# Riḍván-Botschaft 1965

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> Riḍván-Botschaft 1965 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1965)
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> Ridvan-Botschaft 1965
> 
> Die Flut der Siege, welche die Bahá'í-Weltgemeinde zu den Feiern des Größten Jubiläums trug, steigt
> weiter an.
> Ein unaufhörlicher Strom göttlicher Bestätigung fällt wie Regen auf unsere Bemühungen; dies zeigt
> sich deutlich in den vielen bemerkenswerten Leistungen, die in den wenigen kurzen Monaten seit dem
> Beginn des Neunjahresplanes erbracht wurden. Der augenfälligste Beweis ist, daß die Anzahl der
> Zentren, an denen Bahá'í wohnen, von fünfzehntausendeinhundertachtundsechzig zu Ridván 1964 auf
> nunmehr einundzwanzigtausendundsechs angestiegen ist - ein Wachstum von beinahe sechstausend in
> einem Jahr. Ebenso bemerkenswert ist der Fortschritt der Lehrarbeit in Indien, wo die Zahl der
> Gläubigen nun einhundertvierzigtausend überschreitet - ein Anwachsen um mehr als dreißigtausend
> seit Ridván 1964. Pioniere ziehen in die wenigen verbleibenden Gebiete der Erde, die noch nicht vom
> Licht der neuen Offenbarung Gottes erleuchtet sind; »das starke Anwachsen« der Sache, zu dem bei
> Beginn des Planes aufgerufen wurde, scheint in Gang zu kommen, und in einem Land nach dem
> anderen werden die Institutionen und Stiftungen des Glaubens beharrlich auf fester Grundlage
> aufgebaut.
> Die dem Weltzentrum zugewiesenen Ziele sind in den verstrichenen zwölf Monaten aktiv angegangen
> worden. Grundlegende Entscheidungen und Schritte, um das Ziel der »Entwicklung der Institution der
> Hände der Sache Gottes im Hinblick auf die künftige Wahrnehmung der ihre zugewiesenen Aufgaben
> des Schutzes und der Verbreitung« zu verwirklichen, wurden den Freunden bereits mitgeteilt. Die
> schon bisher mit Ehren und Verdiensten überreich ausgestatteten Mitglieder dieser erhabenen
> Körperschaft, die Bannerträger des Neunjahresplanes wie auch schon des Zehnjahres-Kreuzzuges des
> geliebten Hüters, haben sich nach ihrer Zusammenkunft im letzten Oktober im Heiligen Land mit
> erneuter und beispielloser Kraft aufgemacht, um die Freunde anzufeuern, sich der höchsten
> Herausforderung zum Lehren der Sache zu stellen, und um den administrativen Organen Rat und Hilfe
> zu geben und den göttlichen Wohlgeruch und die Liebe Gottes in der ganzen Welt zu verbreiten. Die
> Erhöhung der Zahl der Hilfsamtsmitglieder und die neuen Vorkehrungen für die Organisation ihrer
> Arbeit werden, wie wir zuversichtlich erwarten, die geliebten Hände in die Lage versetzen, ihren
> wichtigen Dienst noch wirkungsvoller zu leisten, und sie werden mehr Zeit finden, um zu reisen und
> zu lehren.
> Eine vorläufige Bestandsaufnahme der Voraussetzungen für den Bau des ersten Hauses der Andacht
> von Lateinamerika - eines der zwei Gebäude, die während des Planes errichtet werden sollen - wurde
> bereits gemacht, und wir laden nun Bahá'í- und Nicht-Bahá'í-Architekten ein, Entwürfe für den
> Tempel von Panama einzureichen. Die Ausschreibungsbedingungen sowie Einzelvorschriften für das
> Gebäude können vom Nationalen Geistigen Rat von Panama angefordert werden, dessen
> Entwurfswahl der endgültigen Zustimmung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit unterliegt. Wir
> hoffen, daß dieses heilige Haus der Andacht - das an einem Standort entsteht, dem vom Meister wie
> auch vom Hüter solch besondere Bedeutung beigemessen wurde - schnell vollendet wird, damit das
> Leuchtfeuer seiner geistigen Ausstrahlung den ganzen amerikanischen Kontinent erhellen kann.
