# Riḍván-Botschaft 1996

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> Riḍván-Botschaft 1996 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (1996)
> 
> Das Universale Haus der Gerechtigkeit
> 
> Ridvan 1996
> 
> An die Bahá’í der Welt
> 
> Innig geliebte Freunde,
> 
> Mit vor Dankbarkeit zur Gesegneten Schönheit überfließenden Herzen erkennen wir die
> überreichen Zeichen Seiner Gnade während des Drei‐Jahres‐Planes, der mit dem diesjähri‐
> gen Ridván‐Fest zu Ende geht. Der belebende Geist des Heiligen Jahres, der dem Beginn des
> Planes zu Ridván 1993 den Schwung gab, durchzog diese Zeit der konzentrierten Anstren‐
> gungen und verlieh unserer Weltgemeinde größere Festigkeit, Spannkraft, Reife und Zuver‐
> sicht als je zuvor. Gleichzeitig ist das Ansehen der Gemeinde stark gestiegen. Wenn dieser
> Plan auch nicht mit einer dramatischen zahlenmäßigen Ausbreitung endet, gleichwohl es in
> einigen Ländern eine beachtliche Zunahme an Mitgliedern gab, so ist das Ergebnis doch eine
> mit neuen Qualitäten bereicherte Gemeinde, eine Gemeinde, die darauf vorbereitet ist, die
> unmittelbar vor uns liegenden Aussichten auf den Fortschritt des Glaubens voll auszuschöp‐
> fen.
> 
> Die großartige Entwicklung der Projekte am Berge Karmel fallen unter den meßbaren Leis‐
> tungen dieser Zeit besonders ins Auge. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten wurden die in un‐
> serer Botschaft zum Drei‐Jahres‐Plan vorhergesehenen Errungenschaften gänzlich erreicht.
> Alle Phasen des Baus sind eingeleitet. Der Rohbau des Zentrums zum Studium der Texte
> und der Erweiterung des Internationalen Archivgebäudes wurde errichtet, die Arbeiten an
> diesen Gebäuden sind bis zur Inangriffnahme des Innenausbaus und der Fassadenarbeiten
> fortgeschritten. Die Errichtung des ständigen Sitzes des Internationalen Lehrzentrums, dem
> dritten im Bau befindlichen Gebäude am Bogen, macht schnelle Fortschritte. Sieben Terras‐
> sen unterhalb des Schreines des Báb sind vollendet und lassen schon den sich abzeichnenden
> Strahlenglanz vom Fuß bis zum Gipfel von Gottes Heiligem Berg erkennen. Eine aufmerk‐
> same Öffentlichkeit ist beeindruckt von der Schönheit, die sich wie ein Teppich über den
> Hang des Berges ausbreitet.
> 
> Die greifbare Realität des Fortschritts, der bisher so wunderbar verwirklicht wurde, ist Be‐
> weis einer noch größeren Errungenschaft, nämlich die vereinte Zielrichtung, die in der ge‐
> samten globalen Gemeinde bei der Verfolgung dieser gigantischen gemeinsamen Unterneh‐
> mung erreicht wurde. Das Ausmaß des hervorgerufenen Interesses und der Unterstützung
> hat seinen Ausdruck in einem nie dagewesenen Zustrom von Beiträgen gefunden, die einen
> Grad an Opferbereitschaft widerspiegeln, der wiederum von der Beschaffenheit des Glau‐
> bens sowie der Großzügigkeit des Herzens der Liebenden Bahá’u’lláhs auf dem ganzen Erd‐
> ball Zeugnis ablegt. Daß die Beiträge für die Projekte am Berg Karmel das Drei‐Jahres‐Ziel
> von 74 Millionen US‐Dollar erreicht haben, ist eine zweite meßbare und außergewöhnliche
> Leistung, die zuversichtlich macht, daß die notwendige finanzielle Unterstützung für diese
> Projekte bis zu deren Fertigstellung am Ende des Jahrhunderts andauern wird.
> 
> Die Zeichen des Fortschritts waren in den vergangenen drei Jahren in weiten und vielfälti‐
> gen Bereichen offenkundig. Die bemerkenswerten Bemühungen um die Ausbreitung und
> Festigung der Gemeinde, die vermehrten Unternehmungen im Bereich der sozialen und
> wirtschaftlichen Entwicklung und ein beispielloser Vorstoß auf dem Gebiet der Öffentlich‐
> keitsarbeit und Außenbeziehungen ergeben das Bild einer Gemeinde, die mit neuen Fähig‐
> keiten begabt ist.
> 
> Neue Lehrmethoden
> 
> Auf dem Feld des Lehrens gab es eine allgemeine Zunahme der Aktivitäten, was sich in der
> Bildung zwölf neuer Nationaler Geistiger Räte im Verlauf des Planes und im Anstieg der
> Pionier‐ und Reiselehrertätigkeit zeigte. In vielen Ländern waren die Gläubigen entflammt
> von der neuen Herangehensweise, die in dem während des Planes veröffentlichten Pio‐
> nieraufruf vorgeschlagen wurde. Die Zahl der Pioniere aus und in verschiedene Länder war
> hoch, und es gab eine wahre Flut von Reiselehrern, die sowohl im Heimatland wie auch im
> Ausland tätig waren. Systematische Ansätze zu gemeinsamen Lehraktivitäten und gezielt
> konzipierten langfristigen Lehrprojekten zeigten Früchte und ließen sich deutlicher als je
> zuvor in vielen Ländern erkennen. Die Energie und Kreativität, die die verschiedenen Ent‐
> wicklungen in der Ausbreitung und Festigung begleiteten, ist in hohem Maße auf den vom
> Internationalen Lehrzentrum bewiesenen Unternehmungsgeist zurückzuführen. Seine stän‐
> dige Anleitung und Ermutigung der Kontinentalen Beraterämter; seine Empfehlung neuer
> Methoden für die Aussendung von Pionieren, wie sie vom Universalen Haus der Gerechtig‐
> keit in seinem in den ersten Monaten des Planes veröffentlichten Pionieraufruf bestätigt
> wurden, und seine re‐gelmäßige Unterstützung der ihrer Obhut unterstellten Kontinentalen
> Pionierausschüsse; seine unermüdliche Aufmerksamkeit auf den Bedarf an Erziehung und
> Vertiefung in der Gemeinde, die in seinem Austausch und seiner Arbeit mit Beratern zum
> Ausdruck kam, wenn es darum ging, in Lehrprojekte auch Vertiefungsprogramme für neu‐
> erklärte Gläubige einzufügen, Kurse und Arbeitsgruppen für die Heranbildung verschiede‐
> ner Fähigkeiten zu entwickeln, Lehrer für Kinder auszubilden und die Zahl der Kinderklas‐
> sen zu erhöhen; seine Ermutigung von Bemühungen, Fortbildungs‐Institute in verschiede‐
> nen Teilen der Welt zu errichten ‐ all das hat widerhallende Ergebnisse gezeitigt. Besondere
> Anerkennung muß dem Lehrzentrum auch für den Einfluß gezollt werden, den es über die
> Berater auf die Einführung von Basis‐Literaturprogrammen in immer mehr Ländern ausüb‐
> te. Durch solche Programme wurden einige für die Verbreitung des Glaubens und die Ver‐
> tiefung der Gläubigen wesentliche Titel ausgewählt, in großer Zahl gedruckt und zu ermä‐
> ßigten Preisen verfügbar gemacht. Der außergewöhnliche Fortschritt in der Entwicklung
> dieser so wichtigen, am Weltzentrum wirkenden Institution war deutlich spürbar bei der
> Beraterkonferenz im vergangenen Dezember, die den Kurs für die Arbeit dieser hochrangi‐
> gen Amtsträger des Glaubens in den unmittelbar vor uns liegenden Jahren absteckte. Eine
> bedeutsame Entwicklung ist darin zu sehen, daß die einheimischen Gläubigen in verstärk‐
> tem Maße die Verantwortung für die Lehr‐ und Vertiefungsarbeit in ihren Ländern über‐
> nahmen. In sehr unruhigen Gebieten wie Angola, Kambodscha, Liberia und Sierra Leone
> errangen die Freunde wichtige Siege, entweder bei den Lehraktivitäten, die zu etlichen Er‐
> klärungen führten, oder bei der Errichtung und Wiedererrichtung von Bahá’í‐ Räten sowie
> beim Aufbau und der Weiterführung von Entwicklungsprojekten. In Gegenden, wo Nationa‐
> le Geistige Räte erst kürzlich gebildet wurden, wie in den Ländern des ehemaligen Ost‐
> blocks, haben die Freunde ein bewundernswertes Vermögen bewiesen, die Angelegenheiten
> des Glaubens zu verwalten. Ein Glanzpunkt dieser Zeit war die plötzliche Steigerung der
> Tatkraft, des Muts und der Kreativität der Bahá’í‐Gemeinden auf Inseln in der ganzen Welt.
