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Soziales Handeln á Textzusammenstellung á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (2024)

Soziales Handeln Eine Textzusammenstellung aus den Bahá’í-Schriften

Grundlegende Konzepte und Prinzipien

Das in den Lehren verankerte Konzept sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung

1

Fördert die Entwicklung der Städte Gottes und Seiner Länder und verherrlicht Ihn darin mit der melodischen Stimme der Gott Nahen. Wahrlich, die Macht der Zunge erbaut die Menschenherzen, so wie die Hand und andere Mittel Häuser und Städte erbauen. Wir haben zur Verwirklichung jeder Sache ein Mittel bestimmt; nutzt es und setzt euer Vertrauen und eure Zuversicht auf Gott, den Allwissenden, den Allweisen.Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 4:160A

2

… Ist es nicht das Ziel jeder Offenbarung, eine Wandlung und Änderung in der ganzen Wesensart der Menschheit zu bewirken, eine Wandlung, die sich äußerlich wie innerlich erweisen und das innere Leben wie die äußeren Verhältnisse gestalten soll?Bahá’u’lláh, Das Buch der Gewissheit 270A

3

… führt doch das, was der Erhabensten Feder entströmt, bei allen Völkern und Geschlechtern auf Erden zu ruhmreicher Entwicklung und Erziehung. Es ist fürwahr das wirksamste Heilmittel für jede Krankheit, könnten sie es nur begreifen und verstehen.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 6:53A

4

O Volk Gottes! Höret auf das, was Freiheit, Wohlfahrt, Ruhe, Erhabenheit und Fortschritt aller Menschen sichert, wenn es beachtet wird.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 7:28A

5

Unverhüllt und offen hat dieser Unterdrückte allzeit vor dem Angesicht aller Völker der Welt verkündet, was als Schlüssel zu den Toren der Wissenschaften, der Künste, der geistigen Erkenntnis, des Wohlbefindens, der Wohlfahrt und des Wohlstandes dienen wird.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 7:40A

6

Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes. Die Religion schenkt dem Menschen die wertvollste aller Gaben, reicht ihm den Kelch des Wohlstands, verleiht ihm ewiges Leben und lässt unzerstörbare Wohltaten auf die Menschheit herniedergehen.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 8:61A

7

Gott, der Wahre, ist Mein Zeuge und jedes vorhandene Atom ist bewegt zu bekunden, dass die Mittel, die die Erhöhung, den Fortschritt, die Erziehung, den Schutz und die Wiederbelebung der Völker auf Erden bewirken, von Uns klar dargelegt und von der Feder der Herrlichkeit in den Heiligen Büchern und Sendbriefen offenbart worden sind.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 8:62A

8

Der ist wirklich ein Mensch, der sich heute dem Dienst am ganzen Menschengeschlecht hingibt. Das Erhabenste Wesen spricht: Selig und glücklich ist, wer sich erhebt, dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:12A

9

Dieser Diener bittet und drängt jede gewissenhafte, wagemutige Seele, sich bis zum äußersten anzustrengen und sich aufzumachen, in allen Bereichen die Lebensverhältnisse wieder in Ordnung zu bringen und die Toten mit den Lebenswassern weiser Rede neu zu beleben, kraft ihrer Liebe zu Gott, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Allmächtigen, dem Wohltätigen.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:27A

10

Jede Zeit hat ihre besonderen Nöte, jede Seele ihre eigene Sehnsucht. Für die Krankheit der Welt von heute gibt es ein Heilmittel, für die Welt von morgen ein anderes. Sorgt euch um die Nöte eurer Zeit, und konzentriert euch auf ihre Bedürfnisse.Bahá’u’lláh, in: Das Tabernakel der Einheit 1:4A

11

Es geziemt den Geliebten Gottes, sich in jeder Lage mit dem zu befassen, was die Menschenseelen erhebt, die Welt, in der wir leben, voranbringt und das Wort Gottes erhöht. Das zu verwirklichen hängt von den wohlüberlegten Beschlüssen der Treuhänder des Hauses der Gerechtigkeit ab. Wohl denen, die bestrebt sind, der Menschheit zu dienen. Der Einfluss dieser Seelen wird die Welt aus dem Elend zum Wohlergehen, aus der Armut zum Reichtum und aus der Erniedrigung zur Herrlichkeit führen.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

12

Während der Sitzung geziemt es ihnen, zugunsten der Diener Gottes über Dinge zu sprechen, die mit den Angelegenheiten und Interessen des Gemeinwohls zu tun haben. … Desgleichen sollten sie über Angelegenheiten wie die Verfeinerung der Umgangsformen, die Wahrung menschlicher Würde, den Ausbau der Städte und die Ordnung nachdenken, die Gott zu einem Bollwerk für Seine Lande und zu einer Feste für Sein Volk gemacht hat.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

13

Gott hat uns Augen gegeben, damit wir uns in der Welt umschauen und alles festhalten, was unsere Kultur und unsere Lebensweise verbessert. Er hat uns Ohren gegeben, damit wir zu unserem Nutzen auf die Weisheit der Gelehrten und Philosophen hören und uns aufmachen, ihre Lehren zu unterstützen und in die Tat umzusetzen. Sinne und Fähigkeiten sind uns verliehen worden, damit wir sie dem Dienst am Allgemeinwohl weihen, so dass wir, die wir uns durch Wahrnehmungsvermögen und Verstand von allen anderen Lebensformen unterscheiden, uns allezeit und in jeder Hinsicht, seien die Anlässe wichtig oder unbedeutend, üblich oder außergewöhnlich, darum bemühen, die ganze Menschheit sicher in der unbezwingbaren Feste des Wissens zu versammeln. Unablässig sollten wir neue Voraussetzungen für menschliches Glück schaffen, fortgesetzt sollten wir neue Instrumente entwickeln und fördern, um dieses Ziel zu erreichen. Wie erhaben, wie hochgeehrt ist ein Mensch, wenn er sich aufmacht, seiner Verantwortung gerecht zu werden; wie erbärmlich und verachtenswert ist er, wenn er seine Augen vor dem Wohlergehen der Gesellschaft verschließt und sein kostbares Leben damit vergeudet, selbstischen Interessen und persönlichem Nutzen nachzujagen! Der Mensch wird höchstes Glück erlangen und die Zeichen Gottes in der Welt und in der Menschenseele wahrnehmen, wenn er auf dem Ross hehren Bestrebens in die Kampfbahn der Kultur und Gerechtigkeit prescht.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 6A

14

Unternehmt jede Anstrengung auf den Gebieten der Entwicklung und der Zivilisation, beim Erwerb von Wissen, in der Ausweitung des Handels, der Verbesserung der Landwirtschaft und der Förderung neuer Forschungsergebnisse.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

15

Leite und berate stets die Freunde Gottes, sich allesamt unermüdlich dem bleibenden Ruhm Irans zu widmen und sich in höchstem Maße anzustrengen, Charakter und Sitten zu verfeinern, gewissenhaft zu arbeiten, hohe Ziele anzustreben, Liebe und Zuneigung zu fördern sowie Fortschritt und Entwicklung von Industrie, Landwirtschaft und Handel zu unterstützen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

16

Die Freunde müssen sich für die Entwicklung Persiens einsetzen, das heißt, sie müssen große Anstrengungen zur Förderung von Landwirtschaft, Industrie, Handel, Bildung und Erziehung, Künste und Wissenschaften auf sich nehmen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

17

Dankbar für den Beistand, die Bestätigung, den Schutz und die liebevolle Güte des Allherrlichen müssen die Geliebten Gottes nun mit großer Weisheit danach streben, die Säulen der Sache Gottes zu stärken, die Religion Gottes zu etablieren und zu verbreiten, den Duft Gottes zu verströmen und das Wort Gottes zu verherrlichen. Sie müssen jegliche Anstrengung für den Fortschritt der Menschen in allen Lebensbereichen unternehmen. Sie müssen die Kinder erziehen und ihnen nützliche Fertigkeiten vermitteln, eine immer höhere kulturelle Entwicklung erreichen, Handwerk und Industrie des Volkes ausbauen, den Handel fördern, die Landwirtschaft verbessern, allgemeinen Zugang zu Bildung schaffen, für die Ausbildung und Wertschätzung der Frauen sorgen und die Dienerinnen Gottes respektvoll behandeln. Sie müssen mit Herz und Seele danach streben, Liebe und Einigkeit unter den Freunden zu schaffen, der Regierung zu dienen und loyal gegenüber dem königlichen Thron, wohlwollend gegenüber jedermann und gehorsam gegenüber dem edlen Herrscher zu sein.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

18

Die Angelegenheit des Lehrens, seine Richtung, seine Wege und Mittel, seine Ausbreitung, seine Festigung, so wichtig dies alles für das Wohl der Sache Gottes ist, stellt in keiner Weise den einzigen Gegenstand dar, der die volle Aufmerksamkeit der Geistigen Räte finden sollte. Ein sorgsames Studium der Sendschreiben Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás lässt erkennen, dass andere Pflichten, nicht weniger lebenswichtig für das Wohl der Sache Gottes, den gewählten örtlichen Vertretern der Freunde anheimfallen… Sie müssen ihr Äußerstes tun, jederzeit die helfende Hand den Armen, Kranken, Menschen mit Behinderung, Waisen und Witwen, gleichgültig welcher Hautfarbe, Klasse oder Konfession, entgegenzustrecken. Sie müssen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die materielle und geistige Bildung der Jugend und die Erziehung der Kinder fördern, wann immer möglich Bahá’í-Erziehungsinstitutionen gründen, deren Arbeit organisieren und die besten Möglichkeiten für deren Fortschritt und Entwicklung schaffen. Sie müssen das Abhalten von regelmäßigen Versammlungen der Freunde, von Festen und Gedenktagen ermöglichen, und ebenso von besonderen Versammlungen, die dem sozialen, intellektuellen und geistigen Wohl ihrer Mitmenschen dienen.Shoghi Efendi, zitiert in: Esslemont, J. E., Bahá’u’lláh und das Neue Zeitalter, Hofheim-Langenhain: Bahá’í-Verlag 81970, S. 206, 11:5 [abweichende Übersetzung]A

19

Bahá’u’lláh hat seit Anbeginn Seiner gewaltigen Sendung die Völker nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass es notwendig ist, die menschlichen Verhältnisse so zu ordnen, dass eine Welt entsteht, die in allen wesentlichen Gesichtspunkten ihres Lebens geeint ist.

In unzähligen Versen und Sendschreiben erklärte Er mannigfach wiederholt, dass der »Fortschritt der Welt« und die »Entwicklung der Nationen« zu den Verordnungen Gottes für diese Zeit zählen.

Die Einheit der Menschheit, gleichermaßen Antrieb wie Endziel Seiner Offenbarung, bedingt eine dynamische Übereinstimmung der geistigen und praktischen Erfordernisse des Lebens auf Erden.

Wie unerlässlich diese Beziehung ist, zeigt deutlich Seine Bestimmung des Hauses der Andacht zum geistigen Mittelpunkt jeder Bahá’í-Gemeinde, um das herum Nebengebäude entstehen müssen, die dem sozialen, humanitären, erzieherischen und wissenschaftlichen Fortschritt der Menschheit geweiht sind.

Obwohl bisher die Bahá’í-Institutionen im Allgemeinen kein besonderes Gewicht auf die Entwicklungsarbeit legen konnten, so können wir doch leicht erkennen, dass das Konzept sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung in den heiligen Lehren unseres Glaubens enthalten ist.

Der geliebte Meister zeigte durch Seine erhellenden Worte und Taten beispielhaft, wie dieses Konzept für die Neuordnung der Gesellschaft anzuwenden ist.

Denken Sie etwa daran, welchen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt die persischen Gläubigen unter Seiner liebevollen Führung und später durch die ständige Ermutigung des Hüters der Sache erreichten.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 20.

Oktober 1983, An die Bahá’í der WeltA

20

‘Abdu’l-Bahá hat »zwei Aufrufe« zu »Erfolg und Wohlfahrt« erschallen lassen, die von den »Höhen des Glücks für die Menschheit« herab zu hören sind. Der eine ist der Ruf der »Zivilisation, des Fortschritts in der stofflichen Welt«. Er umfasst die »Gesetze«, die »Ordnungen«, »Künste und Wissenschaften«, durch die sich die Menschenwelt entwickelt. Der andere ist der »seelenbewegende Ruf Gottes«, von dem das ewige Glück der Menschheit abhängt. »Dieser zweite Ruf«, erläutert der Meister, »beruht auf den Lehren und Ermahnungen des Herrn und den Warnungen und selbstlosen Empfindungen aus dem Reich der Sittlichkeit, die wie ein helles Licht die Lampe menschlicher Wirklichkeiten zum Strahlen bringen. Seine durchdringende Kraft ist das Wort Gottes.« Während Sie weiter in Ihren Clustern arbeiten, werden Sie mehr und mehr in das Leben der Sie umgebenden Gesellschaft hineingezogen und herausgefordert sein, den Prozess des systematischen Lernens, mit dem Sie befasst sind, auszuweiten, um menschliche Bestrebungen in zunehmender Bandbreite einzubeziehen. Bei den Ansätzen, die Sie verfolgen, den Methoden, die Sie anwenden, und den Mitteln, die Sie einsetzen, müssen Sie dasselbe Maß an innerem Zusammenhalt erreichen, welches das sich derzeit entwickelnde Wachstumsmuster auszeichnet.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2008, An die Bahá’í der Welt, Abs. 7A

21

Der Ausdruck ›Politik‹ kann breitgefächerte Bedeutungen haben, und daher ist es wichtig zu unterscheiden zwischen parteipolitischer Aktivität und dem Diskurs und den Handlungen, die darauf ausgerichtet sind, konstruktiven gesellschaftlichen Wandel zu bewirken.

Ersteres wird verboten, Letzteres stark angeraten; in der Tat ist das Hauptanliegen der Bahá’í-Gemeinde der gesellschaftliche Wandel. ‘Abdu’l-Bahás Abhandlung Das Geheimnis göttlicher Kultur zeigt sehr deutlich, wie sehr sich der Glaube dem Ziel verpflichtet fühlt, gesellschaftlichen Wandel zu fördern, ohne sich in die Arena der Parteipolitik zu begeben.

Unzählige Passagen in den Bahá’í-Schriften ermutigen zudem die Gläubigen, zur Verbesserung der Welt beizutragen.

»Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt«, sagt Bahá’u’lláh, »und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.« ‘Abdu’l-Bahá ermahnt die Freunde, »sich in allen Tugenden der Menschenwelt hervorzutun – durch Ergebenheit und Aufrichtigkeit, durch Gerechtigkeit und Treue, durch Festigkeit und Standhaftigkeit, durch philanthropische Taten und Dienst an der Menschenwelt, durch Liebe zu jedem Menschen, durch Einheit und Eintracht mit allen Menschen, durch ihre Anstrengungen, Vorurteile zu beseitigen und den Weltfrieden zu fördern.« Weiterhin erklärt Shoghi Effendi in einem Brief, der in seinem Auftrag geschrieben wurde:

»… wie sehr sich die Freunde auch davor hüten müssen, den Anschein zu erwecken, dass sie oder der Glaube sich mit irgendeiner politischen Partei identifizieren, müssen sie sich doch auch vor dem anderen Extrem hüten, nämlich niemals mit anderen fortschrittlichen Gruppen bei Konferenzen oder Komitees zusammenzuarbeiten, welche die eine oder andere Aktivität fördern, die völlig im Einklang ist mit unseren Lehren.« In einem anderen in seinem Auftrag geschriebenen Brief aus dem Jahr 1948, als rassistische Ungleichheit in vielen Staaten der USA gesetzlich festgelegt war, weist er darauf hin, dass »überhaupt nichts dagegen spricht, dass Studenten an etwas teilnehmen, das dem Geist unserer Lehren offensichtlich so verwandt ist wie eine Campus-Demonstration gegen rassistische Vorurteile.« Daher müssen sich die Bahá’í unermüdlich, durch Wort und Tat, mit einer Anzahl sozialer Fragen befassen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief vom 23.

Dezember 2008 in dessen Auftrag, An einen GläubigenA

Kollektive Reife und eine ständig voranschreitende Kultur

22

Der Mensch wurde erschaffen, eine ständig fortschreitende Kultur voranzutragen.Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 109:2A

23

Der Mensch wurde erschaffen, die Welt zu verbessern. Er muss sich um Gottes willen dem Dienst an seinen Brüdern widmen.Bahá’u’lláh, in: Das Tabernakel der Einheit 2:42, Auflage 1.03-Online (2021-06-12)A

24

Und Ehre und Würde des Einzelnen liegen darin, dass er inmitten aller Völker zu einer Quelle gesellschaftlichen Wohles wird. Gibt es eine größere Gnade als die, dass ein Mensch, wenn er in sich geht, feststellen darf, dass er, durch göttliche Gunst bestätigt, die Ursache für Frieden und Wohlergehen, Glück und Nutzen unter seinen Mitmenschen wurde? Nein, bei dem einen wahren Gott! Es gibt keine größere Freude, kein vollkommeneres Glück.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 5A

25

O Namensvetter des Enthaltsamen!d.h., Yaḥyá, der arabische Name Johannes des Täufers, der auch „der Enthaltsame“ genannt wurde. Vgl. Qur’án 3:39A Das Meer der Freigebigkeit wogt so hoch, dass es die Küsten des Daseins mit unendlicher Gunst überflutet. So wurde die Welt des Seins in wundersame Bewegung versetzt, wurde wiederbelebt und gesegnet. Der Menschengeist stieg zu neuen Höhen auf, Verständnis nahm zu, die Bewegung wurde beschleunigt und der Fortschritt zeigte sich eindrucksvoll in allen Lebensbereichen. So wurden große Entdeckungen gemacht, mächtige Unternehmen gegründet, wunderbare Erfindungen hervorgebracht und die Geheimnisse des Universums traten aus dem Unsichtbaren in das Reich des Sichtbaren. Daher muss ein jeder der Freunde sich besonders anstrengen, um etwas Neues zu erfinden eine neue wissenschaftliche Entdeckung zu machen, sich an einer großartigen Unternehmung zu beteiligen oder eine Fähigkeit, eine Gabe in der Menschenwelt zum Ausdruck zu bringen. Ich flehe zu Gott, dass du in jeder Lebenslage Unterstützung und Bestätigung findest. Die Herrlichkeit aller Herrlichkeit ruhe auf dir.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

26

Für alle erschaffenen Dinge gibt es eine Stufe der Reife. Im Leben eines Baumes beginnt die Reifezeit, sobald er Früchte trägt. Eine Pflanze hat ihre Reifezeit, wenn sie in Blüte steht. Das Tier ist irgendwann ausgewachsen und vollständig entwickelt und der Mensch in seiner Welt erlangt seine Reife, sobald sein Intellekt am hellsten strahlt und am höchsten entwickelt ist. … Auch im Leben der gesamten Menschheit gibt es ähnliche Zeiten und Stadien. Zunächst durchlief sie das Stadium der Kindheit, dann das ihrer Jugendzeit, aber nun ist sie in ihre lang verheißene Reifezeit eingetreten, deren Zeichen und Beweise überall erkennbar und offenkundig sind. Somit haben sich die Erfordernisse und Gegebenheiten vergangener Zeitabschnitte gewandelt und sind in die Anforderungen übergegangen, die ein deutliches Kennzeichen des gegenwärtigen Zeitalters der Menschheit sind. Was den menschlichen Bedürfnissen in der Frühgeschichte angemessen war, kann den Anforderungen dieses neuen Tages und dieser Zeit der Vollendung weder entsprechen noch ihnen gerecht werden. Die Menschheit ist ihrem früheren Zustand der Begrenztheit und der vorbereitenden Erziehung entwachsen. Der Mensch muss jetzt von neuen Tugenden und Kräften, einer neuen Moral und neuen Fähigkeiten durchdrungen werden. Neue Gnadengaben, Segnungen und Vollkommenheiten erwarten und umgeben ihn. Waren die Gaben und Segnungen der Jugendzeit auch für die Zeit des Heranreifens der Menschheit angemessen und ausreichend, so können sie doch den Anforderungen ihrer jetzigen Reife nicht entsprechen.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 130, Ansprache vom 17. November 1912 in der Genealogischen Halle 252 West Fifty-eighth Street, New YorkA

27

»Die Höhen«, bezeugt Bahá’u’lláh selbst, »die der sterbliche Mensch durch Gottes gnädigste Gunst an diesem Tage erreichen kann, sind seinem Blick bis jetzt noch nicht enthüllt. Die Welt des Seins hat noch nie die Aufnahmefähigkeit für eine solche Offenbarung gehabt und besitzt sie auch jetzt nicht. Doch naht der Tag, da die Möglichkeiten einer so großen Gunst kraft Seines Befehls den Menschen kundgetan werden.«Bahá’u’lláh, in: Ährenlese 109:1A Für die Offenbarung einer so großen Gunst scheint eine Übergangszeit schlimmer Unruhen und weitverbreiteter Leiden unausweichlich. So glänzend das Zeitalter war, das den Beginn der Bahá’u’lláh anvertrauten Sendung miterlebte, wird doch in wachsendem Maße offenkundig, dass die Zeitspanne, die zu verstreichen hat, ehe jenes Zeitalter seine köstlichste Frucht trägt, von sittlicher und gesellschaftspolitischer Finsternis überschattet sein muss, weil nur so eine unbußfertige Menschheit auf das reiche Erbe vorbereitet wird, das sie antreten soll. In eine solche Übergangszeit gleiten wir jetzt stetig und unwiderstehlich hinein.

Inmitten der Schatten, die sich immer dichter um uns scharen, können wir am Horizont der Weltgeschichte schwach den ersten Schimmer von Bahá’u’lláhs überirdischer Herrschaft erkennen.

Uns fällt als »Generation des Zwielichts«, deren Lebenstage als die Brutzeit des von Bahá’u’lláh vorhergeschauten Weltgemeinwesens bezeichnet werden können, eine Aufgabe zu, deren hohes Vorrecht wir niemals hinreichend würdigen können und deren Mühsal wir bis jetzt erst in Umrissen wahrnehmen.

Berufen, das Wirken dunkler Mächte, welche eine Flut lähmender Heimsuchungen auszulösen bestimmt sind, am eigenen Leibe zu erfahren, können wir wohl glauben, dass die finsterste Stunde, die dem Anbruch des Goldenen Zeitalters unseres Glaubens vorangehen muss, noch nicht geschlagen hat.

So undurchdringlich das Düster ist, das die Welt bereits umgibt, ist doch das Gottesgericht, das diese Welt erwartet, erst in Vorbereitung, und keiner kann sich bereits vorstellen, wie finster es werden wird.

Wir stehen an der Schwelle eines Zeitalters, dessen Zuckungen zugleich die Todesqualen der alten Ordnung und die Geburtswehen der neuen künden.

Durch den zeugenden Einfluss des von Bahá’u’lláh gestifteten Glaubens ist, so kann man sagen, diese neue Weltordnung empfangen worden.

Wir können gegenwärtig ihre Bewegungen im Mutterleib eines kreißenden Zeitalters wahrnehmen – eines Zeitalters, das auf die festgesetzte Stunde wartet, in der es seine Last abwerfen und seine schönste Frucht erbringen kann.Shoghi Effendi, in:

Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:18-20A

28

Wenn wir die Welt um uns betrachten, können wir nicht umhin, die mannigfachen Beweise der umfassenden Gärung wahrzunehmen, welche die Menschheit in jedem Teil des Erdballs und auf jedem Gebiet des menschlichen Lebens im Vorgefühl des Tages, an dem die Ganzheit des Menschengeschlechts anerkannt und ihre Einheit begründet sein wird, läutert und neugestaltet.

Ein zweifacher Vorgang lässt sich hier jedoch unterscheiden, wobei jeder dieser beiden Prozesse auf seine eigene Weise und mit wachsender Schwungkraft darauf angelegt ist, jene Mächte, die das Antlitz unseres Planeten umgestalten, zum Höhepunkt zu führen.

Der erste Vorgang ist dem Wesen nach ein Integrationsprozess, während der zweite von Grund auf zersetzend ist.

Im Zuge seiner stetigen Entwicklung entfaltet der erste Prozess ein System, das recht wohl als Modell jenes Weltgemeinwesens dienen kann, zu dem eine seltsam in Unordnung geratene Welt beständig fortschreitet.

Demgegenüber führt der zweite Prozess in dem Maße, wie sein zersetzender Einfluss sich vertieft, zu einem immer gewaltsameren Niederreißen der veralteten Schranken, die den Fortschritt der Menschheit zu ihrem vorbestimmten Ziel zu hemmen drohen.

Der aufbauende Prozess ist verknüpft mit dem jugendlichen Glauben Bahá’u’lláhs; er ist der Vorbote der neuen Weltordnung, die dieser Glaube bald errichten muss.

Die zerstörerischen Mächte, die den anderen Vorgang kennzeichnen, sollten mit einer Zivilisation gleichgesetzt werden, die ihre Antwort auf die Erwartung eines neuen Zeitalters verweigert hat und demzufolge in Chaos und Niedergang verfällt.Shoghi Effendi, in:

Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:23A

29

Die langen Zeiten der Kindheit und der Minderjährigkeit, welche die Menschheit zu durchschreiten hatte, sind in den Hintergrund getreten. Die Menschheit erlebt jetzt die Erregungen, die unabänderlich mit der stürmischsten Stufe ihrer Entwicklung, dem Jünglingsalter, verbunden sind. In dieser Zeit erreichen jugendliche Unbändigkeit und Heftigkeit den Höhepunkt; sie müssen Schritt für Schritt von der Ruhe, der Weisheit und der Vollendung abgelöst werden, welche die Stufe des Mannesalters kennzeichnen. Dann wird das Menschengeschlecht jene Gestalt der Reife erlangen, die es befähigen wird, alle die Kräfte und Fähigkeiten zu erwerben, von denen seine Entwicklung letztlich abhängt.Shoghi Effendi, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:106A

30

Von den Prinzipien, die in diesen Sendschreiben verankert sind, ist das wesentlichste das Prinzip der Einheit und Ganzheit des Menschengeschlechts, das man wohl als das Hauptmerkmal der Offenbarung Bahá’u’lláhs und den Angelpunkt Seiner Lehre betrachten darf. … Er verkündet: »Wahrlich, Wir sind gekommen, um alle Erdenbewohner zu vereinen und zusammenzuführen.« Ferner stellt Er fest: »So mächtig ist das Licht der Einheit, dass es die ganze Erde erleuchten kann.« … Einheit, stellt Er fest, ist das Ziel, das »alle Ziele übertrifft«, ein Streben, das »der Fürst allen Strebens« ist. »Die Erde«, verkündet Er, »ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.« Und er bekräftigt, dass die Vereinigung der Menschheit, diese letzte Stufe der Menschheit in ihrer Entwicklung hin zur Reife, unabwendbar ist, dass »die heutige Ordnung« bald »aufgerollt« und »eine neue an ihrer statt entfaltet werden« wird, dass »die ganze Erde jetzt schwanger ist« und »der Tag herannaht, da sie ihre edelsten Früchte hervorgebracht haben wird, da ihr die höchsten Bäume und die bezauberndsten Blüten und himmlischsten Segnungen entsprossen sein werden.« Er beklagt die Mangelhaftigkeit der bestehenden Ordnung, legt dar, wie unzulänglich der Patriotismus als maßgebliche und lenkende Kraft für die menschliche Gesellschaft ist, und betrachtet die »Liebe zur Menschheit« und den Dienst zu deren Wohl als die wertvollsten und lobenswertesten Ziele menschlichen Bemühens.Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 397A

31

Die Sicht der Bahá’í auf Politik ist untrennbar verbunden mit einem bestimmten Verständnis der Geschichte, ihres Verlaufs und ihrer Richtung. Die Menschheit nähert sich heute nach der festen Überzeugung jedes Anhängers Bahá’u’lláhs dem krönenden Abschluss eines bereits Jahrtausende andauernden Prozesses, der sie von ihrer kollektiven Kindheit hin zur Schwelle der Reife gebracht hat – einem Stadium, in dem die Vereinigung der ganzen Menschheit Wirklichkeit wird. Ganz ähnlich wie beim Einzelnen, der die unruhige und doch verheißungsvolle Jugendzeit durchläuft, in der latente Kräfte und Fähigkeiten zum Vorschein kommen, befindet sich nun die Menschheit als Ganzes mitten in einer noch nie dagewesenen Übergangsphase. Oft stehen hinter den Turbulenzen und Erschütterungen im heutigen Leben die schubweisen Anläufe einer Menschheit, die darum ringt, zur Reife zu gelangen. Anerkannte Bräuche und Gepflogenheiten, hochgeschätzte Haltungen und Gewohnheiten erweisen sich nach und nach als überholt, je mehr die Anforderungen der Reife sich behaupten. Die Bahá’í sind aufgerufen, in den Umwälzungen, die in allen Bereichen des Lebens stattfinden, das Wechselspiel zweier fundamentaler Prozesse zu erkennen.

Der eine ist destruktiv, während der andere integrativer Natur ist; beide dienen – jeder auf seine Weise – dazu, die Menschheit auf dem Pfad zu ihrer vollen Reife voranzubringen.

Das Walten des einen Prozesses ist allseits offensichtlich: in den Wechselfällen, die altehrwürdige Institutionen befallen haben; in der Unfähigkeit führender Köpfe auf allen Ebenen, die Risse zu kitten, die sich in den Strukturen der Gesellschaft auftun; im Abbau moralischer Normen, die lange Zeit imstande waren, unziemliche Leidenschaften unter Kontrolle zu halten; und in der Mutlosigkeit und Gleichgültigkeit, die nicht nur von Einzelnen, sondern von ganzen Gesellschaften an den Tag gelegt werden, die jeden Sinn für ihre Bestimmung verloren haben.

Wenngleich zerstörerisch in ihren Wirkungen, tendieren die Kräfte des Zerfalls dazu, Hindernisse hinwegzufegen, die dem Fortschritt der Menschheit im Weg stehen, und schaffen so Raum, damit der Prozess der Integration unterschiedliche Menschengruppen zusammenführt und neue Möglichkeiten der Kooperation und Mitwirkung eröffnet.

Die Bahá’í sind selbstverständlich bestrebt, als Einzelne und gemeinsam sich Kräften anzuschließen, die mit dem Integrationsprozess verbunden sind, und die – darauf vertrauen sie – zunehmend an Stärke gewinnen werden, ganz gleich wie düster die unmittelbare Zukunft auch erscheinen mag.

Das menschliche Zusammenleben wird von Grund auf neu geordnet und eine Ära universellen Friedens eingeläutet werden. … … Belebt werden die Bemühungen der Bahá’í, die Natur eines neuen Beziehungsgeflechts zwischen diesen drei Akteuren [dem Einzelnen, den Institutionen und der Gemeinde] zu entdecken, durch die Vision einer zukünftigen Gesellschaft, die von einer Analogie Bahá’u’lláhs in einem vor annähernd eineinhalb Jahrhunderten verfassten Sendschreiben inspiriert ist, in dem Er die Welt mit dem menschlichen Körper vergleicht. Zusammenarbeit ist das Grundprinzip, das die Funktionsweise jenes Systems regelt. Gerade so wie das Erscheinen der vernunftbegabten Seele in diesem Reich des Seins möglich wird durch den komplexen Zusammenschluss zahlloser Zellen, deren Organisation in Gewebe und Organe das Hervortreten bestimmter Fähigkeiten erlaubt, kann Zivilisation angesehen werden als das Ergebnis einer Reihe von Wechselwirkungen zwischen verschiedenen eng verbundenen Komponenten, die über den begrenzten Zweck, sich nur um das eigene Wohl zu kümmern, hinausgewachsen sind. Und so wie die Lebensfähigkeit jeder Zelle und jedes Organs von der Gesundheit des Körpers als Ganzes abhängt, sollte auch das Wohlergehen jedes Einzelnen, jeder Familie und jedes Volkes im Wohl der gesamten Menschheit gesucht werden. …Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 2. März 2013, An die Bahá’í im ÍránA

Einheit und Gerechtigkeit

32

… Der Menschen Licht ist die Gerechtigkeit. Löscht es nicht durch die Stürme der Unterdrückung und der Tyrannei. Der Zweck der Gerechtigkeit ist das Zustandekommen von Einheit unter den Menschen. … … Schließt eure Augen vor Entfremdung; sodann richtet euren Blick auf die Einheit. Haltet euch beharrlich an das, was der ganzen Menschheit Wohlfahrt und Ruhe bringt. Diese Handbreit Erde ist nur eine Heimat und eine Wohnstatt. Euch geziemt es, alle Hoffart aufzugeben, weil sie Entfremdung schafft, und eure Herzen auf das zu richten, was Eintracht stiftet.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 6:31, 6:33A

33

Das Erhabenste Wesen spricht: O ihr Vielgeliebten! Das Heiligtum der Einheit ist errichtet; betrachtet einander nicht als Fremde. Ihr seid die Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges. Wir hegen die Hoffnung, dass das Licht der Gerechtigkeit über die Welt scheine und sie von aller Tyrannei heilige. Wenn die Herrscher und Könige der Erde, die Sinnbilder der Macht Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – sich erheben und beschließen, sich dem zu weihen, was das höchste Wohl der ganzen Menschheit fördert, dann wird die Herrschaft der Gerechtigkeit sicherlich unter den Menschenkindern errichtet, und ihre Lichtstrahlen werden die ganze Erde umhüllen. … … Es gibt keine Macht auf Erden, die an sieghafter Gewalt der Macht der Gerechtigkeit und Weisheit gleichkäme. Fürwahr, Ich bestätige, dass es nie eine mächtigere Heerschar gab als die Gerechtigkeit und Weisheit. … Zweifellos würde das Antlitz der Erde völlig verwandelt, wenn die von den Wolken der Tyrannei verdunkelte Sonne der Gerechtigkeit ihr Licht über die Menschen ergösse.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:5, 11:6A

34

Wir flehen zu Gott, er möge das Licht der Redlichkeit und die Sonne der Gerechtigkeit von den dichten Wolken der Widerspenstigkeit befreien und auf die Menschen scheinen lassen. Kein Licht kann sich mit dem der Gerechtigkeit vergleichen. Die Begründung der Ordnung in der Welt und die Ruhe der Völker hängen davon ab.Bahá’u’lláh, in: Brief an den Sohn des Wolfes 52A

35

Das zweite Attribut der Vollkommenheit ist Gerechtigkeit und Unparteilichkeit. Dies bedeutet, persönlichem Nutzen und eigensüchtigen Vorteilen keine Beachtung zu schenken, vielmehr die Gesetze Gottes ohne den leisesten Hintergedanken an irgendetwas anderes anzuwenden. Es bedeutet ferner, sich selbst nur als einen der Diener Gottes, des Allbesitzenden, anzusehen und nie danach zu trachten, andere zu übertreffen, es sei denn im Streben nach geistiger Vortrefflichkeit. Es bedeutet, das Wohl der Gemeinschaft als das eigene zu empfinden. Kurz gesagt heißt dies, die ganze Menschheit als ein einziges Lebewesen, sich selbst als ein Teil dieses großen Körpers anzusehen und genau zu wissen, dass jeder Schmerz, jede Wunde, die ein Körperteil trifft, unweigerlich alles übrige in Mitleidenschaft zieht.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 71A

36

O ihr Geliebten Gottes! Wisst wahrlich, dass der Menschheit ganzes Glück in der Einheit und Eintracht des Menschengeschlechts beschlossen liegt, dass die geistigen wie materiellen Entwicklungen von Liebe und Freundschaft zwischen allen Menschen abhängen.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 225:10A

37

O Menschenfreund! Gelobt sei Gott für deine guten Absichten, für dein Wissen und deine Gelehrsamkeit und für deinen Wunsch, den Völkern der Welt zu dienen. Ich flehe zu Gott, dass du dein Ziel erreichst und zum Ausdruck bringst, was in deinem Herzen verborgen liegt. Gute Absichten in dieser Welt sind von zweierlei Art. Eine Art richtet sich konkret an bestimmte Menschen, sie ist begrenzt und ihr Wirkungskreis ist äußerst eingeschränkt. Die andere Art richtet sich an alle erschaffenen Dinge, sie durchdringt alles und hat eine umfassende Reichweite. Alles, was für das Allgemeinwohl getan wird, ist von Gott. Unter den zivilisierten Völkern können also Vorhaben verwirklicht werden, die mit dem Allgemeinwohl zusammenhängen, aber das Einzige, was ganz auf das Allgemeinwohl ausgerichtet ist, ist das Wort Gottes und die göttliche Weisheit. Das ist die Kraft, die grundlegende Veränderung und Wandlung in der Lebenswelt bewirken kann. Diese Kraft ist kreativ, sie ist fruchtbar und belebend und bringt eine neue Schöpfung hervor. Gib daher dein Bestes, um zu erreichen, was den Fortschritt der Menschheit bewirkt und zu immerwährender Erhöhung und zu ewigem Leben führen wird. Gruß und Lobpreis seien mit Dir.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Hier darf sich kein Denkfehler einschleichen!

Der Grundsatz der Einheit der Menschheit – der Angelpunkt, um den alle Lehren Bahá’u’lláhs kreisen – ist kein bloßer Ausdruck unkundiger Gefühlsseligkeit oder unklarer frommer Hoffnung.

Sein Ruf ist nicht gleichbedeutend mit einer bloßen Wiedererweckung des Geistes der Brüderlichkeit und des guten Willens unter den Menschen, noch geht es nur um die Förderung harmonischer Zusammenarbeit zwischen einzelnen Völkern und Ländern.

Die Folgerungen gehen tiefer, der Anspruch ist höher als alles, was den früheren Propheten zu äußern erlaubt war.

Die Botschaft gilt nicht nur dem einzelnen, sondern befasst sich in erster Linie mit der Natur jener notwendigen Beziehungen, die alle Staaten und Nationen als Glieder einer menschlichen Familie verbinden müssen.

Der Grundsatz der Einheit stellt nicht nur die Verkündigung eines Ideals dar, sondern ist unzertrennlich mit einer Institution verbunden, die seine Wahrheit verkörpert, seine Gültigkeit bekundet und seinen Einfluss dauernd zur Geltung bringt.

Er verlangt eine organische, strukturelle Veränderung der heutigen Gesellschaft, eine Veränderung, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat.

Er stellt eine Herausforderung, kühn und weltumfassend, für die nationalen Glaubensparolen dar, deren Zeit vorüber ist und die im normalen Verlauf der Ereignisse, wie die Vorsehung sie formt und fügt, einem neuen Evangelium Platz machen müssen, das grundlegend anders und unendlich höherwertig ist als das, was die Welt bis jetzt begriffen hat.

