# 1997 Weltbuergerethos

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> Weltbürger-Ethos, 
> 
> Eine globale Ethik für nachhaltige Entwicklung 
> ist ein Nachdruck der von der Internationalen Bahá’í  Gemeinde 
> bei der ersten Sitzung des Ausschusses für nachhaltige Entwick-
> lung vorgelegten Verlautbarung. Sie betrifft den Bereich C: "Erzie-
> hung, Wissenschaft, Transfer umweltfreundlicher Technologien, 
> Zusammenarbeit und Erhöhung der Leistungsfähigkeit." Diese 
> Verlautbarung beabsichtigt einen wichtigen Gedanken zur Diskus-
> sion über nachhaltige Entwicklung vorzutragen, ist aber nur ein 
> Aspekt einer ganzen Reihe von Gedanken zur nachhaltigen Ent-
> wicklung, den die Internationale Bahá’í-Gemeinde zur laufenden 
> Diskussion beitragen möchte. Frühere Beiträge der Internationale 
> Bahá’í-Gemeinde finden sich in den Verlautbarungen "Erdcharta", 
> "Internationale Gesetzgebung für Umwelt und Entwicklung" ",Frau 
> und Mann - Partnerschaft für einen gesunden Planeten", "Nach-
> haltige Entwicklung und menschlicher Geist".
> 
> Weitere Informationen bei:
> 
> Der Nationale Geistige Rat der Bahá’í  in Deutschland e. V 
> Eppsteiner Str.89, 65719 Hofheim 
> Telefon 06192 - 9929-0 Telefax 06192 - 0020-99
> www.bahai.de
> 
>  
> Weltbürger-Ethos
> Eine Globale Ethik für Nachhaltige Entwicklung
> 
> Die Internationale Bahá‘í-Gemeinde unterbreitet folgenden Vorschlag im Geiste der Agenda 21, die 
> ein „dynamisches Programm" sein soll, dazu bestimmt, „sich im Laufe der Zeit gemäß sich wandeln-
> der Bedürfnisse und Umstände zu entwickeln,"1: Um die Völker der Welt dazu anzuregen, für eine 
> nachhaltige Entwicklung einzutreten, sollten die in der Agenda 21 geforderten Erziehungsprogramme 
> und Bewußtmachungskampagnen das Konzept des Weltbürger-Ethos fördern und pflegen.
> 
> Die Vision des Weltbürger-Ethos
> 
> Die größte Herausforderung, vor der sich die Weltgemeinschaft in der Ausführung der Agenda 21 
> befindet, besteht in der Freisetzung enormer finanzieller, technischer, menschlicher und moralischer 
> Ressourcen, die für eine nachhaltige Entwicklung erforderlich sind. Diese Ressourcen werden nur in 
> dem Maße freigesetzt werden können, wie die Völker der Welt ein tiefes Verantwortungsgefühl für 
> das Schicksal des Planeten und für das Wohlergehen der ganzen menschlichen Familie entwickeln.
> Dieses Verantwortungsgefühl kann sich nur aus der Anerkennung der Einheit der Menschheit erge-
> ben und wird einzig durch die vereinigende Vision einer friedlichen, blühenden Weltgesellschaft auf-
> recht gehalten werden. Ohne eine solche globale Ethik werden die Menschen sich nicht aktiv und 
> konstruktiv an dem weltweiten Prozeß der nachhaltige Entwicklung beteiligen können.2
> 
> Obgleich Agenda 21 einen unverzichtbaren Rahmen an wissenschaftlicher Kenntnis und techni-
> schem Know-how für die Durchsetzung der nachhaltigen Entwicklung liefert, begeistert sie doch 
> kaum für eine persönliche Hinwendung zu einer globalen Ethik. Das bedeutet nicht, daß Fragen der 
> Ethik und Werte während der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (Uni-
> ted Nations Conference on Environment and Development - UNCED) vernachlässigt wurden. Der Ruf 
> nach einheitlichen Wertvorstellungen wurde während des ganzes Prozesses von Staatsoberhäuptern, 
> UN-Beamten, Vertretern von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und einzelnen Bürgern erho-
> ben. Insbesondere wurden die Vorstellungen der „Einheit in der Vielfalt", „Weltbürger-Ethos" und „un-
> sere gemeinsame Menschheit" immer wieder angesprochen, um als eine ethische Grundlage für die 
> Agenda 21 und die Rio Deklaration3 zu dienen.
