# 39JUDIT

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> Nebukadnezar besiegt Arphaxad
> 
> 1:1    Arphaxad, der König der Meder, hatte viele Völker unter seine
> Herrschaft gebracht und baute eine große, gewaltige Stadt; die
> nannte er Ekbatana.
> 
> 1:2    Ihre Mauern machte er aus Quadersteinen, siebzig Ellen hoch und
> dreißig Ellen dick.
> 
> 1:3    Ihre Türme aber machte er hundert Ellen hoch
> 
> 1:4    und zwanzig Fuß im Geviert.
> 
> 1:5    Und die Stadttore machte er so hoch wie die Türme. Und er rühmte
> sich seines mächtigen Heeres und seiner gefürchteten Kriegswagen.
> Ps 20,8
> 
> 1:6    Nebukadnezar aber, der König von Assyrien, regierte in der großen
> Stadt Ninive und kämpfte im zwölften Jahr seiner Herrschaft gegen
> Arphaxad. Und die Völker, die am Euphrat, Tigris und Choaspes
> wohnten, halfen ihm; und er schlug ihn in der großen Ebene, Ragau
> genannt, die vorzeiten Arjoch, dem König von Ellasar, gehört hatte.
> 1. Mose 14,1
> 
> Nebukadnezar beschließt einen Feldzug gegen die unbotmäßigen Völker
> 
> 1:7    Da wurde das Reich des Nebukadnezar mächtig und sein Herz stolz. Er
> hatte aber auch Boten zu allen gesandt, die in Zilizien, Damaskus
> und am Libanon wohnten,
> 
> 1:8    und zu den Völkern am Karmel und von Kedar, auch zu den Bewohnern
> Galiläas und der großen Ebene Jesreël,
> 
> 1:9    und zu allen, die in Samarien wohnten und jenseits des Jordans bis
> hin nach Jerusalem; auch ins ganze Land Goschen bis an die Grenzen
> des Landes Kusch.
> 
> 1:10   Zu ihnen allen hatte Nebukadnezar, der König von Assyrien, Boten
> gesandt. Aber sie hatten sie alle einmütig abgewiesen und hatten die
> Boten mit leeren Händen schändlich zurückgeschickt.
> 
> 1:11   Da war der König Nebukadnezar über alle diese Länder sehr zornig
> geworden, und er hatte bei seinem Thron und seiner Königsmacht
> geschworen, daß er sich an allen diesen Ländern rächen wollte.
> 
>   2:1    Im dreizehnten Jahr des Königs Nebukadnezar, am zweiundzwanzigsten
> Tag des ersten Monats, wurde im Hause Nebukadnezars, des Königs von
> Assyrien, der Beschluß gefaßt, sich zu rächen.
> 
> 2:2    Und er rief alle seine Ältesten, Fürsten und Hauptleute
> 
> 2:3    und beriet sich heimlich mit ihnen und eröffnete ihnen, daß er daran
> dächte, die ganze Erde unter seine Herrschaft zu bringen.
> Dan 4,19; Jes 14,13-17
> 
> 2:4    Da das ihnen allen gefiel, rief der König Nebukadnezar seinen
> Feldhauptmann Holofernes und befahl ihm:
> 
> 2:5    Zieh aus gegen alle Reiche, die im Westen liegen, und besonders
> gegen die, die mein Gebot verachtet haben.
> 
> 2:6    Du sollst kein Reich verschonen, und alle befestigten Städte sollst
> du mir unterwerfen.
> 
> Holofernes beginnt den Feldzug
> 
> 2:7    Da rief Holofernes die Obersten und Amtleute des assyrischen Heeres
> zusammen und wählte für den Kriegszug aus, wie ihm der König
> befohlen hatte, hundertzwanzigtausend Mann zu Fuß und zwölftausend
> Bogenschützen zu Pferde.
> 
> 2:8    Und er ließ sein ganzes Heer aufbrechen mit unzähligen Kamelen, die
> mit reichen Vorräten für sein Heer beladen waren, und mit Herden von
> Rindern und Schafen ohne Zahl.
> 
> 2:9    Aus ganz Syrien ließ er Korn herbeifahren für seinen Durchzug.
> 
> 2:10   Gold und Silber aber aus der königlichen Schatzkammer nahm er
> unermeßlich viel mit sich.
> 
> 2:11   Und so zog er aus mit dem ganzen Heer, mit Wagen, Reitern und
> Bogenschützen, die den Erdboden bedeckten wie Heuschrecken.
> 
> 2:12   Als er nun über die Grenze des assyrischen Landes gezogen war, kam
> er zu dem großen Gebirge Ange im Norden Ziliziens. Dort erstürmte er
> alle ihre Burgen, eroberte alle befestigten Städte,
> 
> 2:13   zerstörte die stolze Stadt Melitene und beraubte alle Leute von
> Tarsis und alle Ismaeliter, die am Rande der Wüste und im Süden des
> Landes der Cheleer wohnten.
> 
> 2:14   Er zog auch über den Euphrat und kam nach Mesopotamien und zerstörte
> alle wichtigen Städte, die dort waren, zwischen dem Lauf des Mambre
> und dem Meer.
> 
> 2:15   Er nahm die Gebiete ein von Zilizien bis an die Grenzen Jafets im
> Süden.
> 
> 2:16   Und er führte auch alle Midianiter weg und raubte ihren ganzen
> Reichtum und schlug alle, die Widerstand leisteten, mit der Schärfe
> des Schwerts.
> 
> 2:17   Danach zog er hinab in die Ebene von Damaskus zur Erntezeit und
> verbrannte all ihr Getreide und ließ alle Bäume und Weinstöcke
> umhauen.
> 5. Mose 20,19
> 
> 2:18   Und das ganze Land fürchtete sich vor ihm.
> 
>          Die meisten Völker unterwerfen sich
> 
> 3:1    Da schickten die Könige und Fürsten von allen Städten und Ländern,
> von Syrien-Mesopotamien, Syrien-Zoba, Libyen und Zilizien ihre
> Boten. Die kamen zu Holofernes und sagten:
> 
> 3:2    Wende deinen Zorn von uns ab!
> 
> 3:3    Es ist doch besser, daß wir am Leben bleiben und dem Großkönig
> Nebukadnezar dienen und dir gehorsam sind, als daß wir umkommen,
> ohne unser Land dadurch vor schmählicher Knechtschaft zu bewahren.
> 
> 3:4     Unsre ganze Herrschaft und all unser Besitz, alle Berge, Hügel,
> Äcker, Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Kamele und alles, was wir
> haben, dazu auch unsere Familien, gehören dir; verfüge darüber, wie
> du willst.
> (4 und 5) 1. Kön 20,3-4
> 
> 3:5    Ja, auch wir mit unsern Söhnen sind deine Knechte. Nahe dich uns,
> gewähre uns Frieden, und verlange von uns alle Dienste, wie dir's
> gefällt.
> 
> 3:6    Da zog Holofernes vom Gebirge herab mit seinen Reitern und dem
> großen Heer und unterwarf alle Städte und alle Bewohner des Landes.
> 
> 3:7    Aus allen Städten wählte er die Tapfersten aus und nahm sie in seine
> Hilfstruppen auf.
> 
> 3:8    Da gerieten diese Länder so sehr in Furcht, daß die Fürsten und
> Vornehmen samt dem Volk ihm entgegenkamen und ihn aufnahmen mit
> Kränzen und Fackeln, im Reigentanz mit Pauken und Pfeifen.
> 
> 3:9    Aber sie konnten ihn dennoch mit solchen Ehrungen nicht milde
> stimmen;
> 
> 3:10   denn er zerstörte ihre Städte und ließ ihre heiligen Haine umhauen.
> 5. Mose 12,2-3
> 
> 3:11   Denn der König Nebukadnezar hatte ihm befohlen, alle Götterbilder
> des Landes zu entfernen, damit er allein als Gott gepriesen werde
> von den Völkern, die Holofernes unter seine Herrschaft bringen
> würde.
> 2. Thess 2,4
> 
> 3:12   Als er nun Syrien-Zoba, ganz Apamea und ganz Mesopotamien durchzogen
> hatte, kam er zu den Edomitern ins Land Gabaa, nahm ihre Städte ein
> und lagerte dort dreißig Tage lang. Unterdessen sammelte er seine
> ganze Heeresmacht.
> 
>          Die Juden wollen sich wehren und tun Buße
> 
> 4:1    Als die Israeliten, die im Lande Juda wohnten, dies hörten,
> fürchteten sie sich sehr vor ihm,
> Kap 2,18
> 
> 4:2    und es befiel sie Angst und Zittern, daß er Jerusalem und dem
> Tempel des Herrn das gleiche antun könnte, was er den andern Städten
> und ihren Götzentempeln angetan hatte.
