25 Die Klagelieder Jeremias
1:1 Wie liegt die Stadt so verlassen, die voll Volks war! Sie ist wie eine Witwe, die Fürstin unter den Völkern, und die eine Königin in den Ländern war, muß nun dienen. Jer
1:2 Sie weint des Nachts, daß ihr die Tränen über die Backen laufen. Es ist niemand unter allen ihren Liebhabern, der sie tröstet. Alle ihre Freunde sind ihr untreu und ihre Feinde geworden. Ps 6
1:3 Juda ist gefangen in Elend und schwerem Dienst, es wohnt unter den Heiden und findet keine Ruhe; alle seine Verfolger kommen heran und bedrängen
1:4 Die Straßen nach Zion liegen wüst, weil niemand auf ein Fest kommt. Alle Tore der Stadt stehen öde, ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen sehen jammervoll drein, und sie ist betr
1:5 Ihre Widersacher sind obenauf, ihren Feinden geht's gut; denn der HERR hat über die Stadt Jammer gebracht um ihrer großen Sünden willen, und ihre Kinder sind gefangen vor dem Feind dahingezo
1:6 Es ist von der Tochter Zion aller Schmuck dahin. Ihre Fürsten sind wie Hirsche, die keine Weide finden und matt vor dem Verfolger herlau
1:7 Jerusalem denkt in dieser Zeit, da sie elend und verlassen ist, wieviel Gutes sie von alters her gehabt hat, wie aber all ihr Volk daniedersank unter des Feindes Hand und ihr niemand half. Ihre Feinde sehen auf sie herab und spotten über ihren Unterg
1:8 Jerusalem hat sich versündigt; darum muß sie sein wie ein unreines Weib. Alle, die sie ehrten, verschmähen sie jetzt, weil sie ihre Blöße sehen; sie aber seufzt und hat sich abgewendet. Hes 1
1:9 Ihr Unflat klebt an ihrem Saum. Sie hätte nicht gemeint, daß es ihr zuletzt so gehen würde. Sie ist ja greulich heruntergestoßen und hat dazu niemand, der sie tröstet. »Ach HERR, sieh an mein Elend; denn der Feind triumphie
1:10 Der Feind hat seine Hand gelegt an alle ihre Kleinode. Ja, sie mußte zusehen, daß die Heiden in ihr Heiligtum gingen, während du geboten hast, sie sollten nicht in deine Gemeinde kommen. Jer 52,17-19; 5. Mose 2
1:11 Alles Volk seufzt und geht nach Brot, es gibt seine Kleinode um Speise, um sein Leben zu erhalten. »Ach HERR, sieh doch und schau, wie verachtet ich bi
1:12 Euch allen, die ihr vorübergeht, sage ich: »Schaut doch und seht, ob irgendein Schmerz ist wie mein Schmerz, der mich getroffen hat; denn der HERR hat Jammer über mich gebracht am Tage seines grimmigen Zor
1:13 Er hat ein Feuer aus der Höhe in meine Gebeine gesandt und läßt es wüten. Er hat meinen Füßen ein Netz gestellt und mich rückwärts fallen lassen; er hat mich zur Wüste gemacht, daß ich für immer siech b
1:14 Schwer ist das Joch meiner Sünden; durch seine Hand sind sie zusammengeknüpft. Sie sind mir auf den Hals gekommen, so daß mir alle meine Kraft vergangen ist. Der Herr hat mich in die Gewalt derer gegeben, gegen die ich nicht aufkommen ka
1:15 Der Herr hat zertreten alle meine Starken, die ich hatte; er hat gegen mich ein Fest ausrufen lassen, um meine junge Mannschaft zu verderben. Der Herr hat die Kelter getreten der Jungfrau, der Tochter Juda. Jes 6
1:16 Darüber weine ich so, und mein Auge fließt von Tränen; denn der Tröster, der meine Seele erquicken sollte, ist ferne von mir. Meine Kinder sind dahin; denn der Feind hat die Oberhand gewonne
