# 24 Der Prophet Jeremia

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> 1:1    Dies sind die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus dem
> Priestergeschlecht zu Anatot im Lande Benjamin.
> Kap 11,21; Jos 21,18;  5. Mose 33,12
> 
> 1:2    Zu ihm geschah das Wort des HERRN zur Zeit Josias, des Sohnes
> Amons, des Königs von Juda, im dreizehnten Jahr seiner Herrschaft,
> 2. Kön 21,24; 22,1
> 
> 1:3    und hernach zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von
> Juda, bis ans Ende des elften Jahres Zedekias, des Sohnes Josias,
> des Königs von Juda, bis Jerusalem weggeführt wurde im fünften
> Monat.
> 2. Kön 23,34;  2. Kön 24,17; 25,2-21;  Kap 39,9
> 
> Jeremias Berufung
> 
> 1:4    Und des HERRN Wort geschah zu mir:
> 
> 1:5    Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und
> sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und
> bestellte dich zum Propheten für die Völker.
> Jes 49,1; Gal 1,15
> 
> 1:6    Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn
> ich bin zu jung.
> 2. Mose 4,10; Jes 6,5-7
> 
> 1:7    Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern
> du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich
> dir gebiete.
> 
> 1:8    Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich
> erretten, spricht der HERR.
> 2. Mose 3,12
> 
> 1:9    Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und
> sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.
> 2. Mose 4,12
> 
> 1:10   Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, daß du
> ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen
> und pflanzen.
> Kap 18,7-10
> 
> 1:11   Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich
> sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig.
> 
> 1:12   Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will
> wachen über meinem Wort, daß ich's tue.
> Kap 31,28
> 
> 1:13   Und es geschah des HERRN Wort zum zweitenmal zu mir: Was siehst du?
> Ich sprach: Ich sehe einen siedenden Kessel überkochen von Norden
> her.
> 
> 1:14   Und der HERR sprach zu mir: Von Norden her wird das Unheil
> losbrechen über alle, die im Lande wohnen.
> Kap 4,6; 6,1; 6,22; 10,22; 25,9; 50,41
> 
> 1:15   Denn siehe, ich will rufen alle Völker der Königreiche des Nordens,
> spricht der HERR, daß sie kommen sollen und ihre Throne setzen vor
> die Tore Jerusalems und rings um die Mauern her und vor alle Städte
> Judas.
> 
> 1:16   Und ich will mein Gericht über sie ergehen lassen um all ihrer
> Bosheit willen, daß sie mich verlassen und andern Göttern opfern und
> ihrer Hände Werk anbeten.
> 
> 1:17   So gürte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen
> alles, was ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, auf daß ich
> dich nicht erschrecke vor ihnen!
> 
> 1:18   Denn ich will dich heute zur festen Stadt, zur eisernen Säule, zur
> ehernen Mauer machen im ganzen Lande wider die Könige Judas, wider
> seine Großen, wider seine Priester, wider das Volk des Landes,
> Kap 15,20; Hes 3,8-9
> 
> 1:19   daß, wenn sie auch wider dich streiten, sie dir dennoch nichts
> anhaben können; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dich
> errette.
> 
>          Das untreue Gottesvolk
> 
> 2:1    Und des HERRN Wort geschah zu mir:
> 
> 2:2    Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So
> spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe
> deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da
> man nicht sät.
> Hos 2,16; 13,5
> 
> 2:3    Da war Israel dem HERRN heilig, die Erstlingsfrucht seiner Ernte.
> Wer davon essen wollte, machte sich schuldig, und Unheil mußte über
> ihn kommen, spricht der HERR.
> 2. Mose 28,36;  Am 6,1; Jak 1,18
> 
> 2:4    Hört des HERRN Wort, ihr vom Hause Jakob und alle Geschlechter vom
> Hause Israel!
> 
> 2:5    So spricht der HERR: Was haben doch eure Väter Unrechtes an mir
> gefunden, daß sie von mir wichen und hingen den nichtigen Götzen an
> und wurden so zunichte,
> Mi 6,3
> 
> 2:6    und dachten niemals: Wo ist der HERR, der uns aus Ägyptenland führte
> und leitete uns in der Wüste, im wilden, ungebahnten Lande, im
> dürren und finstern Lande, im Lande, das niemand durchwandert und
> kein Mensch bewohnt?
> 5. Mose 8,15
> 
> 2:7    Und ich brachte euch in ein fruchtbares Land, daß ihr äßet seine
> Früchte und Güter. Aber als ihr hineinkamt, machtet ihr mein Land
> unrein und mein Eigentum mir zum Greuel.
> 5. Mose 1,25;  Ri 2,1-2
> 
> 2:8    Die Priester fragten nicht: Wo ist der HERR?, und die Hüter des
> Gesetzes achteten meiner nicht, und die Hirten des Volks wurden mir
> untreu, und die Propheten weissagten im Namen des Baal und hingen
> den Götzen an, die nicht helfen können.
> 
> 2:9    Darum muß ich noch weiter mit euch und mit euren Kindeskindern
> rechten, spricht der HERR.
> 
> 2:10   Denn geht hin zu den Inseln der Kittäer und schaut, und sendet nach
> Kedar und gebt genau acht und schaut, ob's daselbst so zugeht:
> 
> 2:11   ob die Heiden ihre Götter wechseln, die doch keine Götter sind. Aber
> mein Volk hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen,
> der nicht helfen kann!
> Röm 1,23
> 
> 2:12   Entsetze dich, Himmel, darüber, erschrick und erbebe gar sehr,
> spricht der HERR.
> 
> 2:13   Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige
> Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig
> sind und kein Wasser geben.
> Kap 17,13; Ps 36,10; Joh 7,38
> 
> 2:14   Ist denn Israel ein Sklave oder unfrei geboren, daß er jedermanns
> Raub sein darf?
> 
> 2:15    Löwen brüllen über ihm, brüllen laut und verwüsten sein Land, und
> seine Städte werden verbrannt, so daß niemand darin wohnt.
> Kap 4,7
> 
> 2:16   Dazu scheren die Leute von Memfis und Tachpanhes dir den Kopf kahl.
> Kap 44,1
> 
> 2:17   Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN,
> deinen Gott, verläßt, sooft er dich den rechten Weg leiten will.
> 
> 2:18   Was hilft's dir, daß du nach Ägypten ziehst und willst vom Nil
> trinken? Und was hilft's dir, daß du nach Assyrien ziehst und willst
> vom Euphrat trinken?
> 
> 2:19   Deine Bosheit ist schuld, daß du so geschlagen wirst, und dein
> Ungehorsam, daß du so gestraft wirst. Und du mußt innewerden und
> erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen
> Gott, zu verlassen und ihn nicht zu fürchten, spricht Gott, der HERR
> Zebaoth.
> 
> 2:20   Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen und deine Bande
> zerrissen und gesagt: Ich will nicht unterworfen sein! Sondern auf
> allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen triebst du Hurerei.
> Jes 57,5; Hes 6,13
> 
> 2:21   Ich aber hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz
> echtes Gewächs. Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten,
> wilden Weinstock?
> Ps 80,9;  Jes 5,1-4
> 
> 2:22   Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife
> dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott
> der HERR.
> 
> 2:23   Wie wagst du denn zu sagen: Ich bin nicht unrein, ich habe mich
> nicht an die Baale gehängt? Sieh doch, wie du es treibst im Tal, und
> bedenke, was du getan hast! Du läufst umher wie eine Kamelstute in
> der Brunst,
> 
> 2:24   wie eine Wildeselin in der Wüste, wenn sie vor großer Brunst lechzt
> und läuft, daß niemand sie aufhalten kann. Wer sie haben will, muß
> nicht weit laufen; er trifft sie bald in dieser Zeit.
> 
> 2:25   Schone doch deine Füße, daß sie nicht wund werden, und deine Kehle,
> daß sie nicht durstig werde. Aber du sprichst: Da wird nichts draus;
> ich muß diese Fremden lieben und ihnen nachlaufen.
> 
> 2:26   Wie ein Dieb zuschanden wird, wenn man ihn ergreift, so wird das
> Haus Israel zuschanden werden samt seinen Königen, Fürsten,
> Priestern und Propheten,
> 
> 2:27   die zum Holz sagen: »Du bist mein Vater« und zum Stein: »Du hast
> mich geboren«. Denn sie kehren mir den Rücken zu und nicht das
> Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: »Auf und
> hilf uns!«
> Kap 7,24; 18,17; 32,33
> 
> 2:28    Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Laß sie
> aufstehen; laß sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not! Denn
> soviel Städte, soviel Götter hast du, Juda.
> 5. Mose 32,37-38; Ri 10,14;  Kap 11,13
> 
> 2:29   Wie könnt ihr rechten mit mir? Ihr seid alle von mir abgefallen,
> spricht der HERR.
> 
> 2:30   Alle meine Schläge sind vergeblich an euren Söhnen, sie lassen sich
> doch nicht erziehen; euer Schwert frißt eure Propheten wie ein
> wütender Löwe.
> Jes 1,5;  Mt 5,12; 22,6; 23,37; Mk 12,5
> 
> 2:31   Du böses Geschlecht, merke auf des HERRN Wort! Bin ich denn für
> Israel eine Wüste oder ödes Land? Warum spricht denn mein Volk: »Wir
> sind freie Herren und brauchen dir nicht mehr nachzulaufen«?
> 
> 2:32   Vergißt wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren
> Schleier? Mein Volk aber vergißt mich seit endlos langer Zeit.
> 
> 2:33   Wie fein findest du Wege, dir Liebhaber zu suchen! Darum hast du
> dich auch gewöhnt, auf bösen Wegen zu wandeln.
> 
> 2:34   Auch findet man an deinen Kleidern das Blut von Armen und
> Unschuldigen, die du nicht beim Einbruch ertappt hast, sondern die
> alledem widerstanden.
> Kap 26,20-23; 2. Mose 23,7
> 
> 2:35   Und doch sprichst du: Ich bin unschuldig; er hat ja doch seinen
> Zorn von mir gewandt. Siehe, ich will dich richten, weil du
> sprichst: Ich habe nicht gesündigt.
> Jes 43,25-26
> 
> 2:36   Was läufst du denn so leichtfertig bald dahin, bald dorthin! Auch
> an Ägypten wirst du zuschanden werden, wie du an Assyrien zuschanden
> geworden bist.
> 2. Kön 23,33-35; Jes 30,3
> 
> 2:37   Denn du mußt auch von dort wegziehen und deine Hände über dem Kopf
> zusammenlegen; denn der HERR hat sie verworfen, auf die du deine
> Hoffnung setztest, und es wird dir nicht mit ihnen gelingen.
> 
>   3:1    Und er sprach: Wenn sich ein Mann von seiner Frau scheidet und sie
> geht von ihm und gehört einem andern, darf er sie auch wieder
> annehmen? Ist's nicht so, daß das Land unrein würde? Du aber hast
> mit vielen gehurt und solltest wieder zu mir kommen? spricht der
> HERR.
> 5. Mose 24,1-4
> 
> 3:2    Hebe deine Augen auf zu den Höhen und sieh, wo du allenthalben dich
> preisgegeben hast! An den Wegen sitzt du und lauerst auf sie wie ein
> Araber in der Wüste und machst das Land unrein mit deiner Hurerei
> und Bosheit.
> Hos 4,13
> 
> 3:3    Darum muß auch der Frühregen ausbleiben, und kein Spätregen kommt.
> Aber du hast eine Hurenstirn, du willst dich nicht mehr schämen
> 
> 3:4    und schreist jetzt zu mir: »Lieber Vater, du Vertrauter meiner
> Jugend!
> Vers 19; Kap 31,9; Jes 63,16
> 
> 3:5    Willst du denn ewiglich zürnen und nicht vom Grimm lassen?« Siehe,
> so redest du und tust Böses und lässest dir nicht wehren.
> 
> Schuldspruch und Verheißung über Israel und Juda
> 
> 3:6    Und der HERR sprach zu mir zur Zeit des Königs Josia: Hast du
> gesehen, was Israel, die Abtrünnige, tat? Sie ging hin auf alle
> hohen Berge und unter alle grünen Bäume und trieb dort Hurerei.
> Kap 2,20
> 
> 3:7     Und ich dachte, nachdem sie das alles getan, würde sie zu mir
> zurückkehren. Aber sie kehrte nicht zurück. Und obwohl ihre
> Schwester Juda, die Treulose, gesehen hat,
> (7-9) 2. Kön 17,18-19; Hes 23,2-11
> 
> 3:8    wie ich Israel, die Abtrünnige, wegen ihres Ehebruchs gestraft und
> sie entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben habe, scheut sich
> dennoch ihre Schwester, das treulose Juda, nicht, sondern geht hin
> und treibt auch Hurerei.
> 
> 3:9    Und ihre leichtfertige Hurerei hat das Land unrein gemacht; denn sie
> treibt Ehebruch mit Stein und Holz.
> 
> 3:10   Und auch in diesem allen bekehrt sich das treulose Juda, ihre
> Schwester, nicht zu mir von ganzem Herzen, sondern nur mit
> Heuchelei, spricht der HERR.
> 
> 3:11   Und der HERR sprach zu mir: Das abtrünnige Israel steht gerechter da
> als das treulose Juda.
> 
> 3:12   Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurück,
> du abtrünniges Israel, spricht der HERR, so will ich nicht zornig
> auf euch blicken. Denn ich bin gnädig, spricht der HERR, und will
> nicht ewiglich zürnen.
> 2. Mose 34,6
> 
> 3:13   Allein erkenne deine Schuld, daß du wider den HERRN, deinen Gott,
> gesündigt hast und bist hin und her gelaufen zu den fremden Göttern
> unter allen grünen Bäumen, und ihr habt meiner Stimme nicht
> gehorcht, spricht der HERR.
> 
> 3:14   Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin
> euer Herr! Und ich will euch holen, einen aus einer Stadt und zwei
> aus einem Geschlecht, und will euch bringen nach Zion.
> Jes 6,13
> 
> 3:15   Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden
> sollen in Einsicht und Weisheit.
> Kap 23,3-4; Jes 44,28; Hes 34,23
> 
> 3:16    Und es soll geschehen, wenn ihr zahlreich geworden seid und euch
> ausgebreitet habt im Lande, so soll man, spricht der HERR, in jenen
> Tagen nicht mehr reden von der Bundeslade des HERRN, ihrer nicht
> mehr gedenken oder nach ihr fragen und sie nicht mehr vermissen;
> auch wird sie nicht wieder gemacht werden.
> (16 und 17) 4. Mose 10,33-36; 2. Kön 25,8-9; Hebr 4,14-16
> 
> 3:17   Sondern zu jener Zeit wird man Jerusalem nennen »Des HERRN Thron«,
> und es werden sich dahin sammeln alle Heiden um des Namens des
> HERRN willen zu Jerusalem, und sie werden nicht mehr wandeln nach
> ihrem verstockten und bösen Herzen.
> 2. Mose 17,16;  Jes 2,2-4; Mi 4,2
> 
> 3:18   In jenen Tagen wird das Haus Juda zum Haus Israel gehen, und sie
> werden miteinander heimkommen von Norden her in das Land, das ich
> euren Vätern zum Erbe gegeben habe.
> Jes 11,11-13
> 
> 3:19   Und ich dachte: Wie will ich dich halten, als wärst du mein Sohn,
> und dir das liebe Land geben, den allerschönsten Besitz unter den
> Völkern! Und ich dachte, du würdest mich dann »Lieber Vater« nennen
> und nicht von mir weichen.
> 5. Mose 7,6; 32,6;  5. Mose 8,7;  Vers 4
> 
> 3:20   Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie ein
> Weib wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hält, spricht der HERR.
> 
> Israels Umkehr
> 
> 3:21   Man hört ein klägliches Heulen und Weinen der Israeliten auf den
> Höhen, weil sie übelgetan und den HERRN, ihren Gott, vergessen
> haben.
> Vers 2
> 
> 3:22   Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von
> eurem Ungehorsam. Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR,
> unser Gott.
> 
> 3:23   Wahrlich, es ist ja nichts als Betrug mit den Hügeln und mit dem
> Lärm auf den Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als
> am HERRN, unserm Gott.
> 
> 3:24   Der schändliche Baal hat gefressen, was unsere Väter erworben
> hatten, von unsrer Jugend an, ihre Schafe und Rinder, Söhne und
> Töchter.
> 
> 3:25   So müssen wir uns betten in unsere Schande, und unsre Schmach soll
> uns bedecken. Denn wir haben gesündigt wider den HERRN, unsern
> Gott, wir und unsere Väter, von unsrer Jugend an bis auf den
> heutigen Tag, und haben nicht gehorcht der Stimme des HERRN, unseres
> Gottes.
> Kap 14,7; 14,20
> 
>   4:1    Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der HERR, so kehre dich zu
> mir! Und wenn du deine greulichen Götzen von meinem Angesicht
> wegtust, so brauchst du nicht mehr umherzuschweifen,
> 
> 4:2    und wenn du ohne Heuchelei recht und heilig schwörst: »So wahr der
> HERR lebt«, dann werden die Heiden in ihm gesegnet werden und sich
> seiner rühmen.
> 5. Mose 10,20; Jes 65,16
> 
> 4:3    Denn so spricht der HERR zu denen in Juda und zu Jerusalem: Pflüget
> ein Neues und säet nicht unter die Dornen!
> Hos 10,12
> 
> 4:4     Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures
> Herzens, ihr Männer von Juda und ihr Leute von Jerusalem, auf daß
> nicht um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und
> brenne, so daß niemand löschen kann.
> Kap 9,25; 5. Mose 10,16; Röm 2,29; Kol 2,11;  Kap 6,7; 6,10
> 
> Der Feind aus dem Norden wird das Land verheeren
> 
> 4:5    Verkündet in Juda und schreit laut in Jerusalem und sprecht: »Blast
> die Posaune im Lande!« Ruft mit voller Stimme und sprecht: »Sammelt
> euch und laßt uns in die festen Städte ziehen!«
> 
> 4:6    Richtet in Zion ein Fluchtzeichen auf; flieht und säumet nicht! Denn
> ich bringe von Norden Unheil herzu und großen Jammer.
> Kap 1,14
> 
> 4:7    Es steigt herauf der Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber
> der Völker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner Stätte,
> dein Land zu verwüsten und deine Städte zu verbrennen, so daß
> niemand darin wohnt.
> Kap 2,15; 5,6; 25,38; 49,19; 50,44
> 
> 4:8    Darum zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn
> des HERRN will sich nicht von uns wenden.
> Kap 6,26
> 
> 4:9    Zu der Zeit, spricht der HERR, wird dem König und den Fürsten der
> Mut entfallen, die Priester werden bestürzt und die Propheten
> erschrocken sein.
> 
> 4:10   Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, du hast dies Volk und Jerusalem
> sehr getäuscht, als du sagtest: »Es wird Friede bei euch sein«, wo
> doch das Schwert uns ans Leben geht!
> Kap 6,14
> 
> 4:11   Zu der Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: »Es kommt ein
> heißer Wind von den kahlen Höhen aus der Wüste, geraden Weges zu der
> Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.«
> 
> 4:12   Ja, ein Wind kommt auf mein Geheiß, der ihnen zu stark sein wird; da
> will ich dann mit ihnen rechten.
> 
> 4:13   Siehe, er fährt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein
> Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind
> verloren!
> 
> 4:14   So wasche nun, Jerusalem, dein Herz von der Bosheit, auf daß dir
> geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen
> Gedanken?
> Kap 6,8; Jes 1,16
> 
> 4:15   Horch! Es kommt ein Geschrei von Dan her und eine böse Botschaft vom
> Gebirge Ephraim.
> 
> 4:16   Saget an den Völkern, verkündet in Jerusalem: Belagerer kommen aus
> fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die Städte Judas.
> 
> 4:17   Sie werden sich um Jerusalem her lagern wie die Wächter auf dem
> Felde; denn es hat mich erzürnt, spricht der HERR.
> Kap 1,15; 6,3
> 
> 4:18   Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von
> deiner Bosheit, daß es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz
> dringt.
> 
> 4:19   Wie ist mir so weh! Mein Herz pocht mir im Leibe, und ich habe keine
> Ruhe; denn ich höre der Posaune Hall, den Lärm der Feldschlacht;
> 
> 4:20   Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird
> verheert, plötzlich sind meine Hütten und meine Zelte zerstört.
> 
> 4:21   Wie lange soll ich noch das Fluchtzeichen sehen und der Posaune Hall
> hören?
> 
> 4:22   Aber mein Volk ist toll und glaubt mir nicht. Töricht sind sie und
> achten's nicht; weise sind sie genug, Übles zu tun, aber rechttun
> wollen sie nicht lernen.
> Jes 27,11
> 
> 4:23   Ich schaute das Land an, siehe, es war wüst und öde, und den
> Himmel, und er war finster.
> 1. Mose 1,2
> 
> 4:24   Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten, und alle Hügel wankten.
> 
> 4:25   Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem
> Himmel waren weggeflogen.
> 
> 4:26   Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine Wüste, und alle seine
> Städte waren zerstört vor dem HERRN und vor seinem grimmigen Zorn.
> 
> 4:27   Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll wüst werden, aber ich
> will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen.
> Kap 5,18; 10,24; 18,3-8; Am 9,8
> 
> 4:28   Darum wird das Land betrübt und der Himmel droben traurig sein; denn
> ich hab's geredet, ich hab's beschlossen, und es soll mich nicht
> gereuen, ich will auch nicht davon ablassen.
> 
> 4:29   Aus allen Städten werden sie vor dem Geschrei der Reiter und
> Schützen fliehen und in die dichten Wälder laufen und in die Felsen
> kriechen. Alle Städte werden verlassen stehen, so daß niemand darin
> wohnt.
> 
> 4:30   Was willst du dann tun, du Überwältigte? Wenn du dich schon mit
> Purpur kleiden und mit goldenen Kleinoden schmücken und dein
> Angesicht schminken würdest, so schmückst du dich doch vergeblich.
> Die dir jetzt den Hof machen, werden dich verachten, sie werden dir
> nach dem Leben trachten.
> 
> 4:31   Denn ich höre ein Geschrei wie von einer Gebärenden, Angstrufe wie
> von einer, die in den ersten Kindsnöten ist, ein Geschrei der
> Tochter Zion, die da keucht und die Hände ausbreitet: Ach, weh mir!
> Ich muß vergehen vor den Würgern.
> 
>          Dem sündigen Volk kann nicht mehr vergeben werden
> 
> 5:1    Geht durch die Gassen Jerusalems und schaut und merkt auf und sucht
> auf den Straßen der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht übt und
> auf Wahrheit hält, so will ich ihr gnädig sein.
> 1. Mose 18,22-32
> 
> 5:2    Und wenn sie auch sprechen: Bei dem lebendigen Gott!, so schwören
> sie doch falsch.
> Kap 4,2
> 
> 5:3    HERR, deine Augen sehen auf Wahrhaftigkeit. Du schlägst sie, aber
> sie fühlen's nicht; du machst fast ein Ende mit ihnen, aber sie
> bessern sich nicht. Sie haben ein Angesicht, härter als ein Fels,
> und wollen sich nicht bekehren.
> Kap 2,30; 7,28; 9,2;  Jes 48,4
> Luther übersetzte: »sehen nach dem Glauben«.
> 
> 5:4    Ich aber dachte: Wohlan, es sind arme, unverständige Leute und
> wissen nicht um des HERRN Weg und um ihres Gottes Recht.
> 
> 5:5    Ich will zu den Großen gehen und mit ihnen reden; die werden um des
> HERRN Weg und ihres Gottes Recht wissen. Aber sie alle haben das
> Joch zerbrochen und die Seile zerrissen.
> Kap 2,20
> 
> 5:6    Darum wird sie auch der Löwe aus dem Walde zerreißen, und der Wolf
> aus der Steppe wird sie verderben, und der Panther wird um ihre
> Städte lauern; alle, die von da herausgehen, werden zerfleischt.
> Denn ihrer Sünden sind zu viele, und sie bleiben in ihrem
> Ungehorsam.
> Kap 4,7
> 
> 5:7    Wie soll ich dir denn gnädig sein? Deine Söhne haben mich verlassen
> und schwören bei dem, der nicht Gott ist. Als ich sie satt gemacht
> hatte, trieben sie Ehebruch und liefen ins Hurenhaus.
> 
> 5:8    Ein jeder wiehert nach seines Nächsten Weibe wie die vollen,
> müßigen Hengste.
> Hes 22,11
> 
> 5:9    Und ich sollte das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und
> ich sollte mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?
> Vers 29; Kap 9,8
> 
> 5:10   Stürmt ihre Weinberge hinauf und zerstört die stützenden Mauern;
> aber verwüstet sie nicht ganz! Reißet ihre Weinranken weg; denn sie
> gehören nicht dem HERRN!
> 
> 5:11   Sie verachten mich, spricht der HERR, das Haus Israel und das Haus
> Juda.
> 
> 5:12   Sie verleugnen den HERRN und sprechen: »Das tut er nicht; so übel
> wird es uns nicht gehen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.
> 
> 5:13   Die Propheten sind Schwätzer und haben Gottes Wort nicht; es ergehe
> ihnen selbst so!«
> 
> 5:14   Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth: Weil ihr solche Reden
> führt, siehe, so will ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer
> machen und dies Volk zu Brennholz, daß es verzehrt werde.
> 
> 5:15   Siehe, ich will über euch vom Hause Israel ein Volk von ferne her
> bringen, spricht der HERR, ein Volk von unerschöpflicher Kraft, ein
> uraltes Volk, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst, und was
> sie reden, kannst du nicht vernehmen.
> Kap 6,22;  Jes 28,11
> 
> 5:16   Seine Köcher sind wie offene Gräber; es sind lauter Helden.
> 
> 5:17   Sie werden deine Ernte und dein Brot verzehren, sie werden deine
> Söhne und Töchter fressen, sie werden deine Schafe und Rinder
> verschlingen, sie werden deine Weinstöcke und Feigenbäume verzehren;
> deine festen Städte, auf die du dich verläßt, werden sie mit dem
> Schwert einnehmen.
> 
> 5:18   Doch will ich, spricht der HERR, auch zu jener Zeit mit euch nicht
> ganz ein Ende machen.
> Kap 4,27
> 
> 5:19   Und wenn sie sagen: Warum tut uns der HERR, unser Gott, dies alles?,
> sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlaßt und fremden Göttern
> dient in eurem eigenen Lande, so sollt ihr auch Fremden dienen in
> einem Lande, das nicht euer ist.
> Kap 16,10-14
> 
> 5:20   Verkündet im Hause Jakob und ruft aus in Juda und sprecht:
> 
> 5:21   Hört zu, ihr tolles Volk, das keinen Verstand hat, die da Augen
> haben und sehen nicht, Ohren haben und hören nicht!
> Jes 6,9-10; Mk 8,18
> 
> 5:22   Wollt ihr mich nicht fürchten, spricht der HERR, und vor mir nicht
> erschrecken, der ich dem Meere den Sand zur Grenze setze, darin es
> allezeit bleiben muß, darüber es nicht gehen darf? Und wenn es auch
> aufwallt, so vermag es doch nichts; und wenn seine Wellen auch
> toben, so dürfen sie doch nicht darüber gehen.
> Ps 104,9
> 
> 5:23   Aber dies Volk hat ein abtrünniges, ungehorsames Herz. Sie bleiben
> abtrünnig und gehen ihrer Wege
> 
> 5:24   und sprechen niemals in ihrem Herzen: »Laßt uns doch den HERRN,
> unsern Gott, fürchten, der uns Frühregen und Spätregen gibt zur
> rechten Zeit und uns die Ernte treulich und jährlich gewährt.«
> 5. Mose 11,14
> 
> 5:25   Aber eure Verschuldungen verhindern das, und eure Sünden halten das
> Gute von euch fern.
> Jes 59,2
> 
> 5:26   Man findet unter meinem Volk Gottlose, die den Leuten nachstellen
> und Fallen zurichten, um sie zu fangen, wie's die Vogelfänger tun.
> 
> 5:27   Ihre Häuser sind voller Tücke, wie ein Vogelbauer voller Lockvögel
> ist. Daher sind sie groß und reich geworden,
> 
> 5:28   fett und feist. Sie gehen mit bösen Dingen um; sie halten kein
> Recht, der Waisen Sache fördern sie nicht, daß ihnen ihr Recht
> werde, und helfen den Armen nicht zum Recht.
> 2. Mose 22,21; Jes 1,17
> 
> 5:29   Sollte ich das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und
> sollte ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?
> Vers 9
> 
> 5:30   Es steht greulich und gräßlich im Lande.
> 
> 5:31   Die Propheten weissagen Lüge, und die Priester herrschen auf eigene
> Faust, und mein Volk hat's gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn's
> damit ein Ende hat?
> Hes 13,6
> 
>          Das wohlverdiente Gericht
> 
> 6:1    Flieht, ihr Leute von Benjamin, aus Jerusalem und blast die Posaune
> in Tekoa und richtet ein Fluchtzeichen auf über Bet-Kerem! Denn es
> droht von Norden Unheil und großer Jammer.
> Am 1,1;  Kap 1,14
> 
> 6:2    Die Tochter Zion ist wie eine liebliche Aue;
> 
> 6:3    aber es werden Hirten über sie kommen mit ihren Herden; die werden
> Zelte aufschlagen rings um sie her und ein jeder seinen Platz
> abweiden.
> Kap 4,17
> 
> 6:4    »Rüstet euch zum Krieg gegen sie! Wohlauf, laßt uns hinaufziehen,
> solange es noch heller Tag ist! Wehe, es will Abend werden, und die
> Schatten werden lang!
> 
> 6:5    Wohlan, laßt uns hinaufziehen bei Nacht und ihre Paläste zerstören!«
> 
> 6:6    Denn so spricht der HERR Zebaoth: Fället Bäume und werft einen Wall
> auf gegen Jerusalem; denn es ist eine Stadt, die heimgesucht werden
> soll. Ist doch nichts als Unrecht darin!
> Kap 5,1
> 
> 6:7    Denn wie ein Brunnen sein Wasser quellen läßt, so quillt auch ihre
> Bosheit. Frevel und Gewalt hört man in ihr, und Morden und Schlagen
> treiben sie täglich vor mir.
> 
> 6:8    Beßre dich, Jerusalem, ehe sich mein Herz von dir wende und ich dich
> zum wüsten Lande mache, darin niemand wohnt!
> 
> 6:9    So spricht der HERR Zebaoth: Halte Nachlese am Rest Israels wie am
> Weinstock, strecke deine Hand immer wieder aus wie ein Winzer nach
> den Reben.
> 
> 6:10   »Ach, mit wem soll ich noch reden, und wem soll ich Zeugnis geben?
> Daß doch jemand hören wollte! Aber ihr Ohr ist unbeschnitten; sie
> können's nicht hören. Siehe, sie halten des HERRN Wort für Spott und
> wollen es nicht haben.
> Kap 4,4; Apg 7,51
> 
> 6:11   Darum bin ich von des HERRN Zorn so voll, daß ich ihn nicht
> zurückhalten kann.« So schütte ihn aus über die Kinder auf der Gasse
> und über die Schar der jungen Männer! Denn es sollen alle, Mann und
> Frau, Alte und Hochbetagte, gefangen weggeführt werden.
> 
> 6:12   Ihre Häuser sollen den Fremden zuteil werden samt den Äckern und
> Frauen; denn ich will meine Hand ausstrecken, spricht der HERR,
> wider die Bewohner des Landes.
> 
> 6:13    Denn sie gieren alle, klein und groß, nach unrechtem Gewinn, und
> Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um
> (13-15) Kap 8,10-12; Hes 13,10; 13,16; 1. Thess 5,3
> 
> 6:14   und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen:
> »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede.
> 
> 6:15   Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben
> haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von
> Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie
> heimsuchen werde, sollen sie stürzen, spricht der HERR.
> 
> 6:16   So spricht der HERR: Tretet hin an die Wege und schauet und fragt
> nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt
> darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele! Aber sie sprechen:
> Wir wollen's nicht tun!
> Mt 11,29
> 
> 6:17   Auch habe ich Wächter über euch gesetzt: Achtet auf den Hall der
> Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollen's nicht tun!
> Hes 3,17
> 
> 6:18   Darum höret, ihr Völker, und merkt auf samt euren Leuten!
> 
> 6:19   Du, Erde, höre zu! Siehe, ich will Unheil über dies Volk bringen,
> ihren verdienten Lohn, weil sie auf meine Worte nicht achten und
> mein Gesetz verwerfen.
> Jes 1,2
> 
> 6:20   Was frage ich nach dem Weihrauch aus Saba und nach dem köstlichen
> Gewürz, das aus fernen Landen kommt? Eure Brandopfer sind mir nicht
> wohlgefällig, und eure Schlachtopfer gefallen mir nicht.
> Ps 40,7; Jes 1,11-15
> 
> 6:21   Darum spricht der HERR: Siehe, ich will diesem Volk Anstöße in den
> Weg stellen, daran sich Väter und Söhne zugleich stoßen und ein
> Nachbar mit dem andern umkommen soll.
> 
> 6:22   So spricht der HERR: Siehe, es kommt ein Volk von Norden, und ein
> großes Volk wird sich erheben vom Ende der Erde.
> Kap 5,15; 5. Mose 28,49
> 
> 6:23   Sie führen Bogen und Speer, sind grausam und ohne Erbarmen. Sie
> brausen daher wie ein ungestümes Meer und reiten auf Rossen,
> gerüstet als Kriegsleute, gegen dich, du Tochter Zion.
> Kap 50,42
> 
> 6:24   Wir haben von ihnen gehört, und unsre Arme sind uns niedergesunken;
> es ist uns angst und weh geworden wie einer Gebärenden.
> 
> 6:25   Niemand gehe hinaus auf den Acker, niemand gehe über Land; denn es
> ist Schrecken um und um vor dem Schwert des Feindes.
> Kap 20,3
> 
> 6:26   O Tochter meines Volks, zieh den Sack an und wälze dich im Staube!
> Trage Leid wie um den einzigen Sohn und klage bitterlich; denn der
> Verderber kommt über uns plötzlich.
> Kap 4,8; Am 8,10
> 
> Jeremia als Prüfer des Volkes
> 
> 6:27   Ich habe dich zum Prüfer gesetzt für mein Volk, daß du seinen Wandel
> erkennen und prüfen sollst.
> 
> 6:28   Sie sind ganz und gar abtrünnig und wandeln verleumderisch; Erz und
> Eisen sind sie; alle bringen sie Verderben.
> Hes 22,18
> 
> 6:29   Der Blasebalg schnaubte, das Blei wurde flüssig vom Feuer; aber das
> Schmelzen war umsonst, denn die Bösen sind nicht ausgeschieden.
> 
> 6:30   Darum heißen sie »Verworfenes Silber«; denn der HERR hat sie
> verworfen.
> 1. Kön 9,7
> 
>          Die Tempelrede
> 
> (vgl. Kap 26,1-19)
> 7:1    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia:
> 
> 7:2    Tritt ins Tor am Hause des HERRN und predige dort dies Wort und
> sprich: Höret des HERRN Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen
> Toren eingeht, den HERRN anzubeten!
> 
> 7:3    So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Bessert euer Leben
> und euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort.
> Kap 18,11; 25,5; 26,13; Jes 1,16
> Nach anderer Überlieferung: so will ich euch wohnen lassen an
> diesem Ort. (In gleicher Weise auch Vers 7.)
> 
> 7:4    Verlaßt euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Hier ist des
> HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel!
> 
> 7:5    Sondern bessert euer Leben und euer Tun, daß ihr recht handelt einer
> gegen den andern
> 
> 7:6    und keine Gewalt übt gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen und nicht
> unschuldiges Blut vergießt an diesem Ort und nicht andern Göttern
> nachlauft zu eurem eigenen Schaden,
> Kap 5,28
> 
> 7:7    so will ich immer und ewig bei euch wohnen an diesem Ort, in dem
> Lande, das ich euren Vätern gegeben habe.
