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Anspruch und Verkündigung

Anspruch und Verkündigung á Bahá’u’lláh á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.03 (O-2021-06-12)

Anspruch und Verkündigung Bahá’u’lláh

Vorwort

In den Jahren nach der Ankunft Edirne in Edirne erreichte Seine Offenbarung mit der Verkündigung Seiner Botschaft an die Könige und Herrscher der Welt »ihren Zenit«Q1. Während dieser relativ kurzen, doch stürmischen Phase in der Geschichte des Glaubens wie auch in den ersten Jahren nach Seiner Verbannung in die Gefängnisstadt ‘Akká (1868), rief Er die Könige aus Ost und West in ihrer Gesamtheit – und einige davon auch persönlich – dazu auf, den Tag Gottes zu erkennen und den Verheißenen der Religionen und heiligen Schriften anzuerkennen, zu denen sich die Empfänger Seines Aufrufes bekannten. »Niemals seit Anbeginn der Welt«, stellt Bahá’u’lláh fest, »ist Gottes Botschaft so öffentlich verkündet worden.«Q2 Der vorliegende Band bietet die erste vollständige, autorisierte englische Übersetzung dieser bedeutenden Schriften, darunter die vollständige Súriy-i-Haykal, die Sure vom Tempel, eines der herausforderndsten Werke Bahá’u’lláhs. Dieser Text wurde zunächst während Seiner Verbannung in Edirne offenbart und ein weiteres Mal nach Seiner Ankunft in ‘Akká. In diese Version integrierte Er die Botschaften an einzelne Herrscher – an Papst Pius IX., Napoleon III., Zar Alexander II., Königin Viktoria und Náṣiri’d-Dín Sháh. Diese zweite Fassung ließ Bahá’u’lláh kurz nach ihrer Fertigstellung in Gestalt eines Pentagramms niederschreiben, eine Form, die den Tempel des Menschen symbolisiert. Als Abschluß fügte Er folgende Worte hinzu, »welche die Bedeutung enthüllen, die Er diesen Botschaften beimaß, die Er auf die Prophezeiungen des Alten Testaments bezieht«Q3: »Also haben Wir den Tempel erbaut mit den Händen der Kraft und Macht – könntet ihr das doch erkennen! Dies ist der euch im Buche verheißene Tempel. Nahet ihm! Dies ist, was euch frommt – könntet ihr das doch verstehen! Seid gerecht, o Völker der Welt! Welchem Tempel gebührt der Vorzug, diesem oder einem aus Stein? Richtet euer Angesicht auf Ihn! Also wurde es euch von Gott befohlen, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.« Q4 Während der letzten Jahre Seiner Sendung bereitete Bahá’u’lláh selbst erstmals die endgültige Version einiger Seiner Hauptwerke zur Veröffentlichung vor. Dabei kam der Súriy-i-Haykal ein besonderer Rang zu. Von den in sie inkorporierten Texten verdient einer besondere Erwähnung. Der Lawḥ-i-Sulṭán, die Tafel an Náṣiri’d-Dín Sháh, Bahá’u’lláhs umfangreichstes Sendschreiben an einen einzelnen Herrscher, wurde in den Wochen unmittelbar vor Seiner Verbannung nach ‘Akká offenbart. Sie wurde dem Herrscher von Badí‘, einem siebzehnjährigen Jüngling, überbracht, der Bahá’u’lláh gebeten hatte, Ihm dienen zu dürfen. Badí‘ errang so die Krone des Märtyrertums, das seinen Namen unsterblich machte. Die Tafel enthält die bekannte Passage, die die Umstände beschreibt, unter denen der Ruf Gottes Bahá’u’lláh erreichte, und die Wirkung, die von ihm ausging. Hier finden wir auch Sein unmißverständliches Angebot, in Gegenwart des Schah mit muslimischen Geistlichen, die sich als bevollmächtigte Hüter der Botschaft des Koran sehen, zusammenzutreffen und vor ihnen jeden gewünschten Beweis für die neue Offenbarung zu erbringen. Dies war eine Prüfung ihrer geistigen Integrität, die sie jedoch nicht bestanden. Im vorliegenden Buch findet sich auch die erste vollständige Übersetzung der Súriy-i-Mulúk, der Sure an die Könige, »dem bedeutendsten Sendschreiben, in dem Bahá’u’lláh sich erstmals an die Gesamtheit der Herrscher in Ost und West wendet«Q5. Sie legt das Wesen Seiner Sendung dar, wie auch den Maßstab der Gerechtigkeit, dem jegliche Machtausübung an diesem Tage Gottes genügen muß: »Fürchtet Gott, o Könige der Erde, und hütet euch, die Grenzen zu überschreiten, die der Allmächtige gesetzt hat. Haltet die Gebote, die euch in Seinem Buche gegeben sind, und übertretet sie nicht. Seid wachsam, damit ihr niemandem Unrecht zufügt, und sei es auch so gering wie ein Senfkorn. Beschreitet den Pfad der Gerechtigkeit, denn dieser ist wahrlich der gerade Pfad.« Q6 Diese Tafel führt in einige der großen Themen ein, die während der folgenden zweieinhalb Dekaden im Schrifttum Bahá’u’lláhs eine herausragende Stellung einnehmen sollten: Die Pflicht derer, in deren Hände Gott die Staatsgewalt legte, gerecht zu regieren; die Notwendigkeit, Rüstungsausgaben zu senken und Konflikte zwischen den Nationen beizulegen; und die Last übermäßiger Abgaben zu mindern, da sie zur Verarmung der Bevölkerung führen. Zu den wichtigsten Aussagen im majestätischen Aufruf Bahá’u’lláhs an die Könige und Herrscher der Welt schreibt Shoghi Effendi: »Die Vielfalt und Weite der behandelten Themen, die zwingende Kraft der Argumentation, die Erhabenheit und Kühnheit der Sprache fesseln unsere Aufmerksamkeit und erstaunen unseren Geist. Kaiser, Könige und Fürsten, Kanzler und Minister, der Papst, Priester, Mönche und Philosophen, die Vertreter der Wissenschaft, Parlamentarier und Abgeordnete, die Reichen auf Erden, die Anhänger aller Religionen und das Volk von Bahá – sie alle sind in den Wirkungsbereich des Urhebers dieser Botschaften einbezogen und erhalten, nach Wert und Verdienst, die Ratschläge und Ermahnungen, die ihnen gebühren. Nicht minder erstaunlich ist die Vielfalt der Themen, die in diesen Tafeln berührt werden. Die alles überragende Majestät und Einheit eines nicht erkennbaren, unnahbaren Gottes wird herausgestellt, die Einheit Seiner Gesandten nachdrücklich verkündet. Die Einzigartigkeit, die Universalität und das Potential des Bahá’í-Glaubens werden hervorgehoben, Zweck und Wesen der Bábí-Offenbarung dargelegt.« Q7 Die folgende Zusammenfassung richtet das Augenmerk auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, für deren verheerenden Zustand Bahá’u’lláh vor allem die Eliten verantwortlich macht: »Bewegende, wundersame Begebenheiten zu verschiedenen Zeiten Seines Wirkens werden geschildert. Die Vergänglichkeit von weltlichem Pomp, von Ruhm, Reichtum und irdischer Herrschaft wird wiederholt und klar vor Augen geführt. Kraftvoll und eindringlich wird dazu aufgefordert, sich sowohl im persönlichen Verhalten als auch in internationalen Beziehungen von erhabenen Grundsätzen leiten zu lassen. Entehrende, dem Glück und Wachstum, der Wohlfahrt und Einheit der Menschheit schädliche Gewohnheiten und Gebräuche sollen aufgegeben werden. Könige werden getadelt, kirchliche Würdenträger angeklagt, Minister und Gesandte verdammt. Wiederholt verkündet Er, daß sich das ›Kommen des Vaters‹A1 mit Seinem Kommen erfüllte. Der gewaltsame Sturz einiger Könige und Kaiser wird geweissagt, zwei von ihnen stehen besonders in der Kritik, die meisten werden gewarnt, alle angerufen und ermahnt.« Q8 Schon früher hatte Bahá’u’lláh die Politik des osmanischen Sultans ‘Abdu’l-‘Azíz verurteilt. Das Original dieses Schreibens ist leider verloren. Der vorliegende Band enthält jedoch drei Sendschreiben, die an zwei Beamte des Sultans gerichtet waren, Menschen voll Selbstsucht und Charakterschwäche. Ihr Einfluß spielte eine wichtige Rolle im Hinblick auf die nachfolgende Verbannung Bahá’u’lláhs. Die an ‘Álí Páshá, den Premierminister des Osmanischen Reichs, gerichtete Súriy-i-Ra’ís wurde im August 1868 offenbart, als die Verbannten von Edirne nach Gallipoli verbracht wurden. Schonungslos legt sie den Machtmißbrauch des Ministers bloß. Der Lawḥ-i-Ra’ís, der ebenfalls Passagen enthält, die an ‘Álí Páshá gerichtet sind, wurde kurz nach der Einkerkerung Bahá’u’lláhs in der Zitadelle von ‘Akká offenbart. In ihm wird der Charakter des Ministers scharf getadelt. Das dritte Sendschreiben, der Lawḥ-i-Fu’ád, wurde 1869 offenbart, kurz nach dem Tode Fu’ád Páshás, eines weiteren osmanischen Ministers. Der Text spielt auf seine Intrigen an, beschreibt die geistigen Folgen des Machtmißbrauchs und sagt den bevorstehenden Sturz ‘Álí Páshás wie auch des Sultans selbst voraus. Diese Prophezeiungen kursierten weithin, und ihre dramatische Erfüllung trug viel zum Ansehen Bahá’u’lláhs bei. Nun, da Bahá’u’lláhs Botschaft weltweit an Einfluß auf das gesellschaftliche Leben gewinnt, ist es an der Zeit, die vollständigen Texte dieser bedeutenden Sendschreiben einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Wir sagen den Arbeitsgruppen, die mit der Übersetzung und Überprüfung dieser Texte beauftragt waren, unseren tiefempfundenen Dank für die Sorgfalt und das Feingefühl, mit der sie diese Aufgabe bewältigt haben. Die Bahá’í werden in diesen Texten gewichtige Passagen wiedererkennen, mit denen Shoghi Effendi den Westen bereits früher vertraut gemacht hat. Seine Übersetzungen von heiligen Schriften ins Englische setzen einen bleibenden Maßstab für die Bemühungen derer, die diese Schätze des Glaubens in adäquates Englisch übertragen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit

