# 09SAMUEL1

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> Hannas Gebet und Samuels Geburt
> 
> 1:1    Es war ein Mann von Ramatajim-Zofim, vom Gebirge Ephraim, der hieß
> Elkana, ein Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des
> Sohnes Zufs, ein Ephraimiter.
> 1. Chr 6,11-12; 6,19-20
> 
> 1:2    Und er hatte zwei Frauen; die eine hieß Hanna, die andere Peninna.
> Peninna aber hatte Kinder, und Hanna hatte keine Kinder.
> 1. Mose 29,31
> 
> 1:3    Dieser Mann ging jährlich hinauf von seiner Stadt, um anzubeten und
> dem HERRN Zebaoth zu opfern in Silo. Dort aber waren Hofni und
> Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des HERRN.
> Jos 18,1
> 
> 1:4    Wenn nun der Tag kam, daß Elkana opferte, gab er seiner Frau Peninna
> und allen ihren Söhnen und Töchtern Stücke vom Opferfleisch.
> 
> 1:5    Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb,
> obgleich der HERR ihren Leib verschlossen hatte.
> 
> 1:6    Und ihre Widersacherin kränkte und reizte sie sehr, weil der HERR
> ihren Leib verschlossen hatte.
> 
> 1:7    So ging es alle Jahre; wenn sie hinaufzog zum Haus des HERRN,
> kränkte jene sie. Dann weinte Hanna und aß nichts.
> 
> 1:8    Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du, und
> warum issest du nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich
> dir nicht mehr wert als zehn Söhne?
> 
> 1:9    Da stand Hanna auf, nachdem sie in Silo gegessen und getrunken
> hatten. Eli aber, der Priester, saß auf einem Stuhl am Türpfosten
> des Tempels des HERRN.
> 
> 1:10   Und sie war von Herzen betrübt und betete zum HERRN und weinte sehr
> 
> 1:11   und gelobte ein Gelübde und sprach: HERR Zebaoth, wirst du das Elend
> deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht
> vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich
> ihn dem HERRN geben sein Leben lang, und es soll kein Schermesser
> auf sein Haupt kommen.
> Am 2,11;  Ri 13,5
> 
> 1:12   Und als sie lange betete vor dem HERRN, achtete Eli auf ihren Mund;
> 
> 1:13   denn Hanna redete in ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich,
> ihre Stimme aber hörte man nicht. Da meinte Eli, sie wäre betrunken,
> 
> 1:14   und sprach zu ihr: Wie lange willst du betrunken sein? Gib den Wein
> von dir, den du getrunken hast!
> 
> 1:15   Hanna aber antwortete und sprach: Nein, mein Herr! Ich bin ein
> betrübtes Weib; Wein und starkes Getränk hab ich nicht getrunken,
> sondern mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.
> 
> 1:16   Du wollest deine Magd nicht für ein zuchtloses Weib halten, denn ich
> hab aus meinem großen Kummer und Herzeleid so lange geredet.
> 
> 1:17   Eli antwortete und sprach: Geh hin mit Frieden; der Gott Israels
> wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast.
> 
> 1:18   Sie sprach: Laß deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Da ging
> die Frau ihres Weges und aß und sah nicht mehr so traurig drein.
> 
> 1:19   Und am andern Morgen machten sie sich früh auf. Und als sie
> angebetet hatten vor dem HERRN, kehrten sie wieder um und kamen heim
> nach Rama. Und Elkana erkannte Hanna, seine Frau, und der HERR
> gedachte an sie.
> 1. Mose 30,22
> 
> 1:20   Und Hanna ward schwanger; und als die Tage um waren, gebar sie einen
> Sohn und nannte ihn Samuel; denn, so sprach sie, ich hab ihn von dem
> HERRN erbeten.
> 
> 1:21   Und als der Mann Elkana hinaufzog mit seinem ganzen Hause, um das
> jährliche Opfer dem HERRN zu opfern und sein Gelübde zu erfüllen,
> 
> 1:22   zog Hanna nicht mit hinauf, sondern sprach zu ihrem Mann: Wenn der
> Knabe entwöhnt ist, will ich ihn bringen, daß er vor dem HERRN
> erscheine und dort für immer bleibe.
> 2. Makk 7,28
> 
> 1:23   Ihr Mann Elkana sprach zu ihr: So tu, wie dir's gefällt! Bleib, bis
> du ihn entwöhnt hast; der HERR aber bestätige, was er geredet hat.
> So blieb die Frau und stillte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnt
> hatte.
> 
> 1:24   Nachdem sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit sich hinauf nach
> Silo, dazu einen dreijährigen Stier, einen Scheffel Mehl und einen
> Krug Wein und brachte ihn in das Haus des HERRN. Der Knabe war aber
> noch jung.
> 4. Mose 15,3; 15,8-11
> 
> 1:25   Und sie schlachteten den Stier und brachten den Knaben zu Eli.
> 
> 1:26   Und sie sprach: Ach, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr: ich bin
> die Frau, die hier bei dir stand, um zum HERRN zu beten.
> 
> 1:27   Um diesen Knaben bat ich. Nun hat der HERR mir die Bitte erfüllt,
> die ich an ihn gerichtet hatte.
> 
> 1:28   Darum gebe ich ihn dem HERRN wieder sein Leben lang, weil er vom
> HERRN erbeten ist. Und sie beteten dort den HERRN an.
> Vers 11
> 
>          Lobgesang der Hanna
> 
> 2:1     Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN,
> mein Haupt ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan
> wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils.
> (1-10) Lk 1,46-55
> 
> 2:2    Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist
> kein Fels, wie unser Gott ist.
> 5. Mose 4,35;  1. Mose 49,24; 5. Mose 32,18; Ps 18,32
> 
> 2:3    Laßt euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus
> eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm
> werden Taten gewogen.
> 
> 2:4    Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind
> umgürtet mit Stärke.
> 
> 2:5    Die da satt waren, müssen um Brot dienen, und die Hunger litten,
> hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die
> viele Kinder hatte, welkt dahin.
> 
> 2:6    Der HERR tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und
> wieder herauf.
> 5. Mose 32,39;  Ps 71,20
> 
> 2:7    Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.
> Ps 75,8
> 
> 2:8    Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus
> der Asche, daß er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre
> erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat
> die Erde darauf gesetzt.
> Ps 113,7-8
> 
> 2:9    Er wird behüten die Füße seiner Heiligen, aber die Gottlosen sollen
> zunichte werden in Finsternis; denn viel Macht hilft doch niemand.
> Ps 33,16
> 
> 2:10   Die mit dem HERRN hadern, sollen zugrunde gehen.  Der Höchste im
> Himmel wird sie zerschmettern, der HERR wird richten der Welt Enden.
> Er wird Macht geben seinem Könige und erhöhen das Haupt seines
> Gesalbten.
> 
> 2:11   Und Elkana ging heim nach Rama in sein Haus; der Knabe aber war des
> HERRN Diener vor dem Priester Eli.
> 
> Die Bosheit der Söhne Elis
> 
> 2:12   Aber die Söhne Elis waren ruchlose Männer; die fragten nichts nach
> dem HERRN
> 
> 2:13    noch danach, was dem Priester zustände vom Volk. Wenn jemand ein
> Opfer bringen wollte, so kam des Priesters Diener, wenn das Fleisch
> kochte, und hatte eine Gabel mit drei Zacken in seiner Hand
> (13-16) 3. Mose 3,2-5; 7,11-17; 7,28-34
> 
> 2:14   und stieß in den Tiegel oder Kessel oder Pfanne oder Topf, und was
> er mit der Gabel hervorzog, das nahm der Priester für sich. So taten
> sie allen in Israel, die dorthin kamen nach Silo.
> 
> 2:15   Desgleichen, ehe sie das Fett in Rauch aufgehen ließen, kam des
> Priesters Diener und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib mir
> Fleisch für den Priester zum Braten, denn er will nicht gekochtes
> Fleisch von dir nehmen, sondern rohes.
> 
> 2:16   Wenn dann jemand zu ihm sagte: Laß erst das Fett in Rauch aufgehen
> und nimm dann, was dein Herz begehrt, so sprach er zu ihm: Du sollst
> mir's jetzt geben; wenn nicht, so nehme ich's mit Gewalt.
> 
> 2:17   So war die Sünde der Männer sehr groß vor dem HERRN; denn sie
> verachteten das Opfer des HERRN.
> 
> 2:18    Samuel aber war ein Diener vor dem HERRN, und der Knabe war
> umgürtet mit einem leinenen Priesterschurz.
> (18 und 19) Kap 22,18; 2. Mose 28,4-6
> 
> 2:19   Dazu machte ihm seine Mutter ein kleines Oberkleid und brachte es
> ihm Jahr für Jahr, wenn sie mit ihrem Mann hinaufging, um das
> jährliche Opfer darzubringen.
> 
> 2:20   Und Eli segnete Elkana und seine Frau und sprach: Der HERR gebe dir
> Kinder von dieser Frau anstelle des Erbetenen, den sie vom HERRN
> erbeten hat. Und sie gingen zurück an ihren Ort.
> 
> 2:21   Und der HERR suchte Hanna heim, daß sie schwanger ward, und sie
> gebar noch drei Söhne und zwei Töchter. Aber der Knabe Samuel wuchs
> auf bei dem HERRN.
> Lk 1,80
> 
> 2:22   Eli aber war sehr alt geworden. Wenn er nun alles erfuhr, was seine
> Söhne ganz Israel antaten und daß sie bei den Frauen schliefen, die
> vor der Tür der Stiftshütte dienten,
> 2. Mose 38,8
> 
> 2:23   sprach er zu ihnen: Warum tut ihr solche bösen Dinge, von denen ich
> höre im ganzen Volk?
> 
> 2:24   Nicht doch, meine Söhne! Das ist kein gutes Gerücht, von dem ich
> reden höre in des HERRN Volk.
> 
> 2:25   Wenn jemand gegen einen Menschen sündigt, so kann es Gott
> entscheiden. Wenn aber jemand gegen den HERRN sündigt, wer soll es
> dann für ihn entscheiden? Aber sie gehorchten der Stimme ihres
> Vaters nicht; denn der HERR war willens, sie zu töten.
> Hiob 16,20-21
> 
> 2:26   Aber der Knabe Samuel nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei dem
> HERRN und bei den Menschen.
> Lk 2,52
> 
> Ankündigung des Gerichts über das Haus Elis
> 
> 2:27   Es kam aber ein Mann Gottes zu Eli und sprach zu ihm: So spricht der
> HERR: Ich habe mich offenbart dem Hause deines Vaters, als die
> Israeliten noch in Ägypten dem Hause des Pharao gehörten,
> 
> 2:28   und hab's mir erwählt aus allen Stämmen Israels zum Priestertum, um
> auf meinem Altar zu opfern und Räucherwerk zu verbrennen und den
> Priesterschurz vor mir zu tragen, und ich habe dem Hause deines
> Vaters alle Feueropfer Israels gegeben.
> 5. Mose 18,1;  4. Mose 18,8-20
> 
> 2:29   Warum tretet ihr denn mit Füßen meine Schlachtopfer und Speisopfer,
> die ich für meine Wohnung geboten habe? Und du ehrst deine Söhne
> mehr als mich, daß ihr euch mästet von dem Besten aller Opfer meines
> Volkes Israel.
> 
> 2:30   Darum spricht der HERR, der Gott Israels: Ich hatte gesagt, dein
> Haus und deines Vaters Haus sollten immerdar vor mir einhergehen.
> Aber nun spricht der HERR: Das sei ferne von mir! Sondern wer mich
> ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll
> wieder verachtet werden.
> 2. Mose 28,1;  Mal 3,16-18
> 
> 2:31   Siehe, es wird die Zeit kommen, daß ich deinen Arm und den Arm des
> Hauses deines Vaters abhauen will, daß es keinen Alten geben wird in
> deinem Hause
> 1. Kön 2,27
> 
> 2:32   und daß du deinen Widersacher im Heiligtum sehen wirst bei allem
> Guten, das Israel geschehen wird, und es wird niemand alt werden in
> deines Vaters Hause immerdar.
> 
> 2:33   Doch nicht einen jeden will ich dir von meinem Altar ausrotten, daß
> nicht deine Augen verschmachten und deine Seele sich gräme. Aber der
> größte Teil deines Hauses soll sterben, wenn sie Männer geworden
> sind.
> 
> 2:34   Und das soll dir ein Zeichen sein, das über deine beiden Söhne,
> Hofni und Pinhas, kommen wird; an einem Tag werden sie beide
> sterben.
> Kap 4,11
> 
> 2:35   Ich aber will mir einen treuen Priester erwecken, der wird tun, wie
> es meinem Herzen und meiner Seele gefällt. Dem will ich ein
> beständiges Haus bauen, daß er vor meinem Gesalbten immerdar
> einhergehe.
> 1. Kön 2,35; Hebr 5,4-6
> 
> 2:36   Und wer übrig ist von deinem Hause, der wird kommen und vor jenem
> niederfallen um ein Silberstück oder eine Scheibe Brot und wird
> sagen: Laß mich doch Anteil haben am Priesteramt, daß ich einen
> Bissen Brot zu essen habe.
> 
>          Samuels Berufung
> 
> 3:1    Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem HERRN diente unter Eli,
> war des HERRN Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung.
> Am 8,11
> 
> 3:2    Und es begab sich zur selben Zeit, daß Eli lag an seinem Ort, und
> seine Augen hatten angefangen, schwach zu werden, so daß er nicht
> mehr sehen konnte.
> 
> 3:3     Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich
> gelegt im Heiligtum des HERRN, wo die Lade Gottes war.
> (3 und 4) 4. Mose 7,89
> 
> 3:4    Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!
> 
> 3:5    und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich
> gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und
> lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen.
> 
> 3:6    Der HERR rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli
> und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber
> sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege
> dich schlafen.
> 
> 3:7    Aber Samuel hatte den HERRN noch nicht erkannt, und des HERRN Wort
> war ihm noch nicht offenbart.
> 
> 3:8    Und der HERR rief Samuel wieder, zum drittenmal. Und er stand auf
> und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich
> gerufen. Da merkte Eli, daß der HERR den Knaben rief,
> 
> 3:9    und sprach zu ihm: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn
> du gerufen wirst, so sprich: Rede, HERR, denn dein Knecht hört.
> Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.
> 
> 3:10   Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel!
> Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.
> 
> 3:11   Und der HERR sprach zu Samuel: Siehe, ich werde etwas tun in Israel,
> wovon jedem, der es hören wird, beide Ohren gellen werden.
> 
> 3:12   An dem Tage will ich über Eli kommen lassen, was ich gegen sein Haus
> geredet habe; ich will es anfangen und vollenden.
> 
> 3:13   Denn ich hab's ihm angesagt, daß ich sein Haus für immer richten
> will um der Schuld willen, daß er wußte, wie sich seine Söhne
> schändlich verhielten, und ihnen nicht gewehrt hat.
> Kap 2,27-36
> 
> 3:14   Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, daß die Schuld des Hauses
> Eli nicht gesühnt werden solle, weder mit Schlachtopfern noch mit
> Speisopfern immerdar.
> 
> 3:15   Und Samuel lag bis an den Morgen und tat dann die Türen auf am Hause
> des HERRN. Samuel aber fürchtete sich, Eli anzusagen, was ihm
> offenbart worden war.
> 
> 3:16   Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe,
> hier bin ich!
> 
> 3:17   Er sprach: Was war das für ein Wort, das er dir gesagt hat?
> Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wenn du mir etwas
> verschweigst von all den Worten, die er dir gesagt hat.
> 
> 3:18   Da sagte ihm Samuel alles und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach:
> Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.
> 2. Sam 15,26
> 
> 3:19   Samuel aber wuchs heran, und der HERR war mit ihm und ließ keines
> von allen seinen Worten zur Erde fallen.
> 
> 3:20   Und ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, daß Samuel damit
> betraut war, Prophet des HERRN zu sein.
> 
> 3:21   Und der HERR erschien weiter zu Silo, denn der HERR offenbarte sich
> Samuel zu Silo durch sein Wort. Und Samuels Wort erging an ganz
> Israel.
> Abweichende Verszählung statt 3,21 b: 4,1.
> 
>          Die Bundeslade wird Israel genommen
> 
> 4:1    Und es begab sich zu der Zeit, daß die Philister sich sammelten zum
> Kampf gegen Israel. Israel aber zog aus, den Philistern entgegen, in
> den Kampf und lagerte sich bei Eben-Eser. Die Philister aber hatten
> sich gelagert bei Afek
> Jos 15,53
> 
> 4:2    und stellten sich Israel gegenüber auf. Und der Kampf breitete sich
> aus, und Israel wurde von den Philistern geschlagen. Sie erschlugen
> in der Feldschlacht etwa viertausend Mann.
> 
> 4:3    Und als das Volk ins Lager kam, sprachen die Ältesten Israels: Warum
> hat uns der HERR heute vor den Philistern geschlagen? Laßt uns die
> Lade des Bundes des HERRN zu uns holen von Silo und laßt sie mit uns
> ziehen, damit er uns errette aus der Hand unserer Feinde.
> 2. Mose 25,10; Jos 3,6; 3,11
> 
> 4:4    Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des
> Bundes des HERRN Zebaoth, der über den Cherubim thront. Es waren
> aber die beiden Söhne Elis bei der Lade des Bundes Gottes, Hofni und
> Pinhas.
> 2. Mose 25,22; 2. Sam 6,2
> 
> 4:5    Und als die Lade des Bundes des HERRN in das Lager kam, jauchzte
> ganz Israel mit gewaltigem Jauchzen, so daß die Erde erdröhnte.
> 
> 4:6    Als aber die Philister das Jauchzen hörten, sprachen sie: Was ist
> das für ein gewaltiges Jauchzen im Lager der Hebräer? Und als sie
> erfuhren, daß die Lade des HERRN ins Lager gekommen sei,
> 
> 4:7    fürchteten sie sich und sprachen: Gott ist ins Lager gekommen, und
> riefen: Wehe uns, denn solches ist bisher noch nicht geschehen!
> 
> 4:8    Wehe uns! Wer will uns erretten aus der Hand dieser mächtigen
> Götter? Das sind die Götter, die Ägypten schlugen mit allerlei Plage
> in der Wüste.
> 
> 4:9    So seid nun stark und seid Männer, ihr Philister, damit ihr nicht
> dienen müßt den Hebräern, wie sie euch gedient haben! Seid Männer
> und kämpft!
> Ri 13,1
> 
> 4:10   Da zogen die Philister in den Kampf, und Israel wurde geschlagen,
> und ein jeder floh in sein Zelt. Und die Niederlage war sehr groß,
> und es fielen aus Israel dreißigtausend Mann Fußvolk.
> 
> 4:11   Und die Lade Gottes wurde weggenommen, und die beiden Söhne Elis,
> Hofni und Pinhas, kamen um.
> Kap 2,34
> 
> Elis Tod
> 
> 4:12   Da lief einer von Benjamin aus dem Heerlager und kam am selben Tage
> nach Silo und hatte seine Kleider zerrissen und Erde auf sein Haupt
> gestreut.
> 
> 4:13   Und siehe, als er hinkam, saß Eli auf seinem Stuhl und gab acht nach
> der Straße hin; denn sein Herz bangte um die Lade Gottes. Und als
> der Mann in die Stadt kam, tat er's kund, und die ganze Stadt schrie
> auf.
> 
> 4:14   Und als Eli das laute Schreien hörte, fragte er: Was ist das für ein
> großer Lärm? Da kam der Mann eilends und sagte es Eli.
> 
> 4:15   Eli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren so
> schwach, daß er nicht mehr sehen konnte.
> Kap 3,2
> 
> 4:16   Der Mann aber sprach zu Eli: Ich komme vom Heerlager und bin heute
> aus der Schlacht geflohen. Er aber sprach: Wie ist's gegangen, mein
> Sohn?
> 
> 4:17   Da antwortete der Bote: Israel ist geflohen vor den Philistern, und
> das Volk ist hart geschlagen, und deine beiden Söhne, Hofni und
> Pinhas, sind tot; und die Lade Gottes ist weggenommen.
> 
> 4:18   Als er aber von der Lade Gottes sprach, fiel Eli rücklings vom Stuhl
> an der Tür und brach seinen Hals und starb, denn er war alt und ein
> schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre.
> 
> 4:19   Seine Schwiegertochter aber, des Pinhas Frau, war schwanger und
> sollte bald gebären. Als sie davon hörte, daß die Lade Gottes
> weggenommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, kauerte
> sie sich nieder und gebar; denn ihre Wehen überfielen sie.
> 
> 4:20   Und als sie im Sterben lag, sprachen die Frauen, die um sie
> standen: Fürchte dich nicht, du hast einen Sohn geboren! Aber sie
> antwortete nicht und nahm's auch nicht mehr zu Herzen.
> 1. Mose 35,17
> 
> 4:21   Und sie nannte den Knaben Ikabod, das ist »Die Herrlichkeit ist
> hinweg aus Israel!« - weil die Lade Gottes weggenommen war, und
> wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes.
> Kap 14,3;  Ps 78,61
> 
> 4:22   Darum sprach sie: Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel; denn die
> Lade Gottes ist weggenommen.
> 
>          Die Bundeslade bei den Philistern
> 
> 5:1    Die Philister aber hatten die Lade Gottes weggenommen und brachten
> sie von Eben-Eser nach Aschdod.