> 
> 7:8    Aber nun verlaßt ihr euch auf Lügenworte, die zu nichts nütze sind.
> 
> 7:9    Ihr seid Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem
> Baal und lauft fremden Göttern nach, die ihr nicht kennt.
> Hos 4,2
> 
> 7:10   Und dann kommt ihr und tretet vor mich in diesem Hause, das nach
> meinem Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind geborgen, - und tut
> weiter solche Greuel.
> 
> 7:11   Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für
> eine Räuberhöhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der HERR.
> Mt 21,13
> 
> 7:12   Geht hin an meine Stätte zu Silo, wo früher mein Name gewohnt hat,
> und schaut, was ich dort getan habe wegen der Bosheit meines Volks
> Israel.
> Jos 18,1; 1. Sam 4,4; 4,12; Ps 78,60
> 
> 7:13   Weil ihr denn lauter solche Dinge treibt, spricht der HERR, und weil
> ich immer wieder zu euch redete und ihr nicht hören wolltet und ich
> euch rief und ihr nicht antworten wolltet,
> Kap 25,3; Jes 65,12
> 
> 7:14   so will ich mit dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, auf
> das ihr euch verlaßt, und mit der Stätte, die ich euch und euren
> Vätern gegeben habe, ebenso tun, wie ich mit Silo getan habe,
> 
> 7:15   und will euch von meinem Angesicht verstoßen, wie ich verstoßen
> habe alle eure Brüder, das ganze Geschlecht Ephraim.
> 2. Kön 17,18; 17,20; 17,23
> 
> Gegen falschen Gottesdienst
> 
> 7:16   Du sollst für dies Volk nicht bitten und sollst für sie weder Klage
> noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich
> will dich nicht hören.
> Kap 11,14; 14,11; 37,3; 42,2; 2. Mose 32,10-11; 1. Sam 12,23
> 
> 7:17    Siehst du nicht, was sie tun in den Städten Judas und auf den
> Gassen Jerusalems?
> (17 und 18) Kap 19,13; 44,17; 44,19; Jes 65,11
> 
> 7:18   Die Kinder lesen Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen
> kneten den Teig, daß sie der Himmelskönigin Kuchen backen, und
> fremden Göttern spenden sie Trankopfer mir zum Verdruß.
> 
> 7:19   Aber damit machen sie nicht mir Verdruß, spricht der HERR, sondern
> sich selbst zu ihrer eigenen Schande.
> 
> 7:20   Darum spricht Gott der HERR: Siehe, mein Zorn und mein Grimm wird
> ausgeschüttet über diese Stätte, über Menschen und über Vieh, über
> die Bäume auf dem Felde und über die Früchte des Landes; der soll so
> brennen, daß niemand löschen kann.
> 
> 7:21    So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Tut eure Brandopfer
> zu euren Schlachtopfern und freßt Fleisch!
> (21 und 22) 1. Sam 15,22; Ps 50,7-15; Hos 8,13; Mi 6,6-8
> 
> 7:22   Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland
> führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und
> Schlachtopfern;
> 
> 7:23   sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will
> ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf
> dem Wege, den ich euch gebiete, auf daß es euch wohlgehe.
> Kap 11,4; 24,7; 30,22; 31,1; 31,33; 32,38; 3. Mose 26,12
> Hes 11,20; 14,11; Hes 34,30; 37,27
> 
> 7:24   Aber sie wollten nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern
> wandelten nach ihrem eignen Rat und nach ihrem verstockten und bösen
> Herzen und kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht.
> Kap 11,8; Jes 65,2
> 
> 7:25    Ja, von dem Tage an, da ich eure Väter aus Ägyptenland führte, bis
> auf diesen Tag habe ich immer wieder zu euch gesandt alle meine
> Knechte, die Propheten.
> (25 und 26) Kap 25,4
> 
> 7:26   Aber sie wollen mich nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren,
> sondern sind halsstarrig und treiben es ärger als ihre Väter.
> Kap 16,12
> 
> 7:27   Und wenn du schon ihnen dies alles sagst, so werden sie doch nicht
> auf dich hören; rufst du sie, so werden sie dir nicht antworten.
> 
> 7:28   Darum sprich zu ihnen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des
> HERRN, seines Gottes, nicht hören noch sich bessern will. Die
> Wahrheit ist dahin und ausgerottet aus ihrem Munde.
> Kap 5,1
> 
> 7:29    Schere deine Haare ab und wirf sie von dir und wehklage auf den
> Höhen; denn der HERR hat dies Geschlecht, über das er zornig ist,
> verworfen und verstoßen.
> Mi 1,16
> 
> 7:30   Denn die Leute von Juda tun, was mir mißfällt, spricht der HERR.
> Sie haben ihre Greuelbilder gesetzt in das Haus, das nach meinem
> Namen genannt ist, um es unrein zu machen,
> Kap 32,34; 2. Kön 21,4-5
> 
> 7:31    und haben die Höhen des Tofet im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre
> Söhne und Töchter zu verbrennen, was ich nie geboten habe und mir
> nie in den Sinn gekommen ist.
> (31-33) Kap 19,5-7; 32,35; 3. Mose 18,21
> 
> 7:32   Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß man's nicht
> mehr nennen wird »Tofet« und »Tal Ben-Hinnom«, sondern »Würgetal«.
> Und man wird im Tofet begraben müssen, weil sonst kein Raum mehr
> sein wird.
> 
> 7:33   Und die Leichname dieses Volks sollen den Vögeln des Himmels und
> den Tieren des Feldes zum Fraß werden, ohne daß sie jemand
> verscheuchen wird.
> Kap 9,21
> 
> 7:34   Und ich will in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems
> wegnehmen den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des
> Bräutigams und der Braut; denn das Land soll wüst werden.
> Kap 16,9; 25,10; 33,11
> 
>   8:1    Zu dieser Zeit, spricht der HERR, wird man die Gebeine der Könige
> von Juda, die Gebeine seiner Fürsten, die Gebeine der Priester, die
> Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bürger Jerusalems aus
> ihren Gräbern werfen
> 
> 8:2    und wird sie hinstreuen der Sonne, dem Mond und dem ganzen Heer des
> Himmels, die sie geliebt und denen sie gedient haben, denen sie
> nachgelaufen sind, die sie befragt und angebetet haben. Sie sollen
> nicht wieder aufgelesen und begraben werden, sondern Dung auf dem
> Felde sein.
> 5. Mose 4,19
> 
> 8:3    Und alle, die übriggeblieben sind von diesem bösen Volk, werden an
> allen Orten, wohin ich sie verstoße, lieber tot als lebendig sein
> wollen, spricht der HERR Zebaoth.
> 
> Gegen das verblendete Volk und seine Verführer
> 
> 8:4    Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt,
> der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht,
> der nicht gern wieder zurechtkäme?
> 
> 8:5    Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie
> halten so fest am falschen Gottesdienst, daß sie nicht umkehren
> wollen.
> 
> 8:6    Ich sehe und höre, daß sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt
> niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich
> doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der
> Schlacht dahinstürmt.
> 
> 8:7    Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich
> und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen;
> aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.
> Jes 1,3
> 
> 8:8    Wie könnt ihr sagen: »Wir sind weise und haben das Gesetz des HERRN
> bei uns«? Ist's doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen.
> 
> 8:9    Die Weisen müssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn
> was können sie Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?
> 
> 8:10   Darum will ich ihre Frauen den Fremden geben und ihre Äcker denen,
> durch die sie verjagt werden. Denn sie gieren alle, klein und groß,
> nach unrechtem Gewinn; Priester und Propheten gehen mit Lüge um
> Kap 6,13-15; Jes 56,11
> 
> 8:11   und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen:
> »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede.
> 
> 8:12   Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben
> haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von
> Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie
> heimsuchen werde, sollen sie stürzen, spricht der HERR.
> 
> 8:13   Ich will unter ihnen Lese halten, spricht der HERR, so daß keine
> Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum übrigbleiben,
> ja, auch die Blätter abfallen sollen; und was ich ihnen gegeben
> habe, das soll ihnen genommen werden.
> 
> Die Angst des Volkes und die Trauer des Propheten
> 
> 8:14   »Wozu wollen wir noch da sitzen? Sammelt euch und laßt uns in die
> festen Städte ziehen, daß wir dort umkommen. Denn der HERR, unser
> Gott, wird uns umkommen lassen und uns tränken mit einem giftigen
> Trank, weil wir so gesündigt haben wider den HERRN.
> Kap 9,14
> 
> 8:15   Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes;
> wir hofften, wir sollten heil werden, aber siehe, es ist Schrecken
> da.
> Kap 14,19
> 
> 8:16   Man hört ihre Rosse schnauben von Dan her, vom Wiehern ihrer
> Hengste erbebt das ganze Land. Sie fahren daher und werden das Land
> auffressen mit allem, was darin ist, die Stadt samt allen, die darin
> wohnen.«
> Kap 4,15
> 
> 8:17   Denn siehe, ich will Schlangen und Nattern unter euch senden, die
> nicht zu beschwören sind; die sollen euch stechen, spricht der HERR.
> 
> 8:18   Was kann mich in meinem Jammer erquicken? Mein Herz in mir ist
> krank.
> Kap 4,19
> 
> 8:19   Siehe, die Tochter meines Volks schreit aus fernem Lande her: »Will
> denn der HERR nicht mehr Gott sein in Zion, oder soll es keinen
> König mehr haben?« Ja, warum haben sie mich so erzürnt durch ihre
> Bilder und fremde, nichtige Götzen?
> 
> 8:20   »Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine
> Hilfe gekommen!«
> 
> 8:21   Mich jammert von Herzen, daß mein Volk so ganz zerschlagen ist; ich
> gräme und entsetze mich.
> 
> 8:22   Ist denn keine Salbe in Gilead, oder ist kein Arzt da? Warum ist
> denn die Tochter meines Volks nicht geheilt?
> Kap 46,11
> 
> 8:23   Ach daß ich Wasser genug hätte in meinem Haupte und meine Augen
> Tränenquellen wären, daß ich Tag und Nacht beweinen könnte die
> Erschlagenen meines Volks!
> Kap 13,17;  Lk 19,41
> Abweichende Verszählung statt 8,23: 9,1.
> 
>          Jeremias Klage über sein Volk
> 
> 9:1    Ach daß ich eine Herberge hätte in der Wüste, so wollte ich mein
> Volk verlassen und von ihnen ziehen! Denn es sind lauter Ehebrecher
> und ein treuloser Haufe.
> Abweichende Verszählung statt 9,1-25: 9,2-26.
> 
> 9:2    Sie schießen mit ihren Zungen lauter Lüge und keine Wahrheit und
> treiben's mit Gewalt im Lande und gehen von einer Bosheit zur
> andern, mich aber achten sie nicht, spricht der HERR.
> Kap 5,1
> 
> 9:3     Ein jeder hüte sich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder
> nicht; denn ein Bruder überlistet den andern, und ein Freund
> verleumdet den andern.
> (3 und 4) Kap 12,6; Ps 41,10; Mi 7,5-6
> 
> 9:4    Ein Freund täuscht den andern, sie reden kein wahres Wort; sie haben
> sich daran gewöhnt, daß einer den andern betrügt. Sie freveln, und
> es ist ihnen leid umzukehren.
> 
> 9:5    Es ist allenthalben nichts als Trug unter ihnen, und vor lauter Trug
> wollen sie mich nicht kennen, spricht der HERR.
> 
> 9:6    Darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie schmelzen und
> prüfen; denn was soll ich sonst tun, wenn ich ansehe die Tochter
> meines Volks?
> 
> 9:7    Ihre falschen Zungen sind tödliche Pfeile; mit dem Munde reden sie
> freundlich zu ihrem Nächsten, aber im Herzen lauern sie ihm auf.
> Ps 12,3
> 
> 9:8    Sollte ich das nicht heimsuchen an ihnen, spricht der HERR, und
> sollte ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?
> Kap 5,9; 5,29
> 
> 9:9    Ich muß über die Berge weinen und heulen und über die Weidegründe in
> der Steppe klagen; denn sie sind verödet, daß niemand hindurchzieht
> und man auch kein Vieh blöken hört. Die Vögel des Himmels und das
> Vieh sind geflohen und fort.
> Kap 4,25; 12,4
> 
> 9:10   Und ich will Jerusalem zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale
> machen und will die Städte Judas zur Wüste machen, daß niemand darin
> wohnen soll.
> Kap 26,18
> 
> 9:11    Wer ist nun weise, daß er dies verstünde, und zu wem spricht des
> HERRN Mund, daß er verkündete, warum das Land verdirbt und öde wird
> wie eine Wüste, die niemand durchwandert?
> Lk 19,42
> 
> 9:12   Und der HERR sprach: Weil sie mein Gesetz verlassen, das ich ihnen
> vorgelegt habe, und meinen Worten nicht gehorchen, auch nicht danach
> leben,
> 
> 9:13   sondern folgen ihrem verstockten Herzen und den Baalen, wie ihre
> Väter sie gelehrt haben,
> Kap 7,24
> 
> 9:14   darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will
> dies Volk mit Wermut speisen und mit Gift tränken.
> Kap 23,15;  Kap 8,14
> 
> 9:15   Ich will sie unter Völker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter
> gekannt haben, und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis
> es aus ist mit ihnen.
> 3. Mose 26,33
> 
> 9:16   So spricht der HERR Zebaoth: Gebt acht und bestellt Klageweiber, daß
> sie kommen, und schickt nach denen, die klagen können,
> 
> 9:17   daß sie herbeieilen und um uns klagen, daß unsre Augen von Tränen
> rinnen und unsre Augenlider von Wasser fließen.
> 
> 9:18   Horch, man hört ein Klagegeschrei in Zion: Ach, wie hat man uns
> Gewalt angetan und wie sind wir zuschanden geworden! Wir müssen das
> Land räumen; denn sie haben unsre Wohnungen geschleift.
> 
> 9:19   Ja, höret, ihr Frauen, des HERRN Wort, und nehmt zu Ohren die Rede
> seines Mundes! Lehrt eure Töchter klagen, und eine lehre die andere
> dies Klagelied:
> 
> 9:20   »Der Tod ist zu unsern Fenstern hereingestiegen und in unsere Häuser
> gekommen. Er würgt die Kinder auf der Gasse und die jungen Männer
> auf den Plätzen.«
> 
> 9:21   So spricht der HERR: Die Leichen der Menschen sollen liegen wie
> Dung auf dem Felde und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand
> sammelt.
> Kap 7,33; 14,16; 16,4; 25,33; Ps 79,2
> 
> Das rechte Rühmen
> 
> 9:22   So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit,
> ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich
> nicht seines Reichtums.
> 
> 9:23   Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug
> sei und mich kenne, daß ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht
> und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht
> der HERR.
> 1. Kor 1,31; 2. Kor 10,17
> 
> Israel ein unbeschnittenes Volk
> 
> 9:24   Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich heimsuchen werde
> alle, die an der Vorhaut beschnitten sind,
> 
> 9:25   nämlich Ägypten, Juda, Edom, die Ammoniter, Moab und alle, die das
> Haar rundherum abscheren, die in der Wüste wohnen. Denn alle Heiden
> sind nur unbeschnitten, aber ganz Israel hat ein unbeschnittenes
> Herz.
> 3. Mose 19,27;  Kap 4,4; 3. Mose 26,41; 5. Mose 30,6
> 
>          Die toten Götzen und der lebendige Gott
> 
> 10:1    Höret, was der HERR zu euch redet, ihr vom Hause Israel!
> 
> 10:2    So spricht der HERR: Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden
> annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels,
> wie die Heiden sich fürchten.
> 2. Mose 23,24;  2. Kön 21,6
> 
> 10:3    Denn ihre Götter sind alle nichts. Man fällt im Walde einen Baum,
> und der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von
> Menschenhänden,
> Jes 44,13-17
> 
> 10:4    und er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel
> und Hammer, daß es nicht umfalle.
> 
> 10:5    Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können
> nicht reden; auch muß man sie tragen, denn sie können nicht gehen.
> Darum sollt ihr euch nicht vor ihnen fürchten; denn sie können weder
> helfen noch Schaden tun.
> Ps 115,7; Jes 46,7
> 
> 10:6    Aber dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist
> groß, wie du es mit der Tat beweist.
> Ps 86,8
> 
> 10:7    Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muß man
> gehorchen; denn unter allen Weisen der Völker und in allen ihren
> Königreichen ist niemand dir gleich.
> 
> 10:8    Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen, ist ein
> nichtiger Gottesdienst.
> 
> 10:9    Silberblech bringt man aus Tarsis, Gold aus Ufas; durch den
> Bildhauer und Goldschmied werden sie hergestellt; blauen und roten
> Purpur zieht man ihnen an, und alles ist der Künstler Werk.
> 
> 10:10   Aber der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der
> ewige König. Vor seinem Zorn bebt die Erde, und die Völker können
> sein Drohen nicht ertragen.
> Kap 5,2
> 
> 10:11   So sagt nun zu ihnen: Die Götter, die Himmel und Erde nicht gemacht
> haben, müssen vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel.
> 
> 10:12    Er aber hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis
> bereitet durch seine Weisheit und den Himmel ausgebreitet durch
> seinen Verstand.
> (12-16) Kap 51,15-19
> 
> 10:13   Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel; Wolken läßt er
> heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es regnet,
> und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.
> Ps 135,7
> 
> 10:14   Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle
> Goldschmiede stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen
> sind Trug und haben kein Leben,
> Jes 45,16
> 
> 10:15   sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn
> sie heimgesucht werden.
> 
> 10:16   Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist; sondern er ist's,
> der alles geschaffen hat, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt
> HERR Zebaoth.
> 5. Mose 32,9
> 
> Worte des Gerichts und der Klage
> 
> 10:17   Raffe dein Bündel auf von der Erde, die du sitzest in Bedrängnis!
> 
> 10:18   Denn so spricht der HERR: Siehe, ich will die Bewohner des Landes
> diesmal wegschleudern und will sie ängstigen, damit sie sich finden
> lassen.
> 
> 10:19   Ach, was hab ich für Jammer und Herzeleid! Ich dachte: Es ist nur
> eine Plage, ich muß sie erleiden.
> 
> 10:20   Aber mein Zelt ist zerstört, und alle meine Seile sind zerrissen.
> Meine Kinder sind von mir gegangen und nicht mehr da. Niemand
> richtet meine Hütte wieder auf, und mein Zelt schlägt keiner mehr
> auf.
> 
> 10:21   Denn die Hirten sind zu Toren geworden und fragen nicht nach dem
> HERRN. Darum kann ihnen nichts Rechtes gelingen, und ihre ganze
> Herde ist zerstreut.
> Kap 23,1
> 
> 10:22   Horch, es kommt eine Kunde daher und ein großes Getöse aus dem
> Lande des Nordens, daß die Städte Judas verwüstet und zur Wohnung
> der Schakale werden sollen.
> Kap 1,14
> 
> 10:23   Ich weiß, HERR, daß des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht,
> und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang
> richte.
> Spr 16,9
> 
> 10:24    Züchtige mich, HERR, doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf
> daß du mich nicht ganz zunichte machst.
> Kap 30,11; 46,28; Ps 6,2; Hab 1,12
> 
> 10:25   Schütte aber deinen Zorn aus über die Heiden, die dich nicht kennen,
> und über die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen. Denn sie
> haben Jakob aufgefressen und verschlungen, sie haben ihn vernichtet
> und seine Wohnung verwüstet.
> Ps 79,6-7
> 
>          Der Bundesbruch des Volkes und Gottes Gericht
> 
> 11:1    Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah vom HERRN:
> 
> 11:2    Höret die Worte dieses Bundes, daß ihr sie den Leuten in Juda und
> den Bürgern von Jerusalem sagt!
> 
> 11:3    Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels:
> Verflucht sei, wer nicht gehorcht den Worten dieses Bundes,
> 5. Mose 27,26
> 
> 11:4    die ich euren Vätern gebot an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland
> führte, aus dem glühenden Ofen, und sprach: Gehorcht meiner Stimme
> und tut, wie ich euch geboten habe, so sollt ihr mein Volk sein,
> und ich will euer Gott sein,
> Kap 7,23
> 
> 11:5    damit ich den Eid halten kann, den ich euren Vätern geschworen habe,
> ihnen ein Land zu geben, darin Milch und Honig fließt, so wie es
> heute ist. Ich antwortete und sprach: HERR, ja, so sei es!
> 2. Mose 3,8
> 
> 11:6    Und der HERR sprach zu mir: Predige alle diese Worte in den Städten
> Judas und auf den Gassen Jerusalems und sprich: Hört die Worte
> dieses Bundes und tut danach!
> 
> 11:7     Denn ich habe eure Väter ermahnt von dem Tage an, als ich sie aus
> Ägyptenland führte, bis auf den heutigen Tag, und ich ermahnte sie
> immer wieder und sprach: Gehorcht meiner Stimme!
> (7 und 8) Kap 25,4
> 
> 11:8    Aber sie gehorchten nicht, kehrten auch ihre Ohren mir nicht zu,
> sondern ein jeder wandelte nach seinem bösen und verstockten
> Herzen. Darum habe ich auch über sie kommen lassen alle Worte dieses
> Bundes, den ich geboten hatte zu halten und den sie doch nicht
> gehalten haben.
> Kap 3,17; 7,26; 13,10; 18,12; 5. Mose 28,15-68
> 
> 11:9    Und der HERR sprach zu mir: Ich weiß sehr wohl, wie sie in Juda und
> in Jerusalem sich verschworen haben.
> 
> 11:10   Sie kehren zurück zu den Sünden ihrer Väter, die vor ihnen waren und
> die meinen Worten auch nicht gehorchen wollten und andern Göttern
> nachfolgten und ihnen dienten. So hat das Haus Israel und das Haus
> Juda meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern geschlossen
> habe.
> 
> 11:11   Darum siehe, spricht der HERR, ich will Unheil über sie kommen
> lassen, dem sie nicht entgehen sollen; und wenn sie zu mir
> schreien, will ich sie nicht hören.
> Ps 18,42; Jes 1,15; Hes 8,18
> 
> 11:12    Dann werden die Städte Judas und die Bürger Jerusalems hingehen und
> zu den Göttern schreien, denen sie geopfert haben; aber die werden
> ihnen nicht helfen in ihrer Not.
> (12 und 13) Kap 2,28; 5. Mose 32,37-38
> 
> 11:13   Denn soviel Städte, soviel Götter hast du, Juda; und so viele Gassen
> es in Jerusalem gibt, so viele Schandaltäre habt ihr aufgerichtet,
> um dem Baal zu opfern.
> 
> 11:14   Du aber bitte nicht für dies Volk und bringe für sie kein Flehen
> noch Gebet vor mich; denn ich will sie nicht hören, wenn sie zu mir
> schreien in ihrer Not.
> Kap 7,16
> 
> 11:15   Was macht mein geliebtes Volk in meinem Hause? Sie treiben lauter
> Bosheit und meinen, Gelübde und heiliges Opferfleisch könnten die
> Schuld von ihnen nehmen; und wenn sie übeltun, sind sie guter Dinge
> darüber.
> Röm 11,28;  Hos 8,13
> 
> 11:16   Der HERR nannte dich einen grünen, schönen, fruchtbaren Ölbaum; aber
> nun hat er mit großem Brausen ein Feuer um ihn anzünden lassen, so
> daß seine Äste verderben müssen.
> 
> 11:17   Denn der HERR Zebaoth, der dich gepflanzt hat, hat dir Unheil
> angedroht um der Bosheit willen des Hauses Israel und des Hauses
> Juda, die sie getrieben haben, um mich zu erzürnen mit ihren
> Räucheropfern, die sie dem Baal darbrachten.
> 
> Der Anschlag der Leute von Anatot auf Jeremia
> 
> 11:18   Der HERR tat mir kund ihr Vorhaben, damit ich's wisse, und er zeigte
> es mir.
> 
> 11:19   Denn ich war wie ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank
> geführt wird, und wußte nicht, daß sie gegen mich beratschlagt und
> gesagt hatten: Laßt uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn
> aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, daß seines Namens nimmermehr
> gedacht werde.
> Jes 53,7
> 
> 11:20   Aber du, HERR Zebaoth, du gerechter Richter, der du Nieren und
> Herzen prüfst, laß mich sehen, wie du ihnen vergiltst; denn ich habe
> dir meine Sache befohlen.
> Ps 7,10;  Kap 17,10; 20,12
> 
> 11:21   Darum spricht der HERR über die Männer von Anatot, die dir nach dem
> Leben trachten und sprechen: Weissage nicht im Namen des HERRN, wenn
> du nicht von unsern Händen sterben willst! -
> Kap 1,1
> 
> 11:22   darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie heimsuchen. Ihre
> junge Mannschaft soll mit dem Schwert getötet werden, und ihre Söhne
> und Töchter sollen vor Hunger sterben,
> 
> 11:23   daß keiner von ihnen übrigbleibt; denn ich will über die Männer von
> Anatot Unheil kommen lassen in dem Jahr, da ich sie heimsuchen
> werde.
> 
>          Jeremias Anstoß am Glück der Gottlosen und Gottes Antwort
> 
> 12:1    HERR, wenn ich auch mit dir rechten wollte, so behältst du doch
> recht; dennoch muß ich vom Recht mit dir reden. Warum geht's doch
> den Gottlosen so gut, und die Abtrünnigen haben alles in Fülle?
> Ps 73,3
> 
> 12:2    Du pflanzest sie ein, sie schlagen Wurzeln und wachsen und bringen
> Frucht. Nahe bist du ihrem Munde, aber ferne von ihrem Herzen.
> 
> 12:3     Mich aber, HERR, kennst du und siehst mich und prüfst mein Herz vor
> dir. Reiß sie weg wie Schafe zum Schlachten, und sondere sie aus,
> daß sie getötet werden!
> Ps 139,1
> 
> 12:4    Wie lange soll das Land so trocken stehen und das Gras überall auf
> dem Felde verdorren? Wegen der Bosheit der Bewohner schwinden Vieh
> und Vögel dahin; denn man sagt: Er weiß nicht, wie es uns gehen
> wird.
> Kap 9,9
> 
> 12:5    Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern zu gehen, wie wird es dir
> gehen, wenn du mit Rossen laufen sollst? Und wenn du schon im Lande,
> wo keine Gefahr ist, Sicherheit suchst, was willst du tun im
> Dickicht des Jordans?
> 
> 12:6    Denn auch deine Brüder und deines Vaters Haus sind treulos, sie
> schreien hinter dir her aus vollem Halse. Darum traue du ihnen
> nicht, wenn sie auch freundlich mit dir reden.
> 
> Gottes Klage über sein verwüstetes Land
> 
> 12:7    Ich habe mein Haus verlassen und mein Erbe verstoßen und, was meine
> Seele liebt, in der Feinde Hand gegeben.
> 
> 12:8    Mein Erbe ist mir geworden wie ein Löwe im Walde und brüllt wider
> mich; darum bin ich ihm feind geworden.
> 
> 12:9    Mein Erbe ist wie der bunte Vogel, um den sich die Vögel sammeln:
> Wohlauf und sammelt euch, alle Tiere des Feldes, kommt und freßt!
> Jes 56,9
> 
> 12:10    Viele Hirten haben meinen Weinberg verwüstet und meinen Acker
> zertreten; sie haben meinen schönen Acker zur Wüste gemacht.
> (10 und 11) Kap 6,3
> 
> 12:11   Sie haben ihn jämmerlich verwüstet; verödet liegt er vor mir; ja,
> das ganze Land ist verwüstet, aber niemand will es zu Herzen nehmen.
> 
> 12:12   Die Verwüster kommen daher über alle kahlen Höhen der Steppe. Denn
> ein Schwert hat der HERR, das frißt von einem Ende des Landes bis
> zum andern, und kein Geschöpf wird Frieden haben.
> 
> 12:13    Sie haben Weizen gesät, aber Dornen geerntet; sie ließen's sich
> sauer werden, aber sie konnten's nicht genießen. Sie konnten ihres
> Ertrages nicht froh werden vor dem grimmigen Zorn des HERRN.
> Hos 8,7
> 
> Weissagung über benachbarte Völker
> 
> 12:14   So spricht der HERR: Wider alle meine bösen Nachbarn, die das
> Erbteil antasten, das ich meinem Volk Israel ausgeteilt habe: Siehe,
> ich will sie aus ihrem Lande ausreißen und das Haus Juda aus ihrer
> Mitte reißen.
> 
> 12:15   Aber wenn ich sie ausgerissen habe, will ich mich wieder über sie
> erbarmen und will einen jeden in sein Erbteil und in sein Land
> zurückbringen.
> 
> 12:16   Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, bei
> meinem Namen zu schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk
> gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so sollen sie inmitten meines
> Volks wohnen.
> 5. Mose 6,13;  Kap 4,2
> 
> 12:17   Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk
> ausreißen und vernichten, spricht der HERR.
> 
>          Der verdorbene Gürtel
> 
> 13:1    So sprach der HERR zu mir: Geh hin und kaufe dir einen leinenen
> Gürtel und gürte damit deine Lenden, aber laß ihn nicht naß werden!
> 
> 13:2    Und ich kaufte einen Gürtel nach dem Befehl des HERRN und gürtete
> ihn um meine Lenden.
> 
> 13:3    Da geschah des HERRN Wort ein zweitesmal zu mir:
> 
> 13:4    Nimm den Gürtel, den du gekauft und um deine Lenden gegürtet hast,
> und mache dich auf und geh hin an den Euphrat und verstecke ihn dort
> in einer Felsspalte!
> 
> 13:5    Ich ging hin und versteckte ihn am Euphrat, wie mir der HERR geboten
> hatte.
> 
> 13:6    Nach langer Zeit aber sprach der HERR zu mir: Mache dich auf und geh
> hin an den Euphrat und hole den Gürtel wieder, den ich dich dort
> verstecken ließ!
> 
> 13:7    Ich ging hin an den Euphrat und grub nach und nahm den Gürtel von
> dem Ort, wo ich ihn versteckt hatte; und siehe, der Gürtel war
> verdorben, so daß er zu nichts mehr taugte.
> 
> 13:8    Da geschah des HERRN Wort zu mir:
> 
> 13:9    So spricht der HERR: Ebenso will ich verderben den großen Hochmut
> Judas und Jerusalems.
> 
> 13:10   Dies böse Volk, das meine Worte nicht hören will, sondern nach
> seinem verstockten Herzen wandelt und andern Göttern folgt, um ihnen
> zu dienen und sie anzubeten: es soll werden wie der Gürtel, der zu
> nichts mehr taugt.
> Kap 11,8
> 
> 13:11   Denn gleichwie der Gürtel um die Lenden des Mannes gebunden wird, so
> habe ich, spricht der HERR, das ganze Haus Israel und das ganze Haus
> Juda um mich gegürtet, daß sie mein Volk sein sollten, mir zum Ruhm,
> zu Lob und Ehren; aber sie wollten nicht hören.
> 
> Die gefüllten Weinkrüge
> 
> 13:12   Sage ihnen dies Wort: So spricht der HERR, der Gott Israels: Alle
> Krüge werden mit Wein gefüllt. Und wenn sie zu dir sagen: Wer weiß
> das nicht, daß alle Krüge mit Wein gefüllt werden?,
> 
> 13:13   so antworte ihnen: So spricht der HERR: Siehe, ich will alle, die in
> diesem Lande wohnen, die Könige, die auf dem Thron Davids sitzen,
> die Priester und Propheten und alle Einwohner Jerusalems mit
> Trunkenheit füllen
> Kap 25,15-28; Jes 51,17
> 
> 13:14   und will einen am andern, die Väter samt den Söhnen, zerschmettern,
> spricht der HERR, und will weder schonen noch barmherzig sein und
> sie ohne Mitleid verderben.
> 
> Mahnung zur Beugung vor Gott
> 
> 13:15   Höret und merkt auf und seid nicht so hochfahrend, denn der HERR
> hat's geredet.
> 
> 13:16   Gebt dem HERRN, eurem Gott, die Ehre, ehe es finster wird und ehe
> eure Füße sich an den dunklen Bergen stoßen und ihr auf das Licht
> wartet, während er es doch finster und dunkel machen wird.
> 
> 13:17   Wollt ihr das aber nicht hören, so muß ich heimlich weinen über
> solchen Hochmut; meine Augen müssen von Tränen überfließen, weil
> des HERRN Herde gefangen weggeführt wird.
> Kap 8,23; 14,17; Lk 19,41
> 
> 13:18   Sage dem König und der Königinmutter: Setzt euch ganz nach unten;
> denn die Krone der Herrlichkeit ist euch vom Haupt gefallen.
> 2. Kön 24,10-16; Jes 62,3; Klgl 5,16
> 
> 13:19   Die Städte im Südland sind verschlossen, und es ist niemand, der sie
> auftut; ganz Juda ist weggeführt.
> 
> Die Schändung Jerusalems
> 
> 13:20   Hebt eure Augen auf und sehet, wie sie von Norden daherkommen. Wo
> ist nun die Herde, die dir befohlen war, deine herrliche Herde?
> 
> 13:21   Was willst du sagen, wenn er die über dich zum Haupt bestellen wird,
> die du als Freunde an dich gewöhnt hast? Was gilt's? Es wird dich
> Angst ankommen wie eine Frau in Kindsnöten.
> 
> 13:22   Und wenn du in deinem Herzen sagen wirst: »Warum begegnet mir
> das?« -: um der Menge deiner Sünden willen wird dir dein Gewand
> aufgehoben und wird dir Schande angetan.
> Jes 47,2-3; Hes 16,37
> 
> 13:23   Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Panther seine
> Flecken? So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Böse gewöhnt
> seid.
> 
> 13:24   Darum will ich sie zerstreuen wie Spreu, die verweht wird von dem
> Wind aus der Wüste.
> 
> 13:25   Das soll dein Lohn sein und dein Teil, den ich dir zugemessen habe,
> spricht der HERR: Weil du mich vergessen hast und dich auf Lügen
> verläßt,
> 
> 13:26   will auch ich dein Gewand hochheben, daß deine Schande sichtbar
> werde.
> 
> 13:27   Denn ich habe gesehen deine Ehebrecherei, deine Geilheit, deine
> freche Hurerei, ja, deine Greuel auf den Hügeln und im Felde. Weh
> dir, Jerusalem! Wann wirst du doch endlich rein werden?
> 
>          Vergebliche Bitte bei Dürre und Kriegsnot
> 
> 14:1    Dies ist das Wort, das der HERR zu Jeremia sagte über die große
> Dürre:
> 
> 14:2    Juda liegt jämmerlich da, seine Städte sind verschmachtet. Sie
> sitzen trauernd auf der Erde, und in Jerusalem ist lautes Klagen.
> 
> 14:3    Die Großen schicken ihre Leute nach Wasser; aber wenn sie zum
> Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer
> zurück. Sie sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter.
> 
> 14:4    Die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf Erden. Darum sind die
> Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter.
> Joel 1,11
> 
> 14:5    Ja, auch die Hirschkühe, die auf dem Felde werfen, verlassen die
> Jungen, weil kein Gras wächst.
> 
> 14:6    Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen und schnappen nach Luft wie
> die Schakale; ihre Augen erlöschen, weil nichts Grünes wächst.
> 
> 14:7    Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines
> Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich
> gesündigt haben.
> Dan 9,4-9
> 
> 14:8    Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich,
> als wärest du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über
> Nacht bleibt?
> 
> 14:9    Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held,
> der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir
> heißen nach deinem Namen; verlaß uns nicht!
> Kap 15,16; Jes 43,7
> 
> 14:10   So spricht der HERR von diesem Volk: Sie laufen gern hin und her und
> schonen ihre Füße nicht. Darum hat der HERR kein Gefallen an ihnen,
> sondern er denkt nun an ihre Missetat und will ihre Sünden
> heimsuchen.
> 
> 14:11   Und der HERR sprach zu mir: Du sollst nicht für dies Volk um Gnade
> bitten.