Er fordert nichts Geringeres als den Wiederaufbau und die Entmilitarisierung der ganzen zivilisierten Welt, einer Welt, die in allen Grundfragen des Lebens, in ihrem politischen Mechanismus, ihren geistigen Bestrebungen, in Handel und Finanzwesen, Schrift und Sprache organisch zusammengewachsen und doch in den nationalen Eigentümlichkeiten ihrer verbündeten Staatenglieder von einer unendlichen Mannigfaltigkeit ist.Shoghi Effendi, in:

Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 3:33A

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… Sie erfassen ihren Glauben als dem Wesen nach unpolitisch, supranational, streng unparteiisch und völlig losgelöst von nationalistischen Ambitionen, Bestrebungen und Plänen. Solch ein Glaube kennt keine Teilung in Klassen oder Parteien. Ohne Zögern, ohne Zweideutigkeit ordnet er jedes Sonderinteresse persönlicher, regionaler oder nationaler Art den alles überragenden Interessen der Menschheit unter, fest davon überzeugt, dass in einer Welt gegenseitig abhängiger Völker und Nationen das Wohl des Teils am besten durch das Wohl des Ganzen zu erreichen ist und dass der Teil keinen bleibenden Nutzen gewinnen kann, wenn das allgemeine Wohl des Ganzen bestritten oder vernachlässigt wird.Shoghi Effendi, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:95A

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Die Vereinigung der ganzen Menschheit ist das Kennzeichen der Stufe, der sich die menschliche Gesellschaft heute nähert. Die Einheit der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation ist nacheinander in Angriff genommen und völlig erreicht worden. Welteinheit ist das Ziel, dem eine gequälte Menschheit zustrebt. Der Aufbau von Nationalstaaten ist zu einem Ende gekommen. Die Anarchie, die der nationalstaatlichen Souveränität anhaftet, nähert sich heute einem Höhepunkt. Eine Welt, die zur Reife heranwächst, muss diesen Fetisch aufgeben, die Einheit und Ganzheit der menschlichen Beziehungen erkennen und ein für alle Mal den Apparat aufrichten, der diesen Leitgrundsatz ihres Daseins am besten zu verkörpern vermag.Shoghi Effendi, Brief vom 11. März 1936, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:107A

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Ein ungezügelter Nationalismus – im Unterschied zu einem gesunden, legitimen Patriotismus – muss einer umfassenderen Loyalität Platz machen: der Liebe zur Menschheit als Ganzem. Bahá’u’lláhs Erklärung lautet: »Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.« Der Gedanke der Weltbürgerschaft ist das unmittelbare Ergebnis davon, dass die Welt durch den wissenschaftlichen Fortschritt und die unbestreitbare wechselseitige Abhängigkeit der Staaten auf eine einzige Nachbarschaft geschrumpft ist. Die Liebe zu allen Völkern der Welt schließt die Liebe zum eigenen Land nicht aus. In der Weltgesellschaft wird der Nutzen eines Teils am besten dadurch gewahrt, dass der Nutzen des Ganzen gefördert wird.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom Oktober 1985, An die Völker der Welt, in: Die Verheißung des Weltfriedens 3:7A

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… nicht nur werden die Talente und Fähigkeiten der Menschheit von all ihren Mitgliedern geteilt, sondern auch ihre Probleme und Nöte betreffen letztlich alle. Ob in Krankheit oder Gesundheit, die Menschheitsfamilie stellt eine einzige Spezies dar, und der Zustand eines jeden Teils kann vernünftigerweise nicht isoliert von dieser systemischen Einheit betrachtet werden. Wie der gegenwärtige Zustand der Welt nur allzu deutlich zeigt, bewirken Versuche der Führungsschicht der Gesellschaft, anders vorzugehen, nur die Verschärfung der Probleme.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 27. November 200, An einen Gläubigen, A

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Eindringlich ist in der Tat Shoghi Effendis Darstellung des Prozesses der Auflösung, der sich in der Welt beschleunigt. Ebenso treffend ist die Präzision, mit der er die Kräfte beschreibt, die mit dem Prozess der Integration einhergehen. Er spricht von einer »allmählichen Verbreitung des Geistes der Weltsolidarität …, der spontan aus dem Wirrwarr einer ungeordneten Gesellschaft aufsteigt«, als mittelbarer Ausdruck von Bahá’u’lláhs Idee des Prinzips der Einheit der Menschheit. Dieser Geist der Solidarität hat sich über die Jahrzehnte hinweg weiter verbreitet und seine Auswirkungen sind heute in einer Reihe von Entwicklungen sichtbar: von der Ablehnung tief verwurzelter rassistischer Vorurteile bis zum heraufdämmernden Bewusstsein des Weltbürgertums, von erhöhtem Umweltbewusstsein bis zu gemeinschaftlichen Anstrengungen zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, von der Sorge um die Menschenrechte bis zu systematischen Bestrebungen im Hinblick auf allgemeine Bildung, von der Einführung interreligiöser Aktivitäten bis zum Aufblühen hunderttausender lokaler, nationaler und internationaler Organisationen, die sich in irgendeiner Form mit sozialen Aktivitäten beschäftigen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2006, An die Bahá’í der WeltA

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Die organisierten Bemühungen der Bahá’í-Gemeinde in diesen Bereichen werden durch die vielfältigen Initiativen einzelner Gläubiger verstärkt, die in verschiedenen Bereichen – als Freiwillige, Fachleute und Experten – arbeiten, um zum sozialen Wandel beizutragen. Das Besondere an ihrem Ansatz besteht darin, Konflikte und Machtkämpfe zu vermeiden, während sie danach streben, die Menschen in der Suche nach den zugrundeliegenden moralischen und geistigen Prinzipien und nach praktischen Maßnahmen zu vereinen, die zu einer gerechten Lösung der Probleme führen können, unter denen die Gesellschaft leidet. Die Bahá’í sehen die Menschheit als einen einzigen Körper an. Alle sind untrennbar miteinander verbunden. Eine Gesellschaftsordnung, die darauf ausgerichtet ist, die Bedürfnisse einer Gruppe auf Kosten einer anderen zu befriedigen, führt zu Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Stattdessen wird das ureigene Interesse eines jeden Teils dadurch erreicht, dass seine Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem Wohlergehen des Ganzen berücksichtigt werden.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 23. Dezember 2008, An einen Gläubigen, A

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Wie Sie aus Ihrem Studium der Bahá’í-Schriften wissen, ist das Prinzip, das alle Facetten organisierten Lebens auf diesem Planeten durchdringt, die Einheit der Menschheit, das Kennzeichen des Zeitalters der Reife.

Dass die Menschheit ein einziges Volk bildet, ist eine Wahrheit, die, einst mit Skepsis betrachtet, heute breite Anerkennung findet.

Die Zurückweisung tief verwurzelter Vorurteile und ein zunehmender Sinn für Weltbürgertum gehören zu den Anzeichen dieses höheren Bewusstseins.

Wie vielversprechend ein wachsendes kollektives Bewusstsein auch sein mag, sollte es lediglich als ein erster Schritt in einem Prozess gesehen werden, dessen Entfaltung Jahrzehnte, nein, vielmehr Jahrhunderte dauern wird.

Denn das Prinzip der Einheit der Menschheit, wie von Bahá’u’lláh verkündet, verlangt nicht nur eine Kooperation unter Menschen und Nationen.

Es erfordert einen völligen Neuentwurf der Beziehungen, die die Gesellschaft aufrechterhalten.

Die sich verstärkende Umweltkrise, angetrieben von einem System, das die rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen billigt, nur um einen unstillbaren Durst nach mehr zu befriedigen, zeigt, wie gänzlich unzureichend das gegenwärtige Verständnis vom Verhältnis der Menschheit zur Natur ist; die damit einhergehende Verschlechterung des häuslichen Umfelds, mit der weltweit zunehmenden systematischen Ausbeutung von Frauen und Kindern, verdeutlicht, wie sehr sich völlig falsche Vorstellungen über die inneren Beziehungen der Familiengemeinschaft ausgebreitet haben; fortbestehender Despotismus einerseits und die zunehmende Missachtung von Autorität andererseits zeigen, wie unerfreulich für eine heranreifende Menschheit die gegenwärtige Beziehung zwischen dem Einzelnen und den Institutionen der Gesellschaft ist; die Konzentration materiellen Reichtums in den Händen einer Minderheit der Weltbevölkerung ist ein Indiz dafür, wie fundamental schlecht die Beziehungen zwischen den vielen Bereichen der jetzt entstehenden globalen Gemeinschaft konzipiert sind.

Das Prinzip der Einheit der Menschheit umfasst somit einen organischen Wandel der Grundstrukturen der Gesellschaft.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 2.

März 2013, An die Bahá’í im ÍránA

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Obgleich jedoch die Einheit der Welt möglich, ja unausweichlich ist, kann sie letztlich nicht erreicht werden ohne die vorbehaltlose Annahme der Einheit der Menschheit, die vom Hüter als »der Angelpunkt, um den alle Lehren Bahá’u’lláhs kreisen«, beschrieben wird. Mit welcher Einsicht und Eloquenz hat er die weitreichenden Implikationen dieses Kardinalprinzips beschrieben! Inmitten der Turbulenzen des Weltgeschehens sah er deutlich, wie die Tatsache, dass die Menschheit ein Volk ist, der Ausgangspunkt für eine neue Ordnung sein muss. Die umfangreichen und vielfältigen Beziehungen zwischen den Nationen und innerhalb derselben müssen alle in diesem Licht neu konzipiert werden. Die Verwirklichung einer solchen Vision wird früher oder später von den Führern der Welt einen historischen Kraftakt der Staatskunst erfordern.

Leider jedoch mangelt es immer noch an dem Willen, diesen Kraftakt in Angriff zu nehmen.

Die Menschheit ist von einer Identitätskrise erfasst, nun, da verschiedene Völker und Gruppen darum ringen, sich selbst, ihren Platz in der Welt und wie sie handeln sollen zu definieren.

Ohne die Vision einer gemeinsamen Identität und eines gemeinsamen Ziels verfangen sie sich in konkurrierende Ideologien und Machtkämpfe.

Scheinbar unzählige Varianten von ›wir‹ und ›ihr‹ definieren Gruppenidentitäten immer enger und im Gegensatz zueinander.

Im Laufe der Zeit hat diese Aufspaltung in auseinanderstrebende Interessengruppen den Zusammenhalt der Gesellschaft an sich geschwächt.

Rivalisierende Vorstellungen von der Vorrangstellung eines bestimmten Volkes werden feilgeboten, wobei die Wahrheit ausgeklammert wird, dass sich die Menschheit auf einer gemeinsamen Reise befindet, auf der alle Akteure sind.

Bedenken Sie, wie radikal sich solch eine fragmentierte Vorstellung von menschlicher Identität von derjenigen unterscheidet, die sich aus der Anerkennung der Einheit der Menschheit ergibt.

Aus dieser Perspektive ist die Vielfalt, die die menschliche Familie kennzeichnet, ihr Reichtum, weit davon entfernt, ihrer Einheit zu widersprechen.

Einheit im Bahá’í-Sinne schließt das grundlegende Konzept von Vielfalt ein und unterscheidet sich dadurch von Uniformität.

Durch die Liebe zu allen Menschen und durch die Unterordnung nachrangiger Loyalitäten unter das Wohl der Menschheit kann die Einheit der Welt verwirklicht werden und die unendlichen Ausdrucksformen menschlicher Vielfalt finden ihre höchste Erfüllung.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 18.

Januar 2019, An die Bahá’í der WeltA

Die Rolle des Wissens

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Wissen ist eine der wundersamen Gaben Gottes. Es ist jedermanns Pflicht, Wissen zu erwerben. Die Künste und Hilfsmittel, die heute zur Hand sind, wurden kraft Seines Wissens und Seiner Weisheit erworben, offenbart in Briefen und Sendschreiben durch Seine Erhabenste Feder – eine Feder, aus deren Schatzkammer Perlen der Weisheit und des Wortes sowie die Künste und Fertigkeiten dieser Welt ans Licht treten.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 4:23A

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Wissen gleicht den Flügeln für des Menschen Leben, einer Leiter für seinen Aufstieg. Es ist jedermanns Pflicht, sich Wissen zu erwerben. Jedoch sollten solche Wissenschaften studiert werden, die den Völkern auf Erden nützen, nicht solche, die mit Worten beginnen und mit Worten enden. … In der Tat, Wissen ist ein wahrer Schatz für den Menschen, eine Quelle des Ruhmes, der Großmut, der Freude, der Erhabenheit, des Frohsinns und der Heiterkeit.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 5:13A

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Das Erhabenste Wesen spricht: Die Gebildeten dieser Zeit müssen das Volk anleiten, solches Wissen zu erwerben, das sowohl den Gebildeten selbst als auch der ganzen Menschheit von Nutzen ist. Akademische Studien, die mit Worten anfangen und mit Worten aufhören, waren nie von Wert und werden es niemals sein.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:17A

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Als die erlesenste Frucht am Baum des Wissens gilt heute, was dem Wohl der Menschheit dient und ihre Belange schützt.Bahá’u’lláh, in: Das Tabernakel der Einheit 1:16A

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Tut euer Äußerstes, um sowohl innere wie äußere Vollkommenheit zu erlangen, denn die Frucht des menschlichen Baumes war und wird immer Vollkommenheit im Inneren und Äußeren sein. Es ist unerwünscht, dass ein Mensch ohne Kenntnisse oder Fertigkeiten gelassen wird, weil er dann nur ein unfruchtbarer Baum ist. Darum müsst ihr unbedingt, soweit es Möglichkeiten und Fähigkeiten erlauben, den Baum des Seins mit Früchten wie Wissen, Weisheit, geistige Erkenntnis und Redegewandtheit schmücken.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Jedes Wissensgebiet wird gebilligt und ist rühmenswert, wenn es mit der Liebe Gottes verbunden ist; Seiner Liebe beraubt, ist Wissen jedoch unfruchtbar – es führt fürwahr zum Wahnsinn. Jede Art von Erkenntnis, jede Wissenschaft ist wie ein Baum: Ist seine Frucht die Liebe zu Gott, so ist es ein gesegneter Baum; wo nicht, ist dieser Baum vertrocknetes Holz und nährt nur das Feuer.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 154:3A

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Bemühe dich immer darum, das neueste Wissen der Zeit zu erwerben, und strebe mit aller Kraft danach, die göttliche Kultur voranzutragen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Gutes Betragen und ein Charakter von hoher Sittlichkeit müssen zuerst kommen, denn ist der Charakter nicht gebildet, wird sich der Erwerb von Wissen als schädlich erweisen. Wissen ist lobenswert, wenn es mit ethischem Verhalten und tugendhaftem Charakter verbunden ist; anderenfalls ist es ein tödliches Gift, eine schreckliche Gefahr. Ein Arzt mit schlechtem Charakter, der Vertrauen missbraucht, kann den Tod herbeiführen und zur Ursache zahlreicher Gebrechen und Krankheiten werden.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Je mehr sie sich anstrengen, ihr Wissen zu erweitern, desto besser und erfreulicher wird das Ergebnis sein. Die Geliebten Gottes, ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, mögen sich – jeder nach seinen Fähigkeiten – dazu aufraffen und keine Mühe scheuen, auf den verschiedenen Gebieten gültiges Wissen zu erwerben, geistiges wie weltliches, auch auf dem Gebiet der Künste. Wann immer sie sich bei Veranstaltungen treffen, sollte sich ihre Unterhaltung auf gelehrte Themen und auf die Information über neue Kenntnisse beschränken.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Ohne Zweifel ist Gelehrsamkeit die größte Gabe Gottes, Wissen und der Erwerb von Wissen ein Segen des Himmels. Darum sind die Freunde Gottes verpflichtet, mit äußerster Anstrengung und großem Eifer göttliche Erkenntnis, Kultur und Wissenschaften zu fördern, damit schon bald die Schulkinder von heute die Gelehrtesten in der Bruderschaft der Weisen werden. Dies ist ein Dienst für Gott Selbst und eines Seiner verbindlichen Gebote.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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… Die Religion Gottes … verficht die Wahrheit, schafft die Grundlage für Wissenschaft und Lernen, unterstützt das Wissen, sorgt für die Kultivierung der Menschheit, deckt die Geheimnisse des Daseins auf und erleuchtet die Horizonte der Welt. Wie könnte sie sich dann dem Wissen entgegenstellen? Gott bewahre! Im Gegenteil, vor Gott ist Wissen die bedeutsamste menschliche Tugend und die edelste menschliche Vollkommenheit. Sich dem Wissen entgegenzustellen, ist reine Unwissenheit, und wer Wissenserwerb und Lernen verabscheut, ist kein Mensch, sondern ein Tier ohne Verstand. Denn Wissen ist Licht, Leben, Glückseligkeit, Vollkommenheit und Schönheit und bewirkt, dass die Seele sich der göttlichen Schwelle nähert. Es ist Ruhm und Ehre in der Menschenwelt und die größte aller Gaben Gottes. Wissen ist identisch mit Rechtleitung, Unwissenheit hingegen der Inbegriff des Irrtums. Glücklich, wer seine Tage mit der Suche nach Wissen, der Entdeckung von Geheimnissen des Universums und der sorgfältigen Erforschung der Wahrheit verbringt!‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen 34:9–10A

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Alle Wissenschaften, Wissensgebiete, Künste, Erfindungen, Einrichtungen, Unternehmungen und Entdeckungen entspringen dem Begriffsvermögen der vernunftbegabten Seele. Einst handelte es sich um undurchdringliche Geheimnisse, verborgene Mysterien und unbekannte Wirklichkeiten, doch die vernunftbegabte Seele entdeckte sie nach und nach und brachte sie aus dem Unsichtbaren in das Reich des Sichtbaren. Dies ist die höchste Kraft des Begreifens in der Welt der Natur; und die äußerste Grenze, zu der es sich aufzuschwingen vermag, ist das Erfassen der Wirklichkeiten, Zeichen und Eigenschaften des Bedingten.‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen 58:3A

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Die Wissenschaft ist die erste Ausstrahlung von Gott zum Menschen. Alle Geschöpfe können sich in materieller Hinsicht vervollkommnen, aber die Fähigkeit etwas mit dem Verstand zu erforschen und wissenschaftliche Erkenntnis daraus zu gewinnen, ist eine höhere Fähigkeit, die nur dem Menschen eigen ist. Anderen Lebewesen und Organismen verfügen nicht über diese Möglichkeit und Fähigkeit. Gott hat diese Liebe zur Wirklichkeit im Menschen geschaffen bzw. angelegt. Entwicklung und Fortschritt eines Landes hängen vom Maß seiner wissenschaftlichen Errungenschaften ab. Durch dieses Mittel nimmt der großartige Wert des Landes stetig zu und Wohlstand und Wohlergehen der Bevölkerung bleibt Tag für Tag gewahrt.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache Nr. 20 vom 23. April 1912 in der Bethel Literary Society der Metropolitan African Methodist Episcopal Church M Street, NW, Washington, DCA

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Alle himmlischen Bücher, die göttlichen Propheten, Weisen und Philosophen stimmen darin überein, dass Krieg für die menschliche Entwicklung zerstörerisch, Friede hingegen förderlich und aufbauend ist. Sie sind sich darüber einig, dass Krieg und Kampf die Grundwerte der Menschheit angreifen. Es bedarf daher einer Macht, die Kriege verhindert und die Einheit der Menschheit verkündet und herstellt. Es reicht jedoch nicht aus, zu wissen, dass diese Macht notwendig ist. Zu erkennen, dass Wohlstand wünschenswert ist, führt allein noch nicht zum Wohlstand. Die Anerkennung, dass wissenschaftliche Errungenschaften lobenswert sind, bringt noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse hervor. Die Ehre als etwas Herausragendes zu würdigen, macht einen Menschen nicht ehrenhaft. Die Kenntnis der menschlichen Lebensumstände und des benötigten Heilmittels, sorgt für keine Besserung. Die Feststellung, dass Gesundheit gut ist, bewirkt noch keine Gesundheit. Um den gegenwärtigen Zustand der Menschen zu heilen, braucht es einen fähigen Arzt. Wie man von einem Arzt verlangt, dass er eine vollständige Kenntnis der Pathologie, Diagnostik, Therapie und Behandlung hat, so muss auch dieser ›Welt-Arzt‹ weise, geschickt und kompetent sein, damit Gesundheit sich einstellen wird. Sein bloßes Wissen führt noch nicht zu Gesundheit; es muss auch angewendet und das Heilmittel muss verabreicht werden. Das Erreichen jedes Zieles hängt ab von Wissen, Wollen und Handeln. Wenn diese drei Bedingungen nicht erfüllt sind, gibt es keine Ergebnisse.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Ansprache Nr. 58 vom 30. Mai 1912 in der Theosophischen Loge Broadway und 79. Straße in New YorkA

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Die Annahme der Lehren Bahá’u’lláhs bringt die Verpflichtung mit sich, nach individueller geistiger Reife zu streben, sich aber auch an den kollektiven Bemühungen zu beteiligen, eine blühende Gesellschaft aufzubauen und zum Gemeinwohl beizutragen. Wissenschaft und Religion sind die beiden untrennbaren, sich gegenseitig bedingenden Wissenssysteme, die den Fortschritt der Zivilisation vorantreiben. Mit den Worten ‘Abdu’l-Bahás: »Der Fortschritt der Menschheit hängt von Wissen ab, und ihr Niedergang ist auf Unwissenheit zurückzuführen. Wenn das Menschengeschlecht mehr Wissen gewinnt, wird es himmlisch, und wenn es Gelehrsamkeit erlangt, nimmt es edle Eigenschaften an.« Das Streben nach Wissen und Gelehrsamkeit und das Studium von Handwerk und nützlichen Wissenschaften gehören zu den grundlegenden Glaubensgrundsätzen der Anhänger Bahá’u’lláhs. Daher ist die langfristige Lösung, die Sie als Mittel gegen die Schwierigkeiten gewählt haben, die Ihnen auf dem Weg zur höheren Bildung zwangsweise auferlegt werden, die konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Befürwortern von Frieden und Versöhnung, um eine fortschrittliche und geordnete Gesellschaft aufzubauen, die sich der Förderung von Wissen und sozialer Gerechtigkeit verpflichtet hat.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 17. Juni 2011, An die Gläubigen in der Wiege des GlaubensA

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Einer der kritischen Aspekte eines konzeptionellen Rahmens, der in den kommenden Jahren sorgfältige Aufmerksamkeit erfordern wird, ist die Generierung und Anwendung von Wissen … Das Herzstück der meisten Disziplinen des menschlichen Wissens ist ein gewisser Konsens über die Methodik – ein Verständnis der Methoden und ihrer angemessenen Anwendung, um die Realität systematisch zu untersuchen und zu zuverlässigen Ergebnissen und fundierten Schlussfolgerungen zu gelangen. Bahá’í, die in verschiedenen Disziplinen tätig sind – Wirtschaft, Erziehungswissenschaften, Geschichte, Sozialwissenschaften, Philosophie und viele andere – sind offensichtlich mit den Methoden, die in ihren Bereichen angewandt werden, vertraut und beschäftigen sich eingehend damit. Sie sind es, die die Verantwortung haben, sich ernsthafte Gedanken über die Implikationen zu machen, die die in der Offenbarung gefundenen Wahrheiten für ihre Arbeit haben könnten. Der Grundsatz der Harmonie von Wissenschaft und Religion, der treu befolgt wird, wird sicherstellen, dass der religiöse Glaube nicht dem Aberglauben verfällt und dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht vom Materialismus vereinnahmt werden.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 24. Juli 2013, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Grundsätzlich ist ein Großteil der Bemühungen der Bahá’í-Gemeinde darauf gerichtet, die eigentliche Ursache religiöser Vorurteile anzugehen – Unwissenheit.

»Unwissenheit fortbestehen zu lassen«, so das Haus der Gerechtigkeit, »ist die schlimmste Form der Unterdrückung; es verstärkt die vielen Mauern des Vorurteils, die der Verwirklichung der Einheit der Menschheit im Wege stehen … Der Zugang zu Wissen ist das Recht eines jeden Menschen, und mitzuhelfen, Wissen zu generieren, anzuwenden und zu verbreiten ist eine Verantwortung, die alle schultern müssen in dem großen Unternehmen, eine blühende Weltzivilisation aufzubauen – wobei jeder seine oder ihre eigenen Talente und Fähigkeiten einsetzt.« Diese Ausrichtung hat sich insbesondere in der Fokussierung der Bahá’í-Gemeinde auf Bildung und Erziehung manifestiert, die ihr seit Beginn des Glaubens ein zentrales Anliegen ist; in ihren Bemühungen, bei jedem Einzelnen ein wachsendes Bewusstsein und die Fähigkeit zu fördern, Vorurteile zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken; in ihrer Praxis, Beratungsprozesse in all ihren Angelegenheiten anzuwenden; und in ihrer Verpflichtung gegenüber den beiden Erkenntnissystemen – Wissenschaft und Religion – deren Unerlässlichkeit für den Fortschritt der Zivilisation sie anerkennt und hochhält.

Darüber hinaus statten die Entwicklung des Geisteslebens und die eigenständige Erforschung der Wirklichkeit, die in den Bahá’í-Schriften eine hohe Wertschätzung erfahren, den Einzelnen mit der Fähigkeit aus, Wahrheit von Falschheit zu unterscheiden; eine Fähigkeit, die entscheidend ist, wenn Vorurteile, Aberglaube und überholte Traditionen, die die Einheit behindern, ausgemerzt werden sollen. ‘Abdu’l-Bahá versichert in diesem Zusammenhang:

»Sobald aber jede Seele nach der Wahrheit forscht, ist die Gesellschaft befreit vom Dunkel des ständigen Wiederholens der Vergangenheit.« Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in seinem Auftrag vom 27.

Dezember 2017, An einen Gläubigen A

Das Wesen der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Bahá’í

Kohärenz zwischen materieller und geistiger Dimension der Existenz

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… alles in den Himmeln und auf Erden ist ein unmittelbarer Beweis dafür, dass sich darin Gottes Attribute und Namen offenbaren, da jedes Atom die Zeichen verwahrt, welche für die Offenbarung des größten Lichtes beredtes Zeugnis ablegen.Bahá’u’lláh, Das Buch der Gewissheit 107A

65

Religion ist wahrlich das vortrefflichste Mittel zur Errichtung der Ordnung in der Welt und für die Ruhe ihrer Völker. … Je schlimmer die Religion verfällt, desto widerspenstiger werden die Gottlosen. Dies kann letztlich nur in Chaos und Gesetzlosigkeit enden.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 6:20A

66

… Religion [muss] mit Wissenschaft und Vernunft in Einklang sein …, so dass sie auf die Menschenherzen wirkt. Die Grundlage muss festgefügt sein und darf nicht auf Nachahmung beruhen.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 227:10A

67

… die materielle Zivilisation [ist] zwar ein Mittel zum Fortschritt der Menschenwelt, … jedoch [ist] der gewünschte Erfolg – das Glück der Menschheit – erst dann zu erreichen …, wenn die materielle Zivilisation mit der göttlichen Kultur vereinigt wird. … Die materielle Zivilisation ist wie das Glas um die Lampe, die göttliche Kultur ist die Lampe selbst. Das Glas ohne Licht ist dunkel. Die materielle Zivilisation ist wie der Leib. Sei er auch noch so anmutig, elegant und schön, so ist er dennoch tot. Die göttliche Kultur ist wie der Geist; der Leib erhält sein Leben durch den Geist, sonst ist er ein Leichnam. So ist es klar, dass die Menschenwelt den Odem des Heiligen Geistes braucht. Ohne den Geist ist die Menschenwelt leblos; ohne dieses Licht verbleibt die Menschenwelt in tiefster Finsternis.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 227:22A

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Solange jedoch materielle Errungenschaften, naturwissenschaftliche Kenntnisse und menschliche Tugenden noch nicht durch geistige Vollkommenheiten, strahlende Eigenschaften und Kennzeichen der Barmherzigkeit verstärkt sind, bringen sie keine Frucht und kein Ergebnis; auch bewirken sie nicht der Menschheit Glück, welches doch das letzte Ziel ist. Denn obwohl einerseits die materiellen Errungenschaften und die Entwicklung der stofflichen Welt zu einem Wohlstand führen, der die gesteckten Ziele vorzüglich offenbart, drohen daraus doch andererseits Gefahren, schweres Unheil und gewaltige Not.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 225:5A

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Wir hoffen, dass die Geliebten Gottes und die Dienerinnen der Barmherzigen gemäß den himmlischen Lehren die Einheit der Menschheit unterstützen, die Religion als Grundlage der Liebe und Gemeinschaft unter den Menschen betrachten, dass sie danach streben, Religion und Wissenschaft in Einklang zu bringen, eine Schatzkammer des Reichtums für die Armen zu werden, den Flüchtenden Schutz und Zuflucht zu bieten, die Notleidenden freudig strahlen zu lassen und den Bedürftigen durch die stärkende Gnade des Allbarmherzigen zu helfen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Die materielle Zivilisation gleicht der Lampe, während die geistige Kultur dem Licht der Lampe entspricht. Wenn sich die materielle Zivilisation und die geistige Kultur verbinden, dann haben wir Licht und Lampe beieinander, und das Resultat wird vollkommen sein. Denn die materielle Zivilisation ist wie ein schöner Körper, und die geistige Kultur gleicht dem Geist des Lebens. Wenn dieser wundersame Geist des Lebens in diesen schönen Körper eintritt, wird der Körper zum Kanal für die Verbreitung und Entwicklung der Vollkommenheit der Menschheit.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 5, Ansprache vom 14. April 1912 in der Himmelfahrtskirche, Fifth Avenue und Tenth Street, New YorkA

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Für den Menschen sind zwei Flügel notwendig. Ein Flügel ist physische Kraft und materielle Zivilisation; der andere ist geistige Kraft und göttliche Kultur. Mit nur einem Flügel ist das Fliegen unmöglich. Zwei Flügel sind notwendig. Deshalb kann die materielle Zivilisation, wie sehr sie auch voranschreitet, nur durch den Aufschwung der geistigen Kultur zur Vollkommenheit gelangen.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 5, Ansprache vom 14. April 1912 in der Himmelfahrtskirche, Fifth Avenue und Tenth Street, New YorkA

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… Wie weit sich die materielle Welt auch entwickelt, sie kann das Glück der Menschheit nicht sicherstellen. Nur wenn die materielle und geistige Zivilisation miteinander verbunden und in Einklang gebracht sind, wird das Glück gesichert sein. Dann wird die materielle Zivilisation mit ihren Kräften nicht die bösen Kräfte dabei unterstützen, die Einheit der Menschheit zu zerstören, denn in der materiellen Zivilisation schreiten Gut und Böse gleichermaßen im selben Tempo voran. Betrachtet zum Beispiel den materiellen Fortschritt im letzten Jahrzehnt. Schulen und Universitäten, Krankenhäuser, philanthropische Institutionen, wissenschaftliche Akademien und philosophische Einrichtungen wurden gegründet, aber Hand in Hand mit diesen Belegen für Entwicklung und Aufbau haben die Erfindung und Produktion von Mitteln und Waffen zur Vernichtung von Menschen gleichermaßen zugenommen. … All dies ist das Ergebnis der materiellen Zivilisation; materieller Fortschritt, obwohl er gute Ziele im Leben unterstützt, dient also gleichzeitig bösen Zwecken. …Wenn die moralischen Vorschriften und Grundlagen der göttlichen Kultur sich mit dem materiellen Fortschritt des Menschen vereinigen, wird ohne Zweifel das Glück der Menschenwelt erreicht, und aus allen Richtungen wird die frohe Botschaft vom Frieden auf Erden verkündet werden. Dann wird die Menschheit außergewöhnliche Fortschritte erzielen, der Wirkungsbereich der menschlichen Intelligenz wird sich enorm erweitern, wunderbare Erfindungen werden gemacht und der Geist Gottes wird sich offenbaren; alle Menschen werden in Freude und Wonne miteinander verkehren und den Kindern des Königreichs wird ewiges Leben verliehen. …Darum müssen die materielle und die göttliche – oder barmherzige – Kultur gemeinsam voranschreiten, bis die höchsten Bestrebungen und Wünsche der Menschheit verwirklicht sind.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 44, Ansprache vom 7. Mai 1912 im Hotel Schenley, Pittsburgh, PennsylvaniaA

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Wissenschaftliche Erkenntnisse sind die höchste Errungenschaft auf der menschlichen Ebene, denn die Wissenschaft erschließt die Wirklichkeit. Sie sind von zweierlei Art: materiell und geistig. Die materielle Wissenschaft befasst sich mit der Untersuchung von Naturphänomenen; göttliche Wissenschaft enthüllt und erkennt geistige Wahrheiten. Die Menschenwelt muss sich beides aneignen. Ein Vogel hat zwei Schwingen; mit einer allein kann er nicht fliegen. Materielle und geistige Wissenschaft sind die beiden Schwingen, den Menschen zu erheben und ihn zum Erfolg zu führen. Beide sind notwendig – die eine ist natürlich, die andere übernatürlich; die eine ist materiell, die andere göttlich.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 53, Ansprache vom 23. Mai 1912 im Haus von Herrn und Frau Francis W. Breed, 367 Harvard Street, Cambridge, MassachusettsA

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Gott hat den Menschen mit Intelligenz und Vernunft begabt, weshalb er selbst gefordert ist, die hinter den Fragen und Lehrsätzen liegende Wahrheit herauszufinden. Wenn es sich zeigt, dass religiöse Überzeugungen und Ansichten wissenschaftlichen Maßstäben widersprechen, sind sie nichts als Aberglaube und Einbildung; denn das Gegenteil von Wissen ist Unwissenheit, und das Kind der Unwissenheit ist Aberglaube. Zweifellos müssen wahre Religion und Wissenschaft übereinstimmen. Wenn etwas völlig widersinnig ist, dann ist es unmöglich, daran zu glauben und darauf zu vertrauen, und nichts anderes als Schwanken und Unentschlossenheit sind das Ergebnis.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 63, Ansprache vom 9. Juni 1912 im Baptisten-Tempel, Broad and Berks Street, Philadelphia, PennsylvaniaA

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Wie weit die Menschheit auch in der materiellen Zivilisation fortschreiten mag, so bedarf sie doch der im Evangelium erwähnten geistigen Entwicklung. Die Vorzüge der materiellen Welt sind begrenzt, während die göttlichen Tugenden unbegrenzt sind. So begrenzt die materiellen Vorzüge sind, so unbegrenzt ist der Bedarf des Menschen an der Vollkommenheit der göttlichen Welt. Obwohl menschliche Tugenden im Lauf der Geschichte der Menschheit mehrmals einen wahren Höhepunkt erreichten, waren sie doch begrenzt, während göttliche Errungenschaften immer grenzenlos und unendlich waren. Das Begrenzte braucht immer das Unbegrenzte. Das Materielle muss mit dem Geistigen zusammenwirken. Das Materielle mag mit dem Körper verglichen werden, aber göttliche Tugenden sind der Odem des Heiligen Geistes selbst. Der Körper ist ohne den Geist zu keiner echten Leistung fähig. Mag er auch überaus schön und vortrefflich sein, braucht er dennoch den Geist. Das Lampenglas mag perfekt poliert sein, es braucht dennoch das Licht. Ohne Licht kann die Lampe oder Kerze nichts beleuchten. Ohne den Geist kann der Körper nichts erreichen.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 73, Ansprache vom 18. Juni 1912 in der 309 West Seventy-Eighth Street, New YorkA

76

Der letzte Weltkrieg zusammen mit dem Friedensvertrag und seinen Folgen hat die Menschheit gelehrt, dass die Welt zum Scheitern und die Gesellschaft zur völligen Zerstörung verurteilt ist, wenn nicht nationale, religiöse und politische Vorurteile beseitigt werden, wenn keine universelle Brüderlichkeit hergestellt, wenn die geistige der materiellen Zivilisation nicht gleichgestellt und dadurch der Maßstab der individuellen, nationalen und internationalen Moral verändert wird.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag um 1924, An einen Gläubigen A

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Die gegenwärtigen sozialen und wirtschaftlichen Probleme, mit denen das britische Volk konfrontiert ist, nehmen sicherlich seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch, aber sie sollten auch als Mahnung dienen und es näher an die geistigen Dinge heranführen. Die Menschen müssen sich der Tatsache bewusst werden, dass ohne eine völlige Veränderung unserer Einstellung und eine umfassende Erneuerung der Grundsätze unseres Lebens, wofür die Sache sich einsetzt, unsere sozialen und wirtschaftlichen Probleme nicht gelöst und unsere Lebensbedingungen nicht verbessert werden können.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 7. November 1931, An einen GläubigenA

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Die Menschen brauchen nicht nur materielles Wohlergehen. Was sie dringend brauchen, ist ein Verständnis davon, wie sie ihr Leben gestalten sollen – sie müssen wissen, wer sie sind, zu welchem Zweck sie existieren und wie sie miteinander umgehen sollen; und wenn sie dann die Antworten auf diese Fragen kennen, muss ihnen geholfen werden, diese Antworten schrittweise auf ihr alltägliches Verhalten anzuwenden. Auf die Lösung dieses Grundproblems der Menschheit sollte der größte Teil unserer gesamten Energie und unserer Ressourcen gerichtet werden. … … wir wissen, dass das Wirken der materiellen Welt lediglich ein Spiegelbild der geistigen Bedingungen ist, und erst wenn die geistigen Bedingungen geändert werden können, kann es in materiellen Angelegenheiten eine dauerhafte Veränderung zum Besseren geben.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 19. November 1974, An einen Nationalen Geistigen Rat A

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Im Hinblick auf die Harmonie von Wissenschaft und Religion machen die Schriften der Zentralfiguren und die Kommentare des Hüters völlig klar, dass die Aufgabe der Menschheit, einschließlich der Bahá’í-Gemeinde, die in ihr als »Sauerteig« dient, darin besteht, eine globale Zivilisation zu erschaffen, die sowohl die geistige als auch die materielle Dimension der Existenz verkörpert. Die Art und der Umfang einer solchen Zivilisation liegen zurzeit noch jenseits dessen, was sich die heutige Generation vorstellen kann. Die Verfolgung dieses gewaltigen Vorhabens wird von einer fortschreitenden Interaktion zwischen den Wahrheiten und Grundsätzen der Religion und den Entdeckungen und Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung abhängen. Dies bedeutet, dass wir mit Mehrdeutigkeiten werden leben müssen, als einem natürlichen und unvermeidbaren Merkmal im Prozess der Erforschung der Wirklichkeit. Es erfordert auch, dass wir die Wissenschaft nicht auf eine bestimmte Denkrichtung oder einen im Laufe ihrer Entwicklung postulierten methodischen Ansatz beschränken. Die Bahá’í-Denker stehen vor der Herausforderung, bei diesem Unterfangen eine verantwortungsvolle Führungsrolle zu übernehmen, da sie sowohl die unschätzbaren Einsichten der Offenbarung als auch die Vorteile der wissenschaftlichen Forschung kennen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 19. Mai 1995, An einen GläubigenA

80

[Wenn religiöse Führung sich der Herausforderung, die diese Einsicht bedeutet, stellen will, so muss sie damit beginnen,] Religion und Wissenschaft als zwei unentbehrliche Wissenssysteme anzuerkennen, durch die sich die Möglichkeiten des Bewusstseins entfalten. Sie widersprechen sich nicht, im Gegenteil: diese fundamentalen Mittel, mit denen der Geist die Wirklichkeit erforscht, hängen voneinander ab und waren höchst produktiv in den seltenen, aber glücklichen Epochen der Geschichte, in denen ihr komplementäres Wesen erkannt wurde und sie zusammenarbeiten konnten. Die Einsichten und Fähigkeiten, die wissenschaftlicher Fortschritt hervorbringt, werden stets Führung durch geistige und moralische Verantwortung suchen müssen; religiöse Überzeugungen, wie sehr auch das Herz an ihnen hängen mag, müssen sich bereitwillig und dankbar unvoreingenommener Überprüfung durch wissenschaftliche Methoden unterziehen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom April 2002, An die religiösen Führer der WeltA

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… Wissenschaft und Religion [bilden ] zwei komplementäre Wissens- und Handlungssysteme, dank derer der Mensch seine Umwelt verstehen lernt und die Zivilisation voranschreitet; … Religion ohne Wissenschaft [entartet] schnell in Aberglauben und Fanatismus, während Wissenschaft ohne Religion zum Werkzeug eines rücksichtslosen Materialismus wird; … wahrer Wohlstand, die Frucht eines dynamischen Zusammenhangs zwischen den materiellen und den geistigen Bedürfnissen des Lebens, [wird] immer unerreichbarer, solange Konsumdenken weiterhin als Opium für die menschliche Seele fungiert; …Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 2. März 2013, An die Bahá’í im ÍránA

