# 22JESAJA

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> 1:1    Dies ist die Offenbarung, die Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut
> hat über Juda und Jerusalem zur Zeit des Usija, Jotam, Ahas und
> Hiskia, der Könige von Juda.
> 2. Chr 26,22
> 
> Gottes Anklage gegen das abtrünnige Volk
> 
> 1:2     Höret, ihr Himmel, und Erde, nimm zu Ohren, denn der HERR redet!
> Ich habe Kinder großgezogen und hochgebracht, und sie sind von mir
> abgefallen!
> 5. Mose 32,1;  5. Mose 32,5-6
> 
> 1:3    Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn;
> aber Israel kennt's nicht, und mein Volk versteht's nicht.
> 
> 1:4    Wehe dem sündigen Volk, dem Volk mit Schuld beladen, dem boshaften
> Geschlecht, den verderbten Kindern, die den HERRN verlassen, den
> Heiligen Israels lästern, die abgefallen sind!
> 
> 1:5    Wohin soll man euch noch schlagen, die ihr doch weiter im Abfall
> verharrt? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt.
> Jer 2,30
> 
> 1:6    Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an euch, sondern
> Beulen und Striemen und frische Wunden, die nicht gereinigt noch
> verbunden noch mit Öl gelindert sind.
> 5. Mose 28,35
> 
> 1:7    Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt;
> Fremde verzehren eure Äcker vor euren Augen; alles ist verwüstet wie
> beim Untergang Sodoms.
> 
> 1:8    Übriggeblieben ist allein die Tochter Zion wie ein Häuslein im
> Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfeld, wie eine belagerte
> Stadt.
> 
> 1:9    Hätte uns der HERR Zebaoth nicht einen geringen Rest übriggelassen,
> so wären wir wie Sodom und gleich wie Gomorra.
> 1. Mose 19,24-25;  Röm 9,29
> 
> 1:10   Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom! Nimm zu Ohren die
> Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra!
> 
> 1:11    Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt
> der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe
> kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke.
> (11-14) Ps 40,7-9; Spr 15,8; Jer 6,20; Am 5,22
> 
> 1:12   Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch,
> daß ihr meinen Vorhof zertretet?
> 
> 1:13   Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist
> mir ein Greuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt,
> Frevel und Festversammlung mag ich nicht!
> 4. Mose 10,10
> 
> 1:14   Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir
> eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen.
> 
> 1:15   Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine
> Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch
> nicht; denn eure Hände sind voll Blut.
> Spr 1,28; 15,29; Joh 9,31
> 
> 1:16   Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen,
> laßt ab vom Bösen!
> 
> 1:17   Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten,
> schaffet den Waisen Recht, führet der Witwen Sache!
> Jer 7,5-6
> 
> 1:18   So kommt denn und laßt uns miteinander rechten, spricht der HERR.
> Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden,
> und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.
> Kap 44,22; Ps 51,9
> 
> 1:19   Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut genießen.
> 3. Mose 25,18-19
> 
> 1:20   Weigert ihr euch aber und seid ungehorsam, so sollt ihr vom Schwert
> gefressen werden; denn der Mund des HERRN sagt es.
> 3. Mose 26,25
> 
> Gottes Gericht zur Läuterung Jerusalems
> 
> 1:21   Wie geht das zu, daß die treue Stadt zur Hure geworden ist? Sie war
> voll Recht, Gerechtigkeit wohnte darin; nun aber - Mörder.
> 
> 1:22    Dein Silber ist Schlacke geworden und dein Wein mit Wasser
> verfälscht.
> (22-25) Hes 22,18-22
> 
> 1:23   Deine Fürsten sind Abtrünnige und Diebsgesellen, sie nehmen alle
> gern Geschenke an und trachten nach Gaben. Den Waisen schaffen sie
> nicht Recht, und der Witwen Sache kommt nicht vor sie.
> 
> 1:24   Darum spricht der Herr, der HERR Zebaoth, der Mächtige Israels:
> Wehe! Ich werde mir Trost schaffen an meinen Feinden und mich rächen
> an meinen Widersachern
> 
> 1:25   und will meine Hand wider dich kehren und wie mit Lauge
> ausschmelzen, was Schlacke ist, und all dein Zinn ausscheiden.
> Ps 119,119
> 
> 1:26   Und ich will dir wieder Richter geben, wie sie vormals waren, und
> Ratsherren wie im Anfang. Alsdann wirst du eine Stadt der
> Gerechtigkeit und eine treue Stadt heißen.
> Sach 8,3
> 
> 1:27   Zion muß durch Gericht erlöst werden und, die zu ihr zurückkehren,
> durch Gerechtigkeit.
> Kap 46,13
> 
> 1:28   Die Übertreter aber und Sünder werden allesamt vernichtet werden,
> und die den HERRN verlassen, werden umkommen.
> 
> 1:29   Denn ihr sollt zuschanden werden wegen der Eichen, an denen ihr
> eure Lust habt, und ihr sollt schamrot werden wegen der Gärten, die
> ihr erwählt habt.
> Kap 57,5;  Kap 65,3
> 
> 1:30   Denn ihr werdet sein wie eine Eiche mit dürren Blättern und wie ein
> Garten ohne Wasser;
> 
> 1:31   und der Starke wird sein wie Werg und sein Tun wie ein Funke, und
> beides wird miteinander brennen, und niemand löscht.
> 
>          In Zion finden alle Völker Heil und Frieden
> 
> 2:1    Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda
> und Jerusalem:
> 
> 2:2     Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest
> stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle
> Heiden werden herzulaufen,
> (2-4) Mi 4,1-3; Kap 19,23; Jer 3,17
> 
> 2:3    und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, laßt uns auf den
> Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre
> seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird
> Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
> 5. Mose 4,6; Joh 4,22
> 
> 2:4    Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele
> Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße
> zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das
> Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu
> führen.
> Kap 9,4
> 
> 2:5    Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des HERRN!
> 
> Der Tag des HERRN macht alles Hohe niedrig
> 
> 2:6    Aber du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstoßen; denn sie treiben
> Wahrsagerei wie die im Osten und sind Zeichendeuter wie die
> Philister und hängen sich an die Kinder der Fremden.
> 
> 2:7    Ihr Land ist voll Silber und Gold, und ihrer Schätze ist kein Ende;
> ihr Land ist voll Rosse, und ihrer Wagen ist kein Ende.
> Mi 5,9
> 
> 2:8    Auch ist ihr Land voll Götzen; sie beten an ihrer Hände Werk, das
> ihre Finger gemacht haben.
> 
> 2:9    Aber gebeugt wird der Mensch, gedemütigt der Mann, und du wirst
> ihnen nicht vergeben.
> 
> 2:10   Geh in die Felsen und verbirg dich in der Erde vor dem Schrecken des
> HERRN und vor seiner herrlichen Majestät!
> 
> 2:11   Denn alle hoffärtigen Augen werden erniedrigt werden, und, die
> stolze Männer sind, werden sich beugen müssen; der HERR aber wird
> allein hoch sein an jenem Tage.
> Vers 17
> 
> 2:12   Denn der Tag des HERRN Zebaoth wird kommen über alles Hoffärtige
> und Hohe und über alles Erhabene, daß es erniedrigt werde:
> Jer 46,10; Hes 30,3; Joel 1,15; Am 5,18; Zef 1,14
> 
> 2:13   über alle hohen und erhabenen Zedern auf dem Libanon und über alle
> Eichen in Baschan,
> 
> 2:14   über alle hohen Berge und über alle erhabenen Hügel,
> 
> 2:15   über alle hohen Türme und über alle festen Mauern,
> 
> 2:16   über alle Schiffe im Meer und über alle kostbaren Boote,
> 
> 2:17   daß sich beugen muß alle Hoffart der Menschen und sich demütigen
> müssen, die stolze Männer sind, und der HERR allein hoch sei an
> jenem Tage.
> Vers 11
> 
> 2:18   Und mit den Götzen wird's ganz aus sein.
> 
> 2:19   Da wird man in die Höhlen der Felsen gehen und in die Klüfte der
> Erde vor dem Schrecken des HERRN und vor seiner herrlichen Majestät,
> wenn er sich aufmachen wird, zu schrecken die Erde.
> 
> 2:20   An jenem Tage wird jedermann wegwerfen seine silbernen und goldenen
> Götzen, die er sich hatte machen lassen, um sie anzubeten, zu den
> Maulwürfen und Fledermäusen,
> Kap 31,7
> 
> 2:21   damit er sich verkriechen kann in die Felsspalten und Steinklüfte
> vor dem Schrecken des HERRN und vor seiner herrlichen Majestät,
> wenn er sich aufmachen wird, zu schrecken die Erde.
> 2. Thess 1,9-10
> 
> 2:22   So lasset nun ab von dem Menschen, der nur ein Hauch ist; denn für
> was ist er zu achten?
> 
>          Gottes Gericht über die Herren Jerusalems und seine eitlen Frauen
> 
> 3:1    Siehe, der Herr, der HERR Zebaoth, wird von Jerusalem und Juda
> wegnehmen Stütze und Stab: allen Vorrat an Brot und allen Vorrat an
> Wasser,
> 3. Mose 26,26; Hes 4,16
> 
> 3:2    Helden und Kriegsleute, Richter und Propheten, Wahrsager und
> Älteste,
> 
> 3:3    Hauptleute und Vornehme, Ratsherren und Weise, Zauberer und
> Beschwörer.
> 
> 3:4    Und ich will ihnen Knaben zu Fürsten geben, und Mutwillige sollen
> über sie herrschen.
> Pred 10,16
> 
> 3:5    Und im Volk wird einer den andern bedrängen, ein jeder seinen
> Nächsten. Der Junge geht los auf den Alten und der Verachtete auf
> den Geehrten.
> 
> 3:6    Dann wird einer seinen Nächsten, der in seines Vaters Hause ist,
> drängen: Du hast noch einen Mantel! Sei unser Herr! Dieser
> Trümmerhaufe sei unter deiner Hand!
> 
> 3:7    Er aber wird sie zu der Zeit beschwören und sagen: Ich bin kein
> Arzt; es ist kein Brot und kein Mantel in meinem Hause! Macht mich
> nicht zum Herrn über das Volk!
> 
> 3:8    Denn Jerusalem ist gestrauchelt, und Juda liegt da, weil ihre Worte
> und ihr Tun wider den HERRN sind, daß sie seiner Majestät
> widerstreben.
> 
> 3:9    Daß sie die Person ansehen, zeugt gegen sie; ihrer Sünde rühmen sie
> sich wie die Leute in Sodom und verbergen sie nicht. Wehe ihnen!
> Denn damit bringen sie sich selbst in alles Unglück.
> 1. Mose 19,5-9
> 
> 3:10   Heil den Gerechten, sie haben es gut! Denn sie werden die Frucht
> ihrer Werke genießen.
> 
> 3:11   Wehe aber den Gottlosen, sie haben es schlecht! Denn es wird ihnen
> vergolten werden, wie sie es verdienen.
> 
> 3:12   Kinder sind Gebieter meines Volks, und Weiber beherrschen es. Mein
> Volk, deine Führer verführen dich und verwirren den Weg, den du
> gehen sollst!
> 
> 3:13   Der HERR steht da zum Gericht und ist aufgetreten, sein Volk zu
> richten.
> 
> 3:14   Der HERR geht ins Gericht mit den Ältesten seines Volks und mit
> seinen Fürsten: Ihr habt den Weinberg abgeweidet, und was ihr den
> Armen geraubt, ist in eurem Hause.
> Kap 5,7
> 
> 3:15   Warum zertretet ihr mein Volk und zerschlagt das Angesicht der
> Elenden? spricht Gott, der HERR Zebaoth.
> 
> 3:16   So hat der HERR gesprochen: Weil die Töchter Zions stolz sind und
> gehen mit aufgerecktem Halse, mit lüsternen Augen, trippeln daher
> und tänzeln und haben kostbare Schuhe an ihren Füßen,
> 1. Tim 2,9
> 
> 3:17   deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen,
> und der HERR wird ihre Schläfe entblößen.
> 
> 3:18   Zu der Zeit wird der Herr den Schmuck an den kostbaren Schuhen
> wegnehmen und die Stirnbänder, die Spangen,
> 
> 3:19   die Ohrringe, die Armspangen, die Schleier,
> 
> 3:20   die Hauben, die Schrittkettchen, die Gürtel, die Riechfläschchen,
> die Amulette,
> 
> 3:21   die Fingerringe, die Nasenringe,
> 
> 3:22   die Feierkleider, die Mäntel, die Tücher, die Täschchen,
> 
> 3:23   die Spiegel, die Hemden, die Kopftücher, die Überwürfe.
> 
> 3:24   Und es wird Gestank statt Wohlgeruch sein und ein Strick statt eines
> Gürtels und eine Glatze statt lockigen Haars und statt des
> Prachtgewandes ein Sack, Brandmal statt Schönheit.
> 
> 3:25   Deine Männer werden durchs Schwert fallen und deine Krieger im
> Kampf.
> 
> 3:26   Und Zions Tore werden trauern und klagen, und sie wird leer und
> einsam auf der Erde sitzen.
> 
>   4:1    Und sieben Frauen werden zu der Zeit einen Mann ergreifen und
> sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und kleiden, laß uns nur
> nach deinem Namen heißen, daß unsre Schmach von uns genommen werde.
> 
> Das künftige Heil für die Geretteten in Jerusalem
> 
> 4:2    Zu der Zeit wird, was der HERR sprießen läßt, lieb und wert sein
> und die Frucht des Landes herrlich und schön bei denen, die erhalten
> bleiben in Israel.
> Jer 33,15
> 
> 4:3    Und wer da wird übrig sein in Zion und übrigbleiben in Jerusalem,
> der wird heilig heißen, ein jeder, der aufgeschrieben ist zum Leben
> in Jerusalem.
> Kap 6,13;  2. Mose 32,32; Ps 69,29; Mal 3,16
> 
> 4:4    Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abwaschen wird und die
> Blutschuld Jerusalems wegnehmen durch den Geist, der richten und ein
> Feuer anzünden wird,
> 
> 4:5    dann wird der HERR über der ganzen Stätte des Berges Zion und über
> ihren Versammlungen eine Wolke schaffen am Tage und Rauch und
> Feuerglanz in der Nacht. Ja, es wird ein Schutz sein über allem, was
> herrlich ist,
> 2. Mose 13,21
> 
> 4:6    und eine Hütte zum Schatten am Tage vor der Hitze und Zuflucht und
> Obdach vor dem Wetter und Regen.
> 
>          Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg
> 
> 5:1    Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem
> Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf
> einer fetten Höhe.
> Kap 3,14; Jer 2,21; Mk 12,1-9
> 
> 5:2    Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben.
> Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete
> darauf, daß er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.
> 
> 5:3    Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen
> mir und meinem Weinberg!
> 
> 5:4    Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan
> habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während
> ich darauf wartete, daß er gute brächte?
> 
> 5:5    Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will!
> Sein Zaun soll weggenommen werden, daß er verwüstet werde, und seine
> Mauer soll eingerissen werden, daß er zertreten werde.
> 
> 5:6    Ich will ihn wüst liegen lassen, daß er nicht beschnitten noch
> gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will
> den Wolken gebieten, daß sie nicht darauf regnen.
> 
> 5:7    Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer
> Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf
> Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe,
> da war Geschrei über Schlechtigkeit.
> 
> Weherufe über die Sünden der Großen
> 
> 5:8    Weh denen, die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den
> andern rücken, bis kein Raum mehr da ist und sie allein das Land
> besitzen!
> 5. Mose 5,21
> 
> 5:9    Es ist in meinen Ohren das Wort des HERRN Zebaoth: Fürwahr, die
> vielen Häuser sollen veröden und die großen und feinen leer stehen.
> 
> 5:10   Denn zehn Morgen Weinberg sollen nur einen Eimer geben und zehn
> Scheffel Saat nur einen Scheffel.
> 
> 5:11   Weh denen, die des Morgens früh auf sind, dem Saufen nachzugehen,
> und sitzen bis in die Nacht, daß sie der Wein erhitzt,
> 
> 5:12   und haben Harfen, Zithern, Pauken, Pfeifen und Wein in ihrem
> Wohlleben, aber sehen nicht auf das Werk des HERRN und schauen
> nicht auf das Tun seiner Hände!
> Am 6,5-6;  Ps 44,2
> 
> 5:13   Darum wird mein Volk weggeführt werden unversehens, und seine
> Vornehmen müssen Hunger leiden und die lärmende Menge Durst.
> 
> 5:14   Daher hat das Totenreich den Schlund weit aufgesperrt und den Rachen
> aufgetan ohne Maß, daß hinunterfährt, was da prangt und lärmt, alle
> Übermütigen und Fröhlichen.
> 
> 5:15   So wird gebeugt der Mensch und gedemütigt der Mann, und die Augen
> der Hoffärtigen werden erniedrigt,
> 
> 5:16   aber der HERR Zebaoth wird hoch sein im Gericht und Gott, der
> Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit.
> Kap 2,11; 2,17
> 
> 5:17   Da werden dann Lämmer weiden wie auf ihrer Trift und Ziegen sich
> nähren in den Trümmerstätten der Hinweggerafften.
> 
> 5:18   Weh denen, die das Unrecht herbeiziehen mit Stricken der Lüge und
> die Sünde mit Wagenseilen
> 
> 5:19   und sprechen: Er lasse eilends und bald kommen sein Werk, daß wir's
> sehen; es nahe und treffe ein der Ratschluß des Heiligen Israels,
> daß wir ihn kennenlernen!
> Jer 17,15; 2. Petr 3,4
> 
> 5:20   Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis
> Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß
> sauer machen!
> 
> 5:21   Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich
> selbst für klug!
> Spr 3,7;  Röm 12,16
> 
> 5:22   Weh denen, die Helden sind, Wein zu saufen, und wackere Männer,
> Rauschtrank zu mischen,
> 
> 5:23   die den Schuldigen gerecht sprechen für Geschenke und das Recht
> nehmen denen, die im Recht sind!
> 2. Mose 23,8
> 
> 5:24   Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehrt und Stoppeln vergehen in
> der Flamme, so wird ihre Wurzel verfaulen und ihre Blüte auffliegen
> wie Staub. Denn sie verachten die Weisung des HERRN Zebaoth und
> lästern die Rede des Heiligen Israels.
> 
> Gott ruft die Feinde ins Land zum Endgericht
> 
> 5:25   Darum ist der Zorn des HERRN entbrannt über sein Volk, und er
> reckt seine Hand wider sie und schlägt sie, daß die Berge beben und
> ihre Leichen sind wie Kehricht auf den Gassen. Und bei all dem läßt
> sein Zorn nicht ab, sondern seine Hand ist noch ausgereckt.
> Kap 9,11; 9,16; 9,20; 10,4
> Die Verse 25-30 gehören wahrscheinlich mit Kap 9,7 - 10,4 zusammen.
> 
> 5:26   Er wird ein Feldzeichen aufrichten für das Volk in der Ferne und
> pfeift es herbei vom Ende der Erde. Und siehe, eilends und schnell
> kommen sie daher.
> 
> 5:27   Keiner unter ihnen ist müde oder schwach, keiner schlummert noch
> schläft; keinem geht der Gürtel auf von seinen Hüften, und keinem
> zerreißt ein Schuhriemen.
> 
> 5:28   Ihre Pfeile sind scharf und alle ihre Bogen gespannt; die Hufe ihrer
> Rosse sind hart wie Kieselsteine, und ihre Wagenräder sind wie ein
> Sturmwind.
> 
> 5:29   Ihr Brüllen ist wie das der Löwen, und sie brüllen wie junge Löwen.
> Sie werden daherbrausen und den Raub packen und davontragen, daß
> niemand retten kann.
> 
> 5:30   Und es wird über ihnen brausen zu der Zeit wie das Brausen des
> Meeres. Wenn man dann das Land ansehen wird, siehe, so ist's finster
> vor Angst, und das Licht scheint nicht mehr über ihnen.
> 
>          Jesajas Berufung zum Propheten
> 
> 6:1    In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen
> auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte den
> Tempel.
> 2. Chr 26,22
> 
> 6:2    Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: mit zweien
> deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße, und mit
> zweien flogen sie.
> 1. Kön 22,19
> 
> 6:3    Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist
> der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!
> Offb 4,8
> 
> 6:4    Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens, und das Haus
> ward voll Rauch.
> Hes 10,4; Offb 15,8
> 
> 6:5    Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen
> und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den
> König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen.
> 2. Mose 33,20
> 
> 6:6    Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in
> der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm,
> 
> 6:7    und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine
> Lippen berührt, daß deine Schuld von dir genommen werde und deine
> Sünde gesühnt sei.
> 
> 6:8    Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich
> senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich,
> sende mich!
> 
> 6:9     Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und
> verstehet's nicht; sehet und merket's nicht!
> (9 und 10) Mt 13,11-15; Joh 12,40; Apg 28,26-27
> 
> 6:10   Verstocke das Herz dieses Volks und laß ihre Ohren taub sein und
> ihre Augen blind, daß sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören
> mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht
> bekehren und genesen.
> 5. Mose 29,3; Röm 11,8
> 
> 6:11   Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst
> werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld
> ganz wüst daliegt.
> 
> 6:12   Denn der HERR wird die Menschen weit wegtun, so daß das Land sehr
> verlassen sein wird.
> 
> 6:13   Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals
> verheert werden, doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim
> Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher
> Stumpf sein.
> Am 5,3;  Kap 7,3; 10,20-21
> 
>          Jesaja ruft den König Ahas zum Glauben
> 
> 7:1    Es begab sich zur Zeit des Ahas, des Sohnes Jotams, des Sohnes
> Usijas, des Königs von Juda, da zogen Rezin, der König von Aram, und
> Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, herauf nach
> Jerusalem, um es zu bekämpfen; sie konnten es aber nicht erobern.
> 2. Kön 16,5
> Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Syrisch-Ephraimitischer Krieg«.
> 
> 7:2    Da wurde dem Hause David angesagt: Die Aramäer haben sich gelagert
> in Ephraim. Da bebte ihm das Herz und das Herz seines Volks, wie die
> Bäume im Walde beben vom Winde.
> 
> 7:3    Aber der HERR sprach zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas entgegen, du und
> dein Sohn Schear-Jaschub, an das Ende der Wasserleitung des oberen
> Teiches, an der Straße beim Acker des Walkers,
> d.h. ein Rest wird sich bekehren.
> 
> 7:4    und sprich zu ihm: Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht,
> und dein Herz sei unverzagt vor diesen beiden Brandscheiten, die nur
> noch rauchen, vor dem Zorn Rezins und der Aramäer und des Sohnes
> Remaljas.
> Kap 30,15
> 
> 7:5    Weil die Aramäer gegen dich Böses ersonnen haben samt Ephraim und
> dem Sohn Remaljas und sagen:
> 
> 7:6    »Wir wollen hinaufziehen nach Juda und es erschrecken und für uns
> erobern und zum König darin machen den Sohn Tabeals«, -
> 
> 7:7    so spricht Gott der HERR: Es soll nicht geschehen und nicht so
> gehen,
> 
> 7:8    sondern wie Damaskus das Haupt ist von Aram, so soll Rezin nur das
> Haupt von Damaskus sein - und in fünfundsechzig Jahren soll es mit
> Ephraim aus sein, daß sie nicht mehr ein Volk seien -;
> 
> 7:9    und wie Samaria das Haupt ist von Ephraim, so soll der Sohn Remaljas
> nur das Haupt von Samaria sein. Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr
> nicht.
> 2. Chr 20,20
> 
> Das Zeichen des Immanuel und das Strafgericht durch die Assyrer
> 
> 7:10   Und der HERR redete abermals zu Ahas und sprach:
> 
> 7:11   Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, es sei drunten in
> der Tiefe oder droben in der Höhe!
> 
> 7:12   Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, damit ich den HERRN
> nicht versuche.
> 
> 7:13   Da sprach Jesaja: Wohlan, so hört, ihr vom Hause David: Ist's euch
> zu wenig, daß ihr Menschen müde macht? Müßt ihr auch meinen Gott
> müde machen?
> 
> 7:14   Darum wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine
> Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie
> nennen Immanuel.
> Mt 1,23
> Andere Übersetzung: »junge Frau«; d.h. »Gott mit uns!«
> 
> 7:15   Butter und Honig wird er essen, bis er weiß, Böses zu verwerfen und
> Gutes zu erwählen.
> 
> 7:16   Denn ehe der Knabe lernt Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird
> das Land verödet sein, vor dessen zwei Königen dir graut.
> Kap 8,4
> 
> 7:17   Der HERR wird über dich, über dein Volk und über deines Vaters Haus
> Tage kommen lassen, wie sie nicht gekommen sind seit der Zeit, da
> Ephraim sich von Juda schied, nämlich durch den König von Assyrien.
> 
> 7:18   Zu der Zeit wird der HERR herbeipfeifen die Fliege am Ende der
> Ströme Ägyptens und die Biene im Lande Assur,
> 
> 7:19   daß sie kommen und sich alle niederlassen in den tiefen Tälern und
> in den Steinklüften und in allen Hecken und an jeder Tränke.
> 
> 7:20   Zu der Zeit wird der Herr das Haupt und die Haare am Leib scheren
> und den Bart abnehmen durch das Schermesser, das gedungen ist
> jenseits des Stroms, durch den König von Assyrien.
> 2. Kön 15,29
> 
> 7:21   Zu der Zeit wird ein Mann eine junge Kuh und zwei Schafe aufziehen
> 
> 7:22   und wird so viel zu melken haben, daß er Butter essen wird; denn
> Butter und Honig wird essen, wer übrigbleiben wird im Lande.
> 
> 7:23   Und es wird zu der Zeit geschehen: wo jetzt tausend Weinstöcke
> stehen, tausend Silberstücke wert, da werden Dornen und Disteln
> sein,
> 
> 7:24   daß man mit Pfeil und Bogen dahin gehen muß. Denn im ganzen Lande
> werden Dornen und Disteln sein,
> 
> 7:25   daß man auch zu all den Bergen, die man jetzt mit der Hacke zu
> behacken pflegt, nicht kommen kann aus Scheu vor Dornen und Disteln,
> sondern man wird Rinder darüber treiben und Schafe es zertreten
> lassen.
> 
>          Der Sohn des Propheten als Zeichen des Gerichts über Aram und Israel
> 
> 8:1    Und der HERR sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreib
> darauf mit deutlicher Schrift: Raubebald-Eilebeute!
> 
> 8:2    Und ich nahm mir zwei treue Zeugen, den Priester Uria und Secharja,
> den Sohn Jeberechjas.
> 
> 8:3    Und ich ging zu der Prophetin; die ward schwanger und gebar einen
> Sohn. Und der HERR sprach zu mir: Nenne ihn Raubebald-Eilebeute!
> 
> 8:4    Denn ehe der Knabe rufen kann: Lieber Vater! Liebe Mutter!, soll
> die Macht von Damaskus und die Beute aus Samaria weggenommen werden
> durch den König von Assyrien.
> Kap 7,16;  2. Kön 16,9
> 
> Das Gericht über Juda und die Völker
> 
> 8:5    Und der HERR redete weiter mit mir und sprach:
> 
> 8:6    Weil dies Volk verachtet die Wasser von Siloah, die still
> dahinfließen, und in Angst zerfließt vor Rezin und dem Sohn
> Remaljas,
> 
> 8:7    siehe, so wird der Herr über sie kommen lassen die starken und
> vielen Wasser des Stromes, nämlich den König von Assyrien und alle
> seine Macht, daß sie über alle ihre Ränder fluten und über alle ihre
> Ufer gehen.
> 
> 8:8    Und sie werden einbrechen in Juda und wegschwemmen und überfluten,
> bis sie an den Hals reichen. Und sie werden ihre Flügel ausbreiten,
> daß sie dein Land, o Immanuel, füllen, so weit es ist.
> Kap 7,14
> 
> 8:9    Tobet, ihr Völker, ihr müßt doch fliehen! Höret's alle, die ihr in
> fernen Landen seid! Rüstet euch, ihr müßt doch fliehen; rüstet euch,
> ihr müßt doch fliehen!
> 
> 8:10   Beschließt einen Rat, und es werde nichts daraus; beredet euch, und
> es geschehe nicht! Denn hier ist Immanuel!
> 
> 8:11   Denn so sprach der HERR zu mir, als seine Hand über mich kam und er
> mich warnte, ich sollte nicht wandeln auf dem Wege dieses Volks:
> 
> 8:12   Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dies Volk
> Verschwörung nennt, und vor dem, was sie fürchten, fürchtet euch
> nicht und laßt euch nicht grauen,
> 
> 8:13   sondern verschwört euch mit dem HERRN Zebaoth; den laßt eure Furcht
> und euren Schrecken sein.
> Mt 10,28
> 
> 8:14   Er wird ein Fallstrick sein und ein Stein des Anstoßes und ein Fels
> des Ärgernisses für die beiden Häuser Israel, ein Fallstrick und
> eine Schlinge für die Bürger Jerusalems,
> Röm 9,33
> 
> 8:15   daß viele von ihnen sich daran stoßen, fallen, zerschmettern,
> verstrickt und gefangen werden.
> 
> Der Prophet und seine Jünger
> 
> 8:16   Ich soll verschließen die Offenbarung, versiegeln die Weisung in
> meinen Jüngern
> Dan 12,4
> 
> 8:17   und will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen hat vor
> dem Hause Jakob, und will auf ihn harren.
> 
> 8:18   Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir der HERR gegeben hat
> als Zeichen und Weissagung in Israel vom HERRN Zebaoth, der auf dem
> Berge Zion wohnt.
> Vers 3; Kap 7,3; Hebr 2,13
> 
> 8:19   Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müßt die Totengeister und
> Beschwörer befragen, die da flüstern und murmeln, so sprecht: Soll
> nicht ein Volk seinen Gott befragen? Oder soll man für Lebendige die
> Toten befragen?
> 2. Kön 1,3
> 
> 8:20   Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das nicht sagen,
> so wird ihnen kein Morgenrot scheinen,
> 
> 8:21   sondern sie werden im Lande umhergehen, hart geschlagen und hungrig.
> Und wenn sie Hunger leiden, werden sie zürnen und fluchen ihrem
> König und ihrem Gott, und sie werden über sich blicken
> 
> 8:22   und unter sich die Erde ansehen und nichts finden als Trübsal und
> Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst und gehen irre im
> Finstern.
> 
> 8:23   Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind.
> Hat er in früherer Zeit in Schmach gebracht das Land Sebulon und
> das Land Naftali, so wird er hernach zu Ehren bringen den Weg am
> Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden.
> Ps 107,10-14;  2. Kön 15,29; Mt 4,12-16
> Abweichende Verszählung statt 8,23: 9,1.
> 
>          Der Friedefürst wird verheißen
> 
> 9:1    Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und
> über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
> Lk 1,79
> Abweichende Verszählung statt 9,1-20: 9,2-21.