Súratu’l-Haykal

Er ist der Wunderbarste, der Allherrliche! Verherrlicht sei Er, der Seine Verse denen offenbart, die verstehen! Verherrlicht sei Er, der Seine Verse denen herabsendet, die begreifen! Verherrlicht sei Er, der auf Seinen Pfad führt, wen immer Er wünscht! Sprich: Ich bin wahrlich der Pfad zu Gott für alle in den Himmeln und auf Erden. Selig, wer dorthin eilt! Verherrlicht sei Er, der Seine Verse denen herabsendet, die verstehen! Verherrlicht sei Er, der aus dem Reiche Seiner Offenbarung spricht und allen verborgen bleibt außer Seinen ehrbaren Dienern. Verherrlicht sei Er, der Leben verleiht, wem Er will, durch Sein Wort »›Sei!‹ und es ist«!Q9 Verherrlicht sei Er, der zum Himmel Seiner Gnade erhebt, wen Er wünscht, und im verordneten Maß daraus herabsendet, was Ihm beliebt. Gepriesen sei Er, der durch ein Wort Seines Befehls tut, was Er will. Er ist die Wahrheit, Er weiß um das Ungeschaute. Gepriesen sei Er, der, wem immer Er will, durch Seinen unbedingten, unerforschlichen Ratschluß eingibt, was Ihm gefällt. Gepriesen sei Er, der durch die Heerscharen des Unsichtbaren beisteht, wem Er will. Er ist mächtig zu tun, was Er will, und Er ist der Allherrliche, der Selbstbestehende. Gepriesen sei Er, der durch die Kraft Seiner souveränen Macht erhöht, wen immer Er will, und nach Seinem Wohlgefallen bestärkt, wen Er will. Selig, wer versteht! Gepriesen sei Er, der auf einer wohlverwahrten Tafel allen Dingen ihr festes Maß gesetzt. Gepriesen sei Er, der Seinen Dienern offenbarte, was den Menschen Herz und Verstand erleuchtet. Gepriesen sei Er, der Seinem Diener Leiden auferlegte, die die Seelen der Gottnahen verzehrten und die Herzen derer, die im Tabernakel der Ewigkeit wohnen. Gepriesen sei Er, der auf Seinen Diener aus den Wolken Seines Ratschlusses die Pfeile der Heimsuchungen herabregnen ließ und sieht, wie Ich sie geduldig und standhaft ertrage. Gepriesen sei Er, der Seinem Diener bestimmte, was Er für keinen anderen verfügte. Er ist wahrlich der Erhabene, der Unvergleichliche, der Selbstbestehende. Gepriesen sei Er, der die Pfeile der Heimsuchungen auf Seinen Diener herabregnen ließ aus den Wolken des Hasses durch die Hände der Leugner. Und doch sieht Er Uns von Dankbarkeit erfüllt. Gepriesen sei Er, der die Last der Himmel und der Erde auf die Schultern Seines Dieners legte – und doch preisen Wir Ihn dafür, wenn dies auch keiner fassen kann außer denen, die verstehen. Verherrlicht sei Er, der die Verkörperung Seiner Schönheit den Klauen der Boshaften und Frevler auslieferte – ein Los, dem Wir uns willig unterwerfen. Keiner versteht dies, außer den Einsichtsvollen. Verherrlicht sei Er, der ḤusaynA2 mitten unter Seine Feinde gab und Seinen Leib bei jedem Atemzug den Speeren des Hasses und des Zorns aussetzte. Gleichwohl sagen Wir Ihm Dank für alles, was Er Seinem Diener bestimmte, der in Seinem Schmerz und Gram bei Ihm Zuflucht sucht. Umgeben von Drangsal, hörte Ich über Meinem Haupt eine höchst wundersame, süße Stimme. Mein Antlitz wendend, gewahrte Ich eine Jungfrau – das leibhaftige Gedenken des Namens Meines Herrn – vor Mir in den Lüften schwebend. So verzückt war sie, daß ihr Gesicht im Schmuck des göttlichen Wohlgefallens leuchtete und ihre Wangen im Glanz des Allbarmherzigen erglühten. Ihr Ruf erschallte zwischen Himmel und Erde und bezauberte der Menschen Herz und Geist. Meinem inneren und Meinem äußeren Sein enthüllte sie Botschaften, die Meine Seele und die Seelen der ehrbaren Diener Gottes frohlocken ließen. Sie deutete mit ihrem Finger auf Mein Haupt, wandte sich an alle im Himmel und auf Erden und sprach: Bei Gott! Dies ist der Geliebte der Welten – und doch versteht ihr es nicht. Dies ist Gottes Schönheit und Souveränität unter euch – o daß ihr es doch verstündet! Dies ist Gottes Geheimnis und Sein Schatz, der Befehl Gottes und Seine Herrlichkeit für alle, die in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung wohnen – wolltet ihr doch begreifen! Er ist es, nach dessen Gegenwart sich die Bewohner des Reiches der Ewigkeit und des Tabernakels der Herrlichkeit sehnen – doch ihr wendet euch ab von Seiner Schönheit! O Volk des Bayán!A3 Wenn ihr Ihm nicht beisteht, so wird Gott Ihm sicherlich durch die Mächte der Erde und des Himmels und mit den Heerscharen des Unsichtbaren beistehen durch Seinen Befehl »›Sei!‹ und es ist«!Q10 Der Tag naht, da Gott durch einen Akt Seines Willens ein Menschengeschlecht erstehen lassen wird, dessen Wesen niemand kennt außer Gott, dem Allgewaltigen, dem Selbstbestehenden. Er wird sie reinigen vom Schmutz des Wahns und der Begierde, wird sie zu den Höhen der Heiligkeit erheben und durch sie die Zeichen Seiner Souveränität auf Erden offenbaren. So wurde es verfügt von Gott, dem Allherrlichen, dem Alliebenden. O Volk des Bayán! Verleugnet ihr den, dessen Gegenwart das Ziel eurer Erschaffung ist, und vergnügt euch müßig auf eurem Lager? Spottet ihr Seiner und streitet mit Ihm, wo doch vor Gott ein Haar Seines Hauptes alles in den Himmeln und auf Erden übertrifft? O Volk des Bayán! Legt dar, worauf ihr euch stützt, damit Ich sehe, aufgrund welcher Beweise ihr früher an die Offenbarer Seines Befehls glaubtet und was nun der Grund eures Hochmuts ist. Bei Ihm, der Mich aus dem Licht Seiner Schönheit erschuf! Nie habe Ich jemanden gesehen, der euch an Achtlosigkeit und Torheit übertrifft. Ihr versucht, euren Glauben an Gott mit den heiligen Tafeln zu beweisen, die euch gegeben wurden. Doch als die Verse Gottes offenbar und Seine Lampe entzündet waren, glaubtet ihr nicht an Ihn, dessen Feder das Schicksal aller Dinge in der Verwahrten Tafel niederschrieb. Ihr sprecht die heiligen Verse und weist doch den zurück, der ihr Quell und ihr Offenbarer ist. So hat Gott euch blind gemacht als Vergeltung für eure Taten, verstündet ihr es doch. Tag und Nacht schreibt ihr Gottes Verse ab und bleibt doch von Ihm, der sie offenbarte, wie durch einen Schleier getrennt. An diesem Tage sieht die Himmlische Schar eure üblen Taten und sagt sich los von euch, doch ihr merkt es nicht. Sie fragen einander: »Welche Worte sprechen diese Narren, und in welchem Tale weiden sie? Leugnen sie, was ihr eigenes Wesen bezeugt, und schließen sie ihre Augen vor dem, was sie klar sehen?« Bei Gott, o Volk! Die Bewohner der Städte der Gottesnamen sind bestürzt über euer Tun, doch ihr irrt ziellos in kargem, verdorrtem Tal und merkt es nicht. O Feder des Höchsten! Lausche dem Ruf Deines Herrn, der vom göttlichen Lotosbaum an heiligem, strahlendem Ort ertönt, auf daß die süßen Weisen Deines Herrn, des Allgütigen, Deine Seele mit Freude und Inbrunst erfüllen und die Brisen, die von Meinem Namen, der Immervergebende, wehen, Deinen Kummer und Deine Sorgen vertreiben. Errichte dann auf diesem Tempel die Tempel der Einheit Gottes, damit sie im Reich der Schöpfung von ihrem Herrn künden, dem Erhabensten, dem Allherrlichen, und durch Sein Licht erleuchtet werden. Wahrlich, Wir haben diesen Tempel zum Quell allen Seins in dieser neuen Schöpfung bestimmt, damit alle Meine Macht erkennen, durch Mein Wort »›Sei!‹ und es ist«!Q11 zu bewirken, was Ich will. Unter dem Schatten jedes Buchstabens dieses Tempels werden Wir ein Volk erschaffen, dessen Zahl keiner ermessen kann außer Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Gott wird aus Seinem Tempel Menschen erstehen lassen, die unbeeinflußt sind von den Einflüsterungen der Frevler und die allezeit vom Wasser des Lebens trinken. Sie gehören fürwahr zu den Seligen. Sie sind Diener unter dem Schutz des Erbarmens ihres Herrn und lassen sich nicht beirren von denen, die ihnen den Weg versperren wollen. Auf ihren Gesichtern wird der Glanz des Lichtes des Allgütigen erstrahlen, und von ihren Herzen wird man das Gedenken Meines allherrlichen, verborgenen Namens hören. Wollten sie ihre Zunge lösen, um ihren Herrn zu preisen, so würden die Bewohner der Erde und des Himmels in ihren Lobgesang einstimmen – doch wie wenige sind es, die hören! Und wollten sie ihren Herrn verherrlichen, so fiele alles Erschaffene mit ein. So hat Gott sie über den Rest Seiner Schöpfung erhöht, doch sind die Menschen dessen nicht gewahr! Sie folgen der Sache Gottes wie der Schatten der Sonne. Öffne also deine Augen, o Volk des Bayán, auf daß ihr sie seht! Durch ihre Bewegung bewegen sich alle Dinge, und durch ihren Stillstand stehen alle Dinge still, seid dessen gewiß! Durch sie wandten sich die, so an die göttliche Einheit glauben, Ihm zu, den die ganze Schöpfung anbetet, durch sie fanden die Herzen der Gerechten Ruhe und Gelassenheit, wüßtet ihr es doch! Durch sie wurde die Erde gefügt, regnete es herab aus den Wolken der Freigebigkeit und kam das Brot der Erkenntnis vom Himmel der Gnade herab, würdet ihr es doch erkennen! Sie sind der Schutz der Sache Gottes auf Erden, die ihre Schönheit vor dem verdunkelnden Staub eitlen Wahns und leeren Trugs bewahren. Auf dem Pfade Gottes fürchten sie nicht um ihr Leben. Eher geben sie es hin in der Hoffnung, den Meistgeliebten zu schauen, wenn Er in diesem Namen erscheint, der Allmächtige, der Allgewaltige, der Allherrliche, der Heiligste. O Lebendiger Tempel! Erhebe Dich so, daß alles Erschaffene sich mit Dir erhebt. Stehe sodann Deinem Herrn mit der allbezwingenden Macht bei, die Wir Dir verliehen. Hab acht, daß Du nicht verzagst an dem Tag, da Angst alles Erschaffene erfaßt! Werde vielmehr zur Offenbarung Meines Namens, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden. Stehe Deinem Herrn mit all Deinen Kräften bei, und achte nicht der Völker der Welt, denn ihr Gerede gleicht dem Summen einer Mücke in endlosem Tal. Trinke vom Wasser des Lebens in Meinem Namen, der Allbarmherzige, und reiche den Nahen unter den Bewohnern dieses gesegneten Ortes, was sie frei macht von allen Namen und sie unter diesen gesegneten, allumfassenden Schatten treten läßt. O Lebendiger Tempel! Durch Dich haben Wir alles, was im Himmel und auf Erden erschaffen ward, versammelt und zur Rechenschaft gerufen über das, worüber Wir mit ihnen noch vor der Erschaffung der Welt einen Bund geschlossen hatten. Aber siehe, Wir fanden die meisten Menschen sprachlos und mit angststarrem Blick vor – außer einigen wenigen strahlenden Antlitzen und beredten Zungen. Durch sie brachten Wir die Schöpfung all dessen hervor, was war und was sein wird. Ihr Antlitz hat Gott in Seiner Gnade von den Gesichtern der Ungläubigen abgewandt und im Schatten des Baumes Seines Selbstes geborgen. Ihren Herzen schenkt Er Ruhe und Frieden; Er stärkt und stützt sie durch die Heerscharen des Sichtbaren und des Unsichtbaren. O Augen dieses Tempels! Seht nicht auf die Himmel und das, was sie enthalten, und nicht auf die Erde und ihre Bewohner, denn euch haben Wir erschaffen, Unsere Schönheit zu schauen: Seht sie vor Euch! Wendet euren Blick nicht von ihr ab und beraubt euch nicht der Schönheit eures Herrn, des Allherrlichen, des Meistgeliebten. Wir werden durch euch scharfe, durchdringende Augen erschaffen, die die Zeichen ihres Schöpfers schauen und sich von allem abwenden, was die Menschen sehen. Durch euch verleihen Wir Sehkraft, wem Wir wollen, und legen Hand an die, die sich selbst dieser Gunst berauben. Sie haben wahrlich aus dem Becher der Verblendung geschlürft, doch sie merken es nicht. O Ohren dieses Tempels! Reinigt euch vom Gekreisch der Verworfenen und lauscht der Stimme eures Herrn. Er, wahrlich, offenbart euch vom Throne der Herrlichkeit: »Kein Gott ist außer Mir, dem Allherrlichen, dem Allmächtigen, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.« Wir werden durch euch reine Ohren erschaffen, die auf das Wort Gottes hören und auf das, was von der Morgendämmerung der Rede eures Herrn, des Allgütigen, ertönt. Sie werden sicherlich die süßen Melodien göttlicher Offenbarung vernehmen, die aus diesen gesegneten, geheiligten Gefilden erklingen. O Zunge dieses Tempels! Wir erschufen dich, wahrlich, durch Unseren Namen, der Allgütige; Wir lehrten dich, was im Bayán noch verborgen war, und verliehen dir die Macht der Rede, auf daß du inmitten Meiner Geschöpfe von Meinem erhabenen Selbst kündest. Verkünde alsdann dieses wundersame und mächtige Gedenken, und fürchte nicht die Verkörperungen Satans. Dafür wurdest du erschaffen durch Meinen erhabenen, allbezwingenden Befehl. Durch dich lösten Wir die Zunge der Rede, um alles, was war, darzulegen – und wieder werden Wir sie durch Meine souveräne Macht lösen, um über das zu sprechen, was kommen wird. Wir werden durch dich beredte Zungen erschaffen, die Mich unter den Himmlischen Heerscharen und den Völkern der Welt rühmen und preisen. So wurden die Verse Gottes offenbart, und so wurde es von dem Herrn aller Namen und Eigenschaften verfügt. Dein Herr ist die Wahrheit; Er kennt das Unsichtbare. Nichts wird diese Zungen daran hindern, ihren Schöpfer zu verherrlichen. Durch sie wird sich alles Erschaffene erheben, den Herrn der Namen zu verherrlichen und zu bezeugen, daß kein Gott ist außer Mir, dem Allmächtigen, dem Herrlichsten, dem Meistgeliebten. Wer Meiner gedenkt, der wird nicht sprechen, es sei denn, er wurde durch diese Zunge aus erhabener Stätte inspiriert. Doch nur wenige sind es, die verstehen! Alle Zungen stimmen den Lobpreis ihres Herrn an und gedenken Seines Namens. Doch unter dem Volk sind Menschen, die verstehen und Sein Lob künden und solche, die Ihn lobpreisen, doch nicht verstehen. O himmlische Jungfrau der inneren Bedeutungen! Tritt mit der Erlaubnis Gottes, des Herrn der Himmel und der Erde, aus den Gemächern der Worte. Offenbare dich sodann, geschmückt mit dem Gewand des göttlichen ReichesA4, und reiche mit deinen rubinroten Fingern den Wein himmlischer Herrschaft A5 dar, auf daß die Menschen dieser WeltA6 das Licht erschauen, das vom HimmelreichA7 erstrahlte, als die Sonne der Ewigkeit über dem Horizont der Herrlichkeit aufging. Wollten sie doch diesen Jüngling zwischen Himmel und Erde rühmen und verherrlichen, der im Innersten des Paradieses den Thron Seines Namens »der Allgenügende Helfer« bestieg. Auf Seinem Angesicht erstrahlt das Licht des Allgütigen, aus Seinem Blick der Glanz des Allherrlichen, und in Seinem Wirken werden die Zeichen und Beweise Gottes offenbar, des Beschützers, des Allmächtigen, des Alliebenden. Gräme Dich nicht, wenn sich niemand findet, der den karminroten Wein annimmt, den Deine schneeweiße Hand reicht, und der ihn im Namen Deines Herrn, des Erhabensten, des Höchsten, ergreift – Er, der erneut erschien, nun in Seinem Namen der Allherrliche.A8 Überlasse sie sich selbst, und ziehe Dich zurück in das Tabernakel der Majestät und Herrlichkeit. Dort wirst Du ein Volk antreffen, dessen Angesichter so hell leuchten wie die Sonne im Mittagslicht und das seinen Herrn in diesem Namen verherrlicht, Ihn, der erschien, um in der Fülle Seiner Kraft und Macht den Thron unabhängiger Souveränität zu besteigen. Von ihren Lippen wirst Du nichts hören als die Melodien Meines Lobpreises und Meines Gedenkens. Dies bezeugt Dein Herr. Doch die Existenz dieser Menschen ist vor den Augen aller, die seit unvordenklichen Zeiten durch Gottes Wort erschaffen wurden, verborgen geblieben. So haben Wir es dargelegt und Unsere Verse vorgetragen, auf daß die Menschen über die Zeichen und Beweise ihres Herrn nachdenken. Ihnen wurde nie befohlen, sich vor Adam niederzuwerfen.A9 Sie haben sich nicht vom Angesicht Deines Herrn abgewandt und werden ständig der Gaben und Wonnen der Heiligkeit teilhaftig. So hat die Feder des Allgütigen die Geheimnisse all dessen enthüllt, was war und was sein wird. O daß die Menschen es doch verstünden! Gott wird dieses Volk auf Erden erscheinen lassen. Durch sie wird Sein Name gepriesen, werden Seine Zeichen verbreitet, Sein Wort verteidigt, Seine Verse verkündet – denen zum Trotz, die Seine Wahrheit zurückweisen, Seine Souveränität leugnen und Seine Zeichen verneinen. O Aufgangsort Seiner Einzigkeit! Solltest Du diesem Volk begegnen und in seine Gegenwart gelangen, erzähle ihm, was dieser Jüngling Dir über sich selbst und über das, was Ihm widerfuhr, berichtet hat, auf daß sie vernehmen, was auf der Verwahrten Tafel geschrieben steht. Mache sie mit der Botschaft dieses Jünglings, mit Seinen Heimsuchungen und Seiner Drangsal bekannt, damit sie Meiner Leiden gewahr werden und zu denen gehören, die verstehen. Berichte ihnen sodann, wie Wir einen Unserer BrüderA10 erwählten, ihm einen Tautropfen aus dem unermeßlichen Meer des Wissens gewährten, ihn mit dem Gewand eines Unserer Namen bekleideten und ihn auf eine Stufe erhoben, daß alle sein Lob anstimmten, wie Wir ihn so vor den Böswilligen schützten, daß selbst die Mächtigen ihm nicht zu schaden vermochten. Wir standen den Völkern der Erde und des Himmels allein gegenüber zu einer Zeit, als alle entschlossen waren, Uns zu erschlagen. Während Wir unter ihnen weilten, gedachten Wir ständig des Herrn, stimmten Sein Lob an, blieben standhaft in Seiner Sache, bis sich schließlich das Wort Gottes unter Seinen Geschöpfen erfüllte, Seine Zeichen weithin verbreitet, Seine Macht gepriesen und Seine Souveränität in ihrem vollen Glanz offenbart waren. Dies bezeugen all Seine ehrbaren Diener. Doch als Mein Bruder den wachsenden Erfolg der Sache bemerkte, wurde er von Stolz und Hochmut erfüllt. Er trat hinter dem Schleier der Verborgenheit hervor, bekämpfte Mich, bestritt Meine Verse, verleugnete Mein Zeugnis und wies Meine Zeichen zurück. Seine Gier wuchs, bis ihn verlangte, Mein Fleisch zu verschlingen und Mein Blut zu trinken. Dies bezeugen die Diener Gottes, die Ihn in Seiner Verbannung begleiteten, und die, die sich Seiner Nähe erfreuen. Deshalb wandte er sich an einen Meiner DienerA11 und suchte ihn auf seine Seite zu ziehen. Daraufhin entsandte der Herr die Heerscharen des Sichtbaren und des Unsichtbaren zu Meinem Beistand, beschützte Mich durch die Macht der Wahrheit und sandte auf Mich herab, was seinen Plan vereitelte. So wurden die Intrigen derer durchkreuzt, die nicht an die Verse des Allgütigen glauben. Sie sind fürwahr ein verworfenes Volk. Als bekannt wurde, wozu sich Mein Bruder hatte verführen lassen und Unsere Gefährten in der Verbannung von seinem ruchlosen Plan erfuhren, wurden die Stimmen der Empörung und des Kummers laut und drohten, in der ganzen Stadt gehört zu werden. Wir geboten ihnen jedoch Einhalt und auferlegten ihnen Geduld, damit sie zu denen gehören, die im Leid standhaft sind. Bei Gott, neben dem kein Gott ist! Wir fügten Uns darein und mahnten die Diener Gottes zu Geduld und Standhaftigkeit. So zogen Wir Uns zurück und bezogen ein anderes Haus, auf daß die Flamme des Neids in Meines Bruders Brust erlösche und er rechtgeleitet werde. Wir traten ihm nicht entgegen und begegneten Ihm hernach auch nicht mehr. Wir blieben in Unserem Haus und setzten Unser Vertrauen in Gott, den Helfer in Gefahr, den Selbstbestehenden. Als er indes erkannte, daß die Sache ruchbar geworden war, griff er zur Feder der Verleumdung und schrieb in seinen Briefen an die Diener Gottes das, was er selbst verübt hatte, Meiner unvergleichlichen, Unrecht leidenden Schönheit zu. Sein Sinnen und Trachten war, unter den Dienern Gottes Unheil zu stiften und Haß in die Herzen derer zu säen, die an Gott, den Allherrlichen, den Allliebenden, glaubten. Bei Dem, in dessen Hand Meine Seele liegt! Wir waren entsetzt über seine Intrigen, und alles Sichtbare und Unsichtbare war darob bestürzt. Was er in seiner Brust hegte, ließ ihm gleichwohl keine Ruhe, bis er verübte, was keine Feder zu beschreiben wagt. So hat er die Würde Meiner Stufe verletzt und die Heiligkeit Gottes, des Allmächtigen, des Allherrlichen, des Allgepriesenen, mißachtet. Wollte Gott alle Meere der Erde in Tinte verwandeln und alle erschaffenen Dinge in Federn, so reichte dies nicht aus, seine Untaten zu schildern. So berichten Wir, was Uns widerfuhr, damit ihr zu denen gehört, die verstehen. O Feder der Ewigkeit! Gräme Dich nicht über das, was über Dich gekommen ist, denn Gott läßt ein Volk erstehen, das mit eigenen Augen sieht und Deiner Leiden gedenkt. Halte Deine Feder zurück, damit sie Deinen Feinden keine Beachtung schenkt, laß sie vielmehr den König der Ewigkeit preisen. Laß ab von allem Erschaffenen und trinke den versiegelten Wein Meines Gedenkens. Hüte Dich, bei denen zu verweilen, von denen nur der widerwärtige Geruch des Hasses ausgeht, die so verstrickt sind in ihrer Gier nach Führerschaft, daß sie nicht zögern würden, sich selbst zu zerstören, um sich mit Ruhm zu schmücken und ihre Namen zu verewigen. Sie verzeichnet Gott in der Verwahrten Tafel als jene, die bloßen Namen huldigen. Künde vielmehr von diesem Tempel, damit Seine Zeichen auf Erden offenbar werden, der Glanz dieses Lichtes das Firmament erleuchte und die Erde vom Makel derer befreie, die nicht an Gott glauben. Also sandten Wir die Verse Gottes herab und legten dies denen dar, die verstehen. O Lebendiger Tempel! Strecke Deine Hand aus über alle im Himmel und auf Erden und nimm die Zügel des Befehls in den Griff Deines Willens. Wir haben wahrlich die Herrschaft über alle Dinge in Deine rechte Hand gelegt. Verfahre, wie es Dir beliebt, und fürchte nicht die Toren. Ergreife diese Tafel, die aufging am Horizont der Feder Deines Herrn, und fasse sie mit solcher Kraft, daß auch die Hände aller Geschöpfe sich fest daran halten. Dies steht Dir wahrlich an, so Du zu denen gehörst, die verstehen. So Du Deine Hand zum Himmel Meiner Gnade reckst, erheben sich auch die Hände alles Erschaffenen zu ihrem Herrn, dem Mächtigen, dem Starken, dem Gnädigen. Durch Deine Hand werden Wir starke, kraftvolle und mächtige Hände erwecken und durch sie Unsere Herrschaft über alle in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung errichten. So werden die Diener Gottes erkennen, daß kein Gott ist außer Mir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Durch diese Hände werden Wir gewähren und verweigern – doch verstehen kann dies keiner außer dem, der mit des Geistes Augen sieht. Sprich: O Volk! Flieht ihr denn vor der Macht Gottes? Bei Gott! Keine Zuflucht werdet ihr an diesem Tag finden, und keinem ist Schutz beschieden, außer wem Gott in Seiner Güte Gnade erweist. Er ist wahrlich der Immervergebende, der Mitleidvolle. Sprich: O Volk! Entsagt allem, was ihr besitzt, und tretet unter den Schatten eures Herrn, des Allbarmherzigen. Dies ist besser für euch als all eure Werke, vergangen oder künftig. Fürchtet Gott und beraubt euch nicht der süßen Düfte vom Tage des Herrn aller Namen und Eigenschaften. Hütet euch, den Text des Wortes Gottes zu ändern oder zu verfälschen. Wandelt in der Furcht des Herrn, und zählt zu den Gerechten. Sprich: O Volk! Dies ist die Hand Gottes, die über euren Händen ist,A12 könntet ihr es nur verstehen. In sie legten Wir alles Gute von Himmel und Erde, so daß nichts Gutes offenbar werde, es gehe denn aus ihr hervor. So haben Wir sie zur Quelle und Schatzkammer alles Guten in der Vergangenheit und der Zukunft gemacht. Sprich: Die Flüsse göttlicher Weisheit und Rede, die durch die Tafeln Gottes strömten, münden in dieses größte Meer, könntet ihr es doch erkennen; und was immer in Seinen Büchern herabgesandt ward, hat seine Vollendung in diesem erhabensten Wort – ein Wort, das über dem Horizont des Willens des Allherrlichen in dieser Offenbarung scheint, die alles Sichtbare und Unsichtbare mit Freude erfüllt hat. Gott wird aus dem Busen der Kraft die Hände der Macht hervorziehen und ein Volk erwecken, das sich aufmachen wird, für diesen Jüngling den Sieg zu erringen und die Menschheit zu reinigen vom Schmutz der Verworfenen und der Frevler. Diese Hände werden sich rüsten, den Glauben Gottes zu schirmen und in Meinem Namen, der Selbstbestehende, der Machtvolle, die Völker und Geschlechter auf Erden unterwerfen. Sie werden in die Städte einziehen und die Herzen ihrer Bewohner mit Furcht erfüllen. So sind die Beweise für Gottes Macht; wie furchtbar, wie gewaltig ist sie doch, und wie gerecht übt Er sie aus! Er, wahrlich, herrscht über alle in den Himmeln und auf Erden. Er offenbart, was Ihm beliebt nach verordnetem Maß. Sollte einer von ihnen allen Heerscharen der Schöpfung gegenübertreten, so würde er durch die Überlegenheit Meines Willens obsiegen. Dies, wahrlich, ist ein Beweis Meiner Macht, doch Meine Geschöpfe verstehen es nicht. Dies ist wahrlich ein Zeichen Meiner Souveränität, doch Meine Untertanen begreifen es nicht. Es ist wahrlich ein Zeichen Meines Befehls, doch Meine Diener erkennen es nicht. Es ist wahrlich ein Beweis Meiner Überlegenheit, doch keiner ist aufrichtig dankbar dafür außer jenen, deren Augen Gott mit dem Lichte Seiner Erkenntnis erleuchtet, in deren Herzen Er Seine Offenbarung bewahrt und die Er zum Träger Seiner Sache macht. Sie werden vom Gewande Seines Namens die Düfte des Allbarmherzigen atmen und sich zu allen Zeiten an den Zeichen und Versen ihres Herrn erfreuen. Wer jedoch nicht an Gott glaubt und Ihm Gefährten beigesellt, dem zürnt Gott. Er wird ins Feuer geworfen, um voll Angst und Schrecken in seiner Glut zu hausen. So legen Wir Unsere Verse dar und belegen die Wahrheit mit klaren Beweisen, auf daß die Menschen über die Zeichen ihres Herrn nachdenken. O Lebendiger Tempel! Wahrlich, Wir haben Dich zum Zeichen Meiner Majestät erhoben inmitten all dessen, was war und was sein wird, und durch Mein Wort »›Sei!‹ und es ist«!Q12 wurdest Du zum Sinnbild Meiner Sache zwischen Himmel und Erde! O Erster Buchstabe dieses Tempels, der das Wesen der Gottheit bezeugt!A13 Wir haben dich zum Hort Meines Willens bestimmt und zur Schatzkammer Meiner Vorsehung für alle im Reich der Offenbarung und der Schöpfung. Dies ist nur ein Zeichen Seiner Gnade, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden. O Zweiter Buchstabe dieses Tempels, der Meinen Namen, der Allmächtige, bezeugt! Wir haben dich zur Offenbarung Unserer Souveränität und zum Aufgangsort Unserer Namen gemacht. Mächtig bin Ich zu vollbringen, was Meine Zunge spricht. O Dritter Buchstabe dieses Tempels, der Meinen Namen, der Gnadenreiche, bezeugt! Wir haben dich zum Aufgangsort Unserer Freigebigkeit inmitten Unserer Geschöpfe erkoren und zum Urquell Unserer Großzügigkeit inmitten der Menschen. Mächtig bin Ich in Meinem Reiche. Nichts, was im Himmel oder auf Erden erschaffen wurde, kann Meinem Wissen entgehen. Ich bin die Wahrheit und kenne das Ungeschaute. O Feder! Sende aus den Wolken Deiner Freigebigkeit herab, was alles Erschaffene reich macht, und verweigere der Welt des Seins nicht Deine Gunst. Du bist fürwahr der Freigebigste im Himmel Deiner Ewigkeit und der Herr unendlicher Gnade für alle, die im Reich der Namen wohnen. Schaue nicht auf die Menschen und was bei ihnen im Schwange ist, schaue auf die Wunder Deiner Gunst und Gaben. Versammle sodann Deine Diener unter Deinem Schatten, der die ganze Menschheit schirmt. Breite die Hand Deiner Gunst über die ganze Schöpfung und die Finger der Freigebigkeit über alles Bestehende. Dies ist wahrlich, was Dir ansteht, obwohl die Menschen es nicht verstehen. Wer sein Angesicht Dir zuwendet, tut dies durch Deine Gnade, und wer sich von Dir abwendet – Dein Herr ist wahrlich unabhängig von allem, was erschaffen ist. Dies bezeugen Seine wahren, ergebenen Diener. Gott wird durch Dich starke, nimmermüde Hände erwecken und Arme von unwiderstehlicher Macht. Sie werden hinter den Schleiern hervortreten und dem Allbarmherzigen unter den Völkern der Welt beistehen. Ihr mächtiger Ruf wird alle Herzen vor Furcht erzittern lassen. So wurde es auf einer Tafel verordnet. So groß wird ihre Macht sein, daß Bestürzung und Zittern alle Bewohner der Erde erfaßt. Hütet euch, Blut zu vergießen! Zieht das Schwert eurer Zunge aus der Scheide der Rede, denn durch sie werden die Zitadellen der Menschenherzen erobert. Wir haben das Gesetz des Heiligen Krieges aufgehoben. Gottes Barmherzigkeit hat wahrlich alles Erschaffene umfangen – o daß ihr es doch wüßtet! Steht eurem Herrn, dem Gott der Gnade, bei mit dem Schwert vernünftiger Argumente. Es ist schärfer und feiner gestählt als das Schwert der Rede – wolltet ihr nur über die Worte eures Herrn nachdenken. So wurden die Heerscharen der Offenbarung von Gott herabgesandt, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, und die Heere göttlicher Eingebung durch die Quelle des Befehls enthüllt, wie Gott, der Allherrliche, der Meistgeliebte, es gebot. Sprich: In diesem Tempel, verborgen und doch offenbar, der das Wissen von Himmel und Erde, das Vergangene und das Zukünftige, in sich birgt, wurde das Maß alles Erschaffenen bestimmt. Der Finger von Gottes Wirken hat auf diese Tafel geschrieben, was die Weisesten und Gelehrtesten unter den Menschen nicht zu ergründen vermögen, und darin Tempel geschaffen, die unerforschlich sind für alle außer Gott selbst – könntet ihr dies doch verstehen. Selig, wer sie liest, über ihren Inhalt nachdenkt und begreift. Sprich: In Meinem Tempel ist nur der Tempel Gottes zu sehen, in Meiner Schönheit nur Seine Schönheit, in Meinem Wesen nur Sein Wesen, in Meinem Selbst nur Sein Selbst, in Meiner Bewegung nur Seine Bewegung, in Meinem Ruhen nur Sein Ruhen und in Meiner Feder nur Seine mächtige, gepriesene Feder. Sprich: In Meinem Wesen ist nichts als die Wahrheit, und nichts ist in Mir zu sehen als Gott. Hütet euch, im Hinblick auf Mich von Dualität zu sprechen, denn alle Atome der Erde verkünden, daß kein Gott ist außer Ihm, dem Einen, Einzigen, dem Mächtigen, dem Liebenden. Vom Anfang, der keinen Anfang hat, habe Ich im Reich der EwigkeitA14 verkündet, daß Ich Gott bin, daß kein Gott ist außer Mir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Und bis zum Ende, das kein Ende hat, werde Ich im ReichA15 der Namen verkünden, daß Ich Gott bin, daß kein Gott neben Mir ist, dem Allherrlichen, dem Meistgeliebten. Sprich: ›Herr‹ ist Mein Name, für den Ich Offenbarungen in der Welt des SeinsA16 schuf, während Wir selbst erhaben darüber sind, würdet ihr es nur erkennen. Und ›Gott‹ ist Mein Name, für den Wir OffenbarerA17 erschufen, deren Macht die Völker der Welt übertrifft und sie zu wahren Anbetern Gottes machen wird, könntet ihr es nur erkennen. In diesem Lichte solltet ihr all Unsere Namen betrachten, so ihr mit Einsicht begabt seid. O Vierter Buchstabe dieses Tempels, der das Attribut der Gnade bezeugt! Wir machten dich zur Offenbarung der Gnade zwischen Himmel und Erde. Aus dir erzeugten Wir alle Gnadengaben in der bedingten Welt, und zu dir lassen Wir sie wieder zurückkehren. Und durch ein Wort Unseres Befehls werden Wir sie wieder durch dich offenbaren. Mächtig bin Ich zu vollbringen, was Ich will, durch Mein Wort »›Sei!‹ und es ist«!Q13 Jede Gnadengabe, die in der Welt des SeinsA18 erscheint, hat ihren Ursprung in dir, und zu dir wird sie zurückkehren. Dies haben Wir wahrlich in einer Tafel verfügt, die Wir hinter dem Schleier der Herrlichkeit verwahrt und vor sterblichen Augen verborgen haben. Wohl denen, die sich nicht dieser offenbaren, dieser ständig strömenden Gnade berauben. Sprich! An diesem Tag wehen die befruchtenden Winde göttlicher Gnade über alles, was erschaffen ist. Jedes Geschöpf erhielt an Möglichkeiten, was ihm gemäß ist. Und doch haben sich die meisten Menschen vor dieser Gnade verschlossen! Jedem Baum wurden die erlesensten Früchte, jedem Meer die funkelndsten Juwelen zuteil. Der Mensch erhielt die Gabe des Verstandes und der Erkenntnis. Die ganze Schöpfung hat die Offenbarung des Allbarmherzigen empfangen, und die Erde ward zur Schatzkammer dessen, was unerforschlich ist für alle außer Gott, der Wahrheit, der um das Ungeschaute weiß. Die Zeit naht, da alles Erschaffene seine Frucht hervorbringt. Verherrlicht sei Gott, der diese Gnade gewährt, die alles umfaßt, das Sichtbare wie das Unsichtbare. So haben Wir an diesem Tage alles neu erschaffen, doch die meisten Menschen erkennen es nicht. Sprich: Die Gnade Gottes kann nie angemessen begriffen werden. Um wieviel weniger kann das Wesen des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, erfaßt werden. O Tempel der Sache! Gräme Dich nicht, wenn Du niemanden bereit findest für Deine Gnadengaben. Du wurdest um Meinetwillen erschaffen. So widme Dich Meinem Lobpreis unter Meinen Dienern. Dies wurde Dir in der Verwahrten Tafel bestimmt. Da Wir auf Erden viele Hände befleckt fanden, heiligten Wir Dein Gewand vor ihrer Berührung und der Besudelung durch die Gottlosen. Sei geduldig in der Sache Deines Herrn, denn bald wird Er Seelen mit reinem Herzen und erleuchteten Augen erwecken, die von überallher zum Ort Deiner allumfassenden, unbeschränkten Gnade fliehen. O Tempel Gottes! Kaum waren die Heerscharen göttlicher Offenbarung, die die Banner Seiner Zeichen tragen, durch den Herrn aller Namen und Eigenschaften herabgesandt, da wurden die Zweifler und die in leerem Trug Verhafteten in die Flucht geschlagen. Sie glaubten nicht an die klaren Zeichen Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, und intrigierten gegen Ihn. Einige von ihnen sprachen: »Dies sind keine klaren Verse von Gott, und sie stammen auch nicht aus angeborenem Wissen.« So wollen die Ungläubigen die Krankheit ihrer Herzen heilen, nicht gewahr, daß sie deshalb von allen verdammt werden, die im Himmel und auf Erden wohnen. Sprich: Der Heilige Geist wurde durch das Wirken eines einzigen Buchstabens gezeugt, den dieser Größte Geist offenbarte – gehörtet ihr doch zu denen, die begreifen! Und das angeborene Wissen selbst wurde durch die Verse Gottes, des Helfers in Gefahr, des Allherrlichen, des Meistgeliebten, erschaffen. Sprich: Das angeborene Wissen rühmt sich seiner Beziehung zu Uns, der absoluten Wahrheit, während Wir Uns weder seiner rühmen noch eines anderen: denn alles außer Mir wurde durch Mein Wort erschaffen – könntet ihr es doch verstehen! Sprich: Wir haben neun Kategorien von Versen offenbart. Jede von ihnen belegt die Souveränität Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden. Eine einzige davon genügt als Beweis für alle in den Himmeln und auf Erden – doch die meisten Menschen verharren in Achtlosigkeit. Wenn Wir wollten, könnten Wir sie noch in zahllosen anderen Kategorien offenbaren. Sprich: O Volk! Fürchtet Gott, und laßt eure falsche Zunge nichts sprechen, was Ihm mißfällt. Senkt euer Haupt in Scham vor dem, der euch, wie ihr wohl wißt, aus einem Tropfen Wasser erschuf.A19 Sprich: Wir haben alle im Himmel und auf Erden so erschaffen, wie Gott sie vorsah. Wer sich diesem gesegneten Antlitz zuwendet, wird offenbaren, was in ihm angelegt ist, und wer von Ihm wie durch einen Schleier getrennt ist, wird dieser verborgenen, doch allumfassenden Gnade beraubt. Wahrlich, Wir haben keinem Geschöpf Unsere Gunst vorenthalten; denn Wir erschufen alle nach gleichem Maß und boten ihnen durch ein Wort Unseres Mundes das Unterpfand Unserer Liebe an.A20 Wer es angenommen hat, ist wahrlich sicher und gerettet und zählt zu denen, die den Schrecken dieses Tages nicht fürchten müssen. Doch wer es zurückweist, hat wahrlich nicht an Gott geglaubt, den Helfer in Gefahr, den Selbstbestehenden. So unterscheiden Wir zwischen den Menschen und sprechen Unser Urteil über sie. Wir haben fürwahr die Macht dazu. Sprich: Gottes Wort gleicht nicht dem Wort Seiner Geschöpfe. Es ist wahrlich der König der Worte, so wie Er der souveräne Herr über alle ist, und Sein Befehl steht hoch über allem, was war und was ist. Tritt ein, o Volk, in die Stadt der Gewißheit, in der der Thron deines Herrn, des Allbarmherzigen, errichtet ward. Dies gebietet euch die Feder des Allherrlichen als Zeichen Seiner Gnade, auf daß ihr nicht uneins seid in Seiner Sache. Unter den Ungläubigen sind etliche, die Sein Selbst zurückgewiesen, sich gegen Seine Sache erhoben und behauptet haben, diese göttlichen Verse seien frei erfunden. Dies waren auch die Einwände der Leugner von einst, die nun um Erlösung aus dem Feuer flehen. Sprecht: Wehe euch für das, was eure Münder sprechen! Wenn diese Verse frei erfunden sind, auf welchen Beweis hin glaubt ihr dann an Gott? Legt ihn vor, wenn ihr zu den Verständigen gehört! Wann immer Wir solchen Menschen Unsere klaren Verse offenbarten, wiesen sie sie zurück; und wenn sie sahen, was die ganze Welt nicht zu vollbringen vermag, so nannten sie es Hexerei. Was ist mit diesem Volk, daß sie von dem sprechen, was sie nicht verstehen? Sie erheben dieselben Einwände wie die Anhänger des Koran, als ihr Herr mit Seiner Sache zu ihnen kam. Sie sind wahrlich ein verworfenes Volk. Sie hinderten andere daran, vor Ihm, der Altehrwürdigen Schönheit, zu erscheinen und das Brot mit Seinen Geliebten zu teilen. »Nähert euch ihnen nicht«, so konnte man hören, »denn sie verhexen das Volk und führen es in die Irre, weg vom Pfade Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.« Bei dem einen, wahren Gott! Er, den Unsere Gegenwart verstummen läßt, hat gesagt, was in früheren Generationen niemand zu sagen wagte, und Taten verübt, wie sie von den Ungläubigen vergangener Zeiten nie begangen wurden. Die Worte und Taten dieser Menschen legen Zeugnis für die Wahrheit Meiner Worte ab – würdet ihr doch gerecht urteilen! Wer glaubt, die Verse Gottes seien Hexerei, der hat an keinen Seiner Boten geglaubt, hat sich in diesem Leben umsonst gemüht und zählt zu denen, die sprechen, wovon sie nichts verstehen. Sprich: O Diener! Fürchte Gott, deinen Schöpfer und Gestalter, und versündige dich nicht gegen Ihn, sondern urteile und handle gerecht. Wem Gott Wissen verliehen hat, der wird gerade in den Einwänden der Ungläubigen schlüssige Beweise finden, mit denen er deren Thesen entkräften und die Wahrheit dieses offenbaren Lichtes verteidigen kann. Sprich: Sprecht ihr denn nach, was die Ungläubigen sprachen, als eine Botschaft von ihrem Herrn auf sie herabkam? Wehe euch, o Schar der Toren! Schlimm ist, was ihr euch eingehandelt habt. O Altehrwürdige Schönheit! Wende Dich ab von den Ungläubigen und ihren Vorstellungen, und verbreite über alle Dinge die süßen Düfte des Gedenkens an Deinen Geliebten, den Erhabenen, den Großen. Dieses Gedenken belebt die Welt des Seins und erneuert die Tempel aller Geschöpfe. Sprich: Er hat sich wahrlich auf dem Thron der Macht und Herrlichkeit niedergelassen. Wer wünscht, Seine Schönheit zu schauen – siehe, Er steht vor dir! Verherrlicht sei Er, der sich in dieser hellstrahlenden Schönheit offenbart. Wer wünscht, Seinen Melodien zu lauschen – sie ertönen fürwahr von diesem strahlenden, wundersamen Mund! Und wer sich danach sehnt, von Seinem Licht erleuchtet zu werden, zu dem sprich: »Tritt vor Seinen Thron!«, denn Gott hat euch dies als Zeichen Seiner Gnade für die ganze Menschheit erlaubt. Sprich: O Volk! Wir werden euch in aller Offenheit eine Frage stellen und Gott zum Zeugen anrufen zwischen euch und Uns. Er ist, wahrlich, der Schutzherr der Gerechten. Tretet nun vor diesen Thron der Herrlichkeit, antwortet aufrichtig und urteilt gerecht: Hat Gott Macht über Seine Sache, oder ihr? Ist Er frei in Seinem Handeln, wie ihr ja selbst sagt, wenn ihr sprecht: »Er tut, was Ihm gefällt, und soll nicht befragt werden über Sein Tun«Q14 – oder sprecht ihr dies nur in blinder Nachahmung, so wie eure Vorfahren zur Zeit der Propheten, und maßt euch doch in Wahrheit selbst die Entscheidungsgewalt an? Wenn Er frei in Seinem Handeln ist, dann seht, wie Er die Manifestation Seiner Sache herabgesandt hat mit Versen, denen nichts in den Himmeln oder auf Erden widerstehen kann! Er offenbarte sich auf eine Weise, die in der Welt des Seins nicht ihresgleichen findet, wie ihr selbst saht und hörtet, als einst der Morgenstern der Welt über dem Horizont des Irak mit offenkundiger Herrschaft aufging. Aller Dinge Vollendung liegt in den göttlichen Versen, und sie sind wahrlich die Verse Gottes, des Königs, des Helfers in Gefahr, des Allherrlichen, des Allmächtigen. Darüber hinaus wurde Er zum Träger einer Sache gemacht, deren souveräne Macht von allem Erschaffenen anerkannt wird. Dies kann niemand leugnen außer den Sündern und den Gottlosen. Sprich: O Volk! Wollt ihr die Schönheit der Sonne hinter den Schleiern eurer selbstischen Begierden verbergen oder den Geist daran hindern, seine Melodien in dieser geheiligten, strahlenden Brust anzustimmen? Fürchtet Gott, und streitet nicht wider den, der Ihn vertritt. Disputiert nicht mit Ihm, auf dessen Geheiß der Buchstabe ›Káf‹ erschaffen und mit seiner mächtigen Grundlage verbunden wurde.A21 Glaubt an die Boten Gottes und an Seine souveräne Macht, an das Selbst Gottes und Seine Majestät. Folgt nicht denen, die zurückweisen, woran sie früher glaubten, und die sich willkürlich eine Stufe anmaßen. Sie gehören wahrlich zu den Gottlosen. Bezeugt, was Gott selbst bezeugt hat, damit die Gottnahen durch die Worte aus eurem Munde erstrahlen. Sprecht: Wahrlich, wir glauben an das, was einst den Gottesboten offenbart, sodann was ‘AlíA22 durch die Macht der Wahrheit herabgesandt ward, und an das, was nun von Seinem Thron der Herrlichkeit offenbart wird. So lehrt euch Gott als Zeichen Seiner Gunst und Gnade. Wahrlich, Seine Gnade umfaßt die ganze Welt. O ihr Füße dieses Tempels! Wahrlich, Wir haben euch aus Erz geformt. Steht so unerschütterlich fest in der Sache eures Herrn, daß alle Losgelösten sicher schreiten auf dem Pfade Gottes, des Allmächtigen, des Allweisen. Habt acht, daß ihr nicht strauchelt ob der Stürme des Hasses und des Ansturms der Frevler. Seid standhaft in Seiner Sache und wankt nicht. Wahrlich, Wir haben euch für alle im Himmel und auf Erden erschaffen durch Unseren schönsten Namen, der der Quell aller Standhaftigkeit ist. Wir werden durch euch andere Füße erschaffen, die standhaft, ohne zu wanken auf Unserem Pfad wandeln, selbst wenn sie durch Feinde, so stark wie die vereinten Kräfte früherer und späterer Generationen, angegriffen werden. Wir halten alle Gnadengaben in Unserer Hand und gewähren sie den Uns Nahen unter Unseren Dienern, wie es Uns gefällt. Ein ums andere Mal haben Wir euch Unsere Gunst erwiesen, auf daß ihr eurem Herrn so danket, daß allen Geschöpfen die Zunge gelöst werde, Mich zu preisen, den Allgnädigen, den Mitleidvollsten. O Lebendiger Tempel! Erhebe Dich, dieser Sache mit der Kraft und Stärke zu dienen, die aus Uns geboren ist. Enthülle sodann den Dienern Gottes alles, was der Geist Gottes, des souveränen Herrn, des Unvergleichlichen, des Allherrlichen, des Allweisen, Dir verkündete. Sprich: O Menschen! Wendet ihr euch von Ihm ab, der Ewigen Wahrheit, und wählt statt dessen ihn, den Wir nur aus einer Handvoll Lehm erschufen? So schadet ihr euch selbst – wolltet ihr doch über die Verse eures Herrn nachdenken! Sprich: O Menschen! Reinigt eure Herzen und Augen, auf daß ihr euren Schöpfer in diesem heiligen und strahlenden Gewand erkennt. Sprich: Dieser himmlische Jüngling hat den Thron der Herrlichkeit bestiegen und Seine unabhängige Souveränität offenbart; nun erhebt er mit den süßesten, wunderbarsten Melodien diesen Ruf zwischen Himmel und Erde: »O Völker der Erde! Warum habt ihr nicht an euren Herrn, den Allgnädigen, geglaubt und euch von der Schönheit des Allherrlichen abgewandt? Bei Gott! Dies ist das verborgene Geheimnis, das vom Tagesanbruch der Schöpfung erschien; und dies ist die geliebte Schönheit, die vom Horizont dieser erhabenen Stufe scheint, ausgestattet mit der Souveränität Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, des Allherrlichen, des Allbezwingenden, des Allmächtigen!« O Tempel der Heiligkeit! Wahrlich, Wir haben Deine Brust von den Andeutungen der Menschen gereinigt und sie von irdischen Vorstellungen geheiligt, auf daß das Licht Meiner Schönheit darin erscheine und in den Spiegeln aller Welten erstrahle. So haben Wir Dich auserlesen vor allem, was in den Himmeln und auf Erden erschaffen ist, und vor allem, was in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung verfügt ward, und Dich zu Unserem Selbst auserwählt. Dies ist eine Gnade, die Gott Dir erwies, eine Gnade, die andauert bis zu dem Tag, der in dieser bedingten Welt kein Ende hat. Er wird so lange währen, wie Gott, der Höchste König, der Helfer in Gefahr, der Mächtige, der Weise, besteht. Denn der Tag Gottes ist nichts anderes als Sein eigenes Selbst, das mit der Macht der Wahrheit erschien. Ihm wird keine Nacht folgen, und kein Lobpreis kann ihm gerecht werden, verstündet ihr es doch! O Brust dieses Tempels! Wahrlich, Wir haben alle Dinge zum Spiegel deiner selbst gemacht und dich zum Spiegel Unseres Selbstes. Ergieße daher den Glanz des Lichtes deines Herrn über die Brust aller Geschöpfe, damit sie gereinigt werden von allen irdischen Beschränkungen. So scheint der Morgenstern der Weisheit über dem Horizont der Feder des Ewigen Königs. Selig die Wachsamen! Durch dich erschaffen Wir andere geheiligte Herzen, und zu dir werden Wir sie zurückkehren lassen als Zeichen Unserer Gnade für dich und Unsere Diener, die Uns nahe sind. Wir werden durch dich Menschen erschaffen mit geheiligter und strahlender Brust, die nur von Meiner Schönheit künden und das Licht Meines Antlitzes widerstrahlen. Sie werden wahrlich die Spiegel Meiner Namen unter allen Geschöpfen sein. O Tempel der Heiligkeit! Wahrlich, Wir haben Dein innerstes Herz zur Schatzkammer allen Wissens der Vergangenheit und Zukunft und zum Aufgangsort Unseres eigenen Wissens gemacht. Dieses bestimmten Wir für die Bewohner von Erde und Himmel, auf daß die ganze Schöpfung an dem Strom Deiner Gnade teilhabe und durch die Wunder Deines Wissens Gott, den Erhabenen, den Mächtigen, den Großen, erkenne. Wahrlich, das Wissen aber, das zu Meinem Wesen gehört, hat noch keiner jemals erlangt, und niemand wird es je erfassen; sein Gewicht kann kein Herz tragen. Wollten Wir nur ein einziges Wort davon enthüllen, so würden alle mit Bestürzung erfüllt, die Pfeiler der Schöpfung einstürzen und selbst die Füße der Weisesten straucheln. In der Schatzkammer Unserer Weisheit liegt ein Wissen verborgen, von dem ein einziges Wort, beliebten Wir es der Menschheit zu enthüllen, jeden Menschen dazu brächte, Gottes Offenbarung zu erkennen und Seine Allwissenheit anzuerkennen. Jeden würde es befähigen, die Geheimnisse aller Wissenschaften zu entdecken und eine Stufe zu erreichen, die ihn völlig unabhängig machte von aller bisherigen und künftigen Gelehrtheit. Noch über anderes Wissen verfügen Wir, von dem Wir nicht einen Buchstaben enthüllen können, noch finden Wir die Menschheit fähig, auch nur die leiseste Andeutung seiner Bedeutung zu vernehmen. Also haben Wir euch über das Wissen Gottes, des Allwissenden, des Allweisen, unterrichtet. Fänden Wir würdige Gefäße, Wir wollten die Schätze verborgener Bedeutung in sie legen und ihnen ein Wissen verleihen, davon ein einziger Buchstabe alles Erschaffene umfaßt. O Innerstes Herz dieses Tempels! Wir machten dich zum Aufgangsort Unseres Wissens und zum Tagesanbruch Unserer Weisheit für alle im Himmel und auf Erden. Aus dir ließen Wir alles Wissen erscheinen und zu dir lassen Wir es wieder zurückkehren. Und von dir lassen Wir es ein zweites Mal erscheinen. Dies ist fürwahr Unser Versprechen, und Wir werden es erfüllen. Durch dich werden Wir Menschen erwecken, die neuartige, wundersame Wissenschaften und machtvolle Fertigkeiten hervorbringen, durch die enthüllt wird, was sich bislang niemand unter Deinen Dienern vorzustellen vermochte. So befähigen Wir, wen Wir wollen, mit dem, was Uns beliebt. Und so entziehen Wir, wem Wir wollen, was Wir ihm früher verliehen. Wir verfügen durch Unseren Befehl, was Uns beliebt. Sprich: Wenn Wir zu einer Stunde entscheiden, den Glanz Unserer liebenden Vorsehung auf die Spiegel der Schöpfung auszugießen, und zu einer anderen Stunde, ihnen Unser Licht vorzuenthalten, so steht dies wahrlich in Unserer Macht, und niemand hat das Recht zu fragen, ›warum?‹ oder ›weshalb?‹. Denn Wir tun, was Uns beliebt, und schulden niemandem Rechenschaft. Niemand kann dies bestreiten außer denen, die Gott Gefährten zugesellen und Seine Wahrheit bezweifeln. Sprich: Niemand kann Unserer Macht widerstehen oder das Wirken Unseres Befehls aufhalten. Wir erheben, wen Wir wollen, in das Reich himmlischer Macht und Herrlichkeit, und lassen ihn sodann, wenn Wir es wünschen, in den tiefsten Abgrund der Erniedrigung sinken. O Bewohner der Erde! Wolltet ihr behaupten, daß eine Seele nicht länger Unserer Souveränität und Herrschaft unterstünde, wenn Wir sie zum Sidratu’l-MuntaháA23 erheben? Nein, bei Meinem Selbst! Wäre es Unser Wunsch, Wir könnten sie in weniger als einem Augenblick wieder in den Staub werfen. Betrachtet einen Baum: Wir pflanzen ihn in einen Garten und pflegen ihn mit den Wassern Unserer liebenden Fürsorge. Wenn er groß und voll entwickelt ist, grüne Blätter und gute Früchte hervorbringt, senden Wir die Stürme Unseres Befehls herab, ihn an der Wurzel zu packen, herauszureißen und ihn auf der Erde Gesicht zu stürzen. So verfahren Wir mit allen Dingen, heute wie ehedem. So ist Unser wundersames Handeln, unabänderlich in der Vergangenheit wie in der Zukunft, so ihr zu denen gehört, die sehen. Doch niemand kennt die Weisheit darin außer Gott, dem Allmächtigen, dem Allweisen. Verleugnet ihr, o Menschen, was eure Augen sehen? Wehe euch, o Schar von Leugnern! Nur Er selbst, der Allgnädige, der Mitleidvolle, bleibt von Wandel unberührt, wolltet ihr doch mit einsichtsvollen Augen schauen. Doch alles außer Ihm wird durch einen Akt Seines Willens verändert. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allweise. O Menschen! Disputiert nicht über Meine Sache, denn ihr werdet nie die Weisheit eures Herrn ergründen noch Sein mächtiges, allumfassendes Wissen beurteilen können. Wer behauptet, Sein Wesen zu kennen, gehört zweifellos zu den größten Toren. Ein jedes Atom würde einen solchen Menschen der Lüge zeihen. Dies bezeugt Meine Zunge, die nichts als die Wahrheit spricht. Verherrlicht Meine Sache, verkündet sie und das, was euch von Uns geboten ward. Denn nichts anderes ziemt euch, und kein anderer Weg führt zu Ihm. So hört auf Unseren Rat! O Lebendiger Tempel! Wir machten Dich zum Tagesanbruch Unserer schönsten NamenA24, zur Manifestation Unserer erhabensten Eigenschaften und zum Urquell Unseres mannigfachen Lobpreises für die Bewohner der Erde und des Himmels. Danach erhoben Wir Dich zu Unserem Ebenbild zwischen den Himmeln und der Erde und bestimmten Dich zum Zeichen Unserer Herrlichkeit für alle in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung, auf daß Meine Diener durch Dich geführt werden und zu den Rechtgeleiteten gehören. Wir machten Dich zum Baum der Gnade für die Bewohner von Erde und Himmel. Wohl denen, die den Schutz Deines Schattens aufsuchen und sich Dir nähern, dem allmächtigen Beschützer der Welten. Sprich: Wir haben jeden Unserer Namen zu einem Quell gemacht, von dem sich die Ströme göttlicher Weisheit und Erkenntnis ergießen und in den Garten Unserer Sache fließen. Niemand kennt ihre Zahl außer Deinem Herrn, dem Heiligen, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Allweisen. Sprich: Wir haben alle Buchstaben aus dem Punkt erschaffen und ließen sie zu Ihm zurückkehren. Sodann sandten Wir Ihn wieder herab in der Gestalt eines menschlichen Tempels. Verherrlicht sei der Schöpfer dieses unvergleichlichen, wunderbaren Werks! Und wieder werden Wir es in Unserem Namen ›der Allherrliche‹ entfalten. Dies ist ein Zeichen Meiner Gnade, und Ich bin wahrlich der Gabenreiche, der Urewige. Alle Lichter brachten Wir hervor aus der Sonne Unseres Namens, der Wahre, und ließen sie dorthin wieder zurückkehren. Dann offenbarten Wir sie wieder in der Gestalt eines Menschen. Verherrlicht sei der Herr der Stärke, der Kraft und Macht! Niemand kann dem Wirken Meines Willens und Meiner Macht widerstehen. Ich erschuf alle Dinge durch Mein Wort, und Ich bin fürwahr mächtig zu tun, was Ich will. Sprich: Wollten Wir die Seelen aller erschaffenen Dinge in einem Augenblick zu Uns nehmen und sie im nächsten wieder zum Leben erwecken, so wären Wir dazu imstande. Nur Gott allein, der Allwissende, der Allunterrichtete, verfügt über dieses Wissen. Es steht in Unserer Macht, sofern Wir es wollten, aus einem Atom in weniger als einem Augenblick Sonnen von unendlicher, unvorstellbarer Herrlichkeit zu erzeugen, einen Tropfen zu weiten, zahllosen Meeren anschwellen zu lassen und aus jedem Buchstaben das Wissen vergangener und kommender Zeitalter zu enthüllen. Dies ist fürwahr leicht zu vollbringen. Vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum Ende, das kein Ende hat, habe Ich dazu die Macht. Meine Geschöpfe haben sie jedoch verkannt, haben Meine Souveränität bestritten und mit Mir, dem Allwissenden, dem Allweisen, gestritten. Sprich: Nichts zwischen Himmel und Erde regt sich, außer mit Meiner Erlaubnis, und niemand geht ein ins Himmelreich, es sei denn auf Mein Geheiß. Doch Meine Geschöpfe sind wie durch einen Schleier von Meiner Macht und Souveränität getrennt und zählen zu den Achtlosen. Sprich: Nichts ist in Meiner Offenbarung zu sehen als die Offenbarung Gottes und in Meiner Macht nichts als Seine Macht, wüßtet ihr es doch. Sprich: Meine Geschöpfe sind wie die Blätter eines Baumes. Von ihm sprießen sie und von ihm leben sie. Doch sie haben ihre Wurzeln und ihren Ursprung vergessen. Wir ziehen solche Vergleiche um Unserer einsichtsvollen Diener willen, auf daß sie die Stufe vegetativen Daseins überwinden und wahre Reife in dieser festgefügten Sache erlangen. Sprich: Meine Geschöpfe sind wie die Fische in der Tiefe. Ihr Leben hängt ab vom Wasser. Durch die Gnade eines allwissenden, allmächtigen Herrn erhält es ihr Leben, doch sie sind sich dessen nicht bewußt. Sie sind in der Tat so achtlos, daß ihre völlige Unwissenheit offenbar würde, wollte man sie nach dem Wasser und dessen Eigenschaften fragen. So sprechen Wir in Gleichnissen, damit sich die Menschen Ihm zuwenden, der das Ziel der AnbetungA25 für die ganze Schöpfung ist. O Menschen! Fürchtet Gott und leugnet Ihn nicht, dessen Gnade alles umschließt und die bedingte Welt durchdringt. Die souveräne Macht Seines Befehls umfaßt euer inneres und äußeres Sein, euren Anfang und euer Ende. Fürchtet den Herrn und handelt rechtschaffen. Gehört nicht zu denen, die die Verse ihres Herrn hören und nicht achten. Wahrlich, sie gehören zu den Achtlosen. Sprich: Betet ihr den an, der »weder hört noch sieht«Q15 und wahrlich zu den verworfensten und erbärmlichsten Geschöpfen Gottes gehört? Warum habt ihr versäumt, Ihm zu folgen, der von der Quelle des göttlichen Befehls zu euch herabkam, um euch Kunde von Gott, dem Erhabensten, dem Größten, zu bringen? O Menschen! Seid nicht wie jene, die vor Unseren Thron traten und doch nicht sahen und verstanden – sie sind fürwahr ein nichtswürdiges Volk. Wir sangen ihnen Verse, die die Bewohner des HimmelreichsA26 und des erhabenen KönigreichsA27 hinreißen würden, aber sie gingen verschleiert von dannen und horchten lieber auf die Stimme dessen, der nur ein Diener Gottes und ein Geschöpf Seines Willens ist. So enthüllen Wir euch, was euch auf den Pfad der Gottnahen führt. Wie viele betraten die Stätte des Paradieses, den Ort, an dem der Thron Gottes errichtet ist, und standen vor ihrem Herrn, dem Erhabensten, dem Größten, nur um sich nach den Vier Toren oder nach einem der Imame zu erkundigen!A28 Dies zeigt den Zustand dieser Seelen, so ihr zu den Verständigen gehört. Es ist genau so, wie man es auch heute sehen kann: Jene, die nicht an Gott glauben und Ihm Gefährten zugesellen, klammern sich an einen einzigen Unserer Namen. So bleibt ihnen versagt, Ihn, den Schöpfer aller Namen, zu erkennen. Wir bezeugen, daß solche Menschen wahrlich zu den Insassen des Höllenfeuers gehören. Sie fordern die Sonne auf, die Worte des Schattens zu erläutern, und den Inbegriff der Wahrheit, die Äußerungen Seiner Geschöpfe zu erklären, würdet ihr es nur begreifen! Sprich: O Menschen! Die Sonne verbreitet nur ihr eigenes Licht und das, was daraus hervorgeht, während alles andere Erleuchtung durch ihre Strahlen sucht. Fürchtet Gott und gehört nicht zu den Unwissenden! Manche unter ihnen erkundigten sich bei der Dunkelheit nach dem Licht. Sprich: Öffnet eure Augen, damit ihr den Glanz seht, der die Erde umhüllt! Dies ist wahrlich ein Licht, das vom Horizont des Tagesanbruchs göttlichen Wissens mit offenbarem Glanze scheint. Fragt ihr etwa die Juden, ob Jesus in Wahrheit von Gott kam oder die Götzen, ob Muḥammad ein Bote war? Oder fragt ihr das Volk des Koran nach Ihm, dem ›Gedenken Gottes‹A29, dem Erhabenen, dem Großen? Sprich: O Menschen! Gebt auf, was bei euch im Schwange ist, angesichts der Größe dieser Offenbarung, und haltet euch an das, was euch Gott zu befolgen befahl. Dies ist Sein Befehl an euch, und Er ist der beste Befehlshaber. Bei Meiner Schönheit! Mit der Offenbarung dieser Worte wünsche Ich, alle Menschen zu Gott zu führen, dem Allherrlichen, dem Allgepriesenen. Hütet euch, Mich so zu behandeln wie Meinen Herold! Widersprecht nicht, wenn die Verse Gottes vom Hof Meiner Gunst herabgesandt werden, indem ihr sagt: »Dies stammt nicht aus angeborenem Wissen«, denn das angeborene Wissen selbst wurde durch Mein Wort erschaffen und umkreist Mich – gehörtet ihr doch zu denen, die begreifen. Atmet aus den Worten eures Herrn, des Allgnädigen, den süßen Duft des Gewandes innerer Bedeutung. Er weht durch die gesamte Schöpfung und breitet seinen Wohlgeruch über alles Erschaffene. Selig sind, die ihn wahrnehmen und sich strahlenden Herzens Gott zuwenden. O Lebendiger Tempel! Wahrlich, Wir haben Dich zum Spiegelbild für das Reich der Namen gemacht, auf daß Du ein Zeichen Meiner Souveränität unter den Menschen, ein Herold Meiner Gegenwart, ein Bote Meiner Schönheit und ein Führer auf Meinem klaren, geraden Pfad seiest. Wir haben Deinen Namen unter Unseren Dienern erhöht als Gnadengabe aus Unserer Gegenwart. Ich bin wahrlich der Allbarmherzige, der Urewige. Wir haben Dich zudem mit dem Schmuck Unseres Selbstes geschmückt und Dir Unser Wort eingegeben, damit Du in dieser Welt verfügst, was Dir beliebt, und vollbringst, was Dir gefällt. Wir bestimmten für Dich alles Gute von Himmel und Erde und verordneten, daß niemand daran Anteil habe, es sei denn, er tritt unter Deinen Schatten, wie es Dein Herr befahl, der Allwissende, der Allunterrichtete. Wir verliehen Dir den Stab der Autorität und das Buch der Entscheidung über Wahrheit und Irrtum, damit Du die Weisheit jedes Gebotes prüfst. Wir ließen die Meere der inneren Bedeutungen aus Deinem Herzen wogen im Gedenken an Deinen Herrn, den Gott der Gnade, damit Du Ihm dankest und Ihn preist und zu den wahrhaft Dankbaren gehörst. Wir haben Dich aus all Unseren Geschöpfen auserwählt und Dich zur Manifestation Unserer selbst für alle in den Himmeln und auf Erden gemacht. So rufe mit Unserer Erlaubnis glänzende Spiegel und erhabene Buchstaben ins Dasein, die Deine Souveränität und Herrschaft, Deine Macht und Herrlichkeit bezeugen und die Manifestationen Deiner Namen für die Menschheit sind. Wir ließen Dich zum Ursprung und Schöpfer aller Spiegel werden, so wie Wir sie bereits in der Vergangenheit durch Dich hervorbrachten. Und Wir werden Dich zu Meinem Selbst zurückkehren lassen, wie Wir Dich zu Beginn daraus hervorriefen. Dein Herr ist wahrlich der Unbeschränkte, der Allmächtige, der Allbezwingende. Warne alsdann diese Spiegel, wenn sie sich offenbaren, daß sie sich nicht voll Stolz vor ihrem Schöpfer aufblähen, wenn Er unter ihnen erscheint, oder sich vom Glanz der Führerschaft täuschen lassen, statt sich vor Gott, dem Allmächtigen, dem Schönsten, in Demut zu beugen. Sprich: O Schar der Spiegel! Ihr seid nur Geschöpfe Meines Willens und wurdet auf Meinen Befehl hin ins Dasein gerufen. Weist die Verse Meines Herrn nicht zurück und gehört nicht zu denen, die Unrecht begehen und zu den Verlorenen zählen. Klammert euch nicht an das, was ihr besitzt und seid nicht stolz auf Ansehen und Ruhm. Löst euch von allem in den Himmeln und auf Erden! So wurde es von Ihm, dem Allmächtigen, dem Allgewaltigen, verfügt. O Tempel Meiner Sache! Sprich: Wollte Ich in einem Augenblick alle Dinge in Spiegel Meiner Namen verwandeln, so stünde dies fürwahr in Meiner Macht, wie viel mehr noch in der Meines Herrn, der Mich durch Seinen allbezwingenden, unabänderlichen Befehl ins Dasein rief. Und wollte Ich innerhalb eines Augenblicks die ganze Schöpfung von Grund auf umgestalten, so wäre Ich dazu imstande, wieviel mehr noch das souveräne Wirken, das im Willen Gottes, Meines Herrn und des Herrn aller Welten, verwahrt ist. O ihr Verkörperungen Meiner Namen! Selbst wenn ihr all euer Gut, ja sogar euer Leben auf dem Pfade Gottes opfert, Ihn so oft anruft, wie es Sandkörner, Regentropfen und Meereswellen gibt, euch aber der Manifestation Seiner Sache bei Ihrem Erscheinen widersetzt, so werden eure Werke vor Gott zunichte. Doch solltet ihr versäumen, rechtschaffene Werke zu vollbringen, so wird Gott euch vielleicht dennoch eure Sünden nachsehen, so ihr an diesem Tage an Ihn glaubt. Er ist wahrlich der Allherrliche, der Gnädigste. So lehrt euch Gott, wonach ihr streben sollt, auf daß ihr euch nicht erhebt über Den, der erfüllte, was seit urewigen Zeiten offenbart ward. Glücklich, wer sich dieser erhabensten Schau nähert und wehe denen, die sich abwenden! Wie zahlreich sind die, die all ihren Reichtum auf dem Pfade Gottes ausgeben, die Wir aber zur Stunde Seiner Offenbarung unter den Eigensinnigen finden! Wie viele halten das Fasten, nur um gegen Den aufzubegehren, durch dessen Befehl das Gesetz des Fastens erlassen wurde! Solche Menschen gehören wahrlich zu den Toren. Und wie viele fristen ihr Dasein bei trocken Brot, sitzen auf dem nackten Boden und erdulden allerlei Härten, nur um in den Augen der Menschen ihre Führerschaft zu sichern! So enthüllen Wir ihre Taten als Warnung für andere. Sie kasteien sich vor den Augen der Menschen in der Hoffnung, ihre Namen unsterblich zu machen. In Wirklichkeit aber überleben ihre Namen nur in den Flüchen und Verwünschungen der Bewohner von Erde und Himmel. Sprich: Selbst wenn eure Namen, wie ihr törichterweise wähnt, überdauerten, würde es euch im geringsten nützen? Nein, beim Herrn aller Welten! Wurde der Götze ‘UzzáA30 größer, weil ihr Name unter denen weiterlebte, die Namen anbeten? Nein, bei dem Selbst Gottes, des Allherrlichen, des Allbezwingenden! Wenn euer Name in der Erinnerung aller Sterblichen verblaßt, Gott aber mit euch zufrieden ist, werdet ihr zu den Schätzen Seines Namens, der Verborgene, gezählt. So sandten Wir Unsere Verse herab, auf daß sie euch zur Quelle allen Lichts hinziehen und mit dem Willen eures Herrn, des Allwissenden, des Allweisen, vertraut machen. Enthaltet euch dessen, was euch im Buch verboten wurde, und eßt von den rechtmäßigen Dingen, die Gott euch zur Nahrung bestimmte. Beraubt euch nicht Seiner guten Gaben, denn Er ist wahrlich der Freigebigste, der Herr überreicher Gnade. Kasteit euch nicht, folgt dem Weg, den Wir euch durch Unsere strahlenden Verse und klaren Beweise ebneten, und seid nicht nachlässig. O Schar der Geistlichen! Brüstet euch nicht damit, daß ihr keinen Wein trinkt und keine ähnlichen Sünden begeht, die euch im Buch verboten sind. Denn solltet ihr solch Verbotenes tun, so wäre die Würde eurer Stufe in den Augen der Menschen befleckt, all euer Sinnen und Trachten würde scheitern und euer Name entehrt. Nein, euer wahrer Ruhm liegt in der Unterwerfung unter das Wort Gottes und in eurer inneren und äußeren Loslösung von allem außer Ihm, dem Allbezwingenden, dem Allmächtigen. Selig der Geistliche, der sein Wissen nicht zum Schleier werden ließ zwischen sich und dem, der das Ziel aller Erkenntnis ist; und der, als der Selbstbestehende erschien, sich Ihm mit strahlendem Antlitz zuwandte. Er zählt fürwahr zu den Gelehrten. Die Bewohner des Paradieses suchen die Segnung seines Odems, und seine Leuchte ergießt ihren Glanz über alle, im Himmel wie auf Erden. Wahrlich, er wird zu den Erben der Propheten gezählt. Wer auf ihn schaut, hat die Wahrheit geschaut, und wer sich ihm zukehrt, hat sich wahrlich Gott zugewandt, dem Allmächtigen, dem Allweisen. O ihr Dämmerorte der Erkenntnis! Habt acht, daß ihr nicht verderbt werdet, denn wenn ihr euch ändert, werden sich auch die meisten Menschen ändern. Wahrlich, dies ist ein Unrecht gegenüber euch selbst und gegenüber den anderen. Dies bezeugt ein jeder, der über Unterscheidungsvermögen und Einsicht verfügt. Ihr gleicht einer Quelle. Wenn sie sich verändert, werden sich auch die Wasser verändern, die ihr entspringen. Fürchtet Gott und gesellt euch zu den Gottesfürchtigen! Ebenso verhält es sich mit dem Menschen: Wenn sein Herz verdirbt, verderben auch seine Glieder, und wenn die Wurzel eines Baumes verfault, verdorren seine Äste und Triebe, seine Blätter und Früchte. So haben Wir Gleichnisse verwendet, euch zur Unterweisung, auf daß euch eure Vorstellungen nicht von dem abhalten, was euch der Allherrliche, der Gnädigste, bestimmt hat. Es liegt fürwahr in Unserer Macht, eine Handvoll Staub mit dem Gewand Unserer Namen zu schmücken. Doch dies wäre nur ein Zeichen Unserer Gunst und nicht eines Vorzugs, den er von Natur aus besitzt. So wurde es durch Ihn, den Allwissenden, herabgesandt. Betrachte den Schwarzen SteinA31, den Gott zum Ort der Anbetung für alle Menschen machte. Wurde ihm diese Gnade aufgrund seiner selbst erwiesen? Nein, bei Meinem Selbst! Oder beruht solch eine Auszeichnung auf seinem inneren Wert? Nein, bei Meinem Wesen, das niemand in der Welt zu erkennen vermag. Betrachte auch die Aqṣá-MoscheeA32 und die anderen Orte, die Wir für die Menschen in allen Landen zu Heiligtümern machten. Die Ehre und Auszeichnung, derer sie sich erfreuen, liegen nicht in ihnen selbst, sondern in der Verbindung zu Unseren Manifestationen, die Wir zum Tagesanbruch Unserer Offenbarung für die Menschheit machten – o daß ihr doch verstündet! In all dem liegt eine Weisheit, unerforschlich für alle außer Gott. Fragt Ihn, auf daß Er euch kundtue, was Er wünscht. Sein Wissen umfaßt wahrlich alle Dinge. O Menschen, löst euch von der Welt und ihrem eitlen Tand und achtet nicht derer, die nicht an Gott glauben und Ihm Gefährten beigesellen. Erhebt euch über den Horizont der Rede, und preist euren Herrn, den Allbarmherzigen. Dies will Gott für euch. Selig, die erkennen. Sprich: O Menschen! Wir befahlen euch auf Unseren Tafeln, eure Seelen am Tage der verheißenen Offenbarung von allen Namen zu heiligen und sie von allem Erschaffenen in den Himmeln und auf Erden zu reinigen, auf daß darin der Glanz der Sonne der Wahrheit erscheine, die über dem Horizont des Willens eures Herrn, des Allmächtigen, des Großen, erstrahlt. Auch befahlen Wir euch, euer Herz von der Menschen Liebe oder Haß zu reinigen, damit nichts euch von eurem Weg abbringt oder euch in eine andere Richtung treibt. Dies gehört zu den gewichtigsten Ratschlägen, die Wir euch in diesem deutlichen Buch erteilen. Denn wer sich daran klammert, ist nicht imstande, ein angemessenes Verständnis Unserer Sache zu gewinnen. Dies bezeugt jede gerechte, urteilsfähige Seele. Ihr jedoch habt Gottes Bund gebrochen, Sein Testament vergessen und euch schließlich abgewandt von Ihm, der die Augen eines jeden tröstet, der wahrhaft an die Einheit Gottes glaubt. Entfernt die Hüllen und Schleier, die euch die Sicht verdunkeln, und beachtet die Zeugnisse der Propheten und Boten, auf daß ihr die Sache Gottes an diesem Tage erkennt, da der Verheißene, ausgestattet mit mächtiger Souveränität, erschien. Fürchtet Gott, und schließt euch nicht vom Tagesanbruch Seiner Zeichen aus. Dies ist nur zu eurem Nutzen. Denn euer Herr bedarf Seiner Geschöpfe nicht. Seit unvordenklichen Zeiten war Er allein. Nichts existierte neben Ihm. In Seinem Namen wurde die Standarte der göttlichen Einheit auf dem Sinai der sichtbaren und unsichtbaren Welt errichtet. Sie verkündet, daß kein Gott ist außer Mir, dem Einzigartigen, dem Herrlichen, dem Unvergleichlichen. Sieh jedoch, wie die, die nur ein Geschöpf Seines Willens und Befehls sind, sich von Ihm abwandten und einen anderen als Gott zum Herrn und Meister erwählten. Sie sind wahrlich in die Irre gegangen. Das Gedenken des Allgnädigen war allzeit auf ihren Lippen, doch als Er sich ihnen durch die Macht der Wahrheit offenbarte, sagten sie ihm den Kampf an. Wehe denen, die den Bund ihres Herrn brachen, als das Licht der Welt über dem Horizont des Willens Gottes, des Heiligsten, des Allwissenden, des Allweisen, erschien! Gegen Gott zückten sie das Schwert der Bosheit und des Hasses – doch sie merken es nicht. Toten gleich liegen sie in den Gräbern ihrer selbstsüchtigen Begierden, obwohl die Brise Gottes über alle Lande weht. Sie sind wahrlich in einen dichten Schleier gehüllt. Wann immer ihnen die Verse Gottes vorgetragen werden, verharren sie in Hochmut und Verachtung. Es ist, als ob sie bar jeden Verstehens seien oder nie den Ruf Gottes, des Erhabensten, des Allwissenden, vernommen hätten. Sprich: Wehe euch! Wie könnt ihr euch Gläubige nennen, wenn ihr die Verse Gottes, des Allmächtigen, des Allweisen, leugnet? Sprich: O Menschen! Wendet euer Angesicht eurem Herrn, dem Allbarmherzigen, zu. Habt acht, daß der Bayán euch nicht zum Schleier werde: Er wurde wahrlich zu keinem anderen Zweck offenbart als zu Meinem Gedenken, des Allmächtigen, des Höchsten, und hatte nur Meine Schönheit zum Ziel. Die ganze Welt ist erfüllt von Meinem Beweis, so ihr zu den gerecht Urteilenden gehört! Wäre, wie ihr wähnt, der Erste PunktA33 ein anderer als Ich und wäre Er je in Meine Gegenwart gelangt, wahrlich, Er hätte sich niemals von Mir getrennt, nein, Wir hätten Uns aneinander erfreut in Meinen Tagen. Er weinte fürwahr bitterlich über Sein Fernsein von Mir. Er ging Mir voran, um die Menschen zu Meinem Reiche zu rufen. So wurde es in den Tafeln niedergelegt, könntet ihr es nur verstehen! O daß doch einer gefunden würde, der Seine Stimme im Bayán vernähme, wie sie klagt über das, was Mir durch diese Achtlosen widerfuhr. Er klagt über die Trennung von Mir und bekennt Seine Sehnsucht nach Vereinigung mit Mir, dem Mächtigen, dem Unvergleichlichen. Wahrlich, Er sieht zu dieser Stunde Seinen Meistgeliebten inmitten derer, die erschaffen wurden, Seinen Tag zu erleben und sich vor Ihm niederzuwerfen – die Ihn jedoch in ihrer Willkür derart erniedrigten, daß die Feder ihre Unfähigkeit bekennt, dies zu beschreiben. Sprich: O Menschen! Wir riefen euch in Unserer früheren Offenbarung zur erhabensten Schau, diesem geheiligten Ort, und verkündeten euch die Tage Gottes. Doch als der größte Schleier zerriß und die Altehrwürdige Schönheit in den Wolken des göttlichen Ratschlusses zu euch kam, wieset ihr Ihn zurück, an den ihr früher geglaubt. Wehe euch, o Schar der Ungläubigen. Fürchtet Gott und versucht nicht, nach dem Maß eurer Vorstellungen die Wahrheit zu entkräften. Wenn das Licht der göttlichen Verse vom Horizont der Feder des Königs aller Namen und Eigenschaften über euch aufgeht, werft euer Angesicht nieder vor Gott, dem Herrn der Welten. Denn sich an der Schwelle Seiner Pforte in Anbetung zu verneigen, ist besser für euch als alle Anbetung in beiden Welten. Und sich Seiner Offenbarung zu unterwerfen, nützt euch mehr als alles, was in den Himmeln und auf Erden erschaffen wurde. O Menschen! Nur um Gottes willen ermahne Ich euch und begehre von euch keinen Lohn. Denn Mein Lohn kommt von Gott, der Mich erschuf, durch die Macht der Wahrheit erstehen ließ und Mich zum Quell Seines Gedenkens inmitten Seiner Geschöpfe machte. Eilt, Gott zu schauen an dem Ort, wo Sein Sitz errichtet ward. Folget nicht dem Satan in euch, denn er gebietet euch, eurer Gier und euren Lüsten zu folgen, und hindert euch daran, den geraden Pfad zu beschreiten, den diese allumfassende, allbezwingende Sache euch eröffnet. Sprich: Satan ist erschienen, wie es der Schöpfung Auge noch nie gesehen. Und auch die Schönheit des Allbarmherzigen wurde mit einem Glanz offenbar wie nie zuvor. Der Ruf des Allbarmherzigen erscholl, und dahinter ertönte Satans Ruf. Selig, die auf die Stimme Gottes hören und ihr Gesicht Seinem Thron zuwenden, um zu der heiligen, edlen Schau zu gelangen. Denn wer in seinem Herzen die Liebe zu anderem als Mir hegt – und sei sie nur so groß wie ein Senfkorn –, wird nicht in Mein Reich eingelassen. Dies bezeugt, was das Vorwort im Buch des Lebens schmückt, würdet ihr es nur erkennen! Sprich: Dies ist der Tag, an dem die größte Gunst Gottes offenbar wurde. Die Stimmen aller droben in den Himmeln und hienieden auf Erden verkünden Meinen Namen und stimmen Meinen Lobpreis an – würdet ihr es nur hören! O Tempel göttlicher Offenbarung! Laß die Trompeten in Meinem Namen schmettern! O Tempel göttlicher Geheimnisse! Laß die Fanfaren Deines Herrn erschallen, des Unbedingten. O Jungfrau des Paradieses! Tritt aus den Gemächern des Paradieses, und verkünde den Völkern der Welt: Bei Gott! Erschienen ist der Geliebte der Welten, das Ziel aller Erkenntnis, der Angebetete aller im Himmel und auf Erden und der, vor dem sich alle früheren und späteren Generationen niederwerfen. Zögert nicht, diese strahlende Schönheit zu erkennen, sobald sie in der Fülle ihrer souveränen Macht und Majestät erscheint! Er ist die Wahrheit, und alles außer Ihm ist ein Nichts, verglichen mit einem Seiner Diener, und verblaßt vor der Offenbarung Seines Glanzes. Eilt zu den Lebenswassern Seiner Gnade und zaudert nicht! Wer zögert, und sei es auch nur für einen Augenblick, dessen Werke wird Gott zunichte machen und ihn dem Sitz des Zorns übergeben. Elend ist die Behausung der Zauderer!

An Pius IX.

