# RICHTER

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> Israels Kämpfe bei der Einwanderung
> 
> 1:1     Nach dem Tod Josuas befragten die Israeliten den HERRN und
> sprachen: Wer soll unter uns zuerst hinaufziehen, Krieg zu führen
> gegen die Kanaaniter?
> (1 und 2) 1. Mose 49,8;  Kap 18,5; 20,18; 2. Mose 28,30
> 4. Mose 27,21
> 
> 1:2    Der HERR sprach: Juda soll hinaufziehen. Siehe, ich habe das Land in
> seine Hand gegeben.
> 
> 1:3    Da sprach Juda zu seinem Bruder Simeon: Zieh mit mir hinauf in mein
> Erbteil und laß uns mit den Kanaanitern kämpfen, dann will auch ich
> mit dir ziehen in dein Erbteil. So zog Simeon mit ihm.
> 
> 1:4    Als nun Juda hinaufzog, gab der HERR die Kanaaniter und Perisiter in
> ihre Hände, und sie schlugen bei Besek zehntausend Mann
> 
> 1:5    und fanden den Adoni-Besek zu Besek und kämpften mit ihm und
> schlugen die Kanaaniter und Perisiter.
> 
> 1:6    Aber Adoni-Besek floh, und sie jagten ihm nach. Und als sie ihn
> ergriffen, hieben sie ihm die Daumen ab an seinen Händen und Füßen.
> 
> 1:7    Da sprach Adoni-Besek: Siebzig Könige mit abgehauenen Daumen an
> Händen und Füßen lasen auf unter meinem Tisch. Wie ich getan habe,
> so hat mir Gott vergolten. Und man brachte ihn nach Jerusalem; dort
> starb er.
> 
> 1:8    Aber Juda kämpfte gegen Jerusalem und eroberte es und schlug es mit
> der Schärfe des Schwerts und zündete die Stadt an.
> Vers 21
> 
> 1:9    Danach zog Juda hinab, um gegen die Kanaaniter zu kämpfen, die auf
> dem Gebirge und im Südland und im Hügelland wohnten.
> Jos 10,40; 11,16-20
> 
> 1:10    Und Juda zog gegen die Kanaaniter, die in Hebron wohnten - Hebron
> aber hieß vorzeiten Kirjat-Arba -, und sie erschlugen den Scheschai
> und Ahiman und Talmai
> (10-15) Jos 15,13-19
> 
> 1:11   und zogen von dort gegen die Einwohner von Debir. Debir aber hieß
> vorzeiten Kirjat-Sefer.
> 
> 1:12   Und Kaleb sprach: Wer Kirjat-Sefer schlägt und erobert, dem will ich
> meine Tochter Achsa zur Frau geben.
> Jos 15,16
> 
> 1:13   Da eroberte es Otniël, der Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders von
> Kaleb. Und Kaleb gab ihm seine Tochter Achsa zur Frau.
> 
> 1:14   Und es begab sich, als sie zu ihm kam, beredete er sie, ein Stück
> Land zu fordern von ihrem Vater. Und sie stieg vom Esel. Da sprach
> Kaleb zu ihr: Was willst du?
> 
> 1:15   Sie sprach: Gib mir eine Segensgabe! Denn du hast mich nach dem
> dürren Südland gegeben; gib mir auch Wasserquellen! Da gab er ihr
> die oberen und unteren Quellen.
> 
> 1:16   Und die Nachkommen des Keniters Hobab, mit dem Mose verschwägert
> war, zogen herauf aus der Palmenstadt mit den Männern von Juda in
> die Wüste Juda, die im Süden von Arad liegt, und gingen hin und
> wohnten mitten unter dem Volk.
> Kap 4,11; 4. Mose 10,29;  Jos 12,14
> 
> 1:17   Und Juda zog hin mit seinem Bruder Simeon, und sie erschlugen die
> Kanaaniter in Zefat und vollstreckten den Bann an ihnen und nannten
> die Stadt Horma.
> 5. Mose 20,12-18
> 
> 1:18   Doch eroberte Juda nicht Gaza mit seinem Gebiet und Aschkelon mit
> seinem Gebiet und Ekron mit seinem Gebiet.
> 
> 1:19   Dennoch war der HERR mit Juda, daß es das Gebirge einnahm; es konnte
> aber die Bewohner der Ebene nicht vertreiben, weil sie eiserne Wagen
> hatten.
> 
> 1:20   Und sie gaben dem Kaleb Hebron, wie Mose gesagt hatte, und er
> vertrieb daraus die drei Söhne des Anak.
> Jos 14,6-15
> 
> 1:21   Aber Benjamin vertrieb die Jebusiter nicht, die in Jerusalem
> wohnten, sondern die Jebusiter wohnten bei denen von Benjamin in
> Jerusalem bis auf diesen Tag.
> Vers 8; Jos 15,63; 18,28
> 
> 1:22   Auch das Haus Josef zog hinauf nach Bethel, und der HERR war mit
> ihnen.
> 
> 1:23   Und das Haus Josef ließ Bethel auskundschaften; die Stadt hieß
> vorzeiten Lus.
> 1. Mose 28,19; Jos 12,16
> 
> 1:24   Und die Späher sahen einen Mann aus der Stadt gehen und sprachen zu
> ihm: Zeige uns, wo wir in die Stadt kommen, so wollen wir
> Barmherzigkeit an dir tun.
> 
> 1:25   Und als er ihnen zeigte, wo sie in die Stadt kämen, schlugen sie die
> Stadt mit der Schärfe des Schwerts; aber den Mann und sein ganzes
> Geschlecht ließen sie gehen.
> Jos 6,25
> 
> 1:26   Da zog der Mann ins Land der Hetiter und baute eine Stadt und nannte
> sie Lus; die heißt noch heutigentags so.
> 
> 1:27   Und Manasse vertrieb nicht Bet-Schean und seine Ortschaften noch
> Taanach und seine Ortschaften noch die Einwohner von Dor und seinen
> Ortschaften noch die Einwohner von Jibleam und seinen Ortschaften
> noch die Einwohner von Megiddo und seinen Ortschaften. So blieben
> die Kanaaniter dort im Lande wohnen.
> Jos 17,11-13
> 
> 1:28   Als aber Israel mächtig wurde, machte es die Kanaaniter
> fronpflichtig, vertrieb sie jedoch nicht.
> 
> 1:29   Auch Ephraim vertrieb die Kanaaniter nicht, die in Geser wohnten,
> sondern die Kanaaniter wohnten mitten unter ihnen in Geser.
> Jos 16,10
> 
> 1:30   Auch Sebulon vertrieb nicht die Einwohner von Kitron und Nahalol,
> sondern die Kanaaniter wohnten mitten unter ihnen und waren
> fronpflichtig.
> Jos 19,15
> 
> 1:31   Asser vertrieb nicht die Einwohner von Akko noch die Einwohner von
> Sidon, von Mahaleb, von Achsib, von Helba, von Afek und von Rehob;
> 
> 1:32   sondern die von Asser saßen mitten unter den Kanaanitern, die im
> Land wohnten, denn sie vertrieben sie nicht.
> 
> 1:33   Naftali vertrieb die Einwohner nicht von Bet-Schemesch noch von
> Bet-Anat, sondern saß mitten unter den Kanaanitern, die im Lande
> wohnten. Aber die von Bet-Schemesch und von Bet-Anat wurden
> fronpflichtig.
> Jos 19,38
> 
> 1:34   Und die Amoriter drängten die Daniter aufs Gebirge und ließen nicht
> zu, daß sie herunter in die Ebene kämen.
> 
> 1:35   Und die Amoriter blieben wohnen auf dem Gebirge Heres, in Ajalon
> und in Schaalbim. Doch wurde ihnen die Hand des Hauses Josef zu
> schwer, und sie wurden fronpflichtig.
> Jos 19,42
> 
> 1:36   Und das Gebiet der Edomiter ging vom Skorpionensteig, von der
> Felsenstadt und weiter hinauf.
> 
>          Der Engel des HERRN droht Israel
> 
> 2:1    Es kam aber der Engel des HERRN herauf von Gilgal nach Bochim und
> sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und ins Land
> gebracht, das ich euren Vätern zu geben geschworen habe, und
> gesprochen, ich wollte meinen Bund mit euch nicht brechen ewiglich.
> 
> 2:2    Ihr aber solltet keinen Bund schließen mit den Bewohnern dieses
> Landes und ihre Altäre zerbrechen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht
> gehorcht. Warum habt ihr das getan?
> 5. Mose 7,2-5
> 
> 2:3    Da sprach ich: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie
> euch zum Fangstrick werden und ihre Götter zur Falle.
> Jos 23,13
> 
> 2:4    Und als der Engel des HERRN diese Worte zu ganz Israel geredet
> hatte, erhob das Volk seine Stimme und weinte.
> 
> 2:5    Und sie nannten die Stätte Bochim und opferten dort dem HERRN.
> d. h. die Weinenden.
> 
> Israels Untreue gegen Gott während der Richterzeit
> 
> 2:6     Als Josua das Volk entlassen hatte und die Israeliten hingezogen
> waren, ein jeder in sein Erbteil, um das Land einzunehmen,
> (6-10) Jos 24,29-31
> 
> 2:7    diente das Volk dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die
> noch lange nach Josua lebten und alle die großen Werke des HERRN
> gesehen hatten, die er an Israel getan hatte.
> 
> 2:8    Da starb Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, als er
> hundertundzehn Jahre alt war.
> 
> 2:9    Und sie begruben ihn im Gebiet seines Erbteils in Timnat-Heres auf
> dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berge Gaasch.
> 
> 2:10   Als auch alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu ihren Vätern
> versammelt waren, kam nach ihnen ein anderes Geschlecht auf, das den
> HERRN nicht kannte noch die Werke, die er an Israel getan hatte.
> 
> 2:11   Da taten die Israeliten, was dem HERRN mißfiel, und dienten den
> Baalen
> 
> 2:12   und verließen den HERRN, den Gott ihrer Väter, der sie aus
> Ägyptenland geführt hatte, und folgten andern Göttern nach von den
> Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und
> erzürnten den HERRN.
> 
> 2:13   Denn sie verließen je und je den HERRN und dienten dem Baal und den
> Astarten.
> 
> 2:14   So entbrannte denn der Zorn des HERRN über Israel, und er gab sie in
> die Hand von Räubern, die sie beraubten, und verkaufte sie in die
> Hände ihrer Feinde ringsumher. Und sie konnten nicht mehr ihren
> Feinden widerstehen,
> 
> 2:15   sondern sooft sie auszogen, war des HERRN Hand wider sie zum
> Unheil, wie denn der HERR ihnen gesagt und geschworen hatte. Und sie
> wurden hart bedrängt.
> 3. Mose 26,17; 5. Mose 2,15; 28,20; 1. Sam 12,15
> 
> 2:16   Wenn dann der HERR Richter erweckte, die ihnen halfen aus der Hand
> der Räuber,
> Apg 13,20
> 
> 2:17   so gehorchten sie den Richtern auch nicht, sondern liefen andern
> Göttern nach und beteten sie an und wichen bald von dem Wege, auf
> dem ihre Väter gegangen waren, als sie des HERRN Geboten gehorchten;
> sie jedoch taten nicht wie diese.
> 
> 2:18   Wenn aber der HERR ihnen Richter erweckte, so war der HERR mit dem
> Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der
> Richter lebte. Denn es jammerte den HERRN ihr Wehklagen über die,
> die sie unterdrückten und bedrängten.
> 
> 2:19   Wenn aber der Richter gestorben war, so fielen sie wieder ab und
> trieben es ärger als ihre Väter, indem sie andern Göttern folgten,
> ihnen zu dienen und sie anzubeten. Sie ließen nicht von ihrem Tun
> noch von ihrem halsstarrigen Wandel.
> 2. Mose 32,9
> 
> 2:20   Darum entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er sprach: Weil
> dies Volk meinen Bund übertreten hat, den ich ihren Vätern geboten
> habe, und gehorcht meiner Stimme nicht,
> 
> 2:21   so will ich auch hinfort die Völker nicht vertreiben, die Josua
> übriggelassen hat, als er starb,
> 
> 2:22   damit ich Israel durch sie prüfe, ob sie auf dem Wege des HERRN
> bleiben und darauf wandeln, wie ihre Väter geblieben sind, oder
> nicht.
> Kap 3,1; 3,4; 5. Mose 8,2
> 
> 2:23   So ließ der HERR diese Völker, die er nicht in Josuas Hand gegeben
> hatte, übrig, ohne sie sogleich zu vertreiben.
> Kap 1,28; Ps 106,34
> 
>          Die in Kanaan übriggebliebenen Völker
> 
> 3:1    Dies sind die Völker, die der HERR übrigließ - damit er durch sie
> Israel prüfte, alle, die nichts wußten von den Kriegen um Kanaan,
> Kap 2,22
> 
> 3:2    und die Geschlechter Israels Krieg führen lehrte, die früher nichts
> davon wußten -,
> 
> 3:3    nämlich die fünf Fürsten der Philister und alle Kanaaniter und
> Sidonier und Hiwiter, die am Gebirge Libanon wohnten, vom Berg
> Baal-Hermon an bis dorthin, wo man nach Hamat kommt.
> Jos 13,3
> 
> 3:4    Diese blieben, um Israel durch sie zu prüfen, damit es kundwürde, ob
> sie den Geboten des HERRN gehorchten, die er ihren Vätern durch Mose
> geboten hatte.
> 
> 3:5    Als nun die Israeliten wohnten unter den Kanaanitern, Hetitern,
> Amoritern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern,
> 
> 3:6    nahmen sie deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren
> Söhnen und dienten deren Göttern.
> 5. Mose 7,3
> 
> Der Richter Otniël
> 
> 3:7    Und die Israeliten taten, was dem HERRN mißfiel, und vergaßen den
> HERRN, ihren Gott, und dienten den Baalen und den Ascheren.
> 
> 3:8    Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie
> in die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Mesopotamien; und
> so diente Israel dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre.
> 
> 3:9    Da schrien die Israeliten zu dem HERRN, und der HERR erweckte ihnen
> einen Retter, der sie errettete, Otniël, den Sohn des Kenas, des
> jüngsten Bruders von Kaleb.
> Kap 1,13; Jos 15,17-18
> 
> 3:10   Und der Geist des HERRN kam auf ihn, und er wurde Richter in Israel
> und zog aus zum Kampf. Und der HERR gab den König von Mesopotamien
> Kuschan-Rischatajim in seine Hand, so daß seine Hand über ihn stark
> wurde.
> Kap 6,34
> 
> 3:11   Da hatte das Land Ruhe vierzig Jahre. Und Otniël, der Sohn des
> Kenas, starb.
> 
> Die Richter Ehud und Schamgar
> 
> 3:12   Aber die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN mißfiel. Da machte
> der HERR den Eglon, den König der Moabiter, stark gegen Israel, weil
> sie taten, was dem HERRN mißfiel.
> 
> 3:13   Und er sammelte zu sich die Ammoniter und die Amalekiter und zog hin
> und schlug Israel und nahm die Palmenstadt ein.
> Kap 1,16
> 
> 3:14   Und die Israeliten dienten Eglon, dem König der Moabiter, achtzehn
> Jahre.
> 
> 3:15   Da schrien sie zu dem HERRN, und der HERR erweckte ihnen einen
> Retter, Ehud, den Sohn Geras, den Benjaminiter; der war linkshändig.
> Und als die Israeliten durch ihn Tribut sandten an Eglon, den König
> der Moabiter,
> 
> 3:16   machte sich Ehud einen zweischneidigen Dolch, eine Hand lang, und
> gürtete ihn unter sein Kleid auf seine rechte Hüfte
> 
> 3:17   und brachte Eglon, dem König der Moabiter, den Tribut. Eglon aber
> war ein sehr fetter Mann.
> 
> 3:18   Und als er den Tribut übergeben hatte, entließ er die Leute, die den
> Tribut getragen hatten.
> 
> 3:19   Er selbst aber kehrte um bei den Steinbildern zu Gilgal und ließ
> sagen: Ich habe, o König, dir heimlich etwas zu sagen. Der aber
> gebot: Hinaus! Da gingen hinaus von ihm alle, die um ihn standen.
> 
> 3:20   Und Ehud kam zu ihm hinein. Er aber saß in dem kühlen Obergemach,
> das für ihn allein bestimmt war. Und Ehud sprach: Ich habe ein Wort
> von Gott an dich. Da stand er auf von seinem Thron.
> 
> 3:21   Ehud aber streckte seine linke Hand aus und nahm den Dolch von
> seiner rechten Hüfte und stieß ihm den in den Bauch,
> 2. Sam 20,9-10
> 
> 3:22   daß nach der Schneide noch der Griff hineinfuhr und das Fett die
> Schneide umschloß; denn er zog den Dolch nicht aus seinem Bauch.
> 
> 3:23   Aber Ehud ging zum Nebenraum hinaus, machte die Tür des Obergemachs
> hinter sich zu und verschloß sie.
> 
> 3:24   Als er nun hinausgegangen war, kamen die Leute des Königs und sahen,
> daß die Tür verschlossen war, und sprachen: Er ist vielleicht
> austreten gegangen in die Kammer am Obergemach.