> 
> 9:2    Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man
> sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist,
> wenn man Beute austeilt.
> 
> 9:3    Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter
> und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians.
> Ps 81,7;  Ri 7,14-15; 7,22
> 
> 9:4    Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel,
> durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.
> 
> 9:5    Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die
> Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat,
> Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;
> Kap 22,22; Mi 5,1;  Mi 4,3
> 
> 9:6    auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf
> dem Thron Davids und in seinem Königreich, daß er's stärke und
> stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
> Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.
> 2. Sam 7,12-13; Lk 1,32;  Kap 11,1-5; Ps 72,3-4
> 
> Gottes Gericht über das unbußfertige Nordreich
> 
> 9:7    Der Herr hat ein Wort gesandt wider Jakob, und es ist in Israel
> niedergefallen,
> 
> 9:8    daß alles Volk es innewerde, Ephraim und die Bürger Samarias, die da
> sagen in Hochmut und stolzem Sinn:
> 
> 9:9    Ziegelsteine sind gefallen, aber wir wollen's mit Quadern wieder
> bauen. Man hat Maulbeerbäume abgehauen, aber wir wollen Zedern an
> ihre Stelle setzen.
> 
> 9:10   Doch der HERR macht stark gegen sie ihre Bedränger, nämlich Rezin,
> und ihre Feinde stachelt er auf,
> 
> 9:11   die Aramäer von vorn und die Philister von hinten, daß sie Israel
> fressen mit vollem Maul. Bei all dem läßt sein Zorn noch nicht ab,
> seine Hand ist noch ausgereckt.
> 
> 9:12   Aber das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und fragt nicht
> nach dem HERRN Zebaoth.
> 
> 9:13   Darum haut der HERR von Israel Kopf und Schwanz ab, Ast und Stumpf,
> auf einen Tag.
> Kap 10,33
> 
> 9:14   Die Ältesten und die Vornehmen sind der Kopf, die Propheten aber,
> die falsch lehren, sind der Schwanz.
> 
> 9:15   Denn die Leiter dieses Volks sind Verführer, und die sich leiten
> lassen, sind verloren.
> 
> 9:16   Darum kann der Herr ihre junge Mannschaft nicht verschonen noch
> ihrer Waisen und Witwen sich erbarmen; denn sie sind allzumal
> gottlos und böse, und aller Mund redet Torheit. Bei all dem läßt
> sein Zorn noch nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.
> 
> 9:17   Denn die Bosheit lodert wie Feuer; das verzehrt Dornen und Disteln
> und zündet den dichten Wald an und gibt hohen Rauch.
> 
> 9:18   Vom Zorn des HERRN Zebaoth brennt das Land, daß das Volk wird wie
> ein Fraß des Feuers; keiner schont den andern.
> 
> 9:19   Sie verschlingen zur Rechten und leiden Hunger; sie fressen zur
> Linken und werden doch nicht satt. Ein jeder frißt das Fleisch
> seines Nächsten:
> 
> 9:20   Manasse den Ephraim, Ephraim den Manasse, und sie beide miteinander
> sind gegen Juda. Bei all dem läßt sein Zorn nicht ab, seine Hand ist
> noch ausgereckt.
> 
>  10:1     Weh denen, die unrechte Gesetze machen, und den Schreibern, die
> unrechtes Urteil schreiben,
> (1-4) Kap 5,8-23
> 
> 10:2    um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der
> Elenden in meinem Volk, daß die Witwen ihr Raub und die Waisen ihre
> Beute werden!
> 
> 10:3    Was wollt ihr tun am Tage der Heimsuchung und des Unheils, das von
> ferne kommt? Zu wem wollt ihr fliehen um Hilfe? Und wo wollt ihr
> eure Herrlichkeit lassen?
> 
> 10:4    Wer sich nicht unter die Gefangenen bückt, wird unter den
> Erschlagenen fallen. Bei all dem läßt sein Zorn nicht ab, seine Hand
> ist noch ausgereckt.
> 
> Gegen den Hochmut des Königs von Assyrien
> 
> 10:5    Wehe Assur, der meines Zornes Rute und meines Grimmes Stecken ist!
> Vers 15
> 
> 10:6    Ich sende ihn wider ein gottloses Volk und gebe ihm Befehl wider das
> Volk, dem ich zürne, daß er's beraube und ausplündere und es
> zertrete wie Dreck auf der Gasse.
> 
> 10:7    Aber er meint's nicht so, und sein Herz denkt nicht so, sondern sein
> Sinn steht danach, zu vertilgen und auszurotten nicht wenige Völker.
> 
> 10:8    Denn er spricht: »Sind meine Fürsten nicht allesamt Könige?
> 
> 10:9    Ist Kalne nicht wie Karkemisch? Ist Hamat nicht wie Arpad? Ist nicht
> Samaria wie Damaskus?
> 
> 10:10    Wie meine Hand gefunden hat die Königreiche der Götzen, obwohl ihre
> Götzen mehr waren, als die zu Jerusalem und Samaria sind:
> (10 und 11) 2. Kön 18,33-35
> 
> 10:11   sollte ich nicht Jerusalem tun und seinen Götzen, wie ich Samaria
> und seinen Götzen getan habe?«
> 
> 10:12   Wenn aber der Herr all sein Werk ausgerichtet hat auf dem Berge Zion
> und zu Jerusalem, wird er sprechen: Ich will heimsuchen die Frucht
> des Hochmuts des Königs von Assyrien und den Stolz seiner
> hoffärtigen Augen,
> Kap 37,36
> 
> 10:13   weil er spricht: »Ich hab's durch meiner Hände Kraft ausgerichtet
> und durch meine Weisheit, denn ich bin klug. Ich habe die Grenzen
> der Länder anders gesetzt und ihre Schätze geraubt und wie ein Stier
> die Bewohner zu Boden gestoßen.
> 
> 10:14   Meine Hand hat gefunden den Reichtum der Völker wie ein Vogelnest,
> und ich habe alle Länder zusammengerafft, wie man Eier sammelt, die
> verlassen sind; kein Flügel regte sich, und kein Schnabel sperrte
> sich auf und zirpte.«
> 
> 10:15   Vermag sich auch eine Axt zu rühmen wider den, der damit haut, oder
> eine Säge groß zu tun wider den, der sie zieht? Als ob die Rute den
> schwänge, der sie hebt; als ob der Stock den höbe, der kein Holz
> ist!
> Vers 5
> 
> 10:16   Darum wird der Herr, der HERR Zebaoth, unter die Fetten in Assur die
> Auszehrung senden, und seine Herrlichkeit wird er anzünden, daß sie
> brennen wird wie ein Feuer.
> 
> 10:17   Und das Licht Israels wird ein Feuer sein, und sein Heiliger wird
> eine Flamme sein, und sie wird seine Dornen und Disteln anzünden und
> verzehren auf einen Tag.
> 5. Mose 4,24
> 
> 10:18   Und die Herrlichkeit seiner Wälder und Gärten soll zunichte werden
> mit Stumpf und Stiel und wird vergehen und dahinschwinden,
> 
> 10:19   daß die Bäume seiner Wälder, die übrigbleiben, gezählt werden
> können, und ein Knabe kann sie aufschreiben.
> 
> Errettung eines Restes von Israel.
> Zions Errettung vor dem Ansturm der Assyrer
> 
> 10:20    Zu der Zeit werden die Übriggebliebenen von Israel und, was
> entkommen ist vom Hause Jakob, sich nicht mehr verlassen auf den,
> der sie schlägt, sondern sie werden sich verlassen auf den HERRN,
> den Heiligen Israels, in Treue.
> (20 und 21) Kap 6,13; 7,3
> 
> 10:21   Ein Rest wird sich bekehren, ja, der Rest Jakobs, zu Gott, dem
> Starken.
> 
> 10:22   Denn wäre auch dein Volk, o Israel, wie Sand am Meer, so soll doch
> nur ein Rest in ihm bekehrt werden. Verderben ist beschlossen und
> bringt Fluten von Gerechtigkeit.
> Röm 9,27
> 
> 10:23   Denn Gott der HERR Zebaoth wird Verderben ergehen lassen, wie
> beschlossen ist, im ganzen Lande.
> Kap 28,22
> 
> 10:24   Darum spricht Gott der HERR Zebaoth: Fürchte dich nicht, mein Volk,
> das in Zion wohnt, vor Assur, der dich mit dem Stecken schlägt und
> seinen Stab gegen dich aufhebt, wie es in Ägypten geschah.
> 
> 10:25   Denn es ist nur noch eine kleine Weile, so wird meine Ungnade ein
> Ende haben, und mein Zorn wird sich richten auf sein Verderben.
> 
> 10:26   Alsdann wird der HERR Zebaoth eine Geißel über ihn schwingen wie in
> der Schlacht Midians am Rabenfelsen und wird seinen Stab, den er am
> Meer brauchte, aufheben wie in Ägypten.
> Ri 7,25; Ps 83,10;  2. Mose 14,26-27
> 
> 10:27   Zu der Zeit wird seine Last von deiner Schulter weichen müssen und
> sein Joch von deinem Halse. Er zieht herauf von Rimmon,
> 
> 10:28   er kommt nach Aja. Er zieht durch Migron, er läßt seinen Troß zu
> Michmas.
> 
> 10:29   Sie ziehen durch den engen Weg, bleiben in Geba über Nacht. Rama
> erschrickt, das Gibea Sauls flieht.
> 
> 10:30   Du Tochter Gallim, schreie laut! Merke auf, Lajescha; gib ihm
> Antwort, Anatot!
> 1. Sam 25,44
> 
> 10:31   Madmena weicht, die Bürger von Gebim laufen davon.
> 
> 10:32   Noch heute wird er haltmachen in Nob; er wird seine Hand
> ausstrecken gegen den Berg der Tochter Zion, gegen den Hügel
> Jerusalems.
> 1. Sam 21,2
> 
> 10:33   Aber siehe, der Herr, der HERR Zebaoth, wird die Äste mit Macht
> abhauen und, was hoch aufgerichtet steht, niederschlagen, daß die
> Hohen erniedrigt werden.
> 
> 10:34   Und der dichte Wald wird mit dem Eisen umgehauen werden, und der
> Libanon wird fallen durch einen Mächtigen.
> 
>          Der Messias und sein Friedensreich
> 
> 11:1    Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig
> aus seiner Wurzel Frucht bringen.
> 
> 11:2    Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und
> des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der
> Erkenntnis und der Furcht des HERRN.
> 
> 11:3    Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird
> nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen
> nach dem, was seine Ohren hören,
> 
> 11:4    sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil
> sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines
> Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen
> den Gottlosen töten.
> 2. Thess 2,8
> 
> 11:5    Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der
> Gurt seiner Hüften.
> 
> 11:6    Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den
> Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und
> Mastvieh miteinander treiben.
> Kap 65,25
> 
> 11:7    Kühe und Bären werden zusammen weiden, daß ihre Jungen beieinander
> liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder.
> 
> 11:8    Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes
> Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter.
> 
> 11:9    Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen
> Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser
> das Meer bedeckt.
> 
> 11:10   Und es wird geschehen zu der Zeit, daß das Reis aus der Wurzel
> Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden
> fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.
> Röm 15,12
> 
> 11:11    Und der Herr wird zu der Zeit zum zweitenmal seine Hand
> ausstrecken, daß er den Rest seines Volks loskaufe, der
> übriggeblieben ist in Assur, Ägypten, Patros, Kusch, Elam,
> Schinar, Hamat und auf den Inseln des Meeres.
> (11-13) Hes 37,21-22
> 
> 11:12   Und er wird ein Zeichen aufrichten unter den Völkern und
> zusammenbringen die Verjagten Israels und die Zerstreuten Judas
> sammeln von den vier Enden der Erde.
> 
> 11:13   Und der Neid Ephraims wird aufhören und die Feindschaft Judas
> ausgerottet werden, daß Ephraim nicht mehr neidisch ist auf Juda und
> Juda nicht mehr Ephraim feind ist.
> 
> 11:14   Sie werden sich stürzen auf das Land der Philister im Westen und
> miteinander berauben alle, die im Osten wohnen. Nach Edom und Moab
> werden sie ihre Hände ausstrecken, die Ammoniter werden ihnen
> gehorsam sein.
> 
> 11:15   Und der HERR wird austrocknen die Zunge des Meeres von Ägypten und
> wird seine Hand gehen lassen über den Euphrat mit seinem starken
> Wind und ihn in sieben Bäche zerschlagen, so daß man mit Schuhen
> hindurchgehen kann.
> 
> 11:16   Und es wird eine Straße dasein für den Rest seines Volks, das
> übriggeblieben ist in Assur, wie sie für Israel da war zur Zeit, als
> sie aus Ägyptenland zogen.
> 2. Mose 14,29
> 
>          Das Danklied der Erlösten
> 
> 12:1    Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR, daß du bist zornig
> gewesen über mich und dein Zorn sich gewendet hat und du mich
> tröstest.
> 
> 12:2    Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht;
> denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein
> Heil.
> 2. Mose 15,2
> 
> 12:3    Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen.
> Kap 55,1; Sach 13,1
> 
> 12:4    Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen
> Namen! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein
> Name so hoch ist!
> 1. Chr 16,8; Ps 105,1
> 
> 12:5    Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei
> kund in allen Landen!
> 
> 12:6    Jauchze und rühme, du Tochter Zion; denn der Heilige Israels ist
> groß bei dir!
> 
>          Gottes Gericht über Babel
> 
> (Kap 13,1 - 14,32: vgl. Kap 21,1-10; 47,1-15; Jer 50,1 - 51,64)
> 13:1    Dies ist die Last für Babel, die Jesaja, der Sohn des Amoz,
> geschaut hat:
> Jer 23,33
> 
> 13:2    Auf hohem Berge erhebt das Banner, ruft laut ihnen zu, winkt mit der
> Hand, daß sie einziehen durch die Tore der Fürsten.
> 
> 13:3    Ich habe meine Geheiligten entboten zu meinem Zorngericht und meine
> Starken gerufen, die da jauchzen über meine Herrlichkeit.
> 
> 13:4    Es ist Geschrei und Lärm auf den Bergen wie von einem großen Volk,
> Geschrei und Getümmel von den versammelten Königreichen der Völker.
> Der HERR Zebaoth rüstet ein Heer zum Kampf.
> 
> 13:5    Sie kommen aus fernen Landen, vom Ende des Himmels, ja, der HERR
> selbst samt den Werkzeugen seines Zorns, um zu verderben die ganze
> Erde.
> 
> 13:6    Heulet, denn des HERRN Tag ist nahe; er kommt wie eine Verwüstung
> vom Allmächtigen.
> Joel 1,15
> 
> 13:7    Darum werden alle Hände schlaff, und aller Menschen Herz wird feige
> sein.
> 
> 13:8    Schrecken, Angst und Schmerzen wird sie ankommen, es wird ihnen
> bange sein wie einer Gebärenden. Einer wird sich vor dem andern
> entsetzen, feuerrot werden ihre Angesichter sein.
> 
> 13:9    Denn siehe, des HERRN Tag kommt grausam, zornig, grimmig, die Erde
> zu verwüsten und die Sünder von ihr zu vertilgen.
> 
> 13:10   Denn die Sterne am Himmel und sein Orion scheinen nicht hell, die
> Sonne geht finster auf, und der Mond gibt keinen Schein.
> Hes 32,7; Joel 2,10; Am 5,8; Mt 24,29
> 
> 13:11   Ich will den Erdkreis heimsuchen um seiner Bosheit willen und die
> Gottlosen um ihrer Missetat willen und will dem Hochmut der Stolzen
> ein Ende machen und die Hoffart der Gewaltigen demütigen,
> 
> 13:12   daß ein Mann kostbarer sein soll als feinstes Gold und ein Mensch
> wertvoller als Goldstücke aus Ofir.
> 
> 13:13   Darum will ich den Himmel bewegen, und die Erde soll beben und von
> ihrer Stätte weichen durch den Grimm des HERRN Zebaoth, am Tage
> seines Zorns.
> 
> 13:14   Und sie sollen sein wie ein verscheuchtes Reh und wie eine Herde
> ohne Hirten, daß sich ein jeder zu seinem Volk kehren und ein jeder
> in sein Land fliehen wird.
> 
> 13:15   Wer da gefunden wird, wird erstochen, und wen man aufgreift, wird
> durchs Schwert fallen.
> 
> 13:16   Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre
> Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden.
> Ps 137,8-9
> 
> 13:17   Denn siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken, die nicht Silber
> suchen oder nach Gold fragen,
> 
> 13:18   sondern die Jünglinge mit Bogen erschießen und sich der Frucht des
> Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht schonen.
> 
> 13:19   So soll Babel, das schönste unter den Königreichen, die herrliche
> Pracht der Chaldäer, zerstört werden von Gott wie Sodom und
> Gomorra,
> 1. Mose 19,24-25
> 
> 13:20   daß man hinfort nicht mehr da wohne noch jemand da bleibe für und
> für, daß auch Araber dort keine Zelte aufschlagen noch Hirten ihre
> Herden lagern lassen,
> 
> 13:21    sondern Wüstentiere werden sich da lagern, und ihre Häuser werden
> voll Eulen sein; Strauße werden da wohnen, und Feldgeister werden da
> hüpfen,
> (21 und 22) Kap 34,13
> 
> 13:22   und wilde Hunde werden in ihren Palästen heulen und Schakale in den
> Schlössern der Lust. Ihre Zeit wird bald kommen, und ihre Tage
> lassen nicht auf sich warten.
> 
>          Triumphlied über den Sturz des Weltherrschers
> 
> 14:1    Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch einmal
> erwählen und sie in ihr Land setzen. Und Fremdlinge werden sich zu
> ihnen gesellen und dem Hause Jakob anhangen.
> Sach 1,17
> 
> 14:2    Und die Völker werden Israel nehmen und an seinen Ort bringen, und
> dann wird das Haus Israel sie als Knechte und Mägde besitzen im
> Lande des HERRN. Und sie werden gefangenhalten die, von denen sie
> gefangen waren, und werden herrschen über ihre Bedränger.
> Kap 49,22;  3. Mose 25,23
> 
> 14:3    Und zu der Zeit, wenn dir der HERR Ruhe geben wird von deinem Jammer
> und Leid und von dem harten Dienst, in dem du gewesen bist,
> 
> 14:4    wirst du dies Lied anheben gegen den König von Babel und sagen: Wie
> ist's mit dem Treiber so gar aus, und das Toben hat ein Ende!
> 
> 14:5    Der HERR hat den Stock der Gottlosen zerbrochen, die Rute der
> Herrscher.
> 
> 14:6    Der schlug die Völker im Grimm ohne Aufhören und herrschte mit Wüten
> über die Nationen und verfolgte ohne Erbarmen.
> 
> 14:7    Nun hat Ruhe und Frieden alle Welt und jubelt fröhlich.
> 
> 14:8    Auch freuen sich die Zypressen über dich und die Zedern auf dem
> Libanon und sagen: »Seit du daliegst, kommt niemand herauf, der uns
> abhaut.«
> 
> 14:9    Das Totenreich drunten erzittert vor dir, wenn du nun kommst. Es
> schreckt auf vor dir die Toten, alle Gewaltigen der Welt, und läßt
> alle Könige der Völker von ihren Thronen aufstehen,
> 
> 14:10   daß sie alle anheben und zu dir sagen: »Auch du bist schwach
> geworden wie wir, und es geht dir wie uns.
> 
> 14:11   Deine Pracht ist herunter zu den Toten gefahren samt dem Klang
> deiner Harfen. Gewürm wird dein Bett sein und Würmer deine Decke.«
> Hes 32,18-19
> 
> 14:12   Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest
> du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst!
> 
> 14:13   Du aber gedachtest in deinem Herzen: »Ich will in den Himmel steigen
> und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich
> setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden.
> Ps 48,3; Hes 28,14
> Der Berg der Versammlung ist der Götterberg im höchsten Norden.
> 
> 14:14   Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem
> Allerhöchsten.«
> 
> 14:15   Ja, hinunter zu den Toten fuhrest du, zur tiefsten Grube!
> 
> 14:16   Wer dich sieht, wird auf dich schauen, wird dich ansehen und sagen:
> »Ist das der Mann, der die Welt zittern und die Königreiche beben
> machte,
> 
> 14:17   der den Erdkreis zur Wüste machte und seine Städte zerstörte und
> seine Gefangenen nicht nach Hause entließ?«
> 
> 14:18   Alle Könige der Völker ruhen doch in Ehren, ein jeder in seiner
> Kammer;
> 
> 14:19   du aber bist hingeworfen ohne Grab wie ein verachteter Zweig,
> bedeckt von Erschlagenen, die mit dem Schwert erstochen sind, wie
> eine zertretene Leiche.
> Kap 34,3
> 
> 14:20   Du wirst nicht wie jene begraben werden, die hinabfahren in eine
> steinerne Gruft; denn du hast dein Land verderbt und dein Volk
> erschlagen. Man wird des Geschlechtes der Bösen nicht mehr gedenken.
> 
> 14:21   Richtet die Schlachtbank zu für seine Söhne um der Missetat ihres
> Vaters willen, daß sie nicht wieder hochkommen und die Welt erobern
> und den Erdkreis voll Trümmer machen.
> 2. Mose 20,5
> 
> 14:22   Und ich will über sie kommen, spricht der HERR Zebaoth, und von
> Babel ausrotten Name und Rest, Kind und Kindeskind, spricht der
> HERR.
> 
> 14:23   Und ich will Babel machen zum Erbe für die Igel und zu einem
> Wassersumpf und will es mit dem Besen des Verderbens wegfegen,
> spricht der HERR Zebaoth.
> 
> Gegen Assyrien
> 
> 14:24   Der HERR Zebaoth hat geschworen: Was gilt's? Es soll gehen, wie ich
> denke, und soll zustande kommen, wie ich's im Sinn habe,
> 
> 14:25   daß Assur zerschlagen werde in meinem Lande und ich es zertrete auf
> meinen Bergen, damit sein Joch von ihnen genommen werde und seine
> Last von ihrem Halse komme.
> 
> 14:26   Das ist der Ratschluß, den er hat über alle Lande, und das ist die
> Hand, die ausgereckt ist über alle Völker.
> 
> 14:27   Denn der HERR Zebaoth hat's beschlossen, - wer will's wehren? Und
> seine Hand ist ausgereckt, - wer will sie wenden?
> 
> Gegen die Philister
> 
> (vgl. Jer 47,1-7)
> 14:28   Im Jahr, als König Ahas starb, wurde diese Last angekündigt:
> 2. Kön 16,20
> 
> 14:29   Freue dich nicht, ganz Philisterland, daß der Stock, der dich
> schlug, zerbrochen ist! Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine
> giftige Natter kommen, und ihre Frucht wird ein feuriger fliegender
> Drache sein.
> 
> 14:30   Die Geringen werden auf meiner Aue weiden und die Armen sicher
> ruhen; aber deine Wurzel will ich durch Hunger töten, und deine
> Übriggebliebenen werde ich morden.
> 
> 14:31   Heule, Tor! Schreie, Stadt! Erzittere, ganz Philisterland! Denn von
> Norden kommt Rauch, und keiner sondert sich ab von seinen Scharen.
> 
> 14:32   Und was wird man den Boten der Heiden sagen? »Der HERR hat Zion
> gegründet, und hier werden die Elenden seines Volks Zuflucht haben.«
> 
>          Gegen Moab
> 
> (vgl. Jer 48,1-47; Zef 2,8-11)
> 15:1    Dies ist die Last für Moab: Des Nachts kommt Verheerung über Ar in
> Moab, es ist dahin; des Nachts kommt Verheerung über Kir in Moab, es
> ist dahin!
> 
> 15:2    Es geht hinauf die Tochter Dibon zu den Altären, um zu weinen; Moab
> heult über Nebo und über Medeba. Jedes Haupt ist kahlgeschoren,
> jeder Bart ist abgeschnitten.
> 
> 15:3    Auf ihren Gassen gehen sie mit dem Sack umgürtet, auf ihren Dächern
> und Straßen heulen sie alle und gehen weinend einher.
> 
> 15:4     Heschbon und Elale schreien, daß man's zu Jahaz hört. Darum
> wehklagen die Gerüsteten Moabs, es verzagt ihre Seele.
> (4-9) Kap 16,9-11
> 
> 15:5    Mein Herz schreit über Moab; seine Flüchtigen fliehen bis nach Zoar,
> bis Eglat-Schelischija. Denn sie gehen die Steige von Luhit hinauf
> und weinen, und auf dem Wege nach Horonajim erhebt sich ein
> Jammergeschrei.
> 
> 15:6    Denn die Wasser von Nimrim versiegen, daß das Gras verdorrt und das
> Kraut verwelkt und kein Grünes wächst.
> 
> 15:7    Darum führen sie das Gut, das sie gesammelt, und alles, was sie
> verwahrt haben, über den Weidenbach.
> 
> 15:8    Geschrei geht um in den Grenzen Moabs, Geheul bis Eglajim und Geheul
> bis Beer-Elim!
> 
> 15:9    Denn die Wasser von Dimon sind voll Blut. Dazu will ich über Dimon
> noch mehr Unheil kommen lassen, Löwen über die Entronnenen Moabs und
> über die Übriggebliebenen im Lande.
> 
>          Moab sucht Hilfe bei Juda
> 
> 16:1    »Schickt dem Landesherrn die Lämmer von Sela aus der Wüste zum Berge
> der Tochter Zion!«
> 
> 16:2    Wie ein Vogel dahinfliegt, der aus dem Nest vertrieben wird, so
> werden die Bewohner Moabs an den Furten des Arnon sein.
> 
> 16:3    »Gib Rat, schaffe Recht, mache deinen Schatten des Mittags wie die
> Nacht; verbirg die Verjagten, und verrate die Flüchtigen nicht!
> 
> 16:4    Laß Moabs Verjagte bei dir herbergen, sei du für Moab eine Zuflucht
> vor dem Verwüster!« Der Dränger wird ein Ende haben, der Verwüster
> aufhören und der Bedrücker aus dem Lande müssen.
> 
> 16:5    Dann wird ein Thron bereitet werden aus Gnaden, daß einer in Treue
> darauf sitze in der Hütte Davids und richte und trachte nach Recht
> und fördere Gerechtigkeit.
> 
> 16:6    »Wir haben gehört von dem Hochmut Moabs, der so groß ist, von seinem
> Hochmut, seinem Stolz und Mutwillen und seinem eitlen Geschwätz.«
> 
> 16:7    Darum wird ein Moabiter über den andern heulen, allesamt werden sie
> heulen. Über die Traubenkuchen von Kir-Heres werden sie seufzen,
> ganz zerschlagen.
> 
> 16:8    Denn die Fluren von Heschbon sind wüst geworden, der Weinstock von
> Sibma ist verderbt. Die Herren unter den Völkern haben seine edlen
> Reben zerschlagen, die bis nach Jaser reichten und sich zogen bis in
> die Wüste; ihre Ranken breiteten sich aus und gingen über das Meer.
> 
> 16:9     Darum weine ich mit Jaser um den Weinstock von Sibma und vergieße
> viel Tränen über dich, Heschbon und Elale. Denn es ist
> Kriegsgeschrei in deinen Herbst und deine Ernte gefallen,
> (9-11) Kap 15,4-9
> 
> 16:10   daß Freude und Wonne in den Gärten aufhören, und in den Weinbergen
> jauchzt und ruft man nicht mehr. Man keltert keinen Wein in den
> Keltern, dem Gesang ist ein Ende gemacht.
> Jer 48,33
> 
> 16:11   Darum klagt mein Herz über Moab wie eine Harfe und meine Seele über
> Kir-Heres.
> 
> 16:12   Alsdann, wenn Moab hingeht und sich abmüht bei den Altären und kommt
> zu seinem Heiligtum, um zu beten, so wird's doch nichts ausrichten.
> 
> Ein Nachwort
> 
> 16:13   Das ist's, was der HERR damals gegen Moab geredet hat.
> 
> 16:14   Nun aber redet der HERR und spricht: In drei Jahren, wie eines
> Tagelöhners Jahre sind, wird die Herrlichkeit Moabs gering werden
> mit all dem großen Gepränge, daß wenig übrigbleibt, gar nicht viel.
> Kap 21,16
> 
>          Gegen Damaskus und das Nordreich Israel
> 
> (vgl. Jer 49,23-27; Am 1,3-5)
> 17:1    Dies ist die Last für Damaskus: Siehe, Damaskus wird keine Stadt
> mehr sein, sondern ein zerfallener Steinhaufen;
> 
> 17:2    seine Städte werden verlassen sein für immer, daß Herden dort
> weiden, die niemand verscheucht.
> 
> 17:3    Und es wird aus sein mit dem Bollwerk Ephraims und mit dem Königtum
> von Damaskus; und dem Rest von Aram wird es gehen wie der
> Herrlichkeit Israels, spricht der HERR Zebaoth.
> 2. Kön 16,9
> 
> 17:4    Zu der Zeit wird die Herrlichkeit Jakobs gering sein, und sein
> fetter Leib wird mager sein.
> 
> 17:5    Es wird sein, wie wenn der Schnitter die Halme faßt und mit seinem
> Arm die Ähren schneidet, wie wenn einer Ähren liest im Tal Refaïm;
> 
> 17:6    wie wenn man Oliven herunterschlägt in der Ernte und eine Nachernte
> bleibt, zwei oder drei oben in dem Wipfel, vier oder fünf Früchte an
> den Zweigen, spricht der HERR, der Gott Israels.
> 
> 17:7    Zu der Zeit wird der Mensch blicken auf den, der ihn gemacht hat,
> und seine Augen werden auf den Heiligen Israels schauen;
> 
> 17:8    und er wird nicht mehr blicken auf die Altäre, die seine Hände
> gemacht haben, und nicht schauen auf das, was seine Finger gemacht
> haben, auf die Bilder der Aschera und auf die Rauchopfersäulen.
> 
> 17:9    Zu der Zeit werden ihre festen Städte verlassen sein wie die Städte
> der Hiwiter und Amoriter, die sie verließen vor Israel, und zur
> Wüste werden.
> 
> 17:10   Denn du hast vergessen den Gott deines Heils und nicht gedacht an
> den Felsen deiner Stärke. Darum setze nur Pflanzen zu deiner Lust
> und lege Reben aus der Fremde!
> Kap 65,2-3; 5. Mose 32,15
> Wahrscheinlich Gärten zur Verehrung des heidnischen Gottes Adonis.
> 
> 17:11   Auch wenn du sie hochbringst am Tag, da du sie pflanzest, und sie
> zum Sprießen bringst an dem Morgen, da du sie säest, - hin ist die
> Ernte, wenn du die Garben einbringen willst, und du wirst Schmerzen
> haben, die niemand heilt.
