# Die Schöpfung

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> Die Schöpfung
> 
> (vgl. Kap 2,4-25; Ps 104,1-35)
> 1:1    Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
> Hiob 38,4; Ps 90,2; Joh 1,1-3; Offb 4,11
> 
> 1:2    Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe;
> und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
> 
> 1:3    Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
> Ps 33,9; Hebr 11,3;  Jes 45,7
> 
> 1:4    Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von
> der Finsternis
> 
> 1:5    und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend
> und Morgen der erste Tag.
> 
> 1:6    Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da
> scheide zwischen den Wassern.
> 
> 1:7    Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von
> dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.
> Ps 19,2; 136,6; 148,4
> 
> 1:8    Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der
> zweite Tag.
> 
> 1:9    Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an
> besondere Orte, daß man das Trockene sehe. Und es geschah so.
> Hiob 38,8-11; Ps 24,2; 2. Petr 3,5
> 
> 1:10   Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser
> nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.
> 
> 1:11   Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das
> Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach
> seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so.
> 
> 1:12   Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein
> jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen
> ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut
> war.
> 
> 1:13   Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
> 
> 1:14   Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da
> scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre
> 5. Mose 4,19; Ps 74,16; Jes 47,13
> 
> 1:15   und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf die
> Erde. Und es geschah so.
> 
> 1:16   Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag
> regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die
> Sterne.
> Ps 136,7-9
> 
> 1:17   Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf
> die Erde
> 
> 1:18   und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und
> Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.
> 
> 1:19   Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
> 
> 1:20   Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und
> Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels.
> 
> 1:21   Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und
> webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle
> gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es
> gut war.
> Ps 74,13-14; 148,7
> 
> 1:22   Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und
> erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf
> Erden.
> 
> 1:23   Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
> 
> 1:24   Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes
> nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach
> seiner Art. Und es geschah so.
> 
> 1:25   Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und
> das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner
> Art. Und Gott sah, daß es gut war.
> 
> 1:26   Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns
> gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die
> Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des
> Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
> Ps 8,6-9; Eph 4,24; Kol 1,15; 3,10; Jak 3,9
> 
> 1:27   Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf
> er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.
> Kap 9,6;  Mt 19,4
> 
> 1:28   Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret
> euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet
> über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über
> das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
> 
> 1:29   Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die
> Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die
> Samen bringen, zu eurer Speise.
> Mt 6,25-34
> 
> 1:30   Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und
> allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur
> Nahrung gegeben. Und es geschah so.
> Ps 145,16
> 
> 1:31   Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr
> gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
> Mt 19,17; 1. Tim 4,4
> 
>   2:1    So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
> 
> 2:2    Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte,
> und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht
> hatte.
> Hebr 4,4
> 
> 2:3    Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm
> ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht
> hatte.
> 2. Mose 20,11; Ps 95,11; Hes 20,12; Hebr 4,9-10
> 
> 2:4    So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.
> 
> Das Paradies
> 
> Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.
> 
> 2:5    Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und
> all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der
> HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war
> da, der das Land bebaute;
> 
> 2:6    aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land.
> 
> 2:7    Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies
> ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein
> lebendiges Wesen.
> Kap 3,19; Hiob 10,9;  Hiob 33,4; Ps 104,29-30;  1. Kor 15,45
> 15,47
> 
> 2:8    Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und
> setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.
> 
> 2:9    Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume,
> verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens
> mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
> Kap 3,22; Offb 2,7; 22,2
> 
> 2:10   Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und
> teilte sich von da in vier Hauptarme.
> Hes 47,1-12
> 
> 2:11   Der erste heißt Pischon, der fließt um das ganze Land Hawila, und
> dort findet man Gold;
> 
> 2:12   und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da Bedolachharz
> und den Edelstein Schoham.
> 
> 2:13   Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um das ganze Land Kusch.
> 
> 2:14   Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der
> vierte Strom ist der Euphrat.
> 
> 2:15   Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten
> Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte.
> 
> 2:16   Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von
> allen Bäumen im Garten,
> 
> 2:17   aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht
> essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes
> sterben.
> Röm 6,23
> 
> 2:18   Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein
> sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
> Pred 4,10
> Wörtlich: ich will ihm eine Hilfe schaffen als sein Gegenüber
> (d.h. die zu ihm paßt).
> 
> 2:19   Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und
> alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, daß
> er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen
> würde, so sollte es heißen.
> 
> 2:20   Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und
> Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine
> Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.
> 
> 2:21   Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen,
> und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloß die
> Stelle mit Fleisch.
> 
> 2:22   Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er von dem
> Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.
> 
> 2:23   Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch
> von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne
> genommen ist.
> Luther versucht mit »Männin« und »Mann« ein hebräisches Wortspiel
> wiederzugeben.
> 
> 2:24   Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und
> seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.
> Mt 19,5-6; 1. Kor 6,16; Eph 5,31
> 
> 2:25   Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten
> sich nicht.
> 
>          Der Sündenfall
> 
> 3:1    Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die
> Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte
> Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?
> Offb 12,9; 20,2
> 
> 3:2    Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der
> Bäume im Garten;
> Kap 2,16
> 
> 3:3    aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt:
> Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet!
> Kap 2,17
> 
> 3:4    Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes
> sterben,
> Joh 8,44
> 
> 3:5    sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure
> Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und
> böse ist.
> 
> 3:6    Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er
> eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte.
> Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr
> war, auch davon, und er aß.
> Jak 1,14-15;  1. Tim 2,14
> 
> 3:7    Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr,
> daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und
> machten sich Schurze.
> Kap 2,25
> 
> 3:8    Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag
> kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor
> dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten.
> Ps 139,7-10; Jer 23,24
> 
> 3:9    Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
> 
> 3:10   Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich
> bin nackt, darum versteckte ich mich.
> 
> 3:11   Und er sprach: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht
> gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht
> davon essen?
> 
> 3:12   Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von dem
> Baum, und ich aß.
> 
> 3:13   Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib
> sprach: Die Schlange betrog mich, so daß ich aß.
> 2. Kor 11,3
> 
> 3:14   Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast,
> seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf
> dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen
> dein Leben lang.
> 
> 3:15   Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und
> zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den
> Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
> Offb 12,4-5; 12,15-17
> 
> 3:16   Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du
> schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein
> Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein.
> Eph 5,22-23; 1. Tim 2,12
> 
> 3:17   Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deines
> Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach:
> Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um
> deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben
> lang.
> Kap 8,21-22; Hiob 31,38-39
> 
> 3:18   Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf
> dem Felde essen.
> 
> 3:19   Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du
> wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde
> und sollst zu Erde werden.
> Kap 2,7; Ps 90,10; 104,29; Pred 12,7; 2. Thess 3,10
> 
> 3:20   Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die
> da leben.
> 
> 3:21   Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und
> zog sie ihnen an.
> 
> 3:22   Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie
> unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nur
> nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens
> und esse und lebe ewiglich!
> 
> 3:23   Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er die Erde
> bebaute, von der er genommen war.
> Kap 2,15
> 
> 3:24   Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden
> die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den
> Weg zu dem Baum des Lebens.
> 
>          Kains Brudermord
> 
> 4:1    Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar
> den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des
> HERRN.
> 
> 4:2    Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer,
> Kain aber wurde ein Ackermann.
> 
> 4:3    Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer
> brachte von den Früchten des Feldes.
> 2. Mose 23,19
> 
> 4:4    Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von
> ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer,
> 2. Mose 34,19;  3. Mose 3,16
> 
> 4:5    aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain
> sehr und senkte finster seinen Blick.
> 2. Mose 33,19; Hebr 11,4
> 
> 4:6    Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du
> deinen Blick?
> 
> 4:7    Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick
> erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür,
> und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.
> Gal 5,17;  Röm 6,12
> 
> 4:8    Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs Feld gehen! Und
> es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider
> seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
> 1. Joh 3,12; 3,15
> 
> 4:9    Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich
> weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?
> Kap 3,9
> 
> 4:10   Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines
> Bruders schreit zu mir von der Erde.
> Ps 9,13; Mt 23,35; Hebr 12,24
> 
> 4:11   Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan
> und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.
> 4. Mose 35,33
> 
> 4:12   Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag
> nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.
> 
> 4:13   Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als daß
> ich sie tragen könnte.
> Luther übersetzte: »Meine Sünde ist größer, denn daß sie mir
> vergeben werden möge.«
> 
> 4:14   Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muß mich vor deinem
> Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So
> wird mir's gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet.
> Hiob 15,20-24
> 
> 4:15   Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das
> soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen
> an Kain, daß ihn niemand erschlüge, der ihn fände.
> Hes 9,6; Offb 7,3-4
> 
> 4:16   So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande
> Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.
> 
> Kains Nachkommen
> 
> 4:17   Und Kain erkannte sein Weib; die ward schwanger und gebar den
> Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes
> Namen Henoch.
> 
> 4:18   Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte
> Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech.
> 
> 4:19   Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla.
> 
> 4:20   Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Zelten wohnen
> und Vieh halten.
> 
> 4:21   Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen alle Zither-
> und Flötenspieler.
> 
> 4:22   Zilla aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; von dem sind
> hergekommen alle Erz- und Eisenschmiede. Und die Schwester des
> Tubal-Kain war Naama.
> 
> 4:23   Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, höret meine Rede,
> ihr Weiber Lamechs, merkt auf, was ich sage: Einen Mann erschlug ich
> für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule.
> 
> 4:24   Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech
> siebenundsiebzigmal.
> Vers 15; 3. Mose 19,18; 5. Mose 32,35; Mt 18,22
> 
> Set und Enosch
> 
> 4:25   Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den
> nannte sie Set; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Sohn
> gegeben für Abel, den Kain erschlagen hat.
> 
> 4:26   Und Set zeugte auch einen Sohn und nannte ihn Enosch. Zu der Zeit
> fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.
> Kap 12,8
> 
>          Geschlechtsregister von Adam bis Noah
> 
> (vgl. 1. Chr 1,1-4)
> 5:1    Dies ist das Buch von Adams Geschlecht. Als Gott den Menschen
> schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes
> Lk 3,37-38;  Kap 1,27
> 
> 5:2    und schuf sie als Mann und Weib und segnete sie und gab ihnen den
> Namen »Mensch« zur Zeit, da sie geschaffen wurden.
> Mensch heißt auf Hebräisch Adam und wird teils als Eigenname, teils
> als Gattungsname gebraucht.
> 
> 5:3    Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und
> nach seinem Bilde, und nannte ihn Set;
> Ps 51,7; 1. Kor 15,49
> 
> 5:4    und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:5    daß sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb.
> 
> 5:6    Set war 105 Jahre alt und zeugte Enosch
> 
> 5:7    und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:8    daß sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb.
> 
> 5:9    Enosch war 90 Jahre alt und zeugte Kenan
> 
> 5:10   und lebte danach 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:11   daß sein ganzes Alter ward 905 Jahre, und starb.
> 
> 5:12   Kenan war 70 Jahre alt und zeugte Mahalalel
> 
> 5:13   und lebte danach 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:14   daß sein ganzes Alter ward 910 Jahre, und starb.
> 
> 5:15   Mahalalel war 65 Jahre alt und zeugte Jered
> 
> 5:16   und lebte danach 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:17   daß sein ganzes Alter ward 895 Jahre, und starb.
> 
> 5:18   Jered war 162 Jahre alt und zeugte Henoch
> 
> 5:19   und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:20   daß sein ganzes Alter ward 962 Jahre, und starb.
> 
> 5:21   Henoch war 65 Jahre alt und zeugte Metuschelach.
> 
> 5:22   Und Henoch wandelte mit Gott. Und nachdem er Metuschelach gezeugt
> hatte, lebte er 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> Kap 6,9
> 
> 5:23   daß sein ganzes Alter ward 365 Jahre.
> 
> 5:24   Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward
> nicht mehr gesehen.
> 2. Kön 2,11; Hebr 11,5
> 
> 5:25   Metuschelach war 187 Jahre alt und zeugte Lamech
> 
> 5:26   und lebte danach 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:27   daß sein ganzes Alter ward 969 Jahre, und starb.
> 
> 5:28   Lamech war 182 Jahre alt und zeugte einen Sohn
> 
> 5:29   und nannte ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten in unserer Mühe
> und Arbeit auf dem Acker, den der HERR verflucht hat.
> Kap 3,17-19
> 
> 5:30   Danach lebte er 595 Jahre und zeugte Söhne und Töchter,
> 
> 5:31   daß sein ganzes Alter ward 777 Jahre, und starb.
> 
> 5:32   Noah war 500 Jahre alt und zeugte Sem, Ham und Jafet.
> 
>          Gottessöhne und Menschentöchter
> 
> 6:1    Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen
> Töchter geboren wurden,
> 
> 6:2    da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen
> waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.
> Hiob 1,6; 2. Petr 2,4; Jud 1,6
> Gottessöhne sind keine leiblichen Söhne Gottes, sondern gehören zur
> Umgebung Gottes (vgl. Hiob 1,6), wie das Gefolge zu einem König
> gehört.
> 
> 6:3    Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen
> walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als
> Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.
> 
> 6:4    Zu der Zeit und auch später noch, als die Gottessöhne zu den
> Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden
> daraus die Riesen auf Erden. Das sind die Helden der Vorzeit, die
> hochberühmten.
> Hes 32,27
> 
> Ankündigung der Sintflut. Noahs Erwählung. Bau der Arche
> 
> 6:5    Als aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden
> und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar,
> Kap 8,21
> 
> 6:6    da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und
> es bekümmerte ihn in seinem Herzen,
> 1. Sam 15,11; 15,35; Jer 18,7-10
> 
> 6:7    und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe,
> vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum
> Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich,
> daß ich sie gemacht habe.
> 4. Mose 23,19; Röm 3,3-4; 2. Tim 2,13
> 
> 6:8    Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.
> Hebr 11,7
> 
> 6:9    Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer
> Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.
> Kap 5,22
> 
> 6:10   Und er zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet.
> 
> 6:11   Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voller Frevel.
> 
> 6:12   Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles
> Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.
> Ps 14,2-3
> 
> 6:13   Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir
> beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe,
> ich will sie verderben mit der Erde.
> Am 8,2
> 
> 6:14   Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und
> verpiche ihn mit Pech innen und außen.
> 
> 6:15   Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die
> Breite und dreißig Ellen die Höhe.
> 
> 6:16   Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür
> sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Stockwerke
> haben, eines unten, das zweite in der Mitte, das dritte oben.
> 
> 6:17   Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu
> verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem
> Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
> 
> 6:18   Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die
> Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen
> deiner Söhne.
> Kap 9,9
> 
> 6:19   Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem
> Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, daß sie leben bleiben
> mit dir.
> 
> 6:20   Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von
> allem Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein
> Paar zu dir hineingehen, daß sie leben bleiben.
> 
> 6:21   Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und
> sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir und ihnen zur Nahrung diene.
> 
> 6:22   Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
> Hebr 11,7
> 
>          Die Sintflut
> 
> 7:1    Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes
> Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu dieser Zeit.
> Kap 6,8
> 
> 7:2    Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das Männchen und
> sein Weibchen, von den unreinen Tieren aber je ein Paar, das
> Männchen und sein Weibchen.
> Kap 8,20; 3. Mose 11,1-47
> 
> 7:3    Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben, das Männchen
> und sein Weibchen, um das Leben zu erhalten auf dem ganzen Erdboden.
> 
> 7:4    Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden
> vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles
> Lebendige, das ich gemacht habe.
> 
> 7:5    Und Noah tat alles, was ihm der HERR gebot.
> 
> 7:6    Er war aber sechshundert Jahre alt, als die Sintflut auf Erden kam.
> 
> 7:7    Und er ging in die Arche mit seinen Söhnen, seiner Frau und den
> Frauen seiner Söhne vor den Wassern der Sintflut.
> 1. Petr 3,20
> 
> 7:8    Von den reinen Tieren und von den unreinen, von den Vögeln und von
> allem Gewürm auf Erden
> 
> 7:9    gingen sie zu ihm in die Arche paarweise, je ein Männchen und
> Weibchen, wie ihm Gott geboten hatte.
> Kap 6,19-20
> 
> 7:10   Und als die sieben Tage vergangen waren, kamen die Wasser der
> Sintflut auf Erden.
> 
> 7:11   In dem sechshundertsten Lebensjahr Noahs am siebzehnten Tag des
> zweiten Monats, an diesem Tag brachen alle Brunnen der großen Tiefe
> auf und taten sich die Fenster des Himmels auf,
> Offb 9,1
> 
> 7:12   und ein Regen kam auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte.
> 
> 7:13   An eben diesem Tage ging Noah in die Arche mit Sem, Ham und Jafet,
> seinen Söhnen, und mit seiner Frau und den drei Frauen seiner Söhne;
> 
> 7:14   dazu alles wilde Getier nach seiner Art, alles Vieh nach seiner Art,
> alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und alle Vögel
> nach ihrer Art, alles, was fliegen konnte, alles, was Fittiche
> hatte;
> 
> 7:15   das ging alles zu Noah in die Arche paarweise, von allem Fleisch,
> darin Odem des Lebens war.
> 
> 7:16   Und das waren Männchen und Weibchen von allem Fleisch, und sie
> gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der HERR schloß
> hinter ihm zu.
> Kap 6,19
> 
> 7:17   Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen
> und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde.
> 
> 7:18   Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen sehr auf Erden, und die
> Arche fuhr auf den Wassern.
> 
> 7:19   Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, daß
> alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.
> 
> 7:20   Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, so daß sie
> ganz bedeckt wurden.
> 
> 7:21   Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an
> Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und
> alle Menschen.
> 2. Petr 3,5-6
> 
> 7:22   Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb.
> 
> 7:23   So wurde vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an
> bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel;
> das wurde alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und
> was mit ihm in der Arche war.
> 
> 7:24   Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage.
> 
>          Ende der Sintflut. Noahs Opfer. Verheißung des HERRN
> 
> 8:1    Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles
> Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen,
> und die Wasser fielen.
> 
> 8:2    Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des
> Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt.
> 
> 8:3    Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach
> hundertundfünfzig Tagen.
> 
> 8:4    Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder
> auf das Gebirge Ararat.
> Kap 7,11
> 
> 8:5    Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat.
> Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge
> hervor.
> 
> 8:6    Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er
> gemacht hatte,
> Kap 7,12; 7,17
> 
> 8:7    und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die
> Wasser vertrockneten auf Erden.
> 
> 8:8    Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser
> sich verlaufen hätten auf Erden.
> 
> 8:9    Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie
> wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen
> Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die
> Arche.
> 
> 8:10   Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube
> fliegen aus der Arche.
> 
> 8:11   Die kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie
> abgebrochen und trug's in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, daß die
> Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.
> 
> 8:12   Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ eine Taube
> ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.
> 
> 8:13   Im sechshundertundersten Lebensjahr Noahs am ersten Tage des ersten
> Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. Da tat Noah das Dach
> von der Arche und sah, daß der Erdboden trocken war.
> Kap 7,11
> 
> 8:14   Und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde
> ganz trocken.
> 
> 8:15   Da redete Gott mit Noah und sprach:
> 
> 8:16   Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen
> deiner Söhne mit dir.
> 
> 8:17   Alles Getier, das bei dir ist, von allem Fleisch, an Vögeln, an Vieh
> und allem Gewürm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus mit dir,
> daß sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf
> Erden.
> 
> 8:18   So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den
> Frauen seiner Söhne,
> 2. Petr 2,5
> 
> 8:19   dazu alle wilden Tiere, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das
> auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit
> seinesgleichen.
> 
> 8:20   Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen
> Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem
> Altar.
> Kap 7,2
> 
> 8:21   Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen:
> Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen
> willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist
> böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles,
> was da lebt, wie ich getan habe.
> Kap 6,5; Hiob 14,4; Ps 14,3; Mt 15,19; Röm 3,23
> 
> 8:22   Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost
> und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
> Jer 33,20; 33,25
> 
>          Gottes Bund mit Noah
> 
> 9:1    Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und
> mehret euch und füllet die Erde.
> Kap 1,28
> 
> 9:2    Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und
> über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden
> wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie
> gegeben.
> 
> 9:3    Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne
> Kraut habe ich's euch alles gegeben.
> Kap 1,29;  Kol 2,16
> 
> 9:4    Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben
> ist!
> 3. Mose 3,17; 17,10-14; 5. Mose 12,23
> 
> 9:5    Auch will ich euer eigen Blut, das ist das Leben eines jeden unter
> euch, rächen und will es von allen Tieren fordern und will des
> Menschen Leben fordern von einem jeden Menschen.
> 2. Mose 21,28-29
> 
> 9:6    Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen
> vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde
> gemacht.
> 2. Mose 21,12; 3. Mose 24,17; 4. Mose 35,33; Mt 26,52; Röm 13,4
> Offb 13,10
> 
> 9:7    Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, daß euer
> viel darauf werden.
> 
> 9:8    Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm:
> 
> 9:9    Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen
> Kap 6,18
> 
> 9:10   und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an
> allen Tieren des Feldes bei euch, von allem, was aus der Arche
> gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden.
> Hos 2,20
> 
> 9:11   Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, daß hinfort nicht mehr
> alles Fleisch verderbt werden soll durch die Wasser der Sintflut und
> hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.
> 
> 9:12   Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen
> habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf
> ewig:
> 
> 9:13   Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen
> sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
> 
> 9:14   Und wenn es kommt, daß ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll
> man meinen Bogen sehen in den Wolken.
> 
> 9:15   Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und
> allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, daß hinfort keine
> Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe.
> Jes 54,7-10
> 
> 9:16   Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und
> gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier
> unter allem Fleisch, das auf Erden ist.
> 
> 9:17   Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich
> aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.
> 
> Noahs Fluch und Segen über seine Söhne
> 
> 9:18   Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, sind diese: Sem, Ham und
> Jafet. Ham aber ist der Vater Kanaans.
> Kap 5,32
> 
> 9:19   Das sind die drei Söhne Noahs; von ihnen kommen her alle Menschen
> auf Erden.
> 
> 9:20   Noah aber, der Ackermann, pflanzte als erster einen Weinberg.
> 
> 9:21   Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt
> aufgedeckt.
> 
> 9:22   Als nun Ham, Kanaans Vater, seines Vaters Blöße sah, sagte er's
> seinen beiden Brüdern draußen.
> 2. Mose 20,12; Spr 30,17
> 
> 9:23   Da nahmen Sem und Jafet ein Kleid und legten es auf ihrer beider
> Schultern und gingen rückwärts hinzu und deckten ihres Vaters Blöße
> zu; und ihr Angesicht war abgewandt, damit sie ihres Vaters Blöße
> nicht sähen.
> 
> 9:24   Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was ihm sein
> jüngster Sohn angetan hatte,
> 
> 9:25   sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern ein Knecht
> aller Knechte!
> 
> 9:26   Und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sems, und Kanaan
> sei sein Knecht!
> 
> 9:27   Gott breite Jafet aus und lasse ihn wohnen in den Zelten Sems, und
> Kanaan sei sein Knecht!
> 
> 9:28   Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre,
> 
> 9:29   daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.
> 
>          Die Völkertafel
> 
> (vgl. 1. Chr 1,5-23)
> 10:1    Dies ist das Geschlecht der Söhne Noahs: Sem, Ham und Jafet. Und es
> wurden ihnen Söhne geboren nach der Sintflut.
> 
> 10:2     Die Söhne Jafets sind diese: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal,
> Meschech und Tiras.
> (2-31) Hes 27,13-22;  Hes 38,2; 39,1; 39,6
> 
> 10:3    Die Söhne Gomers sind diese: Aschkenas, Rifat und Togarma.
> 
> 10:4    Die Söhne Jawans sind diese: Elischa, Tarsis, die Kittäer und die
> Rodaniter.
> 
> 10:5    Von diesen haben sich ausgebreitet die Bewohner der Inseln der
> Heiden. Das sind die Söhne Jafets nach ihren Ländern, ihren
> Sprachen, Geschlechtern und Völkern.
> 
> 10:6    Die Söhne Hams sind diese: Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan.
> 
> 10:7    Und die Söhne des Kusch sind diese: Seba, Hawila, Sabta, Ragma und
> Sabtecha. Aber die Söhne Ragmas sind diese: Saba und Dedan.
> 
> 10:8    Kusch aber zeugte den Nimrod. Der war der erste, der Macht gewann
> auf Erden,
> 
> 10:9    und war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN. Daher spricht man: Das
> ist ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN wie Nimrod.
> Mi 5,5
> 
> 10:10   Und der Anfang seines Reichs war Babel, Erech, Akkad und Kalne im
> Lande Schinar.
> 
> 10:11   Von diesem Lande ist er nach Assur gekommen und baute Ninive und
> Rehobot-Ir und Kelach,
> 
> 10:12   dazu Resen zwischen Ninive und Kelach. Das ist die große Stadt.
> 
> 10:13   Mizrajim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die
> Naftuhiter,
> 
> 10:14   die Patrositer, die Kasluhiter und die Kaftoriter; von denen sind
> gekommen die Philister.
> 
> 10:15   Kanaan aber zeugte Sidon, seinen ersten Sohn, und Het
> 
> 10:16   und den Jebusiter, den Amoriter, den Girgaschiter,
> 
> 10:17   den Hiwiter, den Arkiter, den Siniter,
> 
> 10:18   den Arwaditer, den Zemariter und den Hamatiter. Nachher haben sich
> die Geschlechter der Kanaaniter weiter ausgebreitet,
> 
> 10:19   und ihre Grenzen waren von Sidon in der Richtung auf Gerar bis nach
> Gaza, in der Richtung auf Sodom, Gomorra, Adma, Zebojim bis nach
> Lescha.
> 
> 10:20   Das sind die Söhne Hams nach ihren Geschlechtern, Sprachen, Ländern
> und Völkern.
> 
> 10:21   Sem aber, dem Vater aller Söhne Ebers, Jafets älterem Bruder, wurden
> auch Söhne geboren.
> Kap 11,10
> 
> 10:22   Und dies sind seine Söhne: Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram.
> 
> 10:23   Aber die Söhne Arams sind diese: Uz, Hul, Geter und Masch.
> Kap 22,21
> 
> 10:24   Arpachschad aber zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber.
> 
> 10:25   Eber wurden zwei Söhne geboren. Einer hieß Peleg, weil zu seiner
> Zeit die Erde zerteilt wurde; und sein Bruder hieß Joktan.
> Kap 11,8-9; 5. Mose 32,8
> 
> 10:26   Und Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach,
> 
> 10:27   Hadoram, Usal, Dikla,
> 
> 10:28   Obal, Abimaël, Saba,
> 
> 10:29   Ofir, Hawila und Jobab. Das sind alles Söhne Joktans.
> 
> 10:30   Und ihre Wohnsitze waren von Mescha bis man kommt nach Sefar, an das
> Gebirge im Osten.
> 
> 10:31   Das sind die Söhne Sems nach ihren Geschlechtern, Sprachen, Ländern
> und Völkern.
> 
> 10:32   Das sind nun die Nachkommen der Söhne Noahs nach ihren Geschlechtern
> und Völkern. Von denen her haben sich ausgebreitet die Völker auf
> Erden nach der Sintflut.
> 
>          Der Turmbau zu Babel
> 
> 11:1    Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
> 
> 11:2    Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar
> und wohnten daselbst.
> 
> 11:3    Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, laßt uns Ziegel streichen
> und brennen! - und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel
> 
> 11:4    und sprachen: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen,
> dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen
> machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
> 
> 11:5    Da fuhr der HERR hernieder, daß er sähe die Stadt und den Turm, die
> die Menschenkinder bauten.
> Kap 18,21; Ps 14,2
> 
> 11:6     Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei
> Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun
> wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie
> sich vorgenommen haben zu tun.
> (6-9) Apg 2,1-11
> 
> 11:7    Wohlauf, laßt uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren,
> daß keiner des andern Sprache verstehe!
> 
> 11:8    So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, daß sie
> aufhören mußten, die Stadt zu bauen.
> 5. Mose 32,8; Lk 1,51
> 
> 11:9    Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat
> aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.
> 
> Geschlechtsregister von Sem bis Abram
> 
> 11:10    Dies ist das Geschlecht Sems: Sem war 100 Jahre alt und zeugte
> Arpachschad zwei Jahre nach der Sintflut
> (10-26) 1. Chr 1,24-27; Lk 3,34-36;  Kap 10,21-22
> 
> 11:11   und lebte danach 500 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:12   Arpachschad war 35 Jahre alt und zeugte Schelach
> 
> 11:13   und lebte danach 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:14   Schelach war 30 Jahre alt und zeugte Eber
> 
> 11:15   und lebte danach 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:16   Eber war 34 Jahre alt und zeugte Peleg
> 
> 11:17   und lebte danach 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:18   Peleg war 30 Jahre alt und zeugte Regu
> 
> 11:19   und lebte danach 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:20   Regu war 32 Jahre alt und zeugte Serug
> 
> 11:21   und lebte danach 207 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:22   Serug war 30 Jahre alt und zeugte Nahor
> 
> 11:23   und lebte danach 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:24   Nahor war 29 Jahre alt und zeugte Terach
> 
> 11:25   und lebte danach 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
> 
> 11:26   Terach war 70 Jahre alt und zeugte Abram, Nahor und Haran.