> Die Tätigkeitsbereiche waren weit gefächert und umfaßten das Heranziehen von ortsansäs‐
> sigen Lehrern, die Ausbildung und Aussendung von mehreren Dutzend Reiselehrern zu
> benachbarten Inseln, die Eröffnung von Grundschulen, die vielfältigen Gelegenheiten für die
> Proklamation des Glaubens wie auch die Trägerschaft von Veranstaltungen, an denen hoch‐
> rangige Beamte und einflußreiche Persönlichkeiten teilnahmen. Daß in den vergangenen
> Jahren Staats‐ und Regierungsoberhäupter von Inselstaaten das Bahá’í‐Weltzentrum besucht
> haben, ist ein Anzeichen für die lebhaften Aktivitäten der Gläubigen in diesen kleinen, über
> die sieben Meere verstreuten Ländern. Betrachtet man die genannten Beispiele für die Ein‐
> stellung und Bemühungen der Freunde in unterschiedlichen Umfeldern, dann bezeugen sie
> alle eine verstärkte Hingabe an die Lehrarbeit, eine wachsende Reife und flexible Beständig‐
> keit. Das spiegelt die Glaubenstiefe wider, die Bahá’í aus verschiedstenen Volksgruppen
> bewegt.
> 
> Der Beitrag der Jugend
> 
> Im Einklang mit diesen Beobachtungen stehen die hervorragenden Beiträge der Jugend zur
> Verbreitung und Festigung. Ihre Aktivitäten haben in der Drei‐Jahres‐Periode neue Dimen‐
> sionen erreicht. Von Jugendkonferenzen und anderen, ihre Interessen berücksichtigenden
> Zusammenkünften angetrieben, hat die Jugend in der ganzen Welt ungeheure Mengen an
> Zeit, Energie und Eifer für die Lehrarbeit als Reiselehrer innerhalb und außerhalb ihrer Län‐
> der und als Teams in gemeinsamen Lehrprojekten eingesetzt, wodurch sie hunderte von
> Neuerklärungen und die Bildung von vielen örtlichen Geistigen Räten bewirkte. Mit Hilfe
> der Musik und der Künste die Sache zu proklamieren und zu lehren zeichnete ihre Anstren‐
> gungen in vielen Orten aus. Die Ausbreitung von Tanz‐ und Theaterworkshops war beson‐
> ders wirkungsvoll. Die Beteiligung der Jugend bei den Außenbeziehungen und Verbindun‐
> gen zu anderen Gruppen hat dem Glauben auf diesem Gebiet neue Möglichkeiten eröffnet.
> Die Verpflichtung zu einem Jahr des Dienstes hat sich weiter verbreitet. Gleichzeitig hat die
> Zahl der Jugendlichen merklich zugenommen, die eine berufliche Ausbildung abschlossen
> und akademische, fachliche und berufliche Auszeichnung erlangten. All das sind Anzeichen
> dafür, daß die Jugend im direktem Dienst am Glauben mehr tut, während sie gleichzeitig
> ihren Teil zur allgemeinen Entwicklung der Gesellschaft beiträgt. Zeichen für die Konsoli‐
> dierung der Gemeinde ließen sich auch darin erkennen, daß die Freunde sich stärker an so‐
> zialen und wirtschaftlichen Entwicklungen beteiligten, besonders auf dem Gebiet der Erzie‐
> hung. In einem herausragenden Fall hat eine Regierung die Bahá’í gebeten, die Verantwor‐
> tung für die Leitung von sieben Grundschulen zu übernehmen. Sie taten das auch mit der
> Unterstützung des Büros für soziale und wirtschaftliche Entwicklung am Weltzentrum. Be‐
> achtenswert ist auch, daß in Afrika Bahá’í‐ Gemeinden, die wegen politischer Unruhen in
> ihrem Heimatland im Exil leben, weiterhin landwirtschaftliche und andere Projekte entwi‐
> ckeln, die ihnen weitgehende wirtschaftliche Unabhängigkeit sichern. Bemühungen, die Stel‐
> lung der Frauen zu verbessern, gewinnen in einer Reihe von Ländern an Schwung, wo die
> Bahá’í‐Institutionen, zusätzlich zu der Beteiligung von Bahá’í an Projekten, die von anderen
> Organisationen gefördert werden, eigene Ausschüsse und Büros einrichteten, um die Inte‐
> ressen der Frauen wahrzunehmen. Als Symbol dieses Aufschwungs ist das Büro für die För‐
> derung der Frauen der Internationalen Bahá’í‐Gemeinde eingerichtet worden. In einigen
> Ländern gab es auch eine beachtliche Beteiligung der Bahá’í an offiziell geförderten Pro‐
> grammen zur Hebung des Gesundheitszustands. In anderen Fällen haben Bahá’í selbst sol‐
> che Programme angeregt und durchgeführt. Die Arbeit im Bereich der sozialen und wirt‐
> schaftlichen Entwicklung ermöglichte auch die dauerhafte Errichtung und Konsolidierung
> von größeren Projekte und Organisationen. Drei Pilotprojekte setzten den ersten Schritt in
> einer Alphabetisierungskampagne, die das Büro für soziale und wirtschaftliche Entwicklung
> über die ganze Welt auszudehnen beabsichtigt. Die Gründung und das Betreiben von Ent‐
> wicklungsprojekten durch Bahá’í führten auch zu einer Proklamation des Glaubens, indem
> sie die Beteiligung der Bevölkerung und das Interesse der Massenmedien erweckten. Ein
> Vorstoß in der Öffentlichkeitsarbeit und bei den Außenbeziehungen, der alle zuvor ver‐
> zeichneten Erfolge in einem vergleichbaren Zeitabschnitt übertrifft, hat der Proklamation des
> Glaubens großen Auftrieb gegeben. Gewaltige Anstrengungen überall in der Welt führten
> dazu, daß der Glaube viel stärker ins Blickfeld trat als je zuvor und verhalfen der Internatio‐
> nalen Bahá’í‐Gemeinde zu einem entsprechend höheren Ansehen. In großen Zügen kann
