# 99ERKLAER

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> - A -
> 
> 1:1    A und O: Alpha und Omega, der erste und der letzte Buchstabe des
> griechischen Alphabets; darum in der Offenbarung Bezeichnung Gottes
> (1,8; 21,6) und Christi (22,13) als des Ersten und des Letzten, der
> am Anfang und am Ende der Herr ist, aus dem und zu dem alles ist.
> 
> 1:2    Aaron: Der Bruder von  Mose, am Berg Sinai von Gott zum ersten
> Priester der Israeliten berufen (2. Mose 28,1 - 30,38).
> 
> 1:3    Abaddon: (hebräisch; griechisch Apollyon) Der »Verderber«; Name
> des über den Ort des Verderbens gesetzten Engels (Offb 9,11).
> 
> 1:4    Abba: Aramäisch »Vater«, als Anrede im Familienkreis. Jesus
> gebrauchte das Wort in der Gebetsanrede an Gott (Mk 14,36) und
> brachte damit die innige Verbundenheit mit seinem himmlischen Vater
> zum Ausdruck. Die ersten Christen sind ihm darin gefolgt (Röm 8,15).
> Im Judentum jener Zeit war als Gebetsanrede nur das feierliche »Ab«
> gebräuchlich.
> 
> 1:5    Abel: Zweiter Sohn  Adams und Evas. Er wurde von seinem Bruder
> Kain ermordet (1. Mose 4,1-16).
> 
> 1:6    Abendmahl: Die christliche Abendmahlsfeier geht zurück auf das
> letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern (Mt 26,26-28 und Parallelen),
> ist aber auch zu sehen auf dem Hintergrund der Tischgemeinschaft
> Jesu mit den »Zöllnern und Sündern« (Mk 2,16; Lk 15,2). In
> Erinnerung an die Mahlgemeinschaft Jesu wurde das Abendmahl in den
> ersten Christengemeinden noch im Rahmen einer gemeinsamen Mahlzeit
> aller Gläubigen gefeiert ( Liebesmahl). Mißstände, die dabei
> auftraten (1. Kor 11,17-34), führten später zu einer Trennung.
> 
> 1:7    Abgrund: Im Alten Testament Aufenthaltsort der Toten (Hiob 26,6;
> Spr 15,11; 27,20); in der Offenbarung (9,1; 9,11; 11,7; 17,8; 20,1;
> 20,3) Gefängnis des Teufels und der abtrünnigen Geister (vgl. Lk
> 8,31).
> 
> 1:8    Abib: (Ährenmonat, 2. Mose 13,4) Der siebte Monat des
> althebräischen Jahres, später Nisan genannt, etwa Mitte März bis
> Mitte April.
> 
> 1:9    Abraham: Ehrenname, der Abram von Gott verliehen wurde ('Vater
> vieler Völker'; 1. Mose 17,4). Für Paulus (Röm 4,1-25) wird der
> Stammvater Israels zum Vorbild des Glaubens und 'Vater' der
> Glaubenden aus allen Völkern.
> 
> 1:10   Achaja: Römische Provinz im Gebiet des heutigen Griechenland mit
> der Hauptstadt Korinth.
> 
> 1:11   Achortal: Der Name bedeutet 'Unglückstal'. Es liegt im Nordwesten
> von Jericho in der Nähe der Stadt Ai. Das Tal spielt im Zusammenhang
> der Inbesitznahme des Landes Kanaan eine Rolle: Hier wurde Achan,
> der sich an gebanntem Gut ( Bann) vergriffen hatte, gesteinigt
> und damit ein Israel drohender Fluch in Segen verwandelt (Jos
> 7,24-26). Für Hosea (Hos 2,17) wiederholt sich die Verwandlung von
> Unglück in Segen, wenn Israel zum zweitenmal von Gott in sein Land
> geführt wird.
> 
> 1:12   Adam: Ursprünglich kein Eigenname, sondern das hebräische Wort für
> »Mensch«. Nach Paulus hat Adam die ganze Menschheit in die
> Verfallenheit an Sünde und Tod hineingezogen. Ihm tritt Christus als
> der »letzte Adam« gegenüber, der vom Tod zum Leben führt (Röm
> 5,12-19; 1. Kor 15,45-49).
> 
> 1:13   Adar:  Monate.
> 
> 1:14   Adma und Zebojim: Die beiden Städte werden zusammen mit  Sodom
> und Gomorra genannt, deren Schicksal sie teilten und in deren
> Nachbarschaft sie vermutlich lagen (5. Mose 29,22).
> 
> 1:15   Adria: (Apg 27,27) Auch das Mittelländische Meer zwischen Kreta
> 
> und Sizilien wurde im Altertum zur Adria gerechnet.
> 
> 1:16   Agrippa:  Herodes (4, 5).
> 
> 1:17   Allerheiligstes:  Tempel.
> 
> 1:18   Aloe: Ein indischer Baum, zugleich Bezeichnung für dessen
> wohlriechendes Harz, das u. a. als Duftstoff beim Begräbnis
> 
> verwendet wurde (Joh 19,39).
> 
> 1:19   Altar:  Opfer;  Tempel.
> 
> 1:20   Älteste: Die Stellung der 'Ältesten' gründete ursprünglich in der
> Würde des Alters: In Familie und Sippe gilt die Autorität der
> 'Alten'. Obwohl im Grundsatz alle Familienoberhäupter den gleichen
> Rang hatten, übten im größeren Verband des Stammes die Häupter der
> mächtigsten Familien die Autorität aus, im Krieg als Anführer und im
> Frieden durch Rechtsprechung. Sie bildeten eine Art Adel . - Mit der
> Entwicklung einer städtischen Kultur entstand eine
> Stadtaristokratie, die als lokale Behörde die Ortschaft verwaltete
> und Recht sprach. Unter dem Königtum verloren die Ältesten an
> Einfluss, gewannen ihn aber neu nach der Rückkehr aus dem
> babylonischen Exil ( Hoher Rat). In den jüdischen Gemeinden
> außerhalb Palästinas war die Verwaltung zumindest der  Synagoge
> einem Ältestenrat unterstellt . - Gelegentlich bezeichnet »Älteste«
> auch die älteren Gesetzesausleger (Mk 7,3; 7,5) . - Nach jüdischem
> Vorbild findet man auch in den jungen Christengemeinden ein
> Vorsteherkollegium von Ältesten. (Zur weiteren Entwicklung 
> Gemeindeleiter.) In der Offenbarung sind die 24 Ältesten eine Art
> himmlischer Thronrat mit zugleich königlichen und priesterlichen
> Funktionen. Die Bedeutung der 24-Zahl ist nicht sicher zu ermitteln.
> 
> 1:21   Amen: Das (hebräische) Wort hat den Sinn von »so ist es/so sei
> es!«, wenn es von der Gemeinde zur Bestätigung von Segen oder Fluch
> ausgerufen wird (5. Mose 27,15-26) oder die Gemeinde sich mit diesem
> Wort hinter das Gebet eines einzelnen stellt (1. Kor 14,16). In der
> neutestamentlichen Gemeinde gewinnt das Gebet wie auch das
> abschließende 'Amen' seine besondere Zuversicht und Festigkeit aus
> der in Christus erfahrbar gewordenen Treue Gottes und aus der
> Tatsache, dass Christus selbst das Gebet seiner Gemeinde mitträgt (2.
> Kor 1,20; Offb 3,14).
> 
> 1:22   Amoriter: »Amoriterland« (Amurru) ist die frühbabylonische
> Bezeichnung für Palästina und Syrien. Im Alten Testament begegnet
> der Volksname als Bezeichnung der vorisraelitischen Bevölkerung
> Gesamtpalästinas wie auch als Bezeichnung für einen Volksstamm in
> Mittelpalästina.
> 
> 1:23   Apollyon:  Abaddon.
> 
> 1:24   Apostel: Wahrscheinlich ist der Titel 'Apostel' (Ausgesandter) von
> der jüdischen Einrichtung des 'Gesandten' herzuleiten, der für
> bestimmte Aufträge mit der Vollmacht des Sendenden ausgestattet
> wurde. Die Missionare der Urchristenheit trugen diesen Titel. In der
> späteren Überlieferung wird die Apostelzahl auf die zwölf  Jünger
> und Paulus beschränkt. Die Zahl zwölf erinnert an die zwölf Stämme
> Israels; die Apostel repräsentieren das neue Gottesvolk.
> 
> 1:25   Aram, Aramäer: Bezeichnung einer semitischen Stammes- und
> Völkergruppe, die ihren Ursprung vermutlich in Mesopotamien hatte
> und von dort nach Südwesten gewandert ist. In der Bibel werden auch
> die Verwandten Abrahams 'Aramäer' genannt. Im Gebiet des heutigen
>  Syrien bildete sich das sog. Aramäerreich . - Die aramäische
> Sprache gehört zum westlichen Zweig der semitischen Sprachfamilie.
> Sie setzte sich als Diplomaten- und Korrespondenzsprache im
> neuassyrischen, neubabylonischen und persischen Reich als
> sogenanntes 'Reichsaramäisch' durch. Eine Reihe biblischer Kapitel
> sind in aramäischer Sprache geschrieben. Vermutlich war sie zur Zeit
> Jesu in Palästina weithin gebräuchlich.
> 
> 1:26   Arbe: (3. Mose 11,22) Heuschreckenart.
> 
> 1:27   Arche:  Noah.
> 
> 1:28   Archelaus: Sohn Herodes' I.;  Herodes (3).
> 
> 1:29   Areopag: (Apg 17,19; 17,34) Griechisch »Areshügel«. Dort tagte in
> alten Zeiten der oberste athenische Gerichtshof. In der römischen
> Zeit hatte er seine Sitzungen in der Königshalle am Markt, seine
> Befugnisse erstreckten sich nur noch auf Religion und Erziehung. Ob
> Paulus vor dieser Behörde oder nur am Ort ihrer Zusammenkünfte
> sprach, läßt sich aus Apg 17,16-24 nicht entnehmen.
> 
> 1:30   Aretas: Aretas IV., 9 v. bis 38 n. Chr., König über das
> östlich-südöstlich von Palästina gelegene Reich der Nabatäer, das
> seinen Einfluss zeitweise bis Damaskus ausdehnte (2. Kor 11,32).
> 
> 1:31   Ariel: »Gottesherd«; Hes 43,15-16 der oberste Teil des
> Brandopferaltars; daher Jes 29,1-2; 29,7 dichterische Bezeichnung
> Jerusalems, weil dort der Brandopferaltar stand.
> 
> 1:32   Aschera: Eine im phönizisch-kanaanitischen Bereich beheimatete
> Fruchtbarkeits- und Vegetationsgöttin, deren Kult auch in Israel
> eindrang (1. Kön 18,19). Grüne Bäume oder an deren Stelle Holzpfähle
> (die ebenfalls »Ascheren« heißen) symbolisierten die Gegenwart der
> Göttin und wurden anbetend verehrt. Die Aschera galt als Gattin 
> Baals. Häufig waren die Gottesdienste dieser Göttin mit
> geschlechtlichen Ausschweifungen verknüpft.
> 
> 1:33   Asien: Die römische Provinz Asia umfaßte den westlichen Teil von
> Kleinasien mit der Hauptstadt Ephesus (seit 133 v. Chr.). Hier lagen
> die sieben Gemeinden, an die die Sendschreiben von Offenbarung 2,1 -
> 3,22 gerichtet sind.
> 
> 1:34   Assyrien: Land am Oberlauf des Tigris, in der Gegend des heutigen
> Mossul. Größte Städte: Assur (daher der Name), Kalah, Ninive. Sie
> waren zu verschiedenen Zeiten auch Hauptstädte. Geschichtlich
> bedeutsam wurde Assyrien schon Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr.
> Vom 10. bis 6. Jahrhundert war es eine beherrschende Großmacht, die
> sich vor allem durch eine rücksichts- und erbarmungslose
> Machtpolitik verhaßt machte. Das Reich endete völlig um 600 v. Chr.
> 
> 1:35   Astarte: Westsemitische Fruchtbarkeitsgöttin, deren Kult mit
> sexuellen Ausschweifungen verbunden war. Salomo ließ ihr aus
> politischen Gründen - als Göttin der Phönizier - ein Opferheiligtum
> errichten (2. Kön 23,13).
> 
> 1:36   Atargatis: (2. Makk 12,26) Die syrisch-aramäische Ausprägung der
> in Kanaan als Astarte oder Aschera verehrten Fruchtbarkeitsgöttin
> (vgl. 1. Kön 18,19).
> 
> 1:37   Äthiopien:  Kusch.
> 
> 1:38   Augustus: Einer der Titel von Gajus Octavius. Er bedeutet
> 'Erhabener' (griechisch Sebastos). Augustus wurde als Weltheiland
> gefeiert, da seine Regierungszeit als römischer Kaiser (27 v. bis 14
> n. Chr.) in ihren späteren Abschnitten eine Zeit allgemeinen
> Friedens war.
> 
> 1:39   Ausländer: Wer zu einem fremden Volk gehört, nur für eine gewisse
> Zeit (etwa als Händler) in Israel weilt oder, wenn er im Land bleibt
> (z. B. 2. Sam 15,19; 1. Kön 11,1; 11,8), die angestammte Religions-
> und Volkszugehörigkeit festhält, also nicht »Beisasse« oder
> »Fremdling« wird (vgl. zu diesen beiden Begriffen die entsprechenden
> Worterklärungen).
> 
> 1:40   Aussatz: Eine Sammelbezeichnung für verschiedene Hautkrankheiten,
> zu denen nicht nur die Lepra, sondern auch die Psoriasis, die
> Schuppenflechte, gehört. Aussatz machte auf jeden Fall kultisch
> unrein ( rein). Der Unreine wurde aus der Gemeinschaft der
> Gesunden, der Reinen, ausgesondert. Über eine Behandlung des
> Aussatzes ist nichts bekannt; wenn eine Heilung stattfand, galt der
> Priester als Sachverständiger, der sie bestätigen mußte. Als
> »Aussatz« bezeichnet und entsprechend behandelt wurde auch Pilz- und
> Schimmelbefall an Häusern und Gebrauchsgegenständen (3. Mose 13,1 -
> 14,57).
> 
>          - B -
> 
> 2:1    Baal: Der Wortsinn ist eigentlich 'Herr' oder 'Besitzer'. Im Lauf
> der Zeit wurde das Wort zu einem Göttertitel und schließlich zu
> einem Götternamen. Die kanaanitischen Stadtgottheiten trugen diesen
> Namen. Einzelne berühmte Lokalgötter sind Baal-Berit, der »Herr des
> Bundes« in Sichem (Ri 8,33; 9,4), Baal-Peor (4. Mose 25,3-5),
> Baal-Sebub, der »Herr der Fliegen« in Ekron (2. Kön 1,2), der Baal
> von Sidon (1. Kön 16,31). - Im israelitischen Sprachgebrauch gewinnt
> dieser Göttername immer mehr den Sinn von 'Götze', da sich die
> israelitische Religion besonders mit den kanaanitischen Kulten
> auseinanderzusetzen hatte. Es gilt als sicher, dass man den Baal als
> Himmels- oder Wettergottheit zu verstehen hat. Durch die Verbindung
> mit  Aschera oder Astarte (1. Kön 11,5) wird seine Beziehung zu
> Fruchtbarkeitskulten deutlich. In der Vorstellung der Kanaaniter war
> das fruchtbare Ackerland eine Muttergottheit, die durch Baal
> befruchtet wurde. Die Götter waren also im Grunde die Mächte der
> Fruchtbarkeit selbst. Sie sind Teil dieser Welt und darum durch
> Riten und magische Praktiken zu beeinflussen. Israels Gott aber ist
> der Schöpfer der Welt und steht ihr gegenüber als der Herr, der sich
> nichts abzwingen läßt. Er schenkt Fruchtbarkeit aus freiem Willen
> und erwartet, dass sein Volk ihm darauf in Liebe und Gehorsam
> antwortet. Die Teilnahme am kanaanitischen Fruchtbarkeitskult ist
> Israel untersagt, weil dieser Kult ein Geschenk Gottes - die
> Fruchtbarkeit von Land, Menschen und Vieh - an die Stelle Gottes,
> die Gabe an die Stelle des Gebers setzt.
> 
> 2:2    Babel, Babylon: Die Herkunft und Bedeutung dieses Namens ist nicht
> völlig geklärt. Von den Babyloniern wurde er als 'Tor Gottes'
> gedeutet, in Israel vom hebräischen Wort für 'Verwirrung' abgeleitet
> (1. Mose 11,1-9). Im 2. Jahrtausend v. Chr. wurde die Stadt Babel am
> Euphrat zum Herrschaftszentrum des Vorderen Orients. Ihr Einfluss
> endete erst im 2. Jahrhundert v. Chr. ( Babylonien) . - Im Neuen
> Testament wird der Name als Deckbezeichnung für die römische
> Weltmacht und ihre Hauptstadt Rom verwendet (1. Petr 5,13; vgl. Offb
> 18,1-24). Vergleichspunkt ist die Feindschaft gegen das Gottesvolk:
> Der römische Kaiser läßt die Christen verfolgen; die Babylonier
> haben Jerusalem zerstört und einen Teil des Volkes in die Verbannung
> geführt.
> 
> 2:3    Babylonien: Das Schwemmland um Euphrat und Tigris bis zur Höhe des
> heutigen Bagdad (Mesopotamien). Zuerst ist diese Gegend vermutlich
> im 5. Jahrtausend v. Chr. besiedelt worden. In der Bibel spielt eine
> besondere Rolle das neubabylonische Reich, dessen Herrscher
> Nebukadnezar (604-562 v. Chr.) Juda besiegte, Jerusalem zerstören
> und die Oberschicht des Landes nach Babylonien deportieren ließ.
> 
> 2:4    Bann: Der Begriff gehört in den Zusammenhang des sog. 'Heiligen
> Krieges' und bedeutet, dass die gesamte Kriegsbeute dem menschlichen
> Gebrauch und der menschlichen Verfügung entnommen ist und Gott als
> dem eigentlichen Kriegsherrn gehört. Im strengsten Fall wurden die
> Siedlungen mit Feuer zerstört und alles Lebendige in ihnen mit dem
> Schwert vernichtet . - Aus den biblischen Berichten läßt sich
> erkennen, dass diese Form des Krieges nur aus besonderen Anlässen und
> mit eng begrenzten Zielen (z. B. als Strafaktion) geübt wurde. Die
> Forderung des 5. Mosebuches nach Ausrottung aller vorisraelitischen
> Bewohner Kanaans ist in der Praxis nicht durchgeführt worden. In ihr
> spiegelt sich das Bestreben, Israel vor fremden Einflüssen zu
> schützen, die seinem Glauben gefährlich werden konnten, und, wie der
> Kampf der Propheten (Hosea, Jeremia, Hesekiel) zeigt, auch
> tatsächlich wurden ( Baal).
> 
> 2:5    Baschan: Eine ostjordanische Hochebene von sprichwörtlicher
> Fruchtbarkeit am Jarmuk.
> 
> 2:6    Bedolachharz: (1. Mose 2,12; 4. Mose 11,7) Das wohlriechende Harz
> der in Südarabien heimischen Balsamstaude, das als Duftstoff, zum
> Räuchern und als Wundmittel verwendet wurde.
> 
> 2:7    Beelzebul: (Mt 10,25; 12,24; vgl. Baal-Sebub 2. Kön 1,2) Im
> Judentum Name des obersten der bösen Geister.
> 
> 2:8    Beisasse: (2. Mose 12,45; 4. Mose 35,15) Im Unterschied zu den
> Vollbürgern, den Fremdlingen und den Sklaven ein Schutzbürger, der -
> meist nur vorübergehend - an einem Ort ansässig ist, ohne das
> Bürgerrecht zu erlangen ( Ausländer, Fremdling).
> 
> 2:9    Bel: (Bar 6,41; St zu Dan 2,1-21) Anderer Name für den
> babylonischen Hauptgott Marduk.
> 
> 2:10   Beliar: (2. Kor 6,15) »Nichtsnutzigkeit«, »Verderben«; Name des
> Teufels.
> 
> 2:11   Ben-Hinnom:  Hinnomtal.
> 
> 2:12   Beschneidung, beschneiden, beschnitten: Die Beschneidung wird bei
> vielen Völkern geübt, aber unterschiedlich gedeutet. Im alten Israel
> wurde sie zum Zeichen des  Bundes zwischen Gott und seinem Volk
> und zum Kennzeichen der Zugehörigkeit zum Gottesvolk, vor allem in
> Abgrenzung gegen das Griechentum in hellenistischer Zeit. Vollzogen
> wird sie durch das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied; sie
> wurde in früher Zeit bei Jünglingen, später bei Neugeborenen am 8.
> Tag nach der Geburt geübt. Mädchen wurden in Israel nicht
> beschnitten . - Dass Gott mehr erwartet als nur die äußere
> Beschneidung, sagt der Aufruf zu einer »Beschneidung des Herzens«
> (5. Mose 10,16; 30,6; vgl. Kol 2,11), der auf eine Umwandlung des
> inneren Menschen zielt. In den frühen judenchristlichen Gemeinden
> entstand die Frage, ob man Nichtjuden, die Christen werden wollten,
> beschneiden und damit zuerst in das Judentum aufnehmen müsse. Paulus
> wehrte sich gegen eine solche Forderung mit Leidenschaft (Gal
> 5,1-15).
> 
> 2:13   Besessene: Menschen, von denen ein böser Geist (Dämon) Besitz
> ergriffen hat. Die Existenz dämonisch Besessener, wie sie das Neue
> Testament bezeugt, zeigt an, in welcher Lage sich die Menschheit
> befindet: Sie ist oft nicht ihr eigener Herr, sondern
> zerstörerischen Mächten ausgeliefert. Auch viele Krankheiten, vor
> allem psychisch krankhaftes Verhalten, wurden im Altertum auf den
> Einfluss böser  Geister zurückgeführt. Wenn Jesus in der Kraft des
> heiligen Geistes die bösen Geister austreibt, so ist dies das
> Zeichen dafür, dass Gott seine Herrschaft schon aufrichtet (Mt 12,28;
> Lk 11,20) und das Widergöttliche besiegt (Lk 10,18).
> 
> 2:14   Bethel (Bet-El): Der Name bedeutet 'Haus Gottes'. Der Ort im
> äußersten Süden des Stammgebietes von Ephraim, etwa 8 km nördlich
> von Jerusalem, war bereits in der Bronzezeit besiedelt und hatte ein
> Heiligtum, das sich unweit des Ortes befand. Es wurde von Josia bei
> seiner Kultreform zerstört (2. Kön 23,15). In der Bibel ist bei
> Erwähnung des Namens in der Regel an das Heiligtum und erst in
> nachexilischer Zeit an den Ort gedacht.
> 
> 2:15   Bischof: (= Aufseher) Im Neuen Testament noch nicht Bezeichnung
> für ein übergemeindliches Amt. In Phil 1,1 Bezeichnung für die
> Aufseher oder Verwalter neben den Helfern (= Diakonen) in der
> Gemeinde, in Apg 20,28 für die Ältesten der Gemeinde in Ephesus, in
> 1. Tim 3,1; Tit 1,7 für den Leiter der Gemeinde neben den Diakonen,
> in 1. Petr 2,25 im umfassenden Sinn auf Jesus übertragen (
> Gemeindeleiter).
> 
> 2:16   Block: (Hiob 13,27; Jer 20,2-3; Apg 16,24) Ein Strafgerät
> (Holzblock), in das der Delinquent unter Verdrehung des Körpers
> gespannt wurde, bzw. Gerüst, in das im unteren Teil die Füße
> geschlossen wurden und im oberen die Hände und der Kopf.
> 
> 2:17   Blut: Das Blut gilt als Quelle und Sitz des Lebens. Da Gott der
> Lebensspender ist, gehört es ihm und darf vom Menschen nicht
> gegessen oder getrunken werden. Das führt in Israel zu der
> Forderung, nur solches Fleisch zu essen, in dem keinerlei Blut
> zurückgeblieben ist (1. Mose 9,4), und damit zu einer Form des
> Schlachtens, bei der das gesamte Blut des Tieres ausfließt
> (Schächtung) . - Bei der rituellen Schlachtung (Opferung) wird das
> Blut der Opfertiere aufgefangen und an den Altar gegossen. Außerdem
> wird bei bestimmten Opferarten ( Opfer) das Opferblut als
> Sühnemittel verwendet, um die verunreinigende Wirkung menschlicher
> Verfehlungen aufzuheben. Von daher wird im Neuen Testament der
> Opfertod Jesu als Sühne für die Sünde der Menschen verstanden (vor
> allem im Hebräerbrief). In anderem Zusammenhang dient das Blut von
> Opfertieren zur Besiegelung des  Bundes zwischen Gott und seinem
> Volk (2. Mose 24,6-8). Auf diesem Hintergrund deutet Jesus seinen
> Tod als Besiegelung des Neuen Bundes (Mt 26,28) . - Im Alten
> Testament wird das Blut (= Leben) des Menschen unter Gottes
> besonderen Schutz gestellt (1. Mose 9,5). Vergossenes Menschenblut
> schreit zum Himmel um Rache (1. Mose 4,10), und wenn keine Sühne
> dafür geleistet wird, bringt es Unheil über das Land (5. Mose
> 21,1-9).
> 
> 2:18   Bluträcher: (4. Mose 35,12; 5. Mose 19,6; 2. Sam 14,11) Nach
> uraltem Rechtsempfinden fordert jeder Mord Sühne ( Blut). Bevor
> es eine öffentliche Gerichtsbarkeit gab, oblag diese Sühne dem
> Sippenverband. Der nächste männliche Verwandte des Ermordeten (der
> 'Bluträcher') hatte die Pflicht, den Mörder oder an seiner Stelle
> ein Mitglied von dessen Sippe zu töten. Schon im Alten Testament
> findet sich das Bestreben, naheliegenden Mißbräuchen der Sippenrache
> zu begegnen ( Freistädte und 2. Mose 21,23-25). Das Neue
> Testament führt darüber hinaus zum grundsätzlichen Verzicht auf
> Rache (Mt 5,38-39; Röm 12,19-21).
> 
> 2:19   Brandopfer:  Opfer.
> 
> 2:20   Brot, ungesäuertes: Brot wurde in Fladenform auf Backplatten oder
> in der heißen Aschenglut ohne Verwendung eines weiteren Gerätes
> gebacken. Die Fladen waren im Durchmesser etwa 20-50 cm groß und 0,2
> bis 1 cm dick. Das Mehl wurde mit Wasser angerührt und ungesäuert
> (ohne Treibmittel) gebacken, zum Teil wurde auch schon  Sauerteig
> verwendet. Brot, das mit Sauerteig gebacken wurde, durfte im
> Opferdienst nicht verwendet werden. Einen hervorragenden Platz hat
> das ungesäuerte Brot im  Passafest. Das Fladenbrot wurde nicht
> geschnitten, sondern gebrochen.