> 
> Terachs Geschlecht. Sein Zug von Ur nach Haran
> 
> 11:27   Dies ist das Geschlecht Terachs: Terach zeugte Abram, Nahor und
> Haran; und Haran zeugte Lot.
> 
> 11:28   Haran aber starb vor seinem Vater Terach in seinem Vaterland zu Ur
> in Chaldäa.
> 
> 11:29   Da nahmen sich Abram und Nahor Frauen. Abrams Frau hieß Sarai und
> Nahors Frau Milka, Harans Tochter, der der Vater war der Milka und
> der Jiska.
> Kap 22,20
> 
> 11:30   Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind.
> 
> 11:31   Da nahm Terach seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn seines Sohnes
> Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes
> Abram, und führte sie aus Ur in Chaldäa, um ins Land Kanaan zu
> ziehen. Und sie kamen nach Haran und wohnten dort.
> Jos 24,2;  Neh 9,7
> 
> 11:32   Und Terach wurde zweihundertundfünf Jahre alt und starb in Haran.
> 
>          Abrams Berufung und Zug nach Kanaan
> 
> 12:1    Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von
> deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das
> ich dir zeigen will.
> 4. Mose 23,9; Apg 7,3; Hebr 11,8
> 
> 12:2    Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und
> dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
> Kap 24,1; 24,35;  Ps 72,17
> 
> 12:3    Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich
> verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf
> Erden.
> 2. Mose 23,22;  Kap 18,18; 22,18; 26,4; 28,14; Apg 3,25; Gal 3,8
> 
> 12:4    Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit
> ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.
> 
> 12:5    So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit
> aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Leute, die sie
> erworben hatten in Haran, und zogen aus, um ins Land Kanaan zu
> reisen. Und sie kamen in das Land,
> 
> 12:6    und Abram durchzog das Land bis an die Stätte bei Sichem, bis zur
> Eiche More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande.
> Kap 35,4; Jos 24,25-26
> 
> 12:7    Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will
> ich dies Land geben. Und er baute dort einen Altar dem HERRN, der
> ihm erschienen war.
> Kap 13,15; 15,18; 17,8; 35,12; 2. Mose 6,4; 6,8; 32,13; Jos 21,43
> Apg 7,5
> 
> 12:8    Danach brach er von dort auf ins Gebirge östlich der Stadt Bethel
> und schlug sein Zelt auf, so daß er Bethel im Westen und Ai im Osten
> hatte, und baute dort dem HERRN einen Altar und rief den Namen des
> HERRN an.
> Kap 4,26
> 
> 12:9    Danach zog Abram weiter ins Südland.
> 
> Abram und Sarai in Ägypten
> 
> (vgl. Kap 20,1-18; 26,7-11)
> 12:10   Es kam aber eine Hungersnot in das Land. Da zog Abram hinab nach
> Ägypten, daß er sich dort als ein Fremdling aufhielte; denn der
> Hunger war groß im Lande.
> 
> 12:11   Und als er nahe an Ägypten war, sprach er zu Sarai, seiner Frau:
> Siehe, ich weiß, daß du ein schönes Weib bist.
> 
> 12:12   Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen: Das ist seine
> Frau, und werden mich umbringen und dich leben lassen.
> 
> 12:13   So sage doch, du seist meine Schwester, auf daß mir's wohlgehe um
> deinetwillen und ich am Leben bleibe um deinetwillen.
> 
> 12:14   Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß seine Frau
> sehr schön war.
> 
> 12:15   Und die Großen des Pharao sahen sie und priesen sie vor ihm. Da
> wurde sie in das Haus des Pharao gebracht.
> 
> 12:16   Und er tat Abram Gutes um ihretwillen; und er bekam Schafe, Rinder,
> Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.
> 
> 12:17   Aber der HERR plagte den Pharao und sein Haus mit großen Plagen um
> Sarais, Abrams Frau, willen.
> 
> 12:18   Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: Warum hast du
> mir das angetan? Warum sagtest du mir nicht, daß sie deine Frau ist?
> 
> 12:19   Warum sprachst du denn: Sie ist meine Schwester -, so daß ich sie
> mir zur Frau nahm? Und nun siehe, da hast du deine Frau; nimm sie
> und zieh hin.
> 
> 12:20   Und der Pharao bestellte Leute um seinetwillen, daß sie ihn
> geleiteten und seine Frau und alles, was er hatte.
> 
>          Abram und Lot trennen sich
> 
> 13:1    So zog Abram herauf aus Ägypten mit seiner Frau und mit allem, was
> er hatte, und Lot auch mit ihm, ins Südland.
> 
> 13:2    Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.
> 
> 13:3    Und er zog immer weiter vom Südland bis nach Bethel, an die Stätte,
> wo zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und Ai,
> 
> 13:4    eben an den Ort, wo er früher den Altar errichtet hatte. Dort rief
> er den Namen des HERRN an.
> Kap 12,8
> 
> 13:5    Lot aber, der mit Abram zog, hatte auch Schafe und Rinder und Zelte.
> 
> 13:6    Und das Land konnte es nicht ertragen, daß sie beieinander wohnten;
> denn ihre Habe war groß, und sie konnten nicht beieinander wohnen.
> 
> 13:7    Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den
> Hirten von Lots Vieh. Es wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und
> Perisiter im Lande.
> 
> 13:8    Da sprach Abram zu Lot: Laß doch nicht Zank sein zwischen mir und
> dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder.
> 
> 13:9    Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst
> du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten,
> so will ich zur Linken.
> 
> 13:10   Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan.
> Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie
> wasserreich, bis man nach Zoar kommt, wie der Garten des HERRN,
> gleichwie Ägyptenland.
> Kap 2,8-10
> 
> 13:11   Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten.
> Also trennte sich ein Bruder von dem andern,
> 
> 13:12   so daß Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten am
> unteren Jordan. Und Lot zog mit seinen Zelten bis nach Sodom.
> 
> 13:13   Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den
> HERRN.
> Kap 18,20; 19,4-9
> 
> Der HERR wiederholt seine Verheißung an Abram
> 
> 13:14   Als nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram:
> Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du wohnst, nach
> Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen.
> 
> 13:15   Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen
> geben für alle Zeit
> Kap 12,7
> 
> 13:16   und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein
> Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deine Nachkommen
> zählen.
> Kap 28,14; 4. Mose 23,10; 1. Kön 4,20
> 
> 13:17   Darum mach dich auf und durchzieh das Land in die Länge und Breite,
> denn dir will ich's geben.
> 
> 13:18   Und Abram zog weiter mit seinem Zelt und kam und wohnte im Hain
> Mamre, der bei Hebron ist, und baute dort dem HERRN einen Altar.
> Kap 14,13; 14,24
> 
>          Abram errettet Lot und wird von Melchisedek gesegnet
> 
> 14:1    Und es begab sich zu der Zeit des Königs Amrafel von Schinar,
> Arjochs, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomers, des Königs von Elam,
> und Tidals, des Königs von Völkern,
> Jos 12,23
> 
> 14:2    daß sie Krieg führten mit Bera, dem König von Sodom, und mit
> Birscha, dem König von Gomorra, und mit Schinab, dem König von Adma,
> und mit Schemeber, dem König von Zebojim, und mit dem König von
> Bela, das ist Zoar.
> Kap 19,24
> 
> 14:3    Diese kamen alle zusammen in das Tal Siddim, wo nun das Salzmeer
> ist.
> 
> 14:4    Denn sie waren zwölf Jahre dem König Kedor-Laomer untertan gewesen,
> und im dreizehnten Jahr waren sie von ihm abgefallen.
> 
> 14:5     Darum kamen Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm waren, im
> vierzehnten Jahr und schlugen die Refaïter zu Aschterot-Karnajim und
> die Susiter zu Ham und die Emiter in der Ebene Kirjatajim
> (5 und 6) Kap 36,20-30
> 
> 14:6    und die Horiter auf ihrem Gebirge Seïr bis El-Paran, das an die
> Wüste stößt.
> 
> 14:7    Danach wandten sie um und kamen nach En-Mischpat, das ist Kadesch,
> und schlugen das ganze Land der Amalekiter, dazu die Amoriter, die
> zu Hazezon-Tamar wohnten.
> 
> 14:8    Da zogen aus der König von Sodom, der König von Gomorra, der König
> von Adma, der König von Zebojim und der König von Bela, das ist
> Zoar, und rüsteten sich, zu kämpfen im Tal Siddim
> 
> 14:9    mit Kedor-Laomer, dem König von Elam, und mit Tidal, dem König von
> Völkern, und mit Amrafel, dem König von Schinar, und mit Arjoch, dem
> König von Ellasar, vier Könige gegen fünf.
> 
> 14:10   Das Tal Siddim aber hatte viele Erdharzgruben. Und die Könige von
> Sodom und Gomorra wurden in die Flucht geschlagen und fielen da
> hinein, und was übrigblieb, floh auf das Gebirge.
> 
> 14:11   Da nahmen sie alle Habe von Sodom und Gomorra und alle Vorräte und
> zogen davon.
> 
> 14:12   Sie nahmen auch mit sich Lot, Abrams Brudersohn, und seine Habe,
> denn er wohnte in Sodom, und zogen davon.
> Kap 13,10-12
> 
> 14:13   Da kam einer, der entronnen war, und sagte es Abram an, dem Hebräer,
> der da wohnte im Hain Mamres, des Amoriters, des Bruders von Eschkol
> und Aner. Diese waren mit Abram im Bund.
> 
> 14:14   Als nun Abram hörte, daß seines Bruders Sohn gefangen war, wappnete
> er seine Knechte, dreihundertundachtzehn, in seinem Hause geboren,
> und jagte ihnen nach bis Dan
> Jos 19,47; Ri 18,29
> 
> 14:15   und teilte seine Schar, fiel des Nachts über sie her mit seinen
> Knechten und schlug sie und jagte sie bis nach Hoba, das nördlich
> der Stadt Damaskus liegt.
> 
> 14:16   Und er brachte alle Habe wieder zurück, dazu auch Lot, seines
> Bruders Sohn, mit seiner Habe, auch die Frauen und das Volk.
> 
> 14:17    Als er nun zurückkam von dem Sieg über Kedor-Laomer und die Könige
> mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Tal Schawe,
> das ist das Königstal.
> (17-19) Hebr 7,1-4
> 
> 14:18   Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein heraus.
> Und er war ein Priester Gottes des Höchsten
> Ps 110,4;  Ps 76,3
> 
> 14:19   und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten
> Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat;
> 
> 14:20   und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand
> gegeben hat. Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
> Kap 28,22; 3. Mose 27,30-32
> 
> 14:21   Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute, die Güter
> behalte für dich!
> 
> 14:22   Aber Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu
> dem HERRN, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat,
> 
> 14:23   daß ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen
> Schuhriemen nehmen will, damit du nicht sagest, du habest Abram
> reich gemacht,
> 
> 14:24   ausgenommen, was die Knechte verzehrt haben; doch laß die Männer
> Aner, Eschkol und Mamre, die mit mir gezogen sind, ihr Teil nehmen.
> 
>          Gott verheißt Abram einen Sohn und gewährt ihm den Bund
> 
> (vgl. Kap 17,1-27)
> 15:1    Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram das Wort des
> HERRN kam in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin
> dein Schild und dein sehr großer Lohn.
> 4. Mose 24,4; 24,16;  Ps 3,4
> 
> 15:2    Abram sprach aber: HERR, mein Gott, was willst du mir geben? Ich
> gehe dahin ohne Kinder, und mein Knecht Elïser von Damaskus wird
> mein Haus besitzen.
> 
> 15:3    Und Abram sprach weiter: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und
> siehe, einer von meinen Knechten wird mein Erbe sein.
> 
> 15:4    Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein,
> sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein.
> 
> 15:5    Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle
> die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich
> sollen deine Nachkommen sein!
> Kap 22,17; 2. Mose 32,13; 5. Mose 1,10; Hebr 11,12
> 
> 15:6    Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.
> Röm 4,3-5; Jak 2,23
> 
> 15:7    Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich aus Ur in Chaldäa
> geführt hat, auf daß ich dir dies Land zu besitzen gebe.
> 2. Mose 3,14; Jes 45,5; Joh 8,24-29;  Kap 11,31
> 
> 15:8    Abram aber sprach: HERR, mein Gott, woran soll ich merken, daß ich's
> besitzen werde?
> 
> 15:9    Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh, eine
> dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und
> eine andere Taube.
> 
> 15:10   Und er brachte ihm dies alles und zerteilte es in der Mitte und
> legte je einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte
> er nicht.
> Jer 34,18-19
> 
> 15:11   Und die Raubvögel stießen hernieder auf die Stücke, aber Abram
> scheuchte sie davon.
> 
> 15:12   Als nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf
> Abram, und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn.
> Kap 2,21; 1. Sam 26,12; Jes 29,10
> 
> 15:13   Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, daß deine
> Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre
> ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert
> Jahre.
> 2. Mose 1,13; 12,40; Apg 7,6
> 
> 15:14   Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen. Danach sollen
> sie ausziehen mit großem Gut.
> 2. Mose 3,21-22; Apg 7,7
> 
> 15:15   Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem
> Alter begraben werden.
> Kap 25,7-8
> 
> 15:16   Sie aber sollen erst nach vier Menschenaltern wieder hierherkommen;
> denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.
> Apg 7,7
> 
> 15:17   Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe,
> da war ein rauchender Ofen, und eine Feuerflamme fuhr zwischen den
> Stücken hin.
> 2. Mose 19,18
> 
> 15:18   An dem Tage schloß der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen
> Nachkommen will ich dies Land geben, von dem Strom Ägyptens an bis
> an den großen Strom Euphrat:
> Kap 12,7;  1. Kön 8,65;  1. Kön 5,1
> 
> 15:19   die Keniter, die Kenasiter, die Kadmoniter,
> 
> 15:20   die Hetiter, die Perisiter, die Refaïter,
> 
> 15:21   die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgaschiter, die Jebusiter.
> 
>          Hagar und Ismael
> 
> (vgl. Kap 21,9-21)
> 16:1    Sarai, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber eine
> ägyptische Magd, die hieß Hagar.
> 
> 16:2    Und Sarai sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen,
> daß ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich
> vielleicht durch sie zu einem Sohn komme. Und Abram gehorchte der
> Stimme Sarais.
> Kap 30,3; 30,9
> 
> 16:3    Da nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Magd Hagar und gab sie
> Abram, ihrem Mann, zur Frau, nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan
> gewohnt hatten.
> 
> 16:4    Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, daß sie
> schwanger war, achtete sie ihre Herrin gering.
> 
> 16:5    Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, das mir geschieht, komme über
> dich! Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber
> sieht, daß sie schwanger geworden ist, bin ich geringgeachtet in
> ihren Augen. Der HERR sei Richter zwischen mir und dir.
> 
> 16:6    Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner
> Gewalt; tu mit ihr, wie dir's gefällt. Als nun Sarai sie demütigen
> wollte, floh sie von ihr.
> 
> 16:7    Aber der Engel des HERRN fand sie bei einer Wasserquelle in der
> Wüste, nämlich bei der Quelle am Wege nach Schur.
> 2. Mose 14,19; 23,20; 4. Mose 22,22; 1. Kön 19,7; 2. Kön 19,35
> 
> 16:8    Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo
> willst du hin? Sie sprach: Ich bin von Sarai, meiner Herrin,
> geflohen.
> 
> 16:9    Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner
> Herrin und demütige dich unter ihre Hand.
> 
> 16:10   Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so
> mehren, daß sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können.
> Kap 17,20
> 
> 16:11   Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger
> geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen Namen sollst du Ismael
> nennen; denn der HERR hat dein Elend erhört.
> 2. Mose 2,23; Hiob 34,28; Ps 9,13; Jes 41,17; Jak 5,4
> 
> 16:12   Er wird ein wilder Mensch sein; seine Hand wider jedermann und
> jedermanns Hand wider ihn, und er wird wohnen all seinen Brüdern zum
> Trotz.
> Kap 25,18
> 
> 16:13   Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein
> Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiß hab ich hier hinter dem
> hergesehen, der mich angesehen hat.
> Kap 22,14; 2. Mose 3,7; 2. Kön 13,4
> 
> 16:14   Darum nannte man den Brunnen »Brunnen des Lebendigen, der mich
> sieht«. Er liegt zwischen Kadesch und Bered.
> Kap 24,62; 25,11
> 
> 16:15   Und Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm
> Hagar gebar, Ismael.
> 
> 16:16   Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als ihm Hagar den Ismael
> gebar.
> 
>          Ewiger Bund und neue Namen. Verheißung Isaaks und Beschneidung
> 
> 17:1    Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR
> und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir
> und sei fromm.
> Kap 35,11; 2. Mose 6,3;  5. Mose 10,12
> 
> 17:2    Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen und will
> dich über alle Maßen mehren.
> 
> 17:3    Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und
> sprach:
> 
> 17:4    Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler
> Völker werden.
> 
> 17:5    Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein
> Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker.
> Röm 4,11; 4,17
> 
> 17:6    Und ich will dich sehr fruchtbar machen und will aus dir Völker
> machen, und auch Könige sollen von dir kommen.
> 
> 17:7    Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen
> Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, daß es ein ewiger Bund sei,
> so daß ich dein und deiner Nachkommen Gott bin.
> 
> 17:8    Und ich will dir und deinem Geschlecht nach dir das Land geben,
> darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewigem
> Besitz, und will ihr Gott sein.
> Kap 35,27; Hebr 11,9-10;  Apg 7,5
> 
> 17:9    Und Gott sprach zu Abraham: So haltet nun meinen Bund, du und deine
> Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht.
> 
> 17:10   Das aber ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch
> und deinem Geschlecht nach dir: Alles, was männlich ist unter euch,
> soll beschnitten werden;
> 3. Mose 12,3; Joh 7,22
> 
> 17:11   eure Vorhaut sollt ihr beschneiden. Das soll das Zeichen sein des
> Bundes zwischen mir und euch.
> Hes 20,12;  5. Mose 30,6; Röm 4,11
> 
> 17:12   Jedes Knäblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei
> euren Nachkommen. Desgleichen auch alles, was an Gesinde im Hause
> geboren oder was gekauft ist von irgendwelchen Fremden, die nicht
> aus eurem Geschlecht sind.
> 
> 17:13   Beschnitten soll werden alles Gesinde, was dir im Hause geboren oder
> was gekauft ist. Und so soll mein Bund an eurem Fleisch zu einem
> ewigen Bund werden.
> 
> 17:14   Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut,
> wird er ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund
> gebrochen hat.
> 
> 17:15   Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst Sarai, deine Frau,
> nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein.
> 
> 17:16   Denn ich will sie segnen, und auch von ihr will ich dir einen Sohn
> geben; ich will sie segnen, und Völker sollen aus ihr werden und
> Könige über viele Völker.
> Kap 12,2-3
> 
> 17:17   Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem
> Herzen: Soll mir mit hundert Jahren ein Kind geboren werden, und
> soll Sara, neunzig Jahre alt, gebären?
> Kap 18,12; 21,6;  Lk 1,18; Röm 4,19-21
> 
> 17:18   Und Abraham sprach zu Gott: Ach daß Ismael möchte leben bleiben vor
> dir!
> 
> 17:19   Da sprach Gott: Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären,
> den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen ewigen Bund
> aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm.
> Kap 26,3
> 
> 17:20   Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn
> gesegnet und will ihn fruchtbar machen und über alle Maßen mehren.
> Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk
> machen.
> Kap 16,10; 21,13; 21,18;  Kap 25,16
> 
> 17:21   Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären
> soll um diese Zeit im nächsten Jahr.
> 
> 17:22   Und er hörte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham.
> 
> 17:23   Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle Knechte, die im Hause
> geboren, und alle, die gekauft waren, und alles, was männlich war in
> seinem Hause, und beschnitt ihre Vorhaut an eben diesem Tage, wie
> ihm Gott gesagt hatte.
> 
> 17:24   Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er seine Vorhaut
> beschnitt.
> 
> 17:25   Ismael aber, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, als seine Vorhaut
> beschnitten wurde.
> 
> 17:26   Eben auf diesen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham, sein Sohn
> Ismael,
> 
> 17:27   und was männlich in seinem Hause war, im Hause geboren und gekauft
> von Fremden; es wurde alles mit ihm beschnitten.
> 
>          Der HERR bei Abraham in Mamre
> 
> 18:1    Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, während er an der Tür
> seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war.
> 
> 18:2    Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer
> vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür
> seines Zeltes und neigte sich zur Erde
> Hebr 13,2
> 
> 18:3    und sprach: Herr, hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh
> nicht an deinem Knecht vorüber.
> 
> 18:4    Man soll euch ein wenig Wasser bringen, eure Füße zu waschen, und
> laßt euch nieder unter dem Baum.
> 
> 18:5    Und ich will euch einen Bissen Brot bringen, daß ihr euer Herz
> labet; danach mögt ihr weiterziehen. Denn darum seid ihr bei eurem
> Knecht vorübergekommen. Sie sprachen: Tu, wie du gesagt hast.
> 
> 18:6    Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Eile und menge drei
> Maß feinstes Mehl, knete und backe Kuchen.
> 
> 18:7    Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes gutes Kalb und
> gab's dem Knechte; der eilte und bereitete es zu.
> 
> 18:8    Und er trug Butter und Milch auf und von dem Kalbe, das er
> zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor ihnen
> unter dem Baum, und sie aßen.
> 
> 18:9    Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete:
> Drinnen im Zelt.
> 
> 18:10   Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann
> soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm,
> hinter der Tür des Zeltes.
> Kap 17,19; Röm 9,9
> 
> 18:11   Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, so daß es
> Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise.
> 
> 18:12   Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll
> ich noch der Liebe pflegen, und mein Herr ist auch alt!
> Kap 17,17;  1. Petr 3,6
> 
> 18:13   Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst
> du, daß es wahr sei, daß ich noch gebären werde, die ich doch alt
> bin?
> 
> 18:14    Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich
> wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben.
> Mt 19,26; Lk 1,37
> 
> 18:15   Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht -, denn sie
> fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht.
> 
> Abrahams Fürbitte für Sodom
> 
> 18:16   Da brachen die Männer auf und wandten sich nach Sodom, und Abraham
> ging mit ihnen, um sie zu geleiten.
> 
> 18:17   Da sprach der HERR: Wie könnte ich Abraham verbergen, was ich tun
> will,
> Am 3,7
> 
> 18:18   da er doch ein großes und mächtiges Volk werden soll und alle Völker
> auf Erden in ihm gesegnet werden sollen?
> Kap 12,3
> 
> 18:19   Denn dazu habe ich ihn auserkoren, daß er seinen Kindern befehle
> und seinem Hause nach ihm, daß sie des HERRN Wege halten und tun,
> was recht und gut ist, auf daß der HERR auf Abraham kommen lasse,
> was er ihm verheißen hat.
> 5. Mose 6,7; 32,46
> 
> 18:20   Und der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über Sodom und
> Gomorra, daß ihre Sünden sehr schwer sind.
> Kap 19,13
> 
> 18:21   Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach
> dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht so sei,
> damit ich's wisse.
> 
> 18:22   Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen nach Sodom. Aber
> Abraham blieb stehen vor dem HERRN
> 
> 18:23   und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem
> Gottlosen umbringen?
> 4. Mose 16,22
> 
> 18:24   Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest
> du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter
> willen, die darin wären?
> 
> 18:25   Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit
> dem Gottlosen, so daß der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das
> sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht
> richten?
> Ps 82,1; 94,2
> 
> 18:26   Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt,
> so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben.
> Jes 65,8; Mt 24,22
> 
> 18:27   Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden,
> zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin.
> 
> 18:28   Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig Gerechte darin sein;
> wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er
> sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht
> verderben.
> 
> 18:29   Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte vielleicht
> vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um
> der vierzig willen.
> 
> 18:30   Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, daß ich noch mehr rede. Man
> könnte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich
> dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun.
> 
> 18:31   Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, mit dem Herrn
> zu reden. Man könnte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete:
> Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen.
> 
> 18:32   Und er sprach: Ach, zürne nicht, Herr, daß ich nur noch einmal
> rede. Man könnte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich
> will sie nicht verderben um der zehn willen.
> Ri 6,39
> 
> 18:33   Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu
> reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.
> 
>          Untergang von Sodom und Gomorra. Lots Errettung
> 
> 19:1     Die zwei Engel kamen nach Sodom am Abend; Lot aber saß zu Sodom
> unter dem Tor. Und als er sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen
> und neigte sich bis zur Erde
> Kap 18,22
> 
> 19:2    und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein im Hause eures
> Knechts und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen und brecht
> frühmorgens auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, wir
> wollen über Nacht im Freien bleiben.
> 
> 19:3    Da nötigte er sie sehr, und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein
> Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und backte ungesäuerte Kuchen,
> und sie aßen.
> 
> 19:4    Aber ehe sie sich legten, kamen die Männer der Stadt Sodom und
> umgaben das Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden,
> 
> 19:5     und riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir
> gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir uns über
> sie hermachen.
> (5-8) 3. Mose 18,22-25; Ri 19,22-24; Röm 1,27
> 
> 19:6    Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich
> zu
> 
> 19:7    und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!
> 
> 19:8    Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von keinem Manne; die
> will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch
> gefällt; aber diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter
> den Schatten meines Dachs gekommen.
> 
> 19:9    Sie aber sprachen: Weg mit dir! Und sprachen auch: Du bist der
> einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich
> noch übler plagen als jene. Und sie drangen hart ein auf den Mann
> Lot. Doch als sie hinzuliefen und die Tür aufbrechen wollten,
> 2. Petr 2,7-8
> 
> 19:10   griffen die Männer hinaus und zogen Lot herein zu sich ins Haus und
> schlossen die Tür zu.
> 
> 19:11   Und sie schlugen die Leute vor der Tür des Hauses, klein und groß,
> mit Blindheit, so daß sie es aufgaben, die Tür zu finden.
> 2. Kön 6,18
> 
> 19:12   Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du hier noch einen
> Schwiegersohn und Söhne und Töchter und wer dir sonst angehört in
> der Stadt, den führe weg von dieser Stätte.
> 
> 19:13   Denn wir werden diese Stätte verderben, weil das Geschrei über sie
> groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben.
> Kap 18,20
> 
> 19:14   Da ging Lot hinaus und redete mit den Männern, die seine Töchter
> heiraten sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort, denn der
> HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
> 4. Mose 16,21
> 
> 19:15   Als nun die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot zur Eile und
> sprachen: Mach dich auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter,
> die hier sind, damit du nicht auch umkommst in der Missetat dieser
> Stadt.
> 
> 19:16   Als er aber zögerte, ergriffen die Männer ihn und seine Frau und
> seine beiden Töchter bei der Hand, weil der HERR ihn verschonen
> wollte, und führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der
> Stadt wieder los.
> 
> 19:17   Und als sie ihn hinausgebracht hatten, sprach der eine: Rette dein
> Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch nicht stehen in dieser
> ganzen Gegend. Auf das Gebirge rette dich, damit du nicht umkommst!
> Mt 24,16
> 
> 19:18   Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr!
> 
> 19:19   Siehe, dein Knecht hat Gnade gefunden vor deinen Augen, und du hast
> deine Barmherzigkeit groß gemacht, die du an mir getan hast, als du
> mich am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf das Gebirge
> retten; es könnte mich sonst das Unheil ereilen, so daß ich stürbe.
> 
> 19:20   Siehe, da ist eine Stadt nahe, in die ich fliehen kann, und sie ist
> klein; dahin will ich mich retten - ist sie doch klein -, damit ich
> am Leben bleibe.
> 
> 19:21   Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch darin dich angesehen, daß
> ich die Stadt nicht zerstöre, von der du geredet hast.
> 
> 19:22   Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis du
> hineinkommst. Daher ist diese Stadt Zoar genannt.
> 
> 19:23   Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, als Lot nach Zoar kam.
> 
> 19:24   Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf
> Sodom und Gomorra
> 5. Mose 29,22; Ps 11,6; Jes 1,9-10; 13,19; Am 4,11; Lk 17,29
> 2. Petr 2,6; Offb 14,10
> 
> 19:25   und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner
> der Städte und was auf dem Lande gewachsen war.
> 
> 19:26   Und Lots Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.
> Lk 17,32
> 
> 19:27   Abraham aber machte sich früh am Morgen auf an den Ort, wo er vor
> dem HERRN gestanden hatte,
> 
> 19:28   und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land
> dieser Gegend und schaute, und siehe, da ging ein Rauch auf vom
> Lande wie der Rauch von einem Ofen.