> Jes 10,10-11
> 
> 4:3    Darum sandten sie Leute durch ganz Samarien bis nach Jericho und
> besetzten alle Berghöhen
> 
> 4:4    und bauten Mauern um ihre Dörfer und legten Vorräte für den Krieg
> an.
> 
> 4:5    Und der Priester Jojakim schrieb an alle, die bei Jesreël wohnten,
> der großen Ebene in der Nähe von Dotan, und an alle, bei denen die
> Feinde durchziehen konnten, daß sie die Zugänge ins Gebirge, die
> nach Jerusalem führen, besetzen und an den Stellen, wo der Weg durch
> Engpässe zwischen den Bergen geht, bewachen sollten.
> Kap 1,8
> 
> 4:6    Und die Israeliten taten, was ihnen Jojakim, der Priester des Herrn,
> befohlen hatte.
> 
> 4:7     Das ganze Volk schrie inständig und anhaltend zum Herrn, und sie
> und ihre Frauen demütigten sich mit Fasten und Beten.
> (7 und 8) StzuEst 3,2; 2. Makk 3,19
> 
> 4:8    Die Priester zogen Bußgewänder an, die Kinder warfen sich vor dem
> Tempel des Herrn nieder, und den Altar des Herrn verhüllte man mit
> einer Bußdecke.
> 
> 4:9    Und sie schrien einmütig zum Gott Israels, daß ihre Kinder und
> Frauen nicht den Feinden zum Raub und zur Beute gegeben, ihre Städte
> nicht zerstört werden sollten und daß ihr Heiligtum nicht entweiht
> und von den Heiden nicht geschmäht und verspottet werden sollte.
> 
> 4:10   Und Jojakim, der Hohepriester des Herrn, ging umher, ermutigte ganz
> Israel
> 5. Mose 20,2-4
> 
> 4:11   und sprach: Das sollt ihr wissen, daß der Herr euer Gebet erhören
> wird, wenn ihr nicht ablaßt vom Fasten und Beten vor dem Herrn.
> Sir 35,21;  Mk 9,29
> 
> 4:12   Denkt an Mose, den Diener des Herrn, der nicht mit dem Schwert,
> sondern mit heiligem Gebet die Amalekiter schlug, die sich auf ihre
> Kraft und Macht, auf ihr Heer, auf Schild, Wagen und Reiter
> verließen.
> 2. Mose 17,11
> 
> 4:13   So soll es auch allen Feinden Israels ergehen, wenn ihr so
> fortfahrt, wie ihr angefangen habt.
> 
> 4:14   Nach dieser Ermahnung blieben sie weiterhin im Gebet vor dem Herrn.
> Auch die Priester trugen Bußgewänder und hatten Asche auf dem
> Haupt, wenn sie dem Herrn Brandopfer darbrachten. Und sie beteten
> alle zum Herrn von ganzem Herzen, er möge sein Volk Israel gnädig
> heimsuchen.
> Joel 1,13;  Joel 2,18
> 
>          Der Ammoniter Achior gibt Bericht über die Juden
> 
> 5:1    Und es wurde dem Holofernes, dem Feldhauptmann von Assyrien, gesagt,
> daß die Israeliten sich rüsteten und sich wehren wollten und die
> Wege im Gebirge gesperrt hätten. Da entbrannte sein grimmiger Zorn,
> und er rief alle Obersten und Hauptleute der Moabiter und Ammoniter
> zu sich und fragte sie:
> 
> 5:2    Sagt mir: Was ist das denn für ein Volk, das im Gebirge wohnt?
> Wieviel Städte haben sie? Was haben sie für ein Heer, und wie groß
> ist es? Welcher König führt ihr Heer? Warum sind sie die einzigen im
> Morgenland, die uns verachten und uns nicht entgegengekommen sind,
> um uns in Frieden zu empfangen?
> Kap 3,8
> 
> 5:3    Da antwortete Achior, der Oberste aller Ammoniter, und sagte:
> 
> 5:4    Will mein Herr mich anhören, so will ich dir die Wahrheit sagen über
> dies Volk, das im Gebirge wohnt, und dich nicht belügen.
> 
> 5:5     Dies Volk stammt von den Chaldäern ab.
> (5 und 6) 1. Mose 11,31
> 
> 5:6    Es hat zuerst in Mesopotamien gewohnt. Weil sie aber nicht den
> Göttern ihrer Väter in Chaldäa folgen wollten,
> 
> 5:7     verließen sie die Bräuche ihrer Väter, die viele Götter verehrten,
> um dem einzigen Gott des Himmels zu dienen, der ihnen auch gebot,
> fortzuziehen und in Kanaan zu wohnen.
> Jos 24,14;  1. Mose 12,1
> 
> 5:8    Als nun über das ganze Land eine Hungersnot kam, zogen sie nach
> Ägypten hinab. Dort sind sie in vierhundert Jahren so viele
> geworden, daß man sie nicht mehr zählen konnte.
> 1. Mose 41,54;  1. Mose 46,5-6;  1. Mose 15,13;  2. Mose 1,7
> 
> 5:9     Als aber der König von Ägypten ihnen die Zwangsarbeit auferlegte,
> aus Ton Ziegel zu streichen, um seine Städte zu bauen, schrien sie
> zu ihrem Gott. Der schlug ganz Ägypten mit vielen Plagen.
> 2. Mose 1,11; 1,14;  2. Mose 7,14 - 12,30
> 
> 5:10    Als nun die Ägypter sie aus ihrem Land gestoßen hatten und die
> Plage von ihnen abließ und man sie wieder fangen und zu ihrem
> Dienst zurückholen wollte, tat ihnen der Gott des Himmels auf
> ihrer Flucht das Meer auf, so daß das Wasser auf beiden Seiten
> stand wie eine Mauer und sie trockenen Fußes auf dem Grund des
> Meeres gingen und hindurchkamen.
> (10 und 11) 2. Mose 12,33; 14,5-31
> 
> 5:11   Als aber die Ägypter ihnen mit einem unzählbaren Heer nacheilten,
> wurden sie im Meer ersäuft, so daß kein einziger übrigblieb, der es
> den Nachkommen hätte sagen können.
> 
> 5:12    Und als dies Volk aus dem Roten Meer kam, lagerte es sich in der
> Wüste des Berges Sinai, wo vorher kein Mensch wohnen noch sich
> aufhalten konnte.
> (12 und 13) 2. Mose 15,22-25; 16,2-35
> 
> 5:13   Dort wurde das bittre Wasser süß, so daß sie es trinken konnten, und
> sie bekamen Brot vom Himmel vierzig Jahre lang;
> 
> 5:14   und wohin sie auch zogen ohne Bogen, Pfeil, Schild und Schwert, da
> stritt ihr Gott für sie und siegte.
> 2. Mose 17,8-13
> 
> 5:15   Niemand konnte diesem Volk Schaden tun, außer wenn es vom Dienst
> des Herrn, seines Gottes, abwich.
> 4. Mose 14,40-45
> 
> 5:16    Sooft sie aber außer ihrem Gott einen andern anbeteten, wurden sie
> weggeführt, erschlagen oder in Schande gebracht.
> (16 und 17) Ri 2,11-18
> 
> 5:17   Sooft sie es aber bereuten, vom Dienst ihres Gottes abgefallen zu
> sein, gab ihnen der Gott des Himmels wieder die Kraft, ihren Feinden
> zu widerstehen.
> 
> 5:18   So erschlugen sie die Könige der Kanaaniter, der Jebusiter, der
> Perisiter, der Hetiter, der Hiwiter, der Amoriter und alle Mächtigen
> von Heschbon und nahmen ihr Land und ihre Städte ein.
> Jos 12,7-24
> 
> 5:19   Und es ging ihnen gut, solange sie sich nicht an ihrem Gott
> versündigten; denn ihr Gott haßt das Unrecht.
> 
> 5:20   Weil sie in früheren Zeiten von dem Weg abgewichen waren, auf dem
> sie gehen sollten, wie Gott ihnen geboten hatte, darum wurden sie
> von vielen Völkern im Kampf besiegt, und die meisten von ihnen
> wurden gefangen in ein fremdes Land geführt.
> 2. Kön 24,10-16; 25,8-11
> 
> 5:21   Aber nachdem sie sich zu ihrem Gott bekehrt hatten, sind sie jüngst
> aus den Ländern heimgekehrt, in die sie zerstreut waren, und sind in
> dies Gebirge hinaufgezogen und wohnen jetzt wieder in Jerusalem, wo
> ihr Heiligtum steht.
> Esr 1,1-5
> 
> 5:22   Darum, mein Herr, versuche zu erfahren, ob sie sich an ihrem Gott
> versündigt haben; dann wollen wir hinaufziehen, und ihr Gott wird
> sie dir gewiß in die Hände geben, so daß du sie bezwingst.
> 
> 5:23   Haben sie sich aber nicht an ihrem Gott versündigt, so richten wir
> nichts gegen sie aus; denn ihr Gott wird sie beschirmen, und wir
> werden vor aller Welt zum Gespött werden.