O Papst! Zerreiße die Schleier! Er, der König der Könige, ist gekommen, von Wolken überschattet, und der Ratschluß ward erfüllt durch Gott, den Allmächtigen, den Unbeschränkten. Vertreibe die Nebelschwaden durch die Macht deines Herrn, und erhebe dich zum Reich Seiner Namen und Eigenschaften. So befiehlt es dir die Feder des Höchsten auf Geheiß deines Herrn, des Allmächtigen, des Allbezwingenden. Wahrlich, Er ist abermals vom Himmel herniedergekommen, wie Er von dort beim ersten Male herniederkam. Hüte dich, mit Ihm zu streiten wie ehedem die Pharisäer ohne ein klares Zeichen und ohne Beweis. Zu Seiner Rechten strömen die Lebenswasser der Gnade und zu Seiner Linken der erlesene Wein der Gerechtigkeit, vor Ihm schreiten die Engel des Paradieses mit den Bannern Seiner Zeichen. Hab acht, daß dich nicht ein Name von Gott fernhält, dem Schöpfer von Himmel und Erde. Entsage der Welt und wende dich deinem Herrn zu, durch den die ganze Erde erleuchtet ward. Wir zierten das Himmelreich mit Unserem Namen, der Allherrliche. So befahl es Gott, der Schöpfer aller Dinge. Hab acht, daß dein eitler Wahn dich nicht fernhalte, da die Sonne der Gewißheit vom Horizont der Rede deines Herrn, des Mächtigen, des Gütigen, herabscheint. Wohnst du in Palästen, indes der König der Offenbarung in elender Behausung lebt? Überlasse sie denen, die sie begehren, und wende dein Antlitz in Freude und Wonne dem Reiche Gottes zu. Sprich! O Völker der Erde! Zerstört die Stätten der Nachlässigkeit mit den Händen der Macht und Gewißheit, und errichtet die Wohnsitze wahren Wissens in euren Herzen, auf daß der Allerbarmer den Glanz Seines Lichtes über sie ergieße. Dies ist besser für euch als alles, was die Sonne bescheint – solches bezeugt Er, in dessen Hand die Gewalt zur letzten Entscheidung liegt. Gottes Brise wehte über die Welt beim Erscheinen des Ersehnten in Seiner großen Herrlichkeit, und laut ruft jeder Stein und jede Krume Erde: »Der Verheißene ist erschienen! Das Reich ist Gottes, des Mächtigen, des Gnädigen, des Vergebenden.« Sieh dich vor, daß Gelehrsamkeit dich nicht fernhalte von Ihm, dem höchsten Ziel allen Wissens, und laß dich durch die Welt nicht von dem abhalten, der sie erschuf und ihren Lauf bestimmte. Erhebe dich im Namen deines Herrn, des Allbarmherzigen, unter den Völkern der Erde, und ergreife den Kelch des Lebens mit den Händen der Zuversicht. Trinke du zuerst davon, und biete ihn sodann denen, die sich Ihm zuwenden aus allen Religionen. So ging der Mond der Rede auf über dem Horizont der Weisheit und des Verstehens. Zerreiße die Schleier der Gelehrsamkeit, damit sie dich nicht von Meinem Namen, der Selbstbestehende, abhalten. Erinnere dich der Zeit, da der Geist A34 kam. Als Er erschien, sprachen die Gelehrtesten Seiner Zeit und Seines Landes das Urteil über Ihn, indes einer, der nur ein Fischer war, an Ihn glaubte. Habt darum acht, ihr Menschen mit verstehendem Herzen! Du bist wahrlich eine der Sonnen am Himmel Seiner Namen. Sei auf der Hut, daß Finsternis nicht ihre Schleier über dich breite und vor Seinem Licht verhülle. Nun denke darüber nach, was dein Herr, der Allmächtige, der Allerbarmer, in Seinem Buch herabgesandt hat. Sprich: Legt eure Federn beiseite, o Schar der Geistlichen, denn seht, der schrille Ton der Erhabensten Feder erschallt zwischen Himmel und Erde. Laßt ab von euren Vorstellungen, und haltet euch fest an das, was Wir euch mit Macht und Autorität offenbarten. Die Stunde, die im Wissen Gottes verborgen lag, hat geschlagen, und alle Atome riefen aus: »Der Urewige ist in Seiner großen Herrlichkeit erschienen. Eilt demütigen, reuigen Herzens zu Ihm, o Völker der Erde.« Sprich: Wir gaben Unser Leben hin, damit ihr lebt; doch ach, als Wir wiederkehrten, sahen Wir, wie ihr Uns flieht. Da weinte das Auge Meiner liebenden Güte bitterlich über Mein Volk. Fürchtet Gott, o ihr, die ihr versteht. Denke an jene, die sich dem SohneA35 widersetzten, als Er zu ihnen kam mit Macht und Souveränität. Wie viele unter den Pharisäern harrten darauf, Ihn zu schauen, und beklagten ihr Fernsein von Ihm! Doch als der Duft Seines Erscheinens über sie wehte und Seine Schönheit sich entschleierte, da wandten sie sich von Ihm ab und stritten mit Ihm. So enthüllen Wir dir, was in den Büchern und Schriften niedergelegt ist. Niemand – außer einer kleinen Schar, die keinerlei Macht unter den Menschen besaß – wandte sich Seinem Angesicht zu. Heute aber berufen sich alle, die über Macht und Herrschaft verfügen, stolz auf Seinen Namen! Und sieh, wie viele Mönche heute in Meinem Namen in der Abgeschiedenheit ihrer Klöster leben. Doch als die festgesetzte Zeit erfüllt war und Wir Unsere Schönheit enthüllten, erkannten sie Uns nicht, wiewohl sie Uns zur Abend- und zur Morgenzeit anrufen. Wir sehen, wie sie sich an Meinen Namen halten, doch verschleiert sind vor Meinem Selbst. Wie seltsam ist dies doch! Sprich: Laßt euch nicht durch eure Andacht vom Ziel aller Andacht oder durch eure Gebete vom Ziel aller Anbetung abhalten! Zerreißt die Schleier eures eitlen Wahns! Dies ist euer Herr, der Allmächtige, der Allwissende; Er ist erschienen, um die Welt zum Leben zu erwecken und alle auf Erden zu vereinen. Wendet euch dem Tagesanbruch der Offenbarung zu, o Menschen, und zögert keinen Augenblick. Lest ihr das Evangelium und weigert euch dennoch, den allherrlichen Herrn anzuerkennen? Dies geziemt euch nicht, o Schar der Gelehrten. Sprich: So ihr diese Offenbarung verwerft, auf welchen Beweis hin glaubt ihr dann an Gott? Führt ihn an! Also hat die Feder des Höchsten das Gebot herabgesandt auf Befehl deines Herrn, des Herrlichsten, auf dieser Tafel, von deren Horizont Sein Licht erstrahlt. Wie zahlreich sind Meine Diener, deren Taten ihnen selbst zum Schleier wurden und die dadurch gehindert wurden, sich Gott zu nähern, der die Winde wehen läßt. O Schar der Mönche! Die Düfte des Allbarmherzigen wehen über die ganze Schöpfung. Selig, wer seinen Begierden entsagt und sich fest an die Führung hält. Er ist wahrlich in die Gegenwart Gottes gelangt an diesem Tage, an dem das Beben der Erde ihre Bewohner ergriffen hat und sie mit Furcht erfüllte, außer jene, die Gott, der die Nacken der Menschen beugt, hiervon ausgenommen hat. Schmückt ihr denn eure Leiber, während das Gewand Gottes durch das Volk der Leugner mit dem Blut des Hasses befleckt wird? Kommt heraus aus euren Häusern, und ruft die Menschen ins Reich Gottes, des Herrn über den Tag des Jüngsten Gerichts. Das Wort, das der Sohn verhüllte, ist offenbar geworden. Es wurde an diesem Tag herabgesandt in menschlicher Gestalt. Verherrlicht sei der Herr, welcher der Vater ist! Er ist, wahrlich, in Seiner größten Herrlichkeit bei den Völkern erschienen. Wendet euer Angesicht Ihm zu, o Schar der Gerechten! O ihr Gläubigen aller Religionen! Wir sehen euch umherirren in der Wildnis des Irrtums. Ihr seid die Fische dieses Meeres; warum versagt ihr euch, was euch erhält? Seht, es wogt vor eurem Angesicht. Eilt herbei von allen Seiten. Dies ist der Tag, da der Fels A36 ausruft und jauchzt und den Lobpreis seines Herrn, des Allbesitzenden, des Höchsten, feiert mit den Worten: »Seht, der Vater ist gekommen, und was euch verheißen ward in Seinem Reiche, ist erfüllt!« Dies ist das Wort, das hinter den Schleiern der Erhabenheit verwahrt wurde; und als die Verheißung erfüllt ward, ergoß es vom Horizont des Göttlichen Willens seinen Strahlenglanz mit klaren Zeichen. Mein Leib hat den Kerker erduldet, um eure Seelen aus der Knechtschaft zu erlösen. Wir ließen Uns erniedrigen, auf daß ihr erhöht werdet. So folgt dem Herrn der Herrlichkeit und des himmlischen Reiches und nicht jedem frevelhaften Unterdrücker. Mein Leib sehnt sich nach dem Kreuze, und Mein Haupt erwartet den Speer auf dem Pfade des Allbarmherzigen, auf daß die Welt von ihren Sünden geläutert werde. So scheint die Sonne göttlicher Autorität vom Horizont der Offenbarung des Herrn aller Namen und Eigenschaften. Das Volk des Koran hat sich gegen Uns erhoben und Uns solche Pein bereitet, daß der Heilige Geist darob wehklagte, der Donner grollte und die Wolken über Uns weinten. Einer der Ungläubigen wähnt, Leid könne Bahá’A37 davon abhalten, den Willen Gottes, des Schöpfers aller Dinge, zu tun. Sprich: Nein, bei Ihm, der den Regen spendet! Nichts kann Ihn vom Gedenken Seines Herrn abhalten. Bei Gott, der die Wahrheit ist! Sollten sie Ihn auf dem Festland verbrennen, so wird Er fürwahr Sein Haupt aus der Tiefe des Meeres erheben und verkünden: »Er ist der Herr aller im Himmel und auf Erden!« Und sollten sie Ihn in einen tiefen Brunnen werfen, so wird man Ihn auf den erhabensten Höhen sitzen sehen, wie Er laut die ganze Menschheit ruft: »Seht, der Ersehnte der Welt ist erschienen mit Seiner Majestät, Seiner Souveränität und Herrschaft!« Und würde Er tief in der Erde begraben, so erhöbe sich Sein Geist zum Zenit des Himmels und ließe den Ruf erschallen: »Seht, die Herrlichkeit ist gekommen mit dem Reich Gottes, des Heiligsten, des Gnadenreichen, des Allmächtigen!« Und sollten sie Sein Blut vergießen, so wird jeder Tropfen davon laut aufschreien zu Gott bei diesem Namen, durch den der Duft Seines Gewandes in alle Richtungen verbreitet ward. Wenn auch der Feinde Schwert Uns bedroht, rufen Wir doch die ganze Menschheit zu Gott, dem Schöpfer von Himmel und Erde, und leisten Ihm Beistand – dies kann weder die Schar der Tyrannen noch der Ansturm der Frevler verhindern. Sprich: O Völker der Erde! Zerschlagt die Götzen eitlen Wahns im Namen eures Herrn, des Allherrlichen, des Allweisen, und wendet euch Ihm zu an diesem Tage, den Gott zum König der Tage gemacht hat. O höchster Priester! Neige dein Ohr dem zu, was der Gestalter modernden Gebeins dir rät, wie es von Ihm, der Sein Größter Name ist, verkündet wird. Verkaufe den reich verzierten Kirchenschmuck, den du besitzest, und verwende ihn auf dem Pfade Gottes, der die Nacht auf den Tag und den Tag auf die Nacht folgen läßt. Übergib dein Reich den Königen und tritt hervor aus deinen Gemächern, dein Angesicht zum Reiche Gottes erhoben. Dann verkünde, losgelöst von der Welt, das Lob deines Herrn zwischen Erde und Himmel. So gebietet dir der Besitzer aller Namen im Auftrag deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden. Ermahne du die Könige und sprich: »Verfahrt gerecht mit den Menschen, und überschreitet nicht die im Buche festgesetzten Schranken.« Dies ist es, was dir ziemt. Greife nicht nach den Dingen der Welt und nach ihren Reichtümern. Überlasse sie denen, die sie begehren, und halte fest an dem, was dir von Ihm, dem Herrn der Schöpfung, befohlen ward. Und sollte man dir alle Schätze der Erde anbieten, so gönne ihnen nicht einmal einen Blick. Sei so, wie dein Herr gewesen. Also verkündet die Zunge der Offenbarung, was Gott zum Schmuck des Buches der Schöpfung gemacht hat. Betrachte eine Perle, deren Wesen es ist, zu glänzen. Hüllt man sie in Seide, so wird ihr Glanz und ihre Schönheit verdeckt. Ebenso liegt die Würde des Menschen in der Vortrefflichkeit seines Verhaltens und im Streben nach dem, was seiner Stufe entspricht, nicht in kindischem Spiel und Zeitvertreib. Wisse: Dein wahrer Schmuck besteht in der Liebe zu Gott und in deiner Loslösung von allem außer Ihm, und nicht in Pracht und Überfluß. Überlasse dies dem, der es begehrt, und wende dich Gott zu, der die Flüsse fließen läßt. Was die Zunge des Sohnes sprach, wurde in Gleichnissen offenbart, doch der, der an diesem Tage die Wahrheit verkündet, spricht nicht in Gleichnissen. Klammere dich nicht an das Seil leeren Wahns, und laß dich nicht von dem abhalten, was im Reiche Gottes, des Allmächtigen, des Allgnädigen, bestimmt wurde. Sollte dich die Trunkenheit des Weines Meiner Verse überkommen, und solltest du dich entschließen, vor den Thron deines Herrn, des Schöpfers von Himmel und Erde, zu treten, so mache Meine Liebe zu deinem Gewand, Mein Gedenken zu deinem Schild und dein Vertrauen auf Gott, den Offenbarer aller Macht, zu deiner Wegzehr. O ihr, die ihr dem Sohn nachfolgt! Wir haben Johannes noch einmal zu euch herabgesandt, und Er rief in der Wüste des Bayán: O Völker der Welt! Reinigt eure Augen! Der Tag ist nahe, da ihr den Verheißenen erblicken und Ihm begegnen könnt! O Volk des Evangeliums! Bereitet den Weg! Der Tag der Erscheinung des herrlichsten Herrn ist nahe! Macht euch bereit, und tretet ein in das Reich Gottes. So wurde es von Gott verfügt, der den Tag anbrechen läßt. Lausche dem Gurren der Taube der Ewigkeit auf den Zweigen des heiligen Lotosbaumes: O Völker der Erde! Wir sandten Johannes zu euch herab, der euch mit Wasser taufte, damit euer Leib für das Kommen des Messias gereinigt werde. Er wiederum reinigte euch hernach mit dem Feuer der Liebe und dem Wasser des Geistes zur Vorbereitung auf diese Tage, da der Allerbarmer euch mit dem Lebenswasser aus den Händen Seiner liebenden Vorsehung reinigen will. Er ist der Vater, den Jesaja verhieß, und der Tröster, den euch der GeistA38 versprach, als Er Seinen Bund mit euch schloß. Öffnet eure Augen, o Schar der Bischöfe, damit ihr den Herrn seht auf dem Thron der Macht und Herrlichkeit. O Gläubige aller Religionen! Wandelt nicht auf den Pfaden derer, die den Pharisäern folgten und die sich so von dem Geist wie durch Schleier trennten. Sie sind wahrlich vom rechten Pfad abgekommen und dem Irrtum verfallen. Die Altehrwürdige Schönheit ist in Seinem größten Namen erschienen und will die ganze Menschheit in Sein hochheiliges Reich aufnehmen. Die Reinen sehen das Reich Gottes, das vor Seinem Antlitz offenbar ist. Eilt dorthin, und folgt nicht den Ungläubigen und Gottlosen. So euer Auge nicht gehorcht, reißt es heraus!A39 So hat es die Feder des Urewigen auf Befehl des Herrn der ganzen Schöpfung geboten. Wahrlich, Er ist wiedergekehrt, euch zu erlösen. O Völker der Erde! Wollt ihr den erschlagen, der euch ewiges Leben schenken will? Fürchtet Gott, o ihr, die ihr über Einsicht verfügt! O Menschen! Lauscht dem, was euch der Allherrliche Herr offenbart, und wendet euer Angesicht Gott zu, dem Herrn dieser und der künftigen Welt. So befiehlt es euch der Aufgangsort der Sonne göttlicher Eingebung auf Geheiß des Schöpfers der ganzen Menschheit. Wahrlich, für das Licht haben Wir euch erschaffen und wünschen nicht, euch dem Feuer preiszugeben. O Menschen, tretet heraus aus der Dunkelheit durch die Gnade dieser Sonne, die vom Horizont göttlicher Fürsorge scheint. Wendet euch ihr zu mit geheiligtem Herzen, zuversichtlichem Geist, sehenden Augen und freudestrahlendem Angesicht. Dies rät euch der Höchste Gebieter vom Ort Seiner höchsten Herrlichkeit, auf daß Sein Ruf euch zum Königreich Seiner Namen anziehe. Selig, wer dem Bund Gottes treu bleibt, und wehe dem, der ihn bricht und nicht an Ihn glaubt, der alle Geheimnisse kennt. Sprich: Dies ist der Tag der Gnade! Eilt herbei, auf daß Ich euch zu Herrschern mache in den Gefilden Meines Reiches! Folgt ihr Mir, so werdet ihr sehen, was euch verheißen ist, und Ich werde euch auf ewig zu Meinen Gefährten im Reich Meiner Majestät und zu Vertrauten Meiner Schönheit im Himmel Meiner Macht erheben. Wenn ihr euch gegen Mich wendet, so werde Ich es nachsichtig ertragen, damit ihr vielleicht erwacht und euch erhebt vom Lager der Achtlosigkeit. So umgibt euch Meine Gnade. Fürchtet Gott, und folgt nicht den Pfaden derer, die sich von Seinem Antlitz abgewandt haben, obwohl sie Seinen Namen Tag und Nacht anrufen. Wahrlich, der Tag der Ernte ist gekommen, und alle Dinge wurden voneinander geschieden. Er hat, was Ihm beliebte, in den Gefäßen der Gerechtigkeit verwahrt, und ins Feuer geworfen, was diesem verfallen ist. So wurde es von deinem Herrn, dem Mächtigen, dem Alliebenden, an diesem verheißenen Tage verfügt. Wahrlich, Er bestimmt, was Ihm beliebt. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allbezwingenden. Es ist der Wunsch des göttlichen Siebers, alles Gute für Mich zu sammeln. Er hat nur gesprochen, um euch mit Seiner Sache vertraut zu machen und euch auf den Pfad dessen zu leiten, dessen Gedenken die Zier aller heiligen Schriften ist. Sprich: O Schar der Christen! Wir haben Uns euch schon zuvor offenbart, und ihr habt Mich nicht erkannt. Nun gewähren Wir euch abermals Unsere Gunst. Dies ist der Tag Gottes, wendet euch Ihm zu! Wahrlich, Er kam vom Himmel herab, so wie Er das erste Mal erschienen ist, und will euch unter dem Schatten Seiner Gnade schirmen. Er ist fürwahr der Erhabene, der Mächtige, der erhabenste Helfer. Der Geliebte möchte nicht, daß euch das Feuer eurer Begierden verzehre. Solltet ihr von Ihm wie durch einen Schleier getrennt sein, so nur wegen eurer Achtlosigkeit und Unwissenheit. Ihr gedenket Meiner, und doch kennt ihr Mich nicht. Ihr ruft Mich an, und doch schenkt ihr Meiner Offenbarung keine Beachtung, obwohl Ich vom Himmel der Präexistenz in Meiner höchsten Herrlichkeit herniederkam. Zerreißt die Schleier in Meinem Namen und durch die Macht Meiner Souveränität, damit ihr den Weg zu eurem Herrn findet. Der König der Herrlichkeit erhebt vom Tabernakel der Majestät und Größe Seinen Ruf: O Volk des Evangeliums! Die nicht im Reiche Gottes waren, haben es jetzt betreten, während Wir euch an diesem Tage zaudernd am Tore stehen sehen. Zerreißt die Schleier durch die Kraft eures Herrn, des Allmächtigen, des Allgütigen, und tretet in Mein Reich in Meinem Namen. So ist es euch befohlen von Ihm, der euch ewiges Leben wünscht. Er ist wahrlich mächtig über alle Dinge. Selig, wer das Licht erkennt und zu Ihm eilt. Er weilt im Reiche Gottes und speist mit Gottes Auserwählten. Wir sehen euch, o Kinder des Königreiches, in Finsternis. Wahrlich, dies steht euch nicht an. Fürchtet ihr das Licht wegen eurer Taten? Wendet euch Ihm zu. Euer Herr, der Allherrliche, hat diese Lande durch Seine Schritte gesegnet. So ebnen wir euch den Weg zu dem, von dem der Geist kündete. Ich lege Zeugnis für Ihn ab, wie auch Er für Mich Zeugnis ablegte. Wahrlich, Er sagte: »Folget Mir nach, und Ich will euch zu Menschenfischern machen.«Q16 Doch an diesem Tage sagen Wir: »Folget Mir nach, auf daß Wir euch zu Lebensspendern für die Menschheit machen.« So wurde es bestimmt und durch die Feder der Offenbarung auf dieser Tafel niedergeschrieben. O Feder des Höchsten! Gedenke anderer Könige in dieser gesegneten, strahlenden Schrift, auf daß sie sich vielleicht vom Lager der Achtlosigkeit erheben und auf das hören, was die Nachtigall auf den Zweigen des göttlichen Lotosbaumes singt, und daß sie in dieser wunderbaren, erhabenen Offenbarung zu Gott eilen.

An Napoleon III.A40

O König von Paris! Sage den Priestern, sie sollen nicht länger die Glocken läuten. Bei dem einen wahren Gott, die Mächtigste Glocke ist erschienen in Gestalt dessen, welcher der Größte Name ist, und die Finger des Willens deines Herrn, des Erhabensten, des Höchsten, läuten sie im Himmel der Unsterblichkeit in Seinem Namen ›der Allherrliche‹. So wurden die mächtigen Verse deines Herrn aufs neue zu dir herabgesandt, auf daß du Gottes gedenkst, des Schöpfers von Erde und Himmel, in diesen Tagen, da alle Geschlechter der Erde wehklagen, da die Grundmauern der Städte erzittern und der Staub des Unglaubens alle Menschen einhüllt, ausgenommen jene, die dein Herr, der Allwissende, der Allweise, zu verschonen beliebte. Sprich: Er, der Unbeschränkte, ist in den Wolken des Lichts gekommen, um die Welt mit dem Odem Seines Namens ›der Allbarmherzige‹ zu beleben, ihre Völker zu vereinen und alle Menschen an dieser Tafel zu versammeln, die vom Himmel herabgesandt ward. Hütet euch, die Gunst Gottes von euch zu weisen, nachdem sie auf euch herabkam. Sie ist besser für euch als alles, was ihr besitzet; denn was euer ist, vergeht, aber was von Gott ist, wird fortbestehen. Er verfügt fürwahr, was Ihm gefällt. Wahrlich, der Odem der Vergebung weht von der Stätte deines Herrn, des Gottes der Gnade. Wer sich Ihm zukehrt, wird von seinen Sünden, von aller Pein und Krankheit gereinigt. Selig, wer sich diesem Odem zuwendet, und wehe dem, der sich abkehrt! Würdest du dein inneres Ohr allem Erschaffenen zuwenden, so vernähmest du: »Der Urewige ist in Seiner großen Herrlichkeit gekommen!« Alle Dinge feiern das Lob ihres Herrn. Manche Menschen haben Gott erkannt und gedenken Seiner; andere führen Seinen Namen im Mund, aber sie kennen Ihn nicht. So haben Wir Unseren Befehl auf einer deutlichen Tafel niedergelegt. O König, höre auf die Stimme, die aus dem Feuer ruft, das in diesem grünenden Baume brennt, auf dem Sinai, der sich über dem geheiligten, schneeweißen Ort jenseits der Ewigen Stadt erhebt: »Wahrlich, es ist kein Gott außer Mir, dem Ewigvergebenden, dem Barmherzigsten!« Wahrlich, Wir haben IhnA41 gesandt, dem Wir mit dem Heiligen Geiste beistanden, damit Er euch dieses Licht ankünde, das ausstrahlt vom Horizont des Willens eures Herrn, des Erhabensten, des Allherrlichen, Ihn, dessen Zeichen im Westen offenbar sind. Richtet nun euer Angesicht auf Ihn an diesem Tag, den Gott über alle anderen Tage erhöht und an dem der Allbarmherzige den Glanz Seiner strahlenden Herrlichkeit auf alle ergossen hat, die im Himmel und auf Erden sind. Mache dich auf, Gott zu dienen und Seiner Sache beizustehen! Er, wahrlich, wird mit den Heerscharen des Sichtbaren und des Unsichtbaren dir zur Seite sein und dich zum König über alles einsetzen, worauf die Sonne scheint. Dein Herr ist wahrlich der Allgewaltige, der Allmächtige. Die Winde des Allbarmherzigen wehen über alles Erschaffene – selig, wer ihren Duft wahrnimmt und ihnen reinen Herzens entgegeneilt. Schmücke deinen Tempel mit der Zier Meines Namens, deine Zunge mit Meinem Gedenken und dein Herz mit der Liebe zu Mir, dem Allmächtigen, dem Höchsten. Wir wünschen für dich nur das, was besser für dich ist als alles, was du besitzest und besser als alle Schätze der Erde. Wahrlich, dein Herr ist allwissend und über alles wohlunterrichtet. Erhebe dich in Meinem Namen unter Meinen Dienern und sprich: »O ihr Völker der Erde! Wendet euch Ihm zu, der sich euch zugewandt hat. Wahrlich, Er ist Gottes Antlitz unter euch, Sein Zeugnis und Seine Führung für euch. Er kam zu euch mit Zeichen, die niemand hervorbringen kann.« Mitten im Herzen der Welt erschallt die Stimme des Brennenden Busches, und laut ruft der Heilige Geist vor den Völkern: »Seht, der Ersehnte ist erschienen mit offenbarer Herrschaft!« O König! Die Sterne am Himmel des Wissens sind herabgefallen, sie, die Meine Sache an dem messen wollen, woran sie sich klammern, und die Gott in Meinem Namen anrufen. Dennoch haben sie sich abgewandt, als Ich in Meiner Herrlichkeit zu ihnen kam. Sie zählen wahrhaftig zu den Gefallenen. Dies fürwahr ist es, was der Geist Gottes ankündigte, als Er mit der Wahrheit zu euch kam, Er, wider den die jüdischen Gelehrten stritten, bis sie schließlich begingen, was den Heiligen Geist wehklagen ließ und den Gottnahen die Tränen in die Augen trieb. Denke darüber nach, wie ein Pharisäer, der siebzig Jahre lang Gott angebetet hatte, den Sohn, als Er erschien, zurückwies, indes einer, die Unzucht getrieben hatte, Einlaß ins Himmelreich gewährt wurde. So ermahnt dich die Feder auf Geheiß des ewigen Königs, auf daß du über das Vergangene unterrichtet und an diesem Tag zu denen gezählt werdest, die wahrhaft glauben. Sprich: O Schar der Mönche! Lebt nicht abgeschieden in Kirchen und Klöstern. Kommt aus ihnen heraus mit Meiner Erlaubnis, und wendet euch dem zu, was euren Seelen und den Seelen der Menschen von Nutzen ist. Dies befiehlt euch der König am Tage der Abrechnung. Zieht euch zurück in die Feste Meiner Liebe. Dies ist wahrlich die Abgeschiedenheit, die euch ansteht – o daß ihr es doch verstündet! Wer in seinem Haus ein Leben der Abgeschiedenheit führt, ist fürwahr ein Toter. Es geziemt dem Menschen zu tun, was der Menschheit Nutzen bringt. Wer keine Frucht hervorbringt, taugt nur für das Feuer. So ermahnt euch euer Herr. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allgütige. Tretet in den Stand der Ehe, damit nach euch ein anderer an eure Stelle trete. Wir haben euch Treulosigkeit verboten, nicht aber, was die Treue fördert. Gebt ihr euch euren Trieben hin und verwerft Gottes Richtmaß? Fürchtet Ihn und gehört nicht zu den Toren! Wäre nicht der Mensch, wer sonst könnte Meiner auf Meiner Erde gedenken? Und wie könnten Meine Eigenschaften und Namen offenbar werden? Denkt darüber nach, und gleicht nicht denen, die sich selbst wie durch einen Schleier von Ihm ausgeschlossen haben und in tiefem Schlafe liegen. Er, der unvermählt blieb, fand keinen Ort, da Er wohnen oder Sein Haupt niederlegen konnte durch das, was Ihm die Hände der Verräter angetan. Seine Heiligkeit besteht nicht in dem, was ihr glaubt oder wähnt, sondern darin, was zu Uns gehört. Bittet, daß ihr Seine Stufe begreift, die erhöht ist über die Vorstellung aller, die auf Erden wohnen. Selig, wer versteht. O König! Wir vernahmen die Worte, mit denen du gegenüber dem Zaren von Rußland deinen Eintritt in den KriegA42 rechtfertigtest. Wahrlich, dein Herr ist allwissend, über alles wohlunterrichtet. Du sagtest: »Ich lag schlafend auf meinem Bette, als der Schrei der Unterdrückten, die im Schwarzen Meer ertranken, mich weckte.« Solches hörten Wir dich sprechen, und wahrlich, dein Herr ist Zeuge dessen, was Ich sage. Wir bezeugen: Was dich weckte, war nicht ihr Schrei, sondern das Geflüster deiner Leidenschaften. Denn Wir haben dich gewogen und zu leicht befunden.A43 Erfasse die Bedeutung Meiner Worte und habe Einsicht. In diesem sterblichen Leben haben Wir dir eine besondere Würde verliehen, und so ist es nicht Unser Wunsch, dich zu verdammen. Wahrlich, Wir wählten die Höflichkeit und machten sie zum Merkmal derer, die Ihm nahe sind. Höflichkeit ist fürwahr ein Gewand, das alle Menschen, jung oder alt, gut kleidet. Selig, wer seinen Tempel mit ihr ziert, und wehe dem, der dieser großen Gabe ermangelt. Wären deine Worte aufrichtig gewesen, so hättest du nicht das Buch Gottes beiseite geworfen, als es dir von Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen, übermittelt wurde. Wir haben dich damit geprüft und fanden dich anders als du vorgibst. Mache dich auf und hole nach, was du versäumt hast. Binnen kurzem werden die Welt und all dein Besitz vergehen, und das Reich wird Gottes sein, deines Herrn und des Herrn deiner Väter. Es schickt sich nicht, daß du deine Amtsgeschäfte führst, wie es dir deine Leidenschaften befehlen. Fürchte die Seufzer dessen, dem Unrecht geschah, und schirme Ihn vor den Pfeilen derer, die Unrecht tun. Zur Strafe für das, was du getan, wird dein Reich in Verwirrung gestürzt werden, und die Herrschaft wird deinen Händen entgleiten.A44 Dann wirst du erkennen, wie sehr du dich geirrt hast. Aufruhr wird das Volk deines Landes ergreifen – es sei denn, du stehst dieser Sache bei und folgst Ihm, dem Geist Gottes, auf diesem Geraden Pfad. Hat dich dein Pomp stolz gemacht? Bei Meinem Leben! Er wird nicht von Dauer sein, nein, er wird bald vergehen, es sei denn, du hältst dich an dieses starke Seil. Wir sehen Erniedrigung dich ereilen, indes du zu den Achtlosen gehörst. Wenn du Seine Stimme vom Throne der Herrlichkeit hörst, steht es dir an, alles aufzugeben, was du besitzest, und laut zu rufen: »Hier bin ich, o Du Herr all dessen, was im Himmel und auf Erden ist!« O König! Wir waren im Irak, als die Stunde des Abschieds kam. Auf Befehl des Herrschers des IslamA45 lenkten Wir Unsere Schritte nach seinem Hofe. Dort erduldeten Wir aus den Händen der Böswilligen, was die Bücher der Welt niemals angemessen schildern können. Die Bewohner des Paradieses und alle, die an den Stätten der Heiligkeit weilen, klagen darob, und doch sind die Menschen in dichte Schleier gehüllt! Sprich: Krittelt ihr an dem, der zu euch herabkam mit klaren Versen und Beweisen von Gott? Diese kommen nicht von Ihm selbst, sondern von dem, der Ihn erschuf, Ihn durch die Macht der Wahrheit herabsandte und Ihn zu einer Lampe für die ganze Menschheit machte. Unsere Lage verschlechterte sich von Tag zu Tag, ja von Stunde zu Stunde, bis man Uns aus Unserem Gefängnis holte und Uns in schreiender Ungerechtigkeit in das Größte Gefängnis überstellte. Und so jemand ob dieses Unrechts fragte: »Für welches Verbrechen wurden sie eingekerkert?«, gab man zur Antwort: »Sie wollten den Glauben durch eine neue Religion ersetzen.« Wenn ihr vorzieht, was alt ist, warum habt ihr euch dann davon losgesagt, was in der Thora und im Evangelium herabgesandt war? Erklärt dies, o Menschen! Bei Meinem Leben! Es ist kein Ort, dahin ihr an diesem Tage fliehen könntet. Wenn dies Mein Verbrechen war, dann hat es Muḥammad, der Gesandte Gottes, vor Mir begangen, und vor Ihm der Geist GottesA46, und einstens Er, der mit Gott sprach.A47 Und wenn es Meine Sünde sein soll, daß Ich das Wort Gottes preise und Seine Sache verkünde, dann bin Ich wahrlich der größte Sünder! Eine solche Sünde will Ich nicht gegen die Reiche der Erde und des Himmels eintauschen. Nach Unserer Ankunft in diesem Gefängnis nahmen Wir Uns vor, den Königen die Botschaft ihres Herrn, des Mächtigen, des Allgepriesenen, zu übermitteln. Wenngleich Wir ihnen in verschiedenen Sendschreiben mitgeteilt haben, was Uns aufgetragen war, tun Wir es nun abermals als ein Zeichen der Gnade Gottes. Vielleicht erkennen sie ihren Herrn, der mit offenbarer Souveränität auf den Wolken herabkam. Mit Meinen Leiden wuchs auch Meine Liebe zu Gott und zu Seiner Sache. Nichts, was Mich von der Schar der Verstockten überkam, konnte Mich von Meinem Ziel abbringen. Sollten sie Mich gleich in den Tiefen der Erde einschließen, sie würden doch sehen, wie Ich hoch auf den Wolken reite, und zu Gott, dem Herrn der Kraft und der Macht, rufe. Ich habe Mich auf dem Pfade Gottes geopfert, und in Meiner Liebe zu Ihm und zu Seinem Wohlgefallen sehne Ich Mich nach Drangsal. Dafür zeugt die Pein, die Mich jetzt heimsucht, desgleichen noch kein Mensch zu ertragen hatte. Jedes Haar auf Meinem Haupte ruft, was der Brennende Busch auf dem Berge Sinai sprach, und jede Ader Meines Leibes fleht zu Gott und spricht: »O würde Ich doch auf Deinem Pfade durchtrennt, damit die Welt neu belebt und alle Völker vereinigt werden!« So wurde es von Ihm, dem Allwissenden, dem Allkennenden, verfügt. Sei dir bewußt, daß eure Untertanen das Lehen Gottes sind. Beschützt sie darum wie euch selbst. Seht euch vor, daß ihr nicht Wölfe zu Hirten der Herde macht oder daß Stolz und Hochmut euch hindern, euch der Armen und Verlassenen anzunehmen. Wolltest du vom mystischen Wein ewigen Lebens aus dem Kelch der Worte deines Herrn, des Allerbarmers, trinken, so würdest du allem Besitz entsagen und der Menschheit Meinen Namen verkünden. So reinige deine Seele mit den Wassern der Loslösung. Wahrlich, dieses GedenkenA48 scheint vom Horizont der Schöpfung herab und reinigt die Seelen vom Schmutz der Welt. Überlasse deine Paläste den Toten in ihren Gräbern und dein Reich dem, der es begehrt, und wende dich dann dem Reiche Gottes zu. Dies, wahrlich, ist es, was Gott für dich erwählt hat – gehörtest du doch zu denen, die sich Ihm zuwenden! Wer versäumt, sich dem Antlitz Gottes in dieser Offenbarung zuzuwenden, ist wahrlich wie tot. Er ist nur ein Spielball seiner selbstischen Begierden und wird fürwahr zu den Toten gezählt. Solltest du wünschen, die Last der Herrschaft zu tragen, so trage sie, um der Sache deines Herrn beizustehen. Gepriesen sei diese Stufe, auf der jeder, der sie erreicht, zu allem Heil gelangt ist, das von Ihm, dem Allwissenden, dem Allweisen, ausgeht. Erhebe dich in Meinem Namen am Horizont der Entsagung, und richte sodann dein Angesicht auf das Reich Gottes, wie es dein Herr, der Herr der Stärke und Macht, dir befiehlt. Tritt durch die Macht Meiner Souveränität vor die Bewohner der Welt und sprich: »O Menschen! Der Tag Gottes ist gekommen, und Seine Düfte wehen über die ganze Schöpfung. Wer sich von Seinem Antlitz abwendet, wird zum Opfer seiner verderbten Neigungen. Er ist wahrlich in die Irre gegangen.« Kleide den Körper deines Reiches in das Gewand Meines Namens; alsdann mache dich auf, Meine Sache zu lehren. Dies ist besser für dich als alles, was du besitzest. Gott wird so deinen Namen unter allen Königen erhöhen. Er ist aller Dinge mächtig. Wandle unter den Menschen im Namen Gottes und in der Kraft Seiner Macht, damit du Seine Zeichen unter den Völkern auf Erden offenbarst. Sei entflammt durch das Feuer, das der Allherrliche im Mittelpunkt der Schöpfung entzündet hat, auf daß durch dich die Glut Seiner Liebe in den Herzen der Gottnahen entfacht werde. Folge Mir nach, und setze die Herzen der Menschen in Verzückung durch Mein Gedenken, des Allmächtigen, des Erhabensten. Sprich: Wer an diesem Tag nicht die süßen Düfte des Gedenkens Seines Herrn, des Allerbarmers, verbreitet, ist fürwahr der Stufe des Menschen unwürdig. Er folgt seinen Begierden und wird bald bitteren Verlust erleiden. Sprich: O Menschen! Steht es euch an, euch auf Ihn, den Gott der Barmherzigkeit, zu berufen, und doch Dinge zu tun, wie Satan sie tut? Nein, bei der Schönheit des Allherrlichen! Könntet ihr es doch begreifen! Reinigt euer Herz von der Liebe zur Welt, eure Zunge von Verleumdung, eure Glieder von allem, was euch abhält, in die Nähe Gottes, des Mächtigen, des Allgepriesenen, zu gelangen. Sprich: Mit ›Welt‹ ist gemeint, was euch vom Morgen der Offenbarung abhält und euch dem geneigt macht, was euch nichts nützt. Fürwahr, alles, was euch an diesem Tag von Gott fernhält, ist in Wahrheit die ›Welt‹. Flieht sie, und nähert euch der Erhabensten Schau, diesem leuchtenden und strahlenden Thron. Selig, wer nicht zuläßt, daß etwas zwischen ihn und seinen Herrn tritt. Er wird gewiß keinen Schaden leiden, wenn er nach Recht und Gesetz an den Gaben der Welt teilhat. Denn alles haben wir für jene Unserer Diener erschaffen, die wahrhaft an Gott glauben. O Menschen, wenn eure Worte nicht mit euren Taten übereinstimmen, was unterscheidet euch dann von denen, die ihren Glauben an Gott, ihren Herrn, bekennen, Ihn jedoch zurückwiesen, als Er in den Wolken herabkam, und die sich stolz vor Gott, dem Unvergleichlichen, dem Allwissenden, blähten? Vergießt kein Blut, o Volk, und urteilt über niemanden ungerecht. Dies befiehlt euch der Wissende, der über alles unterrichtet ist. Wer Unordnung schafft im Lande, nachdem es wohl geordnet ist,A49 überschreitet wahrlich die Grenzen, die im Buche gezogen sind. Elend ist fürwahr die Wohnstatt der Übertreter! Gott hat jedem geboten, Seine Sache zu lehren. Wer sich aufmacht, dieses Gebot zu erfüllen, muß, ehe er Seine Botschaft verkündet, den Schmuck eines aufrechten, rühmlichen Charakters anlegen, damit seine Worte die Herzen derer anziehen, die für seinen Ruf empfänglich sind. Anders kann er niemals hoffen, seine Hörer zu beeinflussen. So hat Gott dich unterwiesen. Er, wahrlich, ist der Immervergebende, der Mitleidvollste. Wer andere zur Gerechtigkeit mahnt, doch selbst frevelt, wird darob der Lüge geziehen von den Bewohnern des Reiches Gottes und von denen, die den Thron ihres Herrn umkreisen, des Allmächtigen, des Gütigen. Begeht nicht, o Menschen, was euren Namen und die Sache Gottes unter den Menschen entehrt. Naht euch nicht Dingen, die eure Vernunft verabscheut. Fürchtet Gott, und folgt nicht den Achtlosen. Veruntreut nicht eures Nächsten Gut. Seid auf Erden vertrauenswürdig, und verweigert den Armen nicht, was Gott euch in Seiner Gnade gegeben. Er wird euch wahrlich das Doppelte dessen schenken, was ihr besitzt. Wahrlich, Er ist der Gütigste, der Freigebigste. Sprich: Wir haben befohlen, daß Unsere Sache durch die Macht der Rede gelehrt werde. Hütet euch vor Wortstreit! Wer es unternimmt, um seines Herrn willen Seine Sache zu lehren, den wird der Heilige Geist stärken und ihm eingeben, was das Herz der Welt erleuchtet, um wieviel mehr noch die Herzen derer, die Ihn suchen. O Volk Bahás!A50 Bezwingt die Zitadellen der Menschenherzen mit dem Schwert der Klugheit und der Rede. Wer Wortstreit führt, wie es ihm seine Begierden eingeben, ist fürwahr in einen deutlichen Schleier gehüllt. Sprich: Das Schwert der Klugheit ist heißer als des Sommers Hitze und schärfer als Klingen von Stahl – könntet ihr es doch verstehen! Zieht es in Meinem Namen und in der Kraft Meiner Macht, alsdann erobert damit die Städte der Herzen derer, welche sich in der Feste ihrer verderbten Lüste verschanzt halten. Dies befiehlt euch euer Herr, der Allherrliche, während die Schwerter der Verstockten über Ihm drohen. Gewahrt ihr eines anderen Sünde, so verbergt sie, damit Gott eure eigenen Sünden verberge. Wahrlich, Er ist der Verberger, der Herr überströmender Gnade. O ihr Reichen auf Erden! So ihr einem Armen begegnet, behandelt ihn nicht geringschätzig. Denkt daran, woraus ihr erschaffen wurdet. Aus einem winzigen Samen wurde jeder von euch erschaffen.A51 Wahrhaftig sollt ihr sein, denn so wird euer Tempel geschmückt, euer Name und eure Stufe unter den Menschen erhöht und von Gott wird euch großer Lohn zuteil. O Völker der Erde! Hört, was die Feder des Herrn aller Völker euch befiehlt. Seid dessen gewiß, daß die Sendungen der Vergangenheit ihre Erfüllung finden in dem Gesetz, das aus diesem größten Meer hervorging. Zu ihm eilt auf Unser Geheiß! Wir verfügen fürwahr, was Uns gefällt. Die Welt gleicht einem menschlichen Leib, der von vielerlei Leiden befallen ist und dessen Genesung davon abhängt, daß alle seine Elemente wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Versammelt euch um das, was Wir für euch verordneten, und wandelt nicht auf den Wegen derer, die Zwietracht stiften. Alle Feste finden ihre Vollendung in den zwei größten Festen und in zwei weiteren, die auf die Zwillingstage fallen. Das erste dieser größten Feste sind die Tage, da Gott die strahlende Herrlichkeit Seines erhabensten Namens auf alle im Himmel und auf Erden ergoß. Das zweite bezeichnet den Tag, da Er denjenigen erscheinen ließ, der den Menschen die frohe Botschaft dieser Großen Verkündigung überbrachte.A52 So wurde es von dem Mächtigen, dem Starken, in Seinem Buch verfügt. In der Zeit außerhalb dieser vier Tage der Erfüllung geht euren täglichen Pflichten nach, und verzichtet nicht auf Handel und Gewerbe. So wurde der Befehl durch deinen Herrn, den Allwissenden, den Allweisen, erteilt und das Gesetz verkündet. Sprich, o Schar der Mönche und Priester! Eßt, was Gott euch erlaubt hat, und meidet nicht das Fleisch. Zum Zeichen Seiner Gnade hat, Gott euch erlaubt, davon zu speisen, außer während einer kurzen Zeit. Er, wahrlich, ist der Mächtige, der Wohltätige. Gebt auf, was bei euch im Schwange ist, und haltet euch fest an das, was Gott euch bestimmt hat. Dies ist, was euch nützt, so ihr zu denen gehört, die verstehen. Wir bestimmten euch ein neunzehntägiges Fasten während der mildesten Zeit des Jahres. Von mehr haben wir euch in dieser strahlenden Sendung befreit. So legten wir klar und deutlich nieder, was euch auferlegt ist, damit ihr den Geboten Gottes folgt und eins seid in dem, was der Allmächtige, der Allweise, euch bestimmte. Euer Herr, der Allerbarmer, wünscht, das ganze Menschengeschlecht als eine Seele und einen Leib zu sehen. Eilt, euren Anteil an Gottes Gunst und Gnade zu erlangen an diesem Tage, desgleichen kein Auge je gesehen. Selig, wer all seine Habe aufgibt aus Sehnsucht, die Gaben Gottes zu erlangen! Ein solcher Mensch, Wir bezeugen es, gehört zu Gottes Seligen. O König! Bezeuge, was Gott vor der Erschaffung von Himmel und Erde vor Sich selbst bezeugte: daß kein Gott ist außer Mir, dem Einen, dem Einzigen, dem Erhabensten, dem Unvergleichlichen, dem Unerreichbaren. Widme dich mit größter Standhaftigkeit der Sache deines Herrn, des Allherrlichen! So wird dir auf dieser wundersamen Tafel geboten. Wahrlich, Wir wünschen für dich nur, was besser für dich ist als alles auf Erden. Dies bezeugen alle erschaffenen Dinge und dieses klar verständliche Buch. Denke nach über die Welt und den Zustand ihrer Völker! Er, um dessentwillen die Welt erschaffen wurde, liegt gefangen in der trostlosesten aller StädteA53 wegen der Machenschaften der Widerspenstigen. Vom Horizont Seines Kerkers lädt Er die Menschheit zum Anbruch des Tages Gottes, des Erhabenen, des Großen. Frohlockst du über die Schätze, die du besitzest, wo du doch weißt, daß sie vergehen werden? Jubilierst du über ein Stückchen Land, das du beherrschst, wo doch die ganze Welt nach dem Urteil des Volkes Bahás nicht mehr wert ist als das Schwarze im Auge einer toten Ameise? Überlasse sie denen, die an solchen Schätzen hängen, und wende dich Ihm zu, der Sehnsucht der Welt. Wohin sind sie entschwunden, die Stolzen und ihre Paläste? Schaue in ihre Gräber, damit du aus diesem Beispiel lernst, denn Wir machten es zur Lehre für jeden, der hinsieht. Wärest du vom Windhauch der Offenbarung berührt, so würdest du die Welt fliehen und dich dem Reiche Gottes zuwenden. Du gäbest alles hin, was du besitzest, um dieser erhabenen Schau nahezukommen. Wir sehen, wie die meisten Menschen Namen anbeten und sich – wie auch dir nicht entgangen ist – schrecklichen Gefahren aussetzen in der bloßen Hoffnung, den eigenen Namen zu verewigen. Dabei bezeugt jede erkennende Seele, daß der eigene Name nach dem Tode nur insoweit nützt, als er in Beziehung zu Gott, dem Allmächtigen, dem Höchstgepriesenen, steht. So werden sie beherrscht von ihrem eitlen Wahn zur Vergeltung für das, was sie getan. Denke darüber nach, wie kleingeistig die Menschen sind. Mit größtem Eifer streben sie nach dem, was ohne Nutzen ist. Würde man sie fragen: »Nützt euch, wonach ihr trachtet?«, so wären sie völlig verblüfft. Eine aufrichtige Seele würde antworten: »Nein, beim Herrn der Welten!« So sind die Menschen und ihre Vorstellungen. Überlasse sie ihrer Torheit, und richte deinen Blick auf Gott. Dies ist wahrlich, was dir ziemt. Höre auf den Rat deines Herrn, und sprich: Gepriesen seiest Du, o Gott aller im Himmel und auf Erden!

An Zar Alexander II.

O Zar von Rußland! Neige dein Ohr der Stimme Gottes, des Königs, des Heiligen, und wende dich dem Paradiese zu, der Stätte, wo Er wohnt, der unter der Himmlischen Schar die schönsten Namen trägt und im Reiche der Schöpfung ›Gott‹ genannt wird, der Strahlende, der Glorreiche. Laß dich nicht von deinen Begierden daran hindern, dich dem Angesichte deines Herrn, des Mitleidigen, des Barmherzigsten, zuzuwenden. Wir haben wahrlich die Sache vernommen, um die du deinen Herrn in heimlicher Zwiesprache angefleht hast. Darum wehten die Winde Meiner liebevollen Güte und wogte das Meer Meiner Barmherzigkeit, und Wir antworteten dir in Wahrheit. Dein Herr ist der Allwissende, der Allweise. Als Ich gefesselt und angekettet im Kerker lag, bot Mir einer deiner Gesandten seine Hilfe an. Darum hat Gott einen Rang für dich verordnet, den niemand begreifen kann außer Ihm. Hab’ acht, daß du diesen erhabenen Rang nicht verscherzest. Dein Herr tut wahrlich, was Er will. Gott löscht aus, was Er will, und bestätigt, was Er will. Bei Ihm ruht in einer verwahrten Tafel das Wissen um alle Dinge. Hüte dich, daß dich deine Herrschaft nicht von dem abhält, der der höchste Herrscher ist. Wahrlich, Er ist mit Seinem Reiche gekommen, und alle Atome rufen laut: »Seht, der Herr ist in Seiner höchsten Herrlichkeit gekommen!« Der Vater ist gekommen, und der Sohn im heiligen Tale ruft aus: »Hier bin Ich, hier bin Ich, o Herr, Mein Gott!«, während der Sinai das Haus umkreist und der Brennende Busch laut ausruft: »Der Allgütige ist gekommen, auf den Wolken thronend! Selig, wer sich Ihm nähert, und wehe dem, der weit entfernt ist!« Mache dich auf inmitten der Menschen im Namen dieser allbezwingenden Sache, und rufe sodann die Völker zu Gott, dem Erhabenen, dem Großen. Sei nicht wie jene, die Gott bei einem Seiner Namen angerufen haben, die aber, als Er, der Gegenstand aller Namen, erschien, Ihn verleugneten, sich von Ihm abwandten und Ihn schließlich verurteilten. Denke nach über dieses Unrecht, und rufe dir die Tage ins Gedächtnis, da der Geist Gottes erschien und Herodes das Urteil über Ihn sprach. Gott aber stand Ihm bei mit den unsichtbaren Heerscharen, beschützte Ihn und sandte Ihn, wie verheißen, in ein anderes Land. Wahrlich, Er verfügt, was Ihm gefällt. Dein Herr behütet, wen Er will, sei er auch mitten im Meer oder im Bauch der Schlange oder unter dem Schwert des Tyrannen. Selig der König, den die Schleier des Ruhmes nicht davon abhielten, sich dem Tagesanbruch der Schönheit zuzuwenden, und der allem entsagt in seinem Verlangen nach dem, was bei Gott ist. Er wird wahrlich von Gott zu den vortrefflichsten Menschen gezählt. Die Bewohner des Paradieses und diejenigen, die des Morgens und des Abends den höchsten Thron umkreisen, preisen ihn. Wiederum sage Ich: Höre auf Meine Stimme, die aus Meinem Gefängnis ruft, daß sie dir künde, was Meiner Schönheit widerfuhr aus der Hand derer, die die Offenbarungen Meiner Herrlichkeit sind, und du verstehst, wie groß trotz Meiner Macht Meine Geduld ist, wie unermeßlich Meine Nachsicht, ungeachtet Meiner Stärke. Bei Meinem Leben! Könntest du nur erkennen, was durch Meine Feder herabgesandt ward, und die Schätze Meiner Sache entdecken und die Perlen Meiner Mysterien, die in den Meeren Meiner Namen und den Bechern Meiner Worte verborgen liegen – du gäbest in deiner Liebe zu Meinem Namen und in deiner Sehnsucht nach Meinem herrlichen, erhabenen Reich dein Leben hin auf Meinem Pfade. Wisse, wenn auch das Schwert Meiner Feinde über Mir hängt und Meine Glieder von unsäglichen Leiden befallen sind, so ist doch Mein Geist von einer Freude erfüllt, die keiner irdischen Freude gleicht. Wende dein Herz Ihm zu, der für die ganze Welt das Ziel der Anbetung ist, und sprich: »O Völker der Erde! Habt ihr Den verleugnet, auf dessen Pfad Er den Märtyrertod erlitt, der mit der Wahrheit kam und die Ankündigung eures Herrn, des Erhabenen, des Großen, überbrachte?« Sprich: Dies ist eine Verkündigung, über die die Herzen der Propheten und Sendboten frohlocken. Er ist es, dessen das Herz der Welt gedenkt und der in den Büchern Gottes, des Mächtigen, des Allweisen, verheißen ist. Die Hände der Sendboten waren im Verlangen, Mir zu begegnen, zu Gott erhoben, dem Mächtigen, dem Verherrlichten. Dies bezeugt, was in den heiligen Schriften vom Herrn der Kraft und Macht herabgesandt ward. Die einen wehklagten ob ihrer Trennung von Mir, andere erlitten bittere Not auf Meinem Pfade, und etliche gaben ihr Leben hin um Meiner Schönheit willen – o könntet ihr es doch erkennen! Sprich: Ich habe wahrlich nicht danach getrachtet, Mich selbst zu preisen, sondern Gott – wolltet ihr doch gerecht urteilen! Nichts kann in Mir gesehen werden außer Gott und Seine Sache – könntet ihr des doch gewahr werden! Ich bin es, den die Zunge Jesajas pries und mit dessen Namen die Thora und das Evangelium geschmückt wurden. So wurde es verfügt auf den Tafeln deines Herrn, des Barmherzigsten. Er hat wahrlich für Mich Zeugnis abgelegt, wie Ich für Ihn Zeugnis ablege. Und Gott bestätigt die Wahrheit Meiner Worte. Die heiligen Bücher wurden nur zu Meinem Gedenken herabgesandt. Wer für sie empfänglich ist, wird darin die süßen Düfte Meines Namens und Meines Lobpreises wahrnehmen. Und wer sein innerstes Herz geöffnet hat, wird aus jedem ihrer Worte hören: »Die Wahrheit ist erschienen! Er ist wahrlich der Geliebte aller Welten!« Nur um Gottes willen rät euch Meine Zunge und gedenkt eurer Meine Feder. Denn weder können Ablehnung und Hass der Erdenbewohner Mir schaden, noch kann die Anerkennung durch die ganze Schöpfung Mir nützen. Wahrlich, Wir ermahnen euch zu dem, was Uns aufgetragen wurde, und wünschen für euch nur, was euch in dieser und der künftigen Welt nützt. Sprich: Erschlagt ihr den, der euch zu ewigem Leben ruft? Fürchtet Gott, und folgt nicht jedem halsstarrigen Unterdrücker! O ihr Stolzen auf Erden! Wähnt ihr, in Palästen zu wohnen, während der König der Offenbarung in der elendsten Behausung lebt? Nein, bei Meinem Leben! In Gräbern haust ihr, würdet ihr es nur erkennen. Wahrlich, wer sich an diesem Tage nicht durch Gottes Windhauch bewegen läßt, wird in den Augen des Herrn aller Namen und Eigenschaften zu den Toten gezählt. So erhebt euch aus den Gräbern der Begierde, und wendet euch dem Reiche Gottes zu, des Herrn des Thrones im Himmel und auf Erden, auf daß ihr schaut, was euch durch den Herrn, den Allwissenden, früher verheißen wurde. Glaubt ihr, euer Besitz sei euch von Nutzen? Bald wird er anderen gehören, und ihr werdet zu Staub, ohne daß euch jemand zu Hilfe käme. Welcher Nutzen liegt in einem Leben, das doch der Tod ereilt, in einem Dasein, das erlöschen wird, oder in Wohlstand, der vergeht? Gebt auf, was ihr besitzt, und richtet euer Angesicht auf die göttlichen Gnadengaben, die in diesem wunderbaren Namen herabgesandt wurden. So singt dir die Feder des Höchsten mit Erlaubnis deines Herrn, des Allherrlichen, ihre Melodien. Wenn du sie gehört hast, sprich: »Preis sei Dir, o Herr aller Welten, denn Du hast meiner gedacht durch die Zunge der Manifestation Deiner selbst zu der Zeit, da Er im Größten Gefängnis eingekerkert war, damit die ganze Welt wahre Freiheit erlange.« Selig der König, dessen Herrschaft ihn nicht von seinem höchsten Souverän abhält und der sich mit seinem Herzen Gott zuwendet. Er hat wahrlich erreicht, was Gott, der Mächtige, der Allweise, wünscht. Ein solcher König wird sich in den Reihen der Herrscher über die Gefilde des Gottesreiches wiederfinden. Dein Herr ist aller Dinge mächtig. Er gibt, was Er will, wem immer Er will, und versagt, was Ihm beliebt, wem immer Er will. Er, wahrlich, ist der Allgewaltige, der Allmächtige!