> 
> Die Weltgemeinschaft ist sich also schon im Grunde einig, daß wir eine globale Ethik brauchen, um 
> Agenda 21 mit Leben zu erfüllen. Wir schlagen vor, daß der Begriff Weltbürger-Ethos angenommen 
> wird, um die Gesamtheit der Prinzipien, Werte, Einstellungen und Verhaltensmuster zu umfassen, die 
> die Völker der Welt sich aneignen müssen, wenn eine nachhaltige Entwicklung erreicht werden soll.
> 
> Weltbürger-Ethos beginnt mit der Einsicht in die Einheit der menschlichen Familie und in die gegen-
> seitigen Verbundenheit der Völker „der Erde, unserer Heimat."4 Sie ermutigt zu einem gesunden Pat-
> riotismus, besteht aber gleichzeitig auf einer weiteren Loyalität, der Liebe zur Menschheit. Das be-
> deutet jedoch nicht, daß berechtigte Loyalitäten aufgegeben, kulturelle Vielfalt unterdrückt, nationale 
> Autonomie abgeschafft oder Einheitlichkeit aufgezwungen werden. Ihr Kennzeichen ist „Einheit in der 
> Vielfalt". Zum Weltbürger-Ethos gehören die Prinzipien sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit 
> sowohl innerhalb der Nationen wie auch zwischen ihnen; konfliktfreie Entscheidungsfindung auf allen 
> Ebenen der Gesellschaft; Gleichwertigkeit der Geschlechter; rassische, ethnische, nationale und reli-
> giöse Harmonie; Bereitwilligkeit, zum Wohl des Ganzen Opfer zu bringen. Andere Aspekte des Welt-
> bürger--Ethos - alle von ihnen betonen Menschenwürde, Verständigung, Einvernehmen, Zusammen-
> arbeit, Vertrauenswürdigkeit, Mitgefühl und das Bedürfnis, dienstbar zu sein - können hiervon abge-
> leitet werden. Einige dieser Prinzipien5 sind in der Agenda 21 genannt, die meisten offenbar aber 
> nicht. Darüber hinaus bietet sie keinen Begriffsrahmen, der diese Prinzipien umfassen könnte.
> 
> Die Förderung des Weltbürger-Ethos ist eine praktische Strategie, um eine nachhaltige Entwicklung 
> voranzutreiben. Solange Uneinigkeit, Feindseligkeit und Provinzialismus das soziale, politische und 
> wirtschaftliche Verhältnis innerhalb und zwischen den Nationen bestimmen, kann eine globale und 
> nachhaltige Form der Entwicklung nicht errichtet werden.6 Vor mehr als einem Jahrhundert warnte 
> Bahá'u'lláh, "das Wohlergehen der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, 
> wenn nicht und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist." Nur auf der Grundlage einer echten Einheit, 
> Harmonie und Verständigung zwischen den verschiedenen Völkern und Nationen der Welt kann eine 
> Weltgesellschaft dauerhaft errichtet werden.
> 
> Wir empfehlen daher, daß in allen Schulen Weltbürger-Ethos gelehrt werde und daß der Einheit der 
> Menschheit - das dem Weltbürger--Ethos zugrunde liegende Prinzip - in allen Nationen Geltung ver-
> schafft werden möge.
> 
> Das Konzept des Weltbürger-Ethos ist der Weltgemeinschaft nicht neu. Es findet sich implizit und 
> explizit in einer ganzen Reihe von UN-Dokumenten einschließlich den einleitenden Worten der UN-
> Charta selbst: „Wir, die Völker der Vereinten Nationen..." Es wird heute schon in der ganzen Welt und 
> in allen Kulturen durch NGOs, Akademien, Bürgergruppen, Entertainer, Erziehungsprogramme, 
> Künstler und Medien vertreten. Diese Bemühungen sind bereits beachtlich, aber sie müssen noch 
> viel mehr verstärkt werden. Eine sorgfältig geplante und inszenierte Langzeitkampagne zur Förde-
> rung des Wetbürger-Ethos, an der alle Ebenen der Gesellschaft auf kommunaler, nationaler und in-
> ternationaler Ebene beteiligt werden, muß dringend in Gang gesetzt werden. Sie muß mit aller Kraft, 
> mit moralischem Mut und der festen Überzeugung, die die Vereinten Nationen, ihre Mitgliedsstaaten 
> und Partner nur aufbieten können, vorangetrieben werden. 