> Kap 7,16
> 
> 14:12   Denn wenn sie auch fasten, so will ich doch ihr Flehen nicht
> erhören; und wenn sie auch Brandopfer und Speisopfer bringen, so
> gefallen sie mir doch nicht, sondern ich will sie durch Schwert,
> Hunger und Pest aufreiben.
> Jes 58,3;  Kap 6,20
> 
> 14:13   Da sprach ich: Ach, Herr HERR! Siehe, die Propheten sagen ihnen: Ihr
> werdet das Schwert nicht sehen und keine Hungersnot bei euch haben,
> sondern ich will euch beständigen Frieden geben an diesem Ort.
> 
> 14:14   Aber der HERR sprach zu mir: Diese Propheten weissagen Lüge in
> meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen
> und nicht zu ihnen geredet. Sie predigen euch falsche Offenbarungen,
> nichtige Wahrsagung und ihres Herzens Trug.
> Kap 23,21-22; 27,9; 27,14-15; 29,8-9; Hes 13,6
> 
> 14:15   Darum spricht der HERR: Wider die Propheten, die in meinem Namen
> weissagen, obgleich ich sie nicht gesandt habe, und die dennoch
> predigen, es werde weder Schwert noch Hungersnot in dies Land
> kommen: Solche Propheten sollen sterben durch Schwert und Hunger.
> 5. Mose 18,20
> 
> 14:16   Und die Leute, denen sie weissagen, sollen auf den Gassen Jerusalems
> liegen, vom Schwert und Hunger hingestreckt, und niemand wird sie
> begraben, sie und ihre Frauen, Söhne und Töchter; und ich will ihre
> Bosheit über sie ausschütten.
> Kap 9,21
> 
> 14:17   Und du sollst zu ihnen dies Wort sagen: Meine Augen fließen über
> von Tränen, unaufhörlich Tag und Nacht; denn die Jungfrau, die
> Tochter meines Volks, ist unheilbar verwundet und völlig
> zerschlagen.
> Kap 13,17
> 
> 14:18   Gehe ich hinaus aufs Feld, siehe, so liegen dort vom Schwert
> Erschlagene; komme ich in die Stadt, siehe, so liegen dort vor
> Hunger Verschmachtete. Sogar Propheten und Priester müssen in ein
> Land ziehen, das sie nicht kennen.
> 
> 14:19   Hast du denn Juda verworfen oder einen Abscheu gegen Zion? Warum
> hast du uns denn so geschlagen, daß uns niemand heilen kann? Wir
> hofften, es sollte Friede werden; aber es kommt nichts Gutes. Wir
> hofften, wir sollten heil werden; aber siehe, es ist Schrecken da.
> Kap 8,15
> 
> 14:20   HERR, wir erkennen unser gottloses Leben und unsrer Väter Missetat;
> denn wir haben wider dich gesündigt.
> Kap 3,25; Ps 51,5-7; 106,6
> 
> 14:21   Aber um deines Namens willen verwirf uns nicht! Laß den Thron deiner
> Herrlichkeit nicht verspottet werden; gedenke doch an deinen Bund
> mit uns und laß ihn nicht aufhören!
> 
> 14:22   Ist denn unter den Götzen der Heiden einer, der Regen geben könnte,
> oder gibt der Himmel Regen? Du bist doch der HERR, unser Gott, auf
> den wir hoffen; denn du hast das alles gemacht.
> 
>  15:1    Und der HERR sprach zu mir: Und wenn auch Mose und Samuel vor mir
> stünden, so habe ich doch kein Herz für dies Volk. Treibe sie weg
> von mir, und laß sie weggehen!
> 2. Mose 32,11; 1. Sam 7,9; Hes 14,14
> 
> 15:2    Und wenn sie zu dir sagen: Wo sollen wir hin?, dann antworte ihnen:
> So spricht der HERR: Wen der Tod trifft, den treffe er; wen das
> Schwert trifft, den treffe es; wen der Hunger trifft, den treffe er;
> wen die Gefangenschaft trifft, den treffe sie!
> Kap 43,11; Sach 11,9
> 
> 15:3    Denn ich will sie heimsuchen mit viererlei Plagen, spricht der
> HERR: mit dem Schwert, daß sie getötet werden; mit Hunden, die sie
> fortschleifen sollen; mit den Vögeln des Himmels und mit den Tieren
> des Feldes, daß sie gefressen und vertilgt werden sollen.
> Hes 14,21;  Kap 7,33
> 
> 15:4    Und ich will sie zu einem Bild des Entsetzens machen für alle
> Königreiche auf Erden um Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des
> Königs von Juda, für alles, was er in Jerusalem begangen hat.
> 2. Kön 21,11-16; 23,26
> 
> 15:5    Wer will sich denn deiner erbarmen, Jerusalem? Wer wird denn Mitleid
> mit dir haben? Wer wird denn kommen und fragen, ob es dir gutgeht?
> 
> 15:6    Du hast mich verlassen, spricht der HERR, und bist von mir
> abgefallen; darum habe ich meine Hand gegen dich ausgestreckt, um
> dich zu verderben; ich bin des Erbarmens müde.
> 
> 15:7    Ich worfelte sie mit der Worfschaufel in den Städten des Landes,
> und mein Volk, das sich nicht bekehren wollte von seinem Wandel,
> machte ich kinderlos und brachte es um.
> Mt 3,12
> 
> 15:8    Es wurden mehr Frauen zu Witwen unter ihnen, als Sand am Meer ist.
> Ich ließ kommen über die Mütter der jungen Mannschaft den Verderber
> am hellen Mittag und ließ plötzlich über sie fallen Angst und
> Schrecken.
> 
> 15:9    Die sieben Kinder hatte, welkte dahin, und ihre Seele verschmachtete
> in ihr. Ihre Sonne ging unter am hellen Tag; ihr Ruhm und ihre
> Freude hatte ein Ende. Und was von ihnen übrig ist, will ich dem
> Schwert hingeben vor ihren Feinden, spricht der HERR.
> Am 8,9
> 
> Die Klage des Propheten über sein Amt. Gottes Zusage
> 
> 15:10   Weh mir, meine Mutter, daß du mich geboren hast, gegen den
> jedermann hadert und streitet im ganzen Lande! Hab ich doch weder
> auf Wucherzinsen ausgeliehen, noch hat man mir geliehen, und doch
> flucht mir jedermann.
> Kap 20,14
> 
> 15:11   Der HERR sprach: Wohlan, ich will etliche von euch übriglassen,
> denen es wieder wohlgehen soll, und will euch zu Hilfe kommen in der
> Not und Angst unter den Feinden.
> 
> 15:12   Kann man Eisen zerbrechen, Eisen und Kupfer aus dem Norden?
> 
> 15:13   Ich will dein Gut und deine Schätze zum Raube geben als Lohn für
> alle deine Sünden, die du in deinem ganzen Gebiet begangen hast,
> Kap 17,3
> 
> 15:14   und will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du
> nicht kennst; denn es ist das Feuer meines Zorns über euch
> angezündet.
> 
> 15:15   Ach HERR, du weißt es! Gedenke an mich und nimm dich meiner an und
> räche mich an meinen Verfolgern! Laß mich nicht hinweggerafft
> werden, während du deinen Zorn über sie noch zurückhältst; denn du
> weißt, daß ich um deinetwillen geschmäht werde.
> 
> 15:16    Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist
> meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen
> genannt, HERR, Gott Zebaoth.
> 5. Mose 8,3; 32,46-47; Hes 3,1-3; Offb 10,8-9
> 
> 15:17   Ich habe mich nicht zu den Fröhlichen gesellt noch mich mit ihnen
> gefreut, sondern saß einsam, gebeugt von deiner Hand; denn du
> hattest mich erfüllt mit Grimm.
> 
> 15:18   Warum währt doch mein Leiden so lange und sind meine Wunden so
> schlimm, daß sie niemand heilen kann? Du bist mir geworden wie ein
> trügerischer Born, der nicht mehr quellen will.
> 
> 15:19   Darum spricht der HERR: Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich
> zu dir halten, und du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn du
> recht redest und nicht leichtfertig, so sollst du mein Mund sein.
> Sie sollen sich zu dir kehren, doch du kehre dich nicht zu ihnen!
> 
> 15:20   Denn ich mache dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn
> sie auch wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben;
> denn ich bin bei dir, daß ich dir helfe und dich errette, spricht
> der HERR,
> Kap 1,18-19
> 
> 15:21   und ich will dich erretten aus der Hand der Bösen und erlösen aus
> der Hand der Tyrannen.
> 
>          Jeremias Einsamkeit als Vorzeichen des Gerichts
> 
> 16:1    Und des HERRN Wort geschah zu mir:
> 
> 16:2    Du sollst dir keine Frau nehmen und weder Söhne noch Töchter zeugen
> an diesem Ort.
> 
> 16:3    Denn so spricht der HERR von den Söhnen und Töchtern, die an diesem
> Ort geboren werden, und von ihren Müttern, die sie gebären, und von
> ihren Vätern, die sie zeugen in diesem Lande:
> 
> 16:4    Sie sollen an bösen Krankheiten sterben und nicht beklagt noch
> begraben werden, sondern sollen Dung werden auf dem Acker. Durch
> Schwert und Hunger sollen sie umkommen, und ihre Leichname sollen
> den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraße werden.
> Kap 9,21
> 
> 16:5    So spricht der HERR: Du sollst in kein Trauerhaus gehen, weder um zu
> klagen noch um zu trösten; denn ich habe meinen Frieden von diesem
> Volk weggenommen, die Gnade und die Barmherzigkeit, spricht der
> HERR.
> 
> 16:6    Große und Kleine sollen sterben in diesem Lande und nicht begraben
> noch beklagt werden, und niemand wird sich ihretwegen wund ritzen
> oder kahlscheren.
> Kap 41,5; 47,5; 48,37; 3. Mose 19,27-28; 5. Mose 14,1
> 
> 16:7    Auch wird man keinem das Trauerbrot brechen, um ihn zu trösten wegen
> eines Toten, und auch nicht den Trostbecher zu trinken geben wegen
> seines Vaters oder seiner Mutter.
> 
> 16:8    Du sollst auch in kein Hochzeitshaus gehen, um bei ihnen zu sitzen
> zum Essen und zum Trinken.
> 
> 16:9    Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will
> an diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen
> dem Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des Bräutigams und der
> Braut.
> Kap 7,34
> 
> 16:10    Und wenn du das alles diesem Volk gesagt hast und sie zu dir
> sprechen werden: »Warum kündigt uns der HERR all dies große Unheil
> an? Was ist die Missetat und Sünde, womit wir wider den HERRN,
> unsern Gott, gesündigt haben?«,
> (10-13) Kap 5,19
> 
> 16:11   so sollst du ihnen sagen: Weil eure Väter mich verlassen haben,
> spricht der HERR, und andern Göttern nachgelaufen sind, ihnen
> gedient und sie angebetet, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht
> gehalten haben,
> 
> 16:12   ihr aber noch ärger tut als eure Väter; denn siehe, ein jeder lebt
> nach seinem verstockten und bösen Herzen, so daß er mir nicht
> gehorcht.
> Kap 7,26
> 
> 16:13   Darum will ich euch aus diesem Lande verstoßen in ein Land, von dem
> weder ihr noch eure Väter gewußt haben. Dort sollt ihr andern
> Göttern dienen Tag und Nacht, weil ich euch keine Gnade mehr
> erweisen will.
> 5. Mose 28,64
> 
> Heil und Gericht für Israel und für die Völker
> 
> 16:14    Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß man nicht
> mehr sagen wird: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus
> Ägyptenland geführt hat«,
> (14 und 15) Kap 23,7-8
> 
> 16:15   sondern: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten geführt hat aus
> dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen
> hatte.« Denn ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren
> Vätern gegeben habe.
> 
> 16:16   Siehe, ich will viele Fischer aussenden, spricht der HERR, die
> sollen sie fischen; und danach will ich viele Jäger aussenden, die
> sollen sie fangen auf allen Bergen und auf allen Hügeln und in allen
> Felsklüften.
> 
> 16:17   Denn meine Augen sehen auf alle ihre Wege, daß sie sich nicht vor
> mir verstecken können, und ihre Missetat ist vor meinen Augen nicht
> verborgen.
> Hiob 34,21
> 
> 16:18   Aber zuvor will ich ihre Missetat und Sünde zwiefach vergelten,
> weil sie mein Land mit ihren toten Götzen unrein gemacht und mein
> Erbland mit ihren Greueln angefüllt haben.
> Jes 40,2
> 
> 16:19   HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!
> Die Heiden werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen:
> Nur Lüge haben unsere Väter gehabt, nichtige Götter, die nicht
> helfen können.
> 
> 16:20   Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter!
> 
> 16:21   Darum siehe, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt
> ihnen kundtun, daß sie erfahren sollen: Ich heiße der HERR.
> 2. Mose 3,15
> 
>          Gottes gerechte Vergeltung
> 
> 17:1     Die Sünde Judas ist geschrieben mit eisernem Griffel und mit
> diamantener Spitze gegraben auf die Tafel ihres Herzens und auf die
> Hörner an ihren Altären;
> (1-3) 2. Kön 23,4-18
> 
> 17:2    denn ihre Söhne denken an ihre Altäre und Ascherabilder unter den
> grünen Bäumen und auf den hohen Hügeln.
> 
> 17:3    Aber ich will deine Opferhöhen auf Bergen und Feldern samt deiner
> Habe und allen deinen Schätzen zum Raube geben um der Sünde willen,
> die in deinem ganzen Gebiet begangen ist.
> Kap 15,13
> 
> 17:4    Und du sollst aus deinem Erbe verstoßen werden, das ich dir gegeben
> habe, und ich will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem
> Lande, das du nicht kennst; denn ihr habt ein Feuer meines Zorns
> angezündet, das ewiglich brennen wird.
> 
> 17:5    So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen
> verläßt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem
> Herzen vom HERRN.
> Ps 118,8; 146,3;  2. Chr 32,8
> 
> 17:6    Der wird sein wie ein Dornstrauch in der Wüste und wird nicht sehen
> das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste,
> im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt.
> Kap 48,6
> 
> 17:7    Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verläßt und
> dessen Zuversicht der HERR ist.
> Ps 146,5
> 
> 17:8    Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum
> Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich
> doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich
> nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören
> Früchte.
> Ps 1,3
> 
> 17:9    Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?
> 
> 17:10   Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und
> gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke.
> 1. Sam 16,7; Ps 7,10; Spr 15,11;  Röm 2,6
> 
> 17:11   Wie ein Vogel, der sich über Eier setzt, die er nicht gelegt hat, so
> ist, wer unrecht Gut sammelt; denn er muß davon, wenn er's am
> wenigsten denkt, und muß zuletzt noch Spott dazu haben.
> Lk 12,20
> 
> 17:12   Aber die Stätte unseres Heiligtums ist der Thron der Herrlichkeit,
> erhaben von Anbeginn.
> Kap 3,17
> 
> 17:13   Denn du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die dich verlassen,
> müssen zuschanden werden, und die Abtrünnigen müssen auf die Erde
> geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN, die Quelle des
> lebendigen Wassers.
> Kap 2,13
> 
> Jeremias Gebet in Anfechtung
> 
> 17:14    Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir
> geholfen; denn du bist mein Ruhm.
> 2. Mose 15,26; Ps 6,3
> 
> 17:15   Siehe, sie sprechen zu mir: »Wo ist denn des HERRN Wort? Laß es
> doch kommen!«
> Jes 5,19
> 
> 17:16   Aber ich habe dich nie gedrängt, Unheil kommen zu lassen; auch hab
> ich den bösen Tag nicht herbeigewünscht, das weißt du. Was ich
> gepredigt habe, das liegt offen vor dir.
> 
> 17:17   Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not!
> 
> 17:18    Laß die zuschanden werden, die mich verfolgen, und nicht mich; laß
> sie erschrecken, und nicht mich. Laß den Tag des Unheils über sie
> kommen und zerschlage sie zwiefach!
> Ps 35,4
> 
> Die Heiligung des Sabbats
> 
> 17:19    So sprach der HERR zu mir: Geh hin und tritt ins Tor des Volks,
> durch das die Könige von Juda aus- und eingehen, und in alle Tore
> Jerusalems
> (19-27) Neh 13,15-22
> 
> 17:20   und sprich zu ihnen: Höret des HERRN Wort, ihr Könige Judas und ganz
> Juda und alle Einwohner Jerusalems, die durch diese Tore gehen!
> 
> 17:21    So spricht der HERR: Hütet euch und tragt keine Last am Sabbattag
> durch die Tore Jerusalems
> (21 und 22) 2. Mose 20,8-10
> 
> 17:22   und tragt keine Last am Sabbattag aus euren Häusern und tut keine
> Arbeit, sondern heiligt den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten
> habe.
> Jes 56,2
> 
> 17:23   Aber sie hörten nicht und kehrten mir ihre Ohren nicht zu, sondern
> blieben halsstarrig, daß sie ja nicht auf mich hörten noch Zucht
> annähmen.
> Kap 11,8
> 
> 17:24   Wenn ihr nun auf mich hören werdet, spricht der HERR, daß ihr am
> Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt tragt, sondern ihn
> heiligt, daß ihr an diesem Tage keine Arbeit tut,
> 
> 17:25   so sollen auch durch die Tore dieser Stadt aus- und eingehen
> Könige, die auf dem Thron Davids sitzen und die mit Roß und Wagen
> fahren, sie und ihre Großen samt allen, die in Juda und Jerusalem
> wohnen; und es soll diese Stadt immerdar bewohnt werden.
> Kap 22,4
> 
> 17:26   Und sie sollen kommen aus den Städten Judas und aus der Gegend von
> Jerusalem und aus dem Lande Benjamin, aus dem Hügelland und vom
> Gebirge und vom Südland, die da bringen Brandopfer, Schlachtopfer,
> Speisopfer und Weihrauch und die da Dankopfer bringen zum Hause des
> HERRN.
> 
> 17:27   Werdet ihr aber nicht auf mein Gebot hören, den Sabbattag zu
> heiligen und keine Last am Sabbattag zu tragen durch die Tore
> Jerusalems, so will ich ein Feuer in ihren Toren anzünden, das die
> festen Häuser Jerusalems verzehrt und nicht gelöscht werden kann.
> Hes 20,12-13
> 
>          Das Gleichnis vom Töpfer
> 
> 18:1    Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia:
> 
> 18:2    Mach dich auf und geh hinab in des Töpfers Haus; dort will ich dich
> meine Worte hören lassen.
> 
> 18:3    Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben
> auf der Scheibe.
> 
> 18:4    Und der Topf, den er aus dem Ton machte, mißriet ihm unter den
> Händen. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel.
> 
> 18:5    Da geschah des HERRN Wort zu mir:
> 
> 18:6    Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie
> dieser Töpfer? spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in des Töpfers
> Hand, so seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand.
> Jes 45,9; Röm 9,21
> 
> 18:7     Bald rede ich über ein Volk und Königreich, daß ich es ausreißen,
> einreißen und zerstören will;
> (7-10) Kap 1,10
> 
> 18:8    wenn es sich aber bekehrt von seiner Bosheit, gegen die ich rede,
> so reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun.
> Kap 26,3; Hes 33,11; Jona 3,10
> 
> 18:9    Und bald rede ich über ein Volk und Königreich, daß ich es bauen und
> pflanzen will;
> 
> 18:10   wenn es aber tut, was mir mißfällt, daß es meiner Stimme nicht
> gehorcht, so reut mich auch das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu
> tun.
> 
> 18:11   Und nun sprich zu den Leuten in Juda und zu den Bürgern Jerusalems:
> So spricht der HERR: Siehe, ich bereite euch Unheil und habe gegen
> euch etwas im Sinn. So bekehrt euch doch, ein jeder von seinen bösen
> Wegen, und bessert euern Wandel und euer Tun!
> Kap 7,3
> 
> 18:12   Aber sie sprechen: Daraus wird nichts! Wir wollen nach unsern
> Gedanken wandeln, und ein jeder soll tun nach seinem verstockten
> und bösen Herzen.
> Kap 6,16;  Kap 11,8
> 
> 18:13   Darum spricht der HERR: Fragt doch unter den Heiden: Wer hat je
> dergleichen gehört? So greuliche Dinge tut die Jungfrau Israel!
> 
> 18:14   Bleibt doch der Schnee länger auf den Steinen im Felde, wenn's vom
> Libanon herab schneit, und das Regenwasser verläuft sich nicht so
> schnell,
> 
> 18:15   wie mein Volk meiner vergißt. Sie opfern den nichtigen Göttern. Die
> haben sie zu Fall gebracht auf den alten Wegen und lassen sie nun
> gehen auf ungebahnten Straßen,
> 
> 18:16   auf daß ihr Land zur Wüste werde, ihnen zur ewigen Schande, daß, wer
> vorübergeht, sich entsetze und den Kopf schüttle.
> 
> 18:17   Denn ich will sie wie durch einen Ostwind zerstreuen vor ihren
> Feinden; ich will ihnen den Rücken und nicht das Antlitz zeigen am
> Tag ihres Verderbens.
> Kap 2,27
> 
> Jeremias Gebet gegen seine Feinde
> 
> 18:18   Sie sprechen: »Kommt und laßt uns gegen Jeremia Böses planen; denn
> dem Priester wird's nicht fehlen an Weisung noch dem Weisen an Rat
> noch dem Propheten am Wort! Kommt, laßt uns ihn mit seinen eigenen
> Worten schlagen und nichts geben auf alle seine Reden!«
> 
> 18:19   HERR, hab acht auf mich und höre die Stimme meiner Widersacher!
> 
> 18:20   Ist's recht, daß man Gutes mit Bösem vergilt? Denn sie haben mir
> eine Grube gegraben! Gedenke doch, wie ich vor dir gestanden bin, um
> für sie zum besten zu reden und deinen Grimm von ihnen abzuwenden!
> 
> 18:21   So strafe nun ihre Kinder mit Hunger und gib sie dem Schwerte preis,
> daß ihre Frauen kinderlos und Witwen seien und ihre Männer vom Tode
> getroffen und ihre junge Mannschaft im Krieg durchs Schwert getötet
> werden;
> 
> 18:22   daß Geschrei aus ihren Häusern gehört werde, wenn du plötzlich
> Kriegsvolk über sie kommen läßt. Denn sie haben eine Grube gegraben,
> mich zu fangen, und meinen Füßen Fallen gestellt.
> 
> 18:23   Aber du, HERR, kennst alle ihre Anschläge gegen mich, daß sie mich
> töten wollen. So vergib ihnen ihre Missetat nicht und tilge ihre
> Sünde nicht aus vor dir! Laß sie vor dir zu Fall kommen und handle
> an ihnen zur Zeit deines Zorns!
> Mt 6,15;  Lk 23,34
> 
>          Der zerschmetterte Krug
> 
> 19:1    So sprach der HERR: Geh hin und kaufe dir einen irdenen Krug vom
> Töpfer und nimm mit etliche von den Ältesten des Volks und von den
> Ältesten der Priester
> 
> 19:2    und geh hinaus ins Tal Ben-Hinnom, das vor dem Scherbentor liegt,
> und predige dort die Worte, die ich dir sage,
> Kap 7,31
> 
> 19:3    und sprich: Höret des HERRN Wort, ihr Könige von Juda und ihr Bürger
> Jerusalems! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe,
> ich will ein solches Unheil über diese Stätte bringen, daß jedem,
> der es hören wird, die Ohren gellen sollen,
> 2. Kön 21,12
> 
> 19:4    weil sie mich verlassen und diese Stätte einem fremden Gott gegeben
> und dort andern Göttern geopfert haben, die weder sie noch ihre
> Väter noch die Könige von Juda kannten, und weil sie die Stätte voll
> unschuldigen Blutes gemacht
> 
> 19:5     und dem Baal Höhen gebaut haben, um ihre Kinder dem Baal als
> Brandopfer zu verbrennen, was ich weder geboten noch geredet habe
> und was mir nie in den Sinn gekommen ist.
> (5-7) Kap 7,31-33; 3. Mose 18,21
> 
> 19:6    Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, daß man
> diese Stätte nicht mehr »Tofet« und »Tal Ben-Hinnom«, sondern
> »Würgetal« nennen wird.
> 
> 19:7    Und ich will den Gottesdienst Judas und Jerusalems an diesem Ort
> zunichte machen und will sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren
> Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten,
> und will ihre Leichname den Vögeln des Himmels und den Tieren auf
> dem Felde zum Fraße geben.
> 
> 19:8    Und ich will diese Stadt zum Entsetzen und zum Spott machen, daß
> alle, die vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle ihre
> Plagen.
> 
> 19:9    Ich will sie ihrer Söhne und Töchter Fleisch essen lassen, und
> einer soll des andern Fleisch essen in der Not und Angst, mit der
> ihre Feinde und die, die ihnen nach dem Leben trachten, sie
> bedrängen werden.
> 3. Mose 26,29; 5. Mose 28,53
> 
> 19:10   Und du sollst den Krug zerbrechen vor den Augen der Männer, die mit
> dir gegangen sind,
> 
> 19:11   und zu ihnen sagen: So spricht der HERR Zebaoth: Wie man eines
> Töpfers Gefäß zerbricht, daß es nicht wieder ganz werden kann, so
> will ich dies Volk und diese Stadt zerbrechen. Und man wird im
> Tofet begraben, weil sonst kein Raum dafür da sein wird.
> Jes 30,12-14;  Kap 7,32
> 
> 19:12   So will ich's mit dieser Stätte und ihren Bewohnern machen, spricht
> der HERR, daß diese Stadt wie das Tofet werden soll.
> 
> 19:13   Und die Häuser Jerusalems und die Häuser der Könige von Juda sollen
> ebenso unrein werden wie die Stätte Tofet, alle Häuser, wo sie auf
> den Dächern dem ganzen Heer des Himmels geopfert und andern Göttern
> Trankopfer dargebracht haben.
> Kap 32,29; 2. Kön 23,12; Zef 1,5
> 
> Die Mißhandlung Jeremias durch Paschhur
> 
> 19:14   Und als Jeremia vom Tofet zurückkam, wohin ihn der HERR gesandt
> hatte, um zu weissagen, trat er in den Vorhof am Hause des HERRN und
> sprach zu allem Volk:
> 
> 19:15   So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über
> diese Stadt und über alle ihre Ortschaften all das Unheil kommen
> lassen, das ich gegen sie geredet habe, weil sie halsstarrig sind
> und meine Worte nicht hören wollen.
> 
>  20:1    Als aber Paschhur, ein Sohn Immers, der Priester, der zum Vorsteher
> im Hause des HERRN bestellt war, hörte, wie Jeremia solche Worte
> weissagte,
> 
> 20:2    schlug er den Propheten Jeremia und schloß ihn in den Block am
> oberen Benjamintor, das am Hause des HERRN ist.
> Apg 16,24
> 
> 20:3    Und am andern Morgen ließ Paschhur den Jeremia aus dem Block los. Da
> sprach Jeremia zu ihm: Der HERR nennt dich nicht Paschhur, sondern
> »Schrecken um und um«;
> Vers 10; Kap 6,25; 46,5; 49,29; Ps 31,14
> 
> 20:4    denn so spricht der HERR: Siehe, ich will dich zum Schrecken machen
> für dich selbst und alle deine Freunde; sie sollen fallen durchs
> Schwert ihrer Feinde, und du sollst es mit eigenen Augen sehen. Und
> ich will ganz Juda in die Hand des Königs von Babel geben; der soll
> sie wegführen nach Babel und mit dem Schwert töten.
> 
> 20:5    Auch will ich alle Güter dieser Stadt und allen Ertrag ihrer Arbeit
> und alle Kleinode und alle Schätze der Könige von Juda in die Hand
> ihrer Feinde geben; die werden sie rauben, mitnehmen und nach Babel
> bringen.
> Jes 39,6
> 
> 20:6    Und du, Paschhur, sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen
> weggeführt werden und nach Babel kommen. Dort sollst du sterben und
> begraben werden samt allen deinen Freunden, denen du Lügen gepredigt
> hast.
> 
> Die Last des Prophetenamts
> 
> 20:7    HERR, du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen.
> Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber
> zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich.
> Kap 1,5-7
> 
> 20:8    Denn sooft ich rede, muß ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muß ich
> rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden
> täglich.
> 
> 20:9    Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in
> seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein
> brennendes Feuer, in meinen Gebeinen verschlossen, daß ich's nicht
> ertragen konnte; ich wäre schier vergangen.
> 1. Kor 9,16
> 
> 20:10   Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!«
> »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und
> Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht läßt er sich
> überlisten, daß wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.«
> Vers 3;  Kap 18,18
> 
> 20:11   Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine
> Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden
> werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und
> nie vergessen werden.
> Kap 1,8; 1,19
> 
> 20:12   Und nun, HERR Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz
> durchschaust: Laß mich deine Vergeltung an ihnen sehen; denn ich
> habe dir meine Sache befohlen.
> Kap 11,20
> 
> 20:13   Singet dem HERRN, rühmet den HERRN, der des Armen Leben aus den
> Händen der Boshaften errettet!
> 
> 20:14   Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll
> ungesegnet sein, an dem mich meine Mutter geboren hat!
> Kap 15,10; Hiob 3,3-11; 10,18
> 
> 20:15   Verflucht sei, der meinem Vater gute Botschaft brachte und sprach:
> »Du hast einen Sohn«, so daß er ihn fröhlich machte!
> 
> 20:16   Der Tag soll sein wie die Städte, die der HERR vernichtet hat ohne
> Erbarmen. Am Morgen soll er Wehklage hören und am Mittag
> Kriegsgeschrei,
> 1. Mose 19,24-25
> 
> 20:17   weil er mich nicht getötet hat im Mutterleibe, so daß meine Mutter
> mein Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre!
> 
> 20:18   Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, wenn ich nur
> Jammer und Herzeleid sehen muß und meine Tage in Schmach zubringe!
> 
>          Jeremia kündigt Zedekia die Zerstörung Jerusalems an
> 
> 21:1    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als der König
> Zedekia zu ihm sandte Paschhur, den Sohn Malkijas, und Zefanja, den
> Sohn Maasejas, den Priester, und ihm sagen ließ:
> Kap 39,1-10;  Kap 29,25-26; 37,3; 52,24
> 
> 21:2    Befrage doch den HERRN für uns; denn Nebukadnezar, der König von
> Babel, führt Krieg gegen uns. Vielleicht wird der HERR doch an uns
> sein Wunder tun wie so manches Mal, damit jener von uns abzieht.
> 
> 21:3    Jeremia sprach zu ihnen: So sagt zu Zedekia:
> 
> 21:4    Das spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich will euch zum
> Rückzug zwingen samt euren Waffen, die ihr in euren Händen habt und
> mit denen ihr kämpft gegen den König von Babel und gegen die
> Chaldäer, die euch draußen vor der Mauer belagern, und will euch
> versammeln mitten in dieser Stadt.
> 
> 21:5    Und ich selbst will wider euch streiten mit ausgestreckter Hand, mit
> starkem Arm, mit Zorn und Grimm und ohne Erbarmen
> 
> 21:6    und will die Bürger dieser Stadt schlagen, Menschen und Tiere, daß
> sie sterben sollen durch eine große Pest.
> 
> 21:7    Und danach, spricht der HERR, will ich Zedekia, den König von Juda,
> samt seinen Großen und dem Volk, das in dieser Stadt von Pest,
> Schwert und Hunger übriggelassen wird, in die Hände Nebukadnezars,
> des Königs von Babel, geben und in die Hände ihrer Feinde und in die
> Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten. Er wird sie mit der
> Schärfe des Schwerts schlagen schonungslos, ohne Gnade und Erbarmen.
> 
> 21:8    Und zu diesem Volk sage: So spricht der HERR: Siehe, ich lege euch
> vor den Weg zum Leben und den Weg zum Tode.
> 5. Mose 30,15
> 
> 21:9    Wer in dieser Stadt bleibt, der wird sterben müssen durch Schwert,
> Hunger und Pest; wer sich aber hinausbegibt und überläuft zu den
> Chaldäern, die euch belagern, der soll am Leben bleiben und soll
> sein Leben als Beute behalten.
> Kap 38,2
> 
> 21:10   Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Unheil
> und nicht zum Heil, spricht der HERR. Sie soll dem König von Babel
> übergeben werden, daß er sie mit Feuer verbrenne.
> Kap 34,2
> 
> 21:11   Und zum Hause des Königs von Juda sage: Höret des HERRN Wort,
> 
> 21:12   ihr vom Hause David! So spricht der HERR: Haltet alle Morgen
> gerechtes Gericht und errettet den Bedrückten aus des Frevlers Hand,
> auf daß nicht mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, ohne daß
> jemand löschen kann, um eurer bösen Taten willen.
> Kap 22,3;  Kap 7,20
> 
> 21:13   Siehe, spricht der HERR, ich will an dich, du Stadt, die du wohnst
> auf dem Felsen im Tal und sprichst: Wer will uns überfallen, und wer
> will in unsere Feste kommen?
> 
> 21:14   Ich will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures
> Tuns; ich will ein Feuer in ihrem Wald anzünden, das soll alles
> umher verzehren.
> Gal 6,7;  Hes 21,3
> 
>          Worte über die Könige Schallum (Joahas), Jojakim und Konja (Jojachin)
> 
> 22:1    So sprach der HERR: Geh hinab in das Haus des Königs von Juda und
> rede dort dies Wort
> 
> 22:2    und sprich: Höre des HERRN Wort, du König von Juda, der du auf dem
> Thron Davids sitzest, du und deine Großen und dein Volk, die durch
> diese Tore hineingehen.
> 
> 22:3    So spricht der HERR: Schaffet Recht und Gerechtigkeit und errettet
> den Bedrückten von des Frevlers Hand und bedränget nicht die
> Fremdlinge, Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an und vergießt
> nicht unschuldiges Blut an dieser Stätte.
> Kap 21,12
> 
> 22:4    Werdet ihr das tun, so sollen durch die Tore dieses Hauses
> einziehen Könige, die auf Davids Thron sitzen, und fahren mit Wagen
> und Rossen samt ihren Großen und ihrem Volk.
> Kap 17,25
> 
> 22:5    Werdet ihr aber diesen Worten nicht gehorchen, so habe ich bei mir
> selbst geschworen, spricht der HERR: dies Haus soll zerstört
> werden.
> 1. Kön 9,8
> 
> 22:6    Denn so spricht der HERR von dem Hause des Königs von Juda: Ein
> Gilead warst du mir, ein Gipfel im Libanon, - was gilt's? Ich will
> dich zur Wüste, zur Stadt ohne Einwohner machen!
> 
> 22:7    Denn ich habe Verderber wider dich bestellt, einen jeden mit seinen
> Waffen; die sollen deine auserwählten Zedern umhauen und ins Feuer
> werfen.
> 
> 22:8    Da werden viele Völker an dieser Stadt vorüberziehen und zueinander
> sagen: Warum hat der HERR an dieser großen Stadt so gehandelt?
> 
> 22:9    Und man wird antworten: Weil sie den Bund des HERRN, ihres Gottes,
> verlassen und andere Götter angebetet und ihnen gedient haben.
> 
> 22:10    Weinet nicht über den Toten und grämt euch nicht um ihn; weint aber
> über den, der fortgezogen ist; denn er wird nicht mehr wiederkommen
> und sein Vaterland nicht wiedersehen.
> (10-12) 2. Kön 23,29-34
> 
> 22:11   Denn so spricht der HERR über Schallum, den Sohn Josias, des
> Königs von Juda, der König wurde an seines Vaters Josia Statt: Der
> von dieser Stätte fortgezogen ist, wird nicht wieder herkommen,
> 1. Chr 3,15;  2. Chr 36,1-4
> 
> 22:12   sondern muß sterben an dem Ort, wohin er gefangengeführt ist, und
> wird dies Land nicht mehr sehen.
> 
> 22:13    Weh dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit
> Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten läßt und gibt ihm
> seinen Lohn nicht
> (13-19) 2. Kön 24,1-4;  Mi 3,10;  3. Mose 19,13; Jak 5,4
> 
> 22:14   und denkt: »Wohlan, ich will mir ein großes Haus bauen und weite
> Gemächer« und läßt sich Fenster ausbrechen und mit Zedern täfeln und
> rot malen.