> Jos 15,47
> 
> 5:2    Dann nahmen sie die Lade Gottes und brachten sie in das Haus Dagons
> und stellten sie neben Dagon.
> Ri 16,23
> 
> 5:3    Und als die Leute von Aschdod am andern Morgen sich früh aufmachten
> und in das Haus Dagons kamen, sahen sie Dagon auf seinem Antlitz
> liegen auf der Erde vor der Lade des HERRN. Und sie nahmen Dagon und
> stellten ihn wieder an seinen Ort.
> 
> 5:4    Aber als sie am andern Morgen sich wieder früh aufmachten, fanden
> sie Dagon abermals auf seinem Antlitz auf der Erde vor der Lade des
> HERRN liegen, aber sein Haupt und seine beiden Hände abgeschlagen
> auf der Schwelle, so daß der Rumpf allein dalag.
> 
> 5:5    Darum treten die Priester Dagons und alle, die in Dagons Haus gehen,
> nicht auf die Schwelle Dagons in Aschdod bis auf diesen Tag.
> Zef 1,9
> 
> 5:6    Aber die Hand des HERRN lag schwer auf den Leuten von Aschdod, und
> er brachte Verderben über sie und schlug sie mit bösen Beulen,
> Aschdod und sein Gebiet.
> Ps 78,66
> 
> 5:7    Als aber die Leute von Aschdod sahen, daß es so zuging, sprachen
> sie: Laßt die Lade des Gottes Israels nicht bei uns bleiben; denn
> seine Hand liegt zu hart auf uns und unserm Gott Dagon.
> 
> 5:8    Und sie sandten hin und versammelten alle Fürsten der Philister zu
> sich und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels
> machen? Da antworteten sie: Laßt die Lade des Gottes Israels nach
> Gat tragen. Und sie trugen die Lade des Gottes Israels dorthin.
> Jos 11,22
> 
> 5:9    Als sie aber die Lade dahin getragen hatten, entstand in der Stadt
> ein sehr großer Schrecken durch die Hand des HERRN; denn er schlug
> die Leute in der Stadt, klein und groß, so daß an ihnen Beulen
> ausbrachen.
> 
> 5:10   Da sandten sie die Lade Gottes nach Ekron. Als aber die Lade Gottes
> nach Ekron kam, schrien die Leute von Ekron: Sie haben die Lade des
> Gottes Israels hergetragen zu mir, damit sie mich töte und mein
> Volk!
> Jos 15,45
> 
> 5:11   Da sandten sie hin und versammelten alle Fürsten der Philister und
> sprachen: Sendet die Lade des Gottes Israels zurück an ihren Ort,
> damit sie mich und mein Volk nicht töte. Denn es kam ein tödlicher
> Schrecken über die ganze Stadt; die Hand Gottes lag schwer auf ihr.
> 
> 5:12   Und die Leute, die nicht starben, wurden geschlagen mit Beulen, und
> das Geschrei der Stadt stieg auf gen Himmel.
> 
>          Die Bundeslade kommt zurück
> 
> 6:1    So war die Lade des HERRN sieben Monate im Lande der Philister.
> 
> 6:2    Und die Philister beriefen ihre Priester und Wahrsager und sprachen:
> Was sollen wir mit der Lade des HERRN machen? Laßt uns wissen, wie
> wir sie an ihren Ort senden sollen!
> 
> 6:3    Sie sprachen: Wollt ihr die Lade des Gottes Israels zurücksenden, so
> sendet sie nicht ohne eine Gabe, sondern gebt ihm eine Sühnegabe; so
> werdet ihr gesund werden, und es wird euch kundwerden, warum seine
> Hand nicht von euch abläßt.
> 
> 6:4    Sie aber sprachen: Was ist die Sühnegabe, die wir ihm geben sollen?
> Sie antworteten: Fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse nach der
> Zahl der fünf Fürsten der Philister, denn es ist ein und dieselbe
> Plage gewesen über euch alle und über eure Fürsten.
> Jos 13,3
> 
> 6:5    So macht nun Abbilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die euer Land
> zugrunde gerichtet haben, daß ihr dem Gott Israels die Ehre gebt.
> Vielleicht wird seine Hand leichter werden über euch und über euren
> Gott und über euer Land.
> 
> 6:6    Warum verstockt ihr euer Herz, wie die Ägypter und der Pharao ihr
> Herz verstockten? Ist's nicht so: als der HERR seine Macht an ihnen
> bewies, ließen sie sie ziehen, so daß sie gehen konnten?
> 2. Mose 4,21;  2. Mose 12,31
> 
> 6:7    So laßt nun einen neuen Wagen machen und nehmt zwei säugende Kühe,
> auf die noch kein Joch gekommen ist; spannt sie an den Wagen und
> laßt ihre Kälber daheimbleiben.
> 
> 6:8    Aber die Lade des HERRN nehmt und stellt sie auf den Wagen, und die
> Dinge aus Gold, die ihr ihm zur Sühnegabe gebt, tut in ein Kästlein
> daneben. So sendet sie hin und laßt sie gehen.
> 
> 6:9    Und seht zu: Geht sie den Weg hinauf in ihr Land auf Bet-Schemesch
> zu, so hat Er uns dies große Übel angetan; wenn nicht, so wissen
> wir, daß nicht seine Hand uns getroffen hat, sondern es uns zufällig
> widerfahren ist.
> 
> 6:10   So taten die Leute und nahmen zwei säugende Kühe und spannten sie an
> einen Wagen und behielten ihre Kälber daheim
> 
> 6:11   und stellten die Lade des HERRN auf den Wagen, dazu das Kästlein mit
> den goldenen Mäusen und mit den Abbildern ihrer Beulen.
> 
> 6:12   Und die Kühe gingen geradeswegs auf Bet-Schemesch zu, immer auf
> derselben Straße, und brüllten immerfort und wichen weder zur
> Rechten noch zur Linken; und die Fürsten der Philister gingen ihnen
> nach bis zum Gebiet von Bet-Schemesch.
> Jos 15,10
> 
> 6:13   Die Leute von Bet-Schemesch aber schnitten eben den Weizen im Grund,
> und als sie ihre Augen aufhoben, sahen sie die Lade und freuten
> sich, sie zu sehen.
> 
> 6:14   Der Wagen aber kam auf den Acker Joschuas von Bet-Schemesch und
> stand dort still. Und dort lag ein großer Stein. Da spalteten sie
> das Holz des Wagens und opferten die Kühe dem HERRN zum Brandopfer.
> 
> 6:15   Die Leviten aber hoben die Lade des HERRN herab samt dem Kästlein,
> das daneben stand und worin die Dinge aus Gold waren, und stellten
> sie auf den großen Stein. Und die Leute von Bet-Schemesch opferten
> dem HERRN am selben Tage Brandopfer und Schlachtopfer.
> 
> 6:16   Als aber die fünf Fürsten der Philister das gesehen hatten, zogen
> sie am selben Tage wieder nach Ekron.
> 
> 6:17   Dies sind die goldenen Beulen, die die Philister dem HERRN als
> Sühnegabe erstatteten: für Aschdod eine, für Gaza eine, für
> Aschkelon eine, für Gat eine und für Ekron eine;
> 
> 6:18   und goldene Mäuse nach der Zahl aller Städte der Philister unter den
> fünf Fürsten, der festen Städte und der Dörfer. Und Zeuge ist der
> große Stein, auf den sie die Lade des HERRN gestellt hatten. Er
> liegt bis auf diesen Tag auf dem Acker Joschuas von Bet-Schemesch.
> 
> Die Lade kommt nach Kirjat-Jearim
> 
> 6:19   Aber die Söhne Jechonjas freuten sich nicht mit den Leuten von
> Bet-Schemesch, daß sie die Lade des HERRN sahen. Und der HERR
> schlug unter ihnen siebzig Mann. Da trug das Volk Leid, daß er das
> Volk so hart geschlagen hatte.
> 4. Mose 4,20; 2. Sam 6,6-7
> 
> 6:20   Und die Leute von Bet-Schemesch sprachen: Wer kann bestehen vor dem
> HERRN, diesem heiligen Gott? Und zu wem soll er von uns wegziehen?
> 
> 6:21   Und sie sandten Boten zu den Bürgern von Kirjat-Jearim und ließen
> ihnen sagen: Die Philister haben die Lade des HERRN zurückgebracht;
> kommt herab und holt sie zu euch hinauf.
> 1. Chr 13,6;  Ps 132,3-6
> 
>   7:1    Da kamen die Leute von Kirjat-Jearim und holten die Lade des HERRN
> herauf und brachten sie ins Haus Abinadabs auf dem Hügel, und seinen
> Sohn Eleasar weihten sie, daß er über die Lade des HERRN wache.
> 3. Mose 8,1-36
> 
> Samuels Richteramt
> 
> 7:2    Aber von dem Tage an, da die Lade des HERRN zu Kirjat-Jearim blieb,
> verging eine lange Zeit; es wurden zwanzig Jahre. Dann wandte sich
> das ganze Haus Israel zum HERRN.
> Kap 6,21;  Kap 4,22; 1. Chr 13,6
> 
> 7:3    Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem
> Herzen zu dem HERRN bekehren wollt, so tut von euch die fremden
> Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient
> ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.
> 1. Mose 35,2; Jos 24,23
> 
> 7:4    Da taten die Israeliten von sich die Baale und Astarten und dienten
> dem HERRN allein.
> Ri 10,16
> 
> 7:5    Samuel aber sprach: Versammelt ganz Israel in Mizpa, daß ich für
> euch zum HERRN bete.
> Kap 10,17; Jos 18,26; Ri 20,1
> 
> 7:6    Und sie kamen zusammen in Mizpa und schöpften Wasser und gossen es
> aus vor dem HERRN und fasteten an demselben Tage und sprachen dort:
> Wir haben an dem HERRN gesündigt. So richtete Samuel die Israeliten
> zu Mizpa.
> 2. Sam 23,16
> 
> 7:7    Als aber die Philister hörten, daß die Israeliten zusammengekommen
> waren in Mizpa, zogen die Fürsten der Philister hinauf gegen Israel.
> Und die Israeliten hörten es und fürchteten sich vor den Philistern.
> 
> 7:8     Und sie sprachen zu Samuel: Laß nicht ab, für uns zu schreien zu
> dem HERRN, unserm Gott, daß er uns helfe aus der Hand der Philister.
> (8 und 9) Kap 12,23; 1. Mose 20,7; 1. Kön 13,6; Jer 37,3; 7,16
> 
> 7:9    Samuel nahm ein Milchlamm und opferte dem HERRN ein Brandopfer - als
> Ganzopfer - und schrie zum HERRN für Israel, und der HERR erhörte
> ihn.
> 
> 7:10   Und während Samuel das Brandopfer opferte, kamen die Philister heran
> zum Kampf gegen Israel. Aber der HERR ließ donnern mit großem Schall
> über die Philister am selben Tage und schreckte sie, daß sie vor
> Israel geschlagen wurden.
> 1. Mose 35,5; 2. Mose 14,24; 23,27; Jos 10,10; Ri 4,15
> 
> 7:11   Da zogen die Männer Israels aus von Mizpa und jagten den Philistern
> nach und schlugen sie bis unterhalb von Bet-Kar.
> 
> 7:12   Da nahm Samuel einen Stein und stellte ihn auf zwischen Mizpa und
> Schen und nannte ihn »Eben-Eser« und sprach: Bis hierher hat uns
> der HERR geholfen.
> d. h. Stein der Hilfe.
> 
> 7:13   So wurden die Philister gedemütigt und kamen nicht mehr in das
> Gebiet Israels. Und die Hand des HERRN lag schwer auf den
> Philistern, solange Samuel lebte.
> 
> 7:14   Auch eroberte Israel die Städte zurück, die die Philister ihnen
> genommen hatten, von Ekron bis Gat samt ihrem Gebiet; die errettete
> Israel aus der Hand der Philister. Und Israel hatte Frieden mit den
> Amoritern.
> 
> 7:15   Samuel aber richtete Israel sein Leben lang
> Ri 10,1-5; 12,7-14
> 
> 7:16   und zog Jahr für Jahr umher und kam nach Bethel und Gilgal und
> Mizpa. Und wenn er Israel an allen diesen Orten gerichtet hatte,
> 
> 7:17   kam er wieder nach Rama - denn da war sein Haus -, und dort
> richtete er Israel. Auch baute er dort dem HERRN einen Altar.
> Jos 18,25
> 
>          Israel begehrt einen König
> 
> 8:1    Als aber Samuel alt geworden war, setzte er seine Söhne als Richter
> über Israel ein.
> 
> 8:2    Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere Abija, und sie
> waren Richter zu Beerscheba.
> 1. Chr 6,13;  Am 8,14
> 
> 8:3    Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern suchten
> ihren Vorteil und nahmen Geschenke und beugten das Recht.
> 5. Mose 16,19
> 
> 8:4    Da versammelten sich alle Ältesten Israels und kamen nach Rama zu
> Samuel
> Kap 7,17
> 
> 8:5    und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne
> wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns,
> der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.
> 5. Mose 17,14-20; Hos 13,10; Apg 13,21
> 
> 8:6    Das mißfiel Samuel, daß sie sagten: Gib uns einen König, der uns
> richte. Und Samuel betete zum HERRN.
> 
> 8:7    Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in
> allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich,
> sondern mich verworfen, daß ich nicht mehr König über sie sein
> soll.
> 2. Mose 15,18; 4. Mose 23,21; 5. Mose 33,5; Ps 24,7-10; 74,12
> Jes 6,5
> 
> 8:8    Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie
> aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, daß sie mich verlassen und
> andern Göttern gedient haben.
> 
> 8:9    So gehorche nun ihrer Stimme. Doch warne sie und verkünde ihnen das
> Recht des Königs, der über sie herrschen wird.
> 
> 8:10   Und Samuel sagte alle Worte des HERRN dem Volk, das von ihm einen
> König forderte,
> 
> 8:11   und sprach: Das wird des Königs Recht sein, der über euch herrschen
> wird: Eure Söhne wird er nehmen für seinen Wagen und seine Gespanne,
> und daß sie vor seinem Wagen her laufen,
> 
> 8:12   und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig, und daß sie ihm
> seinen Acker bearbeiten und seine Ernte einsammeln, und daß sie
> seine Kriegswaffen machen und was zu seinen Wagen gehört.
> 
> 8:13   Eure Töchter aber wird er nehmen, daß sie Salben bereiten, kochen
> und backen.
> 
> 8:14   Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er nehmen und
> seinen Großen geben.
> 
> 8:15   Dazu von euren Kornfeldern und Weinbergen wird er den Zehnten nehmen
> und seinen Kämmerern und Großen geben.
> 
> 8:16   Und eure Knechte und Mägde und eure besten Rinder und eure Esel wird
> er nehmen und in seinen Dienst stellen.
> 
> 8:17   Von euren Herden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müßt seine
> Knechte sein.
> 
> 8:18   Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr
> euch erwählt habt, so wird euch der HERR zu derselben Zeit nicht
> erhören.
> 
> 8:19   Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und
> sie sprachen: Nein, sondern ein König soll über uns sein,
> 
> 8:20   daß wir auch seien wie alle Heiden, daß uns unser König richte und
> vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe!
> 
> 8:21   Und als Samuel alle Worte des Volks gehört hatte, sagte er sie vor
> den Ohren des HERRN.
> 
> 8:22   Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche ihrer Stimme und mache
> ihnen einen König. Und Samuel sprach zu den Männern Israels: Geht
> hin, ein jeder in seine Stadt.
> 
>          Saul sucht Eselinnen und kommt zu Samuel
> 
> 9:1    Es war ein Mann von Benjamin, mit Namen Kisch, ein Sohn Abiëls, des
> Sohnes Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Afiachs, des Sohnes
> eines Benjaminiters, ein angesehener Mann.
> 
> 9:2    Der hatte einen Sohn mit Namen Saul; der war ein junger, schöner
> Mann, und es war niemand unter den Israeliten so schön wie er, eines
> Hauptes länger als alles Volk.
> 
> 9:3    Es hatte aber Kisch, der Vater Sauls, die Eselinnen verloren. Und er
> sprach zu seinem Sohn Saul: Nimm einen der Knechte mit dir, mach
> dich auf, geh hin und suche die Eselinnen.
> 
> 9:4    Und sie gingen durch das Gebirge Ephraim und durch das Gebiet von
> Schalischa und fanden sie nicht; sie gingen durch das Gebiet von
> Schaalim, und sie waren nicht da; sie gingen durchs Gebiet von
> Benjamin und fanden sie nicht.
> 
> 9:5    Als sie aber ins Gebiet von Zuf kamen, sprach Saul zu dem Knecht,
> der bei ihm war: Komm, laß uns wieder heimgehen; mein Vater könnte
> sich sonst statt um die Eselinnen um uns sorgen.
> Kap 10,2
> 
> 9:6    Der aber sprach: Siehe, es ist ein berühmter Mann Gottes in dieser
> Stadt; alles, was er sagt, das trifft ein. Nun laß uns dahin gehen;
> vielleicht sagt er uns unsern Weg, den wir gehen sollen.
> 
> 9:7    Saul aber sprach zu seinem Knecht: Wenn wir schon hingehen, was
> bringen wir dem Mann? Denn das Brot in unserm Sack ist verzehrt, und
> wir haben keine Gabe, die wir dem Mann Gottes bringen könnten. Was
> haben wir sonst?
> 
> 9:8    Der Knecht antwortete Saul abermals und sprach: Siehe, ich hab einen
> Viertel-Silbertaler bei mir; den wollen wir dem Mann Gottes geben,
> daß er uns unsern Weg sage.
> 
> 9:10   Saul sprach zu seinem Knecht: Du hast recht geredet; komm, laß uns
> gehen! Und als sie hingingen nach der Stadt, wo der Mann Gottes war,
> Der Zusammenhang erfordert die hier vorgenommene Umstellung des
> Verses.
> 
> 9:11   und den Aufgang zur Stadt hinaufstiegen, trafen sie Mädchen, die
> herausgingen, um Wasser zu schöpfen. Zu ihnen sprachen sie: Ist der
> Seher hier? -
> 
> 9:9    Vorzeiten sagte man in Israel, wenn man ging, Gott zu befragen:
> Kommt, laßt uns zu dem Seher gehen! Denn die man jetzt Propheten
> nennt, die nannte man vorzeiten Seher. -
> 4. Mose 24,3-4; 2. Kön 17,13; 1. Chr 9,22
> Siehe oben zu Vers 10.
> 
> 9:12   Sie antworteten ihnen: Ja, er war gerade vor dir da; eile, denn er
> ist heute in die Stadt gekommen, weil das Volk heute ein Opferfest
> hat auf der Höhe.
> 
> 9:13   Wenn ihr in die Stadt kommt, so werdet ihr ihn finden, ehe er
> hinaufgeht auf die Höhe, um zu essen. Denn das Volk wird nicht
> essen, bis er kommt; er segnet erst das Opfer, danach essen die, die
> geladen sind. Darum geht hinauf, denn jetzt werdet ihr ihn treffen.
> 
> 9:14   Und als sie hinauf zur Stadt kamen und in die Stadt eintraten,
> siehe, da kam Samuel heraus ihnen entgegen und wollte auf die Höhe
> gehen.
> 
> Samuel salbt Saul zum König
> 
> 9:15   Aber der HERR hatte Samuel das Ohr aufgetan einen Tag, bevor Saul
> kam, und gesagt:
> 
> 9:16   Morgen um diese Zeit will ich einen Mann zu dir senden aus dem Lande
> Benjamin, den sollst du zum Fürsten salben über mein Volk Israel,
> daß er mein Volk errette aus der Philister Hand. Denn ich habe das
> Elend meines Volks angesehen, und sein Schreien ist vor mich
> gekommen.
> 
> 9:17   Als nun Samuel Saul sah, tat ihm der HERR kund: Siehe, das ist der
> Mann, von dem ich dir gesagt habe, daß er über mein Volk herrschen
> soll.
> 
> 9:18   Da trat Saul auf Samuel zu im Tor und sprach: Sage mir, wo ist hier
> das Haus des Sehers?
> 
> 9:19   Samuel antwortete Saul: Ich bin der Seher. Geh vor mir hinauf auf
> die Höhe, denn ihr sollt heute mit mir essen; morgen früh will ich
> dir das Geleit geben, und auf alles, was du auf dem Herzen hast,
> will ich dir Antwort geben.
> 2. Mose 24,11
> 
> 9:20   Und um die Eselinnen, die du vor drei Tagen verloren hast, sorge
> dich jetzt nicht; sie sind gefunden. Wem gehört denn alles, was
> wertvoll ist in Israel? Gehört es nicht dir und dem ganzen Hause
> deines Vaters?
> 
> 9:21   Saul antwortete: Bin ich nicht ein Benjaminiter und aus einem der
> kleinsten Stämme Israels, und ist nicht mein Geschlecht das
> geringste unter allen Geschlechtern des Stammes Benjamin? Warum
> sagst du mir solches?
> Kap 15,17
> 
> 9:22   Samuel aber nahm Saul und seinen Knecht und führte sie in die Halle
> und setzte sie obenan unter die Geladenen; und das waren etwa
> dreißig Mann.
> 
> 9:23   Und Samuel sprach zu dem Koch: Gib das Stück her, das ich dir gab
> und dabei befahl, du solltest es bei dir zurückbehalten.
