# Riḍván-Botschaft 1987

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> Riḍván-Botschaft 1987 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1987)
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> April 1987 ‐ Ridván‐Botschaft 144
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> Der Beginn des Sechsjahresplanes an Ridván 1986 fiel mit dem Anfang einer neuen Epoche ‐
> der vierten ‐ in der organischen Entfaltung des Gestaltenden Zeitalters unseres Glaubens
> zusammen. Die Verwaltungseinrichtungen dieser wachsenden Sache Gottes, die bereits die
> ersten Anzeichen einer größeren Reife zu erkennen gegeben hatten, verließen damals die
> abgeschirmte Verborgenheit ihrer frührn Tage und betraten den Schauplatz öffentlicher
> Aufmerksamkeit. Diese beiden zusammengehörigen Vorgänge zeigten sich zum einen an
> einem Entwicklungsprozeß, der tiefgreifende Folgen für das interne Leben der Baháʹí‐
> Gemeinde hat, zum anderen an einer in der bisherigen Baháʹí‐Geschichte beispiellosen, groß
> angelegten Aktion nach außen.
> Im zuerst genannten Vorgang wurde eine Verantwortung übertragen: alle nationalen
> Gemeinden wurden über ihre Nationalen Geistigen Räte aufgerufen, in Konferenzen mit
> Beratern, örtlichen Geistigen Räten und den Gläubigen im allgemeinen zum ersten Male ihre
> eigenen, im Laufe des neuen Planes zu erreichenden Ziele zu formulieren. Diese Erwartung
> einer größeren Reife, die für die nationalen Gemeinden eine Herausforderung darstellte, hat
> sich erfüllt: Es wurden nationale Pläne formuliert, die dem Weltzentrum zur Abstimmung
> auf den weltumspannenden Sechsjahresplan unterbreitet wurden.
> Der zweite Vorgang bestand darin, daß die gesamte Baháʹí‐Weltgemeinde sich gemeinsam
> erhob, um die im Oktober 1985 herausgegebene Erklärung »Die Verheißung des
> Weltfriedens« unter den Völkern der Welt zu verteilen. Staatsoberhäuptern, zahlreichen
> Regierungsmitgliedern, Diplomaten, Lehrern, Gewerkschaftlern, Religionsführern,
> hervorragenden Vertretern der Justizgewalt, der Polizei, der Rechtsanwälte, Ärzte und
> anderer Berufe, Mitgliedern von Gemeindeverwaltungen, Klubs und Vereinigungen sowie
> Tausenden von Einzelpersonen wurde die Erklärung überreicht. Nach einer Schätzung
> wurden bisher über eine Million Exemplare in etwa siebzig Sprachen verteilt. Allein diese
> beiden Aktionen haben die Kraft und Reife der Baháʹí‐Weltgemeinde beträchtlich gestärkt,
> ihrem Bild in der Öffentlichkeit deutlichere Konturen verliehen und sie dadurch leichter
> erkennbar gemacht.
> Weitere Faktoren haben ganz wesentlich dazu beigetragen, daß der Baháʹí‐Glaube jetzt sehr
> rasch die Weltbühne betritt. Es scheint tatsächlich, daß jede Handlung der weithin verteilten
> Armee des Lebens jetzt von irgendeiner Ecke der Öffentlichkeit beobachtet oder daß dazu
> Stellung genommen wird ‐ sei es von der Vollversammlung der Vereinten Nationen, sei es
> von der letzten kleinen, entlegenen Ortsgemeinde.
> Die Standfestigkeit der schwer geprüften persischen Gläubigen ist nach wie vor die
> eigentliche Ursache dieser weltweit verstärkten Aufmerksamkeit. Die brutalen
> Hinrichtungen heldenhafter Märtyrer kommen jetzt zwar nicht mehr so häufig vor; doch
> dauern die Zermürbung, das Ausrauben, Verleumden und Plündern der seit langem
> verfolgten Gemeinde an ‐ über 200 sind noch immer im Gefängnis. Dies gibt den Vertretern
> der Internationalen Baháʹí‐Gemeinde bei den Vereinten Nationen feste Beweisgründe für
> ständige, eindringliche Appelle an die Hand, welche die Besorgnis der Vollversammlung
> erregten und dazu geführt haben, daß die Menschenrechtskommission und viele
> einflußreiche Staaten ‐ darunter die Regierungen der Europäischen Gemeinschaft ‐ bei der
> iranischen Regierung zugunsten der wehrlosen Baháʹí vorstellig wurden.