> 
> 5:24   Als Achior seine Rede beendet hatte, wurden alle Hauptleute des
> Holofernes zornig und dachten daran, ihn zu töten, und sagten
> zueinander:
> 
> 5:25   Wer wagt zu sagen, daß die Israeliten sich wehren könnten gegen den
> König Nebukadnezar und sein Heer? Das sind doch nur waffenlose Leute
> ohne Macht und Kriegserfahrung!
> 
> 5:26   Damit aber Achior sieht, daß er gelogen hat, wollen wir ins Gebirge
> hinaufziehen; und wenn wir ihre besten Leute gefangennehmen, so
> werden wir mit ihnen auch Achior erstechen, damit alle Völker
> erkennen, daß Nebukadnezar der Gott des Landes ist und sonst keiner.
> Kap 3,11
> 
>          Achior wird nach Betulia gebracht
> 
> 6:1    Nun wurde auch Holofernes sehr unwillig und sagte zu Achior:
> 
> 6:2     Wie kannst du uns weissagen, daß das Volk Israel von seinem Gott
> beschützt wird? Ich werde dir zeigen, daß nur Nebukadnezar Gott ist
> und sonst keiner. Wenn wir sie nun alle schlagen wie einen Mann, so
> sollst auch du mit ihnen durch das Schwert der Assyrer sterben, und
> ganz Israel soll mit dir umkommen. Dann wirst auch du erkennen, daß
> Nebukadnezar der Herr aller Welt ist.
> 2. Kön 18,28-35;  Kap 2,3
> 
> 6:3    Und das Schwert meiner Leute soll dich durchbohren, und du wirst
> unter den Verwundeten Israels liegen und mußt sterben und verderben.
> 
> 6:4    Meinst du aber, daß deine Weissagung gewiß ist, so brauchst du nicht
> zu erschrecken; und wenn du glaubst, daß diese meine Worte nicht
> erfüllt werden können, so brauchst du nicht so blaß zu werden.
> 
> 6:5    Du sollst aber wissen: Wie es ihnen ergeht, so wird es dir auch
> ergehen; denn ich will dich jetzt zu ihnen schicken, damit du mit
> ihnen die verdiente Strafe durch mein Schwert empfängst.
> 
> 6:6    Da befahl Holofernes seinen Knechten, daß sie Achior ergreifen, nach
> Betulia führen und in die Hände Israels geben sollten.
> 
> 6:7    Und die Knechte des Holofernes ergriffen ihn und führten ihn über
> die Ebene. Als sie ins Gebirge kamen, zogen die Schleuderer ihnen
> entgegen.
> 
> 6:8    Da wichen sie vom Abhang des Berges zurück und banden Achior mit
> Händen und Füßen an einen Baum; so gefesselt verließen sie ihn und
> zogen wieder zu ihrem Herrn.
> 
> 6:9    Aber die Israeliten kamen von Betulia zu ihm herunter, banden ihn
> los und brachten ihn nach Betulia hinein; dort stellten sie ihn
> mitten unter das Volk und fragten ihn, was geschehen wäre, daß die
> Assyrer ihn gebunden zurückgelassen hätten.
> 
> 6:10   Zu dieser Zeit waren Usija, der Sohn Michas, vom Stamm Simeon, und
> Karmi, der auch Otniël hieß, die Obersten in der Stadt.
> 
> 6:11   Vor diesen Ältesten und vor dem ganzen Volk sagte Achior alles, was
> ihn Holofernes gefragt und was er geantwortet hatte, und daß ihn die
> Leute des Holofernes wegen seiner Antwort töten wollten; aber
> Holofernes habe voll Zorn befohlen, man sollte ihn aus diesem Grunde
> den Israeliten übergeben. Sobald er Israel geschlagen hätte, wollte
> er ihn, den Achior, auch martern und umbringen lassen,
> 
> 6:12   weil er gesagt hatte, der Gott des Himmels würde ihr Schutz sein.
> 
> 6:13   Als Achior dies alles berichtet hatte, fiel das ganze Volk aufs
> Angesicht; sie beteten den Herrn an, klagten und weinten alle
> zugleich und beteten inständig zum Herrn:
> 
> 6:14   Herr, Gott des Himmels und der Erde, blicke auf ihren Hochmut und
> sieh unser Elend an, sei deinen Heiligen gnädig und zeige, daß du
> nicht verläßt, die auf dich trauen, aber die stürzt, die auf sich
> vertrauen und auf ihre Macht.
> Ps 37,28; Tob 2,17;  Lk 1,52
> 
> 6:15   So weinten und beteten sie den ganzen Tag. Und sie trösteten Achior
> und sagten:
> 
> 6:16   Der Gott unsrer Väter, dessen Macht du gepriesen hast, wird dir's
> vergelten, so daß nicht sie auf dich herabsehen, sondern daß du
> siehst, wie sie geschlagen und vernichtet werden.
> 
> 6:17   Und wenn uns der Herr, unser Gott, errettet, so sei Gott auch mit
> dir unter uns. Und willst du, so sollst du mit all den Deinen bei
> uns wohnen.
> 
> 6:18   Als nun das Volk wieder auseinanderging, führte ihn Usija mit sich
> in sein Haus, bereitete ein großes Gastmahl für ihn
> 
> 6:19   und lud alle Ältesten dazu ein. Sie ließen sich's wohl sein, nachdem
> sie so lange gefastet hatten.
> 
> 6:20   Danach wurde das ganze Volk wieder zusammengerufen, und die ganze
> Nacht waren sie versammelt und beteten um Hilfe von dem Gott
> Israels.
> Ps 42,9-10; Apg 12,5-12
> 
>          Holofernes belagert Betulia
> 
> 7:1    Am nächsten Tag befahl Holofernes seinem Heer, gegen Betulia
> hinaufzuziehen.
> 
> 7:2    Und er hatte hundertzwanzigtausend Mann zu Fuß und zwölftausend
> Reiter, dazu die Hilfstruppen, die er in den unterworfenen Gebieten
> ausgehoben und die man ihm aus der gesamten waffenfähigen Jugend der
> Länder und Städte zugeführt hatte.
> Kap 2,7;  Kap 3,6-7
> 
> 7:3    Dies ganze Heer rüstete sich zum Kampf gegen Israel; sie zogen am
> Abhang des Gebirges entlang bis zu einer Anhöhe; von dort sieht man
> Dotan und blickt von Belma bis Chelmon, das gegenüber Jesreël
> liegt.
> Kap 4,5;  Kap 1,8
> 
> 7:4    Als nun die Israeliten das große Heer der Assyrer sahen, warfen sie
> sich auf die Erde, streuten sich Asche aufs Haupt und beteten alle
> miteinander, daß der Gott Israels seine Barmherzigkeit beweisen
> wolle an seinem Volk.
> Est 4,3;  Kap 4,14
> 
> 7:5    Dann nahmen sie ihre Waffen und besetzten die Engpässe der
> Gebirgswege und bewachten sie Tag und Nacht.
> 
> 7:6    Als aber Holofernes um die Stadt herumzog, entdeckte er südlich
> davon eine Quelle, die durch eine Wasserleitung in die Stadt floß.
> Diese Wasserleitung ließ er zerstören.
> 
> 7:7    Sie hatten jedoch unweit der Mauer kleine Quellen, aus denen sie
> heimlich Wasser holen wollten; doch war es nicht genug, um den Durst
> damit zu stillen.
> 
> 7:8    Doch die Ammoniter und Moabiter kamen zu Holofernes und sagten:
> Zef 2,8
> 
> 7:9    Die Israeliten wagen nicht, offen zum Kampf anzutreten, sondern sie
> verteidigen das Gebirge und befestigen die Hügel, an deren Steilhang
> sie sitzen.
> 
> 7:10   Damit du sie aber kampflos überwinden kannst, laß nur die Quellen
> bewachen, so daß sie kein Wasser holen können; dann müssen sie ohne
> Schwertstreich sterben, oder die Not bringt sie dazu, ihre Stadt zu
> übergeben, von der sie meinen, daß man sie nicht erobern kann, weil
> sie in den Bergen liegt.
> 
> 7:11   Dieser Rat gefiel Holofernes und seinem Gefolge, und er legte
> hundert Mann an jede Quelle.
> 
> 7:12   Als man nun zwanzig Tage die Quellen bewacht hatte, hatten alle
> Bewohner von Betulia kein Wasser mehr, weder in Zisternen noch
> anderswo, so daß es nicht mehr ausreichte, um auch nur einen Tag den
> Durst richtig zu stillen; denn man hatte ja täglich den Leuten das
> Wasser zugemessen.