> 
> Das brausende Völkermeer
> 
> 17:12   Ha, ein Brausen vieler Völker, wie das Meer brausen sie, und ein
> Getümmel mächtiger Nationen, wie große Wasser tosen sie!
> 
> 17:13   Ja, wie große Wasser werden die Nationen tosen. Aber er wird sie
> schelten, da werden sie in die Ferne fliehen und werden gejagt wie
> Spreu auf den Bergen vom Winde und wie wirbelnde Blätter vom
> Ungewitter.
> 
> 17:14   Um den Abend, siehe, da ist Schrecken, und ehe es Morgen wird, sind
> sie nicht mehr da. Das ist der Lohn unsrer Räuber und das Los derer,
> die uns das Unsre nehmen.
> Kap 37,36
> 
>          Gottes Botschaft an das Land Kusch
> 
> 18:1    Weh dem Lande voll schwirrender Flügel, jenseits der Ströme von
> Kusch,
> Zef 3,10
> 
> 18:2    das Boten über das Meer sendet und in leichten Schiffen auf den
> Wassern fährt! Geht hin, ihr schnellen Boten, zum Volk, das
> hochgewachsen und glatt ist, zum Volk, das schrecklicher ist als
> sonst irgendeins, zum Volk, das befiehlt und zertritt, dessen Land
> Wasserströme durchschneiden.
> 
> 18:3    Alle, die ihr auf Erden wohnt und in den Ländern lebt, - wenn man
> das Banner auf den Bergen aufrichtet, so sehet! Wenn man die Posaune
> bläst, so höret!
> 
> 18:4    Denn so spricht der HERR zu mir: Ich will schauen von meiner Stätte
> und will still warten wie drückende Hitze am hohen Mittag und wie
> Taugewölk in der Hitze der Ernte.
> 
> 18:5    Denn vor der Ernte, wenn die Blüte vorüber ist und die Traube noch
> reift, wird er die Ranken mit Winzermessern abschneiden und die
> Reben wegnehmen und abhauen,
> 
> 18:6    daß man's miteinander liegenläßt für die Geier auf den Bergen und
> die Tiere im Lande, daß im Sommer die Geier darauf sitzen und im
> Winter allerlei Tiere im Lande darauf liegen.
> 
> 18:7    Zu der Zeit wird das hochgewachsene und glatte Volk, das
> schrecklicher ist als sonst irgendeins, das befiehlt und zertritt,
> dessen Land Wasserströme durchschneiden, Geschenke bringen dem
> HERRN Zebaoth an den Ort, da der Name des HERRN Zebaoth wohnt, zum
> Berge Zion.
> Ps 68,30; 68,32; Apg 8,27
> 
>          Gegen Ägypten
> 
> (vgl. Jer 46,2-28; Hes 29,1 - 32,32)
> 19:1    Dies ist die Last für Ägypten: Siehe, der HERR wird auf einer
> schnellen Wolke fahren und über Ägypten kommen. Da werden die Götzen
> Ägyptens vor ihm beben, und den Ägyptern wird das Herz feige werden
> in ihrem Leibe.
> 
> 19:2    Und ich will die Ägypter gegeneinander hetzen, daß ein Bruder wider
> den andern, ein Freund wider den andern, eine Stadt wider die andre,
> ein Reich wider das andre kämpfen wird.
> 
> 19:3    Und der Mut soll den Ägyptern in ihrem Herzen vergehen, und ich will
> ihre Anschläge zunichte machen. Da werden sie dann fragen ihre
> Götzen und Beschwörer, ihre Geister und Zeichendeuter.
> 
> 19:4    Aber ich will die Ägypter übergeben in die Hand eines grausamen
> Herrn, und ein harter König soll über sie herrschen, spricht der
> Herrscher, der HERR Zebaoth.
> 
> 19:5    Und das Wasser im Nil wird vertrocknen, und der Strom wird versiegen
> und verschwinden.
> 
> 19:6    Und die Wasser werden stinkend werden, und die Flüsse Ägyptens
> werden seicht und trocken werden, daß Rohr und Schilf verwelken.
> 
> 19:7    Und das Gras an den Wassern wird vergehen, und alle Saat am Wasser
> wird verdorren und zunichte werden.
> 
> 19:8    Und die Fischer werden trauern, und alle, die Angeln ins Wasser
> werfen, werden klagen; und alle, die Netze auswerfen in den Strom,
> werden betrübt sein.
> 
> 19:9    Es werden zuschanden, die da Flachs kämmen und verarbeiten, und die
> da weben, werden erbleichen.
> 
> 19:10   Die Weber werden geschlagen sein, und alle, die um Lohn arbeiten,
> sind bekümmert.
> 
> 19:11   Die Fürsten von Zoan sind Toren, die weisen Räte des Pharao sind mit
> ihrem Rat zu Narren geworden. Wie könnt ihr zum Pharao sagen: »Ich
> bin ein Sohn von Weisen und komme von Königen der Vorzeit her«?
> 
> 19:12   Wo sind denn nun deine Weisen, daß sie dir's verkündigen und
> anzeigen, was der HERR Zebaoth über Ägypten beschlossen hat?
> 
> 19:13   Die Fürsten von Zoan sind zu Toren geworden, die Fürsten von Memfis
> sind betrogen; die Häupter seiner Geschlechter verführen Ägypten.
> 
> 19:14   Denn der HERR hat einen Taumelgeist über sie ausgegossen, daß sie
> Ägypten taumeln machen in all seinem Tun, wie ein Trunkenbold
> taumelt, wenn er speit.
> 
> 19:15   Und Ägypten wird nichts gelingen, was Kopf oder Schwanz, Ast oder
> Stumpf ausrichten wollen.
> 
> Gottes Plan über Ägypten
> 
> 19:16   Zu der Zeit werden die Ägypter sein wie Weiber und sich fürchten und
> erschrecken, wenn der HERR Zebaoth die Hand über sie schwingen wird.
> 
> 19:17   Und die Ägypter werden sich fürchten vor dem Lande Juda; wenn sie
> daran denken, werden sie erschrecken wegen des Rates des HERRN
> Zebaoth, den er über sie beschlossen hat.
> 
> 19:18   Zu der Zeit werden fünf Städte in Ägyptenland die Sprache Kanaans
> sprechen und bei dem HERRN Zebaoth schwören. Eine wird heißen
> Ir-Heres.
> Kap 65,16; Jer 12,16
> 
> 19:19   Zu der Zeit wird für den HERRN ein Altar mitten in Ägyptenland sein
> und ein Steinmal für den HERRN an seiner Grenze;
> 3. Mose 26,1
> 
> 19:20   das wird ein Zeichen und Zeugnis sein für den HERRN Zebaoth in
> Ägyptenland. Wenn sie zum HERRN schreien vor den Bedrängern, so wird
> er ihnen einen Retter senden; der wird ihre Sache führen und sie
> erretten.
> 
> 19:21   Denn der HERR wird den Ägyptern bekannt werden, und die Ägypter
> werden den HERRN erkennen zu der Zeit und werden ihm dienen mit
> Schlachtopfern und Speisopfern und werden dem HERRN Gelübde tun und
> sie halten.
> Kap 66,19
> 
> 19:22   Und der HERR wird die Ägypter schlagen und heilen; und sie werden
> sich bekehren zum HERRN, und er wird sich erbitten lassen und sie
> heilen.
> 
> 19:23   Zu der Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, daß die
> Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen und die
> Ägypter samt den Assyrern Gott dienen.
> 
> 19:24    Zu der Zeit wird Israel der dritte sein mit den Ägyptern und
> Assyrern, ein Segen mitten auf Erden;
> (24 und 25) 5. Mose 4,20; Röm 15,10
> 
> 19:25   denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist
> du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du,
> Israel, mein Erbe!
> 
>          Weissagung des Sieges der Assyrer über Ägypten und Kusch
> 
> 20:1    Im Jahr, da der Tartan nach Aschdod kam, als ihn gesandt hatte
> Sargon, der König von Assyrien, und er gegen Aschdod kämpfte und es
> eroberte, -
> 2. Kön 18,17
> 
> 20:2    zu der Zeit redete der HERR durch Jesaja, den Sohn des Amoz, und
> sprach: Geh hin und tu den härenen Schurz von deinen Lenden und zieh
> die Schuhe von deinen Füßen. Und er tat so und ging nackt und
> barfuß.
> 
> 20:3    Da sprach der HERR: Gleichwie mein Knecht Jesaja nackt und barfuß
> geht drei Jahre lang als Zeichen und Weissagung über Ägypten und
> Kusch,
> 
> 20:4    so wird der König von Assyrien wegtreiben die Gefangenen Ägyptens
> und die Verbannten von Kusch, jung und alt, nackt und barfuß, in
> schmählicher Blöße, zur Schande Ägyptens.
> 
> 20:5    Und sie werden erschrecken in Juda und zuschanden werden wegen der
> Kuschiter, auf die sie sich verließen, und wegen der Ägypter, deren
> sie sich rühmten.
> 
> 20:6    Und die Bewohner dieser Küste werden sagen zu der Zeit: Ist das
> unsere Zuversicht, zu der wir um Hilfe geflohen sind, daß wir
> errettet würden vor dem König von Assyrien? Wie könnten wir selber
> entrinnen?
> 
>          Die Schau von Babels Fall
> 
> (vgl. Kap 13,1 - 14,23)
> 21:1    Dies ist die Last für die Wüste: Wie ein Wetter vom Süden herfährt,
> so kommt's aus der Wüste, aus einem schrecklichen Lande.
> 
> 21:2    Mir ist eine harte Offenbarung angezeigt: »Der Räuber raubt, und der
> Verwüster verwüstet. Elam, zieh herauf! Medien, belagere! Ich will
> allem Seufzen ein Ende machen.«
> 
> 21:3    Darum sind meine Lenden voll Schmerzen, und Angst hat mich ergriffen
> wie eine Gebärende. Ich krümme mich, wenn ich's höre, und
> erschrecke, wenn ich's sehe.
> 
> 21:4    Mein Herz zittert, Grauen hat mich erschreckt; auch am Abend, der
> mir so lieb ist, habe ich keine Ruhe.
> 
> 21:5    Deckt den Tisch, breitet den Teppich aus, eßt und trinkt! Macht euch
> auf, ihr Fürsten, salbt den Schild!
> 
> 21:6    Denn so hat der Herr zu mir gesagt: »Geh hin, stelle den Wächter
> auf; was er schaut, soll er ansagen!
> 
> 21:7    Und sieht er einen Zug von Wagen mit Rossen, einen Zug von Eseln und
> Kamelen, so soll er darauf achtgeben mit allem Eifer.«
> 
> 21:8    Da rief der Späher: Herr, ich stehe auf der Warte bei Tage immerdar
> und stelle mich auf meine Wacht jede Nacht.
> 
> 21:9    Und siehe, da kommen Männer, ein Zug von Wagen mit Rossen; die heben
> an und sprechen: Gefallen ist Babel, es ist gefallen, und alle
> Bilder seiner Götter sind zu Boden geschlagen!
> Offb 18,2
> 
> 21:10   Mein zerdroschenes und zertretenes Volk! Was ich gehört habe vom
> HERRN Zebaoth, dem Gott Israels, das verkündige ich euch.
> 
> Sprüche über Edom und Arabien
> 
> (vgl. Jer 49,7-22; 49,28-33)
> 21:11   Dies ist die Last für Duma: Man ruft zu mir aus Seïr: Wächter, ist
> die Nacht bald hin? Wächter, ist die Nacht bald hin?
> 5. Mose 2,5
> 
> 21:12   Der Wächter aber sprach: Wenn auch der Morgen kommt, so wird es doch
> Nacht bleiben. Wenn ihr fragen wollt, so kommt wieder und fragt.
> 
> 21:13   Dies ist die Last für Arabien: Ihr müßt im Gestrüpp, in der Steppe
> über Nacht bleiben, ihr Karawanen der Dedaniter.
> 
> 21:14   Bringet den Durstigen Wasser entgegen, die ihr wohnt im Lande Tema;
> bietet Brot den Flüchtigen.
> 
> 21:15   Denn sie fliehen vor dem Schwert, ja, vor dem bloßen Schwert, vor
> dem gespannten Bogen, vor der Gewalt des Kampfes.
> 
> 21:16   Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Noch ein Jahr, wie des
> Tagelöhners Jahre sind, dann soll alle Herrlichkeit Kedars
> untergehen.
> Kap 16,14
> 
> 21:17   Und von den Bogenschützen Kedars sollen nur wenige übrigbleiben;
> denn der HERR, der Gott Israels, hat's gesagt.
> 
>          Gegen den Übermut Jerusalems
> 
> 22:1    Dies ist die Last für das Schautal: Was habt ihr denn, daß ihr alle
> auf die Dächer steigt,
> 
> 22:2    du Stadt voller Lärmen und Toben, du fröhliche Burg? - Deine
> Erschlagenen sind nicht mit dem Schwert erschlagen und nicht im
> Kampf gefallen.
> 
> 22:3    Alle deine Hauptleute sind gewichen, in die Ferne geflohen. Alle,
> die man von dir gefunden hat, wurden gefangen, ohne Bogen gefangen.
> 
> 22:4    Darum sage ich: Schaut weg von mir, laßt mich bitterlich weinen!
> Müht euch nicht, mich zu trösten über die Zerstörung der Tochter
> meines Volks!
> Jer 8,23
> 
> 22:5    Denn es kommt ein Tag des Getümmels und des Zertretens und der
> Verwirrung von Gott, dem HERRN Zebaoth, im Schautal; es kracht die
> Mauer, sie schreien am Berge.
> 
> 22:6    Elam fährt daher mit Köchern, Wagen, Leuten und Rossen, und Kir läßt
> seine Schilde glänzen.
> 
> 22:7    Und es wird geschehen, daß deine auserlesenen Täler werden voll von
> Wagen und Rossen sein; die stellen sich auf gegen das Tor.
> 
> 22:8    Da wird der Schutz Judas weggenommen werden. Aber ihr schautet zu
> der Zeit auf die Rüstungen im Waldhaus.
> 
> 22:9    Und ihr saht, daß viele Risse in der Stadt Davids waren, und
> sammeltet das Wasser des unteren Teiches.
> Kap 7,3
> 
> 22:10   Ihr zähltet auch die Häuser Jerusalems und brachet sie ab, um die
> Mauer zu befestigen,
> Jer 33,4
> 
> 22:11   und machtet ein Becken zwischen beiden Mauern für das Wasser des
> alten Teiches. Doch ihr saht nicht auf den, der solches tut, und
> schautet nicht auf den, der solches schafft von ferne her.
> 
> 22:12   Zu der Zeit rief Gott, der HERR Zebaoth, daß man weine und klage
> und sich das Haar abschere und den Sack anlege.
> Am 8,10
> 
> 22:13   Aber siehe da, lauter Freude und Wonne, Rinder töten, Schafe
> schlachten, Fleisch essen, Wein trinken: »Lasset uns essen und
> trinken; wir sterben doch morgen!«
> 1. Kor 15,32
> 
> 22:14   Aber meinen Ohren ist vom HERRN Zebaoth offenbart: »Wahrlich, diese
> Missetat soll euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbt«, spricht
> Gott, der HERR Zebaoth.
> 
> Schebna und Eljakim
> 
> 22:15   So spricht Gott, der HERR Zebaoth: Geh hinein zu dem Verwalter da,
> zu Schebna, dem Hofmeister, und sprich zu ihm:
> Kap 36,3
> 
> 22:16   Was hast du hier? Und wen hast du hier, daß du dir hier ein Grab
> aushauen läßt, daß du dein Grab in der Höhe aushauen und deine
> Wohnung in den Felsen machen läßt?
> 
> 22:17   Siehe, der HERR wird dich wegwerfen, wie ein Starker einen wegwirft,
> und wird dich packen
> 
> 22:18   und dich zum Knäuel machen und dich wegschleudern wie eine Kugel in
> ein weites Land. Dort wirst du sterben, dort werden deine kostbaren
> Wagen bleiben, du Schmach für das Haus deines Herrn!
> 
> 22:19   Und ich will dich aus deiner Stellung stürzen und dich aus deinem
> Amt stoßen.
> 
> 22:20   Und zu der Zeit will ich rufen meinen Knecht Eljakim, den Sohn
> Hilkijas,
> 
> 22:21   und will ihm dein Amtskleid anziehen und ihn mit deinem Gürtel
> gürten und deine Herrschaft in seine Hand geben, daß er Vater sei
> für die, die in Jerusalem wohnen, und für das Haus Juda.
> 1. Mose 45,8
> 
> 22:22   Und ich will die Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter
> legen, daß er auftue und niemand zuschließe, daß er zuschließe und
> niemand auftue.
> Offb 3,7
> 
> 22:23   Und ich will ihn als Nagel einschlagen an einen festen Ort, und er
> soll werden zum Thron der Ehre für seines Vaters Haus.
> 
> 22:24   Aber wenn sich an ihn hängt die ganze Schwere seines Vaterhauses,
> Kind und Kindeskinder, alle kleinen Geräte, Trinkgefäße und allerlei
> Krüge,
> 
> 22:25   dann, spricht der HERR Zebaoth, soll der Nagel nachgeben, der am
> festen Ort steckt, er soll abbrechen und fallen, so daß alles, was
> daran hing, zerbricht; denn der HERR sagt es.
> 
>          Das Gericht über Tyrus und Sidon
> 
> (vgl. Hes 26,1 - 28,24)
> 23:1    Dies ist die Last für Tyrus: Heulet, ihr Tarsisschiffe, denn Tyrus
> ist zerstört, daß kein Haus mehr da ist! Wenn sie heimkehren aus dem
> Lande Kittim, werden sie dessen gewahr werden.
> Hes 27,12
> 
> 23:2    Die Bewohner der Küste sind still geworden, die Kaufleute von Sidon.
> Ihre Boten zogen übers Meer,
> 
> 23:3    und was von Früchten am Schihor und von Getreide am Nil wuchs,
> brachte man nach Sidon hin über große Wasser, und du warst der
> Völker Markt geworden.
> 
> 23:4    Erschrick, Sidon, denn das Meer, ja, die Feste am Meer spricht: Ich
> werde nicht mehr Mutter, ich gebäre nicht mehr; darum ziehe ich
> keine Jünglinge auf und erziehe keine Jungfrauen.
> 
> 23:5    Sobald es die Ägypter hören, erschrecken sie über die Kunde von
> Tyrus.
> 
> 23:6    Fahret hin nach Tarsis, heulet, ihr Bewohner der Küste!
> 
> 23:7    Ist das eure fröhliche Stadt, die sich ihres Alters rühmte? Ihre
> Füße führten sie weit weg, in der Ferne zu weilen.
> 
> 23:8    Wer hat solches beschlossen, daß es Tyrus, der Krone, so gehen
> sollte, wo doch ihre Kaufleute Fürsten waren und ihre Händler die
> Herrlichsten auf Erden?
> 
> 23:9    Der HERR Zebaoth hat's so beschlossen, auf daß er erniedrigte die
> Pracht und verächtlich machte die stolze Stadt, alle Herrlichsten
> auf Erden.
> 
> 23:10   Bebaue dein Land, du Tochter Tarsis! Denn es gibt keinen Hafen
> mehr.
> Hes 27,12
> 
> 23:11   Der HERR hat seine Hand ausgereckt über das Meer und erschreckt die
> Königreiche. Er hat Befehl gegeben über Phönizien, daß seine
> Bollwerke zerstört werden,
> 
> 23:12   und er hat gesagt: Du sollst nicht mehr fröhlich sein, du
> geschändete Jungfrau, du Tochter Sidon! Nach Kittim mach dich auf
> und zieh fort, doch wirst du auch da keine Ruhe haben.
> 
> 23:13   Siehe, die Chaldäer - dies Volk hat's getan, nicht Assur - haben die
> Stadt zur Wüste gemacht; sie haben Belagerungstürme aufgerichtet,
> ihre Paläste niedergerissen und die Stadt geschleift.
> 
> 23:14   Heulet, ihr Tarsisschiffe, denn euer Bollwerk ist zerstört!
> 
> 23:15   Zu der Zeit wird Tyrus vergessen werden siebzig Jahre, solange etwa
> ein König lebt. Aber nach siebzig Jahren wird es mit Tyrus gehen,
> wie es im Hurenlied heißt:
> 
> 23:16   Nimm die Harfe, geh in der Stadt umher, du vergessene Hure! Mach's
> gut auf dem Saitenspiel und singe viel Lieder, auf daß dein wieder
> gedacht werde!
> 
> 23:17   Denn nach siebzig Jahren wird der HERR die Stadt Tyrus heimsuchen,
> daß sie wieder zu ihrem Hurenlohn komme und Hurerei treibe mit allen
> Königreichen auf Erden.
> 
> 23:18   Aber ihr Gewinn und Hurenlohn wird dem HERRN geweiht werden. Man
> wird ihn nicht wie Schätze sammeln und aufhäufen, sondern ihr Erwerb
> wird denen zufallen, die vor dem HERRN wohnen, daß sie essen und
> satt werden und wohlbekleidet seien.
> 
>          Das zukünftige Gottesgericht über die Erde
> 
> 24:1    Siehe, der HERR macht die Erde leer und wüst und wirft um, was auf
> ihr ist, und zerstreut ihre Bewohner.
> 
> 24:2    Und es geht dem Priester wie dem Volk, dem Herrn wie dem Knecht, der
> Frau wie der Magd, dem Verkäufer wie dem Käufer, dem Verleiher wie
> dem Borger, dem Gläubiger wie dem Schuldner.
> 
> 24:3    Die Erde wird leer und beraubt sein; denn der HERR hat solches
> geredet.
> 
> 24:4    Das Land verdorrt und verwelkt, der Erdkreis verschmachtet und
> verwelkt, die Höchsten des Volks auf Erden verschmachten.
> 
> 24:5    Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten das
> Gesetz und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund.
> 
> 24:6    Darum frißt der Fluch die Erde, und büßen müssen's, die darauf
> wohnen. Darum nehmen die Bewohner der Erde ab, so daß wenig Leute
> übrigbleiben.
> 
> 24:7    Der Wein ist dahin, der Weinstock verschmachtet, und alle, die von
> Herzen fröhlich waren, seufzen.
> 
> 24:8    Die Freude der Pauken ist vorüber, das Jauchzen der Fröhlichen ist
> aus, und die Freude der Harfe hat ein Ende.
> 
> 24:9    Man singt nicht beim Weintrinken, und das Getränk ist bitter denen,
> die es trinken.
> 
> 24:10   Die Stadt ist zerstört und wüst, alle Häuser sind verschlossen, daß
> niemand hineingehen kann.
> 
> 24:11   Man klagt um den Wein auf den Gassen, daß alle Freude weg ist, alle
> Wonne des Landes dahin ist.
> 
> 24:12   Nur Verwüstung ist in der Stadt geblieben, und die Tore sind in
> Trümmer geschlagen.
> 
> 24:13   Denn so geht es zu auf Erden und unter den Völkern, wie wenn ein
> Ölbaum leergeschlagen wird, wie bei der Nachlese, wenn die Weinernte
> aus ist.
> 
> 24:14   Sie erheben ihre Stimme und rühmen und jauchzen vom Meer her über
> die Herrlichkeit des HERRN:
> 
> 24:15   »So preiset nun den HERRN an den Gestaden, auf den Inseln des Meeres
> den Namen des HERRN, des Gottes Israels.«
> 
> 24:16   Wir hören Lobgesänge vom Ende der Erde: »Herrlichkeit dem
> Gerechten!« Aber ich muß sagen: Wie bin ich so elend! Wie bin ich so
> elend! Weh mir! Denn es rauben die Räuber, ja, immerfort rauben die
> Räuber.
> 
> 24:17   Über euch, Bewohner der Erde, kommt Schrecken und Grube und Netz.
> 
> 24:18   Und wer entflieht vor dem Geschrei des Schreckens, der fällt in die
> Grube; und wer entkommt aus der Grube, der wird im Netz gefangen.
> Denn die Fenster in der Höhe sind aufgetan, und die Grundfesten der
> Erde beben.
> Jer 48,43-44; Am 5,19;  1. Mose 7,11
> 
> 24:19   Es wird die Erde mit Krachen zerbrechen, zerbersten und zerfallen.
> 2. Petr 3,10
> 
> 24:20   Die Erde wird taumeln wie ein Trunkener und wird hin und her
> geworfen wie eine schwankende Hütte; denn ihre Missetat drückt sie,
> daß sie fallen muß und nicht wieder aufstehen kann.
> 
> 24:21   Zu der Zeit wird der HERR das Heer der Höhe heimsuchen in der Höhe
> und die Könige der Erde auf der Erde,
> Dan 10,13;  Jer 46,25
> 
> 24:22   daß sie gesammelt werden als Gefangene im Gefängnis und verschlossen
> werden im Kerker und nach langer Zeit heimgesucht werden.
> 
> 24:23   Und der Mond wird schamrot werden und die Sonne sich schämen, wenn
> der HERR Zebaoth König sein wird auf dem Berg Zion und zu Jerusalem
> und vor seinen Ältesten in Herrlichkeit.
> 
>          Das Danklied der Erlösten nach dem Gottesgericht
> 
> 25:1    HERR, du bist mein Gott, dich preise ich; ich lobe deinen Namen.
> Denn du hast Wunder getan; deine Ratschlüsse von alters her sind
> treu und wahrhaftig.
> 
> 25:2    Denn du hast die Stadt zum Steinhaufen gemacht, die feste Stadt, daß
> sie in Trümmern liegt, die Paläste der Fremden, daß sie nicht mehr
> eine Stadt seien und nie wieder aufgebaut werden.
> 
> 25:3    Darum ehrt dich ein mächtiges Volk, die Städte gewalttätiger Völker
> fürchten dich.
> 
> 25:4    Denn du bist der Geringen Schutz gewesen, der Armen Schutz in der
> Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der
> Hitze, wenn die Tyrannen wüten wie ein Unwetter im Winter,
> Kap 4,6
> 
> 25:5    wie die Hitze in der Zeit der Dürre. Du demütigst der Fremden
> Ungestüm, wie du die Hitze brichst durch den Schatten der Wolken; du
> dämpfest der Tyrannen Siegesgesang.
> 
> Das große Freudenmahl
> 
> 25:6    Und der HERR Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes
> Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein,
> darin keine Hefe ist.
> Mt 22,2-4
> 
> 25:7    Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle
> Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt
> sind.
> 
> 25:8    Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die
> Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die
> Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat's gesagt.
> 1. Kor 15,55;  Offb 7,17
> 
> 25:9    Zu der Zeit wird man sagen: »Siehe, das ist unser Gott, auf den wir
> hofften, daß er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften;
> laßt uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.«
> Ps 48,15
> 
> 25:10   Denn die Hand des HERRN ruht auf diesem Berge. Moab aber wird
> zertreten werden, wie Stroh in die Mistlache getreten wird.
> 
> 25:11   Und wenn es auch seine Hände darin ausbreitet, wie sie ein Schwimmer
> ausbreitet, um zu schwimmen, so wird doch der Herr seinen Hochmut
> niederdrücken trotz allen Mühens seiner Arme.
> 
> 25:12   Und deine hohen, steilen Mauern wird er beugen, erniedrigen und in
> den Staub zu Boden werfen.
> 
>          Jubellied des Volkes Gottes
> 
> 26:1    Zu der Zeit wird man dies Lied singen im Lande Juda: Wir haben eine
> feste Stadt, zum Schutze schafft er Mauern und Wehr.
> 
> 26:2    Tut auf die Tore, daß hineingehe das gerechte Volk, das den Glauben
> bewahrt!
> Ps 118,20
> 
> 26:3    Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verläßt
> sich auf dich.
> 
> 26:4    Darum verlaßt euch auf den HERRN immerdar; denn Gott der HERR ist
> ein Fels ewiglich.
> 5. Mose 32,4
> 
> 26:5    Er erniedrigt, die in der Höhe wohnen; die hohe Stadt wirft er
> nieder, ja, er stößt sie zur Erde, daß sie im Staube liegt.
> 
> 26:6    Mit Füßen wird sie zertreten, ja, mit den Füßen der Armen, mit den
> Tritten der Geringen.
> 
> Gottes Gericht über die Welt und Israels Auferweckung
> 
> 26:7    Des Gerechten Weg ist eben, den Steig des Gerechten machst du
> gerade.
> 
> 26:8    Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Wege deiner Gerichte; des
> Herzens Begehren steht nach deinem Namen und deinem Lobpreis.
> 
> 26:9     Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist
> suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte über die Erde
> gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.
> Ps 63,7
> 
> 26:10   Aber wenn dem Gottlosen Gnade widerfährt, so lernt er doch nicht
> Gerechtigkeit, sondern tut nur übel im Lande, wo das Recht gilt, und
> sieht des HERRN Herrlichkeit nicht.
> 
> 26:11   HERR, deine Hand ist erhoben, doch sie sehen es nicht. Aber sie
> sollen sehen den Eifer um dein Volk und zuschanden werden. Mit dem
> Feuer, mit dem du deine Feinde verzehrst, wirst du sie verzehren.
> Kap 37,32
> 
> 26:12   Aber uns, HERR, wirst du Frieden schaffen; denn auch alles, was wir
> ausrichten, das hast du für uns getan.
> Kap 9,6
> 
> 26:13   HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du,
> aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens.
> 
> 26:14   Tote werden nicht lebendig, Schatten stehen nicht auf; darum hast du
> sie heimgesucht und vertilgt und jedes Gedenken an sie zunichte
> gemacht.
> 
> 26:15   Du, HERR, mehrest das Volk, du mehrest das Volk, beweisest deine
> Herrlichkeit und machst weit alle Grenzen des Landes.
> 
> 26:16   HERR, wenn Trübsal da ist, so suchen wir dich; wenn du uns
> züchtigst, sind wir in Angst und Bedrängnis.
> Hos 5,15
> 
> 26:17   Gleich wie eine Schwangere, wenn sie bald gebären soll, sich
> ängstigt und schreit in ihren Schmerzen, so geht's uns auch, HERR,
> vor deinem Angesicht.
> Joh 16,21; Offb 12,2
> 
> 26:18   Wir sind auch schwanger, und uns ist bange, und wenn wir gebären, so
> ist's Wind. Wir können dem Lande nicht helfen, und Bewohner des
> Erdkreises können nicht geboren werden.
> 
> 26:19   Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen.
> Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau
> der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Toten herausgeben.
> Hes 37,1-14; Mt 27,52-53
> 
> 26:20   Geh hin, mein Volk, in deine Kammer, und schließ die Tür hinter dir
> zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergehe.
> Mt 6,6
> 
> 26:21   Denn siehe, der HERR wird ausgehen von seinem Ort, heimzusuchen die
> Bosheit der Bewohner der Erde. Dann wird die Erde offenbar machen
> das Blut, das auf ihr vergossen ist, und nicht weiter verbergen, die
> auf ihr getötet sind.