> 
> 22:15   Meinst du, du seiest König, weil du mit Zedern prangst? Hat dein
> Vater nicht auch gegessen und getrunken und hielt dennoch auf Recht
> und Gerechtigkeit, und es ging ihm gut?
> 
> 22:16   Er half dem Elenden und Armen zum Recht, und es ging ihm gut. Heißt
> dies nicht, mich recht erkennen? spricht der HERR.
> 
> 22:17   Aber deine Augen und dein Herz sind auf nichts anderes aus als auf
> unrechten Gewinn und darauf, unschuldiges Blut zu vergießen, zu
> freveln und zu unterdrücken.
> 
> 22:18   Darum spricht der HERR über Jojakim, den Sohn Josias, den König von
> Juda: Man wird ihn nicht beklagen: »Ach, Bruder! Ach, Schwester!«
> Man wird ihn nicht beklagen: »Ach, Herr! Ach, Edler!«
> 2. Kön 23,34
> 
> 22:19   Er soll wie ein Esel begraben werden, fortgeschleift und
> hinausgeworfen vor die Tore Jerusalems.
> Kap 36,30
> 
> 22:20   Geh hinauf auf den Libanon und schreie und laß deine Klage hören in
> Baschan und schreie vom Abarim her; denn alle deine Liebhaber sind
> zunichte gemacht!
> 
> 22:21   Ich habe dir's vorher gesagt, als es noch gut um dich stand; aber du
> sprachst: »Ich will nicht hören.« So hast du es dein Lebtag getan,
> daß du meiner Stimme nicht gehorchtest.
> 
> 22:22   Alle deine Hirten weidet der Sturmwind, und deine Liebhaber müssen
> gefangen fort. Ja, nun bist du zu Spott und zuschanden geworden um
> aller deiner Bosheit willen.
> 
> 22:23   Die du jetzt auf dem Libanon wohnst und in Zedern nistest, wie wirst
> du stöhnen, wenn dir Schmerzen und Wehen kommen werden wie einer in
> Kindsnöten!
> 
> 22:24    So wahr ich lebe, spricht der HERR: Wenn Konja, der Sohn Jojakims,
> der König von Juda, ein Siegelring wäre an meiner rechten Hand, so
> wollte ich dich doch abreißen
> (24-30) 2. Kön 24,8-16;  Kap 24,1
> 
> 22:25   und in die Hände derer geben, die dir nach dem Leben trachten und
> vor denen du dich fürchtest: in die Hände Nebukadnezars, des Königs
> von Babel, und der Chaldäer.
> 
> 22:26   Und ich will dich und deine Mutter, die dich geboren hat, in ein
> anderes Land treiben, das nicht euer Vaterland ist; dort sollt ihr
> sterben.
> 
> 22:27   Aber in das Land, wohin sie von Herzen gern wieder kämen, sollen sie
> nicht zurückkehren.
> 
> 22:28   Ist denn Konja ein elender, verachteter, verstoßener Mann, ein
> Gefäß, das niemand haben will? Ach, wie ist er doch samt seinem
> Geschlecht vertrieben und in ein unbekanntes Land geworfen!
> 
> 22:29   O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort!
> 
> 22:30   So spricht der HERR: Schreibt diesen Mann auf als einen, der ohne
> Kinder ist, einen Mann, dem sein Leben lang nichts gelingt! Denn
> keiner seiner Nachkommen wird das Glück haben, daß er auf dem Thron
> Davids sitze und in Juda herrsche.
> 1. Chr 3,17-24
> 
>          Gegen die bösen Hirten. Verheißung eines gerechten Königs
> 
> 23:1     Weh euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umkommen laßt und
> zerstreut! spricht der HERR.
> (1-4) Hes 34,1-16;  Kap 10,21; Sach 11,5
> 
> 23:2    Darum spricht der HERR, der Gott Israels, von den Hirten, die mein
> Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und verstoßen und nicht
> nach ihr gesehen. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen
> Tuns willen, spricht der HERR.
> 
> 23:3    Und ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen
> Ländern, wohin ich sie verstoßen habe, und will sie wiederbringen zu
> ihren Weideplätzen, daß sie sollen wachsen und viel werden.
> 
> 23:4    Und ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen, daß sie
> sich nicht mehr fürchten noch erschrecken noch heimgesucht werden,
> spricht der HERR.
> Kap 3,15
> 
> 23:5    Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich dem David einen
> gerechten Sproß erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl
> regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.
> Sach 3,8;  Jes 32,1
> 
> 23:6    Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen.
> Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: »Der
> HERR unsere Gerechtigkeit«.
> 5. Mose 33,28;  Kap 33,16; Jes 45,24
> 
> 23:7     Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, daß man
> nicht mehr sagen wird: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten
> aus Ägyptenland geführt hat!«,
> (7 und 8) Kap 16,14-15
> 
> 23:8    sondern: »So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses
> Israel herausgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens
> und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.« Und sie sollen
> in ihrem Lande wohnen.
> 
> Worte über die falschen Propheten
> 
> (vgl. Hes 13,2-16)
> 23:9    Wider die Propheten. Mein Herz will mir in meinem Leibe brechen,
> alle meine Gebeine zittern; mir ist wie einem trunkenen Mann und wie
> einem, der vom Wein taumelt, vor dem HERRN und vor seinen heiligen
> Worten.
> 
> 23:10   Denn das Land ist voller Ehebrecher, und wegen des Fluches
> vertrocknet das Land und die Weideplätze in der Steppe verdorren.
> Böse ist, wonach sie streben, und ihre Stärke ist Unrecht.
> Kap 12,4
> 
> 23:11   Denn Propheten wie Priester sind ruchlos; auch in meinem Hause
> finde ich ihre Bosheit, spricht der HERR.
> Kap 5,31
> 
> 23:12   Darum ist ihr Weg wie ein glatter Weg, auf dem sie im Finstern
> gleiten und fallen; denn ich will Unheil über sie kommen lassen, das
> Jahr ihrer Heimsuchung, spricht der HERR.
> Kap 13,16; Ps 35,6
> 
> 23:13    Auch bei den Propheten zu Samaria sah ich Anstößiges, daß sie
> weissagten im Namen des Baal und mein Volk Israel verführten;
> (13-15) 5. Mose 18,20-22; Jes 1,10; Hes 13,22
> 
> 23:14   aber bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Greuel, wie sie
> ehebrechen und mit Lügen umgehen und die Boshaften stärken, auf daß
> sich ja niemand bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir
> gleichwie Sodom und die Bürger Jerusalems wie Gomorra.
> 
> 23:15   Darum spricht der HERR Zebaoth über die Propheten: Siehe, ich will
> sie mit Wermut speisen und mit Gift tränken; denn von den Propheten
> Jerusalems geht das ruchlose Wesen aus ins ganze Land.
> Kap 9,14
> 
> 23:16   So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten,
> die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkünden euch
> Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN.
> Kap 6,13-14;  Kap 14,14
> 
> 23:17   Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch
> wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln,
> sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen.
> Kap 7,24
> 
> 23:18   Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, daß er sein Wort gesehen
> und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört?
> Jes 40,13
> 
> 23:19    Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein
> schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen.
> (19 und 20) Kap 30,23-24
> 
> 23:20   Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte,
> was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.
> 
> 23:21   Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete
> nicht zu ihnen, und doch weissagen sie.
> Kap 14,14
> 
> 23:22   Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine
> Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von
> seinem bösen Tun zu bekehren.
> 
> 23:23   Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch
> ein Gott, der ferne ist?
> 
> 23:24   Meinst du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn
> nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde
> erfüllt? spricht der HERR.
> Ps 139,7-16
> 
> 23:25   Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in
> meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt.
> 
> 23:26   Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und
> ihres Herzens Trug weissagen
> 
> 23:27   und wollen, daß mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen,
> die einer dem andern erzählt, wie auch ihre Väter meinen Namen
> vergaßen über dem Baal?
> Ri 3,7
> 
> 23:28   Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort
> hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen
> zusammen? spricht der HERR.
> 
> 23:29   Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein
> Hammer, der Felsen zerschmeißt?
> Hebr 4,12
> 
> 23:30   Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die mein
> Wort stehlen einer vom andern.
> 
> 23:31   Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die ihr eigenes
> Wort führen und sprechen: »Er hat's gesagt.«
> 
> 23:32   Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die falsche
> Träume erzählen und verführen mein Volk mit ihren Lügen und losem
> Geschwätz, obgleich ich sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen
> habe und sie auch diesem Volk nichts nütze sind, spricht der HERR.
> Kap 14,14
> 
> 23:33    Wenn dich dies Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragen wird
> und sagt: Was ist die Last, die der HERR jetzt ankündigt?, sollst du
> zu ihnen sagen: Ihr seid die Last, ich will euch wegwerfen, spricht
> der HERR. -
> (33-40) 2. Kön 9,25; Jes 13,1
> 
> 23:34   Und wenn ein Prophet oder Priester oder die Leute sagen werden: »Das
> ist die Last des HERRN«, den will ich heimsuchen und sein Haus dazu.
> 
> 23:35   Vielmehr sollt ihr einer mit dem andern reden und zueinander sagen:
> »Was antwortet der HERR?« und: »Was sagt der HERR?«
> 
> 23:36   Aber sagt nicht mehr »Last des HERRN«; denn einem jeden wird sein
> eigenes Wort zur Last werden, weil ihr so die Worte des lebendigen
> Gottes, des HERRN Zebaoth, unseres Gottes, verdreht.
> 
> 23:37   Darum sollt ihr zum Propheten sagen: »Was antwortet dir der HERR?«
> und: »Was sagt der HERR?«
> 
> 23:38   Wenn ihr aber sagt: »Last des HERRN«, so spricht der HERR: Weil ihr
> dies Wort Last des HERRN nennt, obgleich ich zu euch gesandt habe
> und euch sagen ließ, ihr sollt nicht »Last des HERRN« sagen, -
> 
> 23:39   siehe, so will ich euch aufheben wie eine Last und euch samt der
> Stadt, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, von meinem
> Angesicht wegwerfen
> 
> 23:40   und will euch ewige Schande und ewige Schmach zufügen, die nie
> vergessen werden soll.
> Kap 20,11
> 
>          Die zwei Feigenkörbe
> 
> 24:1    Siehe, der HERR zeigte mir zwei Feigenkörbe, aufgestellt vor dem
> Tempel des HERRN, nachdem Nebukadnezar, der König von Babel, den
> Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, weggeführt hatte
> samt den Großen Judas und den Zimmerleuten und Schmieden und sie von
> Jerusalem nach Babel gebracht hatte.
> 2. Kön 24,14-16
> Der Name lautet in 2. Kön 24,6 u. ö. Jojachin, in Jer 22,24 u. ö.
> Konja.
> 
> 24:2    In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen
> Feigen sind; im andern Korbe waren sehr schlechte Feigen, daß man
> sie nicht essen konnte, so schlecht waren sie.
> 
> 24:3    Und der HERR sprach zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach:
> Feigen; die guten Feigen sind sehr gut, und die schlechten sind sehr
> schlecht, daß man sie nicht essen kann, so schlecht sind sie.
> 
> 24:4     Da geschah des HERRN Wort zu mir:
> (4-10) Hes 11,14-21
> 
> 24:5    So spricht der HERR, der Gott Israels: Wie auf diese guten Feigen,
> so will ich blicken auf die Weggeführten aus Juda, die ich von
> dieser Stätte habe fortziehen lassen in der Chaldäer Land.
> 
> 24:6    Ich will sie gnädig ansehen und sie wieder in dies Land bringen und
> will sie bauen und nicht verderben, ich will sie pflanzen und nicht
> ausreißen.
> Kap 1,10; 31,28
> 
> 24:7    Und ich will ihnen ein Herz geben, daß sie mich erkennen sollen,
> daß ich der HERR bin. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will
> ihr Gott sein; von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekehren.
> Kap 31,33-34;  Kap 7,23
> 
> 24:8     Aber wie die schlechten Feigen, die so schlecht sind, daß man sie
> nicht essen kann, spricht der HERR, so will ich dahingeben Zedekia,
> den König von Juda, samt seinen Großen und allen, die übriggeblieben
> sind in Jerusalem und in diesem Lande und die in Ägyptenland wohnen.
> (8-10) 2. Kön 24,17-20; 5. Mose 2,31; Kap 29,16-19
> 
> 24:9    Ich will sie zum Bild des Entsetzens, ja des Unglücks machen für
> alle Königreiche auf Erden, zum Spott und zum Sprichwort, zum Hohn
> und zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie verstoßen werde,
> 1. Kön 9,7
> 
> 24:10   und will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken, bis sie ganz
> vertilgt sind aus dem Lande, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben
> habe.
> 
>          Die siebzigjährige Gefangenschaft bis zum Untergang Babels
> 
> 25:1    Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah über das ganze Volk von
> Juda im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von
> Juda; das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel.
> Kap 36,1
> 
> 25:2    Und der Prophet Jeremia sprach zu dem ganzen Volk von Juda und zu
> allen Bürgern Jerusalems:
> 
> 25:3    Vom dreizehnten Jahr des Josia an, des Sohnes Amons, des Königs von
> Juda, ist des HERRN Wort zu mir geschehen bis auf diesen Tag, und
> ich habe zu euch nun dreiundzwanzig Jahre lang immer wieder
> gepredigt, aber ihr habt nie hören wollen.
> Kap 1,2; 36,2
> 
> 25:4    Und der HERR hat zu euch immer wieder alle seine Knechte, die
> Propheten, gesandt; aber ihr habt nie hören wollen und eure Ohren
> mir nicht zugekehrt und mir nicht gehorcht,
> Kap 7,25-26; 11,7; 26,5; 28,8; 29,19; 44,4; 2. Chr 36,15-16
> 
> 25:5    wenn er sprach: Bekehret euch, ein jeder von seinem bösen Wege und
> von euren bösen Werken, so sollt ihr in dem Lande, das der HERR euch
> und euren Vätern gegeben hat, für immer und ewig bleiben.
> Kap 7,3
> 
> 25:6    Folgt nicht andern Göttern, ihnen zu dienen und sie anzubeten, und
> erzürnt mich nicht durch eurer Hände Werk, damit ich euch nicht
> Unheil zufügen muß.
> 
> 25:7    Aber ihr wolltet mir nicht gehorchen, spricht der HERR, auf daß ihr
> mich ja erzürntet durch eurer Hände Werk zu eurem eigenen Unheil.
> 
> 25:8    Darum spricht der HERR Zebaoth: Weil ihr denn meine Worte nicht
> hören wollt,
> 
> 25:9    siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle Völker des
> Nordens, spricht der HERR, auch meinen Knecht Nebukadnezar, den
> König von Babel, und will sie bringen über dies Land und über seine
> Bewohner und über alle diese Völker ringsum und will an ihnen den
> Bann vollstrecken und sie zum Bild des Entsetzens und zum Spott und
> zur ewigen Wüste machen
> Dan 3,31-33
> 
> 25:10   und will wegnehmen allen fröhlichen Gesang, die Stimme des
> Bräutigams und der Braut, das Geräusch der Mühle und das Licht der
> Lampe,
> Kap 7,34
> 
> 25:11   so daß dies ganze Land wüst und zerstört liegen soll. Und diese
> Völker sollen dem König von Babel dienen siebzig Jahre.
> 2. Chr 36,21;  Kap 29,10; Esr 1,1-2
> 
> 25:12   Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den König
> von Babel und jenes Volk, spricht der HERR, um ihrer Missetat
> willen, dazu das Land der Chaldäer und will es zur ewigen Wüste
> machen.
> 
> 25:13   So lasse ich an diesem Lande, gegen das ich geredet habe, alle meine
> Worte in Erfüllung gehen, nämlich alles, was in diesem Buch
> geschrieben steht, was Jeremia geweissagt hat über alle Völker.
> 
> 25:14   Und auch sie sollen großen Völkern und großen Königen dienen. So
> will ich ihnen vergelten nach ihrem Verdienst und nach den Werken
> ihrer Hände.
> Kap 27,7
> 
> Der Zornbecher für alle Völker
> 
> 25:15   Denn so sprach zu mir der HERR, der Gott Israels: Nimm diesen
> Becher mit dem Wein meines Zorns aus meiner Hand und laß daraus
> trinken alle Völker, zu denen ich dich sende,
> Kap 51,7; Jes 51,17; Offb 14,10
> 
> 25:16   daß sie trinken, taumeln und toll werden vor dem Schwert, das ich
> unter sie schicken will. -
> 
> 25:17   Und ich nahm den Becher aus der Hand des HERRN und ließ daraus
> trinken alle Völker, zu denen mich der HERR sandte,
> 
> 25:18   nämlich Jerusalem, die Städte Judas, ihre Könige und Fürsten, daß
> sie wüst und zerstört liegen und ein Spott und Fluch sein sollten -
> wie es denn heutigentages steht -,
> 
> 25:19   auch den Pharao, den König von Ägypten, mit seinen Großen und mit
> seinen Fürsten, mit seinem ganzen Volk
> 
> 25:20   und allem Mischvolk, alle Könige im Lande Uz, alle Könige in der
> Philister Lande mit Aschkelon, Gaza, Ekron und denen, die
> übriggeblieben sind in Aschdod;
> 
> 25:21   die von Edom, die von Moab, die Ammoniter;
> 
> 25:22   alle Könige von Tyrus, alle Könige von Sidon, die Könige auf den
> Inseln jenseits des Meeres;
> 
> 25:23   die von Dedan, die von Tema, die von Bus und alle, die das Haar
> rundherum abscheren;
> Kap 9,25
> 
> 25:24   alle Könige Arabiens und die der Mischvölker, die in der Wüste
> wohnen;
> 
> 25:25   alle Könige in Simri, alle Könige in Elam, alle Könige in Medien;
> 
> 25:26   alle Könige des Nordens, die in der Nähe und die in der Ferne, einen
> wie den andern, alle Königreiche der Welt, soviel ihrer auf Erden
> sind. Und der König von Scheschach soll nach ihnen trinken.
> Kap 51,41
> d. i. ein Deckname für Babel.
> 
> 25:27   Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
> Trinkt, daß ihr trunken werdet, und speit, daß ihr niederfallt und
> nicht aufstehen könnt vor dem Schwert, das ich unter euch schicken
> will.
> 
> 25:28   Und wenn sie den Becher von deiner Hand nicht nehmen und nicht
> trinken wollen, so sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth: Ihr
> müßt trinken!
> 
> 25:29   Denn siehe, bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange
> ich an mit dem Unheil, und ihr solltet ungestraft bleiben? Ihr
> sollt nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das Schwert über alle
> herbei, die auf Erden wohnen, spricht der HERR Zebaoth.
> Hes 9,6; 1. Petr 4,17;  Kap 49,12
> 
> 25:30   Und du sollst ihnen alle diese Worte weissagen und zu ihnen
> sprechen: Der HERR wird brüllen aus der Höhe und seinen Donner
> hören lassen aus seiner heiligen Wohnung. Er wird brüllen über seine
> Fluren hin; wie einer, der die Kelter tritt, wird er seinen Ruf
> erschallen lassen über alle Bewohner der Erde hin,
> Hos 11,10; Joel 4,16; Am 1,2
> 
> 25:31   und sein Schall wird dringen bis an die Enden der Erde. Der HERR
> will mit den Völkern rechten und mit allem Fleisch Gericht halten;
> die Schuldigen wird er dem Schwert übergeben, spricht der HERR.
> 
> 25:32   So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es wird eine Plage kommen von
> einem Volk zum andern, und ein großes Wetter wird sich erheben von
> den Enden der Erde.
> 
> 25:33   Zu der Zeit werden die vom HERRN Erschlagenen liegen von einem Ende
> der Erde bis ans andere Ende; sie werden nicht beklagt noch
> aufgehoben noch begraben werden, sondern müssen auf dem Felde liegen
> und zu Dung werden.
> Kap 9,21
> 
> 25:34   Heulet, ihr Hirten, und schreit, wälzt euch in der Asche, ihr
> Herren der Herde; denn die Zeit ist erfüllt, daß ihr geschlachtet
> und zerstreut werdet und zerbrechen müßt wie ein kostbares Gefäß.
> Kap 23,1
> 
> 25:35   Und die Hirten werden nicht fliehen können, und die Herren der Herde
> werden nicht entrinnen können.
> 
> 25:36   Da werden die Hirten schreien, und die Herren der Herde werden
> heulen, daß der HERR ihre Weide so verwüstet hat
> 
> 25:37   und ihre Auen, die so schön standen, vernichtet sind von dem
> grimmigen Zorn des HERRN.
> 
> 25:38   Er hat sein Versteck verlassen wie ein junger Löwe, und ihr Land
> ist verheert von seinem gewaltigen Schwert und von seinem grimmigen
> Zorn.
> Kap 4,7
> 
>          Jeremias Tempelrede, seine Gefangennahme und Freilassung
> 
> (vgl. Kap 7,1-34)
> 26:1    Im Anfang der Herrschaft Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs
> von Juda, geschah dies Wort vom HERRN:
> 2. Kön 23,34-37
> 
> 26:2    So spricht der HERR: Tritt in den Vorhof am Hause des HERRN und
> predige denen, die aus allen Städten Judas hereinkommen, um
> anzubeten im Hause des HERRN, alle Worte, die ich dir befohlen habe,
> ihnen zu sagen, und tu nichts davon weg,
> 
> 26:3    ob sie vielleicht hören wollen und sich bekehren, ein jeder von
> seinem bösen Wege, damit mich auch reuen könne das Übel, das ich
> gedenke, ihnen anzutun um ihrer bösen Taten willen.
> Kap 18,8; 36,3
> 
> 26:4    Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Werdet ihr mir nicht
> gehorchen und nicht nach meinem Gesetz wandeln, das ich euch
> vorgelegt habe,
> 
> 26:5    und nicht hören auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, die
> ich immer wieder zu euch sende und auf die ihr doch nicht hören
> wollt,
> Kap 25,4
> 
> 26:6    so will ich's mit diesem Hause machen wie mit Silo und diese Stadt
> zum Fluchwort für alle Völker auf Erden machen.
> 2. Kön 25,9;  Kap 7,12
> 
> 26:7    Als aber die Priester, Propheten und alles Volk Jeremia hörten, daß
> er solche Worte redete im Hause des HERRN,
> 
> 26:8    und Jeremia nun alles gesagt hatte, was ihm der HERR befohlen hatte,
> allem Volk zu sagen, ergriffen ihn die Priester, Propheten und das
> ganze Volk und sprachen: Du mußt sterben!
> 
> 26:9    Warum weissagst du im Namen des HERRN: »Es wird diesem Hause gehen
> wie Silo, und diese Stadt soll so wüst werden, daß niemand mehr
> darin wohnt«? Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des HERRN
> wider Jeremia.
> 
> 26:10   Als das die Oberen von Juda hörten, gingen sie aus des Königs Hause
> hinauf ins Haus des HERRN und setzten sich zum Gericht vor das neue
> Tor am Hause des HERRN.
> 
> 26:11   Und die Priester und Propheten sprachen vor den Oberen und allem
> Volk: Dieser Mann ist des Todes schuldig; denn er hat geweissagt
> gegen diese Stadt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt.
> Apg 6,13
> 
> 26:12   Aber Jeremia sprach zu allen Oberen und zu allem Volk: Der HERR hat
> mich gesandt, daß ich dies alles, was ihr gehört habt, weissagen
> sollte gegen dies Haus und gegen diese Stadt.
> 
> 26:13   So bessert nun eure Wege und euer Tun und gehorcht der Stimme des
> HERRN, eures Gottes, dann wird den HERRN auch gereuen das Übel, das
> er gegen euch geredet hat.
> Kap 7,3
> 
> 26:14   Siehe, ich bin in euren Händen, ihr könnt mit mir machen, wie es
> euch recht und gut dünkt.
> 
> 26:15   Doch sollt ihr wissen: Wenn ihr mich tötet, so werdet ihr
> unschuldiges Blut auf euch laden, auf diese Stadt und ihre
> Einwohner. Denn wahrlich, der HERR hat mich zu euch gesandt, daß ich
> dies alles vor euren Ohren reden soll.
> 2. Mose 23,7; Mt 27,4; 27,25
> 
> 26:16   Da sprachen die Oberen und das ganze Volk zu den Priestern und
> Propheten: Dieser Mann ist des Todes nicht schuldig; denn er hat zu
> uns geredet im Namen des HERRN, unseres Gottes.
> 
> 26:17   Und es standen auf etliche von den Ältesten des Landes und sprachen
> zu dem versammelten Volk:
> 
> 26:18   Zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, war ein Prophet, Micha von
> Moreschet; der sprach zum ganzen Volk Juda: »So spricht der HERR
> Zebaoth: Zion wird wie ein Acker gepflügt werden, und Jerusalem
> wird zu Steinhaufen werden und der Berg des Tempels zu einer Höhe
> wilden Gestrüpps.«
> Mi 1,1;  Mi 3,12;  Kap 9,10
> 
> 26:19   Doch ließ ihn Hiskia, der König von Juda, und das ganze Juda
> deswegen nicht töten, vielmehr fürchteten sie den HERRN und flehten
> zu ihm. Da reute auch den HERRN das Übel, das er gegen sie geredet
> hatte. Wir aber würden großes Unheil über uns bringen.
> Kap 18,8
> 
> Hinrichtung des Propheten Uria
> 
> 26:20   Da war noch einer, der im Namen des HERRN weissagte, Uria, der Sohn
> Schemajas, von Kirjat-Jearim. Der weissagte gegen diese Stadt und
> gegen dies Land ganz wie Jeremia.
> Jos 15,9
> 
> 26:21   Als aber der König Jojakim und alle seine Gewaltigen und die Oberen
> seine Worte hörten, wollte ihn der König töten lassen. Und Uria
> erfuhr das, fürchtete sich und floh und kam nach Ägypten.
> 
> 26:22   Aber der König Jojakim schickte Leute nach Ägypten, Elnatan, den
> Sohn Achbors, und andere mit ihm.
> 
> 26:23   Die holten ihn aus Ägypten und brachten ihn zum König Jojakim. Der
> ließ ihn mit dem Schwert töten und ließ seinen Leichnam unter dem
> niederen Volk begraben.
> 
> 26:24   Aber mit Jeremia war die Hand Ahikams, des Sohnes Schafans, so daß
> man ihn nicht dem Volk in die Hände gab, das ihn getötet hätte.
> 2. Kön 22,12
> 
>          Jeremias Predigt vom Joch Nebukadnezars
> 
> 27:1    Im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs
> von Juda, geschah dies Wort vom HERRN zu Jeremia:
> 2. Kön 24,17-18
> 
> 27:2    So spricht der HERR zu mir: Mache dir ein Joch und lege es auf
> deinen Nacken
> Kap 28,10
> 
> 27:3    und schicke Botschaft zum König von Edom, zum König von Moab, zum
> König der Ammoniter, zum König von Tyrus und zum König von Sidon
> durch die Boten, die zu Zedekia, dem König von Juda, nach Jerusalem
> gekommen sind,
> Kap 25,21-22
> 
> 27:4    und befiehl ihnen, daß sie ihren Herren sagen: So spricht der HERR
> Zebaoth, der Gott Israels: So sollt ihr euren Herren sagen:
> 
> 27:5    Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden
> sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe
> sie, wem ich will.
> Kap 32,17
> 
> 27:6     Nun aber habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechts
> Nebukadnezar, des Königs von Babel, gegeben und auch die Tiere auf
> dem Felde, daß sie ihm untertan sein sollen.
> (6 und 7) Kap 25,9; Jes 45,1-8; Hes 26,7; Dan 2,38
> 
> 27:7    Und es sollen alle Völker ihm dienen und seinem Sohn und seines
> Sohnes Sohn, bis auch für sein Land die Zeit kommt, daß es vielen
> Völkern und großen Königen untertan sein muß.
> 
> 27:8    Das Volk aber und das Königreich, das dem König von Babel,
> Nebukadnezar, nicht untertan sein will und das seinen Nacken nicht
> unter das Joch des Königs von Babel beugt, das will ich heimsuchen
> mit Schwert, Hunger und Pest, spricht der HERR, bis ich sie durch
> seine Hand umbringe.
> 
> 27:9    So hört doch nicht auf eure Propheten, Wahrsager, Traumdeuter,
> Zeichendeuter und Zauberer, die euch sagen: Ihr werdet nicht
> untertan sein müssen dem König von Babel.
> Kap 14,13-14
> 
> 27:10   Denn sie weissagen euch Lüge, auf daß sie euch aus eurem Lande
> fortbringen und ich euch verstoße und ihr umkommt.
> 
> 27:11   Aber das Volk, das seinen Nacken unter das Joch des Königs von Babel
> beugt und ihm untertan ist, das will ich in seinem Lande lassen, daß
> es dasselbe bebaue und bewohne, spricht der HERR.
> 
> 27:12   Und ich redete alle diese Worte zu Zedekia, dem König von Juda, und
> sprach: Beugt euren Nacken unter das Joch des Königs von Babel und
> seid ihm und seinem Volk untertan, so sollt ihr am Leben bleiben.
> 
> 27:13   Warum wollt ihr sterben, du und dein Volk, durch Schwert, Hunger und
> Pest, wie der HERR geredet hat über das Volk, das dem König von
> Babel nicht untertan sein will?
> 
> 27:14   Darum hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch sagen: »Ihr
> werdet nicht untertan sein müssen dem König von Babel!« Denn sie
> weissagen euch Lüge,
> Kap 14,14
> 
> 27:15   und ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR, sondern sie
> weissagen Lüge in meinem Namen, auf daß ich euch verstoße und ihr
> umkommt samt den Propheten, die euch weissagen.
> 
> 27:16   Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk redete ich und
> sprach: So spricht der HERR: Höret nicht auf die Worte eurer
> Propheten, die euch weissagen und sprechen: »Siehe, die Geräte aus
> dem Hause des HERRN werden nun bald von Babel wieder herkommen!«
> Denn sie weissagen euch Lüge.
> Kap 28,3; 2. Chr 36,10
> 
> 27:17   Höret nicht auf sie, sondern seid dem König von Babel untertan, so
> werdet ihr am Leben bleiben. Warum soll diese Stadt zur Wüstenei
> werden?
> 
> 27:18   Sind sie aber Propheten und haben sie des HERRN Wort, so laßt sie
> den HERRN Zebaoth bitten, daß die Geräte, die übriggeblieben sind im
> Hause des HERRN und im Hause des Königs von Juda und zu Jerusalem,
> nicht auch nach Babel geführt werden.
> 
> 27:19   Denn so spricht der HERR Zebaoth von den Säulen und vom Meer und
> von den Gestellen und von den Geräten, die noch übriggeblieben sind
> in dieser Stadt,
> 1. Kön 7,15-39; 2. Kön 25,13-17
> 
> 27:20   die Nebukadnezar, der König von Babel, nicht mitnahm, als er
> Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, von Jerusalem
> wegführte nach Babel samt allen Vornehmen in Juda und Jerusalem, -
> 
> 27:21   so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, von den Geräten, die
> übriggeblieben sind im Hause des HERRN und im Hause des Königs von
> Juda und zu Jerusalem:
> 
> 27:22   sie sollen nach Babel geführt werden und dort bleiben bis auf den
> Tag, an dem ich nach ihnen sehe, spricht der HERR, und ich sie
> wieder zurückbringen lasse an diesen Ort.
> Esr 1,1-11
> 
>          Jeremia und Hananja
> 
> 28:1    In demselben Jahr, im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von
> Juda, im fünften Monat des vierten Jahrs, sprach Hananja, der Sohn
> Asurs, ein Prophet von Gibeon, zu mir im Hause des HERRN in
> Gegenwart der Priester und des ganzen Volks:
> 2. Chr 1,3; 1,13
> 
> 28:2    So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ich habe das Joch des
> Königs von Babel zerbrochen,
> 
> 28:3    und ehe zwei Jahre um sind, will ich alle Geräte des Hauses des
> HERRN, die Nebukadnezar, der König von Babel, von diesem Ort
> weggenommen und nach Babel geführt hat, wieder an diesen Ort
> bringen;
> Kap 27,16
> 
> 28:4    auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, samt allen
> Weggeführten aus Juda, die nach Babel gekommen sind, will ich wieder
> an diesen Ort bringen, spricht der HERR, denn ich will das Joch des
> Königs von Babel zerbrechen.
> Kap 27,20
> 
> 28:5    Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten Hananja in Gegenwart
> der Priester und des ganzen Volks, die im Hause des HERRN standen,
> 
> 28:6    und sagte: Amen! Der HERR tue so; der HERR bestätige dein Wort, das
> du geweissagt hast, daß er die Geräte aus dem Hause des HERRN von
> Babel wiederbringe an diesen Ort und alle Weggeführten.
> 
> 28:7    Doch höre dies Wort, das ich vor deinen Ohren rede und vor den Ohren
> des ganzen Volks:
> 
> 28:8    Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind von alters her,
> die haben gegen viele Länder und große Königreiche geweissagt von
> Krieg, von Unheil und Pest.
> 
> 28:9    Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt - ob ihn der HERR
> wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, daß sein Wort
> erfüllt wird.
> 5. Mose 18,21-22
> 
> 28:10   Da nahm der Prophet Hananja das Joch vom Nacken des Propheten
> Jeremia und zerbrach es.
> Kap 27,2
> 
> 28:11   Und Hananja sprach in Gegenwart des ganzen Volks: So spricht der
> HERR: Ebenso will ich zerbrechen das Joch Nebukadnezars, des Königs
> von Babel, ehe zwei Jahre um sind, und es vom Nacken aller Völker
> nehmen. Und der Prophet Jeremia ging seines Weges.
> Kap 29,10
> 
> 28:12   Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia, nachdem der Prophet Hananja
> das Joch auf dem Nacken des Propheten Jeremia zerbrochen hatte:
> 
> 28:13   Geh hin und sage Hananja: So spricht der HERR: Du hast das hölzerne
> Joch zerbrochen, aber du hast nun ein eisernes Joch an seine Stelle
> gesetzt.
> 
> 28:14   Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ein eisernes
> Joch habe ich allen diesen Völkern auf den Nacken gelegt, daß sie
> untertan sein sollen Nebukadnezar, dem König von Babel, und ihm
> dienen, und auch die Tiere habe ich ihm gegeben.
> 5. Mose 28,48;  Kap 27,6
> 
> 28:15   Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hananja: Höre doch,
> Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt; aber du machst, daß dies
> Volk sich auf Lügen verläßt.
> 
> 28:16   Darum spricht der HERR: Siehe, ich will dich vom Erdboden nehmen;
> dies Jahr sollst du sterben, denn du hast sie mit deiner Rede vom
> HERRN abgewendet.
> 
> 28:17   Und der Prophet Hananja starb im selben Jahr im siebenten Monat.
> 
>          Jeremias Brief an die Weggeführten in Babel
> 
> 29:1    Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von
> Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an
> die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar
> von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte
> 
> 29:2    - nachdem der König Jechonja und die Königinmutter mit den Kämmerern
> und Oberen in Juda und Jerusalem samt den Zimmerleuten und Schmieden
> aus Jerusalem weggeführt waren -,
> 2. Kön 24,14-15
> 
> 29:3    durch Elasa, den Sohn Schafans, und Gemarja, den Sohn Hilkijas, die
> Zedekia, der König von Juda, nach Babel sandte zu Nebukadnezar, dem
> König von Babel:
> 
> 29:4    So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten,
> die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:
> 
> 29:5    Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und eßt ihre Früchte;
> 
> 29:6    nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne
> Frauen, und gebt eure Töchter Männern, daß sie Söhne und Töchter
> gebären; mehret euch dort, daß ihr nicht weniger werdet.
> 
> 29:7    Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und
> betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch
> euch wohl.
> 
> 29:8     Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Laßt euch durch
> die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht
> betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen!