> 
> 19:29   Und es geschah, als Gott die Städte in der Gegend vernichtete,
> gedachte er an Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er
> zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte.
> 
> Lot und seine Töchter
> 
> 19:30   Und Lot zog weg von Zoar und blieb auf dem Gebirge mit seinen beiden
> Töchtern; denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben; und so blieb
> er in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern.
> 
> 19:31   Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und kein
> Mann ist mehr im Lande, der zu uns eingehen könnte nach aller Welt
> Weise.
> 
> 19:32   So komm, laß uns unserm Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm
> legen, daß wir uns Nachkommen schaffen von unserm Vater.
> 3. Mose 18,7
> 
> 19:33   Da gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die
> erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und er ward's nicht
> gewahr, als sie sich legte noch als sie aufstand.
> 
> 19:34   Am Morgen sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern
> bei meinem Vater gelegen. Laß uns ihm auch diese Nacht Wein zu
> trinken geben, daß du hineingehst und dich zu ihm legst, damit wir
> uns Nachkommen schaffen von unserm Vater.
> 
> 19:35   Da gaben sie ihrem Vater auch diese Nacht Wein zu trinken. Und die
> jüngere machte sich auch auf und legte sich zu ihm; und er ward's
> nicht gewahr, als sie sich legte noch als sie aufstand.
> 
> 19:36   So wurden die beiden Töchter Lots schwanger von ihrem Vater.
> 
> 19:37   Und die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem kommen
> her die Moabiter bis auf den heutigen Tag.
> 5. Mose 2,9
> 
> 19:38   Und die jüngere gebar auch einen Sohn, den nannte sie Ben-Ammi. Von
> dem kommen her die Ammoniter bis auf den heutigen Tag.
> 5. Mose 2,19; 23,4
> 
>          Abraham und Sara bei Abimelech
> 
> (vgl. Kap 12,10-20; 26,1-11)
> 20:1    Abraham aber zog von dannen ins Südland und wohnte zwischen Kadesch
> und Schur und lebte nun als ein Fremdling zu Gerar.
> Kap 12,9; 26,1
> 
> 20:2    Er sagte aber von Sara, seiner Frau: Sie ist meine Schwester. Da
> sandte Abimelech, der König von Gerar, hin und ließ sie holen.
> 
> 20:3    Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm:
> Siehe, du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast;
> denn sie ist eines Mannes Ehefrau.
> 
> 20:4    Abimelech aber hatte sie nicht berührt und sprach: Herr, willst du
> denn auch ein gerechtes Volk umbringen?
> 
> 20:5    Hat er nicht zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester? Und sie hat
> auch gesagt: Er ist mein Bruder. Hab ich das doch getan mit
> einfältigem Herzen und unschuldigen Händen.
> 
> 20:6    Und Gott sprach zu ihm im Traum: Ich weiß auch, daß du das mit
> einfältigem Herzen getan hast. Darum habe ich dich auch behütet, daß
> du nicht wider mich sündigtest, und habe es nicht zugelassen, daß du
> sie berührtest.
> 
> 20:7    So gib nun dem Mann seine Frau wieder, denn er ist ein Prophet, und
> laß ihn für dich bitten, so wirst du am Leben bleiben. Wenn du sie
> aber nicht wiedergibst, so wisse, daß du des Todes sterben mußt und
> alles, was dein ist.
> 1. Kön 13,6
> 
> 20:8    Da stand Abimelech früh am Morgen auf und rief alle seine Großen und
> sagte dieses alles vor ihren Ohren. Und die Männer fürchteten sich
> sehr.
> 
> 20:9    Und Abimelech rief Abraham auch herzu und sprach zu ihm: Warum hast
> du uns das angetan? Und was habe ich an dir gesündigt, daß du eine
> so große Sünde wolltest auf mich und mein Reich bringen? Du hast an
> mir gehandelt, wie man nicht handeln soll.
> 
> 20:10   Und Abimelech sprach weiter zu Abraham: Wie bist du dazu gekommen,
> daß du solches getan hast?
> 
> 20:11   Abraham sprach: Ich dachte, gewiß ist keine Gottesfurcht an diesem
> Orte, und sie werden mich um meiner Frau willen umbringen.
> 
> 20:12   Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester, denn sie ist meines Vaters
> Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter; so ist sie meine Frau
> geworden.
> 3. Mose 18,9
> 
> 20:13   Als mich aber Gott aus meines Vaters Hause wandern hieß, sprach ich
> zu ihr: Die Liebe tu mir an, daß, wo wir hinkommen, du von mir
> sagst, ich sei dein Bruder.
> 
> 20:14   Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und gab sie
> Abraham und gab ihm Sara, seine Frau, wieder
> 
> 20:15   und sprach: Siehe da, mein Land steht dir offen; wohne, wo dir's
> wohlgefällt.
> 
> 20:16   Und zu Sara sprach er: Siehe da, ich habe deinem Bruder tausend
> Silberstücke gegeben; siehe, das soll eine Decke sein über den Augen
> aller, die bei dir sind, dir zugute. Damit ist dir bei allen Recht
> verschafft.
> 
> 20:17   Abraham aber betete zu Gott. Da heilte Gott Abimelech und seine Frau
> und seine Mägde, daß sie wieder Kinder gebaren.
> 
> 20:18   Denn der HERR hatte zuvor hart verschlossen jeden Mutterschoß im
> Hause Abimelechs um Saras, Abrahams Frau, willen.
> 
>          Isaaks Geburt
> 
> 21:1    Und der HERR suchte Sara heim, wie er gesagt hatte, und tat an ihr,
> wie er geredet hatte.
> Kap 18,10
> 
> 21:2    Und Sara ward schwanger und gebar dem Abraham in seinem Alter einen
> Sohn um die Zeit, von der Gott zu ihm geredet hatte.
> Hebr 11,11
> 
> 21:3    Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm
> Sara gebar,
> Kap 17,19
> 
> 21:4    und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte.
> Kap 17,11-12; Apg 7,8
> 
> 21:5    Hundert Jahre war Abraham alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren
> wurde.
> Kap 17,17
> 
> 21:6    Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen zugerichtet; denn wer es
> hören wird, der wird über mich lachen.
> Kap 18,12
> 
> 21:7    Und sie sprach: Wer hätte wohl von Abraham gesagt, daß Sara Kinder
> stille! Und doch habe ich ihm einen Sohn geboren in seinem Alter.
> 
> Austreibung Ismaels und seiner Mutter
> 
> 21:8    Und das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Und Abraham machte ein
> großes Mahl am Tage, da Isaak entwöhnt wurde.
> 
> 21:9    Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägypterin, den sie Abraham geboren
> hatte, wie er Mutwillen trieb.
> 
> 21:10   Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn;
> denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak.
> Gal 4,30
> 
> 21:11   Das Wort mißfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen.
> 
> 21:12   Aber Gott sprach zu ihm: Laß es dir nicht mißfallen wegen des Knaben
> und der Magd. Alles, was Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn
> nur nach Isaak soll dein Geschlecht benannt werden.
> Kap 17,21; Röm 9,7-8; Hebr 11,18
> 
> 21:13   Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, weil er
> dein Sohn ist.
> Kap 17,20
> 
> 21:14   Da stand Abraham früh am Morgen auf und nahm Brot und einen Schlauch
> mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter, dazu den Knaben,
> und schickte sie fort. Da zog sie hin und irrte in der Wüste umher
> bei Beerscheba.
> 
> 21:15   Als nun das Wasser in dem Schlauch ausgegangen war, warf sie den
> Knaben unter einen Strauch
> 
> 21:16   und ging hin und setzte sich gegenüber von ferne, einen Bogenschuß
> weit; denn sie sprach: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben.
> Und sie setzte sich gegenüber und erhob ihre Stimme und weinte.
> Jes 49,15
> 
> 21:17   Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief
> Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte
> dich nicht; denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben, der dort
> liegt.
> 
> 21:18   Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich
> will ihn zum großen Volk machen.
> 
> 21:19   Und Gott tat ihr die Augen auf, daß sie einen Wasserbrunnen sah. Da
> ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den
> Knaben.
> 2. Kön 6,17; 6,20
> 
> 21:20   Und Gott war mit dem Knaben. Der wuchs heran und wohnte in der Wüste
> und wurde ein guter Schütze.
> 
> 21:21   Und er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine
> Frau aus Ägyptenland.
> Kap 16,3
> 
> Abrahams Bund mit Abimelech
> 
> (vgl. Kap 26,15-33)
> 21:22   Zu der Zeit redete Abimelech zusammen mit Pichol, seinem
> Feldhauptmann, zu Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, was
> du tust.
> 
> 21:23   So schwöre mir nun bei Gott, daß du mir und meinen Söhnen und meinen
> Enkeln keine Untreue erweisen wollest, sondern die Barmherzigkeit,
> die ich an dir getan habe, an mir auch tust und an dem Lande, darin
> du ein Fremdling bist.
> Kap 20,15
> 
> 21:24   Da sprach Abraham: Ich will schwören.
> 
> 21:25   Und Abraham stellte Abimelech zur Rede um des Wasserbrunnens willen,
> den Abimelechs Knechte mit Gewalt genommen hatten.
> 
> 21:26   Da antwortete Abimelech: Ich habe es nicht gewußt, wer das getan
> hat; weder hast du mir's angesagt, noch hab ich's gehört bis heute.
> 
> 21:27   Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und die
> beiden schlossen einen Bund miteinander.
> 
> 21:28   Und Abraham stellte sieben Lämmer besonders.
> 
> 21:29   Da sprach Abimelech zu Abraham: Was sollen die sieben Lämmer, die du
> besonders gestellt hast?
> 
> 21:30   Er antwortete: Sieben Lämmer sollst du von meiner Hand nehmen, damit
> sie für mich ein Zeugnis seien, daß ich diesen Brunnen gegraben
> habe.
> 
> 21:31   Daher heißt die Stätte Beerscheba, weil sie beide miteinander da
> geschworen haben.
> 
> 21:32   Und so schlossen sie den Bund zu Beerscheba. Da machten sich auf
> Abimelech und Pichol, sein Feldhauptmann, und zogen wieder in der
> Philister Land.
> 
> 21:33   Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum in Beerscheba und rief
> dort den Namen des HERRN, des ewigen Gottes, an.
> Kap 12,8; Röm 16,26
> 
> 21:34   Und er war ein Fremdling in der Philister Lande eine lange Zeit.
> 
>          Abrahams Versuchung. Bestätigung der Verheißung
> 
> 22:1    Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm:
> Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich.
> 2. Mose 15,25; 16,4; 20,20; 5. Mose 8,2; 13,4; Ri 2,22
> Hebr 11,17; Jak 1,13
> 
> 22:2    Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast,
> und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer
> auf einem Berge, den ich dir sagen werde.
> 
> 22:3    Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm
> mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum
> Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm
> Gott gesagt hatte.
> 
> 22:4    Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von
> ferne
> 
> 22:5    und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und
> der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen
> wir wieder zu euch kommen.
> 
> 22:6    Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen
> Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und
> gingen die beiden miteinander.
> 
> 22:7    Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham
> antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist
> Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer?
> 
> 22:8    Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum
> Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander.
> 
> 22:9    Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute
> Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen
> Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz
> 
> 22:10   und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn
> schlachtete.
> Mt 26,39; Jak 2,21
> 
> 22:11   Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham!
> Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
> 
> 22:12   Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts;
> denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen
> Sohnes nicht verschont um meinetwillen.
> Röm 8,32; Hebr 11,17
> 
> 22:13   Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in
> der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder
> und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt.
> 
> 22:14   Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch
> heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht.
> Kap 16,13
> 
> 22:15   Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel her
> 
> 22:16   und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR:
> Weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht
> verschont,
> 2. Mose 32,13; Jes 45,23; Am 6,8; Mi 7,20; Lk 1,73; Hebr 6,13
> 
> 22:17   will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel
> und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die
> Tore ihrer Feinde besitzen;
> Kap 13,16; Hebr 11,12
> 
> 22:18   und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet
> werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.
> Kap 12,3; Gal 3,16
> 
> 22:19   So kehrte Abraham zurück zu seinen Knechten. Und sie machten sich
> auf und zogen miteinander nach Beerscheba, und Abraham blieb
> daselbst.
> 
> Die Nachkommen Nahors
> 
> 22:20   Nach diesen Geschichten begab sich's, daß Abraham angesagt wurde:
> Siehe, Milka hat auch Söhne geboren deinem Bruder Nahor,
> Kap 11,29
> 
> 22:21   nämlich Uz, den Erstgeborenen, und Bus, seinen Bruder, und Kemuël,
> von dem die Aramäer herkommen,
> 
> 22:22   und Kesed und Haso und Pildasch und Jidlaf und Betuël.
> 
> 22:23    Betuël aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor,
> Abrahams Bruder.
> Kap 24,15
> 
> 22:24   Und seine Nebenfrau, mit Namen Rëuma, gebar auch, nämlich den
> Tebach, Gaham, Tahasch und Maacha.
> 
>          Sara stirbt. Abraham erwirbt ein Erbbegräbnis
> 
> 23:1    Sara wurde hundertsiebenundzwanzig Jahre alt
> 
> 23:2    und starb in Kirjat-Arba - das ist Hebron - im Lande Kanaan. Da kam
> Abraham, daß er sie beklagte und beweinte.
> 
> 23:3    Danach stand er auf von seiner Toten und redete mit den Hetitern und
> sprach:
> 
> 23:4    Ich bin ein Fremdling und Beisasse bei euch; gebt mir ein
> Erbbegräbnis bei euch, daß ich meine Tote hinaustrage und begrabe.
> Kap 17,8
> 
> 23:5    Da antworteten die Hetiter Abraham und sprachen zu ihm:
> 
> 23:6    Höre uns, lieber Herr! Du bist ein Fürst Gottes unter uns. Begrabe
> deine Tote in einem unserer vornehmsten Gräber; kein Mensch unter
> uns wird dir wehren, daß du in seinem Grabe deine Tote begrabest.
> 
> 23:7    Da stand Abraham auf und verneigte sich vor dem Volk des Landes, vor
> den Hetitern.
> 
> 23:8    Und er redete mit ihnen und sprach: Gefällt es euch, daß ich meine
> Tote hinaustrage und begrabe, so höret mich und bittet für mich
> Efron, den Sohn Zohars,
> 
> 23:9    daß er mir gebe seine Höhle in Machpela, die am Ende seines Ackers
> liegt; er gebe sie mir um Geld, soviel sie wert ist, zum
> Erbbegräbnis unter euch.
> 
> 23:10   Efron aber saß unter den Hetitern. Da antwortete Efron, der Hetiter,
> dem Abraham vor den Ohren der Hetiter, vor allen, die beim Tor
> seiner Stadt versammelt waren, und sprach:
> 
> 23:11   Nein, mein Herr, sondern höre mir zu! Ich schenke dir den Acker und
> die Höhle darin und übergebe dir's vor den Augen der Söhne meines
> Volks, um deine Tote dort zu begraben.
> 
> 23:12   Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des Landes
> 
> 23:13   und redete mit Efron, so daß das Volk des Landes es hörte, und
> sprach: Willst du ihn mir lassen, so bitte ich, nimm von mir das
> Geld für den Acker, das ich dir gebe, so will ich meine Tote dort
> begraben.
> 
> 23:14   Efron antwortete Abraham und sprach zu ihm:
> 
> 23:15   Mein Herr, höre mich doch! Das Feld ist vierhundert Lot Silber wert;
> was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe nur deine Tote!
> 
> 23:16   Abraham gehorchte Efron und wog ihm die Summe dar, die er genannt
> hatte vor den Ohren der Hetiter, vierhundert Lot Silber nach dem
> Gewicht, das im Kauf gang und gäbe war.
> 
> 23:17   So wurde Efrons Acker in Machpela östlich von Mamre Abraham zum
> Eigentum bestätigt, mit der Höhle darin und mit allen Bäumen auf dem
> Acker umher,
> 
> 23:18   vor den Augen der Hetiter und aller, die beim Tor seiner Stadt
> versammelt waren.
> 
> 23:19   Danach begrub Abraham Sara, seine Frau, in der Höhle des Ackers in
> Machpela östlich von Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan.
> 
> 23:20   So wurden Abraham der Acker und die Höhle darin zum Erbbegräbnis
> bestätigt von den Hetitern.
> Kap 25,9-10; 47,30; 49,29-32; 50,13
> 
>          Rebekka wird Isaaks Frau
> 
> 24:1    Abraham war alt und hochbetagt, und der HERR hatte ihn gesegnet
> allenthalben.
> Kap 12,2
> 
> 24:2    Und er sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses, der allen seinen
> Gütern vorstand: Lege deine Hand unter meine Hüfte
> 
> 24:3    und schwöre mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde,
> daß du meinem Sohn keine Frau nehmest von den Töchtern der
> Kanaaniter, unter denen ich wohne,
> Kap 28,1; 2. Mose 34,16
> 
> 24:4    sondern daß du ziehest in mein Vaterland und zu meiner
> Verwandtschaft und nehmest meinem Sohn Isaak dort eine Frau.
> 
> 24:5    Der Knecht sprach: Wie, wenn das Mädchen mir nicht folgen wollte in
> dies Land, soll ich dann deinen Sohn zurückbringen in jenes Land,
> von dem du ausgezogen bist?
> 
> 24:6    Abraham sprach zu ihm: Davor hüte dich, daß du meinen Sohn wieder
> dahin bringest!
> 
> 24:7     Der HERR, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause
> genommen hat und von meiner Heimat, der mir zugesagt und mir auch
> geschworen hat: Dies Land will ich deinen Nachkommen geben -, der
> wird seinen Engel vor dir her senden, daß du meinem Sohn dort eine
> Frau nehmest.
> 2. Chr 36,23; Neh 2,20
> 
> 24:8    Wenn aber das Mädchen dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides
> ledig. Nur bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin!
> 
> 24:9    Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines
> Herrn, und schwor es ihm.
> 
> 24:10   So nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog
> hin und hatte mit sich allerlei Güter seines Herrn und machte sich
> auf und zog nach Mesopotamien, zu der Stadt Nahors.
> Kap 11,22-31
> 
> 24:11   Da ließ er die Kamele sich lagern draußen vor der Stadt bei dem
> Wasserbrunnen des Abends um die Zeit, da die Frauen pflegten
> herauszugehen und Wasser zu schöpfen.
> 
> 24:12   Und er sprach: HERR, du Gott Abrahams, meines Herrn, laß es mir
> heute gelingen und tu Barmherzigkeit an Abraham, meinem Herrn!
> 
> 24:13   Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und die Töchter der
> Leute in dieser Stadt werden herauskommen, um Wasser zu schöpfen.
> 
> 24:14   Wenn nun ein Mädchen kommt, zu dem ich spreche: Neige deinen Krug
> und laß mich trinken, und es sprechen wird: Trinke, ich will deine
> Kamele auch tränken -, das sei die, die du deinem Diener Isaak
> beschert hast, und daran werde ich erkennen, daß du Barmherzigkeit
> an meinem Herrn getan hast.
> 
> 24:15   Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus Rebekka, die
> Tochter Betuëls, der ein Sohn der Milka war, die die Frau Nahors,
> des Bruders Abrahams, war, und trug einen Krug auf ihrer Schulter.
> Kap 22,23
> 
> 24:16   Und das Mädchen war sehr schön von Angesicht, eine Jungfrau, die
> noch von keinem Manne wußte. Die stieg hinab zum Brunnen und füllte
> den Krug und stieg herauf.
> 
> 24:17   Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Laß mich ein wenig
> Wasser aus deinem Kruge trinken.
> 
> 24:18   Und sie sprach: Trinke, mein Herr! Und eilends ließ sie den Krug
> hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken.
> 
> 24:19   Und als sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will
> deinen Kamelen auch schöpfen, bis sie alle genug getrunken haben.
> 
> 24:20   Und eilte und goß den Krug aus in die Tränke und lief abermals zum
> Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte allen seinen Kamelen.
> 
> 24:21   Der Mann aber betrachtete sie und schwieg still, bis er erkannt
> hätte, ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben hätte oder nicht.
> 
> 24:22   Als nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er einen goldenen
> Stirnreif, sechs Gramm schwer, und zwei goldene Armreifen für ihre
> Hände, hundertundzwanzig Gramm schwer,
> 
> 24:23   und sprach: Wessen Tochter bist du? Das sage mir doch! Haben wir
> auch Raum in deines Vaters Hause, um zu herbergen?
> 
> 24:24   Sie sprach zu ihm: Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes der
> Milka, den sie dem Nahor geboren hat.
> 
> 24:25   Und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns
> und Raum genug, um zu herbergen.
> 
> 24:26   Da neigte sich der Mann und betete den HERRN an
> 
> 24:27   und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott Abrahams, meines Herrn,
> der seine Barmherzigkeit und seine Treue von meinem Herrn nicht hat
> weichen lassen; denn der HERR hat mich geradewegs geführt zum Hause
> des Bruders meines Herrn.
> 
> 24:28   Und das Mädchen lief und sagte dies alles in ihrer Mutter Hause.
> 
> 24:29   Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieß Laban; und Laban lief zu
> dem Mann draußen bei dem Brunnen.
> 
> 24:30   Denn als er den Stirnreif und die Armreifen an den Händen seiner
> Schwester gesehen hatte und die Worte Rebekkas, seiner Schwester,
> gehört hatte: So hat mir der Mann gesagt -, da kam er zu dem Mann,
> und siehe, er stand bei den Kamelen am Brunnen.
> 
> 24:31   Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du
> draußen? Ich habe das Haus bereitet und für die Kamele auch Raum
> gemacht.
> 
> 24:32   Da führte er den Mann ins Haus und zäumte die Kamele ab und gab
> ihnen Stroh und Futter, dazu auch Wasser, zu waschen seine Füße und
> die Füße der Männer, die mit ihm waren.
> 
> 24:33   Und man setzte ihm Essen vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen,
> bis ich zuvor meine Sache vorgebracht habe. Sie antworteten: Sage
> an!
> 
> 24:34   Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht.
> 
> 24:35   Und der HERR hat meinen Herrn reich gesegnet, daß er groß geworden
> ist, und hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und
> Mägde, Kamele und Esel gegeben.
> 
> 24:36   Dazu hat Sara, die Frau meines Herrn, einen Sohn geboren meinem
> Herrn in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er hat.
> 
> 24:37   Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst
> meinem Sohn keine Frau nehmen von den Töchtern der Kanaaniter, in
> deren Land ich wohne,
> 
> 24:38   sondern zieh hin zu meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht;
> dort nimm meinem Sohn eine Frau.
> 
> 24:39   Ich sprach aber zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Mädchen nicht
> folgen will?
> 
> 24:40   Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel
> mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, daß du meinem Sohn
> eine Frau nehmest von meiner Verwandtschaft und meines Vaters Hause.
> 
> 24:41   Dann sollst du deines Eides ledig sein: Wenn du zu meiner
> Verwandtschaft kommst und sie geben sie dir nicht, so bist du deines
> Eides ledig.
> 
> 24:42   So kam ich heute zum Brunnen und sprach: HERR, du Gott Abrahams,
> meines Herrn, hast du Gnade zu meiner Reise gegeben, auf der ich
> bin,
> 
> 24:43   siehe, so stehe ich hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun ein Mädchen
> herauskommt, um zu schöpfen, und ich zu ihr spreche: Gib mir ein
> wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug,
> 
> 24:44   und sie sagen wird: Trinke du, ich will deinen Kamelen auch
> schöpfen -, das sei die Frau, die der HERR dem Sohn meines Herrn
> beschert hat.
> 
> 24:45   Ehe ich nun diese Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da
> kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Schulter und geht
> hinab zum Brunnen und schöpft. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu
> trinken.
> 
> 24:46   Und sie nahm eilends den Krug von ihrer Schulter und sprach: Trinke,
> und deine Kamele will ich auch tränken. Da trank ich, und sie
> tränkte die Kamele auch.
> 
> 24:47   Und ich fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du? Sie
> antwortete: Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes Nahors, den ihm
> Milka geboren hat. Da legte ich einen Reif an ihre Stirn und
> Armreifen an ihre Hände
> 
> 24:48   und neigte mich und betete den HERRN an und lobte den HERRN, den
> Gott Abrahams, meines Herrn, der mich den rechten Weg geführt hat,
> daß ich für seinen Sohn die Tochter des Bruders meines Herrn nehme.
> 
> 24:49   Seid ihr nun die, die an meinem Herrn Freundschaft und Treue
> beweisen wollen, so sagt mir's; wenn nicht, so sagt mir's auch, daß
> ich mich wende zur Rechten oder zur Linken.
> 
> 24:50   Da antworteten Laban und Betuël und sprachen: Das kommt vom HERRN,
> darum können wir nichts dazu sagen, weder Böses noch Gutes.
> 
> 24:51   Da ist Rebekka vor dir, nimm sie und zieh hin, daß sie die Frau sei
> des Sohnes deines Herrn, wie der HERR geredet hat.
> 
> 24:52   Als Abrahams Knecht diese Worte hörte, neigte er sich vor dem HERRN
> bis zur Erde.
> 
> 24:53   Danach zog er hervor silberne und goldene Kleinode und Kleider und
> gab sie Rebekka; auch ihrem Bruder und der Mutter gab er kostbare
> Geschenke.
> 
> 24:54   Dann aß und trank er samt den Männern, die mit ihm waren, und sie
> blieben über Nacht allda. Am Morgen aber standen sie auf, und er
> sprach: Laßt mich ziehen zu meinem Herrn.
> 
> 24:55   Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Laß doch das Mädchen noch
> einige Tage bei uns bleiben; danach sollst du ziehen.
> 
> 24:56   Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat
> Gnade zu meiner Reise gegeben. Laßt mich, daß ich zu meinem Herrn
> ziehe.
> 
> 24:57   Da sprachen sie: Wir wollen das Mädchen rufen und fragen, was sie
> dazu sagt.
> 
> 24:58   Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem
> Manne ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will es.
> 
> 24:59   Da ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme, samt
> Abrahams Knecht und seinen Leuten.
> 
> 24:60   Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester,
> wachse zu vieltausendmal tausend, und dein Geschlecht besitze die
> Tore seiner Feinde.
> Kap 22,17
> 
> 24:61   So machte sich Rebekka auf mit ihren Mägden, und sie setzten sich
> auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka
> und zog von dannen.
> 
> 24:62   Isaak aber war gezogen zum »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«
> und wohnte im Südlande.
> Kap 16,14; 25,11
> 
> 24:63   Und er war ausgegangen, um zu beten auf dem Felde gegen Abend, und
> hob seine Augen auf und sah, daß Kamele daherkamen.
> 
> 24:64   Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilends
> vom Kamel
> 
> 24:65   und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns entgegenkommt
> auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den
> Schleier und verhüllte sich.
> 
> 24:66   Und der Knecht erzählte Isaak alles, was er ausgerichtet hatte.
> 
> 24:67   Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sara und nahm die
> Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. Also
> wurde Isaak getröstet über seine Mutter.
> Kap 23,1-2
> 
>          Abrahams zweite Ehe. Sein Tod und Begräbnis
> 
> 25:1    Abraham nahm wieder eine Frau, die hieß Ketura.
> 
> 25:2    Die gebar ihm Simran und Jokschan, Medan und Midian, Jischbak und
> Schuach.
> 
> 25:3    Jokschan aber zeugte Saba und Dedan. Die Söhne Dedans aber waren:
> die Aschuriter, die Letuschiter und die Lëummiter.
> 
> 25:4    Die Söhne Midians waren: Efa, Efer, Henoch, Abida und Eldaa. Diese
> alle sind Söhne der Ketura.
> 
> 25:5    Und Abraham gab all sein Gut Isaak.
> 
> 25:6    Aber den Söhnen, die er von den Nebenfrauen hatte, gab er Geschenke
> und schickte sie noch zu seinen Lebzeiten fort von seinem Sohn
> Isaak, nach Osten hin ins Morgenland.
> 
> 25:7    Das ist aber Abrahams Alter, das er erreicht hat:
> hundertundfünfundsiebzig Jahre.
> Kap 12,4
> 
> 25:8    Und Abraham verschied und starb in einem guten Alter, als er alt
> und lebenssatt war, und wurde zu seinen Vätern versammelt.
> Kap 15,15
> 
> 25:9     Und es begruben ihn seine Söhne Isaak und Ismael in der Höhle von
> Machpela auf dem Acker Efrons, des Sohnes Zohars, des Hetiters, die
> da liegt östlich von Mamre
> (9 und 10) Kap 23,13-20
> 
> 25:10   auf dem Felde, das Abraham von den Hetitern gekauft hatte. Da ist
> Abraham begraben mit Sara, seiner Frau.
> 
> 25:11   Und nach dem Tode Abrahams segnete Gott Isaak, seinen Sohn. Und er
> wohnte bei dem »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«.