> 
> 9:24   Da trug der Koch eine Keule auf und den Fettschwanz. Und er legte
> sie Saul vor und sprach: Siehe, hier ist das Übriggebliebene, lege
> es vor dich hin und iß; denn als ich das Volk einlud, ist es für
> dich aufbewahrt worden für diese Stunde. So aß Saul an jenem Tage
> mit Samuel.
> 
> 9:25   Und als sie hinabgegangen waren von der Höhe der Stadt, machten sie
> Saul ein Lager auf dem Dach,
> 
> 9:26   und er legte sich schlafen. Und als die Morgenröte aufging, rief
> Samuel zum Dach hinauf und sprach zu Saul: Steh auf, daß ich dich
> geleite! Und Saul stand auf, und die beiden gingen miteinander
> hinaus, er und Samuel.
> 
> 9:27   Und als sie hinabkamen an das Ende der Stadt, sprach Samuel zu Saul:
> Sage dem Knecht, daß er uns vorangehe - und er ging voran -, du aber
> steh jetzt still, daß ich dir kundtue, was Gott gesagt hat.
> 
>  10:1    Da nahm Samuel den Krug mit Öl und goß es auf sein Haupt und küßte
> ihn und sprach: Siehe, der HERR hat dich zum Fürsten über sein
> Erbteil gesalbt.
> 
> 10:2    Wenn du jetzt von mir gehst, so wirst du zwei Männer finden bei dem
> Grabe Rahels an der Grenze Benjamins bei Zelzach; die werden zu dir
> sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen ausgezogen
> bist; aber siehe, dein Vater hat die Esel nicht mehr im Sinn und
> sorgt sich um euch und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes
> tun?
> 1. Mose 35,19
> 
> 10:3    Und wenn du von da weiter gehst, wirst du zur Eiche Tabor kommen;
> dort werden dich drei Männer treffen, die hinaufgehen zu Gott nach
> Bethel. Einer trägt drei Böcklein, der andere drei Brote, der dritte
> einen Krug mit Wein.
> 
> 10:4    Und sie werden dich freundlich grüßen und dir zwei Brote geben. Die
> sollst du von ihren Händen annehmen.
> 
> 10:5    Danach wirst du nach Gibea Gottes kommen, wo die Wache der Philister
> ist; und wenn du dort in die Stadt kommst, wird dir eine Schar von
> Propheten begegnen, die von der Höhe herabkommen, und vor ihnen her
> Harfe und Pauke und Flöte und Zither, und sie werden in Verzückung
> sein.
> 
> 10:6    Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, daß du mit ihnen in
> Verzückung gerätst; da wirst du umgewandelt und ein anderer Mensch
> werden.
> Ri 13,25
> 
> 10:7    Wenn bei dir nun diese Zeichen eintreffen, so tu, was dir vor die
> Hände kommt; denn Gott ist mit dir.
> 
> 10:8    Du sollst aber vor mir hinabgehen nach Gilgal; siehe, da will ich zu
> dir hinabkommen, um Brandopfer und Dankopfer zu opfern. Sieben Tage
> sollst du warten, bis ich zu dir komme und dir kundtue, was du tun
> sollst.
> Kap 13,8
> 
> 10:9    Und als Saul sich wandte, um von Samuel wegzugehen, gab ihm Gott ein
> anderes Herz, und alle diese Zeichen trafen ein an demselben Tag.
> 
> 10:10    Und als sie nach Gibea kamen, siehe, da kam ihm eine Prophetenschar
> entgegen, und der Geist Gottes geriet über ihn, daß er mit ihnen in
> Verzückung geriet.
> (10-12) Kap 19,20-24
> 
> 10:11   Als sie sahen, daß er mit den Propheten in Verzückung war, sprachen
> alle, die ihn früher gekannt hatten, untereinander: Was ist mit dem
> Sohn des Kisch geschehen? Ist Saul auch unter den Propheten?
> 
> 10:12   Und einer von dort sprach: Wer ist denn schon ihr Vater? Daher ist
> das Sprichwort gekommen: Ist Saul auch unter den Propheten?
> 
> 10:13   Und als seine Verzückung aufgehört hatte, kam er nach Gibea.
> 
> 10:14   Es sprach aber Sauls Oheim zu ihm und zu seinem Knecht: Wo seid ihr
> hingegangen? Er antwortete: Die Eselinnen zu suchen; und als wir
> sahen, daß sie nicht da waren, gingen wir zu Samuel.
> 
> 10:15   Da sprach der Oheim Sauls: Sage mir, was sagte euch Samuel?
> 
> 10:16   Saul antwortete seinem Oheim: Er sagte uns, daß die Eselinnen
> gefunden seien. Aber was Samuel von dem Königtum gesagt hatte, sagte
> er ihm nicht.
> 
> Saul wird als König anerkannt
> 
> 10:17   Samuel aber rief das Volk zusammen zum HERRN nach Mizpa
> Kap 7,5
> 
> 10:18   und sprach zu den Israeliten: So sagt der HERR, der Gott Israels:
> Ich habe Israel aus Ägypten geführt und euch aus der Hand der
> Ägypter errettet und aus der Hand aller Königreiche, die euch
> bedrängten.
> 
> 10:19   Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch aus aller eurer
> Not und Bedrängnis geholfen hat, und habt gesprochen: Nein, setze
> vielmehr einen König über uns! Wohlan, so tretet nun vor den HERRN
> nach euren Stämmen und Tausendschaften!
> Kap 8,7
> 
> 10:20   Als nun Samuel alle Stämme Israels herantreten ließ, fiel das Los
> auf den Stamm Benjamin.
> Kap 14,41-42; Jos 7,16
> 
> 10:21   Und als er den Stamm Benjamin herantreten ließ mit seinen
> Geschlechtern, fiel das Los auf das Geschlecht Matri, und als er das
> Geschlecht Matri herantreten ließ, Mann für Mann, fiel das Los auf
> Saul, den Sohn des Kisch. Und sie suchten ihn, aber sie fanden ihn
> nicht.
> 
> 10:22   Da befragten sie abermals den HERRN: Ist denn der Mann überhaupt
> hergekommen? Der HERR antwortete: Siehe, er hat sich bei dem Troß
> versteckt.
> 
> 10:23   Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und als er unter das Volk
> trat, war er eines Hauptes länger als alles Volk.
> 
> 10:24   Und Samuel sprach zu allem Volk: Da seht ihr, wen der HERR erwählt
> hat; ihm ist keiner gleich im ganzen Volk. Da jauchzte das ganze
> Volk und sprach: Es lebe der König!
> Mt 21,9
> 
> 10:25   Samuel aber tat dem Volk das Recht des Königtums kund und schrieb's
> in ein Buch und legte es vor dem HERRN nieder. Und Samuel entließ
> das ganze Volk, einen jeden in sein Haus.
> 5. Mose 17,14-20
> 
> 10:26   Auch Saul ging heim nach Gibea, und mit ihm gingen die vom Heer,
> denen Gott das Herz gerührt hatte.
> 
> 10:27   Aber einige ruchlose Leute sprachen: Was soll der uns helfen? Und
> sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Aber er tat, als
> hörte er's nicht.
> Kap 11,12
> 
>          Sauls Sieg über die Ammoniter
> 
> 11:1    Es zog aber herauf Nahasch, der Ammoniter, und belagerte Jabesch in
> Gilead. Und alle Männer von Jabesch sprachen zu Nahasch: Schließ
> einen Bund mit uns, so wollen wir dir untertan sein.
> Kap 31,11
> 
> 11:2    Aber Nahasch, der Ammoniter, antwortete ihnen: Das soll der Bund
> sein, den ich mit euch schließen will, daß ich euch allen das rechte
> Auge aussteche und bringe damit Schmach über ganz Israel.
> 
> 11:3    Da sprachen zu ihm die Ältesten von Jabesch: Gib uns sieben Tage,
> daß wir Boten in das ganze Gebiet Israels senden; ist dann niemand
> da, der uns rette, so wollen wir zu dir hinausgehen.
> 
> 11:4    Da kamen die Boten nach Gibea Sauls und sagten diese Worte vor den
> Ohren des Volks. Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte.
> 
> 11:5    Und siehe, da kam Saul vom Felde hinter den Rindern her und fragte:
> Was ist mit dem Volk, daß es weint? Da berichteten sie ihm die Worte
> der Männer von Jabesch.
> 
> 11:6    Da geriet der Geist Gottes über Saul, als er diese Worte hörte, und
> sein Zorn entbrannte sehr.
> Ri 13,25
> 
> 11:7    Und er nahm ein Paar Rinder und zerstückte sie und sandte davon in
> das ganze Gebiet Israels durch die Boten und ließ sagen: Wer nicht
> mit Saul und Samuel auszieht, mit dessen Rindern soll man ebenso
> tun. Da fiel der Schrecken des HERRN auf das Volk, so daß sie
> auszogen wie ein Mann.
> Ri 19,29
> 
> 11:8    Und er musterte sie bei Besek, und die von Israel waren
> dreihunderttausend Mann und die Männer Judas dreißigtausend.
> 
> 11:9    Und er sagte den Boten, die gekommen waren: So sagt den Männern von
> Jabesch in Gilead: Morgen soll euch Hilfe werden, wenn die Sonne
> beginnt, heiß zu scheinen. Als die Boten heimkamen und das den
> Männern von Jabesch verkündeten, wurden diese froh.
> 
> 11:10   Und die Männer von Jabesch ließen den Ammonitern sagen: Morgen
> wollen wir zu euch hinausgehen, daß ihr mit uns alles tut, was euch
> gefällt.
> 
> 11:11   Aber am andern Morgen teilte Saul das Volk in drei Heerhaufen, und
> sie kamen ins Lager um die Zeit der Morgenwache und schlugen die
> Ammoniter, bis der Tag heiß wurde; die aber übrigblieben, wurden
> zerstreut, so daß von ihnen nicht zwei beieinander blieben.
> 
> 11:12   Da sprach das Volk zu Samuel: Wer sind die, die gesagt haben:
> Sollte Saul über uns herrschen? Gebt sie her, die Männer, daß wir
> sie töten.
> Kap 10,27
> 
> 11:13   Saul aber sprach: Es soll an diesem Tage niemand sterben; denn der
> HERR hat heute Heil gegeben in Israel.
> Kap 14,45
> 
> 11:14   Samuel sprach zum Volk: Kommt, laßt uns nach Gilgal gehen und dort
> das Königtum erneuern.
> Kap 10,8
> 
> 11:15   Da ging das ganze Volk nach Gilgal, und sie machten Saul dort zum
> König vor dem HERRN in Gilgal und opferten Dankopfer vor dem HERRN.
> Saul aber und alle Männer Israels freuten sich dort gar sehr.
> 
>          Samuel legt sein Richteramt nieder
> 
> 12:1    Da sprach Samuel zu ganz Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme
> gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen König
> über euch gesetzt.
> Kap 8,7; 8,22;  Kap 11,15
> 
> 12:2    Siehe, nun wird euer König vor euch herziehen; ich aber bin alt und
> grau geworden, und meine Söhne sind bei euch. Ich bin vor euch
> hergegangen von meiner Jugend an bis auf diesen Tag.
> 
> 12:3    Hier stehe ich. Nun tretet gegen mich auf vor dem HERRN und seinem
> Gesalbten! Wessen Rind oder Esel hab ich genommen, wem hab ich
> Gewalt oder Unrecht getan? Aus wessen Hand hab ich ein Geschenk
> angenommen, um mir damit die Augen blenden zu lassen? Ich will's
> euch zurückgeben.
> 4. Mose 16,15
> 
> 12:4    Sie sprachen: Du hast uns weder Gewalt noch Unrecht getan und von
> niemand etwas genommen.
> 
> 12:5    Er sprach zu ihnen: Der HERR ist euch gegenüber Zeuge und heute auch
> sein Gesalbter, daß ihr nichts in meiner Hand gefunden habt. Sie
> sprachen: Ja, Zeuge sollen sie sein.
> 
> 12:6    Und Samuel sprach zum Volk: Der HERR ist's, der Mose und Aaron
> eingesetzt und eure Väter aus Ägyptenland geführt hat.
> 
> 12:7    So tretet nun her, daß ich mit euch rechte vor dem HERRN wegen aller
> Wohltaten des HERRN, die er an euch und euren Vätern getan hat.
> 
> 12:8    Als Jakob nach Ägypten gekommen war, schrien eure Väter zu dem
> HERRN, und der HERR sandte Mose und Aaron, um eure Väter aus Ägypten
> zu führen und sie in diesem Land wohnen zu lassen.
> 2. Mose 3,7
> 
> 12:9    Aber als sie den HERRN, ihren Gott, vergaßen, verkaufte er sie in
> die Hand Siseras, des Feldhauptmanns von Hazor, und in die Hand
> der Philister und in die Hand des Königs von Moab; die kämpften
> gegen sie.
> Ri 4,2;  Ri 10,7; 13,1;  Ri 3,12
> 
> 12:10   Und sie schrien zum HERRN und sprachen: Wir haben gesündigt, daß
> wir den HERRN verlassen und den Baalen und den Astarten gedient
> haben; nun aber errette uns aus der Hand unserer Feinde, so wollen
> wir dir dienen.
> 4. Mose 21,7; Jos 7,20; Ri 10,10; Dan 9,9-19
> 
> 12:11   Da sandte der HERR Jerubbaal, Barak, Jeftah und Samuel und
> errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum und ließ euch
> sicher wohnen.
> Ri 6,14; 6,32;  Ri 4,6;  Ri 11,29;  Kap 7,3
> 
> 12:12   Als ihr aber saht, daß Nahasch, der König der Ammoniter, gegen euch
> zog, spracht ihr zu mir: Nein, sondern ein König soll über uns
> herrschen, obwohl doch der HERR, euer Gott, euer König ist.
> Kap 11,1-2;  Kap 8,19
> 
> 12:13   Nun, da ist euer König, den ihr erwählt und erbeten habt; denn
> siehe, der HERR hat einen König über euch gesetzt.
> 
> 12:14   Möchtet ihr doch den HERRN fürchten und ihm dienen und seiner Stimme
> gehorchen und dem Munde des HERRN nicht ungehorsam sein, und möchtet
> ihr und euer König, der über euch herrscht, dem HERRN, eurem Gott,
> folgen!
> 
> 12:15   Werdet ihr aber der Stimme des HERRN nicht gehorchen, sondern seinem
> Munde ungehorsam sein, so wird die Hand des HERRN gegen euch sein
> wie gegen eure Väter.
> Ri 2,15
> 
> 12:16   So tretet nun herzu und seht, was der HERR Großes vor euren Augen
> tun wird.
> 
> 12:17   Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich will aber den HERRN anrufen,
> daß er soll donnern und regnen lassen, damit ihr innewerdet und
> seht, daß ihr getan habt, was dem HERRN mißfiel, als ihr euch einen
> König erbeten habt.
> 
> 12:18   Und als Samuel den HERRN anrief, ließ der HERR donnern und regnen an
> demselben Tage. Da fürchtete das ganze Volk den HERRN und Samuel gar
> sehr
> 
> 12:19   und sprach zu Samuel: Bitte für deine Knechte den HERRN, deinen
> Gott, daß wir nicht sterben; denn zu allen unsern Sünden haben wir
> noch das Unrecht getan, daß wir uns einen König erbeten haben.
> 
> 12:20   Samuel aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all
> das Unrecht getan, doch weicht nicht vom HERRN ab, sondern dienet
> dem HERRN von ganzem Herzen
> 
> 12:21   und folgt nicht den nichtigen Götzen nach; denn sie nützen nicht
> und können nicht erretten, weil sie nichtig sind.
> 5. Mose 32,37-38;  Jes 41,29
> 
> 12:22   Der HERR verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen;
> denn es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.
> 2. Mose 19,6
> 
> 12:23   Es sei aber auch ferne von mir, mich an dem HERRN dadurch zu
> versündigen, daß ich davon abließe, für euch zu beten und euch zu
> lehren den guten und richtigen Weg!
> Kap 7,8-9; 1. Mose 18,23-32; 2. Mose 32,11 - 34,32
> 
> 12:24   Nur fürchtet den HERRN und dienet ihm treu von ganzem Herzen; denn
> seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat.
> 5. Mose 6,12-15
> 
> 12:25   Werdet ihr aber Unrecht tun, so werdet ihr und euer König verloren
> sein.
> 
>          Beginn des Krieges gegen die Philister
> 
> 13:1    Saul war. . . Jahre alt, als er König wurde, und zwei Jahre
> regierte er über Israel.
> Die Angabe über das Alter Sauls ist ausgefallen; für die
> Regierungszeit Sauls finden sich verschiedene Überlieferungen; vgl.
> Apg 13,21.
> 
> 13:2    Er erwählte sich dreitausend Mann aus Israel. Zweitausend waren mit
> Saul in Michmas und auf dem Gebirge von Bethel und eintausend mit
> Jonatan zu Gibea in Benjamin. Das übrige Volk aber entließ er, einen
> jeden in sein Zelt.
> 
> 13:3    Da erschlug Jonatan die Wache der Philister, die in Gibea war; und
> die Philister hörten, daß die Hebräer abgefallen waren. Saul aber
> hatte die Posaune blasen lassen im ganzen Land.
> Kap 14,49
> 
> 13:4    Und ganz Israel hörte: Saul hat die Wache der Philister erschlagen,
> und Israel hat sich in Verruf gebracht bei den Philistern. Und alles
> Volk wurde zusammengerufen, um Saul nach Gilgal zu folgen.
> 
> 13:5    Da sammelten sich die Philister zum Kampf mit Israel, dreitausend
> Wagen, sechstausend Gespanne und Fußvolk, soviel wie Sand am Ufer
> des Meeres, und zogen herauf und lagerten sich bei Michmas, östlich
> von Bet-Awen.
> 
> 13:6    Als aber die Männer Israels sahen, daß das Volk in Gefahr und
> Bedrängnis war, verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüfte und
> Felsen und Gewölbe und Gruben.
> 
> 13:7    Es gingen aber auch Hebräer durch die Furten des Jordans ins Land
> Gad und Gilead. Saul aber war noch in Gilgal; und alles Volk, das
> ihm folgte, war voll Angst.
> 
> 13:8    Da wartete er sieben Tage bis zu der Zeit, die von Samuel bestimmt
> war. Und als Samuel nicht nach Gilgal kam, begann das Volk von Saul
> wegzulaufen.
> Kap 10,8
> 
> 13:9    Da sprach er: Bringt mir her das Brandopfer und die Dankopfer. Und
> er brachte das Brandopfer dar.
> 
> 13:10   Als er aber das Brandopfer vollendet hatte, siehe, da kam Samuel. Da
> ging Saul ihm entgegen, um ihm den Segensgruß zu entbieten.
> 
> 13:11   Samuel aber sprach: Was hast du getan? Saul antwortete: Ich sah, daß
> das Volk von mir wegzulaufen begann, und du kamst nicht zur
> bestimmten Zeit, während doch die Philister sich schon in Michmas
> versammelt hatten.
> 
> 13:12   Da dachte ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen nach
> Gilgal, und ich habe die Gnade des HERRN noch nicht gesucht; da
> wagte ich's und opferte Brandopfer.
> 
> 13:13   Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht
> gehalten das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat.
> Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für.
> 
> 13:14   Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der HERR hat sich einen
> Mann gesucht nach seinem Herzen, und der HERR hat ihn bestellt zum
> Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des HERRN nicht
> gehalten.
> Kap 16,1; Apg 13,22
> 
> 13:15   Und Samuel machte sich auf und ging von Gilgal hinauf und zog seines
> Weges. Die Übrigen vom Volk aber zogen hinter Saul her dem
> Kriegsvolk entgegen von Gilgal hinauf nach Gibea in Benjamin. Und
> Saul musterte das Volk, das bei ihm war, etwa sechshundert Mann.
> 
> 13:16   Und Saul und sein Sohn Jonatan und das Volk, das bei ihnen war,
> blieben in Geba in Benjamin. Die Philister aber hatten sich gelagert
> bei Michmas.
> 
> 13:17   Da zogen aus dem Lager der Philister drei Heerhaufen, das Land zu
> verheeren. Einer wandte sich in Richtung auf Ofra ins Gebiet von
> Schual;
> 
> 13:18   der andere wandte sich in Richtung auf Bet-Horon; der dritte wandte
> sich in Richtung auf das Gebiet, das nach dem Tal Zeboïm der Wüste
> zu gelegen ist.
> 
> 13:19   Es war aber kein Schmied im ganzen Lande Israel zu finden; denn die
> Philister dachten, die Hebräer könnten sich Schwert und Spieß
> machen.
> Ri 5,8
> 
> 13:20   Und ganz Israel mußte hinabziehen zu den Philistern, wenn jemand
> eine Pflugschar, Hacke, Beil oder Sense zu schärfen hatte.
> 
> 13:21   Das Schärfen aber geschah für ein Zweidrittellot Silber bei
> Pflugscharen, Hacken, Gabeln, Beilen und um die Stacheln gerade zu
> machen.
> 
> 13:22   Als nun der Tag des Kampfes kam, wurde kein Schwert noch Spieß
> gefunden in der Hand des ganzen Volks, das mit Saul und Jonatan war;
> nur Saul und sein Sohn hatten Waffen.
> 
> 13:23   Aber eine Wache der Philister zog heran gegen den engen Weg von
> Michmas.