> (8 und 9) Kap 14,14
> 
> 29:9    Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht
> gesandt, spricht der HERR.
> 
> 29:10   Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind,
> so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch
> erfüllen, daß ich euch wieder an diesen Ort bringe.
> Kap 25,11-13
> 
> 29:11   Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der
> HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe
> das Ende, des ihr wartet.
> Wörtlich: daß ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.
> 
> 29:12   Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich
> will euch erhören.
> 
> 29:13    Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem
> Herzen suchen werdet,
> (13 und 14) Kap 30,3; 5. Mose 4,29; Jes 55,6
> 
> 29:14   so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will
> eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und
> von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR,
> und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe
> wegführen lassen.
> 
> 29:15   Zwar meint ihr, der HERR habe euch auch in Babel Propheten erstehen
> lassen. -
> 
> 29:16   Fürwahr, so spricht der HERR über den König, der auf Davids Thron
> sitzt, und über das ganze Volk, das in dieser Stadt wohnt, über eure
> Brüder, die nicht mit euch in die Gefangenschaft gezogen sind,
> 
> 29:17    ja, so spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will Schwert, Hunger
> und Pest unter sie schicken und will sie machen wie die schlechten
> Feigen, davor einem ekelt zu essen,
> (17 und 18) Kap 24,8-10
> 
> 29:18   und will hinter ihnen her sein mit Schwert, Hunger und Pest und
> will sie zum Bild des Entsetzens machen für alle Königreiche auf
> Erden, zum Fluch, zum Grauen, zum Hohn und zum Spott unter allen
> Völkern, wohin ich sie verstoßen werde,
> 5. Mose 28,37
> 
> 29:19   weil sie meinen Worten nicht gehorchten, spricht der HERR, der ich
> meine Knechte, die Propheten, immer wieder zu euch gesandt habe;
> aber ihr wolltet nicht hören, spricht der HERR. -
> Kap 25,4
> 
> 29:20   Aber ihr alle, die ihr gefangen weggeführt seid, die ich von
> Jerusalem habe nach Babel ziehen lassen, höret des HERRN Wort!
> 
> 29:21   So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, wider Ahab, den Sohn
> Kolajas, und wider Zidkija, den Sohn Maasejas, die euch Lügen
> weissagen in meinem Namen: Siehe, ich will sie geben in die Hände
> Nebukadnezars, des Königs von Babel. Der soll sie totschlagen lassen
> vor euren Augen,
> 
> 29:22   so daß man ihre Namen zum Fluchwort machen wird unter allen
> Weggeführten aus Juda, die in Babel sind, und sagen: Der HERR tue an
> dir wie an Zidkija und Ahab, die der König von Babel im Feuer rösten
> ließ,
> 
> 29:23   weil sie eine Schandtat in Israel begingen und Ehebruch trieben mit
> den Frauen ihrer Nächsten und in meinem Namen Lüge predigten, was
> ich ihnen nicht befohlen hatte. Solches weiß ich und bezeuge es,
> spricht der HERR.
> 
> Jeremia und Schemaja
> 
> 29:24   Und wider Schemaja von Nehelam sollst du sagen:
> 
> 29:25   So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil du unter deinem
> Namen Briefe gesandt hast an alles Volk, das in Jerusalem ist, an
> den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, und an alle Priester und
> gesagt:
> Kap 21,1
> 
> 29:26   Der HERR hat dich zum Priester bestellt anstatt des Priesters
> Jojada, daß du Aufseher sein sollst im Hause des HERRN über alle
> Wahnsinnigen und Weissager, daß du sie in Block und Eisen legst, -
> Hos 9,7;  Kap 20,2
> 
> 29:27   nun, warum strafst du dann nicht Jeremia von Anatot, der euch
> weissagt?
> 
> 29:28   Hat er doch zu uns nach Babel geschickt und sagen lassen: Es wird
> noch lange währen; baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und
> eßt ihre Früchte.
> 
> 29:29   - Es hatte nämlich der Priester Zefanja den Brief vorgelesen vor den
> Ohren des Propheten Jeremia. -
> 
> 29:30   Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
> 
> 29:31   Sende hin zu allen Weggeführten und laß ihnen sagen: So spricht der
> HERR wider Schemaja von Nehelam: Weil euch Schemaja weissagt - und
> ich habe ihn doch nicht gesandt - und macht, daß ihr auf Lügen
> vertraut,
> 
> 29:32   darum spricht der HERR: Siehe, ich will Schemaja von Nehelam
> heimsuchen samt seinen Nachkommen, daß keiner von den Seinen unter
> diesem Volk bleiben soll. Und er soll das Gute nicht sehen, das ich
> meinem Volk tun will, spricht der HERR; denn er hat es mit seiner
> Rede vom HERRN abgewendet.
> 
>          Israels Befreiung aus der Gefangenschaft
> 
> 30:1    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia:
> 
> 30:2    So spricht der HERR, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die
> ich zu dir geredet habe, in ein Buch.
> 
> 30:3    Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das
> Geschick meines Volks Israel und Juda wenden will, spricht der HERR;
> und ich will sie wiederbringen in das Land, das ich ihren Vätern
> gegeben habe, daß sie es besitzen sollen.
> Kap 29,14
> 
> 30:4    Und dies sind die Worte, die der HERR redete über Israel und Juda.
> 
> 30:5    So spricht der HERR: Wir hören ein Geschrei des Schreckens; nur
> Furcht ist da und kein Friede.
> 
> 30:6    Forschet doch und sehet, ob dort Männer gebären! Wie kommt es denn,
> daß ich sehe, wie alle Männer ihre Hände an die Hüften halten wie
> Frauen in Kindsnöten und alle Angesichter so bleich sind?
> 
> 30:7    Wehe, es ist ein gewaltiger Tag, und seinesgleichen ist nicht
> gewesen, und es ist eine Zeit der Angst für Jakob; doch soll ihm
> daraus geholfen werden.
> Joel 2,11; Zef 1,14-15
> 
> 30:8     Es soll aber geschehen zu dieser Zeit, spricht der HERR Zebaoth,
> daß ich das Joch auf deinem Nacken zerbrechen will und deine Bande
> zerreißen. Sie werden nicht mehr Fremden dienen,
> (8 und 9) Kap 23,5; 27,12; Hes 34,23; Hos 3,5
> 
> 30:9    sondern dem HERRN, ihrem Gott, und ihrem König David, den ich ihnen
> erwecken will.
> 
> 30:10   Darum fürchte du dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der HERR,
> und entsetze dich nicht, Israel. Denn siehe, ich will dich erretten
> aus fernen Landen und deine Nachkommen aus dem Lande ihrer
> Gefangenschaft, daß Jakob zurückkehren soll und in Frieden und
> Sicherheit leben, und niemand soll ihn schrecken.
> Kap 46,27; Jes 43,5-6
> 
> 30:11   Denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dir helfe. Denn ich
> will mit allen Völkern ein Ende machen, unter die ich dich zerstreut
> habe; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Ich will dich
> mit Maßen züchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.
> Kap 10,24; 5. Mose 8,5
> 
> 30:12   Denn so spricht der HERR: Dein Schaden ist verzweifelt böse, und
> deine Wunden sind unheilbar.
> Kap 15,18
> 
> 30:13   Deine Sache führt niemand; da ist keiner, der dich verbindet, es
> kann dich niemand heilen.
> 
> 30:14   Alle deine Liebhaber vergessen dich, fragen nichts nach dir. Ich
> habe dich geschlagen wie einen Feind mit unbarmherziger Züchtigung
> um deiner großen Schuld und um deiner vielen Sünden willen.
> 
> 30:15   Was schreist du über deinen Schaden und über dein verzweifelt böses
> Leiden? Habe ich dir doch solches getan um deiner großen Schuld und
> um deiner vielen Sünden willen.
> 
> 30:16   Doch alle, die dich gefressen haben, sollen gefressen werden, und
> alle, die dich geängstigt haben, sollen alle gefangen weggeführt
> werden; und die dich beraubt haben, sollen beraubt werden, und
> alle, die dich geplündert haben, sollen geplündert werden.
> Jes 33,1; Hes 39,10
> 
> 30:17   Aber dich will ich wieder gesund machen und deine Wunden heilen,
> spricht der HERR, weil man dich nennt: »die Verstoßene« und: »Zion,
> nach der niemand fragt«.
> Kap 33,6; Jes 57,18-19
> 
> 30:18   So spricht der HERR: Siehe, ich will das Geschick der Hütten Jakobs
> wenden und mich über seine Wohnungen erbarmen, und die Stadt soll
> wieder auf ihre Hügel gebaut werden, und die Burg soll stehen an
> ihrem rechten Platz.
> 
> 30:19   Und es soll aus ihr erschallen Lob- und Freudengesang; denn ich will
> sie mehren und nicht mindern, ich will sie herrlich machen und nicht
> geringer.
> 
> 30:20   Ihre Söhne sollen sein wie früher, und ihre Gemeinde soll vor mir
> fest gegründet stehen; denn ich will heimsuchen alle, die sie
> bedrängen.
> 
> 30:21   Und ihr Fürst soll aus ihrer Mitte kommen und ihr Herrscher von
> ihnen ausgehen; und er soll zu mir nahen, denn wer dürfte sonst sein
> Leben wagen und mir nahen? spricht der HERR.
> Vers 9
> 
> 30:22   Und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.
> Kap 7,23
> 
> 30:23    Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm, ein
> schreckliches Ungewitter wird auf den Kopf der Gottlosen
> niedergehen.
> (23 und 24) Kap 23,19-20
> 
> 30:24   Des HERRN grimmiger Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und
> ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es
> erkennen.
> 
>          Die Verheißung des neuen Bundes
> 
> 31:1    Zu derselben Zeit, spricht der HERR, will ich der Gott aller
> Geschlechter Israels sein, und sie sollen mein Volk sein.
> Kap 7,23
> 
> 31:2    So spricht der HERR: Das Volk, das dem Schwert entronnen ist, hat
> Gnade gefunden in der Wüste; Israel zieht hin zu seiner Ruhe.
> 
> 31:3    Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je
> geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
> 
> 31:4    Wohlan, ich will dich wiederum bauen, daß du gebaut sein sollst, du
> Jungfrau Israel; du sollst dich wieder schmücken, Pauken schlagen
> und herausgehen zum Tanz.
> 
> 31:5    Du sollst wiederum Weinberge pflanzen an den Bergen Samarias;
> pflanzen wird man sie und ihre Früchte genießen.
> 
> 31:6    Denn es wird die Zeit kommen, daß die Wächter auf dem Gebirge
> Ephraim rufen: Wohlauf, laßt uns hinaufziehen nach Zion zum HERRN,
> unserm Gott!
> 
> 31:7    Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet
> über das Haupt unter den Völkern. Ruft laut, rühmt und sprecht: Der
> HERR hat seinem Volk geholfen, dem Rest Israels!
> 
> 31:8    Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie
> sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere
> und junge Mütter, daß sie als große Gemeinde wieder hierherkommen
> sollen.
> Jes 35,8-10; Hes 34,16
> 
> 31:9    Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich
> will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, daß sie nicht zu
> Fall kommen; denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein
> erstgeborener Sohn.
> 2. Mose 4,22; 2. Kor 6,18
> 
> 31:10   Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und verkündet's fern auf den
> Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder
> sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde;
> Jes 40,11
> 
> 31:11   denn der HERR wird Jakob erlösen und von der Hand des Mächtigen
> erretten.
> 
> 31:12   Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und sich freuen
> über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl und junge Schafe
> und Rinder, daß ihre Seele sein wird wie ein wasserreicher Garten
> und sie nicht mehr bekümmert sein sollen.
> Jes 58,11
> 
> 31:13   Alsdann werden die Jungfrauen fröhlich beim Reigen sein, die junge
> Mannschaft und die Alten miteinander; denn ich will ihr Trauern in
> Freude verwandeln und sie trösten und sie erfreuen nach ihrer
> Betrübnis.
> 
> 31:14   Und ich will der Priester Herz voller Freude machen, und mein Volk
> soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der HERR.
> 
> 31:15   So spricht der HERR: Man hört Klagegeschrei und bittres Weinen in
> Rama: Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten
> lassen über ihre Kinder; denn es ist aus mit ihnen.
> 1. Mose 35,16-20; 1. Sam 10,2; Mt 2,18
> 
> 31:16   Aber so spricht der HERR: Laß dein Schreien und Weinen und die
> Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden,
> spricht der HERR. Sie sollen wiederkommen aus dem Lande des Feindes,
> 
> 31:17   und deine Nachkommen haben viel Gutes zu erwarten, spricht der HERR,
> denn deine Söhne sollen wieder in ihre Heimat kommen.
> 
> 31:18   Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: »Du hast mich hart erzogen,
> und ich ließ mich erziehen wie ein junger Stier, der noch nicht
> gelernt hat zu ziehen. Bekehre du mich, so will ich mich bekehren;
> denn du, HERR, bist mein Gott!
> 
> 31:19   Nachdem ich bekehrt war, tat ich Buße, und als ich zur Einsicht kam,
> schlug ich an meine Brust. Ich bin zuschanden geworden und stehe
> schamrot da; denn ich muß büßen die Schande meiner Jugend.«
> 
> 31:20   Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft
> ich ihm auch drohe, muß ich doch seiner gedenken; darum bricht mir
> mein Herz, daß ich mich seiner erbarmen muß, spricht der HERR.
> Jes 49,15;  Hos 11,8
> 
> 31:21   Richte dir Wegzeichen auf, setze dir Steinmale und richte deinen
> Sinn auf die Straße, auf der du gezogen bist! Kehr zurück, Jungfrau
> Israel, kehr zurück zu diesen deinen Städten!
> 
> 31:22   Wie lang willst du in der Irre gehen, du abtrünnige Tochter? Denn
> der HERR wird ein Neues im Lande schaffen: Das Weib wird den Mann
> umgeben.
> 
> 31:23   So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: »Man wird dies Wort
> wieder sagen im Lande Juda und in seinen Städten, wenn ich ihr
> Geschick wenden werde: Der HERR segne dich, du Wohnung der
> Gerechtigkeit, du heiliger Berg!
> Sach 8,3
> 
> 31:24   Auch Juda samt allen seinen Städten soll darin wohnen, die
> Ackerleute und die mit Herden umherziehen;
> 
> 31:25   denn ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden
> sättigen.«
> 
> 31:26   Darüber bin ich aufgewacht und sah auf und hatte so sanft
> geschlafen.
> 
> 31:27   Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das Haus Israel
> und das Haus Juda besäen will mit Menschen und mit Vieh.
> 
> 31:28   Und gleichwie ich über sie gewacht habe, auszureißen und
> einzureißen, zu verderben und zu zerstören und zu plagen, so will
> ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR.
> Kap 1,10
> 
> 31:29    Zu derselben Zeit wird man nicht mehr sagen: »Die Väter haben saure
> Trauben gegessen, und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden«,
> (29 und 30) Hes 18,2; 2. Mose 20,5; Klgl 5,7
> 
> 31:30   sondern ein jeder wird um seiner Schuld willen sterben, und wer
> saure Trauben gegessen hat, dem sollen seine Zähne stumpf werden.
> 
> 31:31    Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem
> Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,
> (31-34) Hebr 8,8-12
> 
> 31:32   nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß,
> als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein
> Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war,
> spricht der HERR;
> 5. Mose 6,4-7
> 
> 31:33   sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel
> schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein
> Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie
> sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
> Hes 11,19; Hebr 10,16-17;  Kap 7,23
> 
> 31:34   Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und
> sagen: »Erkenne den HERRN«, sondern sie sollen mich  alle erkennen,
> beide, klein und groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre
> Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
> Kap 33,8; Jes 43,25; Röm 11,26-27
> 
> 31:35   So spricht der HERR, der die Sonne dem Tage zum Licht gibt und den
> Mond und die Sterne der Nacht zum Licht bestellt; der das Meer
> bewegt, daß seine Wellen brausen - HERR Zebaoth ist sein Name - :
> 
> 31:36   Wenn jemals diese Ordnungen vor mir ins Wanken kämen, spricht der
> HERR, so müßte auch das Geschlecht Israels aufhören, ein Volk zu
> sein vor mir ewiglich.
> Kap 33,25-26; Röm 11,1
> 
> 31:37   So spricht der HERR: Wenn man den Himmel oben messen könnte und den
> Grund der Erde unten erforschen, dann würde ich auch verwerfen das
> ganze Geschlecht Israels für all das, was sie getan haben, spricht
> der HERR.
> 
> 31:38   Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß die Stadt des HERRN
> gebaut werden wird vom Turm Hananel an bis ans Ecktor;
> 
> 31:39   und die Meßschnur wird weiter geradeaus gehen bis an den Hügel Gareb
> und sich nach Goa hin wenden.
> 
> 31:40   Und das ganze Tal der Leichen und der Asche und die Hänge bis zum
> Bach Kidron, bis zu der Ecke am Roßtor im Osten, wird dem HERRN
> heilig sein. Und die Stadt wird niemals mehr eingerissen und
> abgebrochen werden.
> 
>          Der Ackerkauf
> 
> 32:1    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia im zehnten Jahr
> Zedekias, des Königs von Juda, das ist das achtzehnte Jahr
> Nebukadnezars.
> 
> 32:2    Damals belagerte das Heer des Königs von Babel Jerusalem. Und der
> Prophet Jeremia lag gefangen im Wachthof am Hause des Königs von
> Juda,
> 2. Kön 25,1-2
> 
> 32:3     wo Zedekia, der König von Juda, ihn hatte gefangensetzen lassen,
> indem er sagte: Warum weissagst du und sprichst: So spricht der
> HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hände des Königs von Babel,
> und er soll sie erobern,
> (3 und 4) Kap 21,7; 34,2
> 
> 32:4    und Zedekia, der König von Juda, soll den Chaldäern nicht entrinnen,
> sondern ich will ihn dem König von Babel in die Hände geben, daß er
> von Mund zu Mund mit ihm reden und mit eigenen Augen ihn sehen soll?
> 
> 32:5    Und er wird Zedekia nach Babel führen; da soll er auch bleiben, bis
> ich ihn heimsuche, spricht der HERR, denn wenn ihr auch gegen die
> Chaldäer kämpft, soll euch doch nichts gelingen.
> Kap 52,11
> 
> 32:6    Und Jeremia sprach: Es ist des HERRN Wort zu mir geschehen:
> 
> 32:7    Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Oheims, wird zu dir
> kommen und sagen: Kaufe du meinen Acker in Anatot; denn dir kommt
> es als erstem zu, ihn einzulösen und zu kaufen.
> 3. Mose 25,25; Rut 4,3-4
> 
> 32:8    Da kam Hanamel, meines Oheims Sohn, wie der HERR gesagt hatte, zu
> mir in den Wachthof und sprach zu mir: Kaufe doch meinen Acker in
> Anatot, der im Lande Benjamin liegt; denn dir kommt es zu, ihn zu
> erwerben und einzulösen; kaufe du ihn! Da merkte ich, daß es des
> HERRN Wort war,
> 
> 32:9    und kaufte den Acker von Hanamel, meines Oheims Sohn, in Anatot, und
> wog ihm das Geld dar, siebzehn Lot Silber.
> 
> 32:10   Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn und nahm Zeugen
> dazu und wog das Geld dar auf der Waage nach Recht und Gewohnheit.
> 
> 32:11   Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief und die offene Abschrift
> 
> 32:12   und gab beides Baruch, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, in
> Gegenwart Hanamels, meines Vetters, und der Zeugen, die unter dem
> Kaufbrief geschrieben standen, und aller Judäer, die im Wachthof
> sich aufhielten,
> 
> 32:13   und befahl Baruch vor ihren Augen:
> 
> 32:14   So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Nimm diese Briefe,
> den versiegelten Kaufbrief samt dieser offenen Abschrift, und lege
> sie in ein irdenes Gefäß, daß sie lange erhalten bleiben.
> 
> 32:15   Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Man wird wieder
> Häuser, Äcker und Weinberge kaufen in diesem Lande.
> Vers 44
> 
> 32:16   Und als ich den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerijas, gegeben hatte,
> betete ich zum HERRN und sprach:
> 
> 32:17   Ach, Herr HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine
> große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding
> vor dir unmöglich;
> Kap 27,5;  1. Mose 18,14; Lk 1,37
> 
> 32:18   der du Gnade erweist vielen Tausenden und die Schuld der Väter
> kommen läßt auf das Haupt ihrer Kinder, du großer und starker Gott -
> HERR Zebaoth ist dein Name -,
> 2. Mose 20,5-6
> 
> 32:19   groß von Rat und mächtig von Tat, und deine Augen stehen offen über
> allen Wegen der Menschenkinder, einem jeden zu geben nach seinen
> Wegen und nach der Frucht seines Tuns;
> Röm 2,6
> 
> 32:20   der du in Ägyptenland hast Zeichen und Wunder getan bis auf diesen
> Tag an Israel und an den Menschen und hast dir einen Namen gemacht,
> wie es heute am Tage ist,
> 
> 32:21   und hast dein Volk Israel aus Ägyptenland geführt durch Zeichen und
> Wunder, mit mächtiger Hand, mit ausgerecktem Arm und mit großem
> Schrecken,
> 5. Mose 26,8
> 
> 32:22   und hast ihnen dies Land gegeben, wie du ihren Vätern geschworen
> hattest, daß du es ihnen geben wolltest, ein Land, darin Milch und
> Honig fließt;
> 
> 32:23   aber als sie hineinkamen und es in Besitz nahmen, gehorchten sie
> deiner Stimme nicht, wandelten auch nicht nach deinem Gesetz, und
> alles, was du ihnen gebotest, daß sie es tun sollten, taten sie
> nicht; darum ließest du ihnen auch all dies Unheil widerfahren:
> 
> 32:24   Siehe, die Wälle reichen schon bis an die Stadt, daß sie erobert
> werde, und sie muß wegen Schwert, Hunger und Pest in die Hände der
> Chaldäer gegeben werden, die sie belagern; und wie du geredet hast,
> so ist's geschehen; du siehst es ja selbst.
> 
> 32:25   Aber du, Herr HERR, sprichst zu mir: »Kaufe dir einen Acker um Geld
> und nimm Zeugen dazu«, obwohl doch die Stadt in die Hände der
> Chaldäer gegeben wird?
> 
> 32:26   Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:
> 
> 32:27   Siehe, ich, der HERR, bin der Gott allen Fleisches, sollte mir
> etwas unmöglich sein?
> 4. Mose 16,22;  Vers 17
> 
> 32:28   Darum so spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hände
> der Chaldäer und in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel,
> und er soll sie erobern.
> 
> 32:29   Und die Chaldäer, die diese Stadt belagern, werden hereinkommen und
> sie in Brand stecken und verbrennen samt den Häusern, wo man auf
> den Dächern dem Baal Räucheropfer gespendet und andern Göttern
> Trankopfer dargebracht hat, um mich zu erzürnen.
> Kap 19,13
> 
> 32:30   Denn Israel und Juda haben von ihrer Jugend auf getan, was mir
> mißfällt: ja, die Israeliten haben mich erzürnt durch ihrer Hände
> Werk, spricht der HERR.
> 
> 32:31   Denn seit diese Stadt gebaut ist, hat sie mich zornig und grimmig
> gemacht bis auf diesen Tag, daß ich sie von meinem Angesicht wegtun
> muß
> 
> 32:32   wegen all der Bosheit Israels und Judas, die sie getan haben, um
> mich zu erzürnen. Sie, ihre Könige, Oberen, Priester und Propheten
> und die in Juda und Jerusalem wohnten,
> 
> 32:33   haben mir den Rücken und nicht das Angesicht zugekehrt, und obwohl
> ich sie stets lehren ließ, wollten sie nicht hören noch sich
> bessern.
> Kap 2,27
> 
> 32:34   Dazu haben sie ihre greulichen Götzen in das Haus gesetzt, das nach
> meinem Namen genannt ist, daß sie es unrein machten,
> Kap 7,30
> 
> 32:35   und haben die Höhen des Baal gebaut im Tal Ben-Hinnom, um ihre
> Söhne und Töchter für den Moloch durchs Feuer gehen zu lassen, was
> ich ihnen nicht befohlen habe, und es ist mir nie in den Sinn
> gekommen, daß sie solchen Greuel tun sollten, um Juda in Sünde zu
> bringen.
> Kap 7,31; 19,5; Hes 20,25-26
> 
> 32:36   Nun aber, so spricht der HERR, der Gott Israels, von dieser Stadt,
> von der ihr sagt, daß sie durch Schwert, Hunger und Pest in die
> Hände des Königs von Babel gegeben werde:
> 
> 32:37   Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie
> verstoßen in meinem Zorn, Grimm und großem Unmut, und will sie
> wieder an diesen Ort bringen, daß sie sicher wohnen sollen.
> 5. Mose 30,3
> 
> 32:38   Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
> Kap 7,23
> 
> 32:39   Und ich will ihnen einerlei Sinn und einerlei Wandel geben, daß sie
> mich fürchten ihr Leben lang, auf daß es ihnen wohlgehe und ihren
> Kindern nach ihnen.
> Hes 36,27
> 
> 32:40   Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht
> ablassen will, ihnen Gutes zu tun, und will ihnen Furcht vor mir ins
> Herz geben, daß sie nicht von mir weichen.
> Kap 31,31-34
> 
> 32:41   Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun, und ich will sie in
> diesem Lande einpflanzen, ganz gewiß, von ganzem Herzen und von
> ganzer Seele.
> 5. Mose 28,63;  Am 9,15
> 
> 32:42   Denn so spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies
> große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über
> sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.
> 
> 32:43   Und es sollen Äcker gekauft werden in diesem Lande, von dem ihr
> sagt: »Eine Wüste ist's ohne Menschen und Vieh; es ist in der
> Chaldäer Hände gegeben.«
> 
> 32:44   Man wird Äcker um Geld kaufen und verbriefen, versiegeln und Zeugen
> dazu nehmen im Lande Benjamin und um Jerusalem her und in den
> Städten Judas, in den Städten auf dem Gebirge, in den Städten des
> Hügellandes und in den Städten des Südlandes; denn ich will ihr
> Geschick wenden, spricht der HERR.
> Vers 15;  Kap 29,14; 30,3
> 
>          Wiederherstellung Jerusalems und Judas
> 
> 33:1    Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia zum zweitenmal, als er noch
> im Wachthof gefangen war:
> Kap 32,2
> 
> 33:2    So spricht der HERR, der alles macht, schafft und ausrichtet - HERR
> ist sein Name -:
> 
> 33:3    Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große
> und unfaßbare Dinge, von denen du nichts weißt.
> 
> 33:4    Denn so spricht der HERR, der Gott Israels, von den Häusern dieser
> Stadt und von den Häusern der Könige Judas, die abgebrochen wurden,
> um Bollwerke zu machen zur Abwehr
> Jes 22,10
> 
> 33:5    im Kampf gegen die Chaldäer und um sie zu füllen mit den Leichnamen
> der Menschen, die ich in meinem Zorn und Grimm erschlagen habe, als
> ich mein Angesicht vor dieser Stadt verbarg um all ihrer Bosheit
> willen:
> 
> 33:6    Siehe, ich will sie heilen und gesund machen und will ihnen
> dauernden Frieden gewähren.
> Kap 30,17
> 
> 33:7    Denn ich will das Geschick Judas und das Geschick Israels wenden
> und will sie bauen wie im Anfang
> Kap 29,14;  Kap 24,6
> 
> 33:8    und will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich
> gesündigt haben; und will ihnen vergeben alle Missetaten, womit sie
> wider mich gesündigt und gefrevelt haben.
> Kap 31,34; 50,20
> 
> 33:9    Und das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und meine Ehre
> sein unter allen Völkern auf Erden, wenn sie all das Gute hören, das
> ich Jerusalem tue. Und sie werden sich verwundern und entsetzen über
> all das Gute und über all das Heil, das ich der Stadt geben will.
> 
> 33:10   So spricht der HERR: An diesem Ort, von dem ihr sagt: »Er ist wüst,
> ohne Menschen und Vieh«, in den Städten Judas und auf den Gassen
> Jerusalems, die so verwüstet sind, daß niemand mehr darin ist, weder
> Menschen noch Vieh,
> Kap 32,43
> 
> 33:11   wird man dennoch wieder hören den Jubel der Freude und Wonne, die
> Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da
> sagen: »Danket dem HERRN Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine
> Güte währet ewiglich«, wenn sie Dankopfer bringen zum Hause des
> HERRN. Denn ich will das Geschick des Landes wenden, daß es werde,
> wie es im Anfang war, spricht der HERR.
> Kap 7,34;  Esr 3,11; Ps 106,1
> 
> 33:12   So spricht der HERR Zebaoth: An diesem Ort, der so wüst ist, daß
> weder Menschen noch Vieh darin sind, und in allen ihren Städten
> werden dennoch wieder Auen sein für die Hirten, die da Herden
> weiden.
> 
> 33:13   In den Städten auf dem Gebirge und in den Städten des Hügellandes
> und in den Städten des Südlandes, im Lande Benjamin und um Jerusalem
> her und in den Städten Judas sollen dennoch wieder die Herden
> gezählt aus- und einziehen, spricht der HERR.
> Kap 32,44
> 
> Der ewige Bund mit dem Hause David und dem Hause Levi
> 
> 33:14    Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das gnädige
> Wort erfüllen will, das ich zum Hause Israel und zum Hause Juda
> geredet habe.
> (14-16) Kap 23,5-6; Sach 3,8
> 
> 33:15   In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen gerechten
> Sproß aufgehen lassen; der soll Recht und Gerechtigkeit schaffen im
> Lande.
> 
> 33:16   Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden und Jerusalem sicher
> wohnen, und man wird es nennen »Der HERR unsere Gerechtigkeit«.
> 5. Mose 33,28
> 
> 33:17   Denn so spricht der HERR: Es soll David niemals fehlen an einem,
> der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt.
> 2. Sam 7,12-13; 1. Kön 9,5; Ps 89,30
> 
> 33:18   Und den levitischen Priestern soll's niemals fehlen an einem, der
> täglich vor meinem Angesicht Brandopfer darbringt und Speisopfer in
> Rauch aufgehen läßt und Opfer schlachtet.
> 4. Mose 25,12-13; Neh 13,29
> 
> 33:19   Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:
> 
> 33:20    So spricht der HERR: Wenn mein Bund mit Tag und Nacht aufhörte, daß
> nicht mehr Tag und Nacht sind zu ihrer Zeit,
> (20 und 21) Kap 31,35-36; 1. Mose 8,22
> 
> 33:21   so würde auch mein Bund aufhören mit meinem Knecht David, daß er
> keinen Sohn mehr hat zum König auf seinem Thron, und mit den
> Leviten, den Priestern, meinen Dienern.
> 4. Mose 25,12-13; Hebr 9,11-14
> 
> 33:22   Wie man des Himmels Heer nicht zählen noch den Sand am Meer messen
> kann, so will ich mehren das Geschlecht Davids, meines Knechts, und
> die Leviten, die mir dienen.
> 1. Mose 15,5
> 
> 33:23   Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:
> 
> 33:24   Hast du nicht gemerkt, was diese Leute reden: »Die beiden
> Geschlechter, die der HERR auserwählt hatte, hat er verworfen«, und
> sie verachten mein Volk und lassen es nicht mehr ein Volk sein in
> ihren Augen.
> 
> 33:25   So spricht der HERR: Wenn ich jemals meinen Bund nicht hielte mit
> Tag und Nacht noch die Ordnungen des Himmels und der Erde,
> 
> 33:26   so wollte ich auch verwerfen das Geschlecht Jakobs und Davids,
> meines Knechts, daß ich nicht mehr aus ihrem Geschlecht Herrscher
> nehme über die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Denn ich will
> ihr Geschick wenden und mich über sie erbarmen.
> 
>          Zedekia vor der Entscheidung
> 
> 34:1    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als
> Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer und allen
> Königreichen auf Erden, die unter seiner Gewalt waren, und allen
> Völkern Jerusalem und alle seine Städte belagerte.
> Kap 52,4; 2. Kön 25,1-2
> 
> 34:2    So spricht der HERR, der Gott Israels: Geh hin und sprich mit
> Zedekia, dem König von Juda, und sage zu ihm: So spricht der HERR:
> Siehe, ich will diese Stadt in die Hände des Königs von Babel
> geben, und er soll sie mit Feuer verbrennen.
> Kap 21,10
> 
> 34:3    Und auch du sollst seiner Hand nicht entrinnen, sondern ergriffen
> und in seine Hand gegeben werden. Du wirst ihn mit eigenen Augen
> sehen und von Mund zu Mund mit ihm reden und nach Babel kommen.
> Kap 32,4
> 
> 34:4     Höre doch auf des HERRN Wort, Zedekia, du König von Juda! So
> spricht der HERR über dich: Du sollst nicht durchs Schwert sterben,
> (4 und 5) Kap 52,11
> 
> 34:5    sondern du sollst im Frieden sterben. Und wie deinen Vätern, den
> früheren Königen, die vor dir gewesen sind, so wird man auch dir zu
> Ehren einen Brand anzünden und dich beklagen: »Ach, Herr!«; denn
> ich habe es geredet, spricht der HERR.
> 2. Chr 16,14;  Kap 22,18
> 
> 34:6    Und der Prophet Jeremia sagte alle diese Worte zu Zedekia, dem König
> von Juda, in Jerusalem,
> 
> 34:7    als das Heer des Königs von Babel schon Jerusalem und alle Städte
> Judas belagerte, die übriggeblieben waren, nämlich Lachisch und
> Aseka; denn diese waren noch übriggeblieben von den festen Städten
> Judas.
> 
> Der Wortbruch an den freigelassenen Sklaven
> 
> 34:8    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, nachdem der
> König Zedekia einen Bund geschlossen hatte mit dem ganzen Volk zu
> Jerusalem, eine Freilassung auszurufen,
> Vers 14
> 
> 34:9    daß ein jeder seinen Sklaven und ein jeder seine Sklavin, die
> Hebräer und Hebräerinnen waren, freilassen sollte, so daß kein
> Judäer den andern als Sklaven hielte.
> 
> 34:10   Da hatten alle Oberen und alles Volk gehorcht, die diesen Bund
> eingegangen waren, daß ein jeder seinen Sklaven und seine Sklavin
> freilassen und sie nicht mehr als Sklaven halten sollte, und hatten
> sie losgegeben.
> 
> 34:11   Aber danach hatten sie die Sklaven und Sklavinnen wieder
> zurückgefordert, die sie freigegeben hatten, und sie gezwungen, daß
> sie wieder Sklaven und Sklavinnen sein mußten.
> 
> 34:12   Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
> 
> 34:13   So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe einen Bund
> geschlossen mit euren Vätern, als ich sie aus Ägyptenland, aus der
> Knechtschaft, führte und sprach:
> 
> 34:14    Im siebenten Jahre soll ein jeder seinen Bruder, der ein Hebräer
> ist und sich ihm verkauft und sechs Jahre gedient hat, freilassen.
> Aber eure Väter gehorchten mir nicht und kehrten ihre Ohren mir
> nicht zu.
> 2. Mose 21,2; 3. Mose 25,39-41; 5. Mose 15,12
> 
> 34:15   Ihr aber hattet euch nun bekehrt und getan, was mir wohlgefiel, daß
> ihr eine Freilassung ausrufen ließet, ein jeder für seinen
> Nächsten, und habt darüber einen Bund geschlossen vor mir in dem
> Hause, das nach meinem Namen genannt ist.
> 3. Mose 25,10
> 
> 34:16   Jetzt aber seid ihr umgeschlagen und habt meinen Namen entheiligt!
> Ein jeder fordert seinen Sklaven und seine Sklavin zurück, die ihr
> freigelassen hattet, so daß sie gehen konnten, wohin sie wollten,
> und zwingt sie jetzt, daß sie wieder eure Sklaven und Sklavinnen
> sein müssen.
> 
> 34:17   Darum spricht der HERR: Ihr gehorchtet mir nicht und riefet keine
> Freilassung aus, ein jeder für seinen Bruder und seinen Nächsten, -
> siehe, so rufe ich, spricht der HERR, über euch eine Freilassung aus
> für Schwert, für Pest, für Hunger und will euch zum Bild des
> Entsetzens machen für alle Königreiche auf Erden.
