# 43JESUSSIR

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> Vorrede
> 
> 0:1    Vieles und Großes ist uns gegeben durch das Gesetz und die
> Propheten und die Schriften, die sich daran anschließen; daher muß
> man Israel wegen solcher Lehre und Weisheit mit Recht loben.
> Lk 24,44;  5. Mose 4,6
> 
> 0:2    Darum sollen, die sie haben und lesen, nicht allein selbst daraus
> weise werden, sondern die sich um Erkenntnis mühen, sollen mit
> Lehren und Schreiben auch denen dienen, die dazu nicht imstande
> sind.
> 
> 0:3    So hat mein Großvater Jesus mit besonderem Fleiß das Gesetz, die
> Propheten und die andern Bücher unserer Väter gelesen, sich darin
> ein reiches Wissen erworben und es unternommen, auch etwas von
> rechtem und weisem Leben zu schreiben,
> Kap 39,1-3
> 
> 0:4    damit die, die sich um Erkenntnis mühen, auch dazu angehalten
> werden, im Lauf eines gesetzestreuen Lebens noch mehr in dieser Art
> zu schreiben.
> 
> 0:5    Darum bitte ich euch, dies Buch freundlich aufzunehmen und
> aufmerksam zu lesen und dort Nachsicht zu üben, wo wir etwa einige
> Worte nicht recht getroffen haben, obwohl wir uns bemühten, gut zu
> übersetzen.
> 
> 0:6    Denn was in hebräischer Sprache geschrieben ist, verliert viel, wenn
> man's in einer andern Sprache wiedergibt.
> 
> 0:7    Sogar das Gesetz selber und die Propheten und die übrigen Bücher
> lauten oft recht anders, wenn sie in ihrer eignen Sprache gelesen
> werden.
> 
> 0:8    Als ich nun im achtunddreißigsten Jahr des Königs Ptolemäus
> Euergetes nach Ägypten kam und dort blieb, solange er lebte, lernte
> ich ein Beispiel hoher Bildung kennen.
> 133/132 v. Chr.
> 
> 0:9    Darum hielt ich's für dringend geboten, mit großem Eifer und viel
> Mühe dies Buch zu übersetzen.
> 
> 0:10   Und im Laufe der Zeit habe ich viel Schlaf geopfert und viele
> Kenntnisse daran gewendet, dies Büchlein fertigzustellen und
> herauszubringen, damit auch alle, die in der Fremde aus der Schrift
> lernen wollen, ihr Leben nach dem Gesetz des Herrn richten können.
> Kap 38,25
> 
>          Vom göttlichen Ursprung der Weisheit
> 
> 1:1     Alle Weisheit kommt von Gott dem Herrn und ist bei ihm in
> Ewigkeit.
> Spr 2,6; 8,22-23; Weish 9,4
> 
> 1:2     Wer kann sagen, wieviel Sand das Meer, wieviel Tropfen der Regen
> und wieviel Tage die Welt hat?
> (2 und 3) Spr 30,4; Jes 40,12-14
> 
> 1:3    Wer kann erforschen, wie hoch der Himmel, wie breit die Erde, wie
> tief das Meer ist? Wer kann Gottes Weisheit ergründen, die doch
> allem voraufgeht?
> 
> 1:4    Denn seine Weisheit ist vor allem geschaffen; sein Verstand und
> seine Einsicht sind von Ewigkeit her.
> Kap 24,14
> 
> 1:5    Das Wort Gottes in der Höhe ist die Quelle der Weisheit, und sie
> verzweigt sich in die ewigen Gebote.
> Bar 3,12; Kap 24,34-37
> 
> 1:6     Wem sonst wäre die Wurzel der Weisheit aufgedeckt, und wer könnte
> ihre geheimen Gedanken erkennen? -
> (6 und 7) Hiob 28,21-23
> 
> 1:7    Einer ist's, der Allerhöchste, der Schöpfer, allmächtig, ein
> gewaltiger König und sehr schrecklich,
> 
> 1:8    der auf seinem Thron sitzt als Herrscher und Gott.
> 
> 1:9    Er hat die Weisheit geschaffen durch seinen heiligen Geist; er hat
> sie gesehen, gezählt und gemessen
> Hiob 28,12; 28,23-27
> 
> 1:10   und hat sie ausgeschüttet über alle seine Werke und über alle
> Menschen nach seinem Gefallen und gibt sie denen, die ihn lieben.
> Pred 2,26; Weish 1,4
> 
> Gottesfurcht als Wurzel menschlicher Weisheit
> 
> 1:11   Die Furcht des Herrn ist Ehre und Ruhm, Freude und eine schöne
> Krone.
> 
> 1:12   Die Furcht des Herrn macht das Herz fröhlich und gibt Freude und
> Wonne und langes Leben.
> Spr 10,27
> 
> 1:13    Wer den Herrn fürchtet, dem wird's am Ende gutgehen, und am Tage
> seines Todes wird er den Segen empfangen. -
> Ps 37,37;  Kap 11,27
> 
> 1:14   Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit,
> 
> 1:15   und wer sie erblickt, der liebt sie; denn er sieht, welch große
> Wunder sie tut. -
> 
> 1:16    Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang, und seinen Getreuen
> ist sie ins Herz gelegt. Sie geht einher mit den auserwählten
> Frauen, und man findet sie bei den Gerechten und Gläubigen.
> Spr 1,7
> 
> 1:17   Die Furcht des Herrn ist der rechte Gottesdienst;
> 
> 1:18   der behütet und macht das Herz fromm und gibt Freude und Wonne.
> 
> 1:19   Wer den Herrn fürchtet, dem wird's gutgehen; und am Ende seines
> Lebens wird er gesegnet sein. -
> 
> 1:20    Gott fürchten schenkt Weisheit in Fülle, und ihre Früchte machen
> satt.
> (20 und 21) Weish 7,11
> 
> 1:21   Sie erfüllt das ganze Haus mit ihren Gaben und die Scheunen mit
> ihren Schätzen. -
> 
> 1:22   Die Furcht des Herrn ist eine Krone der Weisheit
> 
> 1:23   und gibt reichen Frieden und Heil.
> Spr 3,2
> 
> 1:24   Diese Weisheit macht die Leute verständig und klug; und wer an ihr
> festhält, dem gibt sie hohe Ehren. -
> 
> 1:25   Den Herrn fürchten ist die Wurzel der Weisheit, und daraus erwächst
> langes Leben.
> 
> 1:26   Die Furcht des Herrn vertreibt die Sünde.
> 1. Mose 39,9; Spr 16,6
> 
> 1:27   Denn wer ohne Furcht lebt, der gefällt Gott nicht; wenn sein Zorn
> aufwallt, muß er stürzen.
> Jak 1,19-20
> 
> 1:28   Aber ein Langmütiger kann warten; es kommt die Zeit, in der ihm
> Freude erwächst.
> 1. Kor 13,4
> 
> 1:29   Bis zur rechten Zeit unterdrückt er seine Worte;
> 
> 1:30   dann aber werden viele seine Weisheit rühmen.
> 
> Mahnung zum Gehorsam
> 
> 1:31   Aus dem Schatz der Weisheit kommen treffende Worte, aber dem
> Gottlosen ist Gottes Wort ein Greuel.
> 
> 1:32   Mein Sohn, willst du weise werden, so halte die Gebote, dann wird
> dir Gott die Weisheit geben.
> 
> 1:33   Denn die Furcht des Herrn ist die rechte Weisheit und Zucht; und
> Treue und Demut gefallen Gott gut. -
> Spr 15,33
> 
> 1:34   Sei nicht ungehorsam dem Gebot der Gottesfurcht, und diene Gott
> nicht mit falschem Herzen.
> 
> 1:35   Suche nicht Ruhm bei den Leuten durch Heuchelei und achte darauf,
> was du redest.
> Mt 6,1-2
> 
> 1:36   Überhebe dich nicht, damit du nicht fällst und zuschanden wirst
> Spr 16,18; Mt 23,12
> 
> 1:37   und der Herr deine geheimen Gedanken offenbart und dich öffentlich
> vor den Leuten stürzt,
> 
> 1:38   weil du Gott nicht in rechter Furcht gedient hast und dein Herz
> voller Falschheit gewesen ist.
> 
>          Vom Verhalten in der Anfechtung
> 
> 2:1    Mein Kind, willst du Gottes Diener sein, so bereite dich auf
> Anfechtung vor.
> Tob 12,13; Offb 2,10
> 
> 2:2    Mache dein Herz bereit und steh fest und wanke nicht, wenn sie über
> dich kommt.
> 
> 2:3    Halt dich an Gott und weiche nicht, damit du am Ende erhöht wirst.
> 
> 2:4    Alles, was dir widerfährt, das nimm auf dich, und sei geduldig bei
> jeder neuen Demütigung.
> 
> 2:5    Denn wie das Gold durchs Feuer, so werden auch, die Gott gefallen,
> durchs Feuer der Trübsal erprobt. -
> Weish 3,5-6
> 
> 2:6    Vertraue Gott, so wird er sich deiner annehmen; geh gerade Wege und
> hoffe auf ihn!
> Ps 37,5
> 
> 2:7    Die ihr den Herrn fürchtet, vertraut ihm, und euer Lohn wird nicht
> verlorengehen.
> 
> 2:8    Die ihr den Herrn fürchtet, hofft das Beste von ihm, hofft auf ewige
> Freude und Gnade.
> 
> 2:9    Die ihr den Herrn fürchtet, wartet auf seine Gnade und weicht nicht,
> damit ihr nicht zugrunde geht.
> 
> 2:10    Blickt auf die früheren Geschlechter und besinnt euch:
> (10-13) Ps 22,5-6; Jdt 13,17; 1. Makk 2,50-61
> 
> 2:11   Wer ist jemals zuschanden geworden, der auf den Herrn gehofft hat?
> Hiob 4,7
> 
> 2:12   Wer ist jemals verlassen worden, der in der Furcht Gottes geblieben
> ist? Oder wer ist jemals von ihm übersehen worden, der ihn angerufen
> hat?
> 
> 2:13   Denn der Herr ist gnädig und barmherzig und vergibt Sünden und
> hilft in der Not. -
> 2. Mose 34,6-7
> 
> 2:14   Weh denen, die an Gott verzagen und nicht an ihm festhalten, und dem
> Gottlosen, der hin und her schwankt!
> 
> 2:15   Weh den Verzagten! denn sie glauben nicht; darum werden sie auch
> nicht beschirmt.
> 5. Mose 1,28; 1,34-35; Jes 7,9
> 
> 2:16    Weh denen, die die Geduld verloren haben:
> (16 und 17) Mt 24,13
> 
> 2:17   wie wird es ihnen ergehen, wenn sie der Herr heimsucht? -
> 
> 2:18   Die den Herrn fürchten, glauben seinem Wort; und die ihn liebhaben,
> bleiben auf seinen Wegen.
> Spr 14,2; Joh 14,21
> 
> 2:19   Die den Herrn fürchten, tun, was ihm gefällt;
> 
> 2:20   und die ihn liebhaben, freuen sich an seinem Gesetz.
> Ps 119,47
> 
> 2:21   Die den Herrn fürchten, machen ihr Herz bereit und demütigen sich
> vor ihm und sagen:
> 
> 2:22    Wir wollen lieber in die Hände des Herrn fallen als in die Hände
> der Menschen;
> (22 und 23) 2. Sam 24,14
> 
> 2:23   denn seine Barmherzigkeit ist ja so groß, wie er selber ist.
> Vers 13; Weish 11,23-24
> 
>          Vom rechten Verhalten gegen die Eltern
> 
> 3:1     Liebe Kinder, gehorcht der Weisung eures Vaters
> (1-3) 2. Mose 20,12; Spr 1,8
> 
> 3:2    und lebt nach ihr, damit es euch gutgeht.
> 
> 3:3    Denn der Herr will den Vater von den Kindern geehrt haben und das
> Recht der Mutter von den Söhnen geachtet wissen.
> Kap 7,29
> 
> 3:4    Wer seinen Vater ehrt, macht damit Sünden gut,
> 
> 3:5    und wer seine Mutter ehrt, der sammelt sich einen bleibenden Schatz.
> 
> 3:6    Wer seinen Vater ehrt, der wird auch Freude an seinen Kindern haben;
> und wenn er betet, so wird er erhört.
> 
> 3:7    Wer seinen Vater ehrt, der wird länger leben; und wer dem Herrn
> gehorsam ist, an dem hat seine Mutter einen Trost.
> 
> 3:8    Wer den Herrn fürchtet, der ehrt auch den Vater und dient seinen
> Eltern, wie man Herrschern dient.
> 
> 3:9    Ehre Vater und Mutter mit der Tat und mit Worten und mit aller
> Geduld,
> 
> 3:10   damit ihr Segen über dich kommt.
> 
> 3:11   Denn der Segen des Vaters baut den Kindern Häuser, aber der Fluch
> der Mutter reißt sie nieder. -
> 
> 3:12   Suche nicht Ehre auf Kosten deines Vaters, denn das ehrt dich
> nicht.
> 2. Sam 15,1-6
> 
> 3:13   Denn den Vater ehren bringt dir selber Ehre, und deine Mutter
> verachten bringt dir selber Schande. -
> Spr 17,6
> 
> 3:14    Liebes Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an, und betrübe ihn
> ja nicht, solange er lebt;
> (14 und 15) Spr 23,22
> 
> 3:15   und habe Nachsicht mit ihm, selbst wenn er kindisch wird, und
> verachte ihn nicht im Gefühl deiner Kraft.
> 
> 3:16   Denn was du deinem Vater Gutes getan hast, das wird nie mehr
> vergessen werden, sondern dir für deine Sünden zugute kommen.
> 
> 3:17   Und in der Not wird an dich gedacht werden, und deine Sünden werden
> vergehen wie das Eis vor der Sonne.
> 
> 3:18   Wer seinen Vater verläßt, der ist wie einer, der Gott lästert; und
> wer seine Mutter betrübt, der ist verflucht vom Herrn.
> Spr 19,26; 30,17; Mt 15,4-6
> 
> Von der Demut
> 
> 3:19   Liebes Kind, tu deine Arbeit in Demut; das ist besser als alles,
> wonach die Welt trachtet.
> Röm 12,16
> 
> 3:20   Je größer du bist, desto mehr demütige dich; so wirst du beim Herrn
> Gnade finden.
> 4. Mose 12,3; 1. Kön 21,27-29
> 
> 3:21   Denn groß ist allein die Majestät des Herrn, und von den Demütigen
> wird er gepriesen.
> 
> 3:22   Strebe nicht nach dem, was zu hoch ist für dich, und frage nicht
> nach dem, was deine Kraft übersteigt,
> Ps 131,1
> 
> 3:23    sondern was dir Gott befohlen hat, das halte dir immer vor Augen;
> denn es nützt dir gar nichts, wenn du nach seinen vielen Werken
> gaffst.
> (23 und 24) 5. Mose 29,28
> 
> 3:24   Mit dem, was dich nichts angeht, gib dich nicht ab;
> Luther übersetzte: Und was deines Amts nicht ist, da laß deinen
> Vorwitz.
> 
> 3:25   denn dir ist schon mehr gezeigt, als Menschenverstand fassen kann;
> 
> 3:26   schon viele hat ihr Denken irregeleitet, und gefährliche
> Vorstellungen haben sie gestürzt.
> 1. Tim 6,20-21
> 
> Von starrköpfigem und vernünftigem Verhalten
> 
> 3:27   Wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um,
> 
> 3:28   und ein starrköpfiger Mensch nimmt zuletzt ein schlimmes Ende.
> Spr 28,14; Röm 2,5
> 
> 3:29   Ein starrköpfiger Mensch macht es sich selber schwer, und der
> Sünder häuft Sünde auf Sünde.
> Jes 30,1
> 
> 3:30   Denn Hochmut tut niemals gut, und nichts als Unheil kann daraus
> erwachsen.
> Tob 4,14
> 
> 3:31   Ein vernünftiger Mensch lernt die Weisheit,
> 
> 3:32   und wer sie liebhat, der hört aufmerksam zu.
> 
> 3:33   Wie das Wasser ein brennendes Feuer löscht, so tilgt das Almosen
> die Sünden.
> Kap 29,15; Dan 4,24
> 
> 3:34   Wer Wohltaten erweist, dem wird's Gott vergelten, der alles lenkt,
> und wenn er fällt, wird er eine Stütze finden.
> Mt 6,3-4
> 
>          Vom rechten Verhalten gegen die Armen
> 
> 4:1     Liebes Kind, laß den Armen nicht Not leiden, und sei nicht hart
> gegen den Bedürftigen.
> (1-6) Kap 7,36-40; 29,11-17; Tob 4,7-12
> 
> 4:2    Verachte den Hungrigen nicht, und betrübe den Menschen nicht in
> seiner Armut.
> Jes 58,7
> 
> 4:3    Einem betrübten Herzen füge nicht noch mehr Leid zu, und laß den
> Notleidenden auf deine Gabe nicht warten.
> Spr 3,27-28
> 
> 4:4    Die Bitte des Elenden schlage nicht ab, und wende dein Angesicht
> nicht weg von dem Armen.
> Mt 5,42
> 
> 4:5     Wende deine Augen nicht weg von dem Bittenden, und gib ihm keinen
> Anlaß, dir zu fluchen.
> Lk 16,19-21
> 
> 4:6    Denn der ihn gemacht hat, erhört sein Gebet, wenn er mit bitterem
> Herzen dich verflucht.
> 2. Mose 22,21-23
> 
> 4:7    Mach dich nicht unbeliebt in der Gemeinde, und vor einem Großen
> beuge dein Haupt.
> 
> 4:8    Höre den Armen an, und antworte ihm freundlich auf seinen Gruß.
> 
> 4:9     Rette den, dem Gewalt geschieht, vor dem, der ihm Unrecht antut;
> und sei unerschrocken, wenn du ein Urteil sprechen sollst.
> (9 und 10) Hiob 29,12-17
> 
> 4:10    Sei zu den Waisen wie ein Vater, und tritt für ihre Mutter ein, als
> wärst du ihr Mann,
> (10 und 11) Ps 68,6;  Jes 1,17
> 
> 4:11   dann wird der Höchste dich Sohn nennen, und er wird dich lieber
> haben, als dich deine Mutter hat.
> 
> Vom Wert der Weisheit
> 
> 4:12   Die Weisheit erhöht ihre Kinder und nimmt die auf, die sie suchen.
> 
> 4:13   Wer sie liebhat, der hat das Leben lieb; und wer sie eifrig sucht,
> wird große Freude haben.
> Spr 3,16-18
> 
> 4:14   Wer fest an ihr hält, der wird große Ehre erlangen; und wo er
> einkehrt, da segnet der Herr.
> 
> 4:15   Wer ihr dient, der dient dem heiligen Gott; und wer sie liebhat, den
> hat der Herr auch lieb.
> 
> 4:16    Wer ihr gehorcht, der wird Völker regieren; und wer sich zu ihr
> hält, der wird sicher wohnen. -
> 1. Kön 3,9-12; Weish 6,22-23
> 
> 4:17   Wenn er ihr vertraut, wird er sie erlangen; und auch seine
> Nachkommen werden sie besitzen.
> 
> 4:18    Und wenn sie sich auch anfangs verstellt
> (18 und 19) Weish 10,5
> 
> 4:19   und ihm angst und bange macht und ihn mit Strenge erzieht und ihn
> mit ihren Forderungen versucht, bis sie ihm vertrauen kann,
> 
> 4:20   so wird sie doch dann wieder zu ihm kommen und sich nicht mehr
> verstellen und ihn erfreuen
> 
> 4:21   und ihm ihre Geheimnisse offenbaren.
> 
> 4:22   Wenn er aber abirrt, wird sie ihn verlassen und ihn dahingeben, so
> daß er fallen muß.
> 
> Vom mutigen Auftreten
> 
> 4:23   Liebes Kind, tu nichts zu Unzeit, und hüte dich vor Unrecht,
> 
> 4:24   und um deines Heiles willen schäme dich nicht, die Wahrheit zu
> sagen.
> 
> 4:25   Denn man kann sich so schämen, daß man in Sünde gerät, und man kann
> sich auch so schämen, daß man Gnade und Ehre davon hat. -
> Kap 41,19
> 
> 4:26    Sieh nicht die Person an zum Schaden deiner Seele, und weiche nicht
> vom Recht dir zum Verderben.
> Jak 2,9
> 
> 4:27   Halt dein Wort nicht zurück,
> 
> 4:28   wenn du andern damit helfen kannst;
> 
> 4:29   denn im Wort gibt sich die Weisheit kund und Einsicht in dem, was
> die Zunge spricht. -
> 
> 4:30   Widersprich nicht der Wahrheit, sondern dulde den Spott, wenn du die
> Sache nicht getroffen hast.
> 
> 4:31   Schäme dich nicht zu bekennen, wenn du gesündigt hast, sonst
> versuchst du vergeblich, den Lauf eines Stromes zu hemmen. -
> Spr 28,13
> 
> 4:32   Mach dich nicht zum Diener eines Narren und nimm auf einen Mächtigen
> keine Rücksicht,
> 
> 4:33   sondern verteidige die Wahrheit bis in den Tod, so wird Gott der
> Herr für dich streiten. -
> 2. Makk 13,14
> 
> 4:34   Sei nicht wie die, die große Worte machen, aber träge und lässig
> sind in ihren Taten.
> 
> 4:35   Sei nicht wie ein Löwe in deinem Hause und kein Wüterich gegen deine
> Hausgenossen. -
> 
> 4:36   Deine Hand soll nicht offen sein, wenn's ums Nehmen geht, aber auch
> nicht geschlossen, wenn's ans Geben geht.
> Apg 20,35
> 
>          Warnung vor gefährlicher Sicherheit
> 
> 5:1     Verlaß dich nicht auf deinen Reichtum und denke nicht: Ich habe
> genug für mich. -
> Ps 62,11
> 
> 5:2    Folge deinem Begehren nicht, auch wenn du es könntest, und gehorche
> deinen Trieben nicht,
> Kap 18,30; Röm 6,12
> 
> 5:3    und denke nicht: Wer will mir's verwehren? Denn der Herr wird's zu
> strafen wissen.
> 5. Mose 32,35; 1. Thess 4,6
> 
> 5:4     Denke nicht: Ich habe schon oft gesündigt, und doch ist mir nichts
> Böses widerfahren. Denn der Herr ist zwar geduldig, aber er wird
> dich nicht unbestraft lassen.
> (4-6) Kap 7,8-9; Röm 2,4-6;  Pred 8,11
> 
> 5:5    Rechne nicht so fest auf Vergebung, daß du darum Sünde auf Sünde
> häufst.
> 
> 5:6    Denke auch nicht: Gott ist sehr barmherzig; er wird sich versöhnen
> lassen, wenn ich auch noch so viel sündige.
> 
> 5:7    Er kann sehr bald so zornig werden, wie er gnädig ist; und sein Zorn
> über die Gottlosen hört nicht auf.
> Kap 16,12
> 
> 5:8     Darum zögere nicht, dich zum Herrn zu bekehren, und verschieb es
> nicht von einem Tag auf den andern;
> (8 und 9) Kap 18,22-24; Ps 95,7-8
> 
> 5:9    denn sein Zorn kommt plötzlich; dann wird er vergelten und dich
> zugrunde richten. -
> 
> 5:10   Auf unrechtes Gut verlaß dich nicht; denn es hilft dir nichts, wenn
> die Anfechtungen kommen werden.
> Spr 10,2
> 
> Warnung vor Verfehlungen der Zunge
> 
> 5:11   Laß dich nicht treiben von jedem Wind, und folge nicht jedem Weg
> wie die doppelzüngigen Sünder,
> Eph 4,14
> 
> 5:12   sondern bleibe fest bei dem, was du erkannt hast, und rede nicht
> bald so, bald anders. -
> Mt 5,37
> 
> 5:13   Sei schnell bereit zum Hören und laß dir Zeit, freundlich zu
> antworten.
> Jak 1,19
> 
> 5:14   Verstehst du etwas von der Sache, so erkläre es deinem Nächsten,
> wenn nicht, so halt deinen Mund.
> 
> 5:15   Denn Reden bringt Ehre, aber Reden bringt auch Schande; und der
> Mensch kommt durch seine eigne Zunge zu Fall. -
> Spr 13,3; Mt 12,36-37
> 
> 5:16   Mache niemand heimlich schlecht, und rede nicht hinterhältig!
> 
> 5:17   Denn über den Dieb kommt Schande, doch schlimmer Tadel über den
> Doppelzüngigen. -
> 
> 5:18   Achte nichts gering, es sei klein oder groß;
> 
>   6:1    sonst machst du dich deinem Freund zum Feind; denn wer einen
> schlechten Ruf hat, trägt Schimpf und Schande davon, und so ergeht
> es dem Doppelzüngigen.
> 
> Warnung vor wilder Leidenschaft
> 
> 6:2     Laß dich nicht überwältigen von deiner Leidenschaft, die deine
> Kraft anschwellen läßt und dich fortreißt.
> (2-4) Kap 18,30-31
> 
> 6:3    Sie wird dich zurücklassen wie einen verdorrten Baum; denn deine
> Blätter werden ihr zum Opfer fallen, und deine Früchte wird sie dir
> rauben.
> 
> 6:4    So richten wilde Leidenschaften einen Menschen zugrunde und machen
> ihn zum Gespött seiner Feinde.
> 
> Vom Umgang mit Freunden
> 
> 6:5     Wer freundlich redet, der macht sich viele Freunde; und wer
> wohlwollend spricht, der verbreitet Güte um sich. -
> (5-17) Kap 7,13; 7,20; 9,14-15; 12,7-8; 13,25; 14,13; 20,25
> 22,25-32; Kap 25,12; Kap 27,17-21; 37,1-7
> 
> 6:6    Lebe in Frieden mit vielen, aber zum Ratgeber nimm unter tausend
> nur einen.
> Kap 37,8
> 
> 6:7    Willst du einen Freund finden, so erprobe zuerst seine Treue, und
> vertrau ihm nicht allzu rasch.
> 
> 6:8    Denn mancher ist ein Freund, solange es ihm gefällt; aber in der Not
> hält er nicht stand.
> Spr 17,17
> 
> 6:9    Und mancher Freund wird bald zum Feind und macht dir zur Schmach
> euren Streit bekannt.
> 
> 6:10   Und mancher Freund ist nicht mehr als dein Kostgänger und hält in
> der Not nicht stand.
> Spr 19,4
> 
> 6:11   Solange dir's gutgeht, tritt er auf wie du selbst und lebt in deinem
> Hause, als wäre er der Hausherr;
> 
> 6:12   geht dir's aber schlecht, so stellt er sich gegen dich und läßt sich
> nirgends mehr finden.
> Hiob 19,19
> 
> 6:13   Halte dich fern von deinen Feinden, aber sei auch vor den Freunden
> auf der Hut.
> 
> 6:14   Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet
> einen großen Schatz.
> 
> 6:15   Ein treuer Freund ist nicht mit Geld oder Gut zu bezahlen, und sein
> Wert ist nicht hoch genug zu schätzen.
> 
> 6:16   Ein treuer Freund ist ein Trost im Leben; wer Gott fürchtet, der
> bekommt solchen Freund.
> 1. Sam 18,3
> 
> 6:17   Denn wer Gott fürchtet, der wird auch gute Freundschaft halten; und
> sein Nächster wird so werden, wie er selbst ist.
> 1. Sam 20,30-34
> 
> Vom Streben nach der Weisheit
> 
> 6:18   Liebes Kind, laß dich von der Weisheit erziehen von Jugend auf, so
> wirst du sie gewinnen bis ins hohe Alter.
> Kap 51,18; Spr 22,6
> 
> 6:19   Geh an sie heran wie einer, der ackert und sät, und warte auf ihre
> guten Früchte.
> 
> 6:20   Du brauchst dich nur ein wenig um sie zu mühen, dann wirst du bald
> ihre Früchte genießen.
> Kap 51,35
> 
> 6:21   Unzugänglich ist sie für alle, die sich nicht erziehen lassen, und
> ein Unverständiger hält es bei ihr nicht aus.
> 
> 6:22   Denn sie ist für ihn ein schwerer Prüfstein, und er wirft sie bald
> von sich.
> 
> 6:23   Denn von der Weisheit, wie ihr Name sagt, wissen nur wenige.
> 
> 6:24   Liebes Kind, gehorche meiner Lehre und weise meinen Rat nicht
> zurück.
> 
> 6:25   Laß deine Füße von der Weisheit fesseln und ihr Halseisen dir um den
> Hals legen.
> 
> 6:26    Beuge deine Schultern, nimm sie auf dich und sperre dich nicht
> gegen ihre Bande.
> Kap 51,34
> 
> 6:27   Wende dich ihr zu von ganzer Seele, und halte ihre Wege ein mit
> aller deiner Kraft.
> 5. Mose 6,5
> 
> 6:28   Forsche nach ihr und suche sie, so wirst du sie finden; und wenn du
> sie ergriffen hast, so laß sie nicht mehr los.
> Weish 6,13
> 
> 6:29   Denn am Ende wirst du Trost an ihr haben, und dein Leid wird in
> Freude verwandelt werden,
> 
> 6:30    und ihre Fesseln werden zum starken Schutz und ihr Halseisen ein
> herrlicher Schmuck für dich.
> (30-32) Kap 21,23
> 
> 6:31   Denn ihr Joch wird zum goldenen Stab und ihre Bande zu
> Purpurbändern.
> 
> 6:32   Wie ein Festgewand wirst du sie anziehen und als schöne Krone sie
> dir aufsetzen. -
> Spr 4,9
> 
> 6:33   Liebes Kind, wenn dir daran liegt, so wirst du weise; und setzt du
> dein Herz daran, so wirst du klug.
> 
> 6:34   Hörst du gerne zu, so wirst du sie empfangen, und neigst du deine
> Ohren, so wirst du weise werden.
> Spr 19,20
> 
> 6:35   Lerne gern von den Alten, und wo ein weiser Mann ist, schließ dich
> ihm an. Laß dir gern von Gottes Taten erzählen, und laß dir keinen
> Weisheitsspruch entgehen.
> Kap 8,9-10; 9,21-23
> 
> 6:36   Wo du einen verständigen Mann siehst, den suche häufig auf, und geh
> stets ein und aus bei ihm.
> 
> 6:37    Betrachte immer Gottes Gebote und denke stets an seine Befehle; der
> wird dein Herz verständig machen und dir Weisheit geben, wie du
> begehrst.
> 5. Mose 6,6-9; Ps 1,2;  5. Mose 4,6
> 
>          Warnung vor Unrecht
> 
> 7:1    Tu nichts Böses, so widerfährt dir nichts Böses.
> 
> 7:2    Halt dich fern vom Unrecht, so trifft dich kein Unglück.
> 
> 7:3    Säe nicht in die Furchen des Unrechts, so brauchst du es nicht
> siebenfach zu ernten.
> Spr 22,8; Hos 10,12; Gal 6,7-8
> 
> Warnung vor Ehrgeiz
> 
> 7:4    Begehre vom Herrn nicht die Herrschaft und vom König keinen
> Ehrenplatz.
> Spr 25,6-7
> 
> 7:5    Poche nicht auf dein Recht vor Gott und nicht auf deine Weisheit vor
> dem König.
> 
> 7:6    Begehre nicht, Richter zu werden, wenn du das Unrecht nicht aus der
> Welt schaffen kannst; es könnte sonst sein, daß du vor einem
> Mächtigen zurückschrickst und trotz all deiner Rechtschaffenheit
> Anstoß gibst.
> 3. Mose 19,15
> 
> Warnung vor Hochmut
> 
> 7:7    Setz dich nicht ins Unrecht vor deinen Mitbürgern, und erniedrige
> dich nicht vor der Menge.
> 
> 7:8     Spiel nicht mit dem Gedanken, eine Sünde ein zweitesmal zu tun;
> denn schon für das erstemal bleibst du nicht unbestraft.