> 
> 7:13   Da kamen alle, Mann und Frau, jung und alt, zu Usija und den
> Ältesten und klagten: Gott sei Richter zwischen euch und uns. Ihr
> habt uns in diese große Not gebracht, weil ihr nicht mit den
> Assyrern Frieden schließen wolltet; darum hat uns Gott nun in ihre
> Hände gegeben,
> 2. Mose 5,21
> 
> 7:14   und wir haben keine Hilfe zu erwarten, sondern müssen vor ihren
> Augen vor Durst verschmachten und jämmerlich umkommen.
> 
> 7:15   Darum ruft die ganze Stadt zusammen, damit wir uns alle den Leuten
> des Holofernes freiwillig ergeben.
> 
> 7:16   Denn es ist besser, daß wir uns ergeben und am Leben bleiben und
> darin Gott loben, als daß wir umkommen und vor aller Welt zuschanden
> werden und sehen müssen, wie unsre Frauen und Kinder so jämmerlich
> vor unsern Augen sterben.
> Kap 3,1-3
> 
> 7:17   Wir bezeugen heute vor Himmel und Erde und vor dem Gott unsrer
> Väter, der uns jetzt um unsrer Sünden willen bestraft, daß wir euch
> gebeten haben, die Stadt dem Heer des Holofernes zu übergeben, und
> daß wir lieber rasch durchs Schwert umkommen als langsam vor Durst
> verschmachten.
> 5. Mose 4,26
> 
> 7:18   Darauf weinte und heulte das ganze Volk viele Stunden lang, und sie
> schrien zu Gott:
> 
> 7:19   Wir haben gesündigt samt unsern Vätern; wir haben unrecht getan und
> sind gottlos gewesen.
> 1. Kön 8,47; Ps 106,6
> 
> 7:20   Aber du bist barmherzig, darum sei uns gnädig, oder bestrafe du
> selbst uns; und weil wir dich bekennen, übergib uns nicht den
> Heiden, die dich nicht kennen, damit sie nicht sagen: Wo ist nun
> ihr Gott?
> Ps 79,10
> 
> 7:21   Als sie sich nun müde geschrien und geweint hatten und es ein wenig
> still geworden war, stand Usija auf und sagte unter Tränen:
> 
> 7:22   Liebe Brüder, habt doch Geduld und laßt uns noch fünf Tage auf
> Hilfe von Gott warten,
> 1. Sam 11,3
> 
> 7:23   ob er uns nicht seine Gnade erweisen und seinen Namen herrlich
> machen will.
> 2. Makk 8,15
> 
> 7:24   Wird uns in diesen fünf Tagen nicht geholfen, so wollen wir tun, was
> ihr erbeten habt.
> 
>          Judit ruft auf zum Warten auf Gottes Hilfe
> 
> 8:1    Davon hörte Judit. Sie war eine Witwe, eine Tochter Meraris, des
> Sohnes des Uz, des Sohnes Josefs, des Sohnes Usijas, des Sohnes
> Hilkijas, des Sohnes Jamnors, des Sohnes Gideons, des Sohnes
> Rafains, des Sohnes Ahitubs, des Sohnes Malkijas, des Sohnes Enans,
> des Sohnes Natanjas, des Sohnes Schealtiëls, des Sohnes Simeons, des
> Sohnes Rubens.
> 
> 8:2    Ihr Mann hatte Manasse geheißen und war zur Zeit der Gerstenernte
> gestorben.
> 
> 8:3    Denn als er auf dem Felde die Arbeiter beim Garbenbinden
> beaufsichtigte, machte ihn die Hitze krank, und er starb in seiner
> Stadt Betulia und wurde dort bei seinen Vätern begraben.
> 
> 8:4    Der hinterließ Judit; die war nun seit drei Jahren und sechs Monaten
> eine Witwe.
> 
> 8:5     Sie hatte sich oben in ihrem Hause einen besonderen Raum
> hergerichtet, in dem sie sich mit ihren Mägden eingeschlossen hielt.
> (5 und 6) Dan 6,11; 1. Tim 5,5
> 
> 8:6    Sie war bekleidet mit einem Trauergewand und fastete täglich, außer
> am Sabbat, am Neumond und an den andern Festen des Hauses Israel.
> Sie war wunderschön, und ihr Mann hatte ihr großen Reichtum und
> einen stattlichen Hausstand und ausgedehnten Besitz mit Rinder- und
> Schafherden hinterlassen.
> 
> 8:7    Auch hatte sie bei allen einen guten Ruf, da sie den Herrn
> fürchtete; und niemand konnte etwas Schlechtes über sie sagen.
> 
> 8:8    Als Judit nun hörte, daß Usija zugesagt hatte, die Stadt nach fünf
> Tagen den Assyrern zu übergeben, sandte sie eine Botschaft an die
> Ältesten Kabri und Karmi.
> 
> 8:9    Als diese zu ihr kamen, sagte sie zu ihnen: Was soll das sein? Hat
> Usija eingewilligt, die Stadt den Assyrern zu übergeben, wenn euch
> in fünf Tagen nicht geholfen wird?
> 
> 8:10   Wer seid ihr, daß ihr den Herrn versucht? Das dient nicht dazu,
> Gnade zu finden, sondern vielmehr Zorn und Ungnade.
> 5. Mose 6,16
> 
> 8:11   Wollt ihr dem Herrn nach eurem Gefallen Zeit und Tag bestimmen,
> wann er helfen soll?
> Mt 24,36
> 
> 8:12    Doch der Herr ist geduldig; darum wollen wir das bereuen und seine
> Gnade suchen mit Tränen.
> (12 und 13) Ps 103,8-9; Hos 11,9; Tob 3,14; 2. Kor 5,19
> 
> 8:13   Denn Gott zürnt nicht wie ein Mensch, der sich nicht versöhnen läßt.
> 
> 8:14   Darum wollen wir uns von Herzen vor ihm demütigen und ihm dienen und
> mit Tränen zum Herrn beten, daß er nach seinem Gefallen
> Barmherzigkeit an uns erweisen wolle.
> 
> 8:15   Und wie wir jetzt trauern müssen wegen des Hochmuts der Assyrer, so
> wollen wir beten, daß wir uns nach diesem Jammer wieder freuen
> können, weil wir nicht der Sünde unsrer Väter gefolgt sind, die
> ihren Gott verließen und fremde Götter anbeteten; darum wurden sie
> ihren Feinden übergeben und von ihnen erschlagen, gefangen und
> mißhandelt.
> Kap 5,16
> 
> 8:16   Wir aber kennen keinen andern Gott als ihn allein und wollen mit
> Demut von ihm Hilfe und Trost erwarten.
> 
> 8:17   So wird er, der Herr, unser Gott, uns das Leben retten vor unsern
> Feinden und alle Heiden, die sich gegen uns erheben, demütigen und
> zuschanden machen.
> 
> 8:18   Und weil ihr, liebe Brüder, die Ältesten des Volkes Gottes seid und
> ihr Leben in eurer Hand ist, tröstet das Volk mit eurem Wort, daß
> sie bedenken, wie unsre Väter auch versucht wurden, damit sie sich
> darin bewährten, daß sie Gott von Herzen dienten.
> 5. Mose 8,2
> 
> 8:19   Erinnert sie, wie unser Vater Abraham versucht und Gottes Freund
> geworden ist, nachdem er sich durch viele Anfechtungen bewährt
> hatte.
> 1. Mose 22,1-19; 1. Makk 2,52;  Jak 2,21-23;  Tob 12,13
> 
> 8:20   Ebenso sind Isaak, Jakob, Mose und alle, die Gott lieb gewesen
> sind, standhaft geblieben und haben viel Trübsal überwinden müssen.
> 1. Mose 26,12-22;  1. Mose 27,29-32;  2. Mose 2,1-15
> 2. Mose 17,1-7; 4. Mose 16,1-35
> 
> 8:21   Andere aber wollten die Trübsal nicht mit Gottesfurcht annehmen,
> sondern haben in ihrem Leiden gegen Gott geklagt und gelästert und
> sind darum vom Verderber und durch die Schlangen umgebracht worden.
> 4. Mose 14,1-3; 14,26-30; 21,4-6; 1. Kor 10,9-10
> 
> 8:22   Darum laßt uns nicht ungeduldig werden in diesem Leiden, sondern
> erkennen, daß es eine viel geringere Strafe ist, als wir mit unsern
> Sünden verdienen, und glauben, daß wir wie Knechte vom Herrn
> gezüchtigt werden zur Besserung und nicht zum Verderben.
> Hiob 11,5-6; Weish 11,9-10;  Hebr 12,4-11
> 
> 8:23   Darauf antworteten Usija und die Ältesten: Es ist alles wahr, was du
> gesagt hast, und an deinen Worten ist nichts zu tadeln.
> 
> 8:24   Darum bete für uns; denn du bist eine heilige Frau, die den Herrn
> fürchtet.
> 
> 8:25   Und Judit sagte: Wenn ihr erkennt, daß von Gott kommt, was ich
> gesagt habe, so prüft nun, ob auch das von Gott kommt, was ich
> vorhabe, und betet, daß Gott es gelingen läßt.