> Kap 17,19;  Kap 24,62
> 
> Ismaels Nachkommen
> 
> 25:12   Dies ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm Hagar
> gebar, die Magd Saras aus Ägypten;
> Kap 21,13
> 
> 25:13   und dies sind die Namen der Söhne Ismaels, nach denen ihre
> Geschlechter genannt sind: der erstgeborene Sohn Ismaels Nebajot,
> dann Kedar, Adbeel, Mibsam,
> 
> 25:14   Mischma, Duma, Massa,
> 
> 25:15   Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma.
> 
> 25:16   Das sind die Söhne Ismaels mit ihren Namen nach ihren Gehöften und
> Zeltdörfern, zwölf Fürsten nach ihren Stämmen.
> Kap 17,20; 4. Mose 1,44
> 
> 25:17   - Und das ist das Alter Ismaels: hundertundsiebenunddreißig Jahre.
> Und er verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern. -
> 
> 25:18   Und sie wohnten von Hawila an bis nach Schur östlich von Ägypten
> nach Assyrien hin. So ließ er sich nieder all seinen Brüdern zum
> Trotz.
> Kap 16,12
> 
> Esaus und Jakobs Geburt
> 
> 25:19   Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte
> Isaak.
> 
> 25:20   Isaak aber war vierzig Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm, die
> Tochter Betuëls, des Aramäers aus Mesopotamien, die Schwester des
> Aramäers Laban.
> 
> 25:21   Isaak aber bat den HERRN für seine Frau, denn sie war unfruchtbar.
> Und der HERR ließ sich erbitten, und Rebekka, seine Frau, ward
> schwanger.
> 
> 25:22   Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leib. Da sprach
> sie: Wenn mir's so gehen soll, warum bin ich schwanger geworden? Und
> sie ging hin, den HERRN zu befragen.
> 
> 25:23   Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und
> zweierlei Volk wird sich scheiden aus deinem Leibe; und ein Volk
> wird dem andern überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren
> dienen.
> Kap 27,29; Mal 1,2; Röm 9,10-12
> 
> 25:24   Als nun die Zeit kam, daß sie gebären sollte, siehe, da waren
> Zwillinge in ihrem Leibe.
> 
> 25:25   Der erste, der herauskam, war rötlich, ganz rauh wie ein Fell, und
> sie nannten ihn Esau.
> 
> 25:26   Danach kam heraus sein Bruder, der hielt mit seiner Hand die Ferse
> des Esau, und sie nannten ihn Jakob. Sechzig Jahre alt war Isaak,
> als sie geboren wurden.
> Hos 12,4
> 
> 25:27   Und als nun die Knaben groß wurden, wurde Esau ein Jäger und
> streifte auf dem Felde umher, Jakob aber ein gesitteter Mann und
> blieb bei den Zelten.
> 
> 25:28   Und Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem Wildbret; Rebekka
> aber hatte Jakob lieb.
> 
> Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht
> 
> 25:29   Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war müde
> 
> 25:30   und sprach zu Jakob: Laß mich essen das rote Gericht; denn ich bin
> müde. Daher heißt er Edom.
> 
> 25:31   Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt.
> 
> 25:32   Esau antwortete: Siehe, ich muß doch sterben; was soll mir da die
> Erstgeburt?
> 
> 25:33   Jakob sprach: So schwöre mir zuvor. Und er schwor ihm und verkaufte
> so Jakob seine Erstgeburt.
> Kap 27,36; Hebr 12,16
> 
> 25:34   Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und
> stand auf und ging davon. So verachtete Esau seine Erstgeburt.
> 
>          Erneute Verheißung. Isaak und Rebekka in Gerar
> 
> (vgl. Kap 12,10-20; 20,1-18)
> 26:1    Es kam aber eine Hungersnot ins Land nach der früheren, die zu
> Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, dem König der
> Philister, nach Gerar.
> 
> 26:2    Da erschien ihm der HERR und sprach: Zieh nicht hinab nach Ägypten,
> sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage.
> 
> 26:3    Bleibe als Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und
> dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich alle diese
> Länder geben und will meinen Eid wahr machen, den ich deinem Vater
> Abraham geschworen habe,
> Kap 17,19; 22,16; 22,17
> 
> 26:4    und will deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und will
> deinen Nachkommen alle diese Länder geben. Und durch dein Geschlecht
> sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden,
> Kap 15,5
> 
> 26:5    weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat
> meine Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und mein Gesetz.
> 
> 26:6    So wohnte Isaak zu Gerar.
> 
> 26:7    Und wenn die Leute am Ort fragten nach seiner Frau, so sprach er:
> Sie ist meine Schwester; denn er fürchtete sich zu sagen: Sie ist
> meine Frau. Er dachte nämlich: Sie könnten mich töten um Rebekkas
> willen, denn sie ist schön von Gestalt.
> 
> 26:8    Als er nun eine Zeitlang da war, sah Abimelech, der König der
> Philister, durchs Fenster und wurde gewahr, daß Isaak scherzte mit
> Rebekka, seiner Frau.
> 
> 26:9    Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist deine Frau.
> Wie hast du dann gesagt: sie ist meine Schwester? Isaak antwortete
> ihm: Ich dachte, ich würde vielleicht sterben müssen um ihretwillen.
> 
> 26:10   Abimelech sprach: Warum hast du uns das angetan? Es wäre leicht
> geschehen, daß jemand vom Volk sich zu deiner Frau gelegt hätte, und
> du hättest so eine Schuld auf uns gebracht.
> 
> 26:11   Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder seine
> Frau antastet, der soll des Todes sterben.
> 
> Isaaks Streit mit den Philistern. Sein Bund mit Abimelech
> 
> 26:12   Und Isaak säte in dem Lande und erntete in jenem Jahre
> hundertfältig; denn der HERR segnete ihn.
> Spr 10,22
> 
> 26:13   Und er wurde ein reicher Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr
> reich wurde,
> 
> 26:14   so daß er viel Gut hatte an kleinem und großem Vieh und ein großes
> Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister.
> 
> 26:15    Nun hatten sie aber alle Brunnen verstopft, die seines Vaters
> Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und hatten
> sie mit Erde gefüllt.
> (15-33) Kap 21,22-34
> 
> 26:16   Und Abimelech sprach zu ihm: Zieh von uns, denn du bist uns zu
> mächtig geworden.
> 
> 26:17   Da zog Isaak von dannen und schlug seine Zelte auf im Grunde von
> Gerar und wohnte da
> 
> 26:18   und ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zur Zeit
> Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten und die die Philister
> verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit denselben
> Namen, mit denen sein Vater sie genannt hatte.
> 
> 26:19   Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden dort eine Quelle
> lebendigen Wassers.
> 
> 26:20   Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und
> sprachen: Das Wasser ist unser. Da nannte er den Brunnen »Zank«,
> weil sie mit ihm da gezankt hatten.
> 
> 26:21   Da gruben sie einen andern Brunnen. Darüber stritten sie auch, darum
> nannte er ihn »Streit«.
> 
> 26:22   Da zog er weiter und grub noch einen andern Brunnen. Darüber zankten
> sie sich nicht, darum nannte er ihn »Weiter Raum« und sprach: Nun
> hat uns der HERR Raum gemacht, und wir können wachsen im Lande.
> 
> 26:23   Danach zog er von dannen nach Beerscheba.
> 
> 26:24   Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin der
> Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir
> und will dich segnen und deine Nachkommen mehren um meines Knechtes
> Abraham willen.
> 
> 26:25   Dann baute er dort einen Altar und rief den Namen des HERRN an und
> schlug dort sein Zelt auf, und seine Knechte gruben dort einen
> Brunnen.
> Kap 12,8
> 
> 26:26   Und Abimelech ging zu ihm von Gerar mit Ahusat, seinem Freund, und
> Pichol, seinem Feldhauptmann.
> 
> 26:27   Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Hasset ihr mich
> doch und habt mich von euch getrieben.
> 
> 26:28   Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, daß der HERR mit dir
> ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein,
> und wir wollen einen Bund mit dir schließen,
> 5. Mose 29,3; Mt 13,13
> 
> 26:29   daß du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dich nicht angetastet
> haben und dir nur alles Gute getan und dich mit Frieden haben ziehen
> lassen. Du bist ja doch der Gesegnete des HERRN.
> 
> 26:30   Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.
> 
> 26:31   Und früh am Morgen standen sie auf, und einer schwor dem andern. Und
> Isaak ließ sie gehen, und sie zogen von ihm mit Frieden.
> 
> 26:32   Am selben Tage kamen Isaaks Knechte und sagten ihm von dem Brunnen,
> den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser
> gefunden.
> 
> 26:33   Und er nannte ihn »Schwur«; daher heißt die Stadt Beerscheba bis
> auf den heutigen Tag.
> d. h. Schwurbrunnen.
> 
> Esaus Frauen
> 
> 26:34   Als Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zur Frau Jehudit, die
> Tochter Beeris, des Hetiters, und Basemat, die Tochter Elons, des
> Hetiters.
> Kap 36,2-3
> 
> 26:35   Die machten Isaak und Rebekka lauter Herzeleid.
> 
>          Jakob gewinnt mit List den Erstgeburtssegen
> 
> 27:1    Und es begab sich, als Isaak alt geworden war und seine Augen zu
> schwach zum Sehen wurden, rief er Esau, seinen älteren Sohn, und
> sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich.
> 
> 27:2    Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiß nicht, wann ich
> sterben werde.
> 
> 27:3    So nimm nun dein Gerät, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und jage
> mir ein Wildbret
> 
> 27:4    und mach mir ein Essen, wie ich's gern habe, und bring mir's herein,
> daß ich esse, auf daß dich meine Seele segne, ehe ich sterbe.
> 
> 27:5    Rebekka aber hörte diese Worte, die Isaak zu seinem Sohn Esau sagte.
> Und Esau ging hin aufs Feld, daß er ein Wildbret jagte und
> heimbrächte.
> 
> 27:6    Da sprach Rebekka zu Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich habe deinen Vater
> mit Esau, deinem Bruder, reden hören:
> 
> 27:7    Bringe mir ein Wildbret und mach mir ein Essen, daß ich esse und
> dich segne vor dem HERRN, ehe ich sterbe.
> 
> 27:8    So höre nun, mein Sohn, auf mich und tu, was ich dich heiße.
> 
> 27:9    Geh hin zu der Herde und hole mir zwei gute Böcklein, daß ich deinem
> Vater ein Essen davon mache, wie er's gerne hat.
> 
> 27:10   Das sollst du deinem Vater hineintragen, daß er esse, auf daß er
> dich segne vor seinem Tod.
> 
> 27:11   Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau
> ist rauh, doch ich bin glatt;
> Kap 25,25
> 
> 27:12   so könnte vielleicht mein Vater mich betasten, und ich würde vor ihm
> dastehen, als ob ich ihn betrügen wollte, und brächte über mich
> einen Fluch und nicht einen Segen.
> 
> 27:13   Da sprach seine Mutter zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn;
> gehorche nur meinen Worten, geh und hole mir.
> 
> 27:14   Da ging er hin und holte und brachte es seiner Mutter. Da machte
> seine Mutter ein Essen, wie es sein Vater gerne hatte,
> 
> 27:15   und nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, Feierkleider, die sie bei sich
> im Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem jüngeren Sohn.
> 
> 27:16   Aber die Felle von den Böcklein tat sie ihm um seine Hände und wo er
> glatt war am Halse.
> 
> 27:17   Und so gab sie das Essen mit dem Brot, wie sie es gemacht hatte, in
> die Hand ihres Sohnes Jakob.
> 
> 27:18   Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er
> antwortete: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?
> 
> 27:19   Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn;
> ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Komm nun, setze dich und iß
> von meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele segne.
> 3. Mose 19,14
> 
> 27:20   Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Wie hast du so bald gefunden, mein
> Sohn? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, bescherte mir's.
> 
> 27:21   Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, daß ich dich
> betaste, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht.
> 
> 27:22   So trat Jakob zu seinem Vater Isaak. Und als er ihn betastet hatte,
> sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus
> Hände.
> 
> 27:23   Und er erkannte ihn nicht; denn seine Hände waren rauh wie Esaus,
> seines Bruders, Hände. Und er segnete ihn
> 
> 27:24   und sprach: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin's.
> 
> 27:25   Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, zu essen von deinem
> Wildbret, daß dich meine Seele segne. Da brachte er's ihm, und er
> aß; und er trug ihm auch Wein hinein, und er trank.
> 
> 27:26   Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein
> Sohn!
> 
> 27:27   Er trat hinzu und küßte ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider
> und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie
> der Geruch des Feldes, das der HERR gesegnet hat.
> 
> 27:28    Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde
> und Korn und Wein die Fülle.
> (28 und 29) Hebr 11,20
> 
> 27:29   Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir zu Füßen fallen.
> Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Söhne sollen dir
> zu Füßen fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer
> dich segnet!
> Kap 25,23;  Kap 12,3
> 
> 27:30   Als nun Isaak den Segen über Jakob vollendet hatte und Jakob kaum
> hinausgegangen war von seinem Vater Isaak, da kam Esau, sein Bruder,
> von seiner Jagd
> 
> 27:31   und machte auch ein Essen und trug's hinein zu seinem Vater und
> sprach zu ihm: Richte dich auf, mein Vater, und iß von dem Wildbret
> deines Sohnes, daß mich deine Seele segne.
> 
> 27:32   Da antwortete ihm Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er sprach: Ich bin
> Esau, dein erstgeborener Sohn.
> 
> 27:33   Da entsetzte sich Isaak über die Maßen sehr und sprach: Wer? Wo ist
> denn der Jäger, der mir gebracht hat, und ich habe von allem
> gegessen, ehe du kamst, und hab ihn gesegnet? Er wird auch gesegnet
> bleiben.
> 
> 27:34   Als Esau diese Worte seines Vaters hörte, schrie er laut und wurde
> über die Maßen sehr betrübt und sprach zu seinem Vater: Segne mich
> auch, mein Vater!
> Hebr 12,17
> 
> 27:35   Er aber sprach: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat deinen
> Segen weggenommen.
> 
> 27:36   Da sprach er: Er heißt mit Recht Jakob, denn er hat mich nun
> zweimal überlistet. Meine Erstgeburt hat er genommen, und siehe,
> nun nimmt er auch meinen Segen. Und er sprach: Hast du mir denn
> keinen Segen vorbehalten?
> d. h. der Hinterlistige.
> Kap 25,26;  Kap 25,33
> 
> 27:37   Isaak antwortete und sprach zu ihm: Ich habe ihn zum Herrn über dich
> gesetzt, und alle seine Brüder hab ich ihm zu Knechten gemacht, mit
> Korn und Wein hab ich ihn versehen; was soll ich nun dir noch tun,
> mein Sohn?
> 
> 27:38   Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein
> Vater? Segne mich auch, mein Vater! Und er erhob seine Stimme und
> weinte.
> 
> 27:39   Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe, du wirst
> wohnen ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von oben
> her.
> 
> 27:40   Von deinem Schwerte wirst du dich nähren, und deinem Bruder sollst
> du dienen. Aber es wird geschehen, daß du einmal sein Joch von
> deinem Halse reißen wirst.
> 2. Kön 8,20; 8,22
> 
> Jakobs Flucht nach Haran
> 
> 27:41   Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn sein Vater
> gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird die Zeit bald
> kommen, daß man um meinen Vater Leid tragen muß; dann will ich
> meinen Bruder Jakob umbringen.
> 
> 27:42   Da wurden Rebekka angesagt diese Worte ihres älteren Sohnes Esau.
> Und sie schickte hin und ließ Jakob, ihren jüngeren Sohn, rufen und
> sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht dir, daß er dich
> umbringen will.
> 
> 27:43   Und nun höre auf mich, mein Sohn: Mach dich auf und flieh zu meinem
> Bruder Laban nach Haran
> Kap 24,29
> 
> 27:44   und bleib eine Weile bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders legt
> 
> 27:45   und bis sein Zorn wider dich sich von dir wendet und er vergißt, was
> du ihm getan hast; dann will ich schicken und dich von dort holen
> lassen. Warum sollte ich euer beider beraubt werden auf einen Tag?
> 
> 27:46   Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdrießt zu leben, wegen der
> Hetiterinnen. Wenn Jakob eine Frau nimmt von den Hetiterinnen wie
> diese, eine von den Töchtern des Landes, was soll mir das Leben?
> Kap 26,34-35
> 
>  28:1    Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und
> sprach zu ihm: Nimm dir nicht eine Frau von den Töchtern Kanaans,
> Kap 24,3
> 
> 28:2    sondern mach dich auf und zieh nach Mesopotamien zum Hause Betuëls,
> des Vaters deiner Mutter, und nimm dir dort eine Frau von den
> Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter.
> Kap 22,23;  Kap 24,29
> 
> 28:3    Und der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und
> mehre dich, daß du werdest ein Haufe von Völkern,
> 
> 28:4    und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir,
> daß du besitzest das Land, darin du jetzt ein Fremdling bist, das
> Gott dem Abraham gegeben hat.
> 
> 28:5    So entließ Isaak den Jakob, daß er nach Mesopotamien zog zu Laban,
> dem Sohn des Aramäers Betuël, dem Bruder Rebekkas, Jakobs und Esaus
> Mutter.
> 
> 28:6    Nun sah Esau, daß Isaak Jakob gesegnet und nach Mesopotamien
> entlassen hatte, um sich dort eine Frau zu nehmen; er hatte ihn
> nämlich gesegnet und ihm geboten: Du sollst dir keine Frau nehmen
> von den Töchtern Kanaans.
> 
> 28:7    Auch sah Esau, daß Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorchte
> und nach Mesopotamien zog
> 
> 28:8    und daß Isaak, sein Vater, die Töchter Kanaans nicht gerne sah.
> 
> 28:9    Da ging er hin zu Ismael und nahm zu den Frauen, die er bereits
> hatte, Mahalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die
> Schwester Nebajots, zur Frau.
> Kap 16,16;  Kap 26,34;  Kap 25,13
> 
> Jakob schaut die Himmelsleiter
> 
> 28:10   Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach
> Haran
> 
> 28:11   und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war
> untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn
> zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen.
> 
> 28:12   Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte
> mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen
> daran auf und nieder.
> Joh 1,51
> 
> 28:13   Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der
> Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du
> liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
> 
> 28:14   Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du
> sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden,
> und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf
> Erden gesegnet werden.
> Kap 13,14-15
> 
> 28:15   Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst,
> und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich
> nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
> 
> 28:16   Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der
> HERR ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht!
> 
> 28:17   Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier
> ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des
> Himmels.
> 2. Mose 3,5
> 
> 28:18    Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu
> seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal
> und goß Öl oben darauf
> (18 und 19) Kap 35,14-15
> 
> 28:19   und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus.
> d. h. Haus Gottes.
> 
> 28:20   Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und
> mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen
> geben und Kleider anzuziehen
> 
> 28:21   und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll
> der HERR mein Gott sein.
> 
> 28:22   Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll
> ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir
> den Zehnten geben.
> Kap 35,1
> 
>          Jakob dient um Lea und Rahel
> 
> 29:1    Da machte sich Jakob auf den Weg und ging in das Land, das im Osten
> liegt,
> 
> 29:2    und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde; und
> siehe, drei Herden Schafe lagen dabei, denn von dem Brunnen pflegten
> sie die Herden zu tränken. Und ein großer Stein lag vor dem Loch des
> Brunnens.
> 
> 29:3    Und sie pflegten die Herden alle dort zu versammeln und den Stein
> von dem Brunnenloch zu wälzen und die Schafe zu tränken und taten
> alsdann den Stein wieder vor das Loch an seine Stelle.
> 
> 29:4    Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr her? Sie
> antworteten: Wir sind von Haran.
> 
> 29:5    Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie
> antworteten: Ja, wir kennen ihn.
> Kap 24,10; 24,24
> 
> 29:6    Er sprach: Geht es ihm auch gut? Sie antworteten: Es geht ihm gut;
> und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen.
> 
> 29:7    Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit, das Vieh
> einzutreiben; tränkt die Schafe und geht hin und weidet sie.
> 
> 29:8    Sie antworteten: Wir können es nicht, bis alle Herden
> zusammengebracht sind und wir den Stein von des Brunnens Loch wälzen
> und dann die Schafe tränken.
> 
> 29:9    Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres
> Vaters, denn sie hütete die Schafe.
> 
> 29:10   Als Jakob aber Rahel sah, die Tochter Labans, des Bruders seiner
> Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er
> hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die
> Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter.
> 
> 29:11   Und er küßte Rahel und weinte laut
> 
> 29:12   und sagte ihr, daß er ihres Vaters Verwandter wäre und Rebekkas
> Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater.
> 
> 29:13   Als aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm
> entgegen und herzte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Da
> erzählte er Laban alles, was sich begeben hatte.
> 
> 29:14   Da sprach Laban zu ihm: Fürwahr, du bist von meinem Gebein und
> Fleisch. Und als er nun einen Monat lang bei ihm gewesen war,
> 
> 29:15   sprach Laban zu Jakob: Zwar bist du mein Verwandter, aber solltest
> du mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein?
> 
> 29:16   Laban aber hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea, die jüngere
> Rahel.
> 
> 29:17   Aber Leas Augen waren ohne Glanz, Rahel dagegen war schön von
> Gestalt und von Angesicht.
> 
> 29:18   Und Jakob gewann Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre um
> Rahel, deine jüngere Tochter, dienen.
> 
> 29:19   Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern;
> bleib bei mir.
> 
> 29:20   So diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und es kam ihm vor, als
> wären's einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
> 
> 29:21   Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun meine Braut; denn die Zeit
> ist da, daß ich zu ihr gehe.
> 
> 29:22   Da lud Laban alle Leute des Ortes ein und machte ein Hochzeitsmahl.
> 
> 29:23   Am Abend aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu Jakob;
> und er ging zu ihr.
> 
> 29:24   Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Leibmagd.
> 
> 29:25   Am Morgen aber, siehe, da war es Lea. Und Jakob sprach zu Laban:
> Warum hast du mir das angetan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient?
> Warum hast du mich denn betrogen?
> 
> 29:26   Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm Lande, daß man die
> jüngere weggebe vor der älteren.
> 
> 29:27   Halte mit dieser die Hochzeitswoche, so will ich dir die andere auch
> geben für den Dienst, den du bei mir noch weitere sieben Jahre
> leisten sollst.
> Kap 31,14-15
> 
> 29:28   Das tat Jakob und hielt die Hochzeitswoche. Da gab ihm Laban seine
> Tochter Rahel zur Frau.
> 
> 29:29   Und er gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Leibmagd.
> 
> 29:30   So ging Jakob auch zu Rahel ein und hatte Rahel lieber als Lea; und
> er diente bei ihm noch weitere sieben Jahre.
> 3. Mose 18,18
> 
> Jakobs Kinder
> 
> 29:31   Als aber der HERR sah, daß Lea ungeliebt war, machte er sie
> fruchtbar; Rahel aber war unfruchtbar.
> 
> 29:32   Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den nannte sie Ruben
> und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein
> Mann liebhaben.
> 
> 29:33   Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der
> HERR hat gehört, daß ich ungeliebt bin, und hat mir diesen auch
> gegeben. Und nannte ihn Simeon.
> 
> 29:34   Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun
> wird mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe ihm drei Söhne
> geboren. Darum nannte sie ihn Levi.
> 
> 29:35   Zum viertenmal ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach:
> Nun will ich dem HERRN danken. Darum nannte sie ihn Juda. Und sie
> hörte auf, Kinder zu gebären.
> 
>  30:1    Als Rahel sah, daß sie Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre
> Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wenn nicht, so
> sterbe ich.
> 
> 30:2    Jakob aber wurde sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch
> nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.
> Ps 127,3
> 
> 30:3    Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; geh zu ihr, daß
> sie auf meinem Schoß gebäre und ich doch durch sie zu Kindern komme.
> Kap 16,2
> 
> 30:4    So gab sie ihm Bilha, ihre Leibmagd, zur Frau, und Jakob ging zu
> ihr.
> 
> 30:5    Und Bilha ward schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
> 
> 30:6    Da sprach Rahel: Gott hat mir Recht verschafft und mich erhört und
> mir einen Sohn gegeben. Darum nannte sie ihn Dan.
> 
> 30:7    Abermals ward Bilha, Rahels Leibmagd, schwanger und gebar Jakob
> ihren zweiten Sohn.
> 
> 30:8    Da sprach Rahel: Über alle Maßen habe ich gekämpft mit meiner
> Schwester, und ich habe gesiegt. Und nannte ihn Naftali.
> 
> 30:9    Als nun Lea sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre
> Leibmagd Silpa und gab sie Jakob zur Frau.
> 
> 30:10   Und Silpa, Leas Leibmagd, gebar Jakob einen Sohn.
> 
> 30:11   Da sprach Lea: Glück zu! Und nannte ihn Gad.
> 
> 30:12   Danach gebar Silpa, Leas Leibmagd, Jakob ihren zweiten Sohn.
> 
> 30:13   Da sprach Lea: Wohl mir, denn mich werden seligpreisen die Töchter.
> Und nannte ihn Asser.
> 
> 30:14   Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf
> dem Felde und brachte sie heim zu seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel
> zu Lea: Gib mir von den Liebesäpfeln deines Sohnes.
> Siehe Sach- und Worterklärungen.
> 
> 30:15   Sie antwortete: Hast du nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen
> hast, und willst auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Rahel
> sprach: Wohlan, laß ihn diese Nacht bei dir schlafen für die
> Liebesäpfel deines Sohnes.
> 
> 30:16   Als nun Jakob am Abend vom Felde kam, ging Lea hinaus ihm entgegen
> und sprach: Zu mir sollst du kommen, denn ich habe dich erkauft mit
> den Liebesäpfeln meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr.
> 
> 30:17   Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob ihren
> fünften Sohn
> 
> 30:18   und sprach: Gott hat mir gelohnt, daß ich meine Magd meinem Manne
> gegeben habe. Und nannte ihn Issachar.
> 
> 30:19   Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob ihren sechsten Sohn
> 
> 30:20   und sprach: Gott hat mich reich beschenkt; nun wird mein Mann doch
> bei mir bleiben; denn ich habe ihm sechs Söhne geboren. Und nannte
> ihn Sebulon.
> 
> 30:21   Danach gebar sie eine Tochter, die nannte sie Dina.
> 
> 30:22   Gott gedachte aber an Rahel und erhörte sie und machte sie
> fruchtbar.
> 1. Sam 1,19
> 
> 30:23   Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat
> meine Schmach von mir genommen;
> Jes 4,1; Lk 1,25
> 
> 30:24   und sie nannte ihn Josef und sprach: Der HERR wolle mir noch einen
> Sohn dazugeben!
> Kap 35,17-19
> 
> Jakob kommt zu Reichtum
> 
> 30:25   Als nun Rahel den Josef geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Laß
> mich ziehen und reisen an meinen Ort und in mein Land.
> 
> 30:26   Gib mir meine Frauen und meine Kinder, um die ich dir gedient habe,
> daß ich ziehe; denn du weißt, wie ich dir gedient habe.
> Kap 29,20; 29,30; 31,43
> 
> 30:27   Laban sprach zu ihm: Laß mich Gnade vor deinen Augen finden. Ich
> spüre, daß mich der HERR segnet um deinetwillen.
> Kap 39,5
> 
> 30:28   Bestimme den Lohn, den ich dir geben soll.
> 
> 30:29   Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient habe und was
> aus deinem Vieh geworden ist unter mir.
> 
> 30:30   Du hattest wenig, ehe ich herkam; nun aber ist's geworden zu einer
> großen Menge, und der HERR hat dich gesegnet auf jedem meiner
> Schritte. Und nun, wann soll ich auch für mein Haus sorgen?
> 
> 30:31   Er aber sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob sprach: Du sollst
> mir gar nichts geben; sondern wenn du mir tun willst, was ich dir
> sage, so will ich deine Schafe wieder weiden und hüten.
> 
> 30:32   Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle
> gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe und die
> bunten und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und gefleckt sein wird,
> das soll mein Lohn sein.
> 
> 30:33   So wird meine Redlichkeit morgen für mich zeugen, wenn du kommst
> wegen meines Lohnes, den ich von dir nehmen soll: was nicht gefleckt
> oder bunt unter den Ziegen und nicht schwarz sein wird unter den
> Lämmern, das sei ein Diebstahl, wenn es sich bei mir findet.
> 
> 30:34   Da sprach Laban: Wohlan, es sei, wie du gesagt hast.
> 
> 30:35   Und er sonderte an jenem Tage aus die sprenkligen und bunten Böcke
> und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur etwas Weißes daran
> war, und alles, was schwarz war unter den Lämmern, und tat's unter
> die Hand seiner Söhne
> 
> 30:36   und machte einen Raum, drei Tagereisen weit, zwischen sich und
> Jakob. Jakob aber weidete die übrigen Herden Labans.
