# 1982 Geistiger Adel

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> GEISTIGER ADEL
> 
>          Aus den Bahá'í-Schriften
> zusammengestellt von der Forschungsabteilung
>   des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
> 
>             BAHÁ'Í-VERLAG
> 
> CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
> 
> Geistiger Adel: aus d. Bahá'í-Schriften/zsgest. von d. Forschungsabt. d. Universalen Hauses d.
> Gerechtigkeit.
> 
>  Hofheim-Langenhain: Bahá'í-Verlag, 1982.
> Einheitssacht.: Excellence in all things [dt.]
> ISBN 3-87037-142-0
> 
> NE: EST
>                                   EXCELLENCE IN ALL THINGS.
>                           Compiled by: The Research Department of the
>                         Universal House of Justice, Haifa November 1981,
>                                          ins Deutsche übersetzt
>                                         (c) Bahá'í-Verlag GmbH
>                                      D-6238 Hofheim-Langenhain
>                                               1982  139
>                                           ISBN 3.87037.142.0
> 
>                                 AUS DEN SCHRIFTEN BAHÁ'U'LLÁHS
> 
> Sprich: Sei achtsam, o Volk Bahás, daß du nicht auf den Wegen jener wandelst, deren Worte
> sich von ihren Taten unterscheiden. Strebt, daß ihr fähig werdet, den Völkern der Erde Gottes
> Zeichen zu offenbaren und Seine Gebote widerzuspiegeln. Laßt euere Taten Führung für die
> ganze Menschheit sein, denn bei den meisten Menschen, ob hoch oder niedrig, unterscheidet
> sich das Bekenntnis vom Verhalten. Durch euere Taten aber könnt ihr euch vor anderen
> auszeichnen. Durch sie kann der Glanz eueres Lichtes über die ganze Erde verbreitet werden.
> Glücklich ist der Mensch, der Meinen Rat beachtet und die Gebote hält, die Er, der
> Allwissende, der Allweise, gegeben hat.21
> Laßt jeden Morgen besser sein als den Abend davor und jeden neuen Tag reicher werden als
> den gestrigen. Des Menschen Vorzug liegt im Dienst und in der Tugend, nicht im Prunk des
> Wohllebens und des Reichtums...
> Nehmt euch in acht vor Faulheit und Müßiggang, haltet euch an das, was der Menschheit, ob
> jung oder alt, hoch oder niedrig, Nutzen bringt.22
> Die Gefährten Gottes sind an diesem Tag der Sauerteig, der die Völker der Welt durchdringen
> muß. Sie müssen solche Vertrauenswürdigkeit, Wahrhaftigkeit und Ausdauer, solche Taten
> und einen solchen Charakter zeigen, daß die ganze Menschheit aus ihrem Beispiel Nutzen
> ziehen kann.23
> Sage ihm, daß niemand auf Erden sich der Verwandtschaft mit Mir rühmen kann, jene
> ausgenommen, die in all ihren Taten und ihrer Lebensführung so Meinem Beispiel folgen, daß
> alle Völker der Erde sie nicht hindern könnten, so zu handeln und zu reden, wie es recht und
> ziemlich ist.24
> Tut euer Äußerstes, um sowohl innere wie äußere Vollkommenheit zu erlangen, denn die
> Frucht des menschlichen Baumes war und wird immer Vollkommenheit im Inneren und
> Äußeren sein. Es ist unerwünscht, daß ein Mensch ohne Kenntnisse oder Fertigkeiten
> gelassen wird, weil er dann nur ein unfruchtbarer Baum ist. Darum müßt ihr unbedingt,
> soweit es Möglichkeiten und Fähigkeiten erlauben, den Baum des Seins mit Früchten wie
> Wissen, Weisheit, geistige Erkenntnis und Redegewandtheit schmücken.25
> Kinder haben die Pflicht, sich aufs äußerste zu bemühen, die Kunst des Lesens und
> Schreibens zu erlernen. Kenntnisse im Schreiben für dringende Fälle werden manchen
> genügen, und dann ist es für sie besser und richtiger, ihre Zeit auf das Studium solcher
> Wissensgebiete zu verwenden, die nützlich sind.
> Der Grund für das, was die Höchste Feder zuvor niedergeschrieben hat, ist, daß Gott in jeder
> Kunst und jedem Handwerk höchste Vollkommenheit liebt.26
> 
> 21Ährenlese, 139 : 8
> 22Botschaften aus `Akká, 9 : 4
> 23Zitiert nach: Shoghi Effendi, Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit, S. 40
> 24Zitiert nach: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, S. 151 f
> 25Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 10
> 26Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 13
> 
>                                 AUS DEN SCHRIFTEN `ABDU'L-BAHÁS
> 
> Vor allen Menschen hat Er euch erwählt. Eure Augen wurden dem Lichte der Führung
> eröffnet, eure Ohren auf die Musik der himmlischen Heerscharen eingestimmt. Ihr wurdet mit
> großer Gnade gesegnet, denn eure Herzen und Seelen wurden zu neuem Leben
> wiedergeboren. Danket und preiset Gott, daß die Hand unermeßlicher Segnungen euch diese
> edelsteinbesetzte Krone aufs Haupt gedrückt hat  eine Krone, deren leuchtende Juwelen
> glitzern und strahlen werden, solange die Zeit währt.
> Strengt euch mächtig an und erwählt euch ein erhabenes Ziel, um Ihm für all das zu danken.