An Königin Viktoria

O Königin in London! Neige dein Ohr der Stimme deines Herrn, des Herrn des ganzen Menschengeschlechts, die vom göttlichen Lotosbaum ruft: Wahrlich, es ist kein Gott außer Mir, dem Allmächtigen, dem Allweisen! Gib auf, was auf Erden ist, und schmücke das Haupt deines Reiches mit der Krone des Gedenkens deines Herrn, des Herrlichsten. Er, wahrlich, ist in Seiner größten Herrlichkeit in die Welt gekommen, und alles, was im Evangelium verkündet ist, hat sich erfüllt. Das Land Syrien ward geehrt durch die Fußspuren seines Herrn, des Herrn aller Menschen, und Nord und Süd sind trunken vom Wein Seiner Gegenwart. Selig, wer den Duft des Allerbarmers einatmet und sich dem Aufgangsort Seiner Schönheit zuwendet an diesem strahlenden Morgen. Die Moschee von Aqṣá erbebt im Windhauch ihres Herrn, des Allherrlichen, während BaṭḥáA54 vor der Stimme Gottes, des Erhabenen, des Höchsten, erzittert. Und so feiert jeder ihrer Steine den Lobpreis des Herrn durch diesen Großen Namen. Sieh ab von deinen Wünschen, und wende dein Herz deinem Herrn, dem Urewigen, zu. Wir ermahnen dich um Gottes willen und wünschen, daß dein Name erhöht werde durch dein Gedenken an Gott, den Schöpfer von Erde und Himmel. Er, wahrlich, ist Zeuge dessen, was Ich sage. Wir haben vernommen, daß du den Handel mit Sklaven, Männern wie Frauen, verboten hast. Wahrlich, dies ist, was Gott in dieser wundersamen Offenbarung geboten hat. Dafür hat Er dir eine Belohnung bestimmt. Er wird dem, der Gutes tut, seinen gerechten Lohn nicht versagen – o daß du doch dem folgest, was dir zugesandt ward durch Ihn, den Allwissenden, den Allunterrichteten. Wer sich jedoch abwendet und sich vor Stolz bläht, nachdem klare Beweise zu ihm gekommen sind vom Offenbarer der Zeichen, dessen Werke wird Gott zunichte machen. Er, wahrlich, hat Gewalt über alle Dinge. Des Menschen Taten werden nur angenommen, wenn er Ihn anerkannt hat. Wer sich von der Wahrheit abwendet, ist fürwahr tiefer verschleiert als alle übrigen Geschöpfe. So ist es durch Ihn, den Allmächtigen, den Gewaltigsten, bestimmt. Wir haben erfahren, daß du die Zügel der Beratung in die Hände der Volksvertreter gelegt hast. Du hast fürwahr gut daran getan, denn so werden das Fundament deiner Staatsgeschäfte gestärkt und die Herzen aller, die unter deinem Schutze stehen, seien sie hoch oder niedrig, zur Ruhe kommen. Den Abgeordneten steht es jedoch an, vertrauenswürdig zu sein und sich als die Vertreter aller, die auf Erden wohnen, zu betrachten. Dies ist es, was der Herrscher, der Allweise, ihnen auf dieser Tafel rät. Und wer sich von ihnen zur Ratsversammlung begibt, der richte seine Augen auf den Höchsten Horizont und spreche: »O mein Gott! Ich bitte Dich bei Deinem herrlichsten Namen, hilf mir zu tun, was die Belange Deiner Diener fördert und Deine Städte erblühen läßt. Du hast wahrlich Macht über alle Dinge!« Gesegnet ist, wer in eine solche Versammlung um Gottes willen geht und mit makelloser Gerechtigkeit zwischen den Menschen entscheidet. Er gehört fürwahr zu den Glückseligen. O ihr gewählten Vertreter des Volkes in allen Ländern! Beratet miteinander über das, was der Menschheit nützt und ihre Lage bessert – so ihr zu denen gehört, die achtsam prüfen! Betrachtet die Welt wie einen menschlichen Leib, der bei seiner Erschaffung gesund und vollkommen war, jedoch aus vielerlei Ursachen von schweren Störungen und Krankheiten befallen wurde. Nicht einen Tag lang wurde ihm Linderung zuteil, nein, seine Krankheit verschlimmerte sich noch, weil er in die Hände unfähiger Ärzte fiel, die sich nur von ihren persönlichen Wünschen leiten ließen und sich schmählich irrten. Und wurde einmal ein Organ von einem fähigen Arzt geheilt, so blieb doch der Rest so krank wie zuvor. So unterrichtet euch der Allwissende, der Allweise. Wir sehen sie an diesem Tage der Willkür von Herrschern ausgeliefert, die von Hochmut so trunken sind, daß sie ihren eigenen Vorteil nicht zu erkennen vermögen, geschweige denn eine so herausfordernde und bestürzende Offenbarung wie diese. Und versuchte einer von ihnen, den Zustand der Welt zu bessern, so war sein Beweggrund, eingestanden oder nicht, der eigene Nutzen. Dieses unlautere Motiv hat seine Heilkraft gemindert. Die wirksamste Arznei, das mächtigste Mittel, das der Herr für die Heilung der Welt verfügt hat, ist die Vereinigung aller Völker in einer allumfassenden Sache, in einem gemeinsamen Glauben. Nur ein allmächtiger, erleuchteter Arzt hat die Fähigkeit, diese Einheit zu stiften. Bei Meinem Leben, dies ist die Wahrheit, und alles andere nichts als Irrtum. Wann immer dieses Mächtigste Werkzeug erschien und das Licht am Aufgangsort der Ewigkeit erstrahlte, wurde Er von Quacksalbern gehindert, die sich, den Wolken gleich, zwischen Ihn und die Welt schoben. Darum konnte die Welt nicht genesen. So dauert ihre Krankheit an bis zum heutigen Tag. Sie waren außerstande, die Welt zu bewahren und zu heilen, während Er, die Offenbarung der Macht unter den Menschen, durch die Machenschaften dieser Toren gehindert wurde, Sein Vorhaben zu verwirklichen. Seht die Tage, da die Altehrwürdige Schönheit unter dem Größten Namen erschienen ist, die Welt neu zu beleben und ihre Völker zu vereinen. Sie jedoch haben sich mit scharfen Schwertern gegen Ihn erhoben und verübten, was den Geist der Treue klagen ließ, bis sie Ihn schließlich in der trostlosesten aller Städte gefangensetzten und den Gläubigen die Hand vom Saum Seines Gewandes fortrissen. Sagte jemand zu ihnen: »Der Welterneuerer ist gekommen«, so antworteten sie: »Fürwahr, es ist bewiesen, daß Er nur Zwietracht stiftet!« Dabei hatten sie nie mit Ihm verkehrt und wußten, daß Er sich selbst keinen Augenblick lang zu schützen suchte. Zu jeder Stunde war Er der Willkür der Frevler ausgeliefert. Einmal warfen sie Ihn ins Gefängnis, ein andermal verbannten sie Ihn, und schließlich trieben sie Ihn von Land zu Land. So haben sie den Stab über Uns gebrochen, und Gott, wahrlich, weiß, was Ich sage. Solche Menschen zählen vor Gott zu den größten Toren. Sich selbst hacken sie die Glieder ab und merken es nicht; sie berauben sich dessen, was das Beste für sie ist, und wissen es nicht. Wie kleine Kinder können sie nicht unterscheiden, wer Unheil stiftet und wer Frieden, noch was gut ist und was böse. Wir sehen sie an diesem Tag in dichte Schleier gehüllt. O ihr Herrscher auf Erden! Warum habt ihr, den Wolken gleich, die Sonne und ihren Glanz verdunkelt und sie am Scheinen gehindert? Hört auf den Rat, den euch die Feder des Höchsten gibt, damit ihr und die Armen Ruhe und Frieden finden. Wir flehen zu Gott, daß Er den Königen beistehe, Frieden auf Erden zu schaffen. Er, wahrlich, tut, was Er will. O ihr Könige auf Erden! Wir sehen euch Jahr um Jahr eure Ausgaben vermehren und diese Lasten euren Untertanen aufbürden. Das ist, wahrlich, ein großes Unrecht. Fürchtet die Seufzer und Tränen dessen, dem Unrecht geschah, und belastet eure Völker nicht über Gebühr. Richtet sie nicht zugrunde, um euch Paläste zu bauen! Nein, wählt vielmehr für sie, was ihr für euch selbst wählt. So enthüllen Wir vor euren Augen, was euch nützt – würdet ihr es doch begreifen! Eure Völker sind eure Schätze. Hütet euch, daß eure Herrschaft die Gebote Gottes nicht verletze und ihr eure Schutzbefohlenen nicht den Räubern ausliefert. Durch sie herrscht ihr, von ihren Mitteln lebt ihr, mit ihrer Hilfe siegt ihr, doch wie verächtlich seht ihr auf sie herab! Wie seltsam, wie höchst seltsam! Nun, da ihr den Größten Frieden zurückgewiesen habt, haltet euch fest an den Geringeren Frieden, damit ihr eure eigene Lage und die eurer Untertanen einigermaßen bessert. Ihr Herrscher auf Erden! Versöhnt euch miteinander, so daß ihr nicht mehr an Rüstung benötigt, als der Schutz eurer Herrschaftsgebiete erfordert. Hütet euch, den Rat des Allwissenden, des Getreuen, zu mißachten! Seid einig, o Könige auf Erden, denn nur so wird der Sturm der Zwietracht gestillt, und nur so werden eure Völker Ruhe finden – o daß ihr es verstündet! Wenn einer von euch gegen einen anderen zu den Waffen greift, so geht vereint gegen ihn vor, denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit. Also ermahnten Wir euch auf einer Tafel, die Wir zuvor herniedersandtenA55 – und wiederum ermahnen Wir euch: Folget dem, was Er, der Allmächtige, der Allweise, euch offenbart hat. Sollte jemand bei euch Zuflucht suchen, so gewährt sie ihm, und verratet ihn nicht. Dies rät euch die Feder des Allhöchsten auf Geheiß des Allwissenden, des Allunterrichteten. Hütet Euch davor, wie der Herrscher des IslamA56 zu handeln, als Wir auf sein Geheiß vor ihn traten. Seine Minister sprachen ein so ungerechtes Urteil über Uns, daß die ganze Schöpfung wehklagte und die Herzen der Gottnahen verzehrt wurden. Sie sind wie Blätter im Wind des Selbstes und der Leidenschaften, und Wir fanden keine Beständigkeit in ihnen. Sie gehören wahrlich zu denen, die weit abgeirrt sind. Halte ein, o Feder des Urewigen, und überlasse sie sich selbst, denn sie sind versunken in leerem Wahn. Gedenke der Königin, auf daß sie sich reinen Herzens der höchsten Schau zuwende und ihre Augen nicht von ihrem Herrn, dem Herrn über das Schicksal, abhalte. Möge sie vertraut werden mit dem, was in den Büchern und Tafeln des Schöpfers der Menschheit offenbart wurde. Er hat die Sonne verdunkelt und den Mond verfinstert und Seinen Ruf zwischen Himmel und Erde erhoben. Wende dich Gott zu und sprich: O mein höchster Herr! Ich bin nur Dein Vasall, und Du bist in Wahrheit der König der Könige. Ich habe meine flehenden Hände zum Himmel Deiner Gnade und Deiner Gaben erhoben. So sende denn aus den Wolken Deiner Großmut auf mich herab, was mich von allem außer Dir befreien wird und mich näher zu Dir zieht. Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei Deinem Namen, den Du zum König der Namen gemacht hast und zu Deiner Offenbarung für alle im Himmel und auf Erden, zerreiße die Schleier, die zwischen mich und die Anerkennung des Aufgangsortes Deiner Zeichen und des Tagesanbruchs Deiner Offenbarung getreten sind. Du bist wahrlich der Mächtigste, der Gewaltigste, der Gütigste. O Herr, beraube mich nicht der Düfte aus dem Gewand Deiner Barmherzigkeit in Deinen Tagen, und schreibe nieder für mich, was Du für Deine Dienerinnen niedergeschrieben hast, die an Dich und Deine Zeichen glauben und Dich anerkennen und ihre Herzen dem Horizonte Deiner Sache zugewandt haben. Du bist wahrlich der Herr der Welten und der Barmherzigste der Barmherzigen. So stehe mir denn bei, o mein Gott, Deiner inmitten Deiner Dienerinnen zu gedenken und Deiner Sache in Deinen Landen zu helfen. Vergib, was ich versäumte, als das Licht Deines Antlitzes aufstrahlte. Du hast fürwahr die Macht über alle Dinge. Ruhm sei Dir, o Du, in dessen Hand das Reich der Himmel und der Erde ruht.

An Náṣiri’d-Dín Sháh

O König der Erde! Lausche dem Ruf dieses Untertanen: Wahrlich, Ich bin ein Diener, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, und habe Mich auf Seinem Pfad geopfert. Dies bezeugen Meine Leiden, die Mich von allen Seiten bedrängen und dergleichen noch niemand ertragen hat. Mein Herr, der Allwissende, bestätigt die Wahrheit Meiner Worte. Ich habe die Menschen nur zu Gott gerufen, deinem Herrn und dem Herrn der Welten. Um der Liebe Gottes willen habe Ich Heimsuchungen erduldet, wie sie das Auge der Schöpfung noch nie gesehen. Dies bezeugen alle, die sich nicht durch den Schleier menschlichen Eigensinns davon abhalten ließen, sich der erhabensten Schau zuzuwenden. Dies bezeugt auch Er, bei dem das Wissen aller Dinge auf einer verwahrten Tafel ruht. Wann immer aus den Wolken der Trübsal die Pfeile der Heimsuchungen auf dem Pfade Gottes, des Herrn aller Namen, herabregneten, eilte Ich ihnen entgegen, wie es jede gerecht urteilende und erkennende Seele bestätigen wird. Wie viele Nächte lang ruhten die Tiere des Feldes in ihrem Lager und schliefen die Vögel der Lüfte in ihren Nestern, während dieser Jüngling in Ketten schmachtete. Und niemand kam Ihm zu Hilfe. Erinnere Dich an die Gnade, die Gott Dir verlieh. Du befandest Dich mit einigen anderen in Gefangenschaft, und Er befreite Dich durch die Heerscharen des Sichtbaren und des Unsichtbaren, bis der König Dich in den Irak schickte, nachdem Wir ihm enthüllt hatten, daß Du kein Aufwiegler bist. Wer seinen verderbten Neigungen folgt und Gott nicht fürchtet, befindet sich in schwerem Irrtum. Was die anbelangt, die Unordnung im Land stiften, Blut vergießen und sich unrechtmäßig fremde Güter aneignen – wahrlich, Wir haben nichts mit ihnen zu schaffen und flehen Gott an, Uns weder in dieser noch in der nächsten Welt mit ihnen zusammenzubringen, es sei denn, sie bekunden Ihm ihre Reue. Er ist wahrlich der Barmherzigste der Barmherzigen. Wer sich Gott zuwendet, muß sich durch all sein Handeln von anderen unterscheiden und dem folgen, was ihm im Buch zur Pflicht gemacht ist. So wurde es auf einer deutlichen Tafel bestimmt. Doch wer Gottes Gebote mißachtet und seinen eigenen Gelüsten folgt, befindet sich wahrlich in schwerem Irrtum. Ich beschwöre dich, o König, bei dem Herrn, dem Allerbarmer, betrachte deine Diener mit Wohlwollen, und lasse ihnen Gerechtigkeit widerfahren, auf daß Gott mit dir gnädig verfahre. Mächtig ist dein Herr zu tun, wie es Ihm gefällt. Die Welt, ihr Elend und ihr Ruhm, wird vergehen, das Reich Gottes, des Erhabensten, des Allwissenden, aber wird ewig währen. Sprich: Er hat die Lampe der Rede entzündet und nährt sie mit dem Öl der Weisheit und des Verstehens. Zu groß ist dein Herr, der Allerbarmer, als daß eines Seiner Geschöpfe Seiner Sache widerstehen könnte. Er offenbart kraft Seiner souveränen Macht, was Ihm beliebt, und beschützt es mit einer Schar Seiner gottnahen Engel. Er ist der höchste Gebieter über Seine Diener und herrscht unbestritten über Seine Schöpfung. Er ist wahrlich der Allwissende, der Allweise. O König! Ich war nur ein Mensch wie andere und schlief auf Meinem Lager – siehe, da wehten die Winde des Allherrlichen über Mich und gaben Mir Kenntnis von allem, was war. Diese Sache ist nicht von Mir, sondern von dem, der allmächtig und allwissend ist. Und Er gebot Mir, Meine Stimme zu erheben zwischen Erde und Himmel, und darum überkam Mich, was jedem verständigen Menschen die Tränen in die Augen treibt. Die übliche Bildung der Menschen erwarb Ich nicht; ihre Schulen besuchte Ich nicht. Frage nach in der Stadt, wo Ich wohnte, auf daß du Gewißheit erlangst, daß Ich nicht falsch rede. Dies ist nur ein Blatt, das die Winde des Willens deines Herrn, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, bewegen. Kann es ruhig bleiben, wenn der Sturmwind weht? Nein, bei Ihm, dem Herrn aller Namen und Eigenschaften! Er bewegt es, wie Er will. Was vergänglich ist, ist wie ein Nichts vor Ihm, dem Ewigen. Sein allbezwingender Ruf hat Mich erreicht und ließ Mich Seinen Lobpreis unter allem Volke anstimmen. Fürwahr, Ich glich einem Toten, als Sein Befehl erscholl. Da verwandelte Mich die Hand des Willens deines Herrn, des Mitleidigen, des Barmherzigen. Wer könnte aus eigenem Antrieb verkünden, was alle Menschen, hoch oder niedrig, zurückweisen? Nein, bei Ihm, der die Feder die ewigen Geheimnisse lehrte: das kann nur, wem die Gnade des Allmächtigen, des Allgewaltigen, dazu die Kraft verlieh. Die Feder des Höchsten wandte sich Mir zu und sprach: Fürchte Dich nicht! Berichte Seiner Majestät dem Schah, was über Dich gekommen ist. Wahrlich, sein Herz ist in der Hand Deines Herrn, des Gottes der Barmherzigkeit, damit vielleicht die Sonne der Gerechtigkeit und Güte über dem Horizonte seines Herzens aufstrahlt. So wurde der Befehl unwiderruflich gegeben durch Ihn, den Allweisen. Sprich: O König, schau auf diesen Jüngling mit den Augen der Gerechtigkeit. Urteile sodann wahrhaftig über das, was Ihm widerfahren ist. Wahrlich, Gott hat dich zu Seinem Schatten gemacht unter den Menschen und zum Zeichen Seiner Macht für alle, die auf Erden wohnen. Urteile zwischen Uns und denen, die Uns Unrecht taten ohne Beweis und ohne ein erleuchtendes Buch. Die dich umgeben, lieben dich um ihres eigenen Vorteils willen, wogegen dieser Jüngling dich um deiner selbst willen liebt und keinen Wunsch hat, als dich dem Sitze der Gnade näherzubringen und dich der rechten Hand der Gerechtigkeit zuzuwenden. Dein Herr ist Zeuge dessen, was Ich erkläre. O König! Würdest du dein Ohr dem Laut der Feder der Herrlichkeit und dem Gurren der Taube der Ewigkeit zuneigen, die auf den Zweigen des Lotosbaumes, über den niemand hinausgehen kann, den Lobpreis Gottes, des Schöpfers aller Namen, der Erde und des Himmels, singt, so gelangtest du auf eine Stufe, von welcher aus du in der Welt des Seins nichts als den Glanz des Angebeteten schautest und deine Herrschaft als das Geringste ansähest von allem, was du besitzest. Du würdest sie dem überlassen, der sie begehrt, und dein Angesicht dem Horizont zuwenden, der im Lichte Seines Antlitzes erglüht. Du wolltest die Bürde der Herrschaft nur noch tragen, um so deinem Herrn, dem Erhabenen, dem Höchsten, zu dienen. Dann würde dich die Himmlische Schar segnen. Ach, wie herrlich ist diese erhabenste Stufe – könntest du doch zu ihr gelangen durch die Macht einer Herrschaft, die sich ableitet vom Namen Gottes! Manche sagen, dieser Jüngling wolle nur Seinen Namen verewigen, während andere behaupten, Er suche nur die Nichtigkeiten dieser Welt – und dies, obwohl Ich noch nie in Meinem Leben einen sicheren Ort gefunden habe, und sei es nur, um Meine Füße darauf zu setzen. Ständig war Ich in Fluten von Heimsuchungen getaucht, deren volles Ausmaß Gott allein zu ergründen vermag. Wahrlich, Er weiß wohl, was Ich sage. Wie zahlreich waren die Tage, an denen Meine Lieben durch Mein Leid schwer erschüttert wurden, und wie viele Nächte weinte und wehklagte Mein Volk bitterlich, aus Furcht um Mein Leben! Dies kann nur leugnen, wem es an Wahrhaftigkeit gebricht. Soll man sich vorstellen, daß Er, der jeden Augenblick mit dem Verlust Seines Lebens rechnet, nach den Nichtigkeiten dieser Welt trachtet? Wie seltsam sind die Vorstellungen derer, die nur aus ihren Launen heraus sprechen und verwirrt in der Wildnis des Selbstes und der Leidenschaft umherirren! Bald werden sie für ihre Worte zur Rechenschaft gezogen; an diesem Tage werden sie niemanden finden, der ihnen beisteht. Und manche sagen, Er glaube nicht an Gott. Doch jedes Glied Meines Leibes bezeugt, daß kein Gott ist außer Ihm. Die Er erschuf und mit Seiner Führung herabsandte, sind die Manifestationen Seiner erhabensten Namen, die Offenbarer Seiner vornehmsten Eigenschaften und die Verwahrungsorte Seiner Offenbarung im Reiche der Schöpfung. Durch Sie wurde Gottes Beweis erbracht für alle außer Ihm. Durch Sie wurde der Maßstab göttlicher Einheit errichtet und das Zeichen der Heiligkeit offenbart. Durch Sie hat jede Seele einen Pfad zu dem Herrn auf dem Throne in der Höhe gefunden. Wir bezeugen, daß kein Gott ist außer Ihm, daß Er seit jeher allein war und niemanden neben sich hat. Er bleibt auf ewig, wie Er ist. Zu hoch ist der Allerbarmer für die Herzen derer, die Ihn erkannt haben, als daß sie Sein wahres Sein verstünden, oder für den menschlichen Geist, als daß er darauf hoffen könnte, Sein Wesen zu ergründen. Er ist wahrlich erhaben über das Verstehen aller außer Ihm selbst und geheiligt über die Erkenntnis aller außer Ihm. Seit aller Ewigkeit ist Er unabhängig von der gesamten Schöpfung. Gedenke der Tage, als die Sonne von BaṭḥáA57 über dem Horizont des Willens deines Herrn, des Erhabenen, des Höchsten, herabschien. Denke daran, wie die Geistlichen Seiner Zeit sich von Ihm abwandten und die Gelehrten mit Ihm stritten, damit du verstehst, was an diesem Tage hinter den Schleiern des Lichts verborgen bleibt. So schwierig wurde Seine Lage in jeder Hinsicht, daß Er Seinen Gefährten gebot, sich von Ihm zu trennen. So wurde der Befehl vom Himmel göttlicher Herrlichkeit offenbar. Erinnere dich weiter, wie einer dieser Gefährten vor den König von Äthiopien trat und ihm eine Sure des Koran rezitierte. Der König sprach daraufhin zu seinem Gefolge: »Wahrlich, dies hat der Allwissende, der Allweise, offenbart. Wer die Wahrheit anerkennt und an die Lehre Jesu glaubt, kann nicht bestreiten, was hier verlesen wurde. Wahrlich, wir bezeugen seine Wahrheit, so wie wir die Wahrheit dessen bezeugen, was wir schon von den Büchern Gottes besitzen, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.« Ich schwöre bei Gott, o König! Würdest du dein Ohr den Melodien dieser Nachtigall neigen, die auf Geheiß deines Herrn, des Allerbarmers, in vielstimmigen Liedern auf dem mystischen Zweige singt, du würdest auf deine Herrschaft verzichten. Du würdest dein Angesicht ihrer höchsten Schau zuwenden, über deren Horizont das Buch der MorgendämmerungA58 scheint, und du würdest alles, was du besitzt, darauf verwenden, das zu erlangen, was bei Gott ist. Dann würdest du auf den Gipfel der Erhabenheit und Herrlichkeit erhoben, auf den Höhepunkt der Majestät und Unabhängigkeit. Diesen Befehl hat die Feder des Allerbarmers im Mutterbuch niedergelegt. Welchen Wert haben Dinge, die heute dein sind, und die morgen andere besitzen werden? Wähle für dich, was Gott für Seine Erwählten bestimmt hat, und Er wird dir in Seinem Reich große Herrschaft gewähren. Wir flehen zu Gott, dir zu helfen, auf das Wort zu hören, dessen Glanz die ganze Welt umhüllt, und dich vor denen zu schützen, die weit abgeirrt sind vom Hof Seiner Gegenwart. Verherrlicht seiest Du, o Herr Mein Gott! Wie viele Häupter wurden auf Deinem Pfade auf Lanzen gespießt, und wie oft wurde eine Brust um Deines Wohlgefallens willen zur Zielscheibe von Pfeilen! Wie viele Herzen wurden zur Erhöhung Deines Wortes und zur Förderung Deiner Sache durchbohrt, und wie viele Augen haben aus Liebe zu Dir bitterlich geweint! Ich flehe Dich an, der Du der König der Könige bist und Mitleid hast mit den Unterdrückten, bei Deinem größten Namen, den Du zum Aufgangsort Deiner erhabensten Namen und zur Morgenröte Deiner vorzüglichsten Eigenschaften gemacht hast – hebe die Schleier hinweg, die sich zwischen Dich und Deine Geschöpfe gelegt haben und die sie davon abhalten, sich dem Horizont Deiner Offenbarung zuzuwenden. O Mein Gott, lasse sie sodann durch Dein erhabenstes Wort sich von der linken Seite des Wahns und des Vergessens zur rechten Seite der Erkenntnis und der Gewißheit wenden, damit sie wissen, was Du in Deiner Freigebigkeit und Gnade für sie wünschst, und ihre Angesichter der Manifestation Deiner Sache und dem Offenbarer Deiner Zeichen zuwenden. O Mein Gott! Du bist der Freigebigste, dessen Gnade unendlich ist. Halte Deine Diener nicht ab von diesem mächtigen Meere, in dem Du die Perlen Deines Wissens und Deiner Weisheit birgst, und weise sie nicht ab an Deinem Tor, das Du allen aufgetan in Deinem Himmel und auf Deiner Erde! O Herr! Überlasse sie nicht sich selbst, denn sie verstehen nicht und fliehen vor dem, was besser für sie ist als alles, was Du auf Deiner Erde geschaffen hast. Betrachte sie, o Mein Gott, mit dem Auge Deiner Gunst und Gnade, und befreie sie von Selbstsucht und Leidenschaft, auf daß sie sich Deinem erhabensten Horizont nähern, die Süße Deines Gedenkens schmecken und sich an dem Brot laben, das Du vom Himmel Deines Willens und vom Firmament Deiner Gnade herabgesandt hast. Seit jeher hat Deine Freigebigkeit die ganze Schöpfung umfaßt und Deine Barmherzigkeit alle Dinge überragt. Es ist kein Gott außer Dir, dem Immervergebenden, dem Mitleidvollsten. Verherrlicht seiest Du, o Herr Mein Gott! Du weißt wohl, daß Mein Herz in Deiner Sache geschmolzen ist und daß Mein Blut aus Liebe zu Dir in Meinen Adern aufwallt, so daß jeder Tropfen mit seiner inneren Zunge verkündet: »Gib, daß ich um Deinetwillen vergossen werde, o mein Herr, Du Höchster, auf daß aus mir entstehe, was Du in Deinen Tafeln wünschest und vor den Augen aller verborgen hast außer vor den Dienern, die vom kristallklaren Strom des Wissens aus der Hand Deiner Gnade gekostet und vom Becher Deiner Gaben von den sanft fließenden Wassern der Erkenntnis getrunken haben.« Du weißt, o Mein Gott, daß Ich in allen Dingen nur Deinem Befehl zu gehorchen trachte. Mit jedem Wort wünsche Ich nur, Dein Lob zu preisen. Und was Meiner Feder entströmt, hat nur zum Ziel, Dein Wohlgefallen zu erlangen und zu offenbaren, was Du Mir durch Deine Souveränität auferlegt hast. Du siehst Mich, o Mein Gott, bestürzt und verwirrt in Deinen Landen. Wann immer Ich verkünde, was Du Mir auferlegt hast, lehnen sich Deine Geschöpfe gegen Mich auf. Doch würde Ich vernachlässigen, was Du Mich geheißen hast, so hätte Ich die Rute Deines Zorns verdient und wäre weit entfernt von den Auen Deiner Nähe. Nein, bei Deiner Herrlichkeit! Ich habe Mein Antlitz auf Dein Wohlgefallen gerichtet und Mich von dem abgewandt, was Deine Diener begehren. Ich habe Mich allem zugewandt, was Dein ist, und entsage allem, was Mich vom Ruhesitz Deiner Nähe und von den Höhen Deiner Herrlichkeit abbringen könnte. Bei Deiner Macht: Mit Deiner Liebe im Herzen kann Mich nichts ängstigen, und auf dem Pfad Deines Wohlgefallens können alle Heimsuchungen der Welt Mich nicht schrecken. Doch dies entstammt allein Deiner Kraft und Macht, Deiner Freigebigkeit und Gnade und ist nicht Mein Verdienst. Diesen Sendbrief, o Mein Gott, will Ich dem König schicken. Du weißt, daß Ich von ihm nur wünsche, daß er Deinen Dienern Gerechtigkeit und dem Volk Deines Reiches seine Gunst erweise. Für Mich selbst wünschte Ich nur, was Du für Mich wünschtest, und mit Deiner Hilfe werde Ich auch künftig nur wünschen, was Du wünschest. Zugrunde geht jedes Wesen, das von Dir anderes sucht als Dich selbst! Bei Deiner Herrlichkeit! Dein Wohlgefallen ist Mein größter Wunsch und Deine Vorsehung Meine größte Hoffnung. Habe Erbarmen, o Mein Gott, mit diesem armen Geschöpf, das sich an den Saum Deines Reichtums klammert, und mit dieser demütigen Seele, die Dich anruft: »Du bist wahrlich der Herr der Macht und Herrlichkeit!« O Mein Gott, stehe Du Seiner Majestät dem Schah bei, Dein Gesetz unter Deinen Dienern zu halten und Deinen Geschöpfen Deine Gerechtigkeit zu offenbaren, auf daß er diese Schar genauso behandele wie andere. Du bist in Wahrheit der Gott der Macht, der Herrlichkeit und der Weisheit. MitA59 der Erlaubnis des Königs reiste dieser Diener vom Sitz der Regierung A60 in den Irak und lebte dort zwölf Jahre lang. Während dieser Zeit wurde dem königlichen Hof kein Bericht über Unsere Lage erstattet, auch wandten Wir Uns nicht an die Regierungen fremder Länder. In vollem Gottvertrauen wohnten Wir in diesem Land, bis ein gewisser BeamterA61 in den Irak kam, der nach seiner Ankunft dieser Schar armer Verbannter nachzustellen begann. Aufgehetzt durch einige dem Namen nach Gelehrte und andere Personen, bereitete er diesen Dienern Tag für Tag Schwierigkeiten, obwohl sie nichts begangen hatten, was dem Staat und dem Volk geschadet oder im Widerspruch zu den Gesetzen und Sitten der Bürger dieses Reiches gestanden hätte. Aus Furcht, dieser Übertreter könnte etwas begehen, was dem die Welt zierenden Urteil des Schah zuwider ist, sandte dieser Diener einen kurzen Bericht an Mírzá Sa‘íd KhánA62 im Außenministerium, damit er es dem König unterbreite und seinem Befehl Folge geleistet werde. Lange Zeit verstrich, doch kein Befehl erging. Schließlich spitzten die Dinge sich derart zu, daß Kampf und Blutvergießen zu befürchten waren. In dieser Zwangslage und zum Schutz der Diener Gottes wandten sich einige von ihnen an den Gouverneur des IrakA63. Würde man diese Vorgänge mit gerechtem Auge betrachten, so zeigte sich im strahlenden Spiegel des Herzens, daß das Geschehene durch die äußeren Umstände ausgelöst worden war und es keine andere Wahl gab. Euere Majestät ist selbst Zeuge dessen, daß in jeder Stadt, wo einige dieser Schar lebten, die Feindseligkeit bestimmter Beamter das Feuer des Streits und des Hasses entzündete. Doch dieser Vergängliche hat seit Seiner Ankunft im Irak allen verboten, sich auf Zwist und Streit einzulassen. Und Sein Verhalten bezeugt dies. Denn alle können bestätigen, daß niemand seine Grenzen überschritt oder sich gegen seinen Nächsten verging, obwohl eine viel größere Zahl aus diesem Volk im Irak lebte als in irgendeinem anderen Land. Seit fast fünfzehn Jahren leben sie nun schon friedlich hier, ihren Blick und ihr Vertrauen auf Gott gerichtet. Was ihnen widerfährt, ertragen sie geduldig und gottergeben. Nach der Ankunft dieses Dieners hier in Edirne erkundigten sich einige Personen aus dem Irak und aus anderen Ländern nach der Bedeutung des Begriffs »Gott Beistand leisten«, der in den heiligen Schriften erwähnt ist. Mehrere Antworten wurden versandt; eine davon liegt diesen Seiten bei, um bei Hofe klar zu beweisen, daß dieser Diener kein anderes Ziel hegt als die Besserung und das Wohlergehen der Welt. Und wenn gewisse göttliche Gnadengaben, die Mir Gott ohne Mein Zutun gewährt, nicht offenkundig sind, so ist doch zumindest klar, daß Er Mein Herz in Seiner allumfassenden Freigebigkeit und unendlichen Gnade nicht der Zier der Vernunft beraubt hat. Der erwähnte Text zur Bedeutung von »Gott unterstützen« lautet: Er ist Gott, gepriesen sei Seine Herrlichkeit! Es ist offenkundig, daß der eine, wahre Gott – verherrlicht sei Sein Gedenken! – über die Welt und alles darinnen erhaben ist. »Gott unterstützen« bedeutet nicht, daß eine Seele eine andere bekämpfen oder mit ihr streiten soll. Der souveräne Herr, der tut, was Ihm beliebt, hat das Reich der Schöpfung, seine Länder und Meere, den Händen der Könige anvertraut. Denn sie sind – je nach ihrem Vermögen – die Offenbarungen Seiner göttlichen Macht. Wenn sie unter den Schatten der Wahrheit treten, so gehören sie zu Gott; wenn nicht – wahrlich, Dein Herr kennt und sieht alle Dinge. Was Gott – verherrlicht sei Sein Name! – für sich selbst beansprucht, sind die Herzen Seiner Diener. Sie sind die Schatzkammern Seiner Liebe und Seines Gedenkens und die Verwahrungsorte Seines Wissens und Seiner Weisheit. Es war seit jeher der Wunsch des urewigen Königs, die Herzen Seiner Diener von irdischen Dingen zu reinigen, auf daß sie würdige Gefäße für den Strahlenglanz des Königs aller Namen und Eigenschaften werden. Daher darf kein Fremder in die Stadt des Herzens eingelassen werden, so daß der unvergleichliche Freund Seine Wohnung betreten kann. Damit ist das Aufleuchten Seiner Namen und Eigenschaften gemeint, nicht Sein erhabenes Wesen, denn der unvergleichliche König war und ist immerdar geheiligt über Aufstieg und Abstieg. Hieraus folgt, daß die Unterstützung Gottes an diesem Tage nicht darin besteht, mit anderen zu streiten. Nein, aus der Sicht Gottes ist es besser, wenn die Städte der Menschenherzen, beherrscht vom Selbst und der Leidenschaft, mit dem Schwert der Rede, der Weisheit und der Erkenntnis unterworfen werden. Wer Gott beistehen will, muß daher vor allem die Stadt seines eigenen Herzens mit dem Schwert der inneren Bedeutung und des Verstehens erobern und vor dem Gedenken an alles außer Gott bewahren, bevor er sich aufmachen kann, die Städte der Herzen anderer zu erobern. Dies ist die wahre Bedeutung von »Gott Beistand leisten«. Aufruhr hat Gott noch nie erfreut, und die Taten, die manche Toren in der Vergangenheit begingen, waren nach Seinem Urteil nicht annehmbar. Auf dem Pfade Seines Wohlgefallens getötet zu werden, ist besser als selbst zu töten. Die Geliebten des Herrn müssen an diesem Tag so auftreten, daß sie allein durch ihr Verhalten alle Menschen zum Paradies des Allherrlichen führen. Bei der Sonne am Horizont der Heiligkeit! Die Freunde Gottes trachten weder jetzt noch künftig nach der Welt und ihrem vergänglichen Reichtum. Der eine wahre Gott will seit jeher nur die Herzen der Menschen besitzen. Dies ist nur ein Ausdruck Seiner allumfassenden Gnade, auf daß die sterblichen Seelen von allem, was der Welt des Staubes angehört, gereinigt und geheiligt werden und Einlaß finden ins Reich der Ewigkeit. Denn der vollkommene König ist sich selbst genug und unabhängig von allen Dingen. Weder nützt Ihm die Liebe Seiner Geschöpfe, noch kann Ihm ihre Bosheit schaden. Alle sind aus Staub entstanden und werden wieder zu Staub, während der eine wahre Gott einzig und allein auf Seinem Throne ruht, der außerhalb von Zeit und Raum liegt, geheiligt über Wort und Rede, über jegliche Andeutung, Beschreibung und alle Begriffe, erhaben über jede Vorstellung von Erniedrigung oder Verherrlichung. Niemand weiß dies außer Ihm und jenen, die über das Wissen des Buches verfügen. Kein Gott ist außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allbarmherzigen. Ein König sollte alle Fragen selbst mit dem Auge der Gerechtigkeit und Güte betrachten und sich nicht mit den haltlosen Behauptungen einiger weniger begnügen. Wir flehen zu Gott, daß Er dem König gnädiglich helfe, das zu erfüllen, was Ihm gefällt – und wahrlich, was Er wünscht, sollte die Sehnsucht aller Welten sein. Später wurde dieser Diener nach Istanbul einbestellt, wo Wir, begleitet von einer armseligen Schar Verbannter, ankamen. Zu keinem Zeitpunkt danach versuchten Wir, Verbindungen zu knüpfen, denn Unser einziges Verlangen war, allen zu beweisen, daß dieser Diener nichts Böses im Schilde führt und nie mit Aufwieglern Umgang gepflegt hat. Bei Ihm, der die Zungen aller Geschöpfe Seinen Lobpreis verkünden läßt! Obwohl es aus bestimmten Gründen schwierig war, bei offizieller Stelle eine Eingabe zu machen, war ein solcher Schritt unumgänglich, um Leben zu schützen. Wahrlich, Mein Herr weiß, was in Mir ist, und bezeugt die Wahrheit Meiner Worte. Ein gerechter König ist Gottes Schatten auf Erden. Alle sollten Zuflucht suchen unter dem Schatten seiner Gerechtigkeit und im Schutze seiner Gunst ruhen. Dies gilt uneingeschränkt und nicht nur für bestimmte Personen, denn der Schatten verweist auf den, der ihn wirft. Gott – verherrlicht sei Sein Gedenken – hat sich selbst Herr der Welten genannt, denn Er nährt einen jeden, ehedem wie auch künftig. Verherrlicht sei darum Seine Gnade, die allem Erschaffenen voranging, und Seine Barmherzigkeit, die größer ist als alle Welten. Gleich, ob diese Sache von den Menschen für wahr oder falsch gehalten wird: die mit ihrem Namen Verbundenen betrachten sie offenkundig als wahr und haben allem entsagt in ihrem Eifer, an dem, was Gottes ist, teilzuhaben. Daß sie auf dem Pfad der Liebe zum Allbarmherzigen solche Entsagung an den Tag legen, ist allein schon ein zuverlässiger und beredter Beweis für die Wahrheit ihrer Überzeugung. Wurde je berichtet, daß ein Mensch mit gesundem Verstand ohne jeden Grund sein Leben opfert? Und wenn behauptet wird, diese Menschen hätten den Verstand verloren, so ist auch das höchst unwahrscheinlich; denn es handelt sich nicht nur um ein oder zwei Seelen – nein, eine große Zahl von Menschen aus allen Schichten hat sich an den Lebenswassern göttlichen Wissens berauscht und ist mit Herz und Seele zum Feld des Opfers auf dem Pfad des Geliebten geeilt. Hielte man diese Seelen, die auf alles außer Gott verzichtet und ihr Leben und ihre Habe auf Seinem Pfad geopfert haben, für unaufrichtig – womit ließe sich dann vor dem König die Wahrheit dessen beweisen, was andere von sich behaupten? Der verstorbene Ḥájí Siyyid MuḥammadA64 – möge Gott seine Stufe erhöhen und ihn in das Meer Seiner Vergebung und Seines Erbarmens tauchen! – war einer der gelehrtesten Geistlichen und einer der Ergebensten und Frömmsten seiner Zeit. So hoch war sein Ansehen, daß ihn jede Zunge pries, und seine Rechtschaffenheit und Frömmigkeit waren allgemein anerkannt. Als die Feindseligkeiten mit RußlandA65 ausbrachen, proklamierte er den Heiligen Krieg und zog mit erhobenem Banner aus, um seinen Glauben zu verteidigen. Doch nach den Unannehmlichkeiten eines kurzen Gefechts verzichtete er auf den erstrebten, großen Lohn und kehrte zurück, von woher er gekommen war. Möge der Schleier gelüftet und das, was bisher vor den Augen der Menschen verborgen war, offenbar werden! Mehr als zwanzig Jahre lang ist diese Schar nun Tag und Nacht dem wütenden Zorn des Herrschers ausgesetzt und wurde durch die Sturmwinde seines Mißfallens in alle Lande zerstreut. Wie viele Kinder wurden vaterlos, und wie viele Väter verloren ihre Söhne! Wie viele Mütter wagten aus Furcht und Schrecken nicht, ihre gemeuchelten Kinder zu betrauern! Wie viele hatten des Abends noch größten Reichtum und Überfluß und erwachten am Morgen in tiefster Erniedrigung und Elend! Es gibt kein Land, das nicht von ihrem Blut getränkt ist, und keine Himmelsgegend, zu der ihre Seufzer nicht emporgedrungen sind. Jahr um Jahr fielen die Pfeile der Heimsuchung unablässig aus den Wolken des göttlichen Befehls. Doch ungeachtet dieser Trübsal und Leiden brennt die Flamme göttlicher Liebe so stark in ihren Herzen, daß sie der Liebe zu dem Geliebten der Welten nicht entsagten, würden auch ihre Leiber zerrissen – mit Herz und Seele heißen sie willkommen, was immer ihnen auf dem Pfade Gottes widerfahren mag. O König! Die Winde der Gnade des Allbarmherzigen haben diese Diener verwandelt und sie zu Seinem heiligen Hof hingezogen. »Der aufrichtig Liebende führt das Zeugnis seiner Liebe stets mit sich.« Doch einige dem Namen nach Gelehrte haben das strahlende Herz des Königs verdüstert durch ihr Urteil über diese Seelen, die das Tabernakel des Allbarmherzigen umkreisen und danach trachten, das Heiligtum wahren Wissens zu erreichen. O daß doch der weltverzierende Wunsch Eurer Majestät verfüge, daß dieser Diener in Eurer Gegenwart den Geistlichen der Zeit von Angesicht zu Angesicht Seine Beweise und Zeugnisse vorbringen kann. Dieser Diener ist hierzu bereit und setzt Seine Hoffnung auf Gott, daß eine solche Versammlung einberufen werde, damit die Wahrheit der Sache vor Eurer Majestät dem Schah klar und offenbar werde. Nunmehr ist es an dir zu befehlen, und Ich stehe bereit vor dem Throne deiner Herrschaft. So entscheide denn für Mich oder wider Mich. Der Allbarmherzige sagt im Koran, Seinem bleibenden Zeugnis für die Völker der Welt: »Wünscht euch den Tod, so ihr Männer der Wahrheit seid.«Q17 Siehe, Er machte die Sehnsucht nach dem Tod zum Prüfstein der Aufrichtigkeit! Und im klaren Spiegel deines Urteils dürfte offenkundig sein, wer sich an diesem Tag entschieden hat, sein Leben auf dem Pfad des Geliebten der Welten hinzugeben. In der Tat, würden die Bücher, die den Glauben dieser Schar darlegen, mit dem Blut geschrieben, das auf dem Pfade Gottes – gepriesen und verherrlicht sei Er! – vergossen wurde, so gäbe es vor aller Augen zahllose Bände. Wie kann man nur ein Volk bekämpfen, dessen Taten mit seinen Worten übereinstimmen, aber denen Glauben schenken, die nicht bereit sind, auch nur auf ein Jota ihrer weltlichen Autorität auf dem Pfade des Unbeschränkten zu verzichten? Manche Gelehrte, die diesen Diener zum Ungläubigen stempelten, sind noch nie mit Ihm zusammengetroffen. Obwohl sie Mich noch nie gesehen oder sich mit Meinen Absichten vertraut gemacht hatten, sprachen und handelten sie so, wie es ihnen gefiel. Doch jede Behauptung erfordert einen Beweis. Bloße Worte oder frommes Gehabe genügen nicht. In diesem Zusammenhang sollen einige Abschnitte aus dem verborgenen Buch der Fáṭimah – der Segen Gottes ruhe auf ihr! –, die für dieses Thema wichtig sind, in persischer Sprache angeführt werden, um bestimmte, bislang verborgene Dinge vor dem Thron zu enthüllen. Dieses Buch ist heute bekannt als die Verborgenen WorteA66. Darin werden solche angesprochen, die für ihre äußere Gelehrsamkeit und Frömmigkeit bekannt, doch inwendig Sklaven des Selbstes und der Leidenschaft sind. Er spricht: O ihr Treulosen! Warum verkleidet ihr euch als Hirten, da ihr doch innerlich zu Wölfen wurdet, die nach Meiner Herde trachten? Ihr gleicht dem Stern, der scheinbar hell und strahlend vor des Morgens Dämmern aufgeht und die Pilger zu Meiner Stadt in die Irre und auf den Pfad des Verderbens leitet.A67 Und gleichermaßen spricht Er: O ihr scheinbar Untadeligen, doch innerlich Verderbten! Ihr gleicht reinem, bitterem Wasser, das äußerlich kristallklar scheint, von dem aber bei der Probe durch den göttlichen Prüfer nicht ein Tropfen angenommen wird. Der Sonnenstrahl fällt auf den Staub wie auf den Spiegel, doch in ihrem Widerschein unterscheiden sie sich wie der strahlende Stern von der Erde – nein, unermeßlich ist der Unterschied!A68 Und Er spricht erneut: O Wesen der Leidenschaft! Wie oft kam Ich zur Dämmerstunde aus den Reichen des Raumlosen zu deiner Wohnung und fand dich auf dem Lager, dein Trachten auf anderes gerichtet als auf Mich. Da kehrte Ich, dem Blitzstrahl des Geistes gleich, zu den Reichen himmlischer Herrlichkeit zurück. Den Heerscharen der Heiligkeit an Meinem Ruhesitz droben verriet Ich nichts, denn Ich wünschte nicht, dich zu beschämen.A69 Und wiederum spricht Er: O du, der du vorgibst, Mich zu lieben! Zu mancher Morgenstunde wehte der Hauch Meiner Güte über dich hin und fand dich tief schlafend auf dem Lager der Achtlosigkeit. Weinend über deinen Zustand, kehrte er zurück, woher er gekommen.A70 Daher genügt es für die königliche Rechtsprechung nicht, allein dem Kläger Gehör zu schenken. Gott spricht im Koran, der Wahres von Falschem trennt: »O ihr Gläubigen! Wenn zu euch ein Frevler kommt mit einer Kunde, so prüft sie unverzüglich, auf daß ihr nicht anderen unwissentlich Leid zufügt und hernach bereuen müßt, was ihr getan.«Q18 Ferner heißt es in der Überlieferung: »Glaubt nicht den Verleumdern!«Q19 Manche Geistliche, die Uns noch nie gesehen haben, haben das Wesen Unserer Sache mißverstanden. Die jedoch, die Uns getroffen haben, werden bestätigen, daß dieser Diener nur in Übereinstimmung mit dem spricht, was Gott in Seinem Buch befohlen hat, und daß Er dieses heiligen Verses gedenkt – erhaben ist Sein Wort: »Verwerft ihr uns denn, weil wir an Gott glauben und an das, was Er uns herabgesandt und was schon zuvor herabgesandt ward?«Q20 O König des Zeitalters! Die Augen dieser Flüchtlinge sind der Barmherzigkeit des Allbarmherzigen zugewandt. Fürwahr, diesen Trübsalen werden die Ausgießungen höchster Barmherzigkeit folgen, Glück und Wohlfahrt dieser schrecklichen Drangsal. Wir hoffen jedoch, daß Eure Majestät der Schah diese Sache selbst untersuchen und die Herzen mit Hoffnung erfüllen wird. Was Wir Eurer Majestät unterbreiteten, ist fürwahr zu Eurem höchsten Nutzen. Und Gott, wahrlich, ist für Mich hinreichend Zeuge. Verherrlicht seiest Du, o Herr Mein Gott! Ich bezeuge, daß das Herz des Königs sich wahrlich in den Fingern Deiner Macht befindet. Wenn Du wünschst, o Mein Gott, neige es zu Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Erhabenste, der Gnädigste. Es ist kein Gott außer Dir, dem Allherrlichen, dessen Hilfe alle Menschen ersehnen. Zu dem, was einen Gelehrten ausmacht, heißt es: »Wenn ein Gelehrter sein Selbst im Zaume hält, seinen Glauben verteidigt, seinen Begierden widersteht und den Befehlen seines Herrn gehorcht, so müssen die Menschen seinem Beispiel folgen.«Q21 Wenn der König über diesen Ausspruch nachdenkt, die der Zunge des Tagesanbruchs der Offenbarung des Allbarmherzigen entströmte, so wird er feststellen, daß diejenigen, auf die das in dieser heiligen Überlieferung Genannte zutrifft, seltener zu finden sind als der Stein der Weisen. Daher verdient nicht jeder, der behauptet, über Wissen zu verfügen, daß man ihm Glauben schenkt. Über die Geistlichen am Jüngsten Tag spricht Er ferner: »Die Gelehrten jener Zeit werden die Verruchtesten unter dem Schatten des Himmels sein. Von ihnen wird Unheil ausgehen, und auf sie wird es wieder zurückfallen.«Q22 Und wiederum spricht Er: »Und wenn das Banner der Wahrheit offenbart ist, dann werden es die Menschen im Osten wie im Westen verfluchen.«Q23 Sollten diese Überlieferungen bestritten werden, so wird dieser Diener ihre Echtheit dartun. Der Kürze halber wurde an dieser Stelle auf die Namen der Überlieferer verzichtet. Diejenigen Gelehrten, die wirklich aus dem Kelch der Entsagung getrunken, haben sich diesem Diener niemals in den Weg gestellt. So erwies Uns beispielsweise Shaykh MurtaḍáA71 – möge Gott seine Stufe erhöhen und ihn unter dem Baldachin Seiner Gnade ruhen lassen! – während Unseres Aufenthalts im Irak Freundlichkeit und sprach über diese Sache nur so, wie Gott es gestattet hat. Wir flehen Gott an, allen gnädiglich beizustehen, nach Seinem Willen und Wohlgefallen zu handeln. Doch all dies lassen sie unbeachtet und sind versessen darauf, diese Schar zu verfolgen. Würde man gewisse Menschen, die durch die Gunst ihres Herrn unter dem Schatten der königlichen Gnade stehen und sich zahlloser Gunstbezeugungen erfreuen, fragen: »Welche Gegenleistung habt ihr für diese königliche Gunst erbracht? Habt ihr durch kluge Politik diesem Reich ein weiteres Gebiet einverleibt? Habt ihr euch nur dem Wohlergehen des Volkes und des Reiches gewidmet, dem dauerhaften Ruhm des Staates?«, so würden sie keine andere Antwort vorbringen, als eine Gruppe von Menschen – zu Recht oder zu Unrecht – Eurer königlichen Gegenwart gegenüber als Bábí zu denunzieren und sogleich Plünderungen und Massaker anzurichten. In Täbris und in der ägyptischen Stadt Manṣúríyyah etwa wurden einige aus diesem Volk festgesetzt, um Lösegeld zu fordern. Große Summen wurden so erpreßt, doch kein Bericht über diese Vorfälle gelangte je an den Hof Eurer Gegenwart. All dies geschieht, weil ihre Verfolger diese Unglücklichen schutzlos vorfinden. Statt sich um Wichtigeres zu kümmern, peinigen sie diese armen Menschen. Zahlreiche Völker und Glaubensgemeinschaften leben friedlich unter dem Schatten des Königs. Laß auch dieses Volk dazugehören. Wer dem König dient, sollte sich durch edle Ziele und erhabene Absichten auszeichnen und ständig danach streben, alle Religionen unter den Schutz seines Schattens zu bringen, und gegenüber allen Gerechtigkeit walten lassen. Dem Gesetz Gottes Geltung zu verschaffen, ist die bare Gerechtigkeit und die Quelle allumfassender Zufriedenheit. Nein mehr noch, das göttliche Gesetz war immer die Ursache und das Werkzeug für die Erhaltung der Menschheit und wird es immer bleiben, wie es Seine erhabenen Worte bezeugen: »In der Vergeltung findet ihr Leben, o Menschen mit Verstand.«Q24 Es würde der Gerechtigkeit des Königs jedoch übel anstehen, für das Vergehen eines einzelnen eine ganze Gruppe von Menschen der Geißel des Zorns zu unterwerfen. Der eine wahre Gott – verherrlicht sei Sein Name! – hat gesagt: »Niemand wird eines anderen Last tragen.«Q25 Es ist offenkundig, daß es in jeder Gemeinde Gelehrte und Toren gibt, Weise und Achtlose, Fromme und Lasterhafte. Daß ein weiser, denkender Mensch eine abscheuliche Tat begeht, ist höchst unwahrscheinlich. Denn jeder Weise sucht entweder diese Welt, oder er hat ihr entsagt: Gehört er zu den letzteren, so würde er sicherlich nichts außer Gott beachten; darüber hinaus würde die Gottesfurcht ihn von gesetzwidrigen, verwerflichen Taten abhalten. Gehört er aber zu den ersteren, so wird er sicherlich auch solche Taten vermeiden, weil sie die Menschen abspenstig machen und sie erschrecken, und sich eher so verhalten, daß er ihr Vertrauen gewinnt. Es ist daher klar, daß verwerfliche Taten immer von unwissenden, törichten Seelen ausgehen. Wir flehen zu Gott, daß Er Seine Diener davor bewahre, sich einem anderen als Ihm zuzuwenden und daß Er sie in Seine Gegenwart führe. Er hat wahrlich Macht über alle Dinge. Preis sei Dir, o Herr Mein Gott! Du hörst Mein Klagen und siehst Meine Lage, Meinen Kummer und Mein Leid! Du kennst alles, was in Mir ist. Wenn Ich Meinen Ruf nur um Deinetwillen erschallen ließ, dann ziehe durch ihn die Herzen Deiner Geschöpfe zum Himmel Deiner Erkenntnis und das Herz des Herrschers auf die rechte Seite des Thrones Deines Namens, des Allerbarmers. Gewähre ihm sodann, o Mein Gott, Deine Huld, die aus dem Himmel Deiner Freigebigkeit und den Wolken Deiner Gnade herabkommt, auf daß er seinem Hab und Gut entsage und sich dem Himmel Deiner Gunst zuwende. Hilf ihm, o Mein Gott, Deiner Sache beizustehen und Dein Wort unter Deinen Geschöpfen zu erhöhen. Stärke ihn sodann mit den Heerscharen des Sichtbaren und des Unsichtbaren, auf daß er jede Stadt in Deinem Namen erobere und durch Deine Souveränität und Macht über alle Bewohner der Erde herrsche, o Du, in dessen Hand das Reich der Schöpfung ruht! Du bist wahrlich der höchste Herrscher am Anfang und am Ende. Kein Gott ist außer Dir, dem Mächtigsten, dem Allherrlichen, dem Allweisen. Unsere Sache wurde vor dem König grob entstellt: So auch nur einer aus unserer Mitte Ungehöriges begeht, wird dies seinem Glauben angelastet. Bei Ihm, neben dem kein Gott ist! Dieser Diener hat es abgelehnt, tadelnswerte Handlungen zu billigen, erst recht solche, die ausdrücklich im Buche Gottes verboten sind. Gott hat den Menschen verboten, Wein zu trinken. Dieses Verbot wurde offenbart und in Seinem Buch verzeichnet. Dennoch und ungeachtet der Tatsache, daß die Gelehrten des Zeitalters – möge Gott sie mehren! – den Menschen dieses schändliche Tun verboten haben, gibt es immer noch einige, die dies tun. Doch die Strafe, die dies nach sich zieht, ist nur auf den achtlosen Übertreter anzuwenden, während jene edlen Verkörperungen höchster Heiligkeit darüber erhaben sind. Sie kann kein Tadel treffen. Ja, die ganze sichtbare und unsichtbare Schöpfung bezeugt ihre Heiligkeit. Ja, diese Diener betrachten den einen, wahren Gott als den, der »tut, was Er will«Q26 und »verfügt, was Ihm gefällt«Q27. So erscheint es ihnen nicht unmöglich, daß in der diesseitigen Welt regelmäßig Manifestationen Seiner Einheit erscheinen. Würde jemand etwas anderes behaupten, wie unterscheidet er sich dann von denen, die glauben, Gottes Hand sei »gefesselt«Q28? Und wenn man den einen, wahren Gott – verherrlicht sei Sein Gedenken! – für unbeschränkt hält, dann muß alles, was dem Altehrwürdigen König vom Urquell Seines Befehls zu offenbaren beliebt, von allen angenommen werden. Keine Zuflucht und keinen Hafen gibt es außer bei Gott; keine Seele findet Schutz als bei Ihm. Wer einen Anspruch erhebt, muß seine Behauptungen durch klare Beweise und Zeugnisse belegen. Die Ablehnung der Menschen, ob gelehrt oder nicht, ist ohne Belang. Die Propheten Gottes, diese Perlen des Meeres göttlicher Einheit und Verwahrungsorte der Offenbarung, wurden schon immer von den Menschen zurückgewiesen. So sagt Er: »Ein jedes Volk verschwor sich finster gegen seinen Boten, um Hand an Ihn zu legen, und stritt mit eitlen Worten, die Wahrheit zu entkräften.«Q29 Und wiederum: »Kein Bote kommt zu ihnen, den sie nicht verspotteten.«Q30 Betrachte die Sendung des Siegels der ProphetenA72 und des Königs der Auserwählten – mögen die Seelen der ganzen Menschheit ein Opfer für Ihn sein! Nachdem die Sonne der Wahrheit über dem Horizont von Ḥijáz aufgegangen war, wie groß waren da die Grausamkeiten, die die Verfechter des Irrtums an dieser Manifestation des Allherrlichen begingen! So groß war ihre Torheit, daß sie jedes Unrecht, das sie an diesem heiligen Wesen verübten, für die größte aller Taten hielten und für einen Weg, der sie in die Nähe Gottes, des Höchsten, führt. Denn in den frühen Jahren Seiner Sendung wendeten sich die Geistlichen – Christen wie Juden – ab von der Sonne am Himmel der Herrlichkeit. Daraufhin machten sich alle, hoch und niedrig gleichermaßen, daran, dieses Licht am Horizont innerer Bedeutungen auszulöschen. Ihre Namen sind verzeichnet in den Büchern der Vergangenheit, zu ihnen gehören Wahb Ibn Ráhib, Ka‘b Ibn Ashraf, ‘Abdu’lláh Ibn Ubayy und andere. Schließlich berieten diese Männer miteinander und verschworen sich, Sein reines Blut zu vergießen, wie Gott – verherrlicht sei Sein Gedenken! – spricht: »Und gedenke der Tage, da die Ungläubigen gegen Dich Ränke schmiedeten, Dich zu fangen, zu töten oder zu vertreiben. So schmieden sie Ränke wider Dich. Aber auch Gott schmiedet Ränke, und Er ist der beste Ränkeschmied.«Q31 Und weiter spricht Er: »Doch wenn Dir Feindschaft schmerzlich ist – dann suche doch, so Du kannst, ein Loch in der Erde oder eine Leiter in den Himmel und bringe ihnen ein Zeichen. Doch wäre es Gottes Wille, Er hätte sie vereint und rechtgeleitet. So sei kein Tor.«Q32 Bei Gott! Die Herzen der Gottnahen werden verzehrt ob der Bedeutung dieser beiden gesegneten Verse. Diese unbestrittenen Tatsachen sind in Vergessenheit geraten, und niemand hat – damals wie heute innegehalten und darüber nachgedacht, was wohl der Grund war, warum sich die Menschen von den Offenbarungen des göttlichen Lichtes abkehrten, als sie erschienen. Denke auch über Jesus nach, den Sohn der Maria, der vor dem Siegel der Propheten erschien. Als diese Manifestation des Allbarmherzigen sich offenbarte, beschuldigten alle Gelehrten diesen Inbegriff des Glaubens der Gottlosigkeit und des Aufruhrs. Schließlich fügte man Seinem gesegneten Leib mit der Billigung des Hannas, dem gelehrtesten Geistlichen Seiner Zeit, und des Hohepriesters Kaiphas zu, was die Feder vor Scham verschweigt und ohnmächtig ist zu beschreiben. So lange bedrängten sie Ihn, bis Gott Ihn in den Himmel erhob. Wollte man hier über alle Propheten im einzelnen berichten, wäre dies, so fürchten Wir, ermüdend. Besonders die Gelehrten der Thora behaupten, nach Mose werde kein unabhängiger Prophet mit einem neuen Gesetz mehr erscheinen. Sie sagen, ein Sproß aus dem Hause David werde erstehen, das Gesetz der Thora verkünden und ihre Gebote im Osten wie im Westen durchsetzen. Auch die Anhänger des Evangeliums halten es für ausgeschlossen, daß nach Jesus, dem Sohn der Maria – Friede sei mit Ihm! –, der Träger einer neuen Offenbarung vom Tagesanbruch des Willens Gottes erscheinen werde. Zum Beweis hierfür berufen sie sich auf folgende Verse des Evangeliums: »Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen.«Q33 Sie glauben, daß weder die Lehre noch die Gebote Jesu – Friede sei mit Ihm! – jemals geändert werden. An einer Stelle des Evangeliums spricht Er: »Ich gehe hin und komme wieder zu euch.«Q34 Im Evangelium des Johannes sagt Er das Kommen eines Trösters voraus, der nach Ihm erscheinen werde.A73 Auch im Evangelium des Lukas sind eine Reihe von Zeichen genannt. Manche Geistliche jener Gemeinde haben diese Zeugnisse jedoch nach eigenem Gutdünken interpretiert, ohne deren wahre Bedeutung zu erfassen.A74 O Schah, wolltest du Mir doch gestatten, dir das zu senden, was die Augen erfreut, die Seelen beruhigt und jeden gerecht denkenden Menschen überzeugt, daß bei Ihm das Wissen des Buches ist. Einige, die unfähig sind, die Einwände ihrer Gegner zu entkräften, behaupten, die Thora und die Evangelien seien verfälscht worden. In Wirklichkeit bezieht sich dies nur auf einzelne StellenA75. Wäre Meine Botschaft nicht von den Toren zurückgewiesen und von den Geistlichen verworfen worden, so hätte Ich gesprochen, was die Herzen erfreut und in ein Reich entrückt, wo im Rauschen der Winde zu hören ist: »Es ist kein Gott außer Ihm!« Doch derzeit habe ich Meiner Zunge zu schweigen geboten, weil die Zeit noch nicht reif ist und der Wein der Erklärung solange versiegelt bleibt, bis es Gott durch die Kraft Seiner Macht gefällt, ihn zu entsiegeln. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Kraftvollste. Preis sei Dir, o Herr Mein Gott! Ich bitte Dich bei Deinem Namen, durch den Du alle im Himmel und auf Erden unterworfen hast, bewahre das Licht Deiner Sache in der Lampe Deiner Allmacht und überreichen Gnade, damit sie nicht den Stürmen der Leugnung durch die ausgesetzt werde, die achtlos sind gegenüber den Geheimnissen Deines Namens, des Unbeschränkten. Verstärke alsdann den Glanz ihres Lichtes durch das Öl Deiner Weisheit. Du bist wahrlich mächtig über alle Bewohner Deiner Erde und Deines Himmels. Ich flehe Dich an, o Mein Herr, bei dem erhabensten Wort, das die Herzen aller in den Himmeln und auf Erden mit Schrecken erfüllte außer jenen, die sich fest an Deinen sicheren Griff halten, laß Mich nicht länger inmitten Deiner Geschöpfe sein. Erhebe Mich vielmehr zu Dir, laß Mich unter den Schatten Deiner Gnade treten und gib Mir vom reinen Wein Deiner Fürsorge zu trinken, auf daß Ich im Tabernakel Deiner Majestät und unter dem Baldachin Deiner Gunst wohne. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende. O König! Die Lichter der Gerechtigkeit sind erloschen, und das Feuer der Tyrannei wütet auf allen Seiten, so daß Mein Volk gefangen von Zawrá’A76 nach Mosul, auch bekannt als Ḥadbá’, geführt wurde. Dies ist nicht der erste Frevel, der auf dem Pfade Gottes erduldet wurde. Jede Seele muß darüber nachdenken und sich vor Augen halten, was der Familie des Propheten zustieß, als das Volk sie gefangen nahm und nach Damaskus, auch bekannt als Fayḥá’, brachte. Unter ihnen war der ›Fürst derer, die Gott anbeten‹A77, die Stütze der Gottnahen und das Heiligtum derer, die sich nach Seiner Gegenwart sehnen – möge alles Leben ein Opfer für ihn sein! Sie wurden gefragt: »Gehört ihr zu den Abspaltern?«A78 Er antwortete: »Nein, bei dem allmächtigen Herrn. Wir sind nur Diener, die an Gott und Seine Verse glauben. Durch uns strahlt das Antlitz des Glaubens vor Freude. Durch uns erscheint das Zeichen des Allerbarmers. Wenn unser gedacht wird, wird die Wüste von BaṭḥáA79 grün und die Finsternis vertrieben, die Himmel und Erde voneinander scheidet.« »Habt ihr verboten«, wurden sie gefragt, »was Gott erlaubt hat, oder erlaubt, was Er verboten hat?« »Wir waren die ersten, die den göttlichen Geboten folgten«, antwortete er. »Wir sind die Wurzel und der Ursprung Seiner Sache, der Anfang und das Ende alles Guten. Wir sind das Zeichen des Urewigen und Sein Gedenken unter den Völkern.« Sie wurden gefragt: »Habt ihr euch vom Koran losgesagt?« »In unserem Hause«, antwortete er, »offenbarte ihn der Allbarmherzige. Wir sind der Windhauch des Allherrlichen inmitten Seiner Schöpfung. Wir sind die Ströme, die sich aus dem Größten Meere verzweigen, durch die Gott die Erde wiederbelebt hat und wiederbeleben wird, nachdem sie tot war. Durch uns wurden Seine Verse verbreitet, Seine Beweise erbracht und Seine Zeichen enthüllt. Bei uns ist das Wissen um Seine verborgenen Bedeutungen und Seine Geheimnisse.« »Für welches Verbrechen wurdet ihr bestraft?« wurden sie gefragt. »Für unsere Liebe zu Gott«, antwortete er, »und für unsere Loslösung von allem außer Ihm.« Wir haben seine Worte – Friede sei mit ihm! – nicht genau wiedergegeben, sondern euch ein wenig vom Meere des ewigen Lebens gewährt, das in ihnen verwahrt ist, auf daß jene, die darauf hören, belebt werden und erkennen, was den Getreuen Gottes zugestoßen ist, die sich in der Gewalt eines verderbten, verlorenen Volkes befinden. Wir sehen, wie die Menschen heute die Unterdrücker vergangener Zeiten verurteilen, obwohl sie selbst noch größeres Unrecht begehen und es nicht merken! Gott ist Mein Zeuge: Ich will keinen Aufruhr schüren, sondern Seine Diener von allem reinigen, was sie daran hindert, Ihm, dem Herrn des Tages der Abrechnung, zu nahen. Ich schlief auf Meinem Lager, siehe, da wehte der Windhauch Meines Herrn, des Allbarmherzigen, über Mich, erweckte Mich aus Meinem Schlummer und befahl Mir, Meine Stimme zwischen Himmel und Erde zu erheben. Dies ist nicht von Mir, sondern von Gott. Das bezeugen die Bewohner Seines Reiches und der Städte unvergänglicher Herrlichkeit. Bei Ihm, der die Wahrheit ist! Ich fürchte keine Heimsuchung auf Seinen Wegen und keine Prüfung in Meiner Liebe zu Ihm und auf dem Pfad Seines Wohlgefallens. Wahrlich, Gott machte das Leid zum Morgentau auf Seiner grünen Au und zum Docht für Seine Lampe, die Erde und Himmel erleuchtet. Wird der Reichtum eines Menschen ewig währen oder ihn vor Ihm schützen, der ihn binnen kurzem beim Schopfe packt?A80 Kann man beim Anblick derer, die unter den Grabsteinen im Staube ruhen, jemals den zerfallenen Schädel des Herrschers von den vermodernden Knochen des Untertanen unterscheiden? Nein, beim König der Könige! Kann man den Herrn vom Knecht unterscheiden oder den Reichen von dem, der weder Schuhe noch eine Matte besaß? Bei Gott! Alle Unterschiede wurden getilgt außer für jene, die nach Recht und Gerechtigkeit herrschten. Wohin sind sie entschwunden, die Gelehrten, die Geistlichen und die Machthaber früherer Zeiten? Was wurde aus all ihrem Scharfsinn, ihren schlauen Ansichten, ihren subtilen Gedanken und klugen Reden? Wohin sind ihre verborgenen Truhen, ihr stolz zur Schau getragener Schmuck, ihre vergoldeten Betten, ihre Teppiche und Kissen? Ach, sie alle sind für immer dahingegangen! Und durch Gottes Befehl blieb von ihnen nur Staub, vom Wind verweht. Ihr Reichtum ist dahin, ihre Lager sind leer, und die Schätze, die sie gehortet, sind zerstreut. Jetzt sieht man nur noch verlassene Mauern, Ruinen ohne Dach, entwurzelte Baumstümpfe und verblaßten Glanz. Kein Einsichtiger wird erlauben, daß Reichtum seinen Blick vom Ende ablenkt, und kein Mensch mit Verstand wird zulassen, daß Besitz ihn davon abhält, sich Ihm zuzuwenden, dem Allbesitzenden, dem Höchsten. Wo ist er, der über alles herrschte, worauf die Sonne scheint, der verschwenderisch lebte und den Überfluß dieser Welt und all dessen suchte, was darin erschaffen ward? Wo ist der Befehlshaber der dunkelhäutigen Legion und der, der die goldene Standarte hißte? Wo ist der Herrscher von Zawrá’ und der Tyrann von Fayḥá’?A81 Wo sind die, vor deren Freigebigkeit die Schatzkammern dieser Erde vor Scham vergingen und vor deren Großmut und hehren Zielen sogar das Meer beschämt wurde? Wo ist der, der seine Hand zur Rebellion erhob und sie gegen den Allbarmherzigen richtete? Wo sind jene, die nach irdischen Vergnügungen und fleischlichen Begierden lechzten? Wohin sind ihre lieblichen, anmutigen Frauen entschwunden? Wo wiegen sich die Zweige, wo recken sich die Äste ihrer Gärten? Wo sind ihre herrschaftlichen Häuser geblieben, wo die Gärten mit ihrem Spalier? Und wo ist der Gärten Zauber, der köstlich blühende Grund, wo die sanften Brisen, das Murmeln des Wassers, das Gurren der Tauben, das Blätterrauschen, der Gesang des Winds? Wo blieb ihr strahlender Morgen, wo die leuchtenden Gesichter mit dem Lächeln auf den Lippen? Wehe ihnen! Alle sind entschwunden und ruhen nun unter einer Decke von Staub. Ihre Namen sind vergessen, ihrer wird nicht gedacht, und keine Spur blieb von ihnen zurück. Wie, leugnen die Menschen, was sie mit eigenen Augen sehen? Leugnen sie, was sie doch wissen? Ich weiß nicht, in welcher Wildnis sie umherirren! Sehen sie nicht, daß sie sich auf einer Reise befinden, von der es keine Rückkehr gibt? Wie lange wandern sie noch von Berg zu Tal und wieder bergan aus dem Tal? »Ist es nicht Zeit für die, so glauben, daß ihre Herzen sich demütigen vor der Ermahnung Gottes?«Q35 Gesegnet ist, wer sagt: »Ja, bei meinem Herrn! Die Zeit ist gekommen und die Stunde hat geschlagen!«, und sich sodann von allem loslöst, was war, und sich völlig dem Besitzer des Universums und dem Herrn der Schöpfung ergibt. Und doch: Nichts wird geerntet, was nicht zuvor gesät, und nichts aufgehoben, was nicht zuvor niedergelegt wardA82 – es sei denn durch die Gnade des Herrn. Ist je ein Mensch auf Erden gewandelt, den die Schleier der Herrlichkeit nicht daran hinderten, zum Reiche des Herrn, des Allherrlichen, des Höchsten, aufzusteigen? Steht es in unserer Macht zu vollbringen, was unsere Bedrängnis enden und uns dem Verursacher aller Ursachen näher bringen könnte? Wir flehen Gott an, daß Er uns nach Seiner Gnade und nicht nach Seiner Gerechtigkeit behandle und uns gewähre, daß wir zu denen gehören, die ihr Angesicht dem Herrn zugewandt und sich von allem anderen losgelöst haben. O Schah, Ich habe auf dem Pfade Gottes geschaut, was noch kein Auge je geschaut und kein Ohr je gehört. Meine Vertrauten haben Mich zurückgewiesen, und Meine Bedrängnis wuchs. Der Quell des Wohlergehens ist versiegt, und die Laube der Behaglichkeit ist verdorrt. Wie zahlreich sind die Prüfungen, die Mich heimgesucht haben und die Mir noch bevorstehen! Ich schreite voran, den Blick auf Ihn gerichtet, den Allmächtigen, den Allgütigen, indes hinter Mir die Schlange gleitet. Meine Augen haben Tränen vergossen, bis Mein Bett von ihnen getränkt war. Dennoch gräme Ich Mich nicht um Meinethalben. Bei Gott! Mein Haupt sehnt sich nach dem Speer aus Liebe zu seinem Herrn. Nie ging Ich an einem Baum vorbei, ohne daß Mein Herz zu ihm sprach: »O würdest du doch in Meinem Namen gefällt und Mein Leib an dir gekreuzigt auf dem Pfade Meines Herrn!« Denn Ich sehe, wie die Menschen wie trunken umherirren, ohne zu erkennen. Sie halten ihre Leidenschaften hoch und setzen ihren Gott herab. Mich dünkt, sie halten Seine Sache für eine Posse und betrachten sie als Zeitvertreib; dabei glauben sie, sie täten recht und wohnten sicher in der Zitadelle der Geborgenheit. Doch die Sache ist nicht so, wie sie wähnen: Morgen werden sie sehen, was sie heute leugnen! Bald werden Uns die Vertreter des Reichtums und der Macht aus Edirne vertreiben und nach ‘Akká verbannen. Man sagt, es sei die trostloseste Stadt der Welt, die unansehnlichste von allen, und sie habe das abscheulichste Klima, das fauligste Wasser. Man möchte meinen, sie sei die Stammburg der Eulen und in ihren Mauern sei nur der Widerhall ihres Schreis zu hören. Dort wollen sie diesen Jüngling einkerkern, die Tore des Behagens vor Uns verschließen und Uns für den Rest Unserer Tage aller irdischen Wohltaten berauben. Bei Gott! Sollten Mich auch Müdigkeit übermannen und Hunger verzehren, der nackte Fels Mein Bett und die Tiere des Feldes Meine Gefährten sein, so will Ich Mich doch nicht beklagen, sondern geduldig ausharren, wie jene, denen durch die Kraft Gottes, des ewigen Königs und Schöpfers der Völker, Geduld und Standhaftigkeit verliehen war. Gott will Ich Dank sagen in allen Lebenslagen. Wir hoffen, daß Er in Seiner Güte – gepriesen sei Er! – durch Meine Kerkerhaft den Menschen die Nacken von Ketten und Fesseln befreie und sie aufrichtigen Angesichts sich Seinem Antlitz zuwenden lasse, Ihm, dem Mächtigen, dem Freigebigen. Er antwortet dem, der Ihn anruft, und Er ist denen nahe, die mit Ihm Zwiesprache halten. Wir flehen Ihn an, daß Er das Dunkel der Trübsal zu einem Schutzschild für den Tempel Seiner Sache mache und sie vor dem Angriff scharfer Schwerter und spitzer Dolche schütze. Feindschaft hat Seine Sache noch immer erhöht und Seinen Namen verherrlicht. So wirkte Gott in vergangenen Zeiten. Was die Menschen heute nicht erfassen, werden sie bald erkennen – an dem Tag, da ihre Rösser straucheln und ihr Glanz vergeht, da ihre Schwerter stumpf werden und ihr Schritt schwankt. Ich weiß nicht, wie lange sie auf dem Roß des Selbstes und der Leidenschaft vorwärtsdrängen und in der Öde des Irrtums und der Achtlosigkeit umherziehen. Wird der Prunk der Mächtigen oder das Elend der Erniedrigten andauern? Wird der, der den Sitz höchster Ehren innehat, den Gipfel der Macht und Herrlichkeit, dort für immer verweilen? Nein, bei Meinem Herrn, dem Allbarmherzigen! Alles auf Erden wird vergehen, und allein das Antlitz Meines Herrn, des Allherrlichen, des Gnädigsten, wird bleiben.A83 Welche Rüstung wurde nicht durchbohrt vom Pfeil der Zerstörung, und welche königliche Braue wurde nicht durch die Macht des Schicksals entblößt? Welche Festung hat dem Ansturm des Todesboten widerstanden? Welcher Thron wurde nicht in Stücke gehauen, welcher Palast nicht zu Schutt und Asche? Könnten die Menschen doch nur den versiegelten Wein der Gnade ihres Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden, schmecken – sie würden ihr Mißfallen ablegen und nur noch danach streben, das Wohlgefallen dieses Jünglings zu erlangen. Doch jetzt haben sie Mich hinter einem Schleier der Düsternis verborgen, den sie mit den Händen eitlen Wahns und leeren Trugs gewoben haben. Die schneeweiße Hand Gottes wird das Dunkel dieser Nacht aufreißen und in Seiner Stadt eine mächtige Pforte auftun. An jenem Tag werden die Menschen in Scharen eintreten und sprechen, was früher die Tadlerinnen ausriefen,A84 auf daß am Ende offenbar werde, was am Anfang erschien. Wollen sie jetzt zaudern, da sie doch schon einen Fuß im Steigbügel haben? Wollen sie zurück, nachdem sie aufgebrochen sind? Nein, bei Ihm, dem Herrn der Herren! Niemals, es sei denn am Tag des Gerichts, dem Tag, an dem die Menschen sich von ihren Gräbern erheben und nach ihrem Vermächtnis gefragt werden. Wohl ist es um den bestellt, den seine Last nicht erdrückt an diesem Tag, an dem die Berge vergehen und alle in der Gegenwart Gottes, des Erhabensten, befragt werden. Er ist wahrlich unnachgiebig, wenn Er straft! Wir flehen zu Gott, daß Er die Herzen gewisser Geistlicher von Groll und Feindseligkeit reinige, auf daß sie die Dinge ungetrübt durch Verachtung betrachten. Möge Er sie zu einer so erhabenen Stufe erheben, daß weder die Reize der Welt noch die Verlockungen der Macht sie davon abhalten können, auf den höchsten Horizont zu schauen, und daß weder weltliche Vorteile noch fleischliche Gelüste sie von dem Tag abhalten, an dem die Berge zu Staub zermahlen werden. Heute jubeln sie über das Unglück, das Uns heimsucht, doch der Tag naht, an dem sie wehklagen und weinen werden. Bei Meinem Herrn! Hätte Ich die Wahl zwischen dem Überfluß und Reichtum, der Bequemlichkeit, der Ehre und dem Ruhm, deren sie sich erfreuen, und Meinem Unglück und Meinen Heimsuchungen, so würde Ich ohne zu zögern Meine Lage vorziehen und es ablehnen, auch nur ein Jota dieser Pein einzutauschen gegen alles, was in der Welt des Seins erschaffen ward. Ohne das Leid, das Mir auf dem Pfade Gottes widerfährt, hätte das Leben für Mich nichts an Süße gehabt, Mein Dasein wäre nutzlos gewesen. Wer über Urteilskraft verfügt und sein Auge auf die Erhabenste Schau richtet, für den ist es kein Geheimnis, daß Ich die meisten Tage Meines Lebens wie ein Sklave unter einem Schwert saß, das an einem Faden hing und von dem Ich nicht wußte, ob es nicht früher oder später herabfallen würde. Trotz alledem danken Wir Gott, dem Herrn der Welten, und preisen Ihn allezeit und in jeder Lage. Wahrlich, Er bezeugt alle Dinge. Wir flehen zu Gott, daß Er Seinen Schatten weit ausbreite, auf daß die wahren Gläubigen Ihm entgegeneilen und Seine Geliebten darunter Schutz finden. Möge Er den Menschen Rosen aus dem Garten Seiner Gnade gewähren und Sterne vom Horizont Seiner Vorsehung. Auch beten Wir zu Gott, dem König gnädiglich beizustehen, nach Seinem Willen und Wohlgefallen zu handeln, und ihn in dem erfolgreich zu machen, was ihn näher zum Tagesanbruch der vortrefflichsten Namen Gottes führt, damit er davon absehe, Unrecht zu tun. Vielmehr betrachte er seine Untertanen liebevollen Auges, und bewahre sie vor Tyrannei. Und Wir flehen zu Gott, gepriesen sei Er, daß Er die ganze Menschheit um den Golf des Größten Meeres versammle, von dem jeder Tropfen verkündet, daß Er der Welt die Freudenbotschaft bringt und alle Völker belebt. Preis sei Gott, dem Herrn des Tages der Abrechnung! Und schließlich flehen Wir zu Gott, gepriesen sei Seine Herrlichkeit, daß Er dich zu einem Beistand Seiner Sache mache und dich Seiner Gerechtigkeit zuwende, so daß du zwischen den Menschen so richtest, als seien sie deine eigene Familie, und für sie wählst, was du für dich selbst wählen würdest. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Erhabenste, der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende. Also haben Wir den Tempel erbaut mit den Händen der Kraft und Macht – könntet ihr das doch erkennen! Dies ist der euch im BucheA85 verheißene Tempel. Nahet ihm! Dies ist, was euch frommt – könntet ihr das doch verstehen! Seid gerecht, o Völker der Welt! Welchem Tempel gebührt der Vorzug, diesem oder einem aus Stein? Richtet euer Angesicht auf Ihn! Also wurde es euch von Gott befohlen, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Folgt Seinem Gebot und preist Gott, euren Herrn, für das, was Er euch verliehen hat. Wahrlich, Er ist die Wahrheit, es ist kein Gott außer Ihm. Er offenbart, was Ihm gefällt, durch Sein Wort: »›Sei!‹ und es ist«!Q36

