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WENDEZEIT
FÜR DIE
NATIONEN
VORSCHLÄGE ZUM THEMA GLOBAL GOVERNANCE
EIN STATEMENT DER
INTERNATIONALEN BAHÁ’Í-GEMEINDE

Wendezeit für die Nationen
Vorschläge zum Thema Global Governance
Ein Statement der Internationalen Bahá’í-Gemeinde
© 1996 by Bahá’í-Verlag, Hofheim/Ts.
ISBN 3-87037-322-9
Bestellziffer 451-331
Printed in Germany
INHALT
I. Überblick: Gelegenheit zum Innehalten – Seite 5
II. Den historischen Zusammenhang verstehen: Ein Aufruf an die Führer der Welt – Seite 8
III. Eine Neuorientierung der Vereinten Nationen – Seite 11
A. Neue Aufgaben für die Vollversammlung – Seite 12
1. Mindestvoraussetzung für eine Mitgliedschaft – Seite 13
2. Gründung einer internationalen Grenzkommission – Seite 13
3. Neue finanzielle Grundlagen – Seite 14
4. Welthilfssprache und gemeinsame Schrift – Seite 14
5. Die Möglichkeit einer einzigen Weltwährung – Seite 15
B. Stärkung der Exekutive – Seite 15
1. Einschränkung des Vetorechts – Seite 16
2. Einrichtung einer permanenten internationalen Militärstreitmacht – Seite 16
3. Kollektive Sicherheit auch bei anderen globalen Problemen – Seite 17
4. Erfolgreiche UN-Organisationen – Seite 17
C. Stärkung des Internationalen Gerichtshofes – Seite 17
1. Erweiterung der Zuständigkeit – Seite 18
2. Koordination der Spezialgerichtsbarkeiten – Seite 18
IV. Das Potential des einzelnen Menschen freisetzen.
Eine kritische Herausforderung der entstehenden internationalen Ordnung – Seite 19
A. Wirtschaftliche Entwicklung – Seite 20
1. Eine entschiedene Kampagne zur Erfüllung der Agenda 21 – Seite 21
B. Schutz der Grundrechte des Menschen – Seite 22
1. Der UNO-Apparat zur Überwachung, Durchsetzung und Erfolgskontrolle ist zu stärken – Seite 23
2. Die allgemeine Ratifikation der internationalen Menschenrechtskonventionen ist voranzutreiben – Seite 24
3. Die Achtung vor den Überwachungsorganen der Vereinten Nationen für die Menschenrechte muß gesichert werden – Seite 24
C. Förderung der Stellung der Frauen – Seite 25
1. Frauen müssen in den Delegationen der Mitgliedsstaaten stärker vertreten sein – Seite 26
2. Es muß zur Ratifikation internationaler Konventionen ermutigt werden, die die Rechte der Frau schützen und ihren Status verbessern – Seite 26
3. Die Erfüllung des Beijing–Aktionsprogramms ist vorauszuplanen – Seite 27
D. Die Bedeutung sittlicher Bildung – Seite 27
1. Lehrpläne zur ethisch-sittlichen Bildung in den Schulen sind zu entwickeln – Seite 28
V. Menschheit am Wendepunkt. Ein Aufruf an die Führer der Welt – Seite 29