> Gehorcht den Lehren Gottes durch die Macht des Glaubens, und laßt alle eure Taten mit
> Seinen Geboten in Einklang sein.27
> O Heer Gottes! Unter dem Schutz und mit der Hilfe, die dir die Gesegnete Schönheit
> verliehen hat  möge mein Leben ein Opfer für Seine Geliebten sein!  sollst du dich so
> verhalten, daß du vornehm und leuchtend wie die Sonne unter den Menschenseelen
> hervorragst. Wenn einer von euch in eine Stadt kommt, so sollte er durch seine Aufrichtigkeit,
> seine Lauterkeit und Liebe, seine Ehrlichkeit und Treue, seine Wahrheitsliebe und Güte
> gegenüber allen zu einem Brennpunkt der Anziehungskraft für die Welt werden, so daß die
> Menschen dieser Stadt ausrufen und sagen: " Dieser Mann ist ohne Zweifel ein Bahá'í, denn
> sein Benehmen, seine Haltung, seine Lebensweise, seine Sitten, seine Art und sein Wesen
> spiegeln die Eigenschaften der Bahá'í wider. " Bevor ihr diese Stufe nicht erreicht, kann man
> nicht sagen, daß ihr dem Bündnis und Testament Gottes treu ergeben seid.28
> O treue Gefährten! Die Menschheit ist den Kindern in der Schule vergleichbar; die
> Dämmerorte des Lichtes, die Quellen göttlicher Offenbarung, sind die Lehrer, wunderbar und
> unvergleichlich. In der Schule der Wirklichkeit erziehen sie die Söhne und Töchter nach
> Gottes Lehren, nähren sie am Herzen der Güte, damit sie sich in jeder Hinsicht entwickeln,
> die unübertrefflichen Segensgaben des Herrn offenbaren und menschliche Vollkommenheiten
> in sich vereinigen. So können sie auf allen Gebieten menschlichen Strebens, äußerlich wie
> innerlich, verborgen oder sichtbar, körperlich oder geistig, Fortschritte erzielen, bis sie diese
> sterbliche Welt zu einem großen Spiegel geformt haben, der die andere, die unsterbliche Welt
> widerspiegelt.29
> Darum, o ihr Geliebten Gottes, unternehmt jede Anstrengung, um selbst Zeichen dieses
> Fortschritts und dieser Bestätigungen zu sein und Mittelpunkte der Segnungen Gottes zu
> werden, Morgendämmerungen des Lichtes Seiner Einheit und Förderer der Tugendgaben
> kultivierten Lebens. Seid dortzulande die Vorhut menschlicher Vollkommenheiten, treibt die
> verschiedenen Bereiche des Wissens voran, betätigt euch fortschrittlich auf dem Gebiet der
> Erfindungen und der Künste. Bemüht euch, das Verhalten der Menschen zu verbessern, und
> sucht der ganzen Welt ein sittliches Vorbild zu sein. Nährt die Kinder am Herzen himmlischer
> Gnade, wenn sie noch klein sind, pflegt sie in der Wiege höchster Vortefflichkeit, erzieht sie
> in der Umarmung der Güte. Gewährt ihnen den Vorteil allen nützlichen Wissens. Laßt sie
> teilhaben an jeder neuen, seltenen, wundersamen Kunstfertigkeit. Erzieht sie zu Arbeit und
> Streben und gewöhnt sie an Mühsal. Lehrt sie, ihr Leben den wichtigen Dingen zu widmen,
> und ermutigt sie, sich mit Studien zu befassen, die der Menschheit nützen.30
> Sie müssen laufend ermutigt und begeistert werden, zu den Gipfeln menschlicher
> Vervollkommnung zu streben, so daß sie von frühester Kindheit an dazu erzogen werden, sich
> hohe Ziele zu setzen, sich richtig zu verhalten, keusch, rein und makellos zu sein, und daß sie
> lernen, in jeder Hinsicht starke Entschlußkraft und festen Vorsatz zu zeigen.31
> 
> 27Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, S. 35
> 28Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, S. 70 f
> 29Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 45
> 30Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 46
> 31Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, S. 135
> 
> Die Bahá'í-Kinder müssen die anderen Kinder beim Studium der Wissenschaften und dem
> Erlernen der Künste übertreffen, denn sie werden in der Gnade Gottes aufgezogen.
> Was andere Kinder innerhalb eines Jahres lernen, sollen Bahá'í-Kinder in einem Monat
> lernen. Das Herz `Abdu'l-Bahás sehnt sich voller Liebe danach zu sehen, wie alle jungen
> Bahá'í wegen ihrer intellektuellen Fähigkeiten in der ganzen Welt bekannt werden. Es besteht
> kein Zweifel daran, daß sie all ihre Anstrengungen, ihre Energie und ihren Stolz darauf
> verwenden werden, sich Wissenschaften und Künste anzueignen.32
> Die Unterweisung dieser Kinder gleicht dem Werk eines liebenden Gärtners, der seine jungen
> Pflanzen im blühenden Feld des Allherrlichen hegt. Es steht außer Zweifel, daß die
> erwünschten Erfolge erzielt werden. Dies trifft besonders für den Unterricht in Bahá'í-
> Pflichten und Bahá'í-Lebensführung zu, weil die kleinen Kinder unbedingt mit ganzer Seele
> erfassen müssen, daß " Bahá'í " nicht nur ein Name, sondern eine Wahrheit ist. Jedes Kind
> muß in geistigen Dingen ausgebildet werden, damit es alle Tugenden verkörpern kann und
> eine Quelle des Ruhms für die Sache Gottes wird. Andernfalls wird das bloße Wort
> " Bahá'í ", wenn es keine Früchte hervorbringt, zu einem Nichts.
> Tue dein Bestes, um diese Kinder wissen zu lassen, daß ein Bahá'í jemand ist, der alle
> Vollkommenheiten verkörpert, daß er wie eine brennende Kerze Licht verbreiten muß, nicht
> im Dunkeln finster bleiben und doch den Namen eines Bahá'í beanspruchen.33
> Den Künstlern und Handwerkern dieser Welt geziemt es, in jedem Augenblick an der
> Heiligen Schwelle tausend Beweise der Dankbarkeit darzubringen, sich größte Mühe zu
> geben und fleißig ihrem Beruf nachzugehen, so daß aus ihrem Bemühen das erstehe, was vor
> den Augen aller Menschen die höchste Schönheit und Vollkommenheit offenbar werden
> läßt.34
> Bemüht euch deshalb sehr, daß die Reinheit und Heiligkeit, die `Abdu'l-Bahá über alles
> schätzt, das Volk Bahás auszeichnen, daß das Volk Gottes die anderen Menschen in allen
> Vortefflichkeiten überrage, daß es sich äußerlich wie innerlich vor den anderen auszeichne,
> daß es an Reinheit, Sauberkeit, Vornehmheit und in der Bewahrung der Gesundheit unter den
> Wissenden führend sei und durch seine Loslösung, Weisheit und Selbstbeherrschung zu
> Fürsten unter den Reinen, Freien und Weisen werde.35
> Laßt die Geliebten Gottes allesamt das Wesen der Reinheit verkörpern, das Leben wahrer
> Heiligkeit, so daß sie überall für ihre Lauterkeit, ihre geistige Unabhängigkeit und ihre
> Bescheidenheit bekannt werden. Laßt sie Mut schöpfen durch den Trunk aus dem ewigen
> Kelch der Liebe Gottes und fröhlich werden, wenn sie aus den Weinkellern des Himmels
> trinken. Laßt sie auf die Gesegnete Schönheit schauen, die flammende Begeisterung dieser
> Zusammenkunft spüren, verstummend vor Ehrfurcht und Verwunderung. Das ist die hohe
> Stufe der Aufrichtigen; das ist der Weg der treu Ergebenen; das ist der Strahlenglanz im
> Antlitz derer, die Gott nahe sind.36
> Jetzt müssen sich die Geliebten inmitten aller Völker dieser Welt erheben, mit einem Herzen
> so hell wie der Morgenstern, mit starkem inneren Verlangen, mit strahlendem Angesicht, mit
> moschusduftendem Atem, mit einer Zunge, die unaufhörlich von Gott spricht, mit
> kristallklarer Darlegung, mit hohem Entschluß, mit himmlischer Kraft, mit geistigem
> Charakter, mit geradezu göttlicher Bestätigung. Laßt sie alle am Horizonte des Himmels
> erglänzen und am Firmament der Welt zu strahlenden Sternen werden. Laßt sie fruchttragende
> Bäume im himmlischen Hain, süßduftende Blüten im göttlichen Garten sein. Laßt sie
> vollendete Verse auf der Tafel des Universums, Worte der Einheit im Buche des Lebens sein.