> 
> Die Förderung des Weltbürger-Ethos 
> 
> Der folgende Vorschlag für eine Kampagne zur Förderung des Weltbürger-Ethos7 paßt nahtlos in den 
> Rahmen für eine Neuorientierung der Erziehung, des öffentlichen Bewußtseins und der Ausbildung 
> für nachhaltige Entwicklung, wie er im Kapitel 36 der Agenda 21 vorgelegt wird.
> 
> Erziehung
> 
> Erziehung - in ihren verschiedenartigen Formen - ist zweifellos der wirksamste Weg, um die Werte, 
> Einstellungen, Verhaltensweise und Fähigkeiten herauszubilden, die die Völker der Welt dazu befä-
> higen werden, im langfristigen-Interesses des Planeten und der Menschheit zu handeln.8 Die Verein-
> ten Nationen, Regierungen und Erziehungsbehörden sollten sich bemühen, das Prinzip des Weltbür-
> ger-Ethos zu einem Teil der Grundausbildung jedes Kindes zu machen.
> 
> Die Einzelheiten der Erziehungsprogramme zu ihrer Verwirklichung werden in den einzelnen Ländern 
> erheblich voneinander abweichen. Wenn Weltbürger-Ethos allerdings als ein universales Prinzip ver-
> standen werden soll, müssen bestimmte Aspekte allen Programmen gemeinsam sein. Auf der Grund-
> lage der Einheit der Menschheit sollten sie zu Toleranz und Brüderlichkeit erziehen, die Anerkennung 
> der Reichhaltigkeit und der Bedeutung der verschiedenen kulturellen, religiösen und sozialen Syste-
> me der Welt pflegen, und jene Traditionen stärken, die zu einer fortschreitenden Weltkultur beitragen. 
> Sie sollten das Prinzip der „Einheit in der Vielfalt" als den Schlüsselbegriff für das Wohlergehen der 
> Nationen und der Weltgemeinschaft allgemein lehren. Sie sollten die Ethik des Dienstes am Ge-
> meinwohl pflegen und ein Verständnis für die Rechte und Pflichten, die sich aus dem Weltbürger-
> Ethos ergeben, vermitteln. Diese Programme sollten auf den positiven Bemühungen jeden Landes 
> aufbauen und seine offensichtlichen Erfolge herausstellen, zu denen Modelle der rassischen, religiö-
> sen, nationalen und ethnischen Einheit gehören. Sie sollten auf die Wichtigkeit der Vereinten Natio-
> nen bei der Förderung der globalen Zusammenarbeit und Verständigung hinweisen, auf ihre univer-
> salen Ziele und Programme; auf ihre unmittelbare Bedeutung für die Völker und Nationen der Welt; 
> und auf die von ihnen in unserer enger zusammenwachsenden Welt in immer stärkerem Maße wahr-
> zunehmenden Aufgaben.
> Ehe eine Kampagne zur Förderung des Weltbürger-Ethos eingeleitet werden kann, muß eine allge-
> meine Verständigung und Einigung über das Konzept entwickelt werden. Die Kommission für nach-
> haltige Entwicklung möge einen Sonderausschuß oder eine Arbeitsgruppe einsetzen, die die Richtli-
> nien für das Weltbürger-Ethos und Vorschläge für die Eingliederung dieses Prinzips in bestehende 
> formale und informelle Erziehungsprogramme entwickeln sollten. Alternativ möge die Kommission die 
> Unterstützung des Hauptausschusses für nachhaltige Entwicklung (High Level Advisory Board on 
> Sustainable Development) oder des Verbindungsausschusses der Organisationen für nachhaltige 
> Entwicklung (Inter-Agency Committee on Sustainable Development) erbitten. Das Sekretariat der 
> Vereinten Nationen könnte sogar beschließen, eine Weltbürger-Ethos-Einheit einzusetzen, ähnlich 
> der seinerzeitigen Friedenstudien-Einheit, um diese Richtlinien zu entwickeln und die Bemühungen 
> des ganzen Systems um Weltbürger-Ethos-Erziehung zu koordinieren. Welcher Weg auch einge-
> schlagen wird, dieser Aufgabe kommt die höchste Priorität zu.