Die Vereinigung der ganzen Menschheit ist das Kennzeichen der Stufe, der sich die menschliche Gesellschaft heute nähert. Die Einheit der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation ist nacheinander in Angriff genommen und völlig erreicht worden. Welteinheit ist das Ziel, dem eine gequälte Menschheit zustrebt. Der Aufbau von Nationalstaaten ist zu einem Ende gekommen. Die Anarchie, die der nationalstaatlichen Souveränität anhaftet, nähert sich heute einem Höhepunkt. Eine Welt, die zur Reife heranwächst, muß diesen Fetisch aufgeben, die Einheit und Ganzheit der menschlichen Beziehungen erkennen und ein für allemal den Apparat aufrichten, der diesen Leitgrundsatz ihres Daseins am besten zu verkörpern vermag.1
Shoghi Effendi, 1936
I. Überblick
Gelegenheit zum Innehalten
Das 20. Jahrhundert, eine der stürmischsten Abschnitte der Menschheitsgeschichte, zeichnet sich durch zahlreiche Umwälzungen, Revolutionen und die radikale Abkehr von der Vergangenheit aus. Einige dieser Umwälzungen – vom Niedergang des Kolonialismus und der großen Mächte des 19. Jahrhunderts bis zum Aufstieg und Fall der katastrophalen Experimente des Totalitarismus, Faschismus und Kommunismus – hatten höchst zerstörerische Auswirkungen, brachten Millionen von Menschen den Tod und führten zur Auslöschung von Traditionen und Kulturen und zum Zerfall ehrwürdiger Institutionen.
Andere Bewegungen und Entwicklungen waren jedoch positiver. Wissenschaftliche Entdeckungen und neuartige gesellschaftliche Einsichten spornten zu fortschrittlichen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen an. Der Weg wurde frei für ein neues Verständnis der Menschenrechte, die Bejahung individueller Würde, für größere Offenheit zu persönlicher und gemeinschaftlicher Leistung und mutige, neue Wege zur Entwicklung menschlichen Wissens und Bewußtseins.
Diese Zwillingsprozesse, der Niedergang alter Institutionen und das Aufblühen neuen Denkens, sind Zeugnisse eines gemeinsamen Trends, der sich in den vergangenen hundert Jahren deutlich beschleunigte: die wachsende gegenseitige Abhängigkeit und Integration der Menschheit.
Dieser Trend kann überall beobachtet werden: in der Verschmelzung der Weltfinanzmärkte – was wiederum die Tatsache widerspiegelt, daß die Menschheit von einer großen Zahl untereinander verflochtener Energie-, Nahrungs-, Rohstoff-, Technologie- und Informationsquellen abhängt –, bis zum Aufbau eines weltumspannenden Kommunikations- und Verkehrssystems. Der Trend spiegelt sich genauso im wissenschaftlichen Verständnis einer einzigen, uns allen gemeinsamen Biosphäre der Erde, was globaler Zusammenarbeit eine neue Dringlichkeit verleiht. Er zeigt sich zudem, wenn auch in einer destruktiven Weise, in dem Potential moderner Waffensysteme, deren Zerstörungskraft sich inzwischen auf einen Punkt zubewegt hat, an dem eine Handvoll Menschen in der Lage wäre, allem menschlichen Leben auf Erden ein Ende zu bereiten. Dieser Trend in seiner konstruktiven wie zerstörerischen Form ist inzwischen jedem bewußt; aber gerade hierdurch schmerzt uns das bereits vertraute Bild unseres blauen Planeten, der sich mit seiner fragilen Atmosphäre gegen das tiefe Schwarz des unendlichen Universums absetzt, ein Bild, das in uns die Vorstellung festigt, daß wir alle zu einer einzigen Menschheit gehören, reich an Vielfalt in unserer gemeinsamen Heimat.
Diese Entwicklung wird auch durch die Bemühungen der Nationen der Welt reflektiert, ein globales politisches System zu schmieden, das der Menschheit Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand sichert. Zweimal in diesem Jahrhundert hat die Menschheit versucht, eine neue internationale Ordnung zu schaffen. Jedesmal bemühte man sich, die langsam entstehende Anerkennung weltweiter Interdependenz mit einzubeziehen, aber gleichzeitig sollte die alles überragende nationale Souveränität unangetastet bleiben. Aus Sicht des nun endenden Jahrhunderts stellte der Völkerbund einen Durchbruch in der Entfaltung des Konzepts kollektiver Sicherheit und einen ersten, entscheidenden Schritt zu einer Weltordnung dar.
Durch den zweiten Versuch, der den verheerenden Schrecken des Zweiten Weltkrieges entsprang und sich auf eine hauptsächlich von den Siegern jener Feuersbrunst verfaßten Charta stützte, bietet sich seit fünfzig Jahren ein internationales Forum, quasi als letzte Zuflucht, eine einzigartige Institution, die den gemeinsamen Interessen der Menschheit als edles Symbol voransteht.
Als internationale Organisation haben die Vereinten Nationen gezeigt, daß die Menschheit zu gemeinsamen Aktionen in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Erziehung und Bildung, Umweltschutz und des Wohlergehens der Kinder fähig ist. Sie haben unseren kollektiven moralischen Willen zur Schaffung einer besseren Zukunft bekräftigt, wie sich in der weit verbreiteten Akzeptanz der Menschenrechtskonventionen zeigt. Sie verdeutlichten das in der Menschheit tief verwurzelte Mitgefühl, wie die Bereitstellung von Spenden und Hilfskräften in Notfällen beweist. Und im wichtigsten Bereich der Friedensschaffung und Friedenserhaltung bahnten die Vereinten Nationen einen kühnen Weg in eine Zukunft ohne Krieg.2
Gleichwohl erwiesen sich die allgemeinen Ziele der Charta der Vereinten Nationen als kaum realisierbar. Entgegen den hochgesteckten Hoffnungen ihrer Gründer begann mit der Errichtung der Vereinten Nationen vor fünfzig Jahren noch nicht das Zeitalter des Friedens und Wohlstands für alle.3
Obwohl die Vereinten Nationen sicher eine Rolle bei der Verhinderung eines dritten Weltkrieges spielten, zeichnete sich das vergangene Jahrzehnt doch durch zahlreiche regionale und nationale Kriege aus, die Millionen Menschen das Leben kosteten. Kaum hatten die verbesserten Beziehungen zwischen den Supermächten die ideologischen Motive dieser Konflikte beseitigt, traten seit langem schwelende ethnische und religiös-fanatische Leidenschaften als Ursache für neue Gewaltausbrüche an die Oberfläche. Obwohl das Ende des Kalten Krieges die Gefahr eines globalen Vernichtungskrieges reduziert hat, sind die Technologien zur Vernichtung des ganzen Planeten – und zu einem gewissen Grad auch die ihnen zugrundeliegenden Leidenschaften – noch immer existent.
Auch in Bezug auf soziale Fragen dauern die gravierenden Probleme an. Zwar erzielen internationale Programme zur Förderung der Gesundheit, der nachhaltigen Entwicklung und der Menschenrechte einen Konsens auf höchster Ebene; gleichwohl hat sich die Situation vor Ort in vielen Gegenden verschlechtert, insbesondere durch die alarmierende Verbreitung militanten Rassismus und religiösen Fanatismus, das krebsartige Wuchern des Materialismus, die epidemieartige Zunahme der Kriminalität und des organisierten Verbrechens, das weit verbreitete Anwachsen sinnloser Gewalt, die sich ständig vergrößernde Schere zwischen Reichtum und Armut, die noch immer anhaltende Ungerechtigkeit gegenüber Frauen, die unmoralischen Auswüchse des ungezügelten Kapitalismus und die Zunahme politischer Korruption. Mindestens eine Milliarde Menschen leben in erniedrigender Armut, und mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung sind Analphabeten.4
Während die beiden Prozesse des Zusammenbruchs und der Erneuerung die Welt auf einen gewissen Höhepunkt hinführen, bietet der 50. Jahrestag der Gründung der Vereinten Nationen eine willkommene Gelegenheit, innezuhalten und darüber nachzudenken, wie die Menschheit in ihrer Gesamtheit ihre Zukunft gestalten könnte. Es hat sich in der letzten Zeit tatsächlich eine große Zahl hilfreicher Vorschläge zur Stärkung der Vereinten Nationen und zur Verbesserung ihrer Fähigkeit, die Antworten aus der Völkergemeinschaft zu diesen Herausforderungen zu vereinigen, ergeben.
Diese Vorschläge kann man grob in drei Kategorien einteilen. Eine Gruppe befaßt sich vornehmlich mit verwaltungstechnischen und finanziellen Problemen innerhalb des UN-Systems. Eine andere Gruppe umfaßt die Vorschläge zur Umstrukturierung von Einrichtungen wie dem Wirtschafts- und Sozialrat, dem „Trusteeship Council“ und den Bretton-Woods-Wirtschafts-institutionen. Weitere Entwürfe betreffen Veränderungen der politischen Struktur der Vereinten Nationen, wie die Erweiterung des Sicherheitsrates und eine Überarbeitung der UN-Charta.5
Die meisten dieser Entwürfe haben konstruktiven Charakter, einige sind aber auch provokant. Eine der ausgewogensten und umsichtigsten Darstellungen ist der Bericht der „Commission on Global Governance“ mit dem Titel Nachbarn in Einer Welt, in dem Argumente für die allgemeine Anerkennung neuer Werte und für eine Strukturreform der Vereinten Nationen vorgetragen werden.6
Es ist in diesem Geiste, wenn die Internationale Bahá’í-Gemeinde zur laufenden Diskussion und der Beratung derart lebenswichtiger Themen beitragen möchte. Unsere Ansichten basieren auf drei grundlegenden Elementen:
Erstens: Diskussionen über die Zukunft der Vereinten Nationen müssen im großen Zusammenhang der Entwicklung und Ausrichtung einer internationalen Ordnung gesehen werden. Die Vereinten Nationen entstanden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit anderen großen Organisationen. Zusammen werden diese nun die Entwicklung der neuen internationalen Ordnung bestimmen – und ihrerseits von dieser geformt werden. Daher sollten Aufgabe und Rolle, Handlungsprinzipien und sogar die Aktivitäten der Vereinten Nationen nur daraufhin untersucht werden, wie sie in die umfassende Zielsetzung einer internationalen Ordnung passen.
Zweitens: Da die Menschheit unteilbar ist, wird jeder Mensch geboren als ein der ganzen Welt anvertrautes Pfand. Diese Beziehung zwischen dem einzelnen und der Gesamtheit ist die moralische Grundlage für die meisten Rechte der Menschen, die die Vereinten Nationen zu definieren suchen. Sie dient auch der Bestimmung eines alles andere übersteigenden Zwecks der internationalen Ordnung bei der Festsetzung und Bewahrung der Rechte des einzelnen.
Drittens: Die Diskussionen über die Zukunft der internationalen Ordnung müssen die gesamte Menschheit einbeziehen und sie mitreißen. Diese Diskussionen sind derart bedeutsam, daß sie nicht nur auf den Kreis der führenden Personen in Regierungen, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und sonstigen gesellschaftlichen Gruppierungen beschränkt werden darf. Im Gegenteil, diese Entwicklungen müssen die Menschen, Frauen wie Männer, an der Basis der Gesellschaft einbinden. Durch eine solch breite Teilnahme wird ein sich selbst verstärkender Prozeß in Gang gesetzt und das Bewußtsein des Weltbürgertums und für eine erweiterte internationale Ordnung gefördert.
II. Den historischen Zusammenhang verstehen
Ein Aufruf an die Führer der Welt
Die internationale Bahá’í-Gemeinde betrachtet die derzeitige Verwirrung in der Welt und ihren katastrophalen Zustand als die natürliche Phase eines organischen Prozesses, der letztlich unvermeidlich zur Vereinigung der Menschheit in eine einzige Gesellschaftsordnung in den Grenzen dieses Planeten führen wird.
Wenn man die Menschheit als ein organisches System betrachtet, durchlief sie bereits bisher verschiedene Evolutionsschritte, vergleichbar mit den Altersstufen eines Säuglings und eines Kindes. Heute steht sie nun in der turbulenten Phase der Jugend, nahe der lang ersehnten Reife.7 Der Prozeß weltweiten Zusammenschlusses, bereits Realität im Wirtschaftsleben und in der Kommunikation, hält nun allmählich auch in der Politik Einzug.
Diese Entwicklung wurde im geschichtlichen Maßstab durch unerwartete und katastrophale Ereignisse beschleunigt. Die Verwüstungen des ersten und zweiten Weltkrieges bewirkten jeweils die Gründung des Völkerbundes und der Vereinten Nationen. Die Bewohner der Erde stehen nun vor der Wahl, ob künftige Errungenschaften ebenfalls erst nach ähnlich unvorstellbaren Schrecken, oder durch einen konsultativen Willensakt erreicht werden. Es wäre unverantwortlich, nun keine entschiedenen Schritte zu ergreifen.
Da die Souveränitätsrechte derzeit noch bei den Nationalstaaten liegen, obliegt es den Regierungen und Staatsoberhäuptern, den Rahmen der sich jetzt herausbildenden internationalen Ordnung zu bestimmen. Wir rufen die führenden Persönlichkeiten auf allen Ebenen auf, eine entschiedene Rolle bei der Einberufung einer Weltversammlung noch vor Ende dieses Jahrhunderts zu übernehmen, auf der erörtert werden muß, in welcher Weise die internationale Ordnung zu gestalten ist, damit die Welt die vor ihr liegende Herausforderung meistert. Wie von einigen bereits vorgeschlagen, könnte diese Versammlung die Bezeichnung „World Summit on Global Governance“ tragen.8
Dieser Weltgipfel könnte auf den Erfahrungen aufbauen, die auf den erfolgreichen Konferenzen der Vereinten Nationen der frühen 90er Jahre gewonnen wurden. Hierzu gehören der Weltkindergipfel von 1990, der Umweltgipfel von 1992, die Weltkonferenz über Menschenrechte 1994, der Weltsozialgipfel 1995 und die Weltfrauenkonferenz 1995. Dort wurde eine neue Methode der globalen Beratung kritischer Sachverhalte eingeführt.
Ein Schlüssel hierbei war die substantielle Mitwirkung zahlreicher gesellschaftlicher Gruppierungen. Die Verhandlungen der Regierungsdelegationen über die Veränderungen der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lage der Welt waren durch das fundierte Engagement dieser Gruppen geprägt. Die Nicht-Regierungs-organisationen reflektieren in der Regel genau die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen von der Basis. Zudem war es bei jeder dieser Konferenzen wichtig, daß die Teilnahme von Regierungschefs dem Konferenzgeschehen vor der Weltöffentlichkeit das Signum von Legitimität und allgemeiner Zustimmung verlieh.
Man wäre gut beraten, wenn man auf diese Erfahrungen aufbauen und für den geplanten Weltgipfel auf den größtmöglichen Kreis zurückgreifen und so das Wohlwollen und die Unterstützung der Völker der Welt sichern würde.
Es wird oft die Sorge geäußert, daß internationale politische Instanzen unweigerlich eine übertriebene Zentralisierung entwickeln und so eine neue Bürokratie entsteht. Man muß hierzu nachdrücklich feststellen, daß jedes neue globale Regierungssystem prinzipiell wie praktisch dafür Sorge tragen muß, daß die Entscheidungskompetenzen auf der jeweils angemessenen Ebene verbleiben.9
Es mag nicht immer einfach sein, einen Mittelweg zu finden. Einerseits kann ein echter Fortschritt eigentlich nur durch die Menschen selbst erreicht werden, indem sie einzeln oder gemeinsam auf die Nöte der Zeit reagieren. Es kann also durchaus gesagt werden, daß in der Dezentralisierung von Macht das sine qua non der Entwicklung liegt.10 Andererseits wird die internationale Ordnung ein bestimmtes Maß weltweiter Lenkung und Koordination erfordern.
Im Lichte der oben umrissenen Prinzipien der Dezentralisierung sollten internationale Institutionen eine Handlungskompetenz nur dann erhalten, wenn internationale Fragen betroffen sind, in denen einzelne Staaten nicht für sich allein handeln können, oder um einzugreifen, wenn Rechte einzelner Mitgliedsstaaten zu schützen sind. Alle anderen Angelegenheiten sollten an nationale und lokale Instanzen verwiesen werden.11
Für die Entwicklung einer künftigen internationalen Ordnung sollten zudem möglichst viele Modelle und Regierungsformen überprüft werden. Statt sich nur ein einziges Modell der etablierten Regierungssysteme zum Vorbild zu nehmen, könnte die Lösung darin liegen, die sinnvollen Elemente aus allen Modellen miteinander abzustimmen und zu versöhnen.
Das föderale System ist beispielsweise eines jener bewährten Modelle, die geeignet sind, die Vielfalt der Welt in ein gemeinsames Geflecht aufzunehmen. Der Föderalismus hat sich bei der Delegation von Macht und der Entscheidungsfindung in großen, komplexen und heterogenen Staaten als effektiv erwiesen, unter gleichzeitiger Wahrung eines gewissen Maßes an Einheit und Stabilität. Ein anderes Modell, das genauere Betrachtung verdient, ist die Idee des „Commonwealth“, das auf der globalen Ebene die Interessen des Ganzen über die Einzelinteressen eines Staates stellt.
Auch muß ganz besonders darauf geachtet werden, daß die neue internationale Ordnung im Laufe der Zeit nicht in Formen von Despotismus, der Oligarchie oder Demagogie verfällt, die dann das Leben und das Gefüge der sie konstituierenden politischen Institutionen verdürbe.
1955 legte die Internationale Bahá’í-Gemeinde anläßlich des zehnjährigen Bestehens der UN-Charta den Vereinten Nationen eine Erklärung vor, deren Inhalt auf Ideen beruht, die vor fast einem Jahrhundert von Bahá’u’lláh formuliert wurden. „Das Bahá’í-Konzept einer Weltordnung kann so umrissen werden: Eine staatenübergreifende Weltinstanz, an die alle Nationen sämtliche Rechte auf Kriegsführung sowie bestimmte Rechte der Besteuerung und alle Rechte auf Rüstung – ausgenommen zum Zweck der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung im jeweiligen Land – abtreten. Diese Instanz muß über eine internationale Exekutive verfügen, die jedes unbotmäßige Mitglied des Weltgemeinwesens unter ihre höchste und unanfechtbare Amtsgewalt zu zwingen vermag, dazu ein Weltparlament, dessen Mitglieder vom Volk ihrer jeweiligen Länder gewählt und von ihren Regierungen bestätigt werden, sowie einen höchsten Gerichtshof, dessen Rechtsprechung auch dann bindend ist, wenn die betroffenen Parteien mit der Verhandlung ihrer Streitfälle vor diesem Gericht nicht einverstanden sind.“12
Wir sind überzeugt, daß die Bildung einer Weltregierung zugleich der beste Schutz wie auch die unausweichliche Bestimmung der Menschheit darstellt. Zudem vermittelt die Weltregierung ein auf lange Sicht angelegtes Bild einer globalen Gesellschaft. Angesichts der Dringlichkeit der derzeitigen Lage benötigt die Welt kühne, praktische und gangbare Strategien, die über inspirierende Zukunftsvisionen hinausreichen. Wenn man sich auf ein zwingendes Konzept konzentriert, wird sich aus dem Gemenge konträrer Ansichten doch eine klare und stimmige Linie evolutionären Wandels herausbilden.
III. Eine Neuorientierung der Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen waren das Kernstück der von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges geschaffenen Nachkriegsordnung und erfüllten über viele Jahrzehnte während des ideologischen Konflikts zwischen Ost und West ihren ursprünglichen Zweck als Forum des internationalen Dialogs. Im Laufe der Jahre erweiterten sich die Aufgaben nicht nur in der Vertiefung internationaler Normen und der Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch in friedenbewahrenden Operationen auf verschiedenen Kontinenten.
Im gleichen Zeitraum veränderte sich die politische Wirklichkeit unserer Welt auf dramatische Weise. Zur Zeit der Gründung der Vereinten Nationen gab es ungefähr 50 unabhängige Staaten. Diese Zahl stieg inzwischen auf über 185. Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Regierungen tonangebend in allen Entscheidungen. Heute ist durch den wachsenden Einfluß verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen und multinational operierender Konzerne eine bedeutend kompliziertere politische Landschaft entstanden.
Trotz wachsender Komplexität seiner Aufgabe hat das UN-System mehr oder weniger dieselbe Struktur bewahrt, wie sie vor 50 Jahren bei seiner Gründung einen neuen Dialog über die Fähigkeit der Vereinten Nationen angestoßen hat, der politischen Realität des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Leider überwog bei diesem Dialog die Kritik bei weitem das Lob.
Die meiste Kritik entsteht durch Vergleiche mit den führenden privaten Organisationen oder durch Beurteilungen, die auf überzogenen Erwartungen beruhen. Obwohl sicherlich einige spezielle Vergleiche sinnvoll sein können, um die Effektivität zu erhöhen, sind jedoch generelle Aussagen dieser Art im Grunde ungerecht. Denn den Vereinten Nationen fehlt es nicht nur an eindeutiger Autorität, sondern meistens auch an den für wirksames Handeln nötigen Mitteln. Der Vorwurf des Versagens richtet sich also eigentlich an die UN-Mitgliedsstaaten selbst.
Die Vereinten Nationen würden mithin immer uneffektiv erscheinen, beurteilte man sie außerhalb ihrer Arbeitsbedingungen. Bezieht man aber den Gedanken ein, daß sie nur ein Element in einem größeren globalen Entwicklungsprozeß sind, kann man die Analyse von den derzeitigen Unzulänglichkeiten durchaus auf die Errungenschaften der UN richten. Einem auf Entwicklung orientierten Betrachter vermitteln die Vereinten Nationen einen reichhaltigen Fundus an Erfahrungen für eine künftige Einbindung in eine globale Regierungsform.
Zu einer entwicklungsorientierten Einstellung gehört die Fähigkeit, sich das Schicksal einer Institution über lange Zeiträume hinweg vorzustellen, die ihr eigenen Entwicklungsmöglichkeiten zu sehen, wirkungsvolle Strategien für kurzfristige Umsetzungen zu formulieren, ja sogar gravierende Änderungen in der Zukunft zu erahnen.
Wenn man die Vereinten Nationen aus einem solchen Blickwinkel heraus untersucht, wird es möglich, das derzeitige System zu stärken, ohne dessen prinzipielle Wesenszüge und Verfahren radikal zu verändern. Tatsächlich kann kein Vorschlag zur Reform der Vereinten Nationen effektiv sein, der nicht immanent stimmig ist und die Vereinten Nationen nicht auf einen evolutionären Kurs bringt, der sie mit einer bedeutsamen Aufgabe innerhalb der künftigen internationalen Ordnung betraut. Wir glauben, daß die hier beschriebene Verbindung verschiedener Vorschläge dieser Rahmenbedingung entspricht und ihre Annahme einen ausgewogenen und bedeutsamen Schritt zum Aufbau einer gerechteren Weltordnung darstellt.13
A. Neue Aufgaben für die Vollversammlung
Die Grundlage jeden Regierungssystems ist die Rechtsstaatlichkeit, mit der Legislative als dem wichtigsten Zweig der Rechtssetzung. Während die Gesetzgebungskompetenz auf örtlicher und nationaler Ebene im allgemeinen respektiert wird, erwecken regionale und internationale Gesetzgebungskörperschaften oft Furcht und Mißtrauen.
Zudem wird die Vollversammlung der Vereinten Nationen wegen ihrer Wirkungslosigkeit angegriffen. Obwohl einige der ihr entgegengebrachten Vorwürfe unbegründet sind, gibt es jedoch mindestens zwei Bereiche, in denen die UN unzulänglich arbeiten und die die Wirkkraft der Vollversammlung einschränken.
Erstens verleiht das jetzige System der nationalen Souveränität ein unangemessenes Gewicht, wodurch eine kuriose Mischung aus Anarchie und Konservatismus entsteht. In einer reformierten UNO werden Legislative und Wahlsystem die Völker der Welt wie die Nationalstaaten besser repräsentieren müssen.14
Zweitens sind Resolutionen der Vollversammlung nur bindend, wenn sie zusätzlich im völkerrechtlichen Sinne von jedem Mitgliedsstaat ratifiziert werden. Sofern das jetzige System, das der nationalen Souveränität Vorrang einräumt, von einem System abgelöst würde, das mehr auf die Interessen einer einzigen, vernetzten und gegenseitig abhängigen Menschheit eingeht, dann sollten die Resolutionen der Vollversammlung – in genau definierten Bereichen – allmählich Gesetzeskraft erlangen. Das hieße auch, Normen für den Vollzug dieser Gesetze und Vollstreckungsmöglichkeiten aufzustellen.
Diese beiden Mängel sind insofern eng miteinander verknüpft, als die Mehrheit der Menschen einer Weltregierung mißtrauisch und ängstlich gegenübersteht und sich wahrscheinlich solange keiner internationalen Institution unterwerfen wird, bis diese in einem hohen Maß repräsentativen Charakter hat.15
Gleichwohl erscheinen uns fünf praktische Schritte auch kurzfristig als gangbar, um die Vollversammlung und ihr Ansehen zu stärken und sie in eine langfristige Ausrichtung einzubinden.
1. Mindestvoraussetzung für eine Mitgliedschaft
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte mit ihren Folgeabkommen, zusammen als Charta der Menschenrechte bezeichnet, legen den Minimalstandard für das Verhalten einer Regierung gegenüber deren Volk klar fest.
Ein Mitgliedsstaat verhindert die aktive und vernünftige Teilhabe der Bevölkerung am Gemeinwesen, wenn er sich nicht vorbehaltlos zu allgemeinen, freien und gleichen Wahlen, zu Meinungsfreiheit und den übrigen Grundrechten verpflichtet.
Wir schlagen Konsequenzen für den Fall vor, daß Mitgliedsstaaten diesen Standard nicht einhalten. Analog sollte Nationen, die sich um Aufnahme in die UNO bemühen, solange die Mitgliedschaft verweigert werden, bis sie offen für diesen Standard eintreten oder erkennbare Anstrengungen in diese Richtung unternehmen.
2. Gründung einer internationalen Grenzkommission
Offene Gebietsansprüche und Grenzfragen sind noch immer eine Hauptquelle für militärische Konflikte und unterstreichen die äußerste Dringlichkeit, diese Fragen durch allgemeine Verträge zu klären. Diese können nur zustande kommen, wenn berücksichtigt wird, daß die Grenzen vieler Nationalstaaten oft auf eine sehr willkürliche Art und Weise festgelegt wurden, und indem alle unbefriedigten Ansprüche von einzelnen Völkern und ethnischen Gruppen einbezogen werden.
Anstatt diese Fragen einem internationalen Gerichtshof vorzulegen, ist es unseres Erachtens das beste, eine internationale Kommission einzuberufen, die alle offenen Grenzfragen behandelt. Die Kommission sollte nach sorgfältiger Abwägung Empfehlungen vorlegen.16 Diese Vorschläge könnten zugleich präventiv auf wachsende Spannungen zwischen einzelnen Volksgruppen hinweisen und helfen, Konfliktpotentiale durch den frühzeitigen Einsatz diplomatischer Mittel abzuschätzen und zu entschärfen.
Um eine echte Gemeinschaft der Völker langfristig zu etablieren, bedarf es der endgültigen Regelung aller Grenzfragen. Die Untersuchungen der Kommission sollen dies vorbereiten.
3. Neue finanzielle Grundlagen
Das jährliche Defizit des UN-Budgets zwingt die Vereinten Nationen zu einem Krisenmanagement. Diese Situation wurde ursprünglich durch die Weigerung einer Reihe von Mitgliedsstaaten ausgelöst, ihre Beiträge pünktlich zu entrichten. Die fehlende Kompetenz zur Geltendmachung von Verzugszinsen und Mängel in der Administration verschärften die Lage.
Freiwillige Zahlungen seitens der Mitgliedsstaaten können kaum eine verläßliche Grundlage zur Finanzierung einer internationalen Organisation sein. Es müssen wirksame Maßnahmen zur Finanzierung entwickelt werden, um das reibungslose Funktionieren des UN-Systems zu ermöglichen. Wir schlagen die sofortige Ernennung einer Task-Force vor, die nach Alternativen suchen soll.
Hierbei sollte die Task-Force verschiedene Prinzipien beachten: 1. Es darf keine Besteuerung ohne politische Repräsentanz geben, 2. die Beitragshöhe sollte im Interesse der Gerechtigkeit abgestuft sein, 3. Verfahren zur Förderung von freiwilligen Spenden einzelner und von Gruppierungen dürfen nicht außer acht gelassen werden.17
4. Welthilfssprache und gemeinsame Schrift
Die Vereinten Nationen, die zur Zeit sechs offizielle Sprachen verwenden, würden sehr profitieren, wenn sie entweder eine der lebenden Sprachen oder eine künstliche Sprache als Hilfssprache für ihre Foren auswählen würden. Ein solcher Schritt wird schon seit langem von vielen Gruppen befürwortet – von den Esperantisten bis zur Internationalen Bahá’í-Gemeinde.18 Eine solche Maßnahme würde nicht nur Finanzen einsparen und die Verwaltung entlasten, sondern auch den Geist der Einheit erheblich fördern.
Wir schlagen die Ernennung einer hochrangigen Kommission vor, deren Mitglieder aus verschiedenen Regionen und einschlägigen Fachgebieten kommen sollten, wie zum Beispiel aus der Linguistik, den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Ausbildung und den Medien. Die Kommission soll die Frage der Auswahl einer Welthilfssprache und einer gemeinsamen Schrift sorgfältig prüfen.
Wir gehen davon aus, daß die Welt langfristig dazu gezwungen sein wird, eine einzige Hilfssprache und Schrift – als Ergänzung zur jeweiligen Landessprache – in den Schulen zu unterrichten. Dies hätte das Ziel, den Übergang zur globalen Gesellschaft zu erleichtern, durch eine verbesserte Kommunikation zwischen den Völkern, durch Kostensenkung in Wirtschaft, Verwaltung und anderen weltumspannenden Unternehmungen, und allgemein durch die Förderung herzlicherer Beziehungen zwischen allen Mitgliedern der Völkerfamilie.19
Dieser Vorschlag sollte nicht falsch verstanden werden. Er zielt keineswegs auf eine Zerschlagung irgendeiner lebenden Sprache oder Kultur.
5. Die Möglichkeit einer einzigen Weltwährung
Es liegt auf der Hand, daß eine Weltwährung ein wichtiges Element innerhalb der Weltwirtschaft darstellt. Wirtschaftsexperten glauben, daß eine Weltwährung neben anderen Vorteilen die Spekulation und unvorhersehbare Marktschwankungen eindämmen und weltweit zu einer Anpassung der Löhne und Preise und so zu bedeutsamen Einsparungen führen könnte.20
Mögliche Einsparungen werden aber nur dann umgesetzt, wenn es gelingt, die Vorbehalte der Skeptiker durch überzeugende Argumente zu beseitigen und einen glaubwürdigen Aktionsplan vorzulegen. Wir schlagen die Ernennung einer hochrangigen Kommission vor, die aus den hervorragendsten Regierungsmitgliedern, Wissenschaftlern und Fachleuten besteht und sofort damit beginnen soll, die wirtschaftlichen Vorteile, aber auch die politischen Kosten einer Weltwährung zu prüfen und eine effektive Vorgehensweise für ihre Einführung vorzulegen.
B. Stärkung der Exekutive
Auf der internationalen Ebene ist die wichtigste Aufgabe der Exekutive die Durchsetzung des Abkommens zur kollektiven Sicherheit.21
Kollektive Sicherheit setzt einen bindenden Vertrag zwischen den Nationen zur gemeinschaftlichen Abwehr einer Bedrohung voraus. Dessen Wirksamkeit hängt davon ab, in welchem Ausmaß sich die einzelnen Mitgliedsstaaten dem Gemeinwohl verpflichten, selbst wenn dies in gewisser Weise durch ein aufgeklärtes Eigeninteresse motiviert ist.
Innerhalb der Vereinten Nationen wird die Exekutivgewalt überwiegend vom Sicherheitsrat wahrgenommen, teilweise gemeinsam mit dem Sekretariat. Beide werden in der Wahrnehmung ihres Mandats behindert. Der Sicherheitsrat leidet an der Unfähigkeit, entschiedene Maßnahmen zu treffen. Der Generalsekretär steht unter dem Druck komplexer Anforderungen einzelner Mitgliedsstaaten.
Vier praktische Schritte könnten möglicherweise die Exekutivfunktion der Vereinten Nationen kurzfristig stärken.
1. Einschränkung des Vetorechts
Bei der Übertragung des Vetorechts an fünf ständige Mitglieder lag die ursprüngliche Absicht der UN-Charta darin, den Sicherheitsrat an der Unterstützung militärischer Aktionen zu hindern, die sich gegen ein ständiges Mitglied richten oder Streitkräfte eines ständigen Mitglieds gegen dessen Willen einzusetzen.22 Mit Beginn des Kalten Krieges wurde das Vetorecht tatsächlich wiederholt aus Gründen regionaler oder nationaler Sicherheit ausgeübt.
In den 1955 zur UN-Reform vorgelegten Vorschlägen sprach sich die Internationale Bahá’í-Gemeinde für die schrittweise Abschaffung der „ständigen Mitgliedschaft“ und des „Vetorechts“ aus, entsprechend der Stärkung des Vertrauens in den Sicherheitsrat. Vierzig Jahre später bekräftigen wir diese Position. Wir möchten jedoch vorschlagen, daß in einer Übergangsphase das Vetorecht bestehen bleibt, aber eingeschränkt wird, um der ursprünglichen Zielsetzung der UN-Charta gerecht zu werden.
2. Einrichtung einer permanenten internationalen Militärstreitmacht
Eine internationale Streitmacht sollte geschaffen werden, um die friedenerhaltenden Maßnahmen der Vereinten Nationen zu unterstützen und den Resolutionen des Sicherheitsrates mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.23 Ihre Loyalität zu den Vereinten Nationen und ihre Unabhängigkeit von nationalen Interessen muß gesichert sein. Voll ausgerüstet, stünde diese Streitmacht unter der Befehlsgewalt des Generalsekretärs bei letztlicher Aufsicht des Sicherheitsrates. Ihre Finanzierung würde jedoch von der Vollversammlung bestimmt. Der Generalsekretär sollte beim Aufbau dieser Streitmacht auf kompetentes Personal aus allen Teilen der Welt zurückgreifen.
Richtig eingesetzt, würde eine solche Streitmacht zugleich ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und so Schritte zur weltweiten Abrüstung fördern, wodurch das unmittelbare Verbot von Massenvernichtungswaffen bewirkt werden könnte.24 Außerdem könnte sich so im Einklang mit dem Prinzip kollektiver Sicherheit die Auffassung verbreiten, daß Staaten Waffen nur zu ihrer eigenen Verteidigung und zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit benötigen.
Als ein unmittelbarer Schritt zur Einrichtung dieser Streitmacht könnte das derzeitige adhoc-Verfahren institutionalisiert und (für Krisenfälle) regionale schnelle Eingreiftruppen aufgestellt werden.
3. Kollektive Sicherheit auch bei anderen globalen Problemen
Obwohl ursprünglich im Zusammenhang mit der Bedrohung durch militärische Aggression entwickelt, könnte das Konzept der kollektiven Sicherheit auf alle Formen der Bedrohung ausgeweitet werden. Selbst wenn diese nur lokal auftreten, sind sie doch das Ergebnis des Zusammenbruchs der heutigen globalen Ordnung. Diese Bedrohungen umfassen unter anderem den internationalen Drogenhandel, die Sicherstellung ausreichender Nahrung und das Auftreten neuer weltweiter Seuchen.25
Dieser Themenbereich sollte auf die Tagesordnung des vorgeschlagenen Weltgipfels gesetzt werden, wobei es jedoch unwahrscheinlich ist, daß es vor dem fundamentalen Problem militärischer Aggression Vorrang genießen würde.
4. Erfolgreiche UN-Organisationen
Innerhalb der UN-Familie gibt es eine Reihe von unabhängigeren Organisationen, wie zum Beispiel die UNICEF (Kinderhilfswerk), die ICAO (Luftfahrtorganisation), der UPU (Weltpostverein), die ITCU (Telekommunikationsunion), die ILO (Weltarbeitsunion) und die WHO (Weltgesundheitsorganisation). Diese haben innerhalb spezifischer, wichtiger Bereiche beachtliche Erfolge erzielt.
Generell gesehen besitzen sie bereits eigene Exekutivgewalt. Ihre Unabhängigkeit sollte gewahrt und als Teil der internationalen Exekutive gestärkt werden.26
C. Stärkung des Internationalen Gerichtshofes
Jedes Regierungssystem bedarf einer starken Judikative, zum Ausgleich der Gewalten, und zur Wahrung von Rechtsprechung und Gesetz. Das Streben nach einer gerechten Gesellschaft gehört zu den elementaren Impulsen in der Geschichte27 – zweifellos kann eine Weltkultur ohne Verankerung im Gerechtigkeitsprinzip nicht gegründet werden.