> Dies ist die Anfangszeit, der Anbeginn der Offenbarung des Gößten Lichtes. Deshalb müssen
> 
> 32Kleine Auswahl, S. 21
> 33Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 41
> 34Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, S. 145
> 35Kleine Auswahl, S. 26
> 36Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, S. 203
> 
> in diesem Jahrhundert Tugenden erworben werden, gute Eigenschaften müssen in dieser
> Zeitspanne vervollkommnet werden. Jetzt in diesen Tagen muß das Paradies `Abhá seine
> Zelte in den Gefilden der Welt errichten. Das Licht der Wirklichkeit muß jetzt enthüllt
> werden, die Geheimnisse der Segnungen Gottes müssen jetzt bekannt gemacht werden; jetzt
> muß die ewige göttliche Gnade wieder hervorscheinen, und diese Welt muß sich verwandeln
> in die Auen des Himmels, den Garten Gottes. Und aus reinen Herzen, durch himmlische
> Gnadengaben müssen jetzt alle diese Vollkommenheiten, Eigenschaften und Kennzeichen des
> Göttlichen offenbart werden.37
> Ich bitte Ihn, Er möge Seine Bestätigungen ergießen über die Geliebten, die in jenem reinen,
> heiligen Lande wohnen, und ihnen in jeder Hinsicht Erfolg gewähren: Er helfe ihnen, sich mit
> ihrem Charakter, ihrem Verhalten, ihren Worten, ihrer Lebensweise, mit allem, was sie sind
> und tun, vor den Menschen auszuzeichnen; Er führe sie in die Weltgemeinde ein, mit Herzen
> voller Begeisterung, Eifer und sehnsüchtiger Liebe, mit Wissen und Gewißheit, mit
> Standhaftigkeit und Einigkeit, mit Angesichtern von strahlender Schönheit.38
> Bahá'í sollen in jeder Lebenslage ein Beispiel der Eigenschaften und Tugenden geben, die aus
> Gott geboren sind, und sollten bemüht sein, sich durch eine gute Lebensweise auszuzeichnen.
> Ihren Anspruch, Bahá'í zu sein, sollten sie durch Taten und nicht durch den Namen
> rechtfertigen. Ein wahrer Bahá'í strebt Tag und Nacht danach, auf dem Pfade menschlicher
> Vervollkommnung voranzuschreiten. Sein sehnlichster Wunsch ist, so zu leben und so zu
> handeln, daß die Welt durch ihn bereichert und erleuchtet wird. Der Quell seiner Eingebung
> ist der Wesenskern göttlicher Tugend. Sein Lebensziel ist es, sich so zu verhalten, daß er
> dauernden Fortschritt bewirkt. Erst wenn der Mensch solche vollkommenen Gaben erworben
> hat, kann er als wahrer Bahá'í gelten. Denn in dieser heiligen Sendung, der krönenden
> Herrlichkeit vergangener Zeitalter und Zyklen, ist wahrer Glaube nicht die bloße
> Anerkennung der Einheit Gottes, sondern ein Leben, das alle Vollkommenheiten und
> Tugenden offenbart, die sich aus einer solchen Überzeugung ergeben.39
> O ihr Geliebten Gottes! Strebet mit Herz und Seele danach, daß ihr mit den sittlichen
> Maßstäben und den Eigenschaften der Gesegneten Vollkommenheit ausgezeichnet und der
> Gnadengaben Seiner Heiligkeit teilhaftig werdet, daß ihr zu Zeichen der Einheit und zu
> Bannern der Einzigkeit werdet, daß ihr das Wesen der Einmaligkeit entdeckt und in diesem
> Gottesgarten mit gnadenvollen Melodien harmonische Oden anstimmt, daß ihr zu dankbaren
> Vögeln werdet, die im Rosenhag des Seins ein Lied schmettern, welches Herz und Gemüt
> bezaubert, daß ihr auf dem Gipfel des Alls eine Fahne aufpflanzet, die hoch im Winde der
> Gnade flattert, daß ihr auf dem Felde der sichtbaren Welt einen Baum setzet, der die
> köstlichsten, frischesten Früchte hervorbringt.40
> O ihr Freunde Gottes! Strebt danach, daß alle Völker und Gemeinschaften der Welt, selbst die
> Feinde, Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung in euch setzen, daß jemand, der sich
> hunderttausendfach irrt, euch dennoch sein Angesicht zuwendet in der Hoffnung, ihr werdet
> seine Sünden verzeihen; denn er darf nicht hoffnungslos werden, weder bekümmert noch
> verzagt. Dies ist das Verhalten und die Sitte des Volkes Bahás. Dies ist die Grundlage des
> höchsten Weges! Richtet euch in Sitte und Lebensart nach den Ratschlägen `Abdu'l-Bahás.41
> Wisse denn, daß die Bahá'í sich wahrlich in jeder Hinsicht von anderen unterscheiden
> müssen, bis sie zu Lampen Gottes, des Wahren, unter den Geschöpfen werden, zu Sternen der
> Führung, die von den himmlischen Heerscharen herniederstrahlen.42
> 
> 37Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, S. 232
> 38Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, S. 260
> 39The Bahá'í World, Vol. I, S. 12
> 40Tablets of `Abdu'l-Bahá, S. 374
> 41Tablets of `Abdu'l-Bahá, S. 436
> 42Tablets of `Abdu'l-Bahá, S. 682
> 
> Es ist die wichtigste Pflicht an diesem Tag, euren Charakter zu läutern, eure Sitten zu
> verbessern und euer Verhalten zu vervollkommnen. Die Geliebten des Gnadenvollen müssen
> einen solchen Charakter, ein solches Benehmen unter Seinen Geschöpfen aufweisen, daß sich
> der Duft ihrer Heiligkeit über die ganze Welt verbreitet und die Toten belebt, ist es doch die
> Absicht der Manifestation Gottes, des Aufdämmerns grenzenlosen Lichtes vom Unsichtbaren
> her, die Seelen der Menschen zu erziehen und den Charakter jedes Sterblichen zu
> veredeln...43
> An dieser Stelle möchte ich die Freunde Gottes dringend bitten, ihr Äußerstes zu tun, diese
> Arbeit fortzusetzen, soweit es in ihrer Macht liegt. Je mehr sie sich bemühen, ihren
> Wissenshorizont zu erweitern, um so besser und erfreulicher werden die Ergebnisse sein.