> 1. Joh 4,1
> 
> 8:26   In dieser Nacht wartet am Tor, wenn ich mit meiner Magd hinausgehe,
> und betet, daß der Herr in diesen fünf Tagen, wie ihr gesagt habt,
> sich seinem Volk Israel zuwendet.
> 
> 8:27   Ihr sollt aber nicht dem nachforschen, was ich vorhabe, sondern nur
> für mich beten zum Herrn, unserm Gott; unternehmt sonst nichts, bis
> ihr wieder von mir hört.
> 
> 8:28   Und Usija, der Fürst Judas, sagte zu ihr: Geh hin in Frieden; der
> Herr sei mit dir und bestrafe unsre Feinde! Und sie gingen wieder
> von ihr weg.
> 
>          Judit betet um Gottes Hilfe
> 
> 9:1    Danach ging Judit in ihre Kammer und zog ein Bußgewand an, streute
> Asche auf ihr Haupt und fiel nieder vor dem Herrn, schrie zu ihm und
> sprach:
> Kap 8,5-6;  Kap 7,4
> 
> 9:2    Herr, du Gott meines Vaters Simeon, du hast ihm das Schwert
> gegeben, die Heiden zu bestrafen, die seine Schwester vergewaltigt
> und geschändet hatten, du hast ihre Frauen und Töchter
> gefangennehmen und ihre Habe plündern lassen durch deine Knechte,
> die der Eifer um dich getrieben hat. Hilf mir armen Witwe, Herr,
> mein Gott!
> 1. Mose 34,1-2; 34,25-29
> 
> 9:3    Denn alle Hilfe, vorzeiten und immer wieder, hast du erdacht und
> gebracht, und was du willst, das muß geschehen.
> Ps 74,12;  Ps 33,9
> 
> 9:4    Wenn du helfen willst, so kann's nicht fehlgehen; und du weißt gut,
> wie du die Feinde bestrafen sollst.
> 
> 9:5     Schau jetzt auf das Heer der Assyrer, wie du vorzeiten auf das Heer
> der Ägypter geschaut hast, als sie schwer bewaffnet deinen Knechten
> nachjagten und sich auf ihre Wagen, Reiter und ihr großes Kriegsvolk
> verließen.
> (5-7) 2. Mose 14,5-9; 14,24-28
> 
> 9:6    Als du sie aber ansahst, wurde es finster um sie, und sie wurden
> verzagt,
> 
> 9:7    die Tiefe des Meeres hielt sie fest, und das Wasser ersäufte sie.
> 
> 9:8    So geschehe jetzt auch denen, Herr, die auf ihre große Zahl
> vertrauen und auf ihre Wagen, Spieße, Pfeile und Lanzen pochen, aber
> nicht wissen, daß du selbst, Herr, unser Gott, es bist, der den
> Kriegen wehrt von Anfang an, und daß du mit Recht `Herr' heißt.
> Ps 46,10;  Ps 83,19
> 
> 9:9     Strecke deinen Arm aus wie vorzeiten, und zerschmettere die Feinde
> durch deine Macht; laß sie umkommen durch deinen Zorn, die damit
> drohen, dein Heiligtum zu zerstören und den Ort, wo deine Ehre
> wohnt, zu entheiligen und mit ihrem Schwert das Horn deines Altars
> abzuhauen.
> Ps 79,1-13;  Ps 26,8
> 
> 9:10   Herr, bestrafe ihn, den Hochmütigen, durch sein eignes Schwert; laß
> ihn durch seine eignen Augen gefangen werden, wenn er mich ansieht,
> und laß ihn durch meine freundlichen Worte betrogen werden.
> 
> 9:11   Gib mir die Festigkeit, keinen Ekel zu zeigen, und die Kraft, ihn zu
> stürzen.
> 
> 9:12   Das wird deinem Namen Ehre bringen, daß ihn eine Frau getötet hat.
> Ri 4,9; 5,26; 9,53
> 
> 9:13   Denn du, Herr, bist stark auch ohne Heeresmacht, und du hast keine
> Freude an der Stärke der Rosse; die Hoffärtigen haben dir noch nie
> gefallen; aber allezeit hat dir gefallen das Gebet der Elenden und
> Demütigen.
> Ps 33,16-18; 147,10;  1. Petr 5,5
> 
> 9:14   Du Gott des Himmels, Schöpfer der Wasser und Herr aller Dinge,
> erhöre das Gebet einer armseligen Frau, die allein auf deine
> Barmherzigkeit vertraut.
> Kap 7,17
> 
> 9:15   Denke, Herr, an deinen Bund, und gib mir ein, was ich reden und wie
> ich vorgehen soll, und gib mir Glück dazu, damit dein Haus nicht
> entweiht wird und alle Heiden erkennen, daß du Gott bist und sonst
> keiner.
> 2. Kön 19,19
> 
>          Judit geht zu Holofernes
> 
> 10:1    Als sie ihr Gebet beendet hatte, stand sie auf von dem Ort, an dem
> sie sich vor dem Herrn niedergeworfen hatte,
> 
> 10:2    rief ihre Magd und ging hinunter ins Haus, legte das Bußgewand ab
> und zog ihre Witwenkleider aus,
> 
> 10:3    wusch sich und salbte sich mit kostbarem Balsam, flocht ihr Haar und
> setzte sich einen Kopfputz auf, zog ihre schönen Kleider an und tat
> Schuhe an ihre Füße,
> 
> 10:4    schmückte sich mit Armbändern und Spangen, Ohrringen und
> Fingerringen und legte all ihren Schmuck an.
> 
> 10:5    Dazu gab ihr der Herr noch besondere Anmut; denn sie schmückte sich
> nicht aus böser Lust, sondern aus Gottesfurcht. Und der Herr machte
> ihre Schönheit so groß, daß sie allen unsagbar lieblich schien.
> 
> 10:6    Und sie gab ihrer Magd einen Schlauch voll Wein und einen Krug mit
> Öl und einen Sack, in dem sie Feigenkuchen, Mehl und Brot hatte; so
> ging sie fort.
> 
> 10:7    Und am Tor trafen die beiden Usija und die Ältesten der Stadt, die
> auf sie warteten.
> 
> 10:8    Sie bewunderten sie sehr, weil sie so schön war.
> 
> 10:9    Doch fragten sie nicht, was sie vorhätte, sondern ließen sie hinaus
> und sprachen: Der Gott unsrer Väter gebe dir Gnade und lasse dir
> gelingen, was du dir vorgenommen hast, damit Israel sich über dich
> freut und dein Name zu den Heiligen und Gerechten gezählt wird.
> Ps 149,5-9
> 
> 10:10   Und alle, die dort waren, sagten laut: Amen, Amen.
> 
> 10:11   Aber Judit betete und ging mit ihrer Magd zum Tor hinaus.
> 
> 10:12   Und als sie frühmorgens den Berg hinabging, begegneten ihr die
> Wächter der Assyrer, hielten sie an und fragten sie, woher sie käme
> und wohin sie wollte.
> 
> 10:13   Da antwortete sie: Ich bin eine hebräische Frau und bin vor ihnen
> geflohen; denn ich weiß, daß sie euch in die Hände fallen werden,
> weil sie euch verachtet haben und nicht um Gnade bitten und sich
> freiwillig ergeben wollen.
> 
> 10:14   Darum hab ich mir vorgenommen, zum Fürsten Holofernes zu gehen, um
> ihm ihre Geheimnisse zu offenbaren und ihm zu sagen, wie er sie
> leicht überwältigen kann, so daß er nicht einen einzigen Mann
> verliert.
> 
> 10:15   Als die Männer das hörten, betrachteten sie die Frau näher und waren
> ganz betroffen, daß sie so wunderschön war,
> 
> 10:16   und sagten zu ihr: Das rettet dir das Leben, daß du dich
> entschlossen hast, zu unserm Herrn herabzukommen.
> 
> 10:17   Denn wenn du vor ihn trittst, wird er dich gewiß gut behandeln, und
> du wirst seinem Herzen sehr gefallen.
> 
> 10:18   Sie führten sie zum Zelt des Holofernes und sagten ihm von ihr.
> 
> 10:19   Als sie vor ihn trat, war Holofernes sogleich von ihr eingenommen.
> 
> 10:20   Und seine Diener sagten zueinander: Die Hebräer sind gewiß nicht zu
> verachten, wenn sie so schöne Frauen haben. Lohnte es sich für uns
> nicht schon um ihretwillen, diesen Krieg zu führen?
> 
> 10:21   Als nun Judit den Holofernes unter seinem Mückennetz sitzen sah, das
> aus Purpur- und Goldfäden gewirkt und mit Smaragden und Edelsteinen
> verziert war, verneigte sie sich und fiel vor ihm nieder. Aber
> Holofernes befahl seinen Dienern, sie wieder aufzurichten.