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Als ein Ort, von dem geistige Kräfte ausstrahlen sollen, ist der Mashriqu’l-Adhkár der Brennpunkt für Nebengebäude, die für das Wohl der Menschheit errichtet werden, und ist Ausdruck eines gemeinsamen Willens und der Bereitschaft zu dienen. Diese Nebengebäude – Zentren der Bildung und des wissenschaftlichen Lernens sowie kultureller und humanitärer Bestrebungen – verkörpern die Ideale sozialen und geistigen Fortschritts, der durch angewandtes Wissen erreicht werden soll, und zeigen, wie sie im Zusammenklang von Religion und Wissenschaft die Stufe des Menschen erhöhen und zum Erblühen der Zivilisation führen. Wie Ihrer aller Leben deutlich erkennen lässt, muss Andacht – wie notwendig sie auch für das innere Leben des Menschen und wie entscheidend sie für die geistige Entwicklung ist – auch zu Taten führen, die dem inneren Wandel äußeren Ausdruck verleihen. Dieses Konzept der Andacht – untrennbar mit Dienstbarkeit verbunden – wird durch den Mashriqu’l-Adhkár verbreitet.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 18. Dezember 2014, An die Bahá’í im ÍránA

Kapazitätsaufbau, Teilhabe und organisches Wachstum

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Wir müssen den hohen Entschluss fassen, uns zu erheben und alle jene Mittel zu ergreifen, die Frieden, Wohlstand und Glück, Erkenntnis, Kultur und Industrie, Würde, Wert und Stufe der gesamten Menschheit voranbringen. Auf diese Weise wird durch die belebenden Wasser reiner Absicht und selbstlosen Bemühens der Boden menschlicher Fähigkeiten in seiner eigenen latenten Vortrefflichkeit sich entfalten und lobenswerte Eigenschaften hervorbringen und gedeihen, bis er mit dem Rosengarten der Erkenntnis, der unseren Vorvätern eigen war, wetteifern kann.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 8A

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Die politische Welt ist wie die des Menschen: Dieser ist am Anfang nur Same und entwickelt sich dann stufenweise zum Embryo und Fötus, erhält ein mit Fleisch überzogenes Knochenskelett und nimmt seine eigentliche Gestalt an, bis er schließlich die Stufe erreicht, auf der sich an ihm gebührend das Wort bewahrheitet: »… der Erhabenste der Schöpfer« In Qur’án 23:14 heißt es: »Verherrlicht sei deshalb Gott, der Erhabenste der Schöpfer!« A. Ebenso wie dies ein Gebot der Schöpfung ist und auf der allumfassenden göttlichen Weisheit beruht, kann sich auch die politische Welt nicht plötzlich vom Nadir der Zerrüttung zum Zenit der Rechtlichkeit und Vollkommenheit entwickeln. Vielmehr müssen sich fähige Menschen Tag und Nacht anstrengen und alle Mittel, die zum Fortschritt führen, anwenden, damit sich Regierung und Volk auf allen Ebenen entwickeln, Tag für Tag, ja Stunde für Stunde. ‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 190 A

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In allen prophetischen Offenbarungen waren philanthropische Angelegenheiten nur auf die jeweiligen Völker beschränkt – mit Ausnahme von kleinen Dingen wie der Wohltätigkeit, die auf andere ausgedehnt werden durften. Aber in dieser wunderbaren Offenbarung sind philanthropische Unternehmungen ausnahmslos für die ganze Menschheit da, weil dies die Manifestation der Barmherzigkeit Gottes ist.‘Abdu’l-Bahá, aus einer Ansprache – übersetzt aus dem PersischenA

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Es ist wie bei einem Samenkorn: Der Baum existiert darin, ist aber noch verborgen und unsichtbar; sobald der Same wächst und sich entwickelt, zeigt sich der Baum in seiner ganzen Pracht. Wachstum und Entwicklung aller Wesen erfolgt in gleicher Weise, Schritt für Schritt. Das ist das universelle, von Gott bestimmte Gesetz und die natürliche Ordnung. Das Samenkorn wird nicht plötzlich zum Baum; der Embryo wird nicht unmittelbar zum Menschen; die mineralische Substanz wird nicht sofort zum Stein: Nein, alles wächst und entwickelt sich allmählich, bis das jeweilige Maß der Vollkommenheit erreicht ist.‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen 51:3A

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In einem lebendigen Organismus ist das volle Ausmaß seiner Entwicklung bei seiner Empfängnis oder seiner Geburt weder bekannt noch verwirklicht. Entwicklung und Fortschritt vollziehen sich schrittweise und in Stufen. Zum Beispiel kann geistige Entwicklung mit dem Licht der frühen Morgendämmerung verglichen werden. Obwohl dieses Dämmerlicht schwach und blass ist, kann ein weiser Mann, der den Sonnenaufgang vom ersten Beginn an betrachtet, den Aufstieg der Sonne zu ihrer vollen, glänzenden Pracht vorhersagen. Er weiß mit Sicherheit, dass dies der Beginn ihres Erscheinens ist und dass sie später große Kraft und Macht besitzen wird. Wenn er, um ein anderes Beispiel zu nehmen, einen Samen nimmt und feststellt, dass er sprießt, dann weiß er mit Sicherheit, dass er schließlich zu einem Baum heranwächst.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 49, Ansprache vom 19. Mai 1912 in der Divine Paternity Kirche, Central Park West in New YorkA

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In diesem strahlenden Jahrhundert wurde die Wirklichkeit der Dinge offenbart, und was wahr ist, muss zutage treten. Zu dieser Wirklichkeit gehört das Prinzip der Gleichwertigkeit von Mann und Frau – gleiche Rechte und Vorrechte in allen Angelegenheiten, die die Menschheit betreffen. … Die Frau muss ihre Energien und Fähigkeiten besonders den mit Industrie und Landwirtschaft verbundenen Wissenschaften widmen, um die Menschheit in dem zu unterstützen, was am nötigsten ist. Dadurch wird die Frau ihr Können beweisen und erreichen, dass ihre Gleichwertigkeit auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet anerkannt wird.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 95, Ansprache vom 26. August 1912 im Franklin Square House, Boston, MassachusettsA

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Ein weiteres wesentliches Erfordernis ist die beschleunigte Abschrift, Sammlung und Übersendung der Heiligen Schriften ins Heilige Land sowie die Aufzeichnung der allgemeinen Geschichte der Sache Gottes. Die westlichen Gläubigen, die in den entlegensten Gegenden der freien Welt bedeutende Pläne in Angriff genommen haben, sind sehr darauf bedacht, dass diese beiden Aufgaben zügig abgeschlossen und die notwendigen Vorbereitungen für ihre bevorstehenden Projekte unverzüglich getroffen werden, damit sie ihre Hoffnungen und Pläne für die Zukunft konkret zum Ausdruck bringen und der Verbreitung der Heiligen Sache einen großen Impuls verleihen können. Gleiches gilt für die Beteiligung der Freunde an karitativen, wissenschaftlichen und literarischen Vereinen. Die Freunde müssen mit Weisheit und Mäßigung, nach sorgfältiger Beratung und entsprechend ihren Fähigkeiten und Mitteln jede Vereinigung unterstützen, die aufrichtig bestrebt ist, zum Gemeinwohl und zum besten Interesse der Menschheit beizutragen. Sie sollten sich nach ihren Möglichkeiten beteiligen, müssen sich aber von jeglicher Beteiligung an der Politik fernhalten, sei es in ihren Taten, Herzen oder Worten, und müssen jede Verbindung mit böswilligen und streitenden Parteien meiden und vermeiden.Shoghi Effendi, Brief vom September 1926, An die Bahá’í des Ostens – übersetzt aus dem PersischenA

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Wir können unser Herz nicht von unserer Umwelt trennen, die uns umgibt und behaupten, dass alles sich zum Besseren verändert, wenn erst einmal eins von diesen beiden neugestaltet ist. Der Mensch ist organisch mit der Welt verbunden. Sein inneres Leben gestaltet die Umwelt und wird zutiefst selbst von ihr beeinflusst. Eins wirkt auf das andere, und jede bleibende Veränderung im Leben des Menschen ist das Ergebnis dieser Wechselwirkungen.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 17. Februar 1933, An einen GläubigenA

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»Betrachte die Welt als einen menschlichen Körper«, schrieb Bahá’u’lláh an Königin Viktoria. … Im menschlichen Körper hat jede Zelle, jedes Organ, jeder Nerv seine ganz bestimmte Aufgabe. Wenn sie alle ihre Funktion erfüllen, ist der Körper gesund, kräftig, voll Energie und bereit für alle Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Keine Zelle, und sei sie noch so bescheiden, lebt vom Körper getrennt, weder in Bezug auf ihren Dienst für den Körper noch in Bezug auf das, was sie von ihm erhält. Dies gilt für den Körper der Menschheit, in dem Gott »jedes, auch das geringste Wesen mit Fähigkeiten und Begabungen ausgestattet hat«, und es gilt vor allem für den Körper der Bahá’í-Weltgemeinde, denn dieser Körper ist bereits ein Organismus, vereint in seinen Bestrebungen, verbunden in seinen Methoden, auf der Suche nach Beistand und Bestätigung aus derselben Quelle und erleuchtet von dem bewussten Erfassen seiner Einheit. Deshalb ist in diesem organischen, göttlich geführten, gesegneten und erleuchteten Körper die Teilnahme jedes einzelnen Gläubigen von äußerster Wichtigkeit; sie ist eine Quelle der Macht und der Lebenskraft, die uns bisher noch unbekannt ist. … Das wahre Geheimnis der universellen Teilnahme liegt in dem vom Meister oft geäußerten Wunsch, die Freunde möchten einander lieben, einander ständig ermutigen, zusammenarbeiten, wie eine Seele in einem Körper sein und, indem sie das tun, ein echter, organischer, gesunder Körper werden, der vom Geist erleuchtet und belebt ist. In einem solchen Körper werden alle Teile geistige Gesundheit und Lebenskraft vom Organismus selbst erhalten, und die vollkommensten Blüten und Früchte werden heranreifen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom September 1964, An die Bahá’í der Welt, in: Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, Ausgewählte Botschaften 1963-1996, S. 14A

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Wie Sie sehen, stehen all diese Entwicklungen in direktem Zusammenhang mit dem Lehren der Sache, da die Bahá’í-Gemeinden eine bestimmte Größe erreichen müssen, bevor sie mit der Umsetzung vieler dieser Maßnahmen beginnen können. Wie kann beispielsweise eine Bahá’í-Gemeinde die Abschaffung von Vorurteilen, die die Bewohner eines Landes spalten, wirksam demonstrieren, solange sie nicht einen Querschnitt dieser Bevölkerung in ihren Reihen hat? Ein Same ist der lebendige Ursprung eines Baumes und aus diesem Grund von enormer Bedeutung, aber er kann keine Früchte hervorbringen, bevor er nicht zu einem Baum herangewachsen ist und geblüht und Früchte getragen hat. So stellt eine Bahá’í-Gemeinde von neun Gläubigen einen lebenswichtigen Schritt dar, da sie für diesen Ort die göttliche Institution des örtlichen Geistigen Rates ins Leben rufen kann, aber sie ist immer noch nur ein Samenkorn und muss in ihrer Größe und in der Vielfalt ihrer Mitglieder wachsen, bevor sie wirklich überzeugende Früchte für ihre Mitbürger hervorbringen kann.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 3. Januar 1982, An einen GläubigenA

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Es gibt zwei Grundsätze, die nach Ansicht des Hauses der Gerechtigkeit im Allgemeinen für solche Projekte der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung von grundlegender Bedeutung sind, obwohl es natürlich auch Ausnahmen geben wird. Der erste ist, dass sie auf einem Fundament bestehender, ausreichend starker örtlicher Bahá’í-Gemeinden aufgebaut werden sollten. Der zweite ist, dass die langfristige Durchführung des Projekts auf Eigenständigkeit abzielen und nicht von kontinuierlicher finanzieller Unterstützung von außen abhängig sein sollte. Der erste Grundsatz impliziert, dass die Projekte zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, die jetzt in Angriff genommen werden sollen, eine natürliche Phase des Wachstums der Bahá’í-Gemeinde darstellen und von der Gemeinde selbst benötigt werden, auch wenn sie natürlich einem viel größeren Teil der Gesellschaft zugutekommen … Der zweite Grundsatz muss berücksichtigen, dass jedes von Bahá’í begonnene Projekt so konzipiert sein sollte, dass es solide und beständig wächst und nicht aufgrund von Zermürbung zusammenbricht. Mit anderen Worten: Externe Hilfe und Gelder, von Bahá’í oder Nicht-Bahá’í, können für Anschaffungen, das Durchführen von Umfragen, das Einleiten von Aktivitäten und das Einbringen von Fachwissen eingesetzt werden, aber das Ziel sollte sein, dass jedes Projekt auf der Grundlage der Arbeit, der Mittel und der Begeisterung der örtlichen Bahá’í weitergeführt werden und sich entwickeln kann, selbst wenn alle externe Hilfe eingestellt werden sollte.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 8. Mai 1984, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Das zweite Grundprinzip, das uns ermöglicht, das von Bahá’u’lláh gewünschte Muster für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft zu verstehen, ist das Prinzip des organischen Wachstums. Dies erfordert, dass detaillierte Entwicklungen und das Verständnis von detaillierten Entwicklungen erst im Laufe der Zeit und mit Hilfe der Führung durch jene Zentrale Autorität des Glaubens möglich werden, der sich alle zuwenden müssen. In diesem Zusammenhang kann man das Gleichnis eines Baumes verwenden. Wenn ein Bauer einen Baum pflanzt, kann er in diesem Moment nicht genau sagen, wie hoch er wachsen, wie viele Äste er haben oder wann er blühen wird. Er kann jedoch eine allgemeine Vorstellung von seiner Größe und seinem Wachstumsmuster geben und mit Sicherheit sagen, welche Früchte er tragen wird. Dasselbe gilt für die Entwicklung der Weltordnung Bahá’u’lláhs.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 27. April 1995, An einen GläubigenA

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Zu diesen Projekten gehören Schulen, Alphabetisierungsprogramme, Unterricht zur moralischen Erziehung, akademische Ausbildung, Gesundheitspläne, spezielle Programme zur Förderung von Frauen und Minderheiten, landwirtschaftliche Programme, spezielle Programme zur Erhaltung der Umwelt usw. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Einheimischen das Projekt nicht als ihr eigenes betrachten und sich nicht dafür verantwortlich fühlen, wenn Hilfe aus dem Ausland ohne Zusammenarbeit mit der örtlichen Bevölkerung und ohne deren Beteiligung geleistet wird; wenn sie jedoch den Prozess der Ermittlungen ihrer Bedürfnisse selbst initiieren und an den Prozessen der Entscheidungsfindung und Umsetzung teilnehmen, werden sie sich für Erhalt und Weiterführung des Projekts verantwortlich fühlen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 30. Juli 1996, An einen GläubigenA

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Die weltweite Bahá’i-Gemeinde, ein organisches Ganzes, überwindet die in der heutigen Gesellschaft vorherrschenden Unterteilungen in ›Norden‹ und ›Süden‹, ›entwickelt‹ und ›unterentwickelt‹. Die Bahá’í bemühen sich um soziale und wirtschaftliche Entwicklung, unabhängig vom Grad des materiellen Wohlstands, den ihre jeweiligen Länder erreicht haben, indem sie danach streben, die Lehren Bahá’u’lláhs auf den allmählichen Prozess des Aufbaus einer neuen Zivilisation anzuwenden. Jeder Anhänger Bahá’u’lláhs ist Mitglied dieser weltweiten Gemeinschaft und kann mit Recht anbieten, zu einem bestimmten Vorhaben in einem beliebigen Land beizutragen. In dem Maße, in dem die Freunde Erfahrungen in sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung sammeln und in ihren Studien verschiedener Fachrichtungen oder in ihren beruflichen Gebieten weiterkommen, werden sich auf allen Kontinenten Einzelpersonen erheben, die über Fachwissen in irgendeinem Aspekt der Entwicklungsarbeit verfügen und ihre Dienste für Projekte im In- oder Ausland anbieten möchten. Wenn ihre Energien nicht effektiv kanalisiert werden und man ihnen kein realistisches Bild der Entwicklungsbemühungen der Bahá’i vermittelt, werden diese Freunde später frustriert sein, wenn sie feststellen, dass die Kapazität der Bahá’í-Projekte in Übersee, ihre Talente und Dienste zu nutzen, begrenzt ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Konferenzen, Seminare sowie Informations- und Werbeunterlagen nicht das Bild von ›Entwicklungsprojekten‹ verstärken, wie es von der breiten Gesellschaft verstanden wird. Die Bemühungen der Bahá’i in diesem Bereich haben im Allgemeinen die Form von Graswurzelinitiativen, die von kleinen Gruppen von Gläubigen in den Städten und Dörfern, in denen sie wohnen, durchgeführt werden. Im Laufe der Zeit entwickeln sich einige dieser Initiativen zu größeren Projekten mit festen Verwaltungsstrukturen. Doch nur sehr wenige können mit den komplexen Projekten verglichen werden, die von staatlichen Stellen und großen Nichtregierungsorganisationen gefördert und finanziert werden. Die wirksame Nutzung der Talente von Einzelpersonen mit besonderem Fachwissen verlangt auch Wachsamkeit dabei, sicherzustellen, dass die Initiative einiger Personen – normalerweise derjenigen mit Zugang zu mehr Ressourcen – nicht dazu führt, dass die Initiativen anderer erstickt werden. Die Gemeindeordnung ist so strukturiert, dass sie Initiativen fördert und das Recht der Menschen auf eine sinnvolle Beteiligung an der Entwicklung ihrer eigenen Gemeinde gewährleistet. Dementsprechend stehen die Aktivitäten der Freunde in jedem Land unter der Führung der Institutionen des Glaubens in diesem Land… Der entscheidende Faktor bei der Zuordnung von Dienst- und Hilfsangeboten zu Projekten sollte im Allgemeinen die Kapazität der Projekte sein, Hilfe anzunehmen und nicht das Ausmaß der verfügbaren Ressourcen. Es ist durchaus möglich, dass in diesem Wachstumsstadium des Glaubens die Talente der Freunde, insbesondere in …, die Kapazität der Entwicklungsprojekte andernorts, Hilfe anzunehmen, übersteigen. In diesem Zusammenhang scheint der zweigleisige Ansatz, den Sie verfolgen, äußerst angebracht. Während Sie sich bemühen, die Kapazität der Projekte weltweit zu erhöhen, ermutigen Sie gleichzeitig einzelne Gläubige aus materiell wohlhabenderen Ländern, sich an Bahá’í-Projekten in ihrer Heimat zu beteiligen. Sie sollten sie auch weiterhin ermutigen, sich an unterstützenswerten Unternehmungen außerhalb des Glaubens zu beteiligen, um ihre Berufsbereiche zu beeinflussen und diese mit den Lehren Bahá’u’lláhs zu durchdringen. Man sollte ihnen versichern, dass dies in sich selbst ein großer Dienst an der Sache ist, und sie sollten nicht das Gefühl haben, dass sie dem Glauben nur dann dienen, wenn sie sich direkt Bahá’í-Projekten widmen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Memorandum vom 11. März 1997, An das Büro für soziale und wirtschaftliche EntwicklungA

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Der drängenden Notlage der Menschheit wird man nicht begegnen können durch einen Wettkampf rivalisierender Ambitionen oder durch Proteste gegen diese oder jene der zahllosen Ungerechtigkeiten, die ein Zeitalter voller Verzweiflung befallen haben. Es bedarf vielmehr eines grundsätzlichen Bewusstseinswandels, einer uneingeschränkten Annahme der Lehre Bahá’u’lláhs, dass die Zeit gekommen ist, in der jeder Mensch lernen muss, Verantwortung für das Wohlergehen der gesamten Menschheit zu übernehmen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 24. Mai 2001, An die Gläubigen, die zu den Ereignissen aus Anlass der Vollendung der Projekte am Berg Karmel versammelt sindA

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Wie Sie wissen, hat sich die Aufmerksamkeit der Bahá’í-Welt darauf konzentriert, den Prozess des Beitritts in Scharen voranzutreiben, und dies wird auch mindestens noch fünfzehn Jahre lang andauern. In dem Maß, wie dieser Prozess auf örtlicher Ebene an Dynamik gewinnt, ist zu erwarten, dass eine der natürlichen Folgen die Entstehung eines lebendigen Bahá’í-Gemeindelebens sein wird, das von dem Wunsch geprägt ist, die Lehren Bahá’u’lláhs auf die Bedürfnisse der Gesellschaft anzuwenden. Daraus wird wirksames soziales Handeln resultieren, da die Kapazität an der Basis der Gemeinde zunimmt und das kollektive Bewusstsein geschärft wird.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 6. September 2006, An einen GläubigenA

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Ein größeres Engagement im Leben der Gesellschaft, individuell und kollektiv, wird unvermeidlich sein, je mehr der Wachstumsprozess in fortgeschrittenen Clustern an Schwungkraft gewinnt. In Bahá’í-Gemeinden, die nur über begrenzte Ressourcen verfügen, kann eine zu starke Beteiligung an solchen Bemühungen in einem frühen Stadium ihre Energien zerstreuen und die Kohärenz der für das Wachstum notwendigen Aktivitäten beeinträchtigen. In Gegenden, in denen sich der Glaube hinreichend gefestigt hat, darf man jedoch erwarten, dass sich die Bahá’í in sozialem Handeln engagieren, indem sie zunächst Wege finden, die Lehren auf die Probleme ihrer Familien, Nachbarn und der Gemeinden, in denen sie leben, anzuwenden.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 11. September 2008, An einen GläubigenA

100

In seiner Riḍván-Botschaft 2008 stellte das Haus der Gerechtigkeit fest, dass die Bahá’í mit dem Fortschreiten der Arbeit von Ausbreitung und Festigung immer stärker in das Leben der sie umgebenden Gesellschaft einbezogen werden. Die Art und Weise dieses Aufeinandertreffens wird notwendigerweise organisch und allmählich sein und von dem Lernprozess geleitet werden, in dem sich die Gläubigen bereits überall befinden. Darüber hinaus besteht die Hoffnung, dass die zunehmende Einbindung der Bahá’í-Gemeinde in die Gesellschaft auf natürliche Weise in jedem Cluster der Welt erfolgen wird.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 16. Juni 2009, An einen GläubigenA

101

…Dennoch können jeder Mensch und jede Gruppe von Menschen, ganz gleich, ob sie zu Seinen Anhängern gezählt werden oder nicht, aus Seinen Lehren Inspiration gewinnen und sich all die Edelsteine der Weisheit und des Wissens zu Nutze machen, um die Herausforderungen zu bewältigen, mit denen sie konfrontiert sind. In der Tat wird die Kultur, welche der Menschheit winkt, nicht durch die Bemühungen der Bahá’í-Gemeinde allein erreicht werden können. Zahlreiche Gruppen und Organisationen, beseelt durch den Geist einer weltweiten Solidarität, die wiederum eine indirekte Erscheinung von Bahá’u’lláhs Konzept des Prinzips der Einheit der Menschheit ist, werden zu der Zivilisation beitragen, die dazu bestimmt ist, aus dem Chaos und Durcheinander der heutigen Gesellschaft hervorzugehen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2010, An die Bahá’í der WeltA

102

Wie in der Riḍván-Botschaft erwähnt, ist sozialer Wandel kein Projekt, das eine Gruppe von Menschen zum Nutzen einer anderen durchführt.

Der Umfang und die Komplexität sozialen Handelns, so wird in der Botschaft erklärt, müssen den menschlichen Ressourcen entsprechen, die in einem Dorf oder einer Nachbarschaft zur Verfügung stehen, um es voranzubringen.

Dies bedeutet, dass die Bemühungen am besten in bescheidenem Umfang beginnen und organisch wachsen, in dem Maße wie sich die Kapazität innerhalb der Bevölkerung entwickelt – im Wesentlichen die Kapazität, Elemente der Offenbarung Bahá’u’lláhs zusammen mit den Inhalten und Methoden der Wissenschaft mit zunehmender Wirksamkeit auf die soziale Wirklichkeit anzuwenden.

In diesem Licht hat das Haus der Gerechtigkeit in vielen seiner jüngsten Botschaften deutlich gemacht, dass in der gegenwärtigen Phase der Entwicklung des Glaubens der Aufbau von Kapazitäten, um die materiellen Bedürfnisse einer örtlichen Gemeinde anzugehen, nicht losgelöst von einem bereits in Gang gesetzten Prozess zum Angehen ihrer geistigen Bedürfnisse betrachtet werden sollte.

Dieser Prozess gewinnt natürlich an Schwungkraft, wenn in einer Region Andachtstreffen, Kinderklassen, Juniorjugendgruppen und Studienkreise eingerichtet werden.

Er wird von den Institutionen und Agenturen des Glaubens geleitet und hängt in hohem Maß von der Initiative einer wachsenden Anzahl von Einzelpersonen in der Region ab, die sich um das Wohlergehen ihrer Gemeinden sorgen.

Gerade diese Einzelnen – Männer und Frauen, junge und alte Menschen –, werden auf diese Weise befähigt, Entscheidungen über ihren geistigen und materiellen Fortschritt zu treffen und umzusetzen, wobei sie ihre kollektive Kapazität noch weiter erhöhen.

Je nach den Umständen in der Region können die Bemühungen einer gemeinnützigen Entwicklungsorganisation, die nach den Grundsätzen des Glaubens arbeitet, durchaus dazu beitragen, diesen nun komplexeren Prozess der Befähigung, der sich in der Region entfaltet, zu fördern.

Eine solche Organisation, die selbst organisch entsteht und mit der Zeit an Stärke gewinnt, arbeitet unter der moralischen Führung der Institutionen in dem Land.

Diejenigen, die am engsten mit dieser Organisation verbunden sind, müssen sich der Disziplin unterwerfen, die erforderlich ist, um sicherzustellen, dass ihre Bemühungen ständig zur Befähigung einer Bevölkerung beitragen; dies verlangt von ihnen, nahe an der Basis, an der Seite der Menschen selbst zu arbeiten, ihre Anstrengungen mitzutragen und sich dessen bewusst zu sein, dass der wirtschaftliche Nutzen gering sein wird.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 18.

Juli 2010, An einen GläubigenA

103

Eine kleine Gemeinde, deren Mitglieder durch ihren gemeinsamen Glauben verbunden sind, die sich durch ihre hohen Ideale auszeichnen, die kompetent ihre Angelegenheiten verwalten und ihren Bedürfnissen nachkommen, und die vielleicht in verschiedenen humanitären Projekten engagiert sind – eine solche Gemeinde, die gedeiht, allerdings in bequemer Distanz zur Lebenswirklichkeit der Massen der Menschheit, kann niemals hoffen, als Muster für die Neugestaltung der gesamten Gesellschaft zu dienen. Dass es die weltweite Bahá’í-Gemeinde geschafft hat, die Gefahr der Selbstzufriedenheit abzuwehren, ist eine Quelle unablässiger Freude für uns. Die Gemeinde hat in der Tat ihre Ausbreitung und Festigung gut im Griff. Die Angelegenheiten einer stark zunehmenden Mitgliederzahl in Dörfern und Städten weltweit zu verwalten – die Standarte der Weltordnung Bahá’u’lláhs hochzuhalten, sodass alle sie sehen –, ist jedoch immer noch ein fernes Ziel. Darin also liegt die Herausforderung, der sich diejenigen stellen müssen, die an vorderster Front des Lernprozesses stehen, der im Verlauf des kommenden Plans weiter fortschreiten wird. Wo immer ein intensives Wachstumsprogramm errichtet ist, sollten die Freunde keine Mühe scheuen, um den Grad der Beteiligung zu erhöhen. Lasst sie alles daran setzen, um sicherzustellen, dass das System, das sie mit solcher Mühe errichtet haben, nicht auf sich selbst beschränkt bleibt, sondern sich zunehmend ausweitet, um mehr und mehr Menschen in seiner Mitte aufzunehmen. … Und lasst sie die Lektionen der Vergangenheit nicht vergessen, die keinen Zweifel daran lassen, dass eine relativ kleine Gruppe aktiver Unterstützer des Glaubens, ganz gleich wie einfallsreich oder wie hingebungsvoll sie sein mag, auf die Bedürfnisse von Gemeinden nicht eingehen kann, die aus Hunderten oder gar Tausenden von Männern, Frauen und Kindern bestehen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 28. Dezember 2010, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

104

Das Muster des geistigen und sozialen Lebens, das sich in den Clustern herausbildet – ein Muster, zu dem Studienkreise, Kinderklassen, Juniorjugendgruppen, Andachtstreffen, Hausbesuche, Lehrtätigkeit und Reflexionstreffen sowie das Begehen der Feiertage und Neunzehntagefeste und anderer Zusammenkünfte gehören – bietet eine Fülle von Gelegenheiten für Engagement, Erfahrung, Beratung und Lernen, die zu Veränderungen im persönlichen und kollektiven Verständnis und Handeln führen werden.

Fragen zu Vorurteilen in Bezug auf ethnische Zugehörigkeit, Gesellschaftsschicht und Hautfarbe werden unweigerlich auftauchen, wenn sich die Freunde unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zuwenden, insbesondere, wenn es um Nachbarschaften mit ihrer engen Vernetzung geht.

Dort kann jede Aktivität eine Form annehmen, die der Kultur und den Interessen der Bevölkerung am besten entspricht, so dass neue Gläubige in einer nährenden und vertrauten Umgebung belebt und bestätigt werden können, bis sie in der Lage sind, ihren Teil zur Lösung der Herausforderungen beizutragen, denen eine wachsende Bahá’í-Gemeinde gegenübersteht.

Denn dies ist kein Prozess, den einige für andere durchführen, die passive Empfänger sind – lediglich eine zahlenmäßige Erweiterung einer Gemeinde, die zu Bevormundung führen kann, – sondern ein Prozess, in dem eine ständig wachsende Anzahl von Seelen den von Bahá’u’lláh in Gang gesetzten Wandel der Menschheit erkennt und Verantwortung dafür übernimmt.

In einem Umfeld der Liebe und des Vertrauens, das aus gemeinsamem Glauben, gemeinsamer Praxis und gemeinsamer Mission erwächst, werden Einzelne verschiedener Ethnien die innige Verbindung von Herz und Verstand besitzen, von der gegenseitiges Verständnis und Wandel abhängen.

Als Ergebnis ihrer Ausbildung und Vertiefung wird eine wachsende Anzahl von Gläubigen aus den Schriften Einsichten schöpfen, um Probleme rassistischer Vorurteile sensibel und wirksam anzugehen, die in ihrem persönlichen Leben und in ihren Familien, zwischen Gemeindemitgliedern, im sozialen Umfeld und am Arbeitsplatz auftreten.

In dem Maß, in dem die Wachstumsprogramme voranschreiten und der Umfang und die Intensität der Aktivitäten zunehmen, werden die Freunde in Gespräche und mit der Zeit auch in Initiativen für soziales Handeln an der Basis einbezogen, wo das Thema der Vorurteilsfreiheit auf natürliche Weise auftaucht, sei es direkt oder indirekt.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 10.

April 2011, An einen GläubigenA

105

Sie werden zweifellos mit der Führung vertraut sein, die das Universale Haus der Gerechtigkeit in seiner Riḍván-Botschaft 2010 in Bezug auf »gewisse grundlegende Konzepte« gegeben hat, die sich auf soziales Handeln der Bahá’í beziehen, wozu auch soziale und wirtschaftliche Entwicklungsprojekte gehören.

Darunter sind die Grundsätze, dass soziales Handeln »das Beschaffen von Gütern und Dienstleistungen in irgendeiner Form bedeuten kann«, »sein hauptsächliches Anliegen« jedoch sein muss, »innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe die Fähigkeit heranzubilden, an der Errichtung einer besseren Welt mitzuarbeiten«, und dass »sozialer Wandel kein Projekt [ist], das eine Gruppe von Leuten für das Wohl einer anderen durchführt.« In der Tat werden solche Bemühungen am besten von den Gemeinden initiiert, denen sie zugutekommen sollen, und es muss sehr sorgfältig darauf geachtet werden, dass die von außerhalb der Gemeinde kommenden menschlichen Ressourcen nicht die Art der durchgeführten Projekte bestimmen.

An Orten der Welt, an denen der Wachstumsprozess gut vorankommt, führen die verbesserten Fähigkeiten, die durch den Prozess des Trainingsinstituts bei den Einzelnen gefördert werden, ganz natürlich zu Projekten nachhaltigen sozialen Handelns an der Basis, da die Mitglieder einer bestimmten Gemeinde am besten in der Lage sind, ihre soziale Realität zu verstehen, ihre Bedürfnisse einzuschätzen und ihren eigenen Pfad des Fortschritts zu beschreiten.

Aus diesem Grund wird den Bahá’í davon abgeraten, Entwicklungsprojekte in anderen Ländern als ihrem eigenen zu entwerfen und durchzuführen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 22.

Oktober 2012, An einen GläubigenA

106

Hier muss ganz deutlich gesagt werden, dass die Bahá’í nicht glauben, dass der für die Zukunft geschaute Wandel ausschließlich durch ihr Bemühen herbeigeführt werden wird. Auch versuchen sie nicht, eine Bewegung zu bilden, die danach strebt, der Gesellschaft ihre Zukunftsvision aufzuzwingen. Jede Nation, jede Gruppe, ja jeder Einzelne wird, in stärkerem oder geringerem Maße, zum Entstehen der Weltzivilisation beitragen, auf die sich die Menschheit unaufhaltsam zubewegt.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 2. März 2013, An die Bahá’í im IranA

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Im Mittelpunkt eines solchen Ansatzes steht die Frage des Aufbaus von Kapazität.

In einem Cluster nach dem anderen wurde beobachtet, dass die Fähigkeit zur Durchführung von Initiativen im sozialen Bereich allmählich zunimmt, wenn immer mehr Einzelne in den Institutsprozess einbezogen und dabei unterstützt werden, ihre Energien der geistigen und materiellen Wandlung der Regionen, in denen sie leben, zu widmen.

Im Allgemeinen beginnen die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsinitiativen der Bahá’í an der Basis, fangen klein an und wachsen organisch, je nach den ihnen vor Ort verfügbaren menschlichen und finanziellen Ressourcen.

In diesem Zusammenhang sollte, wie in der Riḍván-Botschaft 2010 angemerkt, sozialer Wandel nicht als ein Projekt verstanden werden, das eine Gruppe von Menschen für das Wohl einer anderen durchführt, noch sollte er auf die bloße Lieferung von Gütern oder Dienstleistungen reduziert werden.

In Anbetracht dieser Überlegungen wird den Bahá’í davon abgeraten, Projekte in Ländern durchzuführen, in denen sie nicht ansässig sind.

Darüber hinaus ist aus einer Reihe von Gründen große Vorsicht geboten, wenn externe Mittel für ein bestimmtes Vorhaben zur Verfügung gestellt werden.

Die Erfahrung hat beispielsweise gezeigt, dass das Recht der örtlichen Gemeinde, ihren eigenen Pfad des Fortschritts zu beschreiten, beeinträchtigt werden kann, wenn diejenigen, die Mittel von außerhalb der Gemeinde bereitstellen, die Verantwortung für das Management und die Leitung einer Initiative übernehmen oder einen unangemessenen Einfluss auf die Art der durchgeführten Projekte ausüben.

Zudem haben Organisationen, die ausschließlich auf externe Unterstützung angewiesen sind, oft Schwierigkeiten, ihre Aktivitäten aufrechtzuerhalten, wenn die externe Finanzierung zurückgezogen wird.

Um solche Herausforderungen zu vermeiden, hilft das Büro für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung im Bahá’í-Weltzentrum dabei, den Fluss der Ressourcen für Bahá’í-inspirierte Entwicklungsprojekte zu koordinieren, wobei sowohl die Bedingungen in der Region als auch die Reife der einzelnen Initiativen berücksichtigt werden.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief vom 19.

April 2013, An einen GläubigenA

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… Entwicklung wird aus der Bahá’í-Perspektive als ein Prozess betrachtet, dessen Hauptprotagonisten die Menschen selbst sind. Der Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau der Kapazität von Gemeinden, Entscheidungen über ihren geistigen und materiellen Fortschritt zu treffen und umzusetzen. Dies erfordert einen Prozess, bei dem sich kleinere Vorhaben organisch aus einem Muster des Gemeindelebens entwickeln, das entsteht, wenn die Freunde in einem bestimmten Cluster Erfahrungen mit der Anwendung des Handlungsrahmens des Fünfjahresplans sammeln. In dem Maß, in dem sich die Gläubigen an den Prozessen der Ausbreitung und Festigung beteiligen, erwerben sie durch ihre Bemühungen ein genaueres Verständnis für die Herausforderungen, mit denen die Menschen, denen sie dienen, konfrontiert sind, und lernen allmählich, die Lehren des Glaubens auf die dringenden Bedürfnisse ihrer Gemeinden anzuwenden. Die Erfahrung in der gesamten Bahá’í-Welt hat gezeigt, dass es generell unproduktiv ist, externe Agenturen, Technologien oder Finanzierungsquellen in einem frühen Stadium einzubringen, d.h. bevor die Fähigkeit, Projekte an der Basis zu initiieren und zu unterstützen, aufgebaut ist.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 30. Dezember 2014, An einen GläubigenA

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In ihren frühen Stadien werden die systematischen Bemühungen, eine Bevölkerungsgruppe zu erreichen und ihre Teilnahme am Prozess des Aufbaus von Fähigkeiten zu fördern, deutlich beschleunigt, wenn Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppe selbst an der Spitze einer solchen Bemühung stehen. Diese Personen werden besondere Einblicke in jene Kräfte und Strukturen in ihren Gesellschaften haben, die auf verschiedene Weise die laufenden Bemühungen verstärken können.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 29. Dezember 2015, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

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Darüber hinaus engagieren sich Bahá’í in Städten und Dörfern auf der ganzen Welt, ein Lebensmuster zu etablieren, das immer mehr Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund einlädt, sich an seinem Aufbau zu beteiligen.

Dieses Modell, das die dynamische Kohärenz zwischen den materiellen und geistigen Dimensionen des Lebens zum Ausdruck bringt, umfasst Unterricht für die geistige Erziehung der Kinder, in dem sie auch eine tiefe Wertschätzung für die zugrundeliegende Einheit der verschiedenen Weltreligionen entwickeln; Gruppen, die jungen Menschen helfen, in einer entscheidenden Phase ihres Lebens ihren Weg zu finden und den zersetzenden Kräften zu widerstehen, deren ausgesuchtes Ziel sie sind; Studienkreise, in denen die Teilnehmer über die geistige Natur des Daseins nachdenken und Fähigkeiten für den Dienst an ihrer Gemeinschaft und der ganzen Gesellschaft aufbauen; Versammlungen zum gemeinsamen Gebet, die die Spiritualität der Gemeinschaft stärken; und mit der Zeit ein wachsendes Spektrum an Unternehmungen, die der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung dienen.

Dieses Modell des Gemeinschaftslebens führt zu lebendigen und zielbewussten neuen Gemeinschaften, in denen Beziehungen auf dem Prinzip der Einheit der Menschheit, allgemeiner Beteiligung, Gerechtigkeit und der Freiheit von Vorurteilen beruhen.

Jeder ist willkommen.

Der sich entfaltende Prozess ist darauf ausgerichtet, in jeder Gruppe von Menschen – ohne Rücksicht auf Klasse oder religiösen Hintergrund, ethnische Herkunft oder Hautfarbe, und unabhängig von Geschlecht oder sozialem Status – Zusammenarbeit und den Erwerb von Fähigkeiten zu fördern, dank derer sie sich erheben und zu kulturellem Fortschritt beitragen können.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 27.