> Mögen die Geliebten Gottes, ob jung oder alt, ob männlich oder weiblich, jeder nach seinen
> Fähigkeiten, sich regen und keine Anstrengung scheuen, sich die verschiedensten
> Wissensgebiete, geistige und weltliche, anzueignen, wie auch die Künste. Wann immer sie
> sich bei Versammlungen treffen, sollte sich ihre Unterhaltung auf gelehrte Themen und auf
> die Information über neue Kenntnisse beschränken.
> Wenn sie so verfahren, werden sie die Welt mit dem offenbaren Licht überfluten und diese
> staubige Erde in den Paradiesgarten der Herrlichkeit verwandeln.44
> Ohne Zweifel ist Gelehrsamkeit die größte Gabe Gottes, Wissen und der Erwerb von Wissen
> ein Segen des Himmels. Darum sind die Freunde Gottes verpflichtet, mit äußerster
> Anstrengung und großem Eifer göttliche Erkenntnis, Kultur und Wissenschaften zu fördern,
> damit schon bald die Schulkinder von heute die Gelehrtesten in der Bruderschaft der Weisen
> werden. Dies ist ein Dienst für Gott selbst und eines Seiner verbindlichen Gebote.45
> O ihr liebenden Freunde! Unternehmt jede Anstrengung, euch die verschiedenen Gebiete des
> Wissens und des wahren Verstehens anzueignen. Tut euer Äußerstes, daß ihr materielle wie
> auch geistige Kenntnisse erlangt.
> Ermutigt die Kinder von frühester Jugend an, jedes Wissensgebiet zu meistern, weckt ihren
> Ehrgeiz, Fertigkeit in jeder Kunst zu erlangen, mit dem Ziel, daß durch Gottes hilfreiche
> Gnade das Herz eines jeden von ihnen einem Spiegel gleich werde, der die Geheimnisse des
> Alls offenbart und das innerste Wesen aller Dinge durchdringt, auf daß jedes weltweiten
> Ruhm auf allen Gebieten des Wissens, der Wissenschaften und der Künste erwerbe.46
> Nutzt alle Möglichkeiten, diese Schule zu einem Garten des Allbarmherzigen zu machen, der
> das Licht des Lernens ausstrahlt und in dem die Kinder, ob Bahá'í oder nicht, in solchem
> Maße erzogen werden, daß sie Gottes Geschenk an die Menschen und der Stolz der
> Menschheit werden. Laßt sie den größten Fortschritt in kürzester Frist erzielen, laßt sie weit
> die Augen öffnen und die inneren Wirklichkeiten aller Dinge entdecken, laßt sie in aller
> Kunst, jedem Handwerk tüchtig werden und lernen, die Geheimnisse der Dinge so zu
> verstehen, wie sie sind  da diese Fähigkeit ein offensichtliches Ergebnis der Dienstbarkeit an
> der Heiligen Schwelle ist.47
> 
> 43Zitiert nach: Shoghi Effendi, Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit, S. 44
> 44Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 19
> 45Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 59
> 46Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 42 f
> 47Zitiert in: Ziele der Kindererziehung, S. 57 f
> 
>                                  AUS ANSPRACHEN `ABDU'L-BAHÁS
> 
> Ich gebe euch meinen Rat wie folgt: Erzieht diese Kinder durch göttliche Ermahnungen. Von
> Kindheit an flößt ihren Herzen die Liebe Gottes ein, so daß sie in ihrem Leben die
> Gottesfurcht offenbaren und auf die Gaben Gottes vertrauen. Lehrt sie, sich von menschlichen
> Unvollkommenheiten zu befreien und die im Menschenherzen verborgenen göttlichen
> Vollkommenheiten zu erlangen. Der Mensch macht sein Leben nützlich, wenn er die
> menschlichen Vollkommenheiten erlangt. Wird er zum Mittelpunkt für die
> Unvollkommenheiten der Menschenwelt, dann ist Tod besser als Leben und Nichtsein besser
> als Dasein. Deshalb bemüht euch, daß diese Kinder richtig ausgebildet und erzogen werden,
> daß jedes von ihnen Vollkommenheit in der Menschenwelt erlangt. Erkennt den Wert dieser
> Kinder, denn sie alle sind meine Kinder.48
> Ich wünsche Vornehmheit für euch. Die Bahá'í müssen sich vor der übrigen Menschheit
> auszeichnen. Aber dieser Unterschied darf nicht vom Wohlstand abhängen  daß sie reicher
> werden sollten als andere Menschen. Ich wünsche euch keine wirtschaftliche Vornehmheit. Es
> ist keine gewöhnliche Vornehmheit, die ich für euch wünsche, auf wissenschaftlichem,
> kaufmännischem oder industriellem Gebiet. Für euch wünsche ich geistige Vornehmheit, das
> heißt, ihr müßt durch Tugenden hervortreten und berühmt werden. In der Liebe zu Gott müßt
> ihr euch von allen anderen unterscheiden. Ihr müßt euch hervortun durch eure Liebe zur
> Menschheit, durch Einheit und Eintracht, durch Liebe und Gerechtigkeit. Kurzum, ihr müßt
> für alle Tugenden der Menschenwelt bekannt werden: für Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, für
> Gerechtigkeitssinn und Wahrheitstreue, für Entschlossenheit und Standhaftigkeit, für milde
> Werke und den Dienst an der Menschheit, für eure Liebe zu jedem menschlichen Wesen, für
> Einheit und Einklang mit allen Leuten, für den Abbau von Vorurteilen und die Förderung des
> Weltfriedens. Schließlich müßt ihr euch dadurch auszeichnen, daß ihr himmlische
> Erleuchtung erlangt und Gottes Gnadengaben erwerbt. Diese Vornehmheit wünsche ich für
> euch. Dies muß das Unterscheidungsmerkmal für euch sein.49
> Deshalb sage ich, daß der Mensch auf dem Pfad Gottes wandeln muß. Tag für Tag muß er
> danach streben, besser zu werden; sein Glaube muß wachsen und sich festigen, seine guten
> Eigenschaften und seine Zuwendung zu Gott müssen sich mehren, das Feuer seiner Liebe