> 
>          Jonatans Heldentat und Israels Sieg
> 
> 14:1    Es begab sich eines Tages, daß Jonatan, der Sohn Sauls, zu seinem
> Waffenträger sprach: Komm, laß uns hinübergehen zu der Wache der
> Philister, die da drüben ist. Aber seinem Vater sagte er nichts.
> 
> 14:2    Saul aber saß am Rande des Gebietes von Gibea unter dem
> Granatapfelbaum, der in Migron steht; und die Leute bei ihm waren
> etwa sechshundert Mann.
> 
> 14:3    Und Ahija, der Sohn Ahitubs, des Bruders Ikabods, des Sohnes des
> Pinhas, des Sohnes Elis, des Priesters des HERRN zu Silo, trug den
> Priesterschurz. Das Volk wußte aber nicht, daß Jonatan weggegangen
> war.
> 2. Sam 8,17;  Kap 4,19-21;  2. Mose 28,6-30
> 
> 14:4    Es waren aber an dem engen Wege, wo Jonatan hinüberzugehen suchte zu
> der Wache der Philister, zwei Felsklippen, die eine diesseits, die
> andere jenseits; die eine hieß Bozez, die andere Senne.
> 
> 14:5    Die eine Felsklippe stand im Norden gegenüber Michmas und die andere
> im Süden gegenüber Geba.
> 
> 14:6    Und Jonatan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, laß uns
> hinübergehen zu der Wache dieser Unbeschnittenen! Vielleicht wird
> der HERR etwas für uns tun, denn es ist dem HERRN nicht schwer,
> durch viel oder wenig zu helfen.
> Ri 7,7; 2. Chr 14,10
> 
> 14:7    Da antwortete ihm sein Waffenträger: Tu alles, was in deinem Herzen
> ist; geh nur hin! Siehe, ich bin mit dir, wie dein Herz will.
> 
> 14:8    Jonatan sprach: Wohlan, wir gehen zu den Männern hinüber und zeigen
> uns ihnen.
> 
> 14:9    Werden sie dann zu uns sagen: Steht still, bis wir zu euch
> herankommen!, so wollen wir an unserm Ort stehenbleiben und nicht zu
> ihnen hinaufgehen.
> 
> 14:10   Werden sie aber sagen: Kommt zu uns herauf!, so wollen wir zu ihnen
> hinaufsteigen; dann hat sie der HERR in unsere Hände gegeben. Das
> soll uns zum Zeichen sein.
> 
> 14:11   Als sie sich nun beide der Wache der Philister zeigten, sprachen die
> Philister: Siehe, die Hebräer sind aus den Löchern hervorgekommen,
> in die sie sich verkrochen hatten.
> 
> 14:12   Und die Männer der Wache riefen Jonatan und seinem Waffenträger zu
> und sprachen: Kommt herauf zu uns, so wollen wir's euch schon
> lehren! Da sprach Jonatan zu seinem Waffenträger: Steig mir nach!
> Der HERR hat sie in die Hände Israels gegeben.
> 
> 14:13   Und Jonatan kletterte mit Händen und Füßen hinauf und sein
> Waffenträger ihm nach. Da fielen sie zu Boden vor Jonatan, und sein
> Waffenträger hinter ihm tötete sie.
> 
> 14:14   So traf der erste Schlag, den Jonatan und sein Waffenträger taten,
> ungefähr zwanzig Mann etwa auf einer halben Hufe Acker, die ein Joch
> Rinder pflügt.
> 
> 14:15   Und es entstand ein Schrecken im Lager und auf dem freien Felde;
> und das ganze Kriegsvolk, die Wache und die streifenden Rotten
> erschraken; und die Erde erbebte. Und so geschah ein
> Gottesschrecken.
> Kap 7,10
> 
> 14:16   Und die Wächter Sauls zu Gibea in Benjamin sahen, wie das Getümmel
> der Philister hin- und herwogte.
> 
> 14:17   Da sprach Saul zu dem Volk, das bei ihm war: Zählt und seht, wer von
> uns weggegangen ist! Und als sie zählten, siehe, da waren Jonatan
> und sein Waffenträger nicht da.
> 
> 14:18   Da sprach Saul zu Ahija: Bringe den Efod herbei! Denn er trug den
> Efod in jener Zeit vor Israel.
> Kap 21,10
> 
> 14:19   Und als Saul noch mit dem Priester redete, wurde das Getümmel im
> Lager der Philister immer größer. Und Saul sprach zum Priester: Laß
> es sein!
> 
> 14:20   Und Saul und das ganze Volk, das bei ihm war, sammelten sich und
> kamen zum Kampfplatz. Und siehe, da ging eines jeden Schwert gegen
> den andern, und es war ein sehr großes Getümmel.
> Ri 7,22; 2. Chr 20,23
> 
> 14:21   Auch die Hebräer, die vorher bei den Philistern gewesen und mit
> ihnen ins Feld gezogen waren, gingen über zu denen von Israel, die
> mit Saul und Jonatan waren.
> 
> 14:22   Und als alle Männer von Israel, die sich auf dem Gebirge Ephraim
> verkrochen hatten, hörten, daß die Philister flohen, jagten sie
> hinter ihnen her im Kampf.
> 
> 14:23   So half der HERR Israel an diesem Tage. Und der Kampf breitete sich
> aus bis Bet-Awen.
> 
> 14:24   Und als die Männer Israels in Bedrängnis kamen an jenem Tage,
> belegte Saul das Volk mit seinem Fluch und schwor: Verflucht sei
> jedermann, der etwas ißt bis zum Abend, bis ich mich an meinen
> Feinden räche! Da aß das ganze Volk nichts.
> 
> 14:25   Es waren aber Honigwaben auf dem Felde,
> 
> 14:26   und als das Volk hinkam zu den Waben, siehe, da floß der Honig. Aber
> niemand nahm davon etwas mit der Hand in seinen Mund; denn das Volk
> fürchtete den Schwur.
> 
> 14:27   Jonatan aber hatte nicht gehört, daß sein Vater das Volk mit einem
> Schwur belegt hatte. Und er streckte seinen Stab aus, den er in
> seiner Hand hatte, und tauchte die Spitze in den Honigseim und
> führte seine Hand zum Munde; da strahlten seine Augen.
> 
> 14:28   Da hob einer aus dem Volk an und sprach: Dein Vater hat das Volk mit
> einem Fluch belegt und geschworen: Verflucht sei jedermann, der
> heute etwas ißt! So ist das Volk nun matt geworden.
> 
> 14:29   Da sprach Jonatan: Mein Vater bringt das Land ins Unglück; seht, wie
> strahlend sind meine Augen geworden, weil ich ein wenig von diesem
> Honig gekostet habe.
> 
> 14:30   Fürwahr, hätte doch das Volk heute gegessen von der Beute seiner
> Feinde, die es gemacht hat! Wäre dann die Niederlage der Philister
> nicht noch größer geworden?
> 
> 14:31   Sie schlugen aber die Philister an jenem Tage von Michmas bis nach
> Ajalon. Und das Volk wurde sehr matt.
> 
> 14:32   Und das Volk fiel über die Beute her, und sie nahmen Schafe und
> Rinder und Kälber und schlachteten sie, daß das Blut auf die Erde
> floß, und aßen das Fleisch über dem Blut.
> 3. Mose 3,17
> 
> 14:33   Da sagte man Saul: Siehe, das Volk versündigt sich am HERRN; denn es
> ißt das Fleisch über dem Blut. Er sprach: Ihr habt gefrevelt; wälzt
> her zu mir einen großen Stein.
> 
> 14:34   Und Saul sprach weiter: Zerstreut euch unter das Volk und sagt
> ihnen, daß ein jeder seinen Stier und sein Schaf zu mir bringen
> soll, und schlachtet's hier und esset, damit ihr euch nicht an dem
> HERRN versündigt mit dem Essen über dem Blut. Da brachte alles Volk,
> ein jeder, was er hatte, noch in der Nacht herzu, und sie
> schlachteten es dort.
> 
> 14:35   Und Saul baute dem HERRN einen Altar. Das war der erste Altar, den
> er dem HERRN baute.
> 
> 14:36   Und Saul sprach: Laßt uns noch in der Nacht hinabziehen den
> Philistern nach und sie berauben, bis es lichter Morgen wird, und
> laßt niemand von ihnen übrig. Sie antworteten: Tu alles, was dir
> gefällt! Aber der Priester sprach: So laßt uns erst hierher vor Gott
> treten.
> 
> 14:37   Und Saul befragte Gott: Soll ich hinabziehen den Philistern nach?
> Willst du sie in Israels Hände geben? Aber er antwortete ihm an
> diesem Tage nicht.
> Vers 18; Kap 23,9-12
> 
> 14:38   Da sprach Saul: Laßt herzutreten alle Obersten des Volks und
> forschet und seht, an wem heute die Schuld liegt.
> 
> 14:39   Denn so wahr der HERR lebt, der Heiland Israels: auch wenn sie bei
> meinem Sohn Jonatan wäre, so soll er sterben! Aber niemand aus dem
> ganzen Volk antwortete ihm.
> 
> 14:40   Und er sprach zu ganz Israel: Tretet ihr auf die eine Seite, ich und
> mein Sohn Jonatan wollen auf die andere Seite treten. Das Volk
> sprach zu Saul: Tu, was dir gefällt.
> 
> 14:41   Und Saul sprach zum HERRN: Gott Israels, warum hast du deinem Knecht
> heute nicht geantwortet? Liegt die Schuld bei mir oder bei meinem
> Sohn Jonatan, HERR, Gott Israels, so gib das Los »Licht«; liegt die
> Schuld aber an deinem Volk Israel, so gib das Los »Recht«. Da fiel
> das Los auf Jonatan und Saul, aber das Volk ging frei aus.
> Kap 28,6; 2. Mose 28,30; 4. Mose 27,21; 5. Mose 33,8
> 
> 14:42   Saul sprach: Werft das Los über mich und meinen Sohn Jonatan! Da
> fiel das Los auf Jonatan.
> 
> 14:43   Und Saul sprach zu Jonatan: Sage mir, was hast du getan? Jonatan
> sagte es ihm und sprach: Ich habe ein wenig Honig gekostet mit der
> Spitze des Stabes, den ich in meiner Hand hatte; siehe, ich bin
> bereit zu sterben.
> Jos 7,19
> 
> 14:44   Da sprach Saul: Gott tue mir dies und das; Jonatan, du mußt des
> Todes sterben!
> 
> 14:45   Aber das Volk sprach zu Saul: Sollte Jonatan sterben, der dies große
> Heil in Israel vollbracht hat? Das sei ferne! So wahr der HERR lebt:
> es soll kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen, denn Gott
> hat heute durch ihn geholfen. Und so löste das Volk Jonatan aus, so
> daß er nicht sterben mußte.
> 
> 14:46   Aber Saul ließ von den Philistern ab und zog hinauf, und die
> Philister zogen in ihr Land.
> 
> Sauls Kriege. Seine Familie
> 
> 14:47   Als Saul die Königsherrschaft über Israel erlangt hatte, kämpfte er
> gegen alle seine Feinde ringsumher: gegen die Moabiter, die
> Ammoniter, die Edomiter, gegen die Könige Zobas und gegen die
> Philister. Und wo er sich hinwandte, da gewann er den Sieg.
> 
> 14:48   Und er vollbrachte tapfere Taten und schlug die Amalekiter und
> errettete Israel aus der Hand aller, die es ausplünderten.
> 
> 14:49    Sauls Söhne waren: Jonatan, Jischwi, Malkischua. Und seine zwei
> Töchter hießen: die erstgeborene Merab und die jüngere Michal.
> 1. Chr 9,39
> 
> 14:50   Und Sauls Frau hieß Ahinoam und war eine Tochter des Ahimaaz. Und
> sein Feldhauptmann hieß Abner, ein Sohn Ners, der Sauls Oheim war.
> Kap 17,55
> 
> 14:51    Kisch, Sauls Vater, und Ner, Abners Vater, waren Söhne Abiëls.
> 1. Chr 9,36; 9,39
> 
> 14:52   Es war aber der Krieg gegen die Philister schwer, solange Saul
> lebte. Und wo Saul einen tapferen und rüstigen Mann sah, den nahm er
> in seinen Dienst.
> 
>          Saul wird verworfen
> 
> 15:1    Samuel sprach zu Saul: Der HERR hat mich gesandt, daß ich dich zum
> König salben sollte über sein Volk Israel; so höre nun auf die Worte
> des HERRN!
> Kap 10,1
> 
> 15:2     So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel
> angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus Ägypten
> zog.
> (2 und 3) 2. Mose 17,8-16; 5. Mose 25,17-19
> 
> 15:3    So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm
> und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und
> Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.
> 
> 15:4    Da bot Saul das Volk auf, und er musterte sie zu Telem:
> zweihunderttausend Mann Fußvolk und zehntausend Mann aus Juda.
> 
> 15:5    Und als Saul zu der Stadt der Amalekiter kam, legte er einen
> Hinterhalt im Tal.
> 
> 15:6    Und Saul ließ den Kenitern sagen: Geht, weicht und zieht weg von
> den Amalekitern, daß ich euch nicht mit ihnen aufreibe; denn ihr
> tatet Barmherzigkeit an allen Israeliten, als sie aus Ägypten zogen.
> Da zogen die Keniter fort von den Amalekitern.
> Ri 1,16
> 
> 15:7    Da schlug Saul die Amalekiter von Hawila bis nach Schur, das vor
> Ägypten liegt,
> 
> 15:8    und nahm Agag, den König von Amalek, lebendig gefangen, und an allem
> Volk vollstreckte er den Bann mit der Schärfe des Schwerts.
> 
> 15:9    Aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und
> Rinder und das Mastvieh und die Lämmer und alles, was von Wert war,
> und sie wollten den Bann daran nicht vollstrecken; was aber nichts
> taugte und gering war, daran vollstreckten sie den Bann.
> 
> 15:10   Da geschah des HERRN Wort zu Samuel:
> 
> 15:11   Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich
> von mir abgewandt und meine Befehle nicht erfüllt. Darüber wurde
> Samuel zornig und schrie zu dem HERRN die ganze Nacht.
> 1. Mose 6,6
> 
> 15:12   Und Samuel machte sich früh auf, um Saul am Morgen zu begegnen. Und
> ihm wurde angesagt, daß Saul nach Karmel gekommen sei und sich ein
> Siegeszeichen aufgerichtet habe und weitergezogen und nach Gilgal
> hinabgekommen sei.
> Jos 15,55
> 
> 15:13   Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du
> vom HERRN! Ich habe des HERRN Wort erfüllt.
> 
> 15:14   Samuel antwortete: Und was ist das für ein Blöken von Schafen, das
> zu meinen Ohren kommt, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?
> 
> 15:15   Saul sprach: Von den Amalekitern hat man sie gebracht; denn das Volk
> verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern dem HERRN,
> deinem Gott; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt.
> 
> 15:16   Samuel aber antwortete Saul: Halt ein, ich will dir sagen, was der
> HERR mit mir diese Nacht geredet hat. Er sprach: Sag an!
> 
> 15:17   Samuel sprach: Ist's nicht so: Obschon du vor dir selbst gering
> warst, so bist du doch das Haupt der Stämme Israels; denn der HERR
> hat dich zum König über Israel gesalbt.
> Kap 9,21
> 
> 15:18   Und der HERR sandte dich auf den Weg und sprach: Zieh hin und
> vollstrecke den Bann an den Frevlern, den Amalekitern, und kämpfe
> mit ihnen, bis du sie vertilgt hast!
> 
> 15:19   Warum hast du der Stimme des HERRN nicht gehorcht, sondern hast dich
> an die Beute gemacht und getan, was dem HERRN mißfiel?
> 
> 15:20   Saul antwortete Samuel: Ich habe doch der Stimme des HERRN gehorcht
> und bin den Weg gezogen, den mich der HERR sandte, und habe Agag,
> den König von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann
> vollstreckt.
> 
> 15:21   Aber das Volk hat von der Beute genommen Schafe und Rinder, das
> Beste vom Gebannten, um es dem HERRN, deinem Gott, zu opfern in
> Gilgal.
> 
> 15:22   Samuel aber sprach: Meinst du, daß der HERR Gefallen habe am
> Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme
> des HERRN? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser
> als das Fett von Widdern.
> Jes 1,11-17; Jer 7,22; Hos 6,6; Am 5,21-22; Mi 6,6-8; Sach 7,5-7
> Mt 9,13; Mt 12,7
> 
> 15:23   Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie
> Abgötterei und Götzendienst. Weil du des HERRN Wort verworfen hast,
> hat er dich auch verworfen, daß du nicht mehr König seist.
> Kap 16,1
> 
> 15:24   Da sprach Saul zu Samuel: Ich habe gesündigt, daß ich des HERRN
> Befehl und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk
> und gehorchte seiner Stimme.
> 
> 15:25   Und nun, vergib mir die Sünde und kehre mit mir um, daß ich den
> HERRN anbete.
> 
> 15:26   Samuel sprach zu Saul: Ich will nicht mit dir umkehren; denn du hast
> des HERRN Wort verworfen, und der HERR hat dich auch verworfen, daß
> du nicht mehr König über Israel seist.
> 
> 15:27   Und als sich Samuel umwandte, um wegzugehen, ergriff ihn Saul bei
> einem Zipfel seines Rocks; aber der riß ab.
> 
> 15:28   Da sprach Samuel zu ihm: Der HERR hat das Königtum Israels heute
> von dir gerissen und einem andern gegeben, der besser ist als du.
> Kap 28,17
> 
> 15:29   Auch lügt der nicht, der Israels Ruhm ist, und es gereut ihn nicht;
> denn er ist nicht ein Mensch, daß ihn etwas gereuen könnte.
> 4. Mose 23,19
> 
> 15:30   Saul aber sprach: Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor
> den Ältesten meines Volks und vor Israel und kehre mit mir um, daß
> ich den HERRN, deinen Gott, anbete.
> 
> 15:31   Da kehrte Samuel um und folgte Saul, und Saul betete den HERRN an.
> 
> 15:32   Und Samuel sprach: Bringt Agag, den König von Amalek, zu mir! Und
> Agag ging hin zu ihm zitternd und sprach: Fürwahr, bitter ist der
> Tod!
> 
> 15:33   Samuel aber sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt
> hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den
> Frauen. Und Samuel hieb den Agag in Stücke vor dem HERRN in Gilgal.
> 
> 15:34   Und Samuel ging hin nach Rama; Saul aber zog hinauf in sein Haus zu
> Gibea Sauls.
> 
> 15:35   Und Samuel sah Saul fortan nicht mehr bis an den Tag seines Todes.
> Aber doch trug Samuel Leid um Saul, weil es den HERRN gereut hatte,
> daß er Saul zum König über Israel gemacht hatte.
> 
>          David wird zum König gesalbt
> 
> 16:1    Und der HERR sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leid um Saul,
> den ich verworfen habe, daß er nicht mehr König sei über Israel?
> Fülle dein Horn mit Öl und geh hin: ich will dich senden zu dem
> Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen hab ich mir einen zum
> König ersehen.
> Kap 15,23; 15,35
> 
> 16:2    Samuel aber sprach: Wie kann ich hingehen? Saul wird's erfahren und
> mich töten. Der HERR sprach: Nimm eine junge Kuh mit dir und sprich:
> Ich bin gekommen, dem HERRN zu opfern.
> 
> 16:3    Und du sollst Isai zum Opfer laden. Da will ich dich wissen lassen,
> was du tun sollst, daß du mir den salbest, den ich dir nennen werde.
> 
> 16:4    Samuel tat, wie ihm der HERR gesagt hatte, und kam nach Bethlehem.
> Da entsetzten sich die Ältesten der Stadt und gingen ihm entgegen
> und sprachen: Bedeutet dein Kommen Heil?
> 
> 16:5    Er sprach: Ja, es bedeutet Heil! Ich bin gekommen, dem HERRN zu
> opfern; heiligt euch und kommt mit mir zum Opfer. Und er heiligte
> den Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfer.
> 
> 16:6    Als sie nun kamen, sah er den Eliab an und dachte: Fürwahr, da steht
> vor dem HERRN sein Gesalbter.
> 
> 16:7    Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und
> seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der
> HERR auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor
> Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
> Jer 17,10; Offb 2,23;  Apg 10,34
> 
> 16:8    Da rief Isai den Abinadab und ließ ihn an Samuel vorübergehen. Und
> er sprach: Auch diesen hat der HERR nicht erwählt.
> 
> 16:9    Da ließ Isai vorübergehen Schamma. Er aber sprach: Auch diesen hat
> der HERR nicht erwählt.
> 
> 16:10   So ließ Isai seine sieben Söhne an Samuel vorübergehen; aber Samuel
> sprach zu Isai: Der HERR hat keinen von ihnen erwählt.
> 1. Chr 2,13-15;  Kap 17,12
> 
> 16:11   Und Samuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle? Er aber sprach:
> Es ist noch übrig der jüngste; siehe, er hütet die Schafe. Da
> sprach Samuel zu Isai: Sende hin und laß ihn holen; denn wir werden
> uns nicht niedersetzen, bis er hierherkommt.
> Kap 17,14
> 
> 16:12   Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit
> schönen Augen und von guter Gestalt. Und der HERR sprach: Auf, salbe
> ihn, denn der ist's.