> All dies hat bewirkt, daß unser geliebter Glaube international wahrgenommen wird, wobei
> das Interesse nicht nur durch die Verbreitung der Friedenserklärung gestiegen ist, sondern
> auch durch die sich rasch verzweigenden Aktivitäten auf dem Feld der wirtschaftlichen und
> sozialen Entwicklung, angefangen bei der Einrichtung und dem Betrieb von
> Rundfunksendern ‐ von denen inzwischen sieben ihre Programme ausstrahlen ‐ bis hin zu
> Schulen, Alphabetisierungsmaßnahmen, Landwirtschaftshilfe und unzähligen kleinen, aber
> wertvollen Projekten im dörflichen Bereich in vielen Teilen der Welt.
> Nationale Baháʹí‐Gemeinden haben interreligiöse Konferenzen, Friedensseminare,
> Symposien über Rassismus und andere Themen, zu denen wir einen besonderen Beitrag
> leisten können, organisiert und erfolgreich durchgeführt, wodurch sie häufig eine große
> Öffentlichkeitswirkung erzielten und hochrangige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
> auf sich aufmerksam machten. Die Baháʹí‐Jugend hat, inspiriert und begeistert von der
> Vision und dem Ideal des »neuen Menschengeschlechts«, durch zahlreiche Treffen ihre
> Altersgenossen in großen Scharen angezogen und die Baháʹí‐Jugendlichen selbst so beseelt,
> daß sie ihr Leben auf den Dienst in den vielen Bereichen ausrichten, in denen auf den
> ergebenen Baháʹí‐Arbeiter eine reiche Ernte wartet.
> Außer dieser rasch voranschreitenden Einbeziehung unserer Mitmenschen in die Baháʹí‐
> Aktivitäten gab es einen herausragenden, großartigen Erfolg: die Vollendung und
> Einweihung des herrlichen Baháʹí‐Tempels in Neu‐Delhi, der schon in den ersten 30 Tagen
> nach seiner Einweihung als Andachtsstätte über 120 000 Besucher zählte. Dieses Symbol der
> Reinheit, das in jenem Land zahlloser unterschiedlicher Glaubensrichtungen die Einheit
> Gottes und Seiner Boten verkündet, ist ein würdiges Zeichen für die Kraft und Größe, mit
> der diese erstaunlichen Tage im Leben der Heiligen Sache Gottes ausgestattet wurden.
> Die Bühne ist frei für ein weltweites, schnelles, ungeheures Anwachsen der Sache Gottes. Die
> unmittelbare, grundlegende Herausforderung bilden die Ziele des Sechsjahresplans, dessen
> erste Phasen bereits in Angriff genommen wurden. Die so überaus wichtige Lehrarbeit muß
> mit Einfallsreichtum, Zähigkeit und Opferbereitschaft fortgesetzt werden. Dadurch wird
> sichergestellt, daß immer größere Scharen sich dem Glauben anschließen, die die Energie,
> die Mittel und die geistige Kraft liefern, damit die geliebte Sache ihre Rolle bei der Erlösung
> der Menschheit würdig spielen kann. Zur Verstärkung dieses Prozesses wurden die
> internationalen Planziele aufgestellt. Sie verlangen die Inangriffnahme von Hunderten von
> Unterstützungsprojekten der Nationalen Geistigen Räte untereinander, die Wiederbildung
> des Nationalen Geistigen Rates von Zaire zu Ridván 1987 und die Bildung neuer Nationaler
> Geistiger Räte im Laufe des Planes, wobei die Räte von Angola, Guinea, Guinea‐Bissau und
> Macau bereits bestätigt wurden. Im ersten Jahr des Sechsjahresplanes haben sich schon 338
> Pioniere, die sich nach dem in den vorangegangenen Plänen aufgezeigten Bedarf richteten,
> erhoben und in 119 Ländern niedergelassen. Ein neuer Aufruf ist gerade in Vorbereitung,
> dessen Einzelheiten in Kürze bekanntgegeben werden. Die Gründung und Förderung von
> Hilfsprojekten der Baháʹí‐Jugend in den Entwicklungsländern der Welt ist jetzt vonnöten.
> Die Nationalen Geistigen Räte werden gebeten, in Absprache untereinander und mit
> Unterstützung der Kontinentalen Beraterämter die besten Vorkehrungen zu treffen, um den
> erfolgreichen Einsatz derer, die sich melden, sicherzustellen.