> 
> 3:25   Als sie aber allzu lange gewartet hatten und niemand die Tür des
> Gemachs auftat, nahmen sie den Schlüssel und schlossen auf. Siehe,
> da lag ihr Herr auf der Erde tot.
> 
> 3:26   Ehud aber war entronnen, während sie gewartet hatten, und ging an
> den Steinbildern vorüber und entkam bis nach Seïra.
> 
> 3:27   Und als er hineinkam, blies er die Posaune auf dem Gebirge Ephraim.
> Und die Israeliten zogen mit ihm vom Gebirge und er vor ihnen her,
> 
> 3:28   und er sprach zu ihnen: Schnell mir nach! Denn der HERR hat die
> Moabiter, eure Feinde, in eure Hände gegeben! Und sie jagten ihm
> nach und besetzten die Furten am Jordan, die nach Moab gehen, und
> ließen niemand hinüber
> 
> 3:29   und erschlugen zu jener Zeit die Moabiter, etwa zehntausend Mann,
> alles starke und streitbare Männer, so daß auch nicht einer entrann.
> 
> 3:30   So wurden die Moabiter zu jener Zeit unter die Hand Israels
> gedemütigt. Und das Land hatte Ruhe achtzig Jahre.
> 
> 3:31   Nach ihm kam Schamgar, der Sohn Anats. Der erschlug sechshundert
> Philister mit einem Ochsenstecken, und auch er errettete Israel.
> Kap 5,6
> 
>          Die Richterin Debora und Barak besiegen Sisera
> 
> 4:1    Aber die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN mißfiel, als Ehud
> gestorben war.
> 
> 4:2    Und der HERR verkaufte sie in die Hand Jabins, des Königs von
> Kanaan, der zu Hazor herrschte, und sein Feldhauptmann war Sisera;
> der wohnte in Haroschet der Heiden.
> Jos 11,1
> 
> 4:3    Und die Israeliten schrien zum HERRN, denn Jabin hatte neunhundert
> eiserne Wagen und unterdrückte die Israeliten mit Gewalt zwanzig
> Jahre.
> 
> 4:4    Zu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, die Frau
> Lappidots.
> 
> 4:5    Sie hatte ihren Sitz unter der Palme Deboras zwischen Rama und
> Bethel auf dem Gebirge Ephraim. Und die Israeliten kamen zu ihr
> hinauf zum Gericht.
> 1. Mose 35,8
> 
> 4:6    Und sie sandte hin und ließ rufen Barak, den Sohn Abinoams aus
> Kedesch in Naftali, und ließ ihm sagen: Hat dir nicht der HERR, der
> Gott Israels, geboten: Geh hin und zieh auf den Berg Tabor und nimm
> zehntausend Mann mit dir von Naftali und Sebulon?
> Jos 21,32
> 
> 4:7    Ich aber will Sisera, den Feldhauptmann Jabins, dir zuführen an den
> Bach Kischon mit seinen Wagen und mit seinem Heer und will ihn in
> deine Hände geben.
> 
> 4:8    Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir ziehst, so will auch ich
> ziehen; ziehst du aber nicht mit mir, so will auch ich nicht ziehen.
> 
> 4:9    Sie sprach: Ich will mit dir ziehen; aber der Ruhm wird nicht dein
> sein auf diesem Kriegszug, den du unternimmst, sondern der HERR wird
> Sisera in eines Weibes Hand geben. So machte sich Debora auf und zog
> mit Barak nach Kedesch.
> 
> 4:10   Da rief Barak Sebulon und Naftali nach Kedesch; und es zogen hinauf
> ihm nach zehntausend Mann. Debora zog auch mit ihm.
> 
> 4:11   Heber aber, der Keniter, war von den Kenitern, vom Geschlecht
> Hobabs, mit dem Mose verschwägert war, weggezogen und hatte sein
> Zelt aufgeschlagen bei der Eiche in Zaanannim bei Kedesch.
> Kap 1,16; 4. Mose 10,29
> 
> 4:12   Da wurde Sisera angesagt, daß Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg
> Tabor gezogen wäre.
> 
> 4:13   Und er rief alle seine Kriegswagen zusammen, neunhundert eiserne
> Wagen, und das ganze Volk, das mit ihm war, aus Haroschet der Heiden
> an den Bach Kischon.
> 
> 4:14   Debora aber sprach zu Barak: Auf! Das ist der Tag, an dem dir der
> HERR den Sisera in deine Hand gegeben hat, denn der HERR ist
> ausgezogen vor dir her. So zog Barak von dem Berge Tabor hinab und
> die zehntausend Mann ihm nach.
> 
> 4:15   Und der HERR erschreckte den Sisera samt allen seinen Wagen und dem
> ganzen Heer vor der Schärfe von Baraks Schwert, so daß Sisera von
> seinem Wagen sprang und zu Fuß floh.
> Kap 5,20; 1. Mose 35,5; 2. Mose 23,27; 5. Mose 2,25; Jos 2,9-11
> 
> 4:16   Barak aber jagte den Wagen und dem Heer nach bis Haroschet der
> Heiden. Und Siseras ganzes Heer fiel durch die Schärfe des Schwerts,
> so daß auch nicht einer übrigblieb.
> 
> 4:17   Sisera aber floh zu Fuß in das Zelt Jaëls, der Frau des Keniters
> Heber. Denn der König Jabin von Hazor und das Haus Hebers, des
> Keniters, lebten miteinander im Frieden.
> 
> 4:18   Jaël aber ging hinaus Sisera entgegen und sprach zu ihm: Kehre ein,
> mein Herr, kehre ein bei mir und fürchte dich nicht! Und er kehrte
> bei ihr ein in ihr Zelt, und sie deckte ihn mit einer Decke zu.
> 
> 4:19   Er aber sprach zu ihr: Gib mir doch ein wenig Wasser zu trinken,
> denn ich habe Durst. Da öffnete sie den Schlauch mit Milch und gab
> ihm zu trinken und deckte ihn wieder zu.
> 
> 4:20   Und er sprach zu ihr: Tritt in die Tür des Zeltes, und wenn einer
> kommt und fragt, ob jemand hier sei, so sprich: Niemand.
> 
> 4:21   Da nahm Jaël, die Frau Hebers, einen Pflock von dem Zelt und einen
> Hammer in ihre Hand und ging leise zu ihm hinein und schlug ihm den
> Pflock durch seine Schläfe, daß er in die Erde drang. Er aber war
> ermattet in einen tiefen Schlaf gesunken. So starb er.
> 
> 4:22   Als aber Barak Sisera nachjagte, ging ihm Jaël entgegen und sprach
> zu ihm: Komm her! Ich will dir den Mann zeigen, den du suchst. Und
> als er zu ihr hereinkam, lag Sisera tot da, und der Pflock steckte
> in seiner Schläfe.
> 
> 4:23   So demütigte Gott zu der Zeit Jabin, den König von Kanaan, vor
> Israel.
> 
> 4:24   Und die Hand der Israeliten legte sich immer härter auf Jabin, den
> König von Kanaan, bis sie ihn vernichteten.
> 
>          Deboras Siegeslied
> 
> 5:1    Da sangen Debora und Barak, der Sohn Abinoams, zu jener Zeit:
> 
> 5:2    Lobet den HERRN, daß man sich in Israel zum Kampf rüstete und das
> Volk willig dazu gewesen ist.
> 
> 5:3    Höret zu, ihr Könige, und merket auf, ihr Fürsten! Ich will singen,
> dem HERRN will ich singen, dem HERRN, dem Gott Israels, will ich
> spielen.
> 
> 5:4    HERR, als du von Seïr auszogst und einhergingst vom Gefilde Edoms,
> da erzitterte die Erde, der Himmel troff, und die Wolken troffen
> von Wasser.
> 5. Mose 33,2;  Hab 3,3-6
> 
> 5:5    Die Berge wankten vor dem HERRN, der Sinai vor dem HERRN, dem Gott
> Israels.
> Ps 68,9
> 
> 5:6    Zu den Zeiten Schamgars, des Sohnes Anats, zu den Zeiten Jaëls
> waren verlassen die Wege, und die da auf Straßen gehen sollten, die
> wanderten auf ungebahnten Wegen.
> Kap 3,31
> 
> 5:7    Still war's bei den Bauern, ja still in Israel, bis du, Debora,
> aufstandest, bis du aufstandest, eine Mutter in Israel.
> 
> 5:8    Man erwählte sich neue Götter; es gab kein Brot in den Toren. Es
> war kein Schild noch Speer unter vierzigtausend in Israel zu sehen.
> 1. Sam 13,19; 13,22
> 
> 5:9    Mein Herz ist mit den Gebietern Israels, mit denen, die willig waren
> unter dem Volk. Lobet den HERRN!
> 
> 5:10   Die ihr auf weißen Eselinnen reitet, die ihr auf Teppichen sitzet
> und die ihr auf dem Wege gehet: Singet!
> 
> 5:11   Horch, wie sie jubeln zwischen den Tränkrinnen! Da sage man von der
> Gerechtigkeit des HERRN, von der Gerechtigkeit an seinen Bauern in
> Israel, als des HERRN Volk herabzog zu den Toren.
> 
> 5:12   Auf, auf, Debora! Auf, auf und singe ein Lied! Mach dich auf, Barak,
> und fange, die dich fingen, du Sohn Abinoams!
> 
> 5:13   Da zog herab, was übrig war von Herrlichen im Volk. Der HERR zog mit
> mir herab unter den Helden:
> 
> 5:14   aus Ephraim zogen sie herab ins Tal, und nach ihm Benjamin mit
> seinem Volk. Von Machir zogen Gebieter herab und von Sebulon, die
> den Führerstab halten,
> Jos 17,1
> 
> 5:15   und die Fürsten in Issachar mit Debora, wie Issachar so Barak; ins
> Tal folgte er ihm auf dem Fuß. An Rubens Bächen überlegten sie
> lange.
> 
> 5:16   Warum saßest du zwischen den Sattelkörben, zu hören bei den Herden
> das Flötenspiel? An Rubens Bächen überlegten sie lange.
> 
> 5:17   Gilead blieb jenseits des Jordans. Und warum dient Dan auf fremden
> Schiffen? Asser saß am Ufer des Meeres und blieb ruhig an seinen
> Buchten.
> 
> 5:18   Sebulons Volk aber wagte sein Leben in den Tod, Naftali auch auf der
> Höhe des Gefildes.
> 
> 5:19   Könige kamen und stritten; damals stritten die Könige Kanaans zu
> Taanach am Wasser Megiddos, aber Silber gewannen sie dabei nicht.
> 
> 5:20   Vom Himmel her kämpften die Sterne, von ihren Bahnen stritten sie
> wider Sisera.
> 2. Mose 14,25; Jos 10,14
> 
> 5:21   Der Bach Kischon riß sie hinweg, der uralte Bach, der Bach Kischon.
> Tritt einher, meine Seele, mit Kraft!
> 
> 5:22   Da stampften die Hufe der Rosse, ein Jagen ihrer mächtigen Renner.
> 
> 5:23   Fluchet der Stadt Meros, sprach der Engel des HERRN, fluchet,
> fluchet ihren Bürgern, daß sie nicht kamen dem HERRN zu Hilfe, zu
> Hilfe dem HERRN unter den Helden!
> 
> 5:24   Gepriesen sei unter den Frauen Jaël, das Weib Hebers, des Keniters;
> gepriesen sei sie im Zelt unter den Frauen!
> 
> 5:25   Milch gab sie, als er Wasser forderte, Sahne reichte sie dar in
> einer herrlichen Schale.
> Kap 4,19
> 
> 5:26   Sie griff mit ihrer Hand den Pflock und mit ihrer Rechten den
> Schmiedehammer und zerschlug Siseras Haupt und zermalmte und
> durchbohrte seine Schläfe.
> 
> 5:27   Zu ihren Füßen krümmte er sich, fiel nieder und lag da. Er krümmte
> sich, fiel nieder zu ihren Füßen; wie er sich krümmte, so lag er
> erschlagen da.
> 
> 5:28   Die Mutter Siseras spähte zum Fenster hinaus und klagte durchs
> Gitter: Warum zögert sein Wagen, daß er nicht kommt? Warum säumen
> die Hufe seiner Rosse?
> 
> 5:29   Die weisesten unter ihren Fürstinnen antworten, und sie selbst
> wiederholt ihre Worte:
> 
> 5:30   Sie werden wohl Beute finden und verteilen, ein Weib, zwei Weiber
> für jeden Mann, und für Sisera bunte gestickte Kleider zur Beute,
> gewirkte bunte Tücher um den Hals als Beute.
> 
> 5:31   So sollen umkommen, HERR, alle deine Feinde! Die ihn aber
> liebhaben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht! Und
> das Land hatte Ruhe vierzig Jahre.
> 5. Mose 6,5
> 
>          Israel von den Midianitern bedrängt
> 
> 6:1    Und als die Israeliten taten, was dem HERRN mißfiel, gab sie der
> HERR in die Hand der Midianiter sieben Jahre.
> 
> 6:2    Und als die Hand der Midianiter zu stark wurde über Israel, machten
> sich die Israeliten in den Bergen Schluchten zurecht und Höhlen und
> Festungen.
> 
> 6:3    Und immer, wenn Israel gesät hatte, kamen die Midianiter und
> Amalekiter und die aus dem Osten herauf über sie
> 5. Mose 28,33
> 
> 6:4    und lagerten sich gegen sie und vernichteten die Ernte im Land bis
> hin nach Gaza und ließen nichts übrig an Nahrung in Israel, weder
> Schafe noch Rinder noch Esel.
> 
> 6:5    Denn sie kamen herauf mit ihrem Vieh und ihren Zelten wie eine große
> Menge Heuschrecken, so daß weder sie noch ihre Kamele zu zählen
> waren, und fielen ins Land, um es zu verderben.
> 
> 6:6    So wurde Israel sehr schwach vor den Midianitern. Da schrien die
> Israeliten zum HERRN.
> 
> 6:7    Als sie aber zum HERRN schrien um der Midianiter willen,
> 
> 6:8    sandte der HERR einen Propheten zu ihnen, der sprach zu ihnen: So
> spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe euch aus Ägypten
> geführt und aus der Knechtschaft gebracht
> 
> 6:9    und habe euch errettet aus der Hand der Ägypter und aus der Hand
> aller, die euch bedrängten, und habe sie vor euch her ausgestoßen
> und ihr Land euch gegeben
> 
> 6:10   und zu euch gesprochen: Ich bin der HERR, euer Gott! Ihr sollt nicht
> fürchten die Götter der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Aber ihr
> habt meiner Stimme nicht gehorcht.
> 
> Gideon zum Richter berufen
> 
> 6:11   Und der Engel des HERRN kam und setzte sich unter die Eiche bei
> Ofra; die gehörte Joasch, dem Abiësriter. Und sein Sohn Gideon
> drosch Weizen in der Kelter, damit er ihn berge vor den Midianitern.
> Jos 17,2
> 
> 6:12   Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR mit
> dir, du streitbarer Held!
> 
> 6:13   Gideon aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr! Ist der HERR mit uns,
> warum ist uns dann das alles widerfahren? Und wo sind alle seine
> Wunder, die uns unsere Väter erzählten und sprachen: Der HERR hat
> uns aus Ägypten geführt? Nun aber hat uns der HERR verstoßen und in
> die Hände der Midianiter gegeben.
> 
> 6:14   Der HERR aber wandte sich zu ihm und sprach: Geh hin in dieser
> deiner Kraft; du sollst Israel erretten aus den Händen der
> Midianiter. Siehe, ich habe dich gesandt!
> Vers 32; 1. Sam 12,11; Hebr 11,32
> 
> 6:15   Er aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr, womit soll ich Israel
> erretten? Siehe, mein Geschlecht ist das geringste in Manasse, und
> ich bin der Jüngste in meines Vaters Hause.
> 
> 6:16   Der HERR aber sprach zu ihm: Ich will mit dir sein, daß du die
> Midianiter schlagen sollst wie einen Mann.
> 2. Mose 3,12
> 
> 6:17   Er aber sprach zu ihm: Hab ich Gnade vor dir gefunden, so mach mir
> doch ein Zeichen, daß du es bist, der mit mir redet.
> 
> 6:18    Geh nicht fort, bis ich wieder zu dir komme und bringe meine Gabe
> und lege sie vor dir hin. Er sprach: Ich will bleiben, bis du
> wiederkommst.
> Kap 13,15-16
> 
> 6:19   Und Gideon ging hin und richtete ein Ziegenböcklein zu und
> ungesäuerte Brote von einem Scheffel Mehl und legte das Fleisch in
> einen Korb und tat die Brühe in einen Topf und brachte es zu ihm
> hinaus unter die Eiche und trat hinzu.
> 3. Mose 4,28
> 
> 6:20   Aber der Engel Gottes sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und die Brote
> und lege es hin auf den Fels hier und gieß die Brühe darüber. Und er
> tat es.
> 
> 6:21   Da streckte der Engel des HERRN den Stab aus, den er in der Hand
> hatte, und berührte mit der Spitze das Fleisch und die Brote. Da
> fuhr Feuer aus dem Fels und verzehrte das Fleisch und die Brote.
> Und der Engel des HERRN entschwand seinen Augen.
> 3. Mose 9,24
> 
> 6:22    Als nun Gideon sah, daß es der Engel des HERRN war, sprach er: Ach,
> Herr HERR! Habe ich wirklich den Engel des HERRN von Angesicht zu
> Angesicht gesehen?