> 
> 16:13   Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen
> Brüdern. Und der Geist des HERRN geriet über David von dem Tag an
> und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.
> 2. Sam 2,4; 5,3; Ps 89,21
> 
> David kommt an Sauls Hof
> 
> 16:14   Der Geist des HERRN aber wich von Saul, und ein böser Geist vom
> HERRN ängstigte ihn.
> 18,10
> 
> 16:15   Da sprachen die Großen Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott
> ängstigt dich.
> 
> 16:16   Unser Herr befehle nun seinen Knechten, die vor ihm stehen, daß sie
> einen Mann suchen, der auf der Harfe gut spielen kann, damit er mit
> seiner Hand darauf spiele, wenn der böse Geist Gottes über dich
> kommt, und es besser mit dir werde.
> 
> 16:17   Da sprach Saul zu seinen Leuten: Seht euch um nach einem Mann, der
> des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir.
> 
> 16:18   Da antwortete einer der jungen Männer und sprach: Ich habe gesehen
> einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels
> kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in
> seinen Reden und schön gestaltet, und der HERR ist mit ihm.
> 
> 16:19   Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende zu mir deinen
> Sohn David, der bei den Schafen ist.
> 
> 16:20   Da nahm Isai einen Esel und Brot und einen Schlauch Wein und ein
> Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David.
> 
> 16:21   So kam David zu Saul und diente vor ihm. Und Saul gewann ihn sehr
> lieb, und er wurde sein Waffenträger.
> 
> 16:22   Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Laß David mir dienen,
> denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen.
> 
> 16:23   Sooft nun der böse Geist von Gott über Saul kam, nahm David die
> Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So wurde es Saul leichter,
> und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.
> 
>          David und Goliat
> 
> 17:1    Die Philister sammelten ihre Heere zum Kampf und kamen zusammen bei
> Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei
> Efes-Dammim.
> Jos 15,35
> 
> 17:2    Und Saul und die Männer Israels kamen zusammen und lagerten sich im
> Eichgrund und rüsteten sich zum Kampf gegen die Philister.
> 
> 17:3    Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die
> Israeliten auf einem Berge diesseits, so daß das Tal zwischen ihnen
> war.
> 
> 17:4    Da trat aus den Reihen der Philister ein Riese heraus mit Namen
> Goliat aus Gat, sechs Ellen und eine Handbreit groß.
> Jos 11,22
> Wörtlich: Vorkämpfer zwischen den Fronten.
> 
> 17:5    Der hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen
> Schuppenpanzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünftausend
> Lot Erz,
> 
> 17:6    und hatte eherne Schienen an seinen Beinen und einen ehernen
> Wurfspieß auf seiner Schulter.
> 
> 17:7    Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum, und die
> eiserne Spitze seines Spießes wog sechshundert Lot, und sein
> Schildträger ging vor ihm her.
> 1. Chr 11,23
> 
> 17:8    Und er stellte sich hin und rief dem Heer Israels zu: Was seid ihr
> ausgezogen, euch zum Kampf zu rüsten? Bin ich nicht ein Philister
> und ihr Sauls Knechte? Erwählt einen unter euch, der zu mir
> herabkommen soll.
> 
> 17:9    Vermag er gegen mich zu kämpfen und erschlägt er mich, so wollen wir
> eure Knechte sein; vermag ich aber über ihn zu siegen und erschlage
> ich ihn, so sollt ihr unsere Knechte sein und uns dienen.
> 
> 17:10   Und der Philister sprach: Ich habe heute dem Heere Israels
> hohngesprochen, als ich sagte: Gebt mir einen Mann und laßt uns
> miteinander kämpfen.
> 2. Kön 19,16; Ps 74,18; Zef 2,8
> 
> 17:11   Als Saul und ganz Israel diese Rede des Philisters hörten,
> entsetzten sie sich und fürchteten sich sehr.
> 
> 17:12    David aber war der Sohn jenes Efratiters aus Bethlehem in Juda, der
> Isai hieß. Der hatte acht Söhne und war zu Sauls Zeiten schon zu
> alt, um unter die Kriegsleute zu gehen.
> (12 und 13) Kap 16,1-13
> 
> 17:13   Aber die drei ältesten Söhne Isais waren mit Saul in den Krieg
> gezogen, und sie hießen: Eliab, der erstgeborene, Abinadab, der
> zweite, und Schamma, der dritte.
> 
> 17:14   Und David war der jüngste; die drei ältesten aber waren Saul
> gefolgt.
> 
> 17:15   Und David ging ab und zu von Saul hinweg nach Bethlehem, um die
> Schafe seines Vaters zu hüten.
> 
> 17:16   Aber der Philister kam heraus frühmorgens und abends und stellte
> sich hin, vierzig Tage lang.
> 
> 17:17   Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm für deine Brüder diesen
> Scheffel geröstete Körner und diese zehn Brote und bringe sie
> eilends ins Lager zu deinen Brüdern;
> 
> 17:18   und diese zehn frischen Käse bringe dem Hauptmann und sieh nach
> deinen Brüdern, ob's ihnen gutgeht, und bringe auch ein Unterpfand
> von ihnen mit.
> 
> 17:19   Saul und sie und alle Männer Israels sind im Eichgrund und kämpfen
> gegen die Philister.
> 
> 17:20   Da machte sich David früh am Morgen auf und überließ die Schafe
> einem Hüter, lud auf und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte, und
> kam zum Lager. Das Heer aber war ausgezogen und hatte sich
> aufgestellt zum Kampf, und sie erhoben das Kriegsgeschrei.
> 
> 17:21   Und Israel und die Philister hatten sich aufgestellt, Schlachtreihe
> gegen Schlachtreihe.
> 
> 17:22   Da ließ David sein Gepäck, das er trug, bei der Wache des Trosses
> und lief zu dem Heer, kam hin und fragte seine Brüder, ob's ihnen
> gutgehe.
> 
> 17:23   Und als er noch mit ihnen redete, siehe, da kam herauf der Riese mit
> Namen Goliat, der Philister von Gat, von dem Heer der Philister und
> redete dieselben Worte, und David hörte es.
> 
> 17:24   Und wer von Israel den Mann sah, floh vor ihm und fürchtete sich
> sehr.
> 
> 17:25   Und die Männer von Israel sprachen: Habt ihr den Mann heraufkommen
> sehen? Er kommt herauf, um Israel hohnzusprechen. Wer ihn erschlägt,
> den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und
> will ihm seines Vaters Haus frei machen von Lasten in Israel.
> 
> 17:26   Da sprach David zu den Männern, die bei ihm standen: Was wird man
> dem geben, der diesen Philister erschlägt und die Schande von Israel
> abwendet? Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer
> des lebendigen Gottes verhöhnt?
> 
> 17:27   Da sagte ihm das Volk wie vorher: Das und das wird man dem geben,
> der ihn erschlägt.
> 
> 17:28   Und als Eliab, sein ältester Bruder, ihn reden hörte mit den
> Männern, wurde er zornig über David und sprach: Warum bist du
> hergekommen? Und wem hast du die wenigen Schafe dort in der Wüste
> überlassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens
> Bosheit. Du bist nur gekommen, um dem Kampf zuzusehen.
> 
> 17:29   David antwortete: Was hab ich denn getan? Ich habe doch nur gefragt!
> 
> 17:30   Und er wandte sich von ihm zu einem andern und sprach, wie er vorher
> gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie das erstemal.
> 
> 17:31   Und als sie die Worte hörten, die David sagte, brachten sie es vor
> Saul, und er ließ ihn holen.
> Vers 26
> 
> 17:32   Und David sprach zu Saul: Seinetwegen lasse keiner den Mut sinken;
> dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.
> 
> 17:33   Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um mit diesem
> Philister zu kämpfen; denn du bist zu jung dazu, dieser aber ist ein
> Kriegsmann von Jugend auf.
> 
> 17:34   David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines
> Vaters; und kam dann ein Löwe oder ein Bär und trug ein Schaf weg
> von der Herde,
> 
> 17:35   so lief ich ihm nach, schlug auf ihn ein und errettete es aus seinem
> Maul. Wenn er aber auf mich losging, ergriff ich ihn bei seinem Bart
> und schlug ihn tot.
> 
> 17:36   So hat dein Knecht den Löwen und den Bären erschlagen, und diesem
> unbeschnittenen Philister soll es ergehen wie einem von ihnen; denn
> er hat das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt.
> 
> 17:37   Und David sprach: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären
> errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und
> Saul sprach zu David: Geh hin, der HERR sei mit dir!
> 
> 17:38   Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte ihm einen ehernen
> Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an.
> 
> 17:39   Und David gürtete Sauls Schwert über seine Rüstung und mühte sich
> vergeblich, damit zu gehen; denn er hatte es noch nie versucht. Da
> sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin's nicht
> gewohnt; und er legte es ab
> 
> 17:40   und nahm seinen Stab in die Hand und wählte fünf glatte Steine aus
> dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die ihm als Köcher diente,
> und nahm die Schleuder in die Hand und ging dem Philister entgegen.
> 
> 17:41   Der Philister aber kam immer näher an David heran, und sein
> Schildträger ging vor ihm her.
> 
> 17:42   Als nun der Philister aufsah und David anschaute, verachtete er ihn;
> denn er war noch jung, und er war bräunlich und schön.
> Kap 16,12
> 
> 17:43   Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, daß du mit
> Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei
> seinem Gott
> 
> 17:44   und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den
> Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde.
> 
> 17:45   David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert,
> Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth,
> des Gottes des Heeres Israels, den du verhöhnt hast.
> 
> 17:46   Heute wird dich der HERR in meine Hand geben, daß ich dich erschlage
> und dir den Kopf abhaue und gebe deinen Leichnam und die Leichname
> des Heeres der Philister heute den Vögeln unter dem Himmel und dem
> Wild auf der Erde, damit alle Welt innewerde, daß Israel einen Gott
> hat,
> 
> 17:47   und damit diese ganze Gemeinde innewerde, daß der HERR nicht durch
> Schwert oder Spieß hilft; denn der Krieg ist des HERRN, und er wird
> euch in unsere Hände geben.
> 2. Mose 15,3; Ps 20,8; Sach 4,6
> 
> 17:48   Als sich nun der Philister aufmachte und daherging und sich David
> nahte, lief David eilends von der Schlachtreihe dem Philister
> entgegen.
> 
> 17:49   Und David tat seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein
> daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, daß
> der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein
> Angesicht.
> 
> 17:50   So überwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und
> tötete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand.
> 
> 17:51   Da lief er hin und trat zu dem Philister und nahm dessen Schwert und
> zog es aus der Scheide und tötete ihn vollends und hieb ihm den Kopf
> damit ab. Als aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war,
> flohen sie.
> 
> 17:52   Und die Männer Israels und Judas machten sich auf, erhoben das
> Kampfgeschrei und jagten den Philistern nach, bis nach Gat und bis
> an die Tore Ekrons. Und die Philister blieben erschlagen liegen auf
> dem Wege von Schaarajim bis nach Gat und Ekron.
> 
> 17:53   Und die Israeliten kehrten um von der Verfolgung der Philister und
> plünderten ihr Lager.
> 
> 17:54   David aber nahm des Philisters Haupt und brachte es nach Jerusalem,
> seine Waffen aber legte er in sein Zelt.
> 
> 17:55   Als Saul aber David dem Philister entgegengehen sah, sprach er zu
> Abner, seinem Feldhauptmann: Wessen Sohn ist der Junge? Abner
> sprach: Bei deinem Leben, König: ich weiß es nicht.
> 
> 17:56   Der König sprach: So frage danach, wessen Sohn der junge Mann ist.
> 
> 17:57   Als nun David zurückkam vom Sieg über den Philister, nahm ihn Abner
> und brachte ihn vor Saul, und er hatte des Philisters Haupt in
> seiner Hand.
> 
> 17:58   Und Saul sprach zu ihm: Wessen Sohn bist du, mein Junge? David
> sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechts Isai, des Bethlehemiters.
> 
>          David gewinnt Jonatan zum Freund
> 
> 18:1    Als David aufgehört hatte, mit Saul zu reden, verband sich das Herz
> Jonatans mit dem Herzen Davids, und Jonatan gewann ihn lieb wie sein
> eigenes Herz.
> 
> 18:2    Und Saul nahm ihn an diesem Tage zu sich und ließ ihn nicht wieder
> in seines Vaters Haus zurückkehren.
> Kap 16,22;  Kap 17,15
> 
> 18:3    Und Jonatan schloß mit David einen Bund, denn er hatte ihn lieb
> wie sein eigenes Herz.
> Kap 23,18; 2. Sam 21,7;  Kap 19,1; 20,17; 2. Sam 1,26
> 
> 18:4    Und Jonatan zog seinen Rock aus, den er anhatte, und gab ihn David,
> dazu seine Rüstung, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gurt.
> 
> Sauls Eifersucht auf David
> 
> 18:5    Und David zog in den Kampf und richtete alles recht aus, wohin Saul
> ihn auch sandte. Und Saul setzte ihn über die Kriegsleute, und es
> gefiel allem Volk gut und auch den Großen Sauls.
> 
> 18:6    Es begab sich aber, als David zurückkam vom Sieg über die Philister,
> daß die Frauen aus allen Städten Israels herausgingen mit Gesang
> und Reigen dem König Saul entgegen unter Jauchzen, mit Pauken und
> mit Zimbeln.
> Ri 11,34
> 
> 18:7    Und die Frauen sangen im Reigen und sprachen: Saul hat tausend
> erschlagen, aber David zehntausend.
> Kap 21,12; 29,5
> 
> 18:8    Da ergrimmte Saul sehr, und das Wort mißfiel ihm, und er sprach: Sie
> haben David zehntausend gegeben und mir tausend; ihm wird noch das
> Königtum zufallen.
> 
> 18:9    Und Saul sah David scheel an von dem Tage an und hinfort.
> 
> 18:10   Am andern Tage kam der böse Geist von Gott über Saul, und er geriet
> in Raserei in seinem Hause; David aber spielte auf den Saiten mit
> seiner Hand, wie er täglich zu tun pflegte. Und Saul hatte einen
> Spieß in der Hand
> Kap 16,14; 16,23
> 
> 18:11   und zückte den Spieß und dachte: Ich will David an die Wand
> spießen. David aber wich ihm zweimal aus.
> Kap 19,10; 20,33
> 
> 18:12   Und Saul fürchtete sich vor David; denn der HERR war mit ihm, aber
> von Saul war er gewichen.
> 
> 18:13   Da entfernte ihn Saul aus seiner Nähe und setzte ihn zum Obersten
> über tausend Mann. Und David zog aus und ein vor dem Kriegsvolk
> 
> 18:14   und richtete all sein Tun recht aus, und der HERR war mit ihm.
> Vers 5
> 
> 18:15   Als nun Saul sah, daß David alles so gut gelang, graute es ihm vor
> David.
> 
> 18:16   Aber ganz Israel und Juda hatte David lieb, denn er zog aus und ein
> vor ihnen her.
> 
> David gewinnt Sauls Tochter zur Frau
> 
> 18:17   Und Saul sprach zu David: Siehe, meine älteste Tochter Merab will
> ich dir zur Frau geben; sei nur ein tapferer Mann und führe des
> HERRN Kriege. Denn Saul dachte: Meine Hand soll nicht gegen ihn
> sein, sondern die Hand der Philister.
> 
> 18:18   David aber antwortete Saul: Wer bin ich? Und was ist meine Sippe,
> das Geschlecht meines Vaters, in Israel, daß ich des Königs
> Schwiegersohn werden soll?
> 2. Sam 7,18
> 
> 18:19   Als aber die Zeit kam, daß Merab, die Tochter Sauls, David gegeben
> werden sollte, wurde sie dem Adriël von Mehola zur Frau gegeben.
> 
> 18:20   Aber Michal, Sauls Tochter, hatte David lieb. Als das Saul angesagt
> wurde, war es ihm recht.
> 
> 18:21   Und Saul sagte sich: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum
> Fallstrick wird und die Hände der Philister gegen ihn sind. Und Saul
> sprach zu David: Heute in zwei Jahren kannst du mein Schwiegersohn
> werden.
> 
> 18:22   Und Saul gebot seinen Großen: Redet mit David heimlich und sprecht:
> Siehe, der König hat Gefallen an dir, und alle seine Großen lieben
> dich; so werde nun des Königs Schwiegersohn.
> Kap 22,14
> 
> 18:23   Und die Großen Sauls sagten diese Worte vor den Ohren Davids. David
> aber sprach: Dünkt euch das ein Geringes, des Königs Schwiegersohn
> zu werden? Ich bin nur ein armer, geringer Mann.
> 
> 18:24   Und die Großen Sauls sagten es ihm weiter und sprachen: Diese Worte
> hat David gesagt.
> 
> 18:25   Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keinen andern
> Brautpreis als hundert Vorhäute von Philistern, um an den Feinden
> des Königs Vergeltung zu üben. Aber Saul trachtete danach, David
> umzubringen durch die Hände der Philister.
> 
> 18:26   Da sagten seine Großen David diese Worte, und es dünkte David gut,
> des Königs Schwiegersohn zu werden.
> 
> 18:27   Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog hin
> mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert
> Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um
> des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter
> Michal zur Frau.
> 
> 18:28   Als aber Saul sah und merkte, daß der HERR mit David war und daß
> seine Tochter Michal ihn liebhatte,
> 
> 18:29   da fürchtete sich Saul noch mehr vor David und wurde sein Feind
> sein Leben lang.
> Vers 12
> 
> 18:30   Und sooft die Fürsten der Philister in den Kampf zogen, richtete
> David mehr gegen sie aus als alle Großen Sauls, wenn sie auszogen,
> so daß sein Name hoch gepriesen wurde.
> 
>          Jonatan rettet David vor Sauls Nachstellungen
> 
> 19:1    Saul aber redete mit seinem Sohn Jonatan und mit allen seinen Großen
> davon, daß er David töten wolle. Aber Jonatan, Sauls Sohn, hatte
> David sehr lieb
> Kap 18,3
> 
> 19:2    und sagte es ihm weiter und sprach: Mein Vater Saul trachtet danach,
> dich zu töten. Nun, so hüte dich morgen früh und verstecke dich und
> bleibe verborgen.
> 
> 19:3    Ich aber will hinausgehen und mich neben meinen Vater stellen auf
> dem Felde, wo du bist, und über dich mit meinem Vater sprechen; und
> was ich erfahre, will ich dir kundtun.
> 
> 19:4    Und Jonatan redete das Beste von David mit seinem Vater Saul und
> sprach zu ihm: Es versündige sich der König nicht an seinem Knechte
> David, denn er hat sich nicht an dir versündigt, und sein Tun ist
> dir sehr nützlich.
> 
> 19:5    Er hat sein Leben gewagt und den Philister erschlagen, und der HERR
> hat großes Heil für ganz Israel vollbracht. Das hast du gesehen und
> dich darüber gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut
> versündigen, daß du David ohne Grund tötest?
> Kap 17,50
> 
> 19:6    Da hörte Saul auf die Stimme Jonatans und schwor: So wahr der HERR
> lebt: er soll nicht sterben!
> 
> 19:7    Da rief Jonatan David und sagte ihm alle diese Worte und brachte ihn
> zu Saul; und David diente ihm wie früher.
> 
> Michal rettet David
> 
> 19:8    Es erhob sich aber wieder ein Kampf, und David zog aus und kämpfte
> gegen die Philister und schlug sie so hart, daß sie vor ihm flohen.
> 
> 19:9     Aber der böse Geist vom HERRN kam über Saul, und Saul saß in seinem
> Hause und hatte seinen Spieß in der Hand. David aber spielte mit der
> Hand auf den Saiten.
> (9 und 10) Kap 18,10-11
> 
> 19:10   Und Saul trachtete danach, David mit dem Spieß an die Wand zu
> spießen. Er aber wich aus vor Saul, und der Spieß fuhr in die Wand.
> David aber floh und entrann. In jener Nacht aber
> 
> 19:11   sandte Saul Boten zu Davids Haus, ihn zu bewachen, um ihn am Morgen
> zu töten. Doch Michal, Davids Frau, sagte es ihrem Mann und sprach:
> Wirst du nicht diese Nacht dein Leben retten, so mußt du morgen
> sterben.
> Ps 59,1
> 
> 19:12   Da ließ ihn Michal durchs Fenster hinab, daß er floh und entrinnen
> konnte.
> 
> 19:13   Dann nahm Michal das Götzenbild und legte es aufs Bett und ein
> Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten und deckte ein Kleid
> darauf.
> 1. Mose 31,19
> 
> 19:14   Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Sie aber sprach: Er ist
> krank.
> 
> 19:15   Saul sandte abermals Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt
> ihn her zu mir samt dem Bett, daß er getötet werde!
> 
> 19:16   Als nun die Boten kamen, siehe, da lag das Götzenbild im Bett und
> das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten.
> 
> 19:17   Da sprach Saul zu Michal: Warum hast du mich betrogen und meinen
> Feind entrinnen lassen? Michal antwortete Saul: Er sagte zu mir: Laß
> mich gehen, oder ich töte dich!
> 
> David flieht zu Samuel
> 
> 19:18   David aber floh und konnte entrinnen und kam zu Samuel nach Rama und
> sagte ihm alles, was ihm Saul angetan hatte. Und er ging mit Samuel,
> und sie blieben zu Najot.
> 
> 19:19   Und es wurde Saul angesagt: Siehe, David ist zu Najot in Rama.