1:17 Zion streckt ihre Hände aus, und doch ist niemand da, der sie tröstet; denn der HERR hat gegen Jakob seine Feinde ringsum aufgeboten, so daß Jerusalem zwischen ihnen sein muß wie ein unreines Weib. Ver
1:18 Der HERR ist gerecht, denn ich bin seinem Worte ungehorsam gewesen. Höret, alle Völker, und schaut meinen Schmerz! Meine Jungfrauen und Jünglinge sind in die Gefangenschaft gegangen. Kap 3,42; 5
1:19 Ich rief meine Freunde, aber sie ließen mich im Stich. Meine Priester und meine Ältesten sind in der Stadt verschmachtet, sie gehen nach Brot, um ihr Leben zu erhalt
1:20 Ach HERR, sieh doch, wie bange ist mir, daß mir's im Leibe davon weh tut! Mir dreht sich das Herz im Leibe um, weil ich so ungehorsam gewesen bin. Draußen hat mich das Schwert und im Hause hat mich der Tod meiner Kinder berau
1:21 Man hört's wohl, daß ich seufze, und doch habe ich keinen Tröster; alle meine Feinde hören mein Unglück und freuen sich, daß du es gemacht hast. So laß doch den Tag kommen, den du verkündet hast, daß es ihnen gehen soll wie mir. Kap 4
1:22 Laß alle ihre Bosheit vor dich kommen und richte sie zu, wie du mich zugerichtet hast um aller meiner Missetat willen; denn meiner Seufzer sind viel, und mein Herz ist betrübt. Klage über die Verwüstung Judas und Jerusal
2:1 Wie hat der Herr die Tochter Zion mit seinem Zorn überschüttet! Er hat die Herrlichkeit Israels vom Himmel auf die Erde geworfen; er hat nicht gedacht an seinen Fußschemel am Tage seines Zorns. Ps 132
2:2 Der Herr hat alle Wohnungen Jakobs ohne Erbarmen vertilgt, er hat die Burgen der Tochter Juda abgebrochen in seinem Grimm und geschleift. Er hat entweiht ihr Königreich und ihre Fürs
2:3 Er hat alle Macht Israels in seinem grimmigen Zorn zerbrochen, er hat seine rechte Hand zurückgezogen, als der Feind kam, und hat in Jakob gewütet wie ein flammendes Feuer, das alles ringsum verze
2:4 Er hat seinen Bogen gespannt wie ein Feind; seine rechte Hand hat er geführt wie ein Widersacher und hat alles getötet, was lieblich anzusehen war im Zelt der Tochter Zion, und hat seinen Grimm wie Feuer ausgeschüt
2:5 Der Herr ist wie ein Feind geworden, er hat Israel vertilgt. Er hat zerstört alle Paläste und hat die Burgen vernichtet; er hat der Tochter Juda viel Jammer und Leid gebra
2:6 Er hat sein eigenes Zelt zerwühlt wie einen Garten und seine Wohnung vernichtet. Der HERR hat in Zion Feiertag und Sabbat vergessen lassen, und in seinem grimmigen Zorn ließ er König und Priester schänden. Hos 2,13; Kap
2:7 Der Herr hat seinen Altar verworfen und sein Heiligtum entweiht. Er hat die Mauern ihrer Paläste in des Feindes Hände gegeben, daß sie im Hause des HERRN Geschrei erhoben haben wie an einem Feier
2:8 Der HERR gedachte zu vernichten die Mauer der Tochter Zion; er hat die Meßschnur über die Mauern gezogen und seine Hand nicht abgewendet, bis er sie vertilgte. Er ließ Mauer und Wall trauern und miteinander fallen. 2. Kön 2
2:9 Ihre Tore sind tief in die Erde gesunken; er hat ihre Riegel zerbrochen und zunichte gemacht. Ihr König und ihre Fürsten sind unter den Heiden, wo sie das Gesetz nicht üben können, und ihre Propheten haben keine Gesichte vom HE