> Die Vorbereitungen für das Heilige Jahr 1992, in dem der hundertste Jahrestag des Aufstiegs
> der Gesegneten Schönheit und der Einsetzung des Bündnisses begangen wird, haben schon
> begonnen. Von daher ist es richtig, wenn das Bündnis Baháʹuʹlláhs, welches in gestufter
> Abfolge die Vergangenheit mit der Zukunft bis hin zur Erfüllung von Gottes uralter
> Verheißung verknüpft, zum wichtigsten Thema des Sechsjahresplanes gemacht wird. Die
> Konzentration auf dieses Thema wird uns alle befähigen, ein größeres Verständnis für die
> Bedeutung und Absicht Seiner Offenbarung zu gewinnen, »einer Offenbarung«, die ‐ wie der
> Hüter schreibt ‐ , »als Verheißung und krönende Herrlichkeit vergangener Zeitalter und
> Jahrhunderte begrüßt wird, als die Vollendung aller Sendungen im adamitischen Zyklus, die
> eine Ära von mindestens eintausendjähriger Dauer einläutet sowie einen Zyklus, dazu
> bestimmt, nicht weniger als fünftausend Jahrhunderte zu dauern, die das Ende des
> Prophetischen Zeitalters und den Beginn des Zeitalters der Erfüllung ankündigt,
> unübertroffen sowohl in der Dauer des irdischen Wirkens ihres Begründers als auch in der
> Fruchtbarkeit und dem Glanz Seiner Sendung...« Zu den Fragen, auf die ein derart
> konzentriertes Studium die Antwort liefern sollte, werden ganz ohne Zweifel die Frage nach
> der Bedeutung des Baháʹí‐Bündnisses, nach seinem Ursprung und nach unserer Haltung ihm
> gegenüber gehören.
> Beim Nachdenken über diese tiefgründigen Fragen ist uns die faszinierende Gestalt `Abduʹl‐
> Bahás allzeit gegenwärtig ‐ der Mittelpunkt des Bündnisses, das Geheimnis Gottes, das
> vollkommene Beispiel, dessen unfehlbare Auslegung der Heiligen Texte und dessen
> erleuchtende Anwendungsbeispiele für das persönliche Verhalten ein Licht auf eine
> Lebensführung werfen, der wir sorgsam zu folgen bestrebt sein müssen. Im Laufe des
> Sechsjahresplanes wird die 75‐Jahr‐Feier Seines Besuchs im Westen in angemessener Weise
> und mit Proklamationsprogrammen begangen. Gleichzeitig wird der 50. Jahrestag des ersten
> Siebenjahresplanes in Gesamt‐Amerika gefeiert, der im Jahre 1937 auf Anregung Shoghi
> Effendis ins Leben gerufen wurde und der die Eröffnung der ersten Epoche des Göttlichen
> Planes kennzeichnet, indem er die systematische Ausführung von `Abduʹl‐Bahás großem
> Plan zur geistigen Eroberung des Planeten in Gang setzte.
> Große, wundervolle Aufgaben fordern uns wie nie zuvor heraus. Sie verlangen ebenso große
> und wundervolle Opfer, Hingabe und aufrichtige Treue von jedem unter uns. Gegenwärtig
> reicht der Internationale Baháʹí‐Fonds überhaupt nicht aus, um die gewaltige, in all den
> vielfältigen Tätigkeiten der Baháʹí‐Weltgemeinde jetzt erforderliche Erweiterung mittragen
> zu können. Der gerade abgeschlossene Bericht über den Siebenjahresplan bestätigt, daß wir
> fähig sind, den zunehmenden Anforderungen der Sache Gottes nachzukommen. Der
> Heldenmut der geliebten Freunde im Iran, die spontane Meldung von 3 694 ergebenen
> Pionieren auf unseren Aufruf zu diesem bedeutsamen Dienst, die unermüdliche Tätigkeit
> von Lehrern, Freunden in der Administration, örtlichen Gemeinden und einzelnen
> Gläubigen innerhalb des gesamten Organismus der embryonalen Weltordnung haben diese
> wachsende Armee des Lebens mit neuen Kräften und Fähigkeiten ausgestattet. Indem wir
> der Zukunft entgegenschreiten, dürfen wir Seiner stets gegenwärtigen Gnadenfülle und des
> schließlichen Erfolges unserer harten Arbeit zur Errichtung Seines Reiches in dieser
> aufgewühlten Welt völlig sicher sein.
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> — *Riḍván-Botschaft 1987 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