> 
> 34:18   Und ich will die Leute, die meinen Bund übertreten und die Worte des
> Bundes nicht halten, den sie vor mir geschlossen haben, so zurichten
> wie das Kalb, das sie in zwei Stücke geteilt haben und zwischen
> dessen Stücken sie hindurchgegangen sind,
> 
> 34:19   nämlich die Oberen von Juda und von Jerusalem, die Kämmerer, die
> Priester und das ganze Volk des Landes, alle, die zwischen den
> Stücken des Kalbes hindurchgegangen sind.
> 
> 34:20   Und ich will sie geben in die Hand ihrer Feinde und derer, die ihnen
> nach dem Leben trachten, und ihre Leichname sollen den Vögeln unter
> dem Himmel und den Tieren auf dem Felde zum Fraße werden.
> Kap 7,33
> 
> 34:21   Auch Zedekia, den König von Juda, und seine Oberen will ich geben in
> die Hände ihrer Feinde und derer, die ihnen nach dem Leben trachten,
> und in die Hand des Heeres des Königs von Babel, das jetzt von euch
> abgezogen ist.
> Kap 37,5
> 
> 34:22   Denn siehe, ich will ihnen befehlen, spricht der HERR, und will sie
> wieder vor diese Stadt bringen. Sie sollen sie belagern und erobern
> und mit Feuer verbrennen. Und ich will die Städte Judas verwüsten,
> daß niemand mehr darin wohnen soll.
> Kap 37,8
> 
>          Der Gehorsam der Rechabiter
> 
> 35:1    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia zur Zeit
> Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:
> 2. Kön 23,34
> 
> 35:2    Geh hin zu den Rechabitern, rede mit ihnen und führe sie in des
> HERRN Haus, in eine der Hallen, und schenke ihnen Wein ein.
> 1. Chr 2,55
> 
> 35:3    Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jirmejas, des Sohnes Habazzinjas,
> samt seinen Brüdern und allen seinen Söhnen, und das ganze
> Geschlecht der Rechabiter
> 
> 35:4    und führte sie in des HERRN Haus, in die Halle der Söhne Hanans, des
> Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Halle der Oberen
> ist, über der Halle Maasejas, des Sohnes Schallums, des Torhüters.
> 
> 35:5    Und ich setzte den Männern vom Hause Rechab Krüge voll Wein und
> Schalen vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
> 
> 35:6    Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater
> Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr und eure Nachkommen
> sollt niemals Wein trinken
> 2. Kön 10,15
> 
> 35:7    und kein Haus bauen, keinen Samen säen, keinen Weinberg pflanzen
> noch besitzen, sondern ihr sollt in Zelten wohnen euer Leben lang,
> auf daß ihr lange lebet in dem Lande, in dem ihr umherzieht.
> 
> 35:8    Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes
> Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, daß wir keinen Wein
> trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere Frauen noch unsere
> Söhne und Töchter;
> 
> 35:9    und wir bauen auch keine Häuser, darin zu wohnen, und haben weder
> Weinberge noch Äcker noch Samen,
> 
> 35:10   sondern wir wohnen in Zelten und gehorchen und tun in allem, wie es
> unser Vater Jonadab geboten hat.
> 
> 35:11   Als aber Nebukadnezar, der König von Babel, gegen das Land
> heraufzog, sprachen wir: Kommt, laßt uns nach Jerusalem ziehen vor
> dem Heer der Chaldäer und der Aramäer! Und so sind wir in Jerusalem
> geblieben.
> 
> 35:12   Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:
> 
> 35:13   So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Geh hin und sprich zu
> den Männern von Juda und zu den Bürgern von Jerusalem: Wollt ihr
> euch denn nicht bessern und meinen Worten gehorchen? spricht der
> HERR.
> 
> 35:14   Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen Nachkommen
> geboten hat, daß sie keinen Wein trinken sollen, werden gehalten,
> und sie trinken keinen Wein bis auf diesen Tag; denn sie gehorchen
> ihres Vaters Gebot. Ich aber habe euch immer wieder predigen
> lassen, doch gehorchtet ihr mir nicht.
> Kap 25,4
> 
> 35:15   Ich habe auch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten, zu
> euch gesandt und sagen lassen: Kehrt um, ein jeder von seinem bösen
> Wege, und bessert euer Tun und folgt nicht andern Göttern nach,
> ihnen zu dienen, so sollt ihr in dem Lande bleiben, das ich euch und
> euren Vätern gegeben habe. Aber ihr wolltet eure Ohren nicht zu mir
> kehren und mir nicht gehorchen.
> Mt 23,37
> 
> 35:16   Ja, die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes Rechabs, haben ihres Vaters
> Gebot gehalten, das er ihnen geboten hat. Aber dies Volk gehorcht
> mir nicht!
> 
> 35:17   Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Siehe,
> ich will über Juda und über alle Bürger Jerusalems kommen lassen all
> das Unheil, das ich gegen sie geredet habe, weil ich zu ihnen
> redete und sie nicht hören wollten, weil ich rief und sie mir nicht
> antworten wollten.
> Kap 7,13-15
> 
> 35:18   Aber zu den Rechabitern sprach Jeremia: So spricht der HERR Zebaoth,
> der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht
> habt und alle seine Gebote gehalten und alles getan, was er euch
> geboten hat,
> 
> 35:19   darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Es soll dem
> Jonadab, dem Sohn Rechabs, niemals an einem Manne fehlen, der vor
> mir steht.
> 
>          Die Schriftrolle Baruchs
> 
> 36:1    Im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda,
> geschah dies Wort zu Jeremia vom HERRN:
> Kap 25,1
> 
> 36:2    Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu
> dir geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker von der Zeit
> an, da ich zu dir geredet habe, nämlich von der Zeit Josias an bis
> auf diesen Tag.
> Kap 25,3
> 
> 36:3    Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hören von all dem Unheil,
> das ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein jeder von seinem
> bösen Wege, damit ich ihnen ihre Schuld und Sünde vergeben kann.
> Kap 26,3
> 
> 36:4    Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerijas. Und Baruch schrieb auf
> eine Schriftrolle alle Worte des HERRN, die er zu Jeremia geredet
> hatte, wie Jeremia sie ihm sagte.
> Kap 32,12; 45,1
> 
> 36:5    Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Mir ist's verwehrt, ich kann
> nicht in des HERRN Haus gehen.
> 
> 36:6    Du aber geh hin und lies die Schriftrolle, auf die du des HERRN
> Worte, wie ich sie dir gesagt habe, geschrieben hast, dem Volk vor
> im Hause des HERRN am Fasttage, und du sollst sie auch lesen vor den
> Ohren aller Judäer, die aus ihren Städten hereinkommen.
> 
> 36:7    Vielleicht werden sie sich mit Beten vor dem HERRN demütigen und
> sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege; denn der Zorn und
> Grimm ist groß, den der HERR diesem Volk angedroht hat.
> 
> 36:8    Und Baruch, der Sohn Nerijas, tat alles, wie ihm der Prophet Jeremia
> befohlen hatte, daß er die Worte des HERRN aus der Schriftrolle
> vorläse im Hause des HERRN.
> 
> 36:9    Es begab sich aber im fünften Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des
> Königs von Juda, im neunten Monat, daß man ein Fasten ausrief vor
> dem HERRN für alles Volk zu Jerusalem und für alles Volk, das aus
> den Städten Judas nach Jerusalem kam.
> 
> 36:10   Und Baruch las aus der Schriftrolle die Worte Jeremias vor im Hause
> des HERRN, in der Halle Gemarjas, des Sohnes Schafans, des
> Schreibers, im oberen Vorhof bei dem neuen Tor am Hause des HERRN,
> vor dem ganzen Volk.
> 2. Kön 22,3
> 
> 36:11   Als nun Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schafans, alle Worte
> des HERRN gehört hatte aus der Schriftrolle,
> 
> 36:12   ging er hinab in des Königs Haus in die Kanzlei. Und siehe, dort
> saßen alle Oberen: Elischama, der Schreiber, Delaja, der Sohn
> Schemajas, Elnatan, der Sohn Achbors, Gemarja, der Sohn Schafans,
> und Zidkija, der Sohn Hananjas, samt allen andern Oberen.
> Kap 26,22
> 
> 36:13   Und Michaja berichtete ihnen alle Worte, die er gehört hatte, als
> Baruch aus der Schriftrolle vor den Ohren des Volks vorlas.
> 
> 36:14   Da sandten alle Oberen Jehudi, den Sohn Netanjas, des Sohnes
> Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch und ließen ihm sagen: Nimm
> die Schriftrolle, aus der du dem Volk vorgelesen hast, mit dir und
> komm! Und Baruch, der Sohn Nerijas, nahm die Schriftrolle mit sich
> und kam zu ihnen.
> 
> 36:15   Und sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies, daß wir's hören! Und
> Baruch las vor ihren Ohren.
> 
> 36:16   Und als sie alle die Worte hörten, entsetzten sie sich untereinander
> und sprachen zu Baruch: Wir müssen alle diese Worte dem König
> mitteilen.
> 
> 36:17   Und sie fragten den Baruch: Sage uns, wie hast du alle diese Worte
> aufgeschrieben?
> 
> 36:18   Baruch sprach zu ihnen: Jeremia hat mir alle diese Worte vorgesagt,
> und ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle.
> 
> 36:19   Da sprachen die Oberen zu Baruch: Geh hin und verbirg dich mit
> Jeremia, daß niemand wisse, wo ihr seid!
> 
> 36:20   Sie aber gingen hinein zum König in den Vorhof und ließen die
> Schriftrolle verwahren in der Halle Elischamas, des Schreibers, und
> teilten dem König alle diese Worte mit.
> 
> 36:21   Da sandte der König den Jehudi, die Schriftrolle zu holen. Der nahm
> sie aus der Halle Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las dem
> König vor und allen Oberen, die bei dem König standen.
> 
> 36:22   Der König aber saß im Winterhause vor dem Kohlenbecken; denn es war
> im neunten Monat.
> 
> 36:23   Wenn aber Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt er
> sie ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das im
> Kohlenbecken war, bis die Schriftrolle ganz verbrannt war im Feuer.
> 
> 36:24   Und niemand entsetzte sich und zerriß seine Kleider, weder der
> König noch seine Großen, die doch alle diese Worte gehört hatten.
> 2. Kön 22,11
> 
> 36:25   Und obwohl Elnatan, Delaja und Gemarja den König baten, er möge die
> Schriftrolle nicht verbrennen, hörte er nicht auf sie.
> 
> 36:26   Dazu gebot der König Jerachmeel, dem Königssohn, und Seraja, dem
> Sohn Asriëls, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, sie sollten Baruch,
> den Schreiber, und Jeremia, den Propheten, ergreifen. Aber der HERR
> hatte sie verborgen.
> 
> 36:27   Nachdem der König die Schriftrolle verbrannt hatte, auf die Baruch
> die Worte geschrieben hatte, wie Jeremia sie ihm sagte, geschah des
> HERRN Wort zu Jeremia:
> 
> 36:28   Nimm dir eine neue Schriftrolle und schreibe auf sie alle vorigen
> Worte, die auf der ersten Schriftrolle standen, die Jojakim, der
> König von Juda, verbrannt hat.
> 
> 36:29   Über Jojakim aber, den König von Juda, sollst du sagen: So spricht
> der HERR: Du hast diese Schriftrolle verbrannt und gesagt: Warum
> hast du darauf geschrieben, daß der König von Babel kommen und dies
> Land verderben werde, so daß weder Menschen noch Vieh mehr darin
> sein werden?
> Kap 25,8-11;  Kap 7,20; 9,9-10
> 
> 36:30   Darum spricht der HERR über Jojakim, den König von Juda: Es soll
> keiner von den Seinen auf dem Thron Davids sitzen, und sein
> Leichnam soll hingeworfen liegen, am Tag in der Hitze und nachts im
> Frost.
> Kap 22,30;  Kap 22,19
> 
> 36:31   Und ich will ihn und seine Nachkommen und seine Großen heimsuchen um
> ihrer Schuld willen, und ich will über sie und über die Bürger
> Jerusalems und über die in Juda kommen lassen all das Unheil, von
> dem ich zu ihnen geredet habe, und sie gehorchten doch nicht.
> 
> 36:32   Da nahm Jeremia eine andere Schriftrolle und gab sie Baruch, dem
> Sohn Nerijas, dem Schreiber. Der schrieb darauf, so wie ihm Jeremia
> vorsagte, alle Worte, die auf der Schriftrolle gestanden hatten, die
> Jojakim, der König von Juda, im Feuer hatte verbrennen lassen; und
> es wurden zu ihnen noch viele ähnliche Worte hinzugetan.
> 
>          Jeremia warnt den König Zedekia
> 
> 37:1    Und Zedekia, der Sohn Josias, wurde König anstatt Konjas, des
> Sohnes Jojakims; denn Nebukadnezar, der König von Babel, machte ihn
> zum König im Lande Juda.
> 2. Kön 24,17
> Vgl. Anmerkung zu Jer 24,1.
> 
> 37:2    Aber er und seine Großen und das Volk des Landes gehorchten nicht
> den Worten des HERRN, die er durch den Propheten Jeremia redete.
> 
> 37:3    Dennoch sandte der König Zedekia Juchal, den Sohn Schelemjas, und
> den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, zum Propheten Jeremia und
> ließ ihm sagen: Bitte den HERRN, unsern Gott, für uns!
> Kap 7,16; 42,2
> 
> 37:4    Denn Jeremia ging noch unter dem Volk aus und ein, und man hatte ihn
> noch nicht ins Gefängnis geworfen.
> 
> 37:5    Es war aber das Heer des Pharao aus Ägypten aufgebrochen, und als
> die Chaldäer, die vor Jerusalem lagen, davon hörten, waren sie von
> Jerusalem abgezogen.
> 
> 37:6    Und des HERRN Wort geschah zum Propheten Jeremia:
> 
> 37:7    So spricht der HERR, der Gott Israels: Sagt dem König von Juda, der
> euch zu mir gesandt hat, mich zu befragen: Siehe, das Heer des
> Pharao, das euch zu Hilfe ausgezogen ist, wird wieder heim nach
> Ägypten ziehen,
> 
> 37:8    und die Chaldäer werden wiederkommen und diese Stadt belagern und
> sie erobern und mit Feuer verbrennen.
> Kap 34,22
> 
> 37:9    Darum spricht der HERR: Betrügt euch nicht damit, daß ihr denkt:
> »Die Chaldäer werden von uns abziehen.« Sie werden nicht abziehen.
> 
> 37:10   Und wenn ihr auch das ganze Heer der Chaldäer schlüget, die gegen
> euch kämpfen, und es blieben von ihnen nur etliche Verwundete übrig,
> so würde doch ein jeder in seinem Zelt aufstehen und diese Stadt mit
> Feuer verbrennen.
> 
> Jeremia wird gefangengesetzt
> 
> 37:11   Als nun der Chaldäer Heer von Jerusalem abgezogen war vor dem Heere
> des Pharao,
> 
> 37:12   wollte Jeremia aus Jerusalem herausgehen ins Land Benjamin, um mit
> seinen Verwandten ein Erbe zu teilen.
> Kap 32,8-9
> 
> 37:13   Und als er zum Benjamintor kam, war dort ein Wachhabender mit Namen
> Jirija, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas; der hielt den
> Propheten Jeremia an und sprach: Du willst zu den Chaldäern
> überlaufen.
> 
> 37:14   Jeremia sprach: Das ist nicht wahr, ich will nicht zu den Chaldäern
> überlaufen. Aber Jirija wollte ihn nicht hören, sondern ergriff
> Jeremia und brachte ihn zu den Oberen.
> 
> 37:15   Und die Oberen wurden zornig über Jeremia und ließen ihn schlagen
> und warfen ihn ins Gefängnis im Hause Jonatans, des Schreibers; denn
> das hatten sie zum Kerker gemacht.
> Kap 20,2
> 
> 37:16   So kam Jeremia in den überwölbten Raum einer Zisterne und blieb dort
> lange Zeit.
> 
> Zedekia befragt heimlich den Propheten
> 
> 37:17   Aber Zedekia, der König, sandte hin und ließ ihn holen und fragte
> ihn heimlich in seinem Haus und sprach: Ist wohl ein Wort vom HERRN
> vorhanden? Jeremia sprach: Ja! Du wirst dem König von Babel in die
> Hände gegeben werden.
> Kap 34,21
> 
> 37:18   Und Jeremia sprach zum König Zedekia: Was hab ich gegen dich, gegen
> deine Großen und gegen dies Volk gesündigt, daß sie mich in den
> Kerker geworfen haben?
> 
> 37:19   Wo sind nun eure Propheten, die euch weissagten und sprachen: Der
> König von Babel wird nicht über euch noch über dies Land kommen?
> 
> 37:20   Und nun, mein Herr und König, höre mich und laß meine Bitte vor dir
> gelten! Laß mich nicht wieder in Jonatans, des Schreibers, Haus
> bringen, daß ich dort nicht sterbe.
> 
> 37:21   Da befahl der König Zedekia, daß man Jeremia im Wachthof behalten
> sollte, und ließ ihm täglich aus der Bäckergasse einen Laib Brot
> geben, bis alles Brot in der Stadt aufgezehrt war. So blieb Jeremia
> im Wachthof.
> Kap 32,2
> 
>          Jeremia in der Zisterne
> 
> 38:1    Es hörten aber Schefatja, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn
> Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und Paschhur, der Sohn
> Malkijas, die Worte, die Jeremia zu allem Volk redete.
> Kap 21,1
> 
> 38:2    So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird durch
> Schwert, Hunger und Pest sterben müssen; wer aber hinausgeht zu den
> Chaldäern, der soll am Leben bleiben und wird sein Leben wie eine
> Beute davonbringen.
> Kap 21,9
> 
> 38:3    Denn so spricht der HERR: Diese Stadt soll übergeben werden dem Heer
> des Königs von Babel, und es soll sie einnehmen.
> 
> 38:4    Da sprachen die Oberen zum König: Laß doch diesen Mann töten; denn
> auf diese Weise nimmt er den Kriegsleuten, die noch übrig sind in
> dieser Stadt, den Mut, desgleichen dem ganzen Volk, weil er solche
> Worte zu ihnen sagt. Denn der Mann sucht nicht, was diesem Volk zum
> Heil, sondern was zum Unheil dient.
> Am 7,10
> 
> 38:5    Der König Zedekia sprach: Siehe, er ist in euren Händen; denn der
> König vermag nichts wider euch.
> 
> 38:6    Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne Malkijas, des
> Königssohnes, die im Wachthof war, und ließen ihn an Seilen hinab.
> In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jeremia
> sank in den Schlamm.
> 
> 38:7    Als aber Ebed-Melech, der Mohr, ein Kämmerer in des Königs Haus,
> hörte, daß man Jeremia in die Zisterne geworfen hatte, und der König
> gerade im Benjamintor saß,
> Kap 39,15-18
> 
> 38:8    da ging Ebed-Melech aus des Königs Haus und redete mit dem König und
> sprach:
> 
> 38:9    Mein Herr und König, diese Männer handeln übel an dem Propheten
> Jeremia, daß sie ihn in die Zisterne geworfen haben; dort muß er vor
> Hunger sterben; denn es ist kein Brot mehr in der Stadt.
> 
> 38:10   Da befahl der König Ebed-Melech, dem Mohren: Nimm von hier drei
> Männer mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne, ehe
> er stirbt.
> 
> 38:11   Und Ebed-Melech nahm die Männer mit sich und ging in des Königs Haus
> in die Kleiderkammer und nahm dort zerrissene, alte Lumpen und ließ
> sie an einem Seil hinab zu Jeremia in die Zisterne.
> 
> 38:12   Und Ebed-Melech, der Mohr, sprach zu Jeremia: Lege diese
> zerrissenen, alten Lumpen unter deine Achseln um das Seil; und
> Jeremia tat es.
> 
> 38:13   Und sie zogen Jeremia herauf aus der Zisterne an den Stricken. Und
> so blieb Jeremia im Wachthof.
> 
> Letztes Gespräch zwischen Zedekia und Jeremia
> 
> 38:14   Und der König Zedekia sandte hin und ließ den Propheten Jeremia zu
> sich holen unter den dritten Eingang am Hause des HERRN. Und der
> König sprach zu Jeremia: Ich will dich etwas fragen; verbirg mir
> nichts!
> 
> 38:15   Jeremia sprach zu Zedekia: Sage ich dir etwas, so tötest du mich
> doch; gebe ich dir aber einen Rat, so gehorchst du mir nicht.
> 
> 38:16   Da schwor der König Zedekia dem Jeremia heimlich und sprach: So wahr
> der HERR lebt, der uns dies Leben gegeben hat: ich will dich nicht
> töten noch den Männern in die Hände geben, die dir nach dem Leben
> trachten.
> Vers 4-5
> 
> 38:17   Und Jeremia sprach zu Zedekia: So spricht der HERR, der Gott
> Zebaoth, der Gott Israels: Wirst du hinausgehen zu den Obersten des
> Königs von Babel, so sollst du am Leben bleiben, und diese Stadt
> soll nicht verbrannt werden, sondern du und dein Haus sollen am
> Leben bleiben;
> 
> 38:18   wirst du aber nicht hinausgehen zu den Obersten des Königs von
> Babel, so wird diese Stadt den Chaldäern in die Hände gegeben, und
> sie werden sie mit Feuer verbrennen, und auch du wirst ihren Händen
> nicht entrinnen.
> 
> 38:19   Der König Zedekia sprach zu Jeremia: Ich habe aber die Sorge, daß
> ich den Judäern, die zu den Chaldäern übergelaufen sind, übergeben
> werden könnte, daß sie mir übel mitspielen.
> 
> 38:20   Jeremia sprach: Man wird dich nicht übergeben. Gehorche doch der
> Stimme des HERRN, die ich dir verkünde, so wird dir's wohlgehen, und
> du wirst am Leben bleiben.
> 
> 38:21   Wirst du aber nicht hinausgehen, so ist dies das Wort, das mir der
> HERR gezeigt hat:
> 
> 38:22   Siehe, alle Frauen, die noch vorhanden sind im Haus des Königs von
> Juda, werden zu den Obersten des Königs von Babel hinaus müssen, und
> sie werden dann sagen: »Ach, deine guten Freunde haben dich
> überredet und in ihre Gewalt gebracht und in den Sumpf geführt und
> lassen dich nun stecken.«
> 
> 38:23   Ja, alle deine Frauen und Kinder werden hinaus müssen zu den
> Chaldäern, und du selbst wirst ihren Händen nicht entgehen, sondern
> du wirst vom König von Babel ergriffen, und diese Stadt wird mit
> Feuer verbrannt werden.
> Kap 32,4; 34,3
> 
> 38:24   Und Zedekia sprach zu Jeremia: Sieh zu, daß niemand diese Worte
> erfahre, so wirst du nicht sterben.
> 
> 38:25   Und wenn's die Oberen erfahren sollten, daß ich mit dir geredet
> habe, und zu dir kommen und sprechen: »Sag an, was hast du mit dem
> König geredet; verbirg es uns nicht, so wollen wir dich nicht töten.
> Was hat der König mit dir geredet?«,
> 
> 38:26   so sprich: Ich habe den König gebeten, daß er mich nicht wieder in
> Jonatans Haus führen lasse, ich müßte sonst dort sterben.
> 
> 38:27   Da kamen alle Oberen zu Jeremia und fragten ihn, und er antwortete
> ihnen, wie ihm der König befohlen hatte. Da ließen sie von ihm, weil
> sie nichts erfahren konnten.
> 
> 38:28   Und Jeremia blieb im Wachthof bis auf den Tag, da Jerusalem
> eingenommen wurde.
> Kap 37,21
> 
> Jeremia wird bei der Eroberung Jerusalems befreit
> 
> Und es geschah, daß Jerusalem erobert wurde.
> (1-10) Kap 52,4-16; 2. Kön 25,1-12
> 
>  39:1    Denn im neunten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, im zehnten Monat
> kam Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer vor
> Jerusalem und belagerten es.
> 
> 39:2    Und im elften Jahr Zedekias, am neunten Tage des vierten Monats,
> brach man in die Stadt ein.
> 
> 39:3    Und alle Obersten des Königs von Babel zogen hinein und hielten
> unter dem Mitteltor, nämlich Nergal-Sarezer, der Fürst von
> Sin-Magir, der Oberhofmeister, und Nebuschasban, der Oberkämmerer,
> und alle andern Obersten des Königs von Babel.
> 
> 39:4    Als nun Zedekia, der König von Juda, und seine Kriegsleute das
> sahen, flohen sie bei Nacht zur Stadt hinaus auf dem Wege zu des
> Königs Garten durchs Tor zwischen den beiden Mauern und entwichen
> zum Jordantal hin.
> 
> 39:5    Aber die Kriegsleute der Chaldäer jagten ihnen nach und holten
> Zedekia ein im Jordantal von Jericho und nahmen ihn gefangen und
> brachten ihn zu Nebukadnezar, dem König von Babel, nach Ribla, das
> im Lande Hamat liegt. Der sprach das Urteil über ihn.
> 
> 39:6    Und der König von Babel ließ die Söhne Zedekias vor seinen Augen
> töten in Ribla und tötete auch alle Vornehmen Judas.
> 
> 39:7    Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen,
> um ihn nach Babel zu führen.
> 
> 39:8    Und die Chaldäer verbrannten das Haus des Königs und die Häuser der
> Bürger und rissen die Mauern Jerusalems nieder.
> 
> 39:9    Was aber noch an Volk in der Stadt war, und wer sonst zu ihnen
> übergelaufen war, die führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache,
> alle miteinander gefangen nach Babel.
> 
> 39:10   Aber von dem niederen Volk, das nichts hatte, ließ zur selben Zeit
> Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, etliche im Lande Juda zurück
> und gab ihnen Weinberge und Felder.
> 
> 39:11   Aber Nebukadnezar, der König von Babel, hatte Nebusaradan, dem
> Obersten der Leibwache, Befehl gegeben wegen Jeremia und gesagt:
> 
> 39:12   Nimm ihn und laß ihn dir befohlen sein und tu ihm kein Leid,
> sondern wie er's von dir begehrt, so mach's mit ihm.
> Kap 40,4
> 
> 39:13   Da sandten hin Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und
> Nebuschasban, der Oberkämmerer, Nergal-Sarezer, der Oberhofmeister,
> und alle Obersten des Königs von Babel
> 
> 39:14   und ließen Jeremia aus dem Wachthof holen und übergaben ihn
> Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, daß er ihn nach
> Hause gehen ließe. Und so blieb er unter dem Volk.
> Kap 38,28;  Kap 40,5-6; 40,14-16
> 
> 39:15    Es war auch des HERRN Wort geschehen zu Jeremia, als er noch im
> Wachthof lag:
> (15-18) Kap 38,7
> 
> 39:16   Geh hin und sage Ebed-Melech, dem Mohren: So spricht der HERR
> Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will meine Worte kommen lassen
> über diese Stadt zum Unheil und nicht zum Heil, und du sollst es
> sehen zur selben Zeit.
> 
> 39:17   Aber dich will ich erretten zur selben Zeit, spricht der HERR, und
> du sollst den Leuten nicht ausgeliefert werden, vor denen du dich
> fürchtest.
> 
> 39:18   Denn ich will dich entkommen lassen, daß du nicht durchs Schwert
> fallest, sondern du sollst dein Leben wie eine Beute davonbringen,
> weil du mir vertraut hast, spricht der HERR.
> 
>          Jeremia bleibt im Lande. Gedaljas Statthalterschaft
> 
> 40:1    Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als ihn
> Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, losließ in Rama, wo er ihn
> gefunden hatte; denn er war auch, mit Fesseln gebunden, unter allen
> Gefangenen aus Jerusalem und Juda, die nach Babel weggeführt werden
> sollten.
> Kap 39,11-14
> 
> 40:2    Als nun der Oberste der Leibwache Jeremia hatte zu sich holen
> lassen, sprach er zu ihm: Der HERR, dein Gott, hat dies Unglück über
> diese Stätte vorhergesagt
> 
> 40:3    und hat's auch kommen lassen und getan, wie er geredet hat; denn ihr
> habt gesündigt wider den HERRN und seiner Stimme nicht gehorcht;
> darum ist euch solches widerfahren.
> 
> 40:4    Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln, mit denen
> deine Hände gebunden waren. Gefällt dir's, mit mir nach Babel zu
> ziehen, so komm, du sollst mir befohlen sein. Gefällt dir's aber
> nicht, mit mir nach Babel zu ziehen, so laß es sein. Siehe, du hast
> das ganze Land vor dir; wo dich's gut dünkt und dir's gefällt, da
> zieh hin.
> Kap 39,12
> 
> 40:5     Denn weiter hinaus wird kein Wiederkehren möglich sein. Darum magst
> du umkehren zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Schafans, den
> der König von Babel über die Städte in Juda gesetzt hat, und bei ihm
> bleiben unter dem Volk; oder geh, wohin dir's gefällt. Und der
> Oberste der Leibwache gab ihm Wegzehrung und Geschenke und ließ ihn
> gehen.
> (5 und 6) Kap 39,14
> 
> 40:6    So kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, nach Mizpa und blieb
> bei ihm unter dem Volk, das im Lande noch übriggeblieben war.
> 
> 40:7    Als nun die Hauptleute, die noch im Lande verstreut waren, samt
> ihren Leuten erfuhren, daß der König von Babel Gedalja, den Sohn
> Ahikams, über das Land gesetzt hatte und über die Männer, Frauen und
> Kinder und über die Geringen im Lande, die nicht nach Babel
> weggeführt waren,
> 2. Kön 25,22-24
> 
> 40:8    kamen sie zu Gedalja nach Mizpa, nämlich Jischmael, der Sohn
> Netanjas, Johanan und Jonatan, die Söhne Kareachs, und Seraja, der
> Sohn Tanhumets, und die Söhne Efais von Netofa und Jaasanja, der
> Sohn eines Maachatiters, samt ihren Leuten.
> Kap 41,1; 41,11
> 
> 40:9    Und Gedalja, der Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, schwor ihnen und
> ihren Leuten einen Eid und sprach: Fürchtet euch nicht, den
> Chaldäern untertan zu sein; bleibt im Lande und seid dem König von
> Babel untertan, so wird's euch wohlgehen.
> 
> 40:10   Siehe, ich bleibe hier in Mizpa und habe die Verantwortung vor den
> Chaldäern, die zu uns kommen; ihr aber sollt Wein und Feigen und Öl
> ernten und in eure Gefäße tun und sollt in euren Städten wohnen, die
> ihr wieder in Besitz genommen habt.
> 
> 40:11   Und als die Judäer, die im Lande Moab und Ammon und in Edom und in
> allen Ländern waren, hörten, daß der König von Babel einen Rest in
> Juda übriggelassen und über sie Gedalja gesetzt hatte, den Sohn
> Ahikams, des Sohnes Schafans,
> 
> 40:12   da kamen auch sie alle zurück aus allen Orten, wohin sie verstreut
> waren, in das Land Juda zu Gedalja nach Mizpa und ernteten sehr viel
> Wein und Sommerfrüchte.
> 
> 40:13   Aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute, die im Lande
> verstreut gewesen waren, kamen zu Gedalja nach Mizpa
> 
> 40:14   und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß Baalis, der König der
> Ammoniter, Jischmael, den Sohn Netanjas, gesandt hat, daß er dich
> erschlagen soll? Das wollte ihnen aber Gedalja, der Sohn Ahikams,
> nicht glauben.
> 
> 40:15   Da sprach Johanan, der Sohn Kareachs, zu Gedalja heimlich in Mizpa:
> Ich will hingehen und Jischmael, den Sohn Netanjas, erschlagen, daß
> es niemand erfahren soll. Warum soll er dich erschlagen, so daß alle
> Judäer, die bei dir versammelt sind, zerstreut werden und, die noch
> aus Juda übriggeblieben sind, umkommen?
> 
> 40:16   Aber Gedalja, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohn
> Kareachs: Du sollst das nicht tun; es ist nicht wahr, was du von
> Jischmael sagst.
> 
>          Gedaljas Ermordung durch Jischmael
> 
> (vgl. 2. Kön 25,25)
> 41:1    Aber im siebenten Monat kam Jischmael, der Sohn Netanjas, des
> Sohnes Elischamas, aus königlichem Stamm, einer von den Obersten des
> Königs, und zehn Männer mit ihm zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach
> Mizpa, und sie aßen dort in Mizpa miteinander.
> Kap 40,8
> 
> 41:2    Und Jischmael, der Sohn Netanjas, erhob sich samt den zehn Männern,
> die bei ihm waren, und sie erschlugen Gedalja, den Sohn Ahikams,
> des Sohnes Schafans, mit dem Schwert, weil ihn der König von Babel
> über das Land gesetzt hatte.
> Kap 40,5
> 
> 41:3    Auch erschlug Jischmael alle Judäer, die bei Gedalja waren in Mizpa,
> und die Chaldäer, die dort waren, sämtliche Kriegsleute.
> 
> 41:4    Am andern Tage, nachdem Gedalja erschlagen war und es noch niemand
> wußte,
> 
> 41:5    kamen achtzig Männer von Sichem, von Silo und von Samaria und hatten
> die Bärte abgeschoren und ihre Kleider zerrissen und sich wund
> geritzt und trugen Speisopfer und Weihrauch mit, um es zum Hause des
> HERRN zu bringen.
> Kap 16,6
> 
> 41:6    Und Jischmael, der Sohn Netanjas, ging heraus von Mizpa ihnen
> entgegen, ging und weinte. Als er nun an sie herankam, sprach er zu
> ihnen: Ihr sollt zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, kommen.
> 
> 41:7    Als sie aber mitten in die Stadt kamen, ermordete sie Jischmael, der
> Sohn Netanjas, er und die Männer, die bei ihm waren, und warfen sie
> in die Zisterne.
> 
> 41:8    Aber es waren zehn Männer darunter, die sprachen zu Jischmael: Töte
> uns nicht; wir haben Vorrat im Acker verborgen liegen an Weizen,
> Gerste, Öl und Honig. Da ließ er ab und tötete sie nicht mit den
> andern.
> 
> 41:9    Die Zisterne aber, in die Jischmael die Leichname der Männer warf,
> die er erschlagen hatte samt dem Gedalja, ist die, welche der König
> Asa hatte anlegen lassen im Krieg gegen Bascha, den König von
> Israel. Die füllte Jischmael, der Sohn Netanjas, mit den
> Erschlagenen.
> 1. Kön 15,16-24
> 
> 41:10   Und Jischmael, der Sohn Netanjas, führte das Volk, das in Mizpa
> übriggeblieben war, gefangen weg: die Königstöchter samt allem Volk,
> über das Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Gedalja, den Sohn
> Ahikams, gesetzt hatte; und er zog hin und wollte hinüber zu den
> Ammonitern.
> 
> 41:11   Als aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des
> Heeres, die bei ihm waren, von all dem Bösen erfuhren, das
> Jischmael, der Sohn Netanjas, begangen hatte,
> 40,8; 40,13-16
> 
> 41:12   nahmen sie zu sich alle Männer und zogen hin, um mit Jischmael, dem
> Sohn Netanjas, zu kämpfen, und trafen ihn an dem großen Wasser bei
> Gibeon.
> 2. Sam 2,13
> 
> 41:13   Als nun alles Volk, das bei Jischmael war, den Johanan, den Sohn
> Kareachs, erblickte samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm
> waren, da wurde es froh.
> 
> 41:14   Und das ganze Volk, das Jischmael von Mizpa weggeführt hatte, wandte
> sich um und ging zu Johanan, dem Sohn Kareachs, über.
> 
> 41:15   Aber Jischmael, der Sohn Netanjas, entrann mit acht Männern dem
> Johanan und zog zu den Ammonitern.