> 
> 19:20   Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Und sie sahen die Schar
> der Propheten in Verzückung und Samuel an ihrer Spitze. Da kam der
> Geist Gottes auf die Boten Sauls, so daß auch sie in Verzückung
> gerieten.
> Kap 10,10-12
> 
> 19:21   Als das Saul angesagt wurde, sandte er andere Boten; die gerieten
> auch in Verzückung. Da sandte er die dritten Boten; die gerieten
> auch in Verzückung.
> 
> 19:22   Da ging er selbst nach Rama. Und als er zum großen Brunnen kam, der
> in Sechu ist, fragte er: Wo sind Samuel und David? Da wurde ihm
> gesagt: Siehe, zu Najot in Rama.
> 
> 19:23   Und er machte sich von dort auf nach Najot in Rama. Und der Geist
> Gottes kam auch über ihn, und er ging einher in Verzückung, bis er
> nach Najot in Rama kam.
> 
> 19:24   Da zog auch er seine Kleider aus und war in Verzückung vor Samuel
> und fiel hin und lag nackt den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher
> sagt man: Ist Saul auch unter den Propheten?
> 
>          David und Jonatan befestigen ihren Freundschaftsbund
> 
> 20:1    David aber floh von Najot in Rama und kam und redete vor Jonatan:
> Was hab ich getan? Was ist meine Schuld? Was hab ich gesündigt vor
> deinem Vater, daß er mir nach dem Leben trachtet?
> 
> 20:2    Er aber sprach zu ihm: Das sei ferne; du sollst nicht sterben.
> Siehe, mein Vater tut nichts, weder Großes noch Kleines, ohne es mir
> kundzutun. Warum sollte denn mein Vater dies vor mir verbergen? Es
> ist nicht so.
> 
> 20:3    Da antwortete David und schwor: Dein Vater weiß sehr wohl, daß ich
> Gnade vor deinen Augen gefunden habe; darum dachte er: Jonatan soll
> das nicht wissen, es könnte ihn bekümmern. Wahrlich, so wahr der
> HERR lebt und so wahr du lebst: es ist nur ein Schritt zwischen mir
> und dem Tode!
> 
> 20:4    Jonatan sprach zu David: Ich will für dich tun, was dein Herz
> begehrt.
> 
> 20:5    David sprach zu Jonatan: Siehe, morgen ist Neumond; da sollte ich
> mit dem König zu Tisch sitzen; aber laß mich, daß ich mich auf dem
> Felde verberge bis zum Abend des dritten Tages.
> 
> 20:6    Wird dein Vater nach mir fragen, so sprich: David bat mich, daß er
> nach Bethlehem, seiner Stadt, gehen dürfe; denn dort ist das
> jährliche Opferfest für das ganze Geschlecht.
> 
> 20:7    Wird er sagen: Es ist recht, so steht es gut um deinen Knecht; wird
> er aber ergrimmen, so wirst du merken, daß Böses bei ihm beschlossen
> ist.
> 
> 20:8    So tu nun Barmherzigkeit an deinem Knecht, denn du hast mit deinem
> Knecht einen Bund im HERRN geschlossen. Liegt aber eine Schuld auf
> mir, so töte du mich; warum willst du mich zu deinem Vater bringen?
> Kap 18,3
> 
> 20:9    Jonatan sprach: Das sei ferne von dir, daß ich es dir nicht sagen
> sollte, wenn ich merke, daß bei meinem Vater beschlossen ist, Böses
> über dich zu bringen.
> 
> 20:10   David aber sprach zu Jonatan: Wer wird mir's sagen, wenn dir dein
> Vater etwas Hartes antwortet?
> 
> 20:11   Jonatan sprach zu David: Komm, laß uns hinaus aufs Feld gehen! Und
> sie gingen beide hinaus aufs Feld.
> 
> 20:12   Und Jonatan sprach zu David: Bei dem HERRN, dem Gott Israels: wenn
> ich meinen Vater ausforsche morgen und am dritten Tage, daß es gut
> steht mit David, und wenn ich dann nicht hinsende zu dir und es dir
> nicht kundtue,
> 
> 20:13   so tue der HERR dem Jonatan dies und das. Wenn aber mein Vater Böses
> gegen dich sinnt, so will ich es dir auch kundtun und dich ziehen
> lassen, daß du mit Frieden weggehen kannst. Und der HERR sei mit
> dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist.
> 
> 20:14   Du aber wollest die Barmherzigkeit des HERRN an mir tun, solange ich
> lebe, und wenn ich sterbe,
> 
> 20:15   so nimm die Barmherzigkeit niemals fort von meinem Hause. Und wenn
> der HERR die Feinde Davids ausrotten wird, Mann für Mann, aus dem
> Lande,
> 
> 20:16   so möge der Name Jonatans nicht ausgelöscht werden neben dem Hause
> Davids! Vielmehr möge der HERR Rache nehmen nur an den Feinden
> Davids!
> 
> 20:17   Und Jonatan ließ nun auch David schwören bei seiner Liebe zu ihm;
> denn er hatte ihn so lieb wie sein eigenes Herz.
> 
> 20:18   Und Jonatan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond; da wird man dich
> vermissen, wenn dein Platz leer bleibt.
> 
> 20:19   Am dritten Tage wirst du erst recht vermißt werden. Du aber komm an
> den Ort, wo du dich verborgen hattest am Tage jener Tat, und setze
> dich dort neben den Steinhaufen.
> 
> 20:20   So will ich nach seiner Seite drei Pfeile schießen, als ob ich nach
> dem Ziele schösse.
> 
> 20:21   Und ich will den Knaben hinschicken: Geh, suche die Pfeile! Werde
> ich zum Knaben sagen: Siehe, die Pfeile liegen herwärts von dir,
> hole sie!, so komm; denn es steht gut um dich und hat keine Gefahr,
> so wahr der HERR lebt.
> 
> 20:22   Sage ich aber zum Knaben: Siehe, die Pfeile liegen hinwärts von
> dir!, so geh hin; denn der HERR befiehlt dir fortzugehen.
> 
> 20:23   Für das Wort aber, das du und ich miteinander geredet haben: siehe,
> dafür steht der HERR zwischen mir und dir ewiglich.
> 
> Sauls Zorn gegen Jonatan um Davids willen
> 
> 20:24   David verbarg sich auf dem Felde. Und als der Neumond kam, setzte
> sich der König zu Tisch, um zu essen.
> 
> 20:25   Und der König saß an seinem Platz, wie er gewohnt war, an der Wand,
> und Jonatan saß gegenüber; Abner aber setzte sich an die Seite
> Sauls. Davids Platz aber war leer.
> 
> 20:26   Und Saul sagte an diesem Tage nichts; denn er dachte: Es ist ihm
> etwas widerfahren, so daß er nicht rein ist.
> 3. Mose 15,16
> 
> 20:27   Am andern Tage aber nach dem Neumond, als Davids Platz leer blieb,
> sprach Saul zu seinem Sohn Jonatan: Warum ist der Sohn Isais nicht
> zu Tisch gekommen, weder gestern noch heute?
> 
> 20:28   Jonatan antwortete Saul: Er bat mich sehr, daß er nach Bethlehem
> gehen dürfe,
> 
> 20:29   und sprach: Laß mich hingehen, denn unser Geschlecht hat zu opfern
> in der Stadt, und mein Bruder hat mir's selbst geboten. Hab ich nun
> Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich hingehen und meine
> Brüder sehen. Darum ist er nicht zum Tisch des Königs gekommen.
> 
> 20:30   Da entbrannte der Zorn Sauls über Jonatan, und er sprach zu ihm: Du
> Sohn einer ehrlosen Mutter! Ich weiß sehr wohl, daß du den Sohn
> Isais erkoren hast, dir und deiner Mutter, die dich geboren hat, zur
> Schande!
> 
> 20:31   Denn solange der Sohn Isais lebt auf Erden, wirst du und auch dein
> Königtum nicht bestehen. So sende nun hin und laß ihn herholen zu
> mir, denn er ist ein Kind des Todes.
> 
> 20:32   Jonatan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll
> er sterben? Was hat er getan?
> 
> 20:33   Da zückte Saul den Spieß nach ihm, um ihn zu durchbohren. Da merkte
> Jonatan, daß es bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu
> töten,
> Kap 18,11
> 
> 20:34   und stand vom Tisch auf in grimmigem Zorn und aß am zweiten Tage
> nach dem Neumond nichts; denn er war bekümmert um David, und daß ihm
> sein Vater solchen Schimpf antat.
> 
> Davids Abschied von Jonatan
> 
> 20:35   Am Morgen ging Jonatan hinaus aufs Feld, wohin er David bestellt
> hatte, und ein Knabe mit ihm.
> 
> 20:36   Und er sprach zu dem Knaben: Lauf und suche mir die Pfeile, die ich
> schieße! Und als der Knabe lief, schoß er einen Pfeil über ihn hin.
> 
> 20:37   Und als der Knabe an den Ort kam, wohin Jonatan den Pfeil geschossen
> hatte, rief ihm Jonatan nach und sprach: Der Pfeil liegt hinwärts
> von dir.
> 
> 20:38   Und Jonatan rief abermals dem Knaben nach: Rasch, eile und halte
> dich nicht auf! Da las der Knabe Jonatans Pfeil auf und brachte ihn
> zu seinem Herrn.
> 
> 20:39   Der Knabe aber merkte nichts; nur Jonatan und David wußten um die
> Sache.
> 
> 20:40   Da gab Jonatan seine Waffen dem Knaben, den er bei sich hatte, und
> sprach zu ihm: Geh und trage sie in die Stadt.
> 
> 20:41   Und als der Knabe weggegangen war, stand David auf hinter dem
> Steinhaufen und fiel auf sein Antlitz zur Erde und beugte sich
> dreimal nieder, und sie küßten einander und weinten miteinander,
> David aber am allermeisten.
> 
> 20:42   Und Jonatan sprach zu David: Geh hin mit Frieden! Für das, was wir
> beide geschworen haben im Namen des HERRN, dafür stehe der HERR
> zwischen mir und dir, zwischen meinen Nachkommen und deinen
> Nachkommen in Ewigkeit.
> 
>  21:1    Und David machte sich auf und ging seines Weges; Jonatan aber ging
> in die Stadt.
> Abweichende Verszählung statt 21,1-16: 20,43 - 21,15.
> 
> David bei den Priestern von Nob
> 
> 21:2    Und als David nach Nob kam zum Priester Ahimelech, entsetzte sich
> Ahimelech, als er David entgegenging, und sprach zu ihm: Warum
> kommst du allein und ist kein Mann mit dir?
> Kap 22,9; 22,19
> 
> 21:3    David sprach zu dem Priester Ahimelech: Der König hat mir eine Sache
> befohlen und sprach zu mir: Niemand darf auch nur das Geringste von
> der Sache wissen, in der ich dich gesandt habe und die ich dir
> befohlen habe. Darum hab ich meine Leute an den und den Ort
> beschieden.
> 
> 21:4    Hast du nun etwas bei der Hand, etwa fünf Brote, oder was sonst
> vorhanden ist, das gib mir in meine Hand.
> 
> 21:5    Der Priester antwortete David: Ich habe kein gewöhnliches Brot bei
> der Hand, sondern nur heiliges Brot; nur müssen die Leute sich der
> Frauen enthalten haben.
> 3. Mose 24,5-9;  2. Mose 19,15
> 
> 21:6    David antwortete dem Priester: Sicher, Frauen waren uns schon
> etliche Tage verwehrt. Als ich auszog, war der Leib der Leute nicht
> unrein, obgleich es nur um ein gewöhnliches Vorhaben ging; um
> wieviel mehr werden sie heute am Leibe rein sein.
> 
> 21:7    Da gab ihm der Priester von dem heiligen Brot, weil kein anderes da
> war als die Schaubrote, die man vor dem HERRN nur hinwegnimmt, um
> frisches Brot aufzulegen an dem Tage, an dem man das andere
> wegnimmt.
> Mt 12,3-4
> 
> 21:8    Es war aber am selben Tage ein Mann von den Großen Sauls dort
> eingeschlossen vor dem HERRN mit Namen Doëg, ein Edomiter, der über
> die Hirten Sauls gesetzt war.
> 2. Mose 21,13; 3. Mose 13,4; 13,31;  Kap 22,9; 22,18
> 
> 21:9    Und David sprach zu Ahimelech: Ist nicht hier bei dir ein Spieß oder
> ein Schwert? Ich habe mein Schwert und meine Waffen nicht mit mir
> genommen, denn die Sache des Königs war eilig.
> 
> 21:10   Der Priester sprach: Das Schwert des Philisters Goliat, den du im
> Eichgrund erschlagen hast, das ist hier, in einen Mantel gewickelt,
> hinter dem Efod. Willst du das, so nimm es, denn es ist kein
> anderes hier als dies. David sprach: Seinesgleichen gibt es nicht;
> gib mir's!
> Kap 17,50-51;  Ri 8,27
> 
> David flieht zum König Achisch von Gat
> 
> 21:11   Und David machte sich auf und floh an jenem Tage vor Saul und kam zu
> Achisch, dem König von Gat.
> Ps 56,1
> 
> 21:12   Aber die Großen des Achisch sprachen zu ihm: Ist das nicht David,
> der König des Landes, von dem sie im Reigen sangen: Saul schlug
> tausend, David aber zehntausend?
> Kap 18,7
> 
> 21:13   Und David nahm sich die Worte zu Herzen und fürchtete sich sehr vor
> Achisch, dem König von Gat.
> 
> 21:14   Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und tobte unter
> ihren Händen und rannte gegen die Pforte des Tores und ließ seinen
> Speichel in seinen Bart fließen.
> Ps 34,1
> 
> 21:15   Da sprach Achisch zu seinen Großen: Ihr seht ja, daß der Mann
> wahnsinnig ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht?
> 
> 21:16   Hab ich zu wenig Wahnsinnige, daß ihr diesen herbrachtet, bei mir zu
> toben? Sollte der in mein Haus kommen?
> 
>          David wird Anführer einer Streifschar
> 
> 22:1    David ging von da hinweg und rettete sich in die Höhle Adullam.
> Als das seine Brüder hörten und das ganze Haus seines Vaters, kamen
> sie zu ihm dahin.
> Ps 57,1;  Jos 15,35
> 
> 22:2    Und es sammelten sich bei ihm allerlei Männer, die in Not und
> Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster;
> und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.
> Ri 11,3
> 
> 22:3    Und David ging von da nach Mizpe ins Land der Moabiter und sprach
> zum König von Moab: Laß meinen Vater und meine Mutter bei euch
> bleiben, bis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird.
> 2. Sam 8,2; Rut 1,1
> 
> 22:4    Und er brachte sie vor den König von Moab, und sie blieben bei ihm,
> solange David auf der Bergfeste war.
> 
> 22:5    Aber der Prophet Gad sprach zu David: Bleib nicht auf der Bergfeste,
> sondern geh hin ins Land Juda. Da ging David weg und kam nach
> Jaar-Heret.
> Ps 63,1
> 
> Saul nimmt Rache an den Priestern von Nob
> 
> 22:6    Und es kam vor Saul, daß David und die Männer, die bei ihm waren,
> von sich reden machten. Und Saul saß zu Gibea unter dem
> Tamariskenbaum auf der Höhe, den Spieß in der Hand, und alle seine
> Großen standen um ihn.
> 
> 22:7    Da sprach Saul zu seinen Großen, die um ihn standen: Hört, ihr
> Benjaminiter! Wird der Sohn Isais euch allen auch Äcker und
> Weinberge geben und euch alle zu Obersten über tausend und über
> hundert machen,
> 
> 22:8    daß ihr euch alle verschworen habt gegen mich und daß niemand da
> ist, der es mir zu Ohren brächte, daß mein Sohn sich mit dem Sohn
> Isais verbunden hat? Ist niemand unter euch, der sich um mich
> gegrämt und der es mir zu Ohren gebracht hätte, daß mein Sohn meinen
> Knecht gegen mich aufgereizt hat, daß er mir nachstellt, wie es
> jetzt am Tage ist?
> Kap 18,3
> 
> 22:9     Da antwortete Doëg, der Edomiter, der unter den Großen Sauls stand,
> und sprach: Ich sah den Sohn Isais, wie er nach Nob kam zu
> Ahimelech, dem Sohn Ahitubs.
> (9 und 10) Ps 52,2; Kap 21,1-10
> 
> 22:10   Der befragte den HERRN für ihn und gab ihm Wegzehrung und das
> Schwert des Philisters Goliat.
> 
> 22:11   Da sandte der König hin und ließ rufen den Priester Ahimelech, den
> Sohn Ahitubs, und das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die zu
> Nob waren. Und sie kamen alle zum König.
> 
> 22:12   Und Saul sprach: Höre, du Sohn Ahitubs! Er sprach: Hier bin ich,
> mein Herr.
> 
> 22:13   Und Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr euch verschworen gegen mich,
> du und der Sohn Isais, daß du ihm Brot und ein Schwert gegeben und
> Gott für ihn befragt hast, damit er sich gegen mich empöre und mir
> nachstelle, wie es jetzt am Tage ist?
> 
> 22:14   Ahimelech antwortete dem König und sprach: Wer ist unter allen
> deinen Knechten so treu wie David, dazu des Königs Schwiegersohn
> und der Oberste deiner Leibwache und geehrt in deinem Hause?
> Kap 18,22; 18,27
> 
> 22:15   Hab ich denn heute erst angefangen, Gott für ihn zu befragen? Das
> sei ferne von mir! Der König lege solches seinem Knecht nicht zur
> Last noch meines Vaters ganzem Hause; denn dein Knecht hat von
> alledem nichts gewußt, weder Kleines noch Großes.
> 
> 22:16   Aber der König sprach: Ahimelech, du mußt des Todes sterben, du und
> deines Vaters ganzes Haus!
> 
> 22:17   Und der König sprach zu seiner Leibwache, die um ihn stand: Tretet
> heran und tötet die Priester des HERRN; denn ihre Hand ist mit
> David, und obwohl sie wußten, daß er auf der Flucht war, haben sie
> mir's nicht zu Ohren gebracht! Aber die Männer des Königs wollten
> ihre Hände nicht an die Priester des HERRN legen, sie zu erschlagen.
> 
> 22:18   Da sprach der König zu Doëg: Tritt du heran und erschlage die
> Priester! Doëg, der Edomiter, trat heran und erschlug die Priester,
> daß an diesem Tage starben fünfundachtzig Männer, die den leinenen
> Priesterschurz trugen.
> 
> 22:19   Auch Nob, die Stadt der Priester, schlug er mit der Schärfe des
> Schwerts, Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Esel und
> Schafe, mit der Schärfe des Schwerts.
> Kap 21,2
> 
> 22:20   Es entrann aber ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, der hieß
> Abjatar, und floh zu David
> Kap 23,6; Mk 2,26
> 
> 22:21   und verkündete ihm, daß Saul die Priester des HERRN getötet habe.
> 
> 22:22   David aber sprach zu Abjatar: Ich wußte es schon an dem Tage, als
> der Edomiter Doëg dort war, daß er's Saul verraten werde. Ich bin
> schuldig am Leben aller aus deines Vaters Haus.
> Vers 9
> 
> 22:23   Bleibe bei mir und fürchte dich nicht. Denn der, der mir nach dem
> Leben trachtet, der trachtet auch dir nach dem Leben; du bist bei
> mir in Sicherheit.
> 1. Kön 2,26-27
> 
>          David in Keïla
> 
> 23:1    Und es wurde David angesagt: Siehe, die Philister kämpfen gegen
> Keïla und berauben die Tennen.
> Jos 15,44
> 
> 23:2    Da befragte David den HERRN und sprach: Soll ich hinziehen und diese
> Philister schlagen? Und der HERR sprach zu David: Zieh hin, du wirst
> die Philister schlagen und Keïla erretten!
> 
> 23:3    Aber die Männer bei David sprachen zu ihm: Siehe, wir fürchten uns
> schon hier in Juda und wollen nun hinziehen nach Keïla gegen das
> Heer der Philister?
> 
> 23:4    Da befragte David wieder den HERRN, und der HERR antwortete ihm:
> Auf, zieh hin nach Keïla, denn ich will die Philister in deine Hände
> geben!
> 
> 23:5    So zog David mit seinen Männern nach Keïla und kämpfte gegen die
> Philister und trieb ihnen ihr Vieh weg und schlug sie hart. So
> errettete David die Leute von Keïla.
> 
> 23:6    Als aber Abjatar, der Sohn Ahimelechs, zu David geflohen war, zog
> er mit herab nach Keïla und brachte den Efod mit.
> Kap 22,20;  Ri 8,27
> 
> 23:7    Da wurde Saul angesagt, daß David nach Keïla gekommen sei, und Saul
> dachte: Gott hat ihn in meine Hände gegeben, denn er ist
> eingeschlossen, nun er in eine Stadt mit Toren und Riegeln gekommen
> ist.
> 
> 23:8    Und Saul ließ das ganze Kriegsvolk aufrufen, zum Kampf hinabzuziehen
> nach Keïla, damit sie David und seine Männer belagerten.
> 
> 23:9    Als aber David merkte, daß Saul Böses gegen ihn im Sinne hatte,
> sprach er zu dem Priester Abjatar: Bringe den Efod her!