> 
> 30:37   Und Jakob nahm frische Stäbe von Pappeln, Mandelbäumen und Platanen
> und schälte weiße Streifen daran aus, so daß an den Stäben das Weiße
> bloß wurde,
> 
> 30:38   und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen, wo
> die Herden hinkommen mußten zu trinken, daß sie da empfangen
> sollten, wenn sie zu trinken kämen.
> 
> 30:39   So empfingen die Herden über den Stäben und brachten Sprenklige,
> Gefleckte und Bunte.
> 
> 30:40   Da sonderte Jakob die Lämmer aus und machte sich eigene Herden; die
> tat er nicht zu den Herden Labans.
> 
> 30:41   Wenn aber die Brunstzeit der kräftigen Tiere war, legte er die Stäbe
> in die Rinnen vor die Augen der Herde, daß sie über den Stäben
> empfingen.
> 
> 30:42   Aber wenn die Tiere schwächlich waren, legte er sie nicht hinein. So
> wurden die schwächlichen Tiere dem Laban zuteil, aber die kräftigen
> dem Jakob.
> 
> 30:43   Daher wurde der Mann über die Maßen reich, so daß er viele Schafe,
> Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.
> 
>          Jakobs Flucht mit den Seinen. Sein Vertrag mit Laban
> 
> 31:1    Und es kamen vor ihn die Reden der Söhne Labans, daß sie sprachen:
> Jakob hat alles Gut unseres Vaters an sich gebracht, und nur von
> unseres Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwege gebracht.
> Kap 30,35
> 
> 31:2    Und Jakob sah an das Angesicht Labans, und siehe, er war gegen ihn
> nicht mehr wie zuvor.
> 
> 31:3    Und der HERR sprach zu Jakob: Zieh wieder in deiner Väter Land und
> zu deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein.
> Kap 28,15
> 
> 31:4    Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld zu seiner
> Herde
> 
> 31:5    und sprach zu ihnen: Ich sehe an eures Vaters Angesicht, daß er
> gegen mich nicht ist wie zuvor; aber der Gott meines Vaters ist mit
> mir gewesen.
> 
> 31:6    Und ihr wißt, daß ich aus allen meinen Kräften eurem Vater gedient
> habe.
> 
> 31:7    Und er hat mich getäuscht und zehnmal meinen Lohn verändert; aber
> Gott hat ihm nicht gestattet, daß er mir Schaden täte.
> 
> 31:8    Wenn er sprach: Die Bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze
> Herde Bunte. Wenn er aber sprach: Die Sprenkligen sollen dein Lohn
> sein, so trug die ganze Herde Sprenklige.
> 
> 31:9    So hat Gott die Güter eures Vaters ihm entwunden und mir gegeben.
> 
> 31:10   Denn wenn die Brunstzeit kam, hob ich meine Augen auf und sah im
> Traum, und siehe, die Böcke, die auf die Herde sprangen, waren
> sprenklig, gefleckt und bunt.
> 
> 31:11   Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich
> antwortete: Hier bin ich.
> 
> 31:12   Er aber sprach: Hebe deine Augen auf und sieh! Alle Böcke, die auf
> die Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt; denn ich habe
> alles gesehen, was Laban dir antut.
> 
> 31:13   Ich bin der Gott, der dir zu Bethel erschienen ist, wo du den Stein
> gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gelübde getan. Nun mach
> dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre zurück in das Land
> deiner Verwandtschaft.
> Kap 28,18-22
> 
> 31:14   Da antworteten Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch
> kein Teil noch Erbe mehr in unseres Vaters Hause.
> 
> 31:15   Haben wir ihm doch gegolten wie die Fremden, denn er hat uns
> verkauft und unseren Kaufpreis verzehrt.
> Kap 29,18; 29,27
> 
> 31:16   Fürwahr, der ganze Reichtum, den Gott unserm Vater entzogen hat,
> gehört uns und unsern Kindern. Alles nun, was Gott dir gesagt hat,
> das tu!
> 
> 31:17   Da machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Frauen auf die
> Kamele
> 
> 31:18   und führte weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er in
> Mesopotamien erworben hatte, daß er käme zu Isaak, seinem Vater, ins
> Land Kanaan.
> 
> 31:19   Laban aber war gegangen, seine Herde zu scheren. Und Rahel stahl
> ihres Vaters Hausgott.
> Ri 17,5; 18,17; 1. Sam 19,13; 2. Kön 23,24; Sach 10,2
> 
> 31:20   Und Jakob täuschte Laban, den Aramäer, damit, daß er ihm nicht
> ansagte, daß er ziehen wollte.
> 
> 31:21   So floh er mit allem, was sein war, machte sich auf und fuhr über
> den Euphrat und richtete seinen Weg nach dem Gebirge Gilead.
> 
> 31:22   Am dritten Tage wurde Laban angesagt, daß Jakob geflohen wäre.
> 
> 31:23   Und er nahm seine Brüder zu sich und jagte ihm nach, sieben
> Tagereisen weit, und ereilte ihn auf dem Gebirge Gilead.
> Vers 47
> 
> 31:24   Aber Gott kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum des Nachts und sprach
> zu ihm: Hüte dich, mit Jakob anders zu reden als freundlich.
> 
> 31:25   Und Laban holte Jakob ein. Jakob aber hatte sein Zelt aufgeschlagen
> auf dem Gebirge, und Laban mit seinen Brüdern schlug sein Zelt auch
> auf dem Gebirge Gilead auf.
> 
> 31:26   Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, daß du mich getäuscht
> hast und hast meine Töchter entführt, als wenn sie im Krieg gefangen
> wären?
> 
> 31:27   Warum bist du heimlich geflohen und hast mich hintergangen und hast
> mir's nicht angesagt, daß ich dich geleitet hätte mit Freuden, mit
> Liedern, mit Pauken und Harfen?
> 
> 31:28   Und hast mich nicht einmal lassen meine Enkel und Töchter küssen?
> Nun, du hast töricht getan.
> 
> 31:29   Ich hätte wohl so viel Macht, daß ich euch Böses antun könnte; aber
> eures Vaters Gott hat diese Nacht zu mir gesagt: Hüte dich, mit
> Jakob anders zu reden als freundlich.
> 
> 31:30   Und wenn du schon weggezogen bist und sehntest dich so sehr nach
> deines Vaters Hause, warum hast du mir dann aber meinen Gott
> gestohlen?
> 
> 31:31   Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte,
> du würdest deine Töchter von mir reißen.
> 
> 31:32   Bei wem du aber deinen Gott findest, der sterbe! Hier vor unsern
> Brüdern suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wußte aber
> nicht, daß Rahel ihn gestohlen hatte.
> Vers 19
> 
> 31:33   Da ging Laban in die Zelte Jakobs und Leas und der beiden Mägde und
> fand nichts. Und ging aus dem Zelte Leas in das Zelt Rahels.
> 
> 31:34   Rahel aber hatte den Hausgott genommen und unter den Kamelsattel
> gelegt und sich darauf gesetzt. Laban aber betastete das ganze Zelt
> und fand nichts.
> 
> 31:35   Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, denn ich kann
> nicht aufstehen vor dir, denn es geht mir nach der Frauen Weise.
> Daher fand er den Hausgott nicht, wie sehr er auch suchte.
> 3. Mose 15,19-20
> 
> 31:36   Und Jakob wurde zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was hab
> ich Übles getan oder gesündigt, daß du so hitzig hinter mir her
> bist?
> 
> 31:37   Du hast all meinen Hausrat betastet. Was hast du von deinem Hausrat
> gefunden? Lege das her vor meinen und deinen Brüdern, daß sie
> zwischen uns beiden richten.
> 
> 31:38   Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und Ziegen
> haben keine Fehlgeburt gehabt; die Widder deiner Herde hab ich nie
> gegessen;
> 
> 31:39   was die wilden Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich mußte es
> ersetzen; du fordertest es von meiner Hand, es mochte mir des Tages
> oder des Nachts gestohlen sein.
> 2. Mose 22,11-12
> 
> 31:40   Des Tages kam ich um vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kein
> Schlaf kam in meine Augen.
> 
> 31:41   So habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn
> um deine Töchter und sechs um deine Herde, und du hast mir meinen
> Lohn zehnmal verändert.
> Kap 29,20; 29,30;  Kap 30,31-36
> 
> 31:42   Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und der
> Schrecken Isaaks, auf meiner Seite gewesen wäre, du hättest mich
> leer ziehen lassen. Aber Gott hat mein Elend und meine Mühe
> angesehen und hat diese Nacht rechtes Urteil gesprochen.
> Vers 24; Vers 54
> »Schrecken Isaaks« ist eine alte Bezeichnung für den von Isaak
> verehrten Gott.
> 
> 31:43   Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Töchter sind meine
> Töchter, und die Kinder sind meine Kinder, und die Herden sind meine
> Herden, und alles, was du siehst, ist mein. Was kann ich heute für
> meine Töchter oder ihre Kinder tun, die sie geboren haben?
> 2. Mose 21,4-5
> 
> 31:44   So komm nun und laß uns einen Bund schließen, ich und du, der ein
> Zeuge sei zwischen mir und dir.
> 
> 31:45   Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Steinmal.
> 
> 31:46   Laban aber sprach zu seinen Brüdern: Leset Steine auf! Und sie
> nahmen Steine und machten davon einen Haufen und aßen daselbst auf
> dem Steinhaufen.
> 
> 31:47   Und Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta, Jakob aber nannte ihn Gal-Ed.
> Vers 23
> 
> 31:48   Da sprach Laban: Der Steinhaufe sei heute Zeuge zwischen mir und
> dir. Daher nennt man ihn Gal-Ed
> Jos 24,27
> d. h. Steinhaufe des Zeugnisses.
> 
> 31:49   und Mizpa; denn er sprach: Der HERR wache als Späher über mir und
> dir, wenn wir voneinander gegangen sind,
> d. h. Spähort.
> Ri 11,11
> 
> 31:50   daß du meine Töchter nicht bedrückst oder andere Frauen dazu nimmst
> zu meinen Töchtern. Es ist hier kein Mensch bei uns; siehe aber,
> Gott ist der Zeuge zwischen mir und dir.
> 
> 31:51   Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe, und das
> ist das Steinmal, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir.
> 
> 31:52   Dieser Steinhaufe sei Zeuge, und das Steinmal sei auch Zeuge, daß
> ich nicht an diesem Haufen vorüberziehe zu dir hin oder du
> vorüberziehest zu mir hin an diesem Haufen und diesem Mal in böser
> Absicht!
> 
> 31:53   Der Gott Abrahams und der Gott Nahors sei Richter zwischen uns - der
> Gott ihres Vaters!
> 
> 31:54   Und Jakob schwor ihm bei dem Schrecken Isaaks, dem Gott seines
> Vaters. Und Jakob opferte auf dem Gebirge und lud seine Brüder zum
> Essen. Und als sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Gebirge über
> Nacht.
> Vers 42
> 
>          Jakob rüstet sich zur Begegnung mit Esau
> 
> 32:1    Am Morgen aber stand Laban früh auf, küßte seine Enkel und Töchter
> und segnete sie und zog hin und kam wieder an seinen Ort.
> Abweichende Verszählung statt 32,1-33: 31,55-32,32.
> 
> 32:2    Jakob aber zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes.
> Kap 28,12
> 
> 32:3    Und als er sie sah, sprach er: Hier ist Gottes Heerlager, und nannte
> diese Stätte Mahanajim.
> 
> 32:4    Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins
> Land Seïr, in das Gebiet von Edom,
> Kap 36,8
> 
> 32:5    und befahl ihnen und sprach: So sprecht zu Esau, meinem Herrn: Dein
> Knecht Jakob läßt dir sagen: Ich bin bisher bei Laban lange in der
> Fremde gewesen
> 
> 32:6    und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Mägde, und habe
> ausgesandt, es dir, meinem Herrn, anzusagen, damit ich Gnade vor
> deinen Augen fände.
> 
> 32:7    Die Boten kamen zu Jakob zurück und sprachen: Wir kamen zu deinem
> Bruder Esau, und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann.
> 
> 32:8    Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde bange. Und er teilte das
> Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die Rinder und die Kamele
> in zwei Lager
> 
> 32:9    und sprach: Wenn Esau über das eine Lager kommt und macht es nieder,
> so wird das andere entrinnen.
> 
> 32:10   Weiter sprach Jakob: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines
> Vaters Isaak, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land
> und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir wohltun -,
> Kap 31,3; 31,13
> 
> 32:11   HERR, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die
> du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als
> diesen Stab, als ich hier über den Jordan ging, und nun sind aus mir
> zwei Lager geworden.
> 2. Sam 7,18
> 
> 32:12   Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus; denn
> ich fürchte mich vor ihm, daß er komme und schlage mich, die Mütter
> samt den Kindern.
> 
> 32:13   Du hast gesagt: Ich will dir wohltun und deine Nachkommen machen
> wie den Sand am Meer, den man der Menge wegen nicht zählen kann.
> Kap 28,13-14
> 
> 32:14   Und er blieb die Nacht da und nahm von dem, was er erworben hatte,
> ein Geschenk für seinen Bruder Esau:
> 
> 32:15   zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig
> Widder
> 
> 32:16   und dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe und zehn
> junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Esel,
> 
> 32:17   und tat sie unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders,
> und sprach zu ihnen: Geht vor mir her und laßt Raum zwischen einer
> Herde und der andern.
> 
> 32:18   Und er gebot dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esau
> begegnet und dich fragt: Wem gehörst du an und wo willst du hin und
> wessen Eigentum ist das, was du vor dir hertreibst?,
> 
> 32:19   sollst du sagen: Es gehört deinem Knechte Jakob, der sendet es als
> Geschenk seinem Herrn Esau und zieht hinter uns her.
> 
> 32:20   Ebenso gebot er auch dem zweiten und dem dritten und allen, die den
> Herden nachgingen, und sprach: Wie ich euch gesagt habe, so saget zu
> Esau, wenn ihr ihm begegnet,
> 
> 32:21   und saget ja auch: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns. Denn
> er dachte: Ich will ihn versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir
> hergeht. Danach will ich ihn sehen; vielleicht wird er mich
> annehmen.
> 
> 32:22   So ging das Geschenk vor ihm her; er aber blieb diese Nacht im
> Lager.
> 
> Jakobs Kampf am Jabbok. Sein neuer Name
> 
> 32:23   Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und
> die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Jabbok,
> 
> 32:24   nahm sie und führte sie über das Wasser, so daß hinüberkam, was er
> hatte,
> 
> 32:25   und blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die
> Morgenröte anbrach.
> (25-29) Hos 12,4-5
> 
> 32:26   Und als er sah, daß er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das
> Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem
> Ringen mit ihm verrenkt.
> 
> 32:27   Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber
> Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
> Mt 15,22-28
> 
> 32:28   Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob.
> 
> 32:29   Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn
> du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.
> Kap 35,10;  Jer 20,7
> 
> 32:30   Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißest du? Er aber
> sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.
> Ri 13,17-18
> 
> 32:31   Und Jakob nannte die Stätte Pnuël; denn, sprach er, ich habe Gott
> von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet.
> 2. Mose 33,20
> Pnuël = Pniël bedeutet »Angesicht Gottes«.
> 
> 32:32   Und als er an Pnuël vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er
> hinkte an seiner Hüfte.
> 
> 32:33   Daher essen die Israeliten nicht das Muskelstück auf dem Gelenk der
> Hüfte bis auf den heutigen Tag, weil er auf den Muskel am Gelenk der
> Hüfte Jakobs geschlagen hatte.
> 
>          Jakobs Versöhnung mit Esau
> 
> 33:1    Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit
> vierhundert Mann. Und er verteilte seine Kinder auf Lea und auf
> Rahel und auf die beiden Leibmägde
> Kap 32,7
> 
> 33:2    und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren
> Kindern dahinter und Rahel mit Josef zuletzt.
> 
> 33:3    Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er
> zu seinem Bruder kam.
> 
> 33:4    Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals
> und küßte ihn, und sie weinten.
> 
> 33:5    Und Esau hob seine Augen auf und sah die Frauen mit den Kindern und
> sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es sind die Kinder,
> die Gott deinem Knecht beschert hat.
> Ps 127,3
> 
> 33:6    Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor
> ihm.
> 
> 33:7    Lea trat auch herzu mit ihren Kindern, und sie neigten sich vor ihm.
> Danach traten Josef und Rahel herzu, und sie neigten sich auch vor
> ihm.
> 
> 33:8    Und Esau sprach: Was willst du mit all den Herden, denen ich
> begegnet bin? Er antwortete: Daß ich Gnade fände vor meinem Herrn.
> Kap 32,14-21
> 
> 33:9    Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast.
> 
> 33:10   Jakob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor dir, so nimm
> mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, als
> sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen.
> Kap 32,31
> 
> 33:11   Nimm doch diese Segensgabe von mir an, die ich dir zugebracht habe;
> denn Gott hat sie mir beschert, und ich habe von allem genug. So
> nötigte er ihn, daß er sie nahm.
> 
> 33:12   Und Esau sprach: Laß uns aufbrechen und fortziehen; ich will mit dir
> ziehen.
> 
> 33:13   Er aber sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich zarte Kinder bei mir
> habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie auch nur einen Tag
> übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben.
> 
> 33:14   Mein Herr ziehe vor seinem Knechte her. Ich will gemächlich
> hintennach treiben, wie das Vieh und die Kinder gehen können, bis
> ich komme zu meinem Herrn nach Seïr.
> 
> 33:15   Esau sprach: So will ich doch bei dir lassen etliche von meinen
> Leuten. Er antwortete: Ist das denn nötig? Laß mich nur Gnade vor
> meinem Herrn finden.
> 
> 33:16   So zog Esau an jenem Tage wiederum seines Weges nach Seïr.
> 
> Jakob siedelt sich bei Sichem an
> 
> 33:17   Und Jakob zog nach Sukkot und baute sich ein Haus und machte seinem
> Vieh Hütten; daher heißt die Stätte Sukkot.
> d. h. Hütten.
> 
> 33:18   Danach kam Jakob wohlbehalten zu der Stadt Sichem, die im Lande
> Kanaan liegt, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und lagerte
> vor der Stadt
> 
> 33:19   und kaufte das Land, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von den
> Söhnen Hamors, des Vaters Sichems, um hundert Goldstücke
> Jos 24,32
> 
> 33:20   und errichtete dort einen Altar und nannte ihn »Gott ist der Gott
> Israels«.
> Kap 12,7-8
> 
>          Die Schandtat an Dina und das Blutbad zu Sichem
> 
> 34:1     Dina aber, Leas Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging aus,
> die Töchter des Landes zu sehen.
> Kap 30,21
> 
> 34:2    Als Sichem sie sah, der Sohn des Hiwiters Hamor, der des Landes
> Herr war, nahm er sie, legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an.
> Ri 9,28
> 
> 34:3    Und sein Herz hing an ihr, und er hatte das Mädchen lieb und redete
> freundlich mit ihr.
> 
> 34:4    Und Sichem sprach zu seinem Vater Hamor: Nimm mir das Mädchen zur
> Frau.
> 
> 34:5    Und Jakob erfuhr, daß seine Tochter Dina geschändet war; und seine
> Söhne waren mit dem Vieh auf dem Felde, und Jakob schwieg, bis sie
> kamen.
> 
> 34:6    Da ging Hamor, Sichems Vater, hinaus zu Jakob, um mit ihm zu reden.
> 
> 34:7    Indessen kamen die Söhne Jakobs vom Felde. Und als sie es hörten,
> verdroß es die Männer, und sie wurden sehr zornig, daß er eine
> Schandtat an Israel begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte.
> Denn solches durfte nicht geschehen.
> 
> 34:8    Da redete Hamor mit ihnen und sprach: Das Herz meines Sohnes Sichem
> sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zur Frau.
> 
> 34:9    Verschwägert euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr
> unsere Töchter
> 
> 34:10   und wohnt bei uns. Das Land soll euch offen sein; bleibt und treibt
> Handel und werdet ansässig.
> 
> 34:11   Und Sichem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Laßt mich
> Gnade bei euch finden; was ihr mir sagt, das will ich geben.
> 
> 34:12   Fordert nur getrost von mir Brautpreis und Geschenk, ich will's
> geben, wie ihr's verlangt; gebt mir nur das Mädchen zur Frau.
> 2. Mose 22,15
> 
> 34:13   Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und seinem Vater Hamor
> hinterhältig, weil ihre Schwester Dina geschändet war,
> 
> 34:14   und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, daß wir unsere
> Schwester einem unbeschnittenen Mann geben; denn das wäre uns eine
> Schande.
> 
> 34:15   Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr uns gleich werdet
> und alles, was männlich unter euch ist, beschnitten wird.
> Kap 17,10-14
> 
> 34:16   Dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns
> nehmen und bei euch wohnen und ein Volk sein.
> 
> 34:17   Wenn ihr aber nicht einwilligen wollt, euch zu beschneiden, so
> wollen wir unsere Schwester nehmen und davonziehen.
> 
> 34:18   Die Rede gefiel Hamor und seinem Sohn gut.
> 
> 34:19   Und der Jüngling zögerte nicht, dies zu tun; denn er hatte großes
> Gefallen an der Tochter Jakobs. Und er war mehr angesehen als alle
> in seines Vaters Hause.
> 
> 34:20   Da kamen sie nun, Hamor und sein Sohn Sichem, zum Tor ihrer Stadt
> und redeten mit den Bürgern der Stadt und sprachen:
> 
> 34:21   Diese Leute sind friedsam bei uns; laßt sie im Lande wohnen und
> Handel treiben; das Land ist weit genug für sie. Wir wollen uns ihre
> Töchter zu Frauen nehmen und ihnen unsere Töchter geben.
> 
> 34:22   Aber nur dann wollen sie uns zu Willen sein, daß sie bei uns wohnen
> und ein Volk mit uns werden, wenn wir alles, was männlich unter uns
> ist, beschneiden, gleichwie sie beschnitten sind.
> 
> 34:23   Ihr Vieh und ihre Güter und alles, was sie haben, wird es nicht
> unser sein? So wollen wir ihnen nur zu Willen sein, damit sie bei
> uns wohnen.
> 
> 34:24   Und sie gehorchten dem Hamor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zum
> Tor seiner Stadt aus- und eingingen, und beschnitten alles, was
> männlich war, das zu seiner Stadt aus- und einging.
> 
> 34:25   Aber am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei
> Söhne Jakobs Simeon und Levi, die Brüder der Dina, ein jeder sein
> Schwert und überfielen die friedliche Stadt und erschlugen alles,
> was männlich war,
> Kap 49,5-7
> 
> 34:26   und erschlugen auch Hamor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des
> Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und
> gingen davon.
> 
> 34:27   Da kamen die Söhne Jakobs über die Erschlagenen und plünderten die
> Stadt, weil man ihre Schwester geschändet hatte,
> 
> 34:28   und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf
> dem Felde war
> 
> 34:29   und alle ihre Habe; alle Kinder und Frauen führten sie gefangen
> hinweg und plünderten alles, was in den Häusern war.
> 
> 34:30   Aber Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglück
> gestürzt und in Verruf gebracht bei den Bewohnern dieses Landes, den
> Kanaanitern und Perisitern, und ich habe nur wenige Leute. Wenn sie
> sich nun gegen mich versammeln, werden sie mich erschlagen. So werde
> ich vertilgt samt meinem Hause.
> 
> 34:31   Sie antworteten aber: Durfte er denn an unserer Schwester wie an
> einer Hure handeln?
> 
>          Gott segnet Jakob in Bethel
> 
> 35:1    Und Gott sprach zu Jakob: Mach dich auf und zieh nach Bethel und
> wohne daselbst und errichte dort einen Altar dem Gott, der dir
> erschien, als du flohest vor deinem Bruder Esau.
> Kap 28,11-22; 31,13
> 
> 35:2    Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut
> von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und reinigt euch
> und wechselt eure Kleider,
> Kap 31,19; 5. Mose 27,15; Jos 24,23
> 
> 35:3    und laßt uns aufbrechen und nach Bethel ziehen, daß ich dort einen
> Altar errichte dem Gott, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal
> und mit mir gewesen ist auf dem Wege, den ich gezogen bin.
> 
> 35:4    Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die in ihren Händen waren, und
> ihre Ohrringe, und er vergrub sie unter der Eiche, die bei Sichem
> stand.
> Jos 24,26; Ri 9,6
> 
> 35:5    Und sie brachen auf. Und es kam ein Gottesschrecken über die
> Städte, die um sie her lagen, so daß sie den Söhnen Jakobs nicht
> nachjagten.
> 2. Mose 23,27; Jos 10,10
> 
> 35:6    So kam Jakob nach Lus im Lande Kanaan, das nun Bethel heißt, samt
> all dem Volk, das mit ihm war,
> 
> 35:7    und er baute dort einen Altar und nannte die Stätte El-Bethel, weil
> Gott sich ihm daselbst offenbart hatte, als er vor seinem Bruder
> floh.
> 
> 35:8    Da starb Debora, die Amme der Rebekka, und wurde begraben unterhalb
> von Bethel unter der Eiche; die wurde genannt die Klageeiche.
> Kap 24,59
> 
> 35:9    Und Gott erschien Jakob abermals, nachdem er aus Mesopotamien
> gekommen war, und segnete ihn
> 
> 35:10   und sprach zu ihm: Du heißt Jakob; aber du sollst nicht mehr Jakob
> heißen, sondern Israel sollst du heißen. Und so nannte er ihn
> Israel.
> Kap 32,29
> 
> 35:11   Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar
> und mehre dich! Ein Volk und eine Menge von Völkern sollen von dir
> kommen, und Könige sollen von dir abstammen,
> Kap 17,1; 28,3-4;  Kap 17,6
> 
> 35:12   und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir
> geben und will's deinem Geschlecht nach dir geben.
> 
> 35:13   Und Gott fuhr auf von ihm an der Stätte, da er mit ihm geredet
> hatte.
> 
> 35:14    Jakob aber richtete ein steinernes Mal auf an der Stätte, da er mit
> ihm geredet hatte, und goß Trankopfer darauf und begoß es mit Öl.
> (14 und 15) Kap 28,18-19
> 
> 35:15   Und Jakob nannte die Stätte, da Gott mit ihm geredet hatte, Bethel.
> 
> Benjamins Geburt und Rahels Tod
> 
> 35:16   Und sie brachen auf von Bethel. Und als es noch eine Strecke Weges
> war bis Efrata, da gebar Rahel. Und es kam sie hart an über der
> Geburt.
> 
> 35:17   Da ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die Wehmutter zu ihr:
> Fürchte dich nicht, denn auch diesmal wirst du einen Sohn haben.
> Kap 30,24
> 
> 35:18   Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben mußte, nannte sie ihn
> Ben-Oni, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin.
> d. h. Sohn meines Unglücks bzw. Sohn des Glücks.
> 
> 35:19   So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach Efrata, das nun
> Bethlehem heißt.
> Kap 48,7; 1. Sam 10,2; Jer 31,15; Mt 2,18
> 
> 35:20   Und Jakob richtete einen Stein auf über ihrem Grab; das ist das
> Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.
> 
> 35:21   Und Israel zog weiter und schlug sein Zelt auf jenseits von
> Migdal-Eder.
> 
> 35:22   Und es begab sich, als Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und
> legte sich zu Bilha, seines Vaters Nebenfrau. Und das kam vor
> Israel.
> Kap 49,4
> Jakobs Söhne
> 
> (vgl. 1. Chr 2,1-2)
> Es hatte aber Jakob zwölf Söhne.
> 
> 35:23   Die Söhne Leas waren diese: Ruben, der erstgeborene Sohn Jakobs,
> Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon.
> 
> 35:24   Die Söhne Rahels waren: Josef und Benjamin.
> 
> 35:25   Die Söhne Bilhas, Rahels Magd: Dan und Naftali.
> 
> 35:26   Die Söhne Silpas, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne
> Jakobs, die ihm geboren sind in Mesopotamien.
> 
> Jakobs Heimkehr. Isaaks Tod
> 
> 35:27   Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba,
> das ist Hebron, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge gelebt hatten.
> 
> 35:28   Und Isaak wurde hundertundachtzig Jahre alt,
> 
> 35:29   verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern, alt und
> lebenssatt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.
> 
>          Geschlechtsregister Esaus
> 
> (vgl. 1. Chr 1,35-54)
> 36:1    Dies ist das Geschlecht Esaus, der auch Edom heißt:
> Kap 25,30; 5. Mose 23,8
> 
> 36:2    Esau nahm sich Frauen von den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter
> Elons, des Hetiters, und Oholibama, die Tochter des Ana, des Sohnes
> Zibons, des Horiters,
> Kap 26,34
> 
> 36:3    und Basemat, Ismaels Tochter, Nebajots Schwester.