> Die folgenden neuen Gebiete wurden während der vergangenen zwölf Monate dem Glauben
> erschlossen: auf dem afrikanischen Kontinent Gabun, Ifni, Mali, Mauretanien, die Rodrigues-Insel und
> Obervolta; auf dem amerikanischen Kontinent die Aruba-Insel, die Cozumel-Insel, Guadeloupe, die
> Las-Mujeres-Insel, die Prince-of-Wales-Insel und St. Vincent; auf dem asiatischen Kontinent die
> Ryukyu-Inseln; auf dem australasiatischen Kontinent die Linien-Inseln; und auf dem europäischen
> Kontinent die Insel Wight sowie die ost- und westfriesischen Inseln. Die folgenden Gebiete wurden
> wieder erschlossen: auf dem afrikanischen Kontinent die Mafia-Insel; auf dem amerikanischen
> Kontinent Antigua, Französisch-Guyana und Martinique; auf dem asiatischen Kontinent West-Irian
> und auf dem australasiatischen Kontinent die Admiralitäts-Inseln. Nationale .Ha.zíratu'l-Quds wurden
> an neun Orten, den Sitzen Nationaler Geistiger Räte, erworben, und Grundstücke für den Bau solcher
> Zentren wurden an zwei weiteren Orten angekauft. Sechs Nationale Geistige Räte wurden eingetragen,
> und der Glaube wurde in Kambodscha anerkannt, einem Land, das während des Neunjahresplanes
> seinen eigenen Nationalen Geistigen Rat bilden wird. Nationale Stiftungen wurden in acht Ländern
> erworben; sechs Lehrinstitute wurden errichtet und Land für sechs weitere wurde gekauft; ein Bahá'í-
> Verlag für die Herausgabe von Literatur in französischer Sprache wurde in Brüssel gegründet; die
> Bahá'í-Feiertage wurden in drei Gebieten anerkannt; Bahá'í-Literatur wurde in folgenden elf neuen
> Sprachen veröffentlicht: Ibibio-Efik auf dem afrikanischen Kontinent; Aguacateca, Athebaskisch,
> Cariña und Motilon-Yukpa auf dem amerikanischen Kontinent; Kenyah, Melanau und Temiar auf dem
> asiatischen Kontinent; und Ghari, Marschallesisch und Motua in Australasien. Der Fortschritt der
> Sache auf Borneo ermöglicht die Erfüllung eines zusätzlichen Zieles zum Plan, nämlich die Errichtung
> des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Brunei zu Ridván 1966.
> Zwei Eigenschaften der Bahá'í-Weltgemeinde:
> Mit dem Verstreichen des ersten Jahres des Planes werden zwei Eigenschaften der Bahá'í-
> Weltgemeinde immer deutlicher. Die erste betrifft die Weltgemeinde selbst: es ist die Fähigkeit, alle ihr
> zugewiesenen fest umrissenen Ziele zu erfüllen, wie z.B. der Erwerb von .Ha.zíratu'l-Quds,
> Tempelgeländen, Stiftungen oder die Eintragung von Geistigen Räten; solche sachlichen und höchst
> wichtigen Ziele, durch die die Sache in der Welt sichtbar wird und in ihrer rechtlichen und sozialen
> Stellung in Erscheinung tritt, werden jetzt von der Verwaltungsordnung Zug um Zug erreicht. Dabei ist
> auch die Tatsache zu beachten, daß Ziele dieser Art größtenteils durch Zusammenarbeit von Räten
> verwirklicht wurden - eine internationale Zusammenarbeit, die für die Entwicklung der Weltordnung
> lebenswichtig ist.
> Die zweite Eigenschaft, die nach dem Verstreichen des ersten Jahres des Planes klar hervortritt, betrifft
> die Beziehung der Sache zur Menschheit. Beinahe weltweit herrscht das Gefühl eines bevorstehenden
> Durchbruches zur Gewinnung von Gläubigen auf breiter Basis. Berichte der Hände der Sache und der
> Hilfsamtsmitglieder sprechen ständig davon; viele Nationale Geistige Räte glauben, daß sie das Ufer
> dieses Meeres erreicht haben. Und tatsächlich gibt es den Zulauf zur Sache in Gruppen in einigen
> Gebieten schon seit einer Reihe von Jahren. Aber noch Größeres steht uns bevor. Das Lehren des
> Glaubens muß ein weltumfachendes Feuer entzünden, in dessen Licht die Sache und die Welt - die
> Hauptpersonen in dem größten Drama der Weltgeschichte - hell erleuchtet werden. Die Vorsehung
> trägt uns diesem Höhepunkt zu; wir müssen uns mit Heldenmut gürten.
