# 22 Das Hohelied Salomos

*Exported from [Holy-Writings.com](https://www.holy-writings.com/) on 2026-06-19 — 1 clipping.*

---

> (vgl. Ps 45,1-18)
> 
>   1:1    Das Hohelied Salomos.
> 
> 1:2    Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist
> lieblicher als Wein.
> 
> 1:3    Es riechen deine Salben köstlich; dein Name ist eine ausgeschüttete
> Salbe, darum lieben dich die Mädchen.
> 
> 1:4    Zieh mich dir nach, so wollen wir laufen. Der König führte mich in
> seine Kammern. Wir wollen uns freuen und fröhlich sein über dich;
> wir preisen deine Liebe mehr als den Wein. Herzlich lieben sie dich.
> 
> 1:5    Ich bin braun, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die
> Zelte Kedars, wie die Teppiche Salomos.
> 
> 1:6    Seht mich nicht an, daß ich so braun bin; denn die Sonne hat mich so
> verbrannt. Meiner Mutter Söhne zürnten mit mir. Sie haben mich zur
> Hüterin der Weinberge gesetzt; aber meinen eigenen Weinberg habe ich
> nicht behütet.
> 
> 1:7    Sage mir an, du, den meine Seele liebt, wo du weidest, wo du ruhst
> am Mittag, damit ich nicht herumlaufen muß bei den Herden deiner
> Gesellen.
> 
> 1:8    Weißt du es nicht, du Schönste unter den Frauen, so geh hinaus auf
> die Spuren der Schafe und weide deine Zicklein bei den Zelten der
> Hirten.
> 
> 1:9    Ich vergleiche dich, meine Freundin, einer Stute an den Wagen des
> Pharao.
> 
> 1:10   Deine Wangen sind lieblich mit den Kettchen und dein Hals mit den
> Perlenschnüren.
> 
> 1:11   Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit kleinen silbernen Kugeln.
> 
> 1:12   Als der König sich herwandte, gab meine Narde ihren Duft.
> 
> 1:13   Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten
> hängt.
> 
> 1:14   Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weingärten
> von En-Gedi.
> 
> 1:15   Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen
> sind wie Taubenaugen.
> 
> 1:16   Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich. Unser Lager ist
> grün.
> 
> 1:17   Die Balken unserer Häuser sind Zedern, unsere Täfelung Zypressen.
> 
>   2:1    Ich bin eine Blume in Scharon und eine Lilie im Tal.
> 
> 2:2    Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den
> Mädchen.
> 
> 2:3    Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter
> den Jünglingen. Unter seinem Schatten zu sitzen begehre ich, und
> seine Frucht ist meinem Gaumen süß.
> 
> 2:4    Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Zeichen über
> mir.
> 
> 2:5    Er erquickt mich mit Traubenkuchen und labt mich mit Äpfeln; denn
> ich bin krank vor Liebe.
> 
> 2:6    Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich. -
> 
> 2:7    Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder
> bei den Hinden auf dem Felde, daß ihr die Liebe nicht aufweckt und
> nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.
> 
> 2:8    Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft über
> die Berge und springt über die Hügel.
> 
> 2:9    Mein Freund gleicht einer Gazelle oder einem jungen Hirsch. Siehe,
> er steht hinter unsrer Wand und sieht durchs Fenster und blickt
> durchs Gitter.
> 
> 2:10   Mein Freund antwortet und spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin,
> meine Schöne, und komm her!
> 
> 2:11   Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und
> dahin.
> 
> 2:12   Die Blumen sind aufgegangen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen,
> und die Turteltaube läßt sich hören in unserm Lande.
> 
> 2:13   Der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, und die Reben duften mit ihren
> Blüten. Steh auf, meine Freundin, und komm, meine Schöne, komm her!
> 
> 2:14   Meine Taube in den Felsklüften, im Versteck der Felswand, zeige mir
> deine Gestalt, laß mich hören deine Stimme; denn deine Stimme ist
> süß, und deine Gestalt ist lieblich.
> 
> 2:15   Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge
> verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten bekommen.
> 
> 2:16   Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter den Lilien weidet.
> 
> 2:17   Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden, wende dich her
> gleich einer Gazelle, mein Freund, oder gleich einem jungen Hirsch
> auf den Balsambergen.
> 
>   3:1    Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich
> suchte; aber ich fand ihn nicht.
> 
> 3:2    Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und
> Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand
> ihn nicht.