> (22 und 23) Kap 13,22; 2. Mose 33,20
> 
> 6:23   Aber der HERR sprach zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht,
> du wirst nicht sterben.
> 
> 6:24   Da baute Gideon dem HERRN dort einen Altar und nannte ihn »Der HERR
> ist Friede«. Der steht noch bis auf den heutigen Tag in Ofra, der
> Stadt der Abiësriter.
> 
> Gideons Eifer für Gott
> 
> 6:25   Und in derselben Nacht sprach der HERR zu ihm: Nimm einen jungen
> Stier von den Stieren deines Vaters und einen zweiten Stier, der
> siebenjährig ist, und reiße nieder den Altar Baals, der deinem
> Vater gehört, und haue um das Bild der Aschera, das dabei steht,
> 2. Kön 11,18;  2. Kön 23,12-15
> 
> 6:26   und baue dem HERRN, deinem Gott, oben auf der Höhe dieses Felsens
> einen Altar und rüste ihn zu und nimm den zweiten Stier und bringe
> ein Brandopfer dar mit dem Holz des Ascherabildes, das du umgehauen
> hast.
> 
> 6:27   Da nahm Gideon zehn Mann von seinen Leuten und tat, wie ihm der HERR
> gesagt hatte. Aber er fürchtete sich vor seines Vaters Haus und vor
> den Leuten in der Stadt, das am Tage zu tun, und tat's in der Nacht.
> 
> 6:28   Als nun die Leute in der Stadt früh am Morgen aufstanden, siehe, da
> war der Altar Baals niedergerissen und das Ascherabild daneben
> umgehauen und der zweite Stier als Brandopfer dargebracht auf dem
> Altar, der gebaut war.
> 
> 6:29   Und einer sprach zum andern: Wer hat das getan? Und als sie suchten
> und nachfragten, wurde gesagt: Gideon, der Sohn des Joasch, hat das
> getan.
> 
> 6:30   Da sprachen die Leute der Stadt zu Joasch: Gib deinen Sohn heraus;
> er muß sterben, weil er den Altar Baals niedergerissen und das
> Ascherabild daneben umgehauen hat.
> 
> 6:31   Joasch aber sprach zu allen, die bei ihm standen: Wollt ihr für Baal
> streiten? Wollt ihr ihm helfen? Wer für ihn streitet, der soll noch
> diesen Morgen sterben. Ist er Gott, so streite er für sich selbst,
> weil sein Altar niedergerissen ist.
> 1. Kön 18,21-39
> 
> 6:32   Von dem Tag an nannte man Gideon Jerubbaal, das heißt »Baal streite
> mit ihm«, weil er seinen Altar niedergerissen hat.
> Kap 7,1
> 
> Gideons Zurüstung zum Kampf
> 
> 6:33   Als nun alle Midianiter und Amalekiter und die aus dem Osten sich
> versammelt hatten, zogen sie herüber und lagerten sich in der Ebene
> Jesreel.
> 
> 6:34   Da erfüllte der Geist des HERRN den Gideon. Und er ließ die Posaune
> blasen und rief die Abiësriter auf, ihm zu folgen.
> Kap 3,10; 11,29; 13,25
> 
> 6:35   Und er sandte Botschaft zu ganz Manasse und rief sie auf, daß auch
> sie ihm folgten. Er sandte auch Botschaft zu Asser und Sebulon und
> Naftali; die kamen herauf, ihm entgegen.
> 
> 6:36   Und Gideon sprach zu Gott: Willst du Israel durch meine Hand
> erretten, wie du zugesagt hast,
> 
> 6:37   so will ich abgeschorene Wolle auf die Tenne legen: Wird der Tau
> allein auf der Wolle sein und der ganze Boden umher trocken, so will
> ich daran erkennen, daß du Israel erretten wirst durch meine Hand,
> wie du zugesagt hast.
> 
> 6:38   Und so geschah es. Und als er am andern Morgen früh aufstand,
> drückte er den Tau aus der Wolle, eine Schale voll Wasser!
> 
> 6:39   Und Gideon sprach zu Gott: Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich,
> wenn ich noch einmal rede. Ich will's nur noch einmal versuchen mit
> der Wolle: es sei allein auf der Wolle trocken und Tau auf dem
> ganzen Boden.
> 1. Mose 18,30
> 
> 6:40   Und Gott machte es so in derselben Nacht, daß es trocken war allein
> auf der Wolle und Tau überall auf dem Boden.
> 
>          Gideons Sieg über Midian
> 
> 7:1    Da machte sich Jerubbaal - das ist Gideon - früh auf und das ganze
> Kriegsvolk, das mit ihm war, und sie lagerten sich an der Quelle
> Harod, so daß er das Heerlager der Midianiter nördlich von dem Hügel
> More im Tal hatte.
> Kap 6,32
> 
> 7:2    Der HERR aber sprach zu Gideon: Zu zahlreich ist das Volk, das bei
> dir ist, als daß ich Midian in seine Hände geben sollte; Israel
> könnte sich rühmen wider mich und sagen: Meine Hand hat mich
> errettet.
> 
> 7:3    So laß nun ausrufen vor den Ohren des Volks: Wer ängstlich und
> verzagt ist, der kehre um. So sichtete sie Gideon. Da kehrten vom
> Kriegsvolk zweiundzwanzigtausend um, so daß nur zehntausend
> übrigblieben.
> 5. Mose 20,8
> 
> 7:4    Und der HERR sprach zu Gideon: Das Volk ist noch zu zahlreich. Führe
> sie hinab ans Wasser; dort will ich sie dir sichten. Und von wem ich
> dir sagen werde, daß er mit dir ziehen soll, der soll mit dir
> ziehen; von wem ich aber sagen werde, daß er nicht mit dir ziehen
> soll, der soll nicht mitziehen.
> 
> 7:5    Und er führte das Volk hinab ans Wasser. Und der HERR sprach zu
> Gideon: Wer mit seiner Zunge Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den
> stelle besonders; ebenso, wer niederkniet, um zu trinken.
> 
> 7:6    Da war die Zahl derer, die geleckt hatten, dreihundert Mann. Alles
> übrige Volk hatte kniend getrunken aus der Hand zum Mund.
> 
> 7:7    Und der HERR sprach zu Gideon: Durch die dreihundert Mann, die
> geleckt haben, will ich euch erretten und die Midianiter in deine
> Hände geben; aber alles übrige Volk laß gehen an seinen Ort.
> 1. Sam 14,6
> 
> 7:8    Und sie nahmen die Verpflegung des Volks und ihre Posaunen an sich.
> Aber die übrigen Israeliten ließ er alle gehen, jeden in sein Zelt;
> die dreihundert Mann aber behielt er bei sich. Und das Heer der
> Midianiter lag unten vor ihm in der Ebene.
> 
> 7:9    Und der HERR sprach in derselben Nacht zu Gideon: Steh auf und geh
> hinab zum Lager; denn ich habe es in deine Hände gegeben.
> 
> 7:10   Fürchtest du dich aber hinabzugehen, so laß deinen Diener Pura mit
> dir hinabgehen zum Lager,
> 
> 7:11   damit du hörst, was sie reden. Danach werden deine Hände stark sein,
> und du wirst hinabziehen zum Lager. Da ging Gideon mit seinem Diener
> Pura hinab bis an den Ort der Schildwache, die im Lager war.
> 
> 7:12   Und die Midianiter und Amalekiter und alle aus dem Osten hatten sich
> niedergelassen in der Ebene wie eine Menge Heuschrecken, und ihre
> Kamele waren nicht zu zählen wegen ihrer großen Menge, wie der Sand
> am Ufer des Meeres.
> 
> 7:13   Als nun Gideon kam, siehe, da erzählte einer einem andern einen
> Traum und sprach: Siehe, ich habe geträumt: ein Laib Gerstenbrot
> rollte zum Lager der Midianiter; und er kam an das Zelt, stieß es
> um, daß es einfiel, und kehrte es um, das Oberste zuunterst, so daß
> das Zelt am Boden lag.
> 
> 7:14   Da antwortete der andere: Das ist nichts anderes als das Schwert
> Gideons, des Sohnes des Joasch, des Israeliten. Gott hat die
> Midianiter in seine Hände gegeben mit dem ganzen Heerlager.
> 
> 7:15   Als Gideon diesen Traum erzählen hörte und seine Auslegung, fiel er
> anbetend nieder und kam zurück ins Lager Israels und sprach: Macht
> euch auf, denn der HERR hat das Lager der Midianiter in eure Hände
> gegeben!
> 
> 7:16   Und er teilte die dreihundert Mann in drei Heerhaufen und gab jedem
> eine Posaune in die Hand und leere Krüge mit Fackeln darin
> 
> 7:17   und sprach zu ihnen: Seht auf mich und tut ebenso; wenn ich nun an
> das Lager komme - wie ich tue, so tut ihr auch!
> 
> 7:18   Wenn ich die Posaune blase und alle, die mit mir sind, so sollt ihr
> auch die Posaune blasen rings um das ganze Heerlager und rufen: Für
> den HERRN und für Gideon!
> 
> 7:19   So kam Gideon mit hundert Mann an das Lager zu Anfang der mittleren
> Nachtwache, als sie eben die Wachen aufgestellt hatten, und sie
> bliesen die Posaunen und zerschlugen die Krüge in ihren Händen.
> 
> 7:20   Da bliesen alle drei Heerhaufen die Posaunen und zerbrachen die
> Krüge. Sie hielten aber die Fackeln in ihrer linken Hand und die
> Posaunen in ihrer rechten Hand, um zu blasen, und riefen: Hier
> Schwert des HERRN und Gideons!
> 
> 7:21   Und sie blieben stehen, jeder an seiner Stelle, rings um das Lager
> her. Da fing das ganze Heer an zu laufen, und sie schrien und
> flohen.
> 
> 7:22   Und während die dreihundert Mann die Posaunen bliesen, schaffte der
> HERR, daß im ganzen Heerlager eines jeden Schwert gegen den andern
> war. Und das Heer floh bis Bet-Schitta auf Zereda zu, bis an die
> Grenze von Abel-Mehola bei Tabbat.
> Ps 83,10; Jes 9,3; 10,26
> 
> 7:23   Und die Männer Israels von Naftali, von Asser und von ganz Manasse
> wurden zusammengerufen und jagten den Midianitern nach.
> 
> 7:24   Und Gideon sandte Botschaft auf das ganze Gebirge Ephraim und ließ
> sagen: Kommt herab den Midianitern entgegen und nehmt ihnen die
> Wasserstellen weg bis nach Bet-Bara und auch den Jordan. Da wurden
> zusammengerufen alle, die von Ephraim waren, und nahmen ihnen die
> Wasserstellen weg bis nach Bet-Bara und auch den Jordan.
> 
> 7:25   Und sie fingen zwei Fürsten der Midianiter, Oreb und Seeb, und
> erschlugen Oreb am Felsen Oreb und Seeb bei der Kelter Seeb und
> jagten den Midianitern nach und brachten die Häupter Orebs und Seebs
> zu Gideon über den Jordan.
> Die Namen bedeuten »Rabenfels« und »Wolfskelter«.
> 
>   8:1    Da sprachen die Männer von Ephraim zu ihm: Warum hast du uns das
> angetan, daß du uns nicht riefst, als du in den Kampf zogst gegen
> die Midianiter? Und sie zankten heftig mit ihm.
> Kap 12,1
> 
> 8:2    Er aber sprach zu ihnen: Was hab ich jetzt getan, das eurer Tat
> gleich sei? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser als die ganze
> Weinernte Abiësers?
> Kap 6,11; 6,15
> 
> 8:3    Gott hat die Fürsten der Midianiter, Oreb und Seeb, in eure Hände
> gegeben. Was hab ich zu tun vermocht gegen das, was ihr getan habt?
> Als er das sagte, ließ ihr Zorn von ihm ab.
> 
> Weitere Taten Gideons und sein Tod
> 
> 8:4    Als nun Gideon an den Jordan kam, ging er hinüber mit den
> dreihundert Mann, die bei ihm waren; die waren müde und jagten den
> Feinden nach.
> 
> 8:5    Da bat er die Leute von Sukkot: Gebt doch dem Volk, das mir auf dem
> Fuße folgt, Brote; denn sie sind müde, und ich muß nachjagen den
> Königen der Midianiter, Sebach und Zalmunna.
> 1. Mose 33,17
> 
> 8:6    Aber die Oberen von Sukkot sprachen: Sind die Fäuste Sebachs und
> Zalmunnas schon in deinen Händen, daß wir deinem Heer Brot geben
> sollen?
> 
> 8:7    Gideon sprach: Wohlan, wenn der HERR Sebach und Zalmunna in meine
> Hand gibt, will ich euer Fleisch mit Dornen aus der Wüste und mit
> Stacheln zerdreschen.
> 
> 8:8    Und er zog von dort hinauf nach Pnuël und redete ebenso mit ihnen.
> Und die Leute von Pnuël antworteten ihm dasselbe wie die von Sukkot.
> 
> 8:9    Und er sprach auch zu den Leuten von Pnuël: Komm ich heil wieder, so
> will ich diese Burg niederreißen.
> 
> 8:10   Sebach aber und Zalmunna waren in Karkor und ihr Heerlager mit
> ihnen, etwa fünfzehntausend, alle, die übriggeblieben waren vom
> ganzen Heer derer aus dem Osten; denn hundertundzwanzigtausend waren
> gefallen, die das Schwert ziehen konnten.
> 
> 8:11   Und Gideon zog herauf auf der Straße derer, die in Zelten wohnen,
> östlich von Nobach und Jogboha, und schlug das Heerlager, während es
> ohne Sorge lagerte.
> 
> 8:12   Und Sebach und Zalmunna flohen; aber er jagte ihnen nach und nahm
> gefangen die beiden Könige der Midianiter, Sebach und Zalmunna, und
> setzte das ganze Heerlager in Schrecken.
> 
> 8:13   Als nun Gideon, der Sohn des Joasch, vom Kampf zurückkam, auf der
> Steige von Heres,
> 
> 8:14   griff er sich einen Knaben von den Leuten von Sukkot und fragte ihn
> aus. Der schrieb ihm auf die Oberen von Sukkot und ihre Ältesten,
> siebenundsiebzig Mann.
> 
> 8:15   Und er kam zu den Leuten von Sukkot und sprach: Siehe, hier sind
> Sebach und Zalmunna, um derentwillen ihr mich verspottet habt und
> gesprochen: Ist denn Sebachs und Zalmunnas Faust schon in deinen
> Händen, daß wir deinen Leuten, die müde sind, Brot geben sollen?
> 
> 8:16   Und er nahm die Ältesten der Stadt und holte Dornen aus der Wüste
> und Stacheln und ließ es die Leute zu Sukkot fühlen.
> 
> 8:17   Und die Burg von Pnuël riß er nieder und erschlug die Leute der
> Stadt.
> 
> 8:18   Und Gideon sprach zu Sebach und Zalmunna: Wie waren die Männer, die
> ihr am Tabor erschlagen habt? Sie sprachen: Sie waren wie du, jeder
> anzusehen wie ein Königssohn.
> 
> 8:19   Er aber sprach: Es sind meine Brüder, meiner Mutter Söhne, gewesen.
> So wahr der HERR lebt: wenn ihr sie am Leben gelassen hättet, würde
> ich euch nicht töten.
> 4. Mose 35,31
> 
> 8:20   Und er sprach zu seinem erstgeborenen Sohn Jeter: Steh auf und
> erschlage sie. Aber der Knabe zog sein Schwert nicht; denn er
> fürchtete sich, weil er noch ein Knabe war.
> 
> 8:21   Sebach aber und Zalmunna sprachen: Steh du auf und mache dich an
> uns; denn wie der Mann ist, so ist auch seine Kraft. Da stand Gideon
> auf und erschlug Sebach und Zalmunna und nahm die kleinen Monde, die
> an den Hälsen ihrer Kamele waren.
> 
> 8:22   Da sprachen die Männer von Israel zu Gideon: Sei Herrscher über uns,
> du und dein Sohn und deines Sohnes Sohn, weil du uns aus der Hand
> der Midianiter errettet hast.
> 
> 8:23   Aber Gideon sprach zu ihnen: Ich will nicht Herrscher über euch
> sein, und mein Sohn soll auch nicht Herrscher über euch sein,
> sondern der HERR soll Herrscher über euch sein.
> 
> 8:24   Und Gideon sprach zu ihnen: Eins begehre ich von euch: jeder gebe
> mir die Ringe, die er als Beute genommen hat. Denn weil es
> Ismaeliter waren, hatten sie goldene Ringe.
> 
> 8:25   Sie sprachen: Die wollen wir geben. Und sie breiteten einen Mantel
> aus, und ein jeder warf die Ringe darauf, die er als Beute genommen
> hatte.
> 
> 8:26   Und die goldenen Ringe, die er gefordert hatte, wogen
> tausendsiebenhundert Lot Gold ohne die kleinen Monde und Ohrringe
> und Purpurkleider, die die Könige der Midianiter getragen hatten,
> und ohne die Spangen ihrer Kamele.
> 4. Mose 31,50
> 
> 8:27   Und Gideon machte einen Efod daraus und stellte ihn in seiner Stadt
> Ofra auf. Und ganz Israel trieb dort mit ihm Abgötterei. Und er
> wurde Gideon und seinem Hause zum Fallstrick.