Gerechtigkeit ist jene Kraft, die das allmählich dämmernde Bewußtsein der Einheit der Menschheit in einen gemeinsamen Willen übertragen kann, mit dessen Hilfe das Rahmenwerk einer Weltgemeinschaft sicher aufgebaut werden kann. In einer Epoche, in der die Menschen zunehmend Zugang zu Informationen aller Art und zu einer großen Vielfalt verschiedener Ideen erhalten, wird sich die Gerechtigkeit als herrschendes Prinzip erfolgreicher gesellschaftlicher Organisation erweisen.
Auf der persönlichen Ebene ist die Gerechtigkeit jene Eigenschaft der Seele, die jeden Mensch befähigt, Wahres von Falschem zu unterscheiden. Bahá’u’lláh bekräftigt, daß nach Gottes Sicht Gerechtigkeit „von allem das Meistgeliebte“28 ist, da sie jedem einzelnen erlaubt, mit eigenen Augen und nicht mit denen anderer zu sehen, durch eigene Erkenntnis und nicht durch die seines Nächsten oder seiner Gruppe zu handeln.
In der Gruppe ist das Ringen um Gerechtigkeit der unbedingt notwendige Maßstab kollektiver Entscheidungsfindung, denn es ist das einzige Mittel, um Einheit im Denken und Handeln zu erreichen. Das Verlangen nach Rache und Strafe verbarg sich in der Vergangenheit oft unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit. Davon ist wahre Gerechtigkeit aber weit entfernt. In der Praxis fördert ihre Anwendung vielmehr ein Klima offenen Austauschs und der Beratung, das leidenschaftslose und angemessene Entscheidungen erst ermöglicht. Ein solches Klima macht es viel weniger wahrscheinlich, daß die überall vertretene Neigung zu Manipulation und Cliquenwesen die Entscheidungsfindung beeinflussen könnte.
Diese Auffassung von Gerechtigkeit wird allmählich die Erkenntnis reifen lassen, daß die Interessen des einzelnen und der Gesellschaft in einer Welt gegenseitiger Abhängigkeiten unauflösbar miteinander verflochten sind. So ist Gerechtigkeit wie ein Faden, der mit jeder Handlung verwoben werden sollte, sei es in der Familie, im unmittelbaren sozialen Umfeld, oder gar auf globaler Ebene.
Wir erkennen im derzeitigen System der Vereinten Nationen die Grundlage für einen gestärkten Weltgerichtshof. Der 1945 von den Vereinten Nationen gegründete Weltgerichtshof hat eine Reihe von positiven Elementen. Durch Auswahl der Richter wird beispielsweise versucht, alle Völker, Regionen und unterschiedlichen Rechtssysteme zu repräsentieren.29
Der wesentliche Mangel des Gerichtshofes liegt aber darin, daß ihm die Kompetenz fehlt, rechtlich verbindliche Entscheidungen zu fällen, mit Ausnahme der Fälle, in denen die Staaten sich vorher hierzu verpflichteten. Ohne eine solche Jurisdiktionsgewalt fehlt dem Gerichtshof die Möglichkeit, Gerechtigkeit walten zu lassen.30 Mit der Zeit könnten die Entscheidungen des Weltgerichtshofes bindend und in allen Staaten vollstreckbar werden. Kurzfristig könnten aber zwei Maßnahmen den Weltgerichtshof stärken:
1. Erweiterung der Zuständigkeit
Derzeit ist die Zuständigkeit des Weltgerichtshofes auf wenige Kategorien von Rechtsfragen beschränkt. Nur Staaten haben Antragsrecht. Wir schlagen vor, daß neben den Mitgliedsstaaten auch anderen Organen der Vereinten Nationen ein Antragsrecht eingeräumt wird.
2. Koordination der Spezialgerichtsbarkeiten
Der Weltgerichtshof könnte als Dach für bereits existierende und neu zu schaffende Fachgerichte fungieren, die in internationalen Fällen innerhalb bestimmter Fachgebiete vermitteln und Recht sprechen können.
Erste Ansätze zu einem solchen vereinigten Konzept lassen sich bereits in den Spruchkörpern finden, die Vergleiche finden sollen beispielsweise im Bereich von Wirtschaft und Verkehr, und in den Entwürfen zur Gründung eines Internationalen Strafgerichtshofes und einer Kammer für Umweltfragen. Man könnte weitere Fachgebiete ergänzen, wie zum Beispiel weltweiter Terrorismus und Drogenhandel.
IV. Das Potential des einzelnen Menschen freisetzen
Eine kritische Herausforderung der entstehenden internationalen Ordnung
Führungsinstanzen haben auf allen Ebenen in erster Linie die Aufgabe, die Zivilisation voranzubringen. Sie können diese Aufgabe aber schwerlich erfüllen ohne die motivierte, einsichtsvolle Teilnahme aller Menschen am Leben und den Belangen der Gesellschaft.
Bisher hatten internationale Gremien die Bildung von Institutionen und den Zusammenschluß von Nationen im Blick, abgehoben von den Menschen in der Welt, ihrem Denken und Fühlen. Deren überwiegende Mehrheit lebt, eingebunden in ein vielschichtiges Verwaltungsnetz und verwirrt von der Nachrichtenfülle der Medien aus aller Welt, fern von der internationalen Bühne und hat noch keinen Sinn entwickelt für solche Institutionen wie die Vereinten Nationen. Nur wer über entsprechende gesellschaftliche Organisationen Zugang zum internationalen Geschehen hat, scheint sich mit solchen Institutionen identifizieren zu können.
Im Gegenzug können sich internationale Institutionen nicht zu wirksamen, ausgereiften Führungsorganen entwickeln, die ihren Hauptzweck, die Förderung der Zivilisation, erfüllen, solange sie nicht ihre wechselseitige Beziehung zu den Menschen in der Welt erkennen und pflegen. Diese Einsicht würde einen positiven Kreislauf von Vertrauen und Unterstützung in Gang setzen und damit den Übergang zu einer neuen Weltordnung beschleunigen.
Die mit der Entwicklung einer globalen Gesellschaft verbundenen Aufgaben erfordern ein weit höheres Maß an Fähigkeiten, als sie das Menschengeschlecht bisher aufzubringen hatte. Um den Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Bildungsmöglichkeiten für alle Menschen gewaltig erweitert werden. Internationale Institutionen werden in dem Maße in der Lage sein, die in den Völkern verborgenen Fähigkeiten zu wecken und zu lenken, wie sie lernen, ihre Macht zu begrenzen, indem sie das Vertrauen, die Achtung und die aufrichtige Unterstützung derjenigen gewinnen, deren Handeln sie steuern wollen, und so offen und intensiv wie möglich mit allen Betroffenen beraten.
Menschen, die Vertrauen zu diesen Institutionen fassen und Achtung vor ihnen gewinnen, werden dann von ihren nationalen Regierungen fordern, die internationale Ordnung politisch wie wirtschaftlich stärker zu unterstützen, was die internationalen Institutionen, an Einfluß und Macht gewachsen, wiederum besser rüstet, weitere Schritte zu einer legitimen und wirkungsvollen Weltordnung zu unternehmen.
Die Vereinten Nationen müssen neben den Maßnahmen zur Festigung ihrer Struktur zugleich Initiativen ergreifen, um die in allen Menschen ruhenden Kräfte freizusetzen für ihre Beteiligung an diesem aufregenden Prozeß. In dieser Hinsicht verdienen bestimmte Themen zur raschen Entwicklung des einzelnen und der Gesellschaft besondere Beachtung. Darunter sind vier Themen – wirtschaftliche Entwicklung, Schutz der Menschenrechte, Verbesserung der Stellung der Frau und sittliche Entwicklung – so eng mit dem Fortschritt der Zivilisation verknüpft, daß sie mit Vorrang auf die Tagesordnung der Vereinten Nationen gehören.
A. Wirtschaftliche Entwicklung
Die während der letzten fünfzig Jahre von den Vereinten Nationen, der Weltbank und einigen Regierungen verfolgten wirtschaftlichen Entwicklungsstrategien blieben, wie gut sie auch geplant und ausgeführt waren, weit hinter den gesteckten Erwartungen zurück. In weiten Teilen der Welt ist der Graben zwischen Besitzenden und Besitzlosen breiter geworden und wächst zunehmend infolge weit auseinander klaffender Einkommen. Die gesellschaftlichen Probleme werden nicht kleiner. Tatsächlich nehmen Verbrechen und Krankheit nicht nur zu, sie nehmen überhand und werden schwieriger zu bekämpfen.
Für diese Mißerfolge können einige Ursachen benannt werden. Dazu gehören falsche Schwerpunktsetzung auf Großprojekte und bürokratische Überzentralisierung, ungerechte internationale Handelsbedingungen, weitverbreitete, das ganze Wirtschaftssystem durchwuchernde Korruption, Ausschluß der Frauen vom Entscheidungsprozeß auf allen Ebenen, eine allgemeine Unfähigkeit, Hilfsmittel den Armen wirklich zukommen zu lassen, und die Fehlleitung von Entwicklungsgeldern in militärische Rüstung.
Nüchtern betrachtet, verrät dies einen prinzipiellen Fehler im derzeitigen Paradigma wirtschaftlicher Entwicklung: Materielle Not wird oft angegangen ohne die geistigen Faktoren und deren Triebkraft zu berücksichtigen.
Entwicklung darf nicht mit einer Konsumgesellschaft verwechselt werden, die nicht in der Lage ist, sich selbst zu erhalten. Zu wahrem Wohlstand gehört geistiges wie materielles Wohlergehen. Essen, Trinken, ein Dach über dem Kopf und ein gewisses Maß an Bequemlichkeit sind notwendig; aber dies allein kann den Menschen nie ausfüllen. Ebensowenig können ihn weniger faßbare materielle Errungenschaften wie gesellschaftliche Anerkennung oder politische Macht zufrieden machen. Letztlich stillen nicht einmal intellektuelle Leistungen unsere tiefsten Bedürfnisse.
Richtig verstanden, besteht die Wirklichkeit des menschlichen Geistes im Verlangen nach etwas, das über uns hinaus weist. Wenngleich die geistige Seite unseres Wesens verschüttet ist vom täglichen Kampf um den Lebensunterhalt, kann unser Bedürfnis nach Transzendenz langfristig nicht unberücksichtigt bleiben. Ein tragfähiges Entwicklungsmodell muß deshalb ebenso die geistige Sehnsucht des Menschen ansprechen wie seine materiellen Bedürfnisse und Wünsche.
Bildung ist die beste Investition in wirtschaftliche Entwicklung. »Der Mensch ist der höchste Talisman. Der Mangel an geeigneter Erziehung hat ihn jedoch dessen beraubt, was er seinem Wesen nach besitzt«, schreibt Bahá’u’lláh. »Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert. Nur die Erziehung kann bewirken, daß es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus Nutzen zu ziehen vermag.«31 Erziehung bedeutet mehr als die Vermittlung einer beschränkten Menge an Wissen oder einer Reihe von Fertigkeiten. In Wahrheit muß Erziehung – und sie sollte unabdingbar sein bei aller Entwicklung – auch vermitteln, wie man Wissen erwirbt, sie muß die Verstandes- und Urteilskraft schulen und dem Lernenden unverzichtbare sittliche Werte einprägen. Dieserart umfassende Erziehung ist es, die die Menschen zur Schaffung von Reichtum und seiner gerechten Verteilung befähigt.32
Wahrer Reichtum entsteht, wenn Arbeit nicht nur für die Mittel zum Lebensunterhalt geleistet wird, sondern auch als Beitrag für die Gesellschaft. Wir halten sinnvolle Arbeit für ein seelisches Grundbedürfnis und ebenso wichtig für die gesunde Entwicklung des Menschen wie gutes Essen, sauberes Wasser und frische Luft für seinen Leib.
Weil Abhängigkeit sich geistig zersetzend auswirkt, sind Pläne, die lediglich auf die Umverteilung materiellen Reichtums abzielen, langfristig zum Scheitern verurteilt. Die Verteilung des Reichtums muß wirksam und gerecht geschehen. Ja, sie muß eng mit dem Prozeß der Vermögensschöpfung verzahnt sein.
Um die Entwicklung wirksamer zu fördern, empfehlen wir den Organen der Vereinten Nationen folgendes:
Eine entschiedene Kampagne zur Erfüllung der Agenda 21
Der bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung formulierte Aktionsplan umfaßt ein breites Spektrum von Ansichten aus der Gesellschaft sowie eine Reihe von Prinzipien, ähnlich den in der vorliegenden Stellungnahme aufgeführten. Doch bedauerlicherweise wurde von den Mitgliedsstaaten wenig getan, um die im Plan beschriebenen Maßnahmen umzusetzen.
Um die Ziele der Agenda 21 zu verwirklichen, dürfte ein größerer Kraftaufwand notwendig sein, zwar anderer Art, aber vergleichbar an Umfang und Engagement dem Marshall-Plan für den Wiederaufbau Nachkriegseuropas. In diesem Fall wären die Bretton-Woods-Institutionen aufgefordert, eine klar definierte Kampagne in Gang zu setzen, um nationale Bemühungen zur Umsetzung der Ziele zu beschleunigen. Ein Mandat dieser Art kann nur das Ergebnis einer Konferenz sein, ähnlich den ersten Tagungen in Bretton-Woods vor fünfzig Jahren, einer Konferenz, auf der diese Institutionen einer Generalüberholung unterzogen werden. Ihre Revision hätte zum Ziel, der Weltbevölkerung ausreichend Mittel bereitzustellen, damit sie auf örtlicher Ebene initiativ werden kann. Darüber hinaus könnte die Konferenz ihre Agenda um die Kernthemen globaler wirtschaftlicher Sicherheit erweitern und hierfür bestehende Institutionen neu verfassen oder neue Strukturen schaffen.33
Wenn dies gelingt, könnte das neue Instrument auf die Koordination jener Maßnahmen ausgeweitet werden, die auf dem letzten UNO-Sozialgipfel beschlossen wurden.
B. Schutz der Grundrechte des Menschen
In den fünfzig Jahren seit Gründung der Vereinten Nationen ist das Verständnis dafür gewachsen, daß Menschenrechte international anerkannt und geschützt werden müssen, wenn Frieden, sozialer Fortschritt und wirtschaftlicher Wohlstand einkehren sollen.
Grundlage für die internationale Vereinbarung über das Wesen der Menschenrechte ist die überaus wichtige Erklärung der Menschenrechte, die 1948 von den Vereinten Nationen angenommen und in zwei internationalen Verträgen ausgearbeitet wurde: dem Internationalen Vertrag über Bürger- und politische Rechte und dem Internationalen Vertrag über soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte. In Ergänzung hierzu definieren und fördern etwa 75 andere Konventionen und Deklarationen die Rechte von Frauen und Kindern, das Recht auf Glaubensfreiheit und das Recht auf Entwicklung, um nur einige zu nennen.
Die gegenwärtige Menschenrechtspolitik der Vereinten Nationen hat zwei große Mängel: Die Mittel zur Durchsetzung und Kontrolle sind begrenzt, und die mit jedem Recht verbundene Verantwortung wird zu wenig ernst genommen.
Die Durchsetzung der Menschenrechte müßte international ähnlich gehandhabt werden wie der Umgang mit militärischer Aggression in einem kollektiven Sicherheitssystem. Menschenrechtsverletzung in einem Staat muß als Angelegenheit aller Menschen begriffen werden, und Mechanismen zur Durchsetzung der Rechte müssen für eine geschlossene Reaktion der internationalen Gemeinschaft sorgen. Die Frage nach dem »wann« und »wie« der zum Schutz der Menschenrechte geplanten Intervention ist schwieriger zu beantworten. Die energische Durchsetzung der Menschenrechte erfordert eine weltweite Übereinkunft darüber, was als schreiende und vorsätzliche Verletzung der Menschenrechte zu betrachten ist.
Im Vorfeld der Weltkonferenz über Menschenrechte im Jahr 1993 wurden wichtige Schritte zu einem globalen Konsens unternommen. Die Konferenz bestätigte einhellig, daß Menschenrechte universell, unteilbar und miteinander verflochten sind, und beendete damit die anhaltende Debatte über die Gewichtung bürgerlicher und politischer Rechte im Verhältnis zu sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechten.34 Auch die Resolutionen der Konferenz bestätigten, daß Menschenrechte gelten müssen ohne Ansehen unterschiedlicher rassischer oder ethnischer Herkunft, religiösen Bekenntnisses oder nationaler Identität. Dazu gehört die Gleichheit für Frau und Mann; dazu gehört gleiches Recht für jeden Menschen in der Welt auf freie Forschung, Information und Religionsausübung; und dazu gehört das Recht eines jeden auf Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Gesundheit.35 Abgesehen von der Notwendigkeit, einen Konsens zu finden und die Durchsetzung der Menschenrechte zu sichern, ist es wichtig, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, daß mit jedem Recht eine entsprechende Verantwortung verbunden ist.
Das Recht, vor dem Gesetz als Person anerkannt zu sein, schließt beispielsweise die Verantwortung ein, dem Gesetz zu gehorchen – und die Gesetze wie auch das Rechtssystem gerechter zu machen. Ebenso bringt im gesellschaftlichen Bereich das Recht auf Heirat die Verantwortung mit sich, die Familie insgesamt zu unterhalten, die Kinder zu erziehen und alle Familienmitglieder mit Achtung zu behandeln.36 Das Recht auf Arbeit kann nicht von der Verantwortung getrennt werden, die übertragenen Pflichten nach besten Kräften zu erfüllen. Im weitesten Sinne ist in der Formulierung »universale« Menschenrechte die Verantwortung für die Menschheit als Ganzes inbegriffen.
Während es jedem einzelnen Mensch obliegt, seiner Verantwortung auf all diesen Gebieten nachzukommen, ist es letztlich die Aufgabe internationaler Institutionen, das damit verbundene Menschenrecht zu schützen. Wir schlagen vor, drei Maßnahmen sofort zu ergreifen:
1. Der UNO-Apparat zur Überwachung, Durchsetzung und Erfolgskontrolle ist zu stärken
Die Mechanismen der Vereinten Nationen zur Überwachung, Durchführung und Kontrolle der Einhaltung internationaler Verträge seitens der Regierungen sind unzulänglich. Das Menschenrechtszentrum verfügt über einen sehr kleinen Mitarbeiterstab, der darum kämpft, Kontrollmaßnahmen zu unterstützen, damit die Länder alle ihre ratifizierten Verträge einhalten.
Wir sind der Ansicht, daß die diesem Zentrum zugewiesenen Mittel drastisch erhöht werden müssen, wenn es seinen Aufgaben wirklich gerecht werden soll.
2. Die allgemeine Ratifikation der internationalen Menschenrechtskonventionen ist voranzutreiben
Da die Ratifizierung der internationalen Menschenrechtskonventionen eine wenn auch praktisch nicht zwingende Verpflichtung für die Mitgliedsstaaten schafft, müssen der Generalsekretär und alle UNO-Körperschaften jede Gelegenheit wahrnehmen, die Mitgliedsstaaten zum Handeln auf diesem Gebiet zu ermutigen. In der Tat könnte eine bindende Frist für die universelle Ratifikation ein motivierendes Ziel sein, das die Generalversammlung setzen müßte.
3. Die Achtung vor den Überwachungsorganen der Vereinten Nationen für die Menschenrechte muß gesichert werden
Da das Mandat der UNO-Vertretungen zur Überwachung der Menschenrechte sehr ernst zu nehmen ist, sollten die UN besonders aufmerksam die Erkenntnisse beachten, die sich aus der Struktur und der Arbeit dieser Vertretungen ergeben, und bei der Behebung regelwidriger Situationen ebenso überlegt handeln.
Nach unserer Ansicht wäre es ratsam, beim Nominierungsvorgang die im Rampenlicht stehenden Mitgliedsstaaten auf ihre Qualifikation zu prüfen und diejenigen, die noch nicht die internationalen Konventionen ratifiziert haben, von der Wahl zur Mitgliedschaft in der Menschenrechtskommission und anderen Überwachungsorganen auszuschließen. Während diese Mitgliedsstaaten nach wie vor in vollem Umfang an Beratungen teilnehmen könnten, wären die Vereinten Nationen vor einer möglicherweise peinlichen, bloßstellenden Situation bewahrt.
Wir meinen auch, daß eine einzige Ausnahme der oben genannten Regel berechtigt wäre. Mitgliedsstaaten, die nicht unter der kritischen Lupe der UNO stehen, aber in ihren Verfassungen ausreichend Schutz für die grundlegenden Menschenrechte gewährleisten, doch die Ratifizierung aus innenpolitischen Gründen nicht vollziehen konnten, sollten nicht von der Wahl ins Rampenlicht ausgeschlossen sein.
Schließlich wäre es auch vernünftig, die Mitgliedsstaaten, die die internationalen Konventionen ratifiziert haben, gegen die aber wegen grober Menschenrechtsverletzung ermittelt wird, von der Wahl in Ämter bei Konferenzen und andere Versammlungen der Menschenrechtskommission auszuschließen. Dies wird die weit verbreitete Meinung verhindern, die Verhandlungen seien eine Farce.
C. Förderung der Stellung der Frauen
Eine friedliche und tragfähige Weltzivilisation ist unmöglich zu schaffen ohne die uneingeschränkte Mitwirkung der Frauen in allen Bereichen menschlichen Handelns.37 Diese Ansicht findet zunehmend Beifall, aber zwischen ihrem Einzug in die Köpfe und ihrer Umsetzung in die Tat besteht ein deutlicher Unterschied.
Es ist höchste Zeit, daß die Institutionen der Welt, die vorwiegend von Männern besetzt sind, ihren Einfluß nutzen, um systematisch die Frauen einzubeziehen, nicht aus Herablassung oder vorgeblicher Selbstaufopferung, sondern aus der Überzeugung, daß der Beitrag der Frauen für den Fortschritt der Gesellschaft notwendig ist.38 Die Frauen werden erst, wenn ihre Beiträge geschätzt werden, herangezogen und in das gesellschaftliche Gefüge einbezogen sein. Das Ergebnis wird eine friedvollere, ausgewogenere, gerechte und blühende Zivilisation sein.39
Die offensichtlichen biologischen Unterschiede der Geschlechter müssen kein Grund für Ungleichheit oder Uneinigkeit sein. Sie sind vielmehr ein Aspekt wechselseitiger Ergänzung. Wenn die Rolle der Frau als Mutter in angemessener Weise gewürdigt wird, wird auch ihre Arbeit zur Ernährung und Erziehung der Kinder geachtet und angemessen entlohnt. Es muß auch anerkannt werden, daß die Aufgabe des Kindergebärens weder die Eignung zu Führungspositionen mindert, noch die intellektuellen, wissenschaftlichen und schöpferischen Fähigkeiten beeinträchtigt. In Wirklichkeit könnte sie diese Fähigkeiten eher steigern.
Fortschritt an einigen wenigen kritischen Fronten, so meinen wir, hätte auf die Förderung der Frauen größten Einfluß. Wir legen im folgenden die Gesichtspunkte dar, die für unsere anschließenden Empfehlungen grundlegend sind.
Zuerst und vor allem muß Gewalt gegen Frauen und Mädchen – eine der schreiendsten und weitestverbreiteten Formen der Menschenrechtsverletzung – ausgerottet werden. Gewalt gehört für viele Frauen der Welt, gleich welcher Rasse, Gesellschaftsschicht oder Bildung, zum Leben. In vielen Gesellschaften macht die traditionelle Meinung, daß Frauen minderwertig oder eine Last seien, sie zur bequemen Zielscheibe für Wut und Ärger. Selbst strenge Rechtsmittel und gezielte Schritte zur Stärkung der Frauen werden wenig Wirkung zeitigen, solange sie nicht durch einen Wandel in der Einstellung der Männer gestützt werden. Frauen werden erst ungefährdet sein, wenn ein neues gesellschaftliches Bewußtsein sich durchsetzt, nach dem schon bloße Herablassung gegenüber Frauen, geschweige denn jegliche körperliche Gewalt, Anlaß zu tiefster Scham ist.
Zweitens, die Familie ist nach wie vor die Grundzelle der Gesellschaft, und was man dort beobachtet und lernt, wird man im Verkehr auf allen gesellschaftlichen Ebenen anwenden. Darum müssen sich die Mitglieder der Institution Familie wesentlich ändern, damit sich das Prinzip der Ebenbürtigkeit von Frau und Mann verinnerlicht. Wenn ferner Bande der Liebe und Einigkeit die Familie verschweißen, wird dies über ihre Grenzen hinaus die Gesellschaft als Ganzes beeinflussen.
Drittens, indes es das Hauptziel aller Gesellschaft sein muß, allen Beteiligten Bildung zu ermöglichen, ist im jetzigen Stadium der Menschheitsgeschichte insbesondere die Bildung der Frauen und Mädchen dringend notwendig.40 Seit über zwanzig Jahren dokumentieren Studien überzeugend, daß Erziehung und Bildung der Frauen und Mädchen unter allen möglichen Investitionen den größten Gewinn abwirft in Form gesellschaftlicher Entwicklung, der Beseitigung von Armut und des Fortschritts der Gemeinschaft.41
Viertens muß der weltweite Dialog über die Rolle von Männern und Frauen die Erkenntnis fördern, daß die beiden Geschlechter einander eigenartig ergänzen. Denn gerade die Unterschiede zwischen ihnen bestätigen, daß Frauen und Männer zusammenarbeiten müssen, nicht nur um das Bestehen der Menschheit zu sichern, sondern auch um ihre Möglichkeiten und Kräfte fruchtbar in eine fortschreitende Zivilisation einzubringen. Solche Unterschiede gehören zu dem wechselseitigen Bezug ihres gemeinsamen Menschseins. Der Dialog muß die historischen Kräfte berücksichtigen, die zur Unterdrückung der Frau geführt haben, und zugleich die neuen gesellschaftlichen, politischen und geistigen Gegebenheiten untersuchen, die unsere Zivilisation heute verändern.
Als Ausgangspunkt für diesen Dialog mag ein Vergleich aus dem Bahá’í-Schrifttum dienen: »Die Menschenwelt hat zwei Flügel: Den einen bilden die Frauen, den anderen die Männer. Erst wenn beide Flügel gleichmäßig entwickelt sind, kann der Vogel fliegen. Bleibt ein Flügel schwächlich, so ist kein Flug möglich.«42 Dazu schlagen wir drei besondere Maßnahmen vor:
1. Frauen müssen in den Delegationen der Mitgliedsstaaten stärker vertreten sein
Wir schlagen vor, den Mitgliedsstaaten zu empfehlen, in größerer Zahl Frauen in Gesandtschafts– oder vergleichbare diplomatische Positionen zu ernennen.
2. Es muß zur Ratifikation internationaler Konventionen ermutigt werden, die die Rechte der Frau schützen und ihren Status verbessern
Wie bei den internationalen Menschenrechtskonventionen sollten der Generalsekretär der Vereinten Nationen und alle UNO-Körperschaften jede Gelegenheit wahrnehmen, Mitgliedsstaaten zur Unterzeichnung der Konventionen und Protokolle, welche Frauenrechte schützen und auf deren Förderung abzielen, zu ermutigen.
3. Die Erfüllung des Beijing-Aktionsprogramms ist vorauszuplanen
Die von der Konferenz in Nairobi angenommene Erklärung über zukunftsweisende Strategien war sehr kühn und ideenreich, doch ihre Umsetzung eher ineffektiv.43 Aus dieser unglücklichen Erfahrung sollte man, wie wir meinen, eine Lehre ziehen und wohlüberlegte Pläne vorlegen, um sicherzustellen, daß das von der Beijing-Konferenz ausgehende Aktionsprogramm nicht das gleiche Schicksal erleidet.
Wir schlagen vor, ein Kontrollorgan zu schaffen, das Lageberichte zur Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen verfaßt und der Generalversammlung jährlich Berichte vorlegt, in denen die zwanzig Spitzenreiter und die zwanzig Schlußlichter unter den Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung des Aktionsprogramms besonders hervorgehoben werden.
D. Die Bedeutung sittlicher Bildung
Der Integrationsprozeß der Menschen in immer größere Einheiten wird zwar von kulturellen und geographischen Gegebenheiten beeinflußt, ist aber hauptsächlich von der Religion vorangetrieben worden, das machtvollste Mittel, um das Verhalten der Menschen zu wandeln. Unter Religion verstehen wir jedoch den Wesenskern, die Wirklichkeit von Religion, nicht die Dogmen und blinden Abbilder, die sie allmählich überkrustet haben und letztlich der Grund für ihren Niedergang und ihr Verlöschen sind.
Mit ‘Abdu’l-Bahás Worten ist die »materielle Zivilisation … wie der Leib. Sei er auch noch so anmutig, elegant und schön, so ist er dennoch tot. Die göttliche Kultur ist wie der Geist; der Leib erhält sein Leben durch den Geist, sonst ist er ein Leichnam… Ohne den Geist ist die Menschenwelt leblos.«44
Der Vorschlag, für besondere Sittlichkeit oder Werte einzutreten, mag umstritten sein, besonders heute, da alles beliebig ist. Nichtsdestoweniger sind wir fest davon überzeugt, daß es einen gemeingültigen Katalog von Werten gibt, die man nicht mehr erkennt, weil sie durch diejenigen verdunkelt werden, die für ihre politischen Zwecke untergeordnete Unterschiede der religiösen und kulturellen Praxis hochschrauben.45 Diese Kardinaltugenden, die von allen geistig orientierten Gemeinschaften gelehrt werden, bilden das Grundgerüst für sittliche Entwicklung.
Denkt man über die in den großen Religionen und ethischen Systemen der Welt vorhandenen Gemeinsamkeiten nach, so stellt sich heraus, daß sie samt und sonders für Einigkeit, Zusammenarbeit und Harmonie unter den Menschen eintreten, Richtlinien für verantwortungsbewußtes Verhalten festlegen und die Entwicklung von Tugenden fördern, die die Grundlage für auf Vertrauen gegründetes und von Grundsätzen geleitetes Handeln bilden.46
1. Lehrpläne zur ethisch-sittlichen Bildung in den Schulen sind zu entwickeln
Wir treten ein für eine weltweite Kampagne zur Förderung der ethischen Entwicklung. Kurz, diese Kampagne soll überall in der Welt örtliche Initiativen anstoßen und unterstützen, um bei der Kindererziehung das Sittliche einzubeziehen. Das kann die Veranstaltung von Konferenzen, die Veröffentlichung entsprechender Druckschriften und viele andere unterstützende Aktivitäten erfordern – allesamt solide Investitionen in zukünftige Generationen.
Bei der Kampagne zur sittlichen Bildung könnten einige einfache Regeln am Anfang stehen, zum Beispiel daß redliches Verhalten, Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit die Grundlage sind für Beständigkeit und Fortschritt, daß alles menschliche Streben von Uneigennützigkeit geleitet sein sollte, so daß Aufrichtigkeit und Achtung für die Rechte der anderen wesentlich das Handeln eines jeden Menschen bestimmen, und daß Dienst an der Menschheit die wahre Quelle von Glück, Ehre und Sinn im Leben ist.
Wir sind der Meinung, daß die Kampagne auch nur in dem Maße Erfolg haben wird, wie sie auf die Kraft der Religion baut. Die Doktrin von der Trennung von Kirche und Staat sollte nicht als Vorwand benutzt werden, um diesen heilsamen Einfluß abzublocken. Religionsgemeinschaften werden künftig besonders einbezogen werden müssen als partnerschaftliche Mitarbeiter an dieser wichtigen Aufgabe.
Diese Kampagne wird, je weiter sie fortschreitet, den Prozeß persönlicher Kraftentfaltung beschleunigen, wodurch sich die Art und Weise, wie die Menschen ungeachtet ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse, ihrer gesellschaftlichen Stellung, ihrer ethnischen, rassischen oder religiösen Herkunft aktiv in ihrer Gesellschaft leben und handeln, völlig wandeln wird.
V. Menschheit am Wendepunkt
Ein Aufruf an die Führer der Welt
Wir sind an einem Wendepunkt in der Entwicklung der Nationen angelangt. »Die Vereinigung der ganzen Menschheit ist das Kennzeichen der Stufe, der sich die menschliche Gesellschaft heute nähert. Die Einheit der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation ist nacheinander in Angriff genommen und völlig erreicht worden. Welteinheit ist das Ziel, dem eine gequälte Menschheit zustrebt. Der Aufbau von Nationalstaaten ist zu einem Ende gekommen. Die Anarchie, die der nationalstaatlichen Souveränität anhaftet, nähert sich heute einem Höhepunkt. Eine Welt, die zur Reife heranwächst, muß diesen Fetisch aufgeben, die Einheit und Ganzheit der menschlichen Beziehungen erkennen und ein für allemal den Apparat aufrichten, der diesen Leitgrundsatz ihres Daseins am besten zu verkörpern vermag.«47
Vor über einem Jahrhundert lehrte Bahá’u’lláh, daß es nur einen Gott und nur ein Menschengeschlecht gibt und daß alle Religionen der Welt unterschiedliche Stadien in der Offenbarung des göttlichen Willens und seiner Zielsetzung für die Menschheit darstellen. Bahá’u’lláh verkündete das Kommen einer in allen Heiligen Schriften der Welt verheißenen Zeit, in der die Menschheit letztlich die Vereinigung aller Völker zu einer friedlich verbundenen, schrankenlosen Gesellschaft erleben wird.
Er sagte, daß der menschliche Daseinszweck nicht bloß in der Schaffung einer materiellen Wohlstandsgesellschaft liegt, sondern auch im Aufbau einer globalen Zivilisation, in der die einzelnen Menschen zum Handeln als sittliche Wesen ermutigt werden, ihre wahre Natur verstehen und ein so hohes Maß an Sinnerfüllung finden können, wie es kein noch so großer materieller Wohlstand allein zu bieten vermag.
Bahá’u’lláh gehörte auch zu den ersten, die von der »neuen Weltordnung« sprachen, um die ungeheuren Veränderungen im politischen, gesellschaftlichen und religiösen Leben der Welt zu beschreiben. »Die Zeichen drohender Erschütterungen und des Chaos sind jetzt deutlich zu sehen, zumal die bestehende Ordnung erbärmlich mangelhaft erscheint«, schrieb Er. »Bald wird die heutige Ordnung aufgerollt und eine neue an ihrer Statt entfaltet werden.«48
Zu diesem Zweck schärfte Er den Führern wie allen Mitgliedern der Gesellschaft ein: »Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger.«49
Vor allem müssen die Führer der kommenden Generation von dem aufrichtigen Wunsch beseelt sein, der Gemeinschaft insgesamt zu dienen, und sie müssen begreifen, daß die Führungsaufgabe eine Verantwortung ist, nicht der Weg zu Privilegien. Allzu lange haben Herrschende wie Regierte Führung verstanden als Machtausübung über andere. In Wirklichkeit bedarf die heutige Zeit eines neuen Begriffs von Führung und eines neuen Typs von Führern.50
Dies gilt besonders auf der internationalen Ebene. Um einen Sinn für Vertrauenswürdigkeit zu entwickeln und in den Herzen der Menschen in aller Welt Zutrauen und echte Sympathie für die Institutionen der internationalen Ordnung zu wecken, werden diese Führer über ihr eigenes Handeln nachdenken müssen.
Sie müssen durch ihren makellosen Ruf helfen, daß wieder Vertrauen und Zuversicht gegenüber der Regierung wächst. Sie müssen, um in jeder Situation den Kern zu treffen, Ehrenhaftigkeit, Bescheidenheit und Aufrichtigkeit verkörpern. Sie müssen sich Grundsätzen verpflichtet fühlen und von ihnen leiten lassen, nach denen sie auf lange Sicht im besten Interesse der ganzen Menschheit handeln.
»Laßt eueren Blick weltumfassend sein, anstatt ihn auf euer Selbst zu beschränken«, schreibt Bahá’u’lláh. »Befaßt euch nicht rastlos mit eueren eigenen Belangen! Laßt euere Gedanken fest auf das gerichtet sein, was das Glück der Menschheit wiederherstellen und der Menschen Herzen und Seelen heiligen wird.«51
ZUM HERAUSGEBER INTERNATIONALE BAHÁ’Í-GEMEINDE
Die Internationale Bahá’í-Gemeinde (BIC=Bahá’í International Community) ist eine internationale nichtstaatliche Organisation. Sie repräsentiert die weltweit über fünf Millionen Mitglieder der Bahá’í-Gemeinde, Frauen und Männer, die fast allen Berufen, Schichten und Religionen entstammen, ein Querschnitt der Menschheit aus über 2.000 ethnischen Gruppen und mehr als 210 Staaten und unabhängigen Territorien.
Die BIC ist seit 1948 als internationale nichtstaatliche Organisation beim United Nations Department of Public Information akkreditiert. Seit 1970 hat die BIC beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Die BIC hat auch beratenden Status beim Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), arbeitet mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen und ist mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) assoziiert.
Der Sitz der BIC ist in New York. Verbindungsbüros befinden sich in Genf und Suva (Fiji), lokale Repräsentanten in Addis Abeba, Bangkok, Nairobi, Santiago und Wien.