> 
> 2:21   Bul: (1. Kön 6,38) Der zweite Monat des althebräischen Jahres,
> später Marcheschwan genannt, ungefähr Mitte Oktober bis Mitte
> November.
> 
> 2:22   Bund: Bund bedeutet ursprünglich ein Rechtsverhältnis auf
> Vertragsbasis unter Gleichberechtigten oder einen Vasallitätsvertrag
> zwischen einem stärkeren und einem schwächeren Partner. Es wurde
> wahrscheinlich durch eine Schlachtungszeremonie, die nicht unbedingt
> Opfercharakter haben mußte, bekräftigt. Der Bund zwischen Gott und
> seinem Volk ist nicht ein Vertrag zwischen gleichgestellten
> Partnern. Immer geht die Initiative von Gott aus, der einem
> einzelnen oder dem Volk Israel seinen Bund anbietet, der dem
> Bundespartner Verheißungen zusagt, aber auch Verpflichtungen
> auferlegt (1. Mose 17,1-27; 2. Mose 19,1 - 24,18) . - Die 
> Propheten des Alten Testaments, die erleben, wie Israel durch
> Götzendienst und soziale Ungerechtigkeit den Bund mit Gott bricht,
> kündigen für die Zukunft einen 'neuen Bund' an (Jer 31,31-34). Diese
> Erwartung sieht das Neue Testament in Jesus Christus erfüllt: Er ist
> durch seinen Tod am Kreuz der Begründer des Neuen Bundes geworden,
> der zwischen Gott und dem neuen Bundesvolk aus allen Völkern besteht
> (1. Kor 11,25; Hebr 7,1 - 10,39).
> 
> 2:23   Bundeslade: ('Lade Gottes' 1. Sam 3,3; 'Lade des Zeugnisses' Jos
> 4,16) Wahrscheinlich war die heilige Lade (hebräisch = Kasten) in
> der Vorkönigszeit das Zentral- und Kriegsheiligtum einer Gruppe der
> Israelstämme. Sie wurde an den Heiligtümern von Silo oder Bethel
> aufbewahrt, doch begleitete sie auch das Volksheer bei Kriegszügen.
> David ließ die Lade nach Jerusalem überführen, Salomo stellte sie in
> das Allerheiligste des  Tempels. Vermutlich ist sie bei der
> Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar zerstört oder weggeschleppt
> worden. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt, und eine neue Lade
> wurde nicht angefertigt. Sie galt als Thron des unsichtbaren Gottes
> (»Gnadenthron« als Bezeichnung für die goldene Deckplatte); über
> ihre Gestalt vgl. 2. Mose 25,10-22.
> 
> 2:24   Bürger, römischer: Das römische Bürgerrecht hatten ursprünglich
> nur die Stadtrömer und die Bewohner einiger weniger römischer
> Provinzen. Später konnte es als Belohnung oder gegen Bezahlung von
> jedermann erworben werden. Ein römischer Bürger hatte Anrecht auf
> ein besonderes Rechtsverfahren, er war gegen die Willkür der
> Provinzbehörden in mancher Hinsicht geschützt und konnte an den
> Kaiser als obersten Richter appellieren (Apg 25,11).
> 
> 2:25   Buße: a) = Strafe (Esr 7,26); b) = Bereuen (Hiob 42,6; Jer 31,19);
> c) = Umkehr, Sinnesänderung, Bekehrung (Mt 3,2).
> 
>          - C -
> 
> 3:1    Chaldäer: Alter Name für die Bewohner des südwestlichen
> Mesopotamien.
> 
> 3:2    Cherub: (Mehrzahl Cherubim) Himmlische Wesen mit Flügeln, aus
> Tier- und Menschengestalt gemischt: a) Wächter des Paradieses (1.
> Mose 3,24); b) Träger des Thrones Gottes (Ps 18,11; Hes 10,1;
> 11,22); c) Nachbildungen der Cherubim über der Lade im Tempel (2.
> Mose 25,18; 1. Kön 8,6).
> 
> 3:3    Christus:  Messias.
> 
>          - D -
> 
> 4:1    Dachsfelle: (2. Mose 25,5) Vielleicht die Haut von einer Art
> Delphinen.
> 
> 4:2    Dagon: Der wichtigste Gott der Philister (Tempel in Aschdod 1. Sam
> 5,1-5 und Gaza Ri 16,23).
> 
> 4:3    Dämonen: Die Bibel kennt neben dem  Satan eine Vielzahl böser
>  Geister. Auch die Götter der Völker werden als dämonische Mächte
> verstanden (3. Mose 17,7; 1. Kor 8,5; 10,20).
> 
> 4:4    Dan: Sohn Jakobs und israelitischer Stamm, der nach einer ersten
> Siedlungszeit westlich Judas dem Druck der Philister weichen mußte
> und seinen endgültigen Wohnsitz am oberen Jordanlauf fand (Ri
> 18,1-31).
> 
> 4:5    Daniel: Neben dem Empfänger der Visionen des Danielbuches, der in
> Daniel 1,1 - 6,29 als babylonischer und persischer Hofbeamter aus
> der Zeit des Exils ( Gefangenschaft) geschildert wird, gibt es
> einen anderen Träger dieses Namens (eigentlich in der leicht
> abweichenden Form Danel), der in Hes 14,14-20 neben Noah und Hiob
> als vorbildlich Gerechter genannt wird. Eine Danielgestalt mit
> dieser Eigenschaft ist aus kanaanitischer Tradition bekannt.
> Hesekiel nennt offenbar bewußt drei vorbildliche Gestalten, die
> nicht zu Israel gehörten.
> 
> 4:6    Dankopfer:  Opfer.
> 
> 4:7    David, Sohn Davids: David war der bedeutendste altisraelitische
> König (um 1000 v. Chr.). Im Judentum zur Zeit Jesu war man teilweise
> der Auffassung, dass der erwartete Retter und Heilbringer ein
> Nachkomme ('Sohn') Davids sein und dessen Reich wiederherstellen
> werde. So wird 'Sohn Davids' zu einem Christustitel. Wer den
> 'Schlüssel Davids' hat (Offb 3,7), verfügt über den Zugang zur neuen
> Welt Gottes, dem himmlischen Jerusalem (Jerusalem = Stadt Davids).
> Das Neue Testament zitiert David als Verfasser der ihm
> zugeschriebenen Psalmen.
> 
> 4:8    Diakon: (Phil 1,1; 1. Tim 3,8-13) Urchristliches Gemeindeamt. Über
> die Aufgaben der Diakone wissen wir nichts Sicheres. Wahrscheinlich
> übernahmen sie Verwaltungsaufgaben und organisierten die
> Liebestätigkeit (vgl. Apg 6,1-7).
> 
> 4:9    Diana: Der lateinische Name für die griechische Göttin Artemis,
> die jungfräuliche Göttin der Jagd und der Wälder. Die Diana von
> Ephesus (Apg 19,24; 19,27-28) ist verwandt mit der kleinasiatischen
> »Großen Mutter« (Kybele), der Spenderin der Fruchtbarkeit in der
> Natur. Ihr aus einem Meteorstein gehauenes (»vom Himmel gefallenes«,
> V. 35) Kultbild mit vielen Brüsten stand in dem prachtvollen, zu den
> sieben Weltwundern gezählten Artemistempel von Ephesus.
> 
> 4:10   Dionysos: (2. Makk 6,7; 14,33) Griechischer Gott, dem der Efeu
> heilig ist.
> 
> 4:11   Drache: ( Leviatan) Bezeichnung für verschiedene
> schreckenerregende Tiere, im Meer (Ps 74,13; Jes 27,1; 51,9) und auf
> dem Land, an einzelnen Stellen deutlich das Krokodil (Hes 29,3;
> 32,2) oder eine Schlange (5. Mose 32,33; Ps 91,13). In der
> Offenbarung Bild für den Teufel (12,3; 12,9).
> 
> 4:12   Dreschschlitten, Dreschwagen, Dreschwalze: (2. Sam 24,22; 1. Chr
> 21,23; Jes 41,15) Gedroschen wurde im alten Israel, indem man eine
> Walze oder einen 'Schlitten' (d. h. ein mit scharfen Steinen
> gespicktes Brett) von Zugtieren über die Ähren ziehen ließ, die auf
> dem festgestampften Boden ausgebreitet waren. Anschließend warf man
> das gedroschene Getreide mit der  Worfschaufel in die Luft, damit
> der Wind die Spreu davontragen konnte. Wegen des Windes wurden
> Dreschplätze (Tennen) gerne auf der Höhe angelegt. Dadurch gerieten
> sie in die Nähe der ebenfalls an solchen Orten befindlichen
> vorisraelitischen Opferstätten, die dem kanaanitischen
> Fruchtbarkeitskult gewidmet waren (Hos 9,1;  Baal).
> 
> 4:13   Drusilla: Schwester Agrippas II. ( Herodes, 5).
> 
>          - E -
> 
> 5:1    Eden: Obwohl der Garten Eden als Ursprung tatsächlich
> existierender Flüsse, wie des Euphrat, beschrieben wird, ist es
> nicht möglich, seine Lage geographisch festzulegen. In der
> griechischen Übersetzung des Alten Testaments heißt er 'paradeisos',
> ein Wort, von dem unser 'Paradies' abgeleitet ist.
> 
> 5:2    Edom: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau
> zurückgeführt wird (1. Mose 36,1-43).
> 
> 5:3    Efod: (Luther: Leibrock) Ein Teil der Priesterkleidung
> (»Priesterschurz«); besonders vielleicht die Tasche mit den
> Stimmsteinen, die bei der Erkundung des Gotteswillens durch das
> Losorakel gebraucht wurden (1. Sam 14,18; 23,9; 30,7). Dagegen ist
> in Ri 8,27 ein Gottesbild (oder sein Überzug?) gemeint.
> 
> 5:4    eingeboren: (Joh 1,14; 1,18; 3,16; 3,18; 1. Joh 4,9) Der
> »eingeborene Sohn« Gottes ist Jesus nicht nur als der einzige und
> einzigartige, sondern (wörtlich) als der »einzigerzeugte«. Damit
> wird bei Johannes das Geheimnis der Beziehung Jesu zum »Vater«
> angedeutet. Im altkirchlichen Bekenntnis wird das aufgenommen:
> Christus, das ewige  Wort Gottes, ist im Unterschied zu allen
> anderen Wesen von Gott, dem Vater, »gezeugt, nicht erschaffen«.
> 
> 5:5    Einsetzungsopfer:  Opfer.
> 
> 5:6    Elia: Prophet der israelitischen Frühzeit, der nach Mal 3,23-24
> und nach jüdischen Erwartungen vor dem Endgericht und dem Anbruch
> der neuen Welt Gottes noch einmal auftreten soll. Er wurde in
> späterer Zeit als der große Nothelfer seines Volkes angerufen (Mt
> 27,47; 27,49).
> 
> 5:7    Elisa: Als Prophet der Nachfolger  Elias. Er heilte einen
> höheren Offizier des syrischen Nachbarreiches vom  Aussatz (2.
> Kön 5,1-19; Lk 4,27).
> 
> 5:8    Elul:  Monate.
> 
> 5:9    Engel, Engel des HERRN: In den ältesten alttestamentlichen
> Schriften bedeutet Engel soviel wie 'Bote Gottes'. Sofern die nähere
> Bestimmung 'Engel Gottes' oder 'Engel des HERRN' benutzt wird, ist
> häufig gemeint, dass es Gott selbst ist, der sich in menschlicher
> Gestalt zeigt oder mit Menschen spricht. Der Name 'Engel' wird auch
> für die himmlischen Wesen verwendet, die zur Umgebung Gottes
> gehören. Gott wird dabei als König gedacht; die Engel bilden seinen
> 'Hofstaat', der die Herrlichkeit Gottes preist und seinen Willen
> ausführt ( Gottessöhne). - Nach jüdischer Auffassung haben einst
> Engel am Sinai dem Mose das  Gesetz übergeben. In Apg 7,38; 7,53
> wird dieser Gedanke positiv aufgenommen. Nach Paulus dagegen weist
> die Vermittlung durch die Engel auf eine geringere Bedeutung des
> Gesetzes hin (Gal 3,19; vgl. Hebr 2,2). Im Neuen Testament begegnen
> Engel als Boten Gottes (Lk 1,26-38), aber auch als himmlische
> Repräsentanten irdischer Gemeinden, die zugleich die Aufgabe eines
> Schutzengels haben (Offb 2,1 - 3,22; Mt 18,10; Apg 12,15). Daneben
> finden sich gottfeindliche Engelmächte, böse Gestirn- oder
> Elementargeister ('Mächte der Welt' = des Kosmos), die von Menschen
> Verehrung empfangen oder ihnen gefährlich werden können. Christus
> hat diese Mächte besiegt (Gal 4,3-5; Kol 2,8-10).
> 
> 5:10   Engelfürst: Nach dem Danielbuch (Dan 10,20-21) haben nicht nur
> einzelne Menschen (Mt 18,10) oder Gemeinden (Offb 2,1 - 3,22),
> sondern ganze Völker und Reiche ihren 'Engel', der entsprechend
> seiner erweiterten Verantwortung einen höheren Rang einnimmt (als
> 'Fürst' unter den Engeln bzw. Erzengel). Darin spiegelt sich die
> Überzeugung, dass sich in der Menschengeschichte nicht nur ein
> irdisches Geschehen abspielt, sondern zugleich eine
> Auseinandersetzung zwischen überirdischen Mächten.
> 
> 5:11   Ephraim: Jüngster Sohn Josefs. Als wichtigster Stamm des
> Nordreichs Israel kann Ephraim auch für das ganze Nordreich stehen
> (Jes 7,8-9; Hos 11,8-9).
> 
> 5:12   Epikureer: (Apg 17,18) Anhänger des griechischen Philosophen
> Epikur, Vertreter einer den Lebensgenuß lehrenden Weltanschauung.
> 
> 5:13   Erbteil, Erbe: Der dem einzelnen Israeliten gehörende Anteil am
> Gesamtbesitztum seiner Sippe. Er kann nicht einfach veräußert
> werden, da er sonst dem Gesamteigentum der Sippe verlorenginge; wenn
> er unbedingt verkauft werden soll, muß er dem Nächstverwandten zum
> Kauf angeboten werden. Daraus ergeben sich für diesen auch
> Verpflichtungen gegenüber einer eventuell vorhandenen Witwe (Rut
> 4,5). Der von den Vorfahren ererbte Besitz ist geradezu geheiligt,
> so dass der Erwerb durch einen Fremden, gleichgültig wen, schlimmstes
> Unrecht wäre (vgl. 1. Kön 21,3).
> 
> 5:14   Erdharz: (Asphalt) Ein festes und halbfestes Mineral,
> Zersetzungsprodukt aus urzeitlichen Pflanzen und Tieren, das unter
> anderem in der Nähe des Toten Meeres gefunden und in offenen Gruben
> abgebaut wurde. Im Altertum wurde es als Mörtel benutzt, zum
> Verpichen von Schiffen und Gefäßen, aber auch als Fußbodenbelag und
> für künstlerische Arbeiten.
> 
> 5:15   Erkenntnis: Bestimmte Kreise in urchristlicher Zeit waren der
> Überzeugung, dass der Besitz des heiligen Geistes den Christen eine
> 'Erkenntnis' verleihe, die umfassender und tiefgehender sei als die
> Lehre der Apostel. Paulus und Johannes bekämpfen in ihren Briefen
> solche überheblichen Anschauungen als gefährlich und als Brutstätte
> von Irrtümern und Irrlehren.
> 
> 5:16   Erlaßjahr: In jedem 49. Jahr sollte im alten Israel die
> ursprüngliche Besitzordnung wiederhergestellt werden. Denn im Ideal
> galt Grundbesitz als unveräußerlich ( Erbteil). Ebenso sollten
> Sklaven israelitischer Volkszugehörigkeit in diesem Jahr die
> Freiheit wiedererlangen (3. Mose 25,1-55).
> 
> 5:17   Erlöser, Löser: 1. Der Mensch, der das Eigentum der Sippe
> »auslöst« und zurückerwirbt (3. Mose 25,25), der einen in
> Schuldsklaverei Geratenen freikauft (3. Mose 25,48), der Verwandte,
> der eine kinderlose Witwe durch Heirat von der Kinderlosigkeit
> erlöst (Rut 3,9; 3,12; 4,1; 4,3; 4,6), der  »Bluträcher«, der
> durch Tötung des Totschlägers die Schuld der Tötung einlöst (4. Mose
> 35,12; 5. Mose 19,6) . - 2. Gott, der die Seinigen aus fremder
> Gewalt befreit hat, so Israel aus der Knechtschaft in Ägypten (2.
> Mose 6,6; 15,13) und aus der babylonischen Gefangenschaft (Jes
> 41,14; 52,9), so den Frommen (Ps 19,15; 103,4), so die Witwen und
> Waisen (Spr 23,11). Gottes erlösendes Werk sieht das Neue Testament
> in Christus vollendet (Mt 20,28; Röm 3,24; Gal 3,13; 1. Petr 1,18).
> 
> 5:18   Erstgeburt: Zum Zeichen, dass alles Leben eigentlich Gott gehört,
> wurden in Israel die männlichen Erstgeburten des Viehs als  Opfer
> dargebracht. Beim Menschen wurde die Erstgeburt durch ein
> Ersatzopfer abgelöst. Das konnte bei jedem Priester im Land
> geschehen. Wenn Jesus nach Lk 2,22 dazu in den Tempel gebracht
> 
> wurde, so deutet dies an, wo er hingehört (vgl. Lk 2,49).
> 
> 5:19   Ersticktes: Fleisch von getöteten oder verendeten Tieren, in dem
> noch das Blut ist; für den Juden ungenießbar, weil das  Blut als
> Träger des Gott gehörenden Lebens gilt (3. Mose 17,11). Darum das
> Verbot Apg 15,20; 15,29; 21,25.
> 
> 5:20   Erstling, Erstlingsgabe: Gott ist der Geber allen menschlichen,
> tierischen und pflanzlichen Lebens; darum gebührt ihm die
> Erstlingsgabe von allem Lebenden ( Erstgeburt). Im Alten
> Testament handelt es sich um Dankesgaben der Menschen für Gott
> (durch Abgabe an die Priester), um Gott als den Herrn des Lebens zu
> ehren: Opfer des ersten Ertrags von Früchten (Getreide, Öl, Wein; 2.
> Mose 23,19; 4. Mose 18,12), der erstgeborenen männlichen Tiere (2.
> Mose 13,2); der erstgeborene Sohn wurde durch ein Tieropfer
> ausgelöst (2. Mose 13,13) . - Im Neuen Testament hat der Begriff
> eine übertragene Bedeutung. Paulus verwendet Erstlingsgabe in Röm
> 11,16 für den Glauben der Erzväter, durch den das ganze Volk Israel
> geheiligt ist, in Röm 16,5 und in 1. Kor 16,15 für die ersten
> Christen einer Provinz und in Röm 8,23 in Umkehrung des
> Verhältnisses von Geber und Empfänger für den Geist Gottes, der den
> Christen als Unterpfand für das volle zukünftige Heil bereits
> gegeben ist (ähnlich 2. Kor 1,22; Eph 1,14 der Geist als erste
> Teilzahlung, durch die ein Vertrag gültig wird). Jesus Christus
> verbürgt als Erstling der Entschlafenen (1. Kor 15,20) die
> allgemeine Auferweckung der Toten.
> 
> 5:21   Erz- (Erzengel, Erzhirte, Erzvater): Bezeichnet den im Range
> »Ersten«, also Höchsten.
> 
> 5:22   Esau: Zwillingsbruder  Jakobs und Stammvater Edoms. Er trat
> sein Erstgeburtsrecht um ein Linsengericht an seinen Bruder ab. Die
> Umkehrung der natürlichen Rangordnung wird der Mutter Rebekka schon
> vor der Geburt ihrer Söhne von Gott vorausgesagt (1. Mose 25,23; Röm
> 9,12).
> 
> 5:23   Essig: Bei dem Getränk, das Jesus am Kreuz gereicht wurde (Mt
> 27,48), handelt es sich um sauren Wein oder Weinessig, der zum
> nachhaltigen Stillen starken Durstes besonders geeignet ist und
> deshalb das normale Getränk der Soldaten war.
> 
> 5:24   Etanim: Der erste Monat des althebräischen Jahres, später Tischri
> genannt, Mitte September bis Mitte Oktober.
> 
> 5:25   Eva: Frau des ersten Menschen  Adam. Aus ihrem Namen kann man
> einen Anklang an das hebräische Wort für 'lebend' heraushören (1.
> Mose 3,20).
> 
> 5:26   Evangelist: Neben den  Aposteln,  Propheten und  Lehrern
> (1. Kor 12,28) gab es in der ersten Christenheit auch Männer, die
> eine besondere Gabe zur Verkündigung des 'Evangeliums', der frohen
> Botschaft von Christus, besaßen und als Missionare die Botschaft
> über die Einzelgemeinde hinaustrugen (Apg 21,8; Eph 4,11; vgl. 2.
> Tim 4,5).
> 
> 5:27   Evangelium: Frohe Botschaft, besonders die Freudenbotschaft von
> der Gnade Gottes in Jesus Christus.
> 
>          - F -
> 
> 6:1    Fabel: 1. Eine erdichtete kleine Erzählung, in der Pflanzen oder
> Tiere reden und handeln (Ri 9,8; 2. Kön 14,9) . - 2. Die
> Pastoralbriefe kennzeichnen als Fabeln die phantastischen
> Spekulationen der Irrlehrer (1. Tim 1,4; 2. Tim 4,4), während 2.
> Petr 1,16 betont, dass das Wort vom Kommen Christi nicht eine klug
> erdachte Fabel ist.
> 
> 6:2    Fasten: (Fast- und Bußtage) Teilweiser oder völliger Verzicht auf
> Essen und Trinken wurde in Israel als Sühne für eigene oder fremde
> Sünden geübt, aber man enthielt sich der Nahrung auch aus Trauer und
> zur Unterstützung eines Gebetes, an besonderen Unglückstagen und zum
> Versöhnungsfest. Zur Zeit Jesu war es bei manchen Frommen Sitte
> geworden, zweimal wöchentlich zu fasten . - Bußtage, d. h.
> Volksfast- und -trauertage wurden angesetzt, um eine drohende Not
> abzuwenden oder eine Beleidigung Gottes zu sühnen. Erkannte man
> einen Schuldigen, sei es mit Hilfe eines Gottesurteils oder durch
> Zeugenaussagen, dann mußte er hingerichtet werden, sein Besitz
> verfiel dem König. In 1. Kön 21,9 mißbraucht Isebel einen solchen
> Bußtag zu einem offenbaren Justizmord . - Nach der Zerstörung
> Jerusalems 587 v. Chr. wurden regelmäßige Fasttage eingeführt, an
> denen das Volk in gottesdienstlichen Feiern sein Schicksal beklagte,
> seine Schuld bekannte und die Hilfe Gottes anrief (vgl. Sach 7,1-6).
> 
> 6:3    Fastenzeit: In Apg 27,9 der Fasttag fünf Tage vor dem Großen 
> Versöhnungstag Ende September/Anfang Oktober.
> 
> 6:4    Feldgeister: Böse Geister, wohl in Bocksgestalt gedacht (Jes
> 13,21; 34,14), gefürchtet, aber auch abergläubisch verehrt (3. Mose
> 17,7; 2. Chr 11,15).
> 
> 6:5    Felix: Antonius Felix, römischer  Statthalter (Prokurator) in
> Palästina 52-60 n. Chr.
> 
> 6:6    Feste: (1. Mose 1,6-8) Das hebräische Wort bezeichnet etwas
> Festgestampftes, Festgehämmertes (Platte). Man dachte sich im Alten
> Orient den Himmel als eine riesige Kuppel oder Schale. Darüber
> befand sich nach dieser Anschauung der Himmelsozean und über diesem
> die Wohnung Gottes (Ps 104,1-3).
> 
> 6:7    Feste Israels: Die drei alten Jahresfeste waren zunächst
> Erntefeste und wurden dann mit der Erinnerung an Gottes Taten in der
> Geschichte Israels verbunden: das  Passa (zusammen mit dem Fest
> der ungesäuerten Brote) zum Beginn der Gerstenernte mit dem Gedenken
> an den Auszug aus Ägypten; das Wochenfest (Pfingstfest) sieben
> Wochen später zum Beginn der Weizenernte mit der Erinnerung an die
> Gesetzgebung; das Fest der Obst- und Weinernte (Laubhüttenfest) im
> Herbst mit der Bewahrung Israels in der Wüste (3. Mose 23,43). Dazu
> kamen das Neujahrsfest am ersten Tag des siebten Monats und zehn
> Tage später der Große Versöhnungstag. Jüngere Feste waren das
> Purimfest, dessen Anlaß im Esterbuch dargestellt wird, und das Fest
> der Tempelweihe zum Gedenken an die Wiederweihung des Tempels durch
> den Makkabäer Judas (1. Makk 4,59). Im Neuen Testament sind erwähnt
> das Passa (Mt 26,2), das Pfingstfest (Apg 2,1), das Laubhüttenfest
> (Joh 7,2), das Tempelweihfest (Joh 10,22) und der Versöhnungstag
> (Hebr 9,7).
> 
> 6:8    Festus: Porzius Festus, römischer  Statthalter (Prokurator) in
> Palästina 60-62 n. Chr.
> 
> 6:9    Fischtor: Eines der alten Stadttore Jerusalems, westlich von der
> späteren Burg Antonia (Neh 3,3; 12,39; Zef 1,10).
> 
> 6:10   Fleisch: Das griechische Wort, das Luther wörtlich mit »Fleisch«
> übersetzte, hat eine wesentlich größere Bedeutungsbreite als seine
> deutsche Entsprechung. Zunächst bezeichnet »Fleisch« den ganzen
> Menschen als leiblich-seelische Einheit. So sind Mann und Frau in
> ihrer Verbindung »ein Fleisch« (und nicht nur ein Leib; 1. Mose
> 2,24); »alles Fleisch« bedeutet: alle Menschen (Joel 3,1). Im
> übertragenen Sinn bezeichnet es - 1. den Bereich des Irdischen,
> Menschlichen und Leiblichen, der der Vergänglichkeit unterworfen ist
> (z. B. Jes 40,5-6). In diesen Bereich trat der Gottessohn ein, als
> er Mensch wurde (Joh 1,14; Röm 8,3). Das Gegenüber zum irdischen
> Bereich bildet die Sphäre Gottes, die durch den Begriff »Geist«
> gekennzeichnet wird (Röm 1,3-4; 1. Tim 3,16; 1. Petr 3,18). Das
> Gegenüber von Fleisch und  Geist kennzeichnet hier die beiden
> Bereiche, in denen sich das Christusgeschehen vollzogen hat. - 2.