> 1. Mose 4,10-11; Offb 18,24
> 
>          Israels Erlösung
> 
> 27:1    Zu der Zeit wird der HERR heimsuchen mit seinem harten, großen und
> starken Schwert den Leviatan, die flüchtige Schlange, und den
> Leviatan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen im Meer
> töten.
> Ps 74,14
> 
> 27:2    Zu der Zeit wird es heißen: Lieblicher Weinberg, singet ihm zu!
> Kap 5,1-7
> 
> 27:3    Ich, der HERR, behüte ihn und begieße ihn immer wieder. Damit man
> ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und Nacht behüten.
> 
> 27:4    Ich zürne nicht. Sollten aber Disteln und Dornen aufschießen, so
> wollte ich über sie herfallen und sie alle miteinander anstecken,
> 
> 27:5    es sei denn, sie suchen Zuflucht bei mir und machen Frieden mit mir,
> ja, Frieden mit mir.
> 
> 27:6    Es wird einst dazu kommen, daß Jakob wurzeln und Israel blühen und
> grünen wird, daß sie den Erdkreis mit Früchten erfüllen.
> 
> 27:7     Wird doch Israel nicht geschlagen, wie seine Feinde geschlagen
> werden, und nicht getötet, wie seine Feinde getötet werden!
> (7 und 8) Jer 30,11
> 
> 27:8    Sondern, indem du es wegschicktest und wegführtest, hast du es
> gerichtet, es verscheucht mit rauhem Sturm am Tage des Ostwinds.
> 
> 27:9    Darum wird die Sünde Jakobs dadurch gesühnt werden, und das wird die
> Frucht davon sein, daß seine Sünden weggenommen werden: er wird alle
> Altarsteine zerstoßenen Kalksteinen gleichmachen; und keine Bilder
> der Aschera noch Rauchopfersäulen werden mehr bleiben.
> 3. Mose 26,30
> 
> 27:10   Denn die feste Stadt ist einsam geworden, die schönen Häuser verödet
> und verlassen wie die Steppe, daß Kälber dort weiden und ruhen und
> Zweige abfressen.
> 
> 27:11   Ihre Zweige werden vor Dürre brechen, daß die Frauen kommen und
> Feuer damit machen werden; denn es ist ein unverständiges Volk.
> Darum erbarmt sich ihrer auch nicht, der sie gemacht hat; und der
> sie geschaffen hat, ist ihnen nicht gnädig.
> Jer 4,22;  5. Mose 32,18
> 
> 27:12   Zu der Zeit wird der HERR Ähren ausklopfen vom Ufer des Stromes bis
> an den Bach Ägyptens, und ihr Israeliten werdet aufgesammelt werden,
> einer nach dem andern.
> 
> 27:13   Zu der Zeit wird man mit einer großen Posaune blasen, und es werden
> kommen die Verlorenen im Lande Assur und die Verstoßenen im Lande
> Ägypten und werden den HERRN anbeten auf dem heiligen Berg zu
> Jerusalem.
> Kap 11,11-12; Joel 3,5
> 
>          Gericht über Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs
> 
> 28:1    Weh der prächtigen Krone der Trunkenen von Ephraim, der welken Blume
> ihrer lieblichen Herrlichkeit, die da prangt hoch über dem fetten
> Tal derer, die vom Wein taumeln!
> 
> 28:2    Siehe, einen Starken und Mächtigen hält der Herr bereit; wie
> Hagelsturm, wie verderbliches Wetter, wie Wasserflut, die mächtig
> einreißt, wirft er zu Boden mit Gewalt.
> 2. Kön 17,5-6
> 
> 28:3    Mit Füßen wird zertreten die prächtige Krone der Trunkenen von
> Ephraim.
> 
> 28:4    Und die welke Blume ihrer lieblichen Herrlichkeit, die da prangt
> hoch über dem fetten Tal, wird sein wie eine Frühfeige vor dem
> Sommer, die einer erspäht und flugs aus der Hand verschlingt.
> 
> 28:5    Zu der Zeit wird der HERR Zebaoth eine liebliche Krone sein und ein
> herrlicher Kranz für die Übriggebliebenen seines Volks
> 
> 28:6    und ein Geist des Rechts für den, der zu Gericht sitzt, und eine
> Kraft denen, die den Kampf zurücktreiben zum Tor.
> 
> Gericht über die Priester und Propheten in Jerusalem
> 
> 28:7    Aber auch diese sind vom Wein toll geworden und taumeln von starkem
> Getränk. Priester und Propheten sind toll von starkem Getränk, sind
> vom Wein verwirrt. Sie taumeln von starkem Getränk, sie sind toll
> beim Weissagen und wanken beim Rechtsprechen.
> 
> 28:8    Denn alle Tische sind voll Gespei und Unflat an allen Orten!
> 
> 28:9    »Wen«, sagen sie, »will der denn Erkenntnis lehren? Wem will er
> Offenbarung zu verstehen geben? Denen, die entwöhnt sind von der
> Milch, denen, die von der Brust abgesetzt sind?
> 
> 28:10   Zawlazaw zawlazaw, kawlakaw kawlakaw, hier ein wenig, da ein
> wenig!«
> Die Worte, die das Lallen der Trunkenen nachahmen und nicht
> übersetzt werden können, sollen die Redeweise des Propheten
> verspotten.
> 
> 28:11   Jawohl, Gott wird einmal mit unverständlicher Sprache und mit einer
> fremden Zunge reden zu diesem Volk,
> 5. Mose 28,49; Jer 5,15; 1. Kor 14,21
> 
> 28:12   er, der zu ihnen gesagt hat: »Das ist die Ruhe; schaffet Ruhe den
> Müden, und das ist die Erquickung!« Aber sie wollten nicht hören.
> Kap 30,15; Mt 11,28-29
> 
> 28:13   Darum soll so auch des HERRN Wort an sie ergehen: »Zawlazaw
> zawlazaw, kawlakaw kawlakaw, hier ein wenig, da ein wenig«, daß sie
> hingehen und rücklings fallen, zerbrochen, verstrickt und gefangen
> werden.
> 
> 28:14   So höret nun des HERRN Wort, ihr Spötter, die ihr herrschet über
> dies Volk, das in Jerusalem ist.
> 
> 28:15   Ihr sprecht: Wir haben mit dem Tod einen Bund geschlossen und mit
> dem Totenreich einen Vertrag gemacht. Wenn die brausende Flut
> daherfährt, wird sie uns nicht treffen; denn wir haben Lüge zu
> unsrer Zuflucht und Trug zu unserm Schutz gemacht.
> 
> 28:16   Darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich lege in Zion einen
> Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der
> fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.
> Ps 118,22; Eph 2,20;  Kap 7,9
> In der griechischen Übersetzung heißt es: »Wer glaubt, der wird
> nicht zuschanden« (vgl. Röm 9,33; 10,11; 1. Petr 2,6).
> 
> 28:17   Und ich will das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur
> Waage machen. So wird Hagel die falsche Zuflucht zerschlagen, und
> Wasser sollen den Schutz wegschwemmen,
> Hiob 38,22-23
> 
> 28:18   daß hinfalle euer Bund mit dem Tode und euer Vertrag mit dem
> Totenreich nicht bestehen bleibe. Wenn die Flut daherfährt, wird sie
> euch zermalmen;
> 
> 28:19   sooft sie daherfährt, wird sie euch erfassen. Denn Morgen für Morgen
> wird sie kommen, des Tags und des Nachts. Da wird man nur mit
> Entsetzen Offenbarung deuten.
> Luther übersetzte: »Denn allein die Anfechtung lehrt aufs Wort
> merken.«
> 
> 28:20   Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken, und die Decke zu
> schmal, um sich dreinzuschmiegen.
> 
> 28:21   Denn der HERR wird sich aufmachen wie am Berge Perazim und toben
> wie im Tal Gibeon, daß er sein Werk vollbringe, aber fremd ist sein
> Werk, und daß er seine Tat tue, aber seltsam ist seine Tat!
> 2. Sam 5,20; 1. Chr 14,11;  1. Chr 14,16
> 
> 28:22   So laßt nun euer Spotten, auf daß eure Bande nicht fester werden;
> denn ich habe von einem Verderben gehört, das von Gott, dem HERRN
> Zebaoth, beschlossen ist über alle Welt.
> Kap 10,22-23
> 
> Ein Gleichnis für Gottes weisen Rat
> 
> 28:23   Nehmet zu Ohren und höret meine Stimme, merket auf und höret meine
> Rede:
> 
> 28:24   Pflügt oder gräbt oder bricht denn ein Ackermann seinen Acker zur
> Saat immerfort um?
> 
> 28:25   Ist's nicht so: Wenn er ihn geebnet hat, dann streut er Dill und
> wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, ein jedes, wohin er's haben
> will, und Spelt an den Rand?
> 
> 28:26   So unterwies ihn sein Gott und lehrte ihn, wie es recht sei.
> 
> 28:27   Auch drischt man den Dill nicht mit Dreschschlitten und läßt auch
> nicht die Walze über den Kümmel gehen, sondern den Dill schlägt man
> aus mit einem Stabe und den Kümmel mit einem Stecken.
> 
> 28:28   Zermalmt man etwa das Getreide? Nein, man drischt es nicht ganz und
> gar, wenn man's mit Dreschwalzen und ihrem Gespann ausdrischt.
> 
> 28:29   Auch das kommt her vom HERRN Zebaoth; sein Rat ist wunderbar, und er
> führt es herrlich hinaus.
> 
>          Jerusalems Belagerung und Errettung
> 
> 29:1    Weh Ariel, Ariel, du Stadt, wo David lagerte! Füget Jahr zu Jahr und
> feiert die Feste!
> 
> 29:2    Ich will den Ariel ängstigen, daß er traurig und voll Jammer sei,
> und er soll mir ein rechter Ariel sein.
> 
> 29:3    Denn ich will dich belagern ringsumher und will dich ängstigen mit
> Bollwerk und will Wälle um dich aufführen lassen.
> Lk 19,43
> 
> 29:4    Dann sollst du erniedrigt werden und von der Erde her reden und aus
> dem Staube mit deiner Rede murmeln, daß deine Stimme sei wie die
> eines Totengeistes aus der Erde, und deine Rede wispert aus dem
> Staube.
> 
> 29:5    Aber die Menge deiner Feinde soll werden wie Staub und die Menge der
> Tyrannen wie wehende Spreu. Und plötzlich wird's geschehen,
> 
> 29:6    daß Heimsuchung kommt vom HERRN Zebaoth mit Wetter und Erdbeben und
> großem Donner, mit Wirbelsturm und Ungewitter und mit Flammen eines
> verzehrenden Feuers.
> 
> 29:7    Und wie ein Traum, wie ein Nachtgesicht, so soll die Menge aller
> Völker sein, die gegen Ariel kämpfen, mit ihrem ganzen Heer und
> Bollwerk, und die ihn ängstigen.
> 
> 29:8    Denn wie ein Hungriger träumt, daß er esse, - wenn er aber aufwacht,
> so ist sein Verlangen nicht gestillt; und wie ein Durstiger träumt,
> daß er trinke, - wenn er aber aufwacht, ist er matt und durstig: so
> soll es der Menge aller Völker ergehen, die gegen den Berg Zion
> kämpfen.
> 
> Die Verblendung des Volkes
> 
> 29:9    Starret hin und werdet bestürzt, seid verblendet und werdet blind!
> Seid trunken, doch nicht vom Wein, taumelt, doch nicht von starkem
> Getränk!
> 
> 29:10   Denn der HERR hat über euch einen Geist des tiefen Schlafs
> ausgegossen und eure Augen - die Propheten - zugetan, und eure
> Häupter - die Seher - hat er verhüllt.
> 
> 29:11   Darum sind euch alle Offenbarungen wie die Worte eines versiegelten
> Buches, das man einem gibt, der lesen kann, und spricht: Lies doch
> das!, und er spricht: »Ich kann nicht, denn es ist versiegelt«;
> 
> 29:12   oder das man einem gibt, der nicht lesen kann, und spricht: Lies
> doch das!, und er spricht: »Ich kann nicht lesen.«
> 
> 29:13   Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und
> mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie
> mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt,
> Kap 1,15; 58,2-3; Mt 15,8-9
> 
> 29:14   darum will ich auch hinfort mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs
> wunderlichste und seltsamste, daß die Weisheit seiner Weisen
> vergehe und der Verstand seiner Klugen sich verbergen müsse.
> 1. Kor 1,19;  Mt 11,25
> 
> 29:15   Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein wollen vor dem HERRN
> und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und sprechen: »Wer sieht uns,
> und wer kennt uns?«
> Ps 10,11
> 
> 29:16   Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, daß
> das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und
> ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!
> Kap 45,9
> 
> Die große Wandlung
> 
> 29:17   Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon
> fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll
> wie ein Wald werden.
> 
> 29:18    Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die
> Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen;
> (18 und 19) Kap 35,5; Mt 11,5
> 
> 29:19   und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten
> unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels.
> 
> 29:20   Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern
> aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind,
> Unheil anzurichten,
> 
> 29:21   welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach,
> der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch Lügen das Recht des
> Unschuldigen.
> Am 5,10
> 
> 29:22   Darum spricht der HERR, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob:
> Jakob soll nicht mehr beschämt dastehen, und sein Antlitz soll nicht
> mehr erblassen.
> 
> 29:23   Denn wenn sie sehen werden die Werke meiner Hände - seine Kinder -
> in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen heiligen; sie werden den
> Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten.
> 
> 29:24   Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und
> die, welche murren, werden sich belehren lassen.
> 
>          Gegen das leichtfertige Vertrauen auf die Hilfe Ägyptens
> 
> 30:1    Weh den abtrünnigen Söhnen, spricht der HERR, die ohne mich Pläne
> fassen und ohne meinen Geist Bündnisse eingehen, um eine Sünde auf
> die andere zu häufen,
> Kap 1,2
> 
> 30:2    die hinabziehen nach Ägypten und befragen meinen Mund nicht, um
> sich zu stärken mit der Macht des Pharao und sich zu bergen im
> Schatten Ägyptens!
> 2. Kön 18,21
> 
> 30:3    Aber es soll euch die Stärke des Pharao zur Schande geraten und der
> Schutz im Schatten Ägyptens zum Hohn.
> 
> 30:4    Denn ihre Fürsten sind zwar in Zoan, und ihre Boten sind nach Hanes
> gekommen,
> 
> 30:5    aber sie müssen doch alle zuschanden werden an dem Volk, das ihnen
> nichts nützen kann, weder zur Hilfe noch sonst zu Nutz, sondern nur
> zu Schande und Spott.
> 
> 30:6    Dies ist die Last für die Tiere des Südlandes: Im Lande der Trübsal
> und Angst, wo Löwe und Löwin, wo Ottern und feurige fliegende
> Drachen sind, da führen sie ihre Habe auf dem Rücken von Eseln und
> ihre Schätze auf dem Höcker von Kamelen zu dem Volk, das ihnen
> nichts nützen kann.
> 5. Mose 8,15
> 
> 30:7    Denn Ägypten ist nichts, und sein Helfen ist vergeblich. Darum nenne
> ich Ägypten »Rahab, die zum Schweigen gebracht ist«.
> Ps 89,11
> 
> Gegen die Verächter des göttlichen Wortes
> 
> 30:8    So geh nun hin und schreib es vor ihnen nieder auf eine Tafel und
> zeichne es in ein Buch, daß es bleibe für immer und ewig.
> 
> 30:9    Denn sie sind ein ungehorsames Volk und verlogene Söhne, die nicht
> hören wollen die Weisung des HERRN,
> 
> 30:10   sondern sagen zu den Sehern: »Ihr sollt nicht sehen!« und zu den
> Schauern: »Was wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen! Redet zu uns,
> was angenehm ist; schauet, was das Herz begehrt!
> Am 2,12
> 
> 30:11   Weicht ab vom Wege, geht aus der rechten Bahn! Laßt uns doch in Ruhe
> mit dem Heiligen Israels!«
> 
> 30:12   Darum spricht der Heilige Israels: Weil ihr dies Wort verwerft und
> verlaßt euch auf Frevel und Mutwillen und trotzet darauf,
> 
> 30:13   so soll euch diese Sünde sein wie ein Riß, wenn es beginnt zu
> rieseln an einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt;
> 
> 30:14   wie wenn ein Topf zerschmettert wird, den man zerstößt ohne
> Erbarmen, so daß man von seinen Stücken nicht eine Scherbe findet,
> darin man Feuer hole vom Herde oder Wasser schöpfe aus dem Brunnen.
> 
> 30:15   Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr
> umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch
> Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht
> Kap 7,4; 2. Mose 14,14
> 
> 30:16   und sprecht: »Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahinfliehen«, -
> darum werdet ihr dahinfliehen, »und auf Rennern wollen wir reiten«, -
> darum werden euch eure Verfolger überrennen.
> 
> 30:17   Denn euer tausend werden fliehen vor eines einzigen Drohen; ja vor
> fünfen werdet ihr alle fliehen, bis ihr übrigbleibt wie ein Mast
> oben auf einem Berge und wie ein Banner auf einem Hügel.
> 5. Mose 32,30
> 
> Gottes Erbarmen über sein Volk
> 
> 30:18   Darum harrt der HERR darauf, daß er euch gnädig sei, und er macht
> sich auf, daß er sich euer erbarme; denn der HERR ist ein Gott des
> Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren!
> 
> 30:19   Du Volk Zions, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht weinen! Er
> wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir antworten, sobald
> er's hört.
> Kap 65,24
> 
> 30:20   Und der Herr wird euch in Trübsal Brot und in Ängsten Wasser geben.
> Und dein Lehrer wird sich nicht mehr verbergen müssen, sondern deine
> Augen werden deinen Lehrer sehen.
> 
> 30:21   Deine Ohren werden hinter dir das Wort hören: »Dies ist der Weg;
> den geht! Sonst weder zur Rechten noch zur Linken!«
> 5. Mose 5,32
> 
> 30:22   Und ihr werdet entweihen eure übersilberten Götzen und die goldenen
> Hüllen eurer Bilder und werdet sie wegwerfen wie Unrat und zu ihnen
> sagen: Hinaus!
> Kap 27,9
> 
> 30:23   Und er wird deinem Samen, den du auf den Acker gesät hast, Regen
> geben und dir Brot geben vom Ertrag des Ackers in voller Genüge. Und
> dein Vieh wird zu der Zeit weiden auf weiter Aue.
> 
> 30:24   Die Rinder und Esel, die auf dem Felde ackern, werden gesalzenes
> gemengtes Futter fressen, das geworfelt ist mit Schaufel und
> Wurfgabel.
> 
> 30:25   Und es werden auf allen großen Bergen und auf allen hohen Hügeln
> Wasserbäche und Ströme fließen zur Zeit der großen Schlacht, wenn
> die Türme fallen werden.
> 
> 30:26   Und des Mondes Schein wird sein wie der Sonne Schein, und der Sonne
> Schein wird siebenmal heller sein zu der Zeit, wenn der HERR den
> Schaden seines Volks verbinden und seine Wunden heilen wird.
> 
> Das Gericht über Assyrien
> 
> 30:27   Siehe, des HERRN Name kommt von ferne! Sein Zorn brennt, und mächtig
> erhebt er sich, seine Lippen sind voll Grimm und seine Zunge wie ein
> verzehrendes Feuer
> 
> 30:28   und sein Odem wie eine Wasserflut, die bis an den Hals reicht, zu
> schwingen die Völker in der Schwinge des Verderbens. Und er wird die
> Völker mit einem Zaum in ihren Backen hin und her treiben.
> 
> 30:29   Da werdet ihr singen wie in der Nacht des heiligen Festes und euch
> von Herzen freuen, wie wenn man mit Flötenspiel geht zum Berge des
> HERRN, zum Hort Israels.
> 5. Mose 16,14
> 
> 30:30   Und der HERR wird seine herrliche Stimme erschallen lassen, und man
> wird sehen, wie sein Arm herniederfährt mit zornigem Drohen und mit
> Flammen verzehrenden Feuers, mit Wolkenbruch und Hagelschlag.
> 
> 30:31    Da wird Assur erschrecken vor der Stimme des HERRN, der ihn schlägt
> mit dem Stock.
> (31-33) 2. Kön 19,35-37
> 
> 30:32   Jedesmal, wenn ein Schlag daherfährt, wird der Stock zur Zuchtrute,
> die der HERR auf ihn niedersausen läßt; und so bekämpft er ihn, daß
> er ihn als Opfer schwingt unter Pauken und Zitherspiel.
> 
> 30:33   Denn die Feuergrube ist längst hergerichtet, ja, sie ist auch dem
> König bereitet, tief und weit genug. Der Scheiterhaufen darin hat
> Feuer und Holz die Menge; der Odem des HERRN wird ihn anzünden wie
> ein Schwefelstrom.
> 
>          Nicht Ägypten, sondern der HERR rettet Jerusalem
> 
> 31:1     Weh denen, die hinabziehen nach Ägypten um Hilfe und sich
> verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viele sind, und
> auf Gespanne, weil sie sehr stark sind! Aber sie halten sich nicht
> zum Heiligen Israels und fragen nichts nach dem HERRN.
> Kap 30,1-2;  Ps 20,8
> 
> 31:2    Aber auch er ist weise und bringt Unheil herbei und nimmt seine
> Worte nicht zurück, sondern wird sich aufmachen wider das Haus der
> Bösen und wider die Hilfe der Übeltäter.
> Am 3,6;  4. Mose 23,19
> 
> 31:3    Denn Ägypten ist Mensch und nicht Gott, und seine Rosse sind Fleisch
> und nicht Geist. Und der HERR wird seine Hand ausstrecken, so daß
> der Helfer strauchelt und der, dem geholfen wird, fällt und alle
> miteinander umkommen.
> 
> Das Gericht über Assyrien. Zions Errettung
> 
> 31:4    So hat der HERR zu mir gesprochen: Gleich wie ein Löwe und ein
> junger Löwe brüllt über seinem Raub, wenn man wider ihn aufruft die
> Menge der Hirten - er erschrickt vor ihrem Geschrei nicht, und es
> ist ihm auch nicht angst vor ihrer Menge -, so wird der HERR Zebaoth
> herniederfahren auf den Berg Zion und auf seinen Hügel, um zu
> kämpfen.
> 
> 31:5    Und der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun
> mit ihren Flügeln, er wird schützen, erretten, schonen und befreien.
> Mt 23,37
> 
> 31:6    Kehrt um, ihr Israeliten, zu dem, von welchem ihr so sehr abgewichen
> seid!
> Jer 7,3-5
> 
> 31:7    Denn zu der Zeit wird ein jeder seine silbernen und goldenen Götzen
> verwerfen, die eure Hände gemacht hatten euch zur Sünde.
> Kap 2,20
> 
> 31:8    Und Assur soll fallen, nicht durch Mannes-Schwert, und soll
> verzehrt werden, nicht durch Menschen-Schwert. Und es wird vor dem
> Schwert fliehen, und seine junge Mannschaft wird Frondienste leisten
> müssen.
> Kap 37,36
> 
> 31:9    Und sein Fels wird vor Furcht weichen, und seine Fürsten werden das
> Banner verlassen, spricht der HERR, der zu Zion ein Feuer und zu
> Jerusalem einen Glutofen hat.
> 5. Mose 32,31
> 
>          Das künftige Reich der Gerechtigkeit
> 
> 32:1    Siehe, es wird ein König regieren, Gerechtigkeit aufzurichten, und
> Fürsten werden herrschen, das Recht zu handhaben,
> Kap 33,17; Jer 23,5
> 
> 32:2    daß ein jeder von ihnen sein wird wie eine Zuflucht vor dem Wind und
> wie ein Schutz vor dem Platzregen, wie Wasserbäche am dürren Ort,
> wie der Schatten eines großen Felsens im trockenen Lande.
> 
> 32:3    Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr blind sein, und die
> Ohren der Hörenden werden aufmerken.
> 
> 32:4    Und die Unvorsichtigen werden Klugheit lernen, und die Zunge der
> Stammelnden wird fließend und klar reden.
> Kap 35,6
> 
> 32:5    Es wird nicht mehr ein Narr Fürst heißen, noch ein Betrüger edel
> genannt werden.
> Spr 28,16
> 
> 32:6    Denn ein Narr redet Narrheit, und sein Herz geht mit Unheil um, daß
> er Ruchloses anrichte und rede über den HERRN lauter Trug; dadurch
> läßt er hungrig die hungrigen Seelen und wehrt den Durstigen das
> Trinken.
> 
> 32:7    Und des Betrügers Waffen sind böse, er sinnt auf Tücke, um die
> Elenden zu verderben mit falschen Worten, auch wenn der Arme sein
> Recht vertritt.
> 
> 32:8    Aber der Edle hat edle Gedanken und beharrt bei Edlem.
> 
> Die wahre Sicherheit durch den Geist aus der Höhe
> 
> 32:9    Wohlan, ihr stolzen Frauen, höret meine Stimme! Ihr Töchter, die
> ihr so sicher seid, nehmet zu Ohren meine Rede!
> Kap 3,16 - 4,1
> 
> 32:10   Über Jahr und Tag, da werdet ihr Sicheren zittern; denn es wird
> keine Weinlese sein, auch keine Obsternte kommen.
> 
> 32:11   Erschreckt, ihr stolzen Frauen, zittert, ihr Sicheren! Zieht euch
> aus, entblößt euch und umgürtet eure Lenden!
> 
> 32:12   Man wird klagen um die Äcker, ja, um die lieblichen Äcker, um die
> fruchtbaren Weinstöcke,
> 
> 32:13   um den Acker meines Volks, auf dem Dornen und Hecken wachsen, um
> alle Häuser voll Freude in der fröhlichen Stadt.
> 
> 32:14   Denn die Paläste werden verlassen sein, und die Stadt, die voll
> Getümmel war, wird einsam sein, daß Burg und Turm für immer zu
> Höhlen werden, dem Wild zur Freude, den Herden zur Weide,
> 
> 32:15   so lange bis über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe. Dann
> wird die Wüste zum fruchtbaren Lande und das fruchtbare Land wie
> Wald geachtet werden.
> Kap 44,3;  Kap 29,17
> 
> 32:16   Und das Recht wird in der Wüste wohnen und Gerechtigkeit im
> fruchtbaren Lande.
> 
> 32:17   Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der
> Gerechtigkeit wird ewige Stille und Sicherheit sein,
> 
> 32:18   daß mein Volk in friedlichen Auen wohnen wird, in sicheren
> Wohnungen und in stolzer Ruhe.
> Jer 33,16
> 
> 32:19   Aber der Wald wird niederbrechen, und die Stadt wird versinken in
> Niedrigkeit.
> 
> 32:20   Wohl euch, die ihr säen könnt an allen Wassern und könnt die Rinder
> und Esel frei gehen lassen.
> 
>          Die Rettung Zions vor dem Verwüster
> 
> 33:1    Weh dir, du Verwüster, der du selbst nicht verwüstet bist, und du
> Räuber, der du selbst nicht beraubt bist! Wenn du das Verwüsten
> vollendet hast, so wirst du auch verwüstet werden; wenn du des
> Raubens ein Ende gemacht hast, so wird man dich auch berauben.
> Mt 7,2
> 
> 33:2    HERR, sei uns gnädig, denn auf dich harren wir! Sei unser Arm alle
> Morgen, dazu unser Heil zur Zeit der Trübsal!
> 
> 33:3    Es fliehen die Völker vor dem gewaltigen Tosen, und die Heiden
> werden zerstreut, wenn du dich erhebst.
> 
> 33:4    Da wird man Beute wegraffen, wie die Heuschrecken wegraffen, und wie
> die Käfer herbeistürzen, so stürzt man sich darauf.
> 
> 33:5    Der HERR ist erhaben, denn er wohnt in der Höhe. Er hat Zion mit
> Recht und Gerechtigkeit erfüllt.
> 
> 33:6    Und du wirst sichere Zeiten haben: Reichtum an Heil, Weisheit und
> Klugheit; die Furcht des HERRN wird Zions Schatz sein.
> 
> 33:7    Siehe, die Leute von Ariel schreien draußen, die Boten des Friedens
> weinen bitterlich.
> Kap 29,1
> 
> 33:8    Die Wege sind verödet, es geht niemand mehr auf der Straße. Man hält
> nicht Treu und Glauben, man verwirft die Zeugen und achtet der Leute
> nicht.
> 
> 33:9    Das Land sieht traurig und jämmerlich aus, der Libanon ist
> zuschanden geworden und verdorrt. Scharon ist wie eine Steppe, und
> Baschan und Karmel stehen kahl.
> 
> 33:10   Nun aber will ich mich aufmachen, spricht der HERR; nun will ich
> mich erheben, nun will ich aufstehen.
> 
> 33:11   Mit Stroh geht ihr schwanger, Stoppeln gebärt ihr; euer Zorn ist ein
> Feuer, das euch selbst verzehren wird.
> 
> 33:12   Und die Völker werden zu Kalk verbrannt werden; wie abgehauene
> Dornen werden sie im Feuer verzehrt.
> 
> 33:13   So höret nun ihr, die ihr ferne seid, was ich getan habe, und die
> ihr nahe seid, erkennet meine Stärke!
> 
> 33:14   In Zion sind die Sünder erschrocken, Zittern hat die Heuchler
> befallen, und sie sprechen: »Wer ist unter uns, der bei
> verzehrendem Feuer wohnen kann? Wer ist unter uns, der bei ewiger
> Glut wohnen kann?«
> Kap 10,17; Jer 23,29
> 
> 33:15    Wer in Gerechtigkeit wandelt und redet, was recht ist; wer
> schändlichen Gewinn haßt und seine Hände bewahrt, daß er nicht
> Geschenke nehme; wer seine Ohren zustopft, daß er nichts von
> Blutschuld höre, und seine Augen zuhält, daß er nichts Arges sehe:
> (15 und 16) Ps 15,1-5; 24,3-4
> 
> 33:16   der wird in der Höhe wohnen, und Felsen werden seine Feste und
> Schutz sein. Sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser hat er gewiß.
> 
> 33:17   Deine Augen werden den König sehen in seiner Schönheit; du wirst ein
> weites Land sehen.
> 
> 33:18   Dein Herz wird an den Schrecken zurückdenken und sagen: »Wo sind nun
> die Schreiber? Wo sind die Vögte? Wo sind, die die Türme zählten?«
> 
> 33:19   Du wirst das freche Volk nicht mehr sehen, das Volk von dunkler
> Sprache, die man nicht verstehen kann, und von stammelnder Zunge,
> die unverständlich bleibt.
> Kap 28,11; 5. Mose 28,49-50
> 
> 33:20   Schaue auf Zion, die Stadt unsrer Feiern! Deine Augen werden
> Jerusalem sehen, eine sichere Wohnung, ein Zelt, das nicht mehr
> abgebrochen wird. Seine Pflöcke sollen nie mehr herausgezogen und
> keines seiner Seile zerrissen werden.