> 
> Weltbürger-Ethos könnte leicht in alle Maßnahmen eingegliedert werden, die im Kapitel 36.5 der A-
> genda 21 zur Reorientierung der Erziehung in Richtung auf eine nachhaltige Entwicklung vorgeschla-
> gen werden. Hierzu einige Beispiele:
> •	Nationale Beratungsgremien/Runde Tische (36.5.c) sollen die Eingliederung des Weltbürger-
> Ethos in die Erziehungsprogramme des Landes erleichtern. 
> •	In Ausbildungs- und Fortbildungsprogrammen für alle Lehrer, Schulbeamten, Pädagogen und 
> informelle Erzieher (36.5.d) soll das Prinzip des Weltbürger-Ethos einbezogen werden. 
> •	Pädagogisches Material über nachhaltige Entwicklung, das von den Zweigorganisationen der 
> Vereinten Nationen hergestellt wird, sollte zu Weltbürger-Ethos ebenso ermutigen wie das 
> Unterrichtssmaterial über die Vereinten Nationen. 
> •	Die Agenda 21 verlangt die "Entwicklung eines Internationales Netzes", um die weltweiten 
> Bemühungen um nachhaltige Entwicklung zu unterstützen (36.5k). Dieses Netz könnte so-
> wohl Zweigorganisationen der Vereinten Nationen als auch NGOs dazu ermutigen, auf den 
> Richtlinien für Weltbürger-Ethos gegründetes Material herauszugeben und für deren Vertei-
> lung zu sorgen. 
> •	Regierungen und Erziehungsbehörden sind bereits aufgerufen worden, "geschlechtsspezifi-
> sche Klischees aus den Curricula zu entfernen" als einen Beitrag zur nachhaltigen Entwick-
> lung (36.5 m). Wir würden empfehlen, daß im Geiste des Weltbürger-Ethos Klischees über 
> Religion, Kultur, Rasse, Klasse, Nationalität und Volkszugehörigkeit ebenfalls entfernt wer-
> den. 
> Öffentliches Bewußtsein
> Die Menschen müssen von sich selbst als Weltbürger denken und sich ihrer persönlichen Verantwor-
> tung zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung bewußt werden.9 Kampagnen, die die Herausfor-
> derungen des Weltbürger-Ethos in das öffentliche Bewußtsein heben wollen, müssen die gesamte 
> Bandbreite der Medien und der Kunst nutzen, dazu gehören Fernsehen, Videos, Filme, Radio, elekt-
> ronische Netze, Bücher, Zeitschriften, Poster, Flugblätter, Theater und Musik. An diesen Kampagnen 
> sollten sich die Werbung, die Unterhaltungsindustrie, die Medien - die traditionellen wie auch die 
> nicht-traditionellen - das ganze System der Vereinten Nationen, alle Mitgliedsstaaten, Nicht-
> Regierungs -- Organisationen und öffentliche Persönlichkeiten beteiligen. Sie sollten auf das Heim, 
> den Arbeitsplatz, die Öffentlichkeit und die Schulen ausgerichtet sein. Die oben für das Weltbürger-
> Ethos geforderten Richtlinien sollten sich für Kampagnen, die sich an das öffentliche Bewußtsein 
> wenden, eignen und als grundlegendes Referenzmaterial für alle Medienprogramme dienen. 
> 
> Das Weltbürger-Ethos könnte auch bei den Maßnahmen aufgenommen werden, die im Kapitel 36.10 
> der Agenda 21 zur Verstärkung und Sensibilisierung des öffentlichen Bewußtseins in Bezug auf 
> nachhaltige Entwicklung genannt werden. Hierzu einige Beispiele:
> •	Nationale und internationale Beratungsgremlen (36.10.a) könnten die verschiedenen Medien 
> ermutigen, sich die Richtlinien für das Weltbürger-Ethos zu eigen zu machen. Die Medien ha-
> ben schon viel geleistet, indem sie unsere gegenseitige, weltweite Abhängigkeit und die vor 
> der Gemeinschaft der Welt stehenden ungeheueren Herausforderungen der Öffentlichkeit 
> zum Bewußtsein brachten. Sie haben auch die scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten, 
> die uns trennen, hervorgehoben. 