> Negativ qualifiziert ist dagegen der Begriff »Fleisch«; wenn Paulus
> mit ihm beschreibt, wie das Denken, Wollen und Handeln des Menschen
> nicht von Gott und seinem Willen bestimmt wird, sondern nur vom
> Irdischen, vom Menschlich-Allzumenschlichen, ja von der Sünde (Röm
> 8,1-17; Gal 5,13 - 6,12; Eph 2,3; Phil 3,3-4). Fleisch beschreibt
> hier im Gegensatz zu Geist den Tatbestand, dass die Sünde sich des
> Menschen und seiner Glieder so bemächtigt, dass sein »Fleisch« wie
> eine fremde Macht sein ganzes Wesen bestimmt und ihn in den Tod
> führt (Röm 7,5-25). Im Gegensatz dazu steht der  Geist, durch den
> Gott in Christus rettend den Menschen ergreift, ihn zu Handeln in
> Liebe und Selbstzucht bewegt und zum ewigen Leben führt.
> 
> 6:11   Fluch:  Segen und Fluch.
> 
> 6:12   Freistädte: Zufluchtsorte, an denen im alten Israel jemand Asyl
> finden konnte, der unabsichtlich einen Menschen getötet hatte. Wenn
> er seine Unschuld glaubhaft machen konnte, war er damit vor dem 
> Bluträcher geschützt.
> 
> 6:13   Fremdling: Wer den angestammten Sippenverband verlassen hat, in
> der Fremde Zuflucht suchte und dort als Schutzbürger gewisse Rechte
> genießt, ohne Vollbürger zu sein. Auch ein Israelit, der sich im
> Gebiet eines anderen israelitischen Stamms aufhält, kann als
> Fremdling bezeichnet werden ( Ausländer).
> 
> 6:14   Fronarbeit, Frondienst: Unentgeltliche zwangsweise Dienstleistung
> für den Grund- oder Landesherrn. Öffentliche Arbeiten wurden im
> Altertum (und Mittelalter) vielfach in Fronarbeit ausgeführt.
> 
> 6:15   Frühregen: Gewöhnlich Ende Oktober oder Anfang November, zum
> Beginn der etwa sechs Monate währenden Regenzeit, nach der
> Trockenzeit des Sommers zur neuen Aussaat nötig.
> 
> 6:16   Fürst dieser Welt: Der  Satan (siehe auch  Welt).
> 
>          - G -
> 
> 7:1    Gabbata: (Joh 19,13) Ein erhöhter, mit Steinplatten belegter Platz
> beim Palast des  Statthalters in Jerusalem, auf dem unter freiem
> Himmel die Gerichtsurteile gesprochen wurden.
> 
> 7:2    Gabriel: In der jüdischen Engellehre wird Gabriel zu den
> sogenannten  Engelfürsten, den 'Erzengeln', gezählt, die zur
> engsten Umgebung Gottes gehören.
> 
> 7:3    Galatien: Kleinasiatische Landschaft, die seit dem 3. Jahrhundert
> v. Chr. von keltischen Stämmen bewohnt wurde (sprachlich verwandt
> ist Gallien und gälisch). Die Römer schufen nach der Eroberung
> dieses Gebietes eine Provinz mit dem gleichen Namen, die aber außer
> dieser Landschaft auch noch Teile von Phrygien, Pisidien,
> Pamphylien, Lykaonien und Isaurien umfaßte. Die Adressaten des
> Galaterbriefes sind kaum die Bewohner der römischen Provinz, sondern
> der Landschaft Galatien.
> 
> 7:4    Galbanum: (2. Mose 30,34; Sir 24,21) Ein in Syrien heimisches, bis
> 2 m hohes Doldengewächs, dessen eingedickter Milchsaft für die im
> Gottesdienst gebrauchte Weihrauchmischung verwendet wurde.
> 
> 7:5    Gallio: Römischer Statthalter (Prokonsul) der Provinz  Achaja
> 51-52 n. Chr.
> 
> 7:6    Gamaliel: Jüdischer  Schriftgelehrter, zu dessen Schülern auch
> Paulus zählte.
> 
> 7:7    Gebetsriemen: (Mt 23,5) Gesetzestreue Juden befestigen zum Gebet
> mit langen Riemen auf der Stirn und am linken Arm lederne Kapseln,
> in denen mit Schriftworten beschriebene Pergamentstreifen verwahrt
> sind (vgl. 5. Mose 6,8). Zur Zeit Jesu trugen viele Fromme die
> Gebetsriemen den ganzen Tag.
> 
> 7:8    Gefangenschaft: (Wegführung, Exil, Verbannung) Zur
> »Befriedigungspolitik« der altorientalischen Herrscher gehörte es
> seit dem 2. Jahrtausend v. Chr., die Oberschichten (Priester,
> Kaufleute, Handwerker) eroberter Provinzen untereinander
> auszutauschen. In der Bibel wird von zwei Wegführungen berichtet: -
> 1. Die assyrische Gefangenschaft: Im 8. Jahrhundert v. Chr. eroberte
> der assyrische König Sargon II. Samaria und deportierte die
> Oberschicht des Nordreiches nach Mesopotamien. Im Gegenzug ließ er
> Leute aus Babylon und Elam ansiedeln ( Samaritaner) . - 2. Die
> babylonische Gefangenschaft: Im 6. Jahrhundert v. Chr. eroberte der
> neubabylonische König Nebukadnezar II. Juda und deportierte 597 und
> 587 v. Chr. die Oberschicht nach Babylonien, ohne eine neue
> Oberschicht in Juda anzusiedeln. Die Verbannten konnten in
> geschlossenen Siedlungen zusammenwohnen, so dass der nationale
> Zusammenhalt bewahrt blieb und sich die Hoffnung auf Rückkehr
> erhalten konnte.
> 
> 7:9    Gefängnis, Geister im G.: Nach jüdischer Überlieferung werden die
>  Engel, die sich nach 1. Mose 6,4 durch den Verkehr mit
> Menschenfrauen vergangen hatten, zur Strafe im Innern der Erde
> gefangengehalten. Auch ihnen wird durch Christus die Möglichkeit der
> Vergebung angekündigt (1. Petr 3,19). Nach 1. Petr 4,6 gilt die
> Rettungstat Christi auch den Menschen, die vor seinem Erscheinen
> gestorben sind.
> 
> 7:10   Geißel: Ein Lederriemen mit eingeflochtenen Knochen oder
> Metallstückchen. Die Geißelung war eine römische Strafe für
> männliche Verbrecher, die nicht das römische Bürgerrecht besaßen
> (Apg 22,25). Meist ging sie der Kreuzigung voran (Mt 20,19; 27,26;
> Joh 19,1), wobei sie nicht selten bereits tödlich wirkte.
> 
> 7:11   Geist Gottes, heiliger Geist: Das hebräische Wort für Geist
> bedeutet ursprünglich 'Wind, Hauch'. Gemeint ist damit das
> Lebensprinzip, das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das
> er jederzeit verfügt. Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle
> Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Er kommt über einen Menschen
> und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 13,25). Er beseelt die
> ekstatischen Prophetengemeinschaften (1. Sam 10,10-12) und kann
> einen Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1. Kön
> 18,12; vgl. Hes 8,3). Wenn der Geist Gottes ständig auf einem
> Menschen ruht wie auf David (1. Sam 16,13) oder einer prophetischen
> Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen
> Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn. - Propheten des
> Alten Testaments haben für die Zukunft eine Ausgießung des
> Gottesgeistes über das ganze Volk erwartet (Hes 36,27; Joel 3,1-5).
> Die neutestamentliche Gemeinde sah diese Erwartung durch Jesus
> erfüllt, der nicht nur selbst vom Geist Gottes erfüllt war (Mk
> 1,10), sondern diesen Geist auch den Seinen vermittelt hat (Apg
> 2,1-36). Mit der  Taufe (Erwachsenentaufe, z. T. auch
> Handauflegung: Apg 8,17; 19,6) wird allen Glaubenden der Geist
> verliehen. Seine Einwohnung ist Zeichen und Gewähr dafür, dass sie an
> der neuen Welt Gottes teilhaben (Eph 1,13-14). Er äußert sich in
> zahlreichen 'Geistesgaben' und gibt durch sie der Gemeinde Wachstum,
> Form und Halt (1. Kor 12,1-31; Eph 4,7-13). Schon, dass jemand
> Christus als seinen Herrn erkennen und an ihn glauben kann, ist das
> Werk des Geistes (1. Kor 12,3).
> 
> 7:12   Geister, böse, unreine: Böse Geister (griech. Dämonen, z. B. Mt
> 7,22; Mk 1,34; Lk 8,2; Joh 8,48 u. ö.) oder unreine Geister (z. B.
> Mt 10,1; Mk 1,23; Lk 4,33 u. ö.) sind geistige Wesen mit
> übermenschlichen Kräften, die von einem Menschen Besitz ergreifen
> und ihn völlig beherrschen können ( Besessene). Ein »sprachloser
> Geist« (Mk 9,17) ist ein dämonisches Wesen, das den von ihm
> besessenen Menschen stumm macht.
> 
> 7:13   Gemeindeleiter: Nach jüdischem Vorbild wurden die christlichen
> Gemeinden ursprünglich von einer Gruppe von Vorstehern ( Älteste)
> geleitet (Apg 14,23; 20,17; 1. Tim 5,17-22; Tit 1,5). Diese
> Leitungsform scheint in der Jerusalemer Urgemeinde ihre Wurzeln zu
> haben (Apg 11,30; 15,4; 15,6; 21,18). In den Paulinischen Gemeinden
> gab es - wohl in Anlehnung an bestimmte Ämter in griechischen
> Vereinswesen - Gemeindeleiter ('Bischöfe') und Gemeindehelfer
> ('Diakone'; vgl. Phil 1,1; 1. Tim 3,1). Wo beide Formen der
> Gemeindeleitung aufeinandertrafen, wurde zwischen der Aufgabe der
> Gemeindeältesten und der der Gemeindeleiter nicht unterschieden
> (vgl. Apg 20,17 mit 20,28 oder Tit 1,5 mit 1,7). Auch die
> Gemeindeleiter nahmen zunächst ihre Aufgabe als Kollegium wahr (Phil
> 1,1). Erst in nach-neutestamentlicher Zeit finden wir die
> verschiedenen Formen der Gemeindeleitung ganz miteinander
> verschmolzen und die altkirchliche Ämterordnung voll ausgeprägt: ein
> Gemeindeleiter (episkopos/Bischof), unter ihm das Kollegium der
> Gemeindeältesten (presbyteroi/Priester), dazu die Gemeindehelfer
> (diakonoi/Diakone).
> 
> 7:14   Gemüt: (Mt 22,37; Mk 12,30; 12,33; Lk 10,27; Röm 7,23; 7,25) Das
> Wort bezeichnet bei Luther nicht nur das Gefühl, sondern umfaßt
> Verstand, Vernunft, Gesinnung, Willen, Verlangen und Streben.
> 
> 7:15   Gerechtigkeit Gottes: So wörtlich in Röm 1,17; 3,21. Luther hat
> auch die Übersetzung erwogen: »die Gott macht, wirkt«. Gerechtigkeit
> ist nicht eine Eigenschaft Gottes, sondern sein Heilshandeln am
> Menschen, das den Sünder in die Gemeinschaft mit Gott aufnimmt und
> ihm ein neues Leben schenkt.
> 
> 7:16   Gesalbter:  Messias.
> 
> 7:17   Gesetz: Bezeichnung der fünf Mosebücher (Tora). Man umschrieb zur
> Zeit Jesu das Alte Testament mit 'das Gesetz und die Propheten'. Der
> Begriff 'Gesetz' konnte aber auch auf das ganze Alte Testament
> ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras bestimmte das Mosegesetz das
> gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die
> übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze
> über die  Beschneidung und den  Sabbat sowie die
> Reinheitsvorschriften ( rein). Die Frage nach der bleibenden
> Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten
> Auseinandersetzungen (Apg 15,1-29; Gal 2,21).
> 
> 7:18   Gethsemane: Wörtlich 'Ölkelter'. Das deutet darauf hin, dass es
> sich um einen Ölgarten mit einer (vielleicht verfallenen?) Ölkelter
> gehandelt hat.
> 
> 7:19   Geweiht:  Gottgeweihter.
> 
> 7:20   Gihon: (1. Kön 1,33) Quelle bei Jerusalem. Zu 1. Mose 2,13 
> Paradiesströme.
> 
> 7:21   Gittit: (Ps 8,1; 81,1; 84,1) Ein Musikinstrument oder eine Tonart.
> 
> 7:22   Gleichnis: Als 'Gleichnis' bezeichnet man eine in der Regel ganz
> kurze Erzählung, die einen bestimmten Gedanken veranschaulichen
> soll. Für Jesus ist diese Redeform besonders typisch. Seine
> Gleichnisse greifen Bilder und Ereignisse aus dem täglichen Leben
> auf. Man darf jedoch nicht an den Einzelheiten des Erzählten
> hängenbleiben, sondern muß darauf achten, worauf das Ganze hinaus
> will. Jedes Gleichnis, das Jesus erzählt, ist ein Appell, der seine
> Hörer zum Mitdenken, Weiterdenken und Umdenken auffordert.
> 
> 7:23   Gog: Nach Hes 38,1 - 39,16 ein Fürst im Land Magog, das im Norden
> zu suchen ist; Offb 20,8 ist »Gog und Magog« Bezeichnung der
> Weltmacht, die am Ende der Zeit gegen das Gottesvolk anstürmt.
> 
> 7:24   Gomorra:  Sodom.
> 
> 7:25   Gosan: Assyrische Provinz am oberen Habor (Nebenfluß des Euphrat).
> Hier wurden die 722 v. Chr. deportierten Israeliten angesiedelt.
> 
> 7:26   Gottesberg: Wie die Griechen sich ihre Götter auf dem Olymp
> wohnend vorstellten, so gibt es im Alten Orient die Anschauung von
> einem Götterberg 'im Norden'. In Israel brachte man den Glauben an
> die Überlegenheit des eigenen Gottes dadurch zum Ausdruck, dass man
> sagte: Der Zionsberg in Jerusalem ist der wahre Götterberg! (Ps
> 48,3).
> 
> 7:27   Gottesfürchtige: (Apg 13,16 u. ö.) Heiden, die am jüdischen
> Synagogengottesdienst teilnahmen und das Mosegesetz teilweise
> einhielten. Sie sind zu unterscheiden von den Proselyten
> (»Judengenossen«), d. h. Heiden, die durch Beschneidung rechtsgültig
> zum Judentum übergetreten und zur Einhaltung des ganzen  Gesetzes
> verpflichtet waren.
> 
> 7:28   Gottgeweihter: Gottgeweihte (Nasiräer) heißen im Alten Testament
> Menschen, die sich als für Gott ausgesondert verstehen und dies
> durch eine bestimmte Lebensweise bezeugen. Es kam vor, dass solche
> Gottgeweihten ihr ganzes Leben in dieser Ausnahmesituation
> verbrachten, wie z. B. Simson (Ri 13,5; 13,7). Häufiger scheint es
> jedoch gewesen zu sein, dass sich jemand für eine begrenzte
> Zeitspanne dem ausschließlichen Dienst Gottes weihte. Bestandteil
> des Gelübdes war die Enthaltung von bestimmten Nahrungsmitteln, vor
> allem alkoholischen Getränken, und das Tragen einer bestimmten
> Kleidung. Zum Zeichen ihrer 'Weihe' ließen die Nasiräer in der Regel
> ihr Haupthaar nicht schneiden (4. Mose 6,1-8) . - Wenn jemand auf
> Zeit ein solches Gelübde ablegte, mußte er als Abschluß ein ziemlich
> kostspieliges Opfer darbringen (4. Mose 6,13-20). In diesem
> Zusammenhang steht die Aufforderung an Paulus (Apg 21,23-26), die
> Opferkosten für arme Nasiräer zu übernehmen und dadurch zugleich
> seine eigene Gesetzestreue zu beweisen. Da Paulus aus dem Ausland
> kam, galt er selbst als 'unrein' ( rein) und durfte erst nach
> einer siebentägigen Reinigungszeit bei diesem Opfer im Tempel
> anwesend sein.
> 
> 7:29   Götzenopferfleisch: Das Fleisch von Tieren, die heidnischen
> Göttern als Opfer geweiht wurden. Dazu gehört [a] alles Fleisch, das
> bei einer heidnischen Kultmahlzeit verzehrt wurde, aber auch [b] das
> auf dem Markt gekaufte Fleisch (weil übriggebliebenes Opferfleisch
> auf den Markt kam und das Schlachten eines jeden Tieres als Opfer
> aufgefaßt wurde). Paulus verbot den Christen die Teilnahme an
> heidnischen Kultmahlzeiten, gab aber den Genuß von
> Götzenopferfleisch frei, wenn dieser außerhalb des Kultaktes
> erfolgte. Wurde jedoch dabei das Fleisch ausdrücklich als
> Opferfleisch bezeichnet, dann sollte der Christ mit Rücksicht auf
> ängstliche (judenchristliche) Gemeindeglieder lieber darauf
> verzichten (1. Kor 8,1 - 10,33). Die Juden dürfen wegen des Verbots
> von Blutgenuß (1. Mose 9,4) nur Fleisch essen, das nach ritueller
> Vorschrift geschlachtet (= geschächtet) worden ist.
> 
> 7:30   Gräber: (Mt 23,27) Sie galten in Israel als unrein ( rein).
> Damit sie nicht ahnungslos betreten würden, wurden die Grabkammern
> durch Übertünchen mit weißer Farbe kenntlich gemacht.
> 
> 7:31   Greuelbild der Verwüstung: (Dan 9,27; 11,37; 12,11; Mt 24,15; Mk
> 13,14) Bei Daniel ein prophetischer Hinweis auf die Entweihung des
> Jerusalemer  Tempels durch Antiochus IV. Epiphanes, der 168 v.
> Chr. dort einen heidnischen Kult einrichten ließ. Das »Greuelbild«
> war entweder ein Götterbild oder - wahrscheinlicher - ein kleiner
> Altaraufsatz, der auf den großen Brandopferaltar gestellt wurde, um
> die fremden Opfer durchführen zu können. Durch diesen Gegenstand
> wurde das ganze Heiligtum kultisch unrein, »verwüstet«, so dass der
> jüdische Opferdienst unmöglich gemacht und Priester und Gemeinde
> vertrieben wurden. Dadurch verödete das Tempelgebiet (1. Makk 1,57;
> 6,7) . - In Mt 24,1-51 und Mk 13,1-37 wird der Ausdruck aus Daniel
> übernommen, um eine in der Endzeit erwartete Tempelschändung anderer
> Art zu bezeichnen. Nachdem der Jerusalemer Tempel im Jahr 70 n. Chr.
> zerstört wurde, kann man dabei an Vorgänge wie die in Offb 13,1-18
> bildhaft angedeuteten denken.
> 
> 7:32   Griechen: »Juden und Griechen« = Juden und Heiden (Röm 1,16);
> »Griechen und Nichtgriechen (Barbaren)« = alle Völker (Röm 1,14).
> Die Griechen in Joh 12,20 sind griechisch redende Proselyten
> (»Judengenossen«).
> 
> 7:33   Grummet: (Am 7,1) Übersetzung unsicher. Vielleicht der durch den
> Spätregen hervorgebrachte zweite Graswuchs.
> 
>          - H -
> 
> 8:1    Hadad-Rimmon: (Sach 12,11) Vielleicht ist hier auf die Totenklage
> um den Gott der Vegetation (2. Kön 5,18) hingewiesen, dessen Sterben
> in der Trockenheit des Sommers beklagt wurde, wie nach dem neu
> belebenden Frühregen im Herbst sein Auferstehen gefeiert wurde.
> Vielleicht ist aber auch zu übersetzen: »Klage wie die bei
> Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo«. Hadad-Rimmon wäre dann der
> Ort, bei dem der letzte bedeutende König Judas, Josia, 609 v. Chr.
> gefallen ist (2. Kön 23,29). Nach 2. Chr 25,20-25 war die Klage um
> Josia in Juda zu einem festen Brauch geworden.
> 
> 8:2    Hagab: (3. Mose 11,22) Heuschreckenart.
> 
> 8:3    Halleluja: (hebräisch) Lobet den Herrn!
> 
> 8:4    Hanes: (Jes 30,4) Grenzstadt in Süd-Ägypten.
> 
> 8:5    Hargol: (3. Mose 11,22) Heuschreckenart.
> 
> 8:6    Harmagedon: (Offb 16,16) Unerklärbarer Name eines Berges, auf dem
> sich in der Endzeit die Könige der Welt gegen Gott versammeln
> sollen. Die Anknüpfungsmöglichkeiten an biblische Bezugsstellen, die
> man erwogen hat, erweisen sich als nicht überzeugend. Der Name
> könnte aus der zur Zeit des Neuen Testaments weit verbreiteten
> apokalyptischen Literatur stammen, von der große Teile verloren
> sind.
> 
> 8:7    Hasidäer: (1. Makk 2,42; 7,12) Hebräisch hasidim = die Frommen.
> Eine Gruppe im Judentum, die aus treuen Anhängern des Gesetzes
> bestand und nur einen  Hohenpriester aus dem Hause Aaron
> anerkennen wollte. Sie war zeitweise mit der makkabäischen Bewegung
> verbunden, ohne völlig in ihr aufzugehen, wie es in 2. Makk 14,6
> angenommen wird. Aus ihr gingen später die  Pharisäer hervor.
> 
> 8:8    Hausgott: Kleine Götterfiguren, die als gute Geister das Haus
> beschützen sollen, sind aus vielen Kulturen bekannt und in älterer
> Zeit auch in Israel verbreitet (Hos 3,4).
> 
> 8:9    Hebopfer: (2. Mose 29,27-28) Der Teil des Besitzes, der vom
> übrigen »abgehoben« (vielleicht auch emporgehoben) und dadurch Gott
> geweiht wurde; auch der Anteil eines Opfers, der dem Priester
> zustand, z. B. die rechte Keule beim Dankopfer.
> 
> 8:10   Hebräer: Die ursprüngliche Bedeutung ist unsicher. Das Wort
> begegnet im Alten Testament zunächst als Bezeichnung für unfreie
> Israeliten (in Ägypten: 2. Mose 1,6 - 2,10; als Sklaven: 2. Mose
> 21,2; Jer 34,8-9). In nachexilischer Zeit wird das Wort zum
> Ehrennamen und zur jüdischen Selbstbezeichnung (Jon 1,9; vgl. 2. Kor
> 11,22; Phil 3,5). Sprache und Schrift werden jetzt auch 'hebräisch'
> genannt. In Apg 6,1 bezeichnet das Wort die aramäisch redenden Juden
> im Unterschied zu den griechisch redenden.
> 
> 8:11   hebräisch: Als Umgangssprache diente zur Zeit Jesu das Aramäische
> ( Aramäer). Die Aufschrift über dem Kreuz (Joh 19,20) war
> vielleicht jedoch auf Hebräisch abgefaßt.
> 
> 8:12   Heer des Himmels: a) Die Engel um Gottes Thron (1. Kön 22,19; 2.
> Chr 18,18; Lk 2,13); b) die Gestirne (Jes 34,4; 40,26), häufig als
> Götter verehrt (5. Mose 4,19; Zef 1,5).
> 
> 8:13   heilig: 'Heilig' ist im Alten Testament alles, was Gott und der
> 
> göttlichen Sphäre zugehört. Das ist aus priesterlicher Sicht vor
> allem der  Tempel und dort wieder in besonderem Maße die heiligen
> Geräte, die Altäre, die  Bundeslade und der innerste Raum, der
> das  Allerheiligste heißt. Nur wer selbst 'geheiligt' (geweiht)
> ist, kann sich dieser Sphäre nahen, ohne Schaden zu nehmen (4. Mose
> 4,15; 2. Mose 30,29). Die  Opfer, die Gott dargebracht werden,
> sind in abgestuftem Maße heilig, und entsprechend dürfen
> unterschiedliche Personenkreise einen Anteil davon verzehren: beim
> Dank- und Lobopfer die ganze Gemeinde (3. Mose 7,13-15); bei den
> Erntegaben ans Heiligtum und bei bestimmten Opferanteilen alle
> Angehörigen der Priesterfamilie (4. Mose 18,11-19), bei den
> Sühnopfern die Priester allein (3. Mose 6,19-22). - Es gehört zum
> Dienst der Priester, genau zu unterscheiden - und das Volk
> unterscheiden zu lehren - zwischen 'heilig' und 'unheilig' (profan;
> 3. Mose 10,10), also die Grenze zu wahren zwischen der Sphäre des
> heiligen Gottes und des unheiligen Menschen. Zugleich aber haben sie
> zwischen beiden Sphären zu vermitteln, damit die Menschen imstande
> sind, Gott heilige Gaben darzubringen, so dass dafür von dem heiligen
> Gott Heil in das Leben der Menschen einströmen kann. Was von den
> Menschen als Voraussetzung erwartet wird, ist, dass sie in kultischem
> Sinn  'rein' sind. Ein wichtiger Schritt wird mit der Erkenntnis
> vollzogen, dass die äußerliche Reinheit nicht genügt, sondern dass
> Gottes Heiligkeit vom Menschen, der ihr begegnen will, die Reinheit
> des Herzens und das Tun des Rechten verlangt (vgl. Ps 15,1-5). »Ihr
> sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott« (3.
> Mose 19,2) - so steht über dem Kapitel, in dem sich der berühmte
> Satz findet: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«
> 
> 8:14   Henoch: Im Alten Testament einer der Nachkommen Adams (1. Mose
> 5,21). Der Judas-Brief zitiert in V. 14 aus einer Henoch
> zugeschriebenen Schrift, die aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammt.
> 
> 8:15   Herakles: (2. Makk 4,19) Halbgöttlicher Held der griechischen
> Sage, dem kultische Opfer dargebracht wurden.
> 
> 8:16   Hermes: (Apg 14,12) Herold und Sprecher der Götter, Begleiter des
> höchsten Gottes  Zeus und Gott des Handels (bei den Römern
> Merkur).
> 
> 8:17   Herodes: (1) Herodes I. war 37-4 v. Chr. römischer Vasallenkönig
> in Palästina. In seine Regierungszeit fällt die Geburt Jesu (Mt 2,1;
> Lk 1,5) . - (2) Herodes Antipas, Sohn von Herodes I., herrschte nur
> über Galiläa und Peräa, 4 v . - 39 n. Chr. Er ließ Johannes den
> Täufer hinrichten (Mt 14,1-10) . - (3) Herodes Archelaus, Sohn
> Herodes' I., herrschte 4 v . - 6 n. Chr. über Judäa, Samarien und
> Idumäa (Mt 2,22). Sein Gebiet wurde danach einem römischen 
> Statthalter (Prokurator) unterstellt . - (4) Agrippa I., Enkel
> Herodes' I., wurde volkstümlich 'Herodes' genannt, da er kurze Zeit
> (41-44 n. Chr.) das Reich seines Großvaters unter seiner Herrschaft
> vereinigte. Er ließ den Apostel Jakobus, den Bruder des Johannes,
> hinrichten (Apg 12,1-23) . - (5) Agrippa II., Sohn Agrippas I.,
> Bruder der Berenike (die 48-69 n. Chr. bei ihm lebte) und der
> Drusilla, hatte eine kleine Herrschaft nördlich von Palästina (50-94
> n. Chr.). Als dem römischen Vertrauensmann für Angelegenheiten des
> Jerusalemer Tempels und Schwager des Statthalters  Felix läßt 
> Festus ihm den Gefangenen Paulus vorführen (Apg 25,13-26,32).