Die Zielsetzung der BIC ergibt sich aus dem von Bahá’u’lláh, dem Stifter der Bahá’í-Religon, vor über hundert Jahren formulierten Grundsatz: „Die Erde ist eine Heimat und alle Menschen sind ihre Bürger.“ Die Aufgabenschwerpunkte der BIC sind die weltweite Förderung eines Bewußseins von der Einheit und Schicksalsgemeinschaft aller Menschen und die Unterstützung von Maßnahmen, die auf eine globalverträgliche, zukunftsoffene und einige Weltzivilisation zielen. Das Tätigkeitsfeld der BIC ist entsprechend weitgespannt, mit konkreten Projekten etwa in den Bereichen Friedensförderung, Menschenrechte, Erziehung, Gesundheitsfürsorge, Bewahrung der Umwelt, Frauenförderung wie auch der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. Viele der BIC-Projekte werden in Kooperation mit den 175 (Stand: April 1996) nationalen Bahá’í-Gemeinden durchgeführt. Die BIC arbeitet auch eng mit anderen nichtstaatlichen Organisationen zusammen. So ist sie Mitglied des World Wide Fund for Nature’s Network, des Education for All Network und der Advocates for African Food Security.
1 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Hofheim 1977, S. 295f
2 Boutros Ghali, Boutros, 1992, An Agenda for Peace: Peace-Making and Peace-Keeping, Bericht des Generalsekretärs an den Sicherheitsrat, 31. Januar 1992, New York, United Nations. Deutsch in: Butros Butros-Ghali, UNorganisierte Welt, Plädoyer für die große Reform der Vereinten Nationen. Stuttgart 1993
3 Die Präambel zur Charta der Vereinten Nationen zählt sicherlich zu den inspirierendsten Textstellen über Regierungskunst:
„Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Frieden und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern, und für diese Zwecke „Duldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben, unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, daß Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, und internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern – haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele zusammenzuwirken. Dementsprechend haben unsere Regierungen durch ihre in der Stadt San Franzisko versammelten Vertreter, deren Vollmachten vorgelegt und in guter und gehöriger Form befunden wurden, diese Charta der Vereinten Nationen angenommen und errichten hiermit eine internationale Organisation, die den Namen ‘Vereinte Nationen’ führen soll.“
4 Weltbank, Weltentwicklungsbericht 1994, S. 162f der englischen Ausgabe
5 Es gibt eine Reihe von Vorschlägen zur UN-Reform, die sich auf bestimmte Fachgebiete beziehen, wie z.B. Unsere gemeinsame Zukunft, der Brundtlandbericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung mit dem Vorschlag, einen „Rat für nachhaltige Entwicklung“ zu gründen, zur Koordinierung von UN-Entwicklungsaktionen unter Bewahrung der Umwelt (Greven, 1987). Siehe auch den Bericht der Brandt-Kommission zum Nord-Süd-Konflikt mit Vorschlägen für die Bereiche Finanzen, Handel und Energie, Common Crisis North-South: Co-operation for World Recovery, London, Pan Books, 1983.
Die Literatur zur UN-Reform wird immer umfangreicher, insbesondere im Vorfeld des fünfzigsten Jahrestags der Vereinten Nationen. Die ersten bedeutsamen Vorschläge zur UN-Reform begannen in den 50er Jahren in Erwartung des zehnten Jahrestags der UN-Charta. Ein Meilenstein in dieser Hinsicht ist die 1958 erschienene Arbeit von Louis B. Sohn und Grenville Clark zur Abschaffung des Vetorechts, World Peace Through World Law, Cambridge, Harvard University Press, 1966.
Neuere Vorschläge reichen von der „Stockholm-Initiative“ (Gemeinsame Verantwortung in den 90er Jahren, Bonn, 1991) mit allgemeinen Vorschlägen zur Stärkung der Vereinten Nationen bis zu Harold Stassen, United Nations: A Working Paper for Restructuring (Minneapolis, Learner Publications Company, 1994), mit detaillierten Vorschlägen zur Neuformulierung der UN-Charta. Benjamin Ferencz (New Legal Foundations for Global Survival, Oceana Publications 1994) gibt Reformvorschläge, die davon ausgehen, daß Nationen, Völker und Individuen sich ihre Ziele frei setzen sollten – sofern dies nicht die grundlegenden Menschenrechte der anderen, in Freiheit und Würde zu leben, beeinträchtigt.
6 Nachbarn in Einer Welt, The Commission on Global Governance, Bonn 1995
7 Viele Denker haben das Prinzip der Einheit und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit erkannt, einschließlich des Paläontologen Richard Leaky: „Wir sind eine Rasse, ein Volk. Jeder einzelne auf dieser Erde gehört zur Spezies Homo sapiens. Die Unterschiede zwischen den Menschen sind einfache biologische Nuancen ein und desselben Grundprinzips. Die menschliche Fähigkeit, Kultur zu schaffen, ermöglicht ihre Vielfalt in verschiedenartigsten, facettenreichen Wegen. Die oft recht krassen kulturellen Unterschiede sollten nicht als Trennung zwischen Völkern verstanden werden. Kulturen sind vielmehr das, was sie sind: ein Zeichen, daß man zur einen Menschheit gehört.“ Richard E. Leakey und Rodger Lewin, Origins: What new discoveries reveal about the emergence of our species and its possible future, New York 1977
Die Schriften Shoghi Effendis enthalten eine gründliche und ausführliche Erörterung des Konzepts der Einheit der Menschheit. Eine kurze Zusammenfassung findet sich in Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Hofheim 1977, S. 69ff
8 Wir stehen mit diesem Vorschlag nicht allein. Die „Commission on Global Governance“ formulierte: „Es ist unser Vorschlag, daß die Vollversammlung eine Weltkonferenz über ‘Global Governance’ 1998 durchführt, deren Beschlüsse im Jahr 2000 ratifiziert und vollzogen werden sollen.“ Commission on Global Governance, Nachbarn in Einer Welt, Bonn 1995, S. 386
9 Zwei gebräuchliche Sprichwörter illustrieren dies: „Small is beautiful“, in den 70er Jahren als ökonomisches Motto entstanden, läßt sich auch auf die Regierungskunst anwenden. Hierzu schrieb E. F. Schumacher (Small is Beautiful: Economics as if People Mattered, New York 1973, S. 65): „In den menschlichen Beziehungen scheint es immer ein Bedürfnis für zwei Dinge zu geben, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen. Wir brauchen sowohl Freiheit als auch Ordnung. Wir brauchen Freiheit in vielen kleinen Dingen, und Ordnung auf der größeren Ebene, möglichst global, in Einheit und Koordination.“
„Denke global, aber handle lokal“, ist ein weiterer Slogan, der jüngst von Umweltgruppen lanciert wurde und der sehr treffend eine Perspektive für die Notwendigkeit globaler Lenkung und deren Balance mit lokaler und nationaler Selbstbestimmung aufzeigt.
10 „Weit davon entfernt, auf den Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung abzuzielen, sucht… [ein globales Regierungssystem] ihre Grundlage zu erweitern, ihre Institutionen in einer Weise umzugestalten, die mit den Bedürfnissen einer stets sich wandelnden Welt in Einklang steht. Es kann mit keiner rechtmäßigen Untertanenpflicht in Widerspruch sein, noch kann es wirkliche Treue untergraben. Seine Absicht ist weder, die Flamme einer vernünftigen Vaterlandsliebe in den Herzen der Menschen zu ersticken, noch den Grundsatz nationaler Selbständigkeit abzuschaffen, der so wesentlich ist, wenn die Übel übertriebener Zentralisation vermieden werden sollen. Es übersieht weder die Verschiedenheiten der völkischen Herkunft, des Klimas, der Geschichte, Sprache und Überlieferung, des Denkens und der Gewohnheit, die die Völker und Länder der Welt unterschiedlich gestalten, noch versucht es, sie auszumerzen. Es ruft nach größerer Treue, stärkerem Bemühen als irgendein anderes, das je die Menschenwelt beseelt hat. Es besteht auf der Unterordnung nationaler Regungen und Belange unter die zwingenden Ansprüche einer geeinten Welt. Es verwirft einerseits die übersteigerte Zentralisation und entsagt zum andern allen Versuchen der Gleichmacherei.“ Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Hofheim 1977, S. 67f
11 Bereits in den 30er Jahren betonte Shoghi Effendi, der damals die Bahá’í-Weltgemeinde leitete, die Aufgaben einer künftigen Weltlegislative. So sah er etwa die Notwendigkeit einer „Weltlegislative…, deren Mitglieder als Treuhänder der ganzen Menschheit… die erforderlichen Gesetze geben, um das Leben aller Rassen und Völker zu steuern, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ihre wechselseitigen Beziehungen anzupassen.“ Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 297
Diese Ansicht wird von Gelehrten wie Jan Tinbergen, dem Nobelpreisträger für Volkswirtschaft 1969, geteilt, der schrieb: „Die Probleme der Menschheit können nicht länger nur durch nationale Regierungen gelöst werden. Wir brauchen eine Weltregierung. Dies kann am besten durch eine Stärkung des Systems der Vereinten Nationen erreicht werden.“ United Nations Development Programme (UNDP), Human Development Report 1994, Global Governance for the 21st Century, New York, S. 88
12 Bahá’í International Community, Proposals to the United Nations Charter Revision, May 23, 1955
13 In Seinen Schriften verwendet Bahá’u’lláh durchweg den Begriff „Ordnung“, „Weltordnung“ und „Neue Weltordnung“, um die derzeit stattfindenden gewaltigen Umwälzungsprozesse zu beschreiben, die im politischen, gesellschaftlichen und religiösen Leben zu beobachten sind. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts schrieb er: „Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser größten, dieser neuen Weltordnung. Das geregelte Leben der Menschheit ist aufgewühlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge je gesehen hat.“ Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 181
14 Vgl. ‘Abdu’l-Bahá, Das Geheimnis göttlicher Kultur, Oberkalbach 1973, S. 31
15 United Nations Research Institute for Social Development (UNRISD), States of Disarray: The social effects of globalization, London 1995, S. 106-109
16 Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen eine solche Kommission, oder die Weltlegislative selbst, auf gerechte Weise die Grenzfragen lösen könnte. Wie schwer dieses Vorhaben auch immer sein mag, es stellt einen wichtigen Teil der Entwicklung einer neuen Weltordnung dar. Hierzu schrieb bereits ‘Abdu’l-Bahá: „Wahre Kultur wird ihr Banner mitten im Herzen der Welt entfalten, sobald eine gewisse Zahl ihrer vorzüglichen, hochgesinnten Herrscher – leuchtende Vorbilder der Ergebenheit und Entschiedenheit – mit festem Entschluß und klarem Blick daran geht, den Weltfrieden zu stiften. Sie müssen die Friedensfrage zum Gegenstand allgemeiner Beratung machen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln versuchen, einen Weltvölkerbund zu schaffen. Sie müssen einen verbindlichen Vertrag und einen Bund schließen, dessen Verfügungen vernünftig, unverletzlich und bestimmt sind. Diesen Vertrag müssen sie der ganzen Welt bekannt geben und die Bestätigung des gesamten Menschengeschlechts für ihn erlangen. Ein derart erhabenes und edles Unternehmen – der wahre Quell des Friedens und Wohlergehens für die ganze Welt – sollte allen, die auf Erden wohnen, heilig sein. Alle Kräfte der Menschheit müssen frei gemacht werden, um die Dauer und Beständigkeit dieses größten aller Bündnisse zu sichern. In diesem allumfassenden Vertrag sollten die Grenzen jedes einzelnen Landes deutlich festgelegt, die Grundsätze, die den Beziehungen der Regierungen untereinander zugrunde liegen, klar verzeichnet und alle internationalen Vereinbarungen und Verpflichtungen bekräftigt werden. In gleicher Weise sollte der Umfang der Rüstungen für jede Regierung genauestens umgrenzt werden, denn wenn die Zunahme der Kriegsvorbereitungen und Truppenstärken in irgendeinem Land gestattet wäre, so würde dadurch das Mißtrauen anderer geweckt. Die Hauptgrundlage dieses feierlichen Vertrages sollte so verankert werden, daß bei einer späteren Verletzung irgendeiner Bestimmung durch irgendeine Regierung sich alle Regierungen der Erde erheben, um jene wieder zu voller Unterwerfung unter den Vertrag zu bringen, nein, die Menschheit als Ganzes sollte sich entschließen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln jene Regierung zu vernichten. Wird dieses größte aller Heilmittel auf den kranken Körper der Welt angewandt, so wird er sich gewiß wieder von seinen Leiden erholen und dauernd bewahrt und heil bleiben.“ Geheimnis göttlicher Kultur, Oberkalbach 1973, S. 62f
17 Das Spendenaufkommen für soziale Zwecke stieg in den USA im Jahr 1994 um 3,6% auf 130 Milliarden Dollar. vgl. Karen W. Arenson in der New York Times vom 25. Mai 1995, S. 22
18 „Zur Frage einer internationalen Sprache… Wir wünschen uns als Bahá’í, daß eine universelle Hilfssprache sobald als möglich angenommen wird. Dabei favourisieren wir keine bestimmte Sprache. Wenn sich die Regierungen der Welt auf eine existierende Sprache oder auf eine zu schaffende neue zum internationalen Gebrauch einigten, beides fände unsere uneingeschränkte Unterstützung, denn wir wünschen, diesen Schritt in der Vereinigung der Menschheit so rasch als möglich verwirklicht zu sehen.“ Shoghi Effendi, Directives of the Guardian, New Delhi 1973, S. 39 Bei diesem Vorschlag legen wir Wert auf den Begriff „Hilfssprache“. Die Bahá’í-Lehre schätzt und fördert kulturelle Vielfalt, nicht Uniformität. Wir fassen deshalb zu diesem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte nicht die weltweite Einführung einer einzigen Sprache ins Auge. Statt dessen sollten die Völker und Nationen ihre eigene lokale oder nationale Sprache behalten, gleichzeitig aber ermutigt werden, eine universelle Sprache zu erlernen. Eine solche universelle Sprache sollte schließlich an den Schulen in aller Welt als Pflichtfach gelehrt werden. Keinesfalls sollte damit jedoch der legitime Ausdruck nationaler und örtlicher sprachlicher und kultureller Vielfalt beeinträchtigt werden.
19 „Der Tag naht, da alle Völker der Welt eine universale Sprache und eine einheitliche Schrift annehmen werden“, so schrieb Bahá’u’lláh in den späten siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. „Wenn dies erreicht ist, wird es für jeden Menschen, in welche Stadt er auch reisen mag, sein, als betrete er sein eigenes Heim.“ Ährenlese, Hofheim 1980, 117:1
20 In einem Sonderbeitrag zum Weltentwicklungsbericht 1994 schrieb der Nobelpreisträger für Wirtschaft, James Tobin, daß eine einzige Weltwährung die meisten, wenn nicht alle der Turbulenzen beseitigen würde, die derzeit mit der massiven weltweiten Devisenspekulation einhergehen. Da es noch lange bis zur Einführung einer Weltwährung dauern könnte, schlägt er sogar eine „einheitliche Weltsteuer“ auf Devisentransfers vor. UNDP, Human Development Report 1994, A Tax on International Currency Transactions, New York, S. 70
21 Das Prinzip kollektiver Sicherheit vertrat Bahá’u’lláh vor über einem Jahrhundert in Briefen an die Könige und Herrscher der Welt: „Seid einig, o Könige der Erde, denn dadurch wird der Sturm des Haders gestillt, und euere Völker finden Ruhe – wenn ihr doch zu den Verstehenden gehörtet! Sollte einer unter euch gegen einen anderen die Waffen ergreifen, so erhebt euch alle gegen ihn, denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.“ Ährenlese 119:5
22 Unabhängige Arbeitsgruppe über die Zukunft der Vereinten Nationen, Die Vereinten Nationen in ihren nächsten 50 Jahren, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Bonn 1995, S. 16
23 Glenview Foundation, The Stassen Draft Charter for a New United Nations to Emerge from the Original, to Serve World Peace and Progress for the Next Fourty Years, Philadelphia 1985; Grenville Clark/Louis B. Sohn, World Peace Through World Law, Cambridge (Mass.) 1966; Keith Hindell, „Reform of the United Nations?“, in: The World Today: Journal of the Royal Institute of International Affairs, Bd. 48, Nr. 2, Februar 1992, S. 30-33; Benjamin B. Ferencz/Ken Keyes Jr., Planethood: The Key to Your Future, Coos Bay (Oregon) 1991; Boutros Boutros-Ghali, An Agenda for Peace: Peace-making and Peace-keeping. Report of the Secretary-General Pursuant to the Statement Adopted by the Summit Meeting of the Security Council, January 31, New York 1992
24 Damit soll nicht gesagt werden, daß man mit dem Verbot von Massenvernichtungswaffen warten soll, bis eine solche Streitmacht ins Leben gerufen ist. Wir unterstützen voll und ganz die derzeitigen Bemühungen zur Nonproliferation von Nuklearwaffen einschließlich eines Moratoriums, wie auch alle sonstigen Anstrengungen zur Abschaffung nuklearer, chemischer und biologischer Waffen. Entsprechend müssen auch strengere Maßnahmen zum Verbot konventioneller Waffen, wie etwa Landminen, ergriffen werden, die noch immer Tausende unschuldiger Menschen töten.
25 ul Haq, Mahbub, 1994. Generalberater an UNDP, Berichterstatter für den Weltentwicklungsbericht, der in den letzten Jahren neue Erkenntnisse in der Entwicklungspolitik förderte, einschließlich einem neuen Sicherheitskonzept.
26 Erskine Childers, Hrsg., Challenges to the United Nations: Building a safer world, New York, St. Martin’s Press, 1994, S. 21-25
27 John Huddleston, The Search for a Just Society, Kidlington, Oxford, George Ronald, 1989
28 Verborgene Worte, Hofheim 1983, arabisch 2
29 Vor etwa 75 Jahren machte ‘Abdu’l-Bahá folgende Vorschläge für einen künftigen internationalen Gerichtshof: „die Nationalversammlungen jedes Landes und jeder Nation, das heißt, die Parlamente, [sollten] zwei oder drei Personen auswählen, die Edelsten ihres Volkes, Kenner des internationalen Rechts sowie der Beziehungen zwischen den Regierungen, dazuhin vertraut mit den wesentlichen Bedürfnissen der heutigen Menschheit. Die Zahl dieser Abgeordneten sollte im Verhältnis zu der Bevölkerungszahl des Landes stehen. Die Wahl dieser Seelen durch die Nationalversammlung, das heißt, durch das Parlament, ist vom Oberhaus, vom Kongreß, vom Kabinett und ebenso vom Präsidenten oder Monarchen zu bestätigen, damit diese Persönlichkeiten die Gewählten des ganzen Volkes und der Regierung sind. Aus diesem Personenkreis sind die Mitglieder des Höchsten Gerichtshofes zu wählen. Die ganze Menschheit hat somit Anteil daran; denn jeder Abgeordnete vertritt die ganze Nation. Wenn der Höchste Gerichtshof zu einer internationalen Frage ein Urteil fällt, entweder einmütig oder durch Mehrheitsbeschluß, so gibt es keinen Einwand mehr für den Kläger und keine Ausflucht für den Beklagten. Falls eine Regierung oder Nation die unwiderlegliche Entscheidung des Höchsten Gerichtshofs mißachtet oder die Ausführung verschleppt, werden die übrigen Nationen dagegen auftreten; denn alle Regierungen und Nationen der Welt sind die Stützen dieses Höchsten Gerichtshofs. Überlegt, wie fest diese Grundlage ist! Ein beschränkter, eingeengter Bund jedoch erfüllt den Zweck nicht angemessen.“ Briefe und Botschaften, Hofheim 1992, 227:31
30 Derzeit ist die Zuständigkeit des Gerichts auf folgende Bereiche beschränkt: 1. Fälle, in denen die Parteien die Anträge gemeinsam einbringen, 2. Verletzungen von Verträgen und Konventionen, wenn darin ausdrücklich die Zuständigkeit des Gerichts vorgesehen ist, und 3. spezielle Fälle von Rechtsstreitigkeiten zwischen Mitgliedsstaaten, in denen diese die Zuständigkeit des Gerichts als bindend ansehen. Vgl. Europe World Year Book 1994, Vol. I, Intern. Court of Justice, S. 22
31 Ährenlese 122. „Die erste und dringlichste Notwendigkeit ist die Förderung der Erziehung. Man kann sich nicht denken, daß ein Volk zu Wohlstand und Erfolg kommt, ohne daß diese ausschlaggebende, grundlegende Frage vorangetrieben wird. Die Hauptursache für den Niedergang und Verfall der Völker ist Unwissenheit. Heutzutage wissen die Massen des Volkes nicht einmal über das Alltägliche Bescheid, wieviel weniger begreifen sie die Kernfragen wichtiger Probleme und die verwickelten Lebensbedürfnisse unserer Zeit!“ ‘Abdu’l-Bahá, Das Geheimnis göttlicher Kultur, S. 98. „Dieselben Unterschiede finden sich auch unter Tieren. Einige wurden domestiziert, erzogen; andere blieben wild. Es ist deutlich, daß die Welt der Natur unvollkommen, die Welt der Erziehung dagegen vollkommen ist. Man kann sagen, daß der Mensch aus den Zwängen der Natur errettet wird durch Erziehung und Kultur. Also ist Erziehung notwendig. Aber es gibt verschiedene Arten von Erziehung. Die Ausbildung und Entwicklung des Leibes fördert Kraft und Wachstum. Für die intellektuelle Ausbildung oder Schulung werden Schulen und Universitäten gegründet. Die dritte Art der Erziehung ist die des Geistes. Durch den Odem des Heiligen Geistes wird der Mensch in die Welt der Sittlichkeit gehoben und vom Licht göttlicher Segensgaben erleuchtet. Zugang zur Welt der Sittlichkeit erhält man nur durch die Strahlen der Sonne der Wirklichkeit und den lebenspendenden Geist Gottes.“ ‘Abdu’l-Bahá, aus einer Ansprache vom 20. September 1912 in St. Paul, Promulgation of Universal Peace, S. 329f
32 Regierungen und deren Partner sollten bedenken, daß materielle Gleichheit weder erreichbar noch erstrebenswert ist. Absolute Gleichheit ist eine Schimäre. Trotzdem wird es in vielen Bereichen erforderlich sein, den in der Welt verfügbaren Reichtum bis zu einem gewissen Umfang neu zu verteilen. Es wird immer offensichtlicher, daß ein ungezügelter Kapitalismus auch nicht die Lösung darstellt. Ein gewisses Maß an Regulierung und Umverteilung ist um der materiellen Gerechtigkeit willen erforderlich. In dieser Hinsicht ist eine einkommensabhängige Steuer prinzipiell eines der gerechtesten und angemessensten Mittel. Auch freiwilliges Teilen – individuell wie auf gesellschaftlicher Ebene – sollte seinen Platz haben. Chancengleichheit für wirtschaftliche Entwicklung sollte jedoch bereits der Struktur der neuen Ordnung inhärent sein. Die wichtigste Regulierung eines jeglichen ökonomischen Systems ist letztlich jedoch sittlich-moralischer Art und beginnt in den Herzen und Köpfen der Menschen.
33 Die Einrichtung der Global Environment Facility (GEF) ist ein erfreulicher erster Schritt in die richtige Richtung und kann auf lange Sicht als Hilfsmittel zur Finanzierung der Agenda 21 nützlich sein, sofern ihr Einsatzbereich erweitert und ihr Mandat neu definiert wird.
34 World Conference on Human Rights. Vienna Declaration and Programme of Action, 14-25 June 1993, Wien
35 Weitere Ausführungen zu diesem Konzept finden sich in dem Februar 1995 veröffentlichten Statement der Bahá’í International Community, Office of Public Information, Entwicklungsperspektiven für die eine Menschheit: „Das Bewußtsein, das den Menschen im besonderen auszeichnet, ist auf das engste verbunden mit dem selbständigen Erforschen der Wirklichkeit. Die Freiheit, den Sinn des Daseins zu ergründen und die in der menschlichen Natur angelegten Fähigkeiten zu dessen Verwirklichung zu entwickeln, muß geschützt werden. Menschen müssen frei sein, Wissen zu erwerben. Daß eine solche Freiheit oft mißbraucht wird und daß zu diesem Mißbrauch durch Erscheinungsformen der heutigen Gesellschaft in übelster Weise ermutigt wird, tut der Gültigkeit dieses Antriebs in keiner Weise Abbruch. Es ist dieser bemerkenswerte Antrieb – das menschliche Bewußtsein –, das den moralischen Imperativ für die Aufstellung vieler der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und den dazugehörigen Verträgen enthaltenen Rechte liefert. Allgemeine Erziehung, freie Wahl des Wohnsitzes, Zugang zu Informationen und die Möglichkeit, am politischen Leben teilzunehmen, sind alles Aspekte seiner Wirksamkeit, welche ausdrücklich eine Garantie durch die internationale Gemeinschaft erfordern. Das gleiche gilt auch für die Gedanken- und Glaubensfreiheit, einschließlich der Religionsfreiheit, sowie das Recht auf eigene Meinung und auf angemessenen Ausdruck derselben.
Da die gesamte Menschheit eins und unteilbar ist, ist jedes ihrer Mitglieder in die Welt als ein dem Ganzen anvertrautes Pfand hineingeboren. Diese Treuhänderschaft bildet die geistige Grundlage für die meisten anderen Rechte – hauptsächlich wirtschaftliche und soziale –, die die Einrichtungen der Vereinten Nationen in entsprechender Weise zu definieren suchen. Die Sicherheit der Familie und des Heimes, der Anspruch auf Besitz und das Recht auf Privatsphäre sind alle in einer solchen Treuhänderschaft inbegriffen. Die Verpflichtung der Gesellschaft umfaßt auch die Bereitstellung von Arbeit, die geistige und körperliche Gesundheitsvorsorge, soziale Sicherheit, gerechte Löhne, Ruhe und Erholung, und eine Reihe anderer vernünftiger Erwartungen an die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft.
Das Prinzip der kollektiven Treuhänderschaft bedingt auch, daß jede Person das Recht hat zu erwarten, daß die für ihre Identität wesentlichen kulturellen Bedingungen den Schutz durch nationale und internationale Gesetze genießen. Ähnlich der Rolle, die die Gesamtheit der Gene im biologischen Leben der Menschheit und ihrer Umwelt spielt, ist der großartige, durch viele Jahrtausende erworbene Reichtum an kultureller Vielfalt für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Menschengeschlechtes bei seinem kollektiven Eintritt ins Erwachsenenalter lebensnotwendig. Dieser Reichtum ist ein Erbe, dem jetzt gestattet werden muß, in einer weltumspannenden Zivilisation Früchte zu tragen. Einerseits muß die kulturelle Eigenart davor bewahrt werden, daß die beherrschenden materiellen Einflüsse sie ersticken. Andererseits muß ein Austausch zwischen den Kulturen in ständig sich wandelnden Mustern und Strukturen ermöglicht werden, frei von Manipulationen, die einseitigen politischen Interessen dienen.“ Entwicklungsperspektiven für die Menschheit – Ein neues Verständnis von globalem Wohlstand, Hofheim 1996, S. 11
36 Die Achtung der Menschenrechte muß in der Familie beginnen: „Vergleiche die Nationen der Welt mit den Mitgleidern einer Familie. Eine Familie ist eine Nation im Kleinen. Erweitert nur den Kreis des Haushalts, und ihr habt die Nation. Erweitert den Kreis der Nationen und ihr habt die ganze Menschheit. Die Bedingungen, welche die Familie betreffen, betreffen auch die Nation. Was in der Familie geschieht, geschieht auch im Leben der Nation. Hilft es dem Fortschritt und dem Vorankommen der Familie, wenn ihre Mitglieder uneins werden, wenn Streit ausbricht, jeder den anderen ausnützt, Eifersucht und Rachegefühle vorherrschen, wenn jeder selbstsüchtig seinen Vorteil sucht? Nein, Fortschritt und Vorankommen wären dahin. So ist es auch mit der großen Familie der Nationen, denn Nationen sind nur viele Familien zusammen. Wie denn Streit und Uneinigkeit eine Familie zerstören und ihren Fortschritt hindern, so werden auch Nationen zerstört und aller Fortschritt behindert.“ ‘Abdu’l-Bahá, Promulgation of Universal Peace, Wilmette 1982, S. 157
37 „Wenn die ganze Menschheit dieselben Bildungsmöglichkeiten erhält und die Gleichheit von Mann und Frau Wirklichkeit ist, dann werden die Wurzeln des Kriegs ausgerissen sein. Ohne Gleichheit ist dies unmöglich, weil alle trennenden Unterschiede zu Zwietracht und Streit führen. Die Gleichheit von Mann und Frau hat die Abschaffung des Kriegs zur Folge, denn Frauen werden nie bereit sein, den Krieg zu billigen. Mütter werden ihre Söhne, die sie zwanzig Jahre lang von klein auf umsorgten und umhegten, nicht als Opfer für die Schlachtfelder hergeben, ganz gleich für welche Sache. Kein Zweifel, wenn die Frauen gleiche Rechte erhalten, wird der Krieg unter den Menschen ganz und gar aufhören.“ ‘Abdu’l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace, S. 174f
38 „Um es noch einmal bewußt zu machen: Bevor Frau und Mann nicht die Gleichberechtigung anerkennen und verwirklichen, ist gesellschaftlicher und politischer Fortschritt weder hier noch irgendwo sonst möglich. Denn die Menschenwelt besteht aus zwei Teilen oder Gliedern: das eine ist die Frau, das andere der Mann. Solange diese beiden Glieder an Stärke nicht gleich sind, kann die Einheit der Menschheit nicht verwirklicht werden, und Glück und Wohl der Menschheit werden nicht Wirklichkeit. So Gott will, wird dies erreicht werden.“ Aus einer Ansprache ‘Abdu’l-Bahás vor dem Federation of Women’s Clubs, Chicago, Illinois, am 2. Mai 1912, The Promulgation of Universal Peace, S. 77
39 „In der Vergangenheit wurde die Welt durch Gewalt regiert, und der Mann herrschte aufgrund seiner stärkeren und aggressiveren körperlichen und intellektuellen Eigenschaften über die Frau. Aber schon neigt sich die Waage. Gewalt verliert ihr Gewicht, und geistige Regsamkeit, Intuition und die spirituellen Eigenschaften der Liebe und des Dienens, in denen die Frau stark ist, gewinnen an Einfluß. Folglich wird das neue Zeitalter weniger männlich und mehr von weiblichen Idealen durchdrungen sein, oder genauer gesagt, es wird ein Zeitalter sein, in dem die männlichen und weiblichen Elemente der Kultur besser ausgeglichen sein werden.“ ‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: John. E. Esslemont, Bahá’u’lláh und das Neue Zeitalter, Hofheim 6. Aufl. 1976, S. 173
40 Der Grundsatz, daß Frauen und Mädchen bevorzugt Zugang zu Bildung erhalten sollen, hat in der Bahá’í-Lehre eine lange Tradition. So formulierte ‘Abdu’l-Bahá im Jahre 1912: „Indem Er die Einheit der Menschheit verkündete, lehrte… [Bahá’u’lláh], daß Männer und Frauen vor Gott gleich sind und kein Unterschied zwischen ihnen gemacht werden darf. Der Unterschied, der zur Zeit zwischen ihnen besteht, beruht einzig auf mangelnder Erziehung und Bildung. Wenn man der Frau gleiche Bildungschancen eröffnet, werden alle Unterschiede und die scheinbare Minderwertigkeit der Frau verschwinden… Zudem ist die Erziehung der Frau von größerer Bedeutung als die Erziehung des Mannes, denn Frauen sind die Mütter der Menschheit, und Mütter erziehen die Kinder. Die Mutter ist der erste Lehrer der Kinder. Sie muß deshalb gut ausgebildet sein, um Söhne und Töchter erziehen zu können. Zu dieser Frage gibt es in den Worten Bahá’u’lláhs viele Einzelheiten.
Er forderte den gleichen Bildungsgang für Mann und Frau. Töchter und Söhne müssen denselben Lehrplan durchlaufen und dadurch die Einheit der Geschlechter fördern.“, Promulgation, S. 174f
41 Lawrence H. Summers (Vizepräsident der Weltbank), Investing in All the People, 1992; USAID, Technical Reports in Gender and Development. Making the Case for the Gender Variable: Women and the Wealth and Wellbeing of Nations, Office of Women in Development, 1989
42 ‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 227:18
43 The Nairobi Forward-Looking Strategies for the Advancement of Women. As adopted by the World Conference to Review and Appraise the Achievements of the United Nations Decade for Women: Equality, Development and Peace, Nairobi, Kenia, 15-26 July 1985
44 Briefe und Botschaften 227:23
45 Die interreligiöse Verlautbarung »Erklärung zum Weltethos«, herausgegeben von einer Versammlung religiöser und geistiger Führer aus faktisch allen größeren Religionen und geistigen Bewegungen auf dem 1993 in Chicago veranstalteten Parlament der Weltreligionen, hält fest, daß die Religionen der Welt wirklich vieles finden können, was sie in dieser Hinsicht gemeinsam haben. Es heißt in der Verlautbarung: »Wir bekräftigen, daß sich in den Lehren der Religionen ein gemeinsamer Bestand von Kernwerten findet und daß diese die Grundlage für ein Weltethos bilden… Es gibt bereits uralte Richtlinien für menschliches Verhalten, die in den Lehren der Religionen der Welt gefunden werden können und welche die Bedingung für eine dauerhafte Weltordnung sind.« Erklärung zum Weltethos, Die Deklaration des Parlaments der Weltreligionen, herausgegeben von Hans Küng und KarlJosef Kuschel, München 1993, S. 16
46 Die Goldene Regel, die Lehre, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt zu werden wünscht, wird als Sittenlehre in allen großen Religionen oft wiederholt. Im Buddhismus: »Verletze nicht andere in einer Weise, die du als verletzend empfändest« (Udana-Varqa, 5:18). Im Parsismus: »Nur die Natur ist gut, die anderen nicht antut, was für sie selbst ungut wäre« (Dadistan-i Dinik, 94:5). Im Judentum: »Tu deinem Mitmenschen nicht an, was dir verhaßt ist. Das ist das ganze Gesetz, der Rest ist Auslegung« (Talmud, Shabbat, 31a). Im Hinduismus: »Der Kern aller wahren Rechtschaffenheit ist: Behandle andere so, wie du willst, daß sie dich behandeln. Tu deinem Nachbarn nichts, was du nicht willst, daß er es dir heimzahlt« (Mahabharata). Im Christentum: »Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, also tut ihnen auch« (Lukas 3:31). Im Islam: »Keiner von euch ist ein Gläubiger, wenn er nicht für seinen Bruder dasselbe wünscht wie für sich selbst« (Sunnah). Im Taoismus soll ein guter Mensch »Mitleid haben mit den bösen Neigungen anderer; er sollte ihren Gewinn als seinen eigenen betrachten, und ihren Verlust ebenso« (Thai-Shang). Im Konfuzianismus: »Grundsatz der Herzensgüte ist zweifellos: Tu anderen nicht, was sie dir nicht tun sollen« (Lesefrüchte xv, 23). Im Bahá’í-Glauben: »Er sollte für andere nicht wünschen, was er für sich selbst nicht wünscht, und nicht versprechen, was er nicht hält« (Kitáb-i-Íqán 215; zit. in Bahá’u’lláh, Ährenlese 125:3).
47 Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Hofheim 1977, S. 295 f.
48 Botschaften aus ‘Akká, Hofheim 1982, 11:27, Ährenlese 4:2, 110
49 Botschaften aus ‘Akká 11:13
50 Die Commission on Global Governance schreibt: »Heute, da die Welt aufgeklärter Antworten auf die Herausforderungen am Vorabend des neuen Jahrhunderts bedarf, sind wir beunruhigt über den Mangel an Führung in vielen Bereichen der menschlichen Gesellschaft. Auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene, in lokalen Gemeinschaften und in internationalen Organisationen, in Regierungen und Nichtregierungs-organisationen braucht die Welt glaubwürdige und beständige Führung. Sie braucht eine vorausschauende, nicht nur reagierende Führung, die Ideen entwickelt und nicht nur funktioniert, die sich orientiert an langfristigen Perspektiven und den Interessen künftiger Generationen, für die wir die heutige Welt treuhänderisch verwalten. Sie braucht Führer, die durch Visionen gestärkt sind, die von Ethos getragen sind und die den politischen Mut haben, auch über die nächste Wahl hinaus zu denken. Dies kann keine auf die eigenen vier Wände beschränkte Führung sein. Sie muß über Länder, Rassen, Religionen, Kulturen, Sprachen und Lebensstile hinwegreichen. Sie muß von einem tieferen Gefühl der Menschlichkeit getragen und von Hilfsbereitschaft für andere durchdrungen sein, sie bedarf eines Gespürs der Verantwortung gegenüber der Einen Welt.« Bericht der Commission on Global Governance, Nachbarn in Einer Welt, Bonn 1995, S. 388f
51 Ährenlese 43:5, 4
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Table of Contents
I. Overview: An Opportunity for Reflection   _