Súratu’r-Ra’ís

In Seinem Namen, der Allherrliche ! O Ra’ísA86, höre auf die Stimme Gottes, des souveränen Herrschers, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden. Er, wahrlich, erhebt Seine Stimme zwischen Himmel und Erde und ruft die ganze Menschheit zur Schau des Allherrlichen. Weder dein Unmut noch das Kläffen derer, die dich umgeben, noch der Widerstand der Heerscharen der ganzen Welt kann Ihn von Seinem Ziel abbringen. Die ganze Welt ist entflammt durch das Wort deines Herrn, des Allherrlichen, ein Wort, milder als der Morgenwind. Es ward offenbar in menschlicher Gestalt. Mit ihm belebt Gott die unter Seinen Dienern, die sich Ihm zukehren. Dieses Wort birgt das Wasser des Lebens, mit dem Gott die Herzen derer reinigt, die sich Ihm zuwenden und alles andere vergessen, und mit dem Er sie zur Schau Seines mächtigen Namens führt. Etwas davon versprengten Wir über das Volk der Gräber, und siehe, es erhob sich, den Blick auf Gottes strahlende Schönheit gerichtet. Du, o Ra’ís, du hast begangen, was Muḥammad, den Gesandten Gottes, im erhabenen Paradiese wehklagen ließ. Die Welt hat dich so stolz gemacht, daß du dich abkehrtest von dem Antlitz, durch dessen Glanz die Himmlischen Heerscharen erleuchtet werden. Bald wirst du offenkundigen Verlust erleiden! Du hast dich mit dem persischen Botschafter verschworen, Mir zu schaden, obwohl Ich von der Quelle der Majestät und Größe zu euch kam mit einer Offenbarung, die die Augen der Gott Nahen tröstet. Bei Gott! Dies ist der Tag, an dem das unsterbliche Feuer aus dem Inneren aller erschaffenen Dinge ruft: »Der Meistgeliebte der Welten ist gekommen!« Und vor einem jeden steht ein Moses, der dem Wort deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden, lauscht. Legten Wir das Gewand ab, das Wir angesichts eurer Schwäche tragen, so würden sich alle im Himmel und auf Erden für Mich opfern. Dies bezeugt dein Herr. Doch keiner kann dies vernehmen außer jenen, die sich von allem Erschaffenen losgelöst haben aus Liebe zu Gott, dem Erhabenen, dem Allmächtigen. Dachtest du, du könntest das Feuer löschen, das Gott in der Schöpfung entfacht hat? Nein, bei Ihm, der ewigen Wahrheit, wolltest du es doch erkennen. Es lodert auf durch das, was deine Hände getan, und brennt noch heftiger. Die ganze Erde und all ihre Bewohner wird es umfangen. So erging Gottes Befehl, und die Mächte von Erde und Himmel können ihn nicht vereiteln. Der Tag naht, da das Land des GeheimnissesA87 und die angrenzenden Lande vom Wandel erfaßt werden. Sie werden den Händen des Herrschers entgleiten, Aufruhr wird herrschen, Wehklagen wird sich erheben und die Zeichen des Unheils werden allenthalben sichtbar sein. Verwirrung wird sich ausbreiten ob dessen, was diesen Gefangenen von den Heerscharen der Unterdrückung widerfahren ist. Die Verhältnisse werden sich ändern; sie werden so schlimm, daß selbst der Sand auf den Hügeln aufstöhnt und die Bäume auf den Bergen Tränen vergießen. Überall wird Blut fließen. Dann wirst du das Volk in großer Not sehen.A88 O Ra’ís! Einmal offenbarten Wir Uns dir auf dem Berg Tíná, ein andermal auf dem Berg ZaytáA89 und nun an diesem geheiligten Ort. Da du deinen verderbten Neigungen folgtest, versäumtest du es, hierauf zu antworten. Darum zählst du zu den Achtlosen. Denke an die Zeit, als Muḥammad erschien mit klaren Zeichen von dem Allmächtigen, dem Allwissenden. Die Menschen bewarfen Ihn aus dem Hinterhalt und auf dem Markt mit Steinen und verwarfen die Zeichen Gottes, deines Herrn und des Herrn deiner Ahnen. Weder die Gelehrten noch deren Anhänger, noch die Könige der Erde erkannten Ihn an, wie du aus den überlieferten Berichten weißt. Unter diesen Königen war ChosroesA90, dem Muḥammad einen Sendbrief schickte, in dem Er ihn zu Gott rief und ihm den Götzendienst verbot. Wahrlich, dein Herr weiß um alle Dinge. Chosroes jedoch folgte seinen Begierden und zerriß hochmütig die Tafel. Er zählt wahrlich zu den Bewohnern des tiefsten Feuers. Stand es in der Macht des Pharao, Gott daran zu hindern, Seine Souveränität auszuüben, als er voll Willkür herrschte und frevelte im Land? Aus seinem eigenen Haus und gegen seinen Willen brachten Wir den hervor, der mit Gott sprachA91. Wir sind mächtig und stark. Rufe dir ferner ins Gedächtnis, wie Nimrod das Feuer des Unglaubens entfachte, auf daß seine Flamme den Freund GottesA92 verzehre. Doch Wir erlösten Ihn durch die Macht der Wahrheit und ergriffen Nimrod mit grimmigem Zorn. Sprich: Der UnterdrückerA93 hat den Geliebten der Welten getötet, um das Licht Gottes unter den Menschen auszulöschen und sie vom Quell des ewigen Lebens fernzuhalten in den Tagen des Herrn, des Gnädigen, des Barmherzigsten. Wir haben die Sache Gottes auf Erden offenbart und Sein Gedenken unter denen hochgehalten, die wahrlich an Ihn glauben. Sprich: Dieser Jüngling ist erschienen, um die Welt zu beleben und alle, die auf Erden wohnen, zu vereinen. Was Gott will, wird geschehen, und du wirst sehen, wie die Erde in das herrlichste Paradies verwandelt wird. So wurde es von der Feder der Offenbarung auf einer erhabenen Tafel niedergeschrieben. Sprich fürderhin nicht mehr vom Ra’ís, o Feder, sondern gedenke des Anís, des Vertrauten der Liebe Gottes, der sich von denen lossagte, die Gott Gefährten beigesellen und zu den Verlorenen gehören. Derart zerriß er die Schleier, daß es die Bewohner des Paradieses hören konnten. Verherrlicht sei Gott, der Souverän, der Mächtige, der Allwissende, der Allweise. O Nachtigall! Neige dein Ohr der Stimme des Allherrlichen in dieser Nacht, da Uns Soldaten umstellten, während Uns große Freude bewegt. O daß doch Unser Blut auf dem Pfade Gottes vergossen und Unsere Leiber in den Staub geworfen würden! Dies ist wahrlich Mein Wunsch und der Wunsch eines jeden, der Mich gesucht hat und zu Meinem höchst wunderbaren, unvergleichlichen Reiche gelangt ist. Wisse, o Diener, daß Wir eines Tages beim Erwachen die Geliebten Gottes in der Gewalt Unserer Feinde fanden. Wachtposten wurden an jedem Tor aufgestellt, und niemand durfte passieren. Sie begingen wahrlich ein schweres Unrecht; denn die Geliebten Gottes und die heilige Familie erhielten während der ersten Nacht keine Nahrung. Dies war das Schicksal derer, um derentwillen die Welt und alles, was darinnen ist, erschaffen ward. Wehe den Frevlern und wehe denen, die ihnen das Unrecht befahlen! Gott wird ihre Seelen im Feuer verzehren. Er ist wahrlich der grimmigste Rächer. Die Menschen umringten das Haus, und Muslime und Christen weinten über Uns. Wehklagen erhob sich zwischen Himmel und Erde über das, was die Hände der Unterdrücker getan. Wir gewahrten, daß das Volk des SohnesA94 mehr Tränen vergoß als die anderen – ein Zeichen für solche, die nachdenken. Einer Meiner Gefährten suchte sein Leben zu opfern, indem er sich aus Liebe zu Gott die Kehle durchschnitt – eine Tat, von der kein früheres Jahrhundert zu berichten weiß und die Gott dieser Offenbarung als Beweis für Seine Macht vorbehalten hat.A95 Er ist wahrlich der Unbezwungene, der Allunterwerfende. Und er, der sich im Irak das Leben nahm,A96 ist wahrlich der König und Geliebte der Märtyrer. Was er beging, war ein Zeugnis Gottes für die Völker der Welt. Menschen wie er sind vom Wort Gottes beseelt, haben die Süße Seines Gedenkens geschmeckt und werden so vom Duft der Vereinigung erfaßt, daß sie sich von allen Bewohnern der Erde loslösen und sich strahlenden Angesichts dem göttlichen Antlitz zuwenden. Obwohl sie eine Tat begingen, die Gott verboten hat, hat Er ihnen vergeben als Zeichen Seiner Gnade. Er ist wahrlich der Immervergebende, der Mitleidvollste. So verzückt waren sie durch den Allbezwingenden, daß ihnen die Zügel des Willens entglitten, bis sie schließlich zur Stufe der EnthüllungA97 aufstiegen und die Gegenwart Gottes, des Allmächtigen, des Allwissenden, erlangten. Sprich: Dieser Jüngling hat das Land verlassen und unter jeden Baum und jeden Stein ein Pfand gelegt, das Gott durch die Macht der Wahrheit einlösen wird. So ist die Wahrheit erschienen, und der Befehl des höchsten Lenkers, des Allweisen, wurde erfüllt. Die Heerscharen von Himmel und Erde sind machtlos, Seiner Sache zu widerstehen. Alle Könige und Herrscher der Welt können Seinen Plan nicht vereiteln. Sprich: Heimsuchungen sind das Öl dieser Lampe, das ihr Licht aufleuchten läßt – o daß ihr es doch verstündet. Sprich: die Zurückweisung durch die Eigensinnigen führt letztlich zur Verkündigung und Verbreitung der Sache Gottes und Seiner Offenbarung in der Welt. Selig seid ihr, denn ihr habt euer Heim verlassen und euch aus Liebe zu eurem Herrn, dem Allmächtigen, dem Urewigen, auf Wanderschaft begeben, bis ihr in das Land des Geheimnisses gelangtet, zu einer Zeit, da das Feuer der Unterdrückung loderte und der Rabe der Zwietracht krächzte. Ihr seid Meine Gefährten in Meiner Heimsuchung, denn ihr wart bei Uns in finsterer Nacht, da die Herzen derer bebten, die wahrhaft an Gott glauben. Ihr habt dieses Land aus Liebe zu Uns betreten und es auf Unser Geheiß verlassen. Bei Gott! Um euretwillen kann sich die Erde vor dem Himmel rühmen. Wie schön ist diese erhabene, unvergleichliche Gnade! O Vögel der Ewigkeit, ihr wurdet eures Nestes beraubt auf dem Pfad eures Herrn, des Unbeschränkten, aber eure wahre Wohnstatt ist unter den Schwingen der Gnade des Allbarmherzigen. Selig sind die, so verstehen. O Mein Dhabíḥ!A98 Freude werde dir zuteil und denen, die Gemeinschaft mit dir suchen, die von dir den Duft Meiner Gegenwart atmen und auf das hören, was die Herzen der wahren Sucher heiligt. Danke Gott, daß du die Gestade des größten Meeres erreicht hast und lausche, wie jedes Atom der Erde verkündet: »Dies ist der Meistgeliebte der Welten! Die Bewohner der Erde haben Unrecht an Ihm begangen und es versäumt, den zu erkennen, dessen Namen sie unentwegt anrufen. Verloren sind die Gleichgültigen und die, die sich Ihm widersetzten. Für die, die Er liebt, hätten sie ihr Leben opfern sollen, wieviel mehr noch für Seine hell strahlende Schönheit!« Sei geduldig, auch wenn dein Herz durch die Trennung von Gott verzehrt wird, denn Er hat für dich eine erhabene Stufe in Seiner Gegenwart vorgesehen. Nein, selbst jetzt stehst du vor Seinem Antlitz, und mit der Zunge der Kraft und Macht enthüllen Wir dir Worte, wie sie noch nicht einmal die Ohren der Aufrichtigen hören durften. Sprich: Spräche Er nur ein Wort, so wäre dieses allein süßer als alles Reden der Menschen. Hätte Muḥammad, der Apostel Gottes, diesen Tag erlebt, so hätte Er ausgerufen: »Ich habe Dich wahrlich erkannt, o du Sehnsucht der Gottesboten!« Hätte Abraham ihn erlebt, so hätte Er sich niedergeworfen und in größter Demut vor dem Herrn, deinem Gott, ausgerufen: »Mein Herz ist voll des Friedens, o Du Herr über alles im Himmel und auf Erden! Ich bezeuge, daß Du vor meinen Augen die ganze Herrlichkeit Deiner Macht und die Majestät Deines Gesetzes enthüllt hast! Ich bezeuge darüber hinaus, daß durch Deine Offenbarung die Herzen der Gläubigen Ruhe und Gewißheit finden.« Hätte Moses diesen Tag erlebt, so hätte auch Er Seine Stimme erhoben: »Aller Lobpreis sei Dir, daß Du mir Deine Schönheit enthülltest und mich zu denen zählst, die das Vorrecht haben, Dein Antlitz zu schauen!« Siehe, in welchem Zustand sich die Menschen befinden. Denke darüber nach, was ihre Zungen sprachen und ihre Hände begangen haben an diesem heiligen, unvergleichlichen Tag. Jene, die den guten Ruf der Sache Gottes beschmutzt und sich Satan zugewandt haben, werden vor allen erschaffenen Dingen verflucht und zu den Bewohnern des Höllenfeuers gezählt. Wahrlich, wer Meinen Ruf vernommen hat, den wird das Geschrei der Menschen nicht beeindrucken. Und wer sich von den Worten anderer beeinflussen läßt, hat Meinen Ruf nie gehört. Bei Gott! Einem solchen Menschen ist es versagt, das Himmelreich zu betreten. Das Herrschaftsgebiet Meiner Majestät und Macht bleibt ihm versperrt, und er wird auf der Seite der Verlierer sein. Gräme dich nicht über das, was dir widerfuhr. Aus Liebe zu Mir hast du ertragen, was kaum ein Mensch je erlitten hat. Dein Herr ist wohlunterrichtet. Er war in den Versammlungen bei dir und hörte, was aus der Quelle deines Herzens strömte im Gedenken an deinen Herrn, den Allbarmherzigen. Dies ist wahrlich ein Zeichen Seiner gnädigen Gunst. Bald wird Gott einen König erwecken, der Seinen Geliebten beistehen wird. Gott umfaßt wahrlich alle Dinge. Er wird den Herzen die Liebe zu Seinen Geliebten einflößen. Dies, wahrlich, wurde unwiderruflich bestimmt durch den Allmächtigen, den Wohltätigen. Wir flehen zu Gott, daß Er durch deinen Ruf Seinen Dienern die Brust weite,A99 dich zu einem Banner der Führung in Seinen Landen mache und durch dich den Unterdrückten beistehe. Höre nicht auf den, der ein großes Geschrei erhob und dies noch immer tut. Laß dir deinen Herrn, den Immervergebenden, den Großmütigsten, genügen. Berichte Meinen Geliebten von diesem Jüngling und dem, was du gesehen und erfahren, und laß sie von dem wissen, was Wir dir enthüllten. Wahrlich, dein Herr ist stets mit dir und wacht über dich. Die Segnungen der Himmlischen Heerscharen umgeben dich, und die Blätter der heiligen Familie, die den himmlischen Baum umkreisen, gedenken deiner mit wunderbarem Lobpreis. O Feder der Offenbarung! Gedenke seinerA100, dessen Brief Uns in finsterer Nacht erreichte. Er wanderte von einem Landstrich zum anderen, bis er die StadtA101 betrat. Dort suchte er den Schutz der Gnade seines Herrn, des Allmächtigen, des Höchsten. Sehnlichst der Gunstbezeugungen des Herrn harrend, blieb er eine Nacht lang dort. Doch am nächsten Morgen verließ er die Stadt wieder auf Gottes Befehl. Dies erfüllte das Herz dieses Jünglings mit Kummer. Gott bezeugt, was Ich sage. Wohl dir, denn die Hand des Allbarmherzigen hat dir den Wein der Rede gereicht. Der süße Duft des Meistgeliebten hat dich so verzückt, daß du auf dein Behagen verzichtet und dich zu denen gesellt hast, die in Sein Paradies eilen, dem Aufgangsort der Zeichen deines Herrn, des Erhabenen, des Unvergleichlichen. Glücklich, wer den Wein innerer Bedeutungen vom Antlitz seines Herrn getrunken hat und von diesem reinen, kristallklaren Trank berauscht ist. Bei Gott! Er läßt jeden wahren Gläubigen aufsteigen in den Himmel der Majestät und Größe, und Er verwandelt jeden Zweifel in Gewißheit. Gräme dich nicht über das, was dir widerfahren, setze vielmehr dein ganzes Vertrauen in Gott, den Allmächtigen, den Allwissenden, den Weisen. Baue dein Haus auf das feste Fundament göttlicher Rede, und preise deinen Herrn. Er wird dir wahrlich genügen und dich unabhängig machen von allen Völkern der Erde. Gott hat wahrlich eure Namen auf eine Tafel geschrieben, auf der die Geheimnisse von allem, was war, verwahrt sind. Einst werden die wahrhaft Gläubigen eurer Verbannung gedenken und all eurer Wege um Seinetwillen. Er liebt wahrlich jene, die Ihn lieben, und ist der Beistand der Aufrichtigen. Bei Gott! Die Augen der Himmlischen Heerscharen sind auf euch gerichtet, und ihre Finger deuten auf euch. So umfängt euch die Güte eures Herrn. Wollten die Menschen doch erkennen, was ihnen in den Tagen Gottes, des Allherrlichen, des Allgepriesenen, entgangen ist. Danke Gott dafür, daß Er dir geholfen hat, Ihn zu erkennen, und dich in Seine Nähe treten ließ, an dem Tag, da die Gottlosen die Familie deines Herrn und Seine Geliebten umzingelten und sie erbarmungslos aus ihren Häusern vertrieben, da sie beabsichtigten, uns am Meeresufer voneinander zu trennen. Wahrlich, dein Herr sieht, was verborgen ist in der Brust der Ungläubigen. Sprich: Selbst wenn ihr unsere Leiber in Stücke reißt, die Liebe zu Gott könnt ihr nicht aus unseren Herzen tilgen. Wir sind wahrlich zum Opfer erschaffen, und dafür rühmen wir uns vor der ganzen Schöpfung. O du, der du durch das Feuer der Gottesliebe entflammt bist! Wisse, daß dein Brief Uns erreicht hat und daß Wir von seinem Inhalt Kenntnis genommen haben. Wir flehen zu Gott, daß Er dich in Seiner Liebe und in Seinem Wohlgefallen stärke, daß Er dir beistehe, Seine Sache zu fördern, und Er dich zu denen zähle, die Seiner Sache beistehen. Zu deiner Frage über die SeeleA102: Wisse, daß es unter den Menschen zahlreiche Abhandlungen und Ansichten über ihre Stufen gibt. Dazu zählt die Seele des HimmelreichesA103, die Seele des Reiches himmlischer HerrschaftA104, die Seele des GottesreichsA105, die göttliche SeeleA106, die heilige SeeleA107 ebenso wie die zur Ruhe gekommene SeeleA108, die zufriedene SeeleA109, die gottgefällige SeeleA110, die geführte SeeleA111, die sich selbst anklagende SeeleA112 und die das Böse gebietende SeeleA113. Jede Gruppe hat ihre eigenen Erklärungen zu diesem Gegenstand, doch Wir wollen auf die Vorstellungen der Vergangenheit nicht eingehen. Wahrlich, dein Herr umfaßt das Wissen aller Zeiten, der früheren wie der späteren. Stündest du doch vor Unserem Thron, um von der Zunge der Größe selbst zu hören, was du wünschest, und durch die Gnade des Allwissenden, des Allweisen, die höchsten Höhen des Wissens zu erklimmen! Doch die Gottlosen sind zwischen uns getreten. Sei darüber nicht bekümmert. Gib dich zufrieden mit dem, was unwiderruflich bestimmt ward, und gehöre zu denen, die ihr Los geduldig ertragen. Wisse, daß die Seele, die allen Menschen gemein ist, durch die Vermischung von Stoffen und nach deren Reifung entsteht, wie du am KeimA114 sehen kannst: Wenn er das ihm vorbestimmte Stadium erreicht hat, offenbart Gott seine Seele, die in ihm verborgen war. Dein Herr tut wahrlich, was Er will, und befiehlt, was Ihm beliebt. Die angestrebte Seele wird durch das Wort Gottes hervorgebracht. Ist sie vom Feuer der Liebe zu ihrem Herrn entflammt, so kann es weder durch die Wasser des Widerstands noch durch alle Meere der Welt gelöscht werden. Sie gleicht selbst einem Feuer, das im Baum des Menschen entfacht wurde. Es verkündet: »Es ist kein Gott außer Ihm!« Wer ihrem Ruf folgt, ist wahrlich unter denen, die in Seine Gegenwart gelangen. Und wenn sie den Leib verläßt, wird Gott ihr schönste Gestalt verleihen und ihr Zutritt zum erhabenen Paradies gewähren. Dein Herr ist wahrlich mächtig über alle Dinge. Wisse überdies, daß das Leben des Menschen aus dem GeistA115 kommt und daß der Geist sich wendet, wohin ihn die Seele ausrichtet. Denke darüber nach, was Wir dir offenbart haben, damit du die ›Seele Gottes‹A116 erkennst, die über dem Dämmerort der Freigebigkeit erschien und mit offenbarer Souveränität ausgestattet ist. Wisse auch, daß die Seele Schwingen hat: Schwingt sie sich in die Sphäre der Liebe und Zufriedenheit auf, so wird sie mit dem Allbarmherzigen verbunden werden. Nimmt sie jedoch ihren Flug in den Bereich des Selbstes und der Begierde, so wird sie Satan angehören. Davor bewahre Gott Uns und euch, o ihr, die ihr begreift! Wird die Seele durch das Feuer der Liebe Gottes entflammt, so wird sie als die zur Ruhe gekommene SeeleA117 bezeichnet, die gottgefälligA118 ist. Doch wird sie verzehrt vom Feuer der Leidenschaft, so nennt man sie die das Böse gebietendeA119 Seele. So haben Wir dir dieses Thema dargelegt, damit du ein klares Verständnis erlangst. O Feder des Höchsten! Berichte dem, der sich Deinem Herrn, dem Allherrlichen, zugewandt hat, was ihn unabhängig macht von den Begriffen der Menschen. Sprich: Der GeistA120, der VerstandA121, die SeeleA122, das Sehund das Hörvermögen stellen nur eine einzige Wirklichkeit dar, deren verschiedene Ausdrucksformen auf der Unterschiedlichkeit der Mittel beruhen. Wie du siehst, beruhen die Fähigkeiten des Menschen zu verstehen, sich zu bewegen, zu sprechen, zu hören und zu sehen allesamt auf dem Zeichen des Herrn in ihm. Dieses Zeichen ist seinem Wesen nach eins, zugleich aber vielfältig durch die Vielzahl seiner Mittel. Dies ist fürwahr die Wahrheit. Richtet es sich auf das Hörorgan, so hört man. Ebenso ergibt sich, wenn es sich auf das Sehorgan richtet, eine andere Wirkung. Denke darüber nach, auf daß du die wahre Bedeutung dessen verstehst, was gemeint ist. So wirst du unabhängig von den Vorstellungen der Menschen und gehörst zu denen, die Gewißheit erlangen. Ebenso werden, wenn sich dieses Zeichen Gottes auf Kopf, Gehirn und dergleichen richtet, die Kräfte des Verstandes und der Seele offenbar. Dein Herr ist wahrlich mächtig zu tun, was Ihm beliebt. Dies alles wurde bereits in den Tafeln erklärt, die Wir als Antwort auf Fragen über die nicht zusammenhängenden Buchstaben des Koran offenbarten. Denke darüber nach, damit du verstehst, was vom Reiche des Allmächtigen, des Allgepriesenen, herabgesandt wurde. So haben Wir beschlossen, Uns in dieser Tafel kurz zu fassen. Wir flehen zu Gott, daß Er dich durch diese kurze Abhandlung erkennen lasse, was Worte niemals hoffen können zu erschöpfen, und daß Er dir aus diesem Becher von den weiten Meeren zu trinken gebe. Dein Herr ist wahrlich der Freigebigste, der Allmächtige. O Feder der Ewigkeit! Gedenke des ‘AlíA123, der mit Dir im Irak war, bis die Sonne der Welt das Land verließ. Er verließ sein Heim, gelangte in Unsere Gegenwart, als Wir in den Händen derer gefangen waren, die der süßen Düfte des Allbarmherzigen beraubt sind. Sorge Dich nicht über das, was Uns und Dir auf dem Pfade Gottes widerfuhr. Sei zuversichtlich und standhaft. Er steht denen bei, die Ihn lieben, und Er, wahrlich, ist allmächtig. Wer sich Ihm zuwendet, bringt das Antlitz der Himmlischen Heerscharen zum Leuchten. Hierfür ist Gott Mein Zeuge. Sprich: O Menschen! Glaubt ihr denn, ihr wäret dem Glauben Gottes treu, da ihr den zurückwieset, durch den die Religionen der Welt offenbart wurden? Bei Gott! Ihr zählt zu den Bewohnern des Feuers. So wurde der Befehl durch die Feder Gottes auf den Tafeln verzeichnet. Sprich: Niemals wird das Bellen der Hunde die Nachtigall davon abhalten, ihre Melodien zu schlagen. Denkt eine Weile nach, vielleicht entdeckt ihr dann einen Pfad, der zur ewigen Wahrheit führt. Sprich: Verherrlicht seiest Du, o Herr mein Gott! Ich flehe Dich an bei den Tränen, die Deine Geliebten in ihrer Sehnsucht nach Dir vergossen haben, und bei der Sehnsucht derer, die in ihrer Trennung von Dir wehklagen, und bei Deinem Meistgeliebten, der in die Hände Deiner Feinde gefallen ist, stehe gnädiglich denen bei, die Zuflucht suchen unter den schützenden Schwingen Deiner Gunst und liebenden Güte und die sich nach keinem anderen Herrn sehnen außer nach Dir. Wir haben unser Heim verlassen, o Herr, in unserem Eifer, Dir zu begegnen, und in unserer Sehnsucht, mit Dir vereint zu sein. Wir haben Land und Meer überquert, um den Hof Deiner Gegenwart zu erreichen und Deinen Versen zu lauschen. Als wir jedoch zum Gestade Deines Meeres gelangten, wurden wir von Dir ferngehalten, weil die Frevler zwischen uns und das Licht Deines Antlitzes traten. O Herr! Brennender Durst hat uns ergriffen, und bei Dir sind die sanftfließenden Wasser der Ewigkeit. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Verweigere uns nicht das Ziel unserer Suche. Verordne für uns den Lohn, den Du für solche Deiner Diener vorgesehen hast, die sich Deiner Nähe erfreuen und völlig Deinem Willen ergeben sind. Mache uns so standhaft in Deiner Liebe, daß uns nichts von Dir und Deiner Anbetung abhalten kann. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Freigebigste.