> 
> 8:18   Herodias: Frau des  Herodes Antipas. Aus politischem Ehrgeiz
> hatte sie sich von dessen Halbbruder (in Mk 6,17 irrtümlich
> Philippus genannt) getrennt und Antipas zur Verstoßung seiner ersten
> Frau veranlaßt.
> 
> 8:19   HERR: In dieser Übersetzung (im Anschluß an eine alte Tradition)
> Wiedergabe des hebräischen Gottesnamens, der mit großer
> Wahrscheinlichkeit Jahwe gelautet hat. Gesichert sind lediglich die
> Konsonanten JHWH (das auslautende H ist stumm). Da die jüdischen
> Gelehrten, die den hebräischen Text mit Vokalen versahen, den
> Gottesnamen aus Scheu nicht mehr aussprachen, haben sie statt der
> ursprünglichen Vokale die Vokale des hebräischen Wortes für 'Herr'
> eingesetzt, das beim Vorlesen an dieser Stelle gesprochen werden
> sollte (adonaj; das anlautende a in der Schreibung verkürzt zu e).
> Durch ein Mißverständnis ist später daraus das Kunstwort JeHoVaH
> geworden. Die ursprüngliche Form des Gottesnamens läßt sich
> erschließen aus der Kurzform Jah, die z. B. in Hallelu-jah (Preist
> Jahwe) enthalten ist, sowie aus alten griechischen Texten. - Jahwe
> ist ein Eigenname, der den Gott Israels von anderen Göttern
> unterscheidet. Erst im Lauf der Zeit setzt sich die Erkenntnis
> durch, dass er der einzige Gott ist und alle anderen Götter »tote
> Götzen« sind (Ps 96,5; vgl. 1. Kor 8,4-6). Die Bedeutung des Namens
> Jahwe ist umstritten. In 2. Mose 3,13-15 wird eine Deutung aus dem
> Zeitwort sein gegeben, die das Wesen des Gottes Israels als Mit-Sein
> mit seinem Volk und seiner Schöpfung sehr schön zum Ausdruck bringt.
> 
> 8:20   Herrlichkeit (des Herrn): Die sichtbare Erscheinung der göttlichen
> Majestät, die als strahlender Lichtglanz zu denken ist. Nach 2. Mose
> 33,18-23 und anderen Stellen ist der Anblick dieser Lichterscheinung
> für sterbliche Menschen tödlich. Aber in prophetischen Visionen wird
> sie von Jesaja (Kap 6,1-13) und Hesekiel (Kap 1,1 - 3,27) geschaut
> und beschrieben. Im Neuen Testament bezeichnet der Ausdruck Gottes
> unvergängliches Leben, an dem nicht nur der auferstandene Christus,
> sondern durch ihn auch die Gemeinde teilhat. Nach Joh 1,14; 2,11 war
> diese Herrlichkeit an Jesus schon während seines Erdenlebens
> wahrnehmbar.
> 
> 8:21   Hetiter: Von ihrem Stammland im Inneren Kleinasiens aus gründeten
> die Hetiter im 2. Jahrtausend v. Chr. ein bedeutendes Reich, das
> sich zeitweilig bis nach Damaskus und Babylon erstreckte. Im Alten
> Testament ist Hetiter Bezeichnung für einen Teil der Urbevölkerung
> Kanaans (1. Mose 15,20; 23,10; 26,34 u. ö.), Hetiterland kann aber
> auch nach assyrischem Sprachgebrauch Bezeichnung für Syrien,
> besonders Nordsyrien, sein (Ri 1,26; Jos 1,4).
> 
> 8:22   Hiddekel:  Paradiesströme.
> 
> 8:23   Himmel: Nach frühjüdischen Vorstellungen hat der Himmel mehrere
> 'Stockwerke'; das  Paradies dachte man sich im 'dritten Himmel'
> (vgl. 2. Kor 12,2; 12,4). Eine charakteristische und für uns
> befremdliche Vorstellung entfaltet der Epheserbrief: Der Raum
> zwischen Himmel und Erde ist demnach von dämonischen Mächten
> beherrscht, die Gott und den Menschen feindlich sind. Christus hat
> bei seiner Himmelfahrt diese Mächte besiegt und gefangengenommen
> (Eph 4,8-10; 6,12).
> 
> 8:24   Himmelskönigin: Gottheit, die wahrscheinlich der babylonischen
> Ischtar ähnlich war und vor allem von Frauen verehrt wurde. Sie
> hatte auch im Israel der Königszeit einen festen Kult (Jer 44,17).
> Ihre Symbole waren Mondsichel und Venusstern.
> 
> 8:25   Hinnomtal: Tal westlich und südlich von Jerusalem (Ben-Hinnom oder
> Ge-Ben-Hinnom genannt), das in das Kidrontal mündet. Bis zur Reform
> des Königs Josia (639-609 v. Chr.) war dort eine Opferstätte des 
> Moloch, an der Kinderopfer dargebracht wurden. Nach der Zerstörung
> und Entweihung durch Josia wurde das Tal als Ausländerfriedhof und
> Schuttabladeplatz benutzt. In der Form Gehinnom oder Gehenna ist der
> Name des Tals zum Inbegriff der Hölle geworden.
> 
> 8:26   Hiob: (ökumenisch Ijob) Er gilt in Tob 2,12 und Jak 5,11 als
> Beispiel geduldigen Leidens, auf das am Ende eine große Belohnung
> folgt (vgl. das alttestamentliche Buch desselben Namens).
> 
> 8:27   Hoherpriester: Im Alten Bund Aaron und seine Nachfolger oder der
> oberste Priester an den verschiedenen Heiligtümern wie Eli in Silo.
> Im Jerusalemer  Tempel durfte allein der Hohepriester das
> Allerheiligste betreten (vgl. Hebr 9,1-7). Die Hohenpriester aus dem
> Makkabäergeschlecht legten sich die Königswürde bei. Herodes und
> ebenso die Römer nahmen dem hohenpriesterlichen Amt die
> Lebenslänglichkeit und die Erblichkeit. Daher spricht das Neue
> Testament von Hohenpriestern in der Mehrzahl, weil auch die von den
> Römern abgesetzten Hohenpriester und die Glieder der (fünf)
> hohepriesterlichen Familien so genannt wurden. Zur Zeit Jesu war der
> amtierende Hohepriester der Vorsitzende des  Hohen Rates.
> 
> 8:28   Hoher Rat:  Rat.
> 
> 8:29   Hölle: An zwölf Stellen des Neuen Testaments (Mt 5,22; 5,29-30;
> 10,28; 18,9; 23,15; 23,33; Mk 9,43; 9,45; 9,47; Lk 12,5; Jak 3,6; im
> Alten Testament nur Hiob 11,8) der Ort der Verdammten (2. Petr 2,4),
> von Jesus unter verschiedenen Bildern beschrieben (ewiges Feuer,
> Finsternis und Kälte, nagender Wurm); dem entspricht in der
> Offenbarung der feurige Pfuhl (Offb 19,20; 20,10; 20,14-15).
> 
> 8:30   Horeb: Berg der Gottesoffenbarung ( Sinai).
> 
> 8:31   Horn: Sinnbild der Kraft und Macht (1. Kön 22,11), der Macht eines
> Staates (Jer 48,25), der Weltmacht (Sach 2,1). Die Hörner an den
> vier Ecken des Brandopferaltars sind Symbol der göttlichen Macht und
> Gegenwart, darum Zufluchtsstätte (1. Kön 1,50).
> 
> 8:32   Hosianna: (Mt 21,9; Mk 11,9-10) Ein Gebetsruf aus dem
> messianischen Psalm 118,25: »Ach, hilf!«, »Rette doch!«, »Gib doch
> Heil!«
> 
> 8:33   Hundegeld: (5. Mose 23,19) Lohn für widernatürliche Unzucht (1.
> Kön 14,24; vgl. Offb 22,15).
> 
> 8:34   Hurerei: Da sexuelle Ausschweifungen Bestandteil des Kults
> bestimmter Götter waren, wird 'Hurerei' auch im übertragenen Sinne
> für Götzendienst verwendet ( Unzucht,  Baal). Bei dem Verbot
> in 3. Mose 19,29 handelt es sich dagegen ganz wörtlich um religiös
> motivierte Prostitution.
> 
> 8:35   Hüter: (an der Schwelle; 2. Kön 25,18) Im Unterschied zum
> Tempelpersonal der »Torhüter« drei hochgestellte Priester, die
> unmittelbar auf die beiden höchsten Priester folgten. Vermutlich
> mußten sie am Tempeleingang die kultische Reinheit der Besucher
> prüfen, bevor diese in das Heiligtum gehen durften ( rein);
> außerdem hatten sie die Abgabe der  Tempelsteuer zu überwachen.
> 
>          - I -
> 
> 9:1    Ir-Heres: In Jes 19,18 Heliopolis (On); Jer 43,13 sagt dafür
> Bet-Schemesch.
> 
> 9:2    Isaak: Sohn Abrahams mit Sara und Vater  Jakobs.
> 
> 9:3    Isai: Vater des Königs  David.
> 
> 9:4    Isch-Boschet: Sohn Sauls und vorübergehend israelitischer König.
> Sein wohl ursprünglicher Name Eschbaal ('Gefolgsmann des Herrn')
> wurde im Zuge seiner Ächtung in Isch-Boschet geändert: 'Mann der
> Schande'.
> 
> 9:5    Isebel: Frau Ahabs, tyrische Prinzessin, die den Baalsdienst in
> Israel offiziell eingeführt hat ( Baal). Bei der Revolution Jehus
> (2. Kön 9,30-37) kam sie ums Leben. Sie gilt als die wichtigste
> Gegenspielerin des Propheten Elia.
> 
> 9:6    Ismael: Sohn Abrahams mit Hagar. Der Name bedeutet: 'Gott hört'.
> 
> 9:7    Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters  Jakob, den er
> nach dem nächtlichen Kampf mit Gott am Jabbok erhielt (1. Mose
> 32,29). Als Volksname bezeichnet er einerseits das gesamte
> Zwölf-Stämme-Volk, andererseits seit der Trennung von Juda das
> Nordreich 'Israel', das nach seinem Hauptstamm auch Ephraim genannt
> wird.
> 
>          - J -
> 
> 10:1    Jachin und Boas: (1. Kön 7,21) Säulen oder Pfeiler am Eingang des
> Tempels in Jerusalem. Die Namen sind vielleicht der Anfang von
> Verheißungen für das Königshaus: Jachin = »festmachen wird« (der
> Herr)...; Boas = »durch ihn (den Herrn) stark...«.
> 
> 10:2    Jafo: (Jona 1,3) Im Neuen Testament Joppe (Apg 9,36), das heutige
> Jaffa.
> 
> 10:3    Jakob: Enkel Abrahams und neben diesem der eigentliche
> 'Stammvater' des Volkes  Israel.
> 
> 10:4    Jannes und Jambres: So heißen nach der jüdischen Legende die
> Zauberer, die nach 2. Mose 7,11; 7,22 Mose vor dem Pharao mit ihren
> Künsten zu widerlegen suchten.
> 
> 10:5    Jareb: (Hos 5,13; 10,6) Geheimname für den assyrischen Großkönig.
> 
> 10:6    Jehu: Offizier König Jorams von Israel; er zettelte eine
> Revolution an, bei der die Dynastie Omri ausgelöscht wurde (2. Kön
> 9,1 - 10,36). Ihm gelang es, selbst eine Dynastie zu gründen, die
> Israel fast hundert Jahre lang beherrschte.
> 
> 10:7    Jerusalem: 'Stadt des Friedens' oder 'Stadt des Salimu', einer
> ammonitischen Gottheit. Der Ort ist seit dem 4. Jahrtausend v. Chr.
> besiedelt. Als die Israeliten ins Land Kanaan eindrangen, war er von
> Jebusitern bewohnt. Er konnte erst von David erobert werden, der ihn
> zur Hauptstadt seines Doppelreiches machte (2. Sam 5,6-9).
> 
> 10:8    Jeschurun: (5. Mose 32,15; 33,5; 33,26; Jes 44,2) Dichterischer
> Name für Israel, »der Wackere, der Redliche«.
> 
> 10:9    Jesreel: Große Ebene, die zwischen dem galiläischen Bergland und
> dem Tabor im Nordosten und dem samaritanischen Gebirge im Südwesten
> liegt. Sie wurde erst zu Beginn der Königszeit dem Gebiet Israels
> zugefügt. Der gleichnamige Ort liegt am Ostrand der Ebene. Er war
> vom Königshaus der Omriden (König Omri 882-871 v. Chr.) zur zweiten
> Residenz neben Samaria ausgebaut worden.
> 
> 10:10   Jesus: Der Name Jesus (Jeschua oder Jehoschua, griechisch Josua)
> bedeutet 'Gott rettet'. Darauf wird in Mt 1,21 angespielt.
> 
> 10:11   Joch: Das Querholz, das den paarweise vorgespannten Zugtieren über
> den Nacken gelegt und mit Stricken am Hals befestigt wurde. In der
> Mitte war es mit der Wagendeichsel oder dem Pflug verbunden. 'Unter
> dem Joch' sein wird von daher zum Bild für Sklaverei, Unterdrückung
> und Fremdherrschaft.
> 
> 10:12   Jona, Zeichen des Jona: Im alttestamentlichen Jonabuch wird
> erzählt, dass der flüchtige Prophet drei Tage im Bauche des Fisches
> verbrachte, bis dieser ihn an Land spie. Jesus vergleicht sich in Lk
> 11,30 in doppelter Hinsicht mit Jona: als wunderbar vom Tod
> Erretteter und als einer, der das Gericht bringt. Wie Jona aus dem
> Fischbauch als Verkünder des Gerichts nach Ninive kam, so wird Jesus
> als der vom Tod Auferstandene wiederkommen zum Gericht über die, die
> ihm nicht geglaubt haben. Auch in Mt 12,30-40 werden Grabesruhe und
> Auferweckung Jesu den Gegnern nicht als ein 'Zeichen' in dem von
> ihnen erwünschten Sinn in Aussicht gestellt, sondern als Auftakt der
> Ereignisse, die für sie das Gericht bedeuten.
> 
> 10:13   Juda: (1) Sohn Jakobs mit Lea (1. Mose 29,35) . - (2)
> Landschaftsname, der schon vorisraelitisch ist . - (3)
> Stammesbezeichnung für die israelitischen Einwanderer im Gebiet Juda
> . - (4) Die Stammesgebiete von Juda und Benjamin, die nach der
> Teilung des Salomonischen Reiches das Reich Juda bildeten, mit der
> Hauptstadt Jerusalem unter der davidischen Dynastie.
> 
> 10:14   Judäa: Zur Zeit der Römer der südliche Teil Palästinas mit der
> Hauptstadt Jerusalem oder auch das ganze Palästina.
> 
> 10:15   Judas: (1) Einer aus dem Jüngerkreis Jesu, der durch seinen Verrat
> die heimliche Gefangennahme Jesu ermöglichte (Iskariot) . - (2) Ein
> anderer Jünger Jesu (Lk 6,16; Joh 14,22; Apg 1,13) . - (3) Ein
> Bruder Jesu (Mt 13,55; wahrscheinlich auch in Jud 1,1-25 gemeint) .
> - (4) Der Galiläer, der zur Zeit der in Lk 2,1 erwähnten
> Volkszählung eine Widerstandsbewegung gegen die römische
> Fremdherrschaft leitete (Apg 5,37), aus der dann die Partei der 
> Zeloten erwuchs.
> 
> 10:16   Judengenossen:  Gottesfürchtige.
> 
> 10:17   Jünger: Wie die  Schriftgelehrten und der Täufer Johannes hatte
> auch Jesus 'Schüler', die ihm auf seinen Wanderungen folgten und
> sich seiner Autorität unterstellten. Jesus verlangt von seinen
> Jüngern allerdings eine Unbedingtheit der 'Nachfolge', die weit über
> das traditionelle Maß hinausgeht. Der Jünger Jesu muß um der
> anbrechenden  Herrschaft Gottes willen bereit sein, alles hinter
> sich zu lassen (Lk 9,57-62; 14,25-27) . - Jünger Jesu sind im Neuen
> Testament nicht nur die zwölf  Apostel, sondern in gewissem Sinn
> alle Christen (Mt 10,42; 28,19). In der Apostelgeschichte wird die
> Gemeinde öfter als »die Jünger« bezeichnet, wo wir heute »die
> Christen« sagen würden; denn diese Bezeichnung, die den Jesusjüngern
> von ihrer Umwelt gegeben wurde, hatte zunächst einen eher
> abwertenden Klang (»Christianer«; vgl. Apg 26,28; 11,26).
> 
> 10:18   Jungfrau: (1. Kor 7,36-38) Nach Luthers Verständnis der Verse
> handelt es sich um die Frage, ob ein Vater angesichts der bald
> erwarteten Wiederkunft Christi seine Tochter noch verheiraten soll.
> Eine andere Auslegungsmöglichkeit setzt den Fall voraus, dass ein
> Bräutigam vor der Frage steht, ob er seine Braut unberührt lassen
> oder vor der Wiederkunft Christi noch heiraten soll. Neuere
> sprachliche Erkenntnisse legen die zweite Auslegung nahe.
> 
>          - K -
> 
> 11:1    Kain: (1. Mose 4,1-16) Erster Sohn  Adams und Evas; Bruder
> Abels, der von Kain erschlagen wurde.
> 
> 11:2    Kalb: (Stierbild) Die im Alten Testament erwähnten Stierbilder
> (»Goldenes Kalb«) waren keine Götterbilder. Sie wurden nicht
> angebetet, sondern galten als Träger des unsichtbar auf ihnen
> thronenden Gottes. Trotzdem lag die Verwechslung zwischen Bild und
> Gott nahe (2. Mose 32,1-29). Jerobeam stellte zwei von ihnen auf, um
> ein nationales Heiligtum als Gegengewicht gegen die Anziehungskraft
> des Jerusalemer  Tempels zu haben (1. Kön 12,29). »Kälber« werden
> die Stierbilder bewußt abwertend genannt (Hos 8,5-6).
> 
> 11:3    Kalmus: (2. Mose 30,23) Wohlriechendes Rohr oder Gras aus dem
> Jemen oder aus Vorderindien, das zur Herstellung des heiligen
> Salböls benutzt wurde.
> 
> 11:4    Kalne: (Jes 10,9; Am 6,2) Hauptstadt eines nordsyrischen Staates,
> 738 v. Chr. von den Assyrern unterworfen.
> 
> 11:5    Kämmerlein: (Mt 6,6) Das Vorratshäuslein neben dem Bauernhaus, das
> bei geschlossener Tür völlig dunkel und sehr unfeierlich war; aber
> dort, in der Verborgenheit, ist echtes Beten möglich.
> 
> 11:6    Kanaan: Ursprünglich das 'Land des Purpurs', d. h. Phönizien, im
> Alten Testament das israelitische Siedlungsgebiet im 'Heiligen
> Land', das spätere Palästina ( Phönizien). Die Kanaanäer oder
> Kanaaniter sind die vorisraelitischen Bewohner des Landes.
> 
> 11:7    Kandake: (Apg 8,27) Der Titel der Königinnen von Äthiopien (
> Kusch).
> 
> 11:8    Karkemisch: (Jes 10,9) Am Euphrat gelegen, Hauptstadt eines
> hetitischen Staates, 712 v. Chr. von den Assyrern erobert; dort
> schlug Nebukadnezar den Pharao Necho von Ägypten (Jer 46,2).
> 
> 11:9    Kassia: (2. Mose 30,24; Hes 27,19) Wohlriechende Blüten und
> Blätter des ostasiatischen Baumes, dessen innere Rinde das
> Zimtgewürz ergibt.
> 
> 11:10   Kedar: (Ps 120,5; Jes 21,16-17; 42,11; 60,7; Jer 2,10; Hes 27,21)
> Nomadisierende Händler in der arabischen Wüste, als Kämpfer
> gefürchtet.
> 
> 11:11   Kelter(treter): Die Weintrauben wurden im alten Israel durch
> Stampfen mit den bloßen Füßen ausgepreßt. Von daher erklärt sich das
> Bild vom 'Keltertreter' in Jes 63,1-6.
> 
> 11:12   Kemosch: Hauptgott der Moabiter. Bis zur Zeit Josias gab es
> östlich von Jerusalem einen Altar dieses Gottes (2. Kön 23,13; vgl.
> 1. Kön 11,7). Der moabitische König Mescha erwähnt den Gott in einer
> Inschrift, in der er beschreibt, wieviel israelitische Ortschaften
> er für ihn mit dem  Bann belegt, d. h. ausgerottet hat.
> 
> 11:13   Keniter: Mit den Israeliten verwandter Stamm, der halbnomadisch im
> Bereich des judäischen Stammesgebietes umherzog. Er wurde zuzeiten
> sogar zu Juda gerechnet.
> 
> 11:14   Kewan: Assyrisch-babylonischer Sterngott, ebenso wie Sakkut eine
> Erscheinungsform des Saturn. Die Überlieferer des hebräischen Textes
> (Masoreten) gaben den Namen Sakkut und Kewan, damit sie beim
> Vorlesen nicht ausgesprochen würden, die Vokale des hebräischen
> Wortes für 'Scheusal' (schikkuz), so entstanden die Formen Kiwun
> bzw. Kijun und Sikkut.
> 
> 11:15   Kinneret: (4. Mose 34,11) Im Neuen Testament der See Genezareth.
> 
> 11:16   Kislew:  Monate.
> 
> 11:17   Kittäer, Kittim: So hießen (von der phönizischen Gründung Kition
> auf Zypern) zunächst die Insel Zypern (Jes 23,1; 23,12) und ihre
> Bewohner (1. Mose 10,4; 1. Chr 1,7; Hes 27,6). Später nannte man so
> die Inselwelt des Ägäischen Meers (Jer 2,10), Mazedonien (1. Makk
> 1,1; 8,5) und schließlich das römische Weltreich (Dan 11,30).
> 
> 11:18   Klaudius: Römischer Kaiser 41-54 n. Chr.
> 
> 11:19   Knauf: Verzierung am Leuchter (2. Mose 25,31); Kapitell der Säule
> (1. Kön 7,16; Am 9,1; Zef 2,14).
> 
> 11:20   Kolonie, römische: Eine Ansiedlung römischer Bürger (ausgediente
> Soldaten oder Verbannte) außerhalb Italiens.
> 
> 11:21   Korach: Er wollte während der Wüstenwanderung der Israeliten Mose
> und Aaron die Führung streitig machen. Zusammen mit 250 Anhängern
> wurde er durch ein Gottesgericht vernichtet (4. Mose 16,1-35). Ob
> die »Söhne Korach«, ein Sängergeschlecht, dem eine Reihe von Psalmen
> zugeschrieben werden (Ps 42,1-12; 44,1 - 49,21 u. a.), mit ihm
> zusammenhängen, ist unsicher.
> 
> 11:22   Korban: Das Wort, das im Alten Testament das Gott dargebrachte
> Opfer bezeichnet (3. Mose 1,1-17; 4. Mose 7,1-89), leitet im frühen
> Judentum die in Mk 7,11 zitierte Gelöbnisformel für Weihgeschenke
> ein. Mit dieser Formel konnte man den Tempel zum alleinigen Erben
> seines Besitzes einsetzen. Das Eigentum, das mit »Korban« Gott
> geweiht war, durfte nicht mehr verkauft werden; doch hatte der
> Besitzer bis zu seinem Tod das Nutznießungsrecht.
> 
> 11:23   Kreter und Pleter: Die Leibwache Davids; der Name bezeichnet die
> Söldner nach ihrer Herkunft als Philister (1. Sam 30,14; 2. Sam
> 15,18).
> 
> 11:24   Kusch: Der Name des Reiches, das von 645 v. Chr. bis 350 n. Chr.
> die Könige von Napata und Meroe südlich von Ägypten zwischen den 3.
> und den 6. Nilkatarakten, also im heutigen Sudan, beherrschten. Von
> Palästina her dachte man freilich bei dem Namen Kusch meist
> überhaupt an die Länder südlich von Ägypten; dieses Gebiet mit
> seinen hochgewachsenen, dunkelhäutigen Bewohnern (Jes 18,7; Jer
> 13,23) hieß in der Antike »Äthiopien«. Die Herrscher der 25.
> Dynastie (715-663 v. Chr.) gewannen von ihrer Hauptstadt Napata aus
> die Herrschaft über Ägypten und konnten Assyrien entgegentreten
> (vgl. 2. Kön 19,9; Jes 20,5; 37,9; Jer 26,9). Zur Zeit des Neuen
> Testaments herrschten über das zwischen Assuan und Kartum gelegene
> Reich Kusch Königinnen mit dem Titel Kandake (Apg 8,27). Luthers
> Übersetzung »Mohrenland« blieb in Ps 68,32; häufiger blieb »Mohr«
> (für Kuschiter) z. B. Ps 87,4; Jer 13,23; 38,7; Am 9,7.
> 
>          - L -
> 
> 12:1    Ladanum:  Tragakant.
> 
> 12:2    Lade (des Bundes):  Bundeslade.
> 
> 12:3    Last: So heißen Jes 13,1 - 23,18; Nah 1,1 und sonst Prophetenworte
> meist drohender Art. Jer 23,33-39 sind die Spötter bedroht, die in
> den Gottesworten eine Last sahen.
> 
> 12:4    Laststein: (Sach 12,3) Der Stein, den die jungen Männer hoben, um
> ihre Kraft zu erweisen.
> 
> 12:5    Laubhüttenfest: Wichtigstes, abschließendes Erntefest, eines der
> drei israelitischen Hauptfeste ( Feste). Es wurde mit einer
> Wallfahrt nach Jerusalem wahrscheinlich im Oktober gefeiert und
> dauerte etwa eine Woche (Esr 3,4; Neh 8,14-18); Wasser und Licht
> (Joh 7,37; 8,12) spielten dabei eine Rolle.
> 
> 12:6    Legion: Eine Einheit des römischen Heeres, etwa 6000 Mann (Mt
> 26,53); Ausdruck für eine hohe Zahl (»ein ganzes Regiment«; Mk 5,9).