II. Recognizing the Historical Context: A Call to World Leaders

III. Defining a Role for the UN Within the Emerging International Order   _
    A. Resuscitating the General Assembly
    1. Raising minimum requirements for membership
    2. Appointing a Commission to study borders and frontiers
    3. Searching for new financial arrangements
    4. Making a commitment to a universal auxiliary language and a common script
    5. Investigating the possibility of a single international currency

    B. Developing a Meaningful Executive Function
    1. Limiting the exercise of the veto power
    2. Institutionalizing ad hoc military arrangements
    3. Applying the notion of collective security to other problems of the global commons
    4. Retaining successful UN institutions with independent executive function

    C. A Strengthened World Court
    1. Extending the Court's jurisdiction
    2. Coordinating the thematic courts

IV. Releasing the Power of the Individual: A Critical Challenge of the Emerging International Order
    A. Promoting Economic Development
    1. Launching a determined campaign to implement Agenda 21

    B. Protecting Fundamental Human Rights
    1. Strengthening the machinery of the UN for monitoring, implementation and follow-up
    2. Encouraging universal ratification of international conventions on human rights
    3. Assuring respect for the monitoring organs of UN involved in human rights

    C. Advancing the Status of Women
    1. Increasing the participation of women in member state delegations
    2. Encouraging universal ratification of international conventions that protect women's rights and improve their status
    3. Planning ahead for implementation of the Beijing Platform of Action

    D. Emphasizing Moral Development
    1. Promoting the development of curricula for moral education in schools

V. A Turning Point for All Nations: A Call to World Leaders

Endnotes



"Unification of the whole of mankind is the hall-mark of the stage which human society is now approaching. Unity of family, of tribe, of city-state, and nation have been successively attempted and fully established. World unity is the goal towards which a harassed humanity is striving. Nation-building has come to an end. The anarchy inherent in state sovereignty is moving towards a climax. A world, growing to maturity, must abandon this fetish, recognize the oneness and wholeness of human relationships, and establish once for all the machinery that can best incarnate this fundamental principle of its life."
-Shoghi Effendi, 1936

I. Overview: An Opportunity for Reflection

The 20th Century, one of the most tumultuous periods in human history, has been marked by numerous upheavals, revolutions and radical departures from the past. Ranging from the collapse of the colonial system and the great nineteenth century empires to the rise and fall of broad and disastrous experiments with totalitarianism, fascism and communism, some of these upheavals have been extremely destructive, involving the deaths of millions, the eradication of old lifestyles and traditions, and the collapse of time-honored institutions.

Other movements and trends have been more obviously positive. Scientific discoveries and new social insights have spurred many progressive social, economic and cultural transformations. The way has been cleared for new definitions of human rights and affirmations of personal dignity, expanded opportunities for individual and collective achievement, and bold new avenues for the advancement of human knowledge and consciousness.