> (8 und 9) Kap 5,4-6
> 
> 7:9    Denke auch nicht: Gott wird dafür die Menge meiner Opfergaben
> ansehen, und wenn ich dem Allerhöchsten opfere, so wird er's
> annehmen. -
> Hos 8,13; Mi 6,6-8
> 
> 7:10    Wenn du betest, so tu's nicht mit halbem Herzen,
> (10 und 11) Apg 10,31;  Jak 1,6
> 
> 7:11   und laß nicht nach im Almosengeben. -
> Kap 29,15
> 
> 7:12    Einen bekümmerten Menschen verlache nicht; denn es gibt einen, der
> erniedrigen und erhöhen kann.
> Spr 17,5;  1. Sam 2,7
> 
> 7:13   Streu keine Lügen über deinen Bruder aus und auch nicht über deinen
> Freund.
> Kap 6,5-17
> 
> 7:14   Gewöhne dich nicht an die Lüge; denn das ist eine Gewohnheit, die
> dir Schaden bringt. -
> Kap 20,26-28
> 
> 7:15   Sei nicht schwatzhaft im Kreis der Alten, und wenn du betest, so
> mache nicht viele Worte. -
> Kap 32,10-11;  Mt 6,7
> 
> 7:16   Verachte die beschwerliche Arbeit nicht und den Ackerbau, den der
> Höchste gestiftet hat.
> 1. Mose 3,19;  Jes 28,24-26
> 
> 7:17   Halt dich nicht für etwas Besseres unter der Masse der Sünder,
> 
> 7:18   sondern denke daran, daß Gottes Zorn nicht auf sich warten läßt.
> Kap 5,9
> 
> 7:19   Darum demütige dich von Herzen; denn Feuer und Würmer sind die
> Strafe für die Gottlosen.
> Jes 66,24; Jdt 16,21
> 
> Von den Pflichten des Hausvaters
> 
> 7:20   Gib deinen Freund um keinen Preis auf und auch deinen wahren Bruder
> nicht um des besten Goldes willen.
> Kap 6,5-17
> 
> 7:21    Trenne dich nicht von einer verständigen und tüchtigen Frau; denn
> ihre Anmut ist schöner als alles Gold.
> Mal 2,14-16;  Kap 26,1-4; 26,16-21
> 
> 7:22    Behandle einen Sklaven nicht schlecht, der treu arbeitet, und auch
> einen Tagelöhner nicht, der sein Bestes gibt.
> (22 und 23) Kap 33,30-31
> 
> 7:23   Einen umsichtigen Sklaven habe lieb und hindere ihn nicht, wenn er
> frei werden kann.
> 2. Mose 21,2; 1. Kor 7,21
> 
> 7:24   Hast du Vieh, so kümmere dich darum, und bringt dir's Nutzen, so
> behalte es.
> Spr 12,10; 27,23
> 
> 7:25   Hast du Söhne, so erziehe sie streng, und beuge ihnen den Nacken
> von Jugend auf.
> Kap 30,1-13
> 
> 7:26   Hast du Töchter, so gib gut auf sie acht, und zeige ihnen dein
> Wohlwollen nicht allzu sehr.
> Kap 26,13-14
> 
> 7:27   Verheirate deine Tochter, dann hast du eine schwere Arbeit hinter
> dir; aber gib sie einem verständigen Mann.
> Kap 42,9-10
> 
> 7:28   Hast du eine Frau nach deinem Herzen, so verstoße sie nicht; aber
> einer ungeliebten vertrau dich nicht an.
> 
> Von ganzer Hingabe
> 
> 7:29    Ehre deinen Vater von ganzem Herzen und vergiß nicht, welche
> Schmerzen deine Mutter um dich gelitten hat,
> Kap 3,3;  Tob 4,3-4
> 
> 7:30   und denke daran, daß du von deinen Eltern das Leben hast; womit
> kannst du ihnen denn vergelten, was du ihnen verdankst?
> 
> 7:31   Fürchte den Herrn von ganzer Seele, und halte seine Priester in
> allen Ehren. Liebe den, der dich geschaffen hat, mit allen Kräften;
> und vergiß seine Diener nicht.
> 5. Mose 6,5
> 
> 7:32    Fürchte den Herrn und ehre den Priester
> (32-35) 5. Mose 18,1-5
> 
> 7:33   und gib ihm seinen Anteil, wie dir geboten ist:
> 
> 7:34   Erstlinge und Schuldopfer
> 
> 7:35   und Schwingopfer und alle Opfergaben und Zehnten.
> 
> Von der Anteilnahme am Nächsten
> 
> 7:36    Reiche dem Armen deine Hand, damit du reich gesegnet wirst.
> (36-40) Kap 4,1-6;  5. Mose 14,29; Spr 19,17
> 
> 7:37   Erfreue jeden, der lebt, mit einer Gabe, ja, erweise auch den Toten
> deine Freundlichkeit.
> 2. Sam 2,4-6; Tob 1,20; Mt 27,57-60
> 
> 7:38   Laß die Weinenden nicht ohne Beistand, sondern traure mit den
> Trauernden.
> Röm 12,15
> 
> 7:39   Laß dich's nicht verdrießen, die Kranken zu besuchen; denn dafür
> wird man dich lieben.
> Mt 25,36
> 
> 7:40   Was du auch tust, so bedenke dein Ende, dann wirst du nie etwas
> Böses tun.
> Kap 18,24; 28,6-7
> 
>          Vom rechten Verhalten gegen die Mitmenschen
> 
> 8:1    Streite nicht mit einem Mächtigen, damit du ihm nicht in die Hände
> fällst.
> 
> 8:2    Zanke nicht mit einem Reichen, damit er sein Gewicht nicht gegen
> dich geltend macht.
> Kap 13,2-3
> 
> 8:3    Denn viele lassen sich mit Geld bestechen, und es bewegt sogar das
> Herz der Könige.
> 
> 8:4    Streite nicht mit einem großmäuligen Schwätzer, damit du nicht noch
> Holz zu seinem Feuer trägst.
> 
> 8:5    Treibe nicht deinen Scherz mit einem Ungebildeten, damit er nicht
> dich und deine Vorfahren beschimpft. -
> 
> 8:6    Halte dem nicht seine Sünde vor, der sich bessert, und denke daran,
> daß wir alle auch Schuld tragen.
> Gal 6,1; Ps 19,13
> 
> 8:7     Verachte einen Menschen nicht, weil er alt ist; denn wir werden ja
> wohl auch alt werden.
> Kap 3,15; 3. Mose 19,32
> 
> 8:8     Freue dich nicht, wenn dein Feind stirbt; denke daran, daß wir
> alle sterben müssen. -
> Spr 24,17;  Kap 14,18
> 
> 8:9     Verachte nicht, was die Weisen vortragen, sondern richte dich nach
> ihren Weisheitssprüchen.
> (9 und 10) Kap 6,35
> 
> 8:10   Denn von ihnen kannst du Bildung empfangen und lernen, wie du dich
> gegenüber großen Leuten verhalten sollst.
> 
> 8:11    Sag dich nicht los von der Unterweisung der Alten, denn auch sie
> haben von ihren Vätern gelernt;
> (11 und 12) Hiob 8,8-10
> 
> 8:12   denn von ihnen kannst du lernen, wie du verständig antworten sollst,
> wenn es notwendig ist. -
> 
> 8:13   Blase nicht das Feuer des Gottlosen an, damit du nicht darin
> verbrennst.
> 
> 8:14   Setze dich nicht mit einem Streitsüchtigen auseinander, damit er dir
> nicht aus deinen Worten einen Strick dreht. -
> 
> 8:15   Leihe keinem etwas, der mächtiger ist als du; leihst du ihm aber
> etwas, so schreib es gleich ab.
> Kap 29,6-8
> 
> 8:16   Verbürge dich nicht höher, als du kannst; wenn du aber bürgst, so
> rechne damit, daß du zahlen mußt. -
> Kap 29,18-27
> 
> 8:17   Zieh einen Richter nicht vor Gericht; denn man spricht das Urteil,
> wie er will.
> 
> 8:18   Mach dich nicht mit einem Waghals auf den Weg, damit er dich nicht
> ins Unglück bringt; denn er richtet sich nach seinem eignen Kopf,
> und du mußt um seiner Torheit willen mit ihm Schaden erleiden.
> 
> 8:19   Fang nicht mit einem Zornigen Streit an, und reise nicht allein mit
> ihm durch eine einsame Gegend; denn er scheut sich nicht, Blut zu
> vergießen, und wenn du keine Hilfe hast, so bringt er dich um. -
> Spr 22,24-25
> 
> 8:20   Mit einem Narren mach keine Pläne, denn er kann dein Geheimnis nicht
> wahren.
> 
> 8:21   Vor einem Fremden tu nichts, was geheim bleiben soll; denn du weißt
> nicht, was er daraus macht.
> 
> 8:22   Öffne dein Herz nicht jedem; er könnte es dir schlecht danken.
> 
>          Vorsicht im Umgang mit Frauen
> 
> 9:1    Wache nicht zu eifersüchtig über die Frau in deinen Armen, sonst
> bringst du sie dahin, dir Böses anzutun.
> 
> 9:2    Laß deiner Frau keine Gewalt über dich, damit sie nicht über dich
> Herr wird. -
> 1. Kön 21,4-24
> 
> 9:3     Meide die Frau, die dich verführen will, damit du ihr nicht ins
> Netz gehst.
> (3-13) Kap 19,2-3; 42,12-14;  Spr 7,6-23
> 
> 9:4    Laß dich nicht hinreißen von der Sängerin, damit sie dich nicht mit
> ihren Künsten fängt.
> 
> 9:5     Schau nicht zu viel nach den Mädchen, es könnte dich teuer zu
> stehen kommen.
> Hiob 31,1
> 
> 9:6    Hänge dich nicht an die Huren, damit du nicht um dein Vermögen
> kommst.
> Spr 29,3
> 
> 9:7    Gaffe nicht umher in den Straßen der Stadt, und laufe nicht durch
> alle einsamen Winkel.
> 
> 9:8    Wende den Blick weg von schönen Frauen, und schau nicht nach
> Reizen, die dich nichts angehn;
> Spr 5,15-19
> 
> 9:9    denn schöne Frauen haben schon viele betört,
> 2. Sam 11,2-4; Jdt 12,17
> 
> 9:10   und Leidenschaft hat sie wie Feuer verzehrt.
> 
> 9:11   Sitze nicht bei der Frau eines andern
> 
> 9:12   und schmause nicht mit ihr
> 
> 9:13   und scherze nicht mit ihr beim Wein, damit nicht dein Herz sich ihr
> zuneigt und dein Blut vergossen wird und du zur Grube fährst.
> 3. Mose 20,10
> 
> Vorsicht im Umgang mit Menschen
> 
> 9:14    Gib einen alten Freund nicht auf; denn du weißt nicht, was du am
> neuen hast.
> (14 und 15) Kap 6,5-17;  Spr 27,10
> 
> 9:15   Ein neuer Freund ist wie neuer Wein; laß ihn erst alt werden, so
> wird er dir gut schmecken. -
> 
> 9:16   Reg dich nicht auf, wenn der Gottlose in hohen Ehren steht; denn du
> weißt nicht, welch schlimmes Ende er nehmen wird.
> Ps 37,1-2; 73,3;  Ps 73,16-20
> 
> 9:17   Hab keinen Gefallen an dem, was den Gottlosen gefällt; bedenke, daß
> sie nicht bis in den Tod unbestraft bleiben. -
> 
> 9:18    Halt dich fern von dem, der Gewalt hat zu töten, so brauchst du
> dich nicht zu fürchten, daß er dich tötet.
> (18-20) Spr 16,14
> 
> 9:19   Mußt du aber um ihn sein, so tu keinen Mißgriff, damit er dir nicht
> das Leben nimmt, ehe du dich's versiehst;
> 
> 9:20   und wisse, daß du zwischen Fußangeln leben mußt und dich auf hohen
> Zinnen bewegst. -
> 
> 9:21    Sieh dir deinen Nächsten genau an, und wenn du Rat brauchst, so
> suche ihn nur bei weisen Leuten,
> (21-23) Kap 6,35; 37,15
> 
> 9:22   und besprich dich mit den Verständigen, und richte all das Deine
> nach Gottes Wort.
> 
> 9:23   Lade dir rechtschaffene Leute zu Gast, und dein Ruhm sei, Gott zu
> fürchten.
> Kap 10,25
> Luther übersetzte: und sei fröhlich, doch mit Gottesfurcht (vgl.
> Tob 9,12).
> 
> Von weisen Regenten
> 
> 9:24   Das Werk lobt den Meister, und einen weisen Fürsten ehrt weise Rede.
> 
> 9:25   Es ist gefährlich, wenn ein Schwätzer regiert, und wer redet, bevor
> er denkt, der erntet Haß.
> 
>  10:1    Ein weiser Regent schafft seinem Volk Bestand; und wo ein
> Verständiger am Ruder ist, da herrscht Sicherheit.
> Weish 6,26; Spr 28,12
> 
> 10:2     Wie der Regent ist, so sind auch seine Amtleute; wie der Rat ist,
> so sind auch die Bürger.
> Spr 29,12
> 
> 10:3    Ein zuchtloser König richtet Land und Leute zugrunde; wenn aber die
> Mächtigen klug sind, so gedeiht die Stadt.
> 2. Kön 21,9-12
> 
> 10:4     Alle Herrschaft auf Erden liegt in Gottes Händen; und zur rechten
> Zeit schickt er den rechten Mann.
> Spr 8,15; Jer 27,5; Dan 2,21
> 
> 10:5    Es liegt in Gottes Händen, ob ein Mann Erfolg hat, mit dem
> Gesetzgeber gibt er seine Würde.
> 1. Chr 29,12;  Röm 13,4
> 
> Warnung vor Überheblichkeit
> 
> 10:6     Rechne deinem Nächsten seine Missetat nicht an, und behandle ihn
> niemals von oben herab!
> 3. Mose 19,18; Mt 18,21-22
> 
> 10:7    Den Hoffärtigen sind Gott und die Welt feind; denn das Unrecht ist
> allen beiden verhaßt.
> Jes 13,11
> 
> 10:8    Durch Gewalt, Unrecht und Habgier geht die Königsherrschaft von
> einem Volk aufs andre über. -
> Weish 6,1
> 
> 10:9    Was überhebt sich der Mensch, der nur Schmutz und Kot ist?
> 1. Mose 18,27
> 
> 10:10   Nichts anderes scheiden ja seine Eingeweide aus, solange er lebt.
> 
> 10:11   Eine leichte Krankheit - der Arzt scherzt;
> 
> 10:12   und doch heißt's: Heute König, morgen tot!
> 1. Makk 11,13-18
> 
> 10:13   Und wenn der Mensch tot ist, so fressen ihn Maden und Würmer. -
> Hiob 17,14; Jes 14,11
> 
> 10:14    Daher kommt aller Hochmut: wenn ein Mensch von Gott abfällt und
> sein Herz von seinem Schöpfer weicht.
> (14-16) Kap 3,30;  5. Mose 8,14
> 
> 10:15   Hochmut treibt zu allen Sünden, und wer an ihm festhält, der richtet
> viel Greuel an.
> 1. Makk 1,17-26
> 
> 10:16   Darum hat der Herr die Hochmütigen schrecklich heimgesucht und am
> Ende gestürzt.
> 1. Makk 2,7-8
> 
> 10:17   Gott hat die hoffärtigen Fürsten vom Thron geworfen und Demütige
> darauf gesetzt.
> Kap 11,5; 1. Sam 2,7-8
> 
> 10:18   Gott hat die überheblichen Heiden mit der Wurzel ausgerottet und
> Demütige an ihre Stelle gesetzt.
> Ps 44,3
> 
> 10:19   Gott hat das Land der Heiden verheert und völlig zugrunde gerichtet.
> 
> 10:20   Er hat viele von ihnen absterben lassen und vernichtet und ihren
> Namen von der Erde getilgt.
> Ps 9,6-7
> 
> 10:21   Daß die Menschen hoffärtig und bösartig sind, das ist von Gott nicht
> geschaffen.
> Pred 7,29
> Vers 22 lautete bei Luther: »Der Mensch ist nicht böse geschaffen.«
> Möglicherweise ist eine Randbemerkung Luthers in den Text geraten.
> 
> Vom rechten Ruhm
> 
> 10:23   Wer Gott fürchtet, der wird mit Ehren bestehen; wer aber Gottes
> Gebote übertritt, der verliert seine Ehre.
> Dan 3,16-18
> 
> 10:24   Unter Brüdern steht der älteste in Ehren, aber der Herr sieht die
> an, die ihn fürchten.
> 1. Sam 16,7
> 
> 10:25   Es sollen sich Reiche und Arme, Große und Kleine allein dessen
> rühmen, daß sie Gott fürchten. -
> Jer 9,22-23
> 
> 10:26   Es ist nicht recht, einen Verständigen zu verachten, weil er arm
> ist, und einen Gottlosen zu ehren, weil er reich ist.
> Pred 9,14-16
> 
> 10:27   Fürsten, Herren und Regenten stehen in hohem Ansehen; aber so groß
> sind sie doch nicht wie der, der Gott fürchtet.
> Kap 25,14
> 
> 10:28    Einem weisen Knecht muß sein Herr dienen, und wenn er vernünftig
> ist, murrt er nicht darüber. -
> Spr 17,2; 1. Mose 39,8-9
> 
> 10:29   Spiele nicht den Klugen, wenn du nur deinem Verlangen nachgibst, und
> spiele nicht den Starken, wenn du nicht weiter weißt;
> 
> 10:30   besser arbeiten und dabei reich werden als aufschneiden und ein
> Bettler bleiben. -
> Spr 12,9
> 
> 10:31   Mein Kind, in aller Demut achte dich doch selbst, und halte dich
> nicht für weniger, als du bist;
> 2. Kor 11,5-6
> 
> 10:32   wer wird dem sein Recht geben, der sich selber schlechtmacht, und
> wer wird dem Ehre geben, der sich selbst verachtet? -
> 
> 10:33   Der Arme wird geehrt um seiner Klugheit willen und der Reiche um
> seiner Güter willen.
> 
> 10:34   Wird aber die Klugheit schon an einem Armen gelobt, wieviel mehr
> erst an einem Reichen! Und was einem Reichen übel ansteht, das steht
> dem Armen noch viel übler an.
> 
>  11:1    Die Weisheit des Geringen bringt ihn zu Ehren und setzt ihn mitten
> unter die Fürsten. -
> 1. Mose 41,37-46; Dan 2,48
> 
> 11:2    Du sollst niemand rühmen um seiner Schönheit willen noch jemand
> verachten, weil er häßlich aussieht.
> 
> 11:3    Denn die Biene ist klein unter allem, was Flügel hat, und bringt
> doch die allersüßeste Frucht. -
> 
> 11:4     Rühme dich nicht wegen deiner herrlichen Kleider, und überhebe dich
> nicht an deinem Ehrentag; denn nur der Herr ist wunderbar in seinen
> Werken, und niemand weiß, was er tun wird.
> Apg 12,21-23
> 
> 11:5    Viele Tyrannen haben sich auf die Erde heruntersetzen müssen, und
> die Krone ist dem aufgesetzt worden, an den man nicht gedacht
> hätte.
> Kap 10,17; Pred 4,14
> 
> 11:6    Viele große Herren sind gestürzt worden, und hochangesehene Männer
> sind andern in die Hände gefallen.
> 
> Vorsicht beim Richten
> 
> 11:7    Verdamme niemand, bevor du die Sache untersucht hast; wäge erst ab
> und tadle dann.
> 
> 11:8    Du sollst nicht urteilen, ehe du die Sache gehört hast, und laß die
> Leute erst ausreden.
> 5. Mose 17,6
> 
> 11:9    Misch dich nicht in fremde Händel, und aus dem Streit der Gottlosen
> halt dich heraus.
> 
> Von Wert und Unwert des Reichtums
> 
> 11:10   Mein Kind, verliere dich nicht in viele Geschäfte; denn wenn du dir
> zuviel vornimmst, bleibst du nicht ohne Schuld. Wenn du dich noch so
> sehr anstrengst, so erlangst du doch nichts; und wenn du auch
> davonlaufen möchtest, so kommst du doch nicht heraus.
> 
> 11:11   Mancher läßt sich's sauer werden, müht sich und rennt dem Reichtum
> nach und fällt doch immer mehr zurück.
> Spr 10,22
> 
> 11:12   Mancher aber läßt sich Zeit, der wohl Hilfe nötig hätte, wird immer
> schwächer und immer ärmer:
> 
> 11:13   den sieht Gott an in Gnaden und hilft ihm aus dem Elend und bringt
> ihn zu Ehren, so daß sich viele über ihn wundern. -
> 
> 11:14   Es kommt alles von Gott: Glück und Unglück, Leben und Tod, Armut und
> Reichtum.
> Hiob 1,21; 2,10; Spr 22,2; Klgl 3,37-38
> 
> 11:15   Den Frommen gibt Gott Güter, die bleiben;
> 
> 11:16   und was er verleiht, das gedeiht immer und ewig. -
> 
> 11:17    Mancher kargt und spart und wird dadurch reich
> (17-19) Pred 2,21; Lk 12,16-21
> 
> 11:18   und denkt, er habe es zu etwas gebracht,
> 
> 11:19   und sagt: Nun will ich mir ein gutes Leben machen, essen und trinken
> von dem, was ich habe -, doch er weiß nicht, daß sein Stündlein so
> nahe ist und daß er alles anderen lassen und sterben muß. -
> 
> 11:20    Bleibe bei dem, was dir anvertraut ist, und übe dich darin, und
> halt aus in deinem Beruf, und laß dich nicht davon beirren, wie die
> Gottlosen zu Geld kommen,
> Ps 37,3;  Ps 49,17
> 
> 11:21    sondern vertraue du Gott und bleibe in deinem Beruf;
> (21-23) Tob 4,22;  Kap 2,6-9
> 
> 11:22   denn dem Herrn ist es ein leichtes, einen Armen plötzlich reich zu
> machen.
> 
> 11:23   Der Segen Gottes ist der Lohn des Frommen, und in kurzer Zeit gibt
> er schönstes Gedeihen. -
> 
> 11:24   Sage nicht: Wieviel fehlt mir noch, und was werde ich künftig
> besitzen?
> 
> 11:25   Sage aber auch nicht: Ich habe genug, was kann mir künftig
> zustoßen?
> Kap 5,1
> 
> 11:26   Wenn dir's gutgeht, so bedenke, daß dir's wieder schlechtgehen kann;
> und wenn dir's schlechtgeht, so bedenke, daß dir's wieder gutgehen
> kann.
> Kap 18,25
> 
> 11:27   Denn der Herr kann jedem im Tod leicht vergelten, wie er's verdient
> hat.
> Kap 17,19; Röm 2,6
> 
> 11:28   Eine böse Stunde läßt alle Freude vergessen; und wenn der Mensch
> stirbt, tritt erst hervor, wie er gelebt hat.
> 1. Tim 5,24-25
> 
> 11:29   Darum rühme niemand vor seinem Ende; denn was einer für ein Mensch
> gewesen ist, das zeigt sich in seiner Todesstunde.
> 
> Vorsicht gegenüber Fremden
> 
> 11:30   Nimm nicht jeden bei dir auf; denn die Welt ist voller List und
> Verleumdung.
> 
> 11:31   Wer ein falsches Herz hat, ist wie ein Lockvogel und wie ein
> Kundschafter, der nach einer schwachen Stelle späht.
> Lk 11,53-54
> 
> 11:32   Denn was er Gutes sieht, deutet er aufs Schlimmste, und den
> Allerbesten sagt er das Schändlichste nach.
> Jes 5,20
> 
> 11:33   Aus einem Funken macht er ein großes Feuer, und der Gottlose lauert
> darauf, Blut zu vergießen.
> 
> 11:34   Hüte dich vor solchen Buben - sie haben nichts Gutes im Sinn -, daß
> sie dir nicht ewige Schande anhängen.
> Spr 1,10
> 
> 11:35   Nimmst du einen Fremden bei dir auf, so wird er dir Unruhe bringen
> und dich in deinem eignen Haus zum Fremden machen.
> 
>          Vorsicht beim Wohltun
> 
> (vgl. Mt 5,43-48)
> 12:1    Willst du Gutes tun, so sieh zu, wem du es tust; dann verdienst du
> Dank damit.
> 
> 12:2    Tu dem Frommen Gutes, so wird dir's reichlich vergolten, wenn nicht
> von ihm, so doch gewiß vom Herrn.
> Lk 14,12-14
> 
> 12:3    Tu denen nichts Gutes, die beharrlich Böses tun und die selbst nicht
> gern Almosen geben;
> 
> 12:4    gib dem Gottesfürchtigen, doch nimm dich des Gottlosen nicht an.
> 
> 12:5    Tu Gutes dem Demütigen, aber dem Gottlosen gib nichts. Verweigere
> ihm dein Brot und gib ihm nichts, damit er dadurch nicht stärker
> wird als du:
> Spr 25,21-22; Röm 12,19-21
> 
> 12:6    du wirst doppelt soviel Schlechtes durch ihn empfangen, wie du ihm
> Gutes getan hast. Denn auch der Allerhöchste ist den Sündern feind
> und wird die Gottlosen bestrafen.
> Lk 6,35
> 
> Vorsicht vor falschen Freunden
> 
> 12:7     Wenn's einem gutgeht, so lernt man keinen Freund richtig kennen;
> wenn's einem aber schlechtgeht, so wird sich der Feind nicht
> verbergen.
> (7 und 8) Kap 6,5-17
> 
> 12:8    Denn wenn's einem gutgeht, so macht das den Feind verdrossen;
> wenn's einem aber schlechtgeht, so ziehen auch die Freunde sich
> zurück. -
> Spr 19,4
> 
> 12:9     Trau niemals deinem Feinde;
> (9-11) Spr 26,24-25
> 
> 12:10   denn wie das Eisen immer wieder rostet, so läßt auch er nicht von
> seiner Niedertracht.
> 
> 12:11   Und wenn er sich auch verneigt und verbeugt, so halte dich dennoch
> zurück und hüte dich vor ihm. Und wenn du auch an ihm polierst wie
> an einem Spiegel, so bleibt er doch rostig.
> 
> 12:12   Stelle ihn nicht neben dich, damit er dich nicht wegstößt und an
> deinen Platz tritt. Setze ihn auch nicht neben dich, damit er sich
> nicht auf deinen Stuhl setzt und du zuletzt an meine Worte denken
> mußt und es dich reuen wird, daß du nicht auf sie gehört hast. -
> Kap 11,35
> 
> 12:13   Wer hat Mitleid mit einem Schlangenbeschwörer, der gebissen wird,
> oder mit einem Tierbändiger, der zerrissen wird? So geht's auch dem,
> der sich mit den Gottlosen einläßt und sich in ihre Sünden
> verwickelt.
> 
> 12:14   Er bleibt wohl eine Weile bei dir; aber wenn du strauchelst, so hält
> er dich nicht fest.
> 
> 12:15    Der Feind gibt wohl gute Worte und beklagt dich sehr und stellt
> sich freundlich,
> (15 und 16) Jer 9,7; 41,6-7
> 
> 12:16   kann sogar dabei weinen; aber im Herzen plant er schon, dich in die
> Grube zu stürzen, und wenn er Gelegenheit findet, bekommt er nicht
> genug von deinem Blut.
> 
> 12:17   Wenn dir Unheil widerfährt, so ist er als erster zur Stelle
> 
> 12:18   und tut so, als wollte er dir helfen, aber bringt dich hinterrücks
> zu Fall.
> 
> 12:19   Mit dem Kopf nickt er Beifall und klatscht in die Hände; er beklagt
> dich höhnisch und zeigt dir sein wahres Gesicht.
> Kap 13,7-9
> 
>          Vorsicht im Umgang mit Reichen und Mächtigen
> 
> 13:1    Wer Pech angreift, der besudelt sich damit; und wer sich zum
> Hochmütigen gesellt, der lernt Hochmut.
> 
> 13:2     Geselle dich nicht zum Mächtigen und Reichen; du lädst sonst eine
> schwere Last auf dich.
> (2 und 3) Kap 8,1-2
> 
> 13:3    Was soll der irdene Topf beim ehernen Kessel? Denn wenn sie
> aneinanderstoßen, so zerbricht er. -
> 
> 13:4    Der Reiche tut unrecht und brüstet sich noch damit; aber der Arme
> muß es erleiden und sich dazu noch entschuldigen.
> 
> 13:5    Solange du dem Reichen nützlich bist, läßt er dich für sich
> arbeiten; aber wenn du nicht mehr kannst, so läßt er dich fallen.
> 
> 13:6    Solange du etwas hast, bleibt er bei dir, und es bekümmert ihn
> nicht, wenn er dir den Beutel leert.
> 
> 13:7    Wenn er dich braucht, so täuscht er dich geschickt: er lächelt dich
> an, verheißt dir viel, gibt dir die besten Worte und fragt: Brauchst
> du etwas?
> 
> 13:8    und lädt dich großzügig ein, um dich später zwei- oder dreimal
> auszunehmen, und verspottet dich noch zuletzt.
> 
> 13:9    Und wenn er dann deine Not sieht, läßt er dich fallen und schüttelt
> den Kopf über dich.
> Kap 12,17-19
> 
> 13:10   Darum sieh zu, daß du dich nicht täuschen läßt
> 
> 13:11   und deine Einfalt dich nicht ins Unglück bringt. -
> 
> 13:12    Wenn dich ein Mächtiger zu sich heranziehen will, so halte dich
> zurück, dann sucht er dich um so mehr zu sich heranzuziehen.
> (12 und 13) Spr 25,6-7
> 
> 13:13   Dränge dich nicht selbst zu ihm hin, damit du nicht verstoßen wirst;
> halte dich auch nicht zu fern, damit man dich nicht vergißt.
> 
> 13:14   Geh nicht darauf aus, mit ihm zu reden wie mit deinesgleichen, und
> traue seinen vielen Worten nicht; denn er versucht dich damit, und
> mit freundlichem Lächeln horcht er dich aus.
> 
> 13:15   Unbarmherzig ist, wer unachtsam redet:
> 
> 13:16   schwerlich entgeht er der Strafe und dem Gefängnis.
> 
> 13:17   Darum gib gut acht und sieh dich vor:
> 
> 13:18   du lebst in großer Gefahr! -
> 
> 13:19    Jedes Tier liebt seinesgleichen und jeder Mensch den, der ihm am
> nächsten steht.
> Kap 27,10
> 
> 13:20   Jedes Geschöpf hält sich zu seiner eignen Art; so soll auch der
> Mensch sich gesellen zu seinesgleichen.
> 
> 13:21   Wie wenn sich der Wolf zum Schaf gesellt, gerade so ist es, wenn
> ein Gottloser sich zum Frommen gesellt.
> Mt 10,16
> 
> 13:22   Wie die Hyäne mit dem Hund nicht Frieden hält, so auch der Reiche
> nicht mit dem Armen.
> 
> 13:23   Wie der Löwe das Wild in der Steppe frißt, so fressen die Reichen
> die Armen.
> 
> 13:24   Wie der Hochmütige verachtet, was gering ist, so verachtet auch der
> Reiche den Armen. -
> Spr 29,27
> 
> 13:25   Wenn der Reiche zu fallen droht, so stützen ihn seine Freunde; wenn
> der Arme fällt, stoßen ihn selbst seine Freunde zu Boden.
> Spr 19,4
> 
> 13:26   Wenn ein Reicher den Halt verliert, so gibt es viele, die ihm
> beistehen; wenn er sich mit Worten vergriffen hat, so gibt man ihm
> noch recht.
> 
> 13:27   Wenn aber ein Armer den Halt verliert, so bauscht man es noch auf;
> und wenn er auch verständig redet, so läßt man's doch nicht gelten.