> man den Fortschritt daran erkennen, daß große und kleine Bahá’í‐Gemeinden wie selbstver‐
> ständlich öffentliche Veranstaltungen unterstützten oder an ihnen teilnahmen, daß die Bahá’í
> als eine gesellschaftliche Kraft von Regierungsstellen und Nicht‐Regierungs‐Organisationen
> sowie von prominenten Persönlichkeiten anerkannt wurden und leichten Zugang zu den
> Medien hatten. Die Berichterstattung über Bahá’í‐ Veranstaltungen und ‐Interessen in der
> Presse und den elektronischen Kommunikationsmedien übertraf bei weitem alle Erwartun‐
> gen. Unter den Aktivitäten in der ganzen Welt ragen einige besondere Entwicklungen her‐
> aus: die Häufigkeit, mit der hohe Beamte Bahá’í zur Teilnahme an Veranstaltungen und Pro‐
> jekten einluden oder sie um Hilfe baten; die erfolgreichen Initiativen von Bahá’í bei der Be‐
> einflussung von Regierungsmaßnahmen; die Einrichtung von Bahá’í‐Studienprogrammen
> und ‐Kursen an Bildungseinrichtungen und Universitäten und die Einführung von Unter‐
> richtsmaterial durch öffentliche Schulen; der Einsatz der Künste durch Bahá’í‐ Institutionen,
> Gruppen und einzelne bei Proklamationsveranstaltungen. Im Laufe des Jahres 1995 verdeut‐
> lichten zwei bedeutende UN‐Ereignisse das sich beschleunigende Aufkeimen der Einheit im
> Denken bei Weltunternehmungen, was wiederum die Aufmerksamkeit und Beteiligung der
> Bahá’í‐Gemeinde beanspruchte. Zuerst waren am Weltgipfel für Sozialentwicklung im März
> in Kopenhagen 250 Freunde aus mehr als 40 Ländern beteiligt, die beeindruckende Anstren‐
> gungen unternahmen, um die Teilnehmer des Gipfels und des dazugehörigen Forums mit
> den Lehren bekanntzumachen. Bei dieser Gelegenheit wurde das vom Büro für Öffentlich‐
> keitsarbeit der Internationalen Bahá’í‐Gemeinde erarbeitete Statement „Entwicklungsper‐
> spektiven für die Menschheit“ zum ersten Mal verteilt und diskutiert. Folge‐Aktivitäten
> überall in der Welt waren Konferenzen und Seminare sowie die Verteilung des Statements.
> Sodann zogen die Vierte Weltfrauenkonferenz in Beijing im September und das parallel ver‐
> laufende NRO‐Forum zusätzlich zur offiziellen Delegation der Internationalen Bahá’í‐
> Gemeinde über 500 Bahá’í aus aller Welt an. Im selben Jahr veranlaßte der 50. Jahrestag der
> Gründung der Vereinten Nationen das Büro der Internationalen Bahá’í‐Gemeinde bei den
> UN, eine Stellungnahme „Wendezeit für die Nationen“ herauszugeben und zu verteilen, die
> Vorschläge für die Weiterentwicklung der Weltorganisation enthält.
> 
> Mehr Öffentlichkeitsarbeit
> 
> Zwei Ereignisse sind besonders hervorzuheben, bei denen `Amatuʹl‐Bahá Rúhíyyih Khánum
> in herausragender Weise beteiligt war. Im vergangenen Herbst leitete sie eine Delegation
> von vier offiziellen Bahá’í‐Vertretern beim Gipfeltreffen der „Alliance between Religions and
> Conservation“, die unter der Schirmherrschaft Seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip stand
> und auf Schloß Windsor stattfand. Im Oktober trat Rúhíyyih Khánum als Hauptrednerin
> beim Vierten Internationalen Dialog zum Übergang zur Weltgesellschaft auf, der unter der
> Schirmherrschaft der UNESCO (der Internationalen Organisation für Erziehung, Wissen‐
> schaft und Kultur der Vereinten Nationen) vom Bahá’í‐Lehrstuhl für Weltfrieden und dem
> Fachbereich Geschichte der Universität von Maryland veranstaltet wurde. Nicht unerwähnt
> bleiben sollten manch andere bedeutsame Kennzeichen des besprochenen Zeitraums. So
> wurde eine Ausgabe des Kitáb‐i‐Aqdas in der Originalsprache Arabisch veröffentlicht, erst‐
> mals mit Anmerkungen in Persisch, die den Text wie in der englischen Ausgabe ergänzen.
> Das Gesetz der Huqúquʹlláh ist tiefer in den Herzen der Gläubigen in der ganzen Welt ver‐
> wurzelt. Während des letzten Jahres des Planes hat der Treuhänder der Huqúquʹlláh, die
> Hand der Sache Gottes `Alí‐Muhammad Varqá, seinen Wohnsitz in das Heilige Land verlegt.
> Dieser wichtige Schritt bedeutet auch, daß alle drei Hände der Sache Gottes ‐ `Amatuʹl‐Bahá
> Rúhíyyih Khánum, `Alí‐Akbar Furútan und Dr. Varqá ‐ nun am Weltzentrum wohnen und
> Pilgern, Besuchern und den in Haifa dienenden Freunden Inspiration vermitteln. Vor diesem
> Hintergrund ermutigender Entwicklungen begeben wir uns nun zum diesjährigen Ridván in
> einen Vier‐Jahres‐Plan, der uns bis Ridván 2000 begleiten wird. Ernsthaft und liebevoll rufen
> wir unsere Brüder und Schwestern in allen Ländern auf, mit uns gemeinsam Anstrengungen
> in Gang zu setzen, die den Generationen des nahenden 21. Jahrhunderts eine überreiche und
> dauerhafte Erbschaft sichern. Der Vier‐Jahres‐Plan hat ein Hauptziel: einen bedeutenden
> Fortschritt beim Prozeß des Beitritts in Scharen. Wie wir schon bei anderer Gelegenheit fest‐
> stellten, soll solch ein Fortschritt durch eine deutliche Steigerung bei den Aktivitäten und der
> Entwicklung des einzelnen Gläubigen, der Institutionen und der örtlichen Gemeinde erreicht
> werden.