2:10 Die Ältesten der Tochter Zion sitzen auf der Erde und sind still, sie werfen Staub auf ihre Häupter und haben den Sack angezogen. Die Jungfrauen von Jerusalem senken ihre Köpfe zur Er
2:11 Ich habe mir fast die Augen ausgeweint, mein Leib tut mir weh, mein Herz ist auf die Erde ausgeschüttet über dem Jammer der Tochter meines Volks, weil die Säuglinge und Unmündigen auf den Gassen in der Stadt verschmacht
2:12 Zu ihren Müttern sprechen sie: Wo ist Brot und Wein?, da sie auf den Gassen in der Stadt verschmachten wie die tödlich Verwundeten und in den Armen ihrer Mütter den Geist aufgeb
2:13 Ach du Tochter Jerusalem, wem soll ich dich vergleichen, und wie soll ich dir zureden? Du Jungfrau, Tochter Zion, wem soll ich dich vergleichen, damit ich dich tröste? Denn dein Schaden ist groß wie das Meer. Wer kann dich heil
2:14 Deine Propheten haben dir trügerische und törichte Gesichte verkündet und dir deine Schuld nicht offenbart, wodurch sie dein Geschick abgewandt hätten, sondern sie haben dich Worte hören lassen, die Trug waren und dich verführten. Jer 14,14-16; 23,16
2:15 Alle, die vorübergehen, klatschen in die Hände, pfeifen und schütteln den Kopf über die Tochter Jerusalem: Ist das die Stadt, von der man sagte, sie sei die allerschönste, an der sich alles Land freut? Ps 48,3; Hes 16
2:16 Alle deine Feinde reißen ihr Maul auf über dich, pfeifen und knirschen mit den Zähnen und sprechen: »Ha! wir haben sie vertilgt! Das ist der Tag, den wir begehrt haben; wir haben's erlangt, wir haben's erleb
2:17 Der HERR hat getan, was er vorhatte; er hat sein Wort erfüllt, das er längst zuvor geboten hat. Er hat ohne Erbarmen zerstört, er hat den Feind über dich frohlocken lassen und hat die Macht deiner Widersacher erhö
2:18 Schreie laut zum Herrn, klage, du Tochter Zion, laß Tag und Nacht Tränen herabfließen wie einen Bach; höre nicht auf damit, und dein Augapfel lasse nicht
2:19 Steh des Nachts auf und schreie zu Beginn jeder Nachtwache, schütte dein Herz aus vor dem Herrn wie Wasser. Hebe deine Hände zu ihm auf um des Lebens deiner jungen Kinder willen, die vor Hunger verschmachten an allen Straßeneck
2:20 HERR, schaue und sieh doch, wen du so verderbt hast! Sollen denn die Frauen ihres Leibes Frucht essen, die Kindlein, die man auf Händen trägt? Sollen denn Propheten und Priester in dem Heiligtum des Herrn erschlagen werden? 5. Mose 28,53-57; Jer 1
2:21 Es lagen in den Gassen auf der Erde Knaben und Alte; meine Jungfrauen und Jünglinge sind durchs Schwert gefallen. Du hast getötet am Tage deines Zorns, du hast ohne Erbarmen geschlacht
2:22 Du hast von allen Seiten her meine Feinde gerufen wie zu einem Feiertag, so daß niemand am Tage des Zorns des HERRN entronnen und übriggeblieben ist. Die ich auf den Händen getragen und großgezogen habe, die hat der Feind umgebracht. Klage und Trost eines Leiden
3:1 Ich bin der Mann, der Elend sehen muß durch die Rute des Grimmes Got
3:2 Er hat mich geführt und gehen lassen in die Finsternis und nicht ins Li
3:3 Er hat seine Hand gewendet gegen mich und erhebt sie gegen mich Tag für
3:4 Er hat mir Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschla
3:5 Er hat mich ringsum eingeschlossen und mich mit Bitternis und Mühsal umge
3:6 Er hat mich in Finsternis versetzt wie die, die längst tot s