> Entsendung von vierhundertsechzig Pionieren:
> Vier herausfordernde, sofortige Aufgaben stehen vor uns. Die erste ist, während des kommenden
> Jahres nicht weniger als vierhundertundsechzig Pioniere aufzustellen und auszuschicken, die die
> vierundfünfzig verbleibenden, noch unerschlossenen Gebiete des Planes eröffnen, die achtzehn
> unbesetzten Gebiete wieder besiedeln, Gegenden stärken, wo die Anzahl und der Zusammenschluß der
> Bahá'í-Gemeinden zur Zeit nicht ausreichend sind, um wirksame Lehrpläne in Angriff zu nehmen, und
> die Arbeit in den Gegenden der Massenlehrtätigkeit unterstützen und ausweiten. Jeder Gläubige, ob -
> mit dem geliebten Hüter zu sprechen - »... im aktiven Dienst oder nicht, von einem oder dem anderen
> Geschlecht, jung oder alt, reich oder arm, altgedient oder neuerklärt...«, sollte über diese
> Herausforderung tief nachdenken.
> Um die Pionieranstrengungen der Freunde und die Übersiedlung auf ihre Posten während der nächsten
> zwölf Monate zu unterstützen, geben wir die Bildung von fünf Kontinentalen Pionierausschüssen
> bekannt, nämlich: der Pionierausschuß für Afrika, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der
> Britischen Inseln; Pionierausschuß für Nord- und Südamerika, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat
> der Bahá'í der Vereinigten Staaten; Pionierausschuß für Asien, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat
> der Bahá'í in Persien; Pionierausschuß für Australasien, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der
> Bahá'í in Australien; Pionierausschuß für Europa, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in
> Deutschland.
> Diese Ausschüsse werden in keiner Weise in die Verantwortlichkeit anderer Pionierausschüsse
> eingreifen oder in die der Nationalen Geistigen Räte, die mit der Lehrarbeit beauftragt sind und unter
> deren Jurisdiktion sie arbeiten werden. Sie werden gebildet, um die Arbeit dieser nationalen
> Körperschaften zu erleichtern und zu unterstützen, indem sie für wirksamen Austausch wichtiger
> Informationen auf kontinentaler und interkontinentaler Ebene sorgen und bei der Weiterleitung von
> Pionierangeboten sowie der Ansiedlung der Pioniere auf ihrem Posten mithelfen.
> Eine gewissenhafte Schätzung der für jedes Gebiet - einschließlich der oben erwähnten
> zweiundsiebzig Gebiete - in den nächsten zwölf Monaten benötigten Pioniere wurde gemacht; das
> Ergebnis ist der Ruf nach vierhunderteinundsechzig Pionieren: sechsundachtzig für Afrika,
> sechsundneunzig für Nord- und Südamerika, einhunderteinundneunzig für Asien, neunundzwanzig für
> Australasien und neunundfünfzig für Europa. Jeder Nationale Geistige Rat wurde nach seinem Bedarf
> an Pionieren befragt, und dieser Bedarf wurde allen Nationalen Geistigen Räten mitgeteilt, ebenso den
> fünf Kontinentalen Pionierausschüssen, die durch die Nationalen Geistigen Räte ständig über die
> Fortschritte auf dem laufenden gehalten werden. Die Freunde werden deshalb dringend gebeten, sich
> um Auskunft über benötigte Pioniere und über die Zuständigkeit ihrer eigenen sowie aller anderen
> Gemeinden an ihren Nationalen Geistigen Rat zu wenden.
> Zum ersten Mal in der Bahá'í-Geschichte wurde am Weltzentrum ein Internationaler Beistandsfonds
> unter der Verwaltung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit eingerichtet. Daraus sollen zusätzliche
> Hilfsmittel speziellen Pioniervorhaben zur Verfügung gestellt werden, wenn andere Gelder nicht
> vorhanden sind. An alle Freunde, und besonders an diejenigen, die dem Pionieraufruf nicht
> nachkommen können, ergeht die Bitte, diesen Fonds zu unterstützen im Bewußtsein des Gebotes
> Bahá'u'lláhs: »Sammelt euere Kräfte für die Verbreitung des Glaubens Gottes. Wer immer einer so
> hohen Berufung würdig ist, der mache sich auf, den Glauben zu fördern. Wer dies nicht vermag, der
> hat die Pflicht, jemanden zu bestimmen, der statt seiner diese Offenbarung verkündet, deren Gewalt
> die Grundmauern der mächtigsten Bauten beben macht, jeden Berg zu Staub zermalmt und jede Seele
> bestürzt.« (ÄL 96/3)
> Ein rasches Anwachsen der Mitgliederzahl und der Institutionen:
> Die zweite Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen, ist, die Intensität der Lehrarbeit in einem
> noch nie erreichten Grade zu steigern, um jene »gewaltige Ausweitung« zu verwirklichen, die im Plan
> gefordert wird. Universelle Teilnahme und ständiges Tätigsein werden dieses Ziel erreichen lassen.