> 
> Die Gemeinde muß größer werden
> 
> Die Ausdrucksweise „Fortschritt beim Prozeß des Beitritts in Scharen“ enthält die Vorstel‐
> lung, daß die gegenwärtigen Umstände es erfordern und die bestehenden Gelegenheiten es
> auch zulassen, daß die Bahá’í‐Weltgemeinde sich in bedeutendem Maße nachhaltig vergrö‐
> ßert; daß dieser Aufschwung angesichts der Weltsituation nötig ist; daß die drei beim Auf‐
> bau der Ordnung Baháʹuʹlláhs Beteiligten ‐ der einzelne, die Institutionen und die Gemeinde
> ‐ ein solches Wachstum fördern können, indem sie zunächst geistig und innerlich eine solche
> Möglichkeit akzeptieren und dann darauf hinarbeiten, eine große Anzahl neuer Gläubiger
> aufzunehmen und dabei die Mittel für die Sicherstellung ihrer geistigen und administrativen
> Schulung und Entwicklung in die Wege zu leiten. Dadurch wird die Zahl der kenntnisrei‐
> chen, aktiven Gläubigen ‐ sowohl im Bereich des Lehrens als auch in der Administration ‐
> vervielfacht, deren engagierte Teilnahme an der Arbeit des Glaubens wieder den ständigen
> Zustrom neuer Anhänger, eine ununterbrochene Entfaltung von Bahá’í‐Räten und eine stete
> Festigung der Gemeinde gewährleisten wird. Darüber hinaus bedeutet das Bewirken des
> Fortschritts des Prozesses, daß jener Prozeß bereits im Gange ist und daß örtliche und natio‐
> nale Gemeinden sich dabei in unter‐schiedlichen Phasen befinden. Alle Gemeinden stehen
> nun vor der Aufgabe, Schritte zu unternehmen und sich nachhaltig zu bemühen, um ein
> Ausmaß an Ausbreitung und Festigung zu erreichen, das ihren Möglichkeiten entspricht.
> Der einzelne und die Institutionen, obgleich sie in unterschiedlichen Bereichen tätig sind,
> werden aufgerufen, sich zu erheben und den Erfordernissen dieser kritischen Zeit im Leben
> unserer Gemeinde und in den Geschicken der Menschheit gerecht zu werden. Die Rolle des
> einzelnen ist bei der Arbeit des Glaubens von einzigartiger Wichtigkeit. Es ist der einzelne,
> der die Lebendigkeit des Glaubens zum Ausdruck bringt, von der wiederum der Erfolg bei
> der Lehrarbeit und die Entwicklung der Gemeinde abhängen. Baháʹuʹlláhs Gebot an jeden
> Gläubigen, Seine Sache zu lehren, erlegt eine unausweichliche Verantwortung auf, die nicht
> auf irgendeine Institution des Glaubens übertragen oder von dieser übernommen werden
> kann. Nur der einzelne kann das Potential hierfür freisetzen wie etwa die Fähigkeit, Initiati‐
> ve zu ergreifen, Gelegenheiten wahrzunehmen, Freundschaften zu schließen, persönlich mit
> anderen in Kontakt zu treten, Beziehungen aufzubauen, die Zusammenarbeit anderer im
> gemeinsamen Dienst am Glauben und an der Gesellschaft zu gewinnen und die von den
> beratenden Körperschaften getroffenen Entscheidungen in die Tat umzusetzen. Es ist die
> Pflicht des einzelnen, „sorgfältig jeden Weg der Annäherung in Betracht zu ziehen, den er
> bei seinen persönlichen Versuchen nutzen möchte, um bei jenen, die er in die schützende
> Obhut seines Glaubens einreihen möchte, Aufmerksamkeit zu erwecken, das Interesse
> wachzuhalten und ihren Glauben zu vertiefen.“ Um diese Fähigkeiten voll zu nutzen, be‐
> zieht der einzelne Kraft aus seiner Liebe zu Baháʹuʹlláh, aus der Macht des Bundes, aus der
> Dynamik des Gebets, der aus dem regelmäßigen Lesen und Studieren der Heiligen Texte
> abgeleiteten Inspiration und Erziehung und der auf seine Seele einwirkenden verändernden
> Kräfte bei seinem Bemühen, sich gemäß den göttlichen Gesetzen und Prinzipien zu verhal‐
> ten. Da er mit der Pflicht betraut ist, die Sache zu lehren, wird er darüber hinaus mit der Fä‐
> higkeit begabt, die von Baháʹuʹlláh verheißenen besonderen Segnungen anzuziehen. „Wer an
> diesem Tage seine Lippen öffnet und den Namen seines Herrn erwähnt, auf den werden die
> Scharen göttlicher Eingebung aus dem Himmel Meines Namens, der Allwissende, der All‐
> weise, herabkommen. Zu ihm wird auch die Versammlung der Höhe herabsteigen, und je‐
> der aus ihr wird einen Kelch reinen Lichtes vorantragen.“
> 
> Individuelle Initiativen nötig
> 
> Shoghi Effendi hat die absolute Notwendigkeit individueller Initiative und Tat unterstrichen.
> Er erklärte, daß ohne die Unterstützung durch den einzelnen, die „gleichzeitig aus ganzem
> Herzen, ausdauernd und großzügig“ sein soll, jede Maßnahme und jeder Plan des Nationa‐
> len Geistigen Rates „zum Scheitern verurteilt“, die Absicht des Göttlichen Planes des Meis‐
> ters „behindert“ seien. Überdies wird die „stützende Kraft Baháʹuʹlláhs Selbst jedem einzel‐
> nen vorenthalten werden, wenn er auf lange Sicht versäumt, sich zu erheben und seine Rolle
> zu spielen.“ Daher ist der Kernpunkt jedes zu erzielenden Fortschritts der einzelne Gläubige,
> der über die Macht des Handelns verfügt, die auch nur er durch seine eigene Initiative und
> ausdauernde Tat freisetzen kann. Was nun das Gefühl der Unzulänglichkeit betrifft, die
> manchmal die individuelle Initiative hemmt, so vermittelt ein in seinem Auftrag geschriebe‐
> ner Brief den Rat des Hüters: „Sie erwähnen besonders den Mangel an Mut und Initiative
> seitens der Gläubigen und ein Gefühl der Minderwertigkeit, was sie am öffentlichen Reden
> hindert. Es sind genau diese Schwächen, von denen er wünscht, daß die Freunde sie über‐
> winden, denn sie lähmen nicht nur ihre Anstrengungen, sondern bewirken sogar, daß die