Lawḥ-i-Ra’ís

Er ist der rechtmässige Herrscher! Die Feder des Höchsten verkündet: O du, der du dich selbst als den Erhabensten unter den Menschen betrachtestA124 und in diesem göttlichen Jüngling, durch den die Augen der Himmlischen Heerscharen erleuchtet wurden, das niedrigste aller Geschöpfe siehst! Dieser Jüngling begehrt nichts von dir oder deinesgleichen. Denn wenn die Manifestationen des Allerbarmers und die Aufgangsorte Seiner unvergänglichen Herrlichkeit sich aus dem Reich der Ewigkeit in diese vergängliche Welt begaben und sich offenbarten, um die Toten wieder zu beleben, haben stets Menschen wie du diese geheiligten Seelen und Tempel der göttlichen Einheit, von denen die Genesung der Völker der Welt abhängt, bezichtigt, Unheil zu stiften. Diese Menschen sind wahrlich alle wieder zu Staub geworden. Auch du wirst bald im Staube ruhen und schmerzlichen Verlust erleiden. Selbst wenn du diesem Lebensspender und Welterneuerer die Verantwortung für Aufruhr und Streit anlastest – welches Verbrechen sollten Frauen, Kinder und stillende Mütter begangen haben, daß die Geißel deines Zorns sie trifft? Noch nie hat eine Religion Kinder zur Verantwortung gezogen. Die Feder des göttlichen Befehls hat sie davon ausgenommen, doch das Feuer deiner Tyrannei hat alle ergriffen. Wenn du einer Religion angehörst, solltest du wissen, daß nach allen heiligen Schriften Kinder nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Im übrigen haben nicht einmal jene, die nicht an Gott glauben, solch unerhörte Taten begangen. Da alles eine Wirkung hat – eine Tatsache, die nur leugnen kann, wem es an Verstand und Erkenntnis gebricht –, ist es sicher, daß die Seufzer dieser Kinder und die Schreie dieser Unterdrückten ihre Folgen haben werden. Du hast Menschen ausgeraubt, die weder rebellierten noch der Obrigkeit den Befehl verweigerten. Nein, sie blieben unter sich und gedachten Gottes Tag und Nacht. Als später der Verbannungsbefehl gegen diesen Jüngling erging, waren alle bestürzt. Doch die mit Meiner Verbannung beauftragten Beamten erklärten: »Die anderen wurden keines Vergehens beschuldigt und nicht durch die Regierung ausgewiesen. Sollten sie dich zu begleiten wünschen, wird sie niemand daran hindern.« Diese Unglückseligen trugen daher alle Kosten selbst und gaben ihren Besitz dafür hin. Sie gaben sich mit Unserer Gegenwart zufrieden, setzten ihr ganzes Vertrauen in Gott und reisten noch einmal mit Ihm, bis die Festung von ‘Akká zum Gefängnis von Bahá wurde. Bei unserer Ankunft wurden wir von Wachen umzingelt und alle zusammen – Männer und Frauen, jung und alt – in der Kaserne gefangen gesetzt. In der ersten Nacht erhielten wir weder zu essen noch zu trinken, denn die Wachtposten, die das Kasernentor bewachten, durften niemanden passieren lassen. Niemand dachte an den schlechten Zustand dieser Unglückseligen. Selbst als sie um Wasser baten, wurde es ihnen verweigert. Einige Zeit ist verstrichen, und wir sind noch immer gefangen in dieser Kaserne, obwohl in den fünf Jahren, während derer wir in Edirne lebten, seine Bewohner – Gelehrte und Ungebildete, Reiche und Arme – die Reinheit und Heiligkeit dieser Diener bezeugten. Als dieser Jüngling Edirne verlassen mußte, versuchte einer der Geliebten Gottes, sich das Leben zu nehmen, so unerträglich war ihm der Anblick dieses Unrecht Leidenden in der Gewalt Seiner Unterdrücker. Auf unserer Reise mußten wir dreimal auf andere Schiffe umsteigen; es liegt auf der Hand, daß gerade die Kinder hierunter litten. Als wir an Land gingen, wurden vier Gläubige von Uns getrennt und daran gehindert, Uns zu begleiten. Als dieser Jüngling fortging, stürzte sich einer der vier mit Namen ‘Abdu’l-Ghaffár ins Meer, und niemand weiß, was aus ihm wurde.A125 All dies ist nur ein Tropfen aus dem Meer des Unrechts, das Uns heimsuchte, und noch immer bist du nicht zufrieden! Die Beamten erteilen jeden Tag neue Befehle, und ein Ende ihrer Tyrannei ist nicht in Sicht. Tag und Nacht schmieden sie neue Ränke. Jeder Gefangene erhält aus Regierungsbeständen eine Tagesration von drei Laib Brot – Brot, das völlig ungenießbar ist. Seit der Erschaffung der Welt bis zum heutigen Tag ward solche Unmenschlichkeit nie gesehen noch von ihr gehört. Bei Ihm, der Bahá zu allen im Himmel und auf Erden sprechen ließ! Unter denen, die ihre Seele, ihren Leib und ihr Hab und Gut aus Liebe zu Gott, dem Allmächtigen, dem Allbezwingenden, aufgeopfert haben, kommt dir kein Rang zu, ja bist du nicht einmal der Erwähnung wert. Eine Handvoll Lehm ist in den Augen Gottes größer als dein ganzes Reich und deine Herrschaft, deine Macht und dein Reichtum. Wäre es Sein Wille, so könnte Er dich zu Staub zerfallen lassen. Bald wird Er dich in grimmem Zorn ergreifen. Dein Reich wird in Aufruhr geraten und auseinanderbrechen. Dann wirst du heulen und wehklagen und niemanden finden, der dir hilft. Wir sagen dies nicht, um dich aus deiner Achtlosigkeit zu wecken, denn der Zorn Gottes hat dich so erfaßt, daß du niemals erwachen wirst. Wir wollen auch nicht all das Unrecht aufzählen, das diesen reinen Seelen widerfuhr. Denn sie sind so trunken vom Wein des Allbarmherzigen und so hingerissen von der berauschenden Wirkung des Lebenswassers Seiner liebenden Vorsehung, daß sie zufrieden sind und Ihm Dank sagen, selbst wenn sie alle Grausamkeiten der Welt um Seinetwillen erleiden. Noch nie haben sie geklagt, und auch künftig werden sie nicht klagen. Nein, ihr Blut fleht ständig zum Herrn aller Welten, daß es auf Seinem Pfad vergossen werde, und ihre Häupter sehnen sich danach, um ihres Geliebten willen auf Speere gespießt zu werden. Einige Male wurdest du von Katastrophen heimgesucht, doch du achtetest nicht darauf. Eine davon war die Feuersbrunst, die den größten Teil der StadtA126 mit den Flammen der Gerechtigkeit verzehrte und von der viele Gedichte berichteten, noch nie habe man ein solches Feuer gesehen. Du aber wurdest noch achtloser. Die Pest brach aus, und noch immer bliebst du achtlos. Mache dich darauf gefaßt, daß der Zorn Gottes deiner harrt. Bald wirst du sehen, was durch die Feder Meines Befehls herniederkam. Warst du so töricht zu glauben, deine Macht sei unvergänglich und dein Reich ewig? Nein, beim Allbarmherzigen! Weder dein Ruhm noch Meine Erniedrigung werden von Dauer sein. Wer wirklich Mensch ist, für den ist solche Erniedrigung der Gipfel des Ruhms. Als Ich noch ein Kind war, lange ehe ich das Al ter der Reife erreichte, traf Mein Vater in Teheran Vorbereitungen für die Hochzeit einer Meiner älteren Brüder. Wie es dort Brauch ist, dauerten die Festlichkeiten sieben Tage und sieben Nächte. Am letzten Tag wurde angekündigt, daß das Stück › Sháh Sulṭán Salím‹ aufgeführt werde. Eine große Zahl von Prinzen, Würdenträgern und wichtigen Persönlichkeiten der Hauptstadt versammelte sich zu diesem Ereignis. Ich befand Mich in einem der oberen Gemächer des Gebäudes und schaute, was sich auf der Bühne tat. Zunächst wurde im Hof ein Zelt errichtet. Bald darauf sah man einige kleine Figuren mit menschlichen Zügen – jede nicht größer als eine Handspanne – daraus hervortreten, die ausriefen: »Seine Majestät kommt! Stellt sofort die Sitze bereit!« Andere Puppen traten auf. Einige von ihnen fegten den Boden, andere versprengten Wasser, und schließlich kam der erste Herold der Stadt und forderte dazu auf, sich zur Audienz mit dem König zu versammeln. Daraufhin erschienen mehrere Gruppen von Figuren und nahmen Platz. Die erste war nach der persischen Mode mit Hüten und Schärpen gekleidet. Die zweite führte Streitäxte mit sich, und die dritte bestand aus einer Anzahl von Lakaien und Scharfrichtern mit Bastonadestöcken. Schließlich erschien, majestätisch gekleidet und mit einer Krone auf dem Haupt, die Figur des Königs, in stolzer, hoheitsvoller Haltung. Er schritt langsam, gemessen und würdevoll zu seinem Thron und ließ sich darauf nieder. In diesem Augenblick wurde eine Salve abgefeuert, Fanfaren erschollen, und der König und das Zelt waren in eine Rauchwolke gehüllt. Nachdem der Qualm sich verzogen hatte, sah man den König auf seinem Thron, umringt von Ministern, Prinzen und Würdenträgern, die ihm stehend ihren Respekt zollten. Nun wurde ein Dieb vor den König gebracht. Dieser gab den Befehl, den Verbrecher zu köpfen. Ohne auch nur einen Moment zu zögern, schlug der Scharfrichter dem Dieb den Kopf ab, aus dem eine blutähnliche Flüssigkeit trat. Danach hielt der König Audienz mit seinem Hofstaat, als die Nachricht eintraf, daß an der Grenze ein Aufruhr ausgebrochen sei. Der König musterte seine Truppen und entsandte verschiedene Regimenter, verstärkt durch Artillerie, um den Aufstand niederzuwerfen. Kurz darauf hörte man Kanonendonner hinter dem Zelt, und es wurde gesagt, daß die Schlacht in vollem Gange sei. Dieser Jüngling beobachtete die Szene mit großer Verwunderung. Nach dem Ende der königlichen Audienz fiel der Vorhang; und nach ungefähr zwanzig Minuten kam ein Mann mit einer Kiste unter dem Arm hinter dem Zelt hervor. »Was für eine Kiste ist das?«, fragte Ich ihn, »und was war das für ein Schauspiel?« »All die Puppen und ihre ganze Pracht«, antwortete er, »der König, die Prinzen, die Minister, ihr Prunk, ihre Herrlichkeit und ihre Macht – alles, was du gesehen hast, liegt jetzt in dieser Kiste.« Ich schwöre bei Meinem Herrn, der durch ein einziges Wort aus Seinem Munde alle erschaffenen Dinge ins Leben rief: Seit diesem Tag erschien Mir aller Schmuck der Welt wie in diesem Schauspiel. Nie war er von Gewicht, und nichts wird er je bewirken, nicht einmal so viel wie ein Senfkorn. Ich wunderte Mich sehr, daß sich die Menschen solcher Nichtigkeiten rühmen, während die Einsichtsvollen, noch ehe sie die Zeichen des Ruhmes sehen, sich schon seiner Vergänglichkeit bewußt sind. »Nie habe Ich etwas betrachtet, ohne dabei bereits sein Ende zu sehen; und Gott ist wahrlich ein hinreichender Zeuge!« Der Mensch muß die kurze Spanne seines Lebens aufrichtig und gerecht durchschreiten. Sollte jemand außerstande sein, zur Erkenntnis dessen zu gelangen, der die ewige Wahrheit ist, so soll er sich zumindest vernünftig und gerecht verhalten. Bald wird all dies dem Grabe übergeben, wie jener Kiste – der äußerliche Schmuck, die materiellen Schätze, alle irdischen Nichtigkeiten, stattlichen Armeen und Prachtgewänder, all diese stolzen und hochmütigen Seelen. In den Augen der Einsichtsvollen sind all diese Konflikte, Streitigkeiten und prahlerischen Eitelkeiten auf ewig wie kindliche Spiele und Zeitvertreib. Lerne daraus und sei nicht wie die, die sehen und doch leugnen. Wir sagen dies nicht um Unser und Unserer Geliebten willen, denn sie sind bereits gefangen und schwer geprüft und erwarten nichts von Menschen wie dir. Wir wollen nur, daß du dein Haupt vom Lager der Achtlosigkeit erhebst, den Schlummer der Nachlässigkeit abschüttelst und davon ablässest, den Dienern Gottes Unrecht anzutun. Bemühe dich, solange deine Macht und Herrschaft währt, das Leid der Unterdrückten zu lindern. Wenn du gerecht urteilst und den Streit und das Treiben dieser vergänglichen Welt mit klarem Blick betrachtest, wirst du bereitwillig zugeben, daß es dem Puppenspiel gleicht, das Wir beschrieben haben. Lausche den Worten Gottes und brüste dich nicht der Dinge dieser Welt. Was ist aus denen geworden, die wie du zu Unrecht die Herrschaft auf Erden beanspruchten, die versuchten, das Licht Gottes in Seinem Land auszulöschen und das Fundament Seines mächtigen Baus in Seinen Städten zu zerstören? Wo sind sie heute? Sei gerecht in deinem Urteil und kehre zu Gott zurück, damit Er vielleicht die Sünden deines nutzlosen Lebens tilge. Doch wehe, Wir wissen, daß du niemals dahin gelangen wirst, denn so groß ist deine Grausamkeit, daß sie die Hölle lodern und den Geist klagen läßt, die Pfeiler des himmlischen Thrones erschüttert und die Herzen der Gläubigen erbeben läßt. O Völker der Erde! Neigt euer Ohr dem Ruf dieses Unterdrückten und denkt über dieses Gleichnis nach. Vielleicht werdet ihr dann nicht vom Feuer des Selbstes und der Leidenschaft verzehrt und nicht durch weltlichen Tand abgehalten von Ihm, der ewigen Wahrheit. Ruhm und Erniedrigung, Reichtum und Armut, Ruhe und Heimsuchung werden vergehen, und alle Völker dieser Welt werden bald in ihren Gräbern ruhen. Ein Mensch mit Einsicht sollte deshalb seinen Blick auf das Ziel der Ewigkeit richten, auf daß er durch die Gnade des Altehrwürdigen Königs in das ewige Königreich gelange und unter dem Schatten des Baumes Seiner Offenbarung wohne. Obwohl diese Welt voll des Irrtums und des Truges ist, gemahnt sie doch alle Menschen ständig an ihre Vergänglichkeit. Der Tod des Vaters kündigt dem Sohn an, daß auch er sterben wird. Wüßten doch die Bewohner der Welt, die für sich Reichtum angehäuft haben und, weit entfernt von der Wahrheit, in die Irre gehen, wer am Ende Hand an ihre Schätze legen wird – aber bei dem Leben Bahás, niemand weiß es außer Gott, erhaben sei Seine Herrlichkeit. Der Dichter Saná’í – Gottes Gnade ruhe auf ihm – sagte: >»Habt acht, o ihr, deren unziemlicher Wandel euer Angesicht verdunkelt! Habt acht, o ihr, deren Bärte durch das Alter weiß geworden sind!« Wehe, die meisten Menschen schlafen tief. Sie gleichen dem Betrunkenen, der sich in seinem Rausch zu einem Hund hingezogen fühlte, ihn umarmte und ihn zu seinem Gespielen machte. Als aber der Morgen der Unterscheidung dämmerte und das Licht der Sonne den Horizont erhellte, da erkannte er, daß der Gegenstand seiner Zuneigung nur ein Hund war. Daraufhin kehrte er voll Reue und Scham zu seinem Heim zurück. Denke nicht, du hättest diesen Jüngling erniedrigt oder über Ihn gesiegt. Du selbst wirst beherrscht, doch erkennst du es nicht. Das niedrigste und verachtenswerteste aller Dinge befiehlt über dich, nämlich das Selbst und die Leidenschaft, die seit jeher verwerflich waren. Hinderte dich nicht Gottes vollkommene Weisheit, so könntest du deine Hilflosigkeit und die aller Erdenbewohner klar erkennen. Unsere Erniedrigung ist fürwahr der Ruhm Seiner Sache, könntest du es nur verstehen. Noch nie hat dieser Jüngling unhöfliche Worte geschätzt. Höflichkeit ist Unser Gewand, mit dem Wir Unsere gottnahen Diener zieren. Sonst würden auf dieser Tafel einige der Taten enthüllt, von denen du glaubst, sie seien verborgen. O Vertreter der Macht! Diese kleinen Kinder und diese Armen in Gott hätten nicht von Offizieren und Soldaten begleitet werden müssen. Bei unserer Ankunft in Gallipoli trat ein Major mit dem Namen ‘Umar in Unsere Gegenwart. Gott weiß wohl, was er sagte. Nach einem Gespräch, in dem seine Unschuld und deine Schuld zur Sprache kam, erklärten Wir: »Schon früher hätten die Gelehrten dieser Zeit mit diesem Jüngling zusammentreffen können, um festzustellen, welches Vergehen diese Diener begangen haben. Nun aber ist es zu spät, und du bist, wie du selbst sagst, verpflichtet, Uns in der trostlosesten aller Städte einzukerkern. Doch etwas bitte Ich dich, falls du es für möglich hältst, Seiner Majestät dem Sultan zu unterbreiten: Er möge diesem Jüngling eine Unterredung von zehn Minuten gestatten, so daß er Ihn alles fragen kann, was ihm genügt als Beweis für die Glaubwürdigkeit dessen, der die Wahrheit ist. Wenn Gott Ihn befähigt, diesen Beweis zu erbringen, dann soll er diese Unglücklichen entlassen und sie nicht länger behelligen.« Er versprach, die Botschaft zu überbringen und Uns die Antwort mitzuteilen. Wir haben jedoch nichts von ihm gehört. Es ist nicht angemessen, daß Er, der die Wahrheit ist, jemanden aufsucht, da alle erschaffen wurden, Ihm zu gehorchen. Doch angesichts des Zustandes der kleinen Kinder und der großen Zahl von Frauen, die von ihren Freunden und ihrer Heimat getrennt sind, haben Wir zugestimmt, doch ohne Resultat. ‘Umar lebt und ist erreichbar. Erkundige dich bei ihm, auf daß du die Wahrheit erfährst. Die meisten Unserer Gefährten liegen nun krank in diesem Gefängnis, und niemand weiß, was Uns zugestoßen ist, außer Gott, dem Allmächtigen, dem Allwissenden. In den Tagen nach Unserer Ankunft stiegen zwei dieser Diener auf in die Reiche des Himmels. Einen ganzen Tag lang verhinderten die Wachen, daß man ihre gesegneten Leiber beisetzen konnte. Sie bestanden darauf, daß ihnen zuerst alle Kosten für die Leichentücher und die Beerdigung zu zahlen seien, obwohl niemand sie um ihre Hilfe gebeten hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir irdischer Mittel beraubt und baten darum, uns die Angelegenheit zu überlassen und den Anwesenden zu erlauben, die Leichname zu tragen. Aber sie untersagten es. Schließlich wurde ein Teppich in den Basar gebracht, und der Erlös den Wachen gegeben. Später erfuhren wir, daß sie nur eine flache Grube ausgehoben hatten, in der sie die beiden Leichname verscharrten, obwohl sie den doppelten Betrag genommen hatten, der für die Leichentücher und ein ordentliches Begräbnis angemessen gewesen wäre. Die Feder ist machtlos, und der Mund versagt, die Leiden zu beschreiben, die Wir erlitten haben. Doch süßer als Honig ist Mir die Bitternis solcher Heimsuchungen. Wollten doch Mir, der Ich im Meer innerer Bedeutungen vergehe, auf dem Pfade Gottes und um Seiner Liebe willen in jedem Augenblick alle Trübsale dieser Welt auferlegt werden! Wir flehen zu Gott um Geduld und Langmut, denn du bist nur ein schwaches Geschöpf, der Erkenntnis beraubt. Würdest du erwachen und den Duft der Brisen einatmen, die von den Reichen der Ewigkeit her wehen, so gäbest du bereitwillig alles auf, was du besitzest und dessen du dich rühmst, und zögest es vor, in einem der verfallenen Räume dieses Größten Gefängnisses zu wohnen. Flehe zu Gott, daß Er dir ein solch reifes Verständnis gewähre, so daß du lobenswerte Taten von tadelnswerten zu unterscheiden vermagst. Friede sei mit dem, der dem Weg der Rechtleitung folgt!

Lawḥ Fu’ád

Er ist der Heiligste, der Herrlichste! Káf. Ẓá’.A127 Wir rufen dich an von jenseits des Meeres der Größe, über das karminrote Land vom Horizont der Trübsal. Wahrlich, kein Gott ist außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Freigebigsten. Wandle standhaft in Meiner Sache, und folge nicht dem Pfad derer, die, als sie das Ziel ihrer Sehnsucht erreichten, Gott, den Herrn der Herren, leugneten. Bald wird Er sie in Seinem Zorn ergreifen, und Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allunterwerfende. Wisse, daß Gott kraft Seiner souveränen Macht den Angesehensten derer, die Uns verurteilten, ergriff. Als ihn Unsere Strafe ereilte, floh er nach Paris und suchte dort Ärzte auf. »Gibt es für mich keine Hilfe?« fragte er. Ihm wurde auf den Mund geschlagen und beschieden: »Es gibt kein Entrinnen!«A128 Und da er sich dem Engel des Zorns zuwandte, starb er beinahe vor Furcht. »Ich habe ein Haus voller Reichtümer«, sagte er. »Ich besitze einen Palast am Bosporus, Flüsse fließen zu seinen Füßen.« Der Engel antwortete: »Kein Lösegeld wird an diesem Tage von dir angenommen, wolltest du auch alles Sichtbare und Unsichtbare dafür opfern. Hörst du nicht die Seufzer des Gottesvolkes, das du ohne Beweis ins Gefängnis warfst? Deine Tat ließ die Bewohner des Paradieses wehklagen und die, die morgens und abends den Himmelsthron in der Höhe umkreisen. Der Zorn deines Herrn kam über dich, und streng ist Er in Seiner Züchtigung!«A129 Er entgegnete: »Ich herrschte über die Menschen, sieh, hier ist meine Vollmacht.« »Zügle deine Zunge, o Leugner des Tages des Gerichts!«A130 Er flehte: »Ist kein Aufschub möglich, so daß ich nach meiner Familie senden kann?« »Weit gefehlt, o du, der du nicht an die Verse Gottes glaubst!« Darauf riefen die Wächter des unergründlichen Abgrunds nach ihm: »Weit sind die Tore der Hölle geöffnet, dich zu verschlingen, o du, der du dich abgewandt hast von deinem Herrn, dem Unbeschränkten! Steige hinab in ihr Feuer, denn es verlangt nach dir. Hast du vergessen, o du Verworfener, wie deine Tyrannei sogar die Grausamkeit des Pharao, des Herrn der Pfähle,A131 in den Schatten stellte, als du der Nimrod des Zeitalters warst? Bei Gott! Deine Ungerechtigkeit hat den Schleier der Heiligkeit zerrissen und ließ die Säulen des Himmels erzittern. Wo findest du jetzt Zuflucht? Wer schützt dich jetzt vor der schrecklichen Geißel deines Herrn, des Allbezwingenden? Es gibt keinen sicheren Hafen für dich an diesem Tag, o gottloser Zweifler!« Daraufhin übermannte ihn der Todeskampf, und seine Augen brachen. So legten Wir in grimmigem Zorn Hand an ihn, und hart ist die Strafe deines Herrn. Dann rief ihn ein Engel von der rechten Seite des Thrones: »Siehe den Engel der Trübsal. Gibt es einen Ort, dahin du fliehen kannst, außer in die Hölle, in der das HerzA132 kocht?« Und der Engel der Züchtigung nahm seinen Geist zu sich, und eine Stimme verkündete: »Tritt hinab in den bodenlosen Abgrund, der im Buch verheißen ist und den du leugnetest bei Tag und Nacht!« Bald werden Wir den abtreten lassen, der ihm glich,A133 und werden Hand an ihn legen, der das Land regiert,A134 denn Ich bin wahrlich der Allmächtige, der Allbezwingende. Sei standhaft in der Sache Gottes und preise deinen Herrn am Morgen und am Abend. Laß nicht die Verleumdungen dessen, der durch Unsere Gaben so geblendet war, daß er sich von Gott abwandte, dem Herrn aller Namen, das Licht deiner Seele löschen. Er verführt seine Vertrauten, so, wie Satan die seinen. Bald wirst du sehen, wie er in dieser und der künftigen Welt offenkundigen Verlust erleidet. Wahrlich, ihm ist eine schmerzliche Strafe bereitet. Er sandte jemandem in diesem Land einen Brief, ein »Buch der Frevler«A135. Darin verspottete er Gott und schrieb, was alles Erschaffene mit Entsetzen erfüllte. Sprich: Kannst du jemanden finden, der dich beschützt, wenn dich der Zorn Gottes, des Allmächtigen, des Unbezwungenen, ereilt? So haben Wir dir berichtet, was in den Herzen der Menschen verborgen liegt. Wahrlich, dein Herr ist der Allmächtige, der Allwissende. Erhebe dich für diese Sache und versammle Meine Geliebten. Hilf ihnen, die Wahrheit zu erkennen an diesem Tag, da der Menschen Füße straucheln. Sprich: Jeder wahre Gläubige muß seinem Herrn beistehen. Er, wahrlich, ist Unser Helfer, doch dieses Volk hat niemanden, dem es sich an diesem Tage zuwenden kann. Daraufhin ergriffen Wir Mihdí,A136 dem Wir Gottes Strafe in Unseren Büchern und Schriften angekündigt hatten. Als Unsere Gewalt ihn ergriff, da flehte er: »Darf ich meine Schritte nicht rückgängig machen?« Eine Stimme rief aus: »Wehe dir, o du, der du nicht an den Tag der Auferstehung glaubst! Dies ist das Feuer der Hölle, und seine Flammen wurden für dich geschürt. In deinem nutzlosen Leben vollbrachtest du nicht eine rechtschaffene Tat, und nun hast du niemanden, der dich vor Gott beschützt. Wahrlich, wegen dir wurden alle Herzen verzehrt, wegen dir wehklagte der Heilige Geist.« Er flehte: »Gibt es keine Rettung für mich?« »Nein, bei meinem Herrn, was du auch tust!« Da schrie er in solcher Verzweiflung auf, daß die Toten in den Gräbern erzitterten, und die Hand unüberwindlicher Macht ergriff ihn. Eine Stimme verkündete: »Kehre zurück zum Sitz des Zorns im Feuer der Hölle; elend und übel sei deine Behausung!« So legten Wir Hand an ihn, wie Wir auch seine Vorgänger ergriffen. Sehet ihre Häuser, die Wir den Spinnen überlassen, und habt acht, o ihr, denen Verstand gegeben ist! Er hat sich Gott widersetzt, und für ihn wurden die Verse des Zornes im Buche offenbart. Gesegnet ist, wer es liest und über seinen Inhalt nachdenkt, denn ihn erwartet fürwahr ein gutes Ende. So haben Wir dir über das Los der Frevler berichtet, um deine Augen zu trösten. Doch dir birgt die Zukunft ein seliges Ende.