> Jeder Gläubige muß seine Arbeit tun und ist dazu auch in der Lage, denn jede Seele trifft andere
> Seelen, und Bahá'u'lláh hat uns verheißen: »Wer sich erhebt, um unserer Sache beizustehen, den wird
> Gott siegreich werden lassen...«. Die Verwirrung der Welt wird nicht geringer, sondern sie steigert sich
> mit jedem vergehenden Tage, und Männer wie Frauen verlieren den Glauben in die menschlichen
> Heilmittel. Endlich dämmert die Erkenntnis auf, daß »es keinen Ort gibt, wohin man fliehen könnte«,
> außer Gott. Nun bietet sich die goldene Gelegenheit; die Menschen sind gewillt und vielerorts
> begierig, der göttlichen Heilsbotschaft zu lauschen.
> Die dritte Herausforderung gilt dem möglichst schnellen Erwerb aller noch verbleibenden Nationalen
> .Ha.zíratu'l-Quds, Tempelgelände, nationalen Stiftungen und Lehrinstitute, die der Plan verlangt. Die
> umgehende Ausführung dieser Vorhaben wird zu einem späteren Zeitpunkt gewaltige Ausgaben
> ersparen und den Glauben mit Eigentum von wachsendem Wert ausstatten. Diese ersten,
> grundlegenden Besitztümer sind Keimzellen für mächtige Institutionen in der Zukunft; doch es obliegt
> dieser Generation, sie zu ihrem eigenen Schutz und als ihr Geschenk an die Nachwelt zu erwerben.
> Wir rufen die Nationalen Geistigen Räte auf, denen eine Verantwortung auf diesem Gebiet übertragen
> wurde, ihr höchste Priorität einzuräumen. Eine weitere, aber ebenso wesentliche Überlegung ist, daß
> die Erreichung dieses Zieles in den frühen Jahren des Planes die Energien und Hilfskräfte der
> wachsenden Weltgemeinde in den späteren Stadien freisetzen wird für den konzentrierten,
> entschlossenen, unerbittlichen Kampf um große Siege, deren Grundlage jetzt gelegt wird.
> Einhundertjahrfeier der Verkündigung an die Könige im Jahre 1867:
> Die vierte Herausforderung ist die Vorbereitung und Planung einer angemessenen Feier des
> hundertsten Jahrestages der Verkündigung Bahá'u'lláhs im September/Oktober 1867 an die Könige und
> Herrscher der Welt auf nationaler und örtlicher Ebene. Diese Feiern werden den Auftakt bilden zu
> einem wohlvorbereiteten, von allen getragenen Programm zur Verkündigung der Botschaft
> Bahá'u'lláhs an die Mehrheit der Menschen während der restlichen Zeit des Neunjahresplanes.