> Pred 9,16
> 
> 13:28   Wenn der Reiche redet, so schweigen alle, und seine Worte hebt man
> in den Himmel.
> Ps 73,9
> 
> 13:29   Wenn aber der Arme redet, so fragt man: Wer ist denn das?, und wenn
> er Anstoß erregt, so fallen sie über ihn her.
> 
> Vom rechten und falschen Gebrauch des Reichtums
> 
> 13:30   Reichtum ist nur dann gut, wenn keine Sünde an ihm klebt, und allein
> der Gottlose nennt die Armut böse. -
> 
> 13:31   Was einer im Sinn hat, das sieht man ihm an den Augen an, es sei
> Gutes oder Böses.
> Spr 15,13
> 
> 13:32   Hat er Gutes im Sinn, so blickt er fröhlich auf; wer aber arglistige
> Gedanken hegt, dem sieht man an, wie er sich damit quält. -
> 
>  14:1    Wohl dem, der sich nicht mit Reden vergeht und davon ein böses
> Gewissen hat!
> Kap 25,11; Jak 3,2
> 
> 14:2    Wohl dem, der kein böses Gewissen hat und der seine Zuversicht
> nicht verloren hat! -
> Weish 17,11; Apg 23,1
> 
> 14:3    Zu einem kleinlichen Kerl paßt es nicht recht, wenn er reich ist;
> und was soll Geld und Gut einem Geizkragen?
> 
> 14:4    Wer viel sammelt und sich selber nichts Gutes gönnt, der sammelt's
> für andere, und andere werden's verprassen.
> Pred 2,21-24
> 
> 14:5    Wer sich selbst nichts Gutes gönnt, was sollte der andern Gutes tun?
> Er wird aber auch wenig Freude an seinem Eigentum haben.
> 
> 14:6    Es ist nichts schlimmer, als wenn einer sich selbst nichts Gutes
> gönnt; und das ist die rechte Strafe für seinen Geiz.
> 
> 14:7    Tut er etwas Gutes, so tut er's nur aus Versehen; zuletzt kommt doch
> wieder seine Habgier zum Vorschein.
> 
> 14:8    Das ist ein böser Mensch, der nicht mit ansehen kann, daß man den
> Leuten Gutes tut, sondern sein Angesicht wegwendet und sich über
> niemand erbarmt.
> 
> 14:9     Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was ihm beschieden
> ist, und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen.
> Spr 27,20
> 
> 14:10   Ein Neidhammel mißgönnt den andern das Brot, und es tut ihm weh,
> wenn er auftischen muß. -
> Spr 23,6-7
> 
> 14:11   Mein Kind, tu dir selbst soviel Gutes an, wie du kannst, und gib dem
> Herrn die Opfer, die ihm gebühren.
> 
> 14:12   Bedenke, daß der Tod nicht auf sich warten läßt und daß du keinen
> Vertrag mit dem Tod hast.
> Jes 28,15; Weish 1,16
> 
> 14:13   Tu dem Freund Gutes noch vor deinem Ende, und gib dem Armen nach
> deinen Kräften.
> Spr 3,28
> 
> 14:14   Versäume keinen fröhlichen Tag, und laß dir die Freuden nicht
> entgehen, die dir beschieden sind.
> Pred 2,24; 7,14
> Luther übersetzte frei: Vergiß der Armen nicht, wenn du den
> fröhlichen Tag hast, so wird dir auch Freude widerfahren, die du
> begehrst.
> 
> 14:15   Denn du mußt doch alles, was du sauer erworben hast, andern lassen
> und den Ertrag deiner Arbeit den Erben geben.
> Ps 49,11
> 
> 14:16   Schenke und laß dich beschenken, und gönne dir, was dir zusteht;
> 
> 14:17   denn wenn du tot bist, so hast du nichts mehr davon.
> 
> 14:18   Alles Lebendige veraltet wie ein Kleid, denn es ist das uralte
> Gesetz: Du mußt sterben!
> Ps 102,27; Kap 41,5
> 
> 14:19   Wie mit den grünen Blättern auf einem schönen Baum - die einen
> fallen ab, die andern wachsen wieder -, so geht's mit dem
> Menschengeschlecht auch: die einen sterben, die andern werden
> geboren.
> Jes 40,6;  Pred 1,4
> 
> 14:20   Alles vergängliche Werk muß ein Ende nehmen;
> 
> 14:21   und die es bewirken, fahren auch mit dahin.
> Pred 9,6
> 
> Vom Trachten nach der Weisheit
> 
> 14:22    Wohl dem, der über die Weisheit nachsinnt und sie aufnimmt in sein
> ganzes Denken;
> (22-25) Spr 8,34
> 
> 14:23   der ihre Wege von Herzen betrachtet und ihren Geheimnissen immer
> weiter nachforscht, ihr wie ein Späher nachschleicht und auf ihren
> Wegen auf sie wartet
> Kap 6,28
> 
> 14:24   und guckt zu ihrem Fenster hinein und horcht an ihrer Tür,
> 
> 14:25   sucht Herberge nahe bei ihrem Hause und schlägt seine Pflöcke bei
> ihren Mauern ein und richtet an ihrer Wand sein Zelt auf, so daß er
> eine gute Herberge hat.
> 
> 14:26    Er bringt auch seine Kinder unter ihr Dach und bleibt unter ihrem
> Schatten;
> (26 und 27) Jes 25,4
> 
> 14:27   da wird er vor der Hitze beschirmt und hat eine herrliche Wohnung. -
> 
>  15:1    Das alles tut nur, wer den Herrn fürchtet; und wer sich an Gottes
> Wort hält, der findet die Weisheit.
> Kap 19,18
> 
> 15:2    Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter und wird ihn empfangen
> wie eine junge Frau.
> Weish 8,2; 8,9
> 
> 15:3    Sie reicht ihm die Speise der Einsicht und den Trank der Weisheit.
> Kap 24,28-29; Spr 9,5
> 
> 15:4    Er wird durch sie feststehen, daß er nicht fällt, und wird sich an
> sie halten, daß er nicht zuschanden wird.
> 
> 15:5     Sie wird ihn erhöhen über seine Nächsten und ihm den Mund auftun in
> der Gemeinde.
> (5 und 6) Weish 8,10-15
> 
> 15:6    Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne und ihm einen ewigen
> Namen verleihen. -
> Kap 6,32;  Kap 39,13
> 
> 15:7    Aber die Narren finden die Weisheit nicht, und die Gottlosen können
> sie nicht entdecken.
> 
> 15:8    Sie ist weit weg von den Hochmütigen, und die Heuchler wissen
> nichts von ihr. -
> Spr 8,13
> 
> 15:9     Es schickt sich nicht für den Gottlosen, Gott zu loben; denn es ist
> ihm vom Herrn nicht gegeben.
> Am 5,23
> 
> 15:10   Denn zu rechtem Lob gehört die Weisheit, dann gibt Gott Gnade dazu.
> 
> Von der Verantwortung des Menschen
> 
> 15:11   Du darfst nicht sagen: Bin ich abtrünnig geworden, so hat's Gott
> getan -; denn was er haßt, das solltest du nicht tun.
> Jak 1,13-14
> 
> 15:12   Du darfst nicht sagen: Er selbst hat mich verführt -; denn er
> braucht keinen Gottlosen.
> 
> 15:13   Der Herr haßt alles, was ein Greuel ist; und wer ihn fürchtet, der
> scheut sich davor. -
> Kap 17,24
> 
> 15:14   Er hat im Anfang den Menschen geschaffen und ihm die Entscheidung
> überlassen.
> 1. Mose 2,7;  1. Mose 2,16-17
> 
> 15:15   Wenn du willst, so kannst du die Gebote halten und in rechter Treue
> tun, was ihm gefällt.
> 1. Joh 5,3
> 
> 15:16   Er hat dich vor Feuer und Wasser gestellt; ergreife das, was du
> willst!
> 
> 15:17   Der Mensch hat vor sich Leben und Tod; was er davon will, das wird
> ihm gegeben werden. -
> 5. Mose 30,15-20; Jer 21,8
> 
> 15:18   Denn die Weisheit des Herrn ist groß, er ist stark und mächtig
> 
> 15:19   und sieht alles:
> Kap 17,16; 23,28; 39,24; 42,18
> 
> 15:20    seine Augen sehen auf die, die ihn fürchten, und er weiß genau, was
> recht getan oder Heuchelei ist.
> Ps 33,18; 34,16; Kap 34,19
> 
> 15:21   Er hat niemand geboten, gottlos zu sein, und niemand erlaubt zu
> sündigen.
> Ps 5,5
> 
>          Vom Ernst der Vergeltung Gottes
> 
> 16:1    Wünsche dir nicht viele Kinder, wenn sie dann mißraten, und freue
> dich nicht über Söhne, wenn sie dann gottlos werden, und freue dich
> nicht darüber, daß du viele Kinder hast, wenn sie nicht den Herrn
> fürchten.
> Spr 17,21; Weish 4,1; 4,3
> 
> 16:2    Verlaß dich nicht darauf, daß sie am Leben bleiben, und vertraue
> nicht auf ihre große Zahl.
> 
> 16:3    Denn besser ein frommes Kind als tausend gottlose,
> 
> 16:4    und besser ohne Kinder sterben als gottlose Kinder haben.
> 
> 16:5    Ein frommer Mann kann einer Stadt zur Blüte verhelfen, aber wie
> zahlreich die Gottlosen auch sind, so wird ihre Stadt doch
> veröden. -
> Spr 2,21-22
> 
> 16:6    Das hab ich mit eignen Augen oft gesehen und mit eignen Ohren noch
> Schlimmeres gehört:
> 
> 16:7    Feuer bricht aus im Haufen der Gottlosen, und Gottes Zorn entbrannte
> über das ungehorsame Volk.
> 4. Mose 11,1; 16,35
> 
> 16:8    Der Herr verschonte die Riesen der Vorzeit nicht, die auf ihre
> Stärke pochten und abtrünnig wurden.
> 1. Mose 6,4-7; Bar 3,26-28
> 
> 16:9    Er schonte auch die nicht, bei denen Lot als Fremdling lebte,
> sondern verdammte sie um ihres Übermuts willen.
> 1. Mose 19,1-28
> 
> 16:10   Und er erbarmte sich nicht über das Volk, das er dem Untergang
> geweiht hatte, sondern trieb sie aus ihrem Land um ihrer Sünde
> willen.
> 5. Mose 7,1-2
> 
> 16:11   So hat er auch die Sechshunderttausend hinweggerafft, weil sie
> allesamt ungehorsam waren. Wie sollte denn ein einzelner
> Ungehorsamer unbestraft bleiben? -
> 2. Mose 12,37; 4. Mose 14,21-23; 5. Mose 2,14; Kap 46,10
> 
> 16:12   Denn Gott ist zwar barmherzig, aber er ist auch zornig. Er läßt
> sich versöhnen, aber er straft auch schrecklich. So groß wie seine
> Barmherzigkeit ist, so groß ist auch seine Strafe; und er richtet
> jeden, wie er's verdient.
> Kap 5,7;  Jer 17,10
> 
> 16:13   Der Gottlose wird mit seinem Raub nicht entkommen, doch was der
> Fromme erhofft, wird nicht ausbleiben.
> 
> 16:14   Jede Wohltat findet ihre Stätte bei Gott, und jedem wird
> widerfahren, wie er's verdient hat. -
> Hiob 34,11
> 
> Gegen leichtsinnigen Zweifel an Gottes Vergeltung
> 
> 16:15    Sage nicht: Der Herr sieht nach mir nicht; wer fragt im Himmel
> nach mir?
> (15-22) Kap 23,25; 23,29; Ps 94,7; Jer 23,24
> 
> 16:16   Unter dem großen Haufen bemerkt er mich nicht; was bin ich gegen die
> ganze große Welt?
> 
> 16:17   Denn siehe, der ganze Himmel, das Meer und die Erde erbeben, wenn er
> sie heimsucht;
> 
> 16:18   die Berge und die Grundfesten der Erde erzittern, wenn er sie nur
> anschaut.
> 
> 16:19   Doch um mich kann er sich dabei nicht kümmern, und wer achtet schon
> auf meine Wege? Wenn ich sündige, sieht mich kein Auge;
> 
> 16:20   wenn ich ganz im geheimen betrüge, wer merkt es? Und wer macht schon
> bekannt, was an gerechten Taten geschieht?
> 
> 16:21   Was soll einer da noch hoffen, wenn er sich ans Gesetz hält? -
> Mal 3,14; 3,16
> 
> 16:22   Das meinen nur Leute, denen es an Verstand fehlt, und nur ein
> beschränkter Mensch denkt so.
> 
> Von Gottes Recht, den Menschen zur Verantwortung zu ziehen
> 
> 16:23   Mein Kind, höre mir zu und lerne Weisheit und beherzige meine Worte!
> 
> 16:24   Ich will dir eine zuverlässige Lehre geben und dich mit Sorgfalt
> unterrichten:
> 
> 16:25   Als der Herr im Anfang seine Werke erschuf
> 
> 16:26   und von ihrem Ursprung an ihnen ihre Bestimmung gab,
> 
> 16:27    da hat er für immer geordnet, was sie tun, und für alle Zeit, wie
> weit ihre Herrschaft reichen sollte, daß sie nicht müde noch matt
> werden noch ihren Dienst versäumen
> (27 und 28) 1. Mose 1,16-18; Ps 19,5-7; Jes 40,26
> 
> 16:28   und keins das andere behindern, sondern daß alle immer seinem Befehl
> gehorsam sein sollten.
> 
> 16:29   Danach hat er auf die Erde geblickt und sie mit seinen Gütern
> erfüllt
> 
> 16:30   und das Erdreich mit Tieren bevölkert, die wieder zur Erde
> zurückkehren. -
> 1. Mose 1,20-25;  Pred 3,19-20
> 
>  17:1    Gott hat die Menschen aus Erde geschaffen
> 1. Mose 2,7
> 
> 17:2    und sie wieder zur Erde zurückkehren lassen;
> 1. Mose 3,19; Kap 40,11
> 
> 17:3     er bestimmte ihnen die Zeit ihres Lebens und gab ihnen Macht über
> das, was auf Erden ist, und verlieh ihnen Kraft, wie er selber sie
> hat, und schuf sie nach seinem Bilde.
> (3 und 4) 1. Mose 1,26-28;  1. Mose 6,3; Ps 90,10; Kap 18,8
> 
> 17:4    Er bestimmte, daß alle Geschöpfe sie fürchten mußten und sie
> herrschen sollten über Tiere und Vögel.
> 1. Mose 9,2; Weish 9,2
> 
> 17:5    Er gab ihnen Vernunft, Sprache, Augen, Ohren und Verstand zum
> Denken.
> 
> 17:6    Er erfüllte sie mit kluger Erkenntnis und zeigte ihnen Gutes und
> Böses.
> 5. Mose 30,15
> 
> 17:7     Er hat sein Licht in ihre Herzen gegeben,
> (7 und 8) Ps 145,5; Röm 1,19-20
> 
> 17:8    um ihnen die Größe seiner Werke zu zeigen, damit sie seinen heiligen
> Namen loben und seine großen Taten erzählen sollten.
> 
> 17:9    Er hat sie gelehrt und ihnen das Gesetz des Lebens gegeben.
> Kap 45,6
> 
> 17:10   Er hat einen ewigen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen die
> Ordnungen seines Rechts offenbart.
> 2. Mose 19,5; Ps 111,9
> 
> 17:11   Sie haben mit ihren Augen seine hohe Majestät gesehen und mit
> ihren Ohren seine herrliche Stimme gehört.
> 2. Mose 24,10-11;  2. Mose 20,18
> 
> 17:12   Und er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht! und befahl
> jedem, für seinen Nächsten zu sorgen. -
> 3. Mose 19,18
> 
> 17:13   Ihre Wege hat er immer vor Augen, und nichts ist vor ihm verborgen.
> 
> 17:14    Jedem Volk hat er einen Herrscher gegeben,
> (14 und 15) 5. Mose 4,20; 1. Sam 8,5; 8,7; Röm 13,1
> 
> 17:15   aber über Israel ist er selbst Herr geworden.
> 
> 17:16   Alle ihre Werke sind ihm so wenig verborgen wie die Sonne, und seine
> Augen sehen ohne Unterlaß all ihre Wege.
> Kap 15,19
> 
> 17:17   Auch alle ihre Ungerechtigkeiten sind ihm nicht verborgen, und alle
> ihre Sünden sind vor ihm offenbar.
> Ps 90,8
> 
> 17:18   Er hält die Wohltaten eines Menschen so wert wie einen Siegelring
> und seine guten Werke wie einen Augapfel.
> Kap 49,13;  5. Mose 32,10
> 
> 17:19   Und zuletzt wird er aufstehen und jedem vergelten auf seinen Kopf,
> wie er's verdient hat.
> Kap 11,27
> 
> 17:20   Aber die reumütig sind, läßt er wieder zu Gnaden kommen, und die
> müde werden, tröstet er, daß sie nicht verzagen. -
> Jer 7,3;  Jes 40,1-2; 40,29-31
> 
> 17:21   So bekehre dich nun zum Herrn und laß dein sündiges Leben;
> 
> 17:22   flehe zum Herrn, und gib kein Ärgernis mehr!
> 
> 17:23   Kehre zum Höchsten zurück und wende dich vom Unrecht ab
> 
> 17:24   und hasse unversöhnlich, was ihm ein Greuel ist.
> Kap 15,13; 3. Mose 18,26; 5. Mose 7,25
> 
> Lob der Barmherzigkeit Gottes
> 
> 17:25    Wer kann den Höchsten loben bei den Toten?
> (25 und 26) Ps 6,6
> 
> 17:26   Denn allein die Lebendigen können loben; die Toten, die kein Leben
> haben, können nicht mehr loben.
> 
> 17:27   Darum: wer lebt und gesund ist, der lobe den Herrn! -
> 
> 17:28    Wie ist die Barmherzigkeit des Herrn so groß! Er zeigt sich denen
> gnädig, die sich zu ihm bekehren.
> (28 und 29) Kap 18,8-11; Ps 103,13-14
> 
> 17:29   Denn der Mensch ist nicht vollkommen, da er ja nicht unsterblich
> ist.
> 
> 17:30   Was ist heller als die Sonne? Und doch verfinstert sie sich. So kann
> erst recht nicht gut sein, was Fleisch und Blut sich ausdenkt.
> 1. Mose 8,21
> 
> 17:31   Das Heer der Himmelshöhe hält der Herr in Ordnung; aber alle
> Menschen sind Erde und Staub. -
> Kap 33,10
> 
>  18:1    Der ewig lebt, der hat alles miteinander geschaffen.
> 
> 18:2    Der Herr allein ist gerecht. Niemand kann seine Werke aufzählen.
> Wer kann seine großen Taten erforschen?
> Kap 42,17; Ps 106,2
> 
> 18:3    Wer kann seine große Macht ermessen?
> 
> 18:4    Wer kann seine große Barmherzigkeit genug preisen?
> 
> 18:5    Man kann sie weder vermindern noch vermehren und kann seine großen
> Wunder nicht erforschen.
> Kap 42,22;  Pred 8,17
> 
> 18:6    Selbst wenn ein Mensch dabei sein Bestes getan hat, so ist's noch
> kaum angefangen; und wenn er aufhört, merkt er erst, wieviel noch
> fehlt. -
> Ps 139,17-18
> 
> 18:7    Aber was ist der Mensch? Wozu taugt er? Was kann er nutzen oder
> schaden?
> Hiob 7,16-17; Ps 144,3-4
> 
> 18:8     Wenn er lange lebt, so lebt er hundert Jahre. Wie ein Tröpflein
> Wasser im Meer und wie ein Körnlein Sand, so gering sind seine Jahre
> im Vergleich mit der Ewigkeit. -
> Kap 17,3; Ps 90,10
> 
> 18:9     Darum hat Gott Geduld mit den Menschen und schüttet seine
> Barmherzigkeit über sie aus.
> (9-11) Kap 17,28-29
> 
> 18:10   Er sieht und weiß, wie bitter ihr Ende ist;
> 
> 18:11   darum erbarmt er sich um so herzlicher über sie. -
> 
> 18:12   Die Barmherzigkeit eines Menschen gilt allein seinem Nächsten; aber
> Gottes Barmherzigkeit gilt der ganzen Welt.
> Ps 145,9; Weish 11,23
> 
> 18:13   Er weist zurecht, erzieht und belehrt und führt zurück wie ein
> Hirt seine Herde.
> Jer 31,18; Tit 2,11-12;  Jer 31,10
> 
> 18:14   Er erbarmt sich über alle, die sich erziehen lassen und eifrig auf
> sein Wort hören.
> 
> Vom Wohltun mit Worten und Werken
> 
> 18:15   Mein Kind, wenn du jemand Gutes tust, so tu's nicht mit tadelnden
> Worten; und wenn du jemand etwas gibst, so kränke ihn nicht dabei.
> Kap 41,28
> 
> 18:16   Wie der Tau die Hitze kühlt, so ist ein gutes Wort besser als eine
> Gabe.
> 
> 18:17   Ja, ein Wort ist oft wichtiger als eine große Gabe, und ein
> freundlicher Mensch gibt sie beide.
> 
> 18:18   Ein Narr aber macht lieblose Vorwürfe, und eine unfreundliche Gabe
> führt zu Tränen.
> 
> Mahnung zur Bereitschaft für die Zukunft
> 
> 18:19   Unterrichte dich, bevor du das Wort nimmst;
> 
> 18:20   sorge für deine Gesundheit, bevor du krank wirst;
> 
> 18:21    prüfe dich selbst, bevor das Gericht kommt, so wirst du in der
> Stunde der Heimsuchung Gnade finden. -
> Gal 6,4
> 
> 18:22   Demütige dich vor Gott, noch bevor du krank wirst, und kehre um,
> sobald du gesündigt hast. Laß dich nicht aufhalten, dein Gelübde
> bald zu erfüllen, und warte nicht bis an den Tod, um es einzulösen.
> Kap 5,8-9;  Pred 5,3
> 
> 18:23   Bevor du ein Gelübde tust, überlege dir's gut, damit du Gott nicht
> versuchst.
> Spr 20,25
> 
> 18:24   Denk an den Zorn, der am Ende kommen wird, und an die Stunde der
> Strafe, in der er sein Antlitz abwendet. -
> Kap 7,40
> 
> 18:25   Wenn man satt ist, soll man bedenken, daß man vielleicht wieder
> hungern muß; und wenn man reich ist, soll man bedenken, daß man
> wieder arm werden kann.
> Kap 11,26
> 
> 18:26   Denn es kann vor Abend ganz anders werden, als es am Morgen war; so
> schnell wandelt sich alles vor Gott.
> Hiob 1,13-22
> 
> Vom Leben des Weisen
> 
> 18:27   Ein weiser Mensch ist in allem sorgsam, und wenn andre sündigen,
> hütet er sich vor Verfehlungen. -
> 
> 18:28   Wer verständig ist, ehrt die Weisheit und preist den, der sie
> gefunden hat.
> 
> 18:29   Wer Weisheitslehren recht versteht, der ist selbst ein Weiser und
> kann andere mit trefflichen Sprüchen stärken.
> Kap 50,29
> 
> Warnung vor bösen Leidenschaften
> 
> 18:30    Folge deinen bösen Leidenschaften nicht, sondern zügle dein
> Verlangen.
> Kap 5,2
> 
> 18:31   Denn wenn du deinen bösen Leidenschaften folgst, so wirst du dich
> deinen Feinden selbst zum Spott machen.
> Kap 6,4
> 
> 18:32    Sei kein Prasser und gewöhne dich nicht ans Schlemmen,
> (32 und 33) Spr 23,20-21
> 
> 18:33   damit du nicht zum Bettler wirst, der andre auf Borgen bewirtet,
> weil er selber kein Geld mehr im Beutel hat.
> 
>  19:1    Ein Arbeiter, der sich gern vollsäuft, der wird nicht reich; und wer
> mit wenigem nicht haushält, der kommt bald zu Fall.
> 
> 19:2     Wein und Weiber betören die Weisen;
> (2 und 3) Kap 9,3-13; 1. Kön 11,3; Hos 4,11; Spr 5,1-13
> 
> 19:3    und wer sich an Huren hängt, der wagt zuviel; den fressen Maden und
> Würmer, und wer so verwegen lebt, der wird hinweggerafft.
> 
> Vom bösen Gerede
> 
> 19:4    Wer leichtgläubig ist, der ist leichtsinnig, und wer sündigt, der
> schadet sich selbst.
> 
> 19:5    Wer sich über eine Bosheit freut, den wird man verachten, und wer
> etwas nachschwatzt, dem fehlt es an Verstand.
> 
> 19:6    Hörst du etwas Böses, das schwatze nicht nach, denn solches
> Schweigen schadet dir nichts.
> 
> 19:7    Du sollst es weder Freund noch Feind sagen;
> 
> 19:8    und offenbare es nicht, wenn du es ohne böses Gewissen verschweigen
> kannst.
> Spr 25,9
> 
> 19:9    Denn man hört dir wohl zu, aber man hütet sich vor dir, und zu
> gelegener Zeit läßt man dich den Haß spüren.
> 
> 19:10   Hast du etwas gehört, so laß es mit dir sterben; sei ohne Sorge, du
> wirst ja nicht davon platzen!
> Spr 11,13
> 
> 19:11   Aber aus einem Narren bricht es heraus wie ein Kind, das geboren
> werden will.
> 
> 19:12   Wenn ein Wort im Narren steckt, dann ist's genau so, wie wenn ein
> Pfeil in der Hüfte steckt. -
> 
> 19:13    Stell deinen Nächsten zur Rede: vielleicht hat er's nicht getan;
> oder wenn er's getan hat, damit er's nicht wieder tut.
> (13-17) 3. Mose 19,17
> 
> 19:14   Stell deinen Nächsten zur Rede: vielleicht hat er's nicht gesagt;
> wenn er's aber gesagt hat, damit er's nicht wieder sagt.
> 
> 19:15   Stell deinen Freund zur Rede, denn man verleumdet die Leute gern;
> darum glaube nicht alles, was du hörst.
> 
> 19:16   Oft entfährt einem ein Wort, das doch nicht böse gemeint war; denn
> wem ist noch nie ein böses Wort entfahren?
> Pred 7,21-22; Jak 3,2
> 
> 19:17   Stell deinen Nächsten zur Rede, bevor du ihm drohst, und bedenke,
> was Gottes Gesetz fordert.
> 
> Gottesfürchtige Weisheit und arglistige Schlauheit
> 
> 19:18   Alle Weisheit besteht in der Furcht Gottes, und zu aller Weisheit
> gehört das Tun des Gesetzes.
> Spr 1,7; Kap 15,1;  Kap 21,12-13
> 
> 19:19   Kenntnis des Bösen ist nicht Weisheit, und die Pläne der Gottlosen
> sind nicht Klugheit zu nennen.
> 
> 19:20   Es gibt eine Schlauheit, die man verabscheuen muß, und ein Tor ist,
> dem es an Weisheit fehlt.
> Kap 21,15; Jak 3,15
> 
> 19:21   Besser ist geringe Klugheit mit Gottesfurcht als große Klugheit mit
> Übertretung des Gesetzes. -
> 1. Kor 1,21
> 
> 19:22   Es ist mancher scharfsinnig, aber ein Bösewicht, und kann eine Sache
> so drehen, daß er recht behält.
> 
> 19:23   Es kann einer sehr ernsthaft aussehen, und sein Herz ist doch voll
> Arglist.
> 
> 19:24   Er schlägt die Augen nieder und stellt sich taub; und wenn du nicht
> auf ihn achtgibst, so wird er dich übervorteilen.
> 
> 19:25   Und wenn er auch zu schwach ist, um dir zu schaden, so wird er's
> doch tun, wenn er seine Zeit gekommen sieht. -
> 
> 19:26   Man sieht's einem an, was für ein Mann er ist, und einen
> Vernünftigen erkennt man an seinem Auftreten.
> Kap 13,31
> 
> 19:27   Denn Kleidung, Lachen und Gang zeigen, was an ihm ist.
> 
>          Vom rechtzeitigen Reden und Schweigen
> 
> 20:1    Es tadelt einer oft seinen Nächsten zur Unzeit, doch wäre es
> klüger, wenn er schwiege.
> Kap 22,6
> 
> 20:2    Es ist besser, offen zu tadeln, als heimlich Haß zu tragen;
> 
> 20:3    und wer's mit Dank annimmt, dem bringt's Nutzen.
> 
> 20:4    Wer mit Gewalt ein Urteil erzwingen möchte, der ist wie ein
> Verschnittener, der eine Jungfrau schänden will.
> Kap 30,21
> 
> 20:5    Der eine schweigt und wird deshalb für weise gehalten; der andere
> macht sich unbeliebt, weil er viel redet.
> Spr 17,28
> 
> 20:6     Der eine schweigt, weil er nichts zu antworten weiß; der andere
> aber schweigt und wartet auf seine Zeit.
> (6 und 7) Pred 3,7; Am 5,13
> 
> 20:7    Ein weiser Mann schweigt, bis er seine Zeit gekommen sieht; aber ein
> Prahler und Narr achtet nicht auf die rechte Zeit.
> 
> 20:8    Wer viele Worte macht, wird verabscheut; und wer sich zu viel
> anmaßt, macht sich verhaßt.
> Spr 10,19;  1. Mose 37,5-11
> 
> Von den Wendungen des Schicksals
> 
> 20:9    Manches Unglück führt einen zum Guten, und mancher Gewinn führt zum
> Schaden.
> Mt 16,26
> 
> 20:10   Manche Gaben bringen keinen Gewinn; andere dagegen werden doppelt
> vergolten.
> 
> 20:11   Mancher, der in hohem Ansehen steht, fällt tief; und mancher, der
> sich bücken muß, kommt empor.
> 2. Sam 16,23; 17,23; 1. Mose 39,20;  1. Mose 41,41
> 
> 20:12   Mancher kauft zunächst viel für wenig Geld; aber nachher muß er's
> siebenfach bezahlen.
> 
> Eigennutz und Unbeliebtheit des Narren
> 
> 20:13   Ein weiser Mann macht sich durch seine Worte beliebt, aber die
> freundlichen Worte der Narren haben keinen Wert.
> 
> 20:14   Das Geschenk des Narren wird dir nicht viel nützen; denn mit einem
> Auge gibt er, und mit sieben Augen wartet er, was er dafür bekommt.
> 
> 20:15   Er gibt wenig und hält es einem vielfach vor und schreit's aus wie
> ein Ausrufer.
> 
> 20:16   Heute leiht er, morgen will er's wieder haben. Das sind widerwärtige
> Leute.
> 
> 20:17   Der Narr klagt: »Niemand ist mein Freund; niemand dankt mir für
> meine Wohltaten.
> 
> 20:18   Auch die mein Brot essen, reden nichts Gutes von mir.«
> 
> 20:19   Wie oft und von wie vielen wird er verspottet!
> 
> Unzeitiges Reden
> 
> 20:20   Besser, es kommt einer auf schlüpfrigem Boden zu Fall als durch
> sein Reden; so geht's den Bösen: plötzlich müssen sie fallen.
> Spr 12,13
> 
> 20:21   Ein dummer Mensch fällt auf durch unpassende Reden; im Munde
> unerzogener Leute sind sie gang und gäbe.
> 
> 20:22   Auch wenn ein Narr etwas Richtiges sagt, so findet es doch keinen
> Anklang; denn er redet's nicht zur rechten Zeit.
> Vers 6-7
> 
> Die Folgen von Armut und falscher Scham
> 
> 20:23   Manchen hindert nur seine Armut daran, Böses zu tun; kommt er zur
> Ruhe, so hat er kein schlechtes Gewissen.
> 
> 20:24   Mancher setzt sein Leben aufs Spiel aus Furcht vor Schande; aber um
> törichter Leute willen verliert er es.
