# Riḍván-Botschaft 2026

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> Riḍván-Botschaft 2026 á Das Universale Haus der Gerechtigkeit á Bahá'í Verlag GmbH, Auflage 1.01-Online (2026)
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> DAS UNIVERSALE HAUS DER GERECHTIGKEIT
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> Riḍván 2026
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> An die Bahá’í der Welt
> 
> Innig geliebte Freunde,
> [1] nun beginnt die zweite, größere Phase des Neunjahresplans. Wir sehen, wie die welt-
> weite Bahá’í-Gemeinde in völligem Einklang und zu Recht zuversichtlich auf ihrem einge-
> schlagenen Kurs voranschreitet. Ihre Klarheit und Überzeugung sind unverkennbar. Ohne
> sich von den zunehmenden Turbulenzen in der Welt erschüttern zu lassen, konzentriert sie
> sich auf ihre heilige Mission. Wir freuen uns besonders darüber, dass neu bestätigte Gläu-
> bige eifrig ihren Platz im Feld des Dienstes und des Handelns neben denen einnehmen, die
> dem Glauben schon lange angehören. Cluster, die den dritten Meilenstein überschritten ha-
> ben, erweisen sich als fruchtbarer Boden, auf dem reiche Erfahrungen geerntet und weiter
> verbreitet werden können. Und es freut uns zu sehen, wie die Freunde allerorten über un-
> sere Botschaft an die im Dezember hier versammelten Berater reflektieren, und wie sie bei
> ihrer Planung und ihrem Handeln stetig auf deren Inhalt zurückgreifen.
> [2] Dieser zielgerichtete Geist zeigte sich besonders deutlich bei den institutionellen Ta-
> gungen, die weltweit einberufen wurden. Immer wieder haben die Berichte über diese
> Zusammenkünfte dasselbe Phänomen beschrieben: ein tiefgründiges, einsichtsreiches Ge-
> spräch, das eher auf direkten Erfahrungen beim Aufbau lebendiger Gemeinden beruht als
> auf Annahmen oder Theorie. Belebt wird dieses Gespräch durch den fortlaufenden Lernpro-
> zess an jedem Ort. Es ist durchdrungen von einem tieferen Verständnis für die Bedeutung
> der Bemühungen der Bahá’í-Gemeinde und für die Auswirkungen, die sie auf eine aufge-
> wühlte Welt haben, die dringend Orientierung benötigt. Ein Gefühl der Verantwortung und
> Entschlossenheit ist weithin zu spüren, und das Bewusstsein für das Ausmaß der anstehen-
> den Aufgabe ist ausgeprägt. Oft eröffnet dieses Gespräch eine zusätzliche, ergänzende Per-
> spektive, die die Bemühungen von Gemeinden und Einzelnen nicht einfach als die Umset-
> zung von Programmen und Projekten betrachtet, sondern als die Kultivierung einer an den
> göttlichen Lehren orientierten Lebensweise – Handlungen, Interaktionen und Bestrebungen
> Gestalt verleihend.
> [3] Eben dieses ernsthafte Gespräch, welches das Bekenntnis zum Lernen widerspiegelt,
> wird in der gesamten Gemeinde vorangebracht – von der nationalen und regionalen Ebene
> bis hin zum Dorf und zur Nachbarschaft – und es findet in diversen Umfeldern statt, darun-
> ter bei Treffen, die von den Institutionen organisiert sind, sowie in anderen sich herausbil-
> denden Räumen. Es wird sicherlich auch ein wesentliches Merkmal der Nationaltagungen
> sein. Wir freuen uns darauf zu beobachten, wie sich im Laufe der Entfaltung dieses Ge-
> sprächs Muster individuellen und kollektiven Handelns festigen und ausweiten. Wie immer
> ist auch dies ein Gespräch, das in ständig sich erweiternde Kreise von Freunden, Nachbarn
> sowie anderen Gleichgesinnten getragen werden sollte, die sich mit den Bemühungen um
> geistigen und materiellen Fortschritt identifizieren, der sich auf die Einheit der Menschheit
> 
> gründet. Die Räume, die für die Ausweitung dieses Gesprächs geschaffen werden – ob spon-
> tan oder lange im Voraus geplant – sind ein Zeichen für eine sich vertiefende Verbindung
> mit der Gesellschaft, und wir hoffen, dass sie immer selbstverständlicher werden.