These twin processes -- the collapse of old institutions on the one hand and the blossoming of new ways of thinking on the other -- are evidence of a single trend which has been gaining momentum during the last hundred years: the trend toward ever-increasing interdependence and integration of humanity.

This trend is observable in wide-ranging phenomena, from the fusion of world financial markets, which in turn reflect humanity's reliance on diverse and interdependent sources of energy, food, raw materials, technology and knowledge, to the construction of globe-girdling systems of communications and transportation. It is reflected in the scientific understanding of the earth's interconnected biosphere, which has in turn given a new urgency to the need for global coordination. It is manifest, albeit in a destructive way, in the capacities of modern weapons systems, which have gradually increased in power to the point where it is now possible for a handful of men to bring an end to human civilization itself. It is the universal consciousness of this trend -- in both its constructive and destructive expressions -- that lends such poignancy to the familiar photograph of the earth as a swirling sphere of blue and white against the infinite blackness of space, an image crystallizing the realization that we are a single people, rich in diversity, living in a common homeland.

This trend is reflected, too, in steady efforts by the nations of the world to forge a world political system that can secure for humanity the possibility of peace, justice and prosperity. Twice in this century humanity has attempted to bring about a new international order. Each attempt sought to address the emergent recognition of global interdependence, while nevertheless preserving intact a system which put the sovereignty of the state above all else. In the perspective of the century now ending, the League of Nations, a breakthrough in the concept of collective security, marked a first decisive step toward world order.

The second effort, born from the cataclysm of World War II and based on a Charter drawn up principally by the victors of that conflagration, has for fifty years provided an international forum of last resort, a unique institution standing as a noble symbol for the collective interests of humanity as a whole.

As an international organization, the United Nations has demonstrated humanity's capacity for united action in health, agriculture, education, environmental protection, and the welfare of children. It has affirmed our collective moral will to build a better future, evinced in the widespread adoption of international human rights Covenants. It has revealed the human race's deep-seated compassion, evidenced by the devotion of financial and human resources to the assistance of people in distress. And in the all-important realms of peace-building, peace-making and peace-keeping, the United Nations has blazed a bold path toward a future without war. [1]

Yet the overall goals set out in the Charter of the United Nations have proved elusive. Despite the high hopes of its founders, the establishment of the United Nations some fifty years ago did not usher in an era of peace and prosperity for all. [2] Although the United Nations has surely played a role in preventing a third world war, the last half decade has nevertheless been marked by numerous local, national and regional conflicts costing millions of lives. No sooner had improved relations between the superpowers removed the ideological motivation for such conflicts, than long-smoldering ethnic and sectarian passions surfaced as a new source of conflagration. In addition, although the end of the Cold War has reduced the threat of a global, terminal war, there remain instruments and technologies -- and to some extent the underlying passions -- which could bring about planet-wide destruction.

With respect to social issues, likewise, grave problems persist. While new levels of consensus have been reached on global programs to promote health, sustainable development and human rights, the situation on the ground in many areas has deteriorated. The alarming spread of militant racialism and religious fanaticism, the cancerous growth of materialism, the epidemic rise of crime and organized criminality, the widespread increase in mindless violence, the ever-deepening disparity between rich and poor, the continuing inequities faced by women, the intergenerational damage caused by the pervasive break-down of family life, the immoral excesses of unbridled capitalism and the growth of political corruption -- all speak to this point. At least a billion live in abject poverty and more than a third of the world's people are illiterate. [3]

As the twin processes of collapse and renewal carry the world toward some sort of culmination, the 50th anniversary of the United Nations offers a timely opportunity to pause and reflect on how humanity may collectively face its future. Indeed, there has emerged of late a wide range of useful proposals for strengthening the United Nations and improving its capacity to coordinate the responses of nations to these challenges.

These proposals fall roughly into three categories. One group addresses primarily bureaucratic, administrative and financial problems within the United Nations system. Another group comprises those that suggest reconfiguring bodies like the Economic and Social Council, the Trusteeship Council and the Bretton Woods economic institutions. Still others propose to undertake changes in the United Nations political structure, calling, for example, for an expansion of the Security Council and/or a reconsideration of the United Nations Charter itself. [4]

Most of these works are constructive; some are also provocative. Among them, one of the most balanced and thoughtful is the report of the Commission on Global Governance, entitled, Our Global Neighborhood, which argues for the widespread adoption of new values, as well as structural reforms in the United Nations system. [5]

It is in the spirit of contributing to the ongoing discussion and consultation on this issue of paramount importance that the Bahá'í International Community has been moved to share its views. Our perspective is based on three initial propositions. First, discussions about the future of the United Nations need to take place within the broad context of the evolution of the international order and its direction. The United Nations has co-evolved with other great institutions of the late twentieth century. It is in the aggregate that these institutions will define -- and themselves be shaped by -- the evolution of the international order. Therefore, the mission, role, operating principles and even activities of the United Nations should be examined only in the light of how they fit within the broader objective of the international order.

Second, since the body of humankind is one and indivisible, each member of the human race is born into the world as a trust of the whole. This relationship between the individual and the collective constitutes the moral foundation of most of the human rights which the instruments of the United Nations are attempting to define. It also serves to define an overriding purpose for the international order in establishing and preserving the rights of the individual.

Third, the discussions about the future of the international order must involve and excite the generality of humankind. This discussion is so important that it cannot be confined to leaders -- be they in government, business, the academic community, religion, or organizations of civil society. On the contrary, this conversation must engage women and men at the grassroots level. Broad participation will make the process self-reinforcing by raising awareness of world citizenship and increase support for an expanded international order.

II. Recognizing the Historical Context: A Call to World Leaders



The Bahá'í International Community regards the current world confusion and the calamitous condition of human affairs as a natural phase in an organic process leading ultimately and irresistibly to the unification of the human race in a single social order whose boundaries are those of the planet.

The human race, as a distinct, organic unit, has passed through evolutionary stages analogous to the stages of infancy and childhood in the lives of its individual members, and is now in the culminating period of its turbulent adolescence approaching its long-awaited coming of age. [6] The process of global integration, already a reality in the realms of business, finance, and communications, is beginning to materialize in the political arena.

Historically, this process has been accelerated by sudden and catastrophic events. It was the devastation of World Wars I and II that gave birth to the League of Nations and the United Nations, respectively. Whether future accomplishments are also to be reached after similarly unimaginable horrors or embraced through an act of consultative will, is the choice before all who inhabit the earth. Failure to take decisive action would be unconscionably irresponsible.

Since sovereignty currently resides with the nation-state, the task of determining the exact architecture of the emerging international order is an obligation that rests with heads of state and with governments. We urge leaders at all levels to take a deliberate role in supporting a convocation of world leaders before the turn of this century to consider how the international order might be redefined and restructured to meet the challenges facing the world. As some have suggested, this gathering might be called the World Summit on Global Governance. [7]

This proposed Summit might build on the experience gained from the series of highly successful United Nations conferences in the early 1990s. These conferences, which have included the World Summit for Children in 1990, the Earth Summit in 1992, the World Conference on Human Rights in 1993, the International Conference on Population and Development in 1994, the World Summit for Social Development in 1995 and the Fourth World Conference on Women in 1995, have established a new methodology for global deliberations on critical issues.

A key to the success of these deliberations has been the substantive participation by organizations of civil society. Painstaking negotiations among government delegations about changes in the world's political, social and economic structures have been informed and shaped by the vigorous involvement of these organizations, which tend to reflect the needs and concerns of people at the grass roots. It is also significant that in each case, the gathering of world leaders, in the presence of civil society and the global media, gave the stamp of legitimacy and consensus to the processes of the conference.

In preparing for the proposed Summit, world leaders would be wise to heed these lessons, to reach out to as wide a circle as possible and to secure the goodwill and support of the world's peoples.

Some fear that international political institutions inevitably evolve toward excessive centralization and constitute an unwarranted layer of bureaucracy. It needs to be explicitly and forcefully stated that any new structures for global governance must, as a matter of both principle and practicality, ensure that the responsibility for decision-making remains at appropriate levels. [8]

Striking the right balance may not always be easy. On the one hand, genuine development and real progress can be achieved only by people themselves, acting individually and collectively, in response to the specific concerns and needs of their time and place. It can be argued that the decentralization of governance is the sine qua non of development. [9] On the other hand, the international order clearly requires a degree of global direction and coordination.

Therefore, in accordance with the principles of decentralization outlined above, international institutions should be given the authority to act only on issues of international concern where states cannot act on their own or to intervene for the preservation of the rights of peoples and member states. All other matters should be relegated to national and local institutions. [10]

Furthermore, in devising a specific framework for the future international order, leaders should survey a broad range of approaches to governance. Rather than being modeled after any single one of the recognized systems of government, the solution may embody, reconcile and assimilate within its framework such wholesome elements as are to be found in each one of them.

For example, one of the time-tested models of governance that may accommodate the world's diversity within a unified framework is the federal system. Federalism has proved effective in decentralizing authority and decision-making in large, complex, and heterogeneous states, while maintaining a degree of overall unity and stability. Another model worth examining is the commonwealth, which at the global level would place the interest of the whole ahead of the interest of any individual nation.

Extraordinary care must be taken in designing the architecture of the international order so that it does not over time degenerate into any form of despotism, of oligarchy, or of demagogy corrupting the life and machinery of the constituent political institutions.

In 1955, during the first decade review of the UN charter, the Bahá'í International Community offered a statement to the United Nations, based on ideas articulated nearly a century before by Bahá'u'lláh. "The Bahá'í concept of world order is defined in these terms: A world Super-State in whose favor all the nations of the world will have ceded every claim to make war, certain rights to impose taxation and all rights to maintain armaments, except for the purposes of maintaining internal order within their respective dominions. This State will have to include an International Executive adequate to enforce supreme and unchallengeable authority on every recalcitrant member of the Commonwealth; a World Parliament whose members are elected by the peoples in their respective countries and whose election is confirmed by their respective governments; a Supreme Tribunal whose judgment has a binding effect even in cases where the parties concerned have not voluntarily agreed to submit their case to its consideration." [11]

While we believe this formulation of a world government is at once the ultimate safeguard and the inevitable destiny of humankind, we do recognize that it represents a long-term picture of a global society. Given the pressing nature of the current state of affairs, the world requires bold, practical and actionable strategies that go beyond inspiring visions of the future. Nevertheless, by focusing on a compelling concept, a clear and consistent direction for evolutionary change emerges from the mire of contradictory views and doctrines.

III. Defining a Role for the UN Within the Emerging International Order



The United Nations was the centerpiece of the international system created by the victors of World War II and, during the long decades of ideological conflict between the East and the West, it served as a forum for international dialogue. Over the years, its activities have expanded to include not only international standard-setting and promotion of social and economic development but also peacekeeping operations on several continents.

Over the same period, the political reality of our world has experienced a dramatic transformation. At the time of the UN's inception, there were some fifty independent states. That number has grown to exceed 185. At the close of World War II, governments were the main actors on the global scene. Today, the growing influence of organizations of civil society and of multinational corporations has created a much more intricate political landscape.

Despite the growing complexity in its mission, the United Nations system has retained more or less the same structure that was designed for a new international organization some fifty years ago. It is not surprising then that the occasion of its fiftieth anniversary has stimulated a new dialogue about its ability to meet the political realities of the 21st Century. Unfortunately, in this dialogue, criticism has far outweighed praise.

Most criticisms of the operations of the United Nations are based on comparisons with the operations of the leading organizations in the private sector or on measurements relative to inflated initial expectations. Although some specific comparisons may be useful in increasing the efficiency of the United Nations more general exercises of this kind are essentially unfair. The United Nations lacks not only the clear authority, but also the requisite resources to act effectively in most instances. Accusations of the UN's failure are in fact indictments of the member states themselves.

Judged in isolation from the reality within which it operates, the United Nations will always seem inefficient and ineffective. However, if it is viewed as one element of a larger process of development in systems of international order, the bright light of analysis would shift from the UN's shortcomings and failures to shine on its victories and accomplishments. To those with an evolutionary mindset, the early experience of the United Nations offers us a rich source of learning about its future role within the international regime.

An evolutionary mindset implies the ability to envision an institution over a long time frame perceiving its inherent potential for development, identifying the fundamental principles governing its growth, formulating high-impact strategies for short-term implementation, and even anticipating radical discontinuities along its path.

Studying the United Nations from this perspective unveils significant opportunities to strengthen the current system without the wholesale restructuring of its principal institutions or the intensive re-engineering of its core processes. In fact, we submit that no proposal for UN reform can produce high impact unless its recommendations are internally consistent and direct the UN along a projected evolutionary path toward a distinctive and relevant role within the future international order.

We believe the combination of recommendations described herein meets these conditions and that their adoption would represent a measured but significant step toward building a more just world order. [12]

A. Resuscitating the General Assembly

The foundation for any system of governance is the rule of law and the primary institution for promulgating law is the legislature. While the authority of local and national legislatures is generally respected, regional and international legislative bodies have been the subject of fear and suspicion.

In addition, the United Nations General Assembly has been a target of attack for its ineffectiveness. Although some of the accusations hurled against it are unfounded, there are at least two shortcomings that hamper the ability of the General Assembly to have impact.

First, the current arrangement gives undue weight to state sovereignty, resulting in a curious mix of anarchy and conservatism. In a reformed United Nations, the legislative branch and its voting structure will need to represent more accurately the people of the world as well as nation-states. [13]

Second, General Assembly resolutions are not binding unless they are separately ratified as a treaty by each member state. If the current system, which places state sovereignty above all other concerns, is to give way to a system which can address the interests of a single and interdependent humanity, the resolutions of the General Assembly -- within a limited domain of issues -- must gradually come to possess the force of law with provisions for both enforcement and sanctions.

These two shortcomings are closely linked inasmuch as the majority of the world's people, suspicious and fearful of world government, are unlikely to submit to an international institution unless it is itself more genuinely representative. [14]

Nevertheless, in the short term, five practical measures are possible to strengthen the General Assembly, enhance its reputation and align it with a longer term direction.

1. Raising minimum requirements for membership



The minimum standards for conduct by a government towards its people have been well established in the Universal Declaration of Human Rights and subsequent international covenants, collectively referred to as the International Bill of Human Rights.

Without an unshakable commitment to regular and periodic elections with universal participation by secret ballot, to freedom of expression and to other such human rights, a member state stands in the way of the active and intelligent participation of the vast majority of its population in the affairs of its own communities.

We propose that there should be consequences for member states that violate these standards. Similarly, nations seeking recognition should be denied membership until they openly espouse these standards or make recognizable efforts to move in that direction.

2. Appointing a commission to study borders and frontiers



Outstanding irredentist claims continue to be a major source of conflict and war, highlighting the critical need for general agreements on national boundaries. Such treaties can only be arrived at after consideration of the arbitrary manner in which many nation-states were originally defined and of all outstanding claims of nations and ethnic groups.

Rather than relegating such claims to the World Court, we believe it would be best to establish a special International Commission to research all claims affecting international boundaries and then, after careful consideration, to make recommendations for action. [15] The results would serve as an early warning system for growing tension among civil or ethnic groups and assessment of threats in situations benefiting from early preventive diplomacy.

In order to establish a genuine community of nations in the long run, it will be necessary to settle finally all disputes over borders. This research would serve that end.

3. Searching for new financial arrangements



Primarily triggered by the unwillingness of some member states to remit their general assessments on time, compounded by the absence of authority to collect any interest accrued because of that delay, and further aggravated by the bureaucratic inefficiencies in parts of its operations, the annual budget shortfall pressures the UN into a crisis management mentality.

Voluntary payments from member states will never be a reliable approach to finance an international institution. Vigorous approaches to revenue generation must be devised to enable the smooth functioning of the UN machinery. We propose the immediate appointment of an expert Task Force to begin a rigorous search for solutions.

In studying alternatives, the Task Force should be mindful of several fundamental principles. First, there should be no assessments without representation. Second, in the interest of fairness and justice, assessments should be graduated. Third, mechanisms for encouraging voluntary contributions by individuals and communities should not be overlooked. [16]

4. Making a commitment to a universal auxiliary language and a common script



The United Nations, which currently uses six official languages, would derive substantial benefit from either choosing a single existing language or creating a new one to be used as an auxiliary language in all its fora. Such a step has long been advocated by many groups, from the Esperantists to the Bahá'í International Community itself. [17] In addition to saving money and simplifying bureaucratic procedures, such a move would go far toward promoting a spirit of unity.

We propose the appointment of a high-level Commission, with members from various regions and drawn from relevant fields, including linguistics, economics, the social sciences, education and the media, to begin careful study on the matter of an international auxiliary language and the adoption of a common script.

We foresee that eventually, the world cannot but adopt a single, universally agreed-upon auxiliary language and script to be taught in schools worldwide, as a supplement to the language or languages of each country. The objective would be to facilitate the transition to a global society through better communication among nations, reduction of administrative costs for businesses, governments and others involved in global enterprise, and a general fostering of more cordial relations between all members of the human family. [18]

This proposal should be read narrowly. It does not in any way envision the decline of any living language or culture.

5. Investigating the possibility of a single international currency



The need to promote the adoption of a global currency as a vital element in the integration of the global economy is self-evident. Among other benefits, economists believe that a single currency will curb unproductive speculation and unpredictable market swings, promote a leveling of incomes and prices worldwide, and thereby result in significant savings. [19]

The possibility of savings will not lead to action unless there is an overwhelming body of evidence addressing the relevant concerns and doubts of skeptics, accompanied by a credible implementation plan. We propose the appointment of a Commission consisting of the most accomplished government leaders, academics and professionals to begin immediate exploration into the economic benefits and the political costs of a single currency and to hypothesize about an effective implementation approach.

B. Developing a Meaningful Executive Function



At the international level, the single most important executive function is the enforcement of a collective security pact. [20]

Collective security implies a binding covenant among nations to act in concert against threats to the collective. The effectiveness of the covenant depends on the degree to which members commit themselves to the collective good, even if motivated by a sense of enlightened self-interest.

Within the United Nations, the enforcement role is largely carried out by the Security Council, with other functions of the executive being shared with the Secretariat. Both are hampered in fulfilling their mandated roles. The Security Council suffers from an inability to take decisive action. The Secretariat is pressured by the complex demands of the member states.

In the short term, four practical measures are possible to strengthen the executive function within the United Nations.

1. Limiting the exercise of the veto power



The original intention of the UN Charter in conferring veto power on the five Permanent Members was to prevent the Security Council from authorizing military actions against a Permanent Member or requiring the use of its forces against its will. [21] In fact, beginning with the Cold War, the veto power has been exercised repeatedly for reasons that have to do with regional or national security.

In its 1955 submission on UN reform, the Bahá'í International Community argued for the gradual elimination of the concepts of "permanent membership" and "veto power" as confidence in the Security Council would build. Today, forty years later, we reaffirm that position. However, we also propose that, as a transitionary step, measures be introduced to curb the exercise of the veto power to reflect the original intention of the Charter.

2. Institutionalizing ad hoc military arrangements



To support the peacekeeping operations of the United Nations, and to add credibility to resolutions of the Security Council, an International Force should be created. [22] Its loyalty to the UN and its independence from national considerations must be assured. The command and control of such a fully armed Force would reside with the Secretary-General under the authority of the Security Council. Its finances, however, would be determined by the General Assembly. In constructing such a force, the Secretary-General would seek to draw competent personnel from all regions of the world.

If properly implemented, this Force would also provide a sense of security that might encourage steps toward global disarmament, thereby making possible an outright ban on all weapons of mass destruction. [23] Furthermore, in line with the principle of collective security, it would become gradually understood that states need only maintain armaments sufficient for their own defense and the maintenance of internal order.

As an immediate step toward the establishment of this Force, the present system of ad hoc arrangements could be institutionalized to establish core regional forces for rapid deployment during a crisis.

3. Applying the notion of collective security to other problems of the global commons



Although originally conceived within the context of a threat of military aggression, the principle of collective security, some argue, may now be applied in an expansive manner to all threats which, although apparently local in nature, are actually the result of the complex breakdown of the present-day global order. These threats include but are not limited to international drug trafficking, food security, and the emergence of new global pandemics. [24]

We believe this issue would have to be included on the agenda of the proposed Global Summit. However, it is unlikely that expansive formulations of collective security would preclude the fundamental cause of military aggression.

4. Retaining successful UN institutions with independent executive function



Some of the more independent organizations within the UN family, such as the UN International Children's Emergency Fund, the International Civil Aviation Organization, the Universal Postal Union, the International Telegraph and Communications Union, the International Labor Organization, and the World Health Organization, have enjoyed conspicuous success with focused but important areas of international concern.

Generally, these organizations already have their own executive function. Their independence should be retained and reinforced as part of the international executive. [25]

C. A Strengthened World Court



In any system of governance, a strong judicial function is necessary to moderate the powers of the other branches and to enunciate, promulgate, protect and deliver justice. The drive to create just societies has been among the fundamental forces in history [26] -- and without doubt no lasting world civilization can be founded unless it is firmly grounded in the principle of justice.

Justice is the one power that can translate the dawning consciousness of humanity's oneness into a collective will through which the necessary structures of global community life can be confidently erected. An age that sees the people of the world increasingly gaining access to information of every kind and to a diversity of ideas will find justice asserting itself as the ruling principle of successful social organization.

At the individual level, justice is that faculty of the human soul that enables each person to distinguish truth from falsehood. In the sight of God, Bahá'u'lláh avers, justice is "the best beloved of all things" since it permits each individual to see with his own eyes rather than the eyes of others, to know through his own knowledge rather than the knowledge of his neighbor or his group.

At the group level, a concern for justice is the indispensable compass in collective decision-making, because it is the only means by which unity of thought and action can be achieved. Far from encouraging the punitive spirit that has often masqueraded under its name in past ages, justice is the practical expression of awareness that, in the achievement of human progress, the interests of the individual and those of society are inextricably linked. To the extent that justice becomes a guiding concern of human interaction, a consultative climate is encouraged that permits options to be examined dispassionately and appropriate courses of action selected. In such a climate the perennial tendencies toward manipulation and partisanship are far less likely to deflect the decision-making process.

Such a conception of justice will be gradually reinforced by the realization that in an interdependent world, the interests of the individual and society are inextricably intertwined. In this context, justice is a thread that must be woven into the consideration of every interaction, whether in the family, the neighborhood, or at the global level.

We see in the current United Nations system the foundation for a strengthened World Court. Established in 1945 as the principal judicial organ of the United Nations, the International Court of Justice is characterized by many positive elements. The current system for the selection of judges, for example, seeks to create a judicial panel which is representative of a wide range of peoples, regions, and judicial systems. [27]

The Court's primary shortcoming is that it lacks the authority to issue legally binding decisions, except in those cases where states have chosen in advance to be bound by its decisions. Without jurisdiction, the Court is powerless to administer justice. [28] In time, the decisions of the World Court may become binding and enforceable upon all states; however, in the short term, the World Court might be strengthened through two other measures.

1. Extending the court's jurisdiction

Currently, the Court's jurisdiction is limited to a few categories of cases, and only nations have standing to bring an action. We propose that in addition to member states, other organs of the United Nations should be given the right to bring cases before the Court.

2. Coordinating the thematic courts

The World Court should act as an umbrella for existing and new thematic courts, that arbitrate and adjudicate international cases within specific thematic domains.

Early components of a unified system can already be found in the specialized courts for arbitration of such matters as commerce and transportation, and in the proposals for such bodies as an International Criminal Court and a Chamber for Environmental Matters. Other issue areas that might need to be addressed under such a system would include courts for international terrorism and drug trafficking.