> Kap 17,5
> 
> 8:28   So wurden die Midianiter gedemütigt vor den Israeliten und hoben
> ihren Kopf nicht mehr empor. Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre,
> solange Gideon lebte.
> Kap 3,11; 5,31
> 
> 8:29   Und Jerubbaal, der Sohn des Joasch, ging hin und wohnte in seinem
> Hause.
> 
> 8:30   Und Gideon hatte siebzig leibliche Söhne, denn er hatte viele
> Frauen.
> 
> 8:31   Auch seine Nebenfrau, die er in Sichem hatte, gebar ihm einen Sohn;
> den nannte er Abimelech.
> 
> 8:32   Und Gideon, der Sohn des Joasch, starb in hohem Alter und wurde
> begraben im Grab seines Vaters Joasch in Ofra, der Stadt der
> Abiësriter.
> Kap 6,11
> 
> 8:33   Als aber Gideon gestorben war, kehrten sich die Israeliten ab und
> liefen den Baalen nach und machten Baal-Berit zu ihrem Gott.
> Kap 2,11;  Kap 9,4
> 
> 8:34   Und sie dachten nicht an den HERRN, ihren Gott, der sie errettet
> hatte aus der Hand aller ihrer Feinde ringsumher,
> 
> 8:35   und erzeigten sich nicht dankbar dem Hause des Jerubbaal - das ist
> Gideon - für alles Gute, das er an Israel getan hatte.
> Kap 9,5; 9,19; 9,24
> 
>          Abimelechs Königtum
> 
> 9:1     Abimelech aber, der Sohn Jerubbaals, ging hin nach Sichem zu den
> Brüdern seiner Mutter und redete mit ihnen und mit dem ganzen
> Geschlecht des Hauses seiner Mutter und sprach:
> Kap 8,31
> 
> 9:2    Redet doch vor den Ohren aller Männer von Sichem: Was ist euch
> besser, daß siebzig Männer, alle die Söhne Jerubbaals, über euch
> Herrscher seien oder daß ein Mann über euch Herrscher sei? Denkt
> auch daran, daß ich euer Gebein und Fleisch bin.
> Vers 18
> 
> 9:3    Da redeten die Brüder seiner Mutter seinetwegen alle diese Worte vor
> den Ohren aller Männer von Sichem. Und ihr Herz neigte sich
> Abimelech zu; denn sie dachten: Er ist unser Bruder.
> 
> 9:4    Und sie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Tempel des
> Baal-Berit. Und Abimelech warb damit lose, verwegene Männer an, die
> ihm nachfolgten.
> Kap 8,33
> 
> 9:5    Und er kam in das Haus seines Vaters nach Ofra und tötete seine
> Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Mann, auf einem Stein. Es
> blieb aber übrig Jotam, der jüngste Sohn Jerubbaals; denn er hatte
> sich versteckt.
> 
> 9:6    Und es versammelten sich alle Männer von Sichem und alle Bewohner
> des Millo, gingen hin und machten Abimelech zum König bei der Eiche
> am Steinmal von Sichem.
> 1. Mose 35,4; Jos 24,26
> 
> 9:7    Als das dem Jotam angesagt wurde, ging er hin und stellte sich auf
> den Gipfel des Berges Garizim, erhob seine Stimme, rief und sprach
> zu ihnen: Höret mich, ihr Männer von Sichem, daß euch Gott auch
> höre.
> 
> 9:8    Die Bäume gingen hin, um einen König über sich zu salben, und
> sprachen zum Ölbaum: Sei unser König!
> 
> 9:9    Aber der Ölbaum antwortete ihnen: Soll ich meine Fettigkeit lassen,
> die Götter und Menschen an mir preisen, und hingehen, über den
> Bäumen zu schweben?
> 
> 9:10   Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Komm du und sei unser König!
> 
> 9:11   Aber der Feigenbaum sprach zu ihnen: Soll ich meine Süßigkeit und
> meine gute Frucht lassen und hingehen, über den Bäumen zu schweben?
> 
> 9:12   Da sprachen die Bäume zum Weinstock: Komm du und sei unser König!
> 
> 9:13   Aber der Weinstock sprach zu ihnen: Soll ich meinen Wein lassen, der
> Götter und Menschen fröhlich macht, und hingehen, über den Bäumen zu
> schweben?
> 
> 9:14   Da sprachen alle Bäume zum Dornbusch: Komm du und sei unser König!
> 2. Kön 14,9
> 
> 9:15   Und der Dornbusch sprach zu den Bäumen: Ist's wahr, daß ihr mich zum
> König über euch salben wollt, so kommt und bergt euch in meinem
> Schatten; wenn nicht, so gehe Feuer vom Dornbusch aus und verzehre
> die Zedern Libanons.
> 
> 9:16   Habt ihr nun recht und redlich getan, daß ihr Abimelech zum König
> gemacht habt? Und habt ihr wohlgetan an Jerubbaal und an seinem
> Hause, und habt ihr ihm getan, wie er's um euch verdient hat?
> 
> 9:17   Denn mein Vater hat für euch gekämpft und sein Leben gewagt, um euch
> aus der Hand der Midianiter zu erretten.
> 
> 9:18   Aber ihr habt euch heute gegen meines Vaters Haus aufgelehnt und
> seine Söhne getötet, siebzig Mann auf einem Stein, und habt
> Abimelech, seiner Magd Sohn, zum König über die Männer von Sichem
> gemacht, weil er euer Bruder ist.
> 
> 9:19   Habt ihr nun heute recht und redlich gehandelt an Jerubbaal und an
> seinem Hause, so seid fröhlich über Abimelech, und er sei fröhlich
> über euch.
> 
> 9:20   Wenn nicht, so gehe Feuer aus von Abimelech und verzehre die Männer
> von Sichem und die Bewohner des Millo, und gehe auch Feuer aus von
> den Männern von Sichem und von den Bewohnern des Millo und verzehre
> Abimelech.
> Vers 57
> 
> 9:21   Und Jotam floh vor seinem Bruder Abimelech und entwich und ging nach
> Beer und wohnte dort.
> 
> 9:22   Als nun Abimelech drei Jahre über Israel geherrscht hatte,
> 
> 9:23   sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Männer von
> Sichem. Und die Männer von Sichem wurden Abimelech untreu,
> 1. Sam 16,14; 18,10; 19,9
> 
> 9:24   damit der Frevel an den siebzig Söhnen Jerubbaals und ihr Blut käme
> auf Abimelech, ihren Bruder, der sie getötet hatte, und auf die
> Männer von Sichem, die ihm seine Hand dazu gestärkt hatten, daß er
> seine Brüder tötete.
> 1. Mose 9,6
> 
> 9:25   Und die Männer von Sichem legten einen Hinterhalt auf den Höhen der
> Berge und beraubten alle, die auf der Straße bei ihnen vorüberkamen.
> Und es wurde Abimelech angesagt.
> 
> 9:26   Es kamen aber Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder und zogen in
> Sichem ein. Und die Männer von Sichem verließen sich auf ihn
> 
> 9:27   und zogen hinaus aufs Feld und ernteten ihre Weinberge ab und
> kelterten und hielten ein Freudenfest und gingen in das Haus ihres
> Gottes, aßen und tranken und fluchten dem Abimelech.
> 
> 9:28   Und Gaal, der Sohn Ebeds, sprach: Wer ist Abimelech, und wer ist
> denn dieser Sichemiter, daß wir ihm dienen sollten? Ist er nicht
> Jerubbaals Sohn und hat Sebul, seinen Vogt, hergesetzt? Dienet den
> Leuten Hamors, des Vaters von Sichem! Warum sollten wir jenem
> dienen?
> 1. Mose 34,2
> 
> 9:29   Wollte Gott, das Volk wäre unter meiner Hand, so würde ich den
> Abimelech vertreiben und ihm sagen: Mehre dein Heer und zieh in den
> Kampf!
> 
> 9:30   Als aber Sebul, der Stadthauptmann, die Worte Gaals, des Sohnes
> Ebeds, hörte, entbrannte sein Zorn,
> 
> 9:31   und er sandte heimlich Botschaft zu Abimelech und ließ ihm sagen:
> Siehe, Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder sind nach Sichem
> gekommen und machen dir die Stadt aufrührerisch.
> 
> 9:32   So mach dich nun auf bei Nacht, du und dein Volk, das bei dir ist,
> und lege einen Hinterhalt im Felde.
> 
> 9:33   Und am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, mache dich auf und überfalle
> die Stadt. Und wenn er und das Volk, das bei ihm ist, gegen dich
> hinauszieht, so tu mit ihm, wie du es vermagst.
> 
> 9:34   Abimelech machte sich auf bei Nacht und alles Volk, das bei ihm war,
> und sie legten einen Hinterhalt gegen Sichem mit vier Heerhaufen.
> 
> 9:35   Und Gaal, der Sohn Ebeds, zog heraus und trat vor das Stadttor. Aber
> Abimelech machte sich auf aus dem Hinterhalt samt dem Volk, das mit
> ihm war.
> 
> 9:36   Als nun Gaal das Volk sah, sprach er zu Sebul: Siehe, da kommt
> Kriegsvolk von der Höhe des Gebirges herab. Sebul aber sprach zu
> ihm: Du siehst die Schatten der Berge für Leute an.
> 
> 9:37   Gaal redete noch weiter und sprach: Siehe, Kriegsvolk kommt herab
> vom Nabel der Erde, und ein Heerhaufe kommt daher auf dem Wege von
> der Zaubereiche.
> Hes 38,12
> Der Berg Garizim galt als Mitte der Erdscheibe.
> 
> 9:38   Da sprach Sebul zu ihm: Wo ist nun dein Maul, das da sagte: Wer ist
> Abimelech, daß wir ihm dienen sollten? Ist das nicht das Kriegsvolk,
> das du verachtet hast? Zieh nun hin und kämpfe mit ihm!
> 
> 9:39   Gaal zog aus vor den Männern von Sichem her und kämpfte mit
> Abimelech.
> 
> 9:40   Aber Abimelech jagte ihm nach, daß er vor ihm floh, und viele
> blieben erschlagen liegen bis an das Tor.
> 
> 9:41   Und Abimelech blieb in Aruma. Sebul aber verjagte den Gaal und seine
> Brüder, so daß sie in Sichem nicht bleiben konnten.
> 
> 9:42   Am Morgen aber ging das Volk heraus aufs Feld. Als das Abimelech
> angesagt wurde,
> 
> 9:43   nahm er das Kriegsvolk, teilte es in drei Heerhaufen und legte einen
> Hinterhalt im Feld. Als er nun sah, daß das Volk aus der Stadt ging,
> erhob er sich gegen sie und erschlug sie.
> 
> 9:44   Abimelech und der Heerhaufe, der bei ihm war, überfielen sie und
> stellten sich am Stadttor auf. Die beiden andern Heerhaufen aber
> überfielen alle, die auf dem Felde waren, und erschlugen sie.
> 
> 9:45   So kämpfte Abimelech gegen die Stadt den ganzen Tag und eroberte sie
> und tötete das Volk, das darin war, und zerstörte die Stadt und
> streute Salz darauf.
> 
> 9:46   Als das alle Männer der Burg von Sichem hörten, gingen sie in das
> Gewölbe des Tempels des Baal-Berit.
> Kap 8,33
> 
> 9:47   Und als Abimelech hörte, daß sich alle Männer der Burg von Sichem
> versammelt hatten,
> 
> 9:48   ging er auf den Berg Zalmon mit seinem ganzen Kriegsvolk, das bei
> ihm war, und nahm eine Axt in seine Hand und hieb einen Ast vom Baum
> und hob ihn auf und legte ihn auf seine Schulter und sprach zu allem
> Volk, das mit ihm war: Was ihr mich tun seht, das beeilt euch, auch
> zu tun.
> 
> 9:49   Da hieb jeder vom Volk einen Ast ab, und sie folgten Abimelech und
> legten die Äste auf das Gewölbe und setzten über ihnen das Gewölbe
> in Brand, so daß auch alle in der Burg von Sichem starben, etwa
> tausend Männer und Frauen.
> 
> Abimelechs Ende
> 
> 9:50   Abimelech aber zog nach Tebez, belagerte es und eroberte es.
> 
> 9:51   Es war aber eine starke Burg mitten in der Stadt. Dahin flohen alle
> Männer und Frauen und alle Bürger der Stadt, schlossen hinter sich
> zu und stiegen auf das Dach der Burg.
> 
> 9:52   Da kam Abimelech zur Burg und kämpfte gegen sie und näherte sich dem
> Burgtor, um es mit Feuer zu verbrennen.
> 
> 9:53   Aber eine Frau warf einen Mühlstein Abimelech auf den Kopf und
> zerschmetterte ihm den Schädel.
> 
> 9:54   Da rief Abimelech eilends seinen Waffenträger herbei und sprach zu
> ihm: Zieh dein Schwert und töte mich, daß man nicht von mir sage:
> Ein Weib hat ihn erschlagen. Da durchstach ihn sein Waffenträger,
> und er starb.
> 1. Sam 31,4;  2. Sam 11,21
> 
> 9:55   Als aber die Israeliten, die mit ihm waren, sahen, daß Abimelech tot
> war, ging jeder heim.
> 
> 9:56   So vergalt Gott dem Abimelech das Böse, das er seinem Vater angetan
> hatte, als er seine siebzig Brüder tötete.
> Vers 5
> 
> 9:57   Desgleichen alle bösen Taten der Männer von Sichem vergalt ihnen
> Gott auf ihren Kopf, und es kam über sie der Fluch Jotams, des
> Sohnes Jerubbaals.
> Vers 20
> 
>          Die Richter Tola und Jaïr
> 
> 10:1    Nach Abimelech stand auf, Israel zu erretten, Tola, ein Mann aus
> Issachar, ein Sohn Puwas, des Sohnes Dodos. Er wohnte in Schamir auf
> dem Gebirge Ephraim
> 1. Mose 46,13; 4. Mose 26,23
> 
> 10:2    und richtete Israel dreiundzwanzig Jahre und starb und wurde
> begraben in Schamir.
> 
> 10:3    Nach ihm stand auf Jaïr, ein Gileaditer, und richtete Israel
> zweiundzwanzig Jahre.
> 4. Mose 32,41
> 
> 10:4    Der hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Eseln ritten. Und sie
> hatten dreißig Städte, die heißen »Dörfer Jaïrs« bis auf diesen Tag
> und liegen in Gilead.
> 5. Mose 3,14
> 
> 10:5    Und Jaïr starb und wurde begraben in Kamon.
> 
> Gericht über Israels Untreue
> 
> 10:6    Aber die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN mißfiel, und
> dienten den Baalen und den Astarten und den Göttern von Aram und den
> Göttern von Sidon und den Göttern Moabs und den Göttern der
> Ammoniter und den Göttern der Philister und verließen den HERRN und
> dienten ihm nicht.
> 
> 10:7    Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie
> unter die Hand der Philister und Ammoniter.
> 
> 10:8    Und sie zertraten und zerschlugen Israel zu jener Zeit achtzehn
> Jahre lang, nämlich ganz Israel jenseits des Jordans im Land der
> Amoriter, das in Gilead liegt.
> 
> 10:9    Dazu zogen die Ammoniter über den Jordan und kämpften gegen Juda,
> Benjamin und das Haus Ephraim, so daß Israel sehr geängstigt wurde.
> 
> 10:10   Da schrien die Israeliten zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an
> dir gesündigt, denn wir haben unsern Gott verlassen und den Baalen
> gedient.
> 1. Sam 12,10
> 
> 10:11   Aber der HERR sprach zu den Israeliten: Haben euch nicht auch
> unterdrückt die Ägypter, die Amoriter, die Ammoniter, die Philister,
> 
> 10:12   die Sidonier, die Amalekiter und Maoniter? Aber ich half euch aus
> ihren Händen, als ihr zu mir schriet.
> 
> 10:13   Dennoch habt ihr mich verlassen und andern Göttern gedient. Darum
> will ich euch nicht mehr erretten.
> 
> 10:14   Geht hin und schreit zu den Göttern, die ihr erwählt habt; laßt
> diese euch helfen zur Zeit eurer Bedrängnis!
> 5. Mose 32,37-38; Jer 2,28
> 
> 10:15   Aber die Israeliten sprachen zum HERRN: Wir haben gesündigt, mache
> du es mit uns, wie dir's gefällt; nur errette uns heute!
> 
> 10:16   Und sie taten von sich die fremden Götter und dienten dem HERRN.
> Da jammerte es ihn, daß Israel so geplagt wurde.
> Jos 24,23;  Kap 2,18
> 
> Der Richter Jeftah
> 
> 10:17   Und die Ammoniter wurden aufgeboten und lagerten sich in Gilead;
> aber Israel versammelte sich und lagerte sich in Mizpa.
> Kap 11,29
> 
> 10:18   Und die Oberen des Volks von Gilead sprachen untereinander: Wer ist
> der Mann, der anfängt, mit den Ammonitern zu kämpfen? Der soll das
> Haupt sein über alle, die in Gilead wohnen.
> Kap 11,6-11
> 
>  11:1    Jeftah, ein Gileaditer, war ein streitbarer Mann, aber der Sohn
> einer Hure. Gilead hatte Jeftah gezeugt.