> 
> 33:21   Denn der HERR wird dort bei uns mächtig sein, und weite Wassergräben
> wird es geben, auf denen kein Schiff mehr fahren, kein stolzes
> Schiff mehr dahinziehen kann.
> 
> 33:22   - Denn der HERR ist unser Richter, der HERR ist unser Meister, der
> HERR ist unser König; der hilft uns! -
> 
> 33:23   Seine Taue hängen lose, sie halten den Mastbaum nicht fest, und die
> Segel spannen sich nicht. Dann wird viel Beute ausgeteilt werden,
> und auch die Lahmen werden plündern.
> 
> 33:24   Und kein Bewohner wird sagen: »Ich bin schwach«; denn das Volk, das
> darin wohnt, wird Vergebung der Sünde haben.
> Sach 12,8
> 
>          Gottes Strafgericht über Edom
> 
> 34:1    Kommt herzu, ihr Heiden, und höret; ihr Völker, merkt auf! Die Erde
> höre zu und was sie füllt, der Erdkreis und was darauf lebt!
> 
> 34:2    Denn der HERR ist zornig über alle Heiden und ergrimmt über alle
> ihre Scharen. Er wird an ihnen den Bann vollstrecken und sie zur
> Schlachtung dahingeben.
> 
> 34:3    Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen werden, daß der Gestank von
> ihren Leichnamen aufsteigen wird und die Berge von ihrem Blut
> fließen.
> 
> 34:4    Und alles Heer des Himmels wird dahinschwinden, und der Himmel wird
> zusammengerollt werden wie eine Buchrolle, und all sein Heer wird
> hinwelken, wie ein Blatt verwelkt am Weinstock und wie ein dürres
> Blatt am Feigenbaum.
> Offb 6,13-14
> 
> 34:5    Denn mein Schwert ist trunken im Himmel, und siehe, es wird
> herniederfahren auf Edom und über das Volk, an dem ich den Bann
> vollstrecke zum Gericht.
> 5. Mose 32,41-42; Jer 49,7-22
> 
> 34:6    Des HERRN Schwert ist voll Blut und trieft von Fett, vom Blut der
> Lämmer und Böcke, vom Nierenfett der Widder. Denn der HERR hält ein
> Schlachten in Bozra und ein großes Opfer im Lande Edom.
> Kap 63,1
> 
> 34:7    Da werden Wildstiere mit ihnen niedersinken und junge Stiere samt
> den Büffeln. Und ihr Land wird trunken werden von Blut, und die Erde
> wird triefen von Fett.
> 
> 34:8    Denn es kommt der Tag der Rache des HERRN und das Jahr der
> Vergeltung, um Zion zu rächen.
> Kap 63,4
> 
> 34:9    Da werden Edoms Bäche zu Pech werden und seine Erde zu Schwefel;
> ja, sein Land wird zu brennendem Pech werden,
> 1. Mose 19,24
> 
> 34:10   das weder Tag noch Nacht verlöschen wird, sondern immer wird Rauch
> von ihm aufgehen. Und es wird verwüstet sein von Geschlecht zu
> Geschlecht, daß niemand hindurchgehen wird auf ewige Zeiten,
> Mal 1,4
> 
> 34:11   sondern Rohrdommeln und Igel werden's in Besitz nehmen, Nachteulen
> und Raben werden dort wohnen. Und er wird die Meßschnur darüber
> spannen, daß es verwüstet werde, und das Bleilot werfen, daß es öde
> sei.
> 
> 34:12   Und Feldgeister werden darin wohnen, und seine Edlen werden nicht
> mehr sein. Man wird dort keinen König mehr ausrufen, und alle seine
> Fürsten werden ein Ende haben.
> 
> 34:13    Dornen werden wachsen in seinen Palästen, Nesseln und Disteln in
> seinen Schlössern; und es wird eine Behausung sein der Schakale und
> eine Stätte für die Strauße.
> (13 und 14) Kap 13,21-22
> 
> 34:14   Da werden Wüstentiere und wilde Hunde einander treffen, und ein
> Feldgeist wird dem andern begegnen. Das Nachtgespenst wird auch dort
> herbergen und seine Ruhestatt dort finden.
> 
> 34:15   Da wird auch die Natter nisten und legen, ihre Eier aufhäufen und
> ausbrüten. Auch die Raubvögel werden dort zusammenkommen. Keines
> vermißt das andere.
> 
> 34:16   - Suchet nun in dem Buch des HERRN und lest! - Keines von ihnen
> wird fehlen. Denn sein Mund gebietet es, und sein Geist bringt sie
> zusammen.
> 2. Mose 32,32
> 
> 34:17   Er wirft ihnen das Los, und seine Hand teilt aus unter sie mit der
> Meßschnur, daß sie das Land besitzen auf ewige Zeiten und darin
> wohnen von Geschlecht zu Geschlecht.
> 
>          Das zukünftige Heil
> 
> 35:1    Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und
> wird blühen wie die Lilien.
> Kap 32,15
> 
> 35:2    Sie wird blühen und jubeln in aller Lust und Freude. Die
> Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht von Karmel und
> Scharon. Sie sehen die Herrlichkeit des HERRN, die Pracht unsres
> Gottes.
> 
> 35:3    Stärket die müden Hände und macht fest die wankenden Knie!
> Hebr 12,12
> 
> 35:4    Saget den verzagten Herzen: »Seid getrost, fürchtet euch nicht!
> Seht, da ist euer Gott! Er kommt zur Rache; Gott, der da vergilt,
> kommt und wird euch helfen.«
> 
> 35:5    Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben
> geöffnet werden.
> Kap 29,18
> 
> 35:6    Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der
> Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste
> hervorbrechen und Ströme im dürren Lande.
> 
> 35:7    Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo
> es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Wo zuvor die
> Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen.
> Kap 41,18
> 
> 35:8     Und es wird dort eine Bahn sein, die der heilige Weg heißen wird.
> Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie werden auf ihm gehen; auch
> die Toren dürfen nicht darauf umherirren.
> (8-10) Kap 56,3-8; Jer 31,8
> 
> 35:9    Es wird da kein Löwe sein und kein reißendes Tier darauf gehen; sie
> sind dort nicht zu finden, sondern die Erlösten werden dort gehen.
> 
> 35:10   Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit
> Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne
> werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.
> Kap 51,11; Offb 21,4
> 
>          Jerusalem von Sanherib bedroht und wunderbar errettet
> 
> (Kap 36,1 - 37,38: vgl. 2. Kön 18,13 - 19,37; 2. Chr 32,1-23)
> 36:1    Und es begab sich im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia, da zog der
> König von Assyrien, Sanherib, herauf gegen alle festen Städte Judas
> und nahm sie ein.
> 
> 36:2    Und der König von Assyrien sandte den Rabschake von Lachisch nach
> Jerusalem zu dem König Hiskia mit großer Heeresmacht. Und er trat
> hin an die Wasserleitung des oberen Teiches, an der Straße bei dem
> Acker des Walkers.
> Kap 7,3
> 
> 36:3    Und es kamen zu ihm heraus der Hofmeister Eljakim, der Sohn
> Hilkijas, und der Schreiber Schebna und der Kanzler Joach, der Sohn
> Asafs.
> Kap 22,20
> 
> 36:4    Und der Rabschake sprach zu ihnen: Sagt doch dem Hiskia: So spricht
> der große König, der König von Assyrien: Was ist das für ein
> Vertrauen, das du da hast?
> 
> 36:5    Meinst du, bloße Worte seien schon Rat und Macht zum Kämpfen? Auf
> wen verläßt du dich denn, daß du von mir abgefallen bist?
> 
> 36:6    Verläßt du dich auf den zerbrochenen Rohrstab Ägypten, der jedem,
> der sich darauf stützt, in die Hand dringt und sie durchbohrt? So
> tut der Pharao, der König von Ägypten, allen, die sich auf ihn
> verlassen.
> Hes 29,6-7
> 
> 36:7    Willst du mir aber sagen: Wir verlassen uns auf den HERRN, unsern
> Gott, - ist's denn nicht derselbe, dessen Höhen und Altäre Hiskia
> abgetan und zu Juda und Jerusalem gesagt hat: »Nur vor diesem Altar
> sollt ihr anbeten«?
> 2. Kön 18,4
> 
> 36:8    Wohlan, nimm eine Wette an mit meinem Herrn, dem König von Assyrien:
> Ich will dir zweitausend Rosse geben; laß sehen, ob du die Reiter
> dazu stellen kannst!
> 
> 36:9    Wie willst du denn zurücktreiben auch nur einen der geringsten
> Diener meines Herrn? Und du verläßt dich auf Ägypten um der Wagen
> und Gespanne willen!
> 
> 36:10   Meinst du denn, daß ich ohne den HERRN heraufgezogen bin in dies
> Land, es zu verderben? Nein, sondern der HERR sprach zu mir: Zieh
> hinauf in dies Land und verdirb es!
> 
> 36:11   Aber Eljakim und Schebna und Joach sprachen zum Rabschake: Rede doch
> mit deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen's gut, und rede
> nicht hebräisch mit uns vor den Ohren des Volks, das auf der Mauer
> ist.
> 
> 36:12   Da sprach der Rabschake: Meinst du, daß mein Herr mich nur zu deinem
> Herrn oder zu dir gesandt habe, solche Worte zu reden, und nicht
> vielmehr zu den Männern, die auf der Mauer sitzen und samt euch
> ihren eigenen Mist fressen und ihren Harn saufen werden?
> 
> 36:13   Und der Rabschake trat hin und rief laut auf hebräisch und sprach:
> Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Assyrien!
> 
> 36:14   So spricht der König: Laßt euch von Hiskia nicht betrügen; denn er
> kann euch nicht erretten.
> 
> 36:15   Und laßt euch von Hiskia nicht vertrösten auf den HERRN, wenn er
> sagt: Der HERR wird uns erretten, und diese Stadt wird nicht in die
> Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.
> 
> 36:16   Hört nicht auf Hiskia! Denn so spricht der König von Assyrien:
> Schließt Freundschaft mit mir und kommt zu mir heraus, so soll ein
> jeder von euch von seinem Weinstock und von seinem Feigenbaum essen
> und aus seinem Brunnen trinken,
> 1. Kön 5,5; Mi 4,4
> 
> 36:17   bis ich komme und hole euch in ein Land, das wie euer Land ist, ein
> Land, darin Korn und Wein ist, ein Land, darin Brot und Weinberge
> sind.
> 
> 36:18   Laßt euch von Hiskia nicht bereden, wenn er sagt: Der HERR wird uns
> erretten! Haben etwa die Götter der andern Völker ihr Land errettet
> aus der Hand des Königs von Assyrien?
> Kap 37,12
> 
> 36:19   Wo sind die Götter von Hamat und Arpad? Wo sind die Götter von
> Sefarwajim? Und wo sind die Götter des Landes Samarien? Haben sie
> Samaria errettet aus meiner Hand?
> 
> 36:20   Welcher unter allen Göttern dieser Länder hat sein Land errettet aus
> meiner Hand, daß allein der HERR Jerusalem erretten sollte aus
> meiner Hand?
> 
> 36:21   Sie schwiegen aber still und antworteten ihm nichts; denn der König
> hatte geboten: Antwortet ihm nichts.
> 
> 36:22   Da kamen der Hofmeister Eljakim, der Sohn Hilkijas, und der
> Schreiber Schebna und der Kanzler Joach, der Sohn Asafs, mit
> zerrissenen Kleidern zu Hiskia und sagten ihm die Worte des
> Rabschake an.
> 
>  37:1    Als aber der König Hiskia das hörte, zerriß er seine Kleider und
> legte einen Sack an und ging in das Haus des HERRN.
> 
> 37:2    Und er sandte den Hofmeister Eljakim und den Schreiber Schebna samt
> den Ältesten der Priester, mit dem Sack angetan, zu dem Propheten
> Jesaja, dem Sohn des Amoz.
> 
> 37:3    Und sie sprachen zu ihm: So spricht Hiskia: Das ist ein Tag der
> Trübsal, der Züchtigung und der Schmach - wie wenn Kinder eben
> geboren werden sollen, aber die Kraft fehlt, sie zu gebären.
> 
> 37:4    Vielleicht hört der HERR, dein Gott, die Worte des Rabschake, den
> sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, den lebendigen Gott
> zu lästern, und straft die Worte, die der HERR, dein Gott, gehört
> hat! So tu Fürbitte für die Übriggebliebenen, die noch vorhanden
> sind.
> 
> 37:5    Und die Großen des Königs Hiskia kamen zu Jesaja.
> 
> 37:6    Jesaja aber sprach zu ihnen: So sollt ihr eurem Herrn sagen: So
> spricht der HERR: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört
> hast, mit denen mich die Knechte des Königs von Assyrien geschmäht
> haben!
> 
> 37:7    Siehe, ich will ihn andern Sinnes machen; denn er soll ein Gerücht
> hören, so daß er wieder heimzieht in sein Land. Dann will ich ihn
> durchs Schwert fällen in seinem Lande.
> 
> 37:8    Als aber der Rabschake zurückkam, fand er den König von Assyrien im
> Kampf gegen Libna; denn er hatte gehört, daß er von Lachisch
> abgezogen war.
> 
> 37:9    Er hatte nämlich gehört über Tirhaka, den König von Kusch: Er ist
> ausgezogen, gegen dich zu kämpfen. Als er das hörte, sandte er Boten
> zu Hiskia und ließ ihm sagen:
> 
> 37:10   Sagt Hiskia, dem König von Juda: Laß dich durch deinen Gott nicht
> betrügen, auf den du dich verläßt und sprichst: Jerusalem wird nicht
> in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.
> 
> 37:11   Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern
> getan haben, daß sie den Bann an ihnen vollstreckten, und du allein
> solltest errettet werden?
> 
> 37:12    Haben denn die Götter der Völker die Länder errettet, die von
> meinen Vätern vernichtet wurden: Gosan, Haran, Rezef und die von
> Eden in Telassar?
> Kap 36,18
> 
> 37:13   Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der
> Stadt Sefarwajim, Hena und Awa?
> 
> 37:14   Und als Hiskia den Brief von den Boten empfangen und gelesen hatte,
> ging er hinauf in das Haus des HERRN und breitete ihn aus vor dem
> HERRN.
> 
> 37:15   Und Hiskia betete zum HERRN und sprach:
> 
> 37:16   HERR Zebaoth, du Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du
> bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und
> Erde gemacht.
> 
> 37:17   HERR, neige deine Ohren und höre doch, HERR, tu deine Augen auf und
> sieh doch! Höre doch alle die Worte Sanheribs, die er gesandt hat,
> um den lebendigen Gott zu schmähen.
> 
> 37:18   Wahr ist's, HERR, die Könige von Assyrien haben alle Länder
> verwüstet
> 
> 37:19   und haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn sie waren nicht
> Götter, sondern Werk von Menschenhänden, Holz und Stein. Die haben
> sie vertilgt.
> 
> 37:20   Nun aber, HERR, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle
> Königreiche auf Erden erfahren, daß du, HERR, allein Gott bist!
> Kap 40,5; Dan 6,27
> 
> 37:21   Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen:
> So spricht der HERR, der Gott Israels: Was du von mir erbeten hast
> wegen des Königs Sanherib von Assyrien, habe ich gehört.
> 
> 37:22   Dies ist's, was der HERR über ihn spricht: Die Jungfrau, die Tochter
> Zion, verachtet dich und spottet deiner, und die Tochter Jerusalem
> schüttelt das Haupt hinter dir her.
> 
> 37:23   Wen hast du geschmäht und gelästert? Über wen hast du die Stimme
> erhoben? Du hobst deine Augen empor wider den Heiligen Israels.
> 
> 37:24   Durch deine Knechte hast du den Herrn geschmäht und gesagt: »Ich bin
> mit der Menge meiner Wagen heraufgezogen auf die Höhe der Berge in
> den innersten Libanon und habe seine hohen Zedern abgehauen samt
> seinen auserwählten Zypressen und bin bis zu seiner äußersten Höhe
> gekommen, in seinen dichtesten Wald.
> Kap 14,8
> 
> 37:25   Ich habe gegraben und getrunken fremde Wasser und habe mit meinen
> Fußsohlen ausgetrocknet alle Flüsse Ägyptens.«
> 
> 37:26   Hast du nicht gehört, daß ich es lange zuvor bereitet und von Anfang
> an geplant habe? Jetzt aber habe ich's kommen lassen, daß du feste
> Städte zerstören solltest zu Steinhaufen,
> 
> 37:27   und ihre Einwohner sollten ohne Kraft werden und sich fürchten und
> zuschanden werden und wie Feldgras werden und wie grünes Kraut, wie
> Gras auf den Dächern, das verdorrt, ehe es reif wird.
> 
> 37:28   Ich weiß von deinem Aufstehen und Sitzen, von deinem Ausziehen und
> Einziehen und daß du tobst gegen mich.
> 
> 37:29   Weil du nun gegen mich tobst und dein Stolz vor meine Ohren gekommen
> ist, will ich dir meinen Ring in die Nase legen und meinen Zaum in
> dein Maul und will dich den Weg wieder heimführen, den du gekommen
> bist.
> 
> 37:30   Und das sei dir, Hiskia, ein Zeichen: In diesem Jahr iß, was von
> selber nachwächst, im nächsten Jahr, was auch dann noch wächst; im
> dritten Jahr sät und erntet, pflanzt Weinberge und eßt ihre Früchte.
> 
> 37:31   Denn die Erretteten vom Hause Juda und was übriggeblieben ist,
> werden von neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen.
> 
> 37:32   Denn von Jerusalem werden ausgehen, die übriggeblieben sind, und die
> Erretteten vom Berge Zion. Solches wird tun der Eifer des HERRN
> Zebaoth.
> Kap 9,6
> 
> 37:33   Darum spricht der HERR über den König von Assyrien: Er soll nicht in
> diese Stadt kommen und soll auch keinen Pfeil hineinschießen und mit
> keinem Schild davor kommen und soll keinen Wall gegen sie
> aufschütten,
> 
> 37:34   sondern auf dem Wege, den er gekommen ist, soll er wieder
> heimkehren, daß er in diese Stadt nicht komme, spricht der HERR.
> 
> 37:35   Denn ich will diese Stadt schützen, daß ich sie errette um
> meinetwillen und um meines Knechtes David willen.
> 
> 37:36   Da fuhr aus der Engel des HERRN und schlug im assyrischen Lager
> hundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man sich früh am Morgen
> aufmachte, siehe, da lag alles voller Leichen.
> Kap 17,14; 31,8
> 
> 37:37   Und der König von Assyrien, Sanherib, brach auf, zog weg und kehrte
> wieder heim und blieb zu Ninive.
> 
> 37:38   Es begab sich aber, als er anbetete im Hause Nisrochs, seines
> Gottes, erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem
> Schwert, und sie flohen ins Land Ararat. Und sein Sohn Asarhaddon
> wurde König an seiner Statt.
> 
>          Hiskias Krankheit, Genesung und Danklied
> 
> (vgl. 2. Kön 20,1-11; 2. Chr 32,24)
> 38:1    Zu der Zeit wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn
> des Amoz, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR:
> Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben
> bleiben.
> 
> 38:2    Da wandte Hiskia sein Angesicht zur Wand und betete zum HERRN
> 
> 38:3    und sprach: Gedenke doch, HERR, wie ich vor dir in Treue und
> ungeteilten Herzens gewandelt bin und habe getan, was dir gefallen
> hat. Und Hiskia weinte sehr.
> 2. Kön 18,3-6
> 
> 38:4    Da geschah das Wort des HERRN zu Jesaja:
> 
> 38:5    Geh hin und sage Hiskia: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters
> David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe,
> ich will deinen Tagen noch fünfzehn Jahre zulegen
> 
> 38:6    und will dich samt dieser Stadt erretten aus der Hand des Königs von
> Assyrien und will diese Stadt beschirmen.
> 
> 38:7    Und dies sei dir das Zeichen von dem HERRN, daß der HERR tun wird,
> was er zugesagt hat:
> 
> 38:8    Siehe, ich will den Schatten an der Sonnenuhr des Ahas zehn Striche
> zurückziehen, über die er gelaufen ist. Und die Sonne lief zehn
> Striche zurück an der Sonnenuhr, über die sie gelaufen war.
> 
> 38:9    Dies ist das Lied Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen
> und von seiner Krankheit gesund geworden war:
> 
> 38:10   Ich sprach: Nun muß ich zu des Totenreiches Pforten fahren in der
> Mitte meines Lebens, da ich doch gedachte, noch länger zu leben.
> 
> 38:11   Ich sprach: Nun werde ich den HERRN nicht mehr schauen im Lande der
> Lebendigen, nun werde ich die Menschen nicht mehr sehen mit denen,
> die auf der Welt sind.
> Ps 27,13
> 
> 38:12   Meine Hütte ist abgebrochen und über mir weggenommen wie eines
> Hirten Zelt. Zu Ende gewebt hab ich mein Leben wie ein Weber; er
> schneidet mich ab vom Faden. Tag und Nacht gibst du mich preis;
> 
> 38:13   bis zum Morgen schreie ich um Hilfe; aber er zerbricht mir alle
> meine Knochen wie ein Löwe; Tag und Nacht gibst du mich preis.
> 
> 38:14   Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube. Meine
> Augen sehen verlangend nach oben: Herr, ich leide Not, tritt für
> mich ein!
> 
> 38:15   Was soll ich reden und was ihm sagen? Er hat's getan! Entflohen ist
> all mein Schlaf bei solcher Betrübnis meiner Seele.
> 
> 38:16   Herr, laß mich wieder genesen und leben!
> 
> 38:17   Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele
> herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle
> meine Sünden hinter dich zurück.
> Ps 32,5; Mi 7,18-19
> 
> 38:18   Denn die Toten loben dich nicht, und der Tod rühmt dich nicht, und
> die in die Grube fahren, warten nicht auf deine Treue;
> Ps 6,6; 115,17
> 
> 38:19   sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute. Der Vater
> macht den Kindern deine Treue kund.
> 
> 38:20   Der HERR hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen,
> solange wir leben, im Hause des HERRN!
> 
> 38:21   Und Jesaja sprach, man solle ein Pflaster von Feigen nehmen und auf
> sein Geschwür legen, daß er gesund würde.
> Die Verse 21 und 22 gehören zwischen Vers 6 und Vers 7 wie in 2.
> Kön 20,7-8.
> 
> 38:22   Hiskia aber sprach: Was ist das Zeichen, daß ich wieder zum Hause
> des HERRN hinaufgehen kann?
> 
>          Hiskia und die Gesandten aus Babel
> 
> (vgl. 2. Kön 20,12-19; 2. Chr 32,27-31)
> 39:1    Zu der Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König
> von Babel, Briefe und Geschenke an Hiskia; denn er hatte gehört, daß
> er krank gewesen und wieder gesund geworden sei.
> 
> 39:2    Darüber freute sich Hiskia und zeigte den Gesandten das Schatzhaus,
> Silber und Gold und Spezerei, kostbare Salben und sein ganzes
> Zeughaus und alle Schätze, die er hatte. Es gab nichts, was ihnen
> Hiskia nicht gezeigt hätte in seinem Hause und in seinem ganzen
> Reich.
> 
> 39:3    Da kam der Prophet Jesaja zum König Hiskia und sprach zu ihm: Was
> sagen diese Männer, und von woher kommen sie zu dir? Hiskia sprach:
> Sie kommen aus fernem Lande zu mir, nämlich aus Babel.
> 
> 39:4    Er aber sprach: Was haben sie in deinem Hause gesehen? Hiskia
> sprach: Alles, was in meinem Hause ist, haben sie gesehen, und es
> gibt nichts, das ich ihnen nicht gezeigt hätte von meinen Schätzen.
> 
> 39:5    Und Jesaja sprach zu Hiskia: Höre das Wort des HERRN Zebaoth:
> 
> 39:6    Siehe, es kommt die Zeit, daß alles, was in deinem Hause ist und
> was deine Väter gesammelt haben bis auf diesen Tag, nach Babel
> gebracht werden wird, so daß nichts zurückbleibt, spricht der HERR.
> 2. Kön 24,13
> 
> 39:7    Dazu werden sie von deinen Söhnen, die von dir kommen werden, die du
> zeugen wirst, einige nehmen, daß sie Kämmerer werden müssen am Hofe
> des Königs von Babel.
> 
> 39:8    Und Hiskia sprach zu Jesaja: Das Wort des HERRN ist gut, das du
> sagst. Denn er dachte: Es wird doch Friede und Sicherheit sein,
> solange ich lebe.
> 
>          DAS TROSTBUCH VON DER ERLÖSUNG ISRAELS (Kapitel 40,1 - 55,13)
> Des HERRN tröstendes Wort für sein Volk
> 
> 40:1    Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.
> 
> 40:2     Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre
> Knechtschaft ein Ende hat, daß ihre Schuld vergeben ist; denn sie
> hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre
> Sünden.
> Hos 2,16;  Jer 16,18
> 
> 40:3     Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht
> in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!
> (3-5) Lk 3,4-6; Joh 1,23
> 
> 40:4    Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen
> erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig
> ist, soll eben werden;
> Kap 49,11
> 
> 40:5    denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles
> Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's
> geredet.
> 
> 40:6     Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich
> predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine
> Blume auf dem Felde.
> (6-8) Ps 90,5-6; Jak 1,10-11
> 
> 40:7    Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst
> darein. Ja, Gras ist das Volk!
> 
> 40:8    Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes
> bleibt ewiglich.
> Ps 119,89; Lk 21,33
> 
> 40:9    Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du
> Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte
> dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott;
> 
> 40:10   siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird
> herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich
> erwarb, geht vor ihm her.
> Kap 62,11
> 
> 40:11   Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in
> seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die
> Mutterschafe führen.
> Joh 10,11
> 
> Israels unvergleichlicher Gott
> 
> 40:12   Wer mißt die Wasser mit der hohlen Hand, und wer bestimmt des
> Himmels Weite mit der Spanne und faßt den Staub der Erde mit dem Maß
> und wiegt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Waage?
> 
> 40:13   Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist
> ihn?
> Röm 11,34; 1. Kor 2,16
> 
> 40:14   Wen fragt er um Rat, der ihm Einsicht gebe und lehre ihn den Weg des
> Rechts und lehre ihn Erkenntnis und weise ihm den Weg des
> Verstandes?
> 
> 40:15   Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein
> Sandkorn auf der Waage. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein.
> 
> 40:16   Der Libanon wäre zu wenig zum Feuer und seine Tiere zu wenig zum
> Brandopfer.
> 
> 40:17   Alle Völker sind vor ihm wie nichts und gelten ihm als nichtig und
> eitel.
> 
> 40:18    Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Abbild
> wollt ihr von ihm machen?
> Kap 46,5;  2. Mose 20,4; Apg 17,29
> 
> 40:19   Der Meister gießt ein Bild, und der Goldschmied vergoldet's und
> macht silberne Ketten daran.
> 
> 40:20   Wer aber zu arm ist für eine solche Gabe, der wählt ein Holz, das
> nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu
> fertigen, das nicht wackelt.
> 
> 40:21   Wißt ihr denn nicht? Hört ihr denn nicht? Ist's euch nicht von
> Anfang an verkündigt? Habt ihr's nicht gelernt von Anbeginn der
> Erde?
> 
> 40:22   Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie
> Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und
> breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt;
> 
> 40:23   er gibt die Fürsten preis, daß sie nichts sind, und die Richter auf
> Erden macht er zunichte:
> 
> 40:24   Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm
> eine Wurzel in der Erde, da läßt er einen Wind unter sie wehen, daß
> sie verdorren, und ein Wirbelsturm führt sie weg wie Spreu.
> 
> 40:25   Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei? spricht
> der Heilige.
> 
> 40:26   Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er
> führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine
> Macht und starke Kraft ist so groß, daß nicht eins von ihnen fehlt.
> Ps 147,4;  1. Mose 1,14-18
> 
> 40:27   Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist
> dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?
> 
> 40:28   Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der
> die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein
> Verstand ist unausforschlich.
> 
> 40:29   Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.
> 
> 40:30   Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen;
> 
> 40:31   aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren
> mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß
> sie wandeln und nicht müde werden.
> Ps 103,5
> 
>          Die Völker vor dem Weltenrichter
> 
> 41:1    Die Inseln sollen vor mir schweigen und die Völker neue Kraft
> gewinnen! Sie sollen herzutreten und dann reden! Laßt uns
> miteinander rechten!
> 
> 41:2    Wer läßt den von Osten her kommen, dem Heil auf dem Fuße folgt, vor
> dem er Völker und Könige dahingibt, daß er ihrer mächtig wird? Sein
> Schwert macht sie wie Staub und sein Bogen wie verwehte Spreu.
> Kap 44,28; 45,1; 45,13; 46,11; 48,14-15
> 
> 41:3    Er jagt ihnen nach und zieht unversehrt hindurch und berührt den Weg
> nicht mit seinen Füßen.
> 
> 41:4    Wer tut und macht das? Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich
> bin's, der HERR, der Erste, und bei den Letzten noch derselbe.
> Kap 44,6; 48,12; Offb 1,8; 1,17
> 
> 41:5    Als die Inseln das sahen, fürchteten sie sich, und die Enden der
> Erde erschraken; sie nahten sich und kamen herzu.
> 
> 41:6    Einer will dem andern helfen und spricht zu seinem Nächsten: Steh
> fest!
> 
> 41:7    Der Meister nimmt den Goldschmied fest an die Hand, und sie machen
> mit dem Hammer das Blech glatt auf dem Amboß und sprechen: Das wird
> fein stehen! und machen's fest mit Nägeln, daß es nicht wackeln
> soll.
> 
> 41:8    Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, du Sproß
> Abrahams, meines Geliebten,
> Kap 42,19; 43,10; 44,1; 44,21; 45,4; Ps 135,4;  Jak 2,23
> 
> 41:9    den ich fest ergriffen habe von den Enden der Erde her und berufen
> von ihren Grenzen, zu dem ich sprach: Du sollst mein Knecht sein;
> ich erwähle dich und verwerfe dich nicht -,
> 
> 41:10    fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin
> dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch
> die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.
> Kap 43,1
> 
> 41:11   Siehe, zu Spott und zuschanden sollen werden alle, die dich hassen;
> sie sollen werden wie nichts, und die Leute, die mit dir hadern,
> sollen umkommen.
> 
> 41:12   Wenn du nach ihnen fragst, wirst du sie nicht finden. Die mit dir
> hadern, sollen werden wie nichts, und die wider dich streiten,
> sollen ein Ende haben.
> 
> 41:13   Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand faßt und zu
> dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!
> 
> 41:14   Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel. Ich
> helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige
> Israels.