> 
> 41:16   Und Johanan, der Sohn Kareachs, samt allen Hauptleuten des Heeres,
> die bei ihm waren, nahm zu sich das übriggebliebene Volk, das
> Jischmael, der Sohn Netanjas, aus Mizpa weggeführt hatte, nachdem er
> Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, nämlich die
> Kriegsleute, die Frauen und Kinder und Hofleute, die er von Gibeon
> zurückgebracht hatte.
> 
> 41:17   Und sie zogen hin und kehrten ein in der Herberge Kimhams bei
> Bethlehem, um von dort nach Ägypten zu ziehen
> 2. Sam 19,38;  Kap 43,7
> 
> 41:18   aus Furcht vor den Chaldäern. Denn sie fürchteten sich vor ihnen,
> weil Jischmael, der Sohn Netanjas, Gedalja, den Sohn Ahikams,
> erschlagen hatte, den der König von Babel über das Land gesetzt
> hatte.
> 
>          Jeremia warnt vor der Auswanderung nach Ägypten
> 
> 42:1    Da traten herzu alle Hauptleute des Heeres, Johanan, der Sohn
> Kareachs, Asarja, der Sohn Hoschajas, samt dem ganzen Volk, klein
> und groß,
> 
> 42:2    und sprachen zum Propheten Jeremia: Laß doch unsere Bitte vor dir
> gelten und bete für uns zum HERRN, deinem Gott, für alle diese
> Übriggebliebenen - denn leider sind wir von vielen nur wenige
> übriggeblieben, wie du mit eigenen Augen siehst -,
> Kap 37,3
> 
> 42:3    daß der HERR, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was
> wir tun sollen.
> 
> 42:4    Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will gehorchen.
> Siehe, ich will zum HERRN, eurem Gott, beten, wie ihr gesagt habt,
> und alles, was euch der HERR antworten wird, das will ich euch
> kundtun und will euch nichts vorenthalten.
> 
> 42:5    Und sie sprachen zu Jeremia: Der HERR sei ein zuverlässiger und
> wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir nicht alles tun werden, was
> uns der HERR, dein Gott, durch dich befehlen wird.
> 
> 42:6    Es sei Gutes oder Böses, so wollen wir gehorchen der Stimme des
> HERRN, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, auf daß es uns
> wohlgehe, wenn wir der Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehorchen.
> 
> 42:7    Und nach zehn Tagen geschah des HERRN Wort zu Jeremia.
> 
> 42:8    Da rief er Johanan, den Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des
> Heeres, die bei ihm waren, und alles Volk, klein und groß,
> 
> 42:9    und sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels, zu dem
> ihr mich gesandt habt, daß ich euer Gebet vor ihn bringen sollte:
> 
> 42:10   Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch bauen und
> nicht einreißen; ich will euch pflanzen und nicht ausreißen; denn es
> hat mich gereut das Unheil, das ich euch angetan habe.
> Kap 1,10
> 
> 42:11   Ihr sollt euch nicht fürchten vor dem König von Babel, vor dem ihr
> euch fürchtet, spricht der HERR; ihr sollt euch vor ihm nicht
> fürchten, denn ich will bei euch sein, daß ich euch helfe und von
> seiner Hand errette.
> 
> 42:12   Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich über euch erbarmen
> und euch wieder auf eure Äcker bringen.
> 
> 42:13    Werdet ihr aber sagen: »Wir wollen nicht in diesem Lande bleiben«
> und so der Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen
> (13-17) Kap 29,17-18
> 
> 42:14   und werdet ihr sagen: »Nein, wir wollen nach Ägyptenland ziehen, daß
> wir weder Krieg sehen noch den Schall der Posaune hören noch Hunger
> nach Brot leiden müssen; dort wollen wir bleiben« -
> 
> 42:15   nun, so höret des HERRN Wort, ihr Übriggebliebenen von Juda! So
> spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Werdet ihr euer
> Angesicht nach Ägyptenland richten, um dorthin zu ziehen und dort zu
> wohnen,
> 
> 42:16   so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet, in Ägyptenland
> treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch sorgt, soll stets hinter
> euch her sein in Ägypten, und ihr sollt dort sterben.
> 
> 42:17   Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach Ägypten
> richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, der soll sterben
> durch Schwert, Hunger und Pest, und es soll keiner übrigbleiben noch
> dem Unheil entrinnen, das ich über sie kommen lassen will.
> 
> 42:18   Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Gleichwie mein
> Zorn und Grimm über die Einwohner Jerusalems ausgeschüttet wurde, so
> soll er auch über euch ausgeschüttet werden, wenn ihr nach Ägypten
> zieht; und ihr sollt zum Fluch, zum Bild des Entsetzens, zur
> Verwünschung und zur Schande werden und diese Stätte nicht mehr
> sehen.
> Kap 25,9
> 
> 42:19   Das ist das Wort des HERRN an euch, die ihr übriggeblieben seid von
> Juda, daß ihr nicht nach Ägypten zieht. Darum erkennt, daß ich euch
> heute gewarnt habe;
> 
> 42:20   denn ihr selbst habt euer Leben in Gefahr gebracht, weil ihr mich
> gesandt habt zum HERRN, eurem Gott, und gesagt: Bete zum HERRN,
> unserm Gott, für uns, und alles, was der HERR, unser Gott, sagen
> wird, tu uns kund, so wollen wir danach tun.
> 
> 42:21   Das habe ich euch heute wissen lassen; aber ihr wollt der Stimme des
> HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen noch allem, was er euch durch
> mich befohlen hat.
> 
> 42:22   So sollt ihr denn wissen, daß ihr durch Schwert, Hunger und Pest
> sterben müßt an dem Ort, wohin ihr zu ziehen gedenkt, um dort zu
> wohnen.
> 
>          Jeremia wird nach Ägypten verschleppt
> 
> 43:1    Als Jeremia dem ganzen Volk alle Worte des HERRN, ihres Gottes,
> ausgerichtet hatte, wie ihm der HERR, ihr Gott, alle diese Worte an
> sie befohlen hatte,
> 
> 43:2    sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Johanan, der Sohn Kareachs,
> und alle aufsässigen Männer zu Jeremia: Du lügst! Der HERR, unser
> Gott, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: »Ihr sollt nicht
> nach Ägypten ziehen, um dort zu wohnen«,
> 
> 43:3    sondern Baruch, der Sohn Nerijas, beredet dich zu unserm Schaden,
> damit wir den Chaldäern übergeben werden und sie uns töten oder nach
> Babel wegführen.
> Kap 36,32
> 
> 43:4    Da gehorchten Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des
> Heeres samt dem ganzen Volk der Stimme des HERRN nicht, daß sie im
> Lande Juda geblieben wären,
> 
> 43:5    sondern Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres
> nahmen zu sich alle Übriggebliebenen von Juda, die von allen
> Völkern, wohin sie geflohen, zurückgekommen waren, um im Lande Juda
> zu wohnen,
> 
> 43:6    nämlich Männer, Frauen und Kinder, dazu die Königstöchter und alle
> übrigen, die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, bei Gedalja,
> dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, gelassen hatte, und auch den
> Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn Nerijas.
> 
> 43:7    Und sie zogen nach Ägyptenland, denn sie wollten der Stimme des
> HERRN nicht gehorchen, und kamen nach Tachpanhes.
> Kap 42,14-17; 2. Kön 25,26
> 
> Jeremia weissagt den Einfall Nebukadnezars
> 
> 43:8    Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia in Tachpanhes:
> 
> 43:9    Nimm große Steine und vergrabe sie in dem Boden am Eingang des
> Hauses des Pharao in Tachpanhes, so daß die Männer aus Juda es
> sehen,
> 
> 43:10   und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels:
> Siehe, ich will hinsenden und meinen Knecht Nebukadnezar, den König
> von Babel, holen lassen und will seinen Thron oben auf diese Steine
> setzen, die ich eingraben ließ; und er soll seinen Thronhimmel
> darüber ausspannen.
> Kap 25,9
> 
> 43:11   Er soll kommen und Ägyptenland schlagen und töten, wen es trifft,
> gefangenführen, wen es trifft, mit dem Schwert erschlagen, wen es
> trifft.
> Kap 15,2
> 
> 43:12   Und ich will die Tempel Ägyptens in Brand stecken und niederbrennen
> und ihre Götter wegführen. Und er soll Ägyptenland lausen, wie ein
> Hirt sein Kleid laust, und mit Frieden von dannen ziehen.
> Kap 46,25
> 
> 43:13   Er soll die Steinmale von Bet-Schemesch in Ägyptenland zerbrechen
> und die Götzentempel in Ägypten mit Feuer verbrennen.
> 
>          Jeremia warnt vor der erneuten Verehrung der Himmelskönigin
> 
> 44:1    Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah an alle Judäer, die in
> Ägyptenland wohnten, nämlich in Migdol, Tachpanhes und Memfis, und
> die im Lande Patros wohnten.
> Kap 43,7
> 
> 44:2    So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr habt gesehen all
> das Unheil, das ich habe kommen lassen über Jerusalem und über alle
> Städte in Juda; siehe, heutigentags sind sie wüst, und niemand wohnt
> darin;
> 
> 44:3    und das um ihrer Bosheit willen, die sie taten, als sie mich
> erzürnten und hingingen und opferten und dienten andern Göttern, die
> weder sie noch ihr noch eure Väter kannten.
> 
> 44:4    Und ich sandte immer wieder zu euch alle meine Knechte, die
> Propheten, und ließ euch sagen: »Tut doch nicht solche Greuel, die
> ich hasse.«
> Kap 25,4
> 
> 44:5    Aber sie gehorchten nicht und kehrten auch ihre Ohren nicht zu mir,
> daß sie sich von ihrer Bosheit bekehrt und andern Göttern nicht
> geopfert hätten.
> 
> 44:6    Darum ergoß sich auch mein Zorn und Grimm und entbrannte über die
> Städte Judas und die Gassen Jerusalems, daß sie zur Wüste und Öde
> geworden sind, so wie es heute ist.
> 
> 44:7    Nun, so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Warum
> tut ihr euch selbst ein so großes Unheil an, daß bei euch
> ausgerottet werden aus Juda Mann und Frau, Kind und Säugling und
> nichts von euch übrigbleibt,
> Kap 42,22
> 
> 44:8    und erzürnet mich so durch eurer Hände Werke und opfert andern
> Göttern in Ägyptenland, wohin ihr gezogen seid, um dort zu wohnen,
> auf daß ihr ausgerottet und zum Fluch und zur Schmach werdet unter
> allen Völkern auf Erden?
> 
> 44:9    Habt ihr vergessen die Sünden eurer Väter, die Sünden der Könige
> von Juda, die Sünden ihrer Frauen, dazu eure eigenen Sünden und die
> Sünden eurer Frauen, die sie getan haben im Lande Juda und auf den
> Gassen Jerusalems?
> Kap 7,17-18
> 
> 44:10   Sie haben sich bis auf diesen Tag nicht gedemütigt, fürchten sich
> auch nicht und wandeln nicht in meinem Gesetz und in den
> Rechtsordnungen, die ich euch und euren Vätern gegeben habe.
> 
> 44:11   Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will
> mein Angesicht wider euch richten zum Unheil, und ganz Juda soll
> ausgerottet werden.
> Am 9,4
> 
> 44:12   Und ich will wegraffen, die übriggeblieben sind von Juda, die ihr
> Angesicht nach Ägyptenland gerichtet haben, um dorthin zu ziehen und
> dort zu wohnen; es soll ein Ende mit ihnen allen werden in
> Ägyptenland. Durchs Schwert sollen sie fallen, und durch Hunger
> sollen sie umkommen, klein und groß; sie sollen durch Schwert und
> Hunger sterben und sollen zur Verwünschung, zum Entsetzen, zum Fluch
> und zur Schmach werden.
> Kap 42,14-17
> 
> 44:13   Ich will auch die Einwohner in Ägyptenland mit Schwert, Hunger und
> Pest heimsuchen, gleichwie ich an Jerusalem getan habe,
> 
> 44:14   so daß von denen, die übriggeblieben sind von Juda und die hierher
> gekommen sind nach Ägyptenland, um hier zu wohnen, keiner entrinnen
> und entkommen soll. Sie sollen nicht mehr ins Land Juda
> zurückkehren, wohin sie gerne wiederkämen und wohnten, sondern es
> soll keiner dahin zurückkommen außer einigen Entronnenen.
> 
> 44:15   Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die sehr wohl wußten, daß
> ihre Frauen andern Göttern opferten, und alle Frauen, die
> dabeistanden, eine große Menge, samt allem Volk, das in Ägyptenland
> und in Patros wohnte, und sprachen:
> Jes 11,11
> 
> 44:16   Den Worten, die du im Namen des HERRN uns sagst, wollen wir nicht
> gehorchen,
> 
> 44:17   sondern wir wollen all die Worte halten, die aus unserm eigenen
> Munde gekommen sind, und wollen der Himmelskönigin opfern und ihr
> Trankopfer darbringen, wie wir und unsere Väter, unsere Könige und
> Oberen getan haben in den Städten Judas und auf den Gassen
> Jerusalems. Da hatten wir auch Brot genug, und es ging uns gut, und
> wir sahen kein Unglück.
> Kap 7,17-18;  Hos 2,7
> 
> 44:18   Seit der Zeit aber, da wir es unterlassen haben, der Himmelskönigin
> zu opfern und Trankopfer darzubringen, haben wir an allem Mangel
> gelitten und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.
> 
> 44:19   Und wenn wir Frauen der Himmelskönigin opfern und Trankopfer
> darbringen, das tun wir ja nicht ohne den Willen unserer Männer,
> wenn wir ihr Kuchen backen, um ein Bild von ihr zu machen, und ihr
> Trankopfer darbringen.
> 4. Mose 30,11-13
> 
> 44:20   Da sprach Jeremia zu dem ganzen Volk, den Männern und Frauen und
> allen Leuten, die ihm so geantwortet hatten:
> 
> 44:21   Nein, der HERR hat gedacht an das Opfern, das ihr in den Städten
> Judas und auf den Gassen Jerusalems getrieben habt samt euren
> Vätern, Königen, Oberen und allem Volk des Landes, und er hat's zu
> Herzen genommen,
> 
> 44:22   daß er nicht mehr leiden konnte euren bösen Wandel und die Greuel,
> die ihr tatet; daher ist auch euer Land zur Wüste, zum Entsetzen und
> zum Fluch geworden, daß niemand darin wohnt, so wie es heute ist.
> 
> 44:23   Weil ihr der Himmelskönigin geopfert habt und wider den HERRN
> sündigtet und der Stimme des HERRN nicht gehorchtet und in seinem
> Gesetze, seinen Rechten und Mahnungen nicht gewandelt seid, darum
> ist euch solches Unheil widerfahren, so wie es heute ist.
> 
> 44:24   Und Jeremia sprach zu allem Volk und zu allen Frauen: Höret des
> HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die in Ägyptenland sind!
> 
> 44:25   So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr und eure Frauen
> habt mit eurem Munde geredet und mit euren Händen vollbracht, was
> ihr sagt: »Wir wollen unsere Gelübde halten, die wir der
> Himmelskönigin gelobt haben, daß wir ihr opfern und Trankopfer
> darbringen.« Wohlan, erfüllet doch eure Gelübde und haltet eure
> Gelübde!
> 
> 44:26   So höret nun des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die ihr in
> Ägyptenland wohnt: Siehe, ich schwöre bei meinem großen Namen,
> spricht der HERR, daß mein Name nicht mehr genannt werden soll durch
> irgendeines Menschen Mund aus Juda in ganz Ägyptenland, der da sagt:
> »So wahr Gott der HERR lebt!«
> 
> 44:27   Siehe, ich will über sie wachen zum Unheil und nicht zum Heil, daß,
> wer aus Juda in Ägyptenland ist, durch Schwert und Hunger umkommen
> soll, bis es ein Ende mit ihnen hat.
> Am 9,4
> 
> 44:28   Die aber dem Schwert entrinnen, werden aus Ägyptenland ins Land Juda
> zurückkommen als ein geringes Häuflein. So werden dann alle, die
> übriggeblieben sind von Juda und die nach Ägyptenland gezogen waren,
> dort zu wohnen, erkennen, wessen Wort wahr geworden ist, meines oder
> ihres.
> 
> 44:29   Und dies sei das Zeichen, spricht der HERR: Ich will euch an diesem
> Ort heimsuchen, damit ihr wißt, daß mein Wort wahr werden soll über
> euch zum Unheil.
> 
> 44:30   So spricht der HERR: Siehe, ich will den Pharao Hofra, den König von
> Ägypten, übergeben in die Hände seiner Feinde und derer, die ihm
> nach dem Leben trachten, gleichwie ich Zedekia, den König von Juda,
> übergeben habe in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel,
> seines Feindes, der ihm nach dem Leben trachtete.
> Hes 29,19
> 
>          Ein Wort für Baruch
> 
> 45:1    Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn
> Nerijas, redete, als er die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte, auf
> eine Schriftrolle schrieb, im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes
> Josias, des Königs von Juda:
> Kap 36,4
> 
> 45:2    So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, über dich, Baruch:
> 
> 45:3    Du sprichst: Weh mir, wie hat mir der HERR Jammer zu meinem Schmerz
> hinzugefügt! Ich seufze mich müde und finde keine Ruhe.
> 
> 45:4    Sage ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe, das reiße
> ich ein, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, nämlich dies
> mein ganzes Land.
> 
> 45:5    Und du begehrst für dich große Dinge? Begehre es nicht! Denn siehe,
> ich will Unheil kommen lassen über alles Fleisch, spricht der HERR,
> aber dein Leben sollst du wie eine Beute davonbringen, an welchen
> Ort du auch ziehst.
> Kap 39,18; 43,4-6
> 
>          GERICHTSWORTE GEGEN FREMDE VÖLKER (Kapitel 46,1 - 51,64)
> 
> 46:1    Dies ist das Wort des HERRN, das zu dem Propheten Jeremia geschehen
> ist wider alle Völker.
> 
> Weissagung gegen Ägypten
> 
> (vgl. Jes 19,1-25; Hes 29,1 - 32,32)
> 46:2    Wider Ägypten. Wider das Heer des Pharao Necho, des Königs von
> Ägypten, welches lagerte am Euphratstrom bei Karkemisch und das
> Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims,
> des Sohnes Josias, des Königs von Juda:
> 2. Kön 23,29
> 
> 46:3    Rüstet Rundschild und Langschild und zieht in den Streit!
> 
> 46:4    Spannet Rosse an und laßt Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf und
> schärft die Spieße und ziehet Panzer an!
> 
> 46:5    Wie kommt's aber, daß ich sehe, daß sie verzagt sind und die Flucht
> ergreifen und ihre Helden erschlagen sind? Sie fliehen und wenden
> sich nicht mehr zurück. Schrecken um und um! spricht der HERR.
> Kap 20,3
> 
> 46:6    Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke entrinnen. Im
> Norden am Euphratstrom sind sie gefallen und niedergestreckt.
> 
> 46:7    Wer ist's, der emporstieg wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich
> dahin wie Ströme?
> 
> 46:8    Ägypten stieg empor wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich daher
> wie Ströme, und es sprach: »Ich will hinaufziehen, das Land bedecken
> und die Städte verderben samt denen, die darin wohnen.«
> 
> 46:9    Wohlan, setzt euch auf die Rosse, rennet mit den Wagen, lasset die
> Helden ausziehen, die von Kusch und aus Put, die den Schild führen,
> und die Schützen aus Lud!
> 
> 46:10   Denn dies ist der Tag Gottes, des HERRN Zebaoth, ein Tag der
> Vergeltung, daß er sich an seinen Feinden räche, wenn das Schwert
> fressen und von ihrem Blut voll und trunken werden wird. Denn sie
> müssen Gott, dem HERRN Zebaoth, ein Schlachtopfer werden im Lande
> des Nordens am Euphratstrom.
> Jes 2,12;  5. Mose 32,41-42
> 
> 46:11   Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau, Tochter Ägypten!
> Aber es ist umsonst, daß du viel Heilmittel gebrauchst; du wirst
> doch nicht heil.
> Kap 8,22
> 
> 46:12   Deine Schande ist unter den Völkern erschollen, deines Heulens ist
> das Land voll; denn ein Held fällt über den andern und liegen beide
> miteinander danieder.
> 
> 46:13   Dies ist das Wort des HERRN, das er zu dem Propheten Jeremia redete,
> als Nebukadnezar, der König von Babel, heranzog, um Ägyptenland zu
> schlagen:
> 
> 46:14   Verkündigt's in Ägypten und sagt's an in Migdol, sagt's an in Memfis
> und Tachpanhes und sprecht: Setze dich zur Wehr! Denn das Schwert
> wird fressen, was um dich her ist.
> 
> 46:15   Wie geht's zu, daß deine Gewaltigen zu Boden fallen und können nicht
> standhalten? Der HERR hat sie so gestürzt.
> 
> 46:16   Er macht, daß ihrer viele fallen, daß einer mit dem andern
> daniederliegt. Da sprechen sie: Wohlauf, laßt uns wieder zu unserm
> Volk ziehen, in unser Vaterland vor dem mörderischen Schwert!
> 
> 46:17   Nennet den Namen des Pharao, des Königs von Ägypten: »Prahlhans, der
> die Zeit versäumt hat«.
> 
> 46:18   So wahr ich lebe, spricht der König, der HERR Zebaoth heißt: Er wird
> daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor unter den Bergen ist und wie
> der Karmel am Meer ist.
> 
> 46:19   Mache dir Fluchtgepäck, du Einwohnerin, Tochter Ägypten; denn Memfis
> wird wüst und verbrannt werden, daß niemand darin wohnen wird.
> 
> 46:20   Ägypten ist wie eine schöne junge Kuh; aber es kommt von Norden der
> Schlächter.
> 
> 46:21   Auch die darin um Sold dienen, sind wie gemästete Kälber; aber sie
> müssen sich dennoch wenden und miteinander fliehen und werden nicht
> standhalten; denn der Tag ihres Unheils wird über sie kommen, die
> Zeit ihrer Heimsuchung.
> 
> 46:22   Man hört sie heranziehen wie eine zischende Schlange; ja, sie kommen
> mit Heeresmacht und bringen Äxte über sie wie die Holzhauer.
> 
> 46:23   Die werden ihren Wald umhauen, spricht der HERR, denn sie sind nicht
> zu zählen; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die niemand zählen
> kann.
> 
> 46:24   Die Tochter Ägypten wird zuschanden; denn sie ist dem Volk aus dem
> Norden in die Hände gegeben.
> 
> 46:25    Der HERR Zebaoth, der Gott Israels, spricht: Siehe, ich will
> heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und Ägypten samt seinen
> Göttern und Königen, ja, den Pharao mit allen, die sich auf ihn
> verlassen,
> (25 und 26) Kap 43,12-13; Jes 24,21
> 
> 46:26   daß ich sie gebe in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben
> trachten, und in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, und
> seiner Großen. Aber danach soll das Land bewohnt werden wie vor
> alters, spricht der HERR.
> Hes 29,14
> 
> 46:27   Aber du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel,
> verzage nicht! Denn siehe, ich will dir helfen aus fernen Landen und
> deinen Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob
> zurückkommen soll und in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand
> soll ihn schrecken.
> Kap 30,10
> 
> 46:28   Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht der HERR,
> denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern, unter die ich dich
> verstoßen habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich
> nicht ein Ende machen. Züchtigen will ich dich mit Maßen, doch
> ungestraft kann ich dich nicht lassen.
> Kap 10,24; 30,11
> 
>          Weissagung gegen die Philister
> 
> (vgl. Jes 14,29-32; Hes 25,15-17)
> 47:1    Dies ist das Wort des HERRN, das zum Propheten Jeremia geschah wider
> die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug.
> 
> 47:2    So spricht der HERR: Siehe, es kommen Wasser heran von Norden, die
> zum reißenden Strom werden und das Land überfluten und was darin
> ist, die Städte und die darin wohnen, daß die Leute schreien und
> alle Einwohner im Lande heulen.
> 
> 47:3    Vor dem Stampfen ihrer starken Rosse, die dahertraben, und vor dem
> Rasseln ihrer Wagen und dem Poltern ihrer Räder werden sich die
> Väter nicht umsehen nach den Kindern, so verzagt werden sie sein
> 
> 47:4    über den Tag, der da kommt, um zu verderben alle Philister und
> auszurotten die letzten Helfer für Tyrus und Sidon. Denn der HERR
> wird die Philister verderben, den Rest derer, die gekommen sind von
> der Insel Kaftor.
> Am 9,7
> 
> 47:5    Über Gaza wird Trauer kommen, und Aschkelon wird vernichtet, der
> Rest der Anakiter. Wie lange willst du dich wund ritzen?
> Am 1,6-7; Zef 2,4; Sach 9,5;  Jos 11,22;  Kap 16,6; 48,37
> 
> 47:6    O du Schwert des HERRN, wann willst du doch aufhören? Fahre in deine
> Scheide und ruhe und sei still!
> 
> 47:7    Aber wie kann es aufhören, da doch der HERR ihm Befehl gegeben hat
> wider Aschkelon und es wider das Ufer des Meeres bestellt hat?
> 
>          Weissagung gegen Moab
> 
> (vgl. Jes 15,1 - 16,14; Hes 25,8-11; Am 2,1-3; Zef 2,8-11)
> 48:1    Wider Moab. So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Wehe der
> Stadt Nebo, denn sie ist zerstört! Geschändet ist Kirjatajim und
> eingenommen, die hohe Feste ist zuschanden geworden und zerbrochen.
> 
> 48:2    Der Stolz Moabs auf Heschbon ist dahin; denn man sinnt Böses gegen
> die Stadt: »Kommt, wir wollen sie ausrotten, daß sie ohne Volk sei.«
> Und du, Madmen, mußt auch vernichtet werden; das Schwert wird hinter
> dir her sein.
> 
> 48:3    Man hört ein Geschrei in Horonajim von Verwüstung und großem Jammer.
> 
> 48:4    Moab ist zerschlagen. Man hört ihre Kleinen schreien;
> 
> 48:5    denn sie gehen mit Weinen die Steige von Luhit hinauf, und die
> Feinde hören ein Jammergeschrei den Weg von Horonajim herab:
> 
> 48:6    »Fliehet und rettet euer Leben!« Aber ihr werdet sein wie ein
> Strauch in der Wüste.
> Kap 17,6
> 
> 48:7    Weil du dich auf deine Bauwerke verlässest und auf deine Schätze,
> sollst du auch erobert werden, und Kemosch muß gefangen wegziehen
> samt seinen Priestern und Fürsten.
> 4. Mose 21,29; Ri 11,24; 1. Kön 11,7
> 
> 48:8    Denn der Verwüster wird über alle Städte kommen, daß nicht eine
> Stadt entrinnen wird. Es sollen die Täler verwüstet und die Ebenen
> verheert werden; denn der HERR hat's gesagt.
> 
> 48:9    Gebt Moab Flügel, denn es wird davonmüssen, als flöge es, und seine
> Städte werden wüst liegen, daß niemand darin wohnen wird.
> 
> 48:10   Verflucht sei, wer des HERRN Werk lässig tut; verflucht sei, wer
> sein Schwert aufhält, daß es nicht Blut vergießt!
> 
> 48:11   Moab ist von seiner Jugend an ungestört gewesen und auf seinen
> Hefen still gelegen und ist nie aus einem Faß ins andre gegossen und
> ist nie in die Gefangenschaft gezogen; darum ist sein Geschmack ihm
> geblieben und sein Geruch nicht verändert worden.
> Zef 1,12
> 
> 48:12   Darum siehe, spricht der HERR, es kommt die Zeit, daß ich ihnen
> Küfer schicken will, die sie ausschütten sollen und ihre Fässer
> ausleeren und ihre Krüge zerschmettern.
> 
> 48:13   Und Moab soll über dem Kemosch zuschanden werden, gleichwie das Haus
> Israel über Bethel zuschanden geworden ist, worauf sie sich
> verließen.
> 
> 48:14   Wie könnt ihr sagen: Wir sind Helden und rechte Kriegsleute?
> 
> 48:15   Moab wird verwüstet, und seine Städte werden erstiegen, und seine
> beste Mannschaft muß hinab zur Schlachtbank, spricht der König,
> welcher heißt der HERR Zebaoth.
> 
> 48:16   Denn der Untergang Moabs wird bald kommen, und sein Unglück eilt
> herbei.
> 
> 48:17   Habt doch Mitleid mit ihnen, alle, die ihr um sie her wohnt und
> ihren Namen kennt, und sprecht: »Wie ist das starke Zepter und der
> herrliche Stab so zerbrochen!«
> 
> 48:18   Herunter von der Herrlichkeit, du Tochter Dibon, und setz dich in
> den Staub! Denn der Verwüster Moabs wird zu dir hinaufkommen und
> deine Bollwerke zerstören.
> 
> 48:19   Tritt an die Straße und schaue, du Einwohnerin von Aroër! Frage, die
> da fliehen und entrinnen, und sprich: »Was ist geschehen?«
> 
> 48:20   Ach, Moab ist verwüstet und verheert! Heulet und schreiet; sagt's am
> Arnon, daß Moab vernichtet ist!
> 
> 48:21   Die Strafe ist über das ebene Land ergangen, nämlich über Holon,
> Jahaz, Mefaat,
> 
> 48:22   Dibon, Nebo, Bet-Diblatajim,
> 
> 48:23   Kirjatajim, Bet-Gamul, Bet-Meon,
> 
> 48:24   Kerijot, Bozra und über alle Städte im Lande Moab, sie seien fern
> oder nahe.
> 
> 48:25   Das Horn Moabs ist abgeschlagen, und sein Arm ist zerbrochen,
> spricht der HERR.
> 
> 48:26    Macht es trunken; denn es hat sich gegen den HERRN erhoben! Speien
> müsse Moab, auf daß es auch zum Gespött werde.
> Kap 25,15
> 
> 48:27   Oder ist Israel dir nicht ein Gespött gewesen, als hätte man es
> unter den Dieben gefunden? Sooft du von ihm sprachst, hast du es
> verhöhnt.
> 
> 48:28   O ihr Bewohner von Moab, verlaßt die Städte und wohnt in den Felsen
> und tut wie die Tauben, die da nisten in den Löchern!
> 
> 48:29   Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, daß es sehr stolz sei,
> hoffärtig, hochmütig, trotzig und übermütig.
> 
> 48:30   Aber der HERR spricht: Ich kenne seinen Übermut wohl und sein böses
> Geschwätz; Böses haben sie getan.
> 
> 48:31   Darum muß ich über Moab heulen und über ganz Moab schreien und über
> die Leute von Kir-Heres klagen.
> 
> 48:32   Mehr als über Jaser muß ich über dich weinen, du Weinstock Sibma;
> denn deine Ranken reichten über das Meer und kamen bis nach Jaser.
> Der Verwüster ist über deine Ernte und Weinlese hergefallen.
> 
> 48:33   Freude und Wonne sind hinweggenommen aus dem Fruchtland und dem
> Lande Moab. Dem Wein in den Kufen mache ich ein Ende, der Kelterer
> wird nicht mehr keltern, der Winzer wird nicht mehr sein Lied
> singen.
> 
> 48:34   Das Geschrei von Heschbon wird gehört bis Elale, bis nach Jahaz, von
> Zoar an bis nach Horonajim, bis Eglat-Schelischija; denn auch die
> Wasser Nimrims sollen versiegen.
> 
> 48:35   Und ich will, spricht der HERR, in Moab damit ein Ende machen, daß
> sie auf den Höhen opfern und ihren Göttern Opfer darbringen.
> 
> 48:36   Darum klagt mein Herz über Moab wie Flötenklage, und über die Leute
> in Kir-Heres klagt mein Herz wie Flötenklage; denn das Gut, das sie
> gesammelt, ist zugrunde gegangen.
> Jes 15,7
> 
> 48:37   Alle Köpfe werden kahl sein und alle Bärte abgeschoren, alle Hände
> wund geritzt, und jeder wird den Sack anziehen.
> Kap 16,6
> 
> 48:38   Auf allen Dächern und Gassen, überall in Moab wird man klagen; denn
> ich habe Moab zerbrochen wie ein Gefäß, das niemand haben will,
> spricht der HERR.
> 
> 48:39   O wie ist es zerschlagen, wie heulen sie! Wie haben sie schimpflich
> den Rücken gewandt! Moab ist zum Spott und zum Bild des Schreckens
> geworden allen, die ringsum wohnen.
> 
> 48:40   Denn so spricht der HERR: Siehe, er fliegt daher wie ein Adler und
> breitet seine Flügel aus über Moab.
> Kap 49,22
> 
> 48:41   Die Städte sind erobert, und die Festungen sind eingenommen, und das
> Herz der Helden in Moab wird an jenem Tage sein wie das Herz einer
> Frau in Kindsnöten.
> 
> 48:42   Denn Moab muß vertilgt werden, daß es kein Volk mehr sei, weil es
> sich gegen den HERRN erhoben hat.
> 
> 48:43    Schrecken, Grube und Schlinge über dich, du Volk von Moab! spricht
> der HERR.
> (43 und 44) Jes 24,17-18
> 
> 48:44   Wer dem Schrecken entflieht, der wird in die Grube fallen, und wer
> aus der Grube herauskommt, der wird in der Schlinge gefangen werden;
> denn ich will über Moab kommen lassen das Jahr seiner Heimsuchung,
> spricht der HERR.
> 
> 48:45   Erschöpft suchen die Entronnenen Zuflucht im Schatten von Heschbon;
> aber es wird ein Feuer aus Heschbon und eine Flamme aus dem Hause
> Sihon ausgehen, welche die Schläfe Moabs verzehren wird und den
> Scheitel der kriegerischen Leute.
> 4. Mose 21,28-29
> 
> 48:46   Weh dir, Moab! Verloren ist das Volk des Kemosch; denn man hat deine
> Söhne und Töchter genommen und gefangen weggeführt.
> 
> 48:47   Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Moabs wenden, spricht
> der HERR. Das sei gesagt von der Strafe über Moab.
> 
>          Weissagung gegen Ammon
> 
> (vgl. Hes 25,2-7; Am 1,13-15; Zef 2,8-11)
> 49:1    Wider die Ammoniter. So spricht der HERR: Hat denn Israel keine
> Kinder, oder hat es keinen Erben? Warum besitzt denn Milkom das
> Land Gad, und warum wohnt sein Volk in dessen Städten?
> 1. Kön 11,5
> 
> 49:2    Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich will ein
> Kriegsgeschrei erschallen lassen über Rabba, die Stadt der
> Ammoniter, und es soll zu einem wüsten Schutthügel werden, und seine
> Tochterstädte sollen in Brand gesteckt werden. Aber Israel soll
> seine Besitzer besitzen, spricht der HERR.
> 
> 49:3    Heule, Heschbon! denn Ai ist verwüstet. Schreit, ihr Töchter von
> Rabba, und zieht den Sack an; klaget und lauft hin und her mit
> Ritzwunden! Denn Milkom wird gefangen weggeführt samt seinen
> Priestern und Fürsten.
> 
> 49:4    Was rühmst du dich deines Tales, deines wasserreichen Tales, du
> ungehorsame Tochter, die du dich auf deine Schätze verläßt und
> sprichst in deinem Herzen: Wer darf sich an mich machen?
> 
> 49:5    Siehe, spricht Gott, der HERR Zebaoth, ich will Schrecken über dich
> kommen lassen von allen, die um dich her wohnen; ihr sollt in alle
> Richtungen versprengt werden, und niemand wird die Flüchtigen
> sammeln.
> 
> 49:6    Aber danach will ich wieder wenden das Geschick Ammons, spricht der
> HERR.
> Kap 48,47
> 
> Weissagungen gegen Edom
> 
> (vgl. Jes 21,11; 34,5-15; Hes 25,12-14; Am 1,11-12; Obd 1,1-21)
> 49:7    Wider Edom. So spricht der HERR Zebaoth: Ist denn keine Weisheit
> mehr in Teman? Ist denn kein Rat mehr bei den Klugen? Ist ihnen die
> Weisheit ausgegangen?