> Ein Rückblick auf die historische Verkündigung Bahá'u'lláhs, wie sie von Shoghi Effendi in Gott geht
> vorüber beschrieben ist, zeigt, daß ihr »Auftakt gegen Ende der Verbannung Bahá'u'lláhs nach
> Adrianopel erklang« und daß sie sechs Jahre später »während der ersten Jahre Seiner Einkerkerung in
> der Gefängnisfestung von `Akká ihren Abschluß fand«. Dieser »Auftakt« waren die mächtigen und
> ehrfurchtgebietenden Worte, die von Ihm gemeinsam an die Könige und Herrscher in der Súriy-i-
> Mulúk gerichtet wurden, »dem folgenschwersten Tablet, das von Bahá'u'lláh geoffenbart wurde«. Es
> wurde während der Monate September und Oktober 1867 niedergeschrieben, und ihm folgten
> »unzählige Sendschreiben ..., in denen die Folgerungen Seines neu erhobenen Anspruches voll
> dargelegt wurden«. »Könige und Kaiser, einzeln und gemeinsam; die obersten Beamten der
> Republiken des amerikanischen Kontinents; Minister und Gesandte; der Papst selbst; der Stellvertreter
> des Propheten des Islam; der fürstliche Bevollmächtigte des Königreichs des verborgenen Imam; die
> Monarchen der Christenheit, ihre Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester und Mönche; die
> anerkannten Führer der sunnitischen und schiitischen geistlichen Orden; die Hohen Priester der
> zoroastrischen Religion; die Philosophen, die kirchlichen Führer, die Weisen und die Einwohner
> Konstantinopels - jenes stolzen Sitzes des Sultanats und Kalifats; die Gesamtheit der sich
> bekennenden Anhänger der zoroastrischen, jüdischen, christlichen und muslimischen Religion; das
> Volk des Bayán; die Weisen der Welt, ihre Schriftsteller, ihre Dichter, ihre Mystiker, ihre Kaufleute,
> die gewählten Vertreter ihrer Völker; Seine eigenen Landsleute«: sie alle wurden »unmittelbar in den
> Kreis der Ermahnungen, der Warnungen, der Aufrufe, der Erklärungen und der Voraussagen
> einbezogen, die das Leitthema seiner denkwürdigen Aufforderung an die Führer der Menschheit
> darstellen...« »So einzigartig und erstaunlich diese Verkündigung war, so war sie doch nur das Vorspiel
> zu einer noch mächtigeren Offenbarung der schöpferischen Kraft ihres Urhebers, einer Verkündigung,
> die als die außerordentlichste Tat Seiner Amtszeit eingestuft werden mag - die Verkündigung des
> Kitáb-i-Aqdas.« In diesem, dem heiligsten Buch, das 1873 offenbart wurde, verkündigt Bahá'u'lláh
> den Herrschern der Erde in ihrer Gesamtheit nicht nur ein weiteres Mal, daß »Er, der König der
> Könige, erschienen ist«, sondern Er spricht regierende Herrscher einzeln beim Namen an und
> verkündet den »Staatsoberhäuptern Amerikas und den Präsidenten der amerikanischen Republiken«,
> daß »der Verheißene nun da ist«. So sah die Verkündigung Bahá'u'lláhs an die Menschheit aus. Er
> selbst bezeugte: »Niemals seit dem Bestehen der Welt wurde die Botschaft so offen dargelegt.«
> Die Feierlichkeiten zu dieser schicksalsschweren Jahrhundertfeier werden damit beginnen, daß im
> September 1967 am Neunzehntagefest Mashíyyat (Wille) einige dazu ausersehene Vertreter der
> Bahá'í-Welt die Stätte des Hauses in Adrianopel besuchen werden, wo die historische Súriy-i-Mulúk
> offenbart wurde.
> Unmittelbar im Anschluß an diesen freudigen und weihevollen Akt werden im Monat Oktober
> gleichzeitig sechs Interkontinentale Konferenzen in Panama City, Wilmette, Sydney, Kampala,
> Frankfurt und Neu-Delhi abgehalten. Gastgeber der Konferenz wird jeweils der Nationale Geistige Rat
> sein, in dessen Gebiet sie stattfindet; er wird auch die Konferenz einberufen. Das Universale Haus der
> Gerechtigkeit wird bei diesen Konferenzen durch die folgenden Hände der Sache Gottes vertreten
> sein: in Panama City durch `Amatu'l-Bahá Rú.híyyih Khánum, die bei dieser Gelegenheit den
> Grundstein für den Tempel legen wird; in Wilmette durch Leroy Ioas; in Sydney durch Ugo Giachery;
> in Kampala durch `Alí Akbar Furútan; in Frankfurt durch Paul Haney; in Neu-Delhi durch Abu'l-
> Qásim Faizí.
> Alle Nationalen Geistigen Räte sind aufgerufen, auf nationaler und örtlicher Ebene angemessene
> Gedenkveranstaltungen zu Beginn des Zeitraumes der Jahrhundertfeier in den Monaten
> September/Oktober 1967 und zwischen den soeben erwähnten Konferenzen und Ridván 1968
> vorzubereiten, dem Zeitpunkt, an dem die zweite Internationale Tagung für die Wahl des Universalen
> Hauses der Gerechtigkeit im Weltzentrum abgehalten wird.
