ansicht völlig zu, dass die Bahá’í jetzt alles in ihrer Macht-stehende tun müssen, um diesen Übergang voranzutreiben. Dies erfordert verschiedene zusammenhängende Aktionen, die alle Ziele des derzeitigen Siebenjahresplanes sind. Eine ist die schnellstmögliche Bildung von fest gegründeten und wirksam funktionierenden Örtlichen Geistigen Räten in jedem Teil der Welt, so dass überall die Sucher einen Bezugspunkt finden, an den sie sich um Führung und wegen der Lehren des Glaubens wenden können. Eine zweite ist die Vertiefung der Gläubigen jeden Alters in ihrem Verständnis für und in ihrem Gehorsam gegenüber den Lehren. Eine dritte ist die Verkündigung des Glaubens in allen Schichten der Gesellschaft und im Besonderen unter denen, die die Macht in Händen haben, sowie den führenden Denkern, so dass jene, die die Geschicke der Völker lenken, das Wesen und die Grundsätze des Glaubens richtig kennenlernen und dazu kommen, den Glauben zu schätzen und seine Prinzipien anzuwenden. Eine vierte ist die Förderung der Bahá’í-Gelehrsamkeit, so dass eine steigende Anzahl der Gläubigen fähig sein werden, auf jedem Gebiet die Probleme der Menschheit zu analysieren und zu zeigen, wie die Lehren sie lösen. Eine fünfte ist, Verbindungen zu entwickeln zwischen der Internationalen Bahá’í-Gemeinde und den Vereinten Nationen, und zwar sowohl direkt mit den höchsten UN-Institutionen, als auch mit dem Grundstock der Bevölkerung in Bereichen wie landwirtschaftliche Entwicklung, Erziehung, usw. Wie Sie zweifellos wissen, hat der Hüter darauf hingewiesen, dass die Menschheit eine lange, schrittweise Entwicklung von ihrem gegenwärtigen chaotischen Zustand hin zur Stufe der Bahá’í-Weltgemeinschaft durchmachen wird. Das Zustandekommen einer Weltautorität und die Gründung des Geringeren Friedens ist eine der großen Wandlungen im Laufe dieses Prozesses, dem die anderen Entwicklungsstufen des Glaubens, wie von Shoghi Effendi in seinen Schriften beschrieben, folgen werden. Während dieser Entwicklung werden die Ratschläge, die die Institutionen des Glaubens den Regierungen geben können, das von der Bahá’í-Gemeinde dargebotene Modell der Weltadministration, und die großen humanitären Projekte, die unter der Schutzherrschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit in Gang gesetzt werden, zweifellos großen Einfluss auf den Ablauf des Fortschritts ausüben.A75

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… Es ist richtig, dass die Bahá’í keine Pazifisten sind, da wir die Anwendung von Gewalt im Dienste der Gerechtigkeit und zur Einhaltung von Gesetzen billigen. Wir glauben jedoch nicht, dass Krieg überhaupt nötig ist, und ihn abzuschaffen ist eines der wesentlichen Ziele und eine der glorreichsten Verheißungen der Offenbarung Bahá’u’lláhs. Sein ausdrücklicher Befehl an die Könige der Erde ist: »Wenn einer von euch gegen einen anderen zu den Waffen greift, so geht vereint gegen ihn vor, denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.« (Sendschreiben an Königin Victoria, zitiert in: Anspruch und Verkündigung 1:182). Der geliebte Hüter hat erklärt, dass die Einheit der Menschheit die Gründung einer Weltstaatengemeinschaft, ein Weltbundsystem mit sich bringen muss, »… befreit vom Fluch des Krieges und seines Elends … , in dem die Gewalt zur Dienerin der Gerechtigkeit gemacht ist …«, dessen Weltexekutive, »gestützt auf eine internationale Streitmacht, … die organische Einheit des ganzen Gemeinwesens sichern wird«. Das bedeutet offensichtlich keinen Krieg, sondern die Gewährleistung von Recht und Ordnung in einem Weltmaßstab. Kriegsführung ist das schlimmste Trauerspiel der Uneinigkeit unter Nationen, bei denen keine internationale Autorität existiert, die mächtig genug wäre, sie von der Verfolgung ihrer eigenen begrenzten Interessen zurückzuhalten. Deshalb bitten die Bahá’í ihre Länder, während solchen Kämpfen Dienst ohne Waffen tun zu dürfen. In einer solchen internationalen Truppe, wie Bahá’u’lláh sie sich vorstellt, werden sie zweifellos dienen, sobald es sie geben wird.A76