> 
> 11:2    Als aber die Ehefrau Gileads ihm Söhne gebar und die Söhne dieser
> Frau groß wurden, stießen sie Jeftah aus und sprachen zu ihm: Du
> sollst nicht erben in unserer Familie, denn du bist der Sohn einer
> andern.
> 1. Mose 21,10
> 
> 11:3    Da floh er vor seinen Brüdern und wohnte im Lande Tob. Und es
> sammelten sich bei ihm lose Leute und zogen mit ihm aus.
> Kap 9,4; 1. Sam 22,2
> 
> 11:4    Und einige Zeit danach kämpften die Ammoniter mit Israel.
> 
> 11:5    Als nun die Ammoniter mit Israel kämpften, gingen die Ältesten von
> Gilead hin, um Jeftah aus dem Lande Tob zu holen,
> 
> 11:6    und sprachen zu ihm: Komm und sei unser Hauptmann, damit wir gegen
> die Ammoniter kämpfen.
> 
> 11:7    Aber Jeftah sprach zu den Ältesten von Gilead: Seid ihr es nicht,
> die mich hassen und aus meiner Familie ausgestoßen haben? Und nun
> kommt ihr zu mir, weil ihr in Bedrängnis seid?
> 
> 11:8    Die Ältesten von Gilead sprachen zu Jeftah: Darum kommen wir nun
> wieder zu dir, damit du mit uns ziehst und uns hilfst, gegen die
> Ammoniter zu kämpfen, und unser Haupt seist über alle, die in
> Gilead wohnen.
> Kap 10,18
> 
> 11:9    Jeftah sprach zu den Ältesten von Gilead: Wenn ihr mich wieder holt,
> um gegen die Ammoniter zu kämpfen, und der HERR sie mir in die Hand
> gibt, soll ich dann euer Haupt sein?
> 
> 11:10   Die Ältesten von Gilead sprachen zu Jeftah: Der HERR sei Ohrenzeuge
> zwischen uns und strafe uns, wenn wir nicht tun, wie du gesagt hast.
> 
> 11:11   So ging Jeftah mit den Ältesten von Gilead, und das Volk setzte ihn
> zum Haupt und Obersten über sich. Und Jeftah redete alles, was er zu
> sagen hatte, vor dem HERRN in Mizpa.
> Vers 29; Kap 10,17
> 
> 11:12   Dann sandte Jeftah Botschaft zum König der Ammoniter und ließ ihm
> sagen: Was hast du mit mir zu schaffen, daß du zu mir kommst, um
> gegen mein Land zu kämpfen?
> 
> 11:13   Der König der Ammoniter antwortete den Boten Jeftahs: Weil Israel
> mein Land genommen hat, als sie aus Ägypten zogen, vom Arnon an bis
> an den Jabbok und bis an den Jordan, so gib mir's nun gutwillig
> zurück.
> 
> 11:14   Jeftah aber sandte abermals Boten zum König der Ammoniter;
> 
> 11:15   die sprachen zu ihm: So spricht Jeftah: Israel hat kein Land
> genommen, weder den Moabitern noch den Ammonitern.
> 5. Mose 2,9; 2,19
> 
> 11:16   Denn als sie aus Ägypten heraufkamen, zog Israel durch die Wüste bis
> ans Schilfmeer und kam nach Kadesch.
> 
> 11:17   Da sandte Israel Boten zum König der Edomiter und sprach: Laß mich
> durch dein Land ziehen. Aber der König der Edomiter hörte nicht auf
> sie. Auch sandten sie zum König der Moabiter; der wollte auch nicht.
> So blieb Israel in Kadesch
> 4. Mose 20,14-21
> 
> 11:18   und zog in der Wüste umher. Und sie umgingen das Land der Edomiter
> und Moabiter und kamen von Sonnenaufgang her an das Land der
> Moabiter und lagerten sich jenseits des Arnon, aber sie kamen nicht
> ins Gebiet der Moabiter; denn der Arnon ist die Grenze von Moab.
> 4. Mose 21,13
> 
> 11:19   Und Israel sandte Boten zu Sihon, dem König der Amoriter zu
> Heschbon, und ließ ihm sagen: Laß uns durch dein Land ziehen bis an
> unsern Ort.
> 4. Mose 21,21-31
> 
> 11:20   Aber Sihon traute Israel nicht und ließ es nicht durch sein Gebiet
> ziehen, sondern versammelte sein ganzes Kriegsvolk und lagerte sich
> bei Jahaz und kämpfte mit Israel.
> 
> 11:21   Der HERR aber, der Gott Israels, gab Sihon mit seinem ganzen
> Kriegsvolk in die Hände Israels, und sie erschlugen sie. So nahm
> Israel das ganze Land der Amoriter ein, die in jenem Land wohnten.
> 
> 11:22   Sie nahmen das ganze Gebiet der Amoriter ein vom Arnon bis an den
> Jabbok und von der Wüste bis an den Jordan.
> 
> 11:23   So hat nun der HERR, der Gott Israels, die Amoriter vertrieben vor
> seinem Volk Israel, und du willst ihr Land einnehmen?
> 
> 11:24   Du solltest das Land derer einnehmen, die dein Gott Kemosch
> vertreibt, uns dagegen das Land derer einnehmen lassen, die der
> HERR, unser Gott, vor uns vertrieben hat.
> 4. Mose 21,29
> 
> 11:25   Meinst du, daß du ein besseres Recht hättest als Balak, der Sohn
> Zippors, der König der Moabiter? Hat dieser auch je mit Israel
> gerechtet oder gekämpft,
> 4. Mose 22,2; Jos 24,9
> 
> 11:26   obwohl Israel dreihundert Jahre gewohnt hat in Heschbon und in Aroër
> und ihren Ortschaften und in allen Städten, die am Arnon liegen?
> Warum habt ihr sie nicht mit Gewalt genommen in dieser Zeit?
> 
> 11:27   Ich habe mich nicht an dir versündigt, du aber tust so Böses an mir,
> daß du mit mir kämpfst. Der HERR, der da Richter ist, richte heute
> zwischen Israel und den Ammonitern.
> 
> 11:28   Aber der König der Ammoniter hörte nicht auf die Worte Jeftahs, die
> er ihm sagen ließ.
> 
> 11:29   Da kam der Geist des HERRN auf Jeftah, und er zog durch Gilead und
> Manasse und nach Mizpe, das in Gilead liegt, und von Mizpe, das in
> Gilead liegt, gegen die Ammoniter.
> Kap 6,34
> 
> 11:30   Und Jeftah gelobte dem HERRN ein Gelübde und sprach: Gibst du die
> Ammoniter in meine Hand,
> 2. Sam 15,8
> 
> 11:31   so soll, was mir aus meiner Haustür entgegengeht, wenn ich von den
> Ammonitern heil zurückkomme, dem HERRN gehören, und ich will's als
> Brandopfer darbringen.
> 2. Kön 3,27
> 
> 11:32   So zog Jeftah auf die Ammoniter los, um gegen sie zu kämpfen. Und
> der HERR gab sie in seine Hände.
> 
> 11:33   Und er schlug sie mit gewaltigen Schlägen von Aroër an bis hin nach
> Minnit, zwanzig Städte, und bis nach Abel-Keramim. So wurden die
> Ammoniter gedemütigt vor den Israeliten.
> 
> 11:34   Als nun Jeftah nach Mizpa zu seinem Hause kam, siehe, da geht seine
> Tochter heraus ihm entgegen mit Pauken und Reigen; und sie war sein
> einziges Kind, und er hatte sonst keinen Sohn und keine Tochter.
> 
> 11:35   Und als er sie sah, zerriß er seine Kleider und sprach: Ach, meine
> Tochter, wie beugst du mich und betrübst mich! Denn ich habe meinen
> Mund aufgetan vor dem HERRN und kann's nicht widerrufen.
> 4. Mose 30,3
> 
> 11:36   Sie aber sprach: Mein Vater, hast du deinen Mund aufgetan vor dem
> HERRN, so tu mit mir, wie dein Mund geredet hat, nachdem der HERR
> dich gerächt hat an deinen Feinden, den Ammonitern.
> 
> 11:37   Und sie sprach zu ihrem Vater: Du wollest mir das gewähren: Laß mir
> zwei Monate, daß ich hingehe auf die Berge und meine Jungfrauschaft
> beweine mit meinen Gespielen.
> 
> 11:38   Er sprach: Geh hin! und ließ sie zwei Monate gehen. Da ging sie hin
> mit ihren Gespielen und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen.
> 
> 11:39   Und nach zwei Monaten kam sie zurück zu ihrem Vater. Und er tat
> ihr, wie er gelobt hatte, und sie hatte nie einen Mann erkannt. Und
> es ward Brauch in Israel,
> Vers 31; 5. Mose 12,29-31
> 
> 11:40   daß die Töchter Israel jährlich hingehen, zu klagen um die Tochter
> Jeftahs, des Gileaditers, vier Tage im Jahr.
> 
>          Jeftahs Kampf mit Ephraim
> 
> 12:1    Und die Männer von Ephraim wurden aufgeboten und zogen nordwärts
> und sprachen zu Jeftah: Warum bist du in den Kampf gezogen gegen die
> Ammoniter und hast uns nicht gerufen, damit wir mit dir ziehen? Wir
> wollen dein Haus samt dir mit Feuer verbrennen.
> Kap 8,1
> 
> 12:2    Jeftah sprach zu ihnen: Ich und mein Volk hatten einen harten Kampf
> mit den Ammonitern und ich rief euch auf, aber ihr halft mir nicht
> aus ihren Händen.
> 
> 12:3    Als ich nun sah, daß ihr nicht helfen wolltet, wagte ich mein Leben
> daran und zog gegen die Ammoniter, und der HERR gab sie in meine
> Hand. Warum kommt ihr nun zu mir herauf, mit mir zu kämpfen?
> Kap 5,18; 9,17
> 
> 12:4    Und Jeftah sammelte alle Männer von Gilead und kämpfte gegen
> Ephraim. Und die Männer von Gilead schlugen Ephraim - denn diese
> hatten gesagt: Ihr seid Flüchtlinge aus Ephraim; denn Gilead liegt
> mitten in Ephraim und Manasse -;
> 
> 12:5    und die Gileaditer besetzten die Furten des Jordans vor Ephraim.
> Wenn nun einer von den Flüchtlingen Ephraims sprach: Laß mich
> hinübergehen!, so sprachen die Männer von Gilead zu ihm: Bist du ein
> Ephraimiter? Wenn er dann antwortete: Nein!,
> 
> 12:6    ließen sie ihn sprechen: Schibbolet. Sprach er aber: Sibbolet, weil
> er's nicht richtig aussprechen konnte, dann ergriffen sie ihn und
> erschlugen ihn an den Furten des Jordans, so daß zu der Zeit von
> Ephraim fielen zweiundvierzigtausend.
> 
> 12:7    Jeftah aber richtete Israel sechs Jahre. Und Jeftah, der Gileaditer,
> starb und wurde begraben in seiner Stadt in Gilead.
> 
> Die Richter Ibzan, Elon und Abdon
> 
> 12:8    Nach ihm richtete Israel Ibzan aus Bethlehem.
> 
> 12:9    Der hatte dreißig Söhne. Und dreißig Töchter gab er nach auswärts,
> und dreißig Töchter nahm er von auswärts für seine Söhne. Er
> richtete Israel sieben Jahre
> 
> 12:10   und starb und wurde begraben in Bethlehem.
> 
> 12:11   Nach ihm richtete Israel Elon, ein Sebuloniter; er richtete Israel
> zehn Jahre
> 
> 12:12   und starb und wurde begraben in Ajalon im Lande Sebulon.
> 4. Mose 26,26
> 
> 12:13   Nach ihm richtete Israel Abdon, ein Sohn Hillels aus Piraton.
> 
> 12:14   Der hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel, die auf siebzig Eseln
> ritten. Er richtete Israel acht Jahre
> 
> 12:15   und starb und wurde begraben in Piraton im Lande Ephraim, auf dem
> Gebirge der Amalekiter.
> 
>          Simsons Geburt
> 
> 13:1    Und die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN mißfiel, und der
> HERR gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre.
> 
> 13:2    Es war aber ein Mann in Zora von einem Geschlecht der Daniter, mit
> Namen Manoach, und seine Frau war unfruchtbar und hatte keine
> Kinder.
> 
> 13:3    Und der Engel des HERRN erschien der Frau und sprach zu ihr: Siehe,
> du bist unfruchtbar und hast keine Kinder, aber du wirst schwanger
> werden und einen Sohn gebären.
> 1. Mose 15,2; 25,21; 29,31
> 
> 13:4     So hüte dich nun, Wein oder starkes Getränk zu trinken und Unreines
> zu essen;
> (4 und 5) 4. Mose 6,2-21; 3. Mose 11,1-47; 1. Sam 1,11
> 
> 13:5    denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein
> Schermesser aufs Haupt kommen soll. Denn der Knabe wird ein
> Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen,
> Israel zu erretten aus der Hand der Philister.
> 
> 13:6    Da kam die Frau und sagte es ihrem Mann und sprach: Es kam ein Mann
> Gottes zu mir, und seine Gestalt war anzusehen wie der Engel Gottes,
> zum Erschrecken, so daß ich ihn nicht fragte, woher oder wohin; und
> er sagte mir nicht, wie er hieß.
> 
> 13:7    Er sprach aber zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen
> Sohn gebären. So trinke nun keinen Wein oder starkes Getränk und iß
> nichts Unreines; denn der Knabe soll ein Geweihter Gottes sein von
> Mutterleibe an bis zum Tag seines Todes.
> 
> 13:8    Da bat Manoach den HERRN und sprach: Ach, Herr, laß den Mann Gottes
> wieder zu uns kommen, den du gesandt hast, damit er uns lehre, was
> wir mit dem Knaben tun sollen, der geboren werden soll.
> 
> 13:9    Und Gott erhörte Manoach, und der Engel Gottes kam wieder zu der
> Frau. Sie saß aber auf dem Felde, und ihr Mann Manoach war nicht bei
> ihr.
> 
> 13:10   Da lief sie eilends und sagte es ihrem Mann und sprach zu ihm:
> Siehe, der Mann ist mir erschienen, der heute nacht zu mir kam.
> 
> 13:11   Manoach machte sich auf und ging hinter seiner Frau her und kam zu
> dem Mann und sprach zu ihm: Bist du der Mann, der mit der Frau
> geredet hat? Er sprach: Ja.
> 
> 13:12   Und Manoach sprach: Wenn nun eintrifft, was du gesagt hast: Wie
> sollen wir's mit dem Knaben halten und tun?
> 
> 13:13   Der Engel des HERRN sprach zu Manoach: Vor allem, was ich der Frau
> gesagt habe, soll sie sich hüten:
> 
> 13:14   sie soll nicht essen, was vom Weinstock kommt, und soll keinen Wein
> oder starkes Getränk trinken und nichts Unreines essen; alles, was
> ich ihr geboten habe, soll sie halten.
> Vers 4
> 
> 13:15    Manoach sprach zum Engel des HERRN: Wir möchten dich gern hier
> behalten und dir ein Ziegenböcklein zurichten.
> (15 und 16) Kap 6,18
> 
> 13:16   Aber der Engel des HERRN antwortete Manoach: Wenn du mich auch hier
> hältst, so esse ich doch von deiner Speise nicht. Willst du aber dem
> HERRN ein Brandopfer bringen, so kannst du es opfern. Manoach aber
> wußte nicht, daß es der Engel des HERRN war.
> 
> 13:17    Und Manoach sprach zum Engel des HERRN: Wie heißt du? Denn wir
> wollen dich ehren, wenn nun eintrifft, was du gesagt hast.
> (17 und 18) 1. Mose 32,30
> 
> 13:18   Aber der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum fragst du nach meinem
> Namen, der doch geheimnisvoll ist?
> 
> 13:19    Da nahm Manoach ein Ziegenböcklein und Speisopfer und brachte es
> auf einem Felsen dem HERRN dar, der geheimnisvolle Dinge tut. Manoach
> aber und seine Frau sahen zu.
> (19 und 20) Kap 6,21
> 
> 13:20   Und als die Flamme aufloderte vom Altar gen Himmel, fuhr der Engel
> des HERRN auf in der Flamme des Altars. Als das Manoach und seine
> Frau sahen, fielen sie zur Erde auf ihr Angesicht.
> 
> 13:21   Und der Engel des HERRN erschien Manoach und seiner Frau nicht mehr.
> Damals erkannte Manoach, daß es der Engel des HERRN war,
> 
> 13:22   und sprach zu seiner Frau: Wir müssen des Todes sterben, weil wir
> Gott gesehen haben.
> 2. Mose 33,20
> 
> 13:23   Aber seine Frau antwortete ihm: Wenn es dem HERRN gefallen hätte,
> uns zu töten, so hätte er das Brandopfer und Speisopfer nicht
> angenommen von unsern Händen. Er hätte uns auch das alles weder
> sehen noch hören lassen, wie jetzt geschehen ist.
> 
> 13:24   Und die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson. Und der Knabe
> wuchs heran, und der HERR segnete ihn.
> 1. Mose 24,1; 35,9; 4. Mose 22,6
> 
> 13:25   Und der Geist des HERRN fing an, ihn umzutreiben im Lager Dans
> zwischen Zora und Eschtaol.