> Kap 28,9
> 
> 36:4    Und Ada gebar dem Esau Elifas, und Basemat gebar Reguël.
> 
> 36:5    Oholibama gebar Jëusch, Jalam und Korach. Das sind Esaus Söhne, die
> ihm geboren sind im Lande Kanaan.
> 
> 36:6    Und Esau nahm seine Frauen, Söhne und Töchter und alle Leute seines
> Hauses, seine Habe und alles Vieh mit allen Gütern, die er im Lande
> Kanaan erworben hatte, und zog in das Land Seïr, hinweg von seinem
> Bruder Jakob.
> 
> 36:7    Denn ihre Habe war zu groß, als daß sie beieinander wohnen konnten;
> das Land, darin sie Fremdlinge waren, vermochte sie nicht zu
> ernähren wegen der Menge ihres Viehs.
> Kap 13,6
> 
> 36:8    Daher wohnte Esau auf dem Gebirge Seïr. Esau ist Edom.
> 
> 36:9    Dies ist das Geschlecht Esaus, von dem die Edomiter herkommen auf
> dem Gebirge Seïr,
> 
> 36:10   und so heißen die Söhne Esaus: Elifas, der Sohn Adas, der Frau
> Esaus; Reguël, der Sohn Basemats, der Frau Esaus.
> 
> 36:11   Des Elifas Söhne aber waren diese: Teman, Omar, Zefo, Gatam und
> Kenas.
> 
> 36:12   Und Timna war eine Nebenfrau des Elifas, des Sohnes Esaus; die gebar
> ihm Amalek. Das sind die Söhne von Ada, der Frau Esaus.
> 
> 36:13   Die Söhne aber Reguëls sind diese: Nahat, Serach, Schamma, Misa. Das
> sind die Söhne von Basemat, der Frau Esaus.
> 
> 36:14   Die Söhne aber von Oholibama, der Frau Esaus, der Tochter des Ana,
> des Sohnes Zibons, die sie dem Esau gebar, sind diese: Jëusch, Jalam
> und Korach.
> 
> 36:15   Dies sind die Stammesfürsten der Söhne Esaus. Die Söhne des Elifas,
> des ersten Sohnes Esaus: Der Fürst Teman, der Fürst Omar, der Fürst
> Zefo, der Fürst Kenas,
> 
> 36:16   der Fürst Korach, der Fürst Gatam, der Fürst Amalek. Das sind die
> Fürsten von Elifas im Lande Edom und sind Söhne von der Ada.
> 
> 36:17   Und dies sind die Söhne Reguëls, des Sohnes Esaus: Der Fürst Nahat,
> der Fürst Serach, der Fürst Schamma, der Fürst Misa. Das sind die
> Fürsten von Reguël im Lande der Edomiter und sind Söhne von der
> Basemat, der Frau Esaus.
> 
> 36:18   Dies sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaus: Der Fürst Jëusch,
> der Fürst Jalam, der Fürst Korach. Das sind die Fürsten von
> Oholibama, der Tochter des Ana, der Frau Esaus.
> 
> 36:19   Das sind Esaus Söhne und ihre Fürsten. Das ist Edom.
> 
> 36:20   Die Söhne aber von Seïr, dem Horiter, die im Lande wohnten, sind
> diese: Lotan, Schobal, Zibon, Ana,
> Kap 14,6; 5. Mose 2,12; 2,22
> 
> 36:21   Dischon, Ezer und Dischan. Das sind die Stammesfürsten der Horiter,
> Söhne des Seïr, im Lande Edom.
> 
> 36:22   Aber des Lotan Söhne waren diese: Hori und Hemam; und Lotans
> Schwester hieß Timna.
> 
> 36:23   Die Söhne von Schobal waren diese: Alwan, Manahat, Ebal, Schefi und
> Onam.
> 
> 36:24   Die Söhne von Zibon waren: Aja und Ana. Das ist der Ana, der in der
> Steppe die warmen Quellen fand, als er die Esel seines Vaters Zibon
> hütete.
> 
> 36:25   Der Sohn Anas aber war: Dischon; und Oholibama war die Tochter Anas.
> 
> 36:26   Die Söhne Dischons waren: Hemdan, Eschban, Jitran und Keran.
> 
> 36:27   Die Söhne Ezers waren: Bilhan, Saawan und Akan.
> 
> 36:28   Die Söhne Dischans waren: Uz und Aran.
> 
> 36:29   Dies sind die Stammesfürsten der Horiter: Der Fürst Lotan, der Fürst
> Schobal, der Fürst Zibon, der Fürst Ana,
> 
> 36:30   der Fürst Dischon, der Fürst Ezer, der Fürst Dischan. Das sind die
> Fürsten der Horiter nach ihren Stämmen im Lande Seïr.
> 
> Die früheren Könige der Edomiter
> 
> 36:31   Die Könige aber, die im Lande Edom regiert haben, bevor Israel
> Könige hatte, sind diese:
> 4. Mose 20,14
> 
> 36:32   Bela war König von Edom, ein Sohn Beors, und seine Stadt hieß
> Dinhaba.
> 
> 36:33   Und als Bela starb, wurde König an seiner Statt Jobab, ein Sohn
> Serachs von Bozra.
> 
> 36:34   Als Jobab starb, wurde an seiner Statt König Huscham aus dem Lande
> der Temaniter.
> 
> 36:35   Als Huscham starb, wurde König an seiner Statt Hadad, ein Sohn
> Bedads, der die Midianiter schlug auf dem Felde der Moabiter; und
> seine Stadt hieß Awit.
> 
> 36:36   Als Hadad starb, regierte Samla von Masreka.
> 
> 36:37   Als Samla starb, wurde Schaul von Rehobot am Strom König an seiner
> Statt.
> 
> 36:38   Als Schaul starb, wurde König an seiner Statt Baal-Hanan, der Sohn
> Achbors.
> 
> 36:39   Als Baal-Hanan, Achbors Sohn, starb, wurde König an seiner Statt
> Hadar; und seine Stadt hieß Pagu, und seine Frau hieß Mehetabel,
> eine Tochter Matreds, die Me-Sahabs Tochter war.
> 
> Die Stammesfürsten der Edomiter
> 
> 36:40   So heißen die Fürsten von Esau nach ihren Geschlechtern, Orten und
> Namen: Der Fürst Timna, der Fürst Alwa, der Fürst Jetet,
> 
> 36:41   der Fürst Oholibama, der Fürst Ela, der Fürst Pinon,
> 
> 36:42   der Fürst Kenas, der Fürst Teman, der Fürst Mibzar,
> 
> 36:43   der Fürst Magdiël, der Fürst Iram. Das sind die Fürsten von Edom
> nach ihren Wohnsitzen in ihrem Erblande. Das ist Esau, der
> Stammvater der Edomiter.
> 
>          Josefs Träume
> 
> 37:1    Jakob aber wohnte im Lande, in dem sein Vater ein Fremdling gewesen
> war, im Lande Kanaan.
> 
> 37:2    Und dies ist die Geschichte von Jakobs Geschlecht: Josef war
> siebzehn Jahre alt und war ein Hirte bei den Schafen mit seinen
> Brüdern; er war Gehilfe bei den Söhnen Bilhas und Silpas, der Frauen
> seines Vaters, und brachte es vor ihren Vater, wenn etwas Schlechtes
> über sie geredet wurde.
> 
> 37:3    Israel aber hatte Josef lieber als alle seine Söhne, weil er der
> Sohn seines Alters war, und machte ihm einen bunten Rock.
> 
> 37:4    Als nun seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle
> seine Brüder, wurden sie ihm feind und konnten ihm kein freundliches
> Wort sagen.
> 
> 37:5    Dazu hatte Josef einmal einen Traum und sagte seinen Brüdern davon;
> da wurden sie ihm noch mehr feind.
> 
> 37:6    Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat.
> 
> 37:7    Siehe, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete
> sich auf und stand, aber eure Garben stellten sich ringsumher und
> neigten sich vor meiner Garbe.
> 
> 37:8    Da sprachen seine Brüder zu ihm: Willst du unser König werden und
> über uns herrschen? Und sie wurden ihm noch mehr feind um seines
> Traumes und seiner Worte willen.
> 
> 37:9    Und er hatte noch einen zweiten Traum, den erzählte er seinen
> Brüdern und sprach: Ich habe noch einen Traum gehabt; siehe, die
> Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir.
> 
> 37:10   Und als er das seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn
> sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du
> geträumt hast? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und
> vor dir niederfallen?
> 
> 37:11   Und seine Brüder wurden neidisch auf ihn. Aber sein Vater behielt
> diese Worte.
> 
> Josef wird nach Ägypten verkauft
> 
> 37:12   Als nun seine Brüder hingegangen waren, um das Vieh ihres Vaters in
> Sichem zu weiden,
> Kap 33,18-19
> 
> 37:13   sprach Israel zu Josef: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in Sichem?
> Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich.
> 
> 37:14   Und er sprach: Geh hin und sieh, ob's gut steht um deine Brüder und
> um das Vieh, und sage mir dann, wie sich's verhält. Und er sandte
> ihn aus dem Tal von Hebron, und er kam nach Sichem.
> Kap 35,27
> 
> 37:15   Da fand ihn ein Mann, wie er umherirrte auf dem Felde; der fragte
> ihn und sprach:
> 
> 37:16   Wen suchst du? Er antwortete: Ich suche meine Brüder; sage mir doch,
> wo sie hüten.
> 
> 37:17   Der Mann sprach: Sie sind von dannen gezogen; denn ich hörte, daß
> sie sagten: Laßt uns nach Dotan gehen. Da zog Josef seinen Brüdern
> nach und fand sie in Dotan.
> 
> 37:18   Als sie ihn nun sahen von ferne, ehe er nahe zu ihnen kam, machten
> sie einen Anschlag, daß sie ihn töteten,
> 
> 37:19   und sprachen untereinander: Seht, der Träumer kommt daher!
> 
> 37:20   So kommt nun und laßt uns ihn töten und in eine Grube werfen und
> sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen; so wird man sehen, was
> seine Träume sind.
> 
> 37:21   Als das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten und
> sprach: Laßt uns ihn nicht töten!
> Kap 42,22
> 
> 37:22   Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft
> ihn in die Grube hier in der Wüste und legt die Hand nicht an ihn!
> Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten und ihn seinem Vater
> wiederbringen.
> 
> 37:23   Als nun Josef zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock aus,
> den bunten Rock, den er anhatte,
> Vers 3
> 
> 37:24   und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer
> und kein Wasser darin.
> 
> 37:25   Und sie setzten sich nieder, um zu essen. Indessen hoben sie ihre
> Augen auf und sahen eine Karawane von Ismaelitern kommen von Gilead
> mit ihren Kamelen; die trugen kostbares Harz, Balsam und Myrrhe und
> zogen hinab nach Ägypten.
> 
> 37:26   Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was hilft's uns, daß wir unsern
> Bruder töten und sein Blut verbergen?
> 
> 37:27   Kommt, laßt uns ihn den Ismaelitern verkaufen, damit sich unsere
> Hände nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser
> Fleisch und Blut. Und sie gehorchten ihm.
> 
> 37:28   Als aber die midianitischen Kaufleute vorüberkamen, zogen sie ihn
> heraus aus der Grube und verkauften ihn um zwanzig Silberstücke den
> Ismaelitern; die brachten ihn nach Ägypten.
> Kap 25,2;  3. Mose 27,1-8
> 
> 37:29   Als nun Ruben wieder zur Grube kam und Josef nicht darin fand,
> zerriß er sein Kleid
> 
> 37:30   und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da!
> Wo soll ich hin?
> 
> 37:31   Da nahmen sie Josefs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und
> tauchten den Rock ins Blut
> 
> 37:32   und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen
> und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock
> sei oder nicht.
> 
> 37:33   Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein
> böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Josef
> zerrissen!
> Vers 20
> 
> 37:34   Und Jakob zerriß seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seine
> Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit.
> 
> 37:35   Und alle seine Söhne und Töchter kamen zu ihm, ihn zu trösten; aber
> er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid
> hinunterfahren zu den Toten, zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte
> ihn.
> 
> 37:36   Aber die Midianiter verkauften ihn in Ägypten an Potifar, des Pharao
> Kämmerer und Obersten der Leibwache.
> 
>          Juda und Tamar
> 
> 38:1    Es begab sich um diese Zeit, daß Juda hinabzog von seinen Brüdern
> und gesellte sich zu einem Mann aus Adullam, der hieß Hira.
> 
> 38:2    Und Juda sah dort die Tochter eines Kanaaniters, der hieß Schua, und
> nahm sie zur Frau. Und als er zu ihr einging,
> 
> 38:3    ward sie schwanger und gebar einen Sohn, den nannte er Er.
> 
> 38:4    Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn, den nannte sie
> Onan.
> 
> 38:5    Sie gebar abermals einen Sohn, den nannte sie Schela; und sie war in
> Kesib, als sie ihn gebar.
> 
> 38:6    Und Juda gab seinem ersten Sohn Er eine Frau, die hieß Tamar.
> 
> 38:7    Aber Er war böse vor dem HERRN, darum ließ ihn der HERR sterben.
> 
> 38:8    Da sprach Juda zu Onan: Geh zu deines Bruders Frau und nimm sie zur
> Schwagerehe, auf daß du deinem Bruder Nachkommen schaffest.
> 5. Mose 25,5-10
> 
> 38:9    Aber da Onan wußte, daß die Kinder nicht sein eigen sein sollten,
> ließ er's auf die Erde fallen und verderben, wenn er einging zu
> seines Bruders Frau, auf daß er seinem Bruder nicht Nachkommen
> schaffe.
> 
> 38:10   Dem HERRN mißfiel aber, was er tat, und er ließ ihn auch sterben.
> 
> 38:11   Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: Bleibe eine Witwe
> in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Schela groß wird. Denn er
> dachte, vielleicht würde der auch sterben wie seine Brüder. So ging
> Tamar hin und blieb in ihres Vaters Hause.
> 
> 38:12   Als nun viele Tage verlaufen waren, starb Judas Frau, die Tochter
> des Schua. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf,
> seine Schafe zu scheren, nach Timna mit seinem Freunde Hira von
> Adullam.
> 
> 38:13   Da wurde der Tamar gesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf
> nach Timna, seine Schafe zu scheren.
> Jos 15,57
> 
> 38:14   Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich
> mit einem Schleier und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor
> von Enajim an dem Wege nach Timna; denn sie hatte gesehen, daß
> Schela groß geworden war, aber sie wurde ihm nicht zur Frau gegeben.
> 
> 38:15   Als Juda sie nun sah, meinte er, es wäre eine Hure, denn sie hatte
> ihr Angesicht verdeckt.
> 
> 38:16   Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Laß mich doch zu dir
> kommen; denn er wußte nicht, daß es seine Schwiegertochter war. Sie
> antwortete: Was willst du mir geben, wenn du zu mir kommst?
> 3. Mose 18,15
> 
> 38:17   Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie
> antwortete: So gib mir ein Pfand, bis du ihn mir sendest.
> 
> 38:18   Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir geben soll? Sie
> antwortete: Dein Siegel und deine Schnur und deinen Stab, den du in
> der Hand hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm
> schwanger.
> 
> 38:19   Und sie machte sich auf und ging hinweg und legte den Schleier ab
> und zog ihre Witwenkleider wieder an.
> 
> 38:20   Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund von Adullam,
> damit er das Pfand zurückholte von der Frau. Und er fand sie nicht.
> 
> 38:21   Da fragte er die Leute des Ortes und sprach: Wo ist die Hure, die zu
> Enajim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen.
> 
> 38:22   Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden;
> dazu sagen die Leute des Ortes, es sei keine Hure da gewesen.
> 
> 38:23   Juda sprach: Sie mag's behalten, damit wir nur nicht in Verruf
> geraten! Siehe, ich habe den Bock gesandt, und du hast sie nicht
> gefunden.
> 
> 38:24   Nach drei Monaten wurde Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Tamar
> hat Hurerei getrieben; und siehe, sie ist davon schwanger geworden.
> Juda sprach: Führt sie heraus, daß sie verbrannt werde.
> 
> 38:25   Und als man sie hinausführte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater
> und sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, dem dies gehört. Und sie
> sprach: Erkennst du auch, wem dies Siegel und diese Schnur und
> dieser Stab gehören?
> 
> 38:26   Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich
> habe sie meinem Sohn Schela nicht gegeben. Doch wohnte er ihr nicht
> mehr bei.
> 
> 38:27   Und als sie gebären sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leibe
> gefunden.
> 
> 38:28   Und als sie gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter
> einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der ist zuerst
> herausgekommen.
> 
> 38:29   Als aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus,
> und sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riß gerissen?
> Und man nannte ihn Perez.
> Rut 4,18; Mt 1,3
> 
> 38:30   Danach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand
> hatte. Und man nannte ihn Serach.
> 
>          Josef in Potifars Haus
> 
> 39:1    Josef wurde hinab nach Ägypten geführt, und Potifar, ein ägyptischer
> Mann, des Pharao Kämmerer und Oberster der Leibwache, kaufte ihn von
> den Ismaelitern, die ihn hinabgebracht hatten.
> Kap 37,28; 37,36
> 
> 39:2    Und der HERR war mit Josef, so daß er ein Mann wurde, dem alles
> glückte. Und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause.
> Kap 26,24
> 
> 39:3    Und sein Herr sah, daß der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat,
> das ließ der HERR in seiner Hand glücken,
> 
> 39:4    so daß er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener wurde. Der
> setzte ihn über sein Haus; und alles, was er hatte, tat er unter
> seine Hände.
> 
> 39:5    Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter
> gesetzt hatte, segnete der HERR des Ägypters Haus um Josefs willen,
> und es war lauter Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause
> und auf dem Felde.
> Kap 30,27
> 
> 39:6    Darum ließ er alles unter Josefs Händen, was er hatte, und kümmerte
> sich, da er ihn hatte, um nichts außer um das, was er aß und trank.
> Und Josef war schön an Gestalt und hübsch von Angesicht.
> Kap 43,32
> 
> 39:7    Und es begab sich danach, daß seines Herrn Frau ihre Augen auf Josef
> warf und sprach: Lege dich zu mir!
> 
> 39:8    Er weigerte sich aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr kümmert
> sich, da er mich hat, um nichts, was im Hause ist, und alles, was er
> hat, das hat er unter meine Hände getan;
> 
> 39:9    er ist in diesem Hause nicht größer als ich, und er hat mir nichts
> vorenthalten außer dir, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich denn
> nun ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?
> 2. Mose 20,14; 3. Mose 18,20
> 
> 39:10   Und sie bedrängte Josef mit solchen Worten täglich. Aber er
> gehorchte ihr nicht, daß er sich zu ihr legte und bei ihr wäre.
> 
> 39:11   Es begab sich eines Tages, daß Josef in das Haus ging, seine Arbeit
> zu tun, und kein Mensch vom Gesinde des Hauses war dabei.
> 
> 39:12   Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Lege dich zu mir!
> Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause
> hinaus.
> 
> 39:13   Als sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus
> entfloh,
> 
> 39:14   rief sie das Gesinde ihres Hauses und sprach zu ihnen: Seht, er hat
> uns den hebräischen Mann hergebracht, daß der seinen Mutwillen mit
> uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte sich zu mir legen; aber
> ich rief mit lauter Stimme.
> 
> 39:15   Und als er hörte, daß ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er
> sein Kleid bei mir und floh und lief hinaus.
> 
> 39:16   Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr heimkam,
> 
> 39:17   und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: Der hebräische
> Knecht, den du uns hergebracht hast, kam zu mir herein und wollte
> seinen Mutwillen mit mir treiben.
> 
> 39:18   Als ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei
> mir und floh hinaus.
> 
> Josef im Gefängnis
> 
> 39:19   Als sein Herr die Worte seiner Frau hörte, die sie ihm sagte und
> sprach: So hat dein Knecht an mir getan, wurde er sehr zornig.
> 
> 39:20   Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, in dem des Königs
> Gefangene waren. Und er lag allda im Gefängnis.
> 
> 39:21   Aber der HERR war mit ihm und neigte die Herzen zu ihm und ließ ihn
> Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis,
> 
> 39:22   so daß er ihm alle Gefangenen im Gefängnis unter seine Hand gab und
> alles, was dort geschah, durch ihn geschehen mußte.
> 
> 39:23   Der Amtmann über das Gefängnis kümmerte sich um nichts; denn der
> HERR war mit Josef, und was er tat, dazu gab der HERR Glück.
> 
>          Josef legt zwei Gefangenen ihre Träume aus
> 
> 40:1    Und es begab sich danach, daß sich der Mundschenk des Königs von
> Ägypten und der Bäcker versündigten an ihrem Herrn, dem König von
> Ägypten.
> 
> 40:2    Und der Pharao wurde zornig über seine beiden Kämmerer, gegen den
> Obersten über die Schenken und gegen den Obersten über die Bäcker,
> 
> 40:3    und ließ sie setzen in des Amtmanns Haus ins Gefängnis, wo Josef
> gefangenlag.
> 
> 40:4    Und der Amtmann gab ihnen Josef bei, daß er ihnen diente. Und sie
> saßen etliche Zeit im Gefängnis.
> 
> 40:5    Und es träumte ihnen beiden, dem Schenken und dem Bäcker des Königs
> von Ägypten, in einer Nacht einem jeden ein eigener Traum, und eines
> jeden Traum hatte seine Bedeutung.
> 
> 40:6    Als nun am Morgen Josef zu ihnen hineinkam und sah, daß sie traurig
> waren,
> 
> 40:7    fragte er sie und sprach: Warum seid ihr heute so traurig?
> 
> 40:8    Sie antworteten: Es hat uns geträumt, und wir haben niemand, der es
> uns auslege. Josef sprach: Auslegen gehört Gott zu; doch erzählt
> mir's.
> Kap 41,15-16; Dan 2,27-28
> 
> 40:9    Da erzählte der oberste Schenk seinen Traum und sprach zu Josef: Mir
> hat geträumt, daß ein Weinstock vor mir wäre,
> 
> 40:10   der hatte drei Reben, und er grünte, wuchs und blühte, und seine
> Trauben wurden reif.
> 
> 40:11   Und ich hatte den Becher des Pharao in meiner Hand und nahm die
> Beeren und zerdrückte sie in den Becher und gab den Becher dem
> Pharao in die Hand.
> 
> 40:12   Josef sprach zu ihm: Das ist seine Deutung: Drei Reben sind drei
> Tage.
> 
> 40:13   Nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder
> in dein Amt setzen, daß du ihm den Becher in die Hand gebest wie
> vormals, als du sein Schenk warst.
> 
> 40:14   Aber gedenke meiner, wenn dir's wohlgeht, und tu Barmherzigkeit an
> mir, daß du dem Pharao von mir sagst und mich so aus diesem Hause
> bringst.
> 
> 40:15   Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen worden;
> und auch hier hab ich nichts getan, weswegen sie mich hätten ins
> Gefängnis setzen dürfen.
> Kap 37,28
> 
> 40:16   Als der oberste Bäcker sah, daß die Deutung gut war, sprach er zu
> Josef: Mir hat auch geträumt, ich trüge drei Körbe mit feinem
> Backwerk auf meinem Haupt
> 
> 40:17   und im obersten Korbe allerlei Gebackenes für den Pharao, und die
> Vögel fraßen aus dem Korbe auf meinem Haupt.
> 
> 40:18   Josef antwortete und sprach: Das ist seine Deutung: Drei Körbe sind
> drei Tage.
> 
> 40:19   Und nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich an
> den Galgen hängen, und die Vögel werden dein Fleisch von dir
> fressen.
> 
> 40:20   Und es geschah am dritten Tage, da beging der Pharao seinen
> Geburtstag. Und er machte ein Festmahl für alle seine Großen und
> erhob das Haupt des obersten Schenken und das Haupt des obersten
> Bäckers unter seinen Großen
> 
> 40:21   und setzte den obersten Schenken wieder in sein Amt, daß er den
> Becher reiche in des Pharao Hand,
> 
> 40:22   aber den obersten Bäcker ließ er aufhängen, wie ihnen Josef gedeutet
> hatte.
> 
> 40:23   Aber der oberste Schenk dachte nicht an Josef, sondern vergaß ihn.
> 
>          Josef deutet die Träume des Pharao
> 
> 41:1    Und nach zwei Jahren hatte der Pharao einen Traum, er stünde am Nil
> 
> 41:2    und sähe aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die
> gingen auf der Weide im Grase.
> 
> 41:3    Nach diesen sah er andere sieben Kühe aus dem Wasser aufsteigen; die
> waren häßlich und mager und traten neben die Kühe am Ufer des Nils.
> 
> 41:4    Und die häßlichen und mageren fraßen die sieben schönen, fetten
> Kühe. Da erwachte der Pharao.
> 
> 41:5    Und er schlief wieder ein, und ihm träumte abermals, und er sah, daß
> sieben Ähren aus einem Halm wuchsen, voll und dick.
> 
> 41:6    Danach sah er sieben dünne Ähren aufgehen, die waren vom Ostwind
> versengt.
> 
> 41:7    Und die sieben mageren Ähren verschlangen die sieben dicken und
> vollen Ähren. Da erwachte der Pharao und merkte, daß es ein Traum
> war.
> 
> 41:8    Und als es Morgen wurde, war sein Geist bekümmert, und er schickte
> aus und ließ rufen alle Wahrsager in Ägypten und alle Weisen und
> erzählte ihnen seine Träume. Aber da war keiner, der sie dem Pharao
> deuten konnte.
> Dan 2,2
> 
> 41:9    Da redete der oberste Schenk zum Pharao und sprach: Ich muß heute an
> meine Sünden denken:
> 
> 41:10   Als der Pharao zornig wurde über seine Knechte und mich mit dem
> obersten Bäcker ins Gefängnis legte in des Amtmanns Hause,
> 
> 41:11   da träumte uns beiden in einer Nacht einem jeden sein Traum, dessen
> Deutung ihn betraf.
> 
> 41:12   Da war bei uns ein hebräischer Jüngling, des Amtmanns Knecht, dem
> erzählten wir's. Und er deutete uns unsere Träume, einem jeden nach
> seinem Traum.
> 
> 41:13   Und wie er uns deutete, so ist's gekommen; denn ich bin wieder in
> mein Amt gesetzt, aber jener wurde aufgehängt.
> 
> 41:14   Da sandte der Pharao hin und ließ Josef rufen, und sie ließen ihn
> eilends aus dem Gefängnis. Und er ließ sich scheren und zog andere
> Kleider an und kam hinein zum Pharao.
> 
> 41:15   Da sprach der Pharao zu ihm: Ich habe einen Traum gehabt, und es ist
> niemand, der ihn deuten kann. Ich habe aber von dir sagen hören,
> wenn du einen Traum hörst, so kannst du ihn deuten.
> 
> 41:16   Josef antwortete dem Pharao und sprach: Das steht nicht bei mir;
> Gott wird jedoch dem Pharao Gutes verkünden.
> Kap 40,8
> 
> 41:17   Der Pharao sprach zu Josef: Mir träumte, ich stand am Ufer des Nils
> 
> 41:18   und sah aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen
> auf der Weide im Grase.
> 
> 41:19   Und nach ihnen sah ich andere sieben dürre, sehr häßliche und magere
> Kühe heraussteigen. Ich hab in ganz Ägyptenland nicht so häßliche
> gesehen.
> 
> 41:20   Und die sieben mageren und häßlichen Kühe fraßen die sieben ersten,
> fetten Kühe auf.
> 
> 41:21   Und als sie die hineingefressen hatten, merkte man's ihnen nicht an,
> daß sie die gefressen hatten, und waren häßlich wie zuvor. Da wachte
> ich auf.
> 
> 41:22   Und ich sah abermals in meinem Traum sieben Ähren auf einem Halm
> wachsen, voll und dick.
> 
> 41:23   Danach gingen auf sieben dürre Ähren, dünn und versengt.
> 
> 41:24   Und die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren.
> Und ich habe es den Wahrsagern gesagt, aber die können's mir nicht
> deuten.
> 
> 41:25   Josef antwortete dem Pharao: Beide Träume des Pharao bedeuten das
> gleiche. Gott verkündet dem Pharao, was er vorhat.
> 
> 41:26   Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten
> Ähren sind dieselben sieben Jahre. Es ist ein und derselbe Traum.
> 
> 41:27   Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen
> sind, das sind sieben Jahre, und die sieben mageren und versengten
> Ähren sind sieben Jahre des Hungers.
> 
> 41:28   Das meinte ich, wenn ich gesagt habe zum Pharao, daß Gott dem Pharao
> zeigt, was er vorhat.
> 
> 41:29   Siehe, sieben reiche Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland.