> 
> 20:25   Mancher macht aus Scham seinem Freund Versprechungen, und eben
> dadurch bekommt er ihn zum Feinde.
> 
> Warnung vor Lügen
> 
> 20:26   Die Lüge ist ein häßlicher Schandfleck an einem Menschen und ist im
> Munde unerzogener Leute gang und gäbe.
> Eph 4,25
> 
> 20:27   Schlimmer als ein Dieb ist ein Mensch, der ständig lügt; aber
> zuletzt kommen sie beide an den Galgen.
> 3. Mose 19,11
> 
> 20:28   Ein verlogener Mensch ist ehrlos, und sein schändliches Verhalten
> hört nicht auf.
> 
> Rechtes und falsches Verhalten der Weisen
> 
> 20:29   Ein weiser Mann bringt sich selbst zu Ehren durch seine Worte, und
> ein kluger Mann gefällt den Mächtigen.
> 1. Mose 41,37
> 
> 20:30   Wer einen Acker fleißig bebaut, der macht seinen Garbenhaufen groß;
> und wer dem Mächtigen gefällt, kann Unrecht gutmachen.
> Spr 12,11
> 
> 20:31   Geschenke und Gaben verblenden die Weisen und legen ihnen einen Zaum
> ins Maul, so daß sie niemand mehr zurechtweisen können.
> 2. Mose 23,8; 5. Mose 16,19
> 
> 20:32   Verheimlichte Weisheit und ein vergrabener Schatz, was nützen sie
> beide?
> Kap 41,17; Mt 13,44
> 
> 20:33   Es ist besser, daß einer seine Torheit verbirgt, als daß einer seine
> Weisheit verheimlicht.
> 
>          Warnung vor mancherlei Sünden
> 
> 21:1    Mein Kind, hast du gesündigt, so höre damit auf und bitte, daß dir
> die bisherigen Sünden vergeben werden.
> Joh 8,11
> 
> 21:2     Fliehe vor der Sünde wie vor einer Schlange; denn wenn du ihr zu
> nahe kommst, so sticht sie dich.
> 1. Mose 39,7-12
> 
> 21:3    Ihre Zähne sind wie Löwenzähne und töten den Menschen.
> 
> 21:4    Jede Sünde ist wie ein zweischneidiges Schwert und verwundet so, daß
> niemand heilen kann. -
> 
> 21:5    Wer Gewalt und Unrecht tut, muß zuletzt zum Bettler werden; und wer
> hochmütig ist, kommt zuletzt von Haus und Hof.
> Hiob 20,10
> 
> 21:6     Sobald der Elende ruft, so hört's Gott, und seine Rache wird
> eilends kommen. -
> Ps 34,7
> 
> 21:7    Wer sich nichts sagen läßt, der ist schon auf der Bahn des
> Gottlosen; aber wer Gott fürchtet, der nimmt es zu Herzen.
> Jak 3,17
> 
> 21:8    Wer zu reden versteht, ist weithin bekannt, und ein Kluger merkt, wo
> er entgleist. -
> 
> 21:9    Wer sein Haus baut mit fremdem Hab und Gut, der sammelt Steine für
> sein Grab. -
> Hab 2,6-7
> 
> 21:10   Die Schar der Gottlosen ist wie ein Haufe Werg, das vom Feuer
> verzehrt wird.
> Jes 1,31
> 
> 21:11   Die Gottlosen gehen zwar auf einem gepflasterten Weg; aber an seinem
> Ende ist der Abgrund der Hölle.
> Ps 73,3-5; 73,16-19; Mt 7,13
> 
> Unterschiede zwischen Weisen und Narren
> 
> 21:12   Wer Gottes Gebot hält, der folgt seinem eignen Kopf nicht;
> Kap 10,29
> 
> 21:13   und Gott mit Ernst fürchten ist Weisheit.
> Hiob 28,28
> 
> 21:14   Wer nicht klug ist, der läßt sich nicht erziehen;
> Kap 32,18; Spr 15,32
> 
> 21:15   es gibt aber eine Klugheit, die viel Bitterkeit schafft. -
> Kap 19,20-22
> 
> 21:16   Die Erkenntnis eines weisen Mannes wächst wie eine Flut, und sein
> Rat ist wie eine lebendige Quelle.
> Spr 18,4
> 
> 21:17   Das Herz des Narren ist wie ein Topf mit einem Sprung: es kann keine
> Lehre behalten.
> 
> 21:18   Wenn ein Vernünftiger eine gute Lehre hört, so lobt er sie und fügt
> noch etwas hinzu; hört sie aber einer, der üppig lebt, so mißfällt
> sie ihm, und er kehrt ihr den Rücken. -
> 
> 21:19   Die Rede des Narren drückt wie eine Last beim Gehen; aber wenn ein
> Weiser redet, da hört man gern zu.
> Kap 22,17-18
> 
> 21:20   In der Gemeinde gibt man auf das acht, was der Weise redet; und was
> er rät, nimmt man sich zu Herzen.
> 
> 21:21   Für den Narren ist Weisheit wie ein eingefallenes Haus; und die
> Erkenntnis des Unverständigen hüllt sich in leere Worte.
> 
> 21:22   Wenn man den Narren erziehen will, so stellt er sich an, als wollte
> man ihm Fesseln an Hände und Füße legen;
> 
> 21:23   aber ein Weiser hält Zucht für goldenen Schmuck und für ein
> Geschmeide am rechten Arm. -
> Kap 6,30-32
> 
> 21:24   Ein Narr läuft einem ohne weiteres ins Haus; aber ein Besonnener
> scheut sich davor.
> 
> 21:25   Ein Narr guckt einem ohne weiteres zum Fenster hinein; aber ein
> Guterzogener bleibt draußen stehen.
> 
> 21:26   Der ist unerzogen, der an der Tür horcht; für den Vernünftigen wäre
> es sogar eine große Schmach. -
> 
> 21:27   Die Schwätzer reden, wovon sie nichts verstehen; die Weisen aber
> wägen ihre Worte mit der Goldwaage.
> Kap 28,29
> 
> 21:28   Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge; aber die Weisen haben
> ihren Mund im Herzen.
> Spr 13,3
> 
> 21:29   Ein Narr lacht überlaut; ein Weiser lächelt nur ein wenig. -
> 
> 21:30   Wenn der Gottlose seinem Widersacher flucht, so flucht er sich
> selber.
> Mt 5,22
> 
> 21:31   Die Verleumder bringen sich selbst in Schande, und niemand hat sie
> gern um sich.
> Kap 5,16-17
> 
>          Über Faulheit und ungeratene Kinder
> 
> 22:1    Ein fauler Mensch ist wie ein kotbeschmutzter Stein, und jeder
> zischt ihn aus, weil er so ekelhaft ist.
> 
> 22:2    Ein fauler Mensch ist wie ein Mistklumpen; wer ihn aufhebt, der muß
> sich die Hände abwischen. -
> 
> 22:3     Ein ungeratener Sohn ist für seinen Vater eine Schande, und eine
> mißratene Tochter bringt ihm Schaden.
> Spr 17,25
> 
> 22:4    Eine vernünftige Tochter kriegt einen Mann; aber eine Tochter, die
> sich schändlich aufführt, bleibt sitzen, und sie macht ihrem Vater
> Kummer;
> 
> 22:5    und welche frech ist, die ist für den Vater wie den Mann eine
> Schande und wird von beiden verachtet. -
> 
> 22:6    Eine Rede, die zur Unzeit geschieht, ist wie fröhliches Saitenspiel,
> wenn einer traurig ist. Strenge Erziehung aber ist zu jeder Zeit
> weise.
> 
> Vom Verhalten gegen Narren
> 
> 22:7    Wer einen Narren lehrt, der leimt Scherben zusammen oder handelt wie
> einer, der jemand aus tiefem Schlaf weckt.
> 
> 22:8    Wer mit einem Narren redet, der redet mit einem Schlafenden,
> 
> 22:9    der am Ende fragt: Was ist denn? -
> 
> 22:10    Über einen Toten soll man trauern, denn das Licht ist ihm
> erloschen; und über einen Narren soll man trauern, denn der
> Verstand ist ihm erloschen.
> (10 und 11) Kap 38,16-18
> 
> 22:11   Doch soll man über einen Toten nicht zu sehr trauern; denn er ist
> zur Ruhe gekommen;
> 
> 22:12   aber das Leben des Narren ist schlimmer als der Tod.
> 
> 22:13    Sieben Tage trauert man über einen Toten, aber über Narren und
> Gottlose ihr Leben lang. -
> 1. Mose 50,10
> 
> 22:14   Rede nicht viel mit einem Narren; und geh nicht zu einem
> Unverständigen.
> 
> 22:15   Hüte dich vor ihm, daß du nicht Mühe durch ihn hast und durch das
> befleckt wirst, was er ausspeit.
> 
> 22:16   Weiche ihm aus, so bleibst du in Frieden und kommst nicht in Angst
> und Not durch seine Torheit.
> 
> 22:17   Was ist schwerer als Blei? Wie kann man ihn anders nennen als
> »Narr«?
> 
> 22:18   Es ist leichter, Sand, Salz und Eisen zu tragen als einen
> unverständigen Menschen zu ertragen.
> Spr 27,3
> 
> Das Herz des Weisen und des Narren in der Bewährungsprobe
> 
> 22:19   Wie ein Haus, das mit Holzbalken fest gefügt ist, im Sturmwind
> nicht zerfällt, so ist auch ein Herz, das seiner Sache gewiß ist:
> das fürchtet sich vor keinem Schrecken.
> Mt 7,24-25
> 
> 22:20   Wie eine gute Tünche an glatter Wand, so ist ein Herz, das festhält
> an verständiger Erkenntnis.
> 
> 22:21   Wie ein Zaun auf hohem Berge dem Wind nicht standhalten kann,
> 
> 22:22   so hält ein zaghaftes Herz, das Törichtes vorhat, keinem Schrecken
> stand.
> 
> Vom Verhalten gegen Freunde
> 
> 22:23   Wenn man jemand ins Auge trifft, ruft man Tränen hervor;
> 
> 22:24   und wenn man jemand ins Herz trifft, löst man Kummer aus.
> 
> 22:25   Wer einen Stein unter die Vögel wirft, der scheucht sie weg; und wer
> seinen Freund schmäht, der zerstört die Freundschaft. -
> 
> 22:26    Selbst wenn du ein Schwert gezückt hast gegen deinen Freund, so gib
> die Hoffnung nicht auf; denn ihr könnt wieder Freunde werden.
> (26 und 27) Kap 19,13-17; 27,17-24
> 
> 22:27   Hast du gegen deinen Freund den Mund aufgetan, so sei ohne Sorge;
> denn ihr könnt euch wieder versöhnen; nur Schmähungen, Mißachtung,
> Preisgabe von Geheimnissen und hinterlistige Nachrede: das verjagt
> jeden Freund. -
> 
> 22:28    Bleib deinem Freund in seiner Armut treu, damit du dich mit ihm
> freuen kannst, wenn's ihm wieder gutgeht.
> (28 und 29) Kap 12,7-8; 6,7
> 
> 22:29   Halt zu ihm, wenn's ihm schlechtgeht, damit du auch sein Glück mit
> ihm teilen kannst. -
> 
> 22:30   Rauch und Qualm gehen voraus, ehe ein Feuer brennt; so kommt's vom
> Schmähen zum Blutvergießen. -
> Kap 28,13
> 
> 22:31   Ich schäme mich nicht, den Freund zu schützen, und ziehe mich nicht
> von ihm zurück.
> 
> 22:32   Widerfährt mir aber etwas Böses seinetwegen, dann wird sich jeder
> vor ihm hüten, der davon hört.
> 
> Bitte um Bewahrung vor bösen Worten und Gedanken
> 
> 22:33   Könnte doch ein Schloß an meinen Mund gelegt und ein Siegel fest
> auf meine Lippen gedrückt werden, damit ich nicht zu Fall komme und
> meine Zunge mich nicht verdirbt!
> Kap 28,28; Ps 141,3
> 
>  23:1    Herr, Vater und Herrscher über mein Leben, verlaß mich nicht, wenn
> sie mich verführen wollen, und laß mich durch sie nicht zu Fall
> kommen.
> 
> 23:2    Könnte doch jemand eine Geißel für meine Gedanken beschaffen und
> eine Zuchtrute zur Weisheit für mein Herz, daß ich nicht geschont
> werde, wenn ich falsch handle, und meine Sünden nicht unbestraft
> bleiben,
> 
> 23:3    damit meine Torheiten nicht noch mehr werden und meine Sünden nicht
> zunehmen, damit ich nicht zu Fall komme vor meinen Feinden und ihnen
> zum Spott werde! -
> 
> 23:4    Herr, Vater und Gott meines Lebens,
> Ps 89,27; Weish 2,16
> 
> 23:5    behüte mich vor lüsternem Blick und wende von mir alle bösen
> Begierden!
> Hiob 31,1;  Tob 3,17
> 
> 23:6    Laß mich nicht in Wollust und Unkeuschheit geraten und behüte mich
> vor schamlosem Sinn!
> 
> Warnung vor Zungensünden
> 
> 23:7     Liebe Kinder, lernt den Mund halten; denn wer ihn hält, der wird
> sich mit seinen Worten nicht verfangen,
> (7 und 8) Spr 10,14; 10,19
> 
> 23:8    wie der Gottlose sich verfängt und der Lästerer und Stolze durch sie
> zu Fall kommen. -
> 
> 23:9    Gewöhne deinen Mund nicht ans Schwören und nicht daran, den Namen
> des Heiligen ständig zu nennen.
> Mt 5,33-37;  2. Mose 20,7
> 
> 23:10   Denn wie ein Knecht, der beim Verhör oft geschlagen wird, nicht ohne
> Striemen ist,
> 
> 23:11   so kann auch der nicht rein von Sünde bleiben, der oft schwört und
> Gottes Namen ständig nennt.
> 
> 23:12   Wer oft schwört, der sündigt oft, und die Plage wird seinem Hause
> nicht fernbleiben.
> 
> 23:13   Schwört er unbedacht, so sündigt er dennoch; hält er's nicht, so
> sündigt er zweifach;
> 3. Mose 5,4-6
> 
> 23:14   schwört er aber falsch, so wird er nicht gerecht gesprochen; sein
> Haus wird hart bestraft werden. -
> 
> 23:15   Es gibt eine Art zu reden, die dem Tod gleicht; davor behüte Gott
> das Haus Jakob!
> 
> 23:16   Die Gottesfürchtigen fliehen dies alles und besudeln sich nicht mit
> dieser Sünde.
> 
> 23:17   Gewöhne deinen Mund nicht an rohe und schmutzige Reden; denn dabei
> kommt es zur Sünde.
> 
> 23:18   Denk an deinen Vater und deine Mutter, wenn du unter vornehmen
> Leuten sitzt,
> 
> 23:19   damit du dich nicht vor ihnen vergißt und nicht durch dein Benehmen
> zum Narren wirst und schließlich wünschst, du wärst nie geboren,
> und den Tag deiner Geburt verfluchst.
> Jer 20,14
> 
> 23:20   Wer sich daran gewöhnt, schändlich zu reden, der nimmt sein Leben
> lang keine Zucht an.
> 
> Warnung vor Unzucht
> 
> 23:21   Zwei Arten von Menschen begehen viele Sünden, und die dritte bringt
> Strafe über sich:
> 
> 23:22   wer voll brünstiger Gier ist, der ist wie ein brennendes Feuer und
> hört nicht auf, bis er sich selbst verzehrt hat.
> 
> 23:23   Ein Mann, der an sich selbst Unzucht treibt, hat keine Ruhe, bis das
> Feuer ausgebrannt ist.
> 
> 23:24   Einem sittenlosen Menschen scheint alle Speise süß, und er läßt
> nicht ab, bis er ein Ende nimmt. -
> 
> 23:25   Ein Mann, der seine Ehe bricht und denkt bei sich: Wer sieht mich
> schon?
> Hiob 24,15
> 
> 23:26   Es ist finster um mich, und die Wände verbergen mich, so daß mich
> niemand sieht; was soll ich scheuen? Der Allerhöchste achtet auf
> meine Sünden nicht -,
> StzuDan 1,20
> 
> 23:27   der scheut nur die Augen der Menschen
> 
> 23:28   und bedenkt nicht, daß die Augen des Herrn vieltausendmal heller
> sind als die Sonne und alles sehen, was die Menschen tun, und auch
> in die verborgenen Winkel schauen;
> Kap 15,19; Spr 15,11; Hebr 4,13
> 
> 23:29   alle Dinge sind ihm bekannt, ehe sie geschaffen werden, und ebenso,
> wenn sie vollbracht sind.
> 
> 23:30    Dieser Mann wird öffentlich in der Stadt bestraft werden,
> (30-34) 2. Mose 20,14; 5. Mose 22,22
> 
> 23:31   und er wird ergriffen werden, wenn er sich's am wenigsten versieht. -
> 
> 23:32   Ebenso wird's auch einer Frau ergehen, die ihren Mann betrügt und
> einen Erben von einem andern bekommt.
> 
> 23:33   Erstens ist sie dem Gebot des Höchsten ungehorsam; zum andern
> versündigt sie sich an ihrem Mann; zum dritten bekommt sie durch
> ihren Ehebruch Kinder von einem andern.
> 
> 23:34   Eine solche Frau wird man der Gemeinde vorführen, und ihre Kinder
> müssen's büßen.
> 
> 23:35   Ihre Kinder werden nicht Wurzel schlagen, und ihre Zweige werden
> nicht Frucht bringen.
> Kap 40,15; Weish 3,16; 4,3
> 
> 23:36   Wenn man sich an sie erinnert, flucht man ihr, und ihre Schande wird
> niemals ausgetilgt.
> Weish 10,8
> 
> 23:37   Daran lernen die Nachkommen, daß nichts besser ist, als Gott zu
> fürchten, und nichts süßer, als auf Gottes Gebote zu achten.
> Ps 119,103
> 
>          Das Hohelied der Weisheit
> 
> 24:1     Die Weisheit preist sich selbst, und unter dem Volk rühmt sie
> sich.
> (1-47) Spr 8,1-36; Hiob 28,1-28
> 
> 24:2    Sie tut ihren Mund auf in der Gemeinde des Höchsten
> 
> 24:3    und lobt sich vor seinem himmlischen Heer und spricht:
> 
> 24:4    »Ich ging vom Munde des Höchsten aus
> Weish 7,25; 6,24; Spr 2,6
> 
> 24:5    und bedeckte wie Nebel die Erde.
> 
> 24:6    Mein Zelt war in der Höhe und mein Thron auf den Wolken.
> Bar 3,29
> 
> 24:7    Ich allein durchwanderte das Himmelsgewölbe
> 
> 24:8    und durchzog die Tiefen des Abgrunds.
> 
> 24:9    Auf den Wogen im Meer, überall auf Erden,
> 
> 24:10   unter allen Menschen und Völkern gewann ich Besitz.
> 
> 24:11   Bei diesen allen suchte ich Wohnung, um bei einem von ihnen einen
> Erbbesitz zu finden. -
> 
> 24:12   Da gebot mir der Schöpfer aller Dinge, und der mich geschaffen hat,
> gab mir eine bleibende Wohnung
> 
> 24:13   und sprach: In Jakob sollst du wohnen, und in Israel soll dein
> Erbbesitz sein.
> Bar 3,37-38
> 
> 24:14   Vor der Welt, im Anfang bin ich geschaffen und werde ewig bleiben.
> Kap 1,4
> 
> 24:15   Ich habe vor ihm im heiligen Zelt gedient und danach auf dem Zion
> eine feste Stätte gefunden; so hat er mich in die geliebte Stadt
> gesetzt, daß ich in Jerusalem regieren sollte.
> 2. Mose 40,2-3;  1. Kön 8,1; 8,9; 8,16
> 
> 24:16   Ich bin eingewurzelt bei einem geehrten Volk, das Gottes Erbteil
> ist.
> 5. Mose 7,6
> 
> 24:17    Ich bin hoch gewachsen wie eine Zeder auf dem Libanon und wie eine
> Zypresse auf dem Gebirge Hermon.
> (17 und 18) Ps 92,13
> 
> 24:18   Ich bin aufgewachsen wie ein Palmbaum in En-Gedi und wie die
> Rosenstöcke in Jericho,
> 
> 24:19   wie ein schöner Ölbaum auf freiem Felde; ich bin aufgewachsen wie
> eine Platane.
> 
> 24:20   Ich strömte einen lieblichen Geruch aus wie Zimt und köstliche
> Würze und duftete wie die beste Myrrhe,
> Kap 39,17-18
> 
> 24:21   wie Galbanum und Onyx und Stakte und wie der Weihrauch im Tempel.
> 2. Mose 30,34-35
> 
> 24:22   Ich breitete meine Zweige aus wie eine Terebinthe, und meine Zweige
> waren schön und prächtig.
> 
> 24:23   Ich sproßte lieblich wie der Weinstock,
> 
> 24:24   und meine Blüte brachte herrliche und reiche Frucht. -
> 
> 24:25    Kommt her zu mir, alle, die ihr nach mir verlangt,
> Kap 51,31; Spr 9,5; Jes 55,1; Mt 11,28; Joh 7,37
> 
> 24:26   und sättigt euch an meinen Früchten!
> 
> 24:27   Denn an mich zu denken ist süßer als Honig, und mich zu besitzen
> süßer als Honigseim.
> Kap 23,37
> 
> 24:28    Wer von mir ißt, den hungert immer nach mir;
> (28 und 29) Joh 4,13-14; 6,35
> 
> 24:29   und wer von mir trinkt, den dürstet immer nach mir.
> 
> 24:30   Wer mir gehorcht, der wird nicht zuschanden;
> 
> 24:31   und wer mir dient, der wird unschuldig bleiben.« -
> 
> 24:32   Dies alles ist das Buch des Bundes, den der höchste Gott
> aufgerichtet hat,
> 2. Kön 23,2; Bar 4,1
> 
> 24:33   nämlich das Gesetz, das uns Mose befohlen hat, das Erbe der
> Gemeinde Jakobs.
> 5. Mose 33,4
> 
> 24:34    Es läßt Weisheit fließen wie der Pischon
> (34-37) 1. Mose 2,10-14; Jos 3,15
> 
> 24:35   und wie der Tigris im Frühling;
> 
> 24:36   es läßt Verstand überströmen wie der Euphrat und wie der Jordan in
> der Ernte.
> 
> 24:37   Das Gesetz läßt Belehrung hervorbrechen wie der Nil, wie der Gihon
> im Herbst.
> 
> 24:38    Es hat nie einen gegeben, der mit dem Lernen der Weisheit zu Ende
> gekommen wäre, und es wird nie einer kommen, der sie ergründen
> könnte.
> (38 und 39) Röm 11,33
> 
> 24:39   Denn ihr Sinn ist reicher als das Meer und ihr Rat tiefer als der
> große Abgrund. -
> 
> 24:40   So ging auch ich, die Weisheit, hervor wie ein Seitenarm aus dem
> Strom und wie ein Wassergraben, der in den Lustgarten geleitet wird.
> 
> 24:41    Ich sprach: Ich will meinen Garten bewässern
> (41-44) Hes 47,1-12; Joh 7,38
> 
> 24:42   und meine Beete tränken.
> 
> 24:43   Da wurde mein Wasserarm zum Strom
> 
> 24:44   und mein Strom zum Meer.
> 
> 24:45   Nun lasse ich meine Lehre leuchten weithin wie der lichte Morgen und
> lasse sie scheinen bis in die Ferne.
> 
> 24:46   Auch schütte ich meine Lehre aus wie Prophetenworte und hinterlasse
> sie kommenden Geschlechtern.
> 
> 24:47   Da seht ihr, daß ich mich nicht für mich allein gemüht habe, sondern
> für alle, die Weisheit begehren.
> Kap 33,18
> 
>          Drei gute und drei böse Dinge
> 
> 25:1    Drei Dinge gefallen mir, die Gott und den Menschen wohlgefallen:
> 
> 25:2    wenn Brüder eins sind und die Nachbarn sich liebhaben und wenn
> Mann und Frau gut miteinander umgehen. -
> Ps 133,1;  3. Mose 19,18
> 
> 25:3    Drei Dinge gibt es, denen ich von Herzen feind bin, und es mißfällt
> mir sehr, daß es sie gibt:
> 
> 25:4    wenn ein Armer hoffärtig ist und ein Reicher gern lügt und ein alter
> Narr ein Ehebrecher ist.
> 
> Weisheit als Zierde des Alters
> 
> 25:5    Wenn du in der Jugend nicht sammelst, wie kannst du im Alter etwas
> finden?
> 
> 25:6     Wie schön ist's, wenn die grauen Häupter urteilen können und die
> Alten Rat wissen.
> (6 und 7) Hiob 32,7
> 
> 25:7    Wie schön ist bei Greisen Weisheit und bei Angesehenen Überlegung
> und Rat.
> 
> 25:8    Das ist die Krone der Alten, wenn sie viel erfahren haben; und ihre
> Ehre ist's, wenn sie Gott fürchten.
> Spr 16,31
> 
> Zehn gute Dinge
> 
> 25:9    Neun Dinge kommen mir in den Sinn, die ich in meinem Herzen lobe,
> und das zehnte will ich mit meinem Munde preisen:
> 
> 25:10   Ein Mann, der Freude an seinen Kindern hat. Wer erlebt, daß er
> seine Feinde untergehen sieht.
> Spr 23,24;  Mt 5,44
> 
> 25:11   Wohl dem, der eine verständige Frau hat! Wer mit seinen Reden nicht
> entgleist. Wer denen nicht dienen muß, die seiner nicht wert sind.
> Kap 26,1-4;  1. Petr 2,18
> 
> 25:12   Wohl dem, der einen treuen Freund hat! Wohl dem, der klug ist! Und
> der da lehrt, wo man's gern hört!
> Kap 6,14-17
> 
> 25:13   Wie groß ist der, der weise ist!
> 
> 25:14   Aber wer Gott fürchtet, über dem ist niemand;
> Kap 10,27
> 
> 25:15   denn die Furcht Gottes geht über alles.
> Kap 1,11-13
> 
> 25:16   Wer sie festhält, mit wem kann man den vergleichen?
> 
> Das böse Weib
> 
> 25:17   Es ist kein Leiden so groß wie Herzeleid.
> 
> 25:18   Es ist keine Bosheit so schlimm wie Frauenbosheit.
> Mt 14,8
> 
> 25:19   Es ist keine Heimsuchung so schwer wie die Heimsuchung durch
> Menschen, die hassen.
> 
> 25:20   Es ist keine Rachgier so maßlos wie Rachgier von Feinden.
> 
> 25:21   Es ist kein Gift so stark wie Schlangengift und ist kein Zorn so
> bitter wie Feindeszorn.
> 
> 25:22   Ich wollte lieber bei Löwen und Drachen wohnen als bei einem bösen
> Weib.
> Spr 21,9; 21,19
> 
> 25:23   Wenn sie böse wird, so verzerren sich ihre Züge, und sie verfinstert
> ihr Gesicht wie ein Bär.
> 
> 25:24   Ihr Mann muß unwillkürlich vor Bitterkeit aufseufzen, wenn er mitten
> unter seinen Freunden sitzt.
> 
> 25:25   Alle Schlechtigkeit ist gering gegen die Schlechtigkeit einer
> Frau; es geschehe ihr das, was den Gottlosen geschieht!
> 1. Kön 21,1-29;  2. Kön 9,30-37
> 
> 25:26   Ein schwatzhaftes Weib ist für einen stillen Mann wie ein sandiger
> Weg bergauf für einen alten Mann.
> 
> 25:27   Fall nicht auf die Schönheit einer Frau herein, und begehre sie
> nicht deswegen.
> Spr 6,25
> 
> 25:28   Wenn die Frau ihren Mann ernährt,
> 
> 25:29   so gibt es lauter Streit, Beschimpfung und große Schande.
> 
> 25:30   Ein böses Weib schafft ein betrübtes Herz, ein trauriges Angesicht
> und Herzeleid.
> 
> 25:31   Eine Frau, die ihren Mann nicht glücklich macht, läßt seine Hände
> schlaff werden und lähmt seine Knie.
> 
> 25:32   Die Sünde nahm ihren Anfang bei einer Frau, und um ihretwillen
> müssen wir alle sterben.
> 1. Mose 3,6;  Röm 5,12
> 
> 25:33   Wie man Wasser nicht durchbrechen lassen soll, so soll man einem
> bösen Weibe seinen Willen nicht lassen.
> 
> 25:34   Will sie dir nicht folgen, so scheide dich von ihr.
> 5. Mose 24,1; Mt 19,3-9
> 
>          Gute Frauen - böse Frauen
> 
> 26:1     Wohl dem, der eine gute Frau hat! Der lebt noch einmal so lange.
> (1-4) Kap 7,21; 25,11; Spr 19,14; 31,10-31
> 
> 26:2    Eine tüchtige Frau ist für ihren Mann eine Freude, und er verbringt
> seine Jahre in Frieden.
> 
> 26:3    Eine gute Frau ist eine köstliche Gabe und wird dem gegeben, der
> Gott fürchtet.
> 1. Mose 24,14
> 
> 26:4    Ob er reich oder arm ist, sein Herz ist guter Dinge, und er ist
> allezeit fröhlich. -
> 
> 26:5    Vor drei Dingen scheut sich mein Herz, und vor dem vierten graut
> mir:
> 
> 26:6    böse Gerüchte in der Stadt, Volksauflauf, Verleumdung
> 
> 26:7    - alles ärger als der Tod -;
> 
> 26:8    das aber ist Herzeleid und Kummer, wenn eine Frau gegen die andre
> eifert; doch die Geißel der Zunge ist allen gemeinsam.
> 
> 26:9    Ein böses Weib gleicht einem schlecht sitzenden Joch;
> 
> 26:10   wer sie nimmt, der faßt einen Skorpion an. -
> 
> 26:11   Ein betrunkenes Weib erregt Ärgernis, sie wird auch ihre Scham nicht
> verdeckt lassen.
> 
> 26:12   Ein lüsternes Weib erkennt man an ihrem Blick und an ihren frechen
> Augen.
> Spr 6,25
> 
> 26:13    Wenn deine Tochter nicht auf sich hält, so bewache sie scharf,
> damit sie Nachgiebigkeit nicht ausnutzt.
> (13 und 14) Kap 42,11
> 
> 26:14   Wenn du merkst, daß sie frech um sich sieht, so paß gut auf; sonst
> wundere dich nicht, wenn sie dir Schande macht.
> 
> 26:15   Wie ein Wanderer, der durstig ist, lechzt und vom nächstbesten
> Wasser trinkt, das er bekommen kann, so setzt sie sich vor jedem
> Zelt nieder und bietet sich an. -
> 
> 26:16   Eine anmutige Frau erfreut ihren Mann, und wenn sie verständig mit
> ihm umgeht, mehrt sie sein Wohlergehen.
> 
> 26:17   Eine Frau, die schweigen kann, ist eine Gabe Gottes,
> 
> 26:18   und eine wohlerzogene Frau ist nicht zu bezahlen.
> 
> 26:19   Es gibt nichts Liebenswerteres auf Erden als eine Frau, die auf
> sich hält,
> 1. Tim 2,9-10
> 
> 26:20   und nichts kommt einer solchen Frau gleich.
> 
> 26:21   Wie die Sonne, wenn sie aufgeht, an dem hohen Himmel des Herrn eine
> Zierde ist, so ist die Schönheit einer guten Frau eine Zierde in
> ihrem Hause.
> 
> 26:22   Ein schönes Antlitz auf hoher Gestalt ist wie die helle Lampe auf
> dem heiligen Leuchter.
> 2. Mose 25,31; 25,37
> 
> 26:23   Schöne Beine auf schlanken Fesseln
> 
> 26:24   sind wie goldene Säulen auf silbernen Füßen.