> muß heller lodern. So wird er Tag für Tag Fortschritte machen; denn Stillstand ist der Weg
> zum Rückschritt. Der fliegende Vogel schwingt sich höher und höher empor, denn sobald er
> zu fliegen aufhört, sinkt er ab. Alle Tage solltet ihr morgens beim Aufstehen das Heute mit
> dem Gestern vergleichen und sehen, in welchem Zustand ihr seid. Wenn ihr merkt, daß euer
> Glaube stärker und euer Herz noch mehr Gott hingegeben ist, daß eure Liebe zugenommen
> hat und eure Freiheit von der Welt größer geworden ist, so danket Gott und bittet Ihn, daß
> diese Eigenschaften wachsen. Dann müßt ihr anfangen zu beten und alles bereuen, was ihr
> falsch gemacht habt. Ihr müßt zu Gott flehen und um Hilfe und Beistand bitten, daß ihr besser
> als gestern werdet und weiterhin Fortschritte machen dürft.50
> Ich hoffe, ihr übertrefft während eures Studiums an dieser Hochschule alle anderen Studenten
> in den verschiedenen Wissensbereichen, die dort unterrichtet werden, so sehr, daß sie alle
> gern bezeugen können, daß die Bahá'í-Studenten eine andere Kraft besitzen, von anderen
> Bestrebungen begeistert und von edleren Zielen durchdrungen sind, von höheren
> Beweggründen angespornt werden und weitere, umfassendere Anstrengungen machen als
> andere. Wenn ihr die anderen nicht überflügelt, welche Art Vornehmheit bleibt euch dann?
> Deshalb müßt ihr danach trachten, besser als sie zu sein, so daß alle diese Tatsache bezeugen.
> 51
> 
> 48The Promulgation of Universal Peace, S. 51, dt. in: Ziele der Kindererziehung, S. 112
> 49The Promulgation of Universal Peace, S. 185, dt. in: Bahá'í-Briefe, S. 779
> 50Zitiert in: Star of the West, Vol. 8, S. 68
> 51Zitiert in: Star of the West, Vol. 9, S. 98-100
> 
> Ihr müßt zu hellen Kerzen sittlicher Lehren und geistiger Ideale, zum Mittel der Erleuchtung
> für andere werden. Bekleidet eure Körper mit dem Gewande der Tugend. Zeichnet euch aus
> durch die Wesensart des Volkes himmlischer Sittlichkeit. Meidet jede Art von Laster, wie ihr
> eine Giftschlange oder einen Aussätzigen meidet. Laßt den Lehrkörper und die Kommilitonen
> von der Reinheit und Heiligkeit eures Lebens so beeindruckt sein, daß sie in euch Muster der
> Würde, Beispiele edler Natur und Befolger des Sittengesetzes sehen, die das niedere Element
> dem höheren Geist unterordnen, ihr Selbst überwinden und in allen Lebensbereichen die
> gesunden Kräfte des Aufbaus meistern. Strebt immer danach, durch intensives Lernen und
> wahren Verdienst an der Spitze euerer Klasse zu stehen. Verharret immer im Zustand des
> Gebets und schätzt den Wert aller Dinge. Habt hohe Ideale und regt eure aufbauenden
> Verstandeskräfte an.52
> Durch die freigebige Gunst der Gesegneten Schönheit und Seiner Heiligkeit des Báb, durch
> die unaussprechlichen Segnungen, die von diesem heiligen Schrein53 ausgehen, wird euch,
> hoffe ich, die Bestätigung des Reiches Abhá umgeben, und ihr werdet mit den strahlenden
> Tugenden und den leuchtenden Eigenschaften des Bahá'í-Lebens ausgestattet sein. Möge eure
> Sittlichkeit Tag für Tag klarer und bestimmter werden. Möge euer Glaube, eure Gewißheit
> täglich wachsen. Möge eure Hingezogenheit zum Reiche Abhá tagtäglich größer werden.
> Mögen eure Erfolge in Wissenschaften und Künsten Tag für Tag umfassender sein. So Gott
> will, werdet ihr in jeder Hinsicht vollkommen, vollendete Werkzeuge für die Aufklärung
> Persiens.54
> 
> 52Zitiert in: Star of the West, Vol. 9, S. 98-100
> 53Die Studenten besuchten den Schrein des Báb
> 54Zitiert in: Star of the West, Vol. 9, S. 98-100
> 
>                             AUS DEN SCHRIFTEN SHOGHI EFFENDIS
> 
> Jeder Gläubige, der den schnellen, ausgeglichenen Fortschritt der Sache Gottes zu sehen
> wünscht, sollte sich über seine zweifache Aufgabe im Klaren sein. Er sollte zuerst seine
> Augen nach innen richten, sein Herz prüfen und sich vergewissern, daß er in seinen
> Beziehungen zu den anderen Gläubigen, ungeachtet ihrer Hautfarbe oder
> Gesellschaftsschicht, dem Geist seines geliebten Glaubens täglich stärker die Treue hält.
> Sicher und überzeugt, daß er in bewußtem Streben sein Äußerstes tut, der erhabenen Stufe, zu
> der ihn sein gütiger Lehrmeister ruft, täglich näherzukommen, sollte er sich seiner zweiten
> Aufgabe zuwenden: voll Vertrauen und Tatkraft den Verheerungen derjenigen Mächte
> entgegentreten, die er in seinem eigenen Herzen bereits erfolgreich überwunden hat. Den
> unfehlbaren Wirkungen der Macht Bahá'u'lláhs ganz geöffnet, gerüstet mit den
> unentbehrlichen Waffen weiser Zurückhaltung und unverrückbarer Entschlossenheit, soll er
> im ständigen Kampf liegen mit ererbten Neigungen, verderbten Instinkten, wechselnden
> Modeströmungen und Vorspiegelungen falscher Tatsachen innerhalb der Gesellschaft, in der
> er lebt und sich bewegt.55
> Nur dann sind wir unserer Sache würdig, wenn wir in unserem persönlichen Verhalten wie in
> unserem Gemeinschaftsleben emsig dem Beispiel unseres geliebten Meisters folgen, den
> weder die Schrecken der Tyrannei noch die Stürme fortgesetzter Mißhandlung,
> Unterdrückung und Demütigung auch nur um Haaresbreite von Bahá'u'lláhs offenbartem
> Gesetz abbringen konnten.