Dezember 2017, An einen GläubigenA

Das Entstehen von sozialem Handeln

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Mit großem Interesse hat er ihren Plan zur Kenntnis genommen, die landwirtschaftliche Produktion zu intensivieren, um einer möglichen Nahrungsmittelknappheit in Kriegszeiten zu begegnen. Obwohl er sich der Notwendigkeit eines solchen Plans voll bewusst ist und die edlen Motive, die sie veranlasst haben, dieses Problem anzugehen, zutiefst zu schätzen weiß, ist er dennoch der Meinung, dass die Zeit für die Gläubigen als Körperschaft noch nicht reif ist, um soziale und wirtschaftliche Experimente dieser Art und dieses Umfangs zu unternehmen. Weder die ihnen zur Verfügung stehenden materiellen Mittel noch ihre zahlenmäßige Stärke reichen aus, ihnen die begründete Hoffnung zu geben, ein Projekt dieser Art erfolgreich in Angriff nehmen zu können.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 6. November 1940, An einen GläubigenA

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Jetzt ist nicht die Zeit für die Freunde, ein Bahá’í-Dorf zu gründen. Sie haben konkrete Aufgaben von höchster Wichtigkeit und Dringlichkeit vor sich, auf die sie ihre Aufmerksamkeit konzentrieren sollten. Der Hüter hält es auch nicht für notwendig, dass die Freunde zu diesem Zeitpunkt Land kaufen. In Zukunft, wenn sie die vom geliebten Meister selbst gesetzten Ziele erreicht haben, werden sie in der Lage sein, weitere Gemeinschaftsprojekte zu entwickeln, aber jetzt würden solche Unternehmungen nur ihre Kraft vergeuden, die ganz auf die Lehrarbeit gerichtet sein sollte.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 26. März 1943, An einen GläubigenA

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Die Gläubigen dürfen ihre eigenen unmittelbaren Aufgaben nicht aus den Augen lassen, die geduldige Konsolidierung ihrer Verwaltungsinstitutionen, den Aufbau neuer Räte … und die Arbeit an der Vervollkommnung der Lebensweise der Bahá’í; denn dies sind Dinge, die keine andere Gruppe von Menschen auf der Welt tun kann oder tun wird, und sie allein sind in der Lage, die geistige Grundlage und das Beispiel zu liefern, auf dem die größeren Vorhaben für die Welt letztlich ruhen müssen. Gleichzeitig sollte jede Anstrengung unternommen werden, die Lehren in dieser Zeit zu verbreiten und sie auf die Not der Menschheit und die Pläne für ihre Zukunft zu beziehen.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 29. März 1945, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Vor uns eröffnet sich ein weiter Horizont, erleuchtet durch die weltweit immer stärker in Erscheinung tretende Kraft des Glaubens, die Angelegenheiten der Menschheit zu ordnen. In diesem Licht können nicht nur die unmittelbar vor uns liegenden Aufgaben erkannt werden, sondern umrisshaft bereits neue Vorhaben und Unternehmungen, mit denen wir uns in Kürze werden beschäftigen müssen. … … Die von Bahá’u’lláh freigesetzten Kräfte sind den Anforderungen der Zeiten gewachsen. Deshalb können wir fest darauf vertrauen, dass der neue Energiestrom, der die Sache Gottes jetzt durchpulst, sie befähigen wird, den nächsten Herausforderungen zu begegnen, entsprechend ihrem Reifegrad, und soweit es ihre Mittel erlauben, die Entwicklung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Völker unterstützen, mit all jenen Kräften, die zur Errichtung von Ordnung in der Welt führen, zusammenarbeiten, auf die Nutzung und den sinnvollen Einsatz moderner Technologien Einfluss nehmen und durch all diese Methoden das Ansehen und den Rang des Glaubens erhöhen und den Zustand der Menschheit insgesamt bessern.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 1983, An die Bahá’í der WeltA

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Die Botschaft des Hauses der Gerechtigkeit vom 20. Oktober 1983 hat klar die Konzepte dargelegt, die Ziele definiert und die Leitprinzipien für die Auswahl und Durchführung von Bahá’í-Entwicklungsprojekten, -programmen oder -aktivitäten umrissen. Die überwiegende Mehrheit der Bahá’í-Projekte wird in erster Linie an der Basis entstehen und anfangs nach Bedarf finanziell und personell von Bahá’í-Quellen unterstützt. Die Projekte werden, wie Sie bereits vermutet haben, gemeinnützig sein und sich hauptsächlich mit Aktivitäten in den Bereichen Erziehung und Bildung, Gesundheit und Hygiene, Landwirtschaft und einfacher Aktivitäten der Gemeindeentwicklung befassen. Es ist zu hoffen, dass all diese Arten von Projekten die Stärke der geistigen Prinzipien widerspiegeln, die in den Lehren Bahá’u’lláhs verankert sind. Es ist wichtig, dass unsere Unternehmungen zum jetzigen Zeitpunkt in ihrem Umfang bescheiden sein sollten. In dem Maße, in dem wir an Zuversicht und Erfahrung gewinnen und unsere Ressourcen zunehmen, wird unsere Arbeit erweiterte Ziele umfassen, und die Freunde werden neue Bereiche sozialen und wirtschaftlichen Handelns erkunden.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 22. Dezember 1983, An einen GläubigenA

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Die Beziehung zwischen der Lehrarbeit und sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung muss sowohl im Hinblick auf bestimmte Grundprinzipien als auch im Kontext der Prozesse betrachtet werden, die das Wachstum der Bahá’í-Gemeinde kennzeichnen. Die relevanten Grundsätze sind Ihnen sehr bewusst, zu denen die folgenden gehören: Die Bahá’í sollten die Lehren Bahá’u’lláhs großzügig und bedingungslos an die Menschheit weitergeben, damit die Menschen sie auf dringende soziale Probleme anwenden und sich materiell und geistig höher entwickeln können. In ihrem Umgang mit der Gesamtgesellschaft sollten die Freunde aufrichtig sein und jede Spur von Täuschung vermeiden, soziale und wirtschaftliche Entwicklungsprojekte sollten nicht als Anreiz zur Konvertierung benutzt werden und Gelder von Nicht-Bahá’í sollten nicht für rein Bahá’í-bezogene Zwecke verwendet werden. Nichts davon schmälert die Bedeutung der heiligen Verpflichtung, die Sache zu lehren. Das Lehren sollte die beherrschende Leidenschaft im Leben jedes einzelnen Gläubigen bleiben und das Wachstum ein Hauptanliegen der Bahá’í-Gemeinde sein. Während die Bahá’í-Gemeinde von einer Stufe zur nächsten überging, hat sich auch die Bandbreite der Aktivitäten erweitert, die sie durchführen konnte.

Ihr Wachstum war organischer Natur und hat eine allmähliche Differenzierung der Funktionen mit sich gebracht.

Als die Bahá’í-Gemeinde noch klein war, ließen sich all ihre Interaktionen mit der Gesellschaft als Ganzes leicht unter der Bezeichnung direktes und indirektes Lehren zusammenfassen.

Doch im Laufe der Zeit wurden neue Dimensionen der Arbeit sichtbar – Engagement in der Zivilgesellschaft, bestens organisierte diplomatische Arbeit, soziales Handeln und so weiter – jede mit ihren eigenen Zielen, Methoden und Ressourcen.

In gewissem Sinne kann man all diese Aktivitäten als Lehren bezeichnen, da ihr letztendlicher Zweck die Verbreitung der göttlichen Düfte, das Anbieten der Offenbarung Bahá’u’lláhs für die Menschheit und der Dienst an der Gesellschaft ist.

In der Praxis scheint es jedoch fruchtbarer zu sein, sie als unterschiedliche, aber sich ergänzende Handlungsstränge zu behandeln.

So kann beispielsweise die bloße Bezeichnung bestimmter sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungsbemühungen als indirektes Lehren in mindestens zweierlei Hinsicht Verwirrung stiften:

Einerseits könnte der Eindruck entstehen, dass Entwicklungsaktivitäten als primäres und unmittelbares Ziel die Anwerbung neuer Gläubiger haben sollen, was natürlich nicht der Fall ist.

Zum anderen könnte es bei einigen Freunden den Eindruck erwecken, dass sie ihre Lehrverpflichtung erfüllen, indem sie sich lediglich an sozialem Handeln beteiligen. Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung ist ein wichtiger Tätigkeitsbereich für sich. Seine Rechtfertigung sollte nicht in der Fähigkeit gesucht werden, Neuerklärungen zu produzieren; er ergänzt das Lehren und trägt auch dazu bei. Wenn die Bemühungen im Entwicklungsbereich erfolgreich sind, steigern sie natürlich das Interesse der Öffentlichkeit am Glauben und eröffnen neue Lehrmöglichkeiten für die Bahá’í-Gemeinde, Gelegenheiten, die die Freunde durch ihre Ausbreitungs- und Festigungsaktivitäten ergreifen sollten.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Memorandum vom 27. April 1998, An das Büro für soziale und wirtschaftliche EntwicklungA

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Eines der Grundprinzipien der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Bahá’í ist, dass die Freunde die Lehren Bahá’u’lláhs frei und bedingungslos an die Menschheit weitergeben, damit die Menschen sie überall auf drängende soziale Fragen anwenden und ihr individuelles und kollektives Leben verbessern können, sowohl in materieller als auch in geistiger Hinsicht. Der Zugang zum Wort Gottes sollte nicht von der Annahme Bahá’u’lláhs als Manifestation Gottes für die heutige Zeit abhängig gemacht werden. Darüber hinaus könnte es auch angemessen sein, die Quelle der Inspiration, die einem auf der Grundlage Seiner Lehren entwickelten Bildungsprogramm zugrunde liegt, nicht ausdrücklich zu erwähnen, wenn die Umstände dies erfordern. In diesem Sinne gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die die Freunde in Betracht ziehen können, wenn sie Bildungsmaterialien erstellen, die sich auf die Lehren und Grundsätze des Glaubens stützen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 11. Juni 2006, An einen GläubigenA

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Es ist zu erwarten, dass der Wunsch nach sozialem Handeln mit dem kollektiven Wandel einhergeht, der in einem Dorf oder einer Nachbarschaft einsetzt, wenn gemeinsame Andachten und Hausbesuche mit Aktivitäten zur geistigen Erziehung der Bevölkerung zu einem reichhaltigen Muster des Gemeindelebens verwoben werden. Soziales Handeln kann natürlich von sehr informellen Bemühungen von begrenzter Dauer bis hin zu sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprogrammen von hoher und anspruchsvoller Komplexität reichen, die von Bahá’í-inspirierten Nichtregierungsorganisationen gefördert werden – alle befassen sich mit der Anwendung der Lehren auf einen bestimmten Bedarf in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft und Umwelt.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 4. Januar 2009, An einen Nationalen Geistigen RatA

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In unserer Ridvan-Botschaft 2008 wiesen wir darauf hin, dass sich die Freunde im Verlauf ihrer Arbeit auf der Clusterebene mehr und mehr in das Leben der Gesellschaft hineingezogen sehen und dadurch herausgefordert werden würden, den Prozess des systematischen Lernens, in dem sie sich befinden, zu erweitern, so dass er eine größere Vielfalt menschlichen Strebens umfasst.

So wird das Gemeindeleben in jedem Cluster allmählich zu einem vielfarbigen Wandteppich, wenn gemeinsame Andachten, ergänzt durch Gespräche in der persönlichen Umgebung des Heims, verwoben werden mit Aktivitäten, die allen Mitgliedern der Bevölkerung – Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern – geistige Bildung vermitteln.

Das soziale Bewusstsein wird auf natürliche Weise gestärkt, wenn sich zum Beispiel zwischen Eltern lebhafte Gespräche über die Bestrebungen ihrer Kinder entwickeln und auf Grund der Initiative von Juniorjugendlichen Dienstprojekte hervorsprießen.

Wenn in einem Cluster einmal die menschlichen Ressourcen reichhaltig genug vorhanden sind und das Wachstumsmuster fest etabliert ist, dann kann, dann muss tatsächlich das Engagement der Gemeinde in der Gesellschaft zunehmen.

In diesem entscheidenden Moment in der Entfaltung des Planes, wo so viele Cluster sich solch einem Stadium nähern, scheint es angebracht, dass die Freunde überall darüber nachdenken, auf welche Weise ihre wachsenden, lebenssprühenden Gemeinden am besten zur Förderung des materiellen und geistigen Fortschritts der Gesellschaft beitragen können.

In dieser Hinsicht ist es hilfreich, sich zwei untereinander verbundene, sich gegenseitig verstärkende Gebiete von Aktivitäten vorzustellen: aktive Mitarbeit in der Gesellschaft und Teilnahme an vorherrschenden gesellschaftlichen Diskursen. … Soziales Handeln kann am besten als Spektrum beschrieben werden, denn es reicht von recht informellen Bemühungen von begrenzter Dauer, die von Einzelnen oder kleinen Gruppen von Freunden unternommen werden, bis zu Programmen sozio-ökonomischer Entwicklung mit einem hohen Grad an Komplexität und Differenzierung, die von Bahá’í-inspirierten Organisationen durchgeführt werden.

Unabhängig von ihrer Reichweite ist jede Art des sozialen Handelns darum bemüht, die Lehren und Prinzipien des Glaubens dahingehend anzuwenden, einen Aspekt des sozialen oder wirtschaftlichen Lebens einer Bevölkerung in wenn auch bescheidenem Maße zu verbessern.

Derartige Bemühungen zeichnen sich also durch ihr ausdrückliches Ziel aus, zusätzlich zur geistigen Wohlfahrt auch das materielle Wohlergehen der Bevölkerung zu verbessern.

Dass die Weltzivilisation, die nun am Horizont der Menschheit heraufdämmert, eine dynamische Kohärenz herstellen muss zwischen den materiellen und geistigen Bedürfnissen des Lebens, ist ein zentraler Punkt der Bahá’í-Lehren.

Es ist deutlich, dass dieses Ideal tiefgreifende Implikationen hat für die Art und Weise jeglicher sozialen Aktivität, die von Bahá’í unternommen wird, unabhängig von deren Umfang und Einflussbereich.

Wenn auch die Bedingungen von Land zu Land und vielleicht sogar von Cluster zu Cluster unterschiedlich sind, so dass sie bei den Freunden eine Vielfalt an Bemühungen hervorrufen, gibt es doch gewisse grundlegende Konzepte, die alle berücksichtigen sollten.

Das eine ist der zentrale Einfluss, den Wissen auf das soziale Leben ausübt.

Unwissenheit fortbestehen zu lassen ist die schlimmste Form der Unterdrückung; es verstärkt die vielen Mauern des Vorurteils, die als Barrieren vor der Verwirklichung der Einheit der Menschheit stehen – zugleich Ziel und Wirkungsprinzip von Bahá’u’lláhs Offenbarung.

Der Zugang zu Wissen ist das Recht eines jeden Menschen, und mitzuhelfen, Wissen zu generieren, anzuwenden und zu verbreiten ist eine Verantwortung, die alle schultern müssen in dem großen Unternehmen, eine blühende Weltzivilisation aufzubauen – wobei jeder seine oder ihre eigenen Talente und Fähigkeiten einsetzt.

Gerechtigkeit erfordert universelle Teilhabe.

Wenn also soziales Handeln auch das Beschaffen von Gütern und Dienstleistungen in irgendeiner Form bedeuten kann, so muss doch sein hauptsächliches Anliegen sein, innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe die Fähigkeit heranzubilden, an der Errichtung einer besseren Welt mitzuarbeiten.

Sozialer Wandel ist kein Projekt, das eine Gruppe von Leuten für das Wohl einer anderen Gruppe durchführt.

Umfang und Komplexität der sozialen Aktivitäten müssen so konzipiert sein, dass die menschlichen Ressourcen, die in einem Dorf oder einer Nachbarschaft vorhanden sind, imstande sind, das Projekt weiterzuführen.

Daher sollten die Bemühungen am besten klein beginnen und organisch wachsen, in dem Maße, wie sich die Kapazität innerhalb der Bevölkerung entwickelt.

Diese erhebt sich natürlich zu neuen Ebenen, wenn die Akteure des sozialen Wandels lernen, Teile von Bahá’u’lláhs Offenbarung, zusammen mit den Inhalten und Methoden der Wissenschaft, mit wachsender Effektivität auf ihre soziale Realität anzuwenden.

Und sie müssen lernen, diese Realität in einer Art zu interpretieren, die Seinen Lehren entspricht – indem sie in ihren Mitmenschen Edelsteine von unschätzbarem Wert sehen und die Wirkungen erkennen, die der doppelte Prozess von Integration und Desintegration auf Herzen und Seelen wie auch auf soziale Strukturen hat. … … Weiter reichende Beteiligung am Leben der Gesellschaft sollte nicht voreilig gesucht werden. Sie wird auf natürliche Weise kommen, wenn die Freunde in jedem Cluster weiterhin die Vorgaben des Planes durch einen Prozess von Aktion, Reflektion, Beratung und Studium anwenden und daraus resultierend lernen. Die Beteiligung am Leben der Gesellschaft wird gedeihen, wenn die Fähigkeit der Gemeinde, ihr eigenes Wachstum zu fördern und ihre Lebenskraft beizubehalten, allmählich wächst. Je mehr diese Beteiligung sich auf Elemente des konzeptuellen Rahmenwerks bezieht, das die gegenwärtige Serie von globalen Plänen steuert, desto deutlicher wird ihre Kohärenz mit den Bemühungen, die Gemeinde zu erweitern und zu festigen. Und sie wird die Bewegung von Bevölkerungsgruppen hin zu Bahá’u’lláhs Vision einer blühenden und friedlichen Weltzivilisation in dem Maße fördern, indem sie diese Elemente in kreativer Weise auf neue Gebiete des Lernens anwendet.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2010, An die Bahá’í der WeltA

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Während Ausbreitung und Festigung im Laufe des letzten Jahres stetig fortgeschritten sind, haben sich – häufig parallel verlaufend – andere wichtige Aktivitätsfelder ebenfalls vorwärtsbewegt.

Ein herausragendes Beispiel hierfür sind die in einigen Dörfern und Nachbarschaften erkennbaren Fortschritte auf der Ebene der Kultur, die zu einem nicht geringen Anteil darauf beruhen, was von der Bahá’í-Beteiligung an gesellschaftlichem Handeln gelernt wird.

Unser Büro für soziale und wirtschaftliche Entwicklung erstellte vor Kurzem ein Dokument, das die Essenz der 30 Jahre an Erfahrung zusammenfasst, die sich auf diesem Gebiet seit der Errichtung dieses Büros am Bahá’í-Weltzentrum angesammelt hat.

Unter den darin erwähnten Beobachtungen ist die, dass Bemühungen, sich in gesellschaftlichem Handeln zu engagieren, einen entscheidenden Impuls durch das Trainingsinstitut bekommen.

Dies geschieht nicht nur durch die Zunahme der menschlichen Ressourcen, die es fördert.

Die geistigen Einsichten, Qualitäten und Fähigkeiten, die durch den Institutsprozess kultiviert werden, haben sich als genauso entscheidend für die Teilnahme an gesellschaftlichem Handeln erwiesen, wie sie es für den Beitrag zum Wachstumsprozess sind.

Weiterhin wird erklärt, wie die unterschiedlich ausgeprägten Handlungsfelder der Bahá’í-Gemeinde durch ein gemeinsames, sich entfaltendes konzeptionelles Rahmenwerk gesteuert werden, das sich aus wechselseitig verstärkenden Elementen zusammensetzt, obgleich diese vielfältige Ausdrucksformen in verschiedenen Handlungsbereichen annehmen.

Das Dokument, das wir beschrieben haben, wurde vor Kurzem den Nationalen Geistigen Räten zugestellt, und wir laden diese ein, gemeinsam mit den Beratern zu prüfen, wie die dort erforschten Konzepte helfen können, bestehende Bemühungen gesellschaftlichen Handelns, die unter ihrer Schirmherrschaft durchgeführt werden, zu verstärken und das Bewusstsein für diese bedeutsame Dimension von Bahá’í-Unternehmungen zu heben.

Dies sollte nicht als ein allgemeiner Aufruf für weitgestreute Aktivität auf diesem Gebiet interpretiert werden – das Hervortreten gesellschaftlichen Handelns geschieht in natürlicher Weise, während eine wachsende Gemeinde an Stärke gewinnt –, aber es ist an der Zeit, dass die Freunde tiefer über die Implikationen ihrer Anstrengungen für die Wandlung der Gesellschaft nachdenken.

Der Aufschwung des Lernens, der sich auf diesem Feld ereignet, stellt das Büro für soziale und wirtschaftliche Entwicklung vor wachsende Herausforderungen, und so werden Schritte unternommen, um sicherzustellen, dass sich seine Funktionsweise in dem entsprechenden Maße weiterentwickelt.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2013, An die Bahá’í der WeltA

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In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass in Gemeinden, in denen der Schwerpunkt auf den Elementen des Fünfjahresplans zum Aufbau von Kapazität lag, die Fähigkeit der Freunde, sich sozial zu engagieren, erheblich zugenommen hat. Folglich täten Sie gut daran, die Freunde zu ermutigen, in ihren Bemühungen um die Stärkung des Trainingsinstituts und der Aktivitäten des Plans beharrlich zu bleiben, denn darin liegt der Schlüssel zur Vervielfachung Ihrer Mitglieder und zur Schaffung einer lebendigen, geeinten und liebevollen Gemeinde. Je weiter sie auf diesem Weg voranschreiten, desto mehr werden sie in der Lage sein, konkret zur Lösung der Probleme beizutragen, mit denen die Menschen an der Basis in großen und kleinen Städten, in Nachbarschaften und Dörfern konfrontiert sind.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 1. Oktober 2015, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Aus dieser Zunahme sowohl der Ressourcen wie auch des Bewusstseins für die Auswirkungen der Offenbarung auf das Leben einer Bevölkerung ergeben sich ganz natürlich erste Regungen gesellschaftlichen Handelns.

Nicht selten entstehen Initiativen dieser Art organisch aus dem Programm zur geistigen Befähigung der Juniorjugend oder werden durch Beratungen über örtliche Bedingungen angeregt, die bei Gemeindetreffen aufkommen.

Die Formen, die solche Bemühungen annehmen können, sind vielfältig und umfassen beispielsweise Hausaufgabenhilfe für Kinder, Projekte zur Verbesserung der äußeren Umgebung, sowie Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und Verhütung von Krankheiten.

Einige Initiativen werden nachhaltig und wachsen nach und nach.

Die vermehrte Sorge um die angemessene Bildung und Erziehung der Kinder sowie das Bewusstsein für deren Bedeutung, die sich ganz natürlich aus dem Studium des Institutsmaterials ergeben, haben an verschiedenen Orten zur Gründung einer Gemeindeschule an der Basis geführt.

Gelegentlich können die Bemühungen der Freunde bedeutend verstärkt werden durch die Arbeit einer etablierten Bahá’í-inspirierten Organisation, die in der nahen Umgebung tätig ist.

Wie bescheiden ein solches Beispiel gesellschaftlichen Handelns auch am Anfang sein mag, ist es doch ein Zeichen dafür, dass eine Bevölkerung in sich eine wesentliche Fähigkeit kultiviert, eine, die unendliches Potenzial und Bedeutung für die vor uns liegenden Jahrhunderte besitzt: zu lernen, wie man die Offenbarung auf die vielfältigen Dimensionen des sozialen Miteinanders anwendet.

Alle derartigen Initiativen dienen auch dazu, die Teilnahme an den vorherrschenden gesellschaftlichen Diskursen auf individueller und kollektiver Ebene zu bereichern.

Wie erwartet, werden die Freunde weiter in das Leben der Gesellschaft hineingezogen – eine Entwicklung, die von Anfang an zum Handlungsmuster in einem Cluster gehört, jetzt aber viel stärker ausgeprägt ist.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 29.

Dezember 2015, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

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Im Allgemeinen beginnen Bahá’í-Entwicklungsprojekte an der Basis und werden in der Anfangsphase durch örtlich verfügbare personelle und finanzielle Ressourcen getragen. Werden solche Projekte zu früh in einem Cluster eingeführt, besteht die Gefahr, dass die Kräfte der Freunde, die in erster Linie den Ausbreitungs- und Festigungsprozess vorantreiben sollen, abgelenkt und zerstreut werden. In dieser Hinsicht hat die Erfahrung gezeigt, dass Gemeindeschulen, wie auch andere Bemühungen sozialen Handelns, sich als nachhaltiger erweisen, wenn sie in Orten mit einem starken Institutsprozess entstehen – eine natürliche Erweiterung der laufenden gemeindebildenden Aktivitäten. In diesen Orten werden die Voraussetzungen für die Gründung einer Schule gefördert, indem immer mehr Menschen an den Hauptkursen des Instituts teilnehmen, was dazu dient, immer mehr Menschen mit den Eigenschaften, Einstellungen und Fertigkeiten auszustatten, die erforderlich sind, um zu Prozessen des geistigen und materiellen Wandels beizutragen. Wenn Bemühungen zur Vervielfachung und Stärkung von Kinderklassen und Juniorjugend-Gruppen das Verantwortungsgefühl einer Gemeinde für die Erziehung der jüngeren Generation fördern, führen sie zu einer Steigerung der kollektiven Fähigkeit, noch komplexere Vorhaben umzusetzen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 9. April 2017, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Während sich die Arbeit der Gemeindebildung intensiviert, nutzen die Freunde ihre neuentwickelten Fähigkeiten dazu, die Bedingungen in der sie umgebenden Gesellschaft zu verbessern, wobei ihre Begeisterung durch das Studium der göttlichen Lehren entfacht wird. Die Anzahl von Projekten kurzer Dauer ist rasch gestiegen, formelle Angebote haben ihre Reichweite vergrößert, und es gibt jetzt mehr Bahá’í-inspirierte Entwicklungsorganisationen, die sich mit Bildung und Erziehung, Gesundheit, Landwirtschaft und anderen Bereichen beschäftigen. Aus der hierdurch bewirkten Wandlung, die im individuellen und kollektiven Leben der Menschen sichtbar ist, lassen sich unmissverständlich die ersten Regungen der gesellschaftsbildenden Kraft der Sache Bahá’u’lláhs erkennen. Kein Wunder also, dass derartige Beispiele sozialen Handelns – seien sie einfach oder komplex, zeitlich begrenzt oder von langer Dauer – die Büros der Internationalen Bahá’í-Gemeinde immer stärker in ihren Bemühungen inspirieren, zu den vorherrschenden Diskursen der Gesellschaft beizutragen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2018, An die Bahá’í der WeltA

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Während der Amtszeit ‘Abdu’l-Bahás und Shoghi Effendis war die erste hinreichend große Gemeinde, die damit beginnen konnte, Bahá’u’lláhs Lehren systematisch anzuwenden, um materiellen und geistigen Fortschritt zu vereinen, die der Gläubigen in der Wiege des Glaubens.

Der ständige Strom der Führung aus dem Heiligen Land hat es den Bahá’í im Iran ermöglicht, im Laufe von nur ein oder zwei Generationen enorme Fortschritte zu machen und einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung ihrer Nation zu leisten.

Ein Netzwerk von Schulen florierte, die ethisch-moralische Erziehung und akademische Bildung anboten, und dies auch für Mädchen.

Analphabetismus wurde in der Bahá’í-Gemeinde praktisch beseitigt.

Wohltätige Einrichtungen wurden gegründet.

Vorurteile zwischen ethnischen und religiösen Gruppen, die in der Gesellschaft ständig aufflammten, wurden in der liebevollen Umarmung der Gemeinde ausgelöscht.

Dörfer zeichneten sich durch ihre Sauberkeit, ihre Ordnung und ihre Fortschrittlichkeit aus.

Und Gläubige aus diesem Land waren maßgeblich daran beteiligt, in einem anderen Land den ersten Mashriqu’l-Adhkár zu errichten mit den zugehörigen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, »den Leidenden Linderung, den Armen Unterhalt, den Reisenden Zuflucht, den Hinterbliebenen Trost und den Unwissenden Erziehung« zu gewähren.

Im Laufe der Zeit wurden solche Bemühungen durch vereinzelte Initiativen anderer Bahá’í-Gemeinden in verschiedenen Teilen der Welt ergänzt.

Wie Shoghi Effendi einer Gemeinde gegenüber anmerkte, war jedoch die Anzahl der Gläubigen noch zu gering, um eine deutliche Veränderung in der Gesellschaft zu bewirken.

Und über mehr als die Hälfte des ersten Jahrhunderts des Gestaltenden Zeitalters wurden die Gläubigen dazu ermutigt, ihre Kräfte auf die Ausbreitung des Glaubens zu konzentrieren, da diese Aufgabe – in der Tat ihre vorrangige geistige Pflicht – nur die Bahá’í erfüllen konnten, was sie auf die Zeit vorbereitete, zu der sie sich unmittelbarer der Probleme der Menschheit würden annehmen können. Vor fünfunddreißig Jahren schufen Umstände sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gemeinde neue Möglichkeiten, sich stärker in das gesellschaftliche Leben einzubringen.

Der Glaube hatte sich bis zu einer Stufe entwickelt, auf der es nötig war, die Prozesse der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in die regelmäßigen Gemeindeaktivitäten einzubeziehen.

Und im Oktober 1983 forderten wir die Bahá’í der Welt auf, dieses neue Betätigungsfeld zu betreten.

Das Büro für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung wurde im Bahá’í-Weltzentrum eingerichtet, um uns bei der Förderung und Koordinierung der Aktivitäten der Freunde weltweit zu unterstützen.

Bahá’í-Aktivitäten für soziale und wirtschaftliche Entwicklung – in allen Komplexitätsstufen – gingen damals in die Hunderte.

Heute sind es Zehntausende, darunter Hunderte von nachhaltigen Projekten wie Schulen und viele Entwicklungsorganisationen.

Das breite Spektrum aktueller Aktivitäten in Dörfern und Nachbarschaften bis hin zu Regionen und Nationen umfasst Bemühungen, bei denen Herausforderungen unterschiedlichster Art angegangen werden, darunter die allgemeine Bildung von der Vorschule bis zur Universität, Alphabetisierung, Gesundheit, Umwelt, Unterstützung von Geflüchteten, Frauenförderung, die Freisetzung des Potenzials von Juniorjugendlichen, die Beseitigung von Rassenvorurteilen, Landwirtschaft, lokale Wirtschaft und Dorfentwicklung.

Die gesellschaftsbildende Kraft der Sache Bahá’u’lláhs kommt als Folge der Beschleunigung des Ausbreitungs- und Festigungsprozesses nun im gemeinschaftlichen Leben der Freunde systematischer zum Ausdruck, insbesondere in weiter fortgeschrittenen Clustern.

Darüber hinaus bringen natürlich zahllose Gläubige durch ihre beruflichen und ehrenamtlichen Bemühungen ihre Tatkraft und ihre Erkenntnisse in Projekte und Organisationen ein, die sich dem Gemeinwohl widmen. Erneut stellen wir nun fest, dass Kräfte innerhalb wie außerhalb des Glaubens eine neue Phase in der Arbeit für soziale und wirtschaftliche Entwicklung in der Bahá’í-Welt ermöglicht haben. Daher freuen wir uns, zu diesem heiligen Anlass – dem Begehen der Zwillingsfeiertage – bekanntzugeben, dass das Büro für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung nun in einer neuen, im Weltzentrum gegründeten weltweiten Institution, der Bahá’í International Development Organization, aufgeht. In Ergänzung dazu wird ein Bahá’í-Entwicklungsfonds eingerichtet werden, auf den die neue Organisation wird zurückgreifen können, um lange bestehende und neu entstehende Entwicklungsbemühungen weltweit zu fördern. Er wird vom Haus der Gerechtigkeit unterstützt werden, und sowohl Einzelpersonen als auch Institutionen können für diesen Fonds spenden.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 9. November 2018, An die Bahá’í der WeltA

Gemeindeentwicklung und die Bewegung von Bevölkerungsgruppen

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O Volk der Welt! Bauet Andachtshäuser in allen Landen im Namen dessen, der der Herr aller Religionen ist. Macht sie so vollkommen, wie es in der Welt des Seins möglich ist, und schmückt sie mit dem, was ihnen gebührt, nicht aber mit Bildern und Skulpturen. Sodann feiert darin in Freude und Heiterkeit den Lobpreis eures Herrn, des Allbarmherzigen. Wahrlich, Sein Gedenken erheitert das Auge und füllt das Herz mit Licht.Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 4:31A

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Ebenso sind alle Glieder der menschlichen Familie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, in steigendem Maße voneinander abhängig geworden. Keiner kann mehr in Selbstgenügsamkeit leben, weil politische Bindungen alle Völker und Nationen vereinen, die Bande des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft und des Bildungswesens Tag für Tag stärker werden. Folglich ist die Einheit der ganzen Menschheit heutzutage erreichbar geworden.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 15:6A

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Obwohl der Mashriqu’l-Adhkár, äußerlich betrachtet, ein stoffliches Gefüge ist, hat er geistige Wirkung. Er schmiedet Bande der Einheit von Herz zu Herz; er ist ein Sammelpunkt für die Menschenseelen. Jede Stadt, wo in den Tagen der Manifestation ein Tempel errichtet ward, hat Sicherheit, Beständigkeit und Frieden verbreitet; denn diese Gebäude waren der immerwährenden Verherrlichung Gottes geweiht, und nur im Gedenken Gottes kann das Herz Ruhe finden. Gütiger Gott! Der Bau des Hauses der Andacht hat gewaltigen Einfluss auf jeden Lebensabschnitt. Erfahrungen im Osten haben dies zur Tatsache gemacht. Selbst wenn in einem kleinen Dorf ein Haus zum Mashriqu’l-Adhkár bestimmt wurde, brachte es eine deutliche Wirkung hervor. Wieviel größer ist der Einfluss, wenn ein Mashriqu’l-Adhkár eigens erbaut wird!‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 60:1A

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Der Mashriqu’l-Adhkár ist eine der wichtigsten Institutionen auf der Welt. Er hat viele ergänzende Einrichtungen. Zwar ist er ein Haus der Andacht, ihm sind aber ein Krankenhaus, eine Apotheke, ein Hospiz für Reisende, eine Schule für Waisen und eine Universität für fortgeschrittene Studien angeschlossen. Zu jedem Mashriqu’l-Adhkár gehören diese fünf Dinge. Es ist meine Hoffnung, dass in Amerika jetzt der Mashriqu’l-Adhkár errichtet werde und dass dann allmählich das Krankenhaus, die Schule, die Universität, die Apotheke und das Hospiz folgen werden, alle nach dem wirksamsten, zweckmäßigsten Verfahren arbeitend. Macht dies alles unter den Geliebten des Herrn bekannt, so dass sie verstehen, wie überragend groß die Bedeutung dieses »Aufgangsortes des Gedenkens Gottes« ist. Der Tempel ist nicht nur ein Ort der Anbetung. Er ist vielmehr in jeder Hinsicht ein umfassendes Ganzes.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 64:1A

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Die Grundlage des Lebens und des Seins ist Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung; wenn hingegen Hilfe und Beistand aufhören, verursacht dies Vernichtung und Verfall. Je höher das Reich des Seins, desto stärker und lebenswichtiger wird diese schwerwiegende Frage der Zusammenarbeit und Unterstützung. In der Menschenwelt haben daher Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung einen höheren Grad an Vollständigkeit und Vollkommenheit erreicht als in anderen Bereichen des Seins – und das so sehr, dass das Leben der Menschheit völlig von diesem Prinzip abhängt. Besonders unter den Freunden Gottes muss diese feste Grundlage so gestärkt werden, dass jeder Mensch dem anderen in allen Angelegenheiten helfen kann, sei es in Bezug auf geistige Wirklichkeiten und innere Wahrheiten oder auf materielle und physische Aspekte des Lebens. Dies gilt vor allem für die Gründung öffentlicher Einrichtungen, die allen Menschen zugutekommen, und insbesondere für den Mashriqu’l-Adhkár, der die größte göttliche Stiftung darstellt.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Die Pflichten der Mitglieder jener Geistigen Räte, die sich mit dem Lehren der Sache Gottes in den Ländern des Ostens befassen, wurden in den heiligen Schriften deutlich verankert. Diese gebieten ihnen, für die Besserung der Sitten und die Verbreitung von Gelehrsamkeit zu arbeiten, sich um das Ausrotten von Unwissenheit und Unaufgeklärtheit zu bemühen, Vorurteile auszumerzen und der Grundlage wahren Glaubens in Herz und Verstand der Menschen neue Kraft zu geben, danach zu trachten, Selbstvertrauen und das Vermeiden blinder Nachahmung zu entwickeln, das Ziel zu verfolgen, die wirksame Erledigung ihrer Angelegenheiten zu steigern und in allen Lebenslagen auf Reinheit und Vornehmheit zu achten, ihr Festhalten an Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit zu zeigen sowie ihre Fähigkeit, sich offen, mutig und entschlossen zu verhalten. Sie verlangen ebenso von ihnen, der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung ihre Unterstützung zu gewähren, das Fundament für gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit zu festigen, die Emanzipation und den Fortschritt der Frauen zu fördern und für die allgemeine Schulpflicht für beide Geschlechter zu sorgen, zum Anwenden des Beratungsprinzips in allen Gesellschaftsschichten zu ermutigen und im gesamten Geschäftsverkehr einem Maßstab peinlich genauer Ehrlichkeit treu zu bleiben.Shoghi Effendi, Brief vom 30. Januar 1926, An die örtlichen Geistigen Räte des Ostens – übersetzt aus dem PersischenA

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Gegenwärtig gibt es viele Dörfer in Indien, auf den Philippinen, in Afrika, Lateinamerika usw., in denen die Bahá’í die Mehrheit oder sogar die gesamte Einwohnerschaft des Dorfes bilden. Eines der Ziele des Fünfjahresplans ist, wie Sie sich erinnern werden, die Entwicklung der Merkmale des Bahá’í-Gemeindelebens, und der Fokus liegt vor allem auf solchen Dörfern. Die Örtlichen Geistigen Räte solcher Dörfer müssen den Umfang ihrer Aktivitäten schrittweise erweitern, nicht nur, um jeden Aspekt des geistigen Lebens der Gläubigen in ihrem Zuständigkeitsbereich zu entwickeln, sondern auch, um durch Bahá’í-Beratung und durch Bahá’í-Prinzipien wie Harmonie zwischen Wissenschaft und Religion, die Bedeutung von Bildung, sowie Arbeit als einer Form des Gottesdienstes, die Standards der Landwirtschaft und andere Fertigkeiten im Leben der Menschen zu fördern. Dazu werden sie die Unterstützung von Bahá’í-Experten aus anderen Ländern benötigen. Dies ist ein großes Unterfangen, das jetzt schrittweise in Angriff genommen wird, wo und wann immer es möglich ist.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 27. Juli 1976, An einen GläubigenA

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Wenn die Bahá’í-Gemeinde in einem Dorf einen erheblichen Anteil der Einwohner ausmacht, hat sie vielfältige Möglichkeiten, Vorbild und Ansporn zu sein, um durch geeignete Mittel die Lebensqualität im Dorf zu verbessern. Zu den möglichen Initiativen gehören Maßnahmen zur Förderung der Kindererziehung, der Alphabetisierung von Erwachsenen und der Ausbildung von Frauen, damit sie ihre Verantwortung als Mütter besser wahrnehmen und eine größere Rolle im administrativen und sozialen Leben des Dorfes spielen können; die Ermutigung der Dorfbewohner, sich ungeachtet ihrer unterschiedlichen religiösen Überzeugungen zu gemeinsamen Andachten, vielleicht am frühen Morgen, zusammenzufinden; die Unterstützung der Bemühungen zur Verbesserung von Hygiene und Gesundheit des Dorfes, einschließlich der Aufmerksamkeit auf die Bereitstellung von reinem Wasser, die Erhaltung der Sauberkeit in der dörflichen Umgebung und die Aufklärung über die schädlichen Wirkungen von Betäubungsmitteln und berauschenden Substanzen. Zweifellos werden sich der Bahá’í-Gemeinde im Dorf und ihrem Örtlichen Geistigen Rat noch weitere Möglichkeiten bieten.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 25. Juli 1988, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Eine Gemeinde ist natürlich mehr als nur die Summe ihrer Mitglieder; sie ist eine umfassende Einheit der menschlichen Gesellschaft, die sich aus Einzelnen, Familien und Institutionen zusammensetzt, die mit einer gemeinsamen Absicht zum Wohl der Menschen innerhalb und außerhalb ihrer eigenen Grenzen zusammenarbeiten; sie besteht aus einer Vielfalt von interagierenden Teilnehmern, die in einer ständigen Suche nach geistigem und sozialem Fortschritt eine Einheit herstellen. Da die Bahá’í überall erst am Beginn des Prozesses der Gemeindebildung stehen, müssen auf diese vordringliche Aufgabe enorme Anstrengungen verwendet werden. In einer früheren Botschaft haben wir schon darauf hingewiesen, dass das Aufblühen der Gemeinde vor allem auf örtlicher Ebene eine entscheidende Verbesserung der Verhaltensweisen erfordert: jener Verhaltensweisen, durch die der kollektive Ausdruck der Tugenden der einzelnen Mitglieder und die Funktionsweise der Geistigen Räte sich in der Einheit und Freundschaft innerhalb der Gemeinde und in der Dynamik ihrer Aktivitäten und ihres Wachstums zeigen. Das erfordert die Integration der sie bildenden Elemente – Erwachsene, Jugendliche, Kinder – in geistige, soziale, erzieherische und administrative Aktivitäten und ihre Beteiligung an örtlichen Lehr- und Entwicklungsplänen. Dazu gehören ein kollektiver Wille und die Ausrichtung auf das Ziel, den Geistigen Rat durch jährliche Wahlen fortbestehen zu lassen. Es schließt die Ausübung gemeinsamer Andachten ein. Daher ist es für das geistige Leben der Gemeinde wesentlich, dass die Freunde regelmäßige Andachtsversammlungen abhalten, in örtlichen Bahá’í-Zentren – dort, wo sie zur Verfügung stehen – oder anderswo, die Wohnungen der Freunde inbegriffen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 1996, An die Bahá’í der WeltA

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Wird das Handlungsmuster, das mit einem intensiven Wachstumsprogramm einhergeht, in einem ländlichen Cluster gerade erst etabliert – einem Cluster, das aus Dörfern und vielleicht einer oder zwei Kleinstädten besteht –, so beschränken sich die Bemühungen der Freunde, wie Sie wissen, oft auf einige wenige Orte. Einmal etabliert, kann dieses Muster jedoch rasch in einem Dorf nach dem anderen umgesetzt werden, so wie es in unserer diesjährigen Riḍván-Botschaft beschrieben wurde. Schon bald entsteht in jeder Ortschaft ein Geistiger Rat; dessen stetige Entwicklung folgt entlang einer Bahn, die parallel und eng verbunden mit dem sich in dem Dorf gerade entfaltenden Wachstumsprozess verläuft; und ähnlich der Entwicklung anderer Facetten dieses Prozesses, kann die Entwicklung des Geistigen Rates am besten als Aufbau von Kapazitäten verstanden werden. Was als erstes geschehen sollte, ist relativ einfach:

Das individuelle Bewusstsein des Wachstumsprozesses, der im Dorf an Schwungkraft zunimmt, entspringt der persönlichen Beteiligung eines jeden Mitglieds in den Kernaktivitäten.