> [4] Viele Menschen in der Gesellschaft, die mit den Aktivitäten der Bahá’í an der Basis in
> Berührung kommen, sind von deren charakteristischen Merkmalen beeindruckt: Sie ent-
> springen einer aufrichtigen Sorge um das Wohlergehen aller, sind auf Einheit und Dienst
> ausgerichtet und folgen klaren Prinzipien, jedoch ohne den Anspruch, auf jedes Problem
> eine unmittelbare Antwort zu haben. Im Geiste gemeinsamen Bemühens sind die Bahá’í be-
> strebt, mit anderen zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu lernen; und in den Beziehun-
> gen, die sie zu denjenigen aufbauen, die in der Gesellschaft Positionen mit Autorität und
> Verantwortung innehaben, zeigen sie Ernsthaftigkeit und Klarsicht. Sie streben gesellschaft-
> lichen Wandel an – ohne politische Ambitionen oder Eigeninteressen – und erkennen, dass
> es mit zunehmender Bekanntheit des Glaubens wichtig wird sicherzustellen, dass sein wah-
> rer Charakter und seine Ziele gut verstanden werden. An vielen Orten bedeutet die zuneh-
> mende Vertiefung der Interaktionen der Gemeinde mit der Gesellschaft unweigerlich, dass
> es gilt, neue Situationen mit Umsicht zu bewältigen und neue Fragen zu beantworten, was
> die Gemeinde dazu zwingt, ihre eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
> [5] Wie wir in unserer Botschaft an die jüngste Beraterkonferenz dargelegt haben, war
> eine bedeutende Entwicklung der letzten vier Jahre das Hervortreten der Gemeinde als im-
> mer deutlicher sichtbarer Protagonist des Plans, ein Protagonist, der sich eigenständig orga-
> nisiert, um bestimmte Bedürfnisse zu erfüllen und bestimmte Tätigkeitsbereiche voranzu-
> bringen, sich durch Formen der Zusammenarbeit gegenseitig zu unterstützen und zu lernen,
> innerhalb eines sich entwickelnden Handlungsrahmens immer wirksamer zu werden. Ein
> eindrucksvolles Beispiel hierfür sind Gruppen von Jugendlichen, die vor Ort zusammenar-
> beiten und ihre Altersgenossen zur Teilnahme ermutigen. Naturgemäß profitieren ihre Be-
> mühungen enorm von der liebevollen Ermutigung und Führung durch die Institutionen;
> doch die Jugendlichen haben auch ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, Initiative zu ergreifen
> und fruchtbare Wege des Dienstes zu finden. Allzu oft finden ihre Bemühungen vor dem
> Hintergrund von Konflikten und Unruhen, wirtschaftlicher Ungleichheit und tiefen sozialen
> Spaltungen statt. Wir sehen die Herausforderungen, denen die Jugendlichen unter solchen
> Bedingungen gegenüberstehen, und wir sprechen ihnen unsere Anerkennung dafür aus,
> dass sie dem Impuls widerstehen, zu kritisieren und zu verurteilen, und stattdessen kon-
> struktive Wege finden, diese gewaltigen Hindernisse zu umschiffen und darauf hinzuarbei-
> ten, sie letztendlich zu überwinden.
> [6] Geliebte Freunde, wie turbulent die Zeiten auch sein mögen, bitten wir Sie inständig,
> nicht besorgt zu sein oder den Mut zu verlieren. ‘Abdu’l-Bahá rät uns allen, auf die Gnaden-
> gaben Gottes zu vertrauen und daher „immer hoffnungsvoll“ zu sein, in unserer Hoffnung
> „standhaft“ zu bleiben und „den verzweifelten Seelen zur Ursache der Hoffnung“ zu wer-
> den. Wenn sich die Horizonte der Welt verdunkeln, wird Hoffnung zu einem knappen und
> kostbaren Gut – jedoch zu einem, mit dem die Gemeinde des Größten Namens reichlich ge-
> segnet ist, aufgrund ihrer Überzeugung hinsichtlich der Zukunft der Menschheit und auf-
> grund dessen, was sie aus eigener Erfahrung gelernt hat. Unzählige Menschen sehnen sich
> nach der Hoffnung, die Sie ihren Herzen bringen können.
> [7] Als leuchtendes Beispiel für eine Gemeinde, die seit langem die Flamme der Hoff-
> nung bewahrt hat, blicken wir auf die ungerecht behandelten, doch stets geduldigen,
> 
> standhaften und resilienten Anhänger Bahá’u’lláhs in der Wiege Seines Glaubens. Wie dis-
> zipliniert sind sie doch geblieben, wie sehr haben sie über Jahrzehnte unerbittlicher Unter-
> drückung hinweg an ihren Prinzipien festgehalten – und wie entschlossen waren sie, von
> den Fortschritten ihrer Mitgläubigen in anderen Ländern zu lernen, wie beherzt, ihren Mit-
> bürgern in ihrem eigenen Land zu dienen und ihnen Trost zu spenden. Für so viele ihrer
> Landsleute waren und sind sie ein Leuchtfeuer der Hoffnung, eine Quelle des Mitgefühls
> und der Einsicht sowie vertrauenswürdige Begleiter auf dem Pfad des Dienens. In den ver-
> gangenen Wochen und Monaten waren diese Freunde, die uns so sehr am Herzen liegen,
> stets in unseren Gedanken und beständig in unseren Gebeten – wie auch sicherlich in den
> Ihren –, worin wir den All-Liebenden Herrn bitten, sie in der Umarmung Seiner zärtlichen
> Fürsorge zu bewahren.
> [8] Ihre eigenen Bemühungen, die Sache Gottes voranzubringen, stehen nicht weniger
> im Mittelpunkt der Gebete, die wir an der Heiligen Schwelle darbringen – besonders jetzt, zu
> Beginn der neuen Phase des Neunjahresplans. Sooft wir uns zu den Heiligen Schreinen bege-
> ben, flehen wir um göttliche Hilfe und Beistand für Ihre Anstrengungen und bitten um
> Standhaftigkeit und Kraft für Sie bei Ihren Mühen. Mögen Sie zügig handeln und begierig
> lernen, und mögen Ihnen alle Segnungen des himmlischen Reiches zuteilwerden.
> 
> [gez.: Das Universale Haus der Gerechtigkeit]
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> — *Riḍván-Botschaft 2026 — Bahá'í Verlag GmbH (autorisierte deutsche Übersetzung) (All Rights Reserved — wiedergegeben mit Genehmigung)*