> Dies ist der Pfad der Dienstbarkeit, dies ist der Weg der Heiligkeit, den Er bis zum letzten
> Atemzug beschritt. Nur die genaueste Befolgung Seines herrlichen Beispiels kann sicher
> durch die Wechselfälle dieser gefährlichen Zeit hindurch zur Erfüllung unserer hohen
> Bestimmung führen.56
> Rechtschaffenes Verhalten muß sich mit wachsender Macht in jeder Entscheidung
> ausdrücken, die zu treffen die gewählten Vertreter der Bahá'í-Gemeinde, in welcher
> Eigenschaft auch immer, berufen sind. Es muß sich im Berufsalltag der Gemeindeglieder, in
> ihrem häuslichen Leben, in jedem Beschäftigungs- oder Beamtenverhältnis, mit dem sie in
> Zukunft ihrer Regierung oder ihrem Volke dienen, ständig widerspiegeln. Es muß im
> Verhalten der Bahá'í-Wähler bei der Ausübung ihrer geheiligten Rechte und Pflichten
> bewiesen werden. Es muß die Haltung eines jeden ergebenen Gläubigen kennzeichnen, so daß
> er keine politischen Ämter übernimmt, sich nicht mit politischen Parteien identifiziert, sich
> aus dem politischen Meinungskampf heraushält und keiner politischen oder kirchlichen
> Organisation angehört. Es muß sich erweisen im kompromißlosen Festhalten aller, ob jung
> oder alt, an den von `Abdu'l-Bahá in Seinen Ansprachen niedergelegten, klar formulierten
> Leit- und Grundsätzen sowie an den von Bahá'u'lláh in Seinem Heiligsten Buche
> verkündeten Gesetzen und Vorschriften. Es muß zu Tage treten in der Unparteilichkeit jedes
> Verteidigers des Glaubens gegen dessen Feinde, in der gerechten Anerkennung jedweden
> Verdienstes, der einem Gegner zukommen mag, und in dem Anstand, mit dem er
> Verpflichtungen diesem gegenüber erfüllt. Es muß die leuchtendste Zierde sein im Leben und
> Streben, in den Bemühungen und Äußerungen jedes Bahá'í-Lehrers, ob er in der Heimat oder
> in der Ferne tätig ist, ob er in der vordersten Linie der Lehrkräfte steht oder eine weniger
> maßgebende und verantwortungsvolle Stellung einnimmt. Es muß das Gütesiegel sein für die
> zahlenmäßig kleine, doch äußerst dynamische und verantwortungsvolle Körperschaft der
> gewählten nationalen Vertreter jeder Bahá'í-Gemeinde  Stützpfeiler und einziges Werkzeug
> für die Wahl des Universalen Hauses, welches mit Namen und Titel, wie von Bahá'u'lláh
> 
> 55Bahá'í Administration, S. 130
> 56Bahá'í Administration, S. 132
> 
> verordnet, jenes rechtschaffene Verhalten versinnbildlicht, das zu bewahren und zu vollziehen
> seine oberste Aufgabe ist.57
> Ein keusches, heiliges Leben muß zum beherrschenden Grundsatz im Benehmen und
> Verhalten aller Bahá'í gemacht werden, sowohl in ihren gesellschaftlichen Beziehungen zu
> den Mitgliedern ihrer eigenen Gemeinschaft als auch in ihren Verbindungen mit der ganzen
> Welt. Es muß die unaufhörlichen Bemühungen, die verdienstvollen Anstrengungen jener
> schmücken und stärken, deren beneidenswertes Amt es ist, die Botschaft des Glaubens
> Bahá'u'lláhs zu verbreiten und seine Angelegenheiten zu verwalten. Es muß von denen, die in
> den Reihen dieses Glaubens stehen, mit allen Folgerungen in jedem Lebensabschnitt
> unversehrt hochgehalten werden, zuhause wie auf Reisen, in Vereinen, im Gesellschaftsleben,
> bei Unterhaltungen, in Schulen und Universitäten. Es muß besondere Aufmerksamkeit
> erfahren bei der Durchführung geselliger Veranstaltungen in Bahá'í-Sommerschulen wie auch
> zu jeder anderen Gelegenheit, bei der das Bahá'í-Gemeindeleben organisiert und gepflegt
> wird. Es muß eng und beständig mit dem Auftrag der Bahá'í-Jugend  sowohl als Bestandteil
> im Leben der Bahá'í-Gemeinde wie als Faktor künftiger Entwicklung und Orientierung der
> jungen Generation ihres jeweiligen Landes  verflochten sein.58
> Eines würde die schwere Bürde, die mir auf Herz und Sinn lastet, beträchtlich erleichtern: das
> Maß, in dem die Bahá'í ihr privates Leben und ihre Charaktereigenschaften nach dem hohen,
> von Bahá'u'lláh aufgestellten Kodex ausrichten. Er setzt einen unendlich erhabenen Maßstab,
> und alles, was nach diesem Maßstab unzulänglich ist, wird sich in den Augen derer, auf die es
> wirklich ankommt, als erbärmlich gering und als völlig nutzlos erweisen.59
> Bei menschenfreundlichen und mildtätigen Werken, bei der Förderung des Allgemeinwohls
> und des öffentlichen Interesses wie auch des Wohls jeder Gruppe ohne irgendeine Ausnahme,
> sollten die Geliebten Gottes allseits wohlwollende Aufmerksamkeit auf sich lenken und den
> anderen vorangehen.60
> Die Aufgabe, für die Sie sich einsetzen, ist meinem Herzen lieb und wert; sie stellt einen
> besonders wichtigen Aspekt der vielfältigen Tätigkeiten in unserem geliebten Glauben dar.