> 
> 41:30   Und nach ihnen werden sieben Jahre des Hungers kommen, so daß man
> vergessen wird alle Fülle in Ägyptenland. Und der Hunger wird das
> Land verzehren,
> 
> 41:31   daß man nichts wissen wird von der Fülle im Lande vor der
> Hungersnot, die danach kommt; denn sie wird sehr schwer sein.
> 
> 41:32   Daß aber dem Pharao zweimal geträumt hat, bedeutet, daß Gott solches
> gewiß und eilends tun wird.
> 
> 41:33   Nun sehe der Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er
> über Ägyptenland setze,
> 
> 41:34   und sorge dafür, daß er Amtleute verordne im Lande und nehme den
> Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren
> 
> 41:35   und lasse sie sammeln den ganzen Ertrag der guten Jahre, die kommen
> werden, daß sie Getreide aufschütten in des Pharao Kornhäusern zum
> Vorrat in den Städten und es verwahren,
> 
> 41:36   damit für Nahrung gesorgt sei für das Land in den sieben Jahren des
> Hungers, die über Ägyptenland kommen werden, und das Land nicht vor
> Hunger verderbe.
> 
> Josefs Erhöhung
> 
> 41:37   Die Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Großen gut.
> Spr 14,35
> 
> 41:38   Und der Pharao sprach zu seinen Großen: Wie könnten wir einen Mann
> finden, in dem der Geist Gottes ist wie in diesem?
> 2. Mose 31,3; Spr 2,6
> 
> 41:39   Und er sprach zu Josef: Weil dir Gott dies alles kundgetan hat, ist
> keiner so verständig und weise wie du.
> 
> 41:40   Du sollst über mein Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk
> gehorsam sein; allein um den königlichen Thron will ich höher sein
> als du.
> Ps 113,7
> 
> 41:41   Und weiter sprach der Pharao zu Josef: Siehe, ich habe dich über
> ganz Ägyptenland gesetzt.
> Apg 7,10
> 
> 41:42   Und er tat seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Josef an seine
> Hand und kleidete ihn mit kostbarer Leinwand und legte ihm eine
> goldene Kette um seinen Hals
> Est 3,10;  Dan 5,29
> 
> 41:43   und ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren und ließ vor ihm her
> ausrufen: Der ist des Landes Vater! Und setzte ihn über ganz
> Ägyptenland.
> Est 10,3
> 
> 41:44   Und der Pharao sprach zu Josef: Ich bin der Pharao, aber ohne deinen
> Willen soll niemand seine Hand oder seinen Fuß regen in ganz
> Ägyptenland.
> 
> 41:45   Und er nannte ihn Zafenat-Paneach und gab ihm zur Frau Asenat, die
> Tochter Potiferas, des Priesters zu On.
> 
> 41:46   Und Josef war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pharao stand, dem
> König von Ägypten. Und er ging hinweg vom Pharao und zog durch ganz
> Ägyptenland.
> Kap 37,2
> 
> Josefs Fürsorge für Ägypten. Die Geburt seiner Söhne
> 
> 41:47   Und das Land trug in den sieben reichen Jahren die Fülle.
> 
> 41:48   Und Josef sammelte die ganze Ernte der sieben Jahre, da Überfluß im
> Lande Ägypten war, und tat sie in die Städte. Was an Getreide auf
> dem Felde rings um eine jede Stadt wuchs, das tat er hinein.
> 
> 41:49   So schüttete Josef das Getreide auf, über die Maßen viel wie Sand am
> Meer, so daß er aufhörte zu zählen; denn man konnte es nicht zählen.
> 
> 41:50   Und Josef wurden zwei Söhne geboren, bevor die Hungerzeit kam; die
> gebar ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters zu On.
> 
> 41:51   Und er nannte den ersten Manasse; denn Gott, sprach er, hat mich
> vergessen lassen all mein Unglück und mein ganzes Vaterhaus.
> 
> 41:52   Den andern nannte er Ephraim; denn Gott, sprach er, hat mich wachsen
> lassen in dem Lande meines Elends.
> 
> 41:53   Als nun die sieben reichen Jahre um waren im Lande Ägypten,
> 
> 41:54   da fingen an die sieben Hungerjahre zu kommen, wie Josef gesagt
> hatte. Und es ward eine Hungersnot in allen Landen, aber in ganz
> Ägyptenland war Brot.
> 
> 41:55   Als nun ganz Ägyptenland auch Hunger litt, schrie das Volk zum
> Pharao um Brot. Aber der Pharao sprach zu allen Ägyptern: Geht hin
> zu Josef; was der euch sagt, das tut.
> 
> 41:56   Als nun im ganzen Lande Hungersnot war, tat Josef alle Kornhäuser
> auf und verkaufte den Ägyptern; denn der Hunger ward je länger je
> größer im Lande.
> 
> 41:57   Und alle Welt kam nach Ägypten, um bei Josef zu kaufen; denn der
> Hunger war groß in allen Landen.
> 
>          Erste Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten
> 
> 42:1    Als aber Jakob sah, daß Getreide in Ägypten zu haben war, sprach er
> zu seinen Söhnen: Was seht ihr euch lange an?
> 
> 42:2    Siehe, ich höre, es sei in Ägypten Getreide zu haben; zieht hinab
> und kauft uns Getreide, daß wir leben und nicht sterben.
> 
> 42:3    Da zogen hinab zehn Brüder Josefs, um in Ägypten Getreide zu kaufen.
> 
> 42:4    Aber den Benjamin, Josefs Bruder, ließ Jakob nicht mit seinen
> Brüdern ziehen; denn er sprach: Es könnte ihm ein Unfall begegnen.
> 
> 42:5    So kamen die Söhne Israels, Getreide zu kaufen, samt andern, die mit
> ihnen zogen; denn es war auch im Lande Kanaan Hungersnot.
> 
> 42:6    Aber Josef war der Regent im Lande und verkaufte Getreide allem Volk
> im Lande. Als nun seine Brüder kamen, fielen sie vor ihm nieder zur
> Erde auf ihr Antlitz.
> 
> 42:7    Und er sah sie an und erkannte sie, aber er stellte sich fremd gegen
> sie und redete hart mit ihnen und sprach zu ihnen: Woher kommt ihr?
> Sie sprachen: Aus dem Lande Kanaan, Getreide zu kaufen.
> 
> 42:8    Aber wiewohl er sie erkannte, erkannten sie ihn doch nicht.
> 
> 42:9    Und Josef dachte an die Träume, die er von ihnen geträumt hatte,
> und sprach zu ihnen: Ihr seid Kundschafter und seid gekommen zu
> sehen, wo das Land offen ist.
> Kap 37,5-9
> 
> 42:10   Sie antworteten ihm: Nein, mein Herr! Deine Knechte sind gekommen,
> Getreide zu kaufen.
> 
> 42:11   Wir sind alle eines Mannes Söhne; wir sind redlich, und deine
> Knechte sind nie Kundschafter gewesen.
> 
> 42:12   Er sprach zu ihnen: Nein, sondern ihr seid gekommen zu sehen, wo das
> Land offen ist.
> 
> 42:13   Sie antworteten ihm: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, eines
> Mannes Söhne im Lande Kanaan, und der jüngste ist noch bei unserm
> Vater, aber der eine ist nicht mehr vorhanden.
> 
> 42:14   Josef sprach zu ihnen: Es ist, wie ich euch gesagt habe:
> Kundschafter seid ihr.
> 
> 42:15   Daran will ich euch prüfen: So wahr der Pharao lebt: ihr sollt nicht
> von hier wegkommen, es komme denn her euer jüngster Bruder!
> 
> 42:16   Sendet einen von euch hin, der euren Bruder hole, ihr aber sollt
> gefangen sein. Daran will ich prüfen eure Rede, ob ihr mit Wahrheit
> umgeht. Andernfalls - so wahr der Pharao lebt! - seid ihr
> Kundschafter!
> 
> 42:17   Und er ließ sie zusammen in Gewahrsam legen drei Tage lang.
> Kap 37,24
> 
> 42:18   Am dritten Tage aber sprach er zu ihnen: Wollt ihr leben, so tut nun
> dies, denn ich fürchte Gott:
> 
> 42:19   Seid ihr redlich, so laßt einen eurer Brüder gebunden liegen in
> eurem Gefängnis; ihr aber zieht hin und bringt heim, was ihr gekauft
> habt für den Hunger.
> 
> 42:20   Und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so will ich euren Worten
> glauben, so daß ihr nicht sterben müßt. Und sie gingen darauf ein.
> 
> 42:21   Sie sprachen aber untereinander: Das haben wir an unserem Bruder
> verschuldet! Denn wir sahen die Angst seiner Seele, als er uns
> anflehte, und wir wollten ihn nicht erhören; darum kommt nun diese
> Trübsal über uns.
> Ps 50,21
> 
> 42:22   Ruben antwortete ihnen und sprach: Sagte ich's euch nicht, als ich
> sprach: Versündigt euch nicht an dem Knaben, doch ihr wolltet nicht
> hören? Nun wird sein Blut gefordert.
> Kap 37,21-22
> 
> 42:23   Sie wußten aber nicht, daß es Josef verstand; denn er redete mit
> ihnen durch einen Dolmetscher.
> 
> 42:24   Und er wandte sich von ihnen und weinte. Als er sich nun wieder zu
> ihnen wandte und mit ihnen redete, nahm er aus ihrer Mitte Simeon
> und ließ ihn binden vor ihren Augen.
> 
> 42:25   Und Josef gab Befehl, ihre Säcke mit Getreide zu füllen und ihnen
> ihr Geld wiederzugeben, einem jeden in seinen Sack, dazu auch
> Zehrung auf den Weg; und so tat man ihnen.
> 
> 42:26   Und sie luden ihre Ware auf ihre Esel und zogen von dannen.
> 
> 42:27   Als aber einer seinen Sack auftat, daß er seinem Esel Futter gäbe in
> der Herberge, sah er sein Geld, das oben im Sack lag,
> 
> 42:28   und sprach zu seinen Brüdern: Mein Geld ist wieder da, siehe, in
> meinem Sack ist es! Da entfiel ihnen ihr Herz, und sie blickten
> einander erschrocken an und sprachen: Warum hat Gott uns das
> angetan?
> 
> 42:29   Als sie nun heimkamen zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan, sagten
> sie ihm alles, was ihnen begegnet war, und sprachen:
> 
> 42:30   Der Mann, der im Lande Herr ist, redete hart mit uns und hielt uns
> für Kundschafter.
> 
> 42:31   Und wir antworteten ihm: Wir sind redlich und nie Kundschafter
> gewesen,
> 
> 42:32   sondern zwölf Brüder, unseres Vaters Söhne; einer ist nicht mehr
> vorhanden, und der jüngste ist noch bei unserm Vater im Lande
> Kanaan.
> 
> 42:33   Da sprach der Herr im Lande zu uns: Daran will ich merken, ob ihr
> redlich seid: einen eurer Brüder laßt bei mir und nehmt für euer
> Haus, wieviel ihr bedürft, und zieht hin
> Vers 24
> 
> 42:34   und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so merke ich, daß ihr nicht
> Kundschafter, sondern redlich seid; dann will ich euch auch euren
> Bruder wiedergeben, und ihr mögt im Lande Handel treiben.
> 
> 42:35   Und als sie die Säcke ausschütteten, fand ein jeder seinen Beutel
> Geld in seinem Sack. Und als sie sahen, daß es die Beutel mit ihrem
> Geld waren, erschraken sie samt ihrem Vater.
> 
> 42:36   Da sprach Jakob, ihr Vater, zu ihnen: Ihr beraubt mich meiner
> Kinder! Josef ist nicht mehr da, Simeon ist nicht mehr da, Benjamin
> wollt ihr auch wegnehmen; es geht alles über mich.
> 
> 42:37   Ruben antwortete seinem Vater und sprach: Wenn ich ihn dir nicht
> wiederbringe, so töte meine zwei Söhne. Gib ihn nur in meine Hand,
> ich will ihn dir wiederbringen.
> 
> 42:38   Er sprach: Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen; denn sein
> Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben. Wenn ihm ein
> Unfall auf dem Wege begegnete, den ihr reiset, würdet ihr meine
> grauen Haare mit Herzeleid hinunter zu den Toten bringen.
> 
>          Zweite Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten
> 
> 43:1    Die Hungersnot aber drückte das Land.
> 
> 43:2    Und als verzehrt war, was sie an Getreide aus Ägypten gebracht
> hatten, sprach ihr Vater zu ihnen: Zieht wieder hin und kauft uns
> ein wenig Getreide.
> 
> 43:3    Da antwortete ihm Juda und sprach: Der Mann schärfte uns das hart
> ein und sprach: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, es sei denn
> euer Bruder mit euch.
> Kap 42,15; 42,34
> 
> 43:4    Willst du nun unsern Bruder mit uns senden, so wollen wir
> hinabziehen und dir zu essen kaufen.
> 
> 43:5    Willst du ihn aber nicht senden, so ziehen wir nicht hinab. Denn der
> Mann hat zu uns gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, euer
> Bruder sei denn mit euch.
> 
> 43:6    Israel sprach: Warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr dem Mann
> sagtet, daß ihr noch einen Bruder habt?
> 
> 43:7    Sie antworteten: Der Mann forschte so genau nach uns und unserer
> Verwandtschaft und sprach: Lebt euer Vater noch? Habt ihr auch noch
> einen Bruder? Da antworteten wir ihm, wie er uns fragte. Wie konnten
> wir wissen, daß er sagen würde: Bringt euren Bruder mit herab?
> Kap 42,7-13
> 
> 43:8    Da sprach Juda zu Israel, seinem Vater: Laß den Knaben mit mir
> ziehen, daß wir uns aufmachen und reisen und leben und nicht
> sterben, wir und du und unsere Kinder.
> 
> 43:9    Ich will Bürge für ihn sein; von meinen Händen sollst du ihn
> fordern. Wenn ich ihn dir nicht wiederbringe und vor deine Augen
> stelle, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen.
> 
> 43:10   Denn wenn wir nicht gezögert hätten, wären wir wohl schon zweimal
> wiedergekommen.
> 
> 43:11   Da sprach Israel, ihr Vater, zu ihnen: Wenn es denn so ist, wohlan
> so tut's und nehmt von des Landes besten Früchten in eure Säcke und
> bringt dem Manne Geschenke hinab, ein wenig Balsam und Honig, Harz
> und Myrrhe, Nüsse und Mandeln.
> Spr 18,16
> 
> 43:12   Nehmt auch anderes Geld mit euch, und das Geld, das ihr obenauf in
> euren Säcken wiederbekommen habt, bringt auch wieder hin. Vielleicht
> ist ein Irrtum da geschehen.
> Kap 42,27; 42,35
> 
> 43:13   Dazu nehmt euren Bruder, macht euch auf und geht wieder zu dem
> Manne.
> 
> 43:14   Aber der allmächtige Gott gebe euch Barmherzigkeit vor dem Manne,
> daß er mit euch ziehen lasse euren andern Bruder und Benjamin. Ich
> aber muß sein wie einer, der seiner Kinder ganz und gar beraubt
> ist.
> Kap 42,36
> 
> 43:15   Da nahmen sie diese Geschenke und das doppelte Geld mit sich, dazu
> Benjamin, machten sich auf, zogen nach Ägypten und traten vor Josef.
> 
> 43:16   Als Josef sie sah mit Benjamin, sprach er zu seinem Haushalter:
> Führe diese Männer ins Haus und schlachte und richte zu, denn sie
> sollen zu Mittag mit mir essen.
> 
> 43:17   Und der Mann tat, wie ihm Josef gesagt hatte, und führte die Männer
> in Josefs Haus.
> 
> 43:18   Sie fürchteten sich aber, weil sie in Josefs Haus geführt wurden,
> und sprachen: Wir sind hereingeführt um des Geldes willen, das wir
> in unsern Säcken das vorige Mal wiedergefunden haben; man will auf
> uns eindringen und über uns herfallen und uns zu Sklaven machen und
> uns die Esel nehmen.
> Kap 42,28
> 
> 43:19   Darum traten sie zu Josefs Haushalter und redeten mit ihm vor der
> Haustür
> 
> 43:20   und sprachen: Mein Herr, wir sind das vorige Mal herabgezogen,
> Getreide zu kaufen,
> 
> 43:21   und als wir in die Herberge kamen und unsere Säcke auftaten, siehe,
> da war eines jeden Geld oben in seinem Sack mit vollem Gewicht.
> Darum haben wir's wieder mit uns gebracht,
> 
> 43:22   haben auch anderes Geld mit uns herabgebracht, Getreide zu kaufen.
> Wir wissen aber nicht, wer uns unser Geld in unsere Säcke gesteckt
> hat.
> 
> 43:23   Er aber sprach: Seid guten Mutes, fürchtet euch nicht! Euer Gott und
> eures Vaters Gott hat euch einen Schatz gegeben in eure Säcke. Euer
> Geld habe ich erhalten. Und er führte Simeon zu ihnen heraus
> Kap 42,24
> 
> 43:24   und brachte sie in Josefs Haus, gab ihnen Wasser, daß sie ihre Füße
> wuschen, und gab ihren Eseln Futter.
> 
> 43:25   Sie aber richteten das Geschenk zu, bis Josef mittags käme; denn sie
> hatten gehört, daß sie dort essen sollten.
> 
> 43:26   Als nun Josef ins Haus trat, brachten sie ihm das Geschenk ins Haus,
> das sie mitgebracht hatten, und fielen vor ihm nieder zur Erde.
> 
> 43:27   Er aber grüßte sie freundlich und sprach: Geht es eurem alten Vater
> gut, von dem ihr mir sagtet? Lebt er noch?
> 
> 43:28   Sie antworteten: Es geht deinem Knechte, unserm Vater, gut, und er
> lebt noch. Und sie verneigten sich und fielen vor ihm nieder.
> Kap 37,7; 37,9
> 
> 43:29   Und er hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Benjamin, seiner
> Mutter Sohn, und sprach: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr
> mir sagtet? Und sprach weiter: Gott sei dir gnädig, mein Sohn!
> 
> 43:30   Und Josef eilte hinaus; denn sein Herz entbrannte ihm gegen seinen
> Bruder, und er suchte, wo er weinen könnte, und ging in seine Kammer
> und weinte daselbst.
> 
> 43:31   Und als er sein Angesicht gewaschen hatte, ging er heraus und hielt
> an sich und sprach: Legt die Speisen auf!
> 
> 43:32   Und man trug ihm besonders auf und jenen auch besonders und den
> Ägyptern, die mit ihm aßen, auch besonders. Denn die Ägypter dürfen
> nicht essen mit den Hebräern; denn es ist ein Greuel für sie.
> Kap 39,6;  Kap 46,34; 2. Mose 8,22
> 
> 43:33   Und man setzte sie ihm gegenüber, den Erstgeborenen nach seiner
> Erstgeburt und den Jüngsten nach seiner Jugend. Darüber verwunderten
> sie sich untereinander.
> 
> 43:34   Und man trug ihnen Essen auf von seinem Tisch, aber Benjamin bekam
> fünfmal mehr als die andern. Und sie tranken und wurden fröhlich mit
> ihm.
> 
>          Josefs Brüder werden hart geängstigt
> 
> 44:1    Und Josef befahl seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern
> ihre Säcke mit Getreide, soviel sie fortbringen, und lege jedem sein
> Geld oben in seinen Sack.
> 
> 44:2    Und meinen silbernen Becher lege oben in des Jüngsten Sack mit dem
> Gelde für das Getreide. Der tat, wie ihm Josef gesagt hatte.
> 
> 44:3    Am Morgen, als es licht ward, ließen sie die Männer ziehen mit ihren
> Eseln.
> 
> 44:4    Als sie aber zur Stadt hinaus waren und noch nicht weit gekommen,
> sprach Josef zu seinem Haushalter: Auf, jage den Männern nach, und
> wenn du sie ereilst, so sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit
> Bösem vergolten?
> 
> 44:5    Warum habt ihr den silbernen Becher gestohlen? Ist das nicht der,
> aus dem mein Herr trinkt und aus dem er wahrsagt? Ihr habt
> übelgetan.
> 
> 44:6    Und als er sie ereilte, redete er mit ihnen diese Worte.
> 
> 44:7    Sie antworteten ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei
> ferne von deinen Knechten, solches zu tun.
> 
> 44:8    Siehe, das Geld, das wir fanden oben in unseren Säcken, haben wir
> wiedergebracht zu dir aus dem Lande Kanaan. Wie sollten wir da aus
> deines Herrn Hause Silber oder Gold gestohlen haben?
> Kap 43,21
> 
> 44:9    Bei wem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes;
> dazu wollen auch wir meines Herrn Sklaven sein.
> 
> 44:10   Er sprach: Ja, es sei, wie ihr geredet habt. Bei wem er gefunden
> wird, der sei mein Sklave, ihr aber sollt frei sein.
> 
> 44:11   Und sie legten eilends ein jeder seinen Sack ab auf die Erde, und
> ein jeder tat seinen Sack auf.
> 
> 44:12   Und er suchte und fing an beim Ältesten bis hin zum Jüngsten. Da
> fand sich der Becher in Benjamins Sack.
> 
> 44:13   Da zerrissen sie ihre Kleider, und ein jeder belud seinen Esel, und
> sie zogen wieder in die Stadt.
> 
> 44:14   Und Juda ging mit seinen Brüdern in Josefs Haus, denn er war noch
> dort. Und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde.
> 
> 44:15   Josef aber sprach zu ihnen: Wie habt ihr das tun können? Wußtet ihr
> nicht, daß ein solcher Mann, wie ich bin, wahrsagen kann?
> 
> 44:16   Juda sprach: Was sollen wir meinem Herrn sagen, oder wie sollen wir
> reden, und womit können wir uns rechtfertigen? Gott hat die
> Missetat deiner Knechte gefunden. Siehe, wir und der, bei dem der
> Becher gefunden ist, sind meines Herrn Sklaven.
> Kap 42,21-22
> 
> 44:17   Er aber sprach: Das sei ferne von mir, solches zu tun! Der, bei dem
> der Becher gefunden ist, soll mein Sklave sein; ihr aber zieht
> hinauf mit Frieden zu eurem Vater.
> 
> 44:18   Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, laß deinen Knecht ein
> Wort reden vor den Ohren meines Herrn, und dein Zorn entbrenne nicht
> über deinen Knecht, denn du bist wie der Pharao.
> 
> 44:19   Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr noch einen Vater
> oder Bruder?
> Kap 42,7; 42,13; 43,7
> 
> 44:20   Da antworteten wir: Wir haben einen Vater, der ist alt, und einen
> jungen Knaben, in seinem Alter geboren, und sein Bruder ist tot, und
> er ist allein übriggeblieben von seiner Mutter, und sein Vater hat
> ihn lieb.
> 
> 44:21   Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringt ihn herab zu mir, ich will
> ihm Gnade erweisen.
> 
> 44:22   Wir aber antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann seinen Vater nicht
> verlassen; wenn er ihn verließe, würde der sterben.
> 
> 44:23   Da sprachst du zu deinen Knechten: Wenn euer jüngster Bruder nicht
> mit euch herkommt, sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen.
> Kap 42,15; 43,3-5
> 
> 44:24   Da zogen wir hinauf zu deinem Knecht, meinem Vater, und sagten ihm
> meines Herrn Rede.
> 
> 44:25   Da sprach unser Vater: Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig
> Getreide.
> 
> 44:26   Wir aber sprachen: Wir können nicht hinabziehen; nur wenn unser
> jüngster Bruder mit uns ist, wollen wir hinabziehen; denn wir dürfen
> des Mannes Angesicht nicht sehen, wenn unser jüngster Bruder nicht
> mit uns ist.
> 
> 44:27   Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wißt, daß mir meine
> Frau zwei Söhne geboren hat;
> 
> 44:28   einer ging von mir, und ich mußte mir sagen: Er ist zerrissen. Und
> ich hab ihn nicht gesehen bisher.
> Kap 37,32-33
> 
> 44:29   Werdet ihr diesen auch von mir nehmen und widerfährt ihm ein
> Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunter zu den
> Toten bringen.
> Kap 42,38
> 
> 44:30   Nun, wenn ich heimkäme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe
> wäre nicht mit uns, an dem er mit ganzer Seele hängt,
> 
> 44:31   so wird's geschehen, daß er stirbt, wenn er sieht, daß der Knabe
> nicht da ist. So würden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines
> Knechtes, unseres Vaters, mit Herzeleid hinunter zu den Toten
> bringen.
> 
> 44:32   Denn ich, dein Knecht, bin Bürge geworden für den Knaben vor meinem
> Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein
> Leben lang die Schuld tragen.
> Kap 43,9
> 
> 44:33   Darum laß deinen Knecht hierbleiben an des Knaben Statt als Sklaven
> meines Herrn und den Knaben mit seinen Brüdern hinaufziehen.
> 
> 44:34   Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht
> mit mir ist? Ich könnte den Jammer nicht sehen, der über meinen
> Vater kommen würde.
> 
>          Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen
> 
> 45:1    Da konnte Josef nicht länger an sich halten vor allen, die um ihn
> her standen, und er rief: Laßt jedermann von mir hinausgehen! Und
> stand kein Mensch bei ihm, als sich Josef seinen Brüdern zu erkennen
> gab.
> 
> 45:2    Und er weinte laut, daß es die Ägypter und das Haus des Pharao
> hörten,
> 
> 45:3    und sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Josef. Lebt mein Vater noch?
> Und seine Brüder konnten ihm nicht antworten, so erschraken sie vor
> seinem Angesicht.
> 
> 45:4    Er aber sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir! Und sie
> traten herzu. Und er sprach: Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr
> nach Ägypten verkauft habt.
> Kap 37,28
> 
> 45:5    Und nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, daß ich darum zürne,
> daß ihr mich hierher verkauft habt; denn um eures Lebens willen hat
> mich Gott vor euch hergesandt.
> Kap 50,20
> 
> 45:6    Denn es sind nun zwei Jahre, daß Hungersnot im Lande ist, und sind
> noch fünf Jahre, daß weder Pflügen noch Ernten sein wird.
> 
> 45:7    Aber Gott hat mich vor euch hergesandt, daß er euch übriglasse auf
> Erden und euer Leben erhalte zu einer großen Errettung.
> 
> 45:8    Und nun, ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott; der hat mich
> dem Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über sein ganzes Haus und
> zum Herrscher über ganz Ägyptenland.
> Kap 41,39-43
> 
> 45:9    Eilt nun und zieht hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: Das läßt dir
> Josef, dein Sohn, sagen: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten
> gesetzt; komm herab zu mir, säume nicht!
> 
> 45:10   Du sollst im Lande Goschen wohnen und nahe bei mir sein, du und
> deine Kinder und deine Kindeskinder, dein Kleinvieh und Großvieh und
> alles, was du hast.
> 
> 45:11   Ich will dich dort versorgen, denn es sind noch fünf Jahre
> Hungersnot, damit du nicht verarmst mit deinem Hause und allem, was
> du hast.
> 
> 45:12   Siehe, eure Augen sehen es und die Augen meines Bruders Benjamin,
> daß ich leibhaftig mit euch rede.
> 
> 45:13   Verkündet meinem Vater alle meine Herrlichkeit in Ägypten und alles,
> was ihr gesehen habt; eilt und kommt herab mit meinem Vater hierher.
> 
> 45:14   Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und
> Benjamin weinte auch an seinem Halse,
> 
> 45:15   und er küßte alle seine Brüder und weinte an ihrer Brust. Danach
> redeten seine Brüder mit ihm.
> 
> 45:16   Und als das Gerücht kam in des Pharao Haus, daß Josefs Brüder
> gekommen wären, gefiel es dem Pharao gut und allen seinen Großen.
> 
> 45:17   Und der Pharao sprach zu Josef: Sage deinen Brüdern: Macht es so:
> Beladet eure Tiere, ziehet hin!
> 
> 45:18   Und wenn ihr ins Land Kanaan kommt, so nehmt euren Vater und alle
> die Euren und kommt zu mir; ich will euch das Beste geben in
> Ägyptenland, daß ihr essen sollt das Fett des Landes.
> 
> 45:19   Und gebiete ihnen: Macht es so: Nehmt mit euch aus Ägyptenland Wagen
> für eure Kinder und Frauen und bringt euren Vater mit und kommt.
> 
> 45:20   Und seht euren Hausrat nicht an; denn das Beste des ganzen Landes
> Ägypten soll euer sein.
> 
> 45:21   Die Söhne Israels taten so. Und Josef gab ihnen Wagen nach dem
> Befehl des Pharao und Zehrung auf den Weg
> 
> 45:22   und gab ihnen allen, einem jeden ein Feierkleid, aber Benjamin gab
> er dreihundert Silberstücke und fünf Feierkleider.
> 
> 45:23   Und seinem Vater sandte er zehn Esel, mit dem Besten aus Ägypten
> beladen, und zehn Eselinnen mit Getreide und Brot und mit Zehrung
> für seinen Vater auf den Weg.