> Flamme des Glaubens in ihren Herzen erstickt wird. Nicht ehe die Freunde sich dessen be‐
> wußt werden, daß jeder von ihnen fähig ist, die Botschaft seinem eigenen Maß entsprechend
> zu überbringen, können sie je hoffen, die ihnen von einem liebenden und weisen Meister
> gesteckten Ziele zu erreichen. ... Jeder ist ein potentieller Lehrer. Man muß nur von dem Ge‐
> brauch machen, was Gott einem gegeben hat, und sich so Seines Vertrauens würdig erwei‐
> sen.“ Was die Institutionen anbelangt, so wird der Beitritt in Scharen auf sie ebenso Auswir‐
> kungen haben wie sie umgekehrt auf ihn. Die Entfaltung der örtlichen und Nationalen
> Bahá’í‐Räte erfordert jetzt eine neue Geisteshaltung seitens ihrer Mitglieder wie auch seitens
> derer, die sie wählen, denn die Bahá’í‐Gemeinde befindet sich in einem enormen histori‐
> schen Prozeß, der jetzt in eine entscheidende Phase tritt. Baháʹuʹlláh hat der Welt Institutio‐
> nen gegeben, die in einer neuen Ordnung tätig sein sollen, die dazu bestimmt ist, die Kräfte
> einer neuen Kultur zu kanalisieren. Fortschritte in Richtung auf die Verwirklichung dieses
> großartigen Zieles erfordern eine bedeutende und fortlaufende Ausdehnung der Bahá’í‐
> Gemeinde, so daß ein angemessener Entwicklungsraum für den Reifeprozeß dieser Instituti‐
> onen zur Verfügung steht. Diese Angelegenheit ist von unmittelbarer Wichtigkeit für die
> erklärten Anhänger Baháʹuʹlláhs in allen Ländern. Damit eine solche Ausdehnung angeregt
> und dann auch verkraftet wird, müssen sich Geistige Räte auf ein neues Niveau erheben, um
> ihre Verantwortung als Kanäle der göttlichen Führung, Planer der Lehrarbeit, Entwickler der
> menschlichen Fähigkeiten, Erbauer von Gemeinden und liebevolle Hirten der Menschen
> wahrzunehmen. Sie können diese Möglichkeiten dadurch verwirklichen, daß sie die Fähig‐
> keit ihrer Mitglieder verbessern, gemeinsam gemäß den Prinzipien ihres Glaubens Rat zu
> halten und mit den Freunden in ihrem Amtsbereich zu beraten, daß sie den Geist des Diens‐
> tes fördern, daß sie spontan mit den Kontinentalen Beratern und ihren Hilfsämtern zusam‐
> menarbeiten, und daß sie ihre Außenbeziehungen pflegen. Der Fortschritt in der Entfaltung
> der Institutionen muß sich vor allem darin zeigen, daß sich die Zahl der Orte vervielfacht, in
> denen die Funktionsweise der Geistigen Räte die Fähigkeit des einzelnen Gläubigen, dem
> Glauben zu dienen, erhöht und einmütiges Handeln fördert. Mit einem Wort, der Reifegrad
> des Geistigen Rates sollte nicht nur daran gemessen werden, wie regelmäßig er zu Sitzungen
> zusammenkommt und wie effizient er funktioniert, sondern auch an der beständig wach‐
> senden Bahá’í‐Mitgliederzahl, der Effektivität der Wechselbeziehung zwischen dem Rat und
> den Mitgliedern seiner Gemeinde, der Qualität des geistigen und sozialen Lebens der Ge‐
> meinde und der allgemeinen Lebendigkeit der Gemeinde beim Prozeß einer dynamischen,
> ständig fortschreitenden Entwicklung.
> 
> Identität der Gemeinde
> 
> Die Gemeinde ihrerseits gewinnt ‐ gesondert vom einzelnen und den Institutionen betrachtet
> ‐ einen eigenen Charakter und eine eigene Identität, während sie an Größe zu‐nimmt. Dies
> ist eine notwendige Entwicklung, die besondere Aufmerksamkeit verlangt, sowohl im Hin‐
> blick auf Gegenden, wo Neuerklärungen in großem Maße stattgefunden haben, wie auch in
> Erwartung und Vorbereitung auf sich zahlreicher ereignende Fälle von Beitritt in Scharen.
> Eine Gemeinde ist natürlich mehr als nur die Summe ihrer Mitglieder; sie ist eine umfassen‐
> de Einheit der menschlichen Gesellschaft, die sich aus einzelnen, Familien und Institutionen
> zusammensetzt, die mit einer gemeinsamen Absicht zum Wohl der Menschen innerhalb und
> außerhalb ihrer eigenen Grenzen zusammenarbeiten; sie besteht aus einer Vielfalt von inter‐
> agierenden Teilnehmern, die in einer ständigen Suche nach geistigem und sozialem Fort‐
> schritt eine Einheit herstellen. Da die Bahá’í überall erst am Beginn des Prozesses der Ge‐
> meindebildung stehen, müssen auf diese vordringliche Aufgabe enorme Anstrengungen
> verwendet werden. In einer früheren Botschaft haben wir schon darauf hingewiesen, daß das
> Aufblühen der Gemeinde vor allem auf örtlicher Ebene eine entscheidende Verbesserung der
> Verhaltensweisen erfordert: jener Verhaltensweisen, durch die der kollektive Ausdruck der
> Tugenden der einzelnen Mitglieder und die Funktionsweise der Geistigen Räte sich in der
> Einheit und Freundschaft innerhalb der Gemeinde und in der Dynamik ihrer Akti‐vitäten
> und ihres Wachstums zeigen. Das erfordert die Integration der sie bildenden Elemente ‐ Er‐
> wachsene, Jugendliche, Kinder ‐ in geistige, soziale, erzieherische und administrative Aktivi‐
> täten und ihre Beteiligung an örtlichen Lehr‐ und Entwicklungsplänen. Dazu gehören ein
> kollektiver Wille und die Ausrichtung auf das Ziel, den Geistigen Rat durch jährliche Wah‐
> len fortbestehen zu lassen. Es schließt die Ausübung gemeinsamer Andachten ein. Daher ist
> es für das geistige Leben der Gemeinde wesentlich, daß die Freunde regelmäßige Andachts‐
> versammlungen abhalten, in örtlichen Bahá’í‐Zentren ‐ dort, wo sie zur Verfügung stehen ‐
> oder anderswo, die Wohnungen der Freunde inbegriffen.