Súratu’l-Mulúk

Er ist der Allmächtige ! Dies ist eine Tafel dieses Dieners, der im Reich der Namen Ḥusayn genannt wird, an die Könige der Erde. Vielleicht nähern sie sich ihr im Geiste des Wohlwollens, entdecken in ihrer Botschaft die Geheimnisse göttlicher Vorsehung und verstehen ihre Bedeutung. Und vielleicht geben sie all ihren Besitz auf, wenden sich der Heimstatt der Heiligkeit zu und nähern sich Gott, dem Allherrlichen, dem unvergleichlich Schönen. O Könige der Erde! Hört auf die Stimme Gottes, die von diesem erhabenen, früchtebeladenen Baume aus ruft, der den Karminroten Hügeln auf der heiligen Ebene entsprossen ist, und die Worte anstimmt: »Es ist kein Gott außer Ihm, dem Mächtigen, dem Allvermögenden, dem Allweisen.« Dies ist ein Ort, den Gott gesegnet hat für die, die ihn betreten, ein Ort, an dem Seine Stimme aus dem himmlischen Baum der Heiligkeit vernommen wird. Fürchtet Gott, o ihr Könige, und laßt euch diese erhabenste Gnade nicht entgehen. So werft denn euren Besitz hinweg und klammert euch an den Halt Gottes, des Erhabenen, des Großen. Wendet eure Herzen dem Antlitz Gottes zu, gebt auf, wonach euch eure Wünsche trachten ließen, und gehört nicht zu den Verlorenen. O Diener, berichtet ihnen die Geschichte ‘AlísA137, wie Er zu ihnen kam mit der Wahrheit, mit Seinem herrlichen und gewichtigen Buch, in Seinen Händen ein Zeugnis und einen Beweis von Gott mit heiligen, gesegneten Zeichen. Ihr jedoch, o Könige, habt versäumt, das Gedenken Gottes in Seinen Tagen zu achten und euch von den Lichtern führen zu lassen, die aufgingen und aufleuchteten über dem Horizonte eines strahlenden Himmels. Ihr erforschtet nicht Seine Sache, was doch besser für euch gewesen wäre als alles, worauf die Sonne scheint – o könntet ihr es doch verstehen! Ihr bliebt unachtsam, bis die Geistlichen Persiens in ihrer Grausamkeit das Urteil über Ihn fällten und Ihn zu Unrecht töteten. Sein Geist stieg zu Gott empor, und die Augen der Bewohner des Paradieses und die Engel, die Ihm nahe sind, weinten bitterlich über diese Grausamkeit. Hütet euch, weiterhin so achtlos zu sein, wie ihr es ehedem wart. So kehrt denn zu Gott, eurem Schöpfer, zurück, und gesellt euch nicht zu den Achtlosen. Sprich: Die Sonne der StatthalterschaftA138 ist aufgegangen, der Punkt des Wissens und der Weisheit wurde entfaltet, und der Beweis Gottes, des Allmächtigen, des Allweisen, ward offenbar. Sprich: Der Mond der Ewigkeit ist mitten am Himmel aufgegangen, und sein Licht hat die Bewohner der himmlischen Reiche erleuchtet. Mein Antlitz kam aus den Schleiern hervor und goß seine Strahlen auf alles, was im Himmel und auf Erden ist. Doch habt ihr euch Ihm nicht zugewandt, obgleich ihr für Ihn geschaffen seid, o ihr Könige! Befolgt daher, was Ich euch sage, hört darauf mit euren Herzen und gehört nicht zu denen, die sich abgewandt haben. Denn euer Ruhm beruht nicht auf eurer Herrschaft, sondern auf eurer Nähe zu Gott und dem Befolgen Seines Gebots, wie es in Seinen heiligen und verwahrten Tafeln herniedergesandt wurde. Sollte einer von euch über die ganze Erde herrschen und über alles, was darinnen und darauf besteht, ihre Meere, ihre Länder, ihre Berge und ihre Ebenen, doch Gott würde seiner nicht gedenken – all dies würde ihm nichts nützen, o könntet ihr es doch erkennen! Wisset, daß der Ruhm eines Dieners in seiner Nähe zu Gott liegt und daß nichts ihm nützen kann, so er sich Ihm nicht naht, selbst wenn er über die ganze Schöpfung herrschte. Sprich: Der Windhauch Gottes weht vom Paradiese her über euch, aber ihr habt ihn mißachtet und es vorgezogen, in eurem Eigensinn zu verharren. Gott hat euch Seine Führung angeboten, ihr aber seid ihr nicht gefolgt und habt es vorgezogen, ihre Wahrheit zurückzuweisen. Die Lampe Gottes wurde in der Nische Seiner Sache entzündet, ihr aber habt es versäumt, den Glanz Seiner Herrlichkeit zu suchen und euch diesem Licht zu nähern, und noch immer schlaft ihr auf dem Lager der Achtlosigkeit! So erhebt euch denn, seid standhaft, macht wieder gut, was ihr versäumt habt, und geht Seinem heiligen Hof entgegen am Gestade Seines mächtigen Meeres, auf daß euch die Perlen der Erkenntnis und Weisheit offenbar werden, die Gott für euch in der Muschel Seines strahlenden Herzens verwahrt. Dies ist der beste Rat – haltet euch daran, auf daß ihr zu denen zählt, die rechtgeleitet sind. Hütet euch, daß ihr den Odem Gottes nicht hindert, über eure Herzen zu wehen, den Odem, durch den die Herzen derer, die sich Ihm zuwenden, belebt werden. Hört auf die Ermahnungen, die Wir euch in dieser Tafel offenbart haben, damit Gott euch erhöre und die Pforten Seiner Gnade vor euch öffne. Er ist wahrlich der Mitleidvolle, der Barmherzige. Fürchtet Gott, o Könige der Erde, und hütet euch, die Grenzen zu überschreiten, die der Allmächtige gesetzt hat. Haltet die Gebote, die euch in Seinem Buche gegeben sind, und übertretet sie nicht. Seid wachsam, damit ihr niemandem Unrecht zufügt, und sei es auch so gering wie ein Senfkorn. Beschreitet den Pfad der Gerechtigkeit, denn dieser ist wahrlich der gerade Pfad. Legt eure Streitigkeiten bei und rüstet ab, damit die Last eurer Ausgaben leichter werde und eure Gemüter und Herzen zur Ruhe kommen. Heilt die Zwietracht, die euch spaltet, dann werdet ihr kein Kriegsgerät mehr nötig haben außer dem, was der Schutz eurer Städte und Gebiete erfordert. Fürchtet Gott und hütet euch, die Grenzen des rechten Maßes zu überschreiten und zu den Maßlosen zu gehören. Wir haben erfahren, daß ihr Jahr für Jahr eure Ausgaben vermehrt und die Lasten dafür euren Untertanen aufbürdet. Dies ist wahrlich mehr als sie tragen können und ein bitteres Unrecht. Entscheidet gerecht zwischen den Menschen, und werdet zu Wahrzeichen der Gerechtigkeit unter ihnen. Dies ist es, so ihr billig urteilt, was euch ansteht und eurer Stufe entspricht. Hütet euch, jemandem Unrecht zu tun, der euch anruft und unter euren Schutz tritt. Wandelt in der Furcht des Herrn, und führt ein gottgefälliges Leben. Verlaßt euch nicht auf eure Macht, eure Heere und Schätze. Setzt euer ganzes Vertrauen und eure Zuversicht auf Gott, der euch erschaffen hat, und sucht in allem Seinen Beistand. Hilfe kommt allein von Ihm. Er hilft, wem Er will, mit den Scharen der Himmel und der Erde. Wisset, daß die Armen Gottes Pfand in eurer Mitte sind. Seid achtsam, daß ihr dieses Pfand nicht veruntreut, daß ihr nicht ungerecht an ihnen handelt und auf den Wegen der Treulosen wandelt. Ihr werdet ganz gewiß über Sein Pfand zur Rechenschaft gezogen werden an dem Tage, da die Waage der Gerechtigkeit aufgestellt, da jedem vergolten wird, wie ihm gebührt, da die Taten aller Menschen, ob reich oder arm, gewogen werden. Wenn ihr den Ratschlägen, die Wir in unvergleichlicher, deutlicher Sprache auf dieser Tafel offenbaren, keine Beachtung schenkt, wird göttliche Züchtigung von allen Seiten über euch kommen, und Seine Gerechtigkeit wird über euch ihr Urteil fällen. An jenem Tage werdet ihr keine Macht haben, Ihm zu widerstehen, und eure Ohnmacht erkennen. Habt Erbarmen mit euch selbst und mit denen, die euch unterstehen. Richtet zwischen ihnen nach den Regeln, die Gott auf Seiner heiligsten, erhabensten Tafel niedergelegt hat, einer Tafel, auf der Er allem sein festgesetztes Maß zugewiesen und eine deutliche Erklärung aller Dinge gegeben hat, einer Tafel, die selbst Mahnung ist für alle, die an Ihn glauben. Prüfet Unsere Sache, erforschet alles, was Uns widerfahren ist, entscheidet gerecht zwischen Uns und Unseren Feinden, und verfahret unparteiisch mit eurem Nächsten. Wenn ihr der Hand des Unterdrückers nicht Einhalt gebietet, wenn ihr versäumt, die Rechte der Getretenen zu schützen, welches Recht habt ihr dann, euch vor den Menschen zu brüsten? Wessen könnt ihr euch zu Recht rühmen? Sind es eure Speise und euer Trank, auf die ihr stolz seid, oder die Schätze, die ihr hortet, die Vielfalt und der Wert des Schmucks, mit dem ihr euch behängt? Bestünde wahrer Ruhm im Besitz solch vergänglicher Dinge, dann müßte die Erde, auf der ihr geht, sich vor euch brüsten, weil sie euch nach dem Ratschluß des Allmächtigen mit eben diesen Dingen versorgt und beschenkt. Tief in ihr ist alles enthalten, was ihr besitzet, wie Gott es verfügt hat. Aus ihr schöpft ihr euren Reichtum als Zeichen Seiner Barmherzigkeit. So betrachtet denn euren Zustand. Seht, worauf ihr stolz seid! Könntet ihr es doch begreifen! Nein, bei Ihm, der das Reich der ganzen Schöpfung in Seinem Griff hält! Euer wahrer, bleibender Ruhm liegt einzig in eurem entschiedenen Festhalten an den Geboten Gottes, in der rückhaltlosen Befolgung Seines Gesetzes, in der Entschlossenheit, mit der ihr darauf achtet, daß sie angewandt werden, und darin, daß ihr unbeirrt dem rechten Wege folgt. O Könige der Christenheit! Vernahmt ihr nicht das Wort Jesu, des Geistes Gottes: »Ich gehe hin und komme wieder zu euch«Q37? Warum versäumtet ihr dann, als Er wiederkam zu euch in den Wolken des Himmels, Ihm zu nahen, auf Sein Antlitz zu schauen und in Seine Gegenwart zu gelangen? An anderer Stelle sagt Er: »Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommt, wird Er euch in alle Wahrheit leiten.«Q38 Doch seht, als Er die Wahrheit brachte, da weigertet ihr euch, Ihm euer Angesicht zuzuwenden, und ergötztet euch weiter mit Spiel und Tand. Ihr hießet Ihn nicht willkommen, noch suchtet ihr Seine Gegenwart, um die Verse Gottes aus Seinem Munde zu hören und der vielfältigen Weisheit des Allmächtigen, des Allherrlichen, des Allweisen, teilhaftig zu werden. Ihr habt versagt und so den Odem Gottes daran gehindert, über euch zu wehen. Eurer Seele habt ihr die Süße seines Duftes vorenthalten, und weiter streift ihr voll Ergötzen durch das Tal verderbter Lüste. Bei Gott! Ihr werdet vergehen mit allem, was ihr besitzet. Fürwahr, zu Gott werdet ihr zurückkehren und in der Gegenwart dessen, der die ganze Schöpfung zusammenrufen wird, zur Rechenschaft gezogen für das, was ihr getan. Habt ihr nicht gehört, was im Evangelium berichtet wird über die, »welche nicht aus Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind«Q39 – das heißt jene, die durch Gottes Macht erstanden? Hierdurch wird deutlich, daß ein Mensch in der Welt der Schöpfung erscheinen kann, der wahrlich ganz von Gott ist, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Allweisen. Wie kommt es, daß ihr, als ihr von Unserer Sache erfuhrt, versäumtet, Uns selbst danach zu fragen, damit ihr Wahrheit von Falschheit unterscheiden könnt, Unser Ziel erfahrt und von den Heimsuchungen hört, die Wir von einem eigensinnigen, verlorenen Geschlecht erduldet haben? O Gesandter des Königs von Paris!A139 Hast du vergessen, was das Evangelium des Johannes über das Wort und seine Offenbarungen sagt? Und hast du vergessen, was der GeistA140 über die Manifestationen des Wortes sprach? Gehörst du denn zu den Achtlosen? Wenn nicht, warum hast du dich dann mit dem Gesandten PersiensA141 verschworen, Uns zuzufügen, was die Herzen derer, denen Erkenntnis zuteil ward, schmelzen, die Tränen der Bewohner des Reiches der Ewigkeit fließen und die Seelen der Gott Nahen klagen ließ? Und all dies hast du getan, ohne Unsere Sache zu untersuchen oder ihre Wahrheit zu erkennen. Wäre es nicht deine Pflicht gewesen, diese Sache zu prüfen, dich über das, was Uns widerfahren, zu informieren und gerecht zu urteilen? Deine Tage sind gezählt, deine Amtszeit neigt sich ihrem Ende zu, und all dein Besitz wird nicht mehr sein. Dann wirst du in der Gegenwart des allmächtigen Königs für das zur Rechenschaft gezogen, was deine Hände begangen. Wie viele Staatsdiener waren vor dir, Männer, die dich an Macht und Rang überragten, größeren Reichtum besaßen – und doch wurden sie zu Staub und hinterließen auf Erden weder Namen noch Spur. Heute umfängt sie schmerzliche Reue. Unter ihnen sind jene, die in ihrer Pflicht gegenüber Gott versagten, ihren Begierden folgten und den Pfad der Lust und Bosheit beschritten. Doch unter ihnen sind auch solche, die sich an Gottes Verse hielten, die unter dem Schirm der göttlichen Führung Gerechtigkeit walten ließen und in den Schutz der Gnade ihres Herrn eintraten. Ich ermahne dich und jene, die dir gleichen, niemanden so zu behandeln, wie du Uns behandelt hast. Hüte dich davor, der Fußspur Satans zu folgen und den Weg des Unrechts zu gehen. Nehmt von der Welt nur, wessen ihr bedürft, und verzichtet auf alles andere. Urteilt gerecht, und seid nicht wie jene, die vom Pfad der Gerechtigkeit abgeirrt sind. Zwanzig Jahre sind vergangen, o Könige, und in dieser Zeit erfuhren Wir jeden Tag die Pein einer neuen Trübsal. Keiner von denen, die vor Uns waren, hat erlitten, was Wir erlitten. Könntet ihr es doch erkennen! Die gegen Uns aufstanden, haben uns getötet, haben unser Blut vergossen, unseren Besitz geplündert und unsere Ehre verletzt. Obwohl der meisten unserer Leiden gewahr, habt ihr versäumt, die Hand des Angreifers zurückzuhalten. Ist es denn nicht eure klare Pflicht, der Tyrannei des Unterdrückers Einhalt zu gebieten und unparteiisch mit euren Untertanen zu verfahren, auf daß euer hoher Gerechtigkeitssinn der ganzen Menschheit offenkundig werde? Gott hat euren Händen die Zügel der Herrschaft über die Menschen anvertraut, auf daß ihr mit Gerechtigkeit über sie herrscht, die Rechte der Unterdrückten schützt und die Frevler bestraft. So ihr dieser Pflicht, die Gott euch in Seinem Buch auferlegt hat, nicht nachkommt, werden eure Namen vor Ihm zu den Ungerechten gezählt. Groß, fürwahr, ist eure Torheit! Folgt ihr dem, was euer Wahn euch eingab, und mißachtet ihr die Gebote Gottes, des Höchsterhabenen, des Unzugänglichen, des Allbezwingenden, des Allmächtigen? Gebt auf, was ihr besitzt, und tut, was Gott euch geboten hat. Suchet Seine Gnade, denn wer sie sucht, beschreitet Seinen geraden Pfad. Seht Unsere Lage und die Leiden und Nöte, die Uns plagen; vergeßt Uns nicht, sei es auch nur für einen Augenblick, und urteilt gerecht zwischen Uns und Unseren Feinden. Dies wird fürwahr von offenbarem Vorteil für euch sein. So berichten Wir euch Unsere Geschichte und erzählen, was Uns widerfahren, damit ihr Unsere Leiden hinwegnehmt und Unsere Last erleichtert. Wer will, befreie Uns aus Unserer Not, und was den betrifft, der es nicht will – Mein Herr ist gewiß der beste Helfer! Warne das Volk, o Diener, und mache es vertraut mit dem, was Wir auf Dich herniedersandten. Lasse Dich durch niemanden schrecken und sei kein Zauderer. Der Tag wird kommen, da Gott Seine Sache erhöht und Sein Zeugnis vor den Augen aller, die in den Himmeln und auf Erden sind, verherrlichen wird. Setze allezeit Dein ganzes Vertrauen auf Deinen Herrn, richte Deinen Blick auf Ihn und wende Dich ab von allen, die Seine Wahrheit verwerfen. Lasse Gott, Deinen Herrn, Deinen alleinigen Beistand sein. Wir haben gelobt, Deinen Triumph auf Erden zu sichern und Unsere Sache vor allen Menschen zu erhöhen, selbst wenn kein König sich fände, der Dir sein Angesicht zuwendet. Erinnere Dich Deiner Ankunft in der StadtA142, wie die Minister des Sultans glaubten, ihre Gesetze und Gepflogenheiten seien Dir unbekannt, und Dich für einen Narren hielten. Sprich: Ja, bei Meinem Herrn! Nichts weiß Ich, als was Gott Mich in Seiner gütigen Huld zu lehren beliebte. Dies bezeugen Wir mit Gewißheit und bekennen es ohne Zögern. Sprich: Wenn die Gesetze und Regeln, die ihr so wichtig nehmt, von euch selbst stammen, werden Wir sie keineswegs befolgen. So wurde Ich von Ihm, dem Allweisen, dem Allwissenden, unterwiesen. So hielt Ich es in der Vergangenheit, und so wird es durch die Kraft und Macht Gottes auch in Zukunft bleiben. Dies ist fürwahr der wahre, der rechte Weg. Stammen sie aber von Gott, so bringt eure Beweise vor, wenn ihr die Wahrheit sprecht. Wir haben in einem Buche, in dem das Tun aller Menschen verzeichnet ist, wie unbedeutend es auch sei, alles festgehalten, was sie Dir zur Last legen, und alles, was sie Dir angetan. Sprich: O ihr Diener des Staates! Haltet euch an Gottes Gebote, gebt eure eigenen Regeln und Gesetze auf und gehört zu den Rechtgeleiteten. Dies ist für euch besser als alles, was ihr besitzt – wenn ihr es doch wüßtet! So ihr das Gebot Gottes übertretet, wird kein Jota, kein Deut eurer Werke in Seinen Augen annehmbar sein. Binnen kurzem werdet ihr die Folgen dessen erkennen, was ihr in diesem nutzlosen Leben getan, und es wird euch dafür vergolten werden. Dies ist wahrlich die Wahrheit, die unbezweifelbare Wahrheit. Wie groß ist die Zahl derer, die in vergangener Zeit begingen, was ihr begangen, und die, auch wenn sie im Rang über euch standen, schließlich, zum Staube zurückgekehrt, dem Gericht überantwortet wurden, dem keiner entrinnt! O daß ihr doch die Sache Gottes in eurem Herzen bedächtet! Ihr werdet ihren Spuren folgen und einen Ort betreten müssen, wo ihr niemanden findet, der euch hilft. Dann werdet ihr wahrlich über euer Tun befragt und zur Rechenschaft gezogen werden. Denn ihr habt eure Pflichten gegenüber der Sache Gottes versäumt und Seine Geliebten verächtlich zurückgewiesen, obwohl ihre Aufrichtigkeit unzweifelhaft war. Gemeinsam habt ihr Rat über sie gehalten, ihr, die ihr lieber der Stimme eurer Gelüste folgt und den Befehl Gottes, des Helfers in der Not, des Allmächtigen, unbeachtet laßt. Sprich: Wie? Haltet ihr euch an eure eigenen Regeln und Gesetze und schlagt die Gebote Gottes in den Wind? Fürwahr, ihr habt euch selbst und andere ungerecht behandelt. Könntet ihr es doch erkennen! Sprich: Wenn eure Gesetze auf Gerechtigkeit beruhen, warum folgt ihr dann solchen, die euren verderbten Neigungen entsprechen, und verwerft jene, die euren Wünschen zuwiderlaufen? Mit welchem Recht behauptet ihr dann, gerecht zwischen den Menschen zu richten? Rechtfertigen denn eure Gesetze, Ihn zu verfolgen, der sich auf euer Geheiß bei euch einfand, Ihn zurückzuweisen und Ihm täglich bitteres Unrecht zuzufügen? Hat Er euch jemals auch nur für einen Augenblick den Gehorsam verweigert? Alle Bewohner des Irak und darüber hinaus jeder, der die Dinge verständig betrachtet, wird die Wahrheit Meiner Worte bezeugen. Seid gerecht in eurem Urteil, o ihr Diener des Staates! Was haben Wir getan, das Unsere Verbannung rechtfertigen könnte? Mit welchem Vergehen läßt sich Unsere Ausweisung begründen? Wir haben bei euch vorgesprochen, doch seht, ihr habt euch geweigert, Uns zu empfangen! Bei Gott, schweres Unrecht habt ihr begangen – ein Unrecht, mit dem sich kein Unrecht auf Erden vergleichen läßt. Dies bezeugt der Allmächtige selbst. Habe Ich irgendwann eure Gesetze übertreten oder einem der Amtsträger im Irak nicht gehorcht? Erkundigt euch bei ihnen, damit ihr Uns besser einschätzen könnt und wohlunterrichtet seid. Hat sich jemand bei ihnen über Uns beschwert? Hat man von Uns jemals auch nur ein Wort gehört, das in Widerspruch zu dem gestanden hätte, was Gott in Seinem Buch offenbart hat? Legt daher eure Beweise dar, so daß Wir eure Taten billigen und eure Behauptungen anerkennen können! Hättet ihr Uns in Übereinstimmung mit euren Prinzipien behandelt, so hättet ihr Uns Respekt und Ehre dafür erweisen müssen, daß Wir Uns an eure Befehle gehalten und befolgt haben, was ihr zu bestimmen beliebtet. Ebenso wäre es angemessen gewesen, daß ihr die Schulden übernehmt, die Wir, euren Weisungen folgend, im Irak auf Uns geladen haben. Ihr hättet Uns anhören, den Bericht Unserer Leiden zur Kenntnis nehmen und gerecht urteilen müssen, so, wie wenn ihr über euch selbst urteilen müßtet. Ihr hättet Uns nicht wünschen dürfen, was ihr für euch selbst nicht wünscht, sondern Uns großmütig behandeln sollen. Bei Gott! Ihr habt Uns weder nach euren eigenen Prinzipien behandelt noch nach denen anderer; vielmehr seid ihr euren Leidenschaften gefolgt, o ihr Schar der Stolzen und Eigensinnigen! O Vogel der Heiligkeit! Schwinge Dich auf in den Himmel der Gemeinschaft mit Mir, und berichte dem Volk, was Wir Dir in den wogenden Meeren der Unsterblichkeit jenseits des Berges der Erhabenheit enthüllten. Fürchte niemanden, und setze Dein Vertrauen in Gott, den Allmächtigen, den Wohltäter. Wir werden Dich wahrlich vor denen beschützen, die ohne ein klares Zeichen von Gott oder einem erleuchteten Buch Dir schweres Unrecht zugefügt haben. Sprich: Gott ist Mein Zeuge, o Schar der Gleichgültigen! Wir sind nicht zu euch gekommen, um Aufruhr und Verderben in eurem Land zu stiften. Nein, Wir kamen vielmehr auf Geheiß des Sultans, um eure Sache zu erhöhen, euch die Weisheit zu lehren und euch an das zu erinnern, was ihr vergessen habt – wie Er wahrlich sagte: »Warne sie, denn wahrlich, Deine Warnung wird den Gläubigen nützen.«Q40 Aber ihr hörtet nicht auf die süßen Melodien des Geistes und neigtet euer Ohr Unseren Feinden, die nur sprechen, wozu ihre Leidenschaften sie antreiben. Satan gaukelte ihnen vor, recht zu tun, und sie verleumdeten Uns. Habt ihr nicht gehört, was in Seinem mächtigen, deutlichen Buch offenbart wurde: »Wenn ein Frevler mit einer Kunde zu euch kommt, so vergewissert euch.«Q41? Warum habt ihr dann Gottes Befehl verworfen und seid den Spuren derer gefolgt, deren Ziel es ist, Unheil zu stiften? Wir haben vernommen, einer der Verleumder habe behauptet, dieser Diener habe während Seines Aufenthalts im Irak Wucher betrieben und Reichtum angesammelt. Sprich: Wie könnt ihr beurteilen, wovon ihr nichts wißt? Wie könnt ihr die Diener Gottes verleumden und euch einen so teuflischen Verdacht zu eigen machen? Und wie könnte diese Anschuldigung zutreffen, da Gott doch ein solches Verhalten Seinen Dienern in einem heiligen, wohlverwahrten Buch verboten hat, das Muḥammad, dem Gesandten Gottes und dem Siegel der Propheten, offenbart wurde, und das Er zu Seinem unvergänglichen Zeugnis bestimmte und zu Seiner Führung und Mahnung für die ganze Menschheit? Dies ist nur eine der Fragen, in denen Wir Uns den Geistlichen Persiens widersetzen, indem wir den Menschen gemäß der Schrift Wucher verboten haben. Gott bezeugt die Wahrheit Meiner Worte. »Ich will meine Seele nicht freisprechen, denn die Seele gebietet das Böse.«Q42 Wir wollen euch nur die Wahrheit kundtun, damit ihr darüber Bescheid wißt, Gott fürchtet und rechtschaffen handelt. Hütet euch davor, euer Ohr denen zu neigen, von denen der faule Geruch der Bosheit und der Heuchelei ausgeht. Achtet ihrer nicht und entsagt der Welt. Wisset: die Welt mit all ihrem Tand und Gepränge wird vergehen. Nichts ist von Dauer außer dem Reich Gottes, das niemandem gehört außer Ihm, dem Herrn über alle, dem Helfer in der Not, dem Allherrlichen, dem Allmächtigen. Die Tage eures Lebens schwinden dahin, und alles, womit ihr euch befaßt und dessen ihr euch rühmt, wird vergehen. Eine Schar Seiner Engel wird euch zu Gericht laden an den Ort, wo der ganzen Schöpfung die Glieder erbeben, wo es jeden Tyrannen eiskalt überläuft. Man wird euch befragen, was eure Hände in eurem nichtswürdigen Leben gewirkt haben, und euer Tun wird euch vergolten werden. Dies ist der Tag, der unvermeidlich über euch kommen wird, die Stunde, der niemand entrinnen kann. So bezeugt es die Zunge dessen, der die Wahrheit spricht und alle Dinge kennt. Fürchtet Gott, ihr Bewohner der StadtA143, und sät nicht die Saat der Zwietracht unter den Menschen. Beschreitet nicht die Pfade Satans. Wandelt während der wenigen Tage, die euch noch verbleiben, auf den Wegen des einen, wahren Gottes. Eure Tage werden entschwinden wie die Tage derer, die vor euch waren. Zum Staube werdet ihr zurückkehren, wie eure Vorväter zum Staube zurückgekehrt sind. Wisset, daß Ich niemanden fürchte außer Gott. Nur auf Ihn setze Ich Mein Vertrauen, nur an Ihn will Ich Mich halten und nur wünschen, was Er für Mich wünscht. Dies ist fürwahr Meines Herzens Sehnsucht, o daß ihr es doch wüßtet! Gott, dem Herrn aller Welten, habe Ich Leib und Seele als Opfer dargebracht. Wer Gott erkannt hat, sieht keinen außer Ihm, und wer Gott fürchtet, der fürchtet keinen außer Ihm, selbst wenn sich alle Mächte der Erde wider ihn verbündeten. Ich spreche nur auf Sein Geheiß und folge durch die Kraft Gottes und Seine Macht nur Seiner Wahrheit. Er wird wahrlich die Wahrhaftigen belohnen. Berichte, o Diener, was Du bei Deiner Ankunft in der Stadt gesehen, damit Dein Zeugnis den Menschen erhalten bleibe und denen, die glauben, zur Warnung diene. Bei Unserer Ankunft in der Stadt kamen Uns ihre Amtsträger und Ältesten vor wie Kinder, die miteinander im Sand spielen. Keinen fanden Wir reif, von Uns die Wahrheiten anzunehmen, die Gott Uns gelehrt hat, noch bereit für Unsere wundersamen Worte der Weisheit. Unser inneres Auge weinte bitterlich über sie, über ihre Vergehen und die völlige Mißachtung all dessen, wozu sie erschaffen sind. Was Wir in jener Stadt gesehen haben, beschlossen Wir, in Unserem Buche aufzuzeichnen, damit es ihnen und der übrigen Menschheit zur Warnung diene. Sprich: Wenn ihr nach diesem Leben und seinen Nichtigkeiten trachtet, hättet ihr sie suchen sollen, als ihr noch im Leib eurer Mutter wart, denn da kamt ihr diesen Dingen immer näher – könntet ihr es doch fassen! Doch habt ihr euch, seit ihr geboren wart und zur Reife kamt, immer mehr von der Welt entfernt und dem Staube genähert. Warum also legt ihr solche Raffgier nach den Schätzen der Erde an den Tag, wo doch eure Tage gezählt und eure Gelegenheiten bald vertan sind? Wollt ihr denn nicht den Schlaf abschütteln, o ihr Achtlosen? Neigt euer Ohr den Ratschlägen, die dieser Diener euch um Gottes willen gibt. Wahrlich, Er heischt keinen Lohn von euch; Er begnügt sich mit dem, was Gott Ihm bestimmt hat, und ist dem Willen Gottes ganz ergeben. Die Tage eures Lebens sind fast dahin, o Volk, und rasch naht euer Ende. Laßt darum ab von dem, was ihr ersonnen und woran ihr euch klammert, und haltet euch fest an Gottes Gebote, damit ihr erreicht, was Er euch bestimmt hat, und zu denen zählt, die den rechten Weg gehen. Ergötzt euch nicht an den Dingen der Welt und ihrem eitlen Tand und setzt nicht eure Hoffnung auf sie. Vertraut auf das Gedenken Gottes, des Höchsterhabenen, des Größten. Bald wird Er alles, was ihr besitzt, vergehen lassen. Fürchtet Ihn, vergeßt nicht Seinen Bund mit euch, und gehört nicht zu denen, die wie durch einen Schleier von Ihm getrennt sind. Hütet euch, daß ihr euch nicht stolz vor Gott aufbläht und Seine Geliebten verächtlich zurückweist. Beugt euch in Demut vor den wahren Gläubigen, vor denen, die an Gott und Seine Zeichen glauben, deren Herz Seine Einheit bezeugt, deren Zunge Seine Einzigkeit verkündet, und die nicht reden, es sei denn mit Seiner Erlaubnis. So ermahnen Wir euch mit Gerechtigkeit und warnen euch mit Wahrheit, damit ihr vielleicht erweckt werdet. Bürdet keiner Seele eine Last auf, die ihr selbst nicht tragen wollt, und wünscht niemandem, was ihr euch selbst nicht wünscht. Dies ist der beste Rat für euch, wolltet ihr ihn doch beherzigen! Achtet die Religionsgelehrten unter euch, deren Lebenswandel mit ihrem Bekenntnis übereinstimmt, die die Grenzen, die Gott gesetzt hat, nicht überschreiten und deren Urteil Seinem Geheiß entspricht, wie es in der Schrift offenbart ist. Wisset, daß sie die Lampe der Führung sind für alle, die in den Himmeln und auf Erden wohnen. Wer diese Gelehrten unter euch mißachtet und geringschätzt, hat wahrlich die Gunst, mit der Gott ihn gesegnet hat, verwirkt. Sprich: Der Tag wird kommen, da Gott euch Seine Gunst entzieht. Nichts entgeht Ihm. Er kennt die Geheimnisse der Himmel und der Erde. Sein Wissen umfaßt alle Dinge. Frohlocket nicht darüber, was ihr getan oder noch tun werdet, und weidet euch nicht an der Trübsal, mit der ihr Uns heimgesucht habt, denn damit könnt ihr eure Stufe nicht erhöhen – wolltet ihr doch euer Tun mit klarem Blick betrachten. Ihr werdet auch nicht fähig sein, die Erhabenheit Unseres Ranges zu schmälern. Nein, Gott wird Uns noch reichlicher vergelten, daß Wir Unsere Heimsuchungen mit unerschütterlicher Geduld ertragen haben. Wahrlich, Er wird den Lohn derer erhöhen, die in Geduld ausharren. Wisset, daß Prüfungen und Heimsuchungen seit unvordenklichen Zeiten das Los der Erwählten Gottes und Seiner Geliebten und jener Seiner Diener waren, die von allem außer Ihm losgelöst sind, die weder Handel noch Wandel vom Gedenken an den Allmächtigen ablenkt, die nicht sprechen, ehe Er gesprochen hat, und nach Seinem Gebote handeln. So ist es Gottes Weg und Wirken von jeher gewesen, und so wird es auch in Zukunft sein. Selig, wer standhaft bleibt in Leid und Not, wer nicht darüber klagt, was ihm widerfährt, und auf dem Pfade der Geduld wandelt. Was Uns widerfahren ist, wurde schon früher bezeugt. Unser Becher ist nicht der erste, der im Gebiet des Islam zerschlagen wurde, noch ist es das erste Mal, daß solche Ränkeschmiede gegen die Geliebten Gottes intrigierten. Uns widerfuhr gleiches wie zuvor Ḥusayn, als die Boten der Verschwörer, die in ihren Herzen Haß und Groll trugen, zu ihm kamen und ihn baten, aus der Stadt herauszukommen. Und als er sich ihnen, begleitet von seinen Verwandten, näherte, erhoben sie sich mit aller Macht gegen ihn und erschlugen ihn, schlachteten seine Söhne und Brüder ab und nahmen den Rest seiner Familie gefangen. So geschah es in früherer Zeit, und Gott bezeugt wahrlich Meine Worte. Aus seiner Linie überlebte niemand, weder alt noch jung, mit Ausnahme seines Sohnes ‘Alí al-Awsat, bekannt als Zaynu’l-‘Ábidín. Seht, o ihr Achtlosen, wie hell damals das Feuer der Liebe Gottes im Herzen Ḥusayns loderte, so ihr Menschen seid, die nachdenken! So stark wurde seine Flamme, daß Inbrunst und Verlangen ihm schließlich die Zügel der Geduld aus den Händen nahmen und die Liebe zu dem Allbezwingenden sein Herz so verzückte, daß er sein Leben und all seinen Besitz hingab auf dem Pfade Gottes, des Herrn der Welten. Bei Gott! Süßer war dies in seinen Augen, als über Erde und Himmel zu herrschen. Denn der wahre Liebende wünscht nichts als den Geliebten, und der Sucher strebt nur nach dem Ziel seines Suchens. Ihre Herzen sehnen sich nach Vereinigung, so wie der Leib sich nach dem Geiste sehnt – nein, größer noch ist ihr Verlangen, o daß ihr es doch erkenntet! Sprich: Dasselbe Feuer brennt nun in Meiner Brust. Auch dieser Ḥusayn wünscht, sich zu opfern, auf daß Er jene erhabene Stufe erreiche, die Stufe, auf der der Diener sich stirbtA144 und in Gott, dem Mächtigen, dem Erhabenen, dem Großen weiterlebtA145. Enthüllte Ich euch die Geheimnisse, die Gott in dieser Stufe verwahrt, so würdet ihr wahrlich euer Leben auf Seinem Pfad hingeben, auf euren Reichtum und all euren Besitz verzichten, damit ihr diese erhabene, allherrliche Stufe erreicht. Doch Gott hat eure Herzen verschleiert und eure Augen verdunkelt, damit ihr Seine Geheimnisse und ihre Bedeutung nicht versteht. Sprich: Der Gottergebene sehnt sich nach der Nähe des Herrn, so wie sich ein Säugling nach der Mutterbrust sehnt – nein glühender noch ist sein Verlangen, könntet ihr es nur begreifen! Seine Sehnsucht ist wie das Lechzen des Dürstenden nach den Lebenswassern der Gnade oder die Sehnsucht des Sünders nach Vergebung. So erklären Wir euch die Geheimnisse dieser Sache und gewähren euch, was euch unabhängig macht von allem, was euch bisher beschäftigte, auf daß ihr den Hof der Heiligkeit in diesem erhabenen Paradies betretet. Bei Gott! Wer dort eintritt, wird diese Gefilde nie wieder verlassen, und wer seinen Blick darauf richtet, wird sich nie mehr davon abwenden, selbst wenn die Schwerter der Ungläubigen und Verleugner auf ihn niederprasseln. So haben Wir euch berichtet, was Ḥusayn zustieß, und Wir flehen zu Gott, daß Er Uns bestimme, was Er ihm bestimmte. Er ist wahrlich der Freigebigste, der Allgütige. Bei Gott! Durch sein Handeln wehten die Düfte der Heiligkeit über alle Dinge, wurde der Beweis Gottes erbracht und Sein Zeugnis allen offenbar. Und nach ihm ließ Gott ein Volk erstehen, das seinen Tod ahndete, seine Feinde erschlug und ihn des Morgens und Abends beweinte. Sprich: Gott wird jeden Unterdrücker für seine Tyrannei ergreifen und die Unheilstifter vernichten, wie Er es in Seinem Buch bestimmt hat. Wißt, daß Taten wie die seine großen Einfluß auf die Welt des Seins haben – einen Einfluß, der jedoch unerforschlich ist für alle außer denen, deren Augen Gott geöffnet, deren Herzen Er von Schleiern befreit und deren Seelen Er rechtgeleitet hat. Der Tag kommt, da Gott ein Volk erwecken wird, das sich Unserer Tage erinnert. Es wird die Geschichte Unserer Heimsuchung erzählen und Unser Recht von denen einfordern, die Uns ohne den geringsten Beweis offenkundiges Unrecht angetan haben. Gott herrscht über sie und weiß um ihre Taten. Er wird um ihrer Sünden willen Hand an sie legen. Er ist wahrlich der grimmigste Rächer. So haben Wir euch die Kunde des einen, wahren Gottes überbracht und auf euch herniedergesandt, was Er vorherbestimmte, damit ihr Ihn um Vergebung bittet, zu Ihm zurückkehrt, aufrichtig bereut, eure Missetaten erkennt, euren Schlaf abschüttelt, aus eurer Achtlosigkeit erwacht, für das sühnt, was ihr versäumtet, und auf der Seite derer seid, die Gutes tun. Wer will, der mag die Wahrheit Meiner Worte anerkennen, und wer nicht will, der kehre sich ab. Meine Pflicht ist allein, euch zu erinnern, wie pflichtvergessen ihr gegen die Sache Gottes wart, so ihr Meine Warnung beachtet. Darum hört auf Meine Worte, kehret um zu Gott und bereut, damit Er sich in Seiner Gnade eurer erbarme, eure Sünden hinwegwasche und eure Vergehen vergebe. »Sein Erbarmen übertrifft den Grimm Seines Zornes«Q43, und Seine Gnade umfaßt alle, die ins Dasein gerufen und mit dem Gewande des Lebens bekleidet sind, Vergangene wie Künftige. O ihr Amtsträger! Meint ihr, Wir seien gekommen, um euch eurer irdischen Besitztümer und eures Tands zu berauben? Nein, bei dem, in dessen Hand Meine Seele ist! Wir wollen nur dartun, daß Wir Uns den Befehlen des Herrschers nicht widersetzen und keinen Aufruhr stiften. Wisse mit Gewißheit, daß die Schätze der Erde, all das Gold, Silber und die seltenen, kostbaren Edelsteine, die sie enthält, in den Augen Gottes, Seiner Auserwählten und Geliebten, so wertlos sind wie eine Handvoll Lehm. Denn alles Irdische vergeht, und das Reich Gottes, des Allmächtigen, des Unvergleichlichen, bleibt bestehen. Vergängliches kann weder Uns noch euch jemals nützen, gehörtet ihr doch zu denen, die nachdenken. Bei Gott! Ich spreche nicht die Unwahrheit und sage nur, was Gott Mir aufgetragen hat. Dies bezeugen die Worte dieser Tafel, wolltet ihr doch über ihren Inhalt nachdenken. Folgt nicht euren Begierden und den Einflüsterungen Satans in eurer Seele. Folgt vielmehr der Sache Gottes in eurem inneren und äußeren Leben, und seid nicht achtlos. Besser ist dies für euch als alles, was ihr in euren Häusern aufbewahrt und als die Dinge, nach denen ihr Tag und Nacht trachtet. Die Welt wird vergehen wie alles, wonach euer Herz gelüstet oder dessen ihr euch vor den Menschen brüstet. Reinigt die Spiegel eures Herzens vom Schmutz der Welt, auf daß er das strahlende Licht Gottes widerspiegele. Wahrlich, so werdet ihr fähig, auf alles außer Gott zu verzichten und das Wohlgefallen eures Herrn zu erlangen, des Gütigsten, des Allwissenden, des Allweisen. Wir haben wahrlich euren Augen enthüllt, was euch in der Welt und im Glauben nützt und euch auf den Pfad der Erlösung führt. Ihm wendet euch zu! Höre, o SultanA146, auf die Rede dessen, der die Wahrheit spricht, der nicht von dir verlangt, daß du Ihn mit den Dingen belohnst, die Gott dir zu verleihen beliebte, Ihn, der unbeirrbar auf dem geraden Pfade wandelt. Er lädt dich vor Gott, deinen Herrn, Er weist dir die rechte Bahn, den Weg zu wahrer Glückseligkeit, auf daß es dir wohlergehe. Hab acht, o Sultan, daß du nicht Minister um dich scharst, die ihren verderbten Neigungen folgen, die verschleudern, was ihnen anvertraut ist, und die offensichtlich das ihnen geschenkte Vertrauen mißbrauchen. Sei freigebig gegen andere, wie Gott freigebig war gegen dich, und überlasse das Wohl deines Volkes nicht der Willkür solcher Minister. Fürchte Gott und handle aufrichtig. Umgib dich mit Staatsdienern, von denen du den Duft des Glaubens und der Gerechtigkeit verspürst, hole dir Rat bei ihnen, wähle, was in deinen Augen das Beste ist, und sei großmütig in deinem Handeln. Wisse mit Gewißheit: Wer nicht an Gott glaubt, ist weder vertrauenswürdig noch wahrhaftig. Dies ist fürwahr die Wahrheit, die unbezweifelbare Wahrheit. Wer treulos gegen Gott ist, wird auch treulos gegen seinen König sein. Nichts kann einen solchen Menschen vom Bösen abhalten, nichts kann ihn hindern, seinen Nächsten zu verraten, nichts ihn bewegen, aufrecht seinen Weg zu gehen. Hab acht, daß du die Zügel der Staatsgeschäfte nicht den Händen anderer überläßt, setze dein Vertrauen nicht in Menschen, die dessen nicht würdig sind, und sei nicht achtlos. Meide die, deren Herzen sich von dir abgewandt haben, schenke ihnen kein Vertrauen, und betraue sie nicht mit deinen Geschäften und den Geschäften derer, die deinen Glauben teilen. Lasse nicht den Wolf zum Hirten der Herde Gottes werden, und überlasse das Schicksal Seiner Geliebten nicht der Willkür der Boshaften. Erwarte nicht von denen, die Gottes Gesetze brechen, daß sie vertrauenswürdig und aufrichtig sind in dem, was sie bekennen. Meide sie und sei auf der Hut, damit ihre List und Tücke dir nicht schaden. Kehre ihnen den Rücken und richte deinen Blick auf Gott, deinen Herrn, den Allherrlichen, den Freigebigsten. Gott wird fürwahr mit dem sein, der sich Ihm völlig hingibt und sein ganzes Vertrauen in Ihn setzt. Er wird ihn vor allem behüten, was ihm schaden könnte, und ihn vor den Ränken der Verschwörer beschirmen. Neigtest du dein Ohr Meiner Rede und folgtest Meinem Rat, so würde Gott dich zu einer so hohen Stellung erheben, daß kein Mensch auf Erden imstande wäre, dir etwas anzuhaben. O Sultan, befolge aus tiefstem Herzen, mit ganzem Sein Gottes Gebote, und wandle nicht auf den Wegen der Tyrannei. Ergreife mit starker Hand die Zügel deiner Amtsgewalt. Sodann prüfe selbst alles, was das Volk betrifft und übersieh nichts, denn darin liegt das höchste Wohl. Danke Gott, daß Er dich vor der ganzen Welt auserwählt und zum Herrscher über die gemacht hat, die deinen Glauben teilen. Es steht dir wohl an, die wundersamen Gunstbeweise zu würdigen, mit denen Gott dich ausgezeichnet hat, und unablässig Seinen Namen zu verherrlichen. Am besten kannst du Ihn preisen, wenn du Seine Geliebten liebst und Seine Diener vor dem Unheil der Treulosen schirmst und schützest, damit niemand sie länger unterdrücke. Mehr noch, du solltest dem Gesetz Gottes unter ihnen Geltung verschaffen, auf daß du unter denen seiest, die fest auf dem Boden Seines Gesetzes stehen. Solltest du Ströme der Gerechtigkeit über deine Untertanen fließen lassen, so wird Gott dir sicherlich mit den Scharen des Unsichtbaren und des Sichtbaren beistehen und dich in deiner Amtsführung stärken. Kein Gott ist außer Ihm. Die ganze Schöpfung und alle Herrschaft sind Sein. Zu Ihm kehren die Werke der Gläubigen zurück. Verlasse dich nicht auf deine Schätze. Setze all dein Vertrauen in die Gnade Gottes, deines Herrn. Laß Ihn deine Zuversicht sein in allem, was du tust, und sei Seinem Willen ergeben. Ihn laß deinen Helfer sein, und schmücke dich mit Seinen Schätzen, denn bei Ihm sind die Schatzkammern der Himmel und der Erde. Er beschenkt daraus, wen Er will, und vorenthält sie, wem Er will. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Allbesitzenden, dem Allgepriesenen. Alle sind arm vor dem Tor Seiner Barmherzigkeit und schwach vor der Offenbarung Seiner Macht, und alle flehen um Seine Gunst. Überschreite nie die Grenzen des rechten Maßes und verfahre gerecht mit denen, die dir dienen. Gib ihnen nach ihren Bedürfnissen, aber nicht so viel, daß sie damit Reichtümer sammeln, sich herausputzen, ihr Heim ausschmücken und erwerben können, was ihnen nichts nützt, und so die Mittel verschwenden. Behandle sie mit unbeirrbarer Gerechtigkeit, so daß sie weder Mangel leiden noch durch Überfluß verwöhnt werden. Das ist offenbare Gerechtigkeit. Lasse die Gemeinen nicht über die Edlen und Ehrenwerten herrschen, und überantworte nicht die Hochgesinnten der Willkür der Niederträchtigen und Nichtswürdigen, denn dies haben Wir bei Unserer Ankunft in der StadtA147 wahrgenommen, und dafür legen Wir Zeugnis ab. Wir fanden unter ihren Einwohnern solche im Überfluß und in gewaltigem Reichtum, während andere in bitterer Not und erniedrigender Armut lebten. Dies steht deiner Herrschaft übel an und ist deines Ranges unwürdig. Lasse dir Meinen Rat willkommen sein und herrsche gerecht über die Menschen, damit Gott deinen Namen erhöhe und den Ruf deiner Gerechtigkeit in aller Welt verbreite. Hüte dich, deine Minister auf Kosten deiner Untertanen zu erhöhen. Fürchte die Seufzer der Armen und der im Herzen Aufrechten, die an jedem Morgen ihr trauriges Los beklagen, und sei ihnen ein gütiger Herrscher. Wahrlich, sie sind dein Schatz auf Erden. Ihn sollst du vor Dieben schützen. Erforsche ihre Lage jedes Jahr, nein, jeden Monat, und vernachlässige nicht deine Pflicht. Halte dir Gottes unfehlbare Waage vor Augen und wäge auf ihr deine Werke jeden Tag, jeden Augenblick deines Lebens, als stündest du in Seiner Gegenwart. Ziehe dich selbst zur Rechenschaft, ehe du zur Abrechnung gerufen wirst an dem Tage, da aus Furcht vor Gott kein Mensch die Kraft haben wird, aufrecht zu stehen, dem Tage, an dem die Herzen der Achtlosen erzittern. Ein König soll freigebig sein wie die Sonne, deren Wohltaten nicht in ihr selbst liegen, sondern von Ihm verordnet sind, dem Machtvollsten, dem Allmächtigen. Alle Geschöpfe läßt sie wachsen und gibt jedem seinen Anteil. Ein König sollte in seiner Barmherzigkeit so großmütig, so freigebig sein wie die Wolken, die ihren Segen über alle Lande ergießen auf Geheiß dessen, der der höchste Gebieter ist, der Allwissende. Sieh dich vor, daß du deine Staatsgeschäfte nicht ganz den Händen anderer anvertraust. Niemand kann deine Aufgaben besser erfüllen als du selbst. So erklären Wir dir Unsere Worte der Weisheit und senden auf dich hernieder, womit du dich von der linken Hand der Unterdrückung zur rechten Hand der Gerechtigkeit begeben kannst und dem strahlenden Meere Seiner Gunst zu nahen vermagst. Das ist der Pfad, den die Könige, die vor dir waren, gegangen sind, jene, die gerecht waren gegen ihre Untertanen und die Wege unbeirrbarer Gerechtigkeit beschritten. Du bist Gottes Schatten auf Erden. Darum strebe danach, so zu handeln, wie es einer so erhabenen, mächtigen Stufe entspricht. Wenn du nicht befolgst, was Wir auf dich herabkommen ließen und dich lehrten, wirst du dich dieser großen, unschätzbaren Ehre unwürdig erweisen. Darum kehre um, halte dich allein an Gott, mache dein Herz frei von der Welt und all ihren Nichtigkeiten, und dulde nicht, daß die Liebe zu einem anderen sich darin einniste. Sonst kann das Licht Gottes seinen Strahlenglanz nicht über dich ergießen, denn »niemandem hat Gott mehr als ein Herz gegeben«Q44. Dies, wahrlich, wurde verfügt und niedergeschrieben in Seinem altehrwürdigen Buche. Und weil des Menschen Herz, von Gott gestaltet, eins und ungeteilt geschaffen ist, solltest du darauf achten, daß auch seine Liebe ungeteilt sei. Halte dich darum an die Gottesliebe und entsage aller Liebe zu anderem als Ihm, auf daß Er dich in das Meer Seiner EinzigkeitA148 eintauchen lasse und dich zu einem Zeugen Seiner Einheit mache. Gott ist Mein Zeuge: Nur um dich von den vergänglichen Dingen der Erde zu heiligen und dir zu helfen, in das Reich ewigwährender Herrlichkeit einzutreten, offenbare Ich dir diese Worte, damit du, so Gott will, unter denen seiest, die darin wohnen und herrschen. Hast du vernommen, o Sultan, was Wir durch die Hände deiner Bevollmächtigten erlitten und wie Wir von ihnen behandelt wurden, oder bist du einer der Achtlosen? Falls du davon erfahren hast, warum hast du ihnen dann nicht verboten, so zu handeln? Warum hast du Ihm, der sich deinem Befehl fügte und dir gehorchte, bestimmt, was kein König seinen Untertanen antun würde? Und wenn du es nicht wußtest, so ist dies ein Versäumnis, das um so schwerer wiegt, so du zu den Gottesfürchtigen zählst. Also werde Ich dir berichten, was Wir durch die Hände dieser Unterdrücker erlitten haben. Wisse, daß Wir auf deinen ausdrücklichen Befehl in deine Stadt kamen und sie voll Würde betraten. Doch sie trieben Uns aus deiner Stadt und haben Uns dabei so gedemütigt, wie man niemanden auf Erden je demütigte, so du wohlunterrichtet bist. Sie hießen Uns weiterziehen, bis Wir den OrtA149 erreichten, den nur die betreten, die sich gegen die Autorität des Herrschers aufgelehnt und gegen das Gesetz verstoßen haben. Dies geschah, obwohl Wir dir niemals ungehorsam waren, sei es auch nur für einen Augenblick; denn als Wir deinen Befehl vernahmen, befolgten Wir ihn und unterwarfen Uns deinem Willen. Im Umgang mit Uns beachtete man jedoch weder die Maßstäbe Gottes und Seine Gebote, noch was den Propheten und Gottesboten offenbart ward. Sie erwiesen Uns keine Gnade und fügten Uns zu, was kein Gläubiger seinem Glaubensbruder noch einem Ungläubigen je angetan hat. Gott weiß Bescheid und ist Zeuge für die Wahrheit Unserer Worte. Als sie Uns aus deiner Stadt verbannten, setzten sie Uns in Karren, wie sie die Menschen gewöhnlich für Gepäck und dergleichen benutzen. So behandelten sie Uns, falls du die Wahrheit wissen willst. So wurden Wir weggeschickt und in die Stadt gebracht, die sie als die Wohnstatt der Aufrührer betrachten. Bei Unserer Ankunft konnten Wir keine Bleibe finden und wohnten notgedrungen an einem Ort, den nur der bedürftigste Fremdling in seiner Not betreten würde. Dort wohnten Wir eine Weile. Als Wir zunehmend unter den beschränkten Räumlichkeiten litten, mieteten Wir Häuser, die ihre Bewohner verlassen hatten, weil sie so kalt waren. So waren Wir im tiefsten Winter gezwungen, in Häusern zu wohnen, die nur im Sommer bewohnbar sind. Weder Meine Familie noch die, die Mich begleiteten, hatten die notwendige Kleidung, sich gegen die schneidende Kälte dieses eisigen Wetters zu schützen. Hätten Uns deine Bevollmächtigten doch nur nach den Grundsätzen behandelt, die sie untereinander anwenden! Denn bei Gott, sie behandelten Uns nicht, wie es Gottes Geboten entspricht, noch nach ihren eigenen Grundsätzen, noch nach Maßstäben, die allgemein gelten, ja, noch nicht einmal so, wie die Ärmsten einen Wanderer empfangen. Solches erlitten Wir durch sie, und Wir berichten es dir in der Sprache der Wahrhaftigkeit. All dies widerfuhr Mir, obwohl Ich auf ihren Befehl zu ihnen gekommen war und Ich Mich ihnen nicht widersetzte, denn ihre Macht leitet sich von deiner ab. So folgten Wir ihrem Befehl und gehorchten ihnen. Doch sie scheinen vergessen zu haben, was Gott befohlen hat. Er sagt, und Sein Wort ist die Wahrheit: »Und begegne den Gläubigen mit Demut.«Q45 Mich dünkt, sie kümmerten sich nur um ihr eigenes Wohlergehen, taub gegenüber dem Seufzen der Armen und dem Hilfeschrei der Unterdrückten. Sie wähnen wohl, aus reinem Licht erschaffen zu sein, andere dagegen aus Staub. Wie abscheulich ist, was sie wähnen! Wir alle wurden aus einem kläglichen Keim erschaffen.A150 O Sultan, Ich schwöre bei Gott! Ich will Mich nicht bei dir über sie beklagen. Nein, Ich bringe Meinen Schmerz und Kummer vor Gott, der Mich und sie erschaffen hat, der Unsere Lage wohl kennt und über alle Dinge wacht. Vielmehr will Ich sie vor den Folgen ihres Verhaltens warnen, auf daß sie andere nicht behandeln wie Mich, und Meine Mahnung beachten. Die Heimsuchungen, die Uns getroffen haben, die bittere Not, die Wir leiden, die mannigfachen Übel, die Uns umgeben, werden alle vergehen, wie die Freuden vergehen werden, an denen sie sich ergötzen, und der Luxus, den sie genießen. Das ist die Wahrheit, die kein Mensch auf Erden verwerfen kann. Die Tage, da Wir gezwungen sind, im Staube zu leben, gehen zur Neige wie die Tage, da sie die Ehrenplätze einnehmen. Gott wird richten zwischen Uns und ihnen, und Er, wahrlich, ist der beste der Richter. Wir danken Gott für alles, was über Uns gekommen ist, und ertragen geduldig, was Er in der Vergangenheit verordnet hat oder in Zukunft verordnen wird. In Ihn setze Ich Mein Vertrauen, und in Seine Hände habe Ich Meine Sache gelegt. Er wird sicherlich alle belohnen, die in Geduld ausharren und ihr Vertrauen auf Ihn setzen. Sein ist die Schöpfung und die Herrschaft über sie. Er erhöht, wen Er will, und erniedrigt, wen Er will. Er soll nicht befragt werden über Sein Tun. Er, wahrlich, ist der Allherrliche, der Allmächtige. Höre aufmerksam auf das Wort, o Sultan, das Wir an dich richten. Gebiete dem Unterdrücker, von seiner Tyrannei abzulassen, und halte die Frevler fern von denen, die glauben. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Die Heimsuchungen, die Wir erlitten, sind so groß, daß jede Feder, die sie schildert, von Schmerz überwältigt wird. Keiner von denen, die Gottes Einheit bezeugen, kann ertragen, was sie berichtet. So groß waren Unsere Leiden, daß selbst die Augen Unserer Feinde, ja die eines jeden einsichtigen Menschen über Uns weinten. All dies widerfuhr Uns, obwohl Wir Uns an dich wandten und dem Volk geboten, unter deinen Schutz zu treten, damit du eine feste Burg seiest denen, die Gottes Einheit bezeugen. War Ich dir, o Sultan, jemals ungehorsam? Habe Ich jemals eines deiner Gesetze übertreten? Kann einer deiner Geschäftsträger im Irak einen Beweis für Meine Untreue dir gegenüber vorbringen? Nein, bei Ihm, dem Herrn aller Welten! Keinen Augenblick lang lehnten Wir Uns auf gegen dich noch gegen sie. Niemals, so Gott will, werden Wir Uns dir widersetzen, sollte Uns auch noch Schlimmeres widerfahren als zuvor. Am Tage und zur Nachtzeit, am Abend und am Morgen beten Wir zu Gott um deinetwillen, daß Er dir gnädig helfe, Ihm zu gehorchen und Seine Gebote zu halten, und daß Er dich vor den Scharen Satans beschütze. Darum tue, wie es dir gefällt, und verfahre mit Uns, wie es deiner Stufe entspricht und deiner Herrschaft geziemt. Vergiß nicht das Gesetz Gottes bei allem, was du jetzt oder in Zukunft unternimmst. Sprich: Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten! O Gesandter des Schah in der StadtA151, wähnst du, die Sache Gottes sei in Meiner Hand? Meinst du, Meine Gefangenschaft oder die Schmach, die Ich erdulde, oder selbst Mein Tod und Meine völlige Vernichtung könnten ihren Lauf ändern? Erbärmlich ist, was du dir einbildest! Du bist wahrlich einer derer, die leerem Wahn folgen. Es ist kein Gott außer Ihm. Mächtig ist Er, Seine Sache zu offenbaren, Sein Zeugnis zu erhöhen, aufzurichten, was immer Sein Wille ist, und es auf einen erhabenen Rang zu erheben, an den weder du noch die, die sich von Ihm abgewandt haben, je Hand anlegen können. Denkst du, du hättest die Macht, Seinen Willen zu durchkreuzen, Ihn zu hindern, Sein Gericht zu vollziehen, oder Ihn davon abzuhalten, Seine Herrschaft auszuüben? Meinst du, irgendwer in den Himmeln und auf Erden könnte sich Seinem Befehl widersetzen? Nein, bei Ihm, der Ewigen Wahrheit! Nichts in der ganzen Schöpfung kann Seinen Willen vereiteln. Laß darum ab von deinen Hirngespinsten, denn niemals können sie vor der Wahrheit bestehen. Bereue und kehre zu Gott zurück, Ihm, der dich erschaffen, dich ernährt und dir dein Amt verliehen hat unter denen, die deinen Glauben teilen. Wisse überdies, daß Er es ist, der durch Seinen Befehl alles erschaffen hat, was in den Himmeln und auf Erden ist. Wie kann etwas Ihm widerstehen, was erschaffen ist durch Sein Gebot? Hoch erhaben ist Gott über das, was ihr euch von Ihm vorstellt, ihr Volk der Bosheit. Wenn diese Sache von Gott ist, kommt kein Mensch gegen sie an, und wenn sie nicht von Gott ist, werden die Geistlichen unter euch und die, die ihren Lastern und Begierden folgen und sich gegen Ihn auflehnen, sicherlich genügen, sie zu bezwingen. Hast du nicht gehört, was ehedem ein Mann aus der Familie des Pharao, ein Gläubiger, sagte, und was Gott Seinem Gesandten berichtete, den Er vor allen Menschen auserwählt, mit Seiner Botschaft betraut und zum Quell Seiner Barmherzigkeit gemacht hat für alle, die auf Erden wohnen? Er sagte, und Er, wahrlich, spricht die Wahrheit: »Wollt ihr einen Menschen erschlagen, nur weil er sagt, mein Herr ist Gott, wo er doch mit klaren Beweisen zu euch gekommen ist? Wenn er ein Lügner ist, wird seine Lüge auf ihn zurückfallen; aber wenn er wahrhaftig ist, wird zumindest ein Teil dessen, was er androht, über euch kommen.«Q46 Dies ist es, was Gott Seinem Vielgeliebten in Seinem untrüglichen Buche offenbart hat. Und doch habt ihr versäumt, auf Sein Gebot zu hören, und mißachtet Sein Gesetz. Ihr habt Seinen Rat, wie er in Seinem Buche verzeichnet ist, in den Wind geschlagen und seid weit von Ihm abgeirrt. Wieviele Menschen habt ihr all die Jahre getötet, wie viel Unrecht habt ihr begangen – Unrecht, desgleichen das Auge der Schöpfung nie gesehen, kein Chronist je verzeichnet hat! Wieviele Kinder und Säuglinge wurden zu Waisen, wieviele Väter verloren ihre Söhne durch eure Grausamkeit, o ihr Frevler! Wie oft hat eine Schwester, von Gram verzehrt, um ihren Bruder getrauert, wie oft ein Weib um den Gatten und einzigen Ernährer geklagt! Euer Unrecht wuchs und wuchs, bis ihr IhnA152 erschluget, der Seine Augen nie vom Antlitz Gottes, des Erhabensten, des Größten, abgewandt hat. Hättet ihr Ihn nur getötet, wie Menschen einander zu töten pflegen! Doch ihr erschlugt Ihn so, wie es kein Auge je erblickt hatte. Die Himmel beweinten Ihn bitterlich, und die Seelen der Gott Nahen wehklagten über Sein Leid. War Er nicht ein Sproß aus dem ehrwürdigen Haus eures Propheten? Wußten nicht alle, daß Er ein direkter Nachkomme des Gottgesandten war? Warum habt ihr Ihm dann angetan, was kein Mensch, wie weit ihr auch zurückdenket, je einem anderen zugefügt hat? Bei Gott – das Auge der Schöpfung hat nie euresgleichen gesehen! Ihr erschlugt Ihn, den Sproß aus dem Hause eures Propheten, und freut euch dessen, behaglich auf euren Ehrensitzen thronend! Ihr schleudert eure Verwünschungen gegen die, die vor euch waren und begangen haben, was ihr begangen habt, allezeit der eigenen Greuel nicht gewahr! Seid gerecht in eurem Urteil! Haben jene, die ihr verdammt und auf die ihr Unheil herabruft, anders gehandelt als ihr selbst? Haben sie nicht den Sproß ihres Propheten erschlagen,A153 wie ihr den Nachkommen des eurigen erschlugt? Gleicht euer Verhalten nicht dem ihren? Wie könnt ihr da behaupten, anders zu sein als sie, o ihr, die ihr Zwietracht sät unter den Menschen? Nachdem ihr Ihn getötet hattet, erhob sich einer aus Seinem Gefolge, Seinen Tod zu rächen. Niemand wußte um ihn, und er verheimlichte seinen Plan. Schließlich tat er, was vorherbestimmt war. So tadelt niemanden, tadelt vielmehr euch selbst für das, was ihr getan – wolltet ihr doch gerecht urteilen! Wer sonst auf Erden hat begangen, was ihr getan? Niemand, bei Ihm, dem Herrn aller Welten! Alle Herrscher und Könige auf Erden achten und ehren die Nachkommen ihrer Propheten und Heiligen – könntet ihr es doch erkennen! Ihr dagegen seid verantwortlich für Taten, wie kein Mensch sie je begangen hat. Eure Untaten erfüllen jedes verstehende Herz mit Kummer, und doch bliebt ihr in Achtlosigkeit versunken, unfähig, die Verruchtheit eures Handelns einzusehen. In eurem Eigensinn stelltet ihr euch schließlich gegen Uns, obwohl Wir nichts getan haben, was eure Feindschaft rechtfertigen könnte. Fürchtet ihr euch nicht vor Gott, der euch erschuf und formte, der euch eure Kraft verlieh und euch zu Muslimen gemacht hat?A154 Wie lange noch wollt ihr in eurem Eigensinn verharren? Wie lange noch wollt ihr euch weigern nachzudenken? Wie lange noch soll es dauern, bis ihr euren Schlaf abschüttelt und aus eurer Achtlosigkeit erwacht? Wie lange noch werdet ihr die Wahrheit unbeachtet lassen? Geht in euch! Vermochtet ihr durch euer Tun und Trachten, das Feuer Gottes zu ersticken oder das Licht Seiner Offenbarung zu löschen – ein Licht, das mit seinem Glanz jene umfängt, die in die wogenden Meere der Unsterblichkeit versunken sind, und das die Seelen derer anzieht, die Gottes Einheit bezeugen? Wißt ihr nicht, daß Gottes Hand über euren Händen ist;A155 daß all eure List vergeblich ist vor Seinem unwiderruflichen Ratschluß; daß Er Macht hat über Seine Diener; daß Er imstande ist, Seinen Willen zu vollziehen; daß Er tut, was Er will, daß Er nicht befragt werden darf über Sein Tun; daß Er bestimmt, was Ihm beliebt; daß Er der Machtvollste, der Allmächtige ist? Wenn ihr an diese Wahrheit glaubt, warum laßt ihr dann nicht ab von eurem Tun und lebt ruhigen Gemüts? Alle Tage begeht ihr neues Unrecht und verfahrt mit Mir wie schon in vergangenen Zeiten, obwohl Ich niemals versuchte, Mich in eure Geschäfte einzumischen. Nie habe Ich Mich euch widersetzt noch Mich gegen eure Gesetze aufgelehnt. Seht, wie ihr Mich schließlich zum Gefangenen in diesem entlegenen Lande gemacht habt! Wißt mit Gewißheit, daß weder eurer Hände Werk noch die Werke der Ungläubigen die Sache Gottes oder Seine Wege jemals zu ändern vermögen, wie sie dies auch in vergangenen Tagen niemals vermochten. O Volk Persiens, höre auf Meine Worte! Sollte Ich von eurer Hand erschlagen werden, so wird Gott einen anderen an Meiner Statt erstehen lassen. Denn so ist Gott seit je verfahren, und auch in Zukunft wird sich nichts daran ändern. Wollt ihr Gottes Licht ausblasen, das auf Seine Erde scheint? Zuwider ist Ihm, was ihr wünscht. Er wird Sein Licht erstrahlen lassen, auch wenn ihr es zutiefst verabscheut. Halte nur ein wenig inne, o Gesandter, denke nach und sei gerecht in deinem Urteil! Was haben Wir begangen, das dich veranlaßte, deinen Begierden zu folgen, Uns bei den Bevollmächtigten des Königs zu verleumden, die Wahrheit zu verdrehen und deine Lügen gegen Uns vorzubringen? Wir sind uns nur einmal begegnet, als Wir dich im Hause deines Vaters trafen, in den Tagen, da des Märtyrertodes des Imám Ḥusayn gedacht wurde. Bei einem solchen Anlaß hat niemand Gelegenheit, im Verlauf der Unterhaltung oder eines Vortrags andere mit seinen Ansichten und Glaubensüberzeugungen bekanntzumachen. Du wirst die Wahrheit Meiner Worte bezeugen, so du wahrhaftig bist. Ich habe keine anderen Versammlungen besucht, wo du oder sonst jemand hätte erfahren können, wie Ich denke. Wie also hast du dein Urteil über Mich gefällt, wenn du Mein Zeugnis nicht von Mir selbst gehört hast? Hast du nicht gehört, was Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – gesprochen hat: »Sagt nicht zu jedem, der euch mit einem Gruß begegnet: ›Du bist kein Gläubiger.‹«Q47 »Und verstoße nicht, die am Morgen und am Abend ihren Herrn anrufen im Verlangen nach Seinem Antlitz.«Q48 Du hast fürwahr außer acht gelassen, was Gottes Buch gebietet, und hältst dich gleichwohl für einen Gläubigen! Dennoch hege Ich – Gott ist Mein Zeuge – keinen Groll gegen dich oder andere, obwohl ihr Uns einen Schmerz zugefügt habt, unerträglich für jeden, der Gottes Einheit bezeugt. Meine Sache liegt allein in Seiner Hand, und Mein Vertrauen ruht nur in Ihm. Bald werden eure Tage dahin sein wie die Tage derer, die sich jetzt voll Hochmut vor ihrem Nächsten brüsten. Ihr werdet in der Gegenwart Gottes versammelt und über eure Taten befragt. Dann wird euch eurer Hände Werk vergolten – und elend ist die Wohnstatt der Frevler! Bei Gott! Wolltest du einsehen, was du getan, so weintest du bitterlich über dich und suchtest Schutz bei Gott, du vergingest vor Gram und trauertest alle Tage deines Lebens, bis Gott dir vergibt, denn Er, wahrlich, ist der Großmütigste, der Allgütige. Du aber wirst bis zu deiner Todesstunde in deiner Achtlosigkeit verharren, weil du dich mit Leib und Seele den Nichtigkeiten der Welt ergeben hast. Nach deinem Tod wirst du erkennen, was Wir dir offenbarten, und wirst alle deine Taten verzeichnet finden in dem Buche, das selbst die geringfügigsten Werke aller auf Erden aufzeichnet. Achte darum auf Meinen Rat, und lausche Meiner Rede mit dem Gehör deines Herzens. Sei nicht achtlos gegenüber Meinem Wort, und geselle dich nicht zu denen, die Meine Wahrheit verwerfen. Rühme dich nicht dessen, was dir gegeben ward. Halte dir vor Augen, was im Buche Gottes, des Helfers in Gefahr, des Allherrlichen, offenbart ist: »Und als sie dann vergaßen, was ihnen als Mahnung gegeben war, öffneten Wir ihnen die Pforten aller Dinge«Q49, so wie Wir dir und deinesgleichen die Tore dieser Welt mit ihrem Schmuck aufgetan haben. Darum harre dessen, was am Ende dieses heiligen Verses verheißen istA156 von Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen – eine Verheißung, die sich nicht als falsch erweisen wird. Ich kenne den Weg nicht, den ihr erwählt habt und den ihr geht, o Versammlung der Mir Übelwollenden! Wir rufen euch zu Gott, Wir erinnern euch an Seinen Tag, Wir verkünden euch die Botschaft eurer Wiedervereinigung mit Ihm, Wir lassen euch Seinem Hof nahekommen und senden Zeichen Seiner wundersamen Weisheit auf euch nieder – doch seht, wie ihr Uns zurückweist, wie ihr Uns als Ungläubigen verdammt durch eure lügnerische Zunge. Seht, wie ihr eure Pläne gegen Uns schmiedet! Und wenn Wir euch kundtun, was Gott Uns in Seiner Güte und Großmut verliehen hat, so sagt ihr: »Das ist nichts als Zauberei!«Q50 Die gleichen Worte sprachen die Geschlechter, die vor euch lebten und euch glichen – o daß ihr es doch verstündet! So habt ihr euch der Großmut Gottes und Seiner Gnade beraubt, und ihr werdet sie nicht wieder erlangen bis zu dem Tage, da Gott zwischen Uns und euch richten wird – und Er, wahrlich, ist der beste der Richter. Einige unter euch haben gesagt: »Er hat den Anspruch erhoben, Gott zu sein.« Das ist bei Gott eine grobe Verleumdung. Ich bin nur ein Diener Gottes, der an Ihn und Seine Zeichen, an Seine Propheten und an Seine Engel glaubt. Meine Zunge, Mein Herz, Mein inneres und äußeres Sein bezeugen, daß kein Gott ist außer Ihm, daß alle anderen durch Seinen Befehl erschaffen und durch das Wirken Seines Willens gestaltet sind. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Schöpfer, dem Erwecker vom Tode, dem Belebenden, dem Tötenden. Ich bin es, der zu allen von den Gunstbezeugungen spricht, mit denen Gott in Seiner Großmut Mich ausgezeichnet hat. Wenn dies Meine Sünde ist, dann bin Ich wahrlich der erste der Sünder. Ich bin mit Meiner Verwandtschaft eurer Willkür ausgeliefert. Tut, was euch gefällt, und zögert nicht, damit Ich zu Gott, Meinem Herrn, zurückkehre und die Stätte erreiche, wo Ich eure Gesichter nicht länger sehen muß. Das ist fürwahr Mein größter Wunsch, Mein sehnlichstes Verlangen. Gott ist wahrlich über Meine Lage zur Genüge unterrichtet, und Er ist wachsam. Bedenke, daß du vor Gottes Angesicht stehst, o Gesandter. Wenn du Ihn auch nicht siehst, Er, wahrlich, sieht dich deutlich. Prüfe Unsere Sache, und richte gerecht über sie. Was haben Wir getan, das dich veranlaßt haben könnte, gegen Uns vorzugehen und Uns beim Volk zu verleumden? Gehörtest du doch zu denen, die gerecht sind! Wir verließen Teheran auf Befehl des SchahA157 und begaben Uns mit seiner Erlaubnis in den Irak. Sollte Ich Mich gegen ihn vergangen haben, warum ließ er Mich dann frei? Und war Ich schuldlos, warum habt ihr Uns dann angetan, was kein Muslim je einem anderen angetan hat? Habe Ich nach Meiner Ankunft im Irak etwas getan, was die Autorität des Staates untergraben hätte? Wer könnte bezeugen, daß er in Unserem Verhalten etwas zu tadeln entdeckt habe? Erkundige dich beim Volk, damit du die Wahrheit erfährst. Elf Jahre lang lebten Wir in diesem Land, bis der Gesandte kam, der deine Regierung vertratA158 und dessen Namen zu erwähnen Unsere Feder sich sträubt, der dem Trunk ergeben war, seinen Begierden folgte und Schandtaten beging, der korrupt war und Unheil stiftete im Irak. Die meisten Bewohner Bagdads werden dies bezeugen, wenn du sie danach fragst und nach der Wahrheit trachtest. Er vergriff sich am Hab und Gut seiner Mitmenschen, mißachtete alle Gebote Gottes und tat, was Er verboten hat. Seinen Begierden folgend, wandte er sich schließlich gegen Uns und wandelte auf den Wegen der Frevler. Er beschuldigte Uns in einem Brief an dich, und du glaubtest und folgtest ihm, ohne einen Beweis zu verlangen. Du erkundigtest dich nicht, noch unternahmst du einen Versuch, die Sache zu untersuchen und aufzuklären, um mit eigenen Augen die Wahrheit von der Falschheit zu unterscheiden und zu klarer Einsicht zu gelangen. Finde selbst heraus, was für ein Mensch er war, und frage die Gesandten, die damals im Irak waren, wie auch den Gouverneur der StadtA159 und ihren hohen Rat, damit dir die Wahrheit offenbar werde und du wohlunterrichtet bist. Gott ist Unser Zeuge! Wir haben Uns weder ihm noch anderen jemals widersetzt. Wir haben allezeit die Gebote Gottes beachtet und gehörten niemals zu denen, die Unheil stiften. Er weiß dies wohl, aber seine Absicht war, Hand an Uns zu legen und Uns nach Persien zurückzuschicken, um dadurch sein Ansehen zu erhöhen. Du hast das gleiche begangen, zu eben diesem Zweck. Beide steht ihr vor Gott, dem höchsten Herrn von allem, dem Allwissenden, auf gleicher Stufe. Nicht um die Bürde Unseres Elends zu erleichtern, richteten Wir diese Worte an dich, auch nicht, um dich zu bewegen, bei irgendwem Fürsprache für Uns einzulegen. Nein, bei Ihm, dem Herrn aller Welten! Wir haben die Sache vor dich gebracht, damit du vielleicht einsiehst, was du getan, und du anderen nicht antust, was du Uns angetan, damit du vor Gott, der dich und alle Dinge erschuf, wahrhaft bereust und künftig einsichtig handelst. Das ist besser für dich als alles, was du besitzest, und besser als dein Amt, dessen Tage gezählt sind. Laß dich nicht dazu verleiten, Unrecht stillschweigend zu dulden. Richte dein Herz fest auf die Gerechtigkeit, verdrehe die Sache Gottes nicht und sei auf Seiten derer, die ihre Augen darauf richten, was in Seinem Buche offenbart ist. Folge niemals den Eingebungen deiner Begierden. Halte dich an das Gesetz Gottes, deines Herrn, des Wohltätigen, des Urewigen. Zum Staube wirst du gewißlich zurückkehren und vergehen wie alles, mit dem du dich ergötzest. So spricht die Zunge der Wahrheit und Herrlichkeit. Willst du dich nicht der Mahnung Gottes in vergangenen Zeiten erinnern und sie beachten? Er sagte, und Er spricht wahrlich die Wahrheit: »Aus ihrA160 haben Wir euch erschaffen, und Wir lassen euch in sie zurückkehren, und aus ihr werden Wir euch ein zweites Mal erstehen lassen.«Q51 Dies hat Gott für alle, die auf Erden wohnen, hoch und niedrig, verfügt. Dem, der aus Staub erschaffen wurde, der zu ihm zurückkehren und wieder aus ihm hervorgehen wird, geziemt es somit nicht, sich vor Gott und Seinen Geliebten überheblich aufzublähen, sie stolz zu verachten und voll Hochmut und Arroganz zu sein. Nein, vielmehr steht es dir und deinesgleichen an, euch denen zu unterwerfen, die die Manifestationen der Einheit Gottes sind, und euch demütig vor den Gläubigen zu beugen, die um Gottes willen allem entsagten und sich von allem lösten, was die Menschen ablenkt vom Pfade Gottes, des Allherrlichen, des Allgepriesenen. Darum senden Wir das auf euch hernieder, was euch und die fördern soll, die ihr ganzes Vertrauen und ihre Zuversicht auf ihren Herrn gesetzt haben. O ihr Geistlichen der Stadt! Wir kamen zu euch mit der Wahrheit, ihr aber achtetet ihrer nicht. Toten gleicht ihr, gehüllt in das Leichentuch eures Selbstes. Ihr suchtet nicht Unsere Gegenwart, wo dies euch mehr genützt hätte als alles, was ihr sonst getan. Wisset, daß wahrlich die Sonne der StatthalterschaftA161 aufgegangen ist; doch ihr habt euch von ihr abgewandt. Der Mond der Führung ist in der Mitte des Himmels aufgegangen, doch ihr seid von ihm wie durch einen Schleier getrennt. Der Stern göttlicher Gnade scheint vom Horizont ewiger Heiligkeit, doch ihr seid weit von ihm abgeirrt. So wißt: Hätten eure geistlichen Führer – denen ihr euch verpflichtet fühlt, auf die ihr stolz seid, deren Namen ihr bei Tag und Nacht im Munde führt und bei denen ihr Führung sucht – in diesen Tagen gelebt, sie wären um Mich gewesen und hätten sich nimmer von Mir getrennt, weder am Abend noch am Morgen. Ihr jedoch wandtet euch auch nicht für einen Augenblick Meinem Antlitz zu, wart hochmütig und achtetet nicht dessen, der von den Menschen heimgesucht wurde, da sie mit Ihm verfuhren, wie es ihnen beliebte. Ihr habt euch nicht über Meine Lage unterrichtet und euch auch nicht erkundigt über das, was Mir widerfahren ist. So habt ihr das Wehen der Heiligkeit und die Brisen der Segensgaben von euch abgehalten, die von diesem leuchtenden, weithin sichtbaren Orte ausgehen. Mich dünkt, ihr habt euch an Äußerlichkeiten geklammert und das Innere vergessen, und ihr sagt, was ihr nicht tut. Ihr liebt Namen und scheint euch ihnen ganz hingegeben zu haben. Aus diesem Grunde führt ihr die Namen eurer geistlichen Führer im Mund. Und käme einer wie sie oder ein Besserer zu euch, so würdet ihr ihn fliehen. Mit ihren Namen schmückt ihr euch, durch sie sichert ihr eure Stellung, und durch sie lebt und gedeiht ihr. Doch kämen eure Führer zurück, so würdet ihr weder auf eure eigene Führerschaft verzichten noch euch nach ihnen richten. Wir sahen euch, wie die meisten Menschen, Namen anbeten, stets von ihnen sprechen und ständig an sie denken. Doch kaum erscheinen die Träger dieser Namen, da verwerft ihr sie und kehrt ihnen den Rücken. So haben Wir euch angetroffen und eure Taten gewogen und legen Zeugnis dafür ab an diesem Tag. Wißt, daß Gott an diesem Tage weder eure Gedanken annehmen wird noch euer Gedenken an Ihn, auch nicht eure Zuwendung, eure Andachten und eure durchwachten Nächte, es sei denn, ihr werdet neu erschaffen in den Augen dieses Dieners – o könntet ihr es doch fassen! Bei Gott! Der Baum der Statthalterschaft ist gepflanzt, der Punkt des Wissens offengelegt, und die Souveränität Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, ist begründet. Fürchtet den Herrn! Folgt nicht euren Begierden, sondern haltet euch stets an Gottes Gesetz! Erneuert die Regeln, denen ihr folgt, auf daß ihr, durch das Licht der Führung geleitet, auf dem Pfad der Wahrheit wandelt. O ihr Weisen der Stadt und ihr Philosophen der Welt! Laßt nicht zu, daß eure Erkenntnis euch stolz werden läßt vor Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Wisset: Weisheit bedeutet, Gott zu fürchten, Ihn zu erkennen und Seine Manifestationen anzuerkennen. Diese Weisheit wird jedoch nur dem zuteil, der sich von der Welt loslöst und auf dem Pfad des Wohlgefallens Gottes wandelt. Besitzt ihr größere Weisheit als der, der einen Mond ersann, welcher aus einem Brunnen aufging und in einem anderen unterging und dessen Licht auf eine Entfernung von einem Farsakh sichtbar war?A162 Gott hat wahrlich jede Spur seiner Werke getilgt und ihn zu Staub werden lassen, wie ihr schon vernommen habt oder jetzt erfahrt. Wie zahlreich sind die Weisen und Philosophen, die ihm an Wissen und Weisheit glichen oder ihn gar übertrafen! Und wie groß die Zahl derer, die euch gleichen oder euch übertreffen! Einige von ihnen glaubten an Gott, andere waren ungläubig und gesellten Ihm Gefährten zu. Die einen wurden ins Feuer geworfen, darin zu wohnen, während die anderen ihre Wohnstatt in der Gnade Gottes nahmen. Denn Gott fragt euch nicht nach euren Wissenschaften, sondern nach eurem Glauben und eurem Verhalten. Besitzt ihr mehr Weisheit als der, der euch erschuf, der die Himmel bildete und alles, was darinnen ist, die Erde und all ihre Bewohner? Gepriesen sei Gott! Es gibt keinen Weisen außer Ihm! Sein sind die Schöpfung und der Befehl. Er verleiht Seine Weisheit, wem immer Er will und versagt sie, wem Er will. Er ist wahrlich der Verleiher und der Versagende, und Er ist wahrlich der Allerbarmer, der Allweise. O ihr Weisen und Philosophen! Ihr habt versäumt, Unsere Gegenwart zu suchen, um den süßen Melodien des Geistes zu lauschen und zu vernehmen, was Gott in Seiner Gnade Mir verlieh. Wahrlich, dies ist euch entgangen, o daß ihr es doch wüßtet. Hättet ihr Unsere Gegenwart gesucht, so hätten Wir euch eine Erkenntnis verliehen, die euch vor jeder anderen genügt hätte. Aber ihr habt es versäumt, und so wurde der Befehl Gottes erfüllt. Nun wurde Mir verboten, sie zu enthüllen, da man Uns der Zauberei bezichtigt, so ihr den Sinn Unserer Worte versteht. Diesen Vorwurf erhoben schon früher solche, die längst gestorben sind und die nun im Feuer ihr Los beklagen. Die Leugner am heutigen Tag wird ebenfalls ihr Verhängnis ereilen. Dies ist der unwiderrufliche Befehl des Allmächtigen, des Selbstgenügenden. Schließlich rate Ich euch, die Grenzen nicht zu überschreiten, die Gott gesetzt hat, noch der Wege der Menschen zu achten, denn diese können weder »euch nähren noch euren Hunger stillen«Q52. Richtet euren Blick vielmehr auf die Ratschläge Gottes. Wer will, den laßt diesen Rat als einen Pfad zu seinem Herrn annehmen, und wer will, den überlaßt seinem eitlen Wahn. Mein Herr ist wahrlich unabhängig von allen, die in den Himmeln und auf Erden sind und von all dem, was sie sagen und tun. Ich schließe mit diesen Worten, die von Gott, erhaben sei Seine Herrlichkeit, stammen: »Sagt nicht zu einem jeden, der euch den Friedensgruß entbietet: ›Du bist kein Gläubiger.‹«Q53 Friede sei mit euch, o Schar der Gläubigen, und Preis sei Gott, dem Herrn der Welten.