> 
> 3:3    Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: »Habt ihr
> nicht gesehen, den meine Seele liebt?«
> 
> 3:4    Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele
> liebt. Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los, bis ich ihn brachte in
> meiner Mutter Haus, in die Kammer derer, die mich geboren hat. -
> 
> 3:5    Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder
> bei den Hinden auf dem Felde, daß ihr die Liebe nicht aufweckt und
> nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.
> 
> 3:6    Was steigt da herauf aus der Wüste wie ein gerader Rauch, wie ein
> Duft von Myrrhe, Weihrauch und allerlei Gewürz des Krämers?
> 
> 3:7    Siehe, es ist die Sänfte Salomos; sechzig Starke sind um sie her von
> den Starken in Israel.
> 
> 3:8    Alle halten sie Schwerter und sind geübt im Kampf; ein jeder hat
> sein Schwert an der Hüfte gegen die Schrecken der Nacht.
> 
> 3:9    Der König Salomo ließ sich eine Sänfte machen aus Holz vom Libanon.
> 
> 3:10   Ihre Säulen machte er aus Silber, ihre Lehnen aus Gold, ihren Sitz
> mit Purpur bezogen, ihr Inneres mit Ebenholz eingelegt. - Ihr
> Töchter Jerusalems,
> 
> 3:11   kommt heraus und sehet, ihr Töchter Zions, den König Salomo mit der
> Krone, mit der ihn seine Mutter gekrönt hat am Tage seiner Hochzeit,
> am Tage der Freude seines Herzens.
> 
>   4:1    Siehe, meine Freundin, du bist schön! Siehe, schön bist du! Deine
> Augen sind wie Taubenaugen hinter deinem Schleier. Dein Haar ist wie
> eine Herde Ziegen, die herabsteigen vom Gebirge Gilead.
> 
> 4:2    Deine Zähne sind wie eine Herde geschorener Schafe, die aus der
> Schwemme kommen; alle haben sie Zwillinge, und keines unter ihnen
> ist unfruchtbar.
> 
> 4:3    Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund
> ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine
> Scheibe vom Granatapfel.
> 
> 4:4    Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, an der
> tausend Schilde hangen, lauter Schilde der Starken.
> 
> 4:5    Deine beiden Brüste sind wie junge Zwillinge von Gazellen, die unter
> den Lilien weiden.
> 
> 4:6    Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden, will ich zum
> Myrrhenberge gehen und zum Weihrauchhügel.
> 
> 4:7    Du bist wunderbar schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir.
> 
> 4:8    Komm mit mir, meine Braut, vom Libanon, komm mit mir vom Libanon,
> steig herab von der Höhe des Amana, von der Höhe des Senir und
> Hermon, von den Wohnungen der Löwen, von den Bergen der Leoparden!
> 
> 4:9    Du hast mir das Herz genommen, meine Schwester, liebe Braut, du hast
> mir das Herz genommen mit einem einzigen Blick deiner Augen, mit
> einer einzigen Kette an deinem Hals.
> 
> 4:10   Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, liebe Braut! Deine Liebe
> ist lieblicher als Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft
> alle Gewürze.
> 
> 4:11   Von deinen Lippen, meine Braut, träufelt Honigseim. Honig und Milch
> sind unter deiner Zunge, und der Duft deiner Kleider ist wie der
> Duft des Libanon.
> 
> 4:12   Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten,
> eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born.
> 
> 4:13   Du bist gewachsen wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen
> Früchten, Zyperblumen mit Narden,
> 
> 4:14   Narde und Safran, Kalmus und Zimt, mit allerlei Weihrauchsträuchern,
> Myrrhe und Aloe, mit allen feinen Gewürzen.
> 
> 4:15   Ein Gartenbrunnen bist du, ein Born lebendigen Wassers, das vom
> Libanon fließt.
> 
> 4:16   Steh auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten,
> daß der Duft seiner Gewürze ströme! Mein Freund komme in seinen
> Garten und esse von seinen edlen Früchten. -
> 
>   5:1    Ich bin gekommen, meine Schwester, liebe Braut, in meinen Garten.
> Ich habe meine Myrrhe samt meinen Gewürzen gepflückt; ich habe meine
> Wabe samt meinem Honig gegessen; ich habe meinen Wein samt meiner
> Milch getrunken. Eßt, meine Freunde, und trinkt und werdet trunken
> von Liebe!
> 
> 5:2    Ich schlief, aber mein Herz war wach. Da ist die Stimme meines
> Freundes, der anklopft: »Tu mir auf, liebe Freundin, meine
> Schwester, meine Taube, meine Reine! Denn mein Haupt ist voll Tau
> und meine Locken voll Nachttropfen.«
> 
> 5:3    »Ich habe mein Kleid ausgezogen, - wie soll ich es wieder anziehen?