3:7 Er hat mich ummauert, daß ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gel
3:8 Und wenn ich auch schreie und rufe, so stopft er sich die Ohren zu vor meinem Gebet. Ps 22,3;
3:9 Er hat meinen Weg vermauert mit Quadern und meinen Pfad zum Irrweg gema
3:10 Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgen
3:11 Er läßt mich den Weg verfehlen, er hat mich zerfleischt und zunichte gemac
3:12 Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeil zum Ziel gegeb
3:13 Er hat mir seine Pfeile in die Nieren geschoss
3:14 Ich bin ein Hohn für mein ganzes Volk und täglich ihr Spottlied. Hiob 3
3:15 Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt und mit Wermut geträn
3:16 Er hat mich auf Kiesel beißen lassen, er drückte mich nieder in die Asc
3:17 Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich habe das Gute vergess
3:18 Ich sprach: Mein Ruhm und meine Hoffnung auf den HERRN sind dah
3:19 Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Bitterkeit getränkt b
3:20 Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir
3:21 Dies nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich no
3:22 Die Güte des HERRN ist's, daß wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, Neh 9
3:23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist gr
3:24 Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Ps 16,5; 73
3:25 Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fra
3:26 Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. Röm 8
3:27 Es ist ein köstlich Ding für einen Mann, daß er das Joch in seiner Jugend tra
3:28 Er sitze einsam und schweige, wenn Gott es ihm auferle
3:29 und stecke seinen Mund in den Staub; vielleicht ist noch Hoffnu
3:30 Er biete die Backe dar dem, der ihn schlägt, und lasse sich viel Schmach antun. Mt 5
3:31 Denn der HERR verstößt nicht ewig; (31 und 32) Jes
3:32 sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Gü
3:33 Denn nicht von Herzen plagt und betrübt er die Mensch
3:34 Wenn man alle Gefangenen auf Erden unter die Füße tr
3:35 und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten be
3:36 und eines Menschen Sache verdreht, - sollte das der Herr nicht seh
3:37 Wer darf denn sagen, daß solches geschieht ohne des Herrn Befehl Jes 45,7; Am
3:38 und daß nicht Böses und Gutes kommt aus dem Munde des Allerhöchst
3:39 Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre wider seine Sün
3:40 Laßt uns erforschen und prüfen unsern Wandel und uns zum HERRN bekehr
3:41 Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himm
3:42 Wir, wir haben gesündigt und sind ungehorsam gewesen, darum hast du nicht vergeben. Ps 10
3:43 Du hast dich in Zorn gehüllt und uns verfolgt und ohne Erbarmen getöt
3:44 Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konn
3:45 Du hast uns zu Kehricht und Unrat gemacht unter den Völke
3:46 Alle unsere Feinde reißen ihr Maul auf über u
3:47 Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Ang
3:48 Wasserbäche rinnen aus meinen Augen über den Jammer der Tochter meines Vol
3:49 Meine Augen fließen und können's nicht lassen, und es ist kein Aufhören
3:50 bis der HERR vom Himmel herabschaut und darein sieht. Ps 102,20
3:51 Mein Auge macht mir Schmerzen wegen all der Töchter meiner Sta