> 
> Gründung von Instituten
> 
> Um die Möglichkeiten der Ausbreitung und Festigung umzusetzen, die der Beitritt in Scha‐
> ren mit sich bringt, muß eine entschlossene weltweite Anstrengung zur Entwicklung von
> menschlichen Fähigkeiten unternommen werden. Das Bemühen einzelner, in ihren Häusern
> Studienkreise zu leiten, gelegentliche Vertiefungskurse durch die Institutionen sowie die
> informellen Aktivitäten der Gemeinde sind, obgleich wichtig, nicht ausreichend für die Er‐
> ziehung und Schulung einer sich rasch ausbreitenden Gemeinde. Daher ist es höchst wichtig,
> systematisch neue Methoden zu entwickeln, eine große Zahl von Gläubigen in den Grund‐
> wahrheiten des Glaubens zu unterrichten und sie auszubilden und ihnen zu helfen, dem
> Glauben mit den ihnen von Gott verliehenen Fähigkeiten zu dienen. Es sollten daher ohne
> Verzug ständige Institute mit dem Ziel errichtet werden, nach einem regelmäßigen Zeitplan
> gut organisierte, streng methodisch geführte Ausbildungsprogramme anzubieten. Das Insti‐
> tut muß natürlich über Räumlichkeiten verfügen können, ohne jedoch unbedingt ein eigenes
> Gebäude zu haben. Diese Angelegenheit erfordert eine Intensivierung der Zusammenarbeit
> zwischen den Kontinentalen Beratern und den Nationalen Geistigen Räten. Der Erfolg dieser
> Fortbildungs‐Institute wird nämlich in einem sehr großen Maße von der aktiven Beteiligung
> der Kontinentalen Berater und der Hilfsamtsmitglieder. Es wird nötig sein, daß die Hilfs‐
> amtsmitglieder in einer engen Arbeitsbeziehung zu den Instituten und natürlich zu den ört‐
> lichen Geistigen Räten stehen, deren Gemeinden Nutzen aus den Programmen ziehen wer‐
> den. Da die Institute als Studienzentren zu betrachten sind und da sie ihrem Wesen nach mit
> der Verantwortung der Hilfsamtsmitglieder auf dem Gebiet der Bildung und Erziehung
> übereinstimmen und diesen den Wirkungskreis für die Ausübung ihrer Verantwortung bie‐
> ten, sollte die enge Beteiligung dieser Amtsträger des Glaubens an der Arbeit der Institute
> ein Teil ihrer sich ausweitenden Funktionen werden. Für die Entwicklung und Umsetzung
> der Instituts‐Programme wird es auch entscheidend sein, auf die Talente und Fähigkeiten
> von immer mehr Freunden zurückzugreifen. Da der Ausdruck „Institut“ in der Bahá’í‐
> Gemeinde in verschiedener Weise gebraucht wird, bedarf es einer Klarstellung. Die nächsten
> vier Jahre stellen eine außergewöhnliche Zeitspanne in der Geschichte des Glaubens dar,
> einen Wendepunkt epochalen Ausmaßes. Was die Freunde in der ganzen Welt jetzt tun soll‐
> ten, ist, sich selbst, ihre materiellen Mit‐tel, ihre Fähigkeiten und ihre Zeit für die Entwick‐
> lung eines Netzwerkes an Fortbildungs‐ Instituten einzubringen. Diese Zentren der Bahá’í‐
> Studien werden auf ein sehr praktisches Ergebnis zielen, nämlich das Heranziehen einer
> großen Zahl von Gläubigen, die darin ausgebildet sind, den Prozeß des Beitritts in Scharen
> wirksam und liebevoll zu fördern und zu erleichtern. „Sammelt euere Kräfte für die Verbrei‐
> tung des Glaubens Gottes,“ hat Baháʹuʹlláh Seine Diener angewiesen und hinzugefügt, „Wer
> immer einer so hohen Berufung würdig ist, der mache sich auf, den Glauben zu fördern. Wer
> dies nicht vermag, hat die Pflicht, jemanden zu bestimmen, der statt seiner diese Offenba‐
> rung verkündet...“ Ebenso wie man jemanden bestimmen kann, an der eigenen Stelle zu leh‐
> ren, indem man die Ausgaben eines Pioniers oder Reiselehrers deckt, so kann man auch ei‐
> nen Lehrer an ein Institut abordnen, der dann natürlich ein Lehrer von Lehrern ist. Dazu
> kann man zweckbestimmte Beiträge an den Kontinentalen Bahá’í‐Fonds ebenso wie an die
> örtlichen, nationalen und internationalen Fonds leisten.
> 
> Die Rolle der Künste
> 
> Bei all ihren Bemühungen, das Ziel des Vier‐Jahres‐Planes zu erreichen, bitten wir die
> Freunde auch, dem Einsatz der Künste stärkere Aufmerksamkeit zu schenken, nicht nur im
> Rahmen der Proklamation, sondern auch bei der Verbreitung und Festigung. Die graphi‐
> schen und darstellenden Künste und die Literatur haben bei der Ausweitung des Einflusses
> des Glaubens eine wichtige Rolle gespielt und können es auch weiterhin tun. Auf der Ebene
> der Volkskunst kann dieser Möglichkeit in allen Teilen der Welt, ob in Dörfern oder Städten,
> nachgegangen werden. Shoghi Effendi setzte hohe Erwartungen in die Künste als ein Mittel,
> Aufmerksamkeit auf die Lehren zu ziehen. Ein in seinem Auftrag an einen einzelnen Gläu‐
> bigen geschriebener Brief vermittelt die Ansicht des Hüters: „Es wird die Zeit kommen, da
> der Glaube sich wie ein Lauffeuer verbreiten wird, da sein Geist und seine Lehren auf der
> Bühne oder in der Kunst und Literatur als ganzes dargestellt werden wird. Die Kunst kann
> besser solche edlen Gefühle wecken als kalte, rationale Erklärungen, besonders unter der
> Masse der Bevölkerung.“ Während die Freunde und die Institutionen ihre Anstrengungen
> überall darauf richten, den Erfordernissen des Planes zu entsprechen, wird die Arbeit an den
> großen Projekten am Berge Karmel fortgeführt bis zu ihrer am Ende des Jahrhunderts erhoff‐
> ten Vollendung. Mit dem Ende des Planes zu Ridván 2000 werden das Zentrum zum Studi‐
> um der Texte und die Erweiterung des Archivs funktionsfähig sein; das Gebäude des Inter‐
> nationalen Lehrzentrums wird bis zur Abschlußphase vorangeschritten sein. Der Abschnitt
> der öffentlichen Straße, die den Verlauf der Terrassen oberhalb des Schreines des Báb unter‐
> bricht, wird abgesenkt und eine breite Verbindungsbrücke mit ihren eigenen Gärten gebaut
> worden sein; fünf der oberen Terrassen werden ebenfalls vollendet sein. Die verbleibenden
> vier oberen Terrassen und die zwei am Fuße des Berges werden sich in einem fortgeschritte‐
> nen Bauzustand befinden. Ebenso werden andere besondere Bemühungen am Weltzentrum
> fortgesetzt. Aufmerksamkeit wird dabei solchen Angelegenheiten geschenkt wie der allge‐
> meinen Anwendung weiterer Gesetze des Kitáb‐i‐Aqdas, der Vorbereitung eines neuen Ban‐
> des von ausgewählten Schriften Baháʹuʹlláhs in Englisch, der weiteren Entwicklung der Auf‐
> gaben des Internationalen Lehrzentrums und der Erkundung von Maßnahmen, wie man die
> Zahl der Pilger und Besucher am Weltzentrum erhöhen kann. Die Bahá’í‐Weltgemeinschaft
> wird ihre Bemühungen sowohl im Bereich der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung als
> auch der Öffentlichkeitsarbeit und Außenbeziehungen ausdehnen und die direkte Zusam‐
> menarbeit mit jenen Kräften fortsetzen, die zur Errichtung von Ordnung in der Welt führen.