> Kap 3,9-10; 6,34; 14,6; 14,19; 15,14; 4. Mose 24,2; 24,4
> 1. Sam 10,6; 10,10; 1. Sam 16,13; Hes 11,5
> 
>          Simsons Hochzeit
> 
> 14:1    Simson ging hinab nach Timna und sah ein Mädchen in Timna unter den
> Töchtern der Philister.
> Jos 19,43
> 
> 14:2    Und als er heraufkam, sagte er's seinem Vater und seiner Mutter und
> sprach: Ich hab ein Mädchen gesehen in Timna unter den Töchtern der
> Philister; nehmt mir nun diese zur Frau.
> 
> 14:3    Sein Vater und seine Mutter sprachen zu ihm: Ist denn nun kein
> Mädchen unter den Töchtern deiner Brüder und in deinem ganzen Volk,
> daß du hingehst und willst eine Frau nehmen von den Philistern, die
> unbeschnitten sind? Simson sprach zu seinem Vater: Nimm mir diese,
> denn sie gefällt meinen Augen.
> 1. Mose 34,14; 2. Mose 34,16
> 
> 14:4    Aber sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es von dem HERRN
> kam; denn er suchte einen Anlaß gegen die Philister. Die Philister
> aber herrschten zu der Zeit über Israel.
> 
> 14:5    So ging Simson hinab mit seinem Vater und seiner Mutter nach Timna.
> Und als sie kamen an die Weinberge von Timna, siehe, da kam ein
> junger Löwe brüllend ihm entgegen.
> 
> 14:6    Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er zerriß ihn, wie man
> ein Böcklein zerreißt, und hatte doch gar nichts in seiner Hand. Er
> sagte aber seinem Vater und seiner Mutter nicht, was er getan hatte.
> Kap 13,25
> 
> 14:7    Als er nun hinkam, redete er mit dem Mädchen, und Simson hatte
> Gefallen an ihr.
> 
> 14:8    Und nach einigen Tagen kam er wieder, um sie zu holen, und bog vom
> Wege ab, um nach dem Aas des Löwen zu sehen. Siehe, da war ein
> Bienenschwarm in dem Leibe des Löwen und Honig.
> 
> 14:9    Und er nahm davon in seine Hand und aß unterwegs und ging zu seinem
> Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen, daß sie auch aßen. Er
> sagte ihnen aber nicht, daß er den Honig aus dem Leibe des Löwen
> genommen hatte.
> 
> 14:10   Und als sein Vater hinkam zu dem Mädchen, machte Simson dort ein
> Hochzeitsgelage, wie es die jungen Leute zu tun pflegen.
> 
> 14:11   Und als sie ihn sahen, gaben sie ihm dreißig Gesellen, die bei ihm
> sein sollten.
> 
> 14:12   Simson aber sprach zu ihnen: Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Wenn
> ihr mir das erratet und trefft in diesen sieben Tagen des Gelages,
> so will ich euch dreißig Gewänder geben und dreißig Feierkleider.
> 
> 14:13   Könnt ihr's aber nicht erraten, so sollt ihr mir dreißig Gewänder
> und dreißig Feierkleider geben. Und sie sprachen zu ihm: Gib dein
> Rätsel auf, laß uns hören!
> 
> 14:14   Er sprach zu ihnen: Speise ging aus vom Fresser und Süßigkeit vom
> Starken. Und sie konnten in drei Tagen das Rätsel nicht erraten.
> 
> 14:15   Am vierten Tage sprachen sie zu Simsons Frau: Überrede deinen Mann,
> daß er uns des Rätsels Lösung sagt, oder wir werden dich und deines
> Vaters Haus mit Feuer verbrennen. Habt ihr uns hierher geladen, um
> uns arm zu machen?
> 
> 14:16   Da weinte Simsons Frau vor ihm und sprach: Du bist meiner
> überdrüssig und hast mich nicht lieb. Du hast den Söhnen meines
> Volks ein Rätsel aufgegeben und hast mir's nicht gesagt. Er aber
> sprach zu ihr: Siehe, ich hab's meinem Vater und meiner Mutter nicht
> gesagt und sollte dir's sagen?
> 
> 14:17   Und sie weinte vor ihm die sieben Tage, die sie feierten; aber am
> siebenten Tage sagte er es ihr, denn sie drang in ihn. Sie aber
> sagte des Rätsels Lösung den Söhnen ihres Volks.
> Kap 16,16-17
> 
> 14:18   Da sprachen die Männer der Stadt zu ihm am siebenten Tage, ehe die
> Sonne unterging: Was ist süßer als Honig? Was ist stärker als der
> Löwe? Aber er sprach zu ihnen: Wenn ihr nicht mit meinem Kalb
> gepflügt hättet, so hättet ihr mein Rätsel nicht getroffen.
> 
> 14:19   Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er ging hinab nach
> Aschkelon und erschlug dreißig Mann unter ihnen und nahm ihre
> Gewänder und gab Feierkleider denen, die das Rätsel erraten hatten.
> Und sein Zorn entbrannte, und er ging hinauf in seines Vaters Haus.
> 
> 14:20   Aber Simsons Frau wurde seinem Gesellen gegeben, der sein
> Brautführer gewesen war.
> Kap 15,2
> 
>          Simsons Streit mit den Philistern
> 
> 15:1    Es begab sich aber nach einigen Tagen, um die Weizenernte, daß
> Simson seine Frau besuchte mit einem Ziegenböcklein. Und als er
> dachte: Ich will zu meiner Frau in die Kammer gehen, da wollte ihn
> ihr Vater nicht hineinlassen
> 
> 15:2    und sprach: Ich meinte, du bist ihrer ganz überdrüssig geworden, und
> ich habe sie deinem Gesellen gegeben. Sie hat aber eine jüngere
> Schwester, die ist schöner als sie; die nimm statt ihrer.
> Kap 14,20
> 
> 15:3    Da sprach Simson zu ihnen: Diesmal bin ich frei von Schuld, wenn ich
> den Philistern Böses tue.
> 
> 15:4    Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse, nahm Fackeln und
> kehrte je einen Schwanz zum andern und tat eine Fackel je zwischen
> zwei Schwänze
> 
> 15:5    und zündete die Fackeln an und ließ die Füchse in das Korn der
> Philister laufen und zündete so die Garben samt dem stehenden Korn
> an und Weinberge und Ölbäume.
> 
> 15:6    Da sprachen die Philister: Wer hat das getan? Da sagte man: Simson,
> der Schwiegersohn des Timnaïters, weil er ihm seine Frau genommen
> und seinem Gesellen gegeben hat. Da zogen die Philister hin und
> verbrannten sie samt ihrer Familie mit Feuer.
> 
> 15:7    Simson aber sprach zu ihnen: Wenn ihr das tut, so will ich nicht
> ruhen, bis ich mich an euch gerächt habe.
> 
> 15:8    Und er schlug sie zusammen mit mächtigen Schlägen und zog hinab und
> wohnte in der Felsenkluft von Etam.
> 
> 15:9    Da zogen die Philister hinauf und lagerten sich in Juda und
> breiteten sich aus bei Lehi.
> 
> 15:10   Aber die von Juda sprachen: Warum seid ihr gegen uns heraufgezogen?
> Sie antworteten: Wir sind heraufgekommen, Simson zu binden, daß wir
> ihm tun, wie er uns getan hat.
> 
> 15:11   Da zogen dreitausend Mann von Juda hinab in die Felsenkluft zu Etam
> und sprachen zu Simson: Weißt du nicht, daß die Philister über uns
> herrschen? Warum hast du uns denn das angetan? Er sprach zu ihnen:
> Wie sie mir getan haben, so hab ich ihnen wieder getan.
> 
> 15:12   Sie sprachen zu ihm: Wir sind herabgekommen, dich zu binden und in
> die Hände der Philister zu geben. Simson sprach zu ihnen: So schwört
> mir, daß ihr selber mir nichts antun wollt.
> 
> 15:13   Sie antworteten ihm: Nein, sondern wir wollen dich nur binden und in
> ihre Hände geben und wollen dich nicht töten. Und sie banden ihn mit
> zwei neuen Stricken und führten ihn aus der Felsenkluft hinauf.
> 
> 15:14   Und als er nach Lehi kam, jauchzten die Philister ihm entgegen. Aber
> der Geist des HERRN geriet über ihn, und die Stricke an seinen
> Armen wurden wie Fäden, die das Feuer versengt hat, so daß die
> Fesseln an seinen Händen zerschmolzen.
> Kap 13,25
> 
> 15:15   Und er fand einen frischen Eselskinnbacken. Da streckte er seine
> Hand aus und nahm ihn und erschlug damit tausend Mann.
> 
> 15:16   Und Simson sprach: Mit eines Esels Kinnbacken hab ich sie
> geschunden; mit eines Esels Kinnbacken hab ich tausend Mann
> erschlagen.
> 
> 15:17   Und als er das gesagt hatte, warf er den Kinnbacken aus seiner Hand,
> und man nannte die Stätte Ramat-Lehi.
> d. h. Kinnbackenhöhe.
> 
> 15:18   Als ihn aber sehr dürstete, rief er den HERRN an und sprach: Du hast
> solch großes Heil gegeben durch die Hand deines Knechts; nun aber
> muß ich vor Durst sterben und in die Hände der Unbeschnittenen
> fallen.
> 
> 15:19   Da spaltete Gott die Höhlung im Kinnbacken, daß Wasser herausfloß.
> Und als er trank, kehrte sein Geist zurück, und er lebte wieder auf.
> Darum heißt der Ort »Quelle des Rufenden«; die ist in Lehi bis auf
> den heutigen Tag.
> 
> 15:20   Und er richtete Israel zu den Zeiten der Philister zwanzig Jahre.
> 
>  16:1    Simson ging nach Gaza und sah dort eine Hure und ging zu ihr.
> 
> 16:2    Da wurde den Gazatitern gesagt: Simson ist hierhergekommen! Und sie
> umstellten ihn und ließen auf ihn lauern am Stadttor; aber die ganze
> Nacht verhielten sie sich still und dachten: Morgen, wenn's licht
> wird, wollen wir ihn umbringen.
> 
> 16:3    Simson aber lag bis Mitternacht. Da stand er auf um Mitternacht und
> ergriff beide Torflügel am Stadttor samt den beiden Pfosten, hob sie
> aus mit den Riegeln und legte sie auf seine Schultern und trug sie
> hinauf auf die Höhe des Berges vor Hebron.
> 
> Simsons Fall und Rache
> 
> 16:4    Danach gewann er ein Mädchen lieb im Tal Sorek, die hieß Delila.
> 
> 16:5    Zu der kamen die Fürsten der Philister und sprachen zu ihr: Überrede
> ihn und sieh, wodurch er so große Kraft hat und womit wir ihn
> überwältigen können, daß wir ihn binden und bezwingen, so wollen wir
> dir ein jeder tausendeinhundert Silberstücke geben.
> 
> 16:6    Und Delila sprach zu Simson: Sage mir doch, worin deine große Kraft
> liegt und womit man dich binden muß, um dich zu bezwingen?
> 
> 16:7    Simson sprach zu ihr: Wenn man mich bände mit sieben Seilen von
> frischem Bast, die noch nicht getrocknet sind, so würde ich schwach
> und wäre wie ein anderer Mensch.
> 
> 16:8    Da brachten die Fürsten der Philister ihr sieben Seile von frischem
> Bast, die noch nicht getrocknet waren, und sie band ihn damit.
> 
> 16:9    Man lauerte ihm aber auf bei ihr in der Kammer. Da sprach sie zu
> ihm: Philister über dir, Simson! Er aber zerriß die Seile, wie eine
> Flachsschnur zerreißt, wenn sie ans Feuer kommt. Und so wurde nicht
> kund, worin seine Kraft lag.
> 
> 16:10   Da sprach Delila zu Simson: Siehe, du hast mich getäuscht und mich
> belogen. So sage mir nun doch, womit kann man dich binden?
> 
> 16:11   Er antwortete ihr: Wenn sie mich bänden mit neuen Stricken, mit
> denen noch nie eine Arbeit getan worden ist, so würde ich schwach
> und wie ein anderer Mensch.
> 
> 16:12   Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit und sprach: Philister
> über dir, Simson! - man lauerte ihm aber auf in der Kammer -, und er
> riß sie von seinen Armen herunter wie einen Faden.
> 
> 16:13   Da sprach Delila zu ihm: Bisher hast du mich getäuscht und mich
> belogen. Sage mir doch, womit kann man dich binden? Er antwortete
> ihr: Wenn du die sieben Locken meines Hauptes zusammenflöchtest mit
> dem Aufzug deines Webstuhls und heftetest sie mit dem Pflock an, so
> würde ich schwach und wie ein anderer Mensch.
> 
> 16:14   Da ließ sie ihn einschlafen und flocht die sieben Locken seines
> Hauptes zusammen mit dem Gewebe und heftete sie mit dem Pflock an
> und sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Er aber wachte auf
> von seinem Schlaf und riß die geflochtenen Locken mit Pflock und
> Gewebe heraus.
> 
> 16:15   Da sprach sie zu ihm: Wie kannst du sagen, du habest mich lieb, wenn
> doch dein Herz nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich getäuscht und
> mir nicht gesagt, worin deine große Kraft liegt.
> 
> 16:16   Als sie aber mit ihren Worten alle Tage in ihn drang und ihm
> zusetzte, wurde seine Seele sterbensmatt,
> Kap 14,17
> 
> 16:17   und er tat ihr sein ganzes Herz auf und sprach zu ihr: Es ist nie
> ein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Geweihter
> Gottes von Mutterleib an. Wenn ich geschoren würde, so wiche meine
> Kraft von mir, so daß ich schwach würde und wie alle andern
> Menschen.
> Kap 13,5
> 
> 16:18   Als nun Delila sah, daß er ihr sein ganzes Herz aufgetan hatte,
> sandte sie hin und ließ die Fürsten der Philister rufen und sagen:
> Kommt noch einmal her, denn er hat mir sein ganzes Herz aufgetan. Da
> kamen die Fürsten der Philister zu ihr und brachten das Geld in
> ihrer Hand mit.
> 
> 16:19   Und sie ließ ihn einschlafen in ihrem Schoß und rief einen, der ihm
> die sieben Locken seines Hauptes abschnitt. Und sie fing an, ihn zu
> bezwingen - da war seine Kraft von ihm gewichen.
> 
> 16:20   Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Als er nun von
> seinem Schlaf erwachte, dachte er: Ich will frei ausgehen, wie ich
> früher getan habe, und will mich losreißen. Aber er wußte nicht,
> daß der HERR von ihm gewichen war.
> 1. Sam 16,14
> 
> 16:21   Da ergriffen ihn die Philister und stachen ihm die Augen aus,
> führten ihn hinab nach Gaza und legten ihn in Ketten; und er mußte
> die Mühle drehen im Gefängnis.
> 
> 16:22   Aber das Haar seines Hauptes fing wieder an zu wachsen, nachdem es
> geschoren war.
> 
> 16:23   Als aber die Fürsten der Philister sich versammelten, um ihrem Gott
> Dagon ein großes Opfer darzubringen und ein Freudenfest zu feiern,
> sprachen sie: Unser Gott hat uns unsern Feind Simson in unsere Hände
> gegeben.
> 1. Sam 5,2
> 
> 16:25   Als nun ihr Herz guter Dinge war, sprachen sie: Laßt Simson holen,
> daß er vor uns seine Späße treibe. Da holten sie Simson aus dem
> Gefängnis, und er trieb seine Späße vor ihnen, und sie stellten ihn
> zwischen die Säulen.
> 
> 16:24   Als das Volk ihn sah, lobten sie ihren Gott, denn sie sprachen:
> Unser Gott hat uns unsern Feind in unsere Hände gegeben, der unser
> Land verwüstete und viele von uns erschlug.
> Der Zusammenhang erfordert die hier vorgenommene Umstellung der
> Verse.
> 
> 16:26   Simson aber sprach zu dem Knaben, der ihn an der Hand führte: Laß
> mich los, daß ich nach den Säulen taste, auf denen das Haus steht,
> damit ich mich daran lehne.
> 
> 16:27   Das Haus aber war voller Männer und Frauen. Es waren auch alle
> Fürsten der Philister da, und auf dem Dach waren etwa dreitausend
> Männer und Frauen, die zusahen, wie Simson seine Späße trieb.
> 
> 16:28   Simson aber rief den HERRN an und sprach: Herr HERR, denke an mich
> und gib mir Kraft, Gott, noch dies eine Mal, damit ich mich für
> meine beiden Augen einmal räche an den Philistern!
> 
> 16:29   Und er umfaßte die zwei Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die
> eine mit seiner rechten und die andere mit seiner linken Hand, und
> stemmte sich gegen sie
> 
> 16:30   und sprach: Ich will sterben mit den Philistern! Und er neigte sich
> mit aller Kraft. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles
> Volk, das darin war, so daß es mehr Tote waren, die er durch seinen
> Tod tötete, als die er zu seinen Lebzeiten getötet hatte.
> Hebr 11,32-34
> 
> 16:31   Da kamen seine Brüder herab und das ganze Haus seines Vaters, und
> sie hoben ihn auf und brachten ihn hinauf und begruben ihn im Grab
> seines Vaters Manoach zwischen Zora und Eschtaol. Er hatte aber
> Israel zwanzig Jahre gerichtet.