> 
> 12:7    Lesung des Gesetzes und der Propheten: (Apg 13,15) Im Gottesdienst
> der Synagoge wurde regelmäßig nach bestimmter Ordnung je ein
> Abschnitt aus dem Gesetz (den fünf Büchern Mose) und aus den
> prophetischen und geschichtlichen Büchern des Alten Testaments (im
> jüdischen Kanon »Propheten« genannt) als Schriftlesung vorgetragen.
> 
> 12:8    Levi: Sohn Jakobs und israelitischer Stamm ( Leviten).
> 
> 12:9    Leviatan: Bildliche Verkörperung der Mächte, die sich Gottes
> Schöpfermacht entgegenstellen und von ihm besiegt werden. Der
> Leviatan wird vorgestellt als Seeungeheuer (»Drache«) mit mehreren
> Köpfen, das sich zusammen mit der Urflut ( Meer) gegen Gott
> auflehnt (Ps 74,13-14). Die Schilderung Hiob 40,25 - 41,26 zeichnet
> deutlich das Krokodil, doch auch mit den Farben eines Urdrachen.
> 
> 12:10   Leviten: Priesterstamm. Wahrscheinlich wurden ihm die Priester der
> einzelnen Orts- und Höhenheiligtümer zugerechnet. Nach der
> Kultreform Josias, durch die Jerusalem zum ausschließlichen
> religiösen Zentrum wurde, sanken die Leviten auf die Stufe von
> Tempeldienern herab (2. Kön 23,8-9). Nach der biblischen
> Überlieferung werden auch die Nachkommen Aarons und des
> Hohenpriesters der Davidszeit, Zadok, dem Stamm Levi zugerechnet.
> 
> 12:11   Libertiner: (Apg 6,9) Juden, die aus der Sklaverei freigelassen
> wurden und nun in Jerusalem eine eigene Synagoge (mit griechischer
> Sprache im Gottesdienst) hatten.
> 
> 12:12   Licht und Recht: (Urim und Tummim, 2. Mose 28,30) Offenbar
> altheilige Orakelgegenstände, die in der Brusttasche des
> Hohenpriesters verwahrt und vom Priester (4. Mose 27,21) oder auch
> vom König (1. Sam 14,41) benützt wurden, um Gottes Willen zu
> erforschen.
> 
> 12:13   Liebesäpfel: (1. Mose 30,14) Die Frucht der Alraune, klein, scharf
> riechend, ähnelt einem Apfel. Sie galt als Mittel zur Förderung der
> Fruchtbarkeit.
> 
> 12:14   Liebesmahl: Die Einheit der urchristlichen Gemeinden, die sich als
> eine große Familie fühlten, sollte auch in gemeinsamem Essen
> sichtbar werden; doch zeigten sich früh böse Mißstände (1. Kor
> 11,17-34; Jud 1,12).
> 
> 12:15   Löser:  Erlöser.
> 
> 12:16   Lot: Neffe Abrahams. Er wird mit seiner Familie als einziger vor
> der Vernichtung beim Untergang  Sodoms bewahrt.
> 
> 12:17   Lot und Taler: Die älteste Form des Handels ist der Tausch von
> Naturalgütern; dann wurde mit ungemünzten Stücken von Silber und
> Gold bezahlt, die bei einem Kauf gewogen werden mußten (1. Mose
> 23,16). Daher gewann das Wort »wägen« die Bedeutung »bezahlen«, und
> das meist gebrauchte Gewicht, das »Lot«, wurde der gängige Geldwert
> . - Geprägte Münzen gab es erst seit der persischen Zeit. Die ersten
> jüdischen Münzen schlug nach 1. Makk 15,6 der Hohepriester Simon . -
> Die Einheit des Geldes war der Schekel - in dieser Übersetzung mit
> Lot (1. Mose 23,15; 1. Makk 10,40; 10,42) und Taler (2. Mose 30,13;
> 1. Sam 9,8) wiedergegeben. Sein Gewicht war in älterer Zeit 11-12 g,
> in der hellenistischen Zeit ca. 14,5 g; es gab auch ein »Gewicht des
> Heiligtums« (2. Mose 30,13; 38,26), das offenbar etwas größer war .
> - Über die Kaufkraft des Geldes hören wir wenig; nach 3. Mose 5,15
> konnte man für zwei Silberstücke einen Widder kaufen, nach 2. Kön
> 7,16 für ein Silberstück 13 kg Weizen oder 26 kg Gerste. 50 (später
> 60) Taler ergaben eine Mine (ein Pfund; Hes 45,12), 60 Minen ein
> Talent (einen Zentner). Kleinere Werte waren ein Drittel (Neh 10,33)
> und ein Viertel (1. Sam 9,8) eines Talers.
> 
> 12:18   Lud: Ein unbekanntes nordafrikanisches Volk.
> 
>          - M -
> 
> 13:1    Magog:  Gog.
> 
> 13:2    Mal, Steinmal: Ein aufrecht hingestellter heiliger Stein: [a] als
> Denkstein für einen Vertragsschluß und Grenzstein (1. Mose 31,45);
> [b] als Grabstein (1. Mose 35,20; 2. Sam 18,18); c) als Gedenkstein
> an heiliger Stätte (1. Mose 28,18; 2. Mose 24,4); d) zu Ehren
> heidnischer Götter, darum für Israel streng verboten (3. Mose 26,1;
> 5. Mose 7,5) und doch errichtet (1. Kön 14,23; 2. Kön 3,2).
> 
> 13:3    Mammon: (Mt 6,24) Zusammenfassende Bezeichnung für Geld und Gut.
> 
> 13:4    Manna: (2. Mose 16,1-36) Wunderbare Speise der Israeliten auf
> ihrem Wüstenzug. Viele Ausleger bringen das Manna in Verbindung mit
> der Absonderung einer Schildlaus, die sich vom Saft der
> Mannatamariske ernährt. Die Beduinen benutzen sie noch heute als
> Honigersatz.
> 
> 13:5    Maranata: Ein aramäischer Ruf aus dem frühchristlichen
> Gottesdienst, der wahrscheinlich mit »Unser Herr, komm!« zu
> übersetzen und als Bitte um die Wiederkunft Christi zu verstehen ist
> (1. Kor 16,22; vgl. Offb 22,20).
> 
> 13:6    Marduk: Hauptgott von  Babel.
> 
> 13:7    Maß: In Joh 2,6 Wiedergabe einer Maßeinheit, die etwa 40 Litern
> entspricht. Die Wasserkrüge fassen demnach rund 100 l.
> 
> 13:8    Massa und Meriba: Ort, an dem sich die Israeliten auf der
> Wüstenwanderung wegen Wassermangels gegen Mose auflehnten (2. Mose
> 17,1-7).
> 
> 13:9    Mastix:  Tragakant.
> 
> 13:10   Maulbeerbaum: Gemeint ist der Maulbeerfeigenbaum, ein Baum, der
> hauptsächlich als Bauholz verwendet wurde. Seine Früchte waren nicht
> sehr wertvoll und konnten nur durch Anritzen jeder einzelnen Frucht
> kurz vor der Ernte zur Reife gebracht werden, ohne dass sie durch den
> Insektenbefall verdarben. Diese Tätigkeit wurde von Hirten oder
> Maulbeerbaumpflegern ausgeübt (1. Kön 10,27).
> 
> 13:11   Mazedonien: Römische Provinz am Ägäischen Meer mit der Hauptstadt
> Thessalonich.
> 
> 13:12   Meder: Iranischer Stamm, der das medisch-persische Hochland
> bewohnte. Er war zuerst den  Assyrern tributpflichtig, besiegte
> dann mit den Neubabyloniern Assur und wurde unter Kyros ein Teil des
> persischen Reiches.
> 
> 13:13   Meer: Das Meer ist für das Alte Testament Sinnbild der
> gottfeindlichen, die Schöpfung und ihre Ordnung bedrohenden Macht.
> Der Schöpfungsvorgang selbst kann darum als Kampf gegen das 'Urmeer'
> beschrieben werden, das im Meerdrachen ( Leviatan) persönliche
> Gestalt annimmt (Hiob 26,12-13; 38,8-11).
> 
> 13:14   Melchisedek: Priesterkönig der Stadt Salem (Jerusalem). Er wird
> als Priester des 'Höchsten Gottes' bezeichnet. Aus der Begegnung mit
> Abraham, der dem König den Zehnten ablieferte (1. Mose 14,1-24),
> wurde später das Zehntrecht der Jerusalemer Priesterschaft
> abgeleitet. In Hebr 7,1-28 gilt Melchisedek als Urbild des
> Priestertums Christi. Dass er »ewig lebt« (7,3), wird aus der dort
> angeführten Psalmstelle (Ps 110,4: »Priester ewiglich nach der Weise
> Melchisedeks«) geschlossen.
> 
> 13:15   Menschensohn: Bei dem Menschensohn, dessen Kommen von frommen
> jüdischen Kreisen zur Zeit des Neuen Testaments erwartet wurde,
> handelt es sich um eine übermenschlich-himmlische Gestalt, der nach
> dem letzten Gericht von Gott die Weltherrschaft übertragen werden
> soll (Dan 7,13-14). Nach anderer Anschauung wird der Menschensohn
> selbst das letzte Gericht abhalten . - Jesus hat schon in seinem
> Erdenleben die Vollmacht des Menschensohns in Anspruch genommen, als
> er entschied, was vor Gott zu tun erlaubt ist und was nicht (Mk
> 2,28), und als er Menschen die Vergebung ihrer Schuld zusprach (Mk
> 2,10). Die himmlische Machtstellung des Menschensohns wurde Jesus
> zuteil, als Gott ihn vom Tode erweckte (vgl. Mt 28,18-20 mit Dan
> 7,14). Der kommende Menschensohn, von dem Jesus zunächst noch
> verhüllend sprechen konnte wie von einem dritten (Lk 12,8-9; Mk
> 8,38), wird also niemand anders sein als der auferstandene Herr
> selbst (Mk 13,26; 14,62) . - Nach Gottes Willen sollte dieser
> 'Menschensohn' von Menschen verurteilt und getötet werden, um »sein
> Leben als Lösegeld für alle Menschen« hinzugeben (Mk 8,31; 10,45).
> Der Richter gibt sein Leben für die, die einst vor seinem Gericht
> stehen werden!
> 
> 13:16   Meriba:  Massa.
> 
> 13:17   Merodach: (Jer 50,2)  Marduk.
> 
> 13:18   Meschech, Meschech-Tubal: Meschech und Tubal waren zwei
> kleinasiatische Völker, die ihren Wohnsitz zunächst in Zilizien und
> Phrygien hatten und dann von den Kimmeriern (biblisch = Gomer; Hes
> 
> 38,6) zum Schwarzen Meer hin abgedrängt wurden. In Ps 120,5 ist eher
> an den nordarabischen Stamm Massa (Spr 31,1) zu denken.
> 
> 13:19   Mesopotamien: Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet
> »das Land zwischen den Strömen«, nämlich Euphrat und Tigris, also
> das Zweistromland. Im Alten Testament wird der Name nur für das
> obere Zweistromland verwendet.
> 
> 13:20   Messias: (hebräisch; griechisch = Christus) Das Wort bedeutet
> 'Gesalbter' und bezeichnet den König, der durch  Salbung in sein
> Amt eingesetzt wurde. In der späteren Königszeit und vollends in und
> nach der babylonischen Gefangenschaft entstand die Erwartung eines
> 'Gesalbten' in besonderem Sinn: eines idealen Herrschers der
> Heilszeit, die die drückende Gegenwart ablösen soll. Mit seiner
> Gestalt verknüpft sich die Hoffnung auf eine Wiederherstellung des
> Reiches  Davids, aber auch seine Ausweitung zur Weltherrschaft;
> über die politische Friedensordnung hinaus erwartete man eine
> Erneuerung der ganzen Schöpfung (Jes 11,1-16). Doch ist der Gedanke
> einer Heilszeit der Zukunft nicht überall mit der Gestalt eines
> Messiaskönigs verbunden (Jes 65,17-25) . - Im Judentum vor der
> Zeitwende erwartet man neben einem irdisch-politischen Messias (
> Davids Sohn) den  Menschensohn als überirdischen Heilsbringer,
> der das Ende der gesamten gegenwärtigen Weltordnung heraufführt. Vor
> dem Hintergrund der Menschensohnerwartung ließen sich Hoheit und
> Anspruch Jesu im damaligen Judentum treffender und weniger
> mißverständlich zum Ausdruck bringen als vor dem Hintergrund der
> Messias-Erwartung.
> 
> 13:21   Michael: Einer der  Engelfürsten, Schutzengel des Gottesvolkes
> (Dan 10,21). Als Anführer der Engelheere kämpft er gegen den 
> Satan (Offb 12,7).
> 
> 13:22   Midianiter: Ihr Stammesgebiet lag im Nordwesten der arabischen
> Halbinsel. Sie waren Kamelnomaden und durch ihre Beweglichkeit ihren
> Gegnern überlegen. Offensichtlich hatten die Midianiter auch den
> Handel zwischen Mesopotamien und Ägypten in der Hand.
> 
> 13:23   Milkom: Nationalgott der Ammoniter, dem Salomo wegen seiner
> ammonitischen Frauen eine Opferstätte errichtete (1. Kön 11,5).
> 
> 13:24   Millo: (2. Sam 5,9; 1. Kön 9,15; 2. Kön 12,21) Wahrscheinlich eine
> Aufschüttung zur Befestigung Jerusalems, vielleicht an der Nordmauer
> der alten  Davidsstadt. In Sichem (Ri 9,6) eher die Akropolis
> (Burg).
> 
> 13:25   Minze: (Lk 11,42) Ein Gartengewächs, als Gewürz geschätzt.
> 
> 13:26   Mohrenland: (Ps 68,32)  Kusch.
> 
> 13:27   Moloch: (eigentlich Melech, »König«). Eine im semitischen Raum
> verbreitete Gottheit, Herr der unterirdischen Mächte, besonders des
> Feuers. Seine Verehrung drang vor allem im 8./7. Jahrhundert v. Chr.
> auch in Israel ein (2. Kön 23,10; Jer 32,35). Man ehrte den Gott,
> indem man die Opfer auf eine besondere Art seinem Bereich, dem
> Feuer, übergab. Auch Kinder wurden ihm geopfert. Nach manchen
> Auslegern sollen die Kinder nicht getötet und verbrannt, sondern nur
> in einer besonderen Feuerzeremonie symbolisch der Gottheit
> übereignet worden sein.
> 
> 13:28   Monat, Jahr: Die vorderasiatischen Kalender richteten sich nach
> dem Mondumlauf, der ägyptische nach dem Sonnenumlauf. Das Mondjahr
> hat 354 Tage und bleibt deshalb hinter dem Naturjahr (Sonnenjahr)
> zurück. Daher wurden Schaltmonate eingefügt, ursprünglich wohl alle
> 3 Jahre ein Schaltmonat, seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. in einem
> 8-Jahr-Turnus 3 Schaltmonate. - Das altisraelitische Jahr begann im
> Herbst. Nach 722 v. Chr. wurde aber für Handel und Verkehr der
> assyrische Kalender übernommen, bei dem das Jahr im Frühjahr
> beginnt. Für Israels Feste blieb man nach wie vor beim
> Herbstkalender. Von den alten kanaanitischen Monatsnamen blieben
> vier länger im Gebrauch: Abib, Bul, Siw, Etanim (siehe diese Namen).
> Nach dem Exil verwendeten die Juden den neubabylonischen Kalender,
> der  auch der persische Staatskalender war. Die babylonischen
> Monatsnamen heißen: - 1. Nisan (Neh 2,1; Est 3,7) ungefähr Mitte
> März bis April - 2. Ijar ungefähr Mitte April bis Mai - 3. Siwan
> (Est 8,9; Bar 1,8) ungefähr Mitte Mai bis Juni - 4. Tammus ungefähr
> Mitte Juni bis Juli - 5. Ab ungefähr Mitte Juli bis August - 6. Elul
> (Neh 6,15; 1. Makk 14,27) ungefähr Mitte August bis September - 7.
> Tischri ungefähr Mitte September bis Oktober - 8. Marcheschwan
> ungefähr Mitte Oktober bis November - 9. Kislew (Sach 7,1; Neh 1,1)
> ungefähr Mitte November bis Dezember - 10. Tebet (Est 2,16) ungefähr
> Mitte Dezember bis Januar - 11. Schebat (Sach 1,7; 1. Makk 16,14)
> ungefähr Mitte Januar bis Februar - 12. Adar (Esr 6,15; Est 3,7)
> ungefähr Mitte Februar bis März.
> 
> 13:29   Morgenstern: Der Morgenstern, der Planet Venus, ist Bild für den
> in Macht und Herrlichkeit wiederkommenden Christus. In Offb 2,28
> weist der Morgenstern wohl auf die Herrschaft hin, die der Christ
> zusammen mit Christus ausüben wird.
> 
> 13:30   Mörser: (Zef 1,11) Name eines Stadtteils von Jerusalem.
> 
> 13:31   Mose: Führer der israelitischen Stämme auf der Wüstenwanderung und
> Vermittler von  Bund und  Gesetz am Sinai. Der Name ist
> ägyptisch (Mos = Sohn), wird jedoch in 2. Mose 2,10 mit dem
> hebräischen Wort für 'herausziehen' in Verbindung gebracht.
> 
> 13:32   Mühlstein: Die Handmühle bestand aus zwei Mahlsteinen, deren
> oberer mit einem Loch zum Eingeben der Körner versehen war, gehörte
> zu jedem Haushalt und durfte nicht gepfändet werden (5. Mose 24,6).
> 
> 13:33   Myrrhe: Duftendes Harz eines immergrünen Baumes, das sehr begehrt
> war und zur Herstellung von Parfüm, Salböl, Gewürz sowie als
> Wohlgeruch bei der Bestattung verwendet wurde (Joh 19,39), außerdem
> als betäubender Zusatz zum Wein (Mk 15,23).
> 
>          - N -
> 
> 14:1    Nachtwache: Die Nacht, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang -
> etwa 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens -, wurde ursprünglich in drei
> Nachtwachen geteilt, zur Zeit des Neuen Testaments in vier
> Nachtwachen zu je drei Stunden. Die letzte Nachtwache wurde auch
> Morgenwache genannt.
> 
> 14:2    Name (des Herrn): Der biblische Gott ist ursprünglich der Gott
> eines bestimmten Volkes (Israel) und trägt als solcher, wie alle
> Götter der alten Zeit, einen Eigennamen ( Herr). Für das
> hebräische Denken ist der Name nicht 'Schall und Rauch', sondern
> aufs engste mit der Person des Namensträgers, dessen Wesen und
> Wirken verbunden. Durch das Aussprechen des Gottesnamens wird Gott
> selbst gegenwärtig, z. B. im Segenszuspruch der Priester (4. Mose
> 6,22-27). Der Tempel in Jerusalem wird als Wohnsitz für Gottes
> 'Namen' bezeichnet, weil Gott dort im Gebet beim Namen gerufen
> werden kann. So wird der Name zu der dem Menschen zugewandten und
> zugänglichen Seite des souveränen Gottes.
> 
> 14:3    Name (Jesu Christi): Der Name Jesu ist von seiner Person nicht zu
> trennen. Was »im Namen« Jesu Christi geschieht, geschieht in der
> Vollmacht der Person Jesu Christi; er selber, der auferstandene
> Herr, ist darin am Werk (Apg 3,6; 3,12-16; 4,10; 4,12). Wenn die
> christliche Taufe »auf den Namen Jesu Christi« erfolgt (2,38), so
> wird der Täufling damit Jesus, seinem Herrn, als Eigentum übergeben
> und unter seinen Schutz gestellt.
> 
> 14:4    Narde, Nardenöl: (Joh 12,3; Mk 14,3) Aus der Wurzel der indischen
> Nardenpflanze bereitete man ein kostbares, wohlriechendes Öl, das
> unter anderem bei den Begräbnisvorbereitungen verwendet wurde.
> 
> 14:5    Nazoräer: (Mt 2,23) Im Alten Testament findet sich das
> Prophetenwort in dem bei Matthäus angeführten Wortlaut nicht.
> Vielleicht liegt ein Hinweis auf den »Sproß« in Jes 11,1 (hebr.
> nezär) vor; auch das hebräische Wort nasir = Geweihter (Ri 13,5; 4.
> Mose 6,1-21) klingt an.
> 
> 14:6    Nebajot: (Jes 60,7) Ein arabischer Stamm.
> 
> 14:7    Nebo: (1) Berg und Stadt in Moab sowie Stadt in Juda (das »andere
> Nebo« Neh 7,33) . - (2) Babylonischer Gott, der als Sohn  Marduks
> galt. Der Gott des Schicksals, der das Buch des Lebens hat, der Gott
> der Schreibkunst (Jes 46,1).
> 
> 14:8    Nehuschtan: Ein Schlangenbild im Jerusalemer Tempel, dem Heilkraft
> zugeschrieben und das deshalb verehrt wurde (vgl. den Äskulapstab).
> Vielleicht war es ein Gottesbild kanaanitischer Herkunft, doch wurde
> es in der Überlieferung mit der Bronzeschlange gleichgesetzt, die
> Mose in der Wüste errichtet hatte (4. Mose 21,4-9). König Hiskia
> ließ dieses Bild entfernen (2. Kön 18,4).
> 
> 14:9    Neumond: Der Tag, an dessen Vorabend der zunehmende Mond wieder
> sichtbar wurde, galt als Monatsbeginn. Der Mond war in der
> altorientalischen Welt jedoch nicht nur für den Kalender bedeutsam,
> sondern zog auch vielfach göttliche Verehrung auf sich. In Israel
> war der Gestirnkult zwar untersagt, doch wurde der Neumondstag
> besonders feierlich - z. T. auch länger als einen Tag (1. Sam 20,27)
> - begangen (Ps 81,4). Dass solche Feste häufig entarteten, geht aus
> Hos 2,13 hervor. In Hos 5,7 wird angedroht, dass von diesem
> entarteten Kult her das Gericht über Israel kommt.
> 
> 14:10   Nieren: Sie galten als Sitz der Gemütsbewegungen in Freude und
> Leid (Ps 73,21), der Gewissensregungen, überhaupt des inneren Lebens
> (Jer 20,12).
> 
> 14:11   Nikolaiten: Ihr Name wird mit Nikolaus von Antiochia (Apg 6,5) in
> Verbindung gebracht. Über ihre Lehre ist nicht viel bekannt.
> Wahrscheinlich fühlten sie sich als Christen hoch erhaben über alles
> Irdische und meinten, auch Unzucht und Teilnahme an den Götzenopfern
> ( Götzenopferfleisch) könne ihnen nicht mehr schaden (Offb 2,6;
> 2,14-15).
> 
> 14:12   Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches ( Assur).
> 
> 14:13   Nisan:  Monate.
> 
> 14:14   Nisroch: (2. Kön 19,37; Jes 37,38) Ein unbekannter assyrischer
> Gott.
> 
> 14:15   Noah: Er wurde nach 1. Mose 6,1 - 8,22 von Gott wegen seines
> vorbildlichen Lebens vor dem Untergang in der 'Sintflut' gerettet.
> Gott hatte ihm befohlen, mitten auf dem festen Land ein Schiff, die
> Arche, zu bauen und es mit seiner Familie zu besteigen.
> 
> 14:16   Nod: Ein Land Nod ist geographisch nicht bekannt. Es bedeutet wohl
> Land der Ruhelosigkeit, Land des Elends und bezeichnet das Leben in
> der Gottesferne.
> 
> 14:17   Nof: (Jes 19,13; Jer 2,16) Das alte Memphis, südlich von Kairo,
> die Hauptstadt der Pharaonen im »Alten Reich«.
> 
>          - O -
> 
> 15:1    Obrigkeit: (wörtlich »Macht«) Das Wort bezeichnet bei Luther
> staatliche Regierungsgewalten und Behörden (Röm 13,1-3; Tit 3,1).
> 
> 15:2    Ofel: (2. Chr 27,3; 33,14; Neh 3,27) In Jerusalem der Teil des
> östlichen Höhenzugs zwischen der alten Davidsstadt im Süden und dem
> Tempel- und Palastbezirk im Norden.
> 
> 15:3    Ofir: (1. Kön 9,28) Goldland, wahrscheinlich in Südwest-Arabien.
> Zur Zeit Salomos fuhren die Goldschiffe vom Golf von Akaba nach
> Ofir.
> 
> 15:4    Öl: Im Alten Testament ist in der Regel an Olivenöl gedacht. Die
> Oliven wurden gepreßt und zerquetscht, das Öl gesammelt und nach
> Qualität geschieden. Es wurde für den Haushalt, zur Medizin und zur
> Kosmetik verwendet. Auch zur  Salbung benutzte man Olivenöl,
> nachdem es mit aromatischen Stoffen vermischt worden war. Das Öl ist
> Symbol für Freude und Festlichkeit.
> 
> 15:5    Ölberg: Seit alter Zeit heilig gehaltener Ort etwa 1 km von
> Jerusalem. Er gehört zu einem Höhenzug, der Jerusalem von Norden und
> Osten umgibt.
> 
> 15:6    Onych: (Sir 24,21) Ein mineralischer Stoff (das feine weiß-graue
> Galmeiflugpulver), der einer Salbe beigemengt wurde.
> 
> 15:7    Onyx: (2. Mose 28,20; Hes 28,13) Halbedelstein aus Quarz, der
> durch seine Farbschichten Gravuren besonders schön hervortreten
> läßt.
> 
> 15:8    Opfer: Gabe an Gott, um ihm zu danken und zu huldigen, um seine
> Hilfe zu erbitten, um Schuld zu sühnen. Opfer werden in der Bibel
> von Anfang an (1. Mose 4,3) und bei allen Völkern vorausgesetzt; sie
> sind stets mit Gebet, mit Anrufung des Gottesnamens verbunden (1.
> Mose 12,8). Die Stätten des Opfers sind Altar und Tempel. Als
> Opfergaben werden dargebracht: im unblutigen Opfer Früchte, Mehl,
> Brot, Wein, Öl, Weihrauchkörner; im blutigen Opfer reine Tiere:
> Rinder, Kälber, Schafe, Ziegen und Tauben. Verboten ist in Israel
> das Menschenopfer (1. Mose 22,12). Wichtigste Opferarten sind das
> Brandopfer oder Ganzopfer, bei dem das ganze Tier auf dem
> Brandopferaltar verbrannt wurde (1. Mose 8,20), - das Dankopfer und
> Lobopfer (Schlachtopfer), bei dem der größte Teil des Opfers von den
> Opfernden an heiliger Stätte verzehrt wurde zum Ausdruck der
> Gemeinschaft mit Gott und untereinander, - das Sündopfer und
> Schuldopfer, bei dem die sühnende Kraft in dem Blut des Tieres als
> dem Sitz des Lebens gesucht wurde, - das freiwillig dargebrachte
> Speis- und Trankopfer, mit dem der Mensch Gott als den Geber aller
> Gaben ehrte, - das Einsetzungsopfer bei der Priesterweihe ( auch
> Hebopfer und Schwingopfer). Beim Räucheropfer wurde eine besondere
> Mischung von Weihrauch und verschiedenen anderen Bestandteilen
> verbrannt, die zum Amtsgeheimnis einer bestimmten Priesterfamilie
> gehörte. Jesus hat wenig vom Opfer gesprochen und hat mit dem
> Untergang des Tempels (Mt 23,38; 24,2) das Aufhören allen
> Opferdienstes vorausgesagt. Jesu Gemeinde sah in seinem Sterben das
> große, für alle Zeiten gültige Opfer und wußte von Gott
> wohlgefälligen Opfern im tätigen Christenleben (Röm 12,1; 1. Petr
> 2,5).