> 
> 45:24   Damit entließ er seine Brüder, und sie zogen hin. Und er sprach zu
> ihnen: Zanket nicht auf dem Wege!
> Kap 42,22
> 
> 45:25   So zogen sie hinauf von Ägypten und kamen ins Land Kanaan zu ihrem
> Vater Jakob
> 
> 45:26   und verkündeten ihm und sprachen: Josef lebt noch und ist Herr über
> ganz Ägyptenland! Aber sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen
> nicht.
> 
> 45:27   Da sagten sie ihm alle Worte Josefs, die er zu ihnen gesagt hatte.
> Und als er die Wagen sah, die ihm Josef gesandt hatte, um ihn zu
> holen, wurde der Geist Jakobs, ihres Vaters, lebendig.
> 
> 45:28   Und Israel sprach: Mir ist genug, daß mein Sohn Josef noch lebt;
> ich will hin und ihn sehen, ehe ich sterbe.
> Kap 46,30
> 
>          Jakobs Reise nach Ägypten. Seine Kinder und Enkel
> 
> 46:1    Israel zog hin mit allem, was er hatte. Und als er nach Beerscheba
> kam, brachte er Opfer dar dem Gott seines Vaters Isaak.
> Kap 26,23-25
> 
> 46:2    Und Gott sprach zu ihm des Nachts in einer Offenbarung: Jakob,
> Jakob! Er sprach: Hier bin ich.
> 
> 46:3    Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich
> nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn daselbst will ich dich zum
> großen Volk machen.
> Kap 47,27; 2. Mose 1,7
> 
> 46:4    Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder
> heraufführen, und Josef soll dir mit seinen Händen die Augen
> zudrücken.
> 
> 46:5    Da machte sich Jakob auf von Beerscheba. Und die Söhne Israels hoben
> Jakob, ihren Vater, mit ihren Kindern und Frauen auf die Wagen, die
> der Pharao gesandt hatte, um ihn zu holen,
> 
> 46:6    und nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben
> hatten, und kamen so nach Ägypten, Jakob und sein ganzes Geschlecht
> mit ihm.
> 
> 46:7    Seine Söhne und seine Enkel, seine Töchter und seine Enkelinnen und
> seine ganze Nachkommenschaft brachte er mit sich nach Ägypten.
> 
> 46:8     Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen:
> Jakob und seine Söhne. Der erstgeborene Sohn Jakobs: Ruben.
> (8-11) 2. Mose 6,14-16
> 
> 46:9    Die Söhne Rubens: Henoch, Pallu, Hezron und Karmi.
> 
> 46:10   Die Söhne Simeons: Jemuël, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul,
> der Sohn der Kanaaniterin.
> 
> 46:11   Die Söhne Levis: Gerschon, Kehat und Merari.
> 
> 46:12   Die Söhne Judas: Er, Onan, Schela, Perez und Serach. Aber Er und
> Onan waren gestorben im Lande Kanaan. Die Söhne aber des Perez:
> Hezron und Hamul.
> Kap 38,3-4; 38,29-30
> 
> 46:13   Die Söhne Issachars: Tola, Puwa, Jaschub und Schimron.
> 
> 46:14   Die Söhne Sebulons: Sered, Elon und Jachleel.
> 
> 46:15   Das sind die Söhne der Lea, die sie Jakob gebar in Mesopotamien,
> dazu seine Tochter Dina. Die machen zusammen mit ihren Söhnen und
> Töchtern dreiunddreißig Seelen.
> 
> 46:16   Die Söhne Gads: Zifjon, Haggi, Schuni, Ezbon, Eri, Arod und Areli.
> 
> 46:17   Die Söhne Assers: Jimna, Jischwa, Jischwi, Beri, dazu Serach, ihre
> Schwester; und die Söhne Berias: Heber und Malkiël.
> 
> 46:18   Das sind die Söhne der Silpa, die Laban seiner Tochter Lea gegeben
> hatte, und sie gebar Jakob diese sechzehn Seelen.
> Kap 29,24
> 
> 46:19   Die Söhne Rahels, der Frau Jakobs: Josef und Benjamin.
> 
> 46:20   Und dem Josef wurden geboren in Ägyptenland Manasse und Ephraim, die
> ihm Asenat gebar, die Tochter Potiferas, des Priesters zu On.
> Kap 41,50-52
> 
> 46:21   Die Söhne Benjamins: Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Ehi,
> Rosch, Muppim, Huppim und Ard.
> 
> 46:22   Das sind die Söhne der Rahel, die Jakob geboren wurden, zusammen
> vierzehn Seelen.
> 
> 46:23   Der Sohn Dans: Schuham.
> 
> 46:24   Die Söhne Naftalis: Jachzeel, Guni, Jezer und Schillem.
> 
> 46:25   Das sind die Söhne der Bilha, die Laban seiner Tochter Rahel
> gegeben hatte, und sie gebar Jakob diese sieben Seelen.
> Kap 29,29
> 
> 46:26    Alle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, seine Nachkommen -
> ausgenommen die Frauen seiner Söhne - sind alle zusammen
> sechsundsechzig Seelen.
> (26 und 27) 2. Mose 1,1-5
> 
> 46:27   Die Söhne Josefs, die in Ägypten geboren sind, waren zwei Seelen; so
> daß alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren
> siebzig.
> 
> Jakobs Wiedersehen mit Josef
> 
> 46:28   Und Jakob sandte Juda vor sich her zu Josef, daß dieser ihm Goschen
> anwiese. Als sie in das Land Goschen kamen,
> Kap 45,10
> 
> 46:29   spannte Josef seinen Wagen an und zog hinauf seinem Vater Israel
> entgegen nach Goschen. Und als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals
> und weinte lange an seinem Halse.
> 
> 46:30   Da sprach Israel zu Josef: Ich will nun gerne sterben, nachdem ich
> dein Angesicht gesehen habe, daß du noch lebst.
> Kap 45,28
> 
> 46:31   Josef sprach zu seinen Brüdern und zu seines Vaters Hause: Ich will
> hinaufziehen und dem Pharao ansagen und zu ihm sprechen: Meine
> Brüder und meines Vaters Haus sind zu mir gekommen aus dem Lande
> Kanaan
> 
> 46:32   und sind Viehhirten, denn es sind Leute, die Vieh haben; ihr
> Kleinvieh und Großvieh und alles, was sie haben, haben sie
> mitgebracht.
> 
> 46:33   Wenn euch nun der Pharao wird rufen und sagen: Was ist euer Gewerbe?
> 
> 46:34   so sollt ihr sagen: Deine Knechte sind Leute, die Vieh haben, von
> unserer Jugend an bis jetzt, wir und unsere Väter -, damit ihr
> wohnen dürft im Lande Goschen. Denn alle Viehhirten sind den
> Ägyptern ein Greuel.
> Kap 43,32
> 
>          Jakob vor dem Pharao
> 
> 47:1    Da kam Josef und sagte es dem Pharao an und sprach: Mein Vater und
> meine Brüder, ihr Kleinvieh und Großvieh und alles, was sie haben,
> sind gekommen aus dem Lande Kanaan, und siehe, sie sind im Lande
> Goschen.
> 
> 47:2    Und er nahm von allen seinen Brüdern fünf und stellte sie vor den
> Pharao.
> 
> 47:3    Da sprach der Pharao zu seinen Brüdern: Was ist euer Gewerbe? Sie
> antworteten: Deine Knechte sind Viehhirten, wir und unsere Väter.
> Kap 46,33-34
> 
> 47:4    Und sagten weiter zum Pharao: Wir sind gekommen, bei euch zu wohnen
> im Lande; denn deine Knechte haben nicht Weide für ihr Vieh, so hart
> drückt die Hungersnot das Land Kanaan. So laß doch nun deine Knechte
> im Land Goschen wohnen.
> 
> 47:5    Der Pharao sprach zu Josef: Es ist dein Vater, und es sind deine
> Brüder, die zu dir gekommen sind.
> 
> 47:6    Das Land Ägypten steht dir offen, laß sie am besten Ort des Landes
> wohnen, laß sie im Lande Goschen wohnen, und wenn du weißt, daß
> Leute unter ihnen sind, die tüchtig sind, so setze sie über mein
> Vieh.
> 
> 47:7    Josef brachte auch seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn vor den
> Pharao. Und Jakob segnete den Pharao.
> 
> 47:8    Der Pharao aber fragte Jakob: Wie alt bist du?
> 
> 47:9    Jakob sprach zum Pharao: Die Zeit meiner Wanderschaft ist
> hundertunddreißig Jahre; wenig und böse ist die Zeit meines Lebens
> und reicht nicht heran an die Zeit meiner Väter in ihrer
> Wanderschaft.
> Hebr 11,13
> 
> 47:10   Und Jakob segnete den Pharao und ging hinaus von ihm.
> 
> 47:11   Aber Josef ließ seinen Vater und seine Brüder in Ägyptenland wohnen
> und gab ihnen Besitz am besten Ort des Landes, im Lande Ramses, wie
> der Pharao geboten hatte.
> 
> 47:12   Und er versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus
> seines Vaters mit Brot, einen jeden nach der Zahl seiner Kinder.
> Kap 45,11
> 
> Die Ägypter verkaufen ihre Habe und sich selbst dem Pharao
> 
> 47:13   Es war aber kein Brot im ganzen Lande; denn die Hungersnot war sehr
> schwer, so daß Ägypten und Kanaan verschmachteten vor Hunger.
> 
> 47:14   Und Josef brachte alles Geld zusammen, das in Ägypten und Kanaan
> gefunden wurde, für das Getreide, das sie kauften; und er tat alles
> Geld in das Haus des Pharao.
> 
> 47:15   Als es nun an Geld gebrach im Lande Ägypten und in Kanaan, kamen
> alle Ägypter zu Josef und sprachen: Schaffe uns Brot! Warum läßt du
> uns vor dir sterben, nun wir ohne Geld sind?
> 
> 47:16   Josef sprach: Schafft euer Vieh her, so will ich euch Brot als
> Entgelt für das Vieh geben, weil ihr ohne Geld seid.
> 
> 47:17   Da brachten sie Josef ihr Vieh, und er gab ihnen Brot als Entgelt
> für ihre Pferde, Schafe, Rinder und Esel. So ernährte er sie mit
> Brot das Jahr hindurch für all ihr Vieh.
> 
> 47:18   Als das Jahr um war, kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sprachen
> zu ihm: Wir wollen unserm Herrn nicht verbergen, daß nicht allein
> das Geld, sondern auch alles Vieh dahin ist an unsern Herrn, und ist
> nichts mehr übrig vor unserm Herrn als nur unsere Leiber und unser
> Feld.
> 
> 47:19   Warum läßt du uns vor dir sterben und unser Feld? Kaufe uns und
> unser Land für Brot, daß wir und unser Land leibeigen seien dem
> Pharao; gib uns Korn zur Saat, daß wir leben und nicht sterben und
> das Feld nicht wüst werde.
> 
> 47:20   So kaufte Josef dem Pharao das ganze Ägypten. Denn die Ägypter
> verkauften ein jeder seinen Acker, weil die Hungersnot schwer auf
> ihnen lag. Und so wurde das Land dem Pharao zu eigen.
> 
> 47:21   Und er machte das Volk leibeigen von einem Ende Ägyptens bis ans
> andere.
> 
> 47:22   Ausgenommen das Feld der Priester, das kaufte er nicht; denn es war
> vom Pharao für die Priester verordnet, daß sie sich nähren sollten
> von dem Landanteil, den er ihnen gegeben hatte. Darum durften sie
> ihr Feld nicht verkaufen.
> 4. Mose 18,20; Jos 13,14; Hes 44,28; 45,1-5
> 
> 47:23   Da sprach Josef zu dem Volk: Siehe, ich hab heute euch und euer Feld
> für den Pharao gekauft; siehe, da habt ihr Korn zur Saat, und nun
> besäet das Feld.
> 
> 47:24   Und von dem Getreide sollt ihr den Fünften dem Pharao geben; vier
> Teile sollen euer sein, das Feld zu besäen und zu eurer Speise und
> für euer Haus und eure Kinder.
> 
> 47:25   Sie sprachen: Du hast uns beim Leben erhalten; laß uns nur Gnade
> finden vor dir, unserm Herrn, dann wollen wir dem Pharao leibeigen
> sein.
> 
> 47:26   So machte es Josef zum Gesetz bis auf diesen Tag, den Fünften vom
> Feld der Ägypter dem Pharao zu geben; ausgenommen blieb das Feld der
> Priester, das wurde nicht dem Pharao zu eigen.
> 
> Jakobs letzter Wunsch
> 
> 47:27   So wohnte Israel in Ägypten im Lande Goschen, und sie hatten es inne
> und wuchsen und mehrten sich sehr.
> Kap 46,3; 2. Mose 1,7; 1,12
> 
> 47:28   Und Jakob lebte siebzehn Jahre in Ägyptenland, daß sein ganzes Alter
> wurde hundertundsiebenundvierzig Jahre.
> 
> 47:29    Als nun die Zeit herbeikam, daß Israel sterben sollte, rief er
> seinen Sohn Josef und sprach zu ihm: Hab ich Gnade vor dir gefunden,
> so lege deine Hand unter meine Hüfte, daß du die Liebe und Treue an
> mir tust und begrabest mich nicht in Ägypten,
> (29 und 30) Kap 50,5
> 
> 47:30   sondern ich will liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus
> Ägypten führen und in ihrem Grab begraben. Er sprach: Ich will tun,
> wie du gesagt hast.
> Kap 23,20
> 
> 47:31   Er aber sprach: So schwöre mir. Und er schwor ihm. Da neigte sich
> Israel anbetend über das Kopfende des Bettes hin.
> Hebr 11,21
> 
>          Jakobs Segen über Ephraim und Manasse
> 
> 48:1    Danach wurde Josef gesagt: Siehe, dein Vater ist krank. Und er nahm
> mit sich seine beiden Söhne Manasse und Ephraim.
> 
> 48:2    Da wurde Jakob angesagt: Siehe, dein Sohn Josef kommt zu dir. Und
> Israel machte sich stark und setzte sich auf im Bett
> 
> 48:3    und sprach zu Josef: Der allmächtige Gott erschien mir zu Lus im
> Lande Kanaan und segnete mich
> Kap 28,12-19
> 
> 48:4    und sprach zu mir: Siehe, ich will dich wachsen lassen und mehren
> und will dich zu einer Menge von Völkern machen und will dies Land
> zu eigen geben deinen Nachkommen für alle Zeit.
> Kap 35,11-12
> 
> 48:5    So sollen nun deine beiden Söhne Ephraim und Manasse, die dir
> geboren sind in Ägyptenland, ehe ich hergekommen bin zu dir, mein
> sein gleichwie Ruben und Simeon.
> Kap 41,50-52
> 
> 48:6    Die du aber nach ihnen zeugst, sollen dein sein und genannt werden
> nach dem Namen ihrer Brüder in deren Erbteil.
> 
> 48:7    Und als ich aus Mesopotamien kam, starb mir Rahel im Land Kanaan
> auf der Reise, als noch eine Strecke Weges war nach Efrata, und ich
> begrub sie dort an dem Wege nach Efrata, das nun Bethlehem heißt.
> Kap 35,19
> 
> 48:8    Und Israel sah die Söhne Josefs und sprach: Wer sind die?
> 
> 48:9    Josef antwortete seinem Vater: Es sind meine Söhne, die mir Gott
> hier gegeben hat. Er sprach: Bringe sie her zu mir, daß ich sie
> segne.
> 
> 48:10   Denn die Augen Israels waren schwach geworden vor Alter, und er
> konnte nicht mehr sehen. Und Josef brachte sie zu ihm. Er aber küßte
> sie und herzte sie
> 
> 48:11   und sprach zu Josef: Siehe, ich habe dein Angesicht gesehen, was
> ich nicht gedacht hätte, und siehe, Gott hat mich auch deine Söhne
> sehen lassen.
> Kap 37,33; 37,35; 45,26;  Ps 128,6
> 
> 48:12   Und Josef nahm sie von seinem Schoß und verneigte sich vor ihm zur
> Erde.
> 
> 48:13   Dann nahm sie Josef beide, Ephraim an seine rechte Hand gegenüber
> Israels linker Hand und Manasse an seine linke Hand gegenüber
> Israels rechter Hand, und brachte sie zu ihm.
> 
> 48:14   Aber Israel streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf
> Ephraims, des Jüngeren, Haupt und seine linke auf Manasses Haupt und
> kreuzte seine Arme, obwohl Manasse der Erstgeborene war.
> 
> 48:15   Und er segnete Josef und sprach: Der Gott, vor dem meine Väter
> Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der mein Hirte gewesen
> ist mein Leben lang bis auf diesen Tag,
> Kap 32,10;  Ps 23,1
> 
> 48:16    der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, der segne die
> Knaben, daß durch sie mein und meiner Väter Abraham und Isaak Name
> fortlebe, daß sie wachsen und viel werden auf Erden.
> Kap 32,25-30; Jes 41,14
> 
> 48:17   Als aber Josef sah, daß sein Vater die rechte Hand auf Ephraims
> Haupt legte, mißfiel es ihm, und er faßte seines Vaters Hand, daß er
> sie von Ephraims Haupt auf Manasses Haupt wendete,
> 
> 48:18   und sprach zu ihm: Nicht so, mein Vater, dieser ist der
> Erstgeborene; lege deine rechte Hand auf sein Haupt.
> 
> 48:19   Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn,
> ich weiß wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird groß sein,
> aber sein jüngerer Bruder wird größer als er werden, und sein
> Geschlecht wird eine Menge von Völkern werden.
> 4. Mose 1,33; 1,35; 5. Mose 33,17
> 
> 48:20   So segnete er sie an jenem Tage und sprach: Wer in Israel jemanden
> segnen will, der sage: Gott mache dich wie Ephraim und Manasse! Und
> so setzte er Ephraim vor Manasse.
> Hebr 11,21
> 
> 48:21   Und Israel sprach zu Josef: Siehe, ich sterbe; aber Gott wird mit
> euch sein und wird euch zurückbringen in das Land eurer Väter.
> 
> 48:22   Ich gebe dir ein Stück Land vor deinen Brüdern, das ich mit meinem
> Schwert und Bogen aus der Hand der Amoriter genommen habe.
> Joh 4,5
> 
>          Jakobs Segen über seine Söhne
> 
> (vgl. 5. Mose 33,1-29)
> 49:1    Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, daß ich
> euch verkünde, was euch begegnen wird in künftigen Zeiten.
> 
> 49:2    Kommt zuhauf und höret zu, ihr Söhne Jakobs, und höret euren Vater
> Israel.
> 
> 49:3    Ruben, mein erster Sohn bist du, meine Kraft und der Erstling meiner
> Stärke, der Oberste in der Würde und der Oberste in der Macht.
> Kap 29,32; 5. Mose 21,17
> 
> 49:4    Weil du aufwalltest wie Wasser, sollst du nicht der Oberste sein;
> denn du bist auf deines Vaters Lager gestiegen, daselbst hast du
> mein Bett entweiht, das du bestiegst.
> Kap 35,22
> 
> 49:5     Die Brüder Simeon und Levi, ihre Schwerter sind mörderische Waffen.
> (5-7) Kap 34,25
> 
> 49:6    Meine Seele komme nicht in ihren Rat, und mein Herz sei nicht in
> ihrer Versammlung; denn in ihrem Zorn haben sie Männer gemordet, und
> in ihrem Mutwillen haben sie Stiere gelähmt.
> 
> 49:7    Verflucht sei ihr Zorn, daß er so heftig ist, und ihr Grimm, daß er
> so grausam ist. Ich will sie versprengen in Jakob und zerstreuen in
> Israel.
> Jos 19,1-9; 21,1-42
> 
> 49:8     Juda, du bist's! Dich werden deine Brüder preisen. Deine Hand wird
> deinen Feinden auf dem Nacken sein, vor dir werden deines Vaters
> Söhne sich verneigen.
> 4. Mose 10,14; Ri 1,1-2
> 
> 49:9    Juda ist ein junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom
> Raube. Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich
> gelagert. Wer will ihn aufstören?
> 4. Mose 23,24; Hes 19,2; Offb 5,5
> 
> 49:10   Es wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des
> Herrschers von seinen Füßen, bis daß der Held komme, und ihm werden
> die Völker anhangen.
> 4. Mose 24,17; 1. Chr 5,2; 28,4; Hebr 7,14;  Hes 21,32
> 
> 49:11   Er wird seinen Esel an den Weinstock binden und seiner Eselin Füllen
> an die edle Rebe. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen
> Mantel in Traubenblut.
> Joel 4,18
> 
> 49:12   Seine Augen sind dunkel von Wein und seine Zähne weiß von Milch.
> 
> 49:13    Sebulon wird am Gestade des Meeres wohnen und am Gestade der
> Schiffe und reichen bis Sidon.
> Jos 19,10-16
> 
> 49:14   Issachar wird ein knochiger Esel sein und sich lagern zwischen den
> Sattelkörben.
> 
> 49:15   Und er sah die Ruhe, daß sie gut ist, und das Land, daß es lieblich
> ist; da hat er seine Schultern geneigt, zu tragen, und ist ein
> fronpflichtiger Knecht geworden.
> 
> 49:16    Dan wird Richter sein in seinem Volk wie nur irgend ein Stamm in
> Israel.
> Ri 13,2; 13,24-25
> 
> 49:17   Dan wird eine Schlange werden auf dem Wege und eine Otter auf dem
> Steige und das Pferd in die Fersen beißen, daß sein Reiter
> zurückfalle.
> 
> 49:18   HERR, ich warte auf dein Heil!
> Ps 119,166; Hab 2,3
> 
> 49:19   Gad wird gedrängt werden von Kriegshaufen, er aber drängt ihnen nach
> auf der Ferse.
> 
> 49:20    Assers Brot wird fett sein, und er wird leckere Speise wie für
> Könige geben.
> Jos 19,24-31
> 
> 49:21    Naftali ist ein schneller Hirsch, er gibt schöne Rede.
> Ri 4,6-10
> 
> 49:22   Josef wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, daß
> die Zweige emporsteigen über die Mauer.
> 
> 49:23   Und wiewohl ihn die Schützen erzürnen und gegen ihn kämpfen und ihn
> verfolgen,
> 
> 49:24   so bleibt doch sein Bogen fest und seine Arme und Hände stark durch
> die Hände des Mächtigen in Jakob, durch ihn, den Hirten und Fels
> Israels.
> 5. Mose 32,18
> 
> 49:25    Von deines Vaters Gott werde dir geholfen, und von dem Allmächtigen
> seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der
> Flut, die drunten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibes.
> (25 und 26) 5. Mose 28,3-6; 33,13
> 
> 49:26   Die Segnungen deines Vaters waren stärker als die Segnungen der
> ewigen Berge, die köstlichen Güter der ewigen Hügel. Mögen sie
> kommen auf das Haupt Josefs und auf den Scheitel des Geweihten unter
> seinen Brüdern!
> 
> 49:27    Benjamin ist ein reißender Wolf; des Morgens wird er Raub fressen
> und des Abends wird er Beute austeilen.
> Ri 20,25; 1. Sam 9,1-2
> 
> 49:28   Das sind die zwölf Stämme Israels alle, und das ist's, was ihr Vater
> zu ihnen geredet hat, als er sie segnete, einen jeden mit einem
> besonderen Segen.
> 
> Jakobs Tod
> 
> 49:29    Und Jakob gebot ihnen und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu
> meinem Volk; begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle auf dem
> Acker Efrons, des Hetiters,
> (29-32) Kap 23,13-20
> 
> 49:30   in der Höhle auf dem Felde von Machpela, die östlich von Mamre liegt
> im Lande Kanaan, die Abraham kaufte samt dem Acker von Efron, dem
> Hetiter, zum Erbbegräbnis.
> 
> 49:31   Da haben sie Abraham begraben und Sara, seine Frau. Da haben sie
> auch Isaak begraben und Rebekka, seine Frau. Da habe ich auch Lea
> begraben,
> Kap 25,9;  Kap 35,29
> 
> 49:32   in dem Acker und der Höhle, die von den Hetitern gekauft ist.
> 
> 49:33   Und als Jakob dies Gebot an seine Söhne vollendet hatte, tat er
> seine Füße zusammen auf dem Bett und verschied und wurde versammelt
> zu seinen Vätern.
> 
>          Jakobs Bestattung
> 
> 50:1    Da warf sich Josef über seines Vaters Angesicht und weinte über ihm
> und küßte ihn.
> 
> 50:2    Und Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, daß sie seinen Vater
> zum Begräbnis salbten. Und die Ärzte salbten Israel,
> 
> 50:3    bis vierzig Tage um waren; denn so lange währen die Tage der
> Salbung. Und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.
> 
> 50:4    Als nun die Trauertage vorüber waren, redete Josef mit den Leuten
> des Pharao und sprach: Hab ich Gnade vor euch gefunden, so redet mit
> dem Pharao und sprecht:
> 
> 50:5    Mein Vater hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Siehe, ich
> sterbe; begrabe mich in meinem Grabe, das ich mir im Lande Kanaan
> gegraben habe. So will ich nun hinaufziehen und meinen Vater
> begraben und wiederkommen.
> Kap 47,29-30
> 
> 50:6    Der Pharao sprach: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm
> geschworen hast.
> 
> 50:7    Da zog Josef hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm
> alle Großen des Pharao, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten
> des Landes Ägypten,
> 
> 50:8    dazu das ganze Haus Josefs und seine Brüder und die vom Hause seines
> Vaters. Allein ihre Kinder, Schafe und Rinder ließen sie im Lande
> Goschen.
> 
> 50:9    Und es zogen auch mit ihm hinauf Wagen und Gespanne, und es war ein
> sehr großes Heer.
> 
> 50:10   Als sie nun nach Goren-Atad kamen, das jenseits des Jordans liegt,
> da hielten sie eine sehr große und feierliche Klage. Und Josef hielt
> Totenklage über seinen Vater sieben Tage.
> 
> 50:11   Und als die Leute im Lande, die Kanaaniter, die Klage bei Goren-Atad
> sahen, sprachen sie: Die Ägypter halten da große Klage. Daher nennt
> man den Ort »Der Ägypter Klage«; er liegt jenseits des Jordans.
> 
> 50:12   Und seine Söhne taten, wie er ihnen befohlen hatte,
> Kap 49,29
> 
> 50:13   und brachten ihn ins Land Kanaan und begruben ihn in der Höhle auf
> dem Felde von Machpela, die Abraham gekauft hatte mit dem Acker zum
> Erbbegräbnis von Efron, dem Hetiter, gegenüber Mamre.
> Kap 23,13-20
> 
> 50:14   Als sie ihn nun begraben hatten, zog Josef wieder nach Ägypten mit
> seinen Brüdern und mit allen, die mit ihm hinaufgezogen waren,
> seinen Vater zu begraben.
> 
> Josefs Edelmut und sein Tod
> 
> 50:15   Die Brüder Josefs aber fürchteten sich, als ihr Vater gestorben war,
> und sprachen: Josef könnte uns gram sein und uns alle Bosheit
> vergelten, die wir an ihm getan haben.
> Kap 27,41
> 
> 50:16   Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tode und
> sprach:
> 
> 50:17   So sollt ihr zu Josef sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat
> und ihre Sünde, daß sie so übel an dir getan haben. Nun vergib doch
> diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters! Aber Josef
> weinte, als sie solches zu ihm sagten.
> 
> 50:18   Und seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen:
> Siehe, wir sind deine Knechte.
> 
> 50:19   Josef aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an
> Gottes Statt?
> 
> 50:20   Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut
> zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu
> erhalten ein großes Volk.
> Kap 45,5; 45,7
> 
> 50:21   So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen.
> Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.
> 
> 50:22   So wohnte Josef in Ägypten mit seines Vaters Hause und lebte
> hundertundzehn Jahre
> 
> 50:23   und sah Ephraims Kinder bis ins dritte Glied. Auch die Söhne von
> Machir, Manasses Sohn, wurden dem Hause Josefs zugerechnet.
> 
> 50:24   Und Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe; aber Gott wird euch
> gnädig heimsuchen und aus diesem Lande führen in das Land, das er
> Abraham, Isaak und Jakob zu geben geschworen hat.
> 
> 50:25   Darum nahm er einen Eid von den Söhnen Israels und sprach: Wenn euch
> Gott heimsuchen wird, so nehmt meine Gebeine mit von hier.
> 2. Mose 13,19; Jos 24,32
> 
> 50:26   Und Josef starb, als er hundertundzehn Jahre alt war. Und sie
> salbten ihn und legten ihn in einen Sarg in Ägypten.
>
> — *Die Schöpfung*