> 
>          Judit redet mit Holofernes
> 
> 11:1    Darauf sagte Holofernes zu ihr: Sei getrost und fürchte dich nicht;
> denn ich habe nie einem Menschen etwas zuleide getan, der sich dem
> König Nebukadnezar ergeben hat.
> Jer 21,9
> 
> 11:2    Hätte mich dein Volk nicht verachtet, so hätte ich nie meinen Spieß
> gegen sie erhoben.
> 
> 11:3    Aber nun sage mir, warum du von ihnen weggegangen und zu uns
> gekommen bist.
> 
> 11:4    Judit antwortete ihm: Höre deine Magd gnädig an. Wirst du tun, was
> deine Magd dir vorschlägt, so wird sicherlich gelingen, was der Herr
> mit dir vorhat.
> 
> 11:5    So wahr Nebukadnezar lebt, der König über die ganze Erde, und so
> wahr er dir seine Macht gegeben hat, alle Ungehorsamen zu bestrafen:
> nicht nur die Menschen werden ihm durch dich unterworfen, sondern
> auch alle Tiere auf dem Felde werden ihm gehorchen.
> Dan 2,37-38
> 
> 11:6    Deine mutigen Taten sind hochberühmt in aller Welt, und jeder weiß,
> daß du der mächtigste Fürst in seinem ganzen Königreich bist und
> deine Kriegskunst überall gepriesen wird.
> 
> 11:7    Wir wissen auch, was Achior geredet und wie du ihn behandelt hast.
> Kap 5,3 - 6,8
> 
> 11:8    Denn es ist wahr: unser Gott ist so erzürnt über unsre Sünden, daß
> er durch seine Propheten verkündet hat, er wolle das Volk um seiner
> Sünden willen dahingeben.
> 2. Kön 17,13; 21,10-15
> 
> 11:9    Weil nun das Volk Israel weiß, daß sie ihren Gott erzürnt haben,
> sind sie voll Furcht vor dir.
> 
> 11:10   Dazu leiden sie großen Hunger und müssen vor Durst verschmachten
> 
> 11:11   und haben jetzt vor, ihr Vieh zu schlachten und sein Blut zu
> trinken. Sie wollen sogar Korn, Wein und Öl, das dem Herrn geweiht
> ist, für sich verwenden und das essen, was sie nicht einmal berühren
> dürfen. Weil sie das tun, müssen sie ganz gewiß umkommen.
> 3. Mose 3,17;  3. Mose 22,15-16
> 
> 11:12   Als ich, deine Magd, das erkannte, bin ich von ihnen geflohen. So
> hat mich der Herr zu dir gesandt, um es dir zu berichten.
> 
> 11:13   Denn obwohl ich zu dir gekommen bin, so bin ich doch nicht von Gott
> abgefallen, sondern will meinem Gott auch jetzt bei dir dienen.
> Darum wird deine Magd hinausgehen und zu Gott beten; der wird mir
> offenbaren, wann er die Strafe für ihre Sünde an ihnen vollziehen
> will. Dann will ich kommen und dir's berichten. Mitten durch
> Jerusalem will ich dich führen, und das ganze Volk Israel wird dir
> gehören wie Schafe, die keinen Hirten haben, und kein Hund wird
> dich anbellen. Denn das ist mir durch Gottes Vorsehung offenbart,
> 1. Kön 22,17
> 
> 11:14   und weil er über sie erzürnt ist, hat er mich gesandt, daß ich dir's
> berichte.
> 
> 11:15   Diese Rede gefiel Holofernes und seinen Knechten; sie bewunderten
> ihre Klugheit und sagten zueinander:
> 
> 11:16   Diese Frau hat auf Erden nicht ihresgleichen an Schönheit und
> Klugheit.
> 
> 11:17   Und Holofernes sagte zu ihr: Das hat Gott gut gefügt, daß er dich
> vorausgesandt hat, um durch dich das Volk in meine Hand zu geben.
> Wenn dein Gott tut, was du versprichst, so soll er auch mein Gott
> sein; du sollst hoch angesehen sein im Hause Nebukadnezars, und dein
> Name soll berühmt werden in aller Welt.
> Dan 6,26-27
> 
>          Judit darf jede Nacht das Lager zum Gebet verlassen
> 
> 12:1    Da ließ er sie in seine Schatzkammer hineinführen und bestimmte, daß
> sie dort bleiben sollte, und ordnete an, was man ihr von seinem
> Tisch auftragen sollte.
> 2. Kön 25,30
> 
> 12:2    Aber Judit antwortete ihm: Ich darf noch nichts von deiner Speise
> essen, damit ich mich nicht versündige; ich habe aber ein wenig mit
> mir genommen; davon will ich essen.
> Dan 1,8; Tob 1,12
> 
> 12:3    Da sagte Holofernes zu ihr: Wenn das aufgegessen ist, was du
> mitgebracht hast, woher sollen wir dir dann anderes beschaffen?
> 
> 12:4    Judit antwortete: So gewiß mein Herr lebt: bevor deine Magd alles
> verzehren wird, so wird Gott durch mich ausrichten, was er vorhat.
> 
> 12:5    Als die Knechte sie in das Gemach führen wollten, wie er befohlen
> hatte,
> 
> 12:6    bat sie, daß man ihr erlaubte, nachts, ehe es hell wird,
> hinauszugehen und zum Herrn zu beten.
> Weish 16,28
> 
> 12:7    Da befahl Holofernes seinen Kammerdienern, daß man sie drei Tage
> frei aus- und eingehen lassen sollte, um zu ihrem Gott zu beten.
> 
> 12:8     So ging sie nachts hinaus in das Tal vor Betulia und wusch sich in
> einer Quelle.
> (8 und 9) Apg 16,13
> 
> 12:9    Danach betete sie zum Herrn, dem Gott Israels, er möge sie so
> führen, daß ihrem Volk die Freiheit geschenkt werde.
> 
> 12:10   Dann ging sie wieder in das Zelt, vermied, sich unrein zu machen,
> und aß nichts bis zum Abend.
> 
> Holofernes läßt Judit zum Festmahl holen
> 
> 12:11   Am vierten Tage machte Holofernes ein Festmahl für sein Gefolge und
> sagte zu seinem Kämmerer Bagoas: Geh hin und überrede die Hebräerin,
> zu mir zu kommen;
> 
> 12:12   denn es gilt als Schande bei den Assyrern, wenn eine solche Frau uns
> unberührt entgehen und einen Mann zum Narren gehalten haben sollte.
> 
> 12:13   Da kam Bagoas zu Judit und sagte: Schöne Frau, mein Herr will dich
> ehren; verweigere es ihm nicht und komm, um mit ihm zu essen, zu
> trinken und fröhlich zu sein.
> 
> 12:14   Da sagte Judit: Wie dürfte ich meinem Herrn das abschlagen?
> 
> 12:15   Alles, was ihm lieb ist, das will ich von Herzen gern tun mein
> ganzes Leben lang.
> 
> 12:16   Sie stand auf und schmückte sich, ging hinein und trat vor ihn.
> 
> 12:17   Da schlug das Herz des Holofernes schneller, und er entbrannte vor
> Begierde nach ihr.
> Sir 9,9
> 
> 12:18   Darum sagte er zu ihr: Laß dich nieder, trink und sei fröhlich; denn
> du hast bei mir Gnade gefunden.
> 
> 12:19   Und Judit antwortete: Ja, Herr, ich will fröhlich sein, denn ich bin
> in meinem ganzen Leben nicht so hoch geehrt worden.
> 
> 12:20   Und sie aß und trank mit ihm, aber nur, was ihre Magd ihr bereitet
> hatte.
> 
> 12:21   Und Holofernes war fröhlich mit ihr und trank so viel, wie er in
> seinem Leben noch nie getrunken hatte.
> 
>          Judit tötet Holofernes
> 
> 13:1    Als es nun sehr spät geworden war, ging sein Gefolge fort in seine
> Zelte; und sie waren alle betrunken.
> 
> 13:2    Bagoas aber machte die Kammer des Holofernes zu und ging auch fort.
> Und Judit blieb allein bei ihm in der Kammer.
> 
> 13:3    Als nun Holofernes auf seinem Bett lag, betrunken war und schlief,
> 
> 13:4    sagte Judit zu ihrer Magd, sie sollte draußen vor der Kammer warten.
> 
> 13:5    Und Judit trat vor das Bett und betete im stillen unter Tränen:
> 
> 13:6    Herr, Gott Israels, stärke mich; blick in dieser Stunde gnädig auf
> das Tun meiner Hände und laß gelingen, was ich mir im Vertrauen auf
> dich vorgenommen habe, damit du deine Stadt Jerusalem erhöhst, wie
> du zugesagt hast.