> 
> 49:8    Flieht, wendet euch und verkriecht euch tief, ihr Bürger von Dedan!
> Denn ich lasse Unheil über Esau kommen, die Zeit seiner Heimsuchung.
> 
> 49:9    Es sollen Winzer über dich kommen, die keine Nachlese übriglassen,
> und Diebe sollen des Nachts über dich kommen, die sollen nach
> Herzenslust verwüsten.
> 
> 49:10   Denn ich habe Esau entblößt und seine Verstecke aufgedeckt, daß er
> sich nicht verbergen kann. Seine Söhne, seine Brüder und seine
> Nachbarn sind vernichtet, daß keiner von ihnen mehr da ist.
> 
> 49:11   Verlaß nur deine Waisen, ich will sie am Leben erhalten, und deine
> Witwen sollen auf mich hoffen.
> 
> 49:12   Denn so spricht der HERR: Siehe, die es nicht verdient hatten, den
> Kelch zu trinken, müssen trinken, und du solltest ungestraft
> bleiben? Du sollst nicht ungestraft bleiben, sondern du mußt auch
> trinken.
> Kap 25,15; 25,28-29; Ps 137,7
> 
> 49:13   Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, daß Bozra
> zum Entsetzen, zur Schmach, zur Wüste und zum Fluch werden soll und
> alle seine Städte zur ewigen Wüste.
> 
> 49:14   Ich hab eine Kunde vernommen vom HERRN, ein Bote ist unter die
> Völker gesandt: Sammelt euch und kommt her wider Edom; macht euch
> auf zum Kampf!
> 
> 49:15   Denn siehe, ich will dich gering machen unter den Völkern und
> verachtet unter den Menschen.
> 
> 49:16   Daß die andern dich fürchten, hat dich verführt, und dein Herz ist
> hochmütig, weil du in Felsenklüften wohnst und hohe Gebirge
> innehast. Wenn du auch dein Nest so hoch machtest wie der Adler,
> dennoch will ich dich von dort herunterstürzen, spricht der HERR.
> 
> 49:17   Also soll Edom wüst werden, daß alle, die vorübergehen, sich
> entsetzen und spotten über alle seine Plagen.
> 
> 49:18   Gleichwie Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört wurden,
> spricht der HERR, so soll auch dort niemand wohnen noch ein Mensch
> darin hausen.
> Kap 50,40; Jes 1,9
> 
> 49:19    Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in
> die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der
> erwählt ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich
> meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?
> (19-21) Kap 50,44-46
> 
> 49:20   So höret nun den Ratschluß des HERRN, den er über Edom gefaßt hat,
> und seine Gedanken, die er über die Einwohner von Teman hat. Was
> gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer
> Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden?
> 
> 49:21   Vom Krachen ihres Sturzes erbebt die Erde, und ihr Geschrei wird man
> am Schilfmeer hören.
> 
> 49:22   Siehe, er fliegt herauf wie ein Adler und breitet seine Flügel aus
> über Bozra. Zu der Zeit wird das Herz der Helden in Edom sein wie
> das Herz einer Frau in Kindsnöten.
> Kap 48,40
> 
> Weissagung gegen Damaskus
> 
> (vgl. Jes 17,1-3; Am 1,3-5)
> 49:23   Wider Damaskus. Hamat und Arpad sind zuschanden geworden; sie sind
> verzagt, denn sie hören ein böses Gerücht. Ihr Herz bebt vor Sorge;
> sie sind so erschrocken, daß sie nicht Ruhe finden können.
> 
> 49:24   Damaskus ist verzagt und wendet sich zur Flucht; es zittert und ist
> in Ängsten und Schmerzen wie eine Frau in Kindsnöten.
> 
> 49:25   Wie ist sie nun verlassen, die berühmte und fröhliche Stadt!
> 
> 49:26   Darum wird ihre junge Mannschaft auf ihren Gassen fallen, und alle
> ihre Kriegsleute werden umkommen zur selben Zeit, spricht der HERR
> Zebaoth.
> 
> 49:27   Und ich will an die Mauern von Damaskus Feuer legen, daß es die
> Paläste Ben-Hadads verzehren soll.
> 
> Weissagungen gegen arabische Stämme
> 
> 49:28   Wider Kedar und die Königreiche von Hazor, die Nebukadnezar, der
> König von Babel, schlug. So spricht der HERR: Wohlauf, ziehet herauf
> gegen Kedar und vernichtet, die im Osten wohnen!
> Jes 21,16-17;  Jos 11,10
> 
> 49:29   Man wird ihnen ihre Zelte und Herden nehmen, ihre Zeltdecken, alle
> Geräte und Kamele wegführen und über sie rufen: Schrecken um und
> um!
> Kap 20,3
> 
> 49:30   Fliehet, hebt euch eilends davon, verkriecht euch tief, ihr
> Einwohner von Hazor! spricht der HERR; denn Nebukadnezar, der König
> von Babel, hat etwas im Sinn wider euch und plant etwas gegen euch.
> 
> 49:31   Wohlauf, ziehet herauf wider ein Volk, das ruhig und sicher wohnt!
> spricht der HERR; sie haben weder Tür noch Riegel und wohnen allein.
> 
> 49:32   Ihre Kamele sollen geraubt und die Menge ihres Viehs genommen
> werden, und in alle Winde will ich die zerstreuen, die das Haar
> rundherum abscheren, und von allen Seiten her will ich ihr Unglück
> über sie kommen lassen, spricht der HERR;
> Kap 25,23
> 
> 49:33   daß Hazor eine Wohnung der Schakale und eine ewige Wüste werden
> soll, so daß niemand dort wohne und kein Mensch darin hause.
> Vers 13
> 
> Weissagung gegen Elam
> 
> 49:34   Dies ist das Wort des HERRN, das geschah zu Jeremia, dem Propheten,
> wider Elam im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von Juda:
> Kap 25,25
> 
> 49:35   So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will den Bogen Elams
> zerbrechen, seine stärkste Waffe,
> Jes 22,6
> 
> 49:36   und will die vier Winde von den vier Enden des Himmels über sie
> kommen lassen und will sie in alle diese Winde zerstreuen, so daß es
> kein Volk geben soll, wohin nicht Vertriebene aus Elam kommen
> werden.
> 
> 49:37   Und ich will Elam verzagt machen vor seinen Feinden und vor denen,
> die ihnen nach dem Leben trachten, und will Unheil über sie kommen
> lassen in meinem grimmigen Zorn, spricht der HERR, und will das
> Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie aufreibe.
> Hes 32,24
> 
> 49:38   Meinen Thron will ich in Elam aufstellen und will dort den König und
> die Fürsten umbringen, spricht der HERR.
> 
> 49:39   Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Elams wieder wenden,
> spricht der HERR.
> 
>          Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung Israels
> 
> (vgl. Jes 13,1 - 14,32)
> 50:1     Dies ist das Wort, das der HERR durch den Propheten Jeremia
> geredet hat wider Babel und das Land der Chaldäer:
> (1 und 2) Jes 46,1
> 
> 50:2    Verkündet's unter den Völkern und laßt's erschallen, richtet das
> Banner auf! Laßt's erschallen und verbergt es nicht und sprecht:
> Babel ist genommen, Bel ist zuschanden, Merodach ist zerschmettert;
> ihre Götzen sind zuschanden, ihre Götterbilder sind zerschmettert!
> 
> 50:3    Denn es zieht von Norden ein Volk heran gegen sie, das ihr Land zur
> Wüste macht, so daß niemand darin wohnen wird, sondern Menschen und
> Vieh daraus fliehen werden.
> 
> 50:4    In jenen Tagen und zur selben Zeit, spricht der HERR, werden kommen
> die Leute von Israel samt den Leuten von Juda und weinend
> umherziehen und den HERRN, ihren Gott, suchen.
> Kap 31,9
> 
> 50:5    Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin kehren:
> »Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bunde,
> der nimmermehr vergessen werden soll!«
> Kap 32,40
> 
> 50:6    Denn mein Volk ist wie eine verlorne Herde. Ihre Hirten haben sie
> verführt und auf den Bergen in die Irre gehen lassen, daß sie über
> Berge und Hügel gehen mußten und ihren Ruheplatz vergaßen.
> Kap 23,1
> 
> 50:7    Es fraßen sie alle, die sie antrafen, und ihre Feinde sprachen: Wir
> tun nicht unrecht! Denn sie haben sich versündigt an dem HERRN, der
> rechten Weide, und an dem HERRN, der ihrer Väter Hoffnung war.
> 
> 50:8     Fliehet aus Babel und zieht aus der Chaldäer Lande und macht's wie
> die Böcke vor der Herde!
> Kap 51,6; Jes 48,20
> 
> 50:9    Denn siehe, ich will Völker in großen Scharen erwecken und aus dem
> Lande des Nordens gegen Babel heranführen; die sollen sich gegen die
> Stadt rüsten und sie auch einnehmen. Ihre Pfeile sind wie die eines
> guten Kriegers, der nicht mit leeren Händen zurückkehrt.
> 
> 50:10   Und das Chaldäerland soll ein Raub werden; alle, die es berauben,
> sollen satt werden, spricht der HERR.
> 
> 50:11   Wenn ihr euch auch freut und rühmt, daß ihr mein Erbteil geplündert
> habt, und hüpft wie die Kälber im Grase und wiehert wie die starken
> Rosse,
> 
> 50:12   so wird eure Mutter doch sehr zuschanden und, die euch geboren hat,
> zum Spott werden. Siehe, unter den Völkern soll sie die geringste
> sein, wüst, dürr und öde.
> 
> 50:13   Denn vor dem Zorn des HERRN wird sie unbewohnt und ganz wüst
> bleiben, so daß alle, die an Babel vorüberziehen, sich entsetzen
> werden und spotten über alle ihre Plagen.
> Kap 51,37
> 
> 50:14   Stellt euch ringsum gegen Babel auf, all ihr Bogenschützen; schießt
> nach ihr, spart nicht an Pfeilen; denn sie hat wider den HERRN
> gesündigt.
> 
> 50:15   Erhebet das Kriegsgeschrei ringsum. Sie hat sich ergeben, ihre
> Pfeiler sind gefallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn so vergilt
> der HERR. Übt Vergeltung an Babel, tut ihr, wie sie getan hat.
> Offb 18,6
> 
> 50:16   Rottet aus von Babel den Sämann und den Schnitter in der Ernte! Vor
> dem mörderischen Schwert wird sich jeder zu seinem Volk wenden und
> in sein Land fliehen.
> 
> 50:17   Israel war eine zerstreute Herde, die die Löwen verscheucht haben.
> Zuerst fraß sie der König von Assyrien, danach nagte ihre Knochen ab
> Nebukadnezar, der König von Babel.
> 
> 50:18   Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will
> heimsuchen den König von Babel und sein Land, gleichwie ich den
> König von Assyrien heimgesucht habe.
> 2. Kön 19,35
> 
> 50:19   Israel aber will ich wieder heim zu seiner Wohnung bringen, daß sie
> auf dem Karmel und in Baschan weiden und sich sättigen sollen auf
> dem Gebirge Ephraim und Gilead.
> 
> 50:20   Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels
> suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die Sünden
> Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn ich will sie
> vergeben denen, die ich übrigbleiben lasse.
> Kap 33,7-8
> 
> 50:21   Zieh heran gegen das Land Meratajim; zieh heran gegen die Einwohner
> von Pekod; vertilge sie und vollziehe den Bann an ihren Nachkommen,
> spricht der HERR, und tu alles, was ich dir befohlen habe!
> Meratajim bedeutet »Doppeltrotz«, Pekod »Heimsuchung«; gemeint ist
> Babel.
> 
> 50:22   Es ist ein Kriegsgeschrei im Lande und großer Jammer.
> 
> 50:23   Wie ist der Hammer der ganzen Welt zerbrochen und zerschlagen! Wie
> ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter allen Völkern!
> Kap 51,20
> 
> 50:24   Ich habe dir Fallen gestellt, Babel, und du hast dich darin
> gefangen, ehe du dich's versahst; du bist getroffen und ergriffen,
> denn du hast den HERRN herausgefordert.
> 
> 50:25   Der HERR hat sein Zeughaus aufgetan und die Waffen seines Zorns
> hervorgeholt; denn Gott, der HERR Zebaoth, hat etwas auszurichten in
> der Chaldäer Lande.
> 
> 50:26   Kommt her gegen dies Land von allen Enden, öffnet seine Kornhäuser,
> werft alles auf einen Haufen und vollzieht den Bann an ihm, daß
> nichts übrigbleibe!
> 
> 50:27   Tötet alle seine Stiere, führt sie hinab zur Schlachtbank! Weh
> ihnen, denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung!
> 
> 50:28   Man hört ein Geschrei der Flüchtigen und derer, die entronnen sind
> aus dem Lande Babel, daß sie verkünden zu Zion die Vergeltung des
> HERRN, unseres Gottes, die Vergeltung für seinen Tempel.
> 
> 50:29   Rufet viele wider Babel, belagert es ringsum, all ihr Bogenschützen,
> und laßt keinen davonkommen! Vergeltet Babel, wie es verdient hat;
> wie es getan hat, so tut ihm wieder! Denn es hat stolz gehandelt
> wider den HERRN, den Heiligen Israels.
> Vers 15
> 
> 50:30   Darum soll seine junge Mannschaft fallen auf seinen Gassen, und alle
> seine Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage, spricht der HERR.
> 
> 50:31   Siehe, du Stolzer, ich will an dich, spricht Gott, der HERR Zebaoth;
> denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung.
> 
> 50:32   Da soll der Stolze stürzen und fallen, daß ihn niemand aufrichte.
> Ich will an seine Städte Feuer legen; das soll alles, was ringsumher
> ist, verzehren.
> 
> 50:33   So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, die Leute von Israel samt den
> Leuten von Juda müssen Gewalt und Unrecht leiden; alle, die sie
> gefangen weggeführt haben, halten sie fest und wollen sie nicht
> loslassen.
> 
> 50:34   Aber ihr Erlöser ist stark, der heißt HERR Zebaoth; der wird ihre
> Sache so hinausführen, daß er das Land erbeben und die Einwohner von
> Babel erzittern läßt.
> 
> 50:35   Das Schwert soll kommen, spricht der HERR, über die Chaldäer und
> über die Einwohner von Babel und über ihre Fürsten und über ihre
> Weisen!
> 
> 50:36   Das Schwert soll kommen über ihre Wahrsager, daß sie zu Narren
> werden; das Schwert soll kommen über ihre Starken, daß sie verzagen!
> 
> 50:37   Das Schwert soll kommen über ihre Rosse und Wagen und über alles
> fremde Volk, das darin ist, daß sie zu Weibern werden! Das Schwert
> soll kommen über ihre Schätze, daß sie geplündert werden!
> Kap 51,30
> 
> 50:38   Dürre soll kommen über ihre Wasser, daß sie versiegen! Denn es ist
> ein Götzenland, und an ihren schrecklichen Götzen sind sie toll
> geworden.
> 
> 50:39   Darum sollen Wüstentiere und wilde Hunde darin wohnen und die
> Strauße, und es soll nie mehr bewohnt werden und niemand darin
> hausen für und für.
> 
> 50:40   Gleichwie Gott Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört hat,
> spricht der HERR, soll niemand darin wohnen noch ein Mensch darin
> hausen.
> Kap 49,18; 1. Mose 19,24-25
> 
> 50:41   Siehe, es kommt ein Volk von Norden her; viele Völker und viele
> Könige werden vom Ende der Erde sich aufmachen.
> Kap 1,14
> 
> 50:42   Die haben Bogen und Speer; sie sind grausam und unbarmherzig; ihr
> Geschrei ist wie das Brausen des Meeres; sie reiten auf Rossen,
> gerüstet als Kriegsleute gegen dich, du Tochter Babel.
> Kap 6,23
> 
> 50:43   Wenn der König von Babel die Kunde von ihnen hören wird, so werden
> ihm die Hände niedersinken; ihm wird so angst und bange werden wie
> einer Frau in Kindsnöten.
> 
> 50:44    Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in
> die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der
> erwählt ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich
> meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?
> (44-46) Kap 4,7
> 
> 50:45   So hört nun den Ratschluß des HERRN, den er über Babel gefaßt hat,
> und seine Gedanken, die er hat über die Einwohner im Lande der
> Chaldäer! Was gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den
> geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden?
> 
> 50:46   Und die Erde wird beben von dem Ruf: Babel ist genommen!, und sein
> Wehgeschrei wird unter den Völkern erschallen.
> 
>          Weitere Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung Israels
> 
> 51:1    So spricht der HERR: Siehe, ich will einen Verderben bringenden Wind
> erwecken wider Babel und wider seine Bewohner, die sich gegen mich
> erhoben haben.
> 
> 51:2    Ich will Worfler nach Babel schicken, die sie worfeln sollen und
> ihr Land ausfegen, die von allen Seiten über sie kommen werden am
> Tage des Unheils.
> Kap 15,7
> 
> 51:3    Ihre Schützen sollen nicht schießen, und ihre Geharnischten sollen
> sich nicht wehren können. Verschont nicht ihre junge Mannschaft,
> vollstreckt den Bann an ihrem ganzen Heer,
> 
> 51:4    daß die Erschlagenen daliegen im Lande der Chaldäer und die
> Erstochenen auf ihren Gassen!
> 
> 51:5    Aber Israel und Juda sollen nicht Witwen werden, verlassen von
> ihrem Gott, dem HERRN Zebaoth; denn das Land der Chaldäer hat sich
> sehr verschuldet am Heiligen Israels.
> Jes 54,4;  Kap 50,29
> 
> 51:6     Fliehet aus Babel, und rette ein jeder sein Leben, daß ihr nicht
> untergeht in seiner Schuld. Denn dies ist für den HERRN die Zeit der
> Rache, um ihm seine Taten zu vergelten.
> Kap 50,8; Offb 18,4
> 
> 51:7    Ein goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in
> der Hand des HERRN. Alle Völker haben von seinem Wein getrunken;
> darum sind die Völker so toll geworden.
> Offb 17,4;  Kap 25,15; Offb 18,3
> 
> 51:8    Wie plötzlich ist Babel gefallen und zerschmettert! Heulet über
> Babel, bringt Balsam für seine Wunden, ob es vielleicht geheilt
> werden könnte.
> Jes 21,9
> 
> 51:9    Wir wollten Babel heilen; aber es wollte nicht geheilt werden. So
> laßt es fahren und laßt uns ein jeder in sein Land ziehen! Denn
> seine Strafe reicht bis an den Himmel und langt hinauf bis an die
> Wolken.
> 
> 51:10   Der HERR hat unsere Gerechtigkeit ans Licht gebracht. Kommt, laßt
> uns in Zion erzählen die Werke des HERRN, unseres Gottes!
> 
> 51:11   Ja, schärft nun die Pfeile und ergreift die Schilde! Der HERR hat
> den Mut der Könige von Medien erweckt; denn seine Gedanken stehen
> wider Babel, daß er es verderbe. Denn dies ist die Vergeltung des
> HERRN, die Vergeltung für seinen Tempel.
> Jes 13,17;  Kap 50,28
> 
> 51:12   Ja, erhebt nun das Banner gegen die Mauern von Babel, macht stark
> die Wachen, bestellt Wächter, legt einen Hinterhalt! Denn der HERR
> hat sich's vorgenommen und wird's auch tun, was er gegen die
> Einwohner von Babel geredet hat.
> 
> 51:13   Die du an großen Wassern wohnst und große Schätze hast, dein Ende
> ist gekommen, dein Lebensfaden wird abgeschnitten!
> Offb 17,1
> 
> 51:14   Der HERR Zebaoth hat bei sich geschworen: Wenn ich dich auch gefüllt
> habe mit Menschen wie mit Heuschrecken, so wird man doch über dich
> anstimmen den Ruf des Keltertreters.
> 
> 51:15    Er hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis durch
> seine Weisheit bereitet und den Himmel ausgebreitet durch seinen
> Verstand.
> (15-19) Kap 10,12-16
> 
> 51:16   Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel. Er läßt die
> Wolken heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es
> regnet, und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.
> Ps 135,7
> 
> 51:17   Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede
> stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und
> haben kein Leben.
> 
> 51:18   Sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn
> sie heimgesucht werden.
> 
> 51:19   Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist, sondern er ist's,
> der alle Dinge schafft, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt HERR
> Zebaoth.
> 
> 51:20   Du, Babel, warst mein Hammer, meine Kriegswaffe; durch dich habe
> ich Völker zerschmettert und Königreiche zerstört.
> Kap 50,23
> 
> 51:21   Durch dich habe ich Rosse und Reiter zerschmettert, Wagen und
> Fahrer.
> 
> 51:22   Durch dich habe ich Männer und Frauen zerschmettert, Alte und Junge,
> Jünglinge und Jungfrauen.
> 
> 51:23   Durch dich habe ich Hirten und Herden zerschmettert, Bauern und
> Gespanne und Fürsten und Herren.
> 
> 51:24   Aber nun will ich Babel und allen Bewohnern von Chaldäa vergelten
> alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen haben, vor euren Augen,
> spricht der HERR.
> Kap 50,29;  Hiob 1,17
> 
> 51:25   Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du Verderben
> gebracht hast über alle Welt, spricht der HERR. Ich will meine Hand
> wider dich ausstrecken und dich von den Felsen herabwälzen und will
> einen verbrannten Berg aus dir machen,
> 
> 51:26   daß man weder Ecksteine noch Grundsteine aus dir nehmen kann,
> sondern eine ewige Wüste sollst du sein, spricht der HERR.
> 
> 51:27   Richtet auf das Banner auf Erden, blast die Posaune unter den
> Völkern! Heiligt die Völker zum Kampf gegen die Stadt Babel! Ruft
> wider sie die Königreiche Ararat, Minni und Aschkenas! Sammelt
> Kriegsleute gegen sie, bringet Rosse herauf, zahlreich wie
> Heuschrecken!
> Jes 13,3;  1. Mose 10,3
> 
> 51:28   Heiligt die Völker zum Kampf gegen sie, die Könige von Medien samt
> allen ihren Fürsten und Herren und das ganze Land ihrer Herrschaft,
> 
> 51:29   daß das Land erbebt und erzittert; denn die Gedanken des HERRN
> wollen erfüllt werden wider Babel, daß er das Land Babel zur Wüste
> mache, in der niemand wohnt.
> 
> 51:30   Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen, sondern in der
> Festung bleiben. Mit ihrer Stärke ist's aus, sie sind Weiber
> geworden; ihre Wohnungen sind in Brand gesteckt und ihre Riegel
> zerbrochen.
> Kap 50,37
> 
> 51:31   Ein Läufer begegnet dem andern und ein Bote dem andern, um dem König
> von Babel anzusagen, daß seine Stadt genommen sei an allen Enden
> 
> 51:32   und die Furten besetzt seien und die Bollwerke verbrannt und die
> Kriegsleute verzagt.
> 
> 51:33   Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Die Tochter
> Babel ist wie eine Tenne, wenn man sie feststampft; es wird ihre
> Ernte gar bald kommen.
> 
> 51:34   »Nebukadnezar, der König von Babel, hat mich gefressen und
> umgebracht, er hat aus mir ein leeres Gefäß gemacht. Er hat mich
> verschlungen wie ein Drache, er hat seinen Bauch gefüllt mit meinen
> Kostbarkeiten; er hat mich vertrieben.
> 
> 51:35   Nun aber komme über Babel der Frevel, der an mir begangen ist und an
> meinem Fleische«, spricht die Einwohnerin von Zion, »und mein Blut
> komme über die Bewohner von Chaldäa«, spricht Jerusalem.
> 
> 51:36   Darum spricht der HERR: Siehe, ich will deine Sache führen und dich
> rächen. Ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen
> lassen.
> 
> 51:37   Und Babel soll zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale werden,
> zum Bild des Entsetzens und zum Spott, daß niemand darin wohne.
> Kap 50,13
> 
> 51:38   Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und knurren wie die
> jungen Löwen.
> 
> 51:39   Wenn sie vor Gier brennen, will ich ihnen ein Mahl zurichten und
> will sie trunken machen, daß sie matt werden und zum ewigen Schlaf
> einschlafen, von dem sie nimmermehr aufwachen sollen, spricht der
> HERR.
> 
> 51:40   Ich will sie hinabführen wie Lämmer zur Schlachtbank, wie Widder und
> Böcke.
> 
> 51:41   Wie ist Scheschach gefallen und die in aller Welt Berühmte
> eingenommen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter
> den Heiden!
> Kap 25,26
> 
> 51:42   Ein Meer ist über Babel gegangen, und mit der Menge seiner Wellen
> ist es bedeckt.
> 
> 51:43   Seine Städte sind zur Wüste und zu einem dürren, öden Lande
> geworden, zum Lande, darin niemand wohnt und das kein Mensch
> durchzieht.
> 
> 51:44   Ja, ich habe den Bel zu Babel heimgesucht und habe aus seinem
> Rachen gerissen, was er verschlungen hatte. Und die Heiden sollen
> nicht mehr zu ihm laufen; denn es sind auch die Mauern von Babel
> zerfallen.
> Kap 50,2; Jes 46,1
> 
> 51:45   Zieh aus von dort, mein Volk, und rette ein jeder sein Leben vor dem
> grimmigen Zorn des HERRN!
> 
> 51:46   Euer Herz könnte sonst weich werden und verzagen vor den Gerüchten,
> die man im Lande hören wird. Denn es wird in diesem Jahr ein Gerücht
> umgehen und danach im nächsten Jahr wieder ein Gerücht, und Gewalt
> wird im Lande sein und ein Herrscher wider den andern.
> 
> 51:47   Darum siehe, es kommt die Zeit, daß ich die Götzen zu Babel
> heimsuchen will und sein ganzes Land zuschanden werden soll und
> seine Erschlagenen darin liegen werden.
> 
> 51:48    Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, werden jauchzen über
> Babel, weil seine Verwüster von Norden gekommen sind, spricht der
> HERR.
> Offb 18,20
> 
> 51:49   Und Babel muß fallen für die Erschlagenen Israels, wie für Babel
> gefallen sind die Erschlagenen der ganzen Erde.
> 
> 51:50   So ziehet nun hin, die ihr dem Schwert entronnen seid, und haltet
> euch nicht auf! Gedenkt des HERRN in fernem Lande und laßt euch
> Jerusalem im Herzen sein!
> Ps 137,5
> 
> 51:51   Wir waren zuschanden geworden, weil wir die Schmach hören mußten und
> Scham unser Angesicht bedeckte, weil die Fremden über das Heiligtum
> des Hauses des HERRN kamen.
> 
> 51:52   Darum siehe, die Zeit kommt, spricht der HERR, daß ich die Götzen
> Babels heimsuchen will, und im ganzen Lande sollen die tödlich
> Verwundeten stöhnen.
> 
> 51:53   Und wenn Babel zum Himmel emporstiege und seine Mauern unersteigbar
> hoch machte, so sollen doch Verwüster von mir über sie kommen,
> spricht der HERR.
> 1. Mose 11,4; Jes 14,13
> 
> 51:54   Man hört ein Geschrei aus Babel und einen großen Jammer aus der
> Chaldäer Lande;
> 
> 51:55   denn der HERR verwüstet Babel und vertilgt aus ihm das große
> Getümmel. Wellen brausen heran wie große Wasser, es erschallt ihr
> lautes Tosen;
> 
> 51:56   denn es ist über Babel der Verwüster gekommen. Seine Helden werden
> gefangen, seine Bogen werden zerbrochen; denn der Gott der
> Vergeltung, der HERR, zahlt es ihnen heim.
> 5. Mose 32,39-41
> 
> 51:57   Ich will seine Fürsten, Weisen, Herren und Hauptleute und seine
> Krieger trunken machen, daß sie zu ewigem Schlaf einschlafen sollen,
> von dem sie nie mehr aufwachen, spricht der König, der da heißt HERR
> Zebaoth.
> 
> 51:58   So spricht der HERR Zebaoth: Die Mauern des großen Babel sollen
> geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt werden, daß die
> Arbeit der Heiden umsonst sei und dem Feuer verfalle, was die
> Völker mit Mühe erbaut haben.
> Hab 2,13
> 
> 51:59   Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia befahl Seraja, dem Sohn
> Nerijas, des Sohnes Machsejas, als er mit Zedekia, dem König von
> Juda, nach Babel zog im vierten Jahr seiner Herrschaft. Und Seraja
> war der Marschall für die Reise.
> Kap 36,4
> 
> 51:60   Und Jeremia schrieb all das Unheil, das über Babel kommen sollte,
> in ein Buch, nämlich alle diese Worte, die wider Babel geschrieben
> sind.
> Kap 50,1 - 51,58
> 
> 51:61   Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so schaue
> zu und lies laut alle diese Worte
> 
> 51:62   und sprich: HERR, du hast geredet gegen diese Stätte, daß du sie
> ausrotten willst, so daß niemand darin wohne, weder Mensch noch
> Vieh, sondern daß sie immerdar wüst sei.
> 
> 51:63    Und wenn du das Buch ausgelesen hast, so binde einen Stein daran
> und wirf's in den Euphrat
> (63 und 64) Offb 18,21
> 
> 51:64   und sprich: So soll Babel versinken und nicht wieder aufkommen von
> dem Unheil, das ich über sie bringen will, sondern soll vergehen. So
> weit hat Jeremia geredet.
> 
>          Nochmaliger Bericht von der Zerstörung Jerusalems
> und der Wegführung in die Gefangenschaft
> 
> (vgl. Kap 39,1-10; 2. Kön 24,18 - 25,21; 2. Chr 36,11-21)
> 52:1    Zedekia war einundzwanzig Jahre alt, als er König wurde; und er
> regierte elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal, eine
> Tochter Jirmejas aus Libna.
> 
> 52:2    Und er tat, was dem HERRN mißfiel, gleichwie Jojakim getan hatte.
> 
> 52:3    Denn so geschah es mit Jerusalem und Juda um des Zornes des HERRN
> willen, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. Zedekia fiel ab
> vom König von Babel.
> 
> 52:4    Im neunten Jahr seiner Herrschaft, am zehnten Tage des zehnten
> Monats, kam Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen
> Heer vor Jerusalem, und sie belagerten es und machten Bollwerke
> ringsumher.
> 
> 52:5    Und die Stadt blieb belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zedekia.
> 
> 52:6    Aber am neunten Tage des vierten Monats nahm der Hunger überhand in
> der Stadt, und das Volk des Landes hatte nichts mehr zu essen.
> 
> 52:7    Da brach man in die Stadt, und alle Kriegsleute wandten sich zur
> Flucht und zogen zur Stadt hinaus bei Nacht durch das Tor zwischen
> den zwei Mauern auf dem Wege, der zum Garten des Königs geht. Aber
> die Chaldäer lagen rings um die Stadt her. Und als sie den Weg zum
> Jordantal nahmen,
> 
> 52:8    jagte das Heer der Chaldäer dem König nach, und sie holten Zedekia
> ein im Jordantal von Jericho. Da zerstreute sich sein ganzes Heer.
> 
> 52:9    Und sie nahmen den König gefangen und brachten ihn hinauf zum König
> von Babel nach Ribla, das im Lande Hamat liegt; der sprach das
> Urteil über ihn.
> 
> 52:10   Allda ließ der König von Babel die Söhne Zedekias vor dessen Augen
> töten und tötete auch alle Oberen von Juda in Ribla.
> 
> 52:11   Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen.
> So führte ihn der König von Babel nach Babel und legte ihn ins
> Gefängnis, bis er starb.
> Kap 32,5
> 
> 52:12   Am zehnten Tage des fünften Monats, das ist das neunzehnte Jahr
> Nebukadnezars, des Königs von Babel, kam Nebusaradan, der Oberste
> der Leibwache, der stets um den König von Babel war, nach Jerusalem
> 
> 52:13   und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Königs und alle
> Häuser von Jerusalem; alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer.
> 
> 52:14   Und das ganze Heer der Chaldäer, das bei dem Obersten der Leibwache
> war, riß alle Mauern Jerusalems ringsumher nieder.
> 
> 52:15   Aber das niedere Volk und was vom Volk noch übrig war in der Stadt
> und die zum König von Babel abgefallen waren und was übriggeblieben
> war von den Werkleuten, führte Nebusaradan, der Oberste der
> Leibwache, gefangen weg.
> 
> 52:16   Vom niederen Volk auf dem Lande ließ Nebusaradan, der Oberste der
> Leibwache, Weingärtner und Ackerleute zurück.
> 
> 52:17   Aber die kupfernen Säulen am Hause des HERRN und die Gestelle und
> das kupferne Meer am Hause des HERRN zerbrachen die Chaldäer und
> brachten alles Kupfer nach Babel.
> Kap 27,19-22
> 
> 52:18   Und die Töpfe, Schaufeln, Messer, Becken, Schalen und alle kupfernen
> Gefäße, die man im Gottesdienst zu gebrauchen pflegte, nahmen sie
> weg.
> 
> 52:19    Dazu nahm der Oberste der Leibwache, was golden und silbern war an
> Bechern, Räuchergefäßen, Becken, Töpfen, Leuchtern, Löffeln und
> Schalen.
> (19-23) 1. Kön 7,15-37
> 
> 52:20   Die zwei Säulen, das Meer, die zwölf kupfernen Rinder darunter und
> die Gestelle, welche der König Salomo hatte machen lassen für das
> Haus des HERRN - das Kupfer aller dieser Geräte war unermeßlich
> viel.
> 
> 52:21   Von den zwei Säulen aber war jede achtzehn Ellen hoch; eine Schnur,
> zwölf Ellen lang, reichte um sie herum; jede Säule war vier Finger
> dick und inwendig hohl.
> 
> 52:22   Auf jeder stand ein kupferner Knauf, fünf Ellen hoch, und ein
> Gitterwerk und Granatäpfel waren an jedem Knauf ringsumher, alles
> aus Kupfer; und eine Säule war wie die andere, die Granatäpfel auch.
> 
> 52:23   Es waren sechsundneunzig Granatäpfel daran; im ganzen waren es
> hundert Granatäpfel rings um das Gitterwerk herum.
> 
> 52:24   Und der Oberste der Leibwache nahm den obersten Priester Seraja und
> den zweitobersten Priester Zefanja und die drei Hüter der Schwelle
> 
> 52:25   und aus der Stadt einen Kämmerer, der über die Kriegsleute gesetzt
> war, und sieben Männer, welche stets um den König sein mußten, die
> man in der Stadt fand, dazu den Schreiber des Feldhauptmanns, der
> das Volk des Landes zum Heer aufbot, und sechzig Mann vom Volk des
> Landes, die man in der Stadt fand;
> 
> 52:26   diese nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und brachte sie
> zum König von Babel nach Ribla.
> 
> 52:27   Und der König von Babel schlug sie tot zu Ribla, das im Lande Hamat
> liegt. So wurde Juda aus seinem Lande weggeführt.
> 
> 52:28   Dies ist das Volk, das Nebukadnezar weggeführt hat: im siebenten
> Jahr 3023 Judäer;
> 
> 52:29   im achtzehnten Jahr aber des Nebukadnezar 832 Leute aus Jerusalem;
> 
> 52:30   und im dreiundzwanzigsten Jahr des Nebukadnezar führte Nebusaradan,
> der Oberste der Leibwache, 745 Leute aus Juda weg. Alle zusammen
> sind 4600.
> 
> Begnadigung des Königs Jojachin
> 
> (vgl. 2. Kön 25,27-30)
> 52:31   Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König von
> Juda, weggeführt war, am fünfundzwanzigsten Tage des zwölften Monats
> ließ Evil-Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde,
> Jojachin, den König von Juda, aus dem Kerker holen
> 
> 52:32   und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über die Sitze
> der Könige, die bei ihm in Babel waren.
> 
> 52:33   Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß bei
> dem König sein Leben lang.
> 
> 52:34   Und ihm wurde stets sein Unterhalt vom König von Babel gegeben, wie
> es für ihn verordnet war, sein ganzes Leben lang bis an sein Ende.
>
> — *24 Der Prophet Jeremia*