IV. Releasing the Power of the Individual: A Critical Challenge of the Emerging International Order


The primary objective of governing institutions at all levels is the advancement of human civilization. This objective is difficult to satisfy without the inspired and intelligent participation of the generality of humankind in the life and affairs of the community.

With a focus on building institutions and creating a community of nations, international bodies have historically remained distant from the minds and hearts of the world's people. Separated by several layers of government from the international arena and confused by the media's coverage of international news, the vast majority of people have not yet developed an affinity for institutions like the United Nations. Only those individuals who have had some access to the international arena through channels like organizations of civil society seem able to identify with these institutions.

Paradoxically, international institutions cannot develop into an effective and mature level of government and fulfill their primary objective to advance human civilization, if they do not recognize and nurture their relationship of mutual dependency with the people of the world. Such recognition would set in motion a virtuous cycle of trust and support that would accelerate the transition to a new world order.

The tasks entailed in the development of a global society call for levels of capacity far beyond anything the human race has so far been able to muster. Reaching these levels will require an enormous expansion in access to knowledge on the part of every individual. International institutions will succeed in eliciting and directing the potentialities latent in the peoples of the world to the extent that their exercise of authority is moderated by their obligation to win the confidence, respect, and genuine support of those whose actions they seek to govern and to consult openly and to the fullest extent possible with all those whose interests are affected.

Individuals who become confident and respectful of these institutions will, in turn, demand that their national governments increase their support, both political and economic, for the international order. In turn, the international institutions, with increased influence and power, will be better positioned to undertake further actions to establish a legitimate and effective world order.

Along with the measures for strengthening its structure, the United Nations needs to adopt initiatives that release the latent power in all people to participate in this galvanizing process. To this end, certain themes that accelerate the advancement of the individual and society warrant special consideration. Among them, promoting economic development, protecting human rights, advancing the status of women, and emphasizing moral development are four priorities so closely tied to the advancement of civilization that they must be emphasized as part of the United Nations agenda.

A. Promoting Economic Development



Economic development strategies employed by the United Nations, the World Bank and a number of governments during the last fifty years, however sincerely conceived and executed, have fallen far short of aspirations. In much of the world, the gap between the "haves"and "have-nots"has widened and is accelerating with the persistent disparity in income levels. Social problems have not subsided. In fact, crime and disease are not just on the rise; they are also becoming endemic and more difficult to combat.

These failures can be traced to a number of factors. They include a misplaced focus on large-scale projects and bureaucratic over-centralization, unjust terms of international trade, a pervasive corruption that has been allowed to flourish throughout the system, the exclusion of women from the decision-making processes at all levels, a general inability to ensure that resources reach the poor, and the diversion of development resources into military hardware.

A dispassionate examination of these factors betrays a common systematic and fundamental flaw in the current paradigm for economic development: material needs are often addressed without taking into account the spiritual factors and their motivating power.

Development should not become confused with the creation of an unsustainable consumer society. True prosperity encompasses spiritual as well as material well-being. Food, drink, shelter and a degree of material comfort are essential, but human beings cannot and never will find fulfillment in these necessities. Nor is contentment to be found in the somewhat more intangible material attainments such as social recognition or political power. Ultimately, not even intellectual achievement satisfies our deepest needs.

It is in the hunger for something more, something beyond ourselves, that the reality of the human spirit can be properly understood. Although the spiritual side of our nature is obscured by the day-to-day struggle for material attainment, our need for the transcendent cannot long be disregarded. Thus a sustainable development paradigm must address both the spiritual aspirations of human beings and their material needs and desires.

Education is the best investment in economic development. "Man is the supreme Talisman. Lack of a proper education hath, however, deprived him of that which he doth inherently possess,"writes Bahá'u'lláh. "Regard man as a mine rich in gems of inestimable value. Education can, alone, cause it to reveal its treasures, and enable mankind to benefit therefrom." [29] Education, implies more than a process of mastering a narrow body of knowledge or learning a set of life skills. In truth, education, which should be a fundamental imperative of development, must also teach the process for knowledge acquisition, cultivate the powers of intellect and reasoning, and infuse the student with indispensable moral qualities.

It is this comprehensive approach to education that allows people to contribute to the creation of wealth and encourage its just distribution. [30]

Genuine wealth is created when work is undertaken not simply as a means of earning a livelihood but also as a way to contribute to society. We hold that meaningful work is a basic need of the human soul, as important to the proper development of the individual as nutritious food, clean water and fresh air are to the physical body.

Because of the spiritually damaging nature of dependency, schemes which focus solely on redistributing material wealth are doomed to failure in the long run. Distribution of wealth must be approached in an efficient and equitable manner. In fact, it must be intimately integrated with the process of wealth creation.

We propose the following recommendation to the United Nations system for promoting more effective development.

1. Launching a determined campaign to implement Agenda 21



The plan of action formulated at the United Nations Conference on Environment and Development incorporated a wide range of views from civil society and a set of principles not unlike those articulated in this statement. Unfortunately, however, little has been done by member states to implement the measures described in the plan.

If the objectives of Agenda 21 are to be addressed and satisfied, an expanded effort, different in nature but comparable in scale and commitment to the Marshall Plan for the redevelopment of post-war Europe, might be necessary. In this case, the Bretton Woods institutions would be called upon to mount a pronounced campaign to expedite national implementation efforts. A mandate of this nature can result only from a conference, similar to the first Bretton Woods meetings fifty years ago, dedicated to a wholesale re-examination of these institutions. The purpose of this re-examination would be to make available to the people of the world sufficient resources so that they could implement local initiatives. Moreover, the conference could also expand its agenda to address deeper issues of global economic security through the redefinition of existing institutions or the creation of new structures. [31]

If successful, this new machinery could also be extended to coordinate implementation of the measures identified at the recent Social Summit.

B. Protecting Fundamental Human Rights



Over the five decades since the United Nations was founded, an understanding has emerged that human rights must be recognized and protected internationally if peace, social progress and economic prosperity are to be established.

The foundation for international agreement on the nature of human rights is the all-important Universal Declaration of Human Rights, adopted by the United Nations in 1948 and elaborated in two international covenants -- the International Covenant on Civil and Political Rights and the International Covenant on Social, Economic and Cultural Rights. In addition, some 75 other conventions and declarations identify and promote the rights of women and children, the right to freedom of worship, and the right to development, to name but a few.

The current United Nations human rights regime has two major shortcomings: limited means for enforcement and follow-up, and too little emphasis on the responsibilities that accompany all rights.

Human rights enforcement at the international level needs to be handled in a manner similar to the treatment of military aggression under a collective security regime. The violation of human rights in one state must be considered the concern of all, and enforcement mechanisms must provide for a unified response on the part of the entire international community. The question of when and how to intervene to protect human rights is more difficult to answer. Vigorous enforcement will require a high degree of global consensus on what constitutes a flagrant and willful violation.

Important steps toward global consensus were taken during the process leading up to the 1993 World Conference on Human Rights, which affirmed unequivocally that human rights are universal, indivisible and interdependent, and ended the long-standing debate about the relative importance of civil and political rights as compared to social, economic and cultural rights. [32] Conference resolutions also confirmed that human rights must be applied irrespective of differences of racial background, ethnic origin, religious belief or national identity. They encompass the equality of women and men; they include for all individuals worldwide the same rights to freedom of investigation, information and religious practice; and they embody the right of everyone to basic necessities such as food, shelter, and health care. [33] Beyond the need to build consensus and strengthen enforcement of human rights, it is important to establish a greater understanding that to each right is attached a corresponding responsibility.

The right to be recognized as a person before the law, for example, implies the responsibility to obey the law -- and to make both the laws and the legal system more just. Likewise, in the socio-economic realm, the right to marry carries with it the responsibility to support the family unit, to educate one's children and to treat all family members with respect. [34] The right to work cannot be divorced from the responsibility to perform one's duties to the best of one's ability. In the broadest sense, the notion of "universal"human rights implies a responsibility to humanity as a whole.

Ultimately, while it is up to the individual to fulfill the responsibility in each such area, it is up to international institutions to protect the related human right. We propose three measures for immediate action.

1. Strengthening the machinery of the UN for monitoring, implementation and follow-up

The United Nations machinery for the monitoring, implementation and follow-up of government compliance with international covenants is inadequate. The Centre for Human Rights consists of a very small professional staff struggling to support efforts to monitor the compliance by countries of all treaties they have ratified.

We believe the resources assigned to this Centre must be dramatically increased if it is to discharge its duties properly.

2. Encouraging universal ratification of international conventions on human rights

Since ratifying the international conventions on human rights creates an obligation for member states, albeit not a practically enforceable one, the Secretary-General and all bodies of the UN might consider every opportunity to encourage member states to act on this issue. In fact, a demanding timeline for universal ratification may be an inspiring goal to be set by the General Assembly.

3. Assuring respect for the monitoring organs of UN involved in human rights

Since the mandate of the human rights monitoring agencies is of a very serious nature, the UN needs to be particularly mindful of perceptions created by the structure and processes of these agencies and equally deliberate in acting to resolve compromising situations.

We believe it would be prudent to explore during the nomination process the qualifications of member states in visible positions and to exclude from election to membership on the Commission on Human Rights and other monitoring agencies, any member states that have not yet ratified the international conventions. While these member states would still be able to fully participate in deliberations, it would protect the United Nations from a potentially embarrassing and compromising situation.

We also believe that a single exception is warranted to the above rule. Member states, not under the scrutiny of the UN, that have sufficient protection for fundamental human rights within their constitutions, but which have not been able to complete the ratification process because of internal political reasons, should not be barred from election to visible positions.

Finally, it also seems prudent for member states that have ratified the international conventions but are under scrutiny for gross human rights violations to be disqualified from election to the offices of conferences and other meetings of the Commission on Human Rights. This will prevent a widespread perception of the proceedings as a mockery.

C. Advancing the Status of Women



The creation of a peaceful and sustainable world civilization will be impossible without the full participation of women in every arena of human activity. [35] While this proposition is increasingly supported, there is a marked difference between intellectual acceptance and its implementation.

It is time for the institutions of the world, composed mainly of men, to use their influence to promote the systematic inclusion of women, not out of condescension or presumed self-sacrifice but as an act motivated by the belief that the contributions of women are required for society to progress. [36] Only as the contributions of women are valued will they be sought out and woven into the fabric of society. The result will be a more peaceful, balanced, just and prosperous civilization. [37]

The obvious biological differences between the sexes need not be a cause for inequality or disunity. Rather, they are an aspect of complementarity. If the role of women as mothers is properly valued, their work in nurturing and educating children will be respected and properly rewarded. It should also be acknowledged that the child-bearing role does not diminish one's aptitude for leadership, or undermine one's intellectual, scientific or creative capacity. Indeed, it may be an enhancement.

We believe progress on a few critical fronts would have the greatest impact on the advancement of women. We share the following perspectives which are foundational to the recommendations which follow.

First and foremost, violence against women and girls, one of the most blatant and widespread abuses of human rights, must be eradicated. Violence has been a fact of life for many women throughout the world, regardless of race, class, or educational background. In many societies, traditional beliefs that women are inferior or a burden make them easy targets of anger and frustration. Even strong legal remedies and enforcement mechanisms will have little effect until they are supported by a transformation in the attitudes of men. Women will not be safe until a new social conscience takes hold, one which will make the mere expression of condescending attitudes towards women, let alone any form of physical violence, a cause for deep shame.

Second, the family remains the basic building block of society and behaviors observed and learned there will be projected onto interactions at all other levels of society. Therefore, the members of the institution of the family must be transformed so that the principle of equality of women and men is internalized. Further, if the bonds of love and unity cement family relationships, the impact will reach beyond its borders and affect society as a whole.

Third, while the overall goal of any society must be to educate all its members, at this stage in human history the greatest need is to educate women and girls. [38] For over twenty years, studies have consistently documented that, of all possible investments, educating women and girls pays the highest overall dividends in terms of social development, the eradication of poverty and the advancement of community. [39]

Fourth, the global dialogue on the role of men and women must promote recognition of the intrinsic complementarity of the two sexes. For the differences between them are a natural assertion of the necessity of women and men to work together to bring to fruition their potentialities for advancing civilization, no less than for perpetuating the human race. Such differences are inherent in the interactive character of their common humanity. This dialogue needs to consider the historical forces which have led to the oppression of women and examine the new social, political and spiritual realities which are today transforming our civilization.

As a starting point for this dialogue we offer this analogy from the Bahá'í Writings: "The world of humanity has two wings -- one is women and the other men. Not until both wings are equally developed can the bird fly. Should one wing remain weak, flight is impossible." [40] In addition, we support the following three specific measures.

1. Increasing the participation of women in member state delegations

We recommend that member states be encouraged to appoint an increased number of women to ambassadorial or similar diplomatic positions.

2. Encouraging universal ratification of international conventions that protect women's rights and improve their status

As with the international conventions on human rights, the Secretary-General and all bodies of the UN should consider every opportunity to encourage member states to proceed with ratification of conventions and protocols that protect women's rights and seek their advancement.

3. Planning ahead for implementation of the Beijing Platform of Action

The Forward-Looking Strategies declaration adopted at the Nairobi conference was highly bold and imaginative, yet its implementation was rather ineffective. [41] We believe that a lesson should be learned from this unfortunate experience and deliberate plans be put into place to ensure that the Platform of Action emerging from the Beijing conference does not meet a similar fate.

We propose that a monitoring system be established to prepare status reports on the implementation of adopted measures and to make presentations to the General Assembly annually, highlighting the top twenty and bottom twenty member states in terms of compliance.

D. Emphasizing Moral Development



The process of integrating human beings into larger and larger groups, although influenced by culture and geography, has been driven largely by religion, the most powerful agent for changing human attitudes and behavior. By religion, however, we mean the essential foundation or reality of religion, not the dogmas and blind imitations which have gradually encrusted it and which are the cause of its decline and effacement.

In the words of `Abdu'l-Bahá "Material civilization is like the body. No matter how infinitely graceful, elegant and beautiful it may be, it is dead. Divine civilization is like the spirit, and the body gets its life from the spirit. . . . Without the spirit the world of mankind is lifeless." [42]

The concept of promoting specific morals or values may be controversial, especially in this age of humanistic relativism. Nevertheless, we firmly believe there exists a common set of values that have been obscured from recognition by those who exaggerate minor differences in religious or cultural practice for political purposes. [43] These foundation virtues, taught by all spiritual communities, constitute a basic framework for moral development.

Reflection on the commonalties inherent in the great religious and moral systems of the world reveals that each one espouses unity, cooperation and harmony among people, establishes guidelines for responsible behavior and supports the development of virtues which are the foundation for trust-based and principled interactions. [44]

1. Promoting the development of curricula for moral education in schools



We advocate a universal campaign to promote moral development. Simply put, this campaign should encourage and assist local initiatives all over the world to incorporate a moral dimension into the education of children. It may necessitate the holding of conferences, the publication of relevant materials and many other supportive activities, all of which represent a solid investment in a future generation.

This campaign for moral development may begin with a few simple precepts. For example, rectitude of conduct, trustworthiness, and honesty are the foundation for stability and progress; altruism should guide all human endeavor, such that sincerity and respect for the rights of others become an integral part of every individual's actions; service to humanity is the true source of happiness, honor and meaning in life.

We also believe the campaign will be successful only to the extent that the force of religion is relied upon in the effort. The doctrine of the separation of church and state should not be used as a shield to block this salutary influence. Specifically, religious communities will have to be drawn in as collaborative partners in this important initiative.

As it proceeds, this campaign will accelerate a process of individual empowerment that will transform the way in which people, regardless of economic class, social standing, or ethnic, racial or religious background, interact with their society.

V. A Turning Point for All Nations: A Call to World Leaders



We have reached a turning point in the progress of nations.

"Unification of the whole of mankind is the hall-mark of the stage which human society is now approaching. Unity of family, of tribe, of city-state, and nation have been successively attempted and fully established. World unity is the goal towards which a harassed humanity is striving. Nation-building has come to an end. The anarchy inherent in state sovereignty is moving towards a climax. A world, growing to maturity, must abandon this fetish, recognize the oneness and wholeness of human relationships, and establish once for all the machinery that can best incarnate this fundamental principle of its life." [45] Over a century ago, Bahá'u'lláh taught that there is but one God, that there is only one human race, and that all the world's religions represent stages in the revelation of God's will and purpose for humanity. Bahá'u'lláh announced the arrival of the time, foretold in all of the world's scriptures, when humanity would at last witness the uniting of all peoples into a peaceful and integrated society.

He said that human destiny lies not merely in the creation of a materially prosperous society, but also in the construction of a global civilization where individuals are encouraged to act as moral beings who understand their true nature and are able to progress toward a greater fulfillment that no degree of material bounty alone can provide.

Bahá'u'lláh was also among the first to invoke the phrase "new world order"to describe the momentous changes in the political, social and religious life of the world. "The signs of impending convulsions and chaos can now be discerned, inasmuch as the prevailing Order appeareth to be lamentably defective," He wrote. "Soon will the present-day order be rolled up and a new one spread out in its stead." [46] To this end, He laid a charge on the leaders and members of society alike. "It is not for him to pride himself who loveth his own country, but rather for him who loveth the whole world. The earth is but one country and mankind its citizens." [47] Above all else, leaders for the next generation must be motivated by a sincere desire to serve the entire community and must understand that leadership is a responsibility; not a path to privilege. For too long, leadership has been understood, by both leaders and followers, as the assertion of control over others. Indeed, this age demands a new definition of leadership and a new type of leader. [48] This is especially true in the international arena. In order to establish a sense of trust, win the confidence, and inculcate a fond affinity in the hearts of the world's people for institutions of the international order, these leaders will have to reflect on their own actions.

Through an unblemished record of personal integrity, they must help restore confidence and trust in government. They must embody the characteristics of honesty, humility and sincerity of purpose in seeking the truth of a situation. They must be committed to and guided by principles, thereby acting in the best long-term interests of humanity as a whole.

"Let your vision be world-embracing, rather than confined to your own selves,"Bahá'u'lláh wrote. "Do not busy yourselves in your own concerns; let your thoughts be fixed upon that which will rehabilitate the fortunes of mankind and sanctify the hearts and souls of men." [49]

Endnotes



    1  Boutros-Ghali, Boutros. 1992. An Agenda for Peace: Peace-making and Peace-Keeping. (Report of the Secretary-General Pursuant to the Statement Adopted by the Summit Meeting of the Security Council, January 31, New York: United Nations.)

    2  Surely the preamble to The Charter of the United Nations is among the most inspired passages in the history of human governance:
    "WE THE PEOPLES OF THE UNITED NATIONS DETERMINED
    "to save succeeding generations from the scourge of war, which twice in our lifetime has brought untold sorrow to mankind, and
    "to reaffirm faith in fundamental human rights, in the dignity and worth of the human person, in the equal rights of men and women and of nations large and small, and
    "to establish conditions under which justice and respect for the obligations arising from treaties and other sources of international law can be maintained, and
    "to promote social progress and better standards of life in larger freedom,
    "AND FOR THESE ENDS
    "to practice tolerance and live together in peace with one another as good neighbors, and
    "to unite our strength to maintain international peace and security, and
    "to ensure, by the acceptance of principles and the institutions of methods, that armed force shall not be used, save in the common interest, and
    "to employ international machinery for the promotion of the economic and social advancement of all peoples,
    "HAVE RESOLVED TO COMBINE OUR EFFORTS TO ACCOMPLISH THESE AIMS.
    "Accordingly, our respective Governments, through representatives assembled in the city of San Francisco, who have exhibited their full powers found to be in good and due form, have agreed to the present Charter of the United Nations and do hereby establish an international organization to be known as the United Nations."

    United Nations. 1994. Charter of the United Nations and Statute of the International Court of Justice. United Nations Department of Public Information. DPI/511 - 93243 - April 1994 - 40M.

    3  The World Bank. 1994. World Development Report. (Oxford: Oxford University Press.) pp. 162 - 163.

    4  There have been a number of recent proposals which discuss the need for reforms in the United Nations system within a particular issue area. Our Common Future, the report of The World Commission on Environment and Development, for example, suggested a number of changes, such as the creation of a special UN "Board for Sustainable Development" to coordinate UN action in promoting development while protecting the environment.
    The World Commission on Environment and Development, Our Common Future. (Oxford: Oxford University Press, 1987.)
    Likewise, the report of The Brandt Commission, Common Crisis North-South: Co-operation for World Recovery, makes suggestions for reform in the critical area of finance, trade and energy, as they affect North-South imbalances.
    The Brandt Commission, Common Crisis North-South: Co-operation for World Recovery. (London: Pan Books, 1983.)
    The literature proposing widespread changes in the United Nations is also voluminous and continues to grow, especially in anticipation of the 50th anniversary of the United Nations. The first major and serious reassessments of the United Nations began in the 1950s, in anticipation of the 10th anniversary of the Charter. In this regard the publication in 1958 of World Peace Through World Law by Louis B. Sohn and Grenville Clark, which was among the first solid proposals to suggest eliminating the veto power, must be considered a milestone.
    Grenville Clark, and Louis B. Sohn, World Peace Through World Law. (Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1966.)
    More recent proposals range from The Stockholm Initiative, which offers a generalist vision of what might be done to strengthen the United Nations, to Harold Stassen's recent United Nations: a Working Paper for Restructuring, which gives an article-by-article proposal for rewriting the UN Charter. Benjamin Ferencz's latest book, New Legal Foundations for Global Survival, offers a series of hard-headed and legal-minded suggestions for reform based on the premise that nations, peoples and individuals must be free to pursue their destinies in whatever way they may see fit - providing it does not jeopardize or destroy the fundamental human rights of others to live in peace and dignity.
    The Stockholm Initiative on Global Security and Governance 1991. Common Responsibility in the 1990's. (Stockholm: Prime Minister's Office, Stockholm, Sweden.)
    Harold Stassen, United Nations: A Working Paper for Restructuring. (Minneapolis: Learner Publications Company, 1994.)
    Benjamin Ferencz, New Legal Foundations for Global Survival. (Oceana Publications, 1994)

    5  The Commission on Global Governance, Our Global Neighborhood. (New York: Oxford University Press, 1995.)

      Many thinkers have recognized the reality of oneness and understood its implications for the development of human society, including paleontologist Richard Leaky: "We are one species, one people. Every individual on this earth is a member of 'homo sapiens sapiens,' and the geographical variations we see among peoples are simply biological nuances on the basic theme. The human capacity for culture permits its elaboration in widely different and colorful ways. The often very deep differences between those cultures should not be seen as divisions between people. Instead, cultures should be interpreted for what they really are: the ultimate declaration of belonging to the human species."
    Richard E. Leakey, and Rodger Lewin, Origins: What new discoveries reveal about the emergence of our species and its possible future. (New York: Dutton, 1977.)
    In general terms, the writings of Shoghi Effendi offer a thorough and extended exposition on the concept of the oneness of humanity. A brief summary of the concept, as Bahá'ís view it, can be found in The World Order of Bahá'u'lláh.
    Shoghi Effendi, The World Order of Bahá'u'lláh. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1938.) pp. 42-43.

    7  We are not alone in making this proposal. The Commission on Global Governance writes in Our Global Neighborhood: "Our recommendation is that the General Assembly should agree to hold a World Conference on Governance in 1998, with its decisions to be ratified and put into effect by 2000."
    The Report of the Commission on Global Governance, Our Global Neighborhood. (New York: Oxford University Press. 1995.) p.351.