> •	Die Medien haben die Verantwortung, den Menschen verständlich zu machen, daß Vielfalt 
> nicht zu Konflikten führen muß. Vielfalt kann und muß vielmehr als ein Mittel für nachhaltige 
> Entwicklung dienen. Die Medien können das erreichen, indem sie auf die konstruktiven, eini-
> genden und kooperativen Unternehmungen hinweisen, die beweisen, daß die Menschheit die 
> Fähigkeit zur Zusammenarbeit besitzt, um die vor uns liegenden ungeheueren Herausforde-
> rungen zu bestehen. 
> •	Wenn die Vereinten Nationen eine „gute Zusammenarbeit mit den Medien" (36.10.e) anstre-
> ben, so sollten sie sehr viel mutiger über sich selbst und ihre verheißungsvolle Rolle für die 
> Weltgemeinschaft sprechen. Die Vereinten Nationen wurden auf der Grundlage hoher Ideale 
> und der Vision einer friedvollen, fortschrittlichen Welt errichtet. Indem sie einen Rahmen für 
> Kommunikation und Zusammenarbeit verfügbar machten und zahllose konstruktive Projekte 
> initiierten, haben sie in bedeutendem Maße zur Verständigung, Hoffnung und zum Good-Will 
> in der Welt beigetragen. Ihre hervorragenden Leistungen sind jedoch der Allgemeinheit kaum 
> bekannt. 
> •	Indem die Vereinten Nationen die Idee des Weltbürger-Ethos als umfassendes Thema nut-
> zen, sollten sie ihre Ideale, Tätigkeiten und Ziele veröffentlichen, damit die Menschen einse-
> hen, welche einzigartige und lebenswichtige Rolle die Vereinten Nationen in der Welt - und 
> damit auch in ihrem eigenen Leben - spielen. In ähnlicher Weise sollten die Vereinten Natio-
> nen das Weltbürger-Ethos in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, bei den Feiern zu ihrem 50. Jahrestag 
> und bei den Führungen durch ihre Zentrale herausstellen. jedes Dokument der Vereinten Na-
> tionen, das die nachhaltige Entwicklung zum Thema hat, sollte auch dieses Prinzip erwähnen 
> -angefangen mit der Präambel zur geplanten Erd-Charta. 
> •	Weltbürger-Ethos muß zum allerwichtigsten ethischen Bezugsbegriff bei allen Maßnahmen 
> der Vereinten Nationen werden. 
> •	Die Dienste von Werbeagenturen (36.10.e) sollten in Anspruch genommen werden, um den 
> Begriff des Weltbürger--Ethos zu verbreiten und zu fördern. Kampagnen könnten zu folgen-
> den Themen veranstaltet werden: 
> Wir, die Völker der Vereinten Nationen, feiern die Einheit in der Vielfalt.
> Ein Planet, eine Nation.
> Bei aller Vielfalt sind wir doch eine menschliche Familie.
> Unsere gemeinsame Zukunft: Einheit in der Vielfalt.
> •	Für die Förderung des Weltbürger-Ethos sollten Wettbewerbe ausgeschrieben und Preise 
> verliehen werden (36.10.e). 
> •	Während die Medien das öffentliche Bewußtsein „in Bezug auf die Auswirkungen von Gewalt 
> auf die Gesellschaft" schärfen, können sie ein Engagement für Weltbürger-Ethos erzeugen, 
> indem sie Beispiele für konstruktive, die Einheit fördernde Unternehmungen herausstellen, die 
> deutlich machen, welche Kraft in der Einheit und in einer gemeinsamen Vision liegt. 
> 
> Alle Länder sollten dazu ermutigt werden, für die Förderung des Weltbürger-Ethos Finanzmittel ein-
> zuplanen. Es sollte auch überlegt werden, ob die Förderung des Weltbürger-Ethos als eines „der An-
> zeichen für nachhaltige Entwicklung" angesehen werden könnte. So könnten z.B. Länder dazu ermu-
> tigt werden, über Bemühungen zu berichten, daß Toleranz und Wertschätzung anderer Kulturen an-
> erkannt, die Gleichberechtigung der Geschlechter durchgesetzt und das Konzept von der einen 
> menschlichen Familie in Lehrplänen, Unterhaltungssendungen und in den Medien eingeführt wurde.