> Kap 30,7-8
> 
> 23:10   Und David sprach: HERR, Gott Israels, dein Knecht hat gehört, daß
> Saul danach trachtet, nach Keïla zu ziehen, um die Stadt zu
> verderben um meinetwillen.
> 
> 23:11   Werden mich die Bürger von Keïla übergeben in seine Hände? Und wird
> Saul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat? Das verkünde, HERR,
> Gott Israels, deinem Knecht! Und der HERR sprach: Er wird
> herabkommen.
> 
> 23:12   David fragte weiter: Werden die Bürger von Keïla mich und meine
> Männer übergeben in die Hände Sauls? Der HERR sprach: Ja.
> 
> 23:13   Da machte sich David auf samt seinen Männern, etwa sechshundert, und
> sie zogen fort von Keïla und streiften da und dort umher. Als nun
> Saul angesagt wurde, daß David aus Keïla entronnen war, stand er ab
> von seinem Zuge.
> 
> David in der Wüste Sif
> 
> 23:14   David aber blieb in der Wüste, auf den Bergfesten; und zwar blieb er
> im Gebirge, in der Wüste Sif. Und Saul suchte ihn die ganze Zeit;
> aber Gott gab ihn nicht in seine Hände.
> 
> 23:15   Und als David sah, daß Saul ausgezogen war, um ihm nach dem Leben zu
> trachten, blieb er in der Wüste Sif in Horescha.
> 
> 23:16   Da machte sich Jonatan, Sauls Sohn, auf und ging hin zu David nach
> Horescha und stärkte sein Vertrauen auf Gott
> 
> 23:17   und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht! Sauls, meines Vaters, Hand
> wird dich nicht erreichen, und du wirst König werden über Israel,
> und ich werde der Zweite nach dir sein; auch mein Vater weiß das
> sehr wohl.
> Kap 20,30-31;  Kap 24,21
> 
> 23:18   Und sie schlossen beide einen Bund miteinander vor dem HERRN. David
> blieb in Horescha, aber Jonatan zog wieder heim.
> Kap 18,3
> 
> 23:19   Aber die Sifiter zogen zu Saul hinauf nach Gibea und sprachen:
> David hält sich bei uns verborgen auf den Bergfesten in Horescha in
> Gibea-Hachila, das südlich liegt von Jeschimon.
> Kap 26,1; Ps 54,2
> 
> 23:20   Ist's nun, König, deines Herzens Verlangen hinabzukommen, so komm;
> wir wollen ihn in des Königs Hände übergeben.
> 
> 23:21   Da sprach Saul: Gesegnet seid ihr vom HERRN, daß ihr euch meiner
> erbarmt habt!
> 
> 23:22   So geht nun und gebt weiter acht, daß ihr wißt und seht, an welchem
> Ort sein Fuß weilt und wer ihn dort gesehen hat; denn man hat mir
> gesagt, daß er sehr listig ist.
> 
> 23:23   Beobachtet und erkundet jeden versteckten Ort, wo er sich
> verkriecht, und kommt wieder zu mir, wenn ihr's gewiß seid, so will
> ich mit euch ziehen. Ist er im Lande, so will ich ihn aufspüren
> unter allen Tausendschaften Judas.
> 
> 23:24   Da machten sie sich auf und gingen vor Saul her nach Sif. David
> aber und seine Männer waren in der Wüste Maon, in der Steppe südlich
> von Jeschimon.
> Jos 15,55
> 
> 23:25   Als nun Saul hinzog mit seinen Männern, David zu suchen, wurde es
> David angesagt. Und er ging zu dem Felsen hinab, der in der Wüste
> Maon ist. Als das Saul hörte, jagte er David nach in die Wüste Maon.
> 
> 23:26   Und Saul ging auf der einen Seite eines Berges, David mit seinen
> Männern auf der andern Seite des Berges. David aber eilte, Saul zu
> entgehen, während Saul samt seinen Männern David und seine Männer
> umstellte, um sie zu fangen.
> 
> 23:27   Aber es kam ein Bote zu Saul und sprach: Komm eilends, denn die
> Philister sind ins Land eingefallen.
> 
> 23:28   Da ließ Saul davon ab, David nachzujagen, und zog hin, den
> Philistern entgegen. Daher nennt man den Ort Sela-Machlekot.
> d. h. vermutlich »Trennungsfelsen«.
> 
>          David verschont Saul in der Höhle von En-Gedi
> 
> 24:1    Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei
> En-Gedi.
> Jos 15,62
> 
> 24:2    Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm
> gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi.
> 
> 24:3    Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog
> hin, David samt seinen Männern zu suchen, in Richtung auf die
> Steinbockfelsen.
> 
> 24:4    Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und
> Saul ging hinein, um seine Füße zu decken. David aber und seine
> Männer saßen hinten in der Höhle.
> Ps 142,1
> 
> 24:5    Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von
> dem der HERR zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in
> deine Hände geben, daß du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David
> stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls.
> 
> 24:6    Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Sauls
> abgeschnitten hatte,
> 
> 24:7    und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir
> sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn,
> den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN.
> 2. Sam 1,14
> 
> 24:8    Und David wies seine Männer von sich mit harten Worten und ließ sie
> sich nicht an Saul vergreifen. Als aber Saul sich aufmachte aus der
> Höhle und seines Weges ging,
> 
> 24:9    machte sich auch David auf ihm nach und ging aus der Höhle und rief
> Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Saul sah sich um. Und
> David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder.
> 
> 24:10   Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Geschwätz der
> Menschen, die da sagen: David sucht dein Unglück?
> 
> 24:11   Siehe, heute haben deine Augen gesehen, daß dich der HERR in meine
> Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, daß ich dich
> töten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich
> will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der
> Gesalbte des HERRN.
> 
> 24:12   Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand!
> Daß ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht tötete,
> daran erkenne und sieh, daß meine Hände rein sind von Bosheit und
> Empörung. Ich habe mich nicht an dir versündigt; aber du jagst mir
> nach, um mir das Leben zu nehmen.
> 
> 24:13   Der HERR wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir
> rächen, aber meine Hand soll dich nicht anrühren;
> Röm 12,19; 1. Petr 2,23
> 
> 24:14   wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Bösen kommt Böses; aber
> meine Hand soll dich nicht anrühren.
> 
> 24:15   Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten
> Hund, einem einzelnen Floh!
> 
> 24:16   Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein
> und führe meine Sache, daß er mir Recht schaffe wider dich!
> 
> 24:17   Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist
> das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme
> und weinte
> 
> 24:18   und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes
> erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen.
> 
> 24:19   Und du hast mir heute gezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, als
> mich der HERR in deine Hände gegeben hatte und du mich doch nicht
> getötet hast.
> 
> 24:20   Wo ist jemand, der seinen Feind findet und läßt ihn mit Frieden
> seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute
> an mir getan hast!
> 
> 24:21   Nun siehe, ich weiß, daß du König werden wirst und das Königtum
> über Israel durch deine Hand Bestand haben wird.
> Kap 23,17
> 
> 24:22   So schwöre mir nun bei dem HERRN, daß du mein Geschlecht nach mir
> nicht ausrotten und meinen Namen nicht austilgen wirst aus meines
> Vaters Hause.
> 
> 24:23   Und David schwor es Saul. Da zog Saul heim. David aber mit seinen
> Männern zog hinauf auf die Bergfeste.
> 
>          Samuels Tod
> 
> 25:1    Und Samuel starb, und ganz Israel versammelte sich und hielt ihm
> die Totenklage. Und sie begruben ihn in seinem Hause zu Rama.
> Kap 28,3
> David und Abigajil
> 
> David aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Maon.
> 
> 25:2    Und es war ein Mann in Maon, der hatte seine Tätigkeit in Karmel,
> und der Mann hatte sehr großes Vermögen und besaß dreitausend Schafe
> und tausend Ziegen. Und es begab sich, daß er eben seine Schafe
> schor in Karmel.
> Jos 15,55
> 
> 25:3    Der Mann hieß Nabal, seine Frau aber hieß Abigajil. Und sie war eine
> Frau von Verstand und schön von Angesicht, der Mann aber war roh und
> boshaft in seinem Tun und war einer von Kaleb.
> 
> 25:4    Als nun David in der Wüste hörte, daß Nabal seine Schafe schor,
> 
> 25:5    sandte er zehn seiner Leute aus und sprach zu ihnen: Geht hinauf
> nach Karmel, und wenn ihr zu Nabal kommt, so grüßt ihn freundlich in
> meinem Namen
> 
> 25:6    und sprecht zu meinem Bruder: Friede sei mit dir und deinem Hause
> und mit allem, was du hast!
> 
> 25:7    Ich habe gehört, daß du Schafschur hast. Nun, deine Hirten sind mit
> uns zusammen gewesen; wir haben ihnen nichts zuleide getan, und sie
> haben nichts vermißt, solange sie in Karmel gewesen sind.
> 
> 25:8    Frage deine Leute danach, die werden's dir sagen. Und laß meine
> Leute Gnade finden vor deinen Augen, denn wir sind an einem Festtag
> gekommen. Gib deinen Knechten und deinem Sohn David, was du zur Hand
> hast.
> 
> 25:9    Und als die Leute Davids hingekommen waren und in Davids Namen alle
> diese Worte mit Nabal geredet hatten und ruhig warteten,
> 
> 25:10   antwortete Nabal den Knechten Davids: Wer ist David? Und wer ist der
> Sohn Isais? Es gibt jetzt viele Knechte, die ihren Herren
> davongelaufen sind.
> 
> 25:11   Sollte ich mein Brot und mein Wasser nehmen und mein Fleisch, das
> ich für meine Scherer geschlachtet habe, und Leuten geben, von denen
> ich nicht weiß, wo sie her sind?
> 
> 25:12   Da wandten sich die Leute Davids um und gingen ihres Weges. Und als
> sie zu ihm zurückkamen, sagten sie ihm das alles.
> 
> 25:13   Da sprach David zu seinen Männern: Gürte sich ein jeder sein Schwert
> um! Und jeder gürtete sich sein Schwert um, und auch David gürtete
> sich sein Schwert um, und etwa vierhundert Mann zogen ihm nach, aber
> zweihundert blieben bei dem Troß.
> 
> 25:14   Aber der Abigajil, Nabals Frau, sagte es einer von den Leuten und
> sprach: Siehe, David hat Boten gesandt aus der Wüste, unsern Herrn
> zu grüßen, er aber hat sie angeschrien.
> 
> 25:15   Aber die Männer sind uns doch sehr nützlich gewesen und haben uns
> nichts zuleide getan, und wir haben nichts vermißt, solange wir mit
> ihnen umherzogen, wenn wir auf dem Felde waren,
> 
> 25:16   sondern sie sind wie Mauern um uns gewesen Tag und Nacht, solange
> wir die Schafe in ihrer Nähe gehütet haben.
> 
> 25:17   So bedenke nun und sieh zu, was du tust; denn es ist gewiß ein
> Unheil beschlossen über unsern Herrn und über sein ganzes Haus. Er
> aber ist ein heilloser Mensch, dem niemand etwas zu sagen wagt.
> 
> 25:18   Da eilte Abigajil und nahm zweihundert Brote und zwei Krüge Wein und
> fünf zubereitete Schafe und fünf Maß Röstkorn und hundert
> Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen und lud alles auf Esel
> 
> 25:19   und sprach zu ihren Leuten: Geht vor mir her; siehe, ich will
> sogleich hinter euch her kommen. Und sie sagte ihrem Mann Nabal
> nichts davon.
> 
> 25:20   Und als sie auf dem Esel ritt und hinabzog im Schutz des Berges,
> siehe, da kam David mit seinen Männern ihr entgegen, so daß sie auf
> sie stieß.
> 
> 25:21   David aber hatte gedacht: Nun hab ich alles umsonst behütet, was der
> da in der Wüste hat, so daß nichts vermißt wurde von allem, was er
> hat; und er vergilt mir Gutes mit Bösem!
> 
> 25:22   Gott tue David dies und noch mehr, wenn ich ihm bis zum lichten
> Morgen einen übriglasse, der männlich ist, von allem, was er hat.
> 
> 25:23   Als nun Abigajil David sah, stieg sie eilends vom Esel und fiel vor
> David nieder und beugte sich zur Erde
> 
> 25:24   und fiel ihm zu Füßen und sprach: Ach, mein Herr, auf mich allein
> falle die Schuld! Laß deine Magd reden vor deinen Ohren und höre die
> Worte deiner Magd!
> 
> 25:25   Mein Herr errege sich nicht über Nabal, diesen heillosen Menschen;
> denn wie sein Name, so ist er: er heißt »Tor«, und Torheit ist bei
> ihm. Ich aber, deine Magd, habe die Leute meines Herrn nicht
> gesehen, die du gesandt hast.
> 
> 25:26   Nun aber, mein Herr, so wahr der HERR lebt und so wahr du selbst
> lebst: der HERR hat dich davor bewahrt, in Blutschuld zu geraten und
> dir mit eigener Hand zu helfen. So sollen deine Feinde und alle, die
> meinem Herrn übelwollen, wie Nabal werden!
> 
> 25:27   Hier ist die Segensgabe, die deine Magd meinem Herrn gebracht hat;
> das soll den Leuten gegeben werden, die meinem Herrn folgen.
> 
> 25:28   Vergib deiner Magd die Anmaßung! Der HERR wird meinem Herrn ein
> beständiges Haus bauen, denn du führst des HERRN Kriege. Es möge
> nichts Böses an dir gefunden werden dein Leben lang.
> 2. Sam 7,16
> 
> 25:29   Und wenn sich ein Mensch erheben wird, dich zu verfolgen und dir
> nach dem Leben zu trachten, so soll das Leben meines Herrn
> eingebunden sein im Bündlein der Lebendigen bei dem HERRN, deinem
> Gott, aber das Leben deiner Feinde soll er fortschleudern mit der
> Schleuder.
> Ps 69,29
> 
> 25:30   Wenn dann der HERR meinem Herrn all das Gute tun wird, was er dir
> zugesagt hat, und dich zum Fürsten bestellt hat über Israel,
> 2. Sam 5,2
> 
> 25:31   so wird das Herz meines Herrn frei sein von dem Anstoß und Ärgernis,
> daß du unschuldiges Blut vergossen und dir selber geholfen habest.
> Und wenn der HERR meinem Herrn wohltun wird, so wollest du an deine
> Magd denken.
> 
> 25:32   Da sprach David zu Abigajil: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels,
> der dich heute mir entgegengesandt hat,
> 
> 25:33   und gesegnet sei deine Klugheit, und gesegnet seist du, daß du mich
> heute davon zurückgehalten hast, in Blutschuld zu geraten und mir
> mit eigener Hand zu helfen.
> 
> 25:34   Wahrlich, so wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, der mich davor
> bewahrt hat, übel an dir zu tun: wärest du nicht eilends mir
> begegnet, so wäre dem Nabal bis zum lichten Morgen nicht einer, der
> männlich ist, übriggeblieben.
> 
> 25:35   Also nahm David aus ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte, und
> sprach zu ihr: Zieh mit Frieden hinauf in dein Haus; sieh, ich habe
> auf deine Stimme gehört und dein Antlitz wieder erhoben.
> 
> 25:36   Als aber Abigajil zu Nabal kam, siehe, da hatte er ein Mahl
> zubereitet in seinem Hause wie eines Königs Mahl, und sein Herz war
> guter Dinge, und er war sehr betrunken. Sie aber sagte ihm nichts,
> weder wenig noch viel, bis an den lichten Morgen.
> 
> 25:37   Als es aber Morgen geworden und die Betrunkenheit von Nabal gewichen
> war, sagte ihm seine Frau alles. Da erstarb sein Herz in seinem
> Leibe, und er ward wie ein Stein.
> 
> 25:38   Und nach zehn Tagen schlug der HERR den Nabal, daß er starb.
> 
> 25:39   Als David hörte, daß Nabal tot war, sprach er: Gelobt sei der HERR,
> der meine Schmach gerächt hat an Nabal und seinen Knecht abgehalten
> hat von einer bösen Tat! Der HERR hat dem Nabal seine böse Tat auf
> seinen Kopf vergolten. Und David sandte hin und ließ Abigajil sagen,
> daß er sie zur Frau nehmen wolle.
> 
> 25:40   Und als die Knechte Davids zu Abigajil nach Karmel kamen, redeten
> sie mit ihr und sprachen: David hat uns zu dir gesandt, daß er dich
> zur Frau nehme.
> 
> 25:41   Sie stand auf und fiel nieder auf ihr Angesicht zur Erde und sprach:
> Siehe, deine Magd ist bereit, den Knechten meines Herrn zu dienen
> und ihre Füße zu waschen.
> 
> 25:42   Und Abigajil machte sich eilends auf und setzte sich auf einen
> Esel, und ihre fünf Mägde gingen hinter ihr her. Und sie zog den
> Boten Davids nach und wurde seine Frau.
> Kap 27,3; 30,5; 2. Sam 3,3
> 
> 25:43   Auch hatte David Ahinoam von Jesreel zur Frau genommen; sie wurden
> beide seine Frauen.
> 
> 25:44   Saul aber hatte seine Tochter Michal, Davids Frau, Palti, dem Sohn
> des Lajisch aus Gallim, gegeben.
> 2. Sam 3,14-15
> 
>          David verschont Saul zum zweitenmal
> 
> 26:1    Die Leute von Sif aber kamen zu Saul nach Gibea und sprachen: David
> hält sich verborgen auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon
> gegenüberliegt.
> Kap 23,19 - 24,23; Ps 54,2
> 
> 26:2    Da machte sich Saul auf und zog hinab zur Wüste Sif und mit ihm
> dreitausend auserlesene Männer aus Israel, um David in der Wüste Sif
> zu suchen.
> 
> 26:3    Und Saul lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon
> gegenüberliegt am Wege. David aber hielt sich in der Wüste auf. Und
> als er merkte, daß Saul ihm nachkam in die Wüste,
> 
> 26:4    sandte er Kundschafter aus und erfuhr, daß Saul gewiß gekommen sei.
> 
> 26:5    Und David machte sich auf und kam an den Ort, wo Saul sein Lager
> hielt, und sah die Stätte, wo Saul lag mit seinem Feldhauptmann
> Abner, dem Sohn Ners. Saul aber lag im innersten Lagerring und das
> Kriegsvolk um ihn her.
> Kap 14,50
> 
> 26:6    Da hob David an und sprach zu Ahimelech, dem Hetiter, und zu
> Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer will mit mir
> hinab zu Saul ins Lager? Abischai sprach: Ich will mit dir hinab.
> 
> 26:7    So kam David mit Abischai in der Nacht zum Lager. Und siehe, Saul
> lag und schlief im innersten Lagerring, und sein Spieß steckte in
> der Erde zu seinen Häupten. Abner aber und das Volk lagen um ihn
> her.
> 
> 26:8    Da sprach Abischai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine
> Hand gegeben; so will ich ihn nun mit seinem Speer an den Boden
> spießen mit einem Mal, daß es keines zweiten mehr bedarf.
> 2. Sam 16,9
> 
> 26:9    David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer
> könnte die Hand an den Gesalbten des HERRN legen und ungestraft
> bleiben?
> 
> 26:10   Weiter sprach David: So wahr der HERR lebt: der HERR wird ihn
> schlagen, wenn seine Zeit kommt, daß er sterbe, oder er wird in den
> Krieg ziehen und umkommen.
> Kap 24,13
> 
> 26:11   Von mir lasse der HERR fern sein, daß ich meine Hand sollte an den
> Gesalbten des HERRN legen. Nimm nun den Spieß zu seinen Häupten und
> den Wasserkrug und laß uns gehen.
> 
> 26:12   So nahm David den Spieß und den Wasserkrug zu Häupten Sauls, und sie
> gingen weg, und es war niemand, der es sah oder merkte oder der
> erwachte, sondern sie schliefen alle; denn es war ein tiefer Schlaf
> vom HERRN auf sie gefallen.
> 1. Mose 15,12
> 
> 26:13   Als nun David auf die andere Seite hinübergekommen war, stellte er
> sich auf den Gipfel des Berges von ferne, so daß ein weiter Raum
> zwischen ihnen war.
> 
> 26:14   Und David rief zum Kriegsvolk und zu Abner, dem Sohn Ners, und
> sprach: Antwortest du nicht, Abner? Und Abner antwortete: Wer bist
> du, daß du so schreist zum König hin?
> 
> 26:15   Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann? Und wer ist dir
> gleich in Israel? Warum hast du denn deinen Herrn, den König, nicht
> bewacht? Denn es ist einer vom Volk hineingekommen, deinen Herrn,
> den König, umzubringen.
> 
> 26:16   Das war nicht recht, was du getan hast. So wahr der HERR lebt: ihr
> seid Kinder des Todes, weil ihr euren Herrn, den Gesalbten des
> HERRN, nicht bewacht habt! Nun sieh doch nach, wo der Spieß des
> Königs ist und der Wasserkrug, der zu seinen Häupten war.
> 
> 26:17   Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine
> Stimme, mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein
> Herr und König.
> 
> 26:18   Und sprach weiter: Warum verfolgt denn mein Herr seinen Knecht? Was
> hab ich getan? Und was ist Böses in meiner Hand?
> 
> 26:19   So höre doch nun mein Herr, der König, die Worte seines Knechts:
> Reizt dich der HERR gegen mich, so lasse man ihn ein Speisopfer
> riechen; tun's aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem HERRN,
> weil sie mich heute verstoßen und nicht an dem Erbteil des HERRN
> teilhaben lassen und sprechen: Geh hin, diene andern Göttern!