> 
> 15:9    Ordnung  Melchisedeks: (Ps 110,4; Hebr 7,17; vgl. 1. Mose
> 14,18-20) Die Weise, in der  Melchisedek sein Priestertum führte,
> als Priester und König zugleich.
> 
> 15:10   Orion: (Hiob 9,9; 38,31; Am 5,8) Ein Sternbild.
> 
>          - P -
> 
> 16:1    Palmenstadt: Jericho (5. Mose 34,3; Ri 3,13; 2. Chr 28,15) In Ri
> 1,16 ist wohl Tamar am Südende des Toten Meeres (1. Kön 9,18)
> gemeint.
> 
> 16:2    Paradies: ( Eden) In jüdischen Kreisen erwartete man, dass das
> Paradies mit dem Lebensbaum (1. Mose 2,8-9; 3,24) in der Endzeit
> wiederkehren werde (vgl. Offb 2,7; 21,1 - 22,5). In der Gegenwart
> dagegen ist es verborgen, und zwar im dritten  Himmel (vgl. 2.
> Kor 12,4). Es galt nach jüdischem Glauben als Aufenthaltsort der
> verstorbenen Frommen in der Zeit zwischen ihrem Tod und der
> allgemeinen Auferstehung am Ende der Welt.
> 
> 16:3    Paradiesströme: Von den vier Strömen, die vom Paradies ausgehen -
> Gihon, Pischon, Hiddekel (= Tigris) und Euphrat -, sind nur die
> beiden letzten bekannt. Der biblische Bericht bringt zum Ausdruck,
> dass von dem ursprünglichen Gottesgarten die Fruchtbarkeit der
> gesamten Erde ihren Ursprung hat.
> 
> 16:4    Parbar: (1. Chr 26,18) und Parwarhaus (2. Kön 23,11) Wohl ein
> Anbau am Tempel.
> 
> 16:5    Parwajim: (2. Chr 3,6) Wohl der Name eines goldreichen Landes.
> 
> 16:6    Passa, Passafest: Ursprünglich ein nomadisches Fest, das später
> mit dem Auszug aus Ägypten verbunden wurde (2. Mose 12,1-28). Nach
> der Kultreform Josias (2. Kön 22,1 - 23,30) durfte das Passamahl nur
> noch in Jerusalem gefeiert werden. Die Hausbesitzer Jerusalems
> mußten den Pilgern für ihr Passamahl Räume zur Verfügung stellen.
> Hauptbestandteil der Mahlzeit war ein gebratenes oder gekochtes
> Schaf- oder Ziegenböckchen. Als Beigaben wurden eine Art bitterer
> Salat, ein Fruchtmus und vier Becher Wein genossen. Das Passafest
> ging unmittelbar in das siebentägige Fest der ungesäuerten Brote
> über, das im ganzen Land gefeiert wurde. Dieses Fest war
> ursprünglich ein Erntefest, bei dem man Brot aß, das ohne Sauerteig
> gebacken war. Vorher mußte der alte Sauerteig beseitigt werden (vgl.
> 1. Kor 5,6-8). Seit der Zerstörung des Tempels feiert das Judentum
> das Passa ohne das geschlachtete Lamm.
> 
> 16:7    Passalamm:  Passa.
> 
> 16:8    Patros: (Jer 44,1) Oberägypten.
> 
> 16:9    Perazim: Berg, bei dem die Philister eine Schlacht gegen die
> Israeliten verloren haben (2. Sam 5,20). Von Jesaja wird das Bild im
> umgekehrten Sinne gebraucht: Gott wird sein Volk schlagen wie damals
> an dem Berg die Philister (Jes 28,21).
> 
> 16:10   Pergamente: Zum Schreiben hergerichtete, besonders für heilige
> Texte benutzte Tierhäute, wie Paulus einige (neben den aus
> Papyrusstreifen hergestellten Büchern) besaß (2. Tim 4,13).
> 
> 16:11   Perser: Iranischer Völkerstamm, der zu weltgeschichtlicher
> Bedeutung aufgestiegen ist. Die achämenidischen Könige schufen seit
> etwa 640 v. Chr. das persische Weltreich, das nach Siegen über die
> Elamiter, die Assyrer und die Babylonier den gesamten Vorderen
> Orient umspannte. Erst Alexander der Große vermochte Persien im
> Jahre 330 v. Chr. zu besiegen.
> 
> 16:12   Petrus: Griechische Übersetzung des aramäischen Kefa (mit
> griechischer Endung: Kephas). Beides bedeutet 'Fels'.
> 
> 16:13   Pfingstfest: Das zweite der drei israelitischen Wallfahrtsfeste,
> fünfzig Tage nach dem Passafest ( Feste).
> 
> 16:14   Pharisäer: »Abgesonderte«. Die stärkste religiöse Partei seit den
> Makkabäerkriegen, die das Erbe Israels, das  Gesetz und die
> Überlieferungen der Väter, in Ehren hielt, der Verheißung Gottes
> vertraute, darum auch an die Auferstehung der Toten glaubte und vor
> allem mit leidenschaftlichem Eifer für pünktliche Beobachtung des
> Gesetzes bis in die Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens hinein
> kämpfte, um die Erfüllung der messianischen Verheißungen vom
> Menschen her zu sichern. Nach einer Probezeit verpflichteten sie
> sich bei der Aufnahme in die Gemeinschaft, die Vorschriften über den
>  Zehnten und die Reinheitsvorschriften ( rein) strengstens
> einzuhalten. Nicht nur das im Gesetz Moses Niedergeschriebene,
> sondern auch die mündlich überlieferten genauen und strengen
> Anwendungsregeln, die »Satzungen der Ältesten«, d. h. der älteren
> Gesetzeslehrer (Mt 15,2), galt es im täglichen Leben zu beachten. -
> Zunächst eine Laienbewegung, waren sie doch bald eng verbunden mit
> dem Stand der  Schriftgelehrten. Ihre Gefahr war die
> Gesetzlichkeit, die zu selbstgerechtem Stolz und liebloser Härte
> führen konnten. Solche Auswüchse werden besonders im
> Matthäusevangelium angeprangert. Mit den Pharsiäern rangen um die
> Führung im Volk die  Sadduzäer; seit dem Untergang Jerusalems (70
> n. Chr.) beherrschten und prägten die Pharisäer das Denken des
> Judentums.
> 
> 16:15   Philister: Die Herkunft der Philister ist unsicher. Vielleicht
> stammen sie aus Kreta, vielleicht aus Kappadozien oder Illyrien. Sie
> unterschieden sich von den Kanaanitern und Israeliten durch
> Kleidung, Bewaffnung, Sprache und Verfassung. Lange Zeit hatte
> Israel unter ihrer Übermacht zu leiden. Sie bildeten einen
> Städtebund, die später so genannte Pentapolis, die aus den fünf
> Städten Gaza, Gat, Aschdod, Aschkelon und Ekron bestand. Von den
> Philistern (Pelischtim) hat die gesamte Landschaft ihren Namen
> 'Palästina' erhalten.
> 
> 16:16   Pilatus: Römischer  Statthalter (Prokurator) in Judäa 26-36 n.
> Chr.
> 
> 16:17   Pischon:  Paradiesströme.
> 
> 16:18   Posaune: Nicht ein Instrument aus Metall, sondern aus dem Horn des
> Widders oder Ziegenbocks gefertigt, für kriegerische Signale
> verwendet (Jer 4,19; 4,21), vielfach auch im Gottesdienst gebraucht
> (Ps 81,4), darum auch mit der Schilderung von Gottes künftigem
> Handeln verbunden (Jes 18,3; Zef 1,16; Offb 8,6).
> 
> 16:19   Prätorium: Der Begriff begegnet uns im Neuen Testament in drei
> verschiedenen Zusammenhängen: 1. Im Prozeß Jesu (Mt 27,27; Mk 15,16;
> Joh 18,18; 18,33; 19,9) bezeichnet es den Amtssitz des römischen 
> Statthalters Pontius Pilatus in Jerusalem, wohl zu identifizieren
> mit der Burg Antonia im Nordwesten des Tempelplatzes oder mit dem
> Herodespalast im Westen der Stadt beim Jaffator . - 2. Nach Apg
> 23,35 wurde Paulus in Cäsarea am Meer im »Prätorium des Herodes«
> gefangengehalten, d. h. im Palast des Herodes, der als offizieller
> Sitz des römischen Statthalters (zu jener Zeit Felix) diente . - 3.
> In Phil 1,13 hängt die Deutung von dem angenommenen Abfassungsort
> des Briefs ab. In Ephesus wäre Prätorium die Residenz des Prokonsuls
> für die Provinz Asien; in Rom wäre am wahrscheinlichsten an die
> Kaserne der Prätorianergarde zu denken; in Cäsarea am Meer wie unter
> Punkt 2.
> 
> 16:20   Priester: Im Alten Testament Personen, die aufgrund ihrer
> Familienzugehörigkeit und ihrer besonderen Weihe dazu bestimmt
> waren, die Gottesdienste zu leiten, Opfer darzubringen und den
> Willen Gottes zu deuten. An Priestersippen sind bekannt die
> Nachkommen Aarons, die Nachkommen Zadoks und die  Leviten. Die
> Priester wurden in verschiedene Dienstgruppen eingeteilt, die sich
> in genau festgelegter Reihenfolge im Tempeldienst ablösten. Ihr
> Oberhaupt war seit der Zeit Salomos der sog.  Hohepriester.
> 
> 16:21   Prophet: Nach unserem Sprachgebrauch ist ein 'Prophet' jemand, der
> die Zukunft kennt. Das Wesentliche beim biblischen Prophetentum
> liegt jedoch nicht in der Zukunftsschau. Der Prophet ist ein Mensch,
> den Gott (oder der  Geist Gottes) zu seinem Sprecher gemacht hat.
> Die Propheten verkünden dem Volk Gottes oder einzelnen aus diesem
> Volk, besonders den führenden Kreisen, was Gott ihnen in einer
> bestimmten Situation zu sagen hat. Das kann Mahnung, Trost oder
> Gerichtsdrohung sein. - In der Frühzeit Israels ist das Prophetentum
> mit ekstatischen Erscheinungen verbunden. Der Geist ergreift vom
> Propheten Besitz wie eine fremde Macht, die über ihn kommt (1. Sam
> 10,5-6; 10,10-12). Bezeichnend für diese Stufe ist auch, dass die
> Propheten in der Regel kollektiv auftreten (1. Sam 10,10; 1. Kön
> 22,6; 22,12). In der Königszeit Israels traten neben dem
> fortbestehenden Prophetentum der älteren Art Propheten auf, die über
> diesen Rahmen weit hinauswuchsen. Als einzelne, die Gott berufen
> hatte, prangerten sie die herrschenden Zustände an. Sie maßen die
> Verhältnisse der Gegenwart und das Verhalten der Verantwortlichen am
> Rechtswillen Gottes, wie er im  Gesetz gegeben war. Ebenso
> unerbittlich prangerten sie die Entartung des Glaubens ( Baal)
> und des Gottesdienstes an. Und sie sahen die Katastrophe kommen, die
> das Verhalten des Volkes und seiner Führer unweigerlich herbeirufen
> mußte. Aber auch die neue Zukunft, die dem Volk danach noch einmal
> geschenkt werden soll, wird von den Propheten angekündigt. Sie wird
> geschaut im Bild eines umfassenden 'Friedens', der auch die anderen
> Völker umgreift. Zum Teil wird dieser Frieden mit der Gestalt eines
> Friedensbringers verknüpft ( Messias). - Die Propheten richten
> ihre Botschaft in der Regel mündlich aus; erst später wurden ihre
> Worte (zum Teil von ihnen selbst) aufgeschrieben. - Die großen
> Propheten des 8. bis 6. Jahrhunderts v. Chr. standen oft in heftiger
> Auseinandersetzung mit einem Berufsprophetentum, das sich sowohl am
> Jerusalemer Tempel als auch in Bethel, dem Reichsheiligtum
> Nordisraels, herausgebildet hatte. Propheten dieser Art verkündeten
> in der Regel eher das, was dem Volk, insbesondere dem König gefiel
> (vgl. Am 7,10-17; Jer 5,30-31; 14,13-15; 28,1-17) und was ihnen
> selbst Gewinn brachte (Mi 3,5.11). - Über Propheten in den frühen
> Christengemeinden  Prophetie.
> 
> 16:22   Prophetie im Neuen Testament: In der frühen Kirche waren Apostel,
> Propheten und Lehrer die wichtigsten Träger der Verkündigung des
> Evangeliums von Jesus Christus (1. Kor 12,28). Prophetie ist eine
> Gabe des Geistes neben andern Geistesgaben. Der Prophet verkündet,
> was ihm Gott offenbart hat (1. Kor 14,26; 14,30). Zur prophetischen
> Rede können Weissagungen für die Zukunft gehören (Apg 11,27-28;
> Offb); die neutestamentlichen Propheten haben aber vor allem die
> Aufgabe, die gegenwärtige Lage im Licht des Willens Gottes
> aufzudecken, der Gemeinde Weisungen des Herrn zu übermitteln und sie
> zu ermutigen und zu trösten. Paulus gibt der prophetischen Rede den
> Vorrang vor der  Zungenrede, weil der Prophet mit verständlichen
> Worten redet und der Erbauung der Gemeinde dient (1. Kor 12,1 -
> 14,40). Gleichwohl soll auch die prophetische Rede von der Gemeinde
> geprüft werden (1. Thess 5,20-21).
> 
> 16:23   Psalter: a) Ein Saiteninstrument (Ps 33,2); b) die Sammlung der
> Psalmen, das Psalmbuch.
> 
> 16:24   Purim: Name eines jüdischen Festes am 14. und 15. Adar zur
> Erinnerung an die im Esterbuch erzählte Rettung der persischen
> Judenschaft.
> 
> 16:25   Put: Vermutlich ein Volk in Libyen.
> 
>          - Q -
> 
> 17:1    Quasten: Nach 4. Mose 15,38-40 sollen die Israeliten an den vier
> Zipfeln des aus einem rechteckigen Stück Tuch bestehenden Mantels
> Quasten anbringen, um sich an die Gebote Gottes zu erinnern.
> 
> 17:2    Quirinius: Publius Sulpicius Q. war kaiserlicher Beauftragter
> (Legat) für den Orient. Unter seiner Leitung wurde in Syrien eine
> Besitzaufnahme durchgeführt ( Schätzung).
> 
>          - R -
> 
> 18:1    Rabbi: verstärkt Rabbuni: (»mein Herr, mein Meister«): Ehrende
> Anrede an die  Schriftgelehrten, die Kenner und Lehrer des
> Gesetzes.
> 
> 18:2    Rabsaris: (2. Kön 18,17) Ein assyrischer Hofbeamter.
> 
> 18:3    Rabschake: (2. Kön 18,17; Jes 36,2) Ein hoher assyrischer
> Hofbeamter, vielleicht der Obermundschenk.
> 
> 18:4    Räfan: (Apg 7,43; auch Romfa) Eine heidnische Sterngottheit (vgl.
> Am 5,26).
> 
> 18:5    Rahab: (Hiob 9,13; 26,12; Ps 89,11) Name für das mythische
> Seeungeheuer als Inbegriff der widergöttlichen Macht ( Leviatan).
> Er wird auch auf Ägypten als den Feind des Gottesvolkes übertragen
> (Jes 30,7).
> 
> 18:6    Rahel: Mutter der Stämme Ephraim und Benjamin. Sie wurde bei Rama
> nördlich von Jerusalem beigesetzt (vgl. 1. Sam 10,2); zur Zeit Jesu
> vermutete man ihr Grab aber im Gebiet von Juda, am Weg von Jerusalem
> nach Bethlehem (vgl. 1. Mose 35,19; 48,7).
> 
> 18:7    Rat, Hoher Rat: Zur Zeit Jesu die oberste Behörde des Judentums
> unter dem Vorsitz des  Hohenpriesters; die vornehmsten Priester,
> die führenden  Schriftgelehrten und angesehene  »Älteste«,
> zusammen 71 Männer, bildeten den Rat. Die Römer hatten die weltliche
> Vollmacht des Rats eingeschränkt, jedoch seine Autorität in
> religiösen Entscheidungen anerkannt.
> 
> 18:8    Räucheraltar: Ein goldener Altar im Inneren des Tempels in
> Jerusalem, auf dem als Opfer eine besondere Weihrauchmischung
> verbrannt wurde.
> 
> 18:9    Räuchern, Räucheropfer: Die Verbrennung wohlriechender Harze und
> Pflanzenteile (Räucherwerk) auf glühenden Kohlen im Heiligen des
> Tempels. In Offb 8,3-4 Sinnbild des Gebets.
> 
> 18:10   Rauchopfersäule: Ein säulenartiger Aufsatz auf einem
> Altarunterbau, der eine schalenartige Vertiefung zum Darbringen
> eines Weihrauchopfers besitzt (3. Mose 26,30).
> 
> 18:11   Raute: (Lk 11,42) Eine Gewürzpflanze.
> 
> 18:12   rein, Reinheitsvorschriften: Der gläubige Jude muß nach dem Gesetz
> Moses im Zustand kultischer Reinheit sein, um dem heiligen Gott im
> Gottesdienst oder im Gebet begegnen zu können. Die Verunreinigung
> kann verschiedene Ursachen haben: z. B. Vorgänge der Geburt (Lk
> 2,22) und des Todes, Ausscheidungen des Körpers, Genuß bestimmter
> Speisen (Mk 7,15), Berührung von Leichen und verunreinigten
> Gegenständen, Kontakt mit Aussätzigen und Tischgemeinschaft mit
> Sündern und Heiden (Lk 15,1; Gal 2,12-13). Die Reinheitsvorschriften
> der jüdischen Gesetzesausleger regeln die Vermeidung kultischer
> Unreinheit (z. B. durch Speiseverbote) und die Wiedererlangung
> kultischer Reinheit (z. B. durch Waschungen und Tauchbäder wie Mk
> 7,3-4 oder durch Opfer Mk 1,35) aufgrund von 3. Mose 11,1 - 15,33 .
> - Die Gesetzestreuen zur Zeit Jesu dehnten diese Bestimmungen, die
> für Priester und jeden, der den Tempel betreten wollte, verbindlich
> waren, auf den ganzen Alltag aus und verschärften sie. Wenn die 
> Pharisäer also nichts mit ungewaschenen Händen aßen (Mk 7,1-4), dann
> nicht aus hygienischen Gründen: Man wollte sich als Gottes erwähltes
> Volk 'rein' bewahren. Jesus nahm dazu eine radikal neue Stellung ein
> (Markus 7,1-23).
> 
> 18:13   Richter: Die großen 'Richter' des Richterbuches sind gottbegnadete
> Volksführer, während die 'kleinen' Richter (Ri 10,1-5; 12,8-14) den
> Richtertitel im allgemein üblichen Wortsinn tragen.
> 
> 18:14   Rimmon: (2. Kön 5,18) Ein aramäischer Wettergott ('Brüller'), der
> vor allem in Damaskus verehrt wurde.
> 
> 18:15   Rogel: Brunnen südöstlich von Jerusalem, 38 m tief, wohl alte
> Kultstätte.
> 
> 18:16   Romfa:  Räfan.
> 
> 18:17   Rosch: (Hes 38,2-3; 39,1) Vermutlich ein im nördlichen Kleinasien
> wohnender Völkerstamm in der Nachbarschaft von Tubal und Meschech
> (siehe dort).
> 
> 18:18   Rüsttag: Der Freitag, an dessen Nachmittag man sich zur Feier des
>  Sabbat rüstet (Mk 15,42; Lk 23,54), oder der Tag vor dem 
> Passa (Joh 19,14).
> 
>          - S -
> 
> 19:1    Saba: Südarabischer Staat vom 9. vor- bis zum 6. nachchristlichen
> Jahrhundert. Anfangs Priesterstaat, später Königtum. Das Reich von
> Saba war vor allem durch seinen Handel berühmt.
> 
> 19:2    Sabbat: Der Sabbat ist der Schlußtag der siebentägigen Woche, die
> erstmals bei den Israeliten nachweisbar ist. Er wurde, vielleicht
> mitbestimmt durch die an diesem Tag gehaltenen Gottesdienste, im
> Bewußtsein der Israeliten mehr und mehr zu einem ausschließlich
> gottgeweihten Tag, der in nachexilischer Zeit neben der 
> Beschneidung zu einem Unterscheidungsmerkmal von anderen Völkern und
> zu einem Bundeszeichen zwischen Israel und seinem Gott wird (Jes
> 56,1-8) . - Zur Zeit des Neuen Testaments hatten die 
> Schriftgelehrten bis ins einzelne festgelegt, welche Tätigkeiten am
> Sabbat verboten und welche allenfalls erlaubt sind. So durfte man z.
> B. nur einen  »Sabbatweg« weit gehen. Bereits das Abreißen von
> Ähren galt als verbotene Erntearbeit (vgl. Mk 2,24). Nur wenn ein
> Leben auf dem Spiel stand, war es erlaubt, am Sabbat zu heilen.
> Indem Jesus gegen solche Festlegungen verstößt (Mk 2,28), bringt er
> nur den ursprünglichen Sinn des Sabbats wieder zur Geltung als eines
> Tages, an dem der Mensch vor Gott aufatmen darf und so Gottes Güte
> für ihn erfahrbar wird (Mk 2,27; 3,4).
> 
> 19:3    Sabbatjahr: So wie der Mensch an jedem siebten Tag seine Arbeit
> ruhen lassen muß, soll im alten Israel das Land in jedem siebten
> Jahr einen 'Sabbat' halten, d. h. unbebaut bleiben und brachliegen
> (3. Mose 25,1-7). Eine Begründung wird dafür nicht gegeben.
> Israelitische Sklaven sollen in diesem Jahr die Freiheit erhalten
> (2. Mose 21,2-6; nach 3. Mose 25,39-43 in jedem 49. Jahr), und es
> sollen alle Schulden erlassen werden (5. Mose 15,1-3). Diese
> weitgehende Forderung wurde offenbar vielfach nicht beachtet (3.
> Mose 26,34; 2. Chr 36,21), von der nachexilischen Gemeinde jedoch
> neu übernommen (Neh 10,32).
> 
> 19:4    Sabbatweg: (Apg 1,12) Die Strecke, die nach der Sabbatsatzung zur
> Zeit Jesu ein Jude am Sabbat von seinem Wohnort aus gehen durfte:
> 2000 Ellen, etwa 1 km.
> 
> 19:5    Sack: Kleidungsstück, das aus dunklem Ziegen- oder Kamelhaar
> gewoben war und mit einem Strick um den Leib befestigt wurde (2. Sam
> 3,31; Jes 3,24). Es wurde als Trauergewand (z. T. unter dem zum
> Zeichen der Trauer zerrissenen Obergewand) getragen. Neben dem
> Trauergewand in Sackform kommt auch die Form des Lendenschurzes vor
> (Jer 48,37) . - Auch als Bußgewand wurde es getragen in persönlicher
> Not und bei allgemeinen Katastrophen sowie als Ausdruck der Trauer
> über eine (bewußte oder nur vermutete) Schuld vor Gott, die als
> Strafe die betreffende Notlage herbeigeführt haben könnte.
> 
> 19:6    Sadduzäer: Religionspartei im Judentum zur Zeit Jesu, der die
> vornehmen Priestergeschlechter und Vertreter der weltlichen
> Aristokratie angehörten. Als »konservative« Gegenspieler der 
> Pharisäer lehnten sie den Versuch ab, das ganze Leben dem  Gesetz
> zu unterwerfen, und erkannten die diesem Zweck dienenden »Satzungen
> der Ältesten« (Mk 7,5) nicht an. Sie lehnten alle Lehren ab, die
> über das wörtlich im »Gesetz«, d. h. den fünf Mosebüchern,
> Enthaltene hinausgehen, so z. B. den Glauben an die Auferstehung der
> Toten und den volkstümlichen Engelglauben (Mt 22,23; Apg 23,8).
> Darin bekundet sich zugleich ein »freisinniges« Denken, dem eine
> Öffnung für die griechische (hellenistische) Kultur entsprach. Der
> Name »Sadduzäer« leitet sich wahrscheinlich von dem Priester Zadok
> her. Mit dem Untergang des Tempels verschwanden Priestertum und
> Sadduzäertum.
> 
> 19:7    Salben, Salbung: Die Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen
> des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. Sie war ein
> Zeichen der Lebensfreude und des Wohlstandes; deswegen unterließen
> Trauernde die Salbung. Außerdem hatte sie ihren besonderen Platz im
> religiösen Leben. Gottgeweihte Gegenstände und Personen wurden von
> Propheten oder Priestern gesalbt: der heilige  Stein in Bethel
> (1. Mose 31,13), die  Stiftshütte, der Altar (2. Mose 29,36),
> Propheten (1. Kön 19,16), Priester (2. Mose 30,30) und Könige (1.
> Sam 10,1; 16,1; 16,13) . - Vielleicht stammt die Königssalbung aus
> dem kanaanitisch-ägyptischen Raum. Hintergrund mag die Vorstellung
> sein, dass durch die Salbung ein Vasallitätsverhältnis hergestellt
> wird, d. h. der König ist von Gott als dem höchsten König mit Macht
> betraut. Er ist »der Gesalbte des HERRN« (1. Sam 24,7; Ps 2,2). In
> späterer Zeit wird diese Bezeichnung zum Titel des erwarteten
> Heilskönigs aus Davids Geschlecht (Gesalbter = hebr. maschiach; 
> Messias).
> 
> 19:8    Salem:  Jerusalem.
> 
> 19:9    Salomohalle: Eine Säulenhalle an der Ostseite des äußeren Vorhofs
> in dem von Herodes dem Großen errichteten Neubau des Jerusalemer 
> Tempels. Sie war auch Nichtjuden zugänglich und wurde für die
> religiöse Unterweisung benutzt.
> 
> 19:10   Salzmeer: (1. Mose 14,3) Das Tote Meer.
> 
> 19:11   Samarien: Nach der Eroberung des Nordreiches Israel durch die
> Assyrer errichteten diese auf dem alten Reichsgebiet eine Provinz,
> die nach Samaria, der bisherigen Hauptstadt des Landes, den Namen
> Samarien erhielt (2. Kön 17,24).