Note on Translation

Wo immer möglich wurden in diesem Band bereits bestehende Übersetzungen Shoghi Effendis verwendet. Diese Teile machen etwa ein Drittel des Textes aus. Die mit der Übersetzung Beauftragten standen vor der Herausforderung, einen Text zu erstellen, der sowohl der Bedeutung des Originals gerecht wird als auch mit dem erhabenen Stil vereinbar ist, in dem der Hüter die unvergleichlichen Aussagen Bahá’u’lláhs ins Englische überträgt. Bei der Übersetzung des Lawḥ-i-Sulṭán griffen die Übersetzer auf die frühere, bahnbrechende Übersetzung des englischen Orientalisten E.G. Browne zurück, die in ‘Abdu’l-Bahás A Traveller’s NarrativeA163 erschien und 1891 erstmals durch die Cambridge University Press veröffentlicht wurde.

Nachweis der von Shoghi Effendi übersetzten Textstellen

Zur vollständigen Bibliographie der hier ausgewiesenen Texte siehe den Literaturnachweis

Súratu’l-Haykal

1:6–7 »Umgeben von Drangsal … wolltet ihr doch begreifen!« Gott geht vorüber 6:28 1:8 »Der Tag naht … dem Allgewaltigen, dem Selbstbestehenden.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 166 1:34 »Gott wird aus dem Busen der Kraft … wie gewaltig ist sie doch« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 166–167 1:42 »Hütet euch, Blut zu vergießen! … o daß ihr es doch wüßtet!« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 37 1:44 »In Meinem Tempel ist nur … nichts ist in Mir zu sehen als Gott.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 166 1:47 »An diesem Tag wehen … das Sichtbare wie das Unsichtbare.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 242–243, Der verheißene Tag 112 (S. 79) 1:50 »Der Heilige Geist wurde … gehörtet ihr doch zu denen, die begreifen!« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 166 1:66 »In der Schatzkammer Unserer Weisheit … des Allweisen, unterrichtet.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 166 1:75 »Es steht in Unserer Macht … Zeitalter zu enthüllen.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 163 1:88 »Selig der Geistliche … Gott zugewandt, dem Allmächtigen, dem Allweisen.« Der verheißene Tag 271 (S. 168) 1:96 »O ihr Dämmerorte der Erkenntnis! … gegenüber den anderen.« Der verheißene Tag 208 (S. 131) 1:89 »Ihr gleicht einer Quelle … seine Blätter und Früchte.« Der verheißene Tag 208 (S. 131) 1:96 »Wäre, wie ihr wähnt, der Erste Punkt … erfreut in Meinen Tagen.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 202

An Papst Pius IX. (Lawḥ-i-Páp)

1:102 »O Papst! Zerreiße die Schleier! … durch Gott, den Allmächtigen, den Unbeschränkten.« Der verheißene Tag 71 (S. 58) 1:102 »Wahrlich, Er ist abermals vom Himmel … die ganze Erde erleuchtet ward.« Der verheißene Tag 71 (S. 58–59) 1:103 »Wohnst du in Palästen … und Wonne dem Reiche Gottes zu.« Der verheißene Tag 71 (S. 59) 1:105 »Erhebe dich im Namen deines Herrn … aus allen Religionen.« Der verheißene Tag 71 (S. 59) 1:106 »Erinnere dich der Zeit … vor Seinem Licht verhülle.« Der verheißene Tag 72 (S. 59) 1:108 »Denke an jene, die sich … und stritten mit Ihm.« Der verheißene Tag 72 (S. 59) 1:108 »Niemand – außer einer kleinen Schar … und zur Morgenzeit anrufen.« Der verheißene Tag 72 (S. 59–60) 1:109 »Lest ihr das Evangelium … o Schar der Gelehrten.« Der verheißene Tag 256 (S. 158) 1:111 »Die Düfte des Allbarmherzigen wehen … sich fest an die Führung hält.« Der verheißene Tag 256 (S. 158) 1:112 »Das Wort, das der Sohn verhüllte … o Schar der Gerechten!« Der verheißene Tag 73 (S. 60) 1:113 »Dies ist der Tag, da der Fels ›… in Seinem Reiche, ist erfüllt!‹« Der verheißene Tag 73 (S. 60) 1:114 »Mein Leib sehnt sich nach dem Kreuze … von ihren Sünden geläutert werde.« Der verheißene Tag 73 (S. 60) 1:115 »Das Volk des Koran … Wolken über Uns weinten.« Der verheißene Tag 247 (S. 152) 1:116 »Und sollten sie Ihn in einen tiefen Brunnen ›… des Gnadenreichen, des Allmächtigen!‹« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 164–165 1:118 »O höchster Priester! … der Schöpfung gemacht hat.« Der verheißene Tag 74 (S. 60–61) 1:120 »Sollte dich die Trunkenheit … zu deiner Wegzehr.« Der verheißene Tag 74 (S. 61) 1:126 »Wahrlich, der Tag der Ernte … außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allbezwingenden.« Der verheißene Tag 74 (S. 61) 1:127 »Sprich: O Schar der Christen! … wendet euch Ihm zu!« Der verheißene Tag 261 (S. 161–162) 1:127 »Der Geliebte möchte nicht … Meiner Offenbarung keine Beachtung« Der verheißene Tag 261 (S. 162) 1:128 »O Volk des Evangeliums! … euch ewiges Leben wünscht.« Der verheißene Tag 261 (S. 162) 1:129 »Wir sehen euch, o Kinder … Wendet euch Ihm zu.« Der verheißene Tag 261 (S. 162) 1:129 »Wahrlich, Er sagte: … zu Lebensspendern für die Menschheit machen.« Der verheißene Tag 261 (S. 162)

An Napoleon III. (Lawḥ-i-Nápulyún II)

1:131–5 »O König von Paris! … den Gottnahen die Tränen in die Augen trieb.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 53–55 1:136–9 »Sprich: O Schar der Mönche! … sind die Menschen in dichte Schleier gehüllt!« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 55–58 1:140 »Unsere Lage verschlechterte sich … des Himmels eintauschen.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 58 1:141 »Nach Unserer Ankunft … ein Zeichen der Gnade Gottes.« Gott geht vorüber 12:19 1:142–43 »Mit Meinen Leiden wuchs … der Armen und Verlassenen anzunehmen.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 58–59 1:143 »Überlasse deine Paläste den Toten … denen, die sich Ihm zuwenden!« Der verheißene Tag 70 (S. 58) 1:143 »Solltest du wünschen, die Last … dem Allweisen, ausgeht.« Der verheißene Tag 70 (S. 58) 1:144 »Erhebe dich in Meinem Namen … der Stärke und Macht, dir befiehlt.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 59 1:145 »Kleide den Körper deines Reiches … den Völkern auf Erden offenbarst.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 59 1:146 »Steht es euch an, euch … leuchtenden und strahlenden Thron.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 59–60 1:147 »Vergießt kein Blut … die Wohnstatt der Übertreter!« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 60 1:148 »Gott hat jedem geboten … seine Hörer zu beeinflussen.« Ährenlese 158:1 1:149 »Veruntreut nicht eures Nächsten … der Gütigste, der Freigebigste.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 60 1:150–51 »O Volk Bahás! … wurde jeder von euch erschaffen.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 60 1:152 »Die Welt gleicht einem menschlichen Leib … die Zwietracht stiften.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 60–61 1:154 »Euer Herr, der Allerbarmer, wünscht … gehört zu Gottes Seligen.« Ährenlese 107:1 1:156 »Denke nach über die Welt … erhabenen Schau nahezukommen.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 61

An Zar Alexander II. (Lawḥ-i-Malik-i-Rús)

1:158 »O Zar von Rußland! … diesen erhabenen Rang nicht verscherzest.« Der verheißene Tag 75 (S. 61) 1:159–60 »Hüte dich, daß dich deine Herrschaft … unter dem Schwert des Tyrannen.« Der verheißene Tag 75–76 (S. 61–62) 1:162–3 »Wiederum sage Ich: … zu Gott erhoben, dem Mächtigen, dem Verherrlichten.« Der verheißene Tag 77–78 (S. 62–63) 1:164 »Die einen wehklagten ob … und das Evangelium geschmückt wurden.« Der verheißene Tag 78 (S. 63) 1:170 »Selig der König … ist der Allgewaltige, der Allmächtige!« Der verheißene Tag 78 (S. 63)

An Königin Viktoria (Lawḥ-i-Malikih)

1:171–3 »O Königin in London! … der Allweise, ihnen auf dieser Tafel rät.« Der verheißene Tag 79–81 (S. 64–65); Brief an den Sohn des Wolfes, S. 64–65 1:173 »Und wer sich von ihnen zur Ratsversammlung … gehört fürwahr zu den Glückseligen.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 65 1:174–6 »O ihr gewählten Vertreter des Volkes … und alles andere nichts als Irrtum.« Ährenlese 120:1–3; Brief an den Sohn des Wolfes, S. 65–66 1:176–7 »Wann immer dieses Mächtigste Werkzeug erschien … Gott, wahrlich, weiß, was Ich sage.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 66–67 1:178–82 »O ihr Herrscher auf Erden! … dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.« Ährenlese 119:1–5 1:185 »Wende dich Gott zu und sprich: … das Reich der Himmel und der Erde ruht.« Der verheißene Tag 82 (S. 65–66)

An Náṣiri’d-Dín Sháh (Lawḥ-i-Sulṭán)

1:192–5 »O König! Ich war nur ein Mensch … sich ableitet vom Namen Gottes!« Der verheißene Tag 97–99 (S. 71–73) 1:217 »Ein gerechter König ist … die größer ist als alle Welten.« Der verheißene Tag 182 (S. 116) 1:221 »O daß doch der weltverzierende Wunsch … entscheide denn für Mich oder wider Mich.« Der verheißene Tag 110 (S. 78) 1:125 »Warum verkleidet ihr euch … des Verderbens leitet.« Verborgene Worte, pers. 24 1:126 »O ihr scheinbar Untadeligen … ist der Unterschied!« Verborgene Worte, pers. 25 1:127 »O Wesen der Leidenschaft! … dich zu beschämen.« Verborgene Worte, pers. 28 1:128 »Zu mancher Morgenstunde … woher er gekommen.« Verborgene Worte, pers. 30 1:230 »O König des Zeitalters! … ist für Mich hinreichend Zeuge.« Der verheißene Tag 100 (S. 73) 1:233 »›Die Gelehrten jener Zeit … wird es wieder zurückfallen.‹« Kitáb-i-Íqán 275 1:133 »›Und wenn das Banner … wie im Westen verfluchen.‹« Kitáb-i-Íqán 267 1:134 »Diejenigen Gelehrten … Kelch der Entsagung getrunken« Gott geht vorüber 8:32 1:242 »›Ein jedes Volk verschwor sich … die Wahrheit zu entkräften.‹« Kitáb-i-Íqán 4 1:242 »›Kein Bote kommt zu ihnen, den sie nicht verspotteten.‹« Kitáb-i-Íqán 4 1:244 »›Doch wenn Dir Feindschaft … oder eine Leiter in den Himmel‹« Kitáb-i-Íqán 116 1:249 »O Schah, wolltest Du Mir … das Wissen des Buches ist.« Der verheißene Tag 101 (S. 73) 1:249 »Wäre Meine Botschaft nicht von … ›Es ist kein Gott außer Ihm!‹« Der verheißene Tag 101 (S. 73) 1:258 »Bei Ihm, der die Wahrheit ist! … Erde und Himmel erleuchtet.« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 31 1:265 »O Schah, Ich habe auf dem Pfade … kein Ohr je gehört.« Der verheißene Tag 102 (S. 73) 1:265–6 »Wie zahlreich sind die Prüfungen ›… auf dem Pfade Meines Herrn! ‹« Der verheißene Tag 102 (S. 73–74) 1:167 »Man sagt, es sei die trostloseste … die Stammburg der Eulen« Gott geht vorüber 11:8 1:168 »Bei Gott! Sollten Mich auch … die mit Ihm Zwiesprache halten.« Der verheißene Tag 102 (S. 74) 1:273 »Ohne das Leid, das Mir … danken Wir Gott, dem Herrn der Welten« Brief an den Sohn des Wolfes, S. 90 1:276 »Also haben Wir den Tempel erbaut … ›»Sei!« Und es ist‹.« Der verheißene Tag 113 (S. 80) Súratu’r-Ra’ís 2:1 »O Ra’ís, höre auf die Stimme … des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 256 2:2 »Du, o Ra’ís, du hast begangen … offenkundigen Verlust erleiden!« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 256 2:5 »Der Tag naht, da das Land des Geheimnisses … in großer Not sehen.« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 256–257; Der verheißene Tag 152 (S. 99) 2:11 »die Geliebten Gottes und die heilige Familie … der ersten Nacht keine Nahrung.« Gott geht vorüber 10:39 2:12 »Die Menschen umringten das Haus, und Muslime und Christen weinten über Uns.« Gott geht vorüber 10:39 2:12 »Wir gewahrten, daß das Volk des Sohnes … solche, die nachdenken.« Gott geht vorüber 10:39 2:13 »von der kein früheres Jahrhundert zu berichten weiß … für Seine Macht vorbehalten hat.« Gott geht vorüber 10:40 2:13 »König und Geliebte der Märtyrer.« Gott geht vorüber 8:21 2:14 »Sprich: Dieser Jüngling hat das Land … Macht der Wahrheit einlösen wird.« Gott geht vorüber 10:41 2:18 »Hätte Muḥammad, der Apostel Gottes ›… Dein Antlitz zu schauen!‹« Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 160 2:21 »Bald wird Gott einen König erwecken … durch den Allmächtigen, den Wohltätigen.« Der verheißene Tag 185 (S. 117)

Lawḥ-i-Ra’ís

3:6 »Seit der Erschaffung der Welt … noch von ihr gehört.« Gott geht vorüber 11:10 3:7 »Bald wird Er dich in grimmem Zorn … und niemanden finden, der dir hilft.« Der verheißene Tag 153 (S. 99) 3:9 »Einige Male wurdest du von Katastrophen … Feder Meines Befehls herniederkam.« Der verheißene Tag 153 (S. 99–100) 3:25–26 »Doch etwas bitte Ich dich … auf daß du die Wahrheit erfährst.« Der verheißene Tag 111 (S. 78–79) Lawḥ Fu’ád 4:13 »Bald werden Wir den abtreten lassen … Ich bin wahrlich der Allmächtige, der Allbezwingende.« Der verheißene Tag 156 (S. 100) Súratu’l-Mulúk 5:2 »O Könige der Erde! ›… dem Mächtigen, dem Allvermögenden, dem Allweisen.‹« Der verheißene Tag 41 (S. 45) 5:2–3 »Fürchtet Gott, o ihr Könige … und gesellt euch nicht zu den Achtlosen.« Der verheißene Tag 41 (S. 45–46) 5:4 »Mein Antlitz kam aus den Schleiern … nichts nützen, o könntet ihr es doch erkennen!« Der verheißene Tag 41 (S. 46) 5:6 »So erhebt euch denn … Seines strahlenden Herzens verwahrt.« Der verheißene Tag 41 (S. 46) 5:6 »Hütet euch, daß ihr den Odem Gottes … Ihm zuwenden, belebt werden.« Der verheißene Tag 41 (S. 46) 5:7–14 »Fürchtet Gott, o Könige der Erde … daß ihr unbeirrt dem rechten Wege folgt.« Ährenlese 118:1–7; Der verheißene Tag 42–46 (S. 46–49) 5:15 »O Könige der Christenheit! … für das, was ihr getan.« Der verheißene Tag 64 (S. 53–54); Ährenlese 116:1 5:20–23 »Zwanzig Jahre sind vergangen … der Dir sein Angesicht zuwendet.« Ährenlese 116:2–5 5:24–30 »Erinnere Dich Deiner Ankunft in der Stadt … Dies bezeugt der Allmächtige selbst.« Ährenlese 65:1–6 5:36 »Wisset: die Welt mit all ihrem Tand … und alle Dinge kennt.« Ährenlese 65:7 5:37–47 »Fürchtet Gott, ihr Bewohner der Stadt … auf dem Pfade der Geduld wandelt.« Ährenlese 66:1–11 5:53–54 »Der Tag kommt, da Gott ein Volk … bekleidet sind, Vergangene wie Künftige.« Ährenlese 66:12–13 5:58–72 »Höre, o Sultan, auf die Rede … die darin wohnen und herrschen.« Ährenlese 114:1–15 5:74 »Doch sie trieben Uns aus deiner Stadt … auf Erden je demütigte« Gott geht vorüber 9:22 5:74 »den Ort erreichten, den nur die betreten, die sich gegen die Autorität des Herrschers aufgelehnt [haben]« Gott geht vorüber 9:22 5:75 »Weder Meine Familie … dieses eisigen Wetters zu schützen.« Gott geht vorüber 9:22 5:78–83 »O Sultan, Ich schwöre bei Gott! … Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten!« Ährenlese 114:16–21 5:84–107 »O Gesandter des Schah in der Stadt … und ihre Zuversicht auf ihren Herrn gesetzt haben.« Ährenlese 113:1–24 5:108 »O ihr Geistlichen der Stadt! … als alles, was ihr sonst getan.« Der verheißene Tag 224 (S. 139) 5:109–111 »So wißt: Hätten eure geistlichen Führer … und kehrt ihnen den Rücken.« Der verheißene Tag 224 (S. 139–140) 5:111 »Wißt, daß Gott an diesem Tage weder … o könntet ihr es doch fassen!« Der verheißene Tag 224 (S. 140)

Quellenangaben

Q1 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 285, 765 – Anm. d. Hrsg. Q2 Bahá’u’lláh, zitiert in: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 12:40; ders. in:, Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 111 – Anm. d. Hrsg. Q3 Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 112 – Anm. d. Hrsg. Q4 Bahá’u’lláh, Lawḥ-i-Sulṭán, siehe: 1:276 – Anm. d. Hrsg. Q5 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber 287 – Anm. d. Hrsg. Q6 Bahá’u’lláh, Súratu’l-Mulúk, siehe: 5:7 – Anm. d. Hrsg. Q7 Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 108 – Anm. d. Hrsg. Q8 Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen 108 – Anm. d. Hrsg. Q9 vgl. Qur’án 2:117, 3:47, 3:59, 16:40, 19:35, 36:82, 40:68 – Anm. d. Hrsg. Q10 vgl. Qur’án 2:117, 3:47, 3:59, 16:40, 19:35, 36:82, 40:68 – Anm. d. Hrsg. Q11 vgl. Qur’án 2:117, 3:47, 3:59, 16:40, 19:35, 36:82, 40:68 – Anm. d. Hrsg. Q12 vgl. Qur’án 2:117, 3:47, 3:59, 16:40, 19:35, 36:82, 40:68 – Anm. d. Hrsg. Q13 vgl. Qur’án 2:117, 3:47, 3:59, 16:40, 19:35, 36:82, 40:68 – Anm. d. Hrsg. Q14 vgl. Qur’án 2:253, 14:27, 22:14, 22:18, 21:23 – Anm. d. Hrsg. Q15 Qur’án 19:42 – Anm. d. Hrsg. Q16 Mt. 4:19; Mk. 1:17. Q17 Qur’án 2:94, 62:6. Q18 Qur’án 49:6. Q19 Q20 Qur’án 5:59. Q21 Eine Tradition (Ḥadíth), die dem elften Imám, Abú Muḥammad al-Ḥasan al-‘Askarí, zugeschrieben wird. Q22 Ḥadíth, der dem 6. Imám, Abú ‘Abdu’lláh Ja‘far aṣ-Ṣádiq zugeschrieben wird. Q23 Ḥadíth, der dem 6. Imám, Abú ‘Abdu’lláh Ja‘far aṣ-Ṣádiq zugeschrieben wird. Q24 Qur’án 2:179. Q25 Qur’án 6:164, 17:15, 35:18, 39:7, 53:38. Q26 vgl. Qur’án 3:40, 14:27, 22:18. Q27 vgl. Qur’án 5:1. Q28 vgl. 5:64. Q29 Qur’án 40:5. Q30 Qur’án 36:30. Q31 Qur’án 8:30. Q32 Qur’án 6:35. Q33 vgl. Mt. 24:35, Mk. 13:31, Lk. 21:33. Q34 Joh. 14:28. Q35 Qur’án 57:16. Q36 vgl. Qur’án 2:117, 3:47, 3:59, 16:40, 19:35, 36:82, 40:68 – Anm. d. Hrsg. Q37 Joh. 14:28. Q38 Joh. 16:13. Q39 Joh. 1:13. Q40 Qur’án 51:55. Q41 Qur’án 49:6. Q42 Qur’án 12:53. Q43 Ḥadíth – Anm. d. Hrsg. Q44 Qur’án 33:4 – Anm. d. Hrsg. Q45 Qur’án 15:88. Q46 Qur’án 40:28. Q47 Qur’án 4:95. Q48 Qur’án 6:52. Q49 vgl. Qur’án 6:44 – Anm. d. Hrsg. Q50 vgl. Qur’án 5:110, 6:7, 10:76 – Anm. d. Hrsg. Q51 Qur’án 20:55; vgl. dazu auch Gen. 3:19. Q52 vgl. Qur’án 88:7 – Anm. d. Hrsg. Q53 Qur’án 4:94.

Anmerkungen

A1 Vergl. Mt. 16:27 – Anm. d. Hrsg. A2 Bahá’u’lláhs bürgerlicher Name war Mírzá Ḥusayn-‘Alí. A3 Die Anhänger des Báb, dessen wichtigstes, die Glaubenssätze betreffendes Werk der Bayán war. A4 láhút – Anm. d. Übers. A5 jabarút – Anm. d. Übers. A6 násút – Anm. d. Übers. A7 malakút – Anm. d. Übers. A8 Al-Abhá – Anm. d. Übers. A9 vgl. Qur’án 2:30–34, 38:71–75. A10 Mírzá Yaḥyá. A11 Ustád Muḥammad-‘Alíy-i-Salmání. Vgl. den Bericht über die Ereignisse, auf die Bahá’u’lláh sich in diesem und den folgenden Absätzen bezieht, in Gott geht vorüber 275–279. A12 vgl. Qur’án 48:10 – Anm. d. Hrsg. A13 Das Wort Haykal (Tempel) besteht im Arabischen aus den vier Buchstaben Há’, Yá’, Káf und Lám (ﻞﮑﻳﻬ hykl). Der erste Buchstabe symbolisiert das Wort Huwíyyah (Wesen der Gottheit), der zweite Buchstabe das Wort Qadír (der Allmächtige), dessen dritter Buchstabe Yá’ ist. Der dritte Buchstabe das Wort Karím (der Gnadenreiche) und der vierte Buchstabe das Wort Faḍl (Gunst/Gnade), dessen dritter Buchstabe Lám ist. A14 jabarút al-baqá’ – Anm. d. Übers. A15 malakút – Anm. d. Übers. A16 mulk – Anm. d. Übers. A17 maṭáli‘, arab. ›Aufgangsorte‹ – Anm. d. Übers. A18 mulk – Anm. d. Übers. A19 vgl. Qur’án 21:30, 24:45, 25:54. A20 vgl. Qur’án 33:72 – Anm. d. Hrsg. A21 Die beiden Konsonanten Káf (ک) und Nún (ﻥ) bilden zusammen das Wort Kun, arab. ›sei!‹. A22 der Báb. Sein bürgerlicher Name war ‘Alí-Muḥammad. A23 arab. ›Der Baum, über den hinaus keiner gehen kann‹; ein Verweis auf die Stufe der Manifestation Gottes. A24 al-asmá’ al-ḥusná; vgl. Qur’án 7:180, 17:110, 59:24 – Anm. d. Übers. A25 Qibla – Anm. d. Hrsg. A26 malakút – Anm. d. Übers. A27 jabarút – Anm. d. Übers. A28 Dies sind Beispiele für die Art der Fragen, die dem Báb gestellt wurden. Den Lehren des Shí‘ih Islám zufolge ging nach dem Hinscheiden des Propheten Muḥammad die Führerschaft der islámischen Gemeinde rechtmäßig auf eine Reihe von zwölf Nachfolgern über, Nachkommen seiner Tochter Fáṭimih, die als ›Imáme‹ bezeichnet wurden. Diese Reihe wurde schließlich durch die ›Verborgenheit‹ des letzten Imám unterbrochen, wobei der Kontakt mit ihm eine Zeit lang durch vier als ›Tore‹ bezeichnete Vermittler aufrechterhalten wurde. A29 Dhikru’lláh, ein Titel des Báb – Anm. d. Übers. A30 Eine von drei altarabischen Göttinnen, deren Kult vom Propheten Muḥammad abgeschafft wurde. A31 ein Stein in der unteren östlichen Ecke der Kaaba. A32 Die Moschee auf dem Tempelberg im heutigen Jerusalem. A33 Der Báb. A34 Jesus. A35 Jesus – Anm. d. Hrsg. A36 Petrus. A37 Bahá’u’lláh. A38 Jesus – Anm. d. Hrsg. A39 vgl. Mt. 5:29; Mk. 9:47. A40 Es handelt sich um das zweite Schreiben Bahá’u’lláhs an den französischen Kaiser. Das erste wurde in Adrianopel offenbart. A41 Jesus – Anm. d. Hrsg. A42 der Krimkrieg 1853–1856. A43 vgl. Dan. 5:27 – Anm. d. Hrsg. A44 Noch im selben Jahr (1870) wurde Napoleon III. in der Schlacht von Sedan vernichtend geschlagen und mußte ins Exil gehen. A45 der Sultan der Türkei. A46 Jesus – Anm. d. Hrsg. A47 Moses – Anm. d. Hrsg. A48 Dhikr – Anm. d. Übers. A49 vgl. Qur’án 7:56, 7:85; auch 2:11 – Anm. d. Hrsg. A50 Anhänger Bahá’u’lláhs. A51 vgl. Qur’án 77:20, 32:8. A52 Die beiden Größten Feste sind die Riḍván-Zeit, als Bahá’u’lláh Seine Sendung kundtat, und der Tag, da der Báb Seine Sendung erstmals bekanntmachte. Die ›Zwillingstage‹ beziehen sich auf die Geburtstage des Báb und Bahá’u’lláhs, vgl. Kitáb-i-Aqdas 110. A53 ‘Akká. A54 Mekka. A55 die Súratu’l-Mulúk. A56 der Sultan des Osmanischen Reiches. A57 Muḥammad. A58 vgl. Qur’án 17:78. A59 Ab hier ist der Text des Sendschreibens auf Persisch. Den literarischen Gepflogenheiten des Persischen entsprechend, spricht Bahá’u’lláh den Schah ausschließlich in der dritten Person an. Der persische Teil geht bis einschließlich Absatz 248 – Anm. d. Hrsg. A60 Teheran. A61 Mírzá Buzurg Khán, der persische Generalkonsul in Bagdad. A62 der Mu’taminu’l-Mulk, Mírzá Sa‘íd Khán-i-Anṣárí, der Außenminister. A63 Hier bezieht sich Bahá’u’lláh darauf, daß Er und einige Seiner Gefährten um die osmanische Staatsbürgerschaft nachsuchten. A64 Áqá Siyyid Muḥammad-i-Ṭabáṭabá’íy-i-Iṣfahání, bekannt als ›Mujáhid‹. A65 der zweite Krieg zwischen Rußland und Persien, 1825–28. A66 Im folgenden zitiert Bahá’u’lláh Abschnitte der persischen Verborgenen Worte. Dabei versah Er einige mit anderen Überschriften – Anm. d. Hrsg. A67 vgl. Verborgene Worte 24 – Anm. d. Hrsg. A68 vgl. Verborgene Worte 25 – Anm. d. Hrsg. A69 vgl. Verborgene Worte 28 – Anm. d. Hrsg. A70 vgl. Verborgene Worte 30. A71 Shaykh Murtaḍáy-i-Anṣárí, ein bekannter Mujtahid. A72 Muḥammad. A73 vgl. Joh. 14:16, 14:26, 15:26, 16:7. A74 bis hier ist der Text persisch – Anm. d. Hrsg. A75 vgl. etwa Qur’án 4:46, 5:13, 5:41 und 2:75 und die Erläuterung Bahá’u’lláhs dazu im Kitáb-i-Íqán 91 ff. A76 Bagdad. A77 ‘Alí Ibn Ḥusayn, bekannt als Zaynu’l-‘Ábidín, der zweite Sohn Imám Ḥusayns und der vierte Imam. A78 die Khárijiten, eine Gruppe, die sowohl die Imame wie den Staat der Umayyaden ablehnte. A79 Mekka. A80 wörtlich ›Stirnlocke‹ (náṣiyah, vgl. Qur’án 11:56, 55:41, 96:15–16) – Anm. d. Übers. A81 Anspielungen auf die Dynastien der Abbasiden und der Umayyaden. A82 vgl. Lk. 19:21. A83 vgl. Qur’án 55:26. A84 vgl. Qur’án 12:31: [»Dies ist kein Mensch, dies ist ein edler Engel.«]. A85 vgl. Sach. 8:9 – Anm. d. Hrsg. A86 Diese Tafel in arabischer Sprache wurde offenbart zu Ehren von Ḥájí Muḥammad Ismá‘íl-i-Káshání, dem Bahá’u’lláh die Ehrentitel Dhabíḥ (Opfer) und Anís (Gefährte) beilegte. Die Tafel richtet sich an ‘Álí Páshá, den Premierminister des Osmanischen Reiches, der hier Ra’ís (Oberhaupt, Führer, Herrscher) genannt wird. A87 Adrianopel [Edirne]. A88 1876 verlor Sulṭán ‘Abdu’l-‘Azíz sowohl Thron wie Leben. Während des nachfolgenden Kriegs mit Rußland (1877–1878) wurde Edirne vom Feind besetzt, der unter der türkischen Bevölkerung ein Blutbad anrichtete. A89 Wörtlich ›der Berg der Feigen‹ und ›der Berg der Oliven‹, vgl. Koran 95:1. A90 Der Sassanidenkönig Chosroes II., der Persien zu Lebzeiten Muḥammads regierte. A91 Mose (vgl. Ex. 3 und 4; Qur’án 4:164) – Anm. d. Hrsg. A92 Abraham – Anm. d. Hrsg. A93 Muḥammad Sháh. A94 Jesus – Anm. d. Hrsg. A95 Ḥájí Ja‘far-i-Tabrízí. Er wurde noch rechtzeitig davon abgehalten, seine Tat zu vollenden. A96 Siyyid Ismá‘íl aus Zavárih. A97 Mukáshafah – Anm. d. Hrsg. A98 Dhabíḥ bedeutet wörtlich ›Opfer‹ und bezieht sich hier auf Siyyid Ismá‘íl aus Zavárih. A99 vgl. Qur’án 6:135, 39:22, 94:1 – Anm. d. Hrsg. A100 Anís. A101 Adrianopel [Edirne]. A102 Nafs – Anm. d. Übers. A103 nafs malakútíyyah – Anm. d. Übers. A104 nafs jabarútíyyah – Anm. d. Übers. A105 nafs láhútíyyah – Anm. d. Übers. A106 nafs iláhíyyah – Anm. d. Übers. A107 nafs qudsíyyah – Anm. d. Übers. A108 nafs muṭma’inah (vgl. Koran 89:27) – Anm. d. Übers. A109 nafs ráḍiyah – Anm. d. Übers. A110 nafs marḍíyyah (vgl. Koran 89:28) – Anm. d. Übers. A111 nafs mulhamah – Anm. d. Übers. A112 nafs lawwámah (vgl. Koran 75:1) – Anm. d. Übers. A113 nafs ammárah – Anm. d. Übers. A114 Nuṭfah – Anm. d. Übers. A115 rúh – Anm. d. Übers. A116 Nafs Alláh – Anm. d. Übers. A117 nafs muṭma’inah – Anm. d. Übers. A118 nafs ráḍiyah – Anm. d. Übers. A119 nafs ammárah – Anm. d. Übers. A120 rúḥ – Anm. d. Übers. A121 ‘aql – Anm. d. Übers. A122 nafs – Anm. d. Übers. A123 Mírzá ‘Alí-Akbar-i-Naráqí. A124 Dieser zweite an ‘Álí Páshá gerichtete Brief Bahá’u’lláhs wurde kurze Zeit nach Seiner Ankunft in ‘Akká in persischer Sprache offenbart. A125 siehe dazu den Bericht in Gott geht vorüber 314. A126 Wahrscheinlich bezieht sich Bahá’u’lláh hier auf das Feuer von Hocapaşa, das 1865 einen großen Teil von Konstantinopel [Istanbul] zerstörte. A127 Der Lawḥ Fu’ád ist an Shaykh Káẓim-i-Samandar aus Qazvín, einen der Apostel Bahá’u’lláhs, gerichtet. Der frühere osmanische Staatsmann Fu’ád Páshá, von dem es handelt, starb 1869 in Frankreich. Die Buchstaben ک (káf) und ظ (ẓá’) bezeichnen das K und Ẓ von Káẓim. A128 vgl. Qur’án 38:3. A129 vgl. Qur’án 13:13. A130 vgl. Qur’án 40:32. A131 vgl. Qur’án 38:12, 89:10. A132 Fu’ád, ›Herz‹, zugleich der Name des osmanischen Ministers. A133 ‘Álí Páshá. A134 Sulṭán ‘Abdu’l-‘Azíz. A135 vgl. Qur’án 83:7 – Anm. d. Hrsg. A136 Mírzá Mihdíy-i-Rashtí, ein Richter in Konstantinopel und Parteigänger Mírzá Yaḥyás. A137 der Báb. A138 Viláyah – Anm. d. Hrsg. A139 der französische Botschafter in Istanbul. A140 Jesus. A141 der persische Botschafter in Istanbul. A142 Istanbul – Anm. d. Hrsg. A143 Istanbul – Anm. d. Hrsg. A144 Faná’ – Anm. d. Übers. A145 Baqá’ – Anm. d. Übers. A146 Sulṭán ‘Abdu’l-‘Azíz. A147 Istanbul – Anm. d. Hrsg. A148 aḥadíyyah – Anm. d. Übers. A149 Edirne. A150 vgl. Qur’án 77:20, 32:8. A151 Istanbul – Anm. d. Hrsg. A152 der Báb. A153 Imám Ḥusayn. A154 [English footnote] – erklärt die dort andere Übersetzung des Begriffs ›Muslim‹ A155 vgl. Qur’án 48:10 – Anm. d. Hrsg. A156 Der Koranvers 6:44 f. lautet insgesamt: »Und als sie dann vergaßen, was ihnen als Mahnung gegeben war, öffneten Wir ihnen die Pforten aller Dinge, bis daß, als sie sich des ihnen Gegebenen erfreuten, Wir sie plötzlich erfaßten, und da verzweifelten sie. Und abgeschnitten ward die Wurzel des ungerechten Volkes; und das Lob sei Gottes, des Weltenherrn.« – Anm. d. Hrsg. A157 Náṣiri’d-Dín Sháh. A158 Der persische Generalkonsul in Baghdád. A159 Bagdad. A160 der Erde. A161 Viláyah – Anm. d. Übers. A162 Al-Muqanna‘ von Khurásán (8. Jh. A.D.). A163 Deutsche Übersetzung: Auf den Pfaden der Gottesliebe, Hofheim 1997.