Es muss zu einem kollektiven Bewusstsein verschmelzen, das sowohl die Art der Wandlung erkennt, die im Gange ist, wie auch die Verpflichtung des Geistigen Rates, sie zu fördern.

Zweifellos muss auf gewisse grundlegende administrative Aufgaben geachtet werden – zum Beispiel einigermaßen regelmäßige Treffen, das Abhalten des Neunzehntagefestes und das Begehen der Feiertage, die Errichtung eines örtlichen Fonds und jährliche Wahlen in Einklang mit den Bahá’í-Prinzipien.

Dennoch sollte es nicht schwierig sein, dass der Geistige Rat – zeitgleich mit diesen Bemühungen und ermutigt durch einen Assistenten des Hilfsamts – als Körperschaft beginnt, über ein oder zwei Themen zu beraten, die auf das Leben der Gemeinde unmittelbaren Einfluss haben: wie der Charakter der Andacht im Dorf gestärkt werden kann durch die Bemühungen von Einzelnen, die den ersten Institutskurs abgeschlossen haben; wie die geistige Erziehung der Kinder sichergestellt werden kann durch Lehrer, die vom Institut ausgebildet worden sind; wie das Potenzial der Juniorjugendlichen zum Tragen kommt durch die Programme für ihre geistige Befähigung; wie das geistige und soziale Gefüge der Gemeinde gefestigt wird, indem die Freunde einander zu Hause besuchen.

Indem der Geistige Rat über solch fassbare Anliegen berät und lernt, den Wachstumsprozess liebevoll und geduldig zu nähren, festigt sich seine Beziehung zum Clusterlehrausschuss und zum Trainingsinstitut in einem gemeinsamen Ziel.

Was jedoch noch wichtiger ist, er wird beginnen, die Grundlagen dafür zu legen, auf denen jene – wie sie der geliebte Hüter in vielen seiner Botschaften beschreibt – einzigartig liebevolle und rückhaltlos unterstützende Beziehung errichtet werden kann, die ein Geistiger Rat mit dem einzelnen Gläubigen aufbauen sollte. Lernen, über spezifische Fragen im Zusammenhang mit dem globalen Plan zu beraten, ist wesentlich. Jedoch stellt dies offensichtlich nur eine Dimension in dem Prozess des Aufbaus von Kapazitäten dar, in den sich der Geistige Rat begeben muss. Für seine stetige Entwicklung ist es von äußerster Wichtigkeit, dass er an der Ermahnung ‘Abdu’l-Bahás festhält: »Diskussionen müssen auf geistige Angelegenheiten beschränkt bleiben, die sich auf die Erziehung der Seelen beziehen, auf die Bildung der Kinder, Hilfe für die Armen, Unterstützung der Schwachen aller Gesellschaftsschichten in der Welt, Freundlichkeit allen Menschen gegenüber, die Verbreitung der göttlichen Düfte und die Erhöhung Seines Heiligen Wortes.« Sein beständiges Voranschreiten erfordert eine unbeugsame Verpflichtung, die besten Interessen der Gemeinde zu fördern, und Wachsamkeit darin, den Wachstumsprozess gegen die Kräfte moralischen Verfalls zu schützen, der ihn zum Stillstand zu bringen droht. Sein nachhaltiger Fortschritt verlangt ein Verantwortungsgefühl, das über den Kreis von Freunden und Familien hinausgeht, die in den Kernaktivitäten tätig sind, um die gesamte Bevölkerung des Dorfes mit einzubeziehen. Und was sein allmähliches Reifen aufrechterhält, ist der unerschütterliche Glaube an ‘Abdu’l-Bahás Versicherung, dass Er jeden Geistigen Rat in der Umarmung Seiner Sorge und Seines Schutzes halten wird. Verbunden mit dieser Stärkung des kollektiven Bewusstseins ist die wachsende Fähigkeit des Geistigen Rates, sowohl finanzielle wie andere Ressourcen richtig einzuschätzen und einzusetzen, sowohl um Gemeindeaktivitäten zu unterstützen als auch um seine administrativen Aufgaben zu erfüllen. Letztere können rechtzeitig wohlüberlegte Ernennungen von Komitees und die Unterhaltung von einfachen Räumlichkeiten für die Ausübung seiner Amtsgeschäfte einschließen. Nicht weniger lebenswichtig ist seine Fähigkeit, ein Umfeld zu schaffen, das die Beteiligung einer großen Anzahl von Menschen am vereinten Handeln fördert, und sicherstellt, dass deren Energien und Talente zum Fortschritt beitragen. In jeder Hinsicht wird das geistige Wohlergehen der Gemeinde für den Geistigen Rat an erster Stelle stehen. Und wenn unvermeidliche Probleme auftauchen, sei es in Bezug auf eine Aktivität oder unter Einzelnen, werden sie von einem örtlichen Geistigen Rat behandelt, der das uneingeschränkte Vertrauen der Gemeindemitglieder gewonnen hat, so dass sich alle ganz natürlich um Hilfe an ihn wenden. Dies bedeutet, dass der Rat aus Erfahrung gelernt hat, wie er den Gläubigen helfen kann, das Spaltende einer parteiischen Denkweise zu überwinden, wie er die Samen der Einheit selbst in höchst komplizierten und dornigen Situationen finden kann, und wie er die Gläubigen geduldig und liebevoll fördern und dabei zu allen Zeiten die Fahne der Gerechtigkeit hochhalten kann. Wir haben es bereits in der Vergangenheit erwähnt: Indem die Gemeinde zahlenmäßig sowie an Fähigkeit wächst, ihre Vitalität zu erhalten, werden die Freunde weiter in das Leben der Gesellschaft hineingezogen. Sie werden sich gefordert sehen, die Herangehensweisen zu nutzen, die sie entwickelt haben, um auf eine zunehmende Bandbreite von Fragestellungen einzugehen, die ihr Dorf betreffen. Die Frage der Kohärenz, so überaus wichtig für das bisher erreichte Wachstum und so grundlegend für den sich entfaltenden Handlungsrahmen des Plans, nimmt nun neue Dimensionen an. Vieles wird dem Geistigen Rat zufallen, nicht als Ausführer von Projekten, sondern als die Stimme moralischer Autorität. Er muss sicherstellen, dass bei dem Bestreben der Freunde, die Lehren des Glaubens anzuwenden, um die Verhältnisse durch einen Prozess von Handlung, Reflexion und Beratung zu verbessern, die Integrität ihrer Bemühungen nicht gefährdet wird. Unsere Riḍván-Botschaft beschreibt einige der Merkmale sozialen Handelns an der Basis und die Bedingungen, die es erfüllen muss.

Bemühungen in einem Dorf werden meist in kleinem Rahmen beginnen, vielleicht indem Gruppen von Freunden entstehen, die sich jeweils mit einem spezifischen sozialen oder wirtschaftlichen Bedarf befassen, der von ihnen ermittelt wurde, und jeweils eine einfache Auswahl geeigneter Handlungsschritte verfolgen.

Die Beratung beim Neunzehntagefest schafft einen Raum, in dem das wachsende Bewusstsein für soziales Handeln der Gemeinde konstruktiven Ausdruck findet.

Gleich welcher Art die unternommenen Aktivitäten sind – der Geistige Rat muss potenzielle Fallen erkennen und den Freunden, wenn nötig, helfen, sie zu umgehen: die Verlockungen allzu ehrgeiziger Projekte, die Energien verbrauchen und sich am Ende als unhaltbar erweisen; die Versuchung, Fördermittel zu beantragen, welche das Abweichen von Bahá’í-Prinzipien erfordern würden; die Versprechen irreführend verpackter Technologien, die dem Dorf sein kulturelles Erbe nehmen und zu Fragmentierung und Missklang führen würden.

Auf die Dauer werden die Stärke des Institutsprozesses im Dorf und die verbesserten Fähigkeiten, die er bei den Teilnehmern gefördert hat, die Freunde möglicherweise dazu befähigen, Methoden und Programme zu nutzen, die sich als wirksam erwiesen haben, die von der einen oder anderen Bahá’í-inspirierten Organisation entwickelt und auf Anregung und mit Hilfe unseres Büros für soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Cluster eingeführt wurden.

Zudem muss der Geistige Rat lernen, mit sozialen und politischen Strukturen vor Ort zu interagieren und so das Bewusstsein der Präsenz des Glaubens und dessen Einfluss auf den Fortschritt des Dorfes allmählich zu heben. Was in den vorhergehenden Absätzen skizziert wurde, stellt lediglich einige der Eigenschaften dar, die Geistige Räte in den vielen Dörfern der Welt allmählich entwickeln werden, um die Bedürfnisse von Gemeinden, die immer größere Zahlen in ihrer Mitte aufnehmen, erfüllen zu können. In dem Maße, wie sie ihre verborgenen Kapazitäten und Kräfte zunehmend freisetzen, werden ihre Mitglieder von den Bewohnern jedes Dorfes allmählich als »Treuhänder des Barmherzigen unter den Menschen« angesehen werden. So werden diese Räte zu »strahlenden Leuchten und himmlischen Gärten, aus denen die Düfte der Heiligkeit über alle Regionen wehen und die Leuchten der Erkenntnis über alles Erschaffene strahlen. Von ihnen strömt der Geist des Lebens nach allen Richtungen.«Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 28. Dezember 2010, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

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In dieser Landschaft florierender Aktivitäten verdient eine Aussicht besondere Erwähnung.

In der Botschaft, die wir vor drei Jahren an Sie gerichtet haben, äußerten wir die Hoffnung, dass in Clustern, in denen ein intensives Wachstumsprogramm im Gang ist, die Freunde sich bemühen werden, mehr über die Wege der Gemeindebildung zu lernen, indem sie Zentren intensiver Aktivität in Nachbarschaften und Dörfern entwickeln.

Unsere Hoffnungen wurden übertroffen, weil sogar in Clustern, wo das Wachstumsprogramm noch keine Intensität erlangt hat, die Bemühungen einiger Weniger, Kernaktivitäten unter den Bewohnern kleiner Gebiete zu initiieren, sich immer wieder als wirksam erwiesen haben.

Im Grunde steht bei dieser Herangehensweise die Antwort auf Bahá’u’lláhs Botschaft seitens Bevölkerungsgruppen, die für die durch Seine Offenbarung geförderte geistige Wandlung bereit sind, im Mittelpunkt.

Durch die Teilnahme am Erziehungsprozess, der durch das Trainingsinstitut gefördert wird, werden sie motiviert, die Erstarrung und Gleichgültigkeit, die ihnen durch die gesellschaftlichen Kräfte eingeimpft werden, zurückzuweisen und stattdessen Handlungsmuster zu verfolgen, die sich als lebensverändernd erweisen.

Da, wo diese Herangehensweise in einer Nachbarschaft oder einem Dorf einige Jahre weiterentwickelt wurde und die Freunde ihren Fokus beibehalten haben, werden allmählich, aber unverkennbar, bemerkenswerte Ergebnisse offenkundig.

Die Jugend wird ermächtigt, Verantwortung für die Entwicklung derjenigen in ihrer Umgebung zu übernehmen, die jünger sind als sie selbst.

Die älteren Generationen begrüßen die Beiträge der Jugend zu bedeutsamen Diskussionen über die Angelegenheiten der gesamten Gemeinde.

Für Jung und Alt gleichermaßen bildet die Disziplin, die durch den Erziehungsprozess der Gemeinde kultiviert wurde, die Fähigkeit zur Beratung aus, und es entstehen neue Räume für zielgerichtete Gespräche.

Doch beschränkt sich die Veränderung nicht allein auf die Bahá’í und die Beteiligten an den vom Plan vorgesehenen Kernaktivitäten, von denen man schließlich erwarten kann, dass sie sich mit der Zeit neue Denkweisen aneignen.

Vielmehr wird der Geist des Ortes insgesamt spürbar beeinflusst.

Eine Andachtshaltung bildet sich innerhalb breiter Kreise der Bevölkerung heraus.

Die Gleichwertigkeit von Mann und Frau kommt deutlicher zum Ausdruck.

Der Erziehung der Kinder, sowohl der Jungen als auch der Mädchen, wird größere Aufmerksamkeit zugesprochen.

Das Wesen der Familienbeziehungen – durch jahrhundertealte Annahmen geformt – verändert sich merklich.

Ein Verantwortungsgefühl gegenüber der eigenen unmittelbaren Gemeinde und der physischen Umgebung breitet sich aus.

Sogar die Geißel des Vorurteils, die ihren verderblichen Schatten auf jede Gesellschaft wirft, weicht allmählich der unwiderstehlichen Kraft der Einheit.

Kurzum, die Arbeit an der Gemeindebildung, in der die Freunde engagiert sind, beeinflusst Aspekte der Kultur.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2013, An die Bahá’í der WeltA

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Ein Haus der Andacht ist natürlich ein integraler Bestandteil des Prozesses der Gemeindebildung und sein Bau stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung einer Gemeinde dar. Das Haus der Gerechtigkeit hofft, dass die Freunde in … durch den Eifer und die Entschlossenheit, mit der sie die wesentlichen Aktivitäten des Fünfjahresplans verfolgen, das Kommen des Tages beschleunigen werden, an dem es an der Zeit ist für den Bau eines in ihrem Land.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 12. Dezember 1913, An einen GläubigenA

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Dem Prozess unterliegt natürlich schon von Anfang an eine kollektive Bewegung hin zur Verwirklichung der Vision materiellen und geistigen Wohlergehens, wie sie Er, der Lebensspender der Welt, dargelegt hat. Aber wenn eine große Anzahl von Menschen beteiligt ist, wird die Bewegung einer gesamten Bevölkerung wahrnehmbar. Diese Bewegung ist besonders deutlich sichtbar in denjenigen Clustern, in denen ein örtlicher Mashriqu’l-Adhkár errichtet werden soll.

Ein solches Beispiel bietet uns Vanuatu.

Die Freunde, die auf der Insel Tanna wohnen, haben eine gewaltige Anstrengung unternommen, um auf das geplante Haus der Andacht aufmerksam zu machen und haben nicht weniger als ein Drittel der 30.000 Einwohner der Insel auf ganz unterschiedliche Art und Weise in einem sich ausweitenden Austausch über seine Bedeutung eingebunden.

Die Fähigkeit, unter so vielen Menschen bedeutsame Gespräche aufrechtzuerhalten, ist verfeinert worden durch jahrelange Erfahrung im Übermitteln der Lehren Bahá’u’lláhs und der Erweiterung des Einflussbereichs eines lebendigen Trainingsinstituts.

Besonders gut gedeihen die Juniorjugendgruppen auf der Insel, angespornt durch Dorfälteste, die sehen, wie die Teilnehmer in ihren geistigen Fähigkeiten gefördert werden.

Ermutigt durch die Einheit und die Hingabe, die unter ihnen bestehen, haben diese jungen Leute nicht nur die bequeme Trägheit der eigenen Passivität abgeschüttelt, sondern haben mit Hilfe verschiedener praktischer Projekte Wege gefunden, sich für die Verbesserung ihrer Gemeinde einzusetzen, sodass Menschen aller Altersgruppen, nicht zuletzt ihre eigenen Eltern, für konstruktives Handeln begeistert wurden.

Unter den Gläubigen und in der umgebenden Gesellschaft wird es als ein besonderes Geschenk anerkannt, sich zwecks Führung und zur Entscheidungsfindung in schwierigen Situationen an einen Geistigen Rat wenden zu können, und andererseits zeichnen sich die Beschlüsse der Geistigen Räte in zunehmendem Maße durch Weisheit und Einfühlungsvermögen aus.

Vieles weist darauf hin, dass die Verbindung der Elemente im Handlungsrahmen des Plans zu einem kohärenten Ganzen einen tiefgreifenden Einfluss auf die Bevölkerung haben kann.

Und vor dem Hintergrund ständiger Ausbreitung und Festigung – der dreißigste Zyklus des intensiven Wachstumsprogramms wurde gerade beendet – erforschen die Freunde aktiv, zusammen mit dem Rest der Inselbevölkerung, was es bedeutet, wenn ein Mashriqu’l-Adhkár, »ein Sammelpunkt für die Menschenseelen«, in ihrer Mitte errichtet wird.

Mit aktiver Unterstützung durch traditionelle Oberhäupter haben die Bewohner der Insel Tanna nicht weniger als hundert Gestaltungsideen für den Tempel eingebracht, ein Zeichen dafür, wie sehr das Haus der Andacht die Vorstellungskräfte anregt und zugleich einen begeisternden Ausblick auf den Einfluss bietet, den es auf die Menschen ausüben wird, die in seinem Schatten leben.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2014, An die Bahá’í der WeltA

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… ein Haus der Andacht sollte das geistige Zentrum einer Gemeinde sein und zusammen mit seinen zu errichtenden Nebengebäuden zu einem blühenden Modell des Gemeinschaftslebens beitragen. Gegenwärtig dienen die ersten Häuser der Andacht eines jeden Kontinents als nationale Tempel der Länder, in denen sie sich befinden, und sie dienen auch den Gemeinden in ihrer Umgebung, für die sie eine bedeutende Rolle bei den örtlichen Aktivitäten spielen. Während sich der Wachstumsprozess entfaltet, werden immer mehr Tempel auf nationaler und örtlicher Ebene errichtet, und über ihr Wesen sowie ihren Beitrag zum Gemeindebildungsprozess wird noch viel gelernt werden. Die vielen Aspekte des Wirkens dieser Institution werden sich dann Schritt für Schritt zeigen. Wie Shoghi Effendi schrieb: »Einzig die Institution des Mashriqu’l-Adhkárs [kann] die wesentlichen Elemente der Bahá’í-Andacht und des Bahá’í-Dienstes, die beide für die Erneuerung der Welt so lebenswichtig sind, angemessen gewährleisten.«Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 26. Januar 2015, An einen GläubigenA

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In einigen der Cluster, wo das Wachstum in diesem Ausmaß fortgeschritten ist, hat sich eine noch spannendere Entwicklung ereignet. Es gibt Orte innerhalb dieser Cluster, wo ein erheblicher Prozentsatz der gesamten Bevölkerung jetzt in Aktivitäten der Gemeindebildung eingebunden ist. Zum Beispiel gibt es kleine Dörfer, in denen das Institut die Teilnahme aller Kinder und Juniorjugendlichen in seinen Programmen erreichen konnte. Wenn der Aktivitätsradius sich weiter ausgedehnt hat, werden die gesellschaftlichen Auswirkungen des Glaubens deutlicher. Als einer unverwechselbaren moralischen Stimme im Leben einer Bevölkerung wird der Bahá’í-Gemeinde höheres Ansehen zugestanden, und sie kann einen sachkundigen Standpunkt zu den Diskursen um sie herum beitragen, wie beispielsweise über die Entwicklung der jüngeren Generation. Autoritätspersonen aus der umgebenden Gesellschaft beginnen, sich der Einsichten und Erfahrungen aus den Initiativen gesellschaftlichen Handelns zu bedienen, die von den Lehren Bahá’u’lláhs inspiriert sind. Gespräche, die von diesen Lehren beeinflusst sind und das Gemeinwohl betreffen, durchdringen einen immer breiteren Querschnitt der Bevölkerung, bis zu dem Punkt, wo eine Wirkung auf den allgemeinen Diskurs in einer Ortschaft wahrgenommen werden kann. Über die Bahá’í-Gemeinde hinaus beginnen die Menschen, den örtlichen Geistigen Rat als strahlende Quelle der Weisheit zu betrachten, der auch sie sich zuwenden können, um erhellenden Rat zu suchen. Wir erkennen, dass Entwicklungen wie diese für viele noch in weiter Ferne liegen, sogar in Clustern, wo das Handlungsmuster eine große Anzahl von Menschen umfasst. In einigen Orten jedoch ist das die augenblickliche Aufgabe. Während die Freunde in solchen Clustern weiterhin mit der Erhaltung des Wachstumsprozesses beschäftigt sind, erfordern andere Dimensionen der Bahá’í-Arbeit einen wachsenden Anteil ihrer Aufmerksamkeit. Sie sind darum bemüht zu verstehen, wie eine blühende örtliche Bevölkerung die Gesellschaft wandeln kann, von der sie selbst ein integraler Bestandteil ist. Dies eröffnet für die absehbare Zukunft neue Horizonte des Lernens, wo Einsichten gewonnen werden, die letztlich der ganzen Bahá’í-Welt zugutekommen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 29. Dezember 2015, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

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Und während die Arbeit in Tausenden von Dörfern und Nachbarschaften an Schwungkraft gewinnt, etabliert sich in jedem dieser Orte ein lebendiges Gemeindeleben.

Die Anzahl der Cluster, in denen sich das System zur Ausweitung dieses Handlungsmusters auf immer mehr Orte durchsetzt – was es den Freunden ermöglicht, den dritten Meilenstein in einem Kontinuum der Entwicklung zu erreichen –, hat merklich zugenommen.

Und hier, an den Horizonten des Lernens der Bahá’í-Welt, dort, wo sich ganze Bevölkerungsgruppen der Vision Bahá’u’lláhs zuwenden, begeben sich nicht nur Menschen in großer Zahl in die sich weitende Umarmung der Bahá’í-Aktivitäten, sondern machen die Freunde jetzt auch Erfahrungen damit, wie sich größere Gruppen mit der Gemeinde des Größten Namens identifizieren.

Wir sehen, dass die Bildungs- und Erziehungsbemühungen des Glaubens an solchen Orten einen formelleren Charakter annehmen, da Kinder Jahr für Jahr ohne Unterbrechung die Klassen durchlaufen und die Stufen des Programms für die Freisetzung der geistigen Kräfte der Juniorjugend zuverlässig aufeinander folgen.

An diesen Orten lernt das Trainingsinstitut sicherzustellen, dass ausreichend menschliche Ressourcen für die geistige und moralische Erziehung von Kindern und Juniorjugendlichen in immer größerer Zahl ausgebildet und zur Verfügung gestellt werden.

Die Teilnahme an diesen grundlegenden Aktivitäten ist allmählich so in die Kultur der Bevölkerung eingebettet, dass sie als unverzichtbarer Bestandteil im Leben einer Gemeinde angesehen wird.

Eine neue Lebendigkeit entsteht in einer Bevölkerung, die Verantwortung für ihre eigene Entwicklung übernimmt, und die Menschen bauen Immunität gegenüber jenen gesellschaftlichen Kräften auf, die zu Passivität führen.

Möglichkeiten für materiellen und geistigen Fortschritt nehmen Gestalt an.

Die gesellschaftliche Realität beginnt sich zu verändern.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2018, An die Bahá’í der WeltA

Methoden und Vorgehensweisen

Lernen und systematisches Handeln

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Der Zweck der Gelehrsamkeit sollte die Förderung des Wohlergehens der Menschen sein… Wahre Gelehrsamkeit dient dem Wohlergehen der Welt, nicht dem Stolz, der Selbstgefälligkeit oder der Tyrannei, Gewalt und Plünderung.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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… Glück und Größe, Rang und Stufe, Freude und Frieden eines Menschen [beruhen] nie auf seinem persönlichen Reichtum, vielmehr auf seinem hervorragenden Charakter, seinem hehren Entschluss, seiner umfassenden Bildung und seiner Fähigkeit, schwierige Probleme zu lösen.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 44A

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Es gibt bestimmte Pfeiler, die als unerschütterliche Stützen des Glaubens Gottes errichtet sind. Die mächtigsten Pfeiler sind Bildung, der Gebrauch des Verstandes, die Erweiterung des Bewusstseins, die Einsicht in die Wirklichkeiten des Weltalls und in die verborgenen Geheimnisse des allmächtigen Gottes. Wissen zu fördern, ist somit eine unausweichliche Pflicht für jeden einzelnen Freund Gottes.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 97:1–2A

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Alle Wohltaten sind göttlichen Ursprungs, aber keine ist vergleichbar mit dieser Macht der intellektuellen Untersuchung und Forschung.

Sie ist ein unvergängliches Geschenk, das Früchte immerwährender Freude hervorbringt. … Deshalb sollten Sie sich ernsthaft bemühen, sich Wissenschaften und Künste anzueignen.

Je mehr Sie erreichen, desto höher ist Ihr Rang im göttlichen Plan.

Der Wissenschaftler besitzt Einsicht und Weitblick, wer jedoch diese Entwicklung nicht erkennt und sie nicht beachtet, ist blind.

Der forschende Geist ist aufmerksam, lebendig, der abgestumpfte und desinteressierte Geist ist taub und tot.

Ein Wissenschaftler ist ein wahrhaftiger Exponent und Repräsentant der Menschheit, denn durch induktives Denken und Forschen weiß er über alles Bescheid, was die Menschheit, ihren Zustand, ihre Lebensbedingungen und die aktuellen Ereignisse betrifft.

Er beschäftigt sich mit dem Staatswesen, versteht soziale Probleme und knüpft das Netz und Gewebe der Zivilisation.

In der Tat kann die Wissenschaft mit einem Spiegel verglichen werden, in dem die unzähligen Erscheinungsformen der bestehenden Dinge enthüllt und gespiegelt werden.

Sie ist die wahre Grundlage jeder persönlichen und nationalen Entwicklung.

Ohne diese Grundlage der Forschung ist Entwicklung unmöglich.

Strebt daher mit eifrigem Bemühen danach, alles zu erkennen und zu erreichen, was in der Macht dieser wunderbaren Gabe liegt.‘Abdu’l-Bahá, in:

The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 20, Ansprache vom 23.

April 1912 in der Bethel Literary Society der Metropolitan African Methodist Episcopal Church, M Street, NW, Washington, DCA

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Der gegenwärtige Zustand der Welt – ihre wirtschaftliche Instabilität, gesellschaftlichen Konflikte, politische Unzufriedenheit und internationales Misstrauen – sollte die Jugend aus ihrem Schlummer erwecken und sie veranlassen, sich zu fragen, was die Zukunft bringen wird. Sie werden sicherlich am meisten leiden, wenn eine Katastrophe über die Welt hereinbricht. Sie sollten deshalb ihr Augenmerk auf die bestehenden Verhältnisse richten, die bösen Mächte, die am Werk sind, untersuchen und sich dann in gemeinsamer Anstrengung erheben und die notwendigen Reformen herbeiführen – Reformen, die sowohl die geistigen als auch die sozialen und politischen Aspekte des menschlichen Lebens umfassen.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 13. März 1932, An einen GläubigenA

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Systematisches Vorgehen stellt sicher, dass die Handlungslinien folgerichtig sind und auf wohldurchdachten Plänen basieren. Allgemein gesagt, bedeutet es, in allem, was Bahá’í-Dienst anbetrifft, methodisch vorzugehen, ob es sich um das Lehren oder die Administration, um individuelles oder gemeinschaftliches Bemühen handelt. Während individuelle Initiative und Spontaneität ihren Platz haben, liegt doch die Notwendigkeit nahe, einen klaren Kopf zu behalten, methodisch, effizient, beständig, ausgewogen und harmonisch zu sein. Systematisierung ist eine notwendige Funktionsweise, die von der Dringlichkeit zum Handeln beseelt ist.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 1998, An die Bahá’í der WeltA

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Wenn Lernen Vorrang bei der Arbeitsweise einer Gemeinde hat, dann müssen Visionen, Strategien, Ziele und Methoden immer wieder überprüft werden. Wenn Aufgaben ausgeführt, Hindernisse aus dem Weg geräumt, Ressourcen vervielfacht und aus Fehlern gelernt wurde, müssen Ziele und Vorgehensweisen modifiziert werden, aber auf eine Art und Weise, welche die Kontinuität des Handelns bewahrt.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Die Institution der Berater, Absatz 59A

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Eines Ihrer Hauptanliegen wird es sein, die Wertschätzung systematischen Handelns zu stärken, welche bereits durch die Erfolge gestiegen ist, die es hervorgebracht hat. Um zu einer vereinten Vision des Wachstums auf der Grundlage einer realistischen Bewertung von Möglichkeiten und Ressourcen zu kommen, Strategien zu entwickeln, die ihr Struktur verleihen, Handlungspläne zu entwickeln und umzusetzen, die der Leistungsfähigkeit angepasst sind, erforderliche Anpassungen vorzunehmen und dabei Kontinuität zu wahren, auf Erfolgen aufzubauen – dies sind einige der Voraussetzungen für eine Systematisierung, die jede Gemeinde lernen und verinnerlichen muss.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 27. Dezember 2005, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

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… Diese Evolution des kollektiven Bewusstseins wird erkennbar an der wachsenden Häufigkeit, mit der das Wort ›begleiten‹ in Gesprächen zwischen den Freunden vorkommt, ein Wort, dem durch die Aufnahme in den gebräuchlichen Wortschatz der Bahá’í-Gemeinde eine neue Bedeutung verliehen wird. Es signalisiert die wesentliche Stärkung einer Kultur, in der das Lernen der Arbeitsmodus ist, ein Modus, der die sachkundige Teilnahme von immer mehr Menschen an einer gemeinschaftlichen Anstrengung fördert, die Lehren Bahá’u’lláhs beim Aufbau einer göttlichen Kultur anzuwenden, was der Hüter als vorrangige Aufgabe des Glaubens bezeichnet. Eine solche Herangehensweise steht in auffälligem Kontrast zu den moralisch bankrotten und dem Untergang geweihten Gewohnheiten einer alten sozialen Ordnung, die so oft danach trachtet, sich menschliche Energie durch Beherrschung, Gier, Schuldgefühle oder Manipulation nutzbar zu machen. In den Beziehungen zwischen den Freunden drückt sich diese Entwicklung der Kultur mithin in der Qualität ihres Zusammenwirkens aus. Lernen als Arbeitsmodus erfordert, dass alle eine Haltung der Demut einnehmen, ein Zustand, in dem man sich selbst vergisst, sein Vertrauen ganz auf Gott setzt, auf Seine allerhaltende Macht baut und Seines nie versagenden Beistands gewiss ist, in dem Wissen, dass Er und Er allein die Mücke in einen Adler verwandeln kann, den Tropfen in ein endloses Meer. In einem solchen Zustand arbeiten die Seelen unablässig zusammen und freuen sich dabei weniger über ihre eigenen Errungenschaften als über den Fortschritt und Dienst der Anderen. So kommt es, dass ihre Gedanken immer darauf gerichtet sind, sich gegenseitig dabei zu helfen, die Höhen des Dienstes an Seiner Sache zu erklimmen und sich in den Himmel Seines Wissens aufzuschwingen. Dies ist es, was wir im gegenwärtigen Handlungsmuster erkennen, das sich auf dem ganzen Erdball entfaltet und von Jung und Alt, von Altgedienten und Neuerklärten verbreitet wird, die Seite an Seite arbeiten. Dieser Fortschritt in der Kultur beeinflusst nicht nur die Beziehungen Einzelner, sondern man spürt seine Auswirkungen auch bei der Führung der Verwaltungsangelegenheiten des Glaubens. Nun, da das Lernen begonnen hat, den Arbeitsmodus der Gemeinde zu kennzeichnen, sind bestimmte Aspekte der Entscheidungsfindung im Zusammenhang mit der Ausbreitung und Festigung den Gläubigen übertragen worden, damit bei Planung und Umsetzung besser auf die Umstände vor Ort reagiert werden kann. … Bahá’u’lláhs Offenbarung ist weitreichend und umfassend. Sie fordert eine tiefgreifende Wandlung, nicht nur auf individueller Ebene, sondern auch in der Struktur der Gesellschaft. »Ist es nicht das Ziel jeder Offenbarung«, so verkündet Er Selbst, »eine Wandlung und Änderung in der ganzen Wesensart der Menschheit zu bewirken, eine Wandlung, die sich äußerlich wie innerlich erweisen und das innere Leben wie die äußeren Verhältnisse gestalten soll?« Die Arbeit, die heute in jedem Winkel des Erdkreises vorangetrieben wird, stellt den jüngsten Stand unablässiger Bahá’í-Bemühungen dar, den Kern der herrlichen Kultur zu schaffen, die in Seinen Lehren verankert ist, deren Errichtung eine Unternehmung von unendlicher Komplexität und Größenordnung ist und Jahrhunderte der Anstrengung seitens der Menschheit erfordern wird, bis sie ihre Früchte zeigt. Es gibt keine Abkürzungen, keine Formeln. Nur wenn Bemühungen unternommen werden, sich auf Einsichten aus Seiner Offenbarung zu stützen, aus dem sich stets vermehrenden Wissen der Menschheit zu schöpfen, Seine Lehren intelligent auf das Leben der Menschheit anzuwenden und über die dabei aufkommenden Fragen zu beraten, wird das notwendige Lernen erfolgen und Kompetenz entwickelt werden. Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2010, An die Bahá’í der Welt A

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Natürlich muss der Lernprozess, der jetzt in allen Teilen der Welt im Gange ist, zahlreiche Fragen angehen:

Wie können Menschen verschiedener Herkunft in einer Umgebung zusammengebracht werden, die sie ermutigt, ohne ständig drohenden Streit und ausgezeichnet durch ihren Andachtscharakter, das Trennende des Parteidenkens beiseitezulegen, die einen höheren Grad der Einheit im Denken und Handeln fördert und rückhaltlose Teilnahme hervorruft; wie können die Angelegenheiten einer Gemeinde verwaltet werden, in der es keine herrschende Klasse mit klerikalen Funktionen gibt, die Auszeichnung oder Privilegien beanspruchen kann; wie können Scharen von Männern und Frauen befähigt werden, sich aus den Fesseln der Passivität und den Ketten der Unterdrückung zu befreien, um sich für etwas zu engagieren, was ihrer geistigen, sozialen und intellektuellen Entwicklung dient; wie kann man Jugendlichen helfen, durch eine der entscheidendsten Phasen in ihrem Leben hindurch zu manövrieren und fähig zu werden, ihre Energien auf den Fortschritt der Zivilisation zu konzentrieren; wie kann im familiären Umfeld eine Dynamik geschaffen werden, die zu materiellem und geistigem Wohlergehen führt, ohne den heranwachsenden Generationen Gefühle der Entfremdung gegenüber einem scheinbar ›Anderen‹ anzuerziehen oder in ihnen die Neigung zu fördern, die in eine solche Kategorie Verwiesenen auszubeuten; wie kann erreicht werden, dass eine Entscheidungsfindung von unterschiedlichen Perspektiven innerhalb eines Beratungsprozesses profitiert, der, verstanden als gemeinsames Erforschen der Wirklichkeit, die Loslösung von persönlichen Sichtweisen fördert, gesicherten Erfahrungswerten angemessene Bedeutung beimisst, nicht bloße Meinungen zu Tatsachen stilisiert, oder Wahrheit als Kompromiss zwischen gegensätzlichen Interessengruppen definiert.

Um sich mit Fragen wie diesen und vielen weiteren, die sicherlich daraus folgen, auseinanderzusetzen, hat die Bahá’í-Gemeinde einen Arbeitsmodus angenommen, der gekennzeichnet ist durch Handeln, Reflektieren, Beraten und Studieren – ein Studium, das nicht nur den ständigen Rückgriff auf das Bahá’í-Schrifttum einschließt, sondern auch die wissenschaftliche Analyse sich abzeichnender Muster.

In der Tat:

Wie kann man ein solches Verfahren des Lernens im Handeln aufrechterhalten, wie kann sichergestellt werden, dass immer mehr Menschen daran teilnehmen, sachdienliches Wissen zu generieren und anzuwenden und wie können Strukturen für die Systematisierung der wachsenden, weltweiten Erfahrungen erarbeitet und das Gelernte allen in gleicher Weise zugänglich gemacht werden – all dies ist selbst Gegenstand regelmäßiger Untersuchung. Die Gesamtrichtung des Lernprozesses, den die Bahá’í-Gemeinde verfolgt, wird durch eine Reihe globaler Pläne bestimmt, deren Vorkehrungen das Universale Haus der Gerechtigkeit festlegt. Kompetenzerwerb ist der Schlüsselbegriff dieser Pläne: Sie zielen darauf ab, die Protagonisten gemeinsamer Bemühungen in die Lage zu versetzen, die geistigen Grundlagen von Dörfern und Nachbarschaften zu stärken, gewisse gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedürfnisse anzugehen, und einen Beitrag zu den vorherrschenden gesellschaftlichen Diskursen zu leisten – und bei all dem das nötige Zusammenspiel von Verfahrensweisen und Denkansätzen zu wahren.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 2. März 2013, An die Bahá’í im IranA

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Um die Arbeit der Ausbreitung und Festigung, das soziale Handeln und die Beteiligung an den Diskursen der Gesellschaft voranzubringen, steht im Zentrum der Bemühungen die Vorstellung eines sich entwickelnden konzeptionellen Rahmens, einer Struktur, die das Denken ordnet und dem Handeln Gestalt verleiht und die mit zunehmender Erfahrung weiter ausgearbeitet wird. Es wäre sicherlich fruchtbar, wenn die … Elemente dieses Rahmens ganz bewusst immer besser herausgearbeitet werden könnten. … Der wichtigste Aspekt hierbei ist vielleicht Lernen durch Handeln; die Freunde beteiligen sich an einem fortlaufenden Prozess des Handelns, der Reflexion, des Studiums und der Beratung, um Hindernisse anzugehen und gemeinsam Erfolge zu erleben, Strategien und Methoden zu überdenken und zu überarbeiten, und mit der Zeit die Bemühungen zu systematisieren und zu verbessern.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 24. Juli 2013, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Die Herangehensweise der Bahá’í an die von Ihnen aufgeworfenen Fragen wird im Laufe der Zeit durch geduldiges und beharrliches Bemühen und durch den Lernprozess, in dem sich die Bahá’í-Gemeinde engagiert, ausgearbeitet werden. Dieser Prozess wird durch Forschung und Diskussion sowie durch Versuche ergänzt, die Lehren mit modernem Denken in Beziehung zu setzen, einschließlich der Identifizierung von Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen den Lehren und zeitgenössischen sozialen Konstrukten. Die Beteiligung der Gläubigen an den gesellschaftlichen Diskursen in verschiedenen sozialen Räumen wird die gewonnenen Einsichten vertiefen. Fortlaufendes Studium der Lehren und systematisches Bemühen, Bahá’í-Prinzipien in die Tat umzusetzen, indem wir uns an Prozessen der Gemeindebildung, der Erziehung von Kindern und Jugendlichen und sozialem Handeln beteiligen, werden dazu beitragen, unser Verständnis von Bahá’u’lláhs Absicht für die Menschheit in allen Lebensbereichen zu verfeinern. In den kommenden Jahren wird die Fähigkeit der Bahá’í-Gemeinde zunehmen, zu einem das Denken prägenden gesellschaftlichen Wandel beizutragen, und Antworten auf Fragen, die heute unlösbar erscheinen, werden durch einen Prozess organischen Wandels deutlich werden und nicht als Ergebnis der Auferlegung bestimmter Ansichten.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 21. Januar 2014, An einen GläubigenA

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Auf vielerlei Weise bahnen die am weitesten fortgeschrittenen Gemeinden einen einladenden Pfad, dem andere folgen können.