> 
> Drei schlimme Dinge
> 
> 26:25   Zwei Dinge sind's, die mich verdrießen, und das dritte erregt meinen
> Zorn:
> 
> 26:26   wenn man einen tüchtigen Mann schließlich Armut leiden läßt und
> wenn man einsichtsvolle Männer am Ende verachtet
> 1. Kön 12,8
> 
> 26:27   und wenn sich einer von der Gerechtigkeit zur Sünde wendet - den hat
> Gott zum Schwert verurteilt.
> Ps 78,56; 78,62; 78,64
> 
> Vom Betrug beim Handel
> 
> 26:28   Ein Kaufmann kann sich schwer hüten vor Unrecht und ein Händler frei
> bleiben von Sünden.
> Kap 37,12; 42,4
> 
>  27:1    Wegen eines Vorteils tun viele Unrecht; und die reich werden
> wollen, nehmen es nicht immer genau.
> Kap 31,5; Spr 28,20; 1. Tim 6,9-10
> 
> 27:2    Wie ein Nagel in der Mauer zwischen zwei Steinen steckt,
> 
> 27:3    so steckt auch Sünde zwischen Kauf und Verkauf.
> 
> 27:4    Hält einer sich nicht in der Furcht des Herrn, so wird sein Haus
> sehr bald zerstört werden.
> Spr 15,25; 15,27
> 
> Von der Gesinnung des Menschen beim Reden
> 
> 27:5    Wenn man siebt, so bleibt Unrat zurück; ebenso haftet dem Nachdenken
> des Menschen etwas Unreines an.
> 
> 27:6     Wie der Ofen die neuen Töpfe erprobt, so kann man den Menschen
> erproben an seiner Rede.
> (6 und 7) Mt 12,33-37; 15,11; 15,18-19
> 
> 27:7    An den Früchten merkt man, wie der Baum gepflegt ist; ebenso merkt
> man an der Rede, was das Herz denkt.
> 
> 27:8    Du sollst niemand loben, bevor du ihn gehört hast; denn an der Rede
> erkennt man den Menschen. -
> 
> 27:9    Folgst du der Gerechtigkeit nach, so wirst du sie erlangen und
> anziehen wie einen schönen Rock.
> Jes 61,10
> 
> 27:10   Die Vögel gesellen sich zu ihresgleichen; ebenso hält sich die
> Wahrheit zu denen, die sie tun.
> Kap 13,19;  Joh 7,17
> 
> 27:11   Wie der Löwe auf den Raub lauert, so lauert die Sünde auf die, die
> Unrecht tun. -
> 1. Mose 4,7; 1. Petr 5,8
> 
> 27:12   Ein Gottesfürchtiger redet allezeit, was weise ist; ein Narr aber
> ist wandelbar wie der Mond.
> 
> 27:13   Wenn du unter Unverständigen bist, so geize mit deiner Zeit; aber
> unter Weisen kannst du jederzeit bleiben.
> 
> 27:14   Die Rede der Narren ist unerträglich, und sie lachen, wenn sie in
> Sünden schwelgen.
> 
> 27:15   Wo man viel schwören hört, da stehen einem die Haare zu Berge; und
> wo es Streit gibt, muß man sich die Ohren zuhalten.
> Kap 23,9-16
> 
> 27:16   Wenn die Hoffärtigen miteinander streiten, so gibt's Blutvergießen,
> und es ist widerlich zu hören, wenn sie sich so beschimpfen.
> Kap 22,30
> 
> Von der Preisgabe anvertrauter Geheimnisse
> 
> 27:17   Wer ein Geheimnis preisgibt, der verliert das Vertrauen und wird
> nie mehr einen treuen Freund finden.
> Kap 22,27; Spr 25,9
> 
> 27:18   Liebe deinen Freund und halt ihm die Treue.
> 
> 27:19   Wenn du aber preisgibst, was er dir anvertraut hat, so wirst du ihm
> vergeblich nachlaufen.
> 
> 27:20   Denn wie einer seinen Feind vernichtet, so hast du die Freundschaft
> mit deinem Nächsten zerstört.
> 
> 27:21   Wie wenn du einen Vogel aus der Hand läßt, so hast du deinen Freund
> verlassen
> 
> 27:22   und wirst ihn nicht wieder zurückholen. Lauf ihm nicht nach! Er ist
> zu weit weg, er ist entsprungen wie ein Reh aus der Schlinge.
> 
> 27:23   Wunden kann man verbinden, Scheltworte kann man sühnen;
> 
> 27:24   aber wenn man ein Geheimnis preisgibt, ist's ganz aus.
> 
> Falschheit und Hinterlist
> 
> 27:25   Wer mit den Augen winkt, der hat Böses im Sinn, und niemand bringt
> ihn davon ab.
> Spr 6,12-13
> 
> 27:26    Vor dir versteht er, süß zu reden, und lobt sehr, was du redest;
> aber hinter deinem Rücken redet er anders und verdreht dir deine
> Worte.
> (26 und 27) Sach 8,16-17
> 
> 27:27   Vieles hasse ich, aber nichts so wie ihn, und der Herr haßt ihn
> auch. -
> 
> 27:28    Wer einen Stein in die Höhe wirft, dem fällt er auf den Kopf; wer
> hinterhältig sticht, der verwundet sich selbst.
> (28 und 29) Ps 7,17; 7,16
> 
> 27:29   Wer eine Grube gräbt, der fällt selbst hinein; wer eine Falle
> stellt, der fängt sich selbst.
> 
> 27:30   Wer dem andern Schaden tun will, dem kommt's selbst über den Hals,
> ohne daß er weiß, woher es kommt. -
> 
> 27:31   Die Hoffärtigen höhnen und spotten; aber die Strafe lauert auf sie
> wie ein Löwe.
> 
> 27:32   Die sich freuen, wenn's dem Frommen schlechtgeht, werden mit der
> Schlinge gefangen; Schmerz wird sie verzehren, ehe sie sterben.
> 
> Warnung vor Rachsucht, Streit und Verleumdung
> 
> 27:33   Zorn und Wüten sind Greuel, und der Gottlose hält an ihnen fest.
> 
>  28:1     Wer sich rächt, an dem wird sich der Herr wieder rächen und wird
> ihm seine Sünden auch anrechnen.
> (1 und 2) Mt 6,12; 6,14-15
> 
> 28:2    Vergib deinem Nächsten, was er dir zuleide getan hat, so werden auch
> dir deine Sünden vergeben, wenn du darum betest.
> 
> 28:3     Ein Mensch hält gegen den andern am Zorn fest - und will bei dem
> Herrn Gnade suchen?
> (3-5) Mt 5,23-24; 18,21-35
> 
> 28:4    Er ist unbarmherzig gegen seinesgleichen - und will für seine Sünden
> bitten?
> 
> 28:5    Er ist nur Fleisch und Blut und hält am Zorn fest - wer will denn
> ihm seine Sünden vergeben?
> 
> 28:6     Denk an das Ende und laß die Feindschaft fahren.
> (6 und 7) Kap 7,40; Mt 5,25
> 
> 28:7    Denk an das Verderben und an den Tod und bleibe bei den Geboten.
> 
> 28:8    Denk an die Gebote und laß deinen Groll gegen deinen Nächsten.
> 
> 28:9    Denk an den Bund des Höchsten und vergib, was dein Nächster gefehlt
> hat, ohne es zu wissen.
> 
> 28:10    Halte dich fern vom Streit, so wirst du weniger sündigen.
> (10 und 11) Spr 29,22
> 
> 28:11   Denn ein zorniger Mensch entfacht Streit, und der Gottlose bringt
> gute Freunde auseinander und hetzt gegeneinander, die in Frieden
> leben.
> 
> 28:12    Wenn viel Holz da ist, wird das Feuer um so größer, und wenn der
> Streit hart ist, entbrennt er um so heftiger; wenn einer Macht hat,
> wird sein Zorn um so größer, und wenn einer reich ist, wird sein
> Zorn um so heftiger.
> Spr 26,20
> 
> 28:13   Schnell sein zum Zank zündet ein Feuer an, und schnell sein zum
> Streit führt zu Blutvergießen.
> Kap 22,30; Spr 26,21; Jak 1,19-20
> 
> 28:14   Bläst du in einen Funken, so wird ein Feuer daraus; speist du aber
> darauf, so verlöscht er; und beides kann aus deinem Munde kommen.
> 
> 28:15   Den Verleumder und Doppelzüngigen soll man verfluchen; denn er
> richtet viele zugrunde, die in Frieden leben.
> Spr 16,28
> 
> 28:16   Ein Schandmaul bringt viele Leute zu Fall und vertreibt sie aus
> einem Land ins andre.
> Verse 16 und 18: Schandmaul wörtlich: dritte Zunge.
> 
> 28:17   Es reißt feste Städte ein und zerstört die Paläste der Fürsten.
> 
> 28:18   Ein Schandmaul verstößt redliche Frauen
> 
> 28:19   und raubt ihnen, was sie sauer erwarben.
> 
> 28:20   Wer darauf hört, hat keine Ruhe mehr und kann nicht in Frieden
> leben.
> 
> 28:21   Die Geißel macht Striemen; aber die Zunge zerschmettert die Knochen.
> 
> 28:22   Viele sind gefallen durch die Schärfe des Schwerts, aber nirgends so
> viele wie durch die Zunge.
> Jak 3,5-8
> 
> 28:23   Wohl dem, der vor ihr bewahrt bleibt und von ihrem Zorn verschont
> wird und ihr Joch nicht tragen muß und mit ihren Fesseln nicht
> gebunden ist!
> 
> 28:24   Denn ihr Joch ist eisern und ihre Fesseln ehern;
> 
> 28:25   der Tod durch sie ist ein bitterer Tod, doch immer noch besser, als
> mit ihr zu leben;
> 
> 28:26   aber den Gottesfürchtigen wird sie nicht unterdrücken, und er wird
> in ihrem Feuer nicht verbrennen.
> 
> 28:27   Wer aber den Herrn verläßt, der wird hineinfallen und darin
> verbrennen, und es wird nicht ausgelöscht werden; es wird ihn
> überfallen wie ein Löwe und ihn zerfleischen wie ein Panther. -
> 
> 28:28   Du umzäunst dein Hab und Gut mit Dornen; warum machst du nicht
> vielmehr vor deinen Mund Tür und Riegel?
> Kap 22,33
> 
> 28:29   Du wägst dein Silber und Gold, bevor du es aufbewahrst; warum wägst
> du nicht auch deine Worte auf der Goldwaage?
> Kap 21,27
> 
> 28:30   Hüte dich, daß du nicht dadurch ausgleitest und hinfällst vor denen,
> die auf dich lauern.
> 
>          Von Darlehen und ihrer Rückgabe
> 
> 29:1    Der Barmherzige leiht seinem Nächsten, und wer ihm aufhilft, der
> hält die Gebote.
> Ps 37,21; 37,26; Tob 1,17
> 
> 29:2     Leihe deinem Nächsten, wenn er's nötig hat, und gib's auch dem
> Nächsten wiederum zurück zur bestimmten Zeit.
> Mt 5,42
> 
> 29:3    Halte, was du zugesagt hast, und handle ehrlich mit ihm, so findest
> du allezeit, was du brauchst.
> 
> 29:4    Mancher meint, er habe gefunden, was er doch geborgt hat, und macht
> dem Ärger, der ihm geholfen hat.
> 
> 29:5    Er küßt einem die Hand, bis er's empfängt, und redet unterwürfig,
> weil der Nächste Geld hat;
> 
> 29:6    aber wenn er's zurückgeben soll, so verzögert er's und klagt sehr,
> es sei schwere Zeit.
> 
> 29:7    Und wenn er's auch kann, gibt er kaum die Hälfte zurück und
> rechnet's jenem als Gewinn an.
> 
> 29:8    Kann er's aber nicht, so bringt er jenen um sein Geld und macht ihn
> schließlich sich zum Feind nicht ohne Schuld;
> 
> 29:9    denn er bezahlt ihn mit Fluchen und Schelten und gibt ihm
> Schmähworte statt Dank.
> 
> 29:10   Mancher leiht ungern, nicht aus Bosheit, sondern weil er fürchtet,
> schuldlos um das Seine zu kommen.
> Kap 8,15
> 
> 29:11    Doch habe Geduld mit deinem Nächsten in der Not, und laß ihm aus
> Barmherzigkeit Zeit.
> (11-17) Kap 4,1-6; 7,36-40;  Mt 18,29
> 
> 29:12   Hilf dem Armen um des Gebots willen, und laß ihn in der Not nicht
> leer von dir weggehen.
> 5. Mose 15,7-11
> 
> 29:13    Verlier lieber dein Geld um deines Bruders und Freundes willen,
> und vergrabe es nicht unter einen Stein, wo es doch verrostet.
> Lk 6,30; 6,35;  Mt 25,18
> 
> 29:14   Sammle dir einen Schatz nach dem Gebot des Allerhöchsten; der wird
> für dich besser sein als Gold.
> Mt 6,20;  Jak 5,2-3
> 
> 29:15   Lege dir einen Schatz von Wohltaten an; der wird dich erretten aus
> allem Unglück
> Kap 3,33; Ps 41,2; Tob 4,11; 12,9-10; Lk 16,9
> 
> 29:16   und für dich streiten gegen deinen Feind
> 
> 29:17   besser als ein starker Schild oder ein schwerer Spieß.
> 
> Vom Bürgschaftleisten
> 
> 29:18   Ein rechtschaffener Mann wird Bürge für seinen Nächsten;
> 
> 29:19   aber ein Schamloser läßt ihn im Stich.
> 
> 29:20   Vergiß nicht, was dein Bürge für dich getan hat;
> 
> 29:21   denn er hat sich mit seinem Leben für dich eingesetzt.
> 
> 29:22   Der Gottlose bringt seinen Bürgen um Hab und Gut,
> 
> 29:23   und ein Undankbarer läßt seinen Retter im Stich.
> 
> 29:24    Bürge werden hat viele reiche Leute zugrunde gerichtet und hin und
> her geworfen wie die Wellen im Meer.
> Spr 6,1-2
> 
> 29:25   Es hat mächtige Leute von Haus und Hof vertrieben, so daß sie in
> fremden Ländern umherirren mußten.
> 
> 29:26   Ein Gottloser, der sich zur Bürgschaft drängt und Gewinn davon haben
> will, der wird der Strafe nicht entgehen.
> 
> 29:27   Hilf deinem Nächsten aus, soviel du kannst; doch sieh dich vor, daß
> du nicht selbst darüber zu Schaden kommst.
> Kap 8,16
> 
> Vom Elend in der Fremde
> 
> 29:28   Das Erste zum Leben sind Wasser und Brot, Kleider und Haus - das
> braucht man am nötigsten.
> Kap 39,31; 1. Tim 6,8
> 
> 29:29   Besser ein armes Leben in der eignen Hütte als ein köstlich
> gedeckter Tisch in fremden Häusern.
> 
> 29:30   Laß dir genügen, ob du wenig oder viel hast; dann wirst du nicht die
> Schmähung hören, daß du ein Fremder bist; denn es ist ein schlimmes
> Leben, von Haus zu Haus zu ziehen.
> Kap 40,29
> 
> 29:31   Und wo du fremd bist, darfst du deinen Mund nicht auftun.
> 
> 29:32   Ein Fremdling wirst du bleiben und Schmähworte herunterschlucken
> müssen;
> 
> 29:33   dazu mußt du bittere Worte hören, nämlich: Du Fremder, geh hin und
> bereite den Tisch und laß mich essen, was du hast!
> 
> 29:34   oder: Zieh aus, du Fremder, ich habe einen besseren Gast gekriegt;
> mein Bruder zieht zu mir, ich muß das Haus haben.
> 
> 29:35   Das ist schwer für einen vernünftigen Menschen, daß er um der Bleibe
> willen gescholten und als Gläubiger gekränkt wird.
> 
>          Empfehlung strenger Erziehung
> 
> 30:1     Wer seinen Sohn liebhat, der hält für ihn die Rute bereit, damit
> er später Freude an ihm erlebt.
> (1-13) Kap 7,25; Spr 22,15; Eph 6,4
> 
> 30:2    Wer seinen Sohn in Zucht hält, der wird sich an ihm freuen und
> braucht sich bei den Bekannten seinetwegen nicht zu schämen.
> 
> 30:3    Wer seinen Sohn gut erzieht, der macht seinen Feind neidisch, aber
> vor seinen Freunden kann er über ihn frohlocken;
> 
> 30:4    denn wenn sein Vater stirbt, so ist's, als wäre er nicht gestorben;
> denn er hat sein Ebenbild hinterlassen.
> 
> 30:5    Als er noch lebte, sah er ihn mit Freuden an; als er starb, brauchte
> er sich nicht zu sorgen;
> 
> 30:6    denn er hat einen Sohn hinterlassen, der an seinen Feinden Rache
> übt, aber den Freunden wieder Gutes tut. -
> 1. Kön 2,5-9; Röm 12,19
> 
> 30:7    Wer aber zu weich ist gegen seinen Sohn, der verbindet ihm die
> Wunden und erschrickt, wenn dieser weint.
> 
> 30:8    Ein ungebändigtes Pferd wird störrisch, und ein zügelloser Sohn wird
> ungebärdig.
> 
> 30:9     Verhätschelst du dein Kind, so mußt du dich vor ihm fürchten;
> spielst du mit ihm, so wird es dich betrüben.
> 1. Kön 1,5-6
> 
> 30:10   Spotte nicht gemeinsam mit ihm, damit du nicht mit ihm trauern und
> zuletzt die Zähne zusammenbeißen mußt.
> 
> 30:11   Laß ihm seinen Willen nicht in der Jugend und entschuldige seine
> Verfehlungen nicht.
> 
> 30:12   Beuge ihm den Nacken, solange es noch jung ist; bläue ihm den
> Rücken, solange es noch klein ist, damit es nicht halsstarrig und
> dir ungehorsam wird und dir Herzeleid bereitet.
> 
> 30:13   Erzieh deinen Sohn und laß ihn nicht müßig gehen, damit du nicht
> über seiner Torheit zuschanden wirst.
> Kap 33,29
> 
> Wert der Gesundheit
> 
> 30:14   Es ist besser, arm zu sein und dabei frisch und gesund als reich und
> nicht gesund.
> 
> 30:15   Gesund und frisch sein ist besser als alles Gold, und ein gesunder
> Körper ist besser als großes Gut.
> Apg 3,6
> 
> 30:16   Kein Reichtum ist zu vergleichen mit einem gesunden Körper, und kein
> Gut gleicht der Freude des Herzens. -
> 
> 30:17   Der Tod ist besser als ein bitteres Leben und ewige Ruhe besser als
> stete Krankheit.
> Kap 41,3-4; Hiob 3,20-22;  2. Kor 12,9
> 
> 30:18   Ein gutes Gericht vor einem Mund, der nicht essen kann, ist wie die
> Speise, die man einem Toten aufs Grab stellt.
> 
> 30:19   Was nützt einem Götzen das Opfermahl, das er doch weder essen noch
> riechen kann?
> StzuDan 2,6
> 
> 30:20   So ist's mit dem, der vom Herrn heimgesucht wird.
> 
> 30:21   Er sieht es zwar mit den Augen und seufzt, aber ist wie ein
> Verschnittener, der eine Jungfrau in den Armen hält und seufzt.
> Kap 20,4
> 
> Lob eines fröhlichen Herzens
> 
> 30:22   Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit
> deinen eignen Gedanken.
> 
> 30:23   Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude
> verlängert sein Leben.
> Spr 17,22
> 
> 30:24   Ermuntere dich und tröste dein Herz, und vertreibe die Traurigkeit
> von dir.
> Phil 4,4
> 
> 30:25   Denn die Traurigkeit tötet viele Leute und dient doch zu nichts.
> Kap 38,19; 2. Kor 7,10
> 
> 30:26   Eifer und Zorn verkürzen das Leben, und Sorge macht alt vor der
> Zeit.
> 
> 30:27   Ein Herz, das heiter und beim Mahl fröhlich ist, sorgt für gutes
> Essen.
> Pred 2,24-25
> 
>          Gefahren des Reichtums
> 
> 31:1     Wachen um des Reichtums willen verzehrt den Leib, und sich darum
> sorgen läßt nicht schlafen.
> (1-11) Lk 12,15-31
> 
> 31:2    Wenn einer wach liegt und sich sorgt, so kann er nicht einschlafen,
> und schwere Krankheit verscheucht den Schlaf. -
> 
> 31:3    Der Reiche arbeitet und kommt dabei zu Geld, und wenn er ausruht,
> kann er's auch genießen.
> 
> 31:4    Der Arme arbeitet und lebt doch kärglich, und wenn er ausruht, wird
> er zum Bettler. -
> 
> 31:5     Wer Geld liebhat, der bleibt nicht ohne Sünde; und wer Gewinn
> sucht, der wird damit zugrunde gehen.
> Kap 27,1; Spr 28,20
> 
> 31:6     Viele kommen zu Fall um Geldes willen, und ihr Verderben steht
> ihnen vor Augen;
> Kap 8,3;  1. Tim 6,9
> 
> 31:7    die danach trachten, stürzen darüber, und die Unverständigen
> verfangen sich darin. -
> 
> 31:8    Wohl dem Reichen, der untadelig geblieben ist und nicht das Geld
> sucht!
> 
> 31:9    Wo ist der? so wollen wir ihn loben; denn er tut große Dinge unter
> seinem Volk.
> 2. Sam 19,33; Mt 27,57-60; 19,24
> 
> 31:10   Wer bewährt sich darin bis ans Ende? Der soll gelobt werden. Wer
> konnte das Gesetz übertreten und tat's doch nicht, konnte Böses tun
> und tat's auch nicht?
> 
> 31:11   Seine Güter werden bleiben, und die Gemeinde wird seine Almosen
> preisen.
> 
> Warnung vor Unmäßigkeit im Essen und Trinken
> 
> 31:12    Wenn du am Tisch eines reichen Mannes sitzt, so sperr deinen Mund
> nicht auf
> (12-21) Spr 23,1-3; 23,6-8
> 
> 31:13   und denke nicht: Hier gibt's viel zu fressen!,
> 
> 31:14   sondern bedenke, daß ein neidisches Auge schlimm ist;
> 
> 31:15   denn was ist neidischer als das Auge? Darum weint es schon beim
> geringsten Anlaß.
> 
> 31:16   Greif nicht nach dem, wohin der andre sieht,
> 
> 31:17   damit du nicht mit ihm in der Schüssel zusammenstößt.
> 
> 31:18   Überlege dir, was dein Nächster gern oder ungern hat, und bedenke
> alles, was du tust.
> Tob 4,16; Mt 7,12
> 
> 31:19   Iß, was dir vorgesetzt wird, wie ein Mensch, und greif nicht gierig
> zu, damit man dich nicht mißachtet.
> 
> 31:20   Um des Anstandes willen höre du zuerst auf, und sei kein
> unersättlicher Vielfraß, damit du keinen Anstoß erregst.
> 
> 31:21   Wenn du mit vielen zu Tisch sitzt, so greif nicht zuerst zu.
> 
> 31:22   Ein wohlerzogener Mensch ist mit wenig zufrieden; darum braucht er
> in seinem Bett nicht so zu stöhnen.
> 
> 31:23   Und wenn der Magen mäßig gehalten wird, so schläft man gut und kann
> früh am Morgen aufstehen und fühlt sich wohl.
> 
> 31:24    Aber ein unersättlicher Vielfraß schläft unruhig und hat
> Leibschmerzen und Bauchweh.
> (24 und 25) Kap 37,33-34
> 
> 31:25   Wenn du genötigt worden bist, viel zu essen, so steh auf, erbrich
> dich und geh weg, dann wirst du Ruhe haben. -
> 
> 31:26   Mein Kind, gehorche mir und verachte mich nicht, so wirst du zuletzt
> meine Worte wahr finden.
> 
> 31:27   Bei allem, was du tust, sei eifrig, so wirst du auch nicht krank
> werden. -
> 
> 31:28   Einen gastfreien Mann loben die Leute und sagen, er sei ein
> trefflicher Mann; und das stimmt;
> Hebr 13,2
> 
> 31:29   aber von einem Geizhals redet die ganze Stadt schlecht, und man
> spricht mit Recht so von ihm.
> 
> 31:30   Sei kein Held beim Weinsaufen; denn der Wein bringt viele Leute um.
> Jes 5,22
> 
> 31:31   Das Feuer prüft den Stahl, wenn er in Wasser getaucht ist; so prüft
> der Wein die Mutwilligen, wenn sie in Streit geraten.
> 
> 31:32   Der Wein erquickt die Menschen, wenn man ihn mäßig trinkt.
> 1. Tim 5,23
> 
> 31:33   Und was ist das Leben ohne Wein?
> 
> 31:34   Denn er ist geschaffen, daß er die Menschen fröhlich machen soll.
> Ri 9,13; Ps 104,15; Spr 31,6-7
> 
> 31:35   Der Wein, zu rechter Zeit und in rechtem Maß getrunken, erfreut Herz
> und Seele.
> 
> 31:36   Aber wenn man zuviel davon trinkt, bringt er Herzeleid, weil man
> sich gegenseitig reizt und miteinander streitet.
> 1. Mose 9,20-21;  Spr 23,29-35
> 
> 31:37   Die Trunkenheit macht einen Narren noch toller,
> Spr 20,1
> 
> 31:38   bis er strauchelt und kraftlos hinfällt und sich verletzt. -
> 
> 31:39   Schilt deinen Nächsten nicht beim Wein und verachte ihn nicht, wenn
> er lustig wird.
> 
> 31:40   Gib ihm keine bösen Worte und dränge ihn nicht, wenn er dir etwas
> zurückzuzahlen hat.
> 
>          Bescheidenheit beim Gastmahl
> 
> 32:1     Hat man dich zum Tischältesten eingesetzt, so überhebe dich nicht
> über die andern, sondern stelle dich ihnen gleich. Sorge erst für
> sie, dann magst du dich setzen.
> (1 und 2) Mt 23,6; 23,11-12; Lk 12,37; 17,7-10
> 
> 32:2    Und wenn du alles getan hast, was notwendig war, dann setz dich zu
> ihnen,
> 
> 32:3    damit du dich über ihre Ehrung freuen kannst und einen Kranz
> erhältst, weil du alles so gut geordnet hast. -
> 
> 32:4    Du, der du zu den Älteren zählst, kannst reden, weil es dir zukommt
> 
> 32:5    und du Erfahrung hast; aber hindere die Spielleute nicht.
> 
> 32:6    Und wenn man lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir
> deine Weisheit für andere Zeiten.
> 
> 32:7    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert Musik das
> Festmahl.
> 
> 32:8    Wie ein Smaragd auf schönem Golde,
> 
> 32:9    so wirken Lieder beim guten Wein. -
> 
> 32:10    Auch du, Jüngling, darfst reden, wenn's nötig ist, aber höchstens
> zweimal,
> (10 und 11) Kap 7,15; Hiob 32,6-7
> 
> 32:11   wenn man dich fragt. Mach es kurz, und sage mit wenigen Worten viel;
> 
> 32:12   und mach es wie einer, der zwar Bescheid weiß, aber doch schweigt.
> 
> 32:13   Stell dich nicht den Vornehmen gleich, und wo Alte sind, schwatz
> nicht viel.
> 
> 32:14   Vor dem Donner leuchtet der Blitz; und dem Bescheidenen geht große
> Gunst voraus. -
> Spr 18,12
> 
> 32:15   Steh beizeiten auf und sei nicht der Letzte;
> 
> 32:16   sondern geh eilends heim und sei nicht leichtsinnig. Dort freue dich
> nach Herzenslust, doch sündige nicht im Übermut;
> 
> 32:17   sondern danke für das alles dem, der dich geschaffen und mit seinen
> Gütern gesättigt hat.
> 5. Mose 8,10; 1. Kor 10,31; 1. Tim 4,4
> 
> Bereitschaft zum Vertrauen auf das Gesetz
> 
> 32:18    Wer den Herrn fürchtet, der nimmt Belehrung an, und wer
> frühzeitig danach trachtet, der wird Gnade finden.
> Kap 21,12-14;  1. Sam 2,26
> 
> 32:19    Wer nach dem Gesetz fragt, der wird's reichlich empfangen; wer's
> aber nicht mit Ernst meint, der wird daran zu Fall kommen.
> Spr 2,3-5; Lk 8,18
> 
> 32:20   Wer den Herrn fürchtet, der findet das Recht, und seine Urteile
> leuchten wie ein Licht.
> 1. Kön 3,10-12; 3,16-28
> 
> 32:21   Ein Gottloser läßt sich nicht zurechtweisen und findet eine
> Begründung, wie er sie gerade braucht. -
> 2. Tim 4,3
> 
> 32:22   Ein vernünftiger Mann verachtet nicht guten Rat;
> 
> 32:23   aber ein übermütiger fürchtet sich vor nichts.
> 
> 32:24   Tu nichts ohne Rat, so gereut's dich nicht nach der Tat. -
> Tob 4,19
> 
> 32:25   Geh nicht den Weg, auf dem du fallen oder dich an Steinen stoßen
> könntest.
> 
> 32:26   Verlaß dich nicht darauf, daß der Weg eben ist; ja, hüte dich auch
> vor deinen eignen Kindern.
> 2. Sam 15,1-6
> 
> 32:27   Bei allem, was du tust, hab acht auf dich selbst; denn auch so hält
> man die Gebote. -
> 1. Tim 4,16
> 
> 32:28   Wer dem Gesetz vertraut, der achtet auf die Gebote; und wer dem
> Herrn vertraut, dem wird nichts fehlen.
> Ps 23,1
> 
>  33:1    Wer den Herrn fürchtet, dem widerfährt nichts Böses; sondern wenn
> er angefochten ist, wird er wieder erlöst werden.
> 1. Kor 10,13
> 
> 33:2    Ein Weiser läßt sich das Gesetz nicht verleiden; aber ein Heuchler
> treibt umher wie ein Schiff im Sturm.
> 
> 33:3    Ein verständiger Mensch vertraut dem Gesetz, und das Gesetz gibt ihm
> zuverlässige Weisung wie eine Losentscheidung durch Gott. -
> 1. Sam 14,41
> Gemeint sind die Lose »Licht und Recht« (vgl. Sach- und
> Worterklärungen).
> 
> 33:4    Überlege zuvor, was du sagen willst, dann wird man dich anhören; laß
> dich zuvor belehren, dann kannst du recht antworten.
> 
> 33:5    Des Narren Herz ist wie ein Rad am Wagen, und seine Gedanken drehen
> sich wie die Nabe. -
> 
> 33:6    Wie ein Hengst, der unter jedem Reiter wiehert, so ist ein Freund,
> der Lust zum Spott hat.
> 
> Die unterschiedlichen Ordnungen in Gottes Welt
> 
> 33:7     Warum muß ein Tag heiliger sein als der andre, obwohl doch alle
> Tage im Jahre gleichermaßen von der Sonne herkommen?
> (7-9) 1. Mose 2,3; 3. Mose 23,1-44
> 
> 33:8    Die Weisheit des Herrn hat sie so unterschieden, und er hat die
> Zeiten des Jahres und die Feiertage so geordnet:
> 
> 33:9    Er hat einige ausgezeichnet und geheiligt, und andere hat er in die
> Reihe der übrigen Tage gestellt.
> 
> 33:10   Wie alle Menschen aus der Erde und Adam aus dem Staube geschaffen
> sind,
> Kap 17,31; 40,11; 1. Mose 2,7
> 
> 33:11   so hat sie doch der Herr unterschieden in seiner großen Weisheit und
> ihre Wege verschieden bestimmt.
> 
> 33:12   Einige hat er gesegnet, erhöht und geheiligt und zu seinem Dienst
> bestellt; andere aber hat er verflucht und erniedrigt und aus ihrer
> Stellung gestürzt.
> 1. Mose 4,4-5; 1. Sam 2,6-8
> 
> 33:13   Denn sie sind in seiner Hand wie Ton in des Töpfers Hand; er macht
> alle seine Werke, wie es ihm gefällt.