> Kap 43,3
> 
> 41:15   Siehe, ich habe dich zum scharfen, neuen Dreschwagen gemacht, der
> viele Zacken hat, daß du Berge zerdreschen und zermalmen sollst und
> Hügel wie Spreu machen.
> 
> 41:16   Du sollst sie worfeln, daß der Wind sie wegführt und der Wirbelsturm
> sie verweht. Du aber wirst fröhlich sein über den HERRN und wirst
> dich rühmen des Heiligen Israels.
> 
> 41:17   Die Elenden und Armen suchen Wasser, und es ist nichts da, ihre
> Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich,
> der Gott Israels, will sie nicht verlassen.
> 
> 41:18   Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen mitten auf den
> Feldern und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre
> Land zu Wasserquellen.
> Kap 35,1; 35,7; 43,19; 2. Mose 17,6; Ps 107,35
> 
> 41:19   Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und
> Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen,
> Buchsbaum und Kiefern,
> 
> 41:20   damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: des
> HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es
> geschaffen.
> 
> 41:21   Bringt eure Sache vor, spricht der HERR; sagt an, womit ihr euch
> verteidigen wollt, spricht der König in Jakob.
> 
> 41:22   Sie sollen herzutreten und uns verkündigen, was kommen wird.
> Verkündigt es doch, was früher geweissagt wurde, damit wir darauf
> achten! Oder laßt uns hören, was kommen wird, damit wir merken, daß
> es eintrifft!
> Kap 43,8-9; 44,7
> 
> 41:23   Verkündigt uns, was hernach kommen wird, damit wir erkennen, daß ihr
> Götter seid! Wohlan, tut Gutes oder tut Schaden, damit wir uns
> verwundern und erschrecken!
> 
> 41:24   Siehe, ihr seid nichts, und euer Tun ist auch nichts, und euch
> erwählen ist ein Greuel.
> 
> 41:25   Von Norden habe ich einen kommen lassen, und er ist gekommen, vom
> Aufgang der Sonne her den, der meinen Namen anruft. Er zerstampft
> die Gewaltigen wie Lehm und wie der Töpfer, der den Ton tritt.
> 
> 41:26   Wer hat es von Anfang an verkündigt, daß wir's vernahmen? Wer hat es
> vorher geweissagt, daß wir sagen: Das ist recht! Aber da ist keiner,
> der es verkündigte, keiner, der etwas hören ließ, keiner, der von
> euch ein Wort hörte.
> 
> 41:27   Ich bin der erste, der zu Zion sagt: Siehe, da sind sie!, und
> Jerusalem gebe ich einen Freudenboten.
> Kap 52,7
> 
> 41:28   Schau ich mich um, da ist niemand, und seh ich sie an, da ist kein
> Ratgeber, daß ich sie fragen könnte und sie mir antworteten.
> 
> 41:29   Siehe, sie sind alle nichts, und nichtig sind ihre Werke; ihre
> Götzen sind leerer Wind.
> 
>          Der Knecht Gottes das Licht der Welt
> 
> 42:1     Siehe, das ist mein Knecht - ich halte ihn - und mein
> Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm
> meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen.
> (1-4) Kap 49,1-6; 50,4-11; 52,13 - 53,12; Mt 12,18-21; 3,17
> 
> 42:2    Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht
> hören auf den Gassen.
> 
> 42:3     Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden
> Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus.
> Ps 34,19
> 
> 42:4    Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf
> Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.
> Kap 51,5
> 
> 42:5    So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet,
> der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Odem
> gibt und den Geist denen, die auf ihr gehen:
> 1. Mose 1,1-31
> 
> 42:6    Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei
> der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum
> Licht der Heiden,
> Kap 49,6; 49,8
> 
> 42:7    daß du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus
> dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem
> Kerker.
> Kap 35,5;  Kap 45,13; Ps 126,1-4
> 
> 42:8    Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem
> andern geben noch meinen Ruhm den Götzen.
> 2. Mose 3,15;  Kap 48,11
> 
> 42:9    Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige
> ich auch Neues; ehe denn es aufgeht, lasse ich's euch hören.
> Kap 48,6
> 
> Gott kommt zur Befreiung seines Volkes
> 
> 42:10   Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde,
> die ihr auf dem Meer fahret, und was im Meer ist, ihr Inseln und die
> darauf wohnen!
> Ps 33,3
> 
> 42:11   Rufet laut, ihr Wüsten und die Städte darin samt den Dörfern, wo
> Kedar wohnt. Es sollen jauchzen, die in Felsen wohnen, und rufen von
> den Höhen der Berge!
> 
> 42:12   Sie sollen dem HERRN die Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln
> verkünden!
> 
> 42:13   Der HERR zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann kommt er in
> Eifer; laut erhebt er das Kampfgeschrei, zieht wie ein Held wider
> seine Feinde.
> 
> 42:14   Ich schwieg wohl eine lange Zeit, war still und hielt an mich. Nun
> aber will ich schreien wie eine Gebärende, ich will laut rufen und
> schreien.
> 
> 42:15   Ich will Berge und Hügel zur Wüste machen und all ihr Gras verdorren
> lassen und will die Wasserströme zu Land machen und die Seen
> austrocknen.
> 
> 42:16   Aber die Blinden will ich auf dem Wege leiten, den sie nicht wissen;
> ich will sie führen auf den Steigen, die sie nicht kennen. Ich will
> die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur
> Ebene. Das alles will ich tun und nicht davon lassen.
> Kap 40,4
> 
> 42:17   Aber die sich auf Götzen verlassen und sprechen zum gegossenen
> Bilde: »Ihr seid unsre Götter!«, die sollen zurückweichen und
> zuschanden werden.
> Kap 44,11; Ps 97,7
> 
> 42:18   Hört, ihr Tauben, und schaut her, ihr Blinden, daß ihr seht!
> Kap 43,8
> 
> 42:19   Wer ist so blind wie mein Knecht, und wer ist so taub wie mein
> Bote, den ich senden will? Wer ist so blind wie der Vertraute und so
> blind wie der Knecht des HERRN?
> Kap 41,8
> 
> 42:20   Du sahst wohl viel, aber du hast's nicht beachtet; deine Ohren waren
> offen, aber du hast nicht gehört.
> Kap 53,1
> 
> 42:21   Dem HERRN hat es gefallen um seiner Gerechtigkeit willen, daß er
> sein Gesetz herrlich und groß mache.
> 
> 42:22   Dennoch ist es ein beraubtes und geplündertes Volk; sie sind alle
> gebunden in Gefängnissen und verschlossen in Kerkern. Sie sind zur
> Beute geworden, und es ist kein Erretter da; sie sind geplündert,
> und es ist niemand da, der sagt: Gib wieder her!
> 
> 42:23   Wer ist unter euch, der das zu Ohren nimmt, der aufmerkt und es hört
> für künftige Zeiten?
> 
> 42:24   Wer hat Jakob der Plünderung preisgegeben und Israel den Räubern?
> Hat es nicht der HERR getan, an dem wir gesündigt haben? Und sie
> wollten nicht auf seinen Wegen wandeln, und sie gehorchten seinen
> Weisungen nicht.
> 
> 42:25   Darum hat er über sie ausgeschüttet seinen grimmigen Zorn und den
> Schrecken des Krieges, daß er sie ringsumher versengte, aber sie
> merken's nicht, und sie in Brand steckte, aber sie nehmen's nicht zu
> Herzen.
> 
>          Gott erlöst sein Volk
> 
> 43:1    Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich
> gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;
> ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
> 
> 43:2    Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die
> Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst
> du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.
> 2. Mose 14,21;  Ps 66,12; Dan 3,25-27
> 
> 43:3    Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein
> Heiland. Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Kusch und
> Seba an deiner Statt,
> Kap 41,14
> 
> 43:4    weil du in meinen Augen so wertgeachtet und auch herrlich bist und
> weil ich dich liebhabe. Ich gebe Menschen an deiner Statt und Völker
> für dein Leben.
> 
> 43:5    So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten
> deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln,
> Kap 11,11-16; Jer 30,10
> 
> 43:6    ich will sagen zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halte nicht
> zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende
> der Erde,
> 
> 43:7    alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre
> geschaffen und zubereitet und gemacht habe.
> Jer 14,9
> 
> Israel Gottes Zeuge vor der Welt
> 
> 43:8    Es soll hervortreten das blinde Volk, das doch Augen hat, und die
> Tauben, die doch Ohren haben!
> 
> 43:9    Alle Heiden sollen zusammenkommen und die Völker sich versammeln.
> Wer ist unter ihnen, der dies verkündigen kann und uns hören lasse,
> was früher geweissagt wurde? Sie sollen ihre Zeugen aufstellen und
> beweisen, so wird man's hören und sagen: Es ist die Wahrheit.
> Kap 41,22; 41,26
> 
> 43:10   Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, und mein Knecht, den ich
> erwählt habe, damit ihr wißt und mir glaubt und erkennt, daß ich's
> bin. Vor mir ist kein Gott gemacht, so wird auch nach mir keiner
> sein.
> Kap 44,8
> 
> 43:11   Ich, ich bin der HERR, und außer mir ist kein Heiland.
> Kap 45,21; 5. Mose 32,39
> 
> 43:12   Ich hab's verkündigt und habe auch geholfen und hab's euch sagen
> lassen; und es war kein fremder Gott unter euch. Ihr seid meine
> Zeugen, spricht der HERR, und ich bin Gott.
> 
> 43:13   Ich bin, ehe denn ein Tag war, und niemand ist da, der aus meiner
> Hand erretten kann. Ich wirke; wer will's wenden?
> 
> Gott führt sein Volk aus Babel
> 
> 43:14   So spricht der HERR, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um
> euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe die Riegel eures
> Gefängnisses zerbrochen, und zur Klage wird der Jubel der Chaldäer.
> 
> 43:15   Ich bin der HERR, euer Heiliger, der ich Israel geschaffen habe,
> euer König.
> 
> 43:16   So spricht der HERR, der im Meer einen Weg und in starken Wassern
> Bahn macht,
> 2. Mose 14,22;  Jos 3,16
> 
> 43:17   der ausziehen läßt Wagen und Rosse, Heer und Macht, daß sie auf
> einem Haufen daliegen und nicht aufstehen, daß sie verlöschen, wie
> ein Docht verlischt:
> 2. Mose 14,23-28
> 
> 43:18   Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!
> 
> 43:19   Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf,
> erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und
> Wasserströme in der Einöde.
> Kap 41,18
> 
> 43:20   Das Wild des Feldes preist mich, die Schakale und Strauße; denn ich
> will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken
> mein Volk, meine Auserwählten;
> 
> 43:21   das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen.
> 1. Petr 2,9
> 
> Gott tilgt Israels Sünde
> 
> 43:22   Nicht, daß du mich gerufen hättest, Jakob, oder daß du dich um mich
> gemüht hättest, Israel.
> 
> 43:23   Mir hast du nicht die Schafe deines Brandopfers gebracht noch mich
> geehrt mit deinen Schlachtopfern. Ich habe dir nicht Arbeit gemacht
> mit Opfergaben, habe dich auch nicht bemüht mit Weihrauch.
> Kap 1,11-15
> 
> 43:24   Mir hast du nicht für Geld köstliches Gewürz gekauft, mich hast du
> mit dem Fett deiner Opfer nicht gelabt. Aber mir hast du Arbeit
> gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen
> Missetaten.
> 2. Kor 5,21
> 
> 43:25   Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke
> deiner Sünden nicht.
> Kap 44,22; Jer 31,34
> 
> 43:26   Erinnere mich, laß uns miteinander rechten! Zähle alles auf, damit
> du Recht bekommst!
> 
> 43:27   Schon dein Ahnherr hat gesündigt, und deine Wortführer sind von mir
> abgefallen.
> Kap 41,8; 1. Mose 35,11-12
> 
> 43:28   Darum habe ich die Fürsten des Heiligtums entheiligt und Jakob dem
> Bann übergeben und Israel dem Hohn.
> 
>          Das wahre Israel
> 
> 44:1    So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählt habe!
> 
> 44:2    So spricht der HERR, der dich gemacht und bereitet hat und der dir
> beisteht von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob,
> und du, Jeschurun, den ich erwählt habe!
> 5. Mose 32,15
> 
> 44:3    Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das
> Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen
> Segen auf deine Nachkommen,
> Kap 32,15; Joel 3,1
> 
> 44:4    daß sie wachsen sollen wie Gras zwischen Wassern, wie die Weiden an
> den Wasserbächen.
> 
> 44:5    Dieser wird sagen »Ich bin des HERRN«, und jener wird genannt werden
> mit dem Namen »Jakob«. Und wieder ein anderer wird in seine Hand
> schreiben »Dem HERRN eigen« und wird mit dem Namen »Israel« genannt
> werden.
> 
> Der lebendige Gott und die toten Götzen
> 
> 44:6    So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR
> Zebaoth: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir
> ist kein Gott.
> Kap 41,4;  Kap 43,11
> 
> 44:7    Und wer ist mir gleich? Er rufe und verkünde es und tue es mir dar!
> Wer hat vorzeiten kundgetan das Künftige? Sie sollen uns
> verkündigen, was kommen wird!
> Kap 41,22; 5. Mose 18,22
> 
> 44:8    Fürchtet euch nicht und erschrecket nicht! Habe ich's dich nicht
> schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine
> Zeugen! Ist auch ein Gott außer mir? Es ist kein Fels, ich weiß ja
> keinen.
> 1. Sam 2,2
> 
> 44:9     Die Götzenmacher sind alle nichtig; woran ihr Herz hängt, das ist
> nichts nütze. Und ihre Zeugen sehen nichts, merken auch nichts,
> damit sie zuschanden werden.
> (9-11) Kap 45,16; Ps 115,4-8; Jer 10,3-16
> 
> 44:10   Wer sind sie, die einen Gott machen und einen Götzen gießen, der
> nichts nütze ist?
> 
> 44:11   Siehe, alle ihre Genossen werden zuschanden; die Meister sind auch
> nur Menschen. Wenn sie auch alle zusammentreten, sollen sie dennoch
> erschrecken und zuschanden werden.
> Kap 42,17
> 
> 44:12    Der Schmied macht ein Messer in der Glut und formt es mit
> Hammerschlägen. Er arbeitet daran mit der ganzen Kraft seines Arms;
> dabei wird er hungrig, so daß er nicht mehr kann, und trinkt auch
> kein Wasser, so daß er matt wird.
> (12-20) Kap 40,18-20
> 
> 44:13   Der Zimmermann spannt die Schnur und zeichnet mit dem Stift. Er
> behaut das Holz und zirkelt es ab und macht es wie eines Mannes
> Gestalt, wie einen schönen Menschen; in einem Hause soll es thronen.
> 
> 44:14   Er haut Zedern ab und nimmt Kiefern und Eichen und wählt unter den
> Bäumen des Waldes. Er hatte Fichten gepflanzt, und der Regen ließ
> sie wachsen.
> 
> 44:15   Das gibt den Leuten Brennholz; davon nimmt er und wärmt sich; auch
> zündet er es an und bäckt Brot; aber daraus macht er auch einen Gott
> und betet's an; er macht einen Götzen daraus und kniet davor nieder.
> 
> 44:16   Die eine Hälfte verbrennt er im Feuer, auf ihr brät er Fleisch und
> ißt den Braten und sättigt sich, wärmt sich auch und spricht: Ah!
> Ich bin warm geworden, ich spüre das Feuer.
> 
> 44:17   Aber die andere Hälfte macht er zum Gott, daß es sein Götze sei, vor
> dem er kniet und niederfällt und betet, und spricht: Errette mich,
> denn du bist mein Gott!
> 
> 44:18   Sie wissen nichts und verstehen nichts; denn sie sind verblendet,
> daß ihre Augen nicht sehen und ihre Herzen nichts merken können.
> 
> 44:19   Er kommt nicht zur Einsicht; keine Vernunft und kein Verstand ist
> da, daß er dächte: Ich habe die eine Hälfte mit Feuer verbrannt und
> hab auf den Kohlen Brot gebacken und Fleisch gebraten und gegessen,
> und sollte die andere Hälfte zum Götzen machen und sollte knien vor
> einem Klotz?
> 
> 44:20   Wer Asche hütet, den hat sein Herz getäuscht und betört, so daß er
> sein Leben nicht erretten und nicht zu sich sagen wird: Ist das
> nicht Trug, woran meine Rechte sich hält?
> 
> Freude über die Erlösung
> 
> 44:21   Gedenke daran, Jakob, und du, Israel, denn du bist mein Knecht. Ich
> habe dich bereitet, daß du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse
> dich nicht!
> Kap 41,8
> Luther übersetzte im Anschluß an die alten Übersetzungen: »Israel,
> vergiß Mein nicht!«
> 
> 44:22   Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den
> Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich! -
> Kap 43,25
> 
> 44:23   Jauchzet, ihr Himmel, denn der HERR hat's getan! Jubelt, ihr Tiefen
> der Erde! Ihr Berge, frohlocket mit Jauchzen, der Wald und alle
> Bäume darin! Denn der HERR hat Jakob erlöst und ist herrlich in
> Israel.
> Kap 49,13; 55,12; Ps 96,11-13
> 
> Kyrus als Werkzeug Gottes
> 
> 44:24   So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleibe bereitet
> hat: Ich bin der HERR, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet
> allein und die Erde festmacht ohne Gehilfen;
> Kap 45,12
> 
> 44:25   der die Zeichen der Wahrsager zunichte macht und die Weissager zu
> Narren; der die Weisen zurücktreibt und ihre Kunst zur Torheit
> macht;
> Kap 29,14
> 
> 44:26   der das Wort seiner Knechte wahr macht und den Ratschluß vollführt,
> den seine Boten verkündigt haben; der zu Jerusalem spricht: Werde
> bewohnt! und zu den Städten Judas: Werdet wieder aufgebaut!, und
> ihre Trümmer richte ich auf;
> 
> 44:27   der zu der Tiefe spricht: Versiege!, und deine Fluten trockne ich
> aus;
> Jos 4,23
> 
> 44:28   der zu Kyrus sagt: Mein Hirte! Er soll all meinen Willen vollenden
> und sagen zu Jerusalem: Werde wieder gebaut! und zum Tempel: Werde
> gegründet!
> 2. Chr 36,23; Esr 1,1-4
> 
>  45:1    So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei
> seiner rechten Hand ergriff, daß ich Völker vor ihm unterwerfe und
> Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und
> Tore nicht verschlossen bleiben:
> Kap 41,2
> 
> 45:2    Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, ich will die
> ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen
> 
> 45:3    und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, damit
> du erkennst, daß ich der HERR bin, der dich beim Namen ruft, der
> Gott Israels.
> 
> 45:4    Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten,
> willen rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen,
> obgleich du mich nicht kanntest.
> 
> 45:5     Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir.
> Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest,
> (5 und 6) 2. Mose 20,3
> 
> 45:6    damit man erfahre in Ost und West, daß außer mir nichts ist. Ich bin
> der HERR, und sonst keiner mehr,
> 
> 45:7    der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden
> gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.
> Am 3,6
> 
> 45:8    Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet
> Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und
> Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, habe es geschaffen.
> 
> Gegen die Vermessenen in Israel
> 
> 45:9    Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen
> Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du? und
> sein Werk: Du hast keine Hände!
> Hiob 40,2;  Kap 29,16; Jer 18,6; Röm 9,20
> 
> 45:10   Weh dem, der zum Vater sagt: Warum zeugst du? und zum Weibe: Warum
> gebierst du?
> 
> 45:11   So spricht der HERR, der Heilige Israels und sein Schöpfer: Wollt
> ihr mich zur Rede stellen wegen meiner Söhne? Und wollt ihr mir
> Befehl geben wegen des Werkes meiner Hände?
> 
> 45:12   Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Ich
> bin's, dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem
> ganzen Heer geboten hat.
> Kap 44,24
> 
> 45:13   Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit, und alle seine Wege will ich
> eben machen. Er soll meine Stadt wieder aufbauen und meine
> Gefangenen loslassen, nicht um Geld und nicht um Geschenke, spricht
> der HERR Zebaoth.
> Kap 41,2
> 
> Verheißung der Herrlichkeit Gottes in aller Welt
> 
> 45:14   So spricht der HERR: Der Ägypter Erwerb und der Kuschiter Gewinn und
> die hochgewachsenen Leute von Seba werden zu dir kommen und dein
> eigen sein. Sie werden dir folgen, in Fesseln werden sie gehen und
> werden zu dir kommen und niederfallen und zu dir flehen: Nur bei dir
> ist Gott, und sonst ist kein Gott mehr.
> 
> 45:15   Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der
> Heiland.
> Röm 11,33;  Kap 43,11
> 
> 45:16   Aber die Götzenmacher sollen alle in Schmach und Schande geraten
> und miteinander schamrot einhergehen.
> Kap 44,9-11
> 
> 45:17   Israel aber wird erlöst durch den HERRN mit einer ewigen Erlösung
> und wird nicht zuschanden noch zu Spott immer und ewiglich.
> 
> 45:18   Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat - er ist
> Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat - er hat sie gegründet;
> er hat sie nicht geschaffen, daß sie leer sein soll, sondern sie
> bereitet, daß man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst
> keiner mehr.
> 
> 45:19    Ich habe nicht im Verborgenen geredet an einem finstern Ort der
> Erde; ich habe nicht zu den Söhnen Jakobs gesagt: »Sucht mich
> vergeblich!« Denn ich bin der HERR, der von Gerechtigkeit redet und
> verkündigt, was recht ist.
> Kap 48,16
> 
> 45:20   Versammelt euch und kommt miteinander herzu, ihr Entronnenen der
> Heiden. Keine Erkenntnis haben, die sich abschleppen mit den Klötzen
> ihrer Götzen und zu einem Gott flehen, der nicht helfen kann.
> 
> 45:21   Tut es kund, bringt es vor, beratet miteinander: Wer hat dies hören
> lassen von alters her und vorzeiten verkündigt? Hab ich's nicht
> getan, der HERR? Es ist sonst kein Gott außer mir, ein gerechter
> Gott und Heiland, und es ist keiner außer mir.
> 
> 45:22   Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn
> ich bin Gott, und sonst keiner mehr.
> 
> 45:23    Ich habe bei mir selbst geschworen, und Gerechtigkeit ist
> ausgegangen aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: Mir
> sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören
> (23 und 24) Röm 14,11; Phil 2,10-11
> 
> 45:24   und sagen: Im HERRN habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Aber alle,
> die ihm widerstehen, werden zu ihm kommen und beschämt werden.
> Jer 23,6
> 
> 45:25   Im HERRN wird gerecht werden Israels ganzes Geschlecht und wird
> sich seiner rühmen.
> Jer 9,22-23
> 
>          Sturz der babylonischen Götzen
> 
> 46:1     Bel bricht zusammen, Nebo ist gefallen, ihre Götzenbilder sind den
> Tieren und dem Vieh aufgeladen, daß sie sich müde tragen an dem, was
> eure Last war.
> Jer 50,2
> 
> 46:2    Ja, sie können die Last nicht wegbringen. Die Götzen sind gefallen
> und alle zusammengebrochen und müssen in die Gefangenschaft gehen.
> 
> 46:3    Hört mir zu, ihr vom Hause Jakob, und alle, die ihr noch übrig seid
> vom Hause Israel, die ihr von mir getragen werdet von Mutterleibe an
> und vom Mutterschoße an mir aufgeladen seid:
> 
> 46:4    Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen,
> bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen
> und erretten.
> Ps 71,18
> 
> 46:5     Wem wollt ihr mich gleichstellen, und mit wem vergleicht ihr mich?
> An wem meßt ihr mich, daß ich ihm gleich sein soll?
> (5-8) Kap 44,9-20
> 
> 46:6    Sie schütten das Gold aus dem Beutel und wiegen das Silber mit der
> Waage dar und dingen den Goldschmied, daß er einen Gott daraus
> mache, vor dem sie knien und anbeten.
> 
> 46:7    Sie heben ihn auf die Schultern und tragen ihn und setzen ihn nieder
> an seine Stätte, daß er stehe und nicht von seinem Ort rücke.
> Schreit einer zu ihm, so antwortet er nicht und hilft ihm nicht aus
> seiner Not.
> 1. Kön 18,26
> 
> 46:8    Gedenket doch daran, ihr Abtrünnigen, und nehmt's zu Herzen!
> 
> 46:9    Gedenket des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott, und
> sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht.
> Kap 44,6
> 
> 46:10   Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und
> vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich
> beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen
> habe, das tue ich.
> 
> 46:11   Ich rufe einen Adler vom Osten her, aus fernem Lande den Mann, der
> meinen Ratschluß ausführe. Wie ich's gesagt habe, so lasse ich's
> kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch.
> Kap 41,2
> 
> 46:12   Hört mir zu, ihr trotzigen Herzen, die ihr ferne seid von der
> Gerechtigkeit!
> 
> 46:13   Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht; sie ist nicht ferne, und
> mein Heil säumt nicht. Ich will zu Zion das Heil geben und in Israel
> meine Herrlichkeit.
> 
>          Gericht über Babel
> 
> 47:1    Herunter, Jungfrau, du Tochter Babel, setze dich in den Staub! Setze
> dich auf die Erde, wo kein Thron ist, du Tochter der Chaldäer. Man
> wird nicht mehr zu dir sagen: »Du Zarte und Verwöhnte«.
> 
> 47:2    Nimm die Mühle und mahle Mehl, decke auf deinen Schleier! Hebe die
> Schleppe, entblöße den Schenkel, wate durchs Wasser,
> 
> 47:3    daß deine Blöße aufgedeckt und deine Schande gesehen werde! Ich
> will mich rächen, unerbittlich,
> Nah 3,5
> 
> 47:4    spricht unser Erlöser; der heißt der HERR Zebaoth, der Heilige
> Israels.
> 
> 47:5    Setze dich stumm hin, geh in die Finsternis, du Tochter der
> Chaldäer! Denn du sollst nicht mehr heißen »Herrin über
> Königreiche«.
> 
> 47:6    Als ich über mein Volk zornig war und mein Erbe entheiligte, gab
> ich sie in deine Hand; aber du erwiesest ihnen keine Barmherzigkeit,
> auch über die Alten machtest du dein Joch allzu schwer.
> Sach 1,15
> 
> 47:7    Du dachtest: Ich bin eine Herrin für immer. Du hattest noch nicht zu
> Herzen genommen noch daran gedacht, wie es hernach werden könnte.
> 
> 47:8     So höre nun dies, die du in Wollust lebst und so sicher sitzest und
> sprichst in deinem Herzen: »Ich bin's, und sonst keine; ich werde
> keine Witwe werden noch ohne Kinder sein«:
> (8 und 9) Zef 2,15; Offb 18,7
> 
> 47:9    Dies beides wird plötzlich über dich kommen auf einen Tag, daß du
> Witwe und ohne Kinder bist. Ja, es wird in vollem Maße über dich
> kommen trotz der Menge deiner Zaubereien und trotz der großen Macht
> deiner Beschwörungen.
> 
> 47:10   Denn du hast dich auf deine Bosheit verlassen, als du dachtest:
> Niemand sieht mich! Deine Weisheit und Kunst hat dich verleitet, daß
> du in deinem Herzen sprachst: Ich bin's, und sonst keine!
> Ps 10,11
> 
> 47:11   Aber nun wird über dich Unglück kommen, das du nicht wegzuzaubern
> weißt, und Unheil wird auf dich fallen, das du nicht durch Sühne
> abwenden kannst. Und es wird plötzlich ein Verderben über dich
> kommen, dessen du dich nicht versiehst.
> 
> 47:12   So tritt nun auf mit deinen Beschwörungen und der Menge deiner
> Zaubereien, um die du dich von deiner Jugend auf bemüht hast, ob du
> dir helfen und es abwenden kannst.
> Dan 2,2
> 
> 47:13   Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne. Es sollen
> hertreten und dir helfen die Meister des Himmelslaufs und die
> Sterngucker, die an jedem Neumond kundtun, was über dich kommen
> werde!
> 
> 47:14   Siehe, sie sind wie Stoppeln, die das Feuer verbrennt, sie können
> ihr Leben nicht erretten vor der Flamme Gewalt. Denn es wird nicht
> eine Glut sein, an der man sich wärmen, oder ein Feuer, um das man
> sitzen könnte.
> 
> 47:15   So sind alle, um die du dich bemüht hast, die mit dir Handel trieben
> von deiner Jugend auf: ein jeder wird hierhin und dorthin wanken,
> und du hast keinen Retter.
> 
>          Gnade für das abtrünnige Israel
> 
> 48:1    Hört dies, ihr vom Hause Jakob, die ihr nach dem Namen Israels heißt
> und aus dem Wasser Judas gekommen seid; die ihr schwört bei dem
> Namen des HERRN und den Gott Israels bekennt, aber nicht in Wahrheit
> und Gerechtigkeit, -
> Kap 51,1
> 
> 48:2    sie nennen sich nach der heiligen Stadt und pochen auf den Gott
> Israels, der da heißt der HERR Zebaoth.
> 
> 48:3    Ich habe vorzeiten verkündigt, was schon gekommen ist; aus meinem
> Munde ist es gekommen, und ich habe es sagen lassen. Ich tat es
> plötzlich, und es kam.
> 
> 48:4    Denn ich weiß, daß du hart bist und dein Nacken eine eiserne Sehne
> ist und deine Stirn ehern.
> 
> 48:5    Darum habe ich dir's vorzeiten verkündigt und es dir sagen lassen,
> ehe es gekommen ist, damit du nicht sagen könntest: Mein Götze tat
> es, und mein Abgott, der geschnitzt und gegossen wurde, hat's
> befohlen.
> 
> 48:6    Das alles hast du gehört und siehst es und verkündigst es doch
> nicht. Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgenes, das du
> nicht wußtest.
> 
> 48:7    Jetzt ist es geschaffen und nicht vorzeiten, und vorher hast du
> nicht davon gehört, auf daß du nicht sagen könntest: Siehe, das
> wußte ich schon.
> 
> 48:8    Du hörtest es nicht und wußtest es auch nicht, und dein Ohr war
> damals nicht geöffnet. Ich aber wußte sehr wohl, daß du treulos bist
> und man dich nennt »Abtrünnig von Mutterleib an«.
> 
> 48:9    Um meines Namens willen halte ich lange meinen Zorn zurück, und um
> meines Ruhmes willen bezähme ich mich dir zugut, damit du nicht
> ausgerottet wirst.
> 
> 48:10   Siehe, ich habe dich geläutert, aber nicht wie Silber, sondern ich
> habe dich geprüft im Glutofen des Elends.
> 5. Mose 4,20
> 
> 48:11   Um meinetwillen, ja, um meinetwillen will ich's tun, daß ich nicht
> gelästert werde; denn ich will meine Ehre keinem andern lassen.