> 
> 19:12   Samaritaner, Samariter: Mischbevölkerung, die die Provinz 
> Samarien bewohnte. Sie entstand durch Umsiedlung eroberter
> Völkerschaften in dieses Gebiet. Die Einwanderer vermischten sich
> mit den im Lande Zurückgebliebenen. Von den aus der babylonischen
> Gefangenschaft zurückgekehrten Judäern wurden sie nicht als
> vollwertige Israeliten anerkannt. Zur Zeit Jesu galten sie bei den
> Juden als Ketzer, weil sie nur die fünf Mosebücher als heilige
> Schriften anerkannten und ihnen der Berg Garizim und nicht der 
> Zion als der vorgeschriebene eine Ort für den Gottesdienst galt. Sie
> und ihr Land wurden von den Frommen verachtet und gemieden.
> 
> 19:13   Sanballat: Statthalter der persischen Provinz Samarien zur Zeit
> Nehemias.
> 
> 19:14   Saphir: Da der echte, durchsichtige Saphir vor der römischen
> Kaiserzeit fast unbekannt war, muß man damit rechnen, dass es sich
> bei den biblischen Erwähnungen um Lapislazuli handelt, einen
> undurchsichtigen blauen, mit Silber- und Goldpünktchen besäten
> Lasurstein, der im Altertum hochgeschätzt war und vielfach
> künstlerisch verarbeitet wurde.
> 
> 19:15   Sara (Sarai): Frau  Abrahams.
> 
> 19:16   Satan: Ursprünglich kommt das Wort aus der israelitischen
> Rechtspraxis: es bezeichnet den Ankläger ('Staatsanwalt'), der die
> Vergehen des Beschuldigten aufzählt. In nachexilischer Zeit kennt
> man auch einen Ankläger beim himmlischen Gericht, der vor Gottes
> Thron die Sünden der Menschen namhaft macht. Im Buch Hiob (1,6; 2,1)
> wird er zu den »Gottessöhnen«, d. h. zum himmlischen Hofstaat,
> gezählt. In neutestamentlicher Zeit ist der Satan schließlich zum
> Gegenspieler Gottes geworden, dem Teufel, der als Herr dieser 
> Welt gilt, aber endlich von Gott überwunden und vernichtet wird . -
> Wenn in Offb 2,13 von der Stadt Pergamon gesagt wird, dass dort »der
> Satan wohnt«, so ist dabei vielleicht an den dort befindlichen
> riesigen Zeusaltar gedacht ( Zeus).
> 
> 19:17   Satzungen der Ältesten:  Pharisäer.
> 
> 19:18   Sauerteig: Als Treibmittel verwendete man beim Brotbacken ein
> Stück gegorenen Teig, das man vom letzten Backen aufgehoben hatte.
> So war stets Sauerteig im Haus; nur aufs  Passafest mußte aller
> Sauerteig entfernt werden (vgl. 1. Kor 5,6-8). Auch für Speisopfer
> und bei Dankopfern durfte kein Sauerteig verwendet werden. Dahinter
> steht die Vorstellung, dass der Gärprozeß als eine Art Fäulnisprozeß
> die unversehrte Ursprünglichkeit und Reinheit der Gabe verletzt (
> rein). Sauerteig hat die Eigenschaft, 'ansteckend' zu sein; darauf
> beruht das Gleichnis vom Sauerteig (Mt 13,33) und die Warnung in Mk
> 8,15, sich nicht von der Lehre der  Pharisäer beeindrucken zu
> lassen.
> 
> 19:19   Saul: Der erste israelitische König, Vorgänger Davids (1. Sam 8,1
> - 11,15).
> 
> 19:20   Säulen: Ehrenname für Jakobus, Petrus und Johannes als Führer der
> Jerusalemer Urgemeinde. Er erinnert an das Bild von der Gemeinde als
> Tempel Gottes (1. Kor 3,16; Offb 3,12) und kennzeichnet die drei
> Männer als tragende Glieder der Gemeinschaft.
> 
> 19:21   Saulus: Der jüdische Name des Apostels Paulus. Paulus ist sein
> zweiter Name, den er als römischer  Bürger trug. In der
> Apostelgeschichte wird von 13,9 an nur noch der Name Paulus
> verwendet, d. h. von dem Augenblick an, wo Paulus erstmals als der
> große geisterfüllte und vollmächtige Verkünder des Evangeliums in
> der nichtjüdischen Welt hervortritt.
> 
> 19:22   Schalman: Das Ereignis, auf das in Hos 10,14 angespielt wird, ist
> unbekannt.
> 
> 19:23   Schatten: (Kol 2,17; Hebr 8,5; 10,1) Im Unterschied zu dem
> Gegenstand selbst ein schattenhafter Hinweis auf ihn.
> 
> 19:24   Schätzung: Im Jahr 6/7 n. Chr., als Judäa (mit Idumäa und
> Samarien) römische Prokuratur wurde, wurden unter  Quirinius die
> Bewohner des Landes und ihr Besitz für die Erhebung von Steuern
> registriert (»geschätzt«). Vielleicht bezieht sich Lk 2,1-3 darauf;
> vielleicht ist aber auch eine um 8/7 v. Chr. beginnende erste
> Erfassung gemeint.
> 
> 19:25   Schaubrote: Das Brot, das nach der Vorschrift von 2. Mose 25,30
> ständig auf einem Opfertisch im zentralen Heiligtum der Israeliten
> ausgelegt sein mußte.
> 
> 19:26   Schear-Jaschub: Prophetischer Name, den Jesaja offenbar auf Gottes
> Befehl seinem Sohn gegeben hat (Jes 7,3). Der Sinn ist nicht
> eindeutig: »Nur (oder: wenigstens) ein Rest kehrt um (oder: kehrt
> zurück)«. Der Gedanke eines 'Restes' findet sich auch in Jes
> 10,21-22; 8,16-18.
> 
> 19:27   Schebat:  Monate.
> 
> 19:28   Scheidebrief: Nach jüdischem Recht konnte ein Mann seine Frau
> entlassen, wenn er ihrer überdrüssig war (vgl. 5. Mose 24,1). Er
> mußte ihr nur eine Scheidungsurkunde geben. Jesus nimmt energisch
> gegen diese Praxis Stellung (Mk 10,1-12).
> 
> 19:29   Schibbolet: Das hebräische Wort kann Ähre oder Wasserflut
> bedeuten. In Ri 12,6 dient es als Erkennungszeichen: Die Leute von
> Ephraim können kein sch aussprechen!
> 
> 19:30   Schihor: (1. Chr 13,5; Jes 23,3) Ein Arm des Nils.
> 
> 19:31   Schilfmeer: Die Israeliten durchquerten nach dem Auszug aus
> Ägypten einen Meeresarm oder See östlich des Nildeltas. Erst später
> hat man den Schauplatz am Roten Meer gesucht.
> 
> 19:32   Schinar: (1. Mose 11,2) Name für die Landschaft  Babylonien; in
> Sach 5,11 Name für Babel.
> 
> 19:33   Schlauch: (Mt 9,17) Gefäß zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten,
> verfertigt aus der Haut eines Tieres, gewöhnlich einer Ziege.
> 
> 19:34   Schriftgelehrte: Ausgebildete und ordinierte jüdische Theologen,
> deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des  Gesetzes war. Da
> die fünf Mose-Bücher auch als Gesetzessammlung für das bürgerliche
> Leben galten, waren diese Theologen zugleich Juristen. Sie gaben ihr
> Wissen an ihre Schüler ('Jünger') weiter. Sie traten erst in
> nachexilischer Zeit auf, als das religiöse Gesetz für das Leben der
> Juden eine immer größere Bedeutung gewann. Ihr großes Vorbild war
> Esra (vgl. Esr 7,6; 7,10; 7,25); erste schriftliche Erwähnung finden
> sie in den Makkabäerbüchern (1. Makk 7,12; 2. Makk 6,18). Die
> meisten Schriftgelehrten der neutestamentlichen Zeit gehörten der
> religiösen Gemeinschaft der  Pharisäer an; die führenden
> Schriftgelehrten wurden die Häupter der pharisäischen Partei. Die
> Schriftgelehrten hatten ein engmaschiges Netz von Bestimmungen
> ausgearbeitet, die sicherstellen sollten, dass die göttlichen Gebote
> (etwa das Ruhegebot am  Sabbat) auf keinen Fall übertreten wurden
> (vgl. Mk 2,23 - 3,6) . - Nach Mt 13,52 und 23,34 gab es auch in der
> christlichen Gemeinde 'Schriftgelehrte', die wohl die Aufgabe
> hatten, die Gesetzesauslegung Jesu, wie sie u. a. in der Bergpredigt
> (Mt 5,1 - 7,29) vorliegt, auf die aktuelle Situation der Gemeinden
> anzuwenden.
> 
> 19:35   Schuldopfer:  Opfer.
> 
> 19:36   Schwagerehe: Pflichtehe. Der Bruder eines kinderlos verstorbenen
> Mannes mußte dessen Witwe heiraten, damit die Familie des Bruders
> nicht ausstirbt; denn der erste in der Schwagerehe geborene Sohn
> galt als Nachkomme des Verstorbenen (Rut 1,1 - 4,22; 5. Mose
> 25,5-10).
> 
> 19:37   Schwingopfer: (2. Mose 29,24; 29,27) Teile des Opfers wurden vor
> dem Altar »geschwungen«, d. h. hin- und herbewegt, um sie Gott in
> betonter (z. T. auch sinnbildlicher) Weise zu übereignen.
> 
> 19:38   Segen und Fluch: Das hebräische Denken sieht im gesprochenen Wort
> eine wirkende Macht. Seine Wirkung hängt freilich von Art und
> Bedeutung der sprechenden Persönlichkeit ab. Bestimmte Menschen sind
> mit besonderer Segensmacht begabt. Das kann bei Sterbenden mit der
> Todesnähe zusammenhängen (Jakob in 1. Mose 48,1-22), es kann Folge
> einer außerordentlichen Veranlagung sein (wie bei Bileam in 4. Mose
> 22,1 - 24,25), aber auch in einer Amtsstellung und Weihe gründen wie
> bei den Priestern, die zum Abschluß des Gottesdienstes die Gemeinde
> segnen (4. Mose 6,22-27) . - Der Fluch spielte im Rechtsleben eine
> wichtige Rolle. Er diente als Behelf gegen Rechtsbrecher, die man
> nicht fassen oder überführen konnte (3. Mose 5,1; Ri 17,2; Spr
> 29,24). Bei der Gesetzesverkündung und deren gottesdienstlicher
> Wiederholung wurden Flüche ausgesprochen, um die Gemeinde im Tun des
> Gotteswillens zu erhalten (5. Mose 27,11-26).
> 
> 19:39   Sela: Vielleicht eine Anweisung für die Musiker, die den
> Psalmengesang begleiteten.
> 
> 19:40   Seleuziden: Griechisches Geschlecht, das nach dem Tod Alexanders
> des Großen eines seiner Nachfolgereiche beherrschte: die Nachkommen
> von Seleukus I. (312-280 v. Chr.). Das Reich der Seleuziden reichte
> zur Zeit seiner größten Ausdehnung vom Hellespont bis an die
> indische Grenze. Mit dem ägyptischen Reich der Ptolemäer kämpften
> die Seleuziden verschiedentlich um Syrien/Palästina. Durch die
> Politik des Seleuziden Antiochus IV. (175-164 v. Chr.), der die
> griechische Kultur und Religion als einigendes Band seines Reiches
> überall durchzusetzen versuchte, wurden die Makkabäerkämpfe
> ausgelöst (1. Makk 1,1 - 2,69).
> 
> 19:41   Serafim: (Jes 6,2) Engelwesen, den Cherubim ähnlich ( Cherub).
> 
> 19:42   Sergius Paulus: Etwa 47 n. Chr. römischer Prokonsul (Statthalter
> ohne Militärhoheit) der Insel Zypern.
> 
> 19:43   Sichelwagen: (2. Makk 13,2) Der zweirädrige, von Pferden gezogene
> Streitwagen der orientalischen Heere seit der Perserzeit, der an der
> Wagenachse seitlich und nach unten herausstehende Schwerter hatte.
> Beim Angriff wurden mit ihm die Feinde wie mit einer Sichel
> »umgemäht«.
> 
> 19:44   Silbergroschen, Silberling, Silberstück: Der hebräische Schekel,
> der römische Denar oder die griechische Drachme. Sie entsprechen
> nach Mt 20,2 dem Tageslohn eines Arbeiters. Der »Silberling« (Mt
> 26,15) hat möglicherweise den vierfachen Wert.
> 
> 19:45   Silo: In der Vorkönigszeit ein wichtiges Heiligtum, an dem die 
> Bundeslade aufbewahrt wurde. Es wurde etwa um 1050 v. Chr., wohl von
> den Philistern, zerstört.
> 
> 19:46   Siloah: Ein Kanal, der das Wasser der Gihon-Quelle vom Kidron-Tal
> nach Jerusalem leitete und die Wasserversorgung im Falle einer
> Belagerung sichern sollte (das hebräische Wort bedeutet Kanal).
> Während der ältere Kanal, auf den sich Jes 8,6 bezieht, in seinem
> größeren Teil außerhalb der Mauern am Abhang des Tales verlief, ließ
> König Hiskia (725-697 v. Chr.) einen 533 m langen Tunnel durch den
> Fels hauen, der noch heute das Wasser der Quelle zum Siloah-Teich
> (Joh 9,7) leitet.
> 
> 19:47   Sinai: Der Berg, an dem Gott sich seinem Volk Israel geoffenbart
> und seinen  Bund mit ihm geschlossen hat (2. Mose 19,1 - 20,21).
> Seine genaue Lage ist nicht bekannt.
> 
> 19:48   Sinim: (Jes 49,12) Wahrscheinlich Syene (das heutige Assuan) an
> der Südgrenze von Ägypten.
> 
> 19:49   Siw: (1. Kön 6,1; 6,37) Der achte Monat des althebräischen Jahres,
> Mitte April bis Mitte Mai.
> 
> 19:50   Siwan:  Monate.
> 
> 19:51   Skevas: (Apg 19,14) Einen Hohenpriester Skevas hat es nicht
> gegeben. Es ist denkbar, dass die sieben Brüder einen solchen
> erfunden haben. Die Wunderheiler jener Zeit liebten es, sich ihrer
> Verbindung vor allem mit geheimnisvollen jüdischen Autoritäten zu
> rühmen.
> 
> 19:52   Sklave, Sklaverei: Sklaverei gab es in der ganzen Alten Welt in
> mannigfachen Formen und unter den verschiedensten Bedingungen. In
> Israel unterschied man zwischen volksfremden Sklaven und solchen aus
> dem eigenen Volk. Ein Israelit konnte zum Sklaven eines anderen
> werden, wenn er stark verschuldet war oder sich ihm in einer Notlage
> freiwillig verkaufte; auch Eltern verkauften ihre Kinder in solch
> einem Fall. Ein israelitischer Sklave durfte jedoch nicht für
> entwürdigende Dienste gebraucht werden; er mußte wie ein
> Lohnarbeiter behandelt und im  Sabbatjahr freigelassen werden.
> Für als Sklaven verkaufte Mädchen erläßt das  Gesetz besondere
> Schutzbestimmungen (2. Mose 21,7-11). Fremde Sklaven wurden im Krieg
> erbeutet oder auf dem Sklavenmarkt (z. B. in Tyrus) gekauft. Sie
> zählten praktisch zur Familie, mußten jedoch die niederen Dienste
> verrichten und konnten auch weiterverkauft werden, was bei den
> israelitischen Sklaven untersagt war. - In der griechisch-römischen
> Welt konnten Sklaven zu bedeutenden Stellungen aufsteigen; aber es
> gab daneben ein Heer von namenlosen Haus- und Arbeitssklaven. In den
> frühen christlichen Gemeinden war der Anteil dieser Sklaven offenbar
> hoch. Sie waren innerhalb der Gemeinde den Freien völlig
> gleichgestellt (Gal 3,28); doch bestehen die Schreiber der
> neutestamentlichen Briefe darauf, dass die Sklaven im Alltagsleben
> ihre Pflichten erfüllen und an der bestehenden Sozialordnung nicht
> rütteln (Eph 6,5-9; Kol 3,22; 1. Tim 6,1-2). Der Brief des Apostels
> Paulus an Philemon zeigt jedoch, dass die Brüderlichkeit in der
> Gemeinde ansatzweise auch zu einer gesellschaftlichen
> Neuorientierung führen kann.
> 
> 19:53   Skorpion: (5. Mose 8,15; Hes 2,6; Lk 10,19; 11,12) Er zählt zum
> Stamm der Spinnentiere (Arachnida) und kann mit seinem langen
> Stachel schmerzhaft stechen. In 1. Kön 12,11; 12,14 und 2. Chr
> 10,11; 10,14 Bild für eine mit Stacheln versehene Peitsche.
> 
> 19:54   Sodom und Gomorra: Kanaanitische Städte, die nach 1. Mose 19,1-29
> wegen ihrer Sünden vernichtet wurden. Vielleicht am Südostufer des
> Toten Meeres gelegen, sind sie wahrscheinlich schon in der mittleren
> Bronzezeit durch eine Naturkatastrophe untergegangen. Beide Städte
> gelten als Symbol der Verruchtheit. In Jud 1,7 wird den Bewohnern
> Sodoms vorgeworfen, dass sie sogar mit den  Engeln, die Lot
> besuchten, geschlechtlichen Umgang suchten.
> 
> 19:55   Solam: (3. Mose 11,22) Heuschreckenart.
> 
> 19:56   Spätregen: (5. Mose 11,14; Jak 5,7) Die Niederschläge am Ende der
> Regenzeit, etwa März/April; wichtig für die Entwicklung der Körner
> des Wintergetreides.
> 
> 19:57   Speisopfer:  Opfer.
> 
> 19:58   Spezerei: Gewürze verschiedener Art zur Bereitung von Salben,
> Räucherwerk und Arzneien.
> 
> 19:59   Stakte: (2. Mose 30,34) Unbekannter Bestandteil der
> Weihrauchmischung des Heiligtums. Stakte ist die griechische
> Wiedergabe des betreffenden hebräischen Wortes und bedeutet
> 'Tropfen'.
> 
> 19:60   Statthalter: (Prokurator) Im Unterschied zu den senatorischen
> Provinzen, die einem vom römischen Senat eingesetzten Prokonsul
> unterstanden, und zu den imperatorischen Provinzen, die einem vom
> Kaiser eingesetzten Legaten unterstellt waren, standen Judäa und
> Samarien (44-66 n. Chr. ganz Palästina) unter einem Prokurator
> (Statthalter), der in Cäsarea residierte. Die Prokuratur war
> eingerichtet worden, nachdem es unter der Regierung des
> Herodessohnes Archelaus ( Herodes, 3) zu ständigen Konflikten mit
> den Juden gekommen war. Der Prokurator hatte vor allem das
> Steuerwesen zu überwachen und in wichtigen Fällen als Richter zu
> wirken; er verfügte über eine Truppenmacht. Im Neuen Testament
> werden erwähnt die Prokuratoren Pilatus (26-36 n. Chr.), Felix
> (52-60) und Festus (60-62).
> 
> 19:61   Staub (von den Füßen schütteln): Wenn Juden aus nichtjüdischem
> Gebiet nach Israel zurückkehrten, pflegten sie den Staub von den
> Füßen zu schütteln, um nichts »Verunreinigendes« ( rein) in das
> Heilige Land mitzuschleppen. Im Zusammenhang der Jüngeraussendung
> (Mt 10,14; Lk 9,5; 10,11) und der urchristlichen Mission (Apg 13,51;
> ähnlich 18,6) bedeutet es Abbruch der Beziehungen und Überantwortung
> an Gottes Gericht.
> 
> 19:62   steinigen, Steinigung: Die Steinigung war eine Form der
> Todesstrafe, die bei besonders schweren Vergehen als feierliche Form
> des Ausschlusses aus dem Gottesvolk angewandt (3. Mose 24,10-22; 5.
> Mose 17,1-7; 21,21), aber auch als Lynchjustiz geübt wurde. In
> neutestamentlicher Zeit wurde eine offizielle Steinigung in
> folgender Form vollzogen: Der zu Steinigende wurde durch einen
> »Zeugen« (Apg 7,58) von einem Felsen oder einer Mauer rückwärts
> hinabgestürzt; wenn er noch lebte, ließ der zweite »Zeuge« einen
> schweren Stein auf seine Brust fallen.
> 
> 19:63   Steinmal:  Mal.
> 
> 19:64   Steinpflaster:  Gabbata.
> 
> 19:65   Stiftshütte: (2. Mose 33,7) Das heilige Zelt, das »Zelt der
> Begegnung« zwischen Gott und Mose, das Heiligtum Israels während der
> Wüstenwanderung (2. Mose 25,1 - 27,21; 33,7 - 38,31). Noch zur Zeit
> Davids wurde die  Bundeslade in einem Zelt aufgestellt (2. Sam
> 7,2).
> 
> 19:66   Stoiker: (Apg 17,18) Anhänger der Stoa, der griechischen
> Philosophenschule, die zur Überlegenheit des Menschen über die
> äußeren Bedingungen erziehen wollte.
> 
> 19:67   Stunde:  Tageszeiten.
> 
> 19:68   Sturmbock: (1. Makk 9,67) Belagerungsinstrument, mit dem die
> Mauern gerammt wurden, um eine Bresche zu schlagen.
> 
> 19:69   Sühnopfer:  Opfer.
> 
> 19:70   Sündopfer: (3. Mose 4,1 - 5,13; 6,17-23; 2. Mose 29,14)  Opfer.
> 
> 19:71   Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden, wo am Sabbat ein
> Wortgottesdienst mit Gebet, Schriftlesung, Predigt und
> abschließendem Segen abgehalten wird. Zur Zeit Jesu durfte jeder in
> den heiligen Schriften bewanderte jüdische Mann die Predigt halten
> (vgl. Lk 4,20; Apg 13,15) . - Die Verwaltung der äußeren und inneren
> Angelegenheiten einer Synagogengemeinde liegt in den Händen eines
> Ältesten-Kollegiums. An Synagogenbeamten gibt es den
> Synagogenvorsteher, der für die ordnungsgemäße Abwicklung des
> Synagogengottesdienstes zu sorgen hat, und den Synagogendiener, der
> ihm dabei zur Hand geht (Lk 4,20). In der Synagoge tagte auch das
> örtliche oder Synagogengericht, das aus 23 Mitgliedern bestehen
> mußte und über Juden, die zum christlichen Glauben übergetreten
> waren, die Strafe der Auspeitschung verhängen konnte (Mk 13,9; Apg
> 22,19; 2. Kor 11,24).
> 
> 19:72   Syrer:  Aramäer.
> 
> 19:73   Syrien: Der Name ist aus einer Verkürzung des Namens Assyrien
> durch griechische Schriftsteller entstanden. Mit diesem Wort wird
> das Gebiet um Damaskus vom Euphrat bis zur Nordgrenze Palästinas
> bezeichnet.
> 
> 19:74   Syrisch-Ephraimitischer Krieg: Mit dem Regierungsantritt
> Tiglat-Pilesers III. (745 v. Chr.) setzte eine neue Phase
> assyrischer Expansionspolitik ein. In den eroberten Gebieten mußte
> der assyrische Staatsgott als erster der Götter verehrt werden; die
> staats- und kulturtragende Oberschicht wurde verpflanzt und durch
> eine fremde ersetzt. Angesichts dieser Bedrohung machten eine Reihe
> von syrisch-palästinischen Kleinstaaten den Versuch, sich gemeinsam
> gegen die Assyrer zu behaupten. Führend in dem antiassyrischen
> Bündnis waren Syrien und Nordisrael (Ephraim). Da König Ahas von
> 
> Juda sich weigerte, dem Bündnis beizutreten, zogen die verbündeten
> Könige Rezin von Damaskus und Pekach von Samaria im Jahr 733 v. Chr.
> gegen Jerusalem, um ihn abzusetzen und einen Mann ihres Vertrauens
> als neuen König einzusetzen. Anstatt nach der Botschaft des
> Propheten Jesaja auf Gottes Eingreifen zu vertrauen, rief Ahas den
> Assyrerkönig zu Hilfe und unterwarf sich ihm durch eine
> Tributzahlung. Diese Politik war nur kurzfristig erfolgreich. Die
> Verbündeten zogen von Jerusalem ab. Tiglat-Pileser trennte noch im
> selben Jahr Galiläa und das Ostjordanland von Nordisrael ab und
> machte 732 ganz Syrien zur assyrischen Provinz. Juda wurde zum
> assyrischen Vasallenstaat, in dem der assyrische Staatskult
> eingeführt werden mußte (2. Kön 16,10-18).
> 
> 19:75   Syrte: (Apg 27,17) Ein Meerbusen des Mittelmeers an der
> nordafrikanischen Küste mit gefährlichen Sandbänken.
> 
>          - T -
> 
> 20:1    Tachpanhes: (Jer 2,16) Eine ägyptische Stadt im östlichen
> Nildelta.
> 
> 20:2    Tageszeiten, Stunden: Im Bereich des israelitischen Kultus und
> Ritus begann der neue Tag am vorhergehenden Abend (1. Mose 1,5; 3.
> Mose 11,24), doch empfand man unter dem Einfluss des natürlichen
> Lebensrhythmus gelegentlich auch den Morgen als Tagesbeginn (Ps
> 104,22). Im Neuen Testament ist nach weitverbreiteter Sitte des
> späten Altertums der ungefähr von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends
> laufende Tag in 12 Stunden eingeteilt. Demnach entspricht z. B. in
> Mk 15,34 die neunte Stunde ungefähr der Zeit um 3 Uhr nachmittags
> nach unserer Zeiteinteilung.
> 
> 20:3    Taler:  Lot.
> 
> 20:4    Tammus: (Hes 8,14; Dan 11,37) Sumerischer Hirtengott, der mehr und
> mehr zum Gott der jährlich sterbenden und wiedererstehenden
> Vegetation wurde. Der Tammuskult drang im 8./7. Jahrhundert v. Chr.
> bis nach Palästina vor. Beweint wird Tammus während des Wartens auf
> den Regen im Herbst, und zwar von den Frauen, die sinnbildlich
> anstelle der auf Befruchtung durch den »Himmelstau« wartenden Erde
> stehen.
> 
> 20:5    Tanne: Luther sah in den hohen, immergrünen Bäumen der Bibel
> Tannen, während es Zypressen sind; vielleicht ist an einigen Stellen
> auch der Wacholder gemeint. Auch an den beiden Stellen, an denen
> immer noch von Tannen die Rede ist (1. Mose 6,14; Hos 14,9), sind
> Zypressen gemeint.
> 
> 20:6    Tarsisschiffe: (1. Kön 10,22; Jes 23,1; 23,14; 60,9; Hes 27,25)
> Große Handelsschiffe, wie sie etwa nach Tartessus (Tarschisch), der
> phönizischen Siedlung in Südspanien (Jon 1,3), fuhren.