> Röm 9,21
> 
> 33:14   So sind auch die Menschen in der Hand dessen, der sie gemacht hat,
> er gibt einem jeden, wie er es für recht hält.
> 
> 33:15    Wie das Gute dem Bösen und das Leben dem Tod gegenübergestellt ist,
> so der Gottesfürchtige dem Gottlosen.
> (15 und 16) Kap 42,25; Pred 3,1-8
> 
> 33:16   So schau alle Werke des Höchsten an: es sind immer jeweils zwei, und
> dabei eins dem andern gegenübergestellt.
> 
> Vom Verhalten gegenüber Familie und Gesinde
> 
> 33:17   Als letzter bin auch ich am Werk gewesen wie einer, der im Herbst
> Nachlese hält; und Gott hat mir den Segen dazu gegeben, daß auch ich
> meine Kelter füllen konnte wie bei der Hauptlese.
> 3. Mose 19,9-10
> 
> 33:18   Schaut, wie ich nicht für mich allein gearbeitet habe, sondern für
> alle, die gern lernen wollen!
> Kap 24,47
> 
> 33:19   Gehorcht mir, ihr Vornehmen im Volk, und ihr Vorsteher in der
> Gemeinde, vernehmt es!
> 
> 33:20   Laß den Sohn, die Frau, den Bruder, den Freund nicht über dich
> verfügen, solange du lebst; und übergib niemand dein Hab und Gut,
> damit es dich nicht reut und du sie darum bitten mußt.
> Kap 32,26
> 
> 33:21   Solange du lebst und atmen kannst, überlaß deinen Platz keinem
> andern Menschen.
> 
> 33:22   Es ist besser, daß deine Kinder dich brauchen, als daß du aus ihren
> Händen nehmen mußt.
> 
> 33:23   Bei allem, was du tust, behalte die Entscheidung in der Hand, und
> laß dir deine Ehre nicht nehmen.
> 
> 33:24   Wenn dein Ende kommt, daß du davon mußt, dann teile dein Erbe aus. -
> 
> 33:25   Der Esel braucht Futter, den Stock und seine Last und der Sklave
> Brot, Strafe und Arbeit.
> 
> 33:26   Halte den Sklaven zur Arbeit an, so hast du Ruhe vor ihm; läßt du
> ihn müßig gehen, so will er frei sein.
> 
> 33:27   Joch und Riemen beugen den Nacken; ein böser Sklave gehört in den
> Block und verdient Schläge!
> Spr 29,19
> 
> 33:28   Treibe ihn zur Arbeit an, daß er nicht müßig geht;
> 
> 33:29   denn Müßiggang lehrt viel Böses.
> 
> 33:30    Lege ihm Arbeiten auf, die einem Sklaven gebühren; gehorcht er dann
> nicht, so feßle seine Füße. Doch lege keinem zu viel auf und tu
> nichts, ohne ein Recht darauf zu haben.
> (30 und 31) 2. Mose 21,20-21; Kap 7,22-23; Phlm 1,16
> 
> 33:31   Hast du einen Sklaven, so halt's mit ihm wie mit dir selbst; denn du
> hast ihn teuer erworben. Hast du einen Sklaven, so behandle ihn wie
> einen Bruder; denn du hast ihn nötig wie dein eignes Leben.
> 
> 33:32   Behandelst du ihn aber schlecht, so daß er sich aufmacht und
> davonläuft: wo willst du ihn dann suchen?
> 
>          Nichtigkeit der Träume
> 
> 34:1     Unweise Leute betrügen sich selbst mit törichten Hoffnungen, und
> Narren verlassen sich auf Träume.
> (1-7) Jer 23,25-32; Pred 5,6
> 
> 34:2    Wer auf Träume hält, der greift nach dem Schatten und will den Wind
> haschen.
> 
> 34:3    Träume sind nichts anderes als Bilder ohne Wirklichkeit.
> 
> 34:4    Was unrein ist, wie kann das rein sein? Und was falsch ist, wie kann
> das wahr sein?
> 
> 34:5     Eigne Weissagung und Zeichendeutung und Träume sind nichts, und man
> sieht dabei Wahnbilder wie eine Gebärende;
> Jer 14,14
> 
> 34:6    und wenn es nicht kommt durch Eingebung des Höchsten, so halt
> nichts davon.
> 4. Mose 12,6; Hiob 33,15-18
> 
> 34:7    Denn Träume betrügen viele Leute, und es schlägt denen fehl, die
> darauf bauen.
> 
> 34:8    Aber das Gesetz trügt nicht und erfüllt sich, und was die Weisheit
> spricht mit wahrhaftigem Mund, das geschieht auch.
> 
> Erfahrung des Weisen und Vertrauen des Frommen
> 
> 34:9    Ein Mann, der viel herumgekommen ist, versteht viel, und einer mit
> viel Erfahrung kann Weisheit lehren.
> Apg 27,9-10
> 
> 34:10   Wer nicht erfahren ist, der versteht wenig;
> 
> 34:11   wer aber weit herumgekommen ist, der ist voll Klugheit.
> 
> 34:12   Weil ich weit herumgekommen bin, konnte ich viel lernen, und ich
> weiß mehr, als ich sage.
> 
> 34:13   Oft bin ich in Todesgefahr gekommen, doch durch mein Wissen daraus
> errettet worden.
> 
> 34:14   Der Geist der Gottesfürchtigen wird am Leben bleiben;
> 
> 34:15   denn ihre Hoffnung richtet sich auf den, der ihnen helfen kann.
> 
> 34:16    Wer den Herrn fürchtet, der braucht vor nichts zu erschrecken noch
> zu verzagen; denn er ist seine Zuversicht.
> (16 und 17) Ps 27,1; 112,1; 112,7
> 
> 34:17   Wohl dem, der den Herrn fürchtet!
> 
> 34:18   Worauf verläßt er sich? Wer ist sein Halt?
> 
> 34:19   Die Augen des Herrn sehen auf die, die ihn liebhaben. Er ist ein
> gewaltiger Schild, eine starke Stütze, ein Schutz gegen die Hitze,
> ein schützendes Dach am heißen Mittag, er bewahrt vor dem
> Straucheln, er hilft vor dem Fall;
> Kap 15,20;  Jes 4,5-6
> 
> 34:20   er erfreut das Herz und macht das Angesicht fröhlich und gibt
> Gesundheit, Leben und Segen.
> Ps 103,3-5
> 
> Von unrechten und rechten Opfern
> 
> 34:21    Wer von unrechtem Gut opfert, dessen Opfer ist eine Lästerung;
> (21-23) Spr 15,8; 1. Sam 15,22
> 
> 34:22   und solche Gaben der Gottlosen sind nicht wohlgefällig.
> 
> 34:23   Die Gaben der Gottlosen gefallen dem Höchsten gar nicht, auch
> vergibt er Sünden nicht, selbst wenn man viel opfert. -
> 
> 34:24   Wer vom Besitz der Armen opfert, der ist wie einer, der den Sohn vor
> den Augen des Vaters schlachtet.
> 
> 34:25   Der Arme hat nichts zum Leben als ein wenig Brot; wer ihn auch noch
> darum bringt, der ist ein Mörder.
> 2. Sam 12,1-5
> 
> 34:26    Wer seinem Nächsten die Nahrung nimmt, der tötet ihn.
> (26 und 27) 3. Mose 19,13; Tob 4,15
> 
> 34:27   Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund. -
> 
> 34:28   Wenn einer baut und der andre einreißt: was haben sie davon anderes
> als Mühe?
> 
> 34:29   Wenn einer betet und der andre flucht: wessen Stimme soll der Herr
> erhören?
> 
> 34:30   Wer sich wäscht, wenn er einen Toten angerührt hat, und rührt ihn
> wieder an: was hilft ihm sein Waschen?
> 4. Mose 19,11-12
> 
> 34:31   So ist der Mensch, der für seine Sünden fastet und sündigt immer
> wieder: wer soll sein Gebet erhören, und was hilft ihm sein Fasten?
> Jes 58,3-5
> 
>  35:1     Gottes Gebote halten, das ist ein reiches Opfer.
> (1 und 2) 1. Sam 15,22
> 
> 35:2    Gottes Gebote ehren, das ist das rechte Dankopfer.
> 
> 35:3    Gott danken, das ist das rechte Speisopfer.
> Ps 50,14; 50,23
> 
> 35:4    Barmherzigkeit üben, das ist das rechte Lobopfer.
> Hebr 13,16
> 
> 35:5    Von Sünden lassen, das ist ein Gottesdienst, der dem Herrn gefällt;
> und aufhören, Unrecht zu tun, das ist ein rechtes Sühnopfer.
> Spr 21,3
> 
> 35:6    Im Haus des Herrn aber sollst du nicht mit leeren Händen
> erscheinen;
> 5. Mose 16,16-17
> 
> 35:7    denn das alles muß man tun um des Gebotes willen.
> Mt 23,23
> 
> 35:8    Des Gerechten Opfer macht den Altar reich, und Opfergeruch ist dem
> Höchsten wohlgefällig.
> 1. Mose 8,21
> 
> 35:9    Des Gerechten Opfer ist angenehm und wird nicht mehr vergessen.
> 
> 35:10   Ehre Gott mit deinen Opfern gern und reichlich, und gib deine
> Erstlingsgaben, ohne zu geizen.
> 2. Mose 23,19
> 
> 35:11   Was du gibst, das gib gern, und bringe den Zehnten fröhlich dar.
> 3. Mose 27,30; Mal 3,10
> 
> 35:12   Gib dem Höchsten, wie er dir gegeben hat, und gib gern und
> reichlich nach deinem Vermögen.
> 2. Kor 9,7
> 
> 35:13   Denn der Herr, der vergilt, wird dir's siebenfach vergelten.
> 1. Sam 26,23;  Ps 79,12
> 
> 35:14    Bring deine Gabe nicht, um Gott zu bestechen; denn eine solche wird
> er nicht annehmen.
> (14 und 15) Mal 1,8; 2. Chr 19,7
> 
> 35:15   Verlaß dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein
> Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person.
> 
> Das Gebet der Rechtlosen und seine Erhörung
> 
> 35:16    Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhört das Gebet
> des Unterdrückten.
> (16-19) 5. Mose 10,17-18; 2. Mose 22,21-22; Lk 18,7
> 
> 35:17   Er verachtet das Gebet der Waisen nicht noch die Witwe, wenn sie
> klagt.
> 
> 35:18   Die Tränen der Witwen fließen die Backen herab
> 
> 35:19   und schreien gegen den, der sie hervorgerufen hat.
> 
> 35:20   Wer Gott dient, wie es ihm gefällt, der ist ihm angenehm, und sein
> Gebet reicht bis in die Wolken.
> Spr 15,29
> 
> 35:21   Das Gebet der Elenden dringt durch die Wolken und läßt nicht ab, bis
> es vor Gott kommt, und hört nicht auf, bis der Höchste darauf
> achtet. -
> 
> 35:22   Und der Herr wird recht richten und bestrafen und nicht säumen noch
> Langmut zeigen, bis er den Unbarmherzigen die Lenden zerschmettert
> 
> 35:23   und an solchen Leuten Vergeltung übt und alle Gewalttätigen
> vernichtet und die Macht der Ungerechten zerschlägt.
> 
> 35:24   Er wird den Menschen nach ihren Taten vergelten und wird an ihnen
> handeln nach ihren Plänen,
> Jer 17,10
> 
> 35:25   er wird seinem Volk Recht schaffen und es erfreuen mit seiner
> Barmherzigkeit.
> 
> 35:26   Wie der Regen erquickt, wenn es lange trocken gewesen ist, so
> lieblich ist seine Barmherzigkeit in der Zeit der Not.
> Hos 6,3
> 
>          Gebet des Gottesvolkes um Hilfe gegen seine Feinde
> 
> 36:1    Herr, allmächtiger Gott, erbarme dich unser,
> 
> 36:2     sieh hin und versetze alle Völker in Schrecken!
> Ps 80,15;  2. Mose 23,27
> 
> 36:3    Erhebe deine Hand gegen die fremden Völker, daß sie deine Macht
> sehen.
> 
> 36:4    Wie du vor ihren Augen dich heilig erwiesen hast an uns, so zeige
> dich mächtig an ihnen vor unsern Augen,
> Hes 28,22-23
> 
> 36:5    damit sie dich erkennen, wie wir erkannt haben, daß es keinen
> andern Gott gibt als dich, Herr.
> 5. Mose 4,35; Jdt 9,15
> 
> 36:6    Tu neue Zeichen und neue Wunder.
> Mi 7,15-16
> 
> 36:7    Verherrliche deine Hand und deinen rechten Arm.
> 
> 36:8    Errege Grimm und schütte Zorn aus.
> Ps 79,6
> 
> 36:9    Wirf den Widersacher nieder und vertilge den Feind;
> 
> 36:10    führe bald die Zeit herbei und denke an deinen Eid, damit man
> deine Wundertaten preist.
> 5. Mose 32,35;  5. Mose 32,40-41
> 
> 36:11   Der Zorn des Feuers soll die verzehren, die sich so sicher fühlen;
> und die deinem Volk Leid antun, sollen umkommen.
> 
> 36:12   Zerschmettre die Köpfe der Fürsten, die uns feind sind und sagen:
> Außer uns gibt es niemand! -
> Vers 5; Hab 1,11
> 
> 36:13   Versammle alle Stämme Jakobs und laß sie dein Erbe sein wie am
> Anfang.
> 5. Mose 30,3
> 
> 36:14   Herr, erbarme dich über dein Volk, das von dir den Namen hat, und
> über Israel, das du einen Erstgeborenen genannt hast.
> Jes 43,1;  2. Mose 4,22
> 
> 36:15   Erbarme dich über die Stadt Jerusalem, wo dein Heiligtum ist und wo
> du wohnst.
> 
> 36:16   Erfülle Zion mit deiner Majestät und dein Volk mit deiner
> Herrlichkeit.
> 
> 36:17   Bekenne dich zu denen, die von Anfang an dein Eigentum gewesen sind;
> und erfülle die Verheißungen, die in deinem Namen verkündigt worden
> sind.
> Röm 15,8
> 
> 36:18   Lohne es denen, die auf dich warten, damit das Wort deiner
> Propheten bestätigt wird.
> 2. Petr 1,19
> 
> 36:19   Nach dem Segen Aarons über dein Volk erhöre, Herr, das Gebet derer,
> die dich anrufen, damit alle, die auf Erden wohnen, erkennen, daß du
> der Herr bist, der ewige Gott.
> 4. Mose 6,23-26
> 
> Ratschläge für die Wahl der Frau, der Freunde und der Ratgeber
> 
> 36:20   Der Bauch nimmt verschiedene Speisen zu sich; doch ist die eine
> Speise besser als die andre.
> 
> 36:21   Wie die Zunge das Wildbret schmeckt, so merkt ein verständiges Herz
> die falschen Worte.
> 
> 36:22   Ein tückischer Mensch kann einen ins Unglück bringen; aber ein
> erfahrner weiß es ihm zu vergelten. -
> 
> 36:23   Eine Frau wird jeden zum Manne nehmen; aber unter den Töchtern
> nimmt man die eine lieber als die andre.
> 1. Mose 29,16-18
> 
> 36:24   Eine schöne Frau erfreut den Mann, und er sieht nichts lieber;
> 
> 36:25   wenn sie dazu freundliche und liebliche Worte spricht, so ist ihr
> Mann nicht zu vergleichen mit andern. -
> Kap 26,16
> 
> 36:26   Wer eine Frau erwirbt, erwirbt damit noch mehr: eine Gehilfin, die
> zu ihm paßt, und eine Säule, an die er sich lehnt.
> 1. Mose 2,18;  Spr 31,10-11
> 
> 36:27   Wo kein Zaun ist, wird Hab und Gut geraubt; und wo keine Frau ist,
> da irrt der Mann seufzend umher.
> Kap 26,2
> 
> 36:28   Wie man einem bewaffneten Räuber nicht traut, der von einer Stadt in
> die andre schleicht, so traut man auch nicht einem Mann, der kein
> Heim hat und dort bleiben muß, wo er am Abend hinkommt.
> Kap 29,30
> 
>  37:1    Jeder Freund sagt zwar: Ich bin auch dein Freund -; aber einige sind
> nur dem Namen nach Freunde.
> 
> 37:2    Wenn ein Gefährte und Freund einem feind wird, so bleibt der Gram
> darüber bis in den Tod.
> 
> 37:3    Ach wo kommt doch das Übel her, daß alle Welt so voll Falschheit
> ist?
> 2. Kor 11,3
> 
> 37:4    Wenn's dem Freund gutgeht, so freuen sie sich mit ihm; wenn's ihm
> aber schlechtgeht, werden sie seine Feinde.
> Kap 6,8
> 
> 37:5    Sie stehen ihm bei, wenn es um den Bauch geht; aber wenn es Kampf
> gibt, verstecken sie sich hinter dem Schild.
> 
> 37:6    Vergiß den Freund nicht in deinem Herzen,
> 
> 37:7    und denke an ihn, wenn du reich wirst.
> 
> 37:8    Jeder Ratgeber will raten, aber einige raten zu ihrem eignen
> Nutzen.
> Kap 6,6
> 
> 37:9    Darum hüte dich vor dem Ratgeber: überlege zuvor, was ihm nützlich
> sein kann, denn er denkt vielleicht daran, zu seinem Vorteil zu
> raten; laß ihn nicht über dich bestimmen,
> 
> 37:10   damit er nicht sagt: Du bist auf dem rechten Weg -, selbst aber
> beiseite steht und achtgibt, wie es dir ergehen wird.
> 
> 37:11   Berate dich nicht mit dem, der dich mißgünstig betrachtet, und vor
> denen, die dich beneiden, verbirg deinen Plan.
> 
> 37:12   Man fragt ja auch nicht eine Frau um Rat, wie man ihre Nebenbuhlerin
> freundlich behandeln soll, oder einen Ängstlichen, wie man Krieg
> führen soll, oder einen Kaufmann, wie hoch er deine und seine Ware
> schätzt, oder einen Käufer, wie teuer du etwas verkaufen sollst,
> Spr 20,14
> 
> 37:13   oder einen Mißgünstigen, wie man denken, oder einen Unbarmherzigen,
> wie man barmherzig sein soll, oder einen Faulen, wie man viel
> arbeiten kann,
> 
> 37:14   oder einen für ein Jahr angeworbenen Tagelöhner, ob seine Arbeit
> schon zu Ende ist, oder einen trägen Hausknecht, wieviel man leisten
> kann. Alle diese Leute frag nicht um Rat,
> 
> 37:15   sondern halte dich stets zu gottesfürchtigen Leuten, von denen du
> weißt, daß sie Gottes Gebote halten;
> Kap 9,21-23
> 
> 37:16   die gesinnt sind, wie du bist, die Mitleid mit dir haben, wenn du
> strauchelst.
> 
> 37:17   Und bleibe bei dem, was dir dein Herz rät; denn du wirst keinen
> treueren Ratgeber finden.
> Dan 1,8
> 
> 37:18   Denn mit seinem Herzen kann ein Mann oft mehr erkennen als sieben
> Wächter, die oben auf der Warte sitzen.
> 
> 37:19   Doch bei alledem rufe den Allerhöchsten an, daß er dein Tun gelingen
> und nicht fehlschlagen läßt.
> Tob 4,20
> 
> 37:20   Ehe du etwas anfängst, überleg dir's zuvor; und ehe du etwas tust,
> geh mit dir zu Rate.
> 
> 37:21   Denn wenn man etwas Neues vorhat, so treten vier Dinge auf: Gutes
> und Böses, Leben und Tod; und darüber regiert allezeit die Zunge. -
> Spr 18,21; Jak 3,5
> 
> 37:22   Mancher ist zwar fähig, vielen andern zu raten, aber sich selbst
> kann er nicht helfen.
> 
> 37:23   Mancher möchte klug raten und wird doch nicht gern gehört, und so
> bleibt er ein Bettler;
> 
> 37:24   denn er hat nicht vom Herrn die Gnade dazu, und es ist keine
> Weisheit in ihm. -
> 
> 37:25   Mancher ist weise nur für sich selbst; der schafft mit seinem Rat
> nur für sich selbst Nutzen.
> 
> 37:26   Ein weiser Mann lehrt sein Volk und schafft mit seinem Rat
> bleibenden Nutzen.
> 
> 37:27   Ein weiser Mann wird sehr gelobt, und alle, die ihn sehen, preisen
> ihn.
> 
> 37:28   Jeder hat eine bestimmte Zeit zu leben; aber Israels Tage sind
> nicht zu zählen.
> Hiob 14,5;  5. Mose 11,21
> 
> 37:29   Ein Weiser hat in seinem Volk großes Ansehen, und sein Name bleibt
> ewig.
> 
> Warnung vor Unmäßigkeit
> 
> 37:30   Mein Kind, prüfe, was für deinen Leib gesund ist; und sieh, was für
> ihn ungesund ist, das gib ihm nicht.
> 
> 37:31   Denn nicht alles ist jedem nützlich, auch mag nicht jeder alles.
> 
> 37:32   Überfriß dich nicht, wenn es dir schmeckt, und sei nicht gierig bei
> leckeren Speisen.
> 
> 37:33    Denn viel Fressen macht krank, und ein unersättlicher Vielfraß wird
> sich erbrechen.
> (33 und 34) Kap 31,24-25; Röm 13,13-14
> 
> 37:34   Viele haben sich zu Tode gefressen; wer aber mäßig ißt, der lebt
> desto länger.
> 
>          Lob des Arztes
> 
> 38:1    Ehre den Arzt mit gebührender Verehrung, damit du ihn hast, wenn du
> ihn brauchst;
> Kol 4,14
> 
> 38:2    denn der Herr hat ihn geschaffen, und die Heilung kommt von dem
> Höchsten, und Könige ehren ihn mit Geschenken.
> 2. Mose 15,26
> 
> 38:3    Die Kunst des Arztes erhöht ihn und macht ihn groß bei Fürsten und
> Herren.
> 
> 38:4    Der Herr läßt die Arznei aus der Erde wachsen, und ein Vernünftiger
> verachtet sie nicht.
> Hes 47,12
> 
> 38:5    Wurde nicht das bittere Wasser süß durch Holz, damit man seine
> Kraft erkennen sollte?
> 2. Mose 15,23-25
> 
> 38:6    Und er hat solche Kunst den Menschen gegeben, um sich herrlich zu
> erweisen durch seine wunderbaren Mittel.
> 
> 38:7    Damit heilt er und vertreibt die Schmerzen, und der Apotheker macht
> Arznei daraus,
> 
> 38:8    damit Gottes Werke kein Ende nehmen und es Heilung durch ihn auf
> Erden gibt.
> Joh 5,17;  Mt 4,23-24
> 
> 38:9     Mein Kind, wenn du krank bist, so mißachte dies nicht; sondern
> bitte den Herrn, dann wird er dich gesund machen.
> (9 und 10) Jes 38,1-5; 38,16-17; Jak 5,14-16
> 
> 38:10   Laß ab von der Sünde und handle rechtschaffen und reinige dein Herz
> von aller Missetat.
> 
> 38:11   Opfre lieblichen Geruch und feinstes Mehl zum Gedenkopfer, und gib
> ein fettes Opfer, als müßtest du sterben.
> 3. Mose 2,1-2
> 
> 38:12   Danach laß den Arzt zu dir, denn der Herr hat ihn geschaffen; und
> weise ihn nicht von dir, denn du brauchst auch ihn.
> 
> 38:13   Es kann die Stunde kommen, in der dem Kranken allein durch die Hand
> der Ärzte geholfen wird;
> 
> 38:14   denn auch sie werden den Herrn bitten, daß er's ihnen gelingen läßt,
> damit es sich mit ihm bessert und er gesund wird und wieder für sich
> sorgen kann.
> 
> 38:15   Wer vor seinem Schöpfer sündigt, der soll dem Arzt in die Hände
> fallen!
> Ps 107,17-18; Joh 5,14
> 
> Von der Trauer um einen Toten
> 
> 38:16   Mein Kind, wenn einer stirbt, so beweine ihn und klage wie einer,
> dem großes Leid geschehen ist, und verhülle seinen Leib, wie es ihm
> zukommt, und bestatte ihn mit Ehren.
> Tob 2,2-9
> 
> 38:17    Du sollst bitterlich weinen und von Herzen betrübt sein und Leid
> tragen, wie er es verdient hat,
> (17 und 18) Kap 22,11; 22,13
> 
> 38:18   etwa einen Tag oder zwei, damit man nicht schlecht von dir redet;
> und tröste dich auch wieder, damit du nicht allzu traurig wirst.
> 
> 38:19   Denn vom Trauern kommt der Tod, und die Traurigkeit des Herzens
> schwächt die Kräfte.
> 
> 38:20   In der Anfechtung bleibt die Traurigkeit, und ein Leben in Armut tut
> dem Herzen weh.
> 
> 38:21    Laß die Traurigkeit nicht in dein Herz, sondern weise sie ab und
> denk ans Ende und vergiß es nicht;
> (21 und 22) 1. Thess 4,13-14
> 
> 38:22   denn es gibt kein Wiederkommen. Du hilfst ihm nicht, und dir tust du
> Schaden.
> 
> 38:23   Denke daran: wie er gestorben, so mußt du auch sterben. Gestern
> war's an mir, heute ist's an dir.
> 
> 38:24   Weil der Tote nun seine Ruhe hat, so höre auch du auf, ihn zu
> beklagen, und tröste dich wieder, weil sein Geist von ihm geschieden
> ist.
> 2. Sam 12,19-23
> 
> Vom Erlernen der Weisheit
> 
> 38:25   Wer Weisheit lernt, braucht viel Zeit, und nur wer sonst nichts zu
> tun hat, wird Weisheit gewinnen.
> 
> 38:26   Wie kann der Weisheit erlernen, der den Pflug führt und stolz die
> Ochsen mit dem Stecken antreibt und nur mit solchen Arbeiten umgeht
> und mit nichts anderm als mit Ochsen zu reden weiß?
> 
> 38:27   Er muß daran denken, wie er ackern soll, und muß spät und früh den
> Kühen Futter geben. -
> 
> 38:28   Ebenso geht es den Zimmerleuten und Baumeistern, die Tag und Nacht
> arbeiten, oder denen, die Siegel stechen und fleißig Bilder malen;
> die müssen daran denken, daß das Bild ähnlich wird, und früh und
> spät darauf bedacht sein, daß sie es vollenden. -
> 
> 38:29   Ebenso geht es dem Schmied bei seinem Amboß, der auf das
> Schmiedewerk achtet und vom Feuer versengt wird und sich in der
> Hitze des Ofens müde arbeitet.
> 
> 38:30   Das Hämmern dröhnt ihm in die Ohren, und er sieht darauf, wie er das
> Werk richtig macht,
> 
> 38:31   und muß daran denken, wie er's fertigbringt, und früh und spät
> darauf bedacht sein, daß es schön aussieht.
> 
> 38:32   Ebenso geht es dem Töpfer; der muß bei seiner Arbeit sitzen und die
> Scheibe mit seinen Füßen drehen und muß immer um sein Werk besorgt
> sein und sein bestimmtes Maß an Arbeit tun.
> Jer 18,3-4
> 
> 38:33   Er muß mit seinen Armen aus dem Ton sein Gefäß formen und muß sich
> mit seinen Füßen abmühen.
> 
> 38:34   Er muß daran denken, wie er's fein glasiert, und früh und spät den
> Ofen fegen. -
> 
> 38:35   Diese alle vertrauen auf ihre Hände, und jeder versteht sich auf
> sein Handwerk.
> 
> 38:36   Man kann sie beim Bau der Stadt nicht entbehren,
> 
> 38:37   sie sind weder Beisassen noch brauchen sie umherzuziehen - doch zur
> Beratung des Volks werden sie nicht herangezogen, und in der
> Gemeinde treten sie nicht hervor;
> 
> 38:38   auf dem Stuhl des Richters sitzen sie nicht, auf Bund und Gesetz
> verstehen sie sich nicht; sie können Recht und Gerechtigkeit nicht
> lehren,
> Joh 7,49
> 
> 38:39   und weise Sprüche werden bei ihnen nicht gefunden: doch sie stützen
> den Bestand der Welt und denken daran, wie sie ihre Arbeit
> verrichten können.
> Spr 18,9
> 
>  39:1     Wer sich aber vorgenommen hat, über das Gesetz des Höchsten
> nachzusinnen, der muß die Weisheit aller Alten erforschen und in den
> Propheten studieren.
> (1-3) Ps 1,2; 78,2-3
> 
> 39:2    Er muß die Geschichten berühmter Leute kennen und über die Sprüche
> nachdenken, was sie bedeuten und lehren.
> 
> 39:3    Er muß den verborgenen Sinn der Gleichnisse erforschen und mit
> Rätselsprüchen vertraut sein.
> 
> 39:4    Der kann den Fürsten dienen und vor den Herren erscheinen.
> 
> 39:5    Er durchzieht fremde Länder; denn er sucht zu erfahren, was bei den
> Menschen gut und böse ist.
> Kap 34,9
> 
> 39:6    Er denkt daran, in der Frühe den Herrn zu suchen, der ihn
> geschaffen hat, und betet vor dem Höchsten.
> Weish 16,28
> 
> 39:7    Er tut seinen Mund getrost auf und betet für seine Sünden.
> 
> 39:8    Und wenn es dem großen Gott gefällt, so gibt er ihm den Geist der
> Weisheit reichlich.
> Jak 1,5; Joh 3,34
> 
> 39:9    Er kann weisen Rat und Lehre geben in Fülle, dafür dankt er dem
> Herrn in seinem Gebet.
> 
> 39:10   Er richtet sein Wollen und sein Wissen darauf, die Geheimnisse des
> Herrn zu verstehen.
> Kol 2,2-3
> 
> 39:11   Danach gibt er seine Belehrung und rühmt sich des Gesetzes des
> Herrn.
> 
> 39:12   Und viele preisen seine Weisheit, und sie wird niemals untergehen.
> 
> 39:13   Er wird niemals mehr vergessen werden, und noch nach seinem Tode
> bleibt ihm dieser Name.
> Kap 37,29; 41,15-16; Weish 8,13
> 
> 39:14   Was er gelehrt hat, wird man in aller Welt verkünden, und die
> Gemeinde wird ihn rühmen.
> 
> 39:15   Solange er lebt, hat er einen größern Namen als tausend andre; und
> noch nach seinem Tode bleibt er ihm.
> 
> Lobpreis der Werke Gottes
> 
> 39:16   Ich habe mir noch mehr überlegt und will es sagen; denn rund wie der
> Vollmond bin ich voll von Gedanken.
> Hiob 32,18
> 
> 39:17   Gehorcht mir, ihr frommen Söhne, und ihr werdet wachsen wie die
> Rosen, an den Bächen gepflanzt,
> Ps 1,3
> 
> 39:18   und werdet lieblichen Duft geben wie Weihrauch und blühen wie die
> Lilien. Verbreitet Wohlgeruch
> Kap 24,20
> 
> 39:19   und singt ein Loblied! Lobt den Herrn für alle seine Werke, preist
> seinen Namen herrlich!
> 
> 39:20   Dankt ihm und lobt ihn mit Singen und Klingen und stimmt dies
> Danklied an:
> 
> 39:21    Alle Werke des Herrn sind sehr gut; und was er gebietet, das
> geschieht zur rechten Zeit.
> 1. Mose 1,31; Ps 104,24;  Ps 104,27
> 
> 39:22   Und man darf nicht sagen: Was ist das? Was soll das? Denn zur
> rechten Zeit trifft alles ein, wie damals, als durch sein Gebot das
> Wasser stand wie eine Mauer und durch sein Wort die Wasser standen,
> wie in ein Gefäß gefaßt.