> Kap 42,8
> 
> Die Stunde der Erlösung Israels ist gekommen
> 
> 48:12   Höre mir zu, Jakob, und du, Israel, den ich berufen habe: Ich bin's,
> ich bin der Erste und auch der Letzte.
> 
> 48:13   Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel
> ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da.
> 
> 48:14   Versammelt euch alle und hört: Wer ist unter ihnen, der es
> verkündigt hat? Er, den der HERR liebt, wird seinen Willen an Babel
> beweisen und seinen Arm an den Chaldäern.
> Kap 41,2
> 
> 48:15   Ich, ja, ich habe es gesagt, ich habe ihn gerufen, ich habe ihn auch
> kommen lassen, und sein Weg soll ihm gelingen.
> 
> 48:16   Tretet her zu mir und höret dies! Ich habe von Anfang an nicht im
> Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es geschieht, bin ich auf
> dem Plan. - Und nun sendet mich Gott der HERR und sein Geist.
> Kap 45,19
> 
> 48:17   So spricht der HERR, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der
> HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf
> dem Wege, den du gehst.
> 
> 48:18   O daß du auf meine Gebote gemerkt hättest, so würde dein Friede
> sein wie ein Wasserstrom und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.
> 5. Mose 5,29
> 
> 48:19   Deine Kinder würden zahlreich sein wie Sand und deine Nachkommen
> wie Sandkörner. Dein Name würde nicht ausgerottet und nicht vertilgt
> werden vor mir.
> 1. Mose 22,17
> 
> 48:20    Geht heraus aus Babel, flieht von den Chaldäern! Mit fröhlichem
> Schall verkündigt dies und laßt es hören, tragt's hinaus bis an die
> Enden der Erde und sprecht: Der HERR hat seinen Knecht Jakob erlöst.
> Jer 51,6; Offb 18,4
> 
> 48:21   Sie litten keinen Durst, als er sie leitete in der Wüste. Er ließ
> ihnen Wasser aus dem Felsen fließen, er spaltete den Fels, daß
> Wasser herausrann.
> 2. Mose 17,6
> 
> 48:22   Aber die Gottlosen, spricht der HERR, haben keinen Frieden.
> Kap 57,21
> 
>          Der Knecht Gottes das Heil Israels und das Licht der Heiden
> 
> (vgl. Kap 42,1-4)
> 49:1    Hört mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merket auf!
> Der HERR hat mich berufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens
> gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war.
> 
> 49:2    Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, mit dem
> Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum spitzen
> Pfeil gemacht und mich in seinem Köcher verwahrt.
> Hebr 4,12; Offb 1,16;  Kap 51,16
> 
> 49:3    Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich
> mich verherrlichen will.
> 
> 49:4    Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft
> umsonst und unnütz, wiewohl mein Recht bei dem HERRN und mein Lohn
> bei meinem Gott ist.
> 1. Kor 15,58
> 
> 49:5    Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem
> Knecht bereitet hat, daß ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und
> Israel zu ihm gesammelt werde, - darum bin ich vor dem HERRN
> wertgeachtet, und mein Gott ist meine Stärke -,
> 
> 49:6    er spricht: Es ist zu wenig, daß du mein Knecht bist, die Stämme
> Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen,
> sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, daß du
> seist mein Heil bis an die Enden der Erde.
> Kap 42,6; 60,3; Lk 2,32; Apg 13,47
> 
> Die Wiederherstellung Israels
> 
> 49:7    So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem, der
> verachtet ist von den Menschen und verabscheut von den Heiden, zu
> dem Knecht, der unter Tyrannen ist: Könige sollen sehen und
> aufstehen, und Fürsten sollen niederfallen um des HERRN willen, der
> treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat.
> 
> 49:8    So spricht der HERR: Ich habe dich erhört zur Zeit der Gnade und
> habe dir am Tage des Heils geholfen und habe dich behütet und zum
> Bund für das Volk bestellt, daß du das Land aufrichtest und das
> verwüstete Erbe zuteilst,
> Ps 69,14; 2. Kor 6,2;  Kap 42,6
> 
> 49:9    zu sagen den Gefangenen: Geht heraus! und zu denen in der
> Finsternis: Kommt hervor! Am Wege werden sie weiden und auf allen
> kahlen Höhen ihre Weide haben.
> 
> 49:10   Sie werden weder hungern noch dürsten, sie wird weder Hitze noch
> Sonne stechen; denn ihr Erbarmer wird sie führen und sie an die
> Wasserquellen leiten.
> Offb 7,16
> 
> 49:11   Ich will alle meine Berge zum ebenen Wege machen, und meine Pfade
> sollen gebahnt sein.
> Kap 40,4
> 
> 49:12   Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene vom Norden und
> diese vom Meer und jene vom Lande Sinim.
> Lk 13,29
> 
> 49:13    Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit
> Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich
> seiner Elenden.
> Kap 44,23
> 
> 49:14   Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der Herr hat meiner
> vergessen.
> 
> 49:15   Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht
> erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so
> will ich doch deiner nicht vergessen.
> 1. Mose 21,16; 1. Kön 3,26;  Jer 31,20
> 
> 49:16   Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind
> immerdar vor mir.
> 
> 49:17   Deine Erbauer eilen herbei, aber die dich zerbrochen und zerstört
> haben, werden sich davonmachen.
> 
> 49:18    Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und
> kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der HERR: du sollst mit
> diesen allen wie mit einem Schmuck angetan werden und wirst sie als
> Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut.
> Kap 60,4
> 
> 49:19   Denn dein wüstes, zerstörtes und verheertes Land wird dir alsdann zu
> eng werden, um darin zu wohnen, und deine Verderber werden vor dir
> weichen,
> 
> 49:20   so daß deine Söhne, du Kinderlose, noch sagen werden vor deinen
> Ohren: Der Raum ist mir zu eng; mach mir Platz, daß ich wohnen
> kann.
> Kap 54,1
> 
> 49:21   Du aber wirst sagen in deinem Herzen: Wer hat mir diese geboren? Ich
> war unfruchtbar, einsam, vertrieben und verstoßen. Wer hat mir diese
> aufgezogen? Siehe, ich war allein gelassen - wo waren denn diese?
> 
> 49:22   So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden
> hin erheben und für die Völker mein Banner aufrichten. Dann werden
> sie deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der
> Schulter hertragen.
> Kap 60,4
> 
> 49:23   Und Könige sollen deine Pfleger und ihre Fürstinnen deine Ammen
> sein. Sie werden vor dir niederfallen zur Erde aufs Angesicht und
> deiner Füße Staub lecken. Da wirst du erfahren, daß ich der HERR
> bin, an dem nicht zuschanden werden, die auf mich harren.
> Ps 72,9;  Kap 60,16
> 
> 49:24   Kann man auch einem Starken den Raub wegnehmen? Oder kann man einem
> Gewaltigen seine Gefangenen entreißen?
> 
> 49:25   So aber spricht der HERR: Nun sollen die Gefangenen dem Starken
> weggenommen werden, und der Raub soll dem Gewaltigen entrissen
> werden. Ich selbst will deinen Gegnern entgegentreten und deinen
> Söhnen helfen.
> Mt 12,29
> 
> 49:26   Und ich will deine Schinder sättigen mit ihrem eigenen Fleisch, und
> sie sollen von ihrem eigenen Blut wie von süßem Wein trunken werden.
> Und alles Fleisch soll erfahren, daß ich, der HERR, dein Heiland bin
> und dein Erlöser, der Mächtige Jakobs.
> 
>          Die Schuld liegt beim Volk
> 
> 50:1    So spricht der HERR: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem
> ich sie entlassen hätte? Oder wer ist mein Gläubiger, dem ich euch
> verkauft hätte? Siehe, ihr seid um eurer Sünden willen verkauft,
> und eure Mutter ist um eurer Abtrünnigkeit willen entlassen.
> Kap 54,6; 5. Mose 24,1;  Kap 52,3
> 
> 50:2    Warum kam ich, und niemand war da? Warum rief ich, und niemand
> antwortete? Ist mein Arm nun so kurz geworden, daß er nicht mehr
> erlösen kann? Oder ist bei mir keine Kraft mehr, zu erretten? Siehe,
> mit meinem Schelten mache ich das Meer trocken und die Wasserströme
> zur Wüste, daß ihre Fische vor Mangel an Wasser stinken und vor
> Durst sterben.
> Kap 59,1; 4. Mose 11,23;  2. Mose 14,21
> 
> 50:3    Ich kleide den Himmel mit Dunkel und hülle ihn in Trauer.
> 
> Der Knecht Gottes im Leiden
> 
> (vgl. Kap 42,1-4)
> 50:4    Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, daß
> ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt
> er mir das Ohr, daß ich höre, wie Jünger hören.
> 
> 50:5     Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht
> ungehorsam und weiche nicht zurück.
> Ps 40,7
> 
> 50:6    Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine
> Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht
> vor Schmach und Speichel.
> Joh 19,1;  Mt 26,67-68
> 
> 50:7    Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.
> Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein;
> denn ich weiß, daß ich nicht zuschanden werde.
> Hes 3,8-9
> 
> 50:8    Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten?
> Laßt uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der
> komme her zu mir!
> Röm 8,33
> 
> 50:9    Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie
> alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten fressen.
> 
> 50:10   Wer ist unter euch, der den HERRN fürchtet, der der Stimme seines
> Knechts gehorcht, der im Finstern wandelt und dem kein Licht
> scheint? Der hoffe auf den Namen des HERRN und verlasse sich auf
> seinen Gott!
> 
> 50:11   Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer anzündet und Brandpfeile
> zurüstet, geht hin in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile,
> die ihr angezündet habt! Das widerfährt euch von meiner Hand; in
> Schmerzen sollt ihr liegen.
> 
>          Gottes ewiges Heil für Israel
> 
> 51:1    Hört mir zu, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die ihr den HERRN
> sucht: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen seid, und des
> Brunnens Schacht, aus dem ihr gegraben seid.
> Kap 48,1;  5. Mose 33,28
> 
> 51:2    Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr geboren seid.
> Denn als einen einzelnen berief ich ihn, um ihn zu segnen und zu
> mehren.
> Kap 41,8; 1. Mose 12,1-2
> 
> 51:3    Ja, der HERR tröstet Zion, er tröstet alle ihre Trümmer und macht
> ihre Wüste wie Eden und ihr dürres Land wie den Garten des HERRN,
> daß man Wonne und Freude darin findet, Dank und Lobgesang.
> 1. Mose 2,8
> 
> 51:4    Merkt auf mich, ihr Völker, und ihr Menschen, hört mir zu! Denn
> Weisung wird von mir ausgehen, und mein Recht will ich gar bald zum
> Licht der Völker machen.
> 
> 51:5    Denn meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil tritt hervor, und meine
> Arme werden die Völker richten. Die Inseln harren auf mich und
> warten auf meinen Arm.
> Kap 42,4
> 
> 51:6    Hebt eure Augen auf gen Himmel und schaut unten auf die Erde! Denn
> der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid
> zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben.
> Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird nicht
> zerbrechen.
> Ps 102,26-27; Mt 24,35
> 
> 51:7    Hört mir zu, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du Volk, in dessen
> Herzen mein Gesetz ist! Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute
> schmähen, und entsetzt euch nicht, wenn sie euch verhöhnen!
> Mt 5,11
> 
> 51:8    Denn die Motten werden sie fressen wie ein Kleid, und Würmer werden
> sie fressen wie ein wollenes Tuch. Aber meine Gerechtigkeit bleibt
> ewiglich und mein Heil für und für.
> 
> Der HERR greift ein mit Macht und Trost
> 
> 51:9    Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach auf, wie
> vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab
> zerhauen und den Drachen durchbohrt hat?
> Ps 89,11
> 
> 51:10   Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen
> Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, daß die Erlösten
> hindurchgingen?
> 2. Mose 14,21-22
> 
> 51:11   So werden die Erlösten des HERRN heimkehren und nach Zion kommen mit
> Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und
> Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen
> fliehen.
> Kap 35,10
> 
> 51:12   Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, daß du dich vor
> Menschen gefürchtet hast, die doch sterben, und vor Menschenkindern,
> die wie Gras vergehen,
> Ps 56,5; Mt 10,28;  Kap 40,1; 40,6
> 
> 51:13   und hast des HERRN vergessen, der dich gemacht hat, der den Himmel
> ausgebreitet und die Erde gegründet hat, und hast dich ständig
> gefürchtet den ganzen Tag vor dem Grimm des Bedrängers, als er sich
> vornahm, dich zu verderben? Wo ist nun der Grimm des Bedrängers?
> Kap 44,24
> 
> 51:14   Der Gefangene wird eilends losgegeben, daß er nicht sterbe und
> begraben werde und daß er keinen Mangel an Brot habe.
> 
> 51:15   Denn ich bin der HERR, dein Gott, der das Meer erregt, daß seine
> Wellen wüten - sein Name heißt HERR Zebaoth -;
> Jer 31,35
> 
> 51:16   ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem
> Schatten meiner Hände geborgen, auf daß ich den Himmel von neuem
> ausbreite und die Erde gründe und zu Zion spreche: Du bist mein
> Volk.
> 
> Weckruf Gottes an das erniedrigte Jerusalem
> 
> 51:17   Werde wach, werde wach, steh auf, Jerusalem, die du getrunken hast
> von der Hand des HERRN den Kelch seines Grimmes! Den Taumelkelch
> hast du ausgetrunken, den Becher geleert.
> Ps 60,5; 75,9; Jer 13,12-13; Offb 16,19
> 
> 51:18   Es war niemand von allen Söhnen, die sie geboren hat, der sie
> leitete, niemand von allen Söhnen, die sie erzogen hat, der sie bei
> der Hand nahm.
> 
> 51:19   Dies beides ist dir begegnet - wer trug Leid um dich? -: Verwüstung
> und Schaden, Hunger und Schwert; - wer hat dich getröstet?
> 
> 51:20   Deine Söhne lagen auf allen Gassen verschmachtet wie ein Hirsch im
> Netz, getroffen vom Zorn des HERRN und vom Schelten deines Gottes.
> Klgl 2,11; 2,19
> 
> 51:21   Darum höre dies, du Elende, die du trunken bist, doch nicht von
> Wein!
> 
> 51:22   So spricht dein Herrscher, der HERR, und dein Gott, der die Sache
> seines Volks führt: Siehe, ich nehme den Taumelkelch aus deiner
> Hand, den Becher meines Grimmes. Du sollst ihn nicht mehr trinken,
> 
> 51:23   sondern ich will ihn deinen Peinigern in die Hand geben, die zu dir
> sprachen: Wirf dich nieder, daß wir darüberhin gehen! Und du
> machtest deinen Rücken dem Erdboden gleich und wie eine Gasse, daß
> man darüberhin laufe.
> Ps 129,3
> 
>          Gott ruft sein Volk in die Freiheit
> 
> 52:1    Wach auf, wach auf, Zion, zieh an deine Stärke! Schmücke dich
> herrlich, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn es wird hinfort kein
> Unbeschnittener oder Unreiner zu dir hineingehen.
> 
> 52:2    Schüttle den Staub ab, steh auf, Jerusalem, du Gefangene! Mach dich
> los von den Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zion!
> 
> 52:3    Denn so spricht der HERR: Ihr seid umsonst verkauft, ihr sollt auch
> ohne Geld ausgelöst werden.
> Kap 50,1
> 
> 52:4    So spricht Gott der HERR: Mein Volk zog einst hinab nach Ägypten,
> daß es dort ein Fremdling wäre; auch Assur hat ihm ohne Grund
> Gewalt angetan.
> 1. Mose 46,5-6;  2. Kön 17,6
> 
> 52:5    Aber nun, was habe ich hier zu schaffen? spricht der HERR. Mein Volk
> ist umsonst weggeführt; seine Tyrannen prahlen, spricht der HERR,
> und mein Name wird immer den ganzen Tag gelästert.
> Hes 36,20
> 
> 52:6    Darum soll an jenem Tag mein Volk meinen Namen erkennen, daß ich es
> bin, der da spricht: Hier bin ich!
> 
> Die frohe Botschaft
> 
> 52:7    Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da
> Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen
> zu Zion: Dein Gott ist König!
> Kap 41,27; Nah 2,1; Röm 10,15
> 
> 52:8    Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn
> alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt.
> Kap 62,6; Hes 3,17
> 
> 52:9    Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn
> der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.
> 
> 52:10   Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller
> Völker, daß aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
> 
> 52:11   Weicht, weicht, zieht aus von dort und rührt nichts Unreines an!
> Geht weg aus ihrer Mitte, reinigt euch, die ihr des HERRN Geräte
> tragt!
> 
> 52:12   Denn ihr sollt nicht in Eile ausziehen und in Hast entfliehen;
> denn der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren
> Zug beschließen.
> 2. Mose 12,11; 5. Mose 16,3;  2. Mose 13,21
> 
> Das stellvertretende Leiden und die Herrlichkeit des Knechtes Gottes
> 
> (vgl. Kap 42,1-4)
> 52:13   Siehe, meinem Knecht wird's gelingen, er wird erhöht und sehr hoch
> erhaben sein.
> 
> 52:14   Wie sich viele über ihn entsetzten, weil seine Gestalt häßlicher war
> als die anderer Leute und sein Aussehen als das der Menschenkinder,
> 
> 52:15   so wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren
> Mund vor ihm zuhalten. Denn denen nichts davon verkündet ist, die
> werden es nun sehen, und die nichts davon gehört haben, die werden
> es merken.
> Kap 65,1; Röm 15,21
> Nach der griechischen Übersetzung: in Staunen setzen.
> 
>  53:1    Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm
> des HERRN offenbart?
> Joh 12,38; Röm 10,16;  Kap 52,10
> 
> 53:2    Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem
> Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da
> war keine Gestalt, die uns gefallen hätte.
> Kap 11,1
> 
> 53:3    Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und
> Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm
> verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
> Ps 22,7-8; Mk 9,12
> 
> 53:4    Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.
> Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen
> und gemartert wäre.
> Mt 8,17
> 
> 53:5    Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer
> Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir
> Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
> Röm 4,25;  1. Petr 2,24
> Abfall, Abtrünnigkeit.
> 
> 53:6    Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen
> Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
> 1. Petr 2,25;  2. Kor 5,21
> 
> 53:7    Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund
> nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie
> ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund
> nicht auf.
> Mk 14,65;  Joh 1,29;  Apg 8,32
> 
> 53:8    Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein
> Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen
> weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war.
> 
> 53:9    Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er
> gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug
> in seinem Munde gewesen ist.
> 1. Petr 2,22; 1. Joh 3,5
> Der überlieferte hebr. Text hat hier: »bei Reichen«.
> 
> 53:10   So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein
> Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in
> die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen.
> 3. Mose 5,15; Mt 20,28;  Ps 22,31
> 
> 53:11   Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und
> die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht,
> der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre
> Sünden.
> 1. Kor 1,30;  Joh 1,29
> 
> 53:12   Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die
> Starken zum Raube haben, dafür daß er sein Leben in den Tod gegeben
> hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der
> Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.
> Mk 15,28; Lk 22,37;  Lk 23,33-34
> 
>          Gott verheißt seinem Volk eine neue Gnadenzeit
> 
> 54:1    Rühme, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast! Freue dich mit
> Rühmen und jauchze, die du nicht schwanger warst! Denn die Einsame
> hat mehr Kinder, als die den Mann hat, spricht der HERR.
> Kap 49,20; Gal 4,27
> 
> 54:2    Mache den Raum deines Zeltes weit und breite aus die Decken deiner
> Wohnstatt; spare nicht! Spann deine Seile lang und stecke deine
> Pflöcke fest!
> 
> 54:3    Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken, und deine
> Nachkommen werden Völker beerben und verwüstete Städte neu bewohnen.
> 
> 54:4    Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden; schäme
> dich nicht, denn du sollst nicht zum Spott werden, sondern du wirst
> die Schande deiner Jugend vergessen und der Schmach deiner
> Witwenschaft nicht mehr gedenken.
> Ps 25,7;  Jer 51,5
> 
> 54:5    Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann - HERR Zebaoth heißt sein
> Name -, und dein Erlöser ist der Heilige Israels, der aller Welt
> Gott genannt wird.
> 
> 54:6    Denn der HERR hat dich zu sich gerufen wie ein verlassenes und von
> Herzen betrübtes Weib; und das Weib der Jugendzeit, wie könnte es
> verstoßen bleiben! spricht dein Gott.
> Kap 50,1
> 
> 54:7    Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer
> Barmherzigkeit will ich dich sammeln.
> Ps 30,6
> 
> 54:8    Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir
> verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen,
> spricht der HERR, dein Erlöser.
> Kap 60,10; Klgl 3,31-32
> 
> 54:9    Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, daß die Wasser
> Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich
> geschworen, daß ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr
> schelten will.
> 1. Mose 9,11-17
> 
> 54:10   Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine
> Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll
> nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.
> Hes 37,26
> 
> 54:11    Du Elende, über die alle Wetter gehen, die keinen Trost fand!
> Siehe, ich will deine Mauern auf Edelsteine stellen und will deinen
> Grund mit Saphiren legen
> (11 und 12) Offb 21,18-21
> 
> 54:12   und deine Zinnen aus Kristallen machen und deine Tore von Rubinen
> und alle deine Grenzen von erlesenen Steinen.
> 
> 54:13   Und alle deine Söhne sind Jünger des HERRN, und großen Frieden
> haben deine Söhne.
> Joh 6,45
> 
> 54:14   Du sollst auf Gerechtigkeit gegründet sein. Du wirst ferne sein von
> Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, und von
> Schrecken, denn er soll dir nicht nahen.
> 
> 54:15   Siehe, wenn man kämpft, dann kommt es nicht von mir; wer gegen dich
> streitet, wird im Kampf gegen dich fallen.
> 
> 54:16   Siehe, ich habe den Schmied geschaffen, der die Kohlen im Feuer
> anbläst und Waffen macht nach seinem Handwerk; und ich habe auch
> den Verderber geschaffen, um zu vernichten.
> 2. Sam 24,16
> 
> 54:17   Keiner Waffe, die gegen dich bereitet wird, soll es gelingen, und
> jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du im Gericht
> schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des HERRN, und
> ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der HERR.
> 
>          Einladung zum Gnadenbunde Gottes
> 
> 55:1    Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die
> ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und eßt! Kommt her und kauft
> ohne Geld und umsonst Wein und Milch!
> Joh 7,37; Offb 22,17
> 
> 55:2    Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren
> Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so
> werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben.
> 
> 55:3    Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr
> leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die
> beständigen Gnaden Davids zu geben.
> 2. Sam 7,8-16; Jer 31,31-34; Apg 13,34
> 
> 55:4    Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt, zum Fürsten für
> sie und zum Gebieter.
> 
> 55:5    Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennst, und Heiden, die
> dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN willen, deines
> Gottes, und des Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.
> 
> Gottes wunderbarer Weg
> 
> 55:6     Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; rufet ihn an, solange
> er nahe ist.
> Jer 29,13-14; Am 5,4
> 
> 55:7    Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen
> Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner
> erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.
> Hes 18,27; 33,11;  Ps 130,4
> 
> 55:8    Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind
> nicht meine Wege, spricht der HERR,
> Röm 11,33
> 
> 55:9    sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine
> Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
> 
> 55:10   Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht
> wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie
> fruchtbar und läßt wachsen, daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot,
> zu essen,
> 
> 55:11   so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird
> nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir
> gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
> Mt 13,8
> 
> 55:12   Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.
> Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Jauchzen und alle
> Bäume auf dem Felde in die Hände klatschen.
> Kap 44,23
> 
> 55:13   Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln.
> Und dem HERRN soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen Zeichen, das
> nicht vergehen wird.
> Kap 41,19-20
> 
>          Die Gemeinde Gottes wächst über ihre Grenzen
> 
> 56:1    So spricht der HERR: Wahret das Recht und übt Gerechtigkeit; denn
> mein Heil ist nahe, daß es komme, und meine Gerechtigkeit, daß sie
> offenbart werde.
> 
> 56:2    Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das daran
> festhält, das den Sabbat hält und nicht entheiligt und seine Hand
> hütet, nichts Arges zu tun!
> Kap 58,13; 1. Mose 2,2-3; 2. Mose 16,23; 20,8; Jer 17,21-22
> 
> 56:3    Und der Fremde, der sich dem HERRN zugewandt hat, soll nicht sagen:
> Der HERR wird mich getrennt halten von seinem Volk. Und der
> Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum.
> Kap 14,1;  5. Mose 23,2
> 
> 56:4    Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate
> halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bund
> festhalten,
> 
> 56:5    denen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal und
> einen Namen geben; das ist besser als Söhne und Töchter. Einen
> ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll.
> 
> 56:6    Und die Fremden, die sich dem HERRN zugewandt haben, ihm zu dienen
> und seinen Namen zu lieben, damit sie seine Knechte seien, alle, die
> den Sabbat halten, daß sie ihn nicht entheiligen, und die an meinem
> Bund festhalten,
> 
> 56:7    die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie erfreuen
> in meinem Bethaus, und ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen mir
> wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein Haus wird ein Bethaus
> heißen für alle Völker.
> Mk 11,17
> 
> 56:8    Gott der HERR, der die Versprengten Israels sammelt, spricht: Ich
> will noch mehr zu der Zahl derer, die versammelt sind, sammeln.
> 
> Klage über die Hirten des Volkes
> 
> 56:9    Ihr Tiere alle auf dem Felde, kommt und freßt, ihr Tiere alle im
> Walde!
> Jer 12,9
> 
> 56:10   Alle ihre Wächter sind blind, sie wissen alle nichts. Stumme Hunde
> sind sie, die nicht bellen können, sie liegen und jappen und
> schlafen gerne.
> Hes 3,17; 33,6-9
> 
> 56:11   Aber es sind gierige Hunde, die nie satt werden können. Das sind
> die Hirten, die keinen Verstand haben; ein jeder sieht auf seinen
> Weg, alle sind auf ihren Gewinn aus und sagen:
> Jer 6,13
> 
> 56:12   Kommt her, ich will Wein holen, wir wollen uns vollsaufen, und es
> soll morgen sein wie heute und noch viel herrlicher!
> 
>          Das Geschick der Frommen und der Gottlosen
> 
> 57:1    Der Gerechte ist umgekommen, und niemand ist da, der es zu Herzen
> nimmt, und fromme Leute sind hingerafft, und niemand achtet darauf.
> Ja, der Gerechte ist weggerafft durch die Bosheit
> Mi 7,2
> 
> 57:2    und geht zum Frieden ein. Es ruhen auf ihren Lagern, die recht
> gewandelt sind.
> 2. Kön 22,20; Dan 12,13
> 
> 57:3    Ihr aber, tretet herzu, ihr Söhne der Zauberin, ihr Kinder des
> Ehebrechers und der Hure!
> Hos 2,4
> 
> 57:4     Mit wem wollt ihr euren Spott treiben? Über wen wollt ihr das Maul
> aufsperren und die Zunge herausstrecken? Seid ihr nicht abtrünnige
> Kinder, ein verkehrtes Geschlecht,
> (4-6) 2. Kön 16,3-4; Jer 2,20; 2,23-24
> 
> 57:5    die ihr bei den Götzeneichen in Brunst geratet, unter allen grünen
> Bäumen, und die Kinder opfert in den Tälern unter den Felsklippen?
> 
> 57:6    Bei den glatten Steinen im Tal ist dein Teil, sie sind dein Los.
> Ihnen hast du dein Trankopfer ausgeschüttet, hast du Speisopfer
> geopfert. Deshalb kann ich mein Urteil nicht ändern.
> 
> 57:7    Du machtest dein Lager auf hohem, erhabenem Berg und gingst dort
> hinauf, zu opfern.
> 
> 57:8    Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du dein Denkzeichen.
> Denn du hast dich von mir abgewandt und aufgedeckt dein Lager, es
> bestiegen und weit gemacht. Du hast dich mit ihnen verbunden,
> liebtest ihr Lager und buhltest mit ihnen.
> 
> 57:9    Du bist mit Öl zum König gezogen und mit viel köstlicher Salbe und
> hast deine Boten in die Ferne gesandt und tief hinab bis zum
> Totenreich.
> 
> 57:10   Du hast dich abgemüht mit der Menge deiner Wege und sprachst nicht:
> Das lasse ich; sondern du fandest ja noch Leben in deinen Gliedern,
> so wurdest du dessen nicht müde.
> Jer 2,25
> 
> 57:11   Wen hast du gescheut und gefürchtet, daß du treulos wurdest und
> nicht an mich dachtest und es nicht zu Herzen nahmst? Ist es nicht
> so: Weil ich schwieg und mich verbarg, hast du mich nicht
> gefürchtet?
> Ps 50,21
> 
> 57:12   Ich will aber deine Gerechtigkeit kundtun und deine Werke, daß sie
> dir nichts nütze sind.
> 
> 57:13   Wenn du rufen wirst, so sollen dir deine vielen Götzen helfen. Aber
> der Wind wird sie alle wegführen, und ein Hauch wird sie wegnehmen.
> Doch wer auf mich traut, wird das Land erben und meinen heiligen
> Berg besitzen.
> Ps 37,9-11
> 
> Gott will seinem Volke Heil geben
> 
> 57:14   Und er spricht: Machet Bahn, machet Bahn! Bereitet den Weg, räumt
> die Anstöße aus dem Weg meines Volks!
> Kap 40,3; 62,10
> 
> 57:15   Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name
> heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen,
> die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf daß ich erquicke
> den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.
> Ps 113,5-9;  Kap 66,1-2; Ps 51,19
> 
> 57:16   Denn ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen;
> sonst würde ihr Geist vor mir verschmachten und der Lebensodem, den
> ich geschaffen habe.
> Ps 103,9
> 
> 57:17   Ich war zornig über die Sünde ihrer Habgier und schlug sie, verbarg
> mich und zürnte. Aber sie gingen treulos die Wege ihres Herzens.
> 
> 57:18   Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen und sie leiten
> und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid tragen,
> 2. Mose 15,26
> 
> 57:19   will ich Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede denen in der
> Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ich will sie heilen.
> 4. Mose 6,26; Lk 2,14; Eph 2,17;  2. Mose 15,26; Jer 17,14
> 
> 57:20   Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still
> sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen.
> Jud 1,13
> 
> 57:21   Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott.
> Kap 48,22; Spr 28,1
> 
>          Falsches und echtes Fasten
> 
> 58:1    Rufe getrost, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine
> Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem
> Hause Jakob seine Sünden!
> Mi 3,8
> 
> 58:2    Sie suchen mich täglich und begehren, meine Wege zu wissen, als
> wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht
> seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie
> begehren, daß Gott sich nahe.
> Kap 29,13-14
> 
> 58:3    »Warum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir
> unseren Leib, und du willst's nicht wissen?« - Siehe, an dem Tag, da
> ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle
> eure Arbeiter.
> Jer 14,12
> 
> 58:4    Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit
> gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut,
> wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll.
> 
> 58:5    Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem
> man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen läßt wie Schilf
> und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen
> und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat?