> Reinheit, Rechtschaffenheit, Loslösung und Opferbereitschaft in höchstem Maß müssen von
> den Mitgliedern Ihrer Gruppe eingehalten werden, damit Sie bei der Verbreitung und
> Vertiefung des Glaubens eine maßgebliche Rolle spielen können. Ihnen ist eine gewaltige
> Verantwortung auferlegt worden, und nur ein reines, tugendhaftes, aktives, wirklich
> beispielhaftes Leben kann Sie in die Lage versetzen, Ihre hohe Bestimmung zu erfüllen.61
> 
> 57Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit, S. 44 f
> 58Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit, S. 49 f
> 59Aus einem Brief vom 12. Oktober 1924 an einen Gläubigen
> 60Aus einem Brief vom 9. Januar 1929 an die Freunde im Osten
> 61Aus einem Brief vom 6. September 1934 an die Bahá'í-Teilnehmer der Louhelen-Sommerschule
> 
>      AUS BRIEFEN, DIE IM AUFTRAG SHOGHI EFFENDIS GESCHRIEBEN WURDEN
> 
> Die Verantwortung der jungen Gläubigen ist sehr groß; denn sie müssen nicht nur sich selbst
> vorbereiten, die Arbeit der älteren Bahá'í zu übernehmen und die Angelegenheiten des
> Glaubens im allgemeinen voranzutragen; vielmehr wird die Welt, die vor ihnen liegt, nach
> den Verheißungen Bahá'u'lláhs eine von Leiden gezüchtigte Welt sein, die endlich bereit sein
> wird, auf Seine Göttliche Botschaft zu hören. Von den Vertretern dieser Religion wird
> demnach ein besonders edler Charakter erwartet werden. Ihr Wissen zu vertiefen, sich nach
> den Bahá'í-Maßstäben der Tugend und des aufrichtigen Verhaltens zu vervollkommnen,
> sollte die vorrangige Aufgabe jedes jungen Bahá'í sein.62
> Der Hüter war erfreut, von Ihrer Jugendgruppe zu hören. Die Kinder, die in den
> weltumfassenden Lehren Bahá'u'lláhs erzogen werden, werden unzweifelhaft zu einem
> wahrhaft neuen Menschengeschlecht heranwachsen. Er hofft, daß sich diese jungen Menschen
> auf die große Aufgabe vorbereiten, die sie in Zukunft erwartet, die Aufgabe, beim Neuaufbau
> der Welt unter dem Beistand und der Erleuchtung der Bahá'í-Lehren mitzuhelfen.63
> Könnten wir die Dinge in ihrer eigentlichen Wirklichkeit erkennen, so würden wir sehen, daß
> der heißeste Kampf, der in der heutigen Welt tobt, ein geistiger Kampf ist. Wenn junge,
> eifrige, lebensprühende Gläubige Ihresgleichen den Lorbeer wahren, unsterblichen
> Heldentums erringen wollen, so sollen sie ungeachtet ihres praktischen Berufes an dem
> geistigen Kampf teilnehmen, der den Menschen in tiefster Seele aufrührt. Die schwerste,
> edelste Aufgabe in der heutigen Welt ist, ein wahrer Bahá'í zu sein. Dies erfordert, daß wir
> nicht nur die bekannten Mißstände überall in der Welt beseitigen, sondern auch Schwächen,
> Traditionsgebundenheit, Vorurteile und Selbstsucht, die wir selbst in unserem eigenen
> Charakter, ererbter- oder erworbenermaßen, mit uns tragen, und daß wir so unseren
> Mitmenschen ein strahlendes, unverderbliches Beispiel geben.64
> Er hofft, daß Sie sich in Ihrem Charakter wie in Ihrem Glauben zu richtigen Bahá'í
> entwickeln. Das ganze Ziel Bahá'u'lláhs ist, daß wir uns zu einem neuen Volk entwickeln, zu
> aufrechten, freundlichen, intelligenten, wahrhaftigen, ehrlichen Menschen, die im Einklang
> mit Seinen großen Gesetzen leben, wie sie für diesen neuen Abschnitt in der menschlichen
> Entwicklung niedergeschrieben worden sind. Es ist nicht genug, daß wir uns Bahá'í nennen;
> unser innerstes Wesen muß durch ein wahres Bahá'í-Leben geadelt und erleuchtet werden.65
> Wenn die Freunde danach streben und alles daransetzen könnten, hundertprozentige Bahá'í zu
> werden, dann würden sie sehen, wie stark ihr Einfluß auf andere zunähme und wie schnell der
> Glaube sich ausbreitete. Die Welt sucht keinen Kompromiß, sondern die Verkörperung eines
> hohen, leuchtenden Ideals. Je mehr die Freunde ihr Leben in jeder Hinsicht nach unseren
> Lehren ausrichten, zu Hause, im geschäftlichen Umgang, in ihren gesellschaftlichen
> Beziehungen, desto größer wird die Anziehung, die sie auf die Herzen anderer ausüben.66
> Wie wir alle wissen, sollten die Gläubigen sich bemühen, ein so beispielhaftes Leben zu
> führen, daß andere sich gedrängt fühlen, einen Glauben, der den menschlichen Charakter neu
> gestaltet, selbst anzunehmen. Bedauerlicherweise erlangt zwar nicht jeder leicht und rasch den
> Sieg über das Selbst; aber jeder Gläubige, ob jung oder alterfahren, sollte sich bewußt sein,
> daß die Sache Gottes die geistige Kraft hat, uns neu zu erschaffen, wenn wir uns anstrengen,
> diese Kraft in uns wirken zu lassen. Die größte Hilfe hierbei ist das Gebet. Wir müssen zu
> 
> 62Aus einem Brief vom 6. Juni 1941 an die Bahá'í-Jugend von Bombay, Indien
> 63Aus einem Brief vom 25. Dezember 1941 an die Bahá'í-Gruppe in Hobarth, Australien; zitiert in: Ziele der
> Kindererziehung, S. 101 f.
