Texts in this directory 34 files here · 0 subdirs
Search in

Lange Lehrreden 6 Mit Mahāli

1. Über die brahmanischen Gesandten So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Vesālī am Großen Wald auf, in der Halle mit dem Giebeldach. Damals befanden sich mehrere brahmanische Gesandte aus Kosala und Magadha wegen einer Angelegenheit in Vesālī. Sie hörten: „Es scheint, der Asket Gotama – ein Sakyer, der von einer Familie der Sakyer fortgezogen ist – hält sich bei Vesālī am Großen Wald auf, in der Halle mit dem Giebeldach. Er hat diesen guten Ruf: ‚Dieser Gesegnete ist vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet.‘ Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt ein geistliches Leben dar, das ganz vollständig und rein ist. Es ist gut, solche Vollendeten zu sehen.“

Da gingen sie zur Halle mit dem Giebeldach am Großen Wald. Nun war zu dieser Zeit der Ehrwürdige Nāgita der Aufwärter des Buddha. Die brahmanischem Gesandten gingen zu ihm und sagten: „Werter Nāgita, wo ist der werte Gotama gerade? Denn wir möchten ihn sehen.“ „Geehrte, es ist die falsche Zeit, um den Buddha zu sehen; er ist in Klausur.“ Da setzten sich die brahmanischen Gesandten eben dort zur Seite hin und dachten: „Wir werden nicht gehen, bevor wir den werten Gotama gesehen haben.“

2. Über den Licchaver Oṭṭhaddha Auch der Licchaver Oṭṭhaddha begab sich zusammen mit einer großen Gesellschaft von Licchavern zum Ehrwürdigen Nāgita bei der Halle mit dem Giebeldach. Er verbeugte sich, stellte sich zur Seite hin und sagte zu Nāgita: „Herr Nāgita, wo ist der Gesegnete gerade, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha? Denn wir möchten ihn sehen.“ „Es ist die falsche Zeit, um den Buddha zu sehen, er ist in Klausur.“ Da setzte sich auch Oṭṭhaddha eben dort zur Seite hin und dachte: „Ich werde nicht gehen, bevor ich den Gesegneten gesehen habe, den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddha.“

Da begab sich der Novize Sīha zu Nāgita. Er verbeugte sich, stellte sich zur Seite hin und sagte zu Nāgita: „Ehrenwerter Kassapa, diese brahmanischen Gesandten aus Kosala und Magadha und auch der Licchaver Oṭṭhaddha mit seiner großen Gesellschaft von Licchavern sind hergekommen, um den Buddha zu sehen. Es wäre gut, wenn sie ihn sehen könnten.“ „Nun, Sīha, dann sag es dem Buddha selbst.“ „Ja, Herr“, antwortete Sīha. Er ging zum Buddha, verbeugte sich, stellte sich zur Seite hin und berichtete ihm über die Menschen, die warteten, um ihn zu sehen. Er fügte hinzu: „Herr, es wäre gut, wenn diese Leute den Buddha sehen könnten.“ „Nun, Sīha, breite einen Sitz im Schatten der Hütte aus.“ „Ja, Herr“, antwortete Sīha und tat wie geheißen. Da kam der Buddha aus seiner Hütte und setzte sich in den Schatten der Hütte auf den ausgebreiteten Sitz.

Die brahmanischen Gesandten gingen zum Buddha und tauschten Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzten sie sich zur Seite hin. Auch der Licchaver Oṭṭhaddha ging zusammen mit einer großen Gesellschaft von Licchavern zum Buddha, verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin. Oṭṭhaddha sagte zum Buddha: „Herr, vor ein paar Tagen kam der Licchaver Sunakkhatta zu mir und sagte: ‚Mahāli, bald stütze ich mich schon drei Jahre auf den Buddha. Ich sehe himmlische Bilder, die erfreulich, sinnlich und erregend sind, aber ich höre keine himmlischen Töne, die erfreulich, sinnlich und erregend sind.‘ Die himmlischen Töne, die Sunakkhatta nicht hören kann: Gibt es solche Töne wirklich oder gibt es sie nicht?“ 2.1. Einseitige Versenkung „Solche Töne gibt es wirklich, aber Sunakkhatta kann sie nicht hören.“