> Das Büro für wirtschaftliche und soziale Entwicklung wird durch Verbesserung seiner Ko‐
> ordinationsfähigkeiten und im Rahmen seiner Mittel und Möglichkeiten dabei mithelfen, auf
> dem in hunderten von Entwicklungsprojekten in aller Welt erreichten Fortschritt aufzubau‐
> en. Auf der Bühne der Öffentlichkeitsarbeit und Außenbeziehungen werden sich die An‐
> strengungen darauf richten, die Prozesse in Richtung Weltfrieden zu beeinflussen, insbeson‐
> dere durch die Beteiligung der Gemeinde an der Förderung der Menschenrechte, der Stel‐
> lung der Frauen, des welt‐weiten Wohlstands und der moralischen Entwicklung. Indem es
> diese Themen verfolgt, wird das Büro der Internationalen Bahá’í‐Gemeinde bei den Verein‐
> ten Nationen nach Wegen suchen, um die Bande zwischen den Bahá’í und den Vereinten
> Nationen zu festigen. Ebenso wird das Büro für Öffentlichkeitsarbeit die Bahá’í‐Institutionen
> dabei unterstützen, diese Themen für eine umfassendere Proklamation des Glaubens zu nut‐
> zen. Die Verteidigung der Rechte der Bahá’í im Iran und zunehmende Anstrengungen zur
> Befreiung des Glaubens in jenem Land und anderen Ländern, in denen er verboten ist, wer‐
> den einen wesentlichen Teil unserer Beziehungen mit Regierungen und Nicht‐
> Regierungsorganisationen ausmachen. In all diesen Aspekten sind die Bahá’í‐Freunde und
> Institutionen dringend aufgefordert, sich der Wichtigkeit von Aktivitäten im Bereich der
> Öffentlichkeitsarbeit und der Außenbeziehungen klar bewußt zu sein und ihnen erneut
> Aufmerksamkeit zu widmen. Die Bildung von zwei Nationalen Geistigen Räten zu diesem
> Ridván verleiht dem Vier‐Jahres‐Plan einen günstigen Anfang. Wir sind hocherfreut anzu‐
> kündigen, daß unsere beiden Vertreter bei den ersten Nationaltagungen die Hand der Sache
> Gottes `Amatuʹl Bahá Rúhíyyih Khánum in Moldavien und Fred Schechter, Berater am In‐
> ternationalen Lehrzentrum, in Sao Tomé und Principe sein werden. Bedauerlicherweise
> können die Nationalen Geistigen Räte von Burundi und Ruanda aufgrund von Umständen,
> die sich ihrer Kontrolle völlig entziehen, dieses Jahr nicht wieder gewählt werden. Die An‐
> zahl dieser Institutionen wird demzufolge weltweit weiterhin 174 betragen.
> 
> Ausblick auf das neue Jahrtausend
> 
> Ridván 2000, der Zeitpunkt, an dem der Vier‐Jahres‐Plan beendet wird, befindet sich Monate
> vor dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. In jenem Augenblick wird die Bahá’í‐Welt in
> dankbarer Anerkennung auf die außerordentlichen Entwicklungen und die erstaunlichen
> Errungenschaften zurückblicken, welche die Annalen der Sache Baháʹuʹlláhs während dieses
> ereignisreichen Zeitraums ausgezeichnet haben werden ‐ eines Zeitraums, der von `Abduʹl‐
> Bahá als „Jahrhundert des Lichtes“ bezeichnet wurde. Eine der bedeutendsten Leistungen,
> die dann bewundert werden müssen, wird die Vollendung der Projekte am Berg Karmel
> sein, die zusammen mit den anderen Gebäuden auf jenem heiligen Berg als ein Denkmal für
> den Fortschritt stehen werden, den die administrative Ordnung zu jenem Zeitpunkt im Ge‐
> staltenden Zeitalter erlangt haben wird. Der Höhepunkt einer solchen Würdigung wird, so
> Gott will, eine Großveranstaltung am Welt‐zentrum sein, mit der die Vollendung der Ge‐
> bäude des Bogens und die Eröffnung der Terrassen des Schreines des Báb für die Öffentlich‐
> keit begangen werden sollen. Geliebte Freunde, wir beginnen diesen Plan inmitten der Un‐
> ruhe einer Zeit des sich beschleunigenden Übergangs. Der durch die Wucht der Offenbarung
> Baháʹuʹlláhs hervorgerufene Zwillingsprozeß schreitet rasch voran, wobei er eine Dynamik
> annimmt, die, in den Worten Shoghi Effendis, „jene Mächte, die das Antlitz unseres Planeten
> umgestalten, zu einem Höhepunkt führen (wird)“. Der eine ist ein Prozeß der Integration,
> der andere ist zerrüttend. Aus der „umfassenden Gärung“, die durch diese Prozesse verur‐
> sacht wird, geht der Frieden schrittweise hervor, wodurch die einigenden Auswirkungen
> eines wachsenden Bewußtseins von Weltbürgertum offenkundig werden. Im Hinblick auf
> dieses Ziel waren die jüngsten Entwicklungen in der Welt paradoxerweise zugleich scho‐
> ckierend und beruhigend. Einerseits erzeugt die Unordnung in den menschlichen Angele‐
> genheiten ein tägliches Maß des Schreckens, welches die Sinne betäubt, andererseits unter‐
> nehmen die Führer der Welt oft gemeinsame Aktionen, die dem Bahá’í‐Beobachter eine Ten‐
> denz hin zu einer gemeinsamen Annäherung der Nationen an eine Lösung für die Probleme
> der Welt anzeigen. Bedenken Sie zum Beispiel die ungewöhnliche Häufung von weltweiten
> Anlässen, zu denen sich diese Führer seit dem Heiligen Jahr vor vier Jahren versammelt ha‐
> ben, wie zur Feier des fünfzigsten Jahrestages der Vereinten Nationen, auf der die teilneh‐
> menden Staatsoberhäupter und Regierungschefs ihre Verpflichtung zum Weltfrieden erklärt
> haben. Erwähnenswert sind auch die Bereitwilligkeit und die Spontaneität, mit der diese
> Regierungschefs als Antwort auf eine Reihe von Krisen in verschiedenen Teilen der Welt
> gemeinsam gehandelt haben. Solche Tendenzen fallen mit dem aus aufgeklärten Kreisen
> stärker werdenden Ruf zusammen, der Möglichkeit, zu einer Art globalen Regierungsform
> zu finden, Beachtung zu schenken. Dürfen wir nicht in diesen sich rasch entwickelnden Er‐
> eignissen das Walten der Hand der Vorsehung sehen, ja, den eigentlichen Vorboten für das
> in unseren Schriften vorhergesagte gewaltige Ereignis? Obgleich die Errichtung des Geringe‐
> ren Friedens nicht von irgendeinem Plan oder einer Aktion der Bahá’í abhängig ist und nicht
> das letzte Ziel darstellt, das der Menschheit im Goldenen Zeitalter zu erreichen bestimmt ist,
> liegt auf unserer Gemeinde doch die Verantwortung, den Prozessen in Richtung auf jenen
> Frieden den geistigen Impuls zu verleihen. Genau jetzt ist es nötig, daß wir unsere Bemü‐
> hungen beim Aufbau des Bahá’í‐Systems so intensivieren, daß wir die Bestätigungen
> Baháʹuʹlláhs anziehen und somit eine geistige Atmosphäre schaffen, die zu einer Beschleuni‐
> gung dieser Prozesse führen wird. Vor uns liegen zwei entscheidende Herausforderungen:
> Die eine besteht darin, eine Lehrkampagne in Gang zu setzen, an der die ganze Gemeinde
> begeistert, systematisch und persönlich teilnimmt und bei der die Aktivierung eines umfas‐
> senden Fortbildungsprogramms sicherstellt, daß menschliches Potential in reichem Maße
> entwickelt wird. Die zweite ist die Fertigstellung der Bauprojekte am Berge Karmel, für die
> jedes nur erdenkliche Opfer gebracht werden muß, um einen freigebigen Fluß materieller
> Mittel bereitzustellen. Wenn wir diese zwei Brennpunkte entschlossen anpeilen, werden Be‐
> dingungen geschaffen, die dazu führen, daß sich aufgestaute Kräfte freisetzen, die einen
> Wandel in der Ausrichtung der menschlichen Angelegenheiten auf dem ganzen Planeten
> herbeiführen werden.