Aber ganz gleich, auf welchem Aktivitätsniveau sich ein Cluster auch befinden mag – es ist die Fähigkeit der Freunde vor Ort, in einem gemeinsamen Rahmen lernen zu können, die den Fortschritt auf dem Pfad der Entwicklung fördert.

Jeder hat Anteil an diesem Unternehmen; der Beitrag jedes Einzelnen dient dazu, das Ganze zu bereichern.

Die Cluster mit der größten Dynamik sind solche, in denen die Freunde, ungeachtet der Ressourcen, die die Gemeinde besitzt oder der Zahl der Aktivitäten, die unternommen werden, verstehen, dass es ihre Aufgabe ist festzustellen, was erforderlich ist, damit Fortschritt zustande kommt – die aufkeimende Fähigkeit, die genährt werden muss; die neue Fertigkeit, die erworben werden muss; die Initiatoren einer neu begonnenen Anstrengung, die begleitet werden müssen; der Raum für Reflexion, der gestaltet werden muss; die kollektive Unternehmung, die koordiniert werden muss – und dann kreative Wege zu finden, wie die notwendige Zeit und die notwendigen Ressourcen verfügbar gemacht werden können, um dies zu erreichen.

Die Tatsache, dass jede Kombination von Umständen ihre eigenen Herausforderungen in sich birgt, befähigt jede Gemeinde, nicht nur einfach aus dem, was in der übrigen Bahá’í-Welt gelernt wird, Nutzen zu ziehen, sondern auch selbst dieser Gesamtheit des Wissens etwas hinzuzufügen.

Sich dieser Tatsache bewusst zu sein, befreit von der fruchtlosen Suche nach einer starren Formel für das Handeln und ermöglicht zugleich, die Einsichten, die in verschiedenen Umgebungen gewonnen wurden, in den Wachstumsprozess einzubringen, der dann eine besondere Form in der eigenen Umgebung annimmt.

Diese gesamte Herangehensweise steht in völligem Gegensatz zu engen Konzepten von ›Erfolg‹ oder ›Misserfolg‹, die zu frenetischer Aktivität führen oder den Willen lähmen.

Loslösung ist erforderlich.

Wenn Bemühungen gänzlich für Gott unternommen werden, dann gehört Ihm alles, was geschieht, und jeder Sieg, der in Seinem Namen errungen wird, ist eine Gelegenheit, Sein Lob zu feiern.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 2014, An die Bahá’í der WeltA

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Und die Lernfähigkeit, ein solch unschätzbares Erbe vorangegangener Pläne, wird über den Bereich der Ausbreitung und Festigung hinaus erweitert, um andere Felder der Bahá’í-Bemühungen, vor allem gesellschaftliches Handeln und die Teilnahme an den vorherrschenden Diskursen der Gesellschaft, zu umfassen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 29. Dezember 2015, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

Beratung und Zusammenarbeit

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O Volk Gottes! Höret auf das, was Freiheit, Wohlfahrt, Ruhe, Erhabenheit und Fortschritt aller Menschen sichert, wenn es beachtet wird. Gewisse Gesetze und Grundsätze sind für Persien notwendig, ja unabdingbar. Aber es ist angebracht, dass solche Maßnahmen in Übereinstimmung mit den wohlerwogenen Ansichten Seiner Majestät – möge Gott ihm durch Seine Gnade beistehen – sowie der gelehrten Geistlichen und der Stammesfürsten von hohem Rang getroffen werden. Mit ihrem Einverständnis sollte ein Ort bestimmt werden, an dem sie sich treffen. Dort sollten sie sich fest an das Seil der Beratung halten; sie sollten beschließen und vollziehen, was Sicherheit, Wohlfahrt, Wohlstand und Ruhe des Volkes bewirkt. Denn würden andere als solche Maßnahmen ergriffen, so könnten sie nur zu Chaos und Aufruhr führen.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 7:28A

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Das Erhabenste Wesen spricht: Der Himmel göttlicher Weisheit wird von zwei Leuchten erhellt: Beratung und Erbarmen. Haltet Rat miteinander in allen Angelegenheiten; denn Beratung ist die Lampe der Führung, die den Weg weist, und die Quelle des Verstehens.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:15A

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Wenn ihr durch die Länder dieses Erdballs reist, seht ihr einerseits die Überreste von Verfall und Zerstörung, andererseits die Zeichen der Kultur und der Entwicklung. Verfall und Zerstörung sind das Ergebnis von Krieg, Zank und Streit, Entwicklung und Fortschritt hingegen die glänzenden Früchte der Tugend, der Zusammenarbeit und der Eintracht.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 225:15A

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Kurz: Was auch immer in Harmonie, Liebe und Reinheit des Beweggrundes zusammengefügt wird, dessen Ergebnis ist Licht; aber sollte die geringste Spur von Entfremdung herrschen, wird das Ergebnis Dunkel über Dunkel sein … Alle Diskussionen müssen auf geistige Dinge begrenzt werden. Diese betreffen die Ausbildung der Menschen, die Unterweisung der Kinder, die Unterstützung der Armen, die Hilfe für die Schwachen in allen Klassen der Welt, Freundlichkeit zu allen Völkern, die Verbreitung der Düfte Gottes und die Erhöhung Seines heiligen Wortes.‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Geistige Räte – Häuser der Gerechtigkeit, Langenhain: Bahá’í Verlag 1975, S. 17fA

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Der Mensch muss über alle Dinge, ob bedeutend oder gering, beraten, so dass er erkennen kann, was gut ist. Beratung gibt ihm Einsicht in die Dinge und befähigt ihn, sich in Fragen zu vertiefen, die unbekannt sind. Das Licht der Wahrheit strahlt aus den Angesichtern derer, die sich der Beratung widmen.… Die beratenden Mitglieder aber sollten in äußerster Liebe, Harmonie und Aufrichtigkeit miteinander umgehen. Das Prinzip der Beratung ist eines der grundlegendsten Bestandteile des göttlichen Gebäudes. Selbst in ihren gewöhnlichen Angelegenheiten sollten die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft beraten.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Es gibt Lebewesen, die abgeschieden und allein leben können. Ein Baum etwa vermag ohne die Hilfe und Zusammenarbeit mit anderen Bäumen zu leben. Manche Tiere leben isoliert und fernab von ihren Artgenossen. Für den Menschen ist dies jedoch nicht möglich. In seinem Leben und gemäß seiner Natur sind Zusammenarbeit und Gemeinschaft unverzichtbar. In der Gemeinschaft und Begegnung erfahren wir Glück und Fortschritt, einzeln und gemeinsam. Wenn zum Beispiel zwei Dörfer Kontakt miteinander pflegen und zusammenarbeiten, wird der Fortschritt beider gesichert sein. Genauso werden zwei Städte davon profitieren und voranschreiten, wenn zwischen ihnen ein Austausch besteht. Und wenn eine Grundlage für gegenseitiges Verständnis zwischen zwei Ländern geschaffen wird, werden sie sich in ihren individuellen und gemeinsamen Interessensgebieten großartig entwickeln. … Man sieht also deutlich, dass die Ergebnisse aus dieser Grundlage der Übereinstimmung und des Einvernehmens zahllos und unbegrenzt sind.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 14, Ansprache vom 20. April 1912 während der Konferenz zur Einheit des Ostens und des Westens, Saal der Öffentlichen Bibliothek, Washington DCA

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Was die Menschheit am dringendsten benötigt, ist Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit. Je ausgeprägter die Bande der Freundschaft und Solidarität unter den Menschen sind, desto stärker werden konstruktive Kräfte und Errungenschaften auf allen Ebenen menschlichen Handelns. Ohne Kooperation und Gegenseitigkeit bleibt das einzelne Mitglied der menschlichen Gesellschaft egozentrisch, wird von altruistischen Zwecken nicht inspiriert und bleibt in seiner Entwicklung allein und begrenzt, wie es bei den tierischen und pflanzlichen Organismen der niederen Reiche der Fall ist.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 108, Ansprache vom 25. September 1912 in der Second Divine Science Church, 3929 West Thirtyeighth Avenue, Denver, ColoradoA

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Die Urewige Schönheit, gepriesen sei Sein Größter Name, erklärt: »Der Baldachin der Weltordnung ruht auf den beiden Säulen der Beratung und Barmherzigkeit«, und ‘Abdu’l-Bahá stellt in einer Seiner Tafeln fest: »Der Zweck der Beratung ist, zu zeigen, dass die Sichtweisen mehrerer verschiedener Menschen ganz gewiss der eines einzelnen Menschen vorzuziehen sind, genauso wie die Kraft einer Anzahl von Menschen selbstverständlich größer ist als die Kraft eines einzelnen. So wird Beratung in der Gegenwart des Allmächtigen annehmbar und wurde den Gläubigen zur Pflicht gemacht, damit sie sich über alltägliche und persönliche Dinge wie auch über Angelegenheiten allgemeiner und umfassender Natur beraten. Wenn zum Beispiel jemand eine Aufgabe zu erledigen hat, sollte er mit einigen seiner Brüder beraten; was zustimmungswürdig ist, wird gewiss untersucht, vor seinen Augen enthüllt, und die Wahrheit wird sichtbar werden. In gleicher Weise sollten auf höherer Ebene die Bewohner eines Dorfes miteinander über ihre Angelegenheiten beraten, die richtige Lösung wird sicherlich offenbar werden. Auf gleiche Art sollten die Angehörigen jedes Berufsstandes, etwa die Beschäftigten in der Industrie beraten, und jene im Handel sollten ihre geschäftlichen Dinge ähnlich beraten. Kurz, Beratung ist wünschenswert und annehmbar in allen Dingen und allen Fragen.«Shoghi Effendi, aus einem Brief vom 15. Februar 1922 an einen örtlichen Geistigen Rat – übersetzt aus dem PersischenA

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Das Prinzip der Beratung, eines der grundlegenden Gesetze der Verwaltungsordnung, sollte bei allen Bahá’í-Tätigkeiten angewandt werden, die die gemeinschaftlichen Belange des Glaubens berühren; denn es sind Zusammenarbeit und fortwährender Austausch von Gedanken und Ansichten, wodurch die Belange der Sache am besten geschützt und gefördert werden können. Persönliche Initiative, Fähigkeit und Findigkeit einzelner sind, obwohl unentbehrlich, vollkommen untauglich, eine so gewaltige Aufgabe zu bewältigen, wenn sie nicht durch gemeinsame Erfahrungen und Weisheit der Gruppe unterstützt und bereichert werden.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 30. August 1933, An einen Gläubigen, zitiert in: Beratung 31:1A

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Nichts kann den Erfolg Ihrer Bemühungen besser gewährleisten als die intensive und kontinuierliche Beratung miteinander, und er würde Ihnen daher raten, diese Methode bei all Ihren zukünftigen Aktivitäten anzuwenden.Shoghi Effendi, Brief in einem Auftrag vom 30. Mai 1937, An zwei GläubigeA

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Mit solchen Gedanken im Sinn beginnen Bahá’í, soweit es ihre Ressourcen erlauben, eine Zusammenarbeit mit einer wachsenden Zahl von Bewegungen, Organisationen, Gruppen und Einzelnen, etablieren Partnerschaften, die sich um gesellschaftlichen Wandel bemühen, die Sache der Einheit vorantragen, sich für menschliche Wohlfahrt einsetzen und zu weltweiter Solidarität beitragen.

Tatsächlich wird die Bahá’í-Gemeinde durch den in solchen Passagen gesetzten Standard dazu inspiriert, sich so vielfältig im heutigen Leben zu engagieren, wie dies nur möglich ist.

Bei der Wahl von Bereichen der Zusammenarbeit müssen Bahá’í sich aber das in ihren Lehren verankerte Prinzip vor Augen halten, dass Mittel und Zweck im richtigen Verhältnis zueinander stehen sollten; hehre Ziele können nicht mit unlauteren Mitteln erreicht werden.

Insbesondere kann dauerhafte Einheit nicht durch Bestrebungen erreicht werden, die zwangsläufig auf Streit beruhen oder unterstellen, dass ein innewohnender Interessenkonflikt, wie subtil auch immer, allen menschlichen Interaktionen zugrunde liegt.

Es sollte hier festgehalten werden, dass die Gemeinde, trotz der Einschränkungen, die durch dieses Prinzip auferlegt sind, nicht die Erfahrung gemacht hat, dass es ihr an Gelegenheiten zur Zusammenarbeit fehlen würde; so viele Menschen arbeiten heute weltweit intensiv für das eine oder andere Ziel, das auch die Bahá’í anstreben.

Diesbezüglich sind sie auch darauf bedacht, bestimmte Grenzen ihren Kollegen und Mitarbeitern gegenüber nicht zu überschreiten.

So dürfen sie kein gemeinsames Unternehmen als Gelegenheit betrachten, Glaubensüberzeugungen aufzudrängen.

Selbstgerechtigkeit und andere unselige Ausdrucksformen von Glaubenseifer müssen gänzlich vermieden werden.

Bahá’í bieten jedoch ihren Mitarbeitern bereitwillig ihre eigenen Lernerfahrungen an, genauso wie sie auch gerne die aus solcher Zusammenarbeit gewonnenen Einsichten in ihre eigenen Bemühungen um Gemeindebildung einbeziehen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 2.

März 2013, An die Bahá’í im IranA

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Bei ihren Überlegungen, wie sie zur Verbesserung der Welt beitragen können, werden die Bahá’í zweifellos erkennen, dass Demonstrationen nicht das einzige oder gar das wirksamste Mittel sind, das ihnen zur Verfügung steht. Vielmehr können sie im Laufe der Zeit lernen und ihre Fähigkeit ausbauen, ihren Mitbürgern dabei zu helfen ihre Anliegen auf eine Weise formulieren, die spaltende Ansätze überwindet, und Räume für die Zusammenarbeit und die Beteiligung daran zu schaffen, um gemeinsam nach Lösungen für die Probleme zu suchen, die ihr Land plagen. Wie Bahá’u’lláh sagte: »Sprich: Der Mensch kann seine wahre Stufe nicht erlangen, es sei denn durch seine Gerechtigkeit. Keine Macht kann bestehen, es sei denn durch Einheit. Keine Wohlfahrt und kein Wohlergehen kann erreicht werden, es sei denn durch Beratung.«Bahá’u’lláh, in: Beratung, S. 3A Vor diesem Hintergrund ist Gerechtigkeit in der Tat unerlässlich, um den leeren Einbildungen und eitlen Vorstellungen gesellschaftlicher und politischer Machenschaften zu widerstehen, die Realität mit eigenen Augen zu sehen und die Anforderungen an eine gerechte Gesellschaftsordnung zu erkennen. Aber dann ist Einigkeit unerlässlich – durch beratende Prozesse, einschließlich Handeln und Reflexion – um die für einen positiven sozialen Wandel erforderliche Kraft zu erlangen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 27. April 2017, An einen GläubigenA

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Die mit der Bahá’í-Beratung verbundenen Konzepte und Prinzipien prägen die Art und Weise, wie sich die Freunde untereinander verhalten sollten und wie sie sich in gesellschaftliche Diskurse und in gesellschaftliches Handeln einbringen. Mittels Beratung können ein gemeinsames Verständnis erreicht und eine gemeinsame Vorgehensweise definiert werden. Sie ist geleitet vom freien, von Respekt getragenen, würdevollen und unparteiischen Bestreben einer Gruppe von Menschen, Meinungen auszutauschen, nach der Wahrheit zu suchen und eine Einigung zur erzielen. Anfängliche Meinungsverschiedenheiten dienen als Ausgangspunkt, um eine Angelegenheit mit dem Ziel zu untersuchen, ein tieferes Verständnis und Übereinstimmung zu erlangen; sie sollten nicht zur Ursache für Groll, Abneigung oder Entfremdung werden. Durch geeintes Handeln kann ein Entschluss zu einer bestimmten Vorgehensweise in einem Lernprozess überprüft und wo nötig angepasst werden. Anderenfalls werden, wie ‘Abdu’l-Bahá erklärt, »Starrsinn und Beharren auf der eigenen Ansicht … schließlich zu Zank und Streit« führen, »die Wahrheit aber bleibt verborgen«. Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 29. November 2017, An drei Gläubige zum Thema menschengemachter Klimawandel A

Einsatz von materiellen Mitteln

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Haltet euch fest an das Seil der weltlichen Mittel, im vollen Vertrauen auf Gott, der euch mit allen Gütern versorgt.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 3:22A

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Jeder hat heute die Pflicht, der Sache Gottes zu dienen, wobei Er, die Ewige Wahrheit – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – die Durchführung jeder Unternehmung auf Erden von materiellen Mitteln abhängig gemacht hat.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Reichtum ist allen Lobes wert, wenn er durch eigene Anstrengungen des Menschen und durch die Gnade Gottes auf den Gebieten des Handels, der Landwirtschaft, der Kunst oder Industrie erworben und für menschenfreundliche Zwecke ausgegeben wird. Vor allen Dingen gäbe es, wenn ein vernünftiger und ideenreicher Mensch Maßnahmen in die Wege leiten würde, um das Einkommen der Volksmassen allgemein zu heben, kein wichtigeres Vorhaben als dieses, und in den Augen Gottes würde dies als die größte Errungenschaft gelten, denn solch ein Wohltäter würde die Bedürfnisse einer großen Menge stillen und ihr Sicherheit und Wohlfahrt verschaffen. Reichtum ist in höchstem Maße lobenswert, sofern die ganze Bevölkerung reich ist. Wenn jedoch nur einige wenige übermäßige Reichtümer besitzen und alle übrigen verarmt sind, wenn keine Frucht, kein Nutzen aus dem Reichtum erwächst, dann bedeutet dieser nur eine Belastung für den Besitzer. Wird der Reichtum andererseits dazu verwendet, Wissen zu fördern, Grund- und andere Schulen zu eröffnen, Kunst und Industrie anzuregen, Waisen und Arme zu erziehen – kurz gesagt, ist er dem Wohle der Gesellschaft gewidmet –, dann ragt sein Besitzer vor Gott und den Menschen als der Vortrefflichste unter allen, die auf Erden wohnen, hervor und wird zum Volke des Paradieses gezählt.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 46A

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Du hast über stoffliche Mittel und Beten gefragt. Das Gebet ist wie der Geist, stoffliche Mittel sind wie die menschliche Hand. Der Geist wirkt durch die Hand als Werkzeug. Obwohl der eine wahre Gott der Allversorger ist, ist die Erde das Mittel, das Nahrung bereitstellt. »Der Himmel hat Nahrung für euch«Qur’án 51:22A, aber wenn Nahrung verordnet ist, wird sie verfügbar, durch welche Mittel auch immer. Wenn der Mensch sich weigert, stoffliche Mittel zu nutzen, gleicht er dem Dürstenden, der seinen Durst anders als durch Wasser oder sonstige Flüssigkeiten löschen will. Der allmächtige Herr schenkt das Wasser und ist sein Schöpfer; Er hat bestimmt, dass es benutzt wird, den Durst des Menschen zu stillen. Seine Nutzung aber ist abhängig von Seinem Willen. Sollte sie nicht im Einklang mit Seinem Willen stehen, wird der Mensch von einem Durst gequält, den die Meere nicht zu löschen vermögen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

173

O Diener Gottes! Für ‘Abdu’l-Bahá ist Obdachlosigkeit Sein Zuhause und das düstere Gefängnis Sein Nest. Er wünscht sich eine erhabene Wohnstatt, aber in der Welt Gottes; er sehnt sich nach dem Vielbesuchten Tempel, aber im himmlischen Reich. Ein irdisches Gebäude, selbst wenn es bis zum Himmel emporragt, wird schließlich zu einer Ruine, ja zu einem dunklen Grab. Das Errichten von Gebäuden, Palästen, Villen und herrschaftlichen Anwesen ist in der Religion Gottes annehmbar und lobenswert, aber man sollte sich nicht an sie binden oder sein Herz daran hängen. Das Ziel sollte der Fortschritt der Welt und die Errichtung der menschlichen Zivilisation sein. Ein wahrhaft wissender und verständiger Mensch wird öffentliche Bauten errichten, Orte, die allen gehören – ein Haus der Andacht, eine Schule, um Kinder jeden Alters zu unterrichten, eine Herberge für Reisende, ein Krankenhaus – denn jedes öffentliche Gebäude ist ein göttliches Bauwerk, ewig und unvergänglich. Sei gegrüßt und gepriesen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Wohltätigkeit bedeutet jedoch nicht notwendigerweise ein Projekt, das in den Bereich der Entwicklungsarbeit fällt. In seiner einfachsten Form handelt es sich nur um die Weitergabe von Ressourcen, ob finanzieller oder anderer Art, von denen, die viel haben, an die, die zu wenig haben. Das Motiv, das solche Mildtätigkeit veranlasst, ist natürlich lobenswert – Bahá’u’lláh erklärt, »Barmherzige Werke sind in den Augen Gottes wohlgefällig und des Lobes würdig; sie sind als ein Fürst aller edlen Taten anzusehen.«Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 6:47A Dennoch muss die Art und Weise, wie sie durchgeführt wird, sorgfältig abgewogen werden. Es ist zum Beispiel wichtig, jeden Anflug von Bevormundung zu vermeiden, und der Geber sollte sich der moralischen Grundsätze bewusst sein, die in jedem Umverteilungssystem enthalten sind, das er oder sie etabliert.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 22. Oktober 2012, An einen GläubigenA

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Die von Bahá’u’lláh vorhergesehene künftige Kultur ist eine wohlhabende; in ihr werden die riesigen Ressourcen der Welt zur Emporhebung und Regeneration der Menschheit verwendet werden, nicht zu ihrer Erniedrigung und Zerstörung. … Bahá’í führen ihr Leben inmitten einer Gesellschaft, deren materielle Angelegenheiten zutiefst in Unordnung geraten sind. Der Prozess der Gemeindebildung, den sie in ihren Clustern fördern, kultiviert eine Reihe von Einstellungen gegenüber Reichtum und Besitz, die sich sehr von denen unterscheiden, die in der Welt gang und gäbe sind.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 29. Dezember 2015, An die Konferenz der Kontinentalen BeraterämterA

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Die Vision Bahá’u’lláhs stellt viele der Annahmen infrage, die man den derzeitigen Diskurs bestimmen lässt – beispielsweise, dass Eigennutz nicht etwa gezügelt werden sollte, sondern vielmehr den Wohlstand fördert, und dass Fortschritt davon abhängig ist, dass sich dieser Eigennutz in erbarmungsloser Konkurrenz äußert. Den Wert eines Menschen hauptsächlich danach zu bemessen, wie viel Vermögen er im Vergleich zu anderen anhäufen und wie viele Waren er konsumieren kann, ist dem Bahá’í-Denken vollkommen fremd. Aber die pauschale Ablehnung von Reichtum als in sich widerwärtig und unmoralisch findet in den Lehren ebenso keine Zustimmung, und Askese ist untersagt. Reichtum muss der Menschheit dienen. Seine Verwendung muss geistigen Prinzipien entsprechen; es müssen Systeme geschaffen werden, die solchen Prinzipien folgen. In den erinnerungswürdigen Worten Bahá’u’lláhs: »Kein Licht gleicht dem Licht der Gerechtigkeit! Sie bewirkt Ordnung in der Welt und sichert die Ruhe der Völker.«Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 1. März 2017, An die Bahá’í der WeltA

Ausgewählte Themen aus dem Bereich sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung

Bildung

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Der Mensch ist der höchste Talisman. Der Mangel an geeigneter Erziehung hat ihn jedoch dessen beraubt, was er seinem Wesen nach besitzt. Durch ein Wort, das aus dem Munde Gottes hervorging, wurde er ins Dasein gerufen. Durch ein weiteres Wort ward er dazu geführt, den Quell seiner Erziehung zu erkennen. Durch wieder ein anderes Wort wurden seine Stufe und seine Bestimmung sichergestellt. Das Erhabenste Wesen spricht: Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert. Nur die Erziehung kann bewirken, dass es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus Nutzen zu ziehen vermag.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:2A

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Wir verordnen allen Menschen das, was zur Erhöhung des Wortes Gottes unter Seinen Dienern und ebenso zum Fortschritt der Welt, in der er lebt, und zur Erhebung der Seelen führt. Das wichtigste Mittel dazu ist die Kindererziehung. Daran müssen alle und jeder Einzelne sich halten. Wir haben euch wahrlich diese Verantwortung in zahlreichen Tafeln sowie in Meinem Heiligsten Buch auferlegt. Wohl dem, der danach handelt.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Eine eingehende Untersuchung wird belegen, dass die Hauptursache der Unterdrückung und des Unrechts, der Ehrlosigkeit, Regelwidrigkeit und Unordnung die Tatsache ist, dass es dem Volk an religiöser Überzeugung und an Erziehung mangelt. Wenn das Volk echt religiös, gebildet und geschult ist und es sich zum Beispiel einer Schwierigkeit gegenüber sieht, kann es sich an die Ortsbehörden wenden; trifft es dort nicht auf Gerechtigkeit und kann es nicht seine angemessenen Ansprüche durchsetzen, stellt es vielmehr fest, dass die örtliche Verwaltung im Widerspruch zu Gottes Wohlgefallen und zur Rechtlichkeit des Königs steht, dann kann das Volk seinen Fall der nächsten Gerichtsinstanz vortragen und die Abweichung der Ortsbehörden von den Gesetzen des Geistes darstellen. Das Gericht kann sich die Akten der Ortsbehörden über den Fall kommen lassen und Gerechtigkeit schaffen. Zurzeit fehlen jedoch dem größten Teil der Bevölkerung aus Mangel an Schulbildung sogar die Worte, um ein Anliegen auszudrücken.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 34A

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Die vorrangige und dringlichste Notwendigkeit ist die Förderung der Bildung. Es ist undenkbar, dass ein Volk zu Wohlstand und Erfolg kommt, ohne dass dieses überaus wichtige, grundlegende Anliegen in die Tat umgesetzt wird. Die Hauptursache für den Niedergang und Verfall der Völker ist Unwissenheit. Heutzutage wissen die Massen des Volkes nicht einmal über alltägliche Angelegenheiten Bescheid; wie viel weniger begreifen sie den Hauptgrund für die wichtigen Probleme und vielfältigen Bedürfnisse unserer Zeit!‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 193A

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Beobachtet deshalb aufmerksam, wie Bildung und die Vorzüge der Zivilisation einer Regierung und ihrem Volk zu Ehre, Wohlstand, Unabhängigkeit und Freiheit gereichen. Es ist weiterhin äußerst notwendig, in ganz Persien, selbst in den kleinsten Städten und Dörfern, Schulen einzurichten und das Volk auf jede nur mögliche Weise anzuhalten, die Kinder lesen und schreiben lernen zu lassen. Notfalls sollte die Schulbildung sogar gesetzlich eingeführt werden. Solange nicht die Nervenstränge und Blutadern der Nation von neuem Leben durchpulst werden, wird sich jedes in Angriff genommene Vorhaben als fruchtlos erweisen; denn das Volk ist wie ein menschlicher Körper, die Entschlossenheit und der Wille, sich durchzusetzen, sind wie die Seele, aber ein seelenloser Körper bewegt sich nicht. Diese dynamische Kraft ist in höchstem Maße im Wesenskern des persischen Volkes vorhanden; die Ausbreitung von Bildung wird sie freisetzen.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 198–199A

182

Eine weitere Lehre Bahá’u’lláhs ist die Förderung der Erziehung. Jedes Kind muss im erforderlichen Umfang in den Wissenschaften unterrichtet werden. Sofern die Eltern nicht in der Lage sind, die Erziehungskosten zu tragen, muss die Gemeinde die Mittel für den Unterricht des Kindes aufbringen.‘Abdu’l-Bahá, in: Der Weltfriedensvertrag 1:22, Hofheim-Langenhain Bahá’í Verlag 1988 A

183

Die Erziehung und Ausbildung der Kinder gehört zu den verdienstvollsten Taten der Menschheit. Sie zieht die Gnade und den Segen des Allbarmherzigen auf sich; denn Erziehung ist die unentbehrliche Grundlage jeder herausragenden menschlichen Leistung und erlaubt dem Menschen, sich seinen Weg zu den Höhen immerwährender Herrlichkeit zu bahnen.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 103:1A

184

Daraus folgt, die Schule für Kinder sollte eine Stätte höchster Disziplin und Ordnung sein, eine gründliche Unterweisung bieten und für die Verbesserung und Verfeinerung des Charakters Sorge tragen, so dass von klein auf im Wesen des Kindes die göttliche Grundlage gelegt und das Bauwerk der Heiligkeit errichtet wird.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 111:4A

185

Gründet Schulen, die gut organisiert sind und sorgt für eine grundlegende Ausbildung in den verschiedenen Wissensgebieten durch Lehrer, die rein und geheiligt sind, die sich durch einen hohen Verhaltensmaßstab und durch Vortrefflichkeit auszeichnen und fest im Glauben sind – Gelehrte und Lehrer mit fundierten Kenntnissen der Künste und Wissenschaften…. Dazu gehört die Förderung der Künste, die Entdeckung neuer wunderbarer Dinge, die Ausweitung des Handels und die Entwicklung der Industrie. Auch die Kultivierung und Verschönerung des Landes müssen gefördert werden …‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

186

Einer der Freunde hat uns einen Brief bezüglich der Schule in ‘Ishqábád geschickt, in dem es heißt, Gott sei gepriesen, dass die dortigen Freunde jetzt hart daran arbeiten, die Schule in Ordnung zu bringen, und Lehrer ausgewählt haben, die für ihre Aufgabe gut qualifiziert sind, und dass von nun an der Aufsicht und Verwaltung der Schule größte Sorgfalt gewidmet wird…. Eines der wichtigsten Unterfangen ist die Erziehung der Kinder, denn Erfolg und Wohlergehen hängen ab vom Dienst und der Anbetung Gottes, des Heiligen, des Allgepriesenen. Zu den größten aller großen Dienste gehört die Erziehung der Kinder und die Förderung der verschiedenen Wissenschaften, Handwerke und Künste. Gepriesen sei Gott, dass ihr euch jetzt mit aller Kraft um dieses Ziel bemüht. Je beharrlicher ihr diese wichtige Aufgabe erfüllt, desto deutlicher werdet ihr die Bestätigungen Gottes erleben, so dass ihr selbst darüber erstaunt sein werdet.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

187

Diese Schule ist eine der lebenswichtigen und unverzichtbaren Institutionen, die das Bauwerk der Menschheit wirklich stützen und befestigen. So Gott will, wird sie sich entwickeln und in allen Bereichen verbessert werden. Wenn diese Schule in jeder Hinsicht vervollkommnet ist, wenn sie aufblüht und alle anderen Schulen übertrifft, dann müssen nach und nach immer mehr Schulen gegründet werden. Das bedeutet, dass die Freunde ihre Aufmerksamkeit auf die Erziehung und Ausbildung aller Kinder Persiens richten müssen, damit sie alle, nachdem sie in der Schule des wahren Lernens die Kraft des Verstehens erlangt und die inneren Wirklichkeiten des Universums kennengelernt haben, die Zeichen und Geheimnisse Gottes entdecken und sich vom Lichte der Erkenntnis des Herrn und Seiner Liebe erleuchtet finden. Dies ist wahrlich der beste Weg, alle Völker zu erziehen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

188

Unternehmt jede Anstrengung, euch die verschiedenen Gebiete des Wissens und des wahren Verstehens anzueignen. Tut euer Äußerstes, um sowohl materielle als auch geistige Kenntnisse zu erlangen. Ermutigt die Kinder von frühester Jugend an, jedes Wissensgebiet zu meistern, weckt ihren Ehrgeiz, Fertigkeit in jeder Kunst zu erlangen, mit dem Ziel, dass durch Gottes hilfreiche Gnade das Herz eines jeden von ihnen einem Spiegel gleich werde, der die Geheimnisse des Alls offenbart und das innerste Wesen aller Dinge durchdringt, auf dass jedes von ihnen weltweiten Ruhm auf allen Gebieten der Gelehrsamkeit, der Wissenschaften und der Künste erwerbe. Vernachlässigt auf gar keinen Fall die Bildung und Erziehung der Kinder. Erzieht sie so, dass sie geistige Eigenschaften aufweisen und sich der Gaben und Gunst des Herrn gewiss sein können.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

189

Euer Brief war beredt, sein Inhalt selbständig und feinfühlig ausgedrückt, und er zeigte euere großen und lobenswerten Anstrengungen, Kinder, Mädchen und Jungen, zu erziehen. Dies gehört zu den wichtigsten aller menschlichen Bestrebungen. Alle nur möglichen Mittel der Erziehung müssen für die Bahá’í-Kinder, die zarten Pflanzen des göttlichen Gartens, bereitgestellt werden, denn darin besteht die Erleuchtung der Menschheit. Gelobt sei Gott, die Freunde in ‘Ishqábád haben ein sicheres Fundament, eine unanfechtbare Grundlage gelegt. In der Stadt der Liebe wurde das erste Bahá’í-Haus der Andacht erbaut und heute werden in dieser Stadt die Wege zur Kindererziehung ebenfalls bereitet, da ja sogar während der Kriegsjahre diese Pflicht nicht vernachlässigt wurde, es wurden sogar Lücken geschlossen. Nun müsst ihr den Horizont eurer Bemühungen erweitern und Pläne zur Errichtung von Schulen für höhere Bildung aufstellen, damit die Stadt der Liebe der Bahá’í-Brennpunkt der Wissenschaften und Künste wird. Dank der freigebigen Hilfe der Gesegneten Schönheit werden Mittel hierfür bereitgestellt werden. Schenkt der Schule für Mädchen besondere Aufmerksamkeit, denn die Größe dieses wunderbaren Zeitalters wird sich darin zeigen, welcher Fortschritt in der Welt der Frauen erzielt wird. Aus diesem Grund könnt ihr beobachten, dass in jedem Lande die Welt der Frauen voranschreitet. Dies liegt im Einfluss der größten Offenbarung und in der Macht der göttlichen Lehren begründet. Der Unterricht in den Schulen muss mit der religiösen Unterweisung beginnen. Nach der religiösen Ausbildung, nachdem das Herz des Kindes an die Liebe Gottes gebunden ist, fahrt fort mit dem Unterricht in den anderen Bereichen des Wissens.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

190

Setzt alles daran, die Tarbíyat-Schule zu verbessern und Ordnung und Disziplin in dieser Institution zu entwickeln. Wendet alle Mittel an, um diese Schule zu einem Garten des Allbarmherzigen zu machen, aus dem das Licht des Lernens erstrahlt und in dem die Kinder, ob Bahá’í oder andere, in einem Maß erzogen werden, dass sie zu Gottes Gaben an die Menschen und zum Stolz der Menschheit werden. Mögen sie in kürzester Zeit größte Fortschritte machen, ihre Augen weit öffnen und die Wirklichkeit im Innern aller Dinge entdecken, sich jede Kunst und Fertigkeit aneignen und lernen, in allen Dingen, wie sie wirklich sind, die Geheimnisse zu erfassen – diese Fähigkeit ist eine der klar ersichtlichen Auswirkungen des Dienstes an der Heiligen Schwelle. Es ist sicher, dass ihr alle Anstrengungen unternehmen werdet, um dies zu erreichen, und auch Pläne für die Eröffnung einer ganzen Reihe von Schulen aufstellen werdet. Diese Hochschulen für akademische Studien müssen zugleich Ausbildungsstätten für Verhalten und Benehmen sein, und Charakter und Benehmen müssen gegenüber den Wissenschaften und Künste den Vorrang haben. Gutes Benehmen und ein hoher moralischer Charakter müssen an erster Stelle stehen, denn wenn der Charakter nicht geschult ist, wird sich der Erwerb von Wissen nur als schädlich erweisen. Wissen ist lobenswert, wenn es mit ethischem Verhalten und einem tugendhaften Charakter verbunden ist, sonst ist es ein tödliches Gift, eine beängstigende Gefahr. Ein Arzt von schlechtem Charakter, der das in ihn gesetzte Vertrauen missbraucht, kann den Tod herbeiführen und zur Quelle zahlreicher Gebrechen und Krankheiten werden. Widmet dieser Angelegenheit die größte Aufmerksamkeit, denn das Grundprinzip einer Schule ist in erster Linie moralische Ausbildung, Charakter und die Besserung des Verhaltens.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

191

In den Schulen für Kinder werden viele Themen unterrichtet, aus Zeitmangel können wir jedoch nur einige wenige erwähnen: Das erste und wichtigste ist die Schulung des Verhaltens und des Charakters; die Ausrichtung der Werte, die Förderung des Wunsches nach Vortrefflichkeit, das Festhalten an der Religion Gottes und die Standhaftigkeit in Seinen Gesetzen: jeder gerechten Regierung völligen Gehorsam zu erweisen, dem Herrscher der jeweiligen Zeit Loyalität und Vertrauenswürdigkeit zu zeigen, ein Wohltäter der Menschheit und zu allen freundlich zu sein. Neben den Idealen des Charakters bedarf es der Unterweisung in nützlichen Künsten und Wissenschaften und in Fremdsprachen. Auch soll regelmäßig für das Wohl von Regent und Untertanen gebetet werden; materialistische Werke, die unter denen geläufig sind, für die es nur naturbedingte Kausalitäten gibt, sollten ebenso gemieden werden, wie Liebesgeschichten und Bücher, die die Leidenschaften wecken. Zusammenfassend kann man sagen, dass jeglicher Unterricht gänzlich der Erlangung menschlicher Vollkommenheit gewidmet sein sollte. Dies sind in aller Kürze Richtlinien für den Lehrplan dieser Schulen.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

192

Ihr Brief ist angekommen und es war eine große Freude zu erfahren, dass, Gott sei gepriesen, in Hamadán ein Wohlfahrts- und Hilfsverein gegründet wurde. Ich bin sicher, dass dies zu einer Quelle des Wohlergehens und der Hilfe wird und dass Mittel bereitgestellt werden, um die Armen und Schwachen zu unterstützen und die Waisen und andere Kinder zu erziehen. Die Ausbildung der Kinder und die Betreuung der Waisen ist äußerst wichtig, aber am wichtigsten ist die Erziehung der Mädchen, denn diese Mädchen werden eines Tages Mütter sein, und die Mutter ist die erste Lehrerin des Kindes. Wie sie das Kind erzieht, so wird es auch werden, und die Ergebnisse dieser ersten Erziehung werden den Menschen sein ganzes Leben lang begleiten, und es wäre äußerst schwierig, sie zu ändern. Und wie kann eine Mutter, die selbst unwissend und ungebildet ist, ihr Kind erziehen? Es ist daher klar, dass die Bildung der Mädchen weit größere Auswirkungen hat als die der Jungen. Diese Tatsache ist höchst bedeutsam, und die Angelegenheit muss mit größter Energie und Hingabe angegangen werden. Gott sagt im Koran, dass sie nicht gleich sein werden, jene, die Wissen haben, und jene, die es nicht haben8. Unwissenheit ist daher höchst tadelnswert, ob bei Männern oder Frauen, allerdings richtet sie bei den Frauen größeren Schaden an. Ich hoffe daher, dass die Freunde sich nach Kräften bemühen werden, ihre Kinder, Söhne und Töchter gleichermaßen zu erziehen. Dies ist die reine Wahrheit, und außerhalb der Wahrheit gibt es eindeutig nichts als das Verderben.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Arabischen und PersischenA