„Was ist der Grund, was ist die Ursache, dass Sunakkhatta diese Töne nicht hören kann, obwohl es sie doch wirklich gibt?“ „Mahāli, da hat ein Mönch Versenkung nach Osten hin in einer Hinsicht entwickelt, sodass er himmlische Bilder sehen, aber keine himmlischen Töne hören kann. Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder, aber hört keine himmlischen Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Dann hat da ein Mönch Versenkung nach Süden hin in einer Hinsicht entwickelt … nach Westen hin … nach Norden hin … nach oben, nach unten und dazwischen … Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder, aber hört keine himmlischen Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Da hat ein Mönch Versenkung nach Osten hin in einer Hinsicht entwickelt, sodass er himmlische Töne hören, aber keine himmlischen Bilder sehen kann. Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, hört er himmlische Töne, aber sieht keine himmlischen Bilder. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Dann hat da ein Mönch Versenkung nach Süden hin in einer Hinsicht entwickelt … nach Westen hin … nach Norden hin … nach oben, nach unten und dazwischen … Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, hört er himmlische Töne, aber sieht keine himmlischen Bilder. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Da hat ein Mönch Versenkung nach Osten hin in zweierlei Hinsicht entwickelt, sodass er himmlische Bilder sehen und himmlische Töne hören kann. Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder und hört himmlische Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Dann hat da ein Mönch Versenkung nach Süden hin in zweierlei Hinsicht entwickelt … nach Westen hin … nach Norden hin … nach oben, nach unten und dazwischen … Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder und hört himmlische Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist. Das ist der Grund, das ist die Ursache, dass Sunakkhatta diese Töne nicht hören kann, obwohl es sie doch wirklich gibt.“

„Sicherlich führen die Mönche und Nonnen unter dem Buddha das geistliche Leben, um eine solche Versenkung entwickeln zu können?“ „Nein, Mahāli, die Mönche und Nonnen führen unter mir nicht das geistliche Leben, um eine solche Versenkung entwickeln zu können. Es gibt andere, höhere und erlesenere Dinge, um derentwillen die Mönche und Nonnen unter mir das geistliche Leben führen.“

2.2. Die vier edlen Früchte „Aber Herr, was sind diese höheren und erleseneren Dinge?“ „Zuerst, Mahāli, ist da ein Mönch mit dem Auflösen von drei Fesseln in den Strom eingetreten, muss nicht mehr in der Unterwelt wiedergeboren werden und ist für das Erwachen bestimmt. Das ist eines dieser höheren und erleseneren Dinge, um derentwillen die Mönche und Nonnen unter mir das geistliche Leben führen. Dann ist da ein Mönch mit dem Auflösen von drei Fesseln und dem Abschwächen von Gier, Hass und Täuschung ein Einmalwiederkehrer. Nur einmal kehrt er in diese Welt zurück, um dann dem Leiden ein Ende zu machen. Auch das ist eines dieser höheren und erleseneren Dinge. Dann wird da ein Mönch mit dem Auflösen der fünf niederen Fesseln durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren. Er erlischt dort und muss von jener Welt nicht zurückkehren. Auch das ist eines dieser höheren und erleseneren Dinge. Dann hat da ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens erlangt, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, hat sie durch eigene Einsicht erkannt und lebt darin. Auch das ist eines dieser höheren und erleseneren Dinge. Das sind diese höheren und erleseneren Dinge, um derentwillen die Mönche und Nonnen unter mir das geistliche Leben führen.“

2.3. Der edle achtfache Pfad „Aber, Herr, gibt es einen Pfad und eine Übung, um diese Dinge zu verwirklichen?“ „Die gibt es, Mahāli.“ „Nun, was ist es?“ „Es ist einfach dieser edle achtfache Pfad: nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung. Das ist der Pfad, das ist die Übung, um diese Dinge zu verwirklichen.

2.4. Über die beiden Hauslosen Dieses eine Mal, Mahāli, hielt ich mich bei Kosambī auf, in Ghositas Kloster. Da kamen zwei Hauslose – der Wanderer Muṇḍiya und Jāliya, der Zögling des Holzschalen-Asketen – und tauschten Willkommensgrüße mit mir aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten stellten sie sich zur Seite hin und sagten zu mir: ‚Geehrter Gotama, sind diese Seele und dieser Körper ein und dasselbe, oder ist die Seele ein Ding, der Körper ein anderes?‘

‚Nun denn, Geehrte, hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.‘ ‚Ja, Geehrter‘, antworteten sie. Ich sagte: ‚Da erscheint ein Klargewordener in der Welt, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha … So hat ein Mönch die Tugend vervollkommnet. … Er tritt in die erste Vertiefung ein und verweilt darin … Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“?‘ ‚Das wäre es, Geehrter.‘ ‚Aber, Geehrte, ich erkenne und sehe so. Dennoch sage ich nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“. …

Da tritt ein Mönch in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin … Er tritt in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin … Er tritt in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin. Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“?‘ ‚Das wäre es, Geehrter.‘ ‚Aber, Geehrte, ich erkenne und sehe so. Dennoch sage ich nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“. …

Er streckt seinen Geist aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen … Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“?‘ ‚Das wäre es, Geehrter.‘ ‚Aber, Geehrte, ich erkenne und sehe so. Dennoch sage ich nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“. …

Da versteht ein Mönch: „… Es gibt nichts weiter für diesen Ort“ Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“?‘ ‚Das wäre es nicht, Geehrter.‘ ‚Geehrte, ich erkenne und sehe so. Und ich sage nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind ein und dasselbe“, oder „die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes“.‘“ Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßte der Licchaver Oṭṭhaddha die Worte des Buddha.