> 
> Die Oppositon wird kommen
> 
> Wie kurz der Weg zum Frieden auch sein mag, er wird verschlungen sein. Wie verheißungs‐
> voll das erwartete Ereignis auch sein mag, das seinen Kurs bestimmen wird, er muß in einer
> langen Entwicklungszeit reifen, und dazu gehören Prüfungen, Rückschläge und Konflikte
> bis zu dem Augenblick, da er unter dem direkten Einfluß des göttlichen Glaubens als der
> Größte Friede in Erscheinung tritt. Inzwischen werden die Menschen überall sich der Ver‐
> zweiflung und Verwirrung gegenübersehen, ehe es ihnen gelingt, den stattfindenden Über‐
> gang zu würdigen. Wir, die wir von der neuen Offenbarung erleuchtet sind, haben das Hei‐
> lige Wort, das uns Zuversicht gibt, einen Göttlichen Plan zu unserer Führung, eine Geschich‐
> te voller Heldenmut zu unserer Ermutigung. Wir wollen daher Mut fassen, nicht nur aus
> dem Wort, das wir hochhalten, sondern auch aus den Heldentaten und Opfern, die auch
> heute noch hell aus jenem Lande leuchten, in dem unsere Religion geboren wurde. Siebzehn
> Jahre lang haben unsere verfolgten Glaubensbrüder und ‐schwestern im Iran eine Glaubens‐
> treue und einen Mut gezeigt, die eine unermeßliche Proklamation des Glaubens bewirkten
> und ihn aus der Verborgenheit zwangen. Hierin liegt in unseren eigenen Tagen der lebendi‐
> ge Beweis für die gewaltigen Kräfte von Krise und Sieg. So Gott will, wird es nicht zu lange
> dauern, bis unsere iranischen Mitgläubigen von dem Joch erlöst werden, das sie tragen, und
> dann zu einem ruhmreichen, wunderbaren Sieg geführt werden, wie nur die Gesegnete
> Schönheit ihn verleihen kann. Ihre Erfahrung ist ein Zeichen und ein Beispiel für uns alle, wo
> immer wir auch leben; denn schließlich, so hat es uns der Meister gesagt, wird die Oppositi‐
> on ihr Haupt auf allen Kontinenten erheben. Zwar mag sie von Ort zu Ort unterschiedlich
> sein, intensiv wird sie jedoch gewiß sein. Aber dank der stärkenden Gnade Baháʹuʹlláhs und
> der demonstrierten Standhaftigkeit jener edlen Freunde werden wir wissen, wie man den
> Speeren des Feindes ohne Furcht standhält. Der Herr der Heerscharen hat wahrlich verspro‐
> chen, Sein Volk zu einem überwältigenden und entscheidenden Triumph zu führen. Da die
> Menschheit von den verheerenden Auswirkungen einer außer Kontrolle geratenen Zivilisa‐
> tion geschüttelt und gequält wird, laßt uns unseren Verstand und unsere Herzen auf die vor
> uns liegenden göttlichen Aufgaben richten. Denn inmitten dieses Aufruhrs wird es über‐
> reichlich Gelegenheiten geben, die ausgeschöpft werden müssen, „um das Wissen um die
> erlösende Macht des Glaubens Baháʹuʹlláhs nah und fern zu verbreiten und frische Streitkräf‐
> te für das ständig wachsende Heer Seiner Gefolgschaft zu gewinnen.“ Dieser Plan, dem wir
> uns jetzt verschrieben haben, ist zu einem der kritischsten Momente im Leben des Planeten
> aufgestellt worden. Er soll unsere Gemeinde darauf vorbereiten, die sich beschleunigenden
> Veränderungen zu meistern, die sich in der Welt um uns vollziehen, und die Gemeinde in
> die Lage versetzen, sowohl der Wucht der damit verbundenen Prüfungen und Herausforde‐
> rungen zu widerstehen als auch ein funktionierendes Modell deutlicher sichtbar zu machen,
> dem sich die Welt um Hilfe suchend und als Beispiel in den Nachwehen eines tumultartigen
> Übergangs zuwenden kann. Auf diese Weise nimmt dieser Plan eine besondere Stelle im
> Zeitplan der Bahá’í‐ und der Weltgeschichte ein. Jene unter uns, die für die Vision des Glau‐
> bens empfänglich sind, genießen das besondere Vorrecht, bewußt an Bemühungen beteiligt
> zu sein, die dazu bestimmt sind, solche Prozesse anzuregen und schließlich voranzutreiben.
> Mögen Sie alle sich erheben und die Aufgaben dieses entscheidenden Augenblickes in An‐
> griff nehmen. Möge jeder von Ihnen einer kurzen Zeitspanne, die voller Möglichkeiten und
> Hoffnungen für die Menschheit steckt, sein oder ihr Siegel aufdrücken. Rufen Sie sich stets
> den Ratschlag Shoghi Effendis, der uns unfehlbar leitet, ins Gedächtnis, auf daß Sie nicht von
> den drastischen Ereignissen dieser Übergangszeit abgelenkt und übermäßig beunruhigt
> werden: „Es ist nicht an uns, die wir winzige Sterbliche sind, in einem so kritischen Ab‐
> schnitt der langen, buntbewegten Menschheitsgeschichte zu versuchen, zu einem genauen
> und befriedigenden Verständnis der Schritte zu gelangen, welche eine blutende Menschheit,
> die ihren Gott erbärmlich vergessen und Baháʹuʹlláh nicht beachtet hat, nach und nach von
> ihrem Golgatha zu ihrer endlichen Auferstehung führen. ...Wie verwirrt der Schauplatz, wie
> trübe der gegenwärtige Ausblick, wie engbegrenzt die uns verfügbaren Hilfsmittel auch sei‐
> en, unser ist die Pflicht, heiter, vertrauensvoll und unaufhörlich zu arbeiten und, auf welche
> Weise auch immer die Umstände uns dazu befähigen mögen, unseren Anteil zu geben für
> das Wirken der Kräfte, die, von Baháʹuʹlláh geleitet und gelenkt, die Menschheit aus dem Tal
> des Elends und der Schmach auf die erhabensten Höhen der Macht und Herrlichkeit füh‐
> ren.“
> 
> Das Universale Haus der Gerechtigkeit
>
> — *Riḍván-Botschaft 1996 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