> Neh 1,11;  2. Kön 19,34; Tob 13,22
> 
> 13:7    Nach diesem Gebet trat sie zu der Säule oben an seinem Bett und
> griff nach seinem Schwert, das dort hing,
> 
> 13:8    zog es heraus, ergriff ihn beim Schopf und betete abermals:
> 
> 13:9    Herr, Gott Israels, stärke mich in dieser Stunde! Darauf stach sie
> ihn zweimal mit ganzer Kraft in den Hals und schnitt ihm den Kopf
> ab. Danach wälzte sie den Körper aus dem Bett und nahm das Netz von
> den Säulen herunter.
> Kap 10,21
> 
> 13:10   Kurz darauf ging sie hinaus und gab das Haupt des Holofernes ihrer
> Magd, damit sie es in ihren Sack steckte.
> 
> 13:11   Und sie gingen miteinander hinaus und durch das Lager hindurch, wie
> es ihre Gewohnheit war, als wollten sie zum Beten gehen, bogen dann
> aber ab durchs Tal und kamen ans Tor der Stadt.
> 
> Judit kehrt heim
> 
> 13:12   Judit rief den Wächtern auf der Mauer schon von weitem zu: Macht die
> Tore auf; denn Gott ist mit uns; er hat an Israel Großes getan!
> Ps 46,8; Jes 8,10
> 
> 13:13   Als nun die Wächter ihre Stimme hörten, riefen sie die Ältesten der
> Stadt.
> 
> 13:14   Da kamen alle herbei, klein und groß; denn sie hatten schon die
> Hoffnung aufgegeben, daß sie wiederkommen würde.
> 
> 13:15   Sie zündeten Fackeln an, und alle umringten sie.
> 
> 13:16   Sie aber trat auf einen erhöhten Platz und forderte sie auf zu
> schweigen. Und als alle still waren, sprach Judit:
> 
> 13:17   Dankt dem Herrn, unserm Gott, der die nicht verläßt, die auf ihn
> trauen. Er hat uns durch mich, seine Magd, Barmherzigkeit erwiesen,
> wie er dem Hause Israel verheißen hatte, und hat in dieser Nacht den
> Feind seines Volkes durch meine Hand umgebracht.
> Kap 6,14; StzuDan 1,60;  Lk 1,68-74
> 
> 13:18   Dann zog sie das Haupt des Holofernes aus dem Sack, zeigte es ihnen
> und sagte:
> 
> 13:19   Seht, dies ist das Haupt des Holofernes, des Feldhauptmanns der
> Assyrer; und seht, das ist das Netz, unter dem er lag, als er
> betrunken war. Da hat ihn der Herr, unser Gott, durch Frauenhand
> umgebracht.
> Kap 9,12
> 
> 13:20   So wahr der Herr lebt, hat er mich durch seinen Engel behütet, als
> ich hinging, als ich dort war und als ich zurückkam; der Herr hat
> nicht zugelassen, daß seine Magd unrein wurde, und er hat mich ohne
> sündige Befleckung zu euch zurückgebracht mit großer Freude, daß er
> gesiegt, mich herausgeführt und euch befreit hat.
> Dan 3,28; Tob 5,22-23
> 
> 13:21   Wir wollen ihm alle danken; denn er ist freundlich, und seine Güte
> währet ewiglich.
> Ps 106,1
> 
> 13:22   Da dankten sie alle dem Herrn und sprachen zu ihr: Gelobt sei der
> Herr, der heute durch dich unsre Feinde zuschanden gemacht hat.
> 
> 13:23    Und Usija, der Fürst des Volkes Israel, sprach zu ihr: Gesegnet
> bist du, Tochter, vom Herrn, dem höchsten Gott, mehr als alle Frauen
> auf Erden;
> (23 und 24) Ri 5,24-27; Lk 1,28-33
> 
> 13:24   und gelobt sei der Herr, der Himmel und Erde geschaffen hat! Er hat
> dir Glück gegeben, daß du dem Feldhauptmann unsrer Feinde den Kopf
> abschlagen konntest. Er hat heute deinen Namen so herrlich gemacht,
> daß dich jederzeit alle preisen werden, die an die Macht des Herrn
> denken; denn du hast dein Leben nicht geschont in der Trübsal und
> Not deines Volks, sondern es im Angesicht Gottes vor dem Untergang
> gerettet.
> 
> 13:25   Und alles Volk sprach: Amen, Amen.
> 
> 13:26   Danach rief man Achior herbei, und Judit sagte zu ihm: Der Gott
> Israels, von dem du bezeugt hast, daß er sich an seinen Feinden
> rächen wird, hat heute nacht das Oberhaupt aller Ungläubigen durch
> meine Hand umgebracht.
> Kap 5,3-23
> 
> 13:27    Damit du siehst, daß es so ist - sieh hier den Kopf des Holofernes,
> der den Gott Israels in trotzigem Hochmut verachtet und dir den Tod
> angedroht hatte, als er sagte:
> (27 und 28) Kap 6,1-3
> 
> 13:28   wenn das Volk Israel gefangen würde, so wollte er mit ihnen auch
> dich erstechen lassen.
> 
> 13:29   Als Achior den Kopf des Holofernes sah, entsetzte er sich, wurde
> bleich vor Schrecken und stürzte vornüber zu Boden.
> 
> 13:30   Als er wieder zu sich kam, fiel er ehrfürchtig ihr zu Füßen und
> sprach:
> 
> 13:31   Gepriesen seist du zur Ehre deines Gottes in allen Hütten Jakobs;
> denn der Gott Israels wird deinetwegen verherrlicht werden bei allen
> Völkern, die deinen Namen hören.
> 
>          Judit rät zum Angriff
> 
> 14:1    Danach sagte Judit zum ganzen Volk: Liebe Brüder, hört mich!
> 
> 14:2     Hängt diesen Kopf über die Mauer und nehmt, sobald der Tag
> anbricht, eure Waffen und macht einen Ausfall, aber nur zum Schein;
> steigt nicht ins Tal hinunter!
> 2. Makk 15,35
> 
> 14:3    Dann werden ihre Wachen fliehen, um den Feldherrn zur Schlacht zu
> wecken.
> 
> 14:4    Wenn ihre Hauptleute ins Zelt des Holofernes kommen und den Leichnam
> in seinem Blut liegen sehen, werden sie erschrecken.
> 
> 14:5    Und wenn ihr merkt, daß sie fliehen, so jagt ihnen zuversichtlich
> nach; denn der Herr wird sie unter euren Füßen sterben lassen.
> 
> 14:6    Als nun Achior sah, wie mächtig der Gott Israels geholfen hatte,
> verließ er die heidnischen Bräuche, glaubte an Gott und ließ sich
> beschneiden. Er wurde in das Volk Israel aufgenommen, er und alle
> seine Nachkommen, bis auf den heutigen Tag.
> 
> Die Assyrer entdecken den Tod des Holofernes
> 
> 14:7    Als der Tag anbrach, hängten sie den Kopf des Holofernes über die
> Mauer, nahmen ihre Waffen und machten einen Ausfall mit großem Lärm
> und Geschrei.
> 
> 14:8    Als die Wachen das sahen, liefen sie zum Zelt des Holofernes. Und
> die darin waren, fingen an, vor der Tür seiner Kammer zu poltern,
> damit er durch den Lärm und nicht durch Weckrufe aufwachen sollte.
> 
> 14:9    Denn niemand wagte es, an der Kammer des assyrischen Fürsten
> anzuklopfen oder gar hineinzugehen.
> 
> 14:10   Als aber die Heerführer, Obersten und alle Hauptleute des
> assyrischen Heeres kamen, befahlen sie den Kammerdienern:
> 
> 14:11   Geht hinein und weckt ihn auf! Denn die Mäuse sind aus ihren
> Löchern hervorgekommen und wagen, uns zum Kampf herauszufordern.
> 1. Sam 14,11
> 
> 14:12   Da ging Bagoas hinein in die Kammer, trat vor den Vorhang und
> klatschte in die Hände; denn er meinte, er schliefe bei Judit.
> 
> 14:13   Er horchte, ob sich etwas regte, und als er nichts vernahm, trat er
> näher an den Vorhang, hob ihn auf und sah den Leichnam des
> Holofernes ohne Kopf in seinem Blut auf der Erde liegen. Da schrie
> und heulte er laut und zerriß seine Kleider
> 
> 14:14   und sah in Judits Kammer nach. Als er sie dort nicht fand, lief er
> hinaus zu den Kriegsleuten und rief: Eine einzige hebräische Frau
> hat das Haus des Königs Nebukadnezar zu Spott und Hohn gemacht vor
> aller Welt; denn Holofernes liegt tot auf der Erde, und der Kopf ist
> ihm abgehauen.
> Kap 12,12
> 
> 14:15   Als das die assyrischen Hauptleute hörten, zerrissen sie ihre
> Kleider, und eine schreckliche Angst befiel sie;
> 
> 14:16   und es erhob sich ein großes Wehgeschrei in ihrem Lager.