3:52 Meine Feinde haben mich ohne Grund gejagt wie einen Vog
3:53 Sie haben mein Leben in der Grube zunichte gemacht und Steine auf mich geworf
3:54 Wasser hat mein Haupt überschwemmt; da sprach ich: Nun bin ich verlor
3:55 Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Gru
3:56 und du erhörtest meine Stimme: »Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreie
3:57 Du nahtest dich zu mir, als ich dich anrief, und sprachst: Fürchte dich nic
3:58 Du führst, Herr, meine Sache und erlösest mein Leb
3:59 Du siehst, HERR, wie mir Unrecht geschieht; hilf mir zu meinem Rec
3:60 Du siehst, wie sie Rache üben wollen, und kennst alle ihre Gedanken gegen mi
3:61 HERR, du hörst ihr Schmähen und alle ihre Anschläge gegen mi
3:62 die Reden meiner Widersacher und ihr Geschwätz über mich den ganzen T
3:63 Sieh doch: ob sie sitzen oder aufstehen, singen sie über mich Spottlieder. Vers
3:64 Vergilt ihnen, HERR, wie sie verdient haben! Kap 1,21; Ps 137,8; 1. Petr 2,23;
3:65 Laß ihnen das Herz verstockt werden, laß sie deinen Fluch fühl
3:66 Verfolge sie mit Grimm und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN. Zions Elend und Schm
4:1 Wie ist das Gold so ganz dunkel und das feine Gold so häßlich geworden, und wie liegen die Edelsteine an allen Straßenecken zerstr
4:2 Die edlen Kinder Zions, dem Golde gleichgeachtet, wie sind sie nun den irdenen Töpfen gleich, die ein Töpfer ma
4:3 Auch Schakale reichen ihren Jungen die Brüste und säugen sie; aber die Tochter meines Volks ist unbarmherzig wie ein Strauß in der Wüste. Hiob 39,1
4:4 Dem Säugling klebt seine Zunge an seinem Gaumen vor Durst; die kleinen Kinder verlangen nach Brot, und niemand ist da, der's ihnen bri
4:5 Die früher leckere Speisen aßen, verschmachten jetzt auf den Gassen; die früher auf Purpur getragen wurden, die müssen jetzt im Schmutz lie
4:6 Die Missetat der Tochter meines Volks ist größer als die Sünde Sodoms, das plötzlich unterging, und keine Hand kam zu Hilfe. 1. Mose 18,20; 1. Mose 19,2
4:7 Zions Fürsten waren reiner als der Schnee und weißer als Milch; ihr Leib war rötlicher als Korallen, ihr Aussehen war wie Sap
4:8 Nun aber ist ihre Gestalt so dunkel vor Schwärze, daß man sie auf den Gassen nicht erkennt; ihre Haut hängt an den Knochen, und sie sind so dürr wie ein Holzsch
4:9 Den durchs Schwert Erschlagenen ging es besser als denen, die vor Hunger starben, die verschmachteten und umkamen aus Mangel an Früchten des Ack
4:10 Es haben die barmherzigsten Frauen ihre Kinder selbst kochen müssen, damit sie zu essen hatten in dem Jammer der Tochter meines Volks. Kap 2
4:11 Der HERR hat seinen Grimm austoben lassen, er hat seinen grimmigen Zorn ausgeschüttet; er hat in Zion ein Feuer angesteckt, das auch ihre Grundfesten verzehrt h
4:12 Es hätten's die Könige auf Erden nicht geglaubt noch alle Leute in der Welt, daß der Widersacher und Feind zum Tor Jerusalems einziehen könn
4:13 Es ist aber geschehen wegen der Sünden ihrer Propheten und wegen der Missetaten ihrer Priester, die dort der Gerechten Blut vergossen hab
4:14 Sie irrten hin und her auf den Gassen wie die Blinden und waren mit Blut besudelt, daß man ihre Kleider nicht anrühren konn