> 
> 20:7    Tartan: (2. Kön 18,17; Jes 20,1) Titel des Heerführers im
> assyrischen Heer.
> 
> 20:8    Taufe: Den einmaligen Vollzug der Taufe durch einen Täufer - im
> Gegensatz etwa zu einer Selbsttaufe oder zu wiederholten,
> mehrmaligen Taufen bzw. kultischen Waschungen ( rein) - hat die
> christliche Taufe mit der Taufe gemeinsam, zu der Johannes der
> Täufer die Menschen rief (Mt 3,1-12). Von allem Anfang an wurde man
> nur durch die Taufe in die christliche Gemeinde aufgenommen. Der
> Täufling sprach vor oder nach der Taufhandlung ein schon sehr früh
> fest geprägtes Glaubensbekenntnis. Die Taufe wurde so vollzogen, dass
> der Täufling ganz in Wasser untertauchte (Apg 8,38). Nach einem
> nachneutestamentlichen Zeugnis war es jedoch bei Wassermangel
> erlaubt, dass nur der Kopf dreimal mit Wasser übergossen wurde. Die
> Taufe geschah auf den  Namen Jesu Christi (Apg 2,38; nur nach Mt
> 28,19 auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen
> Geistes).
> 
> 20:9    Taumelbecher, Taumelkelch: Der Kelch des Gerichts (Jes 51,17;
> 51,22; Jer 25,15-17), den Gott im Zorn zu trinken gibt und der die
> Betroffenen wie Trunkene taumeln läßt (Ps 60,5; Sach 12,2).
> 
> 20:10   Tebet:  Monate.
> 
> 20:11   Teman: (Am 1,12) Eine Landschaft in Edom mit der Hauptstadt Bozra.
> 
> 20:12   Tempel: Der Tempel Salomos (1. Kön 6,1-38) war ein Langhausbau,
> der aus drei Teilen bestand: Vorhalle, Heiliges und Allerheiligstes,
> darin kanaanitischen Tempelbauten entsprechend. Die Vorhalle war ca.
> 5 m lang und 10 m breit, ihr Eingang von zwei ehernen Säulen (1. Kön
> 7,15-22) flankiert. Das Heilige war 20 m lang, 10 m breit und 15 m
> hoch. Es enthielt den goldenen Räucheraltar, den Tisch mit den 
> Schaubroten und die zweimal fünf Leuchter (vgl. die Beschreibung der
>  Stiftshütte in 2. Mose 40,1-33). - Das 'Allerheiligste' war ein
> Würfel von 10 m Kantenlänge, es hatte keine Fenster, und in ihm
> befand sich die  Bundeslade. Der Hohepriester durfte es nur
> einmal im Jahr betreten (3. Mose 16,11-14; Hebr 9,7), sonst war es
> für jedermann unzugänglich. Der Tempel war von zwei Vorhöfen
> umgeben: einem inneren, in dem der große Brandopferaltar stand, und
> einem äußeren, dessen Umfassungsmauer den südlich des Tempels
> gelegenen Königspalast mit einschloß. - Nebukadnezar zerstörte den
> ersten Tempel 587 v. Chr. Nach der Rückkehr der Judäer aus der 
> Gefangenschaft wurde er an der alten Stelle in bescheidenerer Form
> wieder aufgebaut (Tempelweihe 515 v. Chr.). König  Herodes der
> Große ersetzte diesen Tempel durch einen großartigen Neubau, wobei
> jedoch die Grundmaße des 'Heiligen' und des Allerheiligsten
> unverändert blieben. Dabei wurde der innere Vorhof neu gegliedert
> (Vorhof der Priester, der Männer, der Frauen) und der äußere
> erheblich erweitert und mit großartigen Säulenhallen umgeben. Der
> äußere Vorhof war für jedermann, auch für Nichtjuden, zugänglich. In
> einem begrenzten Bereich dieses riesigen Platzes hat man sich auch
> die Stände der Geldwechsler vorzustellen und der Händler, die
> Opfertiere zum Kauf anboten (Mt 21,12). - Mit dem Tempelvorhang, der
> beim Sterben Jesu zerriß (Mk 15,38), dürfte der vor dem
> 'Allerheiligsten' gemeint sein. Das Zeichen ist wahrscheinlich im
> Licht von Mk 15,29; 14,58; 13,2 zu verstehen; es bedeutet den
> Untergang des Tempels. Der Jerusalemer Tempel wurde 70 n. Chr. bei
> der Eroberung Jerusalems durch Titus zerstört und nie wieder
> aufgebaut.
> 
> 20:13   Tempeldirne: In den altorientalischen Fruchtbarkeitskulten (
> Baal) war die Prostitution im Zusammenhang mit der Gottesverehrung
> weit verbreitet. Zu Zeiten gab es auch in Israel unter
> kanaanitischem Einfluss Tempeldirnen. Einige Könige und Propheten
> bekämpften diese Zustände (2. Kön 23,7).
> 
> 20:14   Tempelgroschen: Jeder erwachsene Jude hatte jährlich einmal eine
> Steuer für den  Tempel in Jerusalem zu zahlen. Sie wird auf 2.
> Mose 30,11-16 zurückgeführt und betrug etwa den doppelten Tageslohn
> eines Arbeiters. Nur Priester und z. T. auch  Schriftgelehrte
> waren von dieser Steuer befreit. Die Münze, die in Mt 17,24-27
> erwähnt wird, entspricht dem Steuersatz für zwei Personen.
> 
> 20:15   Tempelweihe: (Joh 10,22) Das Fest, das zur Erinnerung an die
> Wiedereinweihung des Tempels durch Judas Makkabäus im Jahr 165 v.
> Chr. jährlich 8 Tage lang gefeiert wurde (vgl. 1. Makk 4,59; 2. Makk
> 1,9).
> 
> 20:16   Tenne:  Dreschschlitten.
> 
> 20:17   Teufel:  Satan.
> 
> 20:18   Theudas: (Apg 5,36) Ein jüdischer Widerstandskämpfer dieses Namens
> ist 44-46 n. Chr. aufgetreten und durch den römischen Prokurator
> Fadus enthauptet worden.
> 
> 20:19   Tiberius: Römischer Kaiser 14-37 n. Chr.
> 
> 20:20   Tiefen des Satans: Wahrscheinlich behaupten die falschen Lehrer
> von Offb 2,24, die 'tiefen Geheimnisse der Gottheit' zu erforschen.
> Johannes bezeichnet ihre Erkenntnis als Teufelswissen.
> 
> 20:21   Tod, zweiter: (Offb 21,8) Der Tod, aus dem es keine Auferstehung
> mehr gibt: die ewige Verdammnis am Tag des letzten Gerichts.
> 
> 20:22   Tofet: (2. Kön 23,10; Jer 7,31-32; 19,6; 19,11-13) Die Stätte des
> Molochkults im Hinnomtal bei Jerusalem ( Moloch).
> 
> 20:23   Totenklage: Die Trauer um einen Verstorbenen wurde im Altertum
> durch laut ausgestoßene Klagerufe zum Ausdruck gebracht (Jer 22,18).
> Man beschränkte sich jedoch nicht auf den Ausdruck persönlicher
> Trauer, sondern ließ die Totenklage auch von eigens dafür bestellten
> Personen ausüben (»Klageweiber«, Jer 9,16). Ihre normale Dauer
> betrug sieben Tage, für besonders angesehene Verstorbene dreißig
> Tage (5. Mose 34,18).
> 
> 20:24   Totenreich: Unterirdischer Aufenthaltsbereich der Verstorbenen,
> die dort in schattenhafter Weise weiterleben (Hes 32,17-32). In der
> Offenbarung an Johannes (1,18; 20,13) ist die Totenwelt das Reich,
> in dem der Tod herrscht, der Aufenthaltsort der Toten bis zur
> Auferstehung.
> 
> 20:25   Tragakant: Wie Mastix und Ladanum Gewürzstoff aus dem Harz
> gewisser Bäume oder Sträucher, auch zum Räuchern gebraucht.
> 
> 20:26   Trankopfer:  Opfer.
> 
> 20:27   Trauer (-bräuche, -brot): Die Trauer um einen Verstorbenen wird im
> alten Israel außer durch die  Totenklage durch eine Anzahl
> auffallender Trauerbräuche zum Ausdruck gebracht. Man zerreißt die
> Kleidung, legt den  »Sack« an, nimmt den Turban ab und läßt Haar
> und Bart ungepflegt. Auf den Kopf streut man sich Staub oder Asche,
> schlägt sich an Brust oder Hüften, rauft sich das Haar oder
> schneidet es ab und fügt sich Schnittwunden zu. Ähnlich ist das
> Verhalten bei einem Unglücksfall. Das »Trauerbrot« (Jer 16,7; Hes
> 24,17) soll - als Gabe der Nachbarn und Freunde - nach einer Zeit
> des Fastens den oder die Trauernden in die Welt der Lebenden
> zurückholen.
> 
> 20:28   Tröster: Im Johannesevangelium wird der heilige  Geist der
> Tröster oder Helfer genannt, der Jesus vertritt, wenn er zum Vater
> geht (Joh 14,16). Er führt das Werk Jesu weiter, aber so, dass in ihm
> kein anderer als Jesus selbst zur Gemeinde kommt (Joh 14,18; vgl.
> 15,26).
> 
> 20:29   Tubal:  Meschech.
> 
> 20:30   Tüpfelchen: (Mt 5,18; Lk 16,17) Ein Strich, ein Häklein an einem
> Buchstaben.
> 
>          - U -
> 
> 21:1    Ulai: (Dan 8,2) Ein Fluß in Persien.
> 
> 21:2    unbeschnitten, Unbeschnittene: Die  Beschneidung gilt in Israel
> als Zeichen des  Bundes mit Gott. 'Unbeschnitten' kann deshalb zu
> einem Schimpfwort werden für Angehörige von Völkern, die nicht wie
> Israel in einem besonderen Verhältnis zu Gott stehen. Es kann sogar
> auf Völker angewandt werden, die selbst die Beschneidung geübt haben
> (Ägypten und Tyrus = Phönizien in Hes 32,1-32). Entstanden ist das
> Schimpfwort wahrscheinlich in der Auseinandersetzung mit den 
> Philistern, die als die nächsten Nachbarn den Israeliten lange Zeit
> schwer zu schaffen machten (vgl. 1. Sam 17,26).
> 
> 21:3    unrein, Unreinheit:  rein.
> 
> 21:4    ungesäuert:  Brot, ungesäuertes;  Sauerteig. Zum Fest der
> ungesäuerten Brote  Passa.
> 
> 21:5    Unzucht: Das Wort bezeichnet im Neuen Testament vor allem den
> Verkehr mit Prostituierten, aber darüber hinaus in einem umfassenden
> Sinn Vergehen im Bereich der Sexualität. Gelegentlich bezieht es
> sich auf Ehen innerhalb bestimmter Verwandtschaftsgrade, die nach
> dem Gesetz Moses verboten waren (so wohl Offb 2,20; Mt 5,32; 19,9).
> Hierher gehört die Vorschrift von Apg 15,20; 15,29, die im
> Zusammenhang steht mit anderen Vorschriften, die sich sämtlich in 3.
> Mose 17,1-16 finden: das Verbot des Götzenopfers (17,7), das Verbot
> des Blutgenusses (17,10-12) und des Genusses von ungeschächteten
> Tieren (17,13-16). Alle diese Vorschriften gelten nicht nur für die
> Israeliten, sondern ebenso für die Fremden, die unter ihnen leben
> (17,8; 17,10; 17,13; 17,15; 18,26). Nach Apg 15,20 wurden sie auch
> den Christen aus nicht-jüdischen Völkern auferlegt - offensichtlich
> aus Rücksicht auf die gesetzestreuen Judenchristen, die sich sonst
> durch den Umgang mit ihnen verunreinigt hätten ( rein) . - Im
> übertragenen Sinn bezeichnet »Unzucht« seit Hosea (1,2; 3,1) den
> Ungehorsam gegenüber Gott und die Hinwendung zu anderen Göttern, die
> in Kanaan oft zugleich mit sexueller Zügellosigkeit verbunden war
> ( Baal).
> 
>          - V -
> 
> 22:1    Verlobung: (Mt 1,18; Lk 1,27; 2,5) Die jüdische Verlobung stellt
> ein rechtsverbindliches Eheversprechen dar. Die eheliche
> Gemeinschaft wird erst nach der Heimholung der Braut durch den
> Bräutigam (d. h. nach der Hochzeit) aufgenommen.
> 
> 22:2    verschneiden, Verschnittener: Hofbeamte waren in manchen Teilen
> der Alten Welt Eunuchen, d. h. künstlich zeugungsunfähig gemacht
> (dazu zählt auch der Kämmerer in Apg 8,27). Ein solcher Eingriff war
> für das Empfinden des antiken Menschen vor allem deshalb
> schwerwiegend, weil er das Fortleben in den Nachkommen unmöglich
> machte. In Israel war der Eunuch überdies vom Tempelgottesdienst
> ausgeschlossen; er durfte allenfalls den äußeren Vorhof betreten (5.
> Mose 23,2). Erst allmählich bahnt sich ein Wandel der Auffassung an
> (Jes 56,3-5; Weish 3,14).
> 
> 22:3    Versöhnungstag:  Feste.
> 
> 22:4    Vorderasien: In den Makkabäerbüchern keine geographische
> Bezeichnung, sondern das Seleuzidenreich, das 312 v. Chr. aus dem
> asiatischen Teil des Alexanderreichs entstanden ist. »Asien«
> bezeichnet in 2. Makk 10,24 einen nicht näher bestimmten Teil des
> Seleuzidenreichs, vielleicht Zilizien; zum Neuen Testament 
> Asien.
> 
> 22:5    Vorhof:  Tempel.
> 
>          - W -
> 
> 23:1    Wagen (Streitwagen): Eine zugleich bewegliche und 'schwere'
> Waffengattung. Der Streitwagen war in der Regel mit zwei Mann
> besetzt, dem Wagenlenker und dem Schützen; gelegentlich kam noch ein
> Schildhalter dazu. Manchmal waren die Radnaben mit Sicheln bestückt,
> die, wenn sie in ein Heer hineinfuhren, die Gegner zerfetzten.
> 
> 23:2    Wahrheit: 'Wahr' kann im Hebräischen nicht nur eine Aussage sein,
> sondern auch eine Person oder Sache. Wahr ist etwas, wenn es hält,
> was es verspricht; Wahrheit meint Zuverlässigkeit, Beständigkeit,
> Treue, haltgebende Wirklichkeit. Diese Art von Wahrheit kommt vor
> allem Gott zu; in Römer 3,7 und 15,8 muß das Wort geradezu mit
> »(Bundes-)Treue« übersetzt werden. Bei Johannes bezeichnet
> 'Wahrheit' die in Jesus zugängliche Wirklichkeit Gottes, die für die
> Menschen Freiheit (Joh 8,31-32), Licht (3,21) und Leben (14,6)
> bedeutet. Nach Jesu Abschied bleibt die 'Wahrheit' durch den 
> Geist Gottes zugänglich, ja wird jetzt erst recht erschlossen
> (16,12-15); sie muß das Leben der Glaubenden bestimmen (4,23-24; 1.
> Joh 1,6; 1,8; 2,4).
> 
> 23:3    Walker: (Jes 7,3) Er bearbeitete Stoffe in einem laugehaltigen
> Wasser durch Stampfen und Schlagen, bis die Härchen sich verfilzten.
> 
> 23:4    Wallen: a) = überwallen (Ps 46,4); b) = wallfahren, eine Wallfahrt
> machen (Ps 42,5).
> 
> 23:5    Wasser, lebendiges: In 1. Mose 26,19; Jer 2,13 Quellwasser; als
> Bild bleibenden Lebens gebraucht in Sach 14,8; Joh 4,10; 7,38; vgl.
> Offb 7,17; 21,6; 22,1; 22,17.
> 
> 23:6    weben; leben und weben: (1. Mose 1,21; Hes 47,9; Apg 17,28) Sich
> regen und bewegen.
> 
> 23:7    Weberbaum: (1. Sam 17,7) So heißen die Querstangen an den beiden
> Enden des Webstuhls, an denen die Kettfäden befestigt wurden. Sie
> konnten eine beträchtliche Dicke erreichen.
> 
> 23:8    Weihrauch: Ein weißes Baumharz, dessen Verbrennung einen
> kräftigen, würzigen Duft verbreitet. Zum 'Räuchern' im Jerusalemer
> Tempel wurde eine besondere Weihrauchmischung verwendet (2. Mose
> 30,34-38). Gold, Weihrauch und  Myrrhe (Mt 2,11) sind Gaben, die
> eines Königs würdig sind.
> 
> 23:9    Weise: Das so übersetzte griechische Wort (magoi = unser 'Magier')
> bezeichnete zunächst die Mitglieder einer persischen Priesterkaste,
> die sich mit Sternkunde und Astrologie befaßten, sodann allgemein
> babylonische und sonstige Astrologen.
> 
> 23:10   Welt, diese: Die Welt ist Gottes Schöpfung (Joh 1,1-3), und Gott
> hat die Welt so geliebt, dass er ihr seinen einzigen Sohn sandte (Joh
> 3,16). Weil aber die Welt die Finsternis mehr liebt als das Licht
> (3,19) und das Lebenswasser (4,10) und Lebensbrot (6,35) von sich
> weist, d. h. Jesus nicht aufnimmt, wird sie zu »dieser Welt«: der
> finsteren Welt, deren Herrscher der  Satan ist (12,31), der Welt,
> die unter dem Gericht Gottes steht (3,19). Dass 'diese Welt' von der
> Macht des Bösen beherrscht ist, kommt auch an anderen Stellen des
> Neuen Testaments zum Ausdruck (Gal 1,4; Eph 6,12). Wer durch
> Christus von seinen Sünden befreit und neugemacht worden ist, ist
> schon jetzt der Macht des Bösen entrissen und zählt nicht mehr zu
> 'dieser Welt', auch wenn er noch in ihr lebt. Er zeigt das durch ein
> gewandeltes Verhalten (Röm 12,2; 1. Kor 5,9-11); aber er wartet
> zugleich auf die neue Welt, in der das Gute die einzige Macht ist
> (2. Petr 3,13).
> 
> 23:11   worfeln, Worfschaufel: Mit einer Worfschaufel warf man bei Wind
> das gedroschene Getreide in die Luft, um es von der Spreu zu
> trennen.
> 
> 23:12   Wort, Das: (Joh 1,1-4; 1,14) Im griechisch-sprechenden Judentum
> gab es zur Zeit des Neuen Testaments Vorstellungen über die
> 'Weisheit' Gottes: Sie galt als erstes Geschöpf und als Mittlerin
> bei der Schöpfung, denn durch sie wurde die Welt geschaffen (vgl.
> Spr 8,22-31; Sir 1,4; 1,9). Sie stieg dann zu den Menschen herunter,
> wurde von ihnen verworfen und kehrte wieder zu Gott zurück. In
> ähnlicher Weise konnte auch vom 'Wort' gesprochen werden. Joh 1,1-18
> erinnert an solche Aussagen. Doch wird hier gesagt, dass das Wort
> nicht erstes Geschöpf, sondern von allem Anfang an bei Gott war, und
> im Gegensatz zu jenen Gedanken heißt es hier, dass das Wort, das
> selbst Gott ist, in Jesus Christus wirklicher Mensch wurde. Durch
> 'das Wort' wurde die Welt geschaffen, und durch 'das Wort' spricht
> Gott zu seiner Welt. Ist Jesus 'das Wort', so wird damit bezeugt,
> dass in ihm wirklich Gott selbst den Menschen begegnet.
> 
>          - Y -
> 
> 24:1    Ysop: (2. Mose 12,22; 4. Mose 19,18; Ps 51,9; Joh 19,29) Ein
> Strauch, dessen Büschel bei der kultischen Reinigung zur Besprengung
> gebraucht wurden. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Ysopkraut,
> das auch beim Passafest verwendet wird, nicht um den echten Ysop,
> der in Palästina nicht vorkommt, sondern um Majoran. Wenn in Joh
> 19,29 an diese Pflanze gedacht ist, muß man sich das Kreuz sehr
> niedrig vorstellen.
> 
>          - Z -
> 
> 25:1    Zebaoth: (2. Sam 5,10; 1. Kön 22,19; Hos 12,6; Am 3,13) »Gott
> Zebaoth« heißt »Gott der Heerscharen«. Dabei ist wohl nicht an die
> Heerscharen Israels (1. Sam 17,45) gedacht, sondern an himmlische
> Scharen (Engel; Lk 2,13).
> 
> 25:2    Zehn Städte: Zur Zeit Jesu ein Verband von (ursprünglich zehn)
> überwiegend ostjordanischen Städten mit hauptsächlich nichtjüdischer
> Bevölkerung. Das Gebiet galt als heidnischer Fremdkörper im Heiligen
> Land.
> 
> 25:3    Zehnter: Der zehnte Teil vom Ernteertrag (Korn, Wein, Öl) mußte
> als Gabe an Gott und zum Unterhalt der Priester ans Heiligtum
> abgeliefert werden. Später wurden auch die Armen bedacht. Auch vom
> Vieh wurde später der Zehnte entrichtet. Dahinter steht wie bei der
> Gabe der  Erstgeburt und der  Erstlinge der Gedanke, dass aller
> Ernte- und Viehsegen Gott zu verdanken ist. Weil im 4. und 5.
> Mosebuch die Zehntgesetze verschiedener Zeiten überliefert sind (4.
> Mose 18,20-32; 5. Mose 14,22-29), konnte man im Judentum aus diesem
> Nebeneinander die Einrichtung eines zweiten und dritten Zehnten
> ableiten (Tob 1,6-8). Die  Pharisäer gaben den Zehnten selbst vom
> Ertrag der kleinsten Gartenkräuter (Mt 23,23) und von ihren
> sämtlichen Einkünften (Lk 18,12).
> 
> 25:4    Zeloten: Diese jüdische Partei der 'Eiferer' verweigerte aus
> religiösen Gründen die Unterwerfung unter das heidnische Römerreich
> und lehnte es ab, den Römern Steuern zu bezahlen (vgl. Mk 12,13-17).
> Sie erwarteten ein nationalistisches Reich unter einem neuen 
> David. Den Anbruch dieses messianischen Reiches versuchten sie durch
> gewalttätige Aktionen herbeizuzwingen. Die Zeloten standen hinter
> den Aufständen gegen Rom, die 70 n. Chr. zur Zerstörung Jerusalems
> durch die Römer führten. Unter den Jüngern Jesu war neben dem
> ehemaligen Zollbeamten, der mit der Besatzungsmacht
> zusammengearbeitet hatte, auch ein früheres Glied dieser
> Untergrundbewegung, Simon der Zelot (»Eiferer« Lk 6,15; Apg 1,13).
> 
> 25:5    Zeltmacher: (Apg 18,3) Es ist nicht sicher auszumachen, ob Paulus
> und sein Berufsgenosse Aquila Zelttuch oder Decken, etwa
> Ziegenhaartücher, hergestellt haben. Paulus legt Wert darauf, dass er
> sich seinen Unterhalt mit eigener Hand verdient (1. Kor 9,1-27).
> 
> 25:6    Zeus: Oberster Gott der Griechen, bei den Römern mit Jupiter
> gleichgesetzt.
> 
> 25:7    Zilizien: Landschaft in Kleinasien. Wichtiges Gebiet auf dem Weg
> nach Syrien. Offensichtlich berühmt wegen seiner Pferdezucht (1. Kön
> 10,28). Die Hauptstadt war Tarsus.
> 
> 25:8    Zimbel: (2. Sam 6,5; Ps 150,5) Schlaginstrument in Tellerform.
> Bestandteil der Tempelmusik.
> 
> 25:9    Zinne: Mauerzinne. Die Zinne des Tempels (Mt 4,5) war vielleicht
> ein Balkon an der mächtig aufragenden Mauer, die den Tempelplatz
> trug.
> 
> 25:10   Zion: Ursprünglicher Name der von David eroberten Jebusiterfestung
> (2. Sam 5,7), der dann so genannten »Davidsstadt«. Später geht der
> Name auf den Tempelberg über und wird schließlich zur Bezeichnung
> für ganz Jerusalem und seine Bewohner.
> 
> 25:11   Zoan: (Ps 78,12; Jes 19,13; 30,4) Eine Stadt im östlichen Teil des
> Nildeltas.
> 
> 25:12   Zölesyrien: (1. Makk 10,69; 2. Makk 3,5) Der südliche Teil des
> Seleuzidenreichs mit Damaskus als Hauptort.
> 
> 25:13   Zöllner: Zur Zeit des Neuen Testaments wurden in Palästina die
> Zölle eines Bezirks, wie Marktzölle, Grenzzölle usw. verpachtet,
> wahrscheinlich an den Meistbietenden. Die Pächter ihrerseits hatten
> wieder Unterpächter angestellt. Auch sie mußten einen bestimmten
> Betrag abliefern, kassierten jedoch den Zoll in die eigene Tasche.
> Es gab zwar feste Tarife, doch verleitete dieses System zum Betrug.
> Kein Wunder, dass die Zöllner Dieben und Räubern gleichgestellt
> waren. Da die Zolleinnehmer überdies im Dienst der heidnischen
> (römischen) Besatzungsmacht standen und durch ihren Beruf viel
> Kontakt mit Nichtjuden hatten, galten sie als »unrein« ( rein).
> Von den Frommen wurden sie verachtet und gehaßt.
> 
> 25:14   Zuchtmeister: (Gal 3,24-25) Der Sklave, der im vornehmen
> griechischen Haus mit der Erziehung der Knaben beauftragt war; von
> Paulus als Bild für den Dienst benutzt, den das fordernde Gesetz
> Gottes tun sollte.
> 
> 25:15   Zunge, Zungenrede: Das Wort für Zunge bedeutet in den biblischen
> Ursprachen zugleich »Sprache« (1. Mose 11,1-9). Als eine Gabe des
>  Geistes galt in den ersten Christengemeinden das Reden »in
> Zungen« (Apg 10,46; 19,6; 1. Kor 14,2): ein Reden oder Beten in der
> Verzückung (Ekstase), in Lauten, die ohne Auslegung nicht
> verständlich sind. In der Gemeinde von Korinth (1. Kor 14,1-40)
> wurde diese Gabe als ein besonders wertvoller Erweis des Geistes
> angesehen und von einem Teil der Gemeindeglieder stark überschätzt.
> Eine neue Art geistgewirkten Redens »in Zungen« (= verständlichen
> Sprachen) bezeugt Apg 2,4. Nach heutigen Erfahrungen geschieht das
> »Zungenreden« bei vollem Bewußtsein, jedoch so, dass der Sprecher
> sich dem Wirken des Geistes öffnet. Es wird von einer wachsenden
> Zahl als eine Weise des Gebets und als Mittel persönlicher Erbauung
> geschätzt.
>
> — *99ERKLAER*