    8  Two commonly used maxims illustrate this principle. "Small is beautiful," a maxim coined in the early '70s as an economic principle, applies equally to governance. Schumacher explains: "In the affairs of men, there always appears to be a need for at least two things simultaneously, which, on the face of it, seem to be incompatible and to exclude one another. We always need both freedom and order. We need the freedom of lots and lots of small, autonomous unities, and, at the same time, the orderliness of large-scale, possibly global, unity and coordination."
    E. F. Schumacher, Small is Beautiful: Economics as if People Mattered. (New York: Harper and Row, 1973.) p. 65.
    "Think globally, act locally," a slogan promoted by environmental and community development activists, captures a perspective in which the need for overall global coordination is carefully balanced against the need for local and national autonomy.

    9  "Far from aiming at the subversion of the existing foundations of society... [a system of world governance] seeks to broaden its basis, to remold its institutions in a manner consonant with the needs of an ever-changing world. It can conflict with no legitimate allegiances, nor can it undermine essential loyalties. Its purpose is neither to stifle the flame of a sane and intelligent patriotism in men's hearts, nor to abolish the system of national autonomy so essential if the evils of excessive centralization are to be avoided. It does not ignore, nor does it attempt to suppress, the diversity of ethnical origins, of climate, of history, of language and tradition, of thought and habit, that differentiate the peoples and nations of the world. It calls for a wider loyalty, for a larger aspiration than any that has animated the human race. It insists upon the subordination of national impulses and interests to the imperative claims of a unified world. It repudiates excessive centralization on one hand, and disclaims all attempts at uniformity on the other."
    Shoghi Effendi, The World Order of Bahá'u'lláh. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1974.) pp. 41-42.

    10  Writing in the 1930s, Shoghi Effendi, who then led the worldwide Bahá'í community, sketched out some of the functions and responsibilities for a future world legislature. Among other things, he wrote: "a world legislature, whose members will, as trustees of the whole of mankind... enact such laws as shall be required to regulate the life, satisfy the needs and adjust the relationships of all races and peoples."
    Shoghi Effendi, The World Order of Bahá'u'lláh. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1974.) p. 203.
    This view is shared by such scholars as Jan Tinbergen, winner of the 1969 Nobel prize for Economics, who stated, "Mankind's problems can no longer be solved by national governments. What is needed is a World Government. This can best be achieved by strengthening the United Nations system."
    United Nations Development Programme (UNDP). Human Development Report 1994. Global Governance for the 21st Century. (New York: Oxford University Press.) p.88.

    11  Bahá'í International Community. Proposals to the United Nations for Charter Revision. May 23, 1955.

    12  Throughout His writings, Bahá'u'lláh consistently uses the terms "order," "world order" and "new world order" to describe the ongoing and momentous series of changes in the political, social and religious life of the world. In the late 1860s, He wrote: "The world's equilibrium hath been upset through the vibrating influence of this most great, this new World Order. Mankind's ordered life hath been revolutionized through the agency of this unique, this wondrous System - the like of which mortal eyes have never witnessed."
    Bahá'u'lláh, The Kitáb-i-Aqdas. Translated by Shoghi Effendi and a Committee at the Bahá'í World Centre. (Haifa: Bahá'í World Centre, 1992.) [Ed. - par. 81]

    13  `Abdu'l-Bahá, The Secret of Divine Civilization. Trans. Marzieh Gail. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1957.) p. 24.

    14  United Nations Research Institute for Social Development (UNRISD), States of Disarray: The Social Effects of Globalization. (London: KPC Group. 1995) pp. 106-109.

    15  There are many ways that such a Commission, or even the World Legislature itself, might go about determining fair and just borders for all nations. But as daunting as the task may seem, it is an important part of the process of building a new order. Wrote `Abdu'l-Bahá: "True civilization will unfurl its banner in the midmost heart of the world whenever a certain number of its distinguished and high-minded sovereigns -- the shining exemplars of devotion and determination -- shall, for the good and happiness of all mankind, arise, with firm resolve and clear vision, to establish the Cause of Universal Peace. They must make the Cause of Peace the object of general consultation, and seek by every means in their power to establish a Union of the nations of the world. They must conclude a binding treaty and establish a covenant, the provisions of which shall be sound, inviolable and definite. They must proclaim it to all the world and obtain for it the sanction of all the human race. This supreme and noble undertaking -- the real source of the peace and well-being of all the world -- should be regarded as sacred by all that dwell on earth. All the forces of humanity must be mobilized to ensure the stability and permanence of this Most Great Covenant. In this all-embracing Pact the limits and frontiers of each and every nation should be clearly fixed, the principles underlying the relations of governments towards one another definitely laid down, and all international agreements and obligations ascertained. In like manner, the size of the armaments of every government should be strictly limited, for if the preparations for war and the military forces of any nation should be allowed to increase, they will arouse the suspicion of others. The fundamental principle underlying this solemn Pact should be so fixed that if any government later violate any one of its provisions, all the governments on earth should arise to reduce it to utter submission, nay the human race as a whole should resolve, with every power at its disposal, to destroy that government. Should this greatest of all remedies be applied to the sick body of the world, it will assuredly recover from its ills and will remain eternally safe and secure."
    `Abdu'l-Bahá, The Secret of Divine Civilization. Trans. Marzieh Gail. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1957.) pp. 64-65.

    16  According to a recent article in The New York Times, charitable giving in the United States in 1994 rose by 3.6 percent to $130 billion.
    Karen W. Arenson, "Charitable Giving Rose 3.6% in 1994, Philanthropy Trust Says," The New York Times, Thursday, 25 May 1995, sec. A, p.22.

    17  "Regarding the whole question of an International Language.... We, as Bahá'ís, are very anxious to see a universal auxiliary tongue adopted as soon as possible; we are not the protagonists of any one language to fill this post. If the governments of the world agree on an existing language, or a constructed, new tongue, to be used internationally, we would heartily support it because we desire to see this step in the unification of the human race take place as soon as possible."
    Shoghi Effendi, Directives of the Guardian. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust.) p. 39.
    In making this proposal, we wish to call attention to the term "auxiliary." The Bahá'í teachings value and promote cultural diversity, not uniformity. At this point in history, then, we do not envision imposing a single language worldwide. Rather, what we imagine is that peoples and nations would keep their own local and national languages -- while at the same time be encouraged to learn a universal language. Certainly such a universal language should ultimately be taught, as a required subject, in all of the world's schools. But this should in no way detract from legitimate expressions of national and local linguistic and cultural diversity.

    18  "The day is approaching when all the peoples of the world will have adopted one universal language and one common script," wrote Bahá'u'lláh in the late-1800s. "When this is achieved, to whatsoever city a man may journey, it shall be as if he were entering his own home."
    Shoghi Effendi, trans., Gleanings from the Writings of Bahá'u'lláh. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1983.) p. 250.

    19  In a "special contribution" to the 1994 Human Development Report, James Tobin, winner of the 1981 Nobel Prize for Economics, observes that "a permanent single currency" would eliminate much if not all of the turbulence currently associated with the huge amount of currency speculation on world markets today. Observing that such a single world currency is probably a long way off, he proposes as an interim measure an "international uniform tax" on spot transactions in foreign exchange.
    United Nations Development Programme (UNDP). Human Development Report 1994. A Tax on International Currency Transactions. (New York: Oxford University Press.) p. 70.

    20  The principle of collective security was put forth by Bahá'u'lláh over a century ago in letters to the kings and rulers of the world: "Be united, O kings of the earth, for thereby will the tempest of discord be stilled amongst you, and your peoples find rest, if ye be of them that comprehend. Should anyone among you take up arms against another, rise ye all against him, for this is naught but manifest justice."
    Shoghi Effendi, trans. Gleanings from the Writings of Bahá'u'lláh. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1976.) p. 254.

    21  The Report of the Independent Working Group on the Future of the United Nations. The United Nations in its Second Half-Century. (Yale University Press Service, 1995.) p. 16.

    22  Glenview Foundation, The Stassen Draft Charter for a New United Nations to Emerge from the Original, to Serve World Peace and Progress for the Next Forty Years. (Philadelphia: Glenview Foundation. 1985.)
    Grenville Clark and Louis B. Sohn, World Peace Through World Law. (Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1966.)
    Keith Hindell, "Reform of the United Nations?" in The World Today: Journal of the Royal Institute of International Affairs. (United Kingdom, Feb. 1992.) Vol. 48, No. 2. pp. 30-33.
    John Logue, "New World Order Means Reformed UN," World Federalist News, July 1992.
    Benjamin B. Ferencz and Ken Keyes Jr., Planethood: The Key to Your Future. (Coos Bay, Oregon: Love Line Books. 1991.)
    Boutros-Ghali, Boutros. 1992. An Agenda for Peace: Peace-making and Peace-Keeping. Report of the Secretary-General Pursuant to the Statement Adopted by the Summit Meeting of the Security Council, January 31, New York: United Nations.

    23  This is not to say that steps to ban such weapons should await the full development and deployment of such a Force. We wholeheartedly support current steps to renew the Treaty on the Nonproliferation of Nuclear Weapons and to firmly establish a comprehensive test ban, as well as any further efforts to eliminate nuclear, chemical and/or biological weapons. Likewise, stronger efforts must be made to restrict and control conventional weapons such as land mines, which kill indiscriminately.

    24  Mahbub ul Haq, 1994. Senior Advisor to UNDP Administrator. Team Leader of the Group that prepares the UNDP annual Human Development Reports which have brought, in recent years, fresh insights to development theory and practice, including a new concept on human security.

    25  Erskine Childers, ed. Challenges to the United Nations: Building a Safer World. (New York: St. Martin's Press. 1994.) pp. 21-25.

    26  John Huddleston, The Search for a Just Society. (Kidlington, Oxford: George Ronald. 1989.)

    27  About 75 years ago `Abdu'l-Bahá offered the following suggestions for a future world court: "the national assemblies of each country and nation -- that is to say parliaments -- should elect two or three persons who are the choicest of that nation, and are well informed concerning international laws and the relations between governments and aware of the essential needs of the world of humanity in this day. The number of these representatives should be in proportion to the number of inhabitants of that country. The election of these souls who are chosen by the national assembly, that is, the parliament, must be confirmed by the upper house, the congress and the cabinet and also by the president or monarch so these persons may be the elected ones of all the nation and the government. The Supreme Tribunal will be composed of these people, and all mankind will thus have a share therein, for every one of these delegates is fully representative of his nation. When the Supreme Tribunal gives a ruling on any international question, either unanimously or by majority rule, there will no longer be any pretext for the plaintiff or ground of objection for the defendant. In case any of the governments or nations, in the execution of the irrefutable decision of the Supreme Tribunal, be negligent or dilatory, the rest of the nations will rise up against it, because all the governments and nations of the world are the supporters of this Supreme Tribunal. Consider what a firm foundation this is! But by a limited and restricted League the purpose will not be realized as it ought and should."
    Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá. Compiled by the Research Department of the Universal House of Justice. Translated by a Committee at the Bahá'í World Centre and by Marzieh Gail. (Great Britain: W & J Mackay Ltd. 1978.) pp. 306-307.

    28  At the present time, for example, the Court's jurisdiction is limited to 1) cases which the parties refer to it jointly by special agreement, 2) matters concerning a treaty or convention in force which provides for reference to the Court, and 3) specified classes of legal disputes between States for which they have recognized the jurisdiction of the Court as compulsory.
    Europa World Year Book 1994. Vol. I. International Court of Justice. p. 22.

    29  Shoghi Effendi, trans. Gleanings from the Writings of Bahá'u'lláh. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1983.) p. 260.
    "The primary most urgent requirement is the promotion of education. It is inconceivable that any nation should achieve prosperity and success unless this paramount, this fundamental concern is carried forward. The principal reason for the decline and fall of peoples is ignorance. Today the mass of the people are uninformed even as to ordinary affairs, how much less do they grasp the core of the important problems and complex needs of the time."
    `Abdu'l-Bahá. The Secret of Divine Civilization. Trans. Marzieh Gail. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1957.) p. 109.
    "This same difference is noticeable among animals; some have been domesticated, educated, others left wild. The proof is clear that the world of nature is imperfect, the world of education perfect. That is to say, man is rescued from the exigencies of nature by training and culture; consequently, education is necessary, obligatory. But education is of various kinds. There is a training and development of the physical body which ensures strength and growth. There is intellectual education or mental training for which schools and colleges are founded. The third kind of education is that of the spirit. Through the breaths of the Holy Spirit man is uplifted into the world of moralities and illumined by the lights of divine bestowals. The moral world is only attained through the effulgence of the Sun of Reality and the quickening life of the divine spirit."
    `Abdu'l-Bahá, in a Talk delivered in St. Paul on 20 September 1912. The Promulgation of Universal Peace. p. 329-330.

    30  Governments and their partners must bear in mind that material equality is neither achievable nor desirable. Absolute equality is a chimera. At various points along the way, there will nevertheless be the necessity for the redistribution of some of the world's wealth. For, indeed, it is becoming increasingly obvious that unbridled capitalism does not provide the answer either. Some regulation and redistribution is necessary to promote material justice. In this regard, a tax on income is, in principle, one of the fairest and most equitable means. There must also be a role for the voluntary sharing of wealth -- both at an individual and an institutional level. Equal opportunities for economic advancement and progress, however, must be woven into the very fabric of the new order. Ultimately, the most important regulation on any economic system is the moral regulation that begins in the hearts and minds of people.

    31  The establishment of the Global Environment Facility (GEF) is a commendable first step in the right direction and may be useful in the long run, as one of the tools that could be the basis for funding Agenda 21, if its operational scale is enlarged and its mandate redefined.

    32  World Conference on Human Rights. Vienna Declaration and Programme of Action. 14-25 June 1993. Vienna-Austria.

    33  A further elaboration of this concept can be found in The Prosperity of Humankind, a statement of the Bahá'í International Community, Office of Public Information, published in February 1995: "The activity most intimately linked to the consciousness that distinguishes human nature is the individual's exploration of reality for himself or herself. The freedom to investigate the purpose of existence and to develop the endowments of human nature that make it achievable requires protection. Human beings must be free to know. That such freedom is often abused and such abuse grossly encouraged by features of contemporary society does not detract in any degree from the validity of the impulse itself."
    "It is this distinguishing impulse of human consciousness that provides the moral imperative for the enunciation of many of the rights enshrined in the Universal Declaration and the ">related Covenants. Universal education, freedom of movement, access to information, and the opportunity to participate in political life are all aspects of its operation that require explicit guarantee by the international community. The same is true of freedom of thought and belief, including religious liberty, along with the right to hold opinions and express these opinions appropriately.
    "Since the body of humankind is one and indivisible, each member of the race is born into the world as a trust of the whole. This trusteeship constitutes the moral foundation of most of the other rights -- principally economic and social -- which the instruments of the United Nations are attempting similarly to define. The security of the family and the home, the ownership of property, and the right to privacy are all implied in such a trusteeship. The obligations on the part of the community extend to the provision of employment, mental and physical health care, social security, fair wages, rest and recreation, and a host of other reasonable expectations on the part of the individual members of society.
    "The principle of collective trusteeship creates also the right of every person to expect that those cultural conditions essential to his or her identity enjoy the protection of national and international law. Much like the role played by the gene pool in the biological life of humankind and its environment, the immense wealth of cultural diversity achieved over thousands of years is vital to the social and economic development of a human race experiencing its collective coming-of-age. It represents a heritage that must be permitted to bear its fruit in a global civilization. On the one hand, cultural expressions need to be protected from suffocation by the materialistic influences currently holding sway. On the other, cultures must be enabled to interact with one another in ever-changing patterns of civilization, free of manipulation for partisan political ends."
    Bahá'í International Community, Office of Public Information, The Prosperity of Humankind. (Haifa: Bahá'í World Centre. 1995.)

    34  Ultimately, respect for human rights must begin in the family: "Compare the nations of the world to the members of a family. A family is a nation in miniature. Simply enlarge the circle of the household, and you have the nation. Enlarge the circle of nations, and you have all humanity. The conditions surrounding the family surround the nation. The happenings in the family are the happenings in the life of the nation. Would it add to the progress and advancement of a family if dissensions should arise among its members, all fighting, pillaging each other, jealous and revengeful of injury, seeking selfish advantage? Nay, this would be the cause of the effacement of progress and advancement. So it is in the great family of nations, for nations are but an aggregate of families. Therefore, as strife and dissension destroy a family and prevent its progress, so nations are destroyed and advancement hindered."
    `Abdu'l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace: Talks Delivered by `Abdu'l-Bahá during His Visit to the United States and Canada in 1912. Comp. Howard MacNutt. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1982.) p. 157.

    35  "When all mankind shall receive the same opportunity of education and the equality of men and women be realized, the foundations of war will be utterly destroyed. Without equality this will be impossible because all differences and distinction are conducive to discord and strife. Equality between men and women is conducive to the abolition of warfare for the reason that women will never be willing to sanction it. Mothers will not give their sons as sacrifices upon the battlefield after twenty years of anxiety and loving devotion in rearing them from infancy, no matter what cause they are called upon to defend. There is no doubt that when women obtain equality of rights, war will entirely cease among mankind."
    `Abdu'l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace. Comp. Howard MacNutt. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1982.) pp. 174-175.

    36  "Let it be known once more that until woman and man recognize and realize equality, social and political progress here or anywhere will not be possible. For the world of humanity consists of two parts or members: one is woman; the other is man. Until these two members are equal in strength, the oneness of humanity cannot be established, and the happiness and felicity of mankind will not be a reality. God willing, this is to be so."From a Talk by `Abdu'l-Bahá to Federation of Women's Clubs, Chicago, Illinois on 2 May 1912.
    `Abdu'l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1982.) p. 77.

    37  "The world in the past has been ruled by force, and man has dominated over woman by reason of his more forceful and aggressive qualities both of body and mind. But the balance is already shifting -- force is losing its weight and mental alertness, intuition, and the spiritual qualities of love and service, in which woman is strong, are gaining ascendancy. Hence the new age will be an age less masculine, and more permeated with the feminine ideals -- or, to speak more exactly, will be an age in which the masculine and feminine elements of civilization will be more evenly balanced."
    `Abdu'l-Bahá, quoted in John E. Esslemont, Bahá'u'lláh and the New Era, p. 156., 4th rev. ed., 1976, Wilmette: Bahá'í Books, published by Pyramid Publications for Bahá'í Publishing Trust.

    38  This principle, that women and girls should receive priority over men and boys in access to education, has been a long-standing principle in the Bahá'í teachings. Speaking in 1912, `Abdu'l-Bahá said: "In proclaiming the oneness of mankind [Bahá'u'lláh] taught that men and women are equal in the sight of God and that there is no distinction to be made between them. The only difference between them now is due to lack of education and training. If woman is given equal opportunity of education, distinction and estimate of inferiority will disappear.... Furthermore, the education of women is of greater importance than the education of men, for they are the mothers of the race, and mothers rear the children. The first teachers of children are the mothers. Therefore, they must be capably trained in order to educate both sons and daughters. There are many provisions in the words of Bahá'u'lláh in regard to this."
    "He promulgated the adoption of the same course of education for man and woman. Daughters and sons must follow the same curriculum of study, thereby promoting unity of the sexes."
    `Abdu'l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace. Comp. Howard MacNutt. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1982.) pp. 174-175.

    39  Lawrence H. Summers, Vice President & Chief Economist for the World Bank, Investing in All the People. 1992. Also, USAID. 1989. Technical Reports in Gender and Development. Making the Case for the Gender Variable: Women and the Wealth and Well-being of Nations. Office of Women in Development.

    40  Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá. Compiled by the Research Department of the Universal House of Justice. Translated by a Committee at the Bahá'í World Centre and by Marzieh Gail. (Great Britain: W & J. Mackay Ltd. 1978.) p. 302.

    41  The Nairobi Forward-Looking Strategies for the Advancement of Women. As adopted by the World Conference to Review and Appraise the Achievements of the United Nations Decade for Women: Equality, Development and Peace, Nairobi, Kenya, 15-26 July 1985.

    42  Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá. Compiled by the Research Department of the Universal House of Justice. Translated by a Committee at the Bahá'í World Centre and by Marzieh Gail. (Great Britain: W & J. Mackay Ltd. 1978.) p. 303.

    43  The interfaith declaration entitled "Towards a Global Ethic," which was produced by an assembly of religious and spiritual leaders from virtually every major world religion and spiritual movement at the 1993 Parliament of the World's Religions in Chicago, suggests that it is indeed possible for the world's religions to find much common ground in this regard. The declaration states: "We affirm that a common set of core values is found in the teachings of the religions, and that these form the basis of a global ethic... There already exist ancient guidelines for human behavior which are found in the teachings of the religions of the world and which are the condition for a sustainable world order."

    44  The Golden Rule, the teaching that we should treat others as we ourselves would wish to be treated, is an ethic variously repeated in all the great religions:
    Buddhism: "Hurt not others in ways that you yourself would find hurtful." Udana-Varqa, 5:18.
    Zoroastrianism: "That nature only is good when it shall not do unto another whatever is not good for its own self." Dadistan-i Dinik, 94:5.
    Judaism: "What is hateful to you, do not to your fellow men. That is the entire Law, all the rest is commentary." The Talmud, Shabbat, 31a.
    Hinduism: "This is the sum of all true righteousness: deal with others as thou wouldst thyself be dealt by. Do nothing to thy neighbour which thou wouldst not have him do to thee after." The Mahabharata.
    Christianity: "As ye would that men should do to you, do ye also to them likewise." Luke 6:31.
    Islam: "No one of you is a believer until he desires for his brother that which he desires for himself." Sunnah.
    Taoism: The good man "ought to pity the malignant tendencies of others; to regard their gains as if they were his own, and their losses in the same way." The Thai-Shang.
    Confucianism: "Surely it is the maxim of loving-kindness: Do not unto others that you would not have them do unto you." Analects, XV, 23
    Bahá'í Faith: "He should not wish for others that which he doth not wish for himself, nor promise that which he doth not fulfill." Gleanings.
    45  Shoghi Effendi, The World Order of Bahá'u'lláh. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1938.) p. 202.

    46  Bahá'u'lláh. The Proclamation of Bahá'u'lláh. (Haifa: Bahá'í World Centre. 1978.) p. 113.

    47  Bahá'u'lláh, Tablets of Bahá'u'lláh. Compiled by the Research Department of the Universal House of Justice. Translated by Habib Taherzadeh with the assistance of a Committee at the Bahá'í World Centre. (Haifa: Bahá'í World Centre. 1982.) p. 167.

    48  The Commission on Global Governance writes: "As the world faces the need for enlightened responses to the challenges that arise on the eve of the new century, we are concerned at the lack of leadership over a wide spectrum of human affairs. At national, regional, and international levels, within communities and in international organizations, in governments and in non-governmental bodies, the world needs credible and sustained leadership.
    "It needs leadership that is proactive, not simply reactive, that is inspired, not simply functional, that looks to the longer term and future generations for whom the present is held in trust. It needs leaders made strong by vision, sustained by ethics, and revealed by political courage that looks beyond the next election."
    "This cannot be leadership confined within domestic walls. It must reach beyond country, race, religion, culture, language, life-style. It must embrace a wider human constituency, be infused with a sense of caring for others, a sense of responsibility to the global neighborhood."
    Report of the Commission on Global Governance, Our Global Neighborhood. (New York: Oxford University Press. 1995.) p.353.

    49  Gleanings from the Writings of Bahá'u'lláh. Translated by Shoghi Effendi. (Wilmette, Ill.: Bahá'í Publishing Trust. 1976.) p. 7.