> Sach 7,5-6; Mt 6,16-18
> 
> 58:6    Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Laß los, die du
> mit Unrecht gebunden hast, laß ledig, auf die du das Joch gelegt
> hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!
> 
> 58:7    Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind,
> führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und
> entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
> 5. Mose 15,11; Hes 18,7; Mt 25,35-36
> 
> 58:8    Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine
> Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird
> vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug
> beschließen.
> Ps 37,6;  Kap 52,12
> 
> 58:9    Dann wirst du rufen, und der HERR wird dir antworten. Wenn du
> schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du in deiner
> Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht
> übel redest,
> Kap 30,19
> 
> 58:10   sondern den Hungrigen dein Herz finden läßt und den Elenden
> sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein
> Dunkel wird sein wie der Mittag.
> 
> 58:11   Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der
> Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein
> bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser
> fehlt.
> Jer 31,12
> 
> 58:12   Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange wüst
> gelegen hat, und du wirst wieder aufrichten, was vorzeiten gegründet
> ward; und du sollst heißen: »Der die Lücken zumauert und die Wege
> ausbessert, daß man da wohnen könne«.
> Kap 61,4
> 
> Segen der Sabbatheiligung
> 
> 58:13   Wenn du deinen Fuß am Sabbat zurückhältst und nicht deinen
> Geschäften nachgehst an meinem heiligen Tage und den Sabbat »Lust«
> nennst und den heiligen Tag des HERRN »Geehrt«; wenn du ihn dadurch
> ehrst, daß du nicht deine Gänge machst und nicht deine Geschäfte
> treibst und kein leeres Geschwätz redest,
> Kap 56,2; 56,4
> 
> 58:14   dann wirst du deine Lust haben am HERRN, und ich will dich über die
> Höhen auf Erden gehen lassen und will dich speisen mit dem Erbe
> deines Vaters Jakob; denn des HERRN Mund hat's geredet.
> 
>          Gott überwindet die Sünde seines Volkes
> 
> 59:1    Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, daß er nicht helfen könnte,
> und seine Ohren sind nicht hart geworden, so daß er nicht hören
> könnte,
> Kap 50,2
> 
> 59:2    sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure
> Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört
> werdet.
> 
> 59:3    Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit
> Verschuldung; eure Lippen reden Falsches, eure Zunge spricht
> Bosheit.
> Kap 1,15
> 
> 59:4    Es ist niemand, der eine gerechte Sache vorbringt, und niemand, der
> redlich richtet. Man vertraut auf Nichtiges und redet Trug; mit
> Unheil sind sie schwanger und gebären Verderben.
> Ps 7,15
> 
> 59:5    Sie brüten Natterneier und weben Spinnweben. Ißt man von ihren
> Eiern, so muß man sterben, zertritt man sie aber, so fährt eine
> Schlange heraus.
> 
> 59:6    Ihre Gewebe taugen nicht zu Kleidern, und ihr Gespinst taugt nicht
> zur Decke. Ihre Werke sind Unheilswerke, an ihren Händen ist Frevel.
> 
> 59:7     Ihre Füße laufen zum Bösen, und sie sind schnell dabei, unschuldig
> Blut zu vergießen. Ihre Gedanken sind Unheilsgedanken, auf ihren
> Wegen wohnt Verderben und Schaden.
> (7 und 8) Röm 3,15-17;  Spr 1,16; Jer 2,34
> 
> 59:8    Sie kennen den Weg des Friedens nicht, und Unrecht ist auf ihren
> Pfaden. Sie gehen auf krummen Wegen; wer auf ihnen geht, der hat
> keinen Frieden.
> 
> 59:9    Darum ist das Recht ferne von uns, und die Gerechtigkeit kommt nicht
> zu uns. Wir harren auf Licht, siehe, so ist's finster, auf
> Helligkeit, siehe, so wandeln wir im Dunkeln.
> 
> 59:10   Wir tasten an der Wand entlang wie die Blinden und tappen wie die,
> die keine Augen haben. Wir stoßen uns am Mittag wie in der
> Dämmerung, wir sind im Düstern wie die Toten.
> 5. Mose 28,29
> 
> 59:11   Wir brummen alle wie die Bären und gurren wie die Tauben; denn wir
> harren auf Recht, so ist's nicht da, auf Heil, so ist's ferne von
> uns.
> 
> 59:12   Denn wir sind zu oft von dir abgefallen, und unsre Sünden zeugen
> gegen uns. Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen
> unsre Sünden:
> Jer 14,7
> 
> 59:13   abtrünnig sein und den HERRN verleugnen und abfallen von unserm
> Gott, Frevel reden und Ungehorsam, Lügenworte ausbrüten und
> bedenkenlos daherreden.
> 
> 59:14   Und das Recht ist zurückgewichen, und die Gerechtigkeit hat sich
> entfernt; denn die Wahrheit ist auf der Gasse zu Fall gekommen, und
> die Aufrichtigkeit findet keinen Eingang.
> 
> 59:15   Und die Wahrheit ist dahin, und wer vom Bösen weicht, muß sich
> ausplündern lassen. Das alles sieht der HERR, und es mißfällt ihm
> sehr, daß kein Recht ist.
> 
> 59:16   Und er sieht, daß niemand auf dem Plan ist, und verwundert sich,
> daß niemand ins Mittel tritt. Da hilft er sich selbst mit seinem
> Arm, und seine Gerechtigkeit steht ihm bei.
> Hes 13,4-5
> 
> 59:17   Er zieht Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzt den Helm des
> Heils auf sein Haupt und zieht an das Gewand der Rache und kleidet
> sich mit Eifer wie mit einem Mantel.
> 
> 59:18   Nach den Taten wird er vergelten, mit Grimm seinen Widersachern, mit
> Vergeltung seinen Feinden; ja, den Inseln will er heimzahlen,
> 
> 59:19   daß der Name des HERRN gefürchtet werde bei denen vom Niedergang der
> Sonne und seine Herrlichkeit bei denen von ihrem Aufgang, wenn er
> kommen wird wie ein reißender Strom, den der Odem des HERRN treibt.
> 
> 59:20   Aber für Zion wird er als Erlöser kommen und für die in Jakob, die
> sich von der Sünde abwenden, spricht der HERR.
> Röm 11,26
> 
> 59:21   Und dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein Geist, der
> auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe,
> sollen von deinem Mund nicht weichen noch von dem Mund deiner Kinder
> und Kindeskinder, spricht der HERR, von nun an bis in Ewigkeit.
> Jer 1,9
> 
>          Zions zukünftige Herrlichkeit
> 
> 60:1    Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die
> Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!
> 
> 60:2    Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker;
> aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint
> über dir.
> 
> 60:3    Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum
> Glanz, der über dir aufgeht.
> Kap 2,2-3;  Offb 21,24
> 
> 60:4     Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und
> kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine
> Töchter auf dem Arme hergetragen werden.
> Kap 49,18;  Kap 49,22; 66,12
> 
> 60:5    Dann wirst du deine Lust sehen und vor Freude strahlen, und dein
> Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker
> am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt.
> 
> 60:6    Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus
> Midian und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und
> Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen.
> Ps 72,10;  Mt 2,1-11
> 
> 60:7    Alle Herden von Kedar sollen zu dir gebracht werden, und die Widder
> Nebajots sollen dir dienen. Sie sollen als ein wohlgefälliges Opfer
> auf meinen Altar kommen; denn ich will das Haus meiner Herrlichkeit
> zieren.
> 
> 60:8    Wer sind die, die da fliegen wie die Wolken und wie die Tauben zu
> ihren Schlägen?
> 
> 60:9    Die Inseln harren auf mich und die Tarsisschiffe vor allem, daß sie
> deine Söhne von ferne herbringen samt ihrem Silber und Gold für den
> Namen des HERRN, deines Gottes, und für den Heiligen Israels, der
> dich herrlich gemacht hat.
> Kap 42,4;  Kap 55,5
> 
> 60:10   Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige werden dir dienen.
> Denn in meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade
> erbarme ich mich über dich.
> Kap 54,8
> 
> 60:11   Deine Tore sollen stets offen stehen und weder Tag noch Nacht
> zugeschlossen werden, daß der Reichtum der Völker zu dir gebracht
> und ihre Könige herzugeführt werden.
> Offb 21,25-26
> 
> 60:12   Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht dienen wollen, die
> sollen umkommen und die Völker verwüstet werden.
> 
> 60:13   Die Herrlichkeit des Libanon soll zu dir kommen, Zypressen,
> Buchsbaum und Kiefern miteinander, zu schmücken den Ort meines
> Heiligtums; denn ich will die Stätte meiner Füße herrlich machen.
> 
> 60:14   Es werden gebückt zu dir kommen, die dich unterdrückt haben, und
> alle, die dich gelästert haben, werden niederfallen zu deinen Füßen
> und dich nennen »Stadt des HERRN«, »Zion des Heiligen Israels«.
> Kap 14,2
> 
> 60:15   Denn dafür, daß du die Verlassene und Ungeliebte gewesen bist, zu
> der niemand hinging, will ich dich zur Pracht ewiglich machen und
> zur Freude für und für.
> Kap 49,14
> 
> 60:16   Du sollst Milch von den Völkern saugen, und der Könige Brust soll
> dich säugen, auf daß du erfahrest, daß ich, der HERR, dein Heiland
> bin und ich, der Mächtige Jakobs, dein Erlöser.
> Kap 49,23
> 
> 60:17   Ich will Gold anstatt des Erzes und Silber anstatt des Eisens
> bringen und Erz anstatt des Holzes und Eisen anstatt der Steine. Und
> ich will zu deiner Obrigkeit den Frieden machen und zu deinen Vögten
> die Gerechtigkeit.
> 
> 60:18   Man soll nicht mehr von Frevel hören in deinem Lande noch von
> Schaden oder Verderben in deinen Grenzen, sondern deine Mauern
> sollen »Heil« und deine Tore »Lob« heißen.
> 
> 60:19    Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz
> des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der HERR wird
> dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein.
> Kap 24,23; Offb 21,23;  Offb 22,5
> 
> 60:20   Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den
> Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und
> die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.
> Joh 8,12; Jak 1,17
> 
> 60:21   Und dein Volk sollen lauter Gerechte sein. Sie werden das Land
> ewiglich besitzen als der Sproß meiner Pflanzung und als ein Werk
> meiner Hände mir zum Preise.
> 
> 60:22   Aus dem Kleinsten sollen tausend werden und aus dem Geringsten ein
> mächtiges Volk. Ich, der HERR, will es zu seiner Zeit eilends
> ausrichten.
> 
>          Die frohe Botschaft von der kommenden Herrlichkeit
> 
> 61:1    Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt
> hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen,
> die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen
> die Freiheit, den Gebundenen, daß sie frei und ledig sein sollen;
> Kap 11,2;  Mt 11,5; Lk 4,18-19
> 
> 61:2    zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN und einen Tag der
> Vergeltung unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden,
> 3. Mose 25,10; 25,13;  Kap 63,4
> 
> 61:3    zu schaffen den Trauernden zu Zion, daß ihnen Schmuck statt Asche,
> Freudenöl statt Trauerkleid, Lobgesang statt eines betrübten Geistes
> gegeben werden, daß sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«,
> »Pflanzung des HERRN«, ihm zum Preise.
> 
> 61:4    Sie werden die alten Trümmer wieder aufbauen und, was vorzeiten
> zerstört worden ist, wieder aufrichten; sie werden die verwüsteten
> Städte erneuern, die von Geschlecht zu Geschlecht zerstört gelegen
> haben.
> Kap 58,12
> 
> 61:5     Fremde werden hintreten und eure Herden weiden, und Ausländer
> werden eure Ackerleute und Weingärtner sein.
> Kap 60,10
> 
> 61:6    Ihr aber sollt Priester des HERRN heißen, und man wird euch Diener
> unsres Gottes nennen. Ihr werdet der Völker Güter essen und euch
> ihrer Herrlichkeit rühmen.
> 2. Mose 19,6; 1. Petr 2,5; 2,9
> 
> 61:7    Dafür, daß mein Volk doppelte Schmach trug und Schande ihr Teil war,
> sollen sie doppelten Anteil besitzen in ihrem Lande und ewige Freude
> haben.
> 
> 61:8    Denn ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub und Unrecht
> haßt; ich will ihnen den Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund
> mit ihnen schließen.
> Kap 54,10; 55,3
> 
> 61:9    Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Heiden und ihre
> Nachkommen unter den Völkern, daß, wer sie sehen wird, erkennen
> soll, daß sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom HERRN.
> 
> 61:10   Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem
> Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit
> dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit
> priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem
> Geschmeide prangt.
> Mt 22,11-12
> 
> 61:11   Denn gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten
> aufgeht, so läßt Gott der HERR Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor
> allen Heidenvölkern.
> 
>          Die zukünftige Herrlichkeit Zions
> 
> 62:1    Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen
> will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein
> Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel,
> 
> 62:2    daß die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine
> Herrlichkeit. Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden,
> welchen des HERRN Mund nennen wird.
> Kap 65,15; Offb 2,17
> 
> 62:3    Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein
> königlicher Reif in der Hand deines Gottes.
> 2. Tim 4,8
> 
> 62:4    Man soll dich nicht mehr nennen »Verlassene« und dein Land nicht
> mehr »Einsame«, sondern du sollst heißen »Meine Lust« und dein Land
> »Liebes Weib«; denn der HERR hat Lust an dir, und dein Land hat
> einen lieben Mann.
> Kap 54,6; 60,15;  Hos 2,21
> 
> 62:5    Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein
> Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so
> wird sich dein Gott über dich freuen.
> 
> 62:6    O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den
> ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr
> den HERRN erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen,
> Kap 52,8
> 
> 62:7    laßt ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze
> zum Lobpreis auf Erden!
> 
> 62:8    Der HERR hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken
> Arm: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen
> geben noch deinen Wein, mit dem du soviel Arbeit hattest, die
> Fremden trinken lassen,
> Kap 65,21-22
> 
> 62:9    sondern die es einsammeln, sollen's auch essen und den HERRN rühmen,
> und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines
> Heiligtums.
> 
> 62:10   Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg!
> Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein
> Zeichen auf für die Völker!
> Kap 57,14
> 
> 62:11   Siehe, der HERR läßt es hören bis an die Enden der Erde: Saget der
> Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei
> ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her!
> Sach 9,9;  Kap 40,9-10
> 
> 62:12   Man wird sie nennen »Heiliges Volk«, »Erlöste des HERRN«, und dich
> wird man nennen »Gesuchte« und »Nicht mehr verlassene Stadt«.
> Kap 35,10
> 
>          Gottes Gericht über Edom
> 
> 63:1    Wer ist der, der von Edom kommt, mit rötlichen Kleidern von Bozra,
> der so geschmückt ist in seinen Kleidern und einherschreitet in
> seiner großen Kraft? »Ich bin's, der in Gerechtigkeit redet, und bin
> mächtig zu helfen.«
> Kap 34,6
> 
> 63:2    Warum ist denn dein Gewand so rotfarben und dein Kleid wie das eines
> Keltertreters?
> Offb 19,13
> 
> 63:3    »Ich trat die Kelter allein, und niemand unter den Völkern war mit
> mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem
> Grimm. Da ist ihr Blut auf meine Kleider gespritzt, und ich habe
> mein ganzes Gewand besudelt.
> Joel 4,13; Offb 14,20
> 
> 63:4    Denn ich hatte einen Tag der Vergeltung mir vorgenommen; das Jahr,
> die Meinen zu erlösen, war gekommen.
> Kap 13,9; 34,8; 61,2
> 
> 63:5    Und ich sah mich um, aber da war kein Helfer, und ich verwunderte
> mich, daß niemand mir beistand. Da mußte mein Arm mir helfen, und
> mein Zorn stand mir bei.
> 
> 63:6    Und ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn und habe sie
> trunken gemacht in meinem Grimm und ihr Blut auf die Erde
> geschüttet.«
> Kap 51,17
> 
> Buß- und Bittgebet des Gottesvolkes
> 
> 63:7    Ich will der Gnade des HERRN gedenken und der Ruhmestaten des HERRN
> in allem, was uns der HERR getan hat, und der großen Güte an dem
> Hause Israel, die er ihnen erwiesen hat nach seiner Barmherzigkeit
> und großen Gnade.
> 
> 63:8    Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Söhne, die nicht falsch
> sind. Darum ward er ihr Heiland
> 5. Mose 32,5; 32,20
> 
> 63:9    in aller ihrer Not. Nicht ein Engel und nicht ein Bote, sondern
> sein Angesicht half ihnen. Er erlöste sie, weil er sie liebte und
> Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von
> alters her.
> 2. Mose 33,14-15
> 
> 63:10   Aber sie waren widerspenstig und betrübten seinen heiligen Geist;
> darum ward er ihr Feind und stritt wider sie.
> 
> 63:11   Da gedachte sein Volk wieder an die vorigen Zeiten, an Mose: Wo ist
> denn nun, der aus dem Wasser zog den Hirten seiner Herde? Wo ist,
> der seinen heiligen Geist in ihn gab?
> 2. Mose 2,5;  4. Mose 11,17
> 
> 63:12   Der seinen herrlichen Arm zur Rechten des Mose gehen ließ? Der die
> Wasser spaltete vor ihnen her, auf daß er sich einen ewigen Namen
> machte?
> 2. Mose 14,29
> 
> 63:13   Der sie führte durch die Fluten, wie Rosse, die in der Wüste nicht
> straucheln;
> 
> 63:14   wie Vieh, das ins Tal hinabsteigt, so brachte der Geist des HERRN
> uns zur Ruhe. So hast du dein Volk geführt, auf daß du dir einen
> herrlichen Namen machtest.
> 
> 63:15   So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen,
> herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Deine
> große, herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.
> 5. Mose 26,15
> 
> 63:16   Bist du doch unser Vater; denn Abraham weiß von uns nichts, und
> Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater; »Unser
> Erlöser«, das ist von alters her dein Name.
> 5. Mose 32,6
> 
> 63:17   Warum läßt du uns, HERR, abirren von deinen Wegen und unser Herz
> verstocken, daß wir dich nicht fürchten? Kehr zurück um deiner
> Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Erbe sind!
> Kap 57,17
> 
> 63:18   Kurze Zeit haben sie dein heiliges Volk vertrieben, unsre
> Widersacher haben dein Heiligtum zertreten.
> Ps 79,1
> 
> 63:19   Wir sind geworden wie solche, über die du niemals herrschtest, wie
> Leute, über die dein Name nie genannt wurde. Ach daß du den Himmel
> zerrissest und führest herab, daß die Berge vor dir zerflössen,
> Abweichende Verszählung statt 63,19b - 64,11: 64,1-12.
> 
>  64:1    wie Feuer Reisig entzündet und wie Feuer Wasser sieden macht, daß
> dein Name kundwürde unter deinen Feinden und die Völker vor dir
> zittern müßten,
> 
> 64:2    wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten - und führest
> herab, daß die Berge vor dir zerflössen! -
> 
> 64:3    und das man von alters her nicht vernommen hat. Kein Ohr hat gehört,
> kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohl tut denen,
> die auf ihn harren.
> 1. Kor 2,9
> 
> 64:4    Du begegnetest denen, die Gerechtigkeit übten und auf deinen Wegen
> deiner gedachten. Siehe, du zürntest, als wir von alters her gegen
> dich sündigten und abtrünnig wurden.
> 2. Mose 32,8-10
> 
> 64:5    Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre
> Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt
> wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns davon wie der Wind.
> 
> 64:6    Niemand ruft deinen Namen an oder macht sich auf, daß er sich an
> dich halte; denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und läßt
> uns vergehen unter der Gewalt unsrer Schuld.
> 
> 64:7    Aber nun, HERR, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist
> unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.
> Kap 63,16;  Kap 45,9; Klgl 4,2; Röm 9,21
> 
> 64:8    HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh
> doch an, daß wir alle dein Volk sind!
> 
> 64:9    Deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden, Zion ist zur Wüste
> geworden, Jerusalem liegt zerstört.
> 
> 64:10    Das Haus unsrer Heiligkeit und Herrlichkeit, in dem dich unsre
> Väter gelobt haben, ist mit Feuer verbrannt, und alles, was wir
> Schönes hatten, ist zuschanden gemacht.
> Ps 74,7
> 
> 64:11   HERR, willst du bei alledem noch zögern und schweigen und uns so
> sehr niederschlagen?
> 
>          Verstoßung der Abtrünnigen, gnädige Annahme der Getreuen
> 
> 65:1    Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich
> ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk,
> das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin
> ich!
> Röm 10,20
> 
> 65:2    Ich streckte meine Hände aus den ganzen Tag nach einem ungehorsamen
> Volk, das nach seinen eigenen Gedanken wandelt auf einem Wege, der
> nicht gut ist;
> Röm 10,21
> 
> 65:3    nach einem Volk, das mich beständig ins Angesicht kränkt: Sie opfern
> in den Gärten und räuchern auf Ziegelsteinen,
> 
> 65:4    sie sitzen in Gräbern und bleiben über Nacht in Höhlen, essen
> Schweinefleisch und haben Greuelsuppen in ihren Töpfen
> Kap 66,17; 3. Mose 11,7
> 
> 65:5    und sprechen: Bleib weg und rühr mich nicht an, denn ich bin für
> dich heilig. Die sollen ein Rauch werden in meiner Nase, ein Feuer,
> das den ganzen Tag brennt.
> 
> 65:6    Siehe, es steht vor mir geschrieben: Ich will nicht schweigen,
> sondern heimzahlen; ja, ich will es ihnen heimzahlen,
> 
> 65:7    beides, ihre Missetaten und ihrer Väter Missetaten miteinander,
> spricht der HERR, die auf den Bergen geräuchert und mich auf den
> Hügeln geschändet haben. Ja, ich will ihnen heimzahlen ihr früheres
> Tun.
> 
> 65:8    So spricht der HERR: Wie wenn man noch Saft in der Traube findet und
> spricht: Verdirb es nicht, denn es ist ein Segen darin!, so will ich
> um meiner Knechte willen tun, daß ich nicht alles verderbe.
> Kap 6,13; 1. Mose 18,26-32
> 
> 65:9    Ich will aus Jakob Nachkommen wachsen lassen und aus Juda Erben, die
> meine Berge besitzen; meine Auserwählten sollen sie besitzen, und
> meine Knechte sollen auf ihnen wohnen.
> 
> 65:10   Und meinem Volk, das nach mir fragt, soll Scharon eine Weide für
> die Herde werden und das Tal Achor ein Lagerplatz für das Vieh.
> Kap 33,9;  Jos 7,26
> 
> 65:11   Aber ihr, die ihr den HERRN verlaßt und meines heiligen Berges
> vergeßt und dem Gad einen Tisch zurichtet und dem Meni vom
> Trankopfer voll einschenkt, -
> Gad und Meni sind Schicksalsgötter.
> 
> 65:12   wohlan, euch will ich dem Schwert übergeben, daß ihr euch alle zur
> Schlachtung hinknien müßt; denn ich rief, und ihr habt nicht
> geantwortet, ich redete, und ihr habt nicht gehört, sondern tatet,
> was mir nicht gefiel, und erwähltet, wonach ich kein Verlangen
> hatte.
> Kap 66,4; Jer 7,13
> 
> 65:13   Darum spricht Gott der HERR: Siehe, meine Knechte sollen essen, ihr
> aber sollt hungern; siehe, meine Knechte sollen trinken, ihr aber
> sollt dürsten. Siehe, meine Knechte sollen fröhlich sein, ihr aber
> sollt zuschanden werden;
> Kap 55,1
> 
> 65:14   siehe, meine Knechte sollen vor Herzenslust jauchzen, ihr aber sollt
> vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen.
> 
> 65:15   Und ihr sollt euren Namen meinen Auserwählten zum Fluch überlassen
> »Daß dich Gott der HERR töte«; aber meine Knechte wird man mit
> einem andern Namen nennen.
> Kap 62,2
> 
> 65:16   Wer sich segnen wird auf Erden, der wird sich im Namen des
> wahrhaftigen Gottes segnen, und wer schwören wird auf Erden, der
> wird bei dem wahrhaftigen Gott schwören. Denn die früheren Ängste
> sind vergessen und vor meinen Augen entschwunden.
> Kap 19,18; Jer 4,2
> 
> Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde
> 
> 65:17   Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde
> schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr
> zu Herzen nehmen wird.
> Kap 66,22; 2. Petr 3,13; Offb 21,1
> 
> 65:18    Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe.
> Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur
> Freude,
> (18 und 19) Kap 35,10; 25,8; Offb 21,4
> 
> 65:19   und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein
> Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch
> die Stimme des Klagens.
> 
> 65:20   Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder
> Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer
> hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht,
> gilt als verflucht.
> Sach 8,4
> 
> 65:21   Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen
> und ihre Früchte essen.
> Kap 62,8
> 
> 65:22   Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht
> pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden
> sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine
> Auserwählten genießen.
> 5. Mose 28,30;  Hiob 14,7
> 
> 65:23   Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen
> Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN,
> und ihre Nachkommen sind bei ihnen.
> 
> 65:24   Und es soll geschehen: ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie
> noch reden, will ich hören.
> Kap 30,19; 58,9
> 
> 65:25    Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh
> fressen wie das Rind, aber die Schlange muß Erde fressen. Sie
> werden weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen
> Berge, spricht der HERR.
> Kap 11,6-9;  1. Mose 3,14
> 
>          Strafe für allen selbsterwählten Gottesdienst
> 
> 66:1    So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der
> Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir
> bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte?
> 1. Kön 8,27;  Klgl 2,1; Apg 7,49;  Apg 17,24
> 
> 66:2    Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe
> aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und
> der erzittert vor meinem Wort.
> Kap 57,15; Ps 51,19
> 
> 66:3    Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt;
> wer ein Schaf opfert, gleicht dem, der einem Hund das Genick bricht;
> wer ein Speisopfer bringt, gleicht dem, der Schweineblut spendet;
> wer Weihrauch anzündet, gleicht dem, der Götzen verehrt: wahrlich,
> wie sie Lust haben an ihren eigenen Wegen und ihre Seele Gefallen
> hat an ihren Greueln,
> 1. Sam 15,22-23
> 
> 66:4    so will auch ich Lust daran haben, daß ich ihnen wehe tue, und ich
> will über sie kommen lassen, wovor ihnen graut. Denn ich rief, und
> niemand antwortete, ich redete, und sie hörten nicht und taten, was
> mir nicht gefiel, und hatten ihre Lust an dem, woran ich kein
> Wohlgefallen hatte.
> Kap 65,12
> 
> Das zukünftige Heil Jerusalems - das Gericht über die Gottlosen
> 
> 66:5    Hört des HERRN Wort, die ihr erzittert vor seinem Wort: Es sprechen
> eure Brüder, die euch hassen und verstoßen um meines Namens willen:
> »Laßt doch den HERRN sich verherrlichen, daß wir eure Freude
> mitansehen«, - doch sie sollen zuschanden werden.
> Lk 6,22
> 
> 66:6    Horch, Lärm aus der Stadt! Horch, vom Tempel her! Horch, der HERR
> vergilt seinen Feinden!
> 
> 66:7    Ehe sie Wehen bekommt, hat sie geboren; ehe sie in Kindsnöte kommt,
> ist sie eines Knaben genesen.
> 
> 66:8    Wer hat solches je gehört? Wer hat solches je gesehen? Ward ein Land
> an einem Tage geboren? Ist ein Volk auf einmal zur Welt gekommen?
> Kaum in Wehen, hat Zion schon ihre Kinder geboren.
> 
> 66:9    Sollte ich das Kind den Mutterschoß durchbrechen und nicht auch
> geboren werden lassen? spricht der HERR. Sollte ich, der gebären
> läßt, den Schoß verschließen? spricht dein Gott.
> Kap 37,3
> 
> 66:10   Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle,
> die ihr sie liebhabt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie
> traurig gewesen seid.
> 
> 66:11   Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten
> ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch
> erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust.
> Kap 60,16
> 
> 66:12   Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden
> wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen
> überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen
> werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen.
> Kap 60,4
> 
> 66:13   Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr
> sollt an Jerusalem getröstet werden.
> Ps 131,2
> 
> 66:14   Ihr werdet's sehen, und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein
> soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an
> seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
> 
> 66:15   Denn siehe, der HERR wird kommen mit Feuer und seine Wagen wie ein
> Wetter, daß er vergelte im Grimm seines Zorns und mit Schelten in
> Feuerflammen.
> Ps 50,3; Offb 19,11-15
> 
> 66:16   Denn der HERR wird durch Feuer die ganze Erde richten und durch sein
> Schwert alles Fleisch, und der vom HERRN Getöteten werden viele
> sein.
> 
> 66:17   Die sich heiligen und reinigen für das Opfer in den Gärten dem
> einen nach, der in der Mitte ist, und Schweinefleisch essen,
> greuliches Getier und Mäuse, die sollen miteinander weggerafft
> werden, spricht der HERR.
> Kap 65,3-5;  Hes 8,11
> 
> 66:18   Ich kenne ihre Werke und ihre Gedanken und komme, um alle Völker und
> Zungen zu versammeln, daß sie kommen und meine Herrlichkeit sehen.
> 
> 66:19   Und ich will ein Zeichen unter ihnen aufrichten und einige von
> ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, nach Tarsis, nach
> Put und Lud, nach Meschech und Rosch, nach Tubal und Jawan und zu
> den fernen Inseln, wo man nichts von mir gehört hat und die meine
> Herrlichkeit nicht gesehen haben; und sie sollen meine Herrlichkeit
> unter den Völkern verkündigen.
> Mt 28,19
> 
> 66:20   Und sie werden alle eure Brüder aus allen Völkern herbringen dem
> HERRN zum Weihgeschenk auf Rossen und Wagen, in Sänften, auf
> Maultieren und Dromedaren nach Jerusalem zu meinem heiligen Berge,
> spricht der HERR, gleichwie Israel die Opfergaben in reinem Gefäße
> zum Hause des HERRN bringt.
> Kap 60,3-7
> 
> 66:21   Und ich will auch aus ihnen Priester und Leviten nehmen, spricht der
> HERR.
> 
> 66:22   Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir
> Bestand haben, spricht der HERR, so soll auch euer Geschlecht und
> Name Bestand haben.
> Kap 65,17
> 
> 66:23   Und alles Fleisch wird einen Neumond nach dem andern und einen
> Sabbat nach dem andern kommen, um vor mir anzubeten, spricht der
> HERR.
> 4. Mose 10,10
> 
> 66:24   Und sie werden hinausgehen und schauen die Leichname derer, die von
> mir abtrünnig waren; denn ihr Wurm wird nicht sterben, und ihr
> Feuer wird nicht verlöschen, und sie werden allem Fleisch ein Greuel
> sein.
> Mk 9,48
>
> — *22JESAJA*