> Pred 3,11;  2. Mose 14,21-22; Jos 3,14-16; 1. Mose 1,9
> 
> 39:23    Durch sein Gebot schafft er alles, was er will, und wenn er hilft,
> kann's niemand hindern.
> Ps 33,9;  Dan 4,32
> 
> 39:24   Die Werke aller Menschen sind vor ihm, und vor seinen Augen ist
> nichts verborgen.
> Kap 15,19; Ps 33,13-15
> 
> 39:25   Er sieht alles vom Anfang der Welt bis ans Ende der Welt, und vor
> ihm ist kein Ding zu wunderbar.
> 
> 39:26   Man darf nicht sagen: Was ist das? Was soll das? Denn er hat alles
> geschaffen, damit es zu etwas dienen soll.
> 
> 39:27   Denn sein Segen fließt daher wie ein Strom und tränkt die Erde wie
> eine große Flut.
> Ps 65,10
> 
> 39:28   Ebenso trifft sein Zorn die Heiden, wie damals, als er ein
> wasserreiches Land in ein Salzmeer verwandelte.
> 1. Mose 14,3; 19,24-26
> 
> 39:29   Sein Tun ist bei den Heiligen recht; aber die Gottlosen stoßen sich
> daran.
> Ps 18,27
> 
> 39:30    Von Anfang an ist das Gute für die Frommen geschaffen und ebenso
> das Böse für die Gottlosen.
> (30-32) Weish 16,24; 1. Tim 4,4
> 
> 39:31   Der Mensch bedarf zu seinem Leben vor allem Wasser, Feuer, Eisen,
> Salz, Mehl, Milch, Honig, Wein, Öl und Kleider.
> 
> 39:32   Das alles kommt den Frommen zugut, aber für die Gottlosen wandelt es
> sich zum Bösen.
> 
> 39:33    Es gibt Winde, die sind zur Strafe geschaffen, und durch ihr
> Stürmen richten sie schweren Schaden an;
> (33 und 34) Ps 104,4; Jes 2,12-17
> 
> 39:34   und wenn die Strafe kommen soll, so toben sie und besänftigen
> dadurch den Zorn dessen, der sie geschaffen hat.
> 
> 39:35   Feuer, Hagel, Hunger, Tod, das alles ist zur Strafe geschaffen.
> 2. Mose 9,22-25; Weish 5,21-23
> 
> 39:36   Wilde Tiere, Skorpione, Schlangen und das Schwert sind auch zur
> Strafe geschaffen, um die Gottlosen zugrunde zu richten.
> Kap 40,8-10
> 
> 39:37   Mit Freuden erfüllen sie seinen Befehl und sind bereit, wenn er sie
> auf Erden braucht; und wenn ihre Zeit kommt, widersetzen sie sich
> ihm nicht.
> Ps 148,8
> 
> 39:38   Darum war ich von Anfang an meiner Sache gewiß und bedachte es und
> schrieb's nieder,
> 
> 39:39   daß alle Werke des Herrn gut sind und jedes zu seiner Zeit einen
> Zweck erfüllt
> Vers 21; Vers 26
> 
> 39:40   und daß man nicht sagen darf: Es ist nicht alles gut; denn alles ist
> zu seiner Zeit sinnvoll.
> 
> 39:41   Darum soll man den Namen des Herrn loben und danken mit Herz und
> Mund.
> 
>          Vom Elend des Menschen
> 
> 40:1    Großes Elend ist jedem Menschen zugeteilt, und ein schweres Joch
> liegt auf den Menschenkindern von Mutterleib an, bis sie zur Erde
> zurückkehren, die unser aller Mutter ist.
> Hiob 7,1-4; Ps 90,10
> 
> 40:2    Da sind immer Sorge, Furcht, Hoffnung und zuletzt der Tod
> Hebr 2,15
> 
> 40:3     sowohl bei dem, der in hohen Ehren sitzt, wie bei dem, der im
> Staube liegt;
> (3 und 4) Weish 7,1-6
> 
> 40:4    sowohl bei dem, der Purpur und Krone trägt, wie bei dem, der einen
> groben Kittel anhat. Da sind immer Zorn, Eifersucht, Kummer,
> Unfriede und Todesfurcht, Haß und Streit.
> 
> 40:5    Und wenn einer des Nachts auf seinem Bett ruhen und schlafen soll,
> beunruhigen ihn allerlei Gedanken.
> Pred 2,23; 1. Mose 41,8
> 
> 40:6    Wenn er schon ein wenig ruht, so ist's doch nichts damit; denn bald
> ist ihm im Schlaf, als wäre es Tag und er sähe die Feinde kommen,
> und er erschrickt im Traum, als fliehe er aus der Schlacht;
> 
> 40:7    und im Augenblick der Not wacht er auf und ist heilfroh, daß die
> Furcht umsonst war.
> 
> 40:8     Dies widerfährt allem Fleisch, sowohl Menschen wie Vieh, aber den
> Gottlosen siebenmal mehr:
> (8-10) Kap 39,35-36
> 
> 40:9    Mord, Blutvergießen, Streit, Schwert, Unglück, Hunger, Verderben und
> Plage:
> 
> 40:10   Das alles ist den Gottlosen zugeteilt; denn auch die Sintflut mußte
> um ihretwillen kommen.
> 1. Mose 6,13
> 
> 40:11   Alles, was aus der Erde kommt, muß wieder zu Erde werden, wie alle
> Wasser wieder ins Meer fließen.
> 1. Mose 3,19; Pred 3,20;  Pred 1,7
> 
> Unrecht Gut gedeihet nicht
> 
> 40:12   Alle Geschenke und unrechten Zuwendungen werden untergehen; aber die
> Redlichkeit bleibt ewig.
> 1. Chr 29,17
> 
> 40:13   Die Güter der Gottlosen versiegen wie ein Bach, wie ein starker
> Donner im Regen verhallt.
> 
> 40:14   Sie sind fröhlich, solange sie Geschenke nehmen; aber zuletzt gehen
> sie doch zugrunde.
> 
> 40:15   Die Nachkommen der Gottlosen bringen keine Zweige hervor, und die
> Wurzel der Ungerechten steht auf einem nackten Felsen.
> Kap 23,35
> 
> 40:16   Und selbst wenn sie wie das Riedgras sehr feucht und am Wasser
> ständen, werden sie doch ausgerottet eher als alles Gras. -
> Hiob 8,11-13
> 
> 40:17    Wohltun aber ist wie ein gesegneter Garten, und Barmherzigkeit
> bleibt ewig.
> Vers 28; Jes 58,10-11
> 
> Vom Guten und vom Besseren im Leben des Menschen
> 
> 40:18   Wer von seiner Arbeit lebt und wer bescheiden ist, der hat ein
> gutes Leben; aber besser als beide hat es der, der einen Schatz
> findet.
> 1. Tim 6,6-8;  Mt 6,19-21; 13,44
> 
> 40:19   Kinder zeugen und Städte gründen machen einen bleibenden Namen; aber
> eine untadelige Frau wird mehr geschätzt als beides.
> Kap 36,26
> 
> 40:20   Wein und Saitenspiel erfreuen das Herz; aber die Weisheit ist
> liebenswerter als sie beide.
> 
> 40:21   Flöte und Harfe klingen schön; aber eine freundliche Rede ist
> besser als sie beide.
> Spr 16,24
> 
> 40:22   Anmut und Schönheit sieht das Auge gern, aber eine grüne Saat lieber
> als beides.
> 
> 40:23   Einem Freund und einem Gefährten begegnet man gern, aber lieber hat
> man die Frau, mit der man lebt.
> 
> 40:24   Brüder und Helfer sind gut in der Not, aber mehr als beide rettet
> Almosengeben.
> Kap 29,15
> 
> 40:25   Gold und Silber lassen einen Mann sicher stehen, aber mehr als
> beides ein guter Rat.
> 
> 40:26   Reichtum und Macht erhöhen den Mut, aber mehr als beides die Furcht
> des Herrn.
> Ps 33,16-18; Jdt 9,11
> 
> 40:27   In der Furcht des Herrn fehlt einem nichts, und man braucht keine
> Hilfe.
> Ps 34,11
> 
> 40:28   Die Furcht des Herrn ist wie ein gesegneter Garten, und nichts ist
> so schön wie sie.
> Vers 17
> 
> Warnung vor dem Betteln
> 
> 40:29   Mein Kind, verleg dich nicht aufs Betteln; es ist besser, zu sterben
> als zu betteln.
> Kap 29,30; 1. Thess 4,11-12
> 
> 40:30   Wer sich nach fremden Tischen umsieht, dessen Leben kann nicht als
> rechtes Leben gelten; denn er macht sich unrein mit fremden
> Speisen;
> Dan 1,8; 1. Makk 1,65
> 
> 40:31   aber gerade davor hütet sich ein vernünftiger, wohlerzogener Mann.
> 
> 40:32   Betteln schmeckt dem unverschämten Maul gut; aber im Bauch wird es
> wie Feuer brennen.
> 
>          Vom Tod
> 
> 41:1    O Tod, wie bitter bist du, wenn an dich ein Mensch denkt, der gute
> Tage und genug hat und ohne Sorgen lebt
> Jes 38,10
> 
> 41:2    und dem es wohlgeht in allen Dingen und der noch gut essen kann!
> 
> 41:3     O Tod, wie wohl tust du dem Armen,
> (3 und 4) Kap 30,17; Hiob 3,20-22; Lk 16,22
> 
> 41:4    der schwach und alt ist, der in allen Sorgen steckt und nichts
> Besseres zu hoffen noch zu erwarten hat!
> 
> 41:5    Fürchte den Tod nicht! Denke an die, die vor dir gewesen sind und
> nach dir kommen werden. So ist es vom Herrn verordnet über alle
> Menschen.
> Kap 14,18; Hebr 9,27-28
> 
> 41:6    Und was wehrst du dich gegen den Willen des Höchsten? Ob du zehn
> oder hundert oder tausend Jahre lebst,
> 
> 41:7    im Tod fragt man nicht, wie lange einer gelebt hat.
> 
> Das Schicksal der Gottlosen
> 
> 41:8    Die Kinder der Gottlosen und die sich zu den Gottlosen gesellen, die
> werden verworfen.
> Kap 23,35
> 
> 41:9    Das Erbteil der Kinder von Gottlosen geht verloren; und ihre
> Nachkommen werden immer verachtet sein.
> 
> 41:10   Die Kinder werden den gottlosen Vater anklagen; denn um seinetwillen
> sind sie verachtet.
> 
> 41:11    Weh euch, ihr Gottlosen, die ihr des Höchsten Gesetz verlaßt!
> (11 und 12) 5. Mose 27,26
> 
> 41:12   Werdet ihr geboren, so werdet ihr zum Fluch geboren; und sterbt ihr,
> so fallt ihr dem Fluch zum Opfer.
> 
> 41:13   Wie alles, was aus der Erde kommt, wieder zu Erde wird, so kommen
> die Gottlosen aus dem Fluch zur Verdammnis.
> Kap 40,11;  Phil 3,19
> 
> Der gute Name
> 
> 41:14   Die Menschen trauern zwar um ihren Leib, aber bei den Gottlosen wird
> auch der Name vertilgt, denn er taugt nichts.
> Kap 10,20; Spr 10,7
> 
> 41:15   Sieh zu, daß du einen guten Namen behältst; der bleibt dir gewisser
> als tausend große Schätze Gold.
> Spr 22,1
> 
> 41:16   Ein Leben, es sei so gut, wie es wolle, währt nur eine kurze Zeit;
> aber ein guter Name bleibt ewig.
> Kap 39,13-15; 46,15; Mt 26,13; Lk 10,20
> 
> Rechte und falsche Scham
> 
> 41:17   Meine Kinder, bewahrt willig, was man euch gelehrt hat. Eine
> Weisheit, die man verbirgt, und ein Schatz, der vergraben ist - was
> hat man von beiden? Besser ist ein Mensch, der seine Torheit
> verbirgt, als einer, der seine Weisheit verbirgt.
> Kap 20,32-33; Mt 5,14-16
> 
> 41:18   So schämt euch nun der Dinge, die ich jetzt aufzähle. -
> 
> 41:19   Man schämt sich oft, wo man sich nicht zu schämen brauchte, und
> billigt oft, was man nicht billigen sollte. -
> Kap 4,25
> 
> 41:20   Schämt euch vor Vater und Mutter der Unzucht; vor dem Fürsten und
> Herrn der Lüge;
> 
> 41:21   vor dem Richter und Rat des Unrechts; vor Gemeinde und Volk, das
> Gesetz zu übertreten;
> 
> 41:22   vor dem Nächsten und Freund, treulos zu sein; vor den Nachbarn, zu
> stehlen. -
> 
> 41:23   Schäme dich, Eid und Vertrag zu ändern und dich beim Essen mit
> deinem Arm aufzustützen.
> 
> 41:24   Schäme dich, daß du schlecht bestehst, wenn du abrechnen sollst, und
> nicht dankst, wenn man dich grüßt.
> 
> 41:25   Schäme dich, nach den Huren zu sehen und dein Angesicht von deinen
> Blutsfreunden abzuwenden.
> 
> 41:26   Schäme dich, Erbteil und Morgengabe an dich zu bringen und nach
> einer verheirateten Frau zu blicken.
> Kap 9,11-13
> 
> 41:27   Schäme dich, die Magd eines andern zu begehren und an ihr Bett zu
> treten.
> 
> 41:28   Schäme dich, deinen Freund zu schmähen, und wenn du ihm etwas
> gegeben hast, so wirf es ihm nicht vor.
> Kap 18,15; 18,18; 20,15
> 
> 41:29   Schäme dich, alles weiterzusagen, was du gehört hast, und
> auszuplaudern, was dir anvertraut wurde. So schämst du dich mit
> Recht und wirst allen Leuten lieb und wert sein.
> Kap 27,17
> 
>  42:1    Aber über folgendes schäme dich nicht, und nimm keine falsche
> Rücksicht, durch die du sündigen könntest: Schäme dich nicht, Gesetz
> und Bund des Höchsten zu halten,
> 
> 42:2    den Gottlosen, wenn er recht hat, gerecht zu sprechen;
> 
> 42:3    mit dem Nächsten und Gefährten genau abzurechnen; das Erbteil der
> Freunde gerecht zu verteilen;
> Lk 16,10-11
> 
> 42:4    rechtes Maß und Gewicht zu halten; zufrieden zu sein, ob du viel
> oder wenig gewinnst;
> Kap 26,28
> 
> 42:5    Gewinn zu erzielen beim Handeln mit Kaufleuten; die Kinder streng
> zu erziehen; den bösen Sklaven kräftig zu züchtigen;
> Spr 20,14;  Kap 30,1-13;  Kap 33,25-30
> 
> 42:6    auf eine schlechte Frau gut aufzupassen; alles gut zu verschließen,
> wo viele zugreifen können;
> 
> 42:7    alles zu zählen und abzuwiegen, was du herausgibst; jede Ausgabe und
> Einnahme aufzuschreiben;
> 
> 42:8    die Unverständigen und Toren zurechtzuweisen, auch die alten Leute,
> daß sie nicht mit den jungen zanken. So wirst du ein aufrechter Mann
> sein und bei allen Leuten geachtet.
> Tit 2,2
> 
> Von Töchtern und Frauen
> 
> 42:9    Eine Tochter bereitet dem Vater viele unruhige Nächte, von denen
> niemand weiß, und die Sorge um sie nimmt ihm den Schlaf: solange
> sie jung ist, daß sie verblühen könnte, oder wenn sie einen Mann
> hat, daß er ihrer überdrüssig wird,
> Kap 7,27;  5. Mose 24,1-3
> 
> 42:10   oder solange sie noch unberührt ist, daß sie verführt und im Haus
> ihres Vaters schwanger werden könnte; oder wenn sie bei ihrem Mann
> ist, daß sie sich nicht ordentlich hält oder er kein Kind von ihr
> haben kann.
> 
> 42:11   Wenn deine Tochter nicht auf sich hält, so bewache sie scharf, daß
> sie dich nicht vor deinen Feinden zum Spott macht und die ganze
> Stadt von dir redet und du in aller Munde bist und dich vor allen
> Leuten schämen mußt. -
> Kap 26,13-14
> 
> 42:12   Sieh dich nicht um nach schönen Menschen, und suche nicht die
> Gesellschaft von Frauen!
> Kap 9,3-13
> 
> 42:13   Denn wie aus den Kleidern Motten kommen, so kommt von Frauen viel
> Schlechtigkeit.
> 
> 42:14   Es ist besser, bei einem groben Mann zu sein als bei einer
> freundlichen Frau, die einen zu Hohn und Spott macht.
> Pred 7,26
> 
> Gottes Herrlichkeit in der Natur
> 
> 42:15   Ich will nun preisen des Herrn Werke und verkünden, was ich gesehen
> habe. Durch das Wort des Herrn sind seine Werke geworden.
> Kap 39,23; 1. Mose 1,3
> 
> 42:16   Die Sonne blickt auf alle Welt herab und gibt ihr Licht, und des
> Herrn Werk ist seiner Herrlichkeit voll.
> 
> 42:17   Es ist selbst den Engeln des Herrn nicht gegeben, alle seine
> Wunderwerke zu verkünden, die der allmächtige Herr geschaffen hat,
> damit das All durch seine Herrlichkeit besteht.
> Kap 18,2
> 
> 42:18   Er allein erforscht den Abgrund und das Herz der Menschen und
> durchschaut, was sie vorhaben.
> Spr 15,11;  Joh 2,25
> 
> 42:19   Denn der Höchste weiß alle Dinge und sieht voraus, was geschehen
> wird.
> 
> 42:20   Er verkündet, was vergangen und was zukünftig ist, und offenbart,
> was verborgen ist; es entgeht ihm kein Gedanke, und nichts ist ihm
> verborgen.
> 
> 42:21   Er hat die Werke seiner Weisheit fest gegründet, wie er selber ist
> von Ewigkeit zu Ewigkeit.
> Spr 3,19;  Jes 48,12-13
> 
> 42:22   Man kann sie weder größer noch geringer machen, und er hat keinen
> Ratgeber nötig.
> Kap 18,5; Pred 3,14;  Jes 40,13
> 
> 42:23   Wie herrlich sind alle seine Werke, obwohl man kaum einen Funken
> davon erkennen kann.
> Hiob 37,5; 37,23
> 
> 42:24   Dies alles lebt und bleibt für immer, und wenn er sie braucht, sind
> sie alle gehorsam.
> Kap 39,37
> 
> 42:25   Es sind immer zwei; eins steht dem andern gegenüber, und dem, was
> er gemacht hat, fehlt nichts.
> Kap 33,15-16
> 
> 42:26   Er hat es so geordnet, daß eins dem andern nützt.
> 
>  43:1    Und wer kann sich an seiner Herrlichkeit satt sehen? Die Schönheit
> der Höhe ist das helle Firmament, das Bild des Himmels ist herrlich
> anzusehen.
> Ps 104,1-2
> 
> 43:2    Wenn die Sonne aufgeht, verkündet sie den Tag; sie ist ein
> Wunderwerk des Höchsten.
> 
> 43:3    Am Mittag trocknet sie das Land aus, und wer kann ihre Hitze
> ertragen?
> 
> 43:4    Ein Ofen erhitzt Werkstücke, bis sie glühen, aber dreimal mehr
> erhitzt die Sonne die Berge; sie verbreitet Gluthauch und gibt so
> hellen Glanz von sich, daß sie die Augen blendet.
> Ps 19,7
> 
> 43:5    Groß ist der Herr, der sie gemacht und ihr befohlen hat, ihre Bahn
> zu durcheilen.
> Ps 74,16
> 
> 43:6    Und der Mond muß überall scheinen zu seiner Zeit und die Zeiten
> anzeigen und ein Zeichen für immer sein.
> 1. Mose 1,14
> 
> 43:7     Nach dem Mond rechnet man die Feste; er ist ein Licht, das abnimmt
> und wieder zunimmt.
> (7 und 8) 3. Mose 23,5; Ps 104,19
> 
> 43:8    Er gibt dem Monat seinen Namen; er wächst und verändert sich
> wunderbar
> 
> 43:9     und ist ein Feldzeichen für das himmlische Heer, wenn er aufstrahlt
> am Firmament des Himmels. Die hellen Sterne zieren den Himmel,
> (9-11) Bar 3,34-35
> 
> 43:10   ein leuchtender Schmuck an der Himmelshöhe des Herrn.
> 
> 43:11    Durch Gottes Wort halten sie ihre Ordnung ein und werden nicht
> müde, wenn sie Wache halten.
> Jes 40,26; Hiob 38,31-33
> 
> 43:12   Sieh den Regenbogen an und lobe den, der ihn gemacht hat! Denn er
> hat sehr schöne Farben.
> 1. Mose 9,13; Hes 1,28
> 
> 43:13   Er zieht am Himmel einen glänzenden Bogen; die Hand des Höchsten hat
> ihn gespannt.
> 
> 43:14    Auf sein Wort hin fällt viel Schnee, und er läßt Blitze
> herabfahren, mit denen er richtet. Darum tut sich der Himmel auf,
> (14-22) Hiob 38,22-30; Ps 147,16-18
> 
> 43:15   und die Wolken ziehen, wie die Vögel fliegen.
> 
> 43:16   Er drückt durch seine Kraft die Wolken zusammen, daß Hagelkörner
> herausfallen.
> 
> 43:17   Sein Donner erschreckt die Erde, und Berge zittern vor ihm.
> Ps 29,3; 29,6
> 
> 43:18   Durch seinen Willen wehen der Südwind und der Nordwind und der
> Wirbelsturm.
> 
> 43:19   Und wie die Vögel fliegen, so streut er den Schnee; der fällt herab,
> wie Heuschrecken sich niederlassen.
> 
> 43:20   Er ist so weiß, daß er die Augen blendet, und das Herz muß sich
> wundern über solch seltsamen Regen.
> 
> 43:21   Er schüttet den Reif auf die Erde wie Salz; und wenn es friert, so
> wird er spitz wie Dornen.
> 
> 43:22   Und wenn der kalte Nordwind weht, so wird das Wasser zu Eis; wo
> Wasser ist, da weht er darüber hin und zieht dem Wasser einen
> Harnisch an.
> 
> 43:23   Was auf den Bergen steht, verbrennt er wie Gluthauch, und alles, was
> grün ist, versengt er wie Feuer.
> Am 1,2
> 
> 43:24   Dagegen hilft der feuchte Nebel; und der Tau nach der Hitze
> erquickt alles wieder.
> 1. Mose 27,28; 27,39
> 
> 43:25   Durch sein Wort brachte der Herr das Meer zur Ruhe und säte Inseln
> darein.
> Hiob 38,8-11;  Jes 40,15
> 
> 43:26   Die auf dem Meer fahren, erzählen von seinen Gefahren, und wir, die
> es hören, verwundern uns.
> Ps 107,23-32
> 
> 43:27   Dort gibt es erstaunliche Dinge, mancherlei Tiere und große Fische.
> Durch den Herrn findet jeder Weg sein Ziel,
> Ps 104,25-26
> 
> 43:28   und durch sein Wort besteht alles.
> Kap 39,23; Kol 1,17
> 
> 43:29   Wenn wir auch viel sagen, so reicht es doch nicht aus; mit einem
> Wort: Er ist alles.
> Ps 106,2;  1. Kor 15,28
> 
> 43:30   Wenn wir auch alles hoch rühmen - was ist das? Er ist doch noch
> viel höher als alle seine Werke.
> Weish 13,3
> 
> 43:31   Der Herr ist zu fürchten und unaussprechlich groß, und seine Macht
> ist wunderbar.
> 
> 43:32   Lobt und preist den Herrn, so hoch ihr könnt; er ist doch noch
> höher.
> 
> 43:33   Preist ihn aus allen Kräften und laßt nicht ab;
> 
> 43:34   dennoch reicht es nicht aus!
> 
> 43:35   Wer hat ihn gesehen, daß er von ihm erzählen könnte? Wer kann ihn
> so hoch preisen, wie er ist?
> Joh 1,18
> 
> 43:36   Wir sehen von seinen Werken nur das wenigste; denn viele noch
> größere sind uns verborgen.
> Hiob 26,14
> 
> 43:37   Denn alles, was da ist, das hat der Herr gemacht, und den
> Gottesfürchtigen gibt er Weisheit.
> Kap 1,16
> 
>          DAS LOB DER VÄTER (Kapitel 44,1 - 49,20)
> Einleitung
> 
> 44:1    Laßt uns loben die berühmten Männer und unsre Väter, einen nach dem
> andern!
> 
> 44:2    Viel Herrliches hat der Herr an ihnen getan von Anfang an durch
> seine große Macht.
> 
> 44:3    Es gab solche, die in ihren Königreichen gut regiert haben, und
> Männer, die wegen ihrer Macht gerühmt wurden, die durch ihre
> Einsicht Rat erteilt und Weissagungen verkündet haben,
> 
> 44:4    die Land und Leute regiert haben mit Klugheit und Scharfsinn, die
> weise Lehren gegeben haben in ihren Schriften und kluge Sprüche in
> ihren Anordnungen,
> 
> 44:5    die Lieder und Weisen ersonnen und Gedichte geschrieben haben,
> 
> 44:6    Männer, die reich und mächtig gewesen sind und in Frieden an ihrem
> Ort gelebt haben.
> 
> 44:7    Sie alle sind zu ihren Zeiten gepriesen und zu ihren Lebzeiten
> gerühmt worden.
> 
> 44:8    Sie haben einen solchen Namen hinterlassen, daß man noch heute von
> ihnen erzählt und sie lobt.
> 
> 44:9    Aber andere haben keinen Ruhm und sind umgekommen, als wären sie nie
> gewesen. Und als sie noch lebten, war es, als lebten sie nicht, und
> ebenso ihre Kinder nach ihnen.
> 
> 44:10   Aber jene waren begnadete Leute, deren Gerechtigkeit nicht vergessen
> wird; bei ihren Nachkommen bleibt ihr Glück und ihr Erbe bei ihren
> Kindeskindern.
> 
> 44:11   Ihre Nachkommen sind im Bunde Gottes geblieben und um ihretwillen
> auch ihre Kinder; für immer bleibt ihr Geschlecht,
> 
> 44:12   und ihr Lob wird nicht untergehen.
> 
> 44:13   Sie sind in Frieden begraben; aber ihr Name bleibt ewig.
> Kap 41,16
> 
> 44:14   Die Leute reden von ihrer Weisheit,
> 
> 44:15   und die Gemeinde verkündet ihr Lob.
> 
> Henoch, Noah, Abraham, Isaak und Jakob
> 
> 44:16   Henoch gefiel dem Herrn und wurde hinweggenommen, um für die Welt
> ein Beispiel der Buße zu sein. -
> 1. Mose 5,24
> 
> 44:17   Noah wurde als vollkommen gerecht befunden, und zur Zeit des Zorns
> hat er Gnade gefunden;
> 1. Mose 6,8-9; 7,1
> 
> 44:18   seinetwegen ist ein Rest übriggeblieben auf Erden, als die Sintflut
> kam.
> 
> 44:19   Ein ewiger Bund wurde mit ihm geschlossen, daß nicht mehr alles
> Leben durch eine Sintflut vertilgt werden sollte.
> 1. Mose 9,8-11
> 
> 44:20   Abraham war der hochberühmte Vater vieler Völker und wurde geehrt
> wie kein andrer.
> 1. Mose 17,4-5
> 
> 44:21   Er hielt das Gesetz des Höchsten, und Gott schloß mit ihm einen Bund
> und bestätigte diesen Bund an seinem Fleisch; und er wurde für treu
> befunden, als er versucht wurde.
> 1. Mose 17,10; 17,13;  1. Mose 22,12
> 
> 44:22   Darum verhieß ihm Gott mit einem Eid, daß durch sein Geschlecht die
> Völker gesegnet werden sollten und er zahlreich werden sollte wie
> der Staub der Erde
> 1. Mose 22,15-18
> 
> 44:23   und seine Nachkommen wie die Sterne erhöht und Erben werden sollten
> von einem Meer bis ans andre und vom Euphrat bis an die Enden der
> Erde.
> 1. Mose 15,18; Ps 72,8; 2,8
> 
> 44:24   Er hat diesen Segen für alle Menschen und ebenso den Bund dem Isaak
> bestätigt um seines Vaters Abraham willen
> 1. Mose 26,3-5
> 
> 44:25   und hat ihn auf Jakob kommen lassen.
> 1. Mose 28,13-14
> 
> 44:26   Ihn hat er gnädig gesegnet und ihm das Erbe gegeben und seine
> Anteile bestimmt und in zwölf Stämme aufgeteilt.
> Jos 14,1-5
> 
>          Mose
> 
> 45:1    Er hat aus ihm kommen lassen Mose, den begnadeten Mann, der aller
> Welt lieb und wert war und dem Gott und Menschen zugetan waren,
> dessen Name hoch gepriesen wird.
> 2. Mose 11,3
> 
> 45:2    Er hat ihm Glanz und Herrlichkeit wie den Engeln gegeben und ihn
> hoch erhoben, so daß die Feinde ihn fürchten mußten, und ließ ihn
> mit Worten viele Zeichen tun.
> 2. Mose 34,29-35;  2. Mose 7,2-3; Apg 7,22
> 
> 45:3    Er machte ihn herrlich vor Königen und gab ihm Befehle an sein Volk
> und zeigte ihm seine Herrlichkeit.
> 2. Mose 33,18 - 34,8
> 
> 45:4    Er hat ihn auserkoren um seiner Treue und Demut willen und aus
> allen Menschen erwählt.
> 4. Mose 12,3; 12,6-8
> 
> 45:5    Er ließ ihn seine Stimme hören und führte ihn in die dunkle Wolke.
> 2. Mose 24,15-18
> 
> 45:6    Er hat ihm die Gebote gegeben von Angesicht zu Angesicht, das
> Gesetz des Lebens und der Weisheit, damit er Jakob den Bund lehren
> sollte und Israel seine Satzungen.
> 2. Mose 31,18;  Kap 17,9; 5. Mose 30,19;  5. Mose 4,6
> 
> Aaron und Pinhas
> 
> 45:7    Er hat Aaron, den Bruder des Mose, aus dem Stamm Levi, gleich ihm
> auserkoren und erhört.
> 2. Mose 4,14-15
> 
> 45:8     Er schloß einen ewigen Bund mit ihm und gab ihm das Priestertum im
> Volk.
> (8-16) 2. Mose 28,1-43
> 
> 45:9    Er hat ihn prächtig und schön gekleidet und zog ihm ein herrliches
> Gewand an und legte ihm prachtvollen Schmuck an.
> 
> 45:10   Er zierte ihn mit kostbarem Geschmeide und legte ihm die Beinkleider
> an, das Untergewand und das Obergewand
> 
> 45:11   und hängte ringsum viele Granatäpfel und goldne Schellen daran,
> damit es klingen sollte, wenn er aus- und einging, und der Klang im
> Heiligtum gehört und so seines Volkes vor Gott gedacht würde;
> 
> 45:12   die heiligen Gewänder, mit Gold, blauem und rotem Purpur bestickt;
> 
> 45:13   die Brusttasche für die Losentscheidungen, aus Scharlachfäden
> kunstvoll gewirkt, mit den edlen Steinen, in Gold gefaßt durch die
> Arbeit eines Steinschneiders, in die die Namen der zwölf Stämme
> Israels eingegraben waren, damit ihrer gedacht würde vor Gott;
> 
> 45:14   das goldne Stirnblatt an dem Kopfbund, in das eingegraben war:
> »Heilig dem Herrn.« Das alles war herrlich und kostbar, schön und
> vollkommen.
> 
> 45:15   Man hat so Schönes nie zuvor gesehen.
> 
> 45:16   Es durfte sie niemals ein andrer anziehen, außer allein seine Söhne
> und Nachkommen.
> 
> 45:17   Seine Opfer sollten täglich zweimal dargebracht werden.