193

In dieser neuen wundersamen Sache ist der Fortschritt in allen Wissensgebieten ein fester unverzichtbarer Grundsatz, und alle Freunde sind verpflichtet, alles dafür zu tun, damit die Sache des Lichtes der Offenbarung in der ganzen Welt verbreitet wird, und jedes Kind nach seinen Bedürfnissen Anteil an Wissenschaften und Künsten erhält, bis man nicht einmal mehr ein einziges Bauernkind findet, das ohne Schulbildung ist. Es ist wesentlich, dass die Grundlagen des Wissens vermittelt werden. Es ist wesentlich, dass alle lesen und schreiben können. Deshalb ist diese neue Institution höchst lobenswert und ihr Programm sollte gefördert werden. Die Hoffnung ist, dass andere Dörfer sie zum Vorbild nehmen und dass in jedem Dorf, in dem es eine ausreichende Anzahl von Gläubigen gibt, eine Schule gegründet wird, in der die Kinder Lesen, Schreiben und Allgemeinwissen erlernen können.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

194

Bahá’u’lláh hat verkündet, dass alle Menschen Ausbildung und Anleitung bekommen müssen, da Unwissenheit und der Mangel an Erziehung und Bildung wie trennende Schranken zwischen den Menschen stehen. Durch diese Vorkehrung wird der Mangel an gegenseitigem Verständnis behoben, wird die Einheit der Menschheit gefördert und vorangebracht. Universelle Erziehung und Bildung ist ein allgemeingültiges Gesetz.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 98, Ansprache vom 1. September 1912 in der Kirche des Messias, Montreal, KanadaA

195

Zu den heiligen Pflichten der Geistigen Räte gehören die Förderung des Lernens, die Gründung von Schulen und die Bereitstellung der notwendigen Lehrmittel und Ausstattung für jeden Jungen und jedes Mädchen. Ausnahmslos jedes Kind muss sich von seinen frühesten Jahren an gründlich mit der Kunst des Lesens und Schreibens befassen und seinen eigenen Vorlieben und Neigungen, seinen Fähigkeiten und Kräften entsprechend höchste Aufmerksamkeit dem Erwerb nützlicher Künste und Fertigkeiten, verschiedener Sprachen, der Redegewandtheit und zeitgemäßer technologischer Kenntnisse widmen. Die Mitglieder der Geistigen Räte müssen den Kindern der Armen bei der Erlangung dieser Fähigkeiten und insbesondere beim Erlernen der wichtigsten Grundlagen helfen, und dies wird als eine der Pflichten betrachtet, die den Treuhändern Gottes in jedem Land besonders ans Herz gelegt werden. »So jemand seinen Sohn oder den Sohn eines anderen aufzieht, ist es, als erzöge er einen Meiner Söhne. Auf ihm ruhe Meine Herrlichkeit, Meine liebende Güte und Meine Barmherzigkeit, die der Schöpfung vorausging.«Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 4:48A Shoghi Effendi, Brief vom 8. Juni 1925, An die Geistigen Räte des Ostens – übersetzt aus dem PersischenA

196

Sie hatten nach Armut und Reichtum gefragt, nach den Entbehrungen der Armen und den Annehmlichkeiten der Reichen, und Sie hatten Ihr Erstaunen und Ihre Verwunderung über diese Situation zum Ausdruck gebracht … Die Absicht ist jedoch nicht, zu sagen, dass alle Armen reich und alle gleich werden. Das wäre so, als würde man behaupten, alle Unwissenden und Analphabeten würden die Weisen der Zeit und die Gelehrten unter den Gelehrten werden. Vielmehr werden Unwissenheit und Analphabetismus zurückgehen, wenn Bildung verpflichtend und allgemeingültig wird, und niemandem mehr Bildung vorenthalten wird. Da aber die Differenzierung in den Fähigkeiten und Fertigkeiten des Menschen begründet ist und die Unterschiede mit dem Grad seiner Intelligenz und seiner geistigen Kräfte zusammenhängen, werden nicht alle Menschen in ihrem Wissen, Lernen und Verstehen gleich sein. Damit soll gesagt sein, dass es in der Welt der Schöpfung verschiedene Positionen und graduelle Unterschiede zwischen den Menschen geben muss, damit die Angelegenheiten der Welt organisiert und geordnet werden können. Die Vielfalt alles Erschaffenen, sei es in der Art, in der äußeren Erscheinung oder in ihrem Rang, ist das Mittel für ihren Schutz, ihre Beständigkeit, Einheit und Harmonie. Alle Teile ergänzen sich gegenseitig.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 22. Mai 1928, An einen Gläubigen – übersetzt aus dem PersischenA

197

… Bahá’u’lláh betrachtet Bildung als einen der grundlegendsten Faktoren wahrer Kultur. Damit aber diese Bildung hinlänglich und fruchtbar ist, muss sie umfassend sein, nicht nur die physische und intellektuelle Seite des Menschen berücksichtigen, sondern auch seine geistigen und ethischen Aspekte.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 9. Juli 1931, An einen Gläubigen, in: Bahá’í-Gelehrsamkeit Abs. 6A

198

Sie haben ihn um ausführliche Information über das Bahá’í-Erziehungsprogramm gebeten. Bis jetzt gibt es noch keinen Bahá’í-Lehrplan, auch keine Bahá’í-Veröffentlichungen, die sich ausschließlich diesem Thema widmen, da die Lehren Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás kein abgeschlossenes und ausführliches Erziehungssystem darstellen, sondern nur bestimmte grundlegende Prinzipien bieten und eine Reihe von Erziehungsidealen hervorheben, die künftige Bahá’í-Erziehungswissenschaftler in ihrem Bemühen leiten sollten, einen vollständigen Lehrplan aufzustellen, der sich in voller Übereinstimmung mit dem Geist der Bahá’í-Lehren befindet, und so den Erfordernissen und Bedürfnissen dieses neuen Zeitalters Rechnung tragen. Diese Grundprinzipien finden sich in den heiligen Schriften des Glaubens und sollten sorgfältig studiert und allmählich in die verschiedenen College- und Universitätsprogramme übernommen werden. Aber die Aufgabe, ein Erziehungssystem aufzustellen, das offiziell vom Glauben anerkannt ist und innerhalb der Bahá’í-Welt Geltung erlangt, kann von der gegenwärtigen Generation der Gläubigen nicht bewältigt, sondern muss nach und nach von Bahá’í-Gelehrten und Erziehungswissenschaftlern der Zukunft gelöst werden.Shoghi Effendi, zitiert in: Ziele der Kindererziehung 121:1–2A

199

Erziehung ist ein weites Feld, und Erziehungstheorien gibt es zuhauf. Sicherlich sind viele davon von beachtlichem Wert, aber es sollte daran erinnert werden, dass keine frei von Annahmen über die Natur des Menschen und die der Gesellschaft ist. Ein Prozess der Erziehung sollte zum Beispiel bei einem Kind das Bewusstsein für seine Potenziale schaffen, zugleich aber die Verherrlichung des Selbst peinlich genau vermeiden. So oft wird im Namen des Aufbaus von Selbstvertrauen das Ego gestärkt. Ebenso hat das Spiel seinen Platz in der Erziehung der Jugendlichen. Kinder und Juniorjugendliche haben aber immer wieder ihre Fähigkeit bewiesen, sich an Diskussionen über abstrakte Themen auf einem Niveau zu beteiligen, das ihrem Alter entspricht und haben große Freude bei ihrem ernsten Streben nach Erkenntnis. Ein erzieherischer Prozess, der Inhalte in einem betäubenden Meer von Unterhaltung verwässert, erweist ihnen keinen Dienst.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 12. Dezember 2011, An alle Nationalen Geistigen Räte A

Landwirtschaft

200

Als Wir im Gefängnis von ‘Akká waren, offenbarten Wir im Roten Buche, was den Fortschritt der Menschheit und den Aufbau der Welt bewirkt. Was der Herr der Schöpfung mit Seiner Feder dort äußerte, enthält unter anderem die folgenden Grundsätze zur Ordnung des gesellschaftlichen Lebens: Erstens: Die Amtsträger des Hauses der Gerechtigkeit haben die Pflicht, den Geringeren Frieden zu fördern, damit das Erdenvolk der Bürde maßloser Staatsausgaben ledig werde. Diese Aufgabe ist zwingend und absolut wesentlich, zumal Streit und Feindseligkeiten die wahren Ursachen von Leid und Elend sind. Zweitens: Die Sprachen müssen auf eine gemeinsame Sprache, die in allen Schulen der Welt gelehrt wird, beschränkt werden. Drittens: Dem Menschen obliegt es, sich beharrlich an das zu halten, was Gemeinschaft, Wohlwollen und Einheit fördert. Viertens: Jeder, Mann oder Frau, muss einer Vertrauensperson ein Teil seines Ertrages aus Gewerbe, Landwirtschaft oder anderweitiger Beschäftigung für die Ausbildung und Erziehung der Kinder übergeben, damit es für diesen Zweck mit Kenntnis der Vertrauensleute des Hauses der Gerechtigkeit verwendet wird. Fünftens: Besondere Beachtung muss der Landwirtschaft geschenkt werden. Obwohl sie hier an fünfter Stelle erwähnt wird, hat sie ohne Zweifel den Vorrang. …Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 7:17–22A

201

In Deinem Brief hattest Du die Landwirtschaft erwähnt. Dazu hat Er die folgende allgemeine Regel aufgestellt, nach der jeder sich in einem Handwerk, im Handel oder in der Landwirtschaft betätigen soll, selbst wenn er sich nicht länger als einen Tag in einem bestimmten Land aufhält, und dass eine solche Tätigkeit in den Augen des einen wahren Gottes dem Gottesdienst entspricht. Diese Regel wurde von den Bahá’í zu der Zeit praktiziert, als sie vor der Verbannung aus ‘Iráq standen, denn während sie die Vorbereitungen für ihre Reise trafen, befassten sie sich mit der Bewirtschaftung des Landes, und als sie aufbrachen, erhielten sie die Anweisung, die Früchte ihrer Arbeit unter den Freunden zu verteilen.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

202

Geht ihr an einem Garten vorüber, darinnen Gemüsebeete und Pflanzen, Blumen und duftende Kräuter so stehen, dass sie ein harmonisches Ganzes bilden, so ist dies ein Beweis dafür, dass diese Anlage und dieser Rosengarten von einem vollkommenen Gärtner gepflegt und angeordnet sind. Seht ihr jedoch einen Garten in Unordnung, schlecht angelegt und wild wuchernd, dann zeigt dies, dass er der Sorgfalt eines geschickten Gärtners ermangelt und nur ein Haufen Unkraut ist.‘Abdu’l-Bahá, in: Der Weltfriedensvertrag 1:36A

203

Bemühe dich, so sehr du kannst, in der Agrarwissenschaft gut bewandert zu sein, denn nach den göttlichen Lehren ist der Erwerb von Wissen und die Vervollkommnung in den Künsten als Gottesdienst zu betrachten. Wenn ein Mensch sich mit ganzer Kraft müht, eine Wissenschaft zu erlernen oder sich in einer Kunst zu vervollkommnen, so ist es, als bete er Gott in Kirchen und Tempeln an. Da du nun in eine Landwirtschaftsschule eintrittst und danach strebst, dir diese Wissenschaft anzueignen, hältst du Tag und Nacht Gottesdienst ab – ein Dienst, der an der Schwelle des Allmächtigen angenommen wird. Welcher Segen ist größer als der, dass Wissenschaft als Gottesdienst und Kunst als Dienst am Reiche Gottes zu betrachten sind!‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 126:1A

204

Da dein liebes Kind seine Prüfungen ablegt, ist mein inniger Wunsch an der Heiligen Schwelle, dass ihm durch die Gnade und Gunst Gottes Erfolg beschieden sein möge und dass es künftig Landwirtschaft studieren und deren verschiedenen praktischen und theoretischen Zweige beherrschen möge. Die Landwirtschaft ist eine edle Wissenschaft, und sollte dein Sohn sich darin qualifizieren, so wird er für das Wohlergehen unzähliger Menschen sorgen können.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

205

Handel, Landwirtschaft und Industrie sollten wirklich kein Hindernis für den Dienst an dem einen wahren Gott sein. In der Tat sind solche Berufszweige äußerst wirksame Werkzeuge und klare Nachweise der eigenen Frömmigkeit, der eigenen Vertrauenswürdigkeit und der Tugenden des Allbarmherzigen Herrn.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

206

Die Krise, die in der Welt herrscht, betrifft nicht nur die Landwirte. Ihre Auswirkungen haben jede Erwerbsquelle erreicht. Den Landwirten geht es in einer Hinsicht besser, weil sie wenigstens etwas zu essen haben. Aber im Großen und Ganzen erfüllt die Krise einen wichtigen Zweck. Sie erweitert den Horizont des Menschen, lehrt ihn, in internationalen Dimensionen zu denken, zwingt ihn, das Wohlergehen seiner Nachbarn zu berücksichtigen, wenn er seine eigene Lebenslage verbessern möchte.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 2. März 1932, An einen GläubigenA

Wirtschaft

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O Meine Diener! Ihr seid die Bäume Meines Gartens. Ihr müsst edle, köstliche Früchte tragen, euch und anderen zum Nutzen. Darum soll sich jeder einem Gewerbe oder einem Beruf widmen, denn darin liegt das Geheimnis des Wohlstandes, o ihr Einsichtigen! Der Erfolg hängt von den Mitteln ab, und Gottes Gnade soll euch allgenügend sein. Bäume, die keine Frucht tragen, waren seit je fürs Feuer bestimmt und werden es allezeit sein.Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte, Aus dem Persischen 80, 2.80:1A

208

Wenn diese erhabenen Lehren Verbreitung finden, wird die Menschheit von allen Gefahren, von allen ihren chronischen Leiden und Krankheiten befreit. So verkörpern die Bahá’í-Grundsätze für das Wirtschaftsleben die höchsten Bestrebungen aller lohnabhängigen Klassen wie auch diejenigen der verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Schulen.‘Abdu’l-Bahá, in: Brief an Forel 36A

209

Um es kurz zu fassen: Die Lehren Bahá’u’lláhs empfehlen freiwilliges Teilen, und das bedeutet mehr als den Ausgleich des Wohlstands; denn der Ausgleich muss von außen auferlegt werden, Teilen aber ist Sache der freien Wahl. Der Mensch vervollkommnet sich durch gute Taten, die er freiwillig ausführt, nicht durch gute Taten, zu denen er gezwungen wird. Teilen ist ein persönlich gewählter Akt der Gerechtigkeit. Das heißt, die Reichen sollten den Armen Hilfe gewähren, sollten ihre Mittel für die Armen ausgeben, aber aus freien Stücken und nicht deshalb, weil die Armen dieses Ziel durch Gewalt erreichen. Denn die Ernte der Gewalt ist Aufruhr und der Zerfall der Gesellschaftsordnung. Andererseits führt freiwilliges Teilen, die frei gewählte Ausgabe der eigenen Mittel, zu Wohlfahrt und Frieden der Gesellschaft. Es erleuchtet die Welt; es verleiht der Menschheit Ehre.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 79:2–3A

210

O meine Freunde im Geiste!

Zu den bedeutendsten Mitteln, um modernen Fortschritt, Wohlstand der Nationen und Zivilisierung der Völker zu erlangen, gehört die Gründung von Unternehmen für Handel, Industrie und anderen Quellen des Reichtums, denn ein Unternehmen ist ein Symbol für Einheit, Einigkeit und Harmonie in der Sache Gottes.

Es ist innerhalb der Menschheit äußerst schwierig, etwas allein auf die Beine zu stellen, aber wenn man sich zusammenschließt und ein Unternehmen gründet, werden die Mitglieder gemeinsam große Aufgaben erfüllen können.

Nehmen wir zum Beispiel eine Armee.

Wenn jeder Soldat einzeln in den Kampf zöge, würde er mit der Kraft eines Mannes kämpfen, aber wenn eine Truppe gebildet wird, kämpft jedes Mitglied dieser Truppe mit tausendfacher Kraft, denn die Kraft von tausend Einzelnen wird in einem Punkt zusammengeführt.

So ist es auch in anderen Dingen.

Jedes Unternehmen sollte jedoch auf göttlichen Grundsätzen aufgebaut sein.

Seine Grundlagen sollten Vertrauenswürdigkeit, Frömmigkeit und Wahrhaftigkeit sein, um die Rechte der Menschen zu schützen und Tag für Tag wie ein Magnet der Treue zu wirken, damit die Bestätigungen des Allherrlichen enthüllt werden mögen.

Darüber hinaus muss ein seriöses Unternehmen alles in seiner Macht Stehende tun, um die Rechte der Menschen in allen Angelegenheiten, ob groß oder klein, zu schützen und die Angelegenheiten des Unternehmens mit äußerster Perfektion, Redlichkeit und Sorgfalt zu verwalten.

Wenn es so geführt wird, wird dieses Unternehmen ohne jeden Zweifel zum Inbegriff des Segens werden, und diese Gemeinschaft wird die Bestätigungen des Herrn aller Gaben anziehen und unter dem sicheren Schutz des Größten Namens, vor jedem Missgeschick bewahrt bleiben.

Gruß und Lobpreis seien mit euch.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

211

Ökonomische Fragen müssen beim Landwirt beginnen und dann auf die anderen Gesellschaftsschichten ausgeweitet werden, da es in der Landwirtschaft viel mehr Menschen gibt als in allen anderen Schichten. Daher ist es angebracht, bei ökonomischen Angelegenheiten mit dem Landwirt zu beginnen, denn der Landwirt ist der Hauptakteur in der menschlichen Gesellschaft. Kurz gesagt, unter den Weisen in jedem Dorf sollte ein Gremium gebildet werden, das die Angelegenheiten des Dorfes unter seiner Kontrolle hat. Ebenso sollte ein gemeinsames Lagerhaus angelegt und ein Verwalter bestimmt werden. Zur Erntezeit sollte auf Anweisung dieses Gremiums ein bestimmter Prozentsatz der gesamten Ernte für das Vorratshaus bereitgestellt werden. Das Lagerhaus hat sieben Einnahmequellen: Zehntabgaben, Steuern auf Tiere, Nachlass ohne Vorhandensein eines Erben, Fundobjekte, deren Besitzer nicht ausfindig gemacht werden können, ein Drittel aller Schatzfunde, ein Drittel der Erträge aller Bergwerke und freiwillige Spenden. Dieses Lagerhaus hat auch sieben Ausgabeposten: 1. Die allgemeinen Betriebskosten des Lagerhauses, wie das Gehalt des Verwalters und die Gesundheitsvorsorge. 2. Zehntabgaben an die Regierung. 3. Steuern auf Tiere an die Regierung. 4. Unterhaltskosten für ein Waisenhaus. 5. Unterhaltskosten für ein Heim für Menschen mit Behinderungen. 6. Unterhaltskosten für eine Schule. 7. Zuschüsse für die notwendige Unterstützung der Armen. Die erste Einnahmequelle ist der Zehnte. Er sollte wie folgt eingezogen werden: Wenn zum Beispiel das Einkommen eines Menschen fünfhundert Dollar beträgt und seine notwendigen Ausgaben gleich hoch sind, wird von ihm kein Zehnter eingezogen. Hat jemand anderes Ausgaben von fünfhundert Dollar aber sein Einkommen beträgt tausend Dollar, so wird ein Zehntel von ihm eingezogen, denn er hat mehr als er braucht; gibt er ein Zehntel des Überschusses, so wird das seinen Lebensunterhalt nicht beeinträchtigten. Wenn die Ausgaben eines anderen eintausend Dollar betragen und sein Einkommen fünftausend Dollar, so muss er, da er viertausend Dollar Überschuss hat, anderthalb Zehntel abgeben. Wenn eine andere Person notwendige Ausgaben von tausend Dollar hat, aber ihr Einkommen zehntausend Dollar beträgt, muss sie zwei Zehntel abgeben, denn ihr Überschuss ist eine große Summe. Betragen aber die notwendigen Ausgaben einer anderen Person vier- oder fünftausend Dollar und ihr Einkommen hunderttausend, so wird von ihr ein Viertel eingefordert. Beträgt dagegen das Einkommen eines Menschen zweihundert, sein für den Lebensunterhalt unbedingt erforderlicher Bedarf aber fünfhundert Dollar, und vorausgesetzt, er ist in seiner Arbeit nicht nachlässig, aber sein Hof ist nicht mit einer Ernte gesegnet gewesen, so muss er Hilfe aus dem gemeinsamen Lagerhaus erhalten, damit er nicht in Not gerät und sein Auskommen hat. Aus dem gemeinsamen Lagerhaus muss ein bestimmter Betrag für die Waisen des Dorfes und eine bestimmte Summe für die Arbeitsunfähigen zurückgelegt werden. Ein bestimmter Betrag aus dem Lagerhaus muss bereitgestellt werden für die Bedürftigen, die nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und ebenso für das Bildungssystem des Dorfes. Außerdem muss ein bestimmter Betrag für das öffentliche Gesundheitswesen zurückgelegt werden. Wenn etwas im Lagerhaus übrigbleibt, muss es der allgemeinen Staatskasse für nationale Ausgaben übereignet werden.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

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Es müssen daher solche Gesetze und Vorschriften erlassen werden, die das übermäßige Vermögen von Wenigen begrenzen und die Grundversorgung der unzähligen Millionen von Armen gewährleisten, um einen gewissen Ausgleich zu erreichen. Absolute Gleichheit ist jedoch ebenso unmöglich, denn die völlige Gleichheit von Reichtum, Macht, Handel, Landwirtschaft und Industrie würde zu Chaos und Unordnung führen, die Lebensgrundlage vieler zum Erliegen bringen, allgemeine Unzufriedenheit hervorrufen und die geregelte Verwaltung der gemeinschaftlichen Angelegenheiten untergraben.

Denn ungerechtfertigte Gleichheit birgt auch Gefahren in sich.

Es wäre also besser, zu einem gewissen Ausgleich zu gelangen, und hiermit ist die Verabschiedung solcher Gesetze und Vorschriften gemeint, die die ungerechtfertigte Konzentration des Reichtums in den Händen von Wenigen verhindern und die wesentlichen Bedürfnisse von Vielen befriedigen.

Zum Beispiel verdienen die Fabrikbesitzer täglich ein Vermögen, aber der Lohn, den die armen Arbeiter erhalten, kann nicht einmal ihren täglichen Bedarf decken:

Das ist höchst ungerecht, und sicherlich kann kein gerechter Mensch das akzeptieren.

Daher sollten Gesetze und Verordnungen erlassen werden, sodass den Arbeitern sowohl ein Tageslohn als auch eine Beteiligung an einem Viertel oder Fünftel des Gewinns der Fabrik entsprechend ihren Mitteln gewährt wird oder dass auf andere Weise die Arbeiter so wie die Eigentümer einen gerechten Anteil an den Gewinnen erhalten.

Denn das Kapital und die Unternehmensführung kommen von den Letzteren und die Mühe und Arbeit von den Ersteren.

Den Arbeitnehmern könnte entweder ein Lohn gewährt werden, der ihren täglichen Bedarf angemessen deckt, sowie ein Recht auf eine Beteiligung an den Einnahmen der Fabrik, wenn sie verletzt, arbeitsunfähig oder krank sein sollten, oder es könnte ein Lohn festgelegt werden, der es den Arbeitnehmern ermöglicht, sowohl ihren täglichen Bedarf zu decken als auch etwas für Zeiten der Schwäche und Arbeitsunfähigkeit zu sparen. Wenn die Angelegenheiten derart geregelt wären, würden weder die Fabrikbesitzer jeden Tag ein Vermögen ansammeln, das für sie völlig nutzlos ist – denn sollte ihr Vermögen unangemessen zunehmen, dann wäre das eine sehr schwere Bürde und würde ihnen übermäßige Härten und Schwierigkeiten auferlegen, und sie müssten erkennen, dass die Verwaltung eines solchen unmäßigen Vermögens äußerst schwierig ist und die physischen Kräfte eines Menschen erschöpft – noch würden die Arbeiter solche Plagen und Härten erdulden, dass sie jede Kraft verlieren und am Ende ihres Lebens in bitterste Not geraten. Es ist daher unbestreitbar, dass die Aneignung von übermäßigem Reichtum durch einige wenige Einzelpersonen unter Missachtung der Bedürfnisse der Massen unredlich und ungerecht ist. Ebenso würde absolute Gleichheit die Existenz, das Wohlergehen, den Wohlstand, den Frieden und das geordnete Leben der Menschheit stören. Deshalb ist es natürlich am besten, Mäßigung anzustreben, was für den Reichen bedeutet, dass er erkennt, welche Vorteile es hat, sich im Profitstreben zurückzuhalten und das Wohlergehen der Armen und Bedürftigen zu berücksichtigen, das heißt, einen Tageslohn für die Arbeiter festzulegen und ihnen zudem einen Anteil am Gesamtgewinn der Fabrik zukommen zu lassen.‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen 78:4–7A

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Zu den Ergebnissen der Manifestation geistiger Kräfte wird gehören, dass sich die Menschenwelt an eine neue Gesellschaftsform anpasst, die Gerechtigkeit Gottes in den menschlichen Angelegenheiten zum Ausdruck kommt und die Gleichberechtigung aller Menschen weltweit durchgesetzt wird. Die Armen werden große Zuwendungen erhalten, und die Reichen ewiges Glück erlangen. Denn obwohl die Reichen derzeit den größten Luxus und Komfort genießen, sind sie dennoch des ewigen Glückes beraubt; denn ewiges Glück hängt vom Geben ab, und die Armen leiden überall bittere Not. Durch die Manifestation der großen Gerechtigkeit Gottes werden die Armen der Welt entlohnt und voll unterstützt und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Menschheit werden reorganisiert, so dass es in Zukunft weder abnorm reiche noch bitterarme Menschen geben wird. Die Reichen wie die Armen werden gleichermaßen die Vorrechte dieser neuen wirtschaftlichen Verhältnisse genießen, denn dank bestimmter Maßnahmen und Beschränkungen können die einen keinen so großen Reichtum ansammeln, dass sie durch dessen Verwaltung belastet werden, während die Armen von der Belastung durch Not und Elend befreit werden. Die Reichen werden ihren Palast genießen, und die Armen werden ihr komfortables Häuschen haben.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 50, Ansprache vom 19. Mai 1912 in der Brotherhood Church, Bergen and Fairview Avenues, Jersey City, New JerseyA

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… Bahá’u’lláh brachte Leitlinien und Lehren für eine Neuordnung der Wirtschaft. Die Regeln, die Er offenbarte, sichern die Wohlfahrt der Staatengemeinschaft. So wie der Reiche ein unbeschwertes Leben im Luxus genießt, muss auch der Arme ein Zuhause haben und seinen Bedürfnissen entsprechend mit Nahrung und Annehmlichkeiten versorgt werden. Diese Neuordnung der Sozialwirtschaft ist von größter Bedeutung, da sie die Stabilität der Menschenwelt sicherstellt, und solange dies nicht erfolgt, sind Glück und Gedeihen unmöglich.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 63, Ansprache vom 9. Juni 1912 im Baptisten-Tempel Broad and Berks Street, Philadelphia, PennsylvaniaA

215

Eine der Lehren Bahá’u’lláhs ist die Regulierung der Existenzgrundlagen in der menschlichen Gesellschaft. Mit einer solchen Regulierung kann es keine Extreme der menschlichen Lebensverhältnisse hinsichtlich Wohlstand und Versorgung mehr geben. Denn die Gesellschaft braucht Geldgeber, Bauern, Kaufleute und Arbeiter, wie auch eine Armee aus Generälen, Offizieren und einfachen Soldaten bestehen muss. Es können nicht alle Generäle sein; nicht alle können Offiziere oder Soldaten sein. Jeder muss auf seinem Platz in der Gesellschaft kompetent und tüchtig sein – jeder in seiner Funktion und gemäß seinen Fähigkeiten, aber mit Chancengleichheit für alle. … Unterschiedliche Fähigkeiten einzelner Menschen sind von grundlegender Bedeutung. Es ist unmöglich, dass alle gleich, alle gleichrangig und alle klug sind. Bahá’u’lláh hat Grundsätze und Gesetze offenbart, die für einen Ausgleich der unterschiedlichen menschlichen Fähigkeiten sorgen. Er sagte, dass alles, was menschliche Staatsführung leisten könne, durch die Anwendung dieser Grundsätze bewirkt würde. Würden die von Ihm erlassenen Gesetze angewendet, so könnte es in der Gesellschaft weder Millionäre noch bitterarme Menschen geben. Das wird dadurch erreicht und geregelt, dass der unterschiedliche Grad menschlicher Leistungsfähigkeit ausgeglichen wird. Die wichtigste Grundlage der Gesellschaft ist die Landwirtschaft, die Bestellung des Bodens. Alle müssen produktiv sein. Jeder in der Gemeinde, dessen Bedarf mit seinem Produktionsvolumen übereinstimmt, sollte steuerfrei bleiben. Aber wenn sein Einkommen größer ist als sein Bedarf, muss er eine Steuer bezahlen, bis ein Ausgleich erreicht ist. Das heißt, die Produktionsfähigkeit eines Menschen und sein Bedarf werden durch Besteuerung ausgeglichen. Wenn sein Ertrag größer ist, wird er eine Abgabe leisten; wenn sein Bedarf größer ist als sein Ertrag, wird er eine entsprechend große Summe als Ausgleich erhalten. Darum wird die Besteuerung proportional zur Leistungsfähigkeit und zum Ertrag erfolgen, und es wird in der Gesellschaft keine Armen geben.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 77, Ansprache vom 1. Juli 1912 in der 309 West Seventy-Eighth Street, New YorkA

216

Die Grundlage der gesamten Ökonomie ist göttlicher Natur und eng verbunden mit der Welt des Herzens und des Geistes. Das wird in den Bahá’í-Lehren umfassend dargelegt, und ohne Kenntnis dieser Grundsätze kann die wirtschaftliche Situation nicht verbessert werden. Die Bahá’í werden diese Verbesserung herbeiführen, aber nicht durch Aufruhr und den Ruf nach roher Gewalt, nicht durch Krieg, sondern durch Wohlfahrt. Die Herzen müssen so verbunden sein, die Liebe so ausgeprägt, dass der Reiche höchst willig dem Armen zu Hilfe eilt und Maßnahmen ergreift, diese ökonomischen Anpassungen dauerhaft zu verankern. Wenn es auf diese Weise erreicht wird, ist es höchst lobenswert, denn dann geschieht es um Gottes willen und auf dem Pfad Seines Dienstes. Es wäre beispielsweise so, wie wenn die reichen Bewohner einer Stadt sagten: »Es ist weder gerecht noch gesetzmäßig, dass wir großen Reichtum besitzen, während es in dieser Gemeinde bittere Armut gibt«, und dann bereitwillig ihren Reichtum an die Armen abgeben und nur so viel behalten, dass sie bequem leben können.‘Abdu’l-Bahá, in: The Promulgation of Universal Peace, Kapitel 84, Ansprache vom 23. Juli 1912 im Hotel Victoria, Boston, MassachusettsA

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Er hat auch den Artikel erhalten, den Sie für The Bahá’í World über die Wirtschaftslehren der Sache geschrieben haben.The World Economy of Bahá’u’lláh by Horace Holley, in The Bahá’í World, vol. 4, 1930–1932 (New York: Bahá’í Publishing Committee, 1933), pp. 351–367.A Wie Sie sagen, sind die Schriften zu diesem Thema nicht so ergiebig, und viele der Fragen, die derzeit die Welt beschäftigen, werden nicht einmal erwähnt. In erster Linie geht es um den Geist, der unser Wirtschaftsleben durchdringen muss, und dieser wird sich allmählich in konkreten Institutionen und Grundsätzen zeigen, die dazu beitragen werden, den von Bahá’u’lláh verheißenen Idealzustand herbeizuführen.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 20. Dezember 1931, An einen Nationalen Geistigen RatA

218

Was Ihren Wunsch anbelangt, Ihr Unternehmen nach Bahá’í-Maßstäben zu reorganisieren, so weiß Shoghi Effendi den Geist, der Sie zu einem solchen Vorschlag veranlasst hat, zutiefst zu schätzen. Er ist jedoch der Meinung, dass die Zeit für einen Gläubigen noch nicht gekommen ist, eine solch grundlegende Veränderung in der wirtschaftlichen Struktur unserer Gesellschaft herbeizuführen, wie eng umgrenzt das Feld für ein solches Experiment auch sein mag. Die wirtschaftlichen Lehren der Sache sind zwar in ihren Grundzügen bekannt, aber noch nicht so weit ausgearbeitet und systematisiert, dass jemand sie genau und gründlich anwenden könnte, auch nicht in einem begrenzten Rahmen.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 22. Mai 1935, An einen GläubigenA

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In der Sache Gottes gibt es praktisch keine fachspezifischen Lehren in Bezug auf die Wirtschaft, wie etwa das Bankwesen, das Preissystem und andere. Die Sache Gottes ist kein Wirtschaftssystem, noch sollten ihre Stifter als Wirtschaftsfachleute betrachtet werden. Der Beitrag des Glaubens zu diesem Thema ist im Wesentlichen indirekt, da er in der Anwendung geistiger Prinzipien auf unser heutiges Wirtschaftssystem besteht. Bahá’u’lláh hat uns einige Grundprinzipien gegeben, die künftigen Bahá’í-Ökonomen als Richtschnur bei der Schaffung solcher Institutionen dienen sollen, die die wirtschaftlichen Verhältnisse der Welt regeln werden. … Der Meister hat ausdrücklich erklärt, dass die Löhne einfach deshalb unterschiedlich hoch sein sollten, weil die Menschen sich in ihren Fähigkeiten unterscheiden und folglich entsprechend ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten bezahlt werden sollten. … Diese Sichtweise scheint der Meinung einiger moderner Wirtschaftswissenschaftler zu widersprechen. Aber die Freunde sollten volles Vertrauen in die Worte des Meisters haben und Seinen Aussagen einen höheren Stellenwert einräumen als denen unserer sogenannten modernen Denker. … … Wie weit die Technik auch fortschreiten mag, der Mensch wird sich immer abmühen müssen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Anstrengung ist ein untrennbarer Teil des menschlichen Lebens. Sie mag mit den sich wandelnden Bedingungen der Welt verschiedene Formen annehmen, aber sie wird immer als notwendiges Element in unserem Erdenleben gegenwärtig sein. Schließlich ist das Leben ein Kampf. Fortschritt wird durch Kampf erreicht, und ohne einen solchen Kampf verliert das Leben seinen Sinn, es erlischt sogar. Der technische Fortschritt hat die Anstrengung nicht überflüssig gemacht. Er hat ihr eine neue Form, einen neuen Ausdruck gegeben. … Mit der Aussage »die wirtschaftliche Lösung ist göttlicher Natur« ist gemeint, dass in letzter Konsequenz allein die Religion eine so grundlegende Veränderung in der Natur des Menschen bewirken kann, dass er in die Lage versetzt wird, die Wirtschaftsbeziehungen der Gesellschaft anzupassen. Nur so kann der Mensch die ökonomischen Kräfte beherrschen, die die Grundlagen seines Daseins zu beeinträchtigen drohen, und so seine Herrschaft über die Naturgewalten bewahren. … Wie bereits erwähnt …, ist die soziale Ungleichheit das unvermeidliche Ergebnis der natürlichen Ungleichheit der Menschen. Die Menschen sind unterschiedlich begabt und sollten sich daher auch in ihrer sozialen und wirtschaftlichen Stellung unterscheiden. Die Extreme von Reichtum und Armut sollten jedoch vollständig abgeschafft werden. Diejenigen, die mit ihrem Verstand zur Schaffung und Verbesserung der Produktionsmittel beigetragen haben, müssen angemessen entlohnt werden, auch wenn diese Mittel im Besitz und unter der Kontrolle anderer sind.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 26. Dezember 1935, An einen GläubigenA

220

Zu Ihrer Frage bezüglich der Haltung der Bahá’í gegenüber Arbeitsproblemen: Diese können, wie uns ‘Abdu’l-Bahá sagt, mit Sicherheit nicht durch bloße physische Gewalt gelöst werden. Auch die Verweigerung der Zusammenarbeit, selbst wenn sie nicht von Gewalttaten begleitet wird, ist uneffektiv. Der Konflikt zwischen Arbeit und Kapital kann am besten durch die friedlichen und konstruktiven Methoden der Zusammenarbeit und der Beratung gelöst werden.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 30. Juni 1937, An einen GläubigenA

221

Zu Ihren Fragen bezüglich der Haltung der Bahá’í zu verschiedenen wirtschaftlichen Problemen, wie dem Problem des Eigentums, der Kontrolle und der Verteilung des Kapitals und anderer Produktionsmittel, dem Problem von Trusts und Monopolen und solchen wirtschaftlichen Experimenten wie den sozialen Genossenschaften:

Die Lehren Bahá’u’lláhs und ‘Abdu’l-Bahás bieten keine spezifischen und detaillierten Lösungen für all diese Wirtschaftsfragen, die zumeist in den Bereich der Wirtschaftswissenschaft fallen und als solche nicht direkt die Sache betreffen.

Zwar gibt es in den Heiligen Schriften der Bahá’í gewisse Leitprinzipien zum Thema Wirtschaft, doch decken diese keineswegs das gesamte Gebiet der theoretischen und angewandten Ökonomie ab, sondern sollen vor allem künftigen Autoren und Technikern der Bahá’í-Ökonomie als Anleitung dienen, ein Wirtschaftssystem zu entwickeln, das in voller Übereinstimmung mit dem Geist und den genauen Bestimmungen der Sache zu diesem und ähnlichen Themen funktioniert.

Das Internationale Haus der Gerechtigkeit wird in Absprache mit Wirtschaftsexperten bei der Formulierung und Weiterentwicklung des Bahá’í-Wirtschaftssystems der Zukunft behilflich sein.

Eines ist jedoch sicher:

Die Sache akzeptiert weder die Theorien der kapitalistischen Wirtschaft in vollem Umfang, noch kann sie mit den Marxisten und Kommunisten in ihrer Ablehnung des Prinzips des Privateigentums und dieses grundlegenden unantastbaren Rechts des Individuums übereinstimmen.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 10.