> Die Herausforderung Des Weltbürger-Ethos 
> Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Konzept des Weltbürger-Ethos von gleicher Her-
> ausforderung und Dynamik ist wie die sich der Weltgemeinschaft bietenden günstigen Möglichkeiten. 
> Wir, die Völker und Nationen der Welt, täten gut daran, die ihm zugrunde liegenden Prinzipien mutig 
> aufzunehmen und uns von ihnen in allen Bereichen unseres Lebens leiten zu lassen - von unseren 
> persönlichen und lokalen Beziehungen bis zu unseren nationalen und internationalen Angelegenhei-
> ten; von unseren Schulen, Arbeitsplätzen und Medien bis zu den juristischen, sozialen und politischen 
> Institutionen. Wir bitten die Kommission daher dringend, das ganze System der Vereinten Nationen 
> zu ermutigen, das Prinzip des Weltbürger-Ethos in die gesamte Bandbreite seiner Programme und 
> Aktivitäten einzubeziehen.
> 
> Die Internationale Bahá‘í-Gemeinde, die Weltbürger-Ethos schon seit mehr als einem Jahrhundert 
> pflegt, würde gern der Kommission, den Regierungen, den NGOs und anderen dabei behilflich sein, 
> die in diesem Dokument enthaltenen Konzepte fortzuentwickeln, praktische Modelle der rassischen, 
> religiösen, nationalen und ethnischen Einheit für eine nachhaltige Entwicklung zu liefern und an Bera-
> tungen über dieses so wichtige Problem teilzunehmen. Als eine Weltgemeinschaft, in der die Vielfalt 
> der ganzen Menschheit vertreten ist und die über eine große gemeinsame Vision verfügt, wird die 
> Internationale Bahá‘í-Gemeinde auch weiterhin die nachhaltige Entwicklung unterstützen, indem sie 
> die Menschen dazu ermutigt, sich als Bürger einer Welt und die Gestaltet einer gerechten und blü-
> henden Weltzivilisation zu betrachten.
> 
> 1) Agenda 2 1, Kapitel 1.6
> 2) Eine der meistzitierten Thesen der Agenda 21 ist die Bedeutung der "breiten öffentlichen Mitwir-
> kung an der Entscheidungsfindung","die eigene Beteiligung aller gesellschaftlichen Kräfte","wirkliche 
> geseltschaftliche Partnerschaft" und „neue Ebenen der Zusammenarbeit zwischen den Staaten und 
> Schlüsselbereichen der Gesellschaften und Völker".
> 3) In der Arbeit des UNCED wurde in zahlreichen Veröffentlichungen und Tagungen auf die Notwen-
> digkeit einer globalen Ethik hingewiesen. Weitere Fundstellen im englischen Original dieser Broschü-
> re.
> 4) Rio Deklaration über Umwelt und Entwicklung, Präambel
> 5) s. z.B. Rio Deklaration über Umwelt und Entwicklung, Kapitel 1, 2, 3, 23, 24 und 36.
> 6) s. Rio Deklaration über Umwelt und Entwicklung, Prinzip 25
> 7) Im Zusammenhang mit dem Prinzip des Weltbürger-Ethos sollte dieses Programm „durch die darin 
> Handelnden gemäß den unterschiedlichen Situationen, Fähigkeiten und Prioritäten der Länder und 
> Regionen durchgeführt werden." (Agenda 2 1, Kapitel 1.6.)
> 8) vgl. Agenda 2 1, Kapitel 36.3
> 9) vgl. Agenda 2 1, Kapitel 36.9
> 
>  
> 
> ©1997 -- The Bahá'í International Community United Nations Office  <http://www.bic-un.bahai.org>
> 
>                   Internationale Bahá’í-Gemeinde         - Stellungnahme zum Wetbürger-Ethos -              von 1997 
> 
> Hamburg, den 20.06.2003                 Datei:D:\aa-sich\Winword2\bic\Weltbürger.doc      	Seite: 6 von 6
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> — *1997 Weltbuergerethos*