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Bahá’u’lláhs wichtigster Auftrag für Sein Kommen zu diesem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte ist, die Einheit der Menschheit zu verwirklichen und unter den Nationen Frieden zu stiften. Deshalb werden alle Kräfte, die sich auf das Erreichen dieser Ziele konzentrieren, von Seiner Offenbarung beeinflusst. Wir wissen jedoch, dass der Friede in Etappen kommen wird. Zuerst wird der Geringere Friede geschlossen, wenn die Einheit der Nationen erreicht ist. Dann wird Schritt um Schritt der Größte Friede, die geistige sowie gesellschaftliche und politische Einheit der Menschheit geschaffen, sobald das Bahá’í-Weltgemeinwesen, das streng nach den Gesetzen und Geboten des Heiligsten Buches der Bahá’í-Offenbarung arbeitet, durch die Bemühungen der Bahá’í aufgebaut sein wird. Zum Geringeren Frieden hat Shoghi Effendi erklärt, dass dieser zuerst als politische Einheit entsteht, die durch Beschlüsse von Regierungen verschiedener Nationen gebildet wird. Er wird nicht durch direktes Mitwirken der Bahá’í-Gemeinde geschlossen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bahá’í abseits stehen und auf das Kommen des Geringeren Friedens warten, bevor sie sich um den Frieden für die Menschheit kümmern. Durch das Verbreiten der Prinzipien des Glaubens, die zur Friedenssicherung unentbehrlich sind, und durch das Gestalten der Werkzeuge áder Bahá’í-administrativen Ordnung, die der geliebte Hüter das Modell für die Gesellschaft der Zukunft nannte, arbeiten die Bahá’í in der Tat ständig am Bau des Fundamentes für einen dauerhaften Frieden, wobei der Größte Friede ihr letztendliches Ziel ist. Der Geringere Friede wird seinerseits einige Phasen durchlaufen. In der Anfangsphase werden die Regierungen ganz eigenständig handeln, ohne den Glauben bewusst einzubeziehen. Später, zur von Gott bestimmten Zeit, wird der Glaube auf die von Shoghi Effendi in Das Ziel: die neue WeltordnungA77 hingewiesenen Art und Weise direkten Einfluss ausüben. In Bezug auf die Schritte, die zur letztgenannten Phase führen, wird das Universale Haus der Gerechtigkeit sicherlich im Einklang mit der Führung in den Schriften wie die Stellen, die Sie aus Botschaften aus ‘Akka, Seite 109, zitiert haben, bestimmen, was getan werden muss. In der Zwischenzeit werden die Bahá’í zweifellos fortfahren, mit ihrer ganzen Kraft die Errichtung des Friedens zu fördern.A78

Bibliografie

Bahá’u’lláh, Anspruch und Verkündigung, Auflage 1.03-online, Bahá’í Verlag 2021 Ährenlese, Auflage 9.01-Print, Bahá’í Verlag 2020 Brief an den Sohn des Wolfes, Auflage 2.03-online, Bahá’í Verlag 2021 Botschaften aus ‘Akká, Auflage 3.01-Print, Bahá’í Verlag 2019 ‘Abdu’l-Bahá, ‘Abdu’l-Bahá in Canada, Thornhill: Bahá’í Canada Publications 1987 ‘Abdu’l-Bahá in London, Bahá’í Verlag 2011 Ansprachen in Paris, 10. Auflage, Bahá’í Verlag 2014 Briefe und Botschaften, Auflage 3.01-Print, Bahá’í Verlag 2020 Das Geheimnis Göttlicher Kultur, Auflage 3.01-Print, Bahá’í Verlag 2019 The Promulgation of Universal Peace, Wilmette2 1982 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Auflage 3.03-online, Bahá’í Verlag 2021 Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit, Auflage 4.02-online, Bahá’í Verlag 2021 Der Verheißene Tag ist gekommen, Auflage 2.03-online, Bahá’í Verlag 2021 Gott geht vorüber, Auflage 6.01-Print, Bahá’í Verlag 2020 Citadel of Faith: Messages to America 1947-1957, Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1980 Hüterbotschaften an die Bahá’í-Welt, vervielfältig im Manuskript 1962 Shoghi Effendi, Messages to the Bahá’í World, 1950-1957, Wilmette 1971 Browne, Edward G., Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, 13. Auflage, Bahá’í Verlag 2010 Star of the West, Vol. I- Vol. XXV, 1910-1935, Reprint Oxford 1978 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Wellspring of Guidance, Wilmette 1969