> Kap 13,25;  Kap 15,20
> 
>          Michas Gottesbild und sein Priester
> 
> 17:1    Es war ein Mann auf dem Gebirge Ephraim mit Namen Micha.
> 
> 17:2    Der sprach zu seiner Mutter: Die tausendeinhundert Silberstücke, die
> dir genommen worden sind und derenthalben du den Fluch gesprochen
> und ihn auch vor meinen eigenen Ohren gesagt hast - siehe, dies Geld
> ist bei mir; ich selbst hab's genommen. Da sprach seine Mutter:
> Gesegnet seist du, mein Sohn, vom HERRN!
> 3. Mose 5,1; Spr 29,24
> 
> 17:3    So gab er seiner Mutter die tausendeinhundert Silberstücke zurück.
> Und seine Mutter sprach: Ich weihe nun das Geld dem HERRN; es kommt
> aus meiner Hand für meinen Sohn, damit man ein geschnitztes und
> gegossenes Bild davon machen soll. Darum gebe ich's dir nun wieder.
> 
> 17:4    Aber er gab seiner Mutter das Geld zurück. Da nahm seine Mutter
> zweihundert Silberstücke und gab sie dem Goldschmied; der machte ein
> geschnitztes und gegossenes Bild daraus; das kam danach in das Haus
> Michas.
> 
> 17:5    Der Mann Micha hatte nämlich ein Gotteshaus und machte einen Efod
> und Hausgötzen und  füllte einem seiner Söhne die Hand, so daß er
> sein Priester wurde.
> Kap 8,27;  1. Mose 31,19;  2. Mose 28,41
> 
> 17:6    Zu der Zeit war kein König in Israel, und jeder tat, was ihn recht
> dünkte.
> Kap 18,1; 19,1; 21,25
> 
> 17:7    Es war aber ein junger Mann von Bethlehem in Juda aus dem Geschlecht
> Judas; der war ein Levit und war dort fremd.
> Kap 18,3; 5. Mose 18,6-8
> 
> 17:8    Er zog aber aus der Stadt Bethlehem in Juda, um einen Ort zu finden,
> wo er bleiben konnte. Als er so seines Weges zog, kam er aufs
> Gebirge Ephraim zum Hause Michas.
> 
> 17:9    Da fragte ihn Micha: Wo kommst du her? Er antwortete ihm: Ich bin
> ein Levit aus Bethlehem in Juda und wandere, um einen Ort zu finden,
> wo ich bleiben kann.
> 
> 17:10   Micha sprach zu ihm: Bleibe bei mir, du sollst mir Vater und
> Priester sein. Ich will dir jährlich zehn Silberstücke und deine
> Kleidung und Nahrung geben.
> 
> 17:11   Der Levit willigte ein, bei dem Mann zu bleiben; und der hielt ihn
> wie einen Sohn.
> 
> 17:12   Und Micha füllte dem Leviten die Hand, daß er sein Priester wurde,
> und so war er im Haus Michas.
> 2. Mose 28,41
> 
> 17:13   Und Micha sprach: Nun weiß ich, daß mir der HERR wohltun wird, weil
> ich einen Leviten zum Priester habe.
> 
>          Der Stamm Dan gewinnt Wohnsitz und Heiligtum
> 
> 18:1    Zu der Zeit war kein König in Israel. Und der Stamm der Daniter
> suchte sich zu der Zeit ein Erbteil, wo sie wohnen könnten; denn es
> war ihm bis auf den Tag noch kein Erbe zuteil geworden unter den
> Stämmen Israels.
> Kap 1,34; Jos 19,40-48
> 
> 18:2    Und die Daniter sandten von ihrem Geschlecht aus ihrem Gebiet, aus
> Zora und Eschtaol, fünf tüchtige Männer aus, um das Land zu erkunden
> und zu erforschen, und sprachen zu ihnen: Zieht hin und erforscht
> das Land! Und sie kamen auf das Gebirge Ephraim zum Haus Michas und
> blieben dort über Nacht.
> Kap 13,25
> 
> 18:3    Und während sie dort bei Michas Leuten waren, fiel ihnen die Stimme
> des jungen Leviten auf, und sie gingen dorthin und sprachen zu ihm:
> Wer hat dich hierhergebracht? Was machst du hier? Und was hast du
> hier vor?
> Kap 17,7
> 
> 18:4    Er antwortete ihnen: So und so hat Micha an mir getan und hat mich
> in Dienst genommen, daß ich sein Priester sei.
> 
> 18:5    Sie sprachen zu ihm: Befrage doch Gott, daß wir erfahren, ob unser
> Weg, den wir gehen, auch zum Ziel führt.
> 
> 18:6    Der Priester antwortete ihnen: Ziehet hin mit Frieden; euer Weg, den
> ihr geht, ist dem HERRN vor Augen.
> 
> 18:7    Da gingen die fünf Männer hin und kamen nach Lajisch und sahen das
> Volk, das darin war, sicher wohnen in der Weise der Sidonier, ruhig
> und sicher. Sie waren reich an Besitz, und es fehlte ihnen nichts an
> alledem, was es auf Erden gibt. Und sie waren ferne von den
> Sidoniern und hatten mit Aramäern nichts zu tun.
> 
> 18:8    Und sie kamen zu ihren Brüdern nach Zora und Eschtaol, und ihre
> Brüder sprachen zu ihnen: Wie steht's mit euch?
> 
> 18:9    Sie sprachen: Auf, laßt uns gegen sie hinaufziehen! Denn wir haben
> das Land angesehen, und siehe, es ist sehr gut. Und ihr sitzt noch
> untätig da? Seid doch nicht faul hinzuziehen, daß ihr kommt und das
> Land einnehmt.
> 
> 18:10   Wenn ihr hinzieht, werdet ihr zu einem Volk kommen, das sicher
> wohnt, und das Land ist weit nach allen Seiten; denn Gott hat's in
> eure Hände gegeben, einen Ort, an dem nichts von alledem fehlt, was
> es auf Erden gibt.
> 
> 18:11    Da zogen von dort aus dem Geschlecht Dan, aus Zora und Eschtaol,
> sechshundert Mann, gerüstet mit ihren Waffen zum Kampf,
> (11 und 12) Kap 13,2; 13,25
> 
> 18:12   und sie zogen hinauf und lagerten sich bei Kirjat-Jearim in Juda.
> Daher heißt die Stätte »Lager Dans« bis auf diesen Tag; es liegt
> hinter Kirjat-Jearim.
> 
> 18:13   Und von dort gingen sie auf das Gebirge Ephraim und kamen zum Hause
> Michas.
> 
> 18:14   Da hoben die fünf Männer an, die ausgezogen waren, um das Land bei
> Lajisch zu erkunden, und sprachen zu ihren Brüdern: Wißt ihr auch,
> daß es in diesen Häusern einen Efod und einen Hausgötzen und ein
> geschnitztes und gegossenes Bild gibt? Bedenkt nun, was ihr zu tun
> habt.
> 
> 18:15   Da gingen sie dorthin und kamen an das Haus des jungen Leviten in
> Michas Hause und grüßten ihn freundlich.
> 
> 18:16   Während die sechshundert zum Krieg gerüsteten Männer, die von den
> Danitern waren, vor dem Tor standen,
> 
> 18:17   gingen die fünf Männer, die das Land zu erkunden ausgezogen waren,
> hinauf, drangen dort ein und nahmen das geschnitzte und gegossene
> Bild, den Efod und den Hausgötzen; unterdessen stand der Priester
> vor dem Tor bei den sechshundert zum Krieg gerüsteten Männern.
> Kap 17,5
> 
> 18:18   Als nun jene in das Haus Michas gekommen waren und das geschnitzte
> und gegossene Bild, den Efod und den Hausgötzen nahmen, sprach der
> Priester zu ihnen: Was macht ihr?
> 
> 18:19   Sie antworteten ihm: Schweig und halt den Mund und zieh mit uns, daß
> du uns Vater und Priester seist. Ist es für dich besser, Priester in
> eines Mannes Haus zu sein oder unter einem ganzen Stamm und
> Geschlecht in Israel?
> 
> 18:20   Das gefiel dem Priester gut, und er nahm den Efod, den Hausgötzen
> und das geschnitzte Bild und schloß sich dem Volk an.
> 
> 18:21   Und sie wandten sich und zogen hin und schickten die Frauen und die
> Kinder und das Vieh, und was sie an wertvollem Gut hatten, vor sich
> her.
> 
> 18:22   Als sie sich nun von Michas Haus entfernt hatten, wurden die Männer
> in den Häusern, die bei Michas Haus waren, zusammengerufen, und sie
> jagten den Danitern nach
> 
> 18:23   und riefen hinter ihnen her. Sie aber wandten sich um und sprachen
> zu Micha: Was hast du, daß du die Leute zusammengerufen hast?
> 
> 18:24   Er antwortete: Ihr habt meine Götter genommen, die ich gemacht
> hatte, und den Priester und seid fortgezogen. Was hab ich nun noch?
> Und da fragt ihr, was mir fehlt?
> 
> 18:25   Aber die Daniter sprachen zu ihm: Laß deine Stimme nicht weiter bei
> uns hören, damit nicht etwa zornige Leute über euch herfallen und
> dein Leben und das Leben deiner Leute hingerafft werde.
> 
> 18:26   So gingen die Daniter ihres Weges. Und als Micha sah, daß sie ihm zu
> stark waren, wandte er sich um und kehrte zurück zu seinem Hause.
> 
> 18:27   Sie aber nahmen, was Micha gemacht hatte, und den Priester, den er
> hatte, und fielen über Lajisch her, über ein Volk, das ruhig und
> sicher wohnte, und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts und
> verbrannten die Stadt mit Feuer.
> 
> 18:28   Und es war niemand, der sie errettet hätte; denn die Stadt lag fern
> von Sidon, und sie hatten mit den Aramäern nichts zu schaffen; und
> die Stadt lag in der Ebene bei Bet-Rehob. Dann bauten sie die Stadt
> wieder auf und wohnten darin
> 
> 18:29   und nannten sie Dan nach dem Namen ihres Vaters Dan, der dem Israel
> geboren war. Vorzeiten aber hieß die Stadt Lajisch.
> Jos 19,47
> 
> 18:30   Und die Daniter richteten für sich das Schnitzbild auf. Und
> Jonatan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes des Mose, und seine Söhne
> waren Priester im Stamm der Daniter bis auf die Zeit, da sie  aus
> dem Lande gefangen weggeführt wurden.
> 1. Kön 12,29; Am 8,14;  2. Mose 18,3;  2. Kön 15,29
> Andere Überlieferung: »des Sohnes Manasses«.
> 
> 18:31   So stellten sie das Schnitzbild, das Micha gemacht hatte, bei sich
> auf, solange das Haus Gottes zu Silo stand.
> Jos 18,1; Jer 7,12
> 
>          Die Schandtat von Gibea in Benjamin
> 
> 19:1    Zu der Zeit war kein König in Israel. Und ein Levit wohnte als
> Fremdling weit hinten im Gebirge Ephraim und hatte sich eine
> Nebenfrau genommen aus Bethlehem in Juda.
> Kap 17,6
> 
> 19:2    Und als sie über ihn erzürnt war, lief sie von ihm fort zu ihres
> Vaters Hause nach Bethlehem in Juda und war dort vier Monate lang.
> 
> 19:3    Da machte sich ihr Mann auf und zog ihr nach, um freundlich mit ihr
> zu reden und sie zu sich zurückzuholen; und er hatte seinen Knecht
> und ein Paar Esel bei sich. Und sie führte ihn in ihres Vaters Haus.
> Als ihn aber der Vater der jungen Frau sah, wurde er froh und ging
> ihm entgegen.
> 
> 19:4    Und sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau, hielt ihn fest,
> daß er drei Tage bei ihm blieb. Sie aßen und tranken und blieben
> dort über Nacht.
> 
> 19:5    Am vierten Tag erhoben sie sich früh am Morgen, und er machte sich
> auf und wollte fortziehen. Da sprach der Vater der jungen Frau zu
> seinem Schwiegersohn: Labe dich zuvor mit einem Bissen Brot, danach
> könnt ihr ziehen.
> 
> 19:6    Und sie setzten sich und aßen beide miteinander und tranken. Da
> sprach der Vater der jungen Frau zu dem Mann: Bleib doch über Nacht
> und laß dein Herz guter Dinge sein.
> 
> 19:7    Als aber der Mann aufstand und ziehen wollte, nötigte ihn sein
> Schwiegervater, daß er noch einmal über Nacht dablieb.
> 
> 19:8    Am Morgen des fünften Tages machte er sich früh auf und wollte
> ziehen. Da sprach der Vater der jungen Frau: Labe dich doch und laß
> uns warten, bis sich der Tag neigt. Und so aßen die beiden
> miteinander.
> 
> 19:9    Da machte sich der Mann auf und wollte mit seiner Nebenfrau und mit
> seinem Knecht fortziehen. Aber sein Schwiegervater, der Vater der
> jungen Frau, sprach zu ihm: Siehe, der Tag hat sich geneigt, und es
> will Abend werden; bleib über Nacht und laß dein Herz guter Dinge
> sein. Morgen mögt ihr früh aufstehen und eures Weges ziehen zu
> deinem Zelt.
> Lk 24,29
> 
> 19:10   Aber der Mann wollte nicht mehr über Nacht bleiben, sondern machte
> sich auf und zog hin und kam bis gegenüber von Jebus - das ist
> Jerusalem - und hatte ein Paar beladene Esel bei sich und seine
> Nebenfrau und seinen Knecht.
> Kap 1,21; 1. Chr 11,4
> 
> 19:11   Als sie nun nahe bei Jebus waren, dunkelte es schnell; da sprach der
> Knecht zu seinem Herrn: Komm doch und laß uns in diese Stadt der
> Jebusiter einkehren und über Nacht dort bleiben.
> 
> 19:12   Aber sein Herr sprach zu ihm: Wir wollen nicht in die Stadt der
> Fremden einkehren, die nicht von den Israeliten sind, sondern wollen
> hinüber auf Gibea zu.
> 
> 19:13   Und er sprach zu seinem Knecht: Geh weiter, damit wir an einen
> andern Ort kommen und über Nacht in Gibea oder in Rama bleiben.
> 
> 19:14   Und sie zogen weiter ihres Weges, und die Sonne ging unter, als sie
> nahe bei Gibea waren, das in Benjamin liegt.
> Jos 18,28
> 
> 19:15   Und sie bogen ab vom Wege, um nach Gibea zu kommen und dort über
> Nacht zu bleiben. Als er aber hineinkam, blieb er auf dem Platze der
> Stadt; denn es war niemand, der sie die Nacht im Hause beherbergen
> wollte.
> 
> 19:16   Und siehe, da kam ein alter Mann von seiner Arbeit vom Felde am
> Abend; der war auch vom Gebirge Ephraim und ein Fremdling in Gibea,
> aber die Leute des Orts waren Benjaminiter.
> 
> 19:17   Und als er seine Augen aufhob, sah er den Wanderer auf dem Platze
> und sprach zu ihm: Wo willst du hin? Und wo kommst du her?
> 
> 19:18   Er aber antwortete ihm: Wir reisen von Bethlehem in Juda weit ins
> Gebirge Ephraim hinein, wo ich her bin. Ich bin nach Bethlehem in
> Juda gezogen und kehre jetzt nach Hause zurück, doch niemand will
> mich beherbergen.
> 
> 19:19   Wir haben Stroh und Futter für unsere Esel und Brot und Wein für
> mich, deinen Knecht, und für deine Magd und den Knecht, der bei mir
> ist, so daß uns nichts fehlt.
> 
> 19:20   Der alte Mann sprach: Friede sei mit dir! Alles, was dir mangelt,
> findest du bei mir; bleib nur nicht über Nacht auf dem Platze.
> 
> 19:21   Und er führte ihn in sein Haus und gab den Eseln Futter, und sie
> wuschen ihre Füße und aßen und tranken.
> 
> 19:22    Und als ihr Herz nun guter Dinge war, siehe, da kamen die Leute der
> Stadt, ruchlose Männer, und umstellten das Haus und pochten an die
> Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hauswirt: Gib den Mann
> heraus, der in dein Haus gekommen ist, daß wir uns über ihn
> hermachen.
> (22-24) 1. Mose 19,5-8
> 
> 19:23   Aber der Mann, der Hauswirt, ging zu ihnen hinaus und sprach zu
> ihnen: Nicht, meine Brüder, tut doch nicht solch ein Unrecht!
> Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, tut nicht solch eine
> Schandtat!
> 
> 19:24   Siehe, ich habe eine Tochter, noch eine Jungfrau, und dieser hat
> eine Nebenfrau; die will ich euch herausbringen. Die könnt ihr
> schänden und mit ihnen tun, was euch gefällt, aber an diesem Mann
> tut nicht solch eine Schandtat!
> 
> 19:25   Aber die Leute wollten nicht auf ihn hören. Da faßte der Mann seine
> Nebenfrau und brachte sie zu ihnen hinaus. Die machten sich über sie
> her und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht bis an den
> Morgen. Und als die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen.
> 
> 19:26   Da kam die Frau, als der Morgen anbrach, und fiel hin vor der Tür
> des Hauses, in dem ihr Herr war, und lag da, bis es licht wurde.