> 2. Mose 29,38-42
> 
> 45:18   Mose füllte ihm die Hände und salbte ihn mit dem heiligen Öl.
> 2. Mose 28,41
> 
> 45:19   Es wurde ein ewiger Bund mit ihm und seinen Söhnen geschlossen, daß
> sie Gott dienen und Priester sein und sein Volk in seinem Namen
> segnen sollten, solange der Himmel besteht.
> 2. Mose 40,15;  4. Mose 6,23-27
> 
> 45:20   Der Herr hat ihn erwählt aus allen Lebenden, damit er ihm Speisopfer
> und wohlriechende Räucheropfer zum Gedächtnis opfern sollte, um für
> das Volk Sühne zu schaffen.
> 3. Mose 16,34
> 
> 45:21   Er übertrug ihm in seinen Geboten das Amt des Gesetzes und Rechts,
> daß er Jakob seine Satzungen lehren und Israel mit seinem Gesetz
> erleuchten sollte.
> 5. Mose 33,10
> 
> 45:22    Es rotteten sich zwar andere gegen ihn zusammen und waren neidisch
> auf ihn in der Wüste: die Leute um Dathan und Abiram und die wütende
> Rotte Korach.
> (22-24) 4. Mose 16,1-35
> 
> 45:23   Aber der Herr sah es, und es gefiel ihm nicht; und sie wurden
> verschlungen im grimmigen Zorn.
> 
> 45:24   Er tat ein schreckliches Zeichen an ihnen und verschlang sie mit
> seinem Feuer.
> 
> 45:25    Aaron aber verlieh er noch mehr Herrlichkeit und gab ihm ein
> Erbteil: nämlich alle Erstlinge teilte er ihm zu; vor allem sicherte
> er ihm reichlich Nahrung.
> (25-27) 4. Mose 18,8-20
> 
> 45:26   Denn sie sollten die Opfer des Herrn essen, die er ihm und seinen
> Nachkommen gab.
> 
> 45:27   Aber sie durften keinen Anteil am Landbesitz haben noch ein Erbe
> gemeinsam mit dem Volk, sondern der Herr selbst war ihr Erbteil.
> 
> 45:28    Pinhas, der Sohn Eleasars, kam als Dritter zu solcher Herrlichkeit,
> weil er sich aus Gottesfurcht voller Eifer für den Herrn eingesetzt
> hatte.
> (28-30) 4. Mose 25,6-13
> 
> 45:29   Denn als das Volk abfiel, stand er treu und entschlossen und
> schaffte Sühne für Israel.
> 
> 45:30   Darum wurde ihm der Bund des Friedens gegeben, dem Heiligtum und dem
> Volk vorzustehen, damit er und seine Nachkommen das Hohepriestertum
> für immer haben sollten.
> 
> 45:31   Wie mit David, dem Sohn Isais aus dem Stamm Juda, der Bund
> geschlossen wurde, daß allein aus seinen Söhnen einer König sein
> soll:
> 2. Sam 7,12
> 
> 45:32   so soll auch das Erbe Aarons seinen Söhnen gehören. Er gebe euch
> Weisheit in euer Herz, sein Volk zu regieren mit Gerechtigkeit,
> damit euer Glück und eure Herrlichkeit nicht untergehe, sondern für
> immer bei euch bleibe.
> 
>          Josua und Kaleb
> 
> 46:1    Josua, der Sohn Nuns, war ein gewaltiger Kriegsheld und der
> Nachfolger des Mose im Prophetenamt,
> 4. Mose 27,12-23
> 
> 46:2    der Großes tat zur Rettung der Auserwählten Gottes, wie sein Name
> sagt, und sie rächte an den Feinden, von denen sie angegriffen
> wurden, damit Israel sein Erbe bekäme.
> Mt 1,21;  Jos 1,6
> Josua heißt: Der Herr ist die Rettung.
> 
> 46:3    Wie herrlich stand er da, als er die Hand ausreckte und das Schwert
> zückte gegen die Städte.
> Jos 8,18-19; 8,26
> 
> 46:4    Wer konnte ihm standhalten? Denn er führte die Kriege des Herrn.
> Jos 10,42; 1. Sam 18,17
> 
> 46:5    Auf seinen Befehl hin stand die Sonne still, und ein Tag wurde so
> lang wie zwei.
> Jos 10,12-14
> 
> 46:6    Er rief den Höchsten und Mächtigen an, als ihn seine Feinde ringsum
> bedrängten; und der Höchste erhörte ihn und ließ Hagel wie Steine
> auf die Feinde fallen
> Jos 10,11
> 
> 46:7    und schlug die Widersacher tot, als sie herunterzogen. Und die
> Heiden erkannten, was für Waffen er hatte
> 
> 46:8    und daß der Herr selbst gegenwärtig war im Kampf, weil er dem
> Allmächtigen treu nachgefolgt war.
> 
> 46:9     Und zur Zeit des Mose handelten er und Kaleb, der Sohn Jefunnes,
> recht: sie stellten sich der Gemeinde entgegen, um das Volk von der
> Sünde abzuhalten und das böse Murren zu unterdrücken.
> (9 und 10) 4. Mose 14,6-9; 14,28-30
> 
> 46:10   Darum sind allein sie beide am Leben geblieben unter
> sechshunderttausend Mann und haben das Volk in sein Erbteil gebracht
> in ein Land, darin Milch und Honig fließt.
> Kap 16,11
> 
> 46:11    Und der Herr erhielt den Kaleb in voller Kraft bis in sein Alter,
> so daß er hinaufzog aufs Gebirge im Lande; und seine Nachkommen
> besaßen das Erbe,
> (11 und 12) Jos 14,10-14
> 
> 46:12   damit alle Israeliten sehen konnten, wie gut es ist, dem Herrn zu
> gehorchen.
> 
> Die Richter und Samuel
> 
> 46:13   Und die Richter, jeder nach seinem Namen, die nicht Abgötterei
> trieben noch vom Herrn abfielen - auch ihr Gedächtnis bleibe im
> Segen!
> Ri 2,6-18
> 
> 46:14   Ihre Gebeine mögen grünen, wo sie liegen;
> Kap 49,12
> 
> 46:15   und ihr Name, auf ihre Kinder vererbt, werde gepriesen! -
> Kap 41,16
> 
> 46:16   Und Samuel, der Prophet des Herrn, von seinem Gott geliebt,
> richtete ein Königreich auf und salbte Fürsten über sein Volk.
> 1. Sam 3,20;  1. Sam 10,1; 16,13
> 
> 46:17   Er richtete die Gemeinde nach dem Gesetz des Herrn, und der Herr
> sah Jakob wieder gnädig an.
> 1. Sam 7,3-6; 7,15-17
> 
> 46:18   Und der Prophet erwies sich als treu und gewissenhaft, und man
> erkannte, daß seine Weissagungen wahr wurden.
> 1. Sam 3,19; 9,6
> 
> 46:19    Er rief den Herrn, den Mächtigen, an, als seine Feinde ihn ringsum
> bedrängten, und opferte ein Milchlamm.
> (19-21) 1. Sam 7,9-10
> 
> 46:20   Und der Herr donnerte vom Himmel herab und ließ seine Stimme hören
> im Gewitter
> 
> 46:21   und zerschlug die Anführer der Feinde und alle Fürsten der
> Philister.
> 
> 46:22   Und vor seinem Ende, ehe er starb, bezeugte er vor dem Herrn und
> seinem Gesalbten, daß er von keinem Menschen Geld, auch nicht einen
> Schuh genommen hätte; und kein Mensch konnte ihn anklagen.
> 1. Sam 12,3-5
> 
> 46:23   Und nachdem er entschlafen war, weissagte er und verkündete dem
> König sein Ende; er ließ seine Stimme hören aus der Erde, als er
> weissagte, daß die gottlosen Leute umkommen würden.
> 1. Sam 28,11-19
> 
>          David
> 
> 47:1    Danach, zur Zeit Davids, weissagte Nathan.
> 2. Sam 7,4; 12,1
> 
> 47:2    Und David war unter den Israeliten auserkoren, wie das Fett vom
> Opfer für Gott bestimmt ist.
> 1. Sam 13,14
> 
> 47:3    Er spielte mit Löwen wie mit jungen Böcken und mit Bären wie mit
> Lämmern.
> 1. Sam 17,34-35
> 
> 47:4     In seiner Jugend schlug er den Riesen tot und nahm die Schmach von
> seinem Volk weg.
> (4-6) 1. Sam 17,45-51
> 
> 47:5    Er hob seine Hand mit der Steinschleuder und zerbrach den Hochmut
> des Goliat.
> 
> 47:6    Denn er rief den Herrn, den Höchsten, an; der stärkte ihm seine
> Hand, daß er den erfahrenen Kriegsmann tötete und seinem Volk den
> Sieg gab.
> 
> 47:7    Deshalb rühmte man ihn als Sieger über zehntausend und ehrte ihn
> mit Lobliedern auf den Herrn, als er die königliche Krone empfing.
> 1. Sam 18,7
> 
> 47:8    Er schlug die Feinde ringsumher und vernichtete die Philister,
> seine Widersacher, und zerbrach ihre Macht bis zum heutigen Tag.
> 2. Sam 8,1
> 
> 47:9     Bei jeder Tat dankte er dem Heiligen, dem Höchsten, mit einem
> Lobpreis.
> (9-12) 1. Chr 16,7-42
> 
> 47:10   Von ganzem Herzen rühmte er und liebte den, der ihn geschaffen
> hatte.
> 
> 47:11   Er ließ Sänger vor den Altar treten und Psalmen singen
> 
> 47:12   und ordnete an, daß man die Feiertage würdig begehen und die
> Jahresfeste prächtig feiern sollte, damit der heilige Name des Herrn
> gelobt und vom frühen Morgen an das Heiligtum davon erfüllt würde.
> 
> 47:13   Der Herr vergab ihm seine Sünden und erhöhte seine Macht für alle
> Zeit und schloß einen Bund mit ihm, daß das Königtum und der
> königliche Thron in Israel bei ihm bleiben sollten.
> 2. Sam 12,13;  2. Sam 7,16
> 
> Salomo
> 
> 47:14    Nach ihm wurde König sein kluger Sohn Salomo, dem der Vater ein
> gesichertes Reich hinterlassen hatte, so daß er im Frieden regieren
> konnte.
> (14 und 15) 1. Kön 2,12; 5,17-19
> 
> 47:15   Denn Gott hatte ihm ringsumher Ruhe verschafft, damit er seinem
> Namen ein Haus baute und ein Heiligtum aufrichtete für alle Zeit.
> 
> 47:16    Wie weise warst du in deiner Jugend und voller Einsicht, wie der
> Strom das Land bewässert!
> (16-18) 1. Kön 3,7-9; 5,9-14; 10,1-9
> 
> 47:17   So hast du alles mit Weisheitssprüchen erfüllt. Und dein Name drang
> bis zu den fernsten Inseln, und wegen deiner Friedensherrschaft
> wurdest du geliebt.
> 
> 47:18   Alle Lande bewunderten deine Lieder, Sprüche, Gleichnisse und
> Auslegungen.
> 
> 47:19   Du wurdest genannt mit dem Namen des Herrn, der da heißt der Gott
> Israels.
> 2. Sam 12,25
> 
> 47:20   Du brachtest so viel Gold zusammen wie Zinn und so viel Silber wie
> Blei.
> 1. Kön 10,14-29
> 
> 47:21    Dein Herz hängte sich an die Frauen, und du ließest dich durch sie
> beherrschen und beflecktest deine Ehre
> (21-25) 1. Kön 11,1-13; Jes 11,1; Offb 22,16
> 
> 47:22   und vergeudetest deine Kraft, so daß der Zorn über deine Nachkommen
> erging und sie klagen mußten wegen deiner Torheit,
> 
> 47:23   als das Königreich geteilt wurde und in Ephraim ein abgöttisches
> Königreich entstand.
> 
> 47:24   Aber der Herr ließ nicht ab von seiner Barmherzigkeit und hob seine
> Verheißungen nicht auf und rottete die Nachkommen seines
> Auserwählten nicht völlig aus und raffte die Söhne dessen nicht weg,
> der ihn geliebt hatte,
> 
> 47:25   sondern behielt einen Rest übrig aus Jakob und eine Wurzel von
> David.
> 
> Rehabeam und Jerobeam
> 
> 47:26    Und Salomo wurde bestattet bei seinen Vätern
> (26-28) 1. Kön 11,43; 12,1-19
> 
> 47:27   und hinterließ als Nachfolger Rehabeam, einen seiner Söhne, einen
> Mann ohne Weisheit
> 
> 47:28   und Verstand, der das Volk durch seinen Eigensinn zum Abfall
> brachte,
> 
> 47:29   und Jerobeam, den Sohn Nebats, der Israel zur Abgötterei verleitete
> und Ephraim auf den Weg der Sünde führte.
> 1. Kön 12,26-30
> 
> 47:30    Und ihre Sünden wurden so zahlreich, daß sie zuletzt aus ihrem
> Lande vertrieben wurden.
> (30 und 31) 2. Kön 17,6-23
> 
> 47:31   Denn sie versuchten es mit jeder Art von Abgötterei, bis die Strafe
> über sie kam.
> 
>          Elia und Elisa
> 
> 48:1    Und der Prophet Elia brach hervor wie ein Feuer, und sein Wort
> brannte wie eine Fackel;
> 
> 48:2    er brachte eine Hungersnot über sie und verrringerte ihre Anzahl
> durch seinen Eifer.
> 
> 48:3     Denn durch das Wort des Herrn schloß er den Himmel zu; dreimal
> brachte er Feuer herab.
> (1-3) 1. Kön 17,1; 18,38; 2. Kön 1,10; 1,12
> 
> 48:4    Wie herrlich bist du gewesen, Elia, mit deinen Wunderzeichen! Wer
> kann sich rühmen, dir gleich zu sein?
> 
> 48:5    Durch das Wort des Höchsten hast du einen Toten auferweckt und aus
> dem Totenreich zurückgebracht.
> 1. Kön 17,17-24
> 
> 48:6    Du hast Könige und Hochangesehene von ihrem Lager gestürzt und
> umgebracht.
> 1. Kön 21,17-21; 2. Kön 1,2-4; 1,15-17
> 
> 48:7    Du hast auf dem Sinai die künftige Strafe gehört und auf dem Horeb
> die Gerichtsurteile.
> 1. Kön 19,8; 19,15-17
> 
> 48:8    Du hast Könige, die die Strafe vollziehen sollten, gesalbt und
> Propheten als Nachfolger.
> 
> 48:9    Du bist hinweggenommen worden in einem Wetter auf einem Wagen mit
> feurigen Rossen.
> 2. Kön 2,11
> 
> 48:10   Du bist bestimmt worden, zur gegebenen Zeit die Strafe zu
> vollziehen, den Zorn zu stillen, ehe der Grimm kommt, das Herz der
> Väter den Kindern wieder zuzuwenden und die Stämme Jakobs wieder
> aufzurichten.
> Mal 3,23-24
> 
> 48:11   Wohl denen, die dich gesehen haben und in Liebe zu dir entschlafen
> sind!
> 
> 48:12   Da werden auch wir das rechte Leben haben.
> 
> 48:13   Als Elia im Wetter hinweggenommen worden war, kam sein Geist auf
> Elisa. Zu seiner Zeit erschrak er vor keinem Herrscher, und niemand
> hatte Gewalt über ihn.
> 2. Kön 2,9; 2,15;  2. Kön 6,16
> 
> 48:14   Nichts war ihm zu schwer, und als er tot war, wirkte noch sein
> Leichnam prophetische Taten.
> 2. Kön 13,20-21
> 
> 48:15   Als er lebte, tat er Zeichen, und als er tot war, tat er Wunder.
> 
> 48:16   Trotzdem besserte sich das Volk nicht und ließ von seinen Sünden
> nicht ab, bis es aus seinem Lande vertrieben und in alle Länder
> zerstreut wurde
> 2. Kön 18,9-12
> 
> 48:17   und nur ein kleines Häuflein übrigblieb und ein Fürst im Hause
> David.
> 
> 48:18   Unter ihnen taten die einen, was Gott gefiel; die andern aber
> sündigten schwer.
> 
> Hiskia und Jesaja
> 
> 48:19   Hiskia befestigte seine Stadt und leitete Wasser hinein; er ließ mit
> Eisen eine Leitung in den Fels hauen und Brunnen machen.
> 2. Kön 20,20
> 
> 48:20   Zu seiner Zeit zog Sanherib herauf und sandte den Rabschake; der
> erhob seine Hand gegen Zion und prahlte lästerlich in seinem
> Hochmut.
> 2. Kön 18,13; 18,17; 18,28-35
> 
> 48:21   Da zitterten ihre Herzen und Hände, und es wurde ihnen bange wie
> einer Frau in Geburtswehen.
> 
> 48:22   Und sie riefen den barmherzigen Herrn an und hoben ihre Hände zu ihm
> auf.
> 
> 48:23   Und der Heilige erhörte sie sogleich vom Himmel her und erlöste sie
> durch Jesaja.
> 2. Kön 19,5-7
> 
> 48:24   Er schlug das Heer der Assyrer, und sein Engel vernichtete sie.
> 2. Kön 19,35
> 
> 48:25   Denn Hiskia tat, was dem Herrn wohlgefiel, und blieb beständig auf
> dem Wege Davids, seines Vaters, wie ihn Jesaja lehrte, der ein
> großer Prophet war und in seiner Botschaft wahrhaftig.
> 2. Kön 18,3
> 
> 48:26   Zu dessen Zeit ging die Sonne wieder zurück, und so verlängerte er
> dem König das Leben.
> 2. Kön 20,8-11
> 
> 48:27    Er schaute geisterfüllt, was zuletzt geschehen sollte, und gab den
> Betrübten in Zion Trost.
> (27 und 28) Jes 40,1; 46,10; 48,5
> 
> 48:28   Für alle Zeiten verkündete er, was geschehen sollte, und das
> Verborgene, ehe es kam.
> 
>          Josia und Jeremia
> 
> 49:1     Der Name des Josia ist wie ein edles Räucherwerk aus der Apotheke;
> (1 und 2) 2. Kön 22,1-2
> 
> 49:2    er ist süß wie Honig im Munde und wie ein Saitenspiel beim Wein.
> 
> 49:3     Er war dazu ausersehen, das Volk zu bekehren und die Greuel der
> Abgötterei zu beseitigen.
> (3 und 4) 2. Kön 23,1-25
> 
> 49:4    Er richtete sein Herz auf den Herrn und stellte den rechten
> Gottesdienst wieder her, als das Land voll Abgötterei war.
> 
> 49:5    Alle Könige, ausgenommen David, Hiskia und Josia, sind schuldig
> geworden;
> 
> 49:6    denn sie verließen das Gesetz des Höchsten.
> 
> 49:7    Danach war es aus mit den Königen von Juda; denn sie mußten ihr
> Königreich andern überlassen und ihre Hoheit einem fremden Volk.
> 
> 49:8    Die verbrannten die auserwählte Stadt des Heiligtums und machten
> ihre Straßen öde, wie Jeremia geweissagt hatte.
> Jer 21,10
> 
> 49:9    Den mißhandelten sie schwer, der doch schon im Mutterleib zum
> Propheten auserkoren war, daß er ausrotten, zerbrechen und zerstören
> und wiederum auch bauen und pflanzen sollte.
> Jer 20,1-2; 37,15;  Jer 1,5; 1,10
> 
> Hesekiel und die zwölf kleinen Propheten
> 
> 49:10   Hesekiel schaute die Herrlichkeit des Herrn, die er ihm zeigte auf
> dem Wagen der Cherubim.
> Hes 1,1-28
> 
> 49:11   Er hat auch den Hiob genannt, der auf den Wegen der Gerechtigkeit
> ging.
> 
> 49:12   Und die Gebeine der zwölf Propheten mögen grünen, wo sie liegen.
> Denn sie haben Jakob getröstet und Erlösung verheißen, auf die er
> zuversichtlich hoffen sollte.
> Kap 46,14
> 
> Serubbabel, Jeschua und Nehemia
> 
> 49:13   Wie wollen wir Serubbabel preisen, der wie ein Siegelring an der
> rechten Hand war,
> Hag 2,23
> 
> 49:14   und Jeschua, den Sohn Jozadaks, die zu ihrer Zeit den Tempel bauten
> und das heilige Haus dem Herrn wieder aufrichteten, das bestimmt war
> zu ewiger Herrlichkeit!
> Esra 3,2; 3,8
> 
> 49:15   Und Nehemia ist allezeit zu loben, der uns die zerstörten Mauern
> wieder aufgerichtet und mit Toren und Riegeln versehen und unsre
> Häuser wieder gebaut hat.
> Neh 2,17; 7,1
> 
> Rückblick auf die Urzeit
> 
> 49:16   Niemand ist auf Erden geschaffen, der Henoch gleich wäre; denn er
> ist von der Erde hinweggenommen worden.
> Kap 44,16
> 
> 49:17   Auch dem Josef war keiner gleich, der seine Brüder geführt und sein
> Volk erhalten hat.
> 1. Mose 42,6; 50,20
> 
> 49:18   Seine Gebeine wurden wieder mit heimgebracht.
> Jos 24,32
> 
> 49:19    Set und Sem standen bei den Menschen in großen Ehren,
> 1. Mose 4,25-26;  1. Mose 9,26
> 
> 49:20   über allem aber, was lebt in der Schöpfung, steht Adam.
> 1. Mose 1,26-28; Röm 5,18; Kol 1,15-18
> 
>          Lob des Hohenpriesters Simon
> 
> 50:1    Simon, der Sohn des Onias, der Hohepriester, besserte zu seiner Zeit
> das Haus des Herrn aus und befestigte den Tempel;
> 
> 50:2    er errichtete ihn in doppelter Höhe und baute die hochragende
> Ringmauer des Heiligtums;
> 
> 50:3    zu seiner Zeit wurde für das Wasser ein Teich ausgehauen, ein Becken
> fast so groß wie ein Meer;
> 
> 50:4    er bewahrte sein Volk vor Schaden und befestigte die Stadt gegen
> eine Belagerung.
> 
> 50:5    Wie herrlich war er, wenn das Volk einherzog!
> 
> 50:6    Wenn er hinter dem Vorhang hervortrat, so leuchtete er wie der
> Morgenstern durch die Wolken wie der volle Mond an den Festtagen,
> 2. Mose 26,33; 3. Mose 16,11-17
> 
> 50:7    wie die Sonne scheint auf den Tempel des Höchsten, wie der
> Regenbogen glänzt mit seinen schönen Farben,
> Kap 43,12
> 
> 50:8    wie eine Rosenblüte im Lenz, wie die Lilien am Wasser, wie das Grün
> des Libanon im Sommer,
> 
> 50:9    wie angezündeter Weihrauch im Räuchergefäß,
> 
> 50:10   wie ein Kelch von getriebenem Gold, mit vielerlei Edelsteinen
> verziert,
> 
> 50:11   wie ein fruchtbarer Ölbaum und wie ein hochragender Zypressenbaum.
> 
> 50:12   Wenn er das herrliche Gewand anzog und den prachtvollen Schmuck
> anlegte und zum heiligen Altar hinaufschritt, so verlieh er dem
> Heiligtum herrlichen Glanz.
> Kap 45,8-16
> 
> 50:13   Wenn er aber aus den Händen der Priester die Opferstücke nahm und
> bei dem Feuer stand, das auf dem Altar brannte,
> 
> 50:14   so standen seine Brüder rings um ihn her wie die Zedern auf dem
> Libanon, und wie Palmzweige umringten ihn
> 
> 50:15   alle Söhne Aaron in ihrem Schmuck, mit dem Opfer für den Herrn in
> ihren Händen vor der ganzen Gemeinde Israel.
> 
> 50:16   Und wenn er seinen Dienst am Altar verrichtet und dem Höchsten, dem
> Allmächtigen, ein Opfer dargebracht hatte,
> 
> 50:17   dann streckte er seine Hand aus nach dem Trankopfer und opferte
> roten Wein und goß ihn an den Fuß des Altars zum lieblichen Geruch
> dem Höchsten, der über alles König ist.
> 2. Mose 29,40
> 
> 50:18    Dann ließen sich die Söhne Aaron vernehmen und bliesen schallend
> mit silbernen Trompeten, damit der Höchste an das Volk denken
> sollte.
> (18-21) 2. Chr 7,3; 7,6;  4. Mose 10,10
> 
> 50:19   Da fielen sogleich alle miteinander zur Erde auf ihr Angesicht und
> beteten zu ihrem Herrn, dem allmächtigen, höchsten Gott.
> 
> 50:20   Und die Sänger lobten ihn mit Psalmen, und das ganze Haus hallte
> wider von wunderschönen Liedern.
> 
> 50:21   Und das Volk betete zum Herrn, dem Höchsten, dem Barmherzigen, bis
> der Gottesdienst beendet war und sie ihre priesterlichen Pflichten
> vollbracht hatten.
> 
> 50:22   Wenn er nun wieder herabschritt, so hob er seine Hand auf über die
> ganze Gemeinde Israel und rief über sie den Segen des Herrn aus,
> und sein Ruhm war es, den Namen des Herrn auszusprechen.
> 4. Mose 6,23-27
> 
> 50:23   Da beteten sie abermals und nahmen den Segen vom Höchsten an.
> 
> Nachwort zum Lob der Väter
> 
> 50:24   Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns
> von Mutterleib an lebendig erhält und uns alles Gute tut.
> Wörtlich: Nun dankt dem Gott des Alls.
> 
> 50:25   Er gebe uns ein fröhliches Herz und verleihe immerdar Frieden zu
> unsrer Zeit in Israel,
> 
> 50:26   und daß seine Gnade stets bei uns bleibe und uns erlöse, solange wir
> leben.
> 
> Drei schlimme Völker
> 
> 50:27   Zwei Völker sind mir zuwider, das dritte aber ist für mich überhaupt
> kein Volk:
> 
> 50:28   das Volk, das auf dem Gebirge Seïr wohnt, die Philister und die
> törichten Leute von Sichem.
> 1. Mose 36,8-9; Obd 1,1;  Kap 46,21; 47,8;  2. Kön 17,24-41
> Joh 4,9
> 
> Schluß des Buches
> 
> 50:29   Lehre zur Weisheit und zur Erkenntnis hat in dies Buch geschrieben
> Jesus, der Sohn Eleasars, des Sohnes Sirachs, aus Jerusalem, und hat
> aus seinem Herzen Weisheit strömen lassen.
> 
> 50:30   Wohl dem, der sich darin übt! Und wer's zu Herzen nimmt, der wird
> weise werden.
> 
> 50:31   Denn wenn er das tut, so wird er zu allen Dingen tüchtig sein; denn
> des Herrn Licht leitet ihn.
> 
>          Dankgebet
> 
> 51:1    Ich danke dir, Herr, mein König, und lobe dich, Gott, meinen
> Heiland.
> Weish 16,7
> 
> 51:2    Ich danke deinem Namen, daß du mein Schutz und meine Hilfe bist
> 
> 51:3    und meinen Leib aus dem Verderben, vom Strick der falschen Zunge und
> den Lügenmäulern erlöst hast;
> Ps 120,2
> 
> 51:4    und du hast mir geholfen gegen die Feinde und mich errettet nach
> deiner großen und hochgerühmten Barmherzigkeit aus den Zähnen derer,
> die mich fressen wollten;
> Ps 124,6
> 
> 51:5    aus der Hand derer, die mir nach dem Leben trachteten; aus vielen
> Trübsalen, in die ich geriet;
> 
> 51:6     aus der erstickenden Hitze, die mich umgab, mitten aus dem Feuer,
> das ich nicht angezündet hatte, aus dem tiefen Rachen des Todes;
> (6 und 7) Ps 5,10
> 
> 51:7    von den Verleumdern und Lügnern, von den Pfeilen der falschen Zunge.
> 
> 51:8    Ich war dem Tod nahe, und mein Leben war fast ins Grab gesunken;
> 
> 51:9    ich war umringt, und niemand half mir;
> 
> 51:10   ich suchte Hilfe bei den Menschen und fand keine.
> 
> 51:11   Da dachte ich, Herr, an deine Barmherzigkeit und wie du allezeit
> geholfen hast;
> Ps 25,6; Jona 2,8
> 
> 51:12   denn du errettest alle, die auf dich warten, und erlöst sie aus den
> Händen der Heiden.
> 
> 51:13   Ich erhob von der Erde her mein Flehen und bat um Erlösung vom Tod
> 
> 51:14   und rief den Herrn an, meinen Vater und Herrscher, daß er mich nicht
> verlassen sollte in der Not, wenn ich den Überheblichen gegenüber
> hilflos bin.
> 
> 51:15   Ich lobe deinen Namen ohne Unterlaß und preise dich und danke dir;
> denn mein Gebet ist erhört,
> 
> 51:16   und du hast mich errettet aus dem Verderben am Tage der Not.
> 
> 51:17   Darum will ich dir danken, Herr, und dich loben und deinen Namen
> preisen.
> 
> Schlußvermahnung
> 
> 51:18   Schon als ich jung und noch nicht weit herumgekommen war, suchte
> ich offen und ehrlich die Weisheit;
> Kap 6,18;  Kap 34,9
> 
> 51:19   in meinem Gebet am Tempel bat ich darum und will sie bis an mein
> Ende suchen.
> 
> 51:20   Mein Herz freute sich über sie von ihrer Blüte an, bis ihre Trauben
> reiften.
> 
> 51:21   Ich ging geradewegs zu ihr und forschte von Jugend auf nach ihr; ich
> hörte auf sie und nahm sie an.
> 
> 51:22   Da lernte ich viel und hatte reichen Gewinn.
> 
> 51:23   Darum danke ich dem, der mir Weisheit gab.
> 
> 51:24   Ich nahm mir vor, danach zu tun und dem Guten nachzueifern; und ich
> wurde dabei nicht zuschanden.
> Kap 24,30; Ps 119,6
> 
> 51:25   Ich rang von Herzen nach ihr und achtete genau darauf, danach zu
> leben.
> 
> 51:26   Ich hob meine Hände auf zum Himmel
> 
> 51:27   und klagte, daß ich sie nicht oft genug erkannt hatte.
> 
> 51:28   Ich richtete aber meinen Sinn auf sie und fand sie in Reinheit. Mit
> ihr gewann ich von Anfang an Einsicht; darum werde ich nicht
> verworfen werden.
> 
> 51:29   Mein Herz verlangte nach ihr, und ich erwarb sie als einen guten
> Schatz.
> 
> 51:30   Der Herr hat mir als Lohn eine neue Zunge gegeben; damit will ich
> ihn loben.
> Jes 50,4
> 
> 51:31    Kommt her zu mir, ihr Unerfahrenen, und geht bei mir in die Schule!
> Kap 24,25
> 
> 51:32   Warum sagt ihr, daß es euch daran fehlt und daß ihr sehr durstig
> seid?
> 
> 51:33   Ich habe meinen Mund aufgetan und gelehrt. Kauft euch nun Weisheit,
> weil ihr sie ohne Geld haben könnt.
> Jes 55,1
> 
> 51:34   Beugt euren Nacken unter ihr Joch und laßt euch erziehen; sie ist
> nahe und leicht zu finden.
> Mt 11,29
> 
> 51:35   Seht mich an: ich habe eine kurze Zeit Mühe und Arbeit gehabt und
> habe großen Trost gefunden.
> Kap 6,20
> 
> 51:36   Nehmt die Lehre an, auch wenn sie euch viel Silber kostet, und ihr
> gewinnt viel Gold durch sie.
> Spr 4,7; 16,16
> 
> 51:37   Freut euch an der Barmherzigkeit Gottes und schämt euch nicht, ihn
> zu loben.
> 
> 51:38   Tut, was euch geboten ist, solange ihr noch Zeit habt, so wird er
> euch belohnen zu seiner Zeit.
> Gal 6,9-10
>
> — *43JESUSSIR*