> Ich habe meine Füße gewaschen, - wie soll ich sie wieder schmutzig
> machen?«
> 
> 5:4    Mein Freund steckte seine Hand durchs Riegelloch, und mein Innerstes
> wallte ihm entgegen.
> 
> 5:5    Da stand ich auf, daß ich meinem Freunde auftäte; meine Hände
> troffen von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe am Griff
> des Riegels.
> 
> 5:6    Aber als ich meinem Freund aufgetan hatte, war er weg und
> fortgegangen. Meine Seele war außer sich, daß er sich abgewandt
> hatte. Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; ich rief, aber er
> antwortete mir nicht.
> 
> 5:7    Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen; die
> schlugen mich wund. Die Wächter auf der Mauer nahmen mir meinen
> Überwurf. -
> 
> 5:8    Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, findet ihr meinen
> Freund, so sagt ihm, daß ich vor Liebe krank bin.
> 
> 5:9    Was hat dein Freund vor andern Freunden voraus, o du Schönste unter
> den Frauen? Was hat dein Freund vor andern Freunden voraus, daß du
> uns so beschwörst? -
> 
> 5:10   Mein Freund ist weiß und rot, auserkoren unter vielen Tausenden.
> 
> 5:11   Sein Haupt ist das feinste Gold. Seine Locken sind kraus, schwarz
> wie ein Rabe.
> 
> 5:12   Seine Augen sind wie Tauben an den Wasserbächen, sie baden in Milch
> und sitzen an reichen Wassern.
> 
> 5:13   Seine Wangen sind wie Balsambeete, in denen Gewürzkräuter wachsen.
> Seine Lippen sind wie Lilien, die von fließender Myrrhe triefen.
> 
> 5:14   Seine Finger sind wie goldene Stäbe, voller Türkise. Sein Leib ist
> wie reines Elfenbein, mit Saphiren geschmückt.
> 
> 5:15   Seine Beine sind wie Marmorsäulen, gegründet auf goldenen Füßen.
> Seine Gestalt ist wie der Libanon, auserwählt wie Zedern.
> 
> 5:16   Sein Mund ist süß, und alles an ihm ist lieblich. - So ist mein
> Freund; ja, mein Freund ist so, ihr Töchter Jerusalems! -
> 
>   6:1    »Wo ist denn dein Freund hingegangen, o du Schönste unter den
> Frauen? Wo hat sich dein Freund hingewandt? So wollen wir ihn mit
> dir suchen.«
> 
> 6:2    Mein Freund ist hinabgegangen in seinen Garten, zu den Balsambeeten,
> daß er weide in den Gärten und Lilien pflücke.
> 
> 6:3    Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter den Lilien weidet.
> 
> 6:4    Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem,
> gewaltig wie ein Heer.
> 
> 6:5    Wende deine Augen von mir; denn sie verwirren mich. Deine Haare sind
> wie eine Herde Ziegen, die herabsteigen vom Gebirge Gilead.
> 
> 6:6    Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe, die aus der Schwemme kommen;
> alle haben sie Zwillinge, und keines unter ihnen ist unfruchtbar.
> 
> 6:7    Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom
> Granatapfel. -
> 
> 6:8    Sechzig Königinnen sind es und achtzig Nebenfrauen und Jungfrauen
> ohne Zahl.
> 
> 6:9    Aber eine ist meine Taube, meine Reine; die Einzige ist sie für ihre
> Mutter, das Liebste für die, die sie geboren hat. Als die Töchter
> sie sahen, priesen sie sie glücklich; die Königinnen und Nebenfrauen
> rühmten sie.
> 
> 6:10   Wer ist sie, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der
> Mond, klar wie die Sonne, gewaltig wie ein Heer?
> 
> 6:11   Ich bin hinabgegangen in den Nußgarten, zu schauen die Knospen im
> Tal, zu schauen, ob der Weinstock sproßt, ob die Granatbäume blühen.
> 
> 6:12   Ohne daß ich's merkte, trieb mich mein Verlangen zu der Tochter
> eines Fürsten.
> 
>   7:1    Wende dich hin, wende dich her, o Sulamith! Wende dich hin, wende
> dich her, daß wir dich schauen! Was seht ihr an Sulamith beim Reigen
> im Lager? -
> 
> 7:2    Wie schön ist dein Gang in den Schuhen, du Fürstentochter! Die
> Rundung deiner Hüfte ist wie ein Halsgeschmeide, das des Meisters
> Hand gemacht hat.