Juni 1939, An einen GläubigenA

222

Die Ideologien, die heute in der Welt existieren, sind äußerst komplex. So wie es schwierig ist, ein kohärentes System von Lehren zu finden, das als Christentum bezeichnet werden kann und alle umfasst, die sich selbst als Christen bezeichnen, so gibt es viele Arten von Kommunisten, die oft lautstark im Widerspruch zueinander stehen. Und erst recht gibt es viele Arten von ›Kapitalisten‹ im Sinne derer, die den Kapitalismus als die wünschenswerteste Form des Wirtschaftssystems befürworten. Das Dokument Die Verheißung des Weltfriedens war nicht der richtige Ort für eine Analyse der Vorzüge und Unzulänglichkeiten dieser verschiedenen Theorien, es konnte lediglich auf einige der eklatantesten Mängel hinweisen, die durch extreme Varianten hervorgerufen wurden, und alle, die sie befürworten, ermutigen, bei der Suche nach der wirklichen Lösung der Probleme, die die Menschheit plagen, über ihre Differenzen hinwegzusehen. Man könnte zwei Extreme der Wirtschaftstheorie postulieren, denn einerseits gibt es diejenigen, die glauben, dass die beste Lösung darin besteht, jegliche staatliche Kontrolle und Intervention aus dem Wirtschaftssystem zu entfernen, und andererseits diejenigen, die glauben, dass das Funktionieren des Wirtschaftssystems vom Staat genau überwacht und angepasst werden sollte, damit die Gesellschaft nicht dem System ausgeliefert ist, sondern es unter ihrer Kontrolle hat. Es hat sich deutlich gezeigt, dass keines der beiden Extreme praktikabel ist, und die Befürworter beider Positionen haben sich allmählich zu gemäßigteren Standpunkten durchgerungen, auch wenn es je nach den sich ändernden Bedingungen zu einem Hin- und Herpendeln der Standpunkte kommt. Auf die Befürworter eines dieser Extreme und für die gegenwärtige, höchst unbefriedigende wirtschaftliche Situation in der Welt bezog sich das Haus der Gerechtigkeit indirekt, als es auf jene Ideologien hinwies, die die Tendenz haben, »Millionen Hungernder gleichgültig Marktmechanismen preiszugeben, die die wirtschaftliche Misere des größeren Teils der Menschheit ganz offensichtlich verschlimmern, während sie kleinen Teilen der Bevölkerung ein Leben in einem von unseren Vorfahren kaum erträumten Überfluss ermöglichen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Die Verheißung des Weltfriedens 2:8A«Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 13. November 1985, An einen GläubigenA

223

Ein offensichtliches Beispiel ergibt sich bei Diskussionen über den Prozess der Globalisierung, auf den Ihr Brief anspielt. Die immensen Vorteile, die diese lang erwartete Etappe in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft mit sich bringt, verlangen von Regierung und Zivilgesellschaft vergleichbare Anstrengungen, um eine gerechte Verteilung ihrer Vorteile an die gesamte Menschheit zu gewährleisten. ‘Abdu’l-Bahá stellt uns diese Problematik in aller Deutlichkeit dar: »So kannst du einerseits beobachten, wie ein Einzelner, der ein Vermögen angehäuft hat, ein ganzes Land zu seiner persönlichen Kolonie machte, immensen Reichtum erwarb und für einen ununterbrochenen Fluss von Gewinnen und Profiten sorgte, und andererseits, wie hunderttausend hilflose Menschen, schwach und machtlos, nach einem Bissen Brot schmachten. Hier gibt es weder Gleichheit noch Nächstenliebe. Sieh, wie dadurch der allgemeine Friede und das Glück so zerstört wurden und das Wohlergehen der Menschheit so beeinträchtigt wurde, dass das Leben eines Großteils der Menschen sinnlos geworden ist! Denn all der Reichtum, die Macht, der Handel und die Industrie befinden sich in den Händen einiger weniger Menschen, während alle anderen unter der Last endloser Entbehrungen und Schwierigkeiten leiden, aller Vorteile und Vergünstigungen, jeder Annehmlichkeit und Zufriedenheit beraubt sind. Es müssen daher solche Gesetze und Vorschriften erlassen werden, die das übermäßige Vermögen von Wenigen begrenzen und die Grundversorgung der unzähligen Millionen von Armen gewährleisten, um einen gewissen Ausgleich zu erreichen.«‘Abdu’l-Bahá, in: Beantwortete Fragen 78:4A Die von diesem Problem verursachten Herausforderungen – ein Problem, das heute den ganzen Planeten betrifft – haben ein Ausmaß angenommen, das in der Menschheitsgeschichte ohne Beispiel ist. Sie anzugehen erfordert ein einheitliches Verständnis dessen, was auf dem Spiel steht, ein Verständnis, das nur durch gründliche Analyse, freie öffentliche Diskussion und ein unablässiges Engagement für die Umsetzung vereinbarter Kontrollsysteme erreicht werden kann.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 27. November 2001, An einen GläubigenA

224

Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihren Brief erhalten… in dem Sie um Klärung der Frage bitten, was eine angemessene Wirtschaftsphilosophie für unsere Zeit ausmacht … In Ihrem … Brief zitieren Sie eine Passage aus Jahrhundert des Lichtsvgl. Das Jahrhundert des Lichts 11:22A, in der es heißt, dass das gegenwärtig auf dem Planeten herrschende Denksystem moralisch und intellektuell am Ende ist. Nach Ihrem Verständnis bedeutet diese Passage, dass der Kapitalismus von der Bahá’í-Gemeinde als unbrauchbare Wirtschaftsphilosophie für die zukünftige Entwicklung der Welt angesehen wird. Sie finden diese Haltung nicht nur deshalb überraschend, weil sie in direktem Widerspruch zu den Schlussfolgerungen steht, die heute von Denkern gezogen werden, die den Kapitalismus als das einzig praktikable System für die globale Wirtschaftsentwicklung betrachten, sondern auch, weil sie bestimmten Aussagen Shoghi Effendis zu widersprechen scheint. Der Kapitalismus hat sich zu einem System entwickelt, das Ihrer Meinung nach weitgehend, wenn nicht sogar vollständig, mit den Aussagen Shoghi Effendis übereinstimmt. Sie fragen sich, wie Bahá’í, die im Bereich der Wirtschaft tätig sind, weiterkommen sollen, wenn sie zu diesem Thema so weit auseinandergehende Ansichten vertreten: angefangen mit denen, die – wie Sie – die Äußerungen des Hüters als Unterstützung für den Kapitalismus ansehen, bis hin zu denjenigen, die glauben, dass er ersetzt werden sollte. Zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen gibt es zwei Aspekte. Der eine betrifft die Aussage über den moralischen Bankrott des heute vorherrschenden Weltsystems, der andere bezieht sich auf die Gültigkeit von Wirtschaftstheorien, die den Kapitalismus voll unterstützen. Was die erste Frage betrifft, so ist die von Ihnen zitierte Passage aus Jahrhundert des Lichts gedacht als eine allgemeine Aussage über den Zustand der Welt, ihre politischen und wirtschaftlichen Strukturen und die Ungerechtigkeiten, die das Gefüge der heutigen Gesellschaft zerreißen. Man kann mit Recht die gegenwärtige globale Situation als ungerecht anprangern, in der relativ wenige im Überfluss leben, während die große Mehrheit ihrer Mitmenschen zu einem Leben in völliger materieller Armut verurteilt ist. Sicherlich kann diese Situation nicht von den grundlegenden Unzulänglichkeiten des herrschenden Denksystems sowie der Strukturen und Prozesse, die dieses hervorgebracht hat, getrennt werden. Der zweite Aspekt Ihrer Fragen betrifft die Einzelheiten der Wirtschaftstheorie.

Dass Bahá’í-Denker, wie Sie erwähnen, eine breite Palette von Ansichten über den Kapitalismus und seine verschiedenen Formen vertreten, sollte kein Grund zur Beunruhigung sein.

Im Gegenteil, das Haus der Gerechtigkeit hält die Situation eigentlich für ganz gesund und möchte zu diesem Zeitpunkt nicht weiter auf dieses Thema eingehen.

Sie haben Recht, wenn Sie in Ihrem Brief … erklären, dass die Lösungen für die Probleme der Menschheit in der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Lehren Bahá’u’lláhs, die die gesellschaftliche Wirklichkeit betreffen, zu finden sind.

Es ist also zu erwarten, dass die Lehren bei den Entscheidungen, die die Menschheit in Bezug auf die Herstellung, Verteilung, Vermehrung, Anwendung und Nutzung materieller Mittel zu treffen hat, zum Tragen kommen werden.

Wie bei der Weiterentwicklung jeder Wissenschaft üblich, werden Erkenntnisse über eine angemessene Wirtschaftstheorie nur dann gewonnen, wenn Menschen mit unterschiedlichen Ansichten verschiedene Richtungen erkunden.

Die Kritik an den gegenwärtigen wirtschaftlichen Praktiken sollte nicht als bloße Anprangerung des Kapitalismus missverstanden werden und ebenso wenig als Befürwortung des Sozialismus.

Sicherlich sind auch Sie der Meinung, dass die Prämisse des Privateigentums zu neuen und besseren Wegen führen kann als dies die derzeitigen Formen der Organisation der wirtschaftlichen Tätigkeit der Menschheit vermögen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 31.

Juli 2002, An einen GläubigenA

225

Soziale Gerechtigkeit wird erst dann erreicht, wenn jedes Mitglied der Gesellschaft ein gewisses Maß an materiellem Wohlstand genießt und dem Erwerb geistiger Fähigkeiten die gebührende Aufmerksamkeit schenkt. Die Lösung der vorherrschenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist also bei der Anwendung geistiger Prinzipien ebenso zu suchen wie bei der Umsetzung wissenschaftlicher Methoden und Ansätze. Die Familie bietet einen idealen Rahmen, in dem jene moralischen Eigenschaften gebildet werden können, die zu einer angemessenen Betrachtungsweise materiellen Reichtums und seiner Nutzung beitragen. Die Erfordernisse der materiellen Welt betreffend, versichert Bahá’u’lláh, dass jedem Ziel ein Mittel zu seiner Verwirklichung zugeordnet ist. Eine naheliegende Schlussfolgerung aus der Betrachtung dieses Grundprinzips ist, dass man bei der Unterscheidung zwischen ›Mittel‹ und ›Zweck‹ Wachsamkeit walten lassen muss, andernfalls könnte das, was als bloßes Mittel gedacht ist, leicht zum eigentlichen Ziel des Lebens eines Einzelnen werden. Der Erwerb von Reichtum ist ein Beispiel dafür. Er ist annehmbar und lobenswert, insofern er als Mittel dient, um höhere Ziele zu erreichen – um die Grundbedürfnisse zu befriedigen, den Fortschritt der Familie zu unterstützen, das Wohlergehen der Gesellschaft zu fördern und zum Aufbau einer Weltzivilisation beizutragen. Aber die Anhäufung von Reichtum zum Hauptziel des eigenen Lebens zu machen, ist eines Menschen unwürdig. Ein Gedanke, der eng mit dem oben Gesagten zusammenhängt und dem Geist der Bahá’í-Lehre entspricht, ist, dass der Zweck nicht dazu dient, die Mittel zu heiligen. So konstruktiv und edel das Ziel, so bedeutsam es auch für das eigene Leben oder für das Wohlergehen der eigenen Familie ist, darf es nicht mit unlauteren Mitteln erreicht werden. Es ist bedauerlich, dass einige der heutigen politischen, gesellschaftlichen und religiösen Führer sowie einige Finanzmarktdirektoren, Führungskräfte multinationaler Konzerne, Wirtschafts- und Industriechefs wie auch einfache Bürger, die dem gesellschaftlichen Druck nachgeben und den Ruf ihres Gewissens ignorieren, entgegen diesem Grundsatz handeln; sie rechtfertigen jedes Mittel, um ihre Ziele zu erreichen. Wie ‘Abdu’l-Bahá sagt, hängt die Legitimität des Reichtums davon ab, wie man ihn erwirbt und wie man ihn ausgibt. In diesem Zusammenhang hat Er erklärt: »Reichtum ist allen Lobes wert, wenn er durch eigene Anstrengungen des Menschen und durch die Gnade Gottes auf den Gebieten des Handels, der Landwirtschaft, der Kunst oder Industrie«‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis Göttlicher Kultur 46A erworben wird, wenn die Maßnahmen, die der Einzelne zur Erlangung von Reichtum ergreift, dazu dienen, »das Einkommen der Volksmassen allgemein zu heben«, und wenn der so erlangte Reichtum für »menschenfreundliche Zwecke« und die Förderung von Wissen, für die Etablierung von Schulen und Gewerbebetrieben und die Förderung der Erziehung und Bildung und allgemein für das Wohlergehen der Gesellschaft ausgegeben wird. Viele würden bereitwillig anerkennen, dass der Erwerb von Reichtum von den Erfordernissen der Gerechtigkeit geleitet werden sollte, die grundsätzlich in unterschiedlichem Maße und auf verschiedenen Ebenen zum Ausdruck kommen kann.

Ein Arbeitgeber und ein Arbeitnehmer sind beispielsweise an die Gesetze und Konventionen gebunden, die ihre Arbeit regeln, und von beiden wird erwartet, dass sie ihre Aufgaben mit Ehrlichkeit und Integrität wahrnehmen.

Wenn die tiefergehenden Implikationen der Gerechtigkeit verwirklicht werden sollen, müssen auf einer anderen Ebene auch die beiden oben genannten Voraussetzungen für den rechtmäßigen Erwerb von Reichtum berücksichtigt und in deren Licht die geltenden Normen neu bewertet werden.

In diesem Zusammenhang ist das Verhältnis zwischen Mindestlohn und Lebenshaltungskosten sorgfältig zu prüfen – insbesondere im Hinblick auf den Beitrag der Arbeitnehmer zum Erfolg eines Unternehmens und ihren Anspruch auf eine angemessene Gewinnbeteiligung, wie ‘Abdu’l-Bahá darlegte.

Die große, oft nicht zu rechtfertigende Spanne zwischen den Produktionskosten bestimmter Waren und dem Preis, zu dem sie verkauft werden, erfordert ebenso Aufmerksamkeit wie die Frage der Generierung von Vermögen durch Maßnahmen, die das Einkommen der Allgemeinheit heben.

Solche Überlegungen und Untersuchungen werden zweifellos deutlich machen, dass bestimmte Ansätze zur Erlangung von Reichtum – von denen so viele die Ausbeutung anderer, die Monopolisierung und Manipulation von Märkten und die Produktion von Gütern, die Gewalt und unmoralisches Verhalten fördern, beinhalten – unwürdig und inakzeptabel sind.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 2.

April 2010, An die Gläubigen in der Wiege des GlaubensA

226

Das Wohlergehen jedes einzelnen Segments der Menschheit ist mit dem Wohlergehen des Ganzen untrennbar verbunden. Die Menschheit als ganze leidet, wenn eine Gruppe nur an ihr eigenes Wohlergehen denkt, losgelöst von dem ihrer Nachbarn, oder wenn sie nach wirtschaftlichem Gewinn strebt ohne Rücksicht auf Folgen für die Natur, die Lebensgrundlage aller. Bedeutender sozialer Fortschritt wird so hartnäckig blockiert: Immer wieder setzen sich Habgier und Eigennutz auf Kosten des Allgemeinwohls durch. Hemmungslos wird exzessiver Reichtum zusammengerafft, und die so geschaffene Instabilität wird dadurch verstärkt, dass Einkommen und Chancen innerhalb wie zwischen den Nationen derart ungleich verteilt sind. Aber das muss nicht so sein. Ganz gleich wie sehr derartige Verhältnisse historisch bedingt sind – die Zukunft müssen sie nicht bestimmen; und selbst wenn die derzeit gängigen ökonomischen Vorstellungen und Methoden der Menschheit in der Zeit ihrer Adoleszenz genügten, so sind sie doch für die anbrechende Zeit ihrer Reife schlicht unzureichend. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, an Strukturen, Regeln und Systemen festzuhalten, die ganz offenkundig nicht den Interessen aller Völker dienen. Die Lehren des Glaubens lassen hier keinen Raum für Zweifel: Aufbau, Verteilung und Verwendung von Reichtum und Ressourcen haben eine inhärente moralische Dimension.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 1. März 2017, An die Bahá’í der WeltA

Gesundheit

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Lasst sie auch lernen, was der leiblichen Gesundheit dient und wie sie ihre Kinder vor Krankheit schützen können.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 94:3A

228

Strengt euch deshalb kräftig an, damit Reinheit und Heiligkeit, wie sie ‘Abdu’l-Bahá über alles schätzt, das Volk Bahás auszeichnen, damit Gottes Volk die anderen Menschen in allen Vortrefflichkeiten überrage, damit es sich äußerlich wie innerlich vor den anderen auszeichne, an Reinheit, Makellosigkeit, Vornehmheit und Gesundheit führend unter den Wissenden sei. Und durch ihre Freiheit von Sklaverei, ihre Erkenntnis und Selbstbeherrschung sollen die Bahá’í die ersten unter den Reinen, Freien und Weisen sein.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 129:14A

229

O Dienerin des Höchsten! Dein Brief ist eingetroffen. Du hast geschrieben, dass du ein neues Krankenhaus errichten möchtest und es gemeinsam mit fünf anderen Bahá’í-Ärzten planst und organisierst. Sollte dieses Vorhaben verwirklicht werden, so wäre das äußerst segensreich.‘Abdu’l-Bahá, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

230

Wenn Gesundheit und körperliches Wohlbefinden auf dem Pfad des Königreiches geopfert werden, so ist dies durchaus annehmbar und lobenswert, und wenn sie zum allgemeinen Besten der Menschheit dahingegeben werden – selbst wenn es zu ihrem materiellen Vorteil und eine Art Wohltätigkeit wäre –, so ist auch dies willkommen. Wenn jedoch menschliche Gesundheit und Wohlstand zur Befriedigung sinnlicher Begierden in tierischem Leben und teuflischem Streben vergeudet werden, – dann ist Krankheit besser als solche Gesundheit, ja, selbst der Tod ist einem solchen Leben vorzuziehen. Wenn du Gesundheit erstrebst, so wünsche sie dir zum Dienst am Königreich. Ich hoffe, dass du vollkommene Einsicht, unbeugsame Entschlossenheit, völlige Gesundheit und geistige und physische Kraft erlangst, damit du aus dem Brunnen des ewigen Lebens trinkst und dir der Geist der göttlichen Bestätigung hilft. ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Esslemont, J.E., Bahá’u’lláh und das Neue Zeitalter, Hofheim-Langenhain: Bahá’í Verlag 81970, S. 137 A

231

… das Heilen mit ausschließlich geistigen Kräften ist sicherlich ebenso unzureichend wie die mechanischen Geräte und Methoden, die materialistische Ärzte und Denker vergebens zu Heilzwecken einsetzen. Die besten Ergebnisse werden durch eine Kombination der beiden Prozesse erzielt: geistig und körperlich. Shoghi Effendi, zitiert in: Heilen, Auswahl aus den Bahá’í-Schriften zum Thema: Gesundheit, Heilen, Ernährung und Ähnlichem, April 1984, Abs. 46 A

232

Die ungeheuren Kräfte, die für die wirtschaftliche oder politische Kriegsführung verzettelt und vergeudet werden, fließen Zwecken zu, welche die Reichweite menschlicher Erfindungen erweitern, die technische Entwicklung fördern, die Produktivität der Menschheit steigern, Krankheiten ausrotten, wissenschaftliche Forschungen ausdehnen, den körperlichen Gesundheitszustand heben, den menschlichen Verstand schärfen und verfeinern, die ungenutzten, ungeahnten Ressourcen dieser Erde ausbeuten, das menschliche Dasein verlängern und jedwedes andere Mittel fördern, welches das verständliche, sittliche und geistige Leben des ganzen Menschengeschlechts anzuregen vermag.Shoghi Effendi, Brief vom 11. März 1936, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:110A

233

Es mag Sie freuen zu erfahren, dass Informationen über AIDS in viele Bahá’í-Projekte zur Gesundheitserziehung in Afrika und auf der ganzen Welt einfließen, wobei die Bedeutung der Keuschheit, der ehelichen Treue, der Heiligkeit der Ehe und die entscheidende Bedeutung der Familie als grundlegende Einheit der Gesellschaft betont werden. Die Aufklärung über AIDS und über die menschliche Sexualität dürfte am wirksamsten sein, wenn sie in einem Ausbildungskontext erfolgt, der sich auf die umfassenderen geistigen und moralischen Aspekte des Lebens konzentriert, was zur Stärkung der Familien und Gemeinden führen würde.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 15. November 2000, An einen GläubigenA

Künste, Medien und Technologie

234

Es ist erlaubt, Künste und Wissenschaften zu studieren, aber solche Wissenschaften, die von Nutzen sind und dem Volke Fortschritt und Entwicklung bringen. So bestimmt es Er, der Verordner, der Allweise.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 3:20A

235

Am Anfang jeder Bemühung hat man die Pflicht, auf das Ende zu sehen. Von allen Künsten und Wissenschaften sollten die Kinder diejenigen erlernen, welche dem Menschen Vorteil bringen, seinen Fortschritt sichern und seinen Rang erhöhen.Bahá’u’lláh, in: Botschaften aus ‘Akká 11:16A

236

Durch dich werden Wir Menschen erwecken, die neuartige, wundersame Wissenschaften und machtvolle Fertigkeiten hervorbringen, durch die enthüllt wird, was sich bislang niemand unter Deinen Dienern vorzustellen vermochte.Bahá’u’lláh, in: Anspruch und Verkündigung 1:67A

237

Künste, Gewerbe und Wissenschaften erhöhen die Welt des Seins und tragen zu ihrer Vervollkommnung bei.Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 47A

238

Gesegnet ist, wer in den Tagen Gottes ein Handwerk ausübt. Das ist eine Gabe Gottes, denn in dieser Größten Sendung ist es in den Augen Gottes annehmbar, dass sich der Mensch in einem Handwerk betätigt, das ihn davor bewahrt, abhängig von Almosen zu sein. Das Handwerk eines jeden Handwerkers gilt als Gottesdienst.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenA

239

Was geschrieben wird, sollte nicht die Grenzen des Taktes und der Weisheit überschreiten, und die verwendeten Worte sollten wie Milch beschaffen sein, damit die Kinder der Welt damit genährt werden und Reife erlangen. Vormals haben Wir gesagt, dass ein Wort den Einfluss des Frühlings übt und die Herzen frisch und grün werden lässt, indes ein anderes wie Gift wirkt, das Blüten und Blumen verwelken lässt. Gebe Gott, dass die Autoren unter den Freunden in solcher Weise schreiben, dass es aufrichtigen Seelen genehm ist und die Menschen nicht zum Nörgeln bringt.Bahá’u’lláh, in einem Sendschreiben – übersetzt aus dem Arabischen und PersischenA

240

Wäre es von Nachteil, das Bildungswesen zu erweitern, nützliche Künste und Wissenschaften zu entwickeln, Industrie und Technik zu fördern? Solche Bemühungen heben doch den einzelnen Menschen inmitten der Masse empor und führen ihn aus den Tiefen der Unwissenheit zu den Gipfeln der Erkenntnis und der Vortrefflichkeit.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 25A

241

Es ist deshalb dringend notwendig, dass nutzbringende Schriften und Bücher verfasst werden, die klar und bündig die heutigen Bedürfnisse des Volkes darlegen und aufzeigen, was dem Glück und dem Fortschritt der Gesellschaft dienlich ist. Diese Schriften und Bücher sollten veröffentlicht und unter dem Volk verbreitet werden, so dass wenigstens die führenden Köpfe unter dem Volk bis zu einem gewissen Grad aufwachen und anfangen, sich auf Wegen vorwärtszubemühen, die zu ihrer ewigen Ehre führen. Die Verbreitung edler Gedanken ist die dynamische Kraft in den Schlagadern des Lebens, ja die Seele der Menschenwelt. Die Gedanken sind unendlich wie das Meer, während die Auswirkungen und die wechselnden Umstände des Daseins den Wellen in ihrer unterschiedlichen Gestalt und räumlichen Begrenzung gleichen; erst wenn das Meer wogt, steigen die Wellen an und tragen die Perlen der Erkenntnis ans Ufer des Lebens.‘Abdu’l-Bahá, in: Das Geheimnis göttlicher Kultur 194A

242

Sehet zum Beispiel, wie man sich in anderen Ländern über einen langen Zeitraum unermüdlich angestrengt hat, bis man schließlich die Dampfkraft entdeckte und mit ihrer Hilfe in der Lage war, schwere Arbeiten, die einst die menschliche Leistungsfähigkeit überstiegen, leicht auszuführen.

Wie viele Jahrhunderte würden wir wohl brauchen, wollten wir auf den Gebrauch der Dampfkraft verzichten und stattdessen alle Nerven anspannen, um einen Ersatz zu finden.

Es ist folglich besser, wenn wir weiterhin die Dampfkraft anwenden und gleichzeitig ununterbrochen die Möglichkeit prüfen, ob es nicht noch eine weit größere Kraft gibt.

Im selben Licht sollte man die anderen Vorteile der Technik, der Wissenschaften, der Künste und der politischen Denkmodelle, die sich als nützlich erwiesen haben, sehen, das heißt, jene Verfahrensweisen, die Jahrhunderte hindurch immer wieder erprobt worden sind und deren Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile erwiesenermaßen dem Staat zu Ruhm und Größe, dem Volk zu Wohlergehen und Fortschritt gereichten.

Sollte ohne stichhaltigen Grund auf all dies verzichtet und sollten andere Reformmaßnahmen ausprobiert werden, dann würden viele Jahre und viele Menschenleben vorübergehen, ehe solche Reformen eintreten und ihre Vorteile unter Beweis gestellt werden könnten.

Einstweilen »sind wir noch an der ersten Straßenbeuge«Aus dem Zitat:

»‘Aṭṭár (persischer Dichter und Mystiker, ca.

1119–1220 n.

Chr.) hat die sieben Städte der Liebe durchschritten, und wir sind noch an der ersten Straßenbeuge«A.‘Abdu’l-Bahá, in:

Das Geheimnis göttlicher Kultur 201A

243

O ihr, die ihr Gottes Gunst empfanget! Die unerschütterliche Grundlage dieses neuen, wunderbaren Zeitalters ist das Lehren der Wissenschaften und Künste. Nach den ausdrücklichen Heiligen Worten muss jedes Kind in ausreichendem Maß in Kunst und Handwerk unterwiesen werden. Deshalb müssen in jeder Stadt und jedem Dorf Schulen errichtet werden, und jedes Kind dieser Stadt oder dieses Dorfes muss im nötigen Umfang lernen.‘Abdu’l-Bahá, in: Briefe und Botschaften 109:1A

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Es wird die Zeit kommen, da der Glaube sich wie ein Lauffeuer verbreiten wird, da sein Geist und seine Lehren auf der Bühne oder in der Kunst und Literatur als Ganzes dargestellt werden wird. Die Kunst kann besser solch edle Gefühle wecken als kalte, rationale Erklärungen, besonders unter der breiten Bevölkerung.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 10. Oktober 1932, An einen Gläubigen, zitiert in: Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Riḍván-Botschaft 1996, An die Bahá’í der WeltA

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Bezüglich der … Zeitschrift … schlägt er vor, mehr Gewicht auf die Anzahl und Qualität der Artikel zu legen und diese nicht nur über spezifische Bahá’í-Themen zu schreiben, sondern ein breites Spektrum abzudecken, seien es Artikel zu sozialen, religiösen oder humanitären Themen. Der wissenschaftliche Teil ist zweifellos sehr wichtig und spricht vor allem die Jugend und frisch Interessierte an.Shoghi Effendi, Brief in dessen Auftrag vom 30. Mai 1935, An einen GläubigenA

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Die Einheit des Menschengeschlechts, wie sie Bahá’u’lláh vorausschaut, umschließt die Begründung eines Weltgemeinwesens, in welchem alle Nationen, Rassen, Glaubensbekenntnisse und Klassen eng und dauerhaft vereint, die Autonomie seiner nationalstaatlichen Glieder sowie die persönliche Freiheit und Selbständigkeit der einzelnen Menschen, aus denen es gebildet ist, ausdrücklich und völlig gesichert sind. … … Die Presse wird in einem solchen System der Darlegung der verschiedenen Ansichten und Überzeugungen der Menschheit vollen Spielraum gewähren, aber nicht mehr durch althergebrachte Interessen, seien sie persönlicher oder allgemeiner Natur, unheilvoll gelenkt sein; vom Einfluss streitender Regierungen und Völker wird sie befreit sein.Shoghi Effendi, Brief vom 11. März 1936, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 297 7:16A

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Durchdrungen von diesen hohen Eigenschaften bei gleichzeitiger Demut müssen die heutigen Jugendlichen mit Beharrlichkeit und in liebevoller Dienstbarkeit in den für den weiteren Fortschritt der Menschheit wichtigen Berufen, in Handel, Kunst und Handwerk die vorderen Plätze einnehmen, um sicherzustellen, dass der Geist der Sache Gottes all diese bedeutenden Felder menschlichen Strebens erleuchtet. Überdies müssen sie bestrebt sein, die einheitsfördernden Denkrichtungen und die rasch voranschreitenden Technologien dieses Kommunikationszeitalters zu beherrschen; doch gleichzeitig kann, ja müssen sie gewährleisten, dass Kenntnisse und Fertigkeiten, welche die wundervollen, unverzichtbaren Errungenschaften der Vergangenheit bewahren, an die Zukunft weitergereicht werden.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Botschaft vom 8. Mai 1985, An die Bahá’í-Jugendlichen der WeltA

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Die wissenschaftlich-technischen Fortschritte unseres ungewöhnlich gesegneten Jahrhunderts deuten auf einen gewaltigen Vorstoß in der gesellschaftlichen Entwicklung des Planeten und zeigen die Mittel auf, mit denen die praktischen Probleme der Menschheit gelöst werden können. Sie bieten in der Tat das Werkzeug zur Ordnung des vielschichtigen Lebens einer vereinten Welt. Doch es bestehen noch Barrieren. Zweifel, Missverständnisse, Vorurteile, Argwohn und engstirniger Eigennutz blockieren die Beziehungen der Staaten und Völker zueinander.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Die Verheißung des Weltfriedens 1:4A

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Man sollte sich stets vor Augen halten, dass das Internet ein Spiegelbild der Welt um uns herum ist, und wir finden in seinen unendlich vielen Seiten die gleichen konkurrierenden Kräfte der Integration und Desintegration, die den Tumult kennzeichnen, in dem die Menschheit gefangen ist.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 9. April 2008, An einen GläubigenA

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Die Fähigkeit der Institutionen und Agenturen des Glaubens, Einheit des Denkens in ihren Gemeinden aufzubauen, die Fokussierung der Freunde aufrechtzuerhalten, deren Energien im Dienst an der Sache zu kanalisieren und systematisches Handeln zu fördern, hängt in gewissem Maße davon ab, inwieweit die Systeme und Instrumente, die die Institutionen einsetzen, auf die Realität eingehen, nämlich auf die Bedürfnisse und Anforderungen der örtlichen Gemeinden, denen sie dienen, und der Gesellschaft, in der sie tätig sind. In diesem Zusammenhang wurde uns aufgetragen, ein Wort der Warnung auszusprechen: Der Einsatz von Technologie wird für die Entwicklung wirksamer Systeme und Instrumente natürlich unerlässlich sein …; aber man darf nicht zulassen, dass sie Bedürfnisse definiert und Handeln diktiert.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 30. März 2011, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Es besteht kein Zweifel daran, dass moderne Technologien wertvolle Instrumente für das große Unterfangen des Aufbaus einer blühenden Weltzivilisation sein können. Als jemand, der sich für die Entwicklung des ländlichen Raums einsetzt, sind Sie sich jedoch sicherlich der potenziell zerstörerischen Kräfte bewusst, die durch eine naive Anwendung von Technologie im Namen von Modernität und Globalisierung entfesselt werden. So hat beispielsweise die Einführung des landwirtschaftlichen Verfahrens der Monokultur in ländlichen Gebieten, mit dem Effizienz und Ertrag für kleine Landbesitzer gesteigert werden sollten, ihnen in einigen Fällen tatsächlich ihr Land gekostet; selbst wenn es letztendlich Vorteile hat, sich modernen landwirtschaftlichen Verfahren zuzuwenden, kann man nicht die Augen verschließen vor dem unermesslichen menschlichen Leid, das entstehen kann und das durch eine Änderung der Herangehensweise gemildert werden könnte. Die Aussage in dem besagten Brief bezog sich auf diese negativen Tendenzen und war keine generelle Verurteilung der technologischen Entwicklung und des Fortschritts, die von den Lehren des Glaubens befürwortet werden … Bahá’í, die an Projekten zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt sind, erkennen, dass der Einsatz von Technologie sowohl mit Vorteilen als auch mit Fallstricken verbunden ist. Die Kernfrage ist daher nicht, ob Technologie eingesetzt werden soll, sondern wie sie eingesetzt werden soll. Entwicklungsansätze, die sich auf das Spenden von Gütern und Dienstleistungen konzentrieren – so charakteristisch für die gutgemeinte traditionelle religiöse Nächstenliebe und die Programme des Wohlfahrtsstaates – haben bekanntermaßen lähmende Auswirkungen. Der anfängliche Reiz der versprochenen Technologien erweist sich oft als kurzlebig. Auf dieses Phänomen bezieht sich der Ausdruck ›Mogelpackung-Technologie‹. Es ist zu hoffen, dass die Freunde auf dem Gebiet der Entwicklung die damit verbundenen technischen Fragen und gesellschaftlichen Kräfte gegeneinander abwägen und ein tiefes Verständnis sowohl für die Wissenschaft als auch für die Religion einbringen, um so zu einer vernünftigen Herangehensweise beitragen zu können, die sowohl die Extreme des blinden Glaubens an den Materialismus als auch die der romantischen Bindung an die Tradition vermeidet.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 30. Dezember 2014, An einen GläubigenA

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Wie Sie wissen, ist der technologische Fortschritt ein wesentlicher Faktor für die Entstehung einer globalen Zivilisation. In der Tat ist das Internet Ausdruck einer Entwicklung, die der Hüter erwartet hat, als er bei der Beschreibung der Merkmale einer vereinten Menschheit Folgendes voraussah: »Ein Netzwerk weltweiter Kommunikation wird ersonnen werden; es wird den ganzen Erdball umspannen und, von allen nationalen Hindernissen und Beschränkungen frei, mit wunderbarer Schnelligkeit und vollkommener Pünktlichkeit ablaufen.«Shoghi Effendi, in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs 7:109A Eine große Herausforderung besteht allerdings darin, das Internet in einer Weise nutzen zu lernen, die dem materiellen und geistigen Fortschritt förderlich ist. … Da das Internet jedoch die sofortige Verbreitung von Inhalten unter einer wachsenden Zahl von Menschen ermöglicht, sind Weisheit und Selbstdisziplin erforderlich, damit die Bedeutung oder die Würde der Lehren nicht durch eine unangemessene, ungenaue oder trivialisierte Darstellung beeinträchtigt wird… … So kann es beispielsweise von Vorteil sein – insbesondere im Kontext der Erfahrungen eines Clusters oder einer Region – über Art und Form der Kernaktivitäten zu reflektieren; wenn man jedoch versucht, eine Website zu erstellen, die darauf abzielt, mit Bahá’í weltweit über dieses Thema zu sprechen, ergeben sich bestimmte Probleme. Ein solcher Ansatz könnte dazu führen, dass die kulturellen Normen und Werte einer bestimmten Bevölkerungsgruppe einem universellen Publikum gegenüber hervorgehoben werden – ein Muster, das in der heutigen Welt nur allzu häufig anzutreffen ist. Es besteht auch die Gefahr, den Lernprozess an der Basis, wo Einzelne, Gemeinden und Institutionen als Protagonisten ihres eigenen Wachstums und ihrer Entwicklung agieren, unbeabsichtigt zu beeinflussen. Die im folgenden Auszug dargelegten Perspektiven aus der Botschaft des Hauses der Gerechtigkeit vom 12. Dezember 2011 an alle Nationalen Geistigen Räte, sind – wenn auch im spezifischen Kontext künstlerischer Bemühungen und ergänzender Bildungsmaterialien – für die oben genannten Aspekte der Kultur besonders relevant: Angetrieben von Kräften, die innerhalb und außerhalb der Bahá’í-Gemeinde entstehen, kann man sehen, wie die Völker der Welt sich aus unterschiedlichen Richtungen immer näher aufeinander zu bewegen, hin zu dem, was eine Weltzivilisation von so gewaltiger Natur sein wird, dass der Versuch, sie uns heute vorzustellen, vergeblich wäre.

Während sich diese zentripetale Bewegung der Bevölkerungen über den ganzen Globus beschleunigt, werden einige Elemente in jeder Kultur, die nicht mit den Lehren des Glaubens übereinstimmen, nach und nach wegfallen, wohingegen andere verstärkt werden.

Aus dem gleichen Grund werden sich im Laufe der Zeit neue Elemente der Kultur entwickeln, sobald Menschen jeglicher Gruppierung, von der Offenbarung Bahá’u’lláhs inspiriert und als Folge Seiner Lehren, einem Muster des Denkens und Handelns, unter anderem durch künstlerische und literarische Werke, Ausdruck verleihen. … Wir sehnen uns beispielsweise danach, fesselnde Lieder aus allen Teilen der Welt und in jeder Sprache entstehen zu sehen, die dem Bewusstsein junger Menschen die tiefen Konzepte einprägen, die in den Bahá’í-Lehren verwahrt sind.

Doch solch ein Aufblühen dieses kreativen Denkens wird sich nicht verwirklichen, wenn die Freunde, sei es auch nur versehentlich, in die Muster verfallen, die in der Welt vorherrschen; Muster, die denen, die über finanzielle Mittel verfügen, Vollmacht erteilen, ihre kulturellen Perspektiven anderen aufzuzwingen und sie mit Materialien und Produkten, die sie aggressiv bewerben, zu überschwemmen.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 9.

Oktober 2015, An einen Nationalen Geistigen RatA

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Eine der wichtigsten Entwicklungen, die die Entfaltung des Göttlichen Plans in dieser Zeit kennzeichnen, sind die Fortschritte auf kultureller Ebene, die die Bahá’í-Gemeinde erlebt hat und auf die das Haus der Gerechtigkeit in mehreren seiner Botschaften hingewiesen hat. Diese Fortschritte bedürfen einer eingehenden Betrachtung. Jeder hingebungsvolle Gläubige wird gewiss den Wunsch haben, sie zu bewahren und weiter zu pflegen. Dementsprechend müssen die Freunde auf ihre Art der Kommunikation achten, die so viel dazu beitragen kann, die Kultur der Gemeinde zu beeinflussen. Sie müssen bestrebt sein, das Bewusstsein zu schärfen, ohne das beharrliche Selbst zu wecken, Einsichten zu verbreiten, ohne ein Gefühl des Berühmtseins zu kultivieren, Themen tiefgreifend anzugehen, ohne dabei Kontroversen anzustreben, sich klar auszudrücken, ohne in Grobheiten zu verfallen, wie sie im allgemeinen Diskurs vorherrschen, und zu vermeiden – absichtlich oder unabsichtlich – den Ton für die Gemeinde anzugeben, oder – um die Zustimmung in der Gesellschaft zu gewinnen – die Bemühungen der Gemeinde in neu angepassten Begriffen darzustellen, die eben diese Bemühungen untergraben könnten.Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Brief in dessen Auftrag vom 4. April 2018, An einen Nationalen Geistigen RatA

Bibliographie

‘Abdu’l-Bahá, Das Geheimnis göttlicher Kultur, Auflage 5.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2023 Briefe und Botschaften, Auflage 4.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Beantwortete Fragen, Auflage 13.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2022 Der Weltfriedensvertrag, Hofheim-Langenhain Bahá’í Verlag 1988 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas, Auflage 6.02-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2020 Das Buch der Gewissheit, Auflage 6.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2023 Botschaften aus ‘Akká, Auflage 3.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Das Tabernakel der Einheit, Auflage 1.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Brief an den Sohn des Wolfes, Auflage 3.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2023 Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs, Auflage 9.02-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Anspruch und Verkündigung, Auflage 1.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Die Verborgenen Worte, Aus dem Persischen 80; Auflage 2.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2022, Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Auflage 3.04-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2022 Gott geht vorüber, Auflage 6.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Das Universale Haus der Gerechtigkeit Die Verheißung des Weltfriedens, Auflage 6.03-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Die Institution der Berater, unveränderter Nachdruck der 1. Aufl. von 2003, Bahá’í Verlag 2017 Textzusammenstellungen Beratung, Auflage 2.01-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2021 Ziele der Kindererziehung, Auflage 4.05-online, bibliothek.bahai.de, Bahá’í Verlag 2023 Bahá’í-Gelehrsamkeit, 1. Auflage, Bahá’í Verlag 1995 Geistige Räte – Häuser der Gerechtigkeit, Hofheim-Langenhain: Bahá’í Verlag 1972