4:15 man rief ihnen zu: »Weicht, ihr Unreinen! Weicht, weicht, rührt nichts an!« Wenn sie flohen und umherirrten, so sagte man auch unter den Heiden: »Sie sollen nicht länger bei uns bleiben.« 3. Mose 13
4:16 Des HERRN Zorn hat sie zerstreut; er will sie nicht mehr ansehen. Die Priester ehrte man nicht, und an den Alten übte man keine Barmherzigkeit. Kap 2,6; Kap 5,12; 3. Mose 19
4:17 Noch immer blickten unsre Augen aus nach nichtiger Hilfe, bis sie müde wurden; und wir warteten auf ein Volk, das uns doch nicht helfen konn
4:18 Man jagte uns, daß wir auf unsern Gassen nicht gehen konnten. Da kam unser Ende; unsere Tage sind aus, unser Ende ist gekomm
4:19 Unsre Verfolger waren schneller als die Adler unter dem Himmel. Auf den Bergen haben sie uns verfolgt und in der Wüste auf uns gelaue
4:20 Der Gesalbte des HERRN, der unser Lebensodem war, ist gefangen worden in ihren Gruben; wir aber dachten: »In seinem Schatten wollen wir leben unter den Völker
4:21 Ja, freue dich nur und sei fröhlich, du Tochter Edom, die du wohnest im Lande Uz! Denn der Kelch wird auch zu dir kommen, daß du trunken wirst und dich entblößest. Kap 3,64; Ps 137,7; Jer 25,15; 25
4:22 Deine Schuld ist abgetan, du Tochter Zion; der Herr wird dich nicht mehr wegführen lassen. Aber deine Schuld, du Tochter Edom, wird er heimsuchen und deine Sünden aufdecken. Jes 40,2; Jes 34,8-10; Hes 35,14-15 Gebet des Volkes in seiner tiefsten Erniedri
5:1 Gedenke, HERR, wie es uns geht; schau und sieh an unsre Schm
5:2 Unser Erbe ist den Fremden zuteil geworden und unsre Häuser den Ausländ
5:3 Wir sind Waisen und haben keinen Vater; unsre Mütter sind wie Wit
5:4 Unser Wasser müssen wir um Geld trinken; unser eigenes Holz müssen wir bezah
5:5 Mit dem Joch auf unserm Hals treibt man uns, und wenn wir auch müde sind, läßt man uns doch keine R
5:6 Wir mußten Ägypten und Assur die Hand hinhalten, um uns an Brot zu sätti
5:7 Unsre Väter haben gesündigt und leben nicht mehr, wir aber müssen ihre Schuld tragen. 2. Mose 20,5; Jer 3
5:8 Knechte herrschen über uns, und niemand ist da, der uns von ihrer Hand erret
5:9 Wir müssen unser Brot unter Gefahr für unser Leben holen, bedroht von dem Schwert in der Wü
5:10 Unsre Haut ist verbrannt wie in einem Ofen von dem schrecklichen Hung
5:11 Sie haben die Frauen in Zion geschändet und die Jungfrauen in den Städten Jud
5:12 Fürsten wurden von ihnen gehenkt, und die Alten hat man nicht geehrt. 2. Kön 25,19
5:13 Jünglinge mußten Mühlsteine tragen und Knaben beim Holztragen strauche
5:14 Es sitzen die Ältesten nicht mehr im Tor und die Jünglinge nicht mehr beim Saitenspi
5:15 Unsres Herzens Freude hat ein Ende, unser Reigen ist in Wehklagen verkeh
5:16 Die Krone ist von unserm Haupt gefallen. O weh, daß wir so gesündigt haben! Jer 1
5:17 Darum ist auch unser Herz krank, und unsre Augen sind trübe gewor
5:18 um des Berges Zion willen, weil er so wüst liegt, daß die Füchse darüber lauf
5:19 Aber du, HERR, der du ewiglich bleibest und dein Thron von Geschlecht zu Geschlec
5:20 warum willst du uns so ganz vergessen und uns lebenslang so ganz verlass
5:21 Bringe uns, HERR, zu dir zurück, daß wir wieder heimkommen; erneure unsre Tage wie vor alters! Ps 126
5:22 Hast du uns denn ganz verworfen, und bist du allzusehr über uns erzür