> 
> 19:27   Als nun ihr Herr am Morgen aufstand und die Tür des Hauses auftat
> und herausging, um seines Weges zu ziehen, siehe, da lag seine
> Nebenfrau vor der Tür des Hauses, die Hände auf der Schwelle.
> 
> 19:28   Er sprach zu ihr: Steh auf, laß uns ziehen! Aber sie antwortete
> nicht. Da legte er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an
> seinen Ort.
> 
> 19:29   Als er nun heimkam, nahm er ein Messer, faßte seine Nebenfrau und
> zerstückelte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in
> das ganze Gebiet Israels.
> 1. Sam 11,7
> 
> 19:30   Wer das sah, der sprach: Solches ist nicht geschehen noch gesehen,
> seitdem Israel aus Ägyptenland gezogen ist, bis auf diesen Tag. Nun
> denkt darüber nach, beratet und sprecht!
> Hos 10,9
> 
>          Strafgericht am Stamm Benjamin
> 
> 20:1    Da zogen die Israeliten aus, und die Gemeinde versammelte sich wie
> ein Mann - von Dan bis nach Beerscheba und vom Lande Gilead - vor
> dem HERRN in Mizpa.
> Jos 18,26; 1. Sam 7,5
> 
> 20:2    Und es traten zusammen die Obersten des ganzen Volks aller Stämme
> Israels in der Versammlung des Volkes Gottes, vierhunderttausend
> Mann zu Fuß, die das Schwert führten.
> 
> 20:3    Aber die Benjaminiter hörten, daß ganz Israel hinauf nach Mizpa
> gezogen war. Und die Israeliten sprachen: Sagt, wie ist die
> Schandtat zugegangen?
> 
> 20:4    Da antwortete der Levit, der Mann der Frau, die getötet worden war,
> und sprach: Ich kam nach Gibea in Benjamin mit meiner Nebenfrau, um
> da über Nacht zu bleiben.
> Kap 19,14; Jos 18,28
> 
> 20:5    Da machten sich gegen mich auf die Bürger von Gibea und umstellten
> meinetwegen das Haus des Nachts. Mich wollten sie töten, und meine
> Nebenfrau haben sie geschändet, so daß sie gestorben ist.
> 
> 20:6    Da nahm ich meine Nebenfrau und zerstückelte sie und sandte die
> Stücke in das ganze Gebiet des Erbbesitzes von Israel; denn sie
> haben ein Verbrechen und eine Schandtat getan in Israel.
> 1. Mose 34,7
> 
> 20:7    Siehe, da seid ihr Israeliten alle. So sprecht und beratet hier!
> 
> 20:8    Da erhob sich alles Volk wie ein Mann und sprach: Es soll niemand in
> sein Zelt gehen und in sein Haus heimkehren,
> 
> 20:9    sondern das wollen wir jetzt mit Gibea tun: Auf, laßt uns gegen die
> Stadt hinaufziehen nach dem Los!
> 
> 20:10   Laßt uns nehmen zehn Mann von hundert und hundert von tausend und
> tausend von zehntausend aus allen Stämmen Israels, damit sie Speise
> holen für das Volk, das gekommen ist, um Gibea in Benjamin seine
> große Schandtat zu vergelten, die es in Israel getan hat.
> 
> 20:11   So versammelten sich gegen die Stadt alle Männer Israels,
> geschlossen wie ein Mann.
> 
> 20:12   Und die Stämme Israels sandten Männer zu allen Geschlechtern
> Benjamins und ließen ihnen sagen: Was ist das für eine Untat, die
> bei euch geschehen ist?
> 
> 20:13   So gebt nun heraus die Männer, die ruchlosen Leute von Gibea, daß
> wir sie töten und das Böse aus Israel austilgen. Aber die
> Benjaminiter wollten nicht hören auf die Stimme ihrer Brüder, der
> Israeliten,
> 2. Mose 21,12; 4. Mose 35,33-34
> 
> 20:14   sondern sie versammelten sich aus den Städten nach Gibea, um in den
> Kampf gegen die Israeliten auszuziehen.
> 
> 20:15   Und es wurden an jenem Tage gezählt von Benjamin aus den Städten
> sechsundzwanzigtausend Mann, die das Schwert führten, außer den
> Bürgern von Gibea; von ihnen wurden siebenhundert gezählt,
> auserlesene Männer.
> 
> 20:16   Und unter diesem ganzen Volk waren siebenhundert auserlesene Männer,
> die linkshändig waren und mit der Schleuder ein Haar treffen
> konnten, ohne zu fehlen.
> 
> 20:17   Aber von Israel - außer denen von Benjamin - wurden gezählt
> vierhunderttausend Mann, die das Schwert führten, lauter streitbare
> Männer.
> 
> 20:18   Die machten sich auf und zogen hinauf nach Bethel und befragten
> Gott und sprachen: Wer von uns soll zuerst hinaufziehen in den Kampf
> gegen Benjamin? Der HERR sprach: Juda soll anfangen.
> Kap 1,1-2; 4. Mose 27,21
> 
> 20:19   So machten sich die Israeliten am Morgen auf und lagerten sich vor
> Gibea.
> 
> 20:20   Und die Männer von Israel zogen heraus, um gegen Benjamin zu
> kämpfen, und stellten sich auf zum Kampf gegen Gibea.
> 
> 20:21   Da fielen die Benjaminiter aus Gibea aus und schlugen an dem Tage
> von Israel zweiundzwanzigtausend zu Boden.
> 
> 20:23   Da zogen die Israeliten hinauf und hielten Klage vor dem HERRN bis
> zum Abend und befragten den HERRN und sprachen: Sollen wir wieder in
> den Kampf ziehen gegen die Benjaminiter, unsere Brüder? Der HERR
> sprach: Zieht hin gegen sie!
> 
> 20:22   Da ermannte sich das Kriegsvolk von Israel und stellte sich
> abermals auf, um am selben Ort noch weiter zu kämpfen, an dem sie
> sich am vorigen Tag aufgestellt hatten.
> Der Zusammenhang erfordert die hier vorgenommene Umstellung der
> Verse.
> 
> 20:24   Und als die Israeliten am andern Tage nahe herankamen an die
> Benjaminiter,
> 
> 20:25    machten die Benjaminiter auch am zweiten Tag einen Ausfall aus
> Gibea und schlugen von Israel noch achtzehntausend zu Boden, die alle
> das Schwert führten.
> 1. Mose 49,27
> 
> 20:26   Da zogen alle Israeliten, das ganze Kriegsvolk, hinauf und kamen
> nach Bethel und hielten Klage und blieben dort vor dem HERRN und
> fasteten an diesem Tag bis zum Abend und opferten Brandopfer und
> Dankopfer vor dem HERRN.
> Vers 18; Jos 18,21-22
> 
> 20:27   Und die Israeliten befragten den HERRN. - Es war aber zu jener Zeit
> die Lade des Bundes Gottes dort,
> 
> 20:28   und Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, versah den
> Dienst vor ihm in jener Zeit. - Und sie sprachen: Sollen wir
> abermals ausziehen, um gegen die Benjaminiter, unsere Brüder, zu
> kämpfen, oder sollen wir es lassen? Der HERR sprach: Zieht hinauf;
> morgen will ich sie in eure Hände geben.
> 4. Mose 25,7;  Jos 24,33
> 
> 20:29   Und Israel legte einen Hinterhalt rings um Gibea her.
> Jos 8,12; 8,14
> 
> 20:30   So zog Israel hinauf am dritten Tage gegen die Benjaminiter und
> stellte sich auf gegen Gibea wie schon zweimal vorher.
> 
> 20:31   Da machten die Benjaminiter einen Ausfall, dem Kriegsvolk entgegen,
> und wurden weggezogen von der Stadt und erschlugen anfangs einige
> vom Kriegsvolk - wie schon zweimal vorher - auf den Straßen, von
> denen die eine nach Bethel und die andere nach Gibeon führt, auf
> offenem Feld etwa dreißig Mann von Israel.
> 
> 20:32   Da dachten die Benjaminiter: Sie sind geschlagen vor uns wie vorher.
> Aber die Israeliten hatten verabredet: Laßt uns fliehen, damit wir
> sie von der Stadt wegziehen auf die beiden Straßen!
> 
> 20:33   Da machten sich alle Männer von Israel auf von ihrem Ort und
> stellten sich bei Baal-Tamar auf. Und der Hinterhalt Israels brach
> hervor aus seinem Versteck westlich von Geba.
> 
> 20:34   Und sie rückten gegen Gibea an, zehntausend Mann, auserlesen aus
> ganz Israel, so daß der Kampf hart wurde; jene aber wußten nicht,
> daß sie das Unglück treffen würde.
> 
> 20:35   So schlug der HERR die Benjaminiter vor den Männern von Israel, daß
> die Israeliten an dem Tag umbrachten fünfundzwanzigtausendeinhundert
> Mann von Benjamin, die alle das Schwert führten.
> 
> 20:36   Denn als die Benjaminiter sahen, daß sie geschlagen waren, gaben
> ihnen die Männer Israels Raum; denn sie verließen sich auf den
> Hinterhalt, den sie bei Gibea angelegt hatten.
> 
> 20:37   Und der Hinterhalt brach eilends hervor auf Gibea zu und zog hin und
> schlug die ganze Stadt mit der Schärfe des Schwerts.
> 
> 20:38   Sie hatten aber verabredet miteinander, die Männer von Israel und
> der Hinterhalt, sie sollten eine Rauchsäule von der Stadt aufsteigen
> lassen.
> 
> 20:39   Als nun die Männer von Israel sich im Kampf abgewandt hatten und die
> Benjaminiter anfangs etwa dreißig Mann von Israel erschlagen hatten,
> so daß sie dachten: sie sind vor uns geschlagen wie im vorigen
> Kampf,
> 
> 20:40   da begann eine Rauchsäule von der Stadt gerade empor aufzusteigen.
> Und die Benjaminiter wandten sich um, und siehe, da ging die Stadt
> ganz in Flammen auf zum Himmel.
> 
> 20:41   Und die Männer von Israel machten kehrt; da erschraken die Männer
> von Benjamin, denn sie sahen, daß das Unglück sie getroffen hatte,
> 
> 20:42   und wandten sich weg von den Männern Israels auf den Weg zur Steppe.
> Aber der Kampf folgte ihnen auch dorthin, und die von der Stadt her
> kamen, vernichteten in ihrer Mitte die Benjaminiter.
> 
> 20:43   Sie umringten diese und jagten ihnen nach, ohne ihnen Ruhe zu
> lassen, und zertraten sie bis östlich von Gibea, gegen
> Sonnenaufgang.
> 
> 20:44   Und es fielen von Benjamin achtzehntausend Mann, lauter streitbare
> Männer.
> 
> 20:45   Da wandten sie sich um und flohen zur Steppe hin zum Fels Rimmon;
> aber die Männer von Israel hielten auf den Straßen eine Nachlese von
> fünftausend Mann und verfolgten sie weiter bis Gidom und erschlugen
> von ihnen noch zweitausend.
> 
> 20:46   So fielen an diesem Tage von Benjamin fünfundzwanzigtausend Mann,
> die das Schwert führten, lauter streitbare Männer.
> 
> 20:47   Nur sechshundert Mann wandten sich um und flohen zur Steppe hin zum
> Fels Rimmon und blieben auf dem Fels Rimmon vier Monate.
> Kap 21,13
> 
> 20:48   Und die Männer Israels kehrten um zu den Benjaminitern und schlugen
> in der Stadt mit der Schärfe des Schwerts Leute und Vieh und alles,
> was man fand. Und alle Städte, die man fand, verbrannte man mit
> Feuer.
> 1. Mose 34,25-29; 4. Mose 35,30-34; 5. Mose 13,13-19
> 
>          Israel verhilft Benjamin zu Frauen
> 
> 21:1    Die Männer Israels aber hatten in Mizpa geschworen und gesagt:
> Niemand soll seine Tochter den Benjaminitern zur Frau geben.
> Kap 20,1
> 
> 21:2    Und das Volk kam nach Bethel und saß da bis zum Abend vor Gott, und
> sie erhoben ihre Stimme und weinten sehr
> Kap 20,18; 20,23; 20,26
> 
> 21:3    und sprachen: O HERR, Gott Israels, warum ist das geschehen in
> Israel, daß heute Israel um einen Stamm weniger geworden ist?
> 
> 21:4    Am andern Morgen machte sich das Volk früh auf und baute dort einen
> Altar und opferte Brandopfer und Dankopfer.
> 
> 21:5    Und die Israeliten sprachen: Wer von allen Stämmen Israels ist nicht
> mit der Gemeinde heraufgekommen zum HERRN? Denn es war ein großer
> Schwur getan worden, daß, wer nicht hinaufkäme zum HERRN nach Mizpa,
> der sollte des Todes sterben.
> 
> 21:6    Und es tat den Israeliten leid um ihren Bruder Benjamin, und sie
> sprachen: Heute ist ein Stamm von Israel abgeschlagen.
> 
> 21:7    Wie können wir ihnen helfen, daß die übriggebliebenen Benjaminiter
> zu Frauen kommen? Denn wir haben geschworen bei dem HERRN, daß wir
> ihnen von unsern Töchtern keine zu Frauen geben.
> 
> 21:8    Und sie sprachen: Ist einer von den Stämmen Israels nicht
> heraufgekommen zum HERRN nach Mizpa? Und siehe, da war ins Lager der
> Gemeinde niemand gekommen von Jabesch in Gilead.
> 
> 21:9    Denn sie zählten das Volk, und siehe, da war kein Bürger da von
> Jabesch in Gilead.
> 
> 21:10   Da sandte die Gemeinde zwölftausend streitbare Männer dorthin und
> gebot ihnen: Geht hin und schlagt mit der Schärfe des Schwerts die
> Bürger von Jabesch in Gilead mit Weib und Kind.
> 
> 21:11    Doch so sollt ihr tun: An allem, was männlich ist, und an allen
> Frauen, die einem Mann angehört haben, sollt ihr den Bann
> vollstrecken!
> (11 und 12) 4. Mose 31,17-18
> 
> 21:12   Und sie fanden bei den Bürgern von Jabesch in Gilead vierhundert
> Mädchen, die Jungfrauen waren und keinem Mann angehört hatten. Die
> brachten sie ins Lager nach Silo, das da liegt im Lande Kanaan.
> 
> 21:13   Da sandte die ganze Gemeinde hin und verhandelte mit den
> Benjaminitern, die auf dem Fels Rimmon waren, und sagten ihnen
> Frieden zu.
> Kap 20,47
> 
> 21:14   So kamen die Benjaminiter zurück zu jener Zeit. Und sie gaben ihnen
> die Mädchen, die sie am Leben gelassen hatten von den Frauen aus
> Jabesch in Gilead; aber diese waren noch nicht genug für sie.
> 
> 21:15   Da tat es dem Volk leid um Benjamin, daß der HERR einen Riß gemacht
> hatte zwischen den Stämmen Israels.
> 
> 21:16   Und die Ältesten der Gemeinde sprachen: Was wollen wir tun, daß die
> übriggebliebenen Benjaminiter zu Frauen kommen? Denn die Frauen in
> Benjamin sind ausgerottet.
> 
> 21:17   Und sie sprachen: Die Entronnenen von Benjamin müssen doch ihr Erbe
> behalten, damit nicht ein Stamm ausgetilgt werde von Israel.
> 
> 21:18   Wir aber können ihnen unsere Töchter nicht zu Frauen geben; denn die
> Israeliten haben geschworen und gesagt: Verflucht sei, wer den
> Benjaminitern Frauen gibt!
> 
> 21:19   Und sie sprachen: Siehe, jedes Jahr findet ein Fest des HERRN statt
> zu Silo, das nördlich von Bethel liegt, östlich von der Straße, die
> hinaufführt von Bethel nach Sichem, und südlich von Lebona.
> Jos 18,1
> 
> 21:20   Und sie geboten den Benjaminitern und sprachen: Geht hin und legt
> euch auf die Lauer in den Weinbergen.
> 
> 21:21   Wenn ihr dann seht, daß die Töchter Silos zum Reigentanz
> herausgehen, so brecht hervor aus den Weinbergen und raubt euch
> jeder eine Frau von den Töchtern Silos und geht heim ins Land
> Benjamin.
> 2. Mose 21,16; 5. Mose 24,7
> 
> 21:22   Wenn aber ihre Väter oder ihre Brüder kommen, um mit uns zu rechten,
> wollen wir zu ihnen sagen: Gönnt sie uns, denn wir haben nicht für
> jeden eine Frau gewonnen im Kampf; auch habt nicht ihr sie ihnen
> gegeben, sonst wäret ihr jetzt schuldig.
> 
> 21:23   Die Benjaminiter taten das und nahmen sich Frauen nach ihrer Zahl
> von den Mädchen, die im Reigen tanzten und die sie geraubt hatten,
> und zogen heim in ihr Erbteil, bauten die Städte wieder auf und
> wohnten darin.
> 
> 21:24   Auch die Israeliten gingen zu der Zeit von dort auseinander, jeder
> zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und zogen von dort weg,
> jeder zu seinem Erbteil.
> 
> 21:25   Zu der Zeit war kein König in Israel; jeder tat, was ihn recht
> dünkte.
> Kap 17,6
>
> — *RICHTER*