> 
> 7:3    Dein Schoß ist wie ein runder Becher, dem nimmer Getränk mangelt.
> Dein Leib ist wie ein Weizenhaufen, umsteckt mit Lilien.
> 
> 7:4    Deine beiden Brüste sind wie junge Zwillinge von Gazellen.
> 
> 7:5    Dein Hals ist wie ein Turm von Elfenbein. Deine Augen sind wie die
> Teiche von Heschbon am Tor Bat-Rabbim. Deine Nase ist wie der Turm
> auf dem Libanon, der nach Damaskus sieht.
> 
> 7:6    Dein Haupt auf dir ist wie der Karmel. Das Haar auf deinem Haupt ist
> wie Purpur; ein König liegt in deinen Locken gefangen. -
> 
> 7:7    Wie schön und wie lieblich bist du, du Liebe voller Wonne!
> 
> 7:8    Dein Wuchs ist hoch wie ein Palmbaum, deine Brüste gleichen den
> Weintrauben.
> 
> 7:9    Ich sprach: Ich will auf den Palmbaum steigen und seine Zweige
> ergreifen. Laß deine Brüste sein wie Trauben am Weinstock und den
> Duft deines Atems wie Äpfel;
> 
> 7:10   laß deinen Mund sein wie guten Wein, der meinem Gaumen glatt eingeht
> und Lippen und Zähne mir netzt.
> 
> 7:11   Meinem Freund gehöre ich, und nach mir steht sein Verlangen.
> 
> 7:12   Komm, mein Freund, laß uns aufs Feld hinausgehen und unter
> Zyperblumen die Nacht verbringen,
> 
> 7:13   daß wir früh aufbrechen zu den Weinbergen und sehen, ob der
> Weinstock sproßt und seine Blüten aufgehen, ob die Granatbäume
> blühen. Da will ich dir meine Liebe schenken.
> 
> 7:14   Die Liebesäpfel geben den Duft, und an unsrer Tür sind lauter edle
> Früchte, heurige und auch vorjährige: mein Freund, für dich hab ich
> sie aufbewahrt.
> 
>   8:1    O daß du mein Bruder wärest, der meiner Mutter Brüste gesogen! Fände
> ich dich draußen, so wollte ich dich küssen, und niemand dürfte mich
> schelten!
> 
> 8:2    Ich wollte dich führen und in meiner Mutter Haus bringen, in die
> Kammer derer, die mich gebar. Da wollte ich dich tränken mit
> gewürztem Wein und mit dem Most meiner Granatäpfel. -
> 
> 8:3    Seine Linke liegt unter meinem Haupt, und seine Rechte herzt mich. -
> 
> 8:4    Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, daß ihr die Liebe nicht
> aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.
> 
> 8:5    Wer ist sie, die heraufsteigt von der Wüste und lehnt sich auf ihren
> Freund? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich, wo deine Mutter mit dir
> in Wehen kam, wo in Wehen kam, die dich gebar.
> 
> 8:6     Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen
> Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft
> unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine
> Flamme des HERRN,
> (6 und 7) Mt 22,30; Röm 7,2; 1. Mose 2,24; Mt 19,5-6; Eph 5,28-33
> 
> 8:7    so daß auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie
> nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die
> Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen.
> 
> 8:8    Unsre Schwester ist klein und hat keine Brüste. Was sollen wir mit
> unsrer Schwester tun, wenn man um sie werben wird?
> 
> 8:9    Ist sie eine Mauer, so wollen wir ein silbernes Bollwerk darauf
> bauen. Ist sie eine Tür, so wollen wir sie sichern mit
> Zedernbohlen. -
> 
> 8:10   Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme. Da bin ich
> geworden in seinen Augen wie eine, die Frieden findet.
> 
> 8:11   Salomo hat einen Weinberg in Baal-Hamon. Er gab den Weinberg den
> Wächtern, daß jeder für seine Früchte brächte tausend Silberstücke.
> 
> 8:12   Mein Weinberg gehört mir. Die Tausend lasse ich dir, Salomo, und
> zweihundert den Wächtern seiner Früchte.
> 
> 8:13   Die du wohnst in den Gärten, laß mich deine Stimme hören; die
> Gefährten lauschen dir.
> 
> 8:14   Flieh, mein Freund! Sei wie eine Gazelle oder wie ein junger Hirsch
> auf den Balsambergen!
>
> — *22 Das Hohelied Salomos*