> 1. Mose 8,21;  5. Mose 32,9;  2. Kön 5,17
> 
> 26:20   So fließe nun mein Blut nicht auf die Erde fern vom Angesicht des
> HERRN! Denn der König von Israel ist ja ausgezogen, zu suchen einen
> einzelnen Floh, wie man ein Rebhuhn jagt auf den Bergen.
> 
> 26:21   Und Saul sprach: Ich habe gesündigt; komm wieder, mein Sohn David,
> ich will dir hinfort nichts Böses mehr tun, weil mein Leben heute in
> deinen Augen teuer gewesen ist. Siehe, ich habe töricht und sehr
> unrecht getan.
> 
> 26:22   David antwortete: Siehe, hier ist der Spieß des Königs; es komme
> einer von den jungen Leuten herüber und hole ihn.
> 
> 26:23   Der HERR aber wird einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue
> vergelten. Denn der HERR hat dich heute in meine Hand gegeben, ich
> aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des HERRN legen.
> 
> 26:24   Und siehe, wie heute dein Leben in meinen Augen wertgeachtet gewesen
> ist, so werde mein Leben wertgeachtet in den Augen des HERRN, und er
> errette mich aus aller Not!
> 
> 26:25   Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst's
> ausführen und vollenden. Und David zog seine Straße; Saul aber
> kehrte zurück an seinen Ort.
> 
>          David bei den Philistern
> 
> 27:1    David aber dachte in seinem Herzen: Ich werde doch eines Tages Saul
> in die Hände fallen; es gibt nichts Besseres für mich, als daß ich
> entrinne ins Philisterland. Dann wird Saul davon ablassen, mich
> fernerhin zu suchen im ganzen Gebiet Israels, und ich werde seinen
> Händen entrinnen.
> Kap 23,23
> 
> 27:2    Und David machte sich auf und zog hin mit den sechshundert Mann, die
> bei ihm waren, zu Achisch, dem Sohn Maochs, dem König von Gat.
> Kap 21,11-16
> 
> 27:3    Und David blieb bei Achisch in Gat mit seinen Männern, ein jeder mit
> seinem Hause; David auch mit seinen beiden Frauen, Ahinoam, der
> Jesreeliterin, und Abigajil, Nabals Frau, der Karmeliterin.
> Kap 25,40-43
> 
> 27:4    Und als Saul angesagt wurde, daß David nach Gat geflohen sei, suchte
> er ihn nicht mehr.
> 
> 27:5    Und David sprach zu Achisch: Hab ich Gnade vor deinen Augen
> gefunden, so mag man mir einen Wohnort geben in einer der Städte auf
> dem Lande, daß ich darin wohne; warum soll dein Knecht in der
> Königsstadt bei dir wohnen?
> 
> 27:6    Da gab ihm Achisch an diesem Tage Ziklag. Daher gehört Ziklag den
> Königen von Juda bis auf diesen Tag.
> Jos 15,31
> 
> 27:7    Die Zeit aber, die David im Philisterlande wohnte, war ein Jahr und
> vier Monate.
> 
> 27:8    David zog hinauf mit seinen Männern und fiel ins Land der
> Geschuriter und Girsiter und Amalekiter ein; denn diese waren von
> alters her die Bewohner des Landes bis hin nach Schur und
> Ägyptenland.
> 
> 27:9    Und sooft David in das Land einfiel, ließ er weder Mann noch Frau
> leben und nahm mit Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider und
> kehrte wieder zurück. Kam er dann zu Achisch
> 
> 27:10   und Achisch sprach: Wo seid ihr heute eingefallen?, so sprach David:
> In das Südland Judas, oder: In das Südland der Jerachmeeliter, oder:
> In das Südland der Keniter.
> 
> 27:11   David aber ließ weder Mann noch Frau lebend nach Gat kommen; denn er
> dachte: Sie könnten uns verraten. So tat David, und das war seine
> Art, solange er im Philisterland wohnte.
> 
> 27:12   Und Achisch glaubte David; denn er dachte: Er hat sich in Verruf
> gebracht bei seinem Volk Israel; darum wird er für immer mein Knecht
> sein.
> 
>  28:1    Und es begab sich zu der Zeit, daß die Philister ihr Heer sammelten,
> um in den Kampf zu ziehen gegen Israel. Und Achisch sprach zu David:
> Du sollst wissen, daß du und deine Männer mit mir ausziehen sollen
> im Heer.
> 
> 28:2    David sprach zu Achisch: Wohlan, du sollst erfahren, was dein Knecht
> tun wird. Achisch sprach zu David: So will ich dich zu meinem
> Leibwächter setzen für die ganze Zeit.
> 
> Saul bei der Totenbeschwörerin in En-Dor
> 
> 28:3     Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte ihm die
> Totenklage gehalten und ihn begraben in seiner Stadt Rama. Und Saul
> hatte die Geisterbeschwörer und Zeichendeuter aus dem Lande
> vertrieben.
> Kap 25,1;  2. Mose 22,17
> 
> 28:4    Als nun die Philister sich versammelten und herankamen und sich
> lagerten bei Schunem, versammelte Saul auch ganz Israel, und sie
> lagerten sich auf dem Gebirge Gilboa.
> Jos 19,18
> 
> 28:5    Als aber Saul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und
> sein Herz verzagte sehr.
> 
> 28:6    Und er befragte den HERRN; aber der HERR antwortete ihm nicht, weder
> durch Träume noch durch das Los »Licht« noch durch Propheten.
> Kap 14,41; 2. Mose 28,30
> 
> 28:7    Da sprach Saul zu seinen Getreuen: Sucht mir ein Weib, das Tote
> beschwören kann, daß ich zu ihr gehe und sie befrage. Seine Männer
> sprachen zu ihm: Siehe, in En-Dor ist ein Weib, das kann Tote
> beschwören.
> 3. Mose 19,31
> 
> 28:8    Und Saul machte sich unkenntlich und zog andere Kleider an und ging
> hin und zwei Männer mit ihm, und sie kamen bei Nacht zu dem Weibe.
> Und Saul sprach: Wahrsage mir, weil du Geister beschwören kannst,
> und hole mir herauf, wen ich dir nenne.
> 
> 28:9    Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weißt doch selbst, was Saul getan
> hat, wie er die Geisterbeschwörer und Zeichendeuter ausgerottet hat
> im Lande; warum willst du mir denn eine Falle stellen, daß ich
> getötet werde?
> 
> 28:10   Saul aber schwor ihr bei dem HERRN und sprach: So wahr der HERR
> lebt: es soll dich in dieser Sache keine Schuld treffen.
> 
> 28:11   Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufholen? Er sprach:
> Hol mir Samuel herauf!
> 
> 28:12   Als nun das Weib merkte, daß es um Samuel ging, schrie sie laut und
> sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Saul.
> 
> 28:13   Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Das
> Weib sprach zu Saul: Ich sehe einen Geist heraufsteigen aus der
> Erde.
> 
> 28:14   Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann
> herauf und ist bekleidet mit einem Priesterrock. Da erkannte Saul,
> daß es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und
> fiel nieder.
> 
> 28:15   Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du meine Ruhe gestört, daß du
> mich heraufsteigen lässest? Saul sprach: Ich bin in großer
> Bedrängnis, die Philister kämpfen gegen mich, und Gott ist von mir
> gewichen und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch
> Träume; darum hab ich dich rufen lassen, daß du mir kundtust, was
> ich tun soll.
> 
> 28:16   Samuel sprach: Warum willst du mich befragen, da doch der HERR von
> dir gewichen und dein Feind geworden ist?
> 
> 28:17   Der HERR hat dir getan, wie er durch mich geredet hat, und hat das
> Königtum aus deiner Hand gerissen und David, deinem Nächsten,
> gegeben.
> Kap 15,28
> 
> 28:18   Weil du der Stimme des HERRN nicht gehorcht und seinen grimmigen
> Zorn nicht an Amalek vollstreckt hast, darum hat der HERR dir das
> jetzt getan.
> Kap 15,18-19; 2. Mose 17,14; 17,16
> 
> 28:19   Dazu wird der HERR mit dir auch Israel in die Hände der Philister
> geben. Morgen wirst du mit deinen Söhnen bei mir sein. Auch wird
> der HERR das Heer Israels in die Hände der Philister geben.
> Kap 31,6
> 
> 28:20   Da stürzte Saul zur Erde, so lang er war, und geriet in große Furcht
> über die Worte Samuels. Auch war keine Kraft mehr in ihm; denn er
> hatte nichts gegessen den ganzen Tag und die ganze Nacht.
> 
> 28:21   Und das Weib trat zu Saul und sah, daß er sehr erschrocken war, und
> sprach zu ihm: Siehe, deine Magd hat deiner Stimme gehorcht, und ich
> habe mein Leben aufs Spiel gesetzt, als ich die Worte hörte, die du
> zu mir gesagt hast.
> 
> 28:22   So gehorche du nun auch der Stimme deiner Magd! Ich will dir einen
> Bissen Brot vorsetzen, daß du issest und zu Kräften kommst und deine
> Straße gehen kannst.
> 
> 28:23   Er aber weigerte sich und sprach: Ich will nicht essen. Da nötigten
> ihn seine Männer und das Weib, bis er auf sie hörte. Und er stand
> auf von der Erde und setzte sich aufs Bett.
> 
> 28:24   Das Weib aber hatte im Haus ein gemästetes Kalb; das schlachtete sie
> eilends und nahm Mehl und knetete es und backte ungesäuertes Brot
> 2. Mose 12,39
> 
> 28:25   und setzte es Saul und seinen Männern vor. Und als sie gegessen
> hatten, standen sie auf und gingen fort noch in der Nacht.
> 
>          David wird von den Philistern zurückgeschickt
> 
> 29:1    Die Philister aber versammelten ihr ganzes Heer bei Afek, und
> Israel lagerte sich an der Quelle bei Jesreel.
> Kap 4,1; Jos 15,53;  Jos 15,56
> 
> 29:2    Und die Fürsten der Philister zogen daher mit ihren Hundertschaften
> und Tausendschaften. David aber und seine Männer zogen hinterher mit
> Achisch.
> Jos 13,3
> 
> 29:3    Da sprachen die Obersten der Philister: Was sollen diese Hebräer?
> Achisch sprach zu ihnen: Das ist David, der Knecht Sauls, des Königs
> von Israel, der nun bei mir gewesen ist Jahr und Tag; ich habe
> nichts an ihm gefunden seit der Zeit, da er abgefallen ist, bis
> heute.
> Kap 27,7
> 
> 29:4    Aber die Obersten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen
> zu ihm: Schick den Mann zurück! Er soll an den Ort zurückkehren, den
> du ihm angewiesen hast, damit er nicht mit uns hinziehe zum Kampf
> und unser Widersacher werde im Kampf. Denn womit könnte er seinem
> Herrn einen größeren Gefallen tun als mit den Köpfen unserer Männer?
> 
> 29:5    Ist das denn nicht derselbe David, von dem sie sangen im Reigen:
> Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?
> Kap 18,7
> 
> 29:6    Da rief Achisch David und sprach zu ihm: So wahr der HERR lebt: ich
> halte dich für redlich, und daß du mit mir aus- und einzögest im
> Heer, gefiele mir gut, denn ich habe nichts Arges an dir gespürt
> seit der Zeit, da du zu mir gekommen bist, bis heute; aber du
> gefällst den Fürsten nicht.
> 
> 29:7    So kehre nun um und zieh hin mit Frieden, damit du nicht tust, was
> den Fürsten der Philister nicht gefällt.
> 
> 29:8    David aber sprach zu Achisch: Was hab ich getan, und was hast du
> gespürt an deinem Knecht seit der Zeit, da ich dir gedient habe, bis
> heute, daß ich nicht mitziehen darf und kämpfen gegen die Feinde
> meines Herrn, des Königs?
> 
> 29:9    Achisch antwortete David: Ich weiß es wohl; denn du bist mir lieb
> wie ein Engel Gottes. Aber die Obersten der Philister haben gesagt:
> Laß ihn nicht mit uns hinaufziehen in den Kampf!
> 2. Sam 14,17
> 
> 29:10   So mach dich nun früh am Morgen auf mit den Knechten deines Herrn,
> die mit dir gekommen sind; macht euch früh am Morgen auf und zieht
> weg, sobald es Tag ist.
> 
> 29:11   Da machten sich David und seine Männer früh am Morgen auf, um
> wegzuziehen und ins Philisterland zurückzukehren. Die Philister aber
> zogen hinauf nach Jesreel.
> 
>          Davids Sieg über die Amalekiter
> 
> 30:1    Als nun David mit seinen Männern am dritten Tage nach Ziklag kam,
> waren die Amalekiter eingefallen ins Südland und in Ziklag und
> hatten Ziklag eingenommen und mit Feuer verbrannt
> Kap 27,6
> 
> 30:2    und hatten die Frauen und alles, was in der Stadt war, klein und
> groß, gefangengenommen. Sie hatten aber niemand getötet, sondern sie
> weggeführt und waren abgezogen.
> 
> 30:3    Als nun David mit seinen Männern zur Stadt kam und sah, daß sie mit
> Feuer verbrannt war und ihre Frauen, Söhne und Töchter gefangen
> waren,
> 
> 30:4    erhoben David und die Leute, die bei ihm waren, ihre Stimme und
> weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten.
> 
> 30:5    Auch die beiden Frauen Davids waren gefangengenommen worden:
> Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil, Nabals, des Karmeliters,
> Frau.
> Kap 25,42-43
> 
> 30:6    Und David geriet in große Bedrängnis, weil die Leute ihn steinigen
> wollten; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder
> wegen seiner Söhne und Töchter. David aber stärkte sich in dem
> HERRN, seinem Gott,
> 
> 30:7    und sprach zu dem Priester Abjatar, dem Sohn Ahimelechs: Bringe mir
> den Efod her! Und als Abjatar den Efod zu David gebracht hatte,
> Kap 23,9
> 
> 30:8    befragte David den HERRN und sprach: Soll ich dieser Schar
> nachjagen, und werde ich sie einholen? Er sprach: Jage ihr nach! Du
> wirst sie einholen und die Gefangenen befreien.
> 
> 30:9    Da zog David hin mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren. Und
> als sie an den Bach Besor kamen, blieben etliche zurück.
> 
> 30:10   David aber und vierhundert Mann jagten der Schar nach; die
> zweihundert Mann aber, die zurückblieben, waren zu müde, um über den
> Bach Besor zu gehen.
> 
> 30:11   Und sie fanden einen Ägypter auf dem Felde; den führten sie zu David
> und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken
> 
> 30:12   und gaben ihm ein Stück Feigenkuchen und zwei Rosinenkuchen. Und als
> er gegessen hatte, kam er wieder zu sich; denn er hatte in drei
> Tagen und drei Nächten nichts gegessen und kein Wasser getrunken.
> 
> 30:13   David sprach zu ihm: Zu wem gehörst du? Und woher bist du? Er
> sprach: Ich bin ein junger Ägypter, eines Amalekiters Knecht, und
> mein Herr hat mich zurückgelassen; denn ich wurde vor drei Tagen
> krank.
> 
> 30:14   Wir sind eingefallen in das Südland der Kreter und in Juda und in
> das Südland Kalebs und haben Ziklag mit Feuer verbrannt.
> 2. Sam 8,18;  Jos 14,13
> 
> 30:15   David sprach zu ihm: Willst du mich hinführen zu dieser Schar? Er
> sprach: Schwöre mir bei Gott, daß du mich nicht töten noch in meines
> Herrn Hand übergeben wirst, so will ich dich hinführen zu dieser
> Schar.
> 
> 30:16   Und er führte ihn hin. Und siehe, sie hatten sich ausgebreitet über
> das ganze Land, aßen und tranken und feierten ein Fest wegen all der
> großen Beute, die sie mitgenommen hatten aus dem Philisterland und
> aus Juda.
> 
> 30:17   Und David schlug sie vom Morgen bis zum Abend des nächsten Tages, so
> daß keiner von ihnen entrann außer vierhundert jungen Männern; die
> stiegen auf die Kamele und flohen.
> 
> 30:18   So gewann David alles zurück, was die Amalekiter genommen hatten,
> auch seine beiden Frauen,
> 
> 30:19   und es fehlte nichts, weder klein noch groß, weder Söhne noch
> Töchter noch Beute noch alles, was sie sich genommen hatten; David
> brachte es alles zurück
> 
> 30:20   und nahm die Schafe und Rinder, und sie trieben das Vieh vor David
> her und sprachen: Das ist Davids Beute.
> 
> 30:21   Und als David zu den zweihundert Männern kam, die zu müde gewesen
> waren, um David zu folgen, und am Bach Besor geblieben waren, gingen
> sie David entgegen und den Leuten, die mit ihm waren. Und David trat
> zu ihnen und grüßte sie freundlich.
> 
> 30:22   Da sprachen böse und heillose Leute unter den Männern, die mit David
> gezogen waren: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, soll man ihnen
> nichts geben von der Beute, die wir zurückgewonnen haben; sondern
> jeder nehme nur seine Frau und seine Kinder mit sich und gehe seines
> Weges.
> 
> 30:23   Da sprach David: Ihr sollt nicht so tun, meine Brüder, mit dem, was
> uns der HERR gegeben hat; er hat uns behütet und diese Schar, die
> über uns gekommen war, in unsere Hände gegeben.
> 
> 30:24   Wer sollte in dieser Sache auf euch hören? Wie der Anteil
> derjenigen, die in den Kampf gezogen sind, so soll auch der Anteil
> derjenigen sein, die beim Troß geblieben sind; jeder soll den
> gleichen Anteil haben.
> 4. Mose 31,27
> 
> 30:25   Und so blieb es weiterhin von diesem Tag an; und er machte es zu
> Satzung und Recht für Israel bis auf diesen Tag.
> 
> 30:26   Und als David nach Ziklag kam, sandte er von der Beute den Ältesten
> in Juda, seinen Freunden, und ließ sagen: Da habt ihr eine
> Segensgabe aus der Beute der Feinde des HERRN, -
> 
> 30:27   nämlich denen zu Betul, denen zu Rama im Südland, denen zu Jattir,
> 
> 30:28   denen zu Aroër, denen zu Sifmot, denen zu Eschtemoa,
> 
> 30:29   denen zu Karmel, denen in den Städten der Jerachmeeliter, denen in
> den Städten der Keniter,
> Kap 27,10
> 
> 30:30   denen zu Horma, denen zu Bor-Aschan, denen zu Atach,
> 
> 30:31   denen zu Hebron und allen Orten, wo David mit seinen Männern aus-
> und eingegangen war.
> 
>          Das Ende Sauls und seiner Söhne
> 
> (vgl. 1. Chr 10,1-12)
> 31:1    Die Philister aber kämpften gegen Israel, und die Männer Israels
> flohen vor den Philistern und blieben erschlagen liegen auf dem
> Gebirge Gilboa.
> 
> 31:2    Und die Philister waren hinter Saul und seinen Söhnen her und
> erschlugen Jonatan und Abinadab und Malkischua, die Söhne Sauls.
> 
> 31:3    Und der Kampf tobte heftig um Saul, und die Bogenschützen fanden
> ihn, und er wurde schwer verwundet von den Schützen.
> 
> 31:4    Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert und
> erstich mich damit, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich
> erstechen und treiben ihren Spott mit mir. Aber sein Waffenträger
> wollte nicht, denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert
> und stürzte sich hinein.
> Ri 9,54
> 
> 31:5    Als nun sein Waffenträger sah, daß Saul tot war, stürzte auch er
> sich in sein Schwert und starb mit ihm.
> 
> 31:6    So starben Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger und alle
> seine Männer miteinander an diesem Tage.
> 
> 31:7    Als aber die Männer Israels, die jenseits der Ebene und gegen den
> Jordan hin wohnten, sahen, daß die Männer Israels geflohen und Saul
> und seine Söhne tot waren, verließen sie die Städte und flohen auch.
> Da kamen die Philister und wohnten darin.
> 
> 31:8    Am andern Tage kamen die Philister, um die Erschlagenen
> auszuplündern, und fanden Saul und seine drei Söhne, wie sie
> gefallen auf dem Gebirge Gilboa lagen.
> 
> 31:9    Da hieben sie ihm sein Haupt ab und nahmen ihm seine Rüstung ab und
> sandten sie im Philisterland umher, um es zu verkünden im Hause
> ihrer Götzen und unter dem Volk.
> 
> 31:10   Und sie legten seine Rüstung in das Haus der Astarte, aber seinen
> Leichnam hängten sie auf an der Mauer von Bet-Schean.
> 5. Mose 21,22-23
> 
> 31:11   Als die Leute von Jabesch in Gilead hörten, was die Philister Saul
> angetan hatten,
> Kap 11,1-11
> 
> 31:12   machten sich alle streitbaren Männer auf und gingen die ganze Nacht
> hindurch und nahmen die Leichname Sauls und seiner Söhne von der
> Mauer zu Bet-Schean und brachten sie nach Jabesch und salbten sie
> dort.
> 
> 31:13   Und sie nahmen ihre Gebeine und begruben sie unter dem
> Tamariskenbaum bei Jabesch und fasteten sieben Tage.
> 2. Sam 1,12
>
> — *09SAMUEL1*