Quellenangaben

Anmerkungen

A1 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 4:1 A2 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 34:5 A3 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 43:10 A4 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 117 A5 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 119:1–4 A6 Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 131:2 A7 Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 55 A8 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 3:11 A9 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 6:40 A10 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 7:19 A11 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 8:52 A12 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 8:53 A13 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 8:54 A14 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 8:63 A15 Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:14–15 A16 Bahá’u’lláh, in: Anspruch und Verkündigung 1:174, A17 Bahá’u’lláh, zitiert in: Browne, Edward G., Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, S. 56/57 A18 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 146:6 A19 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 201:1–2 A20 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 202:10–11 A21 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 227:4–6, 25, 31 A22 ‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis Göttlicher Kultur 120–124, 127, 129 A23 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:24 A24 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 15:7 A25 ‘Abdu’l-Bahá, aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A26 ‘Abdu’l-Bahá, aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen A27 ‘Abdu’l-Bahá, aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Persischen, zitiert in einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 10. Februar 1980 A28 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 14. April 1912 in der Kirche der Himmelfahrt, Fifth Avenue und Tenth Street, New York A29 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 20. April 1912 während der Konferenz zur Einheit des Ostens und des Westens, Saal der Öffentlichen Bibliothek, Washington DC A30 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, 25. April 1912, Botschaft an Esperantisten im Hause von Herrn und Frau Arthur J. Parsons, 1700 Eighteenth Street, NW, Washington, DC A31 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 3. Mai 1912 im Hotel Plaza, Chicago, Illinois A32 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 7. Mai 1912 im Hotel Schenley, Pittsburgh, Pennsylvania A33 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 12. Mai 1912 beim Treffen des Internationalen Friedensforums in der Grace Methodist Episcopal Church West 104th Street, New York A34 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 13. Mai 1912 bei einem Empfang der New Yorker Friedensgesellschaft, Hotel Astor, New York A35 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 20. Mai 1912 beim Suffragettentreffen, Metropolitan Temple, Seventh Avenue and Fourteenth Street, New York A36 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 28. Mai 1912, an der Rezeption des Metropolitan Temple Seventh Avenue und Fourteenth Street in New York A37 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 9. Juni 1912 in der Unitarian Church, Fifteenth Street und Girard Avenue in Philadelphia, Pennsylvania A38 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 1. September 1912 in der Kirche des Messias, Montreal, Kanada A39 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 5. September 1912 in der St. James Methodist Church, Montreal, Kanada A40 ‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache am 25. Oktober 1912 im Hotel Sacramento, Sacramento, Kalifornien A41 ‘Abdu’l-Bahá, in: Ansprachen in Paris 40:28 A42 ‘Abdu’l-Bahá, in: Ansprachen in Paris 48:1 A43 ‘Abdu’l-Bahá in einem Interview mit einem Zeitungsreporter, zitiert in: ‘Abdu’l-Bahá in Canada, pp. 34-35 A44 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Star of the West, vol. 5, no. 8, August 1914, pp. 115-117 A45 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Star of the West, vol. 7, no. 14, November 1916, p. 136 A46 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Star of the West, vol. 18, no. 11, February 1928, p. 345 A47 ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: ‘Abdu’l-Bahá in London, S. 116 A48 Shoghi Effendi, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:13–19, 29, 31, 34–35, 40–50 A49 Shoghi Effendi, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:7–9, 106–109, 111–113 A50 Shoghi Effendi, in: Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit 123–124 A51 Shoghi Effendi, in: Der verheißene Tag ist gekommen 299–301 A52 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 398 A53 Shoghi Effendi, in: Citadel of Faith, p. 6, pp. 32-33 A54 Shoghi Effendi, Botschaft vom 27. Nov. 1954, in: Hüterbotschaften an die Bahá’í-Welt, S. 51/52 A55 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 9. Dezember 1931, An die Bahá’í in Tokio A56 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 28. Januar 1932, An den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in den Vereinigten Staaten und Kanada A57 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 16. Februar 1932, An den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in den Vereinigten Staaten und Kanada A58 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 15. Januar 1933, An einen Gläubigen A59 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 25. September 1933, An einen Gläubigen A60 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 6. November 1933, An einen Gläubigen A61 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 17. März 1934, An zwei Gläubige A62 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 15. November 1935, An zwei Gläubige A63 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 26. Juli 1936, An einen Gläubigen A64 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 12. Oktober 1936, An einen Gläubigen A65 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 14. März 1939, An den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in den Vereinigten Staaten und Kanada und an einen Gläubigen A66 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 12. April 1942, An einen Gläubigen A67 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 24. März 1945, An zwei Gläubige A68 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 19. November 1945, An einen Gläubigen A69 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 20. November 1955, An einen Gläubigen A70 Shoghi Effendi, Brief in seinem Auftrag vom 15. August 1957, An einen Gläubigen A71 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief vom 8. Dezember 1967, An einen Gläubigen A72 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief vom 29. Juli 1974 A73 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in seinem Auftrag vom 4. Juli 1982, An einen Gläubigen A74 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in seinem Auftrag vom 12. Januar 1983, An einen Gläubigen A75 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in seinem Auftrag vom 19. Januar 1983, An einen Gläubigen A76 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in seinem Auftrag vom 11. September 1984, An einen Gläubigen A77 zitiert in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:1 A78 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in seinem Auftrag vom 31. Januar 1985, An einen Gläubigen