> 
>          Die Assyrer werden geschlagen
> 
> 15:1     Als nun das ganze Kriegsvolk hörte, daß Holofernes der Kopf
> abgehauen war, erschraken sie und wurden ganz verwirrt und konnten
> sich nicht entscheiden, was sie tun sollten; denn keiner hörte mehr
> auf den andern. So sehr war ihnen der Mut entfallen.
> (1 und 2) 1. Sam 17,51
> 
> 15:2    Darum suchten sie ihr Heil in der Flucht und ließen alles im Stich.
> Auf allen Wegen in der Ebene und im Gebirge flohen sie, um den
> Hebräern zu entrinnen; denn sie hatten gehört, daß diese gegen sie
> heranrückten.
> 
> 15:3    Als die Israeliten sahen, daß die Feinde flohen,
> 
> 15:4    eilten sie ihnen nach, bliesen die Trompeten und erhoben ein großes
> Geschrei.
> 4. Mose 31,6
> 
> 15:5    Weil die Assyrer in ungeordneter Flucht davonjagten, die Israeliten
> ihnen aber in geschlossener Ordnung nachsetzten, erschlugen sie
> alle, die sie einholen konnten.
> 
> 15:6     Und Usija sandte Boten in alle Städte und Landschaften Israels,
> (6 und 7) Ri 7,24; 1. Sam 11,7-8
> 
> 15:7    und diese bewaffneten ihre auserlesene junge Mannschaft und
> schickten sie hinter den Feinden her. Sie verfolgten sie mit dem
> Schwert bis zu den Grenzen des Landes.
> 
> 15:8    Aber die Bewohner von Betulia fielen über das Lager der Assyrer her,
> schleppten weg, was die Assyrer zurückgelassen hatten, und machten
> reiche Beute.
> 
> 15:9    Als die andern siegreich nach Betulia zurückkamen, brachten sie
> alles, was jene mitgeführt hatten, mit sich, zahlloses Vieh und
> andere Habe, und das ganze Land wurde reich von dieser Beute.
> 
> 15:10   Danach kam der Hohepriester Jojakim von Jerusalem nach Betulia mit
> allen seinen Priestern, um Judit zu sehen.
> Kap 4,5
> 
> 15:11   Und sie kam zu ihnen heraus. Da priesen sie sie alle mit lauter
> Stimme und sprachen:
> 
> 15:12   Du bist die Krone Jerusalems, du bist die Wonne Israels, du bist die
> Ehre unsres Volks! Mit eigner Hand hast du alles getan und Israel
> eine so große Heilstat erwiesen, und Gott hatte sein Gefallen daran.
> Gepriesen seist du vor Gott in Ewigkeit!
> 
> 15:13   Und alles Volk sprach: Amen, Amen.
> 
> 15:14   Nachdem man nun dreißig Tage lang die Beute eingesammelt hatte,
> 
> 15:15   schenkten sie Judit alles, was Holofernes gehört hatte, an Gold,
> Silber, Kleidern, Edelsteinen und andern Schätzen; alles wurde ihr
> vom Volk übergeben.
> 
> 15:16   Und alle waren fröhlich, sangen und sprangen, Mann und Frau, jung
> und alt.
> 
>          Judit dankt Gott und feiert den Sieg
> 
> 16:1     Da sang Judit dem Herrn dies Lied:
> (1 und 2) 2. Mose 15,20-21; Ri 5,1
> 
> 16:2    Spielt dem Herrn mit Pauken und jubelt ihm mit Zimbeln; singt ihm
> ein neues Lied, preist seinen Namen und ruft ihn an!
> Ps 33,3
> 
> 16:3     Der Herr ist's, der den Kriegen wehren kann; Herr ist sein Name.
> Kap 9,8
> 
> 16:4    Er schlug sein Lager auf in seinem Volk, damit er uns errettet von
> allen unsern Feinden.
> 5. Mose 23,15;  4. Mose 10,35-36
> 
> 16:5    Assur kam von den Bergen im Norden mit großer Heeresmacht; die Schar
> seiner Krieger verstopfte die Bäche, und seine Pferde bedeckten das
> Land.
> 
> 16:6    Er drohte mir an, mein Land zu verbrennen und meine Mannschaft mit
> dem Schwert zu töten, meine Kinder zur Beute zu machen und meine
> jungen Mädchen hinwegzuführen.
> 
> 16:7    Der Herr, der allmächtige Gott, aber hat ihn bestraft, ihn in die
> Hand einer Frau gegeben und ihn zuschanden gemacht.
> 
> 16:8    Denn kein Mann, kein Krieger hat ihn umgebracht, und auch kein Riese
> hat ihn angegriffen, sondern Judit, die Tochter Meraris, hat ihn mit
> ihrer Schönheit überwunden.
> 
> 16:9    Denn sie legte ihre Witwenkleider ab und zog ihre Feierkleider an
> zur Freude Israels.
> 
> 16:10   Sie salbte sich ihr Angesicht und flocht ihr Haar, um ihn zu
> betrügen.
> 
> 16:11   Ihre zierlichen Schuhe blendeten ihn, und ihre Schönheit fing sein
> Herz, aber sie schlug ihm den Kopf ab,
> 
> 16:12   so daß sich die Perser und Meder entsetzten vor ihrer kühnen Tat.
> 
> 16:13   Das ganze Heer der Assyrer heulte, als meine Leute elend
> herauskamen, die vor Durst fast verschmachtet waren.
> 
> 16:14   Unmündige Knaben erstachen die Assyrer und erschlugen sie auf der
> Flucht wie Kinder. Sie kamen um im Kampf vor meinem Herrn.
> 
> 16:15   Laßt uns singen ein neues Lied dem Herrn, unserm Gott!
> 
> 16:16   Herr, Gott, du bist der mächtige Gott, der große Taten tut, und
> niemand kann dir widerstehen.
> 2. Mose 15,11
> 
> 16:17    Die ganze Schöpfung muß dir dienen; denn was du sprichst, das muß
> geschehen; du sendest deinen Geist, und alles wird geschaffen; und
> deinem Wort kann niemand widerstehen.
> Weish 16,24;  Ps 104,30
> 
> 16:18   Die Berge müssen beben, und die Felsen zerschmelzen wie Wachs vor
> dir.
> Ps 97,5
> 
> 16:19   Aber denen, die dich fürchten, schenkst du große Gnade. Denn alles
> Opfer und Fett ist viel zu gering vor dir; aber den Herrn fürchten,
> das übertrifft alles.
> Ps 40,7
> 
> 16:20   Weh den Heiden, die mein Volk verfolgen! Denn der allmächtige Herr
> bestraft sie und sucht sie heim am Tage des Gerichts.
> 
> 16:21   Er wird ihren Leib plagen mit Feuer und mit Würmern, und sie werden
> brennen und es fühlen in alle Ewigkeit.
> Jes 66,24; Sir 7,19
> 
> 16:22   Nach diesem Sieg zog das ganze Volk von Betulia nach Jerusalem, um
> den Herrn anzubeten. Sie reinigten sich und opferten Brandopfer und
> was sie gelobt und versprochen hatten.
> 2. Chr 20,27-28;  4. Mose 30,3; Ps 50,14-15
> 
> 16:23   Und Judit hängte alle Waffen des Holofernes, die das Volk ihr
> gegeben hatte, als Weihgeschenk im Tempel auf, dazu das Netz, das
> sie mitgenommen hatte.
> 1. Sam 21,10
> 
> 16:24   Und das Volk war fröhlich in Jerusalem bei dem Heiligtum und feierte
> mit Judit drei Monate lang den Sieg.
> 
> 16:25   Danach zog jeder wieder heim. Und auch Judit kehrte nach Betulia
> zurück
> 
> 16:26   und wurde hoch geehrt im ganzen Land Israel.
> 
> 16:27   Und sie nahm, solange sie lebte, keinen Mann nach dem Tode ihres
> ersten Mannes Manasse.
> 1. Tim 5,5
> 
> 16:28   Sie wurde sehr alt und lebte im Hause ihres Mannes, bis sie
> hundertfünf Jahre alt war. Und sie hatte ihre Magd freigelassen.
> Danach starb sie in Betulia, und man begrub sie bei ihrem Mann
> Manasse.
> Jer 34,8-14
> 
> 16:29   Das ganze Volk trauerte um sie sieben Tage lang. Und vor ihrem Tod
> hatte sie ihr Hab und Gut unter ihre und ihres Mannes Verwandte
> verteilt.
> 1. Mose 50,10;  2. Kön 20,1
> 
> 16:30   Während sie lebte und noch lange danach, wagte niemand, Israel
> anzugreifen.
> Ri 2,18
> 
> 16:31   Der Tag dieses Sieges wurde von den Hebräern als ein großes Fest
> gefeiert und unter die heiligen Tage aufgenommen. So halten es die
> Juden bis auf den heutigen Tag.
>
> — *39JUDIT*