> 64Aus einem Brief vom 5. April 1942 an einen Gläubigen
> 65Aus einem Brief vom 25. August 1944 an die Jugendklasse der Louhelen-Sommerschule, USA; zitiert in: Zum
> wirklichen Leben, S. 20
> 66Aus einem Brief vom 23. Januar 1945 an einen Gläubigen; zitiert in: Zum wirklichen Leben, S. 21
> 
> Bahá'u'lláh flehen, uns beizustehen, die Fehler in unserem Charakter zu überwinden, und
> müssen unsere Willenskraft einsetzen, um über uns selbst Herr zu werden.67
> Seine ständige Hoffnung ist, die Bahá'í mögen sich einzeln und in ihrem Bahá'í-
> Gemeindeleben so verhalten, daß sie die Aufmerksamkeit anderer auf die Sache Gottes
> ziehen. Die Welt hungert nicht nur nach erhabenen Prinzipien und Idealen, sie hungert vor
> allem nach dem leuchtenden Beispiel, das die Bahá'í geben können und geben müssen.68
> In jeder Stadt sollten es sich die jungen Bahá'í zur Aufgabe machen, mit den örtlichen
> Jugendaktivitäten und Clubs Verbindung zu pflegen und zu versuchen, ihre Ansichten unter
> so vielen jungen Menschen wie möglich auf die verschiedenste Weise bekanntzumachen. Vor
> allem sollten sie diesen ein hohes Vorbild sein. Keuschheit, Höflichkeit, Freundlichkeit,
> Gastlichkeit und frohe Zuversicht auf der Menschheit endliches Glück und Wohlergehen
> sollte sie auszeichnen und ihnen die Liebe und Bewunderung ihrer Altersgenossen eintragen.
> Was im modernen Leben am deutlichsten fehlt, ist ein hoher Maßstab des Verhaltens und des
> guten Charakters; die jungen Bahá'í müssen beides dartun, wenn sie aufrichtig hoffen, die so
> schmerzlich enttäuschten, von der kriegsbedingten Laschheit vergifteten Angehörigen ihrer
> Generation dem Glauben zu gewinnen.69
> Wir müssen gegenseitig mit unseren Fehlern Geduld haben und immer Liebe und Einheit
> unter den Gläubigen zu schaffen suchen; schließlich sind sie noch in vieler Hinsicht unreif
> und weit davon entfernt, vollkommen zu sein. Der Glaube selbst ist das Wichtigste. Die
> Bahá'í müssen sich bemühen, immer vollkommenere Werkzeuge zu werden, die Bahá'u'lláh
> zur Vollendung Seiner Absicht einsetzen kann.70
> Immer wieder hat der Hüter nachdrücklich darauf hingewiesen, wie überragend notwendig es
> ist, daß die Bahá'í-Jugend die Lehren, insbesondere deren sittliche Seite, durch ihr Beispiel
> glaubhaft macht. Wenn sie sich nicht durch ihre hohen Verhaltensmaßstäbe auszeichnet, kann
> sie nicht erwarten, daß andere jungen Menschen die Sache ernst nehmen werden.71
> Er meint, daß besonders die Jugend entschlossen und beharrlich danach streben muß, ein
> Bahá'í-Leben beispielhaft zu verwirklichen. In der Welt um uns her sehen wir moralischen
> Niedergang, wahllose Geschlechtsbeziehung, Unanständigkeit, Verrohung, schlechtes
> Benehmen  die jungen Bahá'í müssen das Gegenteil davon sein und durch ihre Reinheit und
> Standfestigkeit, ihren Anstand, ihre Gewissenhaftigkeit und ihre gutes Benehmen andere
> Menschen, alt und jung, zum Glauben hinziehen. Die Welt ist der Worte müde; sie braucht
> das Beispiel, und es ist Sache der Bahá'í-Jugend, es zu geben.72
> Die Menschen der Welt fangen an, ihr Augenmerk auf uns zu richten. Während die Lage der
> Menschheit immer schlimmer wird, beobachten uns die Nicht-Bahá'í immer aufmerksamer,
> um festzustellen, ob wir unsere eigenen Institutionen von ganzem Herzen unterstützen, ob wir
> das Volk der neuen Schöpfung sind oder nicht, ob wir unserem Glauben, unseren
> Grundsätzen und Gesetzen entsprechend leben, nicht nur in Worten, sondern auch in Taten.
> Wir können nicht achtsam genug sein. Wir können nicht vorbildlich genug sein.73
> 
> 67Aus einem Brief vom 27. Januar 1945 an einen Gläubigen
> 68Aus einem Brief vom 22. Februar 1945 an einen Gläubigen; zitiert in: Zum wirklichen Leben, S. 22
> 69Aus einem Brief vom 20. Oktober 1945 an den Jugendausschuß der Vereinigten Staaten
> 70Aus einem Brief vom 26. Mai 1946 an einen Gläubigen
> 71Aus einem Brief vom 6. September 1946 an einen Gläubigen
> 72Aus einem Brief vom 19. September 1946 an die jugendlichen Teilnehmer der Green Acre-Sommerschule;
> zitiert in: Zum wirklichen Leben, S. 25
> 73Aus einem Brief vom 5. August 1955 an den Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í der Britischen Inseln; zitiert
> in: The Unfolding Destiny, S. 350
> 
>                                 LITERATURVERZEICHNIS
> 
> `Abdu'l-Bahá      The Promulgation of Universal Peace, Bd. 1, Chicago 1922
>                  Selections from the Writings of `Abdu'l-Bahá, Bahá'í World Centre, Haifa 1978
>                  Tablets of `Abdu'l-Bahá, Chicago/New York, Bd. 1 1909, Bd. 2 1915, Bd. 3 1916
>                  Kleine Auswahl aus Seinen Schriften, Hofheim-Langenhain 1980
> Bahá'u'lláh       Ährenlese. Eine Auswahl aus den Schriften Bahá'u'lláhs, Hofheim-Langenhain
>                   31980
>                   Botschaften aus `Akká, Hofheim-Langenhain 1982
> Shoghi Effendi   Bahá'í Administration, Wilmette 1968
>                                                   6
> 
>                  Gott geht vorüber, Hofheim-Langenhain 1974
>                                                          2
> 
>                   Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit, Frankfurt/Main 1969
>                   Zum wirklichen Leben. Auszüge aus Briefen und Schriften 1923-1957,
>                   herausgegeben vom Universalen Haus der Gerechtigkeit, Hofheim-Langenhain
>                   1974
>                   The Unfolding Destiny of the British Bahá'í Community, London 1981
> Star of the West  Chicago Bd. 8 1917/18, Bd. 9 1918/19, Reprint Oxford 1978
> Kompilationen     The Bahá'í World, Bd. 1 (Bahá'í Year Book), New York 1926
>                   Ziele der Kindererziehung. Aus den Schriften Bahá'u'lláhs, `Abdu'l-Bahás und
>                   Shoghi Effendis, zusammengestellt vom Universalen Haus der Gerechtigkeit
>                   August 1976, Hofheim-Langenhain 1979
>
> — *1982 Geistiger Adel*