> Die erfolgreiche Durchführung all dieser Vorhaben wird den Möglichkeiten der Bahá'í-Weltgemeinde
> entsprechend eine angemessene Gedächtnisfeier zur Erinnerung an das heilige Ereignis sein, an das sie
> anknüpfen.
> Zeit der Proklamation:
> Diese sechs Konferenzen werden ebenso wie das geschichtliche Ereignis, dessen hundertsten Jahrestag
> sie feiern, den »Auftakt« bilden zu einem Zeitabschnitt der Verkündigung der Sache Gottes, der sich
> durch die verbleibenden Jahre des Neunjahresplanes bis 1973 zum hundertsten Jahrestag der
> Offenbarung des Kitáb-i-Aqdas erstrecken und das heiße, von Einfallsreichtum getragene Bemühen
> aller Nationalen und örtlichen Geistigen Räte der Welt erfordern wird.
> Die internationale Bühne wird Zeuge von Ozeanischen Konferenzen sein, wie von Shoghi Effendi
> vorausgesagt. Die erste dieser Konferenzen wird im August 1968 auf einer Insel im Mittelmeer
> stattfinden zur Erinnerung an die Reise Bahá'u'lláhs einhundert Jahre zuvor über dieses gleiche Meer
> von Gallipoli in der Türkei zum Größten Gefängnis in `Akká. In den anschließenden Jahren des
> Neunjahresplanes werden weitere Konferenzen im Atlantischen Ozean, in der Karibischen See, dem
> Pazifischen Ozean und Indischen Ozean abgehalten werden.
> Indem wir alle Nationalen Geistigen Räte aufrufen, jetzt schon die Bildung eines nationalen
> Ausschusses für die Verkündigung der Sache ins Auge zu fassen, der mit der Ausarbeitung von
> wirksamen, den Gegebenheiten entsprechenden Plänen für die Verkündigung des Glaubens während
> des gesamten Zeitabschnittes der Jahrhundertfeier beauftragt wird, können wir nichts besseres tun, als
> die Aufmerksamkeit auf den folgenden Absatz in einem Brief unseres geliebten Hüters in Verbindung
> mit den Gedenkfeiern zum hundertsten Jahrestag der Geburt des Bahá'í-Zeitalters zu lenken:
> »Ein beispielloser, sorgfältig ausgearbeiteter, wirksam abgestimmter Feldzug auf nationaler Ebene, der
> die Verkündigung der Botschaft Bahá'u'lláhs durch Ansprachen, Zeitungsartikel und Radiosendungen
> zum Ziele hat, sollte unverzüglich in Angriff genommen und tatkräftig durchgeführt werden. Die
> Universalität des Glaubens, seine Ziele und Absichten, Episoden aus seiner dramatischen Geschichte,
> Zeugnisse seiner verwandelnden Kraft sowie der Charakter und die unterscheidenden Merkmale seiner
> Weltordnung sollten betont und der Allgemeinheit erläutert werden, besonders auch der Sache
> wohlgesinnten bedeutenden Freunden und Führern; diese sollten angesprochen und eingeladen
> werden, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Vorträge, Konferenzen, Essen,
> Sonderveröffentlichungen sollten im vertretbaren Rahmen und entsprechend den Mitteln, die den
> Gläubigen zur Verfügung stehen, die Natur dieses freudigen Festes verkünden.«
> Der majestätische Prozeß gewinnt an Schwungkraft:
> Der majestätische Prozeß, der von unserem geliebten Hüter 1953 in Gang gesetzt wurde, als er die
> weit verstreute, unbedeutende Bahá'í-Weltgemeinde aufrief, jenen ersten glorreichen,
> weltumfassenden Kreuzzug in Angriff zu nehmen, gewinnt an Schwungkraft, und die Nachwelt mag
> mit ehrfürchtigem Staunen zur Kenntnis nehmen, wie inmitten einer in Gegensätze, Feindschaften und
> Zerrissenheit verstrickten Welt ein so kleiner Bruchteil der Menschheit die Entwicklung des
> Baumusters und der Sehnen und Stränge der Weltordnung eingeleitet hat. Diese von göttlicher Kraft
> getriebene, seit langem verheißene Entwicklung muß ihren historischen Lauf nehmen bis zu ihrer
> schließlichen Vollendung im Ruhm und der Herrlichkeit der Weltordnung Bahá'u'lláhs, des
> Königreiches Gottes auf Erden.
>
> — *Riḍván-Botschaft